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Timestamp: 2019-07-17 02:23:46+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein SehlNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Sehlendorfer Binnensee und Umgebung" vom 22. Dezember 1989 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Sehlendorfer...
juris-Abkürzung: SehlNatSchGV SH
Fundstelle: GVOBl. 1990 38
Gliederungs-Nr: 791-4-107
"Sehlendorfer Binnensee und Umgebung"
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: §§ 2 und 5 sowie Anlage geändert (LVO v. 28.12.2011, GVOBl. 2012 S. 139) *
[Folgende Bekanntmachung zu der Landesverordnung zur Änderung der Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Sehlendorfer Binnensee und Umgebung“ (GVOBl. 2012, S. 139) ist zu beachten: “Eine Verletzung der in § 19 Abs. 1 bis 8 Landesnaturschutzgesetz bezeichneten Verfahrens- und Formvorschriften ist unbeachtlich, wenn sie nicht schriftlich innerhalb eines Jahres gegenüber der obersten Naturschutzbehörde geltend gemacht worden ist.”]
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Sehlendorfer Binnensee und Umgebung" vom 22. Dezember 1989 01.01.2003
Aufgrund des § 16 des Landschaftspflegegesetzes verordnet der Minister für Natur, Umwelt und Landesentwicklung die folgenden §§ 1 bis 8 mit Ausnahme des § 5 Abs. 1 Nr. 3 ; aufgrund des § 39 Abs. 1 Nr. 8 des Landesjagdgesetzes verordnet der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei den folgenden § 5 Abs. 1 Nr. 3 und § 8 Satz 1 :
(1) Der Sehlendorfer Binnensee mit den angrenzenden Landschaftsteilen in der Gemeinde Blekendorf, Kreis Plön, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Sehlendorfer Binnensee und Umgebung" unter Nummer 108 in das beim Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume als oberster Landschaftspflegebehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 230 ha groß und umfaßt den Sehlendorfer Binnensee mit dem Broeck, den Fulensee, die Salzwiesen und ufernahen Grünlandflächen mit den angrenzenden, als Acker genutzten Flächen zwischen dem Binnensee und dem Fulensee sowie Teile des Strandwalles, der Dünen und des Strandes nordöstlich des Binnensees in den Gemarkungen Futterkamp und Blekendorf-Sechendorf einschließlich eines 100m breiten strandnahen Flachwasserbereiches der Ostsee. In der dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes als schwarze Linie dargestellt.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der Abgrenzungskarte 1 a im Maßstab 1 : 5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karte ist beim Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume als oberster Landschaftspflegebehörde verwahrt. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume - Oberste Jagdbehörde -, 2300 Kiel,
Landrat des Kreises Plön, - Untere Landschaftspflegebehörde -, 2320 Plön,
Bürgermeister der Gemeinde Blekendorf, 2321 Blekendorf,
Das Naturschutzgebiet dient der Erhaltung des durch Strandwälle und Primärdünen von der Ostsee abgetrennten, jedoch über einen Wasserlauf, den Broeck, mit der Ostsee in Verbindung stehenden Strandsees mit hochwertigen Salzwiesen, flachgründigen Teichen, feuchten Senken, Seggenriedern und Röhrichtbeständen in einem typischen, naturnahen Küstenlandschaftsteil an der Hohwachter Bucht. Aufgrund der großen Vielfalt der erdgeschichtlichen und gewässerkundlichen Erscheinungsformen bietet der Sehlendorfer Binnensee mit seiner Umgebung Lebensräume und Lebensstätten für eine zahl- und artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Die hier vorzufindenden Standortbedingungen gewähren Pflanzen und Tieren von besonders bedrohten Arten eine Möglichkeit des Überlebens und der dauerhaften Arterhaltung. Die Natur ist hier in ihrer Ganzheit zu erhalten und, soweit es zur Erhaltung bestimmter bedrohter Pflanzen- und Tierarten im Ökosystem erforderlich ist, durch planvolle Maßnahmen zu entwickeln oder wiederherzustellen.
den Sehlendorfer Binnensee oder den Broeck mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren;
im Sehlendorfer Binnensee oder im Broeck zu baden oder mit Tauchgeräten zu tauchen;
die landwirtschaftliche Bodennutzung auf den im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein befindlichen Grünlandflächen nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Naturschutz und Landschaftspflege Schleswig-Holstein;
der als Acker genutzten, in der Abgrenzungskarte 1 a kariert dargestellten Flächen;
der übrigen, bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Grünland genutzten Flächen in der bisherigen Art und dem bisherigen Umfang mit der Einschränkung, daß in der Zeit vom 20. April bis 20. Juni eines jeden Jahres Walzen, Schleppen, Mähen oder sonstige Bodenbearbeitungen nicht zulässig sind; ausgenommen von jeglicher Nutzung ist das Flurstück 1/1 tlw., Tivoli, der Flur 1 in der Gemarkung Futterkamp;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes mit der Einschränkung, daß die Jagd auf Wasservögel außerhalb der in Nummer 2 Buchst. a bezeichneten Flächen von der Jagdausübung ausgenommen ist, geschlossene Hochsitze oder Fütterungseinrichtungen nicht errichtet und Wildäcker oder Wildäsungsflächen nicht angelegt werden dürfen;
die erwerbsmäßige Ausübung der Fischerei mit stehendem Fanggerät bis zum Ablauf des Pachtvertrages am 31. März 1993, jedoch mit der Einschränkung, daß die Geräte vom Wasser bedeckt sein müssen und Angelschnüre nicht verwendet werden dürfen;
die Ausübung des Fischfanges mit der Handangel in der Zeit vom 16. Juli bis zum 31. März zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang von Angelplätzen aus, die unter Berücksichtigung der Bestimmungen des § 11 des Landschaftspflegegesetzes und der berechtigten Belange der Seeanlieger von der unteren Landschaftspflegebehörde im Bereich des in der Übersichtskarte und in der Abgrenzungskarte 1 a gekennzeichneten Uferabschnitts des Sehlendorfer Binnensees festzulegen und örtlich zu kennzeichnen sind; die untere Landschaftspflegebehörde kann die Ausübung des Fischfanges mit der Handangel durch Einzelanordnung weiter einschränken, wenn dieses zum Schutz besonders geschützter Pflanzen und Tiere erforderlich ist;
der ordnungsgemäße Betrieb und die Unterhaltung der im Strandwall zwischen dem Zeltplatz Tivoli und dem Pumpwerk am Sehlendorfer Strand verlegten Abwasserleitung sowie der zwischen dem Zeltplatz Tivoli und der Straße Eckrehm in Hohwacht verlegten Erdkabelleitung und der Wasserversorgungs- und Abwasserleitungen;
der Flächen am Rande des Weges am Nordostufer des Sehlendorfer Binnensees sowie zwischen dem Zeltplatz Tivoli und dem Broeck mit Ausnahme der in der Örtlichkeit gekennzeichneten Uferschutzstreifen;
des Strandes, das Lagern auf dem Strand zwischen dem seeseitigen Strandwallfuß und der Wasserlinie sowie das Baden im Flachwasserbereich der Ostsee mit der Einschränkung, daß die gesperrten, in der Örtlichkeit gekennzeichneten Brut- und Ruhezonen für Strand- und Seevögel sowie die Dünen auf dem Strand nicht betreten werden dürfen;
Die untere Landschaftspflegebehörde kann im Einzelfall von den Verboten des § 4 Abs. 1 Nr. 12, 13, 15 und 18 Ausnahmen zulassen, die nicht zu einer nachhaltigen Störung führen oder den Schutzzweck nicht beeinträchtigen können. Sie ist auch zuständig für die Erteilung von Befreiungen nach § 61 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes und kann bei Gefährdung des Schutzzweckes die unaufschiebbaren, notwendigen Maßnahmen treffen.
§ 4 Abs. 1 Nr. 15 den Sehlendorfer Binnensee oder den Broeck mit Wasserfahrzeugen aller Art befährt;
§ 4 Abs. 1 Nr. 16 im Sehlendorfer Binnensee oder im Broeck badet oder mit Tauchgeräten taucht;
§ 4 Abs. 1 Nr. 18 das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege betritt oder im Naturschutzgebiet reitet oder außerhalb der dafür bestimmten Wege fährt.
Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Gleichzeitig treten die Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Bereich der Hohwachter Bucht, der Gemeinde Panker und Umgebung vom 10. Februar 1965 (Amtsbl. Schl.-H./AAz. S. 49) und die Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Sehlendorfer Binnensee und Umgebung" vom 23. Mai 1980 (GVOBl. Schl.-H. S. 185), geändert durch Landesverordnung vom 6. Dezember 1989 (GVOBl. Schl.-H. S. 171), außer Kraft, soweit sie das in § 2 Abs. 1 dieser Verordnung beschriebene Gebiet betreffen.

References: § 19
 § 16
 § 5
 § 39
 § 5
 § 8
 § 1
 § 11
 § 4
 § 61

§ 4

§ 4

§ 4
 § 2