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Timestamp: 2020-02-24 05:35:01+00:00

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Rechtsprechung: VersR 1992, 819 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Hamm, 15.11.1991
https://dejure.org/1992,1379
BGH, 15.04.1992 - IV ZR 198/91 (https://dejure.org/1992,1379)
BGH, Entscheidung vom 15.04.1992 - IV ZR 198/91 (https://dejure.org/1992,1379)
BGH, Entscheidung vom 15. April 1992 - IV ZR 198/91 (https://dejure.org/1992,1379)
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Zur Nachmeldung - Meldefrist in der Rechtsschutzversicherung als Ausschlussfrist
Versäumung einer in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) einer Rechtsschutzversicherung vereinbarten Meldefrist - Meldung im Sinne des § 4 Abs. 4 der Allgemeinen Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung (ARB) - Fristbeginn einer Ausschlussfrist bei ...
ARB § 4 Abs. 4
§ 4 Abs. 4 ARB
Versicherungsrecht; Meldefrist in der Rechtschutzversicherung
NJW 1992, 2233
MDR 1992, 1133
MDR 1992, 1134
VersR 1992, 819
Ob im Einzelfall den Reisenden kein Verschulden trifft, unterliegt im Wesentlichen der revisionsrechtlich nur beschränkt nachprüfbaren Würdigung des Tatrichters (vgl. BGH, Urt. v. 15.04.1992 - IV ZR 198/91, NJW 1992, 2233).
Aus demselben Grund kann auch die für das Versicherungsrecht aufgestellte Sorgfaltspflicht, dass der Versicherungsnehmer sich über den wesentlichen Inhalt der Vertragsbedingungen, darunter eine etwaige Ausschlussfrist, informieren muss (BGH NJW 1992, 2233), für § 651g Abs. 1 BGB nicht gelten.
Die Maßstäbe, die der Senat im Urteil vom 15. April 1992 (IV ZR 198/91, VersR 1992, 819) für die in § 4 Abs. 4 Allgemeiner Rechtsschutzversicherungsbedingungen geregelte Ausschlussfrist aufgestellt hat, lassen sich daher auf die Zusatzvereinbarung vom 27. August 2007 nicht übertragen.
Mit der Befristung der Geltendmachung versicherungsrechtlicher Ansprüche bezwecken Versicherungsbedingungen grundsätzlich eine objektive zeitliche Begrenzung der Eintrittspflicht des Versicherers (BGH VersR 1982, 567 zu § 18 III Nr. 2 AKB a. F. = § 20 I Nr. 1 Abs. 2 AKB n. F.; BGH VersR 1992, 819 zu § 4 Abs. 4 ARB; BGH VersR 1995, 82 zu § 1 Abs. 3 Satz 2 BB-BUZ).
Die Entscheidungen betrafen Ausschlussfristen in der Kraftfahrtversicherung, der Rechtsschutzversicherung und der Berufsunfähigkeitsversicherung (BGH VersR 1982, 567; BGH VersR 1992, 819; BGH VersR 1995, 82; BGH VersR 1999, 1266).
Der Versicherungsnehmer muss vernünftigerweise damit rechnen, dass der Versicherer den Versicherungsschutz - schon aus Gründen der Kalkulierbarkeit - jedenfalls nicht auf unbegrenzte Zeit für solche Versicherungsfälle erbringen will, die ihm bei Beendigung des Vertrags noch nicht gemeldet worden sind (BGH VersR 1992, 819).
Ohne die Klausel könnten spät erkennbare und zweifelhafte Versicherungsfälle nicht wirksam vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden, was sich - durch erhöhte Prämien - nachteilig auf die Gemeinschaft der Versicherten auswirken würde (BGH VersR 1992, 819).
Sie begründet nicht vorwiegend eine Verhaltensnorm für den Versicherungsnehmer, sondern zielt in erster Linie darauf, unabhängig vom Verhalten des Versicherungsnehmers die regelmäßig schwer aufklärbaren und kaum übersehbaren Spätschäden von der Deckungspflicht auszunehmen (Senatsurteile vom 24. März 1982 - IVa ZR 226/80, VersR 1982, 567 unter II 2 b; vom 15. April 1992 - IV ZR 198/91, VersR 1992, 819 unter I 2 a; vom 2. November 1994 - IV ZR 324/93, VersR 1995, 82 unter 2 b).
Dieser Zweck würde bei einer Anknüpfung an die Kenntnis des Versicherungsnehmers oder des Geschädigten verfehlt (ebenso für § 4 Abs. 4 ARB: Senatsurteil vom 15. April 1992 aaO).
Der Versicherer kann sich hiernach auf die Versäumung der Ausschlussfrist nicht berufen, wenn den Versicherungsnehmer an der Fristversäumung, was Letzterer zu beweisen hat, kein Verschulden trifft (zu § 12 Abs. 3 VVG: BGH, Urteil vom 8. Februar 1965 - II ZR 171/62, BGHZ 43, 235; Senatsurteil vom 9. Februar 1977 - IV ZR 25/75, VersR 1977, 442 unter II 1; zu § 4 Abs. 4 ARB: Senatsurteil vom 15. April 1992 aaO unter II 1;… zu § 18 Abs. 3 Nr. 2 AKB: Senatsurteil vom 24. März 1982 aaO unter II 2 c; zu § 7 Abschn. 1 Nr. 1 Abs. 2 AUB 88: Senatsurteil vom 19. November 1997 - IV ZR 348/96, VersR 1998, 175 unter 2 b cc;… zu § 1 Abs. 3 Satz 2 BB-BUZ: Senatsurteil vom 2. November 1994 aaO unter 2 c).
Die Bestimmung begründet keine Obliegenheit des Versicherungsnehmers, sondern eine Ausschlussfrist (BGH VersR 1992, 819; 1982, 567;… Harbauer, Rechtsschutzversicherung, 4. Aufl., § 4 Rdnr. 216).
Sinn und Zweck der Fristbestimmung in § 4 Abs. 4 ARB ist es, eine klare zeitliche Begrenzung der Leistungspflicht des Versicherers zu schaffen, die durch ein objektives Anknüpfungskriterium - das Vertragsende - bestimmt wird (BGH VersR 1992, 819, 820) [BGH 15.04.1992 - IV ZR 198/91].
Eine solche Auslegung des Ausschlussprinzips, sofern es auf Untätigkeit des Versicherungsnehmers binnen bestimmter Frist abstellt, ist unter Berücksichtigung der Grundsätze von Treu und Glauben im Interesse des sorgfältigen Versicherungsnehmers geboten (BGH VersR 1992, 819, 820 [BGH 15.04.1992 - IV ZR 198/91]; 1982, 567).
Diesem Interesse ist bereits genügt, wenn er Kenntnis davon erlangt, dass der Versicherungsnehmer beabsichtigt, aus einem von ihm als Versicherungsfall eingeschätzten Lebenssachverhalt Ansprüche auf Versicherungsleistungen geltend zu machen (BGH VersR 1992, 819, 821) [BGH 15.04.1992 - IV ZR 198/91].
Die nachteiligen Folgen davon träfen unmittelbar auch die Gemeinschaft der Versicherten infolge der dadurch bedingten höheren Prämien (BGH VersR 1992, 819, 820 [BGH 15.04.1992 - IV ZR 198/91]; 1982, 567).
Davon abgesehen hat der Senat für den Versicherungsnehmer selbst bereits entschieden, dass dieser sich zumindest nach Eintritt eines Ereignisses, das einen Versicherungsfall darstellen könnte, über den wesentlichen Inhalt der Bedingungen informieren muss; anderenfalls beruhe seine Unkenntnis auf Fahrlässigkeit (Senatsurteil vom 15. April 1992 - IV ZR 198/91, VersR 1992, 819 unter II 2 a).
BGH, 27.09.2017 - IV ZR 385/15
Rechtsschutzversicherungsvertrag: Einstandspflicht für ein sozialgerichtliches …
a) Im Ansatz noch zutreffend hat das Berufungsgericht angenommen, die Beklagte könne den Ablauf dieser Ausschlussfrist nicht einwenden, wenn die Klägerin an dem Fristversäumnis kein Verschulden treffe (vgl. zu § 4 Abs. 4 ARB 75: Senatsurteil vom 15. April 1992 - IV ZR 198/91, VersR 1992, 819 unter II 1 [juris Rn. 19] m.w.N.).
Im letztgenannten Falle bezwecken die Versicherungsbedingungen nämlich grundsätzlich objektiv eine zeitliche Begrenzung der Leistungspflicht des Versicherers (vgl. Senatsurteile vom 24. März 1982 - IVa ZR 226/80 - VersR 1982, 567 unter 2; vom 15. April 1992 - IV ZR 198/91 - VersR 1992, 819 unter I 2 a).
Der Bundesgerichtshof hat bereits wiederholt entschieden, daß eine solche Auslegung des Ausschlußprinzips, sofern es auf Untätigkeit des Versicherungsnehmers binnen bestimmter Frist abstellt, unter Berücksichtigung der Grundsätze von Treu und Glauben im Interesse des sorgfältigen Versicherungsnehmers geboten ist (vgl. zuletzt Urteil vom 15. April 1992, aaO. unter II 1).
OLG Naumburg, 09.07.2015 - 4 U 43/14
Geltendmachung eines Rechtsschutzfalls nach Beendigung des …
Zutreffend sind ebenso die weiteren Ausführungen des Landgerichts dazu, dass eine derartige Ausschlussklausel nach der auch vom Senat geteilten, indessen bisher nur zu der Vorgängerregelung des § 4 Abs. 4 ARB 75 ergangenen Rechtsprechung des BGH (vgl. Urteil vom 15. April 1992, Az.: IV ZR 198/91, zitiert nach juris ), um den Versicherungsschutz nicht unangemessen zulasten des Versicherungsnehmers auszuhöhlen, einer einschränkenden Auslegung nach den Grundsätzen von Treu und Glauben bedarf, die es dem Versicherer im Ergebnis nur dann gestattet, sich hierauf zu berufen, wenn der Versicherungsnehmer die Fristversäumung schuldhaft zu vertreten hat.
Denn mit seiner bisherigen, allein zu § 4 Abs. 4 ARB 75 ergangenen Rechtsprechung hat der BGH gerade am Wortlaut der damaligen Klausel angeknüpft und klargestellt, dass das Melden noch keine Geltendmachung eines Anspruches bedeute , sondern es dafür vielmehr ausreiche, wenn der Versicherungsnehmer einen konkreten Sachverhalt mitteilt und dazu angibt, welche rechtlichen Interessen er insoweit wahrzunehmen beabsichtigt (Urteil vom 15. April 1992, Az: IV ZR 198/91, zitiert nach juris ).
BGH, 07.07.1999 - IV ZR 32/98
Formularmäßige Vereinbarung einer zeitlich begrenzten Eintrittspflicht in der …
OLG Saarbrücken, 26.01.2011 - 5 U 136/10
Rechtsfolgen der Geltendmachung von Leistungen aus der …
OLG Karlsruhe, 12.11.2002 - 12 U 190/02
Lückenloser Versicherungsschutz bei Wechsel der Rechtsschutzversicherung: …
OLG Frankfurt, 18.05.2006 - 3 U 90/05
Rechtsschutzversicherung; Deckung; Ausschluss
LG München I, 17.04.2008 - 12 O 24819/07
Rechtsschutzversicherung: Ausschluss vorvertraglicher Versicherungsfälle bei …
LG Hamburg, 08.10.2015 - 314 O 2/13
Deckungsanspruch gegen die Rechtsschutzversicherung: Berufung des Versicherers …
LG Frankfurt/Oder, 16.07.2003 - 13 O 352/02
Erteilung von Deckungszusagen für beabsichtigte Schadensersatzklagen durch eine …
LG Berlin, 22.10.2002 - 7 O 285/02
Haftung eines Architekten wegen Schlechterfüllung des Architektenvertrages ; …
OLG Hamm, 15.11.1991 - 20 U 218/91
https://dejure.org/1991,18994
OLG Hamm, 15.11.1991 - 20 U 218/91 (https://dejure.org/1991,18994)
OLG Hamm, Entscheidung vom 15.11.1991 - 20 U 218/91 (https://dejure.org/1991,18994)
OLG Hamm, Entscheidung vom 15. November 1991 - 20 U 218/91 (https://dejure.org/1991,18994)
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References: § 4
 § 4

§ 4
 § 651
 § 4
 § 18
 § 20
 BGH 
 § 4
 BGH 
 § 1
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 4
 § 12
 § 4
 § 18
 § 7
 § 1
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 BGH 
 § 4
 BGH