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Timestamp: 2018-10-23 22:20:45+00:00

Document:
Dummyprüfung für Retriever
Dummy-Prüfungsordnung
Dummy-Prüfungsordnung für Retriever (DPO/R)
Einleitung §§ 1 u. 2
Allgemeines §§ 3 - 5
Nenngeld §§ 6 u. 7
Heiße Hündinnen § 8
Zuschauer § 9
Einspruch § 9
Klassenvoraussetzungen § 11
Prüfungsbestimmungen §§ 12 - 15
Durchführungsverordnung §§ 16 - 21
Prüfungsfächer - Anfängerklasse
Einzelmarkierung § 22
Einzel-Markierung Wasser § 23
Verlorensuche § 24
Appell § 25
Prüfungsfächer - Fortgeschrittenenklasse
Doppel-Markierung § 26
Verlorensuche § 27
Einweisen § 28
Standruhe in Verbindung mit Markierung § 29
Prüfungsfächer - Siegerklasse
Doppel-Markierung § 30
Verlorensuche mit zwei Hunden § 31
Einweisen in ein Suchengelände § 32
Einweisen § 33
Workingtests § 34
Schlußbestimmungen §§ 35 - 37
(gültig ab 01.07.1996)
§ 1 Der Retriever ist der unentbehrliche Helfer für die Arbeit nach dem Schuß, insbesondere für das Apportieren (to retrieve).
§ 2 (1) Ziel dieser Prüfung ist es, die Arbeitsweise beim Apportieren sowie seine allgemeine Wesensfestigkeit zu beurteilen.
(2) In der Dummy-Prüfung werden jagdähnliche Situationen simuliert, um somit wesentlich dazu beizutragen, daß Retriever ihren Apportiereigenschaften entsprechend von der Mehrheit der Retrieverführer gehalten und gefördert werden können.
§ 3 Hundebesitzer und Hundeführer, die an einer vom Deutschen Retriever Club e.V. (DRC) durchgeführten Dummy-Prüfung teilnehmen wollen, müssen von der vorliegenden Prüfungsordnung Kenntnis haben und diese anerkennen.
§ 4 Jeder im deutschen Hundestammbuch (VDH) oder in einem von der FCI anerkannten Stammbuch (für ausländische Hunde) eingetragene Retriever, der am Prüfungstag mindestens 10 Monate alt ist, kann an den Prüfungen nach dieser DPO-R teilnehmen.
§ 5 (1) Es werden nur Hunde geprüft, die am Prüfungstag die original Ahnentafel vorlegen.
(2) Alle Prüfungsergebnisse werden in die original Ahnentafel eingetragen. Sofern die Eintragung auf der Ahnentafel aus Platzgründen nicht möglich ist, muß am Prüfungstag für den Hund ein Leistungsheft vorgelegt werden, in das dann die Eintragung vorgenommen wird.
§ 6 (1) Die Meldung eines Hundes verpflichtet zur Zahlung des Nenngeldes, auch wenn der betreffende Hund nicht zur Prüfung erscheint, es sei denn, die Nennung wird bis zum festgesetzten Meldeschluß widerrufen.
(3) Es besteht kein Anspruch auf Rückzahlung des Nenngeldes für gemeldete, aber nicht erschienene Hunde.
§ 7 Von der Prüfung können unter Verlust des Nenngeldes diejenigen Hunde ausgeschlossen werden,
(3) die beim Aufruf nicht anwesend sind.
§ 8 (1) Die Führer heißer Hündinnen sind verpflichtet, dem Sonderleiter und ihren Richtern vor Beginn der Prüfung Mitteilung von der Hitze zu machen.
(2) Prüfungsleiter und Richter haben dafür Sorge zu tragen, daß die Leistungen anderer teilnehmender Hunde nicht durch die Anwesenheit einer heißen Hündin beeinträchtigt werden.
§ 9 (1) Alle an der Prüfung teilnehmenden Personen müssen den Anordnungen des Sonderleiters, der Richter und der Ordner Folge leisten. Sie dürfen Führer und Hund nicht bei der Arbeit stören und dürfen die Richter nicht bei der ordnungsgemäßen Durchprüfung der Hunde hindern.
(2) Richterentscheidungen sind nicht anfechtbar. Der Hundeführer hat jedoch das Recht, vor der zu erbringenden Aufgabe Fragen an die Richter zu stellen.
(3) Ein Einspruch kann bis 30 Minuten nach Bekanntgabe der Zensuren am Prüfungstag beim Sonderleiter eingelegt werden. Alle an der Prüfung beteiligten Richter entscheiden gemeinsam über den Einspruch.
§ 10 Die Prüfung wird in drei Leistungsklassen abgelegt:
- Anfänger-Klasse
- Fortgeschrittenen-Klasse
- Sieger-Klasse
III. Klassenvoraussetzungen
§ 11 (1) Fortgeschrittenen-Klasse
Der Hund muß zunächst in der Anfänger-Klasse gestartet sein und mit mindestens einem "sehr gutem" Ergebnis bestanden haben oder eine bestandene BLP/R vorweisen (entsprechende ausländische Prüfungen werden anerkannt, vgl. Anhang).
(2) Sieger-Klasse
Der Hund muß mindestens ein "Sehr gut" in der Fortgeschrittenen-Klasse erbracht haben oder eine entsprechende Leistung in einer ausländischen Prüfung vorweisen.
(3) Hunde, die mindestens zweimal mit "Sehr gut" in einer Klasse bestanden haben, müssen in der nächst höheren Klasse starten, mit Ausnahme der Gewinner-Klasse.
(4) Der Wechsel in eine niedrigere Klasse ist nicht möglich.
IV. Prüfungsbestimmungen
§ 12 Zur Durchführung einer Prüfung ist die Teilnahme von mindestens 6 Hunden erforderlich.
§ 13 (1) Alle Arbeiten werden mit grünen Standard-Dummies (ca. 500g) ohne zusätzliche Bezüge, Felle, Federn, etc. durchgeführt.
(2) Jeder Prüfungsteilnehmer bringt zur Prüfung mindestens 3 Dummies mit, hat jedoch keinen Anspruch darauf, mit seinen Dummies geprüft zu werden.
§ 14 (1) Alle Schüsse, die während der Prüfung abgegeben werden, müssen mit einer/einem 9 mm Schreckschußpistole/revolver abgefeuert werden. Der Einsatz eines Dummy-Launchers für die Schußabgabe mit 6 mm, Kaliber 22, ist zulässig.
(2) Bei allen Arbeiten, in denen ein Dummy sichtbar für den Hund geworfen wird, ist ein Schuß abzugeben.
(3) Der Schuß sollte erfolgen, wenn das Dummy in seiner Flugbahn ca. den höchsten Punkt erreicht hat.
§ 15 Alle Hunde müssen während der Prüfung unangeleint vorgeführt werden.
V. Durchführungsverordnung
§ 16 Die Prüfungen dürfen abgenommen werden von
- Richtern des DRC, die sich für diese Prüfungsordnung qualifiziert haben,
-ausländische Richter, die für nationale und internationale Arbeitsprüfung für Retriever gemäß FCI zugelassen sind, oder
- die in dem jeweiligen Land für Working-Test und Apportierprüfungen zugelassen sind.
§ 17 In der Siegerklasse müssen alle Arbeiten von zwei Richtern beurteilt werden.
§ 18 Eigenschaften, die der Retriever bei dieser Prüfung zeigen sollte:
-Arbeitsfreude
- Apportierfreudigkeit
- Lenkbarkeit.
Die Hunde sollen schnell in die Hand des Führers apportieren.
§ 19 Stark leistungsmindernd ist:
- Nicht-Ausgeben in die Hand des Führers
- Knautschen
- Winseln, Fiepen o.ä. während des Wartens und bei der Arbeit
- nicht sofortiges Zurückkommen nach Finden des Dummies
- haltbares Einspringen
§ 20 Ausschluß-Gründe sind:
- unhaltbares Einspringen oder zweimaliges, haltbares Ein- springen
- Verweigerung des Apportieren, das heißt nicht Aufnehmen des Dummies,
sowie nicht Zurückbringen des Dummies zum Führer
- Hochgradiges Knautschen
- Ein Hund, der aus der Führung geht
- Ein Hund, der gegenüber Artgenossen oder Personen Aggressivität zeigt
- Störendes Lautgeben
- Physische Einwirkung auf den Hund
- Schußscheue
(1) Die Bewertung der Leistungen je Fach gliedert sich wie folgt:
0 Punkte ausgeschlossen
1 bis 4 Punkte nicht befriedigend
5 Punkte befriedigend
6 bis 7 Punkte gut
8 bis 9 Punkte sehr gut
10 Punkte vorzüglich
(2) Die Platzierung und die Gesamtbewertung ergibt sich aus dem errechneten Mittelwert der einzelnen Prüfungsfächer.
0 bis 19 Punkte nicht bestanden
20 bis 22 Punkte befriedigend
23 bis 30 Punkte gut
31 bis 37 Punkte sehr gut
38 bis 40 Punkte vorzüglich
(3) Wir eine Übung mit 0 Punkten abgeschlossen oder weniger als 50 % der Gesamtpunktzahl erreicht, gilt die Prüfung als nicht bestanden.
VI. Prüfungsfächer in den einzelnen Klassen
Die Gestaltung der nachfolgenden Fächer wird den jeweiligen Geländegegebenheiten angepaßt
§ 22 Einzel-Markierung Land
(1) Unter Abgabe eines Schusses wird ein Dummy, für Führer und Hund deutlich sichtbar, in ca. 40 m Entfernung in offenes Gelände, geworfen.
(3) Bei mangelhaftem Markieren erhält der Hund die Möglichkeit, ein zweites Mal diese Aufgabe abzulegen, wobei maximal 5 Punkte erreicht werden können.
§ 23 Einzel-Markierung Wasser
(1) Unter Abgabe eines Schusses wird ein Dummy, für Führer und Hund deutlich sichtbar, in ein tiefes Gewässer geworfen.
(3) Der Ansetzpunkt muß von der Wasserkante entfernt liegen.
§ 24 Verlorensuche
(1) In einem 50 x 50 m großem Gelände mit offener Deckung werden für Führer und Hund nicht sichtbar 10 Dummies ausgeworfen.
(2) Auf Anweisung des Richters wird der Hund zur Verlorensuche geschickt.
(3) Der Führer kann sich entlang einer Seite des Suchengeländes bewegen.
(4) Die Anzahl der apportierten Dummies ist nicht allein ausschlaggebend für die Bewertung.
§ 25 Appell
(1) Hund und Hundeführer gehen einen vorher festgelegten, ca. 80 m langen Parcour bei Fuß ab. Die ersten 40 m werden dabei angeleint, die zweiten 40 m frei-bei-Fuß zurückgelegt.
(2) Am Ende dieses Parcoures bleiben Hund und Hundeführer in Grundstellung stehen. In ca. 20 m Entfernung wird unter Abgabe eines Schusses ein Dummy sichtbar geworfen.
(3) Während der Hund am Haltepunkt verbleibt, holt der Hundeführer das Dummy. Der Hundeführer entfernt sich um weitere 20 m in gerader Linie von seinem Hund.
(4) Auf ein Zeichen des Richters ruft er seinen Hund zu sich.
VII Working-Tests
§ 34 Ein Workingtest ist jede Apportierprüfung mit Dummies (oder kaltem Wild), die nicht nach den Regeln der neuen DPO/R abgehalten wird (aber in Anlehnung an diese).
(1) Es werden Working-Tests mit Anfänger-, Fortgeschrittenen- und Gewinner-Klasse angeboten. Der jeweilige Schwierigkeitsgrad orientiert sich an der Dummy-Prüfung.
(2) Zugelassen werden Hunde, die neben den Bestimmungen zu Beginn dieser DPO-R eine Anfänger-Klasse mit "Sehr gut" bestanden haben. (Ab 01. Januar 1997 ist die jeweilige Klasse der Dummy-Prüfung Voraussetzung zum Start in der jeweiligen Klasse beim Working-Test.)
(3) Alle Prüfungsergebnisse werden in das Leistungsbuch eingetragen.
(4) Das zu vergebnede Ausbildungskennzeichen ist kein solches im Sinne der Zucht-, Zuchtschau-, Kör- oder Austellungsordnung.
§ 35 Das Bestehen der Prüfung berechtigt den Teilnehmer nicht, bei internationalen, nationalen und DRC-Ausstellungen den Hund in der Gebrauchshundeklasse zu melden.
§ 36 Diese Prüfungsordnung tritt ab 01.07.1996 in Kraft und behält ihre Gültigkeit mindestens 2 Jahre. Sie verlängert sich jeweils bis auf Widerruf um weitere 2 Jahre.
§ 37 In Zweifelsfällen, in denen diese Prüfungsordnung keine eindeutige Aussagemacht, gelten für die Ausführung und Bewertungskriterien die des FCI Arbeitsreglements.
Vergleichbare, ausländische Prüfungen: Anfänger-Klasse (D)
DK - Beginner-Klasse B Prüfung
NL/B - C Diplom/Certificaat
CH - Novice Test
B/NL/F - Field trial à la francaise
GB - Novice Field Trial
A - Dummy-Prüfung L
Fortgeschrittenen-Klasse (D)
DK - Open-Klasse B-Prüfung
NL/B - B Diplom/Certificaat
CH - C-Prüfung
B/NL/F - Field trial à l'anglaise
GB - Field trial
A - Dummy-Prüfung M

References: § 8
 § 9
 § 9
 § 11
 § 22
 § 23
 § 24
 § 25
 § 26
 § 27
 § 28
 § 29
 § 30
 § 31
 § 32
 § 33
 § 34

§ 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13

§ 14

§ 15

§ 16

§ 17

§ 18

§ 19

§ 20

§ 22

§ 23

§ 24

§ 25

§ 34

§ 35

§ 36

§ 37