Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.10.2007&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20260/06
Timestamp: 2019-11-15 00:06:48+00:00

Document:
BGH, 10.10.2007 - VIII ZR 260/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,875
BGH, 10.10.2007 - VIII ZR 260/06 (https://dejure.org/2007,875)
BGH, Entscheidung vom 10.10.2007 - VIII ZR 260/06 (https://dejure.org/2007,875)
BGH, Entscheidung vom 10. Januar 2007 - VIII ZR 260/06 (https://dejure.org/2007,875)
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Anspruch auf Entfernung einer Parabolantenne wegen eines Eingriffs in das ästhetische Erscheinungsbild; Anspruch eines Mieters alevitischen Glaubens auf Erteilung der Zustimmung und Duldung der Antenne trotz eines bestehenden Kableanschlusses; Fehlen eines speziellen am ...
Anspruch auf Parabolantenne; Abwägung der Grundrechte: Eigentumsrecht zu Informationsrecht und Religionsfreiheit
Anbringung einer Parabolantenne durch einen ausländischen Mieter; Berufung auf die Glaubens- und Religionsfreiheit
Parabolantenne - Glaubenssender
Mietrecht - Anspruch auf Parabolantenne wegen Religionsfreiheit?
Parabolantenne für türkische Alleviten - Abgewogen werden müssen drei Grundrechte: Eigentumsrecht, Informationsrecht, Religionsfreiheit
b) Die erforderliche Abwägung, ob das Informationsrecht des Mieters aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 GG im konkreten Fall das Eigentumsrecht des Vermieters aus Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG überwiegt, ist grundsätzlich Aufgabe des Tatrichters und vom Revisionsgericht nur eingeschränkt überprüfbar (Senatsurteile vom 10. Oktober 2007 - VIII ZR 260/06, aaO Rn. 14;… vom 16. November 2005 - VIII ZR 5/05, aaO Rn. 27;… vom 2. März 2005 - VIII ZR 118/04, aaO unter II 2 b;… Senatsbeschlüsse vom 21. September 2010 - VIII ZR 275/09, WuM 2010, 737 Rn. 4;… vom 16. September 2009 - VIII ZR 67/08, aaO Rn. 5;… vom 17. April 2007 - VIII ZR 63/04, aaO Rn. 3).
Was jeweils im Einzelnen zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache gemäß § 535 Abs. 1 Satz 1 BGB gehört, richtet sich dabei in erster Linie nach den vertraglichen Abreden der Mietvertragsparteien (BGH, WuM 2007, Seiten 678 ff. = NJW 2008, Seiten 216 ff.).
12 Nichts anderes kann auch gelten, soweit sich ein Mieter zusätzlich darauf beruft, durch die Versagung der Zustimmung zur Aufstellung einer Parabolantenne werde sein Grundrecht auf Religionsfreiheit (Art. 4 GG) beeinträchtigt (BGH, Urteil vom 10.10.2007, Az.: VIII ZR 260/06, u. a. in: NJW 2008,Seiten 216 ff.).
Dass eine dauerhafte optische Veränderung des Erscheinungsbildes des Gebäudes eine Beeinträchtigung des Eigentumsrechts des Vermieters und grundsätzlich ein rechtliches Argument für die Verpflichtung zur Beseitigung darstellt, hat der BGH in zahlreichen Entscheidungen zu den Parabolantennen festgestellt (vgl. z. B. BGH Urteil vom 10.10.2007 - VIII ZR 260/06).
Die erforderliche Abwägung, ob das Informationsrecht des Mieters aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 GG im konkreten Fall das Eigentumsrecht des Vermieters aus Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG überwiegt, ist grundsätzlich Aufgabe des Tatrichters und vom Revisionsgericht nur eingeschränkt überprüfbar (Senatsurteile vom 10. Oktober 2007 - VIII ZR 260/06, aaO Rn. 14;… vom 16. November 2005 - VIII ZR 5/05, aaO Rn. 27;… vom 2. März 2005 - VIII ZR 118/04, aaO unter II 2 b;… Senatsbeschlüsse vom 16. September 2009 - VIII ZR 67/08, aaO Rn. 5;… vom 17. April 2007 - VIII ZR 63/04, aaO Rn. 3).
Grundsätzlich reicht die durch die sieben Sender vermittelte Programmvielfalt aus, um dem Informationsbedürfnis hinsichtlich der türkischen Heimat Rechnung zu tragen (vgl. BVerfG NZM 2005, 252, 253; BGH NJW 2008, 216: dort reichten jeweils 6 Programme).
Das bedeutet aber entgegen der Ansicht der Kläger nicht, dass sie im Rahmen der vorzunehmenden Abwägung überhaupt nicht zu berücksichtigen wären (BGH NJW 2008, 216, 218).
Ob der Mieter von der Mietsache vertragswidrig Gebrauch gemacht hat, ist jedoch stets im Einzelfall anhand der zwischen den Parteien getroffenen Vertragsvereinbarungen durch die Ermittlung des wirklichen Parteiwillens unter Berücksichtigung von Treu und Glauben zu ermitteln (vgl. BGH, Urt. v. 10.10.2007 - VIII ZR 260/06 -, juris Tz. 12 = NJW 2008, 216).
AG Frankfurt/Main, 21.07.2017 - 33 C 767/17
Duldung der Nutzung nicht mitvermieteter Flächen kann jederzeit widerrufen werden
Maßstab ist der dem Mieter zustehende Mietgebrauch, der sich primär aus dem Inhalt und Zweck des Mietvertrags ergibt (BGH NJW 2008, 216 [BGH 10.10.2007 - VIII ZR 260/06] ;… Palandt/Weidenkaff, 75. Aufl. 2016, § 541, Rn. 6).
LG Wuppertal, 26.01.2012 - 9 S 28/11
Parabolantenne: Mieter wird auf das Internet verwiesen!
Vielmehr sind die betroffenen wechselseitigen Interessen im Einzelfall abzuwägen (BGH VIII ZR 260/06, Rn. 13).
Schon der BGH hat darauf hingewiesen, dass es eine Rolle spielt, ob Mieter ihre Informationsinteressen auf andere Weise, nämlich zum Beispiel über Druckwerke und das Internet befriedigen können (VIII ZR 260/06, Rn. 20).
AG Frankfurt/Main, 27.04.2018 - 33 C 3648/17
Keine Pflanzen auf Gemeinschaftsflächen!
Die Voraussetzungen des Anspruchs, nämlich ein objektiv vorliegender vertragswidriger Gebrauch der Mietsache durch die Beklagte, wobei sich die Vertragswidrigkeit primär aus dem Inhalt und Zweck des Mietvertrags ergibt (BGH NJW 2008, 216 [BGH 10.10.2007 - VIII ZR 260/06] ;… Palandt/ Weidenkaff , BGB, 77. Aufl. 2018, § 541, Rn. 6), eine entsprechende Abmahnung durch die Klägerin und die Fortsetzung des vertragswidrigen Gebrauchs durch die Beklagte liegen vor.

References: Art. 5
 Art. 14
 § 535
 BGH 
 BGH 
 Art. 5
 Art. 14
 BGH 
 § 541
 BGH 
 § 541