Source: http://www.steuerlinks.de/richtlinie/lsth-2007/hin129.html
Timestamp: 2018-01-22 15:55:23+00:00

Document:
Hinweis 129 LStH 2007
[ Hinweis 128a LStH 2007 ]
[ Hinweis 129b LStH 2007 ]
Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer von den Beiträgen für eine Direktversicherung des Arbeitnehmers und von den Zuwendungen an eine Pensionskasse mit einem Pauschsteuersatz von 20 vom Hundert der Beiträge und Zuwendungen erheben. Die pauschale Erhebung der Lohnsteuer von Beiträgen für eine Direktversicherung ist nur zulässig, wenn die Versicherung nicht auf den Erlebensfall eines früheren als des 60. Lebensjahres abgeschlossen und eine vorzeitige Kündigung des Versicherungsvertrages durch den Arbeitnehmer ausgeschlossen worden ist.
Absatz 1 gilt nicht, soweit die zu besteuernden Beiträge und Zuwendun-gen des Arbeitgebers für den Arbeitnehmer 1.752 Euro im Kalenderjahr übersteigen oder nicht aus seinem ersten Dienstverhältnis bezogen werden. Sind mehrere Arbeitnehmer gemeinsam in einem Direktversicherungsvertrag oder in einer Pensionskasse versichert, so gilt als Beitrag oder Zuwendung für den einzelnen Arbeitnehmer der Teilbetrag, der sich bei einer Aufteilung der gesamten Beiträge oder der gesamten Zuwendungen durch die Zahl der begünstigten Arbeitnehmer ergibt, wenn dieser Teilbetrag 1.752 Euro nicht übersteigt; hierbei sind Arbeitnehmer, für die Beiträge und Zuwendungen von mehr als 2.148 Euro im Kalenderjahr geleistet werden, nicht einzubeziehen. Für Beiträge und Zuwendungen, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer aus Anlass der Beendigung des Dienstverhältnisses erbracht hat, vervielfältigt sich der Betrag von 1.752 Euro mit der Anzahl der Kalenderjahre, in denen das Dienstverhältnis des Arbeitnehmers zu dem Arbeitgeber bestanden hat; in diesem Fall ist Satz 2 nicht anzuwenden. Der vervielfältigte Betrag vermindert sich um die nach Absatz 1 pauschal besteuerten Beiträge und Zuwendungen, die der Arbeitgeber in dem Kalenderjahr, in dem das Dienstverhältnis beendet wird, und in den sechs vorangegangenen Kalenderjahren erbracht hat.
Tarifvertraglich vereinbarte Zahlungen des Arbeitgebers an eine Zusatzversorgungskasse sind als Barlohn zu qualifizieren, wenn zwischen dem Arbeitgeber und der Zusatzversorgungskasse keine vertraglichen Beziehungen bestehen; die 44-Euro-Freigrenze findet keine Anwendung (>BFH vom 26.11.2002 - BStBl 2003 II S. 331).
Auf Zukunftssicherungsleistungen des Arbeitgebers i. S. d. § 40b EStG findet die 44-Euro-Freigrenze keine Anwendung (>BFH vom 26.11.2002 - BStBl 2003 II S. 492); > R 31 Abs. 3 Satz 2 .
>BMF vom 10.1.2000 (BStBl I S. 138)
Der Arbeitnehmer erhält eine Sonderzuwendung von 2.500 EUR. Er vereinbart mit dem Arbeitgeber, dass hiervon 1.752 EUR für eine vor 2005 abgeschlossene Direktversicherung verwendet werden, die eine Kapitalauszahlung vorsieht. Der Direktversicherungsbeitrag soll pauschal versteuert werden. Der Arbeitnehmer trägt die pauschale Lohnsteuer.
Sonderzuwendung 2.500 EUR
abzüglich Direktversicherungsbeitrag 1.752 EUR-----------
nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte als sonstiger Bezug zu besteuern 748 EUR
Bemessungsgrundlage für die pauschale Lohnsteuer 1.752 EUR
Der Lohnsteuerpauschalierung unterliegen nur die Arbeitgeberleistungen i. S. d. § 40b EStG zugunsten von Arbeitnehmern oder früheren Arbeitnehmern und deren Hinterbliebenen (>BFH vom 7.7.1972 - BStBl II S. 890).
Die Pauschalierung der Lohnsteuer nach § 40b EStG ist auch dann zulässig, wenn die Zukunftssicherungsleistung erst nach Ausscheiden des Arbeitnehmers aus dem Betrieb erbracht wird und er bereits in einem neuen Dienstverhältnis steht (>BFH vom 18.12.1987 - BStBl 1988 II S. 554).
Pauschalbesteuerungsfähig sind jedoch nur Zukunftssicherungsleistungen, die der Arbeitgeber auf Grund ausschließlich eigener rechtlicher Verpflichtung erbringt (>BFH vom 29.4.1991 - BStBl II S. 647).
Die Pauschalierung der Lohnsteuer nach § 40b EStG ist ausgeschlossen, wenn der Arbeitgeber für den Ehegatten eines verstorbenen früheren Arbeitnehmers eine Lebensversicherung abschließt oder wenn bei einer Versicherung das typische Todesfallwagnis und - bereits bei Vertragsabschluss - das Rentenwagnis ausgeschlossen worden sind. Hier liegt begrifflich keine Direktversicherung i. S. d. des § 40b EStG vor (>BFH vom 9.11.1990 - BStBl 1991 II S. 189).
Die Pauschalierung setzt allgemein voraus, dass die Zukunftssicherungsleistungen aus einem ersten Dienstverhältnis bezogen werden. Sie ist demnach bei Arbeitnehmern nicht anwendbar, die dem Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte mit der Steuerklasse VI vorgelegt haben (>BFH vom 12.8.1996 - BStBl 1997 II S. 143). Bei pauschal besteuerten Teilzeitarbeitsverhältnissen (> § 40a EStG ) ist die Pauschalierung zulässig, wenn es sich dabei um das erste Dienstverhältnis handelt (>BFH vom 8.12.1989 - BStBl 1990 II S. 398).
Für Zukunftssicherungsleistungen i. S. d. § 40b EStG kann die Lohnsteuerpauschalierung nach § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG nicht vorgenommen werden, selbst wenn sie als sonstige Bezüge gewährt werden ( § 40b Abs. 4 EStG ).
Zum Zeitpunkt der Beitragsleistung des Arbeitgebers für eine Direktversicherung > H 104a (Zufluss von Arbeitslohn).
>BMF vom 17.11.2004 (BStBl I S. 1065), Rz. 154 ff.
Der Barlohn kann vor Fälligkeit, also bis spätestens 30.11., auch um den Teil des 13. Monatsgehalts, der auf bereits abgelaufene Monate entfällt, steuerlich wirksam gekürzt werden. Auf den Zeitpunkt der Entstehung kommt es nicht an (> R 129 Abs. 5 ).
Zur Anerkennung von Zukunftssicherungsleistungen bei Dienstverhältnissen zwischen Ehegatten > H 6a (10) EStH .
Durchschnittsberechnung nach § 40b Abs. 2 Satz 2 EStG :
a) für 2 Arbeitnehmer je 250 EUR = 500 EUR
b) für 20 Arbeitnehmer je 175 EUR = 3.500 EUR
c) für 20 Arbeitnehmer je 125 EUR = 2.500 EUR ------------
insgesamt 6.500 EUR geleistet.
Die Leistungen für die Arbeitnehmer zu a) betragen jeweils mehr als 2.148 EUR jährlich; sie sind daher in eine Durchschnittsberechnung nicht einzubeziehen. Die Leistungen für die Arbeitnehmer zu b) und c) übersteigen jährlich jeweils nicht 2.148 EUR; es ist daher der Durchschnittsbetrag festzustellen. Der Durchschnittsbetrag beträgt 150 EUR monatlich; er übersteigt hiernach 1.752 EUR jährlich und kommt deshalb als Bemessungsgrundlage nicht in Betracht. Der Pauschalbesteuerung sind also in allen Fällen die tatsächlichen Leistungen zugrunde zu legen. Der Arbeitgeber kann dabei
- in den Fällen zu a) im 1. bis 7. Monat je 250 EUR und im 8. Monat noch 2 EUR oder monatlich je 146 EUR,
- in den Fällen zu b) im 1. bis 10. Monat je 175 EUR und im 11. Monat noch 2 EUR oder monatlich je 146 EUR,
- in den Fällen zu c) monatlich je 125 EUR
>Gleichlautender Ländererlass vom 19.5.1999 (BStBl I S. 509)
>Gleichlautender Ländererlass vom 8.5.2000 (BStBl I S. 612)
> R 129 Abs. 2
>BMF vom 22.8.2002 (BStBl I S. 827), Rdnr. 23 - 30
Wegen der Voraussetzung, dass bei nichtrechtsfähigen Zusatzversorgungseinrichtungen des öffentlichen Dienstes die Zuführungen Arbeitslohn darstellen müssen, >BFH vom 15.7.1977 (BStBl II S. 761).
>BMF vom 17.11.2004 (BStBl I S. 1065), Rz. 208 - 210
>BMF vom 17.11.2004 (BStBl I S. 1065), Rz. 205-207
Eine fehlerhafte Pauschalbesteuerung ist für die Veranlagung zur Einkommensteuer nicht bindend (>BFH vom 10.6.1988 - BStBl II S. 981).
Hinweis 125 LStH 2007
Hinweis 126 LStH 2007
Hinweis 127 LStH 2007
Hinweis 128 LStH 2007
Hinweis 128a LStH 2007

References: § 40
 § 40
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