Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-212023
Timestamp: 2018-11-15 12:07:18+00:00

Document:
(GVBl.II/05, [Nr. 03], S.50)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Uckermark wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Randowhänge bei Schmölln“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 158 Hektar. Es umfasst zwei Teilflächen in folgenden Fluren:
Randowtal Schmölln 5, 7;
Randowtal Schwaneberg 3, 4.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der „Topografischen Karte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet ‚Randowhänge bei Schmölln‘ “ (Blatt 1 bis 2) im Maßstab 1 : 10 000 und in der „Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet ‚Randowhänge bei Schmölln‘“ (Blatt 1 bis 4) mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten. Die Karten sind mit dem Dienstsiegel des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz (Siegelnummer 32) versehen und von der Siegelverwahrerin am 25. Oktober 2004 unterschrieben worden.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das südexponierte Hangbereiche des Randowtales mit naturnahen Laubwäldern, Quellbereichen und ausgedehnten trockenen Magerrasen umfasst, ist
die Erhaltung, naturnahe Wiederherstellung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Quellbereichen, naturnahen Fließgewässern, Röhrichtbeständen, Grünland feuchter und trockener Standorte, Laubgebüschen trockener und trockenwarmer Standorte sowie Eichen-Vorwäldern;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, wie Aufrechter Grasnelke (Armeria elongata), Mondraute (Botrychium lunaria), Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Leberblümchen (Hepatica nobilis), Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris), Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten der Säugetiere, Vögel, Kriechtiere, Lurche und Insekten, beispielsweise Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria), Neuntöter (Lanius collurio), Schreiadler (Aquila pomarina), Wespenbussard (Pernis apivorus), Rotmilan (Milvus milvus), Zauneidechse (Lacerta agilis), Erdkröte (Bufo bufo), Espasetten-Widderchen (Zygaena carniolica);
die Erhaltung des Mosaiks aus Magerrasen und naturnahen Wäldern an den Steilhängen wegen seiner Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Teil des Biotopverbundes entlang des Randow-Welse-Bruches.
von mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) [Stellario-Carpinetum] als Lebensraumtyp nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42) – Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
von subpannonischen Steppen-Trockenrasen (Festucetalia vallesiacae), Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa (Schwarz-Erle) und Fraxinus excelsior (Gewöhnliche Esche) (Alno-Padion, Salicion albae), Schlucht- und Hangmischwäldern (Tilio-Acerion) als prioritäre Lebensraumtypen nach Anhang I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.
Grünland als Wiese oder Weide mit einer Besatzdichte im Jahresmittel von maximal 1,4 Großvieheinheiten (GVE) pro Hektar genutzt wird. § 4 Abs. 2 Nr. 15, 21 und 22 gilt auf Grünland weiterhin, bei Narbenschäden bleibt eine umbruchlose Nachsaat zulässig,
eine Beweidung der Trockenhänge bei Narbenschäden unterbleibt,
die Gewässerufer und Quellbereiche von einer Beweidung auszunehmen sind;
eine Nutzung der in § 3 genannten Waldgesellschaften nur einzelstammweise bis truppweise erfolgt,
pro Hektar mindestens fünf Stämme mit einem Mindestdurchmesser von 40 Zentimetern in 1,30 Meter Höhe über dem Stammfuß bis zum Absterben aus der Nutzung genommen sein müssen,
das Befahren hydromorpher Böden sowie von Böden mit einem hohen Anteil an feinkörnigem Substrat nur bei Frost oder in Trockenperioden auf dauerhaft gekennzeichneten Rückegassen erfolgt,
die den in § 1b Abs. 6 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes genannten Anforderungen in Verbindung mit dem Fischereigesetz für das Land Brandenburg entsprechende fischereiwirtschaftliche Flächennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass der Fischbesatz nur mit heimischen Arten erfolgt;
die Angelfischerei außerhalb von Verlandungsbereichen, Röhrichten und Schwimmblattgesellschaften erfolgt,
§ 4 Abs. 2 Nr. 17 gilt;
Fütterungen in Notzeiten und Ablenkfütterungen so-wie die Anlage von Kirrungen, Ansaatwildwiesen und Wildäckern außerhalb von gesetzlich geschützten Biotopen;
das Grünland soll möglichst mit Schafen und Ziegen beweidet oder gemäht werden;
für Nachsaaten soll Saatgut einheimischer, standorttypischer Arten verwendet werden;
es sollen strukturreiche Waldmäntel und -säume erhalten und entwickelt werden;
gebietsfremde Gehölzarten, wie Robinie und Grau-Erle, sollen zurückgedrängt werden.
§ 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a dieser Verordnung tritt am 1. Juli 2005 in Kraft. Im Übrigen tritt diese Verordnung am Tage nach der Verkündung in Kraft.
Potsdam, den 16. November 2004
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Randowhänge bei Schmölln“ vom 16. November 2004
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 158 Hektar. Es umfasst folgende Flächen in dem Landkreis Uckermark:
Schwaneberg 3 50 teilweise, 51, 52, 72/2 teilweise, 73 teilweise, 76 teilweise, 164 teilweise, 167 bis 169 je teilweise, 175 teilweise, 179 bis 182, 184 bis 190, 192 bis 208, 210 bis 247, 259 bis 265;
Schwaneberg 4 190;
Schmölln 5 66/1, 66/2 teilweise, 76, 88, 90 bis 92 je teilweise, 118, 199, 200 bis 205 je teilweise;
Schmölln 7 50 bis 52 je teilweise, 54 teilweise.

References: § 2
 § 10
 § 10
 § 4
 § 3
 § 1

§ 4

§ 5