Source: http://www.awo-altenheim-weissenburg.de/
Timestamp: 2016-07-30 20:37:56+00:00

Document:
AWO Else und Heiner Stöhr Seniorenzentrum
Else und Heiner Stöhr
mit spezieller Dementenbetreuung
Ober-und Mittelfranken e. V.
Ihre Ausbildung zur/m AltenpflegerIn bei uns
Berufsfachschule für Altenpflege in Weißenburg
Mit uns geborgen durch den Tag
Tel.:09141/9954-0
Fax: 09141/ 9954-60 E-Mail:seniorenzentrum.weissenburg@awo-ofr-mfr.de
www.awo-seniorenzentrum-weissenburg.de Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Ober- und Mittelfranken e.V.
MDK- Transparenzberichte
Unser Seniorenzentrum gehört dem AWO- Bezirksverband Ober- und Mittelfranken e.V. an. Deshalb basieren unsere Handlungsgrundsätze auf den Inhalten dessen Unternehmensleitbildes.
Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit stehen hilfs- und pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige, unabhängig von ethnischer Herkunft, Religion, Weltanschauung und sozialem Status.
Unser Bestreben ist es, den von uns betreuten Menschen eine Atmosphäre von Sicherheit und Geborgenheit zu verschaffen und Beziehungen aufrecht zu erhalten.
Wir bieten hohe Qualität, um mit unseren Teams durch vielfältige interne und externe Angebote den individuellen Lebensgewohnheiten und Bedürfnissen der bei uns wohnenden Menschen in hohem Maße nachzukommen.
Unsere regionale Versorgungssituation
Name: Else und Heiner Stöhr Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt
Anschrift: Schönau 2, 91781 Weißenburg
Tel.: 09141/9954-0
Fax: 09141/9954-60
E-Mail :awo.seniorenzentrum.weissenburg@awo-ofr-mfr.de
Unser Leistungskatalog zum Downloaden
Das Wirken von Else und Heiner Stöhr
Unsere Einrichtung befindet sich in der ca. 18.000 Einwohner zählenden Kleinstadt Weißenburg, gelegen im westlichen Mittelfranken, im erweiterten Einzugsbereich des Städtedreiecks Nürnberg, Fürth, Erlangen. Das Stadtbild ist mittelalterlich strukturiert und die Umgebung noch stark von der Landwirtschaft geprägt. Unsere engere Region stellt einen enormen Erholungswert dar. Durch den Naturpark Altmühltal und das Fränkische Seenland erfährt diese Tatsache eine weitere Aufwertung. Unser Haus liegt südlich des Stadtkerns auf einer Anhöhe mit großem Grundstück, vielen Grünflächen und hohem Ruhewert. Die Außenanlagen sind für private Nutzung oder die Gestaltung saisonaler Angebote ausgerichtet. Zu erreichen ist das Else und Heiner Stöhr Heim leicht über die an Weißenburg vorbeiführende Umgehungsstraße. Die Stadtbuslinie unterhält in unmittelbarer Einrichtungshöhe einen Ein-/Ausstieg mit günstigen Zeittakten. Auch über den Schienenweg besteht die Möglichkeit, Weißenburg anzusteuern. Unser Haus liegt unterhalb des Weißenburger Stadtwaldes in einer großzügigen, ruhigen Grünanlage, die von Gehwegen, gesäumt mit vielen Ruhebänken, erschlossen wird. Im Innenhof lädt ein mit dauerhaftem Sonnenschutz (Zeltdach) versehenes, helles Areal zu Verweilen ein. Weiterhin steht eine behindertengerechte Außenanlage an der Westseite zur Verfügung. Eingebettet in die Parkanlage ist die Einrichtung selbst mit einer Gesamtfläche von ca. 3300 qm.
Unser Haus ist aufgegliedert in zwei Wohnbereiche mit insgesamt 100 Plätzen, weiterhin ausgestattet mit einem großen Speisesaal sowie einer über das gesamte Haus gleichmäßig verteilten angemessenen Anzahl an Sozial- und Personalräumen. Von der großzügigen Eingangshalle aus, die mit ansprechendem Wohnmobiliar ausgestattet ist und an die sich rollstuhlgerechte Sanitärräume anschließen, können über ein Wegeleitsystem die Bewohnerräume erreicht werden. Ebenerdige Zugänge werden der Hanglage entsprechend über je einen südlich und nördlich gelegenen Eingangsbereich ermöglicht, die maximal zweigeschossigen Ebenen werden sowohl über Treppengänge als auch über geräumige Aufzüge erreicht. Alle Flure sind mit Handläufen klientelgerecht versehen
Der vor acht Jahren sanierte Bauteil (Wohngruppe A) bietet 14 Doppel- (zwischen 23 qm und 25 qm groß) und 18 Einzelzimmer (zwischen 15 qm und 22 qm groß), die teils mit innen-, teils mit außenliegenden großzügigen, behindertengerechten Sanitärzellen (WC, Dusche, Waschbecken) versehen sind. Alle nach Osten und Süden gewandte Zimmer verfügen über Terrasse oder Balkon. Auf beiden Etagen können Bäder genutzt werden, die mit Hubbadewannen und Lifterhilfen ausgestattet sind. Ein allgemeiner Bewohneraufenthaltsraum befindet sich im 1. Stock dieses Abschnittes.
Der vor 30 Jahren angegliederte Bauteil (Wohngruppe B) wurde von 2001 bis 2003 umgebaut, zusätzlich wurde aus Patzgründen ein Anbau realisiert. Dort können 54 Bewohner/innen in 36 Einzel- (zwischen 16,50 qm und 20,42 qm groß) und neun Doppelzimmern (zwischen 25,27 qm und 28,75 qm groß) betreut werden. In all diesen Räumen sind großzügige, behindertengerechte Sanitärzellen (WC, Dusche, Waschbecken) integriert. In den drei Etagen stehen möblierte, mit Küchenzeile und Wintergärten versehene Aufenthaltsräume zur Verfügung. Auch können Bäder genutzt werden, die mit Hubbadewannen und Lifterhilfen ausgestattet sind. Die Verglasung der Flure zur Ost- und Westseite ermöglicht zusätzlichen Aufenthalt mit freiem Blick und sorgt für natürliches Licht.
Zur Standardausstattung aller Bewohnerräume gehören je ein Pflegebett (in aller Regel manuell oder elektronisch voneinander unabhängig kopf-, fußteil-, höhenverstellbar), Tisch, Bestuhlung und Schrank. Einrichtungsseitig wird die Zimmerausstattung mit individuellem Eigenmobiliar gefördert bzw. unterstützt. In allen Zimmern werden Anschlüsse für TV, Radio und Telephon vorgehalten. Die Arbeitsorganisation des Pflegedienstes wird über insgesamt fünf Diensträume gesteuert, die sich zentral in den Wohnbereichen befinden. Weiterhin existieren für diese MitarbeiterInnen auf jedem Flur je ein Entsorgungs- und Versorgungsraum. Der hauswirtschaftliche Dienst kann ebenso auf allen Fluren über je einen Raum auf seine Arbeitsmittel zugreifen. In einem großen, möblierten Raum im Untergeschoss mit Zugang zum Garten findet unsere Tagesbetreuung inkl. eingestreuter Tagespflege nachhaltige Berücksichtigung. Personaltoiletten stehen über alle Stockwerke verteilt in ausreichender Anzahl zur Verfügung Integriert sind eine einrichtungsbetriebene Küche, Wäscherei und Haustechnik. Diese Abteilungen sind sowohl räumlich als auch hinsichtlich ihrer Ausstattung auf die Bedürfnisse unserer BewohneInnen zugeschnitten. Im Untergeschoss befindet sich die Wohnung des Hausmeisters. Ansonsten wird es zur Unterbringung von Stromaggregaten und Heizkesseln und zu Lagerzwecken genutzt.
Hausstruktur, Gemeinschaftsräume
Wohngruppe A
Wohngruppe B
Ausstattung Bewohnerräume,Arbeitsorganisation
Gruppenbetreuung UG,weitere Abteilungen Das Else und Heiner Stöhr Seniorenzentrum dient baulich, ausstattungs- und personalbezogen in erster Linie pflegebedürftigen, alters- psychisch veränderten Menschen und hilfebedürftigen älteren Personen. Da die Anzahl derer, die hauptsächlich an altersbedingter Verwirrtheit, Desorientiertheit und Vergesslichkeit leiden, in starkem Maße zunimmt, bieten wir diesen Personen eine spezielle, ganztägige Betreuungsform an.
Der Alltag bei uns soll auch diesen Menschen je nach persönlichen Gewohnheiten eine weitestgehend gleichwertige Lebensform zu ihrem ehemaligen Zuhause ermöglichen.
Da Erstkontakte zu uns meist über Angehörige oder Betreuer stattfinden und darüber wichtige Folgeinformationen zu erfahren sind, verstehen wir auch diesen wichtigen Personenkreis zu unseren Kunden gehörend.
Weiterhin messen wir dem Heimbeirat und den Heimfürsprecher/innen hinsichtlich ihrer Beraterfunktion eine hohe Bedeutung zur Optimierung unserer Dienste bei.
Unsere Kooperation mit externen Dienstleistern und Institutionen zielt auf die Erhaltung bzw. Steigerung der körperlichen und seelischen Gesundheit, die Lebensqualität und die Informiertheit unserer Bewohner/innen.
Weiterhin verfolgen wir damit wirtschaftliche, organisatorische und fachliche Ziele.
Hier im Detail unsere Kooperationspartner:
Ärzte, Apotheken, Krankengymnasten, Ergo- Therapeuten, Logo- Therapeuten, Fußpfleger/innen, Friseure/innen, ehrenamtlich Tätige, Bildungsanbieter, Betriebsarzt, Sicherheitskräfte, Altenpflegeschulen.
Pflege-, Krankenkassen; Med. Dienst der Krankenkassen (MDK); Heimaufsicht/-beratung, Betreuungsstelle, Gesundheitsamt und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Weißenburg- Gunzenhausen; Stadt Weißenburg; Bezirksregierung von Mittelfranken; Bezirke; Ministerien; Gewerbeaufsicht; Berufsgenossenschaften.
In um die Stadt Weißenburg sowie im Landkreis Weißenburg- Gunzenhausen überwiegen familienorientierte Sozialstrukturen. Deshalb werden ältere, pflegebedürftige oder alters- psychisch veränderte Menschen häufig von ihren Angehörigen selbst oder mit Unterstützung ambulanter Dienste zu Hause gepflegt und betreut. Die Pflegeintensität und das Durchschnittsalter (ca. 85 Jahre) unserer Heimbewohnerinnen und Heimbewohner bewegen sich auch aus diesen Gründen auf sehr hohem Niveau.
Um den beschriebenen Gegebenheiten gerecht zu werden, bieten wir Dienste zur vollstationären Versorgung sowie zur Kurzzeit- und Verhinderungspflege an. Es spricht für sich selbst, dass unser Klientel zum größten Teil aus der Stadt Weißenburg oder den zugehörigen Ortsteilen stammt. Doch finden auch Menschen aus dem übrigen Gebiet des Landkreises Weißenburg- Gunzenhausen zu uns. Wiederkehrend wünschen Personen überregionaler Herkunft unsere Betreuung und Pflege.
3. Unsere Grundsätze und Prinzipien
4. Leistungsangebot der Pflege
5. Organisation der Pflege
6. Unser Pflegepersonal
9. Besonderheiten der Einrichtung
Dieses Konzept verschafft
1. neuen Bewohner/innen sowie deren gesetzlichen Vertretern grundlegende Informationen über unsere Pflege
2. den Bewohner/innen und den Angehörigen einen Überblick über das Leistungsangebot
3. neuen Mitarbeiter/innen Informationen über ihren zukünftigen Arbeitsplatz
4. Mitarbeiter/innen Orientierungshilfen über das eigene Leistungsangebot und über die damit verbundenen Aufgaben.
Unsere Grundgedanken zum Pflegekonzept:
Unsere moderne und zeitgemäße Altenpflege setzt sich zum Ziel, die individuelle Lebensbegleitung pflegebedürftiger Menschen sicherzustellen. Die Altenpflege ist ein eigenständiger Beruf und selbstständiger Teil des Gesundheitsdienstes. Altenpflege als Beruf ist Lebenshilfe für die notwendige Dienstleistung an der Gesellschaft.
Im Zuge der Qualitätsentwicklung und -sicherung in unserer Einrichtung haben wir ein Pflegekonzept entwickelt, das von allen Beschäftigten in der Pflege getragen, umgesetzt und den Bedürfnissen unserer Bewohner/innen gerecht wird.
Diese QM- Anweisung gilt für alle Alten- und Pflegeeinrichtungen des AWO- Bezirksverbandes Ober- und Mittelfranken e.V.
3.1 Unsere Zielgruppe
Unser Angebot richtet sich an pflegebedürftige Menschen. Wir betreuen überwiegend ältere Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Einschränkungen.
3.2 Unser Pflegemodell
Unser Handeln orientiert sich an dem Pflegemodell von Frau Professorin Monika Krohwinkel. Ein Modell stellt eine theoretische Grundlage für das tägliche praktische Handeln dar. Unser Modell orientiert sich an den AEDL´s (Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens). Die einzelnen Bereiches dieses Modells werden unter Punkt 7 erklärt.
Entscheidungsgründe für das oben aufgeführte Modell:
- es lässt eine aktive und fördernde Rolle bei den Bewohner/innen gegenüber zu
- es fordert und fördert eine ganzheitliche Sichtweise
- die Lebensqualität unserer Bewohner/innen wird erhöht
3.3 Unser Pflegeleitbild
Das Pflegeleitbild gibt allen Pflegemitarbeiter/innen verbindliche Hinweise auf die Vorgaben des Hauses. An den sieben Leitsätzen und deren zugehörigen Aussagen orientiert sich unsere tägliche Praxis. Wir verpflichten uns, dieses Leitbild umzusetzen. a) Hilfe bei der Körperpflege
Der Umfang der Pflege ergibt sich aus der jeweiligen Zuordnung zu einer Pflegestufe aufgrund der Einstufung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen.
Die Leistungen bestehen je nach Erfordernis des Einzelfalles in der Unterstützung, der teilweisen oder vollständigen Übernahme von Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens, der Beaufsichtigung oder der Anleitung mit dem Ziel der eigenständigen Übernahme der Verrichtung des täglichen Lebens.
das Waschen, Duschen und Baden
das Schneiden der Fingernägel und der Zehennägel, soweit nicht medizinische Fußpflege erforderlich ist
das Haarewaschen und -trocknen
die Zahnpflege mit Prothesenversorgung, Mundhygiene
das Kämmen und Herrichten der Tagesfrisur
das Rasieren, einschließlich Gesichtspflege
die Darm- und Blasenentleerung ggf. mit Urinalversorgung
die Pflege bei der physiologischen Blasen- und Darmentleerung
das Kontinenztraining
Reinigung und Versorgung eines Anus praeter
Das Teilwaschen mit Hautpflege und ggf. Wechsel der Wäsche
Die erforderlichen Prophylaxen entsprechend der Pflegeplanung
die mundgerechte Zubereitung der Nahrung
die Unterstützung bei der Aufnahme von Nahrung und Getränken, inkl. aller vorbereitenden Maßnahmen
Beratung bei Problemen mit der Nahrungsaufnahme, inkl. Förderung des Einsatzes von speziellen Hilfsmitteln und Anleitung zu ihrem Gebrauch
Herrichten und Verabreichen von Sondennahrung
Die Mobilität umfasst:
das Aufstehen und Zubettgehen
das Betten und Lagern
das Gehen, Stehen, Treppensteigen
das Organisieren und Planen von Verrichtungen außerhalb der Einrichtung, die für die Aufrechterhaltung der Lebensführung notwendig sind und das persönliche Erscheinen der/des Hilfebedürftigen erfordern
Ermunterung und Hilfestellung bei bettlägerigen oder auf den Rollstuhl angewiesenen Bewohnerinnen / Bewohnern, aufzustehen, sich zu bewegen und am Gemeinschaftsleben in der Einrichtung teilzunehmen.
Diese Hilfen ergänzen die Hilfen des sozialen Umfeldes und umfassen:
Hilfen bei der Orientierung zur Zeit, zum Ort und zur Person
Hilfen bei der Gestaltung des persönlichen Alltags und einem Leben in der Gemeinschaft
Unterstützung bei der Erledigung persönlicher Angelegenheiten
Beratung und Erhebung der Sozialanamnese zur Vorbereitung des Einzugs
Kontakte zur Angehörigen und gesetzlichen Betreuerinnen oder Betreuern
Anleitung zum strukturierten Tagesablauf
Maßnahmen zur Förderung der Selbsthilfe und Selbstständigkeit
Die Leistungen der medizinischen Behandlungspflege werden durch entsprechend qualifizierte Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter im Rahmen der ärztlichen Behandlung und nach Maßgabe der ärztlichen Anordnung erbracht, soweit sie nicht von der behandelnden Ärztin / dem behandelnden Arzt selbst durchgeführt werden. -
Die Behandlungspflege umfasst:
Verbandswechsel, Wundversorgung
Puls-, Temperatur- und Gewichtskontrolle
subkutan Injektionen
Katheterisierung bzw. Einlegen eines Verweilkatheters
Einlauf / Darmentleerung
Medikamentenanforderung, -herrichten, -verabreichung und -überwachung
Wir vermitteln entsprechend den Erfordernissen der Pflegeplanung bzw. nach ärztlicher Anordnung folgende Therapieleistungen:
Medizinische Fußpflege / Podologie Die Leistungen der Pflege werden nach dem allgemeinen Stand der pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse erbracht. Diese werden dokumentiert.
b) Hilfen bei der Ernährung
c) Hilfen zur Mobilität
d) Hilfen bei der persönlichen Lebensführung
f) MedizinischeBehandlungspflege
g) Vermittlung therapeutischer Leistungen
Priorität unserer Arbeit ist das Wohlbefinden der Bewohner/innen in seiner Wohnumgebung und der Gesamteinrichtung. Hierzu gehören hinsichtlich der Bedürfnisorientierung und der Arbeitsorganisation überschaubare Pflegeteams.
Unser Haus gliedert sich deshalb in die Wohnbereiche A und B, welche sich wiederum in einzelne Arbeitsbereiche unterteilen. Zum Wohnbereich A gehören die Arbeitsbereiche 1, 2, 3 im Parterre und 5, 6, 7 in der ersten Etage mit jeweils 23 Bewohner/innen.
Der Wohnbereich B gliedert sich in die Arbeitsbereiche 4 (Parterre), 8 ( erste Etage) und 9 (zweite Etage). Dort leben jeweils 18 Bewohner/innen.
Für die alltägliche Begleitung der älteren Menschen stehen Pflegehelfer/innen und Pflegefachkräfte zur Verfügung. Die Anzahl der anwesenden Mitarbeiter/innen pro Arbeitsbereich ist abhängig von den jeweiligen Pflegestufen unserer Bewohner/innen.
Jeder Mitarbeiter/in trägt die Verantwortung für eine vorgegebene Gruppe pflegebedürftiger Bewohner/innen. Unsere Mitarbeiter/innen organisieren ihre Begleitung bewohnerorientiert und gehen auf individuelle Wünsche ein.
Die Pflegefachkräfte sind für die Organisation des gesamten Arbeitsbereiches und für die medizinische Versorgung zuständig.
Für jeden Wohnbereich wird von der jeweiligen Wohnbereichsleitung ein Dienstplan erstellt. Um Beziehungen zwischen Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen zu fördern wird darauf geachtet, die Mitarbeiter/innen möglichst lange auf einem Arbeitsbereich einzuteilen.
Diese Form der Betreuung gewährleistet Individualität, Kontinuität und Effizienz in der Versorgung unserer Bewohner/innen.
Der Betrieb eines Heimes erfordert u. a. dass die Betreuung der pflegebedürftigen Heimbewohner/innen in angemessener Weise sicher gestellt wird. Deswegen ist die Zahl der Beschäftigten und ihre persönliche und fachliche Eignung in verschiedenen Gesetzen festgeschrieben. Eine verantwortliche leitende Pflegefachkraft (=Pflegedienstleitung) leitet den gesamten Pflegebereich.
Unter Dokumentation wird die systematische, kontinuierliche und schriftliche Erfassung und Auswertung von pflegerelevanten Daten verstanden.Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesamtleistung und ein wichtiges Mittel der fachlichen Information und Kommunikation innerhalb unserer Pflege. Außerdem dient Sie auch zur Beweiserhebung im Rechtsverkehr im Rahmen der durchgeführten Maßnahmen. Ferner spiegelt unsere Dokumentation den Pflegeverlauf wieder.
Um den Informationsfluss zwischen Mitarbeiter/innen und den einzelnen Dienstschichten sicher zu stellen, finden mündliche Übergaben anhand der Dokumentation statt.
Für jeden/e Bewohner/in wird eine Pflegeplanung angelegt. Eine Pflegeplanung ermöglicht eine individuelle, zielgerichtete, überprüfbare und schriftlich geplante Pflege, welche die vorhandenen Fähigkeiten, die Bedürfnisse und Probleme unserer Bewohner/innen mit einbezieht sowie gemeinsam Pflegeziele und -maßnahmen festlegt.
Die Pflegevisite ist ein direktes Instrument zur Überprüfung der individuellen Pflegequalität. In der Praxis bedeutet dies, dass die Bewohner/innen von der Wohnbereichsleitung oder der Pflegedienstleitung besucht werden. Diese befragt die Bewohner/innen zu deren Zufriedenheit und prüft mit Unterstützung von Checklisten und der Pflegedokumentation die Qualität der geleisteten Arbeit. Die Ergebnisse werden entsprechend ausgewertet und bei Bedarf Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet.
Bei uns findet ein gut vorbereiteter und begleitender Heimeinzug statt.
Jeder/e Heimbewohner/in bekommt einen festen Ansprechpartner aus der Pflege.
Wir berücksichtigen individuelle Eingewöhnungsphasen der Bewohner/innen.
Im Rahmen der Eingewöhnungsphase erhalten neue Bewohner/innen Informationen zu den Räumlichkeiten, Veranstaltungen und Tagesablauf. In Zusammenarbeit mit anderen Bereichen wurde ein Konzept zum "Heimeinzug" entwickelt.
Wir haben eigene und festgelegte Standards, die als Handlungsanweisungen für bestimmte pflegerische Tätigkeiten gelten.
Diese sind den aktuellen Erkenntnissen der Altenpflege angepasst und dienen unseren Mitarbeiter/innen als Vorgabe für Ihr pflegerisches Handeln.
PflegeplanungPflegeprozess
Wir nehmen auf die gewohnte Alltagswelt unserer Bewohner/innen Rücksicht.
Wir achten die persönlichen Sphäre, indem wir einen würdevollen Umgang pflegen.
Wir nehmen Ängste und Sorgen unserer Bewohner/innen ernst und richten unser Handeln danach aus. Durch Transparenz, Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit schaffen wir eine vertrauensvolle Atmosphäre und geben unseren Bewohner/innen dadurch ein Gefühl der Sicherheit. Wir schützen unsere Bewohner/innen, indem wir möglichen Bedrohungen vorbeugen (wie z.B. Sturzgefahr), über Hilfsmittel beraten und bei der Auswahl und Beschaffung behilflich sind.
Zum Schutz unserer Bewohner/innen gehört auch hygienisch einwandfreies Arbeiten. Wir sehen die Schaffung einer sicheren Umgebung als primären Auftrag der stationären Pflege.
Wir fördern und erhalten die vitalen Funktionen unserer Bewohner/innen durch individuell geplante Prophylaxen und Maßnahmen.
Wir gewährleisten atemunterstützende Maßnahmen, Vitalwertkontrollen, physikalische Maßnahmen und Medikamenteneingabe, sowie Notfallversorgung. Störungen der Vitalfunktionen (wie z.B. Störungen der Atemfunktion oder des Kreislaufsystems) lösen existentielle Ängste aus, die wir bei unserem Umgang berücksichtigen.
Wir gehen im Rahmen unserer Möglichkeiten auf den persönlichen Schlafrhythmus unserer Bewohner/innen ein. Wir sorgen für Ruhe und Privatheit, indem wir unnötige Störungen vermeiden. Wir beachten gewohnte Rituale beim zu Bett gehen und Erwachen und orientieren uns bei der Ausübung pflegerischer Tätigkeiten an den persönlichen Bedürfnissen. Dazu gehört auch die Tageseinteilung durch eine physiologisch sinnvolle Gestaltung von Belastungs- und Entspannungsphasen, sowie der Umgang mit Schlafstörungen. Wir berücksichtigen die Eigenverantwortung unserer Bewohner/innen für Ihre Lebensgestaltung. Wir fördern, persönliche Fähigkeiten zu erkennen, zu stärken oder zu entwickeln, indem wir an alte Gewohnheiten anknüpfen, Angebote machen und Erfolgserlebnisse vermitteln. Wir führen Freizeitangebote durch und fördern und unterstützen die Teilnahme von Bewohner/innen.
Wir bieten unseren Bewohner/innen altersgerechte, abwechslungsreiche Verpflegung an, wobei wir auf deren Mitbestimmung durch Auswahlmöglichkeiten achten. Wir sorgen für physiologisch angemessene Verteilung der Mahlzeiten, sowie deren bedürfnisgerechte Zubereitung und Darreichung und gestalten Essenszeiten flexibel entsprechend den individuellen Eßgewohnheiten.
Wir sichern die adäquate Aufnahme von Flüssigkeit.
Wir beachten die Intimsphäre unserer Bewohner/innen. Wir geben Hilfen bei der Bewältigung individueller Inkontinenzprobleme und wirken aktiv durch Training und pflegerische Maßnahmen, um Kontinenz und Selbständigkeit wieder zu erreichen oder zu erhalten.
Wir fördern und unterstützen die individuellen Gewohnheiten der Körperpflege unserer Bewohner/innen, wobei wir deren Intimsphäre wahren. Bei der Grundpflege entsteht ein intensiver zwischenmenschlicher Kontakt, bei dem wir unsere Zeit und Aufmerksamkeit dem Einzelnen widmen, ihn aktiv einbeziehen und wichtige Beobachtungen zum psychischen und physischen Zustand machen. Wir vermitteln Termine zur Fußpflege und zum Friseur.
Wir verstehen Kleidung als individuelle Ausdrucksmöglichkeit und fördern individuelle Wünsche bei der persönlichen Auswahl der Tages- und Nachtkleidung. Wir verstehen den Kleidungswechsel als wichtige Orientierungshilfe im Tagesrhythmus.
Wir achten auf situationsangemessene Kleidung. Erhalt der körperlichen Mobilität, Unterstützung beim Gehen
barrierefreies Bewegen ermöglichen
Hilfe beim Sitzen lagern
Beschaffen von Hilfsmitteln Beraten
Bewegungsangebote Beratung und Vermittlung von Krankengymnastik
Pflegeabläufe aktivierend gestalten, Transfersituationen
Grundpflege nutzen
unterschiedliche Erlebniswelten gestalten und so zum Ortswechsel animieren.
Wir bieten unseren Bewohner/innen durch ein wohnlich förderndes Ambiente Orte zum Leben und zur Begegnung an und schaffen die Möglichkeit mit Tieren zu leben. Zur Erhaltung der geistigen Mobilität schaffen wir Orientierungshilfen zu Situation, Ort, Zeit und Person, fördern und vermitteln Gespräche und Beziehungen und unterstützen bei der Kommunikation.
Wir beraten und unterstützen bei der Beschaffung von Hilfsmitteln ( Hörgeräte, Prothesen, Brillen) und vermitteln weiterführende Therapieangebote (Logopädie).
Wir geben Hilfe beim Umgang mit Medien ( Fernseher, Radio, Zeitung etc.).
Wir unterstützen die Entfaltung der Persönlichkeit unserer Bewohner/innen unter Berücksichtigung körperlicher, psychischer, sozialer, kultureller, biographischer, politischer und ethischer Aspekte.
Wir berücksichtigen ihre Wünsche, Erfahrungen und persönlichen Gewohnheiten und achten ihre Intim- und Privatsphäre. Wir ermutigen unsere Bewohner/innen, Rechte und Verantwortung wahrzunehmen, indem wir Wege und Möglichkeiten dazu aufzeigen.
Wir unterstützen die Weiterführung des Familienlebens innerhalb und außerhalb der Einrichtung. Wir sind uns der großen Bedeutung von Freunden und Familie für das persönliche Wohlbefinden bewusst und versuchen daher Angehörige in den Pflegeprozess mit einzubeziehen. Wir fördern die Anbindung an das kulturelle und soziale Leben in der Gemeinde.
Wir sehen unsere Aufgabe nicht nur darin unsere Bewohner/innen im physischen Sinne zu versorgen, sondern gerade auch in psychischer Hinsicht Unterstützung und Begleitung anzubieten. Wir achten in allen Lebensbereichen darauf, eine Atmosphäre des Vertrauens und der Geborgenheit zu schaffen.
Wir achten darauf, unseren Bewohner/innen Lebensperspektiven und damit auch Zuversicht und eine positive Lebenshaltung vermitteln zu können, ohne ihnen dabei den Raum für "negative" Gefühle wie Angst, Trauer, Wut, Einsamkeit und Enttäuschung zu nehmen. Wir machen Angebote zur Krisenbewältigung, und gehen auf die psychische Situation unserer Bewohner/innen und deren Angehörigen ein.
Wir begleiten unsere Heimbewohner/innen würdevoll in der letzten Lebensphase und vermitteln nach individueller geistiger Haltung seelsorgerischen Beistand.
Die Aktivitäten und existenziellen Erfahrungen des Lebens = unser Pflegemodell und ihre Bedeutung für unsere Praxis Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen
Neben der körperlichen Versorgung sind auch die geistige und seelische Betreuung der Bewohner/innen ein wichtiger Bestandteil unseres pflegerischen Handelns.
Deshalb bieten wir in Zusammenarbeit mit Pflegekräften und Sozialpädagogen/innen eine Tagesbetreuung für alle Heimbewohner/innen, speziell jedoch für gerontopsychiatrisch veränderte Heimbewohner/innen an. Für dieses Angebot stehen eigens dafür eingerichtete Räume zur Verfügung. Das Ziel ist die Erhaltung und Förderung der individuellen Lebensqualität des Einzelnen. Grundlage unseres Handelns ist die jeweilige Biografie, die vorhanden Fähigkeiten und die persönlichen Wünsche unserer Bewohner/innen.
Innerhalb der Tagesbetreuung werden Aktivitäten wie Singen, Basteln, Handarbeiten, Kochen und Backen und vieles mehr angeboten. Ein gemeinsam festgelegter Wochenplan dient als Rahmen und gibt allen Beteiligten Sicherheit. Entscheidend hierfür sind die Wünsche der BewohnerInnen.
Siehe hierzu auch unser Konzept zur Tagesbetreuung geronto-psychiatrisch veränderter Bewohner/innen.
Konzept eines segregativenWohnbereiches für Menschenmit Demenz
Das Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt in Weißenburg ist eine integrative Einrichtung mit 100 Bewohner/innen.Der Anteil an dementiell erkrankten Menschen liegt bei ca. 60 %, mit steigender Tendenz.
respektierende,akzeptierende und wertschätzende Betreuung für Menschen mit herausfordernden Verhalten.
vollständiger Abbau von Psychopharmaka, insbesondere Neuroleptika, bzw. eine deutliche Absenkung.
keine Nahrungsaufnahme durch Magensonde (PEG), sondern orale Nahrungszufuhr
Haltung eines konstanten Gewichtes und Body-Mass-Indexes durch hochkalorische Unterstützungskost
Dieses Konzept richtet sich an ältere Menschen mit einer Alzheimerdemenz, Multiinfarktdemenz oder Mischformen, welche aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen nicht länger im häuslichen Umfeld leben bzw. betreut werden können. Da vorerst nur ein segregativer Wohnbereich vorgesehen ist, kann eine Unterscheidung der Demenzstadien nicht berücksichtigt werden. Ausgeschlossen werden für diesen Wohnbereich Bewohner/innen mit frontotemporaler Demenz (Morbus Pick), Morbus Korsakow und Corea Huntington. Ein weiterer Schwerpunkt wird in der Betreuung von dementiell erkrankten Menschen liegen, die als schwer betreubar gelten. Als Gründe hierfür werden u.a. häufig folgende Verhaltensstörungen benannt: Weglauftendenz, nächtliche Verwirrtheit, Schreien, Nesteln, Suche nach dem Zimmer usw.
Das Betreuungskonzept für die Pflege und Begleitung der auf diesem Wohnbereich lebenden Menschen ist wesentlich mit der Haltung der Mitarbeiter/innen gegenüber den Bewohner/innen verbunden. Aus unserer Sicht sollte diese Haltung u.a. geprägt sein durch eine annehmende, akzeptierende und wertschätzende Haltung. Für diese drei Begriffe steht der Ansatz der Integrativen Validation (IVA), welcher eine wesentliche Arbeitsgrundlage zur Unterstützung unseres Konzeptes bildet. Als weitere mitarbeiterbezogene Anforderung können benannt werden: Empathiefähigkeit, Respekt, Neugierde und Flexibilität sowie eine reflektierende Grundhaltung.
Alle Mitarbeiter/innen in der Pflege werden grundsätzlich in der Anwendung der IVA sowie der Basalen Stimulation geschult, um ein einheitliches Grundverständnis in der Pflege und Betreuung aufzubauen.
1.2 Geplante Effekte
1.3 Personenkreis für den Wohnbereich
Die Betreuungsphilosophie wird geprägt durch das Normalitätsprinzip. Auf diesen konzeptionellen Ansatz werden alle Mitarbeiter/innen dieses Wohnbereiches angehalten. Von Beginn an versuchen wir somit, jede/n Mitarbeiter/in auf eine bewohnerorientierte Grundeinstellung und somit Arbeitshaltung einzustimmen.
Normalisierung als Leitvorstellung für das soziale, pädagogische und pflegerische Handeln besagt: Menschen mit geistigen oder körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen, sollen ein Leben führen können, das dem ihren nicht behinderten Mitbürger/innen entspricht. Kurz: ein Leben so normal wie möglich! Das Normalitätsprinzip ist ein ganzheitlich orientierter Versorgungsansatz, der die Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Pflegetheorien in sich vereint. Zu nennen sind hier folgende Grundlagen unserer Arbeit:
Bewohnerorientierung, Individualität: Im Zentrum steht die Betreuung, die der einzelne Mensch benötigt.
Ganzheitlichkeit: Unsere Pflege und Betreuung beachtet alle Lebensbezüge, das heißt Körper, Psyche und soziales Umfeld.
Planung: Eine nicht geplante Pflege lässt sich nicht einheitlich umsetzen. Fallbesprechungen und Pflegeplanung sind Basis der Arbeit.
Professionalität: Eine gute Betreuungsqualität benötigt Fachwissen und beständige Angebote zur Weiterqualifizierung.
Alltagsorientierung Die Bewohner/innen können ein Leben so normal wie möglich führen. Für die Mitarbeiter/innen bedeutet dies, bewohnerorientierte Dienstplangestaltung und flexible Leistungserbringung (nicht alle müssen um 8.00 Uhr grundpflegerisch versorgt sein). Partizipation „Mache alle Betroffenen zu Beteiligten!“ Das heißt Einbeziehung der Bewohner/innen in alle sie betreffenden Entscheidungen (Ressourcen: Gefühle, Antriebe, Rhythmen, Rituale). Dezentralisierung Angebot von Kleingruppen in einer dementen gerechten Lebenswelt. Entwicklungsorientierung Förderung und Erhalt vorhandener Ressourcen. Fordern, aber nicht überfordern.
Sprechen wir über Normalität in der Dementenbetreuung, dann sprechen wir in erster Linie über Normalität und Wirklichkeitssicht, welche die Bewohner/innen empfinden.
Es zählt die Erlebniswelt des Betreuten, nicht die des Betreuers!
Grundlage einer angemessenen, effektiven Versorgung dementiell erkrankter Menschen ist die ganzheitliche, aktivierende und respektierende Pflege, die individuell alle wichtigen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Gegebenheiten des Bewohners berücksichtigt.
Angestrebt wird über diesen Grundsatz eine aktivierende Pflege und Betreuung, die den Pflegebedürftigen mobilisieren soll, das zu tun, was ihm möglich ist, was er will und was ihm Erfolg verspricht. Seine Selbsthilfekräfte sollen mobilisiert und soweit wie möglich stabilisiert werden, so dass ein Abbau von fremder Hilfe auf ein Minimum erfolgen kann. Aktivierende Pflege muss sich somit auch als Integrationshilfe begreifen. Die Persönlichkeit des einzelnen Bewohners, seine Werte, Ziele und Entscheidungen sind ernst zu nehmen.
Für die segregative Betreuung müssen die Mitarbeiter/innen eine Beziehung zu den Bewohner/innen aufbauen. Dies schafft Vertrauen und Sicherheit für die Bewohner/innen, aber auch für die Mitarbeiter/innen. Das Verhalten der Pflegenden bestimmt das Verhalten der Bewohner/innen. Zur Umsetzung der Beziehungspflege werden folgende Kriterien festgelegt:
Der/die aufnehmende Mitarbeiter/in ist für den Bewohner zuständig. Nach spätestens einer Woche wird im Team die ständige Bezugspflegeperson für diesen Bewohner festgelegt. Dies können sowohl Pflegefachkräfte, als auch Pflegehilfskräfte sein. Die Bezugspflegepersonen sind hauptsächlich Ansprechpartner für Bewohner/innen und Angehörige. Jede/r Mitarbeiter/in trägt Verantwortung für die Inhalte der Pflegedokumentation und Pflegeplanung seiner Bezugspersonen. Die Pflegehilfskräfte haben hierbei eine beratende Funktion und informieren die zuständige Pflegefachkraft. Beziehungspflege schließt Biographiearbeit ein.
2.1 Normalisierungsansatz in der Praxis
2.2 Zielsetzung der Versorgung 2.3 Betreuung über Beziehungspflege
Nach wie vor wird diskutiert, ob dementiell erkrankte Bewohner/innen mit nicht verwirrten Menschen (integrativ), oder in einem eigenen Wohnbereich (segregativ) betreut werden sollen. Dabei steht aus unserer Sicht zu häufig die Frage im Mittelpunkt der Betrachtung, ob ein integratives Betreuungskonzept den orientierten Mitbewohner/innen zugemutet werden kann. Die Frage, welche Auswirkungen eine gemeinsame Betreuung für die Dementen hat, wird nur selten gestellt. Wir haben uns für einen segregativen Wohnbereich zur Betreuung unserer dementen Heimbewohner/innen aus folgenden Gründen entschlossen: Das Verständnis und die Toleranz nicht verwirrter Bewohner/innen reicht oftmals für eine gemeinsame (integrative) Betreuung nicht aus. Beispiele dafür: Aufregung und Aggression, weil häufig das falsche Zimmer betreten wird; Anziehen falscher Kleidung; Einnahme des Essens von Anderen; Umkehr des Tag/- Nachtrhythmus; Verletzung der Privatsphäre usw.
Mitarbeiter/innen können sich intensiv und zielgerichtet auf die Betreuung der Dementen konzentrieren, sich darauf einlassen. Sie erhalten eine größere Verhaltenssicherheit hinsichtlich der Betreuungsabläufe und der Zielsetzung. Fortbildungen zur Verbesserung der Betreuungsqualität können bedarfsorientiert erfolgen. Verminderung der Reibungsverluste, die durch die Schlichtung von Streit und Aufregung entstehen, welche Verwirrte durch ihre Verhaltensweisen verursachen. Die Mitarbeiter/innen werden von dem Druck entlastet, das Verhalten der verwirrten Bewohner/innen erklären zu müssen. Bei einer heterogenen Bewohnergruppe kann das Personal weder körperlich schwerstpflegebedürftigen Menschen (bettlägerig), noch “Wanderern“ ausreichend gerecht werden. Demente bedürfen einem auf sie speziell abgestimmten Milieu, welches nicht unbedingt den Wünschen und Bedürfnissen von nicht verwirrten Bewohner/innen entspricht.
Durch den Demenzprozess kommt es zu Gedächtnisstörungen. Die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens werden zu einem Problem, bzw. gehen im weiteren Krankheitsverlauf verloren. Zu nennen wären u.a. die zeitliche, die räumliche und die dann stetig zunehmend situative und personenbezogene Orientierung.
Der Betoffene verliert mehr und mehr den Bezug zu dem, was wir als Realität wahrnehmen. Um mit dem Verwirrten umgehen zu können, um seine gesundheitlichen Störungen durch geeignete therapeutische Maßnahmen zu lindern, bzw. um die Entwicklung solcher Störungen und Abbauprozesse durch geeignete Aktivierung zu verzögern, bedarf es einiger Voraussetzungen und Rahmenbedingungen.
Grundsätzlich gilt: der Tagesablauf auf diesem Wohnbereich sollte prinzipiell so weiter gelebt werden können, wie es den Gewohnheiten des alten Menschen entspricht. Das heißt, es sollen zu den altersbedingten Einschränkungen keine zusätzlichen institutionellen Einschränkungen hinzukommen.
Das bedeutet, dass wir die Bewohner/innen weitgehend in die alltäglichen Abläufe einbinden, um einen normalen, an die Führung eines selbständigen Haushaltes angepassten Lebensalltag zu erhalten. Für die Mitarbeiter/innen bedeutet dies, möglichst vielgestaltige Alltagssituationen zu strukturieren.
Durch die Einbeziehung z.B. in hauswirtschaftliche Abläufe werden Erinnerungen wach gerufen und noch vorhandene, aber verschüttete Fähigkeiten aktiviert. Hierzu gehört u.a. die gemeinsame Zubereitung und Einnahme der Mahlzeiten. Die aktive Mitwirkung an der Gestaltung der Mahlzeiten ist gelebte Selbstbestimmung im Heimalltag. Hierzu ist auf dem Wohnbereich eine Wohnküche eingerichtet. Wir sorgen dafür, dass unsere Bewohner/innen ihre Mahlzeiten zu ihren gewohnten Zeiten einnehmen können.
So können alltägliche Aufgaben wie Essensvorbereitung, Kochen, Tischdecken, Essen, Spülen, Staubwischen, das Zusammenlegen von Wäsche etc. den Tagesablauf strukturieren. Über die aktive Beteiligung an der Alltagsgestaltung erhalten insbesondere demente Bewohner/innen wichtige Sinneseindrücke, die Erinnerungen wecken können, wie z.B. die bekannten Geräusche und Gerüche in der Küche, das Weinen beim Zwiebelschneiden, das Anfühlen und Riechen frischer Wäsche, der Lieblingsschlager, der gerade gesungen wird usw.
Grundsätzlich gilt: der Bewohner kann sich auf die angebotenen Aktivitäten einlassen, muss dies jedoch nicht. Niemand wird auf die Realität orientiert. Die Wirklichkeitssicht des Bewohners ist zu akzeptieren.
Im täglichen Umgang mit Bewohner/innen, die an einer leichten bis mittleren Demenz leiden, wird ein gefühlsorientiertes Realitäts- Orientierungs- Training (ROT) als Umgangsform angewandt.
Im fortgeschrittenen Stadium der Demenz erfolgt der schleichende Übergang zur Anwendung der Integrativen Validation (IVA).
Dies wird von Beginn an über umfassende innerbetriebliche Fortbildungen (Workshops zum Thema IVA nach Richard) als „validierende Umgangsweise“ etabliert werden. Ein realitätsorientierter Therapieansatz führt erfahrungsgemäß zu einer Überforderung der Betroffenen mit einer fortgeschrittenen Demenz. Die Folgen sind Verwirrung bzw. eine verstärkte Verunsicherung des Betroffenen, wie auch Enttäuschung und Verzweiflung, weil dem Verwirrten deutlich seine nachlassenden Fähigkeiten vor Augen geführt werden.
Integrative Validation ist eine emotionale Zugehensweise und Kommunikationstechnik. Der Kontakt wird nicht mehr über die Gegenwartsebene aufgebaut, sondern die Mitarbeiter/innen versuchen, sich auf die Erlebnisebene und Sichtweise des Bewohners einzulassen. Die Validation verzichtet völlig auf Fragetechniken und Realitätsorientierung. Die Demenzkranken werden nicht mit dem Inhalt ihrer Aussagen konfrontiert. Insofern lässt sich die validierende Arbeitsweise auch mit „annehmen, wertschätzen und akzeptieren“ der Zeit- und Erlebnisebene des Verwirrten umschreiben. Es geht um einen Prozess des Begleitens und nicht des Korrigierens.
IVA erklärt die Gefühle und Antriebe des Dementen für gültig und richtungsweisend. Hierdurch gelingt es, Vertrauen und Verständnis aufzubauen. IVA bedeutet aber nicht nur einen verbalen Umgang mit den Betroffenen. Als Hilfestellung dienen auch die Kenntnisse über die Lebensgeschichte (Biographie), Symbole, Rhythmen und Rituale.
Vereinfacht bedeutet dies für uns, dass es bei der Integration der validierenden Arbeit in unser Betreuungskonzept, um die Verankerung einer grundsätzlichen Haltung dem verwirrten Menschen gegenüber, sowie um konkrete Umgehensweise geht.
Wesentlich für das Verständnis von verwirrtem Verhalten, bzw. eine Begleitung in die Erlebniswelt des Verwirrten, sind Informationen über den/die Bewohner/in. Deshalb stellt die Biographiearbeit einen wesentlichen Bestandteil unserer Arbeit dar. Bereits vor dem Einzug des/r Bewohners/in wird von den Angehörigen/Betreuern usw. ein möglichst ausführlicher Lebenslauf erstellt. Nur aus der individuellen Lebensgeschichte können wir Verhaltensweisen, Wertvorstellungen, Vorlieben und Empfindlichkeiten des/r Bewohners/in erkennen. Das Wissen um bestimmte Vorlieben und Rituale ist hilfreich, um Bedürfnissignale zu entschlüsseln, noch vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen zu fördern und den Dementen zu verstehen. Im erweiterten Sinne gehört zur Biographiearbeit auch die Gestaltung des privaten Wohnumfeldes der Bewohner/innen. So legen wir sehr großen Wert auf das Anbringen von Bildern in den Bewohnerzimmern, welche die Lebensgeschichte des Bewohners wiedergeben. Die Mitarbeiter/innen sehen dadurch den/die Bewohner/in in seinen jeweiligen Lebensphasen. Sie erhalten hierbei viele Gesprächsansätze und können somit leichter die gewünschte Beziehung zu den Bewohnern/innen aufbauen.
Die Biographie erweitert sich beständig durch neue Erfahrungen und hat somit Prozesscharakter.
Menschen erleben ihre Umgebung auf Dauer nur, wenn die körperlichen Sinne wechselnd angeregt werden. Eintönige, gleichförmige Reize nimmt man nach einiger Zeit nicht mehr war. Dies gilt für Schmerz und Temperatur ebenso, wie für das Tasten, Riechen und Sehen.
Wer an Reizen verarmt, blendet über kurz oder lang die äußere Realität aus und verliert die Orientierung. Bei vielen Demenzkranken kommt hinzu, dass sie aufgrund altersbedingter Hör- und Sehbeeinträchtigungen viele Sinnesreize ohnehin nur noch schlecht wahrnehmen. Um einen Rückzug der Bewohner/innen zu vermeiden bieten wir die Basale Stimulation sowie das Snoezelen an.
Basale Stimulation (von lat. Basal = grundlegend und stimulatio = Anreiz, Anregung) Ist ein Konzept zur Persönlichkeitsförderung wahrnehmungsbeeinträchtigter Menschen. Es ist ein Angebot zur Herausbildung einer individuellen non-verbalen Mitteilungsform bei Menschen, deren Eigenaktivität und Fähigkeit zur Wahrnehmung und Kommunikation erheblich eingeschränkt ist. Mit einfachsten Mitteln wird dabei versucht, den Kontakt zu diesen Menschen aufzunehmen, um ihnen den Zugang zu ihrer Umgebung und ihren Mitmenschen zu ermöglichen und Lebensqualität zu erleben. Angesprochen werden hierbei das Spüren des eigenen Körpers (Haut als Kontaktstelle zur Außenwelt), die Empfindung der eigenen Lage im Raum (Koordination) und das Kennenlernen des eigenen Inneren (z. B. der Muskulatur), sowie die fünf Sinne wie Hören, Sehen, Schmecken, Fühlen und Riechen.
Jede Eigentätigkeit des/r Bewohners/in, die dabei möglich ist, wird unterstützt. Die Basale Stimulation darf nicht aufgezwungen werden. Stattdessen muss auf die aktuelle Befindlichkeit des/r Bewohner/in Rücksicht genommen und das Angebot daran angepasst werden. Eine Überstimulierung muss vermieden werden.
Mobile, verhaltensauffällige Demenzkranke besitzen einen hohen Bewegungsdrang. Dieser dient u.a. dem Abbau innerer Spannungen und darf so wenig wie möglich eingeschränkt werden. Daher ist der Wohnbereich mit ausreichend barrierefreien Laufflächen ausgestattet. Die Flure bzw. Wege sind breit genug, um Spannungen zu vermeiden, die auftreten können, wenn sich mehrere Bewohner/innen begegnen.
Die Wohn-/ Raumstruktur der Wohngruppe ermöglicht ein großes Ausmaß an Autonomie. Sie gibt Gelegenheit zu sozialen Kontakten, bietet Raum für Gruppen- und Eigenbeschäftigung und die Möglichkeit zum Rückzug.
Die Gestaltung der Wohn- und Gemeinschaftsräume hat für die Identifikation und Orientierung der Bewohner/innen eine große Bedeutung. Daher ist ein wichtiges Grundprinzip in der Raumgestaltung die Anpassung des Wohnumfeldes an die Betreuten. Es zählt die Wirklichkeitssicht der dementiell erkrankten Bewohner/innen, nicht die subjektive Sicht oder der persönliche Geschmack der Mitarbeiter/innen (dementengerechte Lebenswelt).
Das Mobiliar auf diesem Wohnbereich besteht zu einem großen Teil aus alten Möbeln. Die Farben sind an den Bedürfnissen der Bewohner/innen ausgerichtet (warme Erdtöne, beige Farben). Gleichzeitig gilt es, möglichst viele vertraute, persönliche Gegenstände im Umfeld der Betroffenen zu belassen.
Die Bewohnerzimmer sollen mit eigenen, vertrauten Möbeln und Gegenständen ausgestattet werden.
Durch unsere geschulten Mitarbeiter/innen wird Baden „zur Sinneserfahrung und als Wohlfühlerlebnis“ angeboten. In Kombination mit individuellen Badezusätzen, dem Einsatz von beruhigender Musik, Aromaölen und Kerzenlicht soll den Bewohnern/innen ein entspannendes Erlebnis geboten werden. Das Ziel ist hierbei, die Stimmung positiv zu beeinflussen, Schmerzen zu lindern, Unruhe zu vermeiden, die Durchblutung zu fördern und den Stoffwechsel zu aktivieren. Zudem können durch Massagen über Jahre entstandene Isolationsprobleme, wie etwa starke Berührungsdefizite, ausgeglichen werden.
Erfahrungen aus anderen Einrichtungen zeigen, dass insbesondere umtriebige Demenzkranke durch regelmäßige Beruhigungsbäder (Lavendel, Melisse) in den frühen Abendstunden ruhiger und ausgeglichener werden, leichter Schlaf finden und Schlafstörungen deutlich rückläufig sind. Dadurch können oftmals Medikamente reduziert werden.
Durch Snoezelelemente (der Begriff „snoezelen“ kommt aus dem Niederländischen und bedeutet soviel wie „dämmern, dösen“) kann dem Verlust der Orientierung und Wahrnehmung der Umgebung entgegengewirkt werden. In Snoezelenbereichen werden die Bewohner/innen Anreize finden und vielfältige Sinneseindrücke erfahren. Dabei werden visuelle, sensorische, akustische und olfaktorische Reize in einer angenehmen, beruhigenden und stimmungsvollen Atmosphäre vermittelt.
Ziel ist es, auf der Grundlage von Selbstbestimmung eine Vielfalt von sinnlichen Anregungen anzubieten. Dabei werden Sinneskanäle wiederbelebt und geistige Prozesse angeregt. Das Zusammenwirken z.B. von Geruchs- und Tastsinn kann eine Entspannung und ein Wohlbefinden bei demenzkranken Bewohner/innen auslösen.
Im Snoezelenzimmer planen wir Sitzgruppen, Ruhezonen sowie sensomotorische Materialien, Wassersäulen, Lavalampen, Lichteffekte, Düfte (Aromatherapie) und Entspannungsmusik.
5.1 Psychosoziale Interventionsmethoden
5.2 Integrative Validation (IVA)
5.3 Biographiearbeit
5.4 Sinneswahrnehmung Snoezelen 5.5 Milieugestaltung
5.6 Baden
Wir sehen es als Leistungserbringer als zwingend notwendig an, die Gesundheit der Bewohner/innen sinnvoll zu schützen und freiheitsentziehende Maßnahmen abzubauen bzw. überhaupt nicht anzuwenden.
Bei sturzgefährdeten Bewohner/innen werden moderne Hüftschutzhosen eingesetzt. Diese werden von dem/r Bewohner/innen selbst finanziert.
Nach Studienergebnissen beträgt die Frakturvermeidung bei dem Einsatz von Hüftschutzhosen zwischen 75 % und 95 %.
Die Erkenntnisse dieser Studien zeigen, dass es nicht notwendig ist, Menschen mittels mechanischer Fixierung (Segufix-Gurte) ihrer Freiheit zu berauben bzw. sie in Sesseln mit festen Tischplatten an ihren Laufbedürfnissen zu hindern.
Demenzkranke Menschen sind besonders anfällig für Reizüberflutung durch die Umwelt. Eine chaotische laute Geräuschkulisse erzeugt Verängstigung oder Aggressivität bei den Betroffenen. Daher ist es sehr wichtig, Störreize zu vermeiden. Hierzu gehört zu schnelles Gehen, insbesondere Vorbeigehen an den Bewohner/innen, das abrupte Abwenden aus dem Gesichtsfeld der Bewohner/innen, das laute Rufen nach Kollegen/innen, beständige Musikberieselung aus dem Radio, unablässiges Laufen des TV- Gerätes und Türen schlagen.
Durch das Vermeiden dieser Störreize resultiert eine ruhige Atmosphäre, welche für die Betreuung von dementiell Erkrankten eine wesentliche Rolle spielt.
Unsere Mitarbeiter/innen werden auf eine angemessene Haltung bzw. auf die Vermeidung der aufgezeigten Störfaktoren dienstverpflichtet.
Wir sind nach den Erfahrungen, die wir in der Pflege und Betreuung in unserer Betreuungsgruppe sammeln konnten, der Auffassung, dass über die Gestaltung einer dementengerechten Umgebung sowie einem „professionellen“ Umgang mit den Bewohnern/innen in den meisten Fällen auf unterbringungsähnliche Maßnahmen verzichtet werden kann.
Wesentliche Stützen auf diesem Weg sind die Schaffung einer klaren Tagesstrukturierung, der Aufbau einer Beziehungsspflege, sowie die Einbettung der Integrativen Validation als Grundlage der Milieugestaltung in unser Konzept.
Das Team setzt sich multiprofessionell aus examinierten Altenpflege- und Krankenpflegekräften, gerontopsychiatrischen Pflegefachkräften, Pfleghelfer/innen und hauswirtschaftliche Mitarbeiter/innen zusammen.
Im Rahmen der Angehörigenarbeit legen wir auf eine enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Angehörigen als Experten für die Lebenssituation der Betroffenen großen Wert.
Die Zusammenarbeit beginnt bereits mit dem Erstkontakt. Die Erstellung der Biographie bietet hierbei einen zentralen Ansatzpunkt, um die Angehörigen in die Betreuungsarbeit einzubeziehen. Teilweise haben sich diese im Laufe von Jahren ein immenses Wissen über spezifische Krankheitserscheinungen und praktikable Vorgehensweisen zur Förderung noch vorhandener Fähigkeiten und zur Kompensation von Störungen angeeignet.
Diese Erfahrungen werden von den Mitarbeiter/innen in der Zusammenarbeit genutzt. Die Angehörigen werden daher, wenn möglich, von der ersten Begegnung mit den zukünftig Pflegenden an als kompetente Partner/innen in die Betreuung einbezogen. Sie sind an Fallbesprechungen, Arztgesprächen usw. beteiligt.
Ebenfalls geplant ist die Bildung von Angehörigengruppen, um sich besser kennen zu lernen, Informationen auszutauschen und um eine bessere Verständnisebene für die Arbeit zu schaffen.
die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen gemäß SGB XI innerbetrieblicher Fortbildungen, v.a. zu den Themenbereichen Integrative Validation, Basale Stimulation, Kinästhetik, Aromatherapie, zu Pflegeplanung und Dokumentation sowie demenzspezifische Fordbildungen (dementengerechte Pflegeplanung, Einstufungsproblematik Dementzkranker in die Pflegestufen des SGB XI bzw. zu den Grundlagen der Begutachtungsrichtlinien, Pflegebemessung).
Die vorgestellten konzeptionellen Überlegungen werden stets an den neu gesammelten Erfahrungen in der Praxis gemessen, überprüft und entsprechend überarbeitet werden. Dies wird im Rahmen von regelmäßigen Teambesprechungen und Fallbesprechungen geschehen.
Wir sind mit der Altenpflegeschule Weißenburg in Verbindung getreten, um die Erfahrungen aus unserer Arbeit an die Schüler weiterzugeben. Dazu macht die Altenpflegeschule jedes Jahr ein Projekt zum Thema Demenz.
Die Betreuungsvereine der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas und der Diakonie im Landkreis Weißenburg haben sich zusammengeschlossen und bieten Informationsveranstaltungen für pflegende Angehörige und professionell Pflegende an. An dieser Veranstaltungsreihe haben wir uns angeschlossen, um über den professionellen Umgang mit dementiell erkrankten Menschen zu informieren.
2. Betreuungsphilosophie
3. Grundsatzüberlegungen zur Betreuung demenzerkrankter Bewohner/innen
4. Unsere Wohngruppe für Demenzkranke 5. Angebote 6. Sturzprävention/ Initiative zum Abbau von freiheitsentziehenden Maßnahmen
7. Störreize
8. Offene Betreuung 9. Das Team 10. Angehörige 11. Qualitätssicherung
In erster Linie Menschen mit geronto- psychiatrischen Krankheitsbildern. Der Anteil dieser Bewohner/innen steigt kontinuierlich und liegt zur Zeit bei ca. 75 % entsprechend rund 75 Bewohner/innen.
Ursachen für die alters- psychiatrischen Veränderungen sind senile Demenz, Morbus Alzheimer, Korsakow-Syndrom, hirnorganisches Psychosyndrom, allgemeine/ cerebrale Arteriosklerose und psychische Grunderkrankungen wie Depressionen oder Psychosen.
Für unsere spezielle Tagesbetreuung stehen im Hause geronto- psychiatrische Fachkräfte, examinierte Altenpfleger/innen und Krankenschwestern/pfleger, Sozialpädagoginnen und Pflegehelfer/innen zur Verfügung. Die Einbindung in die Dienstplangestaltung garantiert die Verbindlichkeit einer durchgängig 8 Stunden währenden Personalanwesenheit und die daran gebundene Ermöglichung der Angebotsumsetzung.
Die Beschäftigungsgruppen finden sich in speziell ausgestatteten Betreuungsräumen zusammen. Je nach Beschäftigungsangebot und Anzahl der beteiligten Bewohner/innen stehen auch die Aufenthaltsräume der einzelnen Wohnbereiche zur Verfügung.
Die Zielgruppe für die Betreuungsgruppe seitens des Pflegepersonals und des Sozialdienstes sind in erster Linie die geronto- psychiatrisch veränderten Heimbewohner/innen.
Jederzeitkönnen aber auch andere interessierten Heimbewohner/innen daran teilnehmen.
Zielsetzung des Angebots für geronto- psychiatrisch veränderte Bewohner/innen ist die Erhaltung bzw. Verbesserung der individuellen Lebensqualität des einzelnen.
Dazu zählen: Lebenssinn und Lebenswillen erhalten oder wieder wecken
Erhalten, Fördern oder Wiederherstellen der Raum- und Zeitorientierung, der Grob- und Feinmotorik, des Lang- und Kurzzeitgedächtnisses, der Aufmerksamkeit und Konzentration und des Kommunikationsverhaltens Erhaltung der Selbständigkeit und Unabhängigkeit Befriedigung von individuellen Bedürfnissen Erleben sozialer Gemeinschaft Vermittlung von Geborgenheit und Sich- zu- Hause- fühlen- Könnens Reduzierung der Psychopharmaka Kompensation krankheitsbedingter Veränderung (z.B. Stimmungsschwankungen, Weglauftendenzen)
Grundlage für spezielle Beschäftigungsangebote für verwirrte und demente Bewohner/innen ist eine ausführliche und systematische Biographiearbeit. Sie dient der Informationssammlung über das bisherige Leben und der Ermittlung noch vorhandener Fähigkeiten des einzelnen Bewohners, seiner Bedürfnisse, seiner (früheren) Interessen und Abneigungen, von Problemen und Schwierigkeiten. Diese Informationen über Ressourcen und Anknüpfungspunkte werden im Dokumentationssystem festgehalten und sind für die Mitarbeiter/innen jederzeit zugäng
Die Bewohner/innen sollen in ihrer Ganzheitlichkeit betrachtet werden, mit allen Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen, Fähigkeiten und Defiziten.
Dabei zählen nicht nur die körperlichen Fähigkeiten oder nur die geistigen Defizite, sondern der Mensch wird als Gesamtheit aus Körper, Geist und Seele betrachtet.
Aktivierung, Förderung und Forderung sind die Elemente der Beschäftigung. Ermittelte Ressourcen sollen erhalten und gefördert werden, Fähigkeiten erhalten oder wiederbelebt werden. Im Mittelpunkt unserer Tätigkeiten stehen die Fähigkeiten und Talente unserer Bewohner. Die Defizite treten dabei in den Hintergrund.
Um demente Bewohner/innen effektiv fördern und unterstützen zu können, ist zum einen eine Regelmäßigkeit und Kontinuität des Angebots nötig. Zum anderen muß dieses Angebot in einem für geronto- psychiatrisch veränderte Men-schen überschaubaren Rahmen erfolgen. Um ihm Orientierung und Sicherheit bieten zu können, ist deshalb ein fest strukturierter Tagesablauf nötig.
Dabei müssen Beschäftigungen so in den Tagesablauf eingebunden werden, dass die Beteiligten ihn als völlig natürlich empfinden. Wichtig ist auch, dass das Angebot in einem immer gleichen Rahmen stattfindet, am besten immer mit der gleichen Gruppenbesetzung, um auch hier Orientierung und Sicherheit zu geben. Die Gruppe sollte auch nicht zu groß sein, damit sie für jeden Teilnehmer überschaubar bleibt und er auch die Aufmerksamkeit des Personals bekommen kann, die er benötigt.
Beschäftigungsangebote dürfen die Teilnehmer/innen nicht unter Druck setzen, Streß verursachen oder überfordern, sondern müssen vielmehr Erfolgserlebnisse für sie bereithalten, die sie in ihrer Aktivität positiv bestärken.
Mit Hilfe eines strukturierten Tagesangebots können die beschriebenen Ziele erreicht werden. Der Tagesablauf wird durch feste Punkte vorgegeben, dazwischen ist Zeit für gemeinsam gestaltete Angebote.
Um möglichst viele Heimbewohner/innen zu erreichen, geschieht dies in Form einer Tagesgruppe. Diese Tagesgruppe wird täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr angeboten.
Eine Gruppe besteht ca. aus 15 Bewohner/innen, wobei die Gruppenzusammensetzung seitens der Bewohner möglichst konstant bleiben soll. Ein gemeinsam festgelegter Wochenplan dient als Rahmen für die Tagesgestaltungen, jedoch ist die Gruppe nicht strikt daran gebunden. Entscheidend sind die Wünsche der Bewohner/innen.
Dieser Wochenplan wird in einer wöchentlichen Teambesprechung gemeinsam erstellt, aufbauend auf den Erfahrungen und Wünschen der vergangenen Woche. Veranstaltungen im Hause oder außerhalb werden, so weit Interesse seitens der Bewohner/innen besteht, in die unterschiedlichen Tagesangebote integriert und gemeinsam wahrgenommen.
Zur Überprüfung des Angebots dienen Reflexion, Dokumentation, Planung und Fortschreibung.
Damit alle Bewohner/innen die für sie beste Betreuung erhalten kann, wird regelmäßig dokumentiert, was sich verändert hat (Gesundheitszustand, Fähigkeiten, Problemlagen, Interessen etc.).
Dies geschieht zum einen zeitnah durch den einzelnen Mitarbeiter und zum andern gemeinschaftlich im Teamgespräch. Dieses Teamgespräch dient auch zum allgemeinen Informationsaustausch, zur Erstellung des Wochenplans und zur Reflexion des Angebots.
Hier wird auch ggf. eine Fortschreibung dieses Konzepts stattfinden.
Aktivierende Beschäftigungsangebote für lebenspraktische Fähigkeiten: hauswirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten wie Kochen, Backen, Spülen, Wäsche legen, Stricken, Tierpflege (Hauskatze!) körperliche Fähigkeiten: Gymnastik, Tänze im Sitzen, Töpfern, Basteln, Spazierengehen, Singen, Musizieren geistige Fähigkeiten: Gedächtnistraining, Realitätsorientierungstraining, Diavortrag, Filmschau (Video)
soziale Fähigkeiten: Kulturelle Veranstaltungen, jahreszeitl. Angebote, Seniorenspiele alle Sinne: Stimulierung von Hören, Riechen, Schmecken, Sehen, Fühlen persönliche Tätigkeiten, Förderung und Unterstützung individueller Interessen
Personalangebot/Räumlichkeiten
Zielgruppe und Zielsetzung der Angebote
BiographischesArbeiten
RessourcenorientiertesArbeiten
Regelmäßigkeit und Überschaubarkeit
Evaluation(Überprüfung Auswertung)
Für alle Bewohner/innen werden unterschiedliche Gruppenstunden angeboten. Das Ziel hierbei ist es, die Beweglichkeit zu fördern, das Gedächtnis zu aktivieren, in Gesellschaft zu sein, und Spaß und Freude zu haben. Diese Gruppenstunden tragen dazu bei, den verschiedensten Altersbeschwerden vorzubeugen.
Hierzu gehören unter anderen Infektionen, Bewegungseinschränkungen bis hin zu Stürzen, Ernährungsproblemen und Vereinsamung.
Die Teilnahme steht allen Bewohnern/innen frei.
Folgende Gruppenstunden werden angeboten: Montag
um 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr
um 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr
Samstag um 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr
Für alle Bewohner/innen welche nicht die Möglichkeit haben, an den Gruppenstunden teilzunehmen, werden Einzelbetreuungen durchgeführt. Das Angebot wird individuell auf den/die jeweiligen Bewohner/in abgestimmt. Hierzu gehört vorlesen, spazieren gehen, Gedächtnisübungen, Atemübungen, basale Stimulation, Gymnastik und Esstraining.
Die Einzelbetreuungen finden immer Montag, Mittwoch und Freitag von 8.00 Uhr bis 10.00 Uhr statt.
1. Tagesbetreuung von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr 2. Gruppenstunden 3. Einzelbetreuungen
Das Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt in Weißenburg ist eine integrative Ein-richtung mit 100 BewohnerInnen.
Die Zahl der geronto- psychiatrisch veränderten Menschen, die in unserem Haus leben, liegt aktuell bei 60% und steigt kontinuierlich.
Mobile Bewohner aus dieser Klientel, die sich in früheren Stadien der Demenz bewegen, werden in einer Tagesgruppe sowie in einem segregativen Wohnbereich betreut, wo sie Sicherheit, Geborgenheit und Förderung finden. Um auch schwerstpflegebedürftigen, überwiegend bettlägerigen Bewohnern, oder solchen, die sich im weit fortgeschrittenen Stadium der Demenz befinden, gerecht zu werden und ih-nen trotz all ihrer Beschränktheit Lebensqualität zu ermöglichen, bieten wir eine milieuthera-peutisch gestützte Betreuung mit individuellen Interventionen an.
Unser Anliegen ist es, das räumliche Umfeld und die notwendigen Strukturen so zu gestal-ten, dass sich schwerstpflegebedürftige oder sich im Endstadium der Demenz befindende Bewohner angenommen und sicher fühlen. Jeder Einzelne ist uns wichtig. Unser Ziel ist es, den Bewohnern in ihrer letzten Lebensphase so lange wie möglich Lebensqualität zu erhal-ten und Wohlgefühl zu vermitteln. Die noch vorhandenen Ressourcen wollen wir entdecken und fördern bzw. erhalten. Das Einzelbetreuungsangebot ist abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner. Aus unserem Anliegen resultieren die folgenden konkreten Einzelziele, die wir mit der Betreuung dieser Bewohner anstreben:
Vermittlung von Sicherheit und Geborgenheit
Minimierung von Ängsten
Bestmögliche, weitest gehende Schmerzreduzierung Unterforderung und Vereinsamung durch stimulierende Pflegehandlungen entgegen wir-ken sowie eine Sinn anregende Umgebungsgestaltung herstellen
Überforderung und Reizüberflutung vermeiden, indem unnötige oder hektische Handlungen, Lärm und lautes Sprechen unterlassen werden
Ernährungszustand mit einem BMI über 18
Menschen mit Mehrfacherkrankungen, die nicht mehr mobil, in ihrer verbalen Kommunika-tion weitgehend eingeschränkt und körperlich stark geschwächt sind
Eine gezielte, Sinn anregende Zimmergestaltung mit Farben, Formen, Licht, Düften und Klängen sowie lieb gewonnenen Erinnerungsstücken und eigenen Möbeln führt dazu, dass die Wahrnehmung und das Empfinden der oben beschriebenen Zielgruppe in ein Gleichge-wicht gebracht werden. Bei der Raumgestaltung und Ausstattung beziehen wir die Angehö-rigen mit ein, um biographisch relevante Aspekte zur Wirkung kommen zu lassen. Eine klei-ne Sitzgruppe lädt die Angehörigen und Besucher zum Verweilen ein. Hier können Angehö-rige und Bewohner z.B. gemeinsam Kaffee trinken oder zu Abend essen. Für die Mobilisati-on der Bewohner stehen Pflegerollstühle zur Verfügung. Im Doppelzimmer wird die Intim-sphäre der einzelnen Bewohner durch optisch ansprechende Raumteiler gewahrt.
Ein Pfeiler unseres Betreuungskonzeptes ist die Biographiearbeit. Da speziell Bewohnern im fortgeschrittenen Stadium der Demenz die geistige Verarbeitungsfähigkeit der Gegenwart zumeist verloren gegangen ist, kehren sie in ihrem Erleben in frühere Lebensjahre zurück. Mitarbeiter verstehen diese Menschen nur dann, wenn sie wissen, was sie in früherer Zeit geprägt hat. Durch das Sammeln von Informationen bietet sich die Möglichkeit herauszufin-den, was Identität stiftet und wie die Bedürfnisse des Einzelnen erfüllt werden können. Bei der Biographieerhebung für unsere Bewohner sind wir auf die Mithilfe der Angehörigen angewiesen. Durch unseren Biografiebogen werden Informationen zur Sozialanamnese ge-wonnen, der auch für diese Zielgruppe erstellt wurde. Ergänzende Informationen aus Ge-sprächen mit den Angehörigen und Beobachtungen der Pflegekräfte vervollständigt die Bio-graphieerhebung.
Milieutherapie ist bewusstes therapeutisches Handeln zur Anpassung der materiellen und sozialen Umwelt an die krankheitsbedingten Veränderungen der Wahrnehmung, des Emp-findens, des Erlebens und der Kompetenzen dieser Bewohner.
Die Milieutherapie umfasst:
das räumliche Milieu
das soziale Milieu
das organisatorisch-strukturelle Milieu.
Die Gestaltung der Zimmer mit Bezug zum bisherigen Leben hat gerade für überwiegend immobile Bewohner einen hohen Stellenwert. Wir fördern dadurch das Wohlbefinden und schaffen Vertrautheit. Lieb gewonnene Erinnerungsstücke wie Bilder, Wanduhren oder selbst gefertigte Handarbeiten werden in das Raumbild so eingebracht, dass sie vom Be-wohner wahrgenommen werden. Lichtspiele und Mobiles sollen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Evtl. aus der Biographieerhebung erworbene Kenntnisse über Farbvorlieben und –abneigungen des Bewohners fließen in die Zimmergestaltung mit ein. Das Verwenden von eigener, altbekannter Bettwäsche sowie eine vertraute Fenstergestaltung schaffen Individua-lität und Lebensqualität. Optional kann ein jahreszeitlich gestalteter Baldachin über dem Bett die Sinne anregen.
Menschen erleben ihre Umgebung auf Dauer nur dann bewusst, wenn die Sinne angeregt werden. Jemand, dem wenig bis gar keine Reize angeboten werden, verliert den Bezug zur äußeren Realität und seine Orientierung. Gerade bei schwerstpflegebedürftigen, bettlägeri-gen und in der Demenz fortgeschrittenen Bewohnern besteht hier ein Defizit, da sie nicht die Möglichkeit oder Fähigkeit haben, an Betreuungsangeboten des Hauses teilzunehmen oder davon zu profitieren.
Solche Bewohner sind hinsichtlich ihrer verbalen Kommunikation und Gestik stark eingeschränkt oder völlig hilflos. Um mit ihnen in Kontakt zu treten wenden wir folgende sensorische Konzepte an:
Damit wir bei der Betreuung ganz individuell arbeiten können, gibt es für jeden Bewohner einen Korb. Zur Erstellung dieses Korbes benötigen wir die Hilfe der Angehörigen. Dieser enthält für den Bewohner biographisch relevante Materialien, über die wir mittels Biogra-phieerhebung und durch Beobachtung des Bewohners Kenntnis erlangt haben. Ein Korb kann z.B. einen Schwamm, eine Bürste, ein Kirschkernkissen usw. beinhalten. Auf Grundla-ge einer fortlaufenden Beobachtung durch die betreuenden Pflegekräfte, welche Materialien diese Gefühle auslösen können, wird der Inhalt des Korbes entsprechend vervollständigt. Mit dem Inhalt des Korbes können bei den Bewohnern individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt Angebote vermittelt werden. Dadurch werden je nach Angebot Beruhigung, Ent-spannung oder Anregung und Wohlgefühl vermittelt. Diese Dienste werden von den Be-zugspflegekräften und angeleiteten Pflegekräften sowie auch von den Angehörigen nach Wunsch angeboten. Um zu gewährleisten, dass die Wünsche und Bedürfnisse dieser Bewohner erkannt und er-fasst werden und ein Einzelbetreuungsangebot zur Anwendung kommt, das den individuel-len Bedürfnissen entspricht, werden folgende Maßnahmen durchgeführt:
Sammeln von Informationen aus dem Biographiebogen und eigenen Beobachtungen der Pflegekräfte Erfassung der Wünsche und Bedürfnisse Anschließende Aufnahme des individuellen Betreuungsbedarfs unter Berücksichti-gung der positiven und negativen Empfindungen in die „AEDLs des täglichen Lebens“ nach Monika Krohwinkel Erstellung der Tagesstruktur, in der der individuelle Betreuungsbedarf klar festgelegt ist
Es erfolgt monatlich eine Evaluation des Pflegeprozesses. Beispiel eines möglichen Tagesablaufes
Das Snoezelen ist eine in den Niederlanden entwickelte Entspannungsmethode, bei der die Bewohner mit Hilfe von Gerüchen, Geräuschen, Licht und Berührung sinnliche Erfahrungen machen und unterschiedliche Gefühle erleben. Körper, Geist und Seele werden dabei als Ganzes betrachtet. Je nach Befinden des Bewohners erfolgt die Anwendung zwecks Stimu-lation und Anregung oder zur Beruhigung und Entspannung. Dank des Snoezelen findet man somit Zugang zu den Bewohnern. Deren Bedürfnisse nach Annahme, Verständnis, menschlicher Nähe und Wärme werden dadurch erfüllt.
Empfinden der Körperoberfläche (mit unterschiedlichen Berührungsqualitäten) mittels direkter Körperberührung.
Durch das zum Teil sehr lange Liegen im Bett verliert der Bewohner sein Körpergefühl, er erkennt nicht mehr die Umrisse und Grenzen seines Körpers bzw. er nimmt sich selbst nicht mehr wahr. Über Druck-, Berührungs- und Temperaturreize wird dem Bewohner wieder ein Körperbild vermittelt.
Die somatische Stimulation wird als gezielte Ganzkör-perwäsche unter Verwendung von stimulierenden Hilfs-mitteln wie Kunstfell, Bürste oder Naturschwamm be-hutsam durchgeführt.
Neben der Vermittlung des Körpergefühls kann auch das Gefühl der Geborgenheit und des Angenommen-seins beim Bewohner ausgelöst werden.
Anregung über das Gleichgewichtsorgan und den Ge-sichtssinn. Bewegungsreize werden aufgenommen und verarbeitet. Lageveränderungen, das Aufrichten im Bett, evtl. auch ein Transfer fördern die Wahrnehmung.
Empfinden von Schwingungen durch Massagen, Zahn-bürsten oder einen Rasierapparat.
Handmassagen setzen weitere Reize. Anregung solcher Art wird auch bei Einreibungen im Rahmen der Pneumonieprophylaxe oder während der basalen Ganzkörperwaschung vermittelt.
Empfindungen im Mundbereich; dem Bewohner werden verschiedene Nahrungsbestandteile und Geschmacks-stoffe angeboten.
Die orale Stimulation ist besonders wichtig für Bewohner, die parenteral ernährt werden, aber auch für Be-wohner mit Schluckstörungen, um deren Gefühl für den Mundbereich zu fördern und zu erhalten. Durch regel-mäßiges Bestreichen der Lippen, Zähne, Zunge und ei-nes Teils des Gaumens mit dem Finger oder einem großen Wattetupfer findet eine Stimulation statt. Lutsch- und Schluckbewegungen können durch harte Brotrinden oder Ähnliches gefördert werden.
Geruchsempfinden; um den Geruchssinn anzuregen, werden verschiedene ätherische Öle oder Duftessenzen verwendet, die je nach Wirkung Ruhe, Sicherheit oder Stärke vermitteln.
Körperpflege erfolgt mit Parfum, Deo oder Rasierwas-ser, das dem Bewohner lieb und vertraut ist.
Zur Appetitanregung und Vorbereitung der Mahlzeiten können regelmäßig basal stimulierende Düfte eingesetzt werden (z.B. Kaffee aufgießen).
Hören von Geräuschen (Reizgabe und Reizannahme)
Auf einem CD-Player abgespielte biographisch relevan-te Musikstücke, Lieder, Vogelstimmen oder Geräusche vermitteln dem Bewohner Sicherheit, Geborgenheit und Wohlgefühl.
Be-Greifen, Tasten, Spüren und Identifizieren.
Die Wahrnehmung des Bewohners wird gefördert, in-dem er altbekannte, lieb gewonnene Gegenstände wie z.B. Tannenzapfen, Moos, Steine, Bürsten, Federn usw. ertastet.
Sehen (Farben, Umrisse, hell/dunkel)
Hier kommt unser Projektionsgerät für rotierende Bilder und Lichtreize zum Einsatz. Abhängig von der Bewoh-nerbiographie projiziert das Gerät z.B. einen Waldspa-ziergang oder eine Waldlandschaft an die Wand bzw. Decke. Auch eine Wassersäule oder ein Lichternetz spricht die Sinne an.
Die basale Stimulation ist ein Konzept, das den Bewohner als ganzheitliche Persönlichkeit betrachtet. Es dient zur Kontaktaufnahme mit dem Bewohner, bei dem eine Kommunikation im Sinne von Frage und Antwort nicht möglich ist. Basale Stimulation bedeutet, eine Bezie-hung aufzubauen, in der der alte bettlägerige Mensch spürt: „Hier ist jemand, der mich an-spricht und der sich meiner annimmt.“ Das Angebot wird auf die Konzentrationsfähigkeit und die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt, um eine Überforderung zu vermeiden.
Der Bewohner soll die angewandten Reize als angenehm empfinden, was durch Mimik, Gestik und Körperhaltung erkannt wird. Die basale Stimulation soll dem bettlägerigen Be-wohner Sicherheit geben und Vertrauen schaffen. Es macht ein In-Kontakt-Treten mit der Umwelt möglich und vermittelt den Bewohnern Lebensqualität. Eine Überstimulierung muss vermieden werden.
Die folgenden Punkte zeigen beispielhaft, wodurch welche Sinne angesprochen werden: Somatische Stimulation
In der Aromatherapie werden entsprechend den biographisch erhobenen Daten Duftstoffe eingesetzt, die den Geruchs- und Geschmackssinn anregen. Diese Duftstoffe können auf den Bewohner sowohl eine aktivierende als auch eine entspannende Wirkung haben. Da Geruch und Gefühl in direkter Verbindung stehen, wird der Bewohner beim Einatmen ätheri-scher Öle mit Erinnerungen, Eindrücken und Erlebnissen konfrontiert. Bilder können aufstei-gen, Gefühle, die weit zurück liegen, können geweckt werden. Die Gefühlswelt wird somit aktiviert. Die Gefühlsebene, die bei schwerstpflegebedürftigen und dementen Bewohnern im fortge-schrittenen Stadium noch sehr lange erhalten bleibt, wird durch Musik besonders angespro-chen. Bei der Auswahl der Lieder und Melodien wird auf Vertrautes und Bekanntes (z.B. Volkslieder, alte Schlager, Filmmelodien, Marschmusik, klassische Musik) zurückgegriffen. Musik ist ein Zugangsweg zu den Bewohnern. Dieser Zugangsweg sollte gerade bei De-menzpatienten genutzt werden.
1. Räumliches Milieu
2. Soziales Milieu
3. Organisatorisch- strukturelles Milieu
Die Zusammenarbeit mit Angehörigen ist uns besonders wichtig. Sie sind uns herzlich will-kommen. Um die Wünsche, Bedürfnisse und Gewohnheiten unserer Bewohner erfassen zu können, arbeiten wir in engem Kontakt mit den Angehörigen. Bei der Erhebung biographischer Daten und der Zusammenstellung des Betreuungsmateri-als für den Korb leisten Angehörige äußerst wertvolle Arbeit. Nur sie kennen ihren Vater/ihre Mutter ein Leben lang und können Auskunft geben. Dies versetzt uns in die Lage, den Schwerstpflegebedürftigen besser zu verstehen und ihm eine individuelle biographiebezo-gene Betreuung anzubieten. Um unsere Arbeit für die Angehörigen der schwerstpflegebedürftigen Bewohner transparen-ter zu gestalten, finden regelmäßig Einzelgespräche statt, bei denen diese die Möglichkeit haben, sich an der Pflegeplanung zu beteiligen, um gemeinsame Ziele und Maßnahmen zu besprechen. Zu den Fallbesprechungen, zu denen Angehörige ebenfalls eingeladen werden, wollen wir ihnen die Möglichkeit geben, sich mit einem professionellen Team auszutau-schen, damit wir in der Folge die bestmögliche Betreuung für den Bewohner gewährleisten können. Darüber hinaus bieten wir Angehörigen die Möglichkeit mit fachlicher Unterstützung, Tätig-keiten in der Betreuung zu übernehmen. Je nach Wünschen und Bedürfnissen ist es uns wichtig, Angehörige bei Angeboten mit einzubeziehen. Sie sollen ein Gefühl der Gemein-samkeit bekommen und spüren, dass ihre Anwesenheit für die pflegenden Mitarbeiter, aber besonders für ihre Angehörigen enorm wichtig ist. Das Betreuungskonzept hängt wesentlich von der Haltung und Einstellung der Mitarbeiter ab.
Soziale Kompetenz und Empathiefähigkeit sind Grundvoraussetzung. Offenheit und Be-reitschaft zu regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen sind wichtig, um das für die Pflege und Betreuung dieser Bewohner nötige Spezialwissen zu erwerben und auf dem neuesten Stand zu halten.
Innere Überzeugung vom Konzept der Einzelbetreuung, Teilnahme an Fortbildun-gen zur basalen Stimulation, Kenntnisse über das Krankheitsbild der Demenz sowie das Er-lernen einer basal stimulierenden Ganzkörperpflege sind weitere wesentliche Voraussetzun-gen. Grundlegende Kenntnisse der basalen Stimulation, die ein Eckpfeiler des Betreuungs-angebotes ist, werden u.a. über In-House- Fortbildungen erworben. Nur so kann den Be-wohnern Lebensqualität vermittelt werden.
Das Mitarbeiterteam ist fachlich auf dem aktuellen Wissensstand zu halten. Es ist uns wich-tig, dass demenzspezifische Kenntnisse über das Krankheitsbild, über die Beziehungs- und Milieugestaltung sowie die Qualitätssicherung durch entsprechende In-House- Fortbildungen und externe Fortbildungen erworben und ausgebaut werden. Die Mitarbeiter nehmen regel-mäßig an internen und externen Fortbildungen teil. Hierbei sollen sie sich vor allem Metho-den wie basale Stimulation, Kinästhetik und Aromatherapie aneignen.
Es finden regelmäßig Fallbesprechungen über die Bewohner statt. Dabei werden neben dem Pflegeteam auch Angehörige, Betreuer sowie nach Möglichkeit Ärzte und Therapeuten ein-bezogen.
Die Evaluation der Betreuung erfolgt monatlich, die Beobachtungen werden im Biographie-bogen aufgenommen. Sie werden in der Informationssammlung erfasst und fließen in die Pflegeplanung und Tagesstruktur ein.
Darüber hinaus gelten die Unterlagen des einrichtungsübergreifenden und einrichtungsinter-nen QM- Systems.
Fortbildung derMitarbeiter
2. Räumliche Aus- stattung und Gestaltung 3. Biographiearbeit
4. Milieutherapie
5. Einbeziehung der Angehörigen
6. Anforderungen an das Personal
Der demografische Wandel und der damit verbundene steigende Pflege- und Betreuungsbedarf alter Menschen macht eine Orientierung hin zu neuen Betreuungsformen und innovativen Konzepten unvermeidbar. Diesem Bedarf möchte das Seniorenzentrum der AWO in Weißenburg Rechnung tragen. Wesentliche Leitgedanken der AWO sind die Orientierung an Bedürfnissen, dem Erhalt von Selbständigkeit, Lebensqualität, Achtung von Individualität und Interessen sowie Förderung von Ressourcen und Kompetenzen auf dem individuellen biografischen Hintergrund.
Das Instrument der „eingestreuten Tagespflege“ soll mit zur Realisierung dieser Ziele beitragen. Unser Haus will seinen Beitrag zu einer qualitativ hochwertigen Tagesbetreuung pflege- und betreuungsbedürftiger Menschen leisten und ihnen ein längeres Verbleiben in ihrer häuslichen Umgebung ermöglichen.
Das Seniorenzentrum der AWO in Weißenburg, das 1955 seinen Betrieb aufnahm, bietet für 100 Personen vollstationäre Pflegeplätze und Kurzzeitpflegeplätze an. Unsere Einrichtung umfasst neun Wohnbereiche und einen Betreuungsraum auf bis zu vier Etagen und liegt südlich des Stadtkerns auf einer Anhöhe mit großem Grundstück, vielen Grünflächen und hohem Ruhewert.Die Außenanlagen sind für private Nutzung oder die Gestaltung saisonaler Angebote ausgerichtet. Zu erreichen ist das Else und Heiner Stöhr Heim leicht über die an Weißenburg vorbeiführende Umgehungsstraße. Die Stadtbuslinie unterhält in unmittelbarer Einrichtungsnähe einen Ein-/Ausstieg mit günstigen Zeittakten und bietet somit gute Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte Teilnahme am öffentlichen Leben. Optimiert werden diese infrastrukturellen Leistungen durch unsere kostenlosen Fahrten mittels unseres Heimbusses inkl. Hebebühne für Rollstuhlfahrer. Auch über den Schienenweg besteht die Möglichkeit, Weißenburg anzusteuern. In der Stadt Weißenburg befinden sich Arzt- und Zahnarztpraxen, Apotheken, Banken, verschiedene Geschäfte, Supermärkte, Gaststätten und der Regionalbahnhof. Unser über die letzten Jahrzehnte mehrfach modernisiertes und großzügig gebautes Haus bietet Bewohnerinnen und Bewohnern ein Zuhause in familiärer Atmosphäre. Neben der Pflege und sozialen Betreuung werden alle weiteren notwendigen Dienstleistungen (Küche, Hausreinigung, Wäscherei, Haustechnik und Verwaltung) mit eigenem Personal erbracht. Somit stehen alle Versorgungsstrukturen zur Verfügung, um die Angebotsform der Tagespflege bedürfnis- und qualitätsgerecht sowie effizient anzubieten.
Die „eingestreute Tagespflege“ gehört zum gesetzlichen Leistungsspektrum des SGB XI, § 41 „Tages- und Nachtpflege“.
Das Angebot der eingestreuten Tagespflegeplätze im Bereich der allgemeinen Pflege wird dem gesetzlichen Sicherstellungsauftrag der Pflegekassen (§ 69 SGB XI) im erweiterten Maße gerecht.
Das einschlägige Modellprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände in Bayern hat ergeben, dass eine Versorgung mit Tagesspflegeplätzen sinnvoll ist. Die aus diesem Modellprojekt abgeleiteten Rahmenempfehlungen bilden die Grundlagen unseres Konzeptes und damit der Versorgung und Betreuung der Tagespflegeäste.
Die eingestreute Tagespflege hat grundsätzlich zum Ziel durch tageweise Einbindung in eine stationäre Gemeinschaft dem noch zu Hause lebenden pflege- und hilfsbedürftigen Menschen ein angemessenes, flexibles und bedürfnisgerechtes Betreuungsangebot zu kommen zu lassen. Dieses Hilfsangebot ist darauf ausgerichtet, einer Verschlimmerung der Pflegedürftigkeit vorzubeugen sowie häusliche Vereinsamung und Depression zu vermeiden und letztendlich die Lebensqualität der Pflegebedürftigen zu erhöhen.
Durch Hilfen bei der persönlichen Lebensführung, Integration in eine bestehende Gemeinschaft, strukturierte und ritualisierte Tagesabläufe sowie Anregung und Förderung in unterschiedlichen Bereichen soll Alltagskompetenz gefördert und Unterstützung angeboten werden. Darüber hinaus sollen die Selbstbestimmung, individuelle Interessen, aber auch Abneigungen respektiert werden, Selbstvertrauen vermittelt und Überforderung vermieden werden.
Die eingestreute Tagespflege soll eine Betreuungsergänzung zur häuslichen Versorgung darstellen und eine möglicherweise notwendige stationäre Versorgung verzögern bzw. eine Integration für einen eventuell späteren Einzug in die Einrichtung erleichtern.
Zudem sollen pflegende Angehörige durch die Nutzung einer finanzierbaren Pflege- und Betreuungsvariante entlastet und ihnen gegebenenfalls die Aufrechterhaltung der Berufstätigkeit der betreuenden Angehörigen ermöglicht werden.
Der Personenkreis in der eingestreuten Tagespflege umfasst Menschen, bei denen die häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden kann oder wenn dies zur Ergänzung oder Stärkung der häuslichen Pflege erforderlich ist (§ 41 SGB XI).
Zugangsvoraussetzungen für die Aufnahme als Tagespflegegast sind: Einstufung in eine Pflegestufe gemäß SGB XI
Grundfähigkeiten der Mobilität,
Gemeinschafts- und Integrationsfähigkeit.
Ausschlüsse für die Aufnahme als Tagespflegegast stellen folgende Kriterien dar:
dauerhafte Bettlägerigkeit,
Alkohol- und andere Suchtprobleme,
regressives Verhalten mit Begleiterscheinungen wie Schreien oder Aggressivität,
fremd- oder selbstgefährdendes Verhalten.
Die pflegerischen Maßnahmen umfassen die gesamte direkte Pflege im Sinne des SGB XI. Um eine gute und konstante Betreuung und Pflege sicher zu stellen, arbeiten wir nach dem System der Bezugs- und Bereichspflege. Dementsprechend werden die Tagespflegegäste den Bereichen zugeordnet.
Die konkreten Leistungen richten sich nach dem Pflegemodell Monika Krohwinkel, die in den AEDL`s beschrieben sind.
Folgende Verfahren und Methoden gewährleisten eine am Tagespflegegast orientierte Prozessplanung:
Anamnese und Biographiebogen
Aktive und individuelle Planung des Pflege- und Beschäftigungsangebotes im Rahmen tagesstrukturierender Maßnahmen und mit Unterstützung eines jeweilig vorbereiteten und aushängenden Tagesplanes
Arztanordnungen
Die pflegerischen Maßnahmen umfassen die gesamte direkte Pflege im Sinne des SGB XI, im Detail im Rahmen der Aktivitäten und Erfahrungen des täglichen Lebens nach Krohwinkel: Sich bewegen
Sich als Mann oder Fraufühlen und verhalten
Beziehungen aufnehmen,gestalten und beenden
Die Tagespflegegäste erhalten Unterstützung im Ausleben ihres Bewegungsdrangs. Zur Vermeidung von Stürzen und Verletzungen werden sie fachlich beobachtet und erhalten bei Bedarf individuelle Hilfen zum Schutz vor Verletzungen. Ein Bewegungsprogramm mit Elementen wie Bewegen zur Musik, Sitztanz und Sitzgymnastik wird situativ angeboten und eingesetzt.
Unsere dargebrachte Körperpflege orientiert sich vorrangig an den Zielen Wohlbefinden, Wohlfühlen, Erfrischung und Entspannung. Sie wird den ganzen Tag über angeboten. Damit werden Stress und Hektik für alle Beteiligten vermieden. Angenehme Gerüche (Aromapflege/heimatliche Küchendüfte), frische Luft und Bewegung im Freien senken die Aggressivität und sorgen für eine positive Stimmung. Unsere Wohn-, Betreuungs- und Aufenthaltsräume werden regelmäßig gelüftet, negative Gerüche dadurch weitest gehend vermieden. Unsere Tagespflegegäste erhalten bei Bedarf Hilfestellung beim An- und Auskleiden in individuell angemessener Weise.
Unsere Tagespflegegäste erhalten diskrete Hilfe bei den Ausscheidungen, sowie eine Versorgung mit angemessenen Materialien und Hilfsmitteln. Auf individuelle Gewohnheiten wird geachtet. Die Toilettengänge werden darauf abgestimmt.
Das pflegetherapeutische Begleitungsangebot ist über eine Tagesplanung ersichtlich, die sich an den individuellen Wünschen innerhalb der Betreuungsgruppe orientiert. Haben einzelne Tagesgäste während des Tages das Bedürfnis nach Schlaf, ist dies selbstverständlich im Gemeinschaftsbereich oder in Rückzugs- oder Ruhezonen möglich. Unser Betreuungsdienst stellen sich in ihren Kommunikationsangeboten auf die Fähigkeiten der einzelnen Menschen ein. Er gestaltet den Kontakt unter Einsatz sprachbegleitender Motorik und Gestik oder mittels unterstützender Kommunikation.
Alle Aktivitäten werden zusammen mit unseren Tagespflegegästen gestaltet. Während des Tages werden sie dazu angeregt, sich mit Alltagsaktivitäten zu beschäftigen. Dabei werden vertraute Rituale berücksichtigt.
Die Erhaltung der eigenen Identität wird in gleicher Weise wertgeschätzt und gefördert wie die Selbstakzeptanz. Unser Betreuungsdienst sorgt für Beziehungskontinuität und Zuverlässigkeit.
Kontakte untereinander und mit Angehörigen werden unterstützt und gefördert.
Die Orientierungsfähigkeit unserer Tagespflegegäste wird durch Zuverlässigkeit und Kontinuität der Bezugspflegepersonen, Validation, Orientierungshilfen, angemessenes kognitives Training und Förderung der Selbstbestimmtheit bzw. Selbstständigkeit, wertschätzendes Verhalten und das Angebot von gleich bleibenden vertrauten Abläufen gefördert.
Das Essensangebot gestaltet sich abwechslungsreich, eiweiß-, kalorien-, vitamin-, kohlenhydratreich und appetitlich. Besondere Kostformen und erhöhter Kalorienverbrauch werden berücksichtigt. Die Haupt- und / oder Zwischenmahlzeit wird in unterschiedlichen Formen angeboten. Pürierte Kost wird so weit es geht vermieden, bei bedarf jedoch getrennt zubereitet. Die Speisen werden wunschgemäß nachgewürzt, insbesondere auch nachgesüßt.
Essen findet, soweit es die betroffenen Personen nicht ablehnen, bevorzugt in der Gemeinschaft statt. Schluckstörungen werden fachlich diagnostiziert, so weit möglich gezielte Hilfen zur Verbesserung der Schluckfähigkeit eingesetzt. Unsere Tagespflegegäste erhalten ein Angebot differenzierter Trink- und Esshilfen.
Es wird ihnen auch ermöglicht, im Gehen und mit den Fingern zu essen. Verschiedene Getränke stehen ganztägig im Wohnbereich verteilt zur Verfügung.
Wir ermöglichen unseren Tagespflegegästen ein Umfeld, das ihnen ein Höchstmaß an Gestaltungsfreiheit bietet. Unsere aufmerksame Beobachtung hilft, Risiken zu minimieren. Tagesstrukturierende Maßnahmen schaffen dafür die Voraussetzungen. Durch Leistungen der psycho- sozialen Betreuung soll die Tagespflegeeinrichtung für die Pflegebedürftigen einen Lebensraum gestalten, der ihnen die Führung eines selbständigen und selbstbestimmten Lebens ermöglicht, sowie zur Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft innerhalb und in der Tagespflegeeinrichtung auch außerhalb der teilstationären Einrichtung beiträgt. Der Hilfebedarf bei der persönlichen Lebensführung und bei der Gestaltung des Alltages nach eigenen Vorstellungen soll durch die Leistungen der psycho- sozialen Betreuung ausgeglichen werden, soweit dies nicht durch das soziale Umfeld (z.B. Angehörige und Betreuer) geschehen kann.
Das Ziel der psycho- sozialen Betreuung ist die Sicherung der persönlichen Lebensgestaltung in der Pflegeeinrichtung, welche an der Erhaltung der Selbständigkeit des Pflegebedürftigen orientiert ist, soziale Integration anstrebt und die jeweiligen Aktivierungspotentiale ausschöpft.
Unser vorhandenes Betreuungskonzept wird nach pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen weiter entwickelt. Sie werden in der Betreuung von stationär betreuten Bewohnern umgesetzt und somit auch für die Tagespflegegäste im erforderlichen Umfang angewendet.
Für die innerhalb der Betreuungsgruppen angebotenen tagesstrukturierenden Maßnahmen werden alle erforderlichen Materialien vorgehalten.
Neben den pflegebedingten Leistungen und der sozialen Betreuung werden die notwendigen Leistungen der med. Behandlungspflege erbracht, soweit sie nicht vom behandelten Arzt selbst durchgeführt werden. (§ 41 Abs. 2 SGB XI)
Die Leistungen der medizinischen Behandlungspflege werden im Rahmen der ärztlichen Behandlung entsprechend der ärztlichen Anordnung erbracht. Die ärztliche Anordnung und die Durchführung werden über die Pflegedokumentation nachgewiesen.
Die Medikamentenbeschaffung übernehmen die Angehörigen. Die Verabreichung erfolgt während des Aufenthaltes in unserer Einrichtung nach schriftlicher Anordnung des Arztes durch das Pflegepersonal.
Dem Tagespflegegast werden Möglichkeiten zur Beteiligung am Leben in der Einrichtung aufgezeigt und deren Wahrnehmung erleichtert und unterstützt. Die individuellen Bedürfnisse und Besonderheiten des einzelnen werden wahrgenommen und bei der Betreuung berücksichtigt. Besondere Aufmerksamkeit wird hierbei auf die Biografie und mögliche Krisensituationen des Tagespflegegastes gerichtet.
Ziel ist es, Ängsten und Zweifeln gerecht zu werden und die Eingewöhnung in die neue Lebenssituation zu erleichtern. Dies wird umgesetzt durch spezielle Interventions- bzw. Integrationsmaßnahmen wie z.B. Einzelgespräche, Kontaktvermittlung, Frühstücks- und Begegnungsrunden etc.
Aufgabe des Sozialen Dienstes ist es, in krisenhaften Situationen, die besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung nötig machen, präsent zu sein.Das Verlassen der gewohnten, häuslichen Umgebung kann an sich schon problembehaftet sein und unter Umständen bestehende biografisch bedingte Krisen verstärken.Hier ist es wichtig, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und ein von Akzeptanz und einfühlsamem, nicht wertendem Verstehen geprägtes Verhalten zu zeigen.
Ziel ist es, dem Tagespflegegast in einer stationären Altenhilfeeinrichtung eine weitestgehend selbständige und individuelle, seinem Wohlbefinden förderliche Lebensgestaltung zu ermöglichen.
-	Hilfe bei der Verwirklichung seiner Interessen,
-	den Erhalt von Eigenständigkeit,
-	die Förderung von Ressourcen,
-	die Schaffung eines soziokulturellen Angebots (von täglichen Freizeit- und Beschäftigungsangeboten bis hin zur Organisation und Durchführung von Festen und Ausflügen -siehe hauseigenes Veranstaltungsangebot). Ein Schwerpunkt liegt dabei im Erhalt und dem Reaktivieren von Restfähigkeiten sowie der Förderung und dem Aufbau sozialer, kognitiver, sprachlicher und motorischer Ressourcen.
Körperliche, geistige und musische Fähigkeiten sollen durch entsprechende Gruppenangebote und Einzelbetreuung gefördert werden. Darüber hinaus zählt zur sinnvollen und gesundheitsfördernden Lebensgestaltung auch die Teilhabe am öffentlichen Leben.
Der Soziale Dienst organisiert Gruppenangebote, die geeignet sind, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner bzw. Tagespflegegäste näher kennen lernen und gemeinsame Aktivitäten erleben. Dabei werden folgende unterschiedlichen Zielsetzungen beachtet:
-	die Integration von neuen Bewohnerinnen und Bewohnern,
-	das spielerische Training des Gedächtnisses,
-	das Erhalten und Fördern von körperlichen Ressourcen (Sitzgymnastik, Singen, Kochen, Backen, Gestaltung, Gedächtnistraining, etc.),
-	das Bewahren der Alltagskompetenz der Bewohnerinnen und Bewohner/Tagespflegegäste
Grundsätzlich soll bei allen Angeboten der biografische Hintergrund des zu betreuenden Menschen berücksichtigt werden.
Bei dementen Tagespflegegästen bietet der Soziale Dienst insbesondere dort seine Hilfe an, wo die Betroffenen nicht mehr selbständig in der Lage sind, einen gewünschten Kontakt aufrecht zu erhalten und auf Grenzen innerhalb ihrer Kommunikationsmöglichkeiten stoßen. Grundsätzlich begegnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesem Personenkreis auf der Grundlage der Validation (Therapiemodell wert schätzender Grundhaltung kombiniert mit bestimmten Kommunikations- und Verhaltenstechniken).
Zum Aufgabengebiet des Sozialen Dienstes gehört auch der Kontakt zu den Angehörigen. Dabei gilt es, diesem Personenkreis zu vermitteln, dass er in der Einrichtung willkommen und sein Engagement erwünscht ist. Fragen und Unsicherheiten sollen thematisiert und bearbeitet werden. Soweit vorhanden unterstützen ehrenamtliche die hauptamtlichen MitarbeiterInnen und übernehmen sowohl Angebote in der Einzel- wie in der Gruppenbetreuung. Angehörige und ehrenamtliche MitarbeiterInnen werden durch uns motiviert, an adäquaten In House- Angeboten teilzunehmen. Die Einrichtung hält Hilfsmittel zur Versorgung vor, soweit sie zu deren Vorhaltung nach dem SGB XI bzw. nach dem Rahmenvertrag für den Bereich vollstationäre Pflege gemäß § 75 Abs. 2 SGB XI verpflichtet ist.Der Leistungsanspruch gegen die gesetzliche Krankenkasse nach § 33 SGB V bleibt hiervon unberührt.
Individuelle Hilfsmittel werden vom Tagespflegegast von zu Hause mitgebracht. Über einen Behinderten gerechten Zugang (ebenerdig, Automatiktür) sind im UG die Räume zur Tagesbetreuung direkt zu erreichen.
An das Dienstzimmer schließt sich unmittelbar der Betreuungsraum mit insgesamt 75 qm an.
Ca. 1/3 des Raumes kann durch einen Geräusch dämmenden Raumteiler auf einfache Art bedarfsweise abgetrennt werden. Auf diese Weise kann den Ruhebedürfnissen der Betreuten in vollem Umfange nachgekommen werden.
Umsetzung der Tagesstruktur bzw. der Pflegeplanung: Für jeden Tagespflegegast wird eine Pflegeplanung, in der sämtliche verabfolgte Leistungen nach Tagesplan prozesshaft abgebildet werden, geführt. Die geplanten Maßnahmen werden in Analogie zu denen im stationären Bereich durchgeführt. Die Regelungen für die stationären Bewohner bezüglich der Dokumentation und ärztlichen Anordnungen werden demnach auch für die Tagespflegegäste angewendet. Die Überprüfung der Pflege (Dokumentation) findet in regelmäßigen Abständen, spätestens nach einem Monat statt. Die Überprüfung wird von Pflegefachkräften über tägliche Fallbesprechungen in Zusammenarbeit mit PflegehelferInnen und allen an der Pflege und Betreuung beteiligten Personen durchgeführt. Dies geschieht in der Verantwortung der Wohngruppenleitung. Bei der Führung der Dokumentation für den Tagespflegegast werden die aktuellen gesetzlichen Reglungen erfüllt.
Eine mit allen üblichen Elektrogeräten und Inventar versehene Küchenzeile unterstützt die hohe Angebotsvielfalt. Integriert ist ein Töpferbecken. Weiterhin stehen gepolsterte, abwaschbare, mit Armstützen versehene Stühle zur Verfügung. Ergänzt wird das Mobiliar durch eine angemessene Anzahl an Tischen und Schränken. Darüber hinaus runden zur Biografie passende Möbel das wohlige Wohnklima ab. Etliche Möbelkleinobjekte wie Buffetts, Schränkchen sowie saisonal passender Zimmerschmuck (z.B. Blumen, Bilder) tragen zu einer positiven Milieugestaltung bei. Im Ruheraum können wahlweise Sofas oder Ruhesessel genutzt werden.
Akut gewünschte oder notwendige Hilfe kann über mit Verlängerungskabeln versehene Ruftaster jederzeit angefordert werden.
Das Dienstzimmer kann über eine zweite Türe zum Betreuungsraum direkt erreicht werden. Außerdem haben die dort tätigen MitarbeiterInnen bei offener Türe durch Blickkontakt jederzeit die Kontrolle über den Betreuungsraum.
Gegenüber dem Betreuungsraum befinden sich die Normal- und Behindertentoiletten für Damen und Herren. Alle WC sind mit Rufsystemen ausgestattet.
Der Betreuungsraum erfährt durch die Berücksichtigung von großen Fenstern und Terrassentüren eine sehr günstige Lichtdurchflutung (bedarfsweise können über Rollos Abdunklungen erfolgen). Auf diesem Wege wird auch der Behinderten gerechte, mit Grün gesäumte Außenbereich für diverse Angebote zugänglich gemacht. Zurück
Weiterhin steht unser ca. 180 qm- großer, mit Tischen und Stühlen möblierter, mit hohem Tageslichteinfall versehener Speisesaal im EG für Tagespflegegäste zur Verfügung.Dieser ist ebenerdig über Automatiktür zu erreichen. Im Anschluss kann in unmittelbarer Umgebung ein weiterer, wohnlich eingerichteter Aufenthalts-/Ruheraum genutzt werden.Behinderten gerechte Toiletten sind direkt nebenliegend angeordnet. Soweit das Tageslicht nicht ausreicht oder in den Abendstunden steht über an der Decke angebrachte Leuchtstoffröhren Warmlicht mit angemessener Helligkeit (zweistufig) zur Verfügung. Wohn- und Ruheatmosphäre kann durch biografiebezogene, also funktionstüchtige Lampen aus vergangenen Jahrzehnten, geschaffen werden. Zurück
Große Beschriftungen an den Zimmertüren und WC sowie die spezifische Farbgebung des jeweils betreffenden Flures/Raumes schaffen bedarfweise Orientierung.Die ständige Personalpräsenz gewährt diese aber durch entsprechende Hilfe in der Hauptsache Alle Personen verfügen über genügend Bewegungsfreiraum entweder auf den dafür vorgesehenen Sitzplätzen oder bei gewünschter Mobilität. Dies wird durch großzügigen Abstand zwischen den teilnehmenden Personen einerseits und die einzelnen Möbelstücke und Gegenstände andererseits ermöglicht.Daraus erschließt sich auch die Logik der Verkehrswege und die Barrierefreiheit. Zurück
1. Pflegeprozessplanung und Pflegedokumentation
2. Leistungen zur direkten Pflege
3. Leistungen zur psycho- sozialen Betreuung
4. Leistungen zur medizinischen Behandlungspflege
5. Aufnahme und Eingewöhnung
6. Krisenintervention
7. Sinnvolle Lebensgestaltung
8. Kommunikation 9. Angehörigenarbeit/ Ehrenamt
10. Leistungen zur Hilfsmittelversorgung
11. Leistungen zur Unterkunft
Die Betreuungsgruppe im UG kann maximal 13 Personen, im Speisesaal mit zugehörigem Aufenthaltsraum 10 Personen aufnehmen. In jeder Gruppe können maximal bis zu drei Tagesgeäste integriert werden.
Insgesamt können demnach im Höchstfall sechs Tagespflegegäste von unseren Leistungen profitieren.
Die konkrete für die Tagespflegegäste zur Verfügung gestellte Personalausstattung orientiert sich an den Personalschlüsseln der „eingestreuten Tagespflege“ und ist Gegenstand der Vergütungsvereinbarung mit den Pflegekassen.
Zur Versorgung steht den Pflegebedürftigen in der Regel folgende durchschnittliche Personalausstattung zur Verfügung:
Frühdienst - 7.30 Uhr – 10.00 Uhr :
1 Pflegefachkraft, 2 Pflegehilfskräfte und 1 Betreuungskraft
1 Hausgehilfin
Ab 10.00 Uhr – 20.00 Uhr: -variable Arbeitszeiten wechselweise 1 Pflegefachkraft, 1 Sozialpädagogin, 1 Betreuungsassistentin
Die konkreten Besetzungen sind jederzeit über unsere EDV- gestützten Monatsdienstpläne transparent dargestellt. Daraus gehen MA- Name, Dienstbezeichnung, Einsatzort, Soll-/Istarbeitszeit, wöchentliche Arbeitszeit und daraus resultierende Übertragungen hervor. Verantwortlich für die Dienstplangestaltung sind die Pflegedienstleitung und die Wohngruppenleitungen. Als zentrale Dienste stehen zur Verfügung (07.00 – 16.30):
Einrichtungsleitung, Pflegedienstleitung, Hausmeister, Verwaltungsfachkräfte, Küchenfach- und Hilfskräfte.
Die Qualifikation des Personals sowie dessen Fort- und Weiterbildungssituation entspricht mindestens den gesetzlichen Anforderungen nach dem SGB XI und dem Pflege- und Wohnqualitätsgesetz. Die in den Betreuungsgruppen eingesetzten MitarbeiterInnen bilden unter Einbezug der zentralen Dienste ein multiprofessionelles Team. Die Fort- und Weiterbildungsplanung (Inhouse und extern) orientiert sich konsequent an den Bedarfen, die sich aus den Anforderungen des jeweils zu betreuenden Pflegebedürftigen ergeben
Verantwortlich für die Umsetzung des Pflegekonzeptes ist die Pflegedienstleitung. Die Einrichtung verfügt über ein Organigramm, das Aufschluss über die personellen Zuordnungen und Verantwortungsbereiche gibt. Der jeweilige Tagespflegegast wird der verantwortlichen Wohnbereichsleitung zugeordnet, in deren Bereich er sich räumlich aufhält.
Zur Nutzung stehen die oben beschriebenen Funktions- und Gemeinschaftsräume zur Verfügung. Jedem Tagespflegegast steht die Möglichkeit des Rückzugs innerhalb der oben erwähnten Ruheräume zur Verfügung. Speisen werden üblicherweise innerhalb der bestehenden Gruppenstrukturen mit den anderen BewohnerInnen gemeinsam in den dafür vorgesehenen Aufenthaltsbereichen eingenommen. Der Aufenthalt kann grundsätzlich flexibel entsprechend der Bedürfnislage der Angehörigen und des Tagespflegegastes im Rahmen der Öffnungszeiten gewählt werden. Die Tagespflege ist sowohl an Werktagen als auch an Wochenenden und Feiertagen jeweils von 08:00 Uhr bis 19:30 Uhr geöffnet. Die Anmeldung erfolgt persönlich oder telefonisch über die Heimverwaltung. Das Erstgespräch der Heim- oder Pflegedienstleitung mit dem Pflegebedürftigen und seinen zuständigen Angehörigen findet auf Wunsch in deren häuslichen Umgebung statt. Dabei werden sowohl ein Vertrautmachen mit der gewohnten Lebenssituation als auch Informationen über das Leistungsangebot der Einrichtung ermöglicht. Weiterhin sollen relevante Belange um den biografischen und familiären Hintergrund und zu medizinischen Aspekten erfasst werden. Wichtige Gesprächsinhalte werden schriftlich festgehalten. Weiterhin werden die Angehörigen gebeten, einen Anmeldebogen auszufüllen und erhalten ggf. Unterstützung. Die Bestimmungen des Datenschutzes, insbesondere § 104 SGB XI, § 35 SGB I und § 67 SGB X werden eingehalten.
Die bei Aufnahme des Tagesgastes jeweils sich im Dienst befindliche Fachkraft zeichnet unter Verwendung der Eintragungen zum Erstgespräch zusammen mit dem Tagespflegegast und dessen Angehörigen alle relevanten Daten zum individuellen Pflege- und Betreuungsbedarf mit Hilfe des Pflegedokumentationsystems auf. Auf diese Weise wird ein erweiterter Überblick über die biografischen Bedingungen, die bisherige Tagesstruktur und mögliche Vorlieben und Abneigungen geschaffen.
Können Angehörige die Fahrdienste nicht leisten, werden die Tagesgäste auf Wunsch morgens von einem Fahrdienst von zu Hause abgeholt und abends wieder gebracht. 1	Interne Qualitätssicherung
Die Qualitätskriterien des AWO Bezirksverbandes Ober- und Mittelfranken gelten ür die Tagespflege uneingeschränkt. Dies bedeutet u.a. die Umsetzung der Qualitätsdimensionen von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität wie folgt (Schwerpunkte):
Wohnbereichsleitung mit entsprechender Qualifikation, Fachkräfteeinsatz, Bezugspflegesystem,
Multiprofessionelles Team in den aufgeführten Betreuungsgruppen,
Qualitätsstandards zur spezifischen Versorgung demenziell erkrankter Menschen,
bedarfsgerechte Fortbildungen und Bereithalten von Fachliteratur.
Umsetzung therapeutischer Methoden,
Pflegeplanung auf der Grundlage der Biografie,
regelmäßige Pflegevisiten,
regelmäßige Fallbesprechungen,
Ermittlung der Bewohnerzufriedenheit und der Angehörigenzufriedenheit,
Die Pflegeplanung und -dokumentation sowie die Betreuungsplanung und -dokumentation erfolgen analog den Anforderungen bei der stationären Versorgung unter Berücksichtigung der spezifischen Besonderheiten der Tagespflege. Es wird sichergestellt, dass eine den individuellen Gegebenheiten des Tagespflegegastes ausgerichtete Planung erfolgt, diese ausgewertet und ggf. angepasst wird.
Teambesprechungen, Pflegevisiten, Fallbesprechungen, Zufriedenheitsabfragen, Qualitätszirkel und die Umsetzung eines Beschwerdemanagements sind fester Bestandteil des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) im Rahmen des Qualitätsmanagements der Einrichtung. 2	Externe Qualitätssicherung
Die Einrichtung beteiligt sich an verbandsbezogenen einrichtungsübergreifenden Qualitätsvergleichen (z.B. Benchmarking) und Audits, deren Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur weiteren Qualitätsentwicklung genutzt werden.
1. Vorbemerkungen, Überlegungen
2. Institutionelle Ausgangsituation
6. Art und Umfang
7. Organisatorische und personelle Rahmen- bedingungen, Personalausstattung 8. Qualifikation 9. Zuständigkeiten
10. Räumliche Rahmenbedingungen
11. Strukturelle Rahmenbedingungen, zeitlicher Rahmen
12. Anmeldung, Aufnahme 13. Ermittlung des Betreuungsbedarfes
14. Beförderung
15. Qualitätssicherung und –entwicklung
Konzept für schwerst pflege-bedürftigeMenschen
Konzept zur eingestreutenTagespflege
Kostenanteileaufgeschlüsselt
Monatliche Heimkostenim Doppelzimmer
Monatliche Heimkostenim Einzelzimmer
KostenanteileeingestreuteTagespflege
Genehmigte Pflegesätze aufgeschlüsselt nach Pflegeleistungen, Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionsleistungenfür vollstationäre, Kurzzeit- und Verhinderungspflege
Genehmigte Pflegesätze nach § 75, Abs. 3 und § 76, Abs. 2 SGB XII
aufgeschlüsselt nach Maßnahmepauschale, Grundpauschale und Investitionsaufwendungen
Pfl.-st.
Pflegebed.
Härtef.*)
*)inkl.
davon Unterkunft
Gesamt im:
Verpfl. Umbau
Härtef.
Maßnahme-
Investitionsaufwendungen:
Tägliche bzw. monatliche Heimkosten (vollstationär, Kurzzeit-/Verhinderungspflege) (Inkl. Pflege-u. Betreuungsleistungen, Unterkunft u. Verpflegung, Investitionsleistungen) Doppelzimmer
Pflegesatz:
Heimkosten bei 30 Tg.:
Selbstzahler/ SHV:
Rüstig:
1481,40
1423,200
Pfl.st.
1958,70
3031,80
1701,80
3403,80
3781,50
1728,30
Tägliche bzw. monatliche Heimkosten (vollstationär, Kurzzeit-/Verhinderungspflege) (Inkl. Pflege-u. Betreuungsleistungen, Unterkunft u. Verpflegung, Investitionsleistungen) Einzelzimmer
Monatl. Heimkosten
bei 30 Tg.:
1971,90
3103,20
1773,20
3475,80
3417,00
1863,80
3853,50
1799,70
Genehmigte Pflegesätze aufgeschlüsselt nach Pflegeleistungen, Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionsleistungen
für eingestreute Tagespflege
Pfl.-stufe
Tägliche bzw. monatliche Heimkosten (vollstationär, Kurzzeit-/Verhinderungspflege) (Inkl. Pflege-u. Betreuungsleistungen (mit Sonstigen Diensten), Unterkunft u. Verpflegung, Investitionsleistungen, Ausb.zuschl.) abzgl.Anteil
st./AH:
Heimkosten bei 30
Selbstzahler SHV:
Pfl.st
3853,80
Inanspruchnahme von Tagespflege
01.11.2015)
bereits gewährten Geldleistungen für
mit Jahresbeginn 2015 die in der Tabelle (siehe "Tagespflege")
angegebenen €-
Beträge je nach Pflegestufe und Einschätzung der
Alltagskompetenz zur
Begleichung des pflegebedingten Aufwandes in Anspruch genommen werden.
Kosten für Unterkunft und Verpflegung müssen selbst
Aufwand Pflegestufe 1:
Pflegekasse pro Monat:
finanzierter Tage:
Beispielrechnung zurInanspruchnahme vonTagespflege
Diese Möglichkeiten bieten sich an, wenn Sie
* normalerweise von Ihren Angehörigen zu Hause gepflegt werden, aber diese einmal Urlaub machen möchten und Sie in der Zwischenzeit gut gepflegt und betreut wissen wollen,
* eine Krankenhaus-/ Rehamaßnahme für eine bestimmte Zeit eine vollstationäre Pflege notwendig bzw. sinnvoll erscheinen lässt,
* Ihre Angehörigen selbst für eine bestimmte Zeit aus anderen Gründen nicht in der Lage sind, Ihre häusliche Pflege wahrzunehmen. Die Pflegekassen bieten auf Antrag Kurzzeit- und Verhinderungspflege jeweils pro Jahr für je maximal 28 Tage mit maximal je € 1612.- Unterstützung an. Voraussetzung ist mindestens die Pflegestufe 1. Verhinderungspflege kann nur in Anspruch genommen werden, wenn die Pflegestufe 1, 2 oder 3 bereits seit sechs Monaten besteht.
Die Kostenerstattung der Pflegekassen deckt den pflegebedingten Aufwand ab, Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie der Investitionsbetrag müssen selbst getragen werden.
Falls Sie interessiert sind, können Sie aus unseren obigen Pflegesätzen jederzeit ermitteln, für welchen Zeitraum die € 1612.- ausreichen und wie hoch Ihr Selbstkostenanteil ausfallen würde. Hier ein Beispiel:
Pflegestufe 1 (pflegebedingter Aufwand, inkl. Ausb.zuschl, tgl. € 57,97)
Unterkunft und Verpflegung tgl. € 20,75
Investitionsbetrag Doppelzimmer (DZ) Altbau € 5,86
Anteil Pflegekasse: € 1612 : € 57,97 = > 26 Tage mögl. (Maximalausschöpfung 28 Tage) Selbstkostenbeitrag: € 20,75 (U+V) + € 5,86 (Invest.) = € 26,61
Bei beabsichtigter Ausnutzung von 26 Tagen: 26 x € 26,61 = € 691,86 Rechnerisch schnell dargestellt, vielleicht im Moment alles einfach zuviel? Wir helfen Ihnen gerne: Tel.: 09141/9954-0.
zu unserer eingestreuten Tagespflege
01.01.2015)
teilstationäre Pflege (u.a. Tagespflege) § 41,
§ 123 SGB XI
Alltagskompetenz nach § 45 a SGB XI
Pflegestufe 2: 1.144,00
Pflegestufe 2: 1.298,00
Pflegestufe 3: 1.612,00
Pfl.stufe 3: 1.612,00
Beträge können ergänzend
zu bereits gewährten Geldleistungen für
ambulante Dienste genutzt werden.
Die AWO-Webseite unter der Web-Adresse www.awo-seniorenzentrum-weissenburg.de ist ein Projekt
des Seniorenzentrum der AWO Weißenburg
Seniorenzentrum der AWO Schönau 2
Telefon: 09141/9954-0
Telefax: 09141/9954-60
seniorenzentrum.weissenburg@awo-ofr-mfr.de
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