Source: http://nzdeutschland.info/2013/06/26/deutsche-staatsburgerschaft-fur-kiwis/
Timestamp: 2018-03-23 06:46:08+00:00

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Neuseeland in Deutschland » Deutsche Staatsbürgerschaft für Kiwis
Deutsche Staatsbürgerschaft für Kiwis
Einbürgerung, Gastartikel
Im Forum der Kiwis in Germany wurde vor kurzem darüber diskutiert diskutiert, ob eine Neuseeländerin die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen sollte. „Gerade ist mir aufgefallen, dass ich jetzt schon rund 20 Jahre in Deutschland bin. Bin ich dann mehr Deutsche als Neuseeländerin? Hat jemand von euch schon mal darüber nachgedacht, die Staatsbürgerschaft hier anzunehmen?“ Alle Kiwis, die sich in der Facebook Diskussion daraufhin zu Wort meldeten, lehnten strikt ab, ihren neuseeländischen Pass gegen einen deutschen Pass einzutauschen. Da es in Deutschland keine doppelte Staatsbürgerschaft gibt, müsste die Neuseeländerin ihren Kiwi Pass abgeben, um den sich wiederum viele Deutsche gern bewerben.
Hier stellt sich die grundsätzliche Frage, worin der Vorteil für eine Neuseeländerin liegen würde, wenn sie ihren Kiwi Pass gegen den deutschen Pass eintauscht. „Der Hauptvorteil wäre ein EU-Pass“ hieß es in der zitierten Facebook Diskussion. Aber ein Meinungsaustausch ist noch keine objektive und zufriedenstellende Antwort auf die Frage zum Wechsel der Staatsbürgerschaft. Daher hat NZdeutschland Kontakt mit der Rechtsanwältin Daniela Noetzel in Kiel aufgenommen, die u.a. auf dem Gebiet des Ausländerrechts tätig ist
In ihrem Gastartikel erläutert die Fachanwältin für Familien- und Arbeitsrecht, ob und wann ein Antrag auf die deutsche Staatsbürgerschaft gerechtfertigt ist.
Das deutsche Staatsangehörigkeitsgesetz besagt, dass man die bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben muss. Aber es gibt auch Ausnahmen: Sogenannte besondere Härtefälle liegen vor, wenn man erhebliche Nachteile wirtschaftlicher oder vermögensrechtlicher Art hätte,
• bei unverhältnismäßigen Schwierigkeiten
• bei der Aufgabe der ausländischen Staatsangehörigkeit älterer Personen sowie
• unzumutbare Bedingungen für die Entlassung aus der ausländischen Staatsangehörigkeit, wie entwürdigende Entlassungsmodalitäten oder bei politisch Verfolgten und anerkannten Flüchtlingen.
Die Vorteile bei der Einbürgerung sind:
• ein aktives und passives Wahlrecht,
• einen Freigang zum öffentlichen Dienst,
• einen leichteren Zugang zu Sozialleistungen,
• die freie Auswahl des Aufenthaltsortes, Arbeitsplatzes und Wohnortes. Dieses gilt auch für die anderen Länder der EU.
• Die Einbürgerung begründet Berufsfreiheit wie z. B. Beamtenberufe oder auch freie Berufe wie z. B. Anwalt, Arzt, Apotheker.
• Der Nachzug von Familienmitgliedern ist einfacher. Man kann unter Umständen seine Angehörigen auch einbürgern lassen.
• Ferner ist man nach einer Einbürgerung im Inland z. B. nach einer begangenen Straftat vor einer Ausweisung geschützt.
• Durch eine Einbürgerung kann man bei der Jobsuche begünstigt werden. Die Agentur für Arbeit hilft dann auch bei der Arbeitssuche.
• Ferner wird Schutz geboten im Ausland durch das Konsulat oder durch die Botschaft.
Die Nachteile bei der Einbürgerung sind:
• Man verliert die ursprüngliche Staatsbürgerschaft mit den Rechten.
• Es entstehen dann Nachteile bei einer Ein- und Ausreise in den ursprünglichen Heimatstaat. Es ergeben sich Nachteile bei einem Studium und bei der Ausbildung, da Aufenthaltsgenehmigungen erforderlich sein werden.
• Dadurch bedingt, dass man in der deutschen Sozialversicherung ist, würden dann auch die Möglichkeiten entfallen, die man als Ausländer hat, wie z. B. eine Beitragserstattung.
• Ferner ergeben sich Nachteile betreffend Erbrechnung und Grundbesitz, den man im Heimatstaat hatte.
Sofern man sich für den dauerhaften Aufenthalt in Deutschland und einen Wechsel der Staatsbürgerschaft entscheidet, muss ein Antrag auf Einbürgerung gestellt werden.
Ich kann Dir nur sagen, dass gem. § 8 des Staatsangehörigkeitsgesetz ein Ausländer, der rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat, auf seinen Antrag eingebürgert werden kann, wenn er
2. weder wegen einer rechtswidrigen Tat zu einer Strafe verurteilt noch gegen ihn aufgrund seiner Schuldunfähigkeit eine Maßregel der Besserung und Sicherung angeordnet worden ist,
Von den Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 2 und 4 kann aus Gründen des öffentlichen Interesses oder zur Vermeidung einer besonderen Härte abgesehen werden.
Gemäß § 10 des Staatsangehörigkeitsgesetz ist ein Ausländer, der seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat und handlungsfähig nach Maßgabe des § 80 des Aufenthaltsgesetzes oder gesetzlich vertreten ist auf Antrag einzubürgern – dort werden die ganzen Voraussetzungen aufgelistet-.
In § 12 b Staatsangehörigkeitsgesetz ist vermerkt, dass der gewöhnliche Aufenthalt im Inland durch Aufenthalte bis zu sechs Monaten im Ausland nicht unterbrochen wird.
§ 14 Staatsangehörigkeitsgesetz sieht die Einbürgerung eines Ausländers mit gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland vor. Danach kann ein Ausländer, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat unter den Voraussetzungen der §§ 8 und 9 eingebürgert werden, wenn Bindungen an Deutschland bestehen, die eine Einbürgerung rechtfertigen. Diese sogenannte Ermessenseinbürgerungen von Personen, die im Ausland wohnen, sind sehr selten und setzen ein besonderes staatliches Interesse voraus.
In § 9 ist die Einbürgerung von Ehegatten oder Lebenspartner Deutscher vorgesehen.
Gem. § 17 geht die Staatsangehörigkeit geht verloren
2. durch den Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit etc.

References: § 8
 § 10
 § 80
 § 12

§ 14
 § 9
 § 17