Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=11.03.1988&Aktenzeichen=VI%20R%20106/84
Timestamp: 2019-09-18 15:10:16+00:00

Document:
BFH, 11.03.1988 - VI R 106/84 - dejure.org
https://dejure.org/1988,153
BFH, 11.03.1988 - VI R 106/84 (https://dejure.org/1988,153)
BFH, Entscheidung vom 11.03.1988 - VI R 106/84 (https://dejure.org/1988,153)
BFH, Entscheidung vom 11. März 1988 - VI R 106/84 (https://dejure.org/1988,153)
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EStG 1978 § 8 Abs. 1, § 19 Abs. 1 Satz 1, § 40 Abs. 1
Arbeitslohn - Sicherheitswettbewerb - Prämien - Lohnsteuer - Pauschalierung der Lohnsteuer - Berechnung des Pauschsteuersatzes
1. Im Rahmen eines Sicherheitswettbewerbs an Arbeitnehmer gezahlte Prämien sind Arbeitslohn - 2. Zur Berechnung des Pauschalsteuersatzes nach § 40 Abs. 1 Satz 1 EStG
BFHE 153, 324
BB 1988, 1594
DB 1988, 1733
BStBl II 1988, 726
Das liegt vor, wenn der Rechtsanspruch nur mit Rücksicht auf das Dienstverhältnis eingeräumt wird und sich im weitesten Sinne als Gegenleistung für das Zurverfügungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers erweist (vgl. BFH-Urteile vom 24. Oktober 1990 X R 161/88, BStBl II 1991, 337; vom 11. März 1988 VI R 106/84, BStBl II 1988, 726, m. w. N).
Je höher aus der Sicht des Arbeitnehmers die Bereicherung anzusetzen ist, desto geringer zählt das aus der Sicht des Arbeitgebers vorhandene eigenbetriebliche Interesse (BFH-Urteil vom 11. März 1988 VI R 106/84, BFHE 153, 324, BStBl II 1988, 726).
Selbst in dem ausdrücklich vom Gesetzgeber zugelassenen Fall der Lohnsteuerpauschalierung bei Nacherhebung in einer größeren Anzahl von Fällen (§ 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG) ist die pauschale Lohnsteuer nach den individuellen Verhältnissen der einzelnen Arbeitnehmer zu ermitteln, wie sich aus dem Verweis auf § 38a EStG sowie aus § 40 Abs. 1 Satz 4 EStG ergibt (vgl. zu diesem Berechnungsverfahren auch BFH-Urteil vom 11. März 1988 VI R 106/84, BFHE 153, 324, BStBl II 1988, 726, unter B.II.1.).
Je höher aus der Sicht des Arbeitnehmers die Bereicherung anzusetzen ist, desto geringer zählt das aus der Sicht des Arbeitgebers vorhandene eigenbetriebliche Interesse (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 11. März 1988 VI R 106/84, BFHE 153, 324, BStBl II 1988, 726).
Die Einräumung der bloßen Gewinnchance führt noch nicht zu einem Zufluß von Arbeitslohn (Bestätigung der Rechtsprechung in dem Urteil vom 11. März 1988 VI R 106/84, BFHE 153, 324, BStBl II 1988, 726; Änderung der Rechtsprechung in dem Urteil vom 19. Juli 1974 VI R 114/71, BFHE 114, 28, BStBl II 1975, 181).
Nach der Rechtsprechung des Senats ist der Zufluß (§ 11 Abs. 1 EStG) eines Vorteils dann als Einnahme (§ 8 Abs. 1 EStG) bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit (§ 19 Abs. 1 Nr. 1 EStG) zu erfassen, wenn der Vorteil durch das Arbeitsverhältnis veranlaßt ist (vgl. BFH-Urteil vom 11. März 1988 VI R 106/84, BFHE 153, 324, BStBl II 1988, 726, 728, zu B I. 1., m. w. N.).
Derartige Prämien sind Arbeitslohn i. S. des § 19 Abs. 1 Nr. 1 EStG (vgl. BFH-Urteil in BFHE 153, 324, BStBl II 1988, 726).
Nach ständiger Rechtsprechung des BFH werden gemäß § 19 Abs. 1 Nr. 1 EStG Vorteile "für eine Beschäftigung" gewährt, wenn sie durch das individuelle Dienstverhältnis des Arbeitnehmers veranlasst sind (Urteile vom 11. März 1988 VI R 106/84, BFHE 153, 324, BStBl II 1988, 726; vom 26. Juni 2003 VI R 112/98, BFHE 203, 53, BStBl II 2003, 886;… vom 10. Mai 2006 IX R 82/98, BFH/NV 2006, 1569;… vom 4. Mai 2006 VI R 19/03, BFH/NV 2006, 1577, Der Betrieb 2006, 1471).
Auch in anderem Zusammenhang hat der BFH mehrfach die zwischen der Intensität des eigenbetrieblichen Interesses des Arbeitgebers und dem Ausmaß der Bereicherung des Arbeitnehmers bestehende Wechselwirkung betont (BFH-Urteile vom 11. März 1988 VI R 106/84, BFHE 153, 324, BStBl II 1988, 726, und vom 2. Februar 1990 VI R 15/86, BFHE 159, 513, BStBl II 1990, 472).
BFH, 28.11.1990 - VI R 115/87
Ein Lohnsteuer-Pauschalierungsbescheid ist dann inhaltlich hinreichend bestimmt, …

References: § 8
 § 19
 § 40
 § 40
 § 38
 § 40
 § 19
 § 19