Source: http://hozir.org/30-sitzung-der-tagung-201011-der-xvii-gesetzgebungsperiode.html
Timestamp: 2017-10-20 19:34:34+00:00

Document:
1. Eröffnung durch Präsident Ing. Penz (Seite 3).
Mitteilung des Einlaufes sowie Bekanntgabe in der Zusammensetzung der Ausschüsse (Seiten 3 u. 6).
Angelobung eines Mitgliedes des Landtages (Seite 6).
Ltg. 618/A-8/38: Antrag der Abgeordneten Bader u.a. gem. § 40 LGO 2001 auf Abhal­tung einer Aktuellen Stunde zum Thema: „Schulreform – beste Ausbildung für unsere Kinder in den Regionen – Nicht-Ziel „Erhal­tung von Kleinschulen“ ist keine Lösung für Niederösterreich“.
Redner: Abg. Bader (Seite 6), Abg. Waldhäusl (Seite 9), Abg. Jahrmann (Seite 12), Abg. Weiderbauer (Seite 13), Abg. Moser (Seite 16), Abg. Ing. Huber (Seite 20), Abg. Mag. Leichtfried (Seite 21), LR Mag. Heuras (Seite 23), Abg. Mag. Schneeberger (Seite 26), Abg. Mag. Leichtfried (Seite 28).
Ltg. 584-1/A-1/36: Antrag des Bau-Aus­schusses zum Antrag mit Gesetzentwurf gem. § 34 LGO 2001 der Abgeordneten Dipl.-Ing. Eigner, Jahrmann, Waldhäusl u.a. betreffend Änderung der NÖ Bauordnung 1996.
Berichterstatter: Abg. Dipl.Ing. Eigner (Seite 29).
Redner: Abg. Dr. Krismer-Huber mit Ab­änderungsantrag und Resolutionsantrag be­treffend Änderung der Bautechnikverordnung zur Regelung der Anzahl und Ausgestaltung der Abstellanlagen für Fahrräder (Seite 29), Abg. Waldhäusl (Seite 33), Abg. Kasser (Seite 35), Abg. MMag. Dr. Petrovic mit Abänderungsantrag (Seite 36), Abg. Jahr­mann (Seite 37), Abg. Schuster mit Abände­rungsantrag und Resolutionsantrag betref­fend verbesserte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder (Seite 38), LR Rosenkranz (Seite 40).
Abstimmung (Seite 42).
(Abänderungsanträge Abg. Dr. Krismer-Huber, MMag. Dr. Petrovic nicht abgestimmt;
Abänderungsantrag Abg. Schuster ange­nommen: Zustimmung ÖVP, SPÖ, FPÖ, Ab­lehnung Grüne;
Ltg. 584-1/A-1/36 angenommen: Zustim­mung ÖVP, SPÖ, FPÖ, Ablehnung Grüne;
Resolutionsantrag Abg. Dr. Krismer-Huber abgelehnt: Zustimmung Grüne, Ablehnung ÖVP, SPÖ, FPÖ;
Resolutionsantrag Abg. Schuster ange­nommen: Zustimmung ÖVP, SPÖ, FPÖ, Ab­lehnung Grüne.)
6. Ltg. 597/B-8/2: Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses zum Bericht der Landesregierung betreffend NÖ Wirtschafts- und Tourismusfonds, Niederösterreich-Werbung GmbH, Jahresbericht 2009.
Berichterstatter: Abg. Schuster (Seite 42).
Redner: Abg. Dr. Krismer-Huber (Seite 42), Abg. Waldhäusl (Seite 43), Abg. Ing. Gratzer (Seite 44), Abg. Hinterholzer (Seite 45).
Abstimmung (Seite 47).
7. Ltg. 620/A-1/46: Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses zum Antrag der Ab­geordneten Mag. Schneeberger u.a. betref­fend Konjunkturmaßnahmen zur Stützung der NÖ Wirtschaft – Fortsetzung der Maß­nahmen sowie Einführung eines neuen Eigenkapitalsicherungsmodells für Klein- und Mittelunternehmen.
Berichterstatter: Abg. Bader (Seite 47).
Redner: Abg. Maier (Seite 47), Abg. Dr. Krismer-Huber (Seite 48), Abg. Waldhäusl (Seite 49), Abg. Kraft mit Zusatzantrag (Seite 50), Abg. Mag. Hackl (Seite 53).
Abstimmung (Seite 55).
(Ltg. 620/A-1/46 einstimmig angenommen;
Zusatzantrag abgelehnt: Zustimmung SPÖ, Ablehnung ÖVP, FPÖ, Grüne.)
8. Ltg. 616/S-5/31: Antrag des Wirtschafts- und Finanz-Ausschusses zur Vorlage der Lan­desregierung betreffend NÖ Landesjugend­heim Hollabrunn, Zu- und Umbau.
Berichterstatter: Abg. Ing. Gratzer (Seite 55).
Redner: Abg. Hafenecker (Seite 55), Abg. Mag. Renner (Seite 56), Abg. Lembacher (Seite 56).
Abstimmung (Seite 57).
9. Ltg. 627/B-1: Antrag des Rechnungshof-Ausschusses zum Bericht des Rechnungs­hof-Ausschusses Nr. 8 der XVII. Gesetz­gebungsperiode.
Berichterstatterin: Abg. Rinke (Seite 57).
Redner: Abg. Onodi (Seite 57), Abg. Tauchner (Seite 59), Abg. Kernstock (Seite 60), Abg. Weiderbauer (Seite 61), Abg. Königsberger (Seite 62), Abg. Thumpser (Seite 63), Abg. Erber (Seite 63), Abg. Sulzberger (Seite 65), Abg. Hauer (Seite 66).
Abstimmung (Seite 67).
10. Ltg. 621/A-1/47: Antrag des Rechts- und Verfassungs-Ausschusses zum Antrag mit Gesetzentwurf der Abgeordneten Mag. Schneeberger, Waldhäusl u.a. betreffend Änderung des NÖ Polizeistrafgesetzes.
Berichterstatter: Abg. Mag. Wilfing (Seite 68).
Redner: Abg. Dr. Krismer-Huber (Seite 68), Abg. Königsberger mit Abänderungsantrag (Seite 70), Abg. Onodi mit Resolutionsantrag betreffend einer generellen Mitwirkungspflicht der Polizei bei ortspolizeilichen Maßnahmen (Seite 71), Abg. Hintner (Seite 73).
Abstimmung (Seite 74).
(Abänderungsantrag angenommen: Zustim-
mung ÖVP, SPÖ, FPÖ, Ablehnung Grüne;
Ltg. 621/A-1/47 angenommen: Zustimmung ÖVP, SPÖ, FPÖ, Ablehnung Grüne;
Resolutionsantrag angenommen: Zustim­mung ÖVP, SPÖ, Ablehnung FPÖ, Grüne.)
11.1. Ltg. 601-1/A-2/20: Antrag des Rechts- und Verfassungs-Ausschusses zum Antrag mit Gesetzentwurf gem. § 34 LGO 2001 der Abgeordneten Dr. Michalitsch, Mag. Renner u.a. betreffend Änderung des NÖ Landes- und Gemeindebezügegesetzes 1997.
Berichterstatter: Abg. Ing. Gratzer (Seite 75).
11.2. Ltg. 602/A-2/21: Antrag des Rechts- und Verfassungs-Ausschusses zum Antrag mit Gesetzentwurf der Abgeordneten Mag. Leichtfried, Mag. Michalitsch u.a. betreffend Änderung des NÖ Bezügegesetzes.
11.3. Ltg. 603/A-2/22: Antrag des Rechts- und Verfassungs-Ausschusses zum Antrag mit Gesetzentwurf der Abgeordneten Mag. Leichtfried, Mag. Michalitsch u.a. betreffend Änderung des NÖ Gemeinde-Bezüge­gesetzes.
11.4. Ltg. 615/A-3/29: Antrag des Rechts- und Verfassungs-Ausschusses zum Antrag der Abgeordneten Waldhäusl u.a. betreffend Änderung des NÖ Landes- und Gemein­debezügegesetzes – Rücknahme der Bür­germeisterbezugserhöhung.
Berichterstatter: Abg. Dr. Michalitsch (Seite 75).
Redner zu 11.1. – 11.4.: Abg. Hafenecker (Seite 76), Abg. Dr. Krismer-Huber (Seite 77), Abg. Waldhäusl (Seite 78), Abg. Dworak (Seite 80), Abg. Mag. Riedl (Seite 82), Abg. Dr. Krismer-Huber (Seite 83), Abg. Wald­häusl (Seite 84), Abg. Mag. Schneeberger (Seite 84).
Abstimmung (Seite 85).
(Ltg. 601-1/A-2/20, Ltg. 602/A-2/21, Ltg. 603/A-2/22 einstimmig angenommen;
Ltg. 615/A-3/29 angenommen: Zustimmung ÖVP, SPÖ, Grüne, Ablehnung FPÖ.)
Präsident Ing. Penz (um 13.00 Uhr): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich eröffne die Sitzung. Von der heutigen Sitzung ha­ben sich entschuldigt Herr Landeshauptmann Dr. Pröll, Frau Landesrätin Mag. Mikl-Leitner, Herr Abgeordneter Gartner infolge einer Auslandsreise und Herr Abgeordneter Findeis, der sich auf Reha­bilitation befindet. Wir entbieten ihm die besten Genesungswünsche.
Ich stelle die Beschlussfähigkeit fest. Die Ver­handlungsschrift der letzten Sitzung ist geschäfts­ordnungsmäßig aufgelegen. Sie ist unbeanstandet geblieben und ich erkläre sie daher für genehmigt.
Der Freiheitliche Klub im NÖ Landtag gibt mit Schreiben vom 13. September 2010 Änderungen in den Ausschüssen bekannt:
Kommunal-Ausschuss: Mitglied Abgeordneter Christian Hafenecker anstelle von Abgeordneten Benno Sulzberger. Ersatzmitglied Abgeordneter Benno Sulzberger anstelle von Abgeordneten Ing. Martin Huber.
Kultur-Ausschuss: Mitglied Abgeordneter Benno Sulzberger anstelle von Abgeordneten a.D. Karl Schwab. Ersatzmitglied Abgeordneter Christian Hafenecker anstelle von Abgeordneten Benno Sulzberger.
Landwirtschafts-Ausschuss: Mitglied Abgeordneter Benno Sulzberger anstelle von Abgeordneten a.D. Karl Schwab.
Schul-Ausschuss: Ersatzmitglied Abgeordneter Christian Hafenecker anstelle von Abgeordneten Königsberger.
Sozial-Ausschuss: Ersatzmitglied Abgeordneter Christian Hafenecker anstelle von Abgeordneten a.D. Karl Schwab.
Umwelt-Ausschuss: Ersatzmitglied Abgeordneter Gottfried Waldhäusl anstelle von Abgeordneten a.D. Karl Schwab.
Weiters teile ich mit, dass das Geschäftsstück, Ltg. 583/E-1/6, Eingabe der Marktgemeinde Pernitz betreffend Änderung der NÖ Gemeinderatswahl­ordnung 1994, im Kommunal-Ausschuss am 30. September 2010 behandelt und enderledigt wurde. Das Ergebnis habe ich der Marktgemeinde schrift­lich mitgeteilt.
Ltg. 615/A-3/29 - Antrag der Abgeordneten Wald­häusl u.a. betreffend Änderung des NÖ Landes- und Gemein­debezügegesetzes - Rück­nahme der Bürgermeisterbe­zugserhöhung - wurde am 23.9.2010 dem Rechts- und Verfassungs-Ausschuss zuge­wiesen und steht auf der Ta­gesordnung.
Ltg. 616/S-5/31 - Vorlage der Landesregierung vom 21.9.2010 betreffend NÖ Landesjugendheim Hollabrunn, Zu- und Umbau – wurde am 23.9.2010 dem Wirtschafts- und Finanz-Ausschuss zugewiesen und steht auf der Tagesord­nung.
Ltg. 618/A-8/38 - Antrag der Abgeordneten Bader u.a. gemäß § 40 LGO 2001 auf Abhaltung einer Aktuellen Stunde in der Landtagssitzung am 7.10.2010 zum Thema: „Schulreform – beste Ausbil­dung für unsere Kinder in den Regionen – Nicht-Ziel ‚Erhaltung von Kleinschulen’ ist keine Lö­sung für Niederösterreich“.
Ltg. 619/B-23/1 - Vorlage der Landesregierung vom 21.9.2010 betreffend Ände­rung der NÖ Bauordnung 1996 – wurde am 23.9.2010 dem Bau-Ausschuss zugewiesen und steht auf der Tagesordnung (miterledigt mit Ltg. 584/A-1/36).
Ltg. 620/A-1/46 - Antrag der Abgeordneten Mag. Schneeberger u.a. betreffend Konjunkturmaßnahmen zur Stützung der NÖ Wirtschaft – Fortsetzung der Maßnahmen sowie Einführung eines neuen Eigenkapitalsicherungsmodells für Klein- und Mittelunterneh­men – wurde am 23.9.2010 dem Wirtschafts- und Finanz-Aus­schuss zugewiesen und steht auf der Tagesordnung.
Ltg. 621/A-1/47 - Antrag mit Gesetzentwurf der Abgeordneten Schneeberger u.a. betreffend Änderung des NÖ Polizeistrafgesetzes – wurde am 23.9.2010 dem Rechts- und Verfassungs-Aus­schuss zugewiesen und steht auf der Tagesordnung.
Ltg. 623/B-5/8 - Bericht des Rechnungshofes vom 30.9.2010 über Standes­amtsverbände und Staatsbür­gerschaftsverbände (Reihe Nie­derösterreich 2010/6) - wird dem Rechnungshof-Ausschuss zu­gewiesen.
Ltg. 627/B-1 - Bericht des Rechnungshof-Aus­schusses Nr. 8 wurde am 30.9.2010 im Rechnungshof-Ausschuss behandelt und steht auf der Tagesordnung.
Ltg. 628/B-15/2 - Bericht der Landesregierung vom 28.9.2010 betreffend NÖ Jahresumweltbericht 2009 und NÖ Klimaprogrammbericht 2009 – wird dem Umwelt-Ausschuss zugewiesen.
Ltg. 629/E-1/7 - Eingabe der Allicance for Nature betreffend Schutz und Erhaltung des Weltkulturerbes „Semmeringbahn und umge­bende Landschaft“ – wird dem Rechts- und Verfassungs-Aus­schuss zugewiesen.
Ltg. 630/B-9/2 - Bericht der Landesregierung vom 13.7.2010 betreffend Be­richt über die Tätigkeit und Wahrnehmungen der NÖ Land- und Forstwirtschaftsinspektion im Jahre 2009 – wird dem Landwirtschafts-Ausschuss zu­gewiesen.
Ltg. 631/B-11/2 - Bericht der Landesregierung vom 13.7.2010 betreffend NÖ landwirtschaftlicher Förderungs­fonds; Bericht über die Ge­barung und Tätigkeit im Jahre 2009 – wird dem Landwirt­schafts-Ausschuss zugewiesen.
Ltg. 632/B-14/2 - Bericht der Landesregierung vom 13.7.2010 betreffend Be­richt über die wirtschaftliche und soziale Lage der Land- und Forstwirtschaft in Niederöster­reich für das Jahr 2008 – wird dem Landwirtschafts-Ausschuss zugewiesen.
Ltg. 606/A-4/147 - Anfrage der Abgeordneten Dr. Krismer-Huber an Landes­hauptmann Dr. Pröll betreffend Energieeffiziente Bau- bzw. Sa­nierungsmaßnahmen am Institute of Science and Tech­nology (IST Austria) in Kloster­neuburg.
Ltg. 607/A-4/148 - Anfrage der Abgeordneten Dr. Krismer-Huber an Landeshaupt­mannstellvertreter Mag. Sobotka betreffend Energieeffiziente Bau- bzw. Sanierungsmaß­nahmen am Institute of Science and Technology (IST Austria) in Klosterneuburg.
Ltg. 608/A-4/149 - Anfrage der Abgeordneten MMag. Dr. Petrovic an Landes­hauptmann Dr. Pröll betreffend Sitzung der NÖ Landesregie­rung vom 7.9.2010.
Ltg. 609/A-4/150 - Anfrage des Abgeordneten Hafenecker an Landeshaupt­mann Dr. Pröll betreffend Rech­nungshof-Rohbericht „Skylink“.
Ltg. 610/A-4/151 - Anfrage der Abgeordneten MMag. Dr. Petrovic an Landes­hauptmann Dr. Pröll betreffend Sitzung der NÖ Landesregie­rung vom 15.9.2010.
Ltg. 611/A-4/153 - Anfrage des Abgeordneten Waldhäusl an Landeshaupt­mannstellvertreter Mag. Sobotka betreffend neuerliche Verluste bei den NÖ Wohnbauveranla­gungen.
Ltg. 612/A-4/153 - Anfrage des Abgeordneten Hafenecker an Landeshaupt­mann Dr. Pröll betreffend finan­zielle Situation der Gemeinden in Niederösterreich.
Ltg. 613/A-4/154 - Anfrage des Abgeordneten Hafenecker an Landeshaupt­mannstellvertreter Dr. Leitner betreffend finanzielle Situation der Gemeinden in Niederöster­reich.
Ltg. 614/A-4/155 - Anfrage des Abgeordneten Hafenecker an Landeshaupt­mannstellvertreter betreffend fi­nanzielle Situation der Gemein­den in Niederösterreich.
Ltg. 617/A-4/156 - Anfrage der Abgeordneten MMag. Dr. Petrovic an Landes­hauptmann Dr. Pröll betreffend Sitzung der NÖ Landesre­gierung vom 21.9.2010.
Ltg. 622/A-4/157 - Anfrage der Abgeordneten MMag. Dr. Petrovic an Landes­hauptmann Dr. Pröll betreffend Sitzung der NÖ Landesregie­rung vom 28.9.2010.
Ltg. 624/A-4/158 - Anfrage der Abgeordneten MMag. Dr. Petrovic an Landes­hauptmann Dr. Pröll betreffend Änderung des NÖ Polizeistraf­gesetzes.
Ltg. 625/A-5/95 - Anfrage der Abgeordneten MMag. Dr. Petrovic an Landes­rätin Mag. Mikl-Leitner betref­fend Änderung des NÖ Polizei­strafgesetzes.
Ltg. 626/A-5/96 - Anfrage der Abgeordneten MMag. Dr. Petrovic an Landes­rätin Mag. Scheele Änderung des NÖ Polizeistrafgesetzes.
Ltg. 633/A-4/159 - Anfrage der Abgeordneten MMag. Dr. Petrovic an Landes­hauptmann Dr. Pröll betreffend Sitzung der NÖ Landesregie­rung vom 5.10.2010.
Ltg.-634/A-4/160 - Anfrage des Abgeordneten Waldhäusl an Landeshaupt­mann Dr. Pröll betreffend Kapi­talerhöhung der EVN AG.
Anfragebeantwortungen zu Ltg. 607/A-4/148 von Herrn Landeshauptmannstellvertreter Mag. Sobotka; zu Ltg. 608/A-4/149, Ltg. 610/A-4/151, Ltg. 617/A-4/156, Ltg. 622/A-4/157, Ltg. 624/A-4/158 von Herrn Landeshauptmann Dr. Pröll; zu Ltg. 625/A-5/95 von Frau Landesrätin Mag. Mikl-Leitner, zu Ltg. 626/A-5/96 von Frau Landesrätin Mag. Scheele.
Heute sind noch folgende Geschäftsstücke eingelangt: Ltg. 635, Antrag der Abgeordneten Dr. Krismer-Huber u.a. betreffend Prüfung der Hypo Investmentbank AG durch den NÖ Rechnungshof. Der Antrag ist laut Geschäftsordnung nicht entspre­chend unterstützt. Ich stelle daher gemäß § 32 Abs.5 LGO die Unterstützungsfrage. (Nach Ab­stimmung:) Ich stelle fest, dass für diesen Antrag die Abgeordneten der Grünen stimmen, damit hat dieser Antrag keine Mehrheit gefunden.
Weiters ist heute eingelangt Ltg. 636/A-1/48, Antrag der Abgeordneten Mag. Schneeberger u.a. betreffend gefährdete Schulstandorte in Wr. Neu­stadt. Diesen Antrag weise ich dem Schul-Aus­schuss zu.
Ltg. 637/A-2/24, Antrag der Abgeordneten Dworak u.a. betreffend Spielautomatenabgabe. Diesen Antrag weise ich dem Wirtschafts- und Fi­nanz-Ausschuss zu.
Für die heutige Sitzung wurde folgende Rede­zeitkontingentierung zwischen den Parteien ent­sprechend dem Redezeitmodell vom 15. Mai 2008 festgelegt. Die Gesamtredezeit beträgt ohne Aktu­elle Stunde 463 Minuten. Auf Grund des zitierten Landtagsbeschlusses kommen demnach der ÖVP 204, der SPÖ 120, der FPÖ 74 und den Grünen 65 Minuten zu.
Für die Aktuelle Stunde gilt die Verteilung von 100 Minuten zwischen den Fraktionen im Verhältnis von 44:26:16:14. Dem Antrag stellenden Klub kommen noch 15 Minuten Redezeit zu. Ich halte ausdrücklich fest, dass Berichterstattungen, Wort­meldungen zur Geschäftsordnung, tatsächliche Berichtigungen und die Ausführungen des am Vor­sitz befindlichen Präsidenten nicht unter die Rede­zeitkontingentierung fallen.
Mit Schreiben vom 30. September 2010 teilt Herr Abgeordneter Helmut Doppler mit, dass er sein Mandat mit Ablauf des 6. Oktober 2010 zurück legt. Die Landeswahlbehörde beim Amt der NÖ Landesregierung gibt bekannt, dass dieses Mandat gemäß § 103 Abs.3 der NÖ Landtagswahlordnung 1992 Herrn Josef Balber, geboren 1962, wohnhaft in Altenmarkt an der Triesting, zugewiesen wird. Wir kommen daher zur Angelobung eines Mitglie­des des Landtages. Ich ersuche die Schriftführerin, Frau Abgeordnete Lembacher, um Verlesung der Angelobungsformel. (Präsident Ing. Penz und die Damen und Herren des Hohen Landtages erheben sich.)
Schriftführerin Abg. Lembacher (ÖVP) (liest): „Ich gelobe unverbrüchliche Treue der Re­publik Österreich und dem Lande Niederösterreich, stete und volle Beobachtung der Gesetze und ge­wissenhafte Erfüllung meiner Pflichten.“
Präsident Ing. Penz: Herr Abgeordneter Balber!
Abg. Balber (ÖVP): Ich gelobe!
(Präsident Ing. Penz und die Damen und Her­ren Abgeordneten nehmen ihre Plätze wieder ein.)
Präsident Ing. Penz: Ich gratuliere Herrn Ab­geordneten Balber sehr herzlich zu dieser Wahl in den NÖ Landtag und wünsche ihm für seine Arbeit alles Gute und im Interesse des Landes Nieder­österreich viel Erfolg! (Beifall im Hohen Hause. – Die Damen und Herren Abgeordneten gratulieren dem neuen Mitglied des NÖ Landtages.)
Ich glaube, dass der Erfolg, Herr Abgeordneter Balber, durchaus auch möglich ist, denn eine starke Delegation aus dem Bezirk Baden hat diesen Ta­gesordnungspunkt begleitet. Und ich darf stellver­tretend für alle, die aus diesem Raum kommen, die Bürgermeister Seewald, Miedl, Ringhofer, Schneider und Schweiger herzlich willkommen heißen! (Beifall im Hohen Hause.)
Der Landtagsklub der Österreichischen Volks­partei gibt demnach folgende Änderungen in den Ausschüssen bekannt:
Bau-Ausschuss: Abgeordneter Franz Grandl anstelle von Abgeordneten a.D. Helmut Doppler als Mitglied und Abgeordneter Josef Balber als Er­satzmitglied.
Kultur-Ausschuss: Abgeordneter Josef Balber anstelle von Abgeordneten a.D. Helmut Doppler als Ersatzmitglied.
Landwirtschafts-Ausschuss: Abgeordneter Mag. Gerhard Karner anstelle von Abgeordneten a.D. Helmut Doppler als Ersatzmitglied.
Sozial-Ausschuss: Abgeordnete Erika Aden­samer anstelle von Abgeordneten a.D. Helmut Doppler als Mitglied und Abgeordneter Josef Balber als Ersatzmitglied.
Wirtschafts- und Finanz-Ausschuss: Abgeord­neter Jürgen Maier anstelle von Abgeordneten a.D. Helmut Doppler als Mitglied und Abgeordneter Mag. Karl Wilfing als Ersatzmitglied. Abgeordneter Ing. Manfred Schulz anstelle von Abgeordneten a.D. Helmut Doppler als Obfraustellvertreter und Abgeordneter Jürgen Maier als Schriftführerstell­vertreter.
Wir kommen nun zur Aktuellen Stunde, Ltg. 618/A-8/38, Antrag der Abgeordneten Bader u.a. zum Thema „Schulreform – beste Ausbildung für unsere Kinder in den Regionen – Nicht-Ziel ‚Erhal­tung von Kleinschulen’ ist keine Lösung für Nieder­österreich“.
Gemäß § 40 Abs.4 LGO wurde beantragt, die Aktuelle Stunde am Beginn der Landtagssitzung durchzuführen. Ich bringe diesen Antrag zur Ab­stimmung. (Nach Abstimmung:) Ich stelle die ein­stimmige Annahme dieses Antrages fest.
Ich ersuche Herrn Abgeordneten Bader als ersten Antragsteller zur Darlegung der Meinung der Antragsteller das Wort zu nehmen.
Abg. Bader (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsi­dent! Meine sehr geehrten Damen und Herren Mit­glieder der NÖ Landesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Aktuelle schul- und bildungspolitische Diskus­sionen sind eine spannende Herausforderung. Eine spannende Herausforderung für uns als Vertreter der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land, aber auch für die Eltern und die Lehrer. Und sie sind natürlich auch eine ausgezeichnete Gelegenheit, einiges zu diesen Themen aufzuzeigen. Daher haben wir als ÖVP Niederösterreich das Thema „Schulreform - beste Ausbildung für unsere Kinder in den Regionen - Nicht-Ziel ‚Erhaltung der Klein­schulen’“ - wie das die Frau Bundesministerin for­muliert hat - „ist keine Lösung für Niederösterreich“ beantragt.
Es ist eine gute Gelegenheit nämlich aufzuzei­gen die unterschiedlichen Standpunkte der Par­teien. Das ist gut so, das ist wichtig so, das ist rich­tig so. Es ist aber genauso wichtig aufzuzeigen, wem es in diesem Land um das Wohl der Kinder geht, nämlich der Volkspartei Niederösterreich. Wem es auf der anderen Seite aber um den abso­luten bildungspolitischen Machtanspruch geht, nämlich der Frau Bundesministerin und der SPÖ Niederösterreich. Es ist gut und richtig aufzuzeigen, wer zum föderalen Prinzip in der österreichischen Bundesverfassung steht, nämlich die Volkspartei Niederösterreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Und wer auf der anderen Seite einem übertrie­benen Zentralismus das Wort redet. Zeigt aber auch, wem es um bedürfnisorientierte Bildungspoli­tik geht in Niederösterreich, nämlich der Volkspar-
tei. Und wem es um die Zerschlagung der Schul­struktur in diesem Lande geht, nämlich der SPÖ, auch den Grünen und besonders der Frau Bun­desministerin. (Beifall bei der ÖVP.)
Ja, und ich sage Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ ganz besonders, wer der Frau Bundesministerin in dieser Frage die Mauer macht. Nämlich die Leitner-SPÖ! Die lässt die Ver­antwortung für Schülerinnen und Schüler, für Leh­rerinnen und Lehrer, für die Regionen und für die Eltern vor allem in Niederösterreich vermissen. Daher aufwachen, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ist Ihnen das Mandat der Menschen (das ist ein Auftrag) nicht Verpflichtung, niederösterreichisch zu denken auch in bildungspolitischen Fragen? (Beifall bei der ÖVP.)
Ist Ihnen das Mandat der Menschen (nämlich Auftrag) nicht Verpflichtung, niederösterreichisch zu handeln? Das, glaube ich, hat die Leitner-SPÖ scheinbar verlernt. Auch in vielen anderen Berei­chen erleben wir das immer wieder mit.
Wo liegen also derzeit die wohl wichtigsten Probleme, die am Tisch liegen und vor allem die Gefahren in der Bildungspolitik verborgen? Sie liegen ganz einfach in der Dienststellenplanrichtlinie der Unterrichtsministerin. Da gibt es zwei Vorga­ben, die richten sich gegen die Interessen der Schülerinnen und Schüler, gegen die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer, gegen die Interessen der Eltern, gegen die Interessen der Regionen, der Gemeinden und der Bundesländer.
Ich zitiere wörtlich, wer mitlesen will, kann das gerne tun: Seite 12 steht alles schwarz auf weiß drinnen:
1. Ein erklärtes Nicht-Ziel ist die Aufrechterhaltung einer kleinräumigen Schulstruktur. Darin liegt Sprengstoff für die Schulstruktur in Niederöster­reich. (Abg. Mag. Leichtfried: Das werde ich dir gleich sagen, wer das hineinreklamiert hat!)
Wissen Sie, was das bedeutet? Wie viele Schulstandorte da in Niederösterreich gefährdet sind? Und zwar im Zusammenhang mit dem zwei­ten Hammer, den es in dieser Richtlinie gibt und den ich auch wortwörtlich vorlesen möchte: Harmo­nisierung der Klassengrößen zum Zweck der Errei­chung annähernd gleicher Lehr- und Lernbedin­gungen für Lehrer und Schüler.
Das mag für den einen oder anderen gar nicht so schlimm klingen. Aber das hat dramatische Auswirkungen auf Niederösterreich!
Und weil der Kollege Leichtfried gerade gesagt hat, er wird uns sagen, wer das hineinreklamiert hat. Na glaubst, wir sind so einfach gestrickt, dass wir das nicht nachvollzogen haben was du in deiner Presseaussendung geschrieben hast? (Abg. Mag. Leichtfried: Das weiß ich eh, dass du was anderes erzählst!)
Es stimmt ja nicht! Es hat nicht das Finanzministe­rium hineinreklamiert. Das steht eh schon drinnen. Es ist vom Unterrichtsministerium gekommen und von sonst niemandem. Da gibt’s keine Kindesweg­legung! (Beifall bei der ÖVP.)
Zuerst die Richtlinie erstellen und dann die Verant­wortung dafür nicht übernehmen wollen, das ist zu einfach, das ist zu billig.
Welche Auswirkungen hat diese Problematik für Niederösterreich und vor allem für die Kinder in diesem Land? Wir haben uns das ein bisschen durchgerechnet, vor allem die Harmonisierung die­ser Klassenschülerhöchstzahl. Ja, die stehen drin­nen, die Klassengrößen. Wenn wir davon ausge­hen, dass wir die Ersten waren, die verpflichtend die 25 Schüler Klassenschülerhöchstzahl beschlos­sen haben in Niederösterreich … (Abg. Vladyka: Wie lange hat es denn gedauert?)
Ja, eure Frau Bundesministerin, der ihr die Mauer macht, die redet von Richtzahl 30 - und nicht mehr. Ja bitte, das ist doch lächerlich! Wir haben die 25! Wenn ich vier Klassen Volksschule rechne, komm ich jetzt einmal auf 100 Schülerinnen und Schüler. Bei dem was von bundespolitischer Seite vorliegt, wäre ich auf 120.
Also nehmen wir an, wir sind da ein bisschen human und sagen 75 Prozent. Also 75 Schülerin­nen und Schüler, das ist die Untergrenze, die da gemeint sein könnte. Bei den Hauptschulen unge­fähr 150.
Wenn man diese Überlegungen weiter spinnt, dann kommt man zu einem Ziel wo ich sage, bei der Annahme dieser Schulgrößen, bei Volksschule 75 und bei Hauptschulen 150 Kinder, dann ist das umgelegt auf Niederösterreich folgendes Ergebnis. Und das ist die Dramatik, die, glaube ich, ihr noch immer nicht kapiert habt: 631 Volksschulen in die­sem Land sind gefährdete Standorte mit dieser Regelung, mit dieser Dienststellenplanrichtlinie der Frau Ministerin. 317 Volksschulstandorte gefährdet in dem Land. 262 Hauptschulen gefährdet, 114 Standorte. Das sind zirka 43 Prozent.
Und wenn man sich das anschaut, was das in den Regionen draußen bedeutet. Bezirk Horn: 84 Prozent der Standorte der Volksschulen gefährdet.
Kollege Maier, das sind 16 von 19. Bezirk Zwettl 94. Bezirk Lilienfeld, Kollege Thumpser, 66 Pro­zent. 14 Volksschulen, 9 gefährdet.
Ich denke, die Frau Bundesministerin wird mit dir ja dann eh hinausfahren zu den einzelnen Bür­germeistern in Hohenberg, in St. Aegyd, die auch alle davon betroffen sind. Wird das den Bürger­meistern erklären und den Lehrerinnen und Lehrern ebenfalls erklären. (Abg. Thumpser: So wie es die Gehrer gemacht hat! Genau!)
Ich weiß schon, wie das laufen wird. In Wahr­heit wird das dann, wenn es umgesetzt ist, wenn sich die Frau Bundesministerin durchgesetzt hat mit ihrer Richtlinie, folgendermaßen laufen: Die Abge­ordneten von draußen werden herein fahren ins Landhaus, werden zum Bildungslandesrat pilgern, werden zum Landeshauptmann pilgern. Und wer­den bitten und betteln und sagen, bitte schön, sperrt mir meine Schule nicht zu. Doch dann ist es zu spät, meine Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei der ÖVP.)
Ja, aber eines, bitte, darf man bei der Ge­schichte nicht außer Acht lassen: Die Hauptleidtra­genden werden die Schülerinnen und Schüler sein. Mit noch weiteren Schulwegen, die heute oft schon sehr weit sind, mit täglich zweieinhalb Stunden Anfahrtswegen. Wir haben jetzt schon im Bezirk Lilienfeld Schülerinnen und Schüler, die mit dem Kleinbus in die Schule geführt werden und um 6.00 Uhr oder 6.15 Uhr abgeholt werden. Wenn sich diese Entfernungen noch vergrößern, ist das un­verantwortlich den Kindern gegenüber. (Abg. Weiderbauer: Ganz einfach: Fangen wir später mit dem Unterricht an!)
Und wir haben Strecken bis zu 60 km, die da zurückzulegen sind. Genau dort, wo auf der ande­ren Seite auch von bundespolitischer Seite öffentli­che Verkehrsmittel wieder eingestellt werden, das Land Niederösterreich einspringt und bei uns jetzt auch ein Buskonzept für das obere Traisental in Ausarbeitung hat.
Die Kinder werden zu Pendlern schon im Alter von 6, 7 Jahren. Wollen wir das wirklich? Wollen wir das ernsthaft unseren Kindern antun? Die Tages­belastung für die Kinder steigt! Die Entwurzelung und, und, und. Da könnte man noch so viel auf­zählen. Ich glaube, das ist nicht unser Ziel!
Und wie reagiert die SPÖ Niederösterreich, wie reagieren die Grünen auf diese Hatz im bildungs­politischer Hinsicht auf die Bundesländer? Wie reagiert die SPÖ Niederösterreich und die Grünen auf diese Niederösterreich-Hatz? Wie reagiert die SPÖ auf die klare Ansage zur Aushöhlung der Re­gionen in bildungspolitischer Hinsicht? Empört? Verantwortungsbewusst? Niederösterreichisch? Nichts von alldem ist zu spüren! Gerade denen, die Unterschriften sammeln wenn irgendwo in Nieder­österreich ein Briefkastl abmontiert wird, sind die Kinder egal! Sollen sie halt ein paar –zig Kilometer mehr pendeln, kümmern sich nicht um die Anliegen der Eltern, nehmen keine Verantwortung für die Menschen in diesem Land wahr und machen nur aus rein parteipolitischem Kalkül der Frau Bundes­ministerin die Mauer. (Beifall bei der ÖVP.)
Ich wollte das eigentlich nicht, liebe Kollegin­nen und Kollegen von der SPÖ, aber Sie zwingen mich irgendwo geradezu, Sie aufzufordern: Legen Sie Ihre Funktionen nieder, verzichten Sie auf Ihr Mandat, wenn Sie ohnehin der zentralistischen Linie der Frau Bundesministerin die Mauer machen und nicht zu den Menschen in diesem Land stehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Oder legen Sie endlich niederösterreichische Konzepte für die Bildungspolitik vor. Verstehen Sie endlich, dass es ganz einfach unterschiedliche Druckpunkte gibt, unterschiedliche Befindlichkeiten und unterschiedliche Probleme in einem Ballungs­raum wie Wien oder auch im Umland von Wien - das nehme ich hier gar nicht aus - und einem Flä­chenbundesland wie Niederösterreich. Das müssen wir bitte zur Kenntnis nehmen.
Und es geht nicht, wenn ich mir die Presse­aussendungen von euch alle anschaue, es geht überhaupt nicht um Macht in diesem Zusammen­hang. Überhaupt nicht. (Zwischenrufe bei der SPÖ: Nein! Nein! – Abg. Mag. Renner: Mein Gott!)
Ich kann euch schon sagen, es geht schon um Macht. Aber der Frau Schmied geht’s um die Macht! Der Frau Schmied geht es um Macht! (Bei­fall bei der ÖVP.)
Wenn ich mir die Weisung der Bundesministe­rin im Zusammenhang mit der Bestellung von Di­rektorinnen und Direktoren anschaue, dass die Kollegen nur mehr alphabetisch gereihte Vor­schläge, Dreiervorschläge, einreichen dürfen. Ja, damit ist … (Abg. Mag. Leichtfried: Ich habe ja gar nicht gewusst, dass ihr so ein gestörtes Verhältnis zur Macht habt!)
Herr Kollege Leichtfried! Da habe ich ein Zitat sogar von dir zu dem was die Frau Ministerin bei der Wei­sung zur Reihung von Dreiervorschlägen sagt. Da sagst du, damit ist gewährleistet, dass die Bewer­ber unvoreingenommen geprüft werden und Objek­tivität gewahrt bleibt. Da kann ich nur lachen! Da kann ich wirklich nur lachen. Das ist objektiv, wenn ein Hearing stattgefunden hat, noch einmal ein Hearing durchzuführen – Beispiel HTL Mödling – und dann vielleicht irgendwann noch einmal ein Hearing durchzuführen, bis dann endlich einmal eine Kandidatin oder ein Kandidat gefunden ist, der der Frau Bundesministerin zum Gesicht steht? Das ist doch überhaupt nicht objektiv. Das hat mit Ob­jektivität überhaupt nichts zu tun! (Beifall bei der ÖVP.)
Das ist ganz einfach Machtanspruch pur und dem machen die Sozialisten in Niederösterreich die Mauer, diesem Plan der Ministerin. Ich glaube, ihr habt bei eurem Ausflug nach Nordkorea wirklich gut aufgepasst und viel gelernt. Gratuliere dazu! (Beifall bei der ÖVP und Abg. Jahrmann.)
Es geht auch nicht, liebe Kolleginnen und Kol­legen, um Kleinstaaterei. Das ist nur ein faden­scheiniges Argument der Zentralisten. Und das Argument, der Vergleich mit der Straßenverkehrs­ordnung in den Bundesländern, der Vergleich mit Führerscheinprüfungen. Also ich muss sagen, recht intelligent ist der Vergleich nicht. Es geht um Ver­antwortung! (Beifall bei der ÖVP.)
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es geht ganz einfach um Verantwortung. Wir wollen ein Schul­system regionalisiert und nicht zersplittert haben. Wir wollen klar die Kompetenzen beim Bund sehen und auch bei den Ländern. Und es gibt klare und ganz wichtige Aufgaben, die von uns überhaupt nicht in Streit zu ziehen sind. Die außer Streit ste­hen, die klar der Bund vorzunehmen hat. Diese Aufgaben, diese Kompetenz muss er einbringen.
Das heißt, wir sind nicht gegen die Bundes­kompetenz. Wir sind nicht gegen den Bund. Es gibt die Lehrpläne beispielsweise. Na selbstverständlich muss die der Bund vorgeben! Es gibt Lehrziele. Na selbstverständlich, wer sonst sollte die vorgeben als der Bund? Es gibt Befähigungsnachweise. Es gibt Bildungsstandards. Die müssen vom Bund kommen. Ein gleiches Dienstrecht. Das muss vom Bund kommen. Bitte, wo ist denn das? Reden wir schon jahrelang darüber.
Keine Termine für die Personalvertreter bei der Frau Ministerin, aber immer schreien „Kompetenz, Kompetenz“! Sie kommt ja jetzt schon mit ihrer Arbeit nicht zurecht. Und gleiche Lehrerausbildung, selbstverständlich! Wo soll das denn angesiedelt sein als beim Bund?
Ganz einfach und verständlich heißt das: Der Bund soll uns die Ziele vorgeben. Wir wollen den Weg selber wählen. Ganz klar ins Stammbuch der Zentralisten, in Wien und in Niederösterreich, ganz wurscht wo sie zu Hause sind: Keine neuen unter­schiedlichen Schulsysteme in diesem Land sondern Ziele, die der Bund formuliert. Und wir in Nieder­österreich sind bereit, die Verantwortung zu über­nehmen. Das haben wir in der Vergangenheit be­wiesen, das werden wir auch in Zukunft tun. Bei­spiele gibt’s dafür genug. (Beifall bei der ÖVP.)
Beispiele gibt es genug dafür. Vor allem wenn man heute durchs Land Niederösterreich fährt, in die Gemeinden rauskommt, sich die Volksschulen anschaut, die Hauptschulen anschaut, die Poly­technischen Lehrgänge anschaut, die Sonderpäda­gogischen Zentren anschaut und die Landesbe­rufsschulen anschaut.
Gesamtbild: Ein haushoher Unterschied von der Qualität und von der Ausstattung zwischen den Bundesschulen, den Landes- und Gemeindeschu­len. Das können wir einfach besser! Und wir wissen auch, dass wir vor Ort bessere und vor allem für die Kinder bessere Entscheidungen treffen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Unser Vorschlag: Klare finanzielle Spielregeln da­für. Pro Kopf Geld für die Schülerinnen und Schü­ler, je nach Schulart. Und dann werden wir das schon lösen.
Ja, in diesem Sinne lade ich alle Fraktionen sehr, sehr herzlich ein: Machen wir gemeinsame Bildungspolitik im Interesse der Menschen in den Regionen und den Gemeinden. Denn damit sichern wir eine wohnortnahe, eine qualitätsvolle Ausbil­dung unserer Jugendlichen. Kämpfen wir gemein­sam gegen die Gefährdung von 317 Volksschul­standorten in diesem Land. Kämpfen wir gemein­sam gegen die Gefährdung von 114 Hauptschul­standorten im Interesse der Eltern, der Schüler, der Lehrer und der Gemeinden. Herzlichen Dank! (Beifall bei der ÖVP.)

References: § 40
 § 34
 § 34
 § 40
 § 32
 § 103
 § 40