Source: https://kirche-engelsdorf.de/friedhof/sommerfeld/30-friedhofsordnung
Timestamp: 2019-09-22 13:54:52+00:00

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vom 15.01.2000
Der kirchliche Friedhof ist die Stätte, auf der die Gemeinde ihre Toten zur letzten Ruhe bettet. Der kirchliche Friedhof ist als Bestattungsort immer auch zugleich Glaubenszeugnis. An seiner Gestalt wird sichtbar, inwieweit der Toten in Liebe gedacht wird und bei ihrem Gedächtnis christlicher Glaube lebendig ist. Gestaltung und Pflege des Friedhofs erfordern daher besondere Sorgfalt. Alle Arbeit auf dem Friedhof erhält so ihren Sinn und ihre Richtung.
D. Erbbegräbnisse
E. Urnengemeinschaften
§ 32 Urnengemeinschaftsanlagen
F. Grabmal- und Grabstättengestaltung
§ 34 Grabmalgrößenfestlegung
§ 35 Material, Form und Bearbeitung
§ 36 Schrift, Inschrift und Symbol
§ 37 Stellung des Grabmals auf der Grabstätte
§ 38 Grabstättengestaltung
§ 39 Landeskirchliche Richtlinien
Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Sommerfeld erläßt aufgrund von § 13 Absatz 2, Buchstabe i der Kirchgemeindeordnung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (KGO) vom 13. April 1983 (Amtsblatt Seite A 33) folgende Friedhofsordnung:
1) Der Friedhof in Leipzig-Engelsdorf, OT Sommerfeld steht im Eigentum des Kirchlehns Sommerfeld. Er umfaßt die Flurstücke Nr 111 und 112/2 der Gemarkung Sommerfeld und ist auf Blatt 48 (Bestandsnummer 635) des Grundbuches für Sommerfeld eingetragen. Träger ist die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Sommerfeld.
3) Aufsichtsbehörde ist das Evangelisch-Lutherische Bezirkskirchenamt Leipzig-Ost.
1) Der Friedhof ist bestimmt zur Bestattung aller Personen, die bei ihrem Ableben ihren Wohnsitz im Bereich der politischen Gemeinde Leipzig hatten oder ein Recht auf Bestattung in einer bestimmten Grabstätte besaßen.
2) Ausnahmen bedürfen der Genehmigung des Friedhofsträgers.
b) in den Monaten Oktober bis März von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr.
a) die Wege mit Fahrzeugen aller Art zu befahren - Kinderwagen, Rollstühle und Fahrzeuge der Friedhofsverwaltung und der Gewerbetreibenden sind ausgenommen,
13) Die Gewerbetreibenden sind verpflichtet, die bei ihren Arbeiten anfallenden Abfälle vom Friedhof zu entfernen.
3) Den Zeitpunkt der nichtkirchlichen Bestattung legt die Friedhofsverwaltung im Einvernehmen mit den Angehörigen fest.
4) Zu einer kirchlichen Bestattung gehört die Nutzung der Friedhofskapelle Sommerfeld grundsätzlich dazu. Über begründete Ausnahmen entscheidet die Friedhofsverwaltung.
5) Bestattungen dürfen nur in Anwesenheit eines Beauftragten des Friedhofsträgers vorgenommen werden.
6) Weltlichen Trauerrednern ist das unbefugte Tragen der Amtskleidung einer Kirche oder einer öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft oder Kleidung, die den Amtskleidungen zum Verwechseln ähnlich sehen, untersagt (§ 132a (3) StGB).
1) Die Leichenkammer dient zur Aufbewahrung der Verstorbenen bis zu deren Bestattung. Die Kammer und die Särge dürfen nur im Einvernehmen mit dem Friedhofsträger geöffnet und geschlossen werden.
2) Bei der Benutzung der Friedhofskapelle für Verstorbene, die keiner christlichen Kirche angehörten, ist der Charakter dieser kirchlichen Verkündigungsstätte zu respektieren.
3) Die Benutzung der Friedhofskapelle wird nicht gestattet, wenn gesundheitsaufsichtliche Bedenken entgegenstehen.
4) Die Grunddekoration der Friedhofskapelle besorgt der Friedhofsträger.
§ 12 Andere Bestattungsfeiern
1) Nach Rücksprache mit der Friedhofsverwaltung kann in begründeten Fällen eine "Stille Bestattung" oder eine "Bestattung mit Musik und/oder Worten nur am Grab" genehmigt werden. Auch diese Bestattungsfeiern dürfen nur in Anwesenheit eines Beauftragten des Friedhofsträgers vorgenommen werden.
2) Bei Stillen Bestattungen sind Musikdarbietungen und Worte am Grab nicht erlaubt.
3) Bei Bestattungsfeiern, Ansprachen und Niederlegung von Grabschmuck am Grab ist zu respektieren, daß sich das Grab auf einem kirchlichen Friedhof befindet.
1) Für besondere musikalische Darbietungen bei Bestattungsfeiern in der Friedhofskapelle und auf dem Friedhof ist vorher die Genehmigung des Pfarrers, bei nichtkirchlichen Feiern die der Friedhofsverwaltung, einzuholen.
Die Ruhefrist für Leichen und Aschen beträgt 20 Jahre.
2) Umbettungen von Leichen und Urnen bedürfen der vorherigen Zustimmung des Friedhofsträgers; der zuständigen Ordnungsbehörde sowie des Gesundheitsamtes. Die Zustimmung kann nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes erteilt werden. Umbettungen aus einer Reihengrabstätte in eine andere Reihengrabstätte des gleichen Friedhofs sind nicht zulässig, ausgenommen sind Umbettungen von Amts wegen.
4) Umbettungen werden von Beauftragten des Friedhofsträgers durchgeführt. Der Zeitpunkt der Umbettung wird vom Friedhofsträger festgesetzt.
1) Nutzungsrechte an Grabstätten werden unter den in dieser Ordnung aufgestellten Bedingungen vergeben. Die Grabstätten bleiben Eigentum des Friedhofsträgers. An ihnen bestehen nur zeitlich begrenzte Rechte gemäss dieser Ordnung. Der Nutzungsberechtigte erwirbt kein Eigentum an der Grabstätte.
b) Wahlgrabstätten für Leichen- und Aschenbestattungen mit allgemeinen Gestaltungsvorschriften,
3) Das Anlegen, Herrichten und jede wesentliche Änderung der Grabstätte muß nach § 33, Abs. 2 erfolgen.
5) Wird eine Grabstätte nicht ordnungsgemäß hergerichtet oder gepflegt, hat der Nutzungsberechtigte auf schriftliche Aufforderung des Friedhofsträgers die Grabstätte innerhalb einer jeweils festzusetzenden angemessenen Frist in Ordnung zu bringen. Ist der Nutzungsberechtigte nicht bekannt oder nicht ohne weiteres zu ermitteln, genügt eine öffentliche Bekanntmachung und ein sechswöchiger Hinweis auf der Grabstätte. Bleibt die Aufforderung oder der Hinweis drei Monate unbeachtet, wird auf Kosten des Nutzungsberechtigten die Reihengrabstätte abgeräumt, eingeebnet und eingesät. Bei Wahlgrabstätten kann der Friedhofsträger die Grabstätten auf Kosten des jeweiligen Nutzungsberechtigten in Ordnung bringen lassen oder das Nutzungsrecht ohne Entschädigung entziehen. Vor Entziehen des Nutzungsrechts ist der Nutzungsberechtigte unter Androhung des Entzuges noch einmal schriftlich aufzufordern, die Grabstätte unverzüglich in Ordnung zu bringen. Ist er nicht bekannt oder nicht ohne weiteres zu ermitteln, hat nochmals eine entsprechende öffentliche Bekanntmachung und ein entsprechender mehrwöchiger Hinweis auf der Grabstätte zu erfolgen. Wird das Nutzungsrecht entzogen, wird in dem Entziehungsbescheid der Nutzungsberechtigte aufgefordert, das Grabmal, Fundamente und sonstige bauliche Anlagen innerhalb von drei Monaten seit Unanfechtbarkeit des Entziehungsbescheides zu entfernen.
9) Kunststoffe und sonstige nicht verrottbare Werkstoffe sollen in sämtlichen Produkten der Trauerfloristik, insbesondere in Kränzen, Trauergebinden, Trauergestecken und Grabschmuck, ferner bei Grabeinfassungen sowie bei Pflanzenzuchtbehältern, die an der Pflanze verbleiben, nicht verwendet werden.
Ausgenommen sind Steckvasen und Markierungszeichen.
1) Der Friedhofsträger kann gegen Zahlung eines zu berechnenden Geldbetrages die Verpflichtung übernehmen, für die Grabpflege längstens bis zum Ablauf des Nutzungsrechtes im bestimmten Umfang zu sorgen.
1) Aus Gründen der Standsicherheit von Grabmalen beträgt die erforderliche Mindeststeinstärke bei Grabmalen bis 0,70 m Höhe 12 cm, bis 1,00 m Höhe 14 cm und über 1,00 m Höhe 18 cm.
Bei Grabmalen über 1,60 m Höhe ist die Standsicherheit statisch nachzuweisen. Grabmale, die die geforderte Mindeststärke unterschreiten, werden vom Friedhofsträger aus Gründen der Verkehrssicherheit auf Kosten des Nutzungsberechtigten wieder entfernt.
1) Die Errichtung und jede Veränderung von Steineinfassungen und Grabmalen bedarf der vorherigen rechtzeitigen schriftlichen Genehmigung durch den Friedhofsträger. Auch provisorische Grabmale sind genehmigungspflichtig. Der Antragsteller hat sein Nutzungsrecht nachzuweisen. Antragsberechtigt ist allein der Nutzungsberechtigte.
2) Sie erhalten Bestandsgarantie, werden in eine vom Friedhofsträger geführten Denkmalliste aufgenommen und dürfen nur mit Sondergenehmigung des Bezirkskirchenamtes neu vergeben, verändert oder an eine(r) andere(n) Stelle verlegt bzw. aufgestellt werden.
1) Nach Ablauf des Nutzungsrechtes sind die Grabmale, deren Fundamente und sonstige bauliche Anlagen auf den Grabstätten durch den Nutzungsberechtigten zu entfernen. Sind die Grabmale, Fundamente oder die sonstigen baulichen Anlagen nicht innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Nutzungsrechtes entfernt, ist der Friedhofsträger berechtigt, sie zu entfernen und darüber zu verfügen. Die dem Friedhofsträger entstehenden Kosten trägt der Nutzungsberechtigte.
Verstorbene bis fünf Jahre: Grösse der Grabstätte: Länge 1,50 m, Breite 0,90 m
Verstorbene über fünf Jahre: Grösse der Grabstätte: Länge 2,50 m, Breite 1,25 m
b) Aschenbestattung: Grösse der Grabstätte: Länge 1,00 m, Breite 1,00 m
6) Das Abräumen von Reihengrabfeldern oder Teilen von ihnen nach Ablauf der Ruhezeit wird sechs Monate vorher öffentlich und durch ein Hinweisschild auf dem betreffenden Grabfeld bekanntgemacht.
3) Wahlgrabstätten werden vergeben als ein- und mehrstellige Wahlgrabstätten. In einer einstelligen Wahlgrabstätte für Leichenbestattung darf nur eine Leiche bestattet werden. In einer mit einer Leiche belegten Wahlgrabstätte können zusätzlich zwei Aschen bestattet werden.
9) Das Nutzungsrecht an Grabstätten für Leichenbestattungen im Umkreis von 2,5 m vom Stammfuss vorhandener Bäume kann durch den Friedhofsträger für Leichenbestattungen aufgehoben werden, da zur Gewährleistung der Standsicherheit von Bäumen nach DIN 18920 verfahren werden muss.
Sind keine Angehörigen der Gruppen a) bis h) vorhanden oder zu ermitteln, so kann das Nutzungsrecht mit Zustimmung des Friedhofsträgers auch von einer anderen Person übernommen werden.
1) Erbbegräbnisse werden nicht mehr vergeben und verlängert.
2) Vor dem Inkrafttreten dieser Ordnung entstandene Nutzungsrechte von unbegrenzter oder unbestimmter Dauer werden auf eine Nutzungszeit nach § 29 Absatz 1 dieser Ordnung, jedoch nicht unter 30 Jahre nach Erwerb begrenzt. Sie enden jedoch nicht vor Ablauf der Ruhezeit der letzten Bestattung und vor Ablauf eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Ordnung.
1) Eine Urnengemeinschaftsanlage ist eine Grabstätte mit nicht einzeln gekennzeichneten, also anonymen Urnenbeisetzungsstellen. Für die Bestattung in einer Urnengemeinschaftsanlage werden keine Nutzungsrechte vergeben.
3) Ein Anspruch auf Bestattung in einer Urnengemeinschaftsanlage besteht nicht. Die Friedhofsverwaltung entscheidet über die Aufnahme in die Gemeinschaftsanlage. Über eine Aufnahme in die alte Sommerfelder Urnengemeinschaft entscheidet der Friedhofsträger.
4) Die Namen der in der Urnengemeinschaftsanlage Bestatteten werden auf den dafür vom Friedhofsträger vorzusehenden gemeinsamen Namensträgern auf der Gemeinschaftsanlage genannt. Auf der alten Sommerfelder Urnengemeinschaft erfolgt zur Zeit noch keine Namensnennung.
5) Ein Schmuck oder eine andere Kennzeichnung der unmittelbaren Bestattungsstelle ist nicht möglich. Blumenschmuck kann auf der dafür vom Friedhofsträger vorgesehenen Fläche abgelegt werden.
2) Jede Grabstätte ist so zu gestalten und so an die Umgebung anzupassen, daß der Friedhofszweck erfüllbar ist und die Würde des Friedhofs gewahrt bleibt. Die Grabstätten sind so zu bepflanzen, daß benachbarte Grabstätten und öffentliche Anlagen nicht beeinträchtigt werden. Die Höhe der Pflanzen darf in ausgewachsenem Zustand 1,50 m nicht überschreiten.
max. Raummaß Mindest-
stärke max. Breite max. Höhe
Länge bei
liegenden Grabmalen
1) Steingrabmal für ein- stellige Urnengrabstätten (stehend oder liegend) 0,05 0,18 0,35 1,30
2) Steingrabmal für mehr- stellige Urnengrabstätten (stehend oder liegend) 0,06 0,18 0,40 1,30
3) Steingrabmal für Reihengrab und einstelliges Wahlgrab für Erdbestattungen (stehend oder liegend) 0,075 0,18 ,45 1,30
4) Steingrabmal für zwei- und mehrstellige Wahlgräber - Erdbestattung (stehend und/oder liegend) 0,130 0,18 0,55 1,85
2) Steingrabmäler dürfen keinen Farbanstrich erhalten.
3) Die Form des Grabmals muß dem Material gerecht sein, einfach und ausgewogen. Die aufstrebende oder lagernde Grundform ist konsequent auszubilden.
4) Grabmale dürfen nicht mit Schutzhüllen aus Holz, Blech, Kuststoff oder anderem Material oder mit einer entsprechenden Abdeckung versehen werden.
2) Farbige Tönungen sind nur im Ausnahmefall als nicht glänzende Lasur möglich, wobei der Farbton der Tonskala des Steines entnommen sein muß.
1) Die Bepflanzung der Grabstätten sollte mit bodendeckenden ausdauernden und standortgemäßen Stauden und /oder Gehölzen und Einzelpflanzen erfolgen, die das Grabmal nicht verdecken, andere Grabstätten nicht beeinträchtigen und die Grabfläche nicht wesentlich überschreiten dürfen.
2) Die Ablage von Schnittblumen erfolgt in tief eingelassenen Steckvasen.
3) Zur Gewährleistung der Bodendurchlüftung dürfen die Grabflächen nicht mit luftundurchlässigen, den Boden verdichtenden oder unverottbaren Abdeckungen, z.B. Folien, Dachpappe, Platten, versehen sein.
4) Nicht gestattet sind auf der Grabstätte:
a) das Aufbewahren von Gefäßen, Geräten u. a.,
c) das Aufstellen von Rankgerüsten, Gittern, Pergolen und ähnlichen Baulichkeiten sowie von Sitzgelegenheiten,
d) das Abdecken der Grabstätte mit Platten, Kies, Folien und anderen den Boden verdichtenden Materialien sowie mit Torf oder nur mit Erde und ohne Bepflanzung,
e) die Verwendung von gefärbter Erde,
f) individuelle Einfassungen und Unterteilungskanten aus Holz, Metall, Glas, Kunststoff usw. sowie die Unterteilung der Grabstätte mit Formstücken oder Platten u. ä.
5) Grablaternen müssen in Ausführung und Gestaltung zweckentsprechend sein und sich der Umgebung anpassen. Sie sollen ohne feste Verankerung mit dem Erdreich aufgestellt werden und nicht höher als 25 cm sein.
1) Die landeskirchliche Richtlinie zur Grabmalgestaltung vom 15. September 1992 (Anlage 1) ist Bestandteil dieser Friedhofsordnung.
2) Die landeskirchliche Richtlinie zur Grabstättengestaltung vom 15. September 1992 (Anlage 2) ist Bestandteil dieser Friedhofsordnung.
Für Grabstätten, über die der Friedhofsträger bei Inkrafttreten dieser Ordnung bereits verfügt hat, richtet sich die Gestaltung nach den bei der Vergabe gültig gewesenen Vorschriften. Bei Veränderungen insbesondere durch Bestattunge sind die Gestaltungsvorschriften der aktuellen Friedhofsordnung einzuhalten.
1) Diese vom Evangelisch-Lutherischen Bezirkskirchenamt Leipzig am .02.2000 bestätigte Friedhofsordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.
2) Mit Inkrafttreten dieser Friedhofsordnung tritt die Friedhofsordnung vom 19.11.1990 außer Kraft.
Engelsdorf, 15.01.2000
gez.: Kögel gez.: Ulbricht
Bestätigungsvermerk des Evangelisch-Lutherischen Bezirkskirchenamtes
gez.: Vollbach gez.: Lippke
Leipzig, den 01.02.2000
( Veröffentlicht im Leipziger Amts-Blatt am 18.3.2000 )
(z. B. Sandstein, Porphyrtuff, Muschelkalkstein)
(z. B. Travertin, harter Sandstein, Schiefer, Marmor)
(z. B. Granit, Quarzporphyr, Syenit, Diabas)
Je besser den Pflanzen die gegebenen Standortverhältnisse zusagen, um so geringer wird der anfallende Pflegeaufwand sein! Je mehr Pflanzenarten sich auf der relativ kleine Fläche der Grabstätte befinden, um so eher springt das Auge von Motiv zu Motiv. Dem Betrachter ist es erschwert, Ruhe zu finden zum Gedenken, Meditieren, Beten. Weniger ist mehr! Buntheit nimmt den Blick für das Einzelne und stört die Gesamtanlage. Die Pflanzen sollen aufeinander abgestimmt werden hinsichtlich Wuchshöhe, -form, Blatt- und Blütenfarbe, Blühzeiten etc.
- die Gestaltung des Grabmals (Höhe, Form, Bearbeitung, Schriftbild)
Laubfärbung auszeichnende Einzelpflanzen aus der Grundbepflanzung hervortreten - siehe Pflanzenliste Nr. 2 -. Besteht dagegen der Wunsch nach jahreszeitlicher Wechselbepflanzung, ist in der Grundbepflanzung ein kleiner symmetrisch auf der Grabfläche angeordneter Bereich dafür auszusparen.
Die Verwendung von Kies, Splitt, Platten o. ä. Material zur Abdeckung der Grabflächen ist aus funktionellen Gründen nicht gestattet. Sie führt zur Versiegelung des Bodens, verhindert dessen Durchlüftung und kann bei Leichen den Verwesungsprozeß verzögern, sogar verhindern (Wachsleichen).
Bestimmte niedrige Stauden, auch einige Gehölzarten, haben die Eigenschaft, Planzenteppiche zu bilden uns somit die Oberfläche des Grabes zu schützen, die Erde zusammenzuhalten und ein zu rasches Austrocknen zu verhindern. Andere niedrige Stauden, Zwiebel- und Knollenpflanzen, finden in einem solcherart geschützten Boden ideale Lebensbedingungen. Die Bepflanzung ist so zusammenzustellen, daß eine bodendeckende Pflanzenart, die teppichartig das ganze Grab überzieht, in der Blüte abwechselt mit dauerhaften Einzelpflanzen, z. B. Stauden, die je nach ihrer spezifischen Wuchs- und Ausbreitungsform vereinzelt, in losen Gruppen oder auch dichteren Nestern in diesen Teppich hineingepflanzt werden. Aus der Bodendecke, die für die meiste Zeit des Jahres ruhig und zurückhaltend bleibt, treten so zu bestimmten Jahreszeiten, die eine Beziehung zum Toten haben sollen, Einzelpflanzen hervor, blühen und ziehen sich danach wieder zurück, um neue Kraft zu sammeln. Ein auf solche Art bepflanzten Grab ändert sein Erscheinungsbild kontinuierlich nach der Eigengesetzlichkeit der Pflanzen: es lebt. Somit kann es auch Sinnbild sein für das Werden und Vergehen, für den Kreislauf, dem sowohl der Mensch als auch die Natur untergeordnet ist.

References: § 32

§ 34

§ 35

§ 36

§ 37

§ 38

§ 39
 § 13

§ 12
 § 33
 § 29