Source: https://nachfolgewiki.de/index.php/Notfallplan
Timestamp: 2019-01-21 22:37:55+00:00

Document:
Notfallplanung - Nachfolgewiki
(Weitergeleitet von Notfallplan)
Mit der Notfallplanung wird sichergestellt, dass das Unternehmen fortgeführt werden kann, wenn das Management oder wesentliche Gesellschafter für mehrere Wochen oder eine längere Zeit ausfallen. Der Notfall-Koffer oder das Notfallhandbuch dient dazu, wichtige Dokumente und Informationen zum Unternehmen an einer zentralen Stelle zu sammeln. Ist ein Notfall-Koffer einmal angelegt, sollte er jährlich aktualisiert werden.
1 Notfallvorsorge für das Unternehmen
1.1 Eigentumsentscheidungen im Notfall
1.2 Managemententscheidungen im Notfall
1.3 Checkliste Notfallregelung fürs Unternehmen
2 Private Vorsorge für den Notfall
2.1 Schlüsselkraftversicherung
2.2 Checkliste Notfallregelung für den Privatbereich
3 Inhalt des Notfall-Koffers
4 Rechtliches zur Notfallplanung
4.1 Einzelunternehmen
4.2 Notfall in Personengesellschaften
4.2.1 GbR
4.2.2 OHG
4.2.3 KG
4.3 Notfall in Kapitalgesellschaften
4.3.1 GmbH
4.3.2 AG
Notfallvorsorge für das Unternehmen
Wer ein Unternehmen lenkt und vielleicht schon über Jahrzehnte führt, geht häufig eine Symbiose zwischen der eigenen Person und dem Wohl des Betriebs ein. Niemand weiß so genau wie der Chef eines Familienunternehmens, wie der Laden läuft. Wirklich niemand? Dann ist dieses Unternehmen denkbar schlecht auf unvorhergesehene Ereignisse wie Krankheit oder vorhersehbare wie die Unternehmensnachfolge eingestellt. Abhilfe schafft eine betriebliche Notfallplanung.
Natürlich ist eine Notfallplanung stark von den individuellen Gegebenheiten des jeweiligen Betriebs und der Betriebsgröße abhängig. In kleinen Betrieben fehlen beispielsweise Bankvollmachten, es gibt niemanden, der zeichnungsberechtigt ist und wenn die Produktherstellung in allen Einzelheiten nur dem Chef bekannt ist, kann dies verständlicherweise Unternehmen in den Ruin treiben. So selten ist dieses „worst case“-Szenario gar nicht: Nach Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) tritt jede vierte Nachfolge unerwartet ein. Noch eine unbegreifbare Zahl: Geschätzte zwei Drittel aller Chefs sterben, ohne ein gültiges Testament zu hinterlassen. Eine gute Gelegenheit, den Notfall zu üben und auf mögliche Fehler- und Krisenquellen zu überprüfen, ist ein längerer Urlaub des Unternehmers – auch wenn sich das kaum jemand traut. Alle diese Maßnahmen sind neben der Vorsorge für unerwartete Notfälle wie Unfall oder Krankheit auch eine gute Vorbereitung für den planbaren Abschied vom Unternehmen: der Nachfolgeregelung. Wer für den Notfall vorgesorgt hat, bringt für einen gelungenen Nachfolgeprozess gute betriebliche Voraussetzungen mit, kann Prozesse klar und transparent steuern und hat ein zuverlässiges Netzwerk an externen Beratern und Geschäftspartnern zur Hand. Wer zusätzlich noch früh genug anfängt, sich über die personelle Nachfolgeregelung Gedanken zu machen und gemeinsam mit externen Fachleuten einen Nachfolgefahrplan erstellt, kann sich entspannt über die Sicherung seines Lebenswerks freuen.
Eigentumsentscheidungen im Notfall
→ Hauptartikel: Testament
Gesellschafter, die dauerhaft nicht in der Lage sind, ihren Verpflichtungen nachzukommen oder gar verstorben sind, können wesentliche Entscheidungen im Unternehmen ausbremsen und das Unternehmen in handfeste Krisen führen. Für den Fall des längeren Ausfalls (z.B. Koma) ist eine Vertretungsregelung, für den Todesfall ist ein Testament unabdingbare Notfallmaßnahme.
Ein kurzes handschriftliches Testament kann eine differenzierte, wohl überlegte Erbregelung nicht ersetzen, die die Nachfolge im Vorfeld mit allen Beteiligten abstimmt. Es kann das Unternehmen im Ernstfall aber vor dem Schlimmsten bewahren und die Familie absichern. Besonders handlungsunfähige Erbengemeinschaften oder die Einschaltung eines Vormundschaftsgerichtes, wenn die Erben minderjährig sind, können ein Unternehmen ausbremsen.
Managemententscheidungen im Notfall
Für das Management gilt: Ganz praktische Anweisungen sind wichtig, um im Krankheits- oder Todesfall das Weiterbestehen des Betriebs zu ermöglichen. Schlüssel, Passwörter, PINs und TANs sollten ebenso auffindbar sein wie wichtige Rezepturen oder Einstellungen. Vollmachten ermöglichen den entsprechenden Personen, die Führung auch tatsächlich in die Hand zu nehmen. Ohne die Einsicht in entsprechende Verträge, Versicherungspolicen und vor allem strategische und betriebswirtschaftliche Kerninformationen können Vertreter oder plötzlich einzusetzende Nachfolger nicht handeln. Die Folgen betreffen das Alltagsgeschäft: Die Beziehung zu Geschäfts- und Finanzpartnern leidet, möglicherweise werden Überziehungskredite gekürzt und auch Konkurrenten schlafen in solchen Situationen bekanntlich nicht. So ist es beispielsweise vorgekommen, dass nur vier Tage nach einem plötzlichen Todesfall in einem Unternehmen alle Schlüsselkunden von der Konkurrenz abgeworben waren. Nicht nur das Unternehmen und die Mitarbeiter leiden in solchen Fällen, im Mittelstand steht letztlich auch das Wohl der Unternehmerfamilie auf dem Spiel. Dabei geht es nicht nur um die Weiterführung des Tagesgeschäfts, sondern auch um strategische Entscheidungen. Hier ist es hilfreich, wenn zumindest eine starke und verantwortungsvolle zweite Führungsebene existiert, die klare Vorstellungen davon hat, wer welche zusätzlichen Aufgaben im Notfall übernehmen könnte. So wird die „Chef-Funktion“ auf mehrere Köpfe verteilt. Bei Erstellung des Notfall-Konzeptes sollte insbesondere darauf geachtet werden, dass die Vertretung im Notfall nicht ausschließlich dem Partner und/oder den eigenen Kindern überlassen wird. Gerade in Extremsituationen wie Tod oder schwerer Erkrankungen des Unternehmers sind diese psychologisch häufig nicht in der Lage, sich umfassend mit wichtigen Unternehmens-Entscheidungen zu beschäftigen. In einem solchen Fall kann die Einsetzung eines Beirates eine gute Lösung sein. Dieser hat dabei nicht die klassischen Funktionen, sondern übernimmt im Notfall das Management (oder auch die Eigentümerfunktion). Wichtig ist, dass ihm Personen angehören, mit denen kein Abhängigkeitsverhältnis besteht. Ist dieser Beirat für den Notfall mit Entscheidungskompetenzen ausgestattet, können nicht nur das Tagesgeschäft, sondern auch strategische Entscheidungen getroffen werden. Wenn der Beirat schon frühzeitig eingeführt wird, ist er auch im Notfall schnell handlungsfähig.
Checkliste Notfallregelung fürs Unternehmen
Die einfachste Möglichkeit, um sich, die Familie und das Unternehmen vor den Folgen eines Notfalls zu schützen, ist die Anlage eines Notfallkoffers – und zwar sowohl für den Betrieb als auch für den privaten Bereich. Im Notfallkoffer finden sich Antworten auf alle entscheidenden Fragen. Entscheidend im Fall der Fälle ist vor allem, dass Zuständigkeiten und Vertretungen klar geregelt sind. Hierzu gehören der Gesellschaftsvertrag, eine Aufgabenauflistung für die Geschäftsführung, Vollmachten bei Banken und Lieferanten, die jeweiligen Gesprächspartner, Schlüssel, Kennwörter und auch Betriebsgeheimnisse wie bestimmte Rezepturen oder spezielle Verfahren. Gerade bei mittelständischen Unternehmen gibt es auch „ungeschriebene Gesetze“ – beispielsweise zu bestimmten Abgabemengen oder Nachlässen – die dokumentiert werden sollten. Der Inhalt des Notfallkoffers kann sich daher z.B. an folgenden Fragen orientieren[1]:
Was fällt allein in den Zuständigkeitsbereich des Unternehmers?
Wer kann diese Tätigkeiten im Notfall übernehmen?
Existieren entsprechende Vollmachten?
Wer ist Ansprechpartner bei den verschiedenen Zulieferern?
Existieren nur mündlich abgesprochene Regelungen zu Abnahmemengen, Lieferbedingungen etc.?
Sind den Stellvertretern Nachlässe und Rabatte bei den Hauptlieferanten bekannt?
Ist eine Notprokura schriftlich fixiert?
Wer hat Bankvollmachten, und wer sind die Ansprechpartner bei der Hausbank?
Wie lauten die Kennwörter für die Computeranlage?
Existieren betriebsindividuelle Regelungen, die für den laufenden Betrieb wichtig sind?
Private Vorsorge für den Notfall
Im privaten Bereich ist es wichtig, in das Notfallhandbuch aufzunehmen, welches Vermögen wo zu finden ist. Wo werden wichtige Papiere aufbewahrt, wie Ehe- oder Erbvertrag, das Testament, die Versicherungspolicen, (z.B. Lebensversicherungen), Vermögensauflistungen (z.B. Konten, Wertpapiere, Sammlungen, Häuser und Grundbesitz), aber auch Aufzeichnungen über laufende Verpflichtungen, Schulden und Bürgschaften? Vorteilhaft ist, wenn alles zusammen an einem sicheren, den Vollmacht-Inhabern bekannten Platz verwahrt wird (z.B. in einem Bankschließfach oder beim Steuerberater).
Schlüsselkraftversicherung
Die private Vorsorge im Falle eines Notfalls kann auch durch verschiedene Versicherungen ergänzt werden, die individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmers oder der jeweiligen Unternehmerin zugeschnitten werden können. Ein spezielles rundum Paket hält die sogenannte Schlüsselkraftversicherung bereit. Dabei wird der Ausfall der sogenannten Key Person, der Person von elementarer Wichtigkeit für das Unternehmen, durch verschiedene Versicherungsprodukte abgesichert. In Frage kommen hier u.a. die Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Risiko-Lebensversicherung, sowie die betriebliche Altersversorgung (hier insbesondere von Gesellschafter-Geschäftsführern).
Die Zielsetzungen können dabei sowohl auf die Absicherung des Individuums (Berufsunfähigkeit) als auch des Unternehmens ausgerichtet sein. Beispielsweise zahlt eine Risiko-Lebensversicherung im Todesfall des Unternehmers die Versicherung an das Unternehmen aus. Dort kann aus den Versicherungserlösen ein Interims-Manager zur (temporären) Weiterführung des Unternehmens so lange bezahlt werden, bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist.
Neben der Schlüsselkraftversicherung gibt auch die sogenannten Teilhaberversicherung für Personengesellschaften. Hier ist die Personengesellschaft Versicherungsnehmerin und Bezugsberechtigte einer auf das Leben eines oder mehrerer Gesellschafter abgeschlossenen Lebensversicherung. Bei einer „unechten“ Teilhaberversicherung werden die Versicherungen der Teilhaber wechselseitig aufeinander als Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigte abgeschlossen. (Wir danken für die Unterstützung bei diesem Beitrag: Markus Schaible)
Checkliste Notfallregelung für den Privatbereich
Folgende Fragen sollten für die Notfallregelung im Privatbereich geklärt werden[2]:
Ist eine Auflistung über das gesamte Vermögen erstellt worden?
Wo sind die Adressen der Familienangehörigen?
Wo sind die Geburts-, Heirats- und Familienurkunden?
Wo befinden sich der Ehevertrag und das Testament?
Kennen die Erben den Aufbewahrungsort?
Welche Ansprüche hat der Unternehmer aus Versicherungen?
Bei welchen Kreditinstituten unterhält er seine Konten?
Besitzt er Wertpapiere oder wertvolle Sammlungen?
Wo sind die Dokumente über das Haus und den Grundbesitz?
Welche laufenden Verpflichtungen und Schulden sind vorhanden?
Sind Bürgschaften eingegangen worden?
Inhalt des Notfall-Koffers
Der Notfallkoffer sollte folgende Dinge enthalten[3]:
Vollmachten, Geschäftsunterlagen
private Vollmachten (privates Vermögen, Patientenverfügung usw.)
geschäftliche Vollmachten (Handlungsvollmachten wie z.B. Prokura)
Vollmachten über den Tod hinaus (z.B. Regelungen des Testaments usw.)
Wer wird Sie im Notfall vertreten?
ein kompetenter und führungserfahrener Mitarbeiter
Passwörter, PIN-/TAN-Listen, PC-Zugang
Kontoübersichten
Nachweis der Zweit-Schlüssel-Deponierung/Nachweis von Schließfächer-Schlüsseln
Notfall-Anweisungen
Arbeitsplatzbeschreibungen der Mitarbeiter
Übersicht der Patente und Schutzrechte
Finanz- und Rechnungswesen-Unterlagen, Jahresabschlüsse
Übersicht wichtiger Geschäftspartner
Wichtige Adressen (Familienangehörige, Berater, Kooperationspartner)
Persönliche Unterlagen (Testament, Patientenverfügung, Finanzübersicht)
Zweit-Schlüssel für Gebäude, Lagerräume, Büroräume und Schränke
Rechtliches zur Notfallplanung
Die hier aufgeführten Regelungen und Empfehlungen haben wir nach bestem Wissen zusammengetragen, wir können jedoch keinerlei Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte übernehmen. Die Informationen dienen als allgemeine erste Hilfestellung und ersetzen auch keine professionelle Rechtsberatung. Wir verweisen an dieser Stelle auch auf den Disclaimer in unserem Impressum.
Ist die Nachfolge bei einem Einzelunternehmen ungeregelt, gilt die gesetzliche Erbfolge. Bei mehreren Erben bilden diese eine Erbengemeinschaft (§ 2032 BGB). Die entstehende Erbengemeinschaft wird so selbst Trägerin des Unternehmens. Das Unternehmen kann dann von den Erben ohne zeitliche Begrenzung in ungeteilter Erbengemeinschaft fortgeführt werden. Allerdings ist die Erbengemeinschaft ungeeignet zur Fortführung eines Unternehmens, da sie auf Auseinandersetzung ausgerichtet ist (§ 2042 BGB) und damit typischerweise von vorübergehender Dauer ist, weil jeder Erbe jederzeit die Erbauseinandersetzung verlangen kann.
Ist das Unternehmen größter Teil des Nachlasses und verfügt selbst nicht über genügend liquide Mittel, ist oft zu wenig Liquidität zur Auseinandersetzung vorhanden. In diesem Fall bleiben dann häufig nur die Zerschlagung und der Verkauf des Unternehmens.
Ein weiteres Problem einer Erbengemeinschaft sind divergierende Interessen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens. In der Erbengemeinschaft gilt aber der Grundsatz der Einstimmigkeit der Entscheidung (§ 2040 Abs. 1 BGB). Zur Lösung dieses Problems kann einem der Erben Vertretungsmacht eingeräumt werden. Anders als z.B. bei der OHG kann der Umfang der Vertretungsmacht beschränkt werden, was allerdings Vertragspartner verunsichern kann. Diese Unsicherheit kann durch die Erteilung einer im Handelsregister einzutragenden Prokura beseitigt werden. Sie kann allerdings nur einem Dritten und nicht einem Miterben verliehen werden.[4]
Verhindert werden kann die Erbengemeinschaft nur durch frühzeitige testamentarische Festlegung eines Nachfolgers oder bzw. neben der Erbeinsetzung die Verfügung, eine (Personen-/Kapital-) Gesellschaft nach einem bereits erstellten Gesellschaftsvertrag zu gründen.
Notfall in Personengesellschaften
Wenn ein Gesellschafter einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) stirbt, sieht §727 Abs. 1 BGB vor, dass die Gesellschaft aufgelöst wird, was meistens nicht im Interesse der Gesellschafter liegt. Vertraglich kann die Fortsetzung der Gesellschaft vereinbart werden. Der Anteil des verstorbenen Gesellschafters wächst dann, nach §738 Abs. 1 S.1 BGB, den übrigen Gesellschaftern zu. Ein Abfindungsanspruch des verstorbenen Gesellschafters (§738 Abs. 1 S.2 BGB) geht dabei auf die Erben über (§1922 Abs. 1 BGB).[5]
Bei einer Offenen Handelsgesellschaft (OHG) dagegen wird die Gesellschaft im Regelfall nicht aufgelöst, sondern lediglich der verstorbene Gesellschafter ausgeschlossen (gemäß § 131 Abs. 3 Nr.1 HGB). Daran schließen sich wiederum die schon bei der GbR beschriebenen Folgen der Anwachsung und Abfindung der Erben an.[5]
Bei der Kommanditgesellschaft ist zwischen den persönlich haftenden Gesellschaftern (Komplementären) und den grundsätzlich beschränkt haftenden Gesellschaftern (Kommanditisten) zu unterscheiden. Durch § 161 Abs.2 HGB werden die Vorschriften des OHG-Rechts auf die Kommanditgesellschaft angewendet. Zu Problemen kommt es, wenn der einzige persönlich haftende Gesellschafter stirbt und damit aus der Kommanditgesellschaft ausscheidet. Dann befindet sich die Kommanditgesellschaft in der Auflösung. Verstirbt ein Kommanditist, gilt § 177 HGB, der besagt, dass die Gesellschaft mit den Erben des Kommanditisten fortgesetzt wird, die automatisch in die Kommanditistenstellung einrücken.[5]
Notfall in Kapitalgesellschaften
Grundsätzlich gilt: GmbH-Gesellschaftsanteile sind frei vererblich und übertragbar, sie gehen mit dem Tod des Gesellschafters auf dessen Erben über. Gibt es mehrere Erben, erben diese die Gesellschaftsanteile gemeinschaftlich und bilden eine sogenannte Gesamthandsgemeinschaft. Das heißt, dass die Miterben ihre Rechte aus dem Gesellschaftsanteil nur gemeinschaftlich ausüben können, was zu vergleichbaren Problemen wie bei der Erbengemeinschaft führt. Durch die Satzung einer GmbH kann die Nachfolge geregelt werden, dies ist aus verschiedenen Gründen (z.B. zur Vermeidung einer Blockadepolitik oder Überfremdung der Gesellschafterstruktur) empfehlenswert
Die Gesellschafter können im Gesellschaftsvertrag eine Einziehungsklausel vereinbaren. Dann sind die übrigen Gesellschafter berechtigt, den Anteil des Erblassers einzuziehen, wenn dieser verstirbt. Auch eine so genannte Zwangseinziehung, d.h. eine Einziehung auch ohne Zustimmung der Erben, ist möglich. Die einzelnen Voraussetzungen, unter denen die Einziehung erfolgen kann, müssen aber gesellschaftsvertraglich festgelegt sein.
Die GmbH-Gesellschafter können eine Abtretungsklausel in den Gesellschaftsvertrag aufnehmen, um die Wahl des Nachfolgers beeinflussen zu können. In diesem Fall sind die Erben des verstorbenen Gesellschafters verpflichtet, den Gesellschaftsanteil im Erbfall an den vorgesehenen Nachfolger abzutreten.
Wenn im Gesellschaftsvertrag eine Einziehungs- und/oder Abtretungsklausel steht, muss den weichenden Erben in der Regel eine Abfindung gezahlt werden. Die Abfindung ist bei der Einziehung von der Gesellschaft und bei der Abtretung von dem Begünstigten zu zahlen. Gibt es in der Satzung keine anderweitigen Regelungen richtet sich die Höhe der Abfindung nach dem Verkehrswert. Dieses Entgelt ist sofort und in voller Höhe auszuzahlen. Die Höhe der Abfindung kann aber durch Klauseln in der Satzung beschränkt werden, auch ist es gesellschaftsrechtlich zulässig, eine Abfindung auszuschließen. In beiden Fällen kann ein Anspruch auf Pflichtteilsergänzung nach §2325 BGB bestehen.[6]
Der Anteil an einer Aktiengesellschaft frei vererblich und geht auf alle Miterben über. Diese müssen jedoch einen gemeinschaftlichen Vertreter berufen, um ihre Mitgliedschaftsrechte auszuüben. Bis zur Bestellung eines solchen Vertreters ruhen die Mitgliedschaftsrechte (§69 Abs.1 AktG).
Wie bei der GmbH kann auch bei einer Aktiengesellschaft die Nachfolge durch eine Einziehungsklausel geregelt werden, wenn deren Voraussetzung und Folgen in der Satzung festgelegt werden. Die Durchführung wird dabei allerdings dem Vorstand überlassen. Eine Abtretungsklausel ist nicht zulässig.
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: Notfallkoffer. http://www.existenzgruender.de/selbstaendigkeit/unternehmensstart/wissen/krisenmanagement/01123/index.php (10.10.2013).
Deutsches Handwerksinstitut: Checkliste: Notfallplan für den Ausfall des Betriebsleiters http://www.lfi-muenchen.de/lfi/moe_cms/main/ASSETS/bwl_pdfs/LFI_bwl_Checkliste_Notfallplan.pdf (16.10.2014).
IHK Berlin: Notfall-Handbuch für Unternehmen. https://www.ihk-berlin.de/existenzgruendung_und_unternehmensfoerderung/Unternehmensnachfolge/Generationswechsel_vorbereiten/Notfallkoffer/2264492 (11.9.2015).
EQUA-Stiftung: Notfallplanung für Unternehmerfamilien. http://equa-stiftung.de/notfallplanung-fuer-unternehmerfamilien (06.08.2015)
Nachfolge im Todesfall
↑ Darstellung nach: Felden, Birgit; Annekatrin Klaus: Unternehmensnachfolge. Stuttgart 2003, S.145.
↑ Darstellung nach: Felden, Birgit; Annekatrin Klaus: Unternehmensnachfolge. Stuttgart 2003, S.144.
↑ Darstellung nach: IHK Berlin: Notfall-Handbuch für Unternehmen. (11.9.2015)
↑ Wolsfeld, Jürgen; Markus Lubitz: Nachfolge in ein Einzelunternehmen. http://www.iww.de/erbbstg/archiv/unternehmensnachfolge-nachfolge-in-ein-einzelunternehmen-f48099 (23.9.2014).
↑ 5,0 5,1 5,2 Göhner, Hendrik: Nachfolge in Personengesellschaften bei Tod eines Gesellschafters. http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2010_5_371.pdf (14.10.2014).
↑ Wolsfeld, Jürgen; Markus Lubitz: Nachfolge in eine GmbH. http://www.iww.de/erbbstg/archiv/unternehmensnachfolge-nachfolge-in-eine-gmbh-f48156 (16.10.2014).
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: Notfallplanung. http://www.nexxt.org/themenundtexte/uebergabe/00267/index.php (10.10.2013).
Felden, Birgit und Klaus, Annekatrin: Unternehmensnachfolge. Stuttgart 2003, S.143ff.
Göhner, Hendrik: Nachfolge in Personengesellschaften bei Tod eines Gesellschafters. http://www.zjs-online.com/dat/artikel/2010_5_371.pdf (14.10.2014).
IHK Lüneburg-Wolfsburg: Rechtsform geeignet? Unternehmensnachfolge und Firmenrecht. http://www.ihk-lueneburg.de/unternehmensfoerderung_und_start/unternehmensnachfolge/Weitere_rechtliche_Aspekte_der_Unternehmensnachfolge/325232/Rechtliche_Aspekte.html (14.10.2014).
IHK Rhein-Neckar: Ungeplante Unternehmensnachfolge durch Todesfall. http://m.rhein-neckar.ihk24.de/starthilfe/unternehmensnachfolge/Recht_und_Steuer/466792/Unachf_Tod.html;jsessionid=274D453C3B6639963F078A07B74CE864.repl1?view=mobile (19.9.2014).
Markt und Mittelstand Nachfolge A-Z: http://www.marktundmittelstand.de/nachfolge-a-z/nachfolge-durch-todesfall/ (10.09.2013).
Neu, Norbert: Die Nachfolge in einen Kapitalgesellschaftsanteil. http://www.iww.de/erbbstg/archiv/unternehmensnachfolge-die-nachfolge-in-einen-kapitalgesellschaftsanteil-f46993 (16.10.2014).
Wolsfeld, Jürgen; Markus Lubitz: Nachfolge in ein Einzelunternehmen. http://www.iww.de/erbbstg/archiv/unternehmensnachfolge-nachfolge-in-ein-einzelunternehmen-f48099 (23.9.2014).
Wolsfeld, Jürgen; Markus Lubitz: Nachfolge in eine GmbH. http://www.iww.de/erbbstg/archiv/unternehmensnachfolge-nachfolge-in-eine-gmbh-f48156 (14.10.2014).
Wolsfeld, Jürgen; Markus Lubitz: Nachfolge in eine GmbH. http://www.iww.de/erbbstg/archiv/unternehmensnachfolge-nachfolge-in-eine-gmbh-f48156 (16.10.2014).
Abgerufen von „https://nachfolgewiki.de/index.php?title=Notfallplanung&oldid=7139“
Diese Seite wurde zuletzt am 27. Februar 2018 um 20:01 Uhr geändert.

References: §727
 §738
 § 131
 § 161
 § 177
 §2325