Source: http://flugrechte.eu/9941/pauschalreise-abflugzeiten-fast-12h-nach-vorn-verschoben
Timestamp: 2018-12-13 08:24:44+00:00

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Pauschalreise TUI Abflugzeiten um fast 12h nach vorn verschoben - FLUGGASTRECHTE
Hallo zusammen, wir haben letztes Jahr im Herbst eine Pauschalreise über TUI nach Mallorca gebucht. Flug hin um 6.10 Uhr in der früh ab München und um 20.40 Uhr wieder zurück (Air Berlin). Zwei Monate vor Reiseantritt wird uns über das Reisebüro mitgeteilt, dass sich der Rückflug um fast 12 Stunden nach vorne verschiebt, uns also fast ein ganzer Urlaubstag verloren geht. Die Airline ist auch eine andere jetzt, wir fliegen nun mit Nikki Airlines statt Air Berlin. Das Reisebüro sagt, sie können nichts machen, andere Flüge gibts nicht mehr und das sei halt "Pech", da die Flugzeiten ja immer nur vorläufig sind. Wir hatten uns diese Zeiten aber extra so ausgesucht und auch mehr dafür bezahlt. Kann uns jemand weiterhelfen? Welche Ansprüche hab ich gegenüber wem? Wie setzte ich die durch? Muss ich da vor Gericht ziehen? Vielen Dank im Vorraus für die Hilfe
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Gefragt 21, Jul 2017 in Flugzeitenverschiebung von Anonym
Du hast eine Pauschalreise über TUI nach Mallorca gebucht, bei der sich der Rückflug leider von knapp 21 Uhr um etwa 12 Stunden nach vorne verschoben hat. Ihr fliegt nun außerdem mit Nikki anstatt mit Airberlin. Du fragst dich welche Ansprüche du gegenüber wem haben könntest, und ob du vor Gericht ziehen musst.
Erst einmal ist es natürlich deine Entscheidung, ob du vor Gericht ziehst. Es steht dir selbstverständlich immer offen einen Anwalt aufzusuchen, und mit dessen fachlicher und kompetener Unterstützung gegen deine Airline vorzugehen, wenn nötig und möglich auch vor Gericht.
Aber vorher ist es denke ich auch möglich, dass du dich erst einmal so mit deinem Reiseveranstalter verständigst. Ganz wie du möchtest.
Liegt eine solche Veränderung vor und bist du als Reisender damit nicht einverstanden ist es meine ich erst einmal ganz richtig von deinem Reiseveranstalter Abhilfe zu verlangen. So sieht es auch § 651c BGB vor. Du hast dich direkt bei deinem Veranstalter gemeldet, und dieser hat dir gesagt, dass keine anderen Flüge möglich sind. Du hast also Abhilfe verlangt, und dieser hat die Abhilfe, wenn ich deine Nachricht richtig verstehe, verweigert.
Du schreibst, dass du für die Flugzeiten mehr bezahlt hast. Hast du dazu vielleicht einen Nachweis? Davon schreibst du nämlich nichts, und sollte das tatsächlich so sein, dann müsstest du das meine ich nachweisen.
Kann wegen der Verschiebung deiner Flugzeiten von einem Mangel gesprochen werden könnten dir vielleicht Ansprüche zustehen. Einmal denke ich da an § 651d BGB auf Minderung, oder § 651e auf Kündigung wegen Mangels.
Dazu müsste eine Verschiebung um 12 Stunden nach vorne also möglicherweise ein Mangel sein:
Als gegenteiliges Urteil noch dieses hier, bei dem ein Minderungsanspruch verneint wurde:
Ich finde, dass vor allem das erstgenannte Urteil des AG Hamburg besonders passend ist. Danach konnte bei einer ähnlich liegenden Verschiebung eine Reisepreisminderung von gut 25 Prozent erwirkt werden.
Darüber hinaus bemängelst du, dass die Airline von Airberlin auf Niki geändert wurde. Dazu dieses Urteil:
Grundsätzlich ist ein Airlinewechsel also in Ordnung. Niki wurde 2010 soweit ich weiß außerdem durch Airberlin übernommen, und es kann gut sein, dass Flugstrecken insofern nun geteilt werden - beispielsweise durch Codsharing. Daran ist meine ich nichts ausuzusetzen, auch im Sinne des LG Bonn, es sei denn, dass die Flüge mit Niki erkennbare Mängel im Vergleich zu denen von Airberlin aufweisen:
Beispielsweise was die Maschinen angeht. Davon wäre mir nichts bekannt.
Wegen der drastischen Verschiebung könnte ich persönlich mir aber dennoch vorstellen, dass ein Mangel vorliegt, und du deshalb einerseits die Reise so wahrnehmen und mindern könntest, oder andererseits die Reise komplett kündigen könntest.
Dazu ist der Ansprechpartner der Reiseveranstalter, denn der Reisevertrag, nach § 651a BGB, ist ja auch zwischen dir und eben diesem abgeschlossen. Dazu müsstest du dich innerhalb eines Monats bei deiner Airline melden, mit oder ohne Anwalt, § 651g BGB:
Sie haben eine Pauschalreise von München nach Mallorca gebucht. Nun wurden Sie zwei Monate vor dem Rückflug darüber informiert, dass dieser um ca. 12h nach vorne verschoben wurde.
Da die Verschiebung der Reisezeit in Ihrem Fall ziemlich erheblich ist und zudem auch noch die durch das OLG Düsseldorf festgelegte 12 Stunden Grenze überschreitet, denke ich, dass in Ihrem Fall von einem Reisemangel nach § 651 c BGB auszugehen ist, der zur Minderung nach § 651 d BGB berechtigt.
Nach der Frankfurter Tabelle stehen einem Reisenden bei einem zeitlich verschobenen Abflug von über 4 Stunden 5 % des durchschnittlichen Tagessatzes zu. Für jede weitere Stunde erhöht sich dieser Wert um 5 %. Bei dir kam es beim Rückflug zu einer Verlegung von 12 Stunden, daher würde ich für diesen Tag einen Minderungsanspruch von 45 % des Tagessatzes veranschlagen.

References: § 651
 § 651
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