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Timestamp: 2016-10-22 08:54:41+00:00

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U 115/03 (16.09.2003)
U 115/03
B.________, 1980, Beschwerdef�hrer, vertreten
durch Rechtsanwalt Massimo Aliotta, Obergasse 20, 8400 Winterthur,
Der 1980 geborene B.________ war seit 12. August 1996 bei der Baufirma X.________ AG als Hilfsarbeiter in Anstellung. In dieser Eigenschaft war er bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die gesundheitlichen und erwerblichen Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 5. September 2000 verletzte sich B.________ bei der Arbeit am Kopf und an der Schulter links. Gem�ss Unfallmeldung UVG vom 28. September 2000 hatte sich beim Spitzen an einer Betondecke ein grosses St�ck Beton gel�st und war auf ihn herunter gefallen. Die erstbehandelnden �rzte der Chirurgischen Klinik des Spitals Y.________ stellten die Diagnose einer Commotio cerebri und die Nebendiagnosen einer Schulterkontusion links sowie einer Rissquetschwunde links parietookzipital (Bericht vom 12. September 2000). Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen, u.a. Taggelder.
Mit Verf�gung vom 28. Mai 2001 forderte die SUVA B.________ zur Einhaltung einer ganzt�gigen Pr�senzzeit (bei einer Leistungstaxierung der Haus�rztin Frau med. pract. R.________ von 50 %) im Betrieb ab 31. Mai 2001 auf. Mit einer weiteren Verf�gung vom 18. Oktober 2001 stellte die Anstalt die Leistungen (Heilkosten, Taggeld) auf den 25. Oktober 2001 ein. Beide Verwaltungsakte best�tigte die SUVA mit Einspracheentscheid vom 13. Juni 2002.
B.________ liess hiegegen Beschwerde erheben und zur Hauptsache beantragen, in Aufhebung des Einspracheentscheides vom 13. Juni 2002 seien ihm die ab 26. Oktober 2001 gesetzlich geschuldeten Versicherungsleistungen zuzusprechen. Nach Vernehmlassung der SUVA wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 1. April 2003 das Rechtsmittel ab.
B.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, der kantonale Gerichtsentscheid sei aufzuheben und es seien ihm die ab 26. Oktober 2001 gesetzlich geschuldeten Versicherungsleistungen zuzusprechen; eventualiter sei die Sache an die SUVA zwecks Einholung eines polydisziplin�ren Gutachtens zur�ckzuweisen. Im Weitern wird um unentgeltliche Rechtsverbeist�ndung ersucht.
Die SWICA Krankenversicherung AG und die La Suisse Versicherungen als Mitbeteiligte haben auf eine Stellungnahme zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde verzichtet.
Das kantonale Gericht hat f�r die Beurteilung des streitigen Anspruchs auf Leistungen der Unfallversicherung im Zusammenhang mit dem Unfall vom 5. September 2000 f�r die Zeit ab 26. Oktober 2001 auf die tats�chlichen Verh�ltnisse sowie die Rechtslage im Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 13. Juni 2002 abgestellt. Das ist richtig (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b, 116 V 248 Erw. 1a). Insbesondere ist das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vorliegend nicht anwendbar.
Die Vorinstanz hat zur umstrittenen Leistungspflicht des Unfallversicherers �ber den 25. Oktober 2001 hinaus erwogen, die get�tigten medizinischen Abkl�rungen seien ausreichend, um die Unfallkausalit�t der geklagten Beschwerden und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit beurteilen zu k�nnen. Die verschiedenen Arztberichte erg�ben ein �bereinstimmendes, zusammenh�ngendes Bild. �Die geklagten Kopfschmerzen wurden aus somatischer Sicht auf eine Dekonditionierung und eine depressive Entwicklung zur�ckgef�hrt. Die geklagten Schwindelbeschwerden wurden als nicht objektivierbar und als psychisch �berlagert beurteilt. Die psychiatrische Abkl�rung schliesslich ergab, dass tats�chlich die Diagnose einer l�ngeren depressiven Reaktion mit Schmerzsyndrom zu stellen war.� Im Weitern k�nne aufgrund der �bereinstimmenden medizinischen Beurteilungen als �berwiegend wahrscheinlich erstellt gelten, dass Einschr�nkungen der Arbeitsf�higkeit von mehr als 50 % ab Juni 2001 und von mehr als 0 % ab Oktober 2001 nicht somatisch, sondern psychisch bedingt seien. Diese psychischen Unfallfolgen st�nden indessen nicht in einem ad�quaten Kausalzusammenhang mit dem Vorfall vom 5. September 2000. Keines der gem�ss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa bei Unf�llen aus dem mittleren Bereich massgebenden Kriterien sei gegeben. Das gelte insbesondere f�r �Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit�.
In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, der rechtserhebliche Sachverhalt in Bezug auf Unfallhergang sowie Art und Schwere der erlittenen Verletzungen sei nicht richtig und vollst�ndig festgestellt. Das selbe gelte f�r die unfallbedingte Arbeitsunf�higkeit. Im Weitern gehe es nicht an, bei der Ad�quanzbeurteilung lediglich Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit zu ber�cksichtigen. Praktisch von Anbeginn weg habe nicht nur eine somatisch, sondern auch eine psychisch bedingte Arbeitsunf�higkeit bestanden. Sodann leide der Beschwerdef�hrer nach wie vor an Kopfschmerzen. Dementsprechend seien auch Dauerschmerzen gegeben.
Gem�ss Unfallmeldung UVG vom 28. September 2000 war der Beschwerdef�hrer am 5. September 2000 mit dem Spitzen an einer Betondecke besch�ftigt. Dabei l�ste sich ein grosses St�ck Beton und fiel ihm auf Kopf und Schulter. Von dieser Darstellung des Unfallherganges ist auszugehen. Die erstbehandelnden �rzte der Chirurgischen Klinik des Spitals Y.________ diagnostizierten eine Commotio cerebri sowie eine Schulterkontusion links und eine Rissquetschwunde links parietookzipital. W�hrend der Untersuchung und Wundversorgung klagte der Beschwerdef�hrer �ber Drehschwindel (Bericht vom 12. September 2000).
Wegen persistierendem Kopfweh, Nausea, Schwindel sowie Konzentrations- und Ged�chtnisst�rungen veranlasste die Haus�rztin Frau pract. med. R.________ ein CT und ein EEG. Beide diagnostischen Massnahmen vom 19. Oktober und 27. November 2000 ergaben normale Befunde. Insbesondere konnte keine posttraumatische Hirnver�nderung oder intracranielle Blutung nachgewiesen werden. Im Bericht vom 8. Dezember 2000 sprach der Neurologe Dr. med. T.________ von einem �stumpfen Sch�del-Hirn-Trauma�, welches der Versicherte am 5. September 2000 erlitten habe.
Aufgrund der im Rahmen der konsiliarischen Untersuchung vom 11. Dezember 2000 erhobenen Befunde stellte Dr. med. T.________ die Diagnose einer psychasthenischen Reaktion postcommotionell. Der Neurologe siedelte die aktuellen Beschwerden haupts�chlich im vegetativen Bereich an. Es bestehe eine relativ niedrige Blutdruck-Lage und schlechte Reserve-Kapazit�t infolge Inaktivit�t, verst�rkt durch eine leichte reaktiv depressive Entwicklung (Bericht vom 13. Dezember 2000). Der SUVA-Kreisarzt Dr. med. I.________, welcher den Versicherten am 22. M�rz 2001 untersuchte, erachtete aufgrund der depressiven Verstimmung und der noch bestehenden vegetativen Beschwerden mit vermehrten Kopfschmerzen und Schwindel eine neuropsychologische Beurteilung f�r erforderlich.
Ein weiteres EEG von Dr. med. T.________ ergab erneut Werte im Normbereich. Klinisch fiel einzig ein diskretes Ungleichgewicht der vestibul�ren Funktion zu Ungunsten von rechts auf (Bericht vom 21. Mai 2001). Die Abkl�rung durch den ORL-Spezialisten Dr. med. S.________ ergab einen unauff�lligen Befund. Die Schwindelbeschwerden wurden �letztlich nach dem schweren Unfall als psychisch �berlagert� betrachtet (Bericht vom 6. Juli 2001).
Der Psychiater und Psychotherapeut Dr. med. L.________ stellte aufgrund der Untersuchung vom 3. Oktober 2001 die Diagnose einer l�ngeren depressiven Reaktion F43.21 mit Schmerzsyndrom im Rahmen einer Anpassungsst�rung nach Arbeitsunfall. Als Gr�nde f�r die depressive Reaktion als Folge auf das Ereignis vom 5. September 2000 nannte er die Konfrontation mit der Tatsache, nicht mehr arbeiten zu k�nnen, sowie die Aufgabe der f�r das Selbstwertgef�hl wichtigen Boxkarriere (Bericht vom 16. Oktober 2001).
4.1 Aufgrund der bestehenden medizinischen Aktenlage kann nicht schl�ssig beurteilt werden, ob die auch nach dem 25. Oktober 2001 geklagten Beschwerden (u.a. Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsst�rungen, Depression) nat�rlich kausale Folge des Unfalles vom 5. September 2000 sind. Daf�r spricht, dass der Beschwerdef�hrer eine Commotio cerebri erlitt. Darunter ist medizinisch ein leichtes Sch�delhirntrauma, eine traumatisch bedingte, reversible Sch�digung des Gehirns im Sinne einer Funktionsst�rung ohne morphologisch fassbares Substrat zu verstehen (Pschyrembel, Klinisches W�rterbuch, 259. Aufl., S. 310). Dr. med. T.________ sprach im EEG-Bericht vom 8. Dezember 2000 von einem �stumpfen Sch�del-Hirn-Trauma�. Unfallhergang sowie Art und Ausmass der geklagten Beschwerden weisen auf eine solche Verletzung hin. Anderseits ist die mit einer Commotio cerebri einhergehende Sch�digung des Gehirns grunds�tzlich reversibel. Ob in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist, innerhalb welcher Zeitspanne nach dem Unfall (Latenzzeit) bestimmte Beschwerden, insbesondere Kopfschmerzen, auftreten, ist nicht bekannt, kann hier indessen offen bleiben (vgl. RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 Erw. 5e und Nr. 391 S. 308 Erw. 2b [Schleudertrauma der Halswirbels�ule]). Ebenfalls ist unklar, inwiefern der vor dem Unfall ausge�bte Boxsport bei dem noch als sehr jung zu bezeichnenden Versicherten einen kausalrechtlich bedeutsamen gesch�digten Vorzustand geschaffen hatte. F�r die Frage der nat�rlichen Unfallkausalit�t der geklagten Beschwerden nicht ohne Belang ist schliesslich, dass Haus�rztin und Kreisarzt eine neuropsychologische Abkl�rung als erforderlich erachteten (vgl. zur Bedeutung der Neuropsychologie f�r den Nachweis des nat�rlichen Kausalzusammenhanges bei Schleudertraumen der Halswirbels�ule oder Sch�del-Hirntraumen BGE 119 V 341 Erw. 2b/bb sowie BGE 117 V 380 ff. Erw. 3f).
4.2 Unklar ist weiter, im Hinblick auf die Ad�quanzbeurteilung indessen entscheidend (Erw. 4.3), welche Bedeutung der psychischen Problematik gegen�ber den geklagten Beschwerden (u.a. Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsst�rungen) zukommt.
Bei den �rzten, die sich zum psychischen Gesundheitszustand ge�ussert haben, handelt es sich von Dr. med. L.________ abgesehen nicht um Psychiater oder Psychotherapeuten. Ihre �usserungen sind sodann vor dem Hintergrund zu sehen, dass sie kein organisches Substrat f�r die geklagten Beschwerden finden konnten. Dr. med. S.________ im Besonderen ging im �brigen von der unzutreffenden Annahme aus, der Versicherte sei infolge des am 5. September 2000 erlittenen Sch�delhirntraumas zwei Tage lang bewusstlos gewesen (Bericht vom 6. Juli 2001).
Ebenfalls liegt der Beurteilung des psychiatrischen Facharztes Dr. med. L.________ ein im Ablauf ganz anderer Unfall zu Grunde (Sturz von einem Bauger�st und auf den Hinterkopf fallendes Ger�ll). Schon von daher stellt sich die Frage, inwiefern der diagnostizierten l�ngeren depressiven Reaktion F43.21 mit Schmerzsyndrom im Rahmen einer Anpassungsst�rung nach Arbeitsunfall, soweit unfallbedingt, Krankheitswert zukommt (Bericht vom 16. Oktober 2001).
4.3 Die aufgeworfenen und vom kantonalen Gericht nicht n�her gepr�ften Fragen k�nnen nicht offen gelassen werden. Bei gegebenem nat�rlichem Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlichen Beeintr�chtigungen ist die Ad�quanzpr�fung lediglich dann nach Massgabe von BGE 115 V 133 vorzunehmen, wenn die psychische Problematik sp�testens im Oktober 2000 ganz im Vordergrund stand und die anderen Beschwerden bloss noch eine sehr untergeordnete Rolle spielten (vgl. BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen und RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437; ferner BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb).
Es sind somit weitere medizinische Abkl�rungen (psychiatrische Begutachtung, neuropsychologische Testung) im Sinne des Vorstehenden durch die SUVA unabdingbar. Sie beschlagen die Frage der nat�rlichen Kausalit�t, werden aber auch dar�ber Aufschluss geben, ob bei der Ad�quanzpr�fung danach zu differenzieren ist, ob die geklagten Beschwerden somatischer oder psychischer Natur sind oder ob auf diese Unterscheidung zu verzichten ist (Urteil H. vom 27. Juni 2000 [U 57/99]).
Dem Prozessausgang entsprechend steht dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung zu (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG in Verbindung mit Art. 135 OG). Das Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung ist demzufolge gegenstandslos.
In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 1. April 2003 und der Einspracheentscheid vom 13. Juni 2002 aufgehoben und es wird die Sache an die SUVA zur�ckgewiesen, damit sie nach Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen �ber den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung ab 26. Oktober 2001 im Zusammenhang mit dem Unfall vom 5. September 2000 neu verf�ge.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich hat �ber eine Parteientsch�digung f�r das kantonale Verfahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Prozesses zu befinden.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, dem Bundesamt f�r Sozialversicherung, der SWICA Krankenversicherung AG und der La Suisse Versicherungen zugestellt.

References: BGE 
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 Art. 135