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Timestamp: 2018-12-14 17:16:01+00:00

Document:
Vorbeugender personeller Sabotageschutz
Quelle: Bundesministerium des Innern, BMI Internetredaktion. Artikel veröffentlicht am 19. August 2004. Themen: Innere Sicherheit, Kriminalität
Die Sicherheitsüberprüfungsfeststellungsverordnung ( SÜFV) - den Text der Verordnung finden Sie in nebenstehender Anlage - vom 30. Juli 2003 setzt den vorbeugenden personellen Sabotageschutz in die Praxis um. In der SÜFV werden lebens- und verteidigungswichtige Einrichtungen festgestellt. Was abstrakt unter einer solchen Einrichtung zu verstehen ist, legt bereits das Sicherheitsüberprüfungsgesetz (SÜG) fest. Wer an einer sicherheitsempfindlichen Stelle innerhalb einer solchen Einrichtung beschäftigt ist oder werden soll, ist einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen. Einzelheiten sind im SÜG geregelt. Ziel des vorbeugendenpersonellen Sabotageschutzes ist es, mögliche Sabotageakte durch sog. Innentäter zu verhindern.
Die Sicherheitsüberprüfungsfeststellungsverordnung (SÜFV) - den Text der Verordnung finden Sie in nebenstehender Anlage - vom 30. Juli 2003 setzt den vorbeugenden personellen Sabotageschutz in die Praxis um. In der SÜFV werden lebens- und verteidigungswichtige Einrichtungen festgestellt. Was abstrakt unter einer solchen Einrichtung zu verstehen ist, legt bereits das Sicherheitsüberprüfungsgesetz (SÜG) fest. Wer an einer sicherheitsempfindlichen Stelle innerhalb einer solchen Einrichtung beschäftigt ist oder werden soll, ist einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen. Einzelheiten sind im SÜG geregelt. Ziel des vorbeugendenpersonellen Sabotageschutzes ist es, mögliche Sabotageakte durch sog. Innentäter zu verhindern.
Anhang: "Sicherheitspüberprüfungsfeststellungsverordnung (SÜFV)"
Verordnung zur Feststellung der Behörden des Bundes mit Aufgaben von vergleichbarer Sicherheitsempfindlichkeit wie die der Nachrichtendienste des Bundes und zur Feststellung der öffentlichen Stellen des Bundes und der nichtöffentlichen Stellen mit lebens- oder verteidigungswichtigen Einrichtungen (Sicherheitsüberprüfungsfeststellungsverordnung – SÜFV)
Vom 30. Juli 2003
Auf Grund des § 34 des Sicherheitsüberprüfungsgesetzes vom 20. April 1994 (BGBl. I S. 867), der durch Artikel 5 Nr. 6 des Gesetzes vom 9. Januar 2002 (BGBl. I S. 365) geändert worden ist, verordnet die Bundesregierung:
Feststellung der Behörden des Bundes mit Aufgaben von vergleichbarer Sicherheitsempfindlichkeit wie die der Nachrichtendienste des Bundes
1. der Bundesgrenzschutz, soweit er Aufgaben gemäß § 10 des Bundesgrenzschutzgesetzes vom 19. Oktober 1994 (BGBl. I S. 2978, 2979) auf dem Gebiet der Funktechnik und funkbetrieblichen Auswertung für das Bundesamt für Verfassungsschutz wahrnimmt,
2. das Bundeskriminalamt, soweit es seine polizeiliche Aufgabe der Strafverfolgung auf den Gebieten der Spionageabwehr und der Terrorismusbekämpfung sowie der Strafverfolgung solcher Erscheinungsformen der organisierten Kriminalität wahrnimmt; bei deren Aufklärung eine dauerhafte Zusammenarbeit mit den Nachrichtendiensten des Bundes erfolgt,
3. die Bundeswehr, soweit sie Aufgaben der Fernmelde- und elektronischen Aufklärung wahrnimmt und dabei eine dauerhafte Zusammenarbeit mit den Nachrichtendiensten des Bundes erfolgt,
4. das Zollkriminalamt, soweit es bei seiner Aufgabe der Verhütung und Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen Bestimmungen des Außenwirtschaftsgesetzes und Kriegswaffenkontrollgesetzes sowie der Strafverfolgung solcher Erscheinungsformen der organisierten Kriminalität tätig wird, bei deren Aufklärung eine dauerhafte Zusammenarbeit mit den Nachrichtendiensten des Bundes erfolgt.
Feststellung der lebens- oder verteidigungs- wichtigen Einrichtungen im Sinne des § 1 Abs. 4 des Sicherheitsüberprüfungsgesetzes
§ 2 Deutscher Bundestag
§ 3 Bundesrat
§ 4 Bundesverfassungsgericht
§ 5 Deutsche Bundesbank
Lebenswichtige Einrichtungen sind die Arbeitseinheiten, die der Informationstechnik der Deutschen Bundesbank beim unbaren Großbetragszahlungsverkehr und der zentralen Bargeldversorgung dienen.
§ 6 Bundesministerium des Innern
Lebenswichtige Einrichtung ist im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern der Leitungsbereich für den Zivil- und Katastrophenschutz. Dies umfasst auch die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk und die Zentralstelle für Zivilschutz im Bundesverwaltungsamt.
§ 7 Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Lebenswichtige Einrichtungen sind im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit die Arbeitseinheiten der Informationsverarbeitung und der Informationstechnik, die die Gewährung von unterhaltssichernden Leistungen durch die Bundesanstalt für Arbeit sicherstellen.
§ 8 Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung
Lebenswichtige Einrichtungen sind im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung das Institut mit der Aufgabe der Beobachtung des Auftretens und der Bekämpfung von Krankheiten und relevanten Gesundheitsgefahren in der Bevölkerung sowie Arbeitseinheiten der Informationsverarbeitung und der Informationstechnik, die die Gewährung von Leistungen zur Daseinsvorsorge bei Sozialversicherungsträgern oder für Sozialversicherungsträger sicherstellen.
§ 9 Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
Lebenswichtige Einrichtungen sind im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Arbeitseinheiten wissenschaftlicher Einrichtungen, die in erheblichem Umfang mit hochtoxischen Stoffen oder pathogenen Mikroorganismen arbeiten.
Feststellung des nichtöffentlichen Bereichs
§ 10 Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
(1) Lebenswichtige Einrichtungen sind im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit
1. die Teile von Unternehmen, die Telekommunikationsdienste für die Öffentlichkeit anbieten, deren Ausfall die Sicherstellung eines Mindestangebots an Telekommunikationsdiensten erheblich beeinträchtigen kann;
2. die Teile von Unternehmen, die Postdienstleistungen anbieten, deren Ausfall die Sicherung eines Mindestangebots an Postdienstleistungen erheblich beeinträchtigen kann;
3. die der Produktion und der Lagerung dienenden Teile von Unternehmen, die zivile oder militärische explosionsgefährliche Stoffe im Sinne des § 1 des Sprengstoffgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. September 2002 (BGBl. I S. 3518) oder Munition im Sinne der Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 3 Nr. 1 zu § 1 Abs. 4 des Waffengesetzes vom 11. Oktober 2002 (BGBl. I S. 3970, 4592) in der jeweils geltenden Fassung herstellen;
4. die Teile von Unternehmen, die als Betriebsbereich in den Anwendungsbereich des § 1 Abs. 1 Satz 2 der Störfall-Verordnung vom 26. April 2000 (BGBl. I S. 603) in der jeweils geltenden Fassung fallen oder die nach § 1 Abs. 2 der Störfall-Verordnung diesen Betriebsbereichen gleichgestellt sind.
(2) Verteidigungswichtige Einrichtungen sind im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit die Teile von Unternehmen, die unmittelbar dem Bau, der Wartung oder der Reparatur von wehrtechnischen Fahrzeugen, wehrtechnischen Material oder Marineschiffen dienen. Soweit sicherheitsempfindliche Stellen dieser Einrichtungen nicht bereits der Sicherheitsüberprüfung durch das
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit unterliegen, werden sie vom Bundesministerium der Verteidigung im Einvernehmen mit dem Bundesministerium des Innern dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit mitgeteilt.
§ 11 Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
Lebenswichtige Einrichtungen sind im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
1. die Leitstellen von Unternehmen, die mit Eisenbahnen oder mit Untergrundbahnen Personen oder Güter befördern;
2. die Stellen im Unternehmen, die über die Sicherung bei der Beförderung der gemäß § 2 Nr. 9 der Gefahrgutverordnung Straße und Eisenbahn vom 11. Dezember 2001 (BGBl. I S. 3529) bezeichneten Stoffe und Gegenstände entscheiden, die in einer vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen im Verkehrsblatt bekannt gemachten Liste genannt werden.
Zuständigkeits- und Schlussvorschriften
Zuständig für die Sicherheitsüberprüfungen ist jedes Bundesministerium für seinen Zuständigkeitsbereich. Der Deutsche Bundestag, der Bundesrat, das Bundesverfassungsgericht und die Deutsche Bundesbank führen die Sicherheitsüberprüfungen in eigener Zuständigkeit durch.
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung zur Feststellung der Behörden des Bundes mit Aufgaben von vergleichbarer Sicherheitsempfindlichkeit wie die der Nachrichtendienste des Bundes vom 18. September 1995 (BGBl. I S. 1162) außer Kraft.
Berlin, den 30. Juli 2003
Der Bundeskanzler : Gerhard Schröder
Der Bundesminister des Innern : Schily

References: § 34
 § 10
 § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1

§ 11
 § 2