Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202005,%201863
Timestamp: 2019-07-20 02:09:46+00:00

Document:
BGH, 22.03.2005 - XI ZR 286/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,267
BGH, 22.03.2005 - XI ZR 286/04 (https://dejure.org/2005,267)
BGH, Entscheidung vom 22.03.2005 - XI ZR 286/04 (https://dejure.org/2005,267)
BGH, Entscheidung vom 22. März 2005 - XI ZR 286/04 (https://dejure.org/2005,267)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,267) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Zur Frage, ob § 850 k Zivilprozessordnung (ZPO) die kontokorrentmäßigen Verrechnungsmöglichkeiten der Bank hindert bei pfändungsfreien Arbeitseinkommen; Wesen des Kontokorrents; Argumente für die Verrechnungsmöglichkeit; Prüfung einer analogen Anwendbarkeit von § 850 k Zivilprozessordnung (ZPO)
Kontokorrentfähigkeit des auf Girokonto gutgeschriebenen pfändungsfreien Arbeitseinkommens
Wirksamkeit der kontokorrentmäßigen Verrechnung einer auf ein Girokonto überwiesenen Gutschrift für pfändungsfreies Arbeitseinkommen mit Debetsaldo
Kein Pfändungsschutz für Arbeitseinkommen bei Bankkonto im Soll
Kontokorrentmäßige Verrechnung auch des pfändungsfreien Arbeitseinkommens des Bankkunden
Kontokorrentverrechnung und Pfändungsschutz nach § 850k ZPO
Pfändungsfreies Arbeitseinkommen und Kontokorrent
Pfändungsschutz auf dem Kontokorrentkonto
Kontokorrentmäßige Verrechnung unpfändbaren Arbeitseinkommens
Verrechnung des Einkommens mit Forderung der Bank
ZPO § 850k; BGB §§ 780, 781, 362, 394, 400; SGB I § 55 Abs. 1 Satz 1
Kontokorrentmäßige Verrechnung des pfandfreien Arbeitseinkommens des Bankkunden
BGH bejaht Verrechenbarkeit auch des unpfändbaren Teils von Arbeitsentgeltzahlungen mit einem Debetsaldo auf dem Girokonto des Empfängers
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 22.03.2005, Az.: XI ZR 286/04 (Verrechnung von Arbeitseinkommen auf Girokonto)" von RA Bernd Klassen, original erschienen in: BKR 2005, 288 - 292.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.03.2005, Az.: XI ZR 286/04 (Pfändungsfreies Arbeitseinkommen und Kontokorrent)" von Prof. Dr. Dorothee Einsele, original erschienen in: JZ 2006, 48 - 51.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.03.2005, Az.: XI ZR 286/04 (Kontokorrentmäßige Verrechnung unpfändbaren Arbeitseinkommens)" von Univ.-Prof. Dr. Curt Wolfgang Hergenröder, original erschienen in: DZWIR 2005, 510 - 511.
Zusammenfassung von "Schutz des Existenzminimums des Kontoinhabers gegenüber der Bank" von WissMit. Dr. Cordula Scholz Löhnig, original erschienen in: NJW 2005, 2432 - 2433.
BGHZ 162, 349
Rpfleger 2005, 452
Mit Zustandekommen der Kontokorrentabrede stehen die von ihr erfassten Forderungen zur Verrechnung, können also nicht selbständig geltend gemacht oder eingeklagt werden, vgl. BGH, ZIP 2005, 941.
Denn damit erlischt der Anspruch der Schuldnerin auf die Sozialleistungen durch Erfüllung (vgl. BGH, Urt. v. 22.3.2005 - XI ZR 286/04, NJW 2005, 1863 zum Arbeitseinkommen; OLG Frankfurt OLG-Rep 2000, 39, 40).
Die entsprechenden Gutschriften auf seinem Girokonto im Januar, März und Juni 2010 waren als Forderungen des Angeklagten gegen die kontoführende Bank bloße Rechnungsposten im Rahmen der Kontokorrentbindung (vgl. BGH, Urteil vom 22. März 2005 - XI ZR 286/04, BGHZ 162, 349, 351) und gingen alle in die bis zum 2. August 2010 positiven Tagessalden ein.
(Vgl. zur Verbuchung und Verrechnung durch die Streithelferin nach Ende des Girovertrages BGH, NJW 2007, 914 ; vgl. zu den begrenzten Wirkungen des Pfändungsschutzes bei der Überweisung von pfändungsfreiem Einkommen BGH, NJW 2005, 1863 sowie Bitter in Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechtshandbuch, Band I, 4. Aufl. 2011, § 33 Rdnr. 33 und derselbe in Bankrechtshandbuch Band I, 5. Aufl. 2017, § 33 Rdnr. 36 c).
Der Senat kommt daher - mit dem Bundesgerichtshof (NJW 2005, 1863; s. a. bereits Scholz Löhnig, WM 2004, 1116 ff.) - zu der Auffassung, dass der Pfändungsschutz die Verrechnung nicht hindert.
Dies hat zur Folge, dass eine Aufrechnung gegen die Forderung in diesem Zeitraum nicht zulässig (§ 394 BGB) und damit diese einer kontokorrentmäßigen Verrechnung entzogen ist (siehe BGH, Urteil vom 22.03.2005, - XI ZR 286/04 - m.w.N.).
Mit der Gutschrift auf dem Konto erlosch auch der für den Anspruch auf Kindergeld bestehende Pfändungsschutz gemäß § 76 EStG (vgl. BGH-Urteil vom 22. März 2005 XI ZR 286/04, BGHZ 162, 349 für den Fall des Pfändungsschutzes für Arbeitseinkommen nach §§ 850 ff Zivilprozessordnung - ZPO).

References: § 850
 § 850
 § 850
 § 850
 § 55

BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 33
 § 33
 § 76