Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F10-12-2014-9C_432-2014
Timestamp: 2016-10-27 22:48:38+00:00

Document:
9C_432/2014 � � Urteil vom 10. Dezember 2014
Die 1958 geborene A.________ meldete sich im Dezember 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach Abkl�rungen und Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle Bern mit Verf�gung vom 30. September 2013 einen Rentenanspruch (Invalidit�tsgrad von 11 %).
A.________ beantragt mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, der Entscheid vom 2. Mai 2014 sei aufzuheben. Sinngem�ss ersucht sie um Zusprechung einer Rente, eventuell um R�ckweisung der Sache zu weiterer medizinischer Abkl�rung.
Die Vorinstanz hat dem Gutachten der Dres. med. B.________ (Facharzt f�r Neurologie) und C.________ (Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie) vom 14. April 2013 Beweiskraft beigemessen. Gest�tzt darauf hat sie eine um 20 % reduzierte Leistungsf�higkeit in leidensangepassten T�tigkeiten (mit nur leichter bis m�ssiger Belastung der K�rperachse) - und somit auch in der angestammten Arbeit im kaufm�nnischen Bereich - festgestellt. Daraus resultiere ein rentenausschliessender Invalidit�tsgrad von 20 %.
3.1.�Soweit die Beschwerdef�hrerin geltend macht, das kantonale Gericht habe zu bestimmten Einw�nden und Aussagen nicht Stellung bezogen, kann sie nichts f�r sich ableiten: War - wie hier - eine sachgerechte Anfechtung des vorinstanzlichen Entscheides m�glich, kann nicht von einer Verletzung der Begr�ndungspflicht (vgl. Art. 61 lit. h ATSG und Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG) gesprochen werden (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88; 133 III 439 E. 3.3 S. 445; 124 V 180 E. 1a S. 181).
3.2.1.�Bei der Beurteilung der Arbeits (un) f�higkeit st�tzt sich die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von �rztlichen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verf�gung zu stellen sind. Aufgabe des Arztes oder der �rztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bez�glich welcher T�tigkeiten die versicherte Person arbeitsunf�hig ist. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begr�ndet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis).
Den im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezial�rzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er�rterung der Befunde zu schl�ssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweisw�rdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverl�ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).
3.3.1.�Soweit die Versicherte geltend macht, die "MEDAS-�rzte" seien nicht von einem Computer, sondern durch den Arzt des Regionalen �rztlichen Dienstes (RAD) ausgesucht worden, scheint sie sich auf die in Art. 72bis Abs. 2 IVV (vgl. auch BGE 137 V 210 E. 3.1 S. 242 ff.) vorgesehene Auftragsvergabe nach dem Zufallsprinzip zu berufen. Dabei verkennt sie zweierlei: Einerseits gilt diese Bestimmung nur f�r Begutachtungen mit drei und mehr Fachdisziplinen (BGE 139 V 349 E. 2.2 und 5.4 S. 351 und 357). Anderseits beauftragte der RAD von vornherein nicht eine MEDAS (vgl. Art. 59 Abs. 3 IVG), sondern zwei (voneinander unabh�ngige) Fach�rzte mit der Expertise.
3.3.2.�Was die Beschwerdef�hrerin in materieller Hinsicht gegen das Gutachten vorbringt, h�lt ebenfalls nicht stand: So ist ein Facharzt f�r Neurologie, welche sich mit der Erforschung, Diagnostik und Behandlung der Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur befasst (Pschyrembel, Klinisches W�rterbuch 2012, 263. Aufl. 2011, S. 1450), fachlich qualifiziert, die Migr�ne, die Kiefer- und R�ckenbeschwerden zu beurteilen (vgl. auch Urteil 9C_851/2012 vom 5. M�rz 2013 E. 4.4.2) und dabei die Wirkung der diversen Medikamente zu beachten. In Bezug auf die Folgen der Kieferproblematik erw�hnte Dr. med. dent. D.________ im Bericht vom 3. September 2013 nebst einer Einschr�nkung der Kaufunktion lediglich, die Erkrankung k�nne "sehr h�ufig einhergehen mit starken Kopfschmerzen/Migr�neattacken". Dass diese im Gutachten nur ungen�gend ber�cksichtigt worden sein sollen, ist nicht ersichtlich. Sodann befasste sich namentlich der psychiatrische Experte auch mit dem Lichen sclerosus; dass dadurch die Arbeitsf�higkeit eingeschr�nkt sein soll, machte resp. macht indessen auch die Versicherte nicht geltend, weshalb sich diesbez�glich eine zus�tzliche gyn�kologische Abkl�rung er�brigte.
Anhaltspunkte daf�r, dass die Experten in anderer Hinsicht nicht lege artis vorgegangen sein sollen, fehlen: So ist nicht ersichtlich, dass sie ihre Einsch�tzung in nur unvollst�ndiger Kenntnis der Vorakten abgaben; zudem macht die Versicherte nicht geltend, dass sich aus der - offenbar nicht bei den Akten liegenden (vgl. auch Art. 99 Abs. 1 BGG) - Patientenakte der fr�heren Haus�rztin wesentliche Erkenntnisse f�r den aktuellen Gesundheitszustand h�tten gewinnen lassen. Weiter beruht die Einsch�tzung des Neurologen auf eigener klinischer Befunderhebung und elektroencephalographischer Untersuchung. Sodann steht das Gutachten in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt und die massgeblichen Diagnosen im Wesentlichen mit den �brigen medizinischen Unterlagen im Einklang. Indessen tr�gt insbesondere die �rztliche Arbeitsf�higkeitssch�tzung von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessensz�ge (Urteil 9C_922/2013 vom 19. Mai 2014 E. 3.4.3 mit Hinweisen), die es zu respektieren gilt. Auch dass die Versicherte subjektiv ihre Arbeitsf�higkeit geringer einstuft als die Experten, ersch�ttert die Beweiskraft des Gutachtens nicht.
3.4.�Nach dem Gesagten gen�gt das Gutachten der Dres. med. B.________ und C.________ den bundesrechtlichen Anforderungen an die Beweiskraft (E. 3.1.1). Es besteht daher auch keine Veranlassung f�r die beantragte R�ckweisung (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 124 V 90 E. 4b S. 94). Folglich bleibt die vorinstanzliche Feststellung, wonach die Leistungsf�higkeit in der angestammten T�tigkeit um 20 % eingeschr�nkt sei, f�r das Bundesgericht verbindlich (E. 1).
Bei diesem Ergebnis ist nicht ersichtlich und legt auch die Beschwerdef�hrerin nicht dar, inwiefern ein rentenbegr�ndender Invalidit�tsgrad von mindestens 40 % (vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG) resultieren soll. Die Beschwerde ist offensichtlich unbegr�ndet (Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG).

References: Art. 61
 Art. 112
 Art. 72
 BGE 
 Art. 59
 Art. 99
 Art. 16
 Art. 28