Source: https://www.evangelischer-glaube.de/popul%C3%A4re-symbolik/abschn-i-x/
Timestamp: 2019-10-19 05:26:33+00:00

Document:
Abschn. I - X - evangelischer-glaube.de
Populäre Symbolik.
Lutherischer Wegweiser zur Prüfung der verschiedenen Kirchen
und religiösen Gesellschaften.
Von Martin Günther.
Vierte, vermehrte Auflage. St. Louis, Mo. 1913.
( VORBEMERKUNG des Bearbeiters: Martin Günthers “Populäre Symbolik” ist ein detailreiches und gelehrtes Werk, das in der 4. Auflage 456 Seiten umfasst und hier in dieser Fülle nicht wiedergegeben werden kann. Ich habe es auf die “rechtgläubigen” und “andersgläubigen” Lehrsätze reduziert, die das Gerüst der “Populären Symbolik” bilden, muss aber (damit dem Autor Gerechtigkeit wider-fährt) darauf hinweisen, dass Günthers umfängliches Original jeden der Lehr-sätze akribisch mit Belegen, Nachweisen und Kommentaren versieht. Ich bitte außerdem zu bedenken, dass hier die konfessionelle Landschaft beschrieben wird, wie sie sich 1913 einem amerikanischen Lutheraner darstellte. Es ist nicht davon auszugehen, dass jede der zitierten Glaubensgemeinschaften noch heute die beschriebenen Positionen vertritt! T.G. / 2015 )
§ 1. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Heilige Schrift ist die einzige Erkenntnisquelle der seligmachenden Lehre.
Die Heilige Schrift, wozu auch die Apokryphen (§ 5) gehören, und die Traditionen (mündlichen Überlieferungen) sind Erkenntnisquelle.
B. DER GRIECHISCHEN KIRCHE UND DER ALTKATHOLIKEN.
Die Heilige Schrift und die mündlichen Überlieferungen sind Erkenntnisquelle.
Die Schrift ist Quelle der Wahrheit, aber auch die neuen Offenbarungen, die Swedenborg empfangen hat, und seine Schriften.
D. DER IRVINGIANER, INSPIRIERTEN, CHRISTLICHEN ISRAELITEN, DER HEILSARMEE.
Erkenntnisquelle sind auch die neuen Offenbarungen.
Außer der Schrift sind auch die neuen Offenbarungen und das „Buch Mormon“ Erkenntnisquelle.
F. DER QUÄKER UND HICKSITENQUÄKER.
Die Hauptquelle der Wahrheit ist die fortwährende Offenbarung durch den Geist (das innere Licht), aus welcher die Schrift selbst erst geflossen ist.
G. DER SCHÄKER.
In der 1774 angefangenen neuen zweiten christlichen Kirche gilt das geschrie-bene Wort nicht mehr, sondern es gelten nur die Offenbarungen des Geistes dieser Kirche.
H. DER SOCINIANER, UNITARIER, UNIVERSALISTEN, CHRISTIANER.
Die Schrift ist nur Erkenntnisquelle, sofern sie mit der Vernunft übereinstimmt.
I. DER SPIRITUALISTEN.
Nicht die Bibel, sondern die Offenbarungen aus der Geisterwelt sind die Quelle der Wahrheit.
J. DER CHRISTLICHEN WISSENSCHAFT.
Auch die Schrift “Science and Health” ist Quelle der Wahrheit.
§ 2. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Heilige Schrift ist das Wort Gottes, welches von den Propheten, Evangelisten und Aposteln aus unmittelbarer Eingebung des Heiligen Geistes zu unserer Unterrichtung und Seligkeit aufgezeichnet worden ist; sie ist daher unfehlbar.
A. DER UNITARIER.
Die Heilige Schrift ist nicht Gottes Wort, sondern enthält nur Gottes Wort.
B. DER SCHWENKFELDIANER, QUÄKER UND HICKSITENQUÄKER.
Die Heilige Schrift ist, eigentlich zu reden, nicht Gottes Wort.
C. DER SOCINIANER, ARMINIANER UND DER CHRISTLICH-KATHOLISCHEN KIRCHE.
Nicht der ganze Inhalt der Schrift ist von Gott eingegeben; die heiligen Schreiber haben irren können.
D. DER SPIRITUALISTEN.
Die Schrift enthält nur zum Teil Gutes und Wahres.
§ 3. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Um ihres göttlichen Ansehens willen müssen wir die ganze Heilige Schrift, alle Schriften der Propheten und Apostel, als Gottes Wort annehmen.
A. DER SWEDENBORGIANER.
Nicht alle Schriften des Alten und Neuen Testaments sind als Wort Gottes anzu-sehen.
B. DER SOCINIANER UND CAMPBELLITEN.
Das Alte Testament hat nur untergeordneten Wert und keine Autorität für die Christen.
§ 4. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Der Grundtext der Heiligen Schrift ist allein authentisch, und alle Bibelüber-setzungen müssen danach beurteilt und geprüft werden.
Die lateinische Bibelübersetzung (Vulgata genannt) soll für authentisch gehalten werden.
§ 5. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die apokryphischen Bücher sind menschliche Bücher, die zwar nützlich und gut zu lesen, aber der Heiligen Schrift nicht gleich zu achten sind.
Die apokryphischen Bücher sind der Heiligen Schrift gleich zu achten.
§ 6. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Heilige Schrift ist die Stimme des höchsten und unfehlbaren Richters, des Heiligen Geistes, und darum die einzige Regel und Richtschnur des Glaubens und Lebens.
Regel und Richtschnur sind nicht nur die kanonischen, sondern auch die apo-kryphischen Bücher nebst den Traditionen. Der höchste und unfehlbare Richter ist der Papst.
Neben der Schrift sind auch die Traditionen und Konzilienbeschlüsse Glaubens-regel.
Regel und Richtschnur sind auch die Offenbarungen, die Swedenborg empfan-gen hat, und seine Schriften.
D. DER QUÄKER UND HICKSITENQUÄKER.
Die adäquate erste Regel des Glaubens und Lebens ist nicht die Schrift, sondern die fortwährende Offenbarung des Geistes.
E. DER SCHÄKER.
Die Schrift ist nicht mehr Regel, sondern nur die Offenbarung des Geistes der Schäker.
F. DER IRVINGIANER, CHRISTLICHEN ISRAELITEN, INSPIRIERTEN.
Als Regeln gelten auch die neuen Offenbarungen durch unmittelbar von Gott Berufene.
G. DER MORMONEN.
Neben der Schrift sind auch das Buch Mormon und die neuen Offenbarungen Regel.
Nur was die Vernunft, als entscheidender Richter, in der Schrift gelten läßt, ist Regel und Richtschnur.
§ 7. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Heilige Schrift ist vollkommen und enthält alles, was zum Glauben, zur Er-langung des ewigen Lebens und zu einem gottgefälligen Wandel notwendig ist.
A. DER RÖMISCHEN KIRCHE, DER ALTKATHOLIKEN, DER GRIECHISCHEN KIRCHE.
Die Schrift muß durch die Traditionen ergänzt werden und ist daher nicht voll-kommen.
B. DER SCHÄKER, MORMONEN, INSPIRIERTEN.
Die Heilige Schrift ist nicht vollkommen.
§ 8. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Heilige Schrift ist deutlich in dem, was zur Unterweisung im Glauben und Leben gehört, daß sie von allen sowohl gelesen als verstanden werden kann.
Die Heilige Schrift ist dunkel und bedarf erst der Auslegung der Kirche.
§ 9. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Auslegung der Schrift, durch wen sie auch geschieht, muß aus ihr selbst genommen werden.
Der Kirche (Papst, Bischöfen und Konzilien) kommt es allein zu, die Schrift auszulegen, und zwar nach den Traditionen und Schriften der Kirchenväter.
Die Auslegung geschieht durch die Kirche nach den Beschlüssen der alten Konzilien und den Schriften der Väter.
C. DER IRVINGIANER.
Die Schriftauslegung der unmittelbar berufenen Apostel ist als bindend anzu-sehen.
D. DER SWEDENBORGIANER.
Die rechte Schriftauslegung ist nur in den Schriften Swedenborgs zu finden, durch den der geistige Sinn des Wortes offenbart wurde.
E. DER QUÄKER, HICKSITENQUÄKER UND MENNONITEN.
Die Schrift wird durch das innere Licht erklärt.
F. DER CHRISTLICHEN WISSENSCHAFT.
Die Schrift muß nach einem geistlichen Sinn, nach den Lehren der Christlichen Wissenschaft, verstanden werden.
G. DER ARMINIANER, DER SOGENANNTEN PROTESTANTEN, DER CAMPBELLITEN, SOCINIANER, UNITARIER, UNIVERSALISTEN.
Die Schrift muß nach der Vernunft ausgelegt werden.
H. DER REFORMIERTEN.
In der Auslegung der Schrift gilt auch das Urteil der Vernunft.
§ 10. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Das Wort der Heiligen Schrift hat in sich lebendig- und seligmachende Kraft.
A. DER SCHWENKFELDIANER, QUÄKER, HICKSITENQUÄKER.
Das Wort der Schrift hat nicht lebendigmachende Kraft.
B. DER REFORMIERTEN, KONGREGATIONALISTEN USW.
Das Wort Gottes hat nicht lebendig machende Kraft, sondern ist nur eine Verkündigung, bei und neben welcher der Heilige Geist seine Kraft äußert.
Der Heilige Geist wirkt durchs Wort nur insofern, als er den zu bekehrenden Menschen seine Argumente vorlegt.
§ 11. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Alle Christen, welches Standes und Alters sie auch sein mögen, sind anzuhalten, die Heilige Schrift zu lesen.
Den Laien ist, mit Ausnahme einiger, das Lesen der Heiligen Schrift nicht zu gestatten.
II. VON DER ERKENNTNIS GOTTES.
§ 12. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die natürliche Erkenntnis Gottes ist allen Menschen von Natur ins Herz geschrie-ben und wird aus den Werken Gottes in der Natur erlangt.
FALSCHE LEHRE DER SOCINIANER UND MORMONEN.
Es gibt keine natürliche Erkenntnis Gottes.
§ 13. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Durch die natürliche Erkenntnis allein, ohne die im Worte geoffenbarte, kann kein Mensch selig werden.
FALSCHE LEHRE DER QUÄKER, HICKSITENQUÄKER, ARMINIANER, SOCINIANER, UNITARIER, DER SOGENANNTEN PROTESTANTEN, DER UNIVERSALISTEN, SWEDENBORGIANER UND DER HEILSARMEE.
Auch ohne die geoffenbarte Erkenntnis JEsu Christi können Menschen selig werden.
III. VON GOTTES WESEN UND EIGENSCHAFTEN.
§ 14. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Gott ist ein Geist, ein geistiges, unleibliches, unendliches Wesen.
A. DER MORMONEN UND SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN.
Gott ist ein materielles Wesen.
Der Gott Israels ist nicht ein unendliches Wesen.
§ 15. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Gott allein ist ewig.
Gott ist nicht allein ewig.
§ 16. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Gott weiß nicht alles, was zukünftig ist, voraus.
§ 17. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
FALSCHE LEHRE DER SOCINIANER, ARMINIANER, MORMONEN, SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN.
Gott ist nicht überall gegenwärtig.
IV. VOM GEHEIMNIS DER HEILIGEN DREIEINIGKEIT.
§ 18. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
In dem ein ein göttlichen Wesen sind drei unterschiedene Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
FALSCHE LEHRE DER SOCINIANER, UNITARIER, UNIVERSALISTEN, DER SOGENANNTEN PROTESTANTEN, DER SWEDENBORGIANER, DER SWEDENBORGIANISCHEN BIBELCHRISTEN, CAMPBELLITEN, CHRISTI-ANER, QUÄKER, HICKSITENQUÄKER, MORMONEN, SCHÄKER, DER CHRISTLICHEN ISRAELITEN, DER SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN, SPIRITUALISTEN, HOFFMANNIANER, CHRISTADELPHIANER, RUSSELLI-TEN, MICHELIANER, DER CHRISTLICHEN WISSENSCHAFT.
In dem göttlichen Wesen sind nicht drei unterschiedene Personen.
§ 19. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Der Sohn Gottes, vom Vater in Ewigkeit geboren, ist wahrer, wesentlicher, natürlicher Gott, ein es ewigen göttlichen Wesens mit dem Vater.
FALSCHE LEHRE DER ARMINIANER, SOCINIANER, UNITARIER, UNI-VERSALISTEN, DER SOGENANNTEN PROTESTANTEN, SWEDEN-BORGIANER, DER SWEDENBORGIANISCHEN BIBELCHRISTEN, CAMPBELLITEN, CHRISTIANER, QUÄKER, HICKSITENQUÄKER, MORMONEN, SCHÄKER, DER CHRISTLICHEN ISRAELITEN, SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN, SPIRITUALISTEN, HOFFMANNIANER, CHRIST-ADELPHIANER, CHRISTIANER, RUSSELLITEN, DER CHRISTLICHEN WISSENSCHAFT.
Der Sohn Gottes ist nicht wahrhaftig eigentlich und von Natur ewiger Gott, auch nicht ein es Wesens mit dem Vater.
§ 20. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Der Heilige Geist geht von Ewigkeit vom Vater und vom Sohne aus.
FALSCHE LEHRE DER GRIECHISCHEN KIRCHE, DER IRVINGIANER, ALTKATHOLIKEN UND HERRNHUTER.
Der Heilige Geist geht nur vom Vater aus.
§ 21. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Der Heilige Geist ist wahrer, wesentlicher und natürlicher Gott, eines Wesens mit dem Vater und dem Sohne.
FALSCHE LEHRE DER ARMINIANER, SOCINIANER, UNITARIER, UNI-VERSALISTEN, DER SOGENANNTEN PROTESTANTEN, SWEDEN-BORGIANER, DER SWEDENBORGIANISCHEN BIBELCHRISTEN, CAMPBELLITEN, CHRISTIANER, QUÄKER, HICKSITENQUÄKER, MORMONEN, SCHÄKER, DER CHRISTLICHEN ISRAELITEN, SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN, SPIRITUALISTEN, HOFFMANNIANER, CHRIST-ADELPHIANER, DER CHRISTLICHEN WISSENSCHAFT.
Der Heilige Geist ist nicht wahrer, wesentlicher und natürlicher Gott und nicht eines Wesens mit dem Vater und dem Sohn.
V. VON DEN ENGELN.
§ 22. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Engel, gute und böse, sind von Gott erschaffene, unsichtbare Geister.
A. DER SWEDENBORGIANER UND SPIRITUALISTEN.
Die Engel sind die abgeschiedenen Menschenseelen.
Die Engel sind männlich und weiblich.
Die Engel sind vollkommener entwickelte Menschen; die bösen Engel sind abgeschiedene, unglückliche Menschenseelen.
D. DER CHRISTLICHEN WISSENSCHAFT.
Die Engel sind Gottes Gedanken in den Menschen; einen Teufel gibt es nicht.
VI. VOM EBENBILDE GOTTES.
§ 23. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Das Ebenbild Gottes ist nichts anderes als die anerschaffene Gerechtigkeit und Vollkommenheit der ersten Menschen.
Das Ebenbild Gottes besteht nur in dem freien Willen des Menschen und in der Herrschaft seiner Vernunft über die Begierden. Die ursprüngliche Gerechtigkeit war kein Stück des Ebenbildes, sondern nur eine übernatürliche Zugabe.
B. DER ARMINIANER UND SOCINIANER.
Das Ebenbild Gottes besteht nicht in anerschaffener Gerechtigkeit und Voll-kommenheit, sondern in der Herrschaft über die Kreaturen auf Erden.
C. DER SOGENANNTEN PROTESTANTEN.
Das Ebenbild Gottes, das der Mensch noch jetzt hat, besteht nicht in voll-kommener Gerechtigkeit und Heiligkeit, sondern darin, daß Gott ihm von einem Geist gegeben hat.
Der Mensch hatte keine anerschaffene Gerechtigkeit; der Mensch macht sich selbst zum Bilde Gottes.
Das Männliche und Weibliche im Menschen ist es, was besonders das Bild Gottes ist.
F. DER ADVENTISTEN.
Adam war zwar unschuldig, aber nicht heilig.
G. DER RUSSELLITEN.
Der Mensch ist nicht nach Gottes Bild geschaffen; er unterscheidet sich nur äußerlich von dem Tier.
§ 24. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Seele des Menschen ist unsterblich; auch der Leib des Menschen war vor dem Fall seiner Natur unsterblich.
Der Leib des Menschen war nicht kraft seiner Naturbeschaffenheit, sondern durch hinzukommende göttliche Gnade unsterblich.
B. DER SOCINIANER UND ARMINIANER.
Der Leib des Menschen ist sterblich geschaffen.
C. DER ADVENTISTEN, SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN, RUSSELLITEN UND CHRISTADELPHIANER.
Der Mensch ist sterblich geschaffen, und auch die Seele ist nicht unsterblich.
Der Mensch ist überhaupt unsterblich.
§ 25. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Das Ebenbild Gottes ist durch den Sündenfall verloren und greulich zerrüttet und verderbt worden.
Das Ebenbild Gottes (der freie Wille, § 23) ist nicht verloren, sondern nur jene übernatürliche Zugabe der ursprünglichen Gerechtigkeit.
B. DER SOCINIANER, UNITARIER, DER SOGENANNTEN PROTESTANTEN, DER CHRISTLICHEN ISRAELITEN.
Das göttliche Ebenbild ist nicht verloren und verderbt worden.
C. DER ADVENTISTEN.
Heiligkeit ist durch Adams Fall nicht verloren.
Der Mensch ist überhaupt nicht in Sünde gefallen.
VII. VON DER SÜNDE.
§ 26. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Gott ist nicht die Ursache der Sünde, sondern der Teufel und des Menschen verkehrter Wille, der sich von ihm verblenden läßt.
A. DER (CALVINISTISCHEN) REFORMIERTEN USW.
Gott hat die Verworfenen dazu geschaffen, daß sie sündigen und verloren gehen.
B. DER CHRISTLICHEN ISRAELITEN.
Gott hat das Böse in den Menschen gepflanzt.
§ 27. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Sünde der ersten Eltern bestand darin, daß sie im Unglauben gegen Gottes Wort, aus Begierde, Gott gleich zu werden, von der Frucht des verbotenen Baumes aßen und damit das ganze Gesetz übertraten.
A. DER SCHÄKER, DER CHRISTLICHEN ISRAELITEN, DER MICHELIANER.
Die Sünde der ersten Eltern bestand in Übertretung des Gebotes der Keuschheit.
Was die Schrift vom Sündenfalle Adams und Evas sagt, ist nicht wahre Ge-schichte, sondern nur eine bildliche Darstellung.
§ 28. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Erbsünde ist das allertiefste Verderben der ganzen menschlichen Natur, vermöge dessen dieselbe der anerschaffenen Gerechtigkeit und Vollkommenheit beraubt und zu allem Bösen geneigt ist.
Die Erbsünde ist nicht ein Verderben der ganzen menschlichen Natur, sondern nur eine Schwächung des freien Willens und eine Beraubung der dem Menschen als Zugabe mitgeteilten ursprünglichen Gerechtigkeit.
Die Erbsünde besteht darin, daß die Vollkommenheit des Verstandes verderbt und der Wille mehr zum Bösen als zum Guten geneigt ist.
C. DER SOCINIANER, UNITARIER, DER SOGENANNTEN PROTESTANTEN, DER ARMINIANER, SWEDENBORGIANER, CAMPBELLITEN, SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN.
Es gibt keine Erbsünde; die menschliche Natur ist nicht gänzlich verderbt.
D. DER CHRISTLICHEN ISRAELITEN.
Das angeborene Verderben besteht in der infolge der Verunreinigung Adams (§ 27) eingetretenen Verunreinigung des Blutes, welche zur Sünde veranlaßt.
E. DER CHRISTLICHEN WISSENSCHAFT.
Es gibt überhaupt keine Sünde.
§ 29. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die böse Lust, die auch in den Wiedergeborenen nach der Taufe übrig bleibt, ist wahrhaftig und eigentlich Sünde.
Die Erblust in den Wiedergeborenen ist nicht eigentlich Sünde.
§ 30. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Das erbsündliche Verderben wird durch die fleischliche Geburt von Adam auf alle Menschen, die natürlich geboren werden, fortgepflanzt.
Maria ist nicht in Sünden empfangen und geboren.
§ 31. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Um des Ungehorsams Adams willen sind alle Menschen, die natürlich geboren werden, in Gottes Ungnade und Kinder des Zorns von Natur.
FALSCHE LEHRE DER SOCINIANER, UNITARIER, ARMINIANER, MENNO-NITEN, QUÄKER, HICKSITENQUÄKER, SCHÄKER, MORMONEN, SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN, DER CHRISTLICHEN ISRAELITEN, DER DEUTSCHEN SABBATARIER, UNIVERSALISTEN, DER SOGENANNTEN PROTESTANTEN, HOFFMANNIANER, SWEDENBORGIANER.
Um der Sünde Adams willen wird kein Mensch des Zornes Gottes und der Verdammnis schuldig geboren.
§ 32. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Keine Sünde ist an sich und ihrer Natur nach eine läßliche, sondern jede eine tödliche, nach dem Gesetz betrachtet.
FALSCHE LEHRE DER RÖMISCHEN UND GRIECHISCHEN KIRCHE, DER SOCINIANER UND ARMINIANER.
Einige Sünden sind ihrer Natur nach läßliche, andere Todsünden.
§ 33. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Auch bei unmündigen Kindern findet sich schon wirkliche Sünde.
FALSCHE LEHRE DER SOCINIANER, UNITARIER, CAMPBELLITEN, MORMONEN, SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN, FREIWILLEN-BAPTISTEN, ARMINIANER, MENNONITEN UND DER DEUTSCHEN SABBATARIER.
Bei Kindern findet sich noch keine wirkliche Sünde.
§ 34. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Sünden werden zeitlich und ewig gestraft.
Einige Sünden verdienen nur zeitliche Strafe.
B. DER UNIVERSALISTEN, SOCINIANER, UNITARIER, ADVENTISTEN USW.
Die Sünden werden nicht ewig gestraft werden.
VIII. VOM FREIEN WILLEN.
§ 35. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Der Mensch hat nach dem Sündenfalle, vor seiner Bekehrung, keinen freien Willen in geistlichen Dingen.
FALSCHE LEHRE DER RÖMISCHEN UND GRIECHISCHEN KIRCHE, DER ARMINIANER, METHODISTEN, DER EVANGELISCHEN GEMEINSCHAFT, DER VEREINIGTEN EVANGELISCHEN KIRCHE, DER HERRNHUTER, CUMBERLAND-PRESBYTERIANER, MENNONITEN, FREIWILLEN-BAPTISTEN, WEINBRENNERIANER, SOCINIANER, CAMPBELLITEN, UNITARIER, DER SOGENANNTEN PROTESTANTEN, UNIVERSALISTEN, SWEDENBORGIANER, DER SWEDENBORGIANISCHEN BIBELCHRISTEN, DER SPIRITUALISTEN, QUÄKER, SCHÄKER, MORMONEN, SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN UND DER CHRISTLICHEN ISRAELITEN.
Der Mensch hat auch noch nach dem Fall einen freien Willen und Kraft zum Guten.
IX. VON GOTTES EWIGER WAHL.
§ 36. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Gott hat sich aller Menschen erbarmt und will, daß alle selig werden.
FALSCHE LEHRE DER (CALVINISTISCHEN) REFORMIERTEN, DER WALDENSER, PRESBYTERIANER, KONGREGATIONALISTEN, DER (CALVINISTISCHEN) BAPTISTEN, CALVINISTISCHEN METHODISTEN USW.
Gott hat sich nicht aller, sondern nur einiger Menschen erbarmt.
§ 37. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Ursache, um welcher willen Gott die Auserwählten von Ewigkeit zum ewigen Leben erwählt hat, liegt nicht in ihnen, sondern ist allein die Barmherzigkeit Gottes und das allerheiligste Verdienst Christi.
A. DER GRIECHISCHEN KIRCHE, DER CAMPBELLITEN UND FREIWILLEN-BAPTISTEN.
Die Wahl zur Seligkeit gründet sich auf das Verhalten des Menschen.
B. DER ARMINIANER, METHODISTEN, CUMBERLAND-PRESBYTERIANER, SOCINIANER, SCHÄKER UND DER HEILSARMEE.
Die Wahl zur Seligkeit gründet sich auf das Verhalten des Menschen und geschieht erst in der Zeit.
C. DER SWEDENBORGIANER, UNITARIER UND MORMONEN.
Es ist gar keine Wahl Gottes geschehen; der Mensch bestimmt sich selbst.
§ 38. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Wahl zur Seligkeit ist nicht eine absolute und nicht nach Art einer willkür-lichen Musterung, sondern in Christo JEsu geschehen.
Die Wahl einiger Menschen zur Seligkeit ist eine absolute und nicht in Christo JEsu, sondern ohne alle und jede Rücksicht geschehen.
§ 39. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Auserwählten können den Glauben zwar nicht bis ans Ende, aber doch zeitweilig gänzlich verlieren, während die Wiedergeborenen ihn beides, gänzlich und bis ans Ende, verlieren können.
A. DER (CALVINISTISCHEN) REFORMIERTEN, PRESBYTERIANER, KONGREGATIONALISTEN, (CALVINISTISCHEN) BAPTISTEN USW.
Die Auserwählten, die allein den Glauben haben, können denselben nie völlig verlieren, wenn sie auch noch so schwer sündigen.
Die Wiedergeborenen und Gerechtfertigten können den Glauben weder gänzlich noch bis ans Ende verlieren.
§ 40. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Gläubigen können ihrer Erwählung zur Seligkeit im Glauben gewiß sein.
Niemand kann seiner Erwählung gewiß sein.
§ 41. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Daß die meisten Menschen verworfen werden, kommt nicht von einem absoluten Ratschluß Gottes her, sondern geschieht aus ihrer eigenen Schuld, um ihres Unglaubens willen.
FALSCHE LEHRE DER (CALVINISTISCHEN) REFORMIERTEN, WALDENSER, PRESBYTERIANER, KONGREGATIONALISTEN, (CALVINISTISCHEN) BAPTISTEN, CALVINISTISCHEN METHODISTEN USW.
Daß die meisten Menschen verloren gehen, kommt von einem absoluten Rat-schluß Gottes her.
X. VON CHRISTI PERSON.
§ 42. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Der Sohn Gottes hat in der Fülle der Zeit aus dem Wesen der Jungfrau Maria wahre menschliche Natur angenommen, also daß er uns in allen Dingen gleich geworden ist, die Sünde ausgenommen.
A. DER SOCINIANER, UNITARIER, SWEDENBORGIANER, DER SWEDEN-BORGIANISCHEN BIBELCHRISTEN QUÄKER, SCHÄKER, CHRISTLICHEN ISRAELITEN, SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN, UNIVERSALISTEN, DER SOGENANNTEN PROTESTANTEN, MORMONEN, SPIRITUALISTEN, HOFFMANNIANER, RUSSELLITEN UND DER CHRISTLICHEN WISSEN-SCHAFT.
Eine Menschwerdung eines ewigen Sohnes Gottes, einer Person der Gottheit, ist nicht zu glauben.
B. DER SCHWENKFELDIANER UND MENNONITEN.
Der Sohn Gottes hat nicht unsere menschliche Natur angenommen, sondern eine solche, die aus dem Wesen des Vaters geflossen ist; er ist auch als Mensch vom Vater geboren.
§ 43. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
In Christo sind zwei unterschiedene Naturen: die göttliche und die menschliche, welche miteinander persönlich vereinigt sind.
A. DER SCHWENKFELDIANER.
Christi menschliche Natur ist mit der göttlichen in eins verschmolzen.
B. DER SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN.
Christus hat nur eine Natur, nämlich die eines Sohnes Gottes.
C. DER SOCINIANER, UNITARIER, RUSSELLITEN, UNIVERSALISTEN UND SCHÄKER.
Christus hat nicht zwei Naturen, sondern nur eine, die menschliche.
Das Menschliche des HErrn ist in der Verherrlichung göttlich gemacht worden.
Christus ist nur eine menschliche Person, die jedoch durch die Auferstehung Gott geworden ist.
F. DER MORMONEN.
In Christo sind nicht zwei Naturen, da Gott und die Menschen überhaupt voneinander nicht wesentlich verschieden sind.
§ 44. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Person des Sohnes Gottes ist nach geschehener Menschwerdung nicht außer dem Fleische noch das Fleisch außer der Person des Sohnes Gottes.
FALSCHE LEHRE DER REFORMIERTEN USW.
Die göttliche Natur ist nicht allein in, sondern auch außer der menschlichen Natur.
§ 45. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Die Gemeinschaft der beiden Naturen ist eine wahrhaftige und wirkliche; es sind daher die Sätze: „Gott ist Mensch“ und „Mensch ist Gott“ nicht bloße Rede-weisen, sondern eigentlich zu nehmen.
Die Gemeinschaft der beiden Naturen ist nicht eine wahrhaftige, und die Sätze: „Gott ist Mensch“ und „Mensch ist Gott“ sind bloße Redeweisen und nicht eigentlich zu nehmen.
§ 46. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Aus der wahrhaftigen Gemeinschaft der Naturen folgt die wahrhaftige Gemein-schaft und Mitteilung der Eigenschaften beider Naturen.
Die Mitteilung der Eigenschaften beider Naturen ist, was die Naturen betrifft, nicht eine wirkliche, sondern nur eine dem Namen nach.
§ 47. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Der menschlichen Natur Christi ist durch die persönliche Vereinigung mit der göttlichen Natur wahrhaft göttliche Majestät mitgeteilt worden.
A. DER REFORMIERTEN USW.
Christus hat nach seiner Menschheit nicht wahrhaft göttliche Majestät, sondern nur erschaffene Gaben und beschränkte Gewalt, und zwar erst in seiner Ver-klärung empfangen.
B. DER UNIERT EVANGELISCHEN UND SCHWENKFELDIANER.
Christi Menschheit hat erst in ihrer Verklärung Herrlichkeit empfangen.
C. DER CHRISTLICHEN ISRAELITEN UND MORMONEN.
Christus hat erst in seiner Taufe die Fülle der göttlichen Herrlichkeit empfangen.
D. DER SOCINIANER.
Christus, der ein bloßer Mensch war, ist vor Antritt seines Lehramtes in den Himmel entzückt worden, um von Gott belehrt zu werden, und ist nach seiner Auferstehung zum Lohn für seinen Gehorsam zu göttlicher Macht und Ehre gelangt.
E. DER UNITARIER, SCHÄKER UND UNIVERSALISTEN.
Der Mensch Christus hat gar keine göttliche Majestät und ist auch nicht anzu-beten.
F. DER ARMINIANER.
Christo, als Mittler, kommt eine geringere Ehre zu als dem Vater.
§ 48. REINE LEHRE DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE.
Christus verrichtet die Werke seines Amtes nach beiden Naturen, indem eine jede wirkt, was ihr eigen ist, in Gemeinschaft mit der andern. Er ist also unser Mittler nach beiden Naturen.
A. DER REFORMIERTEN, PRESBYTERIANER, KONGREGATIONALISTEN, BAPTISTEN UND FREIWILLEN-BAPTISTEN.
Bei Verrichtung des Amtes wirkt jede Natur, was ihr eigen ist, ohne wahre Gemeinschaft der Naturen.
Christus hat alles als Mensch getan.
C. DER HERRNHUTER.
Christus ist unser Mittler nach der menschlichen Natur.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13

§ 14

§ 15

§ 16

§ 17

§ 18

§ 19

§ 20

§ 21

§ 22

§ 23

§ 24

§ 25
 § 23

§ 26

§ 27

§ 28

§ 29

§ 30

§ 31

§ 32

§ 33

§ 34

§ 35

§ 36

§ 37

§ 38

§ 39

§ 40

§ 41

§ 42

§ 43

§ 44

§ 45

§ 46

§ 47

§ 48