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Timestamp: 2019-01-18 22:54:48+00:00

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Spannungsfeld Sozialdatenschutz und Nutzung von Sozialdaten durch die Wissenschaft aus Sicht der Aufsichtsbehörde BMAS - PDF
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1 Spannungsfeld Sozialdatenschutz und Nutzung von Sozialdaten durch die Wissenschaft aus Sicht der Aufsichtsbehörde BMAS Simone Solka, BMAS Referat IIa2 Recht auf informationelle Selbstbestimmung Volkszählungsurteil des BVerfGE Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung aus Art. 2 Absatz 1 und Art. 1 Absatz 1 GG. Jeder bestimmt grds. selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten. Verbot mit Erlaubnisvorbehalt, d.h. gesetzliche Erlaubnisnorm oder Einwilligung des Betroffenen. Jede Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Sozialdaten unterliegt dem Gebot der Erforderlichkeit.
2 Recht auf informationelle Selbstbestimmung Ist der Mensch Objekt der Forschung, bedarf es oft sensibler Daten über einzelne Personen. Datenerhebung bzw. -verarbeitung zum Zweck der Forschung ist ein Grundrechtseingriff. Einschränkungen des Rechts möglich bei überwiegendem Allgemeininteresse. Es bedarf einer eindeutigen gesetzlichen Grundlage und der Wahrung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes. Forschungsfreiheit Art. 5 Absatz 3 GG Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Forschung ist die geistige Tätigkeit mit dem Ziel, in methodischer, systematischer und nachprüfbarer Weise neue Erkenntnisse zu gewinnen. Sachlicher Schutzbereich umfasst insbesondere die Fragestellung und die Grundsätze der Methodik sowie die Bewertung des Forschungsergebnisses und seine Verbreitung.
3 Art. 5 Absatz 3 GG Spannungsfeld: Recht auf informationelle Selbstbestimmung und Forschungsfreiheit Recht auf informationelle Selbstbestimmung gilt nicht schrankenlos. Es ist mit dem Recht auf Forschungsfreiheit aus Art. 5 Absatz 3 GG im Wege des Ausgleichs in Einklang zu bringen (praktische Konkordanz). Gesetzgeberische Abwägung: 75 SGB X. Sozialdaten Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person. Persönliche Verhältnisse: z.b. Name, Geburtsdatum, Krankheiten. Sachliche Verhältnisse: z.b. Telefonnummer, adresse, Kontodaten. Es gibt keine belanglosen Daten.
4 Sozialdaten anonymisierte Daten Bestimmbar ist eine Person, wenn die Identität der Person evtl. mit Hilfe weiterer Informationen bestimmt werden kann ( personenbeziehbare Daten). Datenschutz greift nicht bei anonymisierten Daten. Sozialdaten anonymisierte Daten Zwei Varianten der Anonymisierung: Das Verändern von Sozialdaten derart, dass die Einzelangaben nicht mehr einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person zugeordnet werden können (absolute Anonymisierung). Das Verändern von Sozialdaten derart, dass die Einzelangaben nur mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand (Zeit, Kosten, Arbeitskraft) einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person zugeordnet werden können (faktische Anonymisierung).
5 Sozialdaten faktisch anonymisierte Daten Abgrenzung bereitet in der Praxis Probleme Möglichkeit der Identifizierung hängt von einer Reihe von Faktoren ab: mögliches Zusatzwissen (auch Big Data) technische Möglichkeiten der Datenverarbeitung finanzielle Mittel Sozialdaten faktisch anonymisierte Daten Restrisiko der Deanonymisierung muss für den Betroffenen hinnehmbar sein. Aktueller Stand der Wissenschaft und Technik ist zu berücksichtigen. Grenze ist fließend und Einzelfallentscheidung. In der Praxis des IAB findet daher oft ein vereinfachtes Verfahren nach 75 SGB X statt (FDZ).
6 Sozialdaten Bei den personenbezogenen Daten handelt es sich um Sozialdaten, wenn sie von einer in 35 SGB I genannten Stelle im Hinblick auf ihre Aufgaben nach dem SGB erhoben, verarbeitet oder genutzt werden. Die Stellen nach 35 SGB I sind die Leistungsträger i.s.d. 12 SGB I und die in 35 Absatz 1 Satz 4 SGB I abschließend aufgezählten Stellen. Bestimmtes Forschungsvorhaben Die geistige Tätigkeit mit dem Ziel, in methodischer und nachprüfbarer Weise neue Erkenntnisse zu gewinnen (Problem Aufbau Datenbank). Forschung im Sozialleistungsbereich. Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
7 Weitere Voraussetzungen Die Übermittlung von Sozialdaten für die Forschung muss für ein bestimmtes Vorhaben erforderlich sein. Interessenabwägung. Einwilligung bzw. Unzumutbarkeit der Einwilligung. Vorherige Genehmigung der obersten Bundesbehörde. Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
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 Art. 1
 Art. 5
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