Source: http://vaeternotruf.de/bundessozialgericht.htm
Timestamp: 2018-01-24 07:06:03+00:00

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Internet: www.bundessozialgericht.de
Internetauftritt des Bundessozialgericht (02/2015)
Richterlicher Geschäftsverteilungsplan: vorhanden - mit Stand vom 01.01.2015 - http://www.bsg.bund.de/DE/02_Geschaeftsverteilung/01_Geschaeftverteilungsplan/geschaeftverteilungsplan_node.html
Medieninformationen zum Bundessozialgericht - http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/list.py?Gericht=bsg&Art=ps
Präsident am Bundessozialgericht: Peter Masuch (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1951) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht / Präsident am Bundessozialgericht (ab 01.01.2008, ..., 2014) - ab 02.05.1996 Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht.
Vizepräsident am Bundessozialgericht: Dr. Rainer Schlegel (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1958) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht / Vizepräsident am Bundessozialgericht (ab , ..., 2015) - im Handbuch der Justiz 2014 ab 01.08.2008 als Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht aufgeführt.
Die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland beschäftigen beim Bundessozialgericht eine uns zur Zeit unbekannte Anzahl von Richter/innen, Rechtspfleger/innen und sonstigen Angestellten.
Bayerisches Landessozialgericht - in München
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg - in Berlin
Hessisches Landessozialgericht - in Darmstadt
Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen - in Celle und Bremen
Sächsisches Landessozialgericht (Landessozialgericht Sachsen) - in Chemnitz
Schleswig-Holsteinisches Landessozialgericht - in Schleswig
Thüringer Landessozialgericht - in Erfurt
Haben Sie interessante Gerichtsbeschlüsse von Sozialgerichten zum Themenkreis Familien- und Kindschaftsrecht? Bei Interesse können wir diese hier veröffentlichen.
Richter am Bundessozialgericht:
Dr. Peter Becker (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1955) - Richter am Bundessozialgericht (ab 01.02.2003, ..., 2011) - ab 09.12.1993 Direktor am Sozialgericht Gießen.
Dr. Josef Berchtold (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1953) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab , ..., 2010, 2011) - ab 28.07.1995 Richter am Bundessozialgericht Kassel.
Dr. Norbert Bernsdorff (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1954) - Richter am Bundessozialgericht (ab 06.05.2004, ..., 2011) - ab 27.01.1993 Richter am Landesozialgericht Niedersachsen-Bremen.
Prof. Dr. Thomas Clemens (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1948) - Richter am Bundessozialgericht (ab 24.07.1997, ..., 2011)
Pablo Coseriu (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1958) - Richter am Bundessozialgericht (ab 01.07.2007, ..., 2011) - ab 01.10.1998 Vorsitzender Richter am Thüringer Landessozialgericht.
Wolfgang Eicher (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1952) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab 01.07.2007, ..., 2015) - im Handbuch der Justiz 2006 ab 28.07.1992 als Richter am Bundessozialgericht aufgeführt. GVP 01.01.2015: Vorsitzender Richter / 7. Senat.
Dr. Martin Estelmann (geb. 17.05.1961 in Landau /Pfalz - von der Zensur des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" nicht erfasst) - Richter am Bundessozialgericht (ab 01.06.2011, ..., 2011) - ab 01.01.2000 Richter am Sächsischen Landessozialgericht. Im Handbuch der Justiz 2008 ab 01.05.2006 als Vizepräsident am Sächsischen Landessozialgericht aufgeführt. Siehe auch Pressemitteilung unten.
Dr. Wolfgang Fichte (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1951) - Richter am Bundessozialgericht (ab 28.07.1995, ..., 2011)
Stefan Gasser (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1960) - Richter am Bundessozialgericht (ab 01.11.2004, ..., 2011) - im Handbuch der Justiz 2004 ab 03.08.1998 als Präsident am Sozialgericht Dresden aufgeführt. http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Gasser
Dr. Heinz-Ulrich Hambüchen (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1949) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab 01.06.2007, ..., 2014) - ab 19.05.1993 Richter am Bundessozialgericht. Pressemeldung: "Urteil: Dieter Bohlen ist ein Künstler" - siehe unten.
Sabine Knickrehm (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1959) - Richterin am Bundessozialgericht (ab 01.04.2003, ..., 2010) - im Handbuch der Justiz 2002 ab 19.12.1991 als Richterin am Hessischen Landessozialgericht aufgeführt. Namensgleichheit mit: Vasco Knickrehm (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1959) - Richterin am Sozialgericht Kassel / Direktor am Sozialgericht Kassel (ab 08.06.2006, ..., 2008) - im Handbuch der Justiz 2008 ab 02.01.1991 als Richter am Sozialgericht Darmstadt aufgeführt.
Peter Masuch (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1951) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht / Präsident am Bundessozialgericht (ab 01.01.2008, ..., 2015) - ab 02.05.1996 Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht.
Dr. Rainer Schlegel (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1958) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht / Vizepräsident am Bundessozialgericht (ab , ..., 2015) - im Handbuch der Justiz 2014 ab 01.08.2008 als Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht aufgeführt.
Prof. Dr. Wolfgang Spellbrink (Jg. 1956) - Richter am Bundessozialgericht Kassel (ab 01.03.1998, ..., 2010) - im Handbuch der Justiz 1988 nicht aufgeführt. "Kommentar zum Sozialrecht, Verlag C. H. Beck, München 2009.
No Name - Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Kassel - zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit" vom 19.11.2010 - Geschäftszeichen 592.2.1
Dr. Ulrich Steinwedel (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1949) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab 01.11.2004, ..., 2014)
# Dr. Liselotte Günniker
# Dr. Ernst Hauck
# Manfred Husmann
# Susanne Hüttmann-Stroll
# Dr. Alexander Knörr
# Dr. Bernhard Koloczek
# Dr. Hans-Jürgen Kretschmer
# Michael Kruschinsky
# Dr. Klaus Friedrich Ladage
# Dr. Stephan Leitherer
# Wolfgang Mütze
# Dr. Elke Roos
# Dr. Neuhaus Rupert
# Andreas Schriever
# Dr. Franz Terdenge
# Thomas Voelzke
# Matthias von Wulffen
# Dr. Ulrich Wenner
Nicht mehr als Richter am Bundessozialgericht tätig:
Hartwig Balzer (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1945) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab 02.05.2002, ..., 2008) - ab 02.02.1990 Richter am Bundessozialgericht.
Dirk Hermann Dau (Jg. 1943) - Richter am Bundessozialgericht (ab 28.07.1992, ..., 2008)
Dr. Wolfgang Dreher (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1945) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab 01.11.2004, ..., 2008) - im Handbuch der Justiz 2004 ab 28.07.1992 als Richter am Bundessozialgericht aufgeführt.
Prof. Dr. Klaus Engelmann (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1943) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab 26.06.1997, ..., 2008)
Bundesverfassungsgericht - Pressestelle - Pressemitteilung Nr. 96/2004 vom 29. Oktober 2004
Am 24. März 1994 wurde Frau Jaeger zur Richterin des Bundesverfassungsgerichts ernannt und Mitglied des Ersten Senats. Das Dezernat von Frau Jaeger umfasste zuletzt unter anderem das Recht der selbstständigen Berufe, das Ausbildungs- und Prüfungsrecht sowie wirtschaftliche Fragen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung.
http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg04-096.html
Kommentar Väternotruf: Mit dem Vater ihrer Kinder lebt Frau Jaeger offenbar nicht mehr zusammen. Vielleicht waren sie aber auch nie verheiratet und Frau Jäger nahm wie selbstverständlich das alleinige Sorgerecht in Anspruch, während der Vater sorgerechtlich ausgegrenzt war, wie sich das nach dem väterdiskriminierenden Urteil des 1. Senates beim Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2003 qua Naturrecht gehört.
Dr. h.c. Renate Jaeger wirkte mit am väterdiskriminierenden Urteil des 1. Senates beim Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2003.
Dr. Peters Karl (Jg. 1939) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab 01.05.1996, ..., 2002) - im Handbuch der Justiz 2006/7 nicht mehr aufgeführt.
Dr. Helge Loytved (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1948) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab 28.06.2002, ..., 2012)
Prof. Dr. Wolfgang Meyer (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1947) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab 01.05.1996, ..., 2012) - im Handbuch der Justiz ab 01.03.1987 als Richter am Bundessozialgericht aufgeführt. - "Klage gegen eigenes Gericht" - siehe Pressemeldung unten.
Reinhard Steege (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1943) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab 01.10.2003, ..., 2008)
Prof. Dr. Peter Udsching (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1948) - Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (ab 01.10.2003 , ..., 2014) - ab 14.01.1992 Richter am Bundessozialgericht Kassel / Vorstandsmitglied des Deutschen Juristentages.
Dr. Ruth Wetzel-Steinwedel (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1948) - Vorsitzende Richterin am Bundessozialgericht / 11. Senat / Vizepräsidentin am Bundessozialgericht (ab 27.08.2003, ..., 2012) - ab 01.09.1998 bis zum Wechsel zum Bundessozialgericht Kassel als Vorsitzende Richterin am Bundessozialgericht tätig. Ab 27.08.2003 Vizepräsidentin am Bundessozialgericht.
Dr. Martin Estelmann, geboren am 17. Mai 1961 in Landau /Pfalz, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte, studierte nach Ablauf seiner zweijährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr an der Universität Saarbrücken Rechtswissenschaft und leistete im Saarland auch seinen Referendardienst ab (erstes juristisches Staatsexamen 1988, zweites juristisches Staatsexamen 1991). Von September 1991 bis Januar 1993 war er als wissenschaftlicher Assistent an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg tätig und promovierte dort. Ab Februar 1993 war er Richter in Sachsen, zunächst beim Sozialgericht Dresden und dann beim Sozialgericht Leipzig, unterbrochen durch Abordnungen an das Bundessozialgericht (1994), das Sächsische Landessozialgericht (1996/97) und das Bundesverfassungsgericht (November 1997 bis Dezember 2000).
Dr. Martin Estelmann ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er arbeitet seit 1998 an einem Kommentar zum SGB III (Eicher/Schlegel, vormals Hennig) mit. Daneben ist er seit 2005 Herausgeber und Mitautor eines Kommentars zum SGB II.
Dr. Estelmann wird dem für Krankenversicherung zuständigen 1. Senat des Bundessozialgerichts angehören.
http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bsg&Art=ps&Datum=2011&nr=12014&pos=5&anz=20
Klage gegen eigenes Gericht
Richter verliert
Ein Richter des Bundessozialgerichts ist mit seiner bislang einmaligen Klage gegen die eigene Dienststelle gescheitert. Das Kasseler Verwaltungsgericht wies die Klage des Senatsvorsitzenden Wolfgang Meyer wegen angeblicher politischer Einflussnahme auf das höchste deutsche Sozialgericht zurück. Meyers Versetzung in einen aus seiner Sicht weniger brisanten Senat beeinträchtige nicht die richterliche Unabhängigkeit, hieß es zur Begründung. Auch sei die Klage aus formalen Gründen nicht zulässig. Meyer hatte behauptet, dass er von den Rentenfällen abberufen worden sei, weil er für die Rentenversicherer "zu teure" Urteile gesprochen habe. Der Fall ist in der Geschichte der deutschen Bundesgerichte einmalig.
Meyers Senat hatte mehrfach für die Rentenversicherung kostspielige Urteile gefällt. So entschied er, dass Witwen- und Invalidenrenten für Betroffene unter 60 nicht mehr gekürzt werden dürften. Dieses Urteil sollte die Rentenversicherung nach deren Angaben fast zwei Milliarden Euro jährlich kosten. Es wurde später von einem anderen Senat revidiert. Meyers Kammer war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr für Rentenversicherungen zuständig.
"Ich wurde so beschäftigt, dass ich nichts zu tun hatte", sagte der 61-Jährige, der nach eigenen Angaben ein Gehalt von knapp 10.000 Euro im Monat bezieht. "Hier wurde ein missliebiger Richter faktisch von der Rechtsprechung ausgeschlossen." Meyer warf dem Bundessozialgericht vor, ihn auf Druck von außen abgelöst zu haben. Mehrfach sei an ihn herangetragen worden, er werde "zu teuer". "Aufgrund unserer Rechtsprechung mussten einige Gesetze gekippt und zugegeben werden, dass der Bundestag falsch informiert wurde. Das passte einigen nicht."
Das Bundessozialgericht erklärte hingegen, Meyers Argumente seien "nicht nachvollziehbar und entbehren jeder Grundlage". Er habe selbst auf Entlastung gedrungen. Sein Senat habe jetzt auch genug zu tun, die Versetzung keine persönlichen Gründe. Druck von außen habe es nicht gegeben. "Das für die Umgruppierung zuständige Präsidium besteht aus acht Richtern. Dann hätten ja acht Bundesrichter der Rentenversicherung einen Gefallen tun müssen", sagte der BSG-Anwalt. Kritik an höchstrichterlichen Urteilen sei alltäglich. "Aber deshalb ändert doch ein Bundesgericht nicht seine Rechtsprechung."
Das sahen die Verwaltungsrichter ähnlich. Zum einen sei die Klage nicht zulässig, weil ein internes Vorverfahren, wie es zwingend vorgeschrieben ist, nicht vorausgegangen sei. "Aber die Klage ist auch unbegründet, weil die Entscheidung des Präsidiums in richterlicher Unabhängigkeit getroffen wurde. Etwas anderes ist nicht erkennbar."
Eine Revision werde nicht zugelassen. Meyer kündigte eine Nichtzulassungsbeschwerde an. "Wenn ich da keine neuen, überzeugenden Argumente höre, geht es zum Bundesverfassungsgericht."
http://www.n-tv.de/1145348.html
Bundesrichter klagt: Recht unabhängig
29.4.2009 0:00 Uhr
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 29.04.2009)
http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Wolfgang-Meyer;art122,2784994
Urteil des LSG Niedersachsen-Bremen vom 21. Juni 2007 (L 8 AS 491/05) Die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II müssen die Ausübung des verfassungsrechtlich garantierten Umgangsrechts ermöglichen. Hierzu ist dem Leistungsberechtigten ein Mehrbedarf wegen Alleinerziehung nach § 21 Abs 3 SGB II auch für die Kinder zuzubilligen, mit denen er bei Ausübung des Umgangsrechts nur zeitweise zusammenleben.
http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bsg&Art=en&sid=d4d39d094c62fa3714dd66818a665f87&Sort=1026&nr=9749&pos=0&anz=1
75% sexueller Missbrauchsfälle geschehen in der eigenen Familie. Dabei gezeugte und geborene Kinder haben das Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung. Das Bundessozialgericht Kassel hat in einem Präzedenzfall klargestellt, dass aus Inzest geborene Menschen als Gewaltopfer gelten.
Folglich steht ihnen das Recht auf Entschädigung nach dem OEG zu.
(Opferentschädigungsgesetz). Zum Trauma ihrer gewaltvollen Entstehung kommen nicht selten erbbiologische Auswirkungen wie angeborene Blindheit, Behinderungen und Deformierungen, unter denen sie lebenslänglich leiden.
Aus Anlass der aktuellen Gerichtsverhandlung zwecks Abstammungsklärung unseres blindgeborenen Mitgliedes Lutz R. stellt die Autorin und Vorsitzende Ulrike M. Dierkes die Arbeit ihres Vereines vor und berichtet über die Befindlichkeit von Inzestgeborenen, denen sie in den letzten Jahren begegnete. Die Rechtsanwältin Sabina Gärtner-Nitsche, die Lutz R. in der Gerichtsverhandlung vertritt und ebenfalls Mitgründerin unseres Vereines referiert über die rechtliche Situation der Betroffenen anhand dieses aktuellen Falles, aber auch anderer Fälle aus ihrer Praxis
(Wir bitten um Spenden zur Unterstützung der Arbeit unseres Vereines)
Mi., 09. Febr.2005, 14 Uhr , Bürgerzentrum Prohlis
Finsterwalder Str. 39, 01239 Dresden,
Vortrag v. Ulrike M. Dierkes/Sabina Gärtner-Nitsche
"Inzestkinder, Abstammung & DNA, sowie ihre rechtliche Situation"
IGC & M.E.L.I.N.A Inzestkinder e.V.
Paul-Lincke-Straße 28; 70195 Stuttgart
e-Mail: IGCundMelina.eV@t-online.de
BSG, Urteil vom 12. 2. 2003 - B 9 VG 2/02 R (Lexetius.com/2003,445 [2003/4/323])
Tatbestand: Der Kläger beansprucht als (elterliches) Opfer einer Kindesentziehung Beschädigtenrente nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) iVm mit dem Bundesversorgungsgesetz (BVG).
Dem Kläger stand zusammen mit seiner geschiedenen Ehefrau das Sorgerecht für die gemeinsame, 1993 geborene Tochter M. zu. Das Recht, über den Aufenthalt des Kindes zu bestimmen, lag beim Jugendamt D. Am 30. November 1996 brachte der Kläger das bei ihm in D. wohnende Kind nach Berlin zu einem Besuch bei der Mutter. Am nächsten Tag wollte der Kläger M. wie vereinbart - wieder abholen. Dem widersetzte sich die Mutter mit der Begründung, das Kind sei krank. Die Eltern stritten sich heftig. Die Mutter zerrte an dem Kläger und am Kind. Schließlich einigte man sich auf den 4. Dezember 1996 als neuen Abholtermin. An diesem Tage gelang es dem Kläger zwar, M. unter erneutem Gezerre - an sich zu nehmen und mit ihr bis auf die Straße zu gehen. Die Eltern stritten sich dort aber weiter über die Herausgabe des Kindes. Herbeigerufene Polizeibeamte trennten dann den Kläger von seinem Kind und übergaben es der Mutter. In deren Wohnung durfte sich der Kläger von M. noch verabschieden. Am 9. und am 12. Dezember 1996 scheiterten Versuche des Klägers, einen inzwischen erwirkten gerichtlichen Herausgabebeschluss vollstrecken zu lassen. Der Aufenthalt von Mutter und Kind ist seither unbekannt.
Im April 1997 beantragte der Kläger bei dem Beklagten zu 1. Entschädigung als Opfer einer Kindesentziehung, die bei ihm zu nicht beherrschbaren Erregungs- und Erschöpfungszuständen geführt habe. Der Beklagte zu 1. lehnte den Antrag ab, weil sich hier der in § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 Satz 1 OEG geforderte rechtswidrige tätliche Angriff nicht feststellen lasse (Bescheid vom 25. Juni 1998; Widerspruchsbescheid vom 30. März 1999).
Das Sozialgericht Dortmund hat die gegen die Entscheidungen beider Beklagten gerichteten Klagen verbunden und durch Urteil vom 23. Mai 2000 abgewiesen. Das Landessozialgericht (LSG) hat die Berufung zurückgewiesen (Urteil vom 17. Januar 2002). Es hat im Wesentlichen ausgeführt: Zwar sei der Kläger Opfer einer strafbaren Kindesentziehung geworden, es lägen jedoch nicht die Voraussetzungen des § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 Satz 1 OEG vor. Die Kindesmutter habe nicht mit Gewalt, sondern mit List und deshalb ohne den erforderlichen Eingriff in die körperliche Integrität des Klägers oder des Kindes gehandelt. Das gewaltsame Vorgehen der Polizisten sei schon nicht rechtswidrig gewesen, allenfalls hätten sich die Polizisten über das Vorliegen eines Rechtfertigungsgrundes geirrt, sodass nach § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 Satz 2 OEG eine vorsätzliche Gewalttat nicht vorgelegen habe.
Der Kläger macht mit der vom LSG zugelassenen Revision geltend: Das Berufungsurteil verletze § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 OEG. Als tätlicher Angriff sei bereits das Gezerre an ihm und am Kind einzustufen. Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) erfasse § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 Satz 1 OEG darüber hinaus auch den gewaltlos, aber mit List handelnden Angreifer (BSGE 77, 7 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BSGE%2077,%207> , 9 f = SozR 3-3800 § 1 Nr 6 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-3800%20§%201%20Nr%206> ). Im Übrigen seien die gewaltsam gegen ihn vorgehenden Polizisten Werkzeug der Mutter gewesen.
Der Kläger beantragt, das Urteil des Landesozialgerichts Nordrhein-Westfalen vom 17. Januar 2002 sowie das Urteil des Sozialgerichts Dortmund vom 23. Mai 2000 aufzuheben und den Beklagten zu 1. unter Aufhebung des Bescheides vom 25. Juni 1998 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 30. März 1999 - hilfsweise den Beklagten zu 2. unter Aufhebung des Bescheides vom 4. Mai 1999 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 30. September 1999 - zu verurteilen, ihm wegen der Folgen der Gewalttat vom 4. Dezember 1996 Beschädigtenrente nach den Vorschriften des OEG zu gewähren.
Die Beklagten zu 1. und 2. beantragen, die Revision zurückzuweisen.
Nach Auffassung des Beklagten zu 1. liegt ein tätlicher Angriff iS des OEG nur vor, wenn der Täter in strafbarer Weise die Integrität eines anderen rechtswidrig verletze. Das habe die geschiedene Ehefrau des Klägers nicht getan. Ob in dem Vorgehen der Polizei ein nach § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 Satz 2 OEG geschützter tätlicher Angriff auf den Kläger gelegen habe, sei im Berufungsurteil zwar offen geblieben. Dieses einmalige Ereignis vom 4. Dezember 1996 komme aber als wesentliche Ursache der beim Kläger jetzt vorliegenden psychischen Erkrankung nicht in Betracht.
Entscheidungsgründe: Die Revision des Klägers ist nur zum Teil begründet.
Das Land Nordrhein-Westfalen ist nach den Umständen des vorliegenden Falles nicht als Kostenträger passiv-legitimiert. Gemäß § 4 <http://dejure.org/gesetze/OEG/4.html> Abs 1 Satz 1 OEG ist zur Gewährung der Versorgung das Land verpflichtet, in dem die Schädigung eingetreten ist. Dieses Land soll den Anspruch dem Grunde wie der Höhe nach verwaltungsmäßig feststellen und den Berechtigten in den Genuss der festgestellten Leistungen bringen, und zwar zu eigenen Lasten (Schoreit/Düsseldorf, OEG, 1977, § 4 RdNr 6).
Indem § 4 <http://dejure.org/gesetze/OEG/4.html> Abs 1 Satz 1 OEG auf den Eintritt der Schädigung abstellt, knüpft er an ein Tatbestandsmerkmal des § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 Satz 1 OEG an, der bestimmt: Wer im Geltungsbereich dieses Gesetzes oder auf einem deutschen Schiff oder Luftfahrzeug infolge eines vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriffs gegen seine oder eine andere Person oder durch dessen rechtmäßige Abwehr eine gesundheitliche Schädigung erlitten hat, erhält wegen der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen auf Antrag Versorgung in entsprechender Anwendung der Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzes. Zwar kann sich die gesundheitliche Schädigung auch auf die Psyche des Opfers beziehen (vgl zB BSGE 49, 98, 99 = SozR 3800 § 1 Nr 1 S 1 f), sie muss jedoch unmittelbar durch einen tätlichen Angriff verursacht worden sein (vgl BSGE 88, 240 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BSGE%2088,%20240> , 242 ff = SozR 3-3800 § 1 Nr 20 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-3800%20§%201%20Nr%2020> S 85 ff). Danach kann die vom Kläger behauptete traumatische Schädigung - ausgehend von den berufungsgerichtlichen Tatsachenfeststellungen - nicht in Nordrhein-Westfalen, sondern nur in Berlin eingetreten sein, da sich der Kläger am 4. Dezember 1996 dort aufhielt. Das gilt für äußere Verletzungen durch den von der Polizei an diesem Tage angewendeten körperlichen Zwang (nach Darstellung des Klägers: multiple Verletzungen wie Blutergüsse und Platzwunden) ebenso wie für eine mögliche psychische Schädigung durch diesen Polizeieinsatz; sei es wegen eines tätlichen Angriffs gegen den Kläger selbst, sei es wegen des Miterlebens eines solchen Angriffs auf M. Für die Kostenträgerschaft und damit für die Passivlegitimation allein des Beklagten zu 2. kommt es hingegen nicht darauf an, dass sich weitere gesundheitliche Folgen eines am 4. Dezember 1996 in Berlin erfolgten schädigenden Psychotraumas erst entwickelt haben mögen, nachdem der Kläger an seinen Wohnort in Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt war.
Eine unter § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 OEG fallende gesundheitliche Schädigung durch einen tätlichen Angriff hätte der Kläger auch dann nicht in Nordrhein-Westfalen erlitten, wenn seine Psyche erst dort infolge andauernder Ungewissheit über das Schicksal seines Kindes verletzt worden sein sollte. In diesem Fall wäre der tätliche Angriff in Berlin zwar als ein Tatmittel der Kindesentziehung - im naturwissenschaftlichen Sinne - notwendige Bedingung für den daraus folgenden Dauerzustand einer ohne weitere Tätlichkeit über Wochen, Monate und mittlerweile Jahre aufrecht erhaltenen Kindesentziehung gewesen. Das würde aber nicht genügen. Vielmehr müsste sich der durch den tätlichen Angriff in Gang gesetzte schädigende Vorgang selbst auf die Zeit des Aufenthaltes des Klägers in Nordrhein-Westfalen erstreckt haben. Davon kann hier nicht ausgegangen werden. Die Gewaltanwendung gegen den Kläger war beendet, als dieser durch die Polizei "erst mal" von seinem Kind getrennt und M. in die Wohnung der Mutter zurückgebracht worden war. Das gilt unabhängig davon, dass die strafbare Kindesentziehung bis heute andauert. Zwar mögen von dieser für sich genommen - allein schon wegen der langen Dauer und der damit verbundenen völligen Ungewissheit über das Schicksal des Kindes - erhebliche Gefahren für die psychische Gesundheit des Klägers ausgehen. Dessen Situation wird insoweit jedoch nicht derart durch die in Berlin erfolgte Gewaltanwendung geprägt, dass der tätliche Angriff als fortwirkend angesehen werden könnte. Dies zeigt sich schon daran, dass sich der Kläger einige Zeit nach den zuletzt auf der Straße erfolgten Tätlichkeiten in der Wohnung seiner geschiedenen Ehefrau von der Tochter verabschieden konnte. Nach den vom Kläger insoweit nicht mit zulässigen Rügen angegriffenen und damit für den erkennenden Senat bindenden Feststellungen des LSG (vgl § 163 <http://dejure.org/gesetze/SGG/163.html> SGG) hat die geschiedene Ehefrau des Klägers die Kindesentziehung im Wesentlichen durch List bewirkt. Insoweit unterscheidet sich der vorliegende Sachverhalt von dem Fall, der dem Urteil des BSG vom 24. September 1992 - 9a RVg 5/91 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=9a%20RVg%205/91> - (NJW 1993, 880 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201993,%20880> ) zu Grunde lag. Bei der dort gegebenen gewaltsamen Aussetzung eines behinderten Menschen in unwegsamem Gelände hat der Senat angenommen, dass der schädigende Vorgang bis zur Rettung des Opfers fortgedauert hat, weil in dieser Zeit ein Zustand der Hilflosigkeit mit Gesundheits- und Lebensgefahr bestand und dadurch die Bemühungen des Betroffenen, sich aus dieser Lage zu befreien, den Charakter einer Flucht erhielten.
Zur Begründung eines andauernden schädigenden Vorganges iS des OEG kann sich der Kläger auch nicht mit Erfolg auf die Urteile des BSG vom 7. November 1979 (BSGE 49, 98 = SozR 3800 § 1 Nr 1) und vom 18. Oktober 1995 (BSGE 77, 7 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BSGE%2077,%207> = SozR 3-3800 § 1 Nr 6 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-3800%20§%201%20Nr%206> ) berufen. Die Aussagen dieser beiden Entscheidungen betreffen andere Sachverhalte, sie lassen sich nicht zu Gunsten des Klägers auf den vorliegenden Fall übertragen.
In seinem Urteil vom 7. November 1979 ist der Senat zu der Auffassung gelangt, dass eine Mutter, die auf Grund der Nachricht von einem vorsätzlichen rechtswidrigen Angriff gegen ihr Kind (dort: von seiner Ermordung) einen Schockschaden in Gestalt einer dauernden psychischen Gesundheitsstörung erleidet, wegen der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen Anspruch auf Versorgung nach dem OEG hat (vgl BSG aaO). Soweit darin ausgeführt worden ist, das schadenstiftende Geschehen sei gegenüber der Mutter für sich zu betrachten, und zwar unabhängig von dem Ende der Gewalttat gegenüber dem Kinde (BSGE 49, 98, 103 = SozR 3800 § 1 Nr 1 S 6), so folgt daraus nicht, dass jede aus dem Verhalten eines anderen herrührende psychische Einwirkung auf einen Menschen unabhängig von dem Vorliegen einer Gewalttat als Schädigung iS des OEG anzusehen wäre (vgl dazu BSGE 87, 276 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BSGE%2087,%20276> = SozR 3-3800 § 1 Nr 18 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-3800%20§%201%20Nr%2018> ). Vielmehr ist den betreffenden Ausführungen lediglich zu entnehmen, dass sich in Schockschadensfällen der schädigende Vorgang in Bezug auf den Angehörigen des Primäropfers solange fortsetzt, bis die Nachricht über die Gewalttat diesen erreicht und bei ihm unmittelbar beeinträchtigende Wirkungen entfaltet. Eine derartige zeitliche Erstreckung kommt hier nicht in Betracht, da der Kläger bei den im Berlin erfolgten Tätlichkeiten persönlich zugegen war und nach den Feststellungen des LSG hinsichtlich der Folgezeit keine Anhaltspunkte für ein gewaltsames Handeln der Kindesmutter gegenüber ihrer Tochter vorliegen.
Wenn der Kläger weiter darauf hinweist, nach der Rechtsprechung des BSG (Urteil vom 18. Oktober 1995, BSGE 77, 7 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BSGE%2077,%207> = SozR 3-3800 § 1 Nr 6 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-3800%20§%201%20Nr%206> ) schließe der Wortlaut des § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 OEG die Entschädigung nicht in Fällen aus, in denen der Täter mit List vorgegangen sei, so verkennt er, dass daraus nicht der generelle Schluss gezogen werden kann, listiges Handeln stelle in jedem Fall einen schädigenden Vorgang iS des OEG dar. Vielmehr hat der Senat den Rechtsbegriff des tätlichen Angriffs speziell in Fällen eines sexuellen Missbrauchs von Kindern aus Gründen des sozialen und psychischen Schutzes der Opfer (auch vor Gefahren einer sekundären Viktimisierung; vgl zu Konsequenzen dieses Schutzgedankens im OEG auch BMGS, Rundschreiben vom 26. November 2002, BArbBl 2003, Heft 1, 111) unter Berücksichtigung von Sinn und Zweck des OEG in der Weise ausgelegt, dass er auch ohne Gewaltanwendung die Ausübung des Geschlechtsverkehres eines erwachsenen Mannes mit einem Kind unter 14 Jahren erfasst (vgl dazu auch BSGE 77, 11 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BSGE%2077,%2011> = SozR 3-3800 § 1 Nr 7 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-3800%20§%201%20Nr%207> ). Die hier vorliegende Kindesentziehung gibt keine Veranlassung zu einer entsprechenden Begriffserweiterung, zumal eine solche Auslegung nicht zum Schutz des betroffenen Kindes geboten ist. Das an sich verständliche Entschädigungsbegehren des Klägers rechtfertigt dies nicht. Es würde zu einer Ausweitung der vom OEG erfassten Tatbestände führen, die mit der auf eine körperliche Gewaltanwendung abstellenden gesetzgeberischen Konzeption unvereinbar wäre (vgl BT-Drucks 7/2506 S 10).
Der gegen den Beklagten zu 2. gerichtete Hilfsantrag des Klägers führt zu einer entsprechenden Aufhebung des angegriffenen Urteils und in diesem Umfang zur Zurückverweisung der Sache an das LSG (§ 170 <http://dejure.org/gesetze/SGG/170.html> Abs 2 Satz 2 SGG), weil sich nach den vom Berufungsgericht getroffenen tatsächlichen Feststellungen nicht abschließend entscheiden lässt, ob der Kläger - gegen diesen Beklagten - nach § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 Satz 1 OEG einen Anspruch auf Beschädigtenrente wegen der Folgen einer durch vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriff erlittenen Schädigung hat.
Der angegriffenen Entscheidung lässt sich allerdings noch entnehmen, dass Polizisten am 4. Dezember 1996 in Berlin körperlichen Zwang gegen den Kläger angewendet haben. "Unter Berücksichtigung des vom Kläger geschilderten Geschehensablaufes" nimmt das LSG ferner eine Schädigung in Form "multipler Verletzungen wie Blutergüssen und Platzwunden" an. Auch die Frage der Rechtswidrigkeit beantwortet das LSG: Es verneint sie unter pauschalem Hinweis auf die vom Kläger geschilderte eskalierte Situation auf der Straße, auf Grund der die Beamten befugt gewesen seien, polizeiliche Gewalt anzuwenden. Der Senat kann nicht überprüfen, ob diese Beurteilung auf der Grundlage des Berliner Polizeirechts zutrifft. Dazu fehlen Einzelheiten über Kreis und Verhalten der beteiligten Personen und über den genauen Ablauf der Ereignisse. Tatsachenfeststellungen hierzu sind nicht etwa deshalb entbehrlich, weil das LSG einen Anspruch des Klägers - hilfsweise - jedenfalls am fehlenden Vorsatz der tätlich eingreifenden Polizisten hat scheitern lassen. Zwar trifft die Auffassung des LSG zu, bei einem Irrtum der Beamten über die polizeirechtliche Rechtfertigung ihres gewaltsamen Vorgehens fehle der Vorsatz. Wie das LSG unter Hinweis auf Rechtsprechung des Senats (SozR 3-3800 § 2 Nr 7 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-3800%20§%202%20Nr%207> ) aber selbst ausführt, ist auch das Opfer eines im Erlaubnistatbestandsirrtum und damit nur fahrlässig handelnden Täters nach der besonderen Vorschrift des § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 Satz 2 OEG in den Schutzbereich dieses Gesetzes einbezogen. Ein derartiger Irrtum des Täters steht mithin einer Entschädigung nicht entgegen.
Sollte das LSG im wieder eröffneten Berufungsverfahren zu dem Ergebnis kommen, die Polizisten hätten (vorsätzlich oder iS von § 1 <http://dejure.org/gesetze/OEG/1.html> Abs 1 Satz 2 OEG fahrlässig) rechtswidrig körperlichen Zwang gegen den Kläger angewendet, so wird weiter festzustellen sein, ob dieser an einer - von ihm allein als Schädigungsfolge geltend gemachten - psychischen Krankheit leidet. Ist auch das der Fall, so wird das LSG weiter zu prüfen haben, ob diese Krankheit wahrscheinliche Folge des Ereignisse vom 4. Dezember 1996 ist. Nach der Rechtsprechung des Senats (vgl BSGE 74, 51 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BSGE%2074,%2051> , 52 ff = SozR 3-3800 § 1 Nr 3 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-3800%20§%201%20Nr%203> ; BSGE 77, 1 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BSGE%2077,%201> , 2 ff = SozR 3-3800 § 1 Nr 4 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-3800%20§%201%20Nr%204> ; BSG SozR 3-3800 § 2 Nr 11 <http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-3800%20§%202%20Nr%2011> ) wird sich ein (wahrscheinlicher) Ursachenzusammenhang nur dann feststellen lassen, wenn der Kläger an einer psychischen Krankheit leidet, die nach allgemeinem medizinischen Erfahrungswissen im Anschluss an Vorgänge wie den von ihm erlebten (oder ein vergleichbar schweres psychisches Trauma) gehäuft auftritt.
Träger des Leo Baeck Preises
Justiz und Behörden verhöhnen die Opfer der Shoah:
Der Beschluss des Bundessozialgerichtes in Kassel vom Freitag den 18.12.98, der den lettischen SS-Veteranen eine Rente zusichert, ist der vorläufige Höhepunkt einer Kette von Ungeheuerlichkeiten.
Die Bundesregierung in Bonn weigerte sich jahrzehntelang, Renten an Opfer der Shoah in Osteuropa zu bezahlen. Erst im Vorjahr wurde mit der Jewish Claims Conference ein Kompromiss zur Rentenzahlung an Überlebende erzielt. Die nunmehrige Entscheidung, Freiwilligen der Waffen-SS aus Lettland Renten auszuzahlen, würde bedeuten, sie offiziell zum Bestandteil der deutschen Erinnerung erster Güte zu erklären. Die wenigen Überlebenden der Mordaktionen des Arajs Kommando und der Polizeibatallione im Baltikum (welche in die im Jahre 1943 gebildeten SS-Einheiten integriert wurden), als Fußnote der Geschichte weiterhin darben müssen.
Mehr als 94% der 70.000 Juden in Lettland wurden durch die Nazis und ihre Helfer ermordet. Aus ganz Europa wurden Juden nach Lettland gebracht und dort ermordet. Ähnlich war es in Litauen, von 220.000 Juden am Anfang des Krieges wurden mehr als 93% ermordet. Sowohl in Litauen, wie auch in Lettland, geschah dies oft bevor die Deutschen überhaupt eintrafen.
Unser Appell an Roman Herzog: Setzen Sie diesem unendlichen Skandal ein Ende!!! Keine Rente aus Deutschland für die Schergen der Nazis und ihren Mitläufern!!!
Die "Humanitären Gesten", die Deutschland bisher setzte, hatten mit den Opfern der Shoah nichts zu tun. Im Gegenteil: Ein Heim in Litauen wird in hoher Wahrscheinlichkeit eher den Tätern zugute kommen, die nunmehr "Helden im Kampf gegen das Sowjetsystem" werden (laut Diktion der gültigen Rechtsprechung in Litauen).
GENUG DAMIT!!!
Keine Rente für SS-Veteranen in Lettland
SLW aus Wien exklusiv für haGalil onLine
''Es besteht kein Anlaß, diese Rechtsprechung aufzugeben''
Das Bundessozialgericht hat ein Stuttgarter Urteil aufgehoben und SS-Männern aus Lettland grundsätzlich eine Rente zugebilligt
Das Bundessozialgericht hat lettischen Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS grundsätzlich Anspruch auf eine Kriegsopferrente zugebilligt. Ein entgegengesetztes Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg wurde kassiert.
Noch immer werden Opfer des Nazi-Terrors schäbig behandelt, noch immer müssen beispielsweise ehemalige Zwangsarbeiter aus Osteuropa auf eine ohnehin nur symbolische Entschädigung warten. Derweil haben Osteuropäer, die damals mit den Deutschen gemeinsame Sache machten, beispielsweise als Angehörige der einstigen Waffen-SS, gute Chancen, von der Bundesrepublik noch eine Rente zu bekommen. Nach der jüngsten Entscheidung des Bundessozialgerichts sogar mehr denn je.
Die Kasseler Richter haben jetzt entschieden: Wer als Angehöriger der Waffen-SS im Kriegseinsatz verletzt worden ist, muß nach dem Bundesversorgungsgesetz eine Entschädigung erhalten wie jeder Soldat der Wehrmacht auch. Das gelte gerade auch für Letten, die sich damals freiwillig zur Waffen-SS gemeldet hatten. Nur bei ausländischen Verbänden, die auf deutscher Seite gekämpft, aber ''andere, selbständige Ziele'' verfolgt hätten, gelte etwas anderes. Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hatte das in den Jahren 1996 und 1997 noch anders gesehen. Offenkundig unter dem Eindruck der damals entbrannten öffentlichen Diskussion über die so unterschiedliche Behandlung von Opfern und Tätern hatten die Stuttgarter Richter zwei Letten eine Kriegsopferrente verweigert. Dabei sind die Stuttgarter, wie jetzt auch die Kasseler Richter, mit keinem Wort auf die verwerfliche Rolle der Waffen-SS eingegangen. Sie versuchten vielmehr, den Rentenanspruch mit einer sehr formalen Argumentation abzuweisen. Die SS-Truppen, so die Stuttgarter damals, seien kein Teil der Wehrmacht gewesen. Für einen ''militärähnlichen Dienst für eine (andere) deutsche Organisation'' gebe es aber nach dem Bundesversorgungsgesetz keine Entschädigung. So glaubten sie, die Zahlungen an SS-Angehörige begrenzen zu können, ohne allzutief in eine inhaltliche Diskussion einsteigen zu müssen.
Der 9. Senat des Bundessozialgerichts folgte dieser Argumentation jetzt nicht. Das oberste Sozialgericht verweist darauf, daß der Gesetzgeber seit Anfang 1998 sogar ausdrücklich die Angehörigen der Waffen-SS in den Kreis der Versorgungsempfänger einbezogen hat, die früher dort vorsichtshalber nicht namentlich aufgeführt waren. Vollzogen wurde diese Änderung ausgerechnet bei dem Versuch, dem einen oder anderen Übeltäter die Rente nachträglich streichen zu können. Dies kann jedoch nur geschehen, wenn dem einzelnen die Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit nachgewiesen werden kann - auch bei Angehörigen der Waffen-SS. Daß Mitglieder der Waffen-SS Anspruch auf eine Rente haben, ist ständige Rechtsprechung des Bundessozialgerichts gewesen. Und: ''Es besteht kein Anlaß, diese Rechtsprechung aufzugeben'', heißt es jetzt trotzig und ostentativ in der Urteilsbegründung des Kasseler Gerichts, das um die politischen Folgen seiner Entscheidung sehr wohl weiß.
In einer Presseerklärung des Stuttgarter Anwaltsbüros Schnabel und Heinz, das Kläger aus Lettland vertreten hat, steht denn auch: ''Darüber hinaus dürfte das Urteil in seinem sachlichen Gehalt auch zu einer erheblichen Versachlichung der Diskussion über die Rolle der Waffen-SS...beitragen.''
Die Gerichte hätten übrigens nicht zwingend so grundsätzlich über die Anträge der Kläger aus Lettland entscheiden müssen. In der ersten Instanz war einer der Kläger beispielsweise schon mit der Begründung abgelehnt worden, es sei keineswegs nachgewiesen, daß die Gesundheitsschädigungen, insbesondere eine erst Jahrzehnte später aufgetretene Epilepsie, überhaupt Folgen von Kriegsverletzungen seien. Die übergeordneten Instanzen wollten aber erkennbar ausgerechnet an diesem Beispiel zwei - einander nun widersprechende - Grundsatzentscheidungen fällen.
Was die aus der Ferne klagenden, lettischen SS-Männer damals genau gemacht haben, spielte in allen drei Instanzen übrigens keine Rolle; ihre persönliche Lebensgeschichte ist den anderen Verfahrensbeteiligten unbekannt. Die Fälle sind jetzt an das Stuttgarter Landessozialgericht zurückverwiesen worden. Es geht dabei nicht um weltbewegende Summen, um eine Rente von wenigen hundert Mark im Monat, was sich aber rückwirkend bis zum Zeitpunkt der Antragstellung Anfang der neunziger Jahre auch jeweils zu einem Betrag von mehreren 10.000 Mark summieren würde. Das ist in Lettland viel Geld. Und es ist weit mehr, als irgendein Zwangsarbeiter, sofern er denn vor seinem Tod überhaupt noch eine Entschädigung erhält, je erhoffen dürfte.
Formaljuristisch mag man so argumentieren wie das Bundessozialgericht, und man kann auch darauf verweisen, daß die Leistungen im Sozialrecht nach formalen Kriterien ohne moralische Wertung zu gewähren sind. Bemerkenswert ist aber schon, welcher Menschen sich die deutsche Justiz nachhaltig und effektiv annimmt und welche Menschen sie zur selben Zeit - bis hinauf zum Bundesverfassungsgericht - abweist oder aber auf den Sankt-Nimmerleins-Tag vertröstet. Die neue Diskussion um eine Entschädigung der Zwangsarbeiter jedenfalls ist erst angestoßen worden, nachdem die von der deutschen Justiz bitter enttäuschten Kläger begonnen haben, ihr Recht anderswo zu suchen. Die Justiz kann, wenn sie denn will, durchaus über den Einzelfall hinaus etwas bewirken.
(Hervorhebungen: haGalil onLine)
Günther Schroeder-Printzen gestorben
Vier Jahrzehnte hat er den sozialrechtlichen Teil dieser Zeitschrift geprägt. Mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht (BSG) ist Günther Schroeder-Printzen am 27. Juni 2011 im Alter von 86 Jahren gestorben.
Nur noch zwei der 43 Richterinnen und Richter, die gegenwärtig am BSG tätig sind, waren am Tag seines Ausscheidens aus dem richterlichen Dienst (am 31. August 1990) dort schon tätig. Dennoch verbinden viele der heutigen Richter etwas mit seinem Namen. Schroeder-Printzen war eine der bekanntesten Richterpersönlichkeiten des BSG in den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts und darüber hinaus ein höchst aktiver und kreativer sozialrechtlicher Autor.
Er wurde 1924 in Hamburg geboren und war mit einer bis ins hohe Alter unverkennbar norddeutschen Stimmfärbung ausgestattet. Nach der Kriegsteilnahme (1943 bis 1945) bei der Marine begann er 1946 das Studium der Rechtswissenschaft. 1952 legte er seine zweite juristische Staatsprüfung ab und wurde anschließend Kammervorsitzender am Oberversicherungsamt Bremen. Mit dem Start der Sozialgerichtsbarkeit 1954 wechselte er als Richter zunächst zum Sozialgericht und ab 1964 zum Landessozialgericht in Bremen.
Prof. Dr. Ulrich Wenner ist Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht und Fachautor für Recht bei der Sozialen Sicherheit
http://www.bund-verlag.de/zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2011/8/G%C3%BCnther-Schroeder-Printzen-gestorben-37377/
"Kriegsteilnahme (1943 bis 1945) bei der Marine" - sich wahrscheinlich in dieser Zeit um den Schutz bedrohter Fischarten verdient gemacht, na wenn das keine Empfehlung für eine Tätigkeit in der bundesdeutschen Justiz ist.

References: § 21
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