Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F05-12-2011-8C_521-2011
Timestamp: 2016-10-26 11:21:29+00:00

Document:
8C_521/2011 (05.12.2011)
8C_521/2011
8085 Z�rich Versicherung,
A.a Die 1962 geborene �sterreichische Staatsangeh�rige T.________ war in der Zeit vom 1. Dezember 2004 bis 31. Oktober 2005 als Hebamme im Spital L.________ angestellt und daher bei der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG (im Weiteren: Z�rich) gegen die Folgen von Unf�llen obligatorisch versichert. Am 18. Februar 2005 rutschte sie auf Eis aus und zog sich dabei eine Prellung des linken Knies zu. Ein MRI vom 23. Februar 2005 zeigte einen deutlichen Gelenkerguss ohne frische, oss�re L�sion und intakte Kreuz- und Collateralb�nder. Die Diagnose lautete auf Gelenkerguss mit einer mukoiden Degeneration des Innenmeniskushinterhornes und einer Knorpelausd�nnung im medialen Kompartiment. Am 16. M�rz 2005 wurde arthroskopisch eine Meniskusteilresektion medial und lateral mit Knorpelgl�ttung vorgenommen. Die Z�rich leistete bis zum 31. Mai 2005 Heilbehandlung, zuletzt in Form von Physiotherapie, und richtete bis zum 26. April 2005 Taggeld aus. Danach war dieser Fall bei voller Arbeitsf�higkeit abgeschlossen (vgl. Schreiben der Z�rich vom 3. August 2005).
A.b Am 10. Juli 2005 verletzte sich T.________ anl�sslich eines Sturzes im Krankenhaus erneut am linken Knie. Ein MRI vom 19. Juli 2005 zeigte eine geringe �demat�se Ver�nderung, vereinbar mit einer Zerrung, am femoralen Ansatz des medialen Collateralbandes. Weder der Meniskus, noch der Knorpel waren l�diert. Es fand sich auch keine Bandruptur oder ein "bone bruise". Von ihrem Hausarzt, Dr. med. D.________, Arzt f�r Allgemeinmedizin, wurde ohne n�here Begr�ndung eine Arbeitsunf�higkeit bis zum 31. Oktober 2005 attestiert. Die Z�rich richtete entsprechende Versicherungsleistungen aus.
A.c Am 31. Oktober 2005 stieg T.________ von einer Leiter und trat aus ca. 40 cm H�he auf ein metallenes Spielzeugauto am Boden. Sie zog sich dabei eine Kontusion des rechten Fersenbeines zu. �usserlich fand sich keine Verletzung, weder eine Hautverletzung oder ein H�matom noch eine Schwellung. Auch eine kn�cherne Verletzung wurde r�ntgenologisch ausgeschlossen. Ein MRI vom 17. Februar 2006 zeigte ein 1 cm grosses Knochenmark�dem im mittleren Abschnitt des Calcaneus. Die Z�rich leistete wiederum Heilbehandlung und richtete Taggeld aus. Sie liess die Versicherte durch den Orthop�den Dr. med. K.________, Orthop�die, (Expertise vom 24. April 2007) und polydisziplin�r durch die MEDAS (Expertise vom 29. August 2008), begutachten. Gest�tzt auf Letztere informierte die Unfallversicherung T.________ mit Verf�gung vom 22. September 2008, dass die Leistungen f�r die Sch�digung am linken Knie auf den 28. Februar 2006 und jene f�r die rechte Ferse auf den 31. Oktober 2006 eingestellt w�rden, da zwischen den weiterhin geklagten Beschwerden und den bei den Unf�llen erlittenen Verletzungen kein Kausalzusammenhang mehr bestehe. Auf Einsprache hin hielt die Z�rich mit Entscheid vom 14. Februar 2011 daran fest.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz ab (Entscheid vom 17. Mai 2011).
T.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Antrag, es sei ihr in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides eine Invalidenrente aufgrund eines Invalidit�tsgrades von 43 % und eine Integrit�tsentsch�digung von 10 % zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung zur�ckzuweisen.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).
2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt grunds�tzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen), zum Dahinfallen des nat�rlichen Kausalzusammenhanges bei Erreichen des Status quo sine (vgl. RKUV 2000 U 363 S. 45, U 355/98 E. 2), zum dabei geltenden Beweismass bzw. zur Verteilung der Beweislast (vgl. RKUV 1994 U 206 S. 326, U 180/93 E. 3b) und zum Beweiswert medizinischer Berichte (BGE 125 V 351) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2.2.1 Zu erg�nzen bleibt, dass nach Art. 11 UVV Versicherungsleistungen auch f�r R�ckf�lle und Sp�tfolgen gew�hrt werden. Bei einem R�ckfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu �rztlicher Behandlung, m�glicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunf�higkeit kommt; von Sp�tfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe l�ngerer Zeit organische oder psychische Ver�nderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild f�hren k�nnen. R�ckf�lle und Sp�tfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend k�nnen sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur ausl�sen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitssch�digung ein nat�rlicher und ad�quater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c mit Hinweisen)
2.2.2 Es obliegt der versicherten Person, das Vorliegen eines nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je gr�sser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeintr�chtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des nat�rlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c in fine). Bei Beweislosigkeit f�llt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, �bernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden, sp�tere Gesundheitsst�rungen dagegen nur, wenn eindeutige Br�ckensymptome gegeben sind (Urteil 8C_506/2008 vom 5. M�rz 2009 E. 3.1 mit Hinweisen).
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Beschwerdef�hrerin aus den Unf�llen vom 18. Februar und 10. Juli 2005 �ber den 28. Februar 2006 sowie aus dem Unfall vom 31. Oktober 2005 �ber den 31. Oktober 2006 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Das kantonale Gericht hat dies mit der Begr�ndung verneint, die noch geklagten Beschwerden seien nicht unfallkausal.
Die Vorinstanz st�tzte sich in medizinischer Hinsicht auf das MEDAS-Gutachten vom 29. August 2008. Demnach sei der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen den Kniebeschwerden und dem ersten Unfall vom 18. Februar 2005 sp�testens drei Monate nach der Meniskusteilresektion vom 16. M�rz 2005, also Mitte Juni 2005, dahingefallen. Der zweite Unfall vom 10. Juli 2005 habe den schicksalsm�ssigen Verlauf des krankhaften (degenerativen) Vorzustandes nur vor�bergehend und damit nicht f�r eine l�ngere Dauer in massgeblicher Weise beeinflusst. Die Schlussfolgerungen im MEDAS-Gutachten, wonach rund sechs Wochen nach dem Ereignis der Endzustand erreicht gewesen sei, sei �berzeugend und nachvollziehbar. Damit im Einklang stehe auch die Diagnose und die Schlussfolgerungen im Gutachten des medizinischen Sachverst�ndigen, Dr. med. M._______, vom 7. Oktober 2009, welcher als Hauptfaktor f�r die anhaltenden Kniebeschwerden das massive �bergewicht der Beschwerdef�hrerin anf�hrte, das sich ung�nstig auf den diagnostizierten kernspintomographisch verifizierten mittelgradigen Knorpelschaden innenseitig und den leichten Knorpelschaden am Kniescheibengelenk auswirke.
Bez�glich der Fersenbeschwerden als Folge des Unfalls vom 31. Oktober 2005 zweifelt das kantonale Gericht daran, dass der Tritt auf ein Spielzeugauto �berhaupt einen k�rperlichen Schaden bewirkt hat, wird ein solcher doch in den ersten Arztberichten weder �usserlich noch mittels R�ntgenabkl�rung gefunden. Es sei nicht gen�gend belegt, dass das erst mehrere Monate nach dem geltend gemachten Ereignis
festgestellte Knochenmark�dem urs�chlich auf den Unfall vom 31. Oktober 2005 zur�ckzuf�hren sei, womit nicht zu beanstanden sei, dass auch im Zeitpunkt der verf�gten Leistungseinstellung am 31. Oktober 2006 kein rechtsgen�glicher Kausalzusammenhang bestanden habe.
Beschwerdeweise wird zusammenfassend geltend gemacht, das MEDAS-Gutachten vom 29. August 2008 sei nicht �berzeugend und stehe in teilweisem Widerspruch zum Gutachten des Dr. med. M.________ vom 7. Oktober 2009. Zudem l�sst die Beschwerdef�hrerin Ausf�hrungen zu ihrer Erwerbsunf�higkeit und zum Integrit�tsschaden machen.
Die Beschwerdef�hrerin verletzte sich anl�sslich der ersten beiden Unf�llen vom 18. Februar und 10. Juli 2005 am linken Knie. Der dritte Unfall betrifft einzig die rechte Ferse. Es rechtfertigt sich daher, die jeweiligen Sch�digungen getrennt zu betrachten.
6.1 Eine erste radiologische Abkl�rung nach dem Sturz vom 18. Februar 2005 zeigte neben einem Gelenkerguss eine mukoide Degeneration des Innenmeniskushinterhornes und eine Knorpelausd�nnung im medialen Kompartiment. Obwohl die degenerativen Ver�nderungen schon aus zeitlichen Gr�nden nicht Folge des versicherten Unfalles sein konnten, �bernahm die Z�rich die arthroskopische Operation vom 16. M�rz 2005, bei welcher eine Meniskusteilresektion durchgef�hrt wurde. Die letzte Behandlung fand in Form einer Physiotherapie am 31. Mai 2005 statt. Bereits ab dem 26. April 2005 bestand wieder eine volle Arbeitsf�higkeit. Dieser Unfall wurde auch offiziell mit Schreiben vom 3. August 2005 abgeschlossen.
6.2 In der Folge ereignete sich am 10. Juli 2005 der zweite Sturz mit Beteiligung des linken Knies. Es wurde eine Kontusion diagnostiziert. Eigentliche Verletzungen der B�nder, des Knochens und des Meniskus wurden mittels MRI ausgeschlossen. Ab 15. September 2005 begab sich die Beschwerdef�hrerin wegen einer Instabilit�t des linken Kniegelenks in die Behandlung ihres Hausarztes Dr. med. D.________. Ob zwischen dieser Instabilit�t und dem Unfall vom 10. Juli 2005 ein nat�rlicher Kausalzusammenhang bestand, wurde nicht abgekl�rt. Dr. med. D.________ �usserte sich dazu nicht. Mit Datum vom 15. September 2005 attestierte er in zwei verschiedenen Zeugnissen sowohl eine voraussichtliche Arbeitsunf�higkeit von 3 bis 4 Wochen als auch eine solche bis zum 31. Oktober 2005. Ausweislich der Akten stellte dieser Arzt keine Rechnung f�r eine Heilbehandlung. Damit steht fest, dass auch f�r diesen Unfall ab Ende Oktober 2005 keine Leistungen mehr erbracht wurden und dieser damit abgeschlossen war. Das zeigt sich auch darin, dass das linke Knie der Beschwerdef�hrerin in den verschiedenen Arztberichten, welche im Zusammenhang mit dem dritten, die rechte Ferse betreffenden Unfall erstellt wurden, �berhaupt keine Erw�hnung findet. Bei der orthop�dischen Begutachtung durch Dr. med. K.________ (Expertise vom 24. April 2007) ergaben die Untersuche hinsichtlich Stabilit�t und Beweglichkeit beider Kniegelenke normale Befunde. Damit steht fest, dass die Fallbehandlung des linken Kniegelenks sp�testens am 31. Oktober 2005 abgeschlossen war. Die anl�sslich der MEDAS-Begutachtung geltend gemachten Beschwerden k�nnten damit nur unter den Bedingungen eines R�ckfalls oder von Sp�tfolgen den versicherten Unf�llen zugeordnet werden (vgl. Erw�gung 2.2). Somit m�sste mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit feststehen, dass zwischen den geklagten Beschwerden und den Unf�llen vom Februar und Juli 2005 ein Kausalzusammenhang besteht. Nachdem anl�sslich der Begutachtung ein klinisch unauff�lliger Befund erhoben wurde, dokumentierte Br�ckensymptome fehlen und ein nat�rlicher Kausalzusammenhang von den Gutachtern der MEDAS als h�chstens m�glich erachtet wird, ist nicht von einem urs�chlichen Zusammenhang auszugehen. Anderslautende Arztmeinungen liegen entgegen der Darstellung in der Beschwerde nicht vor. Insbesondere impliziert der Begriff "posttraumatisch" keinen rechtsgen�glichen Kausalzusammenhang. Die Z�rich hat ihre weitere Leistungspflicht f�r die Kniebeschwerden daher zu Recht verneint.
6.3 Hinsichtlich der rechten Ferse f�llt auf, dass bereits bei der ersten Untersuchung nach dem geltend gemachten Unfall vom 31. Oktober 2005 weder �usserlich noch mittels R�ntgen eine Verletzung hatte festgestellt werden k�nnen. Die klinischen Befunde waren immer unauff�llig. Erst eine Magnetresonanzuntersuchung vom 17. Februar 2006, also dreieinhalb Monate nach dem geltend gemachten Ereignis, zeigte ein 1 cm grosses Knochenmark�dem im mittleren Abschnitt des Calcaneus. Eine Algodystrophie wurde nie mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Nachdem ein eindeutiger K�rperschaden im Anschluss an den Tritt auf ein Spielzeugauto nicht hatte festgestellt werden k�nnen, ist es �berhaupt fraglich, ob das Ereignis vom 31. Oktober 2005 als Unfall im Rechtssinne qualifiziert werden kann. Diese Frage kann indessen offen bleiben, da zwischen dem mehr als drei Monate nach dem Fehltritt festgestellten Knochenmark�dem und dem geltend gemachten Ereignis, wie die Vorinstanz zu Recht ausgef�hrt hat, nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit ein Kausalzusammenhang besteht. Schliesslich bleibt festzustellen, dass eine am 28. Mai 2008 durchgef�hrte MRI-Untersuchung normale osteoartikul�re Verh�ltnisse zeigte und dass s�mtliche klinischen und apparativen, in der Zeit vom 26. Mai bis 17. Juni 2008 durchgef�hrten Untersuchungen anl�sslich der MEDAS-Begutachtung keine relevanten Befunde ergaben. Damit steht fest, dass zumindest ab jenem Zeitpunkt kein Anspruch auf Versicherungsleistungen nach UVG mehr bestand. Die Z�rich hat ihre Leistungen bis Ende August 2008 erbracht und diese danach zu Recht eingestellt.
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdef�hrerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Das pr�sidierende Mitglied: Leuzinger

References: Art. 95
 Art. 96
 BGE 
 Art. 105
 BGE 
 Art. 11
in fine