Source: http://www.nein-zu-rb.de/stellungnahmen/
Timestamp: 2017-03-30 12:35:02+00:00

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Stellungnahmen | Nein zu RB
Keine Solidarität mit RB!
die letzten Wochen waren ereignisreich was die mediale Diskussion um RB Leipzig anbelangt. Die Proteste, die es seit dieser Saison gegen Red Bull und RB Leipzig gibt, haben eine öffentliche Diskussion angeregt, an deren Ende sich nun auch die Vereine beginnen zu beteiligen. Lange war es in dieser Hinsicht ruhig geblieben. Erst die am 26. März stattgefundene Vollversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL), in der u.a. über die Proteste gegen RB Leipzig diskutiert wurde, hat erste Vereine dazu veranlasst sich öffentlich zu positionieren. Die DFL-Führung hatte nach der Mitgliederversammlung geäußert, dass sich die Vereine mit RB Leipzig solidarisieren. Gegenüber dieser Verlautbarung – die wohl allein eine Forderung der DFL-Führung gewesen zu sein scheint – haben sich einzelne Vereine bereits distanziert und der Solidarität mit RB Leipzig eine Absage erteilt. Wir begrüßen den Schritt dieser Vereine und möchten an dieser Stelle weitere Vereine dazu ermutigen sich nicht mit RB Leipzig zu solidarisieren.
Dazu gab es bereits am letzten und vorletzten Spieltagswochenende Transparente und Spruchbänder, die die Vereine dazu aufriefen, sich nicht solidarisch mit RB Leipzig zu zeigen („Keine Solidarität mit RB Leipzig“). Um dieser Forderung mehr Wirkung zu verleihen, und um einem gewissen Herrn Mateschitz nochmals zu verdeutlichen, dass der Protest gegen RB Leipzig eben nicht nur von „nullkommanullirgendwas Prozent aller Fußballinteressierten“ getragen wird, rufen wir im Namen der Kampagne „Nein zu RB! Für euch nur Marketing – Für uns Lebenssinn!“ zu einer großangelegten Spruchbandaktion, die bis zum Ende der Saison laufen soll. Beteiligt euch mit einem Spruchband („Keine Solidarität mit RB“). Egal in welcher Liga: Zeigen wir, dass es keine Solidarität mit RB Leipzig geben darf!
Stellungnahme zu den aktuellen Äußerungen rund um die Proteste gegen RB Leipzig
Wir von der Kampagne „Nein zu RB“ möchten uns kurz zu den aktuellen Diskussionen rund um die Proteste gegen den Verein „RasenBallsport Leipzig“ zu Wort melden.
Wir stellen mit Bedauern fest wie verzerrt die aktuelle Wahrnehmung rund um die Proteste gegen RB Leipzig ist. Äußerungen wie die von Ralf Rangnick, in denen er härtere Strafen gegen Fans fordert (Zitat: „Bei uns in Deutschland werden Fans nicht hart genug bestraft. Momentan überschreiten die Chaoten klare Grenzen“) und dies vor allem auf Proteste gegen seinen Verein RB Leipzig bezieht, prägen die aktuelle medial geführte Diskussion. Dass Herr Rangnick dabei die Tatsachen bewusst verdreht, wie ein Polizeibericht z.B. zu den Vorfällen am letzten Montag zu beweisen weiß, stört dabei wohl wenig. Der Versuch, Proteste gegen RB Leipzig in ein schlechtes Licht zu rücken und damit nachhaltig zu delegitimieren, scheint zu gelingen. Denn nun meldete sich auch DFB Vizepräsident Rainer Milkoreit zu Wort und spricht gar von der „Ausartung der Fanszene“ und fordert, neben der Beendigung der Proteste, die Solidarisierung der restlichen Vereine mit RB Leipzig.
Dass RB Leipzig seit Beginn probiert Proteste weitgehend zu verbieten, um einen öffentlichen kritischen Diskurs und eine breite, daraus resultierende Ablehnungshaltung jenseits der Ultrasgruppen gegenüber ihrem „Verein“ zu vermeiden, bleibt jedoch in dieser Diskussion bisher unerwähnt. Viel mehr fordert nun auch der Vorstandsvorsitzende RB Leipzigs, Oliver Mintzlaff, „den Ligaverband auf, schnell, energisch und konsequent Position zu beziehen und dann unverzüglich zu agieren“. In einer weiteren Aussage, setzt er die Proteste gegen RB Leipzig in einen Zusammenhang mit Vorfällen während einiger Bundesligapartien in den letzten Wochen. Diese undifferenzierte Sichtweise und die populistische Forderung nach einem härteren Durchgreifen ist seitens RB Leipzig einkalkuliert. Die Verantwortlichen bei RB Leipzig erhoffen sich so, Unterstützung durch DFB und DFL bei der Eindämmung der Proteste. Der DFB und die DFL tun jedoch gut daran, sich nicht auf diese Phrasendrescherei einzulassen. Proteste gegen RB Leipzig lassen sich nicht verbieten, wie auch Rainer Milkoreit bereits feststellte.
Wir verwehren uns an dieser Stelle einer Beurteilung der aktuellen Geschehnisse rund um Spiele RB Leipzigs, möchten aber darauf hinweisen, dass es wichtig ist zwischen den verschiedenen Protestformen zu differenzieren – alles in einen gemeinsamen Topf zu werfen, wird der Sache nicht gerecht. Wir als Kampagne sind ein großer Zusammenschluss aus verschiedenen Faninitiativen, Ultrasgruppen und Fanclubs. Die Initiative „Nein zu RB“ dient dazu, die Proteste zu bündeln und zu koordinieren. Wir wollen uns nicht an wilden Spekulationen beteiligen, noch wollen wir Aktionen bewerten, mit denen wir nichts zu tun haben. Wir fokussieren uns ausschließlich auf unseren Protest gegen RB Leipzig. Dieser vielfältige Protest bestand in der Vergangenheit vor allem aus öffentlichkeitswirksamen, aufklärerischen und kreativen Protesten, bei denen niemand zu Schaden gekommen ist.
Wir möchten daher an die Vereine appellieren, den obigen populistischen Forderungen der Verantwortlichen RB Leipzigs, sowie Rainer Milkoreits nicht auf den Leim zu gehen. Protest gegen RB Leipzig muss möglich sein – Mittel des Protestes sind Teil unserer lebendigen Fankultur. Ebenso müssen sich die Vereine bewusst machen, dass sich RB Leipzig ein Fußballimperium aufbaut, dessen monetäre Mittel schon jetzt die eines normalen Bundesligisten bei weitem übersteigen. Dieser von DFB und DFL geduldeten Wettbewerbsverzerrung, muss vielmehr eine konsequente Solidarisierung der restlichen Vereine gegenüberstehen.
Positionen und Ausrichtung im neuen Jahr
Nachdem wir uns als Kampagne in der Winterpause zusammengesetzt haben, um im Rahmen eines großen Treffens das letzte halbe Jahr im Sinne von „Nein zu Red Bull“ zu rekapitulieren, möchten wir die Ergebnisse kurz vorstellen.
Es gab viel positive Rückmeldung, aber natürlich auch Kritik aus Teilen der (aktiven) Fanszene, die wir aufgenommen haben und in unseren weiteren Planungen berücksichtigen wollen.
Wir sind im letzten halben Jahr stetig gewachsen und sind nun in vielen Bundesliga-standorten vertreten. Auf vielen Ebenen und in vielen Zusammenhängen finden kontrovers geführte Diskussionen um das Thema RB Leipzig statt. Wir fühlen uns diesbezüglich in unserer Arbeit bestätigt. Uns war es ein primäres Anliegen, eine Auseinandersetzung mit RB Leipzig anzuregen. Viele Aktionen wurden im Rahmen der Kampagne, aber auch außerhalb der Kampagne auf die Beine gestellt. Auf der Aufklärungsarbeit lag dabei der Fokus. RB Leipzig ist ein hochkomplexes Konstrukt, das es durch Wohlwollen der örtlichen sächsischen Behörden und des DFBs sowie der DFL bis in die 2. Bundesliga geschafft hat. Bei keinem anderen Verein wurden so gezielt Regeln und Statuten umgangen und bei keinem anderen Verein haben Behörden und Verbände so kooperiert. Und genau dort ziehen bzw. müssen wir die Grenze ziehen. Die Kampagne wurde aufgrund von RB Leipzig gegründet und richtet sich in erster Linie gegen RB Leipzig. Auf einen Vergleich anderer Vereine mit RB Leipzig wollen wir uns bewusst nicht einlassen.
Uns ist auch klar, dass es ein Gefälle in den Profiligen zwischen Vereinen mit ausgegliederten Profi- bzw. Fußballabteilungen und Eingetragenen Vereinen gibt, jedoch wollen und können wir diesen komplexen fortschreitenden Vorgang nicht als Kampagne begleiten. Das soll Arbeit anderer Bündnisse bleiben.
Wir werden in Zukunft vermehrt die Zusammenarbeit mit den Vereinen suchen, um auf dieser Ebene einer Kooperation mit RB Leipzig entgegenzuwirken. Die Traditionsvereine müssen sich bewusst werden, dass RB Leipzig und Nachahmungen dieser Art, das Aus für die Traditionsvereine bedeuten. Ein wirtschaftliches Konkurrieren mit RB Leipzig ist auf Dauer für Vereine, vor allem aus strukturschwachen Regionen, kaum möglich.
Des Weiteren wollen wir aber auch daran festhalten, RB Leipzig und alle damit verbundenen Vorgänge kritisch zu begleiten und zu hinterfragen. Eine grundlegend kritische Haltung von uns Fans gegenüber RB Leipzig muss stattfinden.
Wir fordern daher jeden Fan und jede Fangruppierung dazu auf, sich unseren Forderungen und Zielen anzuschließen.
Stellungnahme zur DFL-Mitgliederversammlung vom 04.12.2014
als die DFL letzte Woche im Rahmen ihrer ordentlichen Mitgliederversammlung verkündete, dass die “50+1-Regel” nun auch bei eingetragenen Vereinen Anwendung finden wird, fühlten wir uns als Kampagne erstmals direkt bestätigt. Eine unserer zentralen Forderungen wurde damit umgesetzt. Trotz der Tatsache, dass RB Leipzig nur wenige Tage vor dieser Entscheidung seine Profimannschaft sowie die Jugendmannschaften bis zur U15 in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert hat, war dieser Schritt längst überfällig. In Bezug auf die Realisierung des Projekts „RasenBallsport Leipzig e.V.“ hat jedoch nicht nur die DFL versagt. Auch örtliche Verwaltungs- und Finanzbehörden hätten in der Vergangenheit konsequenter sein müssen. Wie wir schon des Öfteren erwähnt haben, hätte eine Vereinsgründung niemals genehmigt werden dürfen, denn die dazu nötige Gemeinnützigkeit konnte RB Leipzig mit dem Kapitalgeber RedBull im Mittelpunkt des Vereins eigentlich nicht nachweisen. Der Druck – nicht nur ausgehend von dieser Kampagne – und das Risiko hinsichtlich dieses Rechtsformverstoßes wurde RB Leipzig nun zu groß. Die Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft wurde von den 14 stimmberechtigten Mitgliedern des Vereins bestimmt. Anwesend waren ebenfalls ca. 50 Fördermitglieder, die jedoch kein Stimmrecht besitzen. Die Satzung von RB Leipzig legt die Anzahl der Mitglieder fest. Laut DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig wird RB Leipzig eine geänderte Satzung bis zum 15. Januar vorlegen. Denn im Zuge der Ausgliederung wird eine erneute Lizenzierung notwendig. Doch diese dürfte erneut kein Problem für RB Leipzig darstellen. Die enge Zusammenarbeit zwischen DFL und RB Leipzig lässt vermuten, dass es keine Probleme mit der Lizenzierung geben wird und da man bei der DFL ja eh zur Kompromissbereitschaft bereit ist, ist davon auszugehen, dass RedBull seinen Weg ungestört weiter gehen kann. Zu viel macht RB Leipzig in den Augen der Verbände für den hiesigen Fußball. Da wird dann schon mal eher ein Auge zugedrückt, als bei Lizenzierungsverfahren anderer Vereine – so scheint es zumindest. Abgestiegene und insolvente Vereine, die sich nun in der Regionalliga oder tiefer wiederfinden, können ein Lied davon singen. Während sich viele Traditionsvereine in der Bedeutungslosigkeit befinden, stürmt RB Leipzig weiter an die Spitze der deutschen Fußball-Ligen und baut ebenfalls kräftig an seinem Fußball-Imperium. Neben der Ausgliederung geht RedBull den nächsten von vielen geplanten Schritten. RB Leipzig kooperiert ab sofort mit dem Oberligisten SC Pfullendorf. Was in Österreich der FC Liefering ist, scheint nun in Deutschland der SC Pfullendorf. Das Abkommen beinhaltet, dass Jugendspieler bei RB Leipzig mittrainieren dürfen. Aber dahinter steht das Prinzip, Nachwuchsspieler ohne finanziellen Aufwand zu generieren und für viel Geld weiter zu veräußern – neben dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum, das für über 30 Mio. € gebaut wird – schafft sich RB damit nicht nur einen weiteren Netzwerkpartner innerhalb des Red Bull-Imperiums, sondern auch einen nicht unerheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen regionsansässigen Vereinen. Vertragsdetails dieser Kooperation sind noch nicht bekannt. Jedoch werden in Zukunft Jugendtrainern des Vereins bzw. aus der Region Fortbildungen bei RB Leipzig gewährt. Auch dies macht auf den zweiten Blick deutlich, dass sich Red Bull dadurch viele Partner im Fußball heranzüchten will.
Wir als „Nein zu RB“ blicken weiterhin kritisch in Richtung DFL und RB Leipzig. Wir begrüßen den Schritt der DFL bezüglich der Erweiterung der 50+1 Regel ausdrücklich, betonen aber gleichzeitig, dass weitere Schritte folgen müssen. Wir können es nur immer und immer wieder betonen: RB Leipzig verändert den Fußball mit all seinen Facetten nachhaltig. Dass bei der ordentlichen Mitgliederversammlung der Presse der Zugang verwehrt wurde und die Tatsache, dass nur weitere 50 Fördermitglieder anwesend waren (nicht stimmberechtigt), offenbart die Ausrichtung des Red Bull Projekts: Hier werden Entscheidungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit von wenigen Leuten gefällt. Mit der Transparenz eines Fußballklubs hat das wenig zu tun. Vielmehr zeigt dies das Bild eines Wirtschaftsunternehmens, das sich nicht in die Karten schauen lassen will und das einen unternehmerischen Plan verfolgt. Daran wird sich innerhalb einer Kapitalgesellschaft nichts ändern. Im Gegenteil: der Red Bull GmbH könnte als Gesellschafterin eine handvoll Mitglieder „gegenüberstehen“, denen eine Unabhängigkeit zu Red Bull ganz sicher nicht nachgesagt werden kann – sind sie doch von Red Bull installiert worden.
Die Tendenz im Fußball hierzulande, die immer mehr in Richtung eines rein wirtschaftlich Fußballs geht, der sich komplett vermarktet und immer abhängiger von Sponsoring und Investments wird, muss gestoppt werden. Der Nachteil, den eingetragene Vereine mit vielen Mitgliedern gegenüber beinahe komplett unternehmerisch geführten GmbH’s oder AG‘s haben, führt dazu, dass viele Traditionsvereine auch sportlich gesehen das Nachsehen gegenüber Vereinen wie Wolfsburg oder RB Leipzig haben. Tradition darf nicht zum Nachteil führen. Und Tradition heißt für uns nicht, ein Vereinsgründungsdatum vor 1900 zu haben. Tradition heißt für uns Fankultur, Teil eines Vereins zu sein, eine Stimme in diesem Verein zu haben, auf positive und negative Momente zurückblicken zu können, auf Aufstiege oder Abstiege, auf besondere emotionale Momente – besondere Spiele, auf zähe Jahre in der Bedeutungslosigkeit oder aber auch auf Wunder – in Summe einfach alle qualitativen Momente die die Besonderheit eines Vereins ausmachen und die zur Identifikation mit diesem Verein geführt haben. Und eben diese, unsere Interpretation von Tradition ist bei RB Leipzig nicht vorhanden und wird es auch nie sein.
Wir fordern die DFL weiterhin dazu auf, alles dafür zu tun – d.h. die Regularien so weit zu ändern bzw. konsequenter durchzusetzen -, dass der Fußball hierzulande, sei es im Profi oder Amateurbereich, nie wieder ein Projekt wie RB Leipzig hervorruft. Weiterhin fordern wir eine Regulierung der Fußballökonomie. Ein Financial Fair Play auf nationaler Ebene ist leider – soweit ist es gekommen – ein notwendiger Schritt, um eine gewisse Ausgeglichenheit sowie annähernd faire Bedingungen zu ermöglichen.
wir staunten nicht schlecht, als die DFL letzte Woche verkündete, dass die „50+1-Regel“ bei der ordentlichen Mitgliederversammlung am 04.12. auf die Tagesordnung kommt. Speziell soll dort dann über die Anwendbarkeit der Regel auf eingetragene Vereine diskutiert werden. Wir begrüßen diesen Schritt und sehen uns in unseren Forderungen bestätigt. Auch wenn RB Leipzig ganz aktuell über eine Ausgliederung nachdenkt, so ist es trotzdem wichtig die Regularien hinsichtlich „Schlupflöchern“ soweit anzupassen, dass es Investoren nicht möglich ist, Macht innerhalb eines eingetragenen Vereins zu konzentrieren.
Wir hoffen, dass das Thema trotz der Ausgliederungstendenzen RB Leipzigs auf der Tagesordnung der DFL-Mitgliederversammlung bleibt und fordern sofortige Korrekturen der „50+1-Regel“. Wir sind uns jedoch auch bewusst, dass dies nur einer von vielen Schritten ist. RedBulls allumfassendes Engagement bei RB Leipzig wird dadurch (noch) nicht ausreichend eingedämmt. Dazu bedarf es einer konsequenteren Durchsetzung und Anpassung der DFL-Lizenzierungsordnung: der Name RedBull bzw. das Logo (Rote Bullen) taucht in vielen Variationen innerhalb des Vereins RB Leipzig auf. Neben dem Vereinslogo, enthält auch der Name der Homepage (Die Roten Bullen), der Name des Nachwuchszentrum bzw. des Trainingszentrums (Trainingszentrum der Roten Bullen) oder auch der Name des Fanshops (RedBull-Shop), klar den Namen sowie Teile des Logos des Unternehmens RedBull.
Die Ausgliederung bei RB Leipzig dürfte im Übrigen nur reine Formsache sein. Es sind zwar 150 „Förder-Mitglieder“ zur außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen, abstimmen dürfen aber nur die 12 regulären Mitglieder – eine einstimmige Entscheidung würde nicht verwundern.
Neben der voraussichtlichen Ausgliederung geht RedBull den nächsten von vielen geplanten Schritten. RB Leipzig kooperiert ab sofort mit dem Oberligisten SC Pfullendorf. Was in Österreich der FC Liefering ist, scheint nun in Deutschland der SC Pfullendorf. Das Abkommen beinhaltet, dass Jugendspieler bei RB Leipzig mittrainieren dürfen. Aber dahinter steht natürlich das Prinzip, Nachwuchsspieler ohne finanziellen Aufwand zu generieren. Vertragsdetails dieser Kooperation sind noch nicht bekannt. Jedoch werden in Zukunft Jugendtrainern des Vereins bzw. aus der Region Fortbildungen bei RB Leipzig gewährt.
im Rahmen der Kampagne „Nein zu RedBull! Für euch nur Marketing – Für uns Lebenssinn!“ gab es an diesem Wochenende in vielen Stadien der 1. bis 3. Liga eine gemeinsame Aktion gegen RB Leipzig. Der Fokus dieser Aktion lag jedoch vor allem auf der 2. Liga. Dort sind die Fans und Vereine direkt mit dem Dosenclub aus Leipzig konfrontiert. Daher hatte es auch in fast jedem Stadion der 2. Liga an diesem Wochenende Aktionen gegeben. Unter dem Motto „Rote Karte für RedBull“ und „Wir pfeifen auf RedBull“ wollten wir darauf aufmerksam machen, wie präsent das Problem RB Leipzig sowie die Ablehnung dieses Vereins bei vielen Stadiongänger/innen ist. Sowohl von Seiten des Sportfernsehens, als auch der Print- und Onlinemedien wird das Thema „RedBull im Fußball“ entweder totgeschwiegen oder unkritisch darüber berichtet. Von Seiten der Medien und der Verbände scheint RB Leipzig längst akzeptiert zu sein. Die Rolle RedBulls‘ gerät dadurch immer mehr in den Hintergrund und die sportliche Attraktivität des Vereins scheint immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Die Rolle Red Bulls‘ bei RB Leipzig ist jedoch offensichtlich. Red Bull ist RB Leipzig – nicht mehr und nicht weniger. Das wird vorallem durch folgende Aspekte deutlich:
Die Red Bull GmbH betreibt ein umfangreiches Sponsoring, das weit über normale Sponsorenverhältnisse hinausreicht. Dazu gehören: Trikotsponsoring, Vereinswappen, Vereinsname, Name der Vereinshomepage (Die Roten Bullen) sowie des Trainings- und Nachwuchszentrum (Trainingszentrum der Roten Bullen).
Die Red Bull GmbH ist Hauptfremdkapitalgeber bzw. –investor: Dietrich Mateschitz will allein in den nächsten drei Jahren über 100 Millionen € in den Verein investieren. Davon ca. 30 Milltionen € in ein Nachwuchsleistungszentrum.
Red Bull GmbH ist für die wesentlichen Aufgaben des operativen Geschäfts zuständig: Darunter fallen die Geschäftsstelle, Fanshop („Red Bull Shop“), Ticketing, Sponsoring, Finanzen, Fanbetreuung)
Die Red Bull GmbH hat vertraute Personen innerhalb des Vorstandes bzw. als Mitglieder eingesetzt
Dieses äußerst umfangreiche Engagement RedBulls‘ ist nur durch vielseitigen Verstoß gegen diverse Regularien ermöglicht worden. Denn RedBull verstößt nicht nur gegen die Prinzipien der 50+1 Regel der DFL, sondern auch gegen die DFB-Regularien. Unter § 15 Abs. 2 der DFB-Satzung heißt es: „Änderungen, Ergänzungen oder Neugebungen von Vereinsnamen und Vereinszeichen zum Zwecke der Werbung sind unzulässig“. Der Vereinsname ist nicht ohne Grund an RedBull angelehnt. Würde hier nicht im Sinne des Marketings gehandelt werden, so hätte man den Verein auch FC Leipzig oder ähnlich nennen können. Auch das Logo weist mit den zwei Bullen, trotz leichter Veränderungen im Zuge der Lizenzierung, immer noch eindeutige Merkmale des Firmenlogos von Red Bull auf – die allein dem Zwecke der Wiedererkennung und somit der Werbung dienen.
RB Leipzig verstößt darüber hinaus auch gegen § 4 Nr. 9 der Lizenzierungsordnung der DFL, welcher Vereine dazu verpflichtet, gewisse Mindestvoraussetzungen in Bezug auf die demokratische Mitbestimmung bei der Wahl der Vereinsführung einzuhalten. Laut § 6 Abs. 2 der Satzung von RB Leipzig dürfen nur 11 ordentliche Mitglieder den Vereinsvorstand und -vorsitz wählen. Darüber hinaus ist die Mitgliederstruktur von RB Leipzig ausschließend. Stimmberechtigtes, ordentliches Mitglied bei RB zu werden ist nicht möglich. Im Zuge der Lizenzauflagen hat Red Bull eine sogenannte Fördermitgliedschaft eingerichtet, die zwar nicht zu einer Wahlberechtigung bestimmt, aber andere „Vorteile“ bringen soll und in Bronze (100€/Jahr), Silber (500€/J.) und Gold (1000€/J.) erhältlich ist.
Wir fordern sowohl vom DFB und der DFL, als auch von den Medien einen kritischeren Umgang mit RB Leipzig. Auch fordern wir die vielen Traditionsvereine auf, RB Leipzig nicht zu akzeptieren. Eine Isolation dieses Vereins muss stattfinden, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Nur durch die Solidarisierung der Fans und Vereine untereinander, können wir es schaffen RedBull die Lust am unserem Spiel zu nehmen!
Stellungnahme zu den Aussagen des DFB-Präsidenten Wolfang Niersbach über RB Leipzig
Vor wenigen Tagen entnahmen wir der Presse, dass es eine Korrespondenz zwischen dem nordsächsischen CDU-Landrat Michael Czupalla und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach gab. Aus dem veröffentlichten Antwortschreiben Niersbachs geht hervor, dass Czupalla – ehemaliger Präsident beim VfB Leipzig – ein Einschreiten gegen Proteste gegen RB Leipzig fordert. Wolfang Niersbach entgegnete dieser Bitte zwar mit den Worten „[…] hier sehen wir keine Möglichkeit zum Einschreiten“, und weist im nächsten Satz darauf hin, dass „noch einige Zeit nötig sei, bevor RB Leipzig genauso wahrgenommen und begleitet wird wie die anderen Vereine aus der Bundesliga und 2. Bundesliga“. Niersbach offenbart mit dieser Aussage die Strategie bzw. das (Nicht)-Vorgehen im Fall RB Leipzig. Eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Verein wird wohl seitens des DFB in Zukunft nicht stattfinden. Vielmehr scheint es so, dass RB Leipzig in den Reihen des DFB längst akzeptiert ist und man sogar froh über die Entwicklung in Leipzig ist. Anders sind folgende Zitate aus dem Antwortschreiben von DFB-Präsident Niersbach nicht zu deuten: „Ihren Zielen entnehme ich, dass sie absolut nachvollziehen können, wie zufrieden wir alle sein können, mit dieser wunderbaren Entwicklung, aber auch mit dem Auftreten der Mannschaft“ oder „Auch ich vertrete die Auffassung, dass die Entwicklung von RB Leipzig für den Fußball in dieser Stadt und mit den vielen Fans, die in dieser wunderbaren Region leben, positiv zu bewerten ist“. Wir bedauern diese unkritische Sichtweise des DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach mit Bezug auf RB Leipzig. Dass RB Leipzig bewusst gegen DFB bzw. DFL Regularien verstößt, scheint den DFB nicht zu interessieren. RB verstößt nicht nur gegen die Prinzipien der 50+1 Regel, sondern auch gegen die DFB-Satzung. Unter § 15 Abs. 2 sind „Änderungen, Ergänzungen oder Neugebungen von Vereinsnamen und Vereinszeichen zum Zwecke der Werbung […] unzulässig“. Der Vereinsname ist nicht ohne Grund an RedBull angelehnt. Würde hier nicht im Sinne der Werbung gehandelt werden, so hätte man den Verein auch FC Leipzig oder ähnlich nennen können. Auch das Logo weist mit den zwei Bullen, trotz leichter Veränderungen im Zuge der Lizenzierung, immer noch Merkmale des Firmenlogos von Red Bull auf – die allein dem Zwecke der Wiedererkennung und somit der Werbung dienen.
RB Leipzig verstößt darüber hinaus auch gegen § 4 Nr. 9 der Lizenzierungsordnung der DFL, welcher Vereine dazu verpflichtet, gewisse Mindestvoraussetzungen in Bezug auf die demokratische Mitbestimmung bei der Wahl der Vereinsführung einzuhalten. Laut § 6 Abs. 2 der Satzung von RB Leipzig dürfen nur 11 ordentliche Mitglieder den Vereinsvorstand und -vorsitz wählen. Darüber hinaus ist die Mitgliederstruktur von RB Leipzig antipartizipativ bzw. ausschließend. Stimmberechtigtes, ordentliches Mitglied bei RB zu werden ist nicht möglich. Im Zuge der Lizenzauflagen hat Red Bull eine sogenannte Fördermitgliedschaft eingerichtet, die zwar nicht zu einer Wahlberechtigung bestimmt, aber andere „Vorteile“ bringen soll und in Bronze (100€), Silber (500€) und Gold (1000€) erhältlich ist. Ab einer Silber-„Mitgliedschaft“ erhält man ein Vorkaufsrecht auf Spiele – jedoch nur auf Top-Spiele.
Wir fordern vom DFB und von der DFL einen kritischeren Umgang mit RB Leipzig. Red Bull hat angekündigt mehr als 100 Millionen € in den nächsten drei Jahren zu investieren – ca. 30 Millionen € davon allein in ein Nachwuchsleistungszentrum. Red Bull schafft sich damit ein fußballerisches Imperium, das Mitkonkurrenten aus Aue, Dresden usw. noch weiter ins fußballerische und finanzielle Abseits drängen wird.
Auch fordern wir, dass Umgehungen und Verstöße seitens Red Bull gegen geltende DFB- und DFL-Regularien nicht folgenlos bleiben dürfen. In den letzten Jahren scheiterten viele Traditionsvereine aus finanziellen Gründen an den Lizenzierungsbedingungen des DFB bzw. der DFL. Bezüglich des Lizenzierungsverfahrens von RB Leipzig bekommen wir den Eindruck, dass mit einem anderen Maß gemessen wurde.
Wir fordern daher auch die vielen Traditionsvereine auf, RB Leipzig nicht zu akzeptieren. Eine Isolation dieses Vereins muss stattfinden, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.
Für uns war das der Start unserer Kampagne “ Nein zu RedBull! Für euch nur Marketing – Für uns Lebenssinn! “
Die Profiligen unterliegen einer wirtschaftlichen Logik, die mit reinem Sport schon lange nichts mehr am Hut hat. Mit RB Leipzig kommt aber ein neuer Akteur dazu, der so auf den ersten Blick ganz andere Interessen verfolgt. Red Bull geht es ums Marketing. Also darum, das Produkt RedBull am besten den potenziellen Kunden zu präsentieren – und dazu dient die Bühne des Fußballs. Ein Teil dieses Marketings ist das Sponsorn verschiedener Events, Vereine und Einzelsportler/innen mit dem Ziel das Produkt bzw. die Marke „RedBull“ öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen. Aber von einem normalen Sponsoring kann bei RB Leipzig schon lange keine Rede mehr sein. RedBull gehört der Verein. Eine Mitgliederstruktur gibt es nicht – die ca. 9 Mitglieder sind allesamt RedBull Mitarbeiter/innen. Mittlerweile hat RB Leipzig im Zuge des Lizenzierungsverfahrens für die Teilnahme an der 2. Bundesliga eine sogenannte „Fördermitgliedschaft“ ermöglicht, die aber rein auf dem Papier besteht – Stimmberechtigung erhält man damit nicht.
Nicht nur das RedBull das Vereinsrecht mit Füßen tritt und regelrecht ausnutzt, vielmehr schafft sich das Unternehmen einen eigenen Nachwuchs- und Transferkosmos, in dem kleine Vereine in unteren Ligen aufgekauft werden, um zu sogenannten „Farmteams“- also Vereine, die für RedBull Spieler ausbilden – umgestaltet zu werden, die dann wiederum die ausgebildeten Spieler an RB Leipzig oder Redbull Salzburg abgeben. Aber auch transferrechtlich – und das hat sich schon gezeigt – besitzt RedBull die Möglichkeit Regelungen gezielt zu umgehen.

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