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Timestamp: 2016-10-21 18:34:58+00:00

Document:
2P.150/2003 (16.09.2003)
Schulkommission f�r die Sekundarstufe I,
D. Lauri, Pr�sidentin, Thunstrasse 1, Postfach 1330, 3110 M�nsingen,
Der am ... 1990 geborene, in M�nsingen/BE wohnhafte A.________ ersuchte, vertreten durch seinen Vater C.________, im Dezember 2002 die Einwohnergemeinde M�nsingen um �bernahme des Schulgeldes f�r den ab Herbst 2003 beabsichtigten Besuch des siebten Schuljahres in der Fussballklasse des Schulkreises L�nggasse der Stadt Bern.
Die seit kurzem vorgesehenen Fussballklassen L�nggasse bezwecken gem�ss dem ihnen zugrunde liegenden Konzept die F�rderung von talentierten Fussballjuniorinnen und -junioren in den oberen Schuljahren der obligatorischen Schulzeit im Sinne eines regionalen "Nachwuchsprojektes" im Spitzenfussball. Das Projekt wird einerseits unterst�tzt vom Regionalen Schulinspektorat Bern-Mittelland, der Direktion f�r Bildung, Umwelt und Integration der Stadt Bern sowie dem Schulkreis L�nggasse Bern (Schulkommission, Schulleitung, Lehrkr�fte) und andererseits vom Fussballverein Berner Sport Club (BSC) Young Boys, dem Fussball Ausbildungs-Center Bern Neufeld sowie dem Schweizerischen Fussballverband und dem Fussballverband Bern/Jura. Die Rekrutierung von durchschnittlich 21 Fussballsch�lerinnen und -sch�lern pro Jahrgang erfolgt durch den BSC Young Boys bzw. das Fussball Ausbildungs-Center Bern-Neufeld. Der obligatorische Schulunterricht findet in speziellen Klassen (je eine im siebten, achten und neunten Schuljahr) statt, wobei der Stundenplan auf den erh�hten Trainingsbetrieb der Fussballsch�ler R�cksicht nimmt; der fakultative Schulunterricht erfolgt im Rahmen des Angebots des Schulkreises L�nggasse vollst�ndig integriert in dessen Regelbetrieb. F�r die personellen Belange im schulischen Bereich ist der Schulkreis L�nggasse zust�ndig. Die fussballerische Ausbildung (inkl. Mittagsbetreuung der als Tagesschule konzipierten Fussballklassen) obliegt dem BSC Young Boys bzw. dem Fussball Ausbildungs-Center Bern Neufeld.
Mit Verf�gung vom 13. Januar 2003 lehnte der Leitende Ausschuss M�nsingen (Organ der Schulverwaltung der Einwohnergemeinde M�nsingen) das Begehren um �bernahme des Schulgeldes ab, wobei er angab, "aus Pr�judizgr�nden" nicht bereit zu sein, "dem Gesuch f�r den Besuch der Fussballklasse zu entsprechen", zumal er aus Gr�nden der Rechtsgleichheit "keine Sportart speziell bevorzugen" wolle. Gleichentags lehnte der Leitende Ausschuss M�nsingen mit identischer Begr�ndung auch ein entsprechendes Gesuch des Sch�lers B.________ ab.
Mit Entscheid vom 5. Mai 2003 wies die Erziehungsdirektion des Kantons Bern eine von A.________ und B.________ gegen die Verf�gungen des Leitenden Ausschusses M�nsingen eingereichte Verwaltungsbeschwerde ab. Zur Begr�ndung f�hrte sie im Wesentlichen an, es l�gen keine - im Sinne der einschl�gigen Bestimmungen des kantonalen Rechts - wichtigen Gr�nde f�r die Bewilligung eines Schulortswechsels vor.
Die Einwohnergemeinde M�nsingen (Kommission f�r die Sekundarstufe I) schliesst - unter Hinweis auf den angefochtenen Entscheid - sinngem�ss auf Abweisung der Beschwerde. Die Erziehungsdirektion des Kantons Bern beantragt, die Beschwerde abzuweisen.
1.1 Der angefochtene Endentscheid st�tzt sich auf das bernische Volksschulgesetz vom 19. M�rz 1992 (BSG 432.210; im Folgenden: VSG/BE) und damit auf kantonales Recht. Streitgegenstand bildet die Frage des Schulungsortes im Sinne von Art. 7 VSG/BE (Fassung vom 12. September 1995), wor�ber die kantonale Erziehungsdirektion kantonal letztinstanzlich entscheidet (Art. 7 Abs. 6 VSG/BE sowie Art. 62 Abs. 2, Art. 76 Abs. 2 und Art. 78 lit. d des bernischen Gesetzes vom 23. Mai 1989 �ber die Verwaltungsrechtspflege [BSG 155.21; im Folgenden: VRPG/BE]; BGE 122 I 236, nicht abgedruckte E. 1a; vgl. auch: Urteil des bernischen Verwaltungsgerichts vom 11. November 2002, in: BVR 2003 S. 197 ff., E. 1a und 2c). Als eidgen�ssisches Rechtsmittel kommt einzig die staatsrechtliche Beschwerde in Frage (Art. 84 Abs. 2, Art. 86 und 87 OG). So oder so nicht mehr zur Verf�gung steht die Beschwerde an den Bundesrat gem�ss dem per 1. M�rz 2000 aufgehobenen Art. 73 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 VwVG (vgl. BGE 126 II 377 E. 5a S. 389).
1.2 Der Beschwerdef�hrer, welcher in seinem Namen, gesetzlich vertreten durch seinen Vater, Beschwerde erhebt, ist in seinen eigenen, rechtlich gesch�tzten Interessen betroffen, besteht doch gem�ss Art. 7 Abs. 2 VSG/BE ein Recht, bei Vorliegen wichtiger Gr�nde die Schule eines anderen Kreises oder einer anderen Gemeinde zu besuchen (Urteil des Bundesgerichts 1P.447/1999 vom 15. November 1999, E. 1b). Der Beschwerdef�hrer ist daher legitimiert, den angefochtenen Entscheid wegen Verletzung des Willk�rverbotes oder des Rechtsgleichheitsgebotes mit staatsrechtlicher Beschwerde anzufechten (Art. 88 OG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.1 Nach Art. 7 Abs. 1 Satz 1 VSG/BE besucht jedes Kind die �ffentliche Schule an seinem Aufenthaltsort. Die Gemeinden k�nnen unter sich davon abweichende Vereinbarungen treffen (Art. 7 Abs. 1 Satz 2 VSG/BE); das Vorliegen bzw. die Anwendbarkeit einer derartigen Vereinbarung wird (�bereinstimmend) nicht geltend gemacht. Art. 7 Abs. 2 Satz 1 und 2 VSG/BE sieht sodann vor:
"Aus wichtigen Gr�nden, insbesondere wenn der Schulweg dadurch wesentlich erleichtert wird, k�nnen Kinder die Schule eines anderen Kreises oder einer anderen Gemeinde besuchen. Die Aufenthaltsgemeinde hat, soweit verlangt, einen Schulkostenbeitrag zu entrichten. (...)"
2.2 Aus dem vom Beschwerdef�hrer gestellten Gesuch ging unter anderem hervor, dass seine Aufnahme in die Fussballklasse L�nggasse Bern durch den - gem�ss beigelegter Regelung der Stadt Bern f�r die Selektion zust�ndigen - BSC Young Boys bzw. durch das Fussball Ausbildungs-Center Bern-Neufeld bef�rwortet wurde. Der Leitende Ausschuss der Einwohnergemeinde M�nsingen begr�ndete seinen Entscheid vom 13. Januar 2003 nicht n�her und gab an, das Gesuch "aus Pr�judizgr�nden" abzulehnen, wolle er doch keine Sportart speziell bevorzugen. In der dagegen erhobenen Beschwerde vom 20. Januar 2003 wurde unter anderem auf ein Gespr�ch mit dem Gemeindepr�sidenten Bezug genommen, welcher erkl�rt habe, die finanzielle Beteiligung der Gemeinde sei f�r die Ablehnung des Gesuches nicht entscheidend gewesen. In der Vernehmlassung des - von der Erziehungsdirektion in der Folge als unzust�ndig erkannten - Leitenden Ausschusses M�nsingen vom 17. Februar 2003 wurde auf die restriktive Praxis der Gemeinde M�nsingen bei der Bewilligung des "kostenpflichtigen ausw�rtigen Schulbesuches" hingewiesen und beigef�gt, dass auch beim Besuch von Privatschulen den Eltern keine Entsch�digung ausgerichtet werde. Diese Eingabe wurde dem Beschwerdef�hrer am 20. Februar 2003 zugestellt mit dem Ersuchen, einen allf�lligen Beschwerder�ckzug zu pr�fen; ohne R�ckzug bis zum 13. M�rz 2003 werde ein Entscheid der Erziehungsdirektion zugestellt. Am 10. April 2003 ersuchte die Erziehungsdirektion die von ihr als zust�ndig erkannte Schulkommission f�r die Sekundarstufe I der Gemeinde M�nsingen um eine Stellungnahme zur Beschwerde. Diese teilte in ihrem am 1. Mai 2003 eingegangenen Schreiben mit, sie sehe keinen Grund, welcher einen Wechsel an eine andere staatliche Schule rechtfertigen w�rde. Mit Schreiben vom 1. Mai 2003 setzten die Eltern der beiden damaligen Beschwerdef�hrer (A.________ und B.________) die erw�hnte Kommission sowie (per Kopie) die Erziehungsdirektion �ber ihre Bereitschaft ins Bild, die Kosten des ausw�rtigen Schulbesuches von rund Fr. 3'422.-- allenfalls selber zu tragen.
2.3 Die Erziehungsdirektion stellte in ihrem Beschwerdeentscheid vom 5. Mai 2003 zun�chst fest, dass erstinstanzlich richtigerweise nicht der Leitende Ausschuss sondern die Schulkommission f�r die Sekundarstufe I der Gemeinde M�nsingen zust�ndig gewesen w�re; sie verzichtete aber auf eine Kassation von Amtes wegen (Art. 40 Abs. 2 VRPG/BE), nachdem sich die genannte Kommission in ihrer Stellungnahme hinter den angefochtenen Entscheid gestellt hatte. Dieser Punkt wird in der staatsrechtlichen Beschwerde nicht aufgegriffen, weshalb sich das Bundesgericht damit nicht zu befassen hat (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG).
In der Sache ging die Erziehungsdirektion davon aus, dass sich nach ihrer Praxis nur "sportliche Ausnahmetalente" auf einen wichtigen Grund im Sinne von Art. 7 Abs. 2 Satz 1 VSG/BE berufen k�nnten, was beispielsweise im Fall eines Sch�lers, der dem Tennis-Nationalkader angeh�rt habe, anerkannt worden sei. Wohl habe vorliegend der BSC Young Boys die fussballerischen F�higkeiten des Beschwerdef�hrers (Potenzial f�r den Spitzenfussball) bejaht. Den Unterlagen der Stadt Bern lasse sich entnehmen, dass durchschnittlich rund 21 Fussballsch�ler pro Jahr rekrutiert w�rden. Die Akten enthielten keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdef�hrer fussballerische F�higkeiten auf einem Niveau aufweise, welches mit jenem eines Mitglieds des Tennis-Nationalkaders vergleichbar sei. Insbesondere finde die Selektion durch den BSC Young Boys und nicht durch den Schweizerischen Fussballverband statt. Eine Beteiligung der Eltern am Schulgeld bei Besuch einer �ffentlichen Schule ausserhalb des Wohnortes widerspreche sodann dem Grundgedanken, dass der Besuch �ffentlicher Schulen unentgeltlich sein soll; zudem h�tten die Gemeinden z.B. wegen der Schulraumplanung ein berechtigtes Interesse daran, dass die Eltern ihre Kinder nicht nach Belieben ausw�rts schulen lassen k�nnten. Aus diesen Gr�nden sei die Beschwerde abzuweisen.
3.1 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die Erziehungsdirektion habe eine formelle Rechtsverweigerung begangen bzw. seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt, indem sie sein Schreiben vom 1. Mai 2003 (Bereitschaftserkl�rung zur �bernahme des Schulkostenbeitrags) nicht zu den Akten genommen habe.
Der Einwand erweist sich als nicht stichhaltig: Der Beschwerdef�hrer konnte bereits aus der ihm am 20. Februar 2003 zugestellten Stellungnahme der Gemeinde vom 17. Februar 2003 ersehen, dass die Frage der Kostentragung offenbar doch eine Rolle spielte, und er h�tte damit schon l�ngst Anlass gehabt, eine entsprechende Erkl�rung abzugeben. Es stellt keine formelle Rechtsverweigerung dar (Art. 29 Abs. 1 BV) und verst�sst auch nicht gegen das sich aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) abgeleitete Recht auf Beweisabnahme, wenn die Erziehungsdirektion das an die kommunale Schulbeh�rde adressierte, ihr selbst nur in Kopie zugestellte und erst am Tag der Entscheidf�llung (5. Mai 2003) bei ihr eingegangene Schreiben des Beschwerdef�hrers nicht mehr ber�cksichtigte. Darin liegt auch kein willk�rlicher Verstoss gegen kantonale Verfahrensvorschriften: Selbst wenn mit dem Beschwerdef�hrer davon ausgegangen wird, dass die Erziehungsdirektion formell kein eigentliches Beweisverfahren durchgef�hrt hat und ihr Schreiben vom 20. Februar 2003 keine das Beweisverfahren abschliessende prozessleitende Verf�gung darstellt, welche einer Einreichung weiterer Noven entgegenst�nde, l�sst Art. 25 VRPG/BE das Vorbringen neuer Tatsachen und Beweismittel nur bis zum Entscheid in der Sache zu; dieser ist vorliegend am Tag ergangen, an dem das Schreiben eintraf. Die Erziehungsdirektion durfte damit die Eingabe des Beschwerdef�hrers vom 1. Mai 2003 ohne Willk�r als versp�tet betrachten und bei der Beurteilung der Beschwerde unber�cksichtigt lassen, zumal ihm bereits am 20. Februar 2003 - f�r den Fall des Nichtr�ckzugs der Beschwerde bis zum 13. M�rz 2003 - die Zustellung eines schriftlichen Entscheids in Aussicht gestellt worden war und er mit der Entscheidf�llung ab diesem Zeitpunkt jederzeit zu rechnen hatte. Mit Blick auf die genannten Umst�nde kann der Erziehungsdirektion auch kein Verstoss gegen das Verbot des �berspitzten Formalismus (Art. 29 Abs. 1 BV) vorgeworfen werden.
3.2 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, indem die Erziehungsdirektion im angefochtenen Entscheid - ohne n�here Abkl�rung und f�lschlicherweise - davon ausgegangen sei, der Schweizerische Fussballverband h�tte die Auswahl des Beschwerdef�hrers f�r dessen Zulassung zur Fussballklasse vornehmen m�ssen, damit der Schulortswechsel h�tte bewilligt werden k�nnen, verfalle sie in Willk�r und verletze zudem das rechtliche Geh�r (Verstoss gegen den Untersuchungsgrundsatz). Der Beschwerdef�hrer habe ferner nicht ahnen k�nnen, dass die Erziehungsdirektion ihren ablehnenden Entscheid auf die angeblich mangelnde Qualifikation durch den Schweizerischen Fussballverband st�tzen werde; indem ihm die beabsichtigte Begr�ndung nicht mitgeteilt und ihm keine Gelegenheit gegeben worden sei, sich dazu zu �ussern und zus�tzliche Beweismittel einzureichen, sei sein �usserungsrecht verletzt worden, worin ebenfalls eine formelle Rechtsverweigerung liege.
Entgegen der Annahme des Beschwerdef�hrers ging die Erziehungsdirektion nicht davon aus, dass es Sache des Schweizerischen Fussballverbands gewesen w�re, die Auswahl der Kandidaten f�r die Fussballklasse vorzunehmen. Die Erziehungsdirektion vertrat im angefochtenen Entscheid die Auffassung, dass Anspruch auf Anwendung der fraglichen Sonderregelung (Art. 7 Abs. 2 VSG/BE) im Bereich des Sportes lediglich f�r Ausnahmetalente, etwa f�r jugendliche Sportler auf dem Niveau von Mitgliedern des Nationalkaders, bestehen k�nne, und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Selektion vorliegend bloss durch den BSC Young Boys und nicht durch den Schweizerischen Fussballverband bzw. eine Organisation auf gesamtschweizerischer Ebene erfolgt sei. Die Zul�ssigkeit dieser �berlegung wird durch die vom Beschwerdef�hrer vor Bundesgericht neu eingereichte Erkl�rung des Schweizerischen Fussballverbandes, wonach er weder bereit noch in der Lage sei, Qualifikationen f�r die Fussballschule vorzunehmen, nicht in Frage gestellt. Auch der weitere Einwand, es gebe in der Altersstufe des Beschwerdef�hrers gar kein Nationalkader, ist nicht geeignet, den strengen Massstab der Erziehungsdirektion, welche nur eigentliche "Ausnahmetalente" in den Genuss der streitigen Regelung kommen lassen will, als geradezu willk�rlich erscheinen zu lassen. Von einer Verletzung des rechtlichen Geh�rs (�usserungsrecht) kann sodann nicht die Rede sein, h�tte doch der Beschwerdef�hrer den anspruchsbegr�ndenden Sachumstand einer besonderen fussballerischen Bef�higung als Gesuchsteller aufgrund seiner verfahrensrechtlichen Mitwirkungspflicht selbst darlegen m�ssen.
3.3 Der Beschwerdef�hrer wirft der Erziehungsdirektion vor, sie verhalte sich willk�rlich, wenn sie vorliegend einen �usserst strengen Massstab an die Gr�nde anlege, welche einen Schulortswechsel rechtfertigen k�nnten, und es demgegen�ber als Aufsichtsbeh�rde toleriere, wenn eine ganze Anzahl Gemeinden den �bertritt in vergleichbaren F�llen dennoch bewilligten. Gem�ss einer (vor Bundesgericht erstmals eingereichten) schriftlichen Best�tigung des Schulkreises L�nggasse haben sich f�r die im Herbst 2003 beginnende 7. Klasse der Fussballschule - mit Ausnahme von M�nsingen - alle angefragten Gemeinden (neben der Standortgemeinde Bern 13 weitere Gemeinden) f�r einen Schulwechsel eines ihrer Sch�ler an die Fussballklasse ausgesprochen. Der Beschwerdef�hrer legt der Erziehungsdirektion auch eine Verletzung von Art. 8 Abs. 1 BV zur Last, wenn sie angesichts dieser "gegens�tzlichen Bewilligungspraxis" der �brigen Gemeinden in seinem Fall den Schulortswechsel verweigere.
Wenn es die Erziehungsdirektion als Oberaufsichtsbeh�rde (vgl. Art. 53 VSG/BE) hinnimmt, dass die Gemeinden die Regelung von Art. 7 VSG/BE grossz�giger handhaben, als dies ihrer eigenen Rechtsprechung als Rechtsmittelinstanz entspricht, liegt darin noch keine Verletzung des Willk�rverbots. Art. 7 Abs. 1 VSG/BE l�sst es zu, dass die Gemeinden selbst durch Vereinbarungen vom Grundsatz abweichen, wonach jedes Kind die �ffentliche Schule an seinem Aufenthaltsort besucht. Soweit derartige �bereink�nfte zwischen der Stadt Bern und den f�r die Rekrutierung von Fussballsch�lern als Einzugsgebiet in Frage kommenden Gemeinden bestehen, welche die �bernahme des Schulkostenbeitrages an die Fussballklassen unter weniger strengen Voraussetzungen zulassen, w�re das Vorliegen von wichtigen Gr�nden im Sinne von Art. 7 Abs. 2 VSG/BE - wie die Erziehungsdirektion in ihrer Vernehmlassung vorbringt - nicht erforderlich. Der kantonalen Aufsichtsbeh�rde ist es im �brigen nicht verwehrt, den Gemeinden bei Handhabung dieses Begriffes einen gewissen Spielraum zu belassen. Dass die Direktion als Rechtsmittelinstanz in anderen Streitf�llen weniger streng entschieden h�tte als im vorliegenden Fall, wird nicht vorgebracht. Von einer "v�llig gegens�tzlichen" und damit willk�rlichen Rechtsanwendung kann daher ebenso wenig die Rede sein wie von einer rechtsungleichen Behandlung durch die Erziehungsdirektion, welche nicht schon aufgrund einer unterschiedlichen Praxis in den Gemeinden zu bejahen ist.
4.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung von Art. 11 BV sowie der pers�nlichen Freiheit (Art. 10 BV): Nach dem Grundsatz der verfassungskonformen Auslegung m�sse der (aus Art. 11 BV) abgeleitete Anspruch des Beschwerdef�hrers auf F�rderung seiner ausserordentlichen Begabung (auch wenn er nicht direkt durchsetzbar sei) bei der Beurteilung der wichtigen Gr�nde gem�ss Art. 7 Abs. 2 VSG/BE ber�cksichtigt werden; indem die Erziehungsdirektion das Anliegen der F�rderung begabter Jugendlicher zum Vornherein aus der G�terabw�gung ausschliesse, wende sie die erw�hnte Bestimmung willk�rlich an. Im Weiteren sei zu ber�cksichtigen, dass der Gesetzgeber die Absolvierung der Schulpflicht an Privatschulen zulasse, worin zum Ausdruck komme, dass den Eltern ein Recht zustehe, ihr Kind unter Einsatz eigener finanzieller Mittel "nach Wunsch" zu f�rdern, d.h. eine Schulung zu w�hlen, von welcher sie �berzeugt seien, dass sie seinen F�higkeiten und Neigungen (noch) besser entspreche als die �ffentliche Schule. Dieses Recht, auf die Schulung des Kindes materiell Einfluss nehmen zu k�nnen, st�tze sich auf das Grundrecht der pers�nlichen Freiheit. In der vorliegenden Konstellation (Besuch einer anderen �ffentlichen Schule) komme das Recht auf freie Wahl der Schule und des Schulortes zwar nicht uneingeschr�nkt zum Tragen, doch k�nne der im Bereich der Privatschulen anerkannte grundrechtliche Anspruch hier nicht v�llig bedeutungslos sein; so gew�hre Art. 7 Abs. 2 VSG/BE einen Anspruch auf Besuch einer anderweitigen �ffentlichen Schule immerhin bei Vorliegen wichtiger Gr�nde. Das Verbot des Besuchs der Fussballschule stelle eine unverh�ltnism�ssige Einschr�nkung der pers�nlichen Freiheit dar. Da der Staat den Betrieb einer �ffentlichen Schule, welche aufgrund ihres besonderen Angebots auf den freien Zuzug von Sch�lern aus anderen Gemeinden angewiesen sei, ausdr�cklich zulasse, k�nne er vorliegend kein �ffentliches Interesse f�r eine Verweigerung des Schulortswechsels geltend machen.
4.2 Nach der Rechtsprechung l�sst sich aus Art. 11 BV kein direkter Anspruch auf Zuteilung eines Sch�lers in ein bestimmtes Schulhaus ableiten; die Garantie ist indessen in Zusammenhang mit der pers�nlichen Freiheit zu setzen (Urteil des Bundesgerichts 2P.324/2001 vom 28. M�rz 2002, E. 4.2; vgl. zu Art. 11 BV im Allgemeinen: BGE 126 II 377 E. 5). Die pers�nliche Freiheit im Sinne von Art. 10 Abs. 2 BV sch�tzt (u.a.) alle Freiheiten, die elementare Erscheinungen der Pers�nlichkeitsentfaltung darstellen. Nicht jeder beliebige Eingriff in den pers�nlichen Bereich rechtfertigt indessen eine Berufung auf dieses Grundrecht. Im Weiteren finden sich in anderen Verfassungsbestimmungen spezifischere Auspr�gungen einzelner Teilaspekte der pers�nlichen Freiheit (BGE 127 I 6 E. 5a S. 10 ff. mit Hinweisen). Im Bereich des Bildungswesens ist insbesondere der in Art. 19 BV verankerte Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht zu beachten (vgl. namentlich zum Verh�ltnis zur pers�nlichen Freiheit: BGE 117 Ia 27 E. 5b S. 30). Die Anforderungen, die Art. 19 BV - in Ber�cksichtigung des weiteren verfassungsrechtlichen Kontextes (Art. 62 Abs. 2, Art. 41 Abs. 1 lit. f und g sowie Art. 67 Abs. 1 BV) - an den obligatorischen Grundschulunterricht stellt, bel�sst den Kantonen einen erheblichen Gestaltungsspielraum. Die Grundschulung hat aber f�r den Einzelnen angemessen und geeignet zu sein bzw. zu gen�gen, um ihn angemessen auf ein selbstverantwortliches Leben im modernen Alltag vorzubereiten. Damit ergibt sich aus Art. 19 BV ein Anspruch auf eine den individuellen F�higkeiten des Kindes und seiner Pers�nlichkeitsentwicklung entsprechende unentgeltliche Grundschulausbildung an einer �ffentlichen Schule. Der Anspruch wird verletzt, wenn die Ausbildung des Kindes in einem Masse eingeschr�nkt wird, dass die Chancengleichheit nicht mehr gewahrt ist bzw. wenn es Lehrinhalte nicht vermittelt erh�lt, die in der hiesigen Wertordnung als unverzichtbar gelten (BGE 129 I 35 E. 7.2 und 7.3 S. 38 f. mit Hinweisen). Als soziales Grundrecht gew�hrleistet Art. 19 BV nur einen Anspruch auf ein angemessenes, erfahrungsgem�ss ausreichendes Bildungsangebot an �ffentlichen Schulen. Ein Mehr an individueller Betreuung, das theoretisch m�glich w�re, kann mit R�cksicht auf das staatliche Leistungsverm�gen von Verfassungs wegen nicht gefordert werden (BGE 129 I 12 E. 6.4 S. 20 mit Hinweis). Aus Art. 19 BV ergibt sich insbesondere auch kein Anspruch auf unentgeltlichen Besuch einer Schule nach freier Wahl, weshalb das Gemeinwesen - unter Vorbehalt besonderer �rtlicher und anderer Verh�ltnisse - nicht verpflichtet ist, den unentgeltlichen Schulbesuch an einem anderen als dem Wohn- bzw. Aufenthaltsort zu erm�glichen (BGE 125 Ia 347 E. 6 S. 360 mit Hinweisen).
4.3 Ob der Beschwerdef�hrer seine sportliche Ausbildung an einer speziellen Schule oder aber im Rahmen der allgemein zug�nglichen M�glichkeiten durchf�hrt, ist keine Frage der elementaren Pers�nlichkeitsentfaltung, welche in den Schutzbereich der pers�nlichen Freiheit fallen w�rde. Auch aus dem Recht auf F�rderung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen (Art. 11 BV) ergibt sich grunds�tzlich kein Anspruch auf eine schulische Sonderbehandlung, solange die zur Verf�gung stehende �ffentliche Schule den Bed�rfnissen des Jugendlichen ausreichend gerecht wird. Anders kann es sich verhalten im Falle von k�rperlich, geistig oder mehrfach behinderten bzw. verhaltensgest�rten oder sonstwie einer besonderen F�rderung bed�rftiger Kinder, welche nur durch den Besuch einer Sonderschule in den Genuss einer ad�quaten, ihren F�higkeiten entsprechenden Grundschulung gelangen; bei hochbegabten Kindern k�nnte ein verfassungsrechtlicher Anspruch auf �bertritt in eine andere, besser geeignete �ffentliche Schule allenfalls dann zur Diskussion stehen, wenn sich aus p�dagogischen oder psychologischen Gr�nden eine besondere F�rderung f�r die Entwicklung des Betroffenen als unabdingbar erweist (vgl. zum Ganzen etwa Ruth Reusser/Kurt L�scher, in: St. Galler Kommentar zur Bundesverfassung, 2002, N. 12 zu Art. 11; Tobias Jaag, Rechtsfragen der Volksschule, insbesondere im Kanton Z�rich, in: ZBl 98/1997 S. 543; Paul Richli, Chancengleichheit im Schul- und Ausbildungssystem als Problem des Staats- und Verwaltungsrechts, in: ZBl 96/1997 S. 209 f.; Urteil 2P.216/2002 vom 5. Februar 2003). Vorliegend mag es aus Sicht des Beschwerdef�hrers zwar w�nschbar erscheinen, dass er die M�glichkeit erh�lt, seine fussballerische Begabung bereits im Rahmen des obligatorischen Grundschulunterrichts zu f�rdern; doch liegt darin, dass das Gemeinwesen im Rahmen der �ffentlichen Grundschule keinen diese Sportart speziell ber�cksichtigenden Unterricht vorsieht bzw. hief�r keinen (f�r die Gemeinde grunds�tzlich mit Schulgeld�bernahme verbundenen) Besuch einer ausw�rtigen �ffentlichen Schule zulassen will, noch kein Verstoss gegen verfassungsrechtliche Garantien. Auch werden seitens des Beschwerdef�hrers keine besonderen Umst�nde geltend gemacht, welche einen �bertritt in die Fussballklasse als f�r seine pers�nliche Entwicklung unabdingbar erscheinen liessen. So ist beispielsweise nicht erstellt, dass der Beschwerdef�hrer sein fussballerisches Talent nicht auch in seiner Freizeit - beispielsweise als Mitglied einer Juniorenmannschaft eines lokalen Fussballvereins - f�rdern k�nnte bzw. dass ihm durch den verweigerten �bertritt in die Fussballklasse eine sp�tere Laufbahn als Spitzenfussballer verbaut sein w�rde. Schliesslich bringt der Beschwerdef�hrer auch nichts vor, was in schulischer Hinsicht gegen einen Besuch der �ffentlichen Grundschule in der Gemeinde M�nsingen sprechen w�rde.
4.4 Ob der von der Erziehungsdirektion vorliegend angelegte strenge Massstab auch dann vor dem Willk�rverbot standhielte, wenn davon auszugehen w�re, dass der Schulkostenbeitrag f�r den ausw�rtigen Schulbesuch nicht von der Wohnsitzgemeinde, sondern von den Eltern des Sch�lers bezahlt wird, braucht nach dem Gesagten im vorliegenden Verfahren nicht gepr�ft zu werden. Die Erziehungsdirektion durfte die dahingehende Erkl�rung der Eltern, wie erw�hnt (oben E. 3.1), zul�ssigerweise als versp�tet betrachten und bei der Beurteilung der Beschwerde unber�cksichtigt lassen. Es liegt damit �ber diesen Punkt noch kein Entscheid vor. Die Erziehungsdirektion hat sich allerdings zur Frage der Schulgeldtragung im angefochtenen Entscheid dennoch in allgemeiner Weise ge�ussert. Sie scheint davon auszugehen, dass die Bereitschaft eines Gesuchstellers, die Kosten des ausw�rtigen Schulbesuchs selber zu bezahlen, zum Prinzip der Unentgeltlichkeit des �ffentlichen Grundschulunterrichts - insbesondere wie es in den Bestimmungen des bernischen Volksschulgesetzes zum Ausdruck komme - in Widerspruch stehe und daher unbeachtlich sei. Dieses Argument vermag nicht einzuleuchten, nachdem es den Eltern ohnehin freisteht, das Kind auf ihre Kosten in eine Privatschule zu schicken (vgl. Art. 64 ff. VSG/BE). Das Angebot der Eltern, das Schulgeld f�r den ausw�rtigen Schulbesuch selber zu tragen, kann, wie das Bundesgericht in einem die Sprachenfreiheit betreffenden Fall entschieden hat, f�r die Beurteilung der Verh�ltnism�ssigkeit eines abweisenden Bescheides eine Rolle spielen (BGE 122 I 236 E. 4a S. 244) und muss daher von der Beh�rde bei der Beurteilung eines Gesuchs in die Abw�gung miteinbezogen werden (vgl. insbesondere E. 4e/ee S. 247 f. des zitierten Urteils). Die kommunale Schulbeh�rde ist, wie aus ihrer Stellungnahme im Verfahren vor der Erziehungsdirektion geschlossen werden muss, offenbar davon ausgegangen, dass sie die der Stadt Bern geschuldeten Schulkostenbeitr�ge zu bezahlen h�tte. Mit der nachtr�glich erkl�rten Bereitschaft der Eltern, diese f�r den ausw�rtigen Schulbesuch selber zu tragen, hat sich die Sachlage insoweit wesentlich ver�ndert. Die zust�ndigen Beh�rden h�tten daher �ber ein dahingehend modifiziertes Gesuch aufgrund einer Abw�gung der Interessen neu zu entscheiden.
4.5 Aufgrund der Sachlage, wie sie f�r die Erziehungsdirektion massgebend war, l�sst sich der angefochtene Entscheid verfassungsrechtlich nicht beanstanden, weshalb die dagegen erhobene staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen ist.
Bei diesem Ausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1, Art. 153 sowie 153a OG). Auf die Zusprechung einer Parteientsch�digung besteht kein Anspruch (Art. 159 Abs. 2 OG analog).
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Schulkommission f�r die Sekundarstufe I der Gemeinde M�nsingen und der Erziehungsdirektion des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 7
 Art. 62
 Art. 76
 Art. 78
 BGE 
 Art. 86
 Art. 73
 BGE 
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 25
 Art. 8
 Art. 53
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 11
 Art. 11
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 11
 Art. 11
 BGE 
 Art. 10
 Art. 19
 BGE 
 Art. 19
 Art. 41
 Art. 67
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 11
 Art. 64
 Art. 153