Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/ausnahmegenehmigungen-fuer-schwertransporte-und-die-hier-erhobenen-verwaltungsgebuehren-382715
Timestamp: 2020-01-23 22:22:32+00:00

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Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen für Schwer­trans­por­te – und die hier erho­be­nen Ver­wal­tungs­ge­büh­ren | Rechtslupe
Ausnahmegenehmigungen für Schwertransporte - und die hier erhobenen Verwaltungsgebühren
Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen für Schwer­trans­por­te – und die hier erho­be­nen Ver­wal­tungs­ge­büh­ren
Die Rege­lung von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren zur Deckung der Kos­ten, die den betei­lig­ten Lan­des­be­hör­den bei der Aus­füh­rung von Bun­des­ge­set­zen als eige­ne Ange­le­gen­heit des Lan­des ent­ste­hen, ist eine Rege­lung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens im Sin­ne von Art. 84 Abs. 1 Satz 1 und 2 GG. Daher war das Land Nie­der­sach­sen gemäß Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG berech­tigt, in der Gebüh­ren­ord­nung für Erlaub­nis­se und Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen für über­mä­ßi­ge Stra­ßen­be­nut­zung vom 14.02.2012 1 von der Gebüh­ren­ord­nung für Maß­nah­men im Stra­ßen­ver­kehr vom 25.01.2011 2 abzu­wei­chen.
Im hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall führt die Antrag­stel­le­rin Schwer­last- und Groß­raum­trans­por­te auf öffent­li­chen Stra­ßen durch. Dafür benö­tigt sie die nach § 29 Abs. 3 und § 46 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 StVO für die Benut­zung von Stra­ßen mit beson­ders gro­ßen oder schwe­ren Fahr­zeu­gen erfor­der­li­chen Erlaub­nis­se oder Geneh­mi­gun­gen, für deren Ertei­lung in Nie­der­sach­sen in der Regel die Stra­ßen­ver­kehrs­äm­ter der kom­mu­na­len Gebiets­kör­per­schaf­ten zustän­dig sind. Für die Bear­bei­tung sol­cher Anträ­ge holen die­se Behör­den, wenn die Trans­por­te durch Nie­der­sach­sen füh­ren, regel­mä­ßig eine Stel­lung­nah­me der Nie­der­säch­si­schen Lan­des­be­hör­de für Stra­ßen­bau und Ver­kehr (NLSt­BV) – im Fol­gen­den: Lan­des­be­hör­de – ein. Die von der Lan­des­be­hör­de zu bear­bei­ten­den Anfra­gen stam­men zu etwa 30 Pro­zent von nie­der­säch­si­schen Erlaub­nis- und Geneh­mi­gungs­be­hör­den und zu rund 70 Pro­zent aus ande­ren Bun­des­län­dern. Die Lan­des­be­hör­de, die für die Mit­wir­kung in einem eige­nen Dezer­nat Per­so­nal und Sach­mit­tel vor­hält, prüft, ob der vor­ge­se­he­ne Fahr­weg ohne Beein­träch­ti­gung der Ver­kehrs­bau­wer­ke (Stra­ßen, Brü­cken, Tun­nel u.a.) befah­ren wer­den kann; gege­be­nen­falls emp­fiehlt sie eine Alter­na­tiv­rou­te. Die von den nie­der­säch­si­schen Erlaub­nis- und Geneh­mi­gungs­be­hör­den für die Ent­schei­dung über den Antrag erho­be­nen Gebüh­ren kamen bis zum Inkraft­tre­ten der im Streit ste­hen­den Gebüh­ren­ord­nung in vol­lem Umfang den Rechts­trä­gern die­ser Behör­den zugu­te; der Antrags­geg­ner wur­de für die Mit­wir­kung der Lan­des­be­hör­de nicht am Gebüh­ren­auf­kom­men betei­ligt. Um dies zu ändern, wur­de zunächst § 3 des Nie­der­säch­si­schen Ver­wal­tungs­kos­ten­ge­set­zes (NVw­KostG) durch Art. 7 des Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes 2012 um die Befug­nis ergänzt, in der Lan­des­ge­büh­ren­ord­nung eine vom Bun­des­recht abwei­chen­de Rege­lung zu tref­fen, wenn eine bun­des­recht­lich gere­gel­te Gebühr nicht den Auf­wand deckt oder für eine Amts­hand­lung die Erhe­bung einer Gebühr bun­des­recht­lich aus­ge­schlos­sen ist. Anschlie­ßend erließ das Nie­der­säch­si­sche Minis­te­ri­um für Wirt­schaft, Arbeit und Ver­kehr im Ein­ver­neh­men mit dem Nie­der­säch­si­schen Finanz­mi­nis­te­ri­um die am 1.04.2012 in Kraft getre­te­ne Gebüh­ren­ord­nung für Erlaub­nis­se und Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen für über­mä­ßi­ge Stra­ßen­be­nut­zung vom 14.02.2012 1.
Die­se Gebüh­ren­ord­nung hat das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt auf den Nor­men­kon­troll­an­trag der Antrag­stel­le­rin mit Urteil vom 15.11.2012 3 für unwirk­sam erklärt. Sie ver­sto­ße gegen Bun­des­recht, nament­lich die einen ande­ren Gebüh­ren­rah­men regeln­den Num­mern 263 und 264 der Anla­ge zur Gebüh­ren­ord­nung für Maß­nah­men im Stra­ßen­ver­kehr vom 25.01.2011 – GebOSt – 4 – im Fol­gen­den: (Bundes-)Gebührenordnung – und sei daher gemäß Art. 31 GG und Art. 70 GG nich­tig. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Antrags­geg­ners ver­lie­hen Art. 84 Abs. 1 GG und Art. 125b Abs. 2 GG den Län­dern kei­ne Kom­pe­tenz zum Erlass einer Gebüh­ren­ord­nung, die es ihnen – wie in § 1 Abs. 2 der ange­grif­fe­nen Gebüh­ren­ord­nung vor­ge­se­hen – ermög­li­che, bei Ent­schei­dun­gen über eine Erlaub­nis für eine über­mä­ßi­ge Stra­ßen­be­nut­zung nach § 29 StVO und eine Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung nach § 46 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 StVO die Anwen­dung der Num­mern 263 und 264 der Anla­ge zur (Bundes-)Gebührenordnung aus­zu­schlie­ßen. Die Vor­aus­set­zun­gen nach Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG für eine Abwei­chung von Bun­des­recht lägen nicht vor. Die staat­li­che Befug­nis, ein Ent­gelt für Ver­wal­tungs­leis­tun­gen zu erhe­ben, sei nicht dem Ver­wal­tungs­ver­fah­ren, son­dern nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts der jewei­li­gen Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz, also ins­be­son­de­re den Art. 72 bis 74 GG, zuzu­ord­nen. Die­se Auf­fas­sung wer­de vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und in der Kom­men­tar­li­te­ra­tur geteilt. Für die Zuord­nung der Gebüh­ren­er­he­bung zur jewei­li­gen Sach­kom­pe­tenz sprä­chen außer­dem prak­ti­sche Über­le­gun­gen. Denn ansons­ten mach­te jedes Bun­des­ge­setz, das die Ertei­lung einer staat­li­chen Geneh­mi­gung vor­se­he, eine "Par­al­lel­ge­setz­ge­bung" auf Lan­des­ebe­ne erfor­der­lich, um einen ent­spre­chen­den Gebüh­ren­tat­be­stand zu schaf­fen; die­se Lan­des­ge­setz­ge­bung müss­te zudem immer schon mit dem Inkraft­tre­ten des Bun­des­ge­set­zes abge­schlos­sen sein. Ohne bun­des­ein­heit­li­che Gebüh­ren­re­ge­lung bestehe zudem die Gefahr eines "Wett­streits" der Län­der unter­ein­an­der um – je nach Ziel­rich­tung – die nied­rigs­te oder die höchs­te Gebühr. Hier sei die Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit des Bun­des sei­ner Sach­kom­pe­tenz aus Art. 74 Abs. 1 Nr. 22 GG für den "Stra­ßen­ver­kehr" zu ent­neh­men und nicht der Zustän­dig­keit für die "Erhe­bung … von Gebüh­ren … für die Benut­zung öffent­li­cher Stra­ßen mit Fahr­zeu­gen", die sich nur auf die Stra­ßen­be­nut­zung als sol­che erstre­cke. Die Auf­fas­sung des Antrags­geg­ners, Art. 84 Abs. 1 GG sei "lex pos­te­rior" und modi­fi­zie­re die bis­he­ri­gen Rege­lun­gen der Art. 72 und 74 GG sowie den Grund­satz des Art. 31 GG, tref­fe in die­ser Form nicht zu. Auch die Art. 72 und 74 GG sei­en im Zuge der Föde­ra­lis­mus­re­form I geän­dert wor­den. Des­halb kön­ne Art. 84 Abs. 1 GG schon nicht als das spä­te­re Gesetz ange­se­hen wer­den. Außer­dem sei nicht zu erken­nen, dass mit der Neu­fas­sung von Art. 84 Abs. 1 GG bis dahin der Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz zuge­ord­ne­te Mate­ri­en nun­mehr unter die Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit für das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren fal­len soll­ten. Zu unter­schei­den sei zwi­schen der Kom­pe­tenz, die Erhe­bung von Gebüh­ren als Gegen­leis­tung für die Inan­spruch­nah­me einer staat­li­chen Leis­tung zu regeln, und dem Ver­wal­tungs­kos­ten­recht als Teil des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­rechts, der all­ge­mei­ne Grund­sät­ze für die Gebüh­ren­er­he­bung ent­hal­te. In die­sem Sin­ne ver­ste­he das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt auch die älte­re Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts, das die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die (Bundes-)Gebührenordnung sowohl in Art. 74 Abs. 1 Nr. 22 GG als auch in Art. 84 Abs. 1 GG a.F. zu ver­or­ten schei­ne. Am Ergeb­nis ände­re auch nichts, wenn man die Fest­le­gung von Gebüh­ren­ta­ri­fen nicht allein der Sach­kom­pe­tenz nach Art. 74 Abs. 1 Nr. 22 GG zuord­ne­te, son­dern von einer Art dop­pel­ter Kom­pe­tenz­be­grün­dung sowohl aus Art. 74 Abs. 1 Nr. 22 GG als auch aus Art. 84 Abs. 1 GG a.F. aus­gin­ge. Eine Abwei­chungs­mög­lich­keit für die Län­der bestehe nur im Rah­men von Art. 84 Abs. 1 GG, also für das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren und die Behör­den­or­ga­ni­sa­ti­on, nicht aber hin­sicht­lich der Sach­kom­pe­ten­zen der Art. 72 ff. GG, die der Bun­des­ge­setz­ge­ber jeden­falls auch für den Gebüh­ren­ta­rif in Anspruch genom­men habe. Die Fra­ge der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Gebüh­ren­er­he­bung dür­fe nicht mit der wei­te­ren Fra­ge ver­wech­selt wer­den, ob der Bund hier­von abschlie­ßend Gebrauch gemacht oder Raum für ergän­zen­de lan­des­recht­li­che Rege­lun­gen gelas­sen habe. Bei der vom Land für die Geneh­mi­gungs­er­tei­lung erho­be­nen Gebühr han­de­le es sich auch weder um eine Son­der­nut­zungs­ge­bühr noch um eine Aus­la­ge, deren Erhe­bung neben der bun­des­recht­lich gere­gel­ten Gebühr zuläs­sig sein könn­te. Es sei nicht erfor­der­lich, § 3 Abs. 4 NVw­KostG gemäß Art. 100 Abs. 1 GG dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zur Nor­men­kon­trol­le vor­zu­le­gen. Die­se Bestim­mung kön­ne ein­schrän­kend dahin aus­ge­legt wer­den, dass sie den Lan­des­ver­ord­nungs­ge­ber nur soweit zur Abwei­chung von Bun­des­recht ermäch­ti­ge, wie es die vom Bund getrof­fe­ne Gebüh­ren­re­ge­lung zulas­se.
Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt sah dies nun jedoch anders, hob die Ent­schei­dung des Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts wie­der auf und ver­wies das Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren zurück nach Lüne­burg:
Die Annah­me des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts, dem Land habe die Norm­set­zungs­kom­pe­tenz für die Gebüh­ren­ord­nung für Erlaub­nis­se und Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen für über­mä­ßi­ge Stra­ßen­be­nut­zung vom 14.02.2012 gefehlt, ver­letzt Bun­des­recht (§ 137 Abs. 1 VwGO). Ent­ge­gen sei­ner Rechts­auf­fas­sung konn­te das Land gemäß Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG von der (Bundes-)Gebührenordnung abwei­chen. Doch ist das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt an einer abschlie­ßen­den Ent­schei­dung über den Nor­men­kon­troll­an­trag gehin­dert; die Sache muss zur wei­te­ren Auf­klä­rung des Sach­ver­halts an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen wer­den. Die im Streit ste­hen­de Gebüh­ren­ord­nung könn­te auch des­halb unwirk­sam sein, weil die lan­des­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des § 3 Abs. 4 NVw­KostG für die in der Gebüh­ren­ord­nung vor­ge­se­he­ne Abwei­chung von Bun­des­recht nicht erfüllt sind. Um das beur­tei­len zu kön­nen, bedarf es – abge­se­hen davon, dass es sich dabei um die Aus­le­gung und Anwen­dung von Lan­des­recht han­delt – noch wei­te­rer tat­säch­li­cher Fest­stel­lun­gen. Eben­so liegt es hin­sicht­lich der Fra­ge, ob im Fal­le der Unwirk­sam­keit von § 1 der ange­grif­fe­nen Gebüh­ren­ord­nung deren § 2 auch für sich genom­men Bestand haben könn­te, der die Gebüh­ren­be­tei­li­gung des Lan­des für die Mit­wir­kung der Lan­des­be­hör­de an den Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren vor­sieht. Umge­kehrt wird die Zurück­ver­wei­sung der Sache an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nicht des­halb ent­behr­lich (§ 144 Abs. 4 VwGO), weil sich die ange­grif­fe­ne Gebüh­ren­ord­nung aus einem ande­ren der gel­tend gemach­ten Ver­stö­ße gegen höher­ran­gi­ges Recht als unwirk­sam erweist; die­se Rügen sind, soweit sie der revi­si­ons­ge­richt­li­chen Über­prü­fung unter­lie­gen, unbe­grün­det.
Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts ver­füg­te der Antrags­geg­ner über die Kom­pe­tenz, um dem Lan­des­ver­ord­nungs­ge­ber in § 3 Abs. 4 NVw­KostG die Mög­lich­keit zu eröff­nen, hin­sicht­lich der in Rede ste­hen­den Gebüh­ren von Bun­des­recht abzu­wei­chen, und dies durch den Erlass der ange­grif­fe­nen Gebüh­ren­ord­nung umzu­set­zen. Mit die­sen lan­des­recht­li­chen Bestim­mun­gen zu Erhe­bung und Höhe der Ver­wal­tungs­ge­büh­ren, die vom Kos­ten­schuld­ner für die Erlaub­nis für eine über­mä­ßi­ge Stra­ßen­be­nut­zung nach § 29 Abs. 3 StVO sowie die Geneh­mi­gung einer Aus­nah­me von den Vor­schrif­ten über die Höhe, Län­ge oder Brei­te von Fahr­zeug und Ladung gemäß § 46 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 StVO zu ent­rich­ten sind, wird im Sin­ne von Art. 84 Abs. 1 Satz 1 GG das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren gere­gelt.
Gemäß Art. 84 Abs. 1 Satz 1 GG regeln die Län­der, wenn sie – wie bei der Stra­ßen­ver­kehrs-Ord­nung – Bun­des­recht als eige­ne Ange­le­gen­heit aus­füh­ren, die Ein­rich­tung der Behör­den und das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren. Die­se Kom­pe­tenz­zu­wei­sung baut auf Art. 83 GG auf, wonach die Län­der die Bun­des­ge­set­ze als eige­ne Ange­le­gen­heit aus­füh­ren, soweit die­ses Grund­ge­setz nichts ande­res bestimmt oder zulässt (sog. Lan­des­ei­gen­ver­wal­tung); kon­kre­ti­siert wird damit der Grund­satz des Art. 30 GG, wonach die Aus­übung der staat­li­chen Befug­nis­se und die Erfül­lung der staat­li­chen Auf­ga­ben Sache der Län­der ist, soweit die­ses Grund­ge­setz kei­ne ande­re Rege­lung trifft oder zulässt.
Auf die in Art. 84 Abs. 1 Satz 1 GG auf­ge­führ­ten Rege­lungs­ge­bie­te der Ein­rich­tung der Behör­den und des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens hat, wie Art. 84 Abs. 1 Satz 2 und 5 GG zu ent­neh­men ist, aller­dings auch der Bund ein Zugriffs­recht. Wenn Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG vor­sieht, dass die Län­der, wenn Bun­des­ge­set­ze etwas ande­res bestim­men, davon abwei­chen­de Rege­lun­gen tref­fen kön­nen, setzt das impli­zit ent­spre­chen­de bun­des­recht­li­che Rege­lun­gen der Behör­den­ein­rich­tung und des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens und damit eine ent­spre­chen­de Bun­des­kom­pe­tenz vor­aus. Inso­fern bestehen beim Voll­zug von Bun­des­ge­set­zen durch die Län­der als eige­ne Ange­le­gen­heit hin­sicht­lich der Ein­rich­tung der Behör­den und des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens par­al­le­le Rege­lungs­be­fug­nis­se von Bund und Län­dern 5. Das wird auch in Art. 84 Abs. 1 Satz 3 GG noch­mals deut­lich.
Wegen des in Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG gere­gel­ten Abwei­chungs­rechts der Län­der ist uner­heb­lich, ob man die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des für die Behör­den­or­ga­ni­sa­ti­on und das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren – auch – in den Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen der Art. 70 ff. GG begrün­det sieht 6 oder aber kon­sti­tu­tiv ohne­hin erst in Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG 7. Rich­tig ist frei­lich, dass es für eine Norm­set­zung durch den Bund in Fra­gen der Ein­rich­tung der Behör­den und des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens der Anknüp­fung an eine Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz bedarf; die Rege­lungs­kom­pe­tenz des Bun­des nach Art. 84 GG ist in die­sem Sin­ne akzes­so­risch 8. Der Bund ver­fügt – mit ande­ren Wor­ten – bei der Aus­füh­rung von Bun­des­ge­set­zen in Lan­des­ei­gen­ver­wal­tung nur dann über eine Norm­set­zungs­be­fug­nis im Hin­blick auf Behör­den­or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­wal­tungs­ver­fah­ren, wenn er im jewei­li­gen Sach­be­reich auch das mate­ri­el­le Recht regeln darf. Damit folgt die Rege­lungs­kom­pe­tenz des Bun­des aus Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG einer mate­ri­ell-recht­li­chen Norm­set­zungs­kom­pe­tenz aus den Art. 70 ff. GG. In die­sem Lich­te ist auch das zu den baden-würt­tem­ber­gi­schen Rück­mel­de­ge­büh­ren ergan­ge­ne Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 19.03.2003 9 zu sehen, auf das sich das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt und im Anschluss dar­an die Antrag­stel­le­rin beru­fen. Zwar stellt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in jener Ent­schei­dung fest, dass die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für nicht­steu­er­li­che Abga­ben – also auch für Gebüh­ren, anders als die für Steu­ern, für die Art. 105 GG ein­schlä­gig ist – aus den all­ge­mei­nen Regeln der Art. 70 ff. GG her­zu­lei­ten sei, mit­hin aus den all­ge­mei­nen Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen fol­ge 10. Doch lässt sich dem wegen des dar­ge­stell­ten Zusam­men­hangs nicht zugleich die Aus­sa­ge ent­neh­men, dass gebüh­ren­recht­li­che Rege­lun­gen nicht sol­che des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens im Sin­ne von Art. 84 Abs. 1 GG sein kön­nen.
Die­se Ver­knüp­fung von Sach­kom­pe­tenz nach Art. 70 ff. GG und Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen nach Art. 84 GG bestand im Übri­gen auch schon nach dem alten, vor der Föde­ra­lis­mus­re­form gel­ten­den Ver­fas­sungs­recht. Aller­dings durf­te der Bund gemäß Art. 84 Abs. 1 GG a.F. vor dem 1.09.2006 die Behör­den­or­ga­ni­sa­ti­on und das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren nur mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes regeln; dem ent­sprach – wor­auf der Ver­tre­ter des Bun­des­in­ter­es­ses zu Recht hin­weist – die gän­gi­ge Staats­pra­xis u.a. in den Fäl­len, in denen der Bund Rege­lun­gen zu Erhe­bung und Höhe von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren in Bezug auf die Aus­füh­rung von Bun­des­recht durch die Län­der als eige­ne Ange­le­gen­heit erlas­sen woll­te.
Danach setzt eine Rege­lung von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren durch den Bund, die die Aus­füh­rung von Stra­ßen­ver­kehrs­recht betrifft, eine Bun­des­zu­stän­dig­keit für das mate­ri­el­le Stra­ßen­ver­kehrs­recht vor­aus. Eine sol­che kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz wird dem Bund durch Art. 74 Abs. 1 Nr. 22 GG eröff­net; die­ser Kom­pe­tenz­ti­tel umfasst u.a. den "Stra­ßen­ver­kehr" sowie die "Erhe­bung und Ver­tei­lung von Gebüh­ren" oder – wie spä­ter ergänzt wur­de – von "Ent­gel­ten" für die Benut­zung öffent­li­cher Stra­ßen mit Fahr­zeu­gen. Zu Recht geht das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt davon aus, dass für die strei­ti­ge Gebüh­ren­ord­nung auf die Zustän­dig­keit für den "Stra­ßen­ver­kehr" abzu­stel­len ist. Denn der danach genann­te Sach­be­reich erfasst nur Gebüh­ren und Ent­gel­te als Gegen­leis­tung für die Benut­zung der öffent­li­chen Stra­ße als sol­che. Das stellt – spä­tes­tens – die Begrün­dung des Ent­wurfs eines Geset­zes zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 07.03.2006 11 klar. Dort heißt es: "Eben­so wie die öffent­lich-recht­li­che Gebühr stellt auch das pri­vat­recht­li­che Ent­gelt für die Nut­zung einer öffent­li­chen Stra­ße eine Geld­leis­tung dar, die als Gegen­leis­tung für die Inan­spruch­nah­me der öffent­li­chen Stra­ße erbracht wer­den kann." Gemeint sind damit also öffent­lich-recht­lich oder pri­vat­recht­lich aus­ge­stal­te­te Gegen­leis­tun­gen für die eigent­li­che Stra­ßen­be­nut­zung, mit­hin Benut­zungs­ge­büh­ren oder ‑ent­gel­te, nicht aber Ver­wal­tungs­ge­büh­ren, mit denen der Ver­wal­tungs­auf­wand für eine im Vor­feld die­ser Stra­ßen­be­nut­zung ein­zu­ho­len­de Geneh­mi­gung abge­gol­ten wer­den soll. Gera­de dar­um geht es aber sowohl in den Num­mern 263 und 264 der Anla­ge zur (Bundes-)Gebührenordnung als auch in der ange­grif­fe­nen Gebüh­ren­ord­nung.
Dem­entspre­chend hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in meh­re­ren Urtei­len aus­ge­spro­chen, dass die (Bundes-)Gebührenordnung in ihren damals anzu­wen­den­den frü­he­ren Fas­sun­gen auf der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des aus Art. 84 Abs. 1 GG a.F. letz­ter Halb­satz (… soweit … Bun­des­ge­set­ze mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes etwas ande­res bestim­men) und sei­ner Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz nach Art. 74 Abs. 1 Nr. 22 GG beru­he 12. Dage­gen bie­ten die­se Ent­schei­dun­gen kei­nen Anhalt dafür, in Bezug auf sol­che Ver­wal­tungs­ge­büh­ren zwi­schen der Befug­nis zur Set­zung der Gebüh­ren einer­seits und der Rege­lung all­ge­mei­ner Grund­sät­ze der Gebüh­ren­er­he­bung ande­rer­seits zu unter­schei­den, wie es das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt annimmt.
Der Antrags­geg­ner durf­te auf der Grund­la­ge von Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG von die­ser (Bundes-)Gebührenordnung abwei­chen. Die dem Bund seit dem 1.09.2006 zustim­mungs­frei eröff­ne­te Befug­nis zur Rege­lung der Ein­rich­tung der Behör­den und des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens im Bereich der Lan­des­ei­gen­ver­wal­tung steht nach Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG unter dem Vor­be­halt einer abwei­chen­den lan­des­recht­li­chen Rege­lung. Die­se den Län­dern im Zuge der Föde­ra­lis­mus­re­form neu ein­ge­räum­te Abwei­chungs­be­fug­nis soll den Ver­lust des bis­he­ri­gen Erfor­der­nis­ses einer Zustim­mung durch den Bun­des­rat aus­glei­chen. Dar­in liegt – ver­gleicht man die Abwei­chungs­be­fug­nis mit dem bis­he­ri­gen Mit­wir­kungs­er­for­der­nis, des­sen Aus­übung von der Ent­schei­dung der Lan­des­re­gie­run­gen abhing – eine Stär­kung der Län­der­par­la­men­te, sei es direkt, wenn die Abwei­chung unmit­tel­bar durch ein for­mel­les Lan­des­ge­setz erfolgt, oder indi­rekt, wenn der Lan­des­ge­setz­ge­ber – wie im vor­lie­gen­den Fall – die Exe­ku­ti­ve zum Erlass einer abwei­chen­den Rechts­ver­ord­nung ermäch­tigt. Zugleich hat das Abwei­chungs­recht der Län­der zur Fol­ge, dass die Fra­ge, die in unter der Gel­tung von Art. 84 GG a.F. ergan­ge­nen Gerichts­ent­schei­dun­gen regel­mä­ßig erör­tert wur­de, ob näm­lich der Bund eine abschlie­ßen­de Rege­lung getrof­fen oder den Län­dern Raum zu eigen­stän­di­gen Rege­lun­gen belas­sen habe, ihre Bedeu­tung weit­ge­hend ver­lo­ren hat.
Von sei­ner ihm in Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG eröff­ne­ten Abwei­chungs­be­fug­nis hat der Antrags­geg­ner hier aus bun­des­recht­li­cher Sicht in zuläs­si­ger Wei­se Gebrauch gemacht.
Bei der (Bundes-)Gebührenordnung für Maß­nah­men im Stra­ßen­ver­kehr vom 25.01.2011, deren Gebüh­ren­num­mern 263 und 264 nach § 1 Abs. 2 der ange­grif­fe­nen Gebüh­ren­ord­nung kei­ne Anwen­dung fin­den sol­len, han­delt es sich nicht um abwei­chungs­fes­tes Bun­des­recht im Sin­ne von Art. 84 Abs. 1 Satz 5 GG. Nach die­ser Bestim­mung kann der Bund wegen eines beson­de­ren Bedürf­nis­ses nach bun­des­ein­heit­li­cher Rege­lung das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren ohne Abwei­chungs­mög­lich­keit für die Län­der regeln; gemäß Art. 84 Abs. 1 Satz 6 GG bedür­fen die­se Geset­ze der Zustim­mung durch den Bun­des­rat. Weder aus der (Bundes-)Gebührenordnung selbst noch aus der vor­ge­la­ger­ten bun­des­recht­li­chen Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung ist zu ent­neh­men, dass der Bund von sei­ner Befug­nis aus Art. 84 Abs. 1 Satz 5 und 6 GG Gebrauch machen woll­te. Allein der Umstand, dass die Gebüh­ren­ord­nung für Maß­nah­men im Stra­ßen­ver­kehr mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes ergan­gen ist, genügt hier­für nicht, zumal sie auf der Annah­me einer Zustim­mungs­be­dürf­tig­keit nach Art. 80 Abs. 2 GG beruht 13. Viel­mehr muss – schon aus Grün­den der Rechts­klar­heit – der Aus­schluss des Abwei­chungs­rechts aus­drück­lich gere­gelt wer­den 14.
Die Inan­spruch­nah­me des Abwei­chungs­rechts aus Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG durch die Län­der ist nicht an beson­de­re mate­ri­el­le Vor­aus­set­zun­gen gebun­den 15. Weder ent­hält der Wort­laut der Rege­lung eine sol­che Ein­schrän­kung noch ist hier­für ein Bedürf­nis zu erken­nen. Denn zum einen wird mit dem Abwei­chungs­recht der Län­der nur der den Art. 83 i.V.m. Art. 84 Abs. 1 Satz 1 GG ent­spre­chen­de "Grund­zu­stand" – eine umfas­sen­de Orga­ni­sa­ti­ons­ge­walt der Län­der bei der Aus­füh­rung von Bun­des­ge­set­zen als eige­ne Ange­le­gen­heit – wie­der­her­ge­stellt. Zum ande­ren ver­fügt der Bund – sind Län­der auf der Grund­la­ge von Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG tätig gewor­den und sieht er ein Bedürf­nis für eine bun­des­ein­heit­li­che Rege­lung – gemäß Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG nun sei­ner­seits über eine Kor­rek­tur­mög­lich­keit. Dabei kann der Bund – frei­lich nur mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes und gemäß Art. 84 Abs. 1 Satz 5 und 6 GG in Aus­nah­me­fäl­len und bei Bestehen eines beson­de­ren Bedürf­nis­ses – auch von vorn­her­ein abwei­chungs­fes­tes Bun­des­recht erlas­sen.
Ob sich – etwa im Hin­blick auf den Grund­satz der Bun­destreue – mög­li­cher­wei­se dann Ein­schrän­kun­gen für das Abwei­chungs­recht der Län­der erge­ben, wenn der Lan­des­ge­setz­ge­ber mit sei­nen Rege­lun­gen von Behör­den­or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­wal­tungs­ver­fah­ren die vom Bund hin­sicht­lich des mate­ri­el­len Rechts auf­grund sei­ner Sach­kom­pe­tenz nach den Art. 70 ff. GG getrof­fe­nen Rege­lun­gen gleich­sam kon­ter­ka­riert 16, bedarf hier kei­ner Ver­tie­fung. Dafür ist bei der in Rede ste­hen­den Abwei­chung von dem in der (Bundes-)Gebührenordnung vor­ge­se­he­nen Gebüh­ren­rah­men für Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen nichts zu erken­nen. Eben­so wenig han­delt es sich bei der (Bundes-)Gebührenordnung um eine "dop­pel­ge­sich­ti­ge Norm", bei der eine Abwei­chung durch die Län­der wegen der engen Ver­knüp­fung von mate­ri­el­lem Recht und Ver­fah­rens­recht Schran­ken unter­lie­gen könn­te 17.
Im Hin­blick auf den dar­ge­stell­ten Zusam­men­hang von Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz nach Art. 70 ff. GG und den Geset­zes­voll­zug betref­fen­den Rege­lungs­kom­pe­ten­zen aus Art. 84 Abs. 1 GG greift auch die Annah­me des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts zu kurz, eine Zuord­nung zu Art. 74 Abs. 1 Nr. 22 GG schlie­ße ein Abwei­chungs­recht der Län­der aus. Selbst wenn man in Rege­lun­gen des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens mit Tei­len der Lite­ra­tur einen "Annex" zu den Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen nach Art. 70 ff. GG sieht, wird doch in Art. 84 Abs. 1 GG hin­sicht­lich die­ses spe­zi­el­len Aus­schnitts aus der Sach­kom­pe­tenz eine ergän­zen­de Rege­lung dahin­ge­hend getrof­fen, dass hier ein Abwei­chungs­recht der Län­der besteht. Inso­fern bedarf es auch kei­nes nähe­ren Ein­ge­hens auf die in der Lite­ra­tur geführ­te Dis­kus­si­on, ob die Kom­pe­tenz zur Rege­lung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens tat­säch­lich einen sol­chen Annex zur Sach­ma­te­rie dar­stellt oder ob sie ihre Grund­la­ge allein in Art. 84 Abs. 1 GG fin­det 18.
Ent­ge­gen der Annah­me des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts han­delt es sich bei der Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung des § 3 Abs. 4 Satz 1 NVw­KostG und der ange­grif­fe­nen Gebüh­ren­ord­nung um Rege­lun­gen des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens im Sin­ne von Art. 84 Abs. 1 GG.
Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts fal­len dar­un­ter jeden­falls sol­che gesetz­li­che Bestim­mun­gen, die die Art und Wei­se der Aus­füh­rung des Geset­zes, ein­schließ­lich der Hand­lungs­for­men der Ver­wal­tung, die Form der behörd­li­chen Wil­lens­bil­dung, die Art der Prü­fung und Vor­be­rei­tung der Ent­schei­dung, deren Zustan­de­kom­men und Durch­set­zung sowie ver­wal­tungs­in­ter­ne Mit­wir­kungs- und Kon­troll­vor­gän­ge in ihrem Ablauf regeln 19. Dazu rech­net das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aus­drück­lich auch die Befug­nis, Rege­lun­gen zur Erhe­bung von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren zu tref­fen. Nach sei­nem Beschluss vom 09.07.1969 – 2 BvL 25/​64, 26/​64 – 20 ist es, abge­se­hen von Aus­nah­men wie der des Art. 84 Abs. 1 GG, Sache der Län­der, das Ver­fah­ren der Lan­des­be­hör­den zu regeln; hier­zu gehö­re die Befug­nis, Ver­wal­tungs­ge­büh­ren­recht zu set­zen.
Den vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ange­führ­ten Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts lässt sich nichts Gegen­tei­li­ges ent­neh­men. Sie hat­ten ganz über­wie­gend nicht die Erhe­bung von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren, son­dern ande­rer nicht­steu­er­li­cher Abga­ben zum Gegen­stand 21. Auch wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in jenen Ent­schei­dun­gen auf die Sach­kom­pe­ten­zen nach den Art. 70 ff. GG abge­stellt und auf deren Grund­la­ge die Norm­set­zungs­kom­pe­tenz für die genann­ten Abga­ben geprüft hat, trägt das nicht den Schluss, den das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt dar­aus für das Ver­hält­nis der Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz aus Art. 70 ff. GG und der aus Art. 84 Abs. 1 GG fol­gen­den Kom­pe­tenz, das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren und damit auch die Erhe­bung von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren zu regeln, zie­hen will. Denn in den auf­ge­führ­ten Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ging es um die völ­lig anders gela­ger­te Fra­ge, ob für die Erhe­bung der dort strei­ti­gen – finanz­ver­fas­sungs­recht­lich anders ein­zu­ord­nen­den – Abga­ben eine Rege­lungs­kom­pe­tenz des Bun­des – bzw. im Ver­fah­ren über die Alten­pfle­ge­um­la­ge eine sol­che Kom­pe­tenz der Län­der – vor­han­den sei und die getrof­fe­nen Rege­lun­gen mit den finanz­ver­fas­sungs­recht­li­chen Grund­sät­zen der Art. 105 GG und deren Schutz- und Begren­zungs­funk­ti­on ver­ein­bar sei­en. Auch der Hin­weis des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts auf den Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 08.06.1960 – 1 BvR 580/​53 – trägt nicht. Dort ging es um das gericht­li­che Beur­kun­dungs­we­sen; strei­tig war, ob die Rege­lungs­kom­pe­tenz für die Über­tra­gung der Zustän­dig­kei­ten für gericht­li­che Beur­kun­dun­gen auf Orts­ge­rich­te und die Fest­set­zung von Gebüh­ren für die­se Beur­kun­dun­gen beim Bund oder bei den Län­dern liegt. Hier­zu traf das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt auf­ge­grif­fe­ne Fest­stel­lung, dass die Befug­nis zur gesetz­li­chen Rege­lung der Gerichts­ver­fas­sung und des gericht­li­chen Ver­fah­rens nach Art. 74 Nr. 1 GG a.F. auch die Rege­lung der Gebüh­ren für die Inan­spruch­nah­me von Gerich­ten ein­schließt 22. Doch kann aus die­sem Rück­griff auf die Sach­kom­pe­tenz ent­ge­gen dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nicht der Schluss gezo­gen wer­den, dass bei Ver­wal­tungs­ge­büh­ren Art. 84 Abs. 1 GG nicht anwend­bar ist. Denn zwei­fels­frei umfasst der Begriff des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens im Sin­ne von Art. 84 Abs. 1 GG nicht das gericht­li­che Ver­fah­ren. Des­halb bedurf­te und bedarf es, was die Nor­mie­rung von Gerichts­ge­büh­ren angeht, schon in Erman­ge­lung einer kom­pe­tenz­recht­li­chen Alter­na­ti­ve einer Ver­an­ke­rung in der Sach­ge­setz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit des Art. 74 (Abs. 1) Nr. 1 GG.
In der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ist eben­falls aner­kannt, dass die Kom­pe­tenz zur Rege­lung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens nach Art. 84 Abs. 1 Satz 1 GG auch den Erlass von ver­wal­tungs­ge­büh­ren­recht­li­chen Rege­lun­gen ein­schließt.
Das hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt gera­de in Bezug auf die (Bundes-)Gebührenordnung für Maß­nah­men im Stra­ßen­ver­kehr schon in einer frü­hen Ent­schei­dung aus­ge­spro­chen. Führ­ten die Län­der Bun­des­recht – wie auf dem Gebiet des Stra­ßen­ver­kehrs – als eige­ne Ange­le­gen­heit aus, so sei­en sie gemäß Art. 30, 70, 84 Abs. 1 GG grund­sätz­lich befugt, das Ver­fah­ren ihrer Lan­des­be­hör­den zu regeln; die­se Rege­lungs­be­fug­nis schlie­ße auch die Kom­pe­tenz der Län­der ein, Ver­wal­tungs­ge­büh­ren­recht zu set­zen 23.
In glei­cher Wei­se geht das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in sei­nem Urteil vom 12.07.2006 24 davon aus, dass die Rege­lung des Gebüh­ren­rechts dann, wenn die Län­der ein Bun­des­ge­setz als eige­ne Ange­le­gen­heit aus­füh­ren, nach Art. 84 Abs. 1 GG grund­sätz­lich Sache der Län­der sei; mit der Ver­wal­tungs­zu­stän­dig­keit der Län­der gehe auch ihre Gebüh­ren­ho­heit ein­her 25.
Das deckt sich mit der wei­te­ren Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts. In sei­nem Urteil vom 01.12 1989 26 heißt es: Führ­ten die Län­der Bun­des­recht als eige­ne Ange­le­gen­heit aus, regel­ten sie die Ein­rich­tung der Behör­den und das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren (Art. 84 Abs. 1 GG); das schlie­ße die Kom­pe­tenz zur Rege­lung des Ver­wal­tungs­ge­büh­ren­rechts ein 27. Zu Unrecht beruft sich das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt dem­ge­gen­über auf zwei wei­te­re Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts. Zwar heißt es in dem Urteil vom 21.06.2006 28, "… die Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis zur Schaf­fung von Kos­ten­re­ge­lun­gen wird allein als Annex zur Sach­kom­pe­tenz ver­mit­telt". Doch ist die­ser Satz damit noch nicht zu Ende, son­dern er wird fort­ge­setzt: "… wobei den Län­dern das Kos­ten­recht selbst zusteht." Zuvor hat­te das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt im sel­ben Absatz eine Bun­des­kom­pe­tenz gera­de mit dem Argu­ment abge­lehnt, dass dem Bund für eine all­ge­mei­ne Rege­lung der per­sön­li­chen oder sach­li­chen Kos­ten­frei­heit, die übli­cher­wei­se Teil des mate­ri­el­len Lan­des­kos­ten­rechts sei, die Sach­be­fug­nis feh­le. Der vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt her­vor­ge­ho­be­ne Ver­weis auf die Sach­kom­pe­tenz dient damit nicht dem Aus­schluss von Art. 84 Abs. 1 GG, soweit es um die Rege­lung von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren geht, son­dern fin­det sei­ne Erklä­rung dar­in, dass auch nach Ansicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts der Bund von sei­nem Rege­lungs­recht aus Art. 84 Abs. 1 GG nicht "im luft­lee­ren Raum", son­dern nur in Ver­bin­dung mit einer Bun­des­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die ent­spre­chen­de Sach­ma­te­rie Gebrauch machen darf. Das bestä­tigt der im Urteil fol­gen­de Satz; dort stellt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt näm­lich dar­auf ab, dass der Bund kei­nen mate­ri­el­len Kom­pe­tenz­ti­tel für das Katas­ter­recht habe. Damit liegt die­se Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ganz auf der Linie sei­nes bereits dar­ge­stell­ten Urteils vom 01.12 1989. Nicht anders ver­hält es sich mit dem Urteil vom 25.08.1999 – 8 C 12.98 – 29, das die Erhe­bung einer lan­des­recht­li­chen Ver­wal­tungs­ge­bühr für die Ent­ge­gen­nah­me und Über­prü­fung von Emis­si­ons­er­klä­run­gen betraf und das vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt eben­falls als – ver­meint­li­cher – Beleg für die eige­ne Auf­fas­sung ange­führt wird. Dort heißt es – unter Bezug­nah­me auf den Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 09.07.1969 30 – sogar aus­drück­lich, dass bei der Aus­füh­rung eines Bun­des­ge­set­zes als eige­ne Ange­le­gen­heit die Rege­lung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens ein­schließ­lich der Rege­lung des Ver­wal­tungs­ge­büh­ren­rechts grund­sätz­lich Sache der Län­der sei, soweit nicht ein Bun­des­ge­setz mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes etwas ande­res bestim­me 31. Hin­sicht­lich die­ses letz­ten Halb­sat­zes, der die vor­an­ge­gan­ge­ne Aus­sa­ge zur Lan­des­kom­pe­tenz wie­der ein­schränkt, ist zu beach­ten, dass mit der Föde­ra­lis­mus­re­form an die Stel­le des Zustim­mungs­er­for­der­nis­ses seit dem 1.09.2006 ein Abwei­chungs­recht der Län­der getre­ten ist. Die im Urteil vom 25.08.1999 fol­gen­den Aus­füh­run­gen des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zur Fra­ge, ob der Bun­des­ge­setz­ge­ber eine abschlie­ßen­de Rege­lung getrof­fen habe, sind daher – wie bereits gezeigt – durch die Auf­nah­me des Abwei­chungs­rechts der Län­der in Art. 84 Abs. 1 GG bei Rege­lun­gen des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens über­holt.
Eben­so wenig kann die Antrag­stel­le­rin etwas aus dem Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 03.04.1994 32 gewin­nen, um damit die – ver­meint­li­che – Nicht­an­wend­bar­keit von Art. 84 Abs. 1 GG zu begrün­den. Zwar wird dort aus­ge­führt, dass der Ver­fas­sungs­ge­ber das Gebüh­ren­recht nicht als selbst­stän­di­ge Sach­ma­te­rie ange­se­hen habe, son­dern als einen Bestand­teil jenes Bereichs, in dem Ver­wal­tungs­be­hör­den öffent­li­che Auf­ga­ben wahr­neh­men, für die eine Kos­ten­de­ckung durch Gebüh­ren in Betracht kommt. Doch trägt das schon des­halb kei­nen nega­ti­ven Schluss in Bezug auf Art. 84 Abs. 1 GG, weil es sich in jenem Ver­fah­ren nicht um die Aus­füh­rung von Bun­des­recht durch die Län­der als eige­ne Ange­le­gen­hei­ten, son­dern um die sog. Luft­si­cher­heits­ge­büh­ren und damit um Luft­ver­kehrs­ver­wal­tung mit den ent­spre­chen­den Bun­des­kom­pe­ten­zen u.a. aus Art. 87d GG han­del­te. Im Übri­gen hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die Rege­lungs­zu­stän­dig­keit des Bun­des, um die es an die­ser Stel­le ging, bezeich­nen­der­wei­se nicht etwa iso­liert aus Art. 73 Abs. 1 Nr. 6 GG, son­dern viel­mehr aus die­ser Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz im Zusam­men­hang mit Art. 85 Abs. 1 und Art. 87d GG her­ge­lei­tet, also zusätz­lich aus Kom­pe­tenz­nor­men, die spe­zi­ell den Geset­zes­voll­zug betref­fen 33.
Schließ­lich ent­spricht es auch der ganz über­wie­gen­den Auf­fas­sung in der Kom­men­tar­li­te­ra­tur, dass die Befug­nis zur Rege­lung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens aus Art. 84 Abs. 1 GG das Recht ein­schließt, die Erhe­bung von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren zu regeln 34.
Die vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ange­stell­ten "prak­ti­schen Über­le­gun­gen", die gegen eine Zuord­nung der Rege­lung von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren zu Art. 84 Abs. 1 GG spre­chen sol­len, ver­mö­gen nicht zu über­zeu­gen.
Die Not­wen­dig­keit einer "Par­al­lel­ge­setz­ge­bung" der Län­der, die nach dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für die Zuord­nung von Rege­lun­gen zur Gebüh­ren­hö­he allein zur Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz strei­ten soll, ergibt sich von vorn­her­ein nur dann, wenn der Bund nicht ohne­hin schon eine ein­heit­li­che Gebüh­ren­re­ge­lung getrof­fen hat, wie das im vor­lie­gen­den Fall mit der (Bundes-)Gebührenordnung für Maß­nah­men im Stra­ßen­ver­kehr der Fall ist. Ansons­ten ist die sich aus Art. 84 Abs. 1 GG erge­ben­de Befug­nis der Län­der, die Ein­rich­tung der Behör­den und das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren zu regeln, die logi­sche Kon­se­quenz der Ent­schei­dung des Ver­fas­sungs­ge­bers, ihnen gemäß Art. 83 GG den Voll­zug des über­wie­gen­den Teils der Bun­des­ge­set­ze als eige­ne Ange­le­gen­heit zu über­tra­gen. Im Hin­blick dar­auf ist es nur fol­ge­rich­tig, damit auch die Rege­lung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens und der Kos­ten des Geset­zes­voll­zugs in ihre Hän­de zu legen. Dar­in liegt für die Län­der nicht – wie das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt anzu­neh­men scheint – eine Last, son­dern posi­tiv und in ihrem eige­nen Inter­es­se die Mög­lich­keit, die eige­ne Ver­wal­tungs­tä­tig­keit inso­weit umfas­send selbst­stän­dig zu regeln. Das ist Aus­druck der vom Grund­ge­setz beton­ten Eigen­staat­lich­keit der Län­der und zugleich ein Bei­trag zur ver­ti­ka­len Gewal­ten­tei­lung.
Eben­so wenig schla­gend ist der Ein­wand des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts, bei Feh­len einer ein­heit­li­chen Gebüh­ren­re­ge­lung bestün­de die Gefahr eines "Wett­streits" der Län­der. Der Umstand, dass das Grund­ge­setz in sei­nen Art. 83 und 84 Abs. 1 die Rege­lung der Behör­den­or­ga­ni­sa­ti­on und des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens den Län­dern zuweist, zeigt, dass von Ver­fas­sungs wegen auch von­ein­an­der abwei­chen­de lan­des­recht­li­che Rege­lun­gen legi­ti­miert und gebil­ligt wer­den. Seit der Föde­ra­lis­mus­re­form wird die­se Art eines "Wett­be­werbs­fö­de­ra­lis­mus" zusätz­lich dadurch gestärkt, dass das Grund­ge­setz den Län­dern nun – vor­be­halt­lich Fäl­len des Art. 84 Abs. 1 Satz 5 GG – eine durch mate­ri­el­le Vor­ga­ben nicht wei­ter ein­ge­schränk­te Befug­nis zur Abwei­chung von Bun­des­recht ein­räumt.
Ein durch­grei­fen­der Grund, wes­halb – wie das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt annimmt und im Anschluss dar­an die Antrag­stel­le­rin in ihrer Revi­si­ons­er­wi­de­rung gel­tend macht – die Rege­lungs­kom­pe­tenz für die Gebüh­ren­er­he­bung in die kon­kre­te Set­zung von Gebüh­ren einer­seits – hier Bun­des­kom­pe­tenz – und das Ver­wal­tungs­kos­ten­recht mit der Rege­lung all­ge­mei­ner Grund­sät­ze für die Gebüh­ren­er­he­bung ande­rer­seits – dort Lan­des­kom­pe­tenz – auf­zu­spal­ten sein soll, ist nicht zu erken­nen.
Auch dem vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in die­sem Zusam­men­hang ange­führ­ten Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 01.12 1989 35 lässt sich nicht ent­neh­men, dass eine sol­che Dif­fe­ren­zie­rung befür­wor­tet wird. Viel­mehr heißt es dort, dass die Rege­lung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens die Kom­pe­tenz zur Rege­lung des Ver­wal­tungs­ge­büh­ren­rechts ein­schlie­ße 36. Soweit das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt anschlie­ßend dar­auf abstellt, dass der Bund mit der Staats­an­ge­hö­rig­keits-Gebüh­ren­ver­ord­nung auf der Grund­la­ge von Art. 84 Abs. 1 GG a.F. mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes eine abschlie­ßen­de Rege­lung getrof­fen habe, ist die­se Erwä­gung, nach­dem Art. 84 Abs. 1 GG n.F. den Län­dern nun aus­drück­lich ein Abwei­chungs­recht ein­räumt, auf die nun maß­geb­li­che Rechts­la­ge nicht über­trag­bar. Ent­spre­chen­des gilt in Bezug auf das Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 21.06.2006 37, auf das sich das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt eben­falls beruft; auch dort kam noch Art. 84 Abs. 1 GG a.F. zur Anwen­dung.
Zudem wäre es auch nicht sach­ge­recht, die Ent­schei­dung, ob für ein bestimm­tes Ver­wal­tungs­han­deln als Gegen­leis­tung eine Gebühr erho­ben wer­den soll, und die Fest­le­gung der Höhe einer sol­chen Ver­wal­tungs­ge­bühr aus der Rege­lung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens aus­zu­klam­mern, die den Län­dern nach Art. 84 Abs. 1 Satz 1 und 2 GG eröff­net ist. Denn die Län­der als Trä­ger der Ver­wal­tungs­be­hör­de sind inso­fern in jeder Hin­sicht sach­nä­her als der Bund. Einer­seits haben sie, wenn ihnen nach Art. 83 GG der Voll­zug von Bun­des­ge­set­zen als eige­ne Ange­le­gen­heit über­tra­gen ist, gemäß Art. 104a GG grund­sätz­lich die Ver­wal­tungs­kos­ten selbst zu tra­gen. Zum ande­ren ver­fü­gen sie mit der Aus­füh­rung des Bun­des­rechts durch lan­des­ei­ge­ne Stel­len auch über die für die Erhe­bung von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren not­wen­di­ge Kennt­nis, mit wel­chen Kos­ten die­se Ver­wal­tungs­tä­tig­keit ver­bun­den ist 38.
Der Wirk­sam­keit der ange­grif­fe­nen Gebüh­ren­ord­nung steht nicht ent­ge­gen, dass die Abwei­chung als sol­che nicht in einem Par­la­ments­ge­setz, son­dern in einer Rechts­ver­ord­nung des Lan­des gere­gelt wird.
Zwar heißt es in der Begrün­dung für die Ände­rung von Art. 84 Abs. 1 GG zum Abwei­chungs­recht der Län­der, dass die Län­der, da es um eine Abwei­chung von gesetz­li­chen Rege­lun­gen des Bun­des gehe, auch nur durch Gesetz von ihrer Abwei­chungs­be­fug­nis Gebrauch machen könn­ten 39. Doch besteht schon kein Anhalts­punkt dafür, dass der dort ver­wen­de­te Begriff des "Geset­zes" als Gesetz im for­mel­len Sin­ne zu ver­ste­hen wäre. Ins­be­son­de­re ist es zu einer sol­chen Ein­engung auch im Wort­laut von Art. 84 Abs. 1 GG nicht gekom­men; dort ist viel­mehr nur von "abwei­chen­der Rege­lung" die Rede. Viel­mehr sind für die Fra­ge, ob die Län­der die von Bun­des­recht abwei­chen­de Rege­lung unmit­tel­bar durch for­mel­les Gesetz tref­fen müs­sen oder ob dafür auch eine unter­ge­setz­li­che Rege­lung aus­reicht, die Vor­ga­ben des jewei­li­gen Lan­des­ver­fas­sungs­rechts maß­geb­lich 40. Dabei sind frei­lich ergän­zend die in das Lan­des­recht über­grei­fen­den Anfor­de­run­gen des bun­des­ver­fas­sungs­recht­li­chen Rechts­staats­prin­zips – hier etwa in Gestalt des Geset­zes­vor­be­halts – zu beach­ten. Des­sen Anfor­de­run­gen ist hier jeden­falls Genü­ge getan, weil der Antrags­geg­ner die bis­he­ri­ge Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung für den Erlass von Gebüh­ren­ord­nun­gen in § 3 NVw­KostG a.F. vor Erlass der strei­ti­gen Gebüh­ren­ord­nung um die Rege­lung ergänzt hat, dass unter bestimm­ten dort näher defi­nier­ten Vor­aus­set­zun­gen in (Landes-)Gebührenordnungen vom Bun­des­recht abwei­chen­de Rege­lun­gen getrof­fen wer­den dür­fen.
Macht ein Land von sei­ner Abwei­chungs­be­fug­nis aus Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG Gebrauch, gehen die abwei­chen­den lan­des­recht­li­chen Rege­lun­gen, wie sich aus der Ver­wei­sung in Art. 84 Abs. 1 Satz 4 GG auf Art. 72 Abs. 3 Satz 3 GG ergibt, bestehen­dem Bun­des­recht vor. Das Ver­hält­nis von Bun­des- und Lan­des­recht im Anwen­dungs­be­reich von Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG bestimmt sich – abge­se­hen von den Aus­nah­me­fäl­len abwei­chungs­fes­ten Bun­des­rechts (vgl. Art. 84 Abs. 1 Satz 5 GG) – aus­schließ­lich nach der lex-pos­te­rior-Regel; es besteht ein Anwen­dungs­vor­rang des spä­ter erlas­se­nen Lan­des­rechts 41.
Durf­te der Antrags­geg­ner auf­grund der ihm in Art. 84 Abs. 1 Satz 1 GG zuge­wie­se­nen Befug­nis zur Rege­lung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens die Erhe­bung und Höhe von Ver­wal­tungs­ge­büh­ren regeln und dabei gemäß Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG auch von Bun­des­recht abwei­chen, kann sich die in § 1 der ange­grif­fe­nen Gebüh­ren­ord­nung vor­ge­se­he­ne Abwei­chung gleich­wohl des­halb als unwirk­sam erwei­sen, weil die lan­des­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen, die § 3 Abs. 4 Satz 1 NVw­KostG für eine sol­che Abwei­chung ergän­zend bestimmt, nicht ein­ge­hal­ten wur­den. Ob das der Fall ist, kann im Revi­si­ons­ver­fah­ren nicht ent­schie­den wer­den; das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat die hier­zu not­wen­di­gen tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen nicht getrof­fen.
Die Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung in § 3 Abs. 4 Satz 1 NVw­KostG, die durch das Haus­halts­be­gleit­ge­setz 2012 in das Nie­der­säch­si­sche Ver­wal­tungs­kos­ten­ge­setz ein­ge­fügt wur­de, lässt eine Abwei­chung von Bun­des­ge­büh­ren­recht nicht unein­ge­schränkt, son­dern nur bedingt zu. Nur dann, wenn eine bun­des­recht­lich gere­gel­te Gebühr nicht den Auf­wand deckt oder für eine Amts­hand­lung die Erhe­bung einer Gebühr bun­des­recht­lich aus­ge­schlos­sen ist, kann in der Gebüh­ren­ord­nung für die­se Amts­hand­lung eine vom Bun­des­recht abwei­chen­de Rege­lung getrof­fen wer­den. Wel­cher Auf­wand gemeint ist, ergibt sich aus § 3 Abs. 2 Satz 1 NVw­KostG, auf den Absatz 4 Satz 1 ver­weist; danach sol­len die Gebüh­ren den Auf­wand der an der Amts­hand­lung betei­lig­ten Stel­len decken, der durch­schnitt­lich für die Amts­hand­lung anfällt.
Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat sich in der Annah­me, dass schon nach Art. 84 Abs. 1 Satz 2 GG kei­ne Abwei­chungs­be­fug­nis des Antrags­geg­ners bestehe, mit die­sen wei­te­ren – nicht mehr bun­des, son­dern lan­des­recht­li­chen – Anfor­de­run­gen an die Abwei­chung von Bun­des­recht nicht befasst. Dem­entspre­chend hat es tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen zum Deckungs­grad der nach den Gebüh­ren­num­mern 263 und 264 der (Bundes-)Gebührenordnung mög­li­chen Ver­wal­tungs­ge­büh­ren nicht getrof­fen. Dass der für die Ertei­lung von Erlaub­nis­sen für eine über­mä­ßi­ge Stra­ßen­be­nut­zung nach § 29 Abs. 3 StVO und für die Ent­schei­dung über die Geneh­mi­gung einer Aus­nah­me nach § 46 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 StVO bei den an der Amts­hand­lung betei­lig­ten Stel­len durch­schnitt­lich anfal­len­de Auf­wand auf der Grund­la­ge des in den Num­mern 263 und 264 der Anla­ge der (Bundes-)Gebührenordnung vor­ge­ge­be­nen Gebüh­ren­rah­mens nicht mehr gedeckt wer­den kann, haben die Betei­lig­ten in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt auch nicht unstrei­tig gestellt. Die somit – nach wie vor – not­wen­di­ge Sach­auf­klä­rung kann im Revi­si­ons­ver­fah­ren nicht nach­ge­holt wer­den 42.
Im lau­fen­den Revi­si­ons­ver­fah­ren ist dem erken­nen­das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt auch eine Ent­schei­dung dar­über ver­wehrt, ob – wie der Antrags­geg­ner hilfs­wei­se gel­tend macht – nach den Grund­sät­zen über die Teil­nich­tig­keit einer Norm jeden­falls § 2 der ange­grif­fe­nen Gebüh­ren­ord­nung auf­recht­erhal­ten blei­ben kann. Zwar stellt sich in Bezug auf die­se Vor­schrift die im Zusam­men­hang mit § 1 soeben erör­ter­te Fra­ge nach dem Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen von § 3 Abs. 4 Satz 1 NVw­KostG nicht in glei­cher Wei­se. Denn § 4 Abs. 2 NVw­KostG ent­hält für die in § 2 der Gebüh­ren­ord­nung vor­ge­se­he­ne lan­des­in­ter­ne Auf­tei­lung des Gebüh­ren­auf­kom­mens eine geson­der­te Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung; hier­nach kann das Finanz­mi­nis­te­ri­um im Ein­ver­neh­men mit den betei­lig­ten Minis­te­ri­en, auch in Bezug auf bun­des­recht­lich gere­gel­te Kos­ten, durch Ver­ord­nung bestim­men, dass an den ver­ein­nahm­ten Kos­ten die­je­ni­gen Kör­per­schaf­ten betei­ligt wer­den, deren Dienst­stel­len bei der Vor­be­rei­tung der Amts­hand­lung wesent­lich mit­ge­wirkt haben.
Doch käme – im Fal­le einer Unwirk­sam­keit von § 1 der Gebüh­ren­ord­nung – die Annah­me einer blo­ßen Teil­nich­tig­keit der Gebüh­ren­ord­nung und damit eine iso­lier­te Auf­recht­erhal­tung von § 2 nur dann in Betracht, wenn es sich hier­bei um einen abtrenn­ba­ren Teil der Gesamt­re­ge­lung han­del­te. Die Rest­re­ge­lung müss­te auch ohne den – hier unter­stellt – unwirk­sa­men Teil sinn­voll bestehen blei­ben kön­nen – Grund­satz der Teil­bar­keit – und es müss­te auf­grund objek­ti­ver Anhalts­punk­te mit Sicher­heit anzu­neh­men sein, dass der Norm­ge­ber die Rest­be­stim­mung ohne den nich­ti­gen Teil erlas­sen hät­te – Grund­satz des mut­maß­li­chen Wil­lens des Norm­ge­bers 43. Tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts dazu, ob Letz­te­res der Fall war, feh­len. Auch hier­zu haben die Betei­lig­ten in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen ver­tre­ten.
Die Zurück­ver­wei­sung des Rechts­streits erüb­rigt sich auch nicht des­we­gen, weil die Gebüh­ren­ord­nung wegen eines der übri­gen von der Antrag­stel­le­rin gel­tend gemach­ten Rechts­ver­stö­ße nich­tig ist und sich das ange­grif­fe­ne Urteil daher aus einem ande­ren als dem vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ange­führ­ten Grund als rich­tig dar­stellt (§ 144 Abs. 4 VwGO).
Hin­ter dem von der Antrag­stel­le­rin als Rüge eines Ver­sto­ßes gegen das Bestimmt­heits­ge­bot bezeich­ne­ten Vor­brin­gen ver­birgt sich der Sache nach der Ein­wand, dass die Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung nicht den Anfor­de­run­gen von Art. 80 GG genü­ge. Die­se Ein­wen­dung ist unbe­grün­det. Art. 80 GG ist zwar nicht unmit­tel­bar anwend­bar, da hier die lan­des­ge­setz­li­che Ermäch­ti­gung zum Erlass einer Rechts­ver­ord­nung zu beur­tei­len ist; aller­dings bestim­men sei­ne Grund­sät­ze in revi­si­bler Wei­se den lan­des­ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fungs­maß­stab, der hier Art. 43 Abs. 1 der Nie­der­säch­si­schen Ver­fas­sung zu ent­neh­men ist 44. § 3 Abs. 4 Satz 1 NVw­KostG legt jedoch – soweit das der revi­si­ons­ge­richt­li­chen Über­prü­fung zugäng­lich ist – nach Inhalt, Zweck und Aus­maß in aus­rei­chen­der Wei­se fest, wann eine Abwei­chung von bun­des­recht­lich gere­gel­ten Gebüh­ren durch Lan­des­ver­ord­nungs­recht mög­lich sein soll, indem er die­se Abwei­chung von den in der Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung näher kon­kre­ti­sier­ten recht­li­chen und tat­säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen abhän­gig macht. Wei­ter­ge­hen­der par­la­ments­ge­setz­li­cher Vor­ga­be bedarf es hier inso­weit nicht. Was die Gebüh­ren­be­mes­sung als sol­che betrifft, ent­hält § 3 Abs. 2 NVw­KostG die gebo­te­nen Vor­ga­ben.
Auch die ange­grif­fe­ne Gebüh­ren­ord­nung selbst ist hin­rei­chend bestimmt 45. Die Betrof­fe­nen kön­nen ihr bei Anwen­dung der maß­geb­li­chen Aus­le­gungs­grund­sät­ze in der gebo­te­nen Wei­se ent­neh­men, in wel­chen Fäl­len die in Rede ste­hen­de Ver­wal­tungs­ge­bühr erho­ben wird und wie sich deren Höhe bemisst. Nach § 1 Abs. 1 Satz 1 der Gebüh­ren­ord­nung fällt die Gebühr für die Ent­schei­dung über eine Erlaub­nis nach § 29 Abs. 3 oder eine Geneh­mi­gung nach § 46 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 StVO an. Für ihre Höhe ist gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 der Gebüh­ren­ord­nung der erfor­der­li­che Zeit­auf­wand für die­se Ent­schei­dung maß­geb­lich; hin­zu kommt gemäß § 1 Abs. 1 Satz 4 der Gebüh­ren­ord­nung bei Mit­wir­kung der Lan­des­be­hör­de ein als Pau­scha­le aus­ge­stal­te­ter Zuschlag in Höhe von 30 €. Schließ­lich kann § 1 Abs. 3 der ange­grif­fe­nen Gebüh­ren­ord­nung, i.V.m. § 4 der (Bundes-)Gebührenordnung ent­nom­men wer­den, dass Kos­ten­schuld­ner der­je­ni­ge ist, der die Amts­hand­lung ver­an­lasst hat 46.
Der Ein­wand der Antrag­stel­le­rin, dass der Antrags­geg­ner mit der Gebüh­ren­ord­nung den nach Art.20 Abs. 3 GG zu beach­ten­den Vor­be­halt des Geset­zes nicht beach­tet habe, trifft eben­falls nicht zu. Die gesetz­li­che Ermäch­ti­gung zum Erlass der Gebüh­ren­ord­nung in § 3 NVw­KostG weist die nach der sog. Wesent­lich­keits­theo­rie erfor­der­li­chen Vor­ga­ben auf. Bei der blo­ßen Fest­le­gung von Gebüh­ren­ta­ri­fen, wie sie hier in Rede steht, ist die Abwei­chung von Bun­des­recht nicht dem par­la­men­ta­ri­schen Gesetz­ge­ber selbst vor­be­hal­ten. Gebüh­ren­ta­ri­fe wer­den auch sonst – wie das Bei­spiel der (Bundes-)Gebührenordnung für Maß­nah­men im Stra­ßen­ver­kehr belegt – regel­mä­ßig nicht in for­mel­len Geset­zen, son­dern in Rechts­ver­ord­nun­gen fest­ge­legt.
Eben­so wenig ist ein Ver­stoß gegen das Äqui­va­lenz­prin­zip als Aus­prä­gung des bun­des­ver­fas­sungs­recht­li­chen Grund­sat­zes der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit zu erken­nen. Es wäre dann ver­letzt, wenn die Gebühr in einem gro­ben Miss­ver­hält­nis zu dem Wert der mit ihr abge­gol­te­nen Leis­tung der öffent­li­chen Hand stün­de 47. Die­sen Maß­stab ver­fehlt die Antrag­stel­le­rin, wenn sie rügt, dass die Gebühr im benach­bar­ten Bre­men nicht anfal­le. Ihre wei­te­re Behaup­tung, dass mit der Gebühr für die Ertei­lung einer Erlaub­nis nach § 29 Abs. 3 StVO und einer Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung nach § 46 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 StVO eine Vor­teils­ab­schöp­fung ver­bun­den sei, ist unzu­tref­fend. Es geht nach der Aus­ge­stal­tung die­ser Ver­wal­tungs­ge­bühr – Bemes­sung nach dem Zeit­auf­wand gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 der Gebüh­ren­ord­nung und dem Berech­nungs­mo­dus für die Pau­scha­le, um die sich die Gebühr gemäß § 1 Abs. 1 Satz 4 der Gebüh­ren­ord­nung für die Mit­wir­kung der Lan­des­be­hör­de erhöht – aus­schließ­lich um die Deckung der Kos­ten, die bei den betei­lig­ten Ver­wal­tungs­be­hör­den für die Geneh­mi­gungs­er­tei­lung als sol­che und die dafür im Vor­feld erfor­der­li­che Prü­fung der Unbe­denk­lich­keit des vor­ge­se­he­nen Fahrt­wegs durch die Lan­des­be­hör­de ent­ste­hen.
Wor­in der Ver­stoß gegen das Über­maß­ver­bot lie­gen soll, den die Antrag­stel­le­rin außer­dem behaup­tet, lässt sich ihrem Vor­brin­gen nicht ent­neh­men. Eben­so wenig ist zu erken­nen, wes­halb die Gebüh­ren­ord­nung gegen das Rück­wir­kungs­ver­bot ver­sto­ßen soll.
Unbe­grün­det ist fer­ner die Rüge eines Ver­sto­ßes gegen die Grund­sät­ze der Finanz­ver­fas­sung. Soweit die Antrag­stel­le­rin unter Bezug­nah­me auf das Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 19.03.2003 – 2 BvL 9/​98 u.a. – 48 gel­tend macht, für den Gebüh­renzweck der Vor­teils­ab­schöp­fung feh­le die gesetz­li­che Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge, geht das bereits dar­an vor­bei, dass es bei der hier strei­ti­gen Gebüh­ren­ord­nung – wie gezeigt – nicht um die Abschöp­fung eines Vor­teils, son­dern allein um Kos­ten­de­ckung geht. Aber auch unab­hän­gig davon ist ein Ver­stoß gegen die nach die­sem Urteil zu beach­ten­den finanz­ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an eine Gebüh­ren­er­he­bung nicht zu erken­nen. Zwar stellt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in die­ser Ent­schei­dung fest, dass die Erhe­bung nicht­steu­er­li­cher Abga­ben nur unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen zuläs­sig sei 49 und sie sowohl dem Grun­de als auch der Höhe nach einer beson­de­ren sach­li­chen Recht­fer­ti­gung bedür­fe 50. Doch ist die­sem Urteil eben­so zu ent­neh­men, dass gegen die Erhe­bung von Gebüh­ren, die zu den klas­si­schen Abga­ben­ar­ten gehör­ten, kei­ne grund­sätz­li­chen Beden­ken bestün­den, da sie dem Grun­de nach durch ihre Aus­gleichs­funk­ti­on sach­lich beson­ders gerecht­fer­tigt sei­en 51. Über­dies wird vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aus­drück­lich aner­kannt, dass sich die Recht­fer­ti­gung der Höhe der Gebühr u.a. aus dem Gebüh­renzweck der Kos­ten­de­ckung erge­ben kön­ne 52. Die­ser Zweck wird hier – anders als im Fall der baden-würt­tem­ber­gi­schen Rück­mel­de­ge­büh­ren, wo der Gebühr in Höhe von 100 DM nur ein duB­VerfG, rch­schnitt­li­cher Arbeits­auf­wand von 8,33 DM je Rück­mel­dung gegen­über­stand 53 – nach der Art und Wei­se der Kal­ku­la­ti­on der Gebühr auch nicht grund­sätz­lich ver­fehlt. Schließ­lich wird auch dem Erfor­der­nis der Nor­men­klar­heit bei der Gebüh­ren­er­he­bung 54 Genü­ge getan. Dass die ange­grif­fe­ne Gebüh­ren­ord­nung auf Kos­ten­de­ckung abzielt, ist dem Wort­laut der Rege­lun­gen und den Mate­ria­li­en zur Ände­rung von § 3 NVw­KostG sowie zum Erlass der ange­grif­fe­nen Gebüh­ren­ord­nung ohne Wei­te­res zu ent­neh­men.
Den gel­tend gemach­ten Ver­stoß gegen den all­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz kann die Antrag­stel­le­rin mit ihrem Ein­wand, dass die Ver­wal­tungs­ge­bühr in Bre­men nicht oder jeden­falls in ande­rer Höhe erho­ben wer­de, nicht erfolg­reich begrün­den. Art. 3 Abs. 1 GG könn­te nur dann ver­letzt sein, wenn der­sel­be Hoheits­trä­ger gleich­ge­la­ger­te Sach­ver­hal­te ohne hin­rei­chen­den Grund unter­schied­lich behan­delt 55.
Schließ­lich wird die Antrag­stel­le­rin auch nicht in ihren Rech­ten aus Art. 12 und Art. 14 GG ver­letzt. Selbst wenn man durch die ange­grif­fe­ne Gebüh­ren­re­ge­lung ihr Grund­recht auf Berufs­frei­heit aus Art. 12 Abs. 1 GG berührt sieht, wür­de es sich allen­falls um einen Ein­griff auf der Stu­fe der Berufs­aus­übung han­deln. Es liegt jedoch auf der Hand, dass die Auf­er­le­gung der in Rede ste­hen­den Ver­wal­tungs­ge­bühr, mit der aus­schließ­lich der Auf­wand für eine von der Antrag­stel­le­rin begehr­te Begüns­ti­gung – hier die Ertei­lung einer Son­der­er­laub­nis bzw. Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung – gedeckt wer­den soll, durch hin­rei­chen­de Grün­de des All­ge­mein­wohls gerecht­fer­tigt ist. Dass die Erhe­bung die­ser Ver­wal­tungs­ge­bühr – wie die Antrag­stel­le­rin in ihrer Revi­si­ons­er­wi­de­rung erneut behaup­tet – eine erdros­seln­de Wir­kung hat, wird von ihr nicht hin­rei­chend sub­stan­zi­iert und ist auch sonst nicht ersicht­lich. Eine Ver­let­zung des Grund­rechts auf Eigen­tum aus Art. 14 GG wird von der Antrag­stel­le­rin eben­falls nicht kon­kre­ti­siert. Selbst wenn Art. 14 GG hin­sicht­lich des Schut­zes des ein­ge­rich­te­ten und aus­ge­üb­ten Gewer­be­be­triebs berührt wäre, wie die Antrag­stel­le­rin sinn­ge­mäß gel­tend macht, kann die­ser Schutz nicht so weit gehen, dass ein Gewer­be­trei­ben­der von der Erhe­bung kos­ten­de­cken­der Ver­wal­tungs­ge­büh­ren für ein ihn begüns­ti­gen­des Ver­wal­tungs­han­deln ver­schont blei­ben müss­te. Damit geht auch die Rüge fehl, die Gebüh­ren­ord­nung sei inso­fern abwä­gungs­feh­ler­haft zustan­de gekom­men.
Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 26. Juni 2014 – 3 CN 1.13 – 56
Gebüh­ren­re­ge­lung für Son­der­trans­por­te Die nie­der­säch­si­che Gebüh­ren­ord­nung für Erlaub­nis­se und Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen für über­mä­ßi­ge Stra­ßen­nut­zun­gen ist nicht zuläs­sig, da die Vor­aus­set­zun­gen der in Anspruch genom­me­nen Befug­nis zur Abwei­chung von Bun­des­recht…
Nds. GVBl S. 22[↩][↩]
BGBl I S. 98[↩]
Nds. OVG, Urtei­le vom 15.11.2012 – 7 KN 109/​12 u.a.[↩]
so u.a. Kirch­hof, in: Maunz/​Dürig, Grund­ge­setz, Art. 84 Rn. 54; Her­mes, in: Drei­er, Grund­ge­setz Kom­men­tar, Band 2, 2. Aufl.2008, Art. 84 GG Rn. 57; Tru­te, in: von Mangoldt/​Klein/​Starck, Grund­ge­setz Kom­men­tar, Band 3, 6. Aufl.2010, Art. 84 Rn. 29[↩]
vgl. Her­mes a.a.O. Rn. 48[↩]
so Kirch­hof a.a.O. Art. 84 Rn. 54; Ditt­mann a.a.O. Rn. 5[↩]
die­se Begriff­lich­keit ver­wen­dend u.a. Tru­te a.a.O. Rn.20 m.w.N.[↩]
BVerfG, Urteil vom 19.03.2003 – 2 BvL 9/​98 u.a., BVerfGE 108, 1[↩]
BVerfG, a.a.O. S. 13[↩]
BT-Drs. 16/​813 S. 13[↩]
BVerwG, Urtei­le vom 28.09.1979 – 7 C 26.78, BVerw­GE 58, 326, 330 = Buch­holz 442.10 § 6a StVG Nr. 3 S. 9 f.; und vom 22.03.1979 – 7 C 65.75, Buch­holz 442.10 § 6a StVG Nr. 2 S. 3[↩]
BR-Drs. 723/​10, Zulei­tungs­schrei­ben[↩]
vgl. Pieroth, a.a.O. Art. 84 Rn. 11[↩]
so die über­wie­gen­den Auf­fas­sun­gen in der Lite­ra­tur, vgl. etwa Kirch­hof, a.a.O. Art. 84 Rn. 71; Ditt­mann, a.a.O. Art. 84 Rn. 15; Broß/​Mayer, in: von Münch/​Kunig, Grund­ge­setz Kom­men­tar Band 2, 6. Aufl.2010, Art. 84 Rn. 15 jeweils m.w.N.[↩]
in die­sem Sin­ne etwa Her­mes, a.a.O. Art. 84 Rn. 56 m.w.N.[↩]
vgl. dazu Ditt­mann, a.a.O. Art. 84 Rn. 15 m.w.N.[↩]
vgl. dazu den Über­blick über den Mei­nungs­stand bei Her­mes, a.a.O. Art. 83 Rn. 21 f.[↩]
vgl. u.a. BVerfG, Beschluss vom 08.04.1987 – 2 BvR 909/​82 u.a., BVerfGE 75, 108, 152; Urteil vom 10.12 1980 – 2 BvF 3/​77, BVerfGE 55, 274, 320 f.; Beschluss vom 25.06.1974 – 2 BvF 2/​73, 3/​73, BVerfGE 37, 363, 385, 390[↩]
BVerfGE 26, 281, 298[↩]
BVerwG, Urtei­le vom 20.07.1954 – 1 BvR 459/​52 u.a., BVerfGE 4, 7 – Bei­trag nach dem Inves­ti­ti­ons­hil­fe­ge­setz; vom 10.12 1980 – 2 BvF 3/​77, BVerfGE 55, 274 – Berufs­aus­bil­dungs­ab­ga­be nach dem Aus­bil­dungs­platz­för­de­rungs­ge­setz; Beschlüs­se vom 08.06.1988 – 2 BvL 9/​85, 3/​86, BVerfGE 78, 249 – Fehl­be­le­gungs­ab­ga­be für Inha­ber öffent­lich geför­der­ter Woh­nun­gen; vom 17.07.2003 – 2 BvL 1/​99 u.a., BVerfGE 108, 186 – Umla­ge zur Finan­zie­rung der Aus­bil­dungs­ver­gü­tun­gen für Schü­ler oder Aus­zu­bil­den­de in der Alten­pfle­ge; vom 18.05.2004 – 2 BvR 2374/​99, BVerfGE 110, 370 – Erhe­bung und Bemes­sung der Bei­trä­ge zum Klär­schlamm-Ent­schä­di­gungs­fonds[↩]
BVerfGE 11, 192, 198 f.[↩]
BVerwG, Urteil vom 22.03.1979 – 7 C 65.75, Buch­holz 442.10 § 6a StVG Nr. 2 S. 3[↩]
BVerwG, Urteil vom 12.07.2006 – 10 C 9.05[↩]
BVerw­GE 126, 222 Rn. 23 m.w.N.; eben­so BVerwG, Urteil vom 19.01.2000 – 11 C 6.99, NVwZ 2000, 673, 674[↩]
BVerwG, Urteil vom 01.12.2006 – 8 C 14.88[↩]
BVerwG, Urteil vom 01.12 1989 – 8 C 14.88, BVerw­GE 84, 178, 180 unter Bezug­nah­me auf BVerfG, Beschluss vom 09.07.1969 – 2 BvL 25/​64, 26/​64, BVerfGE 26, 281, 298 sowie die Urtei­le vom 22.03.1979 a.a.O.; und vom 13.01.1959 – 1 C 114.57, BVerw­GE 8, 93, 94 = Buch­holz 442.10 § 6 StVG Nr. 1[↩]
BVerwG, Urteil vom 21.06.2006 – 8 C 12.05, Buch­holz 428 § 38 VermG Nr. 6 Rn. 36[↩]
BVerw­GE 109, 272 = Buch­holz 401.8 Ver­wal­tungs­ge­büh­ren Nr. 35[↩]
BVerfG, Beschluss vom 09.07.1969, a.a.O. S. 298[↩]
BVerfG, a.a.O. S. 278; vgl. auch S. 279 2. Absatz[↩]
BVerwG, Urteil vom 03.04.1994 – 4 C 1.93, BVerw­GE 98, 188 = Buch­holz 442.40 § 32 LuftVG Nr. 7[↩]
BVerwG, a.a.O. S.192[↩]
vgl. statt vie­ler Ditt­mann, a.a.O., Rn. 11; Her­mes, a.a.O., Rn. 37; Pieroth, in: Jarass/​Pieroth, Grund­ge­setz Kom­men­tar, Art. 84 Rn. 5; Broß/​Mayer, in: von Münch/​Kunig, Grund­ge­setz Kom­men­tar, Band 2, 6. Aufl.2012, Art. 84 Rn. 12; zwei­felnd dage­gen Tru­te, a.a.O. Rn. 14[↩]
BVerwG, Urteil vom 01.12.1989 – 8 C 14.88, BVerw­GE 84, 178, 179 = Buch­holz 310 § 73 VwGO Nr. 31[↩]
BVerwG, a.a.O. S. 180[↩]
BVerwG, Urteil vom 21.06.2006 – 8 C 12.05, Buch­holz 428 § 38 VermG Nr. 6[↩]
in die­sem Sin­ne auch bereits BVerwG, Urteil vom 25.08.1999 a.a.O. S. 281[↩]
BT-Drs. 16/​813 S. 15[↩]
in die­sem Sin­ne etwa Her­mes, a.a.O. Rn. 47; Ditt­mann, a.a.O. Rn. 16[↩]
vgl. BT-Drs. 16/​813 S. 15[↩]
vgl. zum Kos­ten­de­ckungs­prin­zip nach § 3 Abs. 2 NVw­KostG: OVG Lüne­burg, Urteil vom 14.12 2009 – 12 LC 275/​07 24 f.[↩]
BVerwG, Beschluss vom 18.07.1989 – 4 N 3.87, BVerw­GE 82, 225, 230; vgl. zu den Vor­aus­set­zun­gen einer Teil­un­wirk­sam­keit: Gerhardt/​Bier, in: Schoch/​Schneider/​Bier, VwGO, § 47 Rn. 110 m.w.N.[↩]
vgl. BVerwG, Urteil vom 27.06.2013 – 3 C 8.12 13 m.w.N.[↩]
vgl. zum Prü­fungs­maß­stab: Urteil vom 27.06.2013 a.a.O. Rn. 15 m.w.N.[↩]
allg. zum gebüh­ren­recht­li­chen Begriff des "Ver­an­las­sers": BVerwG, Urteil vom 25.08.1999 a.a.O. S. 275 f.[↩]
stRspr; vgl. BVerwG, Urteil vom 30.04.2003 – 6 C 5.02, NVwZ 2003, 1385, 1386 m.w.N.[↩]
BVerfGE 108, 1[↩]
BVerfG, a.a.O. S. 15[↩]
BVerfG, a.a.O. S. 16[↩]
BVerfG, a.a.O. S. 17[↩]
BVerfG, a.a.O. S. 18 und S. 21[↩]
BVerfG, a.a.O. S. 23[↩]
BVerfG, a.a.O. S.20[↩]
stRspr; vgl. u.a. BVerfG, (Kam­mer-)Beschluss vom 29.12 2004 – 1 BvR 113/​03, NVwZ-RR 2005, 297 m.w.N.; BVerwG, Urteil vom 27.09.2012 – 3 C 17.12, NVwZ-RR 2013, 141 = Buch­holz 451.02 EichG Nr. 3 Rn. 22 m.w.N.[↩]
eben­so: BVerwG, Urteil vom 26. Juni 2014 – 3 CN 2.13 und 3 CN 3.13 und 3 CN 4.13[↩]
SchwertransportStraßenbenutzungVerwaltungsgebühr

References: Art. 84
 Art. 84
 § 29
 § 46
 § 3
 Art. 7
 Art. 31
 Art. 70
 Art. 84
 Art. 125
 § 1
 § 29
 § 46
 Art. 84
 Art. 72
 Art. 74
 Art. 84
 Art. 72
 Art. 31
 Art. 72
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 74
 Art. 84
 Art. 74
 Art. 74
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 72
 § 3
 Art. 100
 Art. 84
 § 3
 § 1
 § 2
 § 3
 § 29
 § 46
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 83
 Art. 30
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 70
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 70
 Art. 105
 Art. 70
 Art. 84
 Art. 70
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 74
 Art. 84
 Art. 74
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 § 1
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 80
 Art. 84
 Art. 83
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 70
 Art. 70
 Art. 84
 Art. 74
 Art. 70
 Art. 84
 Art. 84
 § 3
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 70
 Art. 70
 Art. 84
 Art. 105
 Art. 74
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 74
 Art. 84
 Art. 30
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 87
 Art. 73
 Art. 85
 Art. 87
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 83
 Art. 83
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 83
 Art. 104
 Art. 84
 Art. 84
 § 3
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 72
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 § 1
 § 3
 § 3
 § 3
 Art. 84
 § 29
 § 46
 § 2
 § 1
 § 3
 § 4
 § 2
 § 1
 § 2
 Art. 80
 Art. 80
 Art. 43
 § 3
 § 3
 § 1
 § 29
 § 46
 § 1
 § 1
 § 1
 § 4
 Art.20
 § 3
 § 29
 § 46
 § 1
 § 1
 § 3
 Art. 3
 Art. 12
 Art. 14
 Art. 12
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 § 6
 § 6
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 84
 Art. 83
 § 6
 § 6
 § 38
 § 32
 Art. 84
 Art. 84
 § 73
 § 38
 § 3
 § 47