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Timestamp: 2019-06-24 18:03:46+00:00

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Leistungen der Pflegekassen – Mecasa
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Leistungen der PflegekassenJan2019-04-18T08:28:33+00:00
Wer durch körperliche oder geistige Einschränkungen pflegebedürftig ist und in einen entsprechenden Pflegegrad eingestuft wird, hat ein Anrecht auf unterstützende Pflegeleistungen durch die Pflegekassen. Um Pflegeleistungen voll in Anspruch nehmen zu können, muss der/die Versicherte in den letzten zehn Jahren vor der Antragstellung mindestens zwei Jahre als Mitglied in die Pflegekasse eingezahlt haben oder familienversichert gewesen sein.
Unter Pflegeleistungen versteht man alle Zuschüsse der gesetzlichen und privaten Pflegekassen, auf die Pflegeversicherte nach Prüfung des Bedarfs und anschließender Anerkennung eines Pflegegrads Anspruch haben.
Die Pflegeversicherung trägt die grundlegenden Pflege- und Betreuungsleistungen durch Angehörige, Betreuungskräfte und professionelle Pflegekräfte. Die Pflege kann dabei entweder in der häuslichen Umgebung des Pflegebedürftigen oder in einer Pflegeeinrichtung stattfinden.
Für Kosten, die auch ohne Pflegebedürftigkeit anfallen würden (z.B. Wohnen und Essen) kommt die Pflegeversicherung nicht auf, deshalb muss jeder Pflegebedürftige immer auch einen Teil der Kosten selbst tragen.
Pflegeberatung ja ja ja ja ja § 7a
Beratung zu Hause ja halbjährlich halbjährlich vierteljährlich vierteljährlich § 37
Pflegekurse ja ja ja ja ja § 45
Pflegesachleistung monatlich 0 € 689 € 1.298 € 1.612 € 1.995 € § 36
Pflegegeld monatlich 0 € 316 € 545 € 728 € 901 € § 37
Tages-und Nachtpflege monatlich 0 € 689 € 1.298 € 1.612 € 1.995 € § 41
Entlastungsbetrag monatlich 125 € 125 € 125 € 125 € 125 € § 45b
Verhinderungspflege jährlich 0 € 1.612 € 1.612 € 1.612 € 1.612 € § 39
Verhinderungspflege inklusive Aufstockung Kurzzeitpflege jährlich 0 € 2.418 € 2.418 € 2.418 € 2.418 € § 39
Kurzzeitpflege jährlich 0 € 1.612 € 1.612 € 1.612 € 1.612 € § 42
Kurzzeitpflege inklusive Aufstockung Verhinderungspflege jährlich 0 € 3.224 € 3.224 € 3.224 € 3.224 € § 42
Kombinationsleistung nein möglich möglich möglich möglich § 38
Umwandlung 40 % ambulanter Sachleistungsbetrag nein möglich möglich möglich möglich § 45a
Zusätzliche Leistungen in ambulant betreuten Wohngruppen monatlich 214 € 214 € 214 € 214 € 214 € § 38a
Pflegehilfsmittel monatlich 40 € 40 € 40 € 40 € 40 € § 40 Absatz 2
Zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären Pflegeeinrichtungen ja ja ja ja ja § 43b
Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen je Maßnahmen je Maßnahme 4.000 € 4.000 € 4.000 € 4.000 € 4.000 € § 40 Abs. 4
Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen nein ja ja ja ja § 44
Zusätzliche Leistungen bei Pflegezeit und kurzzeitiger Arbeitsverhinderung nein ja ja ja ja § 44a
Vollstationäre Pflege monatlich 125 € 770 € 1.262 € 1.775 € 2.005 € § 43
Pflege in vollstationären Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen monatlich 0 € 266 € 266 € 266 € 266 € § 43a
Pflegegeld erhält ein Pflegebedürftiger mit mindestens Pflegegrad 2, wenn dieser in häuslicher Umgebung gepflegt wird. Die Pflege wird in diesem Fall beispielsweise von Angehörigen, Nachbarn oder osteuropäischen Pflegekräften geleistet.
Das Pflegegeld wird den Pflegebedürftigen von der Pflegekasse monatlich überwiesen, und der Pflegebedürftige bestimmt selbst, wofür das Geld ausgegeben wird.
Das Pflegegeld kann mit Pflegesachleistungen (s.u.) kombiniert werden, z.B. mit einer Unterstützung durch Pflegedienste an ein bis zwei Tagen pro Woche oder täglich stundenweise. Man spricht dann von Kombinationspflege. Das Pflegegeld vermindert sich in diesem Fall prozentual um den Wert der in Anspruch genommenen Pflegesachleistungen, wird also gekürzt.
Pflegegeld pro Monat nach Pflegegrad
Betroffene mit Pflegegrad 1 erhalten kein Pflegegeld. Sie haben aber Anspruch auf 125 EUR monatlich für Entlastungsleistungen, mit denen sie auch Pflegedienstleistungen bezahlen können.
Unter dem Begriff „Pflegesachleistungen“ versteht man finanzielle Mittel, die für die professionelle häusliche Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst genutzt werden. Es sind demnach Dienstleistungen, die z.B. von einem Pflegedienst erbracht werden, der zum Pflegebedürftigen nach Hause kommt. Für private Pflegekräfte (z.B. 24-h-Pflegekräfte) oder pflegende Verwandte können diese Mittel nicht verwendet werden.
Die Pflegesachleistungen werden direkt zwischen dem ambulanten Pflegedienst und der Pflegekasse abgerechnet. Die Dienstleistungen eines Pflegedienstes werden bis zu einem festgesetzten Höchstbetrag bezahlt, der wiederum vom Pflegegrad abhängt.
Im Falle einer Kombinationspflege kann (falls die Pflegesachleistungen nicht vollständig beansprucht werden) anteilig noch Pflegegeld bezogen werden.
Kombinationspflege: Die sinnvolle Ergänzung von 24-Stunden-Pflegekraft und Pflegedienst
Sinnvoll für viele Pflegebedürftige, die in ihrem eigenen Zuhause wohnen bleiben möchten, ist die Kombination eines pflegenden Angehörigen bzw. einer 24-Stunden-Pflegekraft mit einem ambulanten Pflegedienst – die sogenannte Kombinationspflege.
Die 24-Stunden-Pflegekraft wohnt in diesem Fall im Haus des Pflegebedürftigen und kümmert sich um dessen Grundpflege, den Haushalt und weitere individuell vereinbarte Aufgaben. Der ambulante Pflegedienst übernimmt dabei die Behandlungspflege (also die medizinische Versorgung).
Die Kombinationspflege ist ab Pflegegrad 2 möglich und muss bei der Pflegekasse beantragt werden. Dazu genügt ein formloses Schreiben.
Rechenbeispiel Kombinationspflege
Wenn Sie bzw. Ihr Angehöriger weniger finanzielle Leistungen für den Pflegedienst benötigen, als Ihnen nach Pflegegrad zusteht, kann der Restbetrag prozentual als Pflegegeld ausbezahlt werden. Nutzen Sie also nur 60 Prozent der Pflegesachleistungen pro Monat, erhalten Sie zusätzlich noch 40 Prozent des Ihnen zustehenden Pflegegeldes.
Herr Müller hat Pflegegrad 3 und wird zuhause von einer polnischen Pflegekraft betreut. Zusätzlich kommt einmal täglich sowie einen ganzen Tag pro Woche ein ambulanter Pflegedienst, um die 24-h-Pflegekraft zu entlasten.
Folgende Mittel der Pflegekasse stehen Herrn Müller zu: 1.298 Euro für Pflegesachleistungen bzw. 545 Euro Pflegegeld.
Der ambulante Pflegedienst stellt ihm monatlich 780 Euro in Rechnung, das sind 60 Prozent des ihm zustehenden Betrags für Pflegesachleistungen. Die nicht genutzten 40 Prozent werden auf das Pflegegeld angerechnet. Herr Müller erhält also 40 Prozent des ihm zustehenden Pflegegelds, das sind zusätzlich 218 Euro.
Hätte Herr Müller Pflegegrad 5, wären mit dem Betrag von 780 Euro für den Pflegedienst lediglich 39 Prozent seiner Pflegesachleistungen aufgebraucht, und er erhielte noch 61 Prozent seines Pflegegeldes: also 549,60 Euro.
Würde Herr Müller die Pflegesachleistungen voll in Anspruch nehmen, erhielte er überhaupt kein Pflegegeld. Würde er im Gegenteil nur von Angehörigen und einer polnischen Pflegekraft gepflegt, bekäme er ausschließlich das monatliche Pflegegeld in Höhe von 545 Euro (plus 125 Euro Entlastungsbetrag und 40 Euro für Pflegehilfsmittel) und keine Pflegesachleistung.
Eine Kombinationspflege macht also nicht nur aus organisatorischer, sondern auch aus finanzieller Sicht in vielen Fällen Sinn.
Werden die Leistungen der Behandlungspflege vom Arzt verschrieben, müssen in diesem Fall nicht die Mittel für Pflegesachleistungen genutzt werden. Somit bleibt der Anspruch auf das volle Pflegegeld erhalten.
Der Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich steht allen Pflegebedürftigen unabhängig ihres Pflegegrads zu. Er zielt speziell auf die Entlastung pflegender Angehöriger ab, denn er gibt ihnen einen gewissen Spielraum bei der Organisation des Pflegealltags. Mit dem Entlastungsbetrag können stunden- oder tageweise Betreuungskräfte bezahlt werden, damit pflegende Angehörige oder eine polnische Pflegekraft Pausen einlegen können.
Der Entlastungsbetrag wird nur ausgezahlt, wenn auch eine entsprechende Leistung in Anspruch genommen wurde. Es handelt sich also um einen Anspruch auf Kostenerstattung. Der Pflegebedürftige muss zunächst in Vorleistung gehen und dann Quittungen und Belege bei der Pflegekasse einreichen. Für den Entlastungsbetrag muss kein gesonderter Antrag gestellt werden. Jeder hat einen Anspruch auf die Entlastungsleistungen, sobald die Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde und man zu Hause gepflegt wird.
Wer seine Entlastungsbeiträge in einem Jahr (1.500 Euro) nicht komplett genutzt hat, kann seinen Anspruch übertragen und ihn noch bis zum 30. Juni des Folgejahres geltend machen.
Wofür kann der Entlastungsbetrag eingesetzt werden?
Alltags- und Pflegebegleiter
Wurde bei Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen schon ein Pflegegrad festgelegt und findet die Pflege zuhause durch Angehörige oder eine polnische Pflegekraft statt, werden von der Kasse Pflegehilfsmittel in Höhe von 40 Euro pro Monat finanziert.
Diese zum Verbrauch bestimmten Mittel zur Erleichterung der Pflege oder Hygiene benötigen keine ärztliche Bescheinigung oder ein Rezept. Es handelt sich zum Beispiel um Windeln, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel etc.
Die Kostenerstattung kann direkt bei der Krankenkasse beantragt werden. Der Antrag muss normalerweise nur einmal von der Kasse positiv beschieden werden. Der Pflegebedürftige bekommt die benötigten Hilfsmittel daraufhin monatlich zugesandt, verschiedene Dienstleister bieten entsprechende Abos an.
Die Kassen orientieren sich dabei an einer Liste von Pflegeprodukten und Geräten, die nach Produktgruppen sortiert sind, darunter finden sich die Pflegehilfsmittel für den häuslichen Bereich (Produktgruppen 50 bis 54).
PG 50 – Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
PG 51 – Pflegehilfsmittel zur Körperpflege/Hygiene
PG 52 – Pflegehilfsmittel zur selbstständigeren Lebensführung/Mobilität
PG 53 – Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden
PG 54 – Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel
Neben diesen Verbrauchsmitteln können Sie auch technische Pflegehilfsmittel beantragen, die oft leihweise von der Kasse zur Verfügung gestellt werden. Diese müssen allerdings sachgemäß bedient werden, weshalb oft eine separate Schulung in der Handhabung der Hilfsmittel nötig ist. Es handelt sich dabei beispielsweise um Pflegebetten, Duschwagen, Rollstühle, Lagerungsrollen etc.
Das Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbands der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen listet alle Produkte, für die die Kosten übernommen werden oder die die Kasse Ihrem Angehörigen leihweise überlässt.
Zuschüsse für die Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege , Tagespflege und Nachtpflege
Um Sie als pflegenden Angehörigen oder alternativ eine 24-Stunden-Pflegekraft zu entlasten, stellt die Pflegekasse finanzielle Mittel für die stunden- oder tageweise Pflege in einer stationären Einrichtung zur Verfügung.
Diese Pflegeleistung kann zum Beispiel einmal pro Woche oder aber während eines Urlaubs oder einer Umbaumaßnahme für einen längeren Zeitraum genutzt werden.
Je nach Leistung können jährlich bestimmte Beträge dafür abgerufen und zum Teil auch miteinander kombiniert werden, wodurch mehr Geld für eine Maßnahme zur Verfügung steht.
Für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 besteht Anspruch auf Pflege in einer von den Pflegekassen zur Kurzzeitpflege zugelassenen vollstationären Pflegeeinrichtung. Die Kurzzeitpflege kann für bis zu 8 Wochen pro Jahr in Anspruch genommen werden. Dafür steht ein Gesamtbetrag von 1.612 Euro im Kalenderjahr zur Verfügung. In Kombination mit nicht in Anspruch genommenen Mitteln aus der Verhinderungspflege (siehe unten) kann der Betrag auf insgesamt bis zu 3.224 Euro pro Jahr erhöht werden.
Während bei der Kurzzeitpflege die Betreuung immer außerhalb des Zuhauses erbracht wird, kann die Verhinderungspflege auch in häuslicher Umgebung geleistet werden. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Pflegekraft zwei Wochen Urlaub nimmt.
Die Pflege übernehmen dann entweder Verwandte oder Freunde, aber auch professionelle Pflegedienste.
Ab dem Pflegegrad 2 besteht ein Anspruch auf 6 Wochen Verhinderungspflege pro Kalenderjahr – vorausgesetzt jedoch, dass der Pflegebedürftige schon seit mindestens sechs Monaten zuhause gepflegt wird.
Die Förderdauer der Übergangspflege im Eigenheim ist insgesamt auf maximal acht Wochen beschränkt.
Werden die Mittel der Verhinderungspflege nicht (vollständig) genutzt, können sie stattdessen für die Kurzzeitpflege verwendet werden, so dass für die verlängerte Pflege in einer stationären Einrichtung insgesamt bis zu 3.224 Euro pro Jahr zur Verfügung stehen.
Auch ungenutzte Kurzzeit-Pflegekontingente können für die Verhinderungspflege verwendet werden. Allerdings wird hier nur der halbe Betrag aus der Kurzzeitpflege angesetzt, wodurch sich ein Höchstbetrag von 2.418 Euro pro Jahr für die Verhinderungspflege ergibt.
Die Tages- und Nachtpflege ist dazu geeignet, die Pflege zu Hause mit einer zeitweisen Unterbringung im Pflegeheim zu kombinieren. Sie ist besonders für Menschen geeignet, bei denen eine kontinuierliche Anwesenheit Dritter notwendig ist, nicht aber eine durchgehende Pflege.
Mit der Tages- und Nachtpflege werden einerseits pflegende Angehörige entlastet, und andererseits wird der Pflegebedürftige nicht komplett aus seinem gewohnten Umfeld gerissen, wie es bei einer Heimunterbringung der Fall wäre. Die Tages- oder Nachtpflege wird idealerweise mit einer 24-h-Pflegekraft kombiniert und an deren freien Tagen beansprucht.
Leistungen für die Tages- und Nachtpflege können ab Pflegegrad 2 in Anspruch genommen werden. Sie betragen jährlich bis zu
1.298 Euro bei Pflegegrad 3
1.612 Euro bei Pflegegrad 4
1.995 Euro bei Pflegegrad 5
Tages- und Nachtpflege kann zusätzlich zu ambulanten Pflegesachleistungen und Pflegegeld in Anspruch genommen werden, ohne dass eine Anrechnung auf diese Ansprüche erfolgt.
Personen mit Pflegegrad 1 haben leider keinen Anspruch auf Bezuschussung der Tagespflege. Allerdings erhalten sie von der zuständigen Pflegekasse einen monatlichen Betrag von 125 Euro für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen, der u.a. für die Tages- und Nachtpflege genutzt werden kann. Da die Kosten für die Tages- und Nachtpflege individuell sehr unterschiedlich ausfallen, sollten Sie mehrere Angebote einholen und vergleichen.
Zu beachten ist außerdem, dass mit den Mitteln aus der Pflegekasse nur Pflegeleistungen bezahlt werden können, die Verpflegung muss immer aus eigenen Mitteln geleistet werden.
Zuschüsse zur Wohnraumanpassungen
Die Pflegekasse gewährt auf Antrag einen Zuschuss von einmalig bis zu 4.000 Euro für Maßnahmen der barrierefreien Wohnraumanpassung. Er kann z.B. für einen Umbau des Badezimmers, den Einbau eines Treppenlifts oder die Installierung eines Hausnotrufsystems genutzt werden. Mindestens eine der folgenden Kriterien muss die Umbaumaßnahme erfüllen:
sie ermöglicht die häusliche Pflege überhaupt erst
sie erleichtert die häusliche Pflege erheblich und verringert die Belastung für den Pflegebedürftigen bzw. die Pflegepersonen
sie ermöglicht eine selbstständigere Lebensführung
Wenn sich der Hilfebedarf (und damit der Pflegegrad) ändert und neue Umbaumaßnahmen erforderlich sind, gewährt die Kasse den Wohnraumzuschuss ggf. erneut. Leben mehrere Pflegebedürftige in einer gemeinsamen Wohnung oder Pflege-WG, betragen die Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des gemeinsamen Wohnumfeldes 4.000 Euro pro Pflegebedürftigem. Der Gesamtbetrag je Maßnahme ist insgesamt auf 16.000 Euro begrenzt.
Auch ein Umzug kann als Maßnahme zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes ansehen werden, wenn in einer anderen Wohnung den Anforderungen des Pflegebedürftigen besser Rechnung getragen wird.
Neben den oben erwähnten Leistungen gibt es noch weitere finanzielle Mittel, die die Pflegekasse in bestimmten Fällen auf Antrag zur Verfügung stellt.
Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1-5, die in ambulant betreuten Pflege-WGs oder anderen Einrichtungen für betreutes Wohnen leben, haben Anspruch auf einen pauschalen Zuschuss in Höhe von 214 € monatlich.
Die Voraussetzung für den Bezug der Leistungen ist, dass Betroffene bereits entweder ambulante Sachleistungen, Pflegegeld, Kombinationsleistungen oder weitere Angebote zur Unterstützung im Alltag und/oder den Entlastungsbetrag in Anspruch nehmen.
Eine Pflege-WG muss aus mindestens drei und höchstens 12 Bewohnern bestehen. Dabei müssen mindestens drei der Bewohner pflegebedürftig sein, also einen Pflegegrad haben.
Angehörige, Freunde oder Nachbarn, die Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 zu Hause betreuen, haben ein Anrecht auf Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen. Dabei zahlt die Pflegekasse zwischen 94,74 und 566,37 Euro monatlich in die Rentenkasse ein. So ergibt ein Jahr Pflege eines Angehörigen durchschnittlich einen monatlichen Rentenanspruch zwischen 5,39 und 29,94 Euro.
Die Bezugsberechtigung der Pflegekraft wird im Rahmen der Pflegegrad-Feststellung durch den Gutachter festgehalten. Folgende Voraussetzungen müssen dabei von der Pflegekraft erfüllt werden:
sie pflegt wenigstens 10 Stunden pro Woche, verteilt auf mindestens zwei Tage
sie ist höchstens 30 Stunden pro Woche erwerbstätig
die zu pflegende Person muss mindestens über Pflegerad 2 verfügen
die Pflege findet in häuslicher Umgebung (nicht in einem Heim) statt
Werden mehrere Personen pflegerisch betreut, muss für jede Person der individuelle Pflegeaufwand im Gutachten dokumentiert werden. Pflegende Personen sind auch über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Die Pflegekasse entrichtet zudem Beiträge bei der Bundesagentur für Arbeit. Die Anmeldepflicht bei den Renten- und Unfallversicherungsträgern sowie der Bundesagentur für Arbeit obliegt den Pflegekassen. Diese müssen Sie über die Anmeldungen informieren.
Individuelle Pflegeberatung und Pflegekurse
Wohlfahrtsverbände, Sozialdienste, Pflegestützpunkte und andere Dienstleister bieten kostenlose Pflegeberatung für Pflegebedürftige und deren Angehörige an. Sie geben dabei Informationen zur Pflege, zur Unterstützung durch die Pflegekassen und zu Hilfsangeboten in der Nähe. Außerdem bieten sie Hilfestellung bei Anträgen und beim Erstellen eines individuellen Pflegeplans. Auf Wunsch kann die Beratung sogar zu Hause erfolgen. Die Beratung ist mehrfach möglich, solange der Pflegebedarf besteht. Weiterführende Informationen finden Sie hier:
www.bdb.zqp.de Übersicht über Beratungsangebote in Ihrer Nähe
www.bvpp.org/anbieter freie Berater
www.compass-pflegeberatung.de für Privatversicherte
In allgemeinen oder spezialisierten Pflegekursen lernen Angehörige den praktischen Umgang mit Pflegebedürftigen. In Spezialkursen werden Fakten und Behandlungsstrategien zu bestimmten Krankheiten vermittelt. Die Pflegekassen bieten diese Kurse meist über Dienstleister wie Wohlfahrtsverbände, Gemeinden oder Volkshochschulen an. Für Pflegende sind sie in der Regel kostenlos.
Ihre Pflegekasse informiert Sie auf Anfrage über entsprechende Angebote in Ihrer Nähe.
Weitere Hilfestellung anderer Anbieter
Kostenfrei für gesetzlich Versicherte (und auf Wunsch anonym) beraten geschulte Psychologen unter www.pflegen-und-leben.de zu individuell auftretenden Schwierigkeiten in der häuslichen Pflege. Die Beratung erfolgt telefonisch, per Mail oder Chat.
Freiwillige Pflegebegleiter unterstützen Pflegende kostenlos mit Rat und Tat unter www.pflegebegleiter.de
Hier tauschen Pflegende sich über Erfahrungen, Probleme und Lösungswege aus. Die Angebote sind kostenlos.
www.nakos.de (Gruppen vor Ort),
Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch unsere Informationen zur Arbeitszeitreduzierung zugunsten der Pflege Angehöriger sowie zu Finanzhilfen wie dem Pflegeunterstützungsgeld.
Die Bezeichnungen "24 Stunden-Pflege" ist eine umgangssprachliche Bezeichnungen für die häusliche Seniorenbetreuung, die sich im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert hat. Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen, weisen wir darauf hin, dass die von uns vermittelten Betreuungskräfte nicht ununterbrochen arbeiten. Die Arbeitszeiten unserer Betreuer unterliegen den gesetzlichen Vorgaben.

References: § 7
 § 37
 § 45
 § 36
 § 37
 § 41
 § 45
 § 39
 § 39
 § 42
 § 42
 § 38
 § 45
 § 38
 § 40
 § 43
 § 40
 § 44
 § 44
 § 43
 § 43