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Timestamp: 2019-05-22 02:58:07+00:00

Document:
Brandenberg, Unentgeltliche Aufnahme eines nahen Angehörigen in ein Einzelunternehmen zur Gründung einer PersGes, FR 2000, 745;
Rund, Die Aufnahme eines Partners o eines Kindes in ein Einzelunternehmen o eine PersGes, DStR 2000, 265;
Geissler, Entgeltliche u unentgeltliche Aufnahme einer natürlichen Person in ein Einzelunternehmen, FR 2001, 1029;
Groh, Aufnahme eines Gesellschafters in ein Einzelunternehmen: Ende der Ungewissheit?, DB 2001, 2162;
Münch, Die schenkungsteuerliche Privilegierung nach § 13a ErbStG bei der unentgeltlichen Aufnahme in ein Einzelunternehmen, DStR 2002, 1025.
Rn. 1450
Der scheinbar einfache und alltägliche Fall der unentgeltlichen Aufnahme eines (neuen) Gesellschafters in ein bestehendes Einzelunternehmen bereitet rechtsdogmatisch ungewöhnliche Schwierigkeiten. In der Praxis angesprochen ist damit insb die Aufnahme eines Kindes oder eines nahen Verwandten in das elterliche Einzelunternehmen zur Vorbereitung einer Unternehmensnachfolge. Wird zur Unternehmensnachfolge ein Betrieb oder Teilbetrieb unentgeltlich übertragen, stellte (bis 2001) und stellt niemand nach Maßgabe des § 6 Abs 3 EStG die zwangsweise Buchwertverknüpfung in Frage (s Rn 1381ff). Diese Rechtsfolge ergab sich unmittelbar aus dem Gesetzeswortlaut. Anders bei der unentgeltlichen Aufnahme des Unternehmensnachfolgers in das bestehende Einzelunternehmen: Durch den bis 2001 gültigen Gesetzeswortlaut nach war dieser Fall gerade nicht geregelt. Gleichwohl hat die FinVerw immer schon in diesem Fall eine Buchwertfortführung, also Verzicht auf Aufdeckung von stillen Reserven für richtig erachtet (s zB OFD D'dorf v 09.09.1999, DB 1999, 1980). StPfl hatten deshalb auch kein materielles Interesse an einer Klärung der rechtsdogmatischen Grundlagen, so dass hierzu BFH-Rspr nicht festzustellen ist.
Rn. 1451
Die rechtsdogmatische Unklarheit resultiert aus einer verwirrenden und verworrenen Gemengelage zwischen gesellschaftsrechtlicher Grundlegung, dem Steuerstatut einer Mitunternehmerschaft und den Steuerbelastungseffekten durch Anwendung oder Nichtanwendung des § 34 EStG. Letzteres deutet bereits das eigentliche Streitpotential an: Es geht um die Aufdeckung oder Nichtaufdeckung von stillen Reserven im Zusammenhang mit der Frage, ob ein tarifbegünstigter Veräußerungsgewinn vorliegt. MaW: Die entgeltliche Aufnahme eines Gesellschafters in ein bestehendes Einzelunternehmen (zB durch Neubegründung einer freiberuflichen Sozietät) steht im Mittelpunkt der rechtsdogmatischen Ableitung, die dann auch für die Begründung der unentgeltlichen Aufnahme eines Gesellschafters in das bestehende Einzelunternehmen herhalten muss.
Rn. 1452
In der kommentierenden Literatur wurde nach der Gesetzeslage bis 2000 die Buchwertfortführung für solche Fälle der unentgeltlichen Gesellschafteraufnahme – auch mehrerer Gesellschafter trotz singularischem Gesetzeswortlaut – in ein Einzelunternehmen auf Analogien gestützt: Wacker in Schmidt, § 16 EStG Rz 204, 23. Aufl: Analogon zu § 6 Abs 3 EStG, so auch Reiss in K/S/M, § 16 EStG Rz B 74; Widmann/Mayer, Umwandlungsrecht, § 24 UmwStG Rz 168: Analoge Anwendung von § 24 UmwStG. Weitere Nachweise bei Bode, DStR 2002, 114, 116, sowie Münch, DStR 2002, 1025, Letzterer auch zum Schenkungsteuerprivileg nach § 13a ErbStG.
Ab 2002 ist gem § 6 Abs 3 S 1 Hs 2 EStG (und bei Antrag aller Beteiligten auch früher gem BMF v 03.03.2005, BStBl I 2005, 458 Rz 21) die unentgeltliche Aufnahme einer natürlichen Person in ein bestehendes Einzelunternehmen, ebenso wie die Übertragung eines Teils eines Mitunternehmeranteiles, steuerneutral möglich. Voraussetzung für die Buchwertübertragung ist, dass alle wesentlichen Betriebsgrundlagen der bisherigen Einzelfirma entsprechend der Beteiligungsquote unentgeltlich in die PersGes eingebracht werden. Das zurückbehaltene BV muss Sonder-BV (darf also keine Gesamthandsvermögen werden) der entstandenen Mitunternehmerschaft bleiben, obwohl tatbestandlich "dieselbe" Mitunternehmerschaft vorliegt. Denn unter diesen Voraussetzungen ist § 6 Abs 3 S 2 EStG erfüllt, so dass die Zurückbehaltung grds unschädlich ist (s Rn 1439).
Rn. 1453
Für den Fall einer entgeltlichen Aufnahme eines Gesellschafters in ein bestehendes Einzelunternehmen (durch Einzahlung des Eintretenden in das PV des Einbringenden) hat der GrS BFH BStBl II 2000, 123 den Vorgang als Einbringung von ideellen Anteilen an den WG des Einzelunternehmens in das Gesamthandsvermögen angesehen, so dass im Ergebnis diese Übertragung nicht eine Sachgesamtheit iSd § 6 Abs 3 EStG, sondern Einzel-WG betrifft. Auch werde kein Mitunternehmeranteil übertragen, da dieser ja erst durch den Vollzug der unentgeltlichen Aufnahme entstehe. Aus diesem Grund könne auch § 24 UmwStG nicht angewendet werden, weil auch dort eine Sachgesamtheit als Einlagesubstrat verlangt werde. Es liege auch keine Gesetzeslücke vor (aA Rund, DStR 2000, 2...

References: § 13
 § 6
 § 34
 § 16
 § 6
 § 16
 § 24
 § 24
 § 13
 § 6
 § 6
 § 6
 § 24