Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4305.htm
Timestamp: 2018-12-15 21:23:49+00:00

Document:
4.305 Ägenberg-Ofenloch
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet "Ägenberg-Ofenloch" vom 28.Mai 2002 (GBl. v. 27.06.2002, S. 252).
Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S. 385) und § 28 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes(LJagdG) in der Fassung vom 1. Juni 1996 (GBI. S. 369) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Langenau, Gemarkung Hörvelsingen, und der Gemeinde Bernstadt, Alb-Donau-Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Ägenberg-Ofenloch".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 21 ha.
(2) Das Naturschutzgebiet erstreckt sich im Wesentlichen über die Steilhänge unmittelbar nördlich und westlich von Langenau-Hörvelsingen und die gewellte Hochfläche im Nordwesten. Es umfasst auf der Gemarkung Hörvelsingen Grundstücke in den Gewannen Ägenberg, Reute, Ofenloch und Obere Halde sowie auf der Gemarkung Bernstadt Grundstücksflächen im Gewann Ofenloch.
(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes und seine innere Gliederung sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Flurkarte im Maßstab 1:25000 vom 16. Mai 2002 mit durchgezogener roter Linie eingetragen. Die rote Bandierung ist Teil der Schutzgebietsfläche. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, Konrad-Adenauer-Straße 20, und beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm, Schillerstraße 30, auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
- die Erhaltung einer durch morphologische, geologische und klimatische Besonderheiten ausgezeichneten, landschaftsprägenden Wachholderheide mit wertvollen Magerrasen, Erdanrissen, Hecken, Feldgehölzen und naturnahem Kiefernsukzessionswald zur Lebensraumsicherung der gefährdeten Flora und Fauna, besonders der Schmetterlinge und Wildbienen der trockenwarmen Heide sowie der Hecken- und Gebüschbrüter;
- der Schutz der Wachholderheide und der Umgebung vor Aufforstung und anderen Nutzungsintensivierungen, besonders vor übermäßigem Freizeitbetrieb;
- die Erhaltung des Gebiets als integraler Bestandteil einer Biotopvernetzung und Landschaftsentwicklung und als Zeugnis der früheren Wirtschaftsweise von hohem landeskulturellem Wert.
(2) Schutzziel ist
- die dauerhafte Sicherung der Heide als Weidefläche für Schafe in extensiver Hütehaltung und damit Nutzung und Pflege als Magerrasen, dazu die Vernetzung mit Weideflächen in dieser und benachbarten Gemarkungen sowie
- die Einrichtung von extensivierten Pufferzonen, u.a. als Pferchflächen.
2. Dauergrünland umzubrechen;
4. neu aufzuforsten, die Entwicklung von Laubholz- oder Mischbeständen hin zu Nadelholzreinbeständen aktiv zu fördern, Christbaum- und Schmuckreisigkulturen oder Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen sowie Gehölze aller Art neu zu pflanzen oder auf andere Weise nicht-standortheimische Pflanzen oder Pflanzteile einzubringen;
5. Pflanzenschutzmittel, Düngemittel oder Chemikalien zu verwenden. Ausgenommen hiervon ist die Bewirtschaftung des Flurstücks Nr. 385.
(5) Insbesondere bei Erholung, Freizeit und Sport ist es verboten.
3. außerhalb des besonders ausgewiesenen Wegs zu reiten;
5. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen, Kraftfahrzeuge abzustellen oder Massenveranstaltungen aller Art (wie Volkswandern, Sportveranstaltungen) durchzuführen;
6. Wasserflächen zu nutzen;
7. Luftfahrzeuge aller Art zu betreiben, insbesondere das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hängegleiter, Gleitsegel, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme) und Freiballonen sowie das Aufsteigenlassen von Flugmodellen.
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang und ordnungsgemäß im Sinne des Naturschutzgesetzes erfolgt, dabei den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, Gewässerrandstreifen und Ufer, oberirdische Gewässer und Grundwasser nicht in ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wildlebenden Tieren und Pflanzen ausreichenden Lebensraum erhält. Voraussetzung ist weiter, dass:
2. durch neue Entwässerungs- öder andere Maßnahmen der Wasserhaushalt nicht verändert wird;
4. Pflanzenschutzmittel nicht verwendet werden, ausgenommen solche zur Einzelpflanzen- und Nesterbekämpfung bei Ampfer;
5. Feldraine, Wälle, ungenutztes Gelände, Hecken, Gebüsche, Bäume, Röhrichtbestände, Tümpel oder sonstige landschaftsprägende Elemente nicht erheblich oder nachhaltig beeinträchtigt werden; ein ordnungsgemäßer Rückschnitt außerhalb der Vogelbrutperiode (01. März bis 31. August) ist zulässig.
6. auf Kalkmagerrasenflächen nicht gepfercht wird.
Das Recht, die landwirtschaftliche Nutzung aufzunehmen, die nach dem Auslaufen vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder Extensivierungs- oder Stilllegungsprogrammen zugelassen ist, besteht fort, soweit nicht diese Verordnung Beschränkungen auferlegt.
(2) Für die forstwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang ordnungsgemäß erfolgt und die Grundsätze und Ziele des Naturschutzgesetzes sowie den Schutzzweck berücksichtigt. Voraussetzung ist insbesondere, dass:
1. die Bewirtschaftung mit der Maßgabe erfolgt, dass kein neuer Wald mehr angelegt wird;
3. Entwässerungsmaßnahmen nicht begonnen werden;
4. die Zusammensetzung der Baumarten überwiegend aus standortheimischen Arten der potentiell natürlichen Vegetation entsprechend den Standortverhältnissen gefördert wird, insbesondere Laubholz- oder Mischbestände nicht zu Nadelholzreinbeständen umgewandelt werden oder eine solche Entwicklung begünstigt wird;
5. Tothölzer, Höhlenbäume oder Horstbäume - unter Beachtung der Verkehrssicherungspflicht - bis zu ihrem natürlichen Verfall erhalten werden.
1. Hochsitze nur außerhalb von trittempfindlichen Bereichen und Kalkmagerrasenflächen und nur landschaftsgerecht aus naturbelassenen Rundhölzern errichtet werden;
2. keine Wildäcker und keine Futterstellen, Ablenkungsfütterungen und Kirrungen nur mit Zustimmung der Naturschutzbehörde angelegt werden;
3. für die natürliche Verjüngung der vorkommenden Waldgesellschaften angepasste Wildbestände hergestellt werden;
5. das Schutzgebiet nur im Zusammenhang mit der Ausübung der Jagd und nur auf befestigten Wegen mit Kraftfahrzeugen befahren wird; es sei denn, um zur zulässigen Errichtung neuer Jagdeinrichtungen sperriges oder schweres Material zu befördern oder um schweres Schalenwild zu bergen.
(4) Unberührt bleibt auch die sonstige, bisher in rechtmäßiger Weise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Gewässer sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflege- und Entwicklungsplan oder durch Einzelanordnung festgelegt, für Waldflächen im Einvernehmen mit dem zuständigen Staatlichen Forstamt. § 4 dieser Verordnung ist insoweit nicht anzuwenden.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Naturschutzgebiet nach § 4 dieser Verordnung verbotene oder nach § 5 in die Verbote einbezogene Handlungen vornimmt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 des LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fährlässig entgegen § 4 oder § 5 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
(2) Die Verordnung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet „Ofenloch - Hagener Tobel" vom 02. Mai 1986 tritt für den Geltungsbereich dieser Verordnung gleichzeitig außer Kraft.
Tübingen, den 28. Mai 2002

References: § 28
 § 2
 § 4
 § 4
 § 4
 § 64
 § 4
 § 5
 § 40
 § 4
 § 5