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Timestamp: 2020-06-03 16:13:14+00:00

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Der wettbewerbliche Verletzungsunterlassungsanspruch - und die tatsächliche unternehmerische Tätigkeit | Rechtslupe
Der wettbewerbliche Verletzungsunterlassungsanspruch - und die tatsächliche unternehmerische Tätigkeit
Ein Mit­be­wer­ber kann einen Ver­let­zungs­un­ter­las­sungs­an­spruch nur mit Erfolg gel­tend machen, wenn er sei­ne ent­spre­chen­de unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit im Zeit­punkt der Ver­let­zungs­hand­lung bereits auf­ge­nom­men und im Zeit­punkt der letz­ten Ver­hand­lung noch nicht auf­ge­ge­ben hat [1].
Der Klä­ge­rin ste­hen die auf Wie­der­ho­lungs­ge­fahr gestütz­ten Unter­las­sungs­an­sprü­che nicht zu, wenn sie wäh­rend der Ver­let­zungs­hand­lun­gen nicht Mit­be­wer­be­rin des Beklag­ten im Sin­ne von § 2 Abs. 1 Nr. 3, § 8 Abs. 3 Nr. 1 UWG war, zwi­schen den Par­tei­en also im maß­geb­li­chen Zeit­raum kein kon­kre­tes Wett­be­werbs­ver­hält­nis bestand.
Der Bun­des­ge­richts­hof hat unter der Gel­tung des § 13 Abs. 2 Nr. 1 des Geset­zes gegen den unlau­te­ren Wett­be­werb in der Fas­sung, die bis zum 7.07.2004 gegol­ten hat, ent­schie­den, dass ein Mit­be­wer­ber einen Ver­let­zungs­un­ter­las­sungs­an­spruch nur mit Erfolg gel­tend machen kann, wenn er sei­ne ent­spre­chen­de unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit im Zeit­punkt der Ver­let­zungs­hand­lung bereits auf­ge­nom­men hat­te und im Zeit­punkt der letz­ten Ver­hand­lung noch nicht auf­ge­ge­ben hat [2]. An die­ser Recht­spre­chung ist auch bei der Anwen­dung des seit dem 8.07.2004 gel­ten­den § 8 Abs. 3 Nr. 1 UWG fest­zu­hal­ten [3]. Der kla­gen­de Mit­be­wer­ber muss in sei­nen wett­be­werbs­recht­li­chen Inter­es­sen ver­letzt sein. Das ist nur der Fall, wenn er im Zeit­punkt der Ver­let­zungs­hand­lung Mit­be­wer­ber ist.
Kei­ner Ent­schei­dung bedarf im Streit­fall die Fra­ge, inwie­weit Mit­be­wer­ber im Sin­ne von § 2 Abs. 1 Nr. 3, § 8 Abs. 3 Nr. 1 UWG auch ein Unter­neh­mer ist, der sich – als poten­ti­el­ler Mit­be­wer­ber – gera­de anschickt, auf einem bestimm­ten Markt tätig zu wer­den [4]. Nach den vom Beru­fungs­ge­richt getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen kann davon im Streit­fall nicht aus­ge­gan­gen wer­den.
Eine für die Klä­ge­rin güns­ti­ge­re Beur­tei­lung der Sache lässt sich nicht mit der Erwä­gung begrün­den, wäh­rend der Zeit, wäh­rend der die durch die began­ge­ne Ver­let­zungs­hand­lung begrün­de­te Wie­der­ho­lungs­ge­fahr fort­be­stehe, habe auch ein neu hin­zu­ge­tre­te­ner Mit­be­wer­ber ein schüt­zens­wer­tes Inter­es­se dar­an, wei­te­re kern­glei­che Ver­let­zungs­hand­lun­gen zu unter­bin­den. Dem steht ent­ge­gen, dass der Ver­let­zungs­un­ter­las­sungs­an­spruch gemäß § 8 Abs. 1 Satz 1 Fall 2 UWG nicht allein an die Gefahr wei­te­rer Wett­be­werbs­ver­stö­ße, son­dern auch an einen began­ge­nen Wett­be­werbs­ver­stoß anknüpft, der die­se Gefahr begrün­det hat. Das Fort­be­stehen der durch die Ver­let­zungs­hand­lung begrün­de­ten Wie­der­ho­lungs­ge­fahr stellt eine der Vor­aus­set­zun­gen dar, unter denen ein Ver­let­zungs­un­ter­las­sungs­an­spruch besteht. Das Feh­len die­ser Gefahr steht daher dem ent­spre­chen­den Anspruch zwin­gend ent­ge­gen; ihr Vor­lie­gen allein recht­fer­tigt aber die­sen Anspruch noch nicht. Eine Gleich­be­hand­lung des nach­träg­lich hin­zu­ge­kom­me­nen Mit­be­wer­bers mit den bereits zur Zeit der Ver­let­zungs­hand­lung tätig gewe­se­nen Mit­be­wer­bern ist schon des­halb nicht gebo­ten, weil die­se anders als der neu hin­zu­ge­kom­me­ne Mit­be­wer­ber durch das unzu­läs­si­ge Ver­hal­ten des Wett­be­wer­bers in ihren wett­be­werbs­recht­li­chen Inter­es­sen ver­letzt wor­den sind.
Fort­füh­rung von BGH, Urteil vom 12.07.1995 – I ZR 85/​93, GRUR 1995, 697, 699 = WRP 1995, 815 – FUNNY PAPER[↩]
BGH, Urteil vom 12.07.1995 – I ZR 85/​93, GRUR 1995, 697, 699 = WRP 1995, 815 – FUNNY PAPER[↩]
vgl. Köhler/​Feddersen in Köhler/​Bornkamm, UWG, 34. Aufl., § 8 Rn.03.29; Großkomm.UWG/Paal, 2. Aufl., § 8 D Rn.207; MünchKomm-.UWG/Ottofülling, 2. Aufl., § 8 Rn. 342 f.; Fezer/​Büscher, UWG, 2. Aufl., § 8 Rn. 238; Teplitzky/​Kessen, Wett­be­werbs­recht­li­che Ansprü­che und Ver­fah­ren, 11. Aufl., Kap. 10 Rn. 4; Ahrens/​Jestaedt, Der Wett­be­werbs­pro­zess, 7. Aufl., Kap. 18 Rn. 14[↩]
vgl. dazu Köh­ler in Köhler/​Bornkamm aaO § 2 Rn. 104 und Köhler/​Feddersen in Köhler/​Bornkamm aaO § 8 Rn.03.29[↩]

References: § 2
 § 8
 § 13
 § 8
 § 2
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 2
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