Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%202013,%20294
Timestamp: 2019-05-25 00:26:12+00:00

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BGH, 13.12.2012 - I ZR 150/11 - dejure.org
BGH, 13.12.2012 - I ZR 150/11
https://dejure.org/2012,43055
BGH, 13.12.2012 - I ZR 150/11 (https://dejure.org/2012,43055)
BGH, Entscheidung vom 13.12.2012 - I ZR 150/11 (https://dejure.org/2012,43055)
BGH, Entscheidung vom 13. Dezember 2012 - I ZR 150/11 (https://dejure.org/2012,43055)
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Dlg. de
Dlg.de - Zur Haftung des auf Löschung des Domainnamens in Anspruch genommenen Admin-C
§§ 280 Abs. 2, 286, 12 Satz 1 BGB; §§ 15, 5 MarkenG
Art 10 Abs 1 FreundschVtr USA, Art 25 Abs 1 FreundschVtr USA, Art 25 Abs 5 S 2 FreundschVtr USA, § 5 MarkenG, § 15 MarkenG
Anspruch auf Löschung einer aus einer Buchstabenkombination bestehenden Internet-Domain: Namensanmaßung seitens eines in den USA ansässigen Domaininhabers bei Domain-Grabbing; Störerhaftung des Admin-C - dlg.de
Zum Löschungsanspruch eines Ausländers hinsichtlich einer .de-Domain und zur Haftung des Admin-C - dlg.de
Der Admin-C haftet bei serienhafter Domain-Registrierung nicht ohne Weiteres als Störer
"dlg.de"
Geltung des in Art. 25 Abs. 5 S. 2 des deutsch-amerikanischen Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsvertrags statuierten Herkunftslandprinzips nur für die Partei- und Prozessfähigkeit der im jeweils anderen Vertragsstaat gegründeten Gesellschaften
Verfahrensrecht - Prinzip der gegenseitigen Anerkennung
Zur Kollision ausländischer und inländischer Namensrechte bei .de-Domains
Grundsatzentscheidung zur Haftung des Admin-C
A) Das in Art. XXV Abs. 5 Satz 2 des deutsch-amerikanischen Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsvertrags statuierte Herkunftslandprinzip (Prinzip der gegenseitigen Anerkennung)... gilt nur für die Partei- und Prozessfähigkeit der im jeweils anderen Vertragsstaat gegründeten Gesellschaften (vgl. BGH, Urteil vom 29. Januar 2003 - VIII ZR 155/02, BGHZ 153, 353, 355 ff.); danach gelten Gesellschaften, die gemäß den Gesetzen und sonstigen Vorschriften des einen Vertragsteils in dessen Gebiet errichtet sind, als Gesellschaften dieses Vertragsteils; ihr rechtlicher Status wird in dem Gebiet des anderen Vertragsteils anerkannt.
Gesellschaftsrecht, Rechtsfähigkeit
Neues zur Haftung des Admin-C
Zu den Voraussetzungen für den Anspruch auf Bewilligung der Löschung von länderspezifischen Domainnamen gegen den administrativen Ansprechpartner (Admin-C) als Störer
LG Stuttgart, 19.10.2010 - 17 O 172/10
NJW-RR 2013, 487
MDR 2013, 237
GRUR 2013, 294
GRUR Int. 2013, 265
MMR 2013, 304
K&R 2013, 183
Aus § 12 Satz 1 BGB kann sich hingegen ein Anspruch auf Löschung eines Domainnamens ergeben, weil die den Berechtigten ausschließende Wirkung bei der unbefugten Verwendung des Namens als Domainadresse nicht erst mit der Benutzung des Domainnamens, sondern bereits mit der Registrierung eintritt (BGHZ 149, 191, 199 - shell.de; BGH, Urteil vom 26. Juni 2003 - I ZR 296/00, BGHZ 155, 273, 276 f. - maxem.de; Urteil vom 9. September 2004 - I ZR 65/02, GRUR 2005, 430, 431 = WRP 2005, 488 - mho.de;… BGH, GRUR 2008, 1099 Rn. 19 - afilias.de;… GRUR 2012, 304 Rn. 29 - Basler Haar-Kosmetik; BGH, Urteil vom 13. Dezember 2012 - I ZR 150/11, GRUR 2013, 294 Rn. 12 = WRP 2013, 338 - dlg.de).
Der berechtigte Namensinhaber wird so von der eigenen Nutzung des Namens als Domainname unter dieser Top-Level-Domain ausgeschlossen (vgl. BGHZ 149, 191, 199 - shell.de; BGHZ 155, 273, 276 f. - maxem.de; BGH…, Urteil vom 8. Februar 2007 - I ZR 59/04, BGHZ 171, 104 Rn. 11 - grundke.de;… BGH, GRUR 2008, 1099 Rn. 19 - afilias.de;… GRUR 2012, 304 Rn. 38 - Basler Haar-Kosmetik; GRUR 2013, 294 Rn. 14 - dlg.de;… GRUR 2014, 506 Rn. 28 - sr.de).
Ein berechtigtes Interesse zur Verwendung der Top-Level-Domain ".de" kann aber auch bei einem ausländischen Unternehmen bestehen, das etwa unter diesem Domainnamen deutschsprachige Inhalte zugänglich machen möchte (vgl. BGH, GRUR 2013, 294 Rn. 17 - dlg.de).
Dies setzt allerdings voraus, dass entsprechende Interessen dargelegt werden (BGH, GRUR 2013, 294 Rn. 18 - dlg.de; Weller, LMK 2013, 344766).
Die den Berechtigten ausschließende Wirkung setzt bei der Verwendung eines fremden Namens als Domainname bereits mit der Registrierung und nicht erst mit der Benutzung der Domain ein (BGH, Urteil vom 26. Juni 2003 - I ZR 296/00, BGHZ 155, 273, 276 f. - maxem.de;… Urteil vom 8. Februar 2007 - I ZR 59/04, BGHZ 171, 104 Rn. 11 - grundke.de;… BGH, GRUR 2012, 304 Rn. 29 - Basler Haar-Kosmetik; BGH, Urteil vom 13. Dezember 2012 - I ZR 150/11, GRUR 2013, 294 Rn. 14 = WRP 2013, 338 - dlg.de).
Der berechtigte Namensinhaber wird so von der eigenen Nutzung des Namens als Domainname unter dieser Top-Level-Domain ausgeschlossen (BGHZ 149, 191, 199 - shell.de; BGH, Urteil vom 26. Juni 2003 - I ZR 296/00, BGHZ 155, 273, 276 f. - maxem.de;… Urteil vom 8. Februar 2007 - I ZR 59/04, BGHZ 171, 104 Rn. 11 - grundke.de;… BGH, GRUR 2008, 1099 Rn. 19 - afilias.de;… GRUR 2012, 304 Rn. 38 - Basler Haar-Kosmetik; BGH, Urteil vom 13. Dezember 2012 - I ZR 150/11, GRUR 2013, 294 Rn. 14 = WRP 2013, 338 - dlg.de;… BGH, GRUR 2014, 506 Rn. 28 - sr.de).
Die Kosten für die verzugsbegründende Erstmahnung sind jedoch nicht ersatzfähig, da im Zeitpunkt der maßgeblichen Leistungshandlung gerade noch kein Verzug vorlag (BGH, Urteil vom 13. Dezember 2012 - I ZR 150/11 -, juris Rn. 25;… MüKoBGB/Ernst, 7. Aufl. 2016, § 286 Rn. 159;… Palandt/Grüneberg, BGB, 77. Aufl. 2018, § 286 Rn. 44).
Aus § 12 S. 1 BGB ergibt sich auch ein Anspruch auf Löschung eines Domainnamens, weil die den Berechtigten ausschließende Wirkung bei der unbefugten Verwendung des Namens als Domainadresse nicht erst mit der Benutzung des Domainnamens, sondern bereits mit der Registrierung eintritt (BGHZ 149, 191, 199 - shell.de; BGH, Urteil vom 26. Juni 2003 - I ZR 296/00, BGHZ 155, 273, 276 f. - maxem.de; BGH, Urteil vom 9. September 2004 - I ZR 65/02, GRUR 2005, 430, 431 - mho.de;… BGH, GRUR 2008, 1099 Rn. 19 - afilias.de;… GRUR 2012, 304, Rn. 29 - Basler Haar-Kosmetik; BGH, Urteil vom 13. Dezember 2012 - I ZR 150/11, GRUR 2013, 294, Rn. 12 - dlg.de).
Es mag sein, dass ihr Prozessbevollmächtigter die verzugsbegründende Mahnungen geschrieben hat (Schreiben vom 13. April 2012, Anlagen K 118 ff), seine Beauftragung folglich keine Verzugsfolge war und die hierdurch entstandenen Kosten folglich nicht nach §§ 280, 286 BGB ersatzfähig sind (vgl. BGH, Urteil vom 27. Mai 2015, IV ZR 292/13, Rz. 51: Urteil vom 13.Dezember 2012, I ZR 150/11, Rz. 25).
Das ist nicht der Fall, wenn die dem Schaden zugrunde liegende Vermögenseinbuße bereits vor Beginn des Verzuges eingetreten ist (BGH, Urteil vom 13. Dezember 2012 - I ZR 150/11, NJW-RR 2013, 487 Rn. 25 m.w.N.).
Die Kosten der Verzug begründenden Erstmahnung kann der Gläubiger nicht ersetzt verlangen, weil sie nicht durch den Verzug verursacht worden sind (vgl. BGH, Urt. v. 13.12.2012 - I ZR 150/11, NJW-RR 2013, 487;… OLG München, Urt. v. 21.05.2015 - 17 U 334/15, juris;… LG Waldshut-Tiengen, Urt. v. 19.08.2014 - 1 O 78/13, juris; OLG Köln v. 23.01.2013 - 13 U 218/11, juris;… Palandt- Grüneberg , § 286 BGB Rn. 45 (vgl.).
Das ist nicht der Fall, wenn die dem Schaden zugrunde liegende Vermögenseinbuße bereits vor Beginn des Verzuges eingetreten ist (BGH NJW-RR 2013, 487 Rn. 25).
(vgl. BGH, Urteil vom 13. Dezember 2012, I ZR 150/11 - dlg.de, Rn 17).
LG Gießen, 04.08.2014 - 7 Qs 26/14
Strafbarkeit des Admin-C eines Erotik-Portals wegen Beihilfe
OLG Karlsruhe, 13.03.2013 - 6 U 49/12

References: § 5
 § 15
 Art. 25
 § 12
 § 286
 § 286
 § 12
 § 286