Source: http://www.diakonie-sachsen.de/archiv-2010-jetzt-schlaegt-s-dreizehn-mehr-chancen-fuer-benachteiligte-jugendliche.html
Timestamp: 2017-11-24 09:22:41+00:00

Document:
Archiv 2010 – „Jetzt schlägt`s dreizehn” Mehr Chancen für benachteiligte Jugendliche!
Die Zukunft der Jugendsozialarbeit spielt sich in den Kommunen ab – verlässliche Strukturen ausbauen statt abbauen
In Sachsen verlassen nahezu zehn Prozent der Schüler – das sind jedes Jahr rund 3000 junge Menschen – die Schule ohne Abschluss. Die Gründe und Problemlagen dafür sind vielfältig: Sie reichen von einem besonders schwierigen sozialen Umfeld, über Lernschwierigkeiten, mangelnde soziale Reife bis hin zur Behinderungen. Für sie alle gestaltet sich der Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder ins Berufsleben daher besonders schwierig. Damit sie nicht ohne Lebensperspektiven bleiben, brauchen sie zielgerichtete Hilfen und intensive Förderung, ein Sprungbrett zur Befähigung, ihren eigenen Lebensweg gehen zu können. Doch das gibt es immer weniger. Da es für diese jungen Menschen keinen individuellen Rechtsanspruch auf Hilfe und Förderung gibt, fällt die Finanzierung der Angebote der Jugendsozialarbeit bei den Kommunen aufgrund ihrer Kassenlage oft „hintenrunter“. Denn die Angebote der Jugendsozialarbeit im § 13 SGB VIII sind nur Soll- oder Kann-Leistungen. Doch nicht nur restriktives Spardenken, auch die ungeregelten Übergänge zwischen den Rechtskreisen der Sozialgesetzbücher VIII (dort vor allem § 13 ) und II (Hartz IV) sowie III führen immer wieder zu Zuständigkeitsschiebereien zwischen den Kostenträgern. Dann fallen die jungen Menschen durch alle Maschen.
„Wir brauchen aber verlässliche Strukturen und Angebote sowie professionelles Personal. Jugendhilfe muss frühzeitig ansetzen und ist nicht zum Nulltarif zu haben. Dazu müssen alle in der Jugendsozialarbeit Verantwortlichen an einem Strang ziehen – einfach aus der Einsicht heraus, dass wir es uns als Gesellschaft nicht leisten können, Jahr für Jahr so viele Jugendliche in ein perspektivloses Erwachsenenleben zu entlassen. Es ist für Diakonie und die Jugendarbeit der Evangelischen Kirche unannehmbar, einen erheblichen Teil der jungen Menschen als „verlorene Generation“ abzuschreiben und sie dauerhaft auszugrenzen“, sagt Friedhelm Fürst, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Sachsen, anlässlich einer gemeinsamen Veranstaltung der Produktionsschule Moritzburg und Bundesarbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugendsozialarbeit e.V. (BAG EJSA) am heutigen Donnerstag. BAG EJSA und Produktionsschule Moritzburg hatten heute kommunale Akteure, das Jugendamt, Ministeriumsvertreter und den jugendpolitischen Sprecher der CDU zu einem Vort-Ort-Gespräch in die Produktionsschule eingeladen. Diskutiert wurde, wie die Möglichkeiten des § 13 SGB VIII (siehe „Hintergrund“) gestärkt und wieder besser genutzt werden könnten. Denn die Fördermöglichkeiten von jungen Menschen nach dem §13 sind seit Jahren rückläufig. „Die Einschränkung des §13 aus fiskalischen Gründen kann so nicht länger hingenommen werden. Die Bedarfe müssen jeweils vor Ort geprüft werden. Das ist eine Forderung an die Verantwortlichen in den Kommunen und Gebietskörperschaften!“ So Norbert Litschko, Mitglied des Vorstandes der BAG EJSA und der Geschäftsleitung des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschlands in seiner Rede zu Beginn der Veranstaltung.
Der § 13 im SGB VIII ist die wesentliche gesetzliche Grundlage für die Jugendsozialarbeit. Dort heißt es:
Die BAG EJSA will mit ihrer Kampagne „Jetzt schlägt`s dreizehn“ in Vort.Ort-Veranstaltungen Einrichtungen der diakonischen Jungendsozialarbeit darin unterstützen, die Umsetzung des § 13 SBG VIII vor Ort einzufordern.
Die Diakonie Sachsen betreut und beschäftigt in ihren Einrichtungen derzeit 400 junge Menschen

References: § 13
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