Source: http://igmetall-zoom.de/Forum/viewtopic.php?f=30&t=5652&start=60
Timestamp: 2020-02-17 06:29:46+00:00

Document:
Aktuelle Zeit: 17.02.2020, 07:29
Verfasst: 21.12.2019, 13:51
Habt ihr euch denn alle Änderungen im Mantel angeguckt? Ich für meinen Teil hätte das jedenfalls NICHT erwartet! Wenn das dann nur im Gegenzug für weniger Lohnzuwächse erreichbar war - trotzdem Respekt an die Verhandler der Gewerkschaftsseite, vorallem vor dem Hintergrund der überhaupt nicht vorhandenen Mobilisierbarkeit. Ost-West-Angleichung und Zahlungen nur für Gewerkschaftsmitglieder - da sind die ach so starken ME-Metaller noch Lichtjahre von entfernt...
Verfasst: 21.12.2019, 21:55
Habt ihr euch denn alle Änderungen im Mantel angeguckt?
Ja, habe ich mir alle angeschaut.
Z.B. ...bessere Eingruppierung...Zukünftig wird eine richtige Eingruppierung der Leihbeschäftigten einfacher sein und sich damit besser durchzusetzen lassen, erklärt IG Metall-Verhandlungsführer Juan-Carlos Rio Antas. ... stimmt alles, aber es muss durchgesetzt werden. Von wem? Der LAN alleine? Die BR in den Entleihbetrieben?
Arbeitszeitkonten: . Im iGZ-Tarifvertrag wurde ein verbessertes Recht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Auszahlung von Stundenguthaben durchgesetzt und die rechtswidrige Regelung, die dem Unternehmen erlaubte, über zwei Tage zu verfügen, endlich gestrichen. Ein wichtiger Erfolg ist auch: jetzt ist im Tarifvertrag unmissverständlich geregelt, dass die Überbrückung verleihfreier Zeiten durch Nutzung des Arbeitszeitkontos nur mit Zustimmung des Leihbeschäftigten möglich ist.
Dass die ZAF rechtswidrig gehandelt haben dafür soll man beim Entgelt etwas hergeben ? Und dass der TV verhindert, dass die weiter rechtswidrig handeln da soll man sich keinen Illusionen hingeben.
Angleichung der Ostleihtarife: Die Entgelte der Leihbeschäftigten im Osten steigen noch stärker und werden an den Westen angeglichen: um 3 Prozent (2,31 in Entgeltgruppe 1) ab April 2020 und um weitere 2,2 Prozent ab Oktober 2020
Das soll mich nach 15 Jahren DGB-TG-Tarifen begeistern ? Und die endgültige Angleichung ab 01.04.2021 wurde schon bei den Tarifverhandlungen 2016 schriftlich vereinbart. Dazu mußte nicht eine Minute von dem 24-Stunden-Marathon verwendet werden. So feiert man den Erfolg von vor drei Jahren halt heute nochmals und vermutlich im April 21 dann zum dritten mal.
Wenn das dann nur im Gegenzug für weniger Lohnzuwächse erreichbar war - trotzdem Respekt an die Verhandler der Gewerkschaftsseite, vorallem vor dem Hintergrund der überhaupt nicht vorhandenen Mobilisierbarkeit.
LAN sind extrem schwierig mobilisierbar. Aber macht man sich Gedanken wie man das ändern könnte? Mein Vorschlag: Zeitgleiche Kündigungstermine von Stamm - und Leihtarifen. Müßte halt in der DGB-TG abgesprochen welche Branche den Vorreiter macht.
Oder z. B. zum 01.04.2020 sind die Metalltarife nicht mehr der Friedenspflicht unterworfen. Würden die Verhandlungen in der Leihbranche bis zu diesem Termin hinausgezögert könnten LAN - und Stammarbeiter in ausgesuchten Entleihbetrieben gemeinsam in Warnstreiks treten. Aber jeder für seinen Tarif und nicht wie bisher üblich die LAN werden zu Solidaritätsstreiks aufgefordert für die Stammtarife.
Werden denn solche Überlegungen in der IGM-TK diskutiert? Nach 15 Jahren DGB-TG-Tarifen wäre es doch mal an der Zeit nicht nur zu jammern sondern positive Überlegungen anzustellen.
Ich empfehle dir mal diesen link: https://www.facebook.com/IGMKLev/posts/ ... %22O%22%7D
Witich Roßmann der damalige 1. Bevollmächtigte der IGM Köln 2017 zu den Branchenzuschlägen u.a.: hat nach eingehender strategischer Diskussion die Kölner IG Metall 2011 zum Gewerkschaftstag als einzige IG Metall Verwaltungsstelle zum Thema Leiharbeit den Kampf um Branchenzuschläge als Antrag eingebracht, der dann auch beschlossen wurde. Wir forderten zugleich für die Durchsetzung dieser Tarifverträge ein Organisations-, Mobilisierungs- und Arbeitskampfkonzept: Dies ist bis heute nicht eingelöst. (von mir fettgedruckt) Die Tarifverhandlungen Leiharbeit werden weitgehend zentral, ohne Informationen und Aktionen für und mit den Betroffenen geführt. Die Einbeziehung der Leiharbeitnehmer, die in ihren Verleih- wie in ihren Entleihbetrieben einem besonders harten Druck unterliegen, ist nicht einfach – gleichwohl unverzichtbar für jegliche erfolgreiche tarif- wie gesellschaftspolitische Strategie.
hilde, gibt es denn ernsthaft ein solches Organisations-, Mobilisierungs- und Arbeitskampfkonzept in der DGB-TG oder wenigstens in der IGM?
Mir ist bis heute nichts davon zu Ohren gekommen. Der TV Branchenzuschläge ist kündbar zum 31. Dezember 2020. Gibt es für diesen Termin ein Konzept ? Da braucht die IGM noch nicht mal Rücksicht nehmen auf andere DGB-Gewerkschaften.
Ist jetzt etwas lang geworden aber vielleicht gibt es doch noch mal ein wenig Diskussion hier.
Verfasst: 21.12.2019, 22:06
"Wenn Sie nicht zustimmen, müssen wir Sie leider kündigen."
Wetten, dass ... ?
Für mich gibt es nach der jahrelangen Verarsche nur noch eine überzeugende Lösung:
Verfasst: 22.12.2019, 01:52
Nach 15 Jahren DGB-TG-Tarifen wäre es doch mal an der Zeit nicht nur zu jammern sondern positive Überlegungen anzustellen.
Ein netter Versuch zu provozieren, aber auch ziemlich arrogant und realitätsfremd.
Verfasst: 23.12.2019, 18:11
Hallo DDente, Hallo hilde
@DDente
Ich nehme mal an du sprichst vom MTV (Manteltarifvertrag) ?
Ja, wenn man von Anfang an den nicht selber kündigen will aber trotzdem Verbesserungen dort rausholen will dann macht man sich eben erpressbar beim Entgelt. Schaut man sich die Entgeltforderung 8,5% auf 12 Monate Laufzeit an dann sieht man dem Ergebnis mit ca. 3% (West) auf 3 Jahre an, dass die Forderung nie ernst gemeint war. (Dass man Forderungen nicht 100% durchkriegt ist geschenkt). Die Diskrepanz hat Gründe.
Hätten die ZAF-Verbände den MTV gekündigt wären die Verhandlungen ins neue Jahr gegangen. Dann hätten die Metalltarife und die Leihtarifverhandlungen parallel stattgefunden. In der IGM bzw. DGB-TG ist das von vorneherein nie in Erwägung gezogen worden. Dem BDI (Bundesverband der deutschen Industrie) hätte das nicht gefallen. Und der BDI sitzt bei den Leihtarifverhandlungen immer im Hintergrund mit am Tisch. Der Leih-Z Vertrag wurde mit den Metallarbeitgebern abgeschlossen. Die wissen schon worauf sie achten müssen damit nichts unvorhergesehenes eintritt. Oder glaubst du, dass ein Sven Kramer (IGZ) und sein Kompagnon vom BAP was zu entscheiden haben? Das wäre "realitätsfremd".
Realitätsfremd ist auch: Leiharbeit verbieten!
Verbieten kann nur der Gesetzgeber. Der hat doch aber das Fass Leiharbeit erst so richtig aufgemacht.
Was soll denn daran die Provokation sein?
Verfasst: 23.12.2019, 20:58
Nein, ich meinte die praktische Umsetzung der Zeitkontobelastung bei Nichteinsatz.
Die laut Tarif notwendige Zustimmung des LAN werden sich die ZAF genau auf die oben beschriebene Weise zu holen versuchen.
Und in mindestens 99% der Fälle wird das auch klappen.
Verfasst: 24.12.2019, 13:16
Die Tarifliche Regelung wird aber meiner Meinung nach sich keines falls mit §11 Abs.4 AÜG in Einklang bringen lassen und dürfte so mit Rechtsmissbräuchlich sein.
Warum sollte ein Leiharbeiter also Schrifttlich zustimmen das er während eines Nichteinsatzes Freizeitausgleich beansprucht ?
Freizeitausgleich kann sich im übrigen nur dann ergeben wenn Arbeitspflicht besteht es also ein Kundeneinsatz wäre.
Ist kein Kunde vorhanden so braucht man als Leiharbeiter auch kein Freizeitausgleich beantragen. Vor allem nicht wenn man in der Nichteinsatzzeit der ZAF für einen neuen Einsatz zur verfügung stehen, und sich 2 mal am Tag für einen evtl. Einsatz melden soll. Dies würde dann den sog. Freizeitausgleich entwerten. Hat das BAG in einem Urteil aus ´99 schon so entschieden.
Sollte die ZAF den Leiharbeiter mit Kündigung drohen so würde ich anraten sofort Klage einzureichen und im selben Atemzug die Aufsichtsbehörde dazu Informieren.
Verfasst: 24.12.2019, 13:21
Wo kann man die neue Eingruppierung für die Entgeltstufe 2b nachlesen?
Verfasst: 24.12.2019, 13:44
NRW82 hat geschrieben:
Wenn wenn der Tarifvertrag fertig geschrieben und dann veröffentlicht wird
Verfasst: 24.12.2019, 17:19
Kann das Blatt momentan nicht einscannen. Deshalb hier mal der Eingruppierungstext für die Entgeltgruppen E2a, E2b, E3 und E4. Die haben sich alle geändert.
Entgeltgruppe 2a:
Tätigkeiten, die eine Anlernzeit erfordern oder für die fachbezogene Berufserfahrung oder fachspezifische Kenntnisse erforderlich sind.
Entgeltgruppe 2b:
Tätigkeiten, für die eine fachspezifische Qualifikation erforderlich ist.
Ausführung von Tätigkeiten, für die eine abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung erforderlich ist.
Ausführung von Tätigkeiten, für die Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich sind, die durch eine mindestens dreijährige Berufsausbildung vermittelt werden.
Die frühere Höherstufung der EG 3 nach einem Jahr in EG 4 fällt offensichtlich weg. D.h. wer vorher eine zwei - oder dreijährige Ausbildung hatte mußte nach einem Jahr automatisch in die E 4 hochgestuft werden. Das ist mit der neuen Definition vorbei. Wer in der E 3 und nur eine zweijährige Ausbildung hat bleibt auch in der E 3.
Verfasst: 24.12.2019, 20:12
Und wie nicht anders zu erwarten schön schwammig formuliert das keiner seine richtige Entgeltgruppe vor Gericht einklagen kann.
Die Gewerkschaften haben es wieder einmal geschafft die Leiharbeiter zu verarschen.
In allen anderen Fachbereichen der Gewerkschaften wurden immer stets Hohe Löhne erststreikt aber für den Fachbereich Leiharbeit/Zeitarbeit passiert rein gar nichts. Und dann wundern sich die Gewerkschaften das Ihnen in genau diesen Bereich die Mitglieder weg laufen bz. nimand mehr in die Gewerkschaft eintritt ??
Verfasst: 25.12.2019, 19:54
Für die Entgeltgruppen 3 und 4 stimmt das definitiv nicht mehr. Nenn doch einfach mal ein Beispiel wie du dir das bei E 2a und E 2b besser vorstellst?
Wenn man das noch ausführlicher beschreiben soll brauchte man Beispielbeschreibungen. Und das für jede Branche. Ob das wirklich was bringt bezweifle ich. Auch da ist für den LAN nichts sicher. Oder glaubst du, dass ein Richter sich die Arbeitsplätze ansieht um zu einem Urteil zu kommen?
Da vertrete ich lieber gleicher Lohn für gleiche Arbeit. LAN müssen bezahlt werden wie ein vergleichbarer Stammarbeiter. Auf die Eingruppierung ist dann gesch.....
Wir sollten uns mehr wieder darauf konzentrieren. Ich denke diese Tarifrunde ist gelaufen. Die nächste Runde wären die Branchenzuschläge. Die sind kündbar zum 31.12.2020 mit einer Kündigungfrist von 3 Monaten. Da müßte es dann darum gehen die Stufen möglichst weit nach vorne zu verlegen, so dass man nicht bei jeder Abmeldung wieder von ganz unten anfängt. (Idealziel die 50% -Stufe von Anfang an).
Verfasst: 27.12.2019, 22:10
Mein Beitrag auf den du wie oben antwortest gibt einiges mehr her als deine Antwort nahelegt. Was sagst du z. B. zum link:
https://web.facebook.com/IGMKLev/posts/ ... rdc=1&_rdr
von Witich Roßman (IGM Köln) ? Oder liest du sowas gar nicht ? Oder ist das Papier schon eine Diskussionsgrundlage in der Tarifkommission für die nächste Tarifrunde Branchenzuschläge ? Ich lass mich gerne positiv überraschen.
Verfasst: 28.12.2019, 17:54
Grundsätzlich hätte man Tariflich vereinbaren können das dem Leiharbeiter vor jedem Einsatz eine Arbeitsplatzbeschreibung des jeweiligen Kundenbetriebes ausgehändigt wird. In jedem Großunternehmen gibt es nämlich solche Beschreibung. Aus solch einer ist auch ersichtlich was für Tätigkeiten der Arbeitsplatz mit sich bringt. Entsprechend kann ein Leiharbeiter dann auch ersehen ob er in die richtige Entgeltgruppe Eingruppiert wurde bzw. Eingruppiert wird.
In der vergangenheit meiner Leiharbeiter Karriere wurde ich 90 % falsch Eingruppiert. Hauptsächlich in EG 2 und durfte aber Tätigkeiten verichten die immer EG 4 waren.
Wenn man es einmal genauer betrachtet braucht man eigentlich keine Ausbildung mehr da man ja Tätigkeiten die Inhalt einer Berufsausbildung sind laut neuer EG 2a und EG 2b sich aneignen kann bzw. vom Kundenbetrieb beigebracht bekommt.
Tja, diese Beschreibung lässt sich ja wie bereits erwähnt Tariflich festlegen. Selbst in §12 Abs. 1 AÜG ist dies verankert . Leider aber nur zwischen Entleiher und ZAF . Solch einen Passus hätte man eben in den Tarifvertrag mit aufnehmen können.
Sehe ich genauso. Hier könnten die Betriebsräte der Kundenbetriebe etwas bewirken so wie sie es bei einem bekanten Autobauer geschaft haben. Dort haben alle Leiharbeiter ab dem ersten Tag des Einsatzes 21,25 Euro die Stunde bekommen. Zuschläge für Nachtarbeit usw. wurden ebenfalls auf diesem Stundenlohn berechnet. Fand ich Super Fair.
Hier könnte man ebenfalls eine Tarifliche Regelung einbauen , die es untersagt wieder von 0 anzufangen wenn man nach diesen 3 Monaten + 1 Tag wieder in das selbe Entleihunternehmen zurück kommt sondern seine Stufe erhält die er bei Abmeldung erreicht hatte.
Auch hier können die Betriebsräte des Entleihers sich dafür Stark machen und dies in einer BV vereinbaren.
Kenne eine ZAF und dessen Kunden die dies genauso Praktiziert. Die Leiharbeiter werden zwar nach 18 Monaten für genau 3 Monate + 1 Tag abgemeldet , kehren aber dann mit Ihrem Alten Gehalt bzw. erereichten Stufe zum Kunden zurück. In der zwischenzeit nehmen sich viele Ihre Plusstunden aus dem AZK und dazu Urlaub. Sie wollen gar nicht wo anders eingesetzt werden. Der Kunde ist froh genau diese Mitarbeiter ohne erneutes Anlernen wieder einsetzen zu können.
Verfasst: 30.12.2019, 21:10
Grundsätzlich hätte man Tariflich vereinbaren können das dem Leiharbeiter vor jedem Einsatz eine Arbeitsplatzbeschreibung des jeweiligen Kundenbetriebes ausgehändigt wird.....Tja, diese Beschreibung lässt sich ja wie bereits erwähnt Tariflich festlegen. Selbst in §12 Abs. 1 AÜG ist dies verankert . Leider aber nur zwischen Entleiher und ZAF . Solch einen Passus hätte man eben in den Tarifvertrag mit aufnehmen können.
Im § 12 (Rechtsbeziehungen zwischen Verleiher und Entleiher) Abs. 1 AÜG heißt es u.a.: ...Der Entleiher hat in der Urkunde anzugeben, welche besonderen Merkmale die für den Leiharbeitnehmer vorgesehene Tätigkeit hat und welche berufliche Qualifikation dafür erforderlich ist ...
Diese gesetzliche Vorschrift im Vertrag zwischen Ver -und Entleiher zusätzlich im Tarifvertrag zwischen Verleiher und Gewerkschaft nochmals extra festzuhalten wäre eine verbessere Möglichkeit
bei einer Klage, weil es sich dann bei Nichteinhaltung um einen Tarifvertragsverstoß handelt. Dein Vorschlag leuchtet mir ein.
Das ist ein Argument um beim Verhandlungsergebnis nochmals auf eine Nachverhandlung zu bestehen. Die Frage ist nur wie bekommt man das in die TK der IGM noch rein. Ich gehe mal davon aus, dass mindestens zwei TK - Mitglieder hier mitlesen. Ob die das aber aufgreifen - falls sie diese Diskussion überhaupt mitbekommen - bin ich mir nicht sicher.
Die Tarifkommission der IGM trifft sich am 13. 01. 2020. Unser AK MiZ Augsburg hat leider erst am 23. Januar seinen nächsten Termin. Dazu ist auch ein Mitglied der TK eingeladen. Ich kann nur versuchen nächste Woche - bin z.Zt. im Urlaub - einige unseres AK zu erreichen und den Punkt mit ihnen zu besprechen um so noch einige TK-Mitglieder direkt auf das Problem anzusprechen.
Vor Jahren hatten wir auch mal aus mehreren IGM-Verwaltungsstellen Protestmails an die IGM gesandt. Falls einige User hier im Forum (natürlich IGM-Mitglieder) Interesse daran haben sollen sie sich bei mir per PN melden. (Kann ihnen dann entsprechende Ansprechpartner (e-mail-Adressen) nennen. Vielleicht läßt sich ja noch ein wenig Bewegung in diese Tarifrunde reinbringen.
Auf jeden Fall sollten die User hier im Forum den Vorschlag von hafenkasper nochmals kommentieren. Was haltet ihr davon ?
Verfasst: 04.01.2020, 18:11
super Idee eine präzise Tätigkeitsbeschreibung zu fordern um falsche Eingruppierungen zu vermeiden.
Leider kommt dein Vorschlag erst jetzt, nach Ende der Verhandlungen.
So wie es im Gesetz steht hilft es aber nur begrenzt
Der Entleiher hat in der Urkunde anzugeben, welche besonderen Merkmale die für den Leiharbeitnehmer vorgesehene Tätigkeit hat und welche berufliche Qualifikation dafür erforderlich ist sowie welche im Betrieb des Entleihers für einen vergleichbaren Arbeitnehmer des Entleihers wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Arbeitsentgelts gelten; Letzteres gilt nicht, soweit die Voraussetzungen der in § 8 Absatz 2 und 4 Satz 2 genannten Ausnahme vorliegen.
http://www.gesetze-im-internet.de/a_g/__12.html
Da heisst es dann einfach keine besonderen Merkmale und keine berufliche Qualifikation erforderlich. Tätigkeit ist Lagerarbeit, bedienen von Maschinen, bestücken von x, verpacken von y, montieren von z. Kenne ich aus schriftlichen Arbeitsanweisungen. Und schwupps ist der Helfer zu EG 1 fertig.
Wer für diese Tätigkeiten bereits in einem anderen Betrieb oder im selben vor 3 Monaten plus ein Tag angelernt wurde kommt mit einer kurzen Einweisung aus. Macht ebenfalls preiswerte EG 1
Ein Führerschein auch für LKW oder ein Staplerschein ist keine berufliche Ausbildung sondern nur der Erwerb einer Lizenz. Hier sind echte Lücken. Mitgebrachte Vorkenntnisse müssten also immer angerechnet werden.
In welcher der DGB Gewerkschaften und in welcher Region bist du denn aktiv?
Solidarität, gemeinsam sind wir stärker, ist das Grundprinzip der Gewerkschaften. Wenn wir innerhalb der Gewerkschaft etwas erreichen wollen gilt das auch.
Wenn auf einer Versammlung oder Sitzung mit zig Leuten ein Leiharbeiter seine Anliegen vorträgt passiert wenig, wenn sich sofort danach andere Leiharbeiter zu Wort melden bewegt sich etwas. Einer ist Querulant, mit 4 Leuten kannst du die Mehrheit gewinnen, mit noch mehr die Veranstaltung prägen.
Verfasst: 04.01.2020, 19:23
Eine präziesere Tätigkeitsbeschreibung hatte ich früher immer schon mal wieder erwähnt. Aus der TK ist selbst auch niemand drauf gekommen das diese einfach viel zu schwammig formuliert sind und den ZAF´s viel zu viel Spielraum bei der Eingruppierung gelassen hatte. Auch jetzt wieder mit der EG 2a und 2b .
Kann dir da nur bedingt zustimmen. Es gibt sicherlich genug bereiche wo das zu trifft. Auch da wo ich jetzt Arbeite gibt es einen solchen Bereich . Interessanter wird es dann wenn du eine gewisse Qualifikation brauchst.
In unserem Unternehmen brauchst du zb. als Staplerfahrer zum einen eben den Staplerschein und zusätzlich mindestens Führerschein Klasse B . Hinzu kommt das Berusfserfahrung auf diesen Geräten vorhanden ist.
Hier wird seitens der ZAF´s stets lediglich in EG 2 Eingruppiert egal ob du nur 2 Tage erfahrung hast oder 15 Jahre auf so einen Bock sitzt und auch mit 5 tonner Stapler mit 2,40m Gabel umgehen kannst. Selbst mit Abgeschlossener Berufsausbildung in der Logistik wird stets in EG 2 Eingruppiert mit der Aussage der Kunde zahlt halt nicht mehr.
Ich war früher mal in der Verdi und bin ausgetreten. Nun Arbeite ich zwar für einen großen Logistiker aber die IG Metall wäre für uns zuständig. Der Großteil unserer Belegschaft ist noch nicht in der Gewerkschaft. Aus den Gesprächen der Kolegen hört man immer wieder das sie zwar gerne von einem späteren Tarifvertrag profitieren, aber nicht in die Gewerksaft eintreten wollen .
Wir haben innerhalb von 6 Monaten weit über 150 Mitarbeiter eingestellt plus fast die gleiche Anzahl von Leiharbeitern.
Demnächst sollen erst einmal BR Wahlen anstehen da wir noch gar keinen haben. Das wird schon alleine eine Mamut aufgabe werden. Zusätzlich wollen wir einen Anständigen Tarifvertrag haben.
Wir haben das Probelm das viele eben große Angst bei uns haben. Egal ob Leihrabeiter oder Festangestellter. Wir haben nicht viele die einen Festvertrag haben. Ich konnte zumindest für mich bei der Einstellung ein Festvertrag aushandeln .
Die mit Befristeten Verträgen trauen sich nicht wirklich was was wegen einer Einleitung zur BR Wahl .
Es gibt auch nur eine Handvoll die sich ein Amt vorstellen können weil sie ein wenig Ahnung von der Materie haben.
Dann gibt es noch welche die haben absolut NULL Ahnung und wollen unbedingt in den BR.
Haben also ziemlich viele Baustellen bei uns .
Verfasst: 05.01.2020, 18:56
...Der Entleiher hat in der Urkunde anzugeben, welche besonderen Merkmale die für den Leiharbeitnehmer vorgesehene Tätigkeit hat und welche berufliche Qualifikation dafür erforderlich ist...
Wer für diese Tätigkeiten bereits in einem anderen Betrieb oder im selben vor 3 Monaten plus ein Tag angelernt wurde kommt mit einer kurzen Einweisung aus....
Entweder es gibt besondere Merkmale oder keine. Und das ist schon der Unterschied zu EG1 und EG2a.
Unter: https://slidex.tips/queue/anhang-zu-2-z ... E1Ny43MA==
Orientierungsbeispiele aus dem ERA-TV der bayr. Metallindustrie (Downloaden und öffnen) Seite 6.
Die Bewertungsbegründung für E1 heißt ...kurze Unterweisung..., bei E2 ...erfordern Kenntnisse und Fertigkeiten, wie sie durch Anlernen erworben werden....
Die Frage ist halt wie und mit wem kann man in der Leiharbeit (die ja selber keine Arbeitsplätze einrichtet) etwas in der Art der ERA-Orientierungsbeispiele tariflich vereinbaren ? Solange das nicht geklärt wird sind die nackten Eingruppierungsbeispiele ein Einfallstor für Lohndumping. Ob die schriftlichen Vereinbarungen zwischen Verleiher und Entleiher nach §12 Abs. 1 AÜG, das hergeben kann ich so aus dem Bauch nicht beurteilen. Ist es aber tariflich vereinbart haben sich Entleiher und Verleiher daran zu halten und ist auch einklagbar. Momentan hat der LAN rechtlich keinen Zugriff auf die Inhalte der Vereinbarung. Er ist ja nicht Vertragspartei.
Verfasst: 15.01.2020, 08:02
Ich komme gerade aus dem Weihnachtsurlaub zurück und werden hier mit einem Tarifabschluss überrascht...
Ich habe noch nicht alles durchdacht und weiß garnicht so genau, ob das jetzt ein guter Abschluss ist oder nicht. Der Bonus für Gewerkschaftsmitglieder gefällt mir natürlich sehr gut, möchte aber noch mal abwarten, wie das in der Praxis dann umgesetzt wird. Genauso wie ich nicht einschätzen kann, ob die neue Entgeltgruppe etwas bringt. Aber ich erkenne natürlich die Formulierung, die ja ähnlich ist, wie die im "normalen" Flächentarifvertrag der IGM. Und da sagt mir die Erfahrung, dass es unmöglich ist, ohne einen Katalog mit Tätigkeitsbeispielen die richtige Eingruppierung zu finden. (Beispiel für eine Arbeitgeberargumentation: ein Chirurg der NUR Blinddarmoperationen durchführt, wird unter der Ecke eingruppiert, da maximal eine zweijährige Ausbildung für diese Tätigkeit völlig ausreichend ist.)
Nach den Diskussionen in den vergangenen Monaten - auch hier im Forum - erscheint mir der Entgeltzuwachs (grade auch gemessen an der Laufzeit) viel zu gering. Ich habe noch nicht verstanden, warum es da einen "Sinneswandel" gegeben hat, aber vielleicht verstehe ich das auch falsch, da man ja die Erhöhung der Sonderzahlungen mit berücksichtigen muss.
Die Laufzeit finde ich zu lang. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal von einem Entgelt-TV gehört zu haben, der über 39 Monate (wenn ich mich nicht verrechnt habe) läuft. Ziemlich riskant.
Ich will die Tarifpolitik der DGB-Gewerkschaften nicht schönreden oder auch nur gutheißen. Ich habe auch nicht vergessen, welche unrühmlichen Einfluss die IGM bei der Novellierung des AÜG ausgeübt hat, aber ich gebe zu Bedenken, dass die Hauptverantwortung die Politiker haben. Ich habe den Eindruck, dass die Verantwortung nach unten kaskadiert wird - die Politiker öffnen Gesetze für Abweichungen durch Tarifverträge, die Gewerkschaften machen Tarifverträge mit Öffnungsklauseln für betriebliche Regelungen, Betriebsräte machen daraufhin Betriebsvereinbarungen. Und im Endeffekt kann dann der einzelne LAN losziehen und sich seine Ansprüche individuell einklagen. Für mich ist das der komplett falsche Weg.
Zum Schluss noch eine Frage zum weiteren Vorgehen was den Tarifabschluss angeht.
Die Tarifkommission der IGM trifft sich am 13. 01. 2020.
Weiß jemand, was dabei herausgekommen ist? Gibt es noch Bewegung bezüglich der verschiedenen Themen?
Wenn jetzt nicht mehr nachgebessert wird, dann erst wieder in 3 (!) Jahren.
Verfasst: 15.01.2020, 17:02
Ja so ist es. Nach meinem Vernehmen hat die TK dem Verhandlungsergebnis einstimmig zugestimmt. Da wird der Vorstand bestimmt nicht aufmüpfig und sagen das haben wir uns etwas anders vorgestellt.
Nächste Woche zu unserem AK MiZ-Termin haben wir einen von der TK eingeladen. Mal sehen warum sie dieses Ergebnis für zufriedenstellend halten?
In Donauwörth (ca. 50 km nördlich von Augsburg) haben wir noch einen zusätzlichen "Leiharbeiterstammtisch". Dort hatten wir letzte Woche die ZOOM-Diskussion zu der neuen Einruppierung diskutiert und sind zu demselben Ergebnis gekommen wie User "Hafenkasper". Und haben dann beschlossen einen Brief an die TK zu schicken unsere Einwände zu besprechen und diesbezüglich eine Nachbesserung anzustreben.
Hier mal unser gemeinsamer Text an die TK:
im ZOOM-Forum hat anhand der Tarifinfo zum Verhandlungsergebnis eine Diskussion zum Thema Mehr Entgeltgruppen - bessere Eingruppierung stattgefunden. Siehe: viewtopic.php?f=30&t=5652&start=60
Ein User (Hafenkasper) kritisierte: "Und wie nicht anders zu erwarten schön schwammig formuliert das keiner seine richtige Entgeltgruppe vor Gericht einklagen kann...Grundsätzlich hätte man tariflich vereinbaren können das dem Leiharbeiter vor jedem Einsatz eine Arbeitsplatzbeschreibung des jeweiligen Kundenbetriebes ausgehändigt wird...Tja, diese Beschreibung lässt sich ja wie bereits erwähnt tariflich festlegen. Selbst in §12 Abs. 1 AÜG ist dies verankert. Leider aber nur zwischen Entleiher und ZAF . Solch einen Passus hätte man eben in den Tarifvertrag mit aufnehmen können."
Der betreffende Passus im AÜG § 12 Abs.1 heißt: "Der Entleiher hat in der Urkunde anzugeben, welche besonderen Merkmale die für den Leiharbeitnehmer vorgesehene Tätigkeit hat und welche berufliche Qualifikation dafür erforderlich ist ...
Selbstverständlich ist das noch keine Garantie für eine richtige Eingruppierung, aber für einen Widerspruch und eventueller Klage bei falscher Eingruppierung wäre eine solche tarifliche Festschreibung weitgehender als nur eine neue Eingruppierungsbeschreibung. (In Großbetrieben mit aktiven BR gibt es solche Vorgaben an die Verleiher, aber wo keine BR oder nur desinteressierte BR hat der Leiharbeiter die Arschkarte gezogen).
Auf unserem Leiharbeiterstammtisch in Donauwörth haben wir das heute diskutiert. Wir teilen diese Kritik des ZOOM-Users.
Deshalb fordern wir Euch auf diesen spezifischen Punkt in der Tarifkommissionssitzung am Montag den 13.01.2020 zu beprechen und eine Nachbesserung zu beschließen.
fünf Kolleginnen und Kollegen vom Leiharbeiterstammtisch Donauwörth
Eine Antwort haben wir noch nicht erhalten. Aber ich denke die kommt schon noch.
Verfasst: 16.01.2020, 07:51
Der Vorstand hat auch schon zugestimmt, jedenfalls nach der neuesten Meldung im Intranet. Ich stelle mal den ganzen Artikel hier rein, da nicht alle im IGM-Intranet angemeldet sind.
Tarifkommission und IG Metall-Vorstand nehmen Tarifergebnis an
Mehr Geld, mehr Jahressonderzahlung und mehr Urlaub für Leiharbeiter - mit einem Bonus für Gewerkschaftsmitglieder: Die Tarifkommission und der IG Metall-Vorstand haben dem im Dezember erzielten Verhandlungsergebnis zugestimmt.
Die Tarifkommission und der Vorstand der IG Metall haben dem im Dezember erzielten Verhandlungsergebnis für die Leiharbeit zugestimmt.
Der Tarifabschluss bringt mehr Geld für Leiharbeiter: 1,9 Prozent ab April 2020, weitere 3 Prozent ab April 2021 und 4,1 Prozent ab April 2022. Die Ost-Entgelte steigen stärker und sind dann ab April 2021 voll an den Westen angeglichen. Das haben die IG Metall und die anderen DGB-Gewerkschaften mit den Leiharbeitsverbänden ausgehandelt.
Außerdem erhöht sich das Weihnachts- und Urlaubsgeld bis 2023 auf bis zu 800 Euro im Jahr. Gewerkschaftsmitglieder erhalten einen Bonus von bis zu 700 Euro zusätzlich. Zudem gibt es früher mehr Urlaub.
Ausführliche Informationen und Zahlen zum Tarifabschluss Leiharbeit
"Wir haben ein sehr gutes Tarifergebnis erzielt, angesichts der wirtschaftlichen Lage: In den letzten Monaten sind bundesweit über 200.000 Leiharbeiter abgemeldet worden", erklärt Ronja Steil, Betriebsrätin bei Adecco Südost und Mitglied der Tarifkommission Leiharbeit. "Besonders freut mich, dass wir das Urlaubs- und Weihnachtsgeld endlich deutlich erhöhen konnten. Vor allem ist hoch zu bewerten, dass wir einen Bonus für Gewerkschaftsmitglieder durchgesetzt haben. Schließlich sind es die Mitglieder, durch deren Druck wir Tarifabschlüsse erreichen."
Mitgliederbonus hoch zu bewerten
Auch Doris Krause-Rattmann, Betriebsratsvorsitzende bei Adecco Nord und Mitglied der Tarifkommission hebt die Bedeutung des Mitgliederbonus hervor. "Bislang haben wir zu wenige Gewerkschaftsmitglieder, um zu Warnstreiks aufrufen und dadurch noch bessere Tarifabschlüsse durchsetzen zu können. Ich hoffe, dass sich das durch den Mitgliederbonus in Zukunft ändert", erklärt Krause-Rattmann. "Außerdem finde ich es ein gutes Signal, dass Leihbeschäftigte künftig früher die vollen 30 Tage Urlaub im Jahr erreichen."
"Ich freue mich, dass wir den Abstand zum gesetzlichen Mindestlohn erhöhen konnten und in der Leiharbeit nun deutlich darüber liegen", meint Henning Ohlendorf, Leiharbeiter bei HIT in Hamburg und Mitglied der Tarifkommission. "Außerdem haben wir die Entgeltgruppen durchlässiger gestaltet, wodurch Höhergruppierungen nun deutlich einfacher sind. Und mit dem neuen Mitgliederbonus zeigen wir, dass sich die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft lohnt. Wir müssen da aber noch mehr gesellschaftspolitisches Bewusstsein dafür wecken: Gute Arbeit in der Leiharbeit erreichen wir nur mit vielen Gewerkschaftsmitgliedern."
Volle Angleichung von Ost und West
"Neben dem Bonus für Mitglieder finde ich vor allem die volle Angleichung der Arbeitsbedingungen im Osten an den Westen besonders wichtig", erklärt Tarifkommissionsmitglied Sven Leupold, der bei VW in Zwickau arbeitet. "Hier sind wir in der Leiharbeit Vorreiter. Ich hoffe. Dass wir beides künftig auch in anderen Branchen durchsetzen - etwa in der Metall- und Elektroindustrie."
Verfasst: 17.01.2020, 11:00
schauen wir uns mal die Begründungen der IGM an:
Top-Tarifergebnis
Im § 3.2.3 IGZ heißt es jetzt: "Die Überbrückung verleihfreier Zeiten durch Nutzung des Arbeitszeitkontos ist nur mit Zustimmung des Mitarbeiters möglich".
OK, diese Klarstellung ist Top.
Im § 3.2.7 heißt es jetzt:
Auf Verlangen des Arbeitnehmers werden Stunden aus dem Arbeitszeitkonto, die über 70 Plusstunden hinausgehen, ausbezahlt. . Vorher waren das 105 Stunden
Eine Verbesserung ja, aber Top?
Die bis Ende 2019 geltenden Vereinbarungen wurden erstmals 2004 vereinbart. Nach 15 Jahren erreichen wir erstmals eine Verbesserung.
Wurde zwischen 2004 und 2017 einmal durch frühzeitigeren Anspruch verbessert.
Ja, jetzt eine weitere Verbesserung, aber Top?
Volle Angleichung von Ost und West.
Ist Top. Wurde aber schon 2016 vereinbart. Hatte also mit dieser Tarifrunde nichts zu tun.
Mitgliederbonus hoch zu bewerten.
Wie begründen TK-Mitglieder das:
Vor allem ist hoch zu bewerten, dass wir einen Bonus für Gewerkschaftsmitglieder durchgesetzt haben. Schließlich sind es die Mitglieder, durch deren Druck wir Tarifabschlüsse erreichen.
Da muss ich die letzten vier Monate etwas versäumt haben. In unserer Verwaltungsstelle hat nirgendwo ein Druck durch LAN stattgefunden. Aber ich lass mich gerne aus anderen Verwaltungsstellen eines Besseren belehren.
Ein paar Zeilen weiter unten heißt es dann: Bislang haben wir zu wenige Gewerkschaftsmitglieder, um zu Warnstreiks aufzurufen und dadurch noch bessere Tarifabschlüsse durchsetzen zu können. Ich hoffe, dass sich das durch den Mitgliederbonus in Zukunft ändert.
Meine Vermutung: Der Bonus wird manche Mitglieder bei Abmeldung davon abhalten gleich wieder auszutreten. Nichtmitglieder können eine andere Rechnung aufmachen: Kosten durch Mitgliedsbeitrag versus Bonus. Bezüglich Mitgliedergewinnung sollte man sich andere Gedanken machen. Z.B. bei Beginn der alten Leiharbeitskampagne hatte die IGM ca. 20 000 Mitglieder. Danach (3-4 Jahre später) etwa doppelt so viele. Es gab natürlich verschiedene Gründe dafür. Das funktionierte auf jeden Fall ganz ohne Bonus.
Die Entgelterhöhung von durchschnittlich 3% (West) wird in der Einleitung des Intranet-Beitrags erwähnt, aber nicht unter dem Titel "Top-Tarifergebnis". Wahrscheinlich ist der TK bewußt gewesen, dass das doch reichlich verwegen wäre.
Die 1,9 % z.B. im ersten Jahr (macht in E1 und E2 19 Cent und 20 Cent). In den meisten Fällen können die ZAF durch anrechenbare freiwillige Zulagen das kostenneutral verrechnen. Sprich die ZAF kosten die 1,9 % im ersten Jahr so gut wie nichts.
Diese Tarifrunde ist gelaufen. Die nächste steht an: Die Branchenzuschläge sind kündbar zum 31.12.2020. Im Jahr 2017 las man auf der facebookseite der IG Metall Köln u.a. folgendes:
"Eine durchgreifende politische Änderung war bislang – dies gilt nunmehr auch für den zweiten politischen Anlauf der IG Metall 2013-2017 – an den politischen Kräfteverhältnissen gescheitert (Jeweils große Koalitionen).
Deswegen hat nach eingehender strategischer Diskussion die Kölner IG Metall 2011 zum Gewerkschaftstag als einzige IG Metall Verwaltungsstelle zum Thema Leiharbeit den Kampf um Branchenzuschläge als Antrag eingebracht, der dann auch beschlossen wurde.
Die Tarifverhandlungen Leiharbeit werden weitgehend zentral, ohne Informationen und Aktionen für und mit den Betroffenen geführt. Die Einbeziehung der Leiharbeitnehmer, die in ihren Verleih- wie in ihren Entleihbetrieben einem besonders harten Druck unterliegen, ist nicht einfach – gleichwohl unverzichtbar für jegliche erfolgreiche tarif- wie gesellschaftspolitische Strategie."
Kennen die TK-Mitglieder dieses Papier? Wenn nicht, hier der link dazu:
https://www.facebook.com/IGMKLev/posts/ ... %22O%22%7D
Von irgendwelchen Bonuszahlungen zur Mitgliedergewinnung und Aktivierung von Mitgliedern findet sich da kein einziger Satz.
Verfasst: 18.01.2020, 17:35
Registriert: 10.02.2019, 16:23
In ver.di versuchte ich Anfang August 2019 beim BV nachzufragen, wer verantwortlich ist für die Tarifarbeit und die Tarifkommission Leiharbeit.
Anfangs wusste man nicht, wer überhaupt, jedenfalls scheinbar nicht der Leiter des Fachbereichs und Verantwortliche für die Leiharbeit beim Bundesvorstand,
letztere mied sämtliche Kommunikation.
Wenige Stunden später erfolgte dann die Meldung auf der Webseite, dass Ende Juli der TV durch den DGB gekündigt wurden sei.
Dann stellte sich wenige Wochen später heraus, dass ein anderer als der namentlich in ver.di Zuständige die TaKo leitet und die Tarifverhandlungen.
Und dass die Tako schon seit einem halben Jahr in ver.di aktiv sei, wie er selber in seiner Mail mitteilte.
In unserem Landesbezirk wurde erst zu diesem Zeitpunkt ein Betriebsrat von Stadrand delegiert, dieser sollte in Dresden arbeiten.
Im Oktober stellt sich heraus, dass tatsächlich ein Disponent Mitglied der TaKo ist. Und tatsächlich ein BR. Und noch später gar in Berlin.
Schuld sollen die inaktiven LAN's gewesen sein, welche sich nicht für eine Arbeit in der TaKo zur Verfügung stellen wollten.
Das Ergebnis der gewerkschaftlichen Tarifarbeit ist ein nun demokratisches Ergebnis.
Unser Antrag A 074 https://bundeskongress.openslides.verdi.de/motions/1172 wurde trotz über 1 Tausend Flyer durch die Deligierten des BuKo im Block abgelehnt.
Ein gleich lautender Antrag wurde scheinbar auf dem Weg vom Fachbereich Landesbezirk in Richtung Bundeskongress durch die zuständigen Gremien ebenfalls abgelehnt.
Was nützt die Arbeit von Labournet, wenn die Delegierten, die sich kämpferisch in ihren Gremien und auch auf dem Bundeskongress geben nur als nickende Masken am Ende dort dienen.
https://www.labournet.de/politik/alltag ... eiharbeit/
Ehemalige Leiharbeiter mit Kenntnissen über Tricks der Sklavenhändler wie auch des arbeitgeberfreundlichen Flügels in den Gewerkschaften kommen nicht in die Tarifkommissionen, aber BR's, die sich nett verhalten für ihre Arbeitgeberverbände.
Nun die Zustimmung der Einzelgewerkschaften ist gewiss und einzelne Stimmen gegen den Verrat - das interesiert die tellerleckenden Opportunisten nicht.
Und der Arbeitszwang dank HartzIV und die Kombilohnpraxis geht weiter, aber vor allem die Spaltung der Belegschaften und das Ausliefern der Gewerkschaften ans Kapital.
Verfasst: 19.01.2020, 11:02
verdi hat erhebliche Probleme die Leiharbeiter in der eigenen Mitgliederkartei zu finden. Eigentlich gehören die Leiharbeiter zum Fachbereich 13, Besondere Dienste. https://besondere-dienste.verdi.de/ In diesem Bereich sind auch die internen der Leihbuden. Wenn als Branche nur Leiharbeit angegeben ist gibt es keine Möglichkeit zu erkennen wer LAN ist und wer interner.
Viele Kollegen sind aber im falschen FB. Wer Mitglied ist und in die Leiharbeit wechselt meldet sich nicht um oder wird ebenso wie neue Mitglieder dem Bereich des Einsatzbetriebes zugewiesen. Das die internen der Leihbuden nicht zum Geltungsbereich des TV Leiharbeit gehören, es keinen TV für die engagierten BRs in diesem Bereich gibt, ist viel zu oft unbekannt.
Wenn dann noch eine Portion Desinteresse dazukommt sind die Probleme bei der Besetzung der TK fertig.
Verfasst: 21.01.2020, 18:00
Bezugnehmend auf den Beitrag vom 18.01. und den vom 19.01. schaut der mündige LAN unter Wahl der Bundestarifkommission in ver.di 2019 nach und findet unter Beitrag #3 von user Cid:
Der verdi Gewerkschaftsrat hat in 2015/16 seine Tarifrichtlinie geändert so dass nun auch Disponenten in der LAN Tako sitzen dürfen
Demnach korrespondiert das angebliche Desinteresse des LAN mit der Anpassung der Satzung bei ver.di .
Bezüglich der hier angesprochenen Betriebsräte von RS oder A_ecco sei hier nur am Rande angemerkt,
dass betriebsbedingte Kündigungen von diesen BR nahezu immer in vorrauseilendem Gehorsam unterschrieben werden.
Wie da der mündige LAN zu seiner AN-Vertretung aufbauen soll, erschließt sich mir hier noch nicht.
SG, rw
Verfasst: 21.01.2020, 19:01
Danke an red_wing
... Wie da der mündige LAN zu seiner AN-Vertretung aufbauen soll, erschließt sich mir hier noch nicht. ...
Im Januar 2019 versuchte ich eine bundesweite gewerkschaftsübergreifende lokale Kampagne anzuschieben. Dann erfolglos durch eine Petition, die vergleichsweise gesichtslos erfolgte.
Es geht nur mit den Unterschriften in der Hand vor Ort in den Betrieben und in den Einzelgewerkschaften und vor allem in die lokale DGB-Führung hinein.
Nun versuche ich direkt (möglicherweise gegen den Willen meines Fachbereichs) in ver.di über den Ortsverein gewerkschaftsübergreifend einen Arbeitskreis aufzubauen.
Der Einsatz erfolgt ja eh branchenübergreifend und alle Gewerkschaften betreffend.
Verfasst: 23.01.2020, 00:29
Hallo @wmwhallesaale und nachträglich willkommen hier,
dein Bemühen ehrt dich, aber dazu möchte ich kurz eine Bewerbung von mir schildern:
Letzte Woche habe ich mich hier in Oberbayern auf eine Stelle als Elektroniker bei R. vorgestellt.
Gleich zu Anfang fragte ich, welchen Tarifvertrag R. denn anwendet, als Antwort bekam ich zu hören:
Wir haben haben hier einen Haustarif mit unserem eigenen Betriebsrat.
Als nächstes wurde dann nach bundesweiter Reisebereitschaft gefragt, VMA wollte man aber nicht gewähren und brauchte es wohl auch nicht.
Das Angebot habe ich dankend abgelehnt (im Alg I Bezug) und bin gegangen.
Solange wie es diese sogenannten Haustarife gibt und das SGB II zu jeder Arbeit verpflichtet, die dem ELO nur die Bedürftigkeit mindert,
wird weder der LAN selber noch die Gewerkschaft etwas an diesen prekären Arbeitsbedingungen ändern können, fürchte ich.

References: §11
 §12
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 § 8
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 § 3
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