Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202002,%20288
Timestamp: 2019-10-17 01:44:14+00:00

Document:
Rechtsprechung: NJW 2002, 288 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BGH, 08.10.2002 | BGH, 27.09.2001
https://dejure.org/2002,710
BGH, 10.10.2002 - VII ZR 315/01 (https://dejure.org/2002,710)
BGH, Entscheidung vom 10.10.2002 - VII ZR 315/01 (https://dejure.org/2002,710)
BGH, Entscheidung vom 10. Januar 2002 - VII ZR 315/01 (https://dejure.org/2002,710)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2002,710) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Werklohn - Fälligkeit - Berechtigte Abnahmeverweigerung - Mangelhafte Leistung - Schadensersatz statt Erfüllung - Abrechnungsverhältnis
Werklohn, Fälligkeit für - bei Schadensersatzansprüchen des Bestellers
Zur Fälligkeit des Werklohns trotz berechtigter Abnahmeverweigerung
Wann ist Lohn trotz berechtigter Abnahmeverweigerung fällig?
Werklohn wird fällig, wenn Auftraggeber statt Erfüllung Schadensersatz verlangt! (IBR 2003, 4)
Macht der Besteller gegenüber dem Unternehmer nur noch Schadensersatz statt der Leistung in Form des kleinen Schadensersatzes geltend oder erklärt er die Minderung des Werklohns, so findet nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum alten Schuldrecht eine Abrechnung der beiderseitigen Ansprüche statt (vgl. BGH…, Urteil vom 11. Mai 2006 - VII ZR 146/04, BGHZ 167, 345 Rn. 26; Urteil vom 10. Oktober 2002 - VII ZR 315/01, BauR 2003, 88, 89, juris Rn. 11 = NZBau 2003, 35;… Urteil vom 16. Mai 2002 - VII ZR 479/00, BauR 2002, 1399, 1400, juris Rn. 13; jeweils m.w.N.).
Insoweit findet eine Abrechnung statt (BGH, Urteil vom 10. Oktober 2002 - VII ZR 315/01, BauR 2003, 88, 89 = NZBau 2003, 35 = ZfBR 2003, 140).
In diesem Fall ist die Abnahme der Werkleistung keine Voraussetzung für die Fälligkeit der Vergütungsforderung (BGH, Urteil vom 16. September 1999 - VII ZR 456/98, BauR 2000, 98, 99 = NJW 1999, 3710; Urteil vom 20. April 2000 - VII ZR 164/99, BauR 2000, 1479, 1480 = NZBau 2000, 421 = ZfBR 2000, 479; Urteil vom 10. Oktober 2002 - VII ZR 315/01, BauR 2003, 88, 89 = NZBau 2003, 35 = ZfBR 2003, 140).
Die Beklagte verlangt nicht mehr Erfüllung des Vertrages, sondern macht Schadensersatzansprüche geltend (BGH, Urteil vom 10. Oktober 2002 - VII ZR 315/01, BauR 2003, 88 = ZfBR 2003, 140 = NZBau 2003, 35).
Ein bloßes Abrechnungsverhältnis setzt nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung vielmehr voraus, dass "wegen der mangelhaften Leistung nur noch Schadensersatz oder Minderung verlangt" wird (BGH, Urteil vom 10. Oktober 2002 - VII ZR 315/01 -, juris, Rn. 11; ebenso: OLG Hamm, Urteil vom 04. Dezember 2003 - 24 U 34/03 -,.
Eine Abnahme ist als Voraussetzung der Fälligkeit des Werklohnanspruchs dann nicht mehr erforderlich, wenn sich der Auftraggeber gegen die Werklohnforderung allein mit auf Geldzahlung gerichteten Gewährleistungsansprüchen verteidigt, aber keine Nacherfüllung mehr verlangt, da in diesem Fall ein Abrechnungsverhältnis zwischen den Parteien eingetreten ist (BGH BauR 2003, S. 88; zur Rechtslage vor der Reform des Schuldrechts;… Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 3. Aufl., 5. Teil, Rn. 127;… Werner/Pastor, Der Bauprozess, 13. Aufl., Rn. 1811).
Da der Beklagte - unter Bestreiten der Abnahme bzw. Abnahmefähigkeit der Werkleistungen der Klägerin - in erster Linie Erfüllung bzw. Nacherfüllung des Werkvertrages verlangt (vgl. 62/208 GA i.V.m. Anlage JK5 bzw. 108 ff. GA) und lediglich hilfsweise die Aufrechnung mit Mängelbeseitigungskosten erklärt (vgl. 64 GA), kommt es - da die Abnahme auch nicht aus sonstigen Gründen entbehrlich ist - für die Fälligkeit des im Berufungsverfahren noch in Rede stehenden Werklohnanspruchs auf die Abnahme der Werkleistungen der Klägerin durch den Beklagten an (vgl. BGH, Urteil vom 10.10.2002, VII ZR 315/01, BauR 2003, 88; Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 4. Auflage 2015, 5. Teil, Rn 214/215 mwN).
OLG Celle, 03.03.2016 - 16 U 129/15
Werkvertrag: Kostenvorschuss für eine Mängelbeseitigung bei nicht erfolgter …
OLG Brandenburg, 19.11.2008 - 12 W 52/08
Werkvertrag: Erfolgsaussicht einer Klage auf Werklohn unter Berücksichtigung der …
OLG Brandenburg, 23.02.2011 - 4 U 131/10
Haftung des Werkunternehmers: Abzug "neu für alt" bei Wertsteigerung durch …
LG Ulm, 30.12.2008 - 3 O 172/06
Möglichkeit zur Aufrechnung und Widerklage gegen die Zahlung von Werklohn durch …
https://dejure.org/2001,574
BGH, 27.09.2001 - VII ZR 320/00 (https://dejure.org/2001,574)
BGH, Entscheidung vom 27.09.2001 - VII ZR 320/00 (https://dejure.org/2001,574)
BGH, Entscheidung vom 27. September 2001 - VII ZR 320/00 (https://dejure.org/2001,574)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2001,574) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Verjährung - Gewährleistungsanspüche - Mängel - Statik - Werkvertrag - Hemmung - Besichtigung - Architekt - Tragwerksplaner - Aufklärungspflicht - Anwendbarkeit - Bewehrungskontrolle
Zur Verjährung der Gewährleistungsansprüche gegen den Tragwerksplaner wegen Mängel der Statik
BGB § 639 Abs. 2 § 638
BGB § 639 Abs. 2, § 638 Abs. 1 Satz 1
Keine dem umfassend beauftragten Architekten entsprechende Haftung eines Tragwerkplaners für Statikmängel ohne besondere Vertragspflicht
Keine Sekundärhaftung des Tragwerksplaners! (IBR 2002, 28)
Verjährungshemmung durch Mängelbesichtigung? (IBR 2002, 29)
MDR 2002, 86
NZBau 2002, 42
VersR 2002, 768
DB 2002, 789 (Ls.)
BauR 2002, 108
ZfBR 2002, 61
Abgesehen von dem Fall, dass der Unternehmer von vornherein jede Verantwortung für den Mangel ablehnt (vgl. BGH, Urteil vom 27. September 2001 - VII ZR 320/00, aaO), treffen die Vertragsparteien durch ihren Meinungsaustausch regelmäßig eine "Überprüfungsvereinbarung" (vgl. BGH, Urteil vom 15. April 1999 - VII ZR 415/97, BauR 1999, 1019, 1021 = ZfBR 1999, 269) bzw. eine entsprechende Abrede über einen Nachbesserungsversuch.
Beim Werk eines Statikers liegt eine konkludente Abnahme vor, wenn der Besteller dessen Pläne entgegennimmt und ihm gegenüber zu erkennen gibt, er wolle die Leistung als in der Hauptsache dem Vertrag entsprechend billigen (BGH, Urteil vom 15. November 1973 - VII ZR 110/71, BauR 1974, 67; Urteil vom 27. September 2001 - VII ZR 320/00, BauR 2002, 108, 109 = NZBau 2002, 42 = ZfBR 2002, 61 f.).
Deshalb ist der Architekt auch nach der Fertigstellung des Bauvorhabens Sachwalter des Bestellers, der ihm bei der Durchsetzung der Ansprüche gegen die anderen Bau- und Planungsbeteiligten behilflich sein muss (BGH, Urteil vom 27. September 2001 - VII ZR 320/00, aaO m.w.N.).
Der Senat hat bereits in seinem Urteil vom 27. September 2001 (VII ZR 320/00, aaO) herausgestellt, dass die die Sekundärhaftung rechtfertigenden Betreuungspflichten sich insbesondere aus der Objektüberwachung und Objektbetreuung ergeben.
Sie gelten dagegen grundsätzlich nicht für den Tragwerksplaner (BGH, Urteil vom 27. September 2001 - VII ZR 320/00, BauR 2002, 108 = NZBau 2002, 42 = ZfBR 2002, 61; vgl. nunmehr auch § 3 Abs. 5 HOAI).
Sie sind grundsätzlich auch nicht auf andere Sonderfachleute anzuwenden (…Koeble in Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 3. Aufl., 12. Teil Rn. 511; von Rintelen, NZBau 2008, 209, 213;… Schulze-Hagen in Kniffka/Schmitz, ibr-online-Kommentar Bauvertragsrecht, Stand 16. Juli 2010, § 634a BGB Rn. 81; Löffelmann, IBR 2002, 28;… a.A. Locher in Locher/Koeble/Frik, HOAI, 10. Aufl., Einleitung Rn. 331).
Eine Vertragsverletzung durch pflichtwidrige Unterlassung jeglicher Untersuchung und Beratung, mit der der Architekt möglicherweise die Verjährung der gegen ihn selbst bestehenden Ansprüche herbeiführt, begründet - nicht anders als eine falsche Beratung - einen weiteren Schadensersatzanspruch dahin, dass die Verjährung der gegen ihn gerichteten Gewährleistungs- und Schadensersatzansprüche als nicht eingetreten gilt (…so wörtlich: BGH Urteil vom 23.07.2009 - VII ZR 134/08 - Rn. 12; Urteil vom 27.09.2001 - VII ZR 320/00 - Rn. 19;… inhaltlich ebenso schon: Urteil vom 16.03.1978 - VII ZR 145/76 - Rn. 28 ff.;… ebenso für den mit Planungs- und Überwachungsleistungen beauftragten Ingenieur: Urteil 10.10.2013 - VII ZR 19/12 - Rn. 34).
Eine Vertragsverletzung durch pflichtwidriges Unterlassen einer Untersuchung und Beratung im vorgenannten Sinn, mit der der Architekt die Verjährung der gegen ihn selbst bestehenden Ansprüche herbeiführt, begründet - nicht anders als eine falsche Beratung - einen weiteren Schadensersatzanspruch dahin, dass die Verjährung der gegen ihn gerichteten Gewährleistungs- und Schadensersatzansprüche als nicht eingetreten gilt (…BGH Urteil vom 23.07.2009 - VII ZR 134/08 - Rn. 12; Urteil vom 27.09.2001 - VII ZR 320/00 - Rn. 19;… inhaltlich ebenso schon: Urteil vom 16.03.1978 - VII ZR 145/76 - Rn. 28 ff.;… ebenso für den mit Planungs- und Überwachungsleistungen beauftragten Ingenieur: Urteil vom 10.01.2013 - VII ZR 19/12 - Rn. 34).
Die vorliegende Fallkonstellationen, bei der ein Ingenieur lediglich als Spezialplaner für einen Subunternehmer und nicht als sachwaltender Architekt tätig geworden sei, habe der Bundesgerichtshof bereits entschieden und dabei die Anwendung der Grundsätze der Sekundärhaftung abgelehnt (BGH, Urteil vom 27.09.2001, VII ZR 320/00).
Der Senat vermag der Auffassung der Klägerin, die Fallkonstellation, die der Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 27.09.2001 (VII ZR 320/00) zugrunde gelegen habe, sei mit der vorliegenden nicht vergleichbar, nicht zu folgen.
Demgegenüber verweist der Beklagte zu Recht auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 27.09.2001, VII ZR 320/00, in der der 7. Zivilsenat entschieden hat, die zur Sekundärhaftung des Architekten entwickelten Grundsätze seien auf den zur Erstellung der Statik und Bewehrungskontrolle verpflichteten Tragwerksplaner nicht anwendbar, wenn dieser keine besonderen Betreuungs- und Aufklärungspflichten übernommen habe.

References: § 639
 § 638
 § 639
 § 638
 § 3
 § 634
 BGH