Source: https://www.wbs-law.de/e-commerce/der-jugendschutz-im-online-handel-aufgepasst-bei-buechern-dvds-co-655/
Timestamp: 2019-05-26 14:05:27+00:00

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﻿ Der Jugendschutz im Online-Handel: Aufgepasst bei Büchern, DVD’s & Co. -
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Durch die Aufnahme von Büchern, DVD’S und Computerspielen in die Liste der jugendgefährdenden Medien ist der Verkauf dieser Medien ganz verboten oder nur unter Einschränkungen möglich.
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) unterscheidet dabei zwischen Medien mit einfachen und solchen mit schwer jugendgefährdenden Inhalten. Liegt eine einfache Jugendgefährdung vor, so entscheidet die BPjM über die Aufnahme des Buches etc. in die Liste der Jugendgefährdenden Medien.
In § 18 Abs.1 JuSchG wird aufgeführt, welche Medien als jugendgefährdend einzustufen sind:
„§ 18 Liste jugendgefährdender Medien
2. Selbstjustiz als einzig bewährtes Mittel zur Durchsetzung der vermeintlichen Gerechtigkeit nahe gelegt wird.(…)“
Die Medien, die eine schwere Jugendgefährdung darstellen bedürfen keiner Aufnahme in die Liste der jugendgefährdenden Medien, um Verkaufsbeschränkungen zu unterliegen. Zu den schwer jugendgefährdenden Medien gehören insbesondere Inhalte, die gewaltverherrlichend und grausam sind oder Kinder und Jugendliche in einer unnatürlichen, stark geschlechtsbezogenen Körperhaltung darstellen.
(…)(2) Den Beschränkungen des Absatzes 1 unterliegen, ohne dass es einer Aufnahme in die Liste und einer Bekanntmachung bedarf, schwer jugendgefährdende Trägermedien, die
„(…)Trägermedien, deren Aufnahme in die Liste jugendgefährdender Medien nach § 24 Abs. 3 Satz 1 bekannt gemacht ist, dürfen nicht (…)im Wege des Versandhandels eingeführt werden (…)“
Um als Online-Händler auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sein Angebot mit der Liste der jugendgefährdenden Medien abgleichen. Bei einzelnen Anfragen, ob ein Buch etc. indiziert ist, kann man einfach eine E-Mail an die Bundesprüfstelle (liste@bundespruefstelle.de) senden. Außerdem gibt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien alle drei Monate die Informationsbroschüre „BPjM-Aktuell“ heraus, in der die Liste sowie Aktualisierungen etc. aufgeführt werden. Diese Broschüren können einzeln bezogen und auch in zahlreichen öffentlichen Bibliotheken kostenlos eingesehen werden.
Ebenso dürfen im Wege des Versandhandels keine Filme/ DVD’s verkauft werden, die keine Jugendfreigabe (vorher: „FSK 18″) von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) erhalten haben. Dies regelt § 12 Abs.3 JuSchG:
„(…)(3) Bildträger, die nicht oder mit „Keine Jugendfreigabe“ nach § 14 Abs. 2 von der obersten Landesbehörde oder einer Organisation der freiwilligen Selbstkontrolle im Rahmen des Verfahrens nach § 14 Abs. 6 oder nach § 14 Abs. 7 vom Anbieter gekennzeichnet sind, dürfen
2. Nicht (…) im Versandhandel angeboten oder überlassen werden.(…)“
Im Falle von Zuwiderhandlungen handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die � mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 € geahndet werden kann. Der Versand von jugendgefährdenden Medien, die von der Bundesprüfstelle indiziert wurden, stellt� eine Straftat dar.
Der Versand solcher Medien ist allerdings dann gestattet, wenn bestimmte Vorkehrungen von Seiten des Online-Händlers getroffen werden, durch die ein Versand an Kinder und Jugendliche ausgeschlossen werden kann. Dies ist in § 4 Abs. 2 JMStV geregelt:
„(…)In Telemedien sind Angebote abweichend von Satz 1 zulässig, wenn von Seiten des Anbieters sichergestellt ist, dass sie nur Erwachsenen zugänglich gemacht werden (geschlossene Benutzergruppe). (…)“
Die Einhaltung dieser Vorgaben ist durch ein Altersverifikationssystem möglich. Als zuverlässiges Verfahren wird von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft das sog. Post-Ident-Verfahren, das eine Face-to-Face-Identifizierung ermöglicht, in Kombination mit einer eigenhändigen Auslieferung der Ware, aufgeführt.
Auch Filme, die durch eine Altersfreigabe „FSK 16″ gekennzeichnet sind, können nicht ohne weiteres im Online-Handel vertrieben werden. So ist in § 5 Abs.1 JMStV geregelt, dass Medien, die einer Altersbeschränkung unterliegen nur verkauft und zugänglich gemacht werden dürfen, wenn sichergestellt werden kann, dass Jugendliche und Kinder der betroffenen Altersstufe die Angebote nicht wahrnehmen können. Weiter regelt § 5 Abs.3 JMStV, wie Online-Händler ihren Schutzpflichten beim Verkauf von Trägermedien, die keine unbeschränkte Altersfreigabe haben, nachkommen können:
„(…)Der Anbieter kann seiner Pflicht aus Absatz 1 dadurch entsprechen, dass er
2. die Zeit, in der die Angebote verbreitet oder zugänglich gemacht werden, so wählt, dass Kinder oder Jugendliche der betroffenen Altersstufe üblicherweise die Angebote nicht wahrnehmen.(…)“� �
Als zusätzlichen Service bietet die FSK die Möglichkeit an, einzelne Filme und deren Altersfreigabe in einer Datenbank zu suchen:

References: § 18
 § 24
 § 12
 § 14
 § 14
 § 14
 § 4
 § 5
 § 5