Source: https://issuu.com/retter.tv/docs/rettungsdienstjournal_bvrd
Timestamp: 2017-02-25 10:05:32+00:00

Document:
Rettungsdienstjournal 02/2012 by PDV Inter-Media Venture GmbH - issuu
K 8337 F - ISSN 0178-2193 – 31. Jahrgang 02-2012
M i t g l i e d e r o r g a n d e s B e r u f s v e r b a n d e s f ü r d e n R e t t u n g s d i e n s t e. V.
Postvertriebsstück K 8337 F, Gebühr bezahlt, Berufsverband für den Rettungsdienst e.V., Gießener Straße 42, 35423 Lich
Hochschulstudiengänge für Rettungsassistenten
mit notfallmedizinischen Schwerpunkten
Referentenentwurf zum NotfallSanitäterGesetz
und Stellungnahme des BVRD
diese Ausgabe des Rettungsdienst-Journal enthält nicht die gewohnte Vielfalt an Themen, der
thematische Schwerpunkt liegt dieses Mal bei der Berufspolitik. Die berufspolitischen Themen in
diesem Heft sind die Novellierung des Rettungsassistentengesetzes von 1989, die Diskussion um
Hochschule-Studiengänge mit notfallmedizinischen Schwerpunkten für Rettungsfachpersonal
sowie der Streit um Medikamentengabe durch Rettungsassistenten in München, der in den letzten Wochen bundesweite Beachtung erlangte.
In der Sache „Novellierung des Rettungsassistentengesetzes“ ist vor einigen Wochen ein großer
Schritt nach vorne erfolgt. Das Bundesministerium für Gesundheit hat am 25. Mai einen
„Referentenentwurf für ein Notfallsanitätergesetz“ veröffentlicht. Damit ist Hälfe der
Wegstrecke zu einem neuen Berufsgesetz erreicht. An dieser Stelle soll noch einmal daran erinnert werden, daß der Berufsverband für den Rettungsdienst e.V. (BVRD), stets vertreten durch
Prof. Dr. Gerhard Nadler aus München, seit Februar 2003 bei allen relevanten Gesprächen und
Beratungen in Ministerien und auch im DRK-Generalsekretariat sowie am 4. Juli 2007 bei der entscheidenden Anhörung im Deutschen Bundstag beteiligt war und sich stets für eine bessere
Ausbildung und praxisgerechte Kompetenzen stark machte. Auch in der „Expertengruppe
RettAssG-Novellierung“ beim Bundesgesundheitsministerium, die von Januar 2008 bis einschließlich November 2011 wichtige Vorarbeiten für den nun vorgelegten Referentenentwurf leistete,
arbeitete Prof. Dr. Gerhard Nadler für den BVRD mit. Wichtige Auszüge aus dem
Referentenentwurf und der Begründung sowie die Stellungsnahme des BVRD dazu finden Sie ab
Auf den ersten Seiten dieses Heftes stellen wir Ihnen zwei (Fach-)Hochschul-Studiengänge vor, die
sich an Rettungsfachpersonal wenden und notfallmedizinische Schwerpunkte haben. Zwei ärztliche Interessenvertretungen hatten sich im Herbst letzten Jahres sowie im Frühjahr diesen Jahres
dazu kritisch geäußert – wir möchten Ihnen nun zum einen konkrete Einblicke in diese beiden
Studiengänge, vor allem auch hinsichtlich den Ausbildungszielen, geben und zum anderen eine
Diskussion dazu anregen.
Über den Streit um Medikamentengabe durch Rettungsassistenten in München, der in den letzten Wochen bundesweit für Aufmerksamkeit sorgte, berichten wir kurz und knapp auf den
Seiten 12 und 13.
Im übrigen finden Sie in diesem Heft einen interessanten Beitrag von Tobias Weiman über die britische „Coastguard“ und einen reich bebilderten Beitrag von Andi Bachsleitner zur RettMobil
RDJ - Redaktion
Rettungsdienst Journal 02-2012
INHALTSVERZEICHNIS RDJ 02-2012
Aufnahmeantrag / Abo-Formular
Impressum / Termine
Medienkooperation mit retter.tv
retter.tv berichtet über den Christoph-Hessen-Tag
H:G - Hochschulstudium „Sanitätsund Rettungsmedizin“
Hochschulstudiengänge für Rettungsassistenten:
H:G - Hochschulstudium „Sanitäts- und Rettungsmedizin“
Ausbildungsziel „Sanitäts- und Rettungsmedizin“ (B.Sc.)
MHR - Hochschulstudium „Pre-Hospital Management“
Referentenentwurf der Bundesregierung:
Entwurf eines Gesetzes über den Beruf der Notfallsanitäterin
und des Notfallsanitäters sowie zur Änderung des
Hebammengesetzes
Stellungnahme des BVRD zum NotSanG-Entwurf
Hochschulstudium „Pre-Hospital
Management“ an der MHR
Rekorde bei Europas größtem Branchenereignis 2012
Streit um Gabe von Medikamenten durch
Rettungsdienstpersonal in München
Rettungsdienst International
Die königliche Küstenwache - Her Majesty's Coastguard
Die königliche Küstenwache - Her
Majesty’s Coastguard
Rettungsschwimmer hilft Ertrinkendem - und wird gefeuert
Referentenentwurf der
Bundesregierung für ein
Notfallsanitäter-Gesetz
Titelbild: Hubschrauber der königlichen Küstenwache während eines Einsatzes
Foto: Tobias Weimann
Berufsverband für den
für ordentliche Mitglieder 65 Euro Jahresbeitrag
(einschließlich RDJ-Bezug)
für ZDL, Azubis, Studenten, Ruheständler etc.
40 Euro Jahresbeitrag (einschließlich RDJ-Bezug)
für informierte Mitglieder 25 Euro Jahresbeitrag
(keine Versicherungsleistungen, aber RDJ-Bezug)
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Im Rettungsdienst tätig:
hauptamt.
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Im Herbst letzten Jahres sowie im Frühjahr diesen Jahres äusserten sich der Bundesverband
Ärztlicher Leiter Rettungsdienst (BV ÄLRD) sowie die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND) kritisch zu Hochschulstudiengängen für Rettungsassistenten mit notfallmedizinischen Inhalten. Nach Auffassung dieser beiden
Interessenverbänden sollten Rettungsassistenten, wenn sie sich auf Hochschulebene weiterqualifizieren möchten, Studiengänge wählen, die Management oder Technik zum Gegenstand haben. Hintergrund ist wohl, dass diese Studiengänge dem was BV ÄLRD und BAND
für „rein ärztlich“ halten zu nahe kommen. Um Ihnen, liebe Leser, einen Einblick in die beiden der Redaktion bekannten Studiengänge mit notfallmedizinischen Inhalten zu gewähren,
haben wir im Anschluss Material über diese Hochschulstudiengänge abgedruckt. Wir haben
uns dafür entschieden, damit Sie sich zu dieser Thematik selbst eine Meinung bilden können.
Hochschulstudium „Sanitäts- und Rettungsmedizin“
Warum Sanitäts- und
Rettungsmedizin studieren?
Das Bachelorstudium der Sanitäts- und Rettungsmedizin richtet sich an Abiturienten mit
dem Studienwunsch Sanitäts- und Rettungsmedizin und an Absolventen der Berufsausbildung zum Rettungsassistenten mit Hochschulzugangsvoraussetzungen. Es vermittelt neben
den wissenschaftlichen Schwerpunkten eines
Hochschulstudiums sanitäts- und rettungsmedizinische Kenntnisse der Akutdiagnostik und
der Akuttherapie häufiger internistischer Erkrankungen. Höchste Priorität wird dabei auf
die Vermittlung praxisorientierter sanitäts- und
rettungsmedizinischer Kenntnisse zur Erweiterung der Regelkompetenz gelegt. Für die
Zukunft ist geplant, interessierten Studierenden eine duale Studienorganisation in Kooperation mit einem Partner anzubieten.
Das Bachelorstudium der Sanitäts- und Rettungsmedizin ist in drei Phasen gegliedert. In
der ersten Studienphase (Semester 1-2) steht
die Erkenntnisvermittlung des gesunden
Körpers im naturwissenschaftlichen und medizinischen Mittelpunkt. In der zweiten Studienphase (Semester 3-4) wird das medizinische
Wissen des kranken Körpers mit den vertiefenden Schwerpunkten der Unfallmedizin und den
internistisch kardiologischen Erkrankungen vermittelt. Wesentliche Schwerpunkte der dritten
Studienphase (Semester 5-6) stellen die praktischen Erfahrungen, die Differentialdiagnose
und Synthese in international anerkannten
Zertifikatskursen dar.
Im Studium lernen Sie die international anerkannten Behandlungsrichtlinien der an Basisund erweiterten Versorgungsprinzipen akut
auftretenden Erkrankungen oder Verletzungen
kennen und damit den Schnittstellenbereich
zwischen präklinischer Erstversorgung und dem
Rettungsstellen- bzw. Schockraummanagement
klinischer Einrichtungen. Ihnen werden taktische, organisatorische und administrative Kenntnisse zum Management des Rettungsdienstes, dem Notfall-, Krisen- und Katastrophenmanagement von Konfliktsituationen und
Naturereignissen vermittelt. Spezialkenntnisse
und -fähigkeiten im Luftrettungsdienst, im
Wasserrettungs- und Bergungsdienst und von
sanitätsdienstlichen Einheiten machen Sie zu
Experten sanitäts- und rettungsmedizinischer
Diagnostik- und Therapiemaßnahmen in der
Sanitäts- und Rettungsmedizin.
An der H:G besitzt eine praxisnahe Ausbildung
einen hohen Stellenwert. Die semivirtuelle
Studienorganisation ermöglicht Ihnen, ihr
erlerntes Wissen in rettungs- oder notfallmedizinischen Praktika im Rahmen des Praktischen
Studiensemesters (5. Semester) oder integriert
in ihrer Arbeitszeit im Rettungsdienst umzuset-
zen. Darüber hinaus werden Bedingungen der
klinischen Erstuntersuchung und Therapierichtlinien für Notfalldiagnosen im Studium
zuerst simuliert und später unter kompetenter
Supervision soweit wie möglich im Klinikroutinebetrieb erprobt. Praxiseinheiten finden im
Rahmen ausgewählter Lehrveranstaltungen bei
Unternehmen und Einrichtungen der Gesundheitsbranche wie dem Sana Klinikum Lichtenberg, den Ruppiner Kliniken und dem Klinikum
Niederlausitz statt.
Der Bachelorstudiengang Sanitäts- und Rettungsmedizin qualifiziert Sie für eine selbstständige rettungs- und notfallmedizinische Arbeit oder die Mitarbeit in einem medizinischen
Rettungsteam. Um als Rettungsassistent zu
arbeiten, müssen Sie in jedem Falle die
Ausbildung zum Rettungsassistenten abschließen. Das Studium der Sanitäts- und Rettungsmedizin alleine berechtigt Sie nicht zur Ausübung dieser Tätigkeit. Für Ihr Kompetenzprofil haben insbesondere folgende Bereiche
• Tätigkeit als Rettungsdienstbereichsleiter
• Krankenhäuser und Kliniken mit rettungsmedizinischer Abteilung
• Leitungs- und Führungstätigkeiten im Leitstellenbereich von Feuerwehr und Rettungsdienst
• Wissenschaftliche Mitarbeit in Stiftungen und
• Wissenschaftliche und redaktionelle Mitarbeit in Verlagen
• Tätigkeit im Bereich rettungsmedizinisch relevanter
• Militärmedizinische Tätigkeit
im Sanitätsdienst der Bundeswehr
Im Bachelorstudiengang Sanitäts- und Rettungsmedizin sind insgesamt 24 studienbegleitende Prüfungen in 20 Modulen abzulegen. 18
Module werden mit Modulprüfungen, 2
Module mit insgesamt 6 Modulteilprüfungen
abgeprüft. Hinzu kommen die Prüfungsbestandteile des Praktischen Studiensemesters
und des Bachelorabschlussmoduls. Die Prüfungslast verteilt sich gleichmäßig über die
Semester. Regelungen zum Nachteilsausgleich
von Studierenden mit Behinderung und chronischer Krankheit sind in § 16 der Allgemeinen
Prüfungsordnung festgelegt. Körperlich und
geistig beeinträchtigten Studierenden kann,
soweit dies zur Herstellung der Chancengleichheit erforderlich ist, Nachteilsausgleich in Form
von zusätzlichen Arbeits- und Hilfsmitteln
und/oder der Ablegung der Prüfung in einer
anderen Form gewährt werden.
• vergleichbare (ausländische) Bildungsnachweise oder
• die Hochschulzugangsberechtigung für beruflich Qualifizierte gem. §11 Berliner Hochschulgesetz (BerlHG)
Einschlägige Berufserfahrungen sowie bereits
in einem Studium in studienähnlichen Fächern
erworbene ECTS-Punkte oder Leistungsnachweise können anerkannt werden.
Rettungsassistenten erhalten
durch den international anerkannten
Bachelor of Science eine wertvolle und international vergleichbare Erweiterung Ihrer
Ausbildung als deutscher Rettungsdienstmitarbeiter.
Außerdem steht Ihnen eine
sanitätsmedizinische Ausbildung durch einen weiterführenden Master offen.
Ausbildungsziel des Bachelorstudiums „Sanitäts- und Rettungsmedizin“ ist primär der
„reflektierende Praktiker“ - also jemand, der
auf Grundlage seiner akademischen Ausbildung in Verbindung mit einer Berufsausbildung
für den Rettungsdienst „Strukturen und
Arbeitsabläufe“ sowie „Folgen von Handeln
und Unterlassen“ umfassend reflektieren und
Zum einen erwirbt der Absolvent damit die
Befähigung im Rettungswesen – vor allem im
Rettungsdienst – (Führungs-)Aufgaben in angehobener Position oder aber in gehobener
Position wahrnehmen zu können. Im operativen Bereich des Rettungsdienstes kann dies die
Tätigkeit als Schichtleiter einer größeren
Dienststelle oder als Rettungsdienstbereichsleiter sein. Im administrativen Bereich kann dies
die Wahrnehmung von Aufgaben in der kommunalen Verwaltung oder aber auch bei
Verbänden ein.
Beim Einsatz im Rettungsdienst kann dem
Hochschulabsolventen aufgrund der fundierteren Ausbildung vom verantwortlichen Arzt im
Rahmen einer spezifischen Delegation ein
größeres Spektrum an Maßnahmen zur Durchführung übertragen werden.
Zum anderen erwirbt der Absolvent die notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und
Kompetenzen, um – ggf. in Kombination mit
einem speziellen Traineeprogramm – als ArztAssistent in Kliniken tätig werden zu können.
Dort kann er als Arzt-Assistent im Rahmen der
Chefarzt-Delegation und unter „Supervision“
eines Facharztes verschiedene medizinische
Maßnahmen ausführen, die gegenwärtig vom
Arzt persönlich durchgeführt werden, aber bei
fachlich-medizinsicher Betrachtung sowie aus
juristischer Perspektive betrachtet nicht vom
Arzt persönlich durchgeführt werden müßten.
Aufgrund der fachlichen Ausrichtung kommt
vor allem eine Tätigkeit in Rettungsstellen bzw.
Zentralen Notaufnahmen und Funktionsbereichen der Kliniken und Krankenhäuser in Betracht.
Mit dem Abschluß „Bachelor
of Science“ können konsektuive und nicht-konsektuive
Master-Studiengänge aufgenommen werden, die beispielsweise für eine Tätigkeit
in der Lehre (u.a. an beruflichen Schulen), in den Bereichen Qualitätsmanagement,
Sicherheit und Technik im
Rettungswesen oder speziell
für das operationale Management im Rettungsdienst qualifizieren. Gute und sehr gute
Absolventen haben auch die
Möglichkeit zu promovieren.
Tel.: 030 / 577 97 37 - 0
Hochschulstudium „Pre-Hospital Management“
Die staatliche anerkannte Mathias Hochschule
Rheine ist eine junge private Fachhochschule
für Gesundheit, Wirtschaft und Technik. Innovative Angebote orientieren sich an Berufe
im Gesundheitswesen. Für Rettungsassistentinnen und -assistenten eröffnet der akkreditierte
Studiengang Pre-Hospital Management/Präklinisches Management, B.Sc. mit seinem einzigartigen Qualifikationsspektrum neue Perspektiven der akademischen Qualifizierung des rettungsdienstlichen Personals. Der BachelorStudiengang Pre-Hospital Management richtet
sich an Rettungsassistentinnen und -assistenten, die einen akademischen Berufsweg einschlagen möchten, ohne den Bereich Rettungsdienst verlassen zu müssen. Mit dem Studiengang Pre-Hospital Management werden Kompetenzen vermittelt, die für Leitungs- und
Führungsaufgaben im Rettungsdienst erforderlich sind.
Bereits im Jahr 2007 hat der Sachverständigenrat die Veränderung der Aufgabenteilung im
Gesundheitswesen und eine akademische
Qualifizierung des nicht-ärztlichen Personals
gefordert. Während Studiengänge mit einem
technischen Fokus für Führungsaufgaben im
Bereich des Brandschutzes qualifizieren, fehlen
entsprechende Qualifikationen für die Leitung
im Rettungsdienst obwohl sich der Großteil der
nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr auf den
Rettungsdienst konzentriert. Daher legt der
Studiengang Pre-Hospital Management den
Schwerpunkt auf die Managementkompetenz
im Rettungsdienst. So zeigt eine internationale
Studie, dass erfolgreiche Führungskräfte im
Krankenhaus sowohl über eine betriebswirtschaftliche wie auch medizinische Qualifikation
verfügen (Limb et al., BMJ 2010). In den
Krankenhäusern wird seit Jahrzehnten die
Leitung erfolgreich gemeinsam von kaufmännischen, pflegerischen und ärztlichen Führungskräften wahrgenommen. Aufgrund dieser
Erkenntnisse ist der Studiengang Pre-Hospital
Management so aufgebaut, dass für das erfolgreiche Management im Rettungsdienst die
Kernkompetenzen in den folgenden drei zentralen Aufgabenfeldern vermittelt werden:
Medizinisches Notfall-Management
Wirtschaftliches Rettungsdienst
Management und rechtliche Aspekte
Studieninhalte und Tätigkeitsperspektiven
Im Mittelpunkt steht die patientenorientierte
und effiziente Gestaltung der Notfallversorgung, die auf evidenzbasierten und gesundheitsökonomischen Kenntnissen basiert. Durch
die Berücksichtigung notfallmedizinischer Inhalte sind die Absolventen als Multiplikatoren
in der Lage, die Versorgungsqualität zu verbessern. So können die Absolventen gemeinsam
mit Ärzten ein hohes Ausbildungs- und
Qualitätsniveau sicherstellen. Der Studiengang
Pre-Hospital Management propagiert kein
Paramedic-System und zielt nicht auf den Ersatz
des Notarztsystems ab.
Die inhaltliche Konzeption des Studienganges
basiert auf den folgenden drei Säulen, die den
Studierenden neue attraktive Berufs- und
Tätigkeitsperspektiven eröffnen:
MedizinischesNotfall-Management
Die Vertiefung und Stärkung der notfallmedizinischen Kompetenzen der Studierenden dient
der Steigerung der Versorgungsqualität im
Rettungsdienst. Die ärztlichen Leiter für den
Rettungsdienst können nur in wenigen Bereichen für ein direktes Qualitätsmanagement in
den einzelnen Rettungswachen sorgen. Durch
die gezielte Vermittlung von theoretischen und
praktischen Kenntnissen der Notfallmedizin
können die Absolventen gemeinsam mit dem
ärztlichen Leiter Qualitätsstandards entwickeln.
Sie sorgen als Multiplikatoren für die ständige
Fort- und Weiterbildung in den Rettungswachen sowie ein kontinuierliches Qualitätsmanagement.
Für diese Aufgabe bedarf es der Vermittlung
wissenschaftlich fundierter Kenntnisse, die ein
evidenzbasiertes Entscheiden und Handeln
gewährleisten. Akademisch qualifiziertes Personal, das sowohl theoretisch wie praktisch
hochqualifiziert ist, kann therapeutische
Maßnahmen sicherer Durchführen und so die
Versorgungsqualität bis zum Arztkontakt verRettungsdienst Journal 02-2012
bessern. Dies ist als Ergänzung zum bestehenden Notarztsystem gedacht und stärkt die
Handlungssicherheit der Rettungsassistenten/
innen und sorgt für mehr Patientensicherheit in
der Notfallversorgung.
Die medizinische Qualifizierung der Studierenden wird verbunden mit der Kompetenz, technische Geräte nicht nur anwenden, sondern
auch auf Eignung und Finanzierbarkeit überprüfen zu können. Niemand kann technische
Geräte und auch Fahrzeuge besser beurteilen
und einschätzen als diejenigen, die täglich
damit arbeiten. Die Organisation ungewöhnlicher Einsatzsituationen unter Berücksichtigung
des Ressourcenmanagements zählt ebenso zu
den einsatztaktischen Komponenten des
Studiengangs. So werden z.B. der Transport von
adipösen Patienten, Verlegungstransporte von
Intensivpatienten, sowie strukturelle Konzepte
und die Organisation von Großschadensereignissen vertiefend behandelt.
Positionen des mittleren Managements im
Rettungsdienst (z. B. Leitung kleinerer Wachen,
Wachabteilungsleitung, Bereichsleitung sowie
Funktionen in Verwaltung und Behörden) können durch Absolventen des Studiengangs PHM
adäquat besetzt werden, da sie im Studium vertiefte betriebswirtschaftliche Fähigkeiten und
rechtliche Kenntnisse erwerben. Sie lernen die
grundlegenden Controlling-Instrumente ebenso wie die Besonderheiten der Finanzierung im
Rettungsdienst kennen. Es werden umfangreiche Kompetenzen im Bereich des Qualitäts- und
Risiko-managements vermittelt.
Aufbau, Präsenzzeiten und
Die Studienzeit beträgt 36 Monate (sechs
Semester). Sie setzt sich zusammen aus Präsenz, Transfer- (Praxis-) und Selbstlernphasen (u. a.
Projektarbeiten, Anwendung von OnlineMedien). Die Bündelung der Präsenzzeiten
(Anwesenheiten an der Hochschule) des
Studiengangs auf fünf bis sechs Wochen pro
Semester ermöglicht eine zeitgünstige
Aufteilung des Studiums. Der Wechsel von
Präsenz- und Selbststudienzeiten wird begleitet
von Transferzeiten, die zu einem Teil einen
praktikumsähnlichen Charakter besitzen. Dabei
kann ein Teil der Transferleistungen unter
bestimmten Voraussetzungen auf der eigenen
Rettungswache absolviert werden und ein klinisches Praktikum von fünf Wochen auch an einzelnen Tagen erbracht werden.
• die allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder ein mittlerer Schulabschluss
und mindestens drei Jahre Berufstätigkeit als
• die gesundheitliche Eignung nach § 5
• abgeschlossene Ausbildung nach § 7 Rett
AssG ODER abgeschlossene schulische
Ausbildung nach § 4, § 8 Abs. 2 und § 8 Abs.3
RettAssG und mindestens 1120 Stunden des
praktischen Ausbildungsabschnitts.
Innerhalb des Studiums können die fehlenden
480 Stunden der praktischen Ausbildung durch
Transferleistungen erbracht werden.
und mehrjährige Ausübung der beruflichen
Tätigkeit kann über eine Zugangsprüfung
durch die Mathias Hochschule Rheine ebenso
als Berechtigung zur Aufnahme des
Studiums gelten. Hierdurch kann
der Nachweis einer schulischen
Hochschulreife ersetzt werden.
Studium Pre-Hospital Management
an der Mathias Hochschule Rheine
finden sie auf der Homepage:
www.mhrheine.de
Dr. Christopher Niehues, LL.M.
(c.niehues@mhrheine.de)
Sozialgesetzgebung und des Strafrechts einheitlich anzuwenden sind. Zudem kommt es zu
diversen Schnittstellenproblemen im Bereich
der Leitstellenorganisation sowie der Konzeption und Bewältigung von Großschadensereignissen. Die Arbeit zeigt, wie zum Beispiel mit
größeren Leitstellenbereichen die Versorgungsqualität verbessert und gleichzeitig die
Kosten gesenkt werden können.
Die Notfallversorgung stellt von der Laienhilfe
bis zu den Notaufnahmen eine Black Box hinsichtlich der Faktoren Qualität und Kosten dar.
Das Versorgungsniveau wird durch diverse
rechtliche Bestimmungen und unterschiedliche
Zuständigkeiten bestimmt.
Vor dem Hintergrund der Ressourcenknappheit
werden im Spannungsfeld Medizin, Ökonomie
und Recht die Schwachstellen der Rettungskette analysiert und Empfehlungen für eine
patientenorientierte und effiziente Notfallversorgung gegeben. Es werden sowohl die rechtlichen Aspekte, wie auch die Qualifikationsund Qualitätsprobleme diskutiert und Lösungsvorschläge erörtert. Dabei bezieht sich die
Untersuchung auf sämtliche Akteure der
Rettungskette, da unter ökonomischen Gesichtspunkten das schwächste Glied der Rettungskette den notwendigen Handlungsbedarf
In Deutschland existieren höchst heterogene
Versorgungsstrukturen im Rettungsdienst, die
nicht mit den Grundprinzipien einer Patientenversorgung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der Medizin und dem Wirtschaftlichkeitsgebot gem. §12 SGB V vereinbar sind.
Regional sehr unterschiedliche Vorgaben zur
Durchführung erweiterter medizinischer Maßnahmen durch Rettungsassistenten führen
sowohl für das Rettungsdienstpersonal als auch
für die Ärztlichen Leiter Rettungsdienst zu
strafrechtlichen und haftungsrechtlichen Risiken, da die bundesrechtlichen Regelungen der
Der Schwerpunkt der Arbeit beschäftigt sich
mit den Versorgungsproblemen in den
Notaufnahmen der Krankenhäuser, die sowohl
im Bereich der Routineversorgung als auch bei
der Bewältigung von Großschadensereignissen
das schwächste Glied der Rettungskette darstellen. Während für den präklinischen Bereich die
Hilfsfristen in der Regel eine zeitnahe
Versorgung sicherstellen, fehlen entsprechende
Vorgaben für die innerklinische Versorgung.
Steigende Patientenzahlen in den Notaufnahmen und ein starker Ärztemangel in den
Kliniken führen zu immer längeren Wartezeiten. Gleichzeitig ist bei vielen Notarzteinsätzen
keine ärztliche Versorgung erforderlich.
Wenngleich die Einrichtung einer Zentralen
Notaufnahme als sinnvoll erachtet wird, wird
die klinische Notfallversorgung in den
Vergütungssystemen nicht berücksichtigt. Dies
spiegelt sich unmittelbar in der Versorgungssituation wieder. Im Gegensatz zu anderen
Ländern existiert weder ein Facharzt für
Notfallmedizin noch ist eine besondere pflegerische Fachqualifikation für die notfallmedizinischen Besonderheiten vorgeschrieben. Häufig
ist der Notarzt im Rettungsdienst höher qualifiziert als der Assistenzarzt in der Notaufnahme.
In diesem Zusammenhang wird die medizinische und rechtliche Notwendigkeit des
Facharztes für Notfallmedizin gezeigt, der
zudem aus ökonomischer Sicht eine gute
Lösung ist, um die Notfallversorgung in kleineren Krankenhäusern sicherzustellen.
Dr. Christopher Niehues ist Hochschullehrer für den
Bereich Rettungsdienstmanagement an der Mathias
Hochschule Rheine.
Rettungsdienst Journal 02-2012 1
Streit um Gabe von Medikamenten durch Rettungsdienstpersonal in München
Mitte Juni verbot der neue Ärztliche Leiter Rettungsdienst im Rettungsdienstbereich München dem
Rettungsfachpersonal die Gabe aller Medikamente mit Ausnahme von medizinischem Sauerstoff und
Vollelektrolyt-Lösung. Damit wollte er offenbar den bisher praktizierten Übungen, und damit auch
dem vorbildlichen Konzept des Bayerischen Roten Kreuzes im KV München, das über sieben Jahre
erfolgreich praktiziert wurde, „über Nacht“ ein Ende setzen. Nachfolgend finden Sie die Zusammenfassung eines Rettungsassistenten aus München zu diesem „Politikum“. Ferner die Anweisung des
ÄLRD sowie die Reaktion eines Münchner Komunalpolitikers, der selbst eine lange Zeit als Rettungsassistent tätig war.
„Als das Schreiben des ÄLRD am 19.06.2012 veröffentlicht wurde, herrschte große Unsicherheit und ein
Ausmaß an Verwirrung unter den Kollegen im RDB
München.“
Viele Jahre wurde der Einsatz von Medikamenten
durch Rettungsdienstpersonal von ärztlicher, wie auch
nicht-ärztlicher Seite, grundsätzlich sehr liberal behandelt. Gelegentlich erschienen organisationsinterne
Dienstanweisungen, die in der Regel nur auf formale
Abläufe hinwiesen, aber nie die Versorgung des
Patienten tangierten. Wer und vor allem in welchem
Umfang Arzneimittel appliziert worden sind, entschied
jeder Einzelne für sich selbst. Vor kurzem etablierten
sich vereinzelt Programme zur Qualitätssicherung der
Medikamentengabe durch Rettungsdienstpersonal.
Jene wurden kontrovers diskutiert, zeigten aber prinzipiell einen vernünftig gangbaren Weg auf, die
Medikamentengabe durch Rettungsassistenten einheitlich und suffizient zu regeln.
„Wie sollen wir uns jetzt verhalten? Warten wir jetzt
wirklich erst auf den Notarzt und schauen einfach zu?
Widersetzen wir uns? Wie verfahren unsere Organisationen? Eine Regelung erarbeiten ist sinnvoll, aber bis
dahin den Status Quo auf (fast) Null?“
Nein, unsere Arbeitgeber reagierten ad hoc auf die
prekäre Situation. Dem Schreiben des ÄLRD wurde von
den meisten Durchführenden des Rettungsdienst
München eine gesonderte Stellungnahme angefügt,
welche explizit wiederholt auf den allgemein gültigen
rechtfertigenden Notstand verwies und eine rasche
Bearbeitung der Sachlage ihrerseits ankündigte.
Innerhalb der letzten drei Wochen wurde auf breiter
Ebene, sogar bundesweit diskutiert, gestritten, und
gemutmaßt wie es weiter geht. Neben den Berufsverbänden schaltete sich sogar die Lokalpolitik in Form
eines Münchner Stadtrats (Michael Kuffer) ein.
Diese Art der Unterstützung wurde von den Kollegen
sehr wohlwollend und dankbar angenommen und suggerierte, zwecks der transparenten und zielorientierten Vorgehensweise, einen baldigen Lösungsansatz.
Am 11.07.2012 wurde in einer Sitzung mit dem ÄLRD,
dem RZV und allen durchführenden Organisationen
ein Übergangsmodell (angelehnt an die Stellung-
nahme BÄK) verabschiedet, welches als Vorgabe für
die Medikamentengabe durch Rettungsassistenten
dient, bis die in jenem Rahmen ebenfalls gegründete
Arbeitsgruppe zeitnah, ein einheitlich, endgültiges
und für die Zukunft ausgelegtes Programm für die
Medikamentenapplikation erstellt hat.
Persönlich begrüße ich die jetzt anzustrebende
Regelung zur Medikamentengabe durch nichtärztliches Personal, aber ob die initial sehr restriktive
Vorgehensweise des ÄLRD (zwecks bekannter
Gründe) wirklich notwendig war, möchte ich nicht
bewerten. Wir hoffen jetzt bald ein, vor allem für den
Patienten, sinnvolles System nutzen zu können.
M.H., Rettungsassistent in München
M端nchner Stadtrat und
Verbandsrat im
sowie Rettungsassistent; er war von
Jahre an 端ber etwa zehn Jahre in verschiedenen Positionen hauptamlich
im Rettungsdienst, auch in leitender
Position, t辰tig.
100 Fuss über dem Meer bei 150 Knoten und
kaum Sicht – Für die Besatzung der Sikorsky
S92 HM Coastguard in Shetland Alltag...
Die HM Coastguard ("Her Majesty's Coastguard") ist zuständig für die Suche und Rettung
(Search and Rescue - SAR) von Personen in Not
auf See oder bei Notfällen und aus Gefahr an
19 Einsatzleitzentralen (Maritime Rescue
Coordination Centres, MRCCs) sind 24h besetzt
und organisieren alle Einsätze, die entweder
über die Notrufnummer 999 bzw. 112 oder über
Funk ankommen.
Das Einsatzgebiet der britischen SAR-Einheiten
umfasst mehr als 19.000 km Küste und ca. 3,2
Mio. km2 Meeresfläche.
Folgende Ressourcen stehen den MRCCs zur
• 362 Coastguard Rescue Teams
• Search and Rescue Helicopter unter Vertrag
mit MCA (Maritime and Coastguard Agency)
• Rettungsboote der RNLI (Royal National
Lifeboat Institution)
• Search and Rescue Helicopter der Royal Navy
und Royal Air Force
• Gefahrgut-Einsatzteams für Chemieunfälle
mit Schiffen
• Strandrettungseinheiten
• Berg- und Höhlenrettungsteams
• Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst
Die MCA unterhält 4 SAR-HubschrauberStandorte (Hubschrauber und Besatzung werden durch ein Privatunternehmen gestellt):
- Stornoway (Sikorsky S92), 24h
- Shetland (Sikorsky S92), 24h
- Portland (Agusta Westland AW139S),
- Lee-on-the-Solent (Agusta Westland
AW139S), 24h
Im Weiteren gehe ich hier am
Beispiel der Basis Shetland auf
die Coastguard-Hubschrauber
Der Hubschrauber in Shetland
wird samt Besatzung im Auftrag
der MCA von CHC Helicopter bis
Juli 2013 gestellt.
Auch die übrigen CoastguardHubschrauber-Basen, sowie die
Standorte der Royal Air Force
sind ausgeschrieben und sollen
bis 2017 neu vergeben werden.
sind alle mit einem Pilot, einem
Copilot, einem Winchoperator
und einem Winchman besetzt,
wobei zumindest der Winchman
eine Qualifikation als Paramedic
Das Personal wurde bisher vor
allem vom Militär rekrutiert, da
die Ausbildung sehr zeitaufwändig und kostenintensiv ist.
Oben: Die in Sumburgh stationierte Sikorsky S92 „102“ (von Tobias Weimann)
Links: Dank IFR und Autopilot, sowie weiteren Hilfsmitteln ist das Fliegen auch
unter Extrembedingungen möglich (von Tobias Weimann)
Unten: Zuständigkeit der MCA (von UK Maritime and Coastguard Agency)
Allein die Paramedic-Ausbildung
(siehe Tabelle) dauert 3 Jahre, in
denen ein Ausbildungsgehalt
gezahlt wird. Neben der Berufsausbildung gibt es auch die
Möglichkeit, Paramedic Science
an einer Universität zu studieren.
Nach dem erfolgreichen Abschluss kann die Registrierung
beim Health Professions Council
beantragt werden, bevor eine
eigenständige Berufsausübung
Um die Arbeitslizenz aufrecht zu
erhalten, ist alle 3 Jahre eine
Rezertifizierung notwendig.
Bei der Coastguard müssen durch
die Paramedics zusätzlich
• 4 Tage pro Jahr ein Rettungsdienstpraktikum
• 2 Tage pro Jahr ein AnästhesiePraktikum
• 1 Reanimationstraining mit
einem externen Trainer am
SimMan, sowie
• mind. 1 venöser Zugang alle 3
Monate am Patienten nachgewiesen werden.
Hinzu kommen weitere regelmässige Fortbildungen und Übungen, grösstenteils aus Eigeninitiative. Die Fortbildung, wie auch weitere persönliche
Lernerfolge, z.B. durch das Lesen von Fachzeitschriften werden online in einer Datenbank
(„CPD“ = Continuing Personal oder Professional
Development) erfasst.
Des Weiteren nimmt die Ausbildung als Winchman oder Winchoperator und die SAR-spezifischen Kenntnisse, nochmals ca. 6 Monate in Anspruch (davon ca. 6 Wochen Präsenzseminar in
einem Trainingszentrum).
An der Basis in Sumburgh/Shetland sind zwei
Sikorsky S92 mit den Kennzeichen G-CGOC und GSARC stationiert. Der diensthabende Hubschrauber hat jeweils den Rufnamen 102, die ErsatzDie Moving Map (auf Laptop), so wie das FLIR (oberer Monitor)
maschine 103.
werden vom Winchoperator bedient (von Tobias Weimann)
Die S92 fliegt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 140kts (259km/h), hat eine HöchstMedizinische Ausstattung
geschwindigkeit von 165kts (306km/h) und eine
Die Ausrüstung ist entsprechend den Aufgaben
Gipfelhöhe von bis zu 15.000ft (ca. 4572m).
der SAR-Hubschrauber auf die Suche und Rettung
im Wasser und an der Küste ausgerichtet.
Für lange Strecken haben die Hubschrauber standardmässig einen im Innenraum eingebauten
Die medizinische Ausstattung ist für die
Zusatztank.
Versorgung von mindestens zwei schwer verletzten Patienten ausgelegt. Im Grossen und Ganzen
Neben der üblichen Ausstattung eines Hubist diese mit der eines Rettungswagens vergleichschraubers verfügen die SAR-Maschinen zusätzbar, jedoch kompakt in Taschen und geschlosselich über ein Flight-Following-System, um die
nen Schubladen verstaut, damit diese flexibel einPosition der Hubschrauber kontinuierlich nachgesetzt und bei Bedarf auch mit der Winde herverfolgen zu können, so wie über eine automatiabgelassen werden kann (siehe Tabelle).
sche Flugkontroll- und eine Auto-Hover-Funktion.
Die vorgehaltene Medikamentenbestückung ist
Um die Suche eines Schiffes oder von Personen im
für die Bedürfnisse im SAR-Dienst entsprechend
Wasser zu erleichtern, bietet ein AIS Transponder
einfach gehalten (siehe Tabelle).
System (siehe auch unter Link unten) eine ÜberMedikamente
sicht aller Schiffe und Flugzeuge in Reichweite mit
im BTM-Ampullarium (wird vom Paramedic
ausführlicher Angabe unter anderem des
am Körper getragen):
Namens, der Fahrtrichtung, Geschwindigkeit, Ziel
oder auch Ladung.
Zur weiteren Unterstützung sind die Maschinen
mit einem Radar mit unterschiedlichen Ansichten
und einem FLIR (Infrarot- und Farbkamera mit
Tracking-Funktion) ausgestattet. Hinzu kommen
diverse Suchscheinwerfer.
Eine Moving Map gibt es in den aktuellen
Maschinen nur hinten. Diese wird vom Navigator/Winchoperator bedient.
Zur Rettung gibt es zwei Rettungswinden (davon
1 Reserve) mit je 270 kg Tragkraft und 90 m Kabel.
Die Sikorsky S92 sind allwetter- und nachtflugtauglich und damit bestens für die Aufgaben als
SAR-Hubschrauber, vor allem unter den Extrembedingungen über See geeignet.
im Notfallrucksack:
Glucosegel
im Reanimationsset (an den Defibrillatoren)
Entonox (Lachgas-Sauerstoff-Gemisch)
Oben: Blick durch die Tür ins Cockpit (von Tobias
Weimann)
Unten: Das Material ist kompakt in Taschen, bzw.
Schubladen verstaut (von Tobias Weimann)
Mit durchschnittlich ca. 120 Einsätzen pro Jahr ist
die Einsatzfrequenz auf der Basis Shetland sehr
gering, auch wenn die Gesamtzahl der
Flugstunden mit denen anderer Basen vergleichbar ist. Dies liegt unter anderem an den teilweise
sehr weiten Flugstrecken, die bis hinter die Ölfelder nordöstlich von Shetland oder gelegentlich
auch bis zu den Färöer Inseln reichen.
Aus diesem Grund ist es teilweise trotz eines fest
verbauten Zusatztanks notwendig, auf Einsätzen
unterwegs zwischenzulanden, z.B. auf Bohrinseln,
um nachzutanken. In diesem Fall muss die Flugstrecke entsprechend vorab geplant werden. Der
Dienst dauert daher 24h mit Schichtwechsel um
Je nach Spritreserve beträgt die Verweildauer vor
Ort (vor allem, wenn nicht gelandet werden kann)
maximal 15 min. In dieser Zeit muss der Patient
minimal versorgt und für den Transport vorbereitet werden. Die definitive Versorgung findet in
der Regel erst unterwegs im Hubschrauber statt,
was bei einer angenehmen Stehhöhe, dem grossen Raumangebot und der recht ruhigen
Maschine gut möglich ist.
Die Art der Einsätze reicht neben Schiffsunglücken bis zu Unfällen auf Bohrinseln oder alltäglichen internistischen Notfälle auf Fährschiffen.
„Erstangriffsrucksack“ mit Ausstattung für die Erstversorgung incl. Airwaymanagement und Medikamenten
„Zweitangriffsrucksack“ mit erweiterter Ausstattung, wie weiterem Schienungsmaterial
Tasche mit Schienungsmaterial, u.a. mit KED, Beckengurt und Vakuumschienen
Wärmetasche mit vorgewärmten Infusionen
Korbtrage, Spineboard, Vakuummatratze, Schaufeltrage, Bergesack
div. Schienungsmaterial
div. Rettungsmaterial
2010 führten die 4 Coastguard-Hubschrauber 769 Einsätze durch
Basis Shetland:
pro Jahr ca. 120 Einsätze (Vergleich Stornoway: 200 Einsätze/Jahr)
bis 31.05.2012 insgesamt 2345 Einsätze von der Basis Shetland
bis 31.05.2012 48 Einsätze 2012
2012 bereits bis 31.05.2012 564 Flugstunden
Tobias Weimann, Greifensee (Schweiz)
Medical Services Weimann
tobias.weimann@ms-w.net
www.ms-w.net
https://www.facebook.com/MedicalServicesWeimann
https://twitter.com/MSWeimann
Die modulare Ausbildung zum Paramedic dauert 3 Jahre und gliedert sich in vier Abschnitte:
- Grundlagen des Rettungsdienstes
- 3 Wochen Fahrerausbildung
- 2 Wochen Rettungsdienstpraktikum unter Supervision
- 6 Wochen praktische Ausbildung
- weitere 150 Stunden Rettungsdienstpraktikum unter Supervision
- Modul „erweiterte Patientenuntersuchung“
- 12-monatige Tätigkeit im Rettungsdienst mit einem Mentor als Ansprechpartner
- Erstellen eines Erfahrungs-Portfolios
- weitere theoretische, praktische und Tätigkeitsbasierte Assessments
- weitere 12-monatige Tätigkeit im Rettungsdienst mit Anwendung aller bisher erlernten Massnahmen.
Fortführung des Portfolios, Unterstützung durch einen Mentor.
- Theoriemodule: Ethik und Recht, klinische Entscheidungen, klinische Qualitätssicherung und
Forschung, Soziologie, Psychologie und Gesundheitsförderung
- 16-wöchiges Praktikum mit Anwendung aller für Paramedics üblichen Massnahmen, ausser Abgabe
von BTMs
- 4-wöchiges Praktikum und Vervollständigen des Portfolios
- 1-wöchiger Kurs für die Arbeit als „single responder“ für die Arbeit auf einem fast response car.
Ein grosser Teil der theoretischen Kenntnisse muss eigenständig erarbeitet werden. In den flexiblen
Präsenzmodulen werden diese geprüft und praktisch vertieft.
Je nach Zustand des Patienten, sowie auch
Landemöglichkeiten und Wetter wird das nächste
für den Patienten geeignete Krankenhaus angeflogen.
Da der Hubschrauber in Shetland verhältnismässig
wenige Einsätze hat, ist es schwierig, eine gewisse Routine zu erreichen und aufrecht zu erhalten.
Aus diesem Grund werden fast täglich Trainingsflüge mit unterschiedlichen Aufgaben durchgeführt (z.B. Windenoperationen, spezielle Anflüge,
Auβenlandungen).
Die Paramedics nutzen die einsatzfreie Zeit, um
sich fortzubilden und Skills zu üben.
Aufgefallen ist mir die offene Kommunikation im
Team. Jeder Einsatz wird nachbesprochen. Die
Philosophie, dass jeder die Möglichkeit hat, aus
Fehlern zu lernen und sich weiterentwickeln
kann, hat sich in der Kultur verankert.
Zusätzlich steht ein CIRS (Critical Incident Reporting System) zur Verfügung, das für die Meldung
relevanter kritischer Zwischenfälle verwendet
wird, von dem alle Coastguardmitarbeiter profitieren.
Offizielle Homepage der MCA:
http://www.dft.gov.uk/mca/mcga07-home
Inoffizielle Homepage der Shetland
http://www.shetlandcoastguard.co.uk
Homepage mit Life-Anzeige der AIS-Infos:
CHC Helicopter, der aktuelle Anbieter der Coastguard:
Bristow, der Anbieter ab Juli 2013:
Im Artikel „HM Coastguard Shetland: Vier Jahreszeiten an einem Tag“ im ROTORBlatt 2/2008 werden
einige Einsätze und der Alltag auf dem Hubschrauber beschrieben.
Entwurf eines Gesetzes über den Beruf der Notfallsanitäterin und
des Notfallsanitäters sowie zur Änderung des Hebammengesetzes
Der Rettungsdienst ist im Rahmen der Gefahrenabwehr und der Gesundheitsvorsorge ein essentieller
Bestandteil der staatlichen Daseinsvorsorge. Die Bürger der Bundesrepublik Deutschland haben einen
gesetzlichen Anspruch auf eine qualifizierte, bedarfsgerechte, hilfsfristorientierte und flächendeckende notfallmedizinische Hilfe auf dem aktuellen Stand von Wissen und Technik. Diesem Anspruch
kann nur ein zukunftsorientiertes, leistungsgerechtes und an den Bedürfnissen der Hilfeersuchenden
ausgerichtetes Rettungswesen gerecht werden.
Im Rettungswesen arbeiten Ärzte und nichtärztliches Personal eng zusammen. Im nichtärztlichen
Bereich sind sowohl Rettungshelfer, Rettungssanitäter wie auch Rettungsassistenten im Einsatz. Einzig
die Ausbildung zum Rettungsassistenten ist dabei bundeseinheitlich im Rettungsassistentengesetz
geregelt. Diese Berufsgruppe ist es auch, die neben den Notärztinnen und Notärzten die Hauptlast
und die hauptsächliche Verantwortung im Rettungsdienst trägt. Ihre Qualifikation ist damit wesentliche Voraussetzung dafür, dass auch weiterhin eine fach- und bedarfsgerechte Versorgung der
Bevölkerung durch den öffentlichen Rettungsdienst garantiert werden kann.
Das derzeit geltende Rettungsassistentengesetz stammt aus dem Jahr 1989. Die darin geregelte
Ausbildung ist den Anforderungen an einen modernen Rettungsdienst nicht mehr in ausreichendem
Maße gewachsen. Die Novellierung der Ausbildung wird seit längerem für überfällig gehalten.
Der vorliegende Gesetzentwurf kommt der Forderung nach einer Neuregelung der Rettungsassistentenausbildung nach. Er greift umfänglich die vielfältigen Forderungen auf, die im Vorfeld an den
Bundesgesetzgeber herangetragen worden sind. Das Ergebnis ist eine umfassend überarbeitete neue
Ausbildung, die sich beginnend mit der Ausbildungsdauer, die von zwei auf drei Jahre verlängert
wird, wesentlich von der bisherigen Ausbildung zum Beruf des Rettungsassistenten unterscheidet.
Ein neu formuliertes Ausbildungsziel macht die moderne Aufgabenstellung des Berufs deutlich. Es
konkretisiert das Tätigkeitsspektrum der Berufsangehörigen und entwickelt es anhand der Aufgaben,
die auf den Rettungsdienst zukommen, weiter. Weitere Neuerungen betreffen die Berufsbezeichnung, die Vernetzung von theoretischem und praktischem Unterricht mit der praktischen Ausbildung
sowie Einführung einer Ausbildungsvergütung. Im Übrigen entspricht der Gesetzentwurf den Strukturen anderer Ausbildungen im Bereich der Gesundheitsfachberufe.
werden im Rahmen der Abstimmung des Referentenentwurfs ermittelt
Gesetz über den Beruf der Notfallsanitäterin und
des Notfallsanitäters*)
(Notfallsanitätergesetz – NotSanG)
Erlaubnis zumFühren der Berufsbezeichnung
(1) Wer die Berufsbezeichnung Notfallsanitäterin oder Notfallsanitäter führen will, bedarf der
(2) Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter, die Staatsangehörige eines Vertragsstaates des
Europäischen Wirtschaftsraumes sind, führen die Berufsbezeichnung nachAbsatz 1 im Geltungsbereich dieses Gesetzes ohne Erlaubnis, sofern sie ihre Berufstätigkeit als vorübergehende und gelegentliche Dienstleistung im Sinne des Artikels 50 des EG-Vertrages im Geltungsbereich dieses Gesetzes
ausüben. Sie unterliegen jedoch der Meldepflicht und Nachprüfung nach diesem Gesetz. Gleiches gilt
für Drittstaaten und Drittstaatsangehörige, soweit sich hinsichtlich der Anerkennung von
Ausbildungsnachweisen nach dem Recht der Europäischen Gemeinschaften eine Gleichstellung ergibt.
(1) Eine Erlaubnis nach § 1 Absatz 1 ist auf Antrag zu erteilen, wenn die Antragstellerin oder der
1. die durch dieses Gesetz vorgeschriebene Ausbildungszeit abgeleistet und die staatliche Prüfung
2. sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die Unzuverlässigkeit zur Ausübung
des Berufs ergibt,
3. in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs geeignet ist und
(1) Die Ausbildung für Personen nach § 1 soll entsprechend dem allgemein anerkannten Stand
rettungsdienstlicher, medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse fachliche, personale, soziale und methodische Kompetenzen zur eigenverantwortlichen Durchführung und teamorRettungsdienst Journal 02-2012 2
ientierten Mitwirkung insbesondere bei der notfallmedizinischen Versorgung und dem Transport von
Patientinnen und Patienten vermitteln.
Dabei sind die unterschiedlichen situativen Einsatzbedingungen zu berücksichtigen. Auf die
Lebenssituation, die jeweiligen Lebensphasen sowie die Selbständigkeit und Selbstbestimmung der
Verletzten, Erkrankten und sonstigen Beteiligten ist zu achten.
1. die folgende Aufgaben eigenverantwortlich auszuführen:
a) Feststellen und Erfassen der Lage am Einsatzort und unverzügliche Einleitung
notwendiger allgemeiner Gefahrenabwehrmaßnahmen,
b) Beurteilen des Gesundheitszustandes, insbesondere Erkennen einer vitalen Bedrohung,
bei verletzten und erkrankten Personen sowie Entscheiden über die Notwendigkeit der
Nachforderung eines Notarztes, weiteren Personals, weiterer Rettungsmittel oder sonstiger
ärztlicher Hilfe sowie Umsetzen der erforderlichenMaßnahmen,
c) Durchführen angemessener medizinischer Maßnahmen der Erstversorgung bei
Patientinnen und Patienten im Notfalleinsatz und dabei Anwenden von in der Ausbildung
erlernten und beherrschten, auch invasiven Maßnahmen, um bei Vorliegen eines lebensgefährlichen Zustandes oder bei zu befürchtenden wesentlichen Folgeschäden einer
Verschlechterung der Situation der Patientinnen und Patienten bis zum Eintreffen des
Notarztes oder dem Beginn einer weiteren ärztlichen Versorgung vorzubeugen,
e) Herstellen und Sichern der Transportfähigkeit der Patientinnen und Patienten im
Notfalleinsatz,
f) Auswählen des geeigneten Transportzielortes und Überwachen des medizinischen
Zustandes und seines Verlaufs bei den Patientinnen und Patienten während des Transports,
g) sachgerechtes Übergeben der Patientinnen und Patienten in die ärztliche Weiterbehandlung einschließlich Beschreiben und Dokumentieren ihres medizinischen Zustandes
und dessen Verlaufs,
h) Kommunizieren mit am Einsatz beteiligten oder zu beteiligenden Personen, Institutionen
oder Behörden,
i) Durchführen von qualitätssichernden und organisatorischen Maßnahmen im
Rettungsdienst sowie Dokumentieren der angewendeten notfallmedizinischen und einsatztaktischen Maßnahmen und
j) Sicherstellen der Einsatz- und Betriebsfähigkeit der Rettungsmittel einschließlich
Beachten der Hygienevorschriften und rechtlichen Arbeits- und Unfallschutzvorschriften,
2. die folgende Aufgaben im Rahmen der Mitwirkung auszuführen:
a) Assistieren bei der ärztlichen Notfall- und Akutversorgung von Patientinnen und Patienten
im Rettungseinsatz,
b) eigenständiges Durchführen ärztlich veranlasster Maßnahmen bei Patientinnen und
Patienten im Notfalleinsatz und
c) eigenständiges Durchführen von heilkundlichen Maßnahmen, die vom Ärztlichen Leiter
Rettungsdienst oder entsprechend verantwortlichen Ärztinnen oder Ärzten standardmäßig
zu bestimmten notfallmedizinischen Zustandsbildern und – situationen vorgegeben, überprüft und verantwortet werden,
3. mit anderen Berufsgruppen und Menschen am Einsatzort, beim Transport und der Übergabe
unter angemessener Berücksichtigung der Gesamtlage vom individualmedizinischen
Einzelfall bis zum Großschadens- und Katastrophenfall patientenorientiert zusammenzuarbeiten.
(1) Die Ausbildung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter schließt mit der staatlichen
Prüfung ab; sie dauert unabhängig vom Zeitpunkt der staatlichen Prüfung in Vollzeitform drei Jahre,
in Teilzeitform höchstens fünf Jahre. Sie besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht und
einer praktischen Ausbildung.
(2) Der Unterricht wird in staatlich anerkannten Schulen vermittelt. In den Ländern, in denen
die Ausbildungen nach diesem Gesetz dem Schulrecht unterliegen, erfolgt die Genehmigung der
Schulen nach dem Schulrecht der Länder und nach Maßgabe von Absatz 3. Die praktische Ausbildung
wird an einer genehmigten Lehrrettungswache und an geeigneten Krankenhäusern durchgeführt.
(3) Die staatliche Anerkennung der Schulen nach Absatz 2 Satz 1 und die Genehmigung von
Lehrrettungswachen nach Absatz 2 Satz 3 erfolgt durch die zuständige Behörde. Schulen werden
anerkannt, wenn sie folgende Mindestanforderungen erfüllen:
1. Hauptberufliche Leitung der Schule durch eine entsprechend qualifizierte Fachkraft mit einer
abgeschlossenen Hochschulausbildung,
2. Nachweis einer im Verhältnis zur Zahl der Ausbildungsplätze ausreichenden Zahl fachlich und
pädagogisch qualifizierter Lehrkräfte mit entsprechender, abgeschlossener Hochschulausbildung für den theoretischen und praktischen Unterricht,
3. Vorhaltung der für die Ausbildung erforderlichen Räume und Einrichtungen sowie ausreichender
4. Sicherstellung der Durchführung der praktischen Ausbildung nach der Ausbildungs- und
Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter durch Vereinbarungen mit
Einrichtungen nach Absatz 2 Satz 3, die von der zuständigen Behörde für die Durchführung von
Teilen der praktischen Ausbildung genehmigt (Lehrrettungswache) oder als geeignet beurteilt
(Krankenhäuser) werden.
Über Satz 2 hinausgehende, landesrechtliche Regelungen bleiben unberührt. Die Länder können
durch Landesrecht das Nähere zu den Mindestanforderungen nach Satz 2 bestimmen.
(4) Die Landesregierungen können durch Rechtsverordnung Regelungen zur Beschränkung
der Hochschulausbildung nach Absatz 3 Satz 2 Nummer 1 und 2 auf bestimmte Hochschularten und
Studiengänge treffen.
(5) Die Gesamtverantwortung für die Organisation und Koordination des theoretischen und
praktischen Unterrichts und der praktischen Ausbildung entsprechend dem Ausbildungsziel trägt die
Schule. Die Schule unterstützt die praktische Ausbildung durch Praxisbegleitung. Die Praxisanleitung
ist durch die Einrichtungen nach Absatz 2 Satz 3 sicherzustellen.
(6) Zur Erprobung von Ausbildungsangeboten, die der Weiterentwicklung des Berufs des
Notfallsanitäters im akademischen Bereich unter Berücksichtigung der berufsfeldspezifischen Anforderungen sowie moderner berufspädagogischer Erkenntnisse dienen sollen, können die Länder
von Absatz 2 Satz 1 abweichen. Abweichungen von der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für
Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sind nur zulässig, soweit sie den theoretischen und praktischen Unterricht in § 1 Absatz 1 Satz 1 sowie die Anlage 1 der Verordnung betreffen. Im Übrigen gilt
die Verordnung unverändert mit der Maßgabe, dass an die Stelle der Schule die Hochschule tritt.
Durch die Erprobungdarf das Erreichen des Ausbildungsziels nicht gefährdet werden. Die
Vereinbarkeit der Ausbildung mit der Richtlinie 2005/36/EG ist zu gewährleisten.
(7) Ziele, Dauer, Art und allgemeine Vorgaben zur Ausgestaltung der Modellvorhaben sowie
die Bedingungen für die Teilnahme sind jeweils von den Ländern festzulegen. Die Länder stellen jeweils eine wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Modellvorhaben im Hinblick auf die
Erreichung der Ziele sicher. Diese erfolgt auf der Grundlage von Richtlinien, die das
Bundesministerium für Gesundheit am 19. November 2009 im Amtlichen Teil des Bundesanzeigers
Rettungsdienst Journal 02-2012 2
(Bundesanzeiger 02111_1 Seite 1) bekannt gemacht hat. Die Länder übermitteln dem
Bundesministerium für Gesundheit die Ergebnisse der Auswertung.
1. dass die Bewerberin oder der Bewerber in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs nach
§ 2 Absatz 1 Nummer 3 geeignet ist und,
2. im Falle einer Ausbildung nach § 5 Absatz 1, der Realschulabschluss oder eine andere gleichwertige, abgeschlossene Schulbildung oder eine nach Hauptschulabschluss oder einer gleichwertigen
Schulbildung erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer, im
Falle einer Ausbildung nach § 5 Absatz 6 der Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung.
(1) Zwischen dem Träger der Ausbildung und der Schülerin oder dem Schüler ist ein schriftlicher Ausbildungsvertrag nach Maßgabe der Vorschriften dieses Abschnitts zu schließen.
3. Angaben über die der Ausbildung zugrunde liegende Ausbildungs- und Prüfungsverordnung
sowie über die inhaltliche und zeitliche Gliederung der praktischen Ausbildung,
8. die Voraussetzungen, unter denen der Ausbildungsvertrag gekündigt werden kann.
(3) Der Ausbildungsvertrag ist von einer Person, die zur Vertretung des Trägers der Ausbildung
berechtigt ist, und der Schülerin oder dem Schüler, bei Minderjährigen auch von deren gesetzlichen
Vertretern zu unterzeichnen. Eine Ausfertigung des unterzeichneten Ausbildungsvertrages ist der
Schülerin oder dem Schüler und deren gesetzlichen Vertretern
1. die Ausbildung in einer durch ihren Zweck gebotenen Form planmäßig, zeitlich und sachlich
gegliedert so durchzuführen, dass das Ausbildungsziel (§ 4) in der vorgesehenen Zeit erreicht werden kann und
2. der Schülerin und dem Schüler kostenlos die Ausbildungsmittel einschließlich der Fachbücher,
Instrumente und Apparate zur Verfügung zu stellen, die zur Ausbildung und zum Ablegen der
staatlichen Prüfung erforderlich sind.
(2) Den Schülerinnen und Schülern dürfen nur Verrichtungen übertragen werden, die dem
Ausbildungszweck und dem Ausbildungsstand entsprechen; sie sollen ihren physischen und psychischen Kräften angemessen sein.
Die Schülerin und der Schüler haben sich zu bemühen, die in § 4 genannten Kompetenzen zu erwerben, die erforderlich sind, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Sie sind insbesondere verpflichtet,
2. die ihnen im Rahmen der Ausbildung übertragenen Aufgaben und Verrichtungen sorgfältig
auszuführen und
3. die für Beschäftige in Einrichtungen nach § 5 Absatz 2 Satz 3 geltenden Bestimmungen über die
Schweigepflicht einzuhalten und über Betriebsgeheimnisse Stillschweigen zu wahren.
(1) Der Träger der Ausbildung hat der Schülerin und dem Schüler eine angemessene Ausbildungsvergütung zu gewähren.
(2) Sachbezüge können in der Höhe der durch Rechtsverordnung nach § 17 Absatz 1 Satz 1
Nummer 4 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch bestimmten Werte angerechnet werden, jedoch nicht
über 75 Prozent der Bruttovergütung hinaus. Können die Schülerin und der Schüler während der Zeit,
für welche die Ausbildungsvergütung fortzuzahlen ist, aus berechtigtem Grund Sachbezüge nicht
abnehmen, so sind diese nach den Sachbezugswerten abzugelten.
(2) Besteht die Schülerin oder der Schüler die staatliche Prüfung nicht oder kann sie oder er
ohne eigenes Verschulden die staatliche Prüfung vor Ablauf der Ausbildungszeit nicht ablegen, so verlängert sich das Ausbildungsverhältnis auf ihren oder seinen schriftlichen Antrag bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung, höchstens jedoch um ein Jahr.
1. ohne Erlaubnis nach § 1 die Berufsbezeichnung „Notfallsanitäterin“ oder „Notfallsanitäter“
2. entgegen § 26 die Berufsbezeichnung „Rettungsassistentin“ oder „Rettungsassistent“ führt.
Anwendungs-undÜbergangsvorschriften
Für die Ausbildung zu dem in diesem Gesetz geregelten Beruf findet das Berufsbildungsgesetz keine
Weitergelten der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung
„Rettungsassistentinnen“ und „Rettungsassistenten“, die eine Erlaubnis nach dem Rettungsassistentengesetz vom 10. Juli 1989 (BGBl. I S. 1384), das zuletzt durch Artikel 19 des Gesetzes vom 2. Dezember 2007 (BGBl. I S. 2686) geändert worden ist, besitzen, dürfen die Berufsbezeichnung weiterführen.
Die Berufsbezeichnung „Rettungsassistentin“ oder „Rettungsassistent“ darf nur unter den Voraussetzungen des Satzes 1 geführt werden.
(1) Schulen entsprechend § 5 Absatz 2 Satz 1, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes auf Grund
des Rettungsassistentengesetzes vom 10. Juli 1989 (BGBl. I S. 1384), das zuletzt durch Artikel 19 des
Gesetzes vom 2. Dezember 2007 (BGBl. I S. 2686) geändert worden ist, die staatliche Anerkennung
erhalten haben, gelten weiterhin als staatlich anerkannt nach § 5 Absatz 2 und 3, sofern die
Anerkennung nicht zurückgenommen wird. Die Anerkennung ist zurückzunehmen, falls das
Vorliegen der Voraussetzungen nach § 5 Absatz 3 Satz 2 Nummer 1 und 2 nicht innerhalb von fünf
Jahren nach dem Inkrafttreten des Gesetzes nachgewiesen wird. Sie ist ferner zurückzunehmen, wenn
zum Zeitpunkt des Startes des ersten nach Inkrafttreten dieses Gesetzes startenden Ausbildungsjahres
die Voraussetzung nach § 5 Absatz 3 Satz 2 Nummer 4 nicht sichergestellt ist.
(2) Die Voraussetzungen des § 5 Absatz 3 Satz 2 Nummer 1 und 2 gelten als erfüllt, wenn als
Schulleitung oder Lehrkräfte Personen eingesetzt werden, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes eine
Schule leiten oder als Lehrkräfte an einer Schule unterrichten oder an einer entsprechenden Weiterbildung teilnehmen und diese innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieses Gesetzes abschließen.
(1) Eine Ausbildung zur Rettungsassistentin oder zum Rettungsassistenten, die vor
Inkrafttreten dieses Gesetzes nach dem Rettungsassistentengesetzes vom 10. Juli 1989 (BGBl. I S.
1384), das zuletzt durch Artikel 19 des Gesetzes vom 2. Dezember 2007 (BGBl. I S. 2686) geändert worden ist, begonnen worden ist, wird nach den bisher geltenden Vorschriften abgeschlossen. Nach
Abschluss der Ausbildung erhält der Antragsteller, wenn die Voraussetzungen des § 2 Absatz 1
Nummer 2 und 3 vorliegen, die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „Rettungsassistentin“
oder „Rettungsassistent“.
(2) Wer bei Inkrafttreten dieses Gesetzes eine mindestens fünfjährige Tätigkeit im Beruf des
Rettungsassistenten nachweist, erhält bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 2 Absatz 1 Nummer 2
und 3 die Erlaubnis nach § 1, wenn er innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten dieses Gesetzes
die staatliche Ergänzungsprüfung erfolgreich ablegt. Satz 1 gilt entsprechend für Personen, die bei
1. eine mindestens dreijährige Tätigkeit im Beruf des Rettungsassistenten nachweisen und die zur
Vorbereitung auf die Ergänzungsprüfung an einer weiteren Ausbildung von drei Monaten Dauer
teilgenommen haben oder
2. eine geringere als eine dreijährigen Tätigkeit im Beruf des Rettungsassistenten nachweisen und
zur Vorbereitung auf die Ergänzungsprüfung an einer weiteren Ausbildung von sechs Monaten Dauer
teilgenommen haben. Personen nach Satz 2 Nummer 1 oder 2, die sich keiner weiteren Ausbildung
unterziehen, erhalten bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 2 Absatz 1 Nummer 2 und 3 die
Erlaubnis nach § 1, wenn sie innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten dieses Gesetzes
die staatliche Prüfung erfolgreich ablegen.
Die Vorschrift beschreibt das Ausbildungsziel und damit den staatlichen Ausbildungsauftrag an die
Notfallsanitäterschulen und die Einrichtungen der praktischen Ausbildung. Der Ausbildungsauftrag
besteht kraft Gesetzes und ist damit Gegenstand eines jeden Vertrages, der zwischen den Schülerinnen und Schülern auf der einen Seite und den Trägern der Ausbildung auf der anderen Seite
geschlossen wird. Letztere sind verpflichtet, den Ausbildungsauftrag nach den Vorgaben des Gesetzes
und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung nach § 9 zu erfüllen.
Die Konkretisierung und Weiterentwicklung des Ausbildungsziels im Vergleich zum bisher geltenden
Rettungsassistentengesetz entspricht den aus den veränderten Rahmenbedingungen im Rettungsdienst resultierenden neuen Anforderungen an den Beruf. Sie erfüllt zudem im Rahmen der Gesetzgebungskompetenz des Bundes nach Artikel 74 Absatz 1 Nummer 19 GG die Forderungen des im
Rettungsdienst tätigen Personals nach mehr Rechtssicherheit vor allem in kritischen Einsätzen.
Absatz 1 Satz 1 beschreibt dazu den maßgeblichen Tätigkeitsbereich des Berufs im Sinne des Gesetzes
sowie die in der Ausbildung zu entwickelnden Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler am
Ende der Ausbildung in die Lage versetzen, diese Aufgaben sicher zu übernehmen. Die Ausbildung hat
zudem entsprechend dem allgemeinen Stand rettungsdienstlicher und medizinischer Erkenntnisse
sowie den in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung nach § 9 näher konkretisierten bezugswissenschaftlichen Erkenntnissen zu erfolgen.
Die Sätze 2 und 3 machen deutlich, dass die auf die angemessene Versorgung der Patientinnen und
Patienten ausgerichtete rettungsdienstliche Tätigkeit einen umfassenden Ansatz verfolgt, bei dem
auch die situativen Rahmenbedingungen des jeweiligen Einsatzes und das persönliche Umfeld des
Betroffenen und der in sonstiger Weise Beteiligten zu berücksichtigen sind.
In Absatz 2 werden die Aufgaben näher beschrieben, die für den Beruf des Notfallsanitäters charakteristisch sind. Die Ausbildung soll daher insbesondere dazu befähigen, am Ende der Ausbildung diese
Tätigkeiten durchführen zu können. Die Aufzählung ist nicht abschließend.
Unter Nummer 1 werden die Aufgaben benannt, die den Kernbereich der rettungsdienstlichen Tätigkeiten darstellen und die die Notfallsanitäterin oder der Notfallsanitäter eigenständig, das heißt ohne
Beteiligung anderer Berufsgruppen wie zum Beispiel auch Ärzten, ausführt. Dabei sind insbesondere
die Buchstaben b und c von grundlegender Bedeutung. Sie beschreiben die Aufgaben, die von der
Notfallsanitäterin oder vom Notfallsanitäter im Einsatz bei der Versorgung der Patientinnen und
Patienten eigenständig durchgeführt werden müssen und bilden damit eine inzidente Rechtsgrundlage für deren Tätigkeit. Dies soll insbesondere zu mehr Rechtssicherheit bei der Übernahme heilkundlicher Aufgaben beitragen, die bisher unter den Voraussetzungen der Notkompetenz diskutiert
werden. Dabei ist Buchstabe b als Grundvorschrift anzusehen. Im Regelfall ist die Notfallsanitäterin
oder der Notfallsanitäter als Erster am Einsatzort und hat dort den Gesundheitszustand der betroffenen Personen im Sinne einer Ersteinschätzung zu beurteilen. Dabei muss sie oder er insbesondere in
der Lage sein, eine vitale Bedrohung erkennen zu können. Deswegen wird hierauf in der
Formulierung besonders hingewiesen. Auf Grund seiner Einschätzung hat sie oder er dann zu entscheiden, welche weiteren Maßnahmen zu ergreifen sind. Hierzu gehört insbesondere das Nachfordern des Notarztes, wenn dieser nicht bereits anhand des Kriterienkatalogs für den Notarzteinsatz,
den die Rettungsleitstelle bei der Annahme und Bearbeitung der Meldung eines Notfalls zu prüfen
hat, mit alarmiert wurde. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Notfallsanitäterin oder der Notfallsanitäter, der an einen Einsatzort geschickt wird, die Information über die erfolgte oder nicht
erfolgte Alarmierung des Notarztes mit seiner Einsatzinformation erhält. Die Frage der Nachforderung stellt sich daher nur, wenn die Leitstelle auf Grund der ihr vorliegenden Informationen die
Erforderlichkeit der Anwesenheit eines Notarztes nicht zutreffend beurteilt hat. Die entsprechenden
Überlegungen gelten für die Frage der Notwendigkeit weiteren Personals, weiterer Rettungsmittel
oder sonstiger ärztlicher Hilfe wie zum Beispiel eines Bereitschaftsarztes oder Hausarztes. Umgekehrt
kann es auch erforderlich sind, den Notarzt oder andere Hilfen wieder abzubestellen.
Die Notfallsanitäterin oder den Notfallsanitäter mit den genannten Aufgaben eigenständig zu betrauen, ist nicht nur wegen ihrer oder seiner beruflichen Qualifikation und den entsprechenden Kompetenzen gerechtfertigt, zu deren Übernahme die Ausbildung befähigt. Die Übernahme der dargestellten Verantwortung ist auch Bestandteil eines modernen Berufsbildes mit umfassendem Verständnis
einer verantwortungsbewussten Berufsausübung. Sie dient außerdem dazu, den Rettungsdienst ressourcenschonend einzusetzen und gegebenenfalls unnötige Kosten zu vermeiden.
In Buchstabe c werden dann die Maßnahmen geregelt, die die Notfallsanitäterin oder der Notfallsanitäter auf Grund ihrer oder seiner Ersteinschätzung, die im Sinne einer Arbeitsdiagnose zu verstehen ist, durchzuführen hat. Mit seiner Arbeitsdiagnose ersetzt sie oder er dabei nicht die auch weiterhin erforderliche und wesentlich umfangreichere ärztliche Diagnose. Die Arbeitsdiagnose soll die
Notfallsanitäterin oder den Notfallsanitäter lediglich in die Lage versetzen, über die zunächst angemessenen und unverzichtbaren medizinischen Maßnahmen der Erstversorgung zu entscheiden und
In besonderen Fällen, deren Voraussetzungen ebenfalls in Buchstabe c beschrieben sind, werden die
Anforderungen an den Umfang der Tätigkeiten, die die Notfallsanitäterin oder der Notfallsanitäter
üblicherweise im Rahmen der Erstversorgung durchführt, erweitert. Dann wird von ihr oder ihm erwartet, dass sie oder er die invasiven Maßnahmen anwendet, die sie oder er in der Ausbildung erlernt
hat und entsprechend beherrscht. Dabei handelt es sich in der Regel um heilkundliche Tätigkeiten, die
eigentlich vom Arzt selbst erbracht oder veranlasst werden müssten. In Fällen, in denen der Arzt aber
nicht rechtzeitig anwesend ist und einer der beschriebenen Notfälle vorliegt, übernimmt die Notfall-
sanitäterin oder der Notfallsanitäter die Aufgabe das zu tun, was notwendig ist, um das Leben des
Patienten zu retten oder wesentlichen Folgeschäden vorzubeugen, die durch Verzögerungen von
Hilfeleistungen drohen. Diese Befugnisse, die der Übernahme heilkundlicher Aufgaben entsprechen,
sind zeitlich befristet. Sie bestehen nur bis zum Eintreffen einer notärztlichen oder sonstigen ärztlichen Versorgung.
Voraussetzung für die Übernahme der heilkundlichen Tätigkeiten ist, dass sich die Patientin oder der
Patient in einem lebensgefährlichen Zustand befindet oder dass wesentliche Folgeschäden zu befürchten sind, wenn keine unmittelbare Versorgung erfolgt. Zeitlich heißt das, dass die Patientin oder der
Patient in einem solch bedrohlichen Zustand ist, dass ihm die Wartezeit bis zum Eintreffen ärztlicher
Hilfe nicht zugemutet werden kann und auch eine telefonische oder sonstige kurzfristig erreichbare
Rückkopplung mit einem Arzt nicht möglich ist.
Der Gesetzgeber kommt mit der Regelung der Forderung der rettungsdienstlichen Praxis nach mehr
Rechtssicherheit für die Notfallsanitäterin oder den Notfallsanitäter insbesondere im Fall des rechtfertigenden Notstandes nach. Die für den dargestellten schmalen zeitlichen Rahmen vorgesehene
Substitution ärztlicher Tätigkeiten durch Notfallsanitäterinnen oder Notfallsanitäter ist aber auch auf
Grund einer Güterabwägung zwischen den Interessen der Patientinnen und Patienten an der
schnellstmöglichem und gegebenenfalls lebensrettenden Versorgung und dem Interesse, den Heilkundevorbehalt des Arztes zu genügen, gerechtfertigt. Außerhalb der für die vom Gesetzgeber genannten Notfälle werden Notfallsanitäterinnen oder Notfallsanitäter bei der Durchführung heilkundlicher Tätigkeiten wie üblich nur auf Veranlassung eines Arztes tätig.
Die Ausbildungszielbeschreibung umfasst in allen Fällen der Nummer 1 nur die Mindestanforderungen an die Ausbildung und hebt dabei die Kernbereiche der beruflichen Aufgaben hervor, um sicherzustellen, dass die zu ihrer Ausübung erforderlichen Kompetenzen in der Ausbildung vermittelt werden. Sie schließt daher nicht aus, dass Kenntnisse und Fähigkeiten in Bereichen zum Gegenstand der
Ausbildung werden, die die Tätigkeit im Rettungsdienst mit umfasst, ohne dass sie besondere
Erwähnung finden. Hierzu zählen zum Beispiel auch Tätigkeiten im Krankentransport.
Nummer 2 bezieht sich auf diejenigen Aufgaben, bei denen im Rahmen der Mitwirkung an der ärztlichen Versorgung heilkundliche Tätigkeiten durch die Notfallsanitäterin oder den Notfallsanitäter
ausgeübt werden sollen. Hierbei werden die unterschiedlichen Situationen am Einsatzort berücksichtigt. Buchstabe a regelt das Assistieren bei ärztlicher Anwesenheit, Buchstabe b das eigenständige
Durchführen von Maßnahmen bei ärztlicher Anwesenheit und Buchstabe c berücksichtigt die
Vorgaben, die der Ärztliche Leiter Rettungsdienst oder ein in vergleichbarer Verantwortung stehender Arzt die Notfallsanitäterin oder den Notfallsanitätern, für die er verantwortlich ist, für den Einsatz
mit der Maßgabe erstellt hat, diese entsprechend anzuwenden.
Durch die Aufgabenbeschreibung in Nummer 3 wird die zunehmende Bedeutung der Zusammenarbeit in multiprofessionellen Gesundheitsteams mit anderen Gesundheitsfachberufen und weiteren
Berufsgruppen aber auch sonstigen Beteiligten betont.
Den kompletten Entwurf des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) finden Sie auf unserer
website: www.bvrd.org - Downloads, dort unter Gesetze / Gesetzestexte - Entwurf eines
Notfallsanitätergesetzes: Anlage 2 - Unterricht + Anlage 3 - Lehrrettungswache + Anlage 4 Klinik + Anlage 5 - allgemeine Anforderungen + Anlage 6 - Auszug VO Anerkennungsverfahren + NotSanGE - Stand 24-05-12. Ferner finden Sie dort die Stellungnahme des BVRD.
Stellungnahme des BVRD
zum Referentenentwurf der Bundesregierung vom 25. Mai 2012
für ein Gesetz über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters
Zunächst möchten wir betonen, dass wir, der älteste und größte Berufsverband des nicht-ärztlichen
Rettungsfachpersonals, den Referentenentwurf, der am 25. Mai vorgelegt wurde, begrüßen.
Insgesamt betrachtet kann der Referentenentwurf – aus unserer Perspektive betrachtet – nur als gelungen bezeichnet werden. Insbesondere das Ausbildungsziel (§ 4), die Dauer und die Struktur der Ausbildung (§ 5 I – V),
die Modellklausel (§ 5 VI, VII) sowie die für den Zugang zur Ausbildung festgeschriebene Allgemeinbildung, der
Realschulabschluss, (§ 6 Nr. 2) sind geeignet, um die Ausbildung wesentlich zu verbessern.
Zur Regelung in § 4 II 1 c, die von verschiedenen ärztlichen Interessenverbänden abgelehnt wird, möchten wir
folgendes anmerken: Diese Regelung umreißt lediglich das, was ein Rettungssanitäter, ein Rettungsassistent
und künftig ein Notfallsanitäter – das Greifen von §§ 1 und 5 Heilpraktikergesetz, das hinsichtlich einer
Tätigkeit im Rettungsdienst ohnehin umstritten ist, angenommen – aufgrund von Vorschriften im
Strafgesetzbuch ohnehin DARF (§ 34 StGB) bzw. MUSS (§ 13 StGB i.V. Landesrettungsdienstgesetz). Gegenüber
der sehr abstrakten Rege-lung im Strafgesetzbuch, die für Nicht-Juristen kaum verständlich ist, ist die
Formulierung in § 4 II 1 c im Entwurf wesentlich konkreter und schafft deshalb auch mehr Rechtssicherheit. Wer
diese Regelung ablehnt, der verkennt die Realität im Rettungsdienst und die Rechtslage in der Bundesrepublik.
Verschiedene Passagen in der Begründung (Seite 20 ff.) bzw. deren Formulierung dagegen sind für uns nicht
Seite 22, Abs. 5, Satz 2 ff. (Bisher können Rettungsassistentinnen ...): Das BMG übersah bei der Formulierung
offenbar, dass die im Entwurf niedergeschriebene Auffassung lediglich eine Auffassung unter mehreren ist, die
inzwischen zur „Mindermeinung“ geworden ist. Nicht nur Abhandlungen und wissenschaftliche Arbeiten von
Juristen, auch Entscheidungen von Gerichten haben einen anderen Tenor. Einen Überblick über das Meinungsspektrum dazu gibt der Aufsatz von NADLER in: BrandSchutz 2009, 487 – 491. Richtiger wäre es in der Begründung an dieser Stelle die Rechtsunsicherheit aufgrund der unterschiedlichen Auffassungen und die daraus resultierenden Verzögerungen bei der Versorgung von Notfallpatienten zu betonen. Die gegenwärtige
Formulierung kommt einem „Verdrehen der Rechtslage“ gleich.
Seite 22, Abs. 5, Satz 6 (Der Anspruch ... Hinzuziehung einer Notärztin oder eines Notarztes zwingend): Aus der
Rechtslage ergib sich bisher kein genereller Anspruch auf notärztliche Versorgung, auch wenn dies durch verschiedene Autoren, wohl durch eine Fehlinterpretation einer BGH-Entscheidung aus dem Jahr 1993 bedingt, in
den letzten Jahren immer wieder so publiziert wurde. Vielmehr kann sich im Einzelfall eine Verpflichtung zur
Hinzuziehung einer Notärztin oder eines Notarztes aus dem Strafgesetzbuch ergeben. An einem „notarztfreien Rettungsdienst“ hat, um Missverständnissen vorzubeugen, auch der BVRD gegenwärtig kein Interesse. Die
Formulierung des zweiten Halbsatzes ist aber geeignet um nach Inkrafttreten des Gesetzes mit dieser Begründung diverse weitere Probleme zu schaffen. Zudem ist diese Formulierung verfassungsrechtlich bedenklich, da
dem Bund als Gesetzgeber bezüglich der Organisation des Rettungswesens und der Berufsausübung der
Gesundheitsfachberufe die Kompetenz zur Gesetzgebung fehlt. Insofern sollte Satz 6 komplett gestrichen werden. Als Alternative könnten wir uns vorstellen – und das ist wohl auch der tiefere Sinn – zu betonen, dass durch
diese Regelung der Notfallsanitäterin und dem Notfallsanitäter die „eigenverantwortliche Ausübung er Heilkunde nicht gestattet“ wird.
Abschließend möchten wir anmerken, daß aus unserer Sicht der Auszubildende, spätestens dann, wenn er im
Rettungsdienst zum Einsatz kommt, das 18. Lebensjahr vollendet haben muss. Zur Begründung möchten wir die
allgemeine Reife und den Schutz von Minderjährigen vor zu starken psychischen Belastungen anführen. Wir
geben zu bedenken, daß sich die Situation im Rettungsdienst wesentlich von der in Kliniken und Pflegeheimen
unterscheidet, insbesondere kann beispielsweise bei einem Rettungsdiensteinsatz auf der Autobahn der
Auszubildende nicht einfach aus dem Zimmer geschickt werden, wenn ihn die Situation zu stark belastet. Eine
anderweitige Regelung würde nach unserer Auffassung gegen EU-Recht bzw. der EU-Richtlinie über den
Jugendarbeitsschutz verstoßen.
Lich, 20.06.2012
12. RETTmobil 2012
Nun ist das diesjährige Großereignis die 12.
RETTmobil auch schon wieder vorbei. Vom 09.-11.
Mai 2012 trafen sich auf der dreitägigen
Leitmesse für Rettung und Mobilität auf dem
Gelände der Galerie Fulda 23.320 Fachbesucher.
Auch dieses Jahr stieg die Besucherzahl wieder
um fast 1.500 zum Vorjahr. Der größte Ansturm
wurde mit 8.420 Besuchern am Donnerstag verzeichnet. Für die Veranstalter und Aussteller war
es sehr erfreulich zu sehen dass die Messe in den
letzten Jahren so an Interesse und Internationalität zugenommen hat. So kamen dieses Jahr erstmalig auch Besucher aus Japan nach Fulda. Fast 75
Prozent der Aussteller reservierten oder buchten
bereits jetzt für die nächste RETTmobil.
Anziehungspunkte neben den Ausstellern der 17
Hallen waren der gut besuchte Offroad Bereich
mit diversen geländegängigen Fahrzeugen,
Realcrashs mit Stuntmen in präparierten Autos,
Vorführungen verschiedener Einsatzszenarien der
Feuerwehr und Fortbildungsveranstaltungen
sowie Workshops, die erneut sehr gut besucht
und zum Teil ausgebucht waren.
und Rheinmetall umgesetzt. Für den medizinischen Ausbau der San Ausführung wurde die
Firma Binz/Illmenau beauftragt die das Fahrzeug
mit drei Behandlungsplätzen sowie dem dazugehörenden med. Equipment ausstattete. Der
“GTK Boxer“ als Grundfahrzeug wurde mit drei
verschiedenen Aufbauvarianten so genannten
Missionsmodulen konzipiert und verfügt über
eine Heckrampe. Bereits seit 2011 ist der Boxer
mit “Infanterie“ Modul in Afghanistan im Einsatz.
Des Weiteren wurde das “Führungsmodul“ sowie
das hier gezeigte “San“ Modul mit 1,80 m
Innenstehhöhe entwickelt. Sieben Fahrzeuge der
“San“ Version befinden sich gerade im Bau bzw.
sind zur Einweisung/Ausbildung der Fahrer,
Fahrzeugkommandanten sowie der med.
Besatzung in Feldkirchen. Das Fahrzeug hat einen
(Radseitenlenkbremse) und ist rund um das
Fahrzeug mit einem Kamera/Monitor Sichtsystem
ausgestattet das vom Fahrzeugkommandanten
(RA) bedient wird.
Die Bundeswehr vom 2.Sanitätslehrregiment
Feldkirchen (Bayern) stellte den Besuchern das
neuste und schwer gepanzerte SanKfz “Boxer“
vor. Das äußerst geländegängige 8 Rad Kfz mit
einer Höchstgeschwindigkeit von 103km/h und
720PS ist zur Rettung Verwundeter aus dem
Gefecht mit hoher Intensität entwickelt worden.
Als Nachfolger für den Kettenpanzer M113
SanKrKW wurde das 35 Tonnen schwere Fahrzeug
von der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit den
Rüstungsunternehmen Krauss Maffei Wegmann
Rettungsdienst Journal 02-2012 3
Auffällig und international präsentierte sich dieses Jahr die Firma AMZ Kutno aus Polen. Schon
am Aufbautag sorgte ein Ford FT300M mit
beklebtem Fußball EM 2012 Design als Blickfang.
Der KTW ist aber kein offizielles Einsatzfahrzeug
bzw. ein Kundenfahrzeug für die EM in Polen und
der Ukraine. Dennoch bekam AMZ speziell für zur
Fußball EM den Auftrag für den Ausbau von insgesamt 600 MB Sprinter 319 Kasten- und
Fensterbussen als MZF (7-Sitzer) mit Klapptisch
und Schranksystem für die Polizei.
Für den schwedischen Markt fertigte AMZ einen
MB Sprinter 319 mit Al-Ko Chassis und RKB Koffer.
Der RTW auf 3,5 Tonnen Basis ist für den zwischenzeitlich städtischen Rettungsdienst in
Göteborg im Einsatz und verfügt über eine
Signalanlage von Standby Trollhättan. An
Rettungsdienste der Stadt Göteborg und Umland
werden von AMZ in den nächsten Monaten noch
knapp 60 Fahrzeuge auf MB Sprinter Kasten
Flachdach, MB Vito und VW T5 Basis ausgeliefert.
Ebenfalls neu bei AMZ ist die Schweizer
Vertretung, die seit 2011 in Winterthur ansässig
ist und einen MB Sprinter 418 mit Kofferaufbau
und Alpen-Design auf dem Stand vorstellte.
Profile Vehicles Finnland baute für das Roskilde
Brandvaesen (Feuerwehr) in Dänemark ein ungewöhnliches NEF auf BMW X6 aus. Das Fahrzeug
wurde im Heck mit u.a. Sortimo Schranksystem,
Notfallrucksack, Lifepak 15, Accuvac Absaugung
Neben zwei Vorführfahrzeugen zeigte Profile im
Eingangsbereich einen MB Sprinter 319
Fensterbus mit Flachdach für den städtischen
Rettungsdienst Oslo Akershus (Norwegen). Der
RTW wurde mit neugestalteter Trennwand und
Inneneinrichtung ausgebaut wobei für den
behandelnden Arzt oder RA ein komplett überarbeiteter Arbeitsplatz konzipiert wurde von dem
aus alle wichtigen Bedienelemente wie Funk,
Beleuchtung, Sauerstoffzufuhr, Injektion und
patientenbezogene Dokumentation durchgeführt werden können.
Neuer ITW in Regensburg
Fahrtec Systeme baute für das BRK KV
Regensburg einen MB Atego 822L mit 8,6t und
einer um 180mm verlängerten Kabine zum
Intensivtransportwagen aus. Anders als bei den
bisher gebauten Atego ITW`s in Bayern wurde bei
diesem Fahrzeug eine Ladebordwand mit 1500kg
statt 1000kg Belastbarkeit verbaut. Außerdem
wurden die Anordnung der Betreuersitze und
Armarturen geändert. Als Neuentwicklung
bekommt dieser ITW ein neues motorisiertes
Tragensystem, das bis 300kg belastbar sein soll
und gerade noch in Zusammenarbeit mit dem
BRK Regensburg, Ärzte-und Pflegepersonal
Regensburger Krankenhäuser und Uni Klinikum
se blau blinkend oder weiß als
Tagfahrlicht), sowie einer Kontrollanzeige zur Umschaltung der Sauerstoffflaschen. Die neuen LED Segmente der Signalanlage an den
Ecken des Kofferaufbaus stammen
von der schwedischen Firma Standby
und beinhalten Umfeldbeleuchtung,
Blinker, sowie drei längliche blaue
LED Blitzer. Des Weiteren wurden im
Kühlergrill und dem Stoßfänger die
Kleinsten auf dem Markt befindlichen blauen LED Leuchten Typ BL88
mit einem Durchmesser von nur
29mm verbaut. Hinter dem Kennzeichen am Heck befindet sich ein Fach
mit Auffahrschienen für den
Tragestuhl.
sowie der Ausbaufirma ausgearbeitet wird. Es soll
eine Lösung zwischen Krankenhausbett und
Intensivtrage ergeben um auch z.B. beim Thema
“Transporttrauma“ unnötiges Abnehmen von
Monitoring, herumhängende Kabel usw. zu vermeiden. Zum Herbst/Winter 2012 soll die Trage
fertig sein und auch zum Einsatz kommen.
Die 13. RETTmobil findet vom 15. bis 17. Mai 2013
auf der Messe Galerie Fulda statt.
Text und Fotos: Andreas Bachsleitner
Fotograf von Einsatz-und Sonderfahrzeugen
Für das DRK OV Windeck (Rhein Sieg Kreis) baute
die Firma Miesen einen Rettungswagen mit
neuem Kofferaufbau, Al-Ko Tiefbettrahmen und
4,2 Tonnen Gesamtgewicht aus. Der MB Sprinter
316 verfügt über mehrere Neuentwicklungen wie
das elektrische Türschließsystem, neuer Dachhutze mit integrierter LED Beleuchtung (wahlwei-
Baby Notarztwagen Felix im
“schwebenden Verfahren“
Das Unternehmen Seewald & Seewald Fahrzeugtechnik aus Griesheim ist bereits seit mehreren
Jahren moderner Dienstleister rund um Einsatzfahrzeuge. Bereits auf der RETTmobil 2007 wurde
ein selbst umgebaut- und restauriertes Vespacar
(Bj.1993) vorgestellt auf das nach einer Rahmenverlängerung um 478mm ein Wietmarscher Koffer aufgebaut wurde. Zwischenzeitlich ist Seewald ein zuverlässiger Partner für Medizintechnik
und Spezialfahrzeuge. Zu den Leistungen gehören u.a. Entwicklungen und Bau von Sonderlösungen, Unfallinstandsetzung, Schadenmanagement, Stryker Hubtischprüfung sowie Vertrieb
und Einbau diverser Medizintechnik. Seewald
zeigte auf der RETTmobil ein für enges und
unwegsames Gelände konzipiertes Einsatzfahrzeug. Der S.A.M Polaris “Ranger Crew 800EFI“
wurde für das DRK Frankfurt/Main gebaut und
kann z.B. bei Sportveranstaltungen, Konzerten,
Motocrossrennen und Reitturnieren eingesetzt
werden. Beim ursprünglichen 6-Sitzer-Fahrzeug
wurden die hintere Sitzbank sowie der Anbau
entfernt und dafür eine komplette Wechselpritsche aufgebaut. Der Stahlrahmen des Aufbaus
wurde mit Aluminiumblechen, Fenster, Heckklappe und Seitentür verkleidet und ein Cargoboden
mit Schienen und Betreuersitz von Schnierle verbaut. Des weiteren stattete Seewald das 1,6t
schwere Fahrzeug mit einer Zusatzbatterie,
Schranksystem, DIN Tragen Halterung, Signalanlage, Funk sowie Innenraum-, Umfeld- und Heckwarnbeleuchtung aus. Um die Geländetauglichkeit des Polaris zu demonstrieren, konnte man am
Offroadgelände ein Fahrzeug des DRK Ahrweiler
Das neue Fahrzeug der Björn Steiger Stiftung im
DRF Design sorgt gerade für viel Gesprächsstoff.
Schon die offizielle Einweihung am 15.März 2012
über die von uns bereits ausführlich berichtet
wurde, lies erahnen, dass sich dahinter ein größeres Projekt verbirgt. Ich habe mir den MB Sprinter
316 Strobel Koffer für die Vestische Kinder- und
Jugendklinik Datteln auf der Messe genauer
angesehen. Der Kofferaufbau verfügt, um nur
kurz darauf einzugehen, über ein gut durchdachtes erschütterungsfreies pneumatisches Be-und
Entladesystem, ein vom Unterfahrgestell abgekoppeltes Dämpfungssystem und den Dräger
Transportinkubator. Durch den Quertransport
konnten im Patientenraum ein Arbeitsplatz mit
Schranksystem, Ablage sowie drei Sitze mit
Sitzheizung untergebracht werden. Zur Geräuschdämmung wurde Schallschutzmatten und
schallschutzdämmend ausgeschäumte Wände/
Decken im Patientenraum verbaut. Außerdem
wurde eine Lärmpegelanzeige in Form eines
Akustikohrs installiert. Diese leuchtet bei Werten
unter 60dB im Inkubator grün. Bei größeren
Erschütterungen machen sich gelbe und rote
LED`s bemerkbar. Am Heck des Fahrzeugs wurde
ein LED Lauflichtanzeige angebracht, auf der
„Baby an Bord – Langsame Fahrt“ durchläuft und
bei eventuell akuter Behandlung im Fahrzeug
den nachfolgenden Verkehr auf eine langsame
Fahrt hinweisen soll. Sicherlich sind bei dem
Fahrzeug die hohen Entwicklungskosten von über
fünf Millionen Euro verständlich. “Felix“ heißt aus
dem Lateinischen übersetzt „der Glückliche“.
Es ist lediglich fraglich, ob dies in ein paar
Monaten für die eventuellen Träger der deutschlandweit geplanten 60 Fahrzeuge, die Übernahme der Kosten und die Wahl der Standorte noch
Eine Positionierung eines neuen Fahrzeugs an
bereits schon vorhandenen Baby NAW Standorten
gestaltet sich bisher schwierig und stößt bei den
Organisationen nicht unbedingt auf Verständnis.
Wietmarscher mit mehr Übersicht
Mit drei verschiedenen Baureihen Econ+, Selection und Solution möchte die Firma Wietmarscher
ihre Produktpalette und Ausstattungs-varianten
dem Kunden verständlicher und übersichtlicher
präsentieren. In den vergangenen Jahren gestalteten sich Verkaufsgespräche für manchmal
schwierig da die Ausstattungswünsche und Budgets oft nicht zusammen zu bringen waren. Seit
vergangenem Jahr möchten es die Fahrzeugbauer
aus Wiet-marschen den Institutionen leichter und
verständlicher machen. Sie haben hierzu dieses
Jahr drei getrennte Baureihen vorgestellt, die
einen leichteren Überblick über das Ausbauangebot geben sollen.
Fahrzeuge der “ECON +“ Reihe wie z.B. der MB
Sprinter 316 mit 3,8t. Gesamtgewicht oder das
Ford S-Max NEF sind für Kommunale Rettungsdienste und Behörden gedacht die sich seit zwei
Jahren Budget-Regelungen gegenüber sehen. Die
drei Ausbauvarianten der ECON+ Reihe sind so
definiert, dass der Kunde entsprechend seinem
Budget entscheiden kann und keinerlei Abstriche
bei der Qualität machen muss. Beim Kofferaufbau
konnte man durch struktive Maßnahmen das
Gesamtgewicht bei gleicher Stabilität erheblich
WAS “Solution“ - Sonderfahrzeuge für ganz spezielle Einsätze. Hiermit sind Fahrzeugtypen für
Polizei, Sicherheitsbehörden, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen gedacht.
Extrem zuverlässige und flexible Fahrzeuge für
besondere Einsatzzwecke werden hier individuell
auf Wunsch der Auftraggeber konzipiert und
umgesetzt. Das Fahrzeugspektrum erstreckt sich
hierbei von Einsatzleitwagen und schwerlast ITW,
bis hin zu Überwachungsfahrzeugen, Gruppentransportern, GW-San und auch Sonderkonstruktionen für andere Einsatzzwecke.
Einen neuen Rettungswagen
beschaffte der Rettungsdienst
(Schweiz). Das Fahrzeug wurde
von der Firma Ambulanz Mobile
Schönebeck auf einem MB
Sprinter 419 CDI 4x4 (192 PS) mit
Automatikgetriebe und Dülmer
Kofferaufbau aufgebaut. Zusätzlich zur umfangreichen
wurde der “TIGIS“ u.a. mit Hildebrand Rotationsketten, neuem
Fahrzeugbau, LED Frontblitzern
Typ Standby BL88 sowie gelben
GU88 zur Heckabsicherung bei
geöffneten Türen ausgestattet.
Des Weiteren wurde der RTW
von Zolg Systemtechnik vollständig beklebt und mit einem PC
mit neun Zoll Touch Display
bestückt. Dieser kann individuell je nach Fahrzeug
programmiert werden. Bei dem St. Galler TIGIS
werden über das Display Beleuchtung und
Signalanlage mit Tag/Nacht Erkennung sowie
Navigation, Kamerasystem im Patientenraum und
am Heck, Internet, Einsatzrechner und Tragetisch
Bei der “Selection“ Reihe handelt es sich z.B. um
Fahrzeuge auf Basis Sprinter/Crafter Kastenwagen oder Kofferaufbau oder MB Vito NEF`s
individuell nach Kundenwunsch. Hier kann man
frei nach technischer Ausstattung, Design und
Basisfahrzeug wählen. Fahrzeug dieser Reihe sind
z.B. auch der RTW Typ “Bayern“ auf MB Sprinter
mit Kofferaufbau.
Ein Rettungsschwimmer im US-Bundesstaat Florida
hat einem Mann in Lebensgefahr geholfen. Weil er
dafür aber seinen Zuständigkeitsbereich verließ, verlor der 21-Jährige seinen Job. Nun ist die Empörung
Weißer Sandstrand, türkisblaues Wasser - die Stadt
Hallandale Beach bei Miami hat alles, was Badegäste
suchen. Leider aber auch tückische Wellen. Darum
sind dort auf großen Teilen der Strände Rettungsschwimmer im Einsatz. Einer von ihnen war Tomas
Lopez, 21, ein zierlicher junger Mann mit Zahnspange, der seinen Job so ernst nahm, dass er gefeuert
Lopez eilte einem Mann zu Hilfe, der in Gefahr
schwebte - allerdings außerhalb des von Rettungsschwimmern betreuten Strandabschnitts. Weil sich
Lopez dafür aus seinem Zuständigkeitsbereich entfernte, verlor der 21-Jährige seinen Job. Ein öffentlicher Aufschrei brach los, andere Rettungsschwimmer kündigten aus Protest - nun wird die Entscheidung geprüft.
Der Zwischenfall, um den es geht, ereignete sich am
Montag. Lopez befand sich auf seinem Posten am
Strand, als ein Besucher zu ihm kam und ihn auf den
Ertrinkenden aufmerksam machte. Lopez zögerte
nicht lange: "Ich rannte in die Richtung", sagte der
junge Mann nun dem TV-Sender NBC6 Miami über
seinen Einsatz. Mehrere hundert Meter musste er
dafür gen Süden laufen. Auch vorbei an einer grünen Flagge und einem Schild, die den Übergang
vom bewachten zum unbewachten Strandabschnitt
markieren - und damit das Ende von Lopez'
"Es war ein langer Weg, aber jemand brauchte
meine Hilfe, also sagte ich nicht nein", berichtete
Lopez der Zeitung "South Florida Sun-Sentinel".
Über Funk informierte er Kollegen über seinen Einsatz - ein Vorgesetzter untersagte ihm, seinen
Strandabschnitt zu verlassen und ordnete an, er solle
jähriger Este, wurde in ein Krankenhaus gebracht
und kam auf die Intensivstation - Lopez wurde
Sein Arbeitgeber begründete die Suspendierung
damit, die Rettungsschwimmer seien an Firmenregeln gebunden und dürften sich nicht aus ihrem
Zuständigkeitsbereich entfernen. Seit der Kündigung wird über den Vorfall und den Umgang des
Arbeitgebers damit berichtet, Kollegen von Lopez
haben gekündigt.
"Wir sind keine Feuerwehr"
Mitlerweile will der Arbeitgeber die Sache noch einmal überdenken. Jeff Ellis, der Manager des Unternehmens, das seit 2003 für Hallandale Beach die
Rettungsschwimmer stellt, erklärte am Mittwoch,
den Vorfall zu prüfen. Es werde mit den Mitarbeitern und Verantwortlichen, die mit dem Einsatz zu
tun hatten, gesprochen. "Wenn wir feststellen, dass
unsere Aktion auf Führungsebene nicht angebracht
war, werden wir die Untersuchungsergebnisse entsprechend revidieren", sagte Ellis laut "South Florida
Sun-Sentinel".
Ellis erklärte, Lopez habe sicherlich "in guter Absicht" gehandelt. "Aber wir sind keine Feuerwehr",
so der Manager. "Wir sind nur Rettungsschwimmer
und beschränken unsere Arbeit auf die bewachten
Bereiche, für die wir einen Auftrag haben."
Stadtdirektorin Renee Crichton vertritt einen anderen Standpunkt: "Uns ist die Sicherheit aller Badegäste sehr wichtig - egal ob sie in einem bewachten
oder in einem unbewachten Bereich baden." Die
Stadt wolle nun die Ergebnisse der Prüfung abwarten. Diese soll laut Ellis bis Freitag abgeschlossen
Der Mann aus Estland hat sich gut erholt. Er konnte
das Krankenhaus inzwischen verlassen.
© SPIEGEL ONLINE am 05.07.2012
Einen Tag später berichtet SPIEGEL ONLINE weiter:
"Meine Moral über meinen Job gestellt"
Doch Lopez rannte weiter - obwohl ihm klar war,
dass ihn das seinen Job kosten könnte. "Ich habe
eben meine Moral über meinen Job gestellt", sagte
der 21-Jährige NBC6. Insgesamt musste sich der
Rettungsschwimmer rund 500 Meter aus seinem
Zuständigkeitsbereich entfernen, um den Mann in
Not zu erreichen. Als er dort ankam, war es einigen
Badegästen bereits gelungen, den Ertrinkenden aus
dem Wasser zu ziehen.
"Ich legte ihn sofort in die stabile Seitenlage - so,
wie wir es im Training gelernt haben", sagte Lopez,
der dabei von einer Krankenschwester, die privat am
Strand war, unterstützt wurde. Der Mann, ein 21-
Gefeuerter Rettungsschwimmer
will Job nicht zurück
Tomas Lopez könnte wieder als Rettungsschwimmer
arbeiten. Das Unternehmen, das für die Bewachung
am Strand von Hallendale Beach in Florida zuständig
ist und ihn gefeuert hatte, will den 21-Jährigen weiter beschäftigen. Der oberste Boss der Firma hat das
Gespräch mit dem jungen Mann gesucht und ihm
den Job wieder angeboten.
Firmen-Chef Jeff Ellis sagte, er habe erst zwei Tage
nach der Kündigung über einen Regionalmanager
davon erfahren und billige das Vorgehen gegen
Lopez nicht. "Ganz sicher hätte er für den Vorfall
nicht entlassen werden dürfen", sagte Ellis in der
Sendung "Erin Burnett OutFront" am Donnerstagabend. Er kenne jetzt alle Details und wisse, dass
Lopez versucht habe, das Richtige zu tun.
Unmittelbar nach dem Vorfall wurde ihm - noch am
Strand - von Vorgesetzen gekündigt. "Sie haben ihn
noch an Ort und Stelle entlassen", sagte Lopez'
Kollege Szilard Janko CNN. Er habe den Zuständigkeitsbereich von Lopez übernommen, während dieser für den Rettungseinsatz unterwegs war.
Lopez' Strandabschnitt war also nicht unbewacht,
der Ertrinkende konnte gerettet werden und hat
sich nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt
inzwischen gut erholt. Die Kündigung sorgte für viel
Wirbel. Drei Kollegen kündigten aus Loyalität, zwei
weitere Rettungsschwimmer wurden entlassen, weil
sie sagten, sie würden in einem solchen Fall genauso handeln.
"Abgeschlossenes Kapitel meines Lebens"
Lopez will den Job, für den er 8,25 Dollar pro Stunde
bekam und den er vier Monate lang ausübte, jedoch
nicht wiederhaben. "Das Kapitel meines Lebens
habe ich abgeschlossen. Ich werde meine Ausbildung fortsetzen und meine Karriere verfolgen",
sagte der junge Mann, der laut CNN ab Herbst studieren will. Er wisse das Angebot von Ellis zu schätzen, aber die Hauspolitik sei nicht die seine: "Der
Grund für meine Entlassung war einfach lächerlich.
Was hätte ich tun sollen: den Mann ertrinken lassen?"
"Die Zuständigen vor Ort haben etwas übereilt
gehandelt, "sagte Alexander Lwey von der Stadtverwaltung Hallendale Beach. Darum kümmere sich
nun der Chef des Unternehmens persönlich um das
Thema. Eine Vorgesetzte in Hallendale Beach hatte
die Entlassung damit begründet, dass Lopez die
Firmenleitlinien und damit seine Verantwortung
Auch die anderen gekündigten Rettungsschwimmer
können ihren Job wieder haben, sagte Ellis laut
CNN. Doch auch sie lehnten das Angebot ab. Laut
CNN trainierte das Unternehmen am Donnerstag
bereits neue Rettungsschwimmer am Strand von
Hallendale Beach.
© SPIEGEL ONLINE am 06.07.2012
DRK-Bildungszentrum Düsseldorf:
Mainzer Kompakt-Seminar Notfallmedizin
DRK-Bildungszentrum Düsseldorf,
ADAC HEMS Academy und
Florence-Nightingale-Kliniken bieten
Kurs „Intensivtransport nach DIVI“ an
19.10.12 bis 21.10.12 in Düsseldorf
Erstversorgung Brandverletzter
Immobilisation im Rettungsdienst
Anamnese und Notfalluntersuchung
06.10. - 07.10.12
Mainzer Kompakt-Seminar zur Erlangung der
Zusatz- bezeichnung Notfallmedizin
Dr. med. Holger Buggenhagen
Tel: 06131 / 17-1
Preisinfo und Anmeldung unter:
www.unimedizinmainz.de/anaesthesiologie/klinische- partner/
Tel: 0211 - 2299 2199
Symposium zur Gefahrenabwehr bei
H:G – Hochschule für Gesundheit und Sport
am Campus in Unna bei Dortmund das erste
H:G-Forum „Sanitäts- und Rettungsmedizin“
www.hochschule-unna.de
DRK-Rettungsschule staatl. anerkannte
Rettungssanitäter- und -assistentenschule
Fortbildung für
Rettungssanitäter / Rettungsassistenten
diverese Termine
www.bvrd.org
Rettungsdienst Journal: Mitgliederorgan des Berufsverbandes für den Rettungsdienst e.V. (BVRD)
31. Jahrgang = 2012
Verantwortlich für fachlichen Inhalt: Martin Ritter (1. Vorsitzender)
Berufsverband für den Rettungsdienst e. V., Bundesgeschäftsstelle,
Gießener Straße 42, 35423 Lich,
Tel.: (0 64 04) 95 00 65,
Fax: (0 64 04) 95 00 66
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Redaktionsmitglieder: H.-J. Bielke; Wilfried Brömme; Andi Bachsleitner; Urs Spörri; Tobias Weimann; Andreas Zimmermann;
Redaktionsadresse wie Herausgeberaddresse
Anzeigenverkauf und -verwaltung:
Wilfried Brömme, Gießener Str. 42, 35423 Lich,
Tel.: (0 64 04) 95 00 65, Fax: (0 6404) 95 00 66
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Gültig ist die Anzeigenpreisliste Nr.14 vom 01.01.2011.
Erscheinungsweise: Regulär alle drei Monate zum Quartalsende.
Gesamtherstellung : BVRD Lich
Druck: Köllen Druck und Verlag GmbH, Bonn www.koellen.de
Im BVRD-Mitgliedsbeitrag enthalten. Für informierte Mitglieder im Inlandsjahresbezug für 25 Euro; im Auslandsjahresbezug für 30 Euro (Preise inkl. Porto).
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Gebrauchsmuster vorliegen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Rettungsdienstjournal 02/2012
Das Mitgliederorgan für den Berufsverband für den Rettungdienst (BVRD). Ausgabe 02-2012

References: § 16
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 § 4
 § 8
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§ 2
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