Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=17.03.1997&Aktenzeichen=I%20B%20123/95
Timestamp: 2019-08-24 05:48:54+00:00

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BFH, 17.03.1997 - I B 123/95 - dejure.org
https://dejure.org/1997,3007
BFH, 17.03.1997 - I B 123/95 (https://dejure.org/1997,3007)
BFH, Entscheidung vom 17.03.1997 - I B 123/95 (https://dejure.org/1997,3007)
BFH, Entscheidung vom 17. März 1997 - I B 123/95 (https://dejure.org/1997,3007)
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Nachweis der Existenz eines vermögensmindernd geltend gemachten Darlehens - Steuerliche Anerkennung von Provisionszahlungen bei Nichtbenennung des Empfängers
Eine bei Verletzung dieser Mitwirkungspflicht verbleibende Ungewissheit geht zu Lasten des Steuerpflichtigen (vgl. BFH-Beschlüsse vom 17. März 1997 I B 123/95, BFH/NV 1997, 730;… vom 5. November 2001 VIII B 16/01, BFH/NV 2002, 312, 313).
BFH, 21.01.2005 - VIII B 163/03
Es ist auch nicht klärungsbedürftig, sondern durch die bereits vorliegende Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) geklärt, dass eine Hinzurechnung von Einnahmen nicht nur bei einem ungeklärten Vermögenszuwachs zulässig ist, sondern dass im Rahmen der Beweiswürdigung die Verletzung abgabenrechtlicher Mitwirkungspflichten (§ 90 der Abgabenordnung --AO 1977--) zur Folge haben kann, dass das Finanzamt zum Nachteil des Steuerpflichtigen von einem Sachverhalt ausgehen kann, für den unter Berücksichtigung der Beweisnähe des Steuerpflichtigen und seiner Verantwortung für die Aufklärung des Sachverhalts die größte Wahrscheinlichkeit spricht (vgl. BFH-Urteile vom 15. Februar 1989 X R 16/86, BFHE 156, 38, BStBl II 1989, 462;… vom 16. Dezember 1992 X R 77/91, BFH/NV 1993, 547;… vom 11. Februar 1993 V R 128/89, BFH/NV 1994, 109; BFH-Beschluss vom 17. März 1997 I B 123/95, BFH/NV 1997, 730).
Der Steuerpflichtige ist --bei Sachverhalten mit Auslandsberührung in besonderem Maße (§ 90 Abs. 2 AO 1977 und dazu u.a. BFH-Beschlüsse vom 17. März 1997 I B 123/95, BFH/NV 1997, 730, …und vom 24. April 1998 X B 155/97, BFH/NV 1998, 1331, m.w.N.)-- verpflichtet, von sich aus die erforderlichen Nachforschungen über diese Auftragnehmer und weitere Zahlungsempfänger anzustellen (…ständige Rechtsprechung, vgl. u.a. --auch für Zahlungen an die im Inland als Vertreter der Domizilgesellschaft auftretenden Personen-- BFH-Urteile in BFH/NV 1996, 267; vom 24. Juni 1997 VIII R 9/96, BFHE 183, 358, BStBl II 1998, 51, unter II. 2. b bb der Gründe; in BFHE 187, 211, BStBl II 1999, 121).
Die bei Verletzung der Mitwirkungspflicht verbleibende Ungewissheit geht --auch wenn sie unverschuldet ist (vgl. u.a. BFH-Urteile vom 17. Dezember 1980 I R 148/76, BFHE 132, 211, BStBl II 1981, 333, und in BFHE 188, 280, BStBl II 1999, 434, unter II. 1. der Gründe)-- zu Lasten des Steuerpflichtigen (…BFH-Entscheidungen in BFH/NV 1996, 801; in BFH/NV 1997, 730, unter 2. der Gründe; in BFHE 187, 211, BStBl II 1999, 121, unter II. 2. c der Gründe;… vom 24. Februar 1999 X B 204/98, X B 205/98, BFH/NV 1999, 1181 a.E., m.w.N.;… in BFH/NV 2001, 424, m.w.N.); das FA ist in diesem Fall nicht verpflichtet aufzuklären, wer hinter einer Domizilgesellschaft steht (BFH-Urteil in BFHE 178, 99, BStBl II 1996, 51, unter II. B. 1. a und b der Gründe; vgl. auch FG Münster, Urteil vom 13. März 1997 5 K 2954/96 F, EFG 1998, 251, zu einem dem Streitfall entsprechenden Sachverhalt).
BFH, 19.12.2007 - X B 34/07
Schätzung bei Verletzung von sog. erweiterten Mitwirkungspflichten - Verzicht auf …
Verletzt ein Steuerpflichtiger seine Pflichten gemäß § 90 Abs. 2 AO und ist der Sachverhalt anderweitig nicht aufklärbar, so kann das FA --und ihm folgend das FG-- zum Nachteil des Steuerpflichtigen von einem Sachverhalt ausgehen, für den unter Berücksichtigung der Beweisnähe des Steuerpflichtigen und seiner Verantwortung für die Aufklärung des Sachverhaltes eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht (vgl. BFH-Entscheidungen vom 17. März 1997 I B 123/95, BFH/NV 1997, 730; vom 15. Februar 1989 X R 16/86, BFHE 156, 38, BStBl II 1989, 462).
Ihre Pflicht zur aktiven Mitwirkung bei der Aufklärung des entscheidungserheblichen Sachverhalts ergibt sich nicht zuletzt aus § 90 Abs. 2 Satz 1 der Abgabenordnung (AO 1977), der auch im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes zu berücksichtigen ist (vgl. BFH-Beschluß vom 17. März 1997 I B 123/95, BFH/NV 1997, 730).
Die Kläger trafen also verstärkte Mitwirkungspflichten (vgl. § 76 Abs. 1 Satz 4 FGO i.V.m. § 90 Abs. 2 AO 1977; BFH-Urteil vom 15. März 1995 I R 46/94, BFHE 178, 99, BStBl II 1996, 51) mit der Folge, daß allein deren Verletzung die Versagung des begehrten Betriebsausgabenabzugs nach sich ziehen konnte (s. auch Beschluß vom 17. März 1997 I B 123/95, BFH/NV 1997, 730; generell Senatsurteil vom 15. Februar 1989 X R 16/86, BFHE 156, 38, BStBl II 1989, 462;… Gräber, a.a.O., § 76 Rz. 28, § 96 Rz. 9).
§ 90 Abs. 2 FGO beseitigt die allgemeinen Beweisregeln nicht; eine Verletzung der danach bestehenden Pflichten des Steuerpflichtigen berechtigt lediglich dazu, bei einem unaufklärbaren Sachverhalt insoweit zum Nachteil des Steuerpflichtigen bestimmte Schlußfolgerungen zu ziehen (BFH-Urteil vom 6. November 1987 III R 241/83, BFHE 151, 416, BStBl. II 1987, 438 (439) und Beschluß vom 17. März 1997 I B 123/95, BFH/NV 1997, 730; Tipke/Kruse, § 90 Tz. 16).
Auch wenn es nicht zu einer Beweislastumkehr kommt, ergibt sich aus § 90 Abs. 2 FGO allerdings, dass, wenn ein Steuerpflichtiger seine Pflichten gemäß § 90 Abs. 2 AO verletzt und der Sachverhalt anderweitig nicht aufklärbar ist, das Finanzamt - FA - und das Finanzgericht - FG - zum Nachteil des Steuerpflichtigen von einem Sachverhalt ausgehen dürfen, für den unter Berücksichtigung der Beweisnähe des Steuerpflichtigen und seiner Verantwortung für die Aufklärung des Sachverhaltes eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht; diese Grundsätze wendet der BFH auch im Verfahren über Anträge nach § 69 Abs. 3 FGO an (z. B. BFH, Beschluss vom 17.03.1997 I B 123/95, BFH/NV 1997, 730, II. 2. der Gründe).
Ein Ermessensfehler ist nicht erkennbar; konkrete, verwertbare Einwände gegen die durch die Verletzung der Mitwirkungspflichten erforderliche Teilschätzung sind bisher, auch im Beschwerdeverfahren, nicht vorgebracht worden; jede in diesem Zusammenhang verbleibende Ungewißheit geht zu Lasten der Klägerin (…Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, § 160 AO 1977 Rz. 14; vgl. i.ü. auch BFH-Entscheidungen vom 17. März 1997 I B 123/95, BFH/NV 1997, 730, 731;… vom 24. Juni 1997 VIII R 9/96, BFH/NV 1998, 369, …und vom 17. Juli 1998 VIII B 114/97, BFH/NV 1999, 68, 69).
Das gilt vor allem dann, wenn die Mitwirkungspflichten Tatsachen und Beweismittel aus der Wissens- und Einflusssphäre des Steuerpflichtigen betreffen (BFH-Urteile vom 15. Februar 1989 X R 16/86, BStBl II 1989, 462;… vom 12. Dezember 2000 VIII R 36/99, BFH/NV 2001, 789), aber auch bei der Verletzung der Pflichten aus § 90 Abs. 2 AO (z.B. BFH-Beschluss vom 17. März 1997 I B 123/95, BFH/NV 1997, 730).
BFH, 25.11.1998 - VIII B 109/97
Darlegung - Grundsätzliche Bedeutung - Mitwirkungspflicht - Steuerpflichtiger - …
FG Niedersachsen, 10.01.2008 - 6 K 63/06
Keine erweiterte Mitwirkungspflicht nach § 90 Abs. 2 AO für Geldtransfers …
FG München, 23.01.2012 - 14 K 2863/09
Zuschätzung von Umsätzen - Schätzung der nichtunternehmerischen Nutzung eines PkW

References: § 90
 § 90
 § 76
 § 90
 § 76
 § 96

§ 90
 § 90
 § 90
 § 90
 § 69
 § 160
 § 90
 § 90