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Timestamp: 2020-01-25 16:40:56+00:00

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Rechtsprechung: ZIP 1999, 65 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG München, 25.01.1999
https://dejure.org/1998,262
BGH, 07.12.1998 - II ZR 382/96 (https://dejure.org/1998,262)
BGH, Entscheidung vom 07.12.1998 - II ZR 382/96 (https://dejure.org/1998,262)
BGH, Entscheidung vom 07. Dezember 1998 - II ZR 382/96 (https://dejure.org/1998,262)
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GmbHG §§ 30 - 32 b; BGB §§ 1123, 1124; ZVG §§ 146, 152 Abs. 2, 57 a
Eigenkapitalersetzende Gebrauchsüberlassung - Ende der Wirkung - Belastung mit Grundpfandrecht
Beendigung der kapitalersetzenden Gebrauchsüberlassung und des Nutzungsrechts des Konkursverwalters durch Zwangsverwaltung
Konkurs, Gebrauchsüberlassung im -
Gesellschaftsrecht; Zwangsverwaltung eines Grundstücks bei eigenkapitalersetzender Gebrauchsüberlassung
GmbHG §§ 32a, 32b, 30; ZVG §§ 146 ff.; BGB §§ 1123, 1124
Zwangsverwaltung bei Nutzungsüberlassung als eigenkapitalersetzende Leistung
BGHZ 140, 147
NJW 1999, 577
NJW-RR 1999, 911 (Ls.)
ZIP 1998, 1917
ZIP 1999, 65
MDR 1999, 304
DNotZ 1999, 748
NZI 1999, 68
WM 1999, 20
BB 1999, 173
DB 1999, 206
Rpfleger 1999, 138
JR 1999, 324
NZG 1999, 305
(2) Als Rechtsfolge der kapitalersetzenden Nutzungsüberlassung durfte der Gesellschafter, der die Gesellschaft weder liquidiert, noch ihr neues haftendes Kapital zuführt, sondern durch die fortdauernde Gebrauchsüberlassung das Überleben der GmbH ermöglicht, von der Gesellschaft das vereinbarte Nutzungsentgelt so lange nicht fordern, wie dieses nicht aus ungebundenem Vermögen der Gesellschaft bezahlt werden konnte (BGH, Urteil vom 7. Dezember 1998 - II ZR 382/96, BGHZ 140, 147, 149 f mwN).
Derartige Gesellschafterforderungen verlieren nach der gefestigten Rechtsprechung des Senats (BGHZ 140, 147, 153 m.w.N.) ihren Charakter als Verbindlichkeiten nicht; ebenso wenig wie sie mit dem Eintritt der Krise erlöschen, werden sie automatisch in dieser Situation zu statutarischem Eigenkapital.
Nach Überwindung der Krise ist er jedoch nicht gehindert, die aus seiner Drittgläubigerstellung folgenden Rechte gegen die Gesellschaft - und zwar auch hinsichtlich der Rückstände (BGHZ 140, 147, 153) - zu verfolgen.
Es bleibt ein Miet- oder Pachtverhältnis, dem vermietenden oder verpachtenden Gesellschafter wird lediglich für die Dauer der Krise verwehrt, den vereinbarten Miet- oder Pachtzins zu fordern (BGHZ 140, 147, 153).
So gehen die Rechte des Zwangsverwalters aus einer Beschlagnahme des Grundstücks aufgrund eines Grundpfandrechts dem Recht der Gesellschaft bzw. des Insolvenzverwalters, das Grundstück unentgeltlich zu nutzen, vor (BGHZ 140, 147, 150 f;… BGH, Urt. v. 31. Januar 2005 - II ZR 240/02, WM 2005, 561;… v. 28. Februar 2005, aaO).
Lag eine eigenkapitalersetzende Gebrauchsüberlassung vor, kann der vermietende Gesellschafter, der die Gesellschaft weder liquidiert noch ihr neues haftendes Kapital zugeführt, sondern durch die fortdauernde Gebrauchsüberlassung das Überleben der GmbH & Co. KG ermöglicht hat, nach der gefestigten Rechtsprechung von der Mieterin den vereinbarten Mietzins so lange nicht fordern, wie dieser nicht aus ungebundenem Vermögen der Gesellschaft gezahlt werden kann (BGHZ 140, 147, 149 f m.w.N.).
Da die Gemeinschuldnerin nach den nicht angegriffenen Feststellungen des Berufungsgerichts spätestens Ende des Jahres 1997 überschuldet war, hat die Nutzungsüberlassung als funktionales Eigenkapital zu gelten (vgl. BGHZ 121, 31, 35 f., 41; 140, 147, 149 f.).
Dementsprechend war es dem Beklagten während der Dauer der Krise verwehrt, den vereinbarten Mietzins zu fordern (vgl. BGHZ 124, 282, 284 f.; 140, 147, 153).
Im Konflikt zwischen dem unentgeltlichen Nutzungsrecht der Gesellschaft aus Eigenkapitalersatzgesichtspunkten und dem vom Zwangsverwalter wahrgenommenen Fruchtziehungsrecht des Grundpfandrechtsgläubigers kommt letzterem der Vorrang zu (BGHZ 140, 147;… Sen.Urt. v. 31. Januar 2000 - II ZR 309/98 ZIP 2000, 455).
Die Wirkung einer eigenkapitalersetzenden Gebrauchsüberlassung, dass nämlich die Gesellschaft bzw. - im Falle ihrer Insolvenz - der Insolvenzverwalter das Grundstück unentgeltlich nutzen darf, endet, wenn über das Vermögen des vermietenden Gesellschafters das Insolvenzverfahren eröffnet wird, nach § 110 Abs. 1 InsO spätestens mit Ablauf des der Insolvenzeröffnung nachfolgenden Kalendermonats (Fortführung von BGHZ 140, 147 ff.;… Klarstellung von BGH, Sen.Urt. v. 28. Februar 2005 - II ZR 103/02, ZIP 2005, 660 ff.).
a) Das Berufungsgericht hat in Übereinstimmung mit der ständigen Rechtsprechung des Senats (BGHZ 109, 55; 127, 1 ff. und 17 ff.; 140, 147;… Sen.Urt. v. 31. Januar 2005 - II ZR 240/02, ZIP 2005, 484, 485;… Urt. v. 28. Februar 2005 - II ZR 103/02, ZIP 2005, 660, 661) festgestellt, dass die mietweise Überlassung der Gewerberäume durch die Alleingesellschafterin S. eine eigenkapitalersetzende Leistung an die S. GmbH darstellte.
aa) Dass die Einrede der eigenkapitalersetzenden Nutzungsüberlassung gegenüber Gläubigern des Gesellschafters nicht erhoben werden kann, hat der Senat bereits für den Fall eines vollstreckenden Grundpfandgläubigers wiederholt entschieden (BGHZ 140, 147, 150 ff.;… Sen.Urt. v. 31. Januar 2000 - II ZR 309/98, ZIP 2000, 455;… v. 31. Januar 2005 aaO;… v. 28. Februar 2005 aaO).
Da in der eigenkapitalersetzenden Nutzungsüberlassung eine der Vorausabtretung vergleichbare rechtsgeschäftliche Stundungsabrede liegt (BGHZ 140, 147, 154), endet daher nach dem eindeutigen Wortlaut des § 110 Abs. 1 InsO das Recht des von der Vorausverfügung Begünstigten, im Fall der eigenkapitalersetzenden Nutzungsüberlassung mithin das Recht der Gesellschaft bzw. nach Insolvenzeröffnung ihres Insolvenzverwalters, das Grundstück oder die überlassenen Räume weiter unentgeltlich zu nutzen.
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann auch eine Gebrauchsüberlassung eigenkapitalersetzende Funktion haben (BGHZ 109, 55, 57 ff.; 127, 17, 21; 140, 147, 150; 166, 125, 129; BGH Urteile vom 31. Januar 2005 - II ZR 240/02 - ZIP 2005, 484, 485; und vom 28. Februar 2005 - II ZR 103/02 - ZIP 2005, 660, 661).
c) Rechtsfolge der Umqualifizierung der Gebrauchsüberlassung in haftendes Eigenkapital ist, dass der Gesellschafter von der Gesellschaft bzw. von deren Insolvenzverwalter den vereinbarten Mietzins so lange nicht fordern kann, wie dieser nicht aus ungebundenem Vermögen der Gesellschaft gezahlt werden kann (BGHZ 127, 1 ff.; 127, 17 ff.; 140, 147; 149 f. m.w.N.; Urteil vom 31. Januar 2005 - II ZR 240/02 - ZIP 2005, 484, 485).
Nach Überwindung der Krise ist er nicht gehindert, sich den rückständigen Mietzins auszahlen zu lassen, soweit dies geschehen kann, ohne dass das zur Deckung des Stammkapitals erforderliche Vermögen der Gesellschaft angegriffen wird (BGHZ 140, 147, 153).
Ebenfalls zutreffend ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, daß im Falle einer Zwangsverwaltung des Grundstücks das Recht der Gesellschaft bzw. des Insolvenzverwalters zur unentgeltlichen Nutzung des Grundstücks mit dem Wirksamwerden der Beschlagnahme gemäß §§ 148, 152 Abs. 2, § 22 ZVG, §§ 1123, 1124 Abs. 2 BGB endet (BGHZ 140, 147, 150 ff.;… Sen.Urt. v. 31. Januar 2000 - II ZR 309/98, ZIP 2000, 455).
BGH, 08.11.2004 - II ZR 300/02
Voraussetzungen der Rückzahlung einer eigenkapitalersetzenden Gesellschafterhilfe
Entfällt die Bindung, können auch die Rückstände geltend gemacht werden (…BGH, Urt. v. 15. Februar 1996 - IX ZR 245/94, ZIP 1996, 538, 540; BGHZ 140, 147, 153; 146, 264, 272).
Es bleibt ein Miet- oder Pachtverhältnis; dem vermietenden oder verpachtenden Gesellschafter wird lediglich für die Dauer der Krise verwehrt, den vereinbarten Miet- oder Pachtzins zu fordern (BGHZ 140, 147, 153).
Sollte dies zur Überzeugung des Tatrichters feststehen, kann der vermietende Gesellschafter, der die Gesellschaft weder liquidiert noch ihr neues haftendes Kapital zuführt, sondern durch die fortdauernde Gebrauchsüberlassung das Überleben der GmbH ermöglicht hat, nach der gefestigten Rechtsprechung von der Mieterin den vereinbarten Mietzins so lange nicht fordern, wie dieser nicht aus ungebundenem Vermögen der Gesellschaft gezahlt werden kann (BGHZ 140, 147, 149 f m.w.N.).
Gegen diese Durchsetzungssperre verstoßende Zahlungen der notleidenden Gesellschaft sind dieser entweder gemäß § 32b Satz 1 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) oder --im Anwendungsbereich der sog. Rechtsprechungsgrundsätze des Bundesgerichtshofs (BGH) zum Eigenkapitalersatz-- entsprechend § 31 GmbHG zu erstatten (vgl. z.B. BGH-Urteile vom 16. Oktober 1989 II ZR 307/88, BGHZ 109, 55; vom 14. Dezember 1992 II ZR 298/91, BGHZ 121, 31; vom 7. Dezember 1998 II ZR 382/96, BGHZ 140, 147; vom 31. Januar 2005 II ZR 240/02, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2005, 611;… Lutter/Hommelhoff, GmbH-Gesetz, 16. Aufl., § 32a/b Rz 138 ff.;… Hueck/Fastrich in Baumbach/Hueck, GmbH-Gesetz, 18. Aufl., § 32a Rz 57 f.;… Goette, Die GmbH, 2. Aufl., § 4 Rz 50 f.; Löwisch, Eigenkapitalersatzrecht, 2007, Rz 224 ff.).
OLG Brandenburg, 12.07.2006 - 3 U 220/05
GmbH als Mieterin der Gewerberäume eines Gesellschafters: Einrede der …
OLG Hamm, 16.09.2005 - 30 U 78/04
BGH, 31.01.2000 - II ZR 309/98
Eigenkapitalersetzende Gebrauchsüberlassung an einem mit einem Grundpfandrecht …
OLG Hamburg, 16.12.2005 - 11 U 198/05
Rückzahlung von eigenkapitalersetzenden Darlehen mittelbar an einer Gesellschaft …
LG Cottbus, 22.06.2005 - 1 O 66/04
Erlöschen eines unentgeltlichen Nutzungsrechts infolge eigenkapitalersetzender …
OLG Frankfurt, 23.03.2012 - 2 U 143/11
Vorausverfügung über den Mietzins
BFH, 10.03.2009 - XI B 66/08
Ende der Organschaft bei Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters - keine …
Sozialplan: Anspruch als Insolvenzforderung
LG Hamburg, 01.04.2005 - 318 O 283/03
Voraussetzungen einer kapitalersetzenden Gebrauchsüberlassung
OLG München, 21.12.2001 - 23 U 4002/01
AG Dresden, 02.05.2006 - 550 IN 2324/05
LG Erfurt, 02.06.2004 - 3 O 595/03
Eigenkapitalersetzende Nutzungsüberlassung als Stundungsvereinbarung; Zahlung von …
OLG München, 25.01.1999 - 31 U 2826/98
https://dejure.org/1999,13336
OLG München, 25.01.1999 - 31 U 2826/98 (https://dejure.org/1999,13336)
OLG München, Entscheidung vom 25.01.1999 - 31 U 2826/98 (https://dejure.org/1999,13336)
OLG München, Entscheidung vom 25. Januar 1999 - 31 U 2826/98 (https://dejure.org/1999,13336)
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GmbHG § 32a; ZVG § 152; BGB §§ 1123, 1124
Kein Anspruch des Zwangsverwalters auf Herausgabe des vom Konkursverwalter genutzten Betriebsgrundstücks bei Kapitalersatz (Abgrenzung zu BGH
NZG 1999, 777
Zwar ist davon auszugehen, dass die nach den Eigenkapitalersatzregeln in der Krise der Gesellschaft eintretende Undurchsetzbarkeit der Mietforderungen dieselben Auswirkungen hat wie eine rechtsgeschäftliche Stundungsabrede, weil die Umqualifizierung durch Stehenlassen nicht zu einem Erlöschen des Anspruchs, sondern nur dazu führt, dass die Gesellschaft für die Dauer der Krise das jeweils fällig werdende Nutzungsentgelt nicht zahlen muss, d.h. die Wirkungen des § 32 a GmbHG stellen im Hinblick auf die Mietforderungen eine besondere Form der gesetzlichen Stundung dar (vgl. BGHZ 140, 147, 154 = NJW 1999, 577; BGH, NJW-RR 2000, 925, 926; OLG München, GmbHR 1999, 175, 176 = NZG 1999, 777, 778).
Diese Bindung besteht kraft Gesetzes zum Schutz der Gläubiger des Insolvenzschuldners und würde ausgehöhlt, wenn die Anordnung der Zwangsverwaltung diese Bindung rückwirkend aufheben könnte; sie entfällt erst mit der Beschlagnahme (vgl. BGH NJW 1999, 577 ; NJW-RR 2000, 925 ; OLG München GmbHR 1999, 612 ).

References: § 110
 § 110
 BGH 
 § 22
 § 32
 § 31
 § 32
 § 32
 § 4
 § 32
 § 152
 BGH

 § 32
 BGH