Source: http://alternative-drogenpolitik.de/
Timestamp: 2018-01-18 03:45:03+00:00

Document:
Alternative Drogenpolitik - Drogenforschung, Drogenpolitik & Psychonautik
Timeline der Cannabispolitik
Veröffentlicht am 26. September 2017 von Maximilian Plenert	| 1 Kommentar
Entkriminalisierung in Colorado
Gründung von THC-Pharm
Umstufung von Dronabinol in Anlage III BtMG
7. November: Erfolgreiche Abstimmung über Amendment 64 (Cannabis als Medizin)
Einschränkung der Diagnosen: cachexia; cancer; chronic pain; chronic nervous system disorders; epilepsy and other disorders characterized by seizures; glaucoma; HIV or AIDS; multiple sclerosis and other disorders characterized by muscle spasticity; and nausea
Eigenanbau von 6 Pflanzen; Arzt kann mehr erlauben
Erster Vertrieb von CBD in deutschen Apotheken
6. November: Erfolgreiche Abstimmung über Colorado Amendment 64
Eigenanbau von 6 Pflanzen
August: Übernahme von THC-Pharm durch Bionorica
Quellen: Wikipedia, THC-Pharm
Hauptdiagnosegruppen von Cannabis-Patienten
Veröffentlicht am 8. August 2017 von Maximilian Plenert	| Schreibe eine Antwort
Die Regierung hat auf Anfrage der LINKEN im Bundestag die Diagnosen der Menschen mit einer Ausnahmegenehmigung für den Erwerb von Cannabisblüten aus der Apotheke veröffentlicht. Nachdem das System Ausnahmegenehmigung nun wohl Vergangenheit ist, dürften diese Zahlen das „Endergebnis“ für 10 Jahre „Ausnahmemedizin“ Cannabis via §3 Abs. 2 BtMG sein.
In der Drucksache 18/11701 vom 27.03.2017 schreibt die Regierung:
Die den Ausnahmeerlaubnissen nach § 3 Absatz 2 BtMG zugrunde liegenden Krankheitsbilder sind nach Maßgabe der Angaben in den Antragsunterlagen vielfältig. Einige Patientinnen und Patienten führen eine Selbsttherapie mit Cannabis wegen mehrerer Diagnosen durch.
Die Hauptdiagnosegruppen und die zugehörigen Prozentanteile der Patientinnen und Patienten stellen sich gegenwärtig wie folgt dar (Doppelnennungen sind
Indikation Prozentualer Anteil
Schmerz ca. 57 Prozent
ADHS ca. 14 Prozent
Spastik (unterschiedlicher Genese) ca. 10 Prozent
Depression ca. 7 Prozent
Inappetenz/Kachexie ca. 5 Prozent
Tourette-Syndrom ca. 4 Prozent
Darmerkrankungen ca. 3 Prozent
Epilepsie ca. 2 Prozent
Sonstige Psychiatrie ca. 2 Prozent
„Plötzlicher Blackout“ nach 1–3 Monaten durch Hanfsamen?
Veröffentlicht am 27. Juni 2017 von Maximilian Plenert	| 2 Kommentare
Da denkt man sich nichts böses, blättert auf der Website des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in der Stoffliste des Bundes und der Bundesländer für die Kategorie „Pflanzen und Pflanzenteile“ und schlägt die Einstufung von Hanfsamen nach. Diese sind gelistet als Lebensmittel und in der Unterliste B. Dies sind „Stoffe, für die eine Beschränkung bei der Verwendung in Lebensmitteln empfohlen wird.“
Die Anmerkungen lesen sich erst ganz okay, sie enden aber mit einer Einstufung von Hanfsamen als giftig bis schwach giftig.
Cannabis sativa sowie das darin enthaltene Cannabinoid 9-Tetrahydrocannabinol (THC) unterliegen den Regelungen des BtMG. Gemäß Anlage I zu §1 Abs. 1 des BtMG sind die Samen von C. sativa hiervon ausgenommen, sofern sie nicht zum unerlaubten Anbau bestimmt sind. Eine Verarbeitung in der Lebensmittel-Herstellung sowie der Vertrieb von Erzeugnissen, die unter Verwendung von Cannabis-Samen hergestellt wurden, sind somit aus betäubungsmittelrechtlicher Sicht zulässig. Schwach giftig III (Wink/Wyk), giftig C (Roth/Daunderer)
Diese kritischen Inhaltsstoffe „Cannabinoide (z. B. THC)“ sollen folgende Risiken mit sich bringen:
euphorisierende, halluzinogene Aktivität, Aphrodisiakum, bei Überdosierung Störung von Herz/ZNS, Rauschzustand, Sinnestäuschung, vergrößerte Pupillen, eingeschränktes Reaktionsvermögen, Zeitgefühl geht verloren, Entfernungen und Geschwindigkeiten werden falsch eingeschätzt, Störung von Konzentration und Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Koordinationsstörungen, beschleunigter Puls, nach 1–3 Monaten kann ein plötzlicher Blackout auftreten (Roth/Daunderer)
Mal davon abgesehen dass Cannabissamen quasi kein THC (Grenzwert für Hanfsamenöl: 0,0005% THC) enthalten, das mit dem plötzlichen Blackout war mir äh… neu… sprich: das ist absoluter Unsinn. Als Quelle wird folgendes Werk genannt:
Roth L, Daunderer M, Kormann K (2006): Giftpflanzen-Pflanzengifte. Vorkommen – Wirkung – Therapie – Allergische und phototoxische Reaktionen, 4. Aufl., Nikol Verlagsgesellschaft mbH Hamburg
Die Pharma: Globuli und Ritalin unter einem Dach?
Veröffentlicht am 25. Juni 2017 von Maximilian Plenert	| 1 Kommentar
„Die Pharma“ ist ein beliebtes Feindbild unter „alternativ“ denkenden Personen. Abgesehen davon dass ich nicht viel von primitiven Freund-/Feindschemata halte, die als bequeme Universalerklärung innerhalb eines abgeschlossenen Weltbildes, bin ich heute über einen schönen Widerspruch gestoßen. Auch wenn ich wenig Hoffnung habe dass jemand dadurch ernsthaft ins Grübeln gerät, für ein paar kognitive Dissonanzen sollte es ausreichen.
Das Bild von „der Pharma“ zeichnet diesen Wirtschaftszweig als eine Einheit. Bei Verschwörungen wie dem angeblichen Zurückhalten von Heilmitteln für Krebs und AIDS agieren sie als ein Kartell, bei dem keiner ausschert und das Heilmittel doch auf den Markt bringt. Keiner der Beteiligten wagte es das Schweigen zu brechen, die Konkurrenz bloßzustellen und mit einem Heilmittel für Krebs Ruhm und ein Vermögen zu verdienen. Neben der Bösartigkeit dass Firmen im Kapitalismus mit Arzneimitteln und nicht mit Armbanduhren Geld verdienen, erfindet die Pharma zahlreiche Krankheiten wie ADHS und verteilt fleissig Kinder-Koks („Ritalin“).
Das Feindbild „Pharma“ gilt aber interessanterweise scheinbar nicht für die Hersteller von „alternativer Medizin“ wie Homoäpathie. Da ist es egal wie vollgepackt mit Werbung und Gewinnstreben deren Websites sind.
Nun meine Frage an alle Homoäpathie-Fans, Pharma-Hasser und ADHS-Leugner: Wie erklärt ihr euch die Firma Medice? Das ist mittelständisches Unternehmen, welches gleichzeitig das vielleicht bekannteste homöopathische Arzneimittel Meditonsin vertreibt und gleichzeitig der Hersteller meines ADHS-Medikamentes Medikinet Adult, also „Ritalin für Erwachsene ist. Für Kinder gibt es neben Methylphenidat von Medice auch Dexamphetamin…
Und was sagen Impfgegner zu Meditonsin dass aus Aconitin (Neurotoxin, Alkaloid von Pflanzen der Gattung Eisenhut), Atropin (Nachtschattenalkaloid, zu finden in Engelstrompeten und Tollkirschen) und Quecksilber, alles in homöopathischen Dosen versteht sich, besteht? Macht nun die Dosis das Gift? Dann wäre z.B. Formaldehyd kein Thema mehr da jeder Apfel 100 Mal mehr davon enthält als eine Impfdosis? Oder gilt auch hier die Totalschlagargumentation „Es ist auf jeden Fall nachher mehr Formaldehyd im Körper also vorher, mit dem sich unser Immunsystem auseinandersetzen muss. Solche Behauptungen zu verbreiten, grenzt an verbaler Körperverletzung. […] Sie können das Risiko nur dadurch senken, indem Sie allopathische Medikamente und Umweltchemikalien nach Möglichkeit meiden. “
PS: Ja, ich weiß dass einzelne pharmazeutische Unternehmen genug Dreck am Stecken haben.
Cannabidiol: Woher kommt die Verwirrung um die rechtliche Einstufung?
Veröffentlicht am 24. Juni 2017 von Maximilian Plenert	| Schreibe eine Antwort
Ist CBD ein Arzneimittel oder darf es frei verkauft werden? Welche Regeln muss ein Kunde aus Deutschland oder ein Shop aus der Schweiz beachten? Welchen Unterschied können Verpackung und Beschreibung, CBD-Konzentration oder die Gesamtmenge CBD pro Packung ausmachen?
Zu diesen Fragen soll ich einen Artikel für das in.fused Magazin von Sens Media schreiben. Die Quintessenz könnt ihr dann in der kommenden Ausgabe nachlesen.
Um das Thema selbst besser zu verstehen, habe ich mir einen Crashkurs in Sachen Produktabgrenzung verpasst. Dieses Thema begleitet mich als Drogenpolitiker schon seit vielen Jahren. In der Vergangenheit gab es immer wieder Diskussionen und Prozesse ob Substanzen wie Salvia Divinorum oder „Legal Highs“ dem Arzneimittelrecht unterliegen. Mit diesem Konstrukt konnten die Behörden gegen Händler vorgehen und den Verkauf außerhalb von Apotheken untersagen bis die Substanz ihren Weg in das Betäubungsmittelgesetz gefunden haben. Als der EuGH dieser Praxis ein Riegel vorschob reagierte die Regierung mit dem Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz. Aber nun zurück zum eigentlichen Thema…
Angesichts des Inhaltes des Artikels möchte ich nochmal explizit darauf hinweisen dass ich kein Jurist bin und ich keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen übernehme. Der Artikel spiegelt meinem Kenntnisstand als Laie wieder und beschreibt wie ich mir das Thema aktuell erkläre.
Produktabgrenzung über Positivlisten oder bestimmte Eigenschaften
Die rechtliche Einordnung von Stoffen erfolgt meistens über zwei Wege. Entweder gibt es eine Positivliste in der der Stoff explizit genannt wird oder das Gesetz definiert die von ihm erfassten Stoffe über bestimmte Eigenschaften. Weiterlesen →
CDU, Grüne und FDP für Cannabis-Modellprojekt
Veröffentlicht am 20. Juni 2017 von Maximilian Plenert	| Schreibe eine Antwort
Die Drogenpolitik der Koalition ist durch einen ganzheitlichen Ansatz geprägt. Wir werden eine kohärente Drogen- und Suchtpolitik weiterentwickeln und auf Prävention, Beratung, Therapie und Entkriminalisierung statt auf Repression setzen.
Die Möglichkeit zur kontrollierten Freigabe von Cannabis im Rahmen eines Modellprojektes werden wir prüfen.
Kinder und Jugendliche sind vor Drogenkonsum besonders zu schützen, deshalb werden wir Schulen, Kindertagesstätten sowie Spiel- und Sportstätten von Drogen vollständig freihalten.
Den vollständigen Koalitionsvertrag findet man u.a. hier.
Veröffentlicht unter Parlamente.
GW Pharmaceuticals gehört nicht Bayer-Monsanto
Veröffentlicht am 8. Juni 2017 von Maximilian Plenert	| Schreibe eine Antwort
Wie ein Blick auf die NASDAQ Seite zeigt: Die Firma hat 190 Inhaber. 74,60% der Aktien der Firma gehören institutionellen Beteiligungen. Insgesamt gibt es 18,9 Millionen Aktien.
Die fünf wichtigsten Inhaber (institutionellen Beteiligungen) von Aktien sind:
Diesen 5 Firmen, meist Investmentgesellschaften u.ä. gehören fast 50% der Aktien. Bei keiner Firma fand ich einen direkten Zusammenhang zur Firma Bayer.
Den Ursprung habe viele Irrtümer und Verschwörungstheorien zu diesem Thema in einer Kooperation zwischen GW Pharma und Bayer. Bei dieser geht es um die Vertriebsrechte von Sativex in Großbritannien. Ein solche Vereinbarung hat GW Pharma auch mit Novartis für die Regionen Asien (außer China und Japan), Afrika und den mittleren Osten (ohne Israel).
Siehe auch Website von GW Pharma: Sativex®is licensed to Otsuka Pharmaceutical Co. Ltd in the United States, to Almirall S.A. in Europe (excluding the United Kingdom), to Bayer HealthCare AG in the UK and Canada, and to Neopharm Group in Israel/Palestine.
Behandlung von Patienten mit Spastik aufgrund einer multiplen Sklerose mit Cannabis-Medikamenten anstelle von Sativex
Veröffentlicht am 6. April 2017 von Maximilian Plenert	| 3 Kommentare
Die Patientengruppe die am ehesten eine Behandlung mit einem Cannabis-Medikament erhalten sind leiden an MS. Das Fertigarzneimittel Sativex ist für den Fall einer therapierestistenten Spastik zugelassen und wird von den Krankenkassen bezahlt. Sativex ist ein Cannabispflanzenextrakt und enthält etwa zu gleichen Teilen THC und CBD. Das Präparat wird als Spray über den Mund aufgenommen.
Problematischer Inhaltsstoff: Alkohol
Neben den Cannabis-Wirkstoffen enthält Sativex jedoch auch einen großen Anteil an Alkohol. Dieser Zusatz ist bei einigen Patientengruppen (ehemalige Alkoholiker, Kinder, Menschen mit Problemen im Mundraum, Schwangerer etc.), in Kombination mit anderen Medikamenten sowie im Bezug auf den Straßenverkehr von Nachteil.
Für einige Patienten die bessere Wahl: Cannabisblüten
Sativex kann für Menschen mit MS eine wirksames Mittel sein, anderen helfen jedoch Cannabisblüten besser. Dies könnte unterschiedliche Ursachen haben:
Sativex ist nur eine fixe Kombination aus THC und CBD, verschiedene Cannabisblüten erlauben mehrere Auswahl
In Cannabisblüten können weitere wirksame Cannabinoide und Terpene enthalten sein, die inm Sativexspray fehlen
Bessere und genauere Dosierbarkeit und schnellere Wirkung von inhaliertem Cannabis anstelle der Aufnahme über den Mund
Ein Beleg für die Überlegenheit von Cannabisblüten gegenüber Sativex ist der hohe Anteil an MS Patienten bei den Inhabern einer Ausnahmegenehmigung für den Erwerb von Cannabis aus der Apotheke. Mit etwa 15,5% machen sie die größte Gruppe nach den Schmerzpatienten aus. Die Erlaubnis wird nur erteilt wenn andere Therapieoptionen – wie z.B. Sativex – keine ausreichende Wirkung gezeigt haben.
Cannabis kann mehr
In Studien wurden Cannabis-Medikamente nicht nur für die Spastik bei MS eingesetzt sondern auch bei den Indikationen Tremor, Blasendysfunktion, Fortschreiten der Erkrankung, Entzündung und kognitive Leistungsfähigkeit eingesetzt. Auch gegen Begleiterkrankungen wie Schlafprobleme und Depressionen wird Cannabis von Patienten erfolgreich eingesetzt.
Multiple Sklerose und Cannabis – das passt
Das neue Cannabis als Medizin Gesetz stößt in der Praxis noch auf zahlreiche Probleme. Ärzte fehlt es an Studienlage, Informationen zur Dosierung und etc. Der Einsatz von Cannabisblüten bei MS durch einen Neurologen der bereits Sativex eingesetzt hat dürfte allerdings so ziemlich der einfachste Fall sein. Cannabis bei MS genießt bei den Betroffenen und ihren Ärzten auch dank Sativex einen guten Ruf – im Vergleich zu den Reaktionen von Psychiatern oder einigen ADHS Foren bei diesem Thema. Auch ist ein Anschlagen der Therapie hier deutlich sichtbar.
Für Neurologen und anderen Ärzte mit MS-Patienten
Ärzte, die sich vorstellen können Cannabisblüten zu verschreiben und einigen ihren Patienten damit zu einer besseren Behandlung zu verhelfen können sich auf ihr Erfahrungen stützen. Blüten mit einem ausgeglichenen Verhältnis von THC und CBD wie die Sorte „Bediol“ (6,3% THC 8% CBD) der niederländischen Firma Bedrocan sind in ihrer Wirkung, der Dosierung und den Nebenwirkungen Sativex sehr ähnlich. Eine Alternative zum alkoholischen Extrakt Sativex kann auch die Kombination aus einer öligen Dronabinol und CBD Lösung sein. Diese können als Rezepturarzneimittel verordnet werden.
Dosierungsvorschlag basierend auf den Informationen über Sativex (Nabiximols)
Sativex enthält 2,7 mg THC und 2,5 mg CBD pro Sprühstoß.
Als Rezepturen können verordnet werden: „Ölige Dronabinol‐Tropfen 25 mg/ml (NRF 22.8.)“ sowie „Ölige Cannabidiol‐Lösung 50 mg/ml (NRF 22.10.)“
Andere Konzentrationen sind möglich. Im Idealfall haben beide Lösungen die gleiche Konzentration => gleiche Tropfenzahl.
Ein Sprühstoß Sativex kann ersetzt werden durch: 2,5 mg Dronabinol (THC) entspricht 3 Tropfen einer 2,5% Lösung + 3 mg CBD entspricht 2 Tropfen einer 5,0% Lösung
Beim Einsatz von Cannabisblüten der Sorte Bediol 6,3% THC 8% CBD:
Ein Sprühstoß Sativex kann ersetzt werden durch: 50 mg Blüten entsprechen 6,3 mg THC und 4 mg CBD (bei einer inhaltiven Aufnahme kann die Einzeldosis etwas größer sein)
Ergänzung zum formalen Antrag auf Kostenerstattung von Cannabisblüten
Veröffentlicht am 21. März 2017 von Maximilian Plenert	| 2 Kommentare
Folgende Passage habe ich dem Fragebogen des MDK als Ergänzung meines Antrages auf Kostenerstattung angefügt. Angepasst an den eigenen Fall können andere Patienten gerne meine Formulierung für den eigenen Antrag nutzen. Als Gegenleistung würde ich mich über Berichte zu den Ergebnissen, insbesondere für die Diagnose ADHS bedanke.
„Ich möchten Sie bitten, über meinen Antrag möglichst zeitnah zu entscheiden, damit die Therapie rasch weitergeführt kann. In diesem Zusammenhang weise ich auf die 3 bzw. 5-wöchige Frist und die Genehmigungsfiktion nach § 13 Abs. 3a SGB V hin. Kein hinreichender Grund im Sinne des Gesetzes ist Organisationsverschulden.
Aufgrund meiner Anträge auf Erstattung von Dronabinol und Cannabisblüten zur Zeit vor der heutigen Rechtslage sollten ihnen zusammen mit diesem Fragebogen alle wesentlichen Dokumente bereits vorliegen, vgl. § 65 Abs.1 Punkt 3 SGB I.
Der Gesetzgeber hat mit seiner Formulierung dass die Genehmigung einer Cannabis-Therapie nur in begründeten Ausnahmefällen verweigert werden darf, klar formuliert dass hier im Gegensatz zu anderen Anträgen z.B. bzgl. Off-Label-Use eine außergewöhnlich hohe Hürde für eine Ablehnung anliegt. Dies gilt insbesondere für die ersten Adressaten des Gesetzes, den Erlaubnisinhabern nach §3 BtMG wie mich.
Zudem sind die Preise für Cannabisblüten von den bisher 75 € auf 110-120 € pro Dose Bedrocan gestiegen, daher ist auch die bisherige Versorgung auf eigene Kosten deutlich eingeschränkt.“

References: §3
 § 3
 §1
 EuGH 
 § 13
 § 65
 §3