Source: https://www.vr-haftung.ch/haftungsabwehr/abwehr-grundlagen/geltendmachung-gesellschaftsschaden
Timestamp: 2018-10-22 16:20:34+00:00

Document:
Geltendmachung Gesellschaftsschaden › Haftung des Verwaltungsrats / VR-Haftung
Ein Gesellschaftsschaden kann geltend gemacht werden durch:
Direkt Geschädigte
Indirekt Geschädigte
Die Art der Geltendmachung des Gesellschaftsschadens hängt davon ab, ob die Gesellschaft aufrechtstehend oder Konkurs ist:
Gesellschaft aufrechtstehend (ausser Konkurs)
Klagerecht in eigenem Namen
VR mit materiell-rechtlichen Verteidigungsmitteln
Klagerecht für eigene Ansprüche + ev. in Prozessstandschaft Ansprüche der Gesellschaft
VR-Abwehrmöglichkeiten
Bestreitung der Anspruchsvoraussetzungen
Bei Prozessstandschaft des Aktionärs auch Erhebung der Einwendungen und Einreden bezüglich der Gesellschaft
Gesellschaft in Konkurs
Klagelegitimation für Gesellschaftsschaden bei der Konkursverwaltung (vgl. OR 757 Abs. 1)
Alle nach OR 757 Prozessführungsbefugten
„Raschein-Praxis“ des Schweizerischen Bundesgerichts (vgl. BGE 117 II 432 ff.)
= Ablösung des Gesellschaftsschaden durch einen deckungsgleichen „Anspruch der Gläubigergesamtheit“
Modifikation (vgl. BGE 132 II 342, Erw. 4.4)
Erhaltenbleiben aller ursprünglich gegenüber der Gesellschaft vorhandenen Einwendungen und Einreden zugunsten der VR-Mitglieder, sofern und soweit sie gegenüber den Gläubigern nicht ungerechtfertigt sind
Ungerechtfertigte und deshalb ausgeschlossene Einwendungen und Einreden
auf der Willensbildung der Gesellschaft beruhende Einwendungen und Einreden
Einrede der Décharge
Einrede der Einwilligung des Verletzten („volenti non fit injuria“)
Daher: „… Für Einreden, die unabhängig von der Willensbildung der Gesellschaft vor der Konkurseröffnung bestanden haben, rechtfertigt sich dagegen der Ausschluss nicht. …“ (vgl. BGE 132 II 342 Erw. 4.4)
Modifikation der „Raschein-Praxis“ aufgrund der Klagen von Abtretungsgläubigern gemäss SchKG 260
Anwendungsungewissheit der „modifizierten Raschein-Praxis“ gegenüber der Konkursverwaltung oder den Aktionären als weitere Klageberechtigte
Zulassung der Verrechnung des Verantwortlichkeitsanspruchs mit einer kollozierten Forderung des beklagten Organs
Vgl. BGE 4C.48/2005 vom 13.05.2005 + BGE 132 II 342
II. Ansprüche im Konkurs
2 Verzichtet die Konkursverwaltung auf die Geltendmachung dieser Ansprüche, so ist hierzu jeder Aktionär oder Gläubiger berechtigt. Das Ergebnis wird vorab zur Deckung der Forderungen der klagenden Gläubiger gemäss den Bestimmungen des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes vom 11. April 18892 verwendet. Am Überschuss nehmen die klagenden Aktionäre im Ausmass ihrer Beteiligung an der Gesellschaft teil; der Rest fällt in die Konkursmasse.
SchKG-Abtretung | schkg-abtretung.ch
Weitere Organhaftungstatbestände
Organhaftung | organhaftung.ch
Publikationen zur „Raschein-Doktrin“
DOBLER SARAH / VON DER CRONE HANS CASPAR, Aktivlegitimation zur Geltendmachung von Verantwortlichkeitsansprüchen, SZW 4/2005, S. 211 ff. | rwi.uzh.ch
WEBER ROLF H., Bundesgerichtliche Pirouetten zum Schadensbegriff im unternehmerischen Verantwortlichkeitsrecht, in: Jusletter 24.10.2005
GLASL DANIEL, Praxisänderung zu Schaden und Aktivlegitimation in der aktienrechtlichen Verantwortlichkeit, in: Jusletter 27. 06.2005
Entscheide zur „Raschein-Doktrin“
BGE 117 II 432
BGE 4C.48/2005, Erw. 2.1;
BGE 128 III 180, Erw. 2c
BGE 127 III 347 Erw. 3b
BGE 125 III 86 Erw. 3a
BGE 4C.344/1998 vom 24.11.2000
BGE 122 II 176 („X-Corporation“)
BGE 132 II 342
BGE 4C.
Publikationen zum Verhältnis des zur Überprüfung der kollozierten Forderung im Verantwortlichkeitsprozess
HÜTTE KLAUS, Zum Rechtsschutzinteresse des zu Unrecht kollozierten Gläubigers, in: Insolvenz- und Wirtschaftsrecht [IWIR] 3/2000 S. 41 ff.
GLAS DANIEL, Die kollozierte Forderung im Verantwortlichkeitsprozess, SZW 2005 S. 157 ff.
Bindungswirkung des Kollokationsplans
Der Kollokationsplan hat grundsätzlich bindende Wirkung innerhalb des Konkursverfahrens, bestätigt in BGE 4C.48/2005 vom 13.05.2005 hinsichtlich der Rechte des Abtretungsgläubigers

References: BGE 
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