Source: https://www.energielupe.de/strom/kuendigung-wegen-strompreiserhoehung-auch-bei-neuen-abgaben-64388
Timestamp: 2019-03-21 01:15:56+00:00

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Kündigung wegen Strompreiserhöhung – auch bei neuen Abgaben – Energielupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Dass der Gesetzgeber bei der Formulierung von § 41 EnWG, in welchem er für Energielieferungsverträge mit Haushaltskunden „in Ergänzung zum allgemeinen Vertragsrecht“ die bestehenden Anforderungen an Vertragsinhalte und Vertragsänderungen in bestimmter, namentlich durch gemeinschaftsrechtliche Transparenzvorgaben geprägter Weise klargestellt oder mittels zusätzlicher Vorgaben gestaltet hat6, hinsichtlich des von ihm gebrauchten Begriffs der Änderung der Vertragsbedingungen von einer von § 311 Abs. 1 BGB abweichenden Terminologie ausgehen und (Kauf-) Preisänderungen hiervon ausnehmen wollte, ist hier nicht ersichtlich. Im Gegenteil findet sich in der Begründung des Gesetzentwurfs der damaligen Regierungsfraktionen zu dem im späteren Gesetzgebungsverfahren unverändert gebliebenen Abs. 3 der Vorschrift7 die Erläuterung, dass die Dienstleister ihren Kunden jede Gebührenerhöhung direkt und auf transparente und verständliche Weise sowie mit angemessener Frist, auf jeden Fall jedoch vor Ablauf der Abrechnungsperiode, mitteilen müssten. Außerdem werde durch § 311 Abs. 1 Satz 2 BGB klargestellt, dass es den Kunden freistehe, den Vertrag zu lösen, wenn sie die neuen Bedingungen nicht akzeptierten8. Demgemäß hat der Bundesgerichtshof bereits in der Vergangenheit unter den von § 41 Abs. 3 Satz 2 EnWG erfassten Änderungen der Vertragsbedingungen auch Preiserhöhungen aufgrund (unterstellt wirksamer) einseitiger Leistungsbestimmung des Versorgers verstanden, die sich zu Lasten des Kunden auswirken würden9.
Ein solches einseitiges Änderungsrecht nach § 315 Abs. 1 BGB, für das der Gesetzgeber ein durch § 41 Abs. 3 EnWG zu begegnendes Schutzbedürfnis gesehen hat18, hat sich die Stromversorgerin in § 7 Abs. 2 AGB mit der darin vorgesehenen Berechtigung ausbedungen, dem Kunden die nach Abschluss des Vertrages zusätzlich anfallenden oder erhöhten Steuern, Abgaben und hoheitliche Belastungen weiterzubelasten. Dabei handelt es sich nicht um Preisanpassungen, die im Sinne einer Spannungsklausel (§ 1 Abs. 2 Nr. 2 PrKG) anhand eines feststehenden Index oder im Sinne einer Kostenelementeklausel (§ 1 Abs. 2 Nr. 3 PrKG) aufgrund feststehender rechnerischer Bezugsgrößen vorzunehmen wären und sich damit ungeachtet ihrer AGBrechtlichen Kontrollfähigkeit19 im Sinne einer Anpassungsautomatik ohne weiteren Zwischenschritt, insbesondere ohne zusätzliche Willensbildung zum Ob und/oder Wie einer Weiterbelastung, unmittelbar aus einer zuvor bereits erzielten konkreten Willensübereinstimmung ableiten ließen20. Bereits aus der gewählten Formulierung „ist … berechtigt“ geht vielmehr hervor, dass der Stromversorgerin ungeachtet der in § 7 Abs. 2 und 5 AGB eingegangenen Selbstbindungen zur Höhe und zum Zeitpunkt der Weiterbelastungen zumindest bei der auch insoweit vorzunehmenden kundenfeindlichsten Auslegung ein Ermessen dahin zustehen sollte, ob sie von ihrem Weiterbelastungsrecht Gebrauch machen und ob sie dieses nach Höhe und Zeitpunkt ausschöpfen will21.
Eine Vorlage der Sache an den Gerichtshof zum Zwecke der Vorabentscheidung nach Art. 267 AEUV kommt nicht in Betracht. Dass der deutsche Gesetzgeber bei Schaffung des § 41 Abs. 3 EnWG unter der darin behandelten Änderung der Vertragsbedingungen Preisanpassungen jeder Art, und zwar ohne Differenzierung nach ihrem Anlass, verstanden wissen wollte, steht nach den vorstehenden Erwägungen unter – II 2 außer Zweifel. Das gilt umso mehr, als der in der Gesetzesbegründung zunächst aufgegriffene und im weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens präzisierte Begriff der Gebührenerhöhungen aus der deutschsprachigen Fassung von Anhang – I (1) b der Richtlinie 2009/72/EG (jede „Gebührenerhöhung“) sofort seinen vordergründig missverständlichen Gehalt verliert, wenn ihm die entsprechenden Begriffe etwa der englischsprachigen (any „increase of charge“), der französischsprachigen (toute „augmentation des tarifs“) oder der spanischsprachigen Fassungen (cualquier „aumento de los precios“) gegenübergestellt werden.
Es kann dahinstehen, ob der deutsche Gesetzgeber hätte Anlass sehen können, die auf jedwede Preiserhöhung bezogene Umsetzung der Richtlinie 2009/72/EG („jede“ Gebührenerhöhung; „any“ increase of charge; „toute“ augmentation des tarifs; „cualquier“ aumento de los precios) im Hinblick auf Preisindexierungsklauseln einzuschränken, wenn ihm das spätere Urteil des Gerichtshofs vom 26.11.201526 bekannt gewesen wäre. Denn jedenfalls halten sich die in § 41 Abs. 3 EnWG geregelten Informationsund Kündigungserfordernisse für die im Streitfall zu beurteilenden (einseitigen) Preisanpassungsklauseln in dem Rahmen, der durch die Rechtsprechung des Gerichtshofs27 im Sinne eines acte éclairé als Vorgabe geklärt ist. Zudem handelt es sich wie Art. 3 Abs. 7 der Richtlinie 2009/72/EG und die ihr zugrunde liegenden Erwägungsgründe 46 und 50 zeigen bei den dahingehenden Vorgaben um einen verbraucherschutzrechtlichen Mindeststandard, den der deutsche Gesetzgeber durch eine Erfassung sämtlicher Preisanpassungsklauseln hätte übertreffen dürfen, so dass unter diesem Gesichtspunkt zugleich ein die Vorlagepflicht ebenfalls erübrigender acte clair vorläge28.
vgl. BGH, Urteile vom 09.04.2014 – VIII ZR 404/12, BGHZ 200, 362 Rn.20; vom 05.06.2013 – VIII ZR 131/12, WM 2013, 1260 Rn. 10; vom 13.07.2004 KZR 10/03, WRP 2004, 1378 unter – I mwN↩
vgl. zuletzt BGH, Urteil vom 18.01.2017 – VIII ZR 263/15, WM 2017, 919 Rn. 21 mwN↩
vgl. nur Staudinger/Feldmann/Löwisch, BGB, Neubearb.2012, § 311 Rn. 69; MünchKomm-BGB/Emmerich, 7. Aufl., § 311 Rn. 11↩
BGH, Urteile vom 22.02.2012 – VIII ZR 34/11, WM 2012, 2061 Rn. 26; vom 14.07.2010 – VIII ZR 246/08, BGHZ 186, 180 Rn. 57 mwN↩
vgl. BGH, Urteile vom 20.07.2005 – VIII ZR 121/04, NJW-RR 2005, 1496 unter – VII 1; vom 23.04.1980 – VIII ZR 80/79, BGHZ 77, 79, 82 f., 85; jeweils mwN↩
vgl. BT-Drs. 17/6072, S. 85↩
vgl. BT-Drs. 17/6365, S. 32↩
BT-Drs. 17/6072, aaO↩
BGH, Urteile vom 09.12 2015 – VIII ZR 349/14, NJW 2016, 2101 Rn. 15, 18; vom 21.09.2016 – VIII ZR 27/16, NJW 2017, 325 Rn. 27 f., 33↩
in Kment, Energiewirtschaftsgesetz, 2015, § 41 Rn. 11↩
ABl. Nr. L 211/55 vom 14.08.2009↩
vgl. Säcker/Bruhn, Berliner Kommentar zum Energierecht, 3. Aufl., § 41 EnWG Rn. 43↩
ABl. Nr. L 211/94 vom 14.08.2009↩
BT-Drs. 17/6248, S. 16, 24; vgl. ferner BT-Drs. 17/6365, S. 23, 32↩
vgl. MünchKomm-BGB/Emmerich, aaO; BeckOK-BGB/Gehrlein/Sutschet, Stand Februar 2017, § 311 Rn. 31↩
MünchKomm-BGB/Emmerich, aaO Rn. 12, 21 f.; BeckOGK/Herresthal, BGB, Stand Mai 2017, § 311 Rn. 124 f.↩
vgl. etwa BGH, Urteile vom 22.02.2012 – VIII ZR 34/11, aaO Rn. 26 ff.; vom 09.12 2015 – VIII ZR 349/14, aaO Rn. 15; vom 24.02.2016 – VIII ZR 216/12, RdE 2016, 305 Rn. 58 f., 62; vom 21.09.2016 – VIII ZR 27/16, aaO Rn. 27 f.↩
vgl. Säcker/Bruhn, aaO Rn. 80↩
vgl. BGH, Urteil vom 14.05.2014 – VIII ZR 114/13, BGHZ 201, 230 Rn. 15 mwN↩
vgl. dazu BGH, Urteil vom 25.11.2015 – VIII ZR 360/14, BGHZ 208, 52 Rn. 15↩
vgl. BGH, Urteil vom 25.11.2015 – VIII ZR 360/14, aaO Rn.20 ff.↩
EuGH, Urteil vom 26.11.2015 – C-326/14, EuZW 2015, 967 Verein für Konsumenteninformation↩
vgl. EuGH, Urteil vom 26.11.2015 C326/14, aaO Rn. 18, 25 ff.↩
BGH, Urteil vom 18.03.2015 – VIII ZR 185/14, BGHZ 204, 302 Rn. 22 mwN↩
EuGH, Urteil vom 21.03.2013 C92/11, NJW 2013, 2253 Rn. 51 ff. RWE; BGH, Urteil vom 21.09.2016 – VIII ZR 27/16, aaO Rn. 32 f.↩
EuGH, Urteil vom 26.11.2015 – C326/14, aaO↩
EuGH, Urteil vom 21.03.2013 C92/11, NJW 2013, 2253 Rn. 51 ff. RWE↩
vgl. dazu BGH, Urteil vom 25.01.2017 – VIII ZR 257/15, RIW 2017, 229 Rn. 40 mwN↩

References: § 41
 § 311
 § 311
 § 41
 § 315
 § 41
 § 7
 § 7
 Art. 267
 § 41
 § 41
 Art. 3
 § 311
 § 311
 § 41
 § 41
 § 311
 § 311