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Zweites Paket Via-sicura - Umsetzung der enthaltenen Massnahmen Stellungnahme des Automobil Club der Schweiz
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1 Herr Dr. Rudolf Dieterle Direktor Bundesamt für Strassen (ASTRA) CH-3003 Bern Bern, 12. Juli 2013 Zweites Paket Via-sicura - Umsetzung der enthaltenen Massnahmen Stellungnahme des Automobil Club der Schweiz Sehr geehrter Herr Direktor Wir danken Ihnen für die Möglichkeit, im Rahmen des Anhörungsverfahrens betreffend die Umsetzung der im zweiten Via-sicura -Paket enthaltenen Massnahmen namentlich Änderungen der Verkehrszulassungsverordnung (VZV), der Verkehrsregelnverordnung (VRV), der Fahrlehrerverordnung (FV), der Verordnung über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse (SDR), der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS), der Strassenverkehrskontrollverordnung (SKV), der Ordnungsbussenverordnung (OBV), der Verkehrsversicherungsverordnung (VVV) sowie der Weisungen über besondere Markierungen auf der Fahrbahn Stellung nehmen zu können und stellen Ihnen hiermit den ausgefüllten Fragebogen zu. Freundliche Grüsse Automobil Club der Schweiz Niklaus Zürcher, Generaldirektor
2 Stellungnahme eingereicht durch: Kanton: Verband, Organisation, Übrige: x Absender: Automobil Club der Schweiz (ACS), 3000 Ben Änderung der Verkehrszulassungsverordnung (VZV; SR ) 1. Bewilligung für die Durchführung von verkehrsmedizinischen Fahreignungsuntersuchungen 1.1 Sind Sie einverstanden, dass verkehrsmedizinische Fahreignungsuntersuchungen nur noch von Ärzten und Ärztinnen mit einer entsprechenden Bewilligung durchgeführt werden dürfen (Art. 47 Abs. 1)? Wir bezweifeln, dass diese Massnahme effektiv zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beiträgt. Es scheinen auch keine diesbezüglichen Erfahrungswerte oder gar Studien vorzuliegen. 1.2 Sind Sie mit der Einteilung der Bewilligung in die Stufen 1, 2, 3 und 4 einverstanden (Art. 47 Abs. 2 i.v.m. Art. 11a Abs.1 und 2 und Art. 11b Abs. 1 Bst. a und c sowie Art. 29a Abs. 1 Bst. a)? Vorbehältlich der Bemerkungen zu Sind Sie mit den Erteilungsvoraussetzungen einverstanden (Art. 48)? 1.4 Sind Sie mit der Befristung der Bewilligung und den Voraussetzungen für die Verlängerung der Gültigkeitsdauer einverstanden (Art. 49 Abs. 2 und Art. 50)? 1.5 Sind Sie mit dem Verfahren nach einem nicht eindeutigen Ergebnis einer verkehrsmedizinischen Fahreignungsuntersuchung einverstanden (Art. 11a bis und Art. 27 bis )? 2 / 8
3 1.6 Sind Sie einverstanden, dass bei Fahren in angetrunkenem Zustand mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Gewichtspromille oder mehr die kantonale Behörde die betreffende Person zur Fahreignungsuntersuchung an einen Arzt oder eine Ärztin mit einer Bewilligung der Stufe 4 weist (Art. 29a Abs. 1 Bst. a)? Wir können nicht nachvollziehen, weshalb die höchste Bewilligungsstufe 4 für die Fahreignungsuntersuchung erforderlich sein soll. Im erläuternden Bericht zu Art. 29a Abs. 1 Bst. a wird lediglich erwähnt, dass nicht näher spezifizierte Fachkreise dies vorschlagen, handfeste Gründe (Argumente) werden indessen keine konkreten aufgeführt. Wir sind deshalb der Auffassung, dass auch die Stufe 2 für diese Untersuchung ausreichen muss. 1.7 Sind Sie mit dem Übergangsrecht einverstanden (Art. 151i Abs. 5)? 2. Bewilligung für die Durchführung von verkehrspsychologischen Fahreignungsuntersuchungen 2.1 Sind Sie einverstanden, dass verkehrspsychologische Fahreignungsuntersuchungen nur noch von Psychologen und Psychologinnen mit einer entsprechenden Bewilligung durchgeführt werden dürfen (Art. 52 Abs. 1)? Gleicher Vorbehalt wie zu Ziff Sind Sie mit den Erteilungsvoraussetzungen einverstanden (Art. 52 Abs. 2)? Vorbehalt analog Sind Sie mit der Befristung der Bewilligung und den Voraussetzungen für die Verlängerung der Gültigkeitsdauer einverstanden (Art. 53 Abs. 2 und Art. 54)? 2.4 Sind Sie mit dem Übergangsrecht einverstanden (Art. 151i Abs. 6 und 7)? 3. Anhang Sind Sie mit der Einteilung in zwei medizinische Gruppen einverstanden? 3 / 8
4 3.2 Sind Sie inhaltlich mit den Mindestanforderungen einverstanden? Zum Sehvermögen der berufsmässigen Motorfahrzeugführer: Wir sind nicht damit einverstanden, dass bei Schweizer Fahrern für das schlechtere Auge ein schärferer Wert (0,5) als nach dem EU-Recht (0,1) verlangt wird. Dies wird im erläuternden Bericht pauschal mit der grösseren Verantwortung der berufsmässigen Fahrzeugführer begründet. Wir verlangen in diesem Punkt zwingend eine Gleichbehandlung der Schweizer mit den ausländischen Fahrern, und zwar mit der gleichen Begründung wie im erläuternden Bericht bei der vorgesehenen Lockerung des Sehvermögens aller Motorfahrzeuglenker angeführt: Bei der grossen Anzahl von Motorfahrzeugführern, die täglich aus der EU in die Schweiz einreisen, liesse sich nicht begründen, weshalb hier strengere Mindestanforderungen gelten sollten. Dies muss selbstverständlich genauso gelten für ausländische Berufsfahrer, die täglich und in grosser Zahl in die Schweiz einfahren. Denn es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, weshalb die Verantwortung der CH-Fahrer grösser sein soll als jene der ausländischen Fahrer. Eine Ungleichbehandlung ist nach unserem Rechtsempfinden sehr störend resp. nicht akzeptierbar. Zur zusätzlichen Sehschärfekontrolle: Wir erachten es als unnötig, die Sehschärfe von einem zweiten Arzt kontrollieren zu lassen, wenn bei der ersten Kontrolle die Werte im Grenzbereich liegen (unter 0,7 / 0,2 / 0,8 bei Einäugigen). Das Risiko einer unsorgfältig durchgeführten Kontrolle der Sehschärfe (Begründung im erläuternden Bericht) ist vernachlässigbar, zumal von einer medizinischen Fachperson an welche das vorliegende Via sicura -Paket die Anforderungen ja nochmals verschärft! erwartet und verlangt werden darf, dass sie die Kontrolle korrekt und im ersten Anlauf erfolgreich durchführt. Überdies beträfe diese Regelung eine derart geringe Anzahl von Personen, dass wohl zu Recht bezweifelt werden kann, ob dies überhaupt sicherheitsrelevant ist. 4. Sind Sie mit den vorgeschlagenen Änderungen des Anhangs 2 einverstanden? 5. Sind Sie mit den vorgeschlagenen Änderungen des Anhangs 3 einverstanden? 6. Sind Sie einverstanden, dass das Ergebnis einer augenärztlichen Untersuchung neu auf dem Formular nach Anhang 3a dokumentiert werden muss (Art. 11a Abs. 3 und Art. 27 Abs. 5)? 7. Sind Sie mit den vorgeschlagenen Änderungen des Anhangs 4 Ziffern 4, 5 und 6 einverstanden? 8. Ausstellung des unbefristeten Führerausweises Sind Sie mit der Verlängerung der Frist zum Nachholen der Weiterausbildung für die Inhaber und Inhaberinnen eines Führerausweises auf Probe einverstanden (Art. 24b Abs. 2)? 4 / 8
5 9. Führerausweise für Personen mit Wohnsitz im Ausland Sind Sie mit der vorgeschlagenen Änderung einverstanden (Art. 24h)? 10. Sind Sie mit der vorgeschlagenen Änderung des Anhangs 12 Ziffer V einverstanden? 11. Haben Sie Bemerkungen zu den übrigen vorgeschlagenen Änderungen? 2. Änderung der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR ) 1. Sind Sie mit den Änderungen betreffend das Verbot, unter Alkoholeinfluss zu fahren, einverstanden (Art. 2a)? Im Grundsatz befürworten wir das Fahrverbot unter Alkoholeinfluss für die in Art 2a Abs. 1 Bst. a-d E-VRV genannten Personengruppen. Nicht einverstanden sind wir allerdings mit dem Fahrverbot unter Alkoholeinfluss für alle Personen, die auf Lern- und Übungsfahrten mitwirken (Art. 2a Abs. 1 Bst. e E-VRV) sowie Inhaber eines Führerausweises auf Probe (Art. 2a Abs. 1 Bst. f E-VRV). Die üblichen Grenzen der Blutalkoholkonzentration sind für diese beiden Fahrerkategorien ausreichend. Dies deshalb, weil die ungünstige Unfallstatistik von jungen Fahrzeuglenkenden ihre Ursache nicht explizit im (allgemein gültigen) Alkoholgrenzwert von 0,5 Promille hat und weil es bei Neulenkenden, die älter als 25 Jahre sind, keine (medizinische) Begründung gibt, punkto Alkohol mit anderen Werten als bei gleichaltrigen Altlenkenden zu operieren. Aufgrund der Kann -Formulierung, die im noch nicht in Kraft getretenen Art. 31 Abs. 2bis SVG verankert ist, beantragen wir hinsichtlich Art. 2a Abs. 2 E-VRV folgende Änderung: Alkoholeinfluss liegt vor, wenn die Person eine Blutalkoholkonzentration von 0,20 Promille und mehr aufweist oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Blutalkoholkonzentration führt. Die vorgeschlagene Untergrenze von 0,10 Promille ist zu tief angesetzt. Die von uns beantragte 0,20 Promille- Untergrenze berücksichtigt in angemessener Weise, dass z.b. auch der Genuss von reifen Früchten zu einem messbaren Anstieg des Blutalkoholgehalts führen kann. Gemäss unserem Kenntnisstand gibt es auch keine gesicherten Resultate (Studien), welche die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Massnahme bestätigen. Mit der von uns beantragten massvolleren Regelung können Härtefälle vermieden werden, die bei einem Promillewert nahe der Nulltoleranzschwelle nicht vollständig auszuschliessen sind. Eine solche Absicherung nach oben scheint insofern vertretbar, als Alkohol bei Berufsfahrern laut Statistiken nur zu einem verschwindend kleinen Anteil Mitverursacher von Verkehrsunfällen ist. Dagegen käme die Massnahme in gewissen Härtefällen einem Berufsverbot gleich, ohne dass die Verkehrssicherheit zuvor effektiv gefährdet gewesen wäre. 2. Verwendung der Lichter während der Fahrt 2.1 Sind Sie mit den Bestimmungen betreffend Lichtobligatorium und insbesondere mit den Ausnahmen einverstanden (Art. 30 Abs. 1 und 2)? Im Grundsatz stimmen wir den Verordnungsbestimmungen zu. Wir lehnen jedoch den für den Innerortsverkehr vorgeschlagenen gänzlichen Verzicht auf die Fernlichter ab (vgl. Bemerkungen unter Ziff. 2.2). 5 / 8
6 2.2 Sind Sie mit Artikel 30 Absatz 3 und insbesondere dem Verzicht auf die Benützung der Fernlichter innerorts einverstanden? Wir lehnen den für den Innerortsverkehr vorgeschlagenen gänzlichen Verzicht auf die Fernlichter ab. Diese Einschränkung ist zu pauschal und trägt den örtlichen Verhältnissen, die einen Fernlichteinsatz durchaus erforderlich machen können, nicht genügend Rechnung. Ohne Not würde mit dem Verbot letztlich nur ein neuer Tatbestand geschaffen, der dank seiner simplen Kontrollierbarkeit dazu beiträgt, die kantonalen Bussenkassen auf einfache Art und Weise noch mehr zu füllen. Deshalb ist an der geltenden, flexibleren und in der Praxis bewährten Regelung festzuhalten. 2.3 Sind Sie mit Artikel 30 Absatz 4 und insbesondere dem Verzicht auf die metermässige Festlegung der maximalen Sichtweite bei der Verwendung der Nebellichter und Nebelschlusslichter einverstanden? 3. Sind Sie mit der Beleuchtungsregelung für abgestellte Fahrzeuge einverstanden (Art. 31)? 4. Sind Sie mit Artikel 32, insbesondere damit, dass sowohl die Arbeitslichter als auch die Suchlampen nur verwendet werden dürfen, wenn sie für die entsprechende Tätigkeit unerlässlich sind, einverstanden? 5. Sind Sie mit der Neuformulierung von Artikel 39 Absatz 2 einverstanden? 3. Änderung der Fahrlehrerverordnung (FV; SR ) Sind Sie mit den Änderungen der FV einverstanden? JA NEIN X keine Stellungnahme / nicht betroffen 6 / 8
7 4. Änderung der Verordnung über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse (SDR; SR ) Sind Sie mit der Verschiebung des Alkoholverbots in die VRV und der Aufhebung des Artikels 10 Absatz 2 einverstanden? 5. Änderung der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS; SR ) Sind Sie mit den Anpassungen der VTS einverstanden? 6. Änderung der Strassenverkehrskontrollverordnung (SKV; SR ) Sind Sie mit den Änderungen der SKV einverstanden? Vorbehältlich der Anpassung gemäss unserer Bemerkungen und Forderungen zum Fahrverbot unter Alkoholeinfluss. 7. Änderung der Ordnungsbussenverordnung (OBV; SR ) 1. Sind Sie mit der Anpassung der OBV betreffend Nichtmitführen des Fahrerqualifizierungsnachweises (Ziffer 100.7) einverstanden? 2. Sind Sie mit den Anpassungen der OBV betreffend Fahren ohne Licht tagsüber und "Fahren mit Tagfahrlicht" (Ziffern und 324) einverstanden? 8. Änderung der Verkehrsversicherungsverordnung (VVV; SR ) Sind Sie mit den Änderungen der VVV einverstanden? 7 / 8
8 9. Änderung der Weisungen vom 19. März 2002 über besondere Markierungen auf der Fahrbahn Sind Sie mit der Änderung der Weisungen (Ziff. 5a) einverstanden? 8 / 8
SBAP. Ihr Kontakt: FSP, D. Krapf, Choisystrasse 11, 3008 Bern, 031 388 88 05
Bundesamt für Gesundheit Abteilung Gesundheitsberufe Fachbereich Psychologieberufe Frau Marianne Gertsch Schwarzenburgstrasse 165 3003 Bern Bern, 11. November 2015 Stellungnahme zum Entwurf der Verordnung
Verkehrssicherheitsrelevante Vorschriften des Strassenverkehrsrechts in der Schweiz
bfu SINUS-Report 2013 / ANHANG Gesetzgebung Verkehrssicherheitsrelevante Vorschriften des Strassenverkehrsrechts in der Schweiz Autorinnen: Bern 2013 Regula Stöcklin, Simone Studer bfu Beratungsstelle

References: Art. 11
 Art. 11
 Art. 29
 Art. 50
 Art. 27
 Art. 29
 Art. 54
 Art. 27
 Art. 31
 Art. 2