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Timestamp: 2020-02-23 18:09:58+00:00

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LG München I, 18.02.1999 - 13 T 478/99 - dejure.org
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LG München I, 18.02.1999 - 13 T 478/99 (https://dejure.org/1999,952)
LG München I, Entscheidung vom 18.02.1999 - 13 T 478/99 (https://dejure.org/1999,952)
LG München I, Entscheidung vom 18. Februar 1999 - 13 T 478/99 (https://dejure.org/1999,952)
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Angehörige und Ärzte entscheiden über passive Sterbehilfe
AG München, 15.12.1998 - 701 XVII 10753/98
NJW 1999, 1788
MDR 1999, 1272
FamRZ 1999, 742
Rpfleger 1999, 330
Entgegen der Auffassung des Amtsgerichts (so auch LG München I NJW 99, 1788, 1789 m.w.Nachw.) ist diese Fallkonstellation auch nicht mit der einer Organspendeerklärung vergleichbar, die der Betreuer nicht für den Betreuten abgeben kann.
Nicht gefolgt werden kann der auch von den Vorinstanzen geteilten Meinung, es sei kein Aufgabenkreis ersichtlich, der die Einwilligung des Betreuers in lebensbeendende Maßnahmen umfasse (…Staudinger-Bienwald, § 1904 Rdn. 45;… Jürgens/ Marschner, Betreuungsrecht, 2. Aufl., § 1904 Rdn. 7), insbesondere nicht der Aufgabenkreis der Gesundheitsfürsorge (LG München I, NJW 99, 1788, 1789;… Erman/Roth, BGB, 10. Aufl., § 1904 Rdn. 23; Seitz ZRP 98, 417, 420).
Soweit in Rechtsprechung und Literatur die Auffassung vertreten wird, die Entscheidung über einen Behandlungs- und Ernährungsabbruch sei eine höchstpersönliche Angelegenheit, die von der Wahrnehmung durch Dritte - seien es Betreuer oder sonstige Vertreter - überhaupt ausgeschlossen sei (Deichmann, MDR 1995, 983, 985; so jetzt auch LG München I, Beschluß vom 18.2.1999, BtPrax 1999, 115, 116), so läßt dies den Umstand außer Acht, daß schwerkranke Menschen, die zu einer Willensäußerung nicht mehr in der Lage sind, oft gerade keine schriftlich dokumentierte Patientenverfügung für diesen Fall hinterlegt haben.
Gegen die vom OLG Frankfurt a. M. vertretene Lösung wird weiter eingewandt, § 1904 BGB sei einer analogen Anwendung auf Fälle des Behandlungsabbruchs mit tödlichem Ausgang nicht zugänglich, da § 1904 BGB den Schutz des Lebens bezwecke, während die Genehmigung des Behandlungsabbruchs gerade auf seine Beendigung abziele (LG München I, BtPrax 1999, 115, 116; Jürgens, BtPrax 1998, 159; Albers, NJW 1999, 835).
2) § 1904 BGB kann darüber hinaus nicht einmal analog angewendet werden (…Schwab in Münchener Kommentar, BGB, 4. Aufl., § 1904 Rd-Nr. 38;… Marschner in Jürgens, Betreuungsrecht, 2. Aufl., § 1904 Rd-Nr. 7; Diederichsen in Palandt, BGB, 61. Aufl., Einführung vor § 1896, Rd-Nr. 10, ebenso LG München I NJW 1999, 1788; LG Augsburg NJW 2000, 2363 und LG Frankfurt FamRZ 2000, 1184; a.A. BGH NJW 1995, 204; OLG Karlsruhe NJW 2002, 685; OLG Frankfurt FamRZ 1998, 1137 und OLG Frankfurt NJW 2002, 689).
Dies spricht für ein beredtes Schweigen des Gesetzgebers (so auch LG München I, NJW 1999, 1788).
Das Amtsgericht hat sich im wesentlichen an den Beschluß des Landgerichts München 1 vom 18.02.1999 (13 T 478/99, veröffentlicht in Familienrechtszeitung 1999, 742, 743) orientiert.
Denn der beabsichtigte Abbruch der Ernährung des Betroffenen mit dem Ziel des Todes ist von dem der Betreuerin übertragenen Aufgabekreise nicht gedeckt (vgl. LG München FamRZ 1999, 742; Bienwald FamRZ 1998, 1138).

References: § 1904
 § 1904
 § 1904
 § 1904
 § 1904
 § 1904
 § 1904
 § 1904
 § 1896
 BGH