Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=839
Timestamp: 2019-02-22 00:23:23+00:00

Document:
II b., XLVII h. vom besize, u. mitbes.
Siben und virzigstes haubtstück
vom besize, und mitbesize.
Die römische spizfindigkeiten wegen der unterschi-
denen arten des besizes (possessionis, vel quasi)
waren den alten Teutschen, und Schweizern zu
hoch, wie der Joh. Simler de republica Heluet.
eingestehet.
Den Teutschen war die quasi possession, demvon der quafi-
namen nach, unbekannt; gestalt dann auch meines
wissens kein alter Reichsabschid derselben erwänung
tut, bis endlich im concepte der kammergerichts-
ordnung th. II tit. 22 § 4 diselbe eingeschaltet wur-
de, Hofmann in der teutschen Reichspraris 2ten
bande s. 255 § 1456. Das wort: wanbesizung
bedeutet eine erdichtete wonung bei dem Wehner,
unter dem worte: häuslich, welche hirher nicht
Jeweilen wurde ein dreitägiger besiz ehedemvom besize.
zum eigentume einer sache erfodert, Haltaus sp.
372, sp. 406; ordentlicher weise aber jar, und tag
(§ 1885 des 1ten th. § 2878 des 2ten th.); beson-
ders, wenn man ihn vom richter bestätiget erlanget
hatte, Freiherr von Senkenberg in der vorrede
zum 1ten th. des corp. iur. germ. s. 58 § 73 fg.
richtsteig landrecht cap. 23, eb. s. 158, s. 162 fg. s. 230
cap. 17, und kaiserrecht eb. s. 62 s. 63 s. 65 s. 71.
Wer allso 6 wochen, und 3 tage, wie ehedem in Hes-
sen etc Schmink in monim. Hass. 4ten th. s. 414,
oder ein jar eine sache besessen hatte, war ein recht-
mässiger besizer. Jmmann ist eben so vil, als ein
II b., XLVII h. vom beſize, u. mitbeſ.
Siben und virzigſtes haubtſtuͤck
vom beſize, und mitbeſize.
Die roͤmiſche ſpizfindigkeiten wegen der unterſchi-
denen arten des beſizes (poſſeſſionis, vel quaſi)
waren den alten Teutſchen, und Schweizern zu
eingeſtehet.
Den Teutſchen war die quaſi poſſeſſion, demvon der quafi-
poſſeſſion.
namen nach, unbekannt; geſtalt dann auch meines
wiſſens kein alter Reichsabſchid derſelben erwaͤnung
ordnung th. II tit. 22 § 4 diſelbe eingeſchaltet wur-
de, Hofmann in der teutſchen Reichspraris 2ten
bande ſ. 255 § 1456. Das wort: wanbeſizung
unter dem worte: haͤuslich, welche hirher nicht
gehoͤret.
Jeweilen wurde ein dreitaͤgiger beſiz ehedemvom beſize.
zum eigentume einer ſache erfodert, Haltaus ſp.
372, ſp. 406; ordentlicher weiſe aber jar, und tag
(§ 1885 des 1ten th. § 2878 des 2ten th.); beſon-
ders, wenn man ihn vom richter beſtaͤtiget erlanget
zum 1ten th. des corp. iur. germ. ſ. 58 § 73 fg.
richtſteig landrecht cap. 23, eb. ſ. 158, ſ. 162 fg. ſ. 230
cap. 17, und kaiſerrecht eb. ſ. 62 ſ. 63 ſ. 65 ſ. 71.
Wer allſo 6 wochen, und 3 tage, wie ehedem in Heſ-
ſen ꝛc Schmink in monim. Haſſ. 4ten th. ſ. 414,
oder ein jar eine ſache beſeſſen hatte, war ein recht-
maͤſſiger beſizer. Jmmann iſt eben ſo vil, als ein
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[815/0839] II b., XLVII h. vom beſize, u. mitbeſ. Siben und virzigſtes haubtſtuͤck vom beſize, und mitbeſize. § 1874 Die roͤmiſche ſpizfindigkeiten wegen der unterſchi- denen arten des beſizes (poſſeſſionis, vel quaſi) waren den alten Teutſchen, und Schweizern zu hoch, wie der Joh. Simler de republica Heluet. eingeſtehet. § 1875 Den Teutſchen war die quaſi poſſeſſion, dem namen nach, unbekannt; geſtalt dann auch meines wiſſens kein alter Reichsabſchid derſelben erwaͤnung tut, bis endlich im concepte der kammergerichts- ordnung th. II tit. 22 § 4 diſelbe eingeſchaltet wur- de, Hofmann in der teutſchen Reichspraris 2ten bande ſ. 255 § 1456. Das wort: wanbeſizung bedeutet eine erdichtete wonung bei dem Wehner, unter dem worte: haͤuslich, welche hirher nicht gehoͤret. von der quafi- poſſeſſion. § 1876 Jeweilen wurde ein dreitaͤgiger beſiz ehedem zum eigentume einer ſache erfodert, Haltaus ſp. 372, ſp. 406; ordentlicher weiſe aber jar, und tag (§ 1885 des 1ten th. § 2878 des 2ten th.); beſon- ders, wenn man ihn vom richter beſtaͤtiget erlanget hatte, Freiherr von Senkenberg in der vorrede zum 1ten th. des corp. iur. germ. ſ. 58 § 73 fg. richtſteig landrecht cap. 23, eb. ſ. 158, ſ. 162 fg. ſ. 230 cap. 17, und kaiſerrecht eb. ſ. 62 ſ. 63 ſ. 65 ſ. 71. Wer allſo 6 wochen, und 3 tage, wie ehedem in Heſ- ſen ꝛc Schmink in monim. Haſſ. 4ten th. ſ. 414, oder ein jar eine ſache beſeſſen hatte, war ein recht- maͤſſiger beſizer. Jmmann iſt eben ſo vil, als ein einge- vom beſize.
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/839
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 815. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/839>, abgerufen am 22.02.2019.

References: § 4
 § 1456
 § 2878
 § 73
 § 4
 § 1456
 § 2878
 § 73

§ 1874
 § 4
 § 1456
 § 2878
 § 73
 § 1874
 § 1875
 § 4
 § 1456
 § 1876
 § 2878
 § 73