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Timestamp: 2019-02-18 03:08:17+00:00

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▷ Die Prüfung elektrischer Anlagen ist ein Muss
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Die Prüfung elektrischer Anlagen ist ein Muss 4.1 5 28
06.06.2016 09:08 (Kommentare: 10)
Wartung und Prüfung sollten nicht vernachlässigt werden. (Bildquelle: kadmy/iStock/Getty Images)
Beitrag aus dem Jahr 2009, aktualisiert am 06.06.2016
Viele Unternehmen betreiben Störungsbeseitigung statt vorbeugende Wartung und Instandhaltung ihrer elektrischen Anlagen. Begründet wird dies mit Kostenersparnis, indem z.B. auf die Beschäftigung einer eigenen Elektrofachkraft verzichtet wird. Mit diesem Vorgehen riskieren die Unternehmen jedoch die elektrische Sicherheit im Betrieb - und Kosten werden langfristig auch nicht unbedingt gespart.
Rechtliche Forderungen sorgen für ein Höchstmaß an Personen-, Sach- und Brandschadensicherheit (Bildquelle: serezniy/iStock/Getty Images)
die VDE-Bestimmungen, insbesondere der VDE 0100-600 „Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 6: Prüfungen“ und der VDE 0105-100 „Betrieb von elektrischen Anlagen“
Eine Elektrofachkraft ist erforderlich
Eine fachlich korrekte Aussage über den Zustand einer elektrischen Anlage kann nur durch eine Person erfolgen, die im Hinblick auf ihre Ausbildung gemäß VDE 1000-10 „Anforderungen an die im Bereich der Elektrotechnik tätigen Personen“ eine Elektrofachkraft ist. Zu diesem Personenkreis zählt an fachlich höchster Stelle der Elektroingenieur und damit in letzter Konsequenz der Elektrosachverständige.
Vorbeugende Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen vs. Störungsbeseitigung
Interessanterweise zeigt sich in der Praxis, dass technisch geführte Betriebe im Gegensatz zu kaufmännisch geführten Betrieben im Durchschnitt die elektrotechnisch betriebssichereren und damit auch die elektrotechnisch brandschadensichereren Betriebe darstellen.
Oftmals wird mit Provisorien gearbeitet, um im Fehlerfall die Produktion aufrecht zu erhalten (Bildquelle: moodboard/moodboard/Getty Images)
Rein kaufmännisch geführte Betriebe betreiben häufig in ihren elektrischen Anlagen eine reine Störungsbeseitigung, die durch externe Elektrounternehmen durchgeführt wird, während technisch geführte Betriebe in der Regel vorbeugende Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen in ihren elektrischen Anlagen durch eine eigene Elektroabteilung durchführen lassen.
Aus kaufmännischer Sicht eine klare Entscheidung. Jede eigene Elektrofachkraft kostet 365 Tage im Jahr Geld, während die zeitlich begrenzt eingesetzte externe, also im Rahmen einer Dienstleistung gemietete, Elektrofachkraft nur nach tatsächlichem Aufwand Kosten verursacht.
Aus elektrotechnischer Sicht ist diese Rechnung jedoch ein Trugschluss. Die Kosten für die elektrische Anlage steigen bei nicht fachgerechter Wartung und Instandhaltung mit jedem Jahr unverhältnismäßig stark an, da sich immer häufiger Störungen und Fehler einstellen. Die Folge hiervon sind in der Regel brand- und unfallgefährliche Provisorien, wenn kurzfristig alles getan werden muss, um die Produktion aufrechterhalten zu können.
Erst- und Wiederholungsprüfung elektrischer Anlagen
VDE-Bestimmungen unterscheiden die Prüfung elektrischer Anlagen grundsätzlich in:
Erstprüfung nach VDE 0100-600 und
Wiederholungsprüfung (wiederkehrende Prüfung) nach VDE 0100-600 und VDE 0105-100.
VDE 0100-600:2008-06 (Auszug) (Quelle: VdS Schadenverhütung Verlag)
61.1.1 Jede Anlage muss - soweit sinnvoll durchführbar - während der Errichtung und nach Fertigstellung geprüft werden, bevor sie vom Benutzer in Betrieb genommen wird.
61.1.5 Bei Erweiterungen oder Änderungen einer bestehenden Anlage muss nachgewiesen werden, dass die Änderungen oder Erweiterungen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100) entsprechen und die Sicherheit der bestehenden Anlage nicht beeinträchtigt ist.
61.1.6 Die Erstprüfung muss von einer Elektrofachkraft vorgenommen werden, die zur Durchführung von Prüfungen befähigt ist.
Bei der Erstprüfung nach VDE 0100-600, also bei Neuerrichtung oder nach wesentlicher Änderung, muss jede elektrische Anlage - soweit sinnvoll durchführbar - während der Errichtung und nach Fertigstellung geprüft werden, bevor sie vom Benutzer in Betrieb genommen wird.
Bei der wiederkehrenden Prüfung in elektrischen Anlagen gibt es keinen klar definierten Prüfzeitraum, sondern nach DIN EN 50110-1 (VDE 0105-1) müssen elektrische Anlagen in geeigneten Zeitabständen – die der Betreiber gemäß seiner Gefährdungsbeurteilung (siehe § 3 BetrSichV) festgelegt hat – wiederkehrend geprüft werden.
Der Betreiber elektrischer Anlagen ist somit gefordert unter Berücksichtigung der Betriebsbedingungen geeignete Prüfzeiträume und den Prüfumfang selbst festzulegen, sodass dadurch eine Beurteilung des ordnungsgemäßen Zustands der elektrischen Anlagen hinreichend möglich ist.
Genau diese Selbstverantwortung durch den Betreiber elektrischer Anlagen stellt in der Praxis einen erheblichen Schwachpunkt dar. Insbesondere vordergründig wirtschaftliche Argumentationen oder fachliche bzw. technische Unwissenheit haben Geschäftsführungen industrieller Betriebe veranlasst, diesen Ermessungsspielraum der DIN EN 50110-1 unzulässig bzw. fahrlässig auszulegen, sodass Prüfungen in viel zu langen Intervallen oder gar nicht mehr durchgeführt werden.
Prüfpflicht nach BetrSichV
Elektrische Anlagen sowie die darin vorhandenen elektrischen Betriebsmittel zählen gemäß § 2 (1) der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) zu den Arbeitsmitteln im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung.
Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass sämtliche Arbeitsmittel sicher verwendet werden können (Bildquelle: ndoeljindoel/iStock/Getty Images)
Nach § 3 (1) der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) muss der Arbeitgeber für sämtliche Arbeitsmittel, also auch die elektrische Anlage oder eine elektrische Maschine, eine Gefährdungsbeurteilung nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes anfertigen.
Unter Berücksichtigung der Anhänge der Gefahrstoffverordnung und der allgemeinen Grundsätze des § 4 des Arbeitsschutzgesetzes sind die notwendigen Maßnahmen für die sichere Bereitstellung und Benutzung der Arbeitsmittel zu ermitteln.
Dabei hat er insbesondere die Gefährdungen zu berücksichtigen, die mit der Benutzung des Arbeitsmittels selbst verbunden sind und die am Arbeitsplatz durch Wechselwirkungen der Arbeitsmittel untereinander oder mit Arbeitsstoffen oder der Arbeitsumgebung hervorgerufen werden. Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Anfertigung der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 (6) der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) für Arbeitsmittel insbesondere Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen ermitteln.
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV, Auszug)
Die DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“
Die Prüfpflicht wird durch die berufsgenossenschaftliche Vorschrift DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ abgedeckt. Nach § 5 der DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden und zwar:
Dabei sind die Fristen so zu bemessen, dass entstehende Mängel, mit denen gerechnet werden muss, rechtzeitig festgestellt werden.
Von Thomas Sachs | 24.09.2018
in erster Linie ist ihr Chef für die elektrische Anlage verantwortlich. Da Sie Elektriker sind, gehe ich davon aus, dass Sie keine VEFK in diesem Unternehmen sind. Ich würde ihren Chef schriftlich auf den Mangel mit Hinweis auf die Normen und mögliche Konsequenzen hinweisen und nach Möglichkeit auf eine schriftliche Antwort drängen. Mehr können Sie leider nicht tun. In einem eventuellen Schadenfall können sich aber den Rücken freihalten, wenn Sie nachweisen können, dass Sie, als evtl. einziger Fachmann für Elektrotechnik in der Firma, auf den Mangel hingewiesen haben und ihr Chef dieses ignoriert hat.
Von Brandt | 02.09.2018
Ich bin Elektriker und seit einem Jahr in einer Firma. Hier wurde seit 10 Jahren keine Prüfung durchgeführt.
Ich habe meinem Chef das Problem erklärt, es interessiert ihn aber nicht. Wie sollte ich mich verhalten?
Von Thomas Sachs | 02.01.2018
Die Bauart der Kabel ist erst einmal unerheblich. Sollten Spannungen größer 50 Volt angelegt sein und der Steckertyp ist für die Spannungshöhe nicht zugelassen, ist dieses Kabel aus dem Verkehr zu ziehen. Ist ein Steckertyp für Spannungen größer 50 Volt zugelassen und die angelegte Spannung ist auch größer 50 Volt, muss dieses Kabel regelmäßig geprüft werden.
Von Redaktion Radio Freudenstadt e.V. | 27.12.2017
Dass Kabel mit Netzstecker und Elektrogeräte geprüft werden müssen, leuchtet mir ein. Aber müssen auch Audio-Kabel mit XLR-, Chinch-, Klinke-Stecker usw. geprüft werden?
Von Thomas Sachs | 20.07.2016
ich weiß nicht genau, ob ein Kleingartenverein zu dem Wirkbereich der Betriebssicherheitsverordnung zählt. Da aber die elektrischen Anlagen für andere Personen öffentlich zugänglich sind, würde ich eine Orientierung daran aber empfehlen.
Dort steht unter §14 Abs. 1, dass Arbeitsmittel (dazu zählt laut BetrSichV alles, also vom kleinsten Werkzeug bis zur komplexen Anlage) vor der erstmaligen Verwendung zu prüfen sind. In Abs. 2 steht, dass eine wiederkehrende Prüfung durchzuführen ist und die Prüffristen nach §3 Abs. 6 zu ermitteln sind. Allgemein wird bei ortsfesten Anlagen ein Prüfintervall von 4 Jahren empfohlen. Sollte sich dieser Rhythmus als zu lang erweisen, muss die Prüffrist verkürzt werden.
Nach Änderungen und Instandsetzung muss der betroffene Bereich auf jeden Fall geprüft werden.
Von Bernt Pohl | 26.03.2016
Auch mich als Vorstandsmitglied eines Gartenvereins interessiert es, obund wie festgelegt ist, in welchen Zeitabständen die elektrische Anlage, sprich Verteilungen und Leitungen) überprüft werden muss.
Von Schmid Manfred | 24.03.2015
Tatsächlich sollte bei der Erstprüfung eine Empfehlung des Errichters über die nächste Prüfung stattfinden.
Sollte dies, wie ich vermute, nicht der Fall sein wird eine ausführliche Erstprüfung unerlässlich sein.
Eine nähere Ausführung dazu ist in der VDE 0105 Abs.: 5.3.101.0.2 zu finden.
Die nachstehende Aussage ist m.E. so nicht haltbar, da explizit in der zitierten Norm "keine " Wertung diesbezüglich vorgenommen werden soll sondern auf das Wissen und die Erfahrung selbst.
Zitat Abs: 6 des o.g. Fachartikels
Zu diesem Personenkreis zählt an fachlich höchster Stelle der Elektroingenieur und damit in letzter Konsequenz der Elektrosachverständige.

References: § 3
 § 2
 § 3
 § 5
 § 4
 § 3
 § 5
 §14
 §3