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Timestamp: 2016-10-27 20:57:56+00:00

Document:
9C_310/2014 (16.06.2014)
9C_310/2014 � � Urteil vom 16. Juni 2014
Der 1962 geborene A.________, gelernter Pflegefachmann und Sprachlehrer, meldete sich im Oktober 2007 wegen seit Januar 2006 bestehenden Beschwerden nach zweifachem HWS-Distorsionstrauma bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Aargau kl�rte die medizinischen und erwerblichen Verh�ltnisse ab, wozu sie insbesondere auch die Akten des Unfallversicherers, der AGV (Aargauische Geb�udeversicherung, Kantonale Unfallversicherung), beizog. Die AGV anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte Leistungen. Gest�tzt auf eine polydisziplin�re Begutachtung durch die Klinik B.________ stellte sie die Leistungen mit Wirkung auf den 31. M�rz 2012 ein, da die �ber dieses Datum hinaus geklagten Beschwerden nicht mehr ad�quat kausal durch das Unfallereignis verursacht seien (Einspracheentscheid vom 25. Juni 2012). Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau wies die dagegen erhobene Beschwerde ab (Entscheid vom 22. Oktober 2012).
Nach Einholung einer Stellungnahme beim Regionalen �rztlichen Dienst (RAD) und Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle des Kantons Aargau mit Verf�gung vom 27. M�rz 2013 einen Rentenanspruch.
Die vom Versicherten dagegen mit dem Antrag auf Aufhebung der Verf�gung und Zusprache der gesetzlichen Leistungen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 13. Februar 2014 ab.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und das Rechtsbegehren stellen, der kantonale Entscheid sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Seiner Rechtsschrift liegt ein Schreiben des Dr. med. C.________, Chefarzt Rehabilitation und Rheumatologie, Spital D.________, vom 9. Januar 2013 bei.
1.1.�Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann u.a. die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG), die Feststellung des Sachverhalts nur, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).
1.2.�Bei den vorinstanzlichen Feststellungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsf�higkeit der versicherten Person handelt es sich grunds�tzlich um Entscheidungen �ber eine Tatfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397 ff.), welche das Bundesgericht seiner Urteilsfindung zugrunde zu legen hat (E. 1.1). Die konkrete Beweisw�rdigung stellt ebenfalls eine Tatfrage dar. Dagegen ist die Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweisw�rdigungsregeln nach Art. 61 lit. c ATSG eine Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 und 4 S. 397 ff.), die das Bundesgericht im Rahmen der den Parteien obliegenden Begr�ndungs- bzw. R�gepflicht (Art. 42 Abs. 2 BGG und Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.1 und 1.4.2 S. 254) frei �berpr�fen kann (Art. 106 Abs. 1 BGG).
2.1.�Streitig und zu pr�fen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob der Beschwerdef�hrer an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden leidet.
2.2.�Im angefochtenen Entscheid werden die Bestimmungen und Grunds�tze zu den Begriffen der Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG) und der Invalidit�t (Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG), namentlich auch zur ausnahmsweise invalidisierenden Wirkung pathogenetisch-�tiologisch unklarer syndromaler Beschwerdebilder (BGE 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283 f.) sowie zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a und b S. 352 ff.; vgl. auch BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.1.�Das kantonale Gericht hat dem Gutachten der Klinik B.________ vollen Beweiswert zuerkannt und ist gest�tzt darauf, insbesondere die interdisziplin�re Beurteilung vom 29. Februar 2012, zum Ergebnis gelangt, dass das beim Beschwerdef�hrer diagnostizierte zervikozephale Schmerzsyndrom nicht invalidisierend sei. Die von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien f�r die Beurteilung der Zumutbarkeit einer willentlichen Schmerzbew�ltigung seien nicht in gen�gender Weise erf�llt, um von der Un�berwindbarkeit der Schmerzst�rung auszugehen.
3.2.�Wie bereits im kantonalen Verfahren meldet der Versicherte Zweifel an der Vollst�ndigkeit und damit am Beweiswert des Gutachtens an mit der Begr�ndung, die Gutachter und die MRI-Spezialisten h�tten eine Atrophie der Haltemuskulatur im R�cken �bersehen. Zum Beweis reicht er ein Schreiben vom 9. Januar 2013 ein, in welchem Dr. med. C.________ best�tigt, dass auf den MRI-Bildern eine Atrophie der Haltemuskulatur sichtbar sei. Der Beschwerdef�hrer leitet daraus ab, dass ein medizinisch-objektivierbarer Befund vorliege, welcher bei ihm als Pflegefachmann invalidisierende Wirkung habe.
3.3.�Diese Vorbringen des Versicherten, insbesondere der Hinweis auf die scheinbar abweichende Meinung des Dr. med. C.________ gem�ss Schreiben vom 9. Januar 2013, soweit �berhaupt novenrechtlich zul�ssig (Art. 99 Abs. 1 BGG), verm�gen das Gutachten der Klinik B.________, insbesondere die physikalisch-medizinische Stellungnahme der Dr. med. E.________, Fach�rztin FMH f�r Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 15. November 2011, nicht in Zweifel zu ziehen. Den Ausf�hrungen der Dr. med. E.________ vom 15. November 2011 l�sst sich entnehmen, dass sie die Ergebnisse des (im Untersuchungszeitpunkt bereits zweieinhalb Jahre zur�ckliegenden) MRIs am Spital D.________ vom 7. April 2009 in ihre Beurteilung miteinbezog. Ohnehin aber verh�lt es sich so, dass eine radiologisch erhobene Ver�nderung im Wirbels�ulenbefund allein sich nicht zwingend im Ausmass der funktionellen Einschr�nkung niederschl�gt und es vielmehr Aufgabe des Gutachters ist, deren Auswirkung anhand der Klinik zu �berpr�fen (Urteil 9C_68/2014 vom 2. Juni 2014 E. 3.3; 8C_282/2012 vom 11. Mai 2012 E. 5). Im Rahmen dieser - insoweit entscheidenden - k�rperlichen Untersuchung stellte Dr. med. E.________ unter anderem fest: deutliche Druckdolenzen der paravertebralen muskuloligament�ren Strukturen im gesamten HWS-Bereich, eine druckdolente Linea nuchae, einen Druckschmerz im Bereich des Musculus trapezius beidseits, eine deutliche Druckdolenz des Musculus semispinalis linksbetont, der Musculi scalenii und der okzipitalen Muskelansatzstellen (wobei hier vereinzelt verh�rtete Muskelstr�nge tastbar seien) und vereinzelte Myogelosen im Musculus semispinalis linksbetont. Weiter fiel Dr. med. E.________ ein deutlicher Schultertiefstand links auf, welcher nach ihren Feststellungen in dieser Auspr�gung aktenm�ssig vorher nicht dokumentiert gewesen sei und sich wahrscheinlich �ber die Jahre im Sinne einer Schonhaltung verwirklicht habe. Dr. med. E.________ machte den Vorschlag eines sportphysiotherapeutischen Versuchs "zum Ausgleich des Schultertiefstandes links, der links betonten deutlichen Schulterprotraktion mit Verbesserung der glenohumeralen Zentrierung und Kr�ftigung der segmental stabilisierenden Rumpfmuskulatur". Diese fach�rztlichen Ausf�hrungen zeigen auf, dass sich Dr. med. E.________ bei ihrer Einsch�tzung der beim Beschwerdef�hrer vorliegenden muskul�ren Defizite durchaus bewusst war. Eine Unvollst�ndigkeit des Gutachtens liegt damit nicht vor.
3.4.�Dass die Vorinstanz bei dieser Sachlage auf das Gutachten der Klinik B.________ abstellte und zum Schluss gelangte, es sei in Anwendung der massgebenden Kriterien gem�ss BGE 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283 (zu welchen sich der Beschwerdef�hrer letztinstanzlich nicht �ussert, so dass sich Weiterungen er�brigen) von keiner relevanten Minderung der Arbeitsf�higkeit auszugehen, ist weder willk�rlich noch sonstwie bundesrechtswidrig. Die Beschwerde ist unbegr�ndet.

References: Art. 95
 Art. 95
 Art. 61
 Art. 106
 BGE 
 Art. 4
 BGE 
 BGE