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Timestamp: 2016-09-29 23:45:26+00:00

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Wassergesetz (NWG) *) Vom 19.
Februar 2010 (Nds.GVBl. Nr.5/2010 S.64), geändert durch VO v. 22.6.2010
(Nds.GVBl. 17/2010 S.258), Art. 6 des Haushaltsbegleitgesetzes 2011 (Nds.GVBl.
Nr.32/2010 S.631),
Art. 9 des
Gesetzes v. 13.10.2011 (Nds.GVBl. Nr.24/2011 S.353), VO vom
20.12.2011 (Nds.GVBl. Nr.31/2011
S.507) , § 87 der NBauO vom 3.4.2012 (Nds.GVBl. Nr.5/2012 S.46),
5.8.2014 (Nds.GVBl. Nr.15/2014 S.236), Art. 13 des Gesetzes vom 18.12.2014
(Nds. GVBl. Nr. 27/2014 S. 477) und Art. 2 § 7 des Gesetzes v. 12.11.2015
(Nds. GVBl. Nr.19/2015 S. 307) - VORIS 28200 - Inhaltsübersicht Erstes Kapitel Allgemeine Bestimmungen § 1 Einleitende Bestimmungen (zu den §§ 2 und 3 WHG) § 2 Schranken des Grundeigentums (zu § 4 WHG) Zweites Kapitel
Gemeinsame Bestimmungen § 3 Bewirtschaftung nach Flussgebietseinheiten (zu § 7 WHG)
§ 4 Zusammentreffen mehrerer Erlaubnis- oder Bewilligungsanträge
§ 5 Bewilligung (zu den §§ 10 und 14 WHG) § 6 Benutzung durch Verbände § 7 Maßnahmen beim Erlöschen einer Erlaubnis oder einer
Bewilligung § 8 Erfordernisse für den Antrag § 9 Erlaubnis-, Bewilligungsverfahren (zu § 11 WHG) § 10 Aussetzung des Verfahrens § 11 Beweissicherung, Sicherheitsleistung § 12 Erlaubnisverfahren bei Industrieanlagen und ähnlichen
Anlagen § 13 Angaben des Antragstellers § 14 Grenzüberschreitende Behörden- und
Öffentlichkeitsbeteiligung § 15 Inhalt der Erlaubnis § 16 Überprüfung der Erlaubnis und nachträgliche
Bestimmungen § 17 Unterrichtung über Störungen und Unfälle § 18 Maßnahmen beim Erlöschen alter Rechte und alter
Befugnisse (zu § 20 WHG) § 19 Inhalt und Umfang alter Rechte und alter Befugnisse (zu § 20
WHG) § 20 Ausgleichsverfahren (zu § 22 WHG) § 21 Wasserentnahmegebührenpflicht § 22 Höhe der Gebühr § 23 Gebührenschuldner, Veranlagungszeitraum,
Erklärungspflicht § 24 Festsetzung, Fälligkeit, Vorauszahlung § 25 Anwendung der Abgabenordnung § 26 Erfassung der Wasserentnahmen § 27 Wasserentnahmen - Straf- und Bußgeldvorschriften § 28 Verwendung § 29 Gewässerkundlicher Landesdienst § 30 Befugnisse des gewässerkundlichen Landesdienstes § 31 Messanlagen Zweiter Abschnitt
Bewirtschaftung oberirdischer
Gewässer § 32 Arten und Zulässigkeit des Gemeingebrauchs (zu § 25
WHG) § 33 Duldungspflicht der Anlieger (zu § 25 WHG) § 34 Regelung des Gemeingebrauchs (zu § 25 WHG) § 35 Benutzung zu Zwecken der Fischerei (zu § 25 WHG) § 36 Bewirtschaftungsziele für oberirdische Gewässer (zu
§ 27 WHG) § 37 Einteilung der oberirdischen Gewässer § 38 Gewässer erster Ordnung § 39 Gewässer zweiter Ordnung § 40 Gewässer dritter Ordnung § 41 Eigentumsgrenzen am und im Gewässer § 42 Anlandungen § 43 Abschwemmung, Überflutung § 44 Stauanlagen (Begriff) § 45 Staumarken § 46 Erhaltung der Staumarken § 47 Kosten § 48 Außerbetriebsetzen und Beseitigen von Stauanlagen § 49 Ablassen aufgestauten Wassers (zu § 36 WHG) § 50 Maßnahmen bei Hochwasser § 51 Ausnahmegenehmigung § 52 Talsperren, Wasserspeicher § 53 Planfeststellung, Plangenehmigung § 54 Plan § 55 Aufsicht § 56 Andere Stauanlagen und Wasserspeicher § 57 Anlagen in, an, über und unter oberirdischen
Gewässern; Aufschüttungen und Abgrabungen (zu § 36 WHG) § 58 Gewässerrandstreifen (zu § 38 WHG) § 59 Verfahren, Entschädigung, Vergütung § 60 Güte oberirdischer Gewässer § 61 Gewässerunterhaltung (zu § 39 WHG) § 62 Unterhaltung der Gewässer erster Ordnung (zu § 40 Abs.
1 WHG) § 63 Unterhaltung der Gewässer zweiter Ordnung (zu § 40 Abs.
1 WHG) § 64 Unterhaltungsverbände § 65 Heranziehung zu den Beiträgen für einen
Unterhaltungsverband § 66 Zuschüsse des Landes zur Unterhaltung der Gewässer
zweiter Ordnung § 67 Unterhaltung durch das Land (zu § 40 Abs. 1 WHG) § 68 Unterhaltung durch kreisfreie Städte (zu § 40 Abs. 1
WHG) § 69 Unterhaltung der Gewässer dritter Ordnung (zu § 40 Abs.
1 WHG) § 70 Unterhaltung der Sammelbecken von Talsperren (zu § 40 Abs.
1 WHG) § 71 Unterhaltung der Anlagen in und an Gewässern § 72 Unterhaltung der Häfen, Lande- und Umschlagstellen § 73 Unterhaltungspflicht aufgrund besonderen Titels (zu § 40
Abs. 2 WHG) § 74 Ersatzvornahme (zu § 40 Abs. 4 WHG) § 75 Ersatz von Mehrkosten § 76 Kostenausgleich § 77 Besondere Pflichten bei der Gewässerunterhaltung (zu §
41 WHG) § 78 Gewässerschau § 79 Behördliche Entscheidungen zur Gewässerunterhaltung
(zu § 42 WHG) Dritter Abschnitt
Küstengewässern § 80 Erlaubnisfreie Benutzungen von Küstengewässern (zu
§ 43 WHG) § 81 Bewirtschaftungsziele für Küstengewässer (zu
§ 44 WHG) § 82 Güte von Küstengewässern § 83 Genehmigungspflichtige Anlagen § 84 Unterhaltung der Außentiefs § 85 Eigentum an den Außentiefs Vierter Abschnitt
§ 86 Erlaubnisfreie Benutzungen des Grundwassers (zu § 46 Abs. 3
WHG) § 87 Bewirtschaftungsziele für das Grundwasser (zu § 47
WHG) Drittes Kapitel Besondere
wasserwirtschaftliche Bestimmungen Erster Abschnitt
Wasserschutzgebiete, Heilquellenschutz § 88 Öffentliche Wasserversorgung (zu § 50 WHG) § 89 Wasseruntersuchungen (zu § 50 Abs. 5 WHG) § 90 Güte der zur Wasserversorgung benutzten Gewässer § 91 Festsetzung von Wasserschutzgebieten (zu § 51 WHG) § 92 Besondere Anforderungen in Wasserschutzgebieten (zu § 52
WHG) § 93 Ausgleich (zu § 52 Abs. 5 WHG) § 94 Heilquellenschutz (zu § 53 WHG) Zweiter Abschnitt
Abwasserbeseitigung § 95 Abwasser, Abwasserbeseitigung (zu § 54 WHG) § 96 Pflicht zur Abwasserbeseitigung (zu § 56 WHG) § 97 Zusammenschlüsse § 98 Einleiten von Abwasser in öffentliche Abwasseranlagen (zu
§ 58 WHG) § 99 Abwasseranlagen (zu § 60 WHG) § 100 Selbstüberwachung bei Abwassereinleitungen und
Abwasseranlagen (zu § 61 WHG) Dritter Abschnitt
Stoffen § 101 Pflichten des Betreibers § 102 Besondere Pflichten beim Befüllen und Entleeren § 103 Fachbetriebe § 104 Anwendungsbereich § 105 Zuständigkeit der Bergbehörde Vierter Abschnitt
§ 106 Gewässerschutzbeauftragte bei Gebietskörperschaften,
Zusammenschlüssen und öffentlich-rechtlichen Wasserverbänden (zu
den §§ 64 bis 66 WHG) Fünfter Abschnitt
Gewässerausbau, Deich-, Damm-
und Küstenschutzbauten § 107 Grundsatz (zu § 67 WHG) § 108 Erfordernis der Planfeststellung, Plangenehmigung (zu § 68
WHG) § 109 Anwendbare Vorschriften, Verfahren (zu § 70 WHG) § 110 Verpflichtung zum Ausbau § 111 Auflagen § 112 Entschädigung, Widerspruch § 113 Benutzung von Grundstücken § 114 Vorteilsausgleich Sechster Abschnitt
Hochwasserschutz § 115 Überschwemmungsgebiete an oberirdischen Gewässern (zu
§76WHG) § 116 Besondere Schutzvorschriften für festgesetzte
Überschwemmungsgebiete (zu § 78 WHG) Siebenter Abschnitt
Wasserwirtschaftliche Planung und
Dokumentation § 117 Maßnahmenprogramm (zu § 82 WHG) § 118 Bewirtschaftungsplan (zu § 83 WHG) § 119 Verzeichnis der Schutzgebiete § 120 Wasserbuch (zu § 87 WHG) § 121 Datenverarbeitung (zu § 88 WHG) Achter Abschnitt
Duldungs- und
Gestaltungsverpflichtungen § 122 Anschluss von Stauanlagen Viertes Kapitel
§ 123 Art und Maß der Entschädigung (zu § 96 WHG) § 124 Verfahren (zu § 98 WHG) Fünftes Kapitel
Gewässeraufsicht § 125 Staatlich anerkannte Stellen für Abwasseruntersuchungen
§ 126 Kosten Sechstes Kapitel
Zuständigkeiten, Gefahrenabwehr § 127 Behörden § 128 Aufgaben und Befugnisse der Wasserbehörden (zu § 100
WHG) § 129 Zuständigkeit § 130 Anzeige von wassergefährdenden Vorfällen § 131 Wassergefahr § 132 Wasserwehr Siebentes Kapitel
Überleitungsbestimmungen § 133 Ordnungswidrigkeiten ______________________________*)
Dieses Gesetz dient auch der Umsetzung - des Gesetzes zur Ordnung des Wasserhaushalts
(Wasserhaushaltsgesetzes  WHG) vom 31.Juli 2009 (BGBl. I S.2585), der
Richtlinie 85/337/EWG des Rates vom 27.Juni 1985 über die
Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und
privaten Projekten (ABl. EG Nr. L 175 S.40; 1991 Nr. L 216 S.40), zuletzt
geändert durch die Richtlinie 2009/31/EG des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 23.April 2009 (ABl. EU Nr. L 140 S.114), - der Richtlinie 2008/1/EG des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 15.Januar 2008 über die integrierte Vermeidung und
Verminderung der Umweltverschmutzung (ABl. EU Nr. L 24 S.8), - der Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 23.Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für
Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik (ABl. EG Nr. L
327 S.1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 2009/31/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 23.April 2009 (ABl. EU Nr. L 140
S.114), sowie - der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 12.Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt (ABl.
EU Nr. L 376 S.36). Erstes Kapitel Allgemeine Bestimmungen § 1Einleitende Bestimmungen (zu den
§§ 2 und 3 WHG) (1) 1Dieses Gesetz gilt für
die in § 2 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) genannten
Gewässer. 2Die Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes und
dieses Gesetzes sind nicht anzuwenden auf Gräben, einschließlich Wege- und
Straßenseitengräben als Bestandteil von Wegen und Straßen, die
nicht dazu dienen, die Grundstücke mehrerer Eigentümer zu
bewässern oder zu entwässern, Grundstücke, die zur Fischzucht oder zur Fischhaltung oder zu
anderen Zwecken unter Wasser gesetzt werden und mit einem Gewässer nur
durch künstliche Vorrichtungen zum Füllen oder Ablassen verbunden
sind. 3Dies gilt nicht für die Haftung
für Gewässerveränderungen nach den §§ 89 und 90 WHG.
(2) 1Ein natürliches Gewässer gilt als solches auch
nach künstlicher Änderung. 2Im Zweifel ist ein
Gewässer, abgesehen von Triebwerks- und Bewässerungskanälen, als
ein natürliches anzusehen. (3) 1Die Küstenlinie bei mittlerem Hochwasser entspricht
an der niedersächsischen Küste der Wasserstandslinie des mittleren
Tidehochwassers (§ 41 Abs. 2). 2Mündet ein oberirdisches
Gewässer in ein Küstengewässer, so wird es diesem gegenüber
durch das Siel begrenzt; ist das oberirdische Gewässer eine
Bundeswasserstraße, so richtet sich die Begrenzung nach den Vorschriften
des Bundeswasserstraßengesetzes (WaStrG). § 2Schranken des Grundeigentums (zu
§ 4 WHG) Das Grundeigentum berechtigt nicht zur Erhebung von Entgelten für
die Benutzung von Gewässern, ausgenommen für das Entnehmen fester
Stoffe aus oberirdischen Gewässern. Zweites Kapitel Bewirtschaftung von Gewässern Erster
Abschnitt Gemeinsame
Bestimmungen § 3Bewirtschaftung nach
Flussgebietseinheiten (zu § 7 WHG) (1) Der niedersächsische Teil der
Flussgebietseinheit Ems besteht aus dem niedersächsischen Teil des Einzugsgebietes der Ems,
aus den Einzugsgebieten der östlich der Emsmündung bis
einschließlich der Harte in das Küstengewässer mündenden
oberirdischen Gewässer, aus den in den Einzugsgebieten nach den Nummern 1 und 2 liegenden
Grundwasserkörpern und aus dem Küstengewässer von der Grenze mit dem
Königreich der Niederlande im Westen bis zu der Linie im Osten, die
jeweils geradlinig von den Punkten mit den Koordinaten 53·50' 07,91" N
und 7·53' 03,49" O im Norden über den Punkt mit den Koordinaten
53·46' 36,31" N und 7·58' 19,22" O zum Punkt mit den Koordinaten
53·42' 53,73" N und 7·55' 46,57" O im Süden verläuft.
(2) Der niedersächsische Teil der
Flussgebietseinheit Weser besteht aus dem niedersächsischen Teil des Einzugsgebietes der Weser,
aus den Einzugsgebieten der zwischen dem Wangertief im Westen und
dem Oxstedter Bach im Osten in das Küstengewässer mündenden
Grundwasserkörpern und aus dem Küstengewässer von der östlichen Grenze der
Flussgebietseinheit Ems bis zur Grenze mit der Freien und Hansestadt Hamburg.
(3) Der niedersächsische Teil der
Flussgebietseinheit Elbe besteht aus dem niedersächsischen Teil des Einzugsgebietes der Elbe,
aus den in dem Einzugsgebiet nach Nummer 1 liegenden
Grundwasserkörpern und aus dem Küstengewässer von der Grenze mit der Freien und
Hansestadt Hamburg im Westen bis zur Grenze mit dem Land Schleswig-Holstein im
Osten. (4) Zum niedersächsischen Teil der Flussgebietseinheit Rhein
gehören der niedersächsische Teil des Teileinzugsgebietes der Vechte
und die in diesem Teil liegenden Grundwasserkörper. (5) Die den Flussgebietseinheiten nach den Absätzen 1 bis 3
zugeordneten Küstengewässer sind seewärts durch eine Linie
begrenzt, die in einem Abstand von einer Seemeile zur Niedrigwasserlinie und zu
den geraden Basislinien verläuft, die der Abgrenzung des Küstenmeeres
der Bundesrepublik Deutschland in der Nordsee zugrunde liegen. (6) Liegen Grundwasserkörper in mehr als einem der in den
Absätzen 1 bis 4 genannten Teile von Flussgebietseinheiten, so werden
diese Grundwasserkörper durch Verordnung des Fachministeriums genau
bestimmt und der Flussgebietseinheit zugeordnet, die für die Erreichung
der in § 47 Abs. 1 WHG genannten Bewirtschaftungsziele am besten geeignet
ist. § 4Zusammentreffen mehrerer
Erlaubnis- oder Bewilligungsanträge 1Treffen Anträge auf Erteilung einer Erlaubnis oder
einer Bewilligung für Benutzungen zusammen, die sich auch dann gegenseitig
ausschließen, wenn den Anträgen nur unter Bedingungen und Auflagen
stattgegeben wird, so hat das Vorhaben den Vorrang, das dem Wohl der
Allgemeinheit am meisten dient. 2Nach der für Einwendungen
bestimmten Frist werden andere Anträge nicht mehr berücksichtigt.
§ 5Bewilligung (zu den §§
10 und 14 WHG) (1) Die Bewilligung gewährt nicht das Recht, Gegenstände, die
einem anderen gehören, oder Grundstücke und Anlagen, die im Besitz
eines anderen stehen, in Gebrauch zu nehmen. (2) In den in § 14 Abs. 4 WHG genannten Fällen ist der
Betroffene abweichend von § 14 Abs. 4 Satz 1 WHG zu entschädigen,
wenn die nachteiligen Wirkungen der Bewilligung nicht durch Inhalts- oder
Nebenbestimmungen vermieden oder ausgeglichen werden können. (3) Die Vorschriften des bürgerlichen Rechts für die
Ansprüche aus dem Eigentum sind entsprechend auf die Ansprüche aus
dem bewilligten Recht anzuwenden. § 6Benutzung durch Verbände
1Wasser- und Bodenverbände und gemeindliche
Zweckverbände bedürfen auch dann einer Erlaubnis oder einer
Bewilligung, wenn sie ein Gewässer im Rahmen ihrer
satzungsmäßigen Aufgaben über die nach diesem Gesetz
erlaubnisfreie Benutzung hinaus benutzen wollen. 2Dies gilt nicht,
soweit ein altes Recht oder eine alte Befugnis besteht. § 7Maßnahmen beim
Erlöschen einer Erlaubnis oder einer Bewilligung (1) Ist eine Erlaubnis oder eine Bewilligung ganz oder teilweise
erloschen, so kann die Wasserbehörde den Benutzer verpflichten, die
Anlagen für die Benutzung des Gewässers auf seine Kosten ganz oder
teilweise zu beseitigen und den früheren Zustand wiederherzustellen oder
nachteiligen Folgen vorzubeugen. (2) Wird bei Widerruf einer Bewilligung nach § 18 Abs. 2 WHG gegen
Entschädigung eine Anordnung nach Absatz 1 getroffen, so ist der Benutzer
zu entschädigen. (3) 1Statt einer Anordnung nach Absatz 1 kann die
Wasserbehörde den Benutzer verpflichten, die Anlage ganz oder teilweise
einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu übereignen.
2Der Benutzer ist zu entschädigen. § 8Erfordernisse für den Antrag
1Erlaubnis- und Bewilligungsanträge sind mit den zur
Beurteilung des gesamten Unternehmens erforderlichen Unterlagen (Zeichnungen,
Nachweisen und Beschreibungen) bei der Wasserbehörde einzureichen.
2Soweit die Unterlagen Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse
enthalten, sind die Unterlagen zu kennzeichnen und getrennt vorzulegen.
3Ihr Inhalt muss, soweit es ohne Preisgabe des Geheimnisses
geschehen kann, so ausführlich dargestellt sein, dass Dritte beurteilen
können, ob und in welchem Umfang sie von den Auswirkungen der Benutzung
betroffen werden können. § 9Erlaubnis-, Bewilligungsverfahren
(zu § 11 WHG) (1) 1Für das Bewilligungsverfahren gelten die
Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) über das
förmliche Verwaltungsverfahren. 2§ 29 VwVfG gilt mit der
Maßgabe, dass Akteneinsicht nach pflichtgemäßem Ermessen zu
gewähren ist. (2) Ergänzend sind anzuwenden § 73 VwVfG mit folgenden Maßgaben: a) an die Stelle der Anhörungsbehörde und der
Planfeststellungsbehörde tritt die Wasserbehörde, b) ein Vorhaben wirkt sich im Sinne des § 73 Abs. 2 VwVfG im
Gebiet einer Gemeinde aus, wenn dort Rechte oder rechtlich geschützte
Interessen (§ 14 Abs. 4 WHG) betroffen werden können, c) in der Bekanntmachung nach § 73 Abs. 5 VwVfG ist auch
darauf hinzuweisen, dass zur Vermeidung des Ausschlusses Einwendungen innerhalb
der Frist zu erheben sind und später eingereichte Anträge (§ 4
Satz 2) nicht mehr berücksichtigt werden, Einwendungen wegen nachteiliger
Wirkungen der Benutzung später nur nach § 14 Abs. 6 WHG geltend
gemacht werden können und vertragliche Ansprüche durch die
Bewilligung nicht ausgeschlossen werden (§ 16 Abs. 3 WHG), § 74 Abs. 2 Satz 1 VwVfG entsprechend. (3) Die Absätze 1 und 2 gelten
entsprechend, wenn die Erlaubnis für ein Vorhaben erteilt werden soll, für
das eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben ist, oder die Behörde ein förmliches Verfahren für geboten
hält, weil das beabsichtigte Unternehmen wasserwirtschaftlich bedeutsam
ist und Einwendungen zu erwarten sind. § 10Aussetzung des Verfahrens (1) 1Die Behörde kann, wenn Einwendungen aufgrund eines
Rechts erhoben werden, einen Streit über das Bestehen des Rechts auf den
Weg der gerichtlichen Entscheidung verweisen und das Verfahren bis zur
Erledigung des Rechtsstreits aussetzen. 2Sie muss es aussetzen, wenn
die Bewilligung bei Bestehen des Rechts zu versagen wäre. 3Dem
Antragsteller ist eine Frist für die Klage zu setzen. 4Wird die
Prozessführung ungebührlich verzögert, so kann das Verfahren
fortgesetzt werden. (2) Wird die Bewilligung vor der rechtskräftigen Entscheidung
über das Bestehen des Rechts erteilt, so ist die Entscheidung über
die Auflagen und über die Entschädigung insoweit vorzubehalten. § 11Beweissicherung,
Sicherheitsleistung (1) 1Zur Sicherung des Beweises von Tatsachen, die für
eine Entscheidung der Wasserbehörde von Bedeutung sein können,
insbesondere zur Feststellung des Zustands einer Sache, kann die
Wasserbehörde auf Antrag oder von Amts wegen die erforderlichen
Maßnahmen anordnen, wenn andernfalls die Feststellung unmöglich oder
wesentlich erschwert werden würde. 2Antragsberechtigt ist, wer
ein rechtliches Interesse an der Feststellung hat. (2) 1Die Wasserbehörde kann die Leistung einer
Sicherheit verlangen, soweit diese erforderlich ist, um die Erfüllung von
Bedingungen, Auflagen oder sonstigen Verpflichtungen zu sichern.
2Der Bund, das Land und Körperschaften und Anstalten des
öffentlichen Rechts sind von der Sicherheitsleistung frei. 3Auf
die Sicherheitsleistung sind die §§ 232 und 234 bis 240 des
Bürgerlichen Gesetzbuchs anzuwenden. § 12Erlaubnisverfahren bei
Industrieanlagen und ähnlichen Anlagen (1) Ist mit dem Betrieb oder der Änderung des Betriebes einer
Anlage im Sinne des Artikels 2 Nr. 3 der Richtlinie 2008/1/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 15.Januar 2008 über die
integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (ABl. EU Nr. L
24 S.8) eine Gewässerbenutzung nach § 9 Abs. 1 Nr. 4 oder Abs. 2 Nr.
2 WHG oder eine wesentliche Änderung dieser Gewässerbenutzung
verbunden, so sind neben den sonstigen Bestimmungen über die Erteilung der
Erlaubnis die Absätze 2 bis 4 sowie die §§ 13 bis 17 zu
beachten. (2) Für das Verfahren über die Erteilung einer Erlaubnis nach
Absatz 1 gilt § 9 Abs. 1 und 2 entsprechend. (3) Die Wasserbehörde stimmt das wasserrechtliche
Erlaubnisverfahren einschließlich des Inhalts der Erlaubnis auf das
immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren einschließlich des
Inhalts der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung ab. (4) 1Die Entscheidung über den Antrag auf Erteilung der
Erlaubnis ist öffentlich bekannt zu machen. 2In der
öffentlichen Bekanntmachung ist anzugeben, wo und wann der Bescheid und
seine Begründung eingesehen werden können. § 13Angaben des Antragstellers 1Der Antragsteller hat den Antrag
auf Genehmigung der Anlage nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz und Angaben
über Art, Menge und Herkunft der Stoffe, die in das Gewässer
eingeleitet werden sollen, sowie die dadurch verursachten erheblichen
Umweltauswirkungen, den Ort des Abwasseranfalls und der Zusammenführung der
Abwasserströme, die zur Vermeidung oder, wenn die Vermeidung nicht möglich ist,
die zur Verringerung der Einleitung der Stoffe in das Gewässer
vorgesehenen Maßnahmen, die vorgesehenen Maßnahmen zur Überwachung der in das
Gewässer eingeleiteten Stoffe und die wichtigsten vom Antragsteller gegebenenfalls geprüften
Alternativen in einer Übersicht vorzulegen. 2Dem Antrag ist eine nicht technische
Zusammenfassung der Angaben nach Satz 1 beizufügen. § 14Grenzüberschreitende
Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung 1Kann die Gewässerbenutzung erhebliche Auswirkungen auf
die Umwelt in einem anderen Staat haben oder ersucht ein anderer Staat, der
möglicherweise von den Auswirkungen auf die Umwelt erheblich berührt
wird, darum, so stellt die zuständige Behörde den von dem anderen
Staat benannten Behörden die Antragsunterlagen nach § 13 zum gleichen
Zeitpunkt zur Verfügung wie den nach § 73 Abs. 2 VwVfG zu
beteiligenden Behörden; dabei ist eine angemessene Frist für die
Mitteilung einzuräumen, ob eine Teilnahme an dem Verfahren gewünscht
wird. 2Wenn der andere Staat die zu beteiligenden Behörden
nicht benannt hat, ist die oberste für Umweltangelegenheiten
zuständige Behörde des anderen Staates zu unterrichten.
3§ 11a Abs. 3 bis 7 der Verordnung über das
Genehmigungsverfahren in der Fassung vom 29.Mai 1992 (BGBl. I S.1001), zuletzt
geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 23.Oktober 2007 (BGBl. I
S.2470), gilt entsprechend. § 15Inhalt der Erlaubnis (1) Die Erlaubnis muss die notwendigen Bestimmungen enthalten, um
weiträumige oder grenzüberschreitende nachteilige Auswirkungen auf
die Umwelt so weit wie möglich zu vermindern und ein hohes Schutzniveau
für die Umwelt insgesamt zu gewährleisten. (2) 1Die Erlaubnis enthält
mindestens Bestimmungen über Höchstwerte für die Einleitung insbesondere der
Anlage 1 aufgeführten Stoffe
oder über die Höchstwerte erweiternde oder ersetzende Parameter oder
technische Maßnahmen; dabei sind die Art der Schadstoffe und die Gefahr
der Verlagerung nachteiliger Auswirkungen auf die Umwelt von Wasser auf Boden
oder Luft zu berücksichtigen, über die erforderlichen Maßnahmen zur Überwachung
der eingeleiteten Schadstoffe einschließlich der Methode und
Häufigkeit der Messungen sowie des Bewertungsverfahrens, über die Verpflichtung, die Daten vorzulegen, die für die
Prüfung der Einhaltung der Erlaubnis erforderlich sind, und über die Maßnahmen, die bei anderen als normalen
Betriebsbedingungen zu treffen sind; dabei sind insbesondere die aus der
Inbetriebnahme, dem kurzzeitigen Abfahren sowie der endgültigen
Stilllegung der Anlage, die durch das unbeabsichtigte Austreten von Stoffen und
durch Störungen entstehenden Gefahren für das Gewässer zu
berücksichtigen. 2Die Ergebnisse der Überwachung
nach Satz 1 Nr. 2 sind, soweit sie der Behörde vorliegen, der
Öffentlichkeit nach den Bestimmungen des Umweltinformationsgesetzes
zugänglich zu machen. (3) Werden durch Rechtsvorschriften Anforderungen an die Reinheit des
Gewässers gestellt, die nach dem Stand der Technik nicht zu erfüllen
sind, so enthält die Erlaubnis zusätzliche Bestimmungen zur
Einhaltung dieser Vorschriften. § 16Überprüfung der
Erlaubnis und nachträgliche Bestimmungen (1) 1Die nach § 15
getroffenen Bestimmungen sind regelmäßig zu überprüfen.
2Genügen sie den Erfordernissen des § 15 Abs. 1 nicht
mehr, so sind nachträgliche Bestimmungen zu treffen. 3Diese
sind insbesondere dann erforderlich, wenn die Überprüfung ergibt,
dass die nach § 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 festgelegten
Höchstwerte, gleichwertigen Parameter oder technischen Maßnahmen
für den Schutz der Gewässer nicht ausreichend sind, wesentliche Veränderungen des Standes der Technik eine
erhebliche Verminderung der ins Wasser eingeleiteten Stoffe ermöglichen,
ohne unverhältnismäßige Kosten zu verursachen, andere Techniken angewandt werden müssen, um die Sicherheit der
eingesetzten Verfahren zu gewährleisten oder durch Rechtsvorschriften neue Anforderungen gestellt werden. (2) Die §§ 9 und 12 Abs. 3 und 4 gelten entsprechend. § 17Unterrichtung über
Störungen und Unfälle Der Inhaber einer Erlaubnis nach § 12 Abs. 1 hat die
Wasserbehörde unverzüglich über alle Störungen und
Unfälle mit möglichen erheblichen Umweltauswirkungen auf
Gewässer zu unterrichten. § 18Maßnahmen beim
Erlöschen alter Rechte und alter Befugnisse (zu § 20 WHG) 1Ist ein altes Recht oder eine alte Befugnis ganz oder
teilweise erloschen, so kann die Wasserbehörde die in § 7 Abs. 1
vorgesehenen Anordnungen treffen. 2§ 7 Abs. 2 und 3 gilt
sinngemäß. § 19Inhalt und Umfang alter Rechte
und alter Befugnisse (zu § 20 WHG) (1) Inhalt und Umfang der alten Rechte und alten Befugnisse bestimmen
sich, wenn sie auf besonderem Titel beruhen, nach diesem, sonst nach den
bisherigen Gesetzen. (2) 1Stehen Inhalt oder Umfang eines alten Rechts oder einer
alten Befugnis nicht oder nur teilweise fest, so werden sie auf Antrag ihres
Inhabers von der Wasserbehörde festgestellt. 2Die Feststellung
kann auch von Amts wegen erfolgen. 3Rechte Dritter werden von der
Feststellung nicht berührt. § 20Ausgleichsverfahren (zu §
22 WHG) Die Kosten des Ausgleichsverfahrens nach § 22 WHG tragen die
Beteiligten nach ihrem zu schätzenden Vorteil aus der
Gewässerbenutzung. §
21Wasserentnahmegebührenpflicht (1) Das Land erhebt für Benutzungen nach § 9 Abs. 1 Nrn. 1 und
5 WHG (Wasserentnahmen) eine Gebühr. (2) Die Gebühr wird nicht erhoben
für Wasserentnahmen zur Grundwasseranreicherung, zur Bewirtschaftung von Talsperren, zur unterirdischen Grundwasseraufbereitung, zur Grundwasserreinigung oder Bodensanierung, zur Hochwasserentlastung, aus oberirdischen Gewässern zur Erhaltung oder Verbesserung der
Güte oder zum Ausgleich von Wasserverlusten eines anderen Gewässers,
zur Wasserkraftnutzung, zur Gewinnung von Wärme aus dem Wasser, soweit es demselben
Gewässer wieder zugeführt wird, zum Abbau von Sand oder Kies, soweit das Wasser demselben
Gewässer wieder zugeführt wird, aus oberirdischen Gewässern zur Fischhaltung, aus staatlich anerkannten Heilquellen sowie aus oberirdischen
Gewässern zu Heilzwecken, soweit das Wasser nicht in geschlossenen
Behältnissen vertrieben wird, zur Wasserhaltung beim über- oder untertägigen Abbau von
Bodenschätzen, zur Abwehr von Schäden an Gebäuden, die öffentlichen
Zwecken dienen, oder an sonstigen Gebäuden, wenn deren Eigentümer die
Notwendigkeit der Entnahme nicht mit verursacht hat und im Fall des Erwerbs
auch nicht kannte, zur besseren Ausbeutung von Erdölvorkommen, zur Frostschutzberegnung, zur Nasslagerung von Stammholz in der Forstwirtschaft, aus oberirdischen Gewässern zum Befüllen von Dockanlagen
von Werften. (3) Wird in den Fällen des Absatzes 2 das Wasser auch zu einem
anderen, nicht in Absatz 2 genannten Zweck verwendet, so wird insoweit die
Gebühr erhoben. (4) Die Gebühr wird nicht für erlaubnis- oder
bewilligungsfreie Wasserentnahmen nach § 8 Abs. 2 und 3, § 46 Abs. 1
und 2 WHG sowie den §§ 32 und 86 dieses Gesetzes erhoben. (5) Ist die Gebühr, die ein Gebührenschuldner für einen
Veranlagungszeitraum zu entrichten hat, nicht höher als 260 Euro, so wird
sie nicht erhoben. (6) Die Wasserbehörde kann von der
Gebührenpflicht befreien, wenn die Wasserentnahme dazu dient, Natur und Landschaft zu schützen, zu pflegen oder zu entwickeln
oder ein Kulturdenkmal zu erhalten. § 22Höhe der Gebühr (1) 1Die Höhe der Gebühr bemisst sich nach der
Anlage 2. 2Bei der
Berechnung der Gebühr gilt Grundwasser, das im Zusammenhang mit dem Abbau
oder der Gewinnung von Kies, Sand, Torf, Steinen oder anderen
Bodenbestandteilen freigelegt worden ist, als oberirdisches Gewässer.
3Wird Wasser für mehrere Zwecke verwendet, so ist die
Gebühr nach dem Verwendungszweck mit dem höchsten Gebührensatz
zu berechnen. (2) 1Die Wasserbehörde ermäßigt auf Antrag
die Gebühr nach Nummer 2.3 oder 3.5 der Anlage 2 für eine
Wasserentnahme zur Herstellung eines Erzeugnisses um drei Viertel, wenn bei der
Herstellung alle zumutbaren Maßnahmen zur Wassereinsparung getroffen
worden sind. 2Die Gebühr nach Nummer 3.5 der Anlage 2 darf nur
ermäßigt werden, wenn die Verwendung von Wasser aus oberirdischen
Gewässern unzumutbar ist. (3) Die Wasserbehörde
ermäßigt auf Antrag die Gebühr nach Nummer 2.1 oder 3.2 der
Anlage 2 um die Hälfte, wenn in dem Betrieb durch Nutzung der erzeugten Wärmeenergie ein energetischer
Wirkungsgrad von mindestens 70 vom Hundert erreicht wird oder die abzuführende Wärmemenge durch ihre Nutzung um 50 vom
Hundert verringert wird und damit Wasser zur Kühlung eingespart
wird. § 23Gebührenschuldner,
Veranlagungszeitraum, Erklärungspflicht (1) Die Gebühr schuldet, wer das Gewässer benutzt. (2) Veranlagungszeitraum ist das Kalenderjahr. (3) 1Wer die Gebühr schuldet, hat der Wasserbehörde
in einer Erklärung bis zum 15.Februar des dem Veranlagungszeitraum
folgenden Jahres die zur Festsetzung der Gebühr erforderlichen Angaben zu
machen und durch geeignete Nachweise zu belegen. 2Für die
Erklärung ist ein Vordruck nach einem vom Fachministerium bekannt
gemachten Muster zu verwenden. § 24Festsetzung, Fälligkeit,
Vorauszahlung (1) 1Die Gebühr wird von der Wasserbehörde durch
schriftlichen Bescheid festgesetzt (Gebührenbescheid). 2Sie ist
einen Monat nach Bekanntgabe des Gebührenbescheides fällig. (2) 1Der Gebührenschuldner hat am 1.Juli des jeweiligen
Veranlagungszeitraumes eine Vorauszahlung in Höhe der zuletzt
festgesetzten Gebühr zu entrichten, sofern diese mehr als 2 600 Euro
beträgt. 2Ist noch kein Gebührenbescheid ergangen, so ist
eine Vorauszahlung in Höhe der erwarteten Gebühr festzusetzen.
3Wird eine Gebühr für die Entnahme von Wasser zur
landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Beregnung
oder Berieselung erhoben, so entfällt die Pflicht nach Satz 1. (3) Die Wasserbehörde kann, auch nachträglich, die
Vorauszahlung ermäßigen, erhöhen oder auf sie verzichten, wenn
für den laufenden Veranlagungszeitraum eine erheblich niedrigere oder
höhere als die zuletzt festgesetzte Gebühr zu erwarten ist. § 25Anwendung der Abgabenordnung
(1) Bei der Festsetzung und Erhebung der
Gebühr für Wasserentnahmen sind die folgenden Vorschriften der
Abgabenordnung (AO) in der Fassung vom 1.Oktober 2002 (BGBl. I S.3866; 2003 I
S.61), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 30.Juli 2009
(BGBl. I S.2474), entsprechend anzuwenden: über den Zufluss von steuerlichen Nebenleistungen § 3 Abs.
4 und 5, über die Haftungsbeschränkung für Amtsträger die
§§ 7 und 32, über die Steuerpflichtigen die §§ 33 bis 36, über das Steuerschuldverhältnis § 37 Abs. 2, die
§§ 38, 40 bis 42, 44 Abs. 1 und 2 Sätze 1 bis 3 sowie die
§§ 45 und 47 bis 49, über die Haftung die §§ 69 bis 71, 73 bis 75 und 77
Abs. 1, über die Beweismittel die §§ 92, 93, 96 Abs. 1 bis 7
Sätze 1 und 2, die §§ 97 bis 99, 101 Abs. 1 und die §§
102 bis 107, über Fristen, Termine und Wiedereinsetzung die §§ 108
bis 110, über die Steuererklärungen § 149 Abs. 1, § 152
Abs. 1 bis 3 sowie § 153 Abs. 1 und 2, über die Steuerfestsetzung § 155 Abs. 3, § 156 Abs.
2, die §§ 162 bis 165, § 169 Abs. 1 und 2 Satz 1 Nr. 2,
Sätze 2 und 3, § 170 Abs. 1 und 2 Satz 1 Nr. 1, § 171 Abs. 1 bis
3a, 7 und 9 sowie die §§ 173, 174 und 191, über Stundung, Aufrechnung, Erlass und Verjährung die
§§ 222, 224 Abs. 2 und die §§ 225 bis 232, über die Verzinsung die §§ 234 bis 239, über Säumniszuschläge § 240, über die Sicherheitsleistung die §§ 241 bis 248,
über die Niederschlagung § 261. (2) Soweit sich aus den vorstehend genannten Vorschriften nichts anderes
ergibt, ist das Verwaltungsverfahrensgesetz anzuwenden. § 26Erfassung der Wasserentnahmen
1Wer für eine Wasserentnahme gebührenpflichtig
werden kann, hat die Wassermenge durch geeignete Geräte zu messen.
2Die Messergebnisse sind aufzuzeichnen, aufzubewahren und der
Wasserbehörde auf Verlangen vorzulegen. 3Art, Anzahl und
Aufstellungsort der Geräte können durch die Wasserbehörde
festgelegt werden. 4Die Pflicht zur Messung der entnommenen
Wassermenge entfällt, wenn die durch die Messung verursachten Kosten
außer Verhältnis zu der zu erwartenden Gebührenpflicht stehen.
§ 27Wasserentnahmen - Straf- und
Bußgeldvorschriften (1) Für die Hinterziehung von Gebühren für
Wasserentnahmen sind die Strafvorschriften des § 370 Abs. 1, 2 und 4, des
§ 371 und des § 376 AO über die Steuerhinterziehung und die
Bußgeldvorschrift des § 378 AO über die leichtfertige
Steuerverkürzung entsprechend anzuwenden. (2) Das Höchstmaß der Freiheitsstrafe bei entsprechender
Anwendung des § 370 Abs. 1 AO beträgt zwei Jahre. § 28Verwendung (1) 1Aus dem Aufkommen der Gebühr für
Wasserentnahmen ist vorab der Verwaltungsaufwand zu decken, der dem Land und
den zuständigen kommunalen Körperschaften durch den Vollzug der
§§ 21 bis 28 sowie des § 59 Abs. 2 dieses Gesetzes und des
§ 78 Abs. 5 Satz 2 WHG entsteht. 2Die Höhe des zu
berücksichtigenden Verwaltungsaufwandes bemisst sich nach dem Ansatz im
Haushaltsplan des Landes. (2) 1Zur Deckung ihres Verwaltungsaufwandes erhalten die
zuständigen kommunalen Körperschaften aus dem Ansatz nach Absatz 1
pauschale Zuweisungen. 2Die Höhe richtet sich nach der Zahl der
Gebührenschuldner. (3) 1Das verbleibende Aufkommen
ist für Maßnahmen zum Schutz der Gewässer und des
Wasserhaushalts, für sonstige Maßnahmen der Wasserwirtschaft und
für Maßnahmen des Naturschutzes zu verwenden. 2Mindestens
40 vom Hundert des Gesamtaufkommens sind für folgende Maßnahmen
einzusetzen: Zuschüsse an Wasserversorgungsunternehmen für den Erwerb
oder die Pacht von Flächen in Wasserschutzgebieten, Ausgleichs- und Entschädigungsleistungen im Sinne von § 59
Abs. 2, Förderung der sparsamen Wasserverwendung, insbesondere von
Modell- und Pilotvorhaben bei kleinen und mittleren Unternehmen, in Wasserschutzgebieten und in sonstigen Gebieten, die in einer
Bewilligung oder Erlaubnis zur Entnahme von Wasser für die
öffentliche Wasserversorgung als Einzugsgebiet dargestellt sind
(Trinkwassergewinnungsgebiete), a) zusätzliche Beratung der land- oder forstwirtschaftlichen
oder erwerbsgärtnerischen Nutzer von Grundstücken
einschließlich der damit im Zusammenhang stehenden Boden- und
Gewässeruntersuchungen, b) Ausgleich von wirtschaftlichen Nachteilen, die aufgrund einer
vertraglich vereinbarten, über die gute fachliche Praxis hinausgehenden
Einschränkung der land- oder forstwirtschaftlichen oder
erwerbsgärtnerischen Nutzung von Grundstücken entstehen, c) Erkundung und Bewertung von Grundwasserbelastungen, Maßnahmen zur Erreichung der Bewirtschaftungsziele für das
Grundwasser nach § 47 WHG, Erforschung einer besonders auf den Grundwasserschutz ausgerichteten
Land- und Forstwirtschaft sowie eines entsprechend ausgerichteten
Erwerbsgartenbaus in Wasserschutzgebieten anhand von Modellen und
Pilotvorhaben, Erforschung einer schonenden Grundwasserbewirtschaftung, Förderung der Renaturierung der Flussauen und
Feuchtgrünlandbereiche zum Zweck der Wasserrückhaltung und
Grundwasserneubildung, Naturschutzprogramme zum Schutz der Gewässer, des
Wasserhaushalts und des Dauergrünlands und Erschwernisausgleich nach der Verordnung über den
Erschwernisausgleich und den Vertragsnaturschutz in geschützten Teilen von
Natur und Landschaft. (4) 1Das Land gewährt einem Wasserversorgungsunternehmen
für die aufgrund von Maßnahmen nach Absatz 3 Satz 2 Nr. 4 Buchst. a
und b entstehenden Kosten eine Finanzhilfe, wenn die Maßnahmen dem
vorsorgenden Trinkwasserschutz dienen und auf der Grundlage eines in
gleichberechtigter Zusammenarbeit mit im Trinkwassergewinnungsgebiet
bodenbewirtschaftenden Personen erarbeiteten Schutzkonzepts vereinbart wurden.
2Durch einen nach Maßgabe der Verordnung nach Absatz 5 vom
Land mit dem Wasserversorgungsunternehmen geschlossenen Vertrag werden die
durch Maßnahmen nach Satz 1 im Vertragszeitraum zu erreichenden Ziele und
die Höhe der Finanzhilfe festgelegt; dabei sind die voraussichtlich
für die Finanzhilfe insgesamt zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel
zu berücksichtigen. 3Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend
für juristische Personen, zu denen sich mehrere
Wasserversorgungsunternehmen oder ein oder mehrere Wasserversorgungsunternehmen
mit bodenbewirtschaftenden Personen zusammengeschlossen haben. (5) Das Fachministerium kann durch Verordnung
regeln die Anforderungen an die gleichberechtigte Zusammenarbeit der
Wasserversorgungsunternehmen mit bodenbewirtschaftenden Personen, insbesondere
bei der Erarbeitung und Umsetzung des Schutzkonzepts, die Grundlagen der Verteilung der insgesamt zur Verfügung
stehenden Finanzhilfemittel auf die Trinkwassergewinnungsgebiete, den gestaffelten Beginn und die Dauer der Verträge nach Absatz
4 Satz 2, die Anforderungen an Inhalt und Umsetzung des Schutzkonzepts, die mindestens nachzuweisenden voraussichtlichen Kosten, die Vorrangigkeit der Inanspruchnahme von Mitteln aus anderen
öffentlichen Förderprogrammen, die Voraussetzungen und die Höhe einer Eigenbeteiligung an den
Kosten nach Absatz 4 Satz 1, das Verfahren zur Auszahlung der Finanzhilfe, die Prüfung der Verwendung der Finanzhilfe und des Erreichens
der Vertragsziele sowie die Voraussetzungen für die Rückforderung der Finanzhilfe.
§ 29Gewässerkundlicher
Landesdienst (1) Zur Ermittlung, Aufbereitung und Sammlung der hydrologischen Daten,
die für die wasserwirtschaftlichen oder sich auf den Wasserhaushalt
auswirkenden Planungen, Entscheidungen und sonstigen Maßnahmen
erforderlich sind, unterhält das Land einen gewässerkundlichen Dienst
(gewässerkundlicher Landesdienst). (2) Aufgabe des gewässerkundlichen
Landesdienstes ist es insbesondere, in dem vom Fachministerium festzulegenden Umfang an Messstellen in
Gewässern quantitative und qualitative Daten zu ermitteln, die
Messergebnisse auszuwerten und zu veröffentlichen, die Auswirkungen von Benutzungen auf die Gewässer zu
untersuchen und zu beurteilen sowie das hydrologische Gesamtbild vom jeweiligen Zustand der
Gewässer und ihrer ökologischen Veränderungen
regelmäßig in einem Bericht darzustellen. (3) 1Der gewässerkundliche
Landesdienst hat alle Stellen des Landes und die dessen Aufsicht unterstehenden
juristischen Personen des öffentlichen Rechts zu beraten. 2Er
ist bei allen Planungen, Entscheidungen und sonstigen Maßnahmen zu
beteiligen, es sei denn, dass wesentliche Auswirkungen auf den Wasserhaushalt
nicht zu erwarten sind. 31m Rahmen seiner Tätigkeit nach den Sätzen 1
und 2 soll der gewässerkundliche Landesdienst zusätzlich erforderliche hydrologische Daten ermitteln oder
ermitteln lassen und aufbereiten, die Wasserbehörden bei der Gewässeraufsicht
unterstützen. (4) Die in Absatz 3 Satz 1 genannten Stellen und juristischen Personen
des öffentlichen Rechts haben dem gewässerkundlichen Landesdienst die
für seine Aufgabenerfüllung erforderlichen Daten auf Verlangen zu
übermitteln. § 30Befugnisse des
gewässerkundlichen Landesdienstes (1) Soweit die Erfüllung der Aufgaben
des gewässerkundlichen Landesdienstes es erfordert, steht dessen
Beauftragten das Recht zu, Betriebsgrundstücke und -räume während der
Betriebszeit zu betreten, Grundstücke und Anlagen, die nicht zum unmittelbar angrenzenden
befriedeten Besitztum von Betriebsgrundstücken und -räumen
gehören, jederzeit zu betreten, Wasser-, Boden-, Flüssigkeits- und Feststoffproben zu
entnehmen, Bohrungen und Pumpversuche durchzuführen, Geräte und Stoffe zu Messungen und Untersuchungen einzubringen,
von den zur Unterhaltung der Gewässer Verpflichteten, den
Benutzern der Gewässer sowie den an eine Abwasseranlage angeschlossenen
Betrieben Auskünfte und Aufzeichnungen zu verlangen. (2) Bei außergewöhnlichen Verunreinigungen eines
Gewässers sind die Beauftragten des gewässerkundlichen Landesdienstes
auch befugt, im Wege der Funktionskontrolle jederzeit den Reinigungsprozess in
Abwasserbehandlungsanlagen zu verfolgen, um ihren Wirkungsgrad festzustellen
und die Ursachen von Funktionsstörungen aufzuklären. (3) Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 des
Grundgesetzes) wird durch die Absätze 1 und 2 eingeschränkt. (4) Persönliche oder sachliche Verhältnisse, die den
Beauftragten des gewässerkundlichen Landesdienstes bei der Ausübung
ihrer Befugnisse bekannt werden, sind geheim zu halten. (5) 1Entstehen durch Maßnahmen nach den Absätzen 1
und 2 Schäden oder Nachteile, so ist der Betroffene zu entschädigen.
2Dies gilt nicht, soweit der Betroffene zu den Maßnahmen
Anlass gegeben hat. § 31Messanlagen (1) 1Soweit die Erfüllung der Aufgaben des
gewässerkundlichen Landesdienstes es erfordert, kann die
Wasserbehörde den Eigentümer eines Grundstücks oder einer
baulichen Anlage sowie den zum Besitz oder zur Nutzung des Grundstücks
oder der Anlage Berechtigten verpflichten, die Errichtung und den Betrieb von
Messanlagen (Pegeln, Gütemessstationen, Grundwasser- und anderen
Messstellen) auf dem Grundstück oder der Anlage zu dulden und Handlungen
zu unterlassen, die die Messergebnisse beeinflussen können.
2Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 des
Grundgesetzes) wird insoweit eingeschränkt. 3Entstehen
Schäden oder Nachteile, so ist der Verpflichtete zu entschädigen.
(2) Auf die Messstellen des gewässerkundlichen Landesdienstes
(§ 29 Abs. 2 Nr. 1) ist bei der Entscheidung über einen Antrag auf
Erteilung einer Erlaubnis, einer Bewilligung oder einer Genehmigung und im
Planfeststellungsverfahren Rücksicht zu nehmen. Zweiter Abschnitt Bewirtschaftung oberirdischer Gewässer
§ 32Arten und Zulässigkeit des
Gemeingebrauchs (zu § 25 WHG) (1) 1Jedermann darf die natürlichen fließenden
Gewässer, außer Talsperren und Wasserspeicher, zum Baden, Tauchen
einschließlich des Sporttauchens mit Atemgeräten, Waschen,
Tränken, Schwemmen, Schöpfen mit Handgefäßen, zum Eissport
und zum Befahren mit kleinen Fahrzeugen ohne Eigenantrieb benutzen, soweit
nicht Rechte anderer entgegenstehen und soweit Befugnisse oder der
Eigentümer- oder Anliegergebrauch anderer dadurch nicht
beeinträchtigt werden. 2Mit derselben Beschränkung darf
jeder Grund-, Quell- und Niederschlagswasser einleiten, wenn es nicht durch
gemeinsame Anlagen geschieht und das eingeleitete Niederschlagswasser nicht
Stoffe enthält, die geeignet sind, dauernd oder in einem nicht nur
unerheblichen Ausmaß schädliche Veränderungen der
physikalischen, chemischen oder biologischen Beschaffenheit des Wassers
herbeizuführen. (2) Die Wasserbehörde kann das Befahren mit kleinen Fahrzeugen, die
durch Motorkraft angetrieben werden, als Gemeingebrauch gestatten. (3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für Gewässer, die in
Hofräumen, Betriebsgrundstücken, Gärten und Parkanlagen liegen
und Eigentum der Anlieger sind. (4) 1An Talsperren und Wasserspeichern, an stehenden und an
künstlichen Gewässern kann die Wasserbehörde mit Zustimmung des
Eigentümers und des Unterhaltungspflichtigen den Gemeingebrauch
(Absätze 1 und 2) zulassen. 2Die Zulassung kann auf einzelne
Arten des Gemeingebrauchs beschränkt werden. 3Sie gilt als
erteilt, soweit der Gemeingebrauch am 15.Juli 1960 ausgeübt worden ist.
(5) 1Schiffbare Gewässer darf jedermann zur Schifffahrt
benutzen. 2Welche Gewässer schiffbar sind, bestimmt das
für den Verkehr zuständige Ministerium im Einvernehmen mit dem
Fachministerium durch Verordnung. 3Auf anderen Gewässern kann
die für den Verkehr zuständige Behörde im Einvernehmen mit der
Wasserbehörde die Schifffahrt allgemein oder im Einzelfall widerruflich
zulassen; sie gilt als zugelassen, soweit sie am 15.Juli 1960 ausgeübt
worden ist. § 33Duldungspflicht der Anlieger (zu
§ 25 WHG) (1) 1Die Anlieger der zur Schifffahrt benutzten Gewässer
(§ 32 Abs. 5) haben das Landen und Befestigen der Schiffe zu dulden.
2Das gilt in Notfällen auch für private Ein- und
Ausladestellen; die Anlieger haben dann auch das zeitweilige Aussetzen der
Ladung zu dulden. (2) 1Bei Schäden hat der Geschädigte Anspruch auf
Schadenersatz. 2Der Anspruch verjährt in einem Jahr.
3Für den Schaden ist der Schiffseigner verantwortlich, soweit
nicht bundesrechtlich etwas anderes bestimmt ist. § 34Regelung des Gemeingebrauchs (zu
§ 25 WHG) Die Wasserbehörde kann aus Gründen des Wohls der
Allgemeinheit, insbesondere der Ordnung des Wasserhaushalts, des Verkehrs, der
Gefahrenabwehr, der Sicherstellung der Erholung oder der Erhaltung von Natur
und Landschaft, den Gemeingebrauch durch Verordnung oder Verfügung regeln,
beschränken oder verbieten. § 35Benutzung zu Zwecken der
Fischerei (zu § 25 WHG) Zu Zwecken der Fischerei dürfen Fischnahrung, Fischereigeräte
und dergleichen in oberirdische Gewässer ohne Erlaubnis oder Bewilligung
eingebracht werden, wenn dadurch keine signifikanten nachteiligen Auswirkungen
auf den Gewässerzustand oder den Wasserabfluss entstehen. § 36Bewirtschaftungsziele für
oberirdische Gewässer (zu § 27 WHG) (1) Das Fachministerium regelt, soweit es die
Umsetzung der Richtlinie 2000/60/EG erfordert, für die
Überprüfung, ob die Bewirtschaftungsziele nach § 27 WHG erreicht
sind oder erreicht werden können, durch Verordnung eine jeweils fachlichen Gesichtspunkten folgende Erfassung und
Beschreibung der oberirdischen Gewässer, die Anforderungen an den guten ökologischen und chemischen
Zustand der oberirdischen Gewässer, eine Zusammenstellung und Beurteilung der Belastungen der
oberirdischen Gewässer, eine Zusammenstellung und Beurteilung der Auswirkungen der
Belastungen der oberirdischen Gewässer und eine Überwachung, Einstufung und Darstellung des Zustands der
oberirdischen Gewässer. (2) 1Das Fachministerium bestimmt durch Verordnung zur
Umsetzung von Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft, die zur
Ergänzung der Richtlinie 2000/60/EG erlassen werden, die Maßnahmen
zur Verminderung der Verschmutzung oberirdischer Gewässer durch
prioritäre Stoffe sowie zur Beendigung oder schrittweisen Einstellung von
Einleitungen oder sonstigen Einträgen prioritärer gefährlicher
Stoffe. 2Prioritäre Stoffe und prioritäre gefährliche
Stoffe nach Satz 1 sind die Stoffe, die als solche durch Rechtsakte der
Europäischen Gemeinschaft festgelegt sind. § 37Einteilung der oberirdischen
Gewässer (1) Die oberirdischen Gewässer werden nach ihrer
wasserwirtschaftlichen Bedeutung in drei Ordnungen eingeteilt (§§ 38
bis 40). (2) Natürliche oberirdische Gewässer, die von einem
natürlichen oberirdischen Gewässer abzweigen und sich wieder mit
diesem vereinigen (Nebenarme) sowie Mündungsarme eines natürlichen
oberirdischen Gewässers gehören zu der Ordnung, der das
Hauptgewässer an der Abzweigungsstelle angehört, wenn sich nicht aus
der Anlage 3 oder aus der Verordnung nach § 39 Satz 1 etwas anderes
ergibt. § 38Gewässer erster Ordnung
(1) Gewässer erster Ordnung sind die
Gewässer, die wegen ihrer erheblichen Bedeutung für die
Wasserwirtschaft Binnenwasserstraßen im Sinne von § 1 Abs. 1 Nr. 1 WaStrG
sind, in der
Anlage 3 aufgeführt sind.
(2) Das Fachministerium wird ermächtigt, das Verzeichnis der Anlage
3 durch Verordnung zu ändern, wenn ein Gewässer aufgrund von § 2
WaStrG Bundeswasserstraße geworden ist oder die Eigenschaft als
Bundeswasserstraße verloren hat. § 39Gewässer zweiter Ordnung
1Gewässer zweiter Ordnung sind die nicht zur ersten
Ordnung gehörenden Gewässer, die wegen ihrer überörtlichen
Bedeutung für das Gebiet eines Unterhaltungsverbandes (§ 63) in einem
Verzeichnis aufgeführt sind, das die Wasserbehörde als Verordnung
aufstellt. 2Sie hat vor dem Erlass oder der Änderung der
Verordnung den Unterhaltungsverband zu hören und den bisher oder
künftig Unterhaltungspflichtigen Gelegenheit zu geben, sich zu
äußern. § 40Gewässer dritter Ordnung
Gewässer dritter Ordnung sind diejenigen oberirdischen
Gewässer, die nicht Gewässer erster oder zweiter Ordnung sind. § 41Eigentumsgrenzen am und im
Gewässer (1) 1Gehören Gewässer und Ufergrundstück
verschiedenen Eigentümern, so ist die Eigentumsgrenze zwischen ihnen im
Zweifel die Linie des mittleren Wasserstandes, bei Gewässern im Tidegebiet
die Linie des mittleren Tidehochwasserstandes. 2Dies gilt
entsprechend für die Abgrenzung eines Ufergrundstücks gegenüber
einem Gewässer, das in niemandes Eigentum steht. (2) 1Mittlerer Wasserstand und mittlerer Tidehochwasserstand
ist das Mittel der Wasserstände aus der Jahresreihe der 20 Abflussjahre
(1.November bis 31.Oktober), die dem Grenzherstellungsverfahren vorangegangen
sind und deren letzte Jahreszahl durch fünf ohne Rest teilbar ist.
2Stehen Wasserstandsbeobachtungen für 20 Jahre nicht zur
Verfügung, so gilt das Mittel der Wasserstände der fünf
unmittelbar vorangegangenen Abflussjahre. 3Fehlt es auch insoweit an
hinreichenden Beobachtungen, so richtet sich die Eigentumsgrenze nach den
vorhandenen natürlichen Merkmalen, im Allgemeinen nach der Grenze des
Graswuchses. (3) Ist ein Gewässer zweiter oder dritter Ordnung Eigentum der
Anlieger, so ist es Bestandteil der Ufergrundstücke. (4) Ist ein Gewässer Bestandteil der
Ufergrundstücke und gehören die Ufergrundstücke verschiedenen
Eigentümern, so werden die Grundstücksgrenzen im Gewässer im
Zweifel gebildet für gegenüberliegende Grundstücke durch eine Linie,
die bei mittlerem Wasserstand, im Tidegebiet bei mittlerem Tidehochwasserstand,
in der Mitte des Gewässers verläuft, für nebeneinander liegende Grundstücke durch die
Verbindungslinie, die vom Endpunkt der Landgrenze am Gewässer auf
kürzestem Weg zu der Mittellinie nach Nummer 1 verläuft. § 42Anlandungen (1) 1Natürliche Anlandungen und Erdzungen gehören
den Anliegern, sobald das Recht zur Wiederherstellung des früheren
Zustands erloschen ist. 2Dasselbe gilt für Verbreiterungen der
Ufergrundstücke, die durch natürliche oder künstliche Senkung
des Wasserspiegels entstanden sind. 3§ 41 Abs. 4 Nr. 2 gilt
entsprechend. 4Das Recht zur Wiederherstellung bestimmt sich nach
§ 43 Abs. 2. (2) 1Bei Seen, seeartigen Erweiterungen und Teichen, die
nicht Eigentum der Anlieger sind, gehören Anlandungen, Erdzungen und
trockengelegte Randflächen innerhalb der bisherigen Eigentumsgrenzen den
Eigentümern des Gewässers. 2Diese haben jedoch den
früheren Anliegern den Zutritt zu dem See (der seeartigen Erweiterung, dem
Teich) zu gestatten, soweit es zur Ausübung des Gemeingebrauchs im bisher
geübten Umfang erforderlich ist. (3) Soweit die Beteiligten nicht etwas anderes vereinbaren, gelten die
Absätze 1 und 2 sinngemäß auch für künstliche
Anlandungen. § 43Abschwemmung, Überflutung
(1) Wird an einem fließenden Gewässer, das nicht Eigentum der
Anlieger ist, durch Abschwemmung, Hebung des Wasserspiegels oder andere
natürliche Ereignisse ein Ufergrundstück oder ein dahinterliegendes
Grundstück bei mittlerem Wasserstand oder an Tidegewässern bei
mittlerem Tidehochwasserstand (§ 41 Abs. 2) überflutet, so
wächst das Eigentum an den überfluteten Flächen dem
Eigentümer des Gewässers entsprechend den Eigentumsgrenzen an den
unverändert gebliebenen Gewässerteilen zu, sobald das Recht zur
Wiederherstellung des früheren Zustands erloschen ist. (2) 1Zur Wiederherstellung des früheren Zustands sind
die Eigentümer und die Nutzungsberechtigten der betroffenen
Grundstücke und des Gewässers und mit deren Zustimmung der
Unterhaltungspflichtige berechtigt. 2Das Recht zur Wiederherstellung
erlischt, wenn der frühere Zustand nicht binnen drei Jahren
wiederhergestellt ist. 3Die Frist beginnt mit Ablauf des Jahres, in
dem die Veränderung eingetreten ist. 4Solange über das
Recht zur Wiederherstellung ein Rechtsstreit anhängig ist, wird der Lauf
der Frist für die Prozessbeteiligten gehemmt. (3) 1Der frühere Zustand ist von dem
Unterhaltungspflichtigen wiederherzustellen, wenn es das Wohl der Allgemeinheit
erfordert und die Wasserbehörde es innerhalb von drei Jahren verlangt.
2Die Frist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem die
Veränderung eingetreten ist. 3§ 110 Abs. 2 gilt
entsprechend. § 44Stauanlagen (Begriff) Für Anlagen im Gewässer, die durch Hemmen des Wasserabflusses
den Wasserspiegel heben oder Wasser ansammeln sollen (Stauanlagen), gelten,
außer wenn sie nur vorübergehend bestehen, die §§ 45 bis
56. § 45Staumarken (1) Jede Stauanlage ist mit Staumarken zu versehen, die deutlich
anzeigen, auf welchen Stauhöhen und etwa festgelegten Mindesthöhen
der Wasserstand im Sommer und im Winter zu halten ist. (2) Die Höhenpunkte sind durch Beziehung auf amtliche Festpunkte zu
sichern. (3) 1Die Staumarken setzt und beurkundet die
Wasserbehörde. 2Der Unternehmer der Stauanlage und, soweit
tunlich, auch die anderen Beteiligten sind hinzuzuziehen. § 46Erhaltung der Staumarken (1) 1Der Unternehmer einer Stauanlage hat dafür zu
sorgen, dass die Staumarken und Festpunkte erhalten, sichtbar und
zugänglich bleiben. 2Er hat jede Beschädigung und
Änderung unverzüglich der Wasserbehörde anzuzeigen und bei
amtlichen Prüfungen unentgeltlich Arbeitshilfe zu stellen. (2) 1Wer die Staumarken oder Festpunkte ändern oder
beeinflussen will, bedarf der Genehmigung der Wasserbehörde.
2Für das Erneuern, Versetzen und Berichtigen von Staumarken
gilt § 45 Abs. 3 sinngemäß. § 47Kosten Die Kosten des Setzens oder Versetzens, der Erhaltung und Erneuerung
einer Staumarke trägt der Unternehmer. § 48Außerbetriebsetzen und
Beseitigen von Stauanlagen (1) Stauanlagen dürfen nur mit Genehmigung der Wasserbehörde
dauernd außer Betrieb gesetzt oder beseitigt werden. (2) Die Genehmigung darf nur versagt werden, wenn sich ein anderer, der
durch das Außerbetriebsetzen oder die Beseitigung der Stauanlage
geschädigt würde, verpflichtet, dem Unternehmer nach dessen Wahl die
Kosten der Erhaltung zu ersetzen oder die Stauanlage zu erhalten. (3) 1Auf Antrag des Unternehmers hat die Wasserbehörde
eine Frist zu bestimmen, in welcher der andere die Verpflichtung nach Absatz 2
übernommen haben muss, widrigenfalls die Genehmigung erteilt wird.
2Die Frist ist ortsüblich bekannt zu machen; die Kosten
trägt der Unternehmer. § 49Ablassen aufgestauten Wassers
(zu § 36 WHG) Aufgestautes Wasser darf nicht so abgelassen werden, dass Gefahren oder
Nachteile für fremde Grundstücke oder Anlagen entstehen oder die
Ausübung von Wasserbenutzungsrechten und -befugnissen beeinträchtigt
wird. § 50Maßnahmen bei Hochwasser
Wenn Hochwasser zu erwarten ist, kann die Wasserbehörde dem
Unternehmer aufgeben, die beweglichen Teile der Stauanlage zu öffnen und
alle Hindernisse (Treibzeug, Eis, Geschiebe und dergleichen) wegzuräumen,
um das aufgestaute Wasser unter die Höhe der Staumarken zu senken und den
Wasserstand möglichst auf dieser Höhe zu halten, bis das Hochwasser
fällt. § 51Ausnahmegenehmigung Die Wasserbehörde kann für Gewässer dritter Ordnung und
für Sieltore, die als Stauanlagen dienen, durch Verordnung oder
Verfügung Ausnahmen von den §§ 45 bis 50 zulassen. § 52Talsperren, Wasserspeicher Für Stauanlagen, deren Stauwerk von der Sohle des Gewässers
oder vom tiefsten Geländepunkt bis zur Krone höher als 5 m ist und
deren Sammelbecken mehr als 100 000 m3 fasst (Talsperren), sowie
für Wasserspeicher, die außerhalb eines Gewässers liegen und
mehr als 100 000 m3 fassen, gelten die §§ 53 bis 55. § 53Planfeststellung,
Plangenehmigung (1) 1Die Errichtung, Beseitigung oder wesentliche
Änderung einer Anlage nach § 52 bedarf der vorherigen
Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens. 2Ein Vorhaben
kann ohne vorherige Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens
genehmigt werden (Plangenehmigung), wenn es keiner
Umweltverträglichkeitsprüfung bedarf. 3Für das
Planfeststellungs- und das Plangenehmigungsverfahren gelten § 67 Abs. 1,
§ 68 Abs. 3, die §§ 69 bis 71 WHG und die §§ 107, 109
Abs. 1 Nr. 4, Abs. 2 und 4 sowie die §§ 111 bis 114 dieses Gesetzes
entsprechend. (2) Der Planfeststellung oder Plangenehmigung nach Absatz 1 unterliegen
solche Anlagen nicht, die in einem bergbehördlich geprüften
Betriebsplan zugelassen werden. § 54Plan Anlagen nach § 52 dürfen nur nach einem Plan angelegt oder
geändert werden; er muss genaue Angaben über die gesamte Anlage, den
Bau, die Unterhaltung und den Betrieb enthalten und alle Einrichtungen
vorsehen, die Nachteile oder Gefahren für andere verhüten. § 55Aufsicht 1Die Wasserbehörde überwacht Bau, Unterhaltung und
Betrieb der Anlage. 2Sie kann dem Unternehmer auch nach
Ausführung des Plans Sicherheitsmaßregeln aufgeben, die zum Schutz
gegen Gefahren notwendig sind. § 56Andere Stauanlagen und
Wasserspeicher (1) 1Die §§ 53 bis 55 gelten auch für andere
als die in § 52 bezeichneten Stauanlagen und Wasserspeicher, wenn die
Wasserbehörde feststellt, dass bei einem Bruch der Anlage erhebliche
Gefahren drohen. 2Die Feststellung ist dem Unternehmer mitzuteilen
und im Amtsblatt der Wasserbehörde sowie ortsüblich bekannt zu
machen. (2) Die Errichtung, Beseitigung oder wesentliche Änderung der nicht
von § 52 oder von Absatz 1 erfassten Stauanlagen und Wasserspeicher bedarf
der Planfeststellung, wenn eine Umweltverträglichkeitsprüfung
durchzuführen ist. § 57Anlagen in, an, über und
unter oberirdischen Gewässern; Aufschüttungen und Abgrabungen (zu
§ 36 WHG) (1) 1Die Herstellung und die
wesentliche Änderung von Anlagen nach § 36 WHG, auch von
Aufschüttungen oder Abgrabungen in und an oberirdischen Gewässern
bedürfen der Genehmigung der Wasserbehörde. 2Dies gilt
nicht, wenn sie einer erlaubnispflichtigen Benutzung oder der Unterhaltung
eines Gewässers dienen oder beim Ausbau eines Gewässers hergestellt
werden. 3Die Genehmigung nach Satz 1 gilt als erteilt, wenn die
Wasserbehörde nicht binnen vier Wochen nach Eingang des schriftlichen
Antrages über ihn abschließend entschieden hat. 4Satz 3
gilt nicht für Genehmigungen nach Absatz 4, für Vorhaben, die im Zusammenhang mit Vorhaben nach den
§§ 52 und 56 stehen sowie von Maßnahmen in oder an einem oberirdischen Gewässer,
wenn ein bergrechtlicher Betriebsplan die zu genehmigenden Maßnahmen
vorsieht. (2) 1Die Genehmigung darf nur versagt werden, soweit
schädliche Gewässerveränderungen zu erwarten sind oder die
Gewässerunterhaltung mehr erschwert wird, als es den Umständen nach
unvermeidbar ist. 2Auf die der Schifffahrt dienenden Häfen und
die Belange der Fischerei ist bei der Entscheidung Rücksicht zu nehmen.
(3) § 11 gilt sinngemäß. (4) 1Bedarf eine Maßnahme nach Absatz 1 einer
Genehmigung nach Bau-, Gewerbe- oder Immissionsschutzrecht, so entscheidet die
für die andere Genehmigung zuständige Behörde auch über die
Genehmigung nach Absatz 1. 2Sie erteilt die Genehmigung im
Einvernehmen mit der Wasserbehörde. § 58Gewässerrandstreifen (zu
§ 38 WHG) (1) An Gewässern dritter Ordnung besteht kein
Gewässerrandstreifen. (2) Soweit dies im Hinblick auf die Funktionen der
Gewässerrandstreifen nach § 38 Abs. 1 WHG erforderlich ist, kann die
Wasserbehörde anordnen, dass Gewässerrandstreifen mit
standortgerechten Gehölzen bepflanzt oder sonst mit einer geschlossenen
Pflanzendecke versehen werden, die Art der Bepflanzung und die Pflege der
Gewässerrandstreifen regeln und die Verwendung von Dünger und
Pflanzenschutzmitteln auf Gewässerrandstreifen untersagen. § 59Verfahren, Entschädigung,
Vergütung (1) 1Anordnungen der Wasserbehörde nach § 38 WHG
und § 58 dieses Gesetzes können im Einzelfall als Verwaltungsakt oder
für bestimmte Gebiete, Gewässer oder Gewässerabschnitte als
Verordnung ergehen. 2Für Verordnungen gelten § 91 Abs. 1
Sätze 2 bis 4, 6 und 7 sowie Abs. 2 dieses Gesetzes und § 73 VwVfG
entsprechend. (2) 1Anordnungen nach § 58 sind entschädigungs-
oder ausgleichspflichtig. 2§ 52 Abs. 4 und 5 WHG sowie §
93 dieses Gesetzes gelten entsprechend. 3Vor einer Anordnung ist
eine Vereinbarung mit den Beteiligten zu suchen. 4Eine
Entschädigung oder ein Ausgleich ist jedoch nicht zu leisten, soweit mit
der Anordnung nach § 58 die Wiederherstellung eines Zustands aufgegeben
wird, der am 1.November 1989 bestanden hat. § 60Güte oberirdischer
Gewässer 1Das Fachministerium kann zur
Umsetzung von Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft mit dem Ziel, die
Bevölkerung vor Gesundheitsgefahren zu schützen oder das Leben von
Wassertieren und -pflanzen zu erhalten, durch Verordnung für oberirdische
Gewässer Anforderungen an die Beschaffenheit des Wassers festlegen, bestimmen, wie diese Beschaffenheit zu messen und zu überwachen
ist, und Gebote und Verbote für die Benutzung oder zur Reinhaltung des
Wassers erlassen und deren Durchsetzung regeln. 2Das Fachministerium kann diese
Befugnis durch Verordnung auf andere Landesbehörden übertragen. § 61Gewässerunterhaltung (zu
§ 39 WHG) (1) 1Die Unterhaltung eines
Gewässers umfasst seinen ordnungsgemäßen Abfluss und an
schiffbaren Gewässern die Erhaltung der Schiffbarkeit. 2Die
Unterhaltung umfasst auch die Pflege und Entwicklung.
3Maßnahmen der Gewässerunterhaltung sind insbesondere
die Reinigung, die Räumung, die Freihaltung und der Schutz des
Gewässerbetts einschließlich seiner Ufer, die Erhaltung und Anpflanzung standortgerechter Ufergehölze,
die Pflege von im Eigentum des Unterhaltungspflichtigen stehenden
Flächen entlang der Ufer, soweit andernfalls eine sachgerechte
Unterhaltung des Gewässers nicht gewährleistet ist, die Unterhaltung und der Betrieb der Anlagen, die der Abführung
des Wassers dienen. 4§ 39 Abs. 1 WHG findet keine
Anwendung. (2) 1Die Erhaltung der Schiffbarkeit erstreckt sich nur auf
das dem öffentlichen Schiffsverkehr dienende Fahrwasser. 2Sie
umfasst nicht die besonderen Zufahrtsstraßen zu den Häfen. (3) Abweichend von § 39 Abs. 3 WHG gelten für die Unterhaltung
ausgebauter Gewässer neben § 39 Abs. 2 WHG die vorstehenden
Absätze 1 und 2, soweit nicht in einem Planfeststellungsbeschluss oder in
einer Plangenehmigung nach § 66 etwas anders bestimmt ist. § 62Unterhaltung der Gewässer
erster Ordnung (zu § 40 Abs. 1 WHG) 1Der Eigentümer eines Gewässers erster Ordnung kann
den nach dem bis zum 14.Juli 1960 geltenden Recht zur Unterhaltung
öffentlich-rechtlich Verpflichteten in Höhe der bisherigen
Verpflichtung zu den Kosten der Unterhaltung heranziehen. 2Der
Kostenbeitrag darf den Durchschnitt der Aufwendungen nicht übersteigen,
die in den letzten zehn Jahren vor dem Übergang der Unterhaltungspflicht
erforderlich waren. 3Die nach dem bis zum 14.Juli 1960 geltenden
Recht begründete Pflicht, zu den Kosten der Unterhaltung eines schon
bisher vom Land zu unterhaltenden Gewässers erster Ordnung beizutragen,
ist bestehen geblieben. § 63Unterhaltung der Gewässer
zweiter Ordnung (zu § 40 Abs. 1 WHG) Die Unterhaltung der Gewässer zweiter Ordnung obliegt den in der
Anlage 4 genannten Wasser- und
Bodenverbänden (Unterhaltungsverbänden), soweit sich nicht aus den
§§ 67, 68, 72 und 73 etwas anderes ergibt. § 64Unterhaltungsverbände (1) 1Für die in Abschnitt I der Anlage 4 genannten
Unterhaltungsverbände gilt, soweit sich nicht aus diesem Gesetz etwas
anderes ergibt, das Recht der Wasser- und Bodenverbände mit der
Maßgabe, dass die Beitragspflicht sich nach dem Verhältnis bestimmt,
in dem die Mitglieder am Verbandsgebiet beteiligt sind. 2Die Satzung
kann einen Mindestbeitrag in Höhe des für die Bemessung des
Verbandsbeitrages maßgeblichen Hektarsatzes, höchstens jedoch 25
Euro, vorschreiben. 3In diesem Fall muss sie auch ein dem
Mindestbeitrag entsprechendes Mindeststimmrecht vorsehen. 4Die
Satzung kann nach Maßgabe der
Anlage 5 zusätzliche
Beiträge vorsehen. 5Das Fachministerium kann die Anlage 5 durch
Verordnung ändern, soweit dies zur Anpassung an geänderte
Bezeichnungen, Begriffsbestimmungen und Kennungen nach dem
Liegenschaftskataster erforderlich ist. 6Flächen, die nicht zum
Niederschlagsgebiet eines Gewässers zweiter Ordnung gehören, sind
beitragsfrei. (2) Jede anerkannte Naturschutzvereinigung im Sinne des § 63 des
Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG), die nach ihrem satzungsgemäßen
Aufgabenbereich zumindest auch in Niedersachsen tätig ist, kann vom
Unterhaltungsverband einmal im Kalenderjahr verlangen, über die im
folgenden Jahr beabsichtigten Unterhaltungsmaßnahmen unterrichtet zu
werden. (3) 1Eine Umgestaltung der in Abschnitt I der Anlage 4
genannten Verbände ist zulässig. 2An den in der Anlage 4
bestimmten Niederschlagsgebieten und an der Beitragspflicht aller zum
Niederschlagsgebiet gehörenden Flächen darf jedoch nichts
geändert werden; Absatz 1 Satz 6 bleibt unberührt.
3Anstelle der Wasser- und Bodenverbände (§ 100 Abs. 2 Satz
2 Nr. 1 des Niedersächsischen Wassergesetzes in der bis zum 28.Februar
2010 geltenden Fassung) und Grundstückseigentümer (§ 100 Abs. 2
Satz 2 Nr. 3 des Niedersächsischen Wassergesetzes in der bis zum
28.Februar 2010 geltenden Fassung) können die Gemeinden oder die
Landkreise auf ihren Antrag Verbandsmitglied werden, wenn im ersten Fall der
Wasser- und Bodenverband oder im zweiten Fall die Mehrheit der betroffenen
Eigentümer dem zustimmt. 4Bei der Abstimmung der
Eigentümer bemisst sich das Stimmrecht nach der Beitragshöhe.
5Das Nähere über das Stimmrecht und das
Abstimmungsverfahren regelt die Aufsichtsbehörde; sie kann insbesondere
Bestimmungen treffen, die den §§ 14 und 15 des Wasserverbandsgesetzes
(WVG) vom 12.Februar 1991 (BGBl. I S.405) entsprechen. 6Ist eine
Gemeinde nach Satz 3 oder nach § 100 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 des
Niedersächsischen Wassergesetzes in der bis zum 28.Februar 2010 geltenden
Fassung Verbandsmitglied, so kann an ihrer Stelle der Landkreis auf seinen
Antrag Verbandsmitglied werden, wenn die Gemeinde zustimmt; anstelle der
Gemeinde oder des Landkreises kann der Eigentümer eines von der
Grundsteuer befreiten Grundstücks dem Verband als Mitglied zugewiesen
werden, wenn die Gemeinde oder der Landkreis dies beantragt; für das
Verfahren gilt Absatz 4 Satz 3. (4) 1Ein Wasser- und Bodenverband, der nach § 100 Abs. 2
Satz 2 Nr. 1 des Niedersächsischen Wassergesetzes in der bis zum
28.Februar 2010 geltenden Fassung Verbandsmitglied ist, ist auf seinen Antrag
aus dem Unterhaltungsverband zu entlassen. 2Mit seiner Entlassung
werden die Eigentümer der im Verbandsgebiet gelegenen Grundstücke
(§ 100 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 des Niedersächsischen Wassergesetzes in
der bis zum 28.Februar 2010 geltenden Fassung) Verbandsmitglied.
3Auf das Verfahren sind die Vorschriften der §§ 23 bis 25
WVG über die Begründung und Erweiterung der Mitgliedschaft bei
bestehenden Verbänden und über die Aufhebung der Mitgliedschaft
entsprechend anzuwenden. (5) 1Hat sich ein Niederschlagsgebiet, das in der Anlage 4
bestimmt worden ist, und mit ihm die Grenze des Gebietes eines
Unterhaltungsverbandes geändert, so sind die von der Änderung
betroffenen Verbandsmitglieder aus dem einen Unterhaltungsverband zu entlassen
und dem anderen Unterhaltungsverband zuzuweisen. 2Für das
Verfahren gilt Absatz 4 Satz 3. (6) 1Die nach § 100 Abs. 3 des Niedersächsischen
Wassergesetzes in der bis zum 28.Februar 2010 geltenden Fassung auf das
Niederschlagsgebiet ausgedehnten Verbände (Abschnitt II der Anlage 4) und
die nach § 100 Abs. 4 des Niedersächsischen Wassergesetzes in der bis
zum 28.Februar 2010 geltenden Fassung unverändert bestehen gebliebenen
Verbände (Abschnitt III der Anlage 4) können durch ihre Satzung die
Beitragspflicht ganz oder teilweise dem Absatz 3 entsprechend regeln.
2Die Absätze 2 bis 5 gelten für diese Verbände
entsprechend. § 65Heranziehung zu den
Beiträgen für einen Unterhaltungsverband (1) 1Ist eine Gemeinde nach § 100 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2,
Satz 3 oder Abs. 3 Satz 2 des Niedersächsischen Wassergesetzes in der bis
zum 28.Februar 2010 geltenden Fassung kraft Gesetzes Mitglied eines
Unterhaltungsverbandes, so kann sie die Beiträge für den
Unterhaltungsverband auf die Eigentümer der im Gemeindegebiet gelegenen,
zum Verbandsgebiet gehörenden Grundstücke umlegen. 2Dabei
sind die wasserrechtlichen Vorschriften entsprechend anzuwenden. (2) 1Die Umlagen werden wie Kommunalabgaben erhoben und
beigetrieben; sie haben dasselbe Vorzugsrecht. 2Das Verfahren
bestimmt die Gemeinde durch Satzung. § 66Zuschüsse des Landes zur
Unterhaltung der Gewässer zweiter Ordnung (1) 1Das Land gewährt Unterhaltungsverbänden auf
Antrag einen Zuschuss zu ihren Aufwendungen für die Unterhaltung der
Gewässer zweiter Ordnung. 2Der Zuschuss bemisst sich nach der
beitragspflichtigen Fläche des land- oder forstwirtschaftlich genutzten
Teils des Verbandsgebietes einschließlich des Ödlands, jedoch ohne
Truppenübungsplätze. 3Er beträgt für jeden
Hektar 50 vom Hundert des Betrages, um den die Unterhaltungsaufwendungen je
Hektar beitragspflichtiger Fläche des gesamten Verbandsgebietes den Betrag
von 20 Euro je Kalenderjahr übersteigen. (2) 1Enthalten die nach Absatz 1 bezuschussten
Unterhaltungsaufwendungen auch Aufwendungen für den Betrieb und die
Unterhaltung eines Schöpfwerkes (Schöpfwerksaufwendungen), so wird
für diese ein weiterer Zuschuss gewährt. 2Der weitere
Zuschuss beträgt 20 vom Hundert der Schöpfwerksaufwendungen.
3Dabei bleiben die Schöpfwerksaufwendungen
unberücksichtigt, die zusammen mit den übrigen
Unterhaltungsaufwendungen 20 Euro je Kalenderjahr je Hektar nicht
überschreiten. (3) Die Zuschüsse sind, soweit möglich, zur Entlastung der
Eigentümer des in Absatz 1 Satz 2 genannten Teils der Verbandsfläche
zu verwenden. (4) Zu den Unterhaltungsaufwendungen im Sinne dieser Vorschrift
gehören nicht die Verwaltungskosten und diejenigen Aufwendungen, für
die nach § 64 Abs. 1 Satz 4 besondere Beiträge erhoben werden
können oder für die Ersatz nach § 75 Abs. 1 verlangt werden
kann. (5) 1Die Zuschüsse zu den Aufwendungen werden nach
Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres in einer Summe geleistet. 2Der
Antrag ist innerhalb von fünf Monaten nach Ablauf des Jahres zu stellen,
auf das sich die Aufwendungen beziehen. (6) 1Die jährliche Gesamthöhe der Zuschüsse
wird durch die im jeweiligen Haushaltsplan für diesen Zweck veranschlagten
Haushaltsmittel begrenzt. 2Stehen in einem Haushaltsjahr für
die Zuschüsse nach den Absätzen 1 bis 4 weniger Haushaltsmittel zur
Verfügung, als nach den Absätzen 1 bis 4 benötigt werden, so
werden die Zuschüsse anteilig gekürzt. § 67Unterhaltung durch das Land (zu
§ 40 Abs. 1 WHG) (1) Die in der
Anlage 6 genannten Gewässer
zweiter Ordnung und Außentiefs werden vom Land ohne Kostenbeitrag der
Unterhaltungsverbände unterhalten. (2) 1Die in der
Anlage 7 genannten Gewässer
zweiter Ordnung werden vom Land unterhalten. 2Die
Unterhaltungsverbände, zu deren Verbandsgebiet die Gewässer
gehören, tragen zu den Kosten der Unterhaltung bei. 3Der
Kostenbeitrag beträgt je Kilometer Gewässerstrecke das Dreifache des
Unterhaltungsaufwandes, der beim Verband im Vorjahr durchschnittlich für
die von ihm unterhaltenen Gewässer zweiter Ordnung für einen
Kilometer Gewässerstrecke angefallen ist. (3) Die Unterhaltungsverbände dürfen für die Flächen
der Gewässer, die nach Absatz 1 oder 2 unterhalten werden, vom Land keine
Beiträge erheben. (4) 1Das Land kann einem Unterhaltungsverband auf Antrag die
Pflicht zur Unterhaltung eines der in der Anlage 6 oder 7 genannten
Gewässer übertragen. 2Ist Eigentümer des
Gewässers oder seines Randstreifens das Land, so kann es die
Übertragung der Unterhaltungspflicht davon abhängig machen, dass der
Unterhaltungsverband oder ein Dritter das Eigentum an den Flächen
unentgeltlich übernimmt. 3Die Unterhaltungsverpflichtung soll
nicht vor Ablauf von neun Monaten seit der Antragstellung auf den
Unterhaltungsverband übergehen. 4Nach einer Übertragung
nach Satz 1 kann das Fachministerium durch Verordnung die Anlagen 6 und 7
entsprechend ändern. § 68Unterhaltung durch kreisfreie
Städte (zu § 40 Abs. 1 WHG) 1Das Fachministerium kann kreisfreien Städten auf ihren
Antrag die Pflicht zur Unterhaltung der Gewässer zweiter Ordnung mit
öffentlich-rechtlicher Wirkung übertragen. 2Ihr Gebiet
gehört dann nicht zum Gebiet des Unterhaltungsverbandes (§ 63). § 69Unterhaltung der Gewässer
dritter Ordnung (zu § 40 Abs. 1 WHG) (1) 1Lässt sich der Eigentümer eines Gewässers
dritter Ordnung nicht ermitteln, so obliegt die Unterhaltung dem Anlieger.
2Oblag die Unterhaltung am 15.Juli 1960 einem Wasser- und
Bodenverband oder einer Gemeinde, so bleibt der Verband oder die Gemeinde
unterhaltungspflichtig. (2) Wenn die Betroffenen zustimmen, kann die Wasserbehörde die
Unterhaltungspflicht auf das Land, auf einen Wasser- und Bodenverband oder auf
eine Gemeinde mit öffentlich-rechtlicher Wirkung übertragen. § 70Unterhaltung der Sammelbecken
von Talsperren (zu § 40 Abs. 1 WHG) 1Die Unterhaltung der Sammelbecken von Talsperren (§ 52)
und von Anlagen, für die eine Feststellung nach § 56 getroffen ist,
kann die Wasserbehörde auf den Unternehmer der Talsperre oder Anlage mit
öffentlich-rechtlicher Wirkung übertragen, wenn die Betroffenen
zustimmen. 2Unter derselben Voraussetzung kann sie auf den sonst
gesetzlich Unterhaltungspflichtigen zurückübertragen werden. § 71Unterhaltung der Anlagen in und
an Gewässern Anlagen in und an Gewässern hat der Eigentümer der Anlage zu
unterhalten. § 72Unterhaltung der Häfen,
Lande- und Umschlagstellen Die Unterhaltung der Häfen, Lande- und Umschlagstellen obliegt dem,
der sie betreibt. § 73Unterhaltungspflicht aufgrund
besonderen Titels (zu § 40 Abs. 2 WHG) 1War am 15.Juli 1960 ein anderer als der durch die
§§ 62 bis 72 Bezeichnete aufgrund eines besonderen Rechtstitels zur
Unterhaltung von Gewässerstrecken oder von Bauwerken (Anlagen) im und am
Gewässer verpflichtet, so ist er an die Stelle des nach den §§
62 bis 72 Unterhaltungspflichtigen getreten. 2Wenn die Betroffenen
zustimmen, kann die Wasserbehörde die Verpflichtung mit
öffentlich-rechtlicher Wirkung auf denjenigen übertragen, der nach
diesen Vorschriften unterhaltungspflichtig wäre. § 74Ersatzvornahme (zu § 40
Abs. 4 WHG) Wird die Unterhaltungspflicht nach den §§ 68 bis 73 von dem
Unterhaltungspflichtigen nicht oder nicht genügend erfüllt und will
die Wasserbehörde die Erfüllung der Unterhaltungspflicht mit dem
Zwangsmittel der Ersatzvornahme vollstrecken, so kann sie mit den
erforderlichen Unterhaltungsarbeiten auf Kosten des Unterhaltungspflichtigen,
falls sie die Arbeiten nicht selbst ausführen lässt, nur einen
Wasser- und Bodenverband oder eine Gebietskörperschaft beauftragen. § 75Ersatz von Mehrkosten (1) 1Erhöhen sich die Kosten der Unterhaltung, weil ein
Grundstück in seinem Bestand besonders gesichert werden muss oder weil
eine Anlage im oder am Gewässer sie erschwert, so hat der Eigentümer
des Grundstücks oder der Anlage die Mehrkosten zu ersetzen.
2Dazu ist auch verpflichtet, wer die Unterhaltung durch Einleiten
von Abwasser erschwert. 3Der Unterhaltungspflichtige kann statt der
tatsächlichen Mehrkosten jährliche Leistungen entsprechend den
durchschnittlichen Mehrkosten, die durch Erschwernisse gleicher Art verursacht
werden, verlangen. 4Eine annähernde Ermittlung der Mehrkosten
genügt. (2) Soweit Arbeiten erforderlich sind, um Schäden zu beseitigen
oder zu verhüten, die durch die Schifffahrt oder durch
Ausbaumaßnahmen an den Ufergrundstücken entstanden sind, kann kein
Ersatz der Mehrkosten verlangt werden. (3) Die Bestimmungen für Wasser- und Bodenverbände bleiben
unberührt. § 76Kostenausgleich (1) 1Ein Unterhaltungsverband hat zu den Aufwendungen eines
anderen Unterhaltungsverbandes beizutragen, die aus der Unterhaltung und dem
Betrieb von Anlagen erwachsen, die der gemeinsamen Abführung des Wassers
aus einem oder mehreren Gewässern derselben Ordnung dienen.
2Für Aufwendungen zur Entnahme von aus einem oder mehreren
Gewässern derselben Ordnung stammendem Geschiebe gilt Satz 1 entsprechend,
wenn das Geschiebe überwiegend nicht aus dem Gebiet des mit den
Aufwendungen belasteten Verbandes stammt. 3Die gemeinsamen Kosten
sind nach dem Verhältnis der Flächengrößen der
Verbandsgebiete zu verteilen, es sei denn, dass dies nach Lage des Einzelfalles
offenbar unbillig ist. 4Die Verbände können die
Kostenbeteiligung durch Vereinbarung regeln; dabei sind sie an Satz 3 nicht
gebunden. 5Soweit es sich um die Kostenbeteiligung handelt, hat der
belastete Verband das Recht, an den Ausschusssitzungen des anderen Verbandes
mit beratender Stimme teilzunehmen. (2) Absatz 1 gilt sinngemäß für kreisfreie Städte
(§ 68). § 77Besondere Pflichten bei der
Gewässerunterhaltung (zu § 41 WHG) (1) 1Anlieger und Hinterlieger müssen das Einebnen des
Aushubs auf ihren Grundstücken dulden, wenn es die bisherige Nutzung nicht
dauernd beeinträchtigt. 2§ 41 Abs. 4 WHG gilt
entsprechend. (2) Abweichend von § 41 Abs. 4 WHG haben auch die Inhaber von
Rechten und Befugnissen an Gewässern einen Anspruch auf Schadenersatz,
wenn die gemäß § 41 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 WHG zu duldenden
Arbeiten zur Gewässerunterhaltung zu einer dauernden oder
unverhältnismäßig großen Benachteiligung führen.
§ 78Gewässerschau (1) 1Zweck der Gewässerschau ist es, zu prüfen, ob
die oberirdischen Gewässer ordnungsgemäß unterhalten werden.
2Soweit es sich nicht um landeseigene Gewässer oder
Gewässer handelt, die das Land gemäß § 67 zu unterhalten
hat, sind die Gewässer erster und zweiter Ordnung regelmäßig,
die Gewässer dritter Ordnung nach Bedarf zu schauen. (2) 1Die Wasserbehörden können den
Unterhaltungsverbänden (§ 63) mit deren Zustimmung die Schau der in
ihrem Verbandsgebiet gelegenen Gewässer zweiter und dritter Ordnung
übertragen. 2Mit der Schau der Gewässer dritter Ordnung
kann auch eine Gemeinde oder Samtgemeinde oder ein Wasser- und Bodenverband,
wenn dieser zustimmt, beauftragt werden. 3Setzen diese Stellen
Beauftragte ein, so gilt auch für die Schaubeauftragten § 101 Abs. 1
bis 3 WHG sinngemäß. (3) 1Der Schautermin ist in den Gemeinden ortsüblich
bekannt zu machen. 2Im Übrigen kann die Wasserbehörde die
Gewässerschau durch Verordnung (Schauordnung) regeln, zum Beispiel die
Zahl und Auswahl der Schaubeauftragten, die Schautermine und die Teilnehmer an
diesen. § 79Behördliche Entscheidungen
zur Gewässerunterhaltung (zu § 42 WHG) (1) Ergänzend zu § 42 WHG kann die Wasserbehörde im
Streitfall bestimmen, wem und in welchem Umfang die Unterhaltung, eine
Kostenbeteiligung oder eine besondere Pflicht im Interesse der Unterhaltung
obliegt. (2) Wird ein Gewässer von einem anderen als dem zu seiner
Unterhaltung Verpflichteten ausgebaut, so hat der Ausbauunternehmer das
ausgebaute Gewässer, wenn die Unterhaltungspflicht streitig ist, so lange
selbst zu unterhalten, bis durch unanfechtbare Entscheidung bestimmt ist, wem
die Unterhaltungspflicht obliegt. (3) Die Wasserbehörde kann Regelungen nach § 42 Abs. 1 WHG
durch Verordnung treffen (Unterhaltungsordnung). Dritter
Abschnitt Bewirtschaftung von
Küstengewässern § 80Erlaubnisfreie Benutzungen von
Küstengewässern (zu § 43 WHG) Eine Erlaubnis ist nicht erforderlich
für das Einleiten von Grund-, Quell- oder Niederschlagswasser und das Einbringen oder Einleiten von anderen Stoffen, wenn dadurch
keine signifikanten nachteiligen Veränderungen der Eigenschaften des
Küstengewässers zu erwarten sind. § 81Bewirtschaftungsziele für
Küstengewässer (zu § 44 WHG) 1§ 36 gilt entsprechend für
Küstengewässer im Sinne des § 7 Abs. 5 Satz 2 WHG.
2In den Küstengewässern seewärts der in § 7 Abs.
5 Satz 2 WHG genannten Linie gilt § 36 entsprechend, soweit ein guter
chemischer Zustand zu erreichen ist. § 82Güte von
Küstengewässern 1Das Fachministerium kann zur Umsetzung von Richtlinien der
Europäischen Gemeinschaft mit dem Ziel, die Bevölkerung vor
Gesundheitsgefahren zu schützen oder das Leben von Wassertieren und
-pflanzen zu erhalten, durch Verordnung für Küstengewässer die
in § 60 Satz 1 Nrn. 1 bis 3 genannten Anordnungen treffen. 2Das
Fachministerium kann diese Befugnis durch Verordnung auf andere
Landesbehörden übertragen. § 83Genehmigungspflichtige Anlagen
Für Anlagen in oder an Küstengewässern, auf deren
Herstellung oder wesentliche Änderung § 68 WHG keine Anwendung
findet, gilt § 57 mit Ausnahme des Absatzes 1 Satz 3 entsprechend mit der
Maßgabe, dass die Genehmigung nur versagt oder mit Bedingungen oder
Auflagen erteilt werden darf, wenn andernfalls durch die Anlage das Wohl der
Allgemeinheit, insbesondere der Wasserabfluss oder die Schiffbarkeit in den
Hafeneinfahrten oder Außentiefs (§ 1 Abs. 2 WaStrG) oder die
Strömungsverhältnisse in Küstengewässern
beeinträchtigt oder die Küstenschutzwerke gefährdet würden.
§ 84Unterhaltung der
Außentiefs (1) 1Außentiefs sind die Fortsetzung der oberirdischen
Gewässer im Gebiet der Küstengewässer. 2Welche
Außentiefs schiffbar sind, bestimmt das für den Verkehr
zuständige Ministerium im Einvernehmen mit dem Fachministerium durch
Verordnung. (2) Außentiefs sind entsprechend den Vorschriften des § 39
WHG und des § 61 dieses Gesetzes zu unterhalten. (3) Für die nicht in der Anlage 6
genannten Außentiefs ist unterhaltungspflichtig, wer am 1.Januar 1971 aufgrund eines besonderen Rechtstitels für
das Außentief unterhaltungspflichtig war, wenn ein Unterhaltungspflichtiger nach Nummer 1 nicht zu ermitteln
ist, der Eigentümer des Außentiefs, wenn auch der Eigentümer nicht zu ermitteln ist, der
Unterhaltungsverband (§ 63), zu dessen Gebiet das oberirdische
Gewässer gehört, das durch das Außentief fortgesetzt wird.
§ 85Eigentum an den Außentiefs
Stand am 1.Januar 1971 ein Außentief in niemandes Eigentum, so ist
es Eigentum desjenigen, der nach den Bestimmungen dieses Gesetzes für das
Außentief unterhaltungspflichtig ist. Vierter Abschnitt Bewirtschaftung des Grundwassers § 86Erlaubnisfreie Benutzungen des
Grundwassers (zu § 46 Abs. 3 WHG) (1) 1Eine Erlaubnis oder Bewilligung ist nicht erforderlich
für das Einleiten von Niederschlagswasser in das Grundwasser, wenn das
Niederschlagswasser auf Dach-, Hof- oder Wegeflächen von
Wohngrundstücken anfällt und auf dem Grundstück versickert,
verregnet oder verrieselt werden soll; für die Einleitung des auf
Hofflächen anfallenden Niederschlagswassers gilt dies jedoch nur, soweit
die Versickerung, Verregnung oder Verrieselung über die belebte Bodenzone
erfolgt. 2Das Fachministerium kann darüber hinaus allgemein
oder für einzelne Gebiete durch Verordnung bestimmen, dass das Einleiten
von Niederschlagswasser in das Grundwasser zum Zweck der Versickerung,
Verregnung oder Verrieselung keiner Erlaubnis bedarf, soweit keine
signifikanten nachteiligen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt zu besorgen
sind. 3Das Fachministerium kann diese Befugnis für einzelne
Gebiete durch Verordnung auf die Wasserbehörden übertragen. (2) Eine Erlaubnis oder eine Bewilligung ist ferner nicht erforderlich
für das Entnehmen, Zutagefördern, Zutageleiten oder Ableiten von
Grundwasser in geringen Mengen für den Gartenbau. (3) 1Das Fachministerium kann allgemein, die
Wasserbehörde für einzelne Gebiete durch Verordnung bestimmen, dass
das Entnehmen, Zutagefördern, Zutageleiten oder Ableiten von Grundwasser
in geringen Mengen für die Land- und Forstwirtschaft, für die
Fischhaltung und Fischzucht und für gewerbliche Betriebe über die in
§ 46 Abs. 1 WHG bezeichneten Zwecke hinaus einer Erlaubnis oder
Bewilligung nicht bedarf. 2Dabei ist zu bestimmen, welche Mengen als
gering anzusehen sind. § 87Bewirtschaftungsziele für
das Grundwasser (zu § 47 WHG) (1) Das Fachministerium regelt, soweit es die
Überprüfung, ob die Bewirtschaftungsziele nach § 47 Abs. 1 WHG
erreicht sind oder erreicht werden können, durch Verordnung eine fachlichen Gesichtspunkten folgende Beschreibung des
Grundwassers, die Anforderungen an den guten mengenmäßigen und
chemischen Zustand des Grundwassers und eine Überwachung, Einstufung und Darstellung des Zustands des
Grundwassers. (2) Das Fachministerium bestimmt durch
Verordnung zur Umsetzung von Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft,
die zur Ergänzung der Richtlinie 2000/60/EG erlassen werden, Kriterien für die Ermittlung signifikanter und anhaltender
Trends steigender Schadstoffkonzentrationen im Grundwasser und für die
Ausgangspunkte einer Trendumkehr nach Absatz 1 Nr. 2 und Maßnahmen zur schrittweisen Verhinderung und Begrenzung der
Grundwasserverschmutzung. Drittes
Kapitel Besondere
wasserwirtschaftliche Bestimmungen Erster
Abschnitt Öffentliche
Wasserversorgung, Wasserschutzgebiete, Heilquellenschutz § 88Öffentliche
Wasserversorgung (zu § 50 WHG) (1) Ein Wasservorkommen ist ortsnah im Sinne
des § 50 Abs. 2 Satz 1 WHG, wenn das mit dem Wasser versorgte Gebiet
zumindest teilweise innerhalb der auf die Erdoberfläche übertragenen
Grenzen des Grundwasserkörpers, in dessen Grenzen sich der Ort der
Wasserentnahme befindet, oder eines an den Grundwasserkörper nach Nummer 1 angrenzenden
Grundwasserkörpers liegt. (2) Überwiegende Gründe des Wohls
der Allgemeinheit im Sinne des § 50 Abs. 2 WHG liegen nur vor, wenn die Nutzung nicht ortsnaher Wasservorkommen nicht gegen die
Bewirtschaftungsziele des Wasserhaushaltsgesetzes verstößt und die
Trinkwasserqualität oder die Sicherheit oder Wirtschaftlichkeit der
Wasserversorgung gegenüber der Nutzung ortsnaher Wasservorkommen nicht nur
geringfügig besser ist oder die Nutzung ortsnaher Wasservorkommen aus rechtlichen oder
tatsächlichen Gründen nicht möglich ist. § 89Wasseruntersuchungen (zu §
50 Abs. 5 WHG) (1) 1Unternehmen der öffentlichen Trinkwasserversorgung
sind verpflichtet, die Beschaffenheit des zur Trinkwasserversorgung gewonnenen
Wassers (Rohwasser) auf ihre Kosten durch eine Stelle untersuchen zu lassen,
die die Anforderungen nach § 15 Abs. 4 der Trinkwasserverordnung
erfüllt. 2Die Wasserbehörde kann Art und Umfang der
Untersuchung näher bestimmen und widerruflich zulassen, dass das
Unternehmen die Untersuchung ganz oder teilweise selbst durchführt. (2) 1Rechtfertigen Tatsachen die Annahme, dass es zu
nachteiligen Veränderungen der Grundwasserbeschaffenheit kommen kann, so
sind die Unternehmen der öffentlichen Trinkwasserversorgung verpflichtet,
zur frühzeitigen Erkennung dieser Veränderungen Messstellen im
Einzugsbereich ihrer Grundwasserentnahmen (Vorfeldmessstellen) zu errichten und
zu betreiben. 2Die Wasserbehörde kann Anzahl und Lage der
erforderlichen Vorfeldmessstellen sowie Art und Umfang der Messungen näher
bestimmen. 3Bereits vorhandene Vorfeldmessstellen sind dabei zu
berücksichtigen. 4Soweit dies nach Satz 1 erforderlich ist,
kann die Wasserbehörde den Eigentümer sowie den zum Besitz oder zur
Nutzung des Grundstücks Berechtigten verpflichten, auf dem Grundstück
die Errichtung und den Betrieb der Vorfeldmessstelle durch das Unternehmen der
öffentlichen Trinkwasserversorgung zu dulden und Handlungen zu
unterlassen, die die Messergebnisse beeinflussen können.
5§ 31 Abs. 1 Sätze 2 und 3 sowie Abs. 2 gilt entsprechend.
(3) Die Untersuchungsergebnisse sind der Wasserbehörde und dem
gewässerkundlichen Landesdienst auf Verlangen vorzulegen. § 90Güte der zur
Wasserversorgung benutzten Gewässer 1Das Fachministerium kann zur
Bevölkerung vor Gesundheitsgefahren zu schützen, durch Verordnung
Anforderungen an die Beschaffenheit der zur Wasserversorgung
benutzten Gewässer festlegen, bestimmen, wie diese Beschaffenheit zu messen und zu überwachen
ist, Gebote und Verbote für die Benutzung oder zur Reinhaltung des
Befugnis durch Verordnung auf andere Landesbehörden übertragen. § 91Festsetzung von
Wasserschutzgebieten (zu § 51 WHG) (1) 1Zuständig für die
Festsetzung von Wasserschutzgebieten nach § 51 Abs.1 Satz 1 WHG ist die
Wasserbehörde. 2Vor dem Erlass der Verordnung ist ein
Anhörungsverfahren durchzuführen. 3Dieses wird von Amts
wegen oder auf Antrag eingeleitet. 4§ 11 gilt
sinngemäß. 5§ 73 VwVfG gilt sinngemäß mit
folgenden Maßgaben: die Frist für die Aufforderung zur Abgabe einer Stellungnahme
und für die Veranlassung der Auslegung des Verordnungsentwurfs nach §
73 Abs. 2 VwVfG beträgt zwei Wochen, die Gemeinde hat den Verordnungsentwurf innerhalb von zwei Wochen
nach Zugang für die Dauer von einem Monat zur Einsicht auszulegen, die zu setzende Frist zur Abgabe einer Stellungnahme nach § 73
Abs. 3a Satz 1 VwVfG soll zwei Monate nicht übersteigen. 6Bekannt zu machen sind auch die
beabsichtigten Schutzbestimmungen nach § 52 Abs. 1 Satz 1 WHG.
7Diejenigen, deren Einwendungen nicht entsprochen wird, sind
über die Gründe zu unterrichten. (2) 1Die Verordnung kann das Wasserschutzgebiet und seine
Zonen zeichnerisch in Karten bestimmen. 2Werden die Karten nicht
oder nicht vollständig im Verkündungsblatt abgedruckt, so ist nach
den folgenden Sätzen 3 bis 6 zu verfahren: 3Die
Wasserbehörde, die die Verordnung erlässt, und die Gemeinden, deren
Gebiet betroffen ist, haben Ausfertigungen der Karten aufzubewahren und jedem
kostenlos Einsicht zu gewähren. 4Hierauf ist in der Verordnung
hinzuweisen. 5Außerdem sind die in Satz 1 genannten
Örtlichkeiten im Text der Verordnung grob zu beschreiben. 6Die
Beschreibung nach Satz 5 ist nicht erforderlich, wenn eine Übersichtskarte
mit einem Maßstab von 1 : 50 000 oder einem genaueren Maßstab
Bestandteil der Verordnung ist. (3) 1Die für die Festsetzung eines Wasserschutzgebietes
nach § 51 Abs. 1 Nr. 1 WHG erforderlichen Unterlagen, insbesondere Karten,
Pläne und Gutachten, sind von dem durch die Festsetzung unmittelbar
Begünstigten vorzulegen. 2Kommt dieser seiner Verpflichtung
nicht nach, so hat er der Wasserbehörde die für die Erstellung der
Unterlagen entstehenden Kosten zu erstatten. § 92Besondere Anforderungen in
Wasserschutzgebieten (zu § 52 WHG) Das Fachministerium kann abweichend von § 52 Abs. 1 Satz 1 WHG
durch Verordnung auch Schutzbestimmungen für alle oder mehrere
Wasserschutzgebiete treffen. § 93Ausgleich (zu § 52 Abs. 5
WHG) (1) 1§ 52 Abs. 5 WHG gilt entsprechend für
Einschränkungen der erwerbsgärtnerischen Nutzung eines
Grundstücks. 2Pflanzenschutzrechtliche Verbote und
Beschränkungen für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in
Wasserschutzgebieten stehen den Schutzbestimmungen gleich. (2) 1Der Ausgleich bemisst sich nach den durchschnittlichen
Ertragseinbußen und Mehraufwendungen, gemessen an den Erträgen und
Aufwendungen einer ordnungsgemäßen land- oder forstwirtschaftlichen
oder erwerbsgärtnerischen Nutzung. 2Ersparte Aufwendungen sind
anzurechnen. 3Ein Anspruch besteht nicht, soweit der wirtschaftliche
Nachteil anderweitig ausgeglichen ist. 4Die an Kooperationen
für Wasserschutzgebiete Beteiligten sind insbesondere vor Festlegung von
Bemessungsgrundlagen zu hören. 5Ausgleichsleistungen sind bis
zum 31.März des zweiten auf die Verursachung des wirtschaftlichen
Nachteils folgenden Kalenderjahres bei dem Ausgleichspflichtigen zu beantragen.
§ 94Heilquellenschutz (zu § 53
WHG) (1) 1Für die staatliche Anerkennung von Heilquellen nach
§ 53 Abs. 2 WHG ist die Wasserbehörde zuständig. 2Sie
hat vor ihrer Entscheidung die Gemeinde zu hören, in deren Gebiet die
Heilquelle liegt. (2) Für die Festsetzung von Heilquellenschutzgebieten nach §
53 Abs. 4 WHG gelten die §§ 91 bis 93 dieses Gesetzes entsprechend.
(3) 1Die aufgrund bisherigen Rechts als gemeinnützig
geschützten oder anerkannten Heilquellen sind staatlich anerkannte
Heilquellen im Sinne dieses Gesetzes. 2Die aufgrund bisherigen
Rechts festgesetzten Schutzbezirke (Schutzgebiete und dergleichen) gelten als
Heilquellenschutzgebiete im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes. 3Bis
zum Erlass einer Verordnung nach § 53 Abs. 4 WHG gelten die bisherigen
Schutzbestimmungen. (4) Auf Arbeiten, die aufgrund des Bergrechts untersagt werden
können, sind die Vorschriften über den Heilquellenschutz nicht
anzuwenden. Zweiter
Abschnitt Abwasserbeseitigung
§ 95Abwasser, Abwasserbeseitigung
(zu § 54 WHG) (1) Das Fachministerium kann zur Umsetzung von Richtlinien der
Europäischen Gemeinschaft durch Verordnung Anforderungen an die
Abwasserbeseitigung festlegen, die eine Beeinträchtigung des Wohls der
Allgemeinheit verhindern. (2) 1Die §§ 54 bis 61 WHG und die §§ 96
bis 100 dieses Gesetzes gelten nicht für Jauche und Gülle sowie
für das durch landwirtschaftlichen Gebrauch entstandene Abwasser, das dazu
bestimmt ist, auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch
genutzte Böden aufgebracht zu werden. 2Die Vorschriften des
Abfallrechts bleiben unberührt. § 96Pflicht zur Abwasserbeseitigung
(zu § 56 WHG) (1) 1Die Gemeinden haben das auf ihrem Gebiet anfallende
Abwasser einschließlich des in Kleinkläranlagen anfallenden Schlamms
und des in abflusslosen Gruben gesammelten Abwassers zu beseitigen, soweit
nicht nach den folgenden Absätzen andere zur Abwasserbeseitigung
verpflichtet sind. 2Die Aufgaben, die die Gemeinden hiernach zu
erfüllen haben, gehören zum eigenen Wirkungskreis. (2) 1Soweit es im Interesse einer
ordnungsgemäßen Abwasserbeseitigung erforderlich ist, können
die Gemeinden durch Satzung bestimmen, dass das Abwasser nur in bestimmter Zusammensetzung, insbesondere frei von bestimmten
Stoffen, erst nach Vorbehandlung, nur zu bestimmten Zeiten oder nur in bestimmten Höchstmengen
innerhalb eines Zeitraums in öffentliche Abwasseranlagen einzuleiten
ist. 2§ 101 WHG gilt sinngemäß. (3) Zur Beseitigung des Niederschlagswassers
sind anstelle der Gemeinde verpflichtet die Grundstückseigentümer, soweit nicht die Gemeinde den
Anschluss an eine öffentliche Abwasseranlage und deren Benutzung
vorschreibt oder ein gesammeltes Fortleiten erforderlich ist, um eine
Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit zu verhüten, die Träger öffentlicher Verkehrsanlagen, soweit sie nach
anderen Rechtsvorschriften zur Entwässerung ihrer Anlagen verpflichtet
sind. (4) 1Die Gemeinde kann durch Satzung für bestimmte Teile
des Gemeindegebietes vorschreiben, dass die Nutzungsberechtigten der
Grundstücke häusliches Abwasser durch Kleinkläranlagen zu
beseitigen haben. 2Dies gilt nicht für die Beseitigung des in
Kleinkläranlagen anfallenden Schlamms. 3Die Satzung legt
für ihren Geltungsbereich fest, welchen Gewässern das Abwasser aus
den Kleinkläranlagen zugeführt werden soll; sie berücksichtigt
die in ihrem Geltungsbereich herrschenden hydrogeologischen Verhältnisse.
4Sie kann bestimmte Bauarten von Kleinkläranlagen vorschreiben.
5Die Wasserbehörde berät die Gemeinde bei der Aufstellung des
Satzungsentwurfs. (5) 1Die Satzung nach Absatz 4
bedarf der Zustimmung der Wasserbehörde. 2Soweit zu
befürchten ist, dass infolge des Einsatzes von Kleinkläranlagen wegen ungünstiger hydrogeologischer Verhältnisse das
Grundwasser nachteilig verändert wird, eine Verschlechterung des ökologischen oder chemischen Zustands
eines oberirdischen Gewässers eintritt oder Nutzungen eines Gewässers
beeinträchtigt werden, die unter Berücksichtigung des Wohls der
Allgemeinheit Vorrang haben, oder ein Gewässer eine durch Rechts- oder Verwaltungsvorschrift
vorgeschriebene Mindestgüte nicht einhält, darf die Wasserbehörde ihre Zustimmung
davon abhängig machen, dass die Satzung besondere Anforderungen an die
Bauart oder Betriebsweise der Kleinkläranlagen stellt. 3Die
Zustimmung darf nur versagt oder widerrufen werden, soweit die Satzung keine
ausreichende Gewähr dafür bietet, dass die in Satz 2 genannten
nachteiligen Folgen vermieden werden. (6) 1Schreibt die Satzung gemäß Absatz 4 Satz 4
die Verwendung bestimmter Bauarten von Kleinkläranlagen vor, so gilt die
Erlaubnis zur Einleitung von Abwasser nach § 10 Abs. 1 WHG als erteilt,
wenn der Nutzungsberechtigte des Grundstücks die Errichtung oder
wesentliche Änderung einer satzungsgemäßen Kleinkläranlage
vor Beginn des Vorhabens anzeigt. 2Schreibt die Satzung
gemäß Absatz 4 Satz 1 die Abwasserbeseitigung durch
Kleinkläranlagen vor, so gilt Satz 1 entsprechend für die Anzeige der
zulassungsgemäßen Errichtung oder wesentliche Änderung einer
Kleinkläranlage, wenn für diese eine allgemeine bauaufsichtliche
Zulassung nach § 18 der Niedersächsischen Bauordnung oder eine
europäische technische Zulassung nach § 6 des Bauproduktengesetzes
besteht und in der Zulassung die Anforderungen an den Einbau, den Betrieb und
die Wartung der Anlage festgelegt sind, die für einen den Anforderungen
nach der Abwasserverordnung entsprechenden Betrieb erforderlich sind.
3Hat der Nutzungsberechtigte eines Grundstücks während der
Geltungsdauer einer Satzung nach Absatz 4 eine Anlage satzungsgemäß
errichtet oder wesentlich geändert, so darf die Gemeinde ihn auf die Dauer
von 15 Jahren, beginnend mit der Errichtung oder wesentlichen Änderung der
Anlage, nicht zum Anschluss an eine öffentliche Abwasseranlage und zu
deren Benutzung verpflichten, es sei denn, seine Befugnis nach § 10 Abs. 1
WHG zur gesonderten Einleitung des Abwassers ist erloschen. (7) Werden der Gemeinde Umstände bekannt, nach denen in den in
Absatz 4 Satz 1 bezeichneten Teilen des Gemeindegebietes eine
ordnungsgemäße gesonderte Abwasserbeseitigung gefährdet ist, so
teilt sie dies der Wasserbehörde mit. (8) 1Die Wasserbehörde kann die Gemeinde auf ihren
Antrag befristet und widerruflich ganz oder teilweise von der Pflicht zur
Beseitigung von Abwasser aus gewerblichen Betrieben und anderen Anlagen
freistellen und diese Pflicht auf den Inhaber des gewerblichen Betriebes und
den Betreiber der Anlage übertragen, soweit das Abwasser wegen seiner Art
und Menge zweckmäßiger von demjenigen beseitigt wird, bei dem es
anfällt. 2Der Inhaber des Betriebes oder der Betreiber der
Anlage ist vor der Entscheidung zu hören. 3Unter den gleichen
Voraussetzungen kann die Wasserbehörde mit Zustimmung der Gemeinde auf
Antrag des Inhabers des gewerblichen Betriebes oder des Betreibers der Anlage
diesem die Pflicht zur Beseitigung von Abwasser aus dem Betrieb oder der Anlage
befristet und widerruflich ganz oder teilweise übertragen.
4Eine Entscheidung nach den Sätzen 1 und 3 wird unwirksam,
sobald die Gemeinde für das Grundstück den Anschluss an eine
öffentliche Abwasseranlage und deren Benutzung vorschreibt (§ 13 des
Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes). (9) Abwasser ist von dem Verfügungsberechtigten über das
Grundstück, auf dem das Abwasser anfällt, dem nach den Absätzen
1 bis 4 und 8 zur Abwasserbeseitigung Verpflichteten zu überlassen. § 97Zusammenschlüsse (1) 1Abwasserbeseitigungspflichtige können sich zur
gemeinsamen Durchführung der Abwasserbeseitigung zusammenschließen.
2Schließen sie sich zu einer öffentlich-rechtlichen
Körperschaft zusammen, so geht die Abwasserbeseitigungspflicht auf diese
über, soweit sie die Abwasserbeseitigung übernimmt. 3Dies
gilt auch, wenn eine Körperschaft des öffentlichen Rechts für
eines ihrer Mitglieder auf dessen Antrag die Durchführung der
Abwasserbeseitigung übernimmt. (2) 1Auf Antrag einer Gemeinde kann ein Landkreis die
Abwasserbeseitigung ganz oder teilweise übernehmen. 2Soweit ein
Landkreis die Abwasserbeseitigung übernommen hat oder nach Satz 1
übernimmt, ist er an Stelle dieser Gemeinde zur Abwasserbeseitigung
verpflichtet. (3) § 96 gilt sinngemäß. § 98Einleiten von Abwasser in
öffentliche Abwasseranlagen (zu § 58 WHG) (1) 1Über die Genehmigung nach § 58 WHG entscheidet
die Wasserbehörde, soweit das Fachministerium nicht durch Verordnung die
Gemeinde für zuständig erklärt. 2Die Genehmigung ist
zu befristen. (2) Soweit für die Einleitung von Abwasser eine Genehmigung nach
§ 58 WHG erforderlich ist, hat die für die Genehmigung
zuständige Stelle auch die Einleitung zu überwachen; § 101 WHG
gilt sinngemäß. (3) Bei der Erteilung einer Genehmigung für die Einleitung von
Abwasser aus einer Anlage nach § 12 Abs. 1 gelten die §§ 13 und
15 bis 17 entsprechend. (4) Die Aufgaben, die die Gemeinden hiernach zu erfüllen haben,
gehören zum übertragenen Wirkungskreis. § 99 Abwasseranlagen (zu § 60
WHG) (1) Zur Errichtung und zum Betrieb von Abwasserbehandlungsanlagen
gehören auch angemessene Vorkehrungen gegen eine Verschlechterung der
Ablaufwerte bei Störungen im Betrieb der Anlage oder bei Reparaturen. (2) Für das Genehmigungsverfahren gilt § 9 Abs. 1 und 2
entsprechend. (3) 1Die Genehmigung enthält sonstige Genehmigungen, die
nach dem Wasserhaushaltsgesetz oder diesem Gesetz für die Anlage
vorgeschrieben sind, sowie die Baugenehmigung. 2Soweit eine
Baugenehmigung erforderlich ist, darf die Genehmigung auch versagt oder mit
Bedingungen oder Auflagen versehen werden, wenn die Voraussetzungen für
die Erteilung der Baugenehmigung nicht vorliegen. (4) Liegt für eine Abwasserbehandlungsanlage eine Planfeststellung
vor, die vor dem 12.März 1998 erteilt worden ist, so gilt auch der Betrieb
der Abwasserbehandlungsanlage als genehmigt. § 100Selbstüberwachung bei
Abwassereinleitungen und Abwasseranlagen (zu § 61 WHG) (1) 1Wer eine Abwasseranlage betreibt, hat die Anlage mit den
dafür erforderlichen Einrichtungen auszurüsten, Untersuchungen
durchzuführen und ihre Ergebnisse aufzuzeichnen. 2Die
Aufzeichnungen sind der Wasserbehörde auf Verlangen vorzulegen. (2) 1Wer eine öffentliche Abwasseranlage betreibt, hat
über Abwasser, das nicht häusliches Abwasser ist, ein Kataster zu
führen. 2Darin sind die Abwassereinleitungen, die einen
erheblichen Einfluss auf die öffentliche Abwasseranlage erwarten lassen,
mit Angaben über Art, Herkunft, Beschaffenheit und Menge des Abwassers zu
verzeichnen. (3) Die Wasserbehörde kann im Einzelfall die nach Absatz 1
erforderlichen Einrichtungen und Untersuchungen sowie Art und Umfang der
Aufzeichnungen vorschreiben. Dritter
Abschnitt Umgang mit
wassergefährdenden Stoffen § 101Pflichten des Betreibers (1) Der Betreiber hat mit dem Einbau, der Aufstellung, Instandhaltung,
Instandsetzung oder Reinigung von Anlagen nach § 62 Abs. 1 WHG
Fachbetriebe nach § 103 zu beauftragen, wenn er selbst nicht die
Voraussetzungen des § 103 Abs. 2 erfüllt oder nicht eine
öffentliche Einrichtung ist, die über eine dem § 103 Abs. 2 Satz
1 Nr. 2 gleichwertige Überwachung verfügt. (2) 1Der Betreiber einer Anlage
nach § 62 Abs. 1 WHG hat deren Dichtheit und die Funktionsfähigkeit
der Sicherheitseinrichtungen ständig zu überwachen. 2Die
Wasserbehörde kann im Einzelfall anordnen, dass der Betreiber einen
Überwachungsvertrag mit einem Fachbetrieb nach § 103 dieses Gesetzes
abschließt, wenn er selbst nicht die erforderliche Sachkunde besitzt oder
nicht über sachkundiges Personal verfügt. 3Er hat
darüber hinaus nach Maßgabe der aufgrund des § 167 des
Fassung erlassenen Verordnung Anlagen durch zugelassene Sachverständige
auf den ordnungsgemäßen Zustand überprüfen zu lassen, und
zwar vor Inbetriebnahme oder nach einer wesentlichen Änderung, spätestens fünf Jahre, bei unterirdischer Lagerung in
Wasser- und Quellenschutzgebieten spätestens zweieinhalb Jahre nach der
letzten Überprüfung, vor der Wiederinbetriebnahme einer länger als ein Jahr
stillgelegten Anlage, wenn die Prüfung wegen der Besorgnis einer
Wassergefährdung angeordnet wird, wenn die Anlage stillgelegt wird. (3) Die Wasserbehörde kann dem Betreiber Maßnahmen zur
Beobachtung der Gewässer und des Bodens auferlegen, soweit dies zur
frühzeitigen Erkennung von Verunreinigungen, die von Anlagen nach §
62 Abs. 1 WHG ausgehen können, erforderlich ist. § 102Besondere Pflichten beim
Befüllen und Entleeren 1Wer eine Anlage zum Lagern wassergefährdender Stoffe
befüllt oder entleert, hat diesen Vorgang zu überwachen und sich vor
Beginn der Arbeiten vom ordnungsgemäßen Zustand der dafür
erforderlichen Sicherheitseinrichtungen zu überzeugen. 2Die
zulässigen Belastungsgrenzen der Anlagen und der Sicherheitseinrichtungen
sind beim Befüllen oder Entleeren einzuhalten. § 103Fachbetriebe (1) Anlagen nach § 62 Abs. 1 WHG dürfen nur von Fachbetrieben
eingebaut, aufgestellt, instand gehalten, instand gesetzt und gereinigt werden;
§ 101 Abs. 1 bleibt unberührt. (2) 1Fachbetrieb im Sinne des
Absatzes 1 ist, wer über die Geräte und Ausrüstungsteile sowie über
das sachkundige Personal verfügt, durch die die Einhaltung der
Anforderungen nach § 62 Abs. 2 WHG gewährleistet wird, und berechtigt ist, Gütezeichen einer baurechtlich anerkannten
Überwachungsvertrag mit einer Technischen Überwachungsorganisation
abgeschlossen hat, der eine mindestens zweijährliche Überprüfung
einschließt. 2Ein Fachbetrieb darf seine
Tätigkeit auf bestimmte Fachbereiche beschränken. 3Als
Fachbetrieb gilt auch, wer die Anforderungen nach Satz 1 Nr. 1 erfüllt und
berechtigt ist, in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union,
Wirtschaftsraum oder einem Staat, demgegenüber die Mitgliedstaaten der
Europäischen Union vertragsrechtlich zur Gleichbehandlung seiner
Staatsangehörigen verpflichtet sind, Tätigkeiten durchzuführen,
die nach Absatz 1 Fachbetrieben vorbehalten sind, sofern der Betrieb in dem
anderen Staat einer Kontrolle unterliegt, die der nach Satz 1 Nr. 2
gleichwertig ist. § 104Anwendungsbereich Die §§ 101 bis 103 dieses Gesetzes finden auf Anlagen zum
Lagern und Abfüllen von Jauche, Gülle und Silagesickersäften
keine Anwendung. § 105Zuständigkeit der
Bergbehörde Soweit Anlagen im Sinne des § 62 Abs. 1 WHG im Rahmen eines
bergrechtlichen Betriebsplanes errichtet und betrieben werden, ist für
Entscheidungen nach § 63 Abs. 1 und § 64 Abs. 2 Nr. 3 WHG sowie nach
§ 101 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 dieses Gesetzes die Bergbehörde
zuständig. Vierter
Abschnitt Gewässerschutzbeauftragte § 106Gewässerschutzbeauftragte
bei Gebietskörperschaften, Zusammenschlüssen und
öffentlich-rechtlichen Wasserverbänden (zu den §§ 64 bis 66
WHG) Gewässerschutzbeauftragte oder Gewässerschutzbeauftragter bei
Gebietskörperschaften, bei Zusammenschlüssen, die aus
Gebietskörperschaften gebildet werden, und bei öffentlich-rechtlichen
Wasserverbänden ist die oder der für die Abwasseranlagen
zuständige Betriebsleiterin oder Betriebsleiter oder sonstige Beauftragte.
Abschnitt Gewässerausbau,
Deich-, Damm- und Küstenschutzbauten § 107Grundsatz (zu § 67 WHG)
1Ausbaumaßnahmen müssen sich an den
Bewirtschaftungszielen der §§ 27 und 44 WHG ausrichten und
dürfen die Erreichung dieser Ziele nicht gefährden. 2Sie
müssen den im Maßnahmenprogramm nach § 82 WHG an den
Gewässerausbau gestellten Anforderungen entsprechen. § 108Erfordernis der
Planfeststellung, Plangenehmigung (zu § 68 WHG) Stellt die Wasserbehörde nach Vorprüfung des Einzelfalls fest,
dass für eine wesentliche Änderung von Bauten des Küstenschutzes
die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung nicht
erforderlich ist, so entfallen Planfeststellung und Plangenehmigung. § 109Anwendbare Vorschriften,
Verfahren (zu § 70 WHG) (1) 1Für die Planfeststellung
gilt § 70 Abs. 1 WHG mit folgenden Abweichungen: Die Frist für die Aufforderung zur Abgabe einer Stellungnahme
und für die Veranlassung der Auslegung des Plans nach § 73 Abs. 2
VwVfG beträgt zwei Wochen. Die Gemeinde hat den Plan innerhalb von zwei Wochen nach Zugang
für die Dauer von einem Monat zur Einsicht (§ 73 Abs. 3 VwVfG)
auszulegen. Die zu setzende Frist zur Abgabe einer Stellungnahme nach § 73
Abs. 3a Satz 1 VwVfG soll zwei Monate nicht überschreiten. Die §§ 10 und 11 gelten sinngemäß. 2Satz 1 Nrn. 1 bis 3 gilt nicht
für den Ausbau von Küstengewässern und Bauten des
Küstenschutzes. (2) Für Vorhaben, die dem
Hochwasserschutz dienen, oder für Bauten des Küstenschutzes gelten
ergänzend zu Absatz 1 folgende Abweichungen: Ein Erörterungstermin nach § 73 Abs. 6 VwVfG kann
entfallen oder auf die Erörterung bestimmter entscheidungserheblicher
Einwendungen sowie Stellungnahmen und Gutachten von Behörden und
Sachverständigen beschränkt werden; soweit eine Erörterung nur
mit bestimmten Einwendern und Behörden erfolgen soll, werden nur diese
unter Mitteilung der Beschränkung schriftlich benachrichtigt. Ergänzend zu § 74 Abs. 3 Halbsatz 1 VwVfG kann die
Entscheidung über einzelne Fragen vorbehalten werden, soweit sie für
den Plan von unwesentlicher Bedeutung sind. Bei Planänderungen von unwesentlicher Bedeutung bedarf es
abweichend von § 76 Abs. 2 VwVfG keines neuen Planfeststellungsverfahrens.
(3) 1Abweichend von § 70 Abs. 1 Halbsatz 2 WHG gelten
für das Plangenehmigungsverfahren § 11 dieses Gesetzes sowie §
69 Abs. 2 Satz 1 und § 75 Abs. 4 VwVfG sinngemäß.
2§ 73 Abs. 1 und 2 VwVfG gilt sinngemäß mit der
Maßgabe, dass es einer Auslegung des Plans in den Gemeinden nicht bedarf.
3§ 74 Abs. 6 Satz 3 VwVfG findet keine Anwendung.
4Enthält die Plangenehmigung eine Bodenabbaugenehmigung, so
gelten die §§ 9 bis 11 des Niedersächsischen
Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz entsprechend. (4) Die Anfechtungsklage gegen einen Planfeststellungsbeschluss sowie
Widerspruch und Anfechtungsklage gegen Plangenehmigungen für
Maßnahmen nach Absatz 2 haben keine aufschiebende Wirkung. § 110Verpflichtung zum Ausbau (1) Bei Gewässern zweiter Ordnung kann die Wasserbehörde den
Unterhaltungspflichtigen zum Ausbau des Gewässers oder seiner Ufer
verpflichten, wenn es das Wohl der Allgemeinheit erfordert. (2) Legt der Ausbau dem Unterhaltungspflichtigen Lasten auf, die in
keinem Verhältnis zu dem ihm dadurch erwachsenden Vorteil oder seiner
Leistungsfähigkeit stehen, so kann der Ausbau nur erzwungen werden, wenn
das Land sich an der Aufbringung der Kosten angemessen beteiligt und der
Verpflichtete hierdurch ausreichend entlastet wird. § 111Auflagen (1) 1Der Ausbauunternehmer ist zu verpflichten, die Kosten zu
tragen, die dadurch entstehen, dass infolge des Ausbaus öffentliche
Verkehrs- und Versorgungsanlagen geändert werden müssen.
2Dies gilt auch für die Unterhaltungskosten, soweit sie sich
durch die Änderung erhöhen. (2) 1Der Ausbauunternehmer kann verpflichtet werden,
Einrichtungen herzustellen und zu unterhalten, die nachteilige Wirkungen auf
das Recht eines anderen oder der in § 14 Abs. 4 WHG bezeichneten Art
ausschließen. 2Als Nachteil gilt nicht die Änderung des
Grundwasserstandes, wenn der Ausbau der gewöhnlichen
Bodenentwässerung von Grundstücken dient, deren natürlicher
Vorfluter das Gewässer ist. (3) Dem Unternehmer können angemessene Beiträge zu den Kosten
von Maßnahmen auferlegt werden, die eine Körperschaft des
öffentlichen Rechts trifft oder treffen wird, um eine mit dem Ausbau
verbundene Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit zu verhüten
oder auszugleichen. § 112Entschädigung, Widerspruch
(1) 1Von einer Auflage nach § 111 Abs. 2 ist abzusehen,
wenn Einrichtungen der dort genannten Art wirtschaftlich nicht gerechtfertigt
oder nicht mit dem Ausbau vereinbar sind. 2In diesem Fall ist der
Benachteiligte zu entschädigen; er kann dem Ausbau widersprechen, wenn
dieser nicht dem Wohl der Allgemeinheit dient. 3§ 5 Abs. 1 des
Niedersächsischen Fischereigesetzes (Nds. FischG) bleibt unberührt.
(2) Dient der Ausbau dem Wohl der Allgemeinheit, so ist der Betroffene
wegen nachteiliger Änderung des Wasserstandes oder wegen Erschwerung der
Unterhaltung nur zu entschädigen, wenn der Schaden erheblich ist. (3) 1§ 41 Abs. 1 Nr. 4 WHG gilt entsprechend.
2Der Betroffene ist zu entschädigen, wenn die Arbeiten zu einer
dauernden oder unverhältnismäßig großen Benachteiligung
führen. § 113Benutzung von Grundstücken
(1) 1Soweit es zur Vorbereitung oder Ausführung des
Unternehmens erforderlich ist, darf der Ausbauunternehmer oder seine
Beauftragten nach vorheriger Ankündigung Grundstücke betreten und
vorübergehend benutzen; dies gilt nicht für Grundstücke, die
öffentlichen Zwecken gewidmet sind. 2Im Streitfall entscheidet
auf Antrag die für das Planfeststellungsverfahren zuständige
Wasserbehörde. 3Ist der Antrag gestellt, so ist die
Ausübung des Rechts aus Satz 1 bis zur Entscheidung durch die
Wasserbehörde unzulässig. 4Gegen die Entscheidung der
Wasserbehörde findet der Rechtsweg zu den Verwaltungsgerichten nach den
Vorschriften der Verwaltungsgerichtsordnung statt. (2) 1Entstehen durch die Inanspruchnahme des Grundstücks
Schäden, so hat die oder der Geschädigte Anspruch auf Schadenersatz.
2Für die Geltendmachung des Anspruchs sind die ordentlichen
Gerichte zuständig. § 114Vorteilsausgleich 1Haben andere von dem Ausbau oder von den in § 111 Abs.
2 genannten Einrichtungen Vorteil, so können sie nach dem Maß ihres
Vorteils zu den Kosten herangezogen werden. 2Im Streitfall setzt die
Wasserbehörde den Kostenanteil nach Anhören der Beteiligten fest.
3Erhöht sich durch den Ausbau der Wert eines selbständigen
Fischereirechts, so ist § 5 Abs. 2 Nds. FischG anzuwenden. Sechster
Abschnitt Hochwasserschutz
§ 115Überschwemmungsgebiete an
oberirdischen Gewässern (zu § 76 WHG) (1) 1Das Fachministerium bestimmt durch Verordnung die
Gewässer oder Gewässerabschnitte, bei denen durch Hochwasser nicht
nur geringfügige Schäden entstanden oder zu erwarten sind.
2Die Verordnung ist entsprechend anzupassen, wenn neue Erkenntnisse
hinsichtlich entstandener oder zu erwartender Schäden vorliegen. (2) 1Für die Gewässer oder Gewässerabschnitte
nach Absatz 1 sind durch Verordnung als Überschwemmungsgebiete die Gebiete
festzusetzen, in denen ein Hochwasserereignis statistisch einmal in 100 Jahren
(Bemessungshochwasser) zu erwarten ist. 2Die Festsetzung erfolgt
durch die Wasserbehörden auf der Grundlage der vom gewässerkundlichen
Landesdienst erstellten Arbeitskarten. 3Satz 2 gilt entsprechend
für die Gebiete nach § 76 Abs. 2 WHG. (3) 1Vor dem Erlass der Verordnung nach Absatz 2 ist ein
Anhörungsverfahren durchzuführen. 2§ 73 VwVfG gilt
sinngemäß. 3Diejenigen, deren Einwendungen nicht
entsprochen wird, sind über die Gründe zu unterrichten.
4Für die Verordnung gilt § 91 Abs. 2 entsprechend. (4) Vor dem 1.Juni 2007 eingeleitete Festsetzungsverfahren werden nach
dem bis dahin geltenden Recht zu Ende geführt, wenn zu diesem Zeitpunkt
eine Beteiligung der betroffenen Gemeinden und der Behörden, deren
Aufgabenbereich durch die Verordnung berührt wird, stattgefunden hat. (5) 1Der gewässerkundliche Landesdienst hat die Gebiete
nach Absatz 1 und § 76 Abs. 2 WHG, die noch nicht festgesetzt sind, im
Benehmen mit der Wasserbehörde zu ermitteln, in Arbeitskarten darzustellen
und diese im Niedersächsischen Ministerialblatt öffentlich bekannt zu
machen. 2In der Bekanntmachung ist darauf hinzuweisen, dass
Ausfertigungen der Karten bei der Wasserbehörde aufbewahrt werden und
jedermann kostenlos Einsicht gewährt wird. § 116Besondere Schutzvorschriften
für festgesetzte Überschwemmungsgebiete (zu § 78 WHG) § 11 gilt sinngemäß für Genehmigungen und
Zulassungen nach § 78 Abs. 3 und 4 WHG. Siebenter
Abschnitt Wasserwirtschaftliche Planung und Dokumentation § 117Maßnahmenprogramm (zu
§ 82 WHG) (1) 1Für die niedersächsischen Teile der
Flussgebietseinheiten Ems, Weser, Elbe und Rhein erstellen die
Wasserbehörden unter Einbeziehung der Belange der Wassernutzer jeweils
einen Beitrag für ein Maßnahmenprogramm für die jeweilige
Flussgebietseinheit. 2Die Beiträge sind mit den anderen
Ländern innerhalb der Flussgebietseinheit zu koordinieren. 3Die
Landesregierung beschließt die Teile der Maßnahmenprogramme, die
sich auf die niedersächsischen Teile der Flussgebietseinheiten beziehen.
(2) 1Beruhen die Ursachen für das Nichterreichen der
Bewirtschaftungsziele auf Umständen natürlicher Art oder höherer
Gewalt, die außergewöhnlich sind oder nach vernünftiger
Einschätzung nicht vorhersehbar waren, so kann abweichend von § 82
Abs. 5 WHG festgestellt werden, dass Zusatzmaßnahmen in der Praxis nicht
durchführbar sind; § 31 Abs. 1 WHG bleibt unberührt.
2Die Nichtdurchführbarkeit ist aktenkundig zu machen. (3) Die wirtschaftliche Analyse der Wassernutzung in den in Absatz 1
genannten Flussgebietseinheiten, die nach Maßgabe der Anhänge II und
III der Richtlinie 2000/60/EG zur Vorbereitung der Beiträge zu den
Maßnahmenprogrammen bis zum 22.Dezember 2004 durchzuführen war, ist
bis zum 22.Dezember 2013 und danach alle sechs Jahre zu überprüfen
und gegebenenfalls zu aktualisieren. § 118Bewirtschaftungsplan (zu §
83 WHG) 1Für die niedersächsischen Teile der
Wasserbehörden im Einvernehmen mit denjenigen Behörden, deren
Geschäftsbereiche berührt sind, jeweils einen Beitrag für einen
Bewirtschaftungsplan für die jeweilige Flussgebietseinheit.
2§ 117 Abs. 1 Satz 2 gilt entsprechend. § 119Verzeichnis der Schutzgebiete
1Die Wasserbehörden
führen jeweils für den niedersächsischen Teil der
Flussgebietseinheiten Ems, Weser, Elbe und Rhein ein Verzeichnis, in dem alle unter Anhang IV der Richtlinie 2000/60/EG fallenden
Schutzgebiete in ihrem Zuständigkeitsbereich sowie die Gewässer, aus denen in ihrem Zuständigkeitsbereich
Wasser im Umfang von mehr als 10 m3 täglich für den
menschlichen Verbrauch oder für die Versorgung von mehr als 50 Personen
entnommen wird oder die für eine solche Entnahme bestimmt sind, aufzuführen sind. 2Das
Verzeichnis ist regelmäßig zu aktualisieren. § 120Wasserbuch (zu § 87 WHG)
(1) Eine vom Fachministerium zu bestimmende Landesbehörde
führt für die Gewässer Wasserbücher in elektronischer Form.
(2) Die Eintragungen in das Wasserbuch hat jeweils die Behörde
vorzunehmen, die für die Erteilung des einzutragenden Rechts oder die
einzutragende wasserrechtliche Maßnahme zuständig ist
(Wasserbuchbehörde). (3) 1In das Wasserbuch sind
ergänzend zu § 87 Abs. 2 WHG einzutragen: Heilquellenschutzgebiete (§ 53 Abs. 4 WHG), Duldungs- und Gestattungsverpflichtungen (§§ 92 bis 94 WHG
sowie § 122 dieses Gesetzes); § 87 Abs. 2 Satz 2 WHG gilt
entsprechend. 2Nicht einzutragen sind abweichend
von § 87 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 WHG Planfeststellungsbeschlüsse und
Plangenehmigungen nach § 68 WHG. (4) Ist ein Recht im Grundbuch eingetragen, so ist es in
Übereinstimmung mit diesem in das Wasserbuch einzutragen. (5) 1Der Zugang zu dem Wasserbuch richtet sich nach dem
Niedersächsischen Umweltinformationsgesetz. 2Die
Wasserbuchbehörde erstellt auf Verlangen einen beglaubigten Auszug aus dem
Wasserbuch. § 121Datenverarbeitung (zu § 88
WHG) 1Bei einer Landesbehörde wird
zur Erfüllung der Aufgaben nach den nach diesem Gesetz, dem Wasserhaushaltsgesetz oder den aufgrund
dieses Gesetzes oder des Wasserhaushaltsgesetzes erlassenen Verordnungen oder
den Vorschriften der Europäischen Gemeinschaft über die
Bewirtschaftung der Gewässer und den hierzu erlassenen Rechtsvorschriften
des Bundes oder des Landes eine landesweite Datenbank eingerichtet.
2Die Wasserbehörden übermitteln nach näherer
Bestimmung durch das Fachministerium die nach Satz 1 erhobenen Daten an die
Landesbehörde. 3Die Daten dürfen in der landesweiten
Datenbank gespeichert und den Wasserbehörden übermittelt werden,
soweit dies zur Erfüllung der Aufgaben nach den in Satz 1 genannten
Vorschriften erforderlich ist. Achter
Abschnitt Duldungs- und
Gestattungsverpflichtungen § 122Anschluss von Stauanlagen 1Will ein Anlieger aufgrund einer Erlaubnis oder einer
Bewilligung eine Stauanlage errichten, so können die Eigentümer der
gegenüberliegenden Grundstücke verpflichtet werden, den Anschluss zu
dulden; § 95 WHG gilt entsprechend. 2Für das Verfahren
gelten § 14 Abs. 5 und 6 WHG sowie die §§ 8 und 11 dieses
Gesetzes entsprechend. Viertes
Kapitel Entschädigung,
Ausgleich § 123Art und Maß der
Entschädigung (zu § 96 WHG) Für die nach diesem Gesetz zu leistenden Entschädigungen und
Ausgleichszahlungen gelten die §§ 96 bis 99 WHG entsprechend, soweit
sich aus diesem Gesetz nichts anderes ergibt. § 124Verfahren (zu § 98 WHG)
(1) 1Die Einigung nach § 98 Abs. 2 Satz 2 WHG ist zu
beurkunden. 2Den Beteiligten ist auf Antrag eine Ausfertigung der
Urkunde zuzustellen; der Entschädigungspflichtige, der
Entschädigungsberechtigte und Art und Maß der Entschädigung
sind zu nennen. 3Zuständig ist diejenige Behörde, die
für die die Entschädigung auslösende Entscheidung zuständig
ist. (2) 1Die Entscheidung nach § 98 Abs. 2 Satz 2 WHG
(Entschädigungsbescheid) ist den Beteiligten zuzustellen. 2Die
Verwaltungskosten trägt der Entschädigungspflichtige. Fünftes Kapitel Gewässeraufsicht § 125Staatlich anerkannte Stellen
für Abwasseruntersuchungen 1Das Fachministerium wird ermächtigt, durch Verordnung
zu bestimmen, dass bestimmte Untersuchungen im Rahmen der behördlichen
Überwachung bei der Abwasserbeseitigung auch durch staatlich anerkannte
Stellen durchgeführt werden können. 2In der Verordnung
können auch die Anforderungen an die Fachkunde, Zuverlässigkeit und
die betriebliche Ausstattung der Stellen sowie an ihre Unabhängigkeit von
den zu Überwachenden, das Verfahren zur Anerkennung, die Befristung und
das Erlöschen der Anerkennung, der Ausschluss von Interessenkollisionen,
die Teilnahme an Ringversuchen und anderen Maßnahmen zur analytischen
Qualitätssicherung geregelt werden. § 126Kosten 1Wer der Gewässeraufsicht nach § 101 WHG
unterliegt, trägt die Kosten seiner behördlichen Überwachung.
2Dies gilt nicht für den, der ausschließlich als
Eigentümer oder Besitzer von Grundstücken der Überwachung
unterliegt. 3Zu den Kosten der Überwachung gehören auch
die Kosten von Untersuchungen, die außerhalb des Betriebes und der
Grundstücke des Benutzers, insbesondere in den benutzten und in
gefährdeten Gewässern, erforderlich sind. 4Die Kosten
können als Pauschalbeträge erhoben werden. Sechstes
Kapitel Behörden,
Zuständigkeiten, Gefahrenabwehr § 127Behörden (1) Oberste Wasserbehörde ist das Fachministerium. (2) 1Die Landkreise, die kreisfreien und die großen
selbständigen Städte nehmen die Aufgaben der unteren
Wasserbehörden wahr. 2Die Zuständigkeit der
selbständigen Gemeinden wird ausgeschlossen (§ 17 Satz 1 des
Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes). 3Eine
kreisfreie Stadt kann mit einem benachbarten Landkreis, eine große
selbständige Stadt mit dem Landkreis vereinbaren, dass der Landkreis auch
für das Gebiet der Stadt die Aufgaben der unteren Wasserbehörde
erfüllt. 4Die Vereinbarung bedarf der - Zustimmung des
Fachministeriums; sie ist von den Vertragschließenden ortsüblich
bekannt zu machen. 5Ist die Gemeinde aufgrund einer Verordnung nach
§ 98 Abs. 1 Satz 1 anstelle der Wasserbehörde für die
Genehmigung und die Überwachung des Einleitens von Abwasser
zuständig, so hat sie, soweit es zur Erfüllung dieser Aufgaben
erforderlich ist, die Befugnisse der Wasserbehörde. § 128Aufgaben und Befugnisse der
Wasserbehörden (zu § 100 WHG) (1) 1Soweit nichts anderes bestimmt ist, obliegt den
Wasserbehörden die Wahrnehmung der Aufgaben der Gewässeraufsicht
sowie der Vollzug der Vorschriften der Europäischen Gemeinschaft über
die Bewirtschaftung der Gewässer und der hierzu erlassenen
Rechtsvorschriften des Bundes oder des Landes. 2Bei den unteren
Wasserbehörden gehört diese Aufgabe zum übertragenen
Wirkungskreis. (2) Wer ein Gewässer unbefugt oder in Abweichung von festgesetzten
Auflagen oder Bedingungen benutzt oder sonst Pflichten nach den in Absatz 1
Satz 1 genannten Rechtsvorschriften verletzt und dadurch eine Gefahr
verursacht, trägt die Kosten für Maßnahmen der
Wasserbehörde zur Gefahrerforschung, zur Ermittlung der Ursache und des
Ausmaßes der Gefahr und des Verursachers sowie zur Beseitigung der
Gefahr. § 129Zuständigkeit (1) 1Die unteren
Wasserbehörden sind zuständig, soweit dieses Gesetz nichts anderes
bestimmt. 2Das Fachministerium kann durch Verordnung die
Zuständigkeit für bestimmte Aufgaben auf sich selbst oder eine andere
Landesbehörde und die Entscheidung über die Einleitung aus
Abwasserbehandlungsanlagen auch in außerhalb ihres Gebietes liegende
Küstengewässer den unteren Wasserbehörden übertragen, wenn dies zur sachgerechten
Erfüllung der Aufgaben erforderlich ist. (2) 1Sind für ein Vorhaben mehrere Wasserbehörden
örtlich zuständig oder ist es zweckmäßig, eine
Angelegenheit in benachbarten Gebieten einheitlich zu regeln, so bestimmt das
Fachministerium die zuständige Wasserbehörde. 2Das Gleiche
gilt, wenn die Grenze zwischen benachbarten Gebieten ungewiss ist.
3Ist eine Änderung der sachlichen Zuständigkeit im
Einzelfall zweckdienlich, so gilt Satz 1 entsprechend. (3) Ist für dieselbe Sache auch eine Behörde eines anderen
Landes zuständig, so kann das Fachministerium die Zuständigkeit mit
der zuständigen Behörde dieses Landes vereinbaren. § 130Anzeige von
wassergefährdenden Vorfällen (1) 1Das Austreten wassergefährdender Stoffe im Sinne
von § 62 Abs. 3 WHG in nicht nur unbedeutender Menge aus Leitungen,
Anlagen zum Lagern, Abfüllen, Herstellen, Behandeln, Umschlagen oder
Verwenden wassergefährdender Stoffe oder aus Fahrzeugen oder Schiffen ist
unverzüglich der Wasserbehörde, bei Anlagen, die der Bergaufsicht
unterliegen, der Bergbehörde anzuzeigen. 2Dies gilt auch dann,
wenn lediglich der Verdacht besteht, dass wassergefährdende Stoffe im
Sinne des Satzes 1 ausgetreten sind. 3Die Anzeigepflicht kann auch
gegenüber der nächsten Polizeidienststelle erfüllt werden. (2) Anzeigepflichtig ist, wer eine Leitung, eine Anlage im Sinne des
Absatzes 1, ein Fahrzeug oder ein Schiff betreibt, befüllt, entleert,
instand hält, instand setzt, reinigt, überwacht oder prüft oder
wer das Austreten wassergefährdender Stoffe verursacht hat. § 131Wassergefahr (1) Sind zur Abwendung einer durch Hochwasser, Sturmflut, Eisgang oder
durch andere Ereignisse entstehenden Wassergefahr Maßnahmen notwendig, so
haben alle Gemeinden, auch wenn sie nicht bedroht sind, auf Anordnung der
für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden die erforderliche
Hilfe zu leisten. (2) 1Alle Bewohnerinnen und Bewohner der bedrohten und, wenn
nötig, auch der benachbarten Gebiete müssen auf Anordnung der
zuständigen Behörden bei den Schutzarbeiten helfen und
Arbeitsgeräte, Beförderungsmittel und Baustoffe stellen.
2Die zuständigen Behörden können nach Maßgabe
des § 8 des Niedersächsischen Gesetzes über die öffentliche
Sicherheit und Ordnung die erforderlichen Maßnahmen treffen und sofort
erzwingen. (3) Auf Verlangen hat die Körperschaft, in deren Interesse Hilfe
geleistet wird, den beteiligten Gemeinden (Absatz 1) und den Bewohnerinnen und
Bewohnern (Absatz 2) die bei der Hilfeleistung entstandenen Schäden
auszugleichen; für den Schadensausgleich gilt der Siebente Teil des
Niedersächsischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und
Ordnung. § 132Wasserwehr Die Gemeinden können durch Ortssatzung einen Wasserwehrdienst
einrichten. Siebentes
Kapitel Bußgeldbestimmungen § 133Ordnungswidrigkeiten (1) Ordnungswidrig handelt, wer
vorsätzlich oder fahrlässig einer Benutzungsbedingung oder einer vollziehbaren Auflage einer
Zulassung des vorzeitigen Beginns nach § 17 WHG, auch in Verbindung mit
§ 53 Abs. 1 Satz 3 dieses Gesetzes, § 60 Abs. 3 Satz 3 oder § 69
Abs. 2 WHG zuwiderhandelt, ein altes Recht im Sinne von § 20 Abs. 1 WHG entgegen einer mit
diesem Recht verbundenen Beschränkung ausübt, ein nicht schiffbares oberirdisches Gewässer mit Fahrzeugen
befährt, ohne dass dies nach § 32 als Gemeingebrauch gestattet ist,
a) entgegen § 46 Abs. 1 als Unternehmer einer Stauanlage
nicht dafür sorgt, dass die Staumarken oder Festpunkte erhalten, sichtbar
und zugänglich bleiben, oder eine Beschädigung oder Änderung
nicht unverzüglich der Wasserbehörde anzeigt oder b) entgegen § 46 Abs. 2 Satz 1 Staumarken oder Festpunkte
ohne Genehmigung der Wasserbehörde ändert oder beeinflusst, entgegen § 48 Abs. 1 eine Stauanlage ohne Genehmigung der
Wasserbehörde dauernd außer Betrieb setzt oder beseitigt, entgegen einer vollziehbaren Anordnung nach § 50 als
Unternehmer einer Stauanlage die beweglichen Teile der Stauanlage nicht
öffnet oder Hindernisse nicht wegräumt, entgegen § 57 Abs. 1 Satz 1 eine Anlage nach § 36 WHG oder
eine Aufschüttung oder Abgrabung in oder an einem oberirdischen
Gewässer ohne die erforderliche Genehmigung herstellt oder wesentlich
ändert, auf Gewässerrandstreifen Dünger und Pflanzenschutzmittel
verwendet, obwohl dies von der Wasserbehörde nach § 58 Abs. 2
untersagt worden ist, entgegen § 49 Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 2 WHG Bohrungen nicht
oder nicht rechtzeitig anzeigt, entgegen § 96 Abs. 6 Sätze 1 und 2 die Errichtung oder
wesentliche Änderung einer Kleinkläranlage nicht oder nicht
rechtzeitig anzeigt, als Betreiber einer Abwasseranlage a) entgegen § 100 Abs. 1 Untersuchungsergebnisse nicht
aufzeichnet oder Aufzeichnungen der zuständigen Behörde auf Verlangen
nicht vorlegt oder b) entgegen einer vollziehbaren Anordnung nach § 100 Abs. 3
die Anlage nicht mit Einrichtungen ausrüstet, Untersuchungen nicht
durchführt oder Aufzeichnungen nicht in der vorgeschriebenen Art oder dem
vorgeschriebenen Umfang führt, entgegen § 130 Abs. 1 Satz 1 als Anzeigepflichtiger nach §
130 Abs. 2 das Austreten wassergefährdender Stoffe nicht unverzüglich
anzeigt. (2) Ordnungswidrig handelt ferner, wer
vorsätzlich oder fahrlässig einer aufgrund des § 92 dieses Gesetzes über die Festsetzung von
Schutzbestimmungen in Wasserschutzgebieten, des § 34 zur Regelung, zur Beschränkung oder zum Verbot
des Gemeingebrauchs, des § 60 zur Güte oberirdischer Gewässer, des § 82 zur Güte von Küstengewässern, des § 53 Abs. 4 in Verbindung mit § 52 Abs. 1 WHG zum
Schutz einer staatlichen anerkannten Heilquelle, des § 90 zur Güte der zur Wasserversorgung benutzten
Gewässer, des § 95 Abs. 1 zu den Anforderungen an die Abwasserbeseitigung
oder des § 167 in der bis zum 28.Februar 2010 geltenden Fassung zum
Schutz der Gewässer erlassenen Verordnung zuwiderhandelt, soweit die
Verordnung für einen bestimmten Tatbestand auf diese
Bußgeldvorschrift verweist. (3) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 50 000
Euro geahndet werden. ____________Hannover, den 19. Februar 2010
[Anm. d. Redaktion: Inkrafttreten am 1. März 2010; Gleichzeitiges
Außerkrafttreten: NWG vom 25.7.2007, zuletzt geändert durch Gesetz
vom 28.10.2009] [Anlagen 1 - 7] [ altes
Gesetz ] Recht und Gesetz in Niedersachsen (www.recht-niedersachsen.de)

References: Art. 6

Art. 9
 § 87
 Art. 13
 Art. 2
 § 7
 § 1
 § 2
 § 4
 § 3
 § 7

§ 4

§ 5
 § 6
 § 7
 § 8
 § 9
 § 11
 § 10
 § 11
 § 12
 § 13
 § 14
 § 15
 § 16
 § 17
 § 18
 § 20
 § 19
 § 20
 § 20
 § 22
 § 21
 § 22
 § 23
 § 24
 § 25
 § 26
 § 27
 § 28
 § 29
 § 30
 § 31
 § 32
 § 25
 § 33
 § 25
 § 34
 § 25
 § 35
 § 25
 § 36

§ 27
 § 37
 § 38
 § 39
 § 40
 § 41
 § 42
 § 43
 § 44
 § 45
 § 46
 § 47
 § 48
 § 49
 § 36
 § 50
 § 51
 § 52
 § 53
 § 54
 § 55
 § 56
 § 57
 § 36
 § 58
 § 38
 § 59
 § 60
 § 61
 § 39
 § 62
 § 40
 § 63
 § 40
 § 64
 § 65
 § 66
 § 67
 § 40
 § 68
 § 40
 § 69
 § 40
 § 70
 § 40
 § 71
 § 72
 § 73
 § 40
 § 74
 § 40
 § 75
 § 76
 § 77
 §
41
 § 78
 § 79
 § 42
 § 80

§ 43
 § 81

§ 44
 § 82
 § 83
 § 84
 § 85

§ 86
 § 46
 § 87
 § 47
 § 88
 § 50
 § 89
 § 50
 § 90
 § 91
 § 51
 § 92
 § 52
 § 93
 § 52
 § 94
 § 53
 § 95
 § 54
 § 96
 § 56
 § 97
 § 98

§ 58
 § 99
 § 60
 § 100
 § 61
 § 101
 § 102
 § 103
 § 104
 § 105

§ 106
 § 107
 § 67
 § 108
 § 68
 § 109
 § 70
 § 110
 § 111
 § 112
 § 113
 § 114
 § 115

§76
 § 116
 § 78
 § 117
 § 82
 § 118
 § 83
 § 119
 § 120
 § 87
 § 121
 § 88
 § 122

§ 123
 § 96
 § 124
 § 98
 § 125

§ 126
 § 127
 § 128
 § 100
 § 129
 § 130
 § 131
 § 132
 § 133
 § 1
 § 2
 § 2

§ 4
 § 3
 § 7
 § 47
 § 4

§ 5
 § 14
 § 14
 § 6
 § 7
 § 18
 § 8
 § 9
 § 11
 § 73
 § 73
 § 73
 § 14
 § 74
 § 10
 § 11
 § 12
 § 9
 § 9
 § 13
 § 14
 § 13
 § 73
 § 15
 § 16
 § 15
 § 15
 § 15
 § 17
 § 12
 § 18
 § 20
 § 7
 § 19
 § 20
 § 20
 §
22
 § 22
 §
21
 § 9
 § 8
 § 46
 § 22
 § 23
 § 24
 § 25
 § 3
 § 37
 § 149
 § 152
 § 153
 § 155
 § 156
 § 169
 § 170
 § 171
 § 240
 § 261
 § 26

§ 27
 § 370

§ 371
 § 376
 § 378
 § 370
 § 28
 § 59

§ 78
 § 59
 § 47

§ 29
 § 30
 § 31

§ 32
 § 25
 § 33

§ 25
 § 34

§ 25
 § 35
 § 25
 § 36
 § 27
 § 27
 § 37
 § 39
 § 38
 § 1
 § 2
 § 39
 § 40
 § 41
 § 42

§ 43
 § 43
 § 44
 § 45
 § 46
 § 45
 § 47
 § 48
 § 49
 § 36
 § 50
 § 51
 § 52
 § 53
 § 52
 § 67

§ 68
 § 54
 § 52
 § 55
 § 56
 § 52
 § 52
 § 57

§ 36
 § 36
 § 11
 § 58

§ 38
 § 38
 § 59
 § 38
 § 58
 § 91
 § 73
 § 58
 §
93
 § 58
 § 60
 § 61

§ 39
 § 39
 § 39
 § 66
 § 62
 § 40
 § 63
 § 40
 § 64
 § 63
 § 100
 § 100
 § 100
 § 100
 § 65
 § 100
 § 66
 § 64
 § 75
 § 67

§ 40
 § 68
 § 40
 § 69
 § 40
 § 70
 § 40
 § 56
 § 71
 § 72
 § 73
 § 40
 § 74
 § 40
 § 75
 § 76
 § 77
 § 41
 § 41
 § 41

§ 78
 § 67
 § 101
 § 79
 § 42
 § 42
 § 42
 § 80
 § 43
 § 81
 § 44
 § 7
 § 7
 § 36
 § 82
 § 60
 § 83
 § 68
 § 57

§ 84
 § 39
 § 61

§ 85
 § 86
 § 46

§ 46
 § 87
 § 47
 § 47
 § 88
 § 50
 § 50
 § 50
 § 89
 §
50
 § 15
 § 90
 § 91
 § 51
 § 51
 §
73
 § 73
 § 52
 § 51
 § 92
 § 52
 § 52
 § 93
 § 52

§ 94
 § 53

§ 53
 §
53
 § 53

§ 95
 § 54
 § 96
 § 56
 § 10
 § 18
 § 6
 § 10
 § 97
 § 96
 § 98
 § 58
 § 58

§ 58
 § 101
 § 12
 § 99
 § 60
 § 9
 § 100
 § 61
 § 101
 § 62
 § 103
 § 103
 § 103
 § 62
 § 103
 § 167
 §
62
 § 102
 § 103
 § 62

§ 101
 § 62
 § 104
 § 105
 § 62
 § 63
 § 64

§ 101
 § 106
 § 107
 § 67
 § 82
 § 108
 § 68
 § 109
 § 70
 § 70
 § 73
 § 73
 § 73
 § 74
 § 76
 § 70
 § 11
 §
69
 § 75
 § 110
 § 111
 § 14
 § 112
 § 111
 § 113
 § 114
 § 111
 § 5

§ 115
 § 76
 § 76
 § 91
 § 76
 § 116
 § 78
 § 11
 § 78
 § 117

§ 82
 § 82
 § 31
 § 118
 §
83
 § 119
 § 120
 § 87
 § 87
 § 122
 § 87
 § 87
 § 68
 § 121
 § 88
 § 122
 § 95
 § 14
 § 123
 § 96
 § 124
 § 98
 § 98
 § 98
 § 125
 § 126
 § 101
 § 127

§ 98
 § 128
 § 100
 § 129
 § 130
 § 62
 § 131
 § 8
 § 132
 § 133
 § 17

§ 53
 § 60
 § 69
 § 20
 § 32
 § 46
 § 46
 § 48
 § 50
 § 57
 § 36
 § 58
 § 49
 § 96
 § 100
 § 100
 § 130
 §
130
 § 92
 § 34
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 § 82
 § 53
 § 52
 § 90
 § 95
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