Source: https://www.adac.de/infotestrat/tests/motorrad-roller/motorradscheinwerfer_2016/default.aspx
Timestamp: 2017-12-17 02:34:45+00:00

Document:
– Systemvergleich Motorradscheinwerfer 07/2016 –
Immer einleuchtend: Sehen und gesehen werden
Nach und nach finden die modernen Scheinwerfertechniken, die von Pkw seit Jahren bekannt sind, auch bei Motorrädern Einzug. Neben den klassischen Glühlampen verbreiten sich vorrangig LED-Leuchten zunehmend bei Motorrädern, da diese einige Vorteile bieten. Wie sich neue Scheinwerfersysteme im Vergleich zu den klassischen, im Motorradbestand noch weit verbreiteten Frontstrahler schlagen, soll der Systemvergleich verdeutlichen. Dabei haben die Scheinwerfer nicht nur Bedeutung bei Dämmerung und Dunkelheit. Sicherheitsrelevant ist auch die Erkennbarkeit.
Mittelung der Bewertung der Beurteiler Lampe
Gewichtung Abblendlicht (ABL) 20% 10% 10% 10% 10% 10% 10% 10% 10% 100%
Gewichtung Fernlicht (FL) 40% / 10% 10% 10% 10% 10% / 10% 100%
Vierfach-FF-Scheinwerfer
VFR 800 F (Referenz) H7 Standard ABL
FL / /
Rundscheinwerfer Streuscheibe
Kawasaki H4 Standard ABL
Suzuki H4 Standard ABL
LED ABL
BMW R 1200 GS LED ABL
LED-Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht1)
Yamaha FJR 1300 AE LED ABL
Xenon-Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht1)
BMW K 1600 GTL Xenon, H, LED ABL
VFR 800 F (Referenz) H7 LL
+130%2) ABL
LED-Rundscheinwerfer
nachgerüstet, Kawasaki LED ABL
Suzuki H4 LL
1) Die Eigenschaften des adaptiven Kurvenlichts wurden nicht bewertet, da dieses Feature eine Besonderheit dieses Modells ist.
2) LL = Lichtleistung, hier 130% höhere Lichtleistung als Standard-Lampe (Herstellerangaben)
Auffälligkeit am Tage
Würden Motorradfahrer regelmäßig in kritischen Verkehrssituationen an hellen Tagen zum Zweck einer besseren Erkennbarkeit des Motorrades und zur Gefahrenabwehr kurzzeitig das Fernlicht einschalten, könnten mit hoher Wahrscheinlichkeit etliche Kreuzungs- und Abbiegeunfälle vermieden werden. Die beiden nachfolgenden Bilder zeigen im direkten Vergleich eindrucksvoll, wie deutlich die Erkennbarkeit des Motorrades steigt, wenn das Fernlicht eingeschaltet wird. Ein solches Vorgehen ist laut StVO allerdings nicht erlaubt. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) geht in ihrem Bericht „Erkennbarkeit von Motorrädern am Tag – Untersuchungen zum vorderen Signalbild“ (Heft F71) davon aus, dass pro Jahr etwa 200 Motorradfahrer tödlich verunglücken, weil sie von anderen Verkehrsteilnehmer nicht gesehen werden oder ihre Geschwindigkeit falsch eingeschätzt wird.
Direkter Vergleich: oben mit Abblendlicht, unten mit Fernlicht bzw. Lichthupe. Hier: BMW K 1600 GTL
Die StVO verbietet grundsätzlich die Nutzung des Fernlichtes auch an hellen Tagen, obwohl die Blendung anderer wegen der allgemein hohen Umgebungshelligkeit eher unwahrscheinlich erscheint.
In einer solchen Gefahrensituation die Lichthupe zu verwenden, ist dem Motorradfahrer hingegen grundsätzlich erlaubt, wenn er „sich gefährdet sieht“ (StVO § 16). Allerdings kann die Betätigung der Lichthupe je nach Situation auch zu Missverständnissen führen, wodurch sich die Gefahrenlage möglichweise verschärft. Hier ist also Vorsicht geboten!
Erlaubte Abhilfe stellt das Tagfahrlicht (TFL) dar, das seit April 2013 alternativ zum Abblendlicht eingeschaltet werden darf (StVO § 17 Abs. 2a). Dieses TFL für Motorräder entspricht dem für Pkw und muss der ECE-R 87 entsprechen. Mit dieser Spezifikation reicht das TFL natürlich nicht an die Auffälligkeit des Fernlichtes heran.
Wie bei Pkw kann an älteren Motorrädern ein geprüftes TFL auch nachgerüstet werden. Dabei müssen die entsprechenden Positions- und Schaltungsvorgaben eingehalten werden.
Sicht bei Dunkelheit (Nachtprüfungen)
Erwartungsgemäß zeigen die neuen Lichttechniken ihre besonderen Qualitäten bei Dunkelheit. Bei Berücksichtigung aller Kriterien können trotzdem sehr gute Lichtanlagen mit klassischen Halogenlampen mit einfachen LED-Lichtern gleichziehen. Die vier Einzelfreiflächenscheinwerfer der Honda VFR 800 F, die als Referenz dienten, präsentieren ein sehr ausgewogenes Abblend- und Fernlicht. Besonders die Reichweite beider Lichteinstellungen und die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung können überzeugen. Die Farbtemperatur beträgt ca. 3000 K, das Licht erscheint im Vergleich gelblich.
Die LED-Scheinwerfer beeindrucken vorrangig mit einer hohen Reichweite des Fernlichtes. Dadurch kann auf einsamen, nächtlichen Überlandfahrten dank der guten Ausleuchtung ermüdungsfrei mit angemessenen Geschwindigkeiten gefahren werden. Schwächen einzelner LED-Abblendlichter werden bei der relativ harten Hell-Dunkel-Grenze in Kombination mit der vergleichsweise geringen Reichweite deutlich. Hier zeigt sich, dass eine präzise Einstellung der Abblendscheinwerfer der Schlüssel ist für einen intelligenten Kompromiss zwischen guter Reichweite und Vermeidung möglicher Blendung entgegenkommender Verkehrsteilnehmer.
Das Scheinwerfersystem mit der höchsten Leistung ist auch das aufwändigste System. Die Kombination aus Xenon-Brenner für das Abblendlicht und zwei H7-Scheinwerfern für das Fernlicht produziert in allen Disziplinen beeindruckende, ausgewogene Ausleuchtungen. Gleichzeitig ist dieses System mit einer Adaptionsvorrichtung versehen, die die Fahrzeugbewegung so ausgleicht, dass ein stabiles Strahlbild entsteht. Die Leistungsunterschiede zwischen dem besten und dem schlechtesten Fernlicht zeigen die nachfolgenden Bilder.
Fernlicht eines einfachen Streuscheibenscheinwerfers
Fernlicht eines modernen Scheinwerfersystems
Bei den Nach- und Umrüstungen zeigt besonders der Ersatz eines alten Streuscheibenscheinwerfers (Paraboloid-Scheinwerfer) durch einen modernen LED-Schweinwerfer beeindruckende Verbesserungen.
Als beste Scheinwerferanlage hat sich das einzigartige System der BMW K 1600 GTL erwiesen, das gleichzeitig auch das aufwändigste System darstellt. Dieses adaptive Kurvenlicht verfügt über eine Vorrichtung, die die Fahrzeugnick- und -rollbewegungen so ausgleichen kann, dass die Hell-Dunkel-Grenze bei eingeschaltetem Abblendlicht stabil gehalten werden kann. Damit wird verhindert, dass der Lichtstrahl andere Verkehrsteilnehmer blendet oder bei Kurvenfahrt den relevanten Bereich auf der Kurveninnenseite nicht mehr erreicht. Verschiedene Sensoren ermittelt die Lage des Fahrzeuges, so dass Schrittmotoren einen Spiegel und die Linse positionieren bzw. ausrichten können. Dieses System gilt als das derzeit aufwendigste Beleuchtungssystem mit Leuchtweitenregulierung, das bei Motorrädern verbaut wird. Die Eigenschaften des adaptiven Kurvenlichts wurden nicht gesondert vergleichend geprüft, da keine weiteren direkt vergleichbaren Systeme an dem Systemvergleich teilgenommen haben.
Die neuen LED-Scheinwerferanlagen, wie sie in der BMW R 1200 GS, der Yamaha FJR 1300 AE und der Yamaha MT-09 Tracer verbaut sind, zeigen vorrangig beim Fernlicht ihre überragende Stärke. Auch die fast weiße Lichtfarbe, die dem Tageslicht ähnlich ist, erleichtert das kontrastreiche Sehen.
Die LED-Abblendlichter der BMW R 1200 GS und der Yamaha FJR 1300 AE erzeugen einen intensiv ausgeleuchteten Bereich direkt vor den Maschinen, der allerdings von einer harten Hell-Dunkel-Grenze abgeschlossen wird. Die Reichweite des Abblendlichts ist dabei relativ knapp. Diese Lichtanordnung kann auf Dauer zu schnellerer Ermüdung des Fahrers führen, wenn der Blick des Fahrers überwiegend in den dunklen Bereich vor der hellen Fläche gerichtet ist. Hier wird eine besondere Problematik bei Motorradscheinwerferanlagen deutlich. Die im Vergleich zu Pkw höhere Kinematik des Motorrades bei Beschleunigung, Verzögerung sowie bei Kurvenfahrt kann leichter dazu führen, dass die vergleichsweise hellen Lichtquellen andere Verkehrsteilnehmer blenden. Mancher Scheinwerfer wird deswegen wohl eher konservativ eingestellt, um Blendungen sicher ausschließen zu können. In der Praxis bedeutet dies, dass die Scheinwerfer eher zu tief eingestellt sind.
Unter den Systemen alter Bauweise erwiesen sich die vier Freiflächenscheinwerfer mit H7-Lampe der Honda VFR 800 als voll konkurrenzfähig. Diese positiven Eigenschaften werden allerdings mit hohem Leistungseinsatz (220 W bei Fernlicht) erkauft. Die Reichweiten von Abblend- und Fernlicht ermöglichen sichere Fahrt bei Dunkelheit. Lediglich die gelbliche Lichtfarbe erschwert im direkten Vergleich mit dem weißeren LED-Licht die kontrastreiche Sicht.
Der nachrüstbare LED-Rundscheinwerfer verbessert – verglichen mit dem originalen Streuscheibenscheinwerfer – die Sicht sehr deutlich. Bei einem Preis von 300 € kann eine Empfehlung für eine solche Umrüstung gegeben werden.
Grundsätzliche Informationen zu unterschiedlichen Scheinwerfersystemen
Neben den Halogenscheinwerfern, die auch in den nächsten Jahren noch an Motorrädern Einsatz finden werden, bieten LED-Scheinwerfer spezifische Vorteile, die sie für den Einsatz an motorisierten Zweirädern prädestinieren.
Niedriger Energieverbrauch/guter Wirkungsgrad: Die Bordnetze und Batterien von Motorrädern sind üblicherweise schwächer dimensioniert als die von Pkw
Lichtausbeute ist unempfindlicher gegenüber Spannungsschwankungen
Größere Gestaltungsfreiheit bei Design und Sonderfunktionen (z.B. Kurvenlicht)
„Angenehmere“ Lichtfarbe (siehe Farbgestaltung/Lichtfarbe/Farbtemperatur)
Großer Entwicklungsaufwand für gute Lichtverteilung erforderlich
Blendwirkung nicht immer auszuschließen
Bei Störungen oder Defekten müssen große und teure Einheiten ausgetauscht werden, anders als bei Scheinwerfern mit austauschbaren Halogenlampen
Xenon-Scheinwerfer, die in Pkw sehr vielfältig eingesetzt werden, haben von wenigen Ausnahmen (z.B. BMW K 1600 GTL) abgesehen im Motorradmarkt wenig Verbreitung gefunden. Hauptgrund hierfür dürfte der im Vergleich zu Halogen- und LED-Scheinwerfern deutlich höhere Bauaufwand sein.
Farbgestaltung/Lichtfarbe/Farbtemperatur
Im direkten Vergleich der Lichtfarben bzw. der Farbtemperaturen von Glühwendellampen (Halogenlampen) und LED-Leuchtmitteln beeindrucken zumindest anfangs die LED-Lampen durch die dem Tageslicht sehr ähnliche Farbtemperatur.
Farbtemperaturskala (Quelle: Wikipedia)
Während das Licht der Scheinwerfer mit Halogenlampen Farbtemperaturen von ca. 3000 K aufwiesen, liegt das Licht der LED-Scheinwerfer im Bereich zwischen 5500 und bis zu 7000 K. Hellem Tageslicht wird eine Farbtemperatur von 5500 bis 5800 zugeordnet. Das weiße LED-Licht wird vom Menschen wegen der Ähnlichkeit zum Tageslicht als anregend und aufmunternd empfunden. Außerdem erscheinen Konturen kontrastreicher.
Von der Vielzahl der normativen Vorschriften, die die Beleuchtungsanlagen von Kfz betreffen, haben nachfolgende eine besondere Bedeutung für die Scheinwerfer von Motorrädern (kein Anspruch auf Vollständigkeit):
StVO: § 16 (1) und § 17
StVZO: § 22a, § 49a, § 50 und § 52
ECE-Normen: ECE-R 8, 19, 20, 37, 56, 57, 72, 74, 76, 82, 87, 98, 99, 112, 113, 128.
Eine detailliertere Darstellung der einzelnen Vorschriften kann an dieser Stellen nicht vorgenommen werden.
Aus der Fülle der Vorschriften ergibt sich die dringende Notwendigkeit, vor bzw. bei der Um- oder Nachrüstung von Motorrädern mit Frontlichtanlagen fachkundigen Rat bei einem Sachverständigen einzuholen. Ggf. kann auch der Verkäufer der Lichtanlagen verbindliche Tipps geben.
Jeder Motorradfahrer sollte höchsten Wert auf eine optimal funktionierende Lichtanlage an seinem Fahrzeug legen. Dies gilt auch, wenn selten bei Dämmerung oder Dunkelheit gefahren wird. Eine gute Erkennbarkeit am Tage zwischen anderen Fahrzeugen, die heutzutage überwiegend mit Tagfahr- oder Abblendlicht unterwegs sind, trägt unmittelbar zur Vermeidung besonders von Kreuzungs- und Abbiegeunfällen bei.
Tipps zur Verbesserung der vorhandenen Lichtanlage
Die Scheinwerferscheiben regelmäßig reinigen, Staub und Insektenreste entfernen. Hierzu keine aggressiven Reinigungs- oder Scheuermittel verwenden, die die Scheiben trüben könnten. Unbedingt die Bedienungsanleitungen beachten.
H4- und H7-Lampen werden auch als Versionen mit höherer Lichtausbeute angeboten. Moderne Versionen dieser lichtstärkeren Lampen erreichen trotz der höheren Glühwendeltemperatur eine ähnliche hohe Lebensdauer wie Standard-Lampen des gleichen Typs. Besonders bei älteren Fahrzeugen mit etwas niedrigerem Spannungsniveau des Bordnetzes können hierdurch deutliche Vorteile erreicht werden. Grundsätzlich aber gilt: Nur die für einen Scheinwerfer ursprünglich vorgesehenen und zugelassenen Lampen dürfen verwendet werden. Nicht zugelassen Lampen oder andere Leuchtmittel lassen die Betriebserlaubnis erlöschen. Dies gilt besonders für LED-Leuchtmittel, die vorgeben, Halogenlampen ersetzen zu können. In der Praxis ergeben diese Imitate vollkommen untaugliche Lichtstrahlen.
Vollkommen konturenloses Strahlbild eines untauglichen LED-Imitats als Ersatz für eine H4-Lampe.
Auch Lampen mit einer höheren Watt-Zahl sind unzulässig und gefährlich, da sie zum Ausfall der elektrischen Versorgung führen und damit unangekündigt den Ausfall der Beleuchtung mit sich bringen können (besonders kritisch bei Nachtfahrten).
Die Scheinwerferausrichtung bzw. die Lichtstrahlhöhe optimal einstellen oder in einer Fachwerkstatt einstellen lassen. Hinweise auch hierzu geben die Bedienungsanleitungen. Wichtig hierbei ist es, die überwiegend genutzte Fahrwerkseinstellung und die Beladung zu berücksichtigen. Weitere Informationen siehe auch unter: „So wird der Scheinwerfer eingestellt.“
Tipps zur Nachrüstung
Bei Nach- oder Umrüstung von Lampen und Scheinwerfern muss grundsätzlich beachtet werden: Nur nach der entsprechenden ECE-Norm geprüfte Komponenten dürfen installiert bzw. angebaut werden. Dabei sind zusätzlich die Vorgaben zu der Position und der Ausrichtung des jeweiligen Lichtes einzuhalten. Abweichungen hiervon gelten nur für alte Fahrzeuge, die noch nach nationalen Zulassungsvorschriften homologiert wurden.
Bei vorhandenen Scheinwerfern dürfen nur solche E-geprüften Lampen verwendet werden, die für den Scheinwerfer ursprünglich vorgesehen sind. So dürfen in Scheinwerfer, die für H4- oder H7-Lampen ausgelegt sind, auch nur diese Lampen montiert werden.
Nachrüstbare LED-Scheinwerfer als Ersatz für alte Streuscheibenscheinwerfer können eine deutliche Sichtverbesserung bei Nacht erzeugen. Wichtig ist dabei, dass die neuen Einsätze sicher und stabil befestigt und in der Höhe eingestellt werden können.
Nachgerüstetes Tagfahrlicht (TFL) muss entsprechend der ECE-R 87 geprüft und gekennzeichnet sein. Je nachdem ob ein einzelnes oder zwei Tagfahrleuchten angebracht werden, sind bestimmte Anbringungshöhen bzw. Abstände zu anderen Leuchten und zur Fahrzeugmittelebene zu beachten. Genauere Hinweise geben auch die Verkäufer. Auch die hinterlegte Schaltungstechnik ist wichtig. Das TFL muss z.B. beim Einschalten des Abblendlichts ausgehen, wenn es nicht als Positionsleuchte arbeite.
So wird der Scheinwerfer eingestellt (einfache Hilfsmethode)
Die korrekte Scheinwerfereinstellung an einem motorisierten Zweirad wird in ihrer Bedeutung häufig unterschätzt und ist unmittelbar sicherheitsrelevant. Spätestens wenn das auf den Boden gerichtete Abblendlicht von einem anderen Verkehrsteilnehmer übersehen wird, wird dies jedem einleuchten. Ist der Scheinwerfer zu hoch eingestellt, wird der Gegenverkehr bei Dunkelheit geblendet.
Alle Hinweise zur korrekten Scheinwerfereinstellung in der Bedienungsanleitung beachten. Vielfach wird dort nur beschrieben, wie die Scheinwerfer eingestellt werden. Zu der Methode, wie die Einstellung zu prüfen ist, finden sich keine Hinweise.
Besonders wenn das Fahrwerk geändert (Heckhöher- oder tieferlegung) oder die Federbasis vorne oder hinten verstellt wurde, muss der Scheinwerfer neuerlich eingestellt werden. Gleiches gilt auch, wenn z.B. das Fahrzeugheck mit Gepäck oder Beifahrer beladen wird.
Für die Scheinwerfer sollte eine Grundeinstellung gewählt werden, die der mehrheitlichen Nutzung entspricht z.B. mit einem Fahrer besetzt ohne Gepäck.
Das Motorrad in dieser Grundeinstellung auf einen ebenen, möglichst waagrechten Untergrund in einem Abstand von 5 m rechtwinkelig vor eine möglichst helle Wand stellen. Das Abblendlicht einschalten.
Eine zweite Person misst den Abstand zwischen Scheinwerfermitte und Untergrund. Im Zweifel kann auch mit einem Blatt Papier die Höhe der Hell-Dunkel-Grenze vor dem Scheinwerfer ermittelt werden. Dieser Abstand wird in der Mitte des Strahlbildes an der Wand angezeichnet.
Bei Scheinwerfern mit asymmetrischem Strahlbild kann die Strahlmitte in horizontaler Ausrichtung an dem Knick der Hell-Dunkel-Grenze bestimmt werden.
Die Strahlkante an der Hell-Dunkel-Grenze hat üblicherweise ein Gefälle von 1%, d.h. für jeden Meter vor dem Scheinwerfer wandert die Hell-Dunkel-Grenze um 1 cm nach unten. An der Wand in 5 m Abstand müsste bei korrekter Einstellung die Hell-Dunkel-Kante 5 cm unter der Höhenmarkierung der Scheinwerfermitte liegen. Die vorgeschriebene Neigung des Scheinwerfers im Zweifel beim Hersteller erfragen.
Alternativ kann die Einstellung natürlich auch komfortabel mit einem entsprechenden Gerät in der Fachwerkstatt vorgenommen werden. Auch hier sollte die Maschine mit der Person besetzt sein, der überwiegend die Maschine fährt.
Wer z.B. in der heimischen Garage das Motorrad mit unterschiedlichen Beladungen und Fahrwerkseinstellungen später überprüfen will, kann die Lage der Hell-Dunkel-Grenze in der Grundeinstellung markieren. Mit veränderter Ausrichtung der Maschine kann der Scheinwerfer dann auf die Markierung neuerlich ausgerichtet werden. Hierbei sollte allerdings eine mögliche Änderung der Scheinwerferhöhe berücksichtigt werden.
Die Fahrzeughersteller sollten die Bedienungsanleitungen mit verbindlichen und leicht umsetzbaren Tipps und Hinweisen für die korrekte Einstellung der Scheinwerfer versehen.
Die Hell-Dunkel-Grenzen einzelner LED-Scheinwerfer erscheinen vergleichsweise hart. Zudem zeigten sich die Reichweiten des Abblendlichtes als relativ gering.
Die Vorfeldausleuchtung ist bei einigen Scheinwerfersystemen vergleichsweise intensiv. Eine weiter nach vorne gerichtete Ausleuchtung wäre vorteilhafter.

References: § 16
 § 17
 § 16
 § 17
 § 22
 § 49
 § 50
 § 52