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Timestamp: 2013-05-22 15:27:23+00:00

Document:
6B_60/2012 (12.09.2012)
6B_60/2012
Betrug (Art. 146 StGB), Urkundenf�lschung (Art. 215 StGB), ungetreue Gesch�ftsbesorgung (Art. 158 StGB); Anklagegrundsatz,
von Graub�nden, I. Strafkammer, vom 26. Oktober 2011.
A.X.________ gr�ndete 1996 die Architektur A.________ GmbH, deren Gesellschafter und Gesch�ftsf�hrer er bis heute ist. Am 5. und 7. Oktober 2004 schlossen die WIR Bank einerseits und die A.________ GmbH sowie A.X.________ und B.X.________ zwei Baukreditvertr�ge zur Finanzierung des Bauvorhabens C.________ in Chur. Die Kredite beliefen sich auf WIR-Geld (nachfolgend: WIR) 450'000.-- und Fr. 1'720'000.--. Zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs dienten zwei Baukonten in Franken und WIR. Die Parteien hielten in den Baukreditvertr�gen unter dem Verwendungszweck "Erstellung eines Mehrfamilienhauses mit f�nf Wohnungen/�berbauung C.________ an der Masanserstrasse in Chur" fest. Die Zahlungen zulasten der Baukredite sollten vom Bauingenieur D.________ gegengezeichnet werden. Die Bausumme von 1,1 Mio. Franken sollte mit einer Zahlung von Fr. 900'000.-- Zug um Zug am 14. September 2005 und zwei weiteren Zahlungen �ber je WIR 100'000.-- per 30. September und 31. Oktober 2005 getilgt werden.
Die Vorinstanz ging im Sinne der Anklage unter anderem davon aus, dass A.X.________ einen Buchungsauftrag zulasten des Baukontos erstellt und diesen mit vier angeblich von E.________ im Auftrag von F.________ verfassten Rechnungen zur Genehmigung an D.________ weitergeleitet hatte. Mit der Zahlung zu Gunsten von F.________ habe A.X.________ einen Teil des Kaufpreises f�r eine von diesem privat gekaufte Liegenschaft in Churwalden getilgt.
Weiter soll die G.________ GmbH, deren einziger Gesellschafter und Gesch�ftsf�hrer A.X.________ ist, Sanit�reinrichtungen im Wert von rund Fr. 40'000.-- als Sacheinlage in die von seinem Schwiegervater, H.________, im Sommer 2006 gegr�ndete I.________ AG eingebracht haben, ohne dass die G.________ eine Gegenleistung erhielt oder eine solche vereinbart war.
Das Bezirksgericht Imboden (Sitz: Domat/Ems) verurteilte A.X.________ am 1. M�rz 2011 wegen mehrfachen Betrugs, mehrfacher Urkundenf�lschung, mehrfacher ungetreuer Gesch�ftsbesorgung und Gl�ubigerbevorzugung zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse von Fr. 1'500.--. Vom Vorwurf der mehrfachen ungetreuen Gesch�ftsbesorgung gem�ss Anklageziffer 2.2 sprach es ihn frei.
Die von A.X.________ erhobene Berufung hiess das Kantonsgericht von Graub�nden am 26. Oktober 2011 teilweise gut. Es sprach ihn von den Vorw�rfen des Betrugs und der Urkundenf�lschung (Ziff. 1.3 lit. a der Anklageschrift), der mehrfachen ungetreuen Gesch�ftsbesorgung (Ziff. 2.2 der Anklageschrift) und der Gl�ubigerbevorzugung (Ziff. 3 der Anklageschrift) frei. Es verurteilte ihn wegen Betrugs, Urkundenf�lschung und ungetreuer Gesch�ftsbesorgung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, und zu einer Busse von Fr. 1'500.--.
A.X.________ erhebt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden vom 26. Oktober 2011 sei mit Ausnahme der Freispr�che aufzuheben. Er sei von s�mtlichen Tatvorw�rfen freizusprechen. Die bisherigen Untersuchungs- und Verfahrenskosten seien dem Staat aufzuerlegen.
A.X.________ stellt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltlichen Rechtsbeistand.
Das Kantonsgericht von Graub�nden beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Die Staatsanwaltschaft Graub�nden verzichtet auf eine Vernehmlassung.
1.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt und ihn zu Unrecht wegen Betrugs, Urkundenf�lschung und ungetreuer Gesch�ftsbesorgung verurteilt. Er habe das Bauvorhaben C.________ in Chur als Architekt und Generalunternehmer geplant. Daneben habe er privat - ohne jeglichen Zusammenhang mit dem Bauprojekt C.________ - die Liegenschaft J.________ in Churwalden von F.________ gekauft. Die vorinstanzliche Feststellung, wonach er mit gef�lschten Rechnungen zulasten des Baukredits zu Unrecht Geld bezogen habe, um den Restkaufpreis der Liegenschaft J.________ zu tilgen, sei falsch. Zutreffend sei, dass er diese Liegenschaft gekauft habe. Zus�tzlich habe jedoch mit F.________ Einigkeit bestanden, dass dieser mit seiner Einzelunternehmung f�r das Projekt C.________ Leistungen bzw. Materiallieferungen im Umfang von Fr. 100'000.-- erbringen k�nne. Ebenso sei m�ndlich vereinbart worden, dass F.________s Berater, E.________, daf�r entsprechende Rechnungen ausstelle und diese im Voraus bezahlt w�rden. Mit der Liegenschaft J.________ h�tten diese Rechnungen nichts zu tun gehabt. Bereits der zeitliche Ablauf der vereinbarten Zahlungsabwicklung widerspreche dem Tatvorwurf. Mit der vom Baukredit des Projekts C.________ bezogenen Summe von WIR 100'000.-- per 4. Oktober 2005 sei nicht die Restzahlung der am 31. Oktober 2005 f�lligen Rate der Liegenschaft J.________ getilgt worden. Vielmehr sei diese Rate erst am 28. November 2005 (nach �nderung der vereinbarten Zahlungsmodalit�ten) mit einem Darlehen von Fr. 77'500.-- seines Schwiegervaters beglichen worden. Aufgrund der ge�nderten Zahlungsmodalit�ten habe F.________ keine Zahlung von WIR 100'000.-- mehr zugute gehabt. Dass er (der Beschwerdef�hrer) sich im Rahmen der Einvernahmen nicht mehr genau an die Zahlungsmodalit�ten habe erinnern k�nnen, d�rfe nicht gegen ihn ausgelegt werden. Die Vorinstanz verletze die Unschuldsvermutung (Beschwerde, S. 5 ff.). Der Vorwurf, er habe F.________ wegen der nicht erfolgten Materiallieferungen nicht gemahnt, sei willk�rlich. Da die kreditgebende Bank ihm Ende Oktober 2006 weitere Bauzahlungen verweigert habe, sei es f�r ihn nicht vordringlich gewesen, ausstehende Materiallieferungen f�r das zum Stillstand gekommene Bauprojekt einzutreiben (Beschwerde, S. 11).
Der Beschwerdef�hrer beanstandet auch die Sachverhaltsfeststellung im Zusammenhang mit den von E.________ ausgestellten vier Rechnungen. Die Vorinstanz habe den Aussagen von F.________ in willk�rlicher Weise zu viel Gewicht beigemessen (Beschwerde, S. 9).
1.2 Die Vorinstanz erw�gt, in tats�chlicher Hinsicht sei umstritten, ob die Anzahlung von WIR 100'000.-- beim Kauf der Liegenschaft J.________ von F.________ eine Leistung darstelle, die in keinem Zusammenhang mit dem Projekt C.________ stehe. F.________ habe ausgesagt, keinerlei Beziehung zur �berbauung C.________ zu haben. Er habe f�r diese weder etwas geliefert noch sei eine Lieferung vereinbart worden. Die vier Rechnungen im Totalbetrag von WIR 100'000.-- habe er nicht ausgestellt und auch niemandem den Auftrag dazu erteilt. Die fraglichen WIR 100'000.-- h�tten eine Teilzahlung f�r die an den Beschwerdef�hrer verkaufte Liegenschaft J.________ dargestellt und seien nicht f�r die �berbauung C.________ bestimmt gewesen (Urteil, S. 28 f.). E.________ habe zun�chst einger�umt, die vier Rechnungen im Auftrag von F.________ ausgestellt zu haben. In einer sp�teren Befragung habe er dies nicht mehr ausdr�cklich best�tigen k�nnen. Er habe jedoch zumindest im Sinne von F.________ gehandelt (Urteil, S. 29).
Die Vorinstanz stuft die klaren und konstanten Aussagen von F.________ als glaubhaft ein. Es sei realit�tsfremd, dass der Beschwerdef�hrer auf den ausgebliebenen Materiallieferungen, f�r die er angeblich WIR 100'000.-- bezahlt habe, nicht beharrt habe. Angesichts des Umfangs der ausgebliebenen Lieferungen leuchte es nicht ein, dass er F.________ nicht einmal schriftlich zur Lieferung ermahnt habe. Eigenen Angaben zufolge h�tte F.________ bei der tats�chlichen Lieferung der fakturierten Arbeiten und Gegenst�nde Fr. 200'000.-- (statt Fr. 100'000.--) zugute gehabt. Wenn der Beschwerdef�hrer somit die angegebenen WIR 100'000.-- geleistet h�tte, w�re immer noch ein Anspruch von Fr. 100'000.-- verblieben. Eine solche Restforderung verneine F.________ jedoch, was ebenfalls gegen die Darstellung des Beschwerdef�hrers spreche. Aus den Aussagen von E.________ k�nne der Beschwerdef�hrer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dieser habe letztlich nicht best�tigt, dass ihm F.________ konkrete Anweisungen zur Rechnungsstellung gegeben h�tte (Urteil, S. 31 ff.). Die Vorinstanz h�lt zusammenfassend fest, dass der Beschwerdef�hrer den WIR-Baukreditvertrag f�r das Bauprojekt C.________ in Anspruch genommen hat, um damit den Kaufpreis f�r die Liegenschaft J.________ im Umfang von WIR 100'000.-- zu tilgen (Urteil, S. 33).
1.3 Den Tatbestand der Urkundenf�lschung nach Art. 251 Ziff. 1 StGB erf�llt, wer in der Absicht, jemanden am Verm�gen oder an andern Rechten zu sch�digen oder sich oder einem andern einen unrechtm�ssigen Vorteil zu verschaffen (Abs. 1), eine Urkunde f�lscht oder verf�lscht, die echte Unterschrift oder das echte Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde ben�tzt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden l�sst (Abs. 2) oder eine Urkunde dieser Art zur T�uschung gebraucht (Abs. 3). Urkunden sind u.a. Schriften, die bestimmt und geeignet sind, eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen (Art. 110 Abs. 4 StGB).
1.4 Die Tatbest�nde des Urkundenstrafrechts sch�tzen das Vertrauen, welches im Rechtsverkehr einer Urkunde als Beweismittel entgegengebracht wird (BGE 137 IV 167 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat im Urteil 6B_571/2011 vom 24. Mai 2012 E. 2.2.1, zur Publikation vorgesehen, mit Hinweisen festgehalten, dass der Urkundencharakter eines Schriftst�cks relativ ist (a.a.O E. 2.2.1). Entgegen der Vorinstanz, die ohne weitere Begr�ndung von der Urkundenqualit�t der inkriminierten Rechnungen ausgeht, stellen Rechnungen nach st�ndiger Rechtsprechung in der Regel keine Urkunden dar (Urteil 6B_571/2011 vom 24. Mai 2012 E. 2.2.1, zur Publikation vorgesehen, mit Hinweis auf BGE 131 IV 125 E. 4.2; 121 IV 131 E. 2c; 117 IV 35; 88 IV 33). Eine erh�hte Glaubw�rdigkeit und damit eine Urkundenqualit�t von Rechnungen kann sich ausnahmsweise aus dem konkreten Verwendungszweck ergeben (vgl. die Beispiele im Urteil 6B_571/2011 vom 24. Mai 2012 E. 2.2.1, zur Publikation vorgesehen). Der schriftlich als richtig bescheinigten Rechnung kommt nach der Rechtsprechung als sogenannte zusammengesetzte Urkunde erh�hte Glaubw�rdigkeit zu (a.a.O. E. 2.2.1 mit Hinweisen).
1.5 Der Beschwerdef�hrer reichte die von E.________ ausgestellten Rechnungen an Bauingenieur D.________ zur Genehmigung zuhanden der WIR Bank ein. Dessen Funktion bestand darin, diejenigen Zahlungen, welche die WIR Bank ausl�ste, auf ihre Richtigkeit zu �berpr�fen und zu kontrollieren, ob die Zahlungsauftr�ge dem Baufortschritt entsprachen (Einvernahmeprotokoll, act. 10/11, S. 2 der Vorakten). D.________ erw�hnte, dass er vom Beschwerdef�hrer als Bauingenieur bezahlt, in seiner kleinen Funktion als Bautreuh�nder jedoch nicht entsch�digt worden sei (Einvernahmeprotokoll, act. 10/5, S. 2 der Vorakten). Auf den vier inkriminierten Rechnungen (act. 40/9-13 der Vorakten), die der WIR Bank eingereicht wurden, ist weder ein Visumzeichen noch eine anders gelagerte Best�tigung der Richtigkeit der Rechnungen vorhanden. Bei dieser Sachlage kommt den vier Rechnungen an die WIR Bank keine erh�hte Glaubw�rdigkeit im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu, weshalb ihnen die Urkundenqualit�t abgeht. Der vom Beschwerdef�hrer, F.________ und D.________ unterzeichnete und mit den Rechnungen eingereichte Buchungsauftrag an die WIR Bank (act. 40/14, S. 1, der Vorakten) �ndert daran nichts. Der objektive Tatbestand der Falschbeurkundung ist mangels Urkunde nicht erf�llt. Der entsprechende Schuldspruch der Vorinstanz verletzt Bundesrecht.
2.1 Zu der vom Beschwerdef�hrer ebenfalls bestrittenen Verurteilung wegen Betrugs f�hrt die Vorinstanz aus, D.________ sei durch die vorgelegten Rechnungen get�uscht worden. Er habe geglaubt, die Akontozahlung von WIR 100'000.-- betreffe Materiallieferungen zu Gunsten der �berbauung C.________. Der Beschwerdef�hrer habe arglistig gehandelt, indem er ihm fiktive Rechnungen f�r Akontozahlungen vorgelegt habe, die nicht ohne besondere M�he �berpr�fbar gewesen seien. Selbst ohne betr�gerische Machenschaften habe der Beschwerdef�hrer arglistig gehandelt, da es D.________ nicht zuzumuten gewesen sei, sich bei jeder Akontorechnung beim Lieferanten nach deren Richtigkeit zu erkundigen (Urteil, S. 37 f.). Gest�tzt auf den Baukreditvertrag habe D.________ (zusammen mit F.________ und dem Beschwerdef�hrer) den Buchungsauftrag an die WIR Bank unterzeichnet, worauf die inkriminierte Zahlung ausgel�st worden sei. Weitere Zwischenhandlungen des Beschwerdef�hrers seien nicht erforderlich gewesen. Der WIR Bank sei ein Schaden von WIR 100'000.-- entstanden. Die nachtr�gliche R�ckzahlung dieser Summe �ndere nichts, da der Kredit aufgrund der fehlenden grundpfandrechtlichen Absicherung zumindest gef�hrdet gewesen sei.
Subjektiv habe der Beschwerdef�hrer bei D.________ die unrichtige Vorstellung hervorrufen wollen, die Zahlung betreffe Materiallieferungen zu Gunsten der �berbauung C.________. Ebenso habe er gewollt, dass dieser den Buchungsauftrag unterschreibe und dadurch die Zahlung der WIR Bank freigegeben werde. Den Verm�gensschaden der Bank habe er zumindest in Kauf genommen und sich im Umfang der WIR 100'000.-- ungerechtfertigt bereichert (Urteil, S. 38 ff.).
2.2 Des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtm�ssig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdr�ckung von Tatsachen arglistig irref�hrt oder ihn in einem Irrtum arglistig best�rkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Verm�gen sch�digt.
Die T�uschung ist arglistig, wenn der T�ter ein ganzes L�gengeb�ude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Ein L�gengeb�ude liegt vor, wenn mehrere L�gen derart raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterh�ltigkeit zeugen, dass sich selbst eine kritische Person t�uschen l�sst. Als besondere Machenschaften gelten Erfindungen und Vorkehren sowie das Ausn�tzen von Begebenheiten, die allein oder gest�tzt auf L�gen oder Kniffe geeignet sind, den Betroffenen irrezuf�hren (BGE 135 IV 76 E. 5.2 mit Hinweisen). Einfache falsche Angaben gelten als arglistig, wenn deren �berpr�fung nicht oder nur mit besonderer M�he m�glich oder nicht zumutbar ist und wenn der T�ter das Opfer von der m�glichen �berpr�fung abh�lt oder nach den Umst�nden voraussieht, dass dieses die �berpr�fung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverh�ltnisses unterlassen werde (BGE 135 IV 76 E. 5.2; 128 IV 18 E. 3a; je mit Hinweisen).
2.3 Der Schuldspruch wegen Betrugs ist nicht zu beanstanden. Der Beschwerdef�hrer hat D.________ dadurch get�uscht, dass die vier vorgelegten Rechnungen keine Akontozahlungen von WIR 100'000.-- f�r Materiallieferungen von F.________ zu Gunsten der �berbauung C.________ betroffen haben. Sein Vorbringen, der Restkaufpreis sei nach �nderung der vereinbarten Zahlungsmodalit�ten mit einem Darlehen von Fr. 77'500.-- seines Schwiegervaters beglichen worden, weshalb F.________ die WIR 100'000.-- nicht mehr zugestanden seien, ist unzutreffend. Der damalige Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers teilte F.________ mit Schreiben vom 15. November 2005 mit (act. 40/4 der Vorakten), er finde es unverst�ndlich, dass die Abwicklung des Liegenschaftskaufs J.________ Probleme bereite. Er wies darauf hin, dass sich "die beiden WIR-Checks" (wovon einer die inkriminierten WIR 100'000.-- betraf) bei sich in der Kanzlei bef�nden. Die sp�tere Modifizierung der Zahlungsmodalit�ten mit einer Restzahlung von Fr. 77'500.-- (act. 40/7 der Vorakten) �ndert an der Sachlage nichts, dass der Beschwerdef�hrer aufgrund seiner inkriminierten Handlung WIR 100'000.-- zulasten des Baukredits C.________ erhalten hat. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die Rechnungen nicht ohne besondere M�he �berpr�fbar gewesen sind. Ausserdem war es D.________ nicht zuzumuten, sich bei jeder Akontorechnung beim Lieferanten nach deren Richtigkeit zu erkundigen. Die �brigen objektiven Tatbestandselemente der Bereicherung und des Schadens sowie der subjektive Tatbestand sind ebenfalls erf�llt und werden vom Beschwerdef�hrer nicht ausdr�cklich beanstandet.
3.1 Der Beschwerdef�hrer bestreitet den Vorwurf der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung im Zusammenhang mit der Sacheinlage der G.________ bei der I.________. Die Sacheinlage sei nicht ohne Gegenleistung erfolgt. Vielmehr habe die G.________ nach der Gr�ndung der I.________ 40 Inhaberaktien zu Fr. 1'000.-- erhalten. Er habe diverse private Einlagen/Darlehen in H�he von weit �ber Fr. 40'000.-- an die G.________ geleistet. Deshalb sollten diese 40 Inhaberaktien umgehend auf ihn pers�nlich �bertragen werden. Die entsprechenden Buchungen seien jedoch versehentlich in der Buchhaltung der G.________ vergessen gegangen.
Die Vorinstanz habe den Grundsatz der Bindung an den Anklagesachverhalt verletzt. Sie habe �ber die Anklage hinaus gepr�ft, was mit den Inhaberaktien nach deren Aush�ndigung an die G.________ geschehen sei. Ihre Verurteilung st�tze sich auf einen Sachverhalt, der nicht Gegenstand der Anklage gewesen sei. Es sei im �brigen nicht zutreffend, dass die Aktien ohne entsprechende Gegenleistung an ihn weiter�bertragen worden seien. Bereits in den Gr�ndungsunterlagen der I.________ sei geplant gewesen, ihm die Inhaberaktien zu �bertragen, da er Forderungen in weit h�herem Wert gegen�ber der G.________ habe. Die Verrechnung k�nne nicht in Frage gestellt werden, nur weil diese nicht buchhalterisch erfasst worden sei. Die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass seine Kollokationsforderung gegen�ber der zu liquidierenden G.________ im Umfang von Fr. 118'000.-- unerheblich sei. Diese Forderung untermauere vielmehr, dass er mehr als den Wert der Inhaberaktien von Fr. 40'000.-- zugute gehabt und mit deren �bertragung auf sich selbst die G.________ nicht gesch�digt habe (Beschwerde, S. 11 ff.).
3.2 Die Vorinstanz erw�gt, der Beschwerdef�hrer habe als einzelzeichnungsberechtigter und einziger Gesch�ftsf�hrer der G.________ dieser unter Verletzung seiner Sorgfaltspflichten einen Verm�gensschaden zugef�gt, indem er die ihr zustehenden 40 Inhaberaktien der I.________ umgehend auf sich selbst �bertragen habe. Im Ergebnis seien damit die der G.________ zustehenden Sanit�reinrichtungen - wie in der Anklageschrift korrekt beschrieben - in die I.________ eingebracht worden, ohne dass die G.________ daf�r von irgendeiner Seite eine (volle) Gegenleistung erhalten habe. Der Beschwerdef�hrer dringe mit dem Argument nicht durch, dass die Inhaberaktien jederzeit mit seinen Gegenforderungen h�tten verrechnet werden k�nnen. Dies setze eine Verrechnungserkl�rung voraus. Weder sei eine solche aktenkundig noch ergebe sich aus der Buchhaltung der G.________ eine Verminderung der Guthaben des Beschwerdef�hrers. Die Buchhaltung weise vielmehr f�r das aktivierte Kontokorrentkonto des Beschwerdef�hrers einen negativen Saldo aus. Dass im Konkurs der G.________ eine Kollokationsforderung des Beschwerdef�hrers von mehr als Fr. 118'000.-- anerkannt worden sei, sei unerheblich (Urteil, S. 42 ff.).
3.3 Nach dem Anklagegrundsatz gem�ss Art. 9 StPO kann eine Straftat nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zust�ndigen Gericht Anklage erhoben hat. Das Bundesgericht hat bereits vor Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung in langj�hriger Rechtsprechung aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK Inhalt und Tragweite des Anklagegrundsatzes abgeleitet. Diese Grunds�tze behalten auch unter Art. 9 StPO G�ltigkeit. Demnach bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so pr�zise zu umschreiben, dass die Vorw�rfe in objektiver und subjektiver Hinsicht gen�gend konkretisiert sind. Es muss aus ihr erkennbar sein, inwiefern die inkriminierte Handlung den objektiven und subjektiven Tatbestand des angerufenen Straftatbestandes erf�llt. Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden, nicht aber an dessen rechtliche W�rdigung durch die Anklagebeh�rde. Das Anklageprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Geh�r (Informationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f. mit Hinweisen).
3.4 Der vom Beschwerdef�hrer geltend gemachte Verstoss gegen das Anklageprinzip ist begr�ndet. Die Anklageschrift wirft dem Beschwerdef�hrer lediglich vor, er habe Sanit�reinrichtungen in die I.________ eingebracht, ohne dass diese der G.________ irgendeine Gegenleistung daf�r habe zukommen lassen oder eine solche vereinbart worden sei. Dadurch habe er gegen�ber der G.________ seine Treuepflicht verletzt und dieser einen Schaden von Fr. 41'034.20 verursacht (Anklageschrift Ziff. 2.3, abgedruckt im angefochtenen Entscheid, S. 6). Die Vorinstanz erw�gt hingegen, die G.________ habe von der I.________ eine Gegenleistung in Form von 40 Inhaberaktien zu Fr. 1'000.-- erhalten. Der Beschwerdef�hrer habe den Tatbestand der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung erf�llt, indem er sich die der G.________ zustehenden Aktien weiter�bertragen habe ohne daf�r eine (volle) Gegenleistung zu erbringen (Urteil, S. 44). Die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen stimmen nicht mit dem Sachverhalt gem�ss Anklage �berein. Da die Vorinstanz an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden ist, durfte sie davon nicht abweichen und den Beschwerdef�hrer nicht - im Sinne einer Ersatzbegr�ndung - gest�tzt auf den von ihr anders festgestellten Sachverhalt verurteilen.
4.1 Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen, im �brigen ist sie abzuweisen. Das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden vom 26. Oktober 2011 ist aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdef�hrer reduzierte Gerichtskosten zu tragen. Er ersucht um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung. Soweit er obsiegt, wird das Gesuch gegenstandslos, im �brigen war die Beschwerde aussichtslos und ist das Gesuch abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Seiner finanziellen Lage ist mit herabgesetzten Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).
4.2 Der Beschwerdef�hrer wird im Umfang seines Unterliegens kostenpflichtig. Er hat einen Drittel der auf Fr. 1'500.-- festzusetzenden Gerichtskosten zu tragen. Dem Kanton Graub�nden sind keine Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 und Abs. 4 BGG). Hingegen ist er verpflichtet, dem Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers eine auf zwei Drittel reduzierte Entsch�digung f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden vom 26. Oktober 2011 wird aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Der Kanton Graub�nden hat den Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers, Rechtsanwalt Philipp Rupp, f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 251
 BGE 
 Art. 146
 Art. 9
 Art. 29
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 9
 BGE