Source: http://www.rinke.eu/nc/detailansicht/article/private-kapitalertraege-in-der-einkommensteuer-erklaerung-2017/114/
Timestamp: 2018-09-22 01:55:08+00:00

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﻿ RINKE TREUHAND - Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung in Wuppertal und Riesa - Private Kapitalerträge in der Einkommensteuer-Erklärung 2017
Die Besteuerung von privaten Kapitalerträgen ist grundsätzlich durch einen Kapitalertragsteuer­abzug in Höhe von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer (1) abgegolten. Kapital­erträge müssen daher regelmäßig nicht in der Einkommensteuer-Erklärung angegeben werden.
Die Angabe von privaten Kapitalerträgen in der Steuererklärung kann aber zwingend ­erforderlich oder ­empfehlenswert sein; siehe dazu insbesondere folgende Beispiele:
für Kapitalerträge keine Kapitalertragsteuer einbehalten wurde (z. B. bei Darlehen an Angehörige (2) oder für Gesellschafter-Darlehen, (2) Steuererstattungszinsen nach § 233a AO, Zinsen von aus­ländischen Banken). Der Steuersatz für diese Erträge im Rahmen der Einkommensteuer-Veranlagung entspricht dann regelmäßig dem Abgeltungsteuersatz von 25% (vgl. § 32d EStG).
trotz Kirchensteuerpflicht keine Kirchensteuer von den Kapitalerträgen einbehalten wurde (z. B. wegen Abgabe eines Sperrvermerks (3)). In diesem Fall reicht es aus, nur die darauf entfallende Kapitalertragsteuer anzugeben. Die Kirchensteuer wird dann im Rahmen der Veranlagung festgesetzt. (4)
Eine Minderung der Abgeltungsteuer wg. Kirchensteuerpflicht (1) kann nur erreicht ­werden, wenn auch die gesamten Kapitalerträge angegeben werden.
die Besteuerung sämtlicher Kapitalerträge mit dem persönlichen Einkommensteuersatz günstiger ist als der 25 %ige Kapitalertragsteuerabzug (sog. Günstigerprüfung). (5) Dies kann z. B. auch durch Berück­sich­tigung von Verlusten aus anderen Einkunftsarten (z. B. aus Vermietung und Verpachtung) eintreten.
die Besteuerung von Gewinnausschüttungen aus einer Beteiligung an einer Kapital­gesell­schaft in Höhe von 60 % der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz (sog. Teileinkünfteverfahren) günstiger ist als der Kapitalertragsteuerabzug. Das Teileinkünfteverfahren kann auch dann vorteilhaft sein, wenn z. B. Zinsen im Zusammenhang mit der Finanzierung des Kapitalanteils angefallen sind und (teilweise) berücksichtigt werden sollen.
Ein entsprechender Antrag ist möglich bei einer Beteiligung von mindes­tens 25 % oder bei mindestens 1 % und beruflicher Tätigkeit mit maßgeblichem unternehmerischen Einfluss auf die Gesellschaft. (6)
der Kapitalertragsteuerabzug zu hoch gewesen ist; das ist u. a. möglich, wenn kein Freistellungsauftrag ­erteilt wurde und deshalb der Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro (Ehepartner: 1.602 Euro) nicht – oder nicht vollständig – berücksichtigt werden konnte.
Sofern Verluste in einem Depot angefallen sind und diese nicht in diesem ­Depot zur zukünftigen Verlustverrechnung vorgetragen, sondern im Rahmen der Einkommensteuer-Ver­anlagung mit anderen (Veräu­ße­rungs-)Gewinnen verrechnet werden sollen, ist eine entsprechende ­Bescheinigung über den Verlust anzufordern. (7)
Auch im Fall der Günstigerprüfung (d. h., wenn der persönliche Steuersatz niedriger ist als der Abgeltungsteuersatz von 25 %) kann lediglich der Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro (Ehepartner: 1.602 Euro) mindernd berücksichtigt werden. (8)
(1) Bei Kirchensteuerpflicht ermäßigt sich die Abgeltungsteuer (siehe § 32d Abs. 1 Sätze 3 ff. EStG); der ermäßigte Abgeltung­steuer­satz beträgt bei 9 % Kirchensteuer 24,45 % bzw. 24,51 % bei 8 % Kirchensteuer.
(2) Soweit der Darlehensnehmer die Zinsen als Werbungskosten/ Betriebsausgaben geltend machen kann und ein Beherrschungs­verhältnis vorliegt (siehe dazu BMF-Schreiben vom 18. Januar 2016 – IV C 1 – S 2252/08/10004, BStBl 2016 I S. 85, Rz. 136) oder bei Zinsen an GmbH-Gesellschafter bzw. deren Angehörige bei mindestens 10 %iger Beteiligung, gilt für entsprechende ­Kapitalerträge der persönliche Einkommensteuersatz.
(3) Vgl. § 51a Abs. 2e EStG.
(4) Siehe § 51a Abs. 2d EStG.
(5) Insbesondere denkbar bei einem zu versteuernden Einkommen bis zu ca. 15.000 € (Ehepartner: 30.000 €).
(6) Siehe hierzu § 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG.
(7) Vgl. § 43a Abs. 3 Sätze 4 und 5 EStG. Zu beachten ist dabei, dass seit 2009 entstehende Veräußerungsverluste aus Aktien grund­sätzlich nur mit Veräußerungsgewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden dürfen.
(8) Das Abzugsverbot für tatsächlich entstandene Werbungskosten im Rahmen der Günstigerprüfung ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden; vgl. BFH-Urteil vom 28. Januar 2015 VIII R 13/13 (BStBl 2015 II S. 393).

References: § 233
 § 32
 § 32
 § 51
 § 51
 § 32
 § 43