Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=27.01.2006&Aktenzeichen=1%20A%204120/04
Timestamp: 2020-02-24 18:07:24+00:00

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OVG Nordrhein-Westfalen, 27.01.2006 - 1 A 4120/04 - dejure.org
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OVG Nordrhein-Westfalen, 27.01.2006 - 1 A 4120/04 (https://dejure.org/2006,5666)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 27.01.2006 - 1 A 4120/04 (https://dejure.org/2006,5666)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 27. Januar 2006 - 1 A 4120/04 (https://dejure.org/2006,5666)
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Gewährung von Bürokostenentschädigung für Gerichtsvollzieher; Rückwirkenden Absenkung des zur Berechnung des Gebührenanteils festgelegten Prozentsatzes nach Ablauf des jeweiligen Abrechnungsjahres durch Änderungsverordnung; Rückwirkende Absenkung des zur Berechnung des ...
VG Düsseldorf, 14.09.2004 - 26 K 164/03
vgl. die Ausführungen hierzu im Senatsurteil vom 27. Januar 2006 - 1 A 4120/04 -, ZBR 2006, 317 f. = juris Rn. 37 ff.
vgl. Senatsurteil vom 27. Januar 2006 - 1 A 4120/04 -, a.a.O., juris Rn. 112.
vgl. allgemein hierzu bereits Urteil des Senats vom 27. Januar 2006 - 1 A 4120/04 -, a.a.O., juris Rn. 80.
So im Ergebnis bereits: Urteil des Senats vom 27. Januar 2006 - 1 A 4120/04 -, a.a.O., juris Rn. 80; vgl. auch zum vierteljährlichen Abrechnungsverfahren der Gerichtsvollzieher: Sächsisches OVG, Urteil vom 5. Mai 2009 - 2 A 408/08 -, juris Rn. 31; vgl. im Übrigen auch Hess. LSG, Urteil vom 12. November 2009 - L 1 KR 56/09 -, juris Rn. 20 unter Verweis auf die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts, welches die Rechtmäßigkeit vorläufiger Verwaltungsakte bei erstmaligen Beitragseinstufungen von Existenzgründern gerade mit Blick auf einen andernfalls möglicherweise unverhältnismäßigen Grundrechtseingriff durch die fehlende Möglichkeit einer einkommensgerechten Beitragseinstufung bejaht hat; vgl. Henneke, a.a.O., § 35 Rn. 119.
vgl. BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010 - 2 C 7/08 -, juris Rn. 9, 13, 15 sowie vorgehend OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 8. November 2007 - 4 B 18.06 -, juris Rn. 64, anders noch Senatsurteil vom 27. Januar 2006 - 1 A 4120/04 -, ZBR 2006, 317 = juris Rn. 142 unter Berücksichtigung von §§ 97, 98 LBG NRW a.F. (heute: § 80 Abs. 2 und 6 LBG NRW).
Das vierteljährliche Abrechnungsverfahren steht deshalb unter dem Vorbehalt der endgültigen Festsetzung der Gebührenanteile und des Jahreshöchstbetrags (ebenso OVG NRW, Urt. v. 27.1.2006 - 1 A 4120/04 - und OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 28.3.2007 - 4 S 14.06 - juris).
Zum anderen lässt die steuerrechtliche Behandlung der Bürokostenentschädigung nur sehr begrenzt Rückschlüsse auf ihre verwaltungsrechtliche Einordnung zu: Die Frage, ob die Bürokostenentschädigung einen Dienstbezug darstellt oder nicht, ist in erster Linie nach verwaltungsrechtlichen Kriterien zu beantworten; der steuerrechtlichen Einordnung kommt in diesem Zusammenhang allenfalls Indizwirkung zu (vgl. auch OVG NRW, Urt. v. 27.1.2006 a. a. O.).
Der Kläger dürfte damit i. S. d. § 819 Abs. 1 BGB, § 12 Abs. 2 Satz 2 BBesG bösgläubig gewesen sein (vgl. auch OVG NRW, Urt. v. 27.1.2006 a. a. O.).
Der Kläger kann sich gegenüber dem Ablieferungsanspruch nicht auf schutzwürdiges Vertrauen berufen: Wenn - wie oben unter 1 c dargelegt - gemäß § 2 Abs. 2 SächsGVEntschVO die nachträgliche Abänderung des Gebührenanteils bis zum Ende des dem Abrechnungsjahr folgenden Kalenderjahres rechtlich zulässig ist, besteht gerade kein schutzwürdiges Vertrauen des Gerichtsvollziehers auf das Behaltendürfen der vorläufig einbehaltenen Gebühren in voller Höhe (vgl. OVG NRW, Urt. v. 27.1.2006 a. a. O).
Das reicht zur Bejahung einer Klagebefugnis aus (vgl. - die Zulässigkeit eines entsprechenden Antrags ohne weiteres bejahend - OVG Münster, Urteil vom 27. Januar 2006 - 1 A 4120/04 - juris Rn. 35).
Dieser Rechtsprechung hat sich die verbreitete obergerichtliche Rechtsprechung und auch der Senat angeschlossen (vgl. Beschluss des Senats vom 28. März 2007 - OVG 4 S 14.06 - ferner OVG Koblenz, Urteil vom 27. August 2007 - 2 A 10364/07 - OVG Magdeburg, Urteil vom 24. Januar 2007 - 1 K 349/05 -, s. dazu BVerwG…, Beschluss vom 23. August 2007, a.a.O.; OVG Weimar, Urteil vom 24. Oktober 2006 - 2 N 249/04 -, s. dazu BVerwG…, Beschluss vom 6. September 2007, a.a.O.; OVG Greifswald, Urteil vom 23. Mai 2006 - 4 K 6/04 - VGH München, Beschluss vom 16. Oktober 2006 - 3 N 03.1683 - u.a., ferner Urteil vom 6. März 2006 - 3 B 04.3383 - OVG Münster, Urteil vom 27. Januar 2006, a.a.O., s. dazu BVerwG…, Beschluss vom 4. Dezember 2006, a.a.O.; OVG Bautzen, Urteil vom 9. Dezember 2005 - 2 D 7/04 - DGVZ 2006, 8 ff.; OVG Lüneburg, Urteil vom 7. Juli 2005 - 5 KN 239/03 - soweit nicht anders angegeben jeweils zitiert nach juris).
Zum Teil wird - ohne nähere Begründung - eine Rückforderung und deshalb § 12 Abs. 2 BBesG als Grundlage angenommen (so OVG Münster, Urteil vom 27. Januar 2006, a.a.O., Rn. 142; wohl auch VG Halle, Urteil vom 25. April 2007 - 5 A 431/04 HAL - juris, wonach die Rückforderung an § 12 Abs. 1 BBesG scheitere).
Ergänzend ist im Übrigen - ohne dass es hierauf noch entscheidungserheblich ankäme - anzumerken, dass nach der aktuellen Rechtsprechung mehrerer Obergerichte in keinem der dort maßgeblichen Länder, die gleichfalls das hier vom Antragsgegner zugrunde gelegte Berechnungsmodell angewandt haben, die Entschädigungsregelung als nicht auskömmlich angesehen wurde (siehe: OVG Niedersachsen, Urteil vom 7. Juli 2005 - Az.: 5 KN 239/03 - DÖD 2006, 179; OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 27. Januar 2006 - Az.: 1 A 4120/04 - OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 23. Mai 2006 - BayVGH, Urteil vom 6. März 2006 - Az.: 3 B 04.3383 - BayVBl. 2006, 570, Beschluss vom 16. Oktober 2006 - Az.: 3 N 03.1683 u. a. -).
Eine Vorgabe dahin, dass die Änderung des Vomhundertsatzes zu bzw. bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erfolgen hat, enthält § 2 Abs. 2 GVEntschVO 1998 nicht; bis zu welchem Zeitpunkt die Änderung vorzunehmen ist, bleibt vielmehr offen (vgl. auch zu wortgleichen bzw. entsprechenden anderweitigen Landesregelungen: OVG Niedersachsen, Urteil vom 7. Juli 2005 - Az.: 5 KN 95/04 - OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 27. Januar 2006 - Az.: 1 A 4120/04 - [m. w. N.]).
Ein schutzwürdiges Vertrauen hat sich mithin nach alledem nicht bilden können (so im Ergebnis auch: OVG Niedersachsen, Urteile vom 7. Juli 2005 - Az.: 5 KN 239/03, 5 KN 95/04 und 5 KN 33/05 - OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 27. Januar 2006 - Az.: 1 A 4120/04 - OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 6. Juni 2006 - Az.: 4 K 6/04 -).
dazu OVG NRW, Urteil vom 27.1.2006, a. a. O., m. w. N.
dazu OVG NRW Urteil vom 27.1.2006, a.a.O., m.w.N.,.
vgl. Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW), Urteil vom 27. Januar 2006 - 1 A 4120/04 -, juris; Verwaltungsgericht Minden, Urteil vom 3. November 2004 - 4 K 3941/02 - .
vgl. OVG NRW, Urteil vom 27. Januar 2006, a.a.O..
vgl. erneut OVG NRW, Urteil vom 27. Januar 2006, a.a.O..
d) Der Senat folgt den zu vergleichbaren Gegenständen wie dem vorliegenden ergangenen Entscheidungen in Normenkontrollverfahren des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts vom 7. Juli 2005 (Az. 5 KN 95/04, DÖD 2006, 179 ff), des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts vom 9. Dezember 2005 (Az. 2 D 7/04, DGVZ 2006, 8 ff., Juris-Dokument MWRE001730600), des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen vom 27. Januar 2006 (Az. 1 A 4120/04, Juris-Dokument MWRE206012886) oder des Oberverwaltungsgerichts Mecklenburg-Vorpommern vom 6. Juni 2006 (Az. K 6/04, Juris-Dokument MWRE060000392), nur insoweit, als dort jeweils festgestellt wird, subjektiv-öffentliche Rechte der Gerichtsvollzieher würden mit Blick auf den Sachkostendefizite deutlich übersteigenden ungerechtfertigten Personalerstattungsbetrag nicht verletzt.

References: § 35
 § 80
 § 819
 § 12
 § 2
 § 12
 § 12
 § 2