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Timestamp: 2017-11-23 01:49:02+00:00

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759 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates XXI. GP
Nachdruck vom 5. 11. 2001
Bundesgesetz, mit dem im Hinblick auf die Einführung des Euro das Gerichtsgebührengesetz, das Gerichtliche Einbringungsgesetz 1962, das Bundesgesetz über die Gebühren
für Verwahrnisse der gerichtlichen Verwahrungsabteilungen, das Außerstreitgesetz, das
Bundesgesetz zur Verbesserung der Nahversorgung und der Wettbewerbsbedingungen,
das 1. Euro-Justiz-Begleitgesetz, das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz, das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz, das Bauern-Sozialversicherungsgesetz, das BeamtenKranken- und Unfallversicherungsgesetz, das Notarversicherungsgesetz 1972 und das
Wohnbauförderungsgesetz 1984 geändert werden (Euro-Gerichtsgebühren-Novelle –
EGN)
Das Gerichtsgebührengesetz, BGBl. Nr. 501/1984, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I
Nr. 41/2001, wird wie folgt geändert:
a) In Z 6 wird das Zitat „Tarifpost 14 Z 1, 2 und 7“ durch das Zitat „Tarifpost 14 Z 1 und 6“ ersetzt;
b) in Z 7 wird das Zitat „Tarifpost 14 Z 4, 5 und 6“ durch das Zitat „Tarifpost 14 Z 3, 4 und 5“ ersetzt.
„(1) Wird der Anspruch des Bundes auf die Gebühren mit der Überreichung der Eingabe (§ 2 Z 1
lit. a bis e und h, Z 2 und 7) begründet, so können die Gebühren durch Verwendung von Bankkarten mit
Bankomatfunktion oder Kreditkarten, durch Einzahlung auf das Postscheck-(Sonder-)Konto des Gerichts,
bei dem die Eingabe eingebracht wird, oder durch Bareinzahlung bei diesem Gericht entrichtet werden.
Wird zur Abfrage aus einer Datenbank eine Übermittlungsstelle in Anspruch genommen, so hat die
Verordnung, die die Gebühren bestimmt, auch Art und Zeitpunkt der Entrichtung zu bestimmen; in diesem
Fall sind die Gebühren dem Gebührenschuldner von der Übermittlungsstelle (gemeinsam mit deren
Kosten) in Rechnung zu stellen und dem Bund gutzuschreiben.“
b) in Abs. 2 wird der Betrag „1 000 S“ durch den Betrag „70 Euro“ ersetzt;
„(6) Die festen Gebühren, die in den Tarifposten 9 lit. d (Abschriftgebühr), 10 III (Firmenbuch- und
Schiffsregisterauszüge), 11 (Beglaubigungen und Beurkundungen), 14 Z 3 (Justizverwaltungsgebühren)
und 15 (Abschriften und Amtsbestätigungen) angeführt sind, sind durch Bareinzahlung bei Gericht oder
durch Verwendung von Bankkarten mit Bankomatfunktion oder Kreditkarten zu entrichten; bei Erteilung
der Abbuchungsermächtigung können sie auch durch Abbuchung und Einziehung entrichtet werden.“
4. § 6 Abs. 2 und 3 lauten:
„(2) Nicht in vollen Euro bestehende Bemessungsgrundlagen sowie die Hundertsatz- und
Tausendsatzgebühren sind auf den nächsthöheren Eurobetrag aufzurunden.
759 der Beilagen
(3) Wenn ein Betrag in anderer Währung als Euro die Grundlage für die Gebührenermittlung bildet,
so ist der entsprechende Eurobetrag nach den für den Bereich der Verkehrsteuern vom Bundesminister für
Finanzen verlautbarten Umrechnungswerten zu ermitteln.“
5. Nach § 6 wird folgender § 6a eingefügt:
„§ 6a. (1) Für die Inanspruchnahme automationsunterstützter Datenübermittlung bei einer Einsicht in
die Register, Vormerkungen und Verzeichnisse ist – sofern in den besonderen Bestimmungen sowie in
dem diesem Bundesgesetz angeschlossenen Tarif (samt Anmerkungen) nichts anderes vorgesehen ist –
eine Gerichtsgebühr von 0,04 Cent je dem Einsichtnehmenden übermittelten Zeichen zu entrichten. Wird
zu dieser Einsicht eine Übermittlungsstelle in Anspruch genommen, so ist der Bundesminister für Justiz
ermächtigt, unter Bedachtnahme auf den entstehenden Sach- und Personalaufwand Art und Zeitpunkt der
Entrichtung der Gerichtsgebühr durch Verordnung zu bestimmen; in diesem Fall sind die
Gerichtsgebühren dem Gebührenschuldner von der Übermittlungsstelle (gemeinsam mit deren Kosten) in
Rechnung zu stellen und dem Bund gutzuschreiben.
(2) § 31a ist auf den in Abs. 1 angeführten Gebührenbetrag mit der Maßgabe anzuwenden, dass der
aus dem Verhältnis der Indexzahlen berechnete Betrag auf den nächsthöheren Hundertstelcent
aufzurunden ist.
(3) Die Einsicht in die Ediktsdatei sowie kurze Mitteilungen daraus (§ 89k Abs. 1, 3 und 4 GOG)
sind gebührenfrei.“
6. § 6b wird aufgehoben.
7. § 10 samt Überschrift lautet:
„Persönliche Gebührenfreiheit aus anderen Gründen
§ 10. (1) Soweit Staatsverträge nicht entgegenstehen, sind in gesetzlichen Vorschriften vorgesehene
persönliche Befreiungen von den Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren unwirksam. Ausgenommen
hievon sind die Befreiungen von den Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren nach § 45 Bundesimmobiliengesetz, § 12 Abs. 2 Bundesforstegesetz 1996 und § 44 Abs. 4 ORF-Gesetz sowie die sich aus § 10
Bundesstatistikgesetz 2000 ergebende Gebührenbefreiung der Organe der Bundesstatistik für die Einsicht
in die Register sowie die Abfrage und Datenübermittlung daraus.
(2) Nach Abs. 1 weiterhin bestehende Gebührenbefreiungen treten nur ein, wenn sie in der Eingabe,
bei Aufnahme des Protokolls oder Vornahme einer sonstigen Amtshandlung unter Hinweis auf die
gesetzliche Grundlage in Anspruch genommen werden.
1. der Masseverwalter (Konkursmasse) und der Gläubigerausschuss, dies mit Ausnahme
a) der Gebühren für Rechtsstreitigkeiten, sofern die Konkursmasse als Klägerin oder Rechtsmittelwerberin auftritt, und
b) der Pauschalgebühren;
2. der Ausgleichsverwalter und der Gläubigerbeirat, ausgenommen bei Rechtsstreitigkeiten, die im
Anschluss an das Ausgleichsverfahren geführt werden;
3. der Staatsanwalt;
4. die Gerichte und die Behörden der Justizverwaltung;
5. die Sicherheitsbehörden und -dienststellen im Rahmen der Erfüllung ihrer kriminal- und
sicherheitspolizeilichen Aufgaben.“
„§ 13. (1) Soweit Staatsverträge nicht entgegenstehen, sind in gesetzlichen Vorschriften ohne
Beziehung auf bestimmte Personen aus sachlichen Gründen gewährte Befreiungen von den Gerichts- und
Justizverwaltungsgebühren unwirksam. Ausgenommen hievon sind die Befreiungen von den Gerichts- und
Justizverwaltungsgebühren nach § 15 Abs. 3 Agrarverfahrensgesetz, dem Arbeits- und
Sozialgerichtsgesetz, dem Neugründungs-Förderungsgesetz, dem 1. Euro-Justiz-Begleitgesetz, dem EuroGenossenschaftsbegleitgesetz und Art. 34 § 1 Budgetbegleitgesetz 2001.
(2) Nach Abs. 1 weiterhin bestehende Gebührenbefreiungen erstrecken sich auf alle am Verfahren
beteiligten Personen, deren gesetzliche Vertreter und Bevollmächtigte; sie treten aber nur ein, wenn sie in
der Eingabe, bei Aufnahme des Protokolls oder Vornahme einer sonstigen Amtshandlung unter Hinweis
auf die gesetzliche Grundlage in Anspruch genommen werden.“
a) Abs. 4 und 5 lauten:
„(4) Bei einstweiligen Verfügungen außerhalb eines Zivilprozesses dient der Wert des zu sichernden
Anspruchs als Bemessungsgrundlage.
(5) Für Klagen auf künftige Leistung von Ehegattenunterhalt (einschließlich des nachehelichen
Unterhalts) oder Kindesunterhalt ist das Einfache der Jahresleistung als Bemessungsgrundlage anzunehmen. Wird der Anspruch aber auf eine kürzere Zeit als ein Jahr geltend gemacht, so dient der
Gesamtbetrag der beanspruchten Leistungen als Bemessungsgrundlage. Bei gemeinsamer Geltendmachung von künftigem und bereits fällig gewordenem Unterhalt sind der sich nach den vorstehenden
Regelungen ergebende Betrag für den künftigen Unterhalt und der für die Vergangenheit geforderte
Betrag zusammenzurechnen.“
b) der bisherige Abs. 5 erhält die Absatzbezeichnung „(6)“.
10. In § 16 wird der Betrag „8 760 S“ durch den Betrag „630 Euro“ und wird der Betrag „29 220 S“
durch den Betrag „2 120 Euro“ ersetzt.
11. In § 17 wird der Betrag „14 610 S“ durch den Betrag „1 060 Euro“ und wird der Betrag „73 060 S“
durch den Betrag „5 300 Euro“ ersetzt.
12. § 19 Abs. 3 wird aufgehoben.
13. In § 19a lautet der letzte Halbsatz:
„Erhöhungsbeträge, die nicht auf volle 10 Cent lauten, sind auf die nächsten vollen 10 Cent aufzurunden.“
14. § 22 lautet:
„§ 22. (1) In den Fällen der Tarifpost 6 lit. a Z 1 ist der Masseverwalter verpflichtet, die
Pauschalgebühr aus der Konkursmasse zu zahlen. Wenn jedoch die Aufhebung des Konkurses nicht von
der vorherigen Bezahlung der Pauschalgebühr abhängig ist (Anmerkung 4 letzter Halbsatz zur Tarifpost
6), obliegt die Zahlung der Pauschalgebühr dem Gemeinschuldner. Im Fall des Zwangsausgleichs sind für
die Entrichtung der Pauschalgebühr weiters auch die Personen zahlungspflichtig, die die Haftung für die
Verbindlichkeiten des Gemeinschuldners übernommen haben.
(2) In den Fällen der Tarifpost 6 lit. a Z 2 ist der Gemeinschuldner zur Zahlung der Pauschalgebühr
(3) Für die Entrichtung der Pauschalgebühr für das Konkursverfahren ist nach rechtskräftiger
Aufhebung des Konkurses weiters auch der Masseverwalter zahlungspflichtig, wenn ihm hinsichtlich
dieser Gebühr ein Verschulden an einer Gebührenverkürzung zur Last fällt.
(4) In den Fällen der Tarifpost 6 lit. b ist der Schuldner zur Zahlung der Pauschalgebühr verpflichtet.
Weiters sind auch die Personen zahlungspflichtig, die im Ausgleich eine Haftung für die
Verbindlichkeiten des Schuldners übernommen haben.
(5) In den Fällen der Tarifpost 6 lit. c ist der Unternehmer, der die Einleitung des
Reorganisationsverfahrens beantragt (§ 1 Abs. 1 URG), zur Zahlung der Pauschalgebühr verpflichtet.“
„(1) Der Wert des Unterhaltsanspruchs ist nach § 15 Abs. 5 sowie nach § 58 JN zu berechnen, soweit
in den Anmerkungen zur Tarifpost 7 nichts anderes bestimmt wird.“
16. In § 26 Abs. 1 entfällt im Klammerausdruck des letzten Satzes die Wendung „ , Übernahmspreises“.
17. In § 31 wird in Abs. 1 und 5 jeweils der Betrag „4 000 S“ durch den Betrag „290 Euro“ ersetzt.
18. § 31a lautet:
„§ 31a. (1) Der Bundesminister für Justiz hat durch Verordnung die in diesem Bundesgesetz und
dessen Tarif angeführten festen Gebühren sowie die in §§ 16 und 17 angeführten Bemessungsgrundlagen
neu festzusetzen, sobald und soweit sich der von der Bundesanstalt Statistik Österreich verlautbarte
Verbraucherpreisindex 2000 oder der an seine Stelle tretende Index gegenüber der für März 2001
verlautbarten und in der Folge gegenüber der der letzten Festsetzung zugrunde gelegten Indexzahl um
mehr als 10 vH geändert hat. Die neuen Beträge sind aus den Beträgen dieses Bundesgesetzes und dessen
Tarifs im Verhältnis der Veränderung der für März 2001 verlautbarten Indexzahl zu der für die Neufestsetzung maßgebenden Indexzahl zu berechnen. Die so berechneten Beträge sind auf volle Eurobeträge
auf- oder abzurunden, wobei Beträge bis einschließlich 50 Cent abgerundet und Beträge über 50 Cent
aufgerundet werden. Die neuen Beträge gelten ab dem der Verlautbarung durch die Bundesanstalt Statistik
Österreich folgenden übernächsten Monatsersten.
(2) Die festen Gebührenbeträge in den Tarifposten 1, 2 und 3 für die Gebührenstufe über 363 360
Euro sind bei der Neufestsetzung der Gebühren – zusätzlich zu den Änderungen nach Abs. 1 – jeweils
auch um die Beträge zu erhöhen bzw. zu vermindern, um die die in der vorangehenden Gebührenstufe
angeführten Beträge gegenüber den Beträgen dieses Bundesgesetzes geändert werden.“
19. Tarifpost 1 wird wie folgt geändert:
a) Der Tarif lautet:
„Tarifpost
Pauschalgebühren in zivilgerichtlichen Verfahren erster
Instanz bei einem Wert des Streitgegenstandes
über 145 350 Euro bis
über 218 020 Euro bis
über 290 690 Euro bis
3 249 Euro
4 332 Euro
5 415 Euro
1,2% vom jeweiligen Streitwert
zuzüglich 1 509 Euro“
b) in der Anmerkung 8 wird der Betrag „20 000 S“ durch den Betrag „1 450 Euro“ ersetzt;
c) in der Anmerkung 9 wird der Betrag „2 640 S“ durch den Betrag „191 Euro“ ersetzt.
20. Tarifpost 2 wird wie folgt geändert:
Pauschalgebühren für das Rechtsmittelverfahren zweiter
Instanz bei einem Berufungsinteresse
1 592 Euro
4 778 Euro
6 371 Euro
7 964 Euro
1,8% vom jeweiligen Berufungsinteresse zuzüglich
2 219 Euro“
b) in der Anmerkung 5 wird der Betrag „20 000 S“ durch den Betrag „1 450 Euro“ ersetzt;
c) in der Anmerkung 6 wird der Betrag „3 490 S“ durch den Betrag „253 Euro“ ersetzt.
21. Tarifpost 3 wird wie folgt geändert:
Pauschalgebühren für das Rechtsmittelverfahren dritter
Instanz bei einem Revisionsinteresse
1 061 Euro
4 247 Euro
8 494 Euro
10 618 Euro
2,4% vom jeweiligen Revisionsinteresse zuzüglich
2 959 Euro“
c) in der Anmerkung 6 wird der Betrag „5 230 S“ durch den Betrag „380 Euro“ ersetzt.
22. Tarifpost 4 wird wie folgt geändert:
a) in Exekutionsverfahren mit Ausnahme der in lit. b angeführten Verfahren bei einem Wert des Streitgegenstandes
b) in Exekutionsverfahren auf das unbewegliche Vermögen
je 138 Euro mehr
je 156 Euro mehr“
b) in der Anmerkung 1a wird der Betrag „90 S“ durch den Betrag „6 Euro“ ersetzt;
c) in der Anmerkung 7 wird der Betrag „20 000 S“ durch den Betrag „1 450 Euro“ ersetzt.
23. In der Tarifpost 5 wird der Gebührenbetrag „460 S“ durch den Gebührenbetrag „33 Euro“ und wird
der Gebührenbetrag „240 S“ durch den Gebührenbetrag „17 Euro“ ersetzt.
24. In der Tarifpost 6 wird jeweils der Gebührenbetrag „4 560 S“ durch den Gebührenbetrag „331 Euro“
25. Tarifpost 7 wird wie folgt geändert:
a) In der Spalte „Gegenstand“ wird die Überschrift „A. Pflegschafts- und Vormundschaftssachen“ durch
die Überschrift „A. Pflegschaftssachen“ ersetzt;
b) der Gebührenbetrag „140 S“ wird durch den Gebührenbetrag „10 Euro“ ersetzt;
c) die Anmerkung 1 lautet:
„Der Wert des Zuerkannten ergibt sich aus § 23 Abs. 1.“;
d) in der Anmerkung 7 wird die Wendung „Pflegschafts-, Sachwalterschafts- und Vormundschaftssachen“
durch die Wendung „Pflegschafts- und Sachwalterschaftssachen“ ersetzt.
26. In der Tarifpost 8 wird der Gebührenbetrag „580 S“ durch den Gebührenbetrag „42 Euro“ ersetzt.
27. Tarifpost 9 wird wie folgt geändert:
a) Die Gebührenbeträge in lit. a, b und d werden geändert
von „550 S“ in „39 Euro“,
von „770 S“ in „55 Euro“ und
von „120 S“ in „8 Euro“;
b) lit. c wird aufgehoben;
c) in lit. d wird der bisherige Text in der Spalte „Gegenstand“ durch die Wendung „d) Grundbuchsabschriften und Abschriften aus den Hilfsverzeichnissen“ ersetzt und wird in der Spalte „Maßstab für die
Gebührenbemessung“ die Wendung „für je zwölf angefangene Seiten im Format A 4“ durch die Wendung
„für je 850 angefangene Zeilen“ ersetzt;
d) die Anmerkungen 7 und 8 lauten:
„7. Für die Einverleibung (Vormerkung) einer Simultanhypothek ist die Eintragungsgebühr nur
einmal zu bezahlen, sofern die Eintragung entweder in einem einzigen Gesuch oder für alle
Hypothekarobjekte gleichzeitig begehrt wird.
b) einerseits an einer nicht verbücherten Liegenschaft oder einem Bauwerk (Anmerkung 11) und
andererseits an einem Grundbuchskörper
erworben werden.“
e) die Anmerkung 14 wird aufgehoben;
f) in Anmerkung 15 wird die Wendung „Grundbuchsauszüge (Abschriften) sowie Abschriften nach
Tarifpost 9 lit. d“ durch die Wendung „Grundbuchsabschriften und Abschriften aus den Hilfsverzeichnissen“ ersetzt und entfällt der zweite Satz.
28. Tarifpost 10 wird wie folgt geändert:
a) In Z I werden die Gebührenbeträge geändert
von „270 S“ in „19 Euro“,
von „440 S“ in „31 Euro“,
von „1 650 S“ in „119 Euro“,
von „330 S“ in „23 Euro“,
von „660 S“ in „47 Euro“,
von „1 100 S“ in „79 Euro“,
von „2 200 S“ in „159 Euro“,
von „880 S“ in „63 Euro“,
von „110 S“ in „7 Euro“,
von „990 S“ in „71 Euro“,
von „3 850 S“ in „279 Euro“,
von „3 520 S“ in „255 Euro“,
von „1 980 S“ in „143 Euro“,
von „220 S“ in „15 Euro“,
von „220 S“ in „15 Euro“ und
von „110 S“ in „7 Euro“;
b) in Z II lit. a wird in der Spalte „Höhe der Gebühren“ der Hundertsatz „1,1 vH“ durch den Hundertsatz
„1,2 vH“ ersetzt;
c) in Z II lit. b wird der Gebührenbetrag „650 S“ durch den Gebührenbetrag „47 Euro“ ersetzt;
d) in Z III lit. a wird in der Spalte „Höhe der Gebühren“ die Wendung „für je 12 angefangene Seiten 120
S“ durch die Wendung „für je 850 angefangene Zeilen 8 Euro“ ersetzt;
e) in Z III lautet lit. b in der Spalte „Gegenstand“ „Jahresabschlüsse“ und in der Spalte „Höhe der
Gebühren“ „8 Euro“;
f) in Z III erhält die bisherige lit. b die neue Buchstabenbezeichnung „c)“; in der neuen lit. c wird der
Gebührenbetrag „50 S“ durch den Gebührenbetrag „3 Euro“ ersetzt;
g) in Anmerkung 17 entfallen die ersten beiden Sätze.
29. Tarifpost 11 wird wie folgt geändert:
a) lit. a des Tarifs lautet:
Maßstab für die
a) 1. Beglaubigungen von Unterschriften bei
einer Bemessungsgrundlage
730 Euro bis 3 630 Euro
über 3 630 Euro bis 7 270 Euro
über 7 270 Euro bis 36 340 Euro
über 36 340 Euro bis 72 670 Euro
über 72 670 Euro
2. wenn der Wert nicht bestimmbar ist;
je 21 Euro mehr
b) in lit. b des Tarifs wird der Gebührenbetrag „20 S“ durch den Gebührenbetrag „1,40 Euro“ ersetzt;
c) die Anmerkung 5 wird aufgehoben.
30. Tarifpost 12 wird wie folgt geändert:
a) In lit. a Z 3 lautet der Text in der Spalte „Gegenstand“:
„Verfahren zur Anerkennung oder Nichtanerkennung ausländischer Eheentscheidungen (§ 228b und
§ 228c AußStrG)“;
b) die lit. c Z 1 des Tarifs entfällt;
c) die Gebührenbeträge werden geändert
von „2 640 S“ in „191 Euro“,
von „1 090 S“ in „79 Euro“,
von „600 S“ in „43 Euro“,
von „360 S“ in „26 Euro“,
von „600 S“ in „43 Euro“ und
von „3 640 S“ in „264 Euro“;
d) in Anmerkung 2 wird der Gebührenbetrag „360 S“ durch den Gebührenbetrag „26 Euro“ und wird der
Gebührenbetrag „600 S“ durch den Gebührenbetrag „43 Euro“ ersetzt;
e) in Anmerkung 3 wird der Gebührenbetrag „2 200 S“ durch den Gebührenbetrag „159 Euro“ ersetzt.
31. In Tarifpost 13 werden die Gebührenbeträge geändert
von „1 130 S“ in „82 Euro“,
von „1 320 S“ in „95 Euro“ und
von „1 520 S“ in „110 Euro“.
32. In Tarifpost 14 werden die Gebührenbeträge geändert
von „140 S“ in „10 Euro“,
von „960 S“ in „69 Euro“,
von „960 S“ in „69 Euro“ und
von „13 220 S“ in „960 Euro“.
33. Tarifpost 15 wird wie folgt geändert:
a) Die Gebührenbeträge werden geändert
von „20 S“ in „1,40 Euro“ und
von „40 S“ in „2,90 Euro“;
b) in Anmerkung 3 lit. g wird die Wendung „Pflegschafts-, Sachwalterschafts- und Vormundschaftssachen“ durch die Wendung „Pflegschafts- und Sachwalterschaftssachen“ ersetzt;
c) in Anmerkung 5 wird die Wendung „die hiezu erforderlichen Gerichtskostenmarken“ durch die
Wendung „die Gebühr“ ersetzt;
d) Anmerkung 6 lautet:
„6. Für unbeglaubigte Aktenabschriften oder -ablichtungen ist eine Gebühr in Höhe von 35 Cent zu
entrichten. § 31a ist auf diesen Gebührenbetrag mit der Maßgabe anzuwenden, dass der aus dem
Verhältnis der Indexzahlen berechnete Betrag auf die nächsten vollen 10 Cent aufzurunden ist.“
e) Anmerkung 6a lautet:
„6a. Für Ausdrucke aus der Ediktsdatei, die im Weg der automationsunterstützten Datenverarbeitung
bei Gericht hergestellt werden, betragen die Gerichtsgebühren 8 Euro.“
34. Artikel VI wird wie folgt geändert:
„In-Kraft-Treten, Übergangsbestimmungen, Aufhebungen“
b) Z 16 lautet:
„16. Die durch die Euro-Gerichtsgebühren-Novelle, BGBl. I Nr. XXX/2001, geänderten Bestimmungen sind auf alle Schriften und Amtshandlungen anzuwenden, hinsichtlich derer der
Anspruch auf die Gebühr nach dem 31. Dezember 2001 begründet wird. Verordnungen mit
Rücksicht auf dieses Bundesgesetz dürfen bereits vor seinem In-Kraft-Treten erlassen werden,
jedoch frühestens mit 1. Jänner 2002 in Kraft treten.“
35. Dem Artikel VI wird folgender Artikel VII angefügt:
„Artikel VII
Mit der Vollziehung dieses Bundesgesetzes ist der Bundesminister für Justiz im Einvernehmen mit
dem Bundesminister für Finanzen betraut.“
Das Gerichtliche Einbringungsgesetz 1962, BGBl. Nr. 288/1962, zuletzt geändert durch das
Budgetbegleitgesetz 2000, BGBl. I Nr. 26/2000, wird wie folgt geändert:
a) In Z 2 wird das Wort „und“ durch die Wendung „Mutwillensstrafen nach § 7 Abs. 2 sowie“ ersetzt;
„3. die Kosten des Strafverfahrens sowie die nicht bereits durch Einhebung gemäß § 32 Abs. 3 StVG
hereingebrachten Beiträge zu den Kosten des Strafvollzugs und der Unterbringung nach § 21
Abs. 1 oder 2, § 22 oder § 23 StGB, sofern sie nicht für uneinbringlich erklärt worden sind;“
c) in Z 4 wird die Wendung „Arreststrafe (Haft)“ durch das Wort „Haftstrafe“ ersetzt und entfällt die
Wendung „zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 91/1976,“.
2. In § 2 Abs. 2 wird der Betrag „3 900 S“ durch den Betrag „300 Euro“ ersetzt.
3. In § 6 Abs. 1 wird der Betrag „100 S“ durch den Betrag „7 Euro“ ersetzt.
4. In § 6a Abs. 1 lautet der zweite Satz:
„§ 78 EO ist entsprechend mit der Maßgabe anzuwenden, dass ein Rekurs nicht der Unterschrift eines
Rechtsanwalts bedarf.“
„(2) Ein rechtzeitig eingebrachter Berichtigungsantrag hat aufschiebende Wirkung. Wurde ein
Berichtigungsantrag offenbar mutwillig erhoben, so kann der darüber entscheidende Präsident des
Gerichtshofs gegen den Zahlungspflichtigen eine Mutwillensstrafe bis zu 290 Euro verhängen.“
„(7) Gegen den Berichtigungsbescheid oder die Verhängung einer Mutwillensstrafe nach Abs. 2 ist
kein Rechtsmittel zulässig.“
6. § 9 Abs. 1 bis 4 lauten:
„(1) Auf Antrag kann die vorgeschriebene Zahlungsfrist verlängert oder die Entrichtung in Teilbeträgen gestattet werden (Stundung), wenn die Einbringung mit besonderer Härte für den Zahlungspflichtigen verbunden wäre und entweder die Einbringlichkeit durch die Stundung nicht gefährdet oder
Sicherheit geleistet wird. Wird eine Rate nicht oder verspätet bezahlt, so wird die Stundung wirkungslos
(2) Gebühren und Kosten können auf Antrag nachgelassen werden, wenn die Einbringung mit
besonderer Härte für den Zahlungspflichtigen verbunden wäre oder wenn der Nachlass im öffentlichen
Interesse gelegen ist.
(3) Ein Stundungs- oder Nachlassantrag hat keine aufschiebende Wirkung. Auf Antrag ist jedoch die
Einbringung bis zur Entscheidung über das Stundungs- oder Nachlassbegehren aufzuschieben, sofern
nicht dadurch die Einbringlichkeit gefährdet würde oder das Begehren wenig erfolgversprechend
erscheint. Über die Aufschiebung der Einbringung entscheidet der Leiter der Einbringungsstelle; gegen
seine Entscheidung ist kein Rechtsmittel zulässig.
(4) Über Anträge nach Abs. 1 und 2 entscheidet der Präsident des Oberlandesgerichts Wien im
Justizverwaltungsverfahren durch Bescheid; er kann seine Entscheidungsbefugnis an den Leiter der
Einbringungsstelle übertragen. Bei Beträgen über 30 000 Euro bedarf die Gewährung einer Stundung oder
eines Nachlasses der Zustimmung des Bundesministeriums für Justiz. Gegen den Bescheid über einen
Antrag nach Abs. 1 oder 2 ist kein Rechtsmittel zulässig. Das Verfahren ist gebührenfrei.“
a) in Abs. 3 wird der Betrag „100 S“ durch den Betrag „7 Euro“ ersetzt;
b) in Abs. 4 wird der Betrag „650 S“ durch den Betrag „47 Euro“ ersetzt.
8. In § 13 Abs. 1a entfällt die Wendung „nach Herstellung des Einvernehmens mit dem Bundesministerium für Finanzen“.
9. § 14a lautet:
„§ 14a. (1) Wenn alle sonstigen Voraussetzungen für die Aufhebung des Konkurses erfüllt sind, hat
das Konkursgericht mit Beschluss die Pauschalgebühr nach Tarifpost 6 GGG zu bestimmen und den
Masseverwalter zur Zahlung dieser Gebühr aufzufordern. Dies gilt auch in den Fällen der Zahlungspflicht
des Gemeinschuldners (§ 22 Abs. 1 zweiter Satz GGG; § 22 Abs. 2 GGG), doch hat in diesen Fällen eine
Ausfertigung des Beschlusses auch an den Gemeinschuldner zu ergehen. In den Beschluss ist ein Hinweis
auf die Rechtsfolgen aufzunehmen, die bei Nichtzahlung der Pauschalgebühr eintreten.
(2) Wenn alle sonstigen Voraussetzungen für die gerichtliche Bestätigung des Ausgleichs erfüllt sind,
hat das Ausgleichsgericht mit Beschluss die Pauschalgebühr nach Tarifpost 6 GGG zu bestimmen und den
Ausgleichsschuldner zur Zahlung dieser Gebühr aufzufordern. Eine Ausfertigung des Beschlusses hat
auch an den Ausgleichsverwalter zu ergehen.
(3) Beschlüsse nach Abs. 1 können vom Masseverwalter, in den Fällen der Zahlungspflicht des
Gemeinschuldners auch von diesem mit Rekurs angefochten werden. Gegen Beschlüsse nach Abs. 2
können der Ausgleichsschuldner und der Ausgleichsverwalter Rekurs erheben. Die Rekursfrist beträgt
vierzehn Tage. Das Gericht kann dem Rekursbegehren selbst stattgeben. Im Übrigen können fehlerhafte
Beschlüsse nach Abs. 1 und 2 in entsprechender Anwendung des § 419 ZPO berichtigt werden.“
10. In § 18 Abs. 2 lautet die Z 1:
„1. § 25 Abs. 2 zweiter Satz, §§ 26 und 27 des Datenschutzgesetzes 2000, BGBl. I Nr. 165/1999,
sind nicht anzuwenden;“
11. § 19a wird wie folgt geändert:
a) Der bisherige Wortlaut erhält die Absatzbezeichnung „(1)“;
b) dem bisherigen Wortlaut wird folgender Abs. 2 angefügt:
„(2) § 1 Z 2 bis 4, § 2 Abs. 2, § 6 Abs. 1, § 6a, § 7 Abs. 2 und 7, § 9 Abs. 1 bis 4, § 11 Abs. 3 und 4,
§ 13 Abs. 1a, § 14a und § 18 Abs. 2 Z 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001 treten
mit 1. Jänner 2002 in Kraft. § 9 Abs. 1 bis 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001
ist anzuwenden, wenn der Stundungs- oder Nachlassantrag nach dem 31. Dezember 2001 eingebracht
Änderung des Bundesgesetzes über die Gebühren für Verwahrnisse der gerichtlichen
Verwahrungsabteilungen
Das Bundesgesetz über die Gebühren für Verwahrnisse der gerichtlichen Verwahrungsabteilungen,
BGBl. Nr. 182/1962, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 532/1993, wird wie folgt
1. In § 1 Abs. 2 wird der Betrag „400 S“ durch den Betrag „30 Euro“ ersetzt.
a) In Abs. 2 wird die Wendung „§ 5 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren, BGBl. Nr. 75/1950, sinngemäß“ durch die Wendung „§ 6 Abs. 3 des Gerichtsgebührengesetzes, BGBl. Nr. 501/1984, entsprechend“ ersetzt;
„(3) Ein nicht in vollen Euro bestehender Wertbetrag ist auf den nächsthöheren Eurobetrag
aufzurunden.“
a) In Abs. 1 lit. c wird der Betrag „3 S“ durch den Betrag „20 Cent“ ersetzt;
„(2) Die nach Abs. 1 und 3 berechneten Gebühren sind auf volle 10 Cent auf- oder abzurunden,
wobei Beträge bis einschließlich 5 Cent abgerundet und Beträge über 5 Cent aufgerundet werden. Die
Mindestgebühr beträgt jedoch 10 Cent.“
4. In § 5 Abs. 1 lit. a wird der Betrag „400 S“ durch den Betrag „30 Euro“ ersetzt.
5. In § 6 Abs. 1 wird die Wendung „1948 sinngemäß“ durch die Wendung „1962 entsprechend“ ersetzt.
6. In § 8 Abs. 2 wird die Wendung „1948 sinngemäß“ durch die Wendung „1962 entsprechend“ ersetzt.
7. Dem § 9 wird folgender Abs. 3 angefügt:
„(3) Die durch die Euro-Gerichtsgebühren-Novelle, BGBl. I Nr. XXX/2001, geänderten
Bestimmungen sind auf Verwahrnisse anzuwenden, deren Ausfolgung nach dem 31. Dezember 2001
bewilligt wird. Abs. 2 gilt entsprechend.“
8. In § 10 wird die Wendung „das Bundesministerium“ durch die Wendung „der Bundesminister“ ersetzt.
Das Gesetz über das gerichtliche Verfahren in Rechtsangelegenheiten außer Streitsachen vom
9. August 1854, RGBl. Nr. 208, zuletzt geändert durch das Kindschaftsrechts-Änderungsgesetz 2001,
BGBl. I Nr. 135/2000, wird wie folgt geändert:
§ 102 Abs. 3 lautet:
„(3) Im Übrigen sind unbewegliche Sachen mit dem Dreifachen ihres Einheitswerts anzugeben.“
Änderung des Bundesgesetzes zur Verbesserung der Nahversorgung und der
Das Bundesgesetz zur Verbesserung der Nahversorgung und der Wettbewerbsbedingungen, BGBl.
Nr. 392/1977, zuletzt geändert durch die Kartellgesetznovelle 1993, BGBl. Nr. 693, wird wie folgt
a) In Abs. 8 entfällt der letzte Satz;
b) in Abs. 9 wird der Betrag „1 000 S“ durch den Betrag „70 Euro“ und wird der Betrag „50 000 S“
durch den Betrag „3 500 Euro“ ersetzt.
Das 1. Euro-Justiz-Begleitgesetz, BGBl. I Nr. 125/1998, geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I
1. In Art. I wird dem § 9 Abs. 1 folgender letzter Satz angefügt:
„Der dieser Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln zugrunde gelegte Jahresabschluss muss abweichend
von § 2 Abs. 4 Kapitalberichtigungsgesetz zu einem Stichtag aufgestellt sein, der nicht mehr als zwölf
Monate vor der Anmeldung des Beschlusses über diese Kapitalerhöhung zur Eintragung in das
Firmenbuch liegt.“
2. Dem Art. I werden folgende §§ 14 und 15 samt Überschriften angefügt:
„Erhöhung des Stammkapitals
§ 14. (1) Für eine Kapitalerhöhung durch bar zu leistende Stammeinlagen um einen Betrag von
höchstens 700 Euro, die der Anpassung des Gesellschaftsvertrags an die Bestimmungen dieses
Bundesgesetzes dient, findet die Verpflichtung zur Leistung der Mindesteinzahlungen auf die neuen
Stammeinlagen keine Anwendung. Werden jedoch Einzahlungen auf die neuen Stammeinlagen geleistet,
so ist die Vorlage einer schriftlichen Bestätigung eines Kreditinstituts zum Nachweis der Einzahlungen
(§ 10 Abs. 3 GmbHG) nicht erforderlich.
(2) Für eine Erhöhung des Stammkapitals aus Gesellschaftsmitteln zur Glättung der Stammeinlagen
in dem Ausmaß, das erforderlich ist, um das Verhältnis der mit den Stammeinlagen verbundenen Rechte
zueinander, das Verhältnis der Nennbeträge der Stammeinlagen zum Stammkapital und das Verhältnis der
Stimmrechte beizubehalten, muss der dieser Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln zugrunde gelegte
Jahresabschluss abweichend von § 2 Abs. 4 Kapitalberichtigungsgesetz zu einem Stichtag aufgestellt sein,
der nicht mehr als zwölf Monate vor der Anmeldung des Beschlusses über diese Kapitalerhöhung zur
Eintragung in das Firmenbuch liegt.
§ 15. Für eine Herabsetzung des Stammkapitals um einen Betrag von höchstens 700 Euro, die zur
Anpassung des Gesellschaftsvertrags an die Bestimmungen dieses Bundesgesetzes in vereinfachter Form
vorgenommen werden kann, genügt abweichend von § 50 Abs. 1 GmbHG die einfache Mehrheit der
abgegebenen Stimmen; dies gilt auch dann, wenn der Gesellschaftsvertrag höhere Mehrheiten oder
weitere Erfordernisse vorsieht. Große Gesellschaften (§ 221 HGB) haben die im Zuge dieser
Herabsetzung des Stammkapitals frei werdenden Beträge in die gebundene Kapitalrücklage einzustellen.
Kleine und mittelgroße Gesellschaften können diese Beträge in eine nicht gebundene Kapitalrücklage
einstellen oder in die Gewinn- und Verlustrechnung aufnehmen. § 59 Abs. 1 GmbHG gilt mit der
Einschränkung sinngemäß, dass die §§ 183 und 185 bis 188 AktG mit Ausnahme von § 188 Abs. 1 keine
Anwendung finden.“
3. In Art. X wird dem § 1 folgender Abs. 3 angefügt:
„(3) Art. I § 9 Abs. 1 letzter Satz, §§ 14 und 15 sowie Art. X § 7 Abs. 1 zweiter Satz in der Fassung
des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001 treten mit 1. Jänner 2002 in Kraft.“
4. In Art. X wird in § 7 Abs. 1 nach dem ersten Satz folgender Satz eingefügt:
„Von dieser Gebührenbefreiung sind auch Erhöhungen und Herabsetzungen des Stammkapitals erfasst,
die über jenes Ausmaß nicht hinausgehen, das zur Beibehaltung des Verhältnisses der mit den
Stammeinlagen verbundenen Rechte zueinander, des Verhältnisses der Nennbeträge der Stammeinlagen
zum Stammkapital und des Verhältnisses der Stimmrechte erforderlich ist.“
Das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz, BGBl. Nr. 189/1955, zuletzt geändert durch das
Bundesgesetz BGBl. I Nr. 103/2001, wird wie folgt geändert:
1. Im § 110 Abs. 1 Einleitung wird der Ausdruck „ , der Bundesverwaltungsabgaben sowie der Gerichtsund Justizverwaltungsgebühren, mit Ausnahme solcher in zivilgerichtlichen Verfahren und
Exekutionsverfahren (§ 10 Abs. 3 des Gerichtsgebührengesetzes, BGBl. Nr. 501/1984),“ durch den
Ausdruck „und der Bundesverwaltungsabgaben“ ersetzt.
2. Im § 110 Abs. 1 Z 1 und 2 wird der Ausdruck „Gerichten“ jeweils durch den Ausdruck „Gerichtshöfen
des öffentlichen Rechts“ ersetzt.
3. Im § 545 Abs. 1 entfällt der Ausdruck „hinsichtlich der Bestimmungen des § 110, soweit sie eine
Befreiung von den Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren vorsehen, das Bundesministerium für Justiz
im Einvernehmen mit den Bundesministerien für soziale Verwaltung und für Finanzen,“.
4. Im § 582 Abs. 3 wird nach dem Ausdruck „des Gerichtsgebührengesetzes“ der Ausdruck „in der am
31. Dezember 2001 geltenden Fassung“ eingefügt.
5. Nach § 595 wird folgender § 596 samt Überschrift angefügt:
„Schlussbestimmungen zu Art. 7 des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001
§ 596. (1) Die §§ 110 Abs. 1, 545 Abs. 1 und 582 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I
Nr. XXX/2001 treten mit 1. Jänner 2002 in Kraft.
(2) § 110 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001 ist auf alle Schriften und
Amtshandlungen anzuwenden, bezüglich deren der Anspruch auf die Gebühr nach dem 31. Dezember
2001 begründet wird.“
Das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz, BGBl. Nr. 560/1978, zuletzt geändert durch das
1. Im § 46 Abs. 1 Einleitung wird der Ausdruck „ , der Bundesverwaltungsabgaben sowie der Gerichtsund Justizverwaltungsgebühren, mit Ausnahme solcher in zivilgerichtlichen Verfahren und
2. Im § 46 Abs. 1 Z 1 und 2 wird der Ausdruck „Gerichten“ jeweils durch den Ausdruck „Gerichtshöfen
3. Im § 254 lit. e entfällt der Ausdruck „soweit sie sich auf Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren
bezieht, der Bundesminister für Justiz im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Finanzen,“.
4. Im § 280 Abs. 3 wird nach dem Ausdruck „des Gerichtsgebührengesetzes“ der Ausdruck „in der am
5. Nach § 292 wird folgender § 293 samt Überschrift angefügt:
„Schlussbestimmungen zu Art. 8 des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001
§ 293. (1) Die §§ 46 Abs. 1, 254 lit. e und 280 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I
(2) § 46 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001 ist auf alle Schriften und
Das Bauern-Sozialversicherungsgesetz, BGBl. Nr. 559/1978,
1. Im § 44 Abs. 1 Einleitung wird der Ausdruck „ , der Bundesverwaltungsabgaben sowie der Gerichtsund Justizverwaltungsgebühren, mit Ausnahme solcher in zivilgerichtlichen Verfahren und
2. Im § 44 Abs. 1 Z 1 und 2 wird der Ausdruck „Gerichten“ jeweils durch den Ausdruck „Gerichtshöfen
3. Im § 241 Abs. 1 lit. d entfällt der Ausdruck „soweit sie sich auf Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren bezieht, der Bundesminister für Justiz im Einvernehmen mit dem Bundesminister für
Finanzen,“.
4. Im § 269 Abs. 3 wird nach dem Ausdruck „des Gerichtsgebührengesetzes“ der Ausdruck „in der am
5. Nach § 281 wird folgender § 282 samt Überschrift angefügt:
„Schlussbestimmungen zu Art. 9 des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001
§ 282. (1) Die §§ 44 Abs. 1, 241 Abs. 1 lit. d und 269 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes
BGBl. I Nr. XXX/2001 treten mit 1. Jänner 2002 in Kraft.
(2) § 44 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001 ist auf alle Schriften und
Das Beamten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetz, BGBl. Nr. 200/1967, zuletzt geändert durch
das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 103/2001, wird wie folgt geändert:
1. Im § 171 Abs. 1 entfällt der Ausdruck „soweit sie sich auf die Befreiung von den Gerichts- und
Justizverwaltungsgebühren bezieht, das Bundesministerium für Justiz im Einvernehmen mit dem
Bundesministerium für soziale Verwaltung und dem Bundesministerium für Finanzen,“.
2. Im § 192 Abs. 2 wird nach dem Ausdruck „des Gerichtsgebührengesetzes“ der Ausdruck „in der am
3. Nach § 201 wird folgender § 202 samt Überschrift angefügt:
„Schlussbestimmungen zu Art. 10 des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001
§ 202. (1) Die §§ 171 Abs. 1 und 192 Abs. 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I
(2) § 110 Abs. 1 ASVG in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001 in Verbindung
mit § 30 dieses Bundesgesetzes ist auf alle Schriften und Amtshandlungen anzuwenden, bezüglich deren
der Anspruch auf die Gebühr nach dem 31. Dezember 2001 begründet wird.“
Das Notarversicherungsgesetz 1972, BGBl. Nr. 66, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I
Nr. 67/2001, wird wie folgt geändert:
1. Im § 100 entfällt der Ausdruck „soweit sie eine Befreiung von den Gerichts- und
Justizverwaltungsgebühren vorsehen, der Bundesminister für Justiz im Einvernehmen mit dem
Bundesminister für soziale Verwaltung und dem Bundesminister für Finanzen,“.
2. Im § 106 Abs. 2 wird nach dem Ausdruck „des Gerichtsgebührengesetzes“ der Ausdruck „in der am
3. Nach § 108 wird folgender § 109 samt Überschrift angefügt:
„Schlussbestimmungen zu Art. 11 des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001
§ 109. (1) Die §§ 100 und 106 Abs. 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001
treten mit 1. Jänner 2002 in Kraft.
mit § 19 dieses Bundesgesetzes ist auf alle Schriften und Amtshandlungen anzuwenden, bezüglich deren
Das Wohnbauförderungsgesetz 1984, BGBl. Nr. 482, zuletzt geändert durch das Budgetbegleitgesetz
2000, BGBl. I Nr. 26/2000, wird wie folgt geändert:
1. Dem § 53 wird folgender Abs. 4 angefügt:
„(4) Für die Beurteilung des Vorliegens der Voraussetzungen für die Gebührenbefreiung nach Abs. 3
ist der Zeitpunkt maßgeblich, in dem gemäß § 2 des Gerichtsgebührengesetzes die Gebührenpflicht
begründet würde. Fällt aber eine dieser Voraussetzungen innerhalb von fünf Jahren ab diesem Zeitpunkt
weg, so entfällt damit auch die Gebührenbefreiung nach Abs. 3.“
2. Dem § 60 wird folgender Abs. 13 angefügt:
„(13) § 53 Abs. 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. XXX/2001 tritt mit 1. Jänner 2002
in Kraft. Er ist in dieser Fassung auf alle Schriften und Amtshandlungen anzuwenden, hinsichtlich derer
2. Mit dem In-Kraft-Treten dieses Bundesgesetzes tritt die Verordnung des Bundesministers für
Justiz über die Gerichtskostenmarken, BGBl. Nr. 535/1984, zuletzt geändert durch die Verordnung des
Bundesministers für Justiz BGBl. II Nr. 107/2001, außer Kraft.
3. Mit dem In-Kraft-Treten dieses Bundesgesetzes tritt die Verordnung des Bundesministers für
Justiz über das Anbringen von Freistempelabdrucken zur Entrichtung von Gerichtsgebühren, BGBl.
Nr. 315/1968, zuletzt geändert durch die Verordnung des Bundesministers für Justiz BGBl. II
Nr. 107/2001, außer Kraft.
4. Bis zum Ablauf des 31. Dezember 2001 nicht verwendete Gerichtskostenmarken können bis
30. Juni 2002 an die Kostenmarkenverkaufsstellen der Gerichte gegen entsprechende Eurobeträge
rückverkauft werden.
5. Freistempelmaschinen mit Gebühreneinstellung sind bis spätestens 30. Juni 2002 der zuständigen
Verwahrungsabteilung beim Oberlandesgericht zur Vorschussabrechnung vorzuführen; Überschussbeträge
sind in Eurobeträgen zurückzuzahlen; Nachzahlungsbeträge sind in Eurobeträgen vorzuschreiben und
einzubringen. Wertkarten sind bis spätestens 30. Juni 2002 der zuständigen Verwahrungsabteilung zur
Prüfung zurückzustellen.
6. § 102 Abs. 3 AußStrG in der Fassung dieses Bundesgesetzes ist auf Verlassenschaftsverfahren auf
Grund eines nach dem 31. Dezember 2001 eingetretenen Erbfalls anzuwenden.
7. § 7 Abs. 8 des Bundesgesetzes zur Verbesserung der Nahversorgung und der Wettbewerbsbedingungen in der Fassung dieses Bundesgesetzes ist anzuwenden, wenn der Strafantrag nach dem
31. Dezember 2001 bei Gericht eingelangt ist. § 7 Abs. 9 des Bundesgesetzes zur Verbesserung der
Nahversorgung und der Wettbewerbsbedingungen in der Fassung dieses Bundesgesetzes ist auf alle
Schriften und Amtshandlungen anzuwenden, hinsichtlich derer der Anspruch auf die Gebühr nach dem
31. Dezember 2001 begründet wird.
Die mit Jahresbeginn 2002 beginnende abschließende Phase der Währungsumstellung auf den Euro
erfordert auch entsprechende Anpassungen im Gerichtsgebührenrecht, und zwar in erster Linie die
Umstellung der festen Gebührenbeträge, der Bemessungsgrundlagen und der Gebührenstufen in
Eurobeträge. Darüber hinaus haben sich in letzter Zeit auch unabhängig von der Währungsumstellung im
Gerichtsgebührenrecht verschiedene Fragen ergeben, die einer Lösung durch entsprechende legislative
Schritte harren, wie etwa jene der künftigen Arten der Gebührenentrichtung oder jene der weiteren
Zurückdrängung von Gerichtsgebührenbefreiungen.
Unter prinzipieller Beibehaltung der bisherigen Systematik des Gerichtsgebührenrechts sowie des
Großteils seiner bisherigen Regelungen soll in Gestalt einer umfassenden Novelle zu diesem Rechtsgebiet
einerseits die Umstellung der festen Gebührenbeträge, der Bemessungsgrundlagen und verschiedener
Grenzbeträge auf Euro bewerkstelligt und andererseits durch eine Reihe von weiteren Maßnahmen eine
Modernisierung des Gerichtsgebührenrechts erreicht werden, beispielsweise durch die Ersetzung
überkommener Entrichtungsarten durch zukunftsweisende Zahlungsmodalitäten, durch weitestmögliche
Zurückdrängung der den Grundsätzen der Kostenwahrheit und der Kostentransparenz widersprechenden
Gerichtsgebührenbefreiungen sowie durch eine Verbesserung des verfahrensrechtlichen Rechtsschutzes in
diesem Bereich. Daneben wird die Gelegenheit dieser Novelle da und dort auch zu einigen legistischen
Verbesserungen und Klarstellungen genützt.
Die Regelungsschwerpunkte des Gesetzentwurfs sind:
– Umstellung der im Gerichtsgebührengesetz, im Gerichtlichen Einbringungsgesetz 1962 und im Verwahrungsgebührengesetz enthaltenen Schillingbeträge auf Eurobeträge,
– Umstellung der Gebührenbeträge im Nahversorgungsgesetz auf Euro,
– Entfall der Möglichkeit (zum Teil auch der Verpflichtung) der Entrichtung von Gerichtsgebühren durch
Gerichtskostenmarken und Freistempelabdrucke bei gleichzeitiger Aufhebung der Gerichtskostenmarkenverordnung und der Freistempelverordnung,
– Schaffung der Möglichkeit zur Entrichtung von Gerichtsgebühren durch Bankomatkassenzahlung,
– Aufhebung sämtlicher Gebührenbefreiungen, soweit dem nicht Staatsverträge (Art. 15a-B-VG-Vereinbarungen) entgegenstehen, dies mit Ausnahme von taxativ aufgezählten Befreiungsbestimmungen,
– im Rahmen des vorgenannten Punktes im Besonderen auch gänzlicher Entfall der Gebührenbefreiungen
zu Gunsten des Bundes und der sonstigen Gebietskörperschaften,
– Herabsetzung der Bemessungsgrundlage für Unterhaltsansprüche von Kindern und Ehegatten auf die
einfache Jahresleistung,
– Verbesserung des gerichtsgebührenrechtlichen Rechtsschutzes durch generelle Ausstattung eines Berichtigungsantrags mit aufschiebender Wirkung,
– Modernisierung der Regelungen über die Behördenzuständigkeit für die Entscheidung über Nachlassund Stundungsanträge,
– Neuregelung der gesetzlichen Voraussetzungen für die Aufschiebung der Einbringung im Fall eines
Nachlass- oder Stundungsantrags,
– Schaffung weiterer Regelungen zur Erleichterung der für die Euroumstellung von Aktiengesellschaften
und Gesellschaften mbH erforderlichen Kapitalmaßnahmen.
Zur Umstellung der Gebühren- und Grenzbeträge sowie der Bemessungsgrundlagen auf Eurobeträge
besteht auf Grund der gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben keine Alternative. Regelungstechnisch wäre es
an sich auch denkbar gewesen, das Gesetzesvorhaben in die allgemeinen Umstellungsgesetze des Bundes
einzugliedern. Dieser Weg wurde jedoch vor allem deshalb nicht gewählt, weil das vorliegende
Gesetzesprojekt – wie allein schon die Aufzählung der Regelungsschwerpunkte deutlich macht – über die
bloße Währungsumstellung weit hinausgeht und eine umfassende, viele Einzelfragen berührende
Novellierung des Gerichtsgebührenrechts darstellt.
Um allfällige Verteuerungen für die Bevölkerung auch bloß in Einzelpositionen von Vornherein gänzlich
auszuschließen, erfolgt die Neugestaltung der Bemessungsgrundlagen und Gebührenbeträge in Euro durch
Umrechnung mit dem gemeinschaftsrechtlich festgelegten Umrechnungskurs und sodann ausnahmslos
durch Abrundung auf volle 10 Euro bzw. volle Eurobeträge. Daraus wird sich eine nicht unbeträchtliche
Minderung des Gebührenaufkommens ergeben, die jedoch nur mit äußerst zeit- und kostenaufwändigen
Erhebungen und Berechnungen exakt beziffert werden könnte. Im Hinblick auf diesen Aufwand musste
vom Versuch einer genauen rechnerischen Erfassung des Gebührenentfalls Abstand genommen werden,
doch kann dieser grob mit knapp 1,5 Millionen Euro (zirka 20 Millionen Schilling) jährlich eingeschätzt
Andererseits wird der über das Steuerreformgesetz 2000 und das Budgetbegleitgesetz 2000 noch
hinausgehende Entfall von Gebührenbefreiungen zu einem Gebührenmehraufkommen der Justiz führen,
dem jedoch entsprechende Mehraufwendungen anderer Ressorts, der übrigen Gebietskörperschaften sowie
anderer Rechtsträger gegenüberstehen werden. Die sich daraus ergebenden Verschiebungen können ohne
Durchführung kostenaufwändiger Studien nicht beziffert werden, weil es sich dabei ja um ein
Gebührensegment handelt, das bisher bei der Justiz noch nicht angefallen ist. Zu berücksichtigen ist
allerdings, dass unter anderem auch die Privatisierungs- und Ausgliederungsmaßnahmen des
Budgetbegleitgesetzes 2001 vom Entfall der Gebührenbefreiungen ausgenommen sind, wodurch sich das
Substrat des Gebührenmehraufkommens der Justiz erheblich verringert.
Im Endausbau werden die derzeit in einem eingeschränkten Probebetrieb laufenden Bankomatkassen der
Justiz nur geringfügig höhere Aufwendungen verursachen, als sie derzeit für die Herstellung von
Gerichtskostenmarken, für deren Verteilung und sonstige Administration sowie für die Überwachung von
Freistempelmaschinen entstehen. Die Umstellung in der Art der Gebührenentrichtung wird daher im
Wesentlichen aufwendungsneutral sein.
Das Erfordernis der Umstellung des Gerichtsgebührenrechts auf den Euro erfließt aus dem Gemeinschaftsrecht. Ansonsten werden Regelungen der Europäischen Union von diesem Gesetzentwurf nicht
Die vorgeschlagene Regelung wird keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Beschäftigung und den
Wirtschaftsstandort Österreich haben.
Besondere Beschluss- und Notifikationserfordernisse:
Der vorgesehene Entfall von Gebührenbefreiungen der übrigen Gebietskörperschaften unterliegt nicht
dem Konsultationsmechanismus, weil es sich um eine Maßnahme auf dem Gebiet des Abgabenrechts
handelt, die überdies die Gebietskörperschaften in ihrer Eigenschaft als Träger von Privatrechten so wie
jeden anderen Rechtsträger trifft.
Der Gesetzentwurf wurde vor seiner Einbringung in den Ministerrat der Europäischen Zentralbank zur
Stellungnahme übermittelt.
I. Währungsumstellung
Am 1. Jänner 2002 beginnt mit der Bargeldeinführung die letzte Phase der Währungsumstellung auf den
Euro (vgl. Art. 10 und 11 der Verordnung [EG] Nr. 974/98 des Rates vom 3. Mai 1998 über die
Einführung des Euro, ABl. Nr. L 139 vom 11. Mai 1998, S 1; § 1 des Eurogesetzes, BGBl. I Nr. 72/2000;
siehe zur Ausgestaltung des europarechtlichen Rahmens der Einführung des Euro auch die Erläuterungen
der Regierungsvorlage zum 1. Euro-Justiz-Begleitgesetz, 1203 BlgNR XX. GP 16 ff). Mit diesem
Zeitpunkt müssen auch im Gerichtsgebührenrecht die auf Schilling lautenden Geldbeträge – es handelt
sich dabei um die Bemessungsgrundlagen und die festen Gebührenbeträge im Tarif des
Gerichtsgebührengesetzes, aber auch in anderen gerichts- und justizverwaltungsgebührenrechtlichen
Bestimmungen (zum Beispiel in §§ 16 und 17 GGG, in § 6 Abs. 1 GEG 1962 oder in § 4 Abs. 2 des
Verwahrungsgebührengesetzes) sowie um verschiedene Wertgrenzen (zum Beispiel in § 4 Abs. 2 und § 31
GGG, in § 2 Abs. 2 und § 11 GEG 1962 oder in § 1 Abs. 2 und § 5 Abs. 1 des
Verwahrungsgebührengesetzes) – in Eurobeträge geändert sein. Diese Änderung ist der primäre Zweck
und Anlass dieses Gesetzesvorhabens und ist daher dafür auch namensgebend.
B. Anzupassende Rechtsvorschriften und Ort der Anpassung
Objekt dieser Novelle sind die gesetzlichen Vorschriften des Gerichtsgebührenrechts, dies allerdings mit
zwei Ausnahmen: Die Euroumstellung im Vollzugs- und Wegegebührengesetz sowie in den
Gebührenbestimmungen des Kartellgesetzes 1988 erfolgte bereits mit einem eigenen Gesetz, nämlich mit
dem 2. Euro-Justiz-Begleitgesetz (3. Abschnitt des 1. Euro-Umstellungsgesetzes – Bund, BGBl. I
Nr. 98/2001) in den dortigen Artikeln 61 und 90. Ansonsten sind aber von der vorliegenden Novelle
sämtliche Gesetzesmaterien des Gerichtsgebührenrechts erfasst, in denen Bemessungsgrundlagen, feste
Gebührenbeträge und Wertgrenzen auf Eurobeträge umzustellen sind, also das Gerichtsgebührengesetz,
das Gerichtliche Einbringungsgesetz 1962, das Bundesgesetz über die Gebühren für Verwahrnisse der
gerichtlichen Verwahrungsabteilungen sowie das Bundesgesetz zur Verbesserung der Nahversorgung und
der Wettbewerbsbedingungen.
Darüber hinaus wird die Euroumstellung im Gerichtsgebührenrecht auch Änderungen auf
Verordnungsebene – hier vor allem im Bereich der Geschäftsordnung für die Gerichte I. und II. Instanz –
und im Erlassweg erfordern, doch sollen diese Änderungen später in gesonderten Schritten vorbereitet und
durchgeführt werden. Nur die mit den Änderungen im Bereich der Art der Gebührenentrichtung (siehe
dazu im nachfolgenden Punkt II.A) notwendigen Aufhebungen der Gerichtskostenmarkenverordnung und
der Freistempelverordnung werden bereits im Rahmen der Übergangsbestimmungen zu dieser Novelle
C. Umrechnung und Rundung
1. Die Festlegung der neuen Eurobeträge hat größtenteils – mit nur wenigen Ausnahmen – von jenen
Schillingbeträgen auszugehen, wie sie durch die jüngst vorgenommene Valorisierung von
Bemessungsgrundlagen und Gebührenbeträgen gemäß § 31a GGG, BGBl. II Nr. 213/2001, mit Wirkung
vom 1. Juli 2001 neu festgesetzt wurden. Diese Neufestsetzung erbrachte Veränderungen bei den in den
§§ 16, 17 und 19 Abs. 3 GGG angeführten Bemessungsgrundlagen und bei fast allen festen Gebühren des
Tarifs zum Gerichtsgebührengesetz.
2. Die geltenden Schillingbeträge werden mit dem gemeinschaftsrechtlich – durch Artikel 1 der
Verordnung (EG) Nr. 2866/98 des Rates vom 31. Dezember 1998 über die Umrechnungskurse zwischen
dem Euro und den Währungen der Mitgliedstaaten, die den Euro einführen, ABl. Nr. L 359 vom
31. Dezember 1998, S 1 – bestimmten Umrechnungskurs von 13,7603 S/1 Euro umgerechnet. Daraus
resultieren durchwegs unrunde Beträge, die zur Erzielung praktikabler Zahlen im Gesetzesrecht noch
gerundet werden müssen. Bei dieser Rundung ist zu unterscheiden:
a) Jene Grenzbeträge, die in den einzelnen Tarifposten die Gebührenstufen bilden – es handelt sich dabei
nach geltendem Recht um Schillingbeträge, die mindestens durch 1 000 teilbar sind –, werden zur
Gewährleistung einigermaßen sinnfälliger, leicht anwendbarer Gebührenstufen nach allgemeinen
Rundungsregeln auf volle 10 Euro auf- oder abgerundet.
b) Die einzelnen Gebührenbeträge werden auf ganze Eurobeträge abgerundet. Während im
Ministerialentwurf noch eine im Wesentlichen aufkommensneutrale Auf- und Abrundung der
Umrechnungsergebnisse vorgesehen war, werden nun die neuen Gebührenbeträge ausnahmslos durch
Abrundung ermittelt. Grundlage dieser geänderten Vorgangsweise ist eine von der Bundesregierung
nach Abschluss des Begutachtungsverfahrens erklärte Abrundungsgarantie. Der damit einhergehende
Gebührenentfall in der Größenordnung von knapp 1,5 Millionen Euro (zirka 20 Millionen Schilling)
pro Jahr muss hingenommen werden, um eine Mehrbelastung der Bürger durch die Umstellung der
Gebühren auf Euro auch nur in Einzelfällen hintanzuhalten.
Die Abrundung erfolgt auf volle Eurobeträge, weil es im Bereich des Gerichtsgebührenrechts –
zumindest in der Regel – aus Praktikabilitätsgründen vermieden werden soll, mit Centbeträgen zu
hantieren. Ausnahmen von diesem grundsätzlichen Vorgehen sind jedoch bei dem im neuen § 6a GGG
angeführten Gebührenbetrag (Näheres dazu im Besonderen Teil) sowie bei jenen Gebührenpositionen
angezeigt, für die nach geltendem Recht lediglich eine Gebühr von 20 S oder ein Bruchteil dieses
Gebührenbetrags vorgesehen ist und bei denen sich aus der Anlegung des gemeinschaftsrechtlich
festgelegten Umrechnungskurses ein Rechenwert von 1,4534566 Euro (oder ein Bruchteil hievon)
ergibt (Näheres auch dazu im Besonderen Teil).
c) Auch die Bemessungsgrundlagen der §§ 16 und 17 GGG (§ 19 Abs. 3 GGG wird als obsolet
aufgehoben) werden aus den schon oben zu Punkt b) dargestellten Erwägungen ausnahmslos durch
Abrundung umgestellt. Hier erfolgt die Abrundung auf volle 10 Euro.
d) Besonderes gilt für solche Grenzbeträge – beispielsweise für Zuständigkeitsabgrenzungen –, die bereits
durch die Erweiterte Wertgrenzen-Novelle 1997, BGBl. I Nr. 140, „euro-kompatibel“ mit einem
Vielfachen von 13 festgesetzt wurden (so zum Beispiel die Grenzbeträge des § 9 Abs. 1 und 2 GEG
1962): Sie werden durch Umrechnung im Verhältnis 13 S/1 Euro in runde Eurobeträge umgestaltet.
D. Keine Glättung
Die in der zuvor (Punkt C.2.b) geschilderten Weise (Umrechnung und Abrundung auf 1 Euro) ermittelten
Eurogebührenbeträge stehen zueinander – also in der Abfolge der einzelnen Gebührenstufen – häufig
nicht in einem stimmigen Zahlenverhältnis und bieten diesfalls keine günstige Ausgangslage für künftige
Valorisierungen. Daher wäre die Überlegung nahe gelegen, zur Erzielung einer besseren Zahlensystematik
gegenüber den errechneten Eurobeträgen noch Veränderungen sowohl nach oben als auch nach unten
vorzunehmen, um für die einzelnen Gebührenstufen Zahlenreihen zu erhalten, die ein bestimmtes
faktorielles Verhältnis widerspiegeln (beispielsweise in der Tarifpost 1 die Zahlenreihe 18-36-48-80-128234-550 Euro statt 17-34-47-79-127-233-551 Euro oder in der Tarifpost 11 die Zahlenreihe 3-5-10-2030-40 statt 2-5-10-21-31-42 Euro).
Von einer solchen Glättung der kalkulatorisch ermittelten Eurogebührenbeträge wurde jedoch
ausnahmslos abgesehen, weil nach dem mehrfach bekundeten Willen der Bundesregierung die Euroumstellung für die Bevölkerung mit keinen wie immer gearteten Gebührenerhöhungen verbunden sein
soll. Nun hätte zwar eine solche Glättung Abweichungen von den mathematischen Zwischenergebnissen
sowohl nach oben als auch nach unten erbracht, sodass sich ihre Auswirkungen in einer Gesamtbetrachtung aller Tarifposten ohnedies zumindest weitestgehend ausgeglichen hätten, doch wäre es bei
einzelnen Gebührenarten und Gebührenstufen zum Teil sehr wohl zu geringfügigen Erhöhungen der
Gebührenbeträge gegenüber den derzeitigen Schillingbeträgen gekommen. Um das Ziel der Kostenneutralität durchgängig zu verwirklichen, wurde deshalb von Glättungen gänzlich Abstand genommen.
II. Modernisierung des Gerichtsgebührenrechts
Die zur Euro-Umstellung erforderliche Novellierung des Gerichtsgebührenrechts wurde – neben einigen
legistischen Verbesserungen und Anpassungen an anderwärts eingetretene Veränderungen – auch zum
Anlass genommen, dieses Rechtsgebiet in einigen wesentlichen Punkten zu modernisieren und auf
zeitgemäßen Standard zu bringen. Dies betrifft sowohl materiellrechtliche Bestimmungen als auch das
gerichtsgebührenrechtliche Verfahrensrecht.
A. Art der Gebührenentrichtung
1. Auflassung von Gerichtskostenmarken und Freistempelmaschinen:
a) Sowohl die Gebührenentrichtung durch Gerichtskostenmarken als auch jene durch Freistempelabdrucke
sind Entrichtungsarten, die seit vielen Jahrzehnten gebräuchlich sind und sich ohne Zweifel sehr bewährt
haben. Dennoch wurde nun entschieden, diese beiden Entrichtungsarten mit der definitiven Euroeinführung aufzulassen. Im Fall der Freistempelabdrucke hat dies seinen Grund darin, dass dieser
Entrichtungsmodus seit der Einführung der Gebührenentrichtung durch Abbuchung und Einziehung – vor
allem im Zusammenhang mit dem elektronischen Rechtsverkehr – zusehends an Bedeutung und Häufigkeit abgenommen hat; in der Praxis spielt die Gebührenentrichtung durch Freistempelabdrucke eine
immer geringere Rolle; in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Betriebseinstellungen bei den
Freistempelmaschinen stark angestiegen. Zur Fortführung dieser Entrichtungsart auch nach
abgeschlossener Währungsumstellung müssten neue, „euro-taugliche“ Freistempelmaschinen hergestellt
werden; die Hersteller der bisherigen Freistempelmaschinen haben jedoch bereits zu erkennen gegeben,
dass sie sich dazu schon wegen der zu erwartenden geringen Nachfrage nicht bereit fänden. Insgesamt
handelt es sich bei der Gebührenentrichtung durch Freistempelabdrucke – so sinnvoll sie in den
vergangenen Jahrzehnten war – mittlerweile um eine bereits überholte Technik, die im Auslaufen
begriffen ist und die daher künftig keine gesetzlich zulässige Entrichtungsalternative mehr sein soll.
b) Anders verhält es sich bei der Gebührenentrichtung durch Gerichtskostenmarken. Auch sie ist zwar
durch andere Entrichtungsmodalitäten – insbesondere durch die Abbuchung und Einziehung – in jüngerer
Zeit zurückgegangen, hat aber im forensischen Geschehen immer noch einen bedeutsamen und zumindest
innerhalb der Justiz noch weithin akzeptierten Platz. Aus rein justizieller Sicht sind die Gerichtskostenmarken auch heute noch positiv zu bewerten, weil die Gebührenzahlung mit ihnen verhältnismäßig
einfach und leicht überprüfbar ist und weil die Vertriebswege und sonstigen Abläufe bei dieser
Entrichtungsart durch viele Jahrzehnte hindurch eingespielt sind. Nach Aufbringung der Marke kann
gesichert davon ausgegangen werden, dass der Justiz die Gebühr zugekommen ist; Störfälle sind im
Verlauf der Jahrzehnte kaum vorgekommen.
Ungeachtet dessen haftet den Gerichtskostenmarken – gleichsam im Sog der Bundesstempelmarken –
heute das Odium des Überkommenen und Verstaubten an. Nicht zuletzt auf Grund einer entsprechenden
öffentlichen Darstellung ist die Akzeptanz von Stempelmarken in der Bevölkerung allgemein stark
zurückgegangen. Viele Bürger sind heute überhaupt der Ansicht, dass es keine Stempelmarken mehr gebe,
und zeigen sich – gerade im Bereich der Gerichtskostenmarken – über deren nach wie vor aufrechte
Existenz erstaunt. Mittlerweile hat sich eine öffentliche Meinung dahin entwickelt, dass das „Schlecken
und Picken von Marken“ ein Relikt vergangener Jahrhunderte und heute überholt sei. (Interessanterweise
beschränkt sich diese negative Einschätzung der Allgemeinheit nur auf Stempelmarken im weitesten Sinn,
nicht aber beispielsweise auf die auch heute noch uneingeschränkt akzeptierte Briefmarke.) Der
Gesetzgeber des Jahres 2001 kann sich einem solchen Meinungsklima – selbst wenn er wollte – kaum
entziehen. Aus diesem Grund wurden ja auch im Bereich der übrigen Bundesverwaltung die Stempelmarken bereits weitgehend zurückgedrängt und es ist nach derzeitigem Diskussions- und Beratungsstand
davon auszugehen, dass es ab Jahresbeginn 2002 in der übrigen Bundesverwaltung keine Stempelmarken
mehr geben wird. Bei Beibehaltung der Gerichtskostenmarken aus den oben dargestellten Gründen wäre
dann die Justiz das einzige Segment der Bundesverwaltung, in dem die im öffentlichen Bewusstsein als
veraltet empfundene Gebührenentrichtung durch Anbringung von Marken noch existierte. Dies ließe sich
schon mit dem seit langem bestehenden Leitbild der Justiz als moderner Dienstleistungsbetrieb nicht in
Hinzu kommen aber noch weitere Überlegungen: Die derzeit bestehenden Gerichtskostenmarken hätten
jenseits des Jahreswechsels 2001/2002 ohnedies nicht mehr verwendet werden können. Es wäre
erforderlich gewesen, auf Eurobeträge lautende Gerichtskostenmarken zu entwerfen und neu herzustellen.
Dies wäre mit einem nicht geringen Kostenaufwand verbunden, der jenen für den Druck der derzeit
gültigen Gerichtskostenmarken vermutlich schon deshalb überschritten hätte, weil mit sehr großer
Wahrscheinlichkeit nur noch die Justiz als Nachfrager solcher Marken aufgetreten wäre. Entscheidend ist
aber vor allen anderen Erwägungen, dass – worauf im folgenden Punkt näher einzugehen sein wird – wie
schon im Geltungsbereich des Gebührengesetzes 1957 auch für Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren
die Möglichkeit der Gebührenentrichtung durch Verwendung von Bankkarten mit Bankomatfunktion oder
Kreditkarten geschaffen wird. Die Installation und der laufende Betrieb der hiefür erforderlichen
Bankomatkassen sind mit einem nicht unbeträchtlichen Kostenaufwand verbunden. Es würde den
Grundsätzen einer sparsamen und effizienten Verwaltung nicht entsprechen, neben diesem Aufwand für
die Bankomatkassen auch jene Aufwendungen weiterhin in Kauf zu nehmen, die durch die Herstellung,
die Administration und den Vertrieb der Gerichtskostenmarken entstehen. Vielmehr gilt es, kumulative
Kosten für die alternative Ermöglichung zweier Gebührenentrichtungsmodalitäten, die im Wesentlichen
ein und dasselbe Gebührensegment abdecken, zu vermeiden. Insofern muss schon aus Kostengründen die
Gebührenentrichtung durch Gerichtskostenmarken der moderneren, breitere Akzeptanz findenden Zahlung
durch Verwendung von Bankomat- oder Kreditkarten weichen. Aus all diesen Gründen wird die Ära der
Gerichtskostenmarken gleichzeitig mit jener des Schillings enden.
2. Gebührenentrichtung mit Bankomat- oder Kreditkarten:
Im Gebührengesetz 1957 ist schon heute vorgesehen, dass bestimmte Rechtsgebühren durch Verwendung
einer „Eurochequekarte mit Bankomatfunktion oder Kreditkarte“ entrichtet werden können (§ 3 Abs. 2
GebG; terminologisch ist allerdings zu beachten, dass es mit Ablauf des Jahres 2001 wegen der
Aufkündigung des Eurochequeabkommens keine Eurochequekarten mehr geben wird; Näheres dazu im
Besonderen Teil). Diese Entrichtungsmöglichkeit soll nun auch im Bereich des Gerichtsgebührenrechts
eingeführt werden, handelt es sich dabei doch um eine Zahlungsart, die im Alltagsleben – insbesondere im
Einzelhandel – immer weitere Verbreitung findet. Beim Bezirksgericht Innere Stadt Wien und einigen
anderen Gerichten wurden schon vor einiger Zeit die ersten Bankomatkassen zur Entrichtung von
Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren in Probebetrieb genommen und daraus liegen mittlerweile die
für den weiteren Ausbau dieser Zahlungsmodalität erforderlichen Erkenntnisse vor. Allerdings wird –
zumindest nach derzeitigem Stand der Überlegungen – keine flächendeckende Ausstattung sämtlicher
Gerichte mit solchen Bankomatkassen angestrebt, sondern sollen diese nur bei größeren Gerichten
Die Gebührenarten, für die eine Zahlung mittels Bankomat- oder Kreditkarte vorgesehen ist, sind exakt
jene, für die derzeit in § 4 Abs. 1 GGG die Möglichkeit der Entrichtung mittels Gerichtskostenmarken zur
Verfügung steht, sowie jene, für die § 4 Abs. 6 GGG derzeit die Verwendung von Gerichtskostenmarken
zwingend vorsieht; im zweitgenannten Fall wird künftig jedoch neben der Entrichtung mit Bankomatoder Kreditkarte alternativ auch die Bareinzahlung sowie die Abbuchung und Einziehung zulässig sein.
B. Weitere Beseitigung von Gebührenbefreiungen
Hier soll nun der Weg fortgesetzt werden, der vor allem mit dem Steuerreformgesetz 2000, aber auch mit
dem Budgetbegleitgesetz 2000 begonnen wurde. Mit diesen beiden Gesetzen wurden die persönlichen und
sachlichen Gebührenbefreiungen aus Gründen der Kostentransparenz und der Kostenwahrheit sehr
weitgehend zurückgedrängt. Im Besonderen wurde mit dem Steuerreformgesetz 2000 die
Gebührenbefreiung des Bundes und der übrigen Gebietskörperschaften dahin gehend eingeschränkt, dass
sie sich nicht auf die Pauschalgebühren in zivilgerichtlichen Verfahren und Exekutionsverfahren und auf
die Eintragungsgebühren im Rahmen eines Exekutionsverfahrens erstreckt; Gleiches wurde für die nicht
auf Staatsverträgen beruhenden gesetzlichen Gebührenbefreiungen sonstiger Körperschaften,
Vereinigungen und Personen vorgesehen (§ 10 Abs. 1 und 3 GGG idF des Steuerreformgesetzes 2000).
Die hier entworfene Novelle will demgegenüber noch einen erheblichen Schritt weitergehen: Die
bisherigen Gebührenbefreiungen des Bundes und der übrigen Gebietskörperschaften gemäß dem geltenden § 10 Abs. 1 GGG sollen zur Gänze entfallen. Darüber hinaus sollen durch allgemeine Derogationsbestimmungen in den §§ 10 und 13 GGG sämtliche gesetzlich vorgesehenen (persönlichen oder
sachlichen) Befreiungen von den Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren außer Kraft gesetzt werden
(flankierend dazu werden die Regelungen in den Sozialversicherungsgesetzen über die Befreiung der
Versicherungsträger von den Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren einschließlich der damit obsoleten
Verweise auf § 10 Abs. 3 des Gerichtsgebührengesetzes in der bisherigen Fassung aufgehoben).
Von dieser „Regenschirmderogation“ sollen jedoch zwei Gruppen von Befreiungsbestimmungen
ausgenommen werden, nämlich zum einen jene, deren Existenz in Staatsverträgen (zu denen auch die
Art. 15a-B-VG-Vereinbarungen zählen) verpflichtend vorgesehen ist, und zum anderen ein taxativ
enumerierter Katalog von Gebührenbefreiungen, die aus sachlichen Überlegungen auch künftig aufrecht
bleiben sollen. Zu Letzteren zählen neben den Gebührenbefreiungen im Arbeits- und Sozialgerichtsgesetz
und nach dem Agrarverfahrensgesetz (in dem durch das Budgetbegleitgesetz 2000 wesentlich reduzierten
Ausmaß) einerseits die erst vor kurzer Zeit geschaffenen Befreiungen nach dem NeugründungsFörderungsgesetz (als Bestandteil des Steuerreformgesetzes 2000) und andererseits die für Ausgliederungen und für die Euroumstellung konzipierten Befreiungen nach dem Bundesimmobiliengesetz,
dem Bundesforstegesetz 1996, dem ORF-Gesetz, dem Bundesstatistikgesetz 2000 (hier allerdings
eingeschränkt auf dessen § 10 und nicht etwa auch dessen § 60 erfassend), dem Budgetbegleitgesetz 2001,
dem 1. Euro-Justiz-Begleitgesetz und dem Euro-Genossenschaftsbegleitgesetz. Zur erstangeführten
Gruppe von Ausnahmen gehören insbesondere auch die Gebührenbefreiungen nach § 53 Abs. 3 des
Wohnbauförderungsgesetzes 1984 und nach § 42 Abs. 3 des Wohnhaussanierungsgesetzes.
Mit der sehr weitgehenden Beseitigung heute noch bestehender Gebührenbefreiungen wird in einem noch
wesentlich höheren Ausmaß als bisher gewährleistet, dass jene Rechtsträger, die eine Tätigkeit der
Gerichte oder der Behörden der Justizverwaltung in Anspruch nehmen, über den Umweg der dafür
festgesetzten Gebühren auch für die Kosten dieses Verwaltungshandelns aufzukommen haben. Dies
entspricht den Grundsätzen einer modernen Verwaltungsorganisation.
C. Anhebung des Rechtsschutzstandards im Justizverwaltungsverfahren zur Vorschreibung und
Einhebung von Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren und Kosten
Ein Berichtigungsantrag gegen einen Zahlungsauftrag soll künftig aufschiebende Wirkung haben, wie dies
für das allgemeine Verwaltungsverfahren § 64 AVG in Ansehung von Berufungen gegen Bescheide
vorsieht. Damit wird der Zahlungspflichtige, der sich mittels Berichtigungsantrags gegen eine
Gebührenvorschreibung wendet, im Gerichtsgebührenrecht noch besser gestellt als der Steuerpflichtige
nach der Bundesabgabenordnung, zumal dort Berufungen gegen Steuerbescheide grundsätzlich keine
aufschiebende Wirkung zukommt. Freilich wird mit der hier vorgeschlagenen Gesetzesänderung in § 7
Abs. 2 GEG 1962 nur jener Zustand positiviert, der seit der Übertragung der Gebühreneinhebung an die
Gerichte erster Instanz (nämlich an die Kostenbeamten) faktisch ohnedies besteht, zumal die Eintreibung
von Gebühren durch die Einbringungsstelle erst entweder nach ungenütztem Verstreichen der Frist zur
Erhebung eines Berichtigungsantrags oder nach Entscheidung über einen erhobenen Berichtigungsantrag
erfolgt. Durch die flankierende Einführung einer – in ihrem betraglichen Ausmaß moderaten – Mutwillensstrafe für die missbräuchliche Erhebung von Berichtigungsanträgen soll bestmöglich vermieden
werden, dass die Justizverwaltung mit offenbar aussichtslosen – möglicherweise faktisch nur auf das
Hinausschieben der Zahlungspflicht abzielenden – Berichtigungsanträgen sinnlos in Anspruch genommen
wird und dem Bund ein finanzieller Nachteil durch verzögerte Gebührenentrichtungen entsteht.
Hingegen soll ein Nachlass- oder Stundungsantrag gemäß § 9 GEG 1962 eo ipso auch weiterhin keine
aufschiebende Wirkung haben. Doch hat der Leiter der Einbringungsstelle einem solchen Begehren – wie
bisher – unter gewissen Voraussetzungen auf Grund eines darauf gerichteten Antrags aufschiebende
Wirkung zuerkennen. Die gesetzlichen Kriterien für die Entscheidung über einen solchen Antrag auf
Zuerkennung aufschiebender Wirkung werden künftig gegenüber dem bisherigen § 7 Abs. 2 GEG 1962
Mit diesen Änderungen wird der Rechtsschutz des sich gegen eine Gebührenvorschreibung wendenden
oder um Stundung bzw. Nachlass ansuchenden Zahlungspflichtigen erheblich verbessert und auf den heute
generell zu gewährenden Standard gebracht.
D. Zuständigkeit für die Entscheidung über Nachlass- und Stundungsanträge
Nach geltendem Recht entscheidet über solche Anträge bei Beträgen bis zu 390 000 S der Präsident des
Oberlandesgerichts Wien, bei höheren Beträgen aber das Bundesministerium für Justiz. Die Zuständigkeit
einer Zentralstelle für (erstinstanzliche) Einzelfallentscheidungen ist aber ein überkommenes Konzept und
widerspricht den Grundlinien moderner Verwaltungsorganisation. Daher soll diese Entscheidungskompetenz zukünftig so gestaltet sein, dass sie grundsätzlich – von der Möglichkeit der Delegation an den
Leiter der Einbringungsstelle abgesehen – bei einem Befugnisträger, nämlich dem Präsidenten des
Oberlandesgerichts Wien, konzentriert ist und lediglich dessen stattgebende Entscheidung bei sehr hohen
Beträgen an die Zustimmung der Zentralstelle geknüpft wird.
III. Erleichterung der für die Euroumstellung von Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit
beschränkter Haftung erforderlichen Kapitalmaßnahmen
Die bisherigen praktischen Erfahrungen mit den gesellschaftsrechtlichen Teilen des 1. Euro-JustizBegleitgesetzes zum Bereich der Kapitalmaßnahmen bei Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit
beschränkter Haftung haben gezeigt, dass im Interesse einer möglichst ökonomischen Umstellung des
Stamm- bzw. Grundkapitals auf den Euro weitere gesetzliche Maßnahmen angezeigt sind. Dies gilt
insbesondere für die Umstellung des Stammkapitals der GmbH, das bei über 78 000 Gesellschaften noch
auf Schilling lautet. In inhaltlichem Zusammenhang mit der Euroumstellung des Gerichtsgebührenrechts
werden diese Maßnahmen hier in Angriff genommen.
Die Zuständigkeit des Bundes zur Erlassung dieses Bundesgesetzes stützt sich auf Art. 10 Abs. 1 Z 4
B-VG bzw. § 7 Abs. 1 F-VG 1948, weil es sich dabei um eine Angelegenheit der Bundesfinanzen im
Sinne der erstgenannten bzw. um Bundesabgaben im Sinn der zweitgenannten Bestimmung handelt.
Die Neugestaltung der Gebührenbeträge in Euro erfolgt ausnahmslos durch Abrundung und wird daher zu
einem Gebührenentfall führen, der zwar nicht mit vertretbarem Zeit- und Kostenaufwand exakt ermittelt,
aber doch grob mit knapp 1,5 Millionen Euro (zirka 20 Millionen Schilling) jährlich eingeschätzt werden
Auch die unabhängig von der Währungsumstellung aus sozialen Erwägungen sowie zur Annäherung an
das Rechtsanwaltstarifgesetz vorgesehene Herabsetzung der Bemessungsgrundlage für Unterhaltsansprüche von Kindern und Ehegatten auf die einfache Jahresleistung wird zu einer – mangels spezifischen
Datenmaterials nicht bezifferbaren – Verminderung des Gebührenaufkommens in diesem Segment führen.
Auf der anderen Seite wird der über das Steuerreformgesetz 2000 und das Budgetbegleitgesetz 2000 noch
Justiz nur geringfügig höhere Aufwendungen als jene Kosten verursachen, wie sie derzeit für die
Herstellung von Gerichtskostenmarken, für deren Verteilung und sonstige Administration sowie für die
Überwachung von Freistempelmaschinen entstehen. Die Umstellung in der Art der Gebührenentrichtung
wird daher im Wesentlichen aufwendungsneutral sein.
VI. EU-Konformität
Das Gesetzesvorhaben nimmt – wie in Punkt I.A kurz unter Verweisung auf die maßgeblichen Normen
dargestellt – von Vorgaben des Gemeinschaftsrechts seinen Ausgang. Ansonsten werden Vorschriften der
Europäischen Union von diesem Vorhaben nicht berührt.
VII. Auswirkungen auf die Beschäftigung und den Wirtschaftsstandort Österreich
Das Gesetzesvorhaben wird keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Beschäftigung und den
VIII. Besonderheiten des Normerzeugungsverfahrens
Von den in diesem Gesetzesvorhaben vorgeschlagenen Neuerungen kann im Besonderen der vorgesehene
Entfall von Gebührenbefreiungen den Ländern und Gemeinden zusätzliche Ausgaben verursachen.
Gleichwohl unterliegt dieses Teilvorhaben nicht dem Konsultationsmechanismus im Sinne der
Vereinbarung BGBl. I Nr. 35/1999, weil es sich dabei um eine rechtsetzende Maßnahme auf dem Gebiet
des Abgabenrechts handelt (Art. 6 Abs. 1 Z 3 dieser Vereinbarung), die überdies die Gebietskörperschaften in ihrer Eigenschaft als Träger von Privatrechten so wie jeden anderen Rechtsträger trifft
(Art. 6 Abs. 1 Z 2 dieser Vereinbarung), weshalb sich die genannte Vereinbarung darauf nicht erstreckt.
Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass aus den selben Gründen auch für die übrigen Teile des
Entwurfs der Konsultationsmechanismus nicht zum Tragen kommt.
Allerdings wurde das Gesetzesvorhaben im Sinne der Entscheidung des Rates 98/415/EG vom 29. Juni
1998 über die Anhörung der Europäischen Zentralbank durch die nationalen Behörden zu Entwürfen für
Rechtsvorschriften, ABl. Nr. L 189 vom 3. Juli 1998, S 42, vor der Einbringung in den Ministerrat der
Europäischen Zentralbank durch Übermittlung des auf Grund der Ergebnisse des Begutachtungsverfahrens modifizierten Gesetzentwurfs mitgeteilt.
Zu Artikel 1 (Änderung des Gerichtsgebührengesetzes):
Zu Z 1 (Änderung von § 2 Z 6 und 7 GGG):
Mit dem Kindschaftsrechts-Änderungsgesetz 2001, BGBl. I Nr. 135/2000, wurde das Verfahren über die
Anerkennung ausländischer Entscheidungen über den Bestand einer Ehe entsprechend
gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben neu geregelt und zu den Bezirksgerichten verlagert. Dem
entsprechend wurde die für das bisherige Anerkennungsverfahren vorgesehene Justizverwaltungsgebühr in
Tarifpost 14 Z 1 GGG aufgehoben und wurden die Ziffern dieser Tarifpost neu nummeriert. Dabei wurde
es jedoch verabsäumt, die in § 2 GGG enthaltenen Verweise auf die Tarifpost 14 an diese
Neunummerierung zu adaptieren. Dies wird nun hier nachgeholt.
Zu Z 2 lit. a und c (Änderung von § 4 Abs. 1 und 6 GGG):
Bei diesen Änderungen handelt es sich um die in Punkt II.A des Allgemeinen Teils in ihren Motiven und
Grundzügen dargestellten Neuerungen hinsichtlich der Art der Gebührenentrichtung. In § 4 Abs. 1 GGG
entfallen die bisher fakultativ möglichen Entrichtungsformen durch Verwendung von Gerichtskostenmarken und durch Freistempelabdrucke. Statt dessen wird dort die Möglichkeit der Gebührenentrichtung durch Verwendung von Bankkarten mit Bankomatfunktion oder Kreditkarten vorgesehen.
Anders als noch im Ministerialentwurf wird hier nicht die Formulierung aus § 3 Abs. 2 des
Gebührengesetzes 1957, BGBl. Nr. 267, idF des Steuerreformgesetzes 2000, BGBl. I Nr. 106/1999
(„Eurochequekarten mit Bankomatfunktion“), übernommen, weil es infolge Kündigung des Eurochequeabkommens ab Jahresbeginn 2002 keine Eurochequekarten mit den bisher gekannten Funktionen mehr
geben wird. Stattdessen wird der im Begutachtungsverfahren vorgeschlagene Terminus „Bankkarten mit
Bankomatfunktion“ verwendet. Inhaltlich ist dieser Terminus mit dem in den Kundenrichtlinien der
Bankinstitute gebrauchten Begriff „Bezugskarte“ und mit dem Begriff „Maestrokarte“ identisch.
In § 4 Abs. 6 GGG wurde die bisher obligatorische Entrichtung bestimmter Gebühren durch Verwendung
von Gerichtskostenmarken beseitigt und durch die alternativ möglichen Entrichtungsformen der
Bareinzahlung, der Zahlung mittels Bankomat- oder Kreditkarte oder jener durch Abbuchung und
Einziehung ersetzt. Die letztgenannte Zahlungsmodalität setzt freilich eine Abbuchungsermächtigung
voraus, die entweder schon im Vorhinein gegeben sein kann (weil beispielsweise der Zahlungspflichtige
am elektronischen Rechtsverkehr teilnimmt; vgl. § 4 Abs. 4 GGG) oder auch bloß konkret für die nach § 4
Abs. 6 GGG zu entrichtende Gebühr erteilt werden kann.
Nach derzeitigem Stand der Überlegungen soll die Zahlung mittels Karte mittelfristig bei jedem Gericht
möglich sein, also auch bei jenen kleineren Gerichten, in denen nach aktuellem Beratungsstand keine
Bankomatkassen installiert werden (vgl. dazu Punkt II.A.2 des Allgemeinen Teils). Diese kleineren
Gerichte sollen nämlich mit so genannten „Imprintern“ ausgestattet werden, mit deren Hilfe Zahlungen
mittels Kreditkarte – nicht mittels Bankomatkarte – entgegengenommen werden können (dies geschieht
manuell und nicht elektronisch und verursacht daher keinerlei Installationsaufwand). Die in § 4 Abs. 1 und
6 genannte Zahlungsmöglichkeit mittels Bankkarte mit Bankomatfunktion wird den Gebührenpflichtigen
hingegen nicht bei jedem Gericht, sondern nur bei größeren Gerichten zur Verfügung stehen; es ist aber
entbehrlich, dies im Gesetzestext ausdrücklich zu erwähnen: Wo keine Bankomatkasse existiert, kann
selbstverständlich nicht mit Bankomatkarte bezahlt werden, sondern muss die im Gesetz genannte
Alternative der Gebührenentrichtung mittels Kreditkarte oder überhaupt eine andere Entrichtungsform
(wie etwa die Abbuchung und Einziehung) in Anspruch genommen werden.
Zu Z 2 lit. b (Änderung von § 4 Abs. 2 GGG):
Der bisherige Mindestbetrag von 1 000 S für die Entrichtungsart durch Überweisung auf das
Postscheckkonto des Gerichts wird entsprechend der in Punkt I.C.2 des Allgemeinen Teils für die
Grenzbeträge der Gebührenstufen dargestellten Umstellung durch Umrechnung und Rundung auf ganze
10 Euro durch den Betrag von 70 Euro ersetzt.
Zu Z 3 (Aufhebung des § 5 GGG):
Diese Bestimmung enthält die gesetzlichen Regelungen über die Gerichtskostenmarken und die
Freistempelabdrucke. Mit der Abschaffung dieser beiden Entrichtungsarten sind auch die ihnen
gewidmeten Gesetzesbestimmungen entbehrlich. Gleiches gilt für die Verordnungsermächtigung in § 5
Z 3 GGG, zumal spezifische Regelungen über die Einzahlung der Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren beim Rechnungsführer oder auf das Postscheckkonto des Gerichts auf Verordnungsstufe nicht
Zu Z 4 (Änderung von § 6 Abs. 2 und 3 GGG):
Die bisherigen Regelungen über die Rundung von Bemessungsgrundlagen und der Prozentual- und
Promillegebühren sowie über die Umrechnung von Bemessungsgrundlagen in ausländischer Währung
sind an den Euro als neue Währung zu adaptieren. Bei der Rundungsregel für die Bemessungsgrundlagen
wurden volle 10 Schilling durch volle Euro ersetzt. Für die Hundert- und Tausendsatzgebühren war im
Ministerialentwurf noch vorgesehen, dass die Rundungsanordnung auf volle Schilling durch eine solche
auf volle 10 Cent ersetzt werden sollte. Dies traf allerdings im Begutachtungsverfahren auf Kritik, weil
man dadurch mit Gebührenbeträgen im Cent-Bereich hantieren müsse; es wurde vorgeschlagen, auch hier
eine Rundung auf volle Euro anzuordnen. Dieser Vorschlag wurde in der Regierungsvorlage umgesetzt.
Zu Z 5 und 6 (Einfügung eines § 6a GGG; Aufhebung des § 6b GGG):
Mit dem Budgetbegleitgesetz 2000, BGBl. I Nr. 26, wurde der frühere § 6a GGG aufgehoben (Art. 7 Z 3
dieses Gesetzes). Zur Vermeidung einer Leerstelle im Gesetz werden nun jene Regelungen des bisherigen
§ 6b GGG, die auch im zeitlichen Vollgeltungsbereich des Euro aufrecht bleiben sollen, in einen neu
geschaffenen § 6a GGG transferiert; der bisherige § 6b GGG wird aufgehoben.
Der Gebührenbetrag von 0,5 Groschen in § 6b Abs. 1 GGG bildet noch nicht die Ausgangsgrundlage für
die Umrechnung in einen Euro- bzw. Centbetrag, weil ja zunächst die Valorisierungsregelung des § 6b
Abs. 2 GGG kalkulatorisch zu berücksichtigen ist. Die in dieser Gesetzesstelle genannte Indexzahl des
Verbraucherpreisindex 1986 für Mai 1996 betrug 129,9. Seither ist dieser Index bereits um mehr als 9%
gestiegen und wird bis zum In-Kraft-Treten dieser Novelle wohl noch weiter steigen. Ob der
zehnprozentige Schwellwert des § 6b Abs. 2 GGG im Verlauf des Jahres 2001 überschritten werden wird,
kann allerdings nicht vorhergesehen werden (und ist wohl eher nicht anzunehmen). Der Einfachheit halber
wird hier allerdings das Überschreiten dieser Schwelle und damit die Valorisierung noch vor dem InKraft-Treten der Novelle kalkulatorisch zugrunde gelegt. Dies ergibt einen Ausgangsbetrag von 0,55
Groschen je Zeichen. Die Umrechnung dieses Betrags mit dem gemeinschaftsrechtlich festgelegten Kurs
von 13,7603 ergibt einen Rechenwert von 0,03997 Cent. Dieser Rechenwert wurde auf 0,04 Cent
Auf eine eigene Valorisierungsregelung für diesen Gebührenbetrag – wie sie bisher in § 6b Abs. 2 GGG
vorgesehen war – wurde verzichtet. Statt dessen gilt künftig die Valorisierungsregelung des § 31a GGG
auch für diesen Gebührenbetrag, doch wird sie im neuen § 6a Abs. 2 GGG – entsprechend dem Vorbild
des bisherigen § 6b Abs. 2 GGG – an die spezifischen Gegebenheiten dieses sehr geringen
Gebührenbetrags im Ausmaß von zunächst 4 Hundertstelcent adaptiert; an die Stelle der Auf- oder
Abrundung auf volle Eurobeträge (wie im neuen § 31a GGG) tritt hier die Aufrundung auf den
nächsthöheren Hundertstelcent.
Der neue § 6a Abs. 3 GGG ist inhaltsgleich mit dem bisherigen § 6b Abs. 4 GGG.
Zu Z 7 (Änderung von § 10 GGG):
1. Mit der Neufassung des § 10 GGG (und des § 13 GGG) soll der vorläufig letzte Schritt zur
weitestmöglichen Zurückdrängung der persönlichen und sachlichen Befreiungen von den Gerichts- und
Justizverwaltungsgebühren gesetzt werden. Zum Gesamtkontext dieses weiteren Reformschritts sowie zu
den diesem Projekt zu Grunde liegenden Erwägungen sei auf Punkt II.B des Allgemeinen Teils sowie auf
die entsprechenden Passagen in den Erläuterungen zum Steuerreformgesetz 2000 (RV 1766 BlgNR XX.
GP 78 f) und zum Budgetbegleitgesetz 2000 (RV 61 BlgNR XXI. GP 35, 40 f und AB 67 BlgNR XXI.
GP 6, jeweils zu Art. 17, 31 und 32 dieses Gesetzes) verwiesen.
Die bisher in § 10 Abs. 1 GGG geregelte – und durch das Steuerreformgesetz 2000 schon recht
weitgehend eingeschränkte – persönliche Gebührenbefreiung des Bundes, der öffentlich-rechtlichen
Fonds, deren Abgang der Bund zu decken hat, der im Bundesfinanzgesetz bezeichneten Monopol- und
Bundesbetriebe sowie der Länder und Gemeinden (einschließlich der Sozialhilfeverbände) im Rahmen
ihres öffentlich-rechtlichen Wirkungskreises soll künftig zur Gänze entfallen. Die Regelungsinhalte des
bisherigen Abs. 1 des § 10 GGG sind daher ersatzlos zu streichen.
2. Der bisherige § 10 Abs. 3 GGG enthält eine „Regenschirm-Derogation“ gesetzlicher Gebührenbefreiungen, soweit nicht eine staatsvertragliche Verpflichtung des Bundes zur Gewährung solcher
Befreiungen besteht. Allerdings handelt es sich bei dieser mit dem Steuerreformgesetz 2000 (BGBl. I
Nr. 106/1999; Art. XVII Z 4 dieses Gesetzes) eingeführten Derogationsklausel nur um eine partielle
Unwirksamerklärung gesetzlicher Befreiungsbestimmungen, nämlich nur hinsichtlich der Pauschalgebühren in zivilgerichtlichen Verfahren und Exekutionsverfahren (Tarifposten 1 bis 4) und hinsichtlich
der Eintragungsgebühren für bücherliche Eintragungen im Rahmen eines Exekutionsverfahrens (Tarifpost
9 lit. b in Verbindung mit Anmerkung 3 zur Tarifpost 4). Eine ähnliche, inhaltlich noch weniger
weitreichende Derogationsregelung enthält der bisherige § 10 Abs. 2 zweiter Satz GGG. Diese
Derogationsregelungen werden nun in den neuen § 10 Abs. 1 GGG übernommen und zugleich inhaltlich
erheblich ausgeweitet, nämlich generell auf sämtliche Gebührenarten erstreckt. Im ersten Satz des neuen
§ 10 Abs. 1 GGG wird daher zunächst ohne Einschränkungen angeordnet, dass sämtliche in gesetzlichen
Vorschriften vorgesehenen persönlichen Befreiungen von den Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren unwirksam sind, soweit dem nicht Staatsverträge entgegenstehen. Solche Staatsverträge
sind auch Vereinbarungen gemäß Art. 15a-B-VG. Selbstverständlich bleiben aber auch alle Gebührenbefreiungen in internationalen – auch bilateralen – Abkommen, wie etwa im Wiener Übereinkommen über
diplomatische Beziehungen oder im Amtssitzabkommen mit den Vereinten Nationen, unberührt.
Abgesehen von diesen staatsvertraglich fundierten Gebührenbefreiungen gilt aber die in § 10 Abs. 1 erster
Satz GGG angeordnete materielle Derogation mit Ausnahme des im zweiten Satz enthaltenen
Exemtionskatalogs flächendeckend. Eine korrespondierende Derogationsbestimmung für sachliche
Gebührenbefreiungen findet sich im neu gefassten § 13 GGG.
Der zweite Satz des § 10 Abs. 1 GGG enthält eine taxative Aufzählung jener gesetzlichen Vorschriften,
deren Gebührenbefreiungen von der materiellen Regenschirm-Derogation des ersten Satzes ausgenommen
sind. Eine Gruppe der hier aufgelisteten Ausnahmen bilden die erst in jüngster Zeit geschaffenen
Befreiungen für Ausgliederungen und Umstruktierungen im Bundesimmobiliengesetz, im Bundesforstegesetz 1996 und im ORF-Gesetz. Hinzu kommt noch die sich mittelbar aus § 10 des Bundesstatistikgesetzes 2000 (wonach den Organen der Bundesstatistik unentgeltlich Daten zu übermitteln sind
und On-Line-Zugriff einzuräumen ist) ergebende spezifische Gebührenbefreiung. Dies bedeutet, dass die
Daten aus den Registern der Justiz, insbesondere auch aus dem Grundbuch, dem Firmenbuch und der
Ediktsdatei, den Organen der Bundesstatistik und im Besonderen der Bundesanstalt „Statistik Österreich“
für die Erstellung von Statistiken und für die Führung der dazu erforderlichen Register entgeltfrei (auch
im Weg automationsunterstützter Datenübermittlung) zur Verfügung zu stellen sind. Die Abgabenbefreiung nach § 60 Bundesstatistikgesetz 2000 wird hier aber bewusst nicht genannt, weil die Bundesanstalt
„Statistik Österreich“ außerhalb der Fälle des § 10 leg.cit. wie alle anderen Rechtsträger auch behandelt
und somit nicht dauerhaft von den Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren befreit sein soll.
3. Auch für jene Gebührenbefreiungen, die entweder auf Staatsverträgen beruhen und deshalb weiterhin
wirksam bleiben oder die in § 10 Abs. 1 zweiter Satz GGG von der generellen Derogationsanordnung
ausgenommen sind, wird die bisherige Regelung des § 10 Abs. 2 erster Satz GGG im neuen § 10 Abs. 2
GGG adaptiert übernommen. Um im konkreten Fall in den Genuss einer nach wie vor bestehenden
Gebührenbefreiung zu kommen, ist somit die unverzügliche Bezugnahme auf die Befreiungsregelung
Die Regelungsinhalte des bisherigen § 10 Abs. 4 GGG werden in den neuen § 10 Abs. 3 GGG überstellt.
Dabei wird der Hinweis im bisherigen § 10 Abs. 4 Z 3 GGG, wonach dem Staatsanwalt die
Gebührenbefreiung nur dann zukomme, wenn er als Partei einschreite, als entbehrlich unterlassen. In einer
neuen Z 4 wird klargestellt, dass die Gerichte und die Behörden der Justizverwaltung (zu denen auch das
Bundesministerium für Justiz zählt) keiner Gebührenpflicht nach dem Gerichtsgebührenrecht unterliegen;
wenn also beispielsweise ein Gericht Abfragen aus dem Firmenbuch oder dem Grundbuch tätigt, fällt
dafür keine Gebühr an. In einer neuen Z 5 wird auch den Sicherheitsbehörden und
-dienststellen im Rahmen ihrer kriminal- und sicherheitspolizeilichen Aufgabenerfüllung – also etwa für
Abfragen aus dem Grund- und dem Firmenbuch, aber auch für Aktenabschriften oder -ablichtungen (vgl.
Anm. 6 zur TP 15 GGG) – Gebührenfreiheit eingeräumt.
Zu Z 8 (Änderung von § 13 GGG):
1. Diese Bestimmung über die sachliche Gebührenfreiheit wird korrespondierend zur Regelung des § 10
GGG (der die persönliche Gebührenfreiheit behandelt) geändert. Der neue Abs. 1 enthält in seinem ersten
Satz eine „Regenschirm-Derogation“ von sachlichen Gebührenbefreiungen entsprechend dem neuen
§ 10 Abs. 1 GGG. Von dieser Derogation sind solche Befreiungen ausgenommen, die auf Staatsverträgen
beruhen. Staatsverträge im Sinne dieser Bestimmung sind auch Vereinbarungen gemäß Art. 15a-B-VG,
weshalb etwa die Gebührenbefreiung gemäß § 53 Abs. 3 WFG 1984 in ihrer durch das
Budgetbegleitgesetz 2000 eingeschränkten Fassung oder etwa die Gebührenbefreiung des § 42 Abs. 3 des
Wohnhaussanierungsgesetzes auch künftig wirksam bleiben. Im Übrigen wird zur Vermeidung von
Wiederholungen auf die Ausführungen in Punkt 2 zu § 10 GGG verwiesen.
2. Der zweite Satz des § 13 Abs. 1 GGG enthält eine taxative Aufzählung jener gesetzlichen Vorschriften,
sind. Den hier aufgelisteten Ausnahmen liegen unterschiedliche Erwägungen zugrunde: Die sachlichen
Gebührenbefreiungen im Arbeits- und Sozialgerichtsgesetz sollen deshalb aufrecht bleiben, weil in
diesem Bereich dem Grundsatz der Kostenwahrheit bereits nach der geltenden Rechtslage in bewährter
Weise durch eine pauschale Aufwendungsabgeltung Rechnung getragen wird. Im Ministerialentwurf
waren in diesem Kontext auch noch die verschiedenen Sozialversicherungsgesetze angeführt; dies war
insofern missverständlich, als es zur Annahme hätte führen können, dass die (restlichen) Gerichtsgebührenbefreiungen der Sozialversicherungsträger bestehen bleiben sollten, und demgemäß kam es im
Begutachtungsverfahren fallweise auch zu Missverständnissen in diese Richtung. An solches war jedoch
nicht gedacht; vielmehr sollten auch die Sozialversicherungsträger in den mit dieser Novelle allgemein
vorgesehenen Entfall von Gerichtsgebührenbefreiungen einbezogen werden. Es wäre ja auch sachlich
nicht zu rechtfertigen, den Sozialversicherungsträgern diese Befreiung im bisherigen Umfang als allein
noch Begünstigte zu erhalten, wenn sowohl bei Bund, Ländern und Gemeinden als auch bei allen anderen
bisher begünstigten Rechtsträgern die Befreiung von den Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren
entfällt. Deshalb wurden nun einerseits die Verweise auf die Sozialversicherungsgesetze aus § 13 Abs. 1
herausgenommen und sollen andererseits zur Herstellung einer eindeutigen, konsistenten Rechtslage diese
Sozialversicherungsgesetze in den Art. 7 bis 11 dieser Novelle dahin geändert werden, dass die dortigen
Regelungen über die Befreiung von Gerichts- und Justizverwaltungsgebühren und die dortigen
Bezugnahmen auf § 10 Abs. 3 GGG in seiner bisherigen Fassung (samt den zugehörigen Vollzugsklauseln) entfallen.
3. Andere Gebührenbefreiungen sollen deshalb bestehen bleiben, weil sie erst vor kurzem zu Zwecken der
Wirtschaftsbelebung (Neugründungs-Förderungsgesetz), als notwendige Begleitmaßnahme zu Ausgliederungsvorgängen (Art. 34 § 1 Budgetbegleitgesetz 2001) oder als die Euro-Umstellung flankierende Begünstigungen (Art. X §§ 7 und 8 des 1. Euro-Justiz-Begleitgesetzes und Art. IV § 2 des EuroGenossenschaftsbegleitgesetzes) geschaffen wurden. Die Gebührenbefreiung gemäß § 15 Abs. 3
Agrarverfahrensgesetz wird schließlich aufrecht erhalten, weil sie erst in jüngster Zeit (nämlich durch
das Budgetbegleitgesetz 2000) auf ein sachlich gerechtfertigtes und erforderliches Mindestmaß zurückgeführt wurde. Bei allen hier genannten Gruppen bleiben die bisher bestehenden Befreiungsbestimmungen
uneingeschränkt aufrecht.
4. Der neue Abs. 2 entspricht inhaltlich dem ersten Satz des § 13 GGG in seiner bisherigen Fassung.
Zu Z 9 (Änderung von § 15 Abs. 4 bis 6 GGG):
In der Vergangenheit war die in § 58 Abs. 1 JN enthaltene Anordnung, dass bei Unterhaltsansprüchen auf
unbestimmte Dauer das Dreifache der Jahresleistung als Wert des Rechts zu gelten habe, insofern kritisiert
worden, als diese Bewertung für die Bemessung des Rechtsanwaltshonorars und der Gerichtsgebühren bei
der Geltendmachung solcher Unterhaltsansprüche als zu hoch empfunden wurde. Im Bereich des
anwaltlichen Honorarrechts wurde dieser Kritik mit dem Rechtsanwalts-Berufsrechts-Änderungsgesetz
1999, BGBl. I Nr. 71, Rechnung getragen. Damit wurde nämlich § 9 Abs. 3 des Rechtsanwaltstarifgesetzes dahin geändert, dass Ansprüche auf Leistung von Ehegattenunterhalt oder
Kindesunterhalt einschließlich der Ansprüche auf Leistung des einstweiligen Unterhalts mit dem
Einfachen der Jahresleistung zu bewerten sind.
Nun soll eine – weitgehend – entsprechende Änderung im Gerichtsgebührenrecht erfolgen. Dazu wird
zunächst der erste Halbsatz des bisherigen § 15 Abs. 4 GGG über die Bemessungsgrundlage für
einstweilige Verfügungen außerhalb eines Zivilprozesses – für Provisorialanträge, die in einem zivilgerichtlichen Verfahren gestellt werden, fällt gemäß Anmerkung 4 zur Tarifpost 1 ja keine gesonderte
Gebühr an – in einen eigenen Absatz, nämlich den neuen, verkürzten Abs. 4, gekleidet. Der zweite Halbsatz des bisherigen § 15 Abs. 4 GGG, wonach Provisorialunterhaltsanträge von Ehegatten und Kindern
mit dem Einfachen der Jahresleistung zu bewerten sind, ist auf Grund der sogleich zu besprechenden
Neuerung hinsichtlich der Bewertung von im Hauptverfahren geltend gemachten Unterhaltsansprüchen
von Ehegatten und Kindern entbehrlich, weil sich die Bewertung des Sicherungsantrags mit der einfachen
Jahresleistung nun ja schon aus der allgemeinen Regelung des neuen § 15 Abs. 4 GGG über die
Maßgeblichkeit des zu sichernden Anspruchs im Zusammenwirken mit der neu eingeführten gerichtsgebührenrechtlichen Bewertungsbestimmung für solche Unterhaltsansprüche ergibt.
Im neuen Abs. 5 des § 15 GGG wird – im ersten Satz – angeordnet, dass Klagen auf künftige Leistung
von Ehegatten- oder Kindesunterhalt mit dem Einfachen der Jahresleistung zu bewerten sind. Es kann hier
mit einer Bestimmung für die klagsweise Geltendmachung von solchen Unterhaltsansprüchen sein
Bewenden haben, weil § 23 Abs. 1 GGG und Anmerkung 1 zur Tarifpost 7 für die Entscheidung über
solche Ansprüche im außerstreitigen Verfahren ohnehin auf § 15 Abs. 5 GGG verweisen. Diese
Bewertungsregelung gilt grundsätzlich gleichermaßen für Unterhaltsansprüche auf unbestimmte wie für
solche auf bestimmte Dauer. Wenn aber ein Unterhaltsanspruch auf kürzere Dauer als ein Jahr geltend
gemacht wird, ist nach dem zweiten Satz des § 15 Abs. 5 GGG der Gesamtbetrag der – für die Zukunft –
geforderten Unterhaltsleistung maßgebend. Wird hingegen Unterhalt für eine bestimmte, über einem Jahr
gelegene Zeit gefordert, so gilt wie bei Ansprüchen auf unbestimmte Dauer das Einfache der Jahresleistung als Bemessungsgrundlage. Dem liegt die Erwägung zugrunde, dass für einen zukunftsgerichteten
Unterhaltsanspruch eines Ehegatten oder Kindes auf bestimmte Dauer nicht eine höhere Gerichtsgebühr
zu entrichten sein solle wie für einen solchen auf unbestimmte Zeit. Diese Regelung ist eine Novität im
Gerichtsgebührenrecht, entspricht aber hinsichtlich des künftigen Unterhalts jener des § 9 Abs. 1 zweiter
Satz und Abs. 3 des Rechtsanwaltstarifgesetzes.
Der neue § 15 Abs. 5 GGG bezieht sich nur auf den künftigen Unterhalt, nicht aber auf den bereits in der
Vergangenheit angefallenen Unterhalt. Wenn also rückständiger Unterhalt eingeklagt wird, ist für die
Bemessung der Gerichtsgebühren auf den geltend gemachten Betrag abzustellen, auch wenn sich dieser
aus einem mehr als einjährigen Zeitraum der Unterhaltspflicht ergibt; für die Vergangenheit wird also
keine Obergrenze im Ausmaß des Einfachen der Jahresleistung statuiert. In den Erläuterungen zum
Ministerialentwurf wurde hiezu weiter ausgeführt, dass dies auch gelte, wenn in einer Klage rückständiger
und künftiger Unterhalt gemeinsam geltend gemacht würden; diesfalls sei kumulativ der
zukunftsgerichtete Unterhaltsanspruch nach § 15 Abs. 5 GGG und der für die Vergangenheit eingeklagte
Unterhalt nach dem hieraus geforderten Geldbetrag zu bewerten. Im Begutachtungsverfahren wurde daran
bemängelt, dass diese Klarstellungen nicht bloß in den Erläuterungen erfolgen, sondern entsprechende
Verdeutlichungen bereits in den Gesetzestext aufgenommen werden sollten. Diese Anregung wurde nun
im neu angefügten dritten Satz des § 15 Abs. 5 umgesetzt.
Der neue § 15 Abs. 5 GGG ist weiters auch nicht auf andere Unterhaltsansprüche als jene von Ehegatten
oder Kindern anzuwenden, also beispielsweise nicht auch auf den Unterhaltsanspruch eines Elternteils.
Für solche Unterhaltsforderungen gilt gemäß § 58 Abs. 1 JN bei unbestimmter Dauer nach wie vor das
Dreifache der Jahresleistung und bei bestimmter Dauer der Gesamtbetrag der geforderten Leistungen mit
einer Obergrenze beim Zwanzigfachen der Jahresleistung als Bemessungsgrundlage. Anzumerken ist an
dieser Stelle aber, dass der Begriff des „Ehegattenunterhalts“ auch den nachehelichen Unterhalt, also den
Unterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten, umfasst; einer Anregung im Begutachtungsverfahren
folgend wurde dies im Gesetzestext ausdrücklich klargestellt.
Die Regelungsinhalte des bisherigen § 15 Abs. 5 GGG werden unverändert in einen neuen Abs. 6
Zu Z 10 (Änderung von § 16 Abs. 1 GGG):
In dieser Bestimmung sind die bisher in Schillingbeträgen ausgedrückten Bemessungsgrundlagen durch
Eurobeträge zu ersetzen. Dabei werden die derzeitigen Beträge von 8 760 S und 29 220 S – diese Beträge
stammen aus der letzten Neufestsetzung gemäß § 31a GGG (BGBl. II Nr. 213/2001) und stehen seit
1. Juli 2001 in Geltung – durch Umrechnung mit dem gemeinschaftsrechtlich festgelegten Kurs von
13,7603 S/1 Euro und Abrundung auf ganze 10 Euro umgestellt (siehe Punkt I.C.2.b des Allgemeinen
Teils). Daraus ergeben sich die neuen Bemessungsgrundlagen mit 630 Euro und 2 120 Euro.
Im Ministerialentwurf war noch vorgesehen gewesen, zusätzlich eine neue Stufung der Bemessungsgrundlagen vorzunehmen: Die in § 16 Abs. 1 Z 1 lit. a bis c GGG a. F. genannten Streitigkeiten (das sind
Bestandstreitigkeiten, Räumungs- und Besitzstörungsklagen, Kündigungen, Übergabs- und Übernahmsaufträge, Streitigkeiten über die Dienstbarkeit der Wohnung und über das Ausgedinge sowie arbeitsrechtliche Streitigkeiten), die gleich wie die Statusklagen (§ 16 Abs. 1 Z 1 lit. d und e GGG a. F.) und die
exekutionsrechtlichen Klagen (§ 16 Abs. 1 Z 1 lit. f GGG a. F.) bewertet waren, sollten wegen ihrer
Bedeutung eine höhere Bewertung erfahren. Für sie sollte daher eine beispielsweise gegenüber den
Statusklagen um 50% höhere Bemessungsgrundlage vorgesehen werden, wodurch diese Streitigkeiten
etwa bei den Tarifposten 1 und 2 in die nächsthöhere Gebührenstufe gefallen wären. Diese vorgeschlagene Erhöhung der Bemessungsgrundlagen wurde allerdings im Begutachtungsverfahren von
mehreren Seiten kritisiert; vor allem wurde eingewendet, diese Maßnahme widerspreche der von der
Bundesregierung gegebenen Zusage, dass es im Zuge der Euroumstellung nicht zu einer Abgabenmehrbelastung der Bürger kommen werde. Im Hinblick auf diesen Einwand wird nun von der ursprünglich
beabsichtigten Änderung bei den Bemessungsgrundlagen Abstand genommen.
Zu Z 11 (Änderung von § 17 GGG):
Eurobeträge zu ersetzen. Dabei werden die derzeitigen Beträge von 14 610 S und 73 060 S – diese
Beträge stammen aus der letzten Neufestsetzung gemäß § 31a GGG (BGBl. II Nr. 213/2001) und stehen
seit 1. Juli 2001 in Geltung – schlicht durch Umrechnung mit dem gemeinschaftsrechtlich festgelegten
Kurs von 13,7603 S/1 Euro und Abrundung auf ganze 10 Euro umgestellt (siehe Punkt I.C.2 des
Allgemeinen Teils). Daraus ergeben sich die neuen Bemessungsgrundlagen mit 1 060 Euro und 5 300
Zu Z 12 (Aufhebung von § 19 Abs. 3 GGG):
Der bisherige § 19 Abs. 3 GGG enthält eine Bemessungsgrundlage für Exekutionsanträge nach § 10a EO.
§ 10a EO wurde jedoch mit der EO-Nov 1991, BGBl. Nr. 628, aufgehoben (Art. I Z 3 dieses Gesetzes),
sodass die Regelung des § 19 Abs. 3 GGG gegenstandslos ist. Als Akt der Rechtsbereinigung wird dieser
Absatz daher aufgehoben.
Zu Z 13 (Änderung von § 19a GGG):
Die Rundungsvorschrift im letzten Halbsatz wird insofern an die Währungsumstellung adaptiert, als an die
Stelle der Rundung auf den nächsthöheren vollen Schillingbetrag die Aufrundung auf die nächsten vollen
10 Cent tritt.
Zu Z 14 (Änderung von § 22 GGG):
Die Regelungsinhalte des § 22 GGG dürfen keiner isolierten Betrachtung unterzogen, sondern müssen im
Zusammenhalt mit den beiden anderen insolvenzrechtlichen Regelungselementen des Gebührenrechts,
nämlich mit Tarifpost 6 GGG samt Anmerkungen und mit § 14a GEG 1962, gesehen werden. Die
Neufassung des § 22 GGG ist Teil des Bestrebens, diese einzelnen Bestimmungen einerseits jeweils in
sich konsistenter zu gestalten und sie andererseits in ein besser abgestimmtes Verhältnis zueinander zu
Der neue Abs. 1 des § 22 ist nun ganz den Fällen der Tarifpost 6 lit. a Z 1 GGG, also der Beendigung des
Konkurses durch Verteilung oder durch Zwangsausgleich gewidmet. Dabei trifft die Zahlungspflicht
hinsichtlich der Gebühr grundsätzlich den Masseverwalter (erster Satz des Abs. 1). Nach dem zweiten
Satz des Abs. 1 ist hingegen der Gemeinschuldner für die Pauschalgebühr zahlungspflichtig; dieser
Sonderfall liegt dann vor, wenn das Konkursverfahren durch Zahlungsplan oder durch Einleitung des
Abschöpfungsverfahrens beendet wird und deshalb gemäß Anmerkung 4 letzter Halbsatz zur Tarifpost 6
GGG die Aufhebung des Konkurses nicht von der vorherigen Bezahlung der Pauschalgebühr abhängig ist.
Auch in einem solchen Fall hat allerdings das Konkursgericht gemäß § 14a Abs. 1 zweiter Satz GEG 1962
idF dieser Novelle die Pauschalgebühr nach Tarifpost 6 GGG noch vor Aufhebung des Konkurses zu
bestimmen und den darüber gefassten Beschluss sowohl dem Masseverwalter als auch dem
Gemeinschuldner zuzustellen.
Der dritte Satz des Abs. 1 ordnet für den Fall des Zwangsausgleichs an, dass für die Entrichtung der
Pauschalgebühr – neben dem nach Abs. 1 erster Satz zahlungspflichtigen Masseverwalter – auch die
Personen zahlungspflichtig sind, die die Haftung für die Verbindlichkeiten des Gemeinschuldners
übernommen haben; dies entspricht der Regelung des bisherigen § 22 Abs. 2 Z 2 GGG.
Der neue § 22 Abs. 2 GGG regelt den Fall der Beendigung des Konkurses mit Einverständnis der
Gläubiger (Tarifpost 6 lit. a Z 2 GGG); in diesem Fall ist der Gemeinschuldner zur Entrichtung der
Pauschalgebühr verpflichtet; dies entspricht der Regelung des bisherigen zweiten Satzes des § 22 Abs. 1
Der neue § 22 Abs. 3 GGG übernimmt den Regelungsinhalt des bisherigen § 22 Abs. 2 Z 3 GGG (siehe
zur Judikatur des Verwaltungsgerichtshofs zum „Verschulden“ im Sinne dieser Bestimmung bei § 14a
GEG 1962).
Im neuen § 22 Abs. 4 GGG sind die Regelungsinhalte des bisherigen § 22 Abs. 1 letzter Halbsatz und des
bisherigen § 22 Abs. 3 GGG zusammengefasst.
Der bisherige § 22 Abs. 4 GGG wird in einen neuen Abs. 5 überstellt.
Zu Z 15 (Änderung von § 23 Abs. 1 GGG):
Die neue Bewertungsregel des § 15 Abs. 5 GGG für Klagen auf künftige Leistung von Ehegatten- oder
Kindesunterhalt soll auch für die Bewertung von im außerstreitigen Verfahren geltend zu machenden
Unterhaltsansprüchen zum Tragen kommen. Zu diesem Zweck ist ein entsprechender Verweis auf § 15
Abs. 5 GGG in § 23 Abs. 1 GGG aufzunehmen.
Zu Z 16 (Änderung von § 26 Abs. 1 GGG):
Durch die EO-Nov. 2000, BGBl. I Nr. 59, wurde die Regelung des § 200 Z 1 EO über die Übernahme für
den Bereich der Exekution auf unbewegliches Vermögen aufgehoben (Art. I Z 56 lit. b der Novelle).
Daher hat im Klammerausdruck des letzten Satzes des § 26 Abs. 1 GGG der Hinweis auf den
Übernahmspreis zu entfallen.
Zu Z 17 (Änderung von § 31 Abs. 1 und 5 GGG):
In dieser Bestimmung ist die in Abs. 1 und 5 enthaltene Obergrenze für den Mehrbetrag von bisher
4 000 S duch einen Eurobetrag zu ersetzen. Dazu wird der bisherige Schillingbetrag mit dem
gemeinschaftsrechtlich festgelegten Umrechnungskurs in Euro umgerechnet und auf ganze 10 Euro
gerundet (siehe Punkt I.C.2 des Allgemeinen Teils). Daraus ergibt sich der neue Grenzbetrag von
Zu Z 18 (Änderung von § 31a GGG):
Auch die in § 31a GGG statuierte Valorisierungsregelung muss an die Euro-Umstellung adaptiert werden.
Dies wird zugleich zum Anlass für einige Verbesserungen genommen. Die Bezugnahme auf den ohnehin
gegenstandslos gewordenen § 19 Abs. 3 GGG hat wegen der Aufhebung dieser Bestimmung zu entfallen.
Weiters wird künftig anstelle des Verbraucherpreisindex 1986 auf den Verbraucherpreisindex 2000
abgestellt, zumal der Erstere mittlerweile ohnedies nur noch eine Rekonstruktion aus dem Letzteren
Der Ausgangsmonat für künftige Valorisierungsberechnungen wird mit März 2001 festgelegt. Dabei
handelt es sich nämlich um jenen Monat, dessen Indexzahl (damals noch für den Verbraucherpreisindex
1986) die bislang letzte Erhöhung gemäß § 31a GGG (durch die Verordnung des Bundesministers für
Justiz BGBl. II Nr. 213/2001) ausgelöst hat. Durch die Einsetzung des Monats März 2001 in die neue
Fassung des § 31a GGG wird daher eine nahtlose Valorisierung ohne zeitliche Lücke oder Überlappung
Die Rundungsregel wird neu formuliert, wobei anstelle auf volle zehn Schilling künftig auf volle
Eurobeträge zu runden sein wird. In Hinkunft soll es auch sowohl Aufrundungen als auch Abrundungen
geben, weil die bisherige Regelung, die ausschließlich Abrundungen vorsah, vor allem bei geringen
Gebührenbeträgen dazu führte, dass ein ursprünglich zahlenmäßig durchaus stimmiges Gefüge gestaffelter
Gebührenbeträge für die einzelnen Gebührenstufen durch die Valorisierung zusehends aus dem Lot geriet.
Dies kann durch eine kombinierte Auf- und Abrundung nach allgemein üblichen Regeln vermieden
Lediglich zur Verdeutlichung des Berechnungsmodus für die Gebührenstufe über 363 360 Euro wird in
den abschließenden Relativsatz des § 31a Abs. 2 GGG die – schon in Abs. 1 gebrauchte – Wendung
„gegenüber den Beträgen dieses Bundesgesetzes“ eingefügt. Darin liegt keine inhaltliche Änderung
gegenüber der bisherigen Fassung, sondern bloß eine Klarstellung. Bei der zweiten und jeder nachfolgenden Valorisierung gemäß § 31a GGG nach dieser Novelle könnte sich nämlich ohne diese
Einfügung die Frage stellen, ob der Bezugspunkt für die Berechnung des Zusatzerhöhungsbetrags nach
§ 31a Abs. 2 GGG (für die Gebührenstufe über 363 360 Euro) entweder die mit dieser Novelle
festgesetzten Gebührenbeträge für die Gebührenstufe zwischen 290 690 und 363 360 Euro oder aber die
mit der ersten Valorisierung danach erhöhten Beträge für diese Gebührenstufe sein sollten. Eine Analyse
der beiden denkmöglichen Varianten würde letztlich zwar ohnedies ergeben, dass nur die erstgenannte
Variante in Betracht kommt, weil sich nur aus ihr eine zahlenmäßig harmonische Gebührenstaffel ergibt
und weil ja auch die sonstigen Erhöhungsberechnungen laut § 31a Abs. 1 zweiter Satz GGG auf die
Ausgangsbeträge „dieses Bundesgesetzes“ Bezug nehmen. In diesem Sinne war § 31a Abs. 2 GGG ja
auch schon in seiner bisherigen Fassung auszulegen (und wurde demgemäß auch bei Erlassung der
Verordnung BGBl. II Nr. 213/2001 zutreffend so verstanden). Dennoch scheint es zweckmäßig, die
„Zusatzerhöhungsregelung“ des § 31a Abs. 2 GGG zur Vermeidung jeden Zweifels über ihre Bedeutung
in der geschilderten Weise zu ergänzen.
Zu Z 19 (Änderung von Tarifpost 1 GGG):
Hier sind sowohl die Grenzbeträge für die Gebührenstufen als auch die einzelnen Gebührenbeträge (auch
jener in der Anmerkung 9) als auch der Grenzwert von 20 000 S in der Anmerkung 8 durch Eurobeträge
zu ersetzen. Dies geschieht durch Anlegung des gemeinschaftsrechtlich festgelegten Umrechnungskurses
und Abrundung zum einen auf volle Eurobeträge und zum anderen auf volle 10 Euro entsprechend den
Ausführungen in Punkt I.C.2 des Allgemeinen Teils.
Zu Z 20 (Änderung von Tarifpost 2 GGG):
jener in der Anmerkung 6) als auch der Grenzwert von 20 000 S in der Anmerkung 5 durch Eurobeträge
Zu Z 21 (Änderung von Tarifpost 3 GGG):
Zu Z 22 (Änderung von Tarifpost 4 GGG):
jener in der Anmerkung 1a) als auch der Grenzwert von 20 000 S in der Anmerkung 7 durch Eurobeträge
Zu Z 23 (Änderung von Tarifpost 5 GGG):
Hier werden die beiden Gebührenbeträge durch Umrechnung mit dem gemeinschaftsrechtlich festgelegten
Umrechnungskurs und Abrundung auf volle Eurobeträge entsprechend den Ausführungen in Punkt I.C.2
des Allgemeinen Teils auf Euro umgestellt.
Zu Z 24 (Änderung von Tarifpost 6 GGG):
Hier wird der insgesamt vier Mal aufscheinende Mindestgebührenbetrag in der derzeitigen Höhe von
4 560 S durch Umrechnung mit dem gemeinschaftsrechtlich festgelegten Umrechnungskurs und Abrundung auf einen vollen Eurobetrag entsprechend den Ausführungen in Punkt I.C.2 des Allgemeinen Teils
auf Euro umgestellt.
Zu Z 25 (Änderung von Tarifpost 7 GGG):
Das Rechtsinstitut der Vormundschaft wurde durch das Kindschaftsrechts-Änderungsgesetz 2001, BGBl. I
Nr. 135/2000, beseitigt (Art. I Z 36 ff dieses Gesetzes). Daher wird es künftig keine
„Vormundschaftssachen“ mehr geben. Darauf ist durch entsprechende Änderungen in der Überschrift der
Tarifpost 7 sowie in der Anmerkung 7 zu dieser Tarifpost Bedacht zu nehmen.
Der Gebührenbetrag von 140 S in Tarifpost 7 lit. b wird durch Umrechnung mit dem gemeinschaftsrechtlich festgelegten Umrechnungskurs und Abrundung auf einen vollen Eurobetrag entsprechend
den Ausführungen in Punkt I.C.2 des Allgemeinen Teils auf Euro umgestellt.
Der Verweis in der Anmerkung 1 zur Tarifpost 7 ist im Hinblick auf die neue Bemessungsregelung in
§ 15 Abs. 5 GGG neu zu gestalten. Dabei ist zu beachten, dass sich diese Regelung nur auf die
Geltendmachung künftiger Unterhaltsansprüche bezieht; für andere als die in § 15 Abs. 5 GGG genannten
Ansprüche ist nach wie vor die Bewertungsbestimmung des § 58 Abs. 1 JN heranzuziehen. § 23 Abs. 1
GGG verweist auf beide Bewertungsvorschriften. Mit der Nennung des § 23 Abs. 1 GGG in der neu
formulierten Anmerkung 1 zur Tarifpost 7 sind somit beide genannten Verweise für diesen Kontext
Zu Z 26 (Änderung von Tarifpost 8 GGG):
Hier wird der Mindestgebührenbetrag von 580 S durch Umrechnung mit dem gemeinschaftsrechtlich
festgelegten Umrechnungskurs und Abrundung auf einen vollen Eurobetrag entsprechend den
Ausführungen in Punkt I.C.2 des Allgemeinen Teils auf Euro umgestellt.
Zu Z 27 (Änderung von Tarifpost 9 GGG):
Hier werden die in Schilling ausgedrückten Gebührenbeträge durch Umrechnung mit dem gemeinschaftsrechtlich festgelegten Umrechnungskurs und Abrundung auf volle Eurobeträge entsprechend den
Eine weitere Änderung betrifft – nochmals – die Gebühr für Grundbuchsauszüge nach Tarifpost 9 lit. d.
Nach bisherigem Recht ist Maßstab für die Gebührenbemessung die Zahl der Seiten des Auszugs. Auf
Grund der Weiterentwicklung der Applikation Grundbuch in den IT-Anwendungen der Justiz erfolgt die
Herstellung von Grundbuchsauszügen mittlerweile durch Web-Abfrage. Für solcherart hergestellte
Ausdrucke lässt sich aber eine Seitenzahl nicht angeben; dafür scheint am Ende des Ausdrucks die
Zeilenanzahl auf. Eine herkömmliche A-4-Seite entspricht in der Web-Technik 71 Zeilen; 12 A-4-Seiten
entsprechen daher 852 Zeilen. Aus diesem Grund ist der Maßstab für die Gebührenbemessung nach
Tarifpost 9 lit. d von Seiten auf Zeilen umzustellen, weshalb künftig als Gebührenschwelle gerundet 850
Zeilen vorgesehen werden. Mit dieser Änderung entfällt auch das Substrat für die Anordnung im zweiten
Satz der Anmerkung 15 zur Tarifpost 9, weshalb dieser Satz zu entfallen hat.
Des Weiteren ist die Tarifpost 9 auch um deren lit. c zu bereinigen, die eine Gebühr für Grundbuchsauszüge vorsieht. Da jedoch seit dem Grundbuchsumstellungsgesetz, BGBl. Nr. 550/1980, auf
Grund von dessen § 5 an der Stelle von Grundbuchsauszügen Abschriften auszufertigen sind, fehlt es
seither an einem Substrat für Tarifpost 9 lit. c, weshalb diese Gebührenbestimmung sowie die darauf
Bezug nehmende Anmerkung 14 aufgehoben werden. Die lit. d der Tarifpost 9 und die zugehörige
Anmerkung 15 werden sprachlich an die heutigen grundbuchsrechtlichen Gegebenheiten adaptiert.
Schließlich werden die Gebührenbefreiungen der Anmerkungen 7 und 8 enger gefasst, weil sie in ihrer
derzeitigen weiten Textierung in der Praxis – unterstützt auch durch eine diesbezüglich großzügige
Judikatur des Verwaltungsgerichtshofs – häufig für Konstellationen missbraucht wurden, die mit dem
Konzept der Simultanhypothek kaum mehr in einem erkennbaren Zusammenhang standen. Deshalb ziehen
die neuen Formulierungen vor allem in zeitlicher Hinsicht deutliche Schranken für die Inanspruchnahme
dieser Begünstigung.
Zu Z 28 (Änderung von Tarifpost 10 GGG):
Hier werden die bisher in Schilling ausgedrückten Gebührenbeträge durch Umrechnung mit dem gemeinschaftsrechtlich festgelegten Umrechnungskurs und Abrundung auf volle Eurobeträge entsprechend den
Eine weitere Änderung betrifft die Prozentualgebühr für Eintragungen zum Erwerb einer Schiffshypothek
gemäß Tarifpost 10 Z II lit. a. Einem Vorschlag aus der Praxis folgend wird zur Angleichung dieser
Gebühr an jene nach Tarifpost 9 lit. b Z 4 der Prozentsatz, nach dem die Gebühr zu bemessen ist, von
1,1% auf 1,2% erhöht.
Außerdem ist auch noch eine Änderung hinsichtlich der zuvor schon besprochenen Gebühr nach Tarifpost
10 Z III lit. a für Firmenbuchauszüge vorzunehmen. Nach bisherigem Recht ist Maßstab für die
Gebührenbemessung die Zahl der Seiten des Auszugs. Auf Grund der Weiterentwicklung der Applikation
Firmenbuch in den IT-Anwendungen der Justiz erfolgt die Herstellung von Firmenbuchauszügen
mittlerweile durch Web-Abfrage. Für solcherart hergestellte Ausdrucke lässt sich aber eine Seitenzahl
nicht angeben; dafür scheint am Ende des Ausdrucks die Zeilenanzahl auf. Eine herkömmliche A-4-Seite
entspricht in der Web-Technik 71 Zeilen; 12 A-4-Seiten entsprechen daher 852 Zeilen. Aus diesem Grund
ist der Maßstab für die Gebührenbemessung nach Tarifpost 10 Z III lit. a von Seiten auf Zeilen
umzustellen, weshalb künftig als Gebührenschwelle gerundet 850 Zeilen vorgesehen werden. Mit dieser
Änderung entfällt auch das Substrat für die Anordnungen in den ersten beiden Sätzen der Anmerkung 17
zur Tarifpost 10, weshalb diese beiden Sätze zu entfallen haben.
Schließlich ist eine eigene Gebührenregelung für Jahresabschlüsse zu treffen, die gemäß §§ 277 bis 281
HGB eingereicht werden. Die Herstellung der Ausfertigung eines Jahresabschlusses auf Verlangen einer
Partei könnte zwar durchaus als „Firmenbuchauszug“ (zumindest in einem weiteren Sinn) verstanden
werden. Gebührenrechtlich ist eine solche Ausfertigung aber anders als ein Firmenbuchauszug (im
engeren Sinn) zu behandeln, weil bei ihr keine automationsunterstützte Zählung nach Zeilen möglich ist.
Daher kann die Höhe der Gebühr hier nicht an die Zeilenanzahl geknüpft werden, weshalb in der neuen
lit. b der Z III ein Fixbetrag von 8 Euro pro Jahresabschluss vorgesehen ist. Die bisherige lit. b der Z III
verschiebt sich in die neue lit. c.
Zu Z 29 (Änderung von Tarifpost 11 GGG):
Hier werden die in Schilling ausgedrückten Gebührenbeträge – mit einer Ausnahme – durch Umrechnung
mit dem gemeinschaftsrechtlich festgelegten Umrechnungskurs und Abrundung auf volle Eurobeträge
entsprechend den Ausführungen in Punkt I.C.2 des Allgemeinen Teils auf Euro umgestellt. Die angesprochene Ausnahme betrifft die Gebührenposition in lit. b der Tarifpost 11 für Abschriftsbeglaubigungen
in der bisherigen – seit 1. Jänner 1992 unverändert geltenden – Höhe von 20 S. Das kalkulatorische Umrechnungsergebnis zu dieser Gebührenposition (1,4534566) wird nicht auf einen vollen Eurobetrag,
sondern auf die nächsten 10 Cent abgerundet. Dem liegt die Überlegung zugrunde, dass hier eine
Abrundung auf 1 Euro ein Ergebnis erbrächte, das nicht einmal der Größenordnung nach mit dem
bisherigen Schillingbetrag übereinstimmte. Deshalb ist es sachgerecht, bei dieser Gebührenposition
ausnahmsweise eine Euroumstellung durch Abrundung auf volle 10 Cent vorzunehmen. Bei der nächsten
Valorisierung gemäß § 31a GGG unterliegt dieser Gebührenbetrag dann allerdings der allgemeinen
Rundungsregel und wird daher auf einen vollen Eurobetrag zu runden sein.
Die Anmerkung 5 zur Tarifpost 11 ist wegen der Änderung des § 29 HGB durch Art. II Z 7 des
Bundesgesetzes BGBl. Nr. 10/1991, mit dem unter anderem das Firmenbuchgesetz geschaffen wurde,
obsolet, weil eine gesonderte Beglaubigung der Unterschrift seither in der Praxis nicht mehr vorkommt
(vgl. Tschugguel/Pötscher, Gerichtsgebühren6 Anm. 12 zu Tarifpost 11 GGG). Die Anmerkung 5 ist
daher mangels eines noch existenten faktischen Substrats aufzuheben.
Zu Z 30 (Änderung von Tarifpost 12 GGG):
Mit dem Kindschaftsrechts-Änderungsgesetz 2001, BGBl. I Nr. 135/2000, wurde das Rechtsinstitut der
Volljährigerklärung aufgehoben (Art. I Z 25 dieses Gesetzes). Damit hat auch die Gebührenposition in
Tarifpost 12 lit. c Z 1 als gegenstandslos zu entfallen.
Ebenfalls mit dem Kindschaftsrechts-Änderungsgesetz 2001 wurde das Verfahren über die Anerkennung
oder Nichtanerkennung ausländischer Eheentscheidungen entsprechend gemeinschaftsrechtlichen
Vorgaben neu geregelt und zu den Bezirksgerichten verlagert, die für das bisherige Anerkennungs-
verfahren vorgesehene Justizverwaltungsgebühr in Tarifpost 14 Z 1 GGG aufgehoben und stattdessen in
einer neuen Z 3 der Tarifpost 12 lit. a eine Gerichtsgebühr für das neue bezirksgerichtliche Außerstreitverfahren zu diesen Fragen eingeführt. Dabei wurde jedoch nur auf das Anerkennungsverfahren nach
§ 228b AußStrG (das sowohl die obligatorische als auch die fakultative Anerkennung umfasst; vgl. RV
KindRÄG 2001, 296 BlgNR 21. GP 107) Bezug genommen, nicht aber auf das Nichtanerkennungsverfahren nach § 228c AußStrG. Dieses Versäumnis wird nun hier nachgeholt.
Weiters werden die Gebührenbeträge (auch in den Anmerkungen 2 und 3) durch Umrechnung mit dem
gemeinschaftsrechtlich festgelegten Umrechnungskurs und Abrundung auf volle Eurobeträge entsprechend den Ausführungen in Punkt I.C.2 des Allgemeinen Teils auf Euro umgestellt.
Zu Z 31 (Änderung von Tarifpost 13 GGG):
Zu Z 32 (Änderung von Tarifpost 14 GGG):
Zu Z 33 (Änderung von Tarifpost 15 GGG):
1. Für die Umrechnung und Rundung der Gebührenbeträge von 20 S und 40 S gilt das zur Tarifpost 11
lit. b Gesagte; hier erfolgt also eine Abrundung auf volle 10 Cent.
2. Die Anmerkung 3 lit. g zur Tarifpost 15 ist im Hinblick auf die Beseitigung des Rechtsinstituts der
Vormundschaft durch das Kindschaftsrechts-Änderungsgesetz 2001, BGBl. I Nr. 135/2000, (Art. I Z 36 ff
dieses Gesetzes) geringfügig neu zu formulieren; im Einzelnen sei hiezu zwecks Vermeidung von
Wiederholungen auf die Ausführungen zur Tarifpost 7 (dort im ersten Absatz) verwiesen.
3. Die Änderungen in der Anmerkung 5 zur Tarifpost 15 sowie der Entfall des bisherigen zweiten Satzes
der Anmerkung 6 zur Tarifpost 15 sind Folge des künftigen Wegfalls der Gebührenentrichtung durch
Verwendung von Gerichtskostenmarken sowie – damit im Zusammenhang – der Neuregelung über die
Entrichtung (unter anderem) der Gebühren nach Tarifpost 15 im neu formulierten § 4 Abs. 6 GGG.
4. Neu zu konzipieren ist auch der erste Satz der Anmerkung 6, der die „einfache Kopiergebühr“ bisher
lediglich durch einen Bruchteil des in lit. a der Tarifpost 15 genannten Gebührenbetrags bestimmte. Der
dort neu festgelegte Gebührenbetrag von 1,50 Euro ist nämlich – im Gegensatz zum bisherigen
Gebührenbetrag von 20 S – nicht durch vier teilbar, ohne dass sich daraus ein Bruchteil eines Cent ergäbe.
Daher wird nun die Kopiergebühr nicht mehr durch diese Bruchteilskonstruktion, sondern durch einen
eigenständigen Gebührenbetrag von 35 Cent festgesetzt. Dies erfordert eine entsprechende Adaptierung
der Valorisierungsregelung des § 31a GGG für diesen neuen Centbetrag durch Anordnung einer Rundung
auf volle 10 Cent (anstatt auf einen vollen Eurobetrag) im zweiten Satz der Anmerkung 6.
5. Die Neufassung der Anmerkung 6a zur Tarifpost 15 hinsichtlich der Gebühr für Ausdrucke aus der
Ediktsdatei geschieht parallel zu jener der Gebühr für Jahresabschlüsse gemäß Tarifpost 10 Z III lit. b
GGG, weil auch hier eine automationsunterstützte Zählung nach Zeilen nicht möglich ist. Auf die
Ausführungen zu den Jahresabschlüssen kann daher zwecks Vermeidung von Wiederholungen verwiesen
Zu Z 34 und 35 (Änderung von Art. VI GGG und Anfügung eines Art. VII GGG):
Die bisher in Art. VI Z 16 enthaltene Vollzugsklausel zum Gerichtsgebührengesetz wird inhaltlich
gleichlautend in einen neuen Art. VII überstellt, um in Art. VI gleichsam Platz für die bei jeder
Novellierung des Gerichtsgebührengesetzes erforderlichen In-Kraft-Tretens- und Übergangsbestimmungen zu schaffen, zumal diese nach den legistischen Richtlinien in das Stammgesetz aufzunehmen sind
(Richtlinie 75). Bisher war die Fortschreibung solcher In-Kraft-Tretens- und Übergangsbestimmungen in
einer nur ziffernmäßig fortlaufenden Reihe durch die Vollzugsklausel in Z 16 des Art. VI gewissermaßen
„blockiert“, weshalb der Gesetzgeber mit diesen In-Kraft-Tretens- und Übergangsbestimmungen
mittlerweile – unter Einbeziehung der beschlossenen Novelle zur Ermöglichung der elektronischen
Übermittlung von Jahresabschlüssen (BGBl. I Nr. 41/2001) – schon bei der Z 15l angelangt ist. Mit der
Verschiebung der Vollzugsklausel in einen eigenen Artikel kann diese Reihe in bloß ziffernmäßiger
Abfolge fortgesetzt werden. Demgemäß findet sich die Übergangsbestimmung zum gegenständlichen
Gesetzesvorhaben in der neuen Z 16; sie folgt dem Muster früherer Übergangsregelungen dieser Art (vgl.
etwa Art. VI Z 15e oder Z 15i). Im zweiten Satz der neuen Z 16 wird die Möglichkeit eröffnet,
Verordnungen mit Rücksicht auf die Neuregelungen dieses Gesetzes bereits vor seinem In-Kraft-Treten zu
erlassen, sofern diese Verordnungen frühestens mit Jahresbeginn 2002 in Kraft treten. Diese Regelung
entspricht dem Vorbild etwa des Art. VI Z 2 GGG oder jenem des Art. II der GGG-Novelle 1991, BGBl.
Nr. 694, und ermöglicht beispielsweise die zeitgerechte Erlassung des Normalkostentarifs.
Die In-Kraft-Tretens-Bestimmung zur gesamten Novelle findet sich in deren Art. 6 Z 1.
Zu Artikel 2 (Änderung des Gerichtlichen Einbringungsgesetzes 1962):
Zu Z 1 (Änderung von § 1 GEG 1962):
Die Änderung von Z 2 ergibt sich aus der Einführung einer Mutwillensstrafe in § 7 Abs. 2 GEG 1962; zur
Vermeidung von Wiederholungen sei auf die Ausführungen zu dieser Bestimmung verwiesen.
Die geänderte Formulierung der Z 3 folgt daraus, dass Kosten des Strafvollzugs auf Grund der Regelungen des § 32 StVG in der Regel nicht mehr zur Einbringung anfallen, weil der dort vorgesehene
Kostenbeitrag durch Abzug von der Arbeitsvergütung eingehoben wird. Der Fall, dass der Strafgefangene
zur Leistung eines solchen Kostenbeitrags verpflichtet ist, aber keine Arbeitsvergütung bezieht, kann nur
noch dann eintreten, wenn den Strafgefangenen ein vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden
daran trifft, dass er keine oder keine zufriedenstellende Arbeitsleistung erbracht hat, also etwa im Fall
ungerechtfertigter Arbeitsverweigerung. Für diesen Fall kommt auch noch eine Einbringung nach dem
Gerichtlichen Einbringungsgesetz 1962 in Betracht. Darauf wird durch eine geänderte Formulierung der
Z 3 des § 1 Bedacht genommen.
Die Änderung der Z 4 des § 1 ist lediglich legistischer Art. Darin wird nämlich die Bezugnahme auf die –
ohnedies bereits überholte – Novellierung der Winkelschreibereiverordnung eliminiert. Bundesgesetze
werden in der Regel – nämlich sofern nicht auf eine bestimmte Fassung verwiesen werden soll (legistische
Richtlinie Nr. 60) – nur mit der Fundstelle der Stammfassung zitiert (legistische Richtlinie Nr. 61), weil
ansonsten bei jeder Novellierung eines Gesetzes zur Vermeidung von Anachronismen auch die Verweise
auf dieses Gesetz richtigzustellen wären. Dies ist dadurch vermeidbar, dass auf die Wiedergabe der
Letztfassung verzichtet wird. Überdies wird das heute überholt anmutende Wort „Arreststrafe“ mit dem
Klammerzusatz „(Haft)“ dem heutigen Sprachgebrauch angepasst.
Zu Z 2 (Änderung von § 2 Abs. 2 GEG 1962):
Der Grenzbetrag, ab dem ein Grundsatzbeschluss über die Kostenersatzpflicht zu ergehen hat, wurde
bereits mit der Erweiterten Wertgrenzen-Novelle 1997, BGBl. I Nr. 140, „euro-kompatibel“ mit 3 900 S
festgesetzt (Art. XV Z 1 dieses Gesetzes). Bei Anlegung eines Umrechnungsverhältnisses von 13 S/1 Euro
ergibt sich daraus nämlich ein runder Grenzwert mit 300 Euro. Nun ist mit dieser Novelle die solcherart
vorbereitete Währungsumstellung entsprechend zu finalisieren (vgl. dazu auch die Ausführungen in Punkt
I.C.2 des Allgemeinen Teils).
Zu Z 3 (Änderung von § 6 Abs. 1 GEG 1962):
Die Einhebungsgebühr des § 6 Abs. 1 GEG 1962 in Höhe von bisher 100 S wird durch Umrechnung mit
dem gemeinschaftsrechtlich festgelegten Umrechnungskurs und Rundung auf einen vollen Eurobetrag
entsprechend den Ausführungen in Punkt I.C.2 des Allgemeinen Teils auf Euro umgestellt.
Zu Z 4 (Änderung von § 6a Abs. 1 GEG 1962):
Diese Änderung ist eine Folge der Aufhebung des § 65 Abs. 2 EO durch Art. V Z 8 der ZivilverfahrensNovelle 1983, BGBl. Nr. 135 (vgl. Tschugguel/Pötscher, Gerichtsgebühren6 Anm. 2 zu § 6a GEG 1962).
Damit ist nämlich die Verweisung auf diese Bestimmung gegenstandslos. In der Neuformulierung des § 6a
zweiter Satz GEG 1962 hat daher dieses Zitat zu entfallen.
Zu Z 5 (Änderung von § 7 Abs. 2 GEG 1962):
Nach der bisherigen Regelung des § 7 Abs. 2 hat ein Berichtigungsantrag keine aufschiebende Wirkung,
doch kann der Kostenbeamte – sofern dadurch die Einbringlichkeit nicht gefährdet wird – die Einbringung
bis zur Entscheidung über den Berichtigungsantrag aufschieben. Diese gesetzliche Anordnung entspricht
jedoch seit der Übertragung der Einhebung von Gebühren und Kosten von den Einbringungsstellen zu den
Gerichten erster Instanz nicht mehr der Realität des Gerichtslebens. Faktisch wartet der Kostenbeamte
nach Erlassung des Zahlungsauftrags ohnedies das Verstreichen der vierzehntägigen Frist für die Zahlung
(§ 6 Abs. 1 GEG 1962) bzw. die Einbringung eines Berichtigungsantrags (§ 7 Abs. 1 GEG 1962) ab. Erst
wenn diese Frist verstrichen ist, versieht der Kostenbeamte den Zahlungsauftrag mit der
Vollstreckbarkeitsbestätigung und übermittelt diesen zwecks Eintreibung an die Einbringungsstelle. Wenn
aber innerhalb dieser Frist ein Berichtigungsantrag eingebracht wird, wartet der Kostenbeamte mit der
Erteilung der Vollstreckbarkeitsbestätigung weiter zu, bis die Entscheidung über den Berichtigungsantrag
ergangen ist. Erst nach Vorliegen der Entscheidung über den Berichtigungsantrag wird – wenn sich daraus
weiterhin eine Gebühren- oder Kostenersatzpflicht ergibt – die Vollstreckbarkeit bestätigt und der
Zahlungsauftrag an die Einbringungsstelle übermittelt. Insofern hatte ein Berichtigungsantrag schon nach
der bisherigen Rechtslage suspensiven Effekt. Mit der Neufassung des § 7 Abs. 2 wird dieser Realität im
Die nun im Gesetz ausdrücklich angeordnete aufschiebende Wirkung eines Berichtigungsantrags muss
allerdings mit einer Regelung flankiert werden, die bestmöglich dafür Gewähr bietet, dass die Präsidenten
der Gerichtshöfe nicht beträchtlich mit von Vornherein aussichtslosen – unter Umständen nur zum Zweck
des Hinausschiebens der Zahlungspflicht eingebrachten – Berichtigungsanträgen in Anspruch genommen
werden und dass dem Bund nicht aus auf diese Weise verzögerten Gebührenzahlungen ein finanzieller
Nachteil entsteht. Eine Möglichkeit zur Hintanhaltung einer solchen Entwicklung wäre die Einziehung
einer Kostenschranke, also eine Bestimmung, die etwa eine Gebühr für die Einbringung eines
Berichtigungsantrags vorsähe. Dies widerspräche aber nicht nur den bisher immer beachteten Grundsätzen
des Gerichtsgebührenrechts und des zugehörigen Verfahrensrechts, sondern wäre auch insofern unsozial,
als dadurch alle Gebührenschuldner bei Erhebung von Berichtigungsanträgen – und zwar auch, wenn
diese durchaus berechtigt sind – eine Mehrbelastung hinnehmen müssten. Deshalb wurde von der Einführung einer Gebührenpflicht für das zweitinstanzliche Justizverwaltungsverfahren in Angelegenheiten
des Gerichtsgebührenrechts abgesehen. Das geeignete Instrument zur Erreichung des erwähnten Ziels ist
vielmehr die Einführung einer Mutwillensstrafe für solche Gebührenschuldner, die einen schon von Vornherein – auch für sie selbst – offensichtlich aussichtslosen Berichtigungsantrag einbringen, weil diese
Maßnahme nur die unredlich Rekurrierenden trifft und von ihr dennoch der gewünschte Steuerungseffekt
zu erwarten ist. Die Mutwillensstrafe ist von dem über den Berichtigungsantrag entscheidenden Präsidenten des Gerichtshofs zu verhängen. Gegen ihre Verhängung ist ebenso wie gegen die Entscheidung
über den Berichtigungsantrag kein ordentliches Rechtsmittel zulässig. Da das Höchstmaß einer Mutwillensstrafe – korrespondierend mit dem Mehrbetrag nach § 31 Abs. 1 und 5 GGG – mit dem verhältnismäßig niedrigen Wert von 290 Euro festgesetzt wird, bestehen gegen die Vereinbarkeit dieser
Strafregelung mit der Europäischen Menschenrechtskonvention keine Bedenken.
Zu Z 6 (Änderung von § 9 GEG 1962):
1. Durch den neu gefassten Abs. 4 des § 9 wird die Zuständigkeit für die Entscheidung über Stundungsund Nachlassanträge neu geregelt. Zwar bleibt es bei der alleinigen Zuständigkeit des Präsidenten des
Oberlandesgerichts Wien unterhalb des Grenzwerts von nunmehr 30 000 Euro. Neu ist nun aber schon
einmal, dass die bisher auf Stundungsanträge bis zu einem Betrag von 52 000 S eingeschränkte
Möglichkeit dieses Präsidenten zur Übertragung seiner Entscheidungsbefugnis an den Leiter der
Einbringungsstelle nun – entsprechend einer impliziten Anregung des Verwaltungsgerichtshofs – auf
sämtliche Entscheidungsgegenstände des § 9 GEG 1962 ausgedehnt wird. Hinzu kommt aber als noch
wesentlichere Neuerung, dass der Präsident des Oberlandesgerichts Wien nunmehr auch bei ausständigen
Beträgen oberhalb des Grenzwerts von 30 000 Euro für die Entscheidung über einen Stundungs- oder
Nachlassantrag zuständig ist (nach derzeit geltendem Recht hat ja in diesem Bereich das Bundesministerium für Justiz zu entscheiden). Allerdings darf der Präsident des Oberlandesgerichts Wien im
Bereich oberhalb von 30 000 Euro einem Stundungs- oder Nachlassantrag nur mit Zustimmung des
Bundesministeriums für Justiz stattgeben. Wenn also der Präsident des Oberlandesgerichts Wien
hinsichtlich eines oberhalb des Grenzwerts liegenden Gebühren- oder Kostenbetrags Stundung oder
Nachlass gewähren will, hat er hiezu zuvor die Zustimmung der Zentralstelle einzuholen. Auf die Gründe
für diese Zuständigkeitsänderung sei hier nicht weiter eingegangen, sondern zwecks Vermeidung von
Wiederholungen auf die Ausführungen in Punkt II.D des Allgemeinen Teils verwiesen.
Die derzeit für die Zuständigkeitsabgrenzungen in § 9 Abs. 1 und 2 enthaltenen Grenzbeträge wurden
bereits durch die Erweiterte Wertgrenzen-Novelle 1997, BGBl. I Nr. 140, „euro-kompatibel“ mit
390 000 S und 52 000 S festgesetzt (Art. XV Z 3 dieses Gesetzes); der nun nur noch relevante Betrag von
390 000 S (zur Entbehrlichkeit einer weiteren Abgrenzung bei 52 000 S siehe im vorangegangenen
Absatz) kann daher durch Umrechnung im Verhältnis 13 S/1 Euro in einen runden Eurobetrag umgestaltet
werden. Aus Anlass der hier nun schon beschriebenen Veränderungen wird weiters der erste Satz des § 9
Abs. 1 durch eine Umstellung mit dem Ziel besserer Verständlichkeit neu formuliert.
2. Neu zu überdenken war die Frage, welche Wirkung ein Nachlass- oder Stundungsantrag auf die
Durchführung der Einbringung hat. Nach bisheriger Rechtslage hatte schon ein Berichtigungsantrag eo
ipso keine aufschiebende Wirkung, doch konnte die Einbringung unter der Voraussetzung zu verneinender
Gefährdung der Einbringlichkeit aufgeschoben werden. Das Fehlen einer Suspensivwirkung musste daher
umso mehr für einen Stundungs- oder Nachlassantrag gelten; demgemäß beschränkte sich der bisherige
§ 9 Abs. 3 darauf, die sinngemäße Anwendbarkeit des § 7 Abs. 2 GEG 1962 anzuordnen und die
Zuständigkeit für die Entscheidung über die Aufschiebung der Einbringung an „die Einbringungsstelle“ zu
Diese Gleichstellung von Berichtigungsantrag einerseits und Stundungs- oder Nachlassantrag andererseits
in Ansehung der aufschiebenden Wirkung kann aber künftig nicht mehr aufrechterhalten werden, weil
zwar aus den oben zu § 7 GEG 1962 dargestellten Gründen einem Berichtigungsantrag generell suspensiver Effekt zukommen soll, Gleiches aber für ein Stundungs- oder Nachlassansuchen nicht
gerechtfertigt, ja gar nicht möglich wäre, ohne das Einbringungswesen schlechthin zu untergraben. In
diesem Kontext ist ja zu bedenken, dass ein Stundungs- oder Nachlassantrag jederzeit und auch mehrmals
gestellt werden kann. Wenn dem von Gesetzes wegen jedesmal aufschiebende Wirkung zukäme, hätte es
der Zahlungspflichtige an der Hand, die Einbringungsbemühungen fortwährend zu unterlaufen. Deshalb
wird nun im neu formulierten Abs. 3 des § 9 bestimmt, dass ein Stundungs- oder Nachlassantrag keine
aufschiebende Wirkung hat.
Wie bisher kann allerdings – auf gesonderten Antrag des Stundungs- oder Nachlasswerbers – die Einbringung bis zur Entscheidung über das Stundungs- oder Nachlassbegehren mit Bescheid aufgeschoben
werden. Für eine positive Entscheidung über einen Aufschiebungsantrag müssen zwei Voraussetzungen
erfüllt sein: Zum einen muss es verneint werden können, dass durch das Zuwarten mit der Einbringung die
Einbringlichkeit der Forderung gefährdet würde. Dies war ja schon nach bisheriger Rechtslage
Voraussetzung für die Zuerkennung aufschiebender Wirkung (§ 7 Abs. 2 GEG 1962 in Verbindung mit
§ 9 Abs. 3 erster Satz GEG 1962 a. F.); hieran ändert sich gegenüber der derzeitigen Gesetzeslage also
nichts. Zum anderen wird aber noch ein weiteres Kriterium eingezogen, nämlich die Erfolgsaussichten des
Stundungs- oder Nachlassbegehrens. Wenn dieses Begehren wenig erfolgversprechend erscheint, ist der
Aufschiebungsantrag abzuweisen. Diese zweite Aufschiebungsvoraussetzung ist der Regelung des § 212a
Abs. 2 lit. a der Bundesabgabenordnung nachgebildet. „Wenig erfolgversprechend“ ist ein Stundungsoder Nachlassantrag nicht erst bei offenbarer Aussichtslosigkeit etwa im Sinne des § 63 Abs. 1 ZPO; ein
Aufschiebungsantrag wird vielmehr im Hinblick auf dieses Kriterium bereits dann abzuweisen sein, wenn
mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden muss, dass dem Stundungs- oder Nachlassbegehren kein Erfolg beschieden sein wird.
Wenn aber beide Negativvoraussetzungen erfüllt sind, wenn also durch die Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung die Einbringlichkeit nicht gefährdet wird und das Stundungs- oder Nachlassbegehren nach
der Lage des Falles doch gewisse Erfolgsaussichten hat, so steht die Gewährung der Aufschiebung nicht
im Ermessen des entscheidenden Organs, sondern hat der Stundungs- oder Nachlasswerber Anspruch auf
Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung; diesfalls ist seinem Aufschiebungsantrag somit ohne
Ermessensausübung stattzugeben.
Neu geregelt wird auch die Zuständigkeit zur Entscheidung über die Aufschiebung; diese Entscheidungsbefugnis kommt künftig nicht der Einbringungsstelle als Organisationseinheit, sondern dem Leiter
der Einbringungsstelle als Organ zu.
Zu Z 7 (Änderung von § 11 GEG 1962):
Hier werden jene Schwellen, bis zu denen einerseits im Inland und andererseits im Ausland – wegen
Geringfügigkeit – von der Einbringung abzusehen ist, durch Umrechnung mit dem gemeinschaftsrechtlich
festgelegten Umrechnungskurs und Rundung auf volle Eurobeträge entsprechend den Ausführungen zu
Punkt I.C.2 des Allgemeinen Teils auf Euro umgestellt.
Zu Z 7 (Änderung von § 13 Abs. 1a GEG 1962):
Diese Änderung dient der Vereinfachung der Verwaltungsvorgänge im Zusammenhang mit generellen
Löschungsanweisungen bei geringfügigen Beträgen. Die bisherige Rechtslage, wonach vor Erlassung
solcher Löschungsregelungen das Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Finanzen herzustellen
war, ist nämlich durch die mittlerweile durchgeführten Strukturmaßnahmen auf dem Gebiet des
Einbringungswesens überholt. Mit dem Budgetbegleitgesetz 2000, BGBl. I Nr. 26, wurden nämlich die
Einbringungsstellen bei den Oberlandesgerichten Linz, Graz und Innsbruck mit Ablauf des 31. Dezember
2000 aufgelassen und sämtliche Agenden der Einbringung mit Jahresbeginn 2001 bei der nunmehr
einzigen Einbringungsstelle beim Oberlandesgericht Wien konzentriert (Art. 33 Abs. 4 dieses Gesetzes).
Damit ist der Adressat von Löschungsregelungen im Sinne des § 13 Abs. 1a mittlerweile nur noch eine
einzige Verwaltungseinheit (nämlich die Einbringungsstelle), die direkt dem Präsidenten des
Oberlandesgerichts Wien untersteht, der seinerseits in Angelegenheiten der Justizverwaltung dem
Bundesministerium für Justiz nachgeordnet ist. Damit haben solche Löschungsregelungen jedenfalls heute
nicht mehr den Charakter von „Verwaltungsverordnungen“ im Sinne einer verwaltungsinternen Norm mit
generellem Adressatenkreis (vgl. Walter/Mayer, Bundesverfassungsrecht9 Rz 594 m. w. N. und 616),
sondern jenen einer individuellen, nämlich nur an den Leiter der Einbringungsstelle bzw. deren
Mitarbeiter gerichteten Weisung darüber, wie in solchen Geringfügigkeitsfällen – vor allem bei bislang
ergebnislosen Exekutionsschritten – vorzugehen ist. Dies ermöglicht es den beiden der Einbringungsstelle
im Justizverwaltungsweg übergeordneten Stellen, auf Basis des ständigen Dialogs über allgemeine
Tendenzen im Einbringungswesen rasch und flexibel durch solche Weisungen auf neue Gegebenheiten zu
reagieren. Die vorangehende Befassung eines anderen Ressorts läuft dieser Flexibilität grundsätzlich
zuwider und ist Beispiel einer schwerfälligen Verwaltungsstruktur, die man derzeit zu überwinden
bestrebt ist. Dies gilt umso mehr, wenn man sich vor Augen hält, dass es bei dieser Regelung ja nur um
Geringfügigkeitsfälle und deren möglichst Aufwand ersparende Behandlung geht.
Zu Z 9 (Änderung von § 14a GEG 1962):
1. Entsprechend der Neugestaltung des § 22 GGG über die Zahlungspflicht im Insolvenzverfahren soll
auch der § 14a GEG 1962 über die Vorschreibung der in Insolvenzverfahren anfallenden Gerichtsgebühren verständlicher gestaltet werden; dabei ist besonders auf in der Praxis aufgetretene Zweifelsfragen
Bedacht zu nehmen. Schon die derzeitige Regelung des § 14a statuiert ja einen Sonderfall innerhalb des
Gerichtsgebührenrechts, der sich von den sonstigen Abläufen erheblich unterscheidet. Während nämlich
allgemein die Bestimmung und Vorschreibung der Gerichtsgebühren dem Kostenbeamten obliegt, der
darüber mit Zahlungsauftrag – also mit einem Bescheid – entscheidet, liegen die Dinge im Fall der
Gebühren nach Tarifpost 6 GGG anders: Für die Bestimmung und Vorschreibung dieser Gebühren ist das
Konkurs- bzw. Ausgleichsgericht zuständig, das darüber mit Beschluss entscheidet. Auch die Anfechtung
einer Gebührenvorschreibung geht hier einen anderen Weg als sonst im Gerichtsgebührenrecht, zumal der
Beschluss des Konkurs- bzw. Ausgleichsgerichts über die Pauschalgebühr mit Rekurs angefochten werden
kann (wohingegen ein Zahlungsauftrag gemäß § 7 GEG 1962 mit Berichtigungsantrag angefochten wird).
Diese Besonderheiten werden in der Neutextierung des § 14a noch deutlicher zum Ausdruck gebracht,
indem in den neu gefassten Abs. 1 und 2 explizit von der beschlussweisen Bestimmung der
Pauschalgebühr durch das Konkurs- bzw. Ausgleichsgericht die Rede ist.
Zur besseren Differenzierung der einzelnen Fallkonstellationen wird die Bestimmung und Vorschreibung
der Pauschalgebühr für das Konkursverfahren in Abs. 1 und jener für das Ausgleichsverfahren gesondert
in Abs. 2 behandelt.
2. Im neuen Abs. 1 wird nun klargestellt, dass das Konkursgericht im Zusammenhang mit der Aufhebung
des Konkurses in allen Fällen einer Gebührenpflicht – also auch in jenen, in denen nach den Regelungen
des § 22 Abs. 1 zweiter Satz GGG und § 22 Abs. 2 GGG der Gemeinschuldner zur Zahlung der
Pauschalgebühr verpflichtet ist (aber nicht bei durchgängiger Eigenverwaltung des Schuldners, zumal hier
ja gemäß Anmerkung 3 zur Tarifpost 6 GGG keine Pauschalgebühr anfällt und überdies ein Masseverwalter gar nicht bestellt wurde) – zumindest zunächst den Masseverwalter zur Zahlung der Pauschalgebühr aufzufordern hat. In den genannten Fällen der Zahlungspflicht des Gemeinschuldners hat das
Konkursgericht allerdings eine Ausfertigung des Gebührenbestimmungsbeschlusses auch an den
Gemeinschuldner zuzustellen. Wenn der Masseverwalter in diesen Fällen die Pauschalgebühr – aus
welchen insolvenzrechtlichen Gründen in den einzelnen Konstellationen auch immer – im Zusammenhang
mit der Aufhebung des Konkurses nicht entrichtet, hat im Weiteren die Eintreibung der Gebühr gegenüber
dem Gemeinschuldner und nicht gegenüber dem Masseverwalter zu erfolgen. Anderes, nämlich die
Einhebung der Pauschalgebühr für das Konkursverfahren auch nach rechtskräftiger Aufhebung des
Konkurses beim Masseverwalter, könnte nur im Fall des § 22 Abs. 3 GGG gelten. Dazu ist freilich auf die
Judikatur des Verwaltungsgerichtshofs hinzuweisen, wonach eine schuldhafte Gebührenverkürzung durch
den Masseverwalter (im Sinn des bisherigen § 22 Abs. 2 Z 3 GGG bzw. des neuen § 22 Abs. 3 GGG) in
der Regel bereits dann vorliegt, wenn er nicht für die vollständige und rechtzeitige Bezahlung der
Pauschalgebühr im Sinn des § 22 Abs. 1 GGG Sorge getragen hat (VwGH 7. 6. 2001, 99/16/0434).
3. Die nun in einem eigenen Abs. 2 zusammengefasste Regelung über die Vorschreibung der Pauschalgebühr für das Ausgleichsverfahren erbringt gegenüber der bisherigen Rechtslage inhaltlich keine
Neuerung. Da gemäß § 22 Abs. 4 GGG die Zahlungspflicht für diese Gebühr primär den Ausgleichsschuldner trifft, hat das Ausgleichsgericht diesen zur Zahlung der Gebühr aufzufordern. Wie schon bisher
(§ 14a Abs. 1 letzter Satz GEG 1962 a. F.) ist eine Ausfertigung des Gebührenbestimmungsbeschlusses
auch an den Ausgleichsverwalter zuzustellen.
4. Der neue Abs. 3 entspricht im Wesentlichen dem bisherigen Abs. 2. Allerdings wird hier verdeutlicht,
wem in welchen Fällen Rekurslegitimation zukommt. Ausdrücklich vorgesehen wird nun hinsichtlich des
Beschlusses über die Pauschalgebühr für das Konkursverfahren auch ein Rekursrecht des Gemeinschuldners in jenen Fällen, in denen ihn die Zahlungspflicht trifft.
Zu Z 10 (Änderung von § 18 Abs. 2 GEG 1962):
Der bisherige § 18 Abs. 2 Z 1 enthielt für die automationsunterstützte Gebührenvorschreibung und
-einbringung Ausnahmen von Regelungen des Datenschutzgesetzes aus dem Jahr 1978 sowie eine
Anordnung über die Zuständigkeit zur Erlassung einer Betriebsordnung nach dieser früheren
Gesetzesvorschrift. Nun erfuhr das Datenschutzrecht auf Grundlage gemeinschaftsrechtlicher Vorgaben
durch das Datenschutzgesetz 2000, BGBl. I Nr. 165/1999, eine grundlegende Veränderung. Daher werden
nun in § 18 Abs. 2 Z 1 GEG 1962 jene Gesetzesstellen des neuen Datenschutzgesetzes genannt, die den in
dieser gebührenrechtlichen Bestimmung bisher zitierten Passagen des früheren Datenschutzgesetzes
entsprechen. Das neue Datenschutzgesetz kennt keine Betriebsordnung im bisherigen Sinne mehr, weshalb
die bisherige Regelung des § 18 Abs. 2 Z 1 zweiter Halbsatz GEG 1962 entfallen kann.
Zu Z 11 (Änderung von § 19a GEG 1962):
Hier wird in einem neuen Abs. 2 – entsprechend dem bisherigen Regelungsinhalt dieses Paragraphen in
Ansehung des Strukturanpassungsgesetzes 1996, BGBl. Nr. 201 – eine eigene In-Kraft-Tretens-Bestimmung für die Neuerungen des Gerichtlichen Einbringungsgesetzes 1962 durch diese Novelle angefügt. Die
(in § 9 Abs. 4 GEG 1962 enthaltene) neue Zuständigkeitsordnung für die Entscheidung über Stundungsund Nachlassanträge gemäß § 9 Abs. 1 und 2 GEG 1962 gilt nach dem zweiten Satz dieses neuen
Absatzes nur für solche Anträge, die nach dem 31. Dezember 2001 eingebracht werden; zum Zeitpunkt
des In-Kraft-Tretens dieser Novelle noch anhängige Verfahren über zuvor gestellte Anträge sind von den
bisher zuständigen Stellen zu Ende zu führen.
Zu Artikel 3 (Änderung des Bundesgesetzes über die Gebühren für Verwahrnisse der gerichtlichen
Verwahrungsabteilungen):
Zu Z 1 (Änderung von § 1 Abs. 2 Verwahrungsgebührengesetz):
Der Grenzbetrag von 400 S ergäbe bei Anlegung des gemeinschaftsrechtlich festgelegten Umrechnungskurses und Rundung auf volle Euro einen neuen Wert von 29 Euro. Zugunsten der potentiell
Zahlungspflichtigen wird diese Untergrenze für die Gebührenpflicht jedoch geringfügig höher mit 30 Euro
Zu Z 2 (Änderung von § 2 Verwahrungsgebührengesetz):
Mit der Richtigstellung des Zitats in § 2 Abs. 2 wird darauf Bedacht genommen, dass sich die gesetzlichen
Regelungen zum Gerichtsgebührenrecht seit Beginn des Jahres 1985 nicht mehr im Gerichts- und
Justizverwaltungsgebührengesetz, sondern im Gerichtsgebührengesetz finden.
Die Rundungsregel in § 2 Abs. 3 wird entsprechend jener des § 6 Abs. 2 GGG an den Euro als neue
Währung adaptiert.
Zu Z 3 (Änderung von § 4 Verwahrungsgebührengesetz):
Die Mindestgebühr in § 4 Abs. 1 lit. c von bisher 3 S ergibt durch Anlegung des gemeinschaftsrechtlich
festgelegten Umrechnungskurses und Rundung auf volle 10 Cent den neuen Wert von 20 Cent.
Die Rundungsregel des § 4 Abs. 2 wird an den Euro als neue Währung adaptiert, indem die Auf- oder
Abrundung auf volle 10 Cent (bisher volle Schillingbeträge) vorgesehen wird. Die Mindestgebühr von
bisher 1 S wird nun mit 10 Cent festgesetzt.
Zu Z 4 (Änderung von § 5 Abs. 1 Verwahrungsgebührengesetz):
Hier sei zur Vermeidung von Wiederholungen auf das zu § 1 Abs. 2 Gesagte verwiesen, zumal die zur
Änderung dieser gleich gelagerten Regelung angestellten Erwägungen hier ebenso zutreffen.
Zu Z 5 und 6 (Änderung von § 6 Abs. 1 und § 8 Abs. 2 Verwahrungsgebührengesetz):
Dabei handelt es sich um Zitatanpassungen an das nun in Geltung stehende Gerichtliche
Einbringungsgesetz 1962.
Zu Z 7 (Änderung von § 9 Verwahrungsgebührengesetz):
In einem neuen Abs. 3 wird die Übergangsregelung für die mit dieser Novelle herbeigeführten
Neuerungen im Verwahrungsgebührengesetz getroffen, und zwar nach dem Muster des Übergangsrechts
zur Einführung des Verwahrungsgebührengesetzes in § 9 Abs. 1.
Zu Z 8 (Änderung von § 10 Verwahrungsgebührengesetz):
Nicht das Bundesministerium für Justiz als Behörde, sondern der Bundesminister für Justiz als oberstes
Staatsorgan ist Vollzugsträger.
Zu Artikel 4 (Änderung des Außerstreitgesetzes):
Änderung von § 102 Außerstreitgesetz:
Mit dem Budgetbegleitgesetz 2001, BGBl. I Nr. 142/2000, wurde sowohl im Grunderwerbsteuergesetz
1987 und im Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz 1955 als auch in § 15 Abs. 1 GGG vorgesehen, dass
im Zusammenhang mit der jeweiligen Abgabenbemessung der Wert einer unbeweglichen Sache – anders
als bisher mit dem einfachen Einheitswert – künftig in der Regel mit dem Dreifachen des Einheitswerts
anzunehmen ist, sofern nicht ohnedies auf den Verkehrswert abzustellen ist. Damit war in Ansehung des
Gerichtsgebührenrechts die Intention verbunden, dass bei sämtlichen vom Wert einer unbeweglichen
Sache zu bemessenden Gerichtsgebühren vom Dreifachen des Einheitswerts auszugehen ist. Dies wurde
so auch im Einführungserlass zu den gerichtsgebührenrechtlichen Teilen des Budgetbegleitgesetzes 2001
vom 13. Dezember 2001, JMZ 18.009/179-I 7/2000 (JABl. Nr. 12/2001), zum Ausdruck gebracht: Auch
bei der Bemessung anderer Gerichtsgebühren (als jener nach Tarifpost 9), für die der Wert einer
unbeweglichen Sache maßgeblich ist, sei grundsätzlich auf das Dreifache des Einheitswertes abzustellen;
dies könne vor allem bei den Gebühren nach Tarifposten 1 bis 3 und nach Tarifpost 8 zum Tragen
In der Praxis traten sodann jedoch Unklarheiten hinsichtlich der Pauschalgebühren für Verlassenschaftsabhandlungen gemäß Tarifpost 8 GGG auf, für die der reine Wert des abgehandelten
Nachlassvermögens maßgeblich ist. In § 102 Abs. 3 Außerstreitgesetz, dessen entsprechende Änderung im
Budgetbegleitgesetz 2001 verabsäumt wurde, wird nämlich angeordnet, dass unbewegliche Sachen mit
ihrem (einfachen) Einheitswert anzugeben sind. Zwar sieht die Bestimmung des § 114 Abs. 3
Außerstreitgesetz vor, dass der Wert der in dem Vermögensbekenntnis angeführten Gegenstände zum
Zweck der Gebührenbemessung nach den in den Gebührengesetzen enthaltenen Regelungen zu bestimmen
ist. Dieser Verweis auf die „Gebührengesetze“ bezieht sich auch auf das Gerichtsgebührengesetz. Um aber
die für den Normadressaten angesichts dieser Rechtslage möglicherweise bestehende Unklarheit zu
beseitigen und eine einheitliche, eindeutige Rechtslage herzustellen, wird nun auch in § 102 Abs. 3
Außerstreitgesetz ausdrücklich das Dreifache des Einheitswerts normiert. Zur abschließenden Klarstellung
sei darauf hingewiesen, dass mit dieser legistischen Korrektur keine Gebührenerhöhung verbunden ist.
Zu Artikel 5 (Änderung des Bundesgesetzes zur Verbesserung der Nahversorgung und der
Wettbewerbsbedingungen):
Zu lit. a (Entfall des Abs. 8 in § 7 Nahversorgungsgesetz):
Dabei handelt es sich nicht um eine gerichtsgebührenrechtliche Maßnahme. Vielmehr geht es in § 7
Abs. 8 um exekutionsrechtliche Sonderbestimmungen. Der letzte Satz dieses Absatzes befasst sich mit der
Höhe der gegen einen Verpflichteten im Exekutionsverfahren zu verhängenden Geldstrafen. In der Exekutionsordnung wurde zu dieser Frage die Umstellung auf Euro bereits durchgeführt, und zwar durch die
Neufassung des § 359 EO durch Art. I Z 108 der Exekutionsordnungs-Novelle 2000, BGBl. I Nr. 59. Eine
Sonderregelung zur Strafhöhe im Nahversorgungsgesetz ist im Hinblick auf diese Neugestaltung der
allgemeinen Regelung entbehrlich, weshalb der letzte Satz des § 7 Abs. 8 des Nahversorgungsgesetzes
entfallen kann. Um nicht ein und dasselbe Gesetz – nämlich das Nahversorgungsgesetz – zum selben InKraft-Tretens-Termin durch zwei verschiedene Gesetze zu novellieren, wird diese exekutionsrechtliche
Änderung gemeinsam mit den gerichtsgebührenrechtlichen Änderungen – siehe zu diesen sogleich in den
nachfolgenden Ausführungen – in die hier entworfene Novelle aufgenommen.
Zu lit. b (Änderung von § 7 Abs. 9 Nahversorgungsgesetz):
Die Umrechnung der Grenzbeträge für die Rahmengebühr in Euro erfolgt in der gleichen Weise wie jene
der Grenzwerte für die Gebührenstufen im Gerichtsgebührengesetz. Auf die Ausführungen in Punkt I.C.2
des Allgemeinen Teils wird zur Vermeidung von Wiederholungen hingewiesen.
Zu Artikel 6 (Änderung des 1. Euro-Justiz-Begleitgesetzes):
Zu Z 1 (Änderung von Art. I § 9 Abs. 1 des 1. Euro-JuBeG):
Zur Glättung der Aktiennennbeträge aus Eigenmitteln auf volle Eurobeträge fordert § 2 Abs. 4
Kapitalberichtigungsgesetz einen zu einem Stichtag aufgestellten Jahresabschluss, der nicht mehr als neun
Firmenbuch liegt. Dies hätte zur Folge, dass die Euroumstellung einer Aktiengesellschaft, deren
Grundkapital weiterhin in Nennbetragsaktien zerlegt bleiben soll, nur in den ersten neun Monaten des
Geschäftsjahres möglich wäre.
Um Aktiengesellschaften unter Beibehaltung von Nennbetragsaktien jederzeit die Umstellung auf den
Euro zu ermöglichen, sollen die Voraussetzungen für die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln zur
Glättung der Aktiennennbeträge auf volle Euro – abweichend von § 2 Abs. 4 Kapitalberichtigungsgesetz –
auch durch einen Jahresabschluss nachgewiesen werden können, dessen Stichtag bis zu zwölf Monate vor
der Anmeldung des Beschlusses über diese Kapitalerhöhung zur Eintragung in das Firmenbuch liegt.
Zu Z 2 (Anfügung von §§ 14 und 15 in Art. I § 9 Abs. 1 des 1. Euro-JuBeG):
a) § 14:
Die Gesellschaftsverträge des weitaus überwiegenden Teils der im Firmenbuch eingetragenen Gesellschaften mit beschränkter Haftung sind noch nicht an die Bestimmungen des 1. Euro-JuBeG angepasst.
Auch in jenen Fällen, in denen die Umrechung der Stammeinlagen nicht zu Änderungen der Stimmrechtsund Beteiligungsverhältnisse führt, wird nach den bisherigen Erfahrungen von den meisten Gesellschaften
die bloße Umrechnung wegen der regelmäßig auftretenden unrunden Beträge als unbefriedigend erachtet
und daher eine effektive oder nominelle Kapitalerhöhung zur Glättung der Stammeinlagen und des
Grundkapitals durchgeführt.
In Anbetracht des Umstands, dass die Währungsumstellung für Kapitalgesellschaften von erheblicher
wirtschaftlicher Bedeutung und die überwiegende Zahl der Gesellschaften mit beschränkter Haftung mit
dem Mindeststammkapital von 500 000 S ausgestattet ist, soll durch § 14 Abs. 1 gerade für diese
Gesellschaften bei der häufig praktizierten Kapitalerhöhung auf 37 000 Euro nun dadurch eine Begünstigung geschaffen werden, dass innerhalb eines Rahmens von 700 Euro von der Verpflichtung zur Leistung
der Mindesteinzahlung auf die neuen Stammeinlagen abgesehen wird. Den Gesellschaften soll vielmehr
freigestellt werden, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe sie für diese geringen Beträge Einzahlungen
vornehmen wollen. Durch die niedrige Betragsgrenze werden die Interessen der Gesellschaftsgläubiger so
gut wie nicht berührt.
Eine weitere Begünstigung besteht im Verzicht auf die Bankbestätigung im Rahmen von 700 Euro,
wodurch den Gesellschaften die – nicht selten über dem zu leistenden Barbetrag liegenden – Kosten einer
solchen Bestätigung erspart werden.
Abs. 2 ermöglicht als Ausnahme zu § 2 Abs. 4 KapBG eine zur Beibehaltung der Verhältnisse durchzuführende nominelle Kapitalerhöhung auf Grund eines zu einem Stichtag aufgestellten Jahresabschlusses,
Eintragung in das Firmenbuch liegt. Abweichend zu Abs. 1 ist eine zur Erhaltung der Beteiligungs- und
Stimmverhältnisse erforderliche nominelle Kapitalerhöhung betragsmäßig unbeschränkt zulässig; für die
zur Beschlussfassung erforderliche Mehrheit ist § 2 KapBG in Verbindung mit § 50 Abs. 1 GmbHG
b) § 15:
Die bisherigen Erfahrungen mit der Euroumstellung haben gezeigt, dass Herabsetzungen des Stammkapitals (§§ 54 ff. GmbHG) um geringe Beträge zur Glättung von Stammeinlagen wegen des damit
verbundenen Aufwands der zweimaligen Firmenbucheintragung und des Gläubigeraufrufs nur selten
gewählt werden. Um insbesondere kleinen Gesellschaften mit beschränkter Haftung die Möglichkeit zu
bieten, im Zuge der Euroumstellung das Kapital von 500 000 S auf 36 000 Euro herabsetzen zu können,
soll nunmehr zur Anpassung des Gesellschaftsvertrags an die Bestimmungen des 1. Euro-JuBeG eine
vereinfachte Kapitalherabsetzung unter sinngemäßer Anwendung des § 59 Abs. 1 GmbHG möglich sein.
Wegen der Geringfügigkeit des Herabsetzungsbetrags und des fehlenden Verlustabdeckungszwecks
finden die §§ 183 und 185 bis 188 AktG mit Ausnahme von § 188 Abs. 1 keine Anwendung.
Wie Aktiengesellschaften (vgl. § 10 Abs. 1 letzter Satz 1. Euro-JuBeG) haben auch große Gesellschaften
mit beschränkter Haftung die durch die Kapitalherabsetzung frei werdenden Beträge in die gebundene
Kapitalrücklage einzustellen und gemäß § 229 Abs. 2 Z 4 HGB auszuweisen. Kleine und mittelgroße
Gesellschaften haben die Wahl: Sie können die Beträge in eine nicht gebundene Rücklage einstellen oder
sie in die Gewinn- und Verlustrechnung aufnehmen. Die Geringfügigkeit der Beträge rechtfertigt hier eine
Ausnahme vom Kapitalerhaltungsprinzip. Im Fall der Rücklagenbildung können auf Grund der
ausdrücklichen Anwendbarkeit des § 188 Abs. 1 AktG Stammkapital und Rücklagen bereits im Jahresabschluss für das letzte vor der Kapitalherabsetzung abgelaufene Geschäftsjahr so ausgewiesen werden,
wie sie nach der Kapitalherabsetzung bestehen. Die in die nicht gebundene Rücklage eingestellten Beträge
können gewinnbringend aufgelöst werden.
Zu Z 3 (Änderung von Art. X § 1 des 1. Euro-JuBeG):
Die Neuregelungen dieses Artikels sollen mit 1. Jänner 2002 in Kraft treten.
Zu Z 4 (Änderung von Art. X § 7 des 1. Euro-JuBeG):
Die vorgeschlagenen Ergänzungen des 1. Euro-JuBeG sollen es den Gesellschaften mit beschränkter
Haftung ermöglichen, ihr Stammkapital kostengünstiger um einen Spielraum von 700 Euro zu erhöhen
bzw. herabzusetzen; damit soll die von der Praxis in aller Regel gewünschte Rundung der Beträge auf
1 000 Euro begünstigt werden. Diese Begünstigung setzt sich in einer korrespondierenden
Gerichtsgebührenbefreiung fort; doch wird im neuen zweiten Satz dieser Bestimmung klargestellt, dass
nur Kapitalmaßnahmen, die zur Wahrung des Verhältnisses der mit den Stammeinlagen verbundenen
Rechte zueinander, des Verhältnisses der Nennbeträge der Stammeinlagen zum Stammkapital und des
Verhältnisses der Stimmrechte unabdingbar notwendig sind, im Sinne des schon bisher geltenden ersten
Satzes des Abs. 1 von den Gerichtsgebühren befreit sein sollen, darüber hinausgehende Kapitalmaßnahmen jedoch nicht. Die Voraussetzungen für diese Gebührenbefreiung wird derjenige, der sich auf
sie beruft, gegenüber den mit dem Gerichtsgebührenrecht befassten Justizverwaltungsorganen darzulegen
und zu bescheinigen haben.
Zu Artikel 7 bis 11 (Änderungen des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes, des Gewerblichen
Sozialversicherungsgesetzes, des Bauern-Sozialversicherungsgesetzes, des Beamten-Kranken- und
Unfallversicherungsgesetzes und des Notarversicherungsgesetzes 1972):
Hiebei handelt es sich um die Änderungen der Sozialversicherungsgesetze, die flankierend zur Aufhebung
der Gebührenbefreiung der Sozialversicherungsträger zur Herstellung eines widerspruchsfreien
Rechtsbestandes erforderlich sind. Im Einzelnen sei dazu auf die Ausführungen in Punkt 2 zu Art. 1 Z 8
(Änderung von § 13 GGG) verwiesen.
Zu Artikel 12 (Änderung des Wohnbauförderungsgesetzes 1984):
Im Zusammenhang mit der – auf einer Art. 15a-B-VG-Vereinbarung fußenden und daher aufrecht
bleibenden – Gerichtsgebührenbefreiung nach § 53 Abs. 3 WFG 1984 stellt sich in der Praxis immer
wieder die Frage, ob die in dieser Bestimmung vorgesehene Nutzflächengrenze von 130 bzw. 150 m² im
jeweils konkreten Fall eingehalten wurde. Entscheidend dafür ist häufig die weitere Frage, ob
beispielsweise Keller- oder Dachbodenräumlichkeiten nach den gesetzlichen Regelungen über die Nutzfläche und der dazu ergangenen Judikatur in die Nutzflächenberechnung miteinzubeziehen sind oder nicht.
Diese Frage ist aber nicht anhand der Baupläne, sondern auf Grund der tatsächlichen Ausstattung der
Räumlichkeiten zu beurteilen (VwGH 24. 1. 2001, 2000/16/0009; VwGH 15. 3. 2001, 2000/16/0625).
Wenn sich diese Ausstattung im Zeitverlauf ändert, kann es von entscheidender Bedeutung sein, welcher
Zeitpunkt für die Prüfung dieser Frage herangezogen wird. Nach ständiger Judikatur des Verwaltungsgerichtshofs kommt es betreffend das Vorliegen der für die Gebührenbefreiung erforderlichen Tatbestandselemente auf den Zeitpunkt des Entstehens des Gebührenanspruchs an. Fallen nach diesem
Zeitpunkt die Voraussetzungen einer Gebührenbefreiung wieder weg, so hat dieser Umstand nach
bisherigem Recht auf die Zuerkennung dieser Gebührenbefreiung keine rückwirkende Auswirkungen
(VwGH 30. 3. 1998, 96/16/004; VwGH 7. 12. 2000, 2000/16/0061; VwGH 21. 12. 2000, 2000/16/0038;
vgl. auch die Judikatur zum früheren § 53 Abs. 4 WFG 1984 sowie zum früheren § 30 Abs. 3 WGG,
wiedergegeben in Tschugguel/Pötscher, Gerichtsgebühren6, 252 E 7 und 9). Demgemäß ist auch
bezüglich des Nutzflächenkriteriums in zeitlicher Hinsicht auf die Ausstattung in dem Zeitpunkt
abzustellen, in dem die Gebührenschuld entstanden ist oder wäre (VwGH 24. 1. 2001, 2000/16/0009;
VwGH 15. 3. 2001, 2000/16/0625; eine abweichende Beurteilung wäre freilich bereits nach bisheriger
Rechtslage in dem Sonderfall angezeigt, dass die Baulichkeit zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht
fertiggestellt ist).
Diese Rechtslage ist allerdings unbefriedigend. Sie ermöglicht durch die in der Disposition des
(potentiellen) Gebührenschuldners gelegene Gestaltung des zeitlichen Verhältnisses zwischen dem für die
Beurteilung der Gebührenpflicht maßgebenden Vorgang (das ist in aller Regel der Vollzug der Eintragung
eines Pfandrechts zur Besicherung eines Wohnbauförderungsdarlehens) einerseits und dem Innenausbau
von Keller- oder Dachbodenräumlichkeiten in einem wohnbaugeförderten Objekt andererseits, eine
Gebührenpflicht für die Grundbuchseintragung auch in solchen Fällen abzuwenden, in denen die
Zuerkennung der Gebührenfreiheit zumindest nach den Intentionen dieser Befreiungsbestimmung nicht zu
rechtfertigen wäre. Hinzu kommt, dass eine Überprüfung der Einhaltung der Nutzflächengrenze häufig
erst im Zuge einer Revision und damit erhebliche Zeit nach dem für die Beurteilung der
Gebührenbefreiung maßgeblichen Zeitpunkt stattfindet; im Nachhinein ist aber die seinerzeitige
Ausstattung der Räumlichkeiten kaum mehr überprüfbar.
Diesem unbefriedigenden Rechtszustand soll nun durch die Anfügung eines neuen Abs. 4 in § 53 WFG
1984 abgeholfen werden. Im ersten Satz dieser neuen Regelung wird zunächst nur der allgemein
anerkannte und vom Verwaltungsgerichtshof in ständiger Rechtsprechung judizierte Grundsatz positiviert,
dass für die Beurteilung des Vorliegens der Tatbestandselemente des § 53 Abs. 3 WFG 1984 auf den
Zeitpunkt abzustellen ist, zu dem nach den Regelungen des Gerichtsgebührengesetzes die Gebührenpflicht
– ohne die Befreiung – begründet würde. Im Fall der Gebührenpflicht für die Eingabengebühr gemäß TP
9 lit. a GGG ist dies der Zeitpunkt der Überreichung der Eingabe (§ 2 Z 2 GGG), für die Gebührenpflicht
hinsichtlich einer Eintragung in das Grundbuch etwa nach TP 9 lit. b Z 4 GGG der Zeitpunkt der
Vornahme der Eintragung (§ 2 Z 4 GGG). Dies alles entspricht noch der bisherigen Rechtslage.
Im zweiten Satz des neuen Abs. 4 wird aber angeordnet, dass – trotz Erfüllung sämtlicher
Tatbestandsvoraussetzungen der Gebührenbefreiung nach § 53 Abs. 3 WFG 1984 in dem nach dem ersten
Satz maßgeblichen Zeitpunkt – die Gebührenpflicht nachträglich eintreten kann, wenn innerhalb einer
Zeitspanne von fünf Jahren eine der ursprünglich vorgelegenen Befreiungsvoraussetzungen im Nachhinein
wegfällt. Wenn also beispielsweise ein ursprünglich auf Grund mangelnder Eignung zu Wohnzwecken
nicht zur Nutzfläche zu zählender Keller- oder Dachbodenraum innerhalb von fünf Jahren ab dem an sich
maßgeblichen Stichtag so ausgestattet wird, dass er nun in die Nutzflächenberechnung einzubeziehen ist,
und dadurch die Nutzflächengrenze von 130 bzw. 150 m2 überschritten wird, führt dies nachträglich zum
Wegfall der ursprünglich zu bejahenden Gerichtsgebührenbefreiung. Der Hauptanwendungsfall dieser
Neuregelung wird voraussichtlich beim Nutzflächenkriterium des § 53 Abs. 3 WFG 1984 liegen, doch
bezieht sich die Regelung auch auf alle anderen Tatbestandselemente dieser Befreiungsbestimmung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass künftig der Anspruch auf Gebührenbefreiung nach § 53 Abs. 3
WFG 1984 nur dann dauerhaft besteht, wenn sämtliche Voraussetzungen dieser Befreiung im Zeitpunkt
des (hypothetischen) Entstehens des Gebührenanspruchs des Bundes vorliegen und dann durch fünf Jahre
hindurch aufrecht bleiben. Die Festsetzung der Zeitdauer der erforderlichen Aufrechterhaltung der
Befreiungsvoraussetzungen mit fünf Jahren konvergiert mit der fünfjährigen Verjährungsfrist in § 8 GEG
Zur Vermeidung von Missverständnissen sei darauf hingewiesen, dass die neue Regelung des § 53 Abs. 4
zweiter Satz WFG 1984 nur den nachträglichen Wegfall einer ursprünglich vorgelegenen Befreiungsvoraussetzung behandelt, nicht aber den umgekehrten Fall des nachträglichen Eintritts einer ursprünglich
fehlenden Befreiungsvoraussetzung. Wenn also zu dem nach dem ersten Satz maßgeblichen Zeitpunkt
eines der Tatbestandselemente des § 53 Abs. 3 WFG 1984 fehlt, ist die Gebührenbefreiung auch dann
nicht anzuerkennen, wenn diese fehlende Voraussetzung nachträglich erfüllt wird.
Zur Gewährleistung von Rechtssicherheit wird zu der nun besprochenen Neuregelung eine In-KraftTretens- und Übergangsbestimmung geschaffen, die eine Rückwirkung auf früher verwirklichte
Sachverhalte ausschließt (§ 60 Abs. 13 WFG 1984).
Zu Artikel 13 (In-Kraft-Treten, Aufhebungen, Übergangsbestimmungen):
Zu Z 1 (In-Kraft-Treten):
Diese Ziffer enthält die allgemeine In-Kraft-Tretens-Anordnung zur Novelle.
Zu Z 2 und 3 (Aufhebung der Gerichtskostenmarkenverordnung und der Freistempelverordnung):
Mit der Abschaffung der Möglichkeit der Gebührenentrichtung durch Verwendung von Gerichtskostenmarken sowie durch Anbringung von Freistempelabdrucken – siehe im Einzelnen dazu die Ausführungen
in Punkt II.A.1 des Allgemeinen Teils sowie zu § 4 GGG – sind auch diese beiden Verordnungen als
gegenstandslos aufzuheben.
Zu Z 4 und 5 (Rückverkauf von Gerichtskostenmarken und Einstellung des Betriebs von
Freistempelmaschinen):
Hier werden Regelungen über den Rückverkauf nicht verwendeter Gerichtskostenmarken, über die
Vorführung von Freistempelmaschinen und die Abwicklungen aus der Vorschussabrechnung sowie über
die Zurückstellung der Wertkarten getroffen. Für diese Vorgänge wird ein Zeitraum von sechs Monaten ab
In-Kraft-Treten der Novelle eingeräumt. Einer Anregung im Begutachtungsverfahren folgend wird zur
Gewährleistung bestmöglicher „Kundenfreundlichkeit“ vorgesehen, dass die Gerichtskostenmarken bei
jedem Gericht (und zwar bei der Kostenmarkenverkaufsstelle) rückverkauft werden können (nach dem
Ministerialentwurf wäre ein Rückverkauf nur bei den Verwahrungsabteilungen bei den Oberlandesgerichten möglich gewesen).
Zu Z 6 und 7 (Übergangsbestimmungen zu Art. 4 und 5):
Die Übergangsbestimmungen zum Gerichtsgebührengesetz, zum Gerichtlichen Einbringungsgesetz 1962,
zum Verwahrungsgebührengesetz, zum 1. Euro-Justiz-Begleitgesetz, zu den Sozialversicherungsgesetzen
und zum Wohnbauförderungsgesetz 1984 wurden entsprechend den legistischen Richtlinien bereits in die
jeweiligen Gesetze aufgenommen. Hingegen werden die Übergangsregelungen für die Adaptierung des
Außerstreitgesetzes an die neuen abgabenrechtlichen Regelungen über den für die Abgabenbemessung
maßgeblichen Wert von unbeweglichen Sachen sowie für die im Wesentlichen bloß aus der Währungsumstellung bestehenden Änderungen des Nahversorgungsgesetzes an dieser Stelle getroffen. Z 6 leistet
Gewähr dafür, dass die – bei Verlassenschaften mit unbeweglichen Sachen durch Heranziehung des
Dreifachen des Einheitswerts erhöhte – Abhandlungsgebühr nur in solchen Verlassenschaftsverfahren zum
Tragen kommt, denen ein Erbfall nach dem In-Kraft-Treten dieses Gesetzes zugrunde liegt; dadurch wird
eine Rückwirkung des neuen Rechts gänzlich ausgeschlossen. Der erste Satz der Z 7 entspricht in der
Konzeption der Übergangsregelung des Art. III Abs. 16 der Exekutionsordnungs-Novelle 2000, BGBl. I
Nr. 59. Der zweite Satz der Z 7 entspricht der Übergangsregelung, wie sie allgemein bei Änderungen des
Gerichtsgebührenrechts vorgesehen wird.

References: § 6
 § 6
 § 6
 § 31
 § 6
 § 10

§ 10
 § 45
 § 12
 § 44
 § 10
 § 15
 Art. 34
 § 1
 § 16
 § 17
 § 19
 § 19
 § 22
 § 15
 § 58
 § 26
 § 31
 § 31
 § 23

§ 228
 § 31
 § 7
 § 32
 § 21
 § 22
 § 23
 § 2
 § 6
 § 6
 § 9
 § 13
 § 14
 § 22
 § 419
 § 18
 § 25
 § 19
 § 1
 § 2
 § 6
 § 6
 § 7
 § 9
 § 11

§ 13
 § 14
 § 18
 § 9
 § 1
 § 5
 § 6
 § 8
 § 9
 § 10

§ 102
 § 9
 § 2

§ 14
 § 2

§ 15
 § 50
 § 59
 § 188
 § 1
 § 9
 § 7
 § 7
 § 110
 § 110
 § 545
 § 110
 § 582
 § 595
 § 596
 Art. 7

§ 596
 § 110
 § 46
 § 46
 § 254
 § 280
 § 292
 § 293
 Art. 8

§ 293
 § 46
 § 44
 § 44
 § 241
 § 269
 § 281
 § 282
 Art. 9

§ 282
 § 44
 § 171
 § 192
 § 201
 § 202
 Art. 10

§ 202
 § 110
 § 30
 § 100
 § 106
 § 108
 § 109
 Art. 11

§ 109
 § 19
 § 53
 § 2
 § 60
 § 53
 § 102
 § 7
 § 7
 Art. 10
 § 1
 § 6
 § 4
 § 4
 § 31
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 § 11
 § 1
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 § 31
 § 6
 § 9
 § 4
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 § 10
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Art. 15
 § 10
 § 60
 § 53
 § 42
 § 64
 § 7
 § 9
 § 7
 Art. 10
 § 7
 § 2
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 § 4
 § 4
 § 3
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
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 § 5
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 § 6
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 § 31
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 § 13
 Art. 17
 § 10
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§ 10
 Art. 15
 § 10
 § 13
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 § 60
 § 10
 § 10
 § 10
 § 10
 § 10
 § 10
 § 10
 § 13
 § 10

§ 10
 Art. 15
 § 53
 § 42
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 § 13
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 § 10
 § 1
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 § 13
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 § 9
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 § 9
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 § 16
 § 31
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§ 228
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 § 6
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 § 7
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 § 9
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 § 7
 § 7
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 § 14
 § 14
 § 7
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 § 4
 § 4
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 § 102
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 § 102
 § 114
 § 102
 § 7
 § 7
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 § 7
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 § 2
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 § 9
 § 14
 § 14
 § 2
 § 2
 § 50
 § 15
 § 59
 § 188
 § 10
 § 229
 § 188
 § 1
 § 7
 Art. 1
 § 13
 Art. 15
 § 53
 § 53
 § 30
 § 53
 § 53
 § 53
 § 53
 § 53
 § 8
 § 53
 § 53
 § 4
 Art. 4