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Timestamp: 2019-10-14 05:35:02+00:00

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BSG > 2010 > BSG, 01.06.2010 - B 4 AS 78/09 R - Anspruch auf Arbeitslosengeld II; Leistungen ...
Urt. v. 01.06.2010, Az.: B 4 AS 78/09 R
Hartz IV: Die ARGE darf nicht nur eine zu hohe Miete beanstanden
Beanstandet eine ARGE, dass die von einem Bezieher von Arbeitslosengeld II zu zahlende Miete „zu hoch“ sei, ohne konkret anzugeben, welche Miethöhe als angemessen anzusehen sei, so hat sie nicht das Recht, nach Ablauf der zuvor gesetzten Frist ihre Mietzahlungen (hier um 100 EUR) zu reduzieren. Das BSG sah in der ersten Mitteilung keine konkrete Verpflichtung des Arbeitslosen, sich um eine günstigere Bleibe zu kümmern.
Referenz: JurionRS 2010, 20244
Aktenzeichen: B 4 AS 78/09 R
SG Braunschweig - 09.09.2009 - AZ: S 33 AS 2716/08
§ 22 Abs. 1 S. 1 - 3 SGB II
BSGE 106, 155 - 159
NZM 2011, 324-326
NZS 2011, 396
SGb 2010, 479-480
2. Der Anwendbarkeit des § 44 SGB X zur rückwirkenden Korrektur bestandskräftiger rechtswidriger Leistungsablehnungen und Nachzahlung von Unterkunftskosten für die Vergangenheit stehen keine über die gesetzlich normierten Einschränkungen hinausgehenden Besonderheiten des SGB 2 entgegen.
Az: B 4 AS 78/09 R
S 33 AS 2716/08 (SG Braunschweig)
2. .................... ,
3. .................... ,
Prozessbevollmächtigter zu 1. bis 3.: .............................................,
Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Sozialgerichts Braunschweig vom 9. September 2009 wird zurückgewiesen.
Gegenstand des Verfahrens ist der Bescheid der Beklagten vom 6.12.2007 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 28.8.2008 (§ 95 SGG), mit dem die Beklagte die Korrektur der den Zeitraum vom 1.7.2006 bis 31.12.2006 betreffenden bestandskräftigen Bescheide abgelehnt hat. Streitig sind allein Leistungen für Unterkunft und Heizung nach § 22 SGB II, weil die Kläger ihr Klagebegehren zulässigerweise auf diese Leistungen beschränkt haben (vgl BSG Urteil vom 7.11.2006 - B 7b AS 8/06 R - BSGE 97, 217 [BSG 07.11.2006 - B 7b AS 8/06 R] = SozR 4-4200 § 22 Nr 1, jeweils RdNr 18).
Auch soweit § 44 Abs 4 SGB X die Rücknahme und Nachzahlung von Sozialleistungen neben der zeitlichen Begrenzung auf einen Zeitraum von bis zu vier Jahren vor der Rücknahme durch das jeweilige materielle Sozialleistungsrecht ("nach den Vorschriften der besonderen Teile dieses Gesetzbuches") beschränkt, ergeben sich bei den hier als Verwaltungsakt mit Dauerwirkung bewilligten Leistungen für Unterkunft und Heizung keine § 40 Abs 1 Satz 1 SGB II iVm § 44 SGB X verdrängenden Besonderheiten des SGB II (§ 37 Satz 1 Halbs 1 SGB I), aus denen sich - auch ohne ausdrückliche Anordnung des Gesetzgebers - ableiten lässt, dass die Rücknahme- und Nachzahlungsansprüche nach § 44 SGB X für die erfassten Sachverhalte (teilweise) eigenständig und abweichend festgelegt werden sollten (vgl zur Sozialhilfe: BSG Urteil vom 29.9.2009 - B 8 SO 16/08 R - BSGE 104, 213 = SozR 4-1300 § 44 Nr 20; siehe auch BSG Urteil vom 31.1.2002 - B 13 RJ 23/01 R - BSGE 89, 151, 154 [BSG 31.01.2002 - B 13 RJ 23/1 R] = SozR 3-1300 § 44 Nr 34 S 73 f). Vielmehr folgt aus der Ausgestaltung des § 40 SGB II, dass der Gesetzgeber des SGB II den Berechtigten grundsätzlich auch im SGB II so stellen wollte, als hätte die Verwaltung von vornherein richtig entschieden. Dem Hilfebedürftigen sollen diejenigen Leistungen zukommen, die ihm nach materiellem Recht zugestanden hätten (sog Restitutionsgedanke vgl zB BSG Urteil vom 1.12.1999 - B 5 RJ 20/98 R - BSGE 85, 151, 159 = SozR 3-2600 § 300 Nr 15; BSG Urteil vom 4.2.1998 - B 9 V 16/96 R - BSG SozR 3-1300 § 44 SGB X Nr 24 S 57).
BSG, 01.06.2010 - B 4 AS 60...

References: § 22
 § 44
 § 22
 § 22
 § 44
 § 40
 § 44
 § 44
 § 44
 § 44
 § 40
 § 300
 § 44