Source: http://www.jagdrechtsblog.com/jagdrechtsqiz-die-loesung-und-1-gewinner/
Timestamp: 2017-10-22 21:06:53+00:00

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Jagdrechtsquiz – die Lösung und 1 Gewinner! | Jun.i Institut für Jagd, Umwelt & Naturschutz
« Von der Forstakademie zur „Hochschule für Nachhaltigkeit“ – Glückwunsch!
Jagdrechtsquiz – die Lösung und 1 Gewinner!
Hier haben wir, wie jeder schon erkannt hat, das schwierige Gebiet der sog. Jedermannrechte. Nach § 127 StPO ist jedermann (nicht nur der Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft) befugt, denjenigen festzunehmen, der auf frischer Tat betroffen wird, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann.
1.	Eine Identitätsfeststellung war in der Tat nicht nötig, weil der Isenbrink den Krawuttke kannte. Aber offensichtlich wollte der Krawuttke fliehen – dazu genügt zwar nicht nur das Weglaufen, aber offenbar wollte er sich befürchteter Strafverfolgung entziehen.
2.	Tatsache ist, daß der mündlich vereinbarte Pachtvertrag nichtig ist, denn § 11 Abs. 4 Satz 1 BJagdG schreibt Schriftform vor, andernfalls Nichtigkeit eintritt – § 11 Abs. 6 Satz 1 BJagdG. Damit greift Krawuttke tatsächlich ohne Jagdausübungsberechtigung in das Jagdrecht der Grundeigentümer und damit das Jagdausübungsrecht der Jagdgenossenschaft ein. Wer aber in fremdes Jagdrecht bezw. Jagdausübungsrecht eingreift, begeht grundsätzlich Wilderei – § 292 StGB. Die beginnt schon dann, wenn die bloße Vorbereitungshandlung (grün anziehen, Waffe mitnehmen usw.) beendet ist und der Beginn der Ausführung folgt (Pirschbeginn, Hochsitz besteigen, Sitz hinter einem Schirm einnehmen usw.).
3.	Hier haben wir allerdings eine Besonderheit. Die Jedermann-Festnahme ist nur bei Straftaten erlaubt, nicht bei Ordnungswidrigkeiten. Wilderei ist zweifelsohne eine Straftat, § 292 StGB – aber: Das Jagen aufgrund nichtigen Jagdpachtvertrages ist nach § 39 Abs. 1 Ziff. 3 BJagdG nur eine Ordnungswidrigkeit; weil das mildere Gesetz aber vorgeht, liegt in diesem Sonderfall gerade keine Straftat vor, und da gilt § 127 StPO nicht. Isenbrink durfte den Krawuttke also nicht festnehmen.
4.	Und ausserdem hat die JG erkennbar in die Bejagung eingewilligt – Einwilligung des Verletzten beseitigt die Strafbarkeit, wenn sie nicht selbst sittenwidrig ist.
Da kenn‘ sich einer aus! Viele haben sich ausgekannt, aber nur einer konnte gewinnen. Stefan wird in seinem Jagdrechtsblog bezw. im Lehrprinz darüber berichten, wenn der Gewinner seinen Bock bei uns gestreckt hat.
Demnächst kommt hier das nächste Jagdrätsel! Wir freuen uns, wenn wieder viele mitmachen. Es sind noch Böcke da – klar, geht ja gerade erst los – und Schweine warten ebenfalls auf unsere Gäste.
Dieser Beitrag wurde vor am Dienstag, 6. April 2010 um 17:33 Uhr veröffentlicht und unter Startseite gespeichert.	Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.

References: § 127
 § 11
 § 11
 § 292
 § 292
 § 39
 § 127