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Timestamp: 2020-08-12 04:34:31+00:00

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Richtlinie des BMF vom 22.02.2005, 06 5004/11-IV/6/01 gültig von 22.02.2005 bis 05.04.2010
Die inländischen Körperschaften öffentlichen Rechts sind als solche nicht unbeschränkt steuerpflichtig, sie unterliegen gemäß § 1 Abs. 3 Z 2 KStG 1988 der beschränkten Steuerpflicht mit ihren Einkünften im Sinne des § 21 Abs. 2 und 3 KStG 1988. Unbeschränkt steuerpflichtig sind - lediglich - Betriebe gewerblicher Art solcher Körperschaften (Rz 64 bis Rz 89).
Unter dem Begriff Körperschaft öffentlichen Rechts ist im Abgabenrecht die juristische Person öffentlichen Rechts allgemein zu verstehen. Es ist ein Sammelbegriff für alle juristischen Personen des öffentlichen Rechts. Soweit sich daher Abgabenvorschriften auf Körperschaften öffentlichen Rechts beziehen, sind regelmäßig auch öffentlich-rechtliche Anstalten, Stiftungen und Fonds davon betroffen (VwGH 6.10.1976, 2105/75). Demnach unterliegen auch Betriebe gewerblicher Art von öffentlich-rechtlichen Anstalten, Stiftungen und Fonds der Körperschaftsteuer. Manchmal steht auch der Begriff "Selbstverwaltungskörper" für "Körperschaft öffentlichen Rechts" (so zB im Tierärztekammergesetz, BGBl. Nr. 156/1949).
Juristische Personen öffentlichen Rechts entstehen durch Gesetz oder durch Verwaltungsakt auf Grund gesetzlicher Ermächtigung oder werden durch einen solchen anerkannt; ihre Auflösung erfolgt in entsprechender Weise. Darüber hinaus ist nach der Judikatur des VwGH eine juristische Person auch dann als öffentlich-rechtlich anzuerkennen, wenn deren öffentlich-rechtlicher Charakter aus dem Zusammenhang der gesetzlichen Regelung klar zu erkennen ist, auch wenn der Gesetzgeber diese nicht ausdrücklich als juristische Person des öffentlichen Rechts bezeichnet. Öffentlich-rechtlicher Charakter ist demnach einer juristischen Person dann zuzuerkennen, wenn sie mit hoheitlichen Befugnissen ausgestattet, Aufgaben der öffentlichen Verwaltung erfüllt und Zwangsbestand hat (VwGH 14.9.1970, 1371/70, VwGH 22.1.1974, 0399/73).
Ein weiteres Merkmal für die Annahme, dass eine Tätigkeit in Erfüllung öffentlicher- rechtlicher Aufgaben ausgeübt wird, ist gegeben, wenn diese Tätigkeit der Körperschaft öffentlichen Rechts als Träger der öffentlichen Gewalt eigentümlich und vorbehalten ist, dh. wenn sie lediglich durch eine Körperschaft öffentlichen Rechts erfüllt werden kann und erfüllt wird, sei es, dass sie ihr ausdrücklich in einem Gesetz zugewiesen wird, sei es, dass sie sich aus ihrem allgemeinen hoheitlichen Aufgabenkreis ergibt. So stellt die Führung von Obdachlosenheimen keinen Hoheitsbetrieb dar, da diese Tätigkeit auch von privaten Personen und Personenvereinigungen ausgeübt werden kann (VwGH 19.10.1972, 2119/71, VwGH 22.2.1973, 0906/72).
Zusammenschlüsse von Gemeinden zur gemeinsamen Abwicklung von Verwaltungsgeschäften (Verwaltungsgemeinschaften) sind keine Körperschaften öffentlichen Rechts aber auch keine Betriebe gewerblicher Art; ebenso nicht die so genannten Urbarialgemeinden (Realgemeinden).
Unter gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften können nur die durch österreichische Gesetze anerkannten Gemeinschaften verstanden werden. Dazu gehören
die evangelische Kirche AB und HB,
die griechisch-orientalische Kirche,
die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormonen),
die Methodistenkirche,
die österreichische Buddhistische Gesellschaft,
die rumänisch-griechisch-orientalische Kirchengemeinde zur Heiligen Auferstehung,
Körperschaften öffentlichen Rechts sind auch die Gemeinden und Einrichtungen der Evangelischen Kirche gemäß §§ 3 und 4 Bundesgesetz vom 6.7.1961, BGBl. Nr. 182/1961 sowie idF BGBl. Nr. 547/1988, 554/1991 und 291/1995, insoweit sie bereits im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes bestanden haben. Danach errichtete Gemeinden und nach kirchlichem Recht mit Rechtspersönlichkeit ausgestattete Einrichtungen der Evangelischen Kirche erlangen auch für den staatlichen Bereich Rechtspersönlichkeit des öffentlichen Rechts mit dem Tage des Einlangens der von der evangelischen Kirchenleitung ausgefertigten Anzeige beim Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, welches das Einlangen schriftlich zu bestätigen hat.
Kammern der gewerblichen Wirtschaft (Bundeskammer, Landeskammern, § 1 Abs. 2 Handelskammergesetz, BGBl. Nr. 182/1946) und die Fachverbände im Sinne des § 31 Handelskammergesetz, BGBl. Nr. 182/1946;
Kammer der Wirtschaftstreuhänder (§ 1 Abs. 2 Wirtschaftstreuhänderkammergesetz, BGBl. Nr. 20/1948);
Landeslandwirtschaftskammern (landesgesetzliche Regelungen; die "Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs" ist ein Verein nach dem Vereinsgesetz 1951);
Österreichische Dentistenkammer (§ 18 Abs. 2 Dentistengesetz, BGBl. Nr. 90/1949);
Österreichische Notariatskammern (§ 134 Notariatsordnung, RGBI. 75/1871);
Österreichische Rechtsanwaltskammern (§ 22 Rechtsanwaltsordnung, RGBI 1868/69);
Körperschaften öffentlichen Rechts sind die Gebietskrankenkasse, die Sozialversicherungsanstalt der Bauern, die Versicherungsanstalt öffentlicher Bediensteter, die allgemeine Unfallversicherungsanstalt, die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft, die Versicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen, die Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten, Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter, und die Abfertigungs- und Urlaubskasse der Arbeiter in der Bauwirtschaft.
Österreichische Hochschülerschaft und die Hochschülerschaften an den Hochschulen (§ 1 Abs. 1 und § 3 Abs.1 Hochschülerschaftgesetz, BGBl. Nr. 309/1973),
die Pharmazeutische Gehaltskasse (§ 1 Abs. 1 BGBl. Nr. 254/1959)
Der Betriebsratsfonds iSd § 74 Arbeitsverfassungsgesetz, BGBl. Nr. 22/1974 idF BGBl. Nr. 475/1990 und der BetriebsratsfondsVO, BGBl. Nr. 524/1974 idF BGBl. Nr. 690/1990,
Bundes-Wohn- und Siedlungsfonds (§ 3 BGBl. Nr. 252/1921),
Forschungsförderungsfonds (§ 28 BGBl. Nr. 377/1967),
Hilfsfonds für hilfsbedürftige Widerstandskämpfer und Opfer der politischen Verfolgung (BGBl. Nr. 197/1988),
Innovationsagentur - GmbH, (BGBl. Nr. 256/1984),
Massafonds der Polizei und Justizwache (Massavorschrift vom 6.12.1949),
Milchwirtschaftsfonds, Getreideausgleichsfonds und Viehverkehrsfonds,
Nullkuponfonds (§ 5 BGBl. Nr. 82/1986),
Restitutionsfonds (§ 1 Abs. 3 BGBl. Nr. 55/1947),
Salzburger Festspielfonds,
Art. 116 B-VG, Bundes-Verfassungsgesetz, BGBl. Nr. 1/1930
§ 1 ApG, Apothekengesetz, RGBl. Nr. 5/1907
§ 2 BörseG, Börsegesetz 1989, BGBl. Nr. 555/1989
§ 1 HKG, Handelskammergesetz, BGBl. Nr. 182/1946
§ 18 DentG, Dentistengesetz, BGBl. Nr. 90/1949
§ 30 Patentanwaltsgesetz, BGBl. Nr. 214/1967
§ 39 HebG, Hebammengesetz, BGBl. Nr. 310/1994
§ 24 SpG, Sparkassengesetz, BGBl. Nr. 64/1979
Evangelische Kirche - Gemeinden (BMUKS), BGBl. Nr. 547/1988
Evangelische Kirche - Rechtspersönlichkeit einer Einrichtung, BGBl. Nr. 554/1991
Evangelische Kirche - Gemeinden (BMUK), BGBl. Nr. 291/1995
§ 1 Wirtschaftstreuhänder-Kammergesetz, BGBl. Nr. 20/1948
§ 1 HSG, Hochschülerschaftsgesetz 1973, BGBl. Nr. 309/1973
§ 3 HSG, Hochschülerschaftsgesetz 1973, BGBl. Nr. 309/1973
§ 1 Gehaltskassengesetz 1959, BGBl. Nr. 254/1959
§ 3 Staatlicher Wohnungsfürsorgefonds - Bundes-Wohn- und Siedlungsfonds, BGBl. Nr. 252/1921
Errichtung einer Innovationsagentur, BGBl. Nr. 256/1984
§ 5 Nullkuponfondsgesetz, BGBl. Nr. 82/1986
§ 1 Rückgabegesetz, BGBl. Nr. 55/1947
KStR 2001, Körperschaftsteuerrichtlinien 2001 Abschnitt 1.2.1.2.3
KStR 2001, Körperschaftsteuerrichtlinien 2001 Abschnitt 1.2.1.2.4
VfGH 16.03.1955, B 189/55
Findok-Nr: 19975.1, aufgenommen am: 24.04.2006 12:48:29, zuletzt geändert am: 10.03.2010, Dokument-ID: 928df875-a922-4e65-bc3f-5eb6bdb39545, Segment-ID: a766acbd-bbd1-4b36-bb3e-3f30b3bb3644

References: § 1
 § 21
 § 1
 § 31
 § 3
 § 74

Art. 116

§ 1

§ 2

§ 1

§ 18

§ 30

§ 39

§ 24

§ 1

§ 1

§ 3

§ 1

§ 3

§ 5

§ 1