Source: http://slideplayer.org/slide/916211/
Timestamp: 2018-03-22 16:32:00+00:00

Document:
aber auch sehr öffentlich - ppt herunterladen
aber auch sehr öffentlich
Veröffentlicht von:Wendell Westen Geändert vor über 3 Jahren
Präsentation zum Thema: "aber auch sehr öffentlich"— Präsentation transkript:
1 aber auch sehr öffentlich
Wie privat kann das Eigentum des wissenschaftlichen Autors an seinem Werk sein? Rainer Kuhlen sehr privat aber auch sehr öffentlich CC-Lizenz
2 aber auch sehr öffentlich
3 Ein Diskurs zwischen Art. 14 GG (Geistiges Eigentum) und Art. 5 GG
(Wissenschaftsfreiheit, Informationsfreiheit) sowie ein Plädoyer für commons-based property in einer commons-based economy aber das nur sehr knapp zu einiger weiterführender Literatur vgl. Folie 73ff
4 Geistiges Eigentum Einschränkungen des geistigen Eigentums durch eine nutzen- und nutzerorientierte Sicht Geistiges Eigentum zwischen individuellem und Gemeinschaftsanspruch Sicht Wissenschaftsfreiheit - Publikationsfreiheit Änderungsmöglichkeiten Aber wie realistisch ist das alles derzeit? Wissen als Commons (Gemeingüter) Schluss
6 Im Grundgesetz kommt der Begriff des geistigen Eigentums nicht vor
schlicht vergessen ? politisch intendiert? oder damals noch kein Problem?
7 So steht es im Grundgesetz
Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt. (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.
8 Bundesverfassungsgericht 2001
„In der Rechtsprechung des BVerfG ist geklärt, dass das vom Urheber geschaffene Werk und die darin verkörperte Leistung Eigentum i.S. des Art. 14 I 1 GG sind, dass aus seiner verfassungsrechtlichen Gewährleistung dem Urheber die Befugnis erwächst, dieses „geistige“ Eigentum wirtschaftlich zu nutzen, und dass dem Gesetzgeber im Rahmen des Regelungsauftrags nach Art. 14 I 2 GG die Aufgabe obliegt, sachgerechte Maßstäbe festzulegen, die eine der Natur und sozialen Bedeutung des Rechts entsprechende Nutzung und angemessene Verwertung sicherstellen.“ Hinweis aus bislang noch unpubl. Diss B. Bajon: Interessenausgleich im Wissenschaftsurheberrecht, S, 157 mit Verweis auf BVerfG NJW 2001, 1783, 1784 – Anwendung eines patentierten Arzneimittels zu Versuchszwecken – klinische Versuche, m.w.N. :
9 In der Charta der Grundrechte der EU
„Jede Person hat das Recht, ihr rechtmäßig erworbenes Eigentum zu besitzen, zu nutzen, darüber zu verfügen und es zu vererben. Niemandem darf sein Eigentum entzogen werden, es sei denn aus Gründen des öffentlichen Interesses in den Fällen und unter den Bedingungen, die in einem Gesetz vorgesehen sind, sowie gegen eine rechtzeitige angemessene Entschädigung für den Verlust des Eigentums. (Art II-77 Absatz1 und 2) Die Nutzung des Eigentums kann gesetzlich geregelt werden, soweit dies für das Wohl der Allgemeinheit erforderlich ist.“ In Abs. 2 „Geistiges Eigentum wird geschützt
10 Zwischenergebnis
11 Instituts- und Bestandsgarantie
Zwischenergebnis - Garantien Eigentumsgarantien werden vom Grundgesetz an sich als unaufgebbarer Anspruch auch gegenüber dem Gesetzgeber gegeben. Das Recht auf Eigentum ist ein Grundrecht, und zwar ein individuelles, nicht institutionelles Grundrecht gegenüber dem Staat. Der Staat kann in keinem Fall das Recht auf Eigentum und den Schutz dieses Eigentums gänzlich verweigern oder gar aus dem Rechtekanon streichen. Instituts- und Bestandsgarantie
12 Zwischenergebnis - Garantien – keine Freibriefe
Die Garantie ist kein unbedingter Freibrief auf jede auch nur denkbare Verwertungsmöglichkeit. Wegen Sozialbindung auch des geistigen Eigentums keine allumfassende Verwertungszusicherung Wenn eine Verwertungsform die sozialen Belange der Nutzung von publizierten Werke so weit einschränken würde, dass von einem Nutzen für die Allgemeinheit (Gemeinwohlpostulat) nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt die Rede sein kann, kann eine solche Verwertungsform vor dem Grundgesetz nicht stand halten.
13 Einschränkungen des geistigen Eigentums durch eine nutzen- und nutzerorientierte Sicht
14 die ideologische Funktion des geistigen Eigentums
Einschränkungen des geistigen Eigentums durch eine nutzen- und nutzerorientierte Sicht die ideologische Funktion des geistigen Eigentums zur Legitimierung kommerzieller Nutzungsinteressen oder
15 Einschränkungen durch eine nutzen- und nutzerorientierte Sicht
die ökonomische Relevanz von Wissen und Information wird seit den 80er Jahren zur treibenden Kraft auch des Urheberrechts hat dann auch die Annäherung des europäischen individualistischen Urheberrechts an das utilitaristisch bzw. konsequenzialistisch ausgerichtete angelsächsische Copyright forciert. Auf der anderer Seite haben sich durch das Internet immer stärker neue normative Ansprüche für das freizügige Nutzen von vorhandenem, öffentlich gemachten Wissen entwickelt
16 Venterisierung Napsterisierung
Einschränkungen durch eine nutzen- und nutzerorientierte Sicht Kommerzialisierung, Urheberrecht als Handelsrecht Venterisierung Naturrechtliche Begründung des privaten persönlichen geistigen Eigentums Napsterisierung Wissen und Information als ein Commons
17 Einschränkungen durch eine nutzen- und nutzerorientierte Sicht
Faktisch ist international die funktionale Wende des Urheberrechts zugunsten des utilitaristisch bzw. konsequenzialistisch ausgerichteten angelsächsischen Copyright längst vollzogen. Das Urheberrecht ist unterwegs zu einem Handelsrecht
18 Funktionalisierung des geistigen Eigentums
Nur wenn die Rechte des geistigen Eigentums angemessen geschützt werden, kann eine angemessene Vergütung der Rechtsinhaber gewährleistet und ein zufrieden stellender Ertrag dieser Investitionen sichergestellt werden. Aus Erwägungsgrund 10 der EU Urheberrechtsrichtlinie von 2001.
19 Funktionalisierung des geistigen Eigentums
„(…) es muss ein Umfeld geschaffen werden, dass Innovationen und Investitionen begünstigt. Vor diesem Hintergrund ist der Schutz geistigen Eigentums ein wesentliches Kriterium für den Erfolg des Binnenmarkts. Der Schutz geistigen Eigentums ist nicht nur für die Förderung von Innovation und kreativem Schaffen wichtig, sondern auch für die Entwicklung des Arbeitsmarktes und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Erwägungsgrund 1 der EU Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums 2004
20 zwischen individuellem und Gemeinschaftsanspruch
geistiges Eigentum zwischen individuellem und Gemeinschaftsanspruch
21 zwischen schutzrecht-orientierten und nutzerorientierten Urheberrecht
Frei-/Spielräume für den Gesetzgeber? zwischen schutzrecht-orientierten und nutzerorientierten Urheberrecht oder Sowohl individuelle Urhebersicht als auch institutionalisierte Verwertersicht Sowohl der individuelle Nutzen als auch der Nutzen für die Gemeinschaft als Ganze
22 Frei-/Spielräume für den Gesetzgeber?
Nach BVerfG müssen Inhalt und Schranken des Eigentums erst durch das Gesetz selbst bestimmt werden Einen „vorgegebenen und absoluten Begriff des Eigentums“ gibt es nicht. In der Formulierung des Bundesverfassungsgerichts: „Inhalt und Funktion des Eigentums sind der Anpassung an die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse fähig und bedürftig“. aus BVerfGE 31, 229, 240 – Kirchen- und Schulgebrauch
23 Frei-/Spielräume für den Gesetzgeber?
Carlo Schmid im Ausschuss für Grundsatzfragen des Parlamentarischen Rates „Die Formulierung [„Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt“ – Satz 2 von Art. 14 Abs. 1] solle den Gedanken zum Ausdruck bringen, es gebe keine aus der Natur fließende Definition des Inhalts des Eigentums, und das Eigentum, nämlich konkret das Ausmaß, in dem ein Individuum über Sachen verfügen könne, und was es bedeute, ein eigentümliches Recht an einer Sache zu haben, sei notwendig vom Gesetzgeber her zu bestimmen“ Aus: Benjamin Bajon, s. Folie 8
24 Freiräume für den Gesetzgeber?
Es macht daher keinen Sinn, sich argumentativ auf einen absoluten Schutz des geistigen Eigentums zu beziehen und insbesondere jede gesetzliche Einschränkung dieses Eigentums als Angriff auf das grundgesetzlich geschützte Eigentum oder als Enteignung des geistigen Eigentums und als Staatssozialismus zu kritisieren. Einschränkungen von Eigentum sind sowohl aus dem Grundgesetz möglich, als auch aus der Systematik des Urheberrechts zwingend erforderlich.
25 Balance durch Schranken
. Der Gesetzgeber hat an sich einen großen Spielraum zwischen der Institutsgarantie des Eigentums nach Art. 14 Abs. 1 GG vor allem: „die grundsätzliche Zuordnung des vermögenswerten Ergebnisses der schöpferischen Leistung“ (BVerfGE 31, 229, 241 und der Sozialbindung des Eigentums Nach Art. 14 Abs. 2 GG
26 Frei-/Spielräume für den Gesetzgeber?
Dieser Spielraum wird dadurch gegeben, dass nicht nur durch den zweiten Absatz von Art 14 GG, der auf die Sozialpflichtigkeit bzw. auf das Interesse der Allgemeinheit am Eigentum verweist, Einschränkungen der Verfügung über geistiges Eigentum vorgenommen werden können, sondern dass auch andere Grundrechte für den Umgang mit publiziertem Wissen und Information relevant sind. Wissenschafts- und Informations-/Kommunikationsfreiheit
27 Frei-/Spielräume für den Gesetzgeber?
Im Ausgleich der Eigentümerinteressen mit dem Wohl der Allgemeinheit liegt laut Bundesverfassungsgericht „die Absage an eine Eigentumsordnung, in der das Individualinteresse den unbedingten Vorrang vor den Interessen der Gemeinschaft hat“. BVerfGE 21, 73, 83; ähnlich BVerfG NJW 1999, 414
28 Zwischenergebnis . tatsächlich
Seit gut 20 Jahren steht beim Urheberrecht aber das Individualinteresse und das Interesse der kommerziellen Verwertung im Vordergrund.
29 Wissenschaftsfreiheit - Publikationsfreiheit
30 Wissenschaftsfreiheit – Informations-/Kommunikationsfreiheit
Artikel 5 GG Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. (3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung. Inhalt und Schranken der Wissenschaftsfreiheit werden durch die Gesetze bestimmt. Sie bedarf also wie das geistige Eigentum der rechtlichen Ausgestaltung durch den Gesetzgeber.
31 Wissenschaftsfreiheit - Publikationsfreiheit
Aus der Meinungsfreiheit (als Teil der Wissenschaftsfreiheit entsprechend Art. 5 Abs. 3 GG) wird auch die positive und negative Publikationsfreiheit abgeleitet: „Wissenschaftsfreiheit und Publikationsfreiheit sind untrennbar miteinander verbunden. Wissenschaft ohne Mitteilung ist nicht denkbar" (Lenks 2007, 105). das Recht, die erzielten Forschungsergebnisse nicht zu veröffentlichen (geregelt über § 42 Nr. 2 ArbEG). als Recht, über das Ob, das Wann, das Wo und das Wie der ,seiner Forschungsergebnisse zu entscheiden
32 Klage Ist Wissenschafts-/Publikationsfreiheit eingeschränkt, wenn ein Wissenschaftler gezwungen wird, seine Erfindung seiner Hochschule zur Patentierung anzubieten, bevor er sie publizieren kann? wurde lange in der juristischen Literatur als unverzichtbar und grundgesetzlich garantiert angesehen Hintergrund: Abschaffung des Hochschullehrerprivilegs 2002 durch Änderung des Arbeitnehmererfindergesetzes
33 Klage Ist Wissenschafts-/Publikationsfreiheit eingeschränkt?
ja – Landgericht Braunschweig BVerfG hat in der Sache nicht entschieden, aber LG-Entscheidung aufgehoben, das das komplexe Problem von Wissenschaftsfreiheit und der Verfassungskonformität nicht ausreichend gründlich behandelt worden sei BVerfG, 1 BWL 7/03 vom , Absatz-Nr. (1 - 17),
34 Klage Ist Wissenschafts-/Publikationsfreiheit eingeschränkt?
nein - Bundesgerichtshof zwar gebe es keinen Gesetzesvorbehalt bezüglich Wissenschaftsfreiheit aber diese sei wegen der „gemeinschaftsgebundenen Verantwortung“ auch nicht schrankenlos : Vgl. BGH, Beschluss vom X ZR 167/05 zur Regelung der "positiven Publikationsfreiheit" des Hochschullehrers in § 42 Nr. 1 ArbEG
35 Klage Ist Wissenschafts-/Publikationsfreiheit eingeschränkt?
nein - Bundesgerichtshof „Das Grundrecht der freien wissenschaftlichen Betätigung [müsse] soweit unangetastet [bleiben], wie das unter Berücksichtigung der anderen legitimen Aufgaben der Wissenschaftseinrichtungen und der Grundrechte der verschiedenen Beteiligten möglich ist“. Zu diesen Aufgaben, auf deren Einhaltung der Staat auch zu sorgen habe, gehört auch die „Mittelaufbringung der Hochschule“. „Der Funktionsfähigkeit der Institutionen des Wissenschaftsbetriebs [komme auch] Verfassungsrang zu“.
36 Klage Ist Wissenschafts-/Publikationsfreiheit eingeschränkt?
nein - Bundesgerichtshof „Die grundrechtlich garantierte Freiheit von Forschung und Lehre erfordert nicht, dass den Forschern an Hochschulen die unbeschränkte Rechtsinhaberschaft an ihren dienstlich gemachten Forschungsergebnissen eingeräumt werden müsste. …
37 übertragbar als Anbietungsverpflichtung auf Publikationen allgemein?
38 übertragbar als Anbietungsverpflichtung auf Publikationen allgemein?
bislang gibt es keine solche die Verwertung einschränkende Schranke (Schranken regeln eher Nutzungsausnahmen im öffentlichen Interesse) In der angelsächsischen von Copyright-Tradition hat man bezüglich der Anbietungsverpflichtung weniger Probleme. Hier geht man i.d.R. davon aus, dies im Rahmen der „work-made-for-hire doctrine“ zu lösen sei.
39 übertragbar als Anbietungsverpflichtung auf Publikationen allgemein?
„In Anwendung des allgemeinen Grundsatzes, wonach den Beamten die Pflicht trifft, seine gesamte Schaffenskraft in den Dienst des Dienstherrn zu stellen, müssen auch die Hochschullehrer ihre Werke der Ausstellungs-körperschaft zur Nutzung anbieten“ (a.a.O Es gehöre zur „Dienst-pflicht“ des Hochschullehrers dass dieser seine Arbeit „der Allgemeinheit in geeigneter Weise zur Verfügung stellen müsse“ (a.a.O. 150f) Fahse, GRUR 1996, 331 aber eher wohl eine Ausnahme in der Literatur
40 übertragbar als Anbietungsverpflichtung auf Publikationen allgemein?
„Auch dogmatisch würde hier an Grundfesten des deutschen, durch das Urheberpersönlichkeitsrecht geprägten Urheberrechts gerüttelt“. (Hansen 2005) warum nicht aber rütteln? In den USA hat man 2003 versucht zu rütteln: Im so genannten Sabo-Bill von 2003 (Public Access to Science Act), war vorgesehen, an den Ergebnissen öffentlicher finanzierter Forschung erst gar kein Urheberrecht entstehen zu lassen.
41 übertragbar als Anbietungsverpflichtung auf Publikationen allgemein?
vielleicht doch auch im deutschen UrhR möglich noch einmal die BGH-Entscheidung von 2007 Der BGH hat deutlich gemacht, dass die „Freiheit von Forschung und Lehre … es allerdings nicht [gebietet], dass der Hochschullehrer auch Inhaber der Verwertungsrechte an seinen Forschungsergebnissen zu sein oder zu bleiben hat“ „Die wirtschaftliche Zuordnung von geistigen Leistungen des Hochschullehrers fällt in den Normbereich des Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG, nicht des Art. 5 Abs. 3 GG (vgl. nur BVerfGE 36, 280, 291 = GRUR 1974, 142)“ .
42 übertragbar als Anbietungsverpflichtung auf Publikationen allgemein?
In der bisherigen Praxis wohl kaum weder Bundesrat noch DFG noch irgendeine andere der Allianzorganisationen auch nicht das Aktionsbündnis fordern eine generelle Anbietungsverpflichtungsverpflichtung für die Primärpublikation
43 es geht also nur um die Zweitpublikation
zentrale Frage requested ? oder required? NIH mehr Mut in Richtung required oder für ein institutional mandate ?
44 Zwischenfazit Die Diskussion zur Publikationsfreiheit als Teil von Wissenschaftsfreiheit könnte nahelegen, dass die übergeordneten Formulierungen des Grundgesetzes (vor allem die Art. 5 und 14), bei Berücksichtigung ökonomischer, technischer und sozio-kultureller Rahmenbedingungen des Öffentlichmachens von Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung, auch andere Ableitungen in entsprechenden Gesetzen (hier Bundesgesetzen) und Vorschriften erlaubten, als sie heute als Ergebnis politischer Auseinandersetzungen und Prioritäten formuliert sind.
45 Änderungsmöglichkeiten
46 Möglichkeiten - Notwendigkeiten
Prämisse Der materielle Ertrag aus der Verwertung von Wissen durch den Urheber spielt in der öffentlich finanzierten Wissenschaft keine Rolle Der langfristige Ertrag beruht eher auf Reputation Dies gilt zumindest für die für Wissenschaft zentralen „Inserts“ Artikel in Zeitschriften In Proceedings In Sammelwerken … Konsequenz? Die Begründung für zentrale, vom Recht garantierte Schutzfunktion für geistiges Eigentum entfällt.
47 Möglichkeiten - Notwendigkeiten
am einfachsten Für das mit öffentlichen Mitteln produzierte Wissen dürfen nur einfache Nutzungsrechte vergeben bzw. erworben werden. Dafür gilt unbegrenzt positive Publikationsfreiheit Für den Verbleib keine negative Publikationsfreiheit
48 Möglichkeiten - Notwendigkeiten
Zwangslizenz Analog § 42a UrhG Anbietungsverpflichtung der Rechteinhaber für die öffentliche Zugänglichmachung z.B. für Bibliotheken Dafür gilt unbegrenzt positive Publikationsfreiheit Für den Verbleib keine negative Publikationsfreiheit
49 Möglichkeiten - Notwendigkeiten
Neuregelung von § 38 UrhG Nicht abdingbares Recht der Urheber, nach einer festzulegenden Embargozeit die Rechte an ihren Werken wieder zurückzubekommen, Für die Erstpublikation unbegrenzt positive Publikationsfreiheit Für die Rückgewinnung keine negative Publikationsfreiheit
50 Möglichkeiten - Notwendigkeiten
verwaiste Werke Aus der Digitalisierung verwaister Werke dürfen keine neuen exklusiven Verwertungs- bzw. Nutzungsrechte entstehen Die Digitisate müssen öffentlich frei zugänglich sein und langfristig archiviert werden
51 Aber wie realistisch ist das alles derzeit?
52 Antwort der Parteien auf Wahlprüfsteine
CDU - konservativ … bedarf es in der Wissensgesellschaft auch eines hinreichenden Schutzes geistigen Eigentums. Dies gilt ebenso für die öffentlich finanzierte oder teilfinanzierte Forschung. Open Access kann eine wichtige Rolle in der Wissenschaft spielen und ist doch nicht für jedes Fach die geeignete Publikationsform. FDP - liberal fordert …die konsequente Weiterentwicklung des Urheberrechts zur weiteren Verbesserung des urheberrechtlichen Schutzes auf einem hohen Niveau. Immaterialgüterrechte wie das Urheberrecht gewähren den Schöpfern und Verwertern kreativer Leistungen zeitlich befristete Exklusivrechte. SPD - sozialdemokratisch Es geht nicht darum, das geistige Eigentum grundsätzlich infrage zu stellen oder im Gegenteil immer höhere Schutzstandards zu schaffen. Wir müssen vielmehr den Schutz des geistigen Eigentums so gestalten, dass geistige Kreativität durch das urheberrechtliche Verwertungs-echte in einer Weise belohnt wird, welche der Entwicklung der Wissensgesellschaft insgesamt zugute kommt.
53 Antwort der Parteien auf Wahlprüfsteine
Die Linke Rechte von Kreativen und Nutzerinnen und Nutzern im Internet in einem modernen Urheberrecht verankern: das Recht auf Privatkopien und Kopien für Bildungs- und Forschungszwecke langfristig sicherstellen; Grüne Wir treten für grundlegende Reformen der bestehenden Urheber-rechtsgesetzgebung in Deutschland und der EU sowie der übergeordneten Institutionen und Verträge ein. Wir drängen in eine Richtung, die zuvorderst BürgerInnen, KünstlerInnen, ForscherInnen, Schulen und Universitäten nützt, nicht der Medien- und Geräteindustrie oder Verlagsgiganten. Piratenpartei Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich des Urheberrechts beschränken … das Potential der aktuellen Entwicklung, da sie auf einem veralteten Verständnis von so genanntem "geistigem Eigentum" basieren, welches der angestrebten Wissens- oder Informationsgesellschaft entgegen steht.
54 Wenn es denn nicht realistisch ist, sollte man vielleicht daran gehen und neue Realitäten aufbauen
55 Wissen als Commons (Gemeingüter)
56 ein Gemein-/Allmende-Gut
Eigentum an Commons? Wissen kann niemandem gehören, ebenso wenig wie die Luft niemandem gehören kann Wissen ein Commons, ein Gemein-/Allmende-Gut
57 Was sind Commons? Silke Helfrich (Hrsg.): Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter 2009 Yochai Benkler: The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom, 2006 James Boyle: Enclosing the Commons of the Mind, 2008 Peter Barnes: Capitalism 3.0. A Guide to Reclaim the Commons. 2006, deutsch 2008 Elinor Oström: Governing the Commons: The Evolution of Institutions for Collective Action 1990
58 Commons werden sozial konstruiert.
Wie entstehen Commons? Commons werden sozial konstruiert. Was entweder natürlich da ist oder was im Verlauf der menschlichen Kulturgeschichte entstanden ist, sind Common pool resources (materielle/natürliche oder immaterielle/kulturelle Gemeinressourcen)
59 Common pools resources
Wie entstehen Commons? Aus: Peter Barnes Capitalism 4.0 Common pools resources Peter Barnes Capitalism 3.0
60 Wem gehören Commons?
61 Commons sind keine res nullius
Wie entstehen Commons? Commons sind keineswegs (vogel)freie Güter, die sich jedermann privat aneignen und entsprechend auch kommerziell nutzen kann. Commons sind keine res nullius Die Verfügung über Commons bzw. Common pool resources wird über Rechte, Eigentumsrechte geregelt
62 Gemeinressourcen (common pool resources)
Institutionalisierungsformen – Eigentumsformen von Commons? Gemeinressourcen (common pool resources) Private property rights Public Property rights Common property rights Gehandelt auf den kommerziellen Märken, in der Regel mit exklusi-ven Ansprüchen Staatlich kontrol-lierte/r Zugang und Nutzung, in der Regel zugunsten der Märkte Austausch ohne Anspruch auf exklusive Eigen-tums- bzw. Ver-wertungsrechte
63 Die Welt gehört nicht mehr allen.
Institutionalisierungsformen – Eigentumsformen von Commons? Commons jeder Art sind seit einigen Jahren dadurch bedroht, dass sie privatisiert und der allgemeinen Verfügung entzogen, missbraucht oder sogar ganz aufgebraucht und damit vernichtet oder für viele unbezahlbar werden. Die Welt gehört nicht mehr allen.
64 Institutionalisierungsformen – Eigentumsformen von Commons?
Erhalt und Beförderung der Gemeingüter, materieller und immaterieller Art, kann aber nicht Privatpersonen bzw. deren Organisationen überlassen bleiben. Aber auch direkte staatliche Kontrolle ist zur Sicherung der Gemeingütern nicht angemessen.
65 Institutionalisierungsformen – Eigentumsformen von Commons?
proprietäre kommerzielle Verwertungsmärkte öffentliche freie Austauschmärkte Handel mit Waren Objekte Teile des Commons Objekte verbleibt als Eigentum im Commons reklamiert als Private Eigentumsrechte
66 Institutionalisierungsformen – Eigentumsformen von Commons?
Private Eigentumsrechte Eigentum im Commons exklusiver kommerzieller Nutzungsrechte mit der Konsequenz mit der Konsequenz freie Nutzung einfache kommerzielle Nutzungsrechte und Möglichkeit der individuellen und sozialen Entwicklung Entschädigung an die Öffentlichkeit und mit der Konsequenz der vielfältigen Verknappung
67 Institutionalisierungsformen – Eigentumsformen von Commons?
proprietäre kommerzielle Informationsmärkte öffentliche freie Austauschmärkte verknappende Verwertung freie Nutzung einfache kommerzielle Nutzungsrechte und Möglichkeit der Entwicklung durch Entschädigung an die Öffentlichkeit und Preispolitik Kontrolle durch Technik (DRM) durch Geschützt durch das Recht Monetäre Beiträge Steuer Geschützt durch vertragliche Vereinbarungen Freien Zugriff (freeconomics
68 Institutionalisierungsformen – Eigentumsformen von Commons?
Zur Rettung, Bewahrung und Förderung der Gemeinressourcen im allgemeinen Interesse sind gänzlich neue Modelle vonnöten, um aus den Aporien („Sackgassen“) der Privatisierung mit exklusivem Eigentumsanspruch einerseits und der umfassenden staatliche Kontrolle und Besitznahme andererseits herauszukommen.
69 Institutionalisierungsformen – Eigentumsformen von Commons?
Es ist an der Zeit, dass diejenigen, die eigentlich die Rechteinhaber der Commons sind, deren Organisation, die Verteilung der Nutzungsrechte und die Verteilung der für die Nutzung erbrachten Kompensationsleistungen selber in die Hand nehmen.
70 Wissen und Information – privates Eigentum und eine Ware?
Schluss Frei nach Locke: Wissen und Information – privates Eigentum und eine Ware? Ja auch aber nur, wenn für alle genug übrig bleibt, wenn also die freie Nutzung von Wissen über Institutionalisierungsformen der Commons gesichert bleibt
71 Vielen Dank für Ihre Geduld und Aufmerksamkeit
72 CC als Möglichkeit, informationelle Autonomie/ Selbstbestimmung von Autoren zurückzugewinnen
im Rahmen des Urheberrechts, aber mit Verzicht auf einige Verwertungsrechte Kkk Folien ab morgen unter
73 Hinweise auf weiterführende Literatur – kleine Auswahl
Benjamin Bajon: Interessenausgleich im Wissenschaftsurheberrecht. Wissenschaftsschranken nach dem „Zweiten Korb“ der Urheberrechtsreform (noch im Promotionsverfahren Rechtswissenschaftliche Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster 2009) Klaus Graf: Urheberrechtsfibel – nicht nur für Piraten: Der Text des deutschen Urheberrechtsgesetzes, erklärt und kritisch kommentiert. Contumax Verlag, Berlin 2009 auch demnächst download: vgl. Gerd Hansen: Warum Urheberrecht? Die Rechtfertigung des Urheberrechts unter besonderer Berücksichtigung des Nutzerschutzes . Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2009 Thomas Hoeren: Internetrecht Stand: September 2009 Download: Till Kreutzer: Das Modell des deutschen Urheberrechts und Regelungsalternativen. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2008 Rainer Kuhlen: Erfolgreiches Scheitern — eine Götterdämmerung des Urheberrechts? Schriften zur Informationswissenschaft; Bd. 48. vwh - Verlag Werner Hülsbusch: Boizenburg 2008. download:
74 Commons-Literatur (kleine Auswahl)
Silke Helfrich (Hrsg.): Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter 2009 Yochai Benkler: The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom, 2006 James Boyle: Enclosing the Commons of the Mind, 2008 Peter Barnes: Capitalism 3.0. A Guide to Reclaim the Commons. 2006, deutsch 2008 Elinor Oström: Governing the Commons: The Evolution of Institutions for Collective Action 1990
Herunterladen ppt "aber auch sehr öffentlich"

References: Art. 14
 Art. 5
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 5
 § 42
 § 42
 BGH 
 Art. 14
 Art. 5
 Art. 5
 § 42
 § 38