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Timestamp: 2020-07-10 23:17:57+00:00

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1914 / 37 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger)
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gemachten Aeußerungen nicht mifverstanden würden. An die Aus- lassungen des Herrn Ministerpräsidenten hält sich die preußische Re- gierung für gebunden. Selbsiredend ist auch fie der Ansicht — und das entspriht durchaus den Anschauungen des Herrn Miaister- prâsidenten — daß keinerlei Verzögerung in dieser Beziehung ein- treten solle.
Menn nun aber auch mit allen Mitteln den Ausschreitungen von Streikposten und sonstigen Mißständen, die bei Arbetiseinstellungen vorkommen, entgegengetreten werden wird, so, glaube ih, darf man doch nicht übersehen, daß man damit immer noch nicht den eigentlihen Kern, den: Sitz des Uebels trifft (sehr ri{tig!), daß vielmehr eine dauernde Wendung zum Bessern erst dann eintreten wird, wenn alle Angehörigen der bürgerlichen Parteien, inébesondere aber alle Arbeit- geber \ich entschließen, in noch weiter gehendem Maße als bisher den Kampf gegen die Sozialdemokratie an dem eigentlichen Siye des Uebels, d. i. in der Fabrikstätte und in der Arbeitsstätte aufzunehmen. (Sehr rihtig!) Erst wenn dort der Terrorismus ge- brochen wird, wenn die dort neu eintretenden Arbeiter vor der sozial. demokratisGen Agitation geschüßt werden — die bekanntlih auf der Arbeits\tätte niht nur mit geistigen, sondern vielfah auh mit recht fühlbaren förperlihen Mitteln geführt zu werden pflegt —, dann ist zu hoffen, daß au eine Besserung in bezug auf den Schuß der Arbeitswilligen in Zukunft eintreten wird. (Sehr richtig!) Meine Herren, in der Fabrik spielt sich der Kampf um die Seele des neu eintretenden, noch nit organisierten, noch niht verheßten, noch vaterlantsfreudigen, patriotishen Arbeiters ab. Dort ist es die Pflicht eines jeden vaterlandliebenden Arbeitgebers einzutreten für die Freiheit und Selbständigkeit seiner Arbeitnehmer und ih dessen bewußt zu bleiben, daß nur auf diesem Wege dauernde Abhilfe zu
schaffen sein wird. (Lebhaftes Bravo.)
izepräsident Dr. von Krause: Von mehreren Seiten ist die R enst worden. (Ruf rechts: nein, nein !)
Abg. Dr. von Heydebrand und der Lasa (konf.): In- folge der langen Neden tes Abg. Hoffmann sind wir überhaupt noch nit vorwärts gekommen. Es wäre deshalb gut, noch einen Redner zu hören.
Der Vorschlag auf Vertagung wird mit den Stimmen der Rechten, des Zentrums und der Nationalliberalen abgelehnt.
Abg. Herold (Zentr.): Es war interessant, das Liebeswerben unter N iden Parteien in den leßten Tagen mitanzuhören. Bei diesen ganzen Erörterungen standen wtr in der Mitte. Es ift das Beste, wenn das Zentrum diese Stellung auch in der Zukunft beibehält. Dex Bülowblock war ein Fehler. Alle bürgerlichen Parteien hätten zusammengefaßt werden müssen, um die Sozial- demokratie zu bekämpfen. Der Block richtete sih agegen die Zentrumspartei, der stärksten Partei des damaligen Reichstags. Ïg ist zu bedauern, daß der Block von nationalliberaler Seite als eine Großtat hingestellt wurde. Die Folge des Bloks sind die vielen sozialdemokratischen Netichstagsmitglieder. Hoffentlich wird der Bülowblock in einem kleinen Bundesstaate nicht wiederholt. Die Zentrumspartei ist eine einheitliche, gesclossene Partei, an der si die Nationalliberalen ein Beispiel nehmen können. Die beiden Anträge Fuhrmann und von Heydebrand besagen e ordentlich wenig. Den ersten Teil des nationalliberalen Antrags halten wir für bedenklih. Durch den zweiten Teil wird der preußischen Re- gierung gewissermaßen Schwäche vorgeworfen, Die Polizei hat aber voll und ganz ihre Pflicht getan. Was den dritten Punkt betrifft, so hat der Reichskanzler bereits erklärt, er wolle ihm ent- spreWen. Der Minister des Innern hat au bestätigt, daß eine Denkschrift erfolgen foll. Der Antrag selbst ist außerordentli un- bestimmt. Wir stehen auf dem Boden der Parität: gleiches Recht für Arbeiter und gleiches Recht für Arbeitgeber! Wir sind allerdings der Ansicht, daß die bestehenden Bestimmungen zum Schuße der Arbeitäwilligen ausreihend sind. “Einer Verschärfung der geseßlichen Bestimmungen bedarf es also niht. Den Belästigungen der Arbeits- willigen durch die Sozialdemofratie kann am besten dur ein Einschreiten der Arbeitgeber entgegengetreten werden. Dte Arbeit- geber werden darin bei unseren christlich - nationalen Arbeitern volle Unterstüßung finden. Den Kampf gegen die Soztal- demokraten werden wir mit allem Nachdruck führen. Dabei find wir der Unterstüßung der christlich - nationalen Arbeiter gewiß. Bezüglich der Volksversicherungen erklärte der Minister in der Kommission, daß die Negterung zwischen den öffentlih-rechtlihen Gesellschaften und der Vereinigung der Privatgesellshaften vollständige Neutralität beobahten will. Das können wir nur begrüßen. Aber ich glaube do, daß diese Neutralität niht immer gewahrt wird. Vor allem muß man darauf seben, daß die öffenilih-rechtlihen Anstalten, mögen sie heißen, wie sie wollen, sih in ihrec Tätigkeit auf die einzelnen Provinzen beshränken und nicht auf andere Provinzen übergreifen. Die Rheinprovinz hatte nicht die Absicht gehabt, eine öffentlid-rechtliche Lebenösversicherung einzuführen. Sie hat sie nur deswegen eingeführt, um zu verhindern, daß die öffentlih-reht- lichen Lebensversiherungen in den östlihen Provinzen ihre Tätigkeit in der Rheinprovinz ausüben. Es wäre zu erwägen, ob niht etn Gesetz für Lebensversiherungen nötig ist, ähnlich dem Geseß, das im Fahre 1910 für die öffentlich-rehtlichen Feuerversicherungen geschaffen wurde. Nach den Darlegungen des Abg. Dr. Seyda erscheint der Oftmarkenverein in keinem günstigen Licht. Man kann fich des Eindrucks nicht erwehren, daß man es hier mit einer Neben- regierung zu tun hat. Die Täligkeit, welhe der Ostmarkenverein ausübt, fann man nur als eine unheilvolle bezeihnen. Der Abg. Dr. Lohmann hat das Leitmotiv: die bürgerlichen Parteien sollten si in so ernsten Zeiten nit zanken, t Das VJesuitengesez ist etne \hreiende Ungerechtigkeit. Diese Unge-
rechtigkeit können die Katholiken nit vertragen. Sie wünschen, daß
Gincic{tungen der fatholishen Kirche, die fie hochshägen und verehren, a deutschen Vaterlande zur Geltung kommen.
Gr hat eine Veröffentlihung aus den „Stimmen von Maria Laach“
vorgelesen, aber er hat nur einige zusammenhangslose Sätze vorge- air Das gibt ein falsches Bild. Wenn jemaud von der Wahr- heit und Nichtigkeit der Religion, der er angehört, überzeugt ist, dann erfordert es die hristlihe Nächstenliebe, daß er auch andere Teile der
Bevölkerung mit zum Glauben führt. Darauf vertagt sich das Haus.
Schluß 5 Uhr. (Etat des Ministeriums des Jnnern).
L ——————————————
Gestorbene (ohne Totgeborene) unter 1 Jahr alt
Stgtistik und Volkswirtschaft. Die Säuglingssterblichkeit in den Deutschen Bundesfstaaden im Jahre 1912. Zusammengestellt im Kaiserlihen Statistischen Amt.
Unter 1 Jahr alt Gestorbene
| ehelicher uneheliher j Geburt Geburt
kamen auf 100
Landtesteile
überhaupt ehelide
Lebendgeborene | ehelich
unehelich überhaupt | Lebendgeborene
uneheliche Lebendgeborene
rovinz Ostpreußen « « «- 9 Weit
Stadt Berlin . . . Provtnz Brandenburg
\chlecht befolgt.
n. Der Abg. Dr. Lohmann hat die Propaganda der katholischen Kirche kritisiert.
Nächste Sißung : Donnerstag, 12 Uhr
maßregeln. Aegypten.
itôsrat in Aegyten hat beschlossen, Der JIuternationale Gesundheitsrat in Aegyte a N N,
(Vergl. „Reichsanzeiger“
die Anwendung des Cholerareglements für von den Dardanellen aufzuheben. vom 26. v. M. Nr. 22.)
9 573 10 363 4 166 12 477 COIT 11 149 26 553 10 742 4 687 7 495 16 444 4 331 23 745
11 503 11 756 6 032 15 552 8 331 12 496 30 912 13112 5 680 8 588 17 651 4 974 26 048
tpreußen .
-„ Pommern Den s as Stlesien .
San s Schleswig-Holstein . A E N M essen-Nafsau Rheinland
Hohenzollern . A 302 280
1930 Ia 16,5 29,0 1393 T] 18,1 33,3 1 866 14,2 12,7 192 3075 16,1 14,6 27,9 1314 17;0 161 248 1347 16,8 15,8 342 4 359 17,8 17,0 25,7 2 370 15,7 14,6 23,2 993 13,0 12,0 22,2
1 093 10,7 10,1 18,3 1207 121 11,7 24 9 643 8,9 8,4 16,4 2303 12,2 11,6 | 23,6 22 16,4 109 906
149 022 27 637 3218
172 937 33 307 3 649
Bayern rechts des Rheins . . 5 links des Rheins (Pfalz)
23915 14,6 13,7 5.720 18,5 E 431 12,9 12,2
30 855 15 538 8 556 7383 2 802
37 006 19 622 9 844 8 380 3 247 2 604 1.995 1543 | 1281 468 j 361 1600| A Braunschweig . - L049 f 24 Sachsen-Meiningen . . ; 982. 811 Sa en-Senpuea e s 1100 | 912 SAUIO Toburgs E e 868 189 Aa ee : 1194 993 Schwarzburg-Sondershausen : b 295 Sia bre -Nubolstadt Gé 44 424 i Let Waldeck Tae E N ° 28 | 937 Reuß älterer Linie « i | el Raus jüngerer Linie 713 | 2 Schaumburg-Lippe 1 15 1 L e ed S 430 : be L E 4 2 Do Bree «+ «ao „8 0
Las \ M 5 977 5 288
Königreich Bayern Königreich Sachsen . . . - Württemberg + ch. .. « Baden .
G E E Mecklenburg-Schwerin Großherzogtum Sachsen Mecklenburg-Streliy . DIDenbUta ene
6151 E 16,9 4 084 Ia} 14,7 1288 i 138 13,9 997 136 19:5 445 100} 94 609 103 14,7 262 10 f 12,4 107 168 15,2 198 108 f 10,1 305 i102 | 121 172 O 11,8 188 Mf 16,3 145 o l 11,3 201 145 13,7 29 26 12,7 64 If 14,5 O O6 6,6 40 j 14,8 140 | 16,0 4) j 10,1 49 ] || 9,2 60 j 12,1 191 ‘ | 10,7 695 | 1 1,2 689 | | 12,5
[\aß-Lothringen A ° 154 208 191 012 Degdehe 121 362 103 032
22 696 j 15,1 18 330 da 12,5
Deutsches Reich | Mädhen R überhaupt 1912 275 571 234 944 1911 009 022 308 769 1910 311 462 267 171 1909 335 436 288 202 1908 359 022 308 680 1907 351 046 302 920 1906 374 636 324 592 1905 407 996 353 342 1904 397 781 344 972 1903 404923 351 086 1902 370799 | 321 059 é 1901 420293 | 361 745 1) Hierunter 1 Kind unbestimmbaren Geschlechts.
41 027 d 13,9 50 757 1 18,2 44 291 j 15,2 47 234 1 16,0 50 342 e. 16,8 48 126 C | 16,6 50 044 i 17, 54 654 | 19,4 52 809 O 18,6 03407 4 | 19,3 49 744 3 | 17s 58 478 194
Kaiserliches S tatistisches Amt. Delbrü.
Land: und Forstwirts chaft.
42. Plenarversammlung des Deutschen Landwirt- : baltérats,
In der gestrigen, zweiten Sißung nahm der Landwirtschaftsrat nach der Wiederwahl feines bisherigen Vorstandes (Wirklicher Ge- heimer Rat Or. Graf von Schwerin-Löwitz, Dr. Freiherr von Cetto - Reichertshausen und Dr. Mehnert - Dresden) und Er- ledigung anderer geschäftliher Angelegenheiten zunähst den Bericht des Generalsekretärs, Professors Dr. Dade über die Aus- führung der in der 41. Plenarversammlung 1913 gefaßten Be- \{hlüsse und über die Beschlüsse des Ständigen Ausschusses seit der leßten Plenarversammlung entgegen. Dann erstattete der Geheime Obermedizinalrat, Professor Dr. Löffler (Berlin) ein eingehendes Referat über die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche und den gegenwärtigen Stand ihrer Be- kfämpfung. Hieran knüpfte sih eine längere Diskussion, an der sich auch der Geheime Oberregierungsrat Dr. Nevermann als Vertreter des Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten beteiligte. Es wurde der Antrag des Referenten einstimmig zum Beschluß er- hoben: „Der Deutsche Landwirtschaftsrat empfiehlt die Bereitstellung reicher Be zur weiteren energischen wissenshaftlißen Ccforshung der Seuche.“ i
Hierauf beschäftigte sich die Versammlung mit Fragen der folonialen Landwirtschaft. Ueber Deutschlands Baumwoll- versorgung und kolonialen Baumwollbau hielt Moriy Schanz (Chemnitz) einen längeren Vortrag, der, nahdem auch der Staatssekretär des Reichskolonialamts Dr. Solf dazu das Wort er-
riffen hatte, zur einstimmigen Annahme des folgenden Antrags des
Referenten führte: „Bei der hervorragenden volkswirtf C Be- deutung eines Baumwollbaues auf eigener Scholle und bei der Ausficht, die Baumwolle zu einer der Hauptkulturen unserer Kolonien zu ent- wickeln, empfiehlt der Deutsche Landwirtschaftsrat dem Herrn Neichs- kanzler, alle geeignet erscheinenden Maßnahmen zur Förderung dieser Kulturaufgabe zu ergreifen. Insbesondere empfiehlt der Deutsche Landwirt schaftsrat, die im Etat des Reichskolonialamts 1914 zum ersten Male eingestellten 150 000 E für Förderung der Baumwoll- fultur in den deutshen Schupgebieten im Etat 1915 auf 200 000 #4 und für weitere Jahre auf die gleihe Summe zu erhöhen.“ — Ueber Schafzucht und Schafwollyroduktion in Deutsch Süd- westafrika referierte Dr. Behnsen a In der Diskussion, die sh an dessen Ausführungen knüpste, nahm hierzu als Vertreter des Kaiserlichen Gesundheitsamts der Geheime Regierungsrat, Pro- fessor Dr. von Ostertag und als Vertreter des Reichskolontalamts der Geheime Regierungsrat Dr. Busse das Wort, worauf der Antrag des Referenten einstimmig angenommen wurde: „Der Deutsche Land- wirtschaftsrat empfiehlt dem Herrn Reichskanzler die Förderung der Wollshafzuht in den deutshen Kolonien unv die Bereitstellung erhöhter Mittel hierzu.“
j A weiteren Verlaufe der Sigung berl{Wtete Dr. Freiherr von Cetto (Reichertshausen) über die Generalversammlung des Internationalen Landwirtschaftsinstituts in Rom im Mai 1913, insbesondere über die Beschlüsse derselben. Auf seinen
Antrag faßte die Versammlung die folgende Resolution: „Der
Deutsche Landwirtschaftsrat nimmt mit Befriedigung Kenntnis von der A | ntwiklung und Ausdehnung der Tätigkeit des Internationalen Landwirtschaftsinstituts zu Nom. Auf die Veröffentlihungen des Instituts: „Internationale agrar- tehnische Rundschau“ und „Internationale agrarökonomische Rund- \{hau“, welhe seit Jahresfrist auch in deutscher Uebersegung er- seinen und sich dur reichen, anregenden Inhalt auszeichnen, macht der Deutsche Landwirtschaftsrat die landwirtschaftlichen rigen besonders aufmerksam und bittet dieselben, auch fernerhin dur eine größere Anzahl von Abonnements die Herau3gabe der deuten Aus- be zu ermöglichen." 5 _ Sim Se nahm der Landwirtschaftsrat zur Frage der Arbeitslosenversiherung Stellung, worüber der Kammerherr Freiherr von Ledebur (Crollage) referterte. Die Versammlung er- flärte {ih dafür, dab E Ar N aen vom Standpunkte Landwirtschaft abzulehnen ist. # Abends f 6 Uhr fand im Hotel Adlon das Festmahl des Deutschen Landwirtschaftsrats statt, an dem auch Seine Hoheit der Herzog Johann Albrecht zu Me cklenburg, der Reichskanzler und Präsident des preußishen Staatsministeriums Dr. von Beth - mann Hollweg, der Staatssekretär des Innern, Staatsminister Dr. Delbrü ck, der Minister für Handel und Gewerbe Dr. Sydow, der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Dr. Freiherr von Schorlemer, der Finanzminister De. Lenße und der Staatssekretär des Neichskolonialamts Dr. Solf teilnahmen, Der Vorsigende des Landwirtschaftörats,- Wirklicher Geheimer Nat Or. Graf von Schwerin -Löwitz, der zum 15. Male bei dem Fest- mahl präsidierte, gab in einer Ansprache, wie „W. T. B. be- ridtet, einen NRückblick auf die landwirtschaftliße Entwicklung im vergangenen Jahre und zugleih einen kuczen Ueberblick über die Lage und Entwicklung des gesamten Erwerbslebens. Die tinner- politishen Vorgänge der legten Zeit streifend, betonte er, daß die deutsche ländlihe Bevölkerung des (na Deutschen Reiches reih8- treu, staat8erhaltend und köntigstreu bis auf die Knochen fet, und er {loß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Seine Majestät den Deutschen Kaiser, die deutshen Bundesfürsten und Freien Städte, reiherr von Cetto brate einen Trinkspruch auf die Gäste aus. S ergriff der Reichskanzler und Präsident des preußischen Staatsministeriums Dr. von Bethmann Hollweg das Wort zu der Ansprache : : : E Pa Meine Herren! Ich bitte um die Crlaubnis, dem Dank der Gäste, die der Deutsche Landwirtschaftsrat an dieser festlichen Tafel um sih versammelt hat, herzlihen Ausdruck zu geben, Ihr verehrter Herr Vorsitzender, der Graf von Schwerin-Löwihz ha uns von dem gegenwärtigen Stand der deutschen Landwirtschait ein erfreuliches Bild gegeben. Wir alle, die wir den heimisdjen Boden bebauen, sind es zufrieden, daß die Zeiten vorüber 1d, wo die Landwirtschaft scharf um ihren Plaß, um die Anerkennung ihrer Bedeutung im nationalen Wirtschastsleben Deutschlands zu kämpfen hatte. Die Besserung der De fann die deutshe Landwirtschaft um so offener anerkennen, als e dabei gewiß sein darf, daß darum die Regierung in ihrer Fürsorge fie, die Landwirtschaft nit nachlafsen wird. Jm Gegenteil, da Erfolg der Maßregeln zur Förderung und zuni Gedeihen der lan
wirtschastlihen Arbeit bestärkt sie nur in dem Vorsaß, auf dem be- Nun hat uns aber der Graf von SŸhwerin über den Kreis der landwirtschaftlihen Interessen Gute Ernte, die Gesamtzensur zu sein, die er dem abgelaufenen Jahre ausstellte. Ich will è Zustände ge- ringer darstellen, als sie sind, In einem, in dem Hauptpunkt sind wir jedenfalls alle einig. Das ist der durch große Wahlerfolge ge- steigerte Hochmut einec Partei, deren Bestrebungen darauf hinaus- gehen, die Fundamente des Reiches und unserer Monarchie zu unter- höhlen. Da gibt es kein Paktieren, sondern nur Kampf. Ich nehme mutigen und fiegbzrwußten Worte des Grafen Schwerin zum Pfande dafür, daß die deutschen Landwirte in diesem Kampfe immer in vorderster Reihe stehen werden. Und er hat ret, mit WVerdrossenheit können
Wir leben in einer Zeit i Ich will ini in Jhrem Kreis und als ein gern und dankbar gekommener Draußen im Lande sind mir ja au In folchen Zeitläufen pflegen wir
währten Wege weiterzuschreiten.
hinaus geführt auf das weitere politishe Feld. ernste politisWhe Zeiten! So \chien mir nicht die Schwierigkeiten
unserer inneren
die entschiedenen,
meine Herren, denn mit Mißmut, wir in diefem Kampfe nicht siegen. der Unlust an dêm Gang der innerpolitishen Geschäfte.
Gast nicht \{äcfer ausdrücken. andere Tône entgegengeshlagen. Deu!sche uns leider bescnders liebevoll in unsere, eigenen Shwächen zu vertiefen. Und so hat sich auch jeßt wieder, ebenso wie es bei \chlechtem Wetter alte Leibes\chäden und auch {on vernarbte Wunden tun, die alte deutsche Nationalsünde des Partikularismus neu gemeldet. Die „Ttio in partes“ ist zwar ein altes Institut, aber es versagt, wenn der Gegner massiert dastcht. Mit staatlicher Ab- fonderung und Vereinzelung legen wir nur die Kräfte, die wir ge- sammelt brauchen, in unfruhtbaren Gegensäßen fest. Hier, meine Derren, im Kreise des deutshen Landwirtschaftsrats — das zeigen deutlich die sympathishen Ausführungen des Freiherrn von Cetto, die fo lebhaften Anklang fanden — fragea wir jedenfalls nicht nah Stamm und Art. Hier arbeiten wir an gemeinsamen Aufgaben in dem Bewußtsein, damit staatserhaltende Arbeit für das ganze Neich zu tun. In diesem Kreise wird es daun au richtig verstanden werden, wenn ih frage: follen wir gegen die Ausartung demokratisher Ein- rihtungen, die die Schöpfer des Reichs in der ausgesprechenen Absicht geschaffen haben, die partikularistishen Neigungen der deutschen Stämme niederzuhalten, sollen wir da Hilfe und Abwehr suchen in der Neukbelebung ebensolcher partikularistischen Tendenzen 2 Erinnern wir uns doch an das, was uns in den leßten Jahrzehnten au über die politischen Gegensäße hinweg einig und stark gema§t hat und uns auch in der Gegenwart einig und stark erhält und erhalten muß. Das ist die Arceit, in der die Gisamtheit der wirtschaft- lien und politischen Kräfte der Nation frei geworden ist und im Dienst jedes heimishen Fleiß:s wte weltum)pannender Unternehmungen rastlcs nah immer neuer Betätigung drängt. Dabei ist manchcs Alte, manches Gute, manches Liebgewordene zerstört worden in der Hast und Intensivität unserer Entwicklung. Ich ent- finne mi — es mag ein Jahrzehnt her sein — von einem märkischen Landwirt gehört zu haben: „Zuckerrüben baue ih nit. Dann ist es mit der alten Freude, mit dem alten Behagen des ländlichen Lebens vorbei,“ Der Mann mag vielleiht mit dieser Absage an die Inten- sivität nicht so unrecht gehabt haben, aber unser heutiges Leben zwingt uns in andere Bahnen. Wie viele neue Aufgaben jeder neue Tag jedem Beruf stelli, darüber brauche ich vor Ihnen nit zu sprechen. Die gewaltigen Fortschritte der deutschen Landwirtschaft {find eln beredtes Zeugnis dafür, mit neuen Erfindungen, mit neuen Ent- wicklungen, mit neuen Zuständen sich ntcht abzufinden, sondern sie auszunuten, sie zu meistern, das ijt die uns täglich neu ent- stehende Aufgabe. Und der Geist jolher Arbeit, der auf allen Ge- bieten des wirtschaftlihen und kultuzellen Lebens {hafffend und neu aufbauend wirkt, der wird im Zufammensch{luß aller besonnenen und von Staatsbewußtsein getragenen Elemente im ganzen Neich auch stark genug sein, um die Kräfte niederzuhalten, die in der gärenden Entwicklung unserer Zeit das Gefüge unseres \taat- lien Baues nicht festigen und bessern, sondern lockern und nieder- reißen wollen. Graf Schwerin hat gut getan, daran zu er- innern, daß der deutshe Reichstag im vorigen Sahre in statkèr Entiscélußkraft die größte aller LWehrvorlagen zum Schuß des Deutschen Reichs bewilligt hat. Und, meine Herren, wenn Sie nh tem Ergebnis Ihrer eigenen Tätigkeit zuwenden: ein gut Teil bleibt Jahr für Jahr dem Segen oder Unsegen höherer Gewalten vorbehalten. Von dem übrigen, was als Ihre eigenste Leistung verbleibt, können auh Sie mit s\tolzer Befriedigung sagen: aud) hier ist deutscher Fleiß, deutshes Wissen, auch hier die ewig frische Tüchtigkeit unseres Volkes. Daß das immer fo bleiben möge, das ift unser aller Wunsh. Ich bitte Ste, erheben Sie Ihre Gläser und stimmen Sie mit mir ein in den Ruf: die deutshe Landwirtschaft E o der Deutsche Landwirtschaftsrat, sie leben hoc, od), Bod)!”
Ein- und Ausfuhr von Getreide und Kartoffeln in Antwerpen im Januar 1914, Einfuhr: Nog gen: etwa §4 000 dz, davon au Deut OIanD e N E Ua e Ode L Weizen: etwa 1266 000 dz, davon aus WEULIMland 6 Rumänien . C den Vereinigten Staaten von Amerika . Uten «4 p O Va A den Niederlanden . « Australien . C Gerste: etwa 279 000 dz, davon aus DeutscchMland ¿s Numänien « é De U a a 6s Ute a6 24 310 Ua 4 e v 20 490 Ha fer: etwa 52000 dz, davon aus Du IMlaud «44 L Ä 650 den Niederlanden « » N 5 1 Rußland A Mais: ctwa 748000 dz, davon aus Deut @land e Argentinien Rumänien . DLURIONO S N SOUIOOIIEN S t Es der Südafrikanishen Union . . Kartoffeln: etwa 3000 dz aus den Niederlanden.
Ausfuhr: NÑoggen: etwa §000 dz, davon nah DLUt Blan 4 Weizen: etwa 94000 dz, davon na Uan «40 den Vetedertanden « «+ ch4 Gerste: etwa 22000 dz, davon nach WDEUtMland 4% Mais: etwa 37 000 dz, davon nah Deutschland . ¿ den Niederlanden S o Ca L es A Kartoffeln: etwa 13 000 dz, davon nah E Ia UO e L 10 dz den Vereinigten Staaten von Amerika 7890
16 520 dz 21900 4 28070 ,
26 740 645 740 188 590 185 570 182 400
5 9090 190 710 24 680
4 190 938 690 . ’ 151 990 ° 22 320 16 390 11 560
s o s. s o. o
73 740 17 500
18 170 17 030
8040 6 990
. s . “ -
Staatsanzeiger“ ausliegen, können en Wochentagen in dessen Expedition während der Dienststunden von 9—3 Uhr eingesehen werden.)
19. Februar 1914: Bürgermeisteramt in Lamon. Bau von 3 _Schulhäufern. Voranschlag 58 000 Lire, bezw. 25 650 Lire, bezw. 17 500 Lire. Vorläufige Sicherheit 2900, bezw. 1282,50, bezw. 875 Ltre; endgültige 5800; bezw. 2565, bezw. 1750 Lire. Näheres in ital. Sprache beim „Reichsanzeiger“.
19. Februar 1914, Vormittags 10 Uhr: Bürgermeisteramt in Cervicati: Bau einer Wasserleitung. Voranschlag 66 900 Lire. Zulassungsanträge und Zeugnisse usw. bis 14. Februar 1914. Vor- läufige Sicherheit 3000 Lire, endgültige /,4 ber Zuschlagssumme, Näheres in italtenisher Sprache beim „Reichsauzeiger“.
Bürgermeisteramt in Neapel: Umbauten an dem Hospital „Domenico Cotugno* in Neapel. Voranschlag 696 969 40 Lire. Zu- lassungsanträge und Zeugnisse usw. bis spätestens 21. Februar 1914. Sicherheit 70 000 Lire.
21. Februar 1914, Vorm. 11 Uhr: Bürgermeisteramt in Chia- ravalle Centrale. Bau einer Wafßerleitung. Voranschlag 97 900 Lire, und Bau von Kanalisattionsanlagen, Voranschlag 81 600 Lire. Vorläufige Sicherheit 4500 Lire, endgültige /;6 der Zuschlagssumme. Kontraktspesen 300 Lire. Näheres in ital. Sprache beim „Reichsanzeiger“.
23. Februar 1914, Nachmitiags 4 Uhr: Ebenda. Lieferung des Bedarfs an: Benzin 73 L:e für den Doppelzentner; Petroleum zum Netnigen 43,90 Lire für den Doppelzentner; leitflüssigen Oelen 63 Lire für den Doppelzentner; kbalbdickflüssigen Oelen 69 Lire für den Doppelzentner; Pußlappen 55 Lire für den Doppelzentner für die städtischen Automobile auf die Dauer von einem Jahre. Vor- lâufige Sicherheit 4000 Lire. Näheres in italienischer Sprache beim
2. Värz 1914, Vormittags 10 Uhr: Königlie Präfektur in Neapel. Verstärkung und Neuordnung des linken Flügels des Gebäudes Sanseverino, Sitz des großen Staatsarchivs in Neapel. Voranschlag 267 797,89 Lire, Zulassungeanträge und Zeugnisf! 2c. bts 21. Februar 1914, Vorläufige Sicherhelt 12000 Lire, endgültige '/1o der Zuschlagssumme. Kontraktspesen 6000 Lire. Näheres in italienisher Sprache beim „Neichsanzeiger“.
3. März 1914, Vormittags 10 Uhr. Zentralmilitäravotheke in Turin: Lieferung von Behältern aus Glas, Porzellan, Maiolika und Steinzeug (grès), Wert 7000 Lire, Sicherheit 700 Lire; Kisten und Klstchen zum Verpacken, Wert 10 090 Lire, Sicherheit 1000 Lire; Körben aus Weldengefl-cht, Wert 2000 Lire, Sicherheit 200 Lire: Korkpfropfen, Wert 3000 Lire, Sicherheit 300 Lire: feinem und ver- gálltem Alkohol, Wert 30 000 Lre: Sicherheit 3000 Lire : Glastuben, Wert 6000 Lire, Sicherheit 600 Lire; Pappschahhteln, Wert 6000 Lire, Sicherheit 600 Lire; 50 000 Stück weiße Seife, Sicherheit 750 Lire; 2900 kg Kognak, Sicherheit 650 Lire. — Näheres in ttalienischer Sprache beim „Reichsanzeiger“.
6. März 1914, 12 Uhr. Stadthaus Antwerven: Erriltung von 2 Schuppen in Eisenkonstruktion am westlihen Quai des Basasin Canal (Vér. 81 und 82). Voranshlag 417500 Fr. Sicherheits- leistung 32 000 Fr. Lastenheft für 2 Fr. erhältliß im Stadthaus Antwerpen, daselbs auch Pläne.
Bulgarien, 6. März 1914. Kreisfinanzverwaltung in Softa: Ueferung von 50 000 kg rofa und 30.000. kg -graver Pappe für die Staats- druckerei. An)chlag 27 500 Fr., Sicherheit 1375 Fr.
9. März 1914. Ebenda: Lieferung von 3400 000 Stöck ver- schiedener Briefumschläge für die Staaisdruckerei. Anichlag 38 600 Fr., Stcherheit 5 v. H. des Angebots. Die Lastenhefte sowie Muster der obigen Waren liegen an Werktagen in der Dircktion der Staats- druckteret zur Einsicht aus. - - ;
Generaldirektion der Hedjazbabn in Konstantinopel: Ver- gebung der Lieferung von 150000 Eiscnbahnshwellen aus Metall nebst Zubehör sowie von Speisekesseln und Ersaystücken. Angebote in versiegeltem Umschlag bis zum 25 Februar 1914 an tie genannte Generaldireftlon, Parm.ak-Kapou, Avenue du Théûtre, woselbst näheres, Sicherheit 15 9/6.
Griechenland. Ministerium des Innern in Athen : Ueferung von zwei Kranen von 10 bezw. 6 Tons Tragfähigkeit für die Trockendoks in Piräus. Zur Konkurrenz werden Gigentümer, Direktoren oder Vertreter von Spezialfabriken zugelassen, die in der Lage sind, die Aufstellung von Kranen auch anderwärts nachzuweisen. WVerslegelte Angebote bis 1. (14) März 1914 Mittags. Sicherheit 10 000 Dramen. Näheres beim „Reich8anzeiger“.
Am 13 /26. Februar 1914, ‘Vormittags 10 Uhr. der Negie der Staatsmonopole in Bukarest: Lieferung von 80 000 kg Salpeter. Die allgemeinen und besonderen Lieferungs- bedingungen sind bei der obigen Generaldirektion (Serviciul Exploatarii) erhâlili.
Handel und Getwerbe,
(Aus den im Reichsamt des Innern zusammen- gestellten „Nachrichten für Handel, Jndustrie und Landwirtschaft")
Beschränkung der Einfuhr und der Anpreisung von ausländischen Arzneimttteln. Das Sozial- und Industrie- departement hat auf Grund des Gefsezes über die Einfuhr von Upothekenwaren fowie über den Handel mit Giften und Geheim- mitteln ein Verbot gegen den Handel mit Mirtilline und Kephadol erlassen. Das Verbot tritt am 15. Februar 1914 in Kraft. Auf Grund des § 3 des Gesetzes ift die Aufnahme von Bekanntmachungen über irgendwelche Mittel, deren Vertrieb verboten ist, in Zeitungen oder Zeitschriften nicht statthaft.
Gleichzeitig wird darauf aufterksam gemaht, daß Waren, die gemäß § 1 des obengenannten Gesetzes den Nyothekern für den Klein- verkauf vorbehalten sind, niht von anderen Personen eingeführt werden dürfen als von Ypothekern oder unter gewissen Bedingungen von | Fabrikanten und Handwerkern, Vorstehern wissenschaftlißer Anstalten und Laboratorien, Handelsberechtigten sowie [{chlicßlich von Personen, die dazu besondere Königliche Genehmigung erhalten haben. Auf Grund des § 3 des Geseßes dürfen in Zeitungen oder Zeitschriften feine Bekanntmachungen aufgenommen oder verbreitet werden, worin zur Einfuhr von Apothekerwaren in Widerspruch mit § 1 des Gesetzes aufgefordert wird.
Danach ist also die Aufnahme von Bekanntmachungen aus dem Ausland in Zeitungen verboten, worin die Zusendung der in Betracht kommenden Arzneimittel an jedermann unter einer in der Bekannt- machung angegebenen “Adresse gegen Vorauszahlung an den aus- ländischen Fabrikanten „oder Verkäufer in Aussicht gestellt wird. Solche Zusendungen find: gegebenenfalls von der Zollverwaltung an- zuhalten und dem zuständigen Adressaten nitt ausuhändigen. (Morgenbladet.)
Bestimmungen über ‘die Normalbeschaffenheit von Nahrungsmitteln. Die Bestimmungen über die gesundheitliche Ueberwachung der Herstellung von Nahrung8mitteln und des Handels mit Nahrungsmitteln und Getränken find hinsichtlih der Einfuhr
(Beritht des Kaiserlihen Generalkonsuls in Antwerpen vow 6, Februar 1914.) L
Die näheren Angaben über Verdingungen, die beim „Reichs- und in
| Dana darf Rohkaffee mit einer Beimengung von mehr als
8 v. H. Fremdstoffea, zu denen ‘auch {lechte Bohnen, Schalen und Bohnenabfälle gerechnet- werden, - nicht gebandelt und nit eingeführt werden. Ferner ist verboten; mit- Rohfkaffee zu handeln, der ver- dorben oder beschädigt, oder mit Rolkaffee, der gefärbt oder teil- weise geröstet oder einer Bearbeitung dur Polieren oder Glänzend- machen unterworfen worden ist, wodur ihm fremde Stoffe hinzu- gefügt worden sind, oder der ein s{lechtes Aussehen hat oder aus künstlihen Bohnen bestebt oder mit solhen durhsezt ist, ober mit Kaffee, dem das Koffeïn ganz oder teilweise entzogen ift. „Koffeïnfreier Kaffee“ fann mit besonderer Erlaubnis der Gesundheitsabteilung gehandelt werden, wenn er als folher angemeldet und mit dieser Bezeichnung verkauft wird. Nohkaffee darf niht mehr als 14 v. H. Wasser, 5 v. H. Mineralsioffe und 0,6 v. H. Chlor ent- halten. Ger östeter Kaffee darf nicht mehr als 5 v. H. Wasser enthalten. Er darf wit gereintgtem, unverdorbenem Fett leit geölt oder zur Erhaltung des Wohlgerulßs mit einer Zuckerlösung be- handelt sein. Gerösteter Kaffee darf keine verdorbenen ober be- schädigten Bohnen enthalten, er darf au nit mit anderen Körnern (Gerste, Hafer usw.) vermischt sein. Es ist verboten, gerösteten Kaffee, der mit anderen gerösteten Samen vermischt ist, zu mahlen oder damit zu handeln, auch dürfen dem gemahlenen Kaffee fremde Stoffe, wie pulverisierte Samen oder Pflanzenteile, Stärkestoffe, Mineral- stoffe oder Kaffecersagstoffe nicht beigefügt werden.
…_ Als Kafseeersaßzstoffe gelten Zichorie, die nit mehr als 15 v. H. Wasser und 8 v. H. Mineralstoffe enthält, ferner ver- schiedene Früchte, Samen, Getreide und Mischungen davon in ge- röstetem, gepulvertem oder gemahlenem Zustand. Er aßstoffe dürfen nur gehandelt und verkauft werden in Paketen, welche den Namen des Pverstellers, die Art des Stoffes oder der Mischung und ihr an- teiliges Verhältnis unter Namhaftmahung der Bestandteile an- geben. Wenn Kaffee mit einem Ersaßstoff gemischt ist, so darf die Mischung nur in Paketen verkauft werden mit der Aufschrift „Kaffce- ecsazstofff“ unter Angabe der in dec Mischung enthaltenen Mengen an Kaffee und anderen Stoffen. Es ist verboten, mit Kaffeeersatz- stoffen zu handeln, wenn die Aufschrift der Pakete nicht mit der Zu- fammensezung übereinstimmt, ferner auß mit folen, die aus be- shädigten, verdorbenen oder wertlosen Stoffen wte Fruhthülfen usw.
zubereitet sind. (The Board of Trade Journal.)
Galizkten,
Konkurs ist eröffnet über das Vermögen der Kreditanstalt in Mikulince, registriert unter der Firma Kredit- Anstalt G. m. b. H. in Mikulince, mittels Beschlusses des K. K. Kreisgerichts, Ab- teilung IV, in TZarnopol vom 3. Februar 1914. — Nr. 8. 3/14 (1). R Provisorither Konkursmasseverwalter: Dr. Leon Noßberger in Mikulioce. Wahltagfahrt (Termin zur Wahl des desinitiven Kon- fursmasseverwalters) 19. Februar 1914, Vormittags 10 Uhr. Die Forderungen sind bis zum 16. März 1914 bei dem genannten Ge- rihte oder bei dem K. K. Bezirksgerihte in Mikulince anzumelden ; in der Anmeldung ist ein in Mikulince wohnhafter Zustellungs- bevollmächtigter namhaft zu maten. Liquidierunastagfahrt (Termin zur Feststellung der Ansprüche) 20. März 1914, Vormittags 10 Uhr.
Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts ' am 11, Februar 1914:
Nuhrrevier Oberschlefishes Nevier Anzahl der Wagen Gestellt 29956 13 208 Nit gestellt e
_ — Ueber zweifelhafte ausländische Firmen in Harbin in China (Herrenhüte, Schreibwaren, Konfektion, Manufakturwaren, Juwelierwaren, Damenhüte und Modewaren, Apyothekerwaren, Musik- instrumente, Phonographen, Herrenwäsche), Budapest (Export) sind den Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin Mitteilungen zugegangen. Vertrauenswürdigen Interessenten wird im Zentral- bureau der Korporation, Neue Frfedrichstraße 51 1, an den Werk- tages zwischen 9 und 3 Uhr mündlich oder schriftli nähere Auskunft gegeben.
_— Die Generalversammlung der Berliner Hagel- Assecuranz-Gesellshaft von 1832 genehmigte nach den Vor- \{lägen der Verwaltung die Verteilung einer Dividende von 270 46 für die Aktie. Der Jahresgewinn beträgt 1189 955,99 4. Ent» sprechend den statutarishen Bestimmungen find davon dem Reserve- fonds 319 841,45 M überwiesen.
— In der am 11. dieses Monats abgehaltenen Aufsihtsrats- sißung der Freiberger Papierfabrik zu Weißenborn ge- langte der Rechnungsabschluß für das vergangene Jahr zur Vorlage. G8 wurde beschlossen, aus dem 254 696,89 „4 betragenden Nohgewinn, nah Vornabme der Abschreibungen und Nü@Xstellungen für das Jahr S eine Dividende von 8 9/0, wie im Vorjahr, zur Verteilung zu ringen.
— In der gestrigen Sitzung des Aufsichtsrats der Delmen- horster Linoleum-Fabrik (Ankermarke) wurde klaut Meldung des „W. T. B.“ aus Bremen bes{chlossen, der auf den 14. März ein« zuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende bon 22%/0 (im Vorjahre 28 9%) bei reihlihen Abschreibungen vors
zuslagen.
New York, 11. Februar. (W. T. B.) Zur Pflege und För- derung der deutsch-amerikanishen Handelsbeziehungen sowie zum Schvte der kommerziellen Interefien ist unter den Staats geseßen New Yorks eine Chamber of German-American Commerce gegründet worden. Es wtrd au ein Zusammenarkbeiten mit der amerikanischen Handelskammer in Berlin und der Deutschen Gesellschaft für Welthandel erstrebt. i — In der vorgestrigen Aufsihtsratesitzung des Elberfelder Bankvereins, Elberfeld, wurde der Abschluß für 1913 vorgelegt, der u. a. folgende Zahlen aufweist: Zinsgewinn 489 686 4 (geaen 460 812 J in 1912), Provisionêgewinn 266 770 (289 820) 6, Un« kosten eins{ließlich Neucinrihtungen 204 348 (191 342) 46, Steuern 39 936 (35 923) 4, Kursverlust an eigene Effekten 8389 (0) M, Dividende zu 54% von 6 Millionen Mark 330 000 46 (wie im BVor« jahre), Vortrag auf neue Rechnung 34 046 (23 419) 46.
Berlin, 11. Februar. Bericht über Sveisefette von Gebr. Gaufe. Butter: Bei andauernd \{chwadem Konsum und unverändert großer Produktion war es nicht mögli, die Etnaänge feinster Butter zu raumen und mußte die Notierung einen Nückgang erfahren. Für rusfishe Butter ist noch immer keine Nachfrage. Die heutigen Notierungen sind: Hof- und Genofsenschaftsbhutter La Qualität 124—126—128 A, Ila Qualität 120—126 4. — Schmalz: Die Schweinepreise waren in Amerika weitersteigend. Die Preise für Schmalz waren infolge von Verkäufen zunächst etwas niedriger, zoacn dann aber, von dem festen S{weinemarkt beeinflußt, wieder an. Die heutigen Notierungen find: Choice Western Steam 621—632 „46, amerikanisches Tafelschmalz Borussia 647 4, Berliner Stadts{malz Krone 64—70 4, Berliner Bratenshmalz Kornblume 642—70 #6, — Sped: rubig.
AmtlichGer Marktbericht vom Magerviehhof in Friedrichsfelde. S{Wweine- und Ferkelmarkt am Mittwoch, ‘den 11. Februar 1914,
Auftrieb Veberstand S@hweine « 857 Stück — Stüdt Merle «5 1000
usw. von rohem, geröstetem, gemahlenem. Kaffee und von Kaffecersatz-
stoffen geändert worden,“ ¿
Verlauf des Marktes: Langsames Geschäft; Ferkel rege

References: §4
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