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Timestamp: 2019-06-20 10:17:42+00:00

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BGH, 14.05.1998 - IX ZR 56/95 - dejure.org
https://dejure.org/1998,293
BGH, 14.05.1998 - IX ZR 56/95 (https://dejure.org/1998,293)
BGH, Entscheidung vom 14.05.1998 - IX ZR 56/95 (https://dejure.org/1998,293)
BGH, Entscheidung vom 14. Mai 1998 - IX ZR 56/95 (https://dejure.org/1998,293)
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Bürgschaftsvertrag - Haustürgeschäft - Absicherung einer Verbindlichkeit
Kein Haustürgeschäft bei in der Wohnung abgeschlossenem Bürgschaftsvertrag zur Sicherung einer nicht als Haustürgeschäft eingegangenen Verbindlichkeit ("Dietzinger")
Anwendbarkeit des Haustürwiderrufsgesetzes auf Bürgschaften
§ 1 I HWiG; Art. 1 I Richtlinie 577-85-EWG; Art. 177 EWGV; § 139 BGB; Art. 100 I GG
Bürgschaftsübernahme als Haustürgeschäft
Bürgschaftsvertrag und Haustürgeschäftewiderrufsgesetz
HWiG § 1 Abs. 1; EWG -RL 577/85 Art. 1 Abs. 1
Anwendbarkeit des HWiG auf Bürgschaftsverträge zur Absicherung von Verbindlichkeiten im Rahmen der Erwerbstätigkeit des Hauptschuldners
Bürgschaft; Anwendbarkeit des Haustürwiderrufsgesetzes
Anwendbarkeit des HWiG und der zugrundeliegenden EG-Richtlinie 85/577/EWG auf Bürgschaften
Gesetz über den Widerruf von Haustürgeschäften, § 1
EuGH, 17.03.1998 - C-45/96
BGHZ 139, 21
NJW 1998, 2356
ZIP 1998, 1144
MDR 1998, 1019
EuZW 1998, 511
WM 1998, 1388
BB 1998, 1441
BB 1998, 1761 (Ls.)
DB 1998, 1553
DB 1998, 2001
ZfBR 1998, 250
a) Allerdings scheitert ein Widerrufsrecht des Beklagten zu 3) nicht schon daran, dass - wie das Berufungsgericht unter Berufung auf BGHZ 139, 21 gemeint hat - der durch die Bürgschaft gesicherte Vertrag nicht nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 HWiG a.F. widerrufen werden konnte.
a) Das Widerrufsrecht eines Verpfänders gemäß § 312 Abs. 1 Satz 1 BGB hängt nicht von der Verbrauchereigenschaft des persönlichen Schuldners oder einer auf diesen bezogenen Haustürsituation ab (Abweichung von BGH, Urteil vom 14. Mai 1998 - IX ZR 56/95, BGHZ 139, 21).
Die Bestellung eines Pfandrechts falle ebenso wie eine Bürgschaftserklärung (EuGH WM 1998, 649, 651; BGHZ 139, 21, 25 f.) nur dann in den Anwendungsbereich des Haustürwiderrufsgesetzes bzw. des § 312 BGB, wenn das Pfandrecht eine Verbindlichkeit sichere, die ein Verbraucher im Rahmen eines Haustürgeschäfts gegenüber einem Gewerbetreibenden als Gegenleistung für Waren oder Dienstleistungen eingegangen sei.
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat zwar im Anschluss an das Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) vom 17. März 1998 (WM 1998, 649 ff.) entschieden, dass ein Bürgschaftsvertrag, der zur Absicherung eines gewerblichen Kredits geschlossen wird, kein Geschäft im Sinne des § 1 Abs. 1 HWiG sei (BGHZ 139, 21, 24 ff.).
Sie besteht unabhängig davon, ob die Hauptschuld ein Verbraucherdarlehen oder ein gewerblicher Kredit ist und ob der Hauptschuldner ebenfalls durch eine Haustürsituation zum Vertragsschluss bestimmt worden ist (Reinicke/Tiedtke DB 1998, 2001, 2003; Drexl JZ 1998, 1046, 1056).
Davon ist hier unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte des Haustürwiderrufsgesetzes (vgl. Reinicke/Tiedtke DB 1998, 2001, 2002) sowie zur Vermeidung unerträglicher Wertungswidersprüche auszugehen.
Eine Vorlage an den Großen Senat des BFH ist deshalb in Fällen dieser Art weder nötig noch zulässig (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 14. Mai 1998 IX ZR 56/95, BGHZ 139, 21, Betriebs-Berater 1998, 1441, unter I.5.a; Urteil des Bundessozialgerichts vom 29. Januar 1974 8/2 RU 226/72, BSGE 37, 88, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1974, 1063, Leitsatz 1).
a) Die Bürgschaft begründet eine von der Verbindlichkeit des Hauptschuldners verschiedene, einseitig übernommene Verbindlichkeit des Bürgen (BGHZ 113, 287, 288; BGH, Urt. v. 14. Mai 1998 - IX ZR 56/95, WM 1998, 1388, 1389, z.V.b. in BGHZ).
Der hier in Betracht kommende Schuldmitübernahme- oder Bürgschaftsvertrag, der weder einer gewerblichen noch einer selbständigen beruflichen Tätigkeit des Beklagten zugerechnet werden kann, ist ein Vertrag über eine entgeltliche Leistung (vgl. BGHZ 165, 363, 367 f.; 139, 21, 23 f.; BGH Urteil vom 9. März 1993 - XI ZR 179/92 - NJW 1993, 1594, 1595; EuGH NJW 1998, 1295, 1296 zur Auslegung der Richtlinie).
Auch der Hauptschuldner hat sich nicht im Rahmen eines sogenannten Haustürgeschäftes verpflichtet (vgl. BGH 14. Mai 1998 - IX ZR 56/95 - BGHZ 139, 21, 22 ff.;… Palandt/Putzo BGB 59. Aufl. Einl. vor § 1 HausTWG Rn. 6 mwN).
Zwar handelt es sich bei einem Bürgschaftsvertrag nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes um einen Vertrag über eine entgeltlichen Leistung im Sinne von § 312 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 BGB (BGH, Urteil vom 14. Mai 1998, Az. IX ZR 56/95, NJW 1998, 2356, 2356, Bezug nehmend auf EuGH…, Urteil vom 17. März 1998, Az. Rd. C-45-96, NJW 1998, 1295, 1296 Rdnr. 23; BGH, Urteil vom 10. Januar 2006, Az. XI ZR 169/05, NJW 2006, 845, 845 f.; so auch OLG Düsseldorf…, Urteil vom 1. April 2015, Az. VI U (Kart) 19/14, zitiert nach juris Rdnr. 26, …und Urteil vom 25. September 2012, Az. 24 U 4/12, zitiert nach juris Rdnr. 30).
OLG Frankfurt, 23.05.2006 - 9 U 45/05
Anwendbarkeit des Haustürwiderrufsgesetzes auf Bürgschaftsverträge
BGH, 25.10.2001 - IX ZR 95/99
LG Berlin, 08.06.2004 - 65 S 26/04
Mietrecht - Widerruf einer anlässlich der Wohnungsabnahme getroffenen …
BGH, 18.06.1998 - IX ZR 95/96
Widerrufsrecht hinsichtlich einer Bürgschaft

References: § 1
 Art. 1
 Art. 177
 § 139
 Art. 100
 § 1
 Art. 1
 § 1
 § 1
 § 312
 § 312
 § 1
 BGH 
 EuGH 
 BGH 
 § 1
 § 312