Source: http://bulaland.de/wann-benoetige-ich-eine-versicherung-und-aufstiegsgenehmigung-fuer-meine-drohne/
Timestamp: 2018-02-24 09:50:55+00:00

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Versicherung und Aufstiegsgenehmigung für Drohnen: Was ist zu beachten ? - Bulaland
Quadrocopter habe ich ja einige hier auf der Seite vorgestellt, aber eine Versicherung oder Aufstiegsgenehmigung war hier noch nie ein Thema. Eine „richtige“ Drohne, die auch autonom fliegen kann, habe ich erst seit kurzem in Form einer DJI Phantom 3 4K. Da wir ja nicht in einer Bananenrepublik leben, ist in Deutschland alles mehr oder weniger durchreguliert und so auch in Sachen Drohnen oder unbemannten Flugsysteme wie sie auch genannt werden. An dieser Stelle gleich der Hinweis, dass diese Infos hier sich rein auf Deutschland beziehen und natürlich keine Rechtsberatung darstellt. Es gibt noch keine einheitlichen Regelungen innerhalb der EU, insofern solltet ihr euch nochmals individuell informieren, wenn ihr mal im Urlaub eine Drohne im Ausland steigen lassen wollt. Das kann nämlich schnell teuer, wenn man nicht aufpasst. Letztendlich kommt es darauf an, ob man die Drohne für Freizeit und Sport nutzt oder gewerbliche Absichten hat. Auch das Gewicht der Drohne und eine angebrachte Kamera sind weitere Kriterien bei der Frage, ob man sich versichern muss und ob man eine gesonderte Aufstiegsgenehmigung benötigt oder nicht. Mehr dazu aber gleich im Detail.
Flugmodell oder unbemanntes Luftfahrtsystem ?
Das LuftVG regelt erstmal die Nutzung von allen Luftfahrzeugen im deutschem Luftraum. Im Prinzip die StVO der Lüfte. Dabei gilt, dass alles erstmal erlaubt ist, sofern es nicht durch irgendwelche Vorschriften oder Gesetze verboten ist.
§ 1 (1) Die Benutzung des Luftraums durch Luftfahrzeuge ist frei, soweit sie nicht durch dieses Gesetz, durch die zu seiner Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften, durch im Inland anwendbares internationales Recht, durch Rechtsakte der Europäischen Union und die zu deren Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften beschränkt wird.
Für Drohnen stellt sich hier die erste Frage, ob es sich um Flugmodelle oder um unbemannte Flugsysteme handelt, was sich dann in § 1 Abs. 2 Satz 3 LuftVG wiederfindet.
Hier wird rein nach dem Zweck der Nutzung unterschieden. Nutzt man die Drohne rein als Sport oder zur Freizeitgestaltung gelten diese als Flugmodelle, ansonsten als unbemannte Luftfahrtsysteme. Dies hat insofern später Auswirkung, ob ich ein Gerät ohne zusätzliche Erlaubnis aufsteigen lassen darf oder nicht. Hier gleich der Hinweis, wenn ihr vor habt die Drohne gewerblich zu nutzen, seid ihr gleich bei den Regelungen für die unbemannten Luftfahrtsysteme.
Die Versicherungspflicht ist ebenfalls eine sehr diskutierte Thematik. Gem. § 2 Abs. 1 Nr.3 LuftVG iVm § 43 LuftVG ist es notwendig, dass der Halter eines Luftfahrzeugs über die entsprechende Privathaftpflichtversicherung verfügt, wie man es ja auch vom Auto schon kennt.Von der Deckungssumme sollte hier mindestens 1 Mio EUR im Raum stehen. Hier ist zu beachten, dass gem. § 106 Abs.2 Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftzVZO) eine Bestätigung der Haftpflichtversicherung immer mitzuführen ist. Diese sollte man bei der Versicherung anfragen, wenn man nicht gerade die komplette Police mit sich rumschleppen möchte.
Die meisten von euch sagen sich jetzt wahrscheinlich „Hey ich hab doch eh eine Haftpflichtversicherung“… Pustekuchen. Leider ist in 99.9% der Fällen das Thema Drohnen hier bewusst ausgeklammert, weswegen es auch einen Haufen von verschiedensten Versicherungen für Drohnenflieger gibt. Ich persönlich halte nichts von expliziten Drohnenversicherungen und schaue, dass ich das mit einer normalen Haftpflicht abdecken kann. Hier muss man aber ganz genau auf die Details achten. Eine Drohnenversicherung ab 70 EUR gibt es bei versichertedrohne.de,
Wem das nicht reicht, kann sich auch noch gleich eine Kaskoversicherung für die Drohne abschließen, die dann auch Schäden an der eigenen Drohne bezahlt. Ist letztendlich wie bei einem Auto und macht auch nur dann Sinn, wenn man eine wirklich wertvolle Drohne im Einsatz hat.
Gem. § 20 Abs.1 Nr. 7 der LuftVO ist der Aufstieg eines unbemannten Flugsystems erlaubnispflichtig. Wenn oben bei eurer Prüfung rauskam, dass ihr eigentlich nur ein Flugmodell habt, da ihr die Drohne nur zu Sport und Freizeitzwecken nutzt, dann braucht ihr keine gesonderte Aufstiegsgenehmigung, sofern eure Drohne nicht mehr als 5 kg wiegt, ihr euch nicht näher als 1.5 km an irgendwelche Flughäfen und Flugverbotszonen ranwagt, nicht über Menschemengen fliegt und auch sonst eure Drohne nur auf Sicht fliegt, d.h. nicht weiter weg als 100m. Ach ja, sollte eure Drohne einen Verbrennungsmotor oder Raketenantrieb haben, benötigt ihr wiederum eine Genehmigung.
Wie bereits oben erwähnt ist bei der Erteilung der Erlaubnis zum Aufstieg von unbemannten Luftfahrtsystemen der Zweck der Nutzung wichtig, wie man es auch in der Infobroschüre des Bundesverkehrsministeriums lesen kann. Ist hingegen ein anderer Zweck vorgesehen, z.B. Luftbildaufnahmen, Forschungszwecke, Inspektionen, handelt es sich um ein unbemanntes Luftfahrtsystem. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltet ihr hier bei der entsprechenden Behörde nachfragen. Meist ist das jeweilige Regierungspräsidium verantwortlich für die Ausstellung einer Aufstiegsgenehmigung. In Hessen macht das entweder das RP Darmstadt oder Kassel.
Geht mal davon aus, dass wenn ihr eine Drohne samt Kamera habt, dazu auch eine Aufstiegsgenehmigung benötigen werdet. Dabei ist zu unterscheiden zwischen einer allgemeinen Aufstiegsgenehmigung einer Einzelgenehmigung. Die allgemeine Genehmigung erhält man für einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren und muss ansonsten keine weiteren Genehmigungen mehr einholen. Die Einzelgenehmigung muss dann immer für den jeweiligen Einsatzzweck eingeholt werden.
In der Regel lohnt es sich die allgemeine Aufstiegsgenehmigung eher, wenn ich nicht gerade nur einmal im Jahr eure Drohne auspacken wollt. Preislich kann eine allgemeine Aufstiegsgenehmigung schon so ihre 200-250 EUR kosten. Das ist abhängig vom jeweiligen Bundesland in dem man unterwegs ist. Die Einzelgenehmigungen sind hier sehr viel günstiger, aber auch hier kommt es auf das jeweilige Bundesland an.
Ansonsten ist hier noch zu beachten, dass die allgemeine Aufstiegsgenehmigung nur für das jeweilige Bundesland gilt. Im Einzelfall akzeptieren andere Aufsichtsbehörden aber auch eine vorgelegte Aufstiegsgenehmigung. Sicherheitshalber sollte man hier aber immer Fragen, da es auch hier noch keine bundesweiteinheitliche Regelung gibt … leider.
Der Antrag zur Aufstiegsgenehmigung
Was das eigentliche Prozedere der Aufstiegsgenehmigung angeht, so ist dies von Behörde zu Behörde unterschiedlich. Was ihr aber immer benötigt ist eine Versicherungsbestätigung und eine Bestätigung, dass ihr geeignet seid die Drohne zu fliegen. In der Regel reicht hier eine Eigenerklärung. Im Ausland kann es aber durchaus auch mal sein, dass ihr eine Schulung oder Flugerfahrung nachweisen müsst. Für die Einzelgenehmigung müssen in der Regel mehr Informationen zum tatsächlichen Einsatz der Drohne mitgeliefert werden.
Allgemeine Grundregeln beim Fliegen
Beim Aufstieg in Deutschland ist zu beachten, dass hier nur ein Flug auf Sicht erlaubt ist, d.h. solange man es mit den eigenen Augen bzw. der Brille sehen kann, ist alles in Ordnung. Hilfsmittel wie Ferngläser sind dabei aber nicht zulässig. Auch sollte man beachten, dass man nicht über Menschen und Menschenansammlungen fliegt und auch die maximale Flughöhe nicht zu hoch ist. Prinzipiell darf man sich zwar im unkontrollierten Luftraum frei bewegen, aber sehen tut man die Drohne ab 100 m vermutlich eh nicht mehr. Für alles andere ist immer eine Sondergenehmigung von der jeweiligen Landesbehörde notwendig. Insbesondere von Flughäfen und Flugverbotszonen sollte man sich fernhalten (mind. 1.5 km), wenn man keine Sondergenehmigung dazu hat. Gerade bei Flughäfen muss man hier auch noch die Flugsicherung einbinden, insofern lasst es am besten. 🙂
Hoffe der Kurzeinblick in die Thematik hilft etwas weiter. Als Faustregel sollte man sich behalten, dass man in der Regel fast immer eine Versicherung benötigt (außer bei Minicoptern, die keine 30m schaffen). Sollte man dann auch noch gewerblich mit der Drohne etwas vorhaben, wird auch eine Aufstiegsgenehmigung notwendig und man sollte dann auch die ortansässige Polizeiwache informieren. Meist geht das relativ schnell und unkompliziert. Und ganz wichtig „Benutzt euer Hirn“. Auf dem Parkplatz mit haufenweise Autos sollte man vielleicht nicht unbedingt die ersten Flugversuche starten. Da sind Schäden an Autos vorprogrammiert. Am besten sucht ihr euch einen Sportplatz oder noch besser ein abgelegenes Feld oder eine Wiese und tastet euch dann langsam Richtung Zivilisation vor. Wenn ihr dann auch noch was öffentlich hochladen wollt, z.B. auf YouTube, solltet ihr beachten, dass hier Menschen nicht klar zu erkennen sind, da es hier durchaus datenschutzrechtliche Probleme geben kann, wenn man meint den Nachbarn beim Sonnenbaden im Balkon filmen zu müssen, aber das ist euch ja natürlich klar, gell? 😉
Drohnen Versicherung ab 69 EUR
Tags:DrohneLuftVGLuftVOLuftVZOQuadcopter
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Aufstiegsgenehmigung?meine drohne könne ja mit nen airbus zusammenstossen und die urlauber kommen durch mich nicht nach malle.hab zwar keinen quadrocopter mit kamera aber mal so aus Gaudi einen zum spass haben.aber mal ehrlich…gilt diese genehmigung auch für kleine copter?ich find des sinnlos.ne Versicherung falls schaden entsteht ist schon okay
28. Juni 2016 at 12:15
Entscheidend ist ob du zur Freizeitaktivität die Drohne nutzt oder diese aus gewerblichen Gründen nutzt. Zur Gaudi wirst du keine Aufstiegsgenehmigung benötigen, wenn du nicht gerade eine Drohne über 5 kg Gewicht hast oder an Flughäfen dich rumtreibst.

References: § 1
 § 1
 § 2
 § 43
 § 106
 § 20