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⭐Insolvenz von Sportklubs
Insolvenz von Sportklubs
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1 Universität Zürich Rechtswissenschaftliche Fakultät Masterarbeit zum Thema Insolvenz von Sportklubs Herbstsemester 2013 vorgelegt bei Prof. Dr. Isaak Meier Lehrstuhl für Zivilprozessrecht, Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, Privatrecht sowie Mediation vorgelegt von BLaw Nicolas Durand Badenerstr Zürich 15. Semester Matrikel- Nr vorgelegt am 30. November 20132 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis... I Literaturverzeichnis... III Abkürzungsverzeichnis... VI 1. Problemstellung Ursachen finanzieller Schwierigkeiten Einführung Einnahmen Spielbetrieb Sponsoring Ausbildungsentschädigungen Mäzentum Ausgaben Lohnkosten Transferkosten Sicherheitskosten Fazit Bilanzen von Klubs Einführung Aktiven Passiven Fazit Kontrollmechanismen und Interessensverbände Einführung Interesse der Verbände am Spielbetrieb Lizenzerteilung nach SFL Lizenzerteilung nach SIHF Interesse der Mitstreiter Volkswirtschaftliches Interesse an Sportveranstaltungen Fazit Vorschriften nach OR Einführung Kapitalverlust Überschuldung Konkurseröffnung Konkursaufschub Fazit Sanierungsmassnahmen Einführung Steigerung der Einnahmen Aktienrechtliche Kapitalerhöhung Sammelaktionen Mobilisierung von gebundenem Vermögen Aussergerichtlicher Nachlassvertrag Fazit I3 7. Vorschriften nach SchKG Einführung Nachlassverfahren Inhalt des Nachlassvertrages Verfahrenseinleitung Verfahrenseröffnung Nachlassstundung Zustimmung der Gläubiger Richterliche Bestätigung Vollzug des Nachlassvertrages Fazit Konkurs / Liquidation Verfahren Beschwerde gegen die Konkurseröffnung Veräusserung des Vermögens Struktur zwischen Klub und Verein Fazit Verantwortlichkeit der Organe Einführung Haftung der Verwaltung und Geschäftsleitung Verantwortlichkeit der Revisionsstelle Fazit Beispiele aus der Praxis Einführung FC XAMAX Geschehnisse Folgen Fazit Bellinzona Geschehnisse Würdigung SC Bern Geschehnisse Sanierung Fazit Schlussbetrachtung Eigenständigkeitserklärung II4 Literaturverzeichnis AMONN KURT/ WALTHER FRIDOLIN Grundriss des Schuldbetreibungs und Konkurs- rechts, 9. Aufl., Bern 2013 BÖCKLI PETER Der Rangrücktritt im Spannungsfeld von Schuld- und Aktienrecht, in: Innominatverträge: Festgabe zum 60. Geburtstag von Walter R. Schluep, Forstmoser Peter/Tercier Pierre/Zäch Roger (Hrsg.), Zürich 1988, S. 339 ff. (zit. BÖCKLI, Rangrücktritt) Derselbe Schweizer Aktienrecht: mit Fusionsgesetz, Börsenge- sellschaftsrecht, Konzernrecht, Corporate Gover- nance, Recht der Revisionsstelle und Abschlussprü- fung in neuer Fassung unter Berücksichtigung der angelaufenen Revision des Aktien- und Rechnungs- legungsrechts, 4. Aufl., Zürich 2009 (zit. BÖCKLI, Ak- tienrecht) DERUNGS VITUS Ausbildungsentschädigung im Fussball und Eisho- ckey: eine Betrachtung der Bestimmungen über die Ausbildungsentschädigung im organisierten interna- tionalen und schweizerischen Fussball und Eisho- ckeysport, Diss., Zürich 2011 FERLIC FLORA/ HOTZ FLORIAN Kampf um Erfolg auf und neben dem Rasen: Strategi- sche Optionen für Fussballunternehmen, in: Sport zwischen Recht, Wirtschaftlichkeit und Kultur, 2. Bd. Schriftenreihe der Assistierenden der Universität St. Gallen (HSG), Juchli Phillipp/Würmli Marcel/Haunreiter Diego (Hrsg.), Sport zwischen Recht, Wirtschaftlichkeit und Kultur, Bern 2007, S. 345 ff. FEUZ ANDREAS Sanierung mittels Nachlassverfahren gerichtlicher oder aussergerichtlicher Nachlassvertrag?, TREX 1 (2004), S. 18 ff. III5 FLORY MARCUS Der Fall Bosman: Revolution im Fussball?, Kassel 1997 FORSTMOSER PETER/ ZINDEL GAUDENZ Sacheinlagefähigkeit von Transferwerten im Berufs- sport, Reprax 3 (2001), S. 1 ff. FRITZSCHE HANS/ WALDER HANS ULRICH Schuldbetreibung und Konkurs nach schweizeri- schem Recht, Bd. II, 2. Aufl., Zürich 1993 HANDSCHIN LUKAS Bewertung von (Fussball)- Spielern in der Bilanz von Sportklubs, SpuRt 15 (2008), S. 49 ff. HARDMEIER HANS UL- RICH Neuerungen im Nachlassvertragsrecht, in: Das revi- dierte Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG), Schriftenreihe SAV Bd. 13, Bern 1995, S. 147 ff. HÄUPTLI DANIEL Wie lässt sich wirtschaftlichen Risiken im Eishockey wirksam begegnen?, CaS 2012, S. 166 ff. HONSELL HEINRICH/ VOGT NEDIM PETER/ WATTER ROLF (HRSG.) Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 4. Aufl., Ba- sel 2012 (zit: BEARBEITER/IN, BSK- OR II) HOPF MICHEL Die Aufgaben der Revisionsstelle in der finanziellen Krise der AG, Der Schweizer Treuhänder 8 (2002), S. 643 ff. HUNKELER DANIEL Konkursrechtliche Privilegierung der Mehrwertsteu- er, in: Jusletter 26. Oktober 2009 (zit. HUNKELER, Mehrwertsteuer) Derselbe Derselbe Aufsatz: Das Nachlassverfahren nach revidiertem SchKG, Zürich 2000 (zit. HUNKELER, Aufsatz) Das Nachlassverfahren nach revidiertem SchKG, Diss., Zürich 1996, 2. Aufl., Freiburg 1999 (zit. HUN- KELER, Diss.) IV6 Derselbe Kurzkommentar Schuldbetreibungs- und Konkurs- gesetz, Zürich 2009 (zit. HUNKELER, KUKO- SchKG) IZADI GIW EHC Kloten Sport AG: Revisionsstelle auf Glatteis?, CaS 2012, S. 229 ff. LINDER TATJANA/ VON DER CRONE HANS CASPAR Die Revisionsstelle in der aktuellen bundesgerichtli- chen Rechtsprechung, SZW 79 (2007), S. 489 ff. MEIER- HAYOZ ARTHUR/ FORSTMOSER PETER Schweizerisches Gesellschaftsrecht, 11. Aufl., Bern 2013 REHBINDER MANFRED/ STÖCKLI JEAN- FRITZ Einleitung und Kommentar zu den Art b OR, in Hausheer Heinz/Walter Hans Peter (Hrsg.), Berner Kommentar zum schweizerischen Privat- recht, Bd. VI, 2. Abteilung, 2. Teilbd., 2. Abschnitt, Bern 2010 SCHENKER URS Möglichkeiten zur privatrechtlichen Sanierung von Aktiengesellschaften, SJZ 105 (2009), S. 485 ff. SCHERRER- BIRCHER DOROTHE Wirtschaftliche Rezession und Sportvereine, insbe- sondere Fussball- und Eishockeyvereine (Auflösung und Liquidation, Sanierung), Diss., Zürich 1994 SCHULER ROLF/ HAUSER LARS Verwaltungsrat Verantwortung, aber auch Verant- wortlichkeit, Treuhand und Revision: Jahrbuch 2010, S. 145 ff. STAEHELIN ADRIAN/ BAUER THOMAS/ STAEHELIN DANIEL (HRSG.) Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbe- treibung und Konkurs II, 2. Aufl., Basel 2010 (zit: BE- ARBEITER/IN, BSK- SchKG II) STÖCKLI KURT/ MOSER STEFANIE Aktuelle Probleme bei der Sanierung von Sportver- einen, IWIR 3/1999, S. 97 ff. VOGT HANS- UELI/ BÄNZIGER MICHAEL Das Bundesgericht anerkennt die Business Judgment Rule als Grundsatz des schweizerischen Aktien- rechts, GesKR 4 (2012), S. 607 ff. V7 Abkürzungsverzeichnis Abs. Absatz AC Associazione Calcio AG Aktiengesellschaft AHV Alters- und Hinterlassenenversicherung AHVG Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 20. Dezember 1946 (SR ) Art. Artikel Aufl. Auflage Bd. Band BGE Amtliche Sammlung der Entscheidungen des Bundesgerichts BGer Bundesgericht BLaw Bachelor of Law BSC Ballspielclub BSK Basler Kommentar BVB Ballspielverein Borussia bzw. beziehungsweise ca. circa CaS Causa Sport CEO Chief Executive Officer CHF Schweizer Franken d.h. das heisst Diss. Dissertation Dr. Doktor E. Erwägung EDV Elektronische Datenverarbeitung EHC Eishockey Club etc. et cetera EU Europäische Union EuGH Europäischer Gerichtshof EWG Europäische Wirtschaftsgemeinschaft EWGV Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft vom 25. März 1957 VI8 EWR f./ff. FAZ FC FIFA FN Fr. FS GesKR GR GVP HC Hrsg. HSG i.d.r. i.s. i.s.v. i.v.m. IAS IWIR KGer KPMG Kt. KUKO lit. Lpol/NE m.e. Mia. Mio. MwSt MWSTG N NE Europäischer Wirtschaftsraum und folgend(e) Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland Fussball Club Fédération Internationale de Football Association Fussnote Schweizer Franken Festschrift Zeitschrift für Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht Kanton Graubünden Gerichts- und Verwaltungspraxis Hockey Club Herausgeber Universität St. Gallen in der Regel in Sachen im Sinne von in Verbindung mit International Accounting Standards Insolvenz- und Wirtschaftsrecht Kantonsgericht Klynveld Peat Marwick Goerdeler Kanton Kurz Kommentar litera Loi sur la police neuchâteloise vom 25. Mai 1988 (NE 561.1) meines Erachtens Milliarden Millionen Mehrwertsteuer Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer vom 12. Juni 2009 (SR ) Randnote(n) Kanton Neuenburg VII9 NJW Neue Juristische Wochenschrift Nr. Nummer NZZ Neue Zürcher Zeitung OR Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des schweizerischen Zivil- gesetzbuches vom 30. März 1911 (Fünfter Teil: Obligationenrecht, SR 220) Prof. Professor PwC PricewaterhouseCoopers Rep Repertorio di Giurisprudenza Patria Reprax Zeitschrift zur Rechtsetzung und Praxis in Gesellschafts- und Han- delsregisterrecht RJN Recueil de jurisprudence neuchâteloise S. Seite(n) SAFP Swiss Association of Football Players SAV Schweizerischer Anwaltsverband SC Schlittschuh Club SCB Schlittschuh Club Bern SchKG Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs vom 11. April 1889 (SR 281.1) SFL Swiss Football League SFV Schweizerischer Fussball Verband SIHF Swiss Ice Hockey Federation SJZ Schweizerische Juristen- Zeitung SpuRT Zeitschrift für Sport und Recht SR Systematische Sammlung des Bundesrechts St. Sankt StGB Schweizerisches Strafgesetzbuch vom 21. Dezember 1937 (SR 311.0) SZW Schweizerische Zeitschrift für Wirtschafts- und Finanzmarktrecht TI Kanton Tessin TREX Der Treuhandexperte TV Television u.a. unter anderem UEFA The Union of European Football Associations VIII10 USD vgl. VIP YB ZGB ZH Ziff. zit. ZPO ZR United States Dollar vergleiche Very Important Person BSC Young Boys Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (SR 210) Kanton Zürich Ziffer(n) zitiert Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (SR 272) Blätter für zürcherische Rechtsprechung IX11 1. Problemstellung In letzter Zeit traten in den Medien vermehrt Meldungen auf, wonach Sport- vereine im In- und Ausland mit existentiellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Dieser einleitende Satz wurde bereits von SCHERRER- BIRCHER in ihrer Dissertation Wirtschaftliche Rezession und Sportvereine, insbesondere Fussball- und Eishockeyvereine (Auflösung und Liquidation, Sanierung) 1 im Jahre 1994 verwendet. Leider hat diese Problematik nichts an ihrer Aktualität eingebüsst, weshalb in den letzten Jahren erneut zahlreiche Meldungen von Sportklubs erschienen, welche sich mit existenziellen wirtschaftlichen Proble- men konfrontiert sahen. In diesem Zusammenhang treten professionelle Klubs aus dem Fussball und Eishockey besonders häufig in Erscheinung, weshalb die- se Arbeit den Fokus auf Klubs dieser Sportarten legen wird. Aufgrund der Tatsache, dass die Statuten der Sportverbände für die Teilnahme in den obersten Spielklassen die Rechtsform der Aktiengesellschaft vorausset- zen 2, wird sich vorliegende Arbeit auf Klubs dieser Rechtsform beschränken. Der Begriff Klub wird für die mit dem professionellen Spielbetrieb betrauten Betriebsgesellschaften verwendet. Wo nichts anderes erwähnt wird, beziehen sich die nachstehenden Ausführungen auf Klubs schweizerischer Ligen. Im Rahmen dieser Abhandlung werden in einem ersten Teil die Ursachen für die strukturellen Defizite, welche viele Klubs aufweisen, anhand einer Untersu- chung der Einnahmen und Ausgaben analysiert (2.). Anschliessend wird auf die finanzielle Struktur einer Aktiengesellschaft aus dem Sportbereich anhand de- ren Vermögenslage eingegangen (3.). Sodann soll dargelegt werden, welche In- teressen hinter dem Spielbetrieb stehen und wie die Verbände die finanzielle Gesundheit der Klubs überprüfen (4.). Des Weiteren wird das Vorgehen von Klubs im überschuldeten Zustand erläutert (5.), wobei auch mögliche Sanie- rungsmassnahmen erklärt und gegeneinander abgewägt werden (6.). Darüber hinaus werden betreibungs- und konkursrechtliche Vorschriften aufgezeigt, 1 SCHERRER- BIRCHER, S Art. 10 lit. b Ziff. 2 Statuten der SFL des SFV (http://www.sfl.ch/uploads/media/sta- tuten_sfl_02.pdf) (zuletzt besucht am 20. November 2013); Art. 9 Abs. 1 Statuten des SIHF (http://www.nationalleague.ch/media/native/pdf/nl/ueberuns/d_- _statuten_sihf_per_28_08_ 2013.pdf) (zuletzt besucht am 20. November 2013). 112 denen ein Klub unterliegt, wenn keine anderweitige Sanierung möglich ist (7.). Im Zusammenhang mit einem Sanierungsprozess wird auch den sich stets stel- lenden Fragen einer möglichen Verantwortlichkeit der Organe nachgegangen (8.). Schliesslich werden in einem letzten Teil praktische Beispiele von konkre- ten Sanierungen und Konkursen im Sportbereich präsentiert (9.). Freundlicherweise standen mir für diese Arbeit sowohl Herr Rechtsanwalt Dr. Lucien W. Valloni 3 wie auch Herr Rechtsanwalt Marc Juillerat 4 für ein Experten- interview zur Verfügung. Aufgrund der Brisanz des Themas lehnten die invol- vierten Klubs jegliche Auskunftserteilung ab. 2. Ursachen finanzieller Schwierigkeiten 2.1. Einführung Durch die Professionalisierung des Sports in den obersten Spielklassen haben sowohl Ausgaben wie auch Einnahmen der Klubs stark zugenommen. Die Sche- re der finanziellen Stärke zwischen den einzelnen Sportklubs ist weit geöffnet, und die jeweils generierten Umsätze sind vergleichbar mit denjenigen von mit- telständischen Unternehmen. 5 Dabei hängen die Einnahmen von zahlreichen externen Faktoren ab, und Ausgaben erfolgen oft nicht nach wirtschaftlich nachhaltigen Kriterien. So wiesen 2010 etwa 61% der europäischen Fussball- klubs der obersten Spielklasse ein Defizit aus. 6 In diesem Kapitel wird analysiert, wie sich die Einnahmen und Ausgaben der Klubs gestalten. Dabei wird zunächst auf die Einnahmen eingegangen und auf- gezeigt, von welchen Faktoren diese abhängen (2.2.). Danach werden die Aus- gaben untersucht (2.3.). Fraglich ist, ob Klubs selbst über die zu tätigenden Ausgaben entscheiden können oder ob diese von externen Faktoren abhängen. 3 Herr Rechtsanwalt Dr. Lucien W. Valloni ist einer der renommiertesten Sportrechtsanwälte der Schweiz und Partner bei FRORIEP. Zudem amtet er als Präsident der Swiss Association of Football Players, welche die schweizerische Gewerkschaft der Fussballspieler darstellt. 4 Herr Rechtsanwalt Marc Juillerat ist Head of Legal Services & Licensing bei der Swiss Football League. Er ist als Licensingmanager für das Lizenzierungsverfahren zuständig. 5 Hochschule Luzern, Profifussball in Luzern Safety and Security, Schlussbericht vom 18. Sep- tember 2013, S UEFA, Benchmarking- Bericht, Finanzjahr 2010, S. 73 (http://de.uefa.org/multimediafiles/ Download/Tech/uefaorg/General/01/74/41/28/ _DOWNLOAD.pdf) (zuletzt besucht am 20. November 2013). 213 2.2. Einnahmen Eine Analyse der Erfolgsrechnung eines Sportklubs zeigt, dass sich die Erträge mehrheitlich aus Matcheinnahmen, Prämien, TV Geldern, Werbe- und Sponso- ringeinnahmen, Transfererträgen sowie Erträgen aus Merchandising zusam- mensetzen. 7 Diese Einnahmen sind ständigen Schwankungen ausgesetzt, da die Zuschauerzahlen und die Bereitschaft, als Sponsor aufzutreten, stark erfolgsab- hängig und auf eine Verankerung des jeweiligen Klubs in der Region angewie- sen sind. Nachfolgend wird auf die Einnahmen, welche direkt aus dem Spielbe- trieb resultieren, eingegangen (2.2.1.), die Problematik des Sponsorings aufge- zeigt (2.2.2.), das System der Ausbildungsentschädigung skizziert (2.2.3.) und die Bedeutung des Mäzentums erläutert (2.2.4.) Spielbetrieb Einnahmen aus TV- Rechten bestehen im Fussball einerseits aus einem Sockel- beitrag, welcher für sämtliche Klubs der Swiss Football League (nachfolgend: SFL) identisch ist, andererseits aus einem variablen Anteil, welcher anhand der Zuschauerzahlen wie auch der Platzierung in der Rangliste eruiert wird. 8 Auch die Ticket- und Verbandseinnahmen sowie Transfererträge sind stark erfolgs- abhängig. Ist ein Klub erfolgreich, so können substantielle Prämien aus interna- tionalen Wettbewerben dazu kommen. So haben beispielsweise alle 32 Teil- nehmer der Gruppenphase der UEFA Champions League 2012/13 mindestens 8,6 Mio. Euro erhalten, wobei der Sieger insgesamt 55 Mio. Euro von der UEFA ausbezahlt erhielt. 9 Die Erträge aus Transfergeschäften hängen ebenfalls davon ab, ob sich die Spieler mit guten Leistungen wenn möglich im internationalen Rahmen profilieren konnten. Gemäss Dr. Lucien W. Valloni haben demzufolge erfolgreiche Mannschaften ein immer grösseres Budget. Kleinere und weniger erfolgreiche Klubs können da nicht mithalten. Dies zementiert die Vorherschafft der Erfolgreichen und nimmt die Spannung aus den Meisterschaften Vgl. FC Basel 1893, Geschäftsbericht 2012, S FC Basel 1893, Geschäftsbericht 2012, S. 29 f. 9 UEFA News vom 23. Juli 2013, Klubs profitieren von Einnahmen der Champions League (http://de.uefa.com/uefa/management/finance/news/newsid= html) (zuletzt be- sucht am 20. November 2013). 10 Persönliche Auskunft von Dr. Lucien W. Valloni. 314 Sponsoring Ferner sind für potentielle Investoren die zu erwartenden Erträge massgebend, welche bei einem Unternehmen, das hauptsächlich immaterielle Leistungen erbringt, schwer abschätzbar sind. 11 So besteht bei einem Sponsoring auch die Gefahr einer negativen Werbung bzw. Assoziation. Diese Gefahr hat Alain Caparros, CEO von REWE, welche beim 1. FC Köln sowohl als Haupt- wie auch Trikotsponsor auftritt, wie folgt zum Ausdruck gebracht: Ich kann nicht zulas- sen, dass REWE mit Gewalt und Kriminalität im Umfeld des Fussballs in Verbin- dung gebracht wird. Darüber müssen wir sprechen und überlegen, was jetzt gegen diese Minderheit von Gewaltbereiten zu tun ist Ausbildungsentschädigungen Klubs, welche in ihre Juniorenabteilung investieren, können zudem Einnahmen aus der Juniorenförderung generieren. Mit verschiedenen Modellen zur Ausbil- dungsentschädigung werden ausbildende Klubs für ihre Investitionen in die Jugendabteilung belohnt. Sie bekommen ihre Ausbildungsinvestitionen zurück- erstattet, wenn einer ihrer Sprösslinge zu einem anderen Klub wechselt. 13 So weist die Bilanzrechnung des HC Davos für das Jahr 2012/13 Einnahmen aus Ausbildungsentschädigungen von ca. CHF 142'000 aus Mäzentum Da viele Klubs über die eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse leben oder grosse Risiken eingehen, um sportlich erfolgreich zu sein, sind diese auch auf Mäzene - Personen, die einen Klub mit Geld oder geldwerten Mitteln unterstützen, ohne eine direkte Gegenleistung zu verlangen und finanziell potente Interessens- gruppen angewiesen. So erscheinen, nebst den für Aktiengesellschaften klassi- schen, aus dem Betrieb erwirtschafteten Einnahmen, unübliche Einnahmen und Positionen. Der Geschäftsbericht 2005 des FC Basels weist zum Beispiel folgen- de Passage auf: Beim Fussball handelt es sich um ein sehr variables Geschäft mit grossen Ungewissheiten und Risiken. Im Berichtsjahr wurde die Qualifikati- on für die Champions League nicht erreicht. Da jedoch weiter in das Spielerka- 11 FERLIC/HOTZ, S Bild, Interview vom (http://www.bild.de/sport/fussball/fc- koeln/hauptsponsor- absprung- es- ist- in- letzter- zeit- zu- viel- passiert bild.html) (zuletzt besucht am 20. November 2013). 13 Detailliert in: DERUNGS, S. 1 ff. 14 HC Davos, Geschäftsbericht 2012/13, S15 der investiert wurde, um dieses Ziel zu erreichen, entstand eine finanzielle Lü- cke. Zur Schliessung dieser Lücke und um weiter eine schlagkräftige Mannschaft zu erhalten, wurde von Frau Gigi Oeri eine Kostenübernahme und Defizitde- ckung von CHF 5 Mio. übernommen. Dank dieser wichtigen Unterstützung kann der Verein seine Vorwärtsstrategie weiter vorantreiben. 15 Auch der Geschäfts- bericht 2012 des FC Zürichs weist Einnahmen von ca. CHF 9 Mio. unter dem Ti- tel übrige Erträge aus. Hierbei handelt es sich um Einmaleinlagen von Seiten des Klubs nahestehenden Personen. 16 Während die einen aus Leidenschaft am Sport und Verbundenheit zum Klub solche Verpflichtungen eingehen, sehen andere die Möglichkeit, Einfluss auf den Klub zu nehmen oder aber finanzielle Vorteile aus der Situation zu ziehen. So halten Mäzene das Amt des Präsidenten inne oder lassen sich im Gegenzug Transferrechte von Spielern zusichern, um bei einem späteren Verkauf einen Gewinn daraus zu ziehen. 17 Diese Finanzierungsform stellt für Klubs eine Si- cherheit dar, kann aber auch gefährlich werden. So zum Beispiel, wenn der Mä- zen einen Spieler aus wirtschaftlichen Gründen und entgegen sportlichen Grün- den zum Verkauf freigibt 18, sich aufgrund von eigenen finanziellen Problemen nicht mehr beteiligen kann, oder aber aus dem Leben scheidet und die Erben kein Interesse an der Fortführung dieses Engagements haben Ausgaben Ein professioneller Spielbetrieb zieht erhebliche Ausgaben nach sich. Massge- bende finanzielle Belastungen entstehen durch Spielersaläre (2.3.1.), Transfer- regeln (2.3.2.) sowie Sicherheitskosten (2.3.3.) Lohnkosten Mit dem Wechsel des Spitzensports zum Professionalismus müssen Spieler nicht mehr einem sportunabhängigen Haupterwerb nachgehen und sind somit nicht mehr an einen Klub nahe ihrer Arbeitsstelle gebunden. Dies hat nicht nur 15 FC Basel 1893, Geschäftsbericht 2005, S NZZ Online vom 25. Juni 2013, 2012 mehr als 10 Millionen Franken Verlust (http://www.nzz.ch/aktuell/sport/fussball/fc- zuerich ueber- 10- millionen- franken- ver- lust ) (zuletzt besucht am 20. November 2013). 17 SCHERRER- BIRCHER, S. 32 f. 18 SCHERRER- BIRCHER, S Persönliche Auskunft von Marc Juillerat. 516 zur Folge, dass die Klubs für den Lebensunterhalt der Spieler aufkommen müs- sen, sondern auch, dass ein finanziell gefährlicher Kampf zwischen den Klubs entsteht. Da der sportliche Erfolg für ein erfolgreiches Dasein unabdingbar ist, hat auch der Konkurrenzkampf unter den Sportklubs um die besten zur Verfü- gung stehenden Spieler Einzug gehalten. Für viele Klubs steht der sportliche Erfolg im Vordergrund, während der finanzielle Erfolg vernachlässigt wird. 20 Dabei gehen die Klubs bis an die wirtschaftlichen Grenzen, um das beste Kader zusammenzustellen, auch wenn hierfür horrende Ablösesummen bezahlt wer- den müssen. Die Eigendynamik dieses Wettbewerbs unter den Klubs hat die Gesamtausgaben für Lohn- und Transferkosten über die Jahre in die Höhe schiessen lassen. So ist der Personalaufwand des FC Basels von ca. CHF 7.5 Mio. im Jahre 2000 auf ca. CHF 33.4 Mio. im Geschäftsjahr 2012 gestiegen. 21 Hierfür mit ausschlaggebend ist die Personenfreizügigkeit mit der EU, da deren Imple- mentierung den Wechsel von Schweizer Spielern in den europäischen Raum vereinfachte. Mittels Erhöhung der Löhne wollte man verhindern, dass in der Schweiz ansässige Spieler ins Ausland abwandern. 22 Diese Entwicklung weitete bei vielen Klubs die Verluste stetig aus Transferkosten Seit dem Bosman- Urteil 23, welches das Spannungsfeld zwischen Freizügigkeit von Profisportlern und Transferrechten zum Inhalt hatte, erhalten Klubs nur noch Ablösesummen für Spieler, welche laufende Verträge aufweisen können. Bis dahin benötigte ein Spieler, selbst nach Ablauf seines Arbeitsvertrags, für einen Wechsel die Zustimmung seines bisherigen Klubs. Diese Zustimmung wurde oft von einer Transferentschädigung abhängig gemacht, welche sich nach dem Wert des Spielers richtete. 24 Der EuGH sah in diesen Ablöseentschädigun- gen eine Massnahme, welche die Ausübung einer wirtschaftlichen Tätigkeit im Gebiet eines anderen Mitgliedstaates beeinträchtigt. 25 Er wertete die Transfer- regeln als Freizügigkeitsbeschränkung, da der abgebende Klub den Klubwechsel verteuern und damit die Weiterentwicklung des Spielers erschweren konnte. 20 HÄUPTLI, S FC Basel 1893, Geschäftsbericht 2012, S Persönliche Auskunft von Dr. Lucien W. Valloni. 23 Urteil des EuGH vom 15. Dezember 1995 (C- 415/93). 24 HANDSCHIN, S Urteil des EuGH vom 15. Dezember 1995 (C- 415/93); publiziert in: NJW 1996, S17 Basierend auf diesen Erwägungen erachtete der EuGH die bis dahin geltenden Transferregelungen für Angehörige der EU- Mitgliedsstaaten mit Art. 48 EWGV nicht vereinbar. Eine Überprüfung der Zulässigkeit der Transferregelung im Lichte des Kartellrechts hat der EuGH nicht vorgenommen, es ist jedoch anzu- nehmen, dass die Transferregelung ebenfalls Spielerbewegungen und somit den Handel zwischen EU- Mitgliedsstaaten einschränkte. Dies stellt eine Wettbe- werbsbeschränkung i.s.v. Art. 85 ff. EWGV dar. 26 Da dieses Urteil nur für Spieler aus dem EU- bzw. EWR- Raum massgebend war, musste auch das Zürcher Handelsgericht 27 über eine durch die FIFA angeordne- te Transferentschädigung zulasten eines spanischen und zugunsten eines kroa- tischen Klubs entscheiden. Das Handelsgericht sah Art. 27 ZGB sowie das schweizerische und europäische Wettbewerbsrecht durch die von der FIFA festgelegte Ablösesumme von USD 0.5 Mio. verletzt. 28 Somit wurden die Folgen des Bosman- Urteils auch auf Spieler, welche nicht aus dem EU- bzw. EWR- Raum stammen, ausgeweitet. Als Folge dieses Entscheides werden m.e. Arbeitsverträge mit immer längeren Vertragslaufzeiten abgeschlossen, damit aus einem allfälligen Klubwechsel wei- terhin Profit geschlagen werden kann. So hat beispielsweise Lionel Messi beim FC Barcelona seinen noch bis ins Jahre 2016 laufenden Vertrag bereits anfangs 2013 bis ins Jahre 2018 verlängert dieser Vertrag sieht dabei eine Ablöse- summe von ca. 250 Mio. Euro vor. 29 Die damit einhergehende Gefahr besteht darin, dass Spieler mit Mehrjahresverträgen ausgestattet werden und der Klub diese Löhne bezahlen muss, auch wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden oder für den entsprechenden Spieler keine Verwendung mehr existiert. Somit können auch nicht mehr eingesetzte Spieler die Lohnkasse strapazieren und ein finanzielles Risiko darstellen. Jüngst hat der FC Young Boys Bern einen unter dem neuen Trainer nicht mehr gesetzten Spieler ablösefrei zur Konkurrenz ge- hen lassen und ihm darüberhinaus noch CHF 180'000 Vertragsauflösungszah- lung zukommen lassen. Dies vor dem Hintergrund, dass ein noch während zwei 26 FLORY, S. 73 ff. 27 Handelsgericht (ZH), Urteil vom 21. Juni 2004; publiziert in: ZR 104 (2005), S. 96 ff. 28 DERUNGS, S. 39 ff. 29 Handelsblatt Online vom 7. Februar 2013, Messi unterschreibt bei Barca bis 2018 (http://www.handelsblatt.com/weltfussballer- messi- unterschreibt- bei- barca- bis- 2018/ html) (zuletzt besucht am 20. November 2013). 718 Jahren laufender Vertrag mit geschätzter Lohnzahlung von jährlich CHF 500'000 bestand Sicherheitskosten Während Heimspiele Matcheinnahmen generieren, werden die Klubs mit immer höheren Sicherheitskosten konfrontiert. Zum einen sind Klubs für die Sicherheit innerhalb des Stadions verantwortlich und sehen sich teuren Strafen ausgesetzt, wenn es zu Sicherheitsproblemen im Stadion kommt. 31 Zum anderen lehnen es die Steuerzahler je länger je mehr ab, für die hohen Polizeikosten aufzukommen, welche durch Sportveranstaltungen entstehen. Die Klubs sind zwar nicht direkt für ausserhalb des Stadions begangene Delikte verantwortlich, müssen jedoch als Veranstalter vermehrt für die Sicherheitskosten im Zusammenhang mit Spielen aufkommen. Bezüglich des Umfangs der Beteiligung bestehen schweiz- weit grosse Unterschiede. FC Young Boys Bern bezahlt beispielsweise jährlich CHF 60'000 an die zusätzlichen Auslagen der Polizei, welche im Zusammenhang mit seinen Spielen entstehen. Der Kanton Bern beziffert derweilen die Gesamt- kosten der Polizeieinsätze im Zusammenhang mit Fussball- und Eishockeyspie- len 32 auf jährlich CHF 7 Mio. 33 In diesem Zusammenhang ist BGE 135 I 130 erwähnenswert: Der Staatsrat des Kantons Neuenburg erliess mittels Publikation vom 27. Juni 2008 im Amtsblatt des Kantons Neuenburg die Verordnung über die Erhebung eines Kostenbei- trags für die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit bei sportlichen Veran- staltungen mit Gewaltpotential. Hiermit wurde die gesetzliche Grundlage ge- schaffen, dass die Organisatoren von Sportveranstaltungen 60 bis 80% der an- fallenden Sicherheitskosten tragen müssen. Die Polizei hat die Rechnung selbst auszustellen und dem entsprechenden Klub direkt zuzustellen, wobei diese 30 Blick vom 6. Juli 2013, YB zahlt Fr., S Art. 5 Sicherheitsreglement der SFL (http://www.sfl.ch/uploads/media/reglement_sicher- heit_sfl_01.pdf) (zuletzt besucht am 20. November 2013) i.v.m. Art. 4 bis Reglement über das Disziplinarwesen der SFL (http://www.sfl.ch/uploads/media/reglement_disziplinar- wesen_ SFL_01.pdf) (zuletzt besucht am 20. November 2013). 32 Hierbei sind auch die Kosten für den SC Bern, EHC Biel, etc. eingeschlossen. 33 Der Bund Online vom 17. März 2011, YB bezahlt wenig kostet aber den Steuerzahler weni- ger als der FC Basel (http://www.derbund.ch/bern/nachrichten/yb- bezahlt- wenig- - kostet- aber- den- Steuerzahler- weniger- als- der- FC- Basel- /story/ ) (zuletzt besucht am 20. November 2013). 819 Rechnung einen definitiven Rechtsöffnungstitel zu Gunsten des Staates gemäss Art. 80 SchKG darstellt. Gegen diese kantonale Verordnung haben der FC Xamax sowie der HC la Chaux- de- Fonds Rekurs geführt. Sie führten aus, dass besagte Verordnung die wirt- schaftliche Freiheit, die Prinzipien der Förderung des Sports sowie die Gleich- heit und Rechtmässigkeit verletze. Das Bundesgericht sah die Wirtschaftsfreiheit nicht verletzt, da es sich bei der zu erhebenden Verwaltungsgebühr nicht um eine prohibitive Gebühr handelt und nachweislich andere Kantone solche Kosten ebenfalls auf die Organisatoren von Sportanlässen abwälzen. Dabei wurde unter anderem der Kanton St. Gallen als Beispiel aufgeführt, obwohl in den dem Entscheid vorangegangen Jahren die Beteiligung des FC St. Gallens an den zusätzlichen Sicherheitskosten bloss 20% betrug. 34 Ebenfalls nicht verletzt sah das Bundesgericht das Rechtsgleichheitsgebot, da Art. 62 Lpol/NE vorsieht, dass Organisatoren von Veranstaltungen, die einen umfangreichen Ordnungs- oder Schutzdienst notwendig machen, zur Bezahlung einer Gebühr verpflichtet werden können. Veranstalter von anderen Anlässen werden gestützt auf diesen Artikel ebenfalls zur Beteiligung an den Sicherheits- kosten verpflichtet. Zudem rechtfertige das Gewaltpotenzial, welches von Fuss- ball- und Eishockeyspielen insbesondere durch die Gruppendynamik von An- hängern verfeindeter Klubs ausgehe, Sonderregelungen für diese Art von Ver- anstaltungen. 35 Betreffend die Rüge der Verletzung des Legalitätsprinzips erwog das Bundesge- richt, dass der Staatsrat, indem er die Verordnung erliess, selbst von dem in Art. 62 Abs. 1 Lpol/NE eingeräumten Ermessensspielraum Gebrauch gemacht habe. Die in der Verordnung enthaltenen spezifischen Ausführungsbestimmun- gen gingen nicht über den Rahmen der gesetzlichen Grundlage hinaus und ver- letzten somit auch nicht das Legalitätsprinzip BGE 135 I 130 E BGE 135 I 130 E BGE 135 I 130 E. 7. 9 Mehr anzeigen
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References: BGE 
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 Art. 9
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 Art. 62
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