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Timestamp: 2020-05-25 09:12:44+00:00

Document:
Arbeitsschutz Corona Baustellen | Ministerium für für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz
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02/2020 Stand: 20.05.2020
Auf Baustellen arbeiten häufig viele Beschäftigte unterschiedlicher Betriebe und Gewerke eng zusammen[1]. Das birgt ein erhöhtes Risiko, auch für gegenseitige Ansteckung mit dem Corona-Virus. Sowohl Bauherrn als auch Arbeitgeber sind verpflichtet, Maßnahmen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten auf Baustellen zu treffen.[2] In die Festlegung der Schutzmaßnahmen sind auch Einflüsse aus der Arbeitsumgebung[3] und aus sonstigen Arbeitsbedingungen[4] einzubeziehen.
Stellen Sie sicher, dass die Beschäftigten während der Arbeit untereinander so wenig wie möglich in Kontakt kommen. Auch bei allen arbeitsbezogenen Kontakten sollen soweit wie irgendwie möglich Sicherheitsabstände von mindestens 1,5 m eingehalten werden. In jedem Fall müssen diese Abstände zwischen den verschiedenen Arbeitsgruppen vor Ort eingehalten werden. Dies kann beispielsweise durch möglichst weit auseinanderliegende Arbeitsbereiche, durch zeitlich versetzte Nutzung gemeinsam zu nutzender Einrichtungen oder auch durch unterschiedliche Zeiten von Arbeitsbeginn und -ende erfolgen.
Stellen Sie Sanitärräume im Sinne der Arbeitsstättenregel ASR A4.1[5] zur Verfügung. Diese müssen über eine ausreichende Anzahl an Handwaschgelegenheiten mit fließendem Wasser, Seife und Einmalhandtücher verfügen. Die Bereitstellung von mobilen, anschlussfreien Toilettenkabinen ohne Handwaschgelegenheit entspricht bei der derzeitigen Infektionslage nicht dem Stand der arbeitshygienischen Erfordernisse.
Insoweit ist es erforderlich, mobile, anschlussfreie Toilettenkabinen mindestens mit einer Handwaschgelegenheit mit fließendem Wasser, Seife und Einweghandtüchern sowie ggf. mit Desinfektionsmittel bereitzustellen. Ist dies nicht möglich, ist in unmittelbarer Nähe zu den Toiletten eine solche Handwaschgelegenheit mit fließendem Wasser aus einer Leitung oder einem Tank sowie einem geschlossenen Wasserabflusssystem (in Kanalisation/in Tank) einzurichten. Sorgen Sie dafür, dass der Befüll- und Leerungsrhythmus der verwendeten Tanks den erhöhten Wasserverbrauchen angepasst wird.
Zwischen den jeweiligen Nutzungen sind zeitliche Unterbrechungen vorzusehen. Dadurch können Kontaktmöglichkeiten der einzelnen Beschäftigtengruppen untereinander bei Pausenende bzw. Pausenbeginn vermieden werden. Die Pausenräume bzw. -bereiche sind zwischen den einzelnen Nutzungen zu lüften und zu reinigen.
Werden Pausenräume oder Pausenbereiche von Beschäftigten verschiedener Unternehmen / Gewerke (Beschäftigtengruppen) gemeinsam genutzt, ist durch organisatorische Maßnahmen zu regeln, dass Kontakte der einzelnen Beschäftigtengruppen untereinander unterbleiben. Geeignet sind beispielsweise organisatorische Maßnahmen, bei denen die einzelnen Beschäftigtengruppen zu unterschiedlichen Zeiten die Pausenräume oder Pausenbereiche nutzen. Zwischen den jeweiligen Nutzungen sind zeitliche Unterbrechungen vorzusehen. Dadurch können Kontaktmöglichkeiten der einzelnen Beschäftigtengruppen untereinander bei Pausenende bzw. Pausenbeginn vermieden werden. Zudem müssen die Pausenräume so groß gewählt sein, dass ein ausreichender Sicherheitsabstand (mind. 1,5 m) zwischen den Beschäftigten möglich ist.
Die Pausenräume bzw. Pausenbereiche sind zwischen den einzelnen Nutzungen zu lüften und zu reinigen.
http://www.inqa.de/SharedDocs/PDFs/DE/Publikationen/leitfaden-baustellenordnung.pdf?__blob=publicationFile
Die zum Schutz vor gegenseitigen Gefährdungen der Beschäftigten festgelegten Maßnahmen, die über die direkten Pflichten der Arbeitgeber hinausgehen, hat i.d.R. der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator zu koordinieren. Bitte beachten Sie, dass es deshalb insbesondere unter den verschärften Rahmenbedingungen durch den Corona-Virus unabdingbar ist, dass der Koordinator schon in die Planung des Bauvorhabens einbezogen werden muss! Nur so kann sichergestellt werden, dass die bei dem Bauvorhaben erforderlich werdenden Maßnahmen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes rechtzeitig berücksichtigt werden können. Diese sind notwendiger Bestandteil der Ausschreibung und Grundlage für einen reibungslosen Ablauf der Baumaßnahme.
Bitte bedenken Sie, dass Sie als Bauherr oder Arbeitgeber für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten auf der Baustelle verantwortlich sind! Zudem kommen Sie mit den beschriebenen Maßnahmen zugleich der gesellschaftlichen Verantwortung zur Unterbrechung der Infektionsketten, die Jede und Jeder trägt, nach.
Weitere Hinweise und Informationen finden Sie auch auf der Internetseite der BG BAU unter dem Link
https://www.bgbau.de/themen/sic*herheit-und-gesundheit/coronavirus/
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit. Die regionalen Kontaktdaten finden Sie auf der Internetseite:
https://lavg.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.429937.de.
[1] Mit freundlicher Genehmigung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein
[2] § 2 Absatz 1 Baustellenverordnung – BaustellV i. V. m. § 4 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG
[3] § 4 Nr. 4 ArbSchG („Einfluss der Umwelt auf den Arbeitsplatz“; s. Kommentar R. Pieper „Arbeitsschutzrecht“ § 4 Rn. 17f)
[4] § § 4 Nr. 4 ArbSchG mit („sonstige Arbeitsbedingungen“ sind die nach § 5 ArbSchG zu ermittelnden Arbeitsbedingungen gemeint; s. Kommentar R. Pieper „Arbeitsschutzrecht“ § 4 Rn. 17d)
[5] https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/ASR/pdf/ASR-A4-1.pdf?__blob=publicationFile&v=3
Schutz vor Ansteckung mit dem Corona-Virus auf Baustellen (257.0 KB) 02/20, Stand: 20.05.2020

References: § 2
 § 4
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 § 5
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