Source: https://www.netfonds.de/ihr-%C2%A7-34f-gewo-fahrplan/
Timestamp: 2020-07-04 14:38:38+00:00

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Ihr § 34f GewO Fahrplan - Netfonds AG
Veröffentlicht von Yvonne Konrad am 26. Juni 2020
FinVermV Novellierung & Änderung der Aufsicht
Die Bundesregierung hält uns seit einigen Wochen in Atem, was die Regulierung beim § 34f/§ 34h Gewerbeordnung angeht. Da zusätzlich eine bereits vor längerem verabschiedete Gesetzesnovellierung zum 1. August 2020 in Kraft tritt, wollen wir mit der folgenden Übersicht einen Fahrplan für die § 34f-Berater geben.
Mit diesen Informationen wollen wir Ihnen einen Überblick über die anstehenden Änderungen und den damit verbundenen Pflichten geben.
Die Novellierung des FinVermV ist entschieden und wird am 1. August 2020 in die Praxis umgesetzt. Die Novellierung der FinVermV trägt den europäischen MiFID 2 Regelungen Rechnung.
Wir haben auf dieser Seite auch bereits eine Übersicht über das geschaffen, was hier alles kommt.
Neue Beratungsdokumente
Erstmals seit Einführung des § 34f GewO gibt es komplett neue Dokumente, die auch eine neue Bezeichnung haben. Hier finden Sie eine kurze Erläuterung der Dokumente.
Rahmenvereinbarung: Die neue Rahmenvereinbarung finden Sie HIER. Wir mussten einige Angaben anpassen. Was sich geändert hat und ab welchem Zeitpunkt die neue Rahmenvereinbarung beim Kunden eingesetzt werden muss finden Sie auch unter diesem Link. In AdWorks werden wir die neue Rahmenvereinbarung spätestens ab Anfang August zur Verfügung stellen.
Geeignetheitserklärung: Das Beratungsprotokoll heißt ab dem 1. August 2020 “Geeignetheitserklärung”. Diese enthält den ex-Ante Kostenausweis, den Zielmarktdatenabgleich und Verweise auf neue Paragraphen. Hier gilt ganz klar der Hinweis, dass sich die Geeignetheitserklärung über AdWorks (“Anlageberatung” genannt) sehr einfach erstellen lässt. Diese kann bereits jetzt genutzt werden. Die Möglichkeit zur Erstellung eines Beratungsprotokolls werden wir zum 31. August beenden. Bitte markieren Sie bis dahin alle Beratungsprotokolle als abgeschlossen.
Taping bzw. das Aufzeichnen der Telefongespräche
Mit Novellierung der FinVermV gilt ab dem 1. August die Pflicht, Telefongespräche über Fonds mit dem Kunden aufzuzeichnen und revisionssicher abzuspeichern. Nutzen Sie hier unsere Tapinglösung. Informationen finden Sie HIER.
Videoberatung inkl. Aufzeichnung
In Zeiten von Corona ist das Thema Videoberatung deutlich mehr in den Fokus gerückt. Auch hierfür haben wir ein Tool, welches Sie ab 10 €/Monat nutzen können und welches direkt die Aufzeichnungspflichten des § 34f GewO mit erfüllen kann. Informieren Sie sich gern HIER.
Da die Vermögensverwaltung rechtlich nicht als “Finanzinstrument” gilt, können Sie bei Gesprächen über die Vermögensverwaltung auf das Taping verzichten. Sie können hierbei relativ ausführlich über das Depot des Kunden bzw. die einzelnen Strategien sprechen.
Informieren Sie sich HIER über die Strategien. Wussten Sie, dass Sie diese Strategien komplett digital ähnlich eines Robo-Advisors vermitteln können? Sprechen Sie uns gern darauf an.
ex-Post Kostenoffenlegung
Die ex-Post Kostenoffenlegung klingt insgesamt deutlich komplexer als diese in Wahrheit ist. Grundsätzlich bedeutet diese Offenlegung, dass einmal im Jahr alle Kosten im Zusammenhang mit dem Depot dem Kunden offengelegt werden. Aber bevor Sie sich mit langen Excel-Tabellen herumschlagen, haben wir mit den Depotbanken gesprochen um dies für Sie zu übernehmen. Fast alle unserer Banken stellen Ihren Kunden einen Report mit allen damit verbundenen Kosten wie Fondskosten, Agio, Bankgebühren und Servicegebühren zur Verfügung. Nutzen Sie unbedingt das Online-Postfach der Bank, darin wird der Kostenreport dem Kunden dann eingestellt.
Änderung der Aufsicht, BaFin statt Industrie- und Handelskammer bzw. Gewerbeamt
Die Koalition hat sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, dass es eine einheitliche Regulierung für Finanzberater gibt. Aktuell gibt es auf Seiten der Banken und Haftungsdächer die BaFin und auf Seiten der § 34f-Berater die IHK und Gewerbeämter.
Das Thema wurde für 2020 auf die Agenda von Bundesrat und Bundestag gehievt. Bislang gibt es aber von diversen Ausschüssen – unter anderem dem Normenkontrollrat – die klare Empfehlung, die Aufsicht zu belassen wo diese ist. Auch der Begriff “Mittelstandsfeindlich” ist in der offiziellen Aussage enthalten.
Die neue Aufsicht der BaFin über die § 34f- und § 34f-Berater muss vom Bundestag verabschiedet werden. Es könnte in der Woche ab dem 29. Juli 2020 auf der Agenda stehen und würde dann ab dem 1. Januar 2021 gelten. Falls das Gesetz nicht in der Woche verabschiedet wird, kann das Gesetz nicht mehr zum 1. Januar in Kraft treten. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden.
Die genauen Kosten mit der BaFin-Aufsicht sind aktuell schwer zu beziffern. Aktuell bestehen die Kosten aus der Vermögensschadenshaftpflicht sowie dem Wirtschaftsprüfbericht, der einmal jährlich fällig ist. Falls eine Negativerklärung eingereicht wurde, fielen die Kosten für den Wirtschaftsprüfbericht weg.
Dies wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ändern. Die Kosten der BaFin sollen umgelegt werden. Bei angenommenen 36,4 Mio. € an Kosten für die BaFin pro Jahr und aktuell ca. 37.000 § 34f-Beratern fallen knapp 1.000 €/Jahr für die § 34f-Berater an. Aufgrund dieser Kosten wird es aller Wahrscheinlichkeit nach einige Marktaustritte geben, daher dürften die Kosten für den einzelnen Berater weiter steigen.
Haftungsdach Light
Falls die BaFin Aufsicht kommt, werden wir ein “kleines” Haftungsdach anbieten. In diesem Haftungsdach wird es einen ähnlichen Umfang der erlaubten Geschäfte geben wie aktuell im § 34f GewO. Hiermit wollen wir der Regulierung Rechnung tragen.
Falls Sie Lust haben, melden Sie sich gern zu einem unserer Webinare zu diesem Thema an.

References: § 34
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