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Timestamp: 2017-08-20 19:08:59+00:00

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Alois Höfler - Allgemeine Einleitung in die Psychologie [2/2]
I. Gegenstand, Aufgabe und Methode der Psychologie
Gegenstand der Psychologie:
Die psychischen Erscheinungen.
Wer sich anschickte, die ihm aus alltäglichen Erlebnissen vertrauten Vorgänge und Zustände von Freude, Trauer, Wünschen, Sich-Entschließen, Zweifeln, Glauben, Überzeugtsein, Sich-Erinnern, Etwas-Erwarten und dgl. zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Besprechung zu machen, findet als sie alle gemeinsam bezeichnende Ausdrücke folgende vor: Seelische oder psychische Vorgänge oder Zustände, psychische Erscheinungen.
Als wesentlich gleichbedeutend werden diese Ausdrücke verwendet: psychisches Phänomen, psychische Tatsache, Bewußtseins-Erscheinung, -Phänomen, -Tatsache. - Das Wort "Erscheinung" wird hierbei keineswegs im Sinne von "Schein" verwendet, sondern wie in den Verbindungen: "In Erscheinung treten, eine stattliche Erscheinung, neue literarische Erscheinungen" und dgl. "Erscheinen" heißt also hier so viel wir "Wahrnehmbar sein".
Mit den diesen Bezeichnungen zugrunde liegenden Namen "Seele, Psyche" verbindet der gegenwärtige Sprachgebrauch bald die Bedeutung eines Inbegriffes psychischer Erscheinungen, bald die eines "Trägers psychischer Erscheinungen.
Letzterer Begriff, der der "Seelen-Substanz", gehört der "metaphysischen" Psychologie an.
In Wendungen wie: "Ein seelenvoller Blick, seelische Kämpfe; er hat seine ganze Seele in den Vortrag des Liedes gelegt" ist vorwiegend ein Inbegriff von Gemüts- Zuständen gemeint. - Man deute SCHILLERs "Spricht die Seele, so spricht, ach! schon die Seele nicht mehr".
In welchem Sinn spricht schon der Nichtpsychologe von psychologischen Feinheiten, bzw. Unklarheiten, Fehlern eines Dramas, eines Romans, von der psychologischen Kunst eines Erziehers, eines Volksredners, ... von psychologisch interessanten Gerichtsfällen, von psychologischen Rätseln und ihrer Lösung?
Wir hätten keine Veranlassung, von "psychischen" Erscheinungen im besonderen zu sprechen, wenn ihnen nicht andere Erscheinungen im besonderen zu sprechen, wenn nicht andere Erscheinungen gegenüberständen; tatsächlich kennen wir nur noch eine, den psychischen beigeordnete Art von Erscheinungen: die physischen. Diese wieder werden weiter unterschieden in physikalische, chemische, physiologische usw. Insbesondere finden sich mit den psychischen Erscheinungen aufs mannigfachste verknüpft diejenigen anatomischen und physiologischen, welche schon die gewöhnliche Sprache als "leibliche" den "seelischen" Vorgängen und Zuständen gegenüberzustellen pflegt; und von diesen wieder stehen den psychischen Vorgängen manche des Nervensystems so besonders nahe, daß man sie (seit FECHNER als "psychophysische" bezeichnet. - Um derlei Beziehungen zweier Gebiete richtig aufzufassen, muß jedes der beiden Gebiete für sich überblickt sein; und zwar haben wir uns innerhalb der Psychologie mit der Eigenart der psychischen Erscheinungen als solcher einigermaßen bekannt zu machen.
Zur Charakterisierung der
psychischen Erscheinungen
haben zwei Reihen von Beispielen, wie
- Freude, Trauer, Wunsch, Entschluß, Glaube, Zweifel,
- Farbe, Röte, Ton, Knall, Zucken eines Muskels usw.
einander gegenübergestellt. Führt man sich diese Beispiele etwa so vor, daß man irgendein Glied der einen Reihe in die andere Reihe einzuschalten versucht (z. B. Freude, Trauer, Knall, Wunsch ..), so wird einem sofort klar, daß dies ein Sprung in ein toto genere [auf jede Art - wp] verschiedenes Gebiet sei. Die Verschiedenheit jedes Gliedes einer Reihe von den übrigen Gliedern derselben Reihe ist nämlich eine bei weitem nicht so tiefgehende, als die gegenüber irgendeinem Glied der anderen Reihe. Dieser Unterschied der einen Gattung von Erscheinungen gegenüber der anderen stellt sich schon im ganzen, vor jeder Analyse oder Aufgabenstellung eines Einteilungsgrundes, als ein so tiefgehender und auffälliger dar, daß es unschwer gelingt, unmittelbar zu jeder der beiden Reihen noch weitere Beispiele zu finden oder umgekehrt, gegebene Erscheinungen als zur einen oder anderen Reihe gehörig zu erkennen. Vergleicht man nun aber des weiteren die Beispiele der ersten Reihe untereinander, so gelingt es bald, mehrere ihnen gemeinsame Eigentümlichkeiten aufzuzeigen, welche den Beispielen der zweiten Reihe fehlen. Ohne hier schon auf alle Streitfragen einzugehen, welche sich an die Angabe von derlei Merkmalen zur Definition, bzw. Charakteristik der psychischen Erscheinungen und weiterhin zur Unterscheidung der psychischen von den physischen Erscheinungen knüpfen, seien im folgenden fünferlei (1) derartige Merkmale aufgezählt; wobei der Umstand, daß die nach je einem der Einteilungsgründe vollzogene Abgrenzung zwischen psychischen und physischen Erscheinungen dieselben Klassen liefert, wie die nach den übrigen, einen Beleg dafür bildet, daß die Einteilung der Erscheinungen in psychische und pysische überhaupt eine "natürliche" ist.
1. Die psychischen Erscheinungen sind Gegenstand der unmittelbaren oder inneren Wahrnehmung, die physischen Erscheinungen sind Gegenstand der sogenannten sinnlichen oder äußeren Wahrnehmung.
2. In jeder psychischen Erscheinung lassen sich der psychische Akt und sein (teils selbst wieder psychischer, teils physischer) Inhalt oder Gegenstand (2) unterscheiden.
Wer z. B. Zeuge eines Vulkanausbruches ist, erlebt hierbei in sich den psychischen Vorgang des Sehens von Feuererscheinungen, des Hörens von Krachen usw., wobei Licht, Geräusch physische Gegenstände (und zwar zunächst eben nur als Inhalte jener psychischen Akte des Sehens, Hörens ...) sind. Wer dagegen einen Zornesausbruch erfährt, sei es, daß er ihn selbst erlebt, oder ihn an einem anderen beobachtet, hat ebenfalls Wahrnehmungen von physischen Vorgängen, des Ballens der Fäuste, der Verzerrung und Rötung des Gesichts usw.; darüber hinaus aber nimmt er an sich selbst noch den seelischen Affekt wahr, den wir eben im engsten und eigentlichsten Sinn als "Zorn" bezeichnen; das innere Bild, welches wir von ihm haben, ist nicht ohne Rest auflösbar in jene physischen Merkmale von Bewegungen der Hand, der Gesichtsmuskeln, von Rötung und Erhitzung der Haut usw.; sondern letztere physischen Vorgänge sind nur mehr oder weniger regelmäßige "Begleitvorgänge" oder "Äußerungen" des Zornes und wer nur sie an sich erlebt hätte, nicht aber das Erzürntsein selbst, würde nicht mit Recht sagen können, jemals zornig gewesen zu sein.
Nach den obigen Beispielen ist auch schon in den primitivsten psychischen Vorgängen, den "Sinnesempfindungen", das Sehen als psychischer Akt und das Gesehene - Fabe, Gestalt - als sein physischer Inhalt oder Gegenstand zu unterscheiden; desgleichen Hören und Schall (Geräusche, Klänge, Töne) usw. - Inwieweit wir ein Recht haben, uns Farben, Töne ... auch noch als etwas anderes, denn als "Erscheinungen", als "Inhalte" der psychischen Vorgänge des Sehens, Hörens usw. zu denken, soll erst später berührt werden.
Auch wenn wir eine psychische oder eine physische Erscheinung nicht wahrnehmen, sondern sie uns nur in der Phantasie vorstellen, z. B. den Zorn eines anderen, einen goldenen Berg usw., bleibt der hierin vorgestellte Gegenstand, was er für die Wahrnehmung wäre: also der vorgestellte Zorn eine vorgestellte psychische Erscheinung, die vorgestellte Farbe, Gestalt, des goldenen Berges eine vorgestellte physische Erscheinung.
3. Alle psychischen Erscheinungen sind teils Vorstellungen, teils haben sie solche zur Grundlage.
Zum Beispiel: Was Gegenstand eines Urteils werden soll, muß vor allem Gegenstand einer Vorstellung sein; desgleichen können wir nicht begehren, was wir uns schlechterdings nicht vorstellen können (ignoti nulla cupido [Unbekanntes wird nicht begehrt - wp]).
4. Die in je einem "Individuum" zu je einem Zeitpunkt vorhandenen psychischen Vorgänge stehen zueinander in einer überaus innigen Beziehung, welche man Einheit des Bewußtseins nennt.
Diese Zugehörigkeit jeder einzelnen psychischen Erscheinung zu einem Ganzen, zu welchem auch das auf sie gerichtete Wahrnehmen selbst gehört, hat zu den Namen innere Wahrnehmung, innere Erscheinung usw. geführt. Was unserer eigenen inneren Wahrnehmung nicht zugänglich ist, seien es physische Gegenstände, wie Licht, Farbe, seien es psychische Erlebnisse anderer, gilt uns als "außer" uns.
5. Physische Erscheinungen werden als räumlich und zwar 1. als ausgedehnt, 2. als an einem Ort befindlich vorgestellt; alle psychischen Erscheinungen sind unräumlich.
Zum Beispiel: Ein Nachdenken, ein Vergnügen, dessen wir uns bewußt sind, können wir uns nicht als ausgedehnt und von räumlicher Gestalt, als dreieckig, viereckig, als so und so lang, breit und dick vorstellen. Weniger leicht gibt der Naive zu, daß nicht das Denken einen Ort im Kopf, Gemütsbewegungen in der Brust, überhaupt die psychischen Vorgänge von Menschen und Tieren innerhalb der Leiber ihren räumlichen "Sitz" haben. So sagt auch LOCKE : "Jeder weiß, daß seine Seele, die mit seinem Körper verbunden ist, während einer Reise von Oxford nach London stetig ihren Ort wechselt ..."
Es versteht sich von selbst, daß die Zweiteilung aller Erscheinungen in physische und psychische ("phänomenaler Dualismus"), sich nicht auf solches erstreckt, was überhaupt nicht "Erscheinung" ist (z. B. metaphysische Substanzen, "Dinge ansich"). Doch nennt man auch Nicht-Erscheinendes, wenn es als zu diesen oder jenen Erscheinungen in besonders naher Beziehung stehend gedacht wird, selbst Physisches, bzw. Psychisches (z. B. die Materie, die Seelensubstanz).
Aufgabe der Psychologie:
Beschreibung und Erklärung der psychischen Erscheinungen
A) Angesichts zusammengesetzter psychischer Erscheinungen wird die psychologische Beschreibung zur psychologischen Analyse. - Insoweit es einfache psychische Erscheinungen gibt, ist von ihnen weder eine Analyse, noch auch sonst eine Beschreibung (geschweige eine Definition) möglich; hier können und müssen diejenigen mannigfaltigen Mittel einer bloßen "Charakterisierung" ausreichen, für welche u. a. die Charakterisierung des Urteils ein ausführliches Beispiel gibt.
Die psychologische Analyse kann auf die nämlichen drei Typen von Zusammensetzung führen, welche unterschieden wurden in A trennbar von B; A nur unterscheidbar von B; A ohne B, aber B nicht ohne A vorstellbar).
1. Wer einen umfassenden Bericht über eine Reihe von Einzeltatsachen gibt oder empfängt, hat eine Menge von Teil- Urteilen vollzogen.
2. Wer etwas mit Überzeugung bejaht, hat ein Urteil abgegeben, an dem sich zwar die Bejahung (Qualität) und Überzeugtheit (Intensität des Glaubens) unterscheiden, aber von einander nicht trennen lassen.
3. Wer urteilt, stellt auch vor. Dabei können wir uns zwar die Vorstellung als ohne Urteil, nicht aber das Urteil als ohne Vorstellung stattfindend denken.
In dem Maße, als die analysierende Beschreibung psychischer Tatsachen eine größere oder die ganze Mannigfaltigkeit psychischer Elemente und Verbindungsformen kennen gelehrt hat, entsteht das Bedürfnis einer Klassifikation der psychischen Erscheinungen.
Es versteht sich von selbst, daß die Einreihung einer gegebenen Erscheinung in eine bestimmte Grundklasse nur dann verlangt werden kann, wenn die Erscheinung selbst ein psychisches Element darstellt. Psychische Komplexionen können dagegen, je nach ihren Elemenen, auch mehreren Klassen zugleich angehören.
B) Die Beachtung der einer bestimmten Art von psychischen Erscheinungen regelmäßig vorausgehenden oder sie begleitenden psychischen (und physischen) Erscheinungen führt auf psychologische Gesetze. Aufgrund dieser geben wir teils Erklärungen vorliegender, teils Vorausbestimmungen künftiger psychischer Erscheinungen.
Als Beispiele psychologischer Gesetze wurden die "Assoziationsgesetze" genannt. - Daß aber überhaupt auch das psychische Leben Gesetzen von ebensolcher Unverbrüchlichkeit unterliegt, wie etwa das physikalische Geschehen, wird vor allem wegen der außerordentlich verwickelten Bedingungen psychischer Vorgänge leicht übersehen (wie etwa heute noch mancher auch das "Wetter" für etwas Regelloses, "Launisches" hält). Namentlich einige Klassen von Erscheinungen, wie die Erzeugnisse "produktiver Phantasie", "freier Willensentschließung", scheinen manchen von vornherein alle Gesetzmäßigkeit abzuweisen. Bei näherem Zusehen drängen sich aber doch wenigstens einzelne gesetzmäßige Züge auf; vgl. z. B. das Gesetz, daß es mir unmöglich ist, etwas zu wollen, von dem ich (egal ob mit Recht oder Unrecht) überzeugt bin, daß ich es durch das Wollen nicht erreichen könnte.
Psychologische Gesetze sind es, in welchen die "Weisheit" vieler Sprichwörter besteht; wobei freilich kühne Verallgemeinerungen, wie sie das nicht durch die Schule strenger Induktion gegangene Denken liebt, eine so große Rolle spielen, daß man bei der praktischen Anwendung jener Regeln auf Ausnahmen jederzeit gefaßt sein muß. Suche den Sinn folgender Sprichwörter in wissenschaftlicher Form anzugeben und prüfe die in ihnen niedergelegten Behauptungen (- welche von ihnen enthalten zugleich Forderungen und Ratschläge?) auf das Maß ihrer Gültigkeit:
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. - Der Weg in die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. - Gebranntes Kind scheut das Feuer. - Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz. - Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über. - Neue Besen kehren gut. - Wenns dem Esel zu gut geht, dann geht er aufs Eis. - Was man wünscht, das glaubt man gern. - Kein Meister fällt vom Himmel. - Andere Zeiten, andere Sitten. - Stille Wasser sind tief. - Wer rastet, der rostet.
Sind alle Sprichwörter psychologische Gesetze oder Ratschläge?
Beispiele versuchter Erklärungen stellt jeder Fall dar, in welchem wir uns fragen, was unseren Bekannten, einen Staatsmann ... usw. zu diesem oder jenem Schritt veranlaßt haben mag; wie ich selbst oder mein Partner im Gespräch oder wie ein Entdecker auf diesen Gedanken gekommen sein könne; was wohl Schuld sei am veränderten Verhalten eines Schülers ... - Selbst psychologische Vorausbestimmungen sieht sich auch der Nichtpsychologe jeden Augenblick genötigt zu wagen ( - was dann eben schlecht und recht gelingt wie das Wetterprophezeien dem Nichtmetereologen): so der Vater, welcher nach den vermutlichen Anlagen seines Knaben über dessen weiteren Lebensweg zu entscheiden hat; so jeder, der sich zu prüfen hat, ob er sich das Festhalten an einem bestimmten Entschluß zutrauen darf. - "Psychologisch interessant" hört man Gerichtsfälle, Erlebnisse an Bekannten und dgl. insbesondere dann nennen, wenn sie psychologischen Gesetzen zu widersprechen scheinen.
Psychologische Erklärungen sind es ferner auch zum großen Teil, durch die in Dramen, Erzählungen ... die Rätsel der Handlung gelöst werden. Ein merkwürdiges Beispiel hierfür sind die Eröffnungen welche wir gegen den Schluß von "Wilhelm Meisters Lehrjahre" über den HARFNER und MIGNON empfangen - umso merkwürdiger, als die Art der Lösung die Annahme nahelegt, daß der Dichter bei der ersten Einführung jener geheimnisvollen Geschöpfe seiner freien künstlerischen Phantasie noch gar nicht an die verwickelten Geschichten gedacht habe, durch die er das Geheimnis ihrer Erscheinung nachträglich gleichsam sich und dem Leser begreiflich zu machen sucht. - Als zweites Beispiel sei OTTO LUDWIGs meisterhafte Erzählung "Zwischen Himmel und Erde" genannt, deren besonderes psychologisches Interesse darin liegt, daß aus der Situation, in welcher us die vier Hauptpersonen zu Beginn der Erzählung vorgeführt werden und aus ihren Charakteren, in welche man im Verlaufe derselben immer tieferen Einblick gewinnt, ohne Hereinwirken neuer, äußerer Momente von Belang, alle folgenden Entwicklungen sich mit überzeugender Notwendigkeit ergeben ( - zu vergleichen mit dem "Problem der drei Körper", gemäß welchem aus bestimmten gegebenen relativen Positionen und Anfangsgeschwindigkeiten gegebener Massen, etwa dreier Körper des Sonnensystems, aufgrund des unabänderlichen Gravitationsgesetzes alle folgenden Bewegungen im System sich berechnen lassen).
Die Erklärungen gegebener psychischer Tatsachen können teils rein psychologische, teils physiologische (psychophysische) sein.
So erklären wir z. B. einen Gedanken, der uns durch den Kopf schießt, aus einem der "Assoziationsgesetze"; dagegen, daß wir jetzt gerade diese Tonempfindung haben, aus der Erregung unserer Gehörnerven durch die Schwingungen dieser Stimmgabel.
Inwieweit die Erklärung gegebener psychischer Tatsachen und psychologischer Gesetze über die psychischen Erscheinungen hinaus zur Annahme psychischer Dispositionen und psychischer Substanzen führt, hat die allgemeine Metaphysik zu begründen. Zumindest darf sich vor einer solchen Prüfung die Psychologie dieser Begriffe mit demselben Recht bedienen, wie die Physik der Begriffe von Kraft, Energie und Materie. -
Viele der vorstehenden Beispiele zeigen, daß die Aufgaben, welche die wissenschaftliche Psychologie zu lösen hat, auch der vorwissenschaftlichen des Alltagslebens und der außerwissenschaftlichen der Dichtung keineswegs ganz fremd sind; ebensogut als etwa auch jeder schon vor aller abstrakten Kenntnis des Hebelgesetzes weiß, wie er einen Stock anzufassen habe, um ihn am leichtesten übers Knie zu brechen. (3) - Wie aber derlei gelegentlich erworbene und mit instinktiver Sicherheit verwendete Erfahrungen physikalischen Inhaltes eine methodische Erforschung des ganzen Erscheinungskreises nichts weniger als überflüssig machen, so löst auch die wissenschaftliche Psychologie die ihr schon durch die Bedürfnisse des täglichen Lebens, nachmals aber auch durch ein rein theoretisches Interesse gestellten Aufgaben nach bestimmten Methoden, welche der Eigenart psychischer Tatsachen im Vergleich zu der der physischen angepaßt werden müssen.
Methode der Psychologie:
die einer empirischen Wissenschaft
Erste und unumgängliche Erkenntnisquelle für die seelischen Tatsachen ist die innere Wahrnehmung dieser Tatsachen seitens desjenigen, der sie erlebt.
Man nennt die innere Wahrnehmung auch Selbstwahrnehmung. - Da sich nun aber z. B. der Astronom nicht begnügt, die Sterne "wahrzunehmen", sondern sie "beobachtet", so drängt sich die Frage auf: Ist über die bloße Selbstwahrnehmung hinaus auch Selbstbeobachtung möglich, d. h. sind die psychischen Erscheinungen mit absichtlich auf sie gerichteter Aufmerksamkeit wahrzunehmen?- Jedenfalls ist ein solches Beobachten nicht möglich
1. bei Vorgängen außergewöhnlicher psychischer Kraftentfaltung, z. B. angestrengtem Nachdenken, heftigen Affekten und dgl, welche das ganze Seelenleben so in Anspruch nehmen, daß für die im Beobachten gelegene psychische Arbeit nicht mehr die nötige psychische Energie verfügbar ist;
2. bei Zuständen allgemeiner psychischer Depotenzierung, z. B. im Schlaf, in der Ohnmacht. Ob Selbstbeobachtung im strengsten Sinne auch gegenüber Zuständen unmöglich ist, welche weder dem einen noch dem anderen Extrem angehören, ist eine noch strittige Frage.
Unbestritten ist dagegen, daß wir allen Vorgängen, die soeben stattgefunden haben, unsere beobachtende Aufmerksamkeit ebensogut zuwenden können, wie etwa der Astronom sich das Bild einer soeben sichtbar gewesenen Sternschnuppe vergegenwärtigen, ja sogar an diesem Erinnerungsbild nachträglich noch manches Detail vorfinden kann, das während der flüchtigen Erscheinung noch nicht durch seine Aufmerksamkeit getroffen war (- ähnlich wie wir manchmal die Urschläge erst zählen, nachdem der letzte Schlag verklungen ist). - Zumindest in diesem Sinne ist die Fähigkeit zur "Selbstbeobachtung" auch einer beträchtlichen Ausbildung durch Übung fähig.
Die Ergebnisse der Selbstwahrnehmung bilden auch die unerläßliche Grundlage für die Deutung derjenigen Anzeichen, aus welchen wir das Dasein psychischer Zustände und Vorgänge in anderen erkennen.
Wie es dem einigermaßen Naiven überhaupt leicht widerfährt, daß er das Zeichen mit dem Bezeichneten verwechselt (psychologische Erklärung: sehr innige Assoziationen; z. B. Wörter und ihre Bedeutung; Buchstaben und Laute; wir hören die Stimme eines Freundes und meinen "den Freund" zu hören), so mag auch, wer etwa Zeuge der Äußerungen heftiger Affekte ist, geneigt sein zu glauben, er nehme Lust und Leid anderer beseelter Wesen ebenso unmittelbar wahr, wie seine eigenen psychischen Vorgänge. In Wahrheit ist das aber, wie einige Besinnung zeigt, so wenig möglich, daß z. B. in DESCARTES' Schule sogar mit einigem Anschein die extreme Lehre Verbreitung findent konnte, es seien bei den Tieren z. B. Klagelaute ähnlich denen, die wir bei Menschen als Zeichen schwerer Qualen deuten, nur die Folge von "Reflexbewegungen", denen keinerlei wirkliche Gefühle des Schmerzes entsprechen. Sowohl der Umstand, daß diese paradoxe Meinung überhaupt auftauchen, wie der, daß sie sich doch nicht auf die Dauer halten konnte, legt uns die Frage nahe, mit welchem Recht wir beim Wahrnehmen äußerer Vorgänge an das Stattfinden innerer glauben? Es geschieht in der Regel - und sogar seitens des wissenschaftlichen Psychologen - nicht aufgrund eigentlicher Schlüsse, welche oft ziemlich komplizierte Induktionen und Analogien sein müßten, sondern aufgrund gewohnheitsmäßiger Erwartung. Wiewohl jene Schlüse, und umsomehr die bloße Gewohnheit, nicht volle Gewißheit liefern können, so gewinnt doch der geübte "Menschenkenner" eine hohe Sicherheit im Durchschauen unabsichtlicher und absichtlicher Täuschungen, welche die Menschen einander durch Wort und Gebärde über ihr Inneres zu bereiten pflegen; selbst feine Künste der Verstellung verraten sich während längeren Umganges. (Ist es überhaupt möglich, nach jeder Richtung hin die äußeren Zeichen seelischer Vorgänge willkürlich hervorzubringen, ohne letztere zu erleben? Manche große Schauspieler berichten von sich, daß sie während des Ausübens ihrer Kunst "in der Rolle aufgehen", andere, daß sich auch während der Darstellung des heftigsten Affektes ihre innere Ruhe zu bewahren suchen.)
Überall die Kunst richtiger Deutung vorausgesetzt, erweisen sich namentlich folgende Quellen mittelbarer Erkenntnis psychischer Tatsachen als ergiebige Hilfsmittel der psychologischen Forschung:
1. Ausdrückliche Mitteilungen, welche uns andere über ihr Seelenleben, sei es über einzelne Vorgänge (in Briefen usw.), sei es zusammenhängend (in Autobiographien, "Bekenntnissen") machen; und mehr als Worte noch die Taten;
2. ebensolche Berichte über psychische Kundgebungen Dritter;
3. die Beobachtung der Anzeichen eines einfacheren Seelenlebens bei Kindern, in der Kultur Zurückgebliebenen ("Wilden"), bei nicht Vollsinnigen;
4. Äußerungen eines krankhaften oder entarteten Seelenlebens bei Geisteskranken, Verbrechern;
5. ungewöhnlich hochentwickelte psychische Leistungen bei genialen Künstlern, Forschern, willensstarken Männern der Tat, edlen Charakteren;
6. Die Welt- und Kulturgeschichte, namentlich die Entwicklung der Sprachen, Mythen, Religionen, Handwerke, Künste, Wissenschaften;
7. soziale Massenerscheinungen (so das Verhalten ganzer Völker zu Zeiten nationalen Unglücks oder Triumphes, welches sich manchmal in "psychischen Epidemien" äußert, z. B. in den Geißlerzügen des Mittelalters): sie bilden als solche einen Gegenstand der Soziologie;
8. die künstlerischen Darstellungen psychischer Vorgänge aller Art; - und schließlich, allen früheren Quellen natürlich nicht koordiniert, sondern selbst wieder aus ihnen geschöpft:
9. die wissenschaftliche psychologische Literatur in ihren allgemeinen Darstellungen und Spezialforschungen. -
Indem der Psychologe als solcher genötigt ist, das Seelenleben, sei es das eigene, sei es das eines andern, zum Gegenstand wissenschaftlicher Theorie zu machen, hat er sich vor der Verwechslung zu hüten, als sei all das, was er nachträglich von diesem Seelenleben weiß (zumal von dessen kausalen Bedingungen), in diesem Seelenleben selbst erlebt worden. Wo es gilt, eine solche Verwechslung ausdrücklich zu vermeiden, wollen wir mit A denjenigen Menschen bezeichnen, der Gegenstand psychologischer Forschung sein soll; dagegen nennen wir Z den Psychologen als solchen (und allenfalls Y den Physiologen, X den Physiker als solchen, insoweit der Psychologe physiologischer und physikalischer Kenntnisse als "Lehnsätze" (4) für seine eigene Wissenschaft nicht entraten kann). So sieht z. B. ein physikalisch und physiologisch Ununterrichteter (A) die Gegenstände aufrecht, aber erst der Physiker (X) denkt an Lichtstrahlen, der Physiologe (Y) an ein Netzhautbild und der Psychologe (Z) mag sich die Frage vorlegen, wie in A die Vorstellung des Aufrechten zustande kommt. Dabei müssen A und Z auch dann begrifflich immer noch auseinandergehalten werden, wenn sie eine und dieselbe Person sind, d. h. wenn Z als solcher (nicht A als solcher!) in wissenschaftlicher Absicht Selbstwahrnehmung oder Selbstbeobachtung treibt.
Die Beobachtung gelegentlich sich darbietender psychischer Erscheinungen ist neuestens mit Erfolg weiter gebildet worden zu experimentellen Methoden.
Gegenstand der "Experimental-Psychologie" sind vorwiegend solche psychische Erscheinungen, deren Abhängigkeit von bestimmten physischen Bedingungen es zu untersuchen gilt. Aber auch reine "Gedankenexperimente", d. h. Versuche ohne derlei physikalische, physiologische und psychophysische Zurüstungen, kommen vor, z. B. der Versuch über die Lenkung der Aufmerksamkeit auf Stellen des indirekten Sehens; der schon im vorigen Paragraphen erwähnte Versuch, ob es möglich ist, etwas als unmöglich Beurteiltes auch nur zu wollen, FECHNERs Untersuchungen über Phantasievorstellungen, EBBINGHAUS' Gedächtnisversuche.
Der Gang der psychologischen Forschung muß nach dem Gesagten in seiner Hauptrichtung der induktive, empirische sein. Insoweit aber die induktive Methode überhaupt die Deduktion nicht ausschließt, wird diese auch in der Psychologie zu verwenden sein, insbesondere insofern aus den induzierten allgemeineren Gesetzen speziellere deduziert und durch Vergleichung mit den Erfahrungstatsachen verifiziert, bzw. exkludiert werden. Doch ist namentlich infolge der großen Verwicklung der psychischen Erscheinungen hier eine solche Deduktion bisher nur in sehr bescheidenem Maße möglich gewesen. - Letztes Ziel der wissenschaftlichen Bemühungen bleibt aber so gut wie für jede andere Wissenschaft auch für die Psychologie - sofern sie auch diesem Ziel gegenwärtig und vielleicht auf lange hin noch sei - die Gewinnung einer einheitlichen "Theorie". Auch nach Erreichung dieses Zieles würde aber die Psychologie noch immer unter die empirischen Wissenschaften gehören (im Gegensatz zur Mathematik, einzelnen Teilen der Logik und dgl.).
Zwei Versuche im großen, die psychischen Erscheinungen grundsätzlich nicht nach direkt empirischer, sondern nach deduktiver Methode zu behandeln, liegen vor:
1. in der sogenannten rationalen oder spekulativen Psychologie, welche alle Erscheinungen aus einigen wenigen metaphysischen Sätzen über die Einfachheit der Seelensubstand und dgl. zu konstruieren unternimmt; und
2. in der sogenannten physiologischen Psychologie, welche zwar diejenigen physischen Vorgänge im Nervensystem, die sie als "Träger" (oder als "andere Seite") der psychischen voraussetzt, nach empirischer Methode erforscht, dagegen die Merkmale und Gesetze der psychischen Erscheinungen selbst (welche aus den gelegentlichen Erfahrungen des gewöhnlichen Lebens natürlich auch dem Physiologen als solchem empirisch nicht ganz fremd sind) aus den gefundenen physischen Merkmalen und Gesetzen entnehmen, erschließen, "ableiten" zu können meint.
Da im vorliegenden Buch weder eine Kenntnis der Metaphysik noch der Physiologie vorausgesetzt wird, kann und soll auf die nähere Darstellung und Kritik jener beiden Unternehmungen nicht eingegangen werden.
Die bisherigen allgemeinen Feststellungen über die Eigenart der psychischen Erscheinungen gegenüber den physischen, sowie über die hieraus sich ergebende Eigenart der psychologischen Forschung, sind, von einzelnen Beispielen abgesehen, noch nicht eingegangen auf die konkreten Erscheinungen selbst, wie sie in ihrer Gesamtheit das psychische Leben des Menschen tatsächlich bilden. Der größere Teil jener methodologischen Feststellungen bliebe auch noch in Kraft für solche Wesen, deren psychisches Leben - was ja wenigstens nicht undenkbar ist - aus mehr oder weniger von den unsrigen verschiedenen psychischen Erscheinungen sich zusammensetzte. - Es gilt also nun vor allem, über jene tatsächliche Mannigfaltigkeit einen vorläufigen Überblick zu gewinnen und aufgrund desselben den Plan für die systematische Behandlung der einzelnen Klassen der für uns Menschen erfahrbaren psychischen Tatsachen zu entwerfen.
Die dreifache Mannigfaltigkeit psychischer Erscheinungen.
- Enge, Einheit und Einerleiheit des Bewußtseins.
Die gesamte Menge psychischer Tatsachen, welche sich in der Welt abspielen, läßt sich ungezwungen gleichsam nach drei Richtungen (Dimensionen) hin gliedern:
1. nach den verschiedenen Individuen, denen sie angehören,
2. nach den verschiedenen Zeitpunkten im psychischen Leben je eines Individuums, und
3. nach der Mehrheit der in einem Individuum zu je einem bestimmten Zeitpunkt gleichzeitig vorhandenen psychischen Elemente.
Daß die unter 3. behauptete Mehrheit wirklich bestehe, ja auch nur bestehen könne, wird manchmal geleugnet oder doch bezweifelt: es sei nicht möglich, zugleich an mehreres zu denken, oder zugleich zu denken und sich einem Gefühl hinzugeben, und dgl.; wo es scheine, finde in Wahrheit nur ein sehr rascher Wechsel der psychischen Vorgänge statt, wie er gemäß 2. zugegeben wir. - Um zu zeigen, daß ein solcher Zweifel angesichts der Tatsachen nicht Stich hält, gliedern wir die in 3. enthaltene Behauptung selbst wieder in die beiden folgenden:
a) Die Inhalte unserer psychischen Akte können nicht nur, sondern müssen sogar jederzeit eine Mehrheit in sich aufweisen. Wer z. B. ein Mosaikbild betrachtet, sieht doch in der Regel mehr als ein Steinchen auf einmal. Aber selbst zugegeben, dies wäre nur Schein, wir sähen nur sehr schnell ein Steinchen nach dem anderen, so enthält ja doch der Farbenfleck von der Größe eines Steinchens selbst wieder kleine und kleinere Teile; das "Einfache" wäre erst ein Farbenpunkt, der aber (selbst wenn man davon absieht, daß er sich von einem Hintergrund abheben müßte) selbst gar nicht mehr in der Wahrnehmung, und ebensowenig in der Phantasie für sich (anschaulich, "direkt", Logik §§ 15, 26; Psychologie § 45) vorgestellt werden könnte. Ebensolche Erwägungen lassen sich auch für andere als Gesichtsinhalte durchführen. Ähnliches wie von der räumlichen gilt von der zeitlichen Ausdehnung (Einschränkungen hierin vgl. § 50). - Sind ferner die fraglichen Vorstellungsinhalte solche, an die sich irgendwelche Beziehungen, z. B. Vergleichungen, knüpfen sollen, so müssen sie in sich mindestens eine Zweiheit aufweisen; und wenn wir selbst annehmen wolten, bei allen Vergleichen schweife sozusagen der geistige Blick fortwährend zwischen den zu vergleichenden Vorstellungsinhalten hin und her, so müßte doch der eine Inhalt in demselben Augenblick als Erinnerungsbild im Bewußtsein bleiben, in welchem der andere wahrgenommen wird, wenn beide als einander gleich oder voneinander verschieden erkannt werden sollen. -
Das für Vorstellungs- Inhalte Erwiesene überträgt sich schon deshalb auch sogleich auf Inhalte anderer Klassen von Vorgängen, z. B. auf Urteils-, Willens- Akte, da allen diesen Vorgängen Vorstellungen zugrunde liegen (§ 2, Punkt 3).
b) In jedem Zeitpunkt findet auch eine Mehrheit von psychischen Akten statt. Nach dem eben Gesagten müssen wir ja, während wir urteilen, das zu Beurteilende auch vorstellen usw. Ein Zustand aber, in dem wir uns bloß vorstellend verhielten, so daß sich an das Vorstellen nicht das leiseste Gefühl der Lust oder Unlust knüpfte, daß nicht das Dasein des Vorgestellten in Wahrnehmungs- oder Erinnerungsurteilen geglaubt würde usw., dürfte wenigstens im psychischen Leben des Mensche kaum je vorkommen. Selbst die ersten dämmerhaften (Druck-, Wärme-) Empfindungen des Kindes sind ja höchst wahrscheinlich schon von Regungen der Unlust oder Lust begleitet.
Sobald die Mehrheit erwiesen ist, liegt die speziellere Frage nach der Zahl der Vorstellungen, bzw. psychischer Vorgänge auch anderer Grundklassen nahe, welche gleichzeitig im Bewußtsein eines Menschen Platz finden. Solche Zählungen setzen aber voraus, daß man sich klar gemacht hat, ob man die Zahl der Vorstellungs- Inhalte oder -Akte ermitteln will: denn einerseits versteht es sich gar nicht von selbst, daß nicht mehrere Inhalte durch einen Akt umfaßt werden, und andererseits ist und es sogar bis zu gewissen Graden willkürlich, wie man die Abgrenzung zwischen den Inhalten selbst zieht. Wir kommen hierauf in § 30 zurück. - Fürs Erste halten wir die im bisherigen dargelegten Eigentümlichkeiten des Seelenlebens durch folgende drei Termini fest:
a) Enge des Bewußtsein nennt man die Tatsache, daß die in je einem Individuum zu je einem bestimmten Zeitpunkt vorhandene Mehrheit psychischer Akte und deren Inhalt gewisse endliche - und zwar meist recht enge - Grenzen niemals übersteigt. Insbesondere verengt sich, je intensiver wir aufmerken, umsomehr der Kreis der durch Aufmerksamkeit hervorgehobenen Inhalte.
Man hat das Gebiet jener endlichen Mannigfaltigkeit gleichnisweise (über das Vorbild dieser Analogien vgl. § 45) als inneres Blickfeld und innerhalb desselben das Gebiet der durch die relativ stärkste Aufmerksamkeit getroffenen Inhalte als inneren Blickpunkt bezeichnet.
b) Die (gleichviel, ob mit Aufmerksamkeit oder ohne eine solche) erlebte Mehrheit gleichzeitiger psychischer Vorgänge steht in der schon (§ 2, Pkt. 4) erwähnten Beziehung der Einheit des Bewußtseins.
"Einheit" ist oft mit "Einfachheit" verwechselt worden; jene kommt z. B. einem Organismus zu (ja selbst wieder einzelnen seiner Teile, z. B. je einer Hand, man denke an die Funktion des Daumens gegenüber den übrigen Fingern) - Einfachheit natürlich keineswegs.
c) Überdies stellen sich die Vorgänge, die sich jemals im psychischen Leben eines Menschen in längst vergangenen Zeiten abgespielt haben (oben Pkt. 2), für die Erinnerung eben dieses Menschen als die "seinigen" dar; er weiß sich, trotz des vielleicht tiefgehenden Wechsels von Vorstellungseindrücken, Überzeugungen, Neigungen, Bestrebungen, doch noch "derselbe", der er einst war. Diese Tatsache wir als "Einerleiheit des Bewußtseins" bezeichnet.
Die beiden unter b) und c) genannten Formen der Einigung zwischen den mannigfaltigen psychischen Phänomenen je eines "Individuums" sind es zugleich, welche die Schranken zwischen dem psychischen Leben verschiedener Individuen (oben, Pkt. 1) aufrichten helfen.
Über einige spezielle psychologische Probleme, welche sich an die beschriebenen Tatsachen anknüpfen, vgl. §. 57 von der "Ich"-Vorstellung. -
Gleichmäßige Rücksicht auf die Mannigfaltigkeit wie auf die Einheit der Bewußtseinsakte und -Inhalte ist geboten, wenn das Unternehmen einer Klassifikation der unser psychisches Leben zusammensetzenden Elemente, welchem wir uns jetzt zuwenden, vor den beiden einander entgegengesetzten Mißverständnisse bewahrt bleiben soll, als ließen sich jene Elemente jemals getrennt aufzeigen, oder aber als sei angesichts letzterer Unmöglichkeit auch jede Klassifikation im Grunde schon eine Entstellung. - Vor der Aufstellung derartiger wissenschaftlicher Klassen werfen wir noch einen vorbereitenden Blick auf die in der gewöhnlichen Sprache angebahnten Klassifikationen.
Die psychologischen Ausdrücke der gewöhnlichen Sprache
bilden nicht nur den unvermeidlichen Ausgangspunkt für die Verständigung über psychologische Dinge überhaupt, sondern ihre planmäßige Sammlung (5) gibt uns auch den relativ vollständigsten Überblick darüber, welche psycologischen Tatsachen sich schon dem außerwissenschaftlichen Denken als bemerkenswert aufgedrängt haben. Dabei zeigt sich aber, daß von den auf Psychisches überhaupt sich beziehenden Ausdrücken nur ein verhältnismäßig kleiner Teil geradezu und ausschließlich
1. psychische Erscheinungen selbst bezeichnet; dagegen ein zumindest ebenso großer
2. psychische Dispositionen;
3. manche bedeuten je nach dem Zusammenhang bald psychische Erscheinungen, bald die entsprechenden psychischen Dispositionen; sehr viele Wörter bezeichnen
4. Komplexionen aus physischen und psychischen Erscheinungen; manche je nach dem Zusammenhang bald physische, bald psychische Erscheinungen, und zwar sind einige dieser Wörter hierbei
5. als eigentlich allgemeine Namen (Gattungsnamen) gebraucht, andere sind nur
6. Äquivokationen (Logik § 9). Endlich
7. bezeichnen einige Wörter metaphysische (Substanz-, Kausal-...) Begriffe, welche speziell als zu psychischen Erscheinungen in Beziehung stehend gedacht werden.
Beispiele zu 1.: Freude, Zweifel; zu 2.: Verstand, Leidenschaft (vgl. § 12); zu 3.: Phantasie (er gibt sich seinen Phantasien hin, er hat Phantasie).
Schon LOCKE und LEIBNIZ haben darauf hingewiesen, daß viele (oder alle?) heute im psychischen Sinn gebrachten Wörter ursprünglich eine physische Bedeutung hatten; z. B. vorstellen, begreifen. Da wir uns aber dieser Etymologie keineswegs mehr beim Gebrauch solcher Wörter bewußt sind, kann eben jene Bemerkung keineswegs etwas gegen die Selbständigkeit psychischer gegenüber physischen Tatsachen beweisen - Als Beispiel einer Übertragung in umgekehrter Richtung vgl. die Anmerkung zu § 22 über "Empfindlichkeit". -
So wenig nun, wie z. B. die auf Physikalisches gehenden Wörter der gewöhnlichen Sprache, genügen aber die besprochenen psychologischen Wörter allen Bedürfnissen einer wissenschaftlichen Terminologie (Logik § 95). Viele von ihnen müssen daher aufgrund der nicht von den Wörtern, sondern von der inneren Betrachtung der Tatsachen selbst ausgehenden Untersuchung eine künstliche Abgrenzung bekommen; z. B. Vorstellung (Logik § 5, Psychologie § 8), Empfindung und Gefühl (§ 10).
Die psychischen Grundklassen
Die hinreichend weit geführte Analyse des menschlichen Seelenlebens führt zu folgender Einteilung (welche sich erst durch die ganze systematische Darstellung der Psychologie selbst rechtfertigen kann und soll):
I. des Geisteslebens:
II: des Gemüts lebens
1. Vorstellungen, 2. Urteile
3. Gefühle, 4. Begehrungen
Wie nahe die Einteilung I - II bereits der kunstlosen Psychologie des gewöhnlichen Lebens liegt, wurde schon (Logik § 2) erwähnt. Indem wir von jetzt an "Geist und "Gemüt" als feste Klassennamen verwenden, geben wir ihnen allerdings ein den gewöhnlichen Sprachgebrauch zum Teil erweiterndes Gepräge. (Man versuche, die speziellen Bedeutungen folgender Ausdrücke zu analysieren: geistreich, geistlos, geistig, geistlich ...; gemütlich, ungemütlich, gemütlos, Gemütskraft, Gemütsschwäche, Übergemütlichkeit. - Unübersetzbarkeit des deutschen Wortes "Gemüt")
Ferner stellen wir (in Logik § 5) und aufgrund eingehener Untersuchung der Frage: "Was ist ein Urteil?" (in Logik § 41) wieder zunächst Gedanken, in denen wir etwas glauben, etwas bejahen oder verneinen (z. B. daß wir uns bloß vorstellend verhalten (so wenn wir uns einen Zentauren, die Sonne vorstellen). Darüber, ob sich an einen Vorstellungsakte auch ein Glaubens- oder Urteilsakt schließt, läßt die einigermaßen aufmerksame Analyse selbst in verwickelteren Fällen (Beispiele a. a. O.) kaum jemals einen Zweifel: womit die Einteilung 1 - 2 gesichert ist.
Ähnlich heben sich dann auch wieder Gefühle der Lust und Unlust, z. B. beim Riechen eines Duftes oder Gestankes, beim Anblick eines schönen oder eines stümperhaften Bildes, scharf ab vom Begehre - dem Wünschen und Wollen -, jener Zustände teilhaftig zu werden oder zu bleiben, oder aber sie abzukürzen (näheres zur Scheidung von 3 - 4 erst in §§ 11 und 75). -
Von anderen Gesichtspunkten als obige Einteilung I (1, 2) - II (3, 4) geht die der psychischen Erscheinungen in "niedere" und "höhere" aus, ferner in solche, bei denen wir uns tätig oder leidend verhalten ("psychische Arbeit" (6) verrichten oder nicht). Doch stehen diese Einteilungen nicht außer Beziehung zu jenen. Schon vor einer näheren Untersuchung machen uns Vorstellen und Fühlen den Eindruck eines mehr passiven, Urteilen und Begehren den eines aktiven Verhaltesn; zugleich gelten uns diese als "höhere" Leistungen im Vergleich zu jenen. Manchmal werden allerdings alle einfachen Vorgänge "niedere", die zusammengesetzten "höhere" genannt; aber der eigentliche Sinn des "höher" weist auf den Wert hin, welchen wir (warum wohl? - vgl. z. B. den Gegensatz von Willensfreiheit und Fatalismus, § 80) einem tätigen Verhalten gegenüber einem bloß passiven zuerkennen.- Häufig werden überhaupt schon von vornherein einfach diejenigen psychischen Vorgänge und Fähigkeiten als "höhere" bezeichnet, welche als den Menschen gegenüber den Tieren eigentlich gelten; z. B. Bildung abstrakter Begriffe, vernünftiges Wollen.
Übungen: Man versuche, die bisher (namentlich in § 2 und § 6) als Beispiele angeführten psychischen Erscheinungen - nach vorheriger Analyse in ihre Elemte - den angeführten Grundklassen zuzuteilen.
Nach denselben Gesichtspunkten, welche uns im vorliegenden Paragraph bei Aufstellung der Grundklassen leiteten, suchen wir uns im folgenden auch der deutlichst ausgeprägten Unterklassen zu versichern.
hatten wir schon zu Zwecken der Logik in folgende (einander aufs mannigfaltigste kreuzende) Einteilungen zu bringen:
1. Vorstellungen von physischen und Vorstellungen von psychischen Inhalten (Logik §§ 1, 24);
2. Wahrnehmungs-Vorstellungen und Phantasie-Vorstellungen im weiteren Sinn (letztere in: Erinnerungs-Vorstellungen und Phantasie-Vorstellungen im engeren Sinn, Logik § 5);
3. Vorstellungen von zusammengesetztem und von "einfachem" Inhalt (Logik § 15, I - III);
4. abstrakte und konkrete Vorstellungen (Logik § 15, II);
5. allgemeine und individuelle Vorstellungen (Logik § 17);
6. anschauliche und unanschauliche Vorstellungen (Logik § 15, IV);
7. absolute und relative Vorstellungen (Logik § 26.
Beispiele zu den einzelnen Gliedern der Zweiteilungen und zu den Kreuzungen letzterer! Zum Beispiel 1. und 2.: Vorstellungen von einem geröteten Gesicht, das ich jetzt "vor dem leiblichen Augen, vor dem geistigen Auge" habe; von einem Ärger, dem ich soeben unterliege, den ich mir als von einem anderen erlebt vorstelle, usw. - Wie bereits (in Logik § 5) hervorgehoben wurde, ist es dem gewöhnlichen Sprachgebrauch nicht geläufig, den Namen "Vorstellung" auch für das zu gebrauchen, was oben als Wahrnehmungsvorstellung" bezeichnet wurde, und zwar wohl hauptsächlich deshalb nicht, weil der Naive (§ 54) sich überhaupt nicht sagt, daß er von einem seinen Sinnen gegenwärtigen Ding doch auch erst durch sein Vorstellen Kunde habe. Die Psychologie aber, welche sich dieses Gedankens nicht entschlagen kann, mußte den Begriff Vorstellung so weit fassen, daß er speziell auch die Wahrnehmungsvorstellungen und noch spezieller die "Empfindungen" mit umfaßt. - Auch das Wort "Phantasievorstellung" gebraucht die gewöhnliche Sprache nur im obigen "engeren" Sinne. Für den weiteren Sinn, der auch die Erinnerungsvorstellungen mit begreift, bietet leider die deutsche Sprache kein ungezwungen einheitliches Wort (auch "Einbildungsvorstellung" neigt schon mehr den Vorstellungen produktiver Phantasie zu); obige Terminologie geht auf ARISTOTELES' Gegenüberstellung von aisthesis und phantasia zurück.
Eine große Rolle im Sprachgebrauch nicht nur des Psychologen, sondern auch des Physiologen (und Physikes) spielt der Terminus Empfindung. Um den Inhalt des mit diesem Terminus zu verbindenden Begriffs festzustellen, überblicken wir zuerst seinen Umfang (Logik § 31).
Man spricht von Empfindungen des Roten, Blauen, Violetten, eines Tones C, eines Geräusches, des Süßen, Bitteren, Rauhen, Glatten, Warmen, Kalten. ... Trotz dieses verhältnismäßig weiten Umfangs erweisen sich alle bezeichneten Erscheinungen als Inhalte von Vorstellungen (die erst mittelbar, im Sinne von § 2, Pkt. 4, auch Inhalte anderer Klassen von psychischen Erscheinungenn werden können, in welchem Sinne man dann von "Tonurteilen", "Farbenfreude" und dgl. spricht). Und zwar finden sich von den oben aufgezählten Merkmalspaaren an jeder dieser Vorstellungen folgende vor:
1. Sie sind Vorstellungen von physischen (nicht psychischen) Inhalten (vgl. die Beispiele, welche in § 2 für "physische Erscheinungen" gegeben worden sind; das Empfinden von Rot, Süß ... d. h. der Empfindungs akt, ist zwar psychisch, das Empfundene aber, d. h. der Empfindungs inhalt Rot, Süß ... ist physisch). Ferner: Die Empfindungen sind
2. Wahrnehmungs- (nicht Phantasie-) Vorstellungen von
3. verhältnismäßig einfachem (d. h. von so wenig als möglich zusammengesetztem) Inhalt; so spricht man zwar von der Empfindung z. B. einer Regenbogenfarbe, aber kaum von der Empfindung eines ganzen Regenbogens oder gar einer ganzen Landschaft; und ebensowenig von der Empfindung einer Farbe, wenn man sich an diese Farbe nur erinnert. Also:
Empfindungen sind Wahrnehmungs-Vorstellungen von möglichst einfachem, physischem Inhalt.
Die übrigen Einteilungsmerkmale der Vorstellungen (4 - 7) zur Definition der Empfindungen heranzuziehen, ist teils nicht möglich, teils nicht nötig. So wird z. B. die Einteilung "abstrakt-konkret" dadurch für die Empfindungen gegenstandslos, daß sie wesentlich auf zusammengesetzte Vorstellungen geht (nämlich auf das abstrahierende Hervorheben eines oder einiger Merkmale durch die Aufmerksamkeit gegenüber den anderen, wogegen eine einzelne Empfindung, z. B. von Rot, von Glatt, bleibt was sie ist, gleichviel ob neben ihr gleichzeitig noch andere Empfindungen vorhanden sind (was der überwiegend häufigere Fall ist) oder nicht, und ob sich auf sie die Aufmerksamkeit des Empfindendenn richtet oder nicht (7). - Eben deshalb sind die Empfindungen als solche auch absolute Vorstellungen (nicht relative, entgegen der sehr verbreiteten, aber auf mancherlei Mißverständnissen (8) beruhende Lehre von der "Relativität der Empfindungen").
Die angeführten Merkmale des Begriffs der Empfindung sind rein deskriptive. Inwieweit das genetisch Merkmal, daß die Empfindungen durch Sinnesreize (§§ 14, 16, 22, 28) bewirkt sind, schon im Begriff der Wahrnehmungs vorstellung liegt, vgl. § 31.
Über das begriffliche Verhältnis der Termini Empfindung und Gefühl vgl. § 10. LITERATUR - Alois Höfler, Psychologie, Wien und Prag 1897
1) Vgl. FRANZ BRENTANO, Psychologie, 1874, Seite 101 - 126
2) Die Termini "Inhalt", "Gegenstand" (Objekt) darf die Erkenntnistheorie nicht als gleichbedeutend gebrauchen (vgl. dazu TWARDOWSKI, Inhalt und Gegenstand). Für die Psychologie als solche ist die Unterscheidung nicht ebenso unerläßlich, da hier unter "Gegenstand" oder "Objekt" überhaupt nur ein "immanentes Objekt" gemeint ist.
3) CHRISTIAN von EHRENFELS, Fühlen und Wollen, Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Klasse der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien, Jhg. 1887, Seite 5: über das Verhältnis psychologischer Phantasie und eigentlicher psychologischer Induktion.
4) Sowenig z. B. der Physiker, indem er sich der Mathematik bedient, hiermit aufhört, Physiker zu sein und anfängt, statt dessen Mathematiker zu werden, ebensowenig tritt der Psychologe aus seiner Wissenschaft heraus, indem er sich physiologischer, physikalischer, sprachwissenschaftlicher usw. Erkenntnisse als Lehnsätze für seine eigene Wissenschaft bedient; vorausgesetzt freilich, daß er diese Erkenntnisse zur Erkenntnis seines eigentlichen Gebietes, der psychischen Erscheinungen, wirklich braucht und nicht etwa statt Psychologie Physiologisches bietet. - Und weiter: So wenig z. B. die Entdeckung KEPLERs, daß der Augapfel als Linse (nicht als Spiegel) wirke, deshalb eine astronomische ist, weil KEPLER dank seiner sonstigen Arbeiten als einer der größten Astronomen verehrt wird, ebensowenig gehört z. B., weil HELMHOLTZ ein großer Physiker und Physiologe war, seine "psychologische Erklärung des simultanen Kontrastes" in die Physik oder in die Physiologie. - Wahr ist freilich, daß JOH. MÜLLER, FECHNER, E. H. WEBER, HELMHOLTZ, HERING u. a., denen die psychologische Forschung des XIX. Jahrhunderts eine Reihe der wichtigsten Beiträge und Anregungen verdankt, auch S große Naturforscher waren und sind: aber in ihren psychologischen Forschungen waren sie eben Psychologen. (Vgl. MEINONG, Über philosophische Wissenschaft und ihre Propädeutik, Wien, 1885)
5) Es kann hierbei zweckmäßig das Wörterbuch benützt werden (allenfalls, indem es die Schüler einer Klasse unter sich zur Durchmusterung aufteilen). Witz, Mut, Schwermut; zu 4.: Lesen, Jubeln, Rasen (vgl. über die Häufigkeit solcher Komplexionen § 37); zu 5.: Intensität (eines Knalles, eines Wunsches), Schwanken (eines Mastbaumes, einer bald dem Ja, bald dem Nein sich zuneigenden Beurteilung); zu 6.: Neigung (einer schiefen Ebene, Zuneigung), Vorstellen (eines Kastens vor eine Tür, Vorstellen im Sinne des § 8); zu 7.: Seelensubstanz, Unsterblichkeit. - Weitere Beispiele zu 1 - 7!
6) Vgl. des Verfassers Abhandlung "Psychische Arbeit", Zeitschrift für Psychologie, VIII. Jahrgang (und Sonderausgabe, Hamburg 1898) - Ebenda §§ 18 - 22 einiges über die Stellung er obigen vier Grundklassen zu anderen psychologischen Einteilungen.
7) MEINONG, Begriff und Eigenschaften der Empfindung, Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie, 1888, Seite 28f
8) CARL STUMPF, Tonpsychologie I, Seite 7 - 22, weist in der "Lehre von der Relativität der Empfindungen" nicht weniger als fünf voneinander unabhängige und häufig miteinander verwechselte Behauptungen auf.

References: § 45
 § 50
 § 30
 § 45
 § 9
 § 12
 § 22
 § 95
 § 5
 § 8
 § 2
 § 5
 § 41
 § 80
 § 2
 § 6
 § 5
 § 15
 § 15
 § 17
 § 15
 § 26
 § 5
 § 31
 § 2
 § 2
 § 31
 § 10
 § 37
 § 8