Source: https://bravors.brandenburg.de/de/verwaltungsvorschriften-216266
Timestamp: 2019-11-22 19:49:34+00:00

Document:
(ABl./96, [Nr. 30], S.722)
Auf Grund des Beschlusses des Berufsbildungsausschusses vom 7. Dezember 1995 erläßt das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten als zuständige Stelle nach § 41 Satz 1 und § 79 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) vom 14. August 1969 (BGBl. I S. 1112) die folgende Prüfungsordnung für die Durchführung von Abschlußprüfungen in den anerkannten Ausbildungsberufen der Landwirtschaft und der Hauswirtschaft:
(1) Für die Abnahme von Abschlußprüfungen errichtet die zuständige Stelle Prüfungsausschüsse.
(2) Für einen Ausbildungsberuf können bei Bedarf, insbesondere bei einer großen Anzahl von Prüfungsbewerbern und bei besonderen Anforderungen in der Ausbildungsordnung mehrere Prüfungsausschüsse errichtet werden.
(3) Die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder werden von der zuständigen Stelle für drei Jahre berufen.
(9) Von Absatz 2 darf nur abgewichen werden, wenn andernfalls die erforderliche Zahl von Mitgliedern des Prüfungsausschusses nicht berufen werden kann.
(2) Die Sitzungsprotokolle sind vom Protokollführer und vom Vorsitzenden zu unterzeichnen. § 22 Abs. 5 bleibt unberührt.
Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben über alle Prüfungsvorgänge gegenüber Dritten Verschwiegenheit zu wahren. Dies gilt nicht gegenüber dem Berufsbildungsausschuß. Ausnahmen bedürfen der Einwilligung der zuständigen Stelle.
(1) Die zuständige Stelle bestimmt in der Regel zwei für die Durchführung der Prüfung maßgebende Termine im Jahr. Diese Termine sollen auf den Ablauf der Berufsausbildung und des Schuljahres abgestimmt sein.
(2) Die zuständige Stelle gibt die Termine einschließlich der Anmeldefristen der Prüfungen in geeigneter Weise rechtzeitig vorher bekannt.
(3) Die zuständige Stelle legt im Einvernehmen mit dem Prüfungsausschuß rechtzeitig Prüfungstag, Prüfungsort, Prüfungsablauf und eventuell Hilfsmittel fest.
(4) Wird die Abschlußprüfung mit einheitlichen überregionalen Prüfungsaufgaben durchgeführt, sind einheitliche Prüfungstage von der zuständigen Stelle anzusetzen.
Anmeldung zur Prüfung, örtliche Zuständigkeit
(1) Die Anmeldung zur Prüfung hat schriftlich innerhalb der von der zuständigen Stelle bestimmten Anmeldefristen durch den Ausbildenden mit Zustimmung des Auszubildenden zu erfolgen.
(2) In besonderen Fällen kann der Prüfungsbewerber selbst den Antrag auf Zulassung zur Prüfung stellen. Dies gilt insbesondere in Fällen gemäß § 10 und bei Wiederholungsprüfungen, falls ein Ausbildungsverhältnis nicht mehr besteht.
(3) Örtlich zuständig für die Anmeldung ist die zuständige Stelle, in deren Bereich
die Ausbildungsstätte oder
die Arbeitsstätte oder
die Bildungseinrichtung oder
der Wohnsitz des Prüfungsbewerbers
in den Fällen der §§ 9 und 10 Abs. 1
das nach der Ausbildungsordnung vorgeschriebene Berichtsheft,
das letzte Zeugnis der Berufsschule oder der zuletzt besuchten Schule,
soweit vorhanden, weitere Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweise, Zertifikate der überbetrieblichen Ausbildung,
Lebenslauf (tabellarisch) oder Angaben zum beruflichen Werdegang,
Tätigkeitsnachweise oder glaubhafte Darlegung über den Erwerb der Kenntnisse und Fertigkeiten,
soweit vorhanden, weitere Ausbildungsnachweise,
in den Fällen des § 10 Abs. 3
das letzte Zeugnis der berufsbildenden Schule oder der Nachweis über die erfolgreiche Ausbildung in einer sonstigen Einrichtung,
Lebenslauf (tabellarisch) oder Angaben zum beruflichen Werdegang.
wer an der vorgeschriebenen Zwischenprüfung und überbetrieblichen Ausbildung teilgenommen sowie das vorgeschriebene Berichtsheft ordnungsgemäß geführt hat und
(2) Körperlich, geistig oder seelisch Behinderte sind zur Abschlußprüfung auch zuzulassen, wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 nicht vorliegen. Die Behinderung ist, sofern nicht bereits nach § 48 BBiG ausgebildet worden ist, bei der Anmeldung zur Prüfung durch amtsärztliches Zeugnis nachzuweisen.
Zulassungsvoraussetzungen in besonderen Fällen gemäß § 40 BBiG
(1) Der Auszubildende kann abweichend von § 9 Abs. 1 Nr. 1 nach Anhören des Ausbildenden und der Berufsschule zu einer früheren Zeit zur Abschlußprüfung zugelassen werden, wenn seine Leistungen dies rechtfertigen.
(2) Zur Abschlußprüfung ist auch zuzulassen, wer nachweist, daß er mindestens das Zweifache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem er die Prüfung ablegen will. Hiervon kann abgesehen werden, wenn durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft dargetan wird, daß der Bewerber Kenntnisse und Fertigkeiten erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.
(3) Zur Abschlußprüfung ist ferner zuzulassen, wer in einer berufsbildenden Schule oder einer sonstigen Einrichtung ausgebildet worden ist, wenn diese Ausbildung der Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf entspricht.
(1) Über die Zulassung zur Abschlußprüfung entscheidet die zuständige Stelle. Hält sie die Zulassungsvoraussetzungen nicht für gegeben, so entscheidet der Prüfungsausschuß.
(3) Die Zulassung zur Prüfung kann widerrufen werden, insbesondere wenn sie auf Grund von gefälschten Unterlagen oder falschen Angaben ausgesprochen worden ist.
Prüfungsteilnehmer, die nicht gemäß § 34 Abs. 3 BBiG von der Prüfungsgebühr befreit sind, haben die Prüfungsgebühr nach Aufforderung an die zuständige Stelle zu entrichten. Ihre Höhe bestimmt sich nach der Verordnung über die Verwaltungsgebühren für Amtshandlungen im Geschäftsbereich des Ministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Durch die Abschlußprüfung ist festzustellen, ob der Prüfungsteilnehmer die erforderlichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen praktischen und theoretischen Kenntnisse besitzt und mit dem ihm im Berufsschulunterricht vermittelten, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zugrunde zu legen.
(1) Die Prüfung gliedert sich in eine Fertigkeits- und eine Kenntnisprüfung (Prüfungsteile). Die Kenntnisprüfung wird entsprechend den Ausbildungsverordnungen weiter gegliedert; die Fertigkeitsprüfung besteht aus Arbeitsproben entsprechend den Ausbildungsverordnungen.
(2) Die Prüfungsteile werden entsprechend den Ausbildungsverordnungen weiter in Prüfungsfächer1 untergliedert.
(3) Die Kenntnisprüfung ist, soweit die Ausbildungsverordnung nichts anderes bestimmt, schriftlich und mündlich durchzuführen.
(4) Schreibt die Ausbildungsverordnung eine andere Gliederung der Prüfung vor, so ist danach zu verfahren.
(5) Die besonderen Bedürfnisse und Belange Behinderter sind bei der Durchführung der Prüfung in angemessener Weise zu berücksichtigen.
(1) Der Prüfungsausschuß beschließt auf der Grundlage der Ausbildungsverordnung die Prüfungsaufgaben.
(1) Die Prüfung wird unter der Leitung des Vorsitzenden vom Prüfungsausschuß abgenommen.
(2) Über den endgültigen Ausschluß und die Folgen entscheidet der Prüfungsausschuß nach Anhörung des Prüfungsteilnehmers. In schwerwiegenden Fällen, insbesondere bei vorbereiteten Täuschungshandlungen, kann die Prüfung für "nicht bestanden" erklärt werden. Das gleiche gilt bei innerhalb eines Jahres nachträglich festgestellten Täuschungen.
(2) Erfolgt der Rücktritt nach Beginn der Prüfung, ohne daß ein wichtiger Grund vorliegt (z. B. Krankheit, die durch Vorlage eines ärztlichen Attestes nachgewiesen wird), so gilt die Prüfung als "nicht bestanden". Das gleiche gilt, wenn der Prüfungsbewerber, ohne daß ein wichtiger Grund vorliegt, zur Prüfung nicht erscheint.
(1) Der Prüfungsausschuß stellt gemeinsam die Ergebnisse der Prüfungsleistungen in den Prüfungsfächern und Prüfungsteilen sowie das Gesamtergebnis der Prüfung fest.
(2) Die Ergebnisse der Fertigkeits- und Kenntnisprüfung werden - soweit nicht in der Ausbildungsverordnung anders vorgeschrieben - jeweils als arithmetisches Mittel aus den Prüfungsfächern, das Ergebnis der gesamten Prüfung als arithmetisches Mittel aus den Ergebnissen der Fertigkeits- und der Kenntnisprüfung errechnet. Die schriftlichen und mündlichen Prüfungsleistungen in einem Prüfungsfach haben das gleiche Gewicht und sind zu einer Note zusammenzufassen. Die Bewertung der Leistungen ist durchgängig nach ganzen Noten vorzunehmen. Ergibt sich dabei eine gebrochene Zahl, so ist sie folgendermaßen zu bewerten:
1,00 - 1,49 = sehr gut = 1
1,50 - 2,49 = gut = 2
2,50 - 3,49 = befriedigend = 3
3,50 - 4,49 = ausreichend = 4
4,50 - 5,49 = mangelhaft = 5
5,50 - 6,00 = ungenügend = 6
(3) Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn ein Prüfungsfach mit ungenügend oder zwei Prüfungsfächer der gesamten Prüfung mit mangelhaft bewertet worden sind, sofern die Ausbildungsverordnung für den betreffenden Beruf nichts anderes bestimmt.
(4) Der Prüfungsausschuß kann beschließen, daß und welche Ergebnisse der Prüfung bei einer neuen Prüfung zu übernehmen sind.
(5) Über den Verlauf der Prüfung einschließlich der Feststellung nach Absatz 1 ist eine Niederschrift zu fertigen, in der mindestens die Prüfungsleistungen, besondere Vorkommnisse oder sonstige auffällige Feststellungen festzuhalten sind. Sie ist von den Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen.
(6) Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat dem Prüfungsteilnehmer, vorbehaltlich der Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses nach §§ 23 und 24, am letzten Prüfungstag mitzuteilen, ob er die Prüfung "bestanden" oder "nicht bestanden" hat. Hierüber ist dem Prüfungsteilnehmer unverzüglich eine vom Vorsitzenden zu unterzeichnende Bescheinigung auszuhändigen. Dabei ist als Termin des Bestehens oder Nichtbestehens der Tag der letzten Prüfungsleistung einzusetzen.
die Bezeichnung "Prüfungszeugnis nach § 34 des Berufsbildungsgesetzes",
den Ausbildungsberuf, ggf. seinen Schwerpunkt,
Das Zeugnis ist vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses und der zuständigen Stelle zu unterzeichnen und mit deren Siegel zu versehen.
Bei nichtbestandener Prüfung erhalten der Prüfungsteilnehmer, sein gesetzlicher Vertreter sowie der Ausbildende von der zuständigen Stelle einen schriftlichen Bescheid. Darin ist anzugeben, welche Leistungen der Prüfungsteilnehmer in den Prüfungsfächern erbracht hat und welche Leistungen in einer Wiederholungsprüfung nicht zu wiederholen sind. Auf die besonderen Bedingungen der Wiederholungsprüfung gemäß § 25 ist hinzuweisen.
(1) Eine nichtbestandene Abschlußprüfung kann zweimal wiederholt werden.
(2) Soweit Ergebnisse nach § 22 Abs. 4 in die Wiederholungsprüfung übernommen werden, ist die Prüfung in den betreffenden Prüfungsteilen oder Prüfungsfächern nicht zu wiederholen, sofern sich der Prüfungsteilnehmer innerhalb von zwei Jahren - gerechnet vom Tage der Beendigung der nichtbestandenen Prüfung an - zur Wiederholungsprüfung anmeldet.
Auf Antrag ist dem Prüfungsteilnehmer nach Abschluß der Prüfung innerhalb eines Monats Einsicht in seine Prüfungsunterlagen zu gewähren. Die schriftlichen Prüfungsarbeiten sind zwei Jahre, die Anmeldungen und Niederschriften sind zehn Jahre aufzubewahren.
1Da in den Ausbildungsverordnungen unterschiedliche Bezeichnungen für einzelne Prüfungsbestandteile (z. B. Gebiete, Aufgaben, Sachgebiete, Arbeitsproben) verwendet werden, gilt die Bezeichnung Prüfungsfach für alle Prüfungsleistungen, die auf dem Abschlußzeugnis mit einer Note ausgewiesen werden.

References: § 41
 § 79
 § 22
 § 10
 § 10
 § 48
 § 40
 § 9
 § 34
 § 34
 § 25
 § 22