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Timestamp: 2017-01-21 00:05:12+00:00

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LG Dortmund, Beschluss vom 19.07.2007 - 10 O 113/07 - Zur Form und zum Inhalt der Verbraucher-Widerrufsbelehrung im Rahmen von eBay-Geschäften
(hier: "Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung", Wertersatzpflicht bei
Verschlechterung von Waren, Textform) Navigation Impressum Inhaltsübersicht
LG Dortmund, Beschluss vom 19.07.2007 - 10 O 113/07
Zur Form und zum Inhalt der Verbraucher-Widerrufsbelehrung im Rahmen von eBay-Geschäften
Verschlechterung von Waren, Textform)
BGB §§ 312c Abs. 1, 346 Abs. 2, 355 Abs. 2, Abs. 3, 357 Abs. 2; UWG § 3, 4 Nr. 11; BGB-InfoVO § 1 Abs. 1 Nr. 10Leitsätze:1. Bei Verkäufen über die Auktionsplattform eBay ist eine ordnungsgemäße Belehrung des
Verbrauchers in Textform vor Vertragsschluss ausgeschlossen. Die zusammen mit dem Warenangebot
vor Vertragsschluss ins Internet gestellte Belehrung erfüllt nicht die Voraussetzungen,
die an die Textform und deren Mitteilung im Sinne des § 126 b BGB zu stellen sind
(OLG Hamburg, NJW-RR 2007, 839).
2. Die Angabe in einer Widerrufsbelehrung, "Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser
Belehrung" ist unvollständig und falsch. Die Frist beginnt gemäß § 355 Abs. 2, Satz 1, Abs. 3 S. 2 BGB
frühestens am Tag nach Erhalt der Widerrufsbelehrung in Textform und der Ware.
Im Übrigen ist eine derartige Belehrung als vorvertragliche Information (etwa als Anzeige am Bildschirm
auf der Angebotsseite, "mich-Seite") auch irreführend, da sie den Eindruck vermittelt, dass bereits diese
Belehrung die Frist in Lauf setzt.
3. Eine Widerrufsbelehrung in der der Verbraucher nicht darauf hingewiesen wird, dass eine
Verschlechterung der Ware, die durch bestimmungsgemäßen Gebrauch entstanden ist, bei
der Wertersatzpflicht wegen Verschlechterung außer Betracht bleibt (§ 346 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 BGB)
ist dann fehlerhaft, wenn der Verbraucher nicht spätestens bei Vertragsschluss in Textform auf
diese Möglichkeit hingewiesen wurde (§ 357 Abs. 3 Satz 1 BGB). Dies ist bei Verkäufen über
eBay bereits deswegen ausgeschlossen, da eine Belehrung in Textform vor Vertragschluss nicht erfolgen kann.
4. Bei den gesetzlichen Informationspflichten gem. § 312c Abs. 1, Nr. 1 BGB in Verbindung mit § 1 Abs. 1 Nr. 10
BGB-InfoVO handelt es sich um Vorschriften, die im Sinne des § 4 Nr. 11 UWG dazu bestimmt sind, im
Interesse der Marktteilnehmer (hier der Verbraucher) das Marktverhalten zu regeln.
MIR 2007, Dok. 330
Kurz-Link zum Artikel: http://miur.de/1354
Bundesgerichtshof Keine Löschung der Farbmarke "Nivea-Blau" wegen Verkehrsdurchsetzung? OLG Düsseldorf, Urteil vom 06.05.2014 - Az. I-20 U 174/12 Werbetexte für Roben - Zum Urheberrechtsschutz von Gebrauchszwecken dienenden Texten. Bundesgerichtshof Anforderungen an die Fristsetzung zur Nacherfüllung im Kaufrecht dürfen nicht überspannt werden BGH, Urteil vom 05.02.2015 - Az. I ZR 136/13 TIP der Woche - Grundsätzlich keine eingeschränkte Haftung eines Presseunternehmens für wettbewerbswidrige Werbeanzeigen Dritter in einem nahezu reinem "Werbeblättchen" BGH, Urteil vom 19.02.2014 - Az. I ZR 17/13 Typenbezeichnung - Die Typenbezeichnung eines Elektrohaushaltsgeräts ist ein wesentliches Merkmal der Ware im Sinne von § 5a Abs. 3 Nr. 1 UWG.

References: § 3
 § 1
 § 126
 § 355
 § 312
 § 1
 § 4
 § 5