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Timestamp: 2019-12-13 10:30:52+00:00

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Autor Thema: Erhaltungsmaßnahmen Immobilie (Gelesen 8949 mal)
Erhaltungsmaßnahmen Immobilie
« am: 02. Januar 2017, 18:00:57 »
ich bin ab 1.1. aus H4 raus, da die Rentenversicherung bei mir auf EU bis zur Altersrente entschieden hat.
Da ich lange selbständig war, bekomme ich so wenig Rente, dass ich zusätzlich zum Sozialamt musste.
Dort habe ich nachgefragt, wie es mit der Instandhaltung meines Hauses aussieht.
Bein Sozialamt bekam ich die Auskunft, es würden nur Maßnahmen bezahlt, die gesetzlich festgelegt seien, wie z.B. der Umbau von Kläranlagen in vollbiologische. Kleinere Instandhaltungen müsste ich selbst bezahlen.
Beim JC wiederum hat mir eine Angestellte erzählt, dass das Sozialamt nach den gleichen Maßstäben bezahlen muss wie das JC. Sie hätte erst letzte Woche einen Fall gehabt, wo der Ehemann beim Sozialamt und die Frau beim JC sei und die Kosten für die Heizungsreparatur seien fifty-fifty aufgeteilt worden...
Wie ist das denn nun wirklich??
Gibt es irgendwelche gesetzliche Bestimmungen auf die ich mich berufen kann oder ist alles wieder so schön schwammig, dass ich mich erst durch alle Instanzen klagen muss, falls meine Heizung nach 25 Jahren treuer Dienste ihren Geist aufgibt (die Ausdehnungsgefäße und den Warmwasserspeicher musste ich schon wechseln - konnte mir aber wenigstens die Materialkosten vom JC holen)??!!
Bin wie immer für jeden Tipp dankbar - und wünsche allen trotz Hartz und anderen Ganoven ein gutes 2017! mm
« Antwort #1 am: 02. Januar 2017, 18:05:55 »
Schau dir mal § 35 SGB XII an.
« Antwort #2 am: 02. Januar 2017, 18:59:15 »
Zitat von: movingman am 02. Januar 2017, 18:00:57
trotz Hartz und anderen Ganoven
Meinst Du damit die, die Deine Rente aufstocken (sollen)?
« Antwort #3 am: 03. Januar 2017, 10:27:45 »
Nein, ich meinte explizit den vorbestraften Peter Hartz und seine Kumpane.
Zumal keiner von denen meine Rente aufstocken wird, das machen die Steuerzahler - habe ich als Angestellter ja auch gemacht...
Danke dir, der ist mir auch schon aufgefallen. Mir ist allerdings nicht klar, ob und inwieweit der auf mein teilvermietetes Haus (1 Wohnung bewohnen meine Eltern als Mieter, 1 Wohnung ich) anzuwenden ist.
Ich mach mir Sorgen, denn ich kann von der Miete jeden Monat nur eine kleine Summe zurücklegen - und die Rücklagen gehen dann meist schon für Reparaturen drauf.
Kredit kriege ich keinen, das Darlehen vom Hauskauf lässt sich auch nicht aufstocken - und meine Eltern sind Rentner mit nicht gerade üppiger Rente.
« Antwort #4 am: 06. Januar 2017, 02:54:28 »
Habt ihr einen regulären Mietvertrag aufgesetzt? Der Vermieter ist für Instandhaltungsmaßnahmen zuständig. Je nach Mietvertrag gibt es eine Kleinreparaturklausel, bei der Mieter unter bestimmten Voraussetzungen bis zu einer Summe X selbst Reparaturen zahlen müssen.
« Antwort #5 am: 06. Januar 2017, 09:22:58 »
Wenn du lange,selbständig wahrst, wie hast du denn dabei für das Alter vorgesorgt. Macht man dann selbst.
« Antwort #6 am: 06. Januar 2017, 10:10:32 »
Schon, aber er vermietet seinen Eltern eine Wohnung dort, daher meine Frage nach den Modalitäten des Mietvertrages.
Denn ihm als Vermieter werden auch Pflichten auferlegt gegenüber den Mietern.
« Antwort #7 am: 10. Januar 2017, 19:10:59 »
Habt ihr einen regulären Mietvertrag aufgesetzt?
Ja, und der ist auch so aufgestellt, das die Schönheitsreparaturen und kleiner Repas von meinen Eltern getragen werden.
Alles andere geht auf meine Kappe.
Genau, nur wenn du so krank wirst, dass du erst mal eine ganze Weile nicht arbeiten kannst, wenn du Medis brauchst, die teuer sind, schwinden die eigentlich fürs Alter zurückgelegten Gelder ganz schnell...
« Antwort #8 am: 18. Januar 2017, 09:42:55 »
wenn Du Mieteinnahmen hast, dann müsste dir davon ein Teil , 10%?, nicht als Einnahme gerechnet werden- nur Kaltmiete keine Nebenkosten!. Dies 10% wären dann für Erhaltungsaufwand zurück zu legen.
Notwendige Erhaltung ist das was von der Versicherung nicht abgedeckt wird jedoch notwendig ist um im Haus zu wohnen.
Die Reparatur der Heizungsanlage ist Erhaltungsaufwand, Du kannst deine Mieter nicht ohne Heizung sitzen lassen. Das Streichen der Hausfassade ist "luxus" den man als hilfebedürftiger nicht so leicht durchbekommt. Das Loch im Dach schon, wenn es aus Alterungsgründen und nicht wegen Sturm entstanden ist. Normale Schönheitsreparaturen auch kleine Reparaturen an Dingen die dem Mieter zur ständigen Nutzung überlassen sind (Zimmertürklinken, Rolladengurte,Wasserhähne,Fenstergriffe....) zahlen die Mieter selbst bis zur Maximal Grenze.
Die Wartung der Heizungsanlage geht zum Teil an die Mieter, so wie es vertraglich vereinbart ist und der andere Teil ist dein Bier und damit Teil deiner Betriebskosten die dann widerum den Unterkunftskosten zugerechnet werden.
Also Antrag auf Kostenübernahme Reparatur Heizung mit Kostenvoranschlag.
Dummer weise hat man früher wie heute als selbständiger gedacht, das geht schon und hat weder für Alter noch für Krankheit eine Absicherung. Wenn es nicht Gesetz ist und auch da gibt es noch genügend, die die Krankenversicherungspflicht für alle umgehen, machen die meisten leider nichts. Du als ehemals selbständige- vielleicht kannst Du aus deiner jetzt Erfahrung anderen jungen selbständigen besser klar machen, dass sie etwas tun müssen. Ein "Versicherungsfuzzi" quasselt sich den Mund fusselig und findet kaum gehör.
« Antwort #9 am: 18. Januar 2017, 09:48:11 »
Zitat von: crazy am 18. Januar 2017, 09:42:55
wenn Du Mieteinnahmen hast, dann müsste dir davon ein Teil , 10%?, nicht als Einnahme gerechnet werden
Normale Schönheitsreparaturen auch kleine Reparaturen an Dingen die dem Mieter zur ständigen Nutzung überlassen sind (Zimmertürklinken, Rolladengurte,Wasserhähne,Fenstergriffe....) zahlen die Mieter selbst bis zur Maximal Grenze.
Sofern es mit Mietvertrag entsprechend geregelt ist.
« Antwort #10 am: 18. Januar 2017, 12:36:06 »
Grundsätzlich sind Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung als Einkommen anzurechnen. Die volle Miete kann hier durch notwendige Auslagen nach dem Steuerrecht reduziert werden. Ausgenommen sind allerdings Abschreibungen für Abnutzungen nach §§ 7 ff EStG.
Ebenfalls nicht absetzbar sind Tilgungsraten für Kredite, die im Zusammenhang mit der Immobilienfinanzierung aufgenommen wurden. Von den Mieteinnahmen sind neben dem Hausgeld auch die Schuldzinsen( auf alle Fälle anteilig), soweit sie mit den Einkünften in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen und Steuern von Grundbesitz ( § 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 1 u. 2 EStG) abzusetzen. Bei den Ausgaben für Instandsetzung und Instandhaltung können ohne nähere Angaben die pauschalen nach § 7 Durchführungsverantwortung zu § 82 SGB XII (früher Bundessozialhilfegesetz) herangezogen werden. Dies sind ohne Nachweis allein schon 10 % die abgezogen werden können.
Darauf kann man sich berufen unter Angabe des Paragraphen. Muss ja auch so sein, denn notwendige Instandsetzungen wären nur für den selbst genutzten Teil per Antrag ggf. bezuschussbar. Der andere Teil muss irgendwo herkommen.
« Antwort #11 am: 18. April 2017, 16:36:52 »
Etwas verspäteter Dank für eure Hilfe, bin jetzt nach KK und Reha wieder so fit, dass ich in die Spur gehen kann.
Hoch lebe § 7 SGB XII§82DV!!!
« Antwort #12 am: 13. Mai 2017, 14:18:09 »
ich habe Neuigkeiten - meine Antrag auf Kostenübernahme für den Warmwasserspeicheraustausch ist abgelehnt worden, ich hab das Doku mal angehängt.
Selbst das Berufen auf §7 hat nix gebracht, dass das nur einen Teil abdeckt, darauf wurde gar nicht eingegangen, sondern nur geschrieben: "für größere Anschaffungen sind eigenständig Rücklagen zu bilden."
Ich habe mal zusammengerechnet: 10% Instandhaltungspauschale sind 16 € + ca. 20€ im Monat, die übrigbleiben = 36€, beim Preis von ca. 650€ (mein Anteil) sind das mindestens 11/2 Jahre, die ich auf den Speicher sparen muss - da darf aber nix anderes dazwischen kommen wie neue Brille, Waschmaschine kaputt oder so...
11/2 Jahre ohne Warmwasser, also auch ohne Spülmaschine - meine Eltern sind begeistert.
Wir mussten den Speicher nämlich vom Kreislauf nehmen, da uns der hohe Druck sonst die Leitungen beschädigt hätte.
Meine Eltern können meinen Teil aber nicht mit tragen, weil sie ihr Bad selbst sanieren, die Fußbodenschäden in Diele und Wohnzimmer und den Wasserschaden im Wintergarten inkl. Schimmelbeseitigung selbst tragen. Dafür haben sie eine Mietminderung von 34,5% für 2 Jahre.
Es läuft alles sogar noch auf eine weitere Mietminderung hinaus, wahrscheinlich rückwirkend ab April.
"Der Vermieter ist verpflichtet, die technische Anlage zur Wasserversorgung das ganze Jahr über rund um die Uhr in Betrieb zu halten. Dazu muss er auch ständig ausreichend warmes Wasser liefern." (AG München WuM 1987, 382).
Soll ich in den Widerspruch gehen?
« Antwort #13 am: 13. Mai 2017, 16:32:49 »
Zitat von: movingman am 13. Mai 2017, 14:18:09
Die Spülmaschine dürfte aber auch, wie in den meisten Haushalten, mit Kaltwasser laufen.
Hast du mal bei den örtlichen Energieversorgern nach einem Finanzierungsmodell für eine neue Heizungsanlage nachgefragt? Ich meine so etwas wie das hier.
« Antwort #14 am: 13. Mai 2017, 19:58:05 »
Die Spülmaschine ist das geringste Übel...
Bei uns hier in der Region bietet kein Versorger so etwas an wie die EWE. Das habe ich schon überprüft.
Und das Problem ist: nur der Warmwasserspeicher ist kaputt, die Heizung funktioniert noch einwandfrei. Wäre die Heizung kaputt, könnte ich mit Hilfe rechnen.

References: § 35
 § 9
 § 7
 § 82
 § 7
 §7