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Timestamp: 2019-10-15 22:36:52+00:00

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https://dejure.org/2006,1381
BVerwG, 15.06.2006 - 2 C 10.05 (https://dejure.org/2006,1381)
BVerwG, Entscheidung vom 15.06.2006 - 2 C 10.05 (https://dejure.org/2006,1381)
BVerwG, Entscheidung vom 15. Juni 2006 - 2 C 10.05 (https://dejure.org/2006,1381)
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BBG § 78; ThürBG § 82; Einigungsvertrag Anlage I Kap. XIX Sachgebiet A Abschn. III Nr. 2 Buchst. a Satz 2
Schadensersatzanspruch des Dienstherrn wegen Dienstpflichtverletzung des Beamten, öffentlich-rechtlicher Erstattungsanspruch, Anspruchskonkurrenz, unterschiedliche Verjährungsfristen, "Übergreifen" der kürzeren Verjährungsfrist.
Schadensersatzanspruch des Dienstherrn wegen Dienstpflichtverletzung des Beamten, öffentlich-rechtlicher Erstattungsanspruch, Anspruchskonkurrenz, unterschiedliche Verjährungsfristen, "Übergreifen" der kürzeren Verjährungsfrist.; 3-Jahres-Frist; 30-Jahres-Frist; ...
Verhältnis des allgemeinen öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruchs zu § 78 Bundesbeamtengesetz (BBG) und den entsprechenden Vorschriften der Landesbeamtengesetze über den Schadensersatzanspruch des Dienstherrn gegen den Beamten aus Dienstpflichtverletzung; Verhältnis ...
Nach der gesetzlichen Neuregelung der Verjährung durch das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz ist - obwohl der Gesetzgeber von einer entsprechenden Vorschrift abgesehen hat - jetzt § 195 BGB n.F. mit seiner dreijährigen Regelverjährung entsprechend anzuwenden (…Senatsbeschluss vom 12. Oktober 2006 aaO S. 16 f. Rn. 19; s. ferner BVerwG NJW 2006, 3225, 3226 zum öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruch; a.A. Mansell, NJW 2002, 89, 91; Heselhaus, DVBl. 2004, 411 ff.).
Fehlen einschlägige öffentlich-rechtliche Spezialregelungen, ist weiterhin im Wege der Analogie nach dem Gesamtzusammenhang der für den jeweiligen Anspruch maßgebenden Rechtsvorschriften und der Interessenlage zu beurteilen, welche Verjährungsregelung als die "sachnächste" heranzuziehen ist (BVerwG, Urteile vom 15. Juni 2006 - 2 C 10.05 - Buchholz 232 § 78 BBG Nr. 45 = juris Rn. 19…, vom 15. Mai 2008 - 5 C 25.07 - BVerwGE 131, 153 Rn. 26 …und vom 11. Dezember 2008 - 3 C 37.07 - BVerwGE 132, 324 Rn. 8).
Soweit das Bundesverwaltungsgericht für beamtenrechtliche Erstattungsansprüche - etwa aus § 12 BBesG -, für Erstattungsansprüche aus dem Bereich des Wohngeldrechtes und für einen Ersatzanspruch nach Art. 104a Abs. 2 GG die kurze dreijährige Verjährungsfrist des § 195 BGB n.F. angewendet hat (Urteile 15. Juni 2006 - 2 C 10.05 - Buchholz 232 § 78 BBG Nr. 45 = juris Rn. 19…, vom 15. Mai 2008 - 5 C 25.07 - BVerwGE 131, 153 Rn. 27 …und vom 15. Juli 2016 - 9 A 16.15 - NVwZ 2017, 56 und juris Rn. 34 ff.), steht dies deshalb nicht in Widerspruch dazu, etwa Ansprüche im Zusammenhang mit dem Vermögenszuordnungsgesetz einer dreißigjährigen Verjährungsfrist zu unterwerfen (…BVerwG, Urteile vom 11. Dezember 2008 - 3 C 37.07 - BVerwGE 132, 324 Rn. 13 …und vom 22. März 2012 - 3 C 21.11 - BVerwGE 142, 219 Rn. 38).
Auf öffentlich-rechtliche Erstattungsansprüche hat das Bundesverwaltungsgericht in Ermangelung spezieller Verjährungsregeln bislang die für bürgerlich-rechtliche Bereicherungsansprüche geltenden Verjährungsvorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs angewendet (Urteile vom 25. November 1982 - BVerwG 2 C 14.81 - BVerwGE 66, 251 = Buchholz 235 § 12 BBesG Nr. 3 S. 7, vom 15. Juni 2006 - BVerwG 2 C 10.05 - Buchholz 232 § 78 BBG Nr. 45 , vom 15. Mai 2008 - BVerwG 5 C 25.07 - a.a.O. …und vom 24. Juli 2008 - BVerwG 7 A 2.07 - a.a.O. ), also die kenntnisunabhängige dreißigjährige Verjährungsfrist des § 195 BGB a.F., und zwar gleichermaßen auf Erstattungsansprüche wegen rechtsgrundloser Leistung wie auf Ansprüche infolge eines rechtsgrundlosen Eingriffs.
Dabei ist nach dem Gesamtzusammenhang der für den jeweiligen Anspruch maßgebenden Rechtsvorschriften und der Interessenlage zu beurteilen, welche Verjährungsregelung als die sachnächste analog heranzuziehen ist (BVerwG, Urteile vom 15. Juni 2006 - 2 C 10.05 - Buchholz 232 § 78 BBG Nr. 45 Rn. 19 m.w.N., vom 24. Januar 2007 - 3 A 2.05 - BVerwGE 128, 99 Rn. 45 …und vom 11. Dezember 2008 - 3 C 37.07 - BVerwGE 132, 324 Rn. 8).
4.2 Auf den öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruch sind, soweit wie hier sachnähere Regelungen fehlen, die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs entsprechend anzuwenden (vgl. etwa Urteile vom 26. Januar 1966 - BVerwG 6 C 112.63 - BVerwGE 23, 166, und vom 15. Juni 2006 - BVerwG 2 C 10.05 - Buchholz 232 § 78 BBG Nr. 45).
den in § 49a Abs. 1 Satz 1 ThürVwVfG geregelten Erstattungsanspruch - gilt, nachdem die regelmäßige Verjährungsfrist des § 195 BGB seit dem 01.01.2002 nur noch drei (statt früher dreißig) Jahre beträgt, ist in der Rechtsprechung (insbesondere auch innerhalb des Bundesverwaltungsgerichts) sowie in der Literatur dagegen umstritten: Nach Auffassung des 2. und 5. Senats des Bundesverwaltungsgerichts gilt für öffentlich-rechtliche Erstattungsansprüche jetzt die auf drei Jahre verkürzte Regelverjährungsfrist des § 195 BGB n. F. entsprechend (vgl. BVerwG, Urteil vom 15.06.2006 - 2 C 10.05 - NJW 2006, 3225 = juris Rdn. 19 …und Urteil vom 15.05.2008 - 5 C 25.07 - BVerwGE 131, 153 = NVwZ 2008, 1369 = juris Rdn. 27).
2005, 209 ff., allerdings war die Frage schon für das Verwaltungsgericht nicht entscheidungserheblich; offen gelassen: BVerwG, Urteil vom 15. Juni 2006 - BVerwG 2 C 10.05 -, Seite 6 des Urteilsabdruckes; OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 26. November 1997 - 12 A 1358/95 -, juris; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 29. Januar 1999 - 2 A 12287/98 - RiA 1999, 256, 258).
Die dienstrechtliche Haftung des Beamten gegenüber dem Dienstherrn ist zwar nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts in § 78 BBG abschließend geregelt, so dass materielle Rechtsgrundlage für den Schadensersatzanspruch der Behörde § 78 BBG anstatt §§ 823 ff. BGB oder anderer Rechtsgrundsätze des bürgerlichen Rechts ist (vgl. Urteil vom 20. April 1977 - BVerwG VI C 14.75 - BVerwGE 52, 255, 256; Urteil vom 13. Oktober 1994 - BVerwG 2 C 20/93 - NVwZ 1996, 182, 183; Urteil vom 16. Juli 1998 - BVerwG 2 C 12.98 - ZBR 1999, 64, 65; Urteil vom 11. März 1999 - BVerwG 2 C 15.98 - ZBR 1999, 278, 279; Urteil vom 15. Juni 2006 - BVerwG 2 C 10.05 -, S. 5 des Urteilsabdruckes).
Außerdem hat es mit Urteil vom 15. Juni 2006 ausgeführt, dass neben § 78 BBG und den entsprechenden Vorschriften der Landesbeamtengesetze solche Normen anwendbar seien, die dem Dienstherrn einen Anspruch auf Ausgleich einer ungerechtfertigten Vermögensverschiebung zwischen ihm und dem Beamten zuerkennen, möge diese Vermögensverschiebung auch auf einer Dienstpflichtverletzung des Beamten beruhen (- BVerwG 2 C 10.05 -, S. 5 f.).
Schließlich ist kein Grund erkennbar, den Bereicherungsschuldner, der durch deliktisches Handeln die Vermögensverschiebung herbeigeführt hat, gegenüber einem sonstigen Erstattungspflichtigen (z.B. gemäß § 12 Abs. 2 Satz 1 BBesG, § 52 Abs. 2 Satz 1 BeamtVG), der die Zuvielzahlung nicht veranlasst hat, verjährungsrechtlich besser zu stellen (so ausdrücklich BVerwG, Urteil vom 15. Juni 2006 - BVerwG 2 C 10.05 -, S. 8 des Urteilsabdruckes).
VG Düsseldorf, 11.05.2016 - 28 K 5714/14
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Beamtenrecht; einstweilige Sicherungsanordnung; dinglicher Arrest; …

References: § 78
 § 82
 § 78
 § 195
 § 78
 § 12
 Art. 104
 § 195
 § 78
 § 12
 § 78
 § 195
 § 78
 § 78
 § 49
 § 195
 § 195
 § 78
 § 78
 § 78
 § 12
 § 52