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Timestamp: 2020-01-23 10:16:54+00:00

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BVerwG, 09.12.2010 - 5 C 17.09 - dejure.org
BVerwG, 09.12.2010 - 5 C 17.09
https://dejure.org/2010,3407
BVerwG, 09.12.2010 - 5 C 17.09 (https://dejure.org/2010,3407)
BVerwG, Entscheidung vom 09.12.2010 - 5 C 17.09 (https://dejure.org/2010,3407)
BVerwG, Entscheidung vom 09. Dezember 2010 - 5 C 17.09 (https://dejure.org/2010,3407)
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SGB VIII § 86 Abs. 2 Satz 1, Abs. 2 Satz 2 und 4, Abs. 3, Abs. 5, Abs. 6 Satz 1, § 89a Abs. 1 Satz 1, Abs. 3
Vollzeitpflege; Pflegefamilie; Pflegeperson; Pflegekind; Pflegestellenort; Kostenerstattung; Kostenerstattungsanspruch; Anspruch auf Kostenerstattung; Kostenerstattungspflicht; Erstattungspflicht; Erstattung von Kosten; Wechsel der Erstattungspflicht; Übergang der ...
SGB VIII § 86 Abs. 2 Satz 1, Abs. 2 Satz 2 und 4, Abs. 3,
§ 86 Abs 3 SGB 8, § 86 Abs 5 SGB 8, § 86 Abs 2 SGB 8, § 86 Abs 6 SGB 8, § 89a Abs 1 SGB 8
Erstattung von Jugendhilfeleistungen; örtliche Zuständigkeit; zum Anwendungsbereich des § 86 Abs. 5 SGB 8 und des § 86 Abs. 3 SGB 8
Anwendbarkeit der örtlichen Zuständigkeitsregelung nach dem Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) bei verschiedenen gewöhnlichen Aufenthalten der Eltern bereits vor bzw. bei Leistungsbeginn; Geltung der Zuständigkeitsregelung nur bei fehlender Personensorge eines ...
Anwendbarkeit der örtlichen Zuständigkeitsregelung nach dem Sozialgesetzbuch Achtes Buch ( SGB VIII ) bei verschiedenen gewöhnlichen Aufenthalten der Eltern bereits vor bzw. bei Leistungsbeginn; Geltung der Zuständigkeitsregelung nur bei fehlender Personensorge eines ...
VG Koblenz, 25.03.2009 - 5 K 1445/08
VG Koblenz, 25.03.2009 - 5 K 1445/09
OVG Rheinland-Pfalz, 13.08.2009 - 7 A 10443/09
NVwZ-RR 2011, 203
FamRZ 2011, 372
DVBl 2011, 236
DÖV 2011, 288
20 f., vom 9. Dezember 2010 - 5 C17.09 - NVwZ-RR 2011, 203 Rnrn.
Nach der Rechtsprechung des Senats erfasst § 86 Abs. 5 SGB VIII alle Fallgestaltungen, in denen die Eltern nach Leistungsbeginn verschiedene gewöhnliche Aufenthalte besitzen (Urteile vom 30. September 2009 - BVerwG 5 C 18.08 - BVerwGE 135, 58 , vom 9. Dezember 2010 - BVerwG 5 C 17.09 - DVBl 2011, 236 ff. = NVwZ-RR 2011, 203 ff. Rn. 21 …und vom 12. Mai 2011 a.a.O. Rn. 17).
Nach der Rechtsprechung des Senats endet die durch den beiderseitigen Sorgerechtsentzug nach Beginn der Leistung bedingte Anwendbarkeit des § 86 Abs. 5 Satz 2 SGB VIII erst, wenn einem der Elternteile wieder die elterliche Sorge übertragen wird (dann wäre bei verschiedenen gewöhnlichen Aufenthalten der Eltern nach Leistungsbeginn § 86 Abs. 5 Satz 1 SGB VIII anzuwenden), wenn die Leistung eingestellt oder eine zuständigkeitsrechtlich neue Leistung gewährt wird (und deshalb bei verschiedenen gewöhnlichen Aufenthalten der Eltern wiederum eine neue, auf die Zeit vor Beginn dieser Leistung abstellende Zuständigkeitsprüfung nach § 86 Abs. 2 bzw. Abs. 3 SGB VIII vorzunehmen ist) oder wenn die Eltern nach Leistungsbeginn (erneut) einen gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt begründen und damit § 86 Abs. 1 Satz 1 SGB VIII als Zuständigkeitsregelung, die sowohl für die Zeit vor als auch nach Beginn der Leistung einschlägig ist, zur Anwendung gelangt (…vgl. Urteile vom 30. September 2009 a.a.O. Rn. 24, vom 9. Dezember 2010 a.a.O. Rn. 22 ff. …und vom 12. Mai 2011 a.a.O. Rn. 25 f.).
Vielmehr greife die Vorschrift entsprechend ihrem Charakter als umfassende Regelung für verschiedene gewöhnliche Aufenthalte der Eltern nach Leistungsbeginn auch ein, wenn die Eltern bereits vor bzw. bei Leistungsbeginn verschiedene gewöhnliche Aufenthalte haben und solche während des Leistungsbezugs beibehielten (Urteile vom 30. September 2009 - BVerwG 5 C 18.08 - BVerwGE 135, 58 = Buchholz 436.511 § 86 SGB VIII/KJHG Nr. 9 jeweils Rn. 22 ff., vom 9. Dezember 2010 - BVerwG 5 C 17.09 - Buchholz 436.511 § 86 SGB VIII/KJHG Nr. 12 Rn. 21…, vom 12. Mai 2011 - BVerwG 5 C 4.10 - BVerwGE 139, 378 = Buchholz 436.511 § 88 SGB VIII/KJHG Nr. 1 jeweils Rn. 17 …und vom 19. Oktober 2011 - BVerwG 5 C 25.10 - BVerwGE 141, 77 = Buchholz 436.511 § 86 SGB VIII/KJHG Nr. 15 jeweils Rn. 35 ff.).
Die Regelung über das fehlende Sorgerecht beider Elternteile (§ 86 Abs. 5 Satz 2 Alt. 2 SGB VIII) erfasst mithin alle Fallgestaltungen, in denen die Eltern nach Leistungsbeginn verschiedene gewöhnliche Aufenthalte besitzen (…Urteile vom 30. September 2009 a.a.O. jeweils Rn. 22, vom 9. Dezember 2010 a.a.O. Rn. 21…, vom 12. Mai 2011 a.a.O. …und vom 19. Oktober 2011 a.a.O. jeweils Rn. 35).
Der Landkreis Ravensburg lehnte die Fallübernahme gemäß § 86 Abs. 2 Satz 2 SGB VIII aufgrund des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17.09 - ab.
Zur Begründung wurde auf die Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17.09 - und vom 19. Oktober 2011 - 5 C 25.10 - verwiesen.
§ 86 Abs. 2 Satz 2 SGB VIII sei nach den Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. September 2009 - 5 C 18/08 -, 9. Dezember 2010 - 5 C 17/09 - und 19. Oktober 2011 - 5 C 25/10 - nicht anwendbar.
21 aa) Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts erfasst § 86 Abs. 5 SGB VIII alle Fallgestaltungen, in denen die Eltern nach Leistungsbeginn verschiedene gewöhnliche Aufenthalte besitzen (Urteile vom 30.9.2009 - 5 C 18.08 -, BVerwGE 135, 58 [61] RdNr. 22 ff.; U. v. 9.12.2010 - 5 C 17.09 -, NVwZ-RR 2011, 203 [204] RdNr. 21; U. v. 19.10.2011 - 5 C 25.10 -, NVwZ-RR 2012, 111 [113] RdNr. 35).
Die zeitliche Abfolge der zuständigkeitsrelevanten Kriterien ("Begründung verschiedener gewöhnlicher Aufenthalte" oder "gemeinsame oder fehlende Personensorge beider Elternteile") hat auf die Bestimmung der Zuständigkeit nach § 86 Abs. 5 Satz 2 SGB VIII keinen Einfluss (vgl. BVerwG, U. v. 19.10.2011 - 5 C 25.10 -, NVwZ-RR 2012, 111 [113] RdNr. 35; U. v. 9.10.2010 - 5 C 17.09 -, NVwZ-RR 2011, 203 [204] RdNr. 21 f.).
§ 86 Abs. 2 SGB VIII greift demgegenüber nur solange ein, als sich weder an dem gewöhnlichen Aufenthalt des allein sorgeberechtigten Elternteils noch an der Zuordnung/Übertragung der Personensorge etwas ändert (vgl. BVerwG, U. v. 9.10.2010 - 5 C 17.09 -, NVwZ-RR 2011, 203 [204] RdNr. 22).
Mit der "bisherigen Zuständigkeit" im Sinne des § 86 Abs. 5 Satz 2 SGB VIII ist die Zuständigkeit gemeint, die vor dem Zeitpunkt, zu dem eine Prüfung und gegebenenfalls Neubestimmung der örtlichen Zuständigkeit veranlasst ist, zuletzt bestanden hat (vgl. BVerwG, U. v. 30.9.2009 - 5 C 18.08 -, BVerwGE 135, 58 [63] RdNr. 26; U. v. 9.10.2010 - 5 C 17.09 -, NVwZ-RR 2011, 203 [204] RdNr. 21).
VGH Baden-Württemberg, 28.04.2015 - 12 S 1274/14
"Beginn der Leistung" im Sinn von SGB 8 § 86 d; Vorliegen eines pflichtwidrigen …
Im Hinblick auf § 86 Abs. 2 S. 2 SGB VIII ist - anders als im Rahmen des § 86 d SGB VIII - der Begriff des Beginns der Leistung nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zu beurteilen, wie sie sich insbesondere den Urteilen vom 29.01.2004 - 5 C 9.03 - und vom 09.12.2010 - 5 C 17.09 - entnehmen lässt:.
Denn sie beruhen - wie die Beteiligten in der mündlichen Verhandlung vor dem Senat bestätigt haben - auf einem qualitativ unveränderten jugendhilferechtlichen Bedarf." (BVerwG, Urteil vom 09.12.2010 - 5 C 17.09 - DVBl 2011, 236).
Die örtliche Zuständigkeit nach § 86 Abs. 5 Satz 2 SGB VIII endet auch mit der Übertragung der Personensorge auf einen Elternteil (Fortführung des Urteils vom 9. Dezember 2010 - BVerwG 5 C 17.09 - NVwZ-RR 2011, 203).
Der Senat hat in seinen dem Verwaltungsgerichtshof im Zeitpunkt der angefochtenen Entscheidung noch nicht bekannten Urteilen vom 30. September 2009 - BVerwG 5 C 18.08 - (…BVerwGE 135, 58 = Buchholz 436.511 § 86 KJHG/ SGB VIII Nr. 9 jeweils Rn. 22 ff.) und vom 9. Dezember 2010 - BVerwG 5 C 17.09 - (NVwZ-RR 2011, 203 Rn. 21) entschieden, dass § 86 Abs. 5 SGB VIII alle Fallgestaltungen erfasst, in denen die Eltern nach Leistungsbeginn verschiedene gewöhnliche Aufenthalte besitzen.
Angesichts der zuständigkeitsbestimmenden Wirkung des Personensorgerechts im Falle verschiedener gewöhnlicher Aufenthalte der Eltern während eines Leistungsbezugs im Sinne des § 86 Abs. 5 SGB VIII endet die örtliche Zuständigkeit nach § 86 Abs. 5 Satz 2 SGB VIII - abgesehen von der Einstellung der Leistung bzw. der Gewährung einer (zuständigkeitsrechtlich) neuen Leistung oder der erneuten Begründung eines gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalts im Sinne von § 86 Abs. 1 Satz 1 SGB VIII (Urteil vom 9. Dezember 2010 a.a.O. Rn. 22) - mit der Übertragung der Personensorge auf einen Elternteil.
Dies gilt auch dann, wenn diese - wie hier - zu einem Wechsel der Rechtsgrundlage für die Hilfegewährung führen (stRspr, vgl. Urteil vom 9. Dezember 2010 - BVerwG 5 C 17.09 - Buchholz 436.511 § 86 KJHG/SGB VIII Nr. 12 Rn. 15 m.w.N.).
Dem aus dem Wortlaut gewonnenen Ergebnis widerstreitet in systematischer Hinsicht nicht, dass bezogen auf § 89a Abs. 1 Satz 1 SGB VIII in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts geklärt ist, dass dieser Erstattungsanspruch einen Übergang der Zuständigkeit von dem nach dem maßgeblichen gewöhnlichen Aufenthalt im Sinne des § 86 Abs. 1 bis 5 SGB VIII zuständigen Träger der öffentlichen Jugendhilfe (sogenanntes "Herkunftsjugendamt") auf den nach § 86 Abs. 6 SGB VIII zuständigen Jugendhilfeträger (sogenanntes "Pflegestellenjugendamt") und damit einen Wechsel des örtlich zuständigen Trägers infolge der zweijährigen Familienpflege erfordert (…Urteile vom 5. April 2007 - BVerwG 5 C 25.05 - BVerwGE 128, 301 = Buchholz 436.511 § 89a KJHG/SGB VIII Nr. 3, jeweils Rn. 10 f., vom 30. September 2009 - BVerwG 5 C 18.08 - BVerwGE 135, 58 = Buchholz 436.511 § 86 KJHG/SGB VIII Nr. 9, jeweils Rn. 31, und vom 9. Dezember 2010 a.a.O. Rn. 12;… Beschlüsse vom 23. Oktober 2002 - BVerwG 5 B 12.02 - juris Rn. 8 und vom 8. Juni 2010 - BVerwG 5 B 52.09 - EuG 2011, 100 ).
Etwas anderes ergebe sich auch nicht aus der neueren Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17.09 -, denn dieser Entscheidung habe ein anderer Sachverhalt zugrunde gelegen als in dem hier anhängigen Verfahren.
Die Beklagte verteidigt die erstinstanzliche Entscheidung, insbesondere die analoge Anwendung des § 86 Abs. 5 Satz 2 SGB VIII. Insoweit habe das Bundesverwaltungsgericht mit seiner neueren Entscheidung vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17.09 - nunmehr Klarheit geschaffen, dass der Anwendungsbereich des § 86 Abs. 5 SGB VIII nicht nur auf die im früheren Urteil vom 30. September 2009 erwähnten Fallgestaltungen beschränkt sei, in denen die Eltern erstmals nach Beginn der Leistung verschiedene gewöhnliche Aufenthalte begründet hätten, sondern griffe die Vorschrift entsprechend ihrem Charakter als umfassende Regelung für verschiedene gewöhnliche Aufenthalte der Eltern nach Leistungsbeginn auch dann, wenn sie bereits vor Beginn der Leistung verschiedene gewöhnliche Aufenthalte gehabt hätten und solche während des Leistungsbezugs beibehielten.
- 5 C 17.09 -, JAmt 2011, 276, juris.
Dass hier § 86 Abs. 5 Satz 2 SGB VIII jedenfalls entsprechend Anwendung findet, folgert der Senat insbesondere auch aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts - 5 C 17.09 - vom 9. Dezember 2010, a. a. O., wonach der Anwendungsbereich des § 86 Abs. 5 SGB VIII - bei beliebiger zeitlicher Abfolge der zuständigkeitsrelevanten Kriterien ("Begründung verschiedener gewöhnlicher Aufenthalte" oder "gemeinsame oder fehlende Personensorge beider Elternteile") - nicht auf Fallgestaltungen beschränkt ist, in denen die Eltern erstmals nach Beginn der Leistungen verschiedene gewöhnliche Aufenthalte begründen, sondern die Vorschrift entsprechend ihrem Charakter als umfassende Regelung für verschiedene gewöhnliche Aufenthalte der Eltern auch greift, wenn diese bereits vor bzw. bei Leistungsbeginn verschiedene gewöhnliche Aufenthalte haben und solche während des Leistungsbezugs beibehalten.
Dabei kommt es nicht darauf an, ob die vom Bundesverwaltungsgericht in seinen Urteilen vom 30. September 2009 - 5 C 18.08 -, BVerwGE 135, 58, juris, und vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17.09 -, a. a. O., entschiedenen Fallkonstellationen in jeder Beziehung mit dem streitbefangenen Sachverhalt übereinstimmt.
VG Potsdam, 30.04.2019 - 7 K 6497/17
Erstattung von Jugendhilfeleistungen wegen Unzuständigkeit der Behörde
Der Kläger ist der Auffassung, dass er für die Zeit vom 2. August 2012 bis zum 7. Oktober 2013 keine Kosten zu tragen habe, weil er für die Gewährung von Leistungen während dieser Zeit gemäß § 86 Abs. 5 Satz 2 SGB VIII - nach dem sich die Zuständigkeit nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17/09 -) richte - nicht zuständig gewesen sei.
Der Anwendungsbereich des § 89a Abs. 1 Satz 1 SGB VIII ist ab dem Zeitpunkt eröffnet, zu dem die örtliche Zuständigkeit eines Trägers der öffentlichen Jugendhilfe nach § 86 Abs. 6 SGB VIII begründet wird (BVerwG, Urteil vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17/09 -, juris, Rn. 12 m.w.N.).
§ 86 Abs. 3 SGB VIII, wonach § 86 Abs. 2 Satz 2 und 4 SGB VIII in den Fällen anzuwenden ist, in denen die Elternteile verschiedene gewöhnliche Aufenthalte haben und die Personensorge keinem Elternteil zusteht, ist nicht anwendbar, weil nur die Fälle erfasst werden, in denen die Eltern bereits vor oder bei Leistungsbeginn verschiedene gewöhnliche Aufenthalte haben und schon in diesem Zeitpunkt keinem Elternteil die Personensorge zusteht (BVerwG, Urteil vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17/09 -, juris, Rn. 22).
Allerdings ist wegen der zuständigkeitsbestimmenden Wirkung des Personensorgerechts im Falle verschiedener gewöhnlicher Aufenthalte der Eltern während des Leistungsbezugs eine Überprüfung der örtlichen Zuständigkeit und gegebenenfalls ein Wechsel der diesbezüglichen Rechtsgrundlage auch bei einer alleinigen Änderung des Personensorgerechts ohne zeitgleiche Änderung des (zuständigkeitsrelevanten) Aufenthalts veranlasst (BVerwG, Urteil vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17/09 -, juris, Rn. 23).
Etwas anderes würde nur gelten, wenn die Mutter des die Hilfe empfangenden Kindes einen gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt im Sinne von § 86 Abs. 1 Satz 1 SGB VIII mit dem Kindesvater begründet hätte, was hier indes nicht der Fall ist (BVerwG, Urteil vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17/09 -, juris, Rn. 19).
Die Vorschrift ist zudem nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts auch dann anwendbar, wenn sich nur die Sorgerechts-, nicht aber die Aufenthaltsverhältnisse ändern (BVerwG, Urteil vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17/09 -, juris, Rn. 23; a.A. Sächsisches OVG…, Urteil vom 4. Oktober 2010 - 5 B 770/03 - juris, Rn. 21 ff.;… a.A. Lange in jurisPK-SGB VIII, § 86 Rn. 97).
Die Kostenerstattung sei zu Unrecht erfolgt, denn unter Berücksichtigung der neuen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, Urteil vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17.09 -, sei davon auszugehen, dass die Beklagte trotz des Umzugs der Kindesmutter nach Q. für die Gewährung von Jugendhilfe ohne Anwendung des § 86 Abs. 6 SGB VIII zuständig geblieben wäre.
In seiner Entscheidung vom 9. Dezember 2010 - 5 C 17/09 -, juris Rn. 21 f., hat es diesen Gedanken aufrechterhalten und weiter vertieft.
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VG Ansbach, 10.02.2011 - AN 14 K 10.00755
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