Source: https://findok.bmf.gv.at/findok?execution=e100000s1&segmentId=9e8e02c8-68bd-45e3-9303-70ff8ecb952c
Timestamp: 2020-07-08 03:41:38+00:00

Document:
Die formellen Vorschriften, insbesondere über die für die Zwecke der Gewinnermittlung zu führenden Aufzeichnungen sind zum Teil in handelsrechtlichen Bestimmungen, zum Teil in der Bundesabgabenordnung (§§ 124 bis 132 BAO) enthalten. Die Periode, für die der Gewinn zu ermitteln ist, ist das Wirtschaftsjahr. Das Wirtschaftsjahr umfasst zwölf Monate, sofern sich nicht aus § 2 Abs. 5 bis 7 EStG 1988 ein kürzerer Zeitraum ergibt (siehe Rz 179 ff). Die Methode, nach der der Gewinn zu ermitteln ist, ist grundsätzlich jene des Betriebsvermögensvergleiches.
4.1.1.1.1 Buchführungspflicht nach Handelsrecht
Die Buchführungspflicht nach Handelsrecht gilt für den "Kaufmann" iSd §§ 1 und 2 HGB. Kaufmann ist, wer ein Handelsgewerbe iSd § 1 HGB oder ein gewerbliches Unternehmen betreibt, das nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb iSd § 2 HGB erfordert. Das Handelsrecht nimmt Minderkaufleute (§ 4 Abs. 1 HGB) und Scheinkaufleute (§ 5 HGB) von der Verpflichtung zur Führung von Büchern aus. Nach dem Abgabenrecht kann jedoch auch ein nach dem Handelsrecht nicht zur Buchführung verpflichteter Kaufmann (zB ein Minderkaufmann) buchführungspflichtig sein.
Die Buchführungspflicht entsteht beim Betrieb eines Grundhandelsgewerbes, das die Grenze des § 4 Abs. 1 HGB überschreitet, mit dessen Aufnahme. Bei Unternehmen, die nach § 2 HGB verpflichtet sind, die Eintragung des Unternehmens in das Firmenbuch herbeizuführen, gelten die für alle Vollkaufleute vorgesehenen Rechnungslegungsvorschriften schon von dem Zeitpunkt an, in dem die Eintragungsverpflichtung entstanden ist. Entsprechendes gilt für die OHG und KG.
Jedes Unternehmen muss über ein Rechnungswesen verfügen, das den Anforderungen des Unternehmens entspricht. Der Zweck dieser Verpflichtung ist es, die Handelsgeschäfte des Kaufmannes und die Lage seines Vermögens ersichtlich zu machen. Der Maßstab besteht in der Einhaltung von Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (siehe Rz 419 ff).
Der Begriff Handelsbücher ist im HGB nicht definiert. Dies ergibt sich aber aus dem Zweck, dass alle fortlaufenden Aufzeichnungen der Handelsgeschäfte sowie alle anderen Bücher, auf denen sich Aufzeichnungen befinden, gemeint sind. Dazu gehören aber nicht nur die Grund-, Haupt- und Nebenbücher, sondern auch die periodenbezogenen Aufstellungen, wie das Inventar, der Jahresabschluss, der Anhang und der Lagebericht sowie bei Vorliegen eines Konzerns der Konzernlagebericht.
Wer nach handelsrechtlichen Vorschriften zur Buchführung verpflichtet ist, muss gemäß § 124 BAO auch für steuerliche Zwecke Bücher führen. Im Übrigen besteht steuerlich Buchführungspflicht, wenn bestimmte Umsatzgrenzen bzw. eine Wertgrenze überschritten werden (siehe dazu § 125 f BAO).
§ 1 HGB, Handelsgesetzbuch, dRGBl. S 219/1897
§ 5 HGB, Handelsgesetzbuch, dRGBl. S 219/1897
Findok-Nr: 19973.1, aufgenommen am: 10.05.2006 17:07:56, Dokument-ID: 8be9a6dd-7f41-43f4-aacf-efaffc6de718, Segment-ID: 9e8e02c8-68bd-45e3-9303-70ff8ecb952c

References: § 2
 § 1
 § 2
 § 4
 § 2
 § 124
 § 125

§ 1

§ 5