Source: https://zwillingsblog.wordpress.com/
Timestamp: 2018-02-24 19:38:32+00:00

Document:
Das zweite Kind sind Zwillinge | Archiv der ersten vier Jahre.
11. Juli 2013 § Hinterlasse einen Kommentar
oder: Das Elend muss ein Ende haben.
Die Zwillinge haben das Unabänderliche resigniert begriffen:
„Mama, du esset in Büro?“ fragt Sohni, rein rhetorisch, versteht sich.
„Mama, du aufräumen,“ erklärt Maxe, der noch bettwarm auf meinem Schoß sitzt und gestreichelt wird. Dabei lässt er den Blick über Boden und Tische unseres Wohnzimmers meines Büros gleiten: „Du viel aufräumen.“
Weiterlesen? Neueste Artikel gibt es im Fortsetzungsblog: nochmehrzwillingsblog.wordpress.com
8. Juli 2013 § Hinterlasse einen Kommentar
Merle und Mareike haben heute zum Planschen geladen. Beziehungsweise Frau Omega, die Mutter.
Logisch, dass wir hingehen. Die haben ein blaues, aufblasbares Wasserbecken!
Gibt es Schöneres als bei brütender Hitze im Wasser herumzuplanschen?
Dachten wir Mütter.
Weiterlesen? 🙂 Bitte hier entlang: nochmehrzwillingsblog.
Die Stärke von Geburtstagsfreude ist antiproportional zur Höhe des Geschenkepreises.
5. Juli 2013 § Hinterlasse einen Kommentar
Jedenfalls bei kleinen Kindern.
Seit Montag feiern wir Zwillingsgeburtstag.
Sogar Melek hat inzwischen eingesehen, dass Zwillinge am gleichen Tag Geburtstag haben. Letztes Jahr hatte er mir das noch nicht geglaubt.
Als erfahrene Mutter hatte ich vorbereitend Billig-Shops durchwühlt und zwei Koffer mit Kleinkram gepackt. Der Erfolg hat mir recht gegeben: Nicht der Preis macht die Begeisterung, sondern die Masse an Geschenken.
„Seifenblasen!“ jubelte Sohni, als er …
3. Juli 2013 § Hinterlasse einen Kommentar
Kannst du nachlesen in meinem aktuellen Blog: https://nochmehrzwillingsblog.wordpress.com/
Dieser Blog hier bleibt als Archiv erhalten und wenn du ihn abonnierst hast, empfehle ich dir, den Fortsetzungsblog zu abonnieren. Da gibt es Artikel über die nächsten vier Kinderjahre.
Gestern hat mein Staubsauger ein Baby bekommen.
Mehr lesen? Hier geht es zum vollständigen Artikel auf dem Fortsetzungsblog:
http://nochmehrzwillingsblog.wordpress.com/2013/06/28/gestern-hat-mein-staubsauger-ein-baby-bekommen/
Pipi-Kacka-Dose
21. März 2013 § 13 Kommentare
Ich weiß nicht, was genau mir vorschwebte,als ich die windelfreie Zeit herbeisehnte, aber das war es sicherlich nicht.
Neuerdings sind wir mit dem Bollerwagen unterwegs. Da drin befinden sich nicht nur mehrere Kinder in wechselnder Konstellation (ich brauch nen Esel), sondern auch eine große blaue Stofftasche mit Feuchttüchern (falls was in die Hose geht), zweimalzwei Unterhosen, zweimalzwei neue Hosen, zweimalzwei neue Socken (manchmal tropft es bis in den Schuh) und zur Sicherheit (wenn alle Vorräte aufgebraucht sind) noch zwei Windelhöschen.
Zur Ehrenrettung der Zwillinge muss ich allerdings sagen, dass wir nie bis Stufe 3 (alle Vorräte aufgebraucht) kommen; es ist allein mein Sicherheitsbedürfnis, das mich dies alles mitschleppen lässt, denn – und das ist sicher – wenn ich all dies nicht dabei habe, dann sind wir schon nach fünf Schritten bei Stufe 3.
Maxe ist jetzt so wahnsinnig selbstständig, dass er jetzt sogar alleine die Bäume auf den Spielplätzen anpinkelt. Lieber würde ich ihm helfen, ihn ein wenig schief nach vorne kippen, damit … nun ja, aber er will nicht. *seufz*
Kriterien für Kleinkindeltern: Gibt es dort ein Klo?
Neuerdings werden nur noch Orte aufgesucht, die eine in drei Millisekunden erreichbare Toilette besitzen, die kleine gut sortierte katholische Bücherei etwa. Fünfmal haben die Zwillinge gestern die Toilette beehrt, Sohni dreimal, Maxe zweimal und dafür Kaugummis (kleines Geschäft) und je einen Schokohasen (großes Geschäft) erhalten.
Sohnis Schokohase war ein bisschen erschummelt, aber weil Maxe gerade einen ergattert hatte und Sohni so unermüdlich drückte und presste, bekam er auch noch einen. Nathanael, der uns mit seiner Mutter begleitete und noch ein Windelkind ist, schaute interessiert zu und bekam auch einen Hasen, und weil Melek das ja sowieso schon alles kann, hüpfte auch ein Hase in seinen Mund.
Wäschefrei mit Kräutertee!
Am letzten Freitag war übrigens der erste Kindergartentag, an dem bei keinem Zwilling eine Pipi-Kacka-Wäsche-Tüte am Haken hing – Sohnis Erzieherin, Frau Fisch ist spontan mit Ehemann und Zwillingen einen zwitschern gegangen, allerdings gab es, wie es sich für Vorbilder gehört, nur einen Kräutertee.
Die Aufmerksamkeit beim Geschäftemachen lässt allerdings erheblich nach, wenn keine Belohnung winkt, und so habe ich mich – entgegen meiner neumütterlichen Prinzipien – für die Verlängerung des altmütterlichen Belohnungssystems entschieden und die Zwillinge bekommen in dieser Woche noch ihre Pipi-Kacka-Dose mit in den Kindergarten: Kaugummi und Tic Tac für Springbrunnen, ein Häschen für Handfestes.
Dann sollte es vorerst geschafft sein.
Pom-Dog
20. März 2013 § 2 Kommentare
Am letzten Wochenende waren wir übrigens auf dem Flohmarkt. Jedes Kind darf sich ein Ding aussuchen. Der Plastikdino und die Maus-im-Käse sind schon weg.
Pom-Dog gehört Maxe.
19. März 2013 § 3 Kommentare
Nachdem ich schon mit Zahnarztspiegel und IPhone-Taschenlampe die Hohlräume unter den Holzdielen untersucht hatte, entdeckte Elisabeth meinen seit zwei Wochen verschollenen Haustürschlüssel in einem nicht mehr benutzten Damenstiefel. Sie war auf der Suche nach Harald, von dem allerdings jede Spur fehlt.
Die von Frau Lotterleben netterweise entliehene Mausefalle wandert allabendlich in ein anderes Zimmer, aber entweder verpassen wir uns regelmäßig oder Harald hat sein Mauseleben bereits einsam hinter einem unverrückbaren Kleiderschrank ausgehaucht.
Dank Elisabeths ehrlicher Seele lehnte sie die ausgesetzte Belohnung in Höhe von wahlweise 30 Euro oder einer Tafel Schokolade ab – immerhin war sie ja nicht auf der Suche nach meinem Schlüssel. Und allmählich klären sich auch die übrigen Fälle: mein Handy ist auch wieder da, zwar ohne Akku (das wohl noch im Kindergarten zwischen Bauklötzen und Plastikdinosauriern steckt), aber mit Karte, die der beste Ehemann von allen in das Handy seiner verstorbenen Mutter steckte, die leider fast blind gewesen war. Jetzt habe ich zwar keinen Handywecker oder SMS-Funktion mehr, aber dafür richtig große Tasten.
Und am Freitag kommt der Fensterscheiben-Mann. Danach ist hoffentlich alles wieder beim alten.
Und das geschah zuvor: Unglücksfälle
Und Heidi wartet mit.
18. März 2013 § 6 Kommentare
Die Zeit im Krankenhaus vergeht hauptsächlich mit Warten.
Warten, bis die Notfallambulanz besetzt ist, warten, bis die nette Schwester in altrosa uns in das Behandlungszimmer ruft, warten, bis die hinzugezogene Neurologin da ist und warten auf das Taxi, das uns in die Uniklinik fahren soll, damit sich die HNO-Ärztin die geschwollene Nase ansehen kann.
Anschließend erfolgt Warten in der Lounge der nietennagelneuen und mit einem interdisziplinären Team besetzten Notfallambulanz, in der es an einem Donnerstag Abend zugeht wie in einer amerikanischen Arztserie.
Heidi wartet mit.
Um den kleinen Riesensohn vor seelischen Schäden zu bewahren – ein riesiger Bildschirm zeigt mordende Muskelmänner – , erkundige ich mich bei der kleinen Frau, die hinter der gewöhnungsbedürftig gelb beleuchteten 3 Meter hohen Theke vor einem Computerbildschirm hockt, nach einem anderen Fernsehkanal, und komme somit in den Genuss von Puff-Mutti T.o.pmodel Heidi, die ihren sechszehnjährigen Mädels gerade ein neues Outfit verpassen lässt. Heidi ist noch schlimmer als ich es mir vorgestellt hatte.
„Was machen die da, Mama? Ist das Werbung?“ wundert sich der kleine Riesensohn.
„Nee, das ist einfach eine Horde junger Damen, die beim Friseur hockt“, neutralisiere ich die Realität. Glücklicherweise erkundigt er sich nicht danach, weshalb man dies halbnackt tun müsse.
Das Warten in der Lounge reicht gerade noch für ein Interview mit einem der rosaäugigen Models in spe, die ob der gefallenen Haare den Tränen nahe ist. Dann werden wir einen Flur weiterversetzt und schließlich in den Behandlungsraum gerufen, wo eine freundliche Ärztin die dicke Nase checkt und uns mit der beruhigenden „Ich kann nichts feststellen“-Diagnose wieder entlässt.
Das Arzt-Durchschnittsalter in deutschen Notfallzentren: 16,4 Jahre
Ärzte und Ärztinnen im Notfallzentrum weisen ein geschätztes Durchschnittsalter von 16,4 Jahren auf und sehen außerdem ziemlich gut aus. Sogar die dunklen Augenringe wirken irgendwie stylish. Vielleicht liegt das aber auch an den coolen Klamotten. Jedenfalls bin ich fast ein bisschen traurig, dass das Taxi so schnell da ist.
In der Kinderklinik selbst liegt das Durchschnittsalter nur unwesentlich höher, was an dem weißhaarigen Ober-oder-ähnlichem-Arzt liegen mag, der von einem Rudel 14jähriger in weißen Kitteln verfolgt wird. Die Visite.
Sie beginnt am nächsten Morgen und am anderen Ende des Flures, Zeit genug also, sich eine zweite Tasse Kaffee zu besorgen und sich mit einigen seriösen Frauenzeitschriften weiterzubilden.
Der Fünf-Stunden-Brief.
Das Warten auf den Durchgangsarzt, der den Abschluss-Check machen soll, zieht die Krankenhaus-Durchschnittswartezeit dann gehörig wieder nach unten, denn anstatt – wie angekündigt – am späten Nachmittag, erscheint dieser schon vor dem Mittagessen auf Station, erklärt den kleinen Riesensohn für entlassungsfähig und weist uns an zu warten, bis der Arztbrief getippt sei, und schon fünf Stunden später sind der kleine Riesensohn und ich mit unserer prall gefüllten und bunt bedruckten DM-Einkaufstasche wieder auf dem Weg nach Hause.
Und lieber, lieber Ehemann, wenn du uns das nächste Mal eine Kliniktasche packst, dann nimm doch bitte meine in dezentem schwarz gehaltene Reisetasche (die mit dem Reissverschluss!!) und lege die Damenmonatshygieneartikel nicht ganz nach oben auf unsere übrigen Utensilien, wenn du sie im Schwesternzimmer abgibst. Mille, mille gracias!
Unglücksfallen
15. März 2013 § 6 Kommentare
Ich will ja gar nicht jammern. Während andere Menschen alle naslang unverschuldet ihren Job verlieren, an den falschen oder gar keinen Partner geraten, in schwere Unfälle verwickelt sind oder schlimme Diagnosen bekommen, sind es bei uns Dinge von geringerem Ausmaß, die uns dennoch ins Schleudern bringen.
Die letzte Unglücksfällchen-Serie begann vor zwei Wochen, als ich das Badezimmerfenster einschlug, weil der Schlüsseldienst unsere einbruchssichere Tür nicht aufbekam. Dann verlor ich meinen Haustür-, Fahrrad- und Gartenschlüssel, genauer gesagt verlor ihn Maxe, als ich ihn das Treppenhaus hinauftrug, um ihn ins Bett zu legen. Es war im ersten Stock, als ich hörte, wie er ihn fallenließ. Seitdem ist er weg.
Das Handy, das ich bei Freunden liegengelassen hatte, wurde vom Ehemann an Sohnis Haken im Kindergarten gehängt, aus der Tasche entführt, wieder gefunden und dann vom Tisch der Erzieherinnen gemopst. Sicherlich dachte ein Kind, es wäre zum Spielen, weil das Display zwei bildschöne Risse aufweist und damit als kaputt eingestuft wurde, Harald läuft übrigens immer noch frei herum.
Gestern nun wurde der kleine Riesensohn von der gleichaltrigen Freundin herum- und dann auf die Nase geschleudert und weil er hernach schielte, obwohl das Auge dies häufiger, in letzter Zeit seltener tut, sind wir dann doch ins Krankenhaus gefahren. Die diensthabende Ärztin fand einen Tropfen Blut im Ohr, und deshalb sind wir dann dort geblieben, mit der üblichen Prozedur: Blutdruck messen, Vitalwerte messen, Pupillenreflexe messen (ja, auch alles nachts alles zwei Stunden) und das ganze mit einer anderen Familie im Zimmer, dessen Baby schnauft und Mutter hustet.
Heute nachmittag dürfen wir wohl raus, wenn der Durchgangsarzt den kleinen Riesensohn noch einmal gecheckt hat.
Was wir in den letzten 24 Stunden im Krankenhaus alle gelernt haben, das berichte ich dann nächste Woche. Zeit für´s Mittagsschläfchen. Oder doch lieber noch einmal Blutdruck messen?
Schreibtischsonne
14. März 2013 § Hinterlasse einen Kommentar
Mein Vormittag: eine dreiviertel Stunde arbeiten, eine viertel Stunde malen. Und dabei Sonnenblick auf´s Nachbarhaus. So stelle ich mir Büroarbeit vor. 🙂
Von Pipi-Kacka-Dosen und unkooperativen Nagetieren
13. März 2013 § 8 Kommentare
Schokolade versetzt Berge. Oder vielmehr Haufen.
Gestern fielen zwei davon ins Klo, vermutlich eine Folge der eingeführten Pipi-Kacka-Dosen, die die Zwillinge hüten wie ihren Augapfel. Gestern wurde Sohni allerdings dabei erwischt, wie er Kaugummis an die ihn umringenden Kinder verteilte – auf der Toilette. Also bat ich heute darum, die Dose an einem sicheren Platz zu verwahren.
Das Belohnungssystem ist simpel, aber extrem anregend: Tic Tac oder Xylit-Kaugummis für kleine, Schokomarienkäfer oder Ferr.ero-Küsschen für große Geschäfte.
Ein bisschen leid tat mir Sohni schon, als er gestern abend minutenlang drückte und presste, doch letztendlich war er erfolgreich, wenn auch das Ergebnis die Größe einer Lima-Bohne aufwies. Und Maxe will sogar einen Schokomarienkäfer, wenn lediglich Luft seinem Darm entweicht. Aber es klappt und ich sehe es so, dass die Belohnungseinheiten lediglich den Anreiz erhöhen, denn beide wollen „goße jungen leine ette gehn“ sein. Der Pipi-Wäscheberg ist übrigens erheblich geschrumpft und mit geliehenen Hosen und dazu gekauften Unterhosen ist der Notlage ersteinmal abgeholfen.
Harald hat nur noch eine Chance
Vor größere Probleme stellt mich allerdings Harald, die Maus, die sich hartnäckig weigert, die Lebendfalle zu benutzen. Angeblich befindet sich ein Duftstoff in ihr, der Mäuse anlockt. Vielleicht ist Harald gar keine Maus?
Nach meiner ersten notdürftigen Self-made-Konstruktion, die bekackt und unversehrt wieder verlassen wurde, habe ich eine neue Falle konstruiert und noch einmal 24 Stunden Verlängerung beantragt, um den Todeskandidaten zu retten. Danach aber kann ich nichts mehr für ihn tun …
grüner Pfeil – Nadel, im Teppich verankert
blauer Pfeil – Zwischentück eines Wattestäbchens zwischen Teppich und Kante der umgedrehten Spielzeugkiste -> erzeugt einen Spalt zwischen Kiste und Teppich, durch den Harald schlüpfen soll
orangefarbener Pfeil – stinkender Bergkäse, der mit einem Faden verpackt ist. Dieser Faden läuft um die Nadel und ist unter Zurhilfenahme eines Stücks Tesakrepps mit dem anderen Ende am Wattestäbchenröhrchen befestigt.
Maus zieht am Käse, Käse zieht am Faden, Faden zieht am Wattestäbchenröhrchen, Wattestäbchenröhrchen fällt um, Kiste fällt runter, Maus ist gefangen.
12. März 2013 § 10 Kommentare
In keiner anderen Situation treten die unterschiedlichen Einstellungen zur Welt des Lebendigen so deutlich hervor wie bei der Mäusejagd.
Elisabeth hatte sie zuerst entdeckt.
„DAAAAVIIIIIDDDD!“ gellte ihr Schrei schreckensbleich durch das Treppenhaus.
Wenn sie gewusst hätte, dass David vor einigen Jahren mich zu wahrhaft früher Morgenstund weckte, damit ich die fremde Katze aus unserem Wohnzimmer entfernte, die sich dort mutmaßlich drei Tage lang versteckt und unsere meine Kaulquappen aufgefressen hatte, dann hätte sie wohl eher nach Mara gerufen.
Die Knaben-Oma war ja auch noch da und redete beruhigend auf Elisabeth ein, die nur noch „Ich habe noch nie eine Maus gesehen, in Kolumbien gibt es keine Mäuse“ vor sich hinwimmerte.
Wo eine Maus sei, das seien noch viele, erklärte meine Mutter, so schnell wie die sich vermehrten. Sie selber hätten einmal 54 (!) Mäuse im Haus gehabt und auch alle gefangen. Zu diesem Zeitpunkt überlegte ich, wie viel Blut noch aus Elisabeth Gesicht entweichen müsse, bis sie ohnmächtig darniedersänke.
Elisabeth ist möglicherweise nicht der klassische Naturbursche. Den Wald etwa hat sie nie wieder betreten, nachdem ich ihr erklärt hatte, sie solle sich am Körper nach Zecken absuchen und ihr drei Stück an Maxes Körperchen gezeigt hatte.
Mit anderen Worten, Elisabeth war zur Mäusejagd nur eingeschränkt zu gebrauchen, Maxe hielt sich verängstigt auf allen erhöhten Plattformen auf, Melek beobachtete das Treiben neugierig und Sohni lag bäuchlings auf dem Boden und wies uns fasziniert die Richtung: „Da Maus!“
„Und was soll ich jetzt machen?“ brummelte der Ehemann, der in Unterhosen und Wochenendbart am Montag morgen wortlos mit einer Kiste ausgerüstet wurde.
„Fangen“, erläuterte meine Mutter und hob demonstrativ ihren Blumenkübel, während ich versuchte, das Mäuschen mit einem Besen hinter der Vitrine hervorzufegen.
„Die ist viel zu schnell“, knurrte der Ehemann, „und außerdem muss ich jetzt zur Arbeit. Heute abend bringe ich Mausefallen mit.“
Es folgten noch sehr finstere Blicken, als ich „aber Lebendfallen, nicht wahr, Schatz“ säuselte.
Da steht sie jetzt, die Lebendfalle, seit gestern Abend. Meine selbst konstruierte Falle hatte das Viech betreten, den Käse gefressen, rein gekackt und dann schleunigst wieder verlassen. Ein paar Stunden hat sie noch. Dann kommt der Ehemann wieder. Und bringt Fallen mit, aber „richtige“.
Ich geh lieber nochmal nachschauen.
Drei Enkel für Oma.
11. März 2013 § 6 Kommentare
Zwei Nächte. Eineinhalb Tage.
Und was sie hernach sagte:
„Die sind ja schon um sechs Uhr wach!!“
„Du glaubst ja gar nicht, welche WÄSCHEBERGE ich waschen musste! Alles Pipi-Wäsche! Uns gingen schon die Hosen aus!“
„Sohni hat ZWEIMAL sein großes Geschäft auf dem Klo erledigt. Er kriegt dann immer einen Schokomarienkäfer.“
„Und dann habe ich gesagt, nein, `Laura´s Stern´lese ich nicht noch einmal. Und nein, `Buddy und der Honigtopf´auch nicht.“
„Ehrlich, um halb neun war ich im Bett. Ich konnte kaum noch was lesen.“
„Erst konnte ich überhaupt nicht einschlafen. Rechts von mir schlief Sohni, links Maxe. Und ich auf der Besucherritze.“
Eltern. Zwei Nächte. Im Hotel.
10. März 2013 § 11 Kommentare
Sind weggefahren.
Und Schwimmbad.
Und ich habe meinem Drang widerstanden anzurufen.
Ob auch alles in Ordnung ist?
Der Ehemann aber hat angerufen.
Und gefragt, ob es in Ordnung sei, wenn wir noch ein paar Stündchen dranhängen
Mmmhmmmhhmmmmhh. 🙂
Der Drache auf dem Spielzeugkran
8. März 2013 § Hinterlasse einen Kommentar
Die Frischluft-Saison ist eröffnet!
Und so geht das: Spielzeug-Autos, sieben ehemalige Weinkisten, 2 Liter Eis, ein Spielehäuschen, ein Kran, belegte Brote, ein selbst gebasteltes Schirmchen
– und der Nachmittag wird auf unserem kleinen Hof verbracht. Mit wechselnden Besuchern.
Guts Nächtle: Preisverleihung
7. März 2013 § 5 Kommentare
Gestern fiel es mir auf. Meine Kinder wollen ins Bett. Um fünf Minuten vor Sieben konnte ich Maxe nichts mehr recht machen. Wie blöd, dass gerade gestern der beste Ehemann von allen in einem ruhigen Hotelzimmer weitab vom Familienradau weilte.
Also wurde das Kind kurzerhand zwangsumgezogen und -gezahnputzt, in Papas Bett gelegt und –
es schlief ein.
Sohni folgte nur zehn Minuten später, bestand auf seinem Gute-Nacht-Buch, beendete dieses aber vorzeitig – „Fertig!“ und sank hernach erschöpft in die Kissen. Viertel nach Sieben und ich war schon bei minus zwei Kindern!
Melek hatte sich derweil umgezogen, sich die Zähne geputzt und wartete, eingemummelt in seine Decke und überraschend gut gelaunt auf die Vorleserin.
Irgendwie hatte ich es bei Melek-Baby verpasst, ein angenehmes Abendritual einzuführen. Vielleicht hätte es sonst besser geklappt mit dem Insbettbringen. Sein Freund Robin hatte ein genau festgelegtes Ritual, was zu wunderbaren Resultaten führte, aber bei Abweichungen zu Katastrofen, wie ich sehr müde feststellen musste, als er einmal seinen Mittagsschlaf bei uns halten sollte und der Herr Papa die Spieluhr vergessen hatte…
Bei meinem früheren Tagessohn, der eine wochenlange Eingewöhnungszeit hinlegte, verfielen seine Mutter und ich schließlich auf den Trick mit Rolf Zuckowski; er stand nämlichvoll auf Musik. Also dudelte ich bei seinem Eintreffen „Stups, den kleinen Osterhasen“ und „In der Weihnachtsbäckerei“ ab und das schien dem kleinen Kerl geholfen zu haben.
Inzwischen hört Melek abends noch manchmal „Jim Knopf“ oder „Conni auf Reisen“ und manchmal, ich staune, noch die Schlaflieder-CD für Kinder ab drei Jahren. Es scheint eine überaus brauchbare Produktion zu sein. 😉
Und somit kommen wir zur Preisverleihung, äh, zur Verlosung der personalisierten Schlaflieder-CD von DEINSCHLAFLIED. Möge diese Maxi-CD mit fünf Liederlein einem kleinen Wicht den Weg ins Schlummerland erleichtern – und den Eltern ein paar Nerven ersparen, *trommelwirbel*
Herzlichen Glückwunsch! Darf ich deine Emailadresse an DeinSchlaflied weiterleiten?
Vielen Dank an alle Teilnehmer und -innen!
Und vielen Dank an DEINSCHLAFLIED!
Wahnsinn! Es ist jetzt auch hier!
6. März 2013 § 4 Kommentare
Hier im Bonner Raum, das Unknown Object. Ein Blog aus Hamburg berichtet.
Puller-Büxen
6. März 2013 § 22 Kommentare
Mal ehrlich. Bis die Zwillinge trocken werden, bin ich schon inkontinent.
Alle Kinder ihres Alters gehen auf`s Klo (bis auf Mareike und Merle), und die dazugehörigen Mütter erzählen mir stolz, dass das Kind von ganz alleine wollte. Und zwar von einem Tag auf den anderen. Und auch nachts.
Sohni geht jedenfalls „nie-mals!“ (bitte beide Silben betonen) mit mir auf´s Klo oder „morgen“, was aber so ziemlich auf dasselbe hinausläuft.
Im Kindergarten geht er, wenn seine geliebte Frau Fisch ihn schickt, und zwar „leine“. Angeblich kommt sogar Pipi. Ich trau dem nicht, denn ich habe noch nie das anheimelnde Plätschern während des Toilettenganges vernommen, jedenfalls nicht bei Sohni.
Am Wochenende habe ich in Absprache mit der guten Frau Sohni auch auf´s Klo geschickt, auf dem er haargenau eine halbe Sekunde verharrte, „kommt nix!“ rief und wieder herunterrutschte.
Am Abend dann die Überraschung. Sohni war verschwunden. Ich traf ihn zufällig auf dem Flur wieder, wo er sich gerade die Hosen hochzog und mich anstrahlte:
„Leine Ette geht, Pipi macht!“
Na, denn. Ich sehe einen schwachen Schimmer am Hoffnungshorizont.
Turm oder Bullerbü?
5. März 2013 § 8 Kommentare
Das Grundschulthema verfolgt uns schon seit mehr als einem Jahr. Vor einem Jahr war ich gegen eine Einschulung, die Erzieherin dafür. Dann war sie dagegen und ich unsicher. Letzendlich hat es dem kleinen Riesensohn dann doch gut getan, doch noch ein Jahr in den Kindergarten zu gehen, und als „Kann“-Kind ist das auch völlig in Ordnung.
Vor einem Jahr sollte auch Emil, der beste Kindergartenfreund des kleinen Riesensohnes eingeschult werden. Dann doch nicht. Dann doch. Dann nicht.
In diesem Jahr sollten nun beide eingeschult werden, doch liegt unsere Straße außerhalb des Schulberzirks der Bullerbü-Schule, Emils Straße dagegen gerade noch innerhalb.
Also habe ich den kleinen Riesensohn, risikofreudig wie ich bin, in Bullerbü angemeldet, und zuerst sah es gut aus. Die Schulleiterin meldete geringe Anmeldezahlen, doch dann kamen einige Nachzügler hinzu und für uns die Absage: Kein Platz.
Das tut mir sehr leid für den kleinen Riesensohn, werden doch fünf (oder noch mehr?) Kinder seiner Säbelzahntiger-Gruppe Bullerbü besuchen dürfen.
Und nun? Nun haben wir heute um 11 Uhr ein Gespräch mit der Schulleiterin der Turmschule. Ich bin aufgeregt wie vor einem Bewerbungsgespräch. Können die uns ablehnen?
Laut Schulamt sind nämlich drei andere Grundschulen für uns vorgesehen. Eine davon mag ich gar nicht, eine fände ich gut, doch geht aus dem Kindergarten niemand dorthin, und eine liegt zwei Stadtteile weit entfernt.
Die Turmschule hat unbestreitbare Vorteile: Sie ist klein, hat ein übersichtliches Kollegium, ist zu Fuß erreichbar, bietet Schwimmunterricht und eine kleine Bibliothek, und die Klasse sind mit maximal 26 Kindern gefüllt. Außerdem gibt es einen aktiven Förderverein, in dem ich gerne mitwirken werde,
Auch dass sie katholisch ist, gefällt mir, denn der beste Ehemann von allen und ich sind gläubig und wollen diesen Glauben gerne unserem Nachwuchs vermitteln. Allerdings sind wir nicht einmal mehr evangelisch, sondern gehören zu einer freien evangelischen Gemeinde. Nun habe ich keine Hemmungen mit Christen anderer Konfessionen zusammen zu feiern, habe aber schon zu Studentenzeiten gemerkt, dass es einen Unterschied gibt zwischen katholischen Menschen und nicht katholischen Menschen. In den Gottesdiensten des katholischen Studentinnenwohnheimes durfte ich kein Abendmahl bekommen. Nur mal so als Beispiel.
Und was ziehe ich an? Schwarze Hosen und schwarze Jacke sind vielleicht ein bisschen duster. Aber ich habe nichts anderes. Und die Haare sind frisch dunkelrot gefärbt. Zusammen mit Retro, meiner Brille, sehe ich aus wie eine Künstlerin aus der Gothic-Szene, aber nicht katholisch.
Mal schauen, wo die Hemden sind. Vielleicht lauert noch ein frisch gewaschenes weißes Hemd im Wäschekorb. Und wo ist eigentlich das Bügeleisen?
Eine Liste der häufigsten Begriffe und Gemeinplätze in unseren vier Wänden.
4. März 2013 § 6 Kommentare
1. „Selba!“
Als verbales Universal-Abwehrschild gegen unerwünschte Beschimpfungen, manchmal leider automatisiert auch gegen Mütter eingesetzt: „Sohni, du bist ein toller Junge.“ – „Selba tolla Junge!“
2. Kackawuas
Noch so ein Universalwort, wenn kind den Lied-Text vergessen hat.
3. „Nie-mals!“
Bitte beide Silben betonen.
4. „Du nich mir Zimmer! Nie-mals!“
Schlimmste Strafe für alle Verbrechen und Verbrecher.
5. „Jetzt Swimmbad gehn, Mama, Papa, alle, ja?“
Unsere liebste Freizeitbeschäftigung. Ich will auch gar nicht wissen, zu wieviel Prozent das Wasser im Kleinkindbecken aus Pipi besteht.
6. „Kannnich.“
Einleitende Floskel für alles, vom Schuhe anziehn bis Aufräumen, gerne auch ergänzt durch Begründungen wie „Ich goß auf.“ = Ich bin zu groß, daher komme ich nicht an den Fußboden heran, deshalb kann ich nicht aufräumen. Ein abschließendes „Selba!“ deutet an, dass Mama für das Kind aufräumen soll.
7. „Ich goße Junge. Leine Ette gehn.“
„Und bitte, bitte, bald auch für das große Geschäft, ja?“ – „Nie-mals!“
und irgendwann kommt bestimmt auch:
103.399. „Danke, liebe Mama, dass du mir jeden Tag das Frühstück machst, meine Sachen wäschst, mir 100.000 Bilderbücher vorliest, meinen Filmekonsum begrenzt, mit mir spielst, meine Auas wegküsst und überhaupt so viel Quatsch mit mir machst.“
Gestern gab`s chinesischen Weihnachtskuchen
3. März 2013 § Hinterlasse einen Kommentar
Jedenfalls, wenn es nach dem kleinen Riesensohn geht.
„MAMA! Wann sind die Frühlingsstollen fertig?“
Gewinne heute: CD mit personalisierten Schlafliedern!
1. März 2013 § 9 Kommentare
Die CD enthält fünf Schlaflieder, von denen drei mit dem Wunschnamen des Kindes personalisiert sind; auch die Beschriftung ist wählbar.
Für Zwillinge gibt es leider noch keine CD mit beiden Namen, aber man erhält die zweite Maxi CD für 16 Euro. Eine Maxi-CD kostet 29 Euro, beide zusammen kosten entsprechend 45 Euro. Auch eine Mini-CD für 15 Euro gibt es im Angebot.
Genial wäre natürlich eine CD mit einem Zwillingslied, in dem beide Namen auftauchen; Leute, daran solltet ihr unbedingt arbeiten!
Mitmachen kann jeder, der im Folgenden einige Fragen beantwortet, wobei es nicht schlimm ist, wenn ihr etwas nicht beantwortet. Der beste Ehemann der Welt hat die Fragen schon getestet, die wenig motivierten Antworten sind dann grün unterlegt. Nur mal so als Beispiel, nicht als Vorbild. 😉 Alles klar? Dann geht es los:
1. Würdest du dich als botanisch interessiert bezeichnen? – nein
2. Hast du den Botanischen Garten schon ein oder mehrere Male besucht? Den Nutzpflanzengarten auch? – nein
3. Wenn nein, was müsste sich verändern, damit du den Botanischen Garten / den Nutzpflanzengarten einmal besuchst?
-ich müsste wissen, was an Pflanzen cool sein soll
4. Stell dir vor, du bist durch den Botanischen Garten gegangen. Welche deiner Erwartungen sollten optimalerweise erfüllt sein, damit du den Garten zufrieden wieder verlässt?
– ich musste über etwas staunen
5. Stell dir vor, du besuchst den Nutzpflanzengarten, in dem verschiedene Nutzpflanzengruppen zu betrachten sind. Welche Informationen auf den Schildern (pro Nutzpflanzengruppe eines) würdest du lesen?
– was mich persönlich betrifft, bzw. etwas wirklich Skurriles
6. Welche Schilderüberschriften würden dich mehr ansprechen:
A „Fettliefernde Pflanzen“, „Eiweiß liefernde Pflanzen“, „Kohlgemüse“, „Süßstoff liefernde Pflanzen“
B „Davon lebt die Welt: Öle aus Sonnenblumen und anderen Gewächsen“, „Davon lebt die Welt: Eiweiß ist anicht nur im Ei.“, „Nicht jeder Kohl hat einen Kopf“, „Süßes Grün“
6. Welches Vorwissen über Pflanzen bringst du mit? (Ausbildung, Hobby, Interesse, Praktikum etc.?)
-botanisch interessierte Ehefrau
7. Wie alt bist du? (muss niemand beantworten 😉 )
– süße 44
Zwillingsblog bedankt sich bei DEINSCHLAFLIED , das diese Aktion möglich gemacht hat.
Und hier noch der Link, falls jemand hier ein nettes Geschenk zur Geburt oder ein Taufgeschenk sucht.
Eltern. Abends. Im Bett.
28. Februar 2013 § 9 Kommentare
„Küche.“
Kaffitness
27. Februar 2013 § 14 Kommentare
Gespräche vor dem Kindergarten. Irgendwo in Deutschland.
Mama 1: „Und du? Du gehst jetzt zur Arbeit?“
Mama 2: „Zur Arbeit?? Ich habe ein Baby zu Hause. Wie soll ich da arbeiten?? Nee, ich gehe jetzt ins Fitness-Studio.“
Mama 3: „Ah, stimmt ja, die haben dort ja eine Kinderbetreuung.“
Mama 2: „Genau. Und ich gehe da immer Kaffee trinken. Da gibt es auch Zeitungen.“
Macht auch drömelige Tierchen schlau.
26. Februar 2013 § 6 Kommentare
Auf allgemeinen Wunsch hin, durften unsere Kuscheltiere Maras neue Brille testen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sogar die gelbe Ente sieht damit einigermaßen schlau aus. Dem Bären eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Der Hai würde sich allerdings dann doch eher für Kontaktlinsen entscheiden.
Schick. Oder?
Muttersonntag
25. Februar 2013 § Hinterlasse einen Kommentar
Juchhu! Es ist wieder Montag!
Nachdem die beste Mutter der Welt, Sohni, der die ganze Nacht an ihren Rücken gekuschelt geschlafen und ihren Schlaf geraubt hat und morgens schmollend abgezogen ist, weil sie nicht auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin jubelnd und dynamisch und sofort aufgesprungen ist, um seine Bananen zu pellen,
nachdem sie diesen kleinen Affen also in den Kindergarten bugsiert hat,
nicht ohne sein Wehklagen wegen des Eincremens der trockenen Beine zu ertragen,
nicht ohne sämtliche Register der Kinderaufmunterung gezogen zu haben – „Ich bin ein TIGER, GROOOOAAAR! Und du die kleine MAUS! AAHHH! Und ich will dir FRESSEN!“,
und nicht ohne ihm noch vorher das Buch von Michel in der Suppenschüssel vorzulesen, äh, zu erzählen, der Kürze halber,
kroch sie auf allen Vieren heim, erklärte dem immer noch kranken, aber sich immerhin aufrecht haltenden Ehemann, dass sie in zehn Sekunden zusammenbrechen wird,
nahm sich die nächstbeste Decke und verkroch sich auf das Sofa im Büro.
Schaffte es ebengerade noch, den Wecker auf 14 Uhr zu stellen, betätigte mehrmals die Snooze-Taste und war schon um 15.30 Uhr bereit, die zwei (hoffentlich noch) gesunden Gorillas vom Kindergarten abzuholen.
Dann noch Bücherei, Abendbrot, Lesen, lesen, lesen, Spielen, Zähne putzen, ins Bett bringen, Wärmflasche wärmen (für den großen Sohn), noch ein Buch lesen, – und dann, dann kommt der Höhepunkt des Tages: Die Ohropax in die Ohren schieben. Die Welt ausschalten. Träumen.
Affenhaus-Live-Ticker
24. Februar 2013 § 6 Kommentare
Heute haben meine Kinder erkannt, was ich schon lange wusste:
„Mama, wir sind Gorillas!“
„Und du bist die Gorillapflegerin!“
Alles weitere in Echt-Zeit:
Die Gorillas zerschneiden das Schiff und vereinzelte „Feuer!“-Rufe erschallen.
Soeben latscht der kränkeste Ehemann von allen in Unterhosen durch die Küche. Doch es gibt keinen Grund zur Hoffnung. Seine Mithilfe an diesem Tag beschränkt sich auf das Wiederauffüllen der Wärmflasche.
Der Maxe-Gorilla schwenkt das Lego-Schwert und ruft „Sauberstab!“ und jubelt: „Ja! Offennnn!“ (Das Schiff hat nun ein Loch.)
Der Sohni-Gorilla hat nun auch einen Zauberstab, kreuzt diesen mit einem Plastikröhrchen aus der Dr. Oetker-Zuckerdekopackung und hält mir das Kreuz entgegen. Bin ich ein Vampir?
Das sonntägliche Bad habe ich mir abgeschminkt. Wie sollte ich auch jeweils zwei Gorillas im Käfig Wohnzimmer alleine lassen? Vor meinem geistigen Auge materialisiert sich die Vision eines Blutbades. Gibt es eigentlich auch Trockenshampoo?
Der Legoschwert-Gorilla ist wütend, weil er sein Lego-Schwert nicht in die Kerbe der Holzkiste versenken darf. Der Messer-Gorilla will nämlich gerade die Holzklötze einräumen. In die Holzkiste.
Der Zauberstab-Gorilla kichert und weigert sich, die Legosteine wegzuräumen.
Liebe Gorillas, so wird das nüscht mit dem Film.
Maxe ist gerade das kränkeste Kind. Genauer gesagt, pendelt sein Gesundheitszustand zwischen flüssigem übelriechendem Windelinhalt und „Nein weh Bauch“ hin und her, sein Essverhalten pendelt ebenfalls, aber immerhin hat er seit Dienstag nicht mehr detotzt.
Alles wäre nicht so schlimm, wenn die Gorillas nicht so wahnsinnig schlechte Laune hätten. Einer wütet, weil es gerade jetzt nichts zu essen gibt. Einer sabotiert die Aufräumaktion, und Melek meckert sowieso mit allem oder singt. Das ist aber auch nicht besser.
Isch kriech die Krise.
Zeit für einen Tieren-Film. Überlänge.
Von kooperativen Drehtüren und doppelten Betreuungswundern
22. Februar 2013 § Hinterlasse einen Kommentar
In meiner ersten Ausbildung habe ich gelernt, dass zufriedene Kunden ein gutes Erlebnis nur einmal weitererzählen. Unzufriedene Kunden geben ihr schlechtes Erlebnis gleich zehnmal weiter.
Daran musste ich denken, als in den letzten Tagen eine Menge Gutes vom Himmel fiel.
Wildkohl auf Helgoland
Nein, also der fiel nicht vom Himmel, aber am Mittwoch freute sich der Betreuer meiner Diplomarbeit so sehr über die Aussicht, ein Wild-Kohl-Foto am Originalstandort zu bekommen, dass ich mich gehörig mitfreute. Botanikerfreuden eben. 😉
Außerdem freute ich mich über die Email einer aufmerksamen Leserin, die mir einen Link zu einer Broschüre schickte, in der sich ein Wildkohl-Foto am Originalstandort befindet: Kohl vor roten Felsen. Welches Foto ich dann nehme, muss ich noch entscheiden, bzw. nach den Rechten und Kosten fragen.
Mit 150 in die Zielgerade.
Und jetzt weiß ich auch, wieviele Seiten ich maximal füllen darf: Einhundertfünfzig. Mit dem dezenten Hinweis, dass man lange Listen auch in die Anhänge verweisen kann. Das passt ganz gut, denn derzeit kalkuliere ich mit 142 Seiten. Dann ist zwar immer noch nicht alles behandelt, was ich behandeln sollte, aber ich konnte meinerseits einen ebenfalls dezenten Hinweis unterbringen, dass ich innerhalb eines Honorarvertrages gerne den Rest abarbeiten werde. 🙂 Dann werd ick reich. Aber janz dicke. Bestimmt.
Türlein-dreh-dich.
Nach dem Betreuer-Gespräch traf ich mit Maxe-immer-noch-krank, der inzwischen im Kinderwagen eingeschlafen war, an der Uni-Bibliothek ein. Inzwischen gibt es dort sogar eine Rampe für die Rollstuhl- und Kinderwagenfahrer. Allerdings scheitern die Kinderwagenfahrer dann an der Drehtür. In meinem halbherzigen Versuch, den Zwillingskinderwagen zwischen zwei Glastüren zu quetschen, um doch noch die heiligen Hallen zu stürmen, wurde ich von dem Bibliothekar unterbrochen, der mich zunächst einmal um das Gebäude herum schicken wollte („Da ist der Diensteingang, da können Sie einfach durch.“), dann aber innehielt und fragte, ob ich die Bücher nur abgeben wolle. „Naja, eigentlich schon, aber von dem hier brauche ich wieder eines.“ Und da verschwand der gute Mann in der Drehtür und tauchte wenig später wieder auf: Er hatte mir das Lehrbuch, das man eigentlich nämlich nicht verlängern kann, einfach erneut ausgeliehen, und das war – oh Wunder – die neueste Ausgabe, also die, die man eigentlich nicht so ohne weiteres bekommt. Genauer gesagt, habe ich die bisher nur ein einziges Mal entliehen. Sonst standen immer nur die älteren Ausgaben im Regal.
Einmal Sonne, bitte.
Grund genug, sich noch eine Runde Spazierengehen an der Sonne zu gönnen. Maxe war dick eingemummelt in seine gelbe Decke und wachte erst wieder auf, als wir die S-Bahn erreichten. Schnell nach Hause zum zweiten Mittagsschlaf.
Nur einer, sonst keiner.
Bisher sind wir von Maxes aktueller Magen-Darm-Erkrankung verschont geblieben, die sich ohnehin in pflegeleichten Grenzen hält. Abgesehen davon, dass das arme Kind Film-technisch nun völlig übersättigt ist („Trotro, der kleine Esel“), hat er nur zweimal erbrochen, zweimal übelriechende Windelinhalte produziert („Maxe, kranke große Jungs dürfen noch einmal Windeln anziehn.“) und ansonsten in erster Linie geschafen. Und gestern ist das vorerst letzte Wunder geschehen: Die Mama von Jan (ich kann mir nie merken, wie die Eltern mit Vornamen heißen) fragte, ob Melek sie mal besuchen wolle.
„Heute?“ fragte ich vorsichtshalber.
„Gerne“, lächelte sie.
Wunder mit Verlängerung.
Und da war ich einen Teil meiner Sorgen los: Wie überlebe ich den Abend mit drei Jungs, einer davon in Quarantäne, ohne dass der Vati in absehbarer Zeit aufkreuzt? Der weilt derzeit nämlich in Berlin. Oder Kiel. Vielleicht auch München.
Und noch ein Wunder: Als ich Melek um halb sieben abholen wollte, fragte mich die Jan-Mutter (zum Kuckkuck, wie heißt die denn bloß?), ob er noch bleiben könne, sie würde ihn dann später heimfahren. Gegessen habe er auch schon…
Ja, was denn??
Kurzum: Die Zwillinge schliefen schon, als der kleine Riesensohn heimkam, noch malte, ins Bett fiel und schon eingeschlafen war, bevor ich das Zimmer verließ.
Ein wirklich dickes Danke-Telegramm in den Himmel!
Dass ich mich heute aus dem Haus gesperrt habe, der Ehemann in Dresden weilt, der Schlüsseldienst erst heute abend kommen kann und ich daher mit Nachbars Hilfe ein Loch ins Badezimmerfenster gehauen habe – das erzähle ich dann später mal.
21. Februar 2013 § Ein Kommentar
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