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Timestamp: 2016-10-22 16:03:26+00:00

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Arbeitszeit | Flegl Rechtsanwälte
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Hier erfahren Sie Wissenswertes zur Arbeitszeit Grundsätzlich können Arbeitgeber und Arbeitnehmer selbst bestimmen, auf welche Arbeitszeit sie sich einigen wollen. Wenn der Arbeitsvertrag dazu nichts vorschreibt, könnte der Arbeitgeber die Arbeitszeit sogar einseitig festlegen. Wenn da nicht das Arbeitszeitgesetz wäre…
Durch dieses einseitige Weisungsrecht ist der Arbeitgeber in einer sehr starken Position. Daher wird die Arbeitszeitgestaltung durch das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) eingeschränkt. Die darin enthaltenen Vorschriften sind zwingend, es kann also nicht per Arbeitsvertrag davon abgewichen werden.
Wen erfasst das Arbeitszeitgesetz?
Nicht alle Arbeitnehmer sind automatisch durch das Arbeitszeitgesetz geschützt. Unter den geschützten Personenkreis fallen gemäß § 2 Abs. 1 ArbZG:
Ist ein Arbeitnehmer noch nicht volljährig, gelten stattdessen die Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes.
§ 18 Abs. 1 ArbZG enthält mehrere Ausnahmen, die vom Arbeitszeitgesetz nicht erfasst werden:
leitende Angestellte gem. § 5 Abs. 3 BetrVG
(stellvertretende) Leiter öffentlicher Dienststellen
Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes mit Entscheidungsrecht in Personalangelegenheiten
Arbeitnehmer, die die Erziehung, Pflege oder Betreuung ihnen anvertrauter Personen übernommen haben
Arbeitnehmer, die im liturgischen Bereich einer Kirche oder Religionsgemeinschaft tätig sind
Die Arbeitszeit an Werktagen darf laut § 3 S. 1 ArbZG acht Stunden nicht überschreiten. Wenn allerdings im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen nicht mehr als acht Stunden pro Tag gearbeitet wird, darf die Arbeitszeit ausnahmsweise auf maximal zehn Stunden verlängert werden (§ 3 S. 2 ArbZG). Eine längere Arbeitszeit als zehn Stunden ist im Regelfall nicht zulässig.
Die wöchentliche Arbeitszeit orientiert sich an diesen Regeln. Nachdem die Woche sechs Werktage aufweist, dürfen pro Woche 6 x 8 = 48 Stunden gearbeitet werden. Wenn die Regelung des § 3 S. 2 ArbZG ausgenutzt wird, können pro Woche bis zu 6 x 10 = 60 Stunden gearbeitet werden.
Die Dauer der mindestens zu gewährenden Arbeitspausen variiert je nachdem, wie lange ein Arbeitnehmer arbeitet (§ 4 ArbZG):
Arbeitszeit Dauer der Pause
<= 6 Stunden
Die Pausen dürfen zwar aufgeteilt werden, allerdings müssen die einzelnen Pausen mindestens 15 Minuten dauern. Eine häufig genutzte Verteilung ist beispielsweise eine Brotzeitpause von 20 Minuten am Vormittag und eine Mittagspause von 25 Minuten.
Wenn die tägliche Arbeitszeit beendet wurde, muss bis zum nächsten Arbeitsbeginn eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden vergehen (§ 5 Abs. 1 ArbZG). Unter normalen Umständen darf während dieser Ruhezeit nicht gearbeitet werden. Gemäß § 5 Abs. 2 ArbZG ist es möglich, in bestimmten Branchen wie Bewirtungs- und Beherbergungsbetrieben, Verkehrsbetrieben, landwirtschaftlichen Betrieben, Rundfunkbetrieben, Krankenhäusern und ähnlichen Betrieben die Ruhezeit auf zehn Stunden zu verkürzen, sofern innerhalb eines Monats in entsprechender Menge Ruhezeiten von mindestens zwölf Stunden gewährt werden.
Für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gilt gemäß § 5 Abs. 3 ArbZG eine weitere Ausnahme: Die Ruhezeit kann auf bis zur Hälfte gekürzt werden, wenn die andere Hälfte als Rufbereitschaft abgeleistet wird.
Grundsätzlich ist die Arbeit am Sonntag und an gesetzlichen Feiertagen verboten. Die Arbeitszeit darf also eigentlich zwischen 0.00 und 24.00 Uhr an diesen Tagen weder beginnen noch enden. Wenn in Betrieben jedoch in Wechselschicht gearbeitet wird, ist es erlaubt, dass die Schichten um bis zu sechs Stunden in den Sonntag oder Feiertag hineinragen, wenn der Betrieb danach für 24 Stunden ruht.
Das Arbeitszeitgesetz sieht außerdem in § 10 ArbZG verschiedene Ausnahmen vor. Insbesondere darf an einem Sonn- oder Feiertag gearbeitet werden, wenn es nicht möglich ist, die Arbeiten stattdessen an einem Werktag zu erledigen. Dies ist jedoch auf etliche Branchen beschränkt, die in § 10 Abs. 1 ArbZG aufgeführt sind. Dazu gehören beispielsweise
Beherbergungs- und Bewirtungsbetriebe,
Not- und Rettungsdienste,
Rundfunk- und Pressebetriebe,
Energie- und Wasserversorgungsbetriebe,
landwirtschaftliche Betriebe und viele mehr.
Die Arbeitszeit während der Nacht wird durch das Arbeitszeitgesetz ebenfalls eingeschränkt. Von Nachtarbeit spricht man, wenn die Arbeitszeit mindestens zwei Stunden lang in die Nachtzeit fällt (§ 2 Abs. 3 ArbZG). Als Nachtzeit bezeichnet man die Zeitspanne zwischen 23.00 und 6.00 Uhr bzw. zwischen 22.00 und 5.00 Uhr in Bäckereien und Konditoreien.
Für Nachtarbeitnehmer nach § 2 Abs. 4 ArbZG gelten besonders strenge Regelungen bezüglich ihrer Arbeitszeit. Die Arbeitszeit darf zwar auch hier auf zehn Stunden täglich verlängert werden. Allerdings muss hier der Ausgleich auf einen Durchschnitt von acht Stunden werktäglich innerhalb eines Kalendermonats bzw. innerhalb von vier Wochen erfolgen (§ 6 Abs. 2 ArbZG). Nachtarbeitnehmer haben zudem einen Anspruch auf regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen (§ 6 Abs. 3 ArbZG).
Arbeitszeitgesetz (ArbZG) (12.2) Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) wurde am 1. Juli 1994 ins Leben gerufen, da die Zeit ein, Nachtarbeit (10.8) Als Nachtarbeit definiert das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) solche Arbeit, die zwischen 23 und 6 Uhr verrichtet, Überstunden (8.6) Unter Überstunden versteht man die Arbeitsstunden, die über die arbeitsvertraglich oder tarifvertraglich bestimmte Arbeitszeit hinausgehen., Werktag (8.5) Die Definition des Werktags ist aus arbeitsrechtlicher Sicht vor allem deshalb relevant, weil sie entscheidend, Verringerung der Arbeitszeit und Arbeitszeitmodell (8.3) Hegt ein Arbeitnehmer den Wunsch, seine Arbeitszeit zu verringern, beschränkt sich die Vorgabe zur Verringerung

References: § 2

§ 18
 § 5
 § 3
 § 3
 § 5
 § 5
 § 10
 § 10
 § 2