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Timestamp: 2018-02-20 19:49:45+00:00

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1. Teil: Einleitung : Rechtsgrenzen überörtlicher Einzelhandelssteuerung
Rechtsgrenzen überörtlicher Einzelhandelssteuerung
Eine Untersuchung am Beispiel regionaler Einzelhandelskonzepte
Die Autorin untersucht am Beispiel ausgewählter regionaler Einzelhandelskonzepte die Rechtsgrenzen der überörtlichen Einzelhandelssteuerung. Hierbei finden unterschiedliche Erscheinungsformen von Einzelhandelskonzepten Berücksichtigung. Rechtsgrenzen lassen sich sowohl aus dem Unionsrecht als auch aus dem Verfassungsrecht und dem einfachen Recht ableiten. Sie sind unter anderem für die Frage von Bedeutung, welche Regelungen bezüglich des großflächigen Einzelhandels auf regionaler Ebene getroffen werden dürfen und welche der kommunalen Bauleitplanung vorbehalten sind. Dieses Spannungsfeld zwischen Raumordnung und verfassungsrechtlich gewährleisteter Selbstverwaltungsgarantie der Gemeinden aus Art. 28 Abs. 2 GG bildet einen Schwerpunkt der Untersuchung.
9783631721643
http://dx.doi.org/10.3726/b11062
Frankfurt am Main, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2017. XXXIII, 207 S.
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A. Ausgangspunkt: Strukturwandel des Einzelhandels
Seit den 1960-er Jahren ist ein Strukturwandel des Einzelhandels weg vom „Tante- Emma-Laden nebenan“ hin zu großflächigen Betriebsformen, die zunächst auf der „grünen Wiese“ und später auch in den Innenstädten entstanden sind, eingetreten.
So hat beispielsweise die Anzahl der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland in den fünfundzwanzig Jahren von 1987 bis 2012 um 20 % abgenommen,1 während die Verkaufsfläche der Betriebe in den Jahren von 2001 bis 2013 insgesamt um zehn Prozent angestiegen ist.2 Die von einem Einzelhandelsgeschäft versorgte Zahl der Einwohner hat also stark zugenommen.3 Im Bereich des Lebensmitteleinzelhandels wird das kleine, inhabergeführte Geschäft mit Bedienung vielerorts von großen Filialisten wie Rewe, Edeka oder Kaiser (Vollsortimenter) bzw. Aldi, Lidl oder Netto (Discounter) mit einem Selbstbedienungskonzept verdrängt. Die Anzahl kleiner Lebensmittelgeschäfte ist allein in den Jahren von 2008 bis 2012 um 28 % zurückgegangen.4
B. Fragestellung und Abgrenzung
2. Teil: Einzelhandelssteuerung durch regionale Einzelhandelskonzepte
A. Regionale Einzelhandelskonzepte – Begriff und Bedeutung
II. Ziele und Zentrale-Orte-Konzept
III. Interkommunale Konflikte
IV. Akteure
V. Voraussetzungen und Anforderungen
VI. Gemeinsame Inhalte
2. Regelungsgegenstand: Großflächiger Einzelhandel
a) Abgrenzung vom Großhandel
b) Abgrenzung vom „kleinflächigen“ Einzelhandel
aa) Einkaufszentrum gem. § 11 Abs. 3 S. 1 Nr. 1 BauNVO
bb) Großflächiger Einzelhandelsbetrieb gem. § 11 Abs. 3 S. 1 Nr. 2 BauNVO
cc) Gleichstellung von Einzelhandelsagglomerationen
dd) Sonstiger großflächiger Handelsbetrieb gem. § 11 Abs. 3 S. 1 Nr. 3 BauNVO
3. Mögliche Regelungsbereiche
VII. Organisationsformen
B. Klassifizierung und Inhalt der untersuchten regionalen Einzelhandelskonzepte
I. Integration in ein Regionales Raumordnungsprogramm bzw. einen Regionalplan
1. Region Hannover
II. Integration in einen regionalen Flächennutzungsplan (Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main)
III. Integration in einen Flächennutzungsplan (Zweckverband Raum Kassel)
IV. Interkommunale Vereinbarung (Östliches Ruhrgebiet und angrenzende Bereiche)
a) Regionales Einzelhandelskonzept
b) Interkommunale Vereinbarung
3. Teil: Rechtsrahmen der Steuerung
A. Recht der Europäischen Union
I. Raumordnungskompetenz der Europäischen Union
II. Ziele der Union
III. Niederlassungsfreiheit gem. Art. 49 AEUV
aa) Begriff der Niederlassungsfreiheit
bb) Konkretes Diskriminierungsverbot
cc) Allgemeines Beschränkungsverbot
a) Rechtfertigung aus zwingenden Allgemeininteressen
b) Rechtfertigung gem. Art. 51 und 52 AEUV
4. Vertragsverletzungsverfahren und aktuelle Rechtsprechungsentwicklung
a) Vertragsverletzungsverfahren
aa) Mahnschreiben der EU-Kommission vom 26.06.2009
bb) Stellungnahme der Bundesregierung vom 28.08.2009
b) Übertragbarkeit des Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom 24.03.2011 – C-400/08 auf deutsches Recht
IV. Dienstleistungsfreiheit gem. Art. 56 AEUV i. V. m. EU-Dienstleistungsrichtlinie
I. Gesetzgebungskompetenz für das Gebiet der Raumordnung
1. Abgrenzung zwischen Raumordnungs- und Bodenrecht
b) Ebenenspezifität
c) Planungsziele
2. Formell-rechtliche Regelungen
3. Materiell-rechtliche Regelungen
II. Selbstverwaltungsgarantie aus Art. 28 Abs. 2 GG
1. Gewährleistungsbereich
a) Eigener Aufgabenbereich
b) Planungshoheit der Gemeinden
aa) Abgrenzung zu Raumordnungs- und Bauleitplanung
bb) Grenzen
(1) Ziele der Raumordnung gem. § 4 Abs. 1 ROG
(2) Anpassungspflicht gem. § 1 Abs. 4 BauGB
a) Eingriffe in den Kernbereich
b) Eingriffe in den Randbereich
aa) Überörtliches Interesse
(1) Übergemeindliche Festlegungen
(2) Gemeindeschärfe
(3) Gebiets- bzw. Bereichsschärfe
(4) Parzellenschärfe
bb) Verhältnismäßigkeitsprinzip
(a) Möglichkeit der Umsetzung durch die Bauleitplanung
(b) Anderweitige Umsetzungswege
cc) Willkürverbot
c) Eingriffskompetenz durch Beteiligungsrechte
III. Eigentum gem. Art. 14 GG
a) Eröffnung des Schutzbereiches
aa) Ausschlusswirkung
bb) Außenwirkung
IV. Berufsfreiheit gem. Art. 12 GG
V. Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 GG
2. Städtebauliche Verträge
VI. Prinzip der Nachhaltigkeit gem. Art. 20a GG
C. Einfaches Bundesrecht
I. Raumordnungsgesetz
1. Einfachgesetzliche Konkretisierung des Aufgabenbereichs der Raumordnung gem. § 1 Abs. 1 ROG
2. Ziele der Raumordnung gem. §§ 4 Abs. 1, 3 Abs. 1 Nr. 2 ROG
aa) Bindungswirkung
bb) Räumliche und sachliche Bestimmtheit oder Bestimmbarkeit
(1) Räumliche Bestimmtheit bzw. Bestimmbarkeit
(2) Sachliche Bestimmtheit bzw. Bestimmbarkeit
cc) Abschließende Abgewogenheit
b) Ausnahmen gem. § 6 Abs. 1 ROG
aa) tatbestandliche Bestimmung
bb) bedingungsabhängige Bestimmung
c) Zielabweichung gem. § 6 Abs. 2 ROG
3. Grundsätze der Raumordnung gem. §§ 4 Abs. 1, 3 Abs. 1 Nr. 3, 1. HS ROG
4. Spezielle Vorgaben für Regionale Flächennutzungspläne gem. § 8 Abs. 4 ROG
5. Bundesrechtliche Form- und Verfahrensanforderungen
6. Raumordnerische Zusammenarbeit gem. § 13 ROG
II. Baugesetzbuch und Baunutzungsverordnung
a) § 2 Abs. 2 S. 2 BauGB
b) § 34 BauGB n. F.
c) § 1 Abs. 6 Nr. 4 BauGB
d) § 9 Abs. 2a BauGB
e) § 5 Abs. 2 Nr. 2 d) BauGB
2. Baunutzungsverordnung
3. Hochzonung der Bauleitplanung durch § 205 BauGB
D. Landesrecht
4. Teil: Vereinbarkeit regionaler Einzelhandelskonzepte mit den Steuerungsgrenzen
I. Niederlassungsfreiheit gem. Art. 49 AEUV
a) Konkretes Diskriminierungsverbot
aa) Offene Diskriminierung
bb) Versteckte Diskriminierung
b) Allgemeines Beschränkungsverbot
a) Zwingende Gründe des Allgemeininteresses
aa) Ziele des nationalen Raumordnungsrechts
bb) Ziele auf europäischer Ebene
cc) Ziele des Raumordnungsrechts in anderen EU-Mitgliedstaaten
II. Dienstleistungsfreiheit gem. Art. 56 AEUV i. V. m. EU-Dienstleistungsrichtlinie
I. Selbstverwaltungsgarantie aus Art. 28 Abs. 2 GG
a) Zuweisung von Standorten innerhalb von Gemeinden
b) Festlegung zentraler Versorgungsbereiche innerhalb von Gemeinden
c) Festlegung von Vorrang- und Ausschlussgebieten
d) Inbezugnahme des § 11 Abs. 3 BauNVO
e) Einschränkung der gemeindlichen Befugnisse aus § 11 Abs. 3 BauNVO
2. Raumordnerische Ge- bzw. Verbote
a) Konzentrationsgebot
b) Kongruenzgebot
c) Integrationsgebot
3. Agglomerationen
a) Vorstellung der Agglomerationsregelungen
b) Rechtmäßigkeitsprüfung
aa) Rechtsgrundlagen
bb) Rechtmäßigkeit
(1) Raumbedeutsamkeit
(2) Detailschärfe von Zielvorgaben
4. Beteiligung der Gemeinden
a) Beteiligung bei der Aufstellung
aa) Regionales Raumordnungsprogramm Hannover
bb) Regionalplan Stuttgart
cc) Regionaler Flächennutzungsplan Frankfurt/Rhein-Main
(2) Entzug der Kompetenz zur Flächennutzungsplanung
(3) Planaufstellung gem. § 205 BauGB
dd) Kommunaler Entwicklungsplan Zentren des Zweckverbands Raum Kassel
ee) Regionales Einzelhandelskonzept für das Östliche Ruhrgebiet und angrenzende Bereiche
b) Zielabweichungsverfahren
c) Recht auf ermessensfehlerfreie Abwägung
II. Eigentum gem. Art. 14 GG
III. Berufsfreiheit gem. Art. 12 GG
a) Abgrenzung Berufswahl-/Berufsausübungsregelung
I. Raumordnerische Ge- bzw. Verbote
1. Konzentrationsgebote
2. Kongruenzgebote
3. Integrationsgebote
4. Beeinträchtigungsverbote
II. Soll-Vorschriften
III. Regel-Ausnahme-Vorschriften
5. Teil: Konklusion

References: Art. 28
 § 11
 § 11
 § 11
 Art. 49
 Art. 51
 Art. 56
 Art. 28
 § 4
 § 1
 Art. 14
 Art. 12
 Art. 3
 Art. 20
 § 1
 § 6
 § 6
 § 8
 § 13
 § 2
 § 34
 § 1
 § 9
 § 5
 § 205
 Art. 49
 Art. 56
 Art. 28
 § 11
 § 11
 § 205
 Art. 14
 Art. 12