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Timestamp: 2020-01-23 23:11:02+00:00

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Rechtsprechung: DVBl 2005, 64 - dejure.org
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OVG Mecklenburg-Vorpommern, 02.06.2004 - 4 K 38/02 (https://dejure.org/2004,1745)
OVG Mecklenburg-Vorpommern, Entscheidung vom 02.06.2004 - 4 K 38/02 (https://dejure.org/2004,1745)
OVG Mecklenburg-Vorpommern, Entscheidung vom 02. Juni 2004 - 4 K 38/02 (https://dejure.org/2004,1745)
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Ladungsfrist; (Global-)Kalkulation; Grundstücksanschlussleitung; "altangeschlossene" Grundstücke; Gleichheitsgrundsatz; Verfügungsbefugte; Beitragsmaßstab; ortsgesetzgeberisches Ermessen; Tiefenbegrenzung; Prognoseentscheidung; Normenkontrollverfahren; Amtsermittlung;
Vorliegen einer Globalkalkulation bei der Beschlussfassung über die Abgabensatzung; Konsequenzen einer mangelhaften Abgabenkalkulation für die Gültigkeit des Abgabensatzes; Befolgen der Ergebnisrichtigkeitstheorie bei der gerichtlichen Kontrolle eines Abgabensatzes; ...
"Wismar"-Urteil
Überprüfung einer Abgabensatzung
Ladungsfrist; (Global-)Kalkulation; Grundstücksanschlussleitung; "altangeschlossene" Grundstücke; Gleichheitsgrundsatz; Verfügungsbefugte; Beitragsmaßstab; ortsgesetzgeberisches Ermessen; Tiefenbegrenzung; Prognoseentscheidung; Normenkontrollverfahren; Amtsermittlung; ...
Gültigkeit einer Abgabensatzung
DVBl 2005, 64 (Ls.)
BauR 2005, 147 (Ls.)
Die Festlegung der insoweit tolerablen Quote von etwa 70 % Beitragsfinanzierung orientiere sich an der Rechtsprechung des OVG Mecklenburg-Vorpommern, das in seinem Urteil vom 02. Juli 2004 - 4 K 38/02 - bei einem Aufgabenträger, der über die Erhebung von Anschlussbeiträgen einen Deckungsgrad von 70 % angestrebt habe, die Frage eines Verstoßes gegen die damals noch geltende Beitragserhebungspflicht nach § 8 Abs. 1 KAG M-V 1993 noch nicht einmal angesprochen habe.
Ist nach alledem nach den Vorschriften des Kommunalabgabengesetzes 1993 eine Wahlfreiheit zwischen der Gebühren- und Beitragserhebung anzunehmen, so steht damit die bisherige Rechtsprechung des Senates und der Verwaltungsgerichte im Einklang, wonach seit jeher eine gemischte Beitrags- und Gebührenfinanzierung mit einem nur teilweisen Deckungsgrad der Beitragserhebung für zulässig, weil vom ortsgesetzgeberischen Ermessen gedeckt gehalten worden ist (vgl. nur Urt. v. 02.06.2004 - 4 K 38/02 -, DVBl. 2005, 64;… Urt. v. 15.11.2000 - 4 K 8/99 -, juris, Rn. 66;… Urt. v. 25.02.1998 - 4 K 8/97 -, NordÖR 1998, 256).
Schließlich kann davon ausgegangen werden, dass dem Gesetzgeber die Rechtsprechung der Verwaltungsgerichtsbarkeit des Landes, die ohne weiteres seit jeher eine Finanzierung des Herstellungsaufwandes gleichzeitig sowohl über Beiträge als auch Gebühren zuließ (vgl. etwa OVG Greifswald, Urt. v. 02.06.2004 - 4 K 38/02 -, juris; Beschl. v. 05.02.2004 - 1 M 256/03 -, juris;… OVG Greifswald, Urt. v. 25.02.1998 - 4 K 8/97, - K 18/97 -, NordÖR 1998, 256 - zitiert nach juris; vgl. auch Beschl. v. 15.07.2003 - 1 M 60/03 -, juris;… Urt. v. 15.11.2000 - 4 K 8/99 -, juris), bekannt war (…vgl. auch die Hinweise von Aussprung im Rahmen der öffentlichen Anhörung, LT-Drs. 4/1576, S. 69), und nichts dafür ersichtlich ist, dass er dieser Rechtsprechung ein Ende bereiten wollte.
e) Das hier zugrunde gelegte Normverständnis insbesondere des § 9 Abs. 1 Satz 1 KAG M-V steht auch zwanglos in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung beider Verwaltungsgerichte - auch des Verwaltungsgerichts Greifswald, wie in der angefochtenen Entscheidung noch einmal betont - und des Oberverwaltungsgerichts (vgl. OVG Greifswald, Beschl. v. 21.03.2007 - 1 L 282/05 - Urt. v. 02.06.2004 - 4 K 38/02 -, DVBl. 2005, 64;… Urt. v. 25.02.1998 - 4 K 8/97, 4 K 18/97 -, NordÖR 1998, 256 - zitiert nach juris), nach der seit jeher eine gemischte Refinanzierung leitungsgebundener Einrichtungen aus Beiträgen und Gebühren zulässig sein sollte und das ortsgesetzgeberische Ermessen u. a. eine gerichtlich nur beschränkt überprüfbare Entscheidung der Frage beinhaltet, "welcher Kostendeckungsgrad ... durch das Erheben der Gebühren angestrebt wird, welcher Eigenanteil übernommen werden soll... bzw. wie im Recht der leitungsgebundenen Einrichtungen die Aufteilung zwischen Beiträgen und Gebühren erfolgen soll" (…vgl. OVG Greifswald, Urt. v. 25.02.1998 - 4 K 8/97, 4 K 18/97 -, a.a.O.).
Soweit das Verwaltungsgericht dazu auf das Urteil des OVG Mecklenburg-Vorpommern vom 02. Juni 2004 - 4 K 38/02 - (DVBl. 2005, 64) verweist, ersetzt dies keine Begründung aus dem Gesetz.
"Hierzu ist zunächst zu bemerken, dass die - wesentlich mit entscheidungstragenden - Ausführungen des erstinstanzlichen Gerichts den Eindruck erwecken, das OVG Mecklenburg-Vorpommern habe in seinem Urteil vom 02. Juni 2004 - 4 K 38/02 - (…a.a.O.) im Kontext des § 9 Abs. 1 Satz 1 KAG (M-V) eine Mindestgrenze für die Deckung des Herstellungsaufwandes durch Beiträge dergestalt festgelegt, dass ein Deckungsgrad von 70 % oder mehr angestrebt werde bzw. anzustreben sei und jedenfalls ein solcher Deckungsgrad "voraussetzungslos" zulässig sei.
Da diese Argumentation wiederum an die vorstehend schon erörterte Entscheidung des OVG Mecklenburg-Vorpommern vom 02. Juni 2004 - 4 K 38/02 - (…a. a. O.) anknüpft bzw. auf dieser beruht, kann zunächst auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen werden.
Dem Senat drängen sich entsprechende Mängel nicht auf (vgl. zum Prüfungsmaßstab im Normenkontrollverfahren OVG Greifswald, 02.06.2004 - 4 K 38/02 -, juris, Rn. 133 = DVBl. 2005, 64 [nur Leitsätze]).
Hier ist aber § 6 Abs. 1 TBS trotz des angesprochenen Verstoßes gegen § 7 Abs. 2 KAG nur teilnichtig, denn die Norm bleibt auch ohne den nichtigen Teil sinnvoll, insbesondere umfasst der Restbestand der Bestimmung den von § 2 Abs. 1 KAG erforderten Mindestinhalt, und es ist anzunehmen, dass der Antragsgegner § 6 Abs. 1 TBS auch ohne den nichtigen Teil (Bestimmung des dinglich Berechtigten als Beitragspflichtigen) erlassen hätte (vgl. zu diesen Voraussetzungen BVerwG, 27.01.1978 - VII C 44.76 -, DVBl. 1978, 536, 537;… Sauthoff in: Driehaus, KAG, Stand: März 2010, § 8 Rn. 1714; OVG Greifswald, 29.11.2001 - 1 M 66/01 -, NordÖR 2002, 81, 82; 02.06.2004, a.a.O.).
Eine Tiefenbegrenzung ist im Anschlussbeitragsrecht nach der Rechtsprechung des Senates grundsätzlich zulässig (vgl. OVG Greifswald, 15.03.1995 - 4 K 22/94 -, KStZ 1996, 114, 118; 13.11.2001 - 4 K 16/00 -, NVwZ-RR 2002, 687ff; 02.06.2004, a.a.O.).
Der Senat hat daher in seiner bisherigen Rechtsprechung durchweg darauf abgestellt, ob sich die gewählte Tiefenlinie als ortsangemessen darstellt bzw. den örtlichen Verhältnissen entspricht (…15.11.2000, - 4 K 8/99 -, a.a.O.;… 13.11.2001, - 4 K 16/00 -, a.a.O.; 02.06.2004, - 4 K 38/02 -, a.a.O.;… vgl. auch OVG Greifswald, 29.11.2001, - 1 M 66/01 -,a.a.O.).
Wird dem Rechtsetzungsorgan vor oder bei seiner Beschlussfassung über den Abgabensatz eine solche Kalkulation nicht zur Billigung unterbreitet oder ist die unterbreitete Abgabenkalkulation in einem für die Abgabensatzhöhe wesentlichen Punkt mangelhaft, hat dies die Ungültigkeit des Abgabensatzes zur Folge, weil das Rechtsetzungsorgan das ihm bei der Festsetzung der Abgabensätze eingeräumte Ermessen nicht fehlerfrei hat ausüben können (st. Rspr. des OVG Greifswald, vgl. z.B. Urt. v. 02.06.2004 - 4 K 38/02 -, DVBl. 2005, 64 = juris;… Urt. v. 15.11.2000 - 4 K 8/99 -, VwRR MO 2001, 175 = ZKF 2001, 160 = KStZ 2001, 174 = LKV 2001, 516 = DÖV 2001, 610 = DVBl. 2001, 1376 = FiWi 2002, 251 = Überblick 2001, 249;… Urt. v. 25.02.1998 - 4 K 8/97 -, 1998 NordÖR 1998, 256 = VwRR MO 1998, 227 = KStZ 2000, 12 = NJ 1998, 609 = NVwZ-RR 1999, 144 = ZKF 1999, 111= GemH 1999, 234 = Überblick 1998, 518;… Urt. v. 15.03.1995 - 4 K 22/94 -, RAnB 1995, 229 = FiWi 1995, 259 = KStZ 1996, 114 = NJ 1995, 448 = MDR 1995, 972 = ZKF 1995, 230 = DVBl. 1995, 1146 = Überblick 1995, 324;… ebenso VGH Mannheim, Beschl. v. 29. Oktober 2003 - 2 S 1019/02 -, NVwZ-RR 2004, 286, 289, Urt. v. 04.12.2003 - 2 S 2669/02 -, NVwZ-RR 2004, 293 ff.).
Die Ungültigkeit einer Abgabensatzung ist dann anzunehmen, wenn erstens in erheblichem Umfang nicht beitrags- oder gebührenfähiger Aufwand angesetzt und daher gegen das Aufwandsüberschreitungsverbot verstoßen wird, oder zweitens, wenn erhebliche methodische Fehler die Feststellung unmöglich machen, ob das Aufwandsüberschreitungsverbot beachtet ist oder nicht (OVG Greifswald, Urt. v. 02.06.2004 - 4 K 38/02 -, DVBl. 2005, 64 - juris;… Urt. v. 7.11.1996 - 4 K 11/96 -, RAnB 1997, 179 = VwRR MO 1997, 13 = FiWi 1999, 234 = NJ 1997, 280 = ZKF 1997, 157 = DVBl. 1997, 1072 = LKV 1997, 422 = Überblick 1997, 298).
Die Ungültigkeit eines Abgabensatzes tritt als zwingende Folge immer dann ein, wenn die unterbreitete Kalkulation in einem für die Abgabenhöhe wesentlichen Punkt mangelhaft ist, weil das Vertretungsorgan ansonsten ein Ermessen nicht fehlerfrei ausüben kann (OVG Greifswald, Urt. v. 02.06.2004 - 4 K 38/02 -, DVBl. 2005, 64 = juris;… Urt. v. 25.02.1998 - 4 K 8/97 -, NordÖR 1998, 256 = VwRR MO 1998, 227 = KStZ 2000, 12 = NJ 1998, 609 = NVwZ-RR 1999, 144 = ZKF 1999, 111= GemH 1999, 234 = Überblick 1998, 518).
Das Verwaltungsgericht beruft sich dabei - mit "vgl. " - auf das Urteil des OVG Mecklenburg-Vorpommern vom 02. Juni 2004 - 4 K 38/02 - (DVBl. 2005, 64 = juris).
Hierzu ist zunächst zu bemerken, dass die - wesentlich mit entscheidungstragenden - Ausführungen des erstinstanzlichen Gerichts den Eindruck erwecken, das OVG Mecklenburg-Vorpommern habe in seinem Urteil vom 02. Juni 2004 - 4 K 38/02 - (…a.a.O.) im Kontext des § 9 Abs. 1 Satz 1 KAG (M-V) eine Mindestgrenze für die Deckung des Herstellungsaufwandes durch Beiträge dergestalt festgelegt, dass ein Deckungsgrad von 70 % oder mehr angestrebt werde bzw. anzustreben sei und jedenfalls ein solcher Deckungsgrad "voraussetzungslos" zulässig sei.
Dabei ist zu beachten, dass das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern bereits mit Beschluss vom 21. April 1999 - 1 M 12/99 - (juris) die Gleichheitswidrigkeit einer Nichtheranziehung von Altanschließern festgestellt und anschließend in ständiger Rechtsprechung diesen Rechtsstandpunkt immer wieder bekräftigt hat (…vgl. z.B. OVG Greifswald, Urt. v. 13.11.2001 - 4 K 16/00 -, KStZ 2002, 132 = NVwZ-RR 2002, 687 = NordÖR 2002, 138 = DVBl. 2002, 644 = DÖV 2002, 626 = Überblick 2002, 83; Urt. v. 02.06.2004 - 4 K 38/02 -, DVBl. 2005, 64 = LKV 2005, 75 = BauR 2005, 147; Beschl. v. 12.05.2005 - 1 L 477/04 - Beschl. v. 11.08.2004 - 1 M 181/04 - Beschl. v. 18.10.2005 - 1 L 197/05 -, NordÖR 2006, 160;… Urt. v. 13.12.2011 - 1 L 192/08 -, juris;… Urt. v. 10.10.2012 - 1 L 27/09 -, juris).
Mit Blick darauf, dass nach der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts der rechtlich gesicherte Vorteil der Möglichkeit, Schmutzwasser mittels einer öffentlichen Einrichtung entsorgen zu können, erst mit dem Inkrafttreten des Kommunalabgabengesetzes des Landes Mecklenburg-Vorpommern frühestmöglich entstehen konnte, hat der Senat in diesem Sinne bereits darauf hingewiesen, dass es in Ansehung der sog. Altanschließerproblematik bzw. in ausschließlicher Betrachtung des Zeitraumes zwischen einem tatsächlichen Anschluss zu DDR-Zeiten und diesem Inkrafttreten nicht entscheidungserheblich auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 05. März 2013 - 1 BvR 2457/08 - und den darin entwickelten Gesichtspunkt der "Verflüchtigung" der Legitimation zur Erhebung von Beiträgen ankommen kann, weil sich der so rechtlich bzw. unter dem Blickwinkel der Gleichbehandlung so von Verfassungs wegen (…vgl. zur Gleichheitswidrigkeit einer Nichtheranziehung von "Altanschließern" z.B. OVG Greifswald, Urt. v. 13.11.2001 - 4 K 16/00 -, KStZ 2002, 132 = NVwZ-RR 2002, 687 = NordÖR 2002, 138 = DVBl. 2002, 644 = DÖV 2002, 626 = Überblick 2002, 83; Urt. v. 02.06.2004 - 4 K 38/02 -, DVBl. 2005, 64 = LKV 2005, 75 = BauR 2005, 147; Beschl. v. 12.05.2005 - 1 L 477/04 - Beschl. v. 11.08.2004 - 1 M 181/04 - Beschl. v. 18.10.2005 - 1 L 197/05 -, NordÖR 2006, 160;… Urt. v. 13.12.2011 - 1 L 192/08 -, juris;… Urt. v. 10.10.2012 - 1 L 27/09 -, juris) zu definierende Vorteil nicht bereits im Moment seiner frühestmöglichen Entstehung (Inkrafttreten des KAG) wieder "verflüchtigt" haben kann (vgl. Beschl. des Senats v. 10.06.2013 - 1 L 139/10 - v. 21.08.2013 - 1 L 86/13 - v. 16.09.2013 - 1 L 207/11 - Beschl. v. 24.02.2014 - 1 L 170/13, 1 L 167/12, 1 L 175/12 -).
Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass nach dem Kommunalabgabengesetz M-V die Refinanzierung des Herstellungsaufwands kommunaler Entsorgungseinrichtungen gleichzeitig teilweise über Anschlussbeiträge und teilweise über Gebühren bzw. eine gemischte Beitrags- und Gebührenfinanzierung mit einem nur teilweisen Deckungsgrad der Beitragserhebung seit jeher zulässig, weil vom ortsgesetzgeberischen Ermessen gedeckt ist (…vgl. nur OVG Greifswald, Urt. v. 03.05.2011 - 1 L 59/10 -, juris; Urt. v. 02.06.2004 - 4 K 38/02 -, DVBl. 2005, 64;… Urt. v. 15.11.2000 - 4 K 8/99 -, juris, Rn. 66;… Urt. v. 25.02.1998 - 4 K 8/97 -, NordÖR 1998, 256).
a) Anders als im Kommunalabgabenrecht des Landes Brandenburg entsprach es schon vor dem genannten Ersten Änderungsgesetz vom 14. März 2005 der ständigen Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Mecklenburg-Vorpommern (und der erstinstanzlichen Gerichte), die sachliche Anschlussbeitragspflicht unter der Geltung des § 8 Abs. 7 Satz 2 KAG 1993 frühestens dann entstehen zu lassen, wenn eine wirksame Anschlussbeitragssatzung vorliegt (obergerichtlich, soweit ersichtlich, erstmals im Beschluss vom 8. April 1999 - 1 M 41/99 - ausgesprochen, siehe danach etwa OVG Greifswald…, Urteil vom 13. November 2001 - 4 K 16/00 -, juris Rn. 65, Urteil vom 2. Juni 2004 - 4 K 38/02 -, juris Rn. 76 m. w. N.; vgl. die weiteren obergerichtlichen Rechtsprechungsnachweise bei Aussprung, in: ders./Siemers/Holz/Seppelt, Kommunalabgabengesetz Mecklenburg-Vorpommern, 33. Ergänzungslieferung November 2015, § 9 Erl. 7.2).
Ebenso wenig verhält sie sich zu der Frage, ob diese behaupteten Fehleinschätzungen bei der Flächenermittlung bei 10 % oder mehr liegen sollen (vgl. OVG Greifswald, Urt. v. 2. Juni 2004 - 4 K 38/02, juris, Rn. 119).
Daher wird eine Beitragskalkulation, die sich als Globalberechnung darstellt, nicht dadurch fehlerhaft, dass z. B. bei einzelnen Grundstücken im Rahmen der Flächenermittlung der Kalkulation eine satzungsmäßige Tiefenbegrenzung falsch angewandt wird (OVG Greifswald, Beschl. v. 7. Febr. 2013 - 1 M 136/11 - S. 6 f. des amtlichen Umdrucks unter etwa auf das Urteil des Normenkontrollsenats vom 2. Juni 2004, a. a. O., Rn. 120).
Unabhängig davon, dass ein Normenkontrollantragsverfahren nach § 47 VwGO nicht nur dem subjektiven Rechtsschutz, sondern auch der objektiven Rechtskontrolle dient (vgl. BVerwG, Beschl. v. 6. Dezember 2000 - 4 BN 59.00 -, NVwZ 2001, 431 f. m.w.N.), ist es dem Gericht bei der Prüfung eines Gebührensatzes jedenfalls nicht verwehrt, auch bei Fehlen entsprechender Rügen zumindest eine Prüfung wichtiger Eckpunkte der Kalkulation vorzunehmen und sich aufdrängenden Mängeln nachzugehen (vgl. auch OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urt. v. 2. Juni 2004 - 4 K 38/02 -, zit. nach JURIS).
Es mag dahinstehen, ob in Fällen, in denen der Einrichtungsträger von der Möglichkeit des § 10 Abs. 3 KAG, die Grundstücksanschlüsse in die öffentlichen Einrichtung einzubeziehen, Gebrauch macht, dies stets dazu führt, dass ohne Herstellung des Grundstücksanschlusses die sachliche Beitragspflicht nicht entstehen kann (vgl. - dies verneinend etwa - Becker, a. a. O., § 8 Rn. 177; zur Rechtslage in Nordrhein-Westfalen OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 31. Mai 1974 - II A 1138/72 -, KStZ 1974 S. 235; Urteil vom 6. April 1976 - II A 121/76 -, KStZ 1976 S. 158; Urteil vom 27. Juli 1976 - 2 A 1055/76 - MittStGB NW 1976 S. 320; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 17. April 1997 - 2 S 506/97 - Urteil vom 18. Dezember 1997 - 2 S 3285/95 -, zit. nach juris; Urteil vom 26. März 1998 - 2 S 830/95 -, zit. nach juris; Beschluss vom 10. November 1999 - B 3 S 29/98 -, zit. nach juris; VG Halle, Urteil vom 12. Dezember 2003 - 4 A 483/02 -, zit. nach juris; Dietzel in Driehaus, Kommunalabgabenrecht, Kommentar, § 8 Rn. 574; Grünewald in: Driehaus, a. a. O., § 10 Rn. 70; wohl auch OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 10. Mai 2006 - 12 S 31.06 -, S. 3; offen lassend Beschluss vom 31. Oktober 2007 - 9 S 24.07 -, S. 4 des E.A.; dies bejahend etwa VG Potsdam, Beschluss vom 10. September 2007 - 8 L 369/05 -, S. 7 f. des E.A.; zum dortigen Landesrecht OVG Niedersachsen, Urteil vom 16. Dezember 1976 - 3 A 90/76 -, zitiert nach juris; Urteil vom 11. Mai 1999 - 9 L 3427/98 -, zit. nach juris; OVG Saarland, Beschluss vom 4. September 2000 - 1 W 8/00 -, zit. nach juris; OVG Mecklenburg-Vorpommern, Beschluss vom 23. Juli 2004 - 1 L 288/04 -, zit. nach juris; Urteil vom 2. Juni 2004 - 4 K 38/02 -, LKV 2005 S. 75; OVG Schleswig-Holstein, Urteil vom 24. Juni 1998 - 2 L 188/96 -, zit. nach juris; Urteil vom 30. September 1998 - 2 L 260/94 -, zit. nach juris; OVG Sachsen- Anhalt, Beschluss vom 8. September 2006 - 4 M 44/06 -, zit. nach juris; VG Göttingen, Beschluss vom 8. Februar 1999 - 3 B 3140/98 -, FiWi 2001 S. 335; VG Schwerin, Beschluss vom 4. März 2005 - 4 A 2485/03 -, zit. nach juris; VG Stade, Beschluss vom 10. Dezember 2004 - 6 B 1607/04 -, zit. nach juris; Aussprung, KAG MV, Komm., Erl.
Dem Gericht ist es insoweit bei der Prüfung des Gebührensatzes jedenfalls nicht verwehrt, auch bei Fehlen entsprechender Rügen zumindest im Sinne einer Plausibilitätskontrolle eine Prüfung wichtiger Eckpunkte der Kalkulation vorzunehmen und sich aufdrängenden Mängeln nachzugehen (vgl. OVG Bbg…, Urt. vom 10.4.2003, a.a.O., S. 180, 183 ff.; VG Cottbus…, Beschl. vom 5.4.2018, a.a.O., Rn. 10;… Beschl. vom 30.4.2018, a.a.O., Rn. 10; Schmidt, LKV 2003 S. 71, 73 ff.; zum dortigen Landesrecht OVG LSA…, Urt. vom 27.7.2006, a. a. O., Rn. 27; OVG M-V, Urt. vom 2.6.2004 - 4 K 38/02 -, juris).
Dem wird dadurch Rechnung getragen, dass ein Deckungsgrad von 70 v.H. oder mehr angestrebt wird (vgl. OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urt. v. 02.06.2004 - 4 K 38/02, DVBl. 2005, 64).
Die Festlegung der Quote erfolgte mit Blick auf die Rechtsprechung des OVG Mecklenburg-Vorpommern, das in dem Urteil vom 02.06.2004 (4 K 38/02, DVBl. 2005, 64) bei einem Aufgabenträger, der über die Erhebung von Anschlussbeiträgen einen Deckungsgrad von 70 v.H. anstrebt, die Frage eines Verstoßes gegen die damals noch geltende Beitragserhebungspflicht nach § 8 Abs. 1 Satz 1 KAG 1993 noch nicht einmal angesprochen hat.
Die Ungültigkeit einer Abgabensatzung ist dann anzunehmen, wenn in erheblichem Umfang nicht beitragsfähiger Aufwand angesetzt und daher gegen das Aufwandsüberschreitungsverbot verstoßen wird oder wenn erhebliche methodische Fehler die Feststellung unmöglich machen, ob das Aufwandsüberschreitungsverbot beachtet ist oder nicht (vgl. OVG Greifswald, Urt. v. 02.06.2004 - 4 K 38/02 -, juris Rn. 63, 142 m.w.N.).
OVG Mecklenburg-Vorpommern, 28.11.2017 - 1 L 531/16
Erhebung eines Trinkwasseranschlussbeitrages; Anforderungen an die Kalkulation …
VGH Hessen, 15.12.2004 - 5 UE 1297/03
Abgabengerechtigkeit bei Verteilung des Erschließungsaufwandes für …
VG Greifswald, 27.07.2017 - 3 A 1330/14
Heilung von Fehlern in der Abwasserbeseitigungssatzung - Ergebnisrichtigkeit
OVG Mecklenburg-Vorpommern, 07.02.2013 - 1 M 139/11
Schmutzwasserbeitrag; Tiefenbegrenzungsregelung; Satzungsgrenze
VG Gießen, 09.02.2009 - 8 L 49/09
Kalkulation von Abfallgebühren; Periodengerechtigkeit
OVG Mecklenburg-Vorpommern, 25.06.2004 - 1 M 127/04
Bestehen einer "angemessenen Frist" im Sinne von § 80 Abs. 6 S. 2 Nr. 1 …
VG Greifswald, 07.08.2014 - 3 A 608/12
https://dejure.org/2004,3985
OVG Nordrhein-Westfalen, 29.09.2004 - 3 A 2592/01 (https://dejure.org/2004,3985)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 29.09.2004 - 3 A 2592/01 (https://dejure.org/2004,3985)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 29. September 2004 - 3 A 2592/01 (https://dejure.org/2004,3985)
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BauGB § 127 Abs. 1; BauGB § 135 Abs. 5
Härten bei der Abrechnung einer einseitig anbaubaren Erschließungsstraße durch Beitragserhebung von den Anliegern; Halbteilungsgrundsatz; Begriff der unbilligen Härte im Sinne des § 135 Abs. 5 S. 1 Baugesetzbuch (BauGB); Funktion des Beitragserlasses gemäß § 135 Abs. 5 S. 1 ...
Halbteilungsgrundsatz und Billigkeitserlass bei Erschließungsbeiträgen
VG Düsseldorf - 12 K 6878/98
NVwZ-RR 2005, 133
Hieraus folgt, dass der Begriff der unbilligen Härte eng auszulegen ist (vgl. OVG NRW, Urt. v. 29.09.2004 - 3 A 2592/01 -, juris, Rn. 20).
Hieraus folgt, dass der Begriff der unbilligen Härte eng auszulegen ist, vgl. OVG NRW, Urteil vom 29. September 2004 - 3 A 2592/01 -, juris, Rn. 20.
vgl. das Urteil des Senats vom 29. September 2004 - 3 A 2592/01 -, NVwZ-RR-2005, 133, sowie die Urteile des BVerwG vom 1. September 2004 - 9 C 15.03 -, KStZ 2005, 14, und vom 14. Februar 1986 - 8 C 115.84 -, a.a.O.
Im Übrigen dürften die von der Klägerin nur andeutungsweise geltend gemachten Billigkeitsgründe auch gar nicht vorliegen (vgl. OVG Münster v. 29.9.2004, Az. 3 A 2592/01, NVwZ-RR 2005, 133 ff.).
VG München, 29.05.2009 - M 2 S7 09.535
Abänderung eines Beschlusses nach § 80 Abs. 5 VwGO; Vorausleistung auf den …
Der Ausbaustandard (einseitiger Gehsteig, Fahrbahnbreite von 4, 75 m) entspricht auch in Wohngebieten dem Unerlässlichen (vgl. BayVGH v. 19.5.2006 - 6 ZB 04.2559); ein Härtegrund ergibt sich aus der bloßen einseitigen Anbaubarkeit nicht (OVG NRW, DVBl 2005, 64).
https://dejure.org/2004,5726
OVG Nordrhein-Westfalen, 30.07.2004 - 3 A 2998/02 (https://dejure.org/2004,5726)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 30.07.2004 - 3 A 2998/02 (https://dejure.org/2004,5726)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 30. Juli 2004 - 3 A 2998/02 (https://dejure.org/2004,5726)
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Voraussetzungen zum Erlass eines Erschließungsbeitrags; Rüge der mangelhaften Ermessensausübung wegen unzureichender Berücksichtigung der Einzelfallumstände; Anforderungen an die Ermessensausübung nach § 135 Baugesetzbuch (BauGB)
Beitragserlass für Kindergarten-Grundstück
VG Gelsenkirchen - 18 K 1439/99
https://dejure.org/2004,4073
OVG Nordrhein-Westfalen, 29.09.2004 - 3 A 1787/02 (https://dejure.org/2004,4073)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 29.09.2004 - 3 A 1787/02 (https://dejure.org/2004,4073)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 29. September 2004 - 3 A 1787/02 (https://dejure.org/2004,4073)
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Wirksamkeit eines durch einen Ablösungsbescheid ausgesprochenen Verzichts auf die Entrichtung eines Erschließungsbeitrags; Beurteilung des Beitragsverzichts nach Maßgabe der Rechtsprechung zur so genannten Missbilligungsgrenze; Nichtigkeit eines Verwaltungsakts wegen ...
Auch ein Ablösungsbescheid kann diese Wirkung zur Folge haben (so auch OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 29.09.2004 - 3 A 1787/02 - NWVBl 2005, 140).
Diese Grundsätze fungieren hier als Teil des Landesrechts (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 29.09.2004, aaO zur Rechtslage nach nordrhein-westfälischem Landesrecht).
Der Gesetzeswortlaut in § 133 Abs. 3 BBauG sagte nichts über die Handlungsform im Falle einer Ablösung, und die Einengung auf die Handlungsform "Vertrag" kann allenfalls der später ergangenen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts entnommen werden (so auch OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 29.09.2004, aaO).
Ob diese vom Bundesverwaltungsgericht entwickelte Missbilligungsgrenze - wofür die apodiktisch formulierten Rechtssätze sprechen - ausnahmslos gilt, sobald das beschriebene Missverhältnis zwischen Ablösungsbetrag und Erschließungsbeitrag festgestellt wird, vgl. kritisch dazu: OVG NRW, Urteile vom 26. Oktober 2006- 3 A 1895/03 - und vom 29. September 2004 - 3 A 1787/02 -, Beschlüsse vom 5. März 1998 - 3 B 961/96 - und vom 23. Mai 2000- 3 A 4481/96 -, oder ob auch noch Raum für die Berücksichtigung etwaiger fallbezogener Besonderheiten besteht, lässt sich nach Auffassung der Kammer dem angeführten Urteil nicht zweifelsfrei entnehmen.
Ob diese vom Bundesverwaltungsgericht entwickelte Missbilligungsgrenze - wofür die apodiktisch formulierten Rechtssätze sprechen - ausnahmslos gilt, sobald das beschriebene Missverhältnis zwischen Ablösungsbetrag und Erschließungsbeitrag festgestellt wird, vgl. kritisch dazu: OVG NRW, Urteile vom 26. Oktober 2006 - 3 A 1895/03 - und vom 29. September 2004 - 3 A 1787/02 -, Beschlüsse vom 5. März 1998 - 3 B 961/96 - und vom 23. Mai 2000 - 3 A 4481/96 -, oder ob auch noch Raum für die Berücksichtigung etwaiger fallbezogener Besonderheiten besteht, lässt sich nach Auffassung der Kammer dem angeführten Urteil nicht zweifelsfrei entnehmen.

References: § 8
 § 9
 § 9
 § 6
 § 7
 § 2
 § 6
 § 8
 § 9
 § 8
 § 9
 § 47
 § 10
 § 8
 § 8
 § 10
 § 8
 § 80
 § 127
 § 135
 § 135
 § 135
 § 80
 § 135
 § 133