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Timestamp: 2017-02-22 04:17:29+00:00

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Mit weniger Aufwand zur Steuerrückerstattung. Jetzt Steuererklärung starten Start Service Steuertipps Arbeitnehmer und Angestellte A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Kinderfreibetrag Inhaltsverzeichnis 1. Wirkung des Familienleistungsausgleichs 2. Freibeträge i.S.d. § 32 Abs. 6 EStG 2.1. Allgemeines 2.2. Persönlicher Anwendungsbereich 2.3. Besondere Voraussetzungen für die Berücksichtigung der Freibeträge 2.3.1. Kinder i.S.d. § 32 EStG 2.3.2. Verdoppelung der Freibeträge 2.3.3. Freibeträge für nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtige Kinder 3. Zeitanteilige Berücksichtigung 4. Übertragung des Kinderfreibetrages 4.1. Allgemeines zur Übertragung des Kinderfreibetrages 4.2. Erfüllung der Unterhaltspflicht 4.2.1. Die gesetzliche Unterhaltspflicht 4.2.2. Wesentliche Erfüllung der Unterhaltsverpflichtung 4.3. Nichterfüllung der konkreten Unterhaltsverpflichtung 4.4. Ermittlung der wesentlichen Unterhaltsverpflichtung 4.5. Verfahrensablauf 5. Übertragung des Betreuungsfreibetrages 6. Übertragung der Freibeträge auf die Stief- und Großelternteile 7. Freibeträge für Kinder bei Lebenspartnerschaften 8. Kinderbedingte Vergünstigungen 9. Literaturhinweise 10. Verwandte Lexikonartikel Zurück zur Übersicht »K« 1. Wirkung des Familienleistungsausgleichs
Nach den in § 31 EStG niedergelegten Grundsätzen des Familienleistungsausgleichs (» Familienleistungsausgleich) wird das als Steuervergütung gewährte » Kindergeld mit dem tariflichen Kinderfreibetrag und dem Betreuungsfreibetrag des § 32 Abs. 6 EStG in der Weise verknüpft (§ 31 Satz 4 EStG), dass die für den Stpfl. günstigere Lösung bei der ESt-Veranlagung von Amts wegen berücksichtigt wird. S. dazu die Erläuterungen der »Günstigerrechnung« unter » Familienleistungsausgleich sowie R 31 Abs. 1 EStR.
Unter den Voraussetzungen des § 1 Abs. 3 EStG können beschränkt Stpfl. auf Antrag als unbeschränkt Stpfl. behandelt werden. Für diesen Personenkreis sind die Freibeträge des § 32 Abs. 6 EStG zu berücksichtigen (» Familienbezogene Einkommensteuervergünstigungen des § 1a EStG).
Die Freibeträge des § 32 Abs. 6 EStG werden für jedes zu berücksichtigende Kind des Stpfl. vom Einkommen abgezogen, wenn nach der Vergleichsrechnung die Freibeträge günstiger als das entsprechende Kindergeld sind. Kinder sind unter den Voraussetzungen des § 32 Abs. 1 bis Abs. 5 EStG zu berücksichtigen. S. dazu unter » Kinder, » Einkünfte und Bezüge von Kindern, » Nichteheliche Lebensgemeinschaften, » Pflegekind, » Kindesunterhalt.
Für Kinder, die ihren gesetzlichen Grundwehrdienst leisten, erhalten Eltern keine Freibeträge nach § 32 Abs. 6 EStG. Laut BFH (BFH Beschluss vom 4.7.2001, VI B 176/00, BStBl II 2001, 675) ist diese Regelung verfassungsgemäß.
Beate war mit Albert verheiratet. Aus dieser Ehe stammen die Kinder Sascha und Martin. Nachdem Beate ein Kind von Klaus bekommt (Michael), wird diese Ehe geschieden. Da Klaus sich nicht um das Kind kümmert, heiratet Beate den Paul. Aus dieser Ehe stammt Thomas. Auch diese Ehe wird wieder geschieden. Nach der Scheidung von Beate und Paul ist Paul mit Ursula verheiratet. Aus dieser Ehe stammen die Kinder Marion und Juliane. Aus ihrer ersten Ehe hat Ursula bereits zwei Kinder. Knut und Jakob. Der Vater dieser Kinder ist Willi. Alle Kinder sind minderjährig und leben im Haushalt der Mutter. Die Kinder stammen von folgenden Personen ab:KinderBeateAlbertKlausPaul (verheiratet mit) UrsulaWilliSascha (17 Jahre)xxMartin (15 Jahre)xxMichael (13 Jahre)xxKnut (17 Jahre)xxJakob (15 Jahre)xxThomas (11 Jahre)xxMarion (8 Jahre)xxJuliane (5 Jahre)xx
S.a. das Beispiel unter » Kindesunterhalt.
Sascha und Martin:Eheleute Beate und Albertnach der ScheidungZusammenveranlagung(§ 32 Abs. 6 Satz 2 EStG: Die Freibeträge sind zu verdoppeln.)keine ZusammenveranlagungKinder-freibetrag (in €)Betreuungs-freibetrag (in €)Kinderfreibetrag (in €)Betreuungsfreibetrag (in €)Kinderfreibetrag (in €)Betreuungsfreibetrag (in €)KinderBeateAlbertBeateAlbertBeateAlbertBeateAlbertSascha4 3682 6402 1842 1841 3201 3202 1842 1841 3201 320Martin4 3682 6402 1842 1841 3201 3202 1842 1841 3201 320
Michael:BeateKlausBeateKlausKindKinderfreibetrag (in €)Betreuungsfreibetrag (in €)Michael2 1842 1841 3201 320
Knut und Jakob:Eheleute Ursula und Willinach der ScheidungZusammenveranlagung (§ 32 Abs. 6 Satz 2 EStG: Die Freibeträge sind zu verdoppeln.)keine ZusammenveranlagungKinder-freibetrag (in €)Betreuungs-freibetrag (in €)Kinderfreibetrag (in €)Betreuungsfreibetrag (in €)Kinderfreibetrag (in €)Betreuungsfreibetrag (in €)KinderUrsulaWilliUrsulaWilliUrsulaWilliUrsulaWilliKnut4 3682 6402 1842 1841 3201 3202 1842 1841 3201 320Jakob4 3682 6402 1842 1841 3201 3202 1842 1841 3201 320
Thomas:Eheleute Beate und PaulNach der ScheidungZusammenveranlagung(§ 32 Abs. 6 Satz 2 EStG: Die Freibeträge sind zu verdoppeln.)keine ZusammenveranlagungKinderfreibetrag (in €)Betreuungsfreibetrag (in €)Kinderfreibetrag (in €)Betreuungsfreibetrag (in €)Kinderfreibetrag (in €)Betreuungsfreibetrag (in €)KinderBeatePaulBeatePaulBeatePaulBeatePaulSascha4 3682 6402 1842 1841 3201 3202 1842 1841 3201 320Martin4 3682 6402 1842 1841 3201 3202 1842 1841 3201 320
Marion und Juliane:Eheleute Ursula und PaulZusammenveranlagung(§ 32 Abs. 6 Satz 2 EStG: Die Freibeträge sind zu verdoppeln.)keine ZusammenveranlagungKinderfreibetrag (in €)Betreuungsfreibetrag (in €)Kinderfreibetrag (in €)Betreuungsfreibetrag (in €)KinderUrsulaPaulUrsulaPaulMarion4 3682 6402 1842 1841 3201 320Juliane4 3682 6402 1842 1841 3201 320
Bei dem unbeschränkt Stpfl. A ist das Kind im Ausland wie folgt zu berücksichtigen. Da der andere Elternteil nicht unbeschränkt Stpfl. ist, sind die Beträge i.S.d. § 32 Abs. 6 EStG nach § 32 Abs. 6 Satz 2 und 3 EStG zu verdoppeln. Für die verdoppelten Beträge ist die Ländergruppeneinteilung anzuwenden.Verdoppelte BeträgeBelgien (in voller Höhe)Portugal (mit 3/4)Türkei (mit 1/2)Albanien (mit 1/4)Kinder-freibetragBetreuungs-freibetragKinder-freibetragBetreuungs-freibetragKinder-freibetragBetreuungs-freibetragKinder-freibetragBetreuungs-freibetragKinder-freibetragBetreuungs-freibetrag3 648 €2 160 €3 648 €2 160 €2 736 €1 620 €1 824 €1 080 €912 €615 €Kinderbetreuungskosten und Betreuungsfreibetrag ab 2009 nach dem FamLeistG:3 864 €2 160 €3 864 €2 160 €2 898 €1 620 €1 932 €1 080 €966 €615 €Kinderbetreuungskosten und Betreuungsfreibetrag ab 2010 nach dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz:4 368 €2 640 €4 368 €2 640 €3 276 €1 980 €2 184 €1 320 €1 092 €660 €
Nach § 32 Abs. 6 Satz 6 EStG kann auf Antrag eines Elternteils der Kinderfreibetrag des anderen Elternteils auf ihn übertragen werden, wenn er, nicht jedoch der andere Elternteil, seiner Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind für das Kalenderjahr im Wesentlichen nachkommt. Eine Übertragung ist danach nur möglich, wenn für beide Elternteile im Veranlagungszeitraum eine Unterhaltspflicht bestanden hat. Ist ein Elternteil nicht zur Leistung von Unterhalt verpflichtet, können die ihm zustehenden Freibeträge nicht auf den anderen Elternteil übertragen werden (s.a. OFD Frankfurt a.M. vom 8.12.2011, S 2282 A – 8 – St 223).
Ab dem Veranlagungszeitraum 2012 ist eine Übertragung der Kinderfreibeträge zusätzlich zu den bisherigen Voraussetzungen auch möglich, wenn der andere Elternteil mangels Leistungsfähigkeit nicht gegenüber dem Kind unterhaltspflichtig ist (§ 32 Abs. 6 Satz 6 und 7 EStG durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011).
Das Zivilrecht unterscheidet zwischen:Betreuungsunterhalt (§ 1606 Abs. 3 BGB)BarunterhaltDer Elternteil, der ein minderjähriges Kind betreut, erfüllt seine Verpflichtung, zum Unterhalt des Kindes beizutragen, in der Regel durch die Pflege und Erziehung des Kindes. Den minderjährigen unverheirateten Kindern stehen volljährige unverheiratete Kinder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gleich, solange sie im Haushalt eines Elternteils leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden (§ 1603 Abs. 2 Satz 2 BGB).Bei Volljährigkeit ist in der Regel nur Barunterhalt zu gewähren.
Ein Elternteil kommt seiner Barunterhaltsverpflichtung gegenüber dem Kind im Wesentlichen nach, wenn er sie mindestens zu 75 % erfüllt. Der Elternteil, in dessen Obhut das Kind sich befindet, erfüllt seine Unterhaltsverpflichtung in der Regel durch die Pflege und Erziehung des Kindes. Diese Verwaltungsauffassung hat der BFH mit Urteil vom 12.4.2000 (VI R 148/97, BFH/NV 2000, 1194) bestätigt. Zum Kindesunterhalt s.a. » Kindesunterhalt.
Die Übertragung des (halben) Kinderfreibetrages von dem einen Elternteil auf den anderen Elternteil setzt voraus, dass der Elternteil, dessen Kinderfreibetrag auf den anderen übertragen werden soll, konkret unterhaltspflichtig ist und dieser Unterhaltspflicht nur ungenügend nachkommt. Ist ein Elternteil nicht zur Leistung von Unterhalt verpflichtet, z.B. weil er nicht leistungsfähig ist, so darf der ihm zustehende Kinderfreibetrag nicht nach § 32 Abs. 6 Satz 4 bzw. Satz 7 EStG auf den anderen Elternteil übertragen werden (BFH Urteil vom 25.7.1997, VI R 107/96, BStBl II 1998, 329 und H 32.13 [Fehlende Unterhaltsverpflichtung] EStH). Freiwillige Leistungen des nicht leistungsfähigen Elternteils können die Übertragung nicht verhindern.
Maßgebend ist nicht der abstrakte Unterhaltsbedarf des Kindes, sondern die konkrete Höhe der Unterhaltsverpflichtung der Eltern, die sich in erster Linie aus gerichtlichen Titeln oder sonstigen Vereinbarungen ergibt und im Übrigen nach § 1603 BGB zu ermitteln ist (R 32.13 Abs. 1 EStR). Auch die Düsseldorfer Tabelle kann einen Anhaltspunkt über die Höhe der Barunterhaltsverpflichtung geben (» Kindesunterhalt):Stand1.7.2001Düsseldorfer Tabelle1.1.2002Düsseldorfer Tabelle1.7.2003Düsseldorfer TabelleAnlage zu Teil AAnmerkung 10(Kindergeldanrechnung)1.7.2005Düsseldorfer TabelleAnlage zu Teil AAnmerkung 10Berliner TabelleLeitlinien zum Unterhalt(Kindergeldanrechnung)1.7.2007Düsseldorfer TabelleBerliner TabelleLeitlinien zum Unterhalt1.1.2008Düsseldorfer Tabelle1.1.2009Düsseldorfer Tabelle1.1.2010Düsseldorfer Tabelle1.1.2011Düsseldorfer Tabelle1.1.2013Düsseldorfer Tabelle1.1.2014Düsseldorfer Tabelle
Kommt ein Elternteil seiner Unterhaltsverpflichtung nach Maßgabe seiner Leistungsfähigkeit nach, so darf der ihm zustehende Kinderfreibetrag auch dann nicht auf den anderen Elternteil übertragen werden, wenn sein Beitrag zum Unterhaltsbedarf des Kindes verhältnismäßig geringfügig ist (BFH Urteil vom 12.4.2000, VI R 148/97, BFH/NV 2000, 1194 und BFH Urteil vom 25.7.1997, VI R 113/95 BStBl II 1998, 433 und H 32.13 [Konkrete Unterhaltsverpflichtung] EStH).
Auf Antrag der geschiedenen Ehefrau wurden die Kinderfreibeträge auf sie übertragen, da der Kläger seiner Unterhaltsverpflichtung nicht im Wesentlichen nachgekommen sei. Der Kläger ist dagegen der Auffassung, dass er seine Unterhaltsverpflichtung im Wesentlichen erfüllt habe. Nach der Vereinbarung vom November 13 muss er monatlich 613 €, also jährlich 7 356 € zahlen. Die tatsächlich geleisteten Unterhaltszahlungen von 6 276 € = 85,31 % betragen mehr als 75 %.
Die Frage der Erfüllung der wesentlichen Unterhaltspflicht ist anhand fester Mindestgrenzen zu überprüfen. Aus Vereinfachungsgründen kann dabei von der Düsseldorfer Tabelle (» Kindesunterhalt) ausgegangen werden. Das FG berechnete den Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle wie folgt:ab 1.1.20102 Kinder zwischen 12–17: 2 × 426 €852 €4 Kinder zwischen 6–11: 4 × 364 €1 456 €1 Kind zwischen 0–5 317 €Unterhaltsanspruch2 625 €Kindergeld (2010)2 × 184 € = 368 €368 €1 × 190 € = 190 €190 €4 × 215 € = 860 € 860 €insgesamt1 418 €davon 1/2./. 709 €verbleiben1 916 €Jahresbetrag (1 916 € × 12 =)22 992 €davon gezahlt6 276 €Erfüllungsquote27,30 %75 %17 244 €
Nach der Entscheidung des BFH ist die Unterhaltsverpflichtung nach der Düsseldorfer Tabelle allerdings wie folgt zu berechnen:Dem barunterhaltspflichtigen Elternteil muss bei Unterhaltsverpflichtungen gegenüber minderjährigen Kindern ein notwendiger Eigenbedarf (Selbstunterhalt) verbleiben. Dieser beträgt:ab 1.1.2010bei Erwerbstätigkeit900 €und770 €wenn der Unterhaltspflichtige nicht erwerbstätig ist. Nur soweit der notwendige Eigenbedarf gedeckt ist, ist der Unterhaltsschuldner unterhaltspflichtig. Maßgeblich für die Höhe des Kindesunterhalts ist das Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen. Das Nettoeinkommen wird wie folgt ermittelt (Abschnitt A der Düsseldorfer Tabelle):Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit lt. Lohnsteuerkarte14 719 €Lohnersatzleistungen lt. Steuererklärung3 365 €Bruttoeinnahmen insgesamt18 084 €abzgl.Lohnsteuer./. 1 227 €Kirchensteuer./. 78 €Sozialversicherung./. 2 789 €Werbungskosten lt. Erklärung./. 786 €Nettoeinkommen13 204 €Selbstunterhalt 8 × 900 € und 4 × 770 €./. 10 280 €zu leistende Barunterhaltsverpflichtung2 924 €tatsächlich geleistet6 276 €Der Stpfl. ist seiner Unterhaltsverpflichtung nachgekommen.Strittig ist, ob die Abfindungszahlung i.H.v.16 511 €dem Einkommen hinzuzurechnen ist. Nach herrschender Meinung sollen die Abfindungen, auf eine angemessene Zeit (in der Regel einige Jahre) verteilt, dem Einkommen hinzugerechnet werden. Von dieser Abfindungszahlung standen dem Kläger9 350 €nicht zur Verfügung, da dieser Betrag seinen Gläubigern aufgrund von Pfändungen ausgezahlt wurde. Auf die Abfindungszahlung entfallen noch an Lohn- und Kirchensteuer572 €Danach verbleiben noch6 589 €
Zu Lasten des barunterhaltspflichtigen Elternteils ist davon auszugehen, dass ihm dieser Betrag für Unterhaltszahlungen zur Verfügung stand, obwohl er davon noch 6 135 € Darlehensschulden an seine Mutter beglichen hatte. Der verbleibende Betrag i.H.v. 6 589 € ist auf eine angemessene Zeit, in der Regel auf drei Jahre, zu verteilen. Der danach verbleibende jährliche Betrag i.H.v. 2 196 € führt zu einer Erhöhung des für Unterhaltszahlungen zur Verfügung stehenden Einkommens. Unter Berücksichtigung der Abfindungszahlung ergibt sich folgende Berechnung:Dem barunterhaltspflichtigen Elternteil muss bei Unterhaltsverpflichtungen gegenüber minderjährigen Kindern ein notwendiger Eigenbedarf (Selbstunterhalt) verbleiben. Dieser beträgtbei Erwerbstätigkeit900 €und770 €wenn der Unterhaltspflichtige nicht erwerbstätig ist. Nur soweit der notwendige Eigenbedarf gedeckt ist, ist der Unterhaltsschuldner unterhaltspflichtig. Maßgeblich für die Höhe des Kindesunterhalts ist das Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen. Das Nettoeinkommen wird wie folgt ermittelt:Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit lt. Lohnsteuerkarte14 719 €Lohnersatzleistungen lt. Steuererklärung3 365 €Bruttoeinnahmen insgesamt18 084 €abzgl.Lohnsteuer./. 1 227 €Kirchensteuer./. 78 €Sozialversicherung./. 2 789 €Werbungskosten lt. Erklärung./. 786 €verbleiben13 204 €zzgl. Abfindungszahlung2 196 €Nettoeinkommen15 400 €Selbstunterhalt 8 × 900 € und 4 × 770 €10 280 €zu leistende Barunterhaltsverpflichtung5 120 €tatsächlich geleistet6 276 €
Wird die Übertragung des dem anderen Elternteil zustehenden Kinderfreibetrags beantragt, weil dieser seiner Unterhaltsverpflichtung gegenüber dem Kind für das Kalenderjahr nicht im Wesentlichen nachgekommen ist oder mangels Leistungsfähigkeit nicht unterhaltspflichtig ist, muss der Antragsteller die Voraussetzungen dafür darlegen; eine Übertragung des dem anderen Elternteil zustehenden Kinderfreibetrags scheidet für Zeiträume aus, in denen Unterhaltsleistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz gezahlt worden sind. Dem betreuenden Elternteil ist auf Antrag der dem anderen Elternteil, in dessen Wohnung das minderjährige Kind nicht gemeldet ist, zustehende Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf zu übertragen. Die Übertragung scheidet aus, wenn der Elternteil, bei dem das Kind nicht gemeldet ist, der Übertragung widerspricht, weil er Kinderbetreuungskosten trägt (z.B., weil er als barunterhaltsverpflichteter Elternteil ganz oder teilweise für einen sich aus Kindergartenbeiträgen ergebenden Mehrbedarf des Kindes aufkommt) oder das Kind regelmäßig in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut (z. B., wenn eine außergerichtliche Vereinbarung über einen regelmäßigen Umgang an Wochenenden und in den Ferien vorliegt). Die Voraussetzungen für die Übertragung sind monatsweise zu prüfen. In Zweifelsfällen ist dem anderen Elternteil Gelegenheit zu geben, sich zu dem Sachverhalt zu äußern. Werden die Freibeträge für Kinder im Rahmen der Veranlagung auf den Stpfl. übertragen, ist dies dem FA des anderen Elternteils mitzuteilen. Weist der andere Elternteil allerdings im Rahmen seines Veranlagungsverfahrens nach, dass er seine Unterhaltspflicht im Wesentlichen erfüllt hat, ist dies wiederum dem FA des Elternteils mitzuteilen, der ursprünglich die Übertragung beantragt hatte. Wegen der einschlägigen Änderungsvorschriften s. R 32.13 Abs. 4 EStR. Die Übertragung des Kinderfreibetrages führt immer auch zur Übertragung des Freibetrages für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf sowie zum Verlust aller anderen kindbedingten Steuerentlastungen (» Kindervergünstigungen).
Nach § 32 Abs. 6 Satz 6 Halbsatz 2 EStG kann der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf bei minderjährigen Kindern auch abweichend vom Kinderfreibetrag von einem Elternteil auf den anderen Elternteil übertragen werden. Der Betreuungsfreibetrag wird von dem Elternteil, in dessen Wohnung das Kind nicht gemeldet ist, auf den anderen Elternteil, in dessen Wohnung das Kind gemeldet ist, übertragen. Dieser andere Elternteil muss die Übertragung beantragen. Allein der Antrag ist entscheidend für eine zwangsweise Übertragung. Die Übertragung hängt nicht davon ab, dass der andere Elternteil seine Unterhaltspflicht verletzt oder der Übertragung zugestimmt hat (BFH Urteil vom 18.5.2006, III R 71/04, BStBl II 2008, 352). Die Übertragung ist nur für Monate möglich, in denen das Kind noch minderjährig ist.
Die Regelungen für die Übertragung des Freibetrags für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf eines Kindes sind durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 angepasst worden. Ab dem Veranlagungszeitraum 2012 ist die Meldung des minderjährigen Kindes in der Wohnung des betreuenden Elternteils nicht mehr alleinige Voraussetzung für die Übertragung. Nach neuer Rechtslage kann der Elternteil, bei dem das Kind nicht gemeldet ist, der Übertragung widersprechen, wenn er Kinderbetreuungskosten trägt oder das Kind regelmäßig in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut (§ 32 Abs. 6 Satz 9 EStG). Als Kinderbetreuungskosten gelten nicht nur Aufwendungen für Dienstleistungen i.S.d. § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG, sondern alle Aufwendungen für die Betreuung, Erziehung oder Ausbildung des Kindes bis zur Vollendung seines 18. Lebensjahres. Hierzu zählen beispielsweise Aufwendungen für die regelmäßige Unterbringung an Wochenenden. Maßgebend für eine regelmäßige Betreuung in einem nicht unwesentlichen Umfang ist ein nicht nur gelegentlicher Umgang mit dem Kind, der erkennen lässt, dass der Elternteil die Betreuung mit einer gewissen Nachhaltigkeit wahrnimmt, d.h. fortdauernd und immer wieder in Kontakt zum Kind steht. Bei lediglich kurzzeitigem, anlassbezogenem Kontakt, beispielsweise zum Geburtstag, zu Weihnachten und zu Ostern, liegt eine Betreuung in unwesentlichem Umfang vor. Von einem nicht unwesentlichen Umfang der Betreuung eines Kindes ist typischerweise auszugehen, wenn eine gerichtliche oder außergerichtliche Vereinbarung über einen regelmäßigen Umgang an Wochenenden und in den Ferien vorgelegt wird. Widerspricht der andere Elternteil der Übertragung des Freibetrags, so hat das Finanzamt zu prüfen, ob dieser Einrede für das weitere Verfahren Bedeutung zukommt. Die Entscheidung hierüber wird nicht in einem eigenen Verwaltungsakt getroffen, sondern im jeweiligen Einkommensteuerbescheid.
Nach § 32 Abs. 6 Satz 7 EStG ist die Übertragung auf Stiefelternteile und Großeltern möglich. Diese müssen entweder die Übertragung beantragen oder die Eltern bzw. der Elternteil muss der Übertragung zustimmen. Voraussetzung für eine Übertragung ist weiterhin, dass das Kind in den Haushalt der Großeltern (des Großelternteils) oder in den Haushalt des Stiefelternteils aufgenommen ist. Der Kinderfreibetrag und der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf können jedoch nur einheitlich übertragen werden (OFD Frankfurt a.M. vom 8.12.2011, S 2282 A – 8 – St 223).
7. Freibeträge für Kinder bei Lebenspartnerschaften
8. Kinderbedingte Vergünstigungen
Voraussetzung für viele kinderbedingte Vergünstigungen ist, dass der Stpfl. für ein Kind einen Kinderfreibetrag, einen Betreuungsfreibetrag oder » Kindergeld erhält. Zu den damit im Zusammenhang stehenden Vergünstigungen s. » Kindervergünstigungen.
Autor(en): David Jauch Steuer-Rechner 15000 60000 120000 Bruttojahresgehalt (€): 0 5 10 Anzahl Ihrer Kinder: Weiter Verwandte Lexikonartikel Einkünfte und Bezüge von Kindern Familienleistungsausgleich Kinder Kinderbetreuungskosten Kindergeld Kindervergünstigungen Weitere Lexikonartikel mit »K« Kapitalerhöhung Kapitalertragsteuer Kapitalforderung Kapitalgesellschaften Kapitalherabsetzung Kapitalveränderungen bei Umwandlung Karussellgeschäfte Kfz-Leasing Kfz-Nutzung Kinder Interessante Steuertipps Kindergeld: Wehrdienst leistendes Kind Vermögensübergabe gegen Rente Unterhalt ohne Anlage U absetzen Einkünfte und Bezüge von Kindern Unterhalt an den/die „Ex“ Pflegepauschbetrag bei mehreren Personen smartsteuer Blog In vier Schritten den Steuerbescheid prüfen Steuerliche Stolperfalle: Riesterrente Arbeiten von zuhause aus – was kann man dabei steuerlich geltend machen? Geld stinkt nicht. Oder: Was sind eigentlich Steuern? Kaffee oder Tee? Was alles versteuert wird Top-Themen bei smartsteuer Lohnsteuerklassen Vorsorgepauschale Entfernungspauschale Photovoltaikanlage Nebenberufliche Tätigkeit Einsatzwechseltätigkeit Eigenheimzulage Gewerbesteuerrechner Weitere Tipps Steuer online Abgabefristen Steuererklärung Steuererklärungspflicht Vorsorgeaufwendungen Altersentlastungsbetrag Doppelte Haushaltsführung Steuertipps Freiberufler Geringwertige Wirtschaftsgüter Technischer Support (Kundenservice) (0800) 7 238 222 7 Tage die Woche, rund um die Uhr –kostenfrei! Oder senden Sie uns einfach jederzeit eine E-Mail an die Adresse hilfe@smartsteuer.de Impressum AGB Presse Datenschutz Bestellung und Zahlung Partnerprogramm Jobs Newsletter Kann man das absetzen? steuern.de ©

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