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Timestamp: 2017-02-23 16:17:28+00:00

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Gemeinde Deining - Gemeinde mit Herz -: Serie "Aus dem Archiv geplaudert"
von Berta Wienziers
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Gemeindebürger, die Priester wurden
Vor kurzem wurden in Eichstätt wieder drei Neupriester geweiht. Auch aus unserer Pfarrei sind schon einige Priester hervorgegangen, wenn auch nicht in den letzten Jahren. In Aufzeichnungen sind in den vergangenen 300 Jahren über 20 Priester namentlich erwähnt, die in einem unserer Dörfer geboren und Pfarrer wurden. Meist ist nur der Geburtsort, Geburts- und Sterbedatum bekannt, manchmal auch das Weihedatum und bei einigen auch die Lebensgeschichte. P. Franz Zinkl aus Deining (1727-1808), P. Nemesius Moosburger Deining (1742-1820), P. Rochus Schmid Tauernfeld (1763-1815), Josef Kray Deining (1770-1821), Franz Xaver Kipfstuhl Deining (1795-1859), Josef Puff Deining (1805-1856),
Michael Sippl Waltershof (1816-1874). Franz Joseph Nißlbeck (1816-1900) wurde in Unterbuchfeld geboren und als er 16 Jahre alt war, von Kaplan Zeitler aus Günching vorunterrichtet, um danach in Amberg und Neuburg zu studieren. Als beide Elternteile verstarben, hatte er keine Unterstützung mehr und musste das Studium aufgeben. Er ging nach Neumarkt zum Landrichter Wilfert und klagte ihm sein Leid. Der Landrichter nahm ihn als Schreiber in seinem Amt auf und sorgte wie ein Vater für Nißlbeck, so dass dieser sein Studium weiterführen konnte. Im Jahre 1847 erhielt er von dem damaligen Bischof Georg von Oettl die Priesterweihe. Er erlebte noch sein Goldenes Priesterjubiläum und wurde mit der Ehrenmünze des Ludwigordens ausgezeichnet. Johann Baptist Tresch Leutenbach (1841-1918), wurde 1867 zum Priester geweiht, war Stadtpfarrer von Hilpoltstein, Bischöfl. Geistl. Rat, Inhaber des Ehrenkreuzes des Ludwigordens, Ehrenbürger von Hilpoltstein. Johann Mößl Oberbuchfeld (1855-1917), Pfarrer und Ehrenbürger von Waltersberg, Gründer des Spar- und Darlehensvereins Waltersberg. Franz Seitz Tauernfeld (1867-1936), Pfarrer und Ehrenbürger von Strobl/Österreich. Franz Xaver Obeltshauser Siegenhofen (1872-1937), Pfarrer und Ehrenbürger von Spalt. Johann Bapt. Braun Mittersthal (1877-1944), Willibald Kürzinger Siegenhofen (1881-1917), P. Johann Bapt. Schuster Tauernfeld (1887-1952). P. Michael Scherer Rothenfels (1892-1944), wurde erst im Alter von 42 Jahren 1934 zum Ordenspriester geweiht, nachdem er zuvor als Pater Gerhard, im Kloster Bronnbach seine zeitliche und in Seligenporten seine ewige Profess abgelegt hatte. Er wurde nach Bautzen und Stams/Tirol versetzt. In Stams kam er durch die Nazis in Schutzhaft, da er angeblich Wertgegenstände des Klosters weggeschafft hatte. Ende 1939 entließ man ihn nach Seligenporten und sein Abt schickte ihn von dort nach Sachsen zu seinem nächsten Einsatzort. Zusammen mit anderen wurde er 1943 von einem Sondergericht in Görlitz wegen absichtlichen Abhörens ausländischer Sender zu einer Zuchthausstrafe verurteilt und starb 1944 in Brig/Schlesien an den Folgen der schweren Haft als Opfer des NS-Terrors. P. Joseph Leopold Sturm Deining (1901-1979) wurde 1925 in München zum Priester geweiht, nachdem er in den Franziskanerorden in Dietfurt eingetreten war. Als Volksmissionar wurde er Generalsekretär der Gemeinschaft der deutschsprachigen Volksmissionare. Später übertrug man ihm die Leitung des Kommissariats für das Heilige Land. Josef Pfeiffer Leutenbach (1920-2011), 1950 die Priesterweihe empfangen. P. Romanus Kölbl Unterbuchfeld (1929-2009), geweiht 1952, Missionar in Tansania. P. Josef Frank Deining, 1961 zum Priester geweiht. Michael Seitz Deining (1943-1975), Priesterweihe 1969. Albert Ott Oberbuchfeld, 1997 zum Priester geweiht. Berta Wienziers, Deining
Primiz Josef Pfeiffer, Leutenbach 1950
Primiz Romanus Kölbl, Unterbuchfeld 1954
Primiz Josef Frank, Deining 1961
Das Amt des Feldgeschworenen ist das älteste bekannte und noch erhaltene Ehrenamt in Bayern. Seit über 500 Jahren gibt es diesen Dienst, die Anfänge liegen sogar noch weiter zurück. Die Feldgeschworenen sind Hüter der Grenzen und Abmarkungen und unterstützen die Vermessungsämter bei Grundstücksvermessungen. Lange Zeit garantierten sie allein für die Richtigkeit der Grundstücksgrenzen. Sie wechseln beschädigte Grenzzeichen aus und führen Protokollbücher über ihre ausgeübten Tätigkeiten. Seit alters her schützen sie durch geheime Zeichen die eigenmächtige Versetzung von Grenzsteinen. Diese Zeichen sind die sogenannten Siebenerzeichen, auch bekannt als das Siebener Geheimnis, das nur mündlich an die Nachfolger weitergegeben wird. Diese Zeichen sind von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. In einer „Feldgeschworenen-Ordnung“ von 1933 findet man alles Wissenswerte zu diesem Ehrenamt, wobei das Meiste aber auch heute noch gilt. So steht dort auch, dass sich beim Legen oder Untersuchen der geheimen Merkmale alle anderen privaten Anwesenden zu entfernen haben. Ebenso dürfen sich andere dienstlich Anwesende nicht in das Siebener Geheimnis einmischen. In jeder Gemeinde wurden und werden 4-7 Feldgeschworene aufgestellt, die vereidigt werden und ihr Amt auf Lebenszeit innehaben. Der Bürgermeister hat dafür zu sorgen, dass stets die festgesetzte Zahl vorhanden ist. Die Feldgeschworenen wählen einen Obmann aus ihrer Mitte. Ihr dienstliches Verhalten bei der Ausübung ihrer Pflicht soll stets gewissenhaft sein und sie dürfen sich nie von Parteirücksichten und eigenen Vorteilen leiten lassen. Ein Feldgeschworener darf den Dienst nicht ausüben, wenn er selbst oder ein Mitglied seines erweiterten Familienkreises als Grundeigentümer beteiligt ist. Für alle Tätigkeiten muss ein Protokollbuch geführt werden. Im Buch von 1898 steht folgender Eintrag: Der stattgefundene Flurumgang ergab keinen Anlass zu Beanstandungen. Vermarkungen kamen nicht vor. Die Feldgeschworenen bekommen für ihre Tätigkeit kein Gehalt, sondern erhalten nur eine festgesetzte Gebühr für ihren Dienst. 1865 bekam ein Ort unserer Gemeinde einen Brief des überwachenden Bezirksamtes. In diesem Schreiben wurde der Ort angeklagt, dass die in der Gebühren-Liste erwähnten Männer in der Feldgeschworenen-Liste nicht aufgeführt waren und somit auch nicht berechtigt wären Geld zu bekommen. Die Gemeinde musste Rechenschaft darüber ablegen, wie das passieren konnte und musste diesen Vorgang unverzüglich berichtigen, indem sie die Männer neu vereidigte und in die offizielle Feldgeschworenen-Liste aufnahm. 1929 kauften viele Gemeinden als Arbeitserleichterung Visierstäbe, weil das Vermessungsamt dazu geraten hatte. Bis Anfang 1980 hatten ausschließlich Männer dieses Ehrenamt inne. Als 1970 dieses Amt abgeschafft werden sollte, kämpften Landtagsabgeordnete für dessen Erhalt.
Die Eidesformel lautete 1933: Ich schwöre, den durch das Abmarkungsgesetz und die hierzu erlassenen Dienstanweisungen mir zugewiesenen Obliegenheiten stets genau und gewissenhaft nachzukommen, meines Amtes unparteiisch, nach bestem Wissen und Gewissen zu walten und das mir anvertraute Siebenergeheimnis zeitlebens treu zu bewahren. Der heutige Eid lautet ähnlich, ist aber nur etwas moderner formuliert: Ich schwöre Treue dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Bayern, Gehorsam den Gesetzen, gewissenhafte und unparteiische Erfüllung meiner Amtspflichten, Verschwiegenheit und zeitlebens Bewahrung des Siebenergeheimnisses. So wahr mir Gott helfe. Berta Wienziers
Willibald Auer aus Deining
Ludwig Lehmeier aus Deining
Alban Stiegler aus Kleinalfalterbach
Bekanntmachung von 1809
Zum Jahresschluss eine 200 Jahre alte Bekanntmachung von 1809 zum Thema:
„Die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit betreffend.“
Im Namen seiner Majestät des Königs von Baiern.
Da Sr. Majestät in Kenntnis gesetzt worden sind, dass die Sicherheit der öffentlichen Heerstraßen durch umherziehende Horden österreichischer Ausreißer sehr stark bedroht sei und dass sich derselben Zahl in vielen Gegenden sehr vermehre, so haben Allerhöchst dieselben zur Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit Ihres Königreiches unterm 12. dieses Monats allergnädigst anbefohlen wie folgt:
§1. In jeder Stadt, Markt oder Flecken, wo ein Bürgermilitär besteht, hat dasselbe den Garnisonsdienst zu versehen und wenn möglich die Tore mit Wachen zu besetzen.
§2. Das tägliche Wachquantum muss im guten Verhältnis bestehen, damit der Bürger auch seinem Gewerbe nachkommen und sein Hauswesen genug besorgen könne.
§3. Abends um 6 oder 7 Uhr zieht die Wache auf und die vorige ab. Hierdurch geschieht, dass der Bürger nur einen Tag für diesen Dienst verwendet.
§4. In Städten, wo das Bürgermilitär ein ganzes Infanterieregiment oder nebenbei noch mehrere Waffengattungen bildet, bezieht ein Hauptmann die Wache. §5. Diese Wachen haben sich genau an den vorgeschriebenen Garnisonsdienst zu halten und auch die tägliche und nächtliche Patrouille im Orte selbst zu machen.
§6. In Städten wo eine Bürgerkavallerie sich befindet, deren Burgfrieden auch von großem Umfang ist, können die Patrouillen von berittenen Mannschaften geschehen.
§7. Die Funktion dieser Patrouillen besteht in der Aufmerksamkeit auf Deserteure, Marodeure und Nachzügler und sonstiges Gesinde. Diese sind zu arretieren.
§8. Die Transporte von Kriegsgefangenen sind vom Bürgermilitär zu besorgen. Die Eskorte muss bei solchen Transporten allzeit scharf geladen haben. §9. Wenn das Bürgermilitär des Ortes auch eine Schützenkompanie haben sollte, so sind auch Schützen zu solchen Eskorten mitzugeben.
§10. Sind in einer Gegend Ausreißer, die den Untertanen gefährlich werden, so ist gegen selbe zu streifen. Dafür sind auch Jäger und Gerichtsdiener zu verwenden. §11. Kein Gendarm werde zu einem anderen Zwecke verwendet, als dem ihn nach strengster Vorschrift vorgezeichneten, insbesondere für Tag - und Nachtpatrouillen.
§12. Auch die Gerichtsdiener haben auf dem Lande und vereint mit den Gendarmen auf den Einöden öfters nachzusehen und verdächtige Menschen aufzugreifen.
§13. Um den königlichen Postwagen sowohl als jeden Reisenden auf offener Landstraße Sicherheit zu gewähren, haben zwei Gendarmen denselben zu begleiten.
§14. Diese Eskorte ist, besonders in Orten, wo Unsicherheit ist, durch 2-4 berittene, mit Waffen versehene bürgerliche Kavalleristen oder Gerichtsdiener zu verstärken.
§15. Solche Eskorten geschehen jedoch nur bis zur Grenze des Landgerichtes, wo die berittene Eskorte nach Hause kehrt, und von der nächsten Eskorte abgelöst wird. §16. In Ermangelung einer bürgerlichen Kavallerie oder sonst berittener Mannschaft mögen Bürgersoldaten und auch Schützen die Eskorte des Postwagens mit besorgen.
§17. Wenn das Bürgermilitär Transporte besorgt oder den Postwagen eskortiert, ist dasselbe gleich dem königlichen Militär mit zu quartieren und zu verpflegen. Wer sich namentlich von den königl. Staatsdienern, Bürgermilitär, Gendarmen, Jägern, Gerichtsdienern vorzüglich ausgezeichnet hat, wird seine Königl. Majestät diese braven und treuen Männer kennenlernen und gebührend zu belohnen vermögen.Berta Wienziers
Zwischen den beiden Weltkriegen des vorigen Jahrhunderts brach in Klein- und Großalfalterbach ein regelrechtes Auswanderungsfieber aus. Zu dieser Zeit verließen über 40 Menschen, zum Teil ganze Familien, ihre alte Heimat und siedelten nach Übersee aus, um dort ihr Glück zu machen. Die Schiffspassage erfolgte meist von Bremen aus und kostete ca. 500 RM. Eine Überfahrt nach New York dauerte 10-14 Tage und barg viele Gefahren. Endlich am Ziel angekommen, mussten sich alle Auswanderer eine neue Existenz aufbauen. Einige kehrten nach Jahren wieder in ihre Heimat zurück, andere blieben ihr Leben lang in Amerika. Nach dem Zweiten Weltkrieg schickten diese Auswanderer Care-Pakete zu ihren Familien und nachdem Pfr. Grießbauer unermüdlich Bettelbriefe nach Amerika gesandt hatte, spendeten sie eine neue Glocke für die Großalfalterbacher Kirche, die die Aufschrift trägt: „Ich wurde gegossen im Heiligen Jahr 1950 als Stiftung von Pfarrkindern, die nach Amerika ausgewandert sind. Ich stamme aus Amerika, bin als Versöhnungsglocke da. Pax Christi soll mein Name sein, ich läute heilgen Frieden ein.“ Der Kontakt mit den Auswanderern bestand meist nur im Briefwechsel, denn ein Telefongespräch nach Amerika war nicht billig, ein drei Minuten-Gespräch kostete 1950 ca. 50 DM. Natürlich gab es auch schon vorher Menschen, die ihr Glück in Amerika oder Australien suchten. Auch das belegen Dokumente aus der jeweiligen Zeit. Eine erste Ausreisewelle fand von 1840-1865 statt, darunter waren einige Deininger Bürger. 1850 lockten Inserate Ausreisewillige an: „Herr A. beehrt sich, sein Auswanderungs-Expeditions-Geschäft nach New York, Baltimore, Philadelphia, New Orleans, Galveston in Texas, Quebek in Canada, Adelaide in Südaustralien und San Francisko in Californien, hiermit in Erinnerung zu bringen.“ Die Auswanderer gaben ihrerseits nach ihrem Entschluss dann in der Zeitung bekannt: „Der Handwerksmeister N. gedenkt mit seiner Frau und seinen drei unmündigen Kindern im März kommenden Jahres nach Nordamerika auszuwandern. Alle diejenigen, welche was immer für Forderungen an diese Familie zu machen haben, werden hiermit aufgefordert, diese ihre Forderungen binnen 30 Tagen bei Gerichte geltend zu machen.“ Der Abschied in der Öffentlichkeit war festlich und optimistisch, in der Familie allerdings war er bedrückend und sorgenvoll, da er meist eine lebenslange Trennung bedeutete. Oft brachen die Auswanderer mitten in der Nacht auf, um den Abschied zu umgehen. Ihre abenteuerliche Reise begann mit einer Fahrt nach Bremen, dort mussten sie oft wochenlang auf eine Schiffspassage warten. Nicht selten wurden die Auswanderer in dieser Wartezeit auch das Ziel von Betrügern, die sie um ihr Erspartes brachten. Endlich auf dem Schiff angekommen, waren die Strapazen noch nicht zu Ende. Es herrschte qualvolle Enge, ansteckende Krankheiten und viele Todesfälle waren die Folge. Naturgewalten blieben nicht aus und so war das Ende jeder Reise ungewiss. Die Fahrt mit den damals noch üblichen Segelschiffen konnte bis zu 70 Tage dauern. Als um 1850 die Dampfschiffe sie ablösten, die zwar die doppelte Passage kosteten, verringerte sich die Reisezeit aber um ca. 50 Tage auf zwei bis drei Wochen.
Die nächste Ausreisewelle erfolgte von ca. 1890-1905. Bei dieser waren auch einige Unterbuchfelder dabei, die entweder Australien ansteuerten oder, wie z.B. Josef Kollmeier, der 1891 zu einem Onkel nach Buffalo auswanderte. Er suchte dort sein berufliches Glück und fand es nach mehreren Fehlversuchen als Zeitungsanzeigen-Agent. Trotz dieses Erfolges kehrte er 1905 wieder in seine Heimat zurück. Berta Wienziers
Eine Zeitungsanzeige von 1903.
Die Geschwister Weidinger, die um 1920 nach Amerika auswanderten.
Schmid Albert, dessen Eltern nach Amerika auswanderten und wieder nach Großalfalterbach zurückkamen, als Albert ein Jahr alt war. Mit 17 Jahren ist er 1947 dann selbst wieder nach Amerika ausgewandert.
Erfahrungsgemäß entstanden die ersten Siedlungen an fließenden Gewässern. Denn Wasser war schon immer lebensnotwendig für Mensch und Tier. In Siedlungen ohne Bäche und Seen wurden tiefe Brunnen gegraben, um eine gute Wasserversorgung sicherzustellen. Natürlich mussten die Dorfbewohner auch Sorge dafür tragen, dass die Brunnen, Bachläufe und Weiher gepflegt und immer wieder gereinigt wurden. In einer Bekanntmachung zur Bachreinigung heißt es: Auf Grund des Wassergesetzes von 1907 werden alle Angrenzer der Laber aufgefordert: 1. angeschwemmten Unrat zu beseitigen, 2. das Wassergras auszumähen, 3. in das Wasser hängende Äste und Stöcke zu entfernen, 4. alle ohne Erlaubnis eingebauten Waschbänke, Stege und Schwellen zu entfernen, 5. den Aushub sofort zu entfernen und zu planieren. In der Pfarrchronik von Großalfalterbach steht ein Bericht über den Dorfbrunnen: „Der Dorfbrunnen wurde 1865 gegraben und errichtet. Derselbe hat einen Durchmesser von 1,5m und eine Tiefe von 20m. Dieser Pumpbrunnen liefert sehr gutes Trinkwasser, welches farblos, geruchlos und geschmacklos ist. Eigenschaften, die ein gutes Trinkwasser haben soll. Der Brunnen ist ausgemauert, steht mitten im Ort nächst dem Schulhaus und wird viel benützt. Zum Schutze ist er mit einem Gestell umgeben und die Straße mit einer Flurrinne versehen, um das Eindringen von Regengüssen ferne zu halten. Gegen Morgen, Mittag und am Abend ist der Brunnenplatz stets belebt von den Wasser schöpfenden Bewohnern. Der Ortsbrunnen ist eine große Wohltat, da früher das Wasser vom Fuße des Dorfberges, wo drei Quellen entspringen, heraufgeschleppt werden musste. Der Brunnen selbst hat in der Tiefe nicht einen sogenannten Wasserstrahl, sondern das Wasser rieselt rings an den Wandungen heraus. Das Wasser hat seit 1865 nur während der großen Dürre 1904, wo es vom 17. April bis Anfang Oktober nur dreimal je eine Viertelstunde regnete, gegen Ende August nachgelassen. Über Nacht sammelte sich immer wieder ziemlich Wasser an. War es erschöpft, musste der Brunnen einige Stunden ohne Wasserentzug gelassen werden, bis er wieder Wasser lieferte. Im September 1904 hat man den geringen Wasserstand genützt, und den Brunnen zum ersten Male gereinigt. Dabei kamen auch wieder die Werkzeuge zum Vorschein, die beim Graben 1865 im Stich gelassen werden mussten, weil das Wasser rasch emporstieg. Ganz versiegte die Quelle auch 1904 nicht, sodass sie die Wasserprobe bestand. Im Sommer 1911, wo es von Anfang Juni bis 22. August fast nicht regnete, wurden die Quellen auf ihren Wasserstand gemessen. Der Brunnen lieferte pro Minute 14 Liter, eine Quelle am Bergfuß 12 Liter, die andere 14 Liter und die drei Quellen am Weiher 12 Liter.“
Über den Dorfbrunnen von Leutenbach weiß man folgendes: Er hatte einen Innendurchmesser von 1,80m und eine Tiefe von 35m. Darüber stand ein Brunnenhaus mit einem Holzdach. Nach dem Wasserleitungsbau 1911 wurde der Brunnen nicht mehr benötigt und deshalb einige Jahre später zugeschüttet. Fast jeder Ort unserer Gemeinde hatte auch einen eigenen Viehbrunnen, der von Quellen gespeist, die Kuh- und Schafherden mit Wasser versorgte. Die Tröge waren aus Stein gehauen oder aus ausgehöhlten Baumstämmen gefertigt. Für die Reinigung und Instandhaltung war ein Wärter zuständig. In den Bächen wuschen die Frauen ihre Wäsche, holten sich eimerweise Wasser für den Haushalt, den Stall und den Garten. Viele Bauernhöfe hatten aber auch ihre eigenen Pump- und Ziehbrunnen auf ihrem Grund angelegt, um immer frisches Wasser für Mensch und Tier vorrätig zu haben. Berta Wienziers
Tafernrecht in Oberbuchfeld
Ob bei einem weltlichen oder kirchlichen Fest, die Geselligkeit in den Wirtshäusern und die zugehörige Verpflegung gehört auf jeden Fall mit zum Feiern. Um ein Gasthaus zu führen, benötigen die Wirte Konzessionen und Schankrechte. So war das auch bei unseren Vorfahren. In alter Zeit konnte einem Wirt das Tafernrecht verliehen werden. Der Wirt einer Tafernwirtschaft bekam die Konzession, also das Tafernrecht vom Landesherrn verliehen. Das bedeutete, dass er nicht nur das öffentliche Schankrecht besaß, er durfte auch große Feste ausrichten und dabei Bier, Wein und Branntwein ausschenken. Zum Tafernrecht gehörte aber auch ein Braurecht, der Wirt durfte also sein ausgeschenktes Bier selbst brauen. Ebenso war das Brennrecht zum Schnapsbrennen Teil dieser Verleihung. Zugleich gehört das Recht einen Backofen anzulegen und Brot zu backen mit dazu. Ohne Tafernrecht war ein Wirt nur ein Schankwirt und nicht gleichzeitig Bräu, Schnapsbrenner und Bäcker. Eine Tafernwirtschaft beherbergte gegen Bezahlung Wandergesellen, Pilger und Reisende. Wenn keine anderen Räume zur Verfügung standen, wurden Gerichtsverhandlungen, politische und vereinsinterne Versammlungen hier im Haus abgehalten. Eine Taferne (Wirtshaus) war der weltliche Mittelpunkt eines Ortes.
In den beiden im Archiv vorliegenden uralten Tafernrechtbriefen wird 1574 dem ehrbaren Hans Roßkopf Bürger und Rat zu Neumarkt das Tafernrecht von Leonhard Thanner zu Oberbuchfeld verliehen. Die andere Urkunde von 1627 besiegelt die Verleihung der Gerechtigkeit an den ehrenhaften und wohlgeachteten Hans Christoph Wolffen durch Georg Thonauer. Die alten Urkunden sind sehr schwer lesbar und in der damals üblichen Urkundensprache und in einer uns ungewohnten Ausdrucksweise gehalten. Die zukünftigen Wirte geloben dabei immer redlich und rechtschaffen ihren Vertrag zu erfüllen, dass sie Kraft dieses Briefes die Zinsschuld in „Gilt und Traidt“, also in Geld und Getreide zurückzahlen. Dass sie sich mühen und sorgen „immerwährender Zeit, auch wenn die Erben sich „rauffen“, also bei Streit der Erben. Der Zins in dem Dokument von 1574 soll jährlich am St. Leonhardtag zurückgezahlt werden, und zwar in Form von zwei Metzen Korn , fünf Metzen Habern (Hafer)„gutes reines und gerechtes Kaufmanns Gut“, zwehen (zwei) Gulden, ein Weihnachtswecken und eine Fastnachtshenne und dazu noch Handlangerdienste. Die Schuld in der Urkunde von 1627, die am St. Michaelistag bezahlt werden sollte, war fünf Metzen Korn, fünf Metzen Hafer „sauber und gereinigt“, zwei Gulden Zins, ein Weihnachtswecken, eine Fastnachtshenne und Handlangergerechtigkeit. In den Urkunden werden alle Möglichkeiten, wie Sonderversprechen, Loßsagungen, Kaufvertragsänderungen, Gerichtsbarkeitsänderungen, Unfälle oder Tod der Unterzeichner, sowie Erbnachfolger beider Seiten besprochen.
Das Dokument von 1574 endet mit „Sonntag Juli den siebzehnten Monatstag im Jahr nach Christi unserm Seligmachers Geburt fünfzehnhundert und in den vierundsiebzigsten“. Die andere Urkunde von 1627 schließt mit „Donnerstag geschehen all da den zehnten Monatstag May nach unserm lieben Herrn und Seligmachers allerheiligsten Geburt im eintausendsechhundertsiebenundzwanzigsten Jahr“. Nach der Besiegelung und Unterzeichnung war das Tafernrecht gültig.
Das Tafernrecht wandelte sich in späteren Zeiten wieder in ein Schankrecht und wurde nach einem Gesuch der Wirte von den Bezirksämtern mit bestimmten Auflagen gegen eine Gebühr genehmigt. Berta Wienziers
In nächster Zeit stehen wieder einige Straßensperren zum Bau neuer Fahrbahnen an. Wie war das eigentlich vor Jahrzehnten bei Straßenbauten und Wegerneuerungen?
Um 1700 entstand der Beruf des Wegmachers, den es bis ca. 1965 gab. Das Werkzeug eines Wegmachers bestand aus einem zweirädrigen Karren, einer Schaufel, einem Kotschaber und einem Besen. Straßen mussten ständig ausgebessert, sauber gehalten und gepflegt werden. Abwässer und Quellen liefen ungehindert auf die Fahrwege und waren oft Ursache des schlechten Zustands der damals üblichen Schotterstraßen. Ein Wegmacher hatte die ihm übertragenen Strecken regelmäßig abzugehen und dabei Schäden auszubessern. Für sechs Jahre Unterhalt einer 1690m langen Straße bekam er ca. 200 Mark Lohn. Namentlich ist 1865 ein Wegmacher Bachmeier, Neumarkt und 1879 ein Wegmacher Eichenseer, Neumarkt erwähnt. Zum Straßenbau von Neumarkt nach Velburg im Mai 1861 liegt ein Brief vor, in dem die Gemeinde aufgefordert wurde, die übernommene Straßenausbesserung zum Ende zu bringen. Es wurden 300 Haufen (je ½ Kubikmeter) Schottermaterial benötigt, um die Distriktstraße auszubessern, wobei das Material teilweise zu grob geschlagen wurde, was zur Ermahnung führte. Bei weiteren Verzögerungen drohte die Behörde mit 10% Zahlungsabschlägen. Das ungebundene Material sollte zur besseren Haftung bei nasser Witterung in die Geleise und Vertiefungen eingebracht werden. Dazu mussten von den anliegenden Gemeinden Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt werden, die unter der Leitung des beauftragten Wegmachers Steine auffuhren und kleinschlugen, Gräben aushoben, kleine Holzbrücken und Wasserdurchlässe errichteten oder Bäume fällten, wenn diese die geplante Straßenführung behinderten. 1879 wurden die zur Unterhaltung nötigen Arbeiten der Deining zugewiesenen 2564m Straßenstrecke vom Ort bis zur Labermühle an den „Wenigstnehmenden“ versteigert. Bei dieser Distriktstraße nach Freystadt war Mittersthal für 2700m Weglänge unterhaltspflichtig, Döllwang für 1240m und Leutenbach für 3265m. 1894 erhält Deining den Auftrag den Verbindungsweg nach Unterbuchfeld, der mehr ein Wassergraben war, auszubessern, Gräben auszuheben, und zur Abführung des Wassers an drei Stellen Durchlässe einzusetzen. Die Rohre (1mx20cm) kosteten 2,10 Mark, insgesamt 31,50 M für 15m. Durch diese eingebauten Durchlässe war es nun möglich, den bisher eisglatten, unpassierbaren Weg auch im Winter zu befahren.
1934 war für Deining eine Umgehungsstraße geplant. Die neue Linienführung sollte bei der Rossamühle von der bisherigen Staatsstraße abzweigen und das versumpfte Laabertal durchqueren, den Grasgarten des Anwesens Volz durchschneiden und die Krämerei Braun vernichten. Der an das Haus Braun anschließende Schlossgarten mit dem alten Baumbestand sollte mittendurch in zwei Teile zerschnitten werden, ebenso der Besitz Mursch, der damit sehr verkleinert worden wäre. Der weitere Verlauf der neuen Straße hätte durch die Lange Gasse nach Waltershof geführt. Dies wäre aber, laut einem Gesuch, für die Deininger eine nicht tragbare Härte gewesen, da dem Dorf damit der geldbringende Durchgangsverkehr gefehlt hätte und somit den Bewohnern die Haupteinnahmequelle entzogen worden wäre. Was den Plan dann letztendlich zum Scheitern brachte, ob es die politischen Verhältnisse, Geldmangel oder der Einspruch der Bauernschaft waren, ist nicht schriftlich überliefert. Dies sind nur einige interessante Beispiele von ausgeführten oder verhinderten Straßenbaumaßnahmen unserer Vorfahren in der Gemeinde.
Berta Wienziers
Straßenbau 1962
Straßenbau 1955
Winterliche Straße 1954
Schon oft hat man sich in unseren Pfarreien gefragt, warum ausgerechnet während der letzten Faschingstage das „40stündige Gebet“ stattfand (inzwischen wurde es auf den 1. Fastensonntag verlegt). Die Menschen wollten ausgelassen Fasching feiern und nicht an Umkehr und Buße denken. Bei uns war es früher üblich, dass am Fastnachtssonntag (Quinquagesima), Rosenmontag und Faschingsdienstag jede Stunde eine andere Gruppe oder ein Gemeindeort betend in der Kirche verbrachte. Ein alter Kirchenanzeiger nennt auch noch die genaue Reihenfolge von 10.30 Uhr bis 18 Uhr: Obfd, Kinder v. Dng, Mitt, Tfd, Leut, Sieg, Ubfd, Dng. Am Dienstag nach der Anbetung um 14 Uhr konnten die Menschen gar nicht schnell genug aus der Kirche kommen, um sich den Faschingszug anzuschauen, der sich nach Ende der Andacht in Bewegung setzte. Die letzten Fastnachtsstunden bis um 24 Uhr wurden noch ausgiebig zum Feiern genutzt. Vor 50 Jahren wurden Brautpaare, die nach dem 40stündigen Gebet heiraten wollten, darauf hingewiesen, dass sie nach Ostern heiraten sollten, da eine Trauung während der Fastenzeit nur schwer möglich wäre. 1728 bat die Gemeinde Deining in einer Eingabe, die Corpus-Christi-Bruderschaft errichten zu dürfen, da die nach Neumarkt eilenden Deininger Bürger Anlass zu Beschwerden gaben. Die „Ewige Anbetung“ in Deining wurde 1736 eingeführt und wird mit einem Dekret mit folgendem Inhalt, untermauert:
Da auch sonst seine Heiligkeit Benedikt XIV. auf die häufigen Klagen der Bischöfe über schwere Missbräuche, die sich während der Fastnachtszeit eingeschlichen haben, mit einem geeigneten Heilmittel zu begegnen wünschte, und nachdem er in Erfahrung gebracht hatte, dass in anderen Kirchen durch fromme Tat die Aussetzung des Allerheiligsten durch drei Tage hindurch, entweder in der Woche von Septuagesima, Sexagesima oder Quinquagesima vor dem Aschermittwoch eingeführt worden ist, hauptsächlich deswegen, dass der Glaube nicht in der Zeit der Versuchung vom Wege des Herrn abweiche und in den genannten Kirchen fromme Beter die Hilfe des Herrn erflehen, hat unser Heiliger Vater Klemens XIII. allen Christgläubigen beiderlei Geschlechtes nach Empfang der Beichte und gestärkt mit der Hl. Kommunion, die diese Kirche besuchen, in denen die fromme Aussetzung stattfindet, entweder an einem Tag oder in einzelnen Triduen, einen vollkommenen Ablass gnädig gewährt. Deswegen dehnte der Hl. Vater Klemens XIII. nach reiflicher Überlegung, da die schon erwähnte Aussetzung des Allerheiligsten Sakramentes an diesen Tagen reichsten Segen gebracht hatte und in Zukunft noch bringen werde, diesen vollkommenen Ablass auf alle Kirchen des kath. Erdkreises aus, wo immer sie stehen, wenn fromme Aussetzung entweder in der Woche von Septuagesima, Sexagesima oder Quinquagesima oder an einzelnen Tagen der vorgenannten Wochen während dreier Tage, oder auch wenn sie nur am Donnerstag der Woche von Sexagesima stattfindet, aus der reichen Quelle der päpstlichen Liebe, gerne aus. Gegeben zu Rom vom Sekretariat für die Ablässe, Nachfolgend noch die Erklärungen für die Begriffe Karneval und Fasching.
Carnevale war im Mittelalter ein Abschiedsgruß ans Fleisch und läutete die 40tägige fleischlose Fastenzeit ein. Es wurden die letzten Fleischreste in einem wilden Treiben und Feiern verzehrt, da sie sonst wegen des Fleischverbots verdorben wären. Fasching nannte man den Fastenschank, also den letzten Ausschank alkoholischer Getränke vor der noch strengen Fastenzeit.
Hausnamen geraten mehr und mehr in Vergessenheit. Sogar die Alteingesessenen verwenden sie immer weniger. Diese Bezeichnungen wurden abgeleitet vom Beruf des Hausbesitzers, seiner Eigenart oder seines Vor- oder Nachnamens. Manche Namen geben aber auch Rätsel auf und meist führen Deutungen in die Irre. Sie haben sich durch die mundartliche Aussprache so stark verändert, dass sich der Ursprung nicht mehr erkennen lässt. Es gibt auch wandernde Hausnamen, die die Besitzer bei einem Hofwechsel zu ihrem neuen Heim mitgenommen haben. Üblich in Arzthofen: Schousta, Paali, Brenna, Schoustab (b=bauer), Schafferb, Koiser, Hejda, Schneinda, Mirzn, Thannbigla, Wirt, Mauara, Mülla, Jackl. Deining: Pflasterb, Mauraschousta, Stecklmeia, Boda, Roma, Bejdldick, Biena, Houmichl, Noglschmie, Schöppe, Sattla, Schlossa, Hausl, Heina, Mussn, Röppe, Pickl, Gratzl, Klousn, Hausüwe, Zellamülla, Schmie, Geest, Wonga, Seerb, Hahnaschousta, Zejgla, Großhausa, Lutta, Schalla. Döllwang: Wirtsma, Lauara, Schmie, Riesn, Poista, Werna, Frank, Hofmann, Forsta, Boustoffö, Koulb, Scheen, Grüjwe, Schreina, Pirza, Geißla, Großhausa, Hormburga, Hackn, Verschenstoffö, Groud, Schneinda, Schweua, Beim, Schmieb, Benna, Pfeiffa, Schneindalenzn, Lehnawirt, Stodlwirt, Wasslschousta, Schaffa. Großalfalterbach: Schmoitzara, Kaschb, Dickerb, Nadara, Getzl, Schwoaznb, Gaberl, Keckl, Keckverl, Wirt, Möhb, Schlierfn, Rechaschousta, Weißara, Kaisa, Posttane, Wonga, Schüjwewa, Kernl, Thumann, Jackl, Krama, Alwertn, Beringa, Michlb. Kleinalfalterbach: Hansl, Wirt, Hornzn, Schneinda, Lenzn, Broutb, Eibna, Kejnzlb, Stofföb, Schaffa, Schmie, Wewa, Outzn, Schoustoffö, Verl, Kaspern, Dickelb, Solla, Krama, Girchoderm, Fösara, Fruadn. Leutenbach: Schneinda, Paals, Walta, Kolla, Ochsenb, Seerb, Dier, Wonga, Wirtsschneinda, Schoustapejda, Geidl, Medara, Poista, Heigl, Frank, Schaffa, Daneb, Outznb, Schmühlejdlb, Wenzl, Röppe, Kotz, Bradl, Berchara, Wölfeb. Mittersthal: Roun, Schneinda, Flierl, Pröj, Hummö, Modasn, Leissl, Schuasta, Flori, Lachna, Mussn, Pejter, Kloabou, Getzn, Stiegler, Groufn, Bejdlb, Kaschpa, Schmie, Hofmann, Feignhans, Panza, Maalierl, Wirt, Leiara, Gleissna, Walta, Schafferlierl, Wenzl, Fruaht, Grana, Becharl, Mundn, Schaffafranz, Geicha, Hejda, Hadara, Wewa, Weissn, Zimmerma, Bleicha. Oberbuchfeld: Wirt, Schmiegrammö, Hacha, Wimb, Leina, Krausl, Koisa, Süppe, Wirtswewa, Brandl, Lodara, Wewa, Pfupfa, Kirschn, Noglb, Outznb, Schwemmb, Pejdab, Schmie, Mantl, Wonga, Krama, Schousta. Pirkach: Getzn, Öla, Paalsn, Hersa, Hoizb, Kerlbourm, Possl, Wirt, Dejdl, Wewa, Lippn, Gramarl, Gammarl. Rothenfels: Kroucha, Kloab, Hoiweg, Kaisa, Grasa, Wirtsb, Näb, Girgnb, Siegenhofen: Brejb, Howab, Mirtlb, Hansl, Woifenb, Schousta, Braunmuss, Krama, Öjllab, Koulb, Pröjn, Leiara, Wirt, Mülla. Lindnb, Decka, Poista, Schneida, Berchb, Zimmara, Girnala, Schraafe, Granna. Tauernfeld: Gumb, Seitzn, Mülla, Unterfeignb, Oberfeignb, Hansab, Schmieb, Festna, Brantl, Lodab, Lenab, Fölix, Schmie. Unterbuchfeld: Hejda, Henara, Wewa, Grejmb, Seitzn, Mathasn, Gromann, Wirt, Dantara, Bietzwastl, Assa, Bietzb, Betzb, Strowe, Schojb, Schneinda, Gougga, Wewab, Daneb, Battl, Krama, Forsta, Sichertn. Waltersberg: Boda, Merl, Beckn, Wonga, Mauara, Stahla, Wendl, Hausaschousta, Heidn, Zinna, Hausa, Wirt, Waltl, Outzn, Lirla, Steffö, Prebsta, Gensb, Reichert, Lori, Schousta, Battl, Albertn, Bradl, Boschousta, Boseffö, Schmie, Fösa, Schreina, Walta, Berchmauara, Hentschl, Beisich, Hädegga. Eine bestimmte Schreibweise gibt es nicht, ebenso ist die Liste unvollständig. Viel Spaß bei der Deutung und Erforschung der einzelnen Hausnamen. Berta Wienziers
Hausnummer 3: Seger
Hausnummer 23: Moosburger
Hausnummer 39. Strobl
Brauchtum von der Erntezeit bis Allerheiligen
Im Herbst, während der Erntezeit und über Allerheiligen hinaus, gab es auch bei uns manches Brauchtum, das sich teils erhalten hat und teils schon vergessen wurde.
In Mittersthal war es üblich, den Letzten beim Dreschen „den Alten anzuhängen“. Dazu banden die Jugendlichen zwei Stecken kreuzförmig zusammen und umwickelten diese mit Stroh. Dieser Form wurde eine Hose angezogen, ein Rock umgehängt und ein Hut aufgesetzt. Der mutigste der Buben musste nun versuchen diesen „Alten“ von hinten auf die Dreschmaschine oder wenigstens in die Scheune zu werfen, ohne dass er dabei erwischt wurde. Der Bauer und seine Helfer passten natürlich sehr gut auf und es ging demjenigen schlecht, der beim „Alten werfen“ erwischt wurde. Die Arme wurden ihm auf den Rücken gebunden, sein Gesicht mit Wagenschmiere, Öl und Ruß geschwärzt. Zum Schluss bekam er noch den „Alten“ auf den Rücken geknotet und so ließ man ihn laufen. Der bestrafte „Altenwerfer“ benötigte jetzt Helfer, die ihn aus seiner misslichen Lage befreiten.
Im Oktober stehen und standen das Erntedankfest und die Allerweltskirchweih im Mittelpunkt. Zum Erntedank wurde die Kirche mit einem Getreidekranz geschmückt und die Feld- und Gartenfrüchte um den Altar geschichtet. In den Familien gab es Weizenkücheln, auch war es 1950 Brauch, dass an diesem Tag die Traktorenweihe stattfand. Die Allerweltskirwa entstand dadurch, dass 1866 die Obrigkeit dem Volk verbot den jeweiligen Jahrestag der Kirchenweihe zu feiern, um das viele „Kirchweihlaufen“ zu unterbinden. Stattdessen wurde nun ein Kirchweihtag für alle eingeführt, was im Laufe der Jahre dazu führte, dass viele Gemeinden zweimal jährlich Kirchweih feierten. Verbunden mit diesen Festen ist auch das Schlachten und das zugehörige Wurstfahren. Verkleidete junge Leute betraten ohne Gruß das Haus, in dem gerade geschlachtet wurde. Einer spielte die Mundharmonika, meist gefolgt von einer Teufelsgeige, die anderen Kostümierten tanzten in der Stube herum. Das war die Aufforderung an die Hausfrau einige frische Würste zu spendieren. Ohne Gruß und Dank verschwanden die Besucher wieder, gesprochen wurde nämlich beim Wurstfahren nicht. Manche Wurstfahrer gaben sich zu später Stunde auch selbst zu erkennen und feierten und schmausten mit der Gastfamilie bis in die Nacht hinein.
An Allerheiligen und Allerseelen gedachte man in erster Linie der verstorbenen Angehörigen und besuchte die reich geschmückten Gräber der Verstorbenen. Allerseelen war früher noch ein Feiertag in Bayern, und wurde allgemein als „Spitzldoch“ bezeichnet. An diesem Tag war es Brauch, dass die Kinder von ihren Paten einen Seelenwecken oder ein Allerseelenspitzl bekamen. Den Mädchen und den Mägden schenkte man außerdem ein Wachsstöckl. Geweihtes Wachs wurde beim Grabbesuch und beim gemeinsamen Gebet daheim, an diesen Tagen viel verbrannt. Um 1950 gingen die Kinder des Dorfes noch von Haus zu Haus und baten:“Gelobt sei Jesus Christus um a Spitzl“. Das „Vergelts Gott“ danach, sollte den Verstorbenen des Hauses gehören und sie aus dem Fegefeuer erlösen. Am Allerseelentag gab es in vielen Wirtshäusern für die Stammgäste eine Maß Freibier, die sogenannte Allerseelenmaß. Statt des üblichen „Prost“ wurde „Vergelts Gott für die Armen Seelen“ gesprochen. Am Abend des Allerseelentages aß man die Semmelmilch, frisch gebackene Semmeln in Milch eingebrockt und mit Zucker und Mohn bestreut. Gerade das Allerheiligenbrauchtum zeigt, dass auch alt Überliefertes in unserer Heimat teilweise immer noch praktiziert wird und somit lebendig ist. Berta Wienziers
Wallfahrtsort Lengenbach
Über die Entstehung der Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau in Lengenbach, erzählt bei einer Visitation 1794 Pfr. Yberle Folgendes: „Johann Brand, Hirt in Oberbuchfeld, befand sich mit seiner Herde auf dem Feld. Da ergab sich bei einem heftigen Donnerwetter ein so großer Regenguss, dass Brand mit seiner Herde in große Gefahr geriet. In dieser Not verlobte er eine Kapelle zu Ehren „Unserer Lieben Frau“ zu errichten, wenn er glücklich dem drohenden Unheil entkäme. Dies geschah, und er erfüllte sein Gelübde, führte auf einem Schubkarren alle nötigen Steine zusammen, ließ eine kleine Kapelle errichten und stellte das Liebfrauenbild hinein, das noch jetzt in Lengenbach verehrt wird. Es fand sich bald auch die Nachbarschaft ein. Opfer fielen an und so konnte eine größere Kapelle erbaut werden, in der mit bischöflicher Erlaubnis auch Gottesdienst gehalten werden darf.“ Aber die Veranlassung zum Kapellenbau ist doch auch noch eine andere gewesen. Es liegt ein Brief des Johann Brand von 1694 vor, darin erzählte er, dass eines seiner Kinder plötzlich gelähmt war, so dass man es wie einen Block heben und legen musste. Alle erdenklichen Mittel wurden angewendet, aber ohne Erfolg. Da habe er sich zu „Unserer Lieben Frau“ verlobt und verheißen, ihr zu Ehren eine Martersäule am Lengenbache errichten zu lassen, wenn sein Knabe gesund würde. Kaum war das Gelübde getan, war auch die Lähmung weg und der Knabe hatte gesunde Glieder. Als er nun sein Gelübde erfüllen wollte, habe er öfter im Schlafe eine kleine Kapelle gesehen und gemeint, Befehl zu erhalten, solche zu bauen. Nach einigem Zaudern wegen seiner Armut, legte er endlich eigenhändig das Fundament und schleppte die schweren Steine herbei. Sein Pfarrer wollte ihm zuerst den Bau verwehren, aber wegen der Geringfügigkeit des Baues und der Gedanke, dass hier von den Vorübergehenden viel tausend Ave Maria gebetet würden, stimmte den Pfarrer um. Nach der Fertigstellung der im Traum gesehenen Kapelle wurde dem Pfarrer erlaubt, an Liebfrauenfesten zur Sommerszeit dem Volke die Litanei dort vorzubeten. Generalvikar Heugel beauftragte nun Pfr. Baumgartner die Sache zu untersuchen. Dieser begab sich mit zwei anderen Geistlichen nach Oberbuchfeld, berief die Ortsvorstände zu sich, begutachtete den geheilten Knaben, sammelte Zeugenaussagen und bestätigte, dass die Kapelle von vielen Leuten eifrig besucht werde. Er meinte, man müsse der einmal entstandenen Andacht ihren Lauf lassen und er sei dafür, dass zwei Pfleger aus der Nachbarschaft aufgestellt würden, welche die Kapelle und ihre Zier zu besorgen und dafür das anfallende Opfer zu verwenden hätten. Der Pfleger von Oberbuchfeld beschwerte sich über die Kapelle, weil er fürchtete, die Gaben für die Oberbuchfelder Kirche würden sich verringern und war erst beruhigt, als die Opfer der neuen Kapelle seiner Kirche zugewiesen wurden. In der Folgezeit gab es immer wieder Gegner der Wallfahrtskapelle, was aber die Gläubigen nicht davon abhielt, an den Nachmittagen der Muttergottesfeste in großen Prozessionen nach Lengenbach zu ziehen. Predigten wurden dort gehalten und die andächtige Menge harrte in Hitze und Kälte aus.Das führte von selbst auf den Gedanken, die Kapelle zu vergrößern und in eine kleine Kirche umzuwandeln. Pfr. Zinckl war besonders dafür tätig und 1762 wurde mit dem Werk begonnen, im Juni 1765 war die Kirche fertiggestellt. Die Wallfahrt hat sich bis heute erhalten, und somit hat sich der Ausspruch des Hirten J. Brand bewahrheitet: „Dem lieben Gott ist es öfters gefällig gewesen, große Dinge durch geringe Werkzeuge zu verrichten, damit die Ehre seinem göttlichen Namen allein verbleibe.“ Berta Wienziers
Das geteilte Dorf Pirkach
Pirkach feiert jedes Jahr im Juni seine Kirchweih. Das Gotteshaus hat Johannes den Täufer als Kirchenpatron und gehört zur Pfarrei Batzhausen. Nur ein Teil des Ortes gehört zur Pfarrei Großalfalterbach. 1951 fand eine Abstimmung über eine Umpfarrung statt. Dabei ergab sich bei den Stimmberechtigten Stimmengleichheit und deshalb wurde die angeregte Umpfarrung zurückgestellt, bis eine einheitlichere Willenskundgebung erfolgt. Pfr. Josef Griesbauer hat den „Eisernen Vorhang“ durch Pirkach 1952 folgendermaßen beschrieben: „Pirkach ist eine Ortschaft, die zur politischen Gemeinde Großalfalterbach im Landkreis Neumarkt gehört. In kirchlicher und schulischer Beziehung ist Pirkach geteilt: 2/3 der Ortschaft gehören zur Kirche und Schule Batzhausen im Landkreis Parsberg und nur 1/3 ist nach Großalfalterbach eingepfarrt und eingeschult. Die Grenze zwischen den beiden Ortsteilen bildet der Verbindungsweg, der von Großalfalterbach über Pirkach nach Freihausen führt. An diesem Weg hängt also gleichsam der „Eiserner Vorhang“, durch den die Ortschaft Pirkach in zwei kirchliche und schulische Zonen zerrissen wird. Dieser merkwürdige Zustand geht zurück auf die Zeit nach der Reformation, wo die einzelnen Landesfürsten je nach ihrer religiösen Einstellung verschiedene Pfarreien mit den dazu gehörigen Ortschaften willkürlich verschachert haben. Es wäre wahrhaftig an der Zeit , dass diese gewaltsame Zerreißung einer Ortschaft wieder in Ordnung gebracht wird. In schulischer Beziehung ist ein diesbezüglicher Antrag durch das Landratsamt und durch das Bezirksschulamt Neumarkt an die Regierung gestellt worden. Vom praktischen Standpunkt aus ist absolut kein Hindernisgrund vorhanden für eine endgültige Einschulung und Einpfarrung der ganzen Ortschaft Pirkach nach Großalfalterbach. Es ist zu hoffen, dass eine baldige Lösung der Zugehörigkeitsfrage erfolgt, so dass der Ortschaft Pirkach jene Einheit und Geschlossenheit zurückgegeben wird, auf welche die gesamte Einwohnerschaft normalerweise Anspruch hat. Als eine Kuriosität, die wohl einzig dasteht, sei hier noch vermerkt, dass Pirkach einen eigenen Friedhof besitzt, in dem aber nur jene Ortsbewohner beerdigt werden, die pfarrlich nach Batzhausen gehören, während jene Pirkacher, die zur Pfarrei Großalfalterbach gehören, an ihrem eigenen Friedhof vorbeigefahren werden zum Begräbnis im Friedhof Großalfalterbach. Wieder ein Grund mehr, endlich einmal eine vernünftige Lösung zu treffen und den sinnlosen „Eisernen Vorhang“ zu beseitigen, durch den die Ortschaft Ptrkach in zwei Teile auseinandergerissen ist.“ 1952 hatte die Trennung auch Auswirkungen auf den Ausbau der Schule von Großalfalterbach. Über Auftrag der Regierung der Oberpfalz mussten 21 Volks- und 4 landwirtschaftliche Berufsschüler aus Pirkach-Ost ihrem zuständigen Schulsprengel Batzhausen überwiesen werden. Eine 4-köpfige Abordnung der Erziehungsberechtigten aus Pirkach-Ost fuhr im Juli 1953 nach Parsberg und Regensburg, um unter Hinweis auf einen Schulstreik die notwendige Bereinigung der Schulsprengel herbeizuführen. Das neue Schuljahr 1953/54 begann für die Schulkinder aus Pirkach-Ost allerdings mit einer großen Enttäuschung. Sie waren alle in Großalfalterbach zum Unterricht erschienen, durften aber an ihrer gewohnten Gemeindeschule nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Es wurden in all den Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten der Trennung immer wieder Versuche unternommen, um eine Lösung für dieses Problem zu finden, aber alle Ansätze scheiterten kläglich.
Gammerl 1912
Postkarte von Pirkach
Schmidt 1930
Der Mai ist für heiratswillige Paare der beliebteste Hochzeitsmonat und manches Brauchtum aus früheren Zeiten hat sich teilweise auch noch bis heute erhalten. Diese alten Bräuche sind in Aufzeichnungen folgendermaßen festgehalten. Zahlreich sind die Sitten bei den Bauernhochzeiten unserer Ahnen. Eine solche Hochzeit findet immer am Dienstag statt. Schon acht Tage zuvor wird von den Dorfbewohnern die ganze Aussteuer der Braut, vielfach auch des Bräutigams, einer eingehenden Kritikbeschau unterzogen. Die Wäschestücke liegen gebündelt und mit bunten Bändern verziert in den offenen Schubladen zu jedermanns Einsicht auf. Für die Begutachtung wird den Kritikern Bier und Brot verabreicht. Dieser Akt wiederholt sich beim Aufladen des „Kammerwagens“. Auf großen, mit Busch und Bändern verzierten Leiterwagen wird die ganze Aussteuer durch den Schreiner aufgebaut, und die große Zahl der Zuschauer weicht nicht von der Stelle, bis der Wagen unter lautem Juchzen des Knechts, dessen Pferde und Peitsche wiederum reich geziert sind, zum Hof hinausfährt. An der Spitze des Wagenaufbaus befindet sich die Wiege, ebenso gehört das schön geschnitzte Spinnrad, der übervolle Aussteuerschrank und nicht zu vergessen das Ehebett auf den Kammerwagen. Den Abschluß des Wagens bildet die festlich geschmückte Brautkuh. Das Aufhalten des Fahrzeugs mit Stricken lassen sich die Zuschauer nicht nehmen. Erst nach Zahlung eines Lösegeldes darf der Wagen weiterfahren. Je reicher der Bauer, desto mehr kleine Geldstücke fliegen durch die Luft und die Kinder raufen sich darum. Ähnlich geht es der, im Landauer nachfolgenden Braut. Am Hochzeitstag selbst bekommt die Braut beim Verlassen des Vaterhauses den „Muttersegen“. Ein Sträußchen Rosmarin, wird vor der Trauung von der Näherin allen Gästen an die Brust geheftet. Musikanten begleiten den Hochzeitszug zur Kirche und danach zum Festmahl daheim oder im Wirtshaus. Sie spielen auf, während die Gästeschar vom Schänkkellner unter der Haustüre empfangen wird und jeder Gast zuerst aus dem gereichten Krug trinkt. Die Gäste nehmen ihre Plätze ein, der Pfarrer sitzt dem Brautpaar gegenüber und während des Mahls wechseln Schnadahüpfl mit den Klängen der Musikkapelle. Während die jüngere Generation sich am Nachmittag beim Tanz tummelt oder sich das Dorf anschaut, wird von den Alten der ganze Hof eingehend besichtigt. Nach dem Abendessen, ist es üblich, dass jeder Gast beim „Über den Tisch schenken“ den Brautleuten ein Geschenk überreicht, und zwar beginnt der Vater des Bräutigams, der die Geldstücke klirrend in die bereitgestellten Schüsseln fallen lässt. Dabei werden alle Schenkenden von den Musikanten ausgesungen. Die Braut sitzt mit ihren Kranzljungfern im Herrgottswinkel und der Bräutigam steht daneben und hält Wein und Gläser zum Anstoßen bereit. Ein besonderes Geschenk bringt der Taufpate, nämlich den reich geschmückten Spitzweck, der auf einem Brett zur Gaudi aller hereingetragen wird. Danach kommt der Auftritt der Köchin, die den Gästen zum Schein die „Verbrennt Hand“ vorweist. Auch der Metzger, der sich angeblich in den Fuß gehauen hat, fordert die Aufmerksamkeit seiner Zuschauer. Jeder Gast gibt ein Geldstück für die „Doktorkosten“. Im folgenden Tanztrubel versuchen Freunde die Braut zu stehlen. Wenn es ihnen gelingt, muss der Bräutigam die Braut suchen und zusätzlich noch die Zeche der „Entführer“ zahlen. Um Mitternacht legt die Braut Kranz und Schleier ab und das Brautpaar verschwindet heimlich. Am Ende des Festes gibt es noch für jeden Gast ein Schmauspaket für daheim. Berta Wienziers
Hochzeit 1912
Hochzeit 1920
In unserer Gemeinde gibt es viele Flurdenkmäler, zu denen Marterl, Stein- , Eisen- oder Holzkreuze, sowie Bildstöcke und Steinsäulen gehören. Bereits im Mittelalter bearbeitete man Steine in Sühnekreuze um, die dann an Orten eines Verbrechens errichtet wurden. Ab dem 17. Jahrhundert entstanden Bildsäulen, die zur Anbetung auf Wallfahrts- oder Prozessionswegen aufgestellt wurden, oder an besonders schön gelegenen Aussichtspunkten. Auf den Bildtafeln, die manchmal einfach nur an Bäumen befestigt waren, wurden gerne Heilige abgebildet, die man um ihren Schutz anflehte. So wurde die Hl. Anna, Patronin gegen einen plötzlichen Tod, der Hl Anton, Patron der einsamen Wanderer, die Hl. Barbara, Schützerin gegen Unwetter, der Hl. Christopherus, Patron der Kraftfahrer, der Hl. Georg, Patron der Reisenden, der Hl. Hubertus, Schützer der Jäger und des Waldes, die Hl. Notburga, Patronin der Mägde und Bäuerinnen, der Hl. Stephan, Schützer der Pferde und der Hl. Veit, Patron gegen Unwetter und die Pest, gerne auf Bildsäulen dargestellt. Im 18. Jahrhundert wurde es üblich, dass jeder Grundstücksbesitzer an seiner Hofgrenze einen Bildstock aufstellte. Kreuze errichtete man als Wettersegen für die Fluren, als Dank für überstandene Krankheit, als Erfüllung eines Gelübdes, als Erinnerung an Kriegs- oder Unfallopfer, als Ersatz für zerfallene Kapellen oder als Kennzeichnung von Grenzen. Viele Kreuze dienten aber auch einfach dazu, um Wege zu markieren, an einsamen Pfaden Orientierungshilfe zu geben, oder vor gefährlichen Stellen zu warnen. In der Umgebung von Flurdenkmälern wurden vermehrt in Kriegszeiten Gegenstände vergraben, die man so markiert, deshalb später leichter wiederfinden konnte. 1956 waren in der Gemeinde Deining zwei alte Steinkreuze aufgelistet. 1985 zählte man in der Deininger Flur 8 Holzkreuze, 2 Steinkreuze, in Döllwang 1 Holzkreuz, 4 Steinsockel-Eisenkreuze, in Kleinalfalterbach 4 Steinsockel-Eisenkreuze, 1 Holzkreuz, in Leutenbach 2 Steinsockel-Eisenkreuze, 1 Holzkreuz, in Siegenhofen 4 Holzkreuze, in Mittersthal 3 Steinsockel-Eisenkreuze, 3 Holzkreuze, 1 Steinkreuz, in Oberbuchfeld 5 Holzkreuze, 2 Steinsockel-Eisenkreuze, 3 Steinkreuze, in Tauernfeld 3 Holzkreuze, 3 Bildstöcke, in Sternberg 1 Steinsockel-Eisenkreuz, in Unterbuchfeld 5 Holzkreuze, 2 Steinsockel-Eisenkreuze, 1 Steingruppe, in Waltersberg 1 Bildstock, 3 Holzkreuze, 2 Steinkreuze, in Großalfalterbach 7 Steinsockel-Eisenkreuze. Auf einem Votivbild, das in der Kirche am Herz-Jesu-Berg in Velburg hängt, kann man erkennen, dass um 1800 bereits ein Feldkreuz auf dem Mittersthaler Berg stand, das 1984 erneuert wurde. An den Tod eines Hubschrauberpiloten, der 1974 im Schneesturm die Orientierung verloren hatte und in der Unterbuchfelder Flur abgestürzt ist, erinnert ein Eisenkreuz, in Form eines Radkreuzes (Symbol für den Lebenslauf), das die Brüder des Toten 1984 gestiftet haben. 2011 wurde in Unterbuchfeld ein Feldkreuz erneuert, das 1822 nach Typhustodesfällen aufgestellt wurde. 200 Jahre nach der „Schlacht bei Deining“ wurde 1996 als Erinnerung daran ein Gedenkstein an der Leutenbacher Straße Einfahrt Bundesstraße 8 eingeweiht. Als Mahnung an diesen Krieg steht bereits seit 1813 ein Bildstock an der Siegenhofer Straße. Die Kreuzigungsgruppe auf dem Kreuzberg ist ein bekanntes Wahrzeichen von Deining, sie wurde 1951 von Pfr. M. Breindl eingeweiht und 2009 erneuert.
An vielen Kreuzen befinden sich Inschriften, auf denen mit ernsten oder lustigen Worten die Betrachter einen Rat erhalten. Gerne suchen auch heute noch viele Leute Flurdenkmäler auf, um zu beten, zu danken, sich zu erinnern oder Ruhe zu finden. Berta Wienziers
Kreuzberg Deining
Marterl von 1813 an der Siegenhofener Straße
Votivbild mit der Schlacht bei Deining 1796
Jubiläen und Jahrtage 2014
Ein neues Jahr steht vor der Tür und es gibt wieder viele ortsgeschichtliche Ereignisse, die sich jähren und gefeiert werden können. 1054 wird Großalfalterbach eine Kirche gestiftet. 1059 wird eine Kirche in Döllwang geweiht. 1129 wird Leutenbach zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1309 in Waltersberg wird eine Kirche geweiht. 1574 werden die Tafernrechte in Oberbuchfeld verkauft. 1629 wird die Pfarrei Tauernfeld aufgelöst und Deining zugeordnet. 1679 wird die abgebrannte Deininger Pfarrkirche neu gebaut, ebenso die Frühmeß- oder Jacobskapelle auf dem anliegenden Friedhof. 1694 wird am Lengenbach um Genehmigung einer Martersäule gebeten und gilt deshalb als Beginn der Lengenbachwallfahrt. 1724 führt Pfr. Zinckl als einer der ersten in Bayern den Kartoffelanbau in unserer Gemeinde ein. 1734 Grundsteinlegung einer neuen Pfarrkirche in Deining. 1779 wird in Deining Johann Nepomuk von Löwenthal geboren, er ist der Verfasser der „Geschichte des Schultheißen-Amtes und der Stadt Neumarkt“. 1834 wird in Leutenbach eine Pferdesegnung urkundlich erwähnt. 1844 kaufen die Gumppenberg das Deininger Schloss. 1879 Gründung der Feuerwehren Deining, Leutenbach und Mittersthal. 1884 werden die, von Georg Lang gemalten Kreuzwegstationen in der Kirche von Kleinalfalterbach geweiht. 1889 wird eine Rotkreuz-Sanitätskolonne gegründet. 1904 Pfr. Geitner gründet den St. Josefsverein und baut einen Kindergarten. 1904 kommen Mallersdorfer Schwestern nach Deining. 1919 wird die 1. Öffentl. Telefonzelle in Kleinalfalterbach eingerichtet. 1929 wird in Leutenbach ein Schulhaus gebaut. 1929 Fahnenweihe des Kriegervereins Großalfalterbach. 1949 erhält die Deininger Pfarrkirche vier neue Glocken und ein Leichenhaus wird eingeweiht. 1949 wird die Straße Deining – Leutenbach für den Verkehr freigegeben. 1954 wird der Schützenverein Deining gegründet. 1959 wird in Tauernfeld eine CSU gegründet. 1959 wird die Wasserleitung in Döllwang eingeweiht. 1959 wird Deining dem telefonischen Selbstwählverkehr angeschlossen. 1959 wird die CAJ gegründet. 1964 findet eine Glockenweihe und Leichenhausweihe in Döllwang statt. 1964 wird die KAB gegründet. 1964 wird in Großalfalterbach eine Jugendblaskapelle aufgestellt. 1969 eröffnet die Sparkasse Neumarkt eine Filiale in Deining. 1969 wird der Schulverband Deining aus der Taufe gehoben. 1974 wird in Waltersberg ein Kriegerdenkmal eingeweiht. 1974 das Kriegerdenkmal in Deining wird renoviert und bekommt einen neuen Standort. 1974 bekommt Deining ein Gemeindewappen und eine -fahne. 1974 wird ein Wanderverein gegründet und der 1. Int. Volkswandertag findet statt. 1974 das Kriegerdenkmal Mittersthal wird eingeweiht. 1974 eine Damengymnastikgruppe bildet sich. 1979 wallfahren zum ersten Mal Großalfalterbacher zum Habsberg. 1984 das 1. Deininger Mitteilungsblatt erscheint. 1984 wird der OGV Großalfalterbach aus der Taufe gehoben. 1989 Iwan Rebroff gibt ein Gastkonzert in der Deininger Pfarrkirche. 1989 das Feuerwehrhaus Oberbuchfeld wird seiner Bestimmung übergeben. 1994 wird die Raiffeisenbank in einem Neubau wieder eröffnet. 1999 findet die 1. Gewerbeschau und der 1. Naturkostmarkt statt. 1999 der Schlauchmarathon der Feuerwehrjugend kommt ins Guiness Buch der Rekorde. 1999 am 31.12. findet die Milleniumsfeier mit Feuerwerk am Rathaus unter großer Beteiligung statt. Noch viele andere Ereignisse wären erwähnenswert und des Erinnerns würdig, aber es soll dies nur eine kleine Aufzählung zum Jahresbeginn 2014 sein. Berta Wienziers
CAJ Deining Fahnenweihe 1965
Lengenbach Erinnerungsbild 1894
Der letzte Kohlenbrenner von Waltersberg
Waltersberg hat neben der Entstehungsgeschichte der prächtigen barocken Kirche auch noch andere geschichtliche Dokumentationen zu bieten. Die Sammlerin von Heimatgeschichten, Marianne Wagner hat vor fast fünfzig Jahren einen Bericht verfasst über den letzten Kohlenbrenner von Waltersberg. Sie schreibt: Der alte Pucherschmied brannte 1903 den letzten Kohlblock. Weil die Steinkohle zu jener Zeit sehr teuer und bei weitem nicht so gut zum Schmiedefeuer geeignet war wie die Holzkohle, musste er den Kohlenmeiler schüren. Dies war eine mühsame, langwierige Arbeit und verlangte besondere Kenntnisse und Sorgfalt. 15-20 Klafter Erlen-, Föhren-, Buchen- oder Eichenholz, alles auf 1m Länge geschnitten, musste an der Brandstatt zusammengefahren werden. Nun konnte, wenn möglich in Wassernähe , mit dem Bau des Kohlenblocks begonnen werden. Als erstes wurden in die Mitte der Kohlstatt drei 2m lange Rangen senkrecht in handbreitem Abstand in die Erde getrieben und 3 Radnabenringe mit Draht festgebunden, die vom Boden aus ca. 60cm von einander entfernt waren. Auf diese Weise entstand eine Art Kamin von 15cm Durchmesser. Von diesem Kamin aus legte der Kohlenbrenner sternförmig einige 2,5m lange Prügel auf den Boden, darauf reihte er Scheit an Scheit, und die Brücke des Brenners war fertig. Auf diese Brücke wurden nun vom Kamin aus die Scheiter senkrecht aneinander nach außen hingestellt, und auf diese erste Lage folgte noch eine zweite. Zwischen die Scheiter warf man noch Kienspäne, Reisig und was man sonst noch an leicht brennbarem Material zur Hand hatte. Dieser ganze Holzhaufen wurde nun als nächstes mit einer Lage Fichtenäste bedeckt, die verhinderten, dass die „Lösch“ zwischen die Scheiter fiel. Unter einer Lösch ist eine schuhdicke Erdschicht zu verstehen, die Schaufel für Schaufel auf den Meiler geworfen und festgeschlagen wurde und die das Auflodern des brennenden Holzes verhinderte. Durch all diese Vorbereitungen war der Kohlblock im Laufe von drei Tagen zu einem stumpfen Kegel von ca. 5m Durchmesser und 2,5m Höhe gewachsen. Zwar war nun die schwerste Arbeit getan, was nun folgte verlangte dafür umso mehr Sorgfalt und Fingerspitzengefühl. Mit einer runden eisernen Stange von doppelter Fingerstärke mussten nun zahlreiche Löcher in die Lösch gestoßen werden, dann endlich konnte man daran gehen, den Meiler zu zünden. Von der Brücke stieß der Kohlenbrenner einen brennenden Ast oder ein Scheit in die Mitte des Meilers, und es dauerte nicht lange, bis aus allen Löchern schwarzer Rauch qualmte. Von jetzt an durfte der Meiler nicht mehr unbeaufsichtigt bleiben und musste Tag und Nacht gehütet werden. Der Kohlenbrenner hatte sich aus diesem Grund in der Nähe des Meilers eine Übernachtungshütte errichtet. Wasserkübel, Erdschaufel und Spritzkrug lagen immer griffbereit. Da sich mit der Zeit im Kohlenmeiler ein mächtiges Feuer entwickelte, verkrustete die Erdschicht und sprang oft in ganzen Stücken ab. Sobald durch eine Öffnung im Meiler das Feuer nach draußen züngelte, musste es sofort mit Wasser gelöscht, oder mit Erde erstickt werden, denn der Holzstoß sollte ja nicht zu Asche verbrennen, sondern nur zu Holzkohle verkohlen. Länger als eine Woche dauerte der Brand des Meilers. Zeigte sich dann bläulicher Rauch, wurde der Meiler auseinander genommen und die verkohlten Scheite mussten nun erkalten. Jetzt konnte die Holzkohle zum Eigenverbrauch benutzt, oder zum Verkauf in Nürnberg oder Regensburg angeboten werden. Diese Geschichte zeigt, dass es auch in unserer Gegend Köhler gab, und brennende Kohlenmeiler zum Alltag gehörten. Der Pucherschmied erzählte auch, dass es vor 1900 umherwandernde Köhler gab, die für die Bauern Holzkohle brannten.
Hr. Pucher
Waltersberg Alte Schmiede
Der Inbegriff ländlicher Idylle ist eine weidende Schaf- oder Rinderherde. Auch deshalb erfreute sich die Schafschurmeisterschaft in unserer Gemeinde so großen Zuspruchs. Im Archiv befindet sich ein uralter Hut-Brief, aus dem hervorgeht, dass es damals Streit zwischen Groß- und Kleinalfalterbach um die Hutweiden gab. Dabei ging es um Pferde- und Schweineherden, um die Hutzeit von Walburgi bis Michaeli, und um den Zugang zu Tränken für die Tiere. Bei einer Ortsbesichtigung aller Parteien kam man überein, dass alles was linker Hand einer bestimmten Markierung lag, Kleinalfalterbach zugesprochen wurde, und alles, was sich rechts davon befand, Großalfalterbach als Hutweide dienen sollte. Die Vermessung wurde in Fußschritten vorgenommen und an den Eckpunkten der Winkelgrad uhrzeigermäßig bestimmt. Die Originalurkunde war auf Eselshaut geschrieben und von Ernst Emerich Graf von Tilly am 18.September 1670 unterzeichnet. Die Abschrift des Originals, beurkundet vom Pflegeamt Holnstein 1792, ist im Archiv noch erhalten. 1709 verfasste J.F.v.Löwenthal für Deining eine neue Hutverordnung, nachdem der alte Gemeindebrief bei einer Feuersbrunst mit verbrannte. Ein großer Bauer durfte neben einem Lammbock 40 Schafe halten, ein „halber“ Bauer 20, ein „viertel“ Bauer 10 und ein Söldner 5 Schafe. Wer bis Weihnachten seine Hutrechte nicht gekauft hatte, durfte im Sommer darauf seine Tiere nicht auf Gemeindegrund weiden. 30 Kr Strafe zahlten die Zuwiderhandelnden. Es gab Wanderhirten, die ihre Herden durch das ganze Land trieben. Diese mussten tgl. mindestens 15km zurücklegen, sich in jedem Ort anmelden und ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis vorweisen. In unserer Gemeinde waren schafhaltende Bauern üblich, die ihre Tiere während der Weidezeit gemeindeeigenen Hirten überließen und auch selbst für Schafwäsche und Schur zuständig waren. Die Schafe wurden bei jedem Wetter in Bächen oder Weihern gewaschen. Nachdem die Schafe getrocknet waren, wurden sie geschoren und anschließend wieder zum Schäfer gebracht, der bei diesen Arbeiten nicht mithelfen musste. Auch für die Gänse gab es bis ca. 1950 noch eine eigene Gänsehut. Mitte Mai wurden die Gänse vom Gänsehirten auf den Gänsberg, oberhalb der Büglmühle, ausgetrieben. Für jede Gans bekam der Hirte im Jahr 30 Pfg und von jedem Bauern jeweils 2 Sonntage Essen. Der Obstberg am Deininger Berg diente als Kuhweide. Für jede Kuh verlangte der Hüter pro Jahr eine Mark und für Jungtiere 50 Pfg. Am 1.Aushüttag fand eine Hirtenmesse statt und am Ende des Hirtenjahres ein Dankamt. Jede Hirtenfamilie wohnte während ihrer Hütejahre im gemeindeeigenem Hirtenhaus, teils kostenlos, teils gegen Pachtgebühr, je nach Vertrag. Die 26 Viehbesitzer von Oberbuchfeld bezahlten 1919 ihren Hirten mit 14 Hektoliter Korn, 2 Schober Stroh, 20 Säcke Kartoffeln und 50 Pfg Lohn für jedes Tier. Nach einem Bauplan von 1920 hatte die Hirtenfamilie von Oberbuchfeld vier Räume zum Wohnen zur Verfügung. Der Mittersthaler Gemeindehirte bekam 1951 als Jahreslohn 100 Bund Stroh, 20 Ztr Brotgetreide, kostenloses Wohnrecht und 2 Tgw Deputatland und für jede Kuh 1,50 DM. Für die Pacht einer Schafweide, bestehend aus dem Kühanger, Gänsberg, Bislohberg, Schwalberg, Deininger Berg mit Obstanlage und dem Krähenberg musste 1966 der damalige Schäfer 1100 DM im Jahr bezahlen. Viele Hirten der einzelnen Dörfer wurden in Pachtverträgen, Gerichtsverhandlungen, Hutverordnungen und verschiedenen anderen Dokumenten namentlich erwähnt und sind uns bis heute im Archiv überliefert.
Kuhherde am Brunnen in Siegenhofen
Schafherde bei Tauernfeld 1956
Schafwäsche in der Laber bei der Eisenbahnbrücke
Die Pfarrer von Döllwang
Am 23. Juni feierte Döllwang seine Kirchweih. Jahrzehntelang zelebrierte Pfarrer Georg Boscher an diesem Tag den Festgottesdienst. Er war der letzte ortsansässige Pfarrer von Döllwang. Geboren wurde Georg Boscher am 27. Dezember 1891 in Beilngries, wo er auch seine Jugend verbrachte. Sein Studium und die theologische Hochschule absolvierte er in Eichstätt. Am 8. April 1916 weihte ihn Bischof Leo von Mergel zum Priester. Seine erste Station war Mündling, wo er als Kaplan tätig war. Raitenbuch bei Weißenburg, Dollnstein, Spalt und Meckenhausen waren ebenfalls Kaplanstellen. Als Pfarrer übernahm Georg Boscher 1924 die Pfarrei Hainbach und wirkte dort zwölf Jahre. 1936 wurde er nach Röckenhofen versetzt und 1945 kam er nach Sindlbach. Er leitete einige Zeit das Dekanat Neumarkt-Land, bevor er ab 16. Oktober 1961 sein Pfarramt in Döllwang antrat. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits 70 Jahre alt. 1971 war er der älteste noch in der Seelsorge tätige Pfarrer in der Diözese. Der rüstige Geistliche unternahm gern kilometerlange Spaziergänge und ging regelmäßig Schwimmen. Während seiner Döllwanger Zeit konnte Pfr. Boscher sein Diamantenes Priesterjubiläum feiern. Er baute das Pfarrhaus, restaurierte die Kirche innen und außen, erneuerte den Fußboden und die Kirchenstühle, erbaute die Sakristei, schaffte ein neues Glockengeläut an, installierte die elektrische Heizung und erbaute ein Leichenhaus. Im 88. Lebens- und 63. Priesterjahr verstarb Pfarrer Georg Boscher am 17. November 1979.
Seine Vorgänger als Pfarrer waren: Pfr. Karl Ettle 1914-1960, Pfr. Mößl 1911-1913, Pfr. Thumann 1905-1910, Pfr. Josef Regler 1887-1904, Pfr. Josef Schönberger 1863-1885. Zur Zeit von Pfr. Schönberger waren die Erträge aus den Pfarrpfründen mit 162,74 Tagwerk, aufgeteilt in 122 Äcker, 11 Wiesen, 3 Waldungen, 8 Ödungen und 2 Gärten, das Entgelt für die Sicherung seines Lebensunterhaltes. Die Grundstücke konnten verpachtet oder selbst bewirtschaftet werden. Da die Parzellen in den Gemeinden Döllwang und Wappersdorf sehr verstreut lagen, bat der Pfarrer um eine Genehmigung zum Verkauf. Die Königl. Regierung erteilte die Erlaubnis für eine Versteigerung. Den Erlös daraus von 14776,32 Gulden für 128,76 Tagwerk bekam die Kirchenstiftung, zum Teil für die Renovierung der Pfarrgebäude.
Weitere Pfarrer von Döllwang: Pfr. Wexler 1858-1859, Pfr. Leonhard Schrembs 1827- 1831. Pfr. Schrembs stellt 1828 eine lange Liste auf, mit Bauschäden an den Pfarrhofgebäuden. Zur damaligen Zeit musste der jeweilige Pfarrherr ein Drittel der anfallenden Kosten tragen. Die anderen Kosten teilten sich das Spital in Freystadt und Neumarkt und ein Zehenteigentümer, namens Zeller. Seinem Vorgänger Lorenz Deigl macht Pfr. Schrembs Vorwürfe, dass er während seiner Amtszeit die Instandhaltung des Pfarrhofs vernachlässigt habe. Pfr. Lorenz Deigl wehrt sich dagegen, da er selbst in seiner Amtszeit Reparaturen hatte und diese Bauarbeiten erst vor vier Jahren abgeschlossen wurden, und beschuldigt seinerseits seinen Vorgänger Pfr. Georg Maier an dem schlechten Bauzustand Schuld zu sein. Deshalb nimmt auch Pfr. Maier dazu Stellung und weigert sich, etwas zu den Kosten beizusteuern. Pfr. Deigl musste ein Drittel der anfallenden Baukosten übernehmen und an Pfr. Schrembs aushändigen. Nach langen Zahlungsverzögerungen, gegenseitiger Schuldzuweisungen und neuerlichen Bauschäden wurde eine billigere Baulösung angestrebt und Pfr. Schrembs verließ 1831 infolge dieses Streites seine Pfarrei. Urkundlich erwähnte Pfarrer waren davor: Pfr. Lorenz Deigl 1822-1827, Pfr. Georg Maier 1807-1822, Pfr. Georg Ruepp 1788, Pfr. Hartmann 1711, Pfr. Knab 1700. Berta Wienziers
Pfarrhaus Döllwang
Pfarrer Boscher mit Familie
Pfarrer Ettle mit Kommunionkindern
Medizinische Versorgung durch Ärzte in Deining
Im 10. Bauabschnitt des Baugebiets Oberbuchfelder Weg wurde eine neue Straße dem langjährigen Deininger Arzt Dr. Josef Lang gewidmet. Er praktizierte ab September 1947 in Deining im Haus von Fam. Solleder. Mit seiner Familie wohnte er in der Anfangszeit bei Fr. Bäumler, später im Haus von Hr. Fritz, bis 1952 der Umzug in das neugebaute Haus am Unterbuchfelder Weg erfolgte. 1980 ging er in den Ruhestand und lebte dann noch einige Jahre in Deining. 1988 verzog er nach Nürnberg und starb dort am 5.12.1993 im Alter von 78 Jahren. Dr. Lang machte seine Hausbesuche anfangs mit dem Fahrrad, dann mit einem Motorrad, und ab 1949 mit einem Auto. Weil die Wege der Umgebung so schlecht waren , benötigte der Arzt alle zwei Jahre einen neuen Volkswagen. Bis 1958 hielt er auch am Sonntag nach dem Gottesdienst ab 10 Uhr Sprechstunde und hatte somit keinen einzigen Tag frei. Erst als er mit den benachbarten Ärzten Vertretungsdienst vereinbarte, musste er nur noch alle drei Wochen Sonntagsdienst machen. In der Praxis hat Dr. Lang alles gemacht, was außerhalb einer Klinik möglich war. Er röntgte, versorgte und gipste Brüche, nähte und klammerte Wunden und entfernte Fremdkörper aus den Augen. Da damals keine Frau zur Entbindung in ein Krankenhaus fuhr, war der Arzt zusammen mit der Hebamme auch Geburtshelfer. Für seine erste Deininger Geburt bekam er vom frischgebackenen Vater als Dank einen Laib Brot geschenkt. Bevor Dr. Lang seine Praxis in Deining eröffnete, waren die Kranken auf Ärzte aus Neumarkt angewiesen. Dr. Kraus, Dr. Richter, Dr. Hölzl und andere Ärzte wurden in Notfällen konsultiert. 1894 wird in einem Dokument der Neumarkter Arzt Dr. Haschwander erwähnt, der zu einer schwierigen Entbindung geholt wurde.
Davor allerdings hatte Deining bereits ortsansässige Ärzte. Vor 1844 lebte und wirkte hier ein Dr. Schwarzer, der seine Praxis neben dem Posthaus hatte. Ab 1846 war Dr. Simon Neumeyer lange Jahre in Deining tätig, bevor ab 1872 Dr. Rudolf Kreuzeder die Kranken des Ortes und der Umgebung behandelte.
In einem Schreiben der Gemeinde Deining von 1869 an die Gemeinde Waltersberg wird angefragt, ob sich der Ort an der Bezahlung eines Arztes in Deining beteiligen würde. Das lehnten die Waltersberger ab, und so musste Deining allein die anfallenden Kosten tragen.
Zur Entlastung der Ärzte gab es früher die Bader. Diese zogen Zähne, ließen die Kranken zur Ader, kümmerten sich um Knochenbrüche, Auskugelungen, saubere Wundversorgung und übernahmen bei den Verstorbenen die Leichenschau. 1878 kostete eine Wiedereinkugelung durch den Bader, samt Gang und Zeitaufwand 8,10 Mark. 1647 wurde im Schwedenkrieg Der Deininger Bader für täglich 18 Kreuzer
zur Krankenversorgung in Neumarkt hinzugezogen. Ab 1836 war Spitz Georg (Hs-Nr.67) Bader in Deining, ab 1871 Forster Josef (Hs-Nr.4), ab 1908 Bohn Josef (Hs-Nr.67) und ab 1914 Schöndorfer Lorenz (Hs-Nr.29). Viele ältere Deininger Bürger bekamen durch die Hebammen Hollweck und Birner Starthilfe ins Leben. In Aufzeichnungen namentlich erwähnte Hebammen waren: 1879 Anna Seger, 1862-1894 Mathilde Kraus, 1894 Anna Moosburger, 1917-1949 Margarethe Birner, 1924-1968 Margarete Hollweck. Frau Hollweck half ca. 3000 Kindern auf die Welt und versorgte die Bezirke Döllwang und Deining. Zu Beginn ihrer Tätigkeit war sie zu Fuß, mit Fahrrad und Motorrad, später mit ihrer allseits bekannten BMW Isetta in den Dörfern unterwegs. Inzwischen erblicken die neugeborenen Gemeindebürger in Neumarkt das Licht der Welt, und große und kleine Patienten werden in Deining von zwei Ärzten versorgt.
Die Hebamme Margarete Hollweck mit ihrer Familie
Bader Lorenz Schöndorfer
Statistische Zahlen von früher
Am Jahresanfang werden überall Statistiken erstellt. Auch im Archiv lagern Zählungen und Berechnungen über unsere Gemeinde. Die Bevölkerungsbewegung in 100 Jahren (1876-1976) sah folgendermaßen aus. Gemeinde Deining 1709 Geburten, 465 Trauungen, 1239 Sterbefälle, Gem. Döllwang: 1109 G., 242 T., 803 S., Gem. Großalfalterbach: 1119 G., 258 T., 766 S., Gem. Kleinalfalterbach: 514 G., 112 T., 369 S., Gem. Leutenbach: 1158 G., 246 T., 743 S., Gem. Mittersthal: 1087 G., 162 T., 614 S., Gem. Oberbuchfeld: 1018 G., 202 T., 659 S., Gem. Unterbuchfeld: 845 Geburten, 153 Trauungen, 531 Sterbefälle. Bei der Volkszählung 1950 stellte man fest, dass die damalige Gemeinde Deining 784 Einwohner hatte, davon waren 357 männlich und 427 weiblich, Gem. Döllwang 271 Einw. (138 m/133 w), Gem. Großalfalterbach 482 Einw. (225/257), Gem. Leutenbach 423 (192/231), Gem. Mittersthal 287 (150 m/137 w), Gem. Oberbuchfeld 306 (149 m/187 w), Gem. Tauernfeld 346 (160 m/186 w), Gem. Unterbuchfeld 289 (136 m/153 w). Die Zahl der Häuser 1973 in den einzelnen Orten: Mittersthal 62, Deining 212, Kleinalfalterbach 27, Großalfalterbach 60, Oberbuchfeld 30, Pirkach 29, Lengenbach 3, Unterbuchfeld 35, Arzthofen 10, Rothenfels 11, Tauernfeld 40, Leutenbach 41, Bahnhof 46, Döllwang 56, Hackelsberg 21, Waltersberg 52, Körndlhof 4, Sternberg 7.
Im Dezember 1948 fand eine Viehzählung in Deining statt. Demnach gab es zu diesem Zeitpunkt 15 Pferdebesitzer mit 32 Pferden, 61 Höfe mit 254 Rindern, 16 Schafhalter mit 62 Schafen und 73 Schweinezüchter mit 219 Schweinen. Außerdem zählte man noch 27 Ziegen, 595 Hühner, 148 Gänse, 1 Ente, 8 Truthähne und 28 Bienenvölker. Dem gegenüber steht die Deininger Viehzählung von 1976. In diesem Jahr hielten 3 Pferdebesitzer 4 Pferde, 13 Höfe 230 Rinder, 1 Schafhalter 7 Schafe und 18 Schweinezüchter 444 Schweine. 196 Hühner und 19 Gänse lebten in 15 Höfen. Am 14.8.1949 fand die Wahl zum 1.Bundestag statt. Das Ergebnis in Deining bei 450 Wahlberechtigten: CSU 190 Stimmen, Sozialdemokratische Partei 40 St., FDP 4 St., Wirtschaftliche Aufbauvereinigung 51 St., Kommunistische Partei 8 St., Bayernpartei 135 St.. Bei der Wahl zum 2.Bundestag 1953 entfielen bei 516 Wahlberechtigten auf die CSU 340 Stimmen., SPD 78 St., FDP 6 St., KPD 4 St., BHE 17 Stimmen. Ganz interessant sind Aufzeichnungen aus der Deininger Wirtschaftswunderzeit. 1958 gab es hier noch 15 Pferde. 1959 übernahmen ihre Arbeit schon 7 Traktoren, 1960 dann 16 und 1962 arbeitete man bereits mit 23 Bulldogs. 1960 fuhren außerdem schon 40 Autos im Ort, 1962 gab es 64 Autobesitzer. Noch schneller vermehrten sich die Fernseher in Deining. Fast alle Dorfbewohner schauten 1960 bei 17 Familien fern, zwei Jahre später verteilten sich die Zuseher auf inzwischen 45 Familien.
Die Eltern in unseren einzelnen Gemeindeteilen gaben ihren Neugeborenen von 1850 bis 1900 am liebsten folgende Namen: 1. Johann, 2. Josef, 3. Michael, 4. Georg, 5. Franz, 6. Willibald. Die Mädchen taufte man: 1. Maria, 2. Barbara, 3. Anna, 4. Walburga, 5. Theresia, 6. Margareta. Fast unverändert in der Beliebtheit, wurden die Kinder von 1900 bis 1950 wieder mit den gleichen Namen benannt, wie ihre Eltern, nur z.T. in anderer Reihenfolge: 1. Johann, 2. Josef, 3. Michael, 4. Georg, 5. Xaver, 6. Willibald. Die Mädchen hießen in diesen Jahren hauptsächlich: 1. Maria, 2. Barbara, 3. Walburga, 4. Theresia, 5. Anna, 6. Kreszentia.
Auch heute werden Neugeborene wieder sehr oft mit alten familienüblichen Namen bedacht.
Festtage und Jubiläen für 2013
Verschiedene Festtage im kommenden Jahr werfen ihre Schatten voraus. Runde und halbrunde Gründungsjubiläen stehen den Vereinen ins Haus und können 2013 gefeiert werden. Auch Gedenktage jähren sich wieder im neuen Jahr und sollen in Erinnerung gerufen werden. 1063 wurde in Großalfalterbach eine Kirche eingeweiht. 1233 wird in alten Dokumenten zum ersten Mal ein Hermann v. Rothenfels genannt. 1288 brannte Großalfalterbach teilweise ab. 1343 erste Nennung einer Kirche in Leutenbach. 1688 Erste Erwähnung eines Schulmeisters in Deining. 1723 kommt Pfarrer Zinckel nach Deining und macht hier den Kartoffelanbau bekannt. 1773 wird die St. Ulrichskapelle neu errichtet. 1798 Bau der Herz-Jesu-Kapelle in Sternberg. 1833 wird die neue Kirche in Großalfalterbach eingeweiht. 1873 Eröffnung der Eisenbahnstrecke Neumarkt-Seubersdorf. 1883 wird in Großalfalterbach ein Armenhaus gebaut. 1893 Der Bischof von Klagenfurt bestätigt die Echtheit einer Reliquie des Hl. Willibald, die sich in Deining befindet. 1893 wird in Ornbau Franz X. Lederer geboren, der ab 1929 Deininger Pfarrer wird. 1898 werden die Feuerwehren Großalfalterbach und Kleinalfalterbach gegründet. 1903 wird in Waltersberg der letzte Kohlenmeiler entzündet. 1913 Bau einer Wasserleitung in Tauernfeld. 1923 Errichtung einer Poststelle in Großalfalterbach. 1923 Das elektrische Licht kommt nach Tauernfeld. Ab 1928 wirken die Abenberger Schwestern in Deining. 1933 Errichtung eines Kriegerdenkmals in Großalfalterbach. 1938 wird die Deininger Pfarrkirche erweitert. 1948 Beginn der Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke. 1948 wird in Waltersberg die Wasserleitung in Betrieb genommen. 1953 wird der FC Deining gegründet. 1953 wird der Kreuzweg zum Kreuzberg eingeweiht und die Kriegergedenktafeln im Deininger Leichenhaus werden enthüllt. 1958 beginnt die Flurbereinigung in Leutenbach. 1958 stirbt der letzte Deininger Schloßbesitzer Baron Ottmar v. Gumppenberg. 1958 wird die Landwirtschaftliche Berufsschule in Deining aufgelöst. 1963 wird die Tauernfelder Kapelle abgerissen und wieder aufgebaut. 1968 Die Poststelle Waltersberg wird aufgelöst. 1973 bekommen die Kriegerdenkmale in Döllwang und Leutenbach den kirchlichen Segen. 1973 wird die neue Ulrichskapelle eingeweiht. 1973 wird der Grundstein für das Schützenhaus in Großalfalterbach gelegt. 1973 wird der OVV Deining-Bahnhof gegründet. 1973 wird die neue Verbandsschule ihrer Bestimmung übergeben. 1978 bildet sich der Kirchenchor Deining. 1978 wird F.X. Oettl Bürgermeister der Gemeinde. 1978 Deining wird mit den umliegenden Orten eine Großgemeinde. 1978 wird der neue Kindergarten eingeweiht. 1983 wird der OGV Waltersberg gegründet. 1983 wird die Tischtennisabteilung des FC Deining ins Leben gerufen. 1988 wird die Kläranlage ihrer Bestimmung übergeben. 1988 der OGV Oberbuchfeld wird gegründet. 1988 findet die Fahnenweihe der SKK Döllwang statt. 1988 Döllwang und Hacklsberg erhalten die Kanalisation. 1993 Der langjährige Deininger Arzt Dr. Josef A. Lang stirbt in Nürnberg. 1998 stirbt Pfr. Güthlein, Pfarrer von Waltersberg. 1998 übernimmt Pfr. Jäger als Seelsorger die Pfarreien der Gemeinde. 1998 Kleinalfalterbach bekommt ein neues Feuerwehrhaus. 1998 wird in Tauernfeld ein „Verein zur Erhaltung bäuerlicher Landwirtschaft und Kultur“ gegründet. 1998 eröffnet Dr. Gruber seine Arztpraxis und Fr. Pappert die Labertal-Apotheke. 2003 wird der Partnerschaftsvertrag mit Eggenburg unterzeichnet. 2003 wird Pirkach kanalisiert. Dies sind nur einige Ereignisse unserer reichhaltigen Ortsgeschichte und sollen hiermit wieder bekanntgemacht werden.
Deininger FC im Jahr 1954
1963 wird die Kapelle in Tauernfeld abgerissen und wieder aufgebaut
Pfarrer Franz X. Lederer 1929 in Deining
Sagen, Märchen und weitere schaurige Geschichten
In alten Zeiten, als unsere Vorfahren weder Film noch Fernsehen kannten, setzten sie sich am Abend zusammen, handwerkten und sangen oder erzählten sich dabei Geschichten. Wahre Begebenheiten und erfundene Geschichten machten so die Runde. So entstanden auch Märchen und Sagen, die von Generation zu Generation weitererzählt wurden. In manchem Dorf unserer Gemeinde überlieferten sich ortsgebundene Sagen, andere wurden in vielen Gegenden Bayerns ähnlich erzählt, und dabei behauptet, im eigenen Ort wäre das passiert.
Das arme Leutenbacher Schneiderlein
Dieser Schneider soll in bitterster Not gelebt haben, und eines Tages war er plötzlich verschwunden. Obwohl sich seine Mitmenschen zuvor nicht um ihn gekümmert hatten, suchten sie ihn nun und fanden den toten Schneider hinter einem Gartenzaun. Damit niemand erzählen konnte, dass die Leutenbacher ihre Mitbürger verhungern ließen, steckten sie dem Toten noch schnell ein Küchel in den Mund.
Der Köhler zu Leutenbach
Im Eicherholz lebte ein Köhler, der täglich, selbst an hohen Feiertagen, seinen Meiler schürte. An einem Heiligen Abend stürzte plötzlich ein schwarzer Pudel mit feurigen Augen knurrend und bellend auf den Köhler. In diesem Moment riefen in Deining die Glocken zur Christmette, und der Köhler besann sich seiner Christenpflicht und bekreuzigte sich. Da war auch der Teufel in Pudelgestalt wieder verschwunden.
Der Teufel von Tauernfeld
Ein paar Bauern gingen statt zur Christmette zum Kartenspielen ins Wirtshaus. Plötzlich ging die Tür auf und ein junger Mann kam herein, der sich zu den Spielern gesellte. Als ein Kartenspieler eine hinuntergefallene Karte aufheben wollte, stellte er fest, dass der Unbekannte Bocksfüße hatte. Er schrie auf, und da war auch der Fremde weg.
Die untergegangene Burg Rothenfels Das Rittergeschlecht der Herren von Rothenfels war recht streng zu seinen Untertanen. Als einmal ein Bauer seine Steuern nicht zahlen konnte, wurde er eingesperrt und musste verhungern. Die Witwe, die mit den Kindern vom Hof vertrieben wurde, verfluchte den habgierigen Ritter, und wünschte ihm, dass ihn der Teufel holen solle und von seiner Burg kein Stein auf dem andern bleiben solle. Tatsächlich ist nichts mehr von der Burg und den Burgherren geblieben.
Der Döllwanger Schimmelreiter Ein Bauer aus Roßthal hatte im Wirtshaus geprahlt, dass er weder Gott noch Teufel fürchte. Nach Mitternacht machte sich das Bäuerlein auf den Heimweg. Nach einigen hundert Metern Fußweg flog plötzlich ein weißglühendes Ross mit wehender brennender Mähne auf ihn zu. Auf dem Feuerross saß ein unheimlicher Reiter, dessen zerfetztes Gewand über und über mit Blut beschmiert war. Kurz vor dem Bauern fiel der Pferdekopf von dem Geistergaul und rollte auf ihn zu. Ohnmächtig brach der Bauer zusammen und kam erst Stunden später wieder zu sich. Am Tag darauf wurde in der Nähe des Schimmelreiterlochs ein Pferdegebiss gefunden.
Schaurige Labermühle
Im kalten Graben, nahe der Labermühle wurde manch nächtlicher Wanderer durch großes Gepolter und Lärmen erschreckt. Man hörte Pferdegetrampel, Wagenrasseln und Peitschenknallen, und schon jagte eine Kutsche, von vier Rappen gezogen, vorüber. Einige erzählten, dass sie vor die Brust gestoßen und zu Boden geworfen wurden. Als sie sich wieder aufraffen konnten, sahen sie in der Ferne nur noch einen Reiter ohne Kopf.
Zahlreich waren auch Geschichten von Irrlichtern, Wilden Jagden, Druden, feurigen Drachen, Kräuterweibern, weißen Frauen und Schlossgespenstern, die alle Zuhörer in Angst und Schrecken versetzten und ihnen schlaflose Nächte bereiteten.
Deininger Ordensschwestern
Die jahrzehntelange segensreiche Tätigkeit der Deininger Klosterschwestern steht in unlösbarem Zusammenhang mit den beiden Altenheimen St. Josef und St. Anna und dem Kindergarten.
Die Grundlage zur Gründung der St. Josefsanstalt war ein Kaufvertrag vom 8. April 1902, der die Errichtung einer Kleinkinderbewahranstalt in Haus Nr. 37 unter Leitung von Klosterfrauen vorsieht. Zur Unterhaltung dieser Anstalt wurde der St. Josefsverein gegründet, der bereits nach einem Jahr über 200 beitragzahlende Mitglieder hatte. Da sich aber herausstellte, dass das vorgesehene Gebäude zu klein für einen Kindergarten mit Spielplatz und unvereinbar mit einer ambulanten Krankenpflegestation war, konnte aus diesem Grund das Haus Nr. 45 erworben und mit den Mallersdorfer Schwestern verhandelt werden. Am 23. Juni 1904 trafen die ersten drei Schwestern in Deining ein, und wurden in feierlicher Prozession zur Kirche geleitet. Ab 1914 durfte in der hauseigenen Kapelle das Allerheiligste aufbewahrt werden. 1928 werden die Mallersdorfer Schwestern wegen Personalmangels andernorts aus Deining wieder abgezogen und am 1. September 1928 übernehmen die Abenberger Schwestern die St. Josefsanstalt. 1931 wurde ein kleines Altenheim mit 17 Plätzen eröffnet.
1935 erhielt Sr. Timothea die Genehmigung für die Erteilung von Handarbeitsunterricht an den Schulen in Deining, Leutenbach und Tauernfeld. Zur Tätigkeit der Nonnen gehörte außer der Kinder- und Krankenpflege, die schulische Handarbeitslehre, Seelsorge in der Pfarrei, die Hostienbäckerei, Pflege der Kirchenwäsche, Kirchenschmuck und -reinigung, Ausbesserung und Neuanfertigung von kirchlichen Paramenten, sowie die Bewirtschaftung der hauseigenen Landwirtschaft. Auch das Theaterspiel und den Chorgesang leiteten die Schwestern.
1951 zogen die ersten zwei Schwestern ins neuerbaute St. Annaheim ein. 1955 erfolgte die Einweihung des neuen Kindergartens. Die Oberinnen der Heime waren meistens auch die Heimleiterinnen. Die Oberinnen des Josefsheims waren:
Sr. Polykarpa, Sr. Elfriede, Sr. Amata, Sr. Adeltraud, Sr. Timothea, Sr. Wiborata, Sr. Arkadia, Sr. Remberta, Sr. Oranda, St. Norbertina, Sr. Manuela und Sr. Melchiada. Die Oberinnen des Annaheims waren: Sr. Landolfa, Sr. Landelina, Sr. Pudentiana, Sr. Editha, Sr. Melchiada, Sr. Nobertina, Sr. Carmelita, Sr. Hedwig, Sr. Clarissa, Sr. Radegunde und Sr. Cordula. Jedem Deininger Kind ist die eigene Kindergartenschwester in bleibender Erinnerung: Sr. Friedolina, Sr. Philippa, Sr. Aureliana, Sr. Brunhildis, Sr. Luitgarda, Sr. Heribalda, Sr. Carissima und Sr. Martina nahmen Zwei- bis Sechsjährige in ihre Obhut. Den Handarbeitslehrerinnen Sr. Timothea, Sr. Adeltraud, Sr. Leopoldina, Sr. Gottlieba, Sr. Melitta, Sr. Remberta, Sr. Arkadia und Sr. Pachomia, haben die Deininger Frauen ihre Nähfähigkeiten zu verdanken.
Die Krankenpflegerinnen Sr. Landolfa, Sr. Irene, Sr. Erwina, Sr. Imberta, Sr. Wiborata, Sr. Amata, Sr. Maurina, Sr. Elia, Sr. Simeona, Sr. Flaviana, Sr. Palotta, Sr. Remberta, Sr. Adelina, Sr. Willibalda, Sr. Floriana, Sr. Paulina, Sr. Engelharda, Sr. Oranda, Sr. Norbertina, Sr. Chrysantha, Sr. Melchiada und Sr. Basilia halfen den Kranken in manch schwerer Stunde. Selbst die Küchen- und Hausschwestern wie z.B.: Sr. Bruna, Sr. Irene und Sr. Eligia waren im Ort bekannt, da auch sie, wie alle anderen Nonnen beim täglichen Kirchenbesuch nicht fehlten und auf das Benehmen der Schulkinder achteten. Allein im Annaheim lebten im Laufe der Jahre ca. 70 Ordensfrauen. Die Schwestern bereicherten das gesellschaftliche Leben und waren aus dem Ortsbild nicht wegzudenken bis sie aus Deining abgezogen wurden und eine große Lücke hinterließen. Berta Wienziers
Die Deininger Schwestern im Jahr 1999
Der Deininger Kindergarten fotografiert im Jahr 1930
Junge Deininger Frauen aufgenommen im Jahr 1951
Deininger Schloßbesitzer
Deining war eines der ältesten Landsassengüter der vormaligen oberen Pfalz. Zu den ältesten Deininger Gutsbesitzern zählen die Gross von Altenberg. 1131 wird ein Herger von Tugingen in Urkunden erwähnt. 1278 stand Gotfried von Heideck die Vogtei Deining zu. Ein anderer früherer Besitzer ist Friedrich von Rohrenstadt, der 1322 aktenkundig wird. Bald nach ihm erscheinen Erasmus und Martin Truchseß von Waltersheim als Eigentümer. Sie gaben dem von ihnen erbauten Waltershof ihren Namen. 1345 ist Hartung Schweppermann, ein Sohn des berühmten Seyfried Schweppermann Gutsherr. Bis eine Schweppermann Tochter 1396 Konrad Ittlhofer heiratete, blieb das Gut in dieser Familie. Ab 1416 stammen die nächsten Besitzer ungefähr 130 Jahre aus dem Geschlecht der Ittlhofer. Es vererbte sich von einem Familienmitglied auf das andere, oder wurde untereinander gekauft und getauscht. Bei den Religionsveränderungen übersiedelte dieser Familienstamm dann nach Österreich. 1550 übernahm das Gut Peter Steinhauser. Sein Nachfolger war 1600 Michael Liedl, der seinen Besitz 1620 an Sigismund Theophus Richius verkaufte. Nach diesem war 1631 Johann Christoph von Westernach Gutsherr, bis sein Vorgänger Richius das Gut 1639 wieder übernahm. Danach kaufte Kaspar Geisler den Besitz und veräußerte 1693 an Johann Franz von Löwenthal, der die Kriegs-Brandstätte wieder aufbaute. Das Deininger Schloß stammt in seiner heutigen Form aus dieser Zeit. Bis 1830 vererbte sich das Gut in der Familie Löwenthal von Generation zu Generation. Im Jahre 1830 wurde August von Haubner Eigentümer. Der folgende Gutsherr Graf von Holnstein bot es dem Staat Bayern zum Kauf an. König Ludwig I. genehmigte diesen Kauf und verlieh es 1844 an Anton Reichsfreiherrn von Gumppenberg. Nach dem Abdanken des Königs, verschiedenen Todesfällen der Vertragspartner und folglich jahrelang dauernder Querelen um den Besitz, wurde das Rittermannslehen erst 1927 endgültig aufgelöst und das Schloß zum Eigentum der Familie Gumppenberg. 1961 musste das Schloß wegen großer Schulden verkauft werden. Außer den Gutsbesitzern selbst, heben sich immer wieder verschiedene Angehörige der jeweiligen Familien in den Geschichtsbücher durch ihre Lebensläufe hervor. So wird 1370 Heinrich Schweppermann, der älteste Bruder des Deininger Gutsbesitzers Hartung als erster Pfarrer von Deining namentlich erwähnt. Er muss ein sehr hohes Alter erreicht haben, da er schon 1325 als Pfarrer von Eschenbach und auch noch 1399 als Pfarrer von Burgebrach aufgeführt ist. Johann Nepomuk von Löwenthal auf Deining ist der Verfasser der 1805 in München erschienenen „Geschichte des Schultheißenamtes und der Stadt Neumarkt“ und hat sich dadurch auch ein Denkmal für die Nachwelt gesetzt. Friederike von Gumppenberg war bis zu ihrer Vermählung 1857 mit ihrem Vetter Ludwig von Gumppenberg aus Deining, die Hofdame der Kronprinzessin und späteren Königin Marie von Bayern. Die hübsche Friederike beeindruckte König Ludwig I. so sehr, dass er sie für seine „Galerie der schönsten Frauen und Mädchen“ als 28. Schönheit malen ließ. Friederike von Gumppenberg konnte aber auch selbst ausgezeichnet malen, so fertigte sie 1880 ein Aquarell vom damaligen Deininger Ortsbild. Sie wurde 93 Jahre alt und war die Großmutter von Baron Ottmar Hubert von Gumppenberg. Dieser war in vielen Ortsvereinen Mitglied und fühlte sich in jeder Gesellschaft sehr wohl. Nach dem Krieg wurde Ottmar Hubert von Gumppenberg 1945 von den amerikanischen Besatzern ein Jahr als Übergangs-Bürgermeister eingesetzt. Sehr viele Deininger fanden im Schloß einen Arbeitsplatz und waren den Adelsfamilien treu verbunden. Berta Wienziers
Aquarell der Friederike von Gumppenberg - Ortsbild von Deining 1880
Baron Ottmar Hubert von Gumppenberg bei einer Fronleichnamsprozession
Bedienstete des Schlosses
Ortsteil Deining-Bahnhof
Der Ortsteil Bahnhof feiert seit dem Kapellenbau und der Einweihung 2001 seine Kirchweih vom Barmherzigen Jesus meist am Sonntag nach Ostern. Legendär ist aber die frühere Bahnhofskirwa, die allerdings nicht am Gedenktag des Kirchenpatrons, sondern regelmäßig zum Namenstag des damaligen Bahnhofwirts Jakob Schöll stattfand. Der Bahnhof Deining entstand erst durch den Bau der Eisenbahnlinie Regensburg - Nürnberg, der 1869 beschlossen wurde. Die ersten Gebäude des Ortsteils waren der Bahnhof, ein Bahnwärterhaus und die Bahnhofsgaststätte. 1875 lebten dort bereits 18 Personen in 5 Gebäuden, 1982 waren es 43 Haushalte mit 169 Einwohner. Auch die jetzige Straßenführung von der Labermühle bis zum Bahnhof wurde erst nach 1873 erbaut, dabei mussten 42 Gemeindebürger Grund für 750 m Straßenlänge abtreten, wobei die Grundbesitzer zwischen 1 m und 68 m opfern mussten. Die Kosten des Straßenbaus von Greißelbach bis zum Bahnhof wurden 1875 mit 12544 fl 30 kr veranschlagt.
Interessant sind für diese Zeit auch die Tauf-, Heirats- und Sterbematrikeln der einzelnen Orte unserer Gemeinde. Von 1870 bis einschließlich 1873 wurden 122 Geburten nur von Bahnarbeiterkindern eingetragen, 37 Bahnarbeiter ließen sich trauen und vier Sterbefälle von Eisenbahnarbeitern sind aufgelistet. In ihrer langen Geschichte machte die Eisenbahnlinie regelmäßig durch spektakuläre Störungen und Unfälle von sich reden. Schon beim Bau der Eisenbahnstrecke rutschte immer wieder Erdreich ab und verzögerte die Fertigstellung. Am 29. Dez. 1882 stand im Neumarkter Tagblatt zu lesen: „Die Bahnlinie von Neumarkt nach Regensburg wurde gestern auf einige Zeit dadurch unfahrbar gemacht, dass am Einschnitte zwischen Deining und Seubersdorf, dort, wo beim ursprünglichen Bahnbau ein Tunnel noch vor der Vollendung zusammengestürzt war, eine der noch stehenden Seitenmauern in Folge des Tau- und Regenwetters zusammenbrach und das Geleise mit Trümmern überschüttete. Da rasch zahlreiche Arbeiter zur Hand waren, gelang es bald, das Geleise wieder fahrbar zu machen. Vorsorglich sind auch zur Nachtzeit an allen bedenklichen Stellen der Bahnstrecke besondere Wachposten aufgestellt.“ Am 4. Apr. 1900 stand im Oberpfälzischen Volksblatt: „Infolge Böschungsrutschung in einem Bahneinschnitte zwischen Seubersdorf und Deining ist der gestern gegen 5 Uhr nachmittags passierende Güterzug mit Maschine und einigen Wagen entgleist. Ein Bahnwärtergehilfe erlitt dabei einen Rippenbruch. Beide Bahngleise unfahrbar. Ein großes Glück bei dem Unfalle ist es zu nennen, dass der fällige Personenzug, der gewöhnlich in der Nähe der Unglücksstelle mit dem Güterzug kreuzt, sich verspätete und in Neumarkt aufgehalten wurde.“ Am 26. Nov. 1954 informierte das Neumarkter Tagblatt: „Am Donnerstag um 16.10 Uhr entgleiste auf der Bahnstrecke zwischen Deining und Sengenthal ein Güterzug. Etwa neun Wagen entgleisten und sperrten die Strecke, die bis zum frühen Morgen noch nicht wieder betriebsfähig gemacht werden konnte. Personenschaden entstand glücklicherweise nicht, doch ist der Sachschaden beträchtlich. An der Unfallstelle ist schon vor Jahrzehnten einmal ein Zug entgleist.“ Die umliegenden Feuerwehren mussten in den späteren Jahren mindestens einmal jährlich zu Bahndamm-Bränden ausrücken, wenn wieder einmal heißlaufende Bremsen eines Eisenbahnwaggons Funken sprühten.
Ein Fahrplan von 1875 für den Bahnhof Deining zeigt an, dass täglich um 5.13 Uhr, 7.39 Uhr, 15.36 Uhr und 20.24 Uhr jeweils ein Zug Richtung Regensburg fuhr, und in die Gegenrichtung nach Nürnberg bestand um 8.26 Uhr, 11.37 Uhr, 16.12 Uhr und 0.25 Uhr Mitfahrmöglichkeit und wurde von unseren Vorfahren gerne genutzt.
alte Postkarte Deining-Bahnhof
Bautrupp beim Bahnbrückenbau
Bahnhofswirt Jakob Schöll (links)
Laientheaterspiel in Deining
Theateraufführung 1929 in Deining
Die Laienspieler 1953 nach ihrer Theateraufführung in Deining
Theatergruppe von 1965 in Deining
Die Landjugendgruppen der Deininger Gemeinde erfreuen immer wieder ihre Zuschauer mit lustigen Theaterstücken. Dass es auch schon vor Jahrzehnten in Deining Theateraufführungen gegeben hat, beweisen vorhandene Fotos und Zeitungsausschnitte.
In einem Artikel vom 1. April 1924 stand folgendes: „Die Spielervereinigung veranstaltete am vorgestrigen Sonntag eine musikalisch theatralische Unterhaltung, die sich eines riesigen Besuches von hier und auswärts zu erfreuen hatte. Neben musikalischen Vorträgen für Violine und Klavier, Vorträgen von sinnigen Prologen und Gedichten, vierhändig gespielten Klavierstücken wurde das Schauspiel „Der Fremdenlegionär“ von Renker aufgeführt. Wir wollen keine Personen aus dem Stück herausgreifen, das Urteil geht dahin, dass jeder seine Rolle erfasst hat und mitwirkte, dass die ganze Darstellung als eine wahlgelungene bezeichnet werden kann. H.H. Pfarrer Götz sprach sich sehr lobend über die Spieler aus, man solle es gar nicht glauben, dass es in einem Dorfe wie Deining so ausgezeichnete theatralische Kräfte gibt. Alle Anerkennung der Spielleitung! Mit dem vierstimmigen Männerchor „Das treue deutsche Herz“ und mit dem Volksgesang wurde die Unterhaltung geschlossen, die jedem Teilnehmer unvergesslich bleiben wird. Um das Zustandekommen dieses schönen Abends haben sich die Herren Lehrer Seidl und Weindl sowie der Vorstand der Vereinigung Herr Xaver Hiltl sehr verdient gemacht und sei ihnen an dieser Stelle der herzlichste Dank zum Ausdruck gebracht.“ Unter der Anleitung der Abenberger Schwestern, sowie verschiedener Lehrer, Kapläne und Benefiziaten wurden im Laufe der Jahre unzählige besinnliche und heitere Stücke von den jungen Laienspielern einstudiert und der Bevölkerung vorgeführt. Die Aufführungsorte waren meist das St. Josefsheim oder die örtlichen Gasthäuser. Als nach den schweren Kriegsjahren die abendlichen Ausgangssperren wieder aufgehoben wurden, erinnerte man sich auch wieder an die Freuden des Theaterspiels. So trafen sich die interessierten jungen Erwachsenen aller Ortsteile zu den gemeinsamen Leseproben im Pfarrhof oder im Kaplanhaus. Das erste Stück nach dem Krieg hieß „Der Wilderer“ und wurde von den damaligen Spielern 14 mal im Postsaal auf die Bühne gebracht. Alle Kulissen und Aufbauten malten und zimmerten die Akteure selbst, Farbe und Material besorgte ihnen ihr Spielleiter Benefiziat Leo Merkel. In dieser Generation reifte auch der Plan, unter der Obhut von Pfr. Matthias Breindl eine eigene Bühne zu bauen. Diese Idee verwirklichte sich dann 1953. Der ehemalige Pfarrstadel wurde 1950 in ein Pfarrheim umgebaut und drei Jahre später mit einem Bühnenanbau versehen. Ab sofort fanden alle gesellschaftlichen Aufführungen und Darbietungen in diesen Räumen statt. Die Theatertradition hielt lange Jahre der 1953 gegründete Fußballclub aufrecht, der jährlich mindestens ein, manchmal sogar drei Volksstücke auf die Bühne brachte. Zu Pfr. Breindls Zeiten war es außerdem üblich, dass am Nachmittag des Hl. Abends alle Schulkinder zu einer Theateraufführung ins Pfarrheim geladen wurden. Schauspielbegabte Schüler führten da Märchenstücke und Weihnachtsspiele auf, wie z.B. 1960. Da studierten die Mittersthaler Kinder „Rumpelstilzchen“ ein und zeigten es dann auch an Weihnachten in Deining. Nach diesen Vorführungen bekamen alle Zuschauer eine Tüte mit Lebkuchen und Plätzchen, dazu noch Stifte, Radiergummis und Spitzer als Geschenk. Seit über 40 Jahren kümmern sich nun die Landjugendgruppen um die Beibehaltung des Theaterspiels. Mit wechselnder Besetzung füllen die Darsteller mehrmals pro Stück den Pfarrheimsaal und entführen die Zuschauer in die heitere Komödienwelt. Der Erlös kommt meist wohltätigen Zwecken zugute.
(Berta Wienziers)
"Runde Geburtstage" für 2012
Walter Schimek, Ehrenbürger von Deining verstirbt 1987
Diese Kommunionkinder von 1962 können 2012 das 50jährige Jubiläum ihrer Erstkommunion feiern.
1997 Bundeswehrgelöbnis in Deining
Auch im kommenden Jahr jähren sich wieder bedeutende Ereignisse unserer Gemeinde: 1072 erste urkundliche Erwähnung von Deining. 1292 wird zum ersten Mal ein Pfarrer aus Großalfalterbach namentlich bekannt. 1322 wird Mittersthal zum ersten Mal genannt.1342 gibt es die ersten Urkunden von Unterbuchfeld. 1562 wütet in Leutenbach die Pest. 1602 erste Erwähnung einer Schule in Deining. 1632 die Schwedenkriege weiten sich auf unsere Gegend aus. 1697 die Kirche in Döllwang wird teilweise wieder aufgebaut, Heinrich v. Löwenthal erneuert das Schloß und errichtet eine Brauerei. 1757 wird der Grundstein für die jetzige Wallfahrtskirche in Lengenbach gelegt. 1837 wird in Siegenhofen ein neues Schulhaus gebaut. 1872 entsteht durch den Bau der Eisenbahnlinie der Ortsteil Deining-Bahnhof. 1877 Weihe des Friedhofs in Großalfalterbach. 1897 gründet Pfarrer J. Bapt. Mößl die Raiffeisenkasse Waltersberg. 1922 Gründung der SKK Waltersberg. 1927 in Pirkach und Großalfalterbach wird eine Wasserleitung gebaut. 1937 Kleinalfalterbach erhält elektrischen Strom. 1952 wird in Oberbuchfeld der Friedhof und das Leichenhaus seiner Nutzung übergeben. 1952 wird die evang. Kirche eingeweiht. 1957 Großfeuer in Döllwang. 1957 Bau eines Schulhauses in Mittersthal, Einweihung der Oberbuchfelder Wasserleitung, Magda Keller, die Witwe des schlesischen Dichters Paul Keller, stirbt im Deininger Annaheim. 1962 die Deininger Pfarrkirche bekommt einen neuen Hochaltar, die Oberbuchfelder Kirche wird umgebaut und neu eingeweiht 1962 werden die Fresken in der Leutenbacher Kirche freigelegt. 1967 der Sportverein Eintracht Döllwang-Waltersberg wird gegründet und in Waltersberg wird ein Leichenhaus gebaut und der Friedhof neu angelegt. 1967 in Döllwang wird eine elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt. 1972 die Schule in Leutenbach wird geschlossen, Richtfest des neuen Deininger Feuerwehrhauses, F.X. Keckl wird Bürgermeister in Deining, der Fernsehturm wird aufgestellt. Oberbuchfeld bekommt ein neues Kriegerdenkmal. 1977 findet zum ersten Mal ein Neujahrsempfang statt, Eingemeindung Döllwangs nach Deining, Fahnenweihe der Gosselsteinschützen Großalfalterbach. Die SKK Deining feiert ihre Fahnenweihe. Richtfest des Deininger Kindergartens. 1982 Der Reitverein wird gegründet und veranstaltet nach 20jähriger Pause wieder einen Martinsritt in Leutenbach. 1987 stirbt Walter Schimek, Ehrenbürger von Deining. 1992 wird in Siegenhofen ein Spielplatz eingeweiht. Das ehemalige Milchhaus in Tauernfeld wird zum Feuerwehrhaus umgebaut. Die Reservistenkameradschaft wird gegründet. Es findet die Döllwanger Wallfahrt nach Batzhausen zum 350mal statt. Der Erweiterungsbau des Annaheims wird eingeweiht. Der langjährige Deininger Pfarrer und Ehrenbürger M. Breindl stirbt. 1997 auf dem Deininger Sportplatz findet ein feierliches Gelöbnis mit 550 Bundeswehrsoldaten statt, unter ihnen ein Deininger Bürger. Die Liebesbund Bruderschaft in Großalfalterbach feiert seine 200-Jahr-Ffeier. Einweihung des Mittersthaler Feuerwehrhauses. Albert Ott aus Oberbuchfeld wird zum Priester geweiht. Das neue Rathaus wird eingeweiht. 1997 findet das erste Weinfest in Mittersthal statt. Der 1. Weihnachtsmarkt wird eranstaltet. 2002 wird die umgebaute Kläranlage ihrer Bestimmung übergeben. 25-Jahrfeier der Großgemeinde Deining. Sicher sind das nicht alle Jubiläen, die erwähnenswert sind. Es soll ja auch nur ein kleiner Rückblick auf einige wichtige Daten unserer Heimatgeschichte sein.
unnatürliche und überraschend eingetretene Todesfälle aus der Chronik
In den Ortsgeschichten wurden immer wieder unnatürliche und überraschend eingetretene Todesfälle erwähnt. Sie waren den damaligen Pfarrherren und Chronisten offenbar so wichtig und bemerkenswert, dass sie in die Aufzeichnungen mit einbezogen wurden.1559 hat sich Hans Dietl aus Mittersthal auf dem Wege von Pyrbaum mit dem Pferde zu Tode gestoßen.1588 hatte Lorenz Zözl gelobt, wenn er in eine Kirche gehe, solle er sterben. Als er beim Arzthofener Müller Lorenz Kaiser als Hochzeitsgast in die Kirche gezogen war und darnach bei Hans Seitz zu Tische saß, war ihm weh und er starb.1597 Der Zimmermann und Metzger Leonhard Lang aus Oberbuchfeld wurde von Jörg Greiß aus Unterbuchfeld mit einem Federspieß geschlagen und starb sieben Tage später.1599 ward Leonhard Stadler aus Leutenbach hier erschossen. 26.1.1601 fiel Utz Bogner aus Arzthofen auf dem Eis und musste sterben. 31.12.1601 wurde in Neumarkt Leonhard Wenzel aus Arzthofen enthauptet, weil er mit der Schwester seiner Frau einen Inzest beging. 1602 ist dessen Mitschuldige, Hans Kunzens Frau aus Oberbuchfeld, in Neumarkt hingerichtet worden. 20.9.1602 hieb ein Webergeselle zwischen Deining und Unterbuchfeld dem Rappel aus Unterbuchfeld mit einem Beile in die Seite, dass ihm die Lunge heraushing. 1608 fiel eine Tochter des Siegenhofer Müllers Wolf in den Brunnen und ertrank. 1610 wurde in Unterbuchfeld Leonhard Lang erschlagen. 13.1.1613 Brigitte Kuntze, Tagwerker Hausfrau aus Oberbuchfeld starb an der Pest. 22.8.1649 wird Hans Polster, Müller auf der Straußmühle in seiner Stube vom Donner erschlagen. 1708 Fünf Soldaten des Feldherrn Tilly verlangen vom Wirt Severin Hirn ein Pferd. Als er sich weigert, wird er erschossen. 19.3.1718 starb in Leutenbach Georg Polster, ca. 100 Jahre alt. 9.5.1727 wurde Maria Blomenhofer in Siegenhofen nächtlich überfallen und starb darauf. 16.1.1801 erhängte sich Lorenz Keckl, Dienstknecht aus Großalfalterbach und wurde ohne Licht und Kreuz begraben. 26.8.1837 Der Maurer Johann Breindl aus Deining wurde bei der Unterbuchfelder Kirchweih erstochen. 4.3.1839 Thomas Auhuber wurde im Steinbruch erschlagen und mit seiner am folgenden Tag gestorbenen Ehefrau in einem Sarg begraben. 21.9.1841 Der Knecht Jakob Inzenhofer wurde von einem Pferd am Kopf getroffen, beim Transport eines großen Kanalsteines mit 36 Pferden. 1847 Georg Dischner, Weberssohn wird bei einer Rauferei kurz vor der Geburt seines Kindes erschlagen. 1859 starb in Leutenbach auf der Kirchweih der Schneidergeselle Johann Kollmeier aus Arzthofen. 2.1.1860 Der Schusterssohn Michl Lindner wurde bei der Straußmühle von einem Baum erschlagen.4.5.1865 wurde Johann Blomenhofer in einem Brunnen in Oberbuchfeld ertrunken aufgefunden. Er hatte fünf Tage zuvor durch einen Blitzschlag sein Haus verloren, und sich dieses Unglück so zu Herzen genommen, dass er sich selbst im Brunnen ertränkte. 1870 wird der Geldbote Sammüller auf dem Weg von Neumarkt nach Deining auf der Weißmarter ermordet und seines Geldes beraubt. 8.6.1924 Der Schuhmachermeister Johann Schön aus Lupburg erhängte sich in einem Wald in der Gemeindeflur von Mittersthal, und wurde da am Pfingstsonntag tot aufgefunden. 14.8.1956 In der Laber bei der Roßamühle wurde Josef Watzek, der im Altersheim lebte, tot aufgefunden. Sicher gab es in unserer Gemeinde noch viele andere Unglücksfälle, die nicht in den Ortschroniken festgehalten wurden, aber man kann doch erkennen, dass unsere Vorfahren auch von Schicksalsschlägen getroffen wurden und mit welchen Ängsten sie leben mussten.
Josef Kollmeier, ein Unterbuchfelder "Weltenbummler"
Hochzeitsbild von Kollmeier Georg und Elisabeth (entfernte Verwandte von Kollmeier Josef)
Teil-Ansicht vom Kollmeier Haus mit zwei Kirsch-Kindern
Alte Postkarte von Unterbuchfeld
"Der Kräutelfrauentag, unsere Dorfkirchweih kommt immer näher“, so beginnt eine Jugenderinnerung von Josef Kollmeier, einem über die Gemeindegrenzen hinaus bekannten Unterbuchfelder. Er wurde am 25. Januar 1869 in Unterbuchfeld geboren. Als 22jähriger wanderte er 1891 zu einem Onkel nach Buffalo / USA aus. 1905 kehrte er nach Deutschland zurück, wurde in den Regensburger Stadtrat gewählt und gründete den „Regensburger Volksfreund“ ,die „Donau Post“ und das „Regensburger Echo“. 1933 zog er sich in den Ruhestand zurück, während sein Verlag von den Nazis beschlagnahmt wurde.
Am 17. Februar 1958 starb Josef Kollmeier 89jährig in Regensburg. In einem Nachruf heißt es: „Arm und primitiv wie der oberpfälzer Boden war schon das Dasein seiner Jugend. Kühe hüten, Schule gehen, ministrieren und im elterlichen kleinen Bauerngütl bei den Haus- und Erntearbeiten schon von Kindheit an mitzuhelfen, war sein Alltag. Dennoch fand er an der Bauernarbeit nie seine Freude. Viele zeitgeschichtliche Dokumente stammen aus seiner Feder. Er hat über die Kirchweih und das Pfingstfest in seinem Geburtsort detailliert berichtet, ebenso wie über das Neumarkter Volksfest. Josef Kollmeier hat seine eigenen Erlebnisse einer Brandkatastrophe in Unterbuchfeld und das dörfliche Leben im Jahreskreislauf, sowie seinen interessanten Lebensweg niedergeschrieben. Auch über einen originellen oberpfälzischen Dorfpfarrer und übers Bierbrauen hat er ausführliche Berichte verfasst. Unterhaltsam schreibt er seine Erlebnisse für die Nachwelt auf und führt die Leser in das Dorfleben seiner Zeit zurück. Seinen ersten Kontakt mit der Zeitungswelt beschreibt er selbst folgendermaßen:
„Der einzige Zeitungsbezieher im Dorf war der Gastwirt, der das Neumarkter Wochenblatt und die Amberger Volkszeitung per Post zugestellt bekam. Die Wirtsgäste besahen sich die Zeitung nur sehr oberflächlich, bevor sie wieder in die Tischschublade wanderte. Als guter Bierholer für Nachbarn und Familie erlaubte mir der Wirt oft, die Zeitungen mitzunehmen. Als dann der Neumarkter Anzeiger gegründet wurde, und das Blatt dazu aufrief, wichtige Ereignisse der Redaktion zu melden, tat ich das dann auch, und begann sofort mit der Abonnentenwerbung. 17 Leute aus dem Dorfe mit 24 Häusern konnte ich für den Bezug gewinnen. Außer einem Dankeschön gabs dafür keinen Pfennig für die Werbeaktion.“
Über seinen Aufenthalt in Amerika erzählt er: „Ich probierte es in einer Eisenbahnreparatur-Werkstätte, dann als Bäckerlehrling. In einer Jesuiten-Hochschule reinigte ich staubige Treppen und Schulzimmer und versuchte mich hier als Kühemelker. Noch manchen Job übernahm ich, aber nichts passte mir so richtig und ich wollte schon wieder nach Deutschland zurückkehren, als mir eine Stelle als Abonnentenwerber angeboten wurde. Mit meinem wöchentlichen Fixum und zusätzlicher Provision konnte ich gut auskommen. Einmal verdiente ich in einer Woche 500 Dollar und feierte dies gebührend.“ Josef Kollmeier berichtet weiter über seine Zeitungslaufbahn: „Das Regensburger Echo verbreitete sich ungemein schnell und erreichte in ein paar Jahren die schöne Auflagenzahl von 16000 Exemplaren. An solche Erfolge hätte ich nicht zu denken gewagt. In den 20er Jahren, als die Hitlerei ihren Anfang nahm, war das Regensburger Echo der heftigste Gegner aller totalitären Bestrebungen. Auf meiner Fahne stand immer persönliche Freiheit groß geschrieben und während meiner langen Regensburger Tätigkeit bemühte ich mich nach Kräften für den Fortschritt und die Aufklärung mein Bestes zu tun.“ Für dieses Bemühen wurde ihm nach seinem Tod in vielen Nachrufen noch gedankt. Berta Wienziers
Der Liebesbund von Großalfalterbach
Postkarte mit der St. Vituskirche von Großalfalterbach
Votivbild vom Krieg 1796 aus der Lengenbachkirche
Votivbild vom Krieg 1796 aus der Herz Jesu Kirche Velburg
Großalfalterbach feierte in diesem Jahr am 19. Juni seine Kirchweih. Der Kirchenpatron des Ortes ist der Hl. Vitus, der als einer der 14 Nothelfer verehrt und in allen Notlagen angerufen wird. Mit ihm sind die Großalfalterbacher durch einen Liebesbund ganz besonders verbunden. Die Geschichte des seit 1797 bestehenden Liebesbundes ist laut einer Mitgliedsbroschüre von 1869 folgende: Im Jahre 1796 war ein Teil der französischen Armee unter General Jourdan in die Oberpfalz vorgedrungen. Es verbreitete auch in unseren Gegenden durch seine Gewalttaten Furcht und Schrecken an allen Orten der hiesigen Umgebung. Flüchtende Bewohner von Nachbarorten bestätigten als Augenzeugen, dass blühende Dörfer ausgeraubt und in Schutt und Asche verwandelt wurden. Die Angst stieg auf das Höchste, als sich jener französischen Armee die österreichische unter Erzherzog Karl entgegenstellte und der Zusammenstoß beider gerade in unserer Gegend erfolgen musste.Die Franzosen wurden am 22. August 1796 bei Deining und Neumarkt geschlagen und bis an den Niederrhein zurückgedrängt. In diesen Tagen sahen die Bewohner Großalfalterbachs keine Fluchtmöglichkeit mehr, deshalb nahmen sie Zuflucht zu ihrem Kirchenpatron St. Vitus, um ihn mit Gebeten zum Beistand zu bewegen. Ihre Bitten waren nicht vergebens. Als der Feind am 20. August früh um 8 Uhr in den Ort einrückte, geschah nichts von all dem Unheil, das andere Ortschaften traf. Während Siegenhofen und Deining in Rauch aufgingen, und Kleinalfalterbach ausgeplündert und sogar das Gotteshaus geschändigt wurde, blieb Großalfalterbach von all dem verschont. Es wurde nicht ausgeraubt, niemanden Gewalt zugefügt und auch kein Stück Vieh ging zugrunde. Sogar als sich die feindlichen Armeen neben dem Dorf gegenseitig bekriegten, erlebte der Ort selbst nichts Böses. Auch als nach der Flucht des Feindes eine verheerende Viehseuche ausbrach, die ganze Herden der Umgebung vernichtete, wurde Großalfalterbach verschont. Für jeden, der das miterlebte, war göttlicher Schutz erkennbar. Die Bewohner des Ortes führten dies auf die Fürbitte ihres Kirchenpatrons zurück, und gelobten daraufhin einen Liebesbund zu Ehren des Hl. Vitus zu errichten, als immerwährende Erinnerung an jene Wohltaten. Der damalige Pfarrer Joseph Beer leitete die Errichtung dieser Bruderschaft im folgenden Jahr ein, und Bischof Joseph, Graf von Stubenberg, der letzte Fürstbischof von Eichstätt, erteilte am 18. Dezember 1797 die Konfirmation, und Papst Pius VI gewährte durch Breve vom 1. September 1797 und durch weiteres Breve vom 26. Februar 1798, die nötigen Indulgenzen. Das Hauptfest des Liebesbundes wurde auf den Sonntag nach Mariä Himmelfahrt angeordnet, weil gerade zu dieser Zeit der feindliche Einfall und die wunderbare Befreiung sich damals ereigneten und somit die festliche Erinnerung umso erhebender ist. Die Aufnahme in diese Bruderschaft findet nach bisherigem Gebrauch immer am Hauptfest des Liebesbundes statt. Jedes Mitglied hatte vor 100 Jahren einen jährlichen Beitrag von 15 Pfennigen zu leisten. Die Einbringung dieses Pflichtbeitrags geschah immer im Laufe des nachfolgenden Jahres und musste bis zum nächsten Titularfest vollzogen sein. Am Schluss der Broschüre werden die Eltern dazu aufgefordert, ihre Kinder nach der Erstkommunion zu ermuntern diesem Liebesbund beizutreten, mit folgendem Aufruf:
In Bruderliebe einander zugetan, in Achtung einander zuvorkommend, im Eifer nicht faul, im Geiste glühend, dem Herrn dienend, in der Hoffnung freudig, in der Drangsal geduldig, im Gebete anhaltend, so wie es der Apostel Paulus im Brief an die Römer befiehlt.
Alte Oster- und Pfingstbräuche in der Gemeinde Deining
1978 beim Palmsonntag in Deining galt schon bei den Kindern wer den längsten Palmpüschel hat
Pfingstkuttn-Brauch in Leuchtenbach, Umzug durchs Dorf
1970 am Pfingstsonntag der Pfingstkuttn-Brauch der jungen Mittersthaler
In unserer Gemeinde pflegte man zwischen 1930 und 1950 ein vielfältiges Brauchtum zur Osterzeit.
Vom Aschermittwoch bis Weißen Sonntag fanden keine Tanzveranstaltungen statt. Die Fastenzeit hielt man strengstens ein. Wer am Palmsonntag als Letzter aufstand, wurde Palmesel genannt, und nicht nur in der Familie den ganzen Tag verlacht und verspottet. Die Palmbüschel, die aus Wacholder, Sedelbaum, Immergrün, Eichenlaub, Weidenkätzchen und bunten Papierblumen gebunden und auf langen Haselstecken befestigt waren, wurden vor dem Gottesdienst geweiht und in einer Prozession in die Kirche getragen und um den Altar gruppiert. Die ganze Pfarrei konnte während des Gottesdienstes herausfinden, welches Palmbüschel das Schönste mit dem längsten Stecken war. Zuhause wurde das Palmbrot gegessen, dabei schluckten die Familienmitglieder drei geweihte Palmkätzchen, manchmal zusammen mit einer Scheibe Brot, um gegen Krankheit gefeit zu sein, auch dem Vieh mischte man welche ins Futter. Die Palmbüschel wurden zum Schutz gegen alle Gefahren unters Dach oder in die Ställe gestellt, Palmzweige kamen in den Herrgottswinkel. In der Osterwoche sammelten die Deininger Ministranten die Ministranteneier und Schmalz fürs Hl. Grab, und luden zum Osterkirchgang ein. Jedes Familienmitglied ging auch zur Osterbeichte, dort gab es Beichtzettel, die später wieder zur Kontrolle vom Pfarrer eingesammelt wurden. Dafür bekam er dann Eier oder Geld. Die am Gründonnerstag, oder zumindest in der Karwoche abgenommenen Eier wurden gekocht, gefärbt und für die Osterweihe hergenommen. Der Karfreitag war kein Feiertag, und die Karfreitagsliturgie fand vormittags statt. Die Kirchenglocken schwiegen und stattdessen hörte man die Karfreitagsratschen allerorten. Am Ostersonntag brachte der Osterhase ganz frühzeitig, wenn die Kinder noch schliefen, die Ostereier, und manchmal einen roten Zuckerhasen. Geräuchertes Fleisch, Eier, Salz, Osterlaib oder Brot, Meerrettich, teilweise auch Hühnergetreide wurden dann zur Speisenweihe in die Kirche getragen. Der Meerrettich sollte an die bittere Leidenszeit Christi erinnern. Den Eiern war an der Breitseite die Schale entfernt, damit die Weihe eindringen konnte. Das Geweihte verspeiste man nach der Heimkunft vom Gottesdienst noch vor dem Mittagessen. Der Bauer besprengte mit geweihtem Osterwasser Felder und Wiesen und trug den Osterbrand hinaus in die Fluren. Beim Osterfeuer wurden Haselstecken angesengt, zu Kreuzchen geschnitzelt und auf die Äcker gesteckt. Der Weiße Sonntag war der Erstkommuniontag für die Zweit- , bzw. Drittklässler. Große Geschenke bekamen die Kinder nicht, höchstens mal eine Sammeltasse. Die Mädchen waren schon froh, wenn sie ein weißes Kleid und feste Schuhe besaßen. Am Pfingstsonntag war in Mittersthal der Pfingstkuttn-Brauch üblich. Nur die männliche Jugend nahm daran teil. Ein Junge wurde mit belaubten Buchenästen so eingewickelt und an einem Stab, der durch die Äste geschoben war, von Haus zu Haus geführt. Dort sagte die Gruppe den Pfingstspruch auf, und zur Belohnung erhielten sie Eier und Schmalz. In Leutenbach fand ein ähnlicher Umzug am Pfingstmontag statt. Der Pfingstl dort war in grüne Laubzweige eingehüllt und trug einen Schöpflöffel, seine männliche Pfingstlbraut war rundum mit Blumen und Bändern geschmückt. Es folgten noch mehrere Geleitpaare und der ganze Zug besuchte mit frohem Jauchzen jedes Haus und endete beim Wirtshaus. Der vorgetragene Pfingstspruch ähnelte dem Mittersthaler und auch dem Oberbuchfelder. Manches aus dem Brauchtum jener Zeit ist auch heute durchaus noch üblich und beliebt.
Flurbereinigung Mittersthal anno 1957
Im Herbst 1957 beschließt die Gemeinde Mittersthal mit ihren Anliegergemeinden die Flurbereinigung in Angriff zu nehmen. Dafür gab es Zustimmung, aber auch Ablehnung. Gegner machten geltend, dass bei der Flurbereinigung das Gesicht der Landschaft stark verändert werde. Hecken, einzelne Baumgruppen und Wegraine müssten notwendigerweise den breiteren Wegen weichen, Eintönigkeit würde sich breit machen. Die Befürworter sahen in erster Linie die Wirtschaftlichkeit. Im Februar 1958 fand eine Versammlung statt, bei der der Ausschuss der Flurbereinigung gewählt wurde. Den Vorsitz hatte der Oberkulturbaurat aus Ansbach, fünf Mittersthaler Bürger und zwei Deininger gehörten dem Ausschuss an. Bereits einen Monat später wurden die Grundstücke vermessen und geschätzt. Im April begann der Wegebau mit dem Weg zum Steinbruch und Hütberg, wobei ein tiefer Graben überwunden werden musste. An einer anderen Strecke benötigte man später auch einen Kompressor, um Steine und Felsen aus dem Weg zu räumen. Stromleitungsmasten wurden versetzt, um eine reibungslose Zufahrt zu den neuen Grundstücken zu gewährleisten. Männer, und vor allem sehr viele Frauen halfen tatkräftig mit. Die Männer bedienten Maschinen und Fahrzeuge und erledigten die schwereren Arbeiten, aber auch die Frauen schufteten hart. Denn stundenlang Schotter zu schaufeln, oder auch große Steine zu bewegen war keine leichte Aufgabe, da war Sand schaufeln dagegen direkt einfach. Während des Winters wurden die ausgegrabenen Steine dann mit einer Maschine gebrochen und zu Schotter verarbeitet, der dann wieder zum Wegebau verwendet wurde. Natürlich reichte dieser nicht aus, um alle Wegebauarbeiten durchzuführen. Deshalb wurde Schotter zugekauft, auch Sand, Grassamen und Sträucher. Im April 1959 kam aus Ansbach dann die Mitteilung, wer welche Grundstücke bekommen sollte. In dieser Zeit tauschte man noch mal hin und her, um alle Teilnehmer zufrieden zu stellen und Streitereien aus dem Weg zu räumen. Im Herbst wurde dann vermessen, setzte man Grenzsteine und legte neue Wege an. Raupen und Lastwägen waren wochenlang im Einsatz, um all die nötigen Arbeiten zu erledigen. Im folgenden Winter stellte man aus den gesammelten Steinen wieder Schotter her. So verging ein Jahr ums andere. Es gab Zeiten, in denen die Helfer ungern mit anpackten, zum Teil verweigerten manche auch ihre Mithilfe, da war dann oft nur ein Mann am verabredeten Treffpunkt. Dann wieder wurde mit vereinten Kräften fleißig die Flurbereinigung vorangetrieben. Der Kassier des Ausschusses hatte es nicht leicht. Die Buchführung mit den täglichen Aufzeichnungen und Verrechnungen nahm ihn voll in Anspruch, wöchentlich mussten an die beteiligten Firmen die angefallenen Kosten bezahlt werden. Auch da gab es Ärger, der gekaufte Schotter war teils stark mit Lehm untermischt und auch sonst qualitätsmäßig keinesfalls befriedigend. Bei der ersten Zwischenabrechnung stellte sich heraus, dass die Mehrzahl mehr Hand- und Spanndienste geleistet hatte als nötig, und so wurde ihnen etwas zurückbezahlt. Die Betroffenen freuten sich natürlich sehr. Manche mussten allerdings nachzahlen, da sie zuwenig geleistet hatten, das verärgerte wiederum diese. Folglich gab es manche Streitereien und Zerwürfnisse. Die zweite Abrechnung stiftete wieder große Verwirrung, da kam sogar der Gerichtsvollzieher. Aber das hat bewirkt, dass alle wieder fleißig mithalfen, bis zum glücklichen Ende im November 1968. Zu dieser Zeit verschickte das Ansbacher Flurbereinigungsamt die endgültige Schlussfeststellung. Berta Wienziers
Wiederkehrende Jahrtage und Jubiläen in 2011
Zum Jahresschluss gibt es wieder eine kleine Vorausschau auf das kommende Jahr mit seinen wiederkehrenden Jahrtagen und Jubiläen. 976 wird Waltersberg erstmals urkundlich erwähnt. 1186 wird Oberbuchfeld anlässlich seiner Kirchenweihe zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1641 fochten die Schweden und Franzosen ihren Krieg in unserer Gegend aus. 1676 wird zum ersten Mal in Deining ein Posthalter, nämlich Rochus Schuster erwähnt. 1726 Konsekration der Pirkacher Kirche. 1736 wird die „Ewige Anbetung“ bei uns eingeführt. 1776 wird Georg Bögerl, der spätere Schulmeister von Siegenhofen geboren. 1781 feierliche Konsekration der Wallfahrtskirche Lengenbach. 1781 wird die neue Kirche St. Martin in Leutenbach eingeweiht. 1781 Kirchenweihe in Tauernfeld. 1781 wird die Kirche in Waltersberg neu geweiht. 1796 fand bei Deining die Schlacht der Österreicher gegen die Franzosen statt. Am 22. August wird beim Einfall der Franzosen der Pfarrhof in Deining und die Ökonomiegebäude zerschossen. 1796 Das Gelöbnis der Pfarrei Döllwang „bei grasierender Viehseuche“ das Fest des Hl. Wendelin mit Prozession und Amt in Wappersdorf zu feiern, geht ebenfalls auf diese Schlacht bei Deining zurück. 1801 wird die Kapelle in Sternberg eingeweiht. 1851 wird Kleinalfalterbach eine eigenständige Gemeinde. 1851 wurde in Großalfalterbach ein Jünglings- und Jungfrauenbund eingeführt. 1861 wird der außerhalb des Dorfes liegende Mittersthaler Friedhof eingeweiht und die St. Wendelin Kapelle renoviert. 1891 Gründung des Soldaten- und Kriegervereins Deining. 1891 wird der langjährige Döllwanger Pfarrer Boscher am 27. Dez. in Beilngries geboren. 20. Jahrhundert:
1901 wird der spätere Bürgermeister von Kleinalfalterbach August Obermeier geboren. 1901 wird die FFW Waltersberg gegründet. 1911 Leutenbach bekommt eine Wasserleitung. 1911 Wasserleitungsbau in Unterbuchfeld. 1921 wird der spätere Deininger Pfarrer F.X. Lederer zum Priester geweiht. 1926 Gründung der SKK Großalfalterbach. 1931 Grundsteinlegung eines Alten- und Pflegeheims St. Josef in Deining durch die Abenberger Schwestern. 1936 wird die neuerbaute Kirche in Siegenhofen eingeweiht. 1956 wird ein BRK Ortsverein in Deining gegründet. 1961 feiert Sepp Frank aus Deining seine Priesterweihe und Primiz. 1961 wird das neuerbaute Schulhaus in Deining eingeweiht. 1966 Gründung eines SPD Ortsvereins in Deining. 1971 wird der Mittersthaler Friedhof neu angelegt. 1976 Fahnenweihe der SKK Großalfalterbach mit Kriegerdenkmaleinweihung. 1976 Familiendrama in Sternberg mit vier Toten. 1976 Anschluß von Oberbuchfeld, Döllwang, Großalfalterbach, Kleinalfalterbach, Leutenbach, Mittersthal, Unterbuchfeld und Waltersberg an die Großgemeinde Deining. 1976 stirbt Pfr. Anton Frühauf aus Großalfalterbach. 1981 Gründung des Gartenbauvereins Döllwang. 1981 wird „Frauen Treffen Sich“ in Deining gegründet. 1986 wird der Deininger Friedhof in der Schloßstraße eingeweiht. 1986 Fahnenweihe der FFW Großalfalterbach. 1986 wird der OGV Mittersthal aus der Taufe gehoben. 1986 wird der Fischereiverein Labertal Deining gegründet. 1986 Neugründung des Obst- und Gartenbauvereins Deining. 1986 Gründung des OGV Leutenbach. 1991 wird „Frauen Treffen Sich“ in Großalfalterbach gegründet. 1996 wird Alois Scherer Bürgermeister von Deining. 2001 wird die neuerbaute Mehrzweckhalle in Tauernfeld eingeweiht. 2001 bekommt die Herz Jesu Kapelle am Bahnhof Deining den Segen der Kirche. 2001: in Oberbuchfeld wird zum Abschluss des Wasserleitungsbaus ein „Wasserfest“ gefeiert.
Kirchweih und Martiniritt in Leutenbach
Über die Kirchweih in Leutenbach gibt es im Archiv viele schriftliche Unterlagen, natürlich in erster Linie Informationen zur Tradition der Pferdesegnung. 1600: Scheinbar hatte der Pfarrer große Schwierigkeiten, die ihm zur Kirchweih zustehende Bezahlung, in Form von Speisen, zu erhalten, denn er beschwerte sich bei der Obrigkeit darüber, dass er teils bis Weihnachten den einzelnen Schuldnern nachlaufen und sich zanken musste, um seinen Anteil zu bekommen. Ihm stand demnach zu, dass er aus jeden Haus 1-2 Mahlzeiten zu erhalten habe, dazu Brot und Bier, oder stattdessen den Geldwert. Er forderte deshalb, wenn die Honorierung zu lange hinausgezögert werde, die doppelte Bezahlung. Es kam seinem Schreiben nach sehr oft vor, dass er von seinen Pfarrkindern gar nichts erhielt und er sich damit abfinden musste. Das wollte der Pfarrer für die Zukunft nun nicht mehr dulden und bat um Amtshilfe. 1834 „In Leutenbach, das schon vor 1644 eine Wallfahrt ist, ist am Sonntag nach Martini Pferdesegnung cum ostensorio, wobei auf dem Friedhof um die Kirche geritten wird.“ Dieser Ritt auf dem Friedhof wurde später verboten. 1859 starb auf der Kirchweih in Leutenbach ein Schneidergeselle aus Arzthofen. Der Grund ist nicht näher erklärt, aber es war vermutlich eine unnatürliche Todesursache.
1938: Die Pferdesegnung in Leutenbach am Patroziniumsfest des Hl. Martins wurde diesmal nicht wie sonst immer nach dem Hochamt in der Frühe, sondern nachmittags in besonders feierlicher Weise vorgenommen. Es waren ferner nicht bloß die Leutenbacher mit ihren Pferden da wie sonst,sondern auch viele andere aus der Pfarrei waren gekommen, um ihren Rössern den Segen der Kirche spenden zu lassen. Man zählte nahezu 50 Pferde. 1950: Altem Herkommen gemäß wird in Leutenbach nach der Nachmittagsandacht die Pferdesegnung vorgenommen. Vor der Beschlagbrücke des Schmiedeanwesensreihen sich neben- und hintereinander die „aufgenistelten“ Pferde des Dorfes. Und hoch zu Ross die Burschen in meist schwarzer Reithose und weißem Hemd. Ein prächtiges Bild! (Seit der Umstellung der Landwirtschaft nimmt der Pferdebestand merklich ab. Vor 10 Jahren und mehr kamen über 30 Gäule, heute kaum die Hälfte.) Der Priester amtiert, singt die Weihegebete, der Chor antwortet in feierlicher Weise, die Pferde werden mit Weihwasser besprengt und mit dem Allerheiligsten gesegnet. Die zur Kirche zurückkehrende Prozession begleiten Burschen und Knechte hoch zu Ross. Dann sprengen sie mit ihren Rössern durch die Dorfstraße, verfolgt von den Blicken prüfender Zuschauer. 1962 waren nur noch zwei Pferde mit ihren Reitern zur Segnung anwesend und deshalb fand im folgenden Jahr keine Pferdesegnung mehr statt.
1975: Früher fand anlässlich der Kirchweih die Pferdesegnung statt. Leider hat der Traktor diesen Brauch zum Aussterben verurteilt.
1982 wurde nach 20 Jahren Pause der Brauch der Pferdesegnung durch den Deininger Reiterverein St. Georg wiederbelebt. 22 Reiter ritten von Deining nach Leutenbach und wurden am Ortseingang von den Gläubigen erwartet. Nach der Ankunft der Reiter bestieg auch Pfr. Willibald Brems einen Schimmel und ritt an der Spitze der Prozession durchs Dorf. An der Marienkapelle wurden die Pferde und ihre Reiter gesegnet. Die Martinsfeier wurde von den Jagdhornbläsern musikalisch umrahmt. Weit mehr als 500 Zuschauer hatten sich eingefunden, um an diesem neubelebten Brauch teilzunehmen.
Die Deininger Postgeschichte
der damalige Postbote Richard Vögeler
die Postassistentin Theresia Fremmer
Die Deininger Postgeschichte ist zweihundert Jahre mit der Geschichte des Wirtshauses zur Post eng verknüpft. Der 1676 erstmals erwähnte Kaiserliche Postmeister Rochus Schuster, war auch der Wirt des Gasthauses. Sein Nachfolger war Schwiegersohn Hans Eichenseer, der 1704 eine Jahresbesoldung von 150 fl. bezog und noch 1724 als Kaiserlicher Posthalter erwähnt wird. Stephan Götz, der nächste Posthalter hat 1739 dem Fürsten Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis den Diensteid geleistet. 1745 soll Kaiserin Maria Theresia in Deining Station gemacht haben, als sie zur Krönung ihres Gemahls Kaiser Franz I. nach Frankfurt reiste, zumindest fuhr sie mit ihrer Kutsche durch Deining und wurde dabei vom Volk umjubelt. Leonhard Feihl war zu dieser Zeit vermutlich der Deininger Posthalter. Seinem Sohn Johann Feihl wird 1751 das Amt übertragen. Anton Feihl setzte die Familiengeschichte fort.
Eine Postkutsche benötigte für die Strecke Regensburg - Würzburg ca. 50 Stunden Fahrzeit. Am 1. Tag gegen Abend war die Kutsche in Deining. Hier wurden die Pferde gewechselt, Post aus- und eingeladen, die Fahrgäste mit Nahrung versorgt und dann die Nacht hindurch weitergefahren. 1782 werden bei der kaiserlichen Posthalterei in Deining drei Postknechte und ein Beiläufer, 13 gute und starke Pferde, zwei halbgedeckte und drei offene Kaleschen und ein Postkarren gehalten. Anton Feihls Sohn Anton blieb ledig und übergab deshalb an seinen Bruder Georg Feihl die Deininger Posthalterei. 1840 wird ein Postillon Hofmann wegen rohen Benehmens gegen einen Kondukteur aus dem Dienst entlassen, ebenso ein Postillon Schrafl, der im Dienst geschlafen hatte. 1854 wird ein Postillon Fromm wegen Fälschung des Dienstbotenbuches entlassen.
1880 wird Matthias Feihl der Postexpeditionsdienst mit der Poststallhaltung übertragen. Bis hierher geht die gemeinsame Geschichte der Post und des Wirtshauses zur Post, denn um 1890 wurde die Posthalterei aufgelöst und im Haus Nr. 38 bei Georg Simson, dem Kgl. Postboten eine neue Poststelle eröffnet. In den Unterlagen findet man die Briefbeförderer mal als Postillone, mal als Postknechte, mal als Postboten tituliert. Josef Solleder, der Schwiegersohn von Georg Simson wurde 1917 der neue Leiter des Postamtes.
Unzählige Postboten taten in Deining ihren Dienst und lieferten die Briefe und Pakete im Ort und den umliegenden Dörfern zu Fuß und per Rad aus. Zum Zustellungsbezirk Deining gehörten um 1942 Straußmühle, Labermühle, Waltersberg, Bäckermühle, Kreismühle, Thann, Dietersberg, Sternberg, Sallmannsdorf, Sippelmühle, Rossamühle, Tauernfeld, Leutenbach, Bahnhof Deining, Döllwang, Mittersthal, Waltershof, Siegenhofen, Unterbuchfeld, Oberbuchfeld, Günching, Krondorf, Dürn, Arzthofen, Lengenbach und Siegenhofener Mühle. Zwei Postboten erledigten diese Wegstrecken tagtäglich.
1949 wird das bis jetzt in einem düsteren Raum untergebrachte Postamt auf die andere Seite des Hauseingangs in zwei helle und freundliche ineinandergehende Räume verlegt und mit einer Fernsprechzelle eingerichtet. Die Kosten für den Umbau übernahm Josef Solleder selbst. Eine Postkarte kostete in diesem Jahr 20 Pfennige, ein Brief 30 Pfennige. 1954 trat Josef Solleder in den Ruhestand und Theresia Fremmer wurde seine Nachfolgerin. 1962 übernahm Theresia Solleder dieses Amt als Leiterin des Deininger Postamts. 1951 gab es in Deining 14 Telefonanschlüsse, die Rufnummer „1“ hatte die Polizeistation, „2“ das Schloss, „3“ das Pfarramt. 1960 waren es 16, 1971 mehr als 100 und 1977 bereits 269 Telefonanschlüsse im Ortsnetz. Das Postamt Deining wurde 1996 geschlossen und eine Postagentur in der Tankstelle Seitz eröffnet.
In den Sommermonaten sieht man auf allen Fluren arbeitende Landwirte. Um zu erklären, auf welchem Feld sie zu tun haben, verwenden sie sehr oft althergebrachte Flurnamen. Wie diese entstanden sind, soll der nachfolgende Artikel zeige. Leicht zu erklären sind solche Grundstücke, die ihren Namen vom Besitzer ableiten, wie z. B.: Meierholz, Platz(er)äcker, Sipplhub, Burgholz, Mühlberg. Auch wenn Ortsnamen Pate standen ist der Ursprung klar, wie bei Thanbichler Höhe, Grossaholz, Deininger Berg.
Die Gestalt war ausschlaggebend für Eckwiesen, Lange Äcker, Schüsseläcker, Spitzacker. Ersichtlich ist auch, wenn Felder nach der Größe benannt sind: Großer Acker, Kleine Wiesen.
Die Lage im Gelände führte zu Benennungen wie Höhenberg, Finstertal, Stiegel, Talwiesen, Bühel, Am hohen Baum, Bachwiesen, Kelleracker, Steinbruch, Untere Wiesen, Hochfeld, Brunnwiese, Straßäcker, Weißmarteräcker.
Auch Scherz und Witz schufen wunderliche Namen wie Badstube, Hackbrett.
Auf entsprechenden Anbau lassen Bezeichnungen wie Weinberg, Kohläcker schließen. Tier- oder Pflanzenvorkommen mussten ebenso für Namensgebungen herhalten: Krambeerstaude, Kramberberg, Fuchsloch, Vogelherd, Bisloh (Bienen-), Kräberg, Holleräcker, Rosenäcker, Krautacker, Katzenbühl, Fichtenweiher, Aicha (Eichen). Jede Tierart hatte auch eine besondere Weide wie Gänsberg, Sauwiesen, Sauleiten, Geissbügel, Entenfeld, Rößberg oder Kühberg.
Die Güte des Bodens erkannte man in Sandäcker, Bachwiesen, Arz(Erz)grube, Öder Grund, Sonnenbergäcker, Fürstenäcker, Lustäcker, Mistfleckl. Unliebsame Begegnungen führten zu Räuberholz. Glaube und Sitte waren der Ursprung für Heilingholz, Meinholz, Pfaffenberg, Teufelsholz. Hölle oder Hülloh ist allerdings nicht von der Hölle abgeleitet, sondern von hohl, also einem Hohlweg. Bezeichnungen wie Schwend, Schwand, Brentenschlag, Gereut, Loh oder Ohsang stammen von den abgebrannten Buschwäldern, die nur einige Zeit bebaut und dann wieder dem natürlichen Waldanflug überlassen wurden.
Manche Ortsbewohner hatten das Recht , ein Grundstück beim Haus für sich einzuzäunen, das war dann an das Haus gebunden, also Beundt, Point, Einzäune. Der Espan war eine eingezäunte Gemeindeweide, in der die Zugtiere nach der Feldarbeit noch für einige Stunden ihr Futter suchen konnten. Ein eingezäunter Viehtrieb hieß Gasse, z.B. Lange Gasse, Untere Gasse, Weidgassäcker oder Hintere Gasse.
Damit man für das Stallvieh keine eigenen Hirten benötigte und es trotzdem nahe bei den Felder hatte, umfriedete man Grasplätze beim Dorf und nannte diese Anger, z.B. Sauanger. Hagenfeldäcker waren vormals Gemeindeeigentum und wurden dem zur Nutzung überlassen, der den Hägel, also den Gemeindestier hielt, z.B. Hagenberg.
Es gab geheute (=verbotene) Wege, bzw. Berge, die eingezäunt waren und für das Vieh unzugänglich, daher Heuweg, Heuberg. Gwend, Gwanden, Zwirren, Zwerch- oder Anwandäcker hießen jene Äcker, auf denen die Angrenzer das Anwandrecht hatten, also ihre Pflüge wenden durften. Ein Bergabhang, der das Wasser ableitet, heißt Schwall, Leite oder Leiten. Schuläcker standen früher dem Lehrer des Ortes zur Nutznießung zur Verfügung.
Viele Namen sind aber schon verlorengegangen und manche Flurnamen werden auch weiterhin nicht mehr zu erforschen sein, da sich die Schreibweise geändert hat oder man sich nicht mehr in die Gedankenwelt unserer Vorfahren versetzen kann. Berta Wienziers
Franz Xaver Obeltshauser, Pfarrer in Siegenhofen
Ehem. Schulhaus Siegenhofen
Grabstein der Eltern von F.X. Obeltshauser am Deininger Friedhof (bereits abgebaut)
Siegenhofen feiert am 9. Mai seine Kirchweih. Aus diesem Anlass nachstehend der Lebenslauf von Franz Xaver Obeltshauser, ein zu seiner Zeit sehr bekannter gebürtiger Siegenhofener. Er wurde am 2. Oktober 1872 in Siegenhofen geboren, wo seine Eltern, die Lehrerseheleute Georg Obeltshauser und Therese geb. Strasser aus Regensburg, sesshaft waren. Er war das erste von 16 Kindern, von denen aber neun bereits im Kindesalter starben. Ab Oktober 1882 bezog er das Gymnasium in Eichstätt, nachdem er zuerst die Volksschule in Siegenhofen besucht und zuletzt durch den damaligen Kaplan in Deining, Wilhelm Vogel, Vorunterricht empfangen hatte. Oktober 1883 wurde er in das Bischöfliche Knabenseminar in Eichstätt aufgenommen, absolvierte das dortige Gymnasium im Juli 1891 und widmete sich dann den philosophischen und theologischen Studien am Bischöflichen Lyzeum in Eichstätt. 1892 wurde der Vater an die Deininger Schule versetzt und so zog die Familie von Siegenhofen nach Deining um, wo auch die feierliche Primiz stattfand. Am 19. März 1896 wurde Franz Xaver Obeltshauser von Bischof Franz Leopold Freiherr von Leonrod zum Priester geweiht. Seine weiteren Stationen waren: Von Mai bis Mitte August 1896 als Kooperator in Berngau; von Mitte August 1896 bis Ende Januar 1897 als Kooperator in Plankstetten. Am 25. Januar 1897 als Kooperator nach Neumarkt berufen, wirkte er dort bis 1. Februar 1898; im letzten Vierteljahr hatte er auch den dortigen Kath. Arbeiterverein als Präses zu leiten. Vom 1. Februar 1898 bis Mitte Februar 1903 wirkte er als Kooperator in Ingolstadt bei St. Moritz und die letzten zwei Jahre seines dortigen Aufenthaltes leitete er den Kath. Gesellenverein als Präses, nachdem er bereits seit 1898 dessen Vizepräses gewesen war. Mitte Februar 1903 bezog er als Provisor die Stadtpfarrei Altdorf b. Nürnberg. Im März 1904 wurde ihm die Pfarrei Altdorf b. Titting übertragen, welche er bis August 1913 verwaltete. Ab 1. März 1907 wurde er bis August 1913 zum Distriktschulinspektor für den Schuldistrikt Greding ernannt. Am 27. Juli 1913 wurde ihm die Stadtpfarrei Spalt übertragen, die er bis zu seinem plötzlichen Tod am 18. Januar 1937 leitete. Seine Schwester Margarete lebte bei ihm in Spalt und führte ihm den Pfarrhaushalt. In seiner Todesanzeige trauerten um ihn vier Brüder: Georg - Studienprofessor; Josef - Oberregierungsrat, Alois - Studienprofessor, Karl - Ingenieur, und die beiden Schwestern Therese und Margarete.
Sein Nachruf lautete: Franz Xaver Obeltshauser, Bischöfl. Geistl. Rat, Dekan, Stadtpfarrer und Ehrenbürger von Spalt, hat über 23 Jahre die Seelsorge in Spalt geführt. Er pflegte die Gabe der Rede, welche in gepflegter Form Menschenkenntnis, Wissen und Welterfahrung austeilte. Er pflegte die Gabe der Menschenfreundlichkeit, welche jedermann ein gütiges Herz, einen freundlichen Gruß, ein liebes Wort schenkte. Er verwendete seine freien Stunden auf geschichtliche Studien und Forschungen und schenkte der Stadt Spalt wertvolle Feststellungen und Darstellungen ihrer Heimatgeschichte. In Anerkennung dieser großen Verdienste ernannte ihn die Stadt Spalt zu ihrem Ehrenbürger. Die Beerdigung am 21. Februar war eine außerordentliche Kundgebung der Hochschätzung für den Verstorbenen seitens der Stadt- und Pfarrgemeinde, der Schule, der geistlichen Mitbrüder, besonders der vielen Kapläne, die unter seiner Führung die Seelsorge in Spalt ausübten. F.X. Obeltshauser war nicht der einzige gebürtige Siegenhofener, der Priester wurde, auch Willibald Kürzinger, geb.1881 wurde einige Jahre nach Obeltshauser zum Priester geweiht.
Faschingstreiben in Deining
Faschingszug in Deining, ca. 1960
Der Fasching liegt in den letzten Zügen und die Narren fiebern dem Endspurt entgegen. In diesem Jahr wird das närrische Volk Deinings von den Hoheiten Alice Müller und Jochen Rupp regiert . Ihre Vorgänger waren: 2009 Melanie Pohl und Tobias Gottschalk, 2008 Sabine Kahl und Oliver Sacha, 2007 Sonja Meier und Matthias Schrafl, 2006 Susanne Buchner und Jürgen Kraus, 2005 Evi Sacha und Andreas Auer, 2004 Katja Schrafl und Sebastian Fersch, 2003 Daniela Schmid und Matthias Graf, 2002 Carina Bayer und David Berschneider, 2001 Carola Schöppel und Christopher Lang, 2000 Bianca Seitz und Helmut Lachner, 1999 Carina Wienziers und Stefan Simon, 1998 Irmgard Simon und Bernhard Zoch, 1997 Claudia Klein und Roland Buchner, 1996 Margot Eiberger und Matthias Seger, 1995 Karin Zoch und Gerd Kirsch, 1994 Elke Ortner und Christian Bayer, 1993 Alexandra Wittmann und Gerhard Fruth, 1992 Elisabeth Zoch und Jürgen Kanitz. Davor gab es bereits schon zweimal kurze Episoden mit Prinzenpaaren bei Faschingszügen: 1978 Maria Vögerl und Josef Fersch, 1977 Irmi Fersch und Fritz Zürcher. 1963 Marianne Fleischmann und Josef Sippl, 1962 Adelheid Schlosser und Xaver Zoch, 1961 Irmgard Zoch und Theo Fruth. Unabhängig von den Deiningern gründete Familie Gabler vom Campingplatz Sippelmühle 1966 zuerst nur für die Camper, die Faschingsgesellschaft Campnesia mit einer Prinzengarde, einem Männerballett, später auch einer Kindergarde und einem Prinzenpaar, die von 1979 – 1985 mindestens 30 Auftritte pro Saison hatten.
Faschingszüge gab es in Deining aber auch schon vor dem Krieg und zwar immer am Nachmittag des Faschingsdienstags, denn das letzte Fastnachtswochenende war geprägt vom 40stündigen Gebet und in dieser Zeit fanden keinerlei Vergnügungen statt. Erst nach dem Ende desselben gegen 14 Uhr am Dienstag begann der Kehraus mit dem Umzug und in allen Wirtshäusern wurde bis Mitternacht gefeiert.
Bei den Umzügen wurden gern Personen ausgespielt, die während des Jahres mit lustigem oder unsinnigem Verhalten Aufmerksamkeit im Dorf erregt hatten. So sorgte 1935 der damalige Kaplan für allgemeine Heiterkeit, als er zwei Kirchen miteinander verwechselte und in Unterbuchfeld fertig angezogen alleine stand, während in Mittersthal die Gläubigen auf ihn warteten. Nach Feststellung seines Irrtums eilte er auf seinem Motorrad mit wehendem Priestergewand von einer Kirche zur anderen.
Aber auch so ging es im Deininger Fasching immer hoch her. 1960 z.B. wurden einschließlich Silvester 1959 für 20 Tanzveranstaltungen Genehmigungen bei der Gemeinde beantragt, wobei keiner der Faschingsbälle über mangelnde Besucher klagen konnte. Die meisten Tanzvergnügen begannen um 19 Uhr und endeten um 24 Uhr. Vor dem Krieg fand mindestens ein Faschingsball in jedem Wirtshaus statt.
Die Männer verkleideten sich meist als Frauen oder Hexen, die Frauen zogen Männerkleidung an.Am Aschermittwoch wurde in aller Frühe das Bärentreiben veranstaltet. Burschen zogen Fellkleider an und gingen auch in umliegenden Dörfern von Haus zu Haus. Der Bär tanzte zum Spiel einer Teufelsgeige und die Zuschauer spendierten dafür Eier, Würste und Speck. Wieder zu Hause wurde ein Eierfleck gekocht, Würste und Fleisch hob man für den nächsten Tag zum Essen auf. Gegen 17 Uhr stellte man sich zu einem Trauerzug auf, um die Geldbeutel zu waschen und zu begraben. Auf einer Bahre lagen oder hingen viele alte Geldbeutel. Weinend und jammernd, mit großen Taschentüchern ausgerüstet marschierten alle Teilnehmer zum Bach, wo die Geldbeutel gewaschen wurden. Danach ging’s weiter zum Espan, dort wurde ein Loch gegraben und alle Geldbeutel darin verscharrt. Jetzt war auch der Fasching begraben.
1910: Marianische Männerkongregation
1950: Grundsteinlegung des heutigen Seniorenheims St. Anna
1950: Primiz von Josef Pfeiffer
Ehrenbürger Johann Zoch (+1985)
2010 steht vor der Tür und da jähren sich wieder viele ortsgeschichtliche Ereignisse, ob es nun schreckliche oder schöne Erlebnisse waren. Geburts- oder Todestage bekannter Persönlichkeiten laden zum Gedenken ein, Vereine können Jubiläum feiern.
1070 findet laut alter Akten in Siegenhofen die Weihe einer Kirche statt. 1150 steht Döllwang erstmals in alten Urkunden. 1190 ist Unterbuchfeld zum ersten Mal anlässlich der Weihe einer Kirche aufgezeichnet. 1315 erfolgt eine Kirchenweihe in Leutenbach. 1400 wird die Kirche in Tauernfeld dem Hl. Nikolaus geweiht.
1420 wird der Beginn eines Kirchenbaus in Mittersthal niedergeschrieben. 1480 wird Siegenhofen eine eigene Pfarrei. 1480 wird die Laabermühle erstmals in alten Schriften aufgeführt, ebenso wie die zugehörige Ulrichskapelle.
1505 wird Deining und Schloss Altenburg durch die Nürnberger im Landshuter Erbfolgekrieg ein Raub der Flammen. 1545 herrscht in Waltersberg die Pest, die viele Opfer fordert. 1625 Wiedereinführung der Katholischen Religionsausübung auch in unserer Gemeinde. 1630 wird die Kreismühle erstmals erwähnt. 1670 brennt Deining und auch die Kirche. 1690 wird Pfr. Georg Zinckl in Weißmain geboren, er ist ab 1723 51 Jahre Pfarrer in Deining. 1710 brennt Leutenbach vollständig ab. 1715 stirbt der Pfarrer Xaver Beer, 43 Jahre alt, er liegt neben dem Hochaltar begraben. 1720 brennt Deining ab, nur die Kirche bleibt verschont. 1725 verbrennt ganz Unterbuchfeld bis auf die Kirche und den Hof im Tal. 1745 macht Kaiserin Maria Theresia von Österreich im Gasthaus zur Post in Deining Halt auf ihrer Reise nach Frankfurt zur Krönung von Kaiser Franz I. 1760 wird die Bäckermühle erstmals in Urkunden erwähnt. 1795 brennt fast ganz Tauernfeld ab. 1840 wird der Kirchenmaler Georg Lang in Deining geboren. 1855 wird Johann B. Mößl in Oberbuchfeld geboren, Pfarrer und Ehrenbürger von Waltersberg. 1860 wird in Mittersthal ein eigener Friedhof errichtet. 1865 findet in der Gegend ein 5000 Mann starkes Manöver statt, mit Einquartierungen in Deining und den Filialen. 1875 brennt fast ganz Unterbuchfeld ab. 1895 wird ein Darlehenskassenverein in Deining gegründet, die spätere Raiffeisenbank. 1900 stirbt der Kirchenmaler Georg Lang an den Folgen eines Sturzes vom Gerüst. 1900 wird die Freiwillige Feuerwehr Unterbuchfeld gegründet. 1910 wird Pfr. Matthias Breindl in Weigersdorf geboren, langjähriger Seelsorger und Ehrenbürger von Deining und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. 1910 Gründung der Marianischen Kongregation in Deining. 1935 ist der Beginn der Entstehungsgeschichte des Ortsteils Hacklsberg. 1950 wird der Grundstein für den Bau des St. Annaheims gelegt und das Pfarrheim eingeweiht. 1950 wird Josef Pfeiffer aus Leutenbach in Eichstätt zum Priester geweiht. 1955 beginnt die Geschichte des Schützenvereins Großalfalterbach. 1960 entsteht die Marianische Männerkongregation in Deining. 1965 wird die KLJB Deining ins Leben gerufen, ebenso wie die Deininger CSU. 1970 Gründung des Fremdenverkehrsvereins. 1975 wird die Blaskapelle Deining gegründet, genauso wie der Tennisverein. 1980 entsteht der Burschenverein Oberbuchfeld. 1985 stirbt Johann Zoch, Altbürgermeister und Ehrenbürger von Deining. 1985 wird der OGV Siegenhofen aus der Taufe gehoben, ebenso wie der Verein für Gartenbau und Heimatpflege in Tauernfeld. 2000 weiht Bischof Walter Mixa zum Jubiläumsjahr den Georg Lang Brunnen in Deining.Das war nur ein kleiner Rückblick über einige Ereignisse, die die einzelnen Dörfer unserer Gemeinde in ihrer jahrhundertealten Geschichte erlebt haben.
Kapläne in Deining
Kaplan Werner Müller
Kaplan Pereira Benjamin
Kaplan Wenhart Anton
Seit September 2009 haben wir mit Martin Becker einen neuen Kaplan, es ist der 187. namentlich bekannte seit es darüber Aufzeichnungen gibt. An manche seiner Vorgänger haben bestimmt noch viele Pfarrangehörige ihre eigenen Erinnerungen. Hier alle überlieferten Namen rücklaufend bis 1492.Benny Karickamukalel, Janusz Stanczak, Sibi Manickathan, Norbert Kokott, Hans Reicherzer, Benjamin Pereira, Klaus Meyer, Josef Heigl, Reinhard Förster, Erich Schredl, Andreas Hanke, Werner Müller, Richard Herrmann, Franz Josef Gerner, Alfred Rottler, Johann Schleer, Karl Schmid, Anton Wenhart, Thomas Gensberger, Anton Hirschbeck, Michael Seitz, Georg Köbl, Willibald Brems, Johann Gottschalk, Ernst Rohbach, Otto Obergruber, Josef Feil, Franz Turba, Alfons Butkus, Johann Stieglbauer, Johannes Winand, Johann Sauer, Heinrich Meißner, Johann Ehbauer, Michael Holzschuh, Johann Fuchs, Kaspar Bauernfeind, Rudolf Probst, Albert Naß, Simon Seitz, Augustin Knör, Josef Frank, Anton Auchtor, Andreas Stöcklhuber, Max Brenner, Max Strauß, Josef Meyer, Johann Brock, Josef Bayerschmid, Johann Rackl, Johann Gerngroß, Josef Seitz, Johann Waldmüller, Franz X. Schrafl, Rudolf Asmus, Benno Meier, Josef Bayer, Matthias Gsandner, Maximilian Rehm(1905), Stanislaus Donaubauer, Quartan Schmid, Gebhard Gasser, Johann Hutter, Johann Gottschalk, Anton Gerngroß, Ferdinand Freiherr von Papius, Georg Fellner, Anton Hofbeck, Johann Hirner, Georg Wechsler, Johann Bap. Mack, Georg Wohlgemuth, Simon Sturm, Johann Weber, Franz X. Schiegl, Anton Janninger, Friedrich Ehrmann, Wilhelm Vogel, Franz Welter, Karl Müll, Leopold Hugelmann, J.H. Scheurin, Josef Drexler, Johann Meier, Peter Meyer, Georg Bayer, Georg Koller, Karl Pfahler, Georg Pirkl, Anton Gebhard, Sebastian Ablaßmeyer, Lukas Kerling, Franz Benz, Dominicus Gröbl, Anton Lindl, Johann Leib, Franz Pfaller, Alois Zeller, Martin Kraus, Alois Spitzner, Josef Schönberger, Karl Bruckmüller, Ferdinand Raab, Martin Wirth, Josef Straubmeier, Jakob Heuberger, Johann Posch, Johann Siegert, Georg Bittner, Michael Meixner, Josef Betz, Christian Ibler, Franz X. Maurer, Georg Kellermann, Simon Semon, Thomas Graf, Josef Winterich, Lorenz Schmalhofer, Anton Haunschild, Franz X. Reiser, Nikolaus Flierl, Michael Urban, Josef Bermüller, Georg Deinhard(1804), Johann Gotshammer, Karl Hofmann, Josef Mederer, Martin Ernsberger, Johann Hofmann, Franz X. Reiser, Georg Deinhard, Bernhard Lang, Johann Götz, Wolfgang Köstler, Josef Rieger, Lorenz Predatsch, Johann Schweigert, Johann Auerbach, Johann Seitner, Johann Merl, Ferdinand Spezius, Jakob Auhuber, Georg Achaz, Peter Pfaller, Franz X. Burk, P.P. Nicanor, Joseph Hertle, Michael Kienlein, Konrad Thumann, Franz Brandl, Stephan Morger, Josef Beer, Alois Pracher, Adam Kemeter, Stephan Hollweck, Simon Maier, Simon Pickl, Franz Mader, Georg Wolfrum(1762), Leonhard Guttenberger, Franz Zinkl, Josef Gruber, Johann Iberl, Ignaz Zinkl, Vogl, Laurian, Rubenbauer, Beck, Wirthwein, Westermeier, Preussinger, Matthias Dull, Reischl, Hecker, Brein, Franz, Brell, Widmann, Stangengast, Paul Francisci, Achatius Anwander, Erasmus Hensel, Elias Sella, Ambrosius Kunzmann, Michael Kirsteiner (1585), Konrad Egelwanger.
Manche dieser Kapläne waren nur einige Wochen oder Monate hier in Deining, die meisten zwei bis zehn Jahre, einige kamen später als Pfarrer oder Benefiziaten wieder an ihre ehemalige Kaplanstelle zurück, andere wurden mehrmals nach Deining versetzt. Manchmal waren mehrere Kapläne zur gleichen Zeit in Deining, dann wieder gab es längere Zeiten, in denen nur ein Pfarrer für alle Gläubigen am Ort war.
Geschichte der Deininger Gendarmerie-Stationen
Willi Kaunz links auf dem Bild
Adam Mayer 2. von links auf dem Bild
Xaver Eiberger
Nachdem die Gemeinden Bayerns immer wieder durch Briefe vom Kgl. Staatsministerium des Innern aufgefordert wurden, für die neu eingerichteten oder die alten bestehenden Gendarmeriestationen, Arresträume zur Verfügung zu stellen, entschloss sich die Gemeinde Deining im Jahre 1910 endlich ein dafür geeignetes Objekt zu erwerben. Der Kaufpreis für das Anwesen Nr. 76 (jetzt abgebrochen) zum Zwecke der Errichtung eines Haftlokals betrug 500 M. Die Gemeinde hatte die Verpflichtung dieses Gebäude zu beschaffen, einzurichten, zu unterhalten und für die Verpflegung der Inhaftierten zu sorgen, was immer wieder zu Ärger bei den Verantwortlichen und zum Streit mit den Behörden führte. Eine Aufsichtsperson für die Häftlinge zu stellen war Sache der Gendarmerie. Der Kostenvoranschlag für die Einrichtung des Haftlokals war folgender: Spenglerarbeiten, Rohre, Ofen, Tür (40 M.), 2 Matratzen m. Polster (25 M.), Tür, Fensterstock, Tisch, Nachtkübel (22 M.), Weißdecke (36 M.), schadhafte Innenwände, teilweise auszumauern und zu verputzen (25 M.), 4 Fuhren Sand (12 M.), 4 Zentner Zement und 2 Zentner Kalk (14 M.), Rauchrohre in d. Kamin leiten (5 M.), Erdarbeiten (10 M.), Eindringen von Außenwasser (6 M.), Schlosser- und Schmiedearbeiten (10 M.), Essschüssel mit Besteck (4 M.), Bodenbretter mit Türstock (60 M.).
Namentliche bekannte Gendarmerie- oder Polizeibeamte der Station in Deining waren: Christoph Stiel (1876 in einer Urkunde erwähnt), Andreas Grimm (1878), Georg Höllerl, geb. 1837 (1879), Michael Straßberger geb. 1846 (1879), Georg Batz (1879), Andreas Greiner, geb. 1841 (1884), Jakob Servi (1888), Andreas Beinrucker (1897), Josef Pfleger, geb. 1860 (1897), Josef Schleicher, geb. 1873 (1906), Paul Wilhelm, geb. 1878, Ludwig Gantz, geb. 1882 (1917), Georg Breindl, geb. 1876, Georg Seidl, geb. 1884, Leonhard Aures; geb. 1895 (1923), Peter Braun, geb. 1881 (1924), Johann Betz, geb. 1897, Heinrich Stauber, geb. 1894, Josef Meyer, geb. 1898, Jakob Engelhard, geb. 1892, Christian Rödel, geb. 1852, Leonhard Brunner, geb. 1895 (1939), Ludwig Hödl, geb. 1910 (1939), Johann Baptist Zrenner, geb. 1902 (1939), Willibald Kaunz, geb. 1901 (1942 -siehe Bild-), Guido Hofbauer, geb. 1906 (1942), Georg Stelze, geb. 1903 (1942), Michael Lehner, geb. 1896 (1942), Johann Schöppel, geb. 1897 (1942), Ludwig Thurner, geb. 1900 (1943), Josef Kunz, geb. 1913 (1945), Josef Gratzl, geb. 1919 (1946), Josef Frömmer, geb. 1903 (1947), Josef Hofbauer, geb. 1920 (1949), Leonhard Fiegl, geb. 1919 (1949), Josef Feßmann (1950), Michael Härtl, geb. 1919 (1950), Johann Eisenbeißer, geb. 1910 (1951), Michael Götz, geb. 1909 (1953), Willibald Mayer, geb. 1935 (1954), Ferdinand Löw, geb. 1911 (1955), Adam Mayer, geb. 1922 (1959 -siehe Bild-), Josef Hornung, geb. 1919 (1961), Xaver Eiberger, geb. 1915 (1962 -siehe Bild-).
Die Polizeidienststelle war ab 1936 im Haus Nr. 44 (jetzt Obere Hauptstr. 11) untergebracht, der Arrestraum blieb weiterhin im Haus Nr. 37 (jetzt Leutenbacher Str. 2), wo sich zuvor die ganze Gendarmeriestation befand.
1950 gab es im Dienstzimmer eine Explosion. Leonhard Fiegl, der sich im Zimmer aufhielt, wurde schwer verletzt und konnte seinen Dienst nicht mehr voll ausüben. 1951 zog die Dienststelle samt Arrestraum um ins Haus Nr. 105 (jetzt Grabenberg 13). 1962 wurde die Polizeistation in Deining aufgelöst und die verbliebenen Beamten nach Neumarkt versetzt.
Kirchweihbrauchtum
Einige Kirchweihen in unserer Gemeinde stehen vor der Tür, und deshalb wieder einmal ein Rückblick in das Brauchtum von 1950. Josef Kollmeier aus Unterbuchfeld erzählt sogar aus seiner Jugendzeit von der Kirwa um 1870.
Damals wurde er als Schulbub zu den Verwandten und Bekannten zum „Festlodn“ geschickt. Das war ein einträgliches Amt, denn ausser einem Getränk und dem Eierfleck gab es auch ein kleines Trinkgeld dafür. Kaum ein Haus im Dorf, das vor dem Fest nicht mit irgendwelchen Verschönerungs- oder Reparaturarbeiten beschäftigt ist. In jedem größeren Bauernhof schlachtet man rechtzeitig zur Kirchweih ein Schwein. Jeder Hof und alle Dorfwege werden sauber gekehrt, um guten Eindruck zu machen.Am Samstag stellen die Burschen und Jungmänner den herausgeputzten Kirwabaum auf. Die ganze Nacht hindurch bewachen sie ihn, damit er von der lauernden Jugend der Nachbargemeinden nicht beschädigt oder gestohlen werden kann. Manche Baumspitze lag am Festtag schon abgeschnitten auf dem Boden, wenn die Bewacher eingeschlafen waren und ihr Wachamt nicht ernst genug genommen hatten. Das sorgte dann für Spott und Hohn im weiten Umkreis. Sowas will jede Gemeinde vermeiden.Ebenfalls am Samstag treffen auch schon die ersten, vor allem weiblichen Gäste im Laufe des Tages ein, um der Hausfrau am Nachmittag beim Kuchen- und Küchlbacken zu helfen. Ganze Berge von knusprigen, federleichten Kücheln werden aufgetürmt und die Bleche mit Zwetschgenkuchen reihen sich aneinander.Für die Lustbarkeit der Kinder kommt zur Kirwa eine Schiffschaukel ins Dorf, oder wie es in Mittersthal (1950) üblich ist, wird eine „Reitschul“ aufgebaut, ein improvisiertes Karussell aus Achse, Wagenrädern und Leiter. Die Männer starten die Vorfeier am Abend mit den anwesenden Besuchern daheim, oder in der Mehrzahl im gastlichen Wirtshaus, bei Unterhaltung, Bier und feiner Küche.
Am Sonntag in aller Früh holen die Ministranten mit dem Mesner junge Birken, um damit den Kircheneingang und den Hochaltar zu schmücken. Vom Kirchturm kündet der wehende gelb-weiße „Zachäus“ von der Kirchweih. Mit Ausnahme der Köchinnen, besuchen alle Dorfbewohner und ihre Gäste den feierlichen Gottesdienst. Danach wartet schon ein reich gedeckter Tisch. In den meisten Haushalten wird ein Fass Festbier angezapft oder Flaschenbier bereitgestellt. Dann tragen die Köchinnen reichlich auf: Leberknödelsuppe, gekochtes Rindfleisch mit Preisselbeeren, Kren und Kartoffelsalat, Braten mit Klößen, auch das echte Bauerng’selchte fehlt nirgends, von den Mehlspeisen gar nicht zu reden. Keine Familie will sich lumpen lassen.
Am Nachmittag tanzt die ältere Jugend um den mit Bändern verzierten Kirwabaum. Im Laufe des Tages wird dieser dann versteigert. Im Wirtshaus spielt die Musik zum Tanz, in der Kegelbahn geht es hoch her, auch kleinere oder größere Raufereien bleiben nicht aus. Die Kinder vergnügen sich mit Spielen, Karussell oder Schiffschaukel. Am Montag spendieren viele Wirte ihren Stammgästen Freibier und da wird nochmal fest gefeiert. Am Sunnta is Kirwa, dou gfrei i mi draf, dou macht da Baua sein Göjdbeitl af, und wenna ma a Kirwagöjd git, nou kaaf i mir a Pferdl zum reitn, an Säwe af d’Seitn, a Steckerl in d’Händ, das mi nemad meia kennt.--------------------------A richtige Kirwa, dauert Sunnta, Manda und Irta, es kann se schicka, bis zum Migga, wenns nird fajt am Kocha, a ganze Wocha. --------------------------O Kirwa lou nird nou, bleib nu a bisserl dou, o Kirwa lou nird nou, i hob ja nu a Fünferl dou, o Kirwa lou nird nou.------------------------Aus is die Kirwa, aus is da Tanz, hi is des Göjd und vaspeist is die Gans.---------
Heimatliche Kriegsgeschichte
Auer Willibald bei der Brückenwache auf der Deininger Bahnbrücke
Die Deininger Kirchenglocken stehen zur Abholung zum Einschmelzen für Kriegstechnik bereit
Nach seinem letzten Urlaub beim Aufbruch in den Krieg (1944 gefallen)
70 Jahre sind nun seit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs vergangen und obwohl viele schriftliche Unterlagen verloren sind, gibt es doch noch manche Überlieferungen aus dieser Zeit in unserm Archiv. Aus den Begleitschreiben für die Lebensmittelkarten kann man ersehen, dass z.B. 1941 dem Normalverbraucher für 4 Wochen 9 kg Brot oder 4,2 kg Brot und 3,6 kg Mehl zustand. Zur Weihnachts-Sonderzuteilung 1942 wurden 500g Mehl, 200g Fleisch, 125g Butter, 62,5g Käse, 250g Zucker, 125g Hülsenfrüchte, 125g Zuckerwaren, 50g Bohnenkaffee, 0,35l Trinkbranntwein zusätzlich gewährt.Listen über Kriegsgefangene sind zum Teil noch handgeschrieben vorhanden. Deren Heimatländer waren hauptsächlich Frankreich, Polen, und Russland. Ihre Arbeitgeber bekamen ein Merkblatt mit den 10 Geboten für die Behandlung Kriegsgefangener. Im Ochsenwirtshaus in Deining waren gegen Ende des Krieges ca. 100 ungarische Soldaten der Waffen SS untergebracht und in Kleinalfalterbach ca. 60.
Am Ende des Krieges waren in jedem Ort der Gemeinde viele Männer vermisst, gefallen, verwundet oder in Kriegsgefangenschaft. Insgesamt 247 Soldaten verloren in diesen sechs Jahren ihr Leben. Deining trauerte um 44, Waltersberg um 40, Großalfalterbach um 28, Leutenbach mit Bahnhof Deining um 25, Döllwang um 22, Oberbuchfeld mit Rothenfels und Arzthofen um 22, Unterbuchfeld um 16, Mittersthal um 16, Tauernfeld um 11, Kleinalfalterbach um 11, Pirkach um 7, Siegenhofen um 5 gefallene oder vermisste Mitbürger. Die ersten Kriegstoten waren 1941 zu beklagen, die meisten Opfer forderte das Jahr 1944 mit 60 Toten. Unsere gefallenen Gemeindebürger mussten in den meisten Fällen ihr Leben in Rußland lassen, aber auch in Polen, Rumänien, Italien, Jugoslawien, Finnland, Griechenland und Frankreich. Einer der ältesten gefallenen Soldaten war Josef Schiller, ein damaliger Deininger Lehrer, der 1944 mit 48 Jahren starb. Die jüngsten waren 17 Jahre, als sie ihr kurzes Leben 1945 zum Kriegsende noch opfern mussten. Es war auch keine Seltenheit, dass aus einer Familie drei oder sogar vier Söhne ums Leben kamen.
Da viele Anordnungen, Gebote und Verbote durch die Militärregierung ausgesprochen wurden, blieb es auch nicht aus, dass viele Verstöße geahndet wurden. So wurde der Deininger Pfarrer wegen verbotenen Abhaltens eines Gottesdienstes am Himmelfahrts- und Fronleichnamstag 1941 zu 100 RM Geldstrafe oder 10 Tagen Gefängnis, und sein Kaplan zu 300 RM oder 30 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Anordnung lautete nämlich: Mit Rücksicht auf die Erfordernisse der Kriegswirtschaft wird der Fronleichnamstag (Himmelfahrtstag) auf den folgenden Sonntag verlegt. Eine Vorschrift war auch der „Eintopfsonntag“, der jeweils am 2. Sonntag in den Wintermonaten von Oktober bis März eingehalten werden sollte. Ab 1943 hieß er dann „Opfersonntag“ und fand am 1.Sonntag des Monats statt. Das in unserer Gegend allgemein übliche und beliebte Neujahrsanschießen wurde bereits im ersten Kriegsjahr 1939 verboten. Jeder Ort musste 1942 seine Kirchenglocken abliefern. Diese sollten eingeschmolzen und dann zu Kanonen verarbeitet werden. Von den 9 Kirchtürmen der Deininger Pfarrei holte man 14 Glocken, nur 3 kamen nach dem Krieg wieder zurück. Aus der Pfarrei Großalfalterbach wurden 4 Glocken zur Kriegsverlängerung eingezogen.
Pfr. Griesbauer aus Großalfalterbach setzte sich sehr oft großer Gefahr aus, als er Gedichte gegen die Regierung verfasste und öffentlich bekanntmachte, so z.B.:
Ein „deutsches“ Glaubensbekenntnis (13 Glaubensartikel aus dem großen Kriegsjahr 1942) / Im braunen Haus, da wo der Hitler sitzt (Melodie: Im grünen Wald) / Zum Gedächtnis der Gefallenen (Eine besinnliche Ehrung für die Gefallenen).
Handwerk und Gewerbe früher
Im Branchenverzeichnis der Gemeinde Deining aus dem Jahr 2002 kann man sich über alle ortsansässigen Handwerksbetriebe informieren. Da ist von A wie Apotheke überF wie Fotostudio bis Z wie Zimmerei alles zu finden, was Hilfe für jede Lebenslage verspricht.
1978 waren die Gewerbebetriebe der Großgemeinde zwar noch nicht so vielfältig wie 30 Jahre später, aber da gab es neben Gaststätten, Lebensmittelhandel, Malern, Maurern, Friseuren, Fuhrunternehmern, Schreinern, Schneidern und Schustern auch noch einige seltenere Berufszweige wie Fahrradhandel, Viehhändler, auch eine Fahrschule und einen Automatenaufsteller.
1950 waren im Ort Deining 27 Gewerbetreibende registriert, hauptsächlich althergebrachtes bodenständiges Handwerk und Gewerbe, von Gemischtwarenhandel über Gastwirtschaften, Bäcker, Metzger, Müller und Sägewerksbetriebe, Wagner, Schmied, Zimmerer, Elektriker, Friseur, Schuster, Viehhändler, Kohlenhändler, sowie Arzt und Hebamme. In Leutenbach ist in diesem Jahr von je einem Wagner, Schmied, Wirt, Maurer und Krämer die Rede. Kleinalfalterbach hatte zur selben Zeit zwei Gastwirtschaften, je einen Krämer, Schmied, Maurer, ein Fuhrunternehmen und einen Schnitt- und Kurzwarenhandel gemeldet. Letzterer wurde im Zusammenhang mit einer Näherei geführt.1943 gab es in Deining 30 Gewerbetreibende, hauptsächlich die bereits genannten Berufe, dazu sind auch einige Brandmetzger, sowie Stellmacher und Sattler aufgeführt.
Im Zeitraum von 1887 bis 1904 sind in Oberbuchfeld folgende Gewerbeanmeldungen verzeichnet: Näherei, Wagner, Brandmetzger, Zimmermann, Dachdecker, Schneider, Gastwirt, Holzhandel, Maurer, Dachziegelhersteller, Viehhandel, Anstreicher, Schmied, sowie ein Korbmacher und auch ein Schmuser. Dieser zahlte 1889 immerhin 4 Mark an Gewerbesteuern. Zum Vergleich: dem Schmied wurden 3 M, dem Wirt 6 M, dem Krämer 1,82 M und dem Brandmetzger 1,20 M Steuern berechnet. In Kleinalfalterbach haben zwischen 1883 und 1911 folgende Gewerbean- oder abmeldungen stattgefunden: Wagner, Krämerei, Korbflechter, Maurer, Schuhmacher, Brandmetzger, Schäfer, Spezereienhandel.
Zwischen 1901 und 1937 gab es in Deining viele Betriebsan- und –abmeldungen, darunter waren Bierbrauer, Seiler, Weber, Binder, Wäscherin, Molkerei, Steinmetz, Spedition, Glaserei, Lohnfuhrwerk, Westenstrickerei, Holzhandel, Zigarrenhändler, Musikkapelle, Musiker im Nebengewerbe, Geflügelhandel, Ofensetzer, Getreidehandel, um nur einige zu nennen. Dass auch 1910 schon Kontrollen stattfanden und vieles beanstandet wurde, zeigt ein Brief an einen Wirt vom Königl. Bezirksamt. Darin stand zu lesen: Sie erhalten den Auftrag: 1. den Küchenkamin vollständig einzuwölben und eine Einsteigöffnung für den Kaminkehrer herzustellen. 2. Ofen, Herd und Kessel mit Rauchrohren zu versehen. 3. den rußigen Verputz der Küche abzunehmen und einen neuen Verputz aufzubringen. 4. für Pissoir und Schweinestall eine wasserdichte Odelgrube herzustellen. 5. die Abortgrube am Hause frisch auszumauern.
1927 wurde ein Wirt aufgefordert, weiß emaillierte Spucknäpfe mit Wasserfüllung aufzustellen und Tafeln mit „Ausspucken auf den Boden ist verboten“ anzubringen.
1950 bekam ein Krämer folgende Rüge: „Vom Laden aus ist ein Schlafzimmer zugängig. Nicht statthaft! Dass dies nicht schon vor Jahren beanstandet wurde, ist erstaunlich.“
Lehrer Weindler aus Leutenbach und Lehrerin Klöckner aus Deining haben 1950 in ihren Aufzeichnungen über Brauchtum in unserer Gegend für die Weihnachtszeit bis Lichtmeß folgendes geschrieben:
Am Barbaratag läutet um Mitternacht das Barbaraglöckl und die Barbarazweige werden geschnitten. Diese sollen bis Weihnachten erblühen und gelten als Wunschbaum.
Am 6. Dezember ist Nikolaus. Er ist zum Gabenspender und Sittenrichter geworden, der nachts bei uns umzieht. Am Abend wird er von der Jugend erwartet; bringt er doch Nüsse und süßes Gebäck als Belohnung. Er kann aber auch ein gefürchteter Gast sein, manchmal in Begleitung vom Knecht Ruprecht, der den weniger braven und weniger guten Kindern mit Besen, Rute und Sack panischen Schrecken einzujagen vermag.
In den feierlichen Rorateämtern des Advents werden die an Lichtmeß geweihten Wachsstöcke und Lichter fleißig benützt. Der Adventskranz ist allgemein üblich.
Die Kinder dürfen täglich ein Türchen vom Adventskalender öffnen, dahinter verbergen sich bunte Bildchen.
Es naht das schönste aller Feste, das Christkindl mit dem Lichterbaum. Zuvor schreiben die Kleinen noch ihren Christkindlbrief, und die Weihnachtskrippe wird aufgestellt. Das Christkind schmückt hinter verschlossenen Türen den Christbaum und bringt kleine Geschenke. Überall seligste Weihnachtsstimmung. Noch vor dem 2. Weltkrieg holte mancher Bauer seine Jagdflinte, mancher Knecht eine alte verrostete Pistole aus dem Kasten, um sie zu laden. Sie schießen damit das Christkindl an; derselbe Brauch war auch zu Neujahr: Neujahranschießen! Nach der Heimkunft von der Christmette, die um Mitternacht stattfindet, erwartet die nächtlichen Beter die saftige Mettenwurst.
In den folgenden Rauhnächten bis Dreikönig sollen die Träume in Erfüllung gehen.
Zum Jahreswechsel wird mit Bleigießen oder Pantoffelwerfen in die Zukunft geschaut. Um Mitternacht läuten die Glocken. Das Neujahrswünschen geschieht von Haus zu Haus mit einem Spruch.
An Dreikönig werden Stall und Wohnräume mit Weihrauch ausgeräuchert. Kinder als Sternsinger oder Hl. Drei Könige verkleidet, ziehen von Haus zu Haus.
Seit tausend und mehr Jahren ist in Altbayern die Bienenzucht ein beliebter Beschäftigungszweig der ländlichen Bevölkerung. In vielen Orten hat sich die Veranstaltung von Wachsmärkten in den Tagen vor Lichtmeß erhalten. Da sieht man Wachsstöcke mit allerlei Verzierungen, Kerzen, auch Wachsfiguren aller Art als Opfergabe für Wallfahrten.
Noch heute läßt die christkatholische Bäuerin zu Lichtmeß, wenn die Kirche die Lichter zu ihrem Gebrauche segnet, ihren Hausbedarf an Wachs weihen.
Lichtmeß spielt im Leben der Landbevölkerung eine Rolle als Umzugstag der Dienstboten. Nach dem Mittagessen zahlt der Bauer seinen Dienstboten den restlichen Lohn aus. Dann ziehen die den Dienst quittierenden Ehehaltn ab, sonst kann es vorkommen, dass sie überzogen werden, d.h. dass die auf ihre Stelle Neueinziehenden kommen, ehe der Platz geräumt ist. Kleiderkasten des Abziehenden werden von einem Knechte der neuen Herrschaft abgeholt, wobei die Dirn nicht bloß ein Trinkgeld, sondern auch bei der Einkehr eine Mass zu zahlen hat.
Blasius-, Andreastag und Aschermittwoch waren einmal „Schlenkelzeit“, an denen vormals wenig, manchmal gar nichts gearbeitet wurde.
Unwetter in und um Deining
In den Herbst- und Wintermonaten treten immer wieder schwere Stürme auf, verbunden mit Wind- und Schneebrüchen, oder es kommt zu Hochwasser infolge starker Regen- oder Schneefälle. Vor solchen Unwettern blieben die Bürger unserer Gemeinde auch vor 100 und 200 Jahren nicht verschont, wie einige Auszüge aus dem Archiv beweisen.1764 fiel außerordentlich viel Schnee und es gab große Überschwemmungen.1785 kam noch mehr Schnee, man glaubte das Ende der Welt sei nahe.1864, 14. Jan. taut es und eine bedeutende Wassermenge bedeckte das Deininger Tal.1900, 3. Juni. Ein Naturschauspiel in Art einer Windhose stellte sich heute im nahen Weiler Arzthofen ein. Es war gegen halb zwei Uhr nachmittag, als sich bei Tauernfeld ein starker Windstrich bemerkbar machte, der in der Richtung gegen Arzthofen herankam, begleitet von dichten finsteren Staubwolken und einem solchen Gerassel, dass man meinen sollte, es käme eine ganze Reihe Fuhrwerke in größter Geschwindigkeit auf der Landstraße angefahren. In Arzthofen selbst wurden starke Äste von den Bäumen gebrochen und von zwei an der Straße gelegenen Häusern die Dächer auf je einer Seite vollständig abgedeckt. Ein starkes Brett, das die Windhose mit sich riss, wurde bis Lengenbach geworfen.1902, 18. Dez. Heute früh 4 Uhr wurden einige Deininger Hausbesitzer vom Schlafe erweckt, um sich vom Hochwasser zu retten; denn es wurde das Wasser so groß, dass es seit Menschengedenken nicht so groß war. Das Vieh mussten viele aus den Ställen bringen. Dem Müller wurden Blöcher fortgeschwemmt, sogar auf einem Lagerplatz des Herrn Geck wurden Stämme von 2 bis 3 Kubikmeter fortgeschwemmt. Die Straße wurde stellenweise abgerissen. 1929, 4. Juli. Ein furchtbarer Orkan, der alles in nächtliches Dunkel hüllte und sich in mächtigen Blitzen und Donnern und in verheerenden Hagelschäden entlud, fegte mit gigantischer Wucht über das Land. Die hühnereigroßen Hagelschloßen schlugen bis zu 10cm in den Boden und erschlugen ganze Gänsescharen.1953, 31. Jan. Durch die starken Schneefälle sind viele Ortschaften eingeschneit. Flüsse und Bäche sind infolge der starken Schneeschmelze und immer neuer Schneefälle über die Ufer getreten. Die Schulkinder mussten dem Unterricht fernbleiben. Ärzte, die dringende Krankenbesuche machen mussten, kamen nur auf Skiern durch den Schnee. 1955, 22. Juli. Während eines Gewitters entstand etwa 30m über der Kurve am Weißmarterberg ein Dammrutsch, durch den die Straße auf etwa 7m verschüttet wurde.1971, Pfingsten. Eine knappe halbe Stunde wütete ein Gewitter, das Hagelniederschläge in einem Ausmaß mit sich brachte, wie man es bisher in den beiden Gemeinden noch nicht erlebt hat. Schussergroße Hagelkörner vernichteten die Arbeit des ganzen Jahres vollständig. Die Straße von Siegenhofen nach Arzthofen glich einem Geröllfeld.1974, 8. Dez. Das gesamte Espan ist nach anhaltenden Regenfällen vom reißenden Strom überflutet und unpassierbar.1984, 23. Nov. Windböen in Orkanstärke knickten Bäume wie Streichhölzer um. Telefonleitungen wurden beschädigt und Dächer abgedeckt.1990, 27. Feb. Die Gegend um Deining hat es mit Sturmschäden schwer erwischt.2002, 21. März. Wassermassen so weit das Auge reicht an der Sipplmühle. Auch die Siegenhofermühle stand unter Wasser aufgrund der starken Regenfälle.Berta Wienziers
Schulgeschichte von Tauernfeld
Zum baldigen Schulbeginn ein kleiner Einblick in die Tauernfelder Schulgeschichte.
Lehrer Josef Brückner schreibt 1873 folgendes: „Das Schulhaus wurde 1847 erbaut, ist in gut baulichen Zustande, einstöckig und Eigentum des Schulsprengels. Die Wohnung des Lehrers enthält neben dem Lehrzimmer, eine Wohnstube, eine Küche mit Kochherd, einen Boden mit Dachzimmer, einen Keller, durch den ein beständiger Wasserfluß läuft, ein großer Schulgarten, von dem der Lehrer allerdings selbst in fruchtbaren Jahren wenig Nutzen hat, denn freche, rachgierige Menschen halten Haberfeldtreiben und machen sich mit der Beute davon. So geschehen vom 12. auf den 13. Juli 1872. Die Lage des Hauses selbst ist eine ungünstige, weil tiefliegend, von Brunnen umgeben, der Baugrund lehmig und naß. Schülerzahl: 22 Werktags- und 15 Feiertagsschüler.“ „Das alte Schulhaus, jetzige Krämerei zwischen Kirche und Schmiede, war feucht, die Lehrerwohnung beengt, der Schulsaal war zu klein. Den Hausschlüssel konnte man zur Aufbewahrung in die Dachrinne legen. Es war alles klein und unansehlich,“ schreibt Franz Besold 1953, „und genügte den höheren Ansprüchen nicht mehr, und so wurde der Bau eines neuen Schulhauses erwogen und 1928 ausgeführt. Schülerzahl: 28.“ Während der dreiunddreißigjährigen Amtszeit von Michael Hoferer waren verschiedene Aushilfslehrer krankheits- und kriegsbedingt in Tauernfeld tätig, wie Ernst Röder, Michael Holzschuh, Hans Zemler, Alois Böhm.
Wegen geringer Schülerzahl ist die Tauernfelder Schule während des Schuljahres 1953/54 geschlossen und 17 Kinder müssen nach Leutenbach zur Schule gehen. Die Schule in Tauernfeld wurde 1969 aufgelöst und in die Verbandsschule Deining eingegliedert. Vor dem Bau des ersten Schulhauses 1847 wurde u.a. im Mesnerhaus unterrichtet.
Folgende Lehrer oder Schulverweser waren an der Tauernfelder Schule tätig. Johann Plamenhofer 1746, Georg Beer 1787, Reichenberger 6. Dez. 1846 - 20. Okt. 1848, Wilhelm Hermann 28. Okt. 1848 - 19. März 1850, Wallenfels 19. März 1850 -20. Okt. 1853, Siegmund Fischer 20. Okt. - 1. Dez. 1854, Jakob Eder 15. Dez. 1854 - 25. Sept. 1858, Alexander Bögl 20. Okt. 1858 - 1. Okt. 1861, Anton Dürschl 1. Okt. 1861 - 11. Okt. 1862, Johann Benl 30. Okt. 1862 - 2. Nov. 1865, Andreas Kellner 3. Nov. 1862 - 31. Dez. 1869, Georg Boeckl 1. Jan. 1870 - 30. Apr. 1871, Josef Brückner 1. Mai 1871 - 1. Okt. 1873, Franz Xaver Nagler 1. Okt. 1873 - 1. März 1875, Georg Karl Artmeyer 1. März 1875 - 1. Sept. 1877, Josef Fröhlich 1. Sept. 1877 - 1. Okt. 1878, Johann Gg.Adolf Schreiber 1. Okt. 1878 - 1. Apr. 1881, Johann Eder 1. Apr. 1881 -16. Jan 1884, Johann Wilfurth 16. Jan. 1884 - 1. Nov. 1887, Franz Ipfelkofer 1. Nov. 1887 - 1. Aug. 1892, Joseph Heckenstaller 1. Aug. 1892 - 1. Sept. 1897, Andre Bücherl 1. Sept. 1897 - 1. Feb. 1900, Johann Wartbigler 1. Feb. 1900 - 1. Okt. 1902, Joseph Eiban 1. Okt. 1902 - 1. Jan. 1906, Anton Sonnleitner 1. Jan. 1906 - 1. Jan. 1909, Karl Thoma 1. Jan. 1909 - 1. Okt. 1909, Adolf Dürr 1. Okt. 1909 - 16. Dez. 1911, Josef Böllert 16. Dez. 1911 - 1. Okt. 1918, Michael Hoferer 1. Okt. 1918 - 1. Mai 1951, Franz Besold 1. Sept. 1951 - 1. Sept. 1953, Ernst Iser 1. Sept. 1954 - 1. Mai 1958, Adolf Turba 1. Juni 1958 - 1. Aug. 1966, Ernst Endres 7. Sept. 1966 - 30. Sept. 1966, Josef Burger 1. Okt. 1966 - 25. Apr. 1967, Hermann Hanf 26. Apr. 1967 - 1. Aug. 1969. Berta Wienziers
"Verbraucherpreise" anno dazumal
Jeder Verbraucher der zur Zeit Heizöl benötigt, stöhnt in diesem Jahr über die hohen Heizölpreise, und sie steigen scheinbar unaufhörlich weiter. Was waren das noch für Zeiten, als man 1978 bei Abnahme von 1500 Liter 30 Pfennig pro Liter zahlte. Oder auch 1974, da war der Preis bei Abnahme von 6000 Liter 23,5 Pfg. pro Liter.
Wie gerne würden wir auch die Benzinpreise von 1967 in Kauf nehmen, als wegen der Nahostkrise der Spritpreis von 48,9 Pfg. in damals ungewohnte Höhen von 66 Pfg. getrieben wurde. Das dazugehörige Auto, z.B. einen Opel Rekord bekam man 1973 für 9815 DM, oder einen Renault 16 TS für 10625 DM. Bulldogpreise lagen 1973 zwischen 3950 DM und 16600 DM. Ein Farbfernsehgerät dagegen kostete 1972 stolze 2098 DM, das Schwarzweißgerät gabs für 548 DM.1973 zahlte man für eine Markennähmaschine 159 DM.
Zur Zeit wird der Milchpreis äußerst kritisch betrachtet, 1950 kostete ein Liter 37 Pfg., 1958 40 Pfg. , 1965 90 Pfg. Für ein Pfund Butter zahlte man 1936 1,60 RM, 1950 2,92 DM, 1958 3,44 DM und 1972 bereits 4,12 DM.
Die Eierpreise haben sich im Laufe der Jahre nur unwesentlich verändert, 1936 waren es 13 Reichspfennig, 1950 13 Pfg., 1973 16 Pfennige für ein Ei.
Ein Kilo Brot war 1950 für 48 Pfg. und 1973 für 1,12 DM zu haben.
Die Bierpreise konnten sich 1973 auch noch sehen lassen. Für einen Kasten Bier (10 Liter) zahlte man 6,48 DM. Interessant ist es auch die Bierpreise auf dem Neumarkter Volksfest zu beobachten. 1954 legte der Volksfestbesucher für eine Maß 1,30 DM hin, 1958 waren es 1,50 DM, 1961 dann 1,60 DM, 1977 schon 3,30 DM, 1979 3,80 DM, 1980 4 DM, 1985 4,80 DM, 2003 4,90 € und 2007 stolze 5,40 €.Übrigens, ein Kilo gebratener Hering kostete 1956 beim Volksfest 96 Pfennige. Rindfleisch, Schweinefleisch und Kalbfleisch lagen 1952 bei jeweils 4 DM das Kilo. Zehn Jahre später, nämlich 1962 war Rindfleisch für 5 DM, Schweinefleisch für 4 DM und Kalbfleisch für 6 DM je Kilo zu haben.
Die Preise von 1950 für jeweils ein Kilo waren folgende:
Salz 30 Pfg., Grieß 70 Pfg., Zucker 1,20 DM, Nudeln 1 DM, Reis 1,50, Mehl 50 Pfg., Rosinen 2,40 DM, Margarine 2,44 DM.
Preise von 1965, jeweils für ein Kilo oder einen Liter:
Kandiszucker 3 DM, Würfelzucker 1,60 DM, Puderzucker 2 DM, Traubenzucker 4,60 DM, Kakao 4,80 DM, Bohnenkaffee 15,80 DM, Malzkaffee 3,20 DM, Salatöl 2,30 DM, Semmelbrösel 2,20 DM, Haferflocken 2,20 DM, Kartoffelmehl 1,40 DM, Senf 2,50 DM
Einige Preise vom Mai 1972:
5 Pfund Kartoffeln 1,29 DM, 1 Pfund Äpfel 88 Pfg., 1 Kilo Orangen 98 Pfg., 1 Pfund Bananen 49 Pfg.,1 Pfund Birnen 68 Pfg., 1 Pfund Tomaten 78 Pfg., 100g Schokolade 37 Pfg.,300g Speiseeis 78 Pfg.
Natürlich unterlagen die Preise auch früher immer wieder den jahreszeitlich bedingten Schwankungen und die angegebenen Preise müssen nicht immer und überall gegolten haben, aber im Archiv sind sie so zu finden.
Bürgermeister in Deining
Nachdem die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen nun vorbei sind, kann der wiedergewählte „alte“ Bürgermeister Alois Scherer sein Amt weitere sechs Jahre bis zur nächsten Wahl führen.
Zu diesem Neuanfang ist es vielleicht ganz interessant mal über seine Vorgänger nachzudenken.Bürgermeister, oder Vorstände wie sie zuerst genannt wurden, gibt es erst seit der Kommunalreform von 1808, bei der die Selbstverwaltung angestrebt wurde.Vor 12 Jahren löste Alois Scherer1996 - Franz X. Oettl von diesem Amt ab 1978 - 1996Xaver Keckl regierte davor den Ort1972 - 1978Johann Zoch wurde bei den ersten Nachkriegswahlen zum Bürgermeister gewählt1946 - 1972Nach Kriegsende setzten die amerikanischen Besatzer Ottmar v. Gumppenberg zum Gemeindeoberhaupt ein1945 - 1946Josef Breu hatte während der Kriegszeit und ein paar Jahre zuvor das Sagen in Deining1937 - 1945Vor ihm war Franz Bickl kurze Zeit der Chef1934 - 1937Leonhard Seitz hatte das Bürgermeisteramt zehn Jahre inne1924 - 1934Franz Seger leitete Deining vor ihm1908 - 1923Feihl Willibald führte die Amtsgeschäfte einige Jahre am Anfang des neuen Jahrhunderts1902 - 1908Willibald Gürner war fünfzehn Jahre Gemeindeoberhaupt1886 - 1901ebenso wie sein Vorgänger Michael Gäst, der als erster alle Urkunden mit dem Titel „Bürgermeister“ unterschrieb1870 - 1885Johann Graf unterzeichnete zuvor als Vorstand1866 - 1869Johann Hiltl wird Vorstand der Landgemeinde genannt 1860 - 1866Johann Frisch ist in den Jahren zwischen den1857 - 1860Amtsperioden von Johann Hiltl aufgeführt1851 - 1857Johann Kirsch lenkte Deining1848 - 1851Benno Zoch wird erwähnt von1845 - 1848Willibald Hiltl ist ebenso in diesem Jahr1845als Vorstand aufgezeichnet wie Mathias Frisch 1842 - 1845Benno Zoch war für Deining schon einmal verantwortlich1839 - 1841Lückenhaft findet man Georg Hofer1837oder auch Felix Lang1832 - 1834Ein Mathias Frisch taucht bereits1826auf, und Johann Schrafl findet man1822 - 1823Nicht ganz ersichtlich ist aus den Unterlagen, ob drei Jahre nach der Reform der erste Gemeindevorstand von Deining Adam Schrafel oder Joseph Rottner war 1811(Berta Wienziers)

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