Source: http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_23012017_IGI2AzIGI2450535.htm
Timestamp: 2018-09-19 01:48:22+00:00

Document:
Bundeseinheitliche Praxis bei der Überwachung der Emissionen1
Fundstelle: GMBl 2017 Nr. 13/14, S. 234
– RdSchr. d. BMUB v. 23.1.2017 – IG I 2–45053/5 –
die Eignungsprüfung von Mess- und Auswerteeinrichtungen für kontinuierliche Emissionsmessungen und die kontinuierliche Erfassung von Bezugs- bzw. Betriebsgrößen und zur fortlaufenden Überwachung der Emissionen besonderer Stoffe
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und die für den Immissionsschutz zuständigen obersten Landesbehörden haben im Länderausschuss für Immissionsschutz Übereinstimmung über die nachstehenden Richtlinien erzielt.
An die obersten Immissionsschutzbehörden der Bundesländer
Aufheben von Richtlinien
Mindestanforderungen bei der Eignungsprüfung
Gemeinsame Anforderungen an Mess- oder Auswerteeinrichtungen zur Ermittlung staubförmiger und gasförmiger Emissionen
Zusätzliche Anforderungen an automatische Messeinrichtungen zur Ermittlung staubförmiger und gasförmiger Emissionen
Messeinrichtungen zur Überwachung von Staubabscheidern
Messeinrichtungen zur Ermittlung der Rußzahl (Abgastrübung)
Messeinrichtungen für die Ermittlung organischer Verbindungen (Gesamt-Kohlenstoffgehalt)
Messeinrichtungen für die Ermittlung der Abgasgeschwindigkeit und des Volumenstroms
Zusätzliche Anforderungen an Auswerteeinrichtungen
Allgemeine Anforderungen an Auswerteeinrichtungen
Zusätzliche Anforderungen an Emissionsdatenfernübertragungssysteme
Durchführung der Eignungsprüfung von Auswerteeinrichtungen
Messeinrichtungen für Langzeitprobenahme
Messung von Emissionen mittels Langzeitprobenahmesystemen
Prüfinstitute/Verfahren der Eignungsbekanntgabe und Zertifizierung
Verfahren der Eignungsbekanntgabe und Zertifizierung
Einsatz von kontinuierlich arbeitenden Mess- und Auswerteeinrichtungen
Einsatz, Kalibrierung, Funktionsprüfung und Wartung
Einsatz von Messeinrichtungen zur Überwachung von Staubabscheidern (qualitative Messung)
Einsatz von Messeinrichtungen zur Bestimmung der Rußzahl
Einsatz von Messeinrichtungen zur Ermittlung der Abgasgeschwindigkeit und des Volumenstroms
Einsatz von Messeinrichtungen zur Überwachung der Mindesttemperatur
Einsatz von Auswerteeinrichtungen
Einsatz von Messeinrichtungen für Langzeitprobenahme
Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Anlagen i.S.d. TA Luft
Bildung der zu klassierenden Mittelwerte
Klassierung der Kurzzeitmittelwerte (HMW; 3-min-MW der Rußzahl)
Klassierung der Tagesmittelwerte (TMW)
Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Anlagen i.S.d. 13. BImSchV
Schwefelabscheidung, Abgasreinigung, An-/Abfahrzeiten
Misch- und Mehrstofffeuerungen
Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Anlagen i.S.d. 2. und 31. BImSchV
Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Anlagen i.S.d. 1. BImSchV
Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Messgrößen zur Ermittlung von Treibhausgas-Emissionen bei Anlagen im Anwendungsbereich des TEHG
Bildung, Normierung und Speicherung von Kurzzeitmittelwerten
Verwendung und Bildung von Ersatzwerten
Bildung und Speicherung der Daten für den jährlichen Emissionsbericht
Die nachstehenden Richtlinien betreffen die kontinuierliche Überwachung der Emissionen und der für die Emissionsüberwachung wichtigen Parameter; sie schließen die Auswertung kontinuierlicher Emissionsmessungen und die Fernübertragung von emissionsrelevanten Daten ein.
Die Dreizehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Großfeuerungs-, Gasturbinen- und Verbrennungsmotoranlagen – 13. BImSchV vom 2. Mai 2013 (BGBl. I S. 1021, 1023, 3754), zuletzt geändert durch Artikel 80 der Verordnung vom 31. August 2015) schreibt vor, dass die dort genannten Anlagen mit Messeinrichtungen zur kontinuierlichen Ermittlung der Emissionen auszurüsten sind und die Messergebnisse fortlaufend registriert, automatisch ausgewertet und ggf. telemetrisch übertragen werden müssen.
Die Siebzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über die Verbrennung und die Mitverbrennung von Abfällen – 17. BImSchV) vom 2. Mai 2013 (BGBl. I S. 1021, 1044, 3754) schreibt vor, dass Anlagen mit Einrichtungen zur kontinuierlichen Ermittlung, Auswertung und Beurteilung der Emissionen sowie mit Einrichtungen zur Beurteilung der für den ordnungsgemäßen Betrieb erforderlichen Betriebsgrößen auszurüsten sind. Weiterhin wird vorgeschrieben, dass die Messergebnisse fortlaufend registriert, automatisch ausgewertet und ggf. telemetrisch übertragen werden müssen.
Für genehmigungsbedürftige Anlagen, die nicht den Regelungen der 13. BImSchV oder 17. BImSchV unterliegen, ist zur Durchführung des § 29 i.V.m. § 48 Absatz 1, Nummer 3 des Gesetzes zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz – BImSchG) in der Fassung vom 17. Mai 2013 (BGBl. I S. 1274), zuletzt geändert durch Artikel 76 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) in der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum BImSchG (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft) vom 24. Juli 2002 (GMBl 2002, S. 611 Nr. 25–29 vom 30. Juli 2002) festgelegt, unter welchen Voraussetzungen die bedeutsamen Emissionen an staub- und gasförmigen Luftverunreinigungen kontinuierlich überwacht, die Messergebnisse fortlaufend registriert und automatisch ausgewertet und ggf. telemetrisch übertragen werden müssen.
Gemäß Nummer 5.3.4 der TA Luft soll bei Anlagen mit Emissionen von Stoffen nach Nummer 5.2.2, Nummer 5.2.5 Klasse I oder Nummer 5.2.7 gefordert werden, dass die Massenkonzentration dieser Stoffe im Abgas als Tagesmittelwert, bezogen auf die tägliche Betriebszeit, ermittelt wird, wenn das Zehnfache der dort festgelegten Massenströme überschritten wird. Die 17. BImSchV schreibt in § 20 (Besondere Überwachung der Emissionen an Schwermetallen) für die Messung zur Bestimmung der Stoffe nach Anlage 1 (Emissionsgrenzwerte für krebserzeugende Stoffe) messtechnisch vergleichbare Anforderungen wie die TA Luft vor, allerdings mit anderen Kriterien für Probenahmezeit und Häufigkeit der Einzelmessungen (Langzeitprobenahme).
Die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen – 1. BImSchV) in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. Januar 2010 (BGBl. I Nr. 4 vom 1. Februar 2010, S. 38, zuletzt geändert durch Artikel 77 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474)) schreibt vor, dass Feuerungsanlagen für Öl mit einer Feuerungswärmeleistung von 10 bis 20 MW mit Messeinrichtungen auszurüsten sind, die die Abgastrübung fortlaufend ermitteln und registrieren.
Die Siebenundzwanzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Anlagen zur Feuerbestattung – 27. BImSchV) in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. März 1997 (BGBl. I Nr. 18 vom 21. März 1997, S. 545), zuletzt geändert am 2. Mai 2013 (BGBl. I S. 973, 1020) schreibt vor, dass Anlagen zur Feuerbestattung mit Einrichtungen auszurüsten sind, die die Massenkonzentration von Kohlenmonoxid im Abgas, die zur Auswertung und Beurteilung der Emissionsmessungen erforderlichen Bezugsgrößen, die zur Beurteilung des ordnungsgemäßen Betriebs erforderlichen Betriebsgrößen und die Funktionstüchtigkeit der Staubabscheideeinrichtung fortlaufend registrieren und automatisch auswerten.
Die Dreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Anlagen zur biologischen Behandlung von Abfällen – 30. BImSchV vom 20. Februar 2001 (BGBl. I S. 305)), zuletzt geändert am 27. April 2009 (BGBl. I S. 900), fordert, dass geeignete Einrichtungen zur Ermittlung, Registrierung und Auswertung der Emissionen und der erforderlichen Betriebsgrößen eingesetzt werden müssen.
Die Einunddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung zur Begrenzung der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen bei der Verwendung organischer Lösemittel in bestimmten Anlagen – 31. BImSchV) vom 21. August 2001 (BGBl. I S. 2180), zuletzt geändert durch Artikel 82 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) fordert, dass nicht genehmigungsbedürftige Anlagen bei Überschreiten des Massenstromes an Gesamtkohlenstoff von 10 Kilogramm je Stunde mit einer geeigneten Messeinrichtung auszustatten sind, die den Gesamtkohlenstoffgehalt und die zur Auswertung und Beurteilung der Messergebnisse erforderlichen Betriebsparameter kontinuierlich ermittelt.
Bei allen vorstehend genannten Aufgaben wird der Einsatz geeigneter Mess- und Auswerteeinrichtungen gefordert. Die geeigneten Mess- und Auswerteeinrichtungen werden im Bundesanzeiger bekannt gegeben.
Für die Ermittlung der Jahresemission einer Anlage im Anwendungsbereich des Gesetzes über den Handel mit Berechtigungen zur Emission von Treibhausgasen (Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz – TEHG) vom 21. Juli 2011 (BGBl. I S. 1475), zuletzt geändert durch Artikel 626 Absatz 2 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) und die Berichterstattung nach § 5 TEHG können Mess- und Auswerteeinrichtungen für die kontinuierliche Emissionsmessung verwendet werden, die den Anforderungen der Artikel 41 bis 45 der Verordnung (EU) Nr. 601/2012 vom 21. Juni 2012 (Monitoring-Verordnung – MVO), zuletzt geändert durch VO (EU) Nr. 743/2014 der Kommission vom 9. Juli 2014 (ABl. Nr. L 201 S. 1), für alle relevanten Parameter (Massenkonzentration Treibhausgase und Abgasvolumenstrom) entsprechen. Die Auswertevorschriften, die für die Überwachung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen nach der MVO gültig sind, wurden im Anhang J dieser Vorschrift aufgenommen. Um eine bundeseinheitliche Auswertung von mit kontinuierlichen Emissionsmesseinrichtungen ermittelten Treibhausgas-Emissionen sicherzustellen, sollten für den Anwendungsbereich des Emissionshandels eignungsgeprüfte Auswerteeinrichtungen eingesetzt werden, die zusätzlich die in Anhang J aufgeführten Anforderungen erfüllen.
Die nachstehenden Richtlinien behandeln
die Mindestanforderungen, die bei der Eignungsprüfung an Messeinrichtungen zur Ermittlung von Emissionen und Bezugsgrößen, an Auswerteeinrichtungen und Systeme zur Emissionsdatenfernübertragung zu stellen sind
die besonderen Anforderungen an Langzeitprobenahmesysteme
die für die Eignungsprüfung in Betracht kommenden Prüfinstitute
das Verfahren der Bekanntgabe geeigneter Messeinrichtungen
Hinweise für den Einbau, die Kalibrierung, die Funktionsprüfung, den Einsatz und die Wartung von Messeinrichtungen für kontinuierliche Emissionsmessungen, von Auswerteeinrichtungen und von Systemen zur Emissionsdatenfernübertragung sowie die Überprüfung von Verbrennungsbedingungen
Die nachstehenden Richtlinien ersetzen die folgenden Regelungen:
RdSchr. d. BMU v. 13.6.2005 – Az.: IG I 2 – 45053/5 (GMBl 2005, S. 795), zuletzt geändert durch das RdSchr. d. BMU v. 4.8.2010 – Az.: IG I 2- 51134/0 (GMBl 2010, S. 1172)
Die Eignungsprüfung soll unter Beachtung der Normen-Reihe DIN EN 15267 (DIN EN 15267-1, Ausgabe Juli 2009; DIN EN 15267-2, Ausgabe Juli 2009; DIN EN 15267-3, Ausgabe März 2008) und der VDI 4203 Blatt 1 (Ausgabe Oktober 2001) durchgeführt werden. Zusätzlich sind die nachstehenden Anforderungen zu erfüllen.
Die Eignungsprüfung umfasst die vollständige Mess- oder Auswerteeinrichtung einschließlich Probenahme, Probenaufbereitung und Datenausgabe. Die Bedienungsanleitung des Herstellers als ein Bestandteil der Mess- und Auswerteeinrichtung ist in die Eignungsprüfung einzubeziehen und dem Prüfbericht beizufügen. Sowohl die Bedienungsanleitung als auch andere die Messeinrichtung betreffende Dokumente (z.B. Auditberichte) müssen in deutscher Sprache vorliegen.
Die Messeinrichtungen sollen so beschaffen sein, dass der Anzeigebereich auf die jeweilige Messaufgabe abgestimmt werden kann. In der Regel soll der Anzeigebereich das 1,5-fache der geltenden Emissionsgrenzwerte bzw. Emissionsbegrenzungen für den Halbstundenmittelwert betragen. Weitere Messbereiche für bestimmte Anlagentypen sind gemäß den Anhängen C bis G in die Eignungsprüfung einzubeziehen.
Für Mess- oder Auswerteeinrichtungen für den Einsatz an Anlagen der 13. BImSchV ist eine Aussage zu treffen, ob diese die Verfügbarkeit gemäß § 22 Absatz 1 der 13. BImSchV erfüllen, für den Einsatz an Anlagen der 17. BImSchV, ob diese die Verfügbarkeit gemäß Anhang VI, Teil 8, Nummer 1.2 der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen (integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung) vom 24. November 2010 (ABl. EG, L 334, S. 17–119) erfüllen.
Verfügt die Messeinrichtung über einen analogen Messwertausgang, soll dieser eine 20 mA-Stromschleife mit lebendem Nullpunkt bei 4 mA besitzen.
Das extern anliegende Messsignal, die Statussignale und Informationen wie Gerätetyp, Messbereich, Komponente und Einheit können auch über eine geeignete digitale Schnittstelle vom Messgerät zur Auswerteeinrichtung übertragen werden. Die einzelnen analogen Ausgänge können dann entfallen. Die digitale Schnittstelle muss vollständig der VDI-Richtlinienreihe 4201 (VDI 4201 Blatt 1, Ausgabe Oktober 2009; VDI 4201 Blatt 2, Ausgabe Juli 2014; VDI 4201 Blatt 3, Ausgabe Juli 2012; VDI 4201 Blatt 4, Ausgabe Juli 2012) entsprechen.
Die Eignungsprüfung soll unter Beachtung der Mindestanforderungen und Prüfprozeduren der DIN EN 15859 (Ausgabe August 2010) durchgeführt werden.
Die Messergebnisse sind als Rußzahl anzugeben.
Der Anzeigebereich soll die Skala bis zur Rußzahl 5 umfassen.
Die Kalibrierung der Messeinrichtung während der Eignungsprüfung soll entsprechend der VDI 2066 Blatt 8 (Ausgabe September 1995) durchgeführt werden.
Für Messeinrichtungen, die mit Flammenionisationsdetektion (FID) arbeiten, gelten zusätzlich die Anforderungen der DIN EN 12619 (Ausgabe April 2013). Diese Anforderungen gelten für die vollständige Messeinrichtung.
Für die Ermittlung des Ansprechverhaltens der Messeinrichtung ist eine Prüfgasmischung heranzuziehen, die sich wie folgt zusammensetzt:
Methan (ca. 2,0 mg/m3)
Ethan (ca. 1,5 mg/m3)
Toluol (ca. 0,5 mg/m3)
Benzol (ca. 0,5 mg/m3)
Dichlormethan (ca. 0,5 mg/m3)
Sauerstoff (ca. 11 Vol.-%)
Kohlendioxid (ca. 10 Vol.-%)
Kohlenmonoxid (ca. 50 mg/m3)
Stickstoff als Grundgas
Die Abweichung darf 15 % der vorgegebenen Konzentration nicht überschreiten.
Der Hersteller soll angeben mit welchem Prüfgas die Gerätekennlinie ermittelt wurde.
In der Eignungsprüfung ist zusätzlich die DIN EN ISO 16911-2 (Ausgabe Juni 2013) zu beachten.
Soweit zutreffend sind die Anforderungen der DIN EN 15267-3 (Ausgabe März 2008) und die VDI 4203 Blatt 1 (Ausgabe Oktober 2001) sinngemäß anzuwenden. Insbesondere sind davon die Kapitel 6.1, 6.2, 6.8, 6.14 und 6.17 der DIN EN 15267-3 (Ausgabe März 2008) betroffen.
Die Auswerteeinrichtung muss die Erfassung und Registrierung, die Mittelwertbildung, Normierung, Validierung, Rundung und Klassierung sowie die Speicherung und Datenausgabe nach den Anhängen, insbesondere Anhang B, vollständig ausführen.
Soll die Auswerteeinrichtung die Emissionsdatenauswertung für Treibhausgas-Emissionen vornehmen, so sind zusätzlich die Anforderungen nach Anhang J zu berücksichtigen.
Die technischen Daten der Auswerteeinrichtung und die verwendete Software sind vom Hersteller zu dokumentieren und dem Prüfinstitut zur Kenntnis zu geben sowie im Änderungsfall fortzuschreiben. Während des Betriebes der Auswerteeinrichtung muss diese die Identität der Software anzeigen. Jegliche Änderung der Software muss eine Änderung der Identität der Software nach sich ziehen.
Die Verfügbarkeit der Auswerteeinrichtung muss mindestens 99 % betragen. Die Verfügbarkeit wird angegeben als Verhältnis von Messzeit zu Einsatzzeit. Die Einsatzzeit ist in der Regel die Stundenanzahl über ein Kalenderjahr (während der Eignungsprüfung die Stundenanzahl über den Feldtest). Die Messzeit ist die Zeit, während der die Auswerteeinrichtung für die Messaufgabe verwertbare Ergebnisse liefert.
Die Auswerteeinrichtung muss über eine Sicherung gegen unbefugtes Verstellen der Programmierung, der Parametrierung und der gespeicherten Daten verfügen.
Die spezifischen, variablen Eingabeparameter, die die Parametrierung der Auswerteeinrichtung für den jeweiligen Einsatz beschreiben, sowie die aktuelle Softwareversion sind in einem übersichtlichen und nachvollziehbaren Parameterprotokoll zu dokumentieren. Bei jeder Änderung der Software oder der Parametrierung (Parameter-Eingabe) ist eine neue Fassung mit Zeitbezug als digitales Textdokument abzuspeichern.
Die Auswerteeinrichtung muss geeignet sein, alle zu speichernden Werte, Daten bzw. Dokumente mindestens über einen Zeitraum von fünf Jahren, gerechnet ab dem Ende des jeweiligen Berichtszeitraums, zu speichern sowie mittels geeigneter Datensicherungsverfahren zu sichern. Die Sicherung dieser Werte, Daten bzw. Dokumente und weiterer für die Auswertung erforderlicher Daten sowie des Auswerteprogramms an sich muss mindestens durch ein separates, redundantes System erfolgen.
Des Weiteren muss es möglich sein, nach einem Ausfall der Auswerteeinrichtung zwischengespeicherte Daten automatisch einzulesen.
Die manuelle Ausgabe der Roh- und Mittelwerte, Daten bzw. Dokumente nach B 4.1 muss für die zuständige Behörde ohne Inanspruchnahme von Bedienungspersonal jederzeit möglich sein. Zur manuellen Ausgabe zählen die Bildschirmansicht, die Ausgabe auf Drucker und die Speicherung auf mobilen Speichermedien (z.B. USB-Stick) als Textdokument (z.B. pdf-Datei) oder als Datenfile (z.B. CSV-Datei).
Die Auswerteeinrichtung muss über geeignete Mess- und Statussignaleingänge verfügen.
Analoge Messeingänge der Auswerteeinrichtung sollen den Strombereich von 0 mA bis 20 mA umfassen. Der Eingangswiderstand je Messkanal soll etwa 50 Ω betragen und 100 Ω nicht übersteigen. Ist eine Mehrfachverarbeitung einer Messgröße erforderlich, so soll eine Reihenschaltung verschiedener Kanäle oder eine Abfrage über Multiplexer möglich sein.
Verfügt die Auswerteeinrichtung für den Datenaustausch mit den automatischen Messeinrichtungen über geeignete digitale Schnittstellen, so müssen diese vollständig der VDI-Richtlinienreihe 4201 (VDI 4201 Blatt 1, Ausgabe Oktober 2009; VDI 4201 Blatt 2, Ausgabe Juli 2014; VDI 4201 Blatt 3, Ausgabe Juli 2012; VDI 4201 Blatt 4, Ausgabe Juli 2012) entsprechen.
Zur Messweg-Prüfung und zur Prüfung der Messsignaleingänge für analoge Messsignale (in mA) soll der Anschluss eines Messwertgebers möglich sein. Diese Anschlussmöglichkeit muss im Dauerbetrieb gegen unbefugte Benutzung gesichert sein.
Im Falle der digitalen Übertragung von Messsignalen ist bei der Prüfung der Messwegübertragung der Simulationsmodus entsprechend VDI 4201 Blatt 1 (Ausgabe Oktober 2009) zu verwenden. Zur Prüfung der ordnungsgemäßen Auswertung aller Messsignale kann dieser Simulationsmodus oder eine entsprechende rechnerinterne Funktion genutzt werden. Die Nutzung dieser Funktionen muss gegen unbefugte Benutzung gesichert sein.
Die Auswerteeinrichtung muss mit einer DCF-77-Uhr und einer Quarzuhr ausgestattet sein. Die Systemuhr ist mindestens täglich abzugleichen.
Die Auswerteeinrichtung muss die Festlegung des Betriebszustandes der Anlage nach 4.7.3 mittels Statussignalen, z.B. über die variable Vorgabe eines bestimmten Sauerstoffgehaltes im Abgas, sowie die Festlegung von Betriebsarten der Anlage ermöglichen.
Die Auswerteeinrichtung soll sich im Intervall zwischen 1 min und 120 min auf verschiedene Mittelungszeiten für Kurzzeitmittelwerte einstellen lassen. Eine Mittelungszeit von 30 min ist als Standardfall vorzusehen.
Für die Bildung von Langzeitmittelwerten sollen Mittelungszeiten zwischen einem Tag und einem Jahr möglich sein. Monate müssen taggenau abgebildet werden können.
Der Integrationszeitfehler hat maximal 0,005 % des eingestellten Zeitwertes zu betragen.
Die Wahlmöglichkeit für die Umrechnung auf Normbedingungen sowie einen Bezugssauerstoffgehalt nach B 1.4 muss für jeden Kanal getrennt gegeben sein. Die Einbeziehung einer kontinuierlichen Feuchtemessung muss möglich sein.
Bei den Rechenoperationen zur Bestimmung der Emissionsmassenkonzentration darf die Unsicherheit im Bereich des Grenzwertes, unter Einbeziehung der zu verrechnenden Bezugsgrößen, nicht größer als 1 % des berechneten Wertes sein.
Bei Ausfall der Stromversorgung müssen alle gespeicherten Informationen erhalten bleiben.
Für Prüf- und Wartungsarbeiten an der Auswerteeinrichtung muss die Beibehaltung aller Rechenfunktionen gewährleistet sein. Die Zeiten während der Prüf- und Wartungsarbeiten ist zu erfassen und bei der Auswertung zu berücksichtigen.
Die Auswerteeinrichtung sollte Voralarm geben können, wenn die Zwischenbeurteilung erwarten lässt, dass der laufende Mittelwert den Grenzwert überschreitet.
Zur Erfüllung der Berichtspflichten des Betreibers (wie z.B. nach der Elften Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Emissionserklärungen – 11. BImSchV) in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. März 2007 (BGBl. I S. 289), zuletzt geändert durch Artikel 8 Absatz 2 der Verordnung vom 2. Mai 2013 (BGBl. I S. 1021), nach dem Gesetz zur Ausführung des Protokolls über Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister vom 21. Mai 2003 sowie zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 166/2006 vom 6. Juni 2007 (SchadRegProtAG; BGBl. I S. 1002) oder nach dem TEHG) soll die Auswerteeinrichtung die erforderlichen Basisdaten bereit stellen sowie entsprechende Auswertungen vornehmen können (siehe B 1.10).
Das Auswertesystem soll in der Lage sein, eine Auswertung vorzunehmen, wenn für Messgrößen getrennte Messkanäle oder Messeinrichtungen mit unterschiedlichen Messbereichen eingesetzt werden.
Nach § 31 Absatz 5 des BImSchG und TA Luft Nummer 5.3.3.5 kann die zuständige Behörde die Art der Übermittlung der Messergebnisse von Emissionsermittlungen vorschreiben. Eine Möglichkeit ist die Installation eines Emissionsdatenfernübertragungssystems (EFÜ-System).
EFÜ-Systeme bestehen aus einem System, das beim Anlagenbetreiber als Teil der Auswerteeinrichtung installiert ist, und einem System, das bei der zuständigen Behörde eingerichtet ist. Die nachfolgenden Forderungen sind an das betreiberseitige installierte System gerichtet.
Die nachfolgend genannten Funktionalitäten sind von einem EFÜ-System zu erfüllen:
Übertragung aller validierten Kurzzeitmittelwerte der Emissionsmesswerte, der Bezugs- und Betriebsgrößen gemäß den Forderungen des Genehmigungsbescheides oder der zuständigen Behörde
Übertragung von Zustandskennungen (Status und Betriebsart) zu jedem Kurzzeitmittelwert
Übertragung der jeweils gültigen Grenzwerte und der Standardabweichung zu jeder Messgröße
Einhaltung der EFÜ-Schnittstellendefinition in der jeweils gültigen Fassung
tägliche automatische Datenübertragung zur zuständigen Behörde
jederzeitiger Abruf von Daten bis zum aktuellen Zeitpunkt durch die zuständige Behörde
spontane automatische Datenlieferung durch das Betreibersystem bei Grenzwertverletzungen und anderen Ereignissen
Abruf von Werten und Daten von mindestens der letzten 24 Monate nach Ende des Berichtszeitraums durch die zuständige Behörde
Übertragung von erläuternden Kurztexten zu Ereignissen durch den Betreiber
Übertragung einer Kommentierung mit der Übertragung der Ergebnisse
Möglichkeit zur Übertragung von Prozessbildern der überwachten Anlage
Selbstanmeldung von Betreibersystemen beim System der zuständigen Behörde mit Protokollierung
Übertragung von Datenmodellen mit Protokollierung
Übertragung von Datenmodelländerungen innerhalb von 24 h
Es ist sicherzustellen, dass kein unbefugtes Eindringen in das System über die Datenübertragungsleitung von außen erfolgen kann. Durch geeignete Vorkehrungen müssen bei Fehlverbindungen die Datenübertragung unterbunden und die Verbindung abgebrochen werden. Die Anzahl erfolgloser Wiederholungsversuche ist zu begrenzen.
Bei der Eignungsprüfung ist festzustellen, für welche Auswerteaufgaben i.S.d. gesetzlichen Vorgaben die geprüfte Auswerteeinrichtung geeignet ist.
Die Anforderungen der Nummer 2.3.1.1 sind sinngemäß unter Verwendung der DIN EN 15267-3 (Ausgabe März 2008) zu überprüfen.
Der Einfluss der Umgebungstemperatur und der Netzspannung nach Kapitel 6.14 bzw. Kapitel 6.17 der DIN EN 15267-3 (Ausgabe März 2008) ist jeweils an drei Punkten (Nullpunkt, Messsignal am MBE, 50 % vom MBE) zu prüfen. Aus je drei aufeinanderfolgenden Geräteanzeigen ist der Mittelwert zu bilden.
Die Abweichungen zwischen dem Mittelwert der Geräteanzeige je Prüfpunkt muss kleiner gleich 1 % des jeweiligen Ausgabebereichs sein.
Verfügt die Auswerteeinrichtung über analoge Messsignal-Eingänge nach Nummer 2.3.1.9 so sind diese Eingänge durch Vorgabe von fünf verschiedenen Stromwerten gleichmäßig verteilt über den Ausgabebereich zu prüfen. Aus je drei aufeinanderfolgenden einzelnen Ablesungen der Geräteanzeige ist der Mittelwert zu bilden. Die Abweichungen zwischen dem Mittelwert der Geräteanzeige je Stromwert muss kleiner gleich 1 % von 20 mA sein.
Zur Ermittlung der Reproduzierbarkeit ist die Differenz der Summen der einzelnen Klassen aus Doppelbestimmungen zu ermitteln. Die Abweichung hat maximal 1 %, bezogen auf die Gesamtsumme eines Systems während des Feldtests, zu betragen.
Falls die Auswerteeinrichtung eine Emissionsdatenfernübertragung erlaubt, ist die Prüfung unter Beachtung der EFÜ-Abläufe mit einem gleichartigen System vorzunehmen, wie es auch bei der Aufsichtsbehörde eingesetzt wird. Dabei ist die EFÜ-Schnittstellendefinition in der jeweilig gültigen Fassung für das Betreibersystem zugrunde zu legen. Die Software-Versionen beider Systeme sind zu benennen.
Es gelten die Anforderungen nach 2.1.1, 2.1.2 und 2.1.5. Soweit zutreffend, sind die Anforderungen der DIN EN 15267-3 (Ausgabe März 2008) sinngemäß anzuwenden.
Für die verwendete Abgasgeschwindigkeits-Messeinrichtung gilt 2.2.4.
Das Messverfahren soll als vollständiges Messverfahren (Probenahme einschließlich Probenaufbereitung und Analyse) durch Vergleichsmessungen mit einem Standardreferenzmessverfahren überprüft werden. Die Vergleichsmessungen sollen über den Zeitraum des Feldtests verteilt durchgeführt werden.
Die Messeinrichtung soll so beschaffen sein, dass sie auf die jeweilige Messaufgabe abgestimmt werden kann. In der Regel soll die Messeinrichtung das Zweifache des geltenden Emissionsgrenzwertes erfassen können.
Bei Langzeitbeprobungen kann die Probenahme auch getaktet erfolgen, d. h. im regelmäßigen Wechsel zwischen Probenahme- und Pausenintervallen. In jedem Fall soll mindestens 30 % der Gesamteinsatzzeit mit Messungen belegt sein. Hierbei sind unterschiedliche Betriebszustände der Anlage zu berücksichtigen.
Die Einstellzeit (90-%-Zeit) ist zu ermitteln. Sie soll 10 % der minimalen Taktzeit nicht übersteigen.
Die Messeinrichtung soll Statusmeldungen über den Betrieb der Anlage verarbeiten können.
Die Verfügbarkeit der Messeinrichtung muss im Dauereinsatz mindestens 80 % betragen und soll in der Eignungsprüfung 90 % erreichen. (Die Verfügbarkeit beschreibt den Anteil der Einzelprobennahmen, z.B. Tagesmittelwerte, während dessen verwertbare Ergebnisse zur Beurteilung des Emissionsverhaltens einer Anlage anfallen).
Die Vergleichpräzision Rf nach DIN EN 15267-3 (Ausgabe März 2008) kann in begründeten Einzelfällen auch mit einer Messeinrichtung und einem Standardreferenzmessverfahren ermittelt werden.
Bei Messeinrichtungen mit automatischer Nachjustierung sind die dafür vorgesehenen Vorrichtungen in die Eignungsprüfung einzubeziehen. Im Falle einer automatischen Korrektur ist der Regelbereich zu ermitteln. Wird der zu bestimmende Regelbereich überschritten, soll ein Statussignal gegeben werden.
Für den zulässigen Umgebungstemperaturbereich gelten die Forderungen nach Kapitel 6.14 der DIN EN 15267-3 (Ausgabe März 2008).
Der abgesaugte Teilgasvolumenstrom soll mit einer Genauigkeit von 5 % erfasst werden. Die Möglichkeit zur Kontrolle eines Durchflusses bzw. seiner Parameter soll gegeben sein.
Verluste der zu bestimmenden Stoffe in der Probenahmeleitung (z.B. infolge Ablagerung, Sorption, Diffusion) sollen 10 % vom Grenzwert nicht übersteigen (bezogen auf das angefallene Probegasvolumen). Bei Bedarf ist die Möglichkeit zur Rückspülung der Probenahmeleitung vorzusehen.
Während der Eignungsprüfung sollen, über den gesamten Zeitraum des Dauertestes verteilt, mindestens 15 Werte je Komponente mit dem Standardreferenzmessverfahren ermittelt werden.
Die eingesetzten Messfilter, Kartuschen, Adsorptionsröhrchen etc. sollen durch Beschriftung, Stempel o. ä. eindeutig gekennzeichnet sein.
Messortkennung/Anlagenbezeichnung
abgesaugtes Probengasvolumen
Die Lagerfähigkeit der beprobten Messfilter, Kartuschen, Adsorptionsröhrchen etc. ist im Rahmen der Eignungsprüfung festzustellen und hinsichtlich der Messaufgabe zu beurteilen.
Der Blindwert der Filter- und Sorptionsmaterialien soll, bezogen auf das anfallende Probenvolumen, 5 % des zu überprüfenden Grenzwertes nicht überschreiten.
Startzeit und Dauer der Probenahme- und Pausen-Intervalle sollen einstellbar sein und den Betriebsbedingungen der Anlage angepasst werden können.
Die Probenahme soll, soweit in VDI-Richtlinien oder DIN-Normen festgelegt, isokinetisch mit einer Genauigkeit von 10 % erfolgen.
Die Vergleichpräzision Rf nach DIN EN 15267-3 (Ausgabe März 2008) i.V.m. 2.4.1.9 soll für Gesamtstaub als Leitparameter, soweit dieser in Betracht kommt, den Wert von 10 % bezogen auf den zweifachen Grenzwert nicht unterschreiten.
Die ermittelte Messunsicherheit für die betrachteten anderen Abgasinhaltsstoffe soll mit dem Wert der jeweiligen VDI-Richtlinie oder DIN-Norm verglichen und bewertet werden.
Wesentliche Kenndaten sind auf einem Druckerprotokoll automatisch zu dokumentieren (z.B. die Angaben nach 2.4.2.5 sowie Probenahmezeiten und gesamter Einsatzzeitraum). Es können auch elektronische Datenträger eingesetzt werden.
Die Eignungsprüfung wird von Prüfinstituten vorgenommen, die den Anforderungen des Anhanges A der Richtlinie VDI 4203 Blatt 1 (Ausgabe Oktober 2001) entsprechen.
Prüfungen und Gutachten von Prüfstellen anderer Mitgliedstaaten der EU bzw. des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) werden als gleichwertig anerkannt, insbesondere wenn
die Eignungsprüfung nach den in dieser Richtlinie enthaltenen Anforderungen oder nach fachlich gleichwertigen Verfahren vorgenommen worden ist, die insbesondere einen mindestens dreimonatigen Feldtest der Messeinrichtungen einbeziehen, und
die Prüfstellen besondere Erfahrungen bei der Durchführung von Emissions- und Immissionsmessungen, bei der Kalibrierung kontinuierlicher Messeinrichtungen sowie bei der Geräteprüfung nachgewiesen haben, beispielsweise durch eine Benennung durch die zuständigen Behörden eines Mitgliedstaates, sowie
die Prüfstellen durch eine nationale Akkreditierungsstelle für die entsprechenden Prüfaufgaben nach der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 (Ausgabe August 2005 mit Berichtigungen vom Mai 2007) akkreditiert sind.
Nach Abschluss einer Eignungsprüfung legt das Prüfinstitut über die Ergebnisse einen Prüfbericht sowie alle weiteren erforderlichen Dokumente einem Fachgremium vor. Dieses prüft die Unterlagen inhaltlich und auf Plausibilität und bereitet eine fachliche Stellungnahme vor, die als Grundlage für die Beratung der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI), Ausschuss Luftqualität/Wirkungsfragen/Verkehr, dient.
Führt die Abstimmung zwischen den zuständigen Länderbehörden im LAI-Ausschuss Luftqualität/ Wirkungsfragen/Verkehr zu einem positiven Gesamturteil, soll die Eignung der geprüften Mess- und Auswerteeinrichtung im Bundesanzeiger bekannt gegeben werden.
Die Eignung der Mess- und Auswerteeinrichtungen wird vom Umweltbundesamt im Bundesanzeiger bekannt gegeben und anschließend nach der Normenreihe DIN EN 15267 (DIN EN 15267-1, Ausgabe Juli 2009; DIN EN 15267-2, Ausgabe Juli 2009; DIN EN 15267-3, Ausgabe März 2008) zertifiziert.
Wird festgestellt, dass eine Messeinrichtung nicht mehr dem eignungsgeprüften Zustand entspricht oder die Anforderungen nach DIN EN 15267-2 (Ausgabe Juli 2009) nicht erfüllt werden, kann dies zum Verlust des Zertifikates und ggf. zum Widerruf der Bekanntgabe führen.
Das Prüfinstitut hat die Prüfungsunterlagen und -ergebnisse den zuständigen Landesbehörden zugänglich zu machen und mindestens zehn Jahre aufzubewahren.
Werden Mess- oder Auswerteeinrichtungen über den bekannt gegebenen Rahmen hinaus eingesetzt, kann die Überwachungsbehörde die Stellungnahme des Prüfinstitutes, das die Eignungsprüfung durchgeführt hat, hierzu fordern (Generalklausel).
Die zuständige Behörde soll verlangen, dass der Einbau der Mess- und Auswerteeinrichtungen gemäß Richtlinie VDI 3950 (Ausgabe Dezember 2006) erfolgt und von einer Stelle, die über eine Bekanntgabe für den Tätigkeitsbereich der Gruppe II Nummer 1 gemäß der Anlage 1 der Einundvierzigsten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Bekanntgabeverordnung – 41. BImSchV) vom 2. Mai 2013 (BGBl. I S. 973, 1001, 3756, zuletzt geändert durch Artikel 88 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474)) bescheinigt wird. Bei einer Neuinstallation muss gemäß der DIN EN 14181 (Ausgabe Februar 2015) die eignungsgeprüfte Messeinrichtung über ein gültiges Zertifikat verfügen.
Bei Messeinrichtungen für den Abgasvolumenstrom ist der Anzeigebereich so zu wählen, dass dem höchsten an der jeweiligen Einbaustelle zu erwartenden Volumenstrom 80 % des Messbereichsendwertes zugeordnet sind.
Bei Messeinrichtungen für den Feuchtegehalt ist der Anzeigebereich so zu wählen, dass die Messsignale im Normalbetrieb im oberen Drittel des Anzeigebereiches liegen.
Es ist darauf zu achten, dass Auswerteeinrichtungen vor Schwingungen geschützt aufgestellt werden.
Während des überwachungspflichtigen Betriebs der Anlage ist die ordnungsgemäße Funktion der Mess- und Auswerteeinrichtungen sicherzustellen.
Anmerkung 1: Die Mess- und Auswerteeinrichtungen sollten ausreichend vor Beginn des überwachungspflichtigen Betriebs in Betrieb genommen werden, um deren Funktionsfähigkeit zu Beginn des überwachungspflichtigen Betriebs sicherzustellen.
Die Verfügbarkeit der Messeinrichtungen muss mindestens 95 % des überwachungspflichtigen Betriebes erreichen. Messeinrichtungen für den Einsatz an Anlagen der 13. und 17. BImSchV müssen darüber hinaus die Verfügbarkeit, auf die in 2.1.4 hingewiesen wird, erfüllen. Die Messeinrichtungen für die Bestimmung des Sauerstoffbezugsgehaltes müssen eine Verfügbarkeit von mindestens 98 % erfüllen.
Für Auswerteeinrichtungen muss die Verfügbarkeit i.S.d. Nummer 2.3.1.4 mindestens 99 % betragen.
Anmerkung 2: Bei der Bestimmung der Einsatzzeit von Auswerteeinrichtungen sind Revisionszeiten bei längeren geplanten Anlagenstillständen ggf. zu berücksichtigen.
Die zuständige Behörde soll verlangen, dass die Kalibrierung und Funktionsprüfung der Messeinrichtungen in den vorgeschriebenen Intervallen gemäß DIN EN 14181 (Ausgabe Februar 2015) durchgeführt werden und darüber gemäß Richtlinie VDI 3950 (Ausgabe Dezember 2006) berichtet wird. Hinsichtlich der Kapitel 6.5 und 6.6 der DIN EN 14181 (Ausgabe Februar 2015) gelten für die Überprüfung für alle Anlagen i. S. dieses Rundschreibens die Werte der Anlage 4 Nummer 1 der 17. BImSchV.
Die zuständige Behörde soll darauf hinwirken, dass Einrichtungen i. S. dieser Vorschrift nur von ausgebildetem und in die Bedienung eingewiesenem Fachpersonal unter Beachtung der Bedienungsanleitung des Herstellers bedient werden.
Es soll von der zuständigen Behörde empfohlen werden, dass der Betreiber der Mess- und Auswerteeinrichtungen einen Wartungsvertrag zur regelmäßigen Überprüfung der Einrichtungen im Sinne dieser Vorschrift abschließt. Auf den Wartungsvertrag kann verzichtet werden, wenn der Betreiber über qualifiziertes Personal und entsprechende Einrichtungen zur Wartung verfügt.
Nullpunkt und Referenzpunkt sind mindestens einmal im Wartungsintervall zu überprüfen und aufzuzeichnen. Zur Kontrolle des Referenzpunktes sind die Prüfstandards (z.B. Prüfgase) so zu wählen, dass die Messeinrichtung ein Messsignal zwischen 70 % und 90 % des eingestellten Messbereichs erzeugt. Die zuständige Behörde soll verlangen, dass der Betreiber diese qualitätssichernden Maßnahmen nach Abschnitt 7 der DIN EN 14181 (QAL3) (Ausgabe Februar 2015) durchführt und dokumentiert. Das Wartungsintervall der Messeinrichtungen ist im jeweiligen Eignungsprüfungsbericht dokumentiert.
Die zuständige Behörde soll verlangen, dass der Betreiber einer Anlage über alle Arbeiten an Einrichtungen im Sinne dieser Vorschrift ein Kontrollbuch führt, das ihr vorzulegen ist. Weiter sollte die Dokumentation der laufenden Qualitätssicherung nach Abschnitt 7 der DIN EN 14181 (QAL3) (Ausgabe Februar 2015) auf Regelkarten erfolgen.
Erfolgt eine Alarmierung auf Grund einer Störung des Staubabscheiders (Alarmschwelle überschritten), muss das Bedienpersonal umgehend Maßnahmen einleiten, mit denen die Funktionstüchtigkeit der Abgasreinigungseinrichtung wieder hergestellt wird.
Die erfolgte Durchführung der Maßnahme ist als Kommentar zur Ereignismeldung oder im Betriebstagebuch zu dokumentieren.
Die Mittelungszeit beträgt 3 min.
Die Kalibrierung der Messeinrichtungen wird nach der Richtlinie VDI 2066 Blatt 8 (Ausgabe September 1995) durchgeführt.
Es erfolgt keine Normierung auf Bezugsgrößen, keine Umrechnung auf einen Sauerstoffbezugswert und keine Validierung der 3-min-Mittelwerte.
Die Werte für die Rußzahl sind gemäß Nummer 2.9 der TA Luft zu runden.
In Fällen, wo der Einsatz einer eignungsgeprüften Auswerteeinrichtung unverhältnismäßig ist, sollten die Betriebszeiten des Brenners und die Überschreitungszeiten mit Betriebsstundenzählern erfasst und registriert werden (täglich und als Jahressumme). Die Rußzahl soll kontinuierlich aufgezeichnet werden (digital oder ggf. mit Schreiber).
Die Messung soll bei Stillstand des Brenners automatisch unterbrochen werden. Dabei soll zur Kennzeichnung des Stillstandes ein vorgegebener Festwert angezeigt werden. Die Messung soll zehn Sekunden nach Zündung des Brenners wieder aufgenommen werden.
Hinsichtlich des Einsatzes ist die DIN EN ISO 16911-2 (Ausgabe Juni 2013) zu beachten.
Anmerkung: Für bestimmte Anwendungsbereiche können Sonderregelungen getroffen werden (z.B. im Anwendungsbereich des TEHG).
Die zuständige Behörde soll dafür sorgen, dass bei Ausfall einer Messeinrichtung diese unverzüglich durch eine vorzuhaltende baugleiche Reservemesseinrichtung zu ersetzen ist.
Beim Einsatz von Auswerteeinrichtungen gelten sinngemäß die Anforderungen nach 2.3. Die gespeicherten Werte, Daten bzw. Dokumente (einschließlich der Parameterprotokolle) sind fünf Jahre für eine Datenausgabe nach B 4.1 bereit zu halten.
Auswerteeinrichtungen dürfen ausschließlich für die Belange der Emissionsüberwachung und -datenfernübertragung genutzt werden.
Die jeweils zuständige Behörde soll in Absprache mit dem Betreiber Festlegungen über Beginn und Ende des überwachungspflichtigen und des beurteilungspflichtigen Betriebs sowie zu den einzelnen Betriebsarten der Anlage treffen. Die jeweiligen Kriterien sind mittels eindeutiger, vom Auswertesystem zu erfassender Parameter festzulegen. Dabei sind insbesondere die An- und ggf. Abfahrvorgänge zu berücksichtigen.
Bei Anlagen im Anwendungsbereich des TEHG sind alle Prozesse in den überwachungspflichtigen Betrieb einzubeziehen, bei denen es zur Emission von Treibhausgasen kommen kann.
Es ist darauf zu achten, dass Anfahrperioden, die wegen ihrer Häufigkeit oder Dauer für das Emissionsverhalten der Anlage von Bedeutung sind, in die Emissionsbeurteilung einbezogen werden.
Anmerkung: Für Feuerungsanlagen gilt in der Regel: Der beurteilungspflichtige Betrieb beginnt, wenn das Signal „Feuer ein“ anliegt und der Sauerstoffgehalt im Abgas als Volumenanteil 16 % unterschreitet oder wenn der Generator bei Energieanlagen ersten Strom erzeugt; der beurteilungspflichtige Betrieb endet, wenn das Signal „Feuer ein“ nicht mehr anliegt und der Sauerstoffgehalt 16 Vol.-% überschreitet.
Weitere Betriebszustände (wie z.B. ARE-Ausfälle) sind durch eindeutige Parameter zu charakterisieren.
Für die Auswertung ist i.d.R. eine Mittelungszeit von 30 min vorzusehen (spezielle Regelungen siehe Anhänge C bis J). Zusätzliche Regelungen sind zu treffen beim Einsatz an Anlagen, bei denen kurzzeitig bedeutsame Emissionen auftreten können.
Die zur Auswertung nach Anhang B erforderliche Parametrierung ist bei der Kalibrierung der Messeinrichtungen unter Beachtung der DIN EN 14181 (Ausgabe Februar 2015) zu ermitteln.
Nach TA Luft Nummer 5.1.2 sowie § 22 der 13. BImSchV sind durch die zuständige Behörde für An- und Abfahrvorgänge im Einzelfall Sonderregelungen zu treffen. Möglichkeiten der Klassierung sind in den Anhängen C und D dargestellt.
Werden Betriebs- oder Bezugsgrößen (z. B. der Abgasvolumenstrom oder Feuchtegehalt) kontinuierlich ermittelt, so ist die Art der Auswertung von der zuständigen Behörde im Einzelfall festzulegen.
Beim Einsatz von Auswerterechnern mit Emissionsdatenfernübertragung ist die Einrichtung der Datenübertragung zwischen Betreiber und der zuständigen Behörde abzustimmen.
Die zuständige Behörde soll, wenn nicht schon durch gesetzliche Verpflichtungen vom Betreiber verlangt, festlegen, dass eine Stelle, die über eine Bekanntgabe für den Tätigkeitsbereich der Gruppe II Nummer 1 gemäß der Anlage 1 der 41. BImSchV verfügt, jährlich mindestens eine Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Systems für Langzeitprobenahme durchführen soll. Dabei sind die Grundsätze der DIN EN 14181 (Ausgabe Februar 2015) zu beachten.
In der Anordnung oder Auflage über den Einbau der Messeinrichtungen für die fortlaufende Überwachung der Emissionen besonderer Stoffe soll dem Betreiber der Anlage auferlegt werden, die Messeinrichtungen nach dem Einbau von einer Stelle, die über eine Bekanntgabe für den Tätigkeitsbereich der Gruppe II Nummer 1 gemäß der Anlage 1 der 41. BImSchV verfügt, überprüfen zu lassen. Dazu sollen mindestens drei Vergleichsmessungen mit einem Standardreferenzmessverfahren unter Beachtung der einschlägigen VDI-Richtlinien und DIN-Normen erfolgen. Eine erneute Überprüfung wird bei einer wesentlichen Änderung in der Betriebsweise der Anlage oder der Messeinrichtung, spätestens jedoch nach einem Jahr erforderlich. Gegebenenfalls können dafür die Probenahmezeiten verkürzt werden; Hinweise dazu liefert die jeweilige Eignungsprüfung.
IG I 2 Az.: IG I 2 – 45053/5
Anhang A: Definitionen, Abkürzungen, Statussignale
Anhang B: Erfassung, Registrierung, Mittelwertbildung, Klassierung und Datenausgabe
Anhang C: Erfassung, Registrierung, Mittelwertbildung, Klassierung und Datenausgabe
Anhang D: Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Anlagen i.S.d. 13. BImSchV
Anhang E: Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Anlagen i.S.d. 17. BImSchV, Überprüfung der Verbrennungsbedingungen
Anhang F: Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Anlagen i.S.d. 27. BImSchV
Anhang G: Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Anlagen i.S.d. 30. BImSchV
Anhang H: Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Anlagen i.S.d. 2. und 31. BImSchV
Anhang I: Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Anlagen i.S.d. 1. BImSchV
Anhang J: Anforderungen an Mess- und Auswerteeinrichtungen für Messgrößen zur Ermittlung von Treibhausgas-Emissionen bei Anlagen im Anwendungsbereich des TEHG

References: § 29
 § 48
 § 20
 § 5
 § 22
 § 31
 § 22