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BVerwG, 27.03.1984 - 1 C 125.80 - dejure.org
BVerwG, 27.03.1984 - 1 C 125.80
https://dejure.org/1984,629
BVerwG, 27.03.1984 - 1 C 125.80 (https://dejure.org/1984,629)
BVerwG, Entscheidung vom 27.03.1984 - 1 C 125.80 (https://dejure.org/1984,629)
BVerwG, Entscheidung vom 27. März 1984 - 1 C 125.80 (https://dejure.org/1984,629)
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Kreditwesen - Einlagengeschäft - Bankwirtschaftliche Verkehrsauffassung - Voraussetzungen
KWG § 1 Abs. 1 S. 2 Nr. 1, § 3 Nr. 1
VG Berlin, 10.11.1976 - IV A 373.75
OVG Berlin, 20.02.1980 - 1 B 13.77
BVerwGE 69, 120
NJW 1985, 929
NVwZ 1985, 344 (Ls.)
WM IV 1984, 1364
BB 1985, 8
DB 1985, 107
(a) Das Merkmal "fremd" bedeutet nach verbreiteter Ansicht, dass es sich um rückzahlbare Gelder handeln muss (vgl. BVerwGE 69, 120, 123 f.; VG Berlin, WM 1986, 879, 881;… Reschke in Beck/Samm/Kokemoor, KWG, § 1 Rn. 89 (Stand: März 2011);… Schwennicke in Schwennicke/Auerbach, KWG, 2009, § 1 Rn. 13;… Barleon in Assies/Beule/Heise/Strube, Handbuch des Fachanwalts Bank- und Kapitalmarktrecht, 3. Aufl., Kap. 6 Rn. 7; Demgensky/Erm, WM 2001, 1445, 1448; BaFin-Merkblatt - Hinweise zum Tatbestand des Einlagengeschäfts (Stand: August 2011), 1b).
Es handelt sich nach allgemeiner Ansicht um einen bankwirtschaftlichen Begriff, der nur unter Berücksichtigung der bankwirtschaftlichen Verkehrsauffassung bestimmt werden kann (…vgl. Senatsurteile vom 23. März 2010 - VI ZR 57/09, aaO Rn. 17;… vom 9. November 2010 - VI ZR 303/09, aaO Rn. 11;… BGH, Urteile vom 13. April 1994 - II ZR 16/93, aaO S. 380 f.; vom 9. März 1995 - III ZR 55/94, BGHZ 129, 90, 92 f.; vom 29. März 2001 - IX ZR 445/98, NJW-RR 2001, 1639, 1640; Beschluss vom 17. April 2007 - 5 StR 446/06, NStZ 2007, 647; BVerwGE 69, 120, 124; VGH Kassel, WM 2009, 1889, 1891; OVGE Berlin 17, 45, 49 f.; VG Berlin, WM 1986, 879, 881; NJW-RR 2000, 642, 643;… VG Frankfurt am Main, BKR 2011, 427 Rn. 30;… Schäfer in Boos/Fischer/Schulte-Mattler, aaO Rn. 36;… Reschke in Beck/Samm/Kokemoor, aaO Rn. 92 f. (Stand: März 2011);… Serafin/Weber in Luz/Neus/Scharpf/Schneider/Weber, aaO Rn. 11;… Brogl in Reischauer/Kleinhans, aaO Rn. 41 (Stand: März 2010);… Schwennicke in Schwennicke/Auerbach, aaO Rn. 18;… Barleon in Assies/Beule/Heise/Strube, aaO Rn. 3; Canaris, BB 1978, 227, 228;… Demgensky/Erm, aaO S. 1450;… BaFin-Merkblatt - Hinweise zum Tatbestand des Einlagengeschäfts, aaO, 1c).
Nach der maßgeblichen bankwirtschaftlichen Verkehrsauffassung setze das Einlagengeschäft voraus, dass fremde Gelder zwecks Finanzierung des Aktivgeschäfts des annehmenden Unternehmens, d.h. mit der Intention entgegengenommen würden, durch eine positive Differenz zwischen den Bedingungen der Geldannahme einerseits, des Aktivgeschäfts andererseits, Gewinn zu erzielen (BVerwGE 69, 120, 124, 126).
Die Frage, ob ein Unternehmen fremde Gelder als Einlagen annimmt und dadurch Bankgeschäfte betreibt, ist aufgrund einer Würdigung aller Umstände des Falls unter Berücksichtigung der bankwirtschaftlichen Verkehrsauffassung zu entscheiden (vgl. BGHZ 129, 90, 92 f.; BVerwGE 69, 120, 124; Canaris, BB 1978, 227, 228;… Boos/Fischer/Schulte-Mattler/Schäfer, Kreditwesengesetz, 3. Aufl., § 1 Rn. 36;… Mielk, Gesetz über das Kreditwesen, 7. Aufl., § 1 Rn. 1).
So hat der erkennende Senat ausgesprochen, dass auch die Umwandlung einer Geldforderung aus einem Handelsgeschäft in ein Darlehen, welches aus wirtschaftlicher Sicht der Auszahlung beziehungsweise Überweisung des Forderungsbetrags und anschließender Wiedereinzahlung beziehungsweise Rücküberweisung gleichwertig ist, eine Annahme von Geldern im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG darstellt (…Senatsurteil vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, aaO; vgl. auch BVerwGE 69, 120, 124; OLG Frankfurt am Main, ZIP 2017, 179, 180; OLG Nürnberg, ZIP 2015, 1013, 1015).
Eine Einlage in diesem Sinne setzt nämlich u.a. voraus, dass die fremden Gelder in der Absicht angenommen werden, sie für eigene Zwecke, insbesondere für ein bankmäßiges Aktivgeschäft, zu nutzen und mit ihnen unter Ausnutzung der Zinsspanne gewinnbringend zu arbeiten (vgl. Senatsurteile vom 11. Juli 2006 - VI ZR 339/04, VersR 2006, 1374, 1375 und - VI ZR 340/04, WM 2006, 1896, 1898; BGH, Urteile vom 9. März 1995 - III ZR 55/94, BGHZ 129, 90, 95; vom 29. März 2001 - IX ZR 445/98, WM 2001, 1204, 1205 f.; BVerwGE 69, 120, 127; VGH Kassel…, Beschluss vom 29. Oktober 2007 - 6 TG 1468/07, zitiert nach juris Rn. 9; Urteil vom 20. Mai 2009 - 6 A 1040/08, WM 2009, 1889, 1891).
Beträge, die zur Durchführung erkennbar risikobehafteter Spekulationsgeschäfte in der Absicht entgegengenommen werden, einen höchstmöglichen Gewinn für den Anleger zu erzielen, sollen vom Begriff der Einlage im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1, 1. Alt. KWG nicht erfasst werden (vgl. BGH, Urteile vom 9. März 1995 - III ZR 55/94, BGHZ 129, 90, 96; vom 29. März 2001 - IX ZR 445/98, WM 2001, 1204, 1205 f.; vom 24. August 1999 - 1 StR 385/99, NStZ 2000, 37, 38; BVerwGE 69, 120, 128).
Die Frage, ob ein Unternehmen fremde Gelder als Einlagen annimmt und dadurch Bankgeschäfte betreibt, ist aufgrund einer Würdigung aller Umstände des Falles unter Berücksichtigung der bankwirtschaftlichen Verkehrsauffassung zu entscheiden (…vgl. Senatsurteil vom 23. März 2010 - VI ZR 57/09, VersR 2010, 910 Rn. 17; BGHZ 129, 90, 92 f.; BVerwGE 69, 120, 124; Canaris, BB 1978, 227, 228;… Boos/Fischer/Schulte-Mattler/Schäfer, Kreditwesengesetz, 3. Aufl., § 1 Rn. 36;… Mielk, Gesetz über das Kreditwesen, 7. Aufl., § 1 Rn. 1).
BVerwG, 24.04.2002 - 6 C 2.02
Beschränkung, Broker, Derivate, Dienstleistungsfreiheit, Diskriminierung, …
Sie nimmt keine Einlagen (vgl. dazu BVerwGE 69, 120 ) oder andere rückzahlbare Gelder des Publikums entgegen und betreibt auch nicht das Kreditgeschäft.
Ausreichend ist vielmehr, dass die Beteiligung der GmbH am steuerlichen Verfahren es ermöglicht, Ansprüche gegen andere (vermögende) Personen als die gelöschte und vermögenslose Gesellschaft verfolgen zu können (vgl. BayObLG DB 1985, 107).
Die genannten Umschreibungen reichen jedoch nicht aus, um das Einlagengeschäft als Bankgeschäft von der sonstigen, durch § 3 Nr. 3 KWG nicht verbotenen Annahme fremder Gelder verläßlich zu unterscheiden (BVerwG, Urteil vom 27. März 1984 - 1 C 125.80 - WM 1984, 1364, 1367).
Daneben bezwecken die Vorschriften auch den Ein- und Anlegerschutz (Urteile vom 27. März 1984 - BVerwG 1 C 125.80 - BVerwGE 69, 120 = Buchholz 451.61 KWG Nr. 15 S. 18 , vom 22. September 2004 a.a.O. S. 37 und 40 bzw. S. 23 und 25…, vom 27. Februar 2008 - BVerwG 6 C 11.07 u.a. - BVerwGE 130, 262 = Buchholz 451.61 KWG Nr. 23 S. 31 , vom 22. April 2009 a.a.O. Rn. 26 und vom 24. Februar 2010 - BVerwG 8 C 10.09 - Buchholz 451.61 KWG Nr. 26 ).
Die Frage nach der Reichweite des Begriffes des Finanzgeschäftes ist aufgrund einer Wertung aller Umstände des einzelnen Falles unter Berücksichtigung der bankwirtschaftlichen Verkehrsauffassung zu entscheiden (vgl. hierzu BVerwG, Urteil v. 27.03.1984 NJW 1985, 929).
VGH Hessen, 29.10.2007 - 6 TG 1468/07
Definition eines Einlagengeschäfts nach dem Kreditwirtschaftsgesetz; …
VGH Hessen, 11.10.2007 - 6 TG 1262/07
Einlagengeschäft bei Absicherung eines Anlegerdarlehens durch Schiffshypothek
VG Frankfurt/Main, 25.07.2005 - 1 G 1938/05
Unerlaubtes Betreiben des Investmentgeschäfts; Beteiligungen an einer KG
VG Berlin, 22.02.1999 - 25 A 276.95
VG Frankfurt/Main, 05.08.2005 - 1 G 5800/04
Finanzkommissionsgeschäft; kollektive Anlagemodelle; Kapitalanlagegesellschaft
VG Frankfurt/Main, 06.06.2007 - 1 G 1016/07
Besicherung von Darlehen mit einer Schiffshypothek; Erlaubnispflichtigkeit von …
VG Frankfurt/Main, 08.11.2007 - 1 E 1855/05
Verbot des Handelns mit Genussrechten
KG, 11.03.2003 - 9 U 121/01
Beteiligung als stiller Gesellschafter an einem Kreditinstitut: Rechtsgrundlage …

References: § 1
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