Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=EuGH&Datum=12.04.2005&Aktenzeichen=C-145/03
Timestamp: 2019-07-19 02:46:48+00:00

Document:
EuGH, 12.04.2005 - C-145/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,493
EuGH, 12.04.2005 - C-145/03 (https://dejure.org/2005,493)
EuGH, Entscheidung vom 12.04.2005 - C-145/03 (https://dejure.org/2005,493)
EuGH, Entscheidung vom 12. April 2005 - C-145/03 (https://dejure.org/2005,493)
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Soziale Sicherheit - Artikel 3 und 22 der Verordnung Nr. 1408/71 - Artikel 22 der Verordnung Nr. 574/72 - Krankenhausaufenthalt in einem anderen als dem zuständigen Mitgliedstaat - Erforderlichkeit dringender lebensnotwendiger Behandlung - Verlegung des Versicherten in ein Krankenhaus eines Drittstaats - Bedeutung der Formblätter E 111 und E 112
Vorlagefragen im Rahmen eines Rechtsstreits wegen Erstattung der Kosten einer Krankenhausbehandlung in einer Schweizer Klinik durch die in Spanien zur Gesundheitsfürsorge verpflichteten Stellen; Erstattung der Kosten für die Durchführung einer Operation an einer dem allgemeinen System der sozialen Sicherheit Spaniens angeschlossenen deutschen Staatsangehörigen in der Schweiz; Vornahme eines chirurgischen Eingriffs in einem Krankenhaus eines nicht der Europäischen Union angehörenden Landes; Tragung der Kosten auf Grund einer medizinischen Behandlung des Sozialversicherten in einem Drittstaat durch den Sozialversicherungsträger; Bindungswirkung von medizinischen Entscheidungen durch die Ärzte des Aufenthaltsmitgliedstaates für den zuständigen Sozialversicherungsträger eines Mitgliedstaates; Ziel und Funktion der Formblätter E 111 und E 112 im Rahmen des Art. 22 Verordnung Nr. 1408/71 ; Verlegung eines Versicherten in ein Krankenhaus in einem Drittstaat aus Gründen einer lebensbedrohlichen Notsituation und in Anbetracht der augenblicklichen medizinischen Erkenntnisse; Garantie eines Kostenübernahmeniveaus
Krankenhausaufenthalt, dringende lebensnotwendige Behandlung oder Verlegung in ein Krankenhaus eines Drittstaats und Anspruch auf Übernahme der Behandlungskosten
Soziale Sicherheit der Wanderarbeitnehmer - DIE BEHANDLUNGSKOSTEN EINER PERSON, DIE IM BESITZ DER FORMBLÄTTER E 111 UND E 112 IST UND DIE WEGEN EINES MEDIZINISCHEN NOTFALLS IM KRANKENHAUS EINES DRITTSTAATS BEHANDELT WERDEN MUSS, SIND VOM SOZIALVERSICHERUNGSTRÄGER DES AUFENTHALTSMITGLIEDSTAATS NACH DESSEN VORSCHRIFTEN FÜR RECHNUNG DES TRÄGERS DES MITGLIEDSTAATS DER VERSICHERUNGSZUGEHÖRIGKEIT ZU ÜBERNEHMEN
Kostenerstattung bei Behandlungen im Ausland
Kostenerstattung: Auch außerhalb der EU
123recht.net (Pressemeldung, 12.4.2005)
Krankenhausbehandlung in Sonderfällen auch außerhalb der EU // EuGH spricht deutscher Krebspatientin Kostenerstattung zu
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des EuGH vom 12.4.2005, Rs. C-145/03 (Erben der Annette Keller ./. INSS, Ingesa)" von Priv.-Doz. Dr. Stephan Rixen, original erschienen in: ZESAR 2005, 300 - 310.
Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt mit Beschluss des Juzgado de lo Social Nr. 20 Madrid vom 6. November 2002 in dem Rechtsstreit Annette Keller gegen Instituto Nacional de la Salud (INSALUD) und Instituto Nacional de la Seguridad Social (INSS)
EuZW 2005, 312
DVBl 2005, 757
Folglich ist der Gerichtshof grundsätzlich gehalten, über ihm vorgelegte Fragen zu befinden, wenn diese die Auslegung des Gemeinschaftsrechts betreffen (vgl. insbesondere Urteile vom 25. Februar 2003, IKA, C-326/00, Slg. 2003, I-1703, Randnr. 27, vom 12. April 2005, Keller, C-145/03, Slg. 2005, I-2529, Randnr. 33, und vom 22. Juni 2006, Conseil général de la Vienne, C-419/04, Slg. 2006, I-5645, Randnr. 19).
Daher ist der Gerichtshof grundsätzlich gehalten, über ihm vorgelegte Fragen zu befinden, wenn diese die Auslegung des Gemeinschaftsrechts betreffen (vgl. insbesondere Urteile vom 25. Februar 2003 in der Rechtssache C-326/00, IKA, Slg. 2003, I-1703, Randnr. 27, und vom 12. April 2005 in der Rechtssache C-145/03, Keller, Slg. 2005, I-2529, Randnr. 33).
Insoweit ergibt sich aus ständiger Rechtsprechung, dass eine dem nationalen Gericht dienliche Auslegung des Unionsrechts nur möglich ist, wenn dieses die Sach- und Rechtslage, in der sich seine Fragen stellen, darlegt oder zumindest die tatsächlichen Annahmen, auf denen diese Fragen beruhen, erläutert (vgl. in diesem Sinne Urteile vom 17. Februar 2005, Viacom Outdoor, C-134/03, Slg. 2005, I-1167, Randnr. 22, vom 12. April 2005, Keller, C-145/03, Slg. 2005, I-2529, Randnr. 29, und vom 6. Dezember 2005, ABNA u. a., C-453/03, C-11/04, C-12/04 und C-194/04, Slg. 2005, I-10423, Randnr. 45).
26 Ebenso hat nur das nationale Gericht, das mit dem Rechtsstreit befasst ist und in dessen Verantwortungsbereich die zu erlassende gerichtliche Entscheidung fällt, im Hinblick auf die Besonderheiten der Rechtssache sowohl die Erforderlichkeit einer Vorabentscheidung für den Erlass seines Urteils als auch die Erheblichkeit der dem Gerichtshof vorzulegenden Fragen zu beurteilen (vgl. Urteile des Gerichtshofs vom 4. Dezember 2003, EVN und Wienstrom, C-448/01, Slg. 2003, I-14527, Randnr. 74, und vom 12. April 2005, Keller, C-145/03, Slg. 2005, I-2529, Randnr. 33).
Daher ist der Gerichtshof grundsätzlich gehalten, über ihm vorgelegte Fragen zu befinden, wenn diese die Auslegung des Unionsrechts betreffen (Urteile vom 12. April 2005, Keller, C-145/03, Slg. 2005, I-2529, Randnr. 33, vom 18. Juli 2007, Lucchini, C-119/05, Slg. 2007, I-6199, Randnr. 43, und vom 11. September 2008, Eckelkamp u. a., C-11/07, Slg. 2008, I-6845, Randnrn. 27 und 32).
53 Zunächst ist daran zu erinnern, dass Artikel 22 der Verordnung Nr. 1408/71 im Rahmen der allgemeinen Ziele des Vertrages zu den Maßnahmen gehört, die es Patienten, für die die Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats gelten, ermöglichen sollen, in den anderen Mitgliedstaaten unter den in diesem Artikel vorgesehenen Voraussetzungen Sachleistungen zu erhalten, unabhängig von dem nationalen Träger, bei dem sie versichert sind, und von ihrem Wohnort (vgl. in diesem Sinne Urteile vom 3. Juli 2003 in der Rechtssache C-156/01, Van der Duin und ANOZ Zorgverzekeringen, Slg. 2003, I-7045, Randnr. 50, und vom 12. April 2005 in der Rechtssache C-145/03, Keller, Slg. 2005, I-2529, Randnr. 45).
Daher ist der Gerichtshof grundsätzlich gehalten, über ihm vorgelegte Fragen zu befinden, wenn diese die Auslegung des Gemeinschaftsrechts betreffen (vgl. u. a. Urteile vom 25. Februar 2003, IKA, C-326/00, Slg. 2003, I-1703, Randnr. 27, vom 12. April 2005, Keller, C-145/03, Slg. 2005, I-2529, Randnr. 33, und vom 22. Juni 2006, Conseil général de la Vienne, C-419/04, Slg. 2006, I-5645, Randnr. 19).
50 und 52 des vorliegenden Urteils hervorgeht, kommt nämlich in den Regelungen des Art. 19 bzw. Art. 22 der Verordnung Nr. 1408/71 der Wille des Gemeinschaftsgesetzgebers zum Ausdruck, der Lösung den Vorzug zu geben, die es in Bezug auf Sachleistungen bei Krankheit den Versicherten im Wohn- oder Aufenthaltsmitgliedstaat ermöglicht, ihrem Gesundheitszustand angemessene Pflegeleistungen unter den gleichen Bedingungen in Anspruch zu nehmen wie die Personen, die dem System der sozialen Sicherheit dieses Mitgliedstaats angeschlossen sind (vgl. in diesem Sinne auch, in Bezug auf Art. 22 der Verordnung Nr. 1408/71, Urteile vom 3. Juli 2003, van der Duin und ANOZ Zorgverzekeringen, C-156/01, Slg. 2003, I-7045, Randnr. 50, und vom 12. April 2005, Keller, C-145/03, Slg. 2005, I-2529, Randnr. 45).
Generalanwalt beim EuGH, 20.03.2014 - C-255/13
I - Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit - Art. 19 und 20 der …

References: Art. 22
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 19
 Art. 22
 Art. 22
 Art. 19