Source: https://issuu.com/studiolinear/docs/sgba-jahresbericht2010
Timestamp: 2017-05-29 17:29:28+00:00

Document:
Schutzgemeinschaft Alt Bamberg Jahresbericht 2010 by Studio Linear - issuu
s c h u t z g e m e i n s c h a f t a lt b a m b e r g e . v .Titelgeschichte: Verschont und abgebrochen - die Schleusenw채rterh채uschen auf dem Erba-Gel채ndeJahresb ericht Ausgab e 2007-2010
12DenkMalWeiterir haben uns zum 40. Vereinsjubiläum im Jahr 2008
eine Erweiterung unseres Logos um ein Motto
Mit welchem Hintergedanken?
Lesen Sie dazu einen Auszug aus der Rede
unseres 1. Vorsitzenden, Dr. Jörg Händler,
zum Gründungsjubiläum auf Seite 393ImpressumHerausgeber:
Vereinsleitung der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V.
Tel. 0951 – 20 25 21
Email: schutzgemeinschaft@altbamberg.de
www.altbamberg.de
Marion Dubler, Dr. Jörg Händler, Martin Pöhner, Martin Lorber,
Martin Lorber, Marion Dubler, Peter Berns
Studio Linear, Graphische Arbeiten
www.studio-linear.de
Dr. Jörg Händler, 1. Vorsitzender4EditorialDenkmalschutz lebt Denkmalschutz wird gelebt
it einem fragwürdigenich der Meinung, dass in der heutigenVorbedingungen gestellt werden bzw.Brückenbau durch dasZeitmussman eigentlich gar nicht miteinanderElbtal„DialoghatteMarschruteheißenerscheintreden will oder kann. Ich denke, dassalsmir sinnvoller, frühzeitig und ggf. ingerade die Beispiele Kloster MichelsbergWeltkulturerbe aufs Spiel gesetzt undder Öffentlichkeit die Auffassung desund Schleusenwärterhäuschen zeigen,verloren; Mitte Juni 2009 erkannte dieVereins zu einzelnen Themen, Projekten,welchen Erfolg das klare Vertreten einerUnesco dem weltbekannten DresdnerBaumaßnahmen etc. zu kommunizierenMeinung und die Bildung einer starkenElbtal seinen Status als Weltkulturerbeund zu vertreten, um im Rahmen vonGruppe aus Bürgervereinen bringen kann.ab -Gesprächen mit Verantwortlichen EinflussWie jetzt seitens der Stadt Bamberg mitseinenDresdendieStatuswegen eines Verkehrsprojektes,stattKonflikt“.Esüber dessen Notwendigkeit und Ange-dem Denkmal St. Michael umgegangenmessenheitwird, gibt dem Recht.langegestrittenwurde.In Stuttgart erleben wir derzeit das
Gleiche. Auch hier streiten Politiker,
verschiedensteUnabhängig vom „wie“ ist es wichtig, dassInteressengruppierungen um die Not-Denkmalschutz und Denkmalpflege einewendigkeit und Erforderlichkeit einesstarke Verwurzelung in der BevölkerungVerkehrsprojektes und über die Zukunftund in den Köpfen der Menschen habenvon das Stadtbild prägenden Gebäuden.müssen. Denn wir Menschen bestehenDie Pläne für „Stuttgart 21“ haben zwaraus Bildern und aufgrund von Bildern. Insämtlicherechtlichenihnen und durch sie sind und werden wir.Verfahren und sämtliche demokratischWir erinnerten uns an nichts, würden wirlegitimiertendurchlaufen,unsere Bilder verlieren. Ohne sie gäbe esgingen aber augenscheinlich an dendie Welt nicht, gäbe es auch uns nicht.Wünschen und Vorstellungen großerDie unverwechselbaren Orte und BilderDenkmalschützerundnotwendigen
GremienTeile der Bevölkerung vorbei. In dieserauf die Planungen zu nehmen und imeiner Stadt, die im kollektiven Gedächtnisregte sich erheblicher Widerstand undEinvernehmen gemeinsam Lösungen, dieniedergelegte erinnerte Vergangenheit,Protestundfür alle akzeptabel sind, zu erarbeiten.sind die besten Begleiter aus dem Einst inBlockadeaktionen gegen die beabsichtigteDies sollte sich insbesondere auf längeredas Demnächst, von der VergangenheitBaumaßnahme. Seit Wochen beherrschenSicht auszahlen, da dadurch das Ansehenund aus der Gegenwart in die Zukunft.Transparente,Sitz-und die Einschätzung unseres VereinsMit Orten werden den Menschen dasblockaden, Polizeieinsätze und Tränen-als „verlässlicher Partner“ gestärkt wird,Gedächtnis, ihre Erinnerung und ihregas die Medien und die öffentliche Wahr-der Verein nicht nur in der Öffentlichkeit,Geschichte geraubt. Friedrich Nietzschenehmung des Potestes gegen den Abrisssondern auch bei den Verantwortlichenhielt die Frage, bis zu welchem Grade dasdenkmalgeschützter Gebäude.innerhalboderLeben den Dienst der Geschichte brauche,mitDemonstrationenMenschenketten,derStadtverwaltunganderen Entscheidungsträgern größerefür eine der höchsten Fragen und SorgenKönnen solche Maßnahmen und dieseWertschätzung erfährt als bei Protestenim Betreff eines Menschen, eines Volkes,Art des Protestes für den Denkmalschutzundeiner Kultur. Daran sollten wir immerVorbild auch für Bamberg sein? Inbleibt abzuwarten, welchen Erfolg diediesem Zusammenhang darf ich daraufProtestbewegung gegen „Stuttgart 21“hinweisen, dass unser Verein aus einerhaben wird, jetzt wo Fronten schonProtestbewegunggegendenDemonstrationen.ImÜbrigenAbrisserheblich verhärtet sind und ein Schlichterdes Hauses zum Marienbild entstandenvon außen gerufen werden muss, derist und dass lautstarke Proteste unddann sogar seine Schwierigkeiten hat,Protestkundgebungen Teil der „Kultur“die unterschiedlichen Parteien an einenunseres Vereines waren. Dennoch binTisch zu bringen, weil von jeder Seitedenken.
IhrDr. Jörg Händler5Pavilloneit der Sanierung des nördlichen Pavillons hat die
Schutzgemeinschaft die Verantwortung für dieses Kleinod
im Michaelsberger Terrassengarten übernommen.
Sie können den Pavillon für einen kleinen Empfang mieten.
Wenden Sie sich an Frau Sylvia Buckel, Tel. dienstl. 0951 / 9 444 011,
privat: 0951 / 40 78 1306InhaltDenkMal Weiter3Impressum4Editorial5Pavillon6Inhaltsverzeichnis7Jahreshauptversammlung 20078Jahreshauptversammlung 20089Jahreshauptversammlung 200911Dr. Ingo-Fessmann-Preis 2007/2008/200912Stellungnahmen17	Geplantes Sanierungsgebiet Stephansberg18	Vorbereitende Untersuchung20	Bereich Aktive Mitte Kettenbrücke-Königstraße-Bahnhof	Bebauungsplan Bereich Jakobsberg,	Ecke Wildensorger Straße und Dr.-Remeis-Straße	Geplanter Hotelbau Mahrsbräukeller - Gemeinsame Stellungnahme zum	Vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahren Nr. 38 E II.	Nachverdichtung Universität Bamberg im Gebiet Markusstraße/Steinertstraße28	Stellungnahme der Heimatpfleger der Stadt Bamberg zur Markusstraße30	Landesgartenschau Bamberg 2012/Nordpark32Titelgeschichte
2433Der Kampf um das Schleusenwärterhäuschen auf der Erba-InselErfolgreich - die Bürgerinitiative „Rettet den Michaelsberg“36Die Feier des 40. Gründungsjubiläums	37	39Auszug aus der Rede von Dr. Jörg HändlerSpaziergänge41	Spaziergänge am Klosterweiher, Zinkenwörth, Abtswörth, Fischerei und Klein Venedig41	Ausflug durch die Bamberger Kinogeschichte44Veranstaltungen46	City-Passage auf dem Prüfstand46	Kornelkirschenfest 2007 und 200948	Visionen für das alte Hallenbad51	Nachverdichtung im Haingebiet52Retrospektive - Gefährdete Denkmäler54	Villa Reindl, Gartenhaus am Griesgarten, Untere Sandstraße 20, Hölle 12,	Organistenhaus, Untere Seelgasse 6, Färbergasse 13, Schrottenberggasse,	Strüpf‘sche Scheune und Raulinos Gartenhaus, Bruckertshof und RiegelhofBauten des 20. Jahrhunderts ... die Denkmäler der Zukunft	62Jugendprojekt66	In und um „St. Martin“66	Welterbelauf69	Mach dir ein Bild vom Welterbe Bamberg70Auflösung Bilderrätsel „Bauten des 20. Jahrhunderts“71Ausblick737JahreshauptversammlungJahreshauptversammlung
20072. Vorsitzender Ingo Schmidt stellt die Ziele des Jugendprojekts vorProf. Achim Hubel wird für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt.Die angehende Architektin Hannah Jonas, die einem interessierten
Publikum ihre Diplom-Arbeit über die Unteren Mühlen vorstellte.Angeregte Gespräche beim
geselligen Teil der Veranstaltung.8Jahreshauptversammlung
Unsere Jahreshauptversammlung am 27. 11. 2008 stand ganz im Zeichen von Neuwahlen
(und damit auch von Verabschiedungen). Die Schutzgemeinschaft ist ein wenig runderneuertworden. Der Vorstand dankte sehr herzlich den scheidenden Beiräten, war erfreut über den2008Verbleib Altgedienter und begrüßte die neuen Aktiven.erabschiedet
Beiräte:wurdenRosemariealsEgger(die sich weiter um den
Garten am Schillerplatz 9 kümmern
wird), Bernhard Metzner (er hatte bereits
im Jahr 2006 aus beruflichen Gründen
seinenAbschiedgenommen),GiselaMiekisch (ihr galt besonderer Dank für
die jahrelange Tätigkeit als fleißige und
zuverlässige Schriftführerin), Dr. Horst
Miekisch (seine überaus erfolgreichen
Spaziergänge wird er noch bis Ende 2010
weiterhin organisieren), Gabriele PfeffSchmidt (auf ihren Rat werden wir auch in
Zukunft bauen können) und Matthias Prell.Die Neuwahlen wurden von Dr. Ingo Fessmann geleitet.Fröhliches Abschiedsbild, aber nicht ohne Wehmut bei allen Beteiligten!
Die Schutzgemeinschaft muss nun ohne sie auskommen:
Gisela Miekisch, Rosi Egger, Dr. Horst Miekisch,
Gabriele Pfeff-Schmidt und Matthias Prell.Im Hintergrund, als Teil der neuen Gestaltung
des Versammlungsraums , die Bilder von Gerhard Schlötzer.9JahreshauptversammlungJahreshauptversammlung
2008esonders freute es Vorstand undDie Auswahl fiel der Jury nicht leicht, dennBeirat, dass erneut der Dr. IngoFrau Dr. Judith Bajorat hatte hervorragendFessmann-Preis verliehen werdenvorbereitet und dutzende Fotos vonkonnte. In diesem Jahr war das Themawunderschönen Türdetails„Engagement beim Erhalt historischer(herzlichen Dank dafür).angefertigtTürbeschläge“ und ging zu gleichen Teilen
von je 250 Euro an die Eigentümer der
Häuser Pfarrgasse 3 und Kapuzinerstr. 12Gabriele Pfeff-Schmidt im Gespräch mit
unserer Ehrenvorsitzenden Dr. Christa Harth.Die Kassenprüferin Frau Neff entlastet Werner Hottelmann.Rosi Egger bei ihrer letzten „Amtshandlung“,
dem Bericht zum Stand der Mitgliedschaften.10Jahreshauptversammlung
2009Der neue Stadtheimatpfleger Ekkehard Arnetzl stellt
sich der Mitgliederversammlung vor.Beiratsmitglied
JugendprojektMalbuch
(s. dazu
Seite 66).Die frühere Stadtheimatpflegerin Dr. Karin Dengler-Schreiber gab
einen interessanten Überblick über ihr Tätigkeitsfeld als derzeitige
Welterbemanagerin.1. Vorsitzender Dr. Jörg Händler verleiht dem Ehepaar Leicht vom
Bettenhaus Friedrich den Dr. Ingo-Fessmann-Preis 2009 (s. dazu
ausführlichen Bericht auf Seite 15).Gespanntes Zuhören und AbstimmenUnd am Schluss die Torte mit Schuss, zerteilt und serviert von
Marion Dubler und Sylvia Buckel.11Dr. Ingo-Fessmann-PreisDr. Ingo-Fessmann-Preis
für Details an historischen Häusern
in Bamberg 2007/2008/2009
er Dr. Ingo-Fessmann-Preis
konnte 2009 bereits zum 5.
Mal vergeben werden! Mit der
großzügigen Spende von insgesamt 500
Euro pro Jahr durch unser Vereinsmitglied
Dr. Ingo Fessmann aus Berlin wurden also
auch 2007, 2008 und 2009 wieder Besitzer
für ihr Engagement an ihren Häusern
2007 wurde der Erhalt (Dr. Norbert
Ruß,Herzog-Max-Str.Sanierungsbereitschaft1)bzw.(Robertdie
Weiß,Sandstr. 29) von Eingangstüren bedacht.
2008 waren Türbeschläge das Thema.
DieHäuserKapuzinerstr.12undPfarrgasse 3 wurden ausgewählt, und so
konnte der Spender des Geldes in der
Jahreshauptversammlung die UrkundenDr. Ingo Fessmann, Dr. Jörg Händler sowie Preisträger Dr. Norbert Russ (2007)überreichen.
2009 erhielt das Ehepaar Leicht, Inhaber
des Bettenhauses Friedrich, den Preis
im Ganzen; damit wurde der Erhalt der
Figur in Form eines Pfaus belohnt, dem
sichtbaren Zeichen der früheren Nutzung
des Gebäudes (s. Kasten Seite 15).
Herr Dr. Fessmann hat angekündigt,
den Preis auch im Jahr 2010 wieder
bereitzustellen. Vorstand und Beirat sind
ihm dafür im Namen der übrigen Mitglieder
sehr dankbar. Bamberger Hausbesitzer in
ihrer Leistungsbereitschaft beim Erhalt
ihres Eigentums und ihrer Liebe zum Detail
ein wenig zu unterstützen und ihnen
Anerkennung zollen zu können, ist und
bleibt ein Anliegen der Schutzgemeinschaft
Alt Bamberg.12Die Verleihung an Robert Weiß , rechts im Bild (2007)13Das Ehepaar Hornung, Besitzer des Anwesens
Kapuzinerstr. 12 (2008)14Dr. Ingo-Fessmann-Preisur Geschichte des Pfaus:
1536 übernahm ein Büttner
das Anwesen in der Oberen
Königstraße 43 und richtete
möglicherweise die Braustätte ein,
aus der sich die Brauerei zum Pfau
entwickeln sollte. Bis 1876 wurde hier
Bier gebraut, die Gastwirtschaft wurde
bis 1954 betrieben.
Der markante Pfau an der Fassade
ist eines der letzten verbliebenen
Erinnerungsstücke an diese traditionsreiche Bamberger Brau- und Gaststätte.
Der Aushänger stammt vermutlich aus
dem Anfang des 20. Jahrhunderts.
Bemerkenswert ist nicht nur die
detailreiche Schönheit des Pfaus,
sondern auch das Material: Tombak,
eine heute kaum noch gebräuchliche
Messingsorte. Anlässlich der kürzlich
erfolgten Renovierung des, dem starken
Anwesens,
wurden alle Fassadendetails des Eckhauses zur Luitpoldstraße (Betten
Friedrich) und der angrenzenden ehemaligen Gaststätte liebevoll erneuert.
Darunter auch der Pfau, der damit
auch weiterhin sein prächtiges Rad
schlagen und von einem wesentlichen
Teil der Geschichte des einst wichtigen
Handelsweges künden darf.Das Ehepaar Leicht vom Bettenhaus Friedrich (2009)15Dr. Ingo-Fessmann-PreisJudenstraße 11
Obere Sandstraße 15ür die Entscheidung zur Verleihung des Dr.-Fessmann-Preises
2008 machte sich die Kunsthistorikerin Judith Bajorat auf den
Weg und lieferte uns bestes Fotomaterial. Hier eine kleine (!)
Auswahl aus ihrer Sammlung. Unser herzlicher Dank für die
gute Vorbereitung und Zusammenarbeit!Eisgrube 2Jakobsplatz 5
Oberer Stephansberg 1Concordiastraße 916Eisgrube 8Dominikanerstraße 10 aStellungnahmenStellungnahmen
ie Schutzgemeinschaft sieht es nach wie vor als eine ihrer
Hauptaufgaben, zu den Planungen in der Stadt Bamberg
Stellung zu nehmen. Nicht immer mit Erfolg, doch unermüdlich
und dem Vereinszweck geschuldet.
Zu folgenden Projekten wurde Stellung bezogen:
Bebauungsplan mit integriertem
Grünordnungsplan zum Neubau
eines Einkaufsmarktes hinter
dem Fischerhof in der Gaustadter
HauptstraßeBebauungsplan mit
Gründordnungsplan G 10B für das
Gebiet der Landesgartenschau
Bamberg 2012 / Nordpark
Parkhaus in der BrennerstraßeGeplantes Sanierungsgebiet
„Stephansberg“ vor St. Johannis
Parkplatz für die Landesgartenschau
Grünordnungsplan, Bereich
Jakobsberg, Ecke Wildensorger
Straße und Dr.-Remeis-Straße
Landschaftsplan für das Gebiet der
Landesgartenschau Bamberg 2012 /
NordparkVorbereitende Untersuchung Bereich
Aktive Kettenbrücke-KönigstraßeBahnhof, Abschließende
Betroffenenbeteiligung gemäß § 139
Baugesetzbuch in Verbindung mit
§ 4a BaugesetzbuchNeugestaltung Wilhelmsplatz
Bebauungsplan Mahrsbräukeller
(eine gemeinsame Aktion mit der
Stadtheimatpflege und betroffenen
Vereinen, s. dazu nachfolgend)
Neubauten im Hainviertel (s. dazu
auch „Veranstaltungen“)Auf den nachfolgenden Seiten eine
Auswahl unserer Stellungnahmen:Bebauungsplanverfahren mit
für das Gebiet Markusplatz,
Markusstraße, Schiffbauplatz und
Steinertstraße (Neubauten für die
Universität Bamberg)17StellungnahmenStellungnahme
Geplantes Sanierungsgebiet „Stephansberg“
Bezug:	Beteiligung der Betroffenen, der Behörden,2.2	Gestaltung	der Träger sonstiger öffentlicher Belange undFunktionsbereiche	weiterer OrganisationenObwohl im Plan dies durch den Maßstab und die angewendete
Grafik nicht eindeutig zu erkennen ist, ist wohl beabsichtigt,Betrifft:	Vollzug des Baugesetzbucheseine Trennung zwischen den Bereichen „halböffentlicher Bereich	am Gehsteig“, „Vorplatz Kapelle“ und „Vorplatz Kindergarten“ inGeplantes Sanierungsgebiet „Stephansberg“Form von Pflastergliederungen vorzunehmen. Dies findet die
Sehr geehrte Damen und Herren,Zustimmung der SGAB.zu dem vorliegenden Plan „Sanierungsgebiet Stephansberg“Pflasterbelagnimmt die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg wie folgt Stellung:Die Verwendung von Granitpflaster in der Größe 5x5 cm kann
nicht befürwortet werden, da dieses Steinformat für eine
Fläche dieser Ausdehnung ungeeignet ist. Es wird daher eine1.	Ausweisung des Sanierungsgebiets
DieSchutzgemeinschaftAltBamberg(SGAB)Pflastersteingröße von mind. 10x10 cm vorgeschlagen, diese
begrüßtvorzugsweise in Segmentbögen verlegt.grundsätzlich die Entscheidung der Stadt, für die Aufwertung der[Ergebnis nach unserem Einwand: Die Stadt hatte in ihremFreiflächen im Bereich der Kapelle St. Johannis tätig zu werden.Entwurf versehentlich eine falsche Signatur verwendet undDer Verein stellt allerdings zum wiederholten Mal fest, dass diedies in der überarbeiteten Fassung geändert; es soll das größereGrenzen auch dieses Sanierungsgebiets sehr eng gefasst sind.Pflasterformat verlegt werden.]Auf diese Weise können die privaten Anlieger leider nicht in denBei der Ortsbegehung wurde zudem festgestellt, dass dieGenuss von Fördermitteln kommen. Dies entspricht nach unsererPflastersteingröße 5 x 5 cm im Umfeld des SanierungsgebietsAuffassung nicht unbedingt den Intentionen des Gesetzgebers.hauptsächlich zur Markierung von kleinteiligeren Eingangs-2.	Rahmenplanbereichen verwendet wird. Daher erscheint eine Anpassung in
dieser Hinsicht nicht angebracht.Aus der Legende sind folgende Punkte nicht ersichtlich:
•	•	•	•	vorhandener bzw. abzubrechender BaubestandZugangsbereichvorhandene und geplante Vorhaben bzgl. derDerzeit ist der ehemalige Torbereich noch durch gemauerteFreiflächen (Belag, Pflanzung, Möblierung)Hinzufügungen an älterem Baubestand in seiner Durchfahrtsbreiteöffentliche und nicht öffentliche Freiflächenverringert. Die im Rahmenplan dargestellte Durchfahrtsbreiteeine im Plan angewendete dritte Belagsartscheint vergrößert. Da ein Tor anscheinend nicht vorgesehenfehlt in der Legendeist, sollte diese Verbreiterung nicht vorgenommen werden, da2.1	Abbruch der Nebengebäude
und Neugestaltung der Freifläche
Die SGAB befürwortet den Abbruch der Nebengebäude, denneine schmalere Zufahrt zum öffentlichen Raum eine Art Grenze
schafft, die dem „privaten“ Vorbereich eher dient und eine Art
Verkehrsberuhigung zugunsten des Kindergartens mit sich
bringt.dadurch wird die Sicht auf die Kapelle St. Johannis wieder frei
möglich sein und notwendiger Raum für den ruhenden VerkehrStützmauer zum Grundstück Fl. Nr. 1955geschaffen.Die vorhandene Stützmauer ist nicht im Plan eingezeichnet,
obwohl ihr durch den Abbruch des Nebengebäudes eine
wesentliche Bedeutung zukommt. Daher fehlen auch wichtige
Aussagen über die Optik und die raumbildende Funktion dieser
Mauer. Eine Nachtragung hält die SGAB für unerlässlich.18PKW-Stellplätze / FahrradständerBeleuchtungDer 1. Stellplatz nach Betreten des Grundstücks sollte gänzlichDie Positionierung einer Beleuchtung direkt an der Mauer derentfallen, da er zum einen zu sehr in den Fahrbereich ragt, undKapelle erscheint störend und sollte daher nicht erfolgen.zum anderen dieser Ort für die Platzierung der Fahrradständer
günstiger erscheint als der Platz vor Kapelle. Diese PositionierungChorpolygondirekt neben dem Zugang zur Kapelle wird übrigens dezidiertDie Ecke zwischen dem Chorpolygon und dem Gebäudevon der SGAB abgelehnt.des Kindergartens ist derzeit noch durch eine Abmauerung[Ergebnis nach unserem Einwand: Die Fahrradständer fandenzugesetzt. Im Rahmenplan ist diese kleine Dreiecksflächeseitlich ihren neuen Platz.]mit Granitpflasterung eingetragen. Sollte dies einer Planung
unterliegen, so wird das vonseiten der SGAB begrüßt, da dadurchBaumpflanzungdas Chorpolygon wieder deutlicher erkennbar gemacht wird.Der Vorbereich erscheint nicht groß genug für 3 Bäume, zumal
Kronen der Bäume auf dem benachbarten Gartengrundstück inStreugutbehälterden Luftraum ragen. Vor allem die Positionierung eines BaumsDer in der Legende aufgenommene Streugutbehälter imvor der Kapelle wird von der SGAB nicht befürwortet. DadurchGehsteigsbereich fehlt im Plan. Statt seiner ist eine Bankwird der Blick auf die Kapelle wieder verstellt, obwohl er durcheingezeichnet. Diese Idee gegrüßt die SGAB, da der Standort fürden Abbruch der Nebengebäude zunächst freigestellt wurde. Dieeine Ruhebank sehr gut geeignet ist.beiden Bäume sollten im Übrigen so gesetzt werden, dass sie den
PKW-Stellplatzbereich einrahmen.
[Ergebnis nach unserem Einwand: Direkt vor der Kapelle ist in der
neuen Planung kein Baum mehr vorgesehen..]3.	Abschließende Betrachtung
Der Rahmenplan liegt in relativ detaillierter Ausarbeitung vor. EsRuhezone vor der Kapellebesteht daher vonseiten der SGAB die Sorge, dass dieser Plan alsDer Bereich vor der Kapelle eignet sich gut für die EinrichtungVorentwurf für die Freiflächen verwendet werden könnte. Dahereiner kleinen Ruhezone mit Bänken. Dabei sollte jedoch nachergeht die Bitte, vor einer Umsetzung der Planung einen etwasMeinung der SGAB darauf verzichtet werden, eine Bank direktausdifferenzierteren Plan erstellen zu lassen. Das Areal hat esan die Gebäudewand der Kapelle zu positionieren, da eineverdient.Ruhebank inhaltlich und funktional nicht zur Kapelle gehört.
Es genügt, die Bänke im westlichen Abschnitt vor der MauerMit freundlichen Grüßenzum Nachbargrundstück anzuordnen. Zudem ist durch die
Nachbarschaft zum Kellerabgang ein leichtes Übersteigen derDr. Jörg HändlerBrüstung möglich und birgt Unfallgefahr.1. Vorsitzender[Ergebnis nach unserem Einwand: Neben dem Kellerabgang
befindet sich in der neuen Planung keine Bank mehr.]19StellungnahmenStellungnahme
Bereich Aktive Mitte Kettenbrücke -Königstraße-Bahnhof
Stadt Bamberg1.2	BlockinnenbereichStadtplanungsamtSo attraktiv dieser neue Wohnstandort auch ist, schlägt die
SGAB eine Verringerung auf zwei Geschosse vor. In keinemBezug:	Abschließende Betroffenenbeteiligung gemäß § 139 Fall ist jedoch die Variante „Weiterentwicklung zu einer	Baugesetzbuch in Verbindung mit § 4a Baugesetzbuchlangfristig möglichen Erweiterung der Baustruktur“ auf
den noch vorhandenen Gärtnerfluren akzeptabel. SollteBetrifft:	Vorbereitende Untersuchungsich langfristig eine Aufgabe der gärtnerischen Nutzung	Bereich Aktive Mitte Kettenbrücke -Königstraße-Bahnhofabzeichnen, wäre es sicher möglich, die Flächen in eine Art
Mietergärtenquartier umzuwandeln, so wie es hinter den nahe
gelegenen Mietblocks in der Zollnerstraße 33-51 seit nun schonSehr geehrte Damen und Herren,100 Jahren hervorragend funktioniert. Zudem würde damit
die Gärtnertradition zumindest im Kleinen ihre Fortsetzungzu o. g. Vorbereitenden Untersuchungen nimmt die Schutz-finden.gemeinschaft Alt Bamberg wie folgt Stellung:
2.	Freiflächen
Die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg (SGAB) begrüßt die	Entscheidung der Stadt Bamberg, für das betroffene Gebiet weiterGrundsätzlich stellt sich in einem derart gemischten Gebiet dietätig zu werden und die bereits durchgeführten UntersuchungenFrage nach der Notwendigkeit eines solchen Parks. Für das neue(Bamberg Mitte und Städtebaulich-denkmalpflegerische Vor-Wohnquartier wird es sicher wohnungsnahe Spielmöglichkeitenuntersuchung zu den Gärtnerflächen in Bamberg) durch die nungeben. Auch ein Park als Aufenthaltsort scheint nicht nötig zuvorliegenden Vorbereitenden Untersuchungen zu ergänzen undsein. Eine Stadt wie Bamberg hält auf relativ kurzen Wegenzu konkretisieren. Damit ist ein weiterer Schritt in Richtung einergenügend vielfältige und attraktive Möglichkeiten bereit.dringend nötigen Aufwertung dieses so wichtigen StadtgebietsDie SGAB macht den Vorschlag, die Nutzung dieses Platzesgemacht worden.variabel zu halten. Als Fläche mit Schotterrasen, am Rand mitDas beauftragte Büro hat nach Meinung der SGAB seine Aufgabe
sehr gut erfüllt. Die Qualitäten und Potentiale des Gebiets sind
erfasst und herausgearbeitet, Missstände erkannt und die Ziele
und die daraus resultierenden Nutzungskonflikte klar formuliert.
Zu einigen Punkten nimmt die SGAB jedoch eine andere Haltung
ein bzw. möchte Anregungen zur Verbesserung geben:Quartierspark KlosterstraßeBäumen bepflanzt, könnte sie weiter in verträglichem Maß
als Parkplatz genutzt werden und nach Bedarf als eine Art
Festplatz im Quartier, auf dem Veranstaltungen und kleine
Märkte stattfinden könnten.
3.	Grünordnungskonzept
3.1	Siechenkreuzung1. Art und Maß der Nutzung, hier: Blockbereich Da die historische Situation an dieser Stelle ohnehin vor	Ludwigstraße/Luitpoldstraße/Heiliggrabstraße/ Jahrzehnten bereits aufgegeben wurde, ist die Neuordnung	Klosterstraße (siehe Abb. Seite 21)in Form eines Kreisverkehrs sinnvoll. Mit dem Vorschlag, die1.1	Ecke Ludwigstraße 27/Luitpoldstraße 55,Anbauten des Autohändlers zurückzunehmen, eine Richtung	Norden gerückte Neubebauung mit II+D vorzusehen und davorBebauung in 2. Reihe zur LuitpoldstraßeDie bauliche Erweiterung in Form eines L-förmigen Anbaus sowieeine Grünfläche entstehen zu lassen, wird die städtebaulichedie zweite Reihe zu den Gebäuden entlang der LuitpoldstraßeWirkung der Ottokirche auf den Platz deutlich und positiverscheint als viergeschossige Bebauung zu groß dimensioniert.verstärkt.Auch wenn die Gebäude zukünftig die Bauten in 1. Reihe nichtDie vorgeschlagene Grünordnung in Form eines „offenenüberragen, werden sie von der Kloster- und Heiliggrabstraßeparkartig gestalteten Grünraums“ wird jedoch abgelehnt.aus zu massiv auf das Gesamtbild des Areals wirken. AußerdemAufenthaltsqualität ist hier weder zu erreichen noch nötig.bestehen Zweifel am Bedarf und an der Nachfrage nach so vielDaher ist der Ansatz „parkartig“ falsch. Hier besteht dieRaum für Dienstleistung und Handel.Möglichkeit, Grünflächen in urbaner Weise zu gestalten und
Bäume entsprechend zu setzen. Die geplante Neuordnung sollte20als Gelegenheit für einen kleinen städtebaulichen WettbewerbBepflanzung der Böschungen vor und nach der Zollnerstraßegenutzt werden. Die im Rahmenplan bereits erfolgte Festsetzung,verzichtet werden.welche Bäume entfernt werden sollen und wo hinzugepflanztAuch die Auswahl der Baumarten sollte noch einmal überprüftwerden soll, geht daher nach unserer Meinung zu weit.werden. Amerikanische Roteichen (bis zu 35 Meter Höhe)
und Tulpenbäume (bis zu 40 Meter Höhe) sind Forst- bzw.3.2	Anmerkungen zu den vorgeschlagenen Ergänzungen Parkbäume, deren Verwendung im innerstädtischen Bereich	nicht angebracht ist.des Baumbestands im UntersuchungsgebietAn manchen Stellen ist ein gewisser „Übereifer“ bezüglich neu
zu setzender Bäume erkennbar. So ist es nicht nötig, einen PlatzAbschließend möchte die SGAB ihre Haltung zum geplantenwie den vor der Gangolfskirche noch zusätzlich mit 3 Bäumen 1.Abbruch von Luitpoldstr. 18 darlegen: das Gebäude weist eineWuchsklasse (Spitzahorn!) zu bepflanzen, die bis zu 25 Meter hochdeutliche, städtebauliche Qualität als bauliches Endstück derwerden, mit einem Kronendurchmesser von bis zu 15 Metern. DieBahnhofsbebauung auf. Da jedoch der Bahnhofsvorplatz mehrüber die Mauer des Pfarrgartens auf den Platz wirkende Bepflanzungals dringend von den Regional-bussen befreit werden musssowie die Linden am Ende des Platzes sind raumbildend undund ein Alternativstandort in unmittelbarer Nähe nicht möglichgrün genug. Eine neue Reihe mit Spitzahorn würde nach unsererist, wird vonseiten der SGAB der Abbruch zwar bedauert, aberMeinung sogar die Sichtbezüge deutlich negativ beeinflussen.als unvermeidbar angesehen.Ebenso überflüssig sind neue Baumstandorte wie am Beginn
der Mittelstraße (von der Siechenstraße aus kommend), die 7Mit freundlichen GrüßenWalnussbäume (?) gegenüber der Neubebauung in der Färbergasse,
auf der „Insel“ zwischen Nürnberger- und KunigundenruhstraßeDr. Jörg Händlersowie in der Heiliggrabstraße. Desgleichen könnte auf die1. VorsitzenderAusschnitt aus dem Rahmenplan - Vorentwurf (siehe Stellungnahme Absatz 1)21StellungnahmenStellungnahme
Bebauungsplan Bereich Jakobsberg,
Ecke Wildensorger Straße und Dr.-Remeis-Straße
Betrifft:	Bebauungsplan mit integriertemdiesem Abschnitt lässt sich der ursprüngliche Charakter des	Grundstücks noch ein wenig nachvollziehen. Die westlichen dreiGrünordnungsplan Nr. 20, Blatt 84 – 22.13Stellplätze sollten daher auf einen anderen Platz innerhalb des
Bereich Jakobsberg,Grundstück verlegt werden (s. dazu auch Punkt 2.2). Dadurch	könnte auch der Silberahorn (Baum Nr. 132) erhalten werden,Ecke Wildensorger Straße und Dr.-Remeis-Straßeder im Baumbestandsplan auch als „erhaltenswert“ eingestuft
Bezug:	Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäßist, im Bebauungsplan aber einfach „verschwunden“ scheint.	§ 3 Abs. 1 BauGB lt. Beschluss des Senats
für Stadtentwicklung, Verkehr und Klimaschutz2.2	Grünordnung	vom 21.01.2009Bei der Aufstellung des Bebauungsplans wurde großer Wert auf
die Grünordnung gelegt. Auch dies findet Zustimmung durch
die SGAB, da es sich um ein Grundstück im ehemaligen WeichbildSehr geehrte Damen und Herren,der Stadt handelt, das ursprünglich in deren Kulturlandschaft
zu o. g. Bebauungsplan nimmt die Schutzgemeinschaft Altlag. Diese noch erkennbaren Strukturen bedürfen daher einesBamberg wie folgt Stellung:besonderen Schutzes. Allerdings erscheint es angesichts des
umgebenden Grüns und des Grünbestands auf dem Grundstück
selbst etwas überzogen, die drei Parkbuchten an der Dr.-Remeis-1.	Aufstellung des Bebauungsplans für das ArealStraße mit insgesamt vier Bäumen mit einer Endhöhe > 20 m zuDie Schutzgemeinschaft Alt Bamberg (SGAB) begrüßt dieversehen. Die Pflanzung würde sogar negative AuswirkungenEntscheidung der Stadt, für das Areal einen vorhabenbezogenenauf dem Baumbestand innerhalb des Grundstücks haben (hierBebauungsplan aufzustellen, um die im Punkt 1.8 der Begrün-stehen im Randbereich hauptsächlich Obstbäume, die an diedung formulierten Ziele umzusetzen.ehemals gärtnerische Nutzung des Gebiets erinnern), da der
Schattendruck der neu zu pflanzenden Bäume dauerhaft zu2.1 Bauliche Nutzungen und Verkehrgroß wäre. Durch einen Verzicht auf diese ParkplatzbegrünungDie Festsetzungen zu Art und Maß der Nutzung sind nach Meinungkönnte hier Platz für weitere drei Parkplätze entstehen.der SGAB für das Grundstück und seine Umgebung verträglich.
Die Baufenster und Baugrenzen, die sich nach
dem Bestand und den Planungsabsichten
der Grundstückseigentümerin richten, sind
ebenfalls akzeptabel.
Die ausführliche Beschreibung und Bewertung
des Planungsgebiets und seiner Lage zur Stadt
verdientAnerkennung.Besonderspositivvermerkt hat die SGAB den Erhalt der sog.
Jägersruh. Die vor diesem Gebäude geplanten
12 Stellplätze rücken jedoch zu nah an das
Haus, das deutlich höher liegt als das Niveau
des Parkplatzes und bei so geringen Abstand
nur durch eine Stützmauer von diesem
getrennt werden könnte. Dadurch würde die
Jägersruh künftig auf einem „Sockel“ stehen,
ein Umstand, der das Grundstücksgefüge
erneut negativ beeinflussen würde. Gerade an22Unsere Beiratsmitglieder in AktionEbenfalls verzichtet werden sollte nach Meinung der SGAB auf dieMit freundlichen GrüßenNeupflanzung eines Baums > 20 m direkt zwischen der westlichen
Mauerrundung und dem in die Mauer integrierten Gartenhäuschen.Dr. Jörg HändlerDessen Wirkung würde dadurch stark beeinträchtigt, zumal1. Vorsitzendersich dort bereits ein ausgewachsenes Exemplar der Thujahecke
befindet.Der zu beurteilende Bebauungsplan23StellungnahmenZunĂ¤chst mochte man kaum glauben,
was man da zu lesen bekamâ&#x20AC;Ś24… doch dann war es nicht mehr zu übersehen:
Das Ende des Mahrsbräukellers wurde geplant!25StellungnahmenStellungnahme
Geplanter Hotelbau Mahrsbräukeller - Gemeinsame Stellungnahme zum
vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahren Nr. 38 E zwischen
Oberer Stephansberg 36-38a und Untere Seelgasse 26-28
umvorhabenbezogenenBebauungsplanMahrs-Eine Umsetzung des vorhabenbezogenen BebauungsplansunterzeichnendenStadt-würde unweigerlich zur weiteren Verdrängung des alten,undidentitätsstiftenden Kulturgutes Bierkeller beitragen: DieVereine gemeinsam Stellung. Hintergrund für dieausgewiesene gastronomische Restfläche des bereits 1818gemeinschaftlicheÜber-belegten Bierkellers ist derartig klein, und, da sie nach dereinstimmung in den Argumenten und in der Ablehnung desgegenwärtigen Planung von Parkplätzen und Gebäuden enggeplanten Vorhabens sowie der Wunsch, dieser Ablehnung durchumstellt wird, derart unattraktiv, dass sie den Charakter einesgeschlossenes Auftreten besonderen Nachdruck zu verleihen.Bierkellers nicht mehr aufweist und von den Bambergern in derDer Beschluss zu dieser Stellungnahme wurde nach intensiverFolge auch nicht angenommen werden würde. Die angeblicheDiskussion bei einer gemeinsamen Sitzung der UnterzeichnendenZahl von 140 Sitzplätzen wird auf den Plänen durch Bistrotischeam 8. März 2010 gefasst.und Stühle in engster Reihung erzielt, was ebenfalls dembräukellernehmenheimatpfleger,dieTrägeröffentlicherStellungnahmeBelange
istdieBis zum Zweiten Weltkrieg gab es in Bamberg zahlreiche Bierkeller,
allein 22 am Stephansberg; davon sind heute nur noch vier
erhalten geblieben (Mahrsbräu, Spezial, Wilde Rose, Greifenklau).
Die Keller sind jedoch, wie allseits bekannt, unverzichtbarer Teil der
Bamberger Kultur und des gesellschaftlichen Lebens.Charakter eines Biergartens widerspricht und in der Realität
gar nicht durchführbar ist. Hinzu kommt, dass aufgrund der
Freischankflächen eigenen Geräuschkulisse eine Kombination
von Bierkeller und Hotelbetrieb nicht vorstellbar ist.
Die Errichtung eines Hotelkomplexes am Stephansberg bedeutetLaut § 1 Abs. 6 Nr. 5 Baugesetzbuch sind bei der Aufstellungunweigerlich eine nicht wünschenswerte Nutzungsverdichtung,der Bauleitpläne insbesondere die Belange der Baukultur, desdie in der Folge zu einer Zunahme von PKW-Verkehr imDenkmalschutzes und der Denkmalpflege, die erhaltenswertenBerggebiet führen würde. Eine Anfahrt von Hotelgästen perOrtsteile, Straßen und Plätze von geschichtlicher, künstlerischerBus dürfte aufgrund der beengten Straßenverhältnisse zumoder städtebaulicher Bedeutung und die Gestaltung des Orts-zeitweiligen Verkehrskollaps führen – der Mahrsbräukellerund Landschaftsbildes zu berücksichtigen. Die Überplanung desbefindet sich an der engsten Stelle der Straße. Diese zusätzlicheMahrsbräukellers widerspricht dieser Zielsetzung diametral.Verkehrsbelastung muss auf jeden Fall verhindert werden!Der riesige Neubau, der quer und mittig im Biergarten stünde,Bamberg ist eine Stadt, die von und mit dem Tourismus gut lebt.wäre für den Stephansberg mit seiner kleinteiligen Bebauung in
diesem Bereich unangemessen und störend. Innerhalb der im
Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben aber nur
zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung,
der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden
soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt. Das Ortsbild
darf nicht beeinträchtigt werden (§ 34 Abs. 1 BauGB).
Der Hotelneubau würde wie ein langgezogener Riegel zwischen
den alten Baumbestand im Westen und die Gaststätte einschließlich
Biergarten geschoben, so dass der typische Gesamteindruck
einer begrünten Freifläche komplett verloren ginge, der ja das
Kennzeichen eines traditionellen Bierkellers ist. Laut Planung
sollen von den vorhandenen vierzehn Großbäumen zwei gefällt
werden. Nach Auskunft von Experten werden fünf weitere Bäume
den Eingriff ins Erdreich nicht überleben. Damit gingen fünfzig
Prozent des Baumbestandes verloren.26Der Reiz für Gäste besteht darin, mit Bamberg eine Stadt besuchen
zu können, die ein hohes Maß an gewachsener kultureller Dichte
und Authentizität besitzt. Zu den gewachsenen Institutionen
gehört auch ein Traditionsort wie der Mahrsbräukeller. Wenn eine
solche bodenständige Institution zugunsten einer touristischen
Hotelvermarktung geopfert wird, bedeutet dies einen Verlust
nicht nur für die Bamberger selbst, sondern auch für die Gäste,
und damit ein Sägen an dem Ast, auf dem man sitzt.
Aus den vorgelegten Plänen ist nicht ersichtlich, wie Flucht- und
Rettungswege für den Hotelneubau untergebracht werden
sollen. Eine Feuerwehrzufahrt durch den Bereich zwischen
Saal und Gaststättengebäude (hier befindet sich derzeit die
Küche) scheint aufgrund der geringen Breite unmöglich.
Weitere Erschließungen würden einen massiven Verlust von
Denkmalsubstanz bedeuten.Nicht zuletzt bestehen Befürchtungen, dass der Hotelbetrieb beiMahrsbräukeller” abzulehnen. Wichtig erscheint es in diesemder geplanten niedrigen Bettenanzahl nicht rentabel zu betreibenZusammenhang darauf hinzuweisen, dass nach § 1 Abs. 3 S.ist und das Hotel über kurz oder lang in eine Wohnanlage2 BauGB kein Anspruch auf die Aufstellung von Bauleitplänenumgewandelt werden könnte, was die letzten Reste desbesteht, und ein solcher auch nicht durch Vertrag begründetGastronomiebetriebes endgültig beseitigen würde.werden kann.Die vorliegende Planung macht nicht nur einen BierkellerbetriebMit freundlichen Grüßenpraktisch unmöglich, sondern degradiert die heutige GaststätteBamberg, den 14. 03. 2010zum Frühstücksraum des Hotels, da die bisherige Küche zwischen
dem Gastraumbau des frühen 18. Jahrhunderts und demHanns Steinhorst, StadtheimatpflegerJugendstilsaal Gustav Haberles von 1910 abgebrochen werdenEkkehard Arnetzl, Stadtheimatpflegersoll. Mit der Küche würde auch ein Mansarddachanbau der zweiten
Dr. Peter Ruderich, Freunde des WeltkulturerbesHälfte des 18. Jahrhunderts verloren gehen.Bamberg e. V.
Zu befürchten ist, dass letztlich erst durch die vom Investor
angestrebte neue Bauleitplanung der Grundstückswert derartigMichael Rieger, Bewahrt die Bergstadt e. V.erhöht wird, dass die Erträge durch das Verpachten als Bierkeller
nicht mehr ausreichen und ein wirtschaftlicher Zwang für eineDr. Jörg Händler, Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V.Neubebauung erst künstlich geschaffen wird.
Prof. Achim Hubel, Professur für Denkmalpflege
DieUnterzeichnendenbittendenStadtratdaher,denbestehenden, rechtsgültigen Bebauungsplan nicht aufzuhebenGerhard Will, Bürgerverein Stephansberg e. V.und den beantragten “Vorhabenbezogenen BebauungsplanWir bleiben dran!27StellungnahmenStellungnahme
Nachverdichtung Universität Bamberg
im Gebiet Markusstraße/Steinertstraße
Betrifft:	Bebauungsplanverfahren 107 C
mit integriertem Grünordnungsplan	Sehr geehrte Damen und Herren,
zu o. g. Bebauungsplanverfahren nimmt die Schutzgemeinschaft
Alt Bamberg e. V. wie folgt Stellung:Betrachtung der Historie des Areals:
Im Urkataster der Stadt Bamberg aus dem Jahr 1822 ist das
betreffende Gebiet in parallel liegende, nahezu gleich große
und langgezogene Grundstücke parzelliert, die gärtnerisch
genutzt sind. Erste Bebauungen (vermutlich handelte es sich um
Nebengebäude zur gärtnerischen Nutzung) zeigen sich entlang
der späteren Markusstraße; diese ist vorerst projektiert und führt
noch nicht mit einer Brücke über den linken Regnitzarm. Auch
die Grundstücke auf der gegenüberliegenden Straßenseite im
vormaligen Stadtgraben sind Gärten und noch nicht bebaut.
Insgesamt handelt es sich um eine typische Entwicklung
von Flächen außerhalb ehemaliger Fortifikationen in der
städtebaulichen Umbruchzeit des 19. Jahrhunderts.
Im Katasterplan von 1898 zeigt sich ein gewandeltes Bild. DieIm weiteren Verlauf wird nach 1900 im Bereich der Steinertstraßestadtnahen Gartengrundstücke sind zu Erweiterungsflächen fürein Komplex konzipiert, welcher ausschließlich zu WohnzweckenWohnbebauung entwickelt. Vor allem die Grundstücksabschnitteerrichtete Gebäude auf dafür zugeschnittenen, deutlichentlang der Markusstraße und des bereits ausgebautenkleineren Grundstücken erhält. Heute zeigt sich das gesamteMarkusplatzesversehen.Gebiet zwischen der Konzerthalle, dem Markusplatz, demDennoch ist die alte Struktur der langgestreckten ParzellenSchiffbauplatz und der Markusstraße nach außen als typischesnoch weitgehend erhalten geblieben. Auffallend in diesem PlanGebiet der städtebaulichen Erweiterung der Zeit ab Mitte des 19.sind vor allem der große und aufwendig gestaltete Garten vonJahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg.sindmitBlockrandbebauungMarkusstraße 6 und das mit schmalen, aneinander gereihten
Bauten besetzte Grundstück der späteren Schreinerei Müller. Hier
war trotz der engen Bebauung Platz für einen Garten in formalerStellungnahme zum Areal der ehemaligen Schreinerei
Müller:Gestaltung.Die aufgezeigte historische Parzellenstruktur und Hierarchie derInsgesamt liegt eine Bebauung vor, die sich sowohl von derGebäude ist in Teilabschnitten bis heute erhalten geblieben. VorFunktion als auch von der Höhe her von außen nach innen staffelt:allem zeigt sich das am Grundstück der ehemaligen Schreinereientlang der Straßenzüge repräsentative Geschoßbauten, auf denMüller. Dass heute, nach Aufgabe der Firma, nach einer anderenBinnenflächen Nebengebäude, wohl zum Teil auch gewerblichNutzung des Grundstücks gesucht wird, ist verständlich undgenutzt.legitim. Eine Bebauung in der nun projektierten Dimension
ist jedoch als unangemessener Eingriff in die historische28Ablesbarkeit abzulehnen. Da die Gebäudereihe entlang derBebauung ist sowohl im Innern des Areals als auch von derStraße „Schiffbauplatz“ in Hinblick auf einen mit NebengebäudenSteinertstraße aus, vor allem aber beim Blick vom Michaelsbergbebauten Innenraum konzipiert wurde, würde ein Neubau, wieabträglich. Großflächige Flachdächer sind nicht kompatibel mitdurch den Bebauungsplan nun möglich und sicher auch in naherdem Gesamteindruck, der in erster Linie von der repräsentativenZukunft ausgeführt, diese Rangabfolge auflösen. Die ParzellenGiebelgestaltung der ehemaligen Frauenklinik geprägt ist.bekämen quasi in zweiter Reihe über eine Länge von mehr als 5Selbst die auf drei Geschoße reduzierte Mensa beeinträchtigtGrundstücken eine Innenblockbebauung, deren Traufhöhe von 10die noch verbliebene Einheit aus Gebäude und Gartenfläche derm sowie zwei Quaderbauten mit einer Traufhöhe von 12 Meternehemaligen Direktorenvilla.das historische Maß des Quartiers sprengen würde. Zudem kann
von einer „neuen durchgrünten Pufferzone“ nicht die Rede sein,Zusammenfassend ergeht durch die SGAB die Empfehlung, denda die negative Auswirkung eines solchen GebäudekomplexesBebauungsplan zu überarbeiten und eine Planung vorzulegen,kaum mit Bäumen zu kompensieren ist.die Rücksicht auf die vorhandenen Denkmäler und die erhaltene
Parzellen- und Binnenstrukturen nimmt und diese entsprechendStellungnahme zum Areal der Universität:des Stadtdenkmals Bamberg auch würdigt.Der SGAB ist die Bedeutung des Universitätsstandorts für die
Stadt Bamberg sehr wohl bewusst und auch wichtig. Vor allem
die positiven Synergieeffekte werden keinesfalls unterschätzt.Mit freundlichen GrüßenDie Höhenausmaße der geplanten Gebäude hält die SGABDr. Jörg Händlerjedoch für überdimensioniert. Die Wirkung einer 4-geschossigen1. VorsitzenderTrotzmassiverEinwändevonseitender SGAB, der Heimatpflege und der
Anwohner wurde der Bebauungsplan
genehmigt. Der Hörsaalbau ist inzwischen
fast fertig, der Bau der Mensa vorläufig aus
Kostengründen vertagt.
(siehe Seite 30 und 31)Katasterplan um 190029StellungnahmenStellungnahme der Heimatpfleger der Stadt Bamberg
HANNS STEINHORST	Montag, 15. September 2008	Stellungnahme der Heimatpflege Bebauungsplan Nr. 107 CIn diesem Bereich liegen die Baudenkmäler Markusplatz 1 undfür das Gebiet Markusplatz, Markusstraße, Schiffbauplatz und3 und Markusstraße 2 und 6 (Chefarzt-Villa mit parkähnlichemSteinertstraße.Garten). Das gesamte Areal steht unter Ensembleschutz (siehe Art.
1 Abs. 2 Denkmal-Schutz-Gesetz) Die parkähnlichen Freiflächen
hinter der ehemaligem Frauenklinik (heute Universitätsgebäude
Marcus-Haus - Markusplatz 3 und Markusstraße 6) sind auf
beiden Luftbildern deutlich erkennbar.
Die vollständig erhaltenen, niedrigen, gewerblich genutzten
Nebengebäude im Hinterhof der ehemaligen Möbelfabrik
Müller (Markusstraße 12b) sind charakteristisch für die
MischbebauungdiesesStadtquartiers.AusSichtderHeimatpflege ist diese Ablesbarkeit der Doppelnutzung von
Wohn- und Gewerbebebauung schützenswert – vor allem
weil der gesamte Häuserblock und die Blockrandbebauung,
mit Ausnahme von zwei Störungen (Markusstraße 12 und
Steinertstraße 15), seit 100 Jahren unverändert geblieben sind.
Areal zwischen Markus- und Steinertstraße, Markus- und Schiffbauplatz,Die ehemalige Staatliche FrauenklinikLuftbild 1930Was Grundfläche und Bauhöhe betrifft, fällt die ehemalige
Staatliche Frauenklinik (Markusplatz 3) etwas aus der
vorgegebenen Struktur heraus. Das 1904/1906 ausgeführte
monumentale Gebäude wurde im Neorenaissancestil errichtet.
Der Name Marcus-Haus erinnert an den bedeutenden Arzt
Dr. Albert Friedrich Marcus, der 1789 der erste Direktor des
Allgemeinen Krankenhauses wurde und dieses Amt bis zu
seinem Tod 1816 ausübte. Ihm ist auch die Gründung der ersten
Entbindungsanstalt (1804) in Bamberg zu verdanken. Die
„Hebammenschule mit Entbindungsanstalt“ (Umbenennung in
„Frauenklinik“ erst 1962), wurde im November 1904 begonnen
und als Staatsbau vom Königlichen Landbauamt geplant und
ausgeführt. „Der massive, traufständige Bau erhebt sich über
drei Geschosse auf einem Sandsteinsockel, ist verputzt mitLuftbild 2006aufwendiger Werksteingliederung und schließt mit einem sehr
hohen Satteldach ab. Den beherrschenden Schmuck bildenDas vom Bebauungsplan Nr. 107 C betroffene Arial erstrecktdie unterschiedlich dekorierten Giebel, ein viergeschossigersich zwischen Markus- und Steinertstraße sowie Schiffbau-Dreiecksgiebel mit reicher Werksteingliederung und zweiund Markusplatz (siehe Luftbilder oben). Typisch für diesenflankierendeHäuserblock ist die zwei- bis dreigeschossige BlockrandbebauungMarkusplatz, ein einfacher großer Giebel an der Rückfront,des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Kennzeichnend fürdie Dreiecksgiebel an den Schmalseiten. Die Entstehungszeitdieses Stadtquartier sind Villen (vgl. besonders Markusstraße 6)des repräsentativen und eindrucksvollen Baus nach deroder villenartige Wohnhäuser in historisierenden Formen (vgl.Jahrhundertwende wird bei näherer Betrachtung an Beson-Luftbilder oben).derheiten offenbar, etwa an der asymmetrischen LösungZwerchhäuseranderSchaufassadezumder Ecke zur Steinertstraße, wo eine vorgelagerte Altane
mit30BalustertreppeundTreppenturmeinmalerischesEnsemble bilden, oder an dem plastischen Schmuck desStrukturenprächtigen, in Muschelkalk ausgeführten Hauptportals. DiesesVorgegeben ist eine Unterordnung zwischen Vorderhausvereint reiche Renaissance-Ornamente mit ikonographischenund Rückgebäuden, diese Hierarchie der HöhenerstreckungAussagen: Im Scheitel des Archivoltenbogens erscheint einewird nicht nur vernachlässigt, sondern der ins Auge gefassteweibliche Kopfkonsole, die wohl als Krankenschwester zuNeubau soll höher sein als die meisten der bestehenden Villenidentifizieren ist. Über ihr stehen in einem Rechteckfeld zweiund Wohnhäuser. Die Grundfläche der Neubauten würdePutten, von denen eine den Äskulapstab und eine ein Buch mitaußerdem die vorfindbare Parzellenstruktur stören und damitheilbringenden Lorbeerzweigen hält; beide tragendie Ablesbarkeit der ehemaligen Nutzungsstruktur auslöschen.sie eineWappenkartusche, auf der eine von einer Schlage umringelte
Arzneibüchse dargestellt ist. Die zur Medizin und zur ärztlichen
Wissenschaft gehörenden Attribute werden ergänzt durch zwei
(ehem. Frauenklinik,
(Fakultät Pädagogik Philosophie - Psychologie).deshistorischgewachsenenBaubestandes.2. Der historische Baubestand ist durch Sattel- und Walmdächer
gekennzeichnet (siehe Luftbilder), die geplanten großflächigen
FlachdächerwürdendiebestehendeDachlandschaftunerträglich stören.
3. Zum Baudenkmal Markusstraße 6 (ehemaliges Wohnhaus
des Klinikdirektors) gehört ein Park/Garten, die in der
Denkmalkartierung des LfD als historisch wichtige Grünfläche
eingetragen ist. Die jetzige Planung beeinträchtigt diesen
Garten in einer Weise, die aus heimatpflegerischer Sicht nichtMarkus-Haus Blick von
Nordwesten auf die
Seitenfront mit Altane
und Treppenturm.toleriert werden kann.
4. Im Bereich der Flurnummer 724 ist die Errichtung
von Neubauten geplant, die den Abriss der bisherigen
Gewerbebauten voraussetzen. Damit würde die Ablesbarkeit
gewachsener Strukturen (Wirtschaftsgeschichte Bambergs)
gefährdet, da die Möbelfabrik Müller zu den wenigenMarkus-Haus
Hauptportalcharakteristischen Betrieben in Bamberg gehört, die im
19. Jahrhundert den Sprung vom traditionellen Handwerkin die seitlichen Voluten eingebundene Delphine, die als Symbolezum kleinen Industriebetrieb geschafft haben und einstdes Wassers wohl auf Reinlichkeit und Hygiene verweisen sollen.überregionale Bedeutung hatte. Die Heimatpflege schlägtIn den Sockelfeldern des Portalbogens finden sich unten noch diedeshalb eine Nutzung des bisherigen Baubestandes vor, wieReliefs zweier Eichhörnchen als Symbole der Fruchtbarkeit.“ (zitiertdiese ja schon gegenwärtig praktiziert wird (universitärenach Hubel, Achim: Die Gebäude der Universität in der Altstadt:Nutzung von Teilen der ehemaligen Möbelfabrik Müller). EineBaugeschichte und denkmalpflegerische Aspekte, in: Machilek,Bestandsaufnahme der Gebäude wird empfohlen.Franz (Hrsg.): Haus der Weisheit – von der Academia Ottoniana zur
Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Bamberg: Universitätsverlag
1997, S.432f )5. Die Ausbildung von Staffelgeschossen, wie dies im Bereich
eines Baufensters an der Steinertstraße vorgesehen ist, würde
erheblich von den lokalen Bauformen abweichen und istAngesichts der städtebaulichen Bedeutung des Marcus-Hausesdeshalb zugunsten traditioneller Dachformen (etwa Walmdach)und des gesamten Stadtquartiers, das ein Teil des Stadtdenkmalsabzulehnen (siehe oben Punkt 2 der Einwände).ist und damit zur Pufferzone des Weltkulturerbes gehört, muss
bei einer weiteren Entwicklung des Areals, aus heimat- und
denkmalpflegerischer Perspektive, Rücksicht auf die vorgegebene
bauliche Struktur genommen werden, um einer Störung des
gesamten Ensembles entgegen zu wirken. Dies umso mehr, als
der gesamte Häuserblock einschließlich des Blockinneren aus
der Blickachse vom Michelsberg her deutlich wahrnehmbar ist.
Deshalb ist auch auf die Gestaltung des Blockinneren zu achten!vorliegendePlanung,dieausabzulehnen! Die Neuplanung sollte Rücksicht auf das historisch
gewachsene Ensemble und die vorhandenen Baudenkmäler
nehmen und in Kubatur und Formensprache den Baubestand
respektieren. Auch auf eine Hierarchie von Vorderhaus und
Rückgebäude ist zu achten. Die Zerstörung von historisch
gewachsenen Gewerbebauten, die für das Verständnis der
regionalen und überregionalen Wirtschaftsgeschichte wichtig
sind, ist nicht hinnehmbar. Eine modifizierte und gemäßigteEinwände gegen die vorliegende Planung:
DieAus der Sicht der Heimatpflege ist die bisher vorliegende PlanungeinemWettbewerbNeuplanung ist dringend geboten!hervorgegangen ist, leitet - aus heimatpflegerischer Sicht - nicht
hinnehmbare Fehlentwicklungen ein:
1. Die Kubatur des geplanten viergeschossigen Neubaus im
Blockinneren überschreitet die Maßstäbe der vorhandenenMit freundlichen Grüßen
Hanns Steinhorst, Akad. Dir. i.R.31StellungnahmenStellungnahme
Landesgartenschau Bamberg 2012/Nordpark
- Stadtplanungsamt Maxplatz 1
960479 Bamberg
Stellungnahme als Träger öffentlichererhalten. Einem AbrissBelangeeineszumBebauungsplanmitHausesoderGrünordnungsplan G 10 B für das Gebietbeider Häuser stimmtder Landesgartenschau Bamberg 2012/dieNordparkDementsprechend sindStellungnahme als Träger öffentlicher
BelangezumFlächennutzungsplan,Landschaftsplan für das Gebiet der
LandesgartenschauBamberg2012/NordparkSGABnichtauch beide Häuser im Plan
als Bestand auszuweisen.
Bei den beiden Anwesen
handeltessichdieDenkmallisteeingetragendie Schutzgemeinschaft Alt Bamberg
e.V. (SGAB) nimmt zu den vorstehenden
Plänen als Träger öffentlicher Belange wie
folgt Stellung:umEinzeldenkmäler, welche
inSehr geehrte Damen und Herren,zu.sind.Sie sind daher nicht
nur aus Gründen des
Denkmalschutzes,son-dern auch für die Bevölkerung zu erhalten.daher die Wegeführung am bzw. um dieDie beiden Anwesen können und müssenHäuser anzupassen.1. Von Seiten des Vereins bestehen keinein die Planungen der LandesgartenschauEinwände hinsichtlich der Umwidmung2012 integriert werden. Es ist möglich,von Gewerbe- und Industrieflächen infürGrünflächen mit Darstellung des künftigenNutzungsmöglichkeit zu finden.FischpassessowiedieAufgabederGemeinbedarfsfläche an der nördlichen
Inselspitze des ERBA-Geländes. Vor allem
die Festschreibung der Gartenflächen an
der Nordspitze als Dauerkleingartenflächen
Allerdingslehntdie
desSGABdenAbbruchzumSchleusenwärterhausweiterNebengebäudes
ab.BeideSchleusenwärterhäuser sind zu erhalten
und in dem Plan als Bestand auszuweisen.
Diesbezüglich verweisen wir auf die
nachfolgendeStellungnahmezumBebauungsplan.EinebeideAnwesenFestlegungführungenineineadäquatebestimmter
nichtWege-Bebauungsplan
erfolgen.Wirgehen entsprechend der Legende zum
Bebauungsplan davon aus, dass die im
Plan eingezeichneten Wegeflächen nur
„Vorschläge“ sind. Die Wegeführung im
BereichderSchleusenwärterhäuschenmuss flexibel gestaltet werden, um diese
der künftigen, noch offenen Nutzung eines
Hauses bzw. beider Häuser anfassen zu
können. Insoweit steht zumindest für das
Haus des Schleusenwärters nicht nur eine2. Die beiden SchleusenwärterhäuschenWohnnutzung, sondern gegebenenfalls(Haus des Schleusenwärters und Hausauch eine gewerbliche Nutzung im Raum.des Schleusenwärtergehilfen) sind zuJe nach Art der künftigen Nutzung hat sich32flexibleGestaltungdesWegenetzesmöglich ist, nachdem der planende
Landschaftsarchitekt bei Vorstellung seinerdarf gerade im Bereich der SchleusenwärterhäuschenDie SGAB geht davon aus, dass einePläne geäußert hatte, sein Plan sei nicht
statisch, sondern jederzeit veränderbar.
Falls der Erhalt der Schleusenwärterhäuser
nurgeringfügigeÄnderungendesWegenetzes zulassen sollte, schlägt die
SGAB vor, in diesem Bereich ein flexibles
Wegenetz einzutragen, das veränderbar
bleibt, so dass die Wegeführung in der
Planung nicht als Argument für den
Abbruch eines Gebäudes oder beider
Gebäude herangezogen werden kann.
1. VorsitzenderTitelgeschichte
Der Kampf um das Schleusenwärterhäuschen
auf der Erba-InselwieFür Vorstand und Beirat war klar, dassder Finanzsenat der Stadtsein Nachbargebäude, das Haus deszeitnah gehandelt werden muss, um denBamberg,Schleusenwärtergehilfen (Fabrikbau 27 c)schon beschlossenen Abriss der beiden- es wäre einfach abgerissen worden.Gebäude zu verhindern und die beidenm29.09.2010
dasbeschloss
Anwesen„Am Fabrikbau 27 b“ zu
verkaufen. Den Zuschlag bekam das
BambergerImmobilienunternehmenIFG GmbH, in dessen Händen nun das
künftigeSchicksaldesSchleusenwärterhäuschensehemaligen
liegt.Dasses überhaupt zu einer Veräußerung und
Sanierung bzw. dem Erhalt des Gebäudes
gekommen ist, ist vor allem auch ein
Verdienst unseres Vereins. Denn ohne
denEinsatzderSchutzgemeinschaftfür den Erhalt, die Sanierung und die
künftige Nutzung des Gebäudes hätte
wohldasSchleusenwärterhäuschendasgleicheSchicksalerfahrenNachdem die Pläne für die Landesgartenschau 2012 auf der Erba-Insel
bekannt geworden waren, wurde
erkennbar, dass die auf dem Gelände
(Fabrikbau 27 b und 27 c) in den
Gedanken der Planer keine Rolle spielen.
Auf den Plänen tauchten diese Gebäude
überhaupt nicht auf; ihre Standorte waren
anderweitig überplant. Offensichtlich
sollten beide Gebäude abgerissen werden,
obwohl es sich zumindest bei dem einen
um ein Einzeldenkmal handelt.Kleinode auf der Erba-Insel zu erhalten.
Wir suchten nach „Verbündeten“ bei
anderenBürgervereinen,Institutionenund Vertretern im Bamberger Stadtrat.
Wir machten die Bevölkerung durch
Presseartikel auf die Situation aufmerksam
und schrieben den Oberbürgermeister,
die Fraktionen des Bamberger Stadtrates
sowie die einzelnen Stadträtinnen und
Stadträte an, um für den Erhalt der
beiden Häuser zu werben und um deren
Mithilfe zu bitten. Schnell zeigte sich,
dass die beiden Häuser in der Bamberger33StellungnahmenBevölkerunggroßeWertschätzungDenkmalschutz stehende WohngebäudeErläuterung der nicht nachvollziehbaren,genießen und dass einer Vielzahl vonmit Erker solle aufgrund seines historischenaberBürgern an dem Erhalt der Häuser liegt.Wertes und seiner Lage in den künftigenvierungskostenWirdeshalbauchanfallenden
voninsgesamtRenogutdasNordpark auf der Erba-Insel integriert750.000,00 € für die Gebäude. Wir wiesenBayerische Landesamt für Denkmalpflegewerden. Das andere Haus solle abgerissendarauf hin, dass aus unserer Sicht beideund den Landesdenkmalrat und batenwerden. In der Stadtverwaltung wurdeAnwesen zusammen gehören und geradebeide Institutionen um ein Einschreiten;diese Lösung als guter Kompromissim Ensemble besser genutzt und an privateschließlich gehe es vorliegend um denzwischenundInteressenten zu besseren KonditionenAbriss eines Einzeldenkmals bzw. denwirtschaftlichensowieveräußert werden könnten. Durch dieseErhalt eines bedeutenden ZeugnissesBelangen der Landesgartenschau ange-weitere Initiative gelang es zumindest,industrieller Zeitgeschichte.sehen.einen bereits feststehenden AbrissterminAll dies führte dazu, dass der BambergerFür uns war dies nicht genug: WirStadtrat am 30.07.2008 sich zu einersetzten uns auch für den Erhalt des„Kompromisslösung“ durchringen konntezumund mehrheitlich dafür stimmte, einesHauses ein. Wir schrieben die Stadträteder beiden Schleusenwärterhäuser auferneut an und führten Gespräche mitdem Erba-Gelände zu erhalten. Das unterder Stadtverwaltung. Wir baten um34informiertenangeblichdenkmalschützerischenAbrissAnforderungenfreigegebenenzweitenhinauszuschieben. Geholfen hat dies alles
nichts: In einer Nacht – und Nebel-Aktion
wurde das eine Schleusenwärterhäuschen
abgerissenunddemErdbodengleichgemacht.
>>Zumindest blieb aber das andere, eigentlichdarauf hin, dass wir bereit wären, dasschönere Haus stehen. Allerdings war auchAnwesen zu kaufen, zu sanieren und späterinsoweit lange Zeit unklar, was mit diesemals Gaststätte oder öffentlicher KulturraumHaus eigentlich passiert. Der Stadtratzu nutzen und zur Verfügung zu stellen;hatte zwar diesbezüglich beschlossen,das Gebäude könnte anderen Vereinen fürdas Anwesen zum Verkauf anzubietenVeranstaltungen zur Verfügung gestelltund durch einen privaten Interessentenwerden, aber auch als Ausstellungsraumsanieren zu lassen. Angeblich betriebwährendundnachderZeitderLandesgartenschau oder
als Galerie dienen. Wir
erklärten, dass ein Kauf
für den Verein eigentlich
nicht finanzierbar sei, dass
man sich aber eine Lösung
im Wege der Erbpacht
vorstellenkönnte.Biszuletzt blieben wir im
Rennen der Kandidaten.
Die Mehrheit im Stadtentwicklungssenatent-schied sich dann aber doch
gegen uns und beschloss
denVerkaufaneineBamberger Immobilien-,Finanzdienstleistungs- und
DemzukünftigenBe-sitzerwurdenaberdie Stadt Bamberg mit dem Beginn deskonkrete Vorgaben gemacht, so eineJahres 2010 ein Verkaufsverfahren. AuchSanierungsverpflichtungunser Verein bewarb sich um den Kauf des31.12.2011Hauses und legte ein Nutzungskonzept vor.Gastronomie mit Freischankfläche zurNachdem jedoch bis Mitte Juni 2010 keinöffentlichen Nutzung.Fortgang in der Sache zu erkennen war undSollte der Sanierungsverpflichtung nichtdie Verkaufsbedingungen nach unserernach-gekommen werden, so sieht sich derMeinung Investoren und InteressentenBesitzer einer möglichen Ersatzvornahmeeher abschreckten als anlockten, fordertendurch die Stadt Bamberg ausgesetzt.wir die Stadt Bamberg erneut zumAußerdem steht der Stadt Bamberg einzeitnahen Handeln auf; schließlich sollteWiederkaufsrecht zu, wenn das Anwesendas Anwesen bis Anfang 2012 zumindestanderweitig genutzt werden sollte.undderbiszumBetriebeineräußerlich saniert sein. Wir befürchteten –
trotz des Stadtratbeschlusses – den AbrissInsgesamtauch des stehengebliebenen Häuschens.sich unser Einsatz gelohnt hat undbleibtfestzuhalten,dassnicht vergebens war. Ein bedeutendes
Schließlich tat sich aber doch etwas.Einzeldenkmal bleibt der Stadt und derWirBie-Bevölkerung erhalten und auch – nach derdergeplanten Nutzung – der ÖffentlichkeitStadt Bamberg eingeladen, um unserzugänglich. Wir gehen davon aus, dass derKaufangebotneue Besitzer das Objekt denkmalgerechtwurdentergesprächenzu
undverschiedenen
dasRathausunsereNutzungs-vorschläge zu konkretisieren. Wir wiesensaniert und mit diesem pfleglich umgeht.35MichaelsbergErfolgreich - die Bürgerinitiative
„Rettet den Michaelsberg“
mJahre2007diedes Klosters sowie die Pläne für dieund Forderungen beachtet und erfülltdenzukünftige Nutzung der Klostergebäudewerden. Die Bürgerspitalstiftung bleibtMichaelsberg“ ins Leben gerufen.vor. Danach wird noch im Jahre 2010bestehen; auf dem Michaelsberg wirdGrund hierfür waren öffentlichmit der kompletten und hochwertigenweiter (im Prälatenbau) ein AltenheimderSanierung des Galeriebaus, der OrangerieundStadtverwaltung, das Klostergebäude anund der Außenanlage begonnen. DieVeräußerung bzw. Nutzung durch einenInvestoren zu veräußern oder zu verpachten.Sanierung wird denkmalgerecht undlediglich auf Gewinn zielenden InvestorGetragen wird die Bürgerinitiative von demdenkmalverträglich durchgeführt werden.wird nicht realisiert. Die KlosteranlagePläne für die zukünftige Nutzung derInsbesondere werden in der VergangenheitKlosterräumlichkeitenbegangeneEin Licht im Dunkeln durch die Bürgerinitiative
„Rettet den Michaelsberg“Bürgerinitiativebekanntgewordenewurde
„RettetVersucheAltenpflegebetrieben.EineHistorischen Verein, dem Verein „Bewahrt
die Bergstadt“, dem Verein „Freunde des
Weltkulturerbes“, dem Bürgerverein IV.
Distrikt, unserem Verein sowie namhaften
Experten und Persönlichkeiten wie Prof.
Dr. Achim Hubel, Dr. Karin DenglerSchreiber und Dompfarrer Gerhard Förch.
Ein Thesenpapier mit neun Forderungen
zur Zukunft des Michaelsbergs wurde
formuliert und der Stadtverwaltung sowie
der Öffentlichkeit bekannt gemacht.
Zwischenzeitlich wurden immer wieder
GesprächemitderStadtverwaltungund der Sozialstiftung Bamberg als
Betreiberin des Altenheimes auf dem
Michaelsberg geführt. Immer wieder
stelltedieSozialstiftung
vor.Bamberg
Immer„Bausünden“rückgängigwieder führte dies zu Diskussionengemacht und zum Beispiel Nasszellenüber die Verträglichkeit dieser Plänezurückgebaut. Anschließend werden Teilemit dem Denkmalcharakter des Klostersder Stadtverwaltung die RäumlichkeitenMichaelsberg. Seit einiger Zeit wurde esbeziehen, wobei darauf geachtet wird,bleibt der Öffentlichkeit auch in Zukunftstill um das Kloster und die zukünftigedass es sich um Behörden handelt,frei zugänglich. Die Klosteranlage wirdNutzung. Seit etwa zwei Jahren steht derdie„Galeriebau“ leer, nachdem die ehemalsPublikumsverkehrdort untergebrachten Bewohner von derwird sichergestellt, dass es zu keinerinsoweitSozialstiftung Bamberg auf andere HeimeVerdichtung des Verkehrs im BerggebietRückbauten. Eine Nutzungsverdichtungverteilt wurden.kommt.undkeinenDiebzw.allenfallsgeringendenkmalgerecht saniert und bleibt vorhaben.Dadurchweiteren Schäden bewahrt; es erfolgenSanierungsmaßnahmeneinesogardenkmalgerechtedarausfolgendeweiterewerden voraussichtlich im Jahre 2013Verkehrsbelastung im Berggebiet werdenJetzt zeichnet sich Licht am Ende desabgeschlossen sein. Die Sanierung dervermieden.Tunnels ab: Oberbürgermeister AndreasGebäude wird dann im Bereich desalsStarke und Finanzreferent Bertram FelixPrälatenbaus weitergehen.undstellten den Vertretern der BürgerinitiativeDamit ist zu konstatieren, dass die vonDie Initiative hat sich also gelohnt – einjetzt den Zeitplan für die Sanierungder Bürgerinitiative aufgestellten Thesenvoller Erfolg.36MitPächterin
schonendeder
istStadt
eineNutzungBamberg
garantiert.GründungsjubiläumDie Feier
unseres 40. Gründungsjubiläums
enau am 40. Jahrestag feierteNach einem Rückblick auf 40 VereinsjahreDr. Christine Freise-Wonka an. Nachdemdie Schutzgemeinschaft ihr 40.überbrachteOberbürgermeister1. Vorsitzender Dr. Jörg Händler dasGründungsjubiläum im festlichAndreas Starke Glückwünsche und eineneue Logo und die Festschrift vorgestelltgeschmückten Spiegelsaal ingravierte Glasplastik. Historischer Verein,hatte, unterhielten sich Gastgeber undder Harmonie. Um 17 Uhr warder Verein Bewahrt die Bergstadt, dieGäste angeregt bei einem kleinen Imbiss.zumgeladen,Freunde des Weltkulturerbes und derEin gelungener Abend in angenehmerbereits musikalisch untermalt von TexBund Naturschutz schlossen sich mit ihrenAtmosphäre,Döring. Eine halbe Stunde später begrüßteGlückwünschen an. Zum SchmunzelnBuckel zu verdanken war, die den RaumIngo Schmitt, der in Vertretung von Frauund zum Nachdenken regten sowohlzurückhaltend und elegant dekoriertGabriele Pfeff-Schmidt durch den AbendMundartdichter Dr. Gerhard C. Krischkerhatte.führte, die zahlreich erschienenen Gäste.als auch die Festrednerin des Abends, FrauSektempfangderdievorallemSylviaDie Festschrift ist über unseren Verein und bei
Buch-Hübscher für 5,00 € zu erwerben.37Gr체ndungsjubil채um38Auszug aus der Rede
von Dr. Jörg Händler
erehrte Gäste,Etwa 10 Jahre nach diesen Überlegungen,wir kommen zum Abschluss
desformellenTeilsunsererVeranstaltung. Ich möchte Sie hier nicht
noch länger vertrösten, bis Sie das Buffet
bzw. den Imbiss in Angriff nehmen
können.d.h. zu Beginn des neuen Jahrtausend
entwickelten sich gegenläufige Meinungen; in dieser Zeit wurde statt einer
vielmehrdesdarüberDenkmalschutzes
nachgedacht,dieDenkmalpflege zu entstaatlichen, den
Bürgern mehr Verantwortung zu geben,Im ersten Teil meiner AusführungenDenkmalpflege und Denkmalschutz inhabe ich über die Vergangenheit derprivate Hände zu legen.Schutzgemeinschaft und ihre Tätigkeit bisAuf die Frage „Kann Denkmalschutzheute referiert. Ich möchte jetzt auf dieentstaatlicht werden, ohne dass dabei dieZukunft unseres Vereins eingehen und mitDenkmäler zugrunde gehen?“ könnte maneinem Zitat beginnen:provokativ antworten: „ Sie gehen auch mit„Die Denkmäler der Kunst, der Geschichte
und der Natur sowie der Landschaft
genießen den Schutz und die Pflege desDenkmalpflege zugrunde und gerade mit
ihr. Vielleicht ist die Denkmalpflege geradeObjekt, desto größer der historischeder Denkmäler ärgster Feind?“Spurenreichtum. Je älter Denkmäler sind,Warum kann man zu solch einer AntwortStaates.“
Diese Formulierung fand sich in Art.
150 der Weimarer Reichsverfassung –
Denkmalschutz genoss im Bundesgebietkommen? Liegt es daran, dass zentrale
Fragen der Denkmalpflege diskutiert
werden müssen?desto größer ist das allgemeine Interesse.
Je neuer ein Denkmal ist, desto mehr
interessieren sich nur Spezialisten dafür.
Was will ich mit all dieser Theorie über-	Was ist ein Denkmal und wodurch wirddie Zukunft der Schutzgemeinschaft Altetwas ein Denkmal?Bamberg sagen? Ganz einfach: so lange-	Wie eng oder weit soll der Kreis derüberschützenswerten Gegenstände gezogenundwerden? Was will man sich Denkmälerdamit diskutiert wird, hat unser VereinHessen und (natürlich) Bayern haben inkosten lassen?seineIhre Landesverfassungen einen ähnlichKonfliktfelder bei der Beurteilung vonformulierten Artikel aufgenommen.Denkmälern finden sich in mehrerenehemals Verfassungsrang. Was aus dieser
Weimarer Reichsverfassung geworden ist,
ist allgemein bekannt – sie ist Geschichte.
Denkmalschutz im Verfassungsrang aber
nicht: Länder wie Baden-Württemberg,Im Zuge der Wiedervereinigung, alsoBereichen:Denkmalpflege,
DenkmälerundDenkmalschutz
denDaseinsberechtigung,gebraucht.SolangeUmgang
wirderunterschiedlicheInteressen aufeinanderprallen – Staat
und Bürger, fiskalisch/wirtschaftliche und
uneigennützige – braucht es Institutionen,Anfang der 90er Jahre, wurde im Vorfeld-	Erlebnisqualität/Schönheit:der Errichtung einer gesamtdeutschendesto unmittelbarer – weniger intellektuellVerfassung immer wieder gefordert, denvermittelt – die Wirkung. Je jünger, destoDenkmalschutz in der (neuen) Verfassungweniger nachhaltig die Wirkung.des Bundes zu verankern und neben Bund-	Nutzungsart/Gesellschaftlichkeit:und Bundesländern auch die Gemeindender Nutzungsart hängt das mitgeführtezumverpflichten.Ausmaß an Gesellschaftlichkeit. Eine KircheAuch hinsichtlich einer gesamtdeutschensteht uns alleine deshalb näher, weil es derVerfassungdiesfür uns kollektivste Raum ist, den es gibt.ausgegangen ist: es gibt sie nicht; dasEine Fabrik steht uns am fernsten, weil dasergänzte Grundgesetz der Bundesrepublikdamit verbundene Kapitalinteresse unsWeiter ist vieles im Fluss: die Debatte umDeutschlandrelativ gleichgültig ist.Energieeinsparungen und um die NutzungDenkmalschutz
wissengiltzu
wir,weiter,wieohnedassJeälter,Andie ausgleichen und vermitteln. Es braucht
aber auch Institutionen, die auf bestimmte,
vielleichtnichtvonallenbedachteUmstände, Vorstellungen und Wirkungen
hinweisen und die – wenn es nötig ist
– auch den Finger in die Wunde legen und
aufrütteln. Das hat die Schutzgemeinschaft
in der Vergangenheit getan, das wird und
muss sie auch in Zukunft tun.Denkmalschutz Verfassungsrang im Bund-	SchließlichAnmu-erneuerbarer Energien nimmt zu. Mitbekommen hat.tung: Alter wird prämiert. Je älter dasdieser Debatte und dem Konflikt zwischenAlter/historische39Gründungsjubiläum
EnergiesparenundDenkmalschutzAber: die Schutzgemeinschaft hat Zukunftkommen. Unsere Festschrift gibt einenkommen neue Herausforderungen aufund ist zukunftsfähig. Um dies zu zeigen,Abriss über die bisherige GeschichteEigentümer denkmalgeschützter Anwesen,haben wir unser Gründungsjubiläumunseres Vereins. Frau Dr. Sandra Schlichtdie Behörden und uns zu. Hier wird eszum Anlass genommen, einen Slogan zuhat diese Festschrift erstellt und dafürwieder darum gehen, auf bestimmteentwickeln, der in Zukunft untrennbarzahlreichePunkte hinzuweisen, zu vermitteln undmit unserem Verein verbunden seinArchiv durchforstet, Unmengen von Papierzu überzeugen. Wir werden uns diesersoll, zeigen soll, dass es uns nicht umgewälzt und Informationen eingeholt. FürHerausforderung stellen.kurzfristigenAber wir müssen gar nicht so weit oderIhre Arbeit und Mühe möchte ich mich im
Namen des Vorstandes, des Beirates undfür was die Schutzgemeinschaft steht:aller Vereinsmitglieder herzlich bedankenderallgemein in die Zukunft sehen. Um aufund Ihnen ein kleines Präsent überreichen.Bamberg zu kommen: die Umnutzung
des Klosters Michelsberg und die Um-Bitte kommen Sie vor.
„Denkmal, denk mal weiter!“oder Neugestaltung des Berggebietes
in diesem Bereich sind weiter aktuell;Sie haben diesen Slogan bereits gesehen,Herr Zistl-Schlingmann als Baureferentwenn Sie unsere Einladungen genauerder Stadt Bamberg hat neue Pläne fürangesehen haben. Sie sehen ihn heute indie Umgestaltung des Maxplatzes; diediesem Raum und Sie werden ihn zukünftigSparkassesehen, wenn sich die SchutzgemeinschaftBambergundInvestorenplanen eine neue „Citypassage“ zwischen
Langer Straße und Franz-Ludwig-Straße
bzw. Promenade. Hier kommt einiges auf
uns zu.unserumgeht,sonderngeführt,beinhaltet,NachhaltigkeitProtest,Gesprächezu Wort meldet oder etwas veröffentlicht.
Sie finden ihn auch auf unserer FestschriftDie Festschrift erhalten Sie nun am Ausgang.
Außerdem kann sie bei der Buchhandlung
Hübscher käuflich erworben werden.
Bitte nehmen Sie sich ein Exemplar bzw.
lassen sich ein solches aushändigen.
Übrigens: den Titel ziert eine Zeichnung
von Nina Gräfin von Stauffenberg der
Fassade des Böttingerhauses, der ersten
Versammlungsstätte des Vereins.– und damit möchte ich zum Abschluss
Abschließend – und damit
komme ich endgültig zum
Schluss – danke ich Sylvia
Buckel für die Planung
undKoordinationdesheutigen Abends sowie die
Dekoration des Saales und
die Auswahl der Speisen.
Auch insoweit darf ich
Sie bitten, nach vorne zu
kommen und ein kleines
Dankeschön in Empfang
Und jetzt lassen Sie es sich
schmecken. Ich wünsche
Ihnen und uns guten
Appetit, einen schönen
Abend, gute Gespräche
und viel Vergnügen.
Herzlichen Dank.40SpaziergängeSpaziergänge
Spaziergang am KlosterweiherIm Juli 2007inehem.Grundstück 2006 kauften und gemeinsamdem ein Bassin eingebaut ist. DiesesBenediktinerabtei St. MichaelWeihermit ihrem Sohn Jonas, einem gelerntendiente als Fischwinterung. Nach derstand im Mittelpunkt desSteinmetz, den Weiher mit großem EinsatzSäkularisation nutzten Häcker mit kleinenSpaziergangsSchutz-restaurierten. Zum Zeitpunkt der FührungLandwirtschaften das Gelände. Um 1850gemeinschaft am 28. Juli 2007. Unterhatten die Arbeiten gerade begonnen. 500mussten die Häckerhäuser dem Bau einersachkundiger Führung von Dr. HorstKubikmeter Schlamm mussten entferntKuranstalt weichen, die ein BambergerMiekisch begaben sich die Teilnehmerwerden. Inzwischen (2010) ist der WeiherKaufmannauffrüherenvorbildlich wiederhergestellt und auchAus jener Zeit gibt es noch eine starkKlosterlandschaft. Der Weiher liegt im Taldas vermutlich aus dem 18. Jahrhundertsanierungsbedürftige Tuffstein-Grotte undzwischen Michaelsberg und Abtsberg.stammende Wehr aufwändig restauriert.Treppen, denn der Garten sollte nach demDort soll es einmal eine ganze Weiher-Familie Rieger sei an dieser Stelle besondersVorbild des heutigen Schlosses SeehofKette gegeben haben, in denen diegedankt für ihr vorbildliches Engagementgestaltet werden. Doch das Kur-ProjektKarpfen für die Benediktiner auf demzur Erhaltung dieses bemerkenswertenscheiterte nach einigen Jahren. Im 20.Michaelsberg gehalten wurden, bis manEinzeldenkmals!Jahrhundert wurde das Gelände zuletzt
von der oberhalb liegenden Gärtnerei
genutzt.Spurensucheinderderdersie in der Klosterküche verarbeitet hat.
Die meisten Teiche wurden nach der
Auflösung des Klosters zugeschüttet
und sind aus dem Landschaftsbild
verschwunden. Der einzig verbliebene
befindet sich zwischen der Ezzo-Straße
und dem Maienbrunnen. Dieser drohte
jedoch in den letzten Jahren zu verlanden
und somit ebenfalls zu verschwinden.
Vor diesem Schicksal bewahrten ihn aber
Cornelia und Michael Rieger, die dasHorst Miekisch gab bei der Führung
interessante Einblicke in die Geschichte
des Weihers und seiner Umgebung. Die
derzeit älteste bekannte Erwähnung
des Fischteiches stammt aus dem Jahr
1739 und nennt ihn in Verbindung mit
einem Weinberg und einem Garten.
Aus der Klosterzeit gibt es neben dem
Weiher auf dem Gelände noch einen
in den Fels getriebenen Stollen, indortbetreibenwollte.Im Anschluss an die Erkundung des
ehemaligen Fischweihers führte der
Spaziergang noch zu den Stationen zwei
und drei des neuen Schöpfungswegs
am Kloster St. Michael, sowie zum
Labyrinthgarten und dem Ottobrunnen
unterhalb von St. Getreu.41SpaziergängeSpaziergänge
Spaziergang ZinkenwörthSamstag, der 14. März 2009er Zinkenwörth war früherDurch den Theaterbau von Graf- wie Geyerswörth und Abts-Soden zu Beginn des 19. Jd.wörth - eine Insel und einewurde der Stadtteil aufgewertetSondergemeindederund der Platz 1859, zu SchillersStadt mit eigenem Gericht, die erst in der100. Geburtstag, in SchillerplatzSäkularisation eingemeindet wurde.umbenannt.Hier wohnten hauptsächlich HandwerkerEin Rundgang mit Einblicken in diewie Tuchmacher und Gerber, die oft alsbewegte Geschichte des Platzes undUnruhestifter galten, z. B. während desder einzelnen Häuser.vorBauernkriegs.
Auszug aus der Hausgeschichte Schiller-Saales im ersten Dachboden, in denplatz 9, Schutzgemeinschaft Alt Bambergfolgenden Jahren bis etwa 1984(Quelle: Kunstdenkmäler von Bayern, StadtUmbau des gesamten Hauses […]Bamberg, Innere Inselstadt):
Das Haus steht hinter der heutigen Baulinie
in der mittelalterlichen Platzflucht. […] Der
bestehende Bau dürfte im Kern noch in
die zweite Hälfte des 16. Jd. zurückgehen.
[…] 1868 Erneuerung der südöstlichen
Giebelwand,1978EinrichtungSeit 1977 ist das Haus im Besitz der
Schutzgemeinschaft und wird heute
als Zentrum für Denkmalschutz
undDenkmalpflegesowiezuWohnzwecken genutzt.einesAusschnitt aus dem Plan
von Petrus Zweidler, 1602,
Staatsbibliothek BambergEine Augenweide:
Unser Garten an dieser Stelle ergeht herzlicher Dank an Rosi Egger, die sich
auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Beirat noch kompetent
und unermüdlich um unseren Vorgarten kümmert!42Spaziergänge
Samstag, der 11. Juli 2009Spaziergang Abtswörth, Fischerei
und Klein Venedigieses im Mittelalter insula
abbatis genannte Gebiet
war ursprünglich durch
einenNebenarmderRegnitz vom Kranen bis zur Weide
von der übrigen Inselstadt abgetrennt
und hat eine Sonderentwicklung
genommen.Hierwohntenundarbeiteten Handwerker wie etwa die
Gerber, aber vor allem die Fischer
und Schiffer, deren Zunft sich bis
1409 zurückverfolgen lässt. Berühmte
Rangschifferfamilien wie Kropf, Messerschmitt und Weyermann haben
hier ihren Ursprung.
Klein Venedig, 1962,
Bundesarchiv (Wikipedia)Ausschnitt aus dem Plan
Staatsbibliothek Bamberg43SpaziergängeSpaziergänge
Einen ungewöhnlichen „Spaziergang“ bot die Schutzgemeinschaft in Gaustadt
am 15. Oktober 2009: Einen Ausflug durch die Bamberger Kinogeschichte.erritZachrichundDiana Linz (von den
Odeon bzw. LichtspielProgrammkinos)
umrahmten den bildreichen
Vortrag von Martin Lorber mit
stimmungsvollen Kurzfilmen.
Der Vortrag selbst führte die
zahlreichenZuhörerdurchmehr als 100 Jahre bewegte
Historie – von den fahrenden
Kinematographen am Plärrerplatz, durch die Zeit der
Stummfilm-Pioniere,derPropaganda der Nazis (eine Zeit, in der
das Capitol mit „Führerbalkon“ entstand),
der großen Blütezeit in den 50er Jahren
(mit zeitweilig 14 Spielstätten), dem
Niedergang durch Fernsehen und Video,
bis zu den heutigen Tagen der Multiplexund Programmkinos. Ereignisse, wie ein
Spiegel des 20. Jahrhunderts.
Viele ehemalige Kinos sind heute vergessen,
ihre Gebäude verloren, wie der Hainpalast
anstelle des Ärztehauses; umgebaut,
wie das Luitpold-Kinocenter oder dem
schleichenden Verfall preisgegeben, wie
die ehemaligen Eden-Lichtspiele in der
Gartenstadt und die Berglichtspiele am
Kaulberg. Auch die letzten Zeugnisse dieser
spannenden, aber bisher kaum beachteten
Facette Bamberger Populärkultur drohen
für immer verloren zu gehen.
BemerkenswertwarindiesemNotausgängen. Wir schenkten dem BauZusammenhang der Veranstaltungsort:ein würdiges Jubiläum mit voll besetztenDas Sängerheim des Liederhortes Gau-Rängen und einem Publikum das sich,stadt, welches fast auf den Tag genauwie einst das Premierenpublikum im Jahr60 Jahre zuvor als kommunales Kino1949, von der Faszination der bewegten„Bavaria“ errichtet wurde. Heute der amBilder gefangen nehmen ließ.originalgetreusten erhaltene alte Kinosaal
Bambergs – von der Stoffbespannung
an den Wänden bis zu den Türen an den44Annonce aus dem Jahr 1907Kino Salon, Aufnahme von 1933Eine Liste der Bamberger Kinos:
1.	Kinematograph Bamberg
(1907)5.	Astoria (1919-1922),11.	Rex, Rex-Erotica (1954-1992),Regina (I) (1922-1924),Residenz (1993-1995),Wilhelmsplatz 1Alhambra (1924-1958),Lichtspiel (1995-heute)Heutiger Zustand: zuletztAtrium (1958-1971)Untere Königstraße 34Gastwirtschaft „Kaiserdomstuben“Obere Sandstraße 7Heutiger Zustand: ProgrammkinoHeutiger Zustand:Lichtspiel2.	Kino-Salon (1907-1919),
Lichtschau(spielhaus) (1919-1960),
Studio (1960-1961)
Heutiger Zustand: u.a. Supermarkt
„Norma“3.	Tonbildtheater (1908-ca.1914),
Luitpold-Lichtspiele (1920-1922),
Kammer-Lichtspiele (1922-1924),Diskothek „Live-Club“6.	Odeon (I) (1919-ca.1923)12.	Hain-Palast (1954-1976)
Cinema-Lichtspiele (1955-1976)Obere Königstraße 31Hainstraße 3Heutiger Zustand: KleinlädenHeutiger Zustand: Ärztehaus7.	Apollo-Theater (1929-1976)13.	Camera (1955-1981)Peuntstraße 9Lange Straße 18Heutiger Zustand: ZahntechniklaborHeutiger Zustand: Spielsalon8.	Capitol (1938-ca. 1978)14.	Central-Palast (1956-1959),Luitpold-Lichtspiele, Kino-CenterHeinrich-Weber-Platz 10City-Palast, City-Kinozentrum (1959-(1951-91), UfA-Center (1991-2000)Heutiger Zustand: Geburts- und2001), Odeon (II) (2002-heute)Luitpoldstraße 17ÄrztehausLuitpoldstraße 25Heutiger Zustand: Teppichhandel
„Ariana“9.	Bavaria (1949-ca.1963)
Aufbaustraße 164.	Universum (ca. 1912-1927),
Film-Palast (1927-1945),
Roxy (1945-1953),
Film-Palast (1953-1985)
Heutiger Zustand: Schnellimbiss
„Kochlöffel“ und Café im 1. StockHeutiger Zustand: Saal des
Gesangsvereins Liederhort Gaustadt10.	Berglichtspiele (1950-1957),
Regina (II) (1957-1958),Heutiger Zustand: Programmkino
Odeon15.	Eden-Lichtspiele (1956-1961)
Zollnerstraße 197a
Heutiger Zustand: Büros, Lagerraum16.	Cinestar (2001-heute)Casino (1958-1961)Ludwigstraße 2Oberer Kaulberg 37Heutiger Zustand:Heutiger Zustand: WeinlagerMultiplex-Kinocenter45VeranstaltungenVeranstaltung
City-Passage auf dem Prüfstand
Gemeinsame Informationsveranstaltung der Schutzgemeinschaft mit den Vereinen „Bewahrt die Bergstadt“
und „Freunde des Weltkulturerbes“ - die City-Passage, nun in „Quartier an der Stadtmauer“ umbenannt. Eine gut
besuchte Veranstaltung, die sicher eine Fortsetzung finden wird, sobald die neuesten Pläne bekannt werden.
Die Einladung im Fränkischen Tag Bamberg vom 30.01.2009:
City-Passage auf Prüfstand
Bei einer Informationsveranstaltung sollen Bedenken gegen die aktuellen Planungen
n den Jahren 2002 bis 2005„Von der City-Passage zum Quartier anschließt sich an. Die Veranstaltung findet imsorgtenderder Stadtmauer – ein Einkaufszentrum inHörsaal 218 der Universität, HochzeitshausSparkasse Bamberg wegen derder Bamberger Altstadt: Planungen und(Am Kranen 12), statt. Alle InteressiertenErrichtung einer „City-Passage“Probleme“. Eine allgemeine Diskussionsind eingeladen.diePlanungenzwischen Lange Straße und Promenade/
Franz-Ludwig-Straße für ein kleines Erdbeben mit heftigen Diskussionen. Auf
mehrfache Einsprüche der internationalen
Denkmalpflegeorganisation Icomos hin
wurde das Konzept 2005 aufgegeben.
SparkassezursichdieWiederaufnahmeentschlossdesProjekts. Im September 2008 beschloss der
Stadtrat, dass das Quartier grundsätzlich
als Einzelhandelsstandort in Kooperation
mit dem Investor entwickelt werden soll.
DieBambergermeinschaftVereineAlt„Schutzge-Bamberg“,„Bewahrtdie Bergstadt“ und „Freunde des WeltkulturerbesBamberg“sehendaringravierende Veränderungen des Stadtgebietes.
PlanungUmaufdurchdie
diehinzuweisen,erheblichen
findetamDonnerstag, 5. Februar, um 20 Uhr eine
Informationsveranstaltung unter dem Titel
„City-Passage – Kahlschlag im Jüdischen
Viertel?“ statt. Prof. Dr. Achim Hubel,
Mitglied der Icomos-Monitoring-Gruppe,
wird einen Vortrag halten mit dem Titel:
farb. Urkataster von 1822
(Vermessungsamt)46Kahlschlag im jüdischen Viertel
Artikel im Fränkischen Tag Bamberg vom 12.02.2009:
ahlschlag im jüdischen Viertel?dass die historischen Gebäude in dasist derzeitig zwar noch im Gespräch,Beineue Quartier miteinbezogen werden“,aber die Investorengruppe ist äußerstunterstrich Hubel.bemüht sich mit der Situation voreinerInformationsver-anstaltung zum „Quartier an
der Stadtmauer“ gab es vieleOrterregte Stimmen. Einige derBaureferent. Auch befinde man sich jetztauseinanderzusetzen“,sagtederzahlreich erschienenen Bürger sehen sichDenn laut der ihm vorliegenden Pläneerst in der Optimierungsphase und sovon der Stadtverwaltung verschaukelt.und mehrfachen Verhandlungen mit dersei noch nichts definitiv entschieden.InvestorengruppeNachGroßes Interesse erfuhr die Informationsveranstaltung
Einkaufszentrumzumgeplanten„QuartieranderStadtmauer“. Der Hörsaal im Hochzeitshaus,
wohindieSchutzgemeinschaftAltBamberg, die Freunde des Welt- und
Kulturerbes sowie die Initiative„Bewahrt die
Bergstadt“ eingeladen hatten, platzte aus
allen Nähten. Unter dem provokanten Titel
„Kahlschlag im jüdischen Viertel“ wollten
die drei Initiativen über den aktuellen
Stand der Planungen berichten und sich
vor allem für die unter Denkmalschutz
stehenden Gebäude einsetzen.Hellerstraße mit der Hausnummern 11,
13 und 15 sind von großer historischer
Bedeutung und dürfen auf keinen Fall
dem Erdboden gleichgemacht werden“,
forderte Prof. Dr. Achim Hubel in seinem
rund einstündigen Vortrag. Zwar seien
FassadendervorderenHäuserdurchaus bis zu den Kellern abtragbar, die
Rückgebäude, die unter anderem wertvolle
geschichtliche Hinweise auf jüdisches
Leben in Bamberg bieten, müssten auf
alle Fälle erhalten bleiben und in die
Planungen des neuen Einkaufszentrums
einbezogen werden. Und nicht, wie Hubel
betonte, nach derzeitigem Planungsstand
drittenwerden,Ankermieterum
dieDevelopmentmehrmaligenNachfragenvonGermany GmbH sei ein Abriss der HäuserSeiten der Anwesenden gab aber auchgeplant – lediglich die Mikwe soll inder Baureferent zu, dass es durchaus zueiner Kulturgrube sichtbar und zu einereiner Entscheidung kommen könnte, dieergänzenden Station
des kulturhistorischen
Weges zur jüdischen
Geschichtegemachtwerden.„Esreichtnichtaus,diealten
ausStuckdecken
denHäusernherauszunehmen und
sie neben der Mikwe
in einer Kulturgrube„Besonders die drei Gebäude in derdieMultieinemnotwendigeVerkaufsfläche zu bieten. „Ich will an dieser
Stelle klar stellen, dass ich mich nicht
gegen das geplante Einkaufszentrum
ausspreche. Vielmehr fordere ich nur,aufzuhängen“ fordert
Prof.AchimUndüberhauptHubel.
seies sehr bedauerlich,
dassbeieinemgeplantenjüdischenKulturwegvierderfünf Stationen bis auf
Erinnerungsdenkmäler und kleinste Reliktedann hieße: entweder Einkaufszentrumnicht mehr vorhanden seien. In Bambergoder Erhalt der Baudenkmäler. Vielesind nach Ansicht des Professors schonder Anwesenden im Saal ließen sichzu viele Baudenkmäler der Abrissbirnedamit nicht zufrieden stellen. So wurdezum Opfer gefallen – dies dürfe hier nichtgemurmelt, „die Stadt verschaukelt unswieder geschehen.wieder“ und andere forderten offen vonBaureferent
Zistl-Schlingmann
versuchte die Gemüter zu beruhigen
und rief zu mehr Objektivität auf. In
seinen Ausführungen betonte er, dass
sich der Stadtrat eindeutig für die
Schaffung von neuen Einkaufsflächen
in der Innenstadt bekannt habe. „Der
Abbruch der historischen Gebäudeder Stadtverwaltung, dass diese klare
Auflagen zum Erhalt der Baudenkmäler
MichaelGennigesvomBuch-undMedienhaus Hübscher forderte für den
Fall einer Zustimmung für das Projekt im
Gegenzug genügend Parkplätze.47VeranstaltungenVeranstaltung
Kornelkirschenfest 2007 und 2009Alles bereit für die Gästeechnet man die VeranstaltungAuf Schautafeln konnten sichzumdie Gäste über die Geschichte„TagDenkmals“des
imoffenenJahr2006der Klostergärten, die Ver-dazu, so kommt man bereitswendung der Kornelkirschenaufund die historischen Obst-insgesamtdreiFesteder Schutzgemeinschaft am nördlichenbaumsortenPavillon im Terrassengarten von St.Michaelsberg informieren.Michael.Wer bis zum AufräumenWie schon 2007 konnten wir uns auch 2009blieb wurde nach einemüber reges Interesse, gut gelaunte Gästeheftigen Regenguss mitund (einigermaßen) gutes Wetter freuen.einem wunderschönenIm Jahr 2009 stand neben den immerRegenbogen belohnt,wieder reizvollen Abtsgärten der neuderangelegte Weinberg auf dem Programm.Inselstadt bis zumPassend dazu gab es im Pavillon Wein desDomberg spannte!Weinguts Bauerschmitt aus Ziegelanger.
Martin Bauerschmitt wird in Zukunft
den Weinberg St. Michael
bewirtschaften und im Jahr
2012 den Jungfernwein auf
ist „geschmückt“ mit
Informationstafeln zu den
alten Obstsorten im Garten
von St. Michael48sichaufvonderdemJörg Händler (in Arbeitskleidung) kündigt den Beginn des Rundgangs anDas Team im Einsatz an der KuchenthekeGroße Versammlung und Aufmerksamkeit im AbtsgartenJüngster Gast: Luis HändlerAuf dem Weinberg angekommen
Ingo Schmitt und
Werner Hottelmann
beim Weinausschank
(an Nachfrage
herrschte kein Mangel)Der Blick vom Weinberg unterhalb der Orangerie auf die StadtEntschädigung
nach dem heftigen
Regenguss: ein
Regenbogen!49VeranstaltungenINFORMATIVES ZUR KORNELKIRSCHEEIGENSCHAFTEN
KORNELKIRSCHENDieFrüchteFruchtsäurenenthalten
undVitaminMineralstoffe.C,
Sieschmecken säuerlich, sind saftreich und
können zu Saft, Gelee, Marmelade, Likör
und Wein verarbeitet oder als „Oliven“
eingelegt werden.Der Saft ist alsdurstlöschendes Mittel bei fieberhaften
Erkrankungen geeignet.ERNTE
Kornellen erst im fast überreifen, d. h.
dunkel- bis schwarzroten Zustand ernten.
Sie sind dann süßer, weicher und lassen
sich besser pflücken. Auch die Steine lösen
sich dann besser vom Fruchtfleisch. Da die
Früchte im August/September nach und
nach reifen, wird empfohlen, etwa alle drei
Tage zu ernten, und zwar am einfachsten
durch Schütteln des Stammes oder der
Äste.
Rohe Kornelkirschen lassen sich nur sehr
schwer entsteinen bzw. entkernen, am
besten kocht man die Kerne mit, danach
lassen sie sich leichter ablösen. Für
Kirschbrei, z.B. im Müsli oder Joghurt, dann
einfach durch ein grobes Sieb streichen.KORNELKIRSCHEN
IN GEWÜRZESSIGKORNELKIRSCHENMARMELADE1 kg Kornelkirschen, dunkelrot gereift1 Pfund Gelierzucker1/2 L Rotweinessig½ Liter WasserGewürznelkenDie Kirschen im Wasser weich kochen,1 TL Senfkörnerdurchpassieren. Das Fruchtmark zum1 TL WacholderbeerenKochen bringen und den Zucker nach und1 EL Salznach einstreuen. Immer gut rühren, vier1 TL ZuckerMinuten brodelnd kochen lassen, in heißKornelkirschen waschen und inausgespülte Gläser füllen.2 Pfund reife KornelkirschenEinweckgläser füllen. Essig, Gewürze und
Zucker vermengt über die KornelkirschenKORNELKIRSCHENEISgießen, verschließen. Mind. 2 Monate im1 kg KornelkirschenKeller (oder Kühlschrank) ziehen lassen.½ l Kirschsaft
200 g Portwein (rot)
2 Stk. Nelken, ½ Stk. Zimtstange
Den Zucker im Topf hellbraun karamellisieren lassen, mit dem Kirschsaft
ablöschen. Dann alle anderen Zutaten und
die Kornelkirschen dazu geben, ca. eine
½ Stunde köcheln lassen. Die Gewürze
heraus nehmen und alles durch ein feines
Sieb streichen. Das Fruchtmark kalt stellen
und danach in die Eismaschine geben.50Veranstaltung
Visionen für das alte Hallenbad
1. Vorsitzender Dr. Jörg Händler
dankt den beiden Vortragenden,
Sebastian Körber (MdB) und
Inge Aures (MdL)DemgegenüberrückteSebastian Körber eine universitäre Nutzung des Hallenbades für die Zukunft in den
Mittelpunkt seines Vortrages.
Er brachte das Prinzip Raumim-Raum ins Spiel, bei dem
Unter der Überschrift „Abrissdas bestehende Gebäudeoderals Hülle fungiert:Umbau?“luddieSchutzgemeinschaft Alt BambergAufam Freitag, 25. Juni 2010 zuderzeitigen Beckeneinem Vortrags- und Diskussionsabend mitwürde Körber Kubenhochkarätigen Referenten. Die Kulmbachereinstellen, in denenArchitektinjeweils ein HörsaalIngeAuresundLandtagsabgeordnetesowiederForchheimerdiebeidenuntergebracht werdenBundestagsabgeordnete und Architektkönnte.Sebastian Körber stellten die von ihnenWeise ließen sich nichtentwickelten Nutzungskonzepte für dasnurBamberger Hallenbad nach der Eröffnungsondern auch die kunst-des Erlebnisbades „Bambados“ Ende 2011vollen Mosaiken an denvor.Wänden erhalten.Das Bamberger Hallenbad wurde zwischenDen Vorträgen schloss1963 und 1967 nach den Plänen von Hanssich eine lebhafte Dis-Rothenburger, bis 1982 Baudirektor undkussionDieGe-Bambergs „Architekt der Moderne“, erbaut.staltungsvorschlägederWie eine mögliche Nutzung des unterbeiden Referenten wurdenDenkmalschutzvon den Zuhörern einhelligstehendenGebäudesAuf diesedieGlasfassade,an.nach der Zeit als Hallenbad aussehenbegrüßt,kann, ist bislang offen.weil sie das Gebäude inInge Aures präsentierte drei verschiedeneseiner Substanz und seinemNutzungsvarianten, die alle drei sehrErscheinenschonend mit der Bausubstanz umgehen:gab aber auch die Meinung,Das Gebäude könnte als Eislaufbahn,dassTurnhalle oder Ausstellungsraum genutztwäre, wenn das Hallenbadwerden. Gerade eine Eislaufbahn könne sieauch in Zukunft als solchessich für Bamberg vorstellen, erklärte Aures,weiterweil es ein solches Angebot in der Regionkönnte, zum Beispiel fürBamberg noch nicht gibt. Die nächstedie Schulen.insbesondereesbewahren.EswünschenswertgenutztwerdenEislaufhalle befindet sich in Haßfurt.51VeranstaltungenVeranstaltung
Nachverdichtung im Haingebiet
Die Nachverdichtung im Haingebiet - ein
Thema, das immer wieder auf den Nägeln
brennt und durch zwei Bauanträge wieder
hochaktuell wurde. Obwohl die Zustimmung
durch den Stadtrat nicht mehr umkehrbar
war, veranstaltete die SGAB dennoch eine
Podiumsdiskussion mit einem vorangestellten Impulsreferat von Dr. Jan Wilhelm.Interview Fränkischer Tag vom 02.06.2010
Wie soll sich das Haingebiet entwickeln?
Wilfried Krings, ehemaliger Professor für historische Geographie, vermisst für das Viertel ein klares Konzept.
Im FT-Interview spricht er über die besonderen Strukturen dieses vor rund 150 Jahren entstandenen
Bamberg Ab Mitte des 19. Jahrhunderts
dehnte sich Bamberg vom Schönleinsplatz aus
in Richtung Hain aus. Von einigen Bausünden
abgesehen haben sich die ursprüngliche Erschließung und Architektur bis heute erhalten.
Neubauten wie die vom Stadtrat genehmigten
in der Schützenstraße 20 (Garten des ehemaligen
Stauffenberg-Grundstückes) und im Innenhof
der Herzog-Max-Straße 38 bedrohen nun aus
Sicht von Stadtheimat- und Denkmalpflegern
den noch typischen Charakter des Gebiets. Wir
sprachen darüber mit Wilfried Krings, Professor
für historische Geographie.52Villenviertel gibt es in vielen Städten. Was
zeichnet das Bamberger Haingebiet aus?
Wilfried Krings: Das Besondere am Haingebiet
ist, dass es von Anfang an nicht als reines
Wohngebiet entwickelt wurde, sondern
entsprechenden baulichen Anlagen durchsetzt
war. Es ist noch immer ablesbar, was eine nach
der Ständeordnung des 19. Jahrhunderts
vorgenommene Stadterweiterung ausmacht.
Obwohl gehobene Dienstleistungsfunktionen
in Bereiche mit „guten Adressen“ eingedrungen
sind, fehlte in Bamberg die Dynamik, diebeispielsweise das Frankfurter Westend ergriffen
hat: Dort ist der alte, von Villen und Parks
bestimmte Charakter, weitgehend zerstört und
den Hochhäusern von „Mainhattan“ gewichen.
Woher rührt das Nebeneinander von
herrschaftlicher Architektur an der Straße und
bescheidenen Hinterhof-Gebäuden im Hain?
Für dieses Neben- oder besser Hintereinander
gibt es zwei Gründe. Im 19. Jahrhundert
war es zumindest bei kleinen und mittleren
Eigentümer-Villa
und Betriebsgebäude auf dem gleichenGrundstück zu errichten. Die Hopfenhändler,
die besonders an der Hainstraße das bauliche
Erscheinungsbild mitgeprägt haben, benötigten
Lagerkapazitäten und Darrvorrichtungen.
Darren bedeutete, die Hopfendolden mit Hilfe
künstlich erzeugter Wärme zu trocknen. Die
Darröfen wurden mit Steinkohle beschickt,
die entsprechenden Gebäude waren an
ihren hohen Schornsteinen erkennbar. Die
Schornsteine sind längst verschwunden, die
mehrgeschossigen Lagerhäuser meist für
Wohnzwecke umgenutzt.
Dann gab es weitere gewerbliche Betriebe wie
die Druckerei Meisenbach an der Hainstraße,
die Magenbitterfabrik (Schmidt‘sche Fabrik)
in der Amalienstraße, sie stellte nach dem
Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71
„Die deutschen Siegestropfen“ her, jährlicher
Umsatz 300 000 Flaschen, ferner die Mechan.
Schäftefabrik M. Horn, ebenfalls in der
Amalienstraße, die Closettpapierfabrik Kailing
& Co. in der Schützenstraße, die Eisengießerei
& mechan. Werkstätte Gramss & Thomas im
Kaipershof.
Der zweite Grund: Große Anwesen der
Oberschicht konnten nur mit Personal
unterhalten werden, das wie heute zum Teil
noch erkennbar ist seinen eigenen Eingang
samt Treppenhaus hatte. Für Garten oder
Park gab es den Gärtner, für die individuelle
Mobilität den Kutscher, und selbstverständlich
mussten Kutsche samt Kutschpferden auch
Viele dieser Nebengebäude stehen leer, während
Bamberg über einen Mangel an Bauland klagt.
Warum sollte die Stadt die Flächen nicht besser
nützen, Stichwort Nachverdichtung?
Ob es tatsächlich einen Mangel an Bauland
gibt, möchte ich bezweifeln. In Bamberg
sollte Vorrang haben, leer stehende Räume
und Gebäude zu nutzen. Davon gibt es
dem Augenschein nach etliche. Wie es
auch aus anderen Städten bekannt ist,
scheitert eine sinnvolle Nutzung oft an denEigentümern, die nicht daran interessiert sind,
an Fremde zu vermieten. Grundsätzlich ist
die Nachverdichtung zur Minderung des so
genannten Landschaftsverbrauchs zu befürworten, so lange nicht besondere Faktoren
dagegen sprechen. In Bamberg gehört die
schon in alten Beschreibungen hervorgehobene
Weitläufigkeit der Stadt zu diesen besonderen
und meiner Meinung nach beachtenswerten
geschichtlich bedingten Faktoren.
Bamberg war nie in einen Festungsgürtel eingezwängt. Die Folge: großzügige Ausstattung
mit Freiflächen, Haus- bzw. Villengärten
ebenso wie mit Nutzflächen des traditionellen
Erwerbsgartenbaus. Davon abgesehen: In
Bamberg sollten alle Planungen nicht zuletzt
dem Umstand Rechnung tragen, dass das
derzeit noch militärisch genutzte Gelände samt
einer großen Zahl von Wohnungen nicht „auf
ewig“ aus der Stadtentwicklung ausgeklammert
Sie plädieren also für den Erhalt der
Hinterhofbebauung. Wie könnte man sie
zeitgemäß nützen? Haben Sie eine Idee?
Soweit eine Nutzung für Wohnzwecke
nicht infrage kommt, wäre an kleine Büros,
Werkstätten oder Ateliers zu denken. Nicht der
einzelne Grundstückseigentümer, wohl aber
das Viertel würde insgesamt davon profitieren,
wenn es junge, kreative Unternehmen aus dem
Dienstleistungssektor anzöge. Voraussetzung
wäre, dass die Räumlichkeiten bezahlbar sind.
In der Startphase muss dieser Kostenfaktor
minimiert werden. Luxussanierungen erweisen
sich langfristig oft als kontraproduktiv.
denkmalpflegerischen
Maßgaben sollten demographische und
ökonomische Überlegungen für das gesamte
Haingebiet im Vordergrund stehen: Was soll die
zukünftige Bestimmung sein?
Die Attraktivität kann dauerhaft nurdann gesichert werden, wenn die Alleinstellungsmerkmale als Potenzial erkannt
und behutsam weiterentwickelt werden.
Die so genannte Hainsatzung reglementiert
Veränderungen für das Gebiet südlich der
Ottostraße. Tatsächlich findet man die
schlimmsten Bausünden allen voran das
„Herold“-Hochhaus knapp jenseits dieser Linie.
Wie sinnvoll finden Sie diese Grenzziehung?
Als Geograph habe ich mit Grenzziehungen
grundsätzlich erhebliche Probleme. Es gibt
nur wenige Fälle, wo Grenzen passen. Das
„Herold“-Hochhaus empfinde ich zwar auch
als „Bausünde“, möchte aber zu bedenken
geben, dass durch die seinerzeitige Expansion
des Dienstleistungssektors in das Haingebiet
in diesem speziellen Fall meines Wissens kein
Baudenkmal geopfert wurde. Das (Wohn-)
Hochhaus blieb zudem ein Ausnahmefall. Für
zahlreiche alte Villen wurde überhaupt erst durch
die Nachfrage nach Praxis- und Büroräumen
eine verträgliche Nutzung gefunden und damit
ihr Erhalt gesichert. Schließlich kann nicht jeder
repräsentative Altbau wie die Villa Dessauer
als Museum überleben. Was die „Hainsatzung“
betrifft, so muss ich zu meiner Schande
bekennen, dass sie mir unbekannt ist; auf der
Webseite der Stadt Bamberg habe ich sie nicht
gefunden. Offensichtlich ist das Schicksal eines
solchen Instruments, dann ausgegraben zu
werden, wenn es im jeweils gewünschten Sinn
Die Fragen stellte unser Redaktionsmitglied
(c) InFranken - Elektronische Medien GmbH &
Co. KGGeplante Neubauten im Haingebiet
links: das Areal der ehemaligen
Stauffenberg-Villa
rechts: die Rückbebauung
in der Herzog-Max-Straße53RetrospektiveRetrospektive
zur Serie „Gefährdete Denkmäler“
Die Serie „Gefährdete Denkmäler“ wurde vom 30. August 2002 bis zum
8. Januar 2004 in lockerer Folge zusammen mit dem Verein „Freunde
des Weltkulturerbes Bamberg e. V.“ herausgegeben und im Fränkischen
Tag veröffentlicht.
Insgesamt sind bisher zwölf Beiträge erschienen, zu denen wir eine
Retrospektive zusammengestellt haben. Die Bilanz acht Jahre später
könnte zwar besser sein, doch machen uns die erfolgten
„Rettungen“ auch optimistisch.30. August 2002:2. Januar 2003:„Lusthäuschen“ hoch über der RegnitzTeil einer historischen
Reihenhaussiedlung - Winziges
Denkmal in der Schrottenberggasse13. September 2002:
Wäre die Attraktion im Sand Spätbarockes Gartenhaus verfällt seit16. Januar 2003:JahrenBemerkenswertes Ensemble mitten
im Neubaugebiet an der Weide28. September 2002:
Über Stadtgraben erbaut - Nicht28. April 2003:spektakulär, aber erhaltenswert:Sommersitz und Ausflugslokal - NachHölle 12300 Jahren Geschichte erwartet
Bruckertshof Ungewissheit1. Oktober 2002:
Viele Veränderungen erlebt - Das6. November 2003:Organistenhaus der Oberen Pfarre stehtUralter Gebäudekomplex - Aus derauf Resten der StadtmauerGeschichte des früheren Riegelhofes
an der Concordiastraße17. Oktober 2002:
Im Jahr 1372 erstmals erwähnt - Das8. Januar 2004:Haus Untere Sandstraße 20 verfälltÄltestes Gärtnerhaus der Stadtzusehends- Anwesen Mittelstraße 72
seit Jahrzehnten dem Verfall11. November 2002:preisgegeben (Ohne Abbildung!)Typisches Gärtnerkleinhaus - Das
Anwesen Färbergasse 13 steht schon
viele Jahre leer
Früher am Kirschenweg - Untere
Seelgasse 6 sah schon bessere Jahre54Villa ReindlGartenhaus im Griesgarten
Unser Artikel vom September 2002 schloss
mit dem Satz: „Die seit fast 150 Jahren
währende Gastwirtstradition könnte in
Einheit mit den Barockbauten im Garten
nach dringend erforderlicher Sanierung
ein unvergleichliches Ambiente bieten…“
Sieben Jahre danach scheint es fast schon
zu spät. Die Denkmalpflege hat das barocke
Gartenhaus wohl aufgegeben. Dabei lässt
dasBayerischeDenkmalschutzgesetzdoch Möglichkeiten zu, einen Besitzer zur
Instandsetzung zu veranlassen.Auszug aus dem Bayerischen
(1) Die Eigentümer und die sonst dinglich
mälernhabeninstandzuhalten,
sachgemäßzuvonihreBaudenk-Baudenkmäler
instandzusetzen,behandelnundvorGefährdung zu schützen, soweit ihnen das
zuzumuten ist. Ist der Eigentümer oder
der sonst dinglich Verfügungsberechtigte
nichtderunmittelbareBesitzer,sogilt Satz 1 auch für den unmittelbaren
Besitzer, soweit dieser die Möglichkeit hat,
(2) Die in Absatz 1 genannten Personen
können verpflichtet werden, bestimmte
Erhaltungsmaßnahmen ganz oder zum
Teil durchzuführen, soweit ihnen das
insbesondere unter Berücksichtigung ihrer
sonstigen Aufgaben und Verpflichtungen(3) Macht der Zustand eines BaudenkmalsMaßnahmen verpflichtet werden. Diezumutbar ist; soweit sie die MaßnahmenMaßnahmen zu seiner Instandhaltung,Kosten der Maßnahmen tragen die innichthaben,Instandsetzung oder zu seinem SchutzAbsatz 1 genannten Personen, soweitkönnen sie zur Duldung der Maßnahmenerforderlich, ohne daß eine vollstreckbaresie nach Absatz 2 zur Durchführung derverpflichtetEntscheidungen,Entscheidung nach Absatz 2 vorliegt, so kannMaßnahmen verpflichtet wurden oderdurch die der Bund oder die Länderdie zuständige Denkmalschutzbehörde diehätten verpflichtet werden können, imverpflichtet werden sollen, bedürfen derMaßnahmen durchführen oder durchführenübrigen der Entschädigungsfonds (Art. 21vorherigen Zustimmung der Oberstenlassen. Die dinglich und obligatorischAbs. 2).Denkmalschutzbehörde.Berechtigten können zur Duldung derselbstdurchzuführen
werden.55RetrospektiveUntere Sandstraรe 20 & Hรถlle 1256Organistenhaus
Als dieser Artikel am 1. Oktober 2002
erschien, war es laut Auskunft des Besitzers,
der Kirchenstiftung „Unsere Liebe Frau“,
eigentlich schon längst beschlossene
Sache, das an so prominenter Stelle
stehende Gebäude sanieren zu lassen.
Schon vier Jahre zuvor, so die Aussage
des Hausherrn Pater Titus Wegener, waren
die ersten Anträge auf Fördermittel und
Zuschüsse gestellt worden. Dass auch bei
gutem Willen aller Beteiligten oft Jahre bis
zur Vollendung eines solchen Vorhabens
verstreichen können, wird bei diesem
Projekt deutlich, denn erst im Frühjahr
2005 konnte es wieder bewohnt und
Nach aufwändigen Sanierungsarbeiten
der aus mehreren Epochen stammenden
Bausubstanz kann die Kirchenstiftung
nun ein sehr reizvolles, multifunktionales
Gebäude nutzen; im Erdgeschoss befinden
sich drei Gruppenräume und eine Küche,
das Obergeschoss ist zur Wohnung
ausgebaut worden, die über einen Balkon
verfügt. Die kleine Freifläche hinter der
Mauer zur Straße ist ebenfalls neu gestaltet
worden.57RetrospektiveUntere Seelgasse 6 & F채rbergasse 1358SchrottenberggasseFärbergasse 13Schön, dass es in Bamberg immer wieder Menschen gibt, die sich in
Denkmäler verlieben, unkonventionell entscheiden und individuell
“pro Denkmal” sanieren!59RetrospektiveStrüpf‘sche Scheune und Raulinos Gartenhaus
Noch immer ist das Schicksal dieses Denkmals„im Doppelpack“
ungeklärt, und das 14 Jahre nach Erwerb durch die Stadt
Bamberg! Das Thema bekam Mitte des Jahres 2009 zwar
erneut Brisanz, als der Containerstandort der Kindertagesstätte
untragbar wurde und der schon lang zugesagte Umbau der
Scheune für die Tagesstätte schnellstens in Angriff genommen
werden sollte. Im Baureferat der der Stadt hatte man sich
jedoch inzwischen anders entschieden. Die Unterbringung
eines Kindergartens in der denkmalgeschützten Scheune
wurde als zu teuer und ungünstig befunden und ein Neubau
wurde beschlossen. Zwar hatten sowohl die Leitung der
Kindertagesstätte als auch der Elternbeirat der Scheune die
Präferenz gegeben und stark pro Denkmal argumentiert,
Der Bauträger des Neubaus hat sich vertraglich zur Sanierung
und Umnutzung des Doppeldenkmals verpflichtet. Wir bleiben
dran!Genehmigungsplan, 185060BruckertshofInzwischen wurden die Nebengeb채ude doch noch abgerissen
- aber wozu? Die Firma hat ihre so dringlich gemachte bauliche
Erweiterung nicht in die Tat umgesetzt, der Bruckertshof hat ein
Notdach und wartet auf eine neue Nutzung, vielleicht sogar
auf einen neuen Besitzer. Ohne die Nebengeb채ude allerdings
scheinen seine Chancen noch geringer geworden zu sein.Riegelhof61Bauten des 20. JahrhundertsBauten des 20. Jahrhunderts
... die Denkmäler der Zukunft
Das 20. Jahrhundert hat auch in Bamberg
zahlreiche Zeugnisse seiner Zeit hinterlassen.
Welche sind bedeutungslose Massenware?
Welche sind erhaltenswerte Zeichen dieser bewegten Jahre?1
s wird auch die Aufgabe derEs wird eine spannende Aufgabe, sie zuauf einer deutsch-polnischen Tagung denSchutzgemeinschaft Alt-Bam-erkennen...Stellenwert der Weltarchitekturgeschichteberg sein, mit einzuschätzen,... die Denkmäler der Zukunft.des 20. Jahrhunderts, um die Möglichkeiten
einer Internationalen Initiative auszuloten.was einzigartig genug sein
könnte, um von den nachkommendenInzwischen gibt es Anregungen und Initi-Denn das Erbe der Nachkriegszeit ist aufGenerationen als Relikt unserer Tageativen der wichtigsten deutschen Denkmal-der Welterbeliste bisher so gut wie nichtgeschätzt zu werden.schutzorganisationen zu diesem Thema. Sovertreten.Ob Zentralsaal, Kino Hainpalast oderhat die Deutsche Stiftung DenkmalschutzFreizeitwerk. Manches ist schon ver-(DSD) im April d. J. den sogenanntenschwunden.„Bonner(S.Hier eine wirklich kleine Auswahl anDenn je neuer ein Gebäude ist, desto63/64) und ICOMOS (International CouncilGebäuden und Details. Sie dürfen eingrößer ist auch die Gefahr, dass es verlorenon Monuments and Sites) diskutiertebisschen rätseln, um welche es sich handelt.geht, bevor man seinen Wert erkannt hat.anläßlich der Denkmal 2010 in Leipzig(Auflösung Seite 73)Appell“herausgegeben3245
62Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Bonner Appell vom 29.04.2010
Bewahren - Vermitteln - Stiften
Denkmalschutz auch für Zeugnisse der Nachkriegsarchitektur
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hatGegenwärtig stehen allerorten die Bautenanschließendensich seit ihrer Gründung im Jahre 1985aus den 1950er und 1960er Jahren aufsollen. Selbst der Vorwurf ihres planmäßigfür die Bewahrung des baulichen Erbesdem gesellschaftlichen Prüfstand. Sieund leichtfertig herbeigeführten Verfallsaller Epochen der Geschichte unseressind - ob Denkmal oder nicht - angesichtswurde mancherorts bereits erhoben.Landes eingesetzt und seine Rettungzahlreicherund Erhaltung mit den ihr zur VerfügungWurzeln in kulturellem Unverständnis,stehenden Mitteln gefördert.in politischer Opportunität oder in allzuNach den verheerenden Verlusten imkurzfristigem, wirtschaftlich motiviertemZweiten Weltkrieg und den gleichermaßenMaßnahmen,dieihreGewinnstreben haben, oft unzureichendVonjeherAbrisserfülltenrechtfertigenBauwerkenichtallein praktische Funktionen, sie sind
zugleich auch Bedeutungsträger. Durch
ihreEinfügungindieUmgebung,die Sprache ihrer Materialien und dieverlustreichen Nachkriegsentwicklungengeschützt und in ihrer Existenz akutist es jetzt dringend geboten, ernsthaftgefährdet. Dabei ist es in vielen Fällenvon Wertorientierungen, von Ansprüchen,darüber nachzudenken, ob unsere Ge-geradeÖffentlicheTugenden und Untugenden der Ge-neration ihren Enkeln ein von echtenHand, die ihrer von der Gesellschaftsellschaft. Sie verkörpern stets den Geist derGeschichtszeugnissen weitgehend berei-erwarteten Vorbildrolle nicht gerecht wird.Zeit. Eine Gesellschaft, der Baudenkmalenigtes Land hinterlassen will. Mit InteresseMangelhafte Pflege und unterlasseneals Dokumente ihrer Geschichte anver-verfolgt die Stiftung deshalb die aktuellenBauunterhaltungsmaßnahmenweckentraut sind, hat das Recht, aber auch dieDebatten über Abriss oder Erhalt von archi-den Eindruck, dass VerwahrlosungenPflicht, sie dergestalt zu erhalten undtekturgeschichtlichen Zeugnissen des 20.solcher Bauwerke und Denkmale bewusstzu nutzen, dass der Aussagewert ihrerJahrhunderts.in Kauf genommen werden und derenBauwerke nicht leichtfertig verfälscht wird.diesogenannteAusdruckskraft ihrer Formen erzählen sie911
101363Bauten des 20. JahrhundertsBauten des 20. Jahrhunderts
Oftmals jedoch droht jegliches Gespür
für den Wert des kulturellen Erbes der
Geschichte verloren zu gehen! Zahlreiche
Entscheidungen politischer Mandatsträger
nähren zurzeit den Verdacht, dass sich die
Verantwortlichen des baukünstlerischen
Wertes der ihnen anvertrauten Denkmale
nicht bewusst sind.15Die in der Deutschen Stiftung Denk-19malschutz seit Jahren tätigen Denkmalpfleger, Kunsthistoriker und Architekten, die aus jahrzehntelanger beruf-Die Deutsche Stiftung Denkmalschutzlicherund ihre 190.000 Förderer mit ihrerPraxisundwissenschaftlicherArbeit mit den Fragen der Erhaltung undSpenden-Weiterentwicklung des baulichen Erbesschaft können in diesem Zusammenhangvertraut sind, stimmen in der Sorge umnach 25 Jahren erfolgreicher Arbeit fürdie Erhaltung dieser Bauwerke überein.sich in Anspruch nehmen, als inzwischenSie sind sich einig, dass Denkmalpflegegrößte Bürgerinitiative der deutschensichZeugnisseDenkmalpflege die Repräsentanz der-abgeschlossener Geschichtsepochen be-jenigen Bürger darzustellen, die sich derziehen kann, sondern auch die BautenErhaltung und Pflege der Denkmale inder Nachkriegszeit umfassen muss, d.h.Deutschland verpflichtet fühlen.nichtnuraufdiedie Zeugen der sich nach der Katastrophe16des Zweiten Weltkrieges hoffnungsvoll
darstellendenjungendemokratischenGesellschaft.Verantwortungsbereit-Alljährlich dokumentiert der Tag des
Offenen Denkmals das überwältigend
großeInteresseeineremanzipiertenBürgerschaft an historischer Architektur.Der Vorstand und die Mitglieder derDies steht in auffallendem WiderspruchWissenschaftlichenzuDeutschenKommissionStiftungderpolitischenEntscheidungen,dieDenkmalschutzden Eindruck erwecken, dass selbstappellieren daher an das gesamtge-herausragende öffentliche Bauten nichtsellschaftlichegegenVerantwortungsbewusst-sein der politischen und gesellschaftlichen17undFunktionsträger, sie mögen ihre Planungsschritte und politischen Entscheidungen
grundsätzlich im Bewusstsein der Achtung
vor der Leistung ihrer Vorgänger treffen.ihreleichtfertige Vernichtunggeschützt sind.
erwartet vor allem von den in Politik und
WirtschaftverantwortlichHandelndenSensibilität, VerantwortungsbewusstseinDie teilweise öffentlichen und von einemund Standfestigkeit im Umgang mit denzunehmend positiven Medien-Echo be-unter Denkmalschutz stehenden Bautengleiteten Debatten der vergangenen- dies auch für die überdurchschnittlichMonate, die die Gedanken eines zeitge-gefährdeten Bauten unserer jüngstenmäßen Denkmalschutzes deutlich formu-Geschichte.lierten, haben gezeigt, dass am kulturellen
Leben unseres Landes interessierte BürgerProf. Dr. Dr.-Ing. E.h. Gottfried Kiesowals emanzipierter Teil einer in Planungs-Vorsitzender des Vorstandesund Wandlungsprozesse eingreifenden
Gesellschaft nicht bereit sind, nicht
nachvollziehbare Entscheidungen über das18
64Schicksal von Baudenkmalen unwidersprochen hinzunehmen.Dipl.Ing.Vorsitzender
KommissionHorst
derv.BassewitzWissenschaftlichen212022
303165JugendprojektJugendprojekt
In und um „St. Martin“
Bereits Ende des Jahres 2008 haben wir in Zusammenarbeit mit der
Kindertagesstätte St. Martin aus Bamberg ein Architekturprojekt
gestartet, um auch Kinder für die Architektur ihrer Heimatstadt zu
sensibilisieren. „In und um St. Martin“ nannte sich das Projekt schließlich
bei dem sowohl die Martinskirche als auch die Umgebung der Kirche
einmal genauer betrachtet werden sollten.
eineDie aktive Projektphase erstreckte sichVorbereitungsphase und eineüber etwa zwei Monate im Frühjahr 2009.aktive Projektphase eingeteilt.Jede Kindergartengruppe durfte an einerZunächst wurden auf KostenTurmführung der Martinskirche sowieder Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V.an einer Orgelführung teilnehmen. Diefür die drei Kindergartengruppen undnotwendigen Elternaufsichten wurden vondie Krippengruppe verschiedene Spieleuns organisiert. Außerdem unterstützen(Bamberg-Puzzles und Memories) sowieuns Studentinnen der Uni Bamberg, denendiverse Bücher (Stadtführer und Bamberg-wir an dieser Stelle nochmals unseren DankKinderbücher) angeschafft. Somit stand füraussprechen möchten. Die Krippenkinderdie Erzieherinnen Material zur Verfügungder KiTa, die im Alter von 1 bis 3 Jahre,asProjektwarinmit dem sie die Kinder im Alter von 1
bis 6 Jahren spielerisch auf das Thema
Architektur einstimmen konnten.Anfang 2009 lagen dann die ersten
Malvorlagen authentischer Architekturdetails und Stadtsilhouetten Bambergs
zum Ausmalen vor. Diese wurden von
den beiden Bamberger Künstlern Traudl
Lehnert und Peter Maierhofer angefertigt.
Bei Ortsbesichtigungen hatten wir uns auf
die Motive geeinigt und so ent-standen
ganz besondere Malvorlagen, sowohl von
einzelnen Skulpturen, als auch von einemdurften ebenfalls an einer kindgerechtenBrauerei-Ausleger und dem Gabelmann.Orgelführung teilnehmen. Die zunächstDie Malvorlagen wurden zusammen mitetwas ängstlichen Krippenkinder warenerläuternden Texten von Sandra Schlichtvoller Begeisterung, als auf der Orgel dasschließlich als Malbuch und Kinder-Lied „Alle meine Entchen erklang“. Diestadtführeristinsgesamt 4 Orgelführungen übernahmübrigens für 5 € käuflich zu erwerben amallesamt die Organistin der Martinskirche,Schriftenstand der Martinskirche oder beiSilvia Emmenlauer, persönlich. Hierfürder Schutzgemeinschaft.bedanken wir uns ganz herzlich.66veröffentlicht.DieserNicole Först, Leiterin der Kita St. Martin,
mit Kindern an der Orgel.Bei den Turmführungen mussten wir die Kindergartengruppen
aufteilen, so dass insgesamt 6 Turmführungen durchgeführt
wurden, um eine optimale Betreuung der Kinder (für jedes
Kind stand eine erwachsene Begleitperson zur Verfügung)
zu gewährleisten. Während der erste Teil der Gruppe den
Turm bestieg, unternahm Evelyn Strauch mit den wartenden
Kindern eine Kirchenführung. Für die Unterstützung durch
Frau Strauch bedanken wir uns!Am 21. März 2009 nahmen wir am
Kulturpädagogischen Tag in der Konzertund Kongresshalle Bamberg teil. An einem
StandinformiertenBeiratsmitgliederder Schutzgemeinschaft über das Architekturprojekt. Auch die Erzieherinnen der
Kindertagesstätte berichteten über das
Projekt und die Umsetzung in der KiTa.Ingo Schmitt (2. Vorsitzender) mit Christine Stubner (links im Bild)
und Beate Dehler (Mitte), Erzieherinnen der Kita, an unserem Stand
beim kulturpädagogischen Tag.67JugendprojektJugendprojekt
Am 17. Mai 2009 konnte pünktlich
zum Pfarrfest der Pfarrei St. Martin das
Malbuch mit dem Titel „In und um St.
Martin“ erscheinen. Alle annährend 90
Kinder und das pädagogische Team der
Kindertagesstätte St. Martin erhielten
je ein Exemplar als Geschenk zum Abschluss des Projektes. An diesem Tag
fand auch eine Vernissage der von den
Kindern gestalteten Malvorlagen statt. Die
Ausstellung wurde anschließend für ca. 6
Wochen in der Martinskirche gezeigt.Am23.Mai2009warenwiramKleberstraßenfest beteiligt, um über das
Projekt zu informieren. Das Fest, das in
der Straße gefeiert wird, in der die Kita
beheimatet ist, stand unter dem Motto
„Amerika“. Passend dazu stellten wir,
gemeinsam mit dem Elternbeirat und
Erzieherinnen der Kita, die von den Kindern
gestalteten Bilder des Indianerengels aus
der Martinskirche vor.
Auf dem Bild Marion Dubler
(Beiratsmitglied) und Ingo
Schmitt (2. Vorsitzender der
Schutzgemeinschaft))Am 7. Juni 2009 wurde das Projekt von
Nicole Schlosser und Oliver Will vom
Kulturamt der Stadt Bamberg (KS BAM)
im Rahmen des Welterbetages vorgestellt.
An einem Stand konnten Kinder die
Malvorlagen, die im Rahmen des Projektes
entstanden waren, ausmalen. Durch eine
finanzielle Förderung von KS BAM konnte
die Publikation des Malbuches unterstützt
Maltisch beim Welterbetag. Rechts im Bild Nicole Schlosser vom
Kulturamt der Stadt Bamberg.68Jugendprojekt
Am 2. Mai 2009 war die Schutzgemeinschaft
Alt Bamberg e. V., gemäß dem Motto „Denk
mal weiter“ beim Weltkulturerbelauf mit
am Start! Wir haben für jedes teilnehmende
Kind der KiTa St. Martin die Startgebühr von
5 € übernommen. Die KiTa St. Martin war
schließlichsogardieteilnehmerstärksteKindertagesstätte beim Welterbelauf.Am 6. Juli 2009 fand das vom Kultur- und Schulservice
der Stadt Bamberg organisierte Forum kulturelle
Bildung mit dem Thema „Kulturelle Bildung im
Kindergarten?“ im Haus für Kinder und Kultur in
Bamberg statt. Projektleiterin Sandra Schlicht hielt
dort einen Vortrag über das Architekturprojekt „In
und um St. Martin“. Bei der anschließenden Diskussion
berichtete Erzieherin Florentine Tzschentke von der
KiTa St. Martin auf dem Podium von den Erfahrungen
bei der Umsetzung des Architekturprojektes.69JugendprojektJugendprojekt
Mach dir ein Bild vom Welterbe Bamberg
Neuer interaktiver Stadtführer für Kinder und Jugendliche erschienenls Teil unseres Jugendprojektsgefördert vom Kulturamt der StadthatunserBamberg (KS BAM) und dem ZentrumDr.SandraBeiratsmitglied
SchlichteinenWelterbe Bamberg (ZWB).Stadtführer mit integriertem
Malbuch unter dem Titel „Mach dir einWeitere Buchdaten:Bild vom Welterbe Bamberg“ verfasst, derTitel: Mach dir ein Bild vom Welterbeanlässlich des Welterbetags am 6. JuniBamberg. Ein interaktiver Stadtführer2010 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.Herausgeber: Schutzgemeinschaft AltWieder mit dabei waren die beidenBamberg e. V.Bamberger Künstler Traudl Lehnert undAutorin: Dr. Sandra SchlichtPeter Maierhofer.Taschenbuch: 68 Seiten
Verlag: GuideMedia GbR, BambergDer Führer wurde vom GuideMedia VerlagSprache: DeutschBamberg (www.guidemedia.de) verlegt,ISBN-13: 978-3981269338kostet 7,95 Euro und ist im Bambergersandra.schlicht@web.deBuchhandel oder über Amazon erhältlich.
Interessierte Schulen oder Organisationen
können direkt mit dem Autor oder Verlag
Kontakt aufnehmen. Das Projekt wurde70Im Bild von links nach rechts:
Peter Maierhofer, Dr. Sandra Schlicht,
Oberbürgermeister Andreas Starke,
2. Vorsitzender Ingo Schmitt,
1. Vorsitzender Dr. Jörg Händler,
Traudl Lehnert und im Vordergrund
Nike Schlicht.Auflösung BilderrätselAuflösung
Bilderrätsel „Bauten des 20. Jahrhunderts“
Seiten 63 bis 65
1. Troppauplatz17. Markusplatz Türdetail2. Schönleinsplatz18. Troppauplatz3. Promenadenpost19. Promenadenpost4. Konzerthallensteg20. Hospiz am Klinikum5. Gartenstädter Markt21. Kunigundenschule Uhr6. Capitol, Heinrich-Weber-Platz22. Arthur-Landgraf-Straße7. Siechentraße23. Luitpoldschule8. Stauffenbergplatz24. Memmelsdorfer Straße9. Kleberstraße Türdetail25. Frutolfstraße10. Markusplatz Detail26. Pestalozzischule11. Haus Ducke an der Kettenbrücke27. Villa Mayer, Pfeuferstraße12. Haus Fischer am Heinrichsdamm28. Kunigundendamm13. Stauffenbergplatz29. Pestalozzischule14. Luftschutzraum Katharinenstraße30. Pestalozzischule15. Wandgemälde Heßlergasse31. Kunigundenschule16. Ottokirche32. Kleberstraße7172Ausblickiebe Mitglieder!
Für das kommende Jahr gibt es erst zwei feste Termine:Unser Kornelkirschenfest am 17. September 2011,
ab 14 Uhr im Terrassengarten von St. Michael
Die Jahreshauptversammlung am 24. November 2011,
Wir haben aber mehr vor: es wird voraussichtlich wieder Vorträge in
unserem Haus am Schillerplatz 9 geben, bitte beachten Sie dazu die
Tagespresse und unsere Website: www.altbamberg.de
Hier sind auch immer die Termine unserer Vorstandssitzungen zu
ersehen. Wir tagen für unsere Mitglieder öffentlich und freuen uns,
wenn Sie Interesse an unserer Arbeit zeigen und uns besuchen.73s c h u t z g e m e i n s c h a f t a lt b a m b e r g e . v .Malbuch und Interaktiver Stadtf端hrer
f端r Kinder - ein ideales Mitbringsel.
Zu beziehen bei der Schutzgemeinschaft
Malbuch Euro 5,00
Stadtf端hrer Euro 7,95SCHUTZGEMEINSCHAFT
ALT BAMBERG E. V.
Telefon: 0951 20 25 21
E-Mail: schutzgemeinschaft@altbamberg.de
www.altbamberg.de74All pages:457910111215161718192021222326272829303132333435363739404142434445464748495051525354555760616263646667686970717374InfoSaveLikeShareDownloadMoreSchutzgemeinschaft Alt Bamberg Jahresbericht 2010 Published on Apr 13, 2013 Schutzgemeinschaft Alt Bamberg Jahresbericht 2010studiolinearFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

References: § 139

§ 4
 § 139
 § 4
	§ 3
 § 1
 § 1
 Art.
1
 Art.
150