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Timestamp: 2019-05-22 22:15:45+00:00

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BGH, 20.09.2005 - 3 StR 324/05 - dejure.org
BGH, 20.09.2005 - 3 StR 324/05
https://dejure.org/2005,6016
BGH, 20.09.2005 - 3 StR 324/05 (https://dejure.org/2005,6016)
BGH, Entscheidung vom 20.09.2005 - 3 StR 324/05 (https://dejure.org/2005,6016)
BGH, Entscheidung vom 20. September 2005 - 3 StR 324/05 (https://dejure.org/2005,6016)
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Überzeugungsbildung; Beweiswürdigung (Schluss von der äußeren auf die innere Tatseite; Nachtatverhalten; Alkoholisierung); Tötungsvorsatz
Vorsätzliche Tötungshandlung bei Vornahme von drei Messerstichen in den Brustkorb des Opfers; Begründungspflicht des Tatrichters bei Zweifeln über eine billigende Inkaufnahme des Todes; Fehlende Erkennbarkeit der lebensgefährlichen Behandlung auf Grund erheblicher Alkoholisierung des Täters; Minder schwerer Fall des Totschlags wegen Reizung des Täters durch einen begonnenen Streit des Opfers; Unzulässige Nichtberücksichtigung der Gesichtspunkte bei der Überzeugungsbildung zur subjektiven Tatseite; Möglichkeit des fehlenden Verletzungswillens gegenüber einer in das Kampfgeschehen eingreifenden Person
NStZ 2006, 169
StV 2006, 16
Dies ist in den schriftlichen Urteilsgründen zu erörtern (vgl. BGH, Beschluss vom 20. September 2005 - 3 StR 324/05, NStZ 2006, 169;… Beschluss vom 6. März 2002 - 4 StR 30/02, BGHR StGB § 212 Abs. 1 Vorsatz, bedingter 54;… Beschluss vom 15. Januar 1987 - 1 StR 704/86, BGHR StGB § 212 Abs. 1 Vorsatz, bedingter 7).
Dieses Nachtatverhalten, durch das sich der Angeklagte im unmittelbaren Anschluss an den Messerstich bemühte, Maik M. zu retten, konnte schon für sich Zweifel daran begründen, dass der Angeklagte bei der Tat dessen Tod erkannt und billigend hingenommen hat (BGH NStZ 2006, 169;… BGHR StGB § 15 Vorsatz, bedingter 11).
Schon die damit vom Schwurgericht selbst angenommene tatauslösende affektive Erregung des Angeklagten konnte auch Einfluss auf dessen Vorstellungsbild über die möglichen Folgen seines Tuns, zumindest aber auf das Billigungselement des Vorsatzes gewinnen (vgl. BGH NStZ 2006, 169).
Denn bei Messerstichen, die auf Körperteile abzielen, in denen sich lebenswichtige Organe (hier die Lunge und die Leber) bzw. große, den Körper insgesamt versorgende Blutgefäße befinden, handelt es sich um besonders gefährliche Gewalthandlungen, bei dem der Täter in aller Regel erkennt, dass sein Tun zum Tod des Opfers führen kann (vgl. BGH Beschluss vom 20. September 2005 - 3 StR 324/05 - NStZ 2006, 169 [170] mehrere Messerstiche in Brustkorb und Rumpf; ausführlich zu der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs: Steinberg/Stam NStZ 2011, 177).
BGH, 22.04.2009 - 5 StR 88/09
Tötungsvorsatz (Erörterungsmangel; besonders gefährliche Gewalthandlungen; …
Das Landgericht hätte daher prüfen müssen, ob die Alkoholisierung des Angeklagten gegebenenfalls in Wechselwirkung mit seinen Verletzungen und seiner affektiven Erregung (vgl. BGH NStZ 2006, 169) Einfluss auf sein Vorstellungsbild über die Folgen seines Tuns oder auf seinen Willen gewonnen haben.
Wer gegen sein Opfer äußerst gefährliche Gewalthandlungen wie diese ausführt, der erkennt in aller Regel, dass sein Tun zum Tod des Opfers führen kann und nimmt diese tödliche Folge, da er von seinem Vorhaben trotz der Erkenntnis der Gefährlichkeit seinen Handelns keinen Abstand nimmt, billigend in Kauf (vgl. BGH in NStZ 2006, 169, 170).
Es handelt sich um besonders gefährliche Gewalthandlungen, bei dem der Täter in aller Regel erkennt, dass sein Tun zum Tod des Opfers führen kann (vgl. BGH Beschluss vom 20. September 2005 - 3 StR 324/05 - NStZ 2006, 169 [170] mehrere Messerstiche in Brustkorb und Rumpf; ausführlich zu der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs: Steinberg/Stam NStZ 2011, 177).

References: § 212
 § 212
 § 15
 BGH 
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