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Timestamp: 2016-10-27 07:17:04+00:00

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8C_487/2015 (30.11.2015)
8C_487/2015 � � Urteil vom 30. November 2015
Unfallversicherung (Kausalzusammenhang; Arbeitsunf�higkeit; Invalidenrente),
Die 1980 geborene A.________ war seit 24. August 2007 als arbeitslos gemeldet und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversichert. Am 22. November 2007 wurde sie als Fussg�ngerin von einem Auto angefahren. Hierbei erlitt sie eine laterale Tibiakopfspalt-Impressionsfraktur und eine Sch�delprellung mit Rissquetschwunde supraorbital rechts. Die SUVA kam f�r die Heilbehandlung und das Taggeld auf. Am 27. November 2007 wurde die Versicherte im Spital B.________ am Knie rechts operiert (offene Reposition, Spongiosaplastik und Plattenosteosynthese am lateralen Tibiakopf rechts). In diesem Spital erfolgten im April 2008 eine Arthroskopie und am 6. November 2008 die Osteosynthesematerialentfernung am Knie rechts. Dr. med. C.________, Facharzt FMH f�r Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, nahm am 24. April 2009 eine Arthroskopie mit Knorpelgl�ttung lateral/Gelenktoilette, am 29. Mai 2009 eine infrakondyl�re zuklappende Varisations-Osteotomie und am 5. M�rz 2010 eine Arthroskopie mit Osteosynthesematerialentfernung an der proximalen Tibia, Patellazentrierung durch medialen Release, lateraler Retinaculum-Raffung und Narbenkorrektur am Knie rechts vor. Am 7. Juni 2011 wurde im D.________, eine Kniearthroskopie rechts (mit Innen- und Aussenmeniskusteilresektion, Reduktion der tibialen Gelenksstufe nach proximaler Tibiafraktur, Teilsynovektomie, Entfernung freier Gelenkk�rper, Knorpelgl�ttung retropatell�r und im Bereich beider Belastungszonen, Einlage einer Redon-Drainage) durchgef�hrt. Mit Verf�gung vom 10. August 2012 sprach die SUVA der Versicherten ab 1. August 2012 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunf�higkeit von 13 % und eine Integrit�tsentsch�digung bei einer Integrit�tseinbusse von 17 % zu. Mit Einspracheentscheid vom 25. Juli 2013 �nderte die SUVA die Verf�gung dahingehend ab, dass die Versicherte Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung bei einer Integrit�tseinbusse von 20 % (statt 17 %) habe. Im �brigen wies sie die Einsprache ab.
In teilweiser Gutheissung der hiegegen erhobenen Beschwerde �nderte das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich den Einspracheentscheid insoweit ab, als es feststellte, dass die Versicherte Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung bei einer 30%igen Integrit�tseinbusse habe. Im �brigen wies es die Beschwerde ab (Entscheid vom 15. Mai 2015).
Mit Beschwerde beantragt die Versicherte, ab 1. August 2012 sei ihr eine Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 57 % (entsprechend Fr. 1'849.- zuz�glich Teuerungszulage pro Monat) sowie eine Integrit�tsentsch�digung bei einer 40%igen Integrit�tseinbusse (entsprechend Fr. 42'720.-) zu bezahlen.
Die invalidenversicherungsrechtliche Streitigkeit ist Gegenstand des Parallelverfahrens 8C_486/2015, das ebenfalls mit heutigem R�ckweisungsurteil erledigt wurde.
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber den Rentenanspruch (Art. 18 Abs. 1, Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG), den Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG), den Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 Abs. 1, Art. 25 Abs. 1 und 2 UVG; BGE 124 V 29 E. 1 S. 31, 115 V 147) und den Beweiswert von Arztberichten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, die Berichte der Dres. med. E.________, Facharzt f�r Chirurgie FMH, Facharzt f�r Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, und F.________, Facharzt f�r Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, beide SUVA Versicherungsmedizin, vom 6. Mai 2013, 22. Juli 2013, 28. Oktober 2013 und 28. April 2014 erf�llten die praxisgem�ssen Anforderungen an eine medizinische Expertise, weshalb darauf abzustellen sei. Demnach k�nne die Versicherte keine kniebelastende T�tigkeit mehr verrichten, aber eine angepasste T�tigkeit noch vollzeitlich aus�ben. Dr. med. G.________, Spezialarzt FMH f�r Orthop�dische Chirurgie, begr�nde in den Berichten vom 30. August 2012, 31. Mai 2013, 4. September 2013, 14. M�rz 2014 und 9. Juli 2014 die von ihm postulierte 50%ige Arbeitsunf�higkeit einzig damit, die Versicherte bed�rfe vermehrter Pausen, m�sse sie doch auch beim unbelasteten normalen Stehen, Gehen und Sitzen - wegen Schmerzen - nach gut 10 Min. die Haltung wechseln und liessen sich diese l�ngerfristig nicht allein dadurch beherrschen; n�tig seien l�ngere Pausen der vollst�ndigen Entlastung, in denen sie liegen m�sse. Dr. med. G.________ k�nne nicht gefolgt werden. Die �rzte seien sich einig, dass nach 15 Min. grunds�tzlich ein Haltungswechsel n�tig werde. Gehe man von der Zumutbarkeit einer grunds�tzlich sitzenden T�tigkeit aus, welche die M�glichkeit biete, aufzustehen (z.B. mit Arbeit an einem Stehpult) und umherzugehen, k�nne die Versicherte durch Verwendung einer Beinst�tze auch w�hrend der Arbeit (z.B. am Computer oder am Telefon) die Position einnehmen, die Dr. med. G.________ verlange und eine gestreckte Beinhaltung erm�gliche. Dass es ihr sehr wohl m�glich sei, das Bein auch l�ngerdauernd in sitzender Haltung zu belassen, zeige der Umstand, dass sie regelm�ssig nach Portugal reise. Der Flug dauere - sofern sie nicht gar den Landweg benutze - 2 1/2 Stunden. Die Integrit�tsentsch�digung sei entgegen den Dres. med. E.________ und F.________ - die von einer 20%igen Integrit�tseinbusse ausgegangen seien - und G.________ - der eine 40%ige Integrit�tseinbusse postuliert habe - auf 30 % festzulegen.
4.1.1.�Zwischen den Beurteilungen der Dres. med. E.________ und F.________ einerseits sowie G.________ andererseits besteht eine erhebliche Diskrepanz nicht nur bez�glich des Grades der Arbeitsf�higkeit und der Integrit�tseinbusse, sondern auch hinsichtlich der Befunde. Unter anderem ist die Schwere der Kniearthrose rechts umstritten. Zudem ging Dr. med. G.________ von einer relevanten Beinverk�rzung rechts von gut 2 cm aus, w�hrend die Dres. med. E.________ und F.________ ausf�hrten, es liege weder eine reelle noch eine funktionelle Beinverk�rzung vor.
4.1.2.�Weiter erachtete Dr. med. G.________ die von der Versicherten angef�hrten Beschwerden im rechten Fuss (oberen Sprunggelenk [OSG]), in der rechten H�fte, im Iliosakralgelenk (ISG) sowie im R�cken wegen unfallbedingter Fehlbelastung als unfallkausal (zum Zusammenhang zwischen unfallbedingter Fehlbelastung und R�ckenbeschwerden vgl. RKUV 2003 Nr. U 487 S. 337 [U 38/01]). Die Fussproblematik rechts wurde auch von den Dres. med. E.________ und F.________ als unfallkausal anerkannt.
Hingegen f�hrten die beiden Letzteren aus, sie h�tten bei der Versicherten statische Ver�nderungen im R�ckenbereich gefunden, namentlich eine ventrale Beckenkippung, eine lumbale Hyperlordose und einen thorakalen Flachr�cken; hierbei handle es sich um wachstumsbedingte, oft famili�re Formvarianten des Achsenskeletts, die geh�uft zur Schmerzproblematik im R�cken und im ISG f�hrten; der ganze Beschwerdekomplex sei �berwiegend wahrscheinlich nicht Folge des Unfalls vom 22. November 2007, sondern dieser Haltungsver�nderungen des Achsenskeletts. Zu diesem von der Versicherten bereits vorinstanzlich geltend gemachten Beschwerdenkomplex f�hrte die Vorinstanz ohne n�here Begr�ndung lediglich aus, die Unfallkausalit�t der R�ckenproblematik sei nicht erstellt; damit hat sie im Lichte der Aktenlage ihre Begr�ndungspflicht (hierzu vgl. BGE 138 I 232 E. 5.1 S. 237) nicht erf�llt.
Soweit die Vorinstanz auf den Bericht des Kreisarztes Dr. med. H.________, Facharzt FMH f�r Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 14. Juni 2010 verwies, der von ganzt�giger Arbeitsf�higkeit in leidensangepasster T�tigkeit ausging, ist festzuhalten, dass bereits Dr. med. I.________, Facharzt f�r Chirurgie FMH, Unfallchirurgie, Sportmedizin, Orthop�dische Chirurgie, in Kenntnis dieses Berichts lediglich eine ca. 50%ige Arbeitsf�higkeit attestierte (Bericht vom 23. November 2010).
4.1.3.�Weiter ist entgegen der Vorinstanz festzuhalten, dass die Berichte der SUVA-�rzte Dres. med. E.________ und F.________ nicht im gesetzlich vorgesehenen Verfahren f�r die Anordnung von Gutachten eingeholt wurden (vgl. Art. 44 ATSG; BGE 137 V 210), weshalb sie auch nicht als solche gewertet werden k�nnen. Diesen Berichten kommt vielmehr der Beweiswert versicherungsinterner �rztlicher Feststellungen zu. Gleiches gilt f�r den Bericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. H.________ vom 14. Juni 2010. Wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit versicherungsinterner �rztlicher Berichte bestehen, ist eine versicherungsexterne Begutachtung anzuordnen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229 mit Hinweis). Solche Zweifel bestehen aufgrund der Ausf�hrungen des von der Versicherten ins Feld gef�hrten Dr. med. G.________ allemal. Dieser ist nicht ihr behandelnder Arzt, weshalb auch nicht gesagt werden kann, er argumentiere aufgrund auftragsrechtlicher Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu ihren Gunsten (BGE 135 V 465 E. 4.5. S. 470).
4.2.�Hinsichtlich der Integrit�tsentsch�digung war selbst die Vorinstanz von der Einsch�tzung der Dres. med. E.________ und F.________ nicht �berzeugt (E. 3 hievor).
4.3.�Vorinstanzlich legte die Versicherte einen Bericht der Frau Dr. med. J.________, Neurologie FMH, vom 26. August 2014 auf. Hierin wurde ausgef�hrt, die elektrophysiologischen Befunde zeigten eine leichtgradige axonale L�sion des N. peronaeus superficialis rechts. Ursache der residualen neuropathischen Beschwerden im proximalen Anteil des rechten lateralen Unterschenkels sei eine leichtgradige Neuropathie des N. peronaeus superficialis rechts. Zu diesem Bericht nahm die SUVA vorinstanzlich Stellung und verwies auf eine orthop�disch-chirurgische und neurologische Beurteilung vom 23. Oktober 2014; diese Beurteilung liegt aber nicht bei den Akten, auch nicht bei denjenigen der Invalidenversicherung. Die Vorinstanz erw�hnte zwar den Bericht der Frau Dr. med. J.________ vom 26. August 2014, nahm aber zu der dort angef�hrten neurologischen Problematik materiell nicht Stellung, wie die Versicherte zu Recht r�gt.
4.4.�Die Versicherte bringt vor, sie unternehme ausschliesslich Flugreisen nach Portugal. Bei solchen Fl�gen m�sse lediglich w�hrend der ca. 10 bis max. 15-min�tigen Start- und Landephase gesessen werden. Dazwischen k�nne sie aufstehen und ein paar Schritte gehen. Der Flug dauere in etwa wie die von Dr. med. G.________ empfohlene Arbeitszeit, die sie an einen St�ck leisten k�nne. L�ngere Bus- oder Autofahren unternehme sie nicht. Da Gegenteiliges nicht bewiesen ist, ist der vorinstanzliche Verweis auf die Reisen der Versicherten nicht stichhaltig.
4.5.�Nach dem Gesagten kann auf die Beurteilungen der versicherungsinternen �rzte Dres. med. E.________, F.________ und H.________ nicht abgestellt werden. Die Angaben der von der Versicherten angerufenen Berichte der Dres. med. G.________ und J.________ k�nnen ebenfalls nicht als Beurteilungsgrundlage dienen. Demnach ist die Sache an die SUVA zur�ckzuweisen, damit sie eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung der Versicherten veranlasse und gest�tzt hierauf �ber ihren Leistungsanspruch neu verf�ge.
Die unterliegende SUVA tr�gt die Verfahrenskosten (Art. 66 Abs. 1, Art. 68 Abs. 2 BGG; BGE 141 V 281 E. 11.1 S. 312).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 15. Mai 2015 und der Einspracheentscheid der SUVA vom 25. Juli 2013 werden aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Verf�gung an die SUVA zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.

References: Art. 19
 Art. 25
 BGE 
 BGE 
 Art. 44
 BGE 
 Art. 68
 BGE