Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Kindergeld-fuer-im-nicht-EU-Ausland-lebende-Familie-mit-Mieteinnahmen-in-Deutschland--f325339.html
Timestamp: 2020-04-09 20:22:08+00:00

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23.04.2019 23:08 |
Zusammenfassung: Kindergeld für im Ausland lebende Eltern
ich haben eine Frage bzgl. Kindergeld für eine im nicht EU-Ausland lebende Familie mit Mieteinnahmen in Deutschland.
Wir sind 2014 mit vier Kindern nach Australien gezogen und haben unseren Wohnsitz in Deutschland aufgegeben.
Seither beziehen wir auch kein Kindergeld mehr und sind von der Steuer in Deutschland befreit, da wir 100% in Australien Steuern zahlen.
Unsere Familie zieht zur Zeit von Australien nach Kanada um.
Nun gibt es eine Änderung, da auf mich (Ehefrau) ein Mietshaus in Deutschland übertragen wird und somit Mieteinnahmen zu erwarten sind, die in Deutschland versteuert werden.
Momentan habe ich keine anderen Einnahmen (weder im In- noch im Ausland). Nur mein Ehemann verdient.
Gibt es für uns eine Möglichkeit Kindergeld in Deutschland zu erhalten, da zukünftig wieder Steuern auf Mieteinnahmen in Deutschland gezahlt werden müssen?
Wir haben in Deutschland ständigen Wohnraum zur Verfügung (kein Eigentum) und könnten somit, wenn ich das richtig verstanden habe, auch einen Wohnsitz/ständigen Aufenthaltsort dort anmelden. Wir sind unregelmäßig in Deutschland. Ist das korrekt?
Gibt es wichtige Punkte, die wir einhalten müssen, um ein Kindergeld-Anspruch zu haben?
Was würde passieren, wenn ich in Zukunft Geld in Kanada verdienen würde? Doppelsteuerabkommen?
Wie schätzen Sie die Chance ein, dass wir erfolgreich Kindergeld erhalten können?
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Als deutscher Staatsangehöriger besteht ein Anspruch auf Kindergeld, wenn Sie einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben.
Besteht kein Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland, besteht ein Anspruch nur dann, wenn sie als Person nach § 1 Abs. 2 EStG unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind oder nach § 1 Abs. 3 EStG als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt werden.
Wenn Sie aus der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung Einnahmen erzielen, unterliegen Sie mit den Einnahmen der beschränkten Steuerpflicht nach § 1 Abs. 4 EStG .
Soweit Sie einen Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland begründen, werden Sie unbeschränkt steuerpflichtig, so dass die Voraussetzungen des § 62 Abs. 1 EStG vorliegen. Möglich wäre auch bei Einreichen einer Steuererklärung einen Antrag auf unbeschränkte Besteuerung zu stellen, wobei dann das gesamte Einkommen in Deutschland steuerpflichtig wäre, vorbehaltlich der Anwendung von Doppelbesteuerungsabkommen.
Allerdings ist in Ihrem Fall zu berücksichtigen, dass eine Kindergeldberechtigung nach § 62 Abs. 1 Nr. 1 EStG oder § 62 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG nur gegeben ist, wenn die Kinder selbst einen Wohnsitz im Inland oder einem EU- oder EWR-Staat haben, § 63, Abs. 1, Satz 6 EStG .
Die Kinder begründen nicht schon dann einen Wohnsitz, wenn einer der Eltern im Inland einen Wohnsitz unterhält und die minderjährigen Kinder den Wohnsitz des Elternteils im Inland teilten. Bei einem auf mehr als ein Jahr angelegten Auslandsaufenthalt genügen kurzzeitige Besuche oder kurzfristige Aufenthalte der Kinder nicht, um die Aufrechterhaltung des inländischen Wohnsitzes anzunehmen (Urteil des Bundesfinanzhofs -BFH- vom 23. November 2000 VI R 107/99 , BFHE 193, 558 , BStBl II 2001, 294 ).
Denn die zum Haushalt ihrer Eltern gehörende minderjährige Kinder teilen nicht alle Wohnsitze ihrer Eltern. Insoweit reicht es für den Bezug von Kindergeld nicht aus, wenn ein Elternteil vom inländischen Finanzamt als unbeschränkt steuerpflichtig behandelt werde, § 62 Abs. 1 EStG und § 63 Abs. 1 Satz 3 EStG .
Im Ergebnis besteht selbst bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen nach § 62 EStG kein Anspruch auf Kindergeld, wenn die Kinder nicht im Inland oder einem EU- oder EWR-Staat einen dauerhaften Wohnsitz haben.

References: § 1
 § 1
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 § 62
 § 62
 § 62
 § 63
 § 62
 § 63
 § 62