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Timestamp: 2019-05-24 00:18:39+00:00

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BGH, 11.12.1989 - II ZR 61/89 - dejure.org
https://dejure.org/1989,2963
BGH, 11.12.1989 - II ZR 61/89 (https://dejure.org/1989,2963)
BGH, Entscheidung vom 11.12.1989 - II ZR 61/89 (https://dejure.org/1989,2963)
BGH, Entscheidung vom 11. Dezember 1989 - II ZR 61/89 (https://dejure.org/1989,2963)
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Ausschluss eines Kommanditisten aus der KG durch Gesellschafterbeschluss - Geltung des Grundsatzes, dass beim Streit über die Mitgliedschaft in der Gesellschaft nicht die Gesellschaft als Klagegegner sondern die Mitglieder - Möglichkeit den Klagegegner individualrechtlich anders zu vereinbaren
NJW-RR 1990, 474
WM 1990, 675
BB 1990, 370
BGH, 07.06.1999 - II ZR 278/98
Frist für die gerichtliche Geltendmachung der Unwirksamkeit von …
Im Personengesellschaftsrecht gibt es für die Geltendmachung von Beschlußmängeln - anders als im Recht der Kapitalgesellschaften - keine gesetzlichen oder am Leitbild des § 246 Abs. 1 AktG orientierten Klagefristen (Sen.Urt. v. 11. Dezember 1989 - II ZR 61/89, WM 1990, 675, 676 m.w.N.).
Die Beschlussmängel sind mit der allgemeinen Feststellungsklage gemäß § 256 Abs. 1 ZPO geltend zu machen, welche auf die Feststellung der Nichtigkeit einer bestimmten Beschlussfassung und gegen die Mitgesellschafter zu erheben ist, wenn nicht der Gesellschaftsvertrag bestimmt, dass der Streit mit der Gesellschaft auszutragen ist (…Baumbach/Hueck-Hopt, HGB , aaO, § 119 HGB , Rn. 31, 32; BGH, Urteil vom 11. Dezember 1989, II ZR 61/89, zitiert nach juris, Rn. 10; BGH…, Urteil vom 7. Juni 1999, II ZR 278/98, zitiert nach juris, Rn. 4, 9; BGH…, Urteil vom 1. März 2011, II ZR 83/09, Rn. 19).
Die Gesellschafter einer Personenhandelsgesellschaft können das kapitalgesellschaftsrechtliche Beschlussmängelsystem gesellschaftsvertraglich übernehmen (BGH, Urteil vom 11. Dezember 1989, II ZR 61/89, zitiert nach juris, Rn. 11; BGH…, Urteil vom 7. Juni 1999, II ZR 278/98, zitiert nach juris, Rn. 4, 9; BGH…, Urteil vom 1. März 2011, II ZR 83/09, Rn. 19).
Diese Wortwahl gibt einen ersten Anhaltspunkt dafür, dass die Gesellschafter möglicherweise die Gesellschaft als passivlegitimiert angesehen haben könnten, ist aber für die Annahme einer entsprechenden vertraglichen Vereinbarung nicht ausreichend (BGH, Urteil vom 11. Dezember 1989, II ZR 61/89, zitiert nach juris, Rn. 13, 15; BGH…, Urteil vom 1. März 2011, II ZR 83/09, zitiert nach juris, Rn. 21).
Dies entspricht nicht dem kapitalgesellschaftsrechtlichen Beschlussmängelsystem, innerhalb dessen im Grundsatz von der Gültigkeit einer Beschlussfassung trotz Mangelhaftigkeit ausgegangen wird -in der GmbH im Falle einer förmlichen Feststellung der Beschlussfassung durch den Versammlungsleiter- und die Anfechtungsklage durch Beschlussvernichtung rechtsgestaltend wirkt (…Baumbach/HueckZöllner, GmbH-Gesetz , 20. Auflage, Anhang § 47 GmbH-Gesetz , Rn. 18, 82, 118, 176-178; BGH, Urteil vom 11. Dezember 1989, II ZR 61/89, zitiert nach juris, Rn. 15).
Die Verwendung des Begriffes "Anfechtungsklage" ist daher untechnisch erfolgt, weil die Gesellschafter die Klage offensichtlich nicht als Gestaltungsklage angesehen haben(eine Ausgestaltung als Gestaltungsklage durch vertragliche Vereinbarung wäre auch nicht zulässig, BGH, Urteil vom 11. Dezember 1989, II ZR 61/89, zitiert nach juris, Rn. 15).
Allein die Verwendung des Wortes "Anfechten" oder "Anfechtung" zwingt aber nicht dazu, einen Gesellschaftsvertrag so auszulegen (BGH, Urteil vom 11. Dezember 1989 - II ZR 61/89, WM 1990, 675, 676).
BGH, 24.03.2003 - II ZR 4/01
Auslegung des Gesellschaftsvertrages einer Publikums-KG; Ausscheiden eines …
Zu Unrecht vermißt die Revision unter Bezugnahme auf das Urteil des Senats vom 11. November 1989 (II ZR 61/89, WM 1990, 675) demgegenüber in diesem Zusammenhang die Verwendung des Wortes "Anfechtungsklage".
BGH, 17.07.2006 - II ZR 242/04
Anforderungen an gesellschaftsvertragliche Regelungen in einer Publikums-KG; …
Gemäß der ständigen Senatsrechtsprechung hat nach Sinn und Zweck einer solchen Vertragsbestimmung ein zwischen dem klagenden Gesellschafter und der Gesellschaft ergangenes Urteil die Folge, dass die übrigen Gesellschafter schuldrechtlich verpflichtet sind, sich an die in diesem Rechtsstreit getroffene Entscheidung zu halten (vgl. nur Sen.Urt. v. 11. Dezember 1989 - II ZR 61/89, WM 1990, 675, 676 m.w.Nachw.).
Infolgedessen ist hier auch die Anfechtungsklage unbekannt (BGH, Urteil vom 11.12.1989 - II ZR 61/89, NJW-RR 1990, 474).
Vielmehr unterliegt bei einer Personengesellschaft die Geltendmachung der Unwirksamkeit von Gesellschafterbeschlüssen durch Feststellungsklage (§ 256 Abs. 1 ZPO) ohne eine dahingehende Bestimmung im Gesellschaftsvertrag keiner Klagefrist, sondern nur der (nach allgemeinen Grundsätzen zu beurteilenden) Verwirkung (BGH, Urteil vom 11.12.1989 - II ZR 61/89, NJW-RR 1990, 474; Urteil vom 07.06.1999 - II ZR 278/98, NJW 1999, 3113).
OLG Düsseldorf, 27.07.2005 - 15 U 173/04
Beschlussanfechtung; Personengesellschaft
Nach der Rechtsprechung des II. Zivilsenats des BGH gilt dies auch bei Publikumsgesellschaften (…BGH, Urt. v. 24. März 2003, II ZR 4/01, www.jurisweb.de Rn. 9 = NJW 2003, 1729;… Urt. vom 7. Juni 1999, II ZR 278/98, www.jurisweb.de Rn. 9 = NJW 1999, 3113;… Urt. vom 13. Februar 1995, II ZR 15/94, www.jurisweb.de Rn. 8;Urt. vom 11. Dezember 1989, II ZR 61/89, www.jurisweb.de Rn. 10 f. = NJW-RR 1990, 474 jeweils m.w.N.).
Nach Sinn und Zweck einer solchen Vertragsbestimmung hat aber ein zwischen dem klagenden Gesellschafter und der Gesellschaft ergangenes Urteil die Folge, dass die übrigen Gesellschafter schuldrechtlich verpflichtet sind, sich an die in diesem Rechtsstreit getroffene Entscheidung zu halten (BGH, Urt. v. 11. Dezember 1989, II ZR 61/89, www.jurisweb.de Rn. 11 = NJW-RR 1990, 474).
(…zu einer gleichlautenden Bestimmung: BGH, Urt. v. 24. März 2003, II ZR 4/01, www.jurisweb.de Rn. 11 = NJW 2003, 1729; vgl. auch BGH, Urt. v. 11. Dezember 1989, II ZR 61/89, www.jurisweb.de Rn. 13 ff. = NJW-RR 1990, 474).
OLG Düsseldorf, 10.07.2015 - 16 U 169/13
Denn Gestaltungsklagen kommen nur in den gesetzlich anerkannten Fällen in Frage und sind der Parteiautonomie der Parteien weitgehend entzogen (BGH, Urteil vom 11.12.1989, II ZR 61/89, juris m.w.N.; vgl. auch BGH, Urteil vom 24.03.2003, II ZR 4/01, juris; BGH, Urteil vom 01.03.2011, II ZR 83/09, juris).
Zwar kann die Verwendung des Wortes "anfechten" oder "Anfechtung" ein - nicht zwingender - Anhaltspunkt dafür sein, dass Klagen auf Feststellung der Unwirksamkeit von Beschlüssen der Gesellschafter gegen die Gesellschaft zu erheben sind (BGH, Urteil vom 11.12.1989, II ZR 61/89, juris; BGH, Urteil vom 01.03.2011, II ZR 83/09, juris).
Kommanditgesellschaft: Passivlegitimation für eine Klage auf Feststellung der …
Im Besonderen kann in der handelsrechtlichen Personengesellschaft der Streit, ob jemand der Gesellschaft angehört, nicht mit dieser, sondern nur im Prozess mit den Mitgesellschaftern ausgetragen werden; das folgt daraus, dass eine solche Streitigkeit die Grundlage des Gesellschaftsverhältnisses, den Gesellschaftsvertrag, betrifft und die Gesellschaft hierüber keine Dispositionsbefugnis hat (s. etwa BGH, WM 1990, 675 - Tz. 10).
Nach Sinn und Zweck einer solchen Vertragsbestimmung hat aber ein zwischen dem klagenden Gesellschafter und der Gesellschaft ergangenes Urteil die Folge, dass die übrigen Gesellschafter schuldrechtlich verpflichtet sind, sich an die in diesem Rechtsstreit getroffene Entscheidung zu halten (s. BGH, WM 1990, 675 - Tz. 11).
Darin liegt weder eine weitgehende Annäherung des Beschlussmängelrechts an die kapitalgesellschaftsrechtlichen Regeln, die ggf. die Auslegung erlaubte, es sei zumindest stillschweigend bestimmt, dass die in Frage stehenden Klagen gegen die Gesellschaft zu richten seien (zu diesem Ansatz etwa BGH, WM 1990, 675 - Tz. 15), noch erlaubt allein der Umstand, dass die aktienrechtliche Fristbestimmung des § 246 Abs. 1 AktG hier übernommen worden ist, eine solche Auslegung (vgl. die Erwägungen bei BGH, NJW 2006, 2854 - Tz. 14).
OLG Nürnberg, 04.05.1993 - 3 U 136/93

References: § 246
 § 256
 § 119
 § 47
 BGH 
 § 246