Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=29.03.2007&Aktenzeichen=IX%20ZR%2027%2F06
Timestamp: 2019-05-27 08:49:50+00:00

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BGH, 29.03.2007 - IX ZR 27/06 - dejure.org
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BGH, 29.03.2007 - IX ZR 27/06 (https://dejure.org/2007,886)
BGH, Entscheidung vom 29.03.2007 - IX ZR 27/06 (https://dejure.org/2007,886)
BGH, Entscheidung vom 29. März 2007 - IX ZR 27/06 (https://dejure.org/2007,886)
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InsO §§ 38, 129, 130, 131, 166, 170 Abs. 2, § 171 Abs. 2 Satz 3, § 173; UStG § 13b Abs. 1 Nr. 2
Umsatzsteuerschuld eines wegen sicherungsübereigneter Gegenstände zur abgesonderten Befriedigung berechtigten Gläubigers bei Inbesitznahme des Sicherungsguts vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens und Verwertung erst nach der Eröffnung; Deckungsanfechtung gegenüber einem absonderungsberechtigten und zugleich persönlichen Gläubiger des Insolvenzschuldners; Kostenbelastung des gesicherten Gläubigers durch die Pflicht zur vorherigen Abführung der Umsatzsteuerbelastung aus dem Verwertungserlös an die Masse; Umsatzsteuer für die Lieferung eines Sicherungsgutes
Abführung der Umsatzsteuer an die Masse bei Inbesitznahme des Sicherungsguts durch den Gläubiger vor und Verwertung nach Insolvenzeröffnung
Zur Verpflichtung des Gläubigers, den bei der Verwertung des Sicherungsgutes angefallenen Umsatzsteuerbetrag an die Masse abzuführen; Deckungsanfechtung gegenüber absonderungsberechtigten Gläubigern, die zugleich persönliche Gläubiger sind
Erstattung der Umsatzsteuer bei abgesonderter Befriedigung des Sicherungseigentümers; Voraussetzungen einer Deckungsanfechtung
Deckungsanfechtung nur gegen persönliche Gläubiger
Inbesitznahme sicherungsübereigneter Gegenstände vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens
InsO §§ 130, 131, 170 Abs. 2, § 171 Abs. 2 Satz 3; UStG § 13b Abs. 1 Nr. 2
Insolvenz; Steuern
UStG § 13b Abs. 1 Nr. 2; InsO § 170 Abs. 2, § 171 Abs. 2 Satz 3, § 173
Abführung von Umsatzsteuer an die Masse, wenn der Gläubiger das Sicherungsgut vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Besitz genommen, aber erst danach verwertet hat
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 29.03.2007, Az.: IX ZR 27/06 (Anfechtung bei Inbesitznahme von sicherungsübereigneten Gegenständen durch Gläubiger vor und Verwertung nach Verfahrenseröffnung)" von RA Dr. Jan de Weerth, original erschienen in: NZI 2007, 396 - 397.
Zusammenfassung von "Deckungsanfechtung versus "dingliche" Absonderung - eine wenig überzeugende Schlussfolgerung (zugleich Anmerkung zum Urteil des BGH vom 29.03.2007, Az.: IX ZR 27/06)" von RA Stephan Ries, original erschienen in: ZInsO 2007, 650 - 652.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 29.03.2007, Az.: IX ZR 27/06 (Inbesitznahme sicherungsübereigneter Gegenstände vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens)" von MinR Dr. Ulf Gundlach und RA Dr. Norbert Frenzel, original erschienen in: DZWIR 2007, 458 - 459.
LG Wuppertal, 04.03.2005 - 2 O 189/04
BGH, 12.10.2006 - IX ZR 27/06
NJW-RR 2007, 1207
ZIP 2007, 1126
MDR 2007, 1101
NZI 2007, 394
WM 2007, 1129
BB 2007, 1294
DB 2007, 1351
(1) Zwar stellt das Verwertungsrecht des Verwalters an mit Absonderungsrechten belasteten Gegenständen gemäß § 166 InsO einen selbständigen, im Kern geschützten Vermögenswert der Insolvenzmasse dar (BGH, Urteil vom 9. Oktober 2003 - IX ZR 28/03, ZInsO 2003, 1101, 1102 f; vom 29. März 2007 - IX ZR 27/06, ZInsO 2007, 605 Rn. 26;… vom 29. September 2011 - IX ZR 74/09, ZInsO 2011, 1979 Rn. 8; zur Konkursordnung vgl. BGH, Urteil vom 5. April 2001 - IX ZR 216/98, BGHZ 147, 233, 239).
Das bloße Entfallen von Kostenbeiträgen gemäß §§ 170, 171 InsO bedeutet aber keine objektive Gläubigerbenachteiligung, weil die Kostenbeiträge lediglich die Mehrkosten ausgleichen sollen, die durch die Bearbeitung von Absonderungsrechten innerhalb des Insolvenzverfahrens anfallen (BGH…, Urteil vom 9. Oktober 2003, aaO; vom 20. November 2003 - IX ZR 259/02, ZInsO 2004, 1137, 1138; vom 22. Juli 2004 - IX ZR 270/03, ZInsO 2004, 1028, 1030; vom 23. September 2004 - IX ZR 25/03, ZInsO 2005, 148, 149; vom 29. März 2007, aaO).
Geht einer Vollabtretung eine Sicherungsabtretung voraus, liegt die objektive Gläubigerbenachteiligung in dem Entzug des zunächst in der künftigen Insolvenzmasse verbleibenden Vermögenskerns (Fortführung von BGH, Urteil vom 29. März 2007, IX ZR 27/06, ZIP 2007, 1126 Rn. 26).
Dieses der Insolvenzmasse verbleibende Recht verkörpert durchweg einen selbständigen, im Kern geschützten Vermögenswert (BGH, Urteil vom 5. April 2001 - IX ZR 216/98, BGHZ 147, 233, 239; vom 9. Oktober 2003 - IX ZR 28/03, ZIP 2003, 2370, 2372; vom 29. März 2007 - IX ZR 27/06, ZIP 2007, 1126 Rn. 26).
Erst durch die spätere Vollabtretung ist dieser Vermögenswert aus dem Vermögen des Schuldners endgültig ausgeschieden und damit der Masse entzogen worden (vgl. BGH…, Urteil vom 9. Oktober 2003, aaO; vom 29. März 2007, aaO;… MünchKomm-InsO/Kirchhof, aaO § 129 Rn. 154).
Das der Insolvenzmasse zustehende Recht verkörpert einen selbständigen, im Kern geschützten Vermögenswert (BGH, Urteil vom 5. April 2001 - IX ZR 216/98, BGHZ 147, 233, 239; vom 2. Juni 2005 - IX ZR 181/03, ZIP 2005, 1651, 1652;… vom 9. Februar 2006 - IX ZR 121/03, ZIP 2006, 818 Rn. 16; entsprechend für den Fall einer Sicherungsübereignung: BGH, Urteil vom 9. Oktober 2003 - IX ZR 28/03, ZIP 2003, 2370, 2372; vom 29. März 2007 - IX ZR 27/06, ZIP 2007, 1126 Rn. 26).
BFH, 19.07.2007 - V B 222/06
Doppelumsatz bei Veräußerung eines sicherungsübereigneten Gegenstands - Lieferung …
bb) Aus dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 29. März 2007 IX ZR 27/06 (Der Betrieb 2007, 1351, Umsatzsteuer-Rundschau 2007, 583) folgt nichts anderes.
Die Anfechtung ist nur zulässig hinsichtlich der Umsatzsteuer (vgl. BGH ZIP 2007, 1126), die dem Kläger aber ohnehin zusteht (s. unten unter lit.. dd).
(1) Nach der grundlegenden Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 29.3.2007 (vgl. ZIP 2007, 1126 = NZI 2007, 394) hat der Kläger im Hinblick auf die von der Beklagten verwerteten Fahrzeuge - soweit hierfür Umsatzsteuer angefallen ist -, einen Erstattungsanspruch.
Insoweit wird auch auf das Urteil des BGH vom 29.03.2007, IX ZR 27/06, DB 2007, 1351, verwiesen, wonach der Sicherungsnehmer in Fällen der vorliegenden Art in Höhe der wegen der Lieferung des Sicherungsgutes an ihn angefallenen Umsatzsteuer aus dem Verwertungserlös einen Betrag in dieser Höhe in analoger Anwendung von § 170 Abs. 2, § 171 Abs. 2 Satz 3 InsO an die Masse abzuführen hat.
Auch aus dem Urteil des BGH vom 29.03.2007, IX ZR 27/06, DB 2007, 1351, folgt nichts anderes:.
Der Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs --BGH-- (vgl. Urteil vom 29. März 2007 IX ZR 27/06, BFH/NV Beilage 2007, 471) zur analogen Anwendung von § 13b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG ist nicht geeignet, einen weiteren Klärungsbedarf bzw. eine Divergenz als weiteren Zulassungsgrund nach § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO zu begründen.
OLG Frankfurt, 23.09.2009 - 4 U 60/09
Geltendmachung eines Vermieterpfandrechts durch Insolvenzverwalter; Besitzverlust …
Denn insoweit entsteht zugleich analog § 170 II InsO ein Erstattungsanspruch der Insolvenzmasse, was eine zur Anfechtbarkeit führende Gläubigerbenachteiligung ausschließt (vgl. BGH NJW-RR 2007, 1207 unter II 3+4).
Die Insolvenzmasse hat keinen Anspruch darauf, dass Absonderungsrechte bestehen bleiben, nur damit deren Feststellung und Verwertung im Insolvenzverfahren Kosten verursachen, die durch Zahlung einer Feststellungs- und Verwertungskostenpauschale nach den §§ 170, 171 InsO ausgeglichen werden muss (BGH NJW-RR 2004, 846 unter II 2 d bb; vgl. auch BGH ZIP 2005, 40 unter II; BGH NJW-RR 2007, 1207 unter II 4 b).
Anspruch auf Zahlung einer Feststellungspauschale und Verwertungspauschale auf …
Die Würdigung des Berufungsgerichts, dem Kläger könne wegen der vor Verfahrenseröffnung erfolgten Inbesitznahme der Fahrzeuge durch die Beklagte auch auf der Grundlage einer Insolvenzanfechtung ein Anspruch auf Zahlung der Feststellungs- und Verwertungspauschale (§§ 170, 171 InsO) nicht zuerkannt werden, steht in Einklang mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung (BGH, Urteil vom 23. September 2004 - IX ZR 25/03, WM 2005, 126, 127; vom 29. März 2007 - IX ZR 27/06, WM 2007, 1129 Rn. 30).
OLG Düsseldorf, 10.10.2012 - 18 U 82/12
Ferner spricht für die Auffassung des Senats, dass der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung ZIP 2007, 1126 zutreffend ausgeführt hat, dass nach den Wertungen und den Vorstellungen der Insolvenzordnung und des Umsatzsteuergesetzes die wegen der Lieferung der sicherungsübereigneten Gegenstände an den Sicherungsnehmer entstehende Umsatzsteuer im Ergebnis stets der Gläubiger tragen soll, die Masse mithin infolge dieser Verwertung im Ergebnis nicht mit Umsatzsteuer belastet werden soll.
OLG Düsseldorf, 05.03.2010 - 17 U 205/07
Anspruch auf Zahlung von Feststellungskosten i.H.v. vier Prozent eines wohl …

References: § 171
 § 173
 § 13
 § 171
 § 13
 § 13
 § 170
 § 171
 § 173
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 166
 § 129
 BGH 
 BGH 
 § 170
 § 171
 BGH 
 § 13
 § 115
 § 170
 BGH 
 BGH 
 BGH