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Timestamp: 2017-05-28 22:24:04+00:00

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5176e818%2F800e218d712c872c7846d70941a6a50ef96ad76d%2FManagement+f%C3%BCr+W%C3%B6lfe+Bayern by Canis Lupus - issuu
Umwelt, Gesundheit und VerbraucherschutzManagementplan
Stufe 1WolfsfährteWolfslosungHundefährteDezember 2007Managementplan
Dezember 2007Dieser Managementplan ist vom StMUGV unter Beteiligung von bzw. in Zusammenarbeit mit
folgenden Behörden, Institutionen, Verbänden und Vereinen im Rahmen der Steuerungs- und
Arbeitsgruppe „Wildtiermanagement/Große Beutegreifer“ erarbeitet worden (in alphabetischer Reihenfolge):
Bund Bayerischer Berufsjäger e.V.
Deutscher Tierschutzbund – Landesverband Bayern e.V.
VAUNA e.V. (Verein für Arten-, Umwelt- und Naturschutz)
StMUGV 2007. Managementplan Wölfe in Bayern – Stufe 1. München. 16 Seiten.Inhalt
1.Einleitung.....32.Leitlinien der Stufe 1.....43.
3.4.Biologie und Verbreitung des Wolfs
Wölfe im Osten.....4
.....64.
4.3.Der Wolf in Bayern
Bayern als Wolfslebensraum.....6
.....85.Monitoring.....86.Umgang mit auffälligen Wölfen.....97.Einzelfallbezogene Ausgleichszahlungen.....98.Präventionsmaßnahmen. . . . 109.Öffentlichkeitsarbeit. . . . 1010.Nationale und internationale Abstimmung. . . . 1011.Weiterführung des Managements. . . . 1112.Literatur und Informationsangebote. . . . 1113.Adressen und Ansprechpartner. . . . 12Anhang
Unterscheidung von Wolf und Hund
Verhalten bei Wolfsverdacht
Verhaltensregeln im Wolfsgebiet. . . . 13
. . . . 15Impressum. . . . 1621. Einleitung
Das bayerische Wolfsmanagement berücksichtigt
– wie beim Bären – drei Stufen, die sich jeweils auf
die Intensität der Wolfsanwesenheit beziehen:Ende Mai 2006 ist südwestlich von München im
Landkreis Starnberg ein Wolf überfahren worden.
Die genetischen Analysen konnten die Herkunft
des jungen Rüden eindeutig belegen: das Tier
stammte aus der italienisch-französischen Alpenpopulation und wurde Ende März 2006 im Grenzgebiet Italien/Schweiz – 250 km Luftlinie vom
Unfallort entfernt – schon einmal genetisch nachgewiesen. In Nordostbayern, v. a. im bayerischböhmischen Grenzraum gibt es vereinzelte Hinweise auf Wölfe, die sich bisher jedoch noch nicht
zweifelsfrei verifizieren ließen.Stufe 1 Zu- und durchwandernde Einzeltiere
Stufe 2 Standorttreue, wenige Tiere
Dabei sind die drei Stufen als Arbeitsschritte zu
verstehen, denn die Übergänge – insbesondere bei
Stufe 1 und 2 – sind fließend und eine Wiederbesiedelung kann relativ schnell erfolgen, wie
Erfahrungen in anderen Ländern gezeigt haben.Die Wolfspopulationen in Europa wachsen und
breiten sich wieder aus. Grundsätzlich ist Bayern
schon jetzt Wolfserwartungsland, d. h. es können
jederzeit aus den Alpen bzw. aus den nordöstlich
gelegenen Vorkommen in der Lausitz, Polen und
den Karpaten einzelne Tiere zu- bzw. durchwandern. Anders als beim Bären, dessen natürliche
und dauerhafte Ausbreitung nach Bayern noch
Jahrzehnte dauern kann, ist beim Wolf eine
wesentlich schnellere Rückkehr möglich.Das vorliegende Dokument „Managementplan
Wölfe in Bayern – Stufe 1“ beschreibt den Handlungsrahmen und regelt Zuständigkeiten, Kommunikationswege, das Monitoring und die Abwicklung von Ausgleichszahlungen, wenn Wölfe nach
Bayern zuwandern. Der Plan zielt darauf ab, ein
möglichst konfliktarmes Nebeneinander von
Mensch und zuwandernden Wölfen zu erreichen.
Wildtiermanagement ist ein Prozess, der neben
den spezifischen tierökologischen Faktoren auch
die Auswirkungen auf den gesamten Lebensraum
sowie andere Tier- und Pflanzenarten berücksichtigt, ebenso auch die gesellschaftliche Komponente.Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt,
Gesundheit und Verbraucherschutz hat im Dezember 2006 in Abstimmung mit dem Bayerischen
die Steuerungsgruppe „Wildtiermanagement/
Große Beutegreifer“ eingerichtet. In einer von der
Steuerungsgruppe beauftragten Arbeitsgruppe
wird der Umgang mit den großen Beutegreifern
Bär, Wolf und Luchs interessensübergreifend diskutiert und abgestimmt und in Managementplänen
zusammengeführt. Ende April 2007 wurde der
Managementplan „Braunbären in Bayern – Stufe 1“
vorgelegt. Das vorliegende Dokument behandelt
nun den Wolf.Die mögliche Rückkehr der Wölfe weckt starke
Emotionen. Vertrauen und Kompromissbereitschaft zwischen den Interessengruppen müssen
schrittweise aufgebaut werden. Deshalb stehen
Maßnahmen zur Schadensprävention, zur Ausgleichszahlung und ausgewogenen Information der
Öffentlichkeit im Vordergrund.32. Leitlinien der Stufe 13. Biologie und Verbreitung des Wolfs1. Der Freistaat Bayern wirkt mit an einer europaweiten Zielsetzung und an einem Länder übergreifenden Management für den Wolf.3.1. Biologie
Mitteleuropäische Wölfe wiegen bei einer Schulterhöhe von etwa 70 cm durchschnittlich 40 kg –
dabei sind die Männchen in der Regel schwerer als
die Weibchen. Im Unterschied zu im Gewicht vergleichbaren Schäferhunden sind Wölfe deutlich
hochbeiniger. Die Ohren sind relativ klein und dreieckig, der gerade und buschige Schwanz wird
meist herabhängend getragen. Häufig haben Wölfe
eine schwarze Schwanzspitze und einen dunklen
Sattelfleck. Oft sind auch die Vorderseiten der
Beine dunkel gefärbt.2. Bayern entwickelt ein abgestuftes Wolfsmanagement, bei dem den jeweiligen Stufen ein
bestimmter Handlungsrahmen zugeteilt ist,
und setzt es um.
Stufe 1: Zu- und durchwandernde Einzeltiere
Stufe 2: Standorttreue, wenige Tiere
Stufe 3: Etablierte Population mit Reproduktion
3. Eine Aussetzung von Wölfen in Bayern ist nicht
vorgesehen.Wölfe leben in Rudeln, die sich als Familienverband
aus den Elterntieren und wechselnden Mitgliedern
nachfolgender Generationen zusammensetzen. Die
Paarungszeit ist im Februar und März, gut zwei Monate später werden durchschnittlich 4 bis 6 Junge
geboren. Das Rudel nutzt ein eigenes Territorium,
dessen Größe von der verfügbaren Nahrung abhängt.4. Schäden an Nutztieren und andere wirtschaftliche Schäden sollen vermieden bzw. ausgeglichen werden. Möglichkeiten der Prävention
werden in enger Zusammenarbeit aller Beteiligten auf ihre Anwendbarkeit hin überprüft und
5. Der Umgang mit Wölfen wird auf Grundlage der
rechtlichen Rahmenbedingungen interessensübergreifend abgestimmt.In Polen betragen die Reviergrößen 150 – 350 km²,
ein radiotelemetrisch überwachtes Rudel in der
Oberlausitz nutzte etwa 250 km².6. Das Monitoring von zuwandernden Wölfen,
u. a. die Beratung vor Ort und die Begutachtung
von Nutz- und Wildtierrissen wird durch die
bayerischen „Beauftragten für große Beutegreifer“ und die Zuarbeit vor Ort gewährleistet.Im Alter von 10 – 22 Monaten, in der Regel mit
Erreichen der Geschlechtsreife, verlassen die Jungwölfe das elterliche Rudel und suchen nach einem
Geschlechtspartner und einem eigenen Territorium. Dabei wandern vor allem junge Rüden sehr
weite Strecken von oft mehreren hundert Kilometern. Wölfe werden im Freiland nur selten älter als
10 Jahre.7. Ausgleichszahlungen werden über eine Trägergemeinschaft von Vertretern der anerkannten
Naturschutzverbände abgewickelt. Diese erhalten vom Bayerischen Naturschutzfonds Zuschüsse in Höhe von 85 %. Die Förderung
dieses „Wildtierfonds“ ist ausdrücklich auf Bär,
Wolf und Luchs beschränkt. Eine fundierte
Begutachtung von Schäden ist hierfür im Rahmen des Monitorings gewährleistet.Der Wolf hat ein sehr breites Nahrungsspektrum.
Es reicht von Aas über Kleinsäuger bis zu großen
Huftieren. Diese sind in Mitteleuropa bei Wildtieren vor allem Reh-, Rotwild und Wildschwein, bei
den Haustieren insbesondere Schafe und Ziegen.8. Durch konkrete Umsetzung von Maßnahmen
und Öffentlichkeitsarbeit wird die Akzeptanz für
den Wolf in Bayern gefördert. Dabei werden in
der Arbeitsgruppe gemeinsam Leitlinien für
eine bedarfsorientierte und zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit entwickelt.4großen geschlossenen eurasischen Population, mit
den westlichen Verbreitungsgrenzen in Ostpolen
und den Karpaten.3.2. Verbreitung in Europa
Wölfe sind äußerst anpassungsfähig und besiedelten einst die gesamte Nordhalbkugel. Auch in
Europa sind sie flächendeckend verbreitet gewesen. Aufgrund direkter menschlicher Nachstellung
wurden sie jedoch in weiten Teilen zurückgedrängt.
Um 1850 galt Deutschland als wolfsfrei – jedoch
wurden bis Anfang des 20. Jahrhunderts immer
wieder einzelne Wölfe erlegt. Der letzte dokumentierte Wolfsabschuss fand im Bayerischen Alpenraum 1836 statt, im Bayerischen Wald 1846, im
Odenwald 1866 und im Fichtelgebirge 1882. Nach
dem 2. Weltkrieg sind immer wieder Einzeltiere in
Deutschland, vor allem in den östlichen Bundesländern, aufgetaucht.3.3. Wölfe im Alpenraum
In den italienischen Südalpen ist seit mehren Jahren eine Zuwanderung von Wölfen aus dem
Apennin zu beobachten. Vor allem die Unterschutzstellung 1972 in Italien und die verbesserte
Nahrungsgrundlage durch die Wiederansiedlung
von Wildschwein, Rothirsch, Gams und Damwild
scheinen dafür verantwortlich zu sein. Derzeit
leben mindestens 5 Rudel im Piemont an der französischen Grenze. Nach Frankreich sind einzelne
Wölfe 1992 in den Mercantour-Nationalpark eingewandert und haben sich mittlerweile in der Region
mit 15 Rudeln etabliert (Bestandsschätzung durch
Genetik und Abfährten für 2007: 120 – 140 Tiere).
Von dieser Wolfspopulation der Südalpen wandern
immer wieder einzelne Wölfe in die Schweiz (Wallis, Tessin, Graubünden) ein (vgl. Abbildung 2). Im
bayerischen Alpenraum konnten bislang keine Tiere
nachgewiesen werden. Ende Mai 2006 wurde
jedoch bei Pöcking im Landkreis Starnberg ein
Wolf überfahren, dessen Herkunft über genetischeWölfe haben nicht unbedingt nur dort überlebt, wo
die besten Lebensräume erhalten geblieben sind,
sondern vor allem dort, wo wir Menschen dies zugelassen haben. In Europa leben Wölfe derzeit in
mehreren, z. T. isolierten Teilpopulationen (vergl.
Abbildung 1): (1) in Skandinavien; (2) auf der iberischen Halbinsel; (3) im Apennin und den italienischen/französischen Alpen; (4) im Dinarischen
Gebirge von Slowenien und Kroatien; (5) in derAbbildung 1:Verbreitung des Wolfes in Europa
(aus: Reinhardt & Kluth 2007, verändert)SF
SRUSLTDKLV
zu RUSBYIRL
GB(5)NLDPLBUA(5)CZLSKBayernA
FMDHCHROMSLO HR(3)BiH(2)
P(5)(4)
SRBIMK (5)(3)EAL500 km5BGGRTRAnalysen zweifelsfrei der Südalpenpopulation
zugeordnet werden konnte.4. Der Wolf in Bayern
4.1. Rechtliche Situation3.4. Wölfe im OstenDer Wolf ist nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11
BNatSchG besonders und streng geschützt, da er
in Anhang A der Verordnung (EG) Nr. 338/97 sowie
in Anhang IV der FFH-RL (92/43/EWG) genannt ist.
Es gelten deshalb die Zugriffs-, Stör- und Besitzverbote des § 42 BNatSchG. Ausnahmen von diesen
Verboten sind nur im Einzelfall unter den Voraussetzungen des § 43 Abs. 8 BNatSchG bzw. § 62
BNatSchG zulässig. Hierfür sind die Regierungen
als höhere Naturschutzbehörde zuständig. Der
Wolf unterliegt zudem dem Vermarktungsverbot
des Art. 8 Abs. 1 VO Nr. 338/97, von dem nur unter
den Voraussetzungen des Art. 8 Abs. 3 VO Nr.
338/97 durch die zuständige untere Naturschutzbehörde abgewichen werden darf.Über die Karpaten breiten sich Wölfe nur langsam
nach Westen aus. In den Beskiden leben mittlerweile wieder acht Rudel. In der Vergangenheit
wurde von Ostpolen her immer wieder auch der
westpolnische Bereich besiedelt. Seit Ende der
1990er Jahre leben in der sächsischen Oberlausitz
wieder Wölfe. Im Jahr 2007 haben sich bereits 4
Rudel in der Lausitz etabliert. Zwei davon nutzen
jeweils Gebiete sowohl in Sachsen als auch in
Brandenburg. Im Mai 2007 wurde ein Wolf in der
Lüneburger Heide fotografiert. Im Bayerischen
Wald und im bayerisch-böhmischen Grenzraum liegen Hinweise auf sporadische Anwesenheit einzelner Tiere vor. Auch im Grenzraum Fichtelgebirge/
Sachsen liegen einige Hinweise vor. Ein eindeutiger Nachweis fehlt bisher jedoch.Der Wolf unterliegt nicht dem Jagdrecht. Tierschutzrechtliche Anforderungen, insbesondere die
des § 1 TierSchG, sind zu wahren.
Kreuzungen zwischen wildlebenden Wölfen und
Haushunden, sog. Hybriden, unterliegen in denAbbildung 2:Wolfsvorkommen in benachbarten Ländern und
Möglichkeiten der Zuwanderung nach DeutschlandNIEDERLANDEDEUTSCHLAND
POLENBELGIEN
REPUBLIKLUXEMBURGSLOWAKEIBAYERN
ÖSTERREICHFRANKREICHUNGARN
ITALIENBOSNIENHERZEGOWINA
SERBIEN250 km
6BULGARIENersten vier Generationen dem gleichen Schutzstatus wie Wölfe. Aus Sicht des internationalen Artenschutzes sollten jedoch alle Maßnahmen ergriffen
werden, um eine Ausbreitung von Hundegenen in
den Wolfsbestand zu verhindern, vor allem in der
Etablierungsphase. Dies bedeutet in der Praxis
eine schnellstmögliche Entfernung der zweifelsfrei
als Hybriden identifizierten Tiere aus der Wildbahn.hierbei von der gleichnamigen Arbeitsgruppe fachlich unterstützt (Zusammensetzung vgl. Anhang).
Die Trägergemeinschaft „Wildtierfonds Große
Beutegreifer Bayern“ wickelt die einzelfallbezogenen Ausgleichszahlungen bei Übergriffen von
Bär, Luchs und Wolf auf Nutztiere ab. Beratend stehen ihr die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
und das Landesamt für Umwelt (LfU) zur Seite.4.2. Zuständigkeiten und Strukturen
Das Monitoring der großen Beutegreifer wird durch
ein „Netzwerk Große Beutegreifer“ umgesetzt.
Die bisher für den Bären zuständigen Ansprechpartner sind auch für den Wolf federführend
zuständig und werden fortan „Beauftragte für
Große Beutegreifer“ genannt. Sie sind derzeit beim
LfU und beim Nationalpark Berchtesgaden
beschäftigt und werden durch kompetente Zuarbeit vor Ort unterstützt (vgl. Abbildung 3).Der Wolf unterliegt der FFH-Richtlinie und ist somit
im Bundesnaturschutzgesetz besonders und
streng geschützt. Die Letztverantwortung für das
Wolfsmanagement liegt deshalb beim Bayerischen
Verbraucherschutz (StMUGV ) als oberste Naturschutzbehörde. Die Aktivitäten werden mit dem
Bund, den benachbarten Bundesländern und auf
internationaler Ebene abgestimmt.Das LfU ist für die Umsetzung und Koordination
des Monitorings verantwortlich. Es bildet die Klammer zwischen der fachlichen Arbeit auf regionaler
Ebene und den behördlichen und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Bei Bedarf ist das
LfU auch im Rahmen des Monitorings vor Ort tätig.Die Steuerungsgruppe „Wildtiermanagement/
Große Beutegreifer“, die vom StMUGV im Dezember 2006 eingerichtet worden ist, hat bei der
Umsetzung der Stufe 1 des Managementplan
„Wölfe in Bayern“ beratende Funktion und wirdAbbildung 3:Zuständigkeiten und Strukturen im bayerischen WolfsmanagementStMUGVBeratungSteuerungsgruppeAbstimmungWildtiermanagement/
Große BeutegreiferArbeitsgruppe
AbstimmungBezirksregierungenWildtierfondsLfULfLTrägergemeinschaft
UnterstützungFachliche
AbstimmungMonitoring vor Ort
Bayerische Beauftragte und
Netzwerk „Große Beutegreifer”7Es ist zu erwarten, dass der Wolf das Schalenwild
als wichtige Nahrungsgrundlage nutzen wird. Fragestellungen zum Schalenwild sind von grundlegender jagd- und forstpolitischer Bedeutung und liegen
im Zuständigkeitsbereich des Staatsministeriums
für Landwirtschaft und Forsten. Mit dem Obersten
Jagdbeirat besteht ein nach Art. 50 BayJG gesetzlich anzuhörendes Gremium, in dem alle wesentlichen Interessensgruppen vertreten sind.5. Monitoring
Ein gezieltes Monitoring von zu- und durchwandernden Einzeltieren ist beim Wolf schwierig. Die
Strukturen, die bisher für das Monitoring der
Großen Beutegreifer aufgebaut worden sind, werden auch für den Wolf verwendet.
Die „Beauftragten für große Beutegreifer“ fungieren als zentrale Ansprechpartner und bilden die
Klammer zwischen den behördlichen Strukturen
und dem Monitoring vor Ort. Dieses beinhaltet die
Abklärung und Bewertung von Hinweisen, u. a. die
Begutachtung von Nutz- und Wildtierrissen, um
letztendlich den Populationsstatus einschätzen zu
können. Darüber hinaus wird das Verhalten der
Tiere soweit möglich dokumentiert. Das Monitoring für die großen Beutegreifer wird im Alpenraum
durch Personen aus dem Kreis der Berufsjägerschaft, den Bayerischen Staatsforsten und Naturschutz umgesetzt. Für den nordostbayerischen
Raum werden vorwiegend aus dem Kreis der
schon vorhandenen Luchsberater einige Personen
im Hinblick auf Wolf und Bär fortgebildet, ebenso
bisher geschulte Wolfsberater im Bezug auf Bär
und Luchs. Damit werden Parallelstrukturen in der
Beratung vermieden. Zukünftig finden Schulungen
und Fortbildungen immer für die drei Beutegreifer
statt. Die geschulten Personen fungieren als
Ansprechpartner für die lokale Bevölkerung.Fragestellungen zum Schalenwild und Anregungen
aus der Steuerungs- und Arbeitsgruppe werden
vom Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten aufgegriffen. Die erzielten Ergebnisse werden
dem Wolfsmanagement in Abstimmung mit dem
Obersten Jagdbeirat beigesteuert.4.3. Bayern als Wolfslebensraum
Wölfe sind sehr anpassungsfähig und besiedeln in
Europa die verschiedensten Lebensräume. Sie können in Naturlandschaften genauso leben wie in von
Menschen geprägten Kulturlandschaften.
Deshalb ist es auch nicht vorhersehbar, welcher
Lebensraum in Bayern von Wölfen besiedelt werden wird. Auswirkungen auf Nutztierhaltung und
Schalenwildmanagement sind dabei möglichst konfliktarm zu gestalten. Innerhalb des Themenfelds
Wolf/Mensch erscheinen Sicherheitsfragen weniger vordringlich als beim Bären, können aber
wegen des oft negativen Wolfsbilds in unserer
Gesellschaft nicht außer Betracht bleiben (vgl. dazu
Kapitel 6 und Anhang).Beim Bayerischen Landesamt für Umwelt werden
die Daten im Rahmen der Artenschutzkartierung
vorgehalten und ausgewertet. In den Treffen der
Arbeitsgruppe „Wildtiermanagement/Große Beutegreifer“ werden die Ergebnisse vorgestellt,
diskutiert und in einer abgestimmten Form der
breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die vom
Wolfsnetzwerk Bayern, einem länderübergreifenden Zusammenschluss verschiedener Verbände
und Organisationen ins Leben gerufene und von
der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe betreute
Hotline bleibt bestehen.86. Umgang mit auffälligen Wölfen7. Einzelfallbezogene
AusgleichszahlungenEine Information und Diskussion über auffälliges
Wolfsverhalten sowie geeigneter Maßnahmen
erfolgen in der Arbeits- und Steuerungsgruppe
Wildtiermanagement/Große Beutegreifer. Die
äußerst seltenen Fälle, in denen es bei Wölfen zu
Angriffen gegenüber Menschen kommen kann,
lassen sich den vier Bereichen Tollwut, Gewöhnung an menschennahe Nahrung (Haustiere,
Abfall), Habituierung und Provokation zuordnen.Der Staat haftet nicht für Schäden, die durch wildlebende Tiere verursacht werden. Bei besonders
gefährdeten Tierarten wie den drei großen Beutegreifern Bär, Wolf und Luchs erscheinen jedoch
Ausgleichszahlungen zur Akzeptanzsicherung
In den nächsten Jahren ist eine Zuwanderung von
einzelnen Wölfen möglich. Im Rahmen des dreistufigen Managements hat für die Phase 1 der Ausgleich von unmittelbaren Wolfsschäden Vorrang
vor der Anwendung von Präventionsmaßnahmen.Vor allem einer Gewöhnung an menschliche Nähe
und einer gezielten Anfütterung ist entgegenzuwirken (vgl. Anhang).
Bei wiederholt auffälligem Verhalten werden die
Beauftragten für Große Beutegreifer in Abstimmung mit der Steuerungsgruppe Wildtiermanagement/Große Beutegreifer adäquate Maßnahmen
wie beispielsweise eine Vergrämung durchführen.
Die Sicherheit des Menschen steht an erster Stelle.Der Bayerische Naturschutzfonds fördert im Rahmen eines Projekts „Wildtierfonds Große Beutegreifer“ eine einzelfallbezogene Ausgleichszahlung
von Schäden durch Bär, Wolf und Luchs zu 85 %.
Die bayerischen Naturschutzverbände BJV, BN
und LBV haben dazu eine Trägergemeinschaft
gegründet, in der die Wildland Stiftung die Abwicklung der Ausgleichszahlung federführend übernimmt. Der Eigenanteil von 15 % wird zu gleichen
Teilen durch die beteiligten Verbände (ggf. zusätzlich auch durch Sponsoren/Spenden) abgedeckt.
Die Erarbeitung der Leitlinien zur finanziellen Bewertung der Schäden und die fachliche Beratung
erfolgen über die Landesanstalt für Landwirtschaft
unter Beteiligung des Bayerischen Bauernverbandes und über das Landesamt für Umwelt sowie
durch die den Fonds mittragenden Organisationen.Der Umgang mit Wölfen, die trotz eingesetzter
Präventionsmaßnahmen große wirtschaftliche
Schäden anrichten, wird unter Berücksichtigung
der rechtlichen Rahmenbedingungen ebenfalls in
Steuerungs- und Arbeitsgruppe interessensübergreifend abgestimmt.Die durch die Fachministerien zu schaffenden notwendigen Voraussetzungen zur Umsetzung des
Wildtierfonds durch die Trägergemeinschaft sind:
• Erstellung eines Katalogs von Ausgleichsleistungen mit Definition und Auflistung der abgedeckten Schäden
• Regelung der Höhe von Ausgleichszahlungen
(Federführung durch Landesanstalt für Landwirtschaft)
• Etablierung von kompetenten Begutachtern vor
• Gewährleistung von Schulung und Fortbildung
der Begutachter
• Schnelles und klares Ablaufschema der Begutachtung (evt. Zweifelsfälle über TBA und
geschulte Amtstierärzte)
• Jährliche Berichtspflicht (z. B. Präsentation in
Arbeitsgruppen-Sitzung)98. Präventionsmaßnahmen
Im Grundsatz gilt, dass Schäden durch vorbeugende Maßnahmen vermieden werden sollen. Dies
kann jedoch bei zu- und durchwandernden Einzeltieren unverhältnismäßig sein. Trotzdem müssen
Grundlagen und Möglichkeiten der Prävention dargestellt und ggf. auf den bayerischen Raum zugeschnitten werden. Fehlende Prävention bedeutet in
Stufe 1 kein Ausschlusskriterium für etwaige Ausgleichszahlungen.Das StMUGV unterstützt die Arbeitsgruppe im
Sinne der Koordination und damit synergistischen
Grundsätzlich wird die Öffentlichkeitsarbeit facettenreich gestaltet. Wichtige Fakten zur Ökologie
und Verbreitung sowie die Vorstellung von Managementmaßnahmen können über bewährte Medien
wie Informationstafeln, Faltblätter, Broschüren,
Ausstellungen und Internet-Auftritt erfolgen (vgl.
Kapitel 12). Im Rahmen der Arbeitsgruppe Wildtiermanagement/Große Beutegreifer wird eine große
Wanderausstellung zu Bär, Wolf, Luchs und ihre
Wechselbeziehungen zum Mensch bis April 2008
fertig gestellt. Die in der Arbeitsgruppe vertretenen
Interessensgruppen bringen sich und ihre Beiträge
in diese Ausstellung ein.In der alpinen Schafhaltung wird einer der Schwerpunkte des zukünftigen Managements gesehen.
Deshalb wird in enger Abstimmung mit der Arbeitsgruppe Wildtiermanagement/Große Beutegreifer
eine Strukturanalyse der wesentlich betroffenen
Nutztierhaltung, insbesondere der Schafhaltung im
bayerischen Alpenraum durchgeführt, welche die
Grundlage für das weitere Vorgehen darstellt.Konkrete Veranstaltungen vor Ort wie Vorträge,
Exkursionen und moderierte Arbeitstreffen bieten
die Möglichkeit zur intensiven Diskussion und
unterstützen den Dialog. Diesen Prozess fördert
auch eine gezielte Information von Multiplikatoren.
In der Erziehung und Ausbildung spielen besonders
Kindergärten, Schulen sowie die Jagd- und Landund Forstwirtschaftsausbildung eine Rolle.Ebenso werden bayernweit die derzeitige wesentlich betroffene Nutztierhaltung und zu erwartende
Konflikte mit zuwandernden Wölfen analysiert.
Darüber hinaus werden allgemein die Finanzierungsmöglichkeiten von Präventionsmaßnahmen
ausgelotet.9. ÖffentlichkeitsarbeitDarüber hinaus ist das Thema Wolf in die Erwachsenenbildung, in Touristik, Hoch- und Fachhochschule, und anderweitigen Lehrangeboten zu verankern. Dazu werden in der Arbeitsgruppe Wildtiermanagement/Große Beutegreifer geeignete
Konzepte entwickelt.Fundierte Öffentlichkeitsarbeit, gekoppelt mit der
Umsetzung von weiteren Maßnahmen, bereitet die
Menschen auf die Anwesenheit von Wölfen in
Bayern vor und hilft Ängste und Vorurteile ab- und
ein wirklichkeitsnahes Bild vom Wolf aufzubauen.
Dazu lassen sich folgende Rahmenbedingungen
• Die Öffentlichkeitsarbeit nimmt Menschen in
ihren Bedürfnissen, Sorgen und Wünschen
ernst. Sie ist deshalb bedarfsorientiert und zielgruppenspezifisch aufzubauen.
• Die fachlichen Grundlagen werden gemeinsam
• Die Öffentlichkeitsarbeit wird aufeinander abgestimmt.
• Ein gemeinsames Auftreten von Nutzer- und
Schützergruppen ist anzustreben.10. Nationale und
Bayern war seit 2005 im Rahmen einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) an der Erstellung
des Leitfadens „Leben mit Wölfen“ (Herausgeber:
BfN – Bundesamt für Naturschutz) beteiligt. Insofern besteht im Bezug auf das Wolfsgeschehen
bereits ein enger Kontakt mit dem Bund und anderen Bundesländern. Ein vom BfN gefördertes
Forschungsprojekt (Folgeprojekt) zur Ausbreitung
der sächsischen Wölfe in Deutschland und den
Nachbarstaaten wird auch wieder von einer PAG
mit bayerischer Beteiligung begleitet.Konkrete Projekte werden in der Arbeitsgruppe im
Rahmen der Umsetzung des „Managementplans
Wölfe in Bayern - Stufe I“ entwickelt und begleitet.1012. Literatur und
Der Bund ist im Rahmen des Prozesses Wildtiermanagement/Große Beutegreifer in der Arbeitsgruppe im StMUGV beteiligt. Im Rahmen des EUProjekts „Guidelines for Population Level Management Plans for Large Carnivores“ veranstaltete das
Reaktorsicherheit (BMU) im November 2007 einen
nationalen Workshop in Bonn.„Wölfe in Bayern – was tun?“ Merkblatt des „Runder
Tisch – Wolfsnetzwerk Bayern“
„Wölfe in Bayern“ – Broschüre der BundNaturschutzKreisgruppe Freyung-Grafenau und der Gesellschaft
zum Schutz der Wölfe
„Mit Wölfen leben – Informationen für Jäger, Förster
und Tierhalter“ – Broschüre mit ausführlicher
Darstellung der Biologie/Nachweismöglichkeiten sowie
kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.deBayern beteiligt sich zukünftig am alpenweiten
Informationsaustausch zum Thema Wolf. Dieser
wird im Rahmen von regelmäßigen Arbeitstreffen
(AWW – Alpine Wolf Workshops) umgesetzt und
federführend von KORA (Koordinierte Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der
Raubtiere in der Schweiz) betreut.„Ökologie und Verhalten des Wolfes – kleine Wolfsspurenkunde“. Ausführliche Darstellung der Ökologie
des Wolfes sowie ein Einblick in die Fährtenkunde
sebastiankoerner@t-online.de
Reinhardt Ilka & Gesa Kluth 2007: Leben mit Wölfen –
Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen
Tierart in Deutschland – BfN-Projekt „Fachkonzept für
ein Wolfsmanagement in Deutschland“
www.bfn.de/0502_artenschutz.html11. Weiterführung
des ManagementsInformationen des Kontaktbüros „Wolfsregion Lausitz“
zur Biologie und zum Management von Wölfen
www.wolfsregion-lausitz.deWölfe gelten als schnelle Kolonisierer neuer Lebensräume. In Frankreich haben sich durch Zuwanderung aus Italien innerhalb eines Jahrzehnts mehrere
Rudel etabliert. Eine ähnlich schnelle Besiedlung ist
auch für den nördlichen Alpenraum nicht ausgeschlossen. Ebenso wächst die Population in der
Lausitz, so dass auch von dort eine Zuwanderung
nach Nordostbayern möglich ist.Umfangreiche Seite der „Gesellschaft zum Schutz der
Wölfe“ zum Wolf und Aktivitäten in Deutschland
Umfangreiche Informationen vom Schweizer Infodienst
Wildbiologie zur Biologie des Wolfes, zu Konflikten und
dem Status in der Schweiz
www.wild.unizh.ch/wolf
Kindergerechte Aufbereitung der Rückkehr der Wölfe
www.wolf-kinderclub.de/07%20Aktuelles/
07Brandenburg.htmlBei der Weiterführung des Wolfsmanagements hin
zur Stufe 2 (standorttreue Einzeltiere) werden deshalb der Ausbau des Monitorings, Präventionsaspekte in der Nutztierhaltung, das Management
der natürlichen Beutetiere und die Abstimmung
einer sachorientierten und zielgruppenspezifischen
Öffentlichkeitsarbeit zu berücksichtigen sein.Ausführliche Informationen zur Biologie von Wolf, Luchs
und Bär sowie Darstellung des Wolfsmanagements in
Informationen der Large Carnivore Initiative of Europe
über den Wolf und sein Management in Europa
www.lcie.org11Christian Hierneis
Mobil: 0178 5372048
E-Mail: hierneis@gmx.de13. Adressen und Ansprechpartner
Dr. Werner d’Oleire-Oltmanns
Seethaler Straße 6
Tel. 08682 8963-55
E-Mail: werner.doleire@anl.bayern.deDr. Kai Frobel
BN-Referat für Arten- und Biotopschutz
Tel: 0911 8187819
E-Mail: kai.frobel@bund-naturschutz.deBayerisches Landesamt für Umwelt
Tel. 0821 9071-0
Institut für Tierzucht, Arbeitsgruppe Schafzucht,
Dr. Christian Mendel
85586 Poing-GrubDeutscher Tierschutzbund
Tel. 08821 9438265Bayerischer Waldbesitzerverband e.V.
Max-Joseph-Straße. 9, Rgb./III
Tel. 089 5803080Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V.
Dr. Peter Blanché & Dr. Rolf Jäger
Tel. 08139 1666Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft
Referat Schaf- und Kleintierzucht und -haltung
Tel. 089 2182-0Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
Tel. 09174 4775-0Bayerisches Staatsministerium für Umwelt,
Tel. 089 9214-2585Landesjagdverband Bayern e.V.
Tel. 089 990234-0Bayerischer Bauernverband e.V.
Max Joseph-Straße 9
Tel. 089 55873-0Landesverband Bayerischer Schafhalter e.V.
Tel. 089 536226Bund Bayerischer Berufsjäger
Gerhard Schwaninger
Dickelschwaig 1
Tel. 08822 7299Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
Tel. 08552 9600-012Nationalparkverwaltung Berchtesgaden
Tel. 08652 9686-0Anhang
Zusammensetzung Steuerungsgruppe
Wildtiermanagement/Große BeutegreiferVAUNA e.V. (Verein für Arten-, Umwelt- und Naturschutz)
Tel. 08822 6286
Mobil: 0171-5873747Bayerisches Staatsministerium für Umwelt,
Landesjagdverband Bayern e.V.Verband der Bayerischen Grundbesitzer e.V.
Tel. 089 747925-00Zusammensetzung der Arbeitsgruppe
für den Themenbereich Wolf
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt,
Deutscher Tierschutzbund – Landesverband
VAUNA e.V. (Verein für Arten-, Umwelt- und
World Wide Fund For Nature (WWF) DeutschlandWildbiologisches Büro Lupus
Tel. 035727 57762
Tel. 069 79144-183Der vorliegende „Managemenplan Wölfe in Bayern
– Stufe 1“ ist unter folgender Website im PDF-Format verfügbar:www.natur.bayern.de13Über die Unterscheidung von Wolf und Hund – möglich oder unmöglich?
In Deutschland leben etwa 5 Millionen Hunde. Oft
sind sie auch fernab von Siedlungen und außehalb
der Kontrolle ihrer Besitzer, also ohne diese unterwegs. Je nach Hunderasse ist eine äußerliche Unterscheidung leicht, in Fällen wie bewusst wolfsähnlich gezüchtete Rassen wie Husky, Malamute,
Laika, Saarloos und tschechoslowakischem Wolfshund jedoch kaum möglich. Zudem hinterlassen
Wolf und Hund bei vergleichbarer Größe quasi
identische Pfotenabdrücke. Deshalb ist große Vorsicht bei der Beurteilung von Beobachtungen oder
sonstigen Hinweisen geboten.der Fährtenverlauf und wie die einzelnen Pfoten
gesetzt werden. Anhaltspunkt ist vor allem eine
energiesparendere Fortbewegungsweise – Wölfe
laufen in der Regel geradliniger und setzen bei
tiefem Boden oder im höheren Schnee meist den
Hinterfuß in den Abdruck des Vorderfusses
(„Schnüren“). Hunde dagegen können sich in der
Regel eher Energieverschwendung leisten, laufen
deshalb oft unsteter und wechseln häufiger die
Wolfslosung enthält viele Haare und Knochenreste
der Beutetiere. Hunde dagegen ernähren sich
höchst selten von ganzen Tieren, so dass Haare
und Knochenreste meist in der Losung fehlen.Die Pfoten von Wolf und Hund sind baugleich; je
nach Hunderasse haben die Fährten auch durchaus
vergleichbare Größe. Wichtig für die Beurteilung istVergleichWolfSchäferhundallgemeine Gestaltlange Beine, schmaler Brustkorb
quadratische Gestaltkurzbeinig, breiter Brustkorb
rechteckige GestaltKörperfärbunggrau mit gelb-bräunlichem Einschlag;
oft dunkler Sattel auf Rücken und Schultern;
schwarze Schienbeinemeist schwarzbraun bis schwarzgrauKopf und Gesichtgroßer, breiter Kopf; Gesicht häufig hell und
kontrastreich gefärbt; relativ kleine,
dreieckige Ohren; helle Augengroßer, vergleichsweise schmaler Kopf
mit dunkler Schnauze; große Stehohren;
dunkle AugenSchwanzhaltungrelativ kurzer Schwanz, wird meist
herabhängend getragen
(selten über Rückenlinie)langer Schwanz, säbelartig gebogen,
oft über Rückenlinie getragen14Was tun bei Wolfsverdacht?Verhaltensregeln im WolfsgebietWenn Sie glauben, einen Wolf in Bayern gesehen
zu haben, verständigen Sie die Bayerische „WolfsHotline“ 0160 9495-3295. Sie wird von der
Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. betreut.
Ansprechpartner für den artenschutzrechtlichen
Vollzug sind die jeweiligen Bezirksregierungen, dort
das Sachgebiet Naturschutz:Es ist äußerst selten, einem Wolf in der freien
Wildbahn zu begegnen. Wölfe meiden in der Regel den Kontakt mit Menschen, jedoch nutzen sie
durchaus die vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft. Wenn Sie einem Wolf begegnen sollten,
• Laufen Sie nicht weg. Wenn Sie mehr Abstand
möchten, ziehen Sie sich langsam zurück.
• Falls Sie einen Hund dabei haben, sollten Sie
diesen in jedem Fall anleinen und nahe bei sich
• Wenn Ihnen der Wolf zu nahe erscheint,
machen Sie auf sich aufmerksam. Sprechen Sie
laut, gestikulieren Sie oder machen Sie sich
anderweitig deutlich bemerkbar. Der Wolf wird
sich daraufhin in der Regel entfernen.
• Laufen Sie nicht hinterher – Wölfe sind keine
• Füttern Sie niemals Wölfe – die Tiere lernen
sonst sehr schnell, Menschen mit Futter zu verbinden und suchen eventuell aktiv die Nähe des
Menschen auf.Regierung von Oberbayern
Tel. 089 2176-2213
E-Mail: naturschutz@reg-ob.bayern.de
Tel. 0871 808-1830
Tel. 0941 5680-828
E-Mail: umwelt@reg-opf.bayern.de
Tel. 0921 604-1478
E-Mail: umwelt@reg-ofr.bayern.de
Tel. 0981 53-1435981
Tel. 0931 380-1163
Tel. 0821 327-2265
E-Mail: umwelt.gesundheit.verbraucherschutz@
reg-schw.bayern.de15Impressum
©Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (StMUGV)
StMUGV, alle Rechte vorbehaltenGedruckt auf Recyclingpapier aus 100 % Altpapier.www.stmugv.bayern.deBAYERN|DIREKT ist Ihr direkter Draht zur Bayerischen Staatsregierung.
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Informationsmaterial und Broschüren, Auskunft zu aktuellen Themen und Internetquellen
sowie Hinweise zu Behörden, zuständigen Stellen und Ansprechpartnern bei der Bayerischen
herausgegeben. Sie darf weder von den Parteien noch von Wahlwerbern oder Wahlhelfern im Zeitraum von fünf
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Kommunal- und Europawahlen. Missbräuchlich ist während dieser Zeit insbesondere die Verteilung auf
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Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die Druckschrift nicht in einer Weise verwendet
werden, die als Parteinahme der Staatsregierung zugunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden
könnte. Den Parteien ist es gestattet, die Druckschrift zur Unterrichtung ihrer eigenen Mitglieder zu verwenden. Bei
publizistischer Verwertung – auch von Teilen – Angabe der Quelle und Übersendung eines Belegexemplars erbeten.
Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte sind vorbehalten. Die Broschüre wird kostenlos abgegeben,
jede entgeltliche Weitergabe ist untersagt.
Diese Broschüre wurde mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit
kann dennoch nicht übernommen werden. Für die Inhalte fremder Internetangebote sind wir nicht verantwortlich.16All pages:234567891011121314151617InfoSaveLikeShareDownloadMore5176e818%2F800e218d712c872c7846d70941a6a50ef96ad76d%2FManagement+f%C3%BCr+W%C3%B6lfe+Bayern Published on Apr 23, 2013 http://niedersachsenwolf.jimdo.com/app/download/4989399063/5176e818%2F800e218d712c872c7846d70941a6a50ef96ad76d%2FManagement+f%C3%BCr+W%C3%B6...See MoreniedersachsenwolfFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

References: § 10
 § 42
 § 43
 § 62
 Art. 8
 Art. 8
 § 1
 Art. 50