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Timestamp: 2020-01-19 13:27:11+00:00

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BFH, 15.12.1998 - VIII R 77/93 - dejure.org
https://dejure.org/1998,1276
BFH, 15.12.1998 - VIII R 77/93 (https://dejure.org/1998,1276)
BFH, Entscheidung vom 15.12.1998 - VIII R 77/93 (https://dejure.org/1998,1276)
BFH, Entscheidung vom 15. Dezember 1998 - VIII R 77/93 (https://dejure.org/1998,1276)
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GewStG § 9 Nr. 1 Sätze 2 und 5
Gesellschafter - Begriffsdefinition - Mittelbare Beteiligung an Personengesellschaft
GewStG § 9 Nr. 1 S. 2, S. 5
Gewerbesteuer; Gesellschafter i. S. des § 9 Nr. 1 Satz 5 GewStG ist auch ein mittelbar über eine Personenhandelsgesellschaft an der Grundstücks-GmbH Beteiligter
FG Düsseldorf, 20.10.1993 - 2 K 436/90
BFHE 187, 326
BB 1999, 458
DB 1999, 567
BStBl II 1999, 168
NZG 1999, 683
In einer Entscheidung zu § 9 Nr. 1 Satz 5 GewStG vertrat auch der VIII. Senat des BFH die Auffassung, dass Grundstücksunternehmen die erweiterte Kürzung zu versagen sei, wenn der Grundbesitz dem Gewerbebetrieb von Personen diene, die mittelbar über eine Personenhandelsgesellschaft am Grundstücksunternehmen beteiligt seien (BFH-Urteil vom 15. Dezember 1998 VIII R 77/93, BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168).
Eine Ausnahme hiervon kann in Einzelfällen vorliegen, wenn sich die Gleichstellung aus dem Sinn und Zweck einer Norm eindeutig ergibt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168, unter 2.a).
Dieser Gewerbebetrieb ist aber nach der ständigen Rechtsprechung des BFH den Gesellschaftern der Klägerin zuzuordnen (Senatsurteil vom 15. Dezember 1998 VIII R 77/93, BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168, unter 1.a der Gründe, m.w.N.).
Unabhängig von § 5 Abs. 1 Satz 3 GewStG sind die Gesellschafter einer Personengesellschaft als gewerbesteuerrechtliche Unternehmer des Betriebs zu betrachten (Senatsurteil in BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168, unter 1.c der Gründe, m.w.N.).
Die Zuordnung des Grundbesitzes zum Gewerbebetrieb des Gesellschafters setzt aber voraus, dass es sich bei dem Grundbesitz um Betriebsvermögen des Gesellschafters handeln würde (BFH-Urteil in BFHE 198, 120, BStBl II 2002, 873, unter II.2.c der Gründe, m.w.N.; vgl. auch Senatsurteil in BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168, unter 1.a, 2.b der Gründe).
BFH, 15.04.1999 - IV R 11/98
Erweiterte Kürzung bei mittelbarer Beteiligung
Der mittelbar über eine Kapitalgesellschaft an einer vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft Beteiligte ist nicht "Gesellschafter" i.S. des § 9 Nr. 1 Satz 5 GewStG (Abgrenzung zum BFH-Urteil vom 15. Dezember 1998 VIII R 77/93, BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168).
Zwar hat der BFH mit Urteil vom 15. Dezember 1998 VIII R 77/93 (BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168) entschieden, daß eine mittelbare Beteiligung über eine Personengesellschaft zum Ausschluß der erweiterten Kürzung führt.
Insoweit ist das Durchgriffsverbot zu beachten (BFH-Urteil in BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168;… gl.A. Glanegger/Güroff, Gewerbesteuergesetz, 4. Aufl. 1999, § 9 Nr. 1 Anm. 33; Lenski/ Steinberg, Kommentar zum Gewerbesteuergesetz, § 9 Nr. 1 Anm. 149, 201;… Meyer-Scharenberg in Meyer-Scharenberg/Popp/ Woring, Gewerbesteuer-Kommentar, 2. Aufl. 1996, § 9 Nr. 1 Anm. 41; Weßling, Deutsches Steuerrecht 1993, 266; a.A. FinVerw., vgl. Gewerbesteuer-Handausgabe 1997, 9 H 62/2; Weissenborn/Schaaf, GmbH-Rundschau 1968, 148).
Davon, daß die mittelbare Beteiligung über eine Kapitalgesellschaft anders zu beurteilen ist als eine mittelbare Beteiligung über eine Personengesellschaft, ist auch der VIII. Senat ausgegangen (Urteil in BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168, unter 2. c).
Während § 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG darauf zielt, die Doppelbelastung von Grundsteuer und Gewerbesteuer zu vermeiden (vgl. hierzu Begründung zum GewStG 1936, RStBl 1937, 693, 696;… Lenski/Steinberg, Kommentar zum Gewerbesteuergesetz, 9. Aufl., § 9 Nr. 1 Rz. 16), war das Regelungsanliegen der Kürzungsvorschrift des § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG in seiner ursprünglichen Fassung (§ 9 Nr. 1 GewStG 1936) darauf gerichtet, die Gewerbesteuerbelastung der kraft ihrer Rechtsform gewerbesteuerpflichtigen Kapitalgesellschaften derjenigen von Einzelunternehmen oder Personengesellschaften, die sich nur mit der Verwaltung von Grundvermögen befassen und damit nicht der Gewerbesteuer unterliegen, anzunähern (vgl. Senatsurteil vom 15. Dezember 1998 VIII R 77/93, BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168).
BFH, 26.06.2007 - IV R 9/05
Der Grundbesitz dient nämlich auch dann dem Gewerbebetrieb eines Gesellschafters oder Genossen des Grundstücksunternehmens, wenn das Grundstück --wie im Streitfall-- von einer Gesellschaft genutzt wird, an der der Gesellschafter als Mitunternehmer beteiligt ist (ständige Rechtsprechung, vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 15. Dezember 1998 VIII R 77/93, BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168).
Bei der Auslegung des dem Zivilrecht entlehnten Tatbestandsmerkmals "Gesellschafter" in § 9 Nr. 1 Satz 5 GewStG ist der BFH nicht an das zivilrechtliche Verständnis dieses Tatbestandsmerkmals gebunden (vgl. BFH-Urteil in BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168).
Er würde verfehlt, wenn es den Gesellschaftern eines Grundstücksunternehmens in der Rechtsform einer GmbH möglich wäre, durch Übertragung ihrer Geschäftsanteile auf eine Personengesellschaft den Grundbesitz für eigengewerbliche Zwecke zu nutzen, ohne die Begünstigung des § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG zu verlieren (BFH-Urteil in BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168).
BFH, 18.05.2011 - X R 4/10
Versagung der erweiterten Kürzung des Gewinns für Grundstücksunternehmen im …
Im Übrigen soll die Regelung des § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG sich auf die Gleichstellung der Gewerbebetriebe kraft Rechtsform mit entsprechend tätigen Personenunternehmen beschränken; eine Bevorzugung der grundbesitzenden Kapitalgesellschaften ist weder Gegenstand noch Ziel dieser Vorschrift (vgl. BFH-Urteile vom 15. Dezember 1998 VIII R 77/93, BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168, unter 1.a, und vom 7. August 2008 IV R 36/07, BFHE 223, 251, BStBl II 2010, 988, unter II.2.b aa).
Der Bundesfinanzhof - BFH-habe klar gestellt, dass auch der mittelbar über eine Personengesellschaft an einer vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft Beteiligte Gesellschafter im Sinne des § 9 Nr. 1 Satz 5 GewStG sei (vgl. BFH, Urteil vom 15.12.1998, VIII R 77/93, Bundessteuerblatt -BStBl 1999, II, 168).
Eine Kollision mit der so genannten Bilanzbündeltheorie ergebe sich nicht, da der BFH die Anwendung des § 9 Nr. 1 Satz 5 GewStG auf Personengesellschaften, an denen ein Gesellschafter des Grundbesitzunternehmens als Mitunternehmer beteiligt sei, ausschließlich mit dem Zweck der Begünstigungsvorschrift begründet habe (vgl. BFH, Urteil vom 15. Dezember 1998 a.a.O.).
Maßgebend sei daher nicht das Urteil des BFH vom 15. April 1999 (IV R 11/98, BStBl 1999, II, 532), sondern das Urteil des BFH vom 15. Dezember 1998 (VIII R 77/93, BStBl 1999 11, 168).
Nach der für den vorliegenden Fall einschlägigen Rechtsprechung des BFH (vgl. Urteil vom 15. Dezember 1998, VIII R 77/93, BStBl 1999, II, 169) will der Gesetzgeber mit der Ausnahmeregelung des § 9 Nr. 1 Satz 5 GewStG solche Erträge von der Begünstigung des Satzes 2 der Vorschrift ausnehmen, die aus Grundbesitz erzielt werden, der bei einem Personenunternehmen zum gewerblichen Betriebsvermögen gehören würde.
Nach der Rechtsprechung des BFH (vgl. Urteil vom 15. Dezember 1998, a.a.O.), der sich der erkennende Senat anschließt, ist auch der mittelbar über eine Personengesellschaft an einer vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaft Beteiligte als "Gesellschafter" im Sinne des § 9 Nr. 1 Satz 5 GewStG anzusehen.
b) Den in § 9 Nr. 1 Satz 5 GewStG verwendeten Begriff "Gesellschafter" hat der BFH in ständiger Rechtsprechung sowohl mit Blick auf den Gesetzeswortlaut als auch unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte und des Zwecks der Vorschrift ausgelegt (BFH-Urteile vom 24. September 1969 I 206/64, BFHE 97, 40, BStBl II 1969, 738; vom 18. Dezember 1974 I R 10/73, BFHE 114, 437, BStBl II 1975, 268; vom 15. Dezember 1998 VIII R 77/93, BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168; vom 7. April 2005 IV R 34/03, BFHE 209, 133, BStBl II 2005, 576, und in BFHE 219, 173, BStBl II 2007, 893).
Der Grundbesitz dient nämlich auch dann dem Gewerbebetrieb eines Gesellschafters oder Genossen des Grundstücksunternehmens, wenn das Grundstück --wie im Streitfall-- von einer Gesellschaft genutzt wird, an der der Gesellschafter als Mitunternehmer beteiligt ist (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 15. Dezember 1998 VIII R 77/93, BFHE 187, 326, BStBl II 1999, 168).
FG Hessen, 11.06.2003 - 8 K 2838/02
Grundbesitz; Erweitere Kürzung; Grundstücksverwaltung; Mitunternehmer; Geringe …
FG Nürnberg, 19.06.2002 - V 13/00
Die erweiterte Kürzung gem. § 9 Nr. 1 S. 2 GewStG gilt dann nicht, wenn die …

References: § 9
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 § 5
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