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Timestamp: 2016-10-26 17:34:03+00:00

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2C_961/2014 (08.07.2015)
2C_961/2014 � � Urteil vom 8. Juli 2015
�A.________ reichte mit Schreiben vom 14. Dezember 2009 bei der Steuerkommission U.________ (Steuerkommission) ein Herabsetzungsgesuch gem�ss � 56 des Steuergesetzes des Kantons Aargau vom 15. Dezember 1998 (StG/AG) ein. Sie beantragte, die definitiven Steuerveranlagungen f�r Kantons- und Gemeindesteuern 1999 bis 2007 seien aufzuheben und um total Fr. 1'599'801.20 herabzusetzen.
�Die Steuerkommission hiess das Revisionsgesuch mit Beschluss vom 2. September 2011 betreffend die Steuerveranlagungen 1999 und 2000 gut und setzte diese Betr�ge herab; im �brigen wurde das Gesuch abgewiesen. Auf Einsprache der Steuerpflichtigen hin setzte die Steuerkommission auch die Steuerbetr�ge der Steuerperioden 2006 und 2007 herab, wies das Gesuch im �brigen jedoch ebenfalls ab.
�Gegen diesen Einspracheentscheid gelangte A.________ mit Rekurs an das Spezialverwaltungsgericht des Kantons Aargau. Dieses hob den Einspracheentscheid der Steuerkommission betreffend die Steuerperioden 2001 bis 2005 auf und wies die Angelegenheit zur materiellen Pr�fung der Herabsetzungsbegehren zur�ck. In Gutheissung der Beschwerde der kantonalen Steuerverwaltung hob das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau mit Urteil vom 11. September 2014 das angefochtene vorinstanzliche Urteil auf und stellte fest, dass die Steuerkommission auf die Herabsetzungsgesuche f�r die Jahre 2001 bis 2005 nicht h�tte eintreten d�rfen.
�Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 20. Oktober 2014 beantragt A.________, das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 11. September 2014 sei kostenf�llig aufzuheben und die Kantons- und Gemeindesteuern seien f�r die Steuerperioden 2001-2005 gem�ss den angegebenen Betr�gen herabzusetzen. Eventualiter sei das angefochtene vorinstanzliche Urteil aufzuheben und die Sache sei zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
�Die Vorinstanz und die Eidgen�ssische Steuerverwaltung (ESTV) haben auf eine Vernehmlassung verzichtet. Das kantonale Steueramt schliesst auf Beschwerdeabweisung. In einer weiteren Eingabe h�lt die Beschwerdef�hrerin vollumf�nglich an ihren Antr�gen fest.
1.1.�Die Beschwerdef�hrerin hat frist- (Art. 100 Abs. 1 BGG) und formgerecht (Art. 42 BGG) eine Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht. Sie richtet sich gegen einen nicht unter den Ausschlussgrund von Art. 83 lit. m BGG fallenden Endentscheid (Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz auf dem Gebiet der direkten Kantons- und Gemeindesteuern. Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist zul�ssig (Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG in Verbindung mit Art. 73 des Bundesgesetzes �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 [StHG; SR 642.14]).
1.2.�Die Beschwerdef�hrerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch das angefochtene Urteil besonders ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung. Sie ist zur Beschwerdef�hrung legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.3.�Streitgegenstand im Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht kann indessen nur sein, was bereits Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens war oder richtigerweise h�tte sein sollen (BGE 136 II 457 E. 4.2 S. 463; 133 II 35 E. 2 S. 38; Urteil 2C_961/2013 vom 29. April 2014 E. 3.3). Der angefochtene Entscheid beschr�nkt sich auf die Frage, ob das Gesuch der Beschwerdef�hrerin um Herabsetzung der Kantons- und Gemeindesteuern der Steuerperioden 2001-2005 fristgerecht gestellt und somit von der Steuerkommission materiell h�tte behandelt werden m�ssen; er enth�lt auch nicht eventualiter oder subsidi�r Ausf�hrungen dazu, ob die Herabsetzung materiell begr�ndet ist. Streitgegenstand des bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahrens bildet demzufolge das Fristerfordernis als Eintretensvoraussetzung auf Herabsetzungsgesuche f�r die Steuerperioden 2001-2005. Soweit die Antr�ge in der Beschwerdeschrift an das Bundesgericht �ber diesen Streitgegenstand hinausgehen, ist darauf nicht einzutreten.
1.4.�Mit der Beschwerde k�nnen Rechtsverletzungen nach Art. 95 und Art. 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), doch pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen R�ge- und Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten Vorbringen, sofern allf�llige weitere rechtliche M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 138 I 274 E. 1.6 S. 280 mit Hinweis). Die Verletzung von Grundrechten sowie von kantonalem und interkantonalem Recht untersucht es in jedem Fall nur insoweit, als eine solche R�ge in der Beschwerde pr�zise vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 139 I 229 E. 2.2 S. 232; 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254).
�Als spezialgesetzliche Bestimmung erm�glicht Art. 73 StHG dem Bundesgericht nicht nur die Pr�fung der Vereinbarkeit der kantonalen Gesetzgebung mit den bundesrechtlichen Vorgaben des Steuerharmonisierungsgesetzes mit freier Kognition (wozu es sich bereits auf Art. 95 BGG st�tzen k�nnte), sondern, zur Herstellung der Konkordanz mit dem Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 �ber die direkte Bundessteuer (SR 642.11; DBG), auch die freie �berpr�fung der Auslegung und Anwendung von harmonisiertem kantonalem Gesetzesrecht. In den Bereichen, in denen das Steuerharmonisierungsgesetz den Kantonen einen gewissen Gestaltungsspielraum bel�sst oder keine Anwendung findet, beschr�nkt sich die Kognition des Bundesgerichts auf Willk�r (BGE 134 II 207 E. 2 S. 210; 130 II 202 E. 3.1 S. 205 f.; Urteile 2C_693/2014 / 2C_694/2014 vom 4. M�rz 2015 E. 2.1; 2C_153/2014 vom 4. September 2014 E. 1.2).
�Die Beschwerdef�hrerin r�gt, das Herabsetzungsverfahren sei zwar gem�ss der gesetzlichen Regelung (� 56 Abs. 3 StG/AG in der f�r die Steuerperioden 2001 bis 2005 massgeblichen Fassung) im Revisionsverfahren durchzuf�hren. Die in � 202 StG/AG f�r eigentliche Revisionsverfahren vorgesehene relative Frist von 90 Tagen finde jedoch gem�ss langj�hriger und konstanter Praxis der kantonalen Steuerbeh�rde und -gerichte auf Herabsetzungsverfahren keine Anwendung; ihr Gesuch um Herabsetzung sei somit rechtzeitig gestellt worden und h�tte materiell behandelt werden m�ssen. Durch die mit dem angefochtenen vorinstanzlichen Urteil vorgenommene �nderung der Praxis zum Fristerfordernis werde sie ohne sachlichen Grund schlechter behandelt als andere Steuerpflichtige, was gegen das Gebot der rechtsgleichen Behandlung (Art. 8 Abs. 1 BV) verstosse. Ohne Herabsetzung seien die veranlagten Steuern konfiskatorisch, was die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) in ihrer Auspr�gung als Institutsgarantie und die verfassungsm�ssigen Grunds�tze �ber die Allgemeinheit und Gleichm�ssigkeit der Besteuerung (Art. 127 BV) verletze. Zudem sei das angefochtene Urteil unzureichend begr�ndet (Art. 29 Abs. 2 BV).
2.1.�Gem�ss � 56 Abs. 1 StG/AG werden die periodisch geschuldeten Einkommens- und Verm�genssteuern von Kanton, Gemeinde und Kirche auf Gesuch der steuerpflichtigen Person auf 70 % des Reineinkommens, jedoch h�chstens auf die H�lfte der geschuldeten Verm�genssteuern, herabgesetzt. Die Herabsetzung wird nach � 56 Abs. 3 StG/AG in der f�r die kantonalen Rechtsmittelverfahren in zeitlicher Hinsicht massgeblichen Fassung (Urteil 1C_498/2008 vom 9. Juli 2009 E. 7) nach Eintritt der Rechtskraft der Veranlagung�
im Revisionsverfahren�durchgef�hrt.
2.2.�� 56 Abs. 1 StG/AG will verhindern, dass ein Steuerpflichtiger mehr Steuern bezahlt, als er Einkommen erzielt, was unter Umst�nden einer mit der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) nicht zu vereinbarenden konfiskatorischen Besteuerung gleichkommen k�nnte ( WALTHER, in: Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 2014, N 1 zu � 56 StG/AG). Mit der Herabsetzung setzte der kantonale Gesetzgeber das an ihn gerichtete, aus der verfassungsrechtlichen Eigentumsgarantie fliessende Verbot der konfiskatorischen Besteuerung um (BGE 128 II 112 E. 10b/bb S. 126; 122 I 305 E. 7 S. 321 f.; 112 Ia 240 E. 6 S. 247; 106 Ia 342 E. 6a S. 348; 105 Ia 134 E. 3a S. 140 f.; Urteil 2C_277/2008 vom 26. September 2008 E. 4.1; vgl. dazu die �bersicht bei YERSIN, Les protections constitutionnelles et l�gales contre les impositions confiscatoires, in: Publications de l'Institut suisse de droit compar�, vol. 12, Z�rich 1990, S. 271 ff. [zit. Impositions confiscatoires]; VALLENDER/HETTICH, in: St. Galler Kommentar zur Schweizerischen Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, N. 34 zu Art. 26 BV). Er w�hlte dazu das Mittel einer Belastungsobergrenze ( RICHNER, Steuerliche Besonderheiten f�r nat�rliche Personen in der Schweiz, in: ASA 77 S. 201 ff., S. 211).
2.3.�Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob eine konfiskatorische Besteuerung vorliegt, nicht alleine nach dem Steuertarif, sondern unter Ber�cksichtigung des Steuersatzes, der Bemessungsgrundlage, der Dauer der Massnahme, der relativen Tiefe des fiskalischen Eingriffs, der Kumulation mit anderen Abgaben sowie der M�glichkeit der �berw�lzung der Steuer (BGE 128 II 112 E. 10b/bb S. 126; 105 Ia 134 E. 3a S. 141; Urteil 2C_277/2008 vom 26. September 2008 E. 4.1; YERSIN, Impositions confiscatoires, S. 277 f.). Angesichts der Tarifautonomie, welche den Kantonen auf dem Gebiet der direkten Steuern zukommt (Art. 3, Art. 47 Abs. 2, Art. 129 Abs. 2 BV; BGE 133 I 206 E. 5 S. 214 f.), stellt die gesetzgeberische L�sung des Kantons Aargau nur eine von zahlreichen M�glichkeiten dar, die Belastung von Einkommen und Verm�gen mit kantonalen und kommunalen Steuern zu begrenzen (vgl. dazu die �bersicht bei RICHNER, a.a.O., S. 209 ff.). Art. 26 BV enth�lt keine Verpflichtung des kantonalen Gesetzgebers, einen Sondertarif in Form einer Belastungsobergrenze einzuf�hren. Die Bundesgesetzgebung �berl�sst es den Kantonen, das verfassungsrechtliche Verbot der konfiskatorischen Besteuerung in Aussch�pfung ihrer Finanzautonomie (Art. 47 Abs. 2 BV) umzusetzen.
3.1.��ber die Einf�hrung einer Belastungsobergrenze (� 56 Abs. 1 StG/AG) hinaus hat der Kanton Aargau in � 56 Abs. 3 StG/AG auch festgehalten, dass die Geltendmachung dieser Obergrenze im�
Revisionsverfahren�zu erfolgen habe. Nach Eintritt der formellen Rechtskraft kann somit unter den Voraussetzungen von � 56 Abs. 1 StG/AG auf die Veranlagungsverf�gung zur�ckgekommen werden, weshalb � 56 Abs. 3 StG/AG einen
eigentlichen kantonalen Revisionsgrund�schafft. Das Herabsetzungsverfahren gem�ss � 56 Abs. 3 StG/AG kn�pft demzufolge, ohne dass ein formaler Bezug zu den in den Titeln 2-4 oder Titel 6 Kapitel 1 StHG geregelten Materien bestehen w�rde, an die Revision als einen harmonisierungsrechtlich relevanten Begriff (Art. 51 StHG) an.
3.2.�Zun�chst k�nnte sich die Frage stellen, ob der Verweis der kantonalen Herabsetzung in das im Recht der direkten Steuern harmonisierte Revisionsverfahren (� 56 Abs. 3 StG/AG) angesichts der abschliessenden bundesrechtlichen Regelung zul�ssig ist. Das Recht der direkten Bundessteuer (Art. 147 DBG) wie auch das Steuerharmonisierungsrecht (Art. 51 StHG) kennt einen strikten numerus clausus von Gr�nden, aus welchen auf eine formell rechtskr�ftige Veranlagungsverf�gung zur�ckgekommen werden kann. Bei diesen R�ckkommensgr�nden handelt es sich um die Revision (zu Gunsten der steuerpflichtigen Person; Art. 147 ff. DBG bzw. Art. 51 StHG), die Berichtigung (zu Gunsten der steuerpflichtigen Person oder der �ffentlichen Hand; Art. 150 DBG bzw. Art. 52 StHG) und schliesslich die Nachsteuer (zu Gunsten der �ffentlichen Hand; Art. 151 ff. DGB bzw. Art. 53 f. StHG). Weitere Aufhebungs- oder Ab�nderungsgr�nde bestehen nicht (Urteile 2C_596/2012 vom 19. M�rz 2013 E. 2.3; 2C_519/2011 vom 24. Februar 2012 E. 3.3, in: RDAF 2012 II 418, StE 2012 B 97.3 Nr. 9, StR 67/2012 S. 367, mit zahlreichen Hinweisen auf die Lehre). Nicht nur die R�ckkommensgr�nde (Revision, Berichtigung und Nachsteuer), sondern auch die gesetzlichen Revisionsgr�nde selbst (Art. 147 Abs. 1 DBG; Art. 51 StHG) sind als abschliessend zu verstehen (Urteil 2A.710/2006 vom 23. Mai 2007 E. 3.3, in: StE 2007 B 97.11 Nr. 23).
3.3.�Die Beurteilung der Vereinbarkeit der vorliegenden kantonalen Regelung -�
Schaffung eines eigentlichen kantonalen Revisionsgrundes zur verfahrensrechtlichen Geltendmachung einer im Bundesverfassungsrecht gr�ndenden Belastungsobergrenze�- mit dem bundesrechtlichen Harmonisierungsrecht h�ngt davon ab, ob das�
Verfahrensrecht�als�
solches (Titel 5 StHG)�selbst zum harmonisierten Geltungsbereich z�hlt ( CAVELTI, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/1, Bundesgesetz �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 2. Aufl. 2002, N. 4 zu Art. 73 StHG; YERSIN, Harmonisation fiscale: la derni�re ligne droite, in: ASA 69 [2000/01] S. 323) oder sich der Anwendungsbereich der verfahrensrechtlichen Bestimmungen des StHG (Titel 5) auf die in den Titeln 2-4 und 6 Kapitel 1 geregelten Materien reduziert. Diese Frage kann vorliegend offen gelassen werden, weil die Beschwerde aus den nachfolgenden Gr�nden (vgl. E. 4) auch bei einer Qualifikation der Herabsetzung als reine Tariffrage, deren Regelung den Kantonen obliegt, in diesem Punkt abzuweisen w�re.
4.1.�Strittig war im vorinstanzlichen Verfahren die Auslegung und Anwendung von � 56 Abs. 3 StG/AG. Die Vorinstanz ist in W�rdigung der Materialien zum Ergebnis gelangt, dass der Gesetzgeber mit der Herabsetzung gem�ss � 56 Abs. 3 StG/AG einen eigentlichen kantonalen Revisionsgrund sui generis zur Durchsetzung des verfassungsrechtlichen Verbots der konfiskatorischen Besteuerung schaffen wollte. Aus diesem Grund habe ein Gesuch um Herabsetzung auch innerhalb der f�r Revisionsgesuche geltenden relativen Frist zu erfolgen; der Verweis von � 56 Abs. 3 StG/AG auf das Revisionsverfahren umfasse demnach die relative Frist von 90 Tagen gem�ss � 202 StG/AG (bzw. Art. 51 StHG). Kenntnis von einer konfiskatorischen Besteuerung habe der Steuerpflichtige ab Er�ffnung der Veranlagungsverf�gung. In Anwendung von � 56 Abs. 3 StG/AG, welcher auf die Rechtskraft der Veranlagungsverf�gung abstelle, sei das Herabsetzungsgesuch innerhalb von 90 Tagen nach deren Eintritt in Rechtskraft einzureichen. Die Beschwerdef�hrerin bestreitet, dass sich der Verweis des kantonalen Herabsetzungsverfahrens in das Revisionsverfahren auch auf die relative Frist von 90 Tagen bezieht.
4.2.�Die vorinstanzliche Auslegung und Anwendung von � 56 StG/AG in Verbindung mit � 202 StG/AG ist, entgegen den Ausf�hrungen in der Beschwerdeschrift, nicht willk�rlich (vgl. zur Kognition bei autonomem kantonalem Recht oben, E. 1.4). Als nicht stichhaltig erweist sich das Argument, die Herabsetzung zwecks Durchsetzung des Verbots der konfiskatorischen Besteuerung sei kein Revisionsgrund sui generis und demzufolge nicht fristgebunden, wurde doch die Zul�ssigkeit eines solchen Revisionsgrundes im kantonalen Gesetzgebungsverfahren im Jahr 1994 ausf�hrlich er�rtert. Der Verweis des Herabsetzungsanspruches vom Berichtigungs- ins Revisionsverfahren anl�sslich dieser Gesetzesrevision st�tzt, entgegen den Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin, die Qualifikation als Revisions- und nicht als Berichtigungsgrund. Unzutreffend ist weiter, dass die Herabsetzung gem�ss � 56 StG/AG keine Revision der Veranlagung zur Folge habe, ist doch in diesem Verfahren auf eine formell rechtskr�ftige Veranlagungsverf�gung zur�ckzukommen und der festgesetzte Steuerbetrag (Art. 41 Abs. 3 StHG) nachtr�glich zu korrigieren. Ist die Herabsetzung als eigentlicher Revisionsgrund zu verstehen, ist nicht nachvollziehbar, inwiefern nur einzelne Bestimmungen �ber das Revisionsverfahren, nicht jedoch die Frist gem�ss � 202 StG/AG Anwendung finden sollten; eine solche Auslegung von � 56 Abs. 3 StG/AG findet weder im Gesetzeswortlaut noch in den Materialien eine St�tze. Die vorinstanzliche Auslegung von � 56 Abs. 3 StG/AG ist nicht zu beanstanden.
�Der angefochtene Entscheid, welcher die Anweisung an die Steuerkommission, die versp�tet eingereichten Herabsetzungsgesuche nicht zu behandeln, best�tigt, verletzt auch die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) nicht.
5.1.�Anspr�che grundrechtlichen Gehalts m�ssen grunds�tzlich gem�ss den geltenden prozessualen Verfahrensvorschriften durchgesetzt werden. Als zul�ssiges Erfordernis gilt insbesondere die Einhaltung von Fristen (zum Zeitablauf als Hinderungsgrund der Durchsetzbarkeit bzw. als Untergangsgrund einer Forderung BGE 136 II 187 E. 8 S. 200 ff.; Urteil des EGMR�
Moor gegen Schweiz�vom 11. Juni 2014 Rz. 72, Nr. 52067/10 und 41072/11).
5.2.�Gem�ss der nicht als unrichtig ger�gten vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung wurden der Beschwerdef�hrerin die Veranlagungsverf�gungen f�r die Steuerperioden 2001-2005 zwischen dem 27. Januar 2004 und dem 22. Mai 2008 er�ffnet. Die Beschwerdeschrift enth�lt keine Begr�ndung daf�r, inwiefern das Herabsetzungsgesuch vom 14. Dezember 2009 fristgerecht eingereicht worden sein sollte, weshalb es als versp�tet zu gelten hat. Die Beschwerdef�hrerin hat zudem nicht geltend gemacht, das f�r den Herabsetzungsanspruch - welcher die Umsetzung des verfassungsrechtlichen Verbots der konfiskatorischen Besteuerung bezweckt - geltende relative Fristerfordernis w�rde ihren Anspruch auf gerichtliche Beurteilung seiner Substanz entleeren. Gegen die geltend gemachte konfiskatorische Besteuerung, welche r�gegem�ss die Eigentumsfreiheit (Art. 26 BV; � 21 Abs. 1 KV/AG) und die verfassungsm�ssigen Anforderungen an die Besteuerung (Art. 127 BV; � 119 Abs. 2 KV/AG) verletzen soll, w�re demnach in Form des kantonalen Herabsetzungsverfahrens ein ausreichender Rechtsschutz offen gestanden. Die Beschwerde gegen die vorinstanzliche Beschwerdeabweisung und Feststellung, die Steuerkommission U.________ h�tte auf die Herabsetzungsgesuche f�r die Steuerperioden 2001-2005 (mangels Fristwahrung)�
nicht eintreten�d�rfen, erweist sich demzufolge auch unter dem Aspekt der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) und den verfassungsm�ssigen Anforderungen an die Besteuerung (Art. 127 BV) als unbegr�ndet (BGE 121 I 87 E. 1b S. 92). Eine materielle Pr�fung dieser verfassungsm�ssigen Rechte hat angesichts der Beschr�nkung des Streitgegenstands im vorinstanzlichen Verfahren auf die Eintretensfrage zu unterbleiben (vgl. oben, E. 1.3).
6.1.�Die Beschwerdef�hrerin macht weiter eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots gem�ss Art. 8 Abs. 1 BV geltend. Gem�ss langj�hriger und konstanter Praxis der kantonalen Steuerbeh�rde seien bisher im Kanton Aargau Herabsetzungen gew�hrt worden, ohne dass daf�r die Einhaltung der 90 t�gigen Frist gem�ss � 202 StG/AG vorausgesetzt worden w�re. Auch die Aargauer Steuergerichte h�tten in ihrer Rechtsprechung bis anhin nicht verlangt, dass Herabsetzungsbegehren innert dieser Frist gestellt werden m�ssten. Durch die Praxis�nderung der Vorinstanz werde sie ohne sachlichen Grund benachteiligt (Art. 8 Abs. 1 BV). Die Vorinstanz stellt das Bestehen einer eigentlichen Praxis in Abrede. Mangels R�ge in der Beschwerdeschrift nicht gepr�ft werden muss, ob die Beschwerdef�hrerin allenfalls in ihrem Vertrauen auf eine allf�llige, bis anhin bestehende Praxis entt�uscht worden ist (Art. 9 BV; Art. 106 Abs. 2 BGG).
6.2.�Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird der Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht ausnahmsweise anerkannt, wenn eine st�ndige gesetzwidrige Praxis einer rechtsanwendenden Beh�rde vorliegt und die Beh�rde zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht von dieser Praxis abzuweichen gedenke (BGE 136 I 65 E. 5.6 S. 78; Urteile 1C_472/2012 vom 19. M�rz 2013 E. 4.3; 1C_398/2011 vom 7. M�rz 2012 E. 3.6; je mit Hinweisen). Eine vermeintlich gesetzeswidrige Praxis ist vorliegend nicht belegt (vgl. zur Praxisbildung BGE 117 Ia 119 E. 2 S. 122 ff.). Von den in der Beschwerdeschrift erw�hnten, vor dem vorliegenden Verfahren gef�llten Entscheiden setzt sich nur das Urteil des damaligen Steuerrekursgerichts (Urteil vom 24. M�rz 2011 [3-RV.2010.174]) mit dem Fristerfordernis f�r Herabsetzungsgesuche gem�ss � 56 StG/AG auseinander. Beim zweiten erw�hnten Entscheid handelt es sich um ein fr�heres Urteil der Vorinstanz (Urteil vom 27. Mai 2008 [WBE.2008.48]; auszugsweise publ. in AGVE 2008 21), welches die f�r ein Herabsetzungsgesuch geltende Frist nicht thematisiert. Erw�hnt wird weiter eine Meinungs�usserung des kantonalen Steueramtes im Protokoll Nr. 2 der Konferenz der Sektion f�r nat�rliche Personen vom 22. Juni 2007. Sofern die Steuerverwaltung mit dieser Mitteilung auf eine tats�chlich bestehende und f�r die Gerichte nicht verbindliche Verwaltungspraxis hinwies - was vorliegend offen bleiben kann - gedenkt sie jedenfalls nicht, an dieser festzuhalten, hat sie doch im kantonalen Rechtsmittelverfahren das Urteil des Spezialverwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 25. April 2013 bei der Vorinstanz angefochten. Die Voraussetzungen f�r eine Gleichbehandlung im Unrecht (Art. 8 Abs. 1 BV) sind nicht erf�llt, und der Vorinstanz kann insbesondere nicht vorgeworfen werden, in rechtsverletzender Weise von einer langj�hrigen Praxis abgewichen zu sein. Einen aus � 10 Abs. 1 KV/AG abgeleiteten, �ber Art. 8 Abs. 1 BV hinausgehenden Anspruch hat die Beschwerdef�hrerin nicht substanziiert, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
�Als unbegr�ndet erweist sich auch die R�ge der ungen�genden Begr�ndung des vorinstanzlichen Urteils.
7.1.�Die Anforderungen, welche Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG an letztinstanzliche kantonale und der Beschwerde an das Bundesgericht unterliegende Entscheide stellt, dienen vorab der Umsetzung des rechtlichen Geh�ranspruches (Art. 29 Abs. 2 BV) und bezwecken, den Parteien jene Tatsachen und Rechtsnormen zur Kenntnis zu bringen, die f�r eine Erkennung der Tragweite des Entscheids und dessen sachgerechte Anfechtung massgeblich sind (BGE 138 IV 81 E. 2.2 S. 84; EHRENZELLER, in: Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 7 f. zu Art. 112 BGG). Unter diesem Aspekt ist die Begr�ndung insbesondere dann mangelhaft, wenn die rechtliche Begr�ndung des angefochtenen Entscheides so l�ckenhaft oder unvollst�ndig ist, dass nicht beurteilt werden kann, wie das zu �berpr�fende Recht angewendet wurde (BGE 119 IV 284 E. 5b S. 287; 117 IV 112 E. 1 S. 114 f.). In diesem Sinn m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid st�tzt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdr�cklich mit jeder tatbest�ndlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236; 134 I 83 E. 4.1 S. 88; 133 I 270 E. 3.1 S. 277; je mit Hinweisen).
7.2.�Das angefochtene Urteil enth�lt die wesentlichen rechtlichen Erw�gungen, von denen sich die Vorinstanz leiten liess, und erw�hnt die von ihr als massgeblich erachteten Rechtsgrundlagen. Der Umstand, dass sich die Vorinstanz nicht mit s�mtlichen Vorbringen der Beschwerdef�hrerin - Aspekte der Auslegung, Qualifikation des Herabsetzungsanspruches als tarifliche Sondernorm - auseinandersetzte, begr�ndet keine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV. Dass � 22 Abs. 1 KV/AG einen �ber Art. 29 Abs. 2 BV hinausgehenden Anspruch begr�nden w�rde, ist nicht dargetan.
�Die Beschwerde erweist sich als unbegr�ndet und ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Verfahrensausgang tr�gt die Beschwerdef�hrerin die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG). Parteientsch�digungen werden nicht gesprochen (Art. 68 Abs. 1 BGG).
Die Gerichtskosten von Fr. 13'000.-- werden der Beschwerdef�hrerin auferlegt.

References: Art. 83
 Art. 86
 Art. 73
 Art. 95
 Art. 96
 BGE 
 Art. 73
 Art. 95
 Art. 26
 Art. 47
 Art. 129
 BGE 
 Art. 26
 Art. 147
 Art. 51
 Art. 150
 Art. 52
 Art. 151
 Art. 53
 Art. 51
 Art. 73
sui generis
 Art. 51
sui generis
 BGE 
 Art. 8
 Art. 106
 BGE 
 Art. 8
 Art. 112
 Art. 112
 Art. 29
 Art. 29