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Timestamp: 2019-07-18 14:25:54+00:00

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BFH, 21.01.2015 - X R 40/12 - dejure.org
https://dejure.org/2015,4454
BFH, 21.01.2015 - X R 40/12 (https://dejure.org/2015,4454)
BFH, Entscheidung vom 21.01.2015 - X R 40/12 (https://dejure.org/2015,4454)
BFH, Entscheidung vom 21. Januar 2015 - X R 40/12 (https://dejure.org/2015,4454)
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§ 10 Abs. 1 Nr. 9 des Einkommensteuergesetzes, Art. ... 49 EG, Art. 21 AEUV, Art. 18 EG, § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG, § 227 der Abgabenordnung (AO), § 227 AO, § 51 Abs. 1 Nr. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG), § 48 VwVfG, Art. 234 Abs. 3 EG, Art. 267 Abs. 3 AEUV, Art. 8a EG, § 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, §§ 172 ff. AO, § 130 AO, AO § 227, § 227 Abs. 1 AO, § 110 Abs. 1 Nr. 1 FGO, § 110 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 FGO, § 110 Abs. 2 FGO, § 79 Abs. 2 Satz 1 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes (BVerfGG), § 95 Abs. 2 BVerfGG, § 78 BVerfGG, Art. 4 Abs. 3 des Vertrages über die Europäische Union (EUV), Art. 4 EUV, § 163 AO, Art. 56 AEUV, Art. 57 AEUV, §§ 115, 116 FGO, Art. 56, Art 21 AEUV, § 102 FGO, Art. 10 EG, Art. 4 Abs. 3 EUV, § 135 Abs. 2 FGO
§ 227 AO, § 10 Abs 1 Nr 9 EStG 1990, Art 56 AEUV, Art 57 AEUV, Art 21 AEUV
Auch wenn der BFH einen Fehler gemacht hat - keine Erstattung
Keine Korrektur eines rechtskräftigen Urteils durch Billigkeitserlass
Das unionsrechtswidrige, aber rechtskräftige Urteil - und trotzdem kein Billigkeitserlass
Kein Steuererlass aus Billigkeitsgründen bei unionsrechtswidrigem, aber rechtskräftigem Urteil
Kein zwingender Nachlass bei EU-widrigem Steuerurteil
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 21.1.2015 - X R 40/12" von RA/FAStR/StB Dr. Jan de Weerth, original erschienen in: IStR 2015, 321 - 331.
NVwZ-RR 2015, 510
b) Ist somit nach den vorstehend beschriebenen Rechtsauffassungen in Literatur und Rechtsprechung das in §§ 163 und 227 AO verwendete Merkmal "unbillig" ein im gerichtlichen Verfahren überprüfbarer Rechtsbegriff oder mit anderen Worten --wie auch der vorlegende Senat mit Urteil in BFHE 248, 485, BStBl II 2016, 117 ausführt-- die "gesetzliche Voraussetzung" einer Ermessensentscheidung, kommt ein dieses Merkmal einschließendes behördliches Ermessen nicht in Betracht und deshalb auch keine durch eine ermessenslenkende Verwaltungsvorschrift herbeigeführte Ermessensreduktion auf Null.
Dies wiederum kann seinen Grund entweder in Gerechtigkeitsgesichtspunkten oder in einem Widerspruch zu dem der gesetzlichen Regelung zu Grunde liegenden Zweck haben (BFH-Urteil vom 21. Januar 2015 X R 40/12, BFHE 248, 485, BStBl II 2016, 117, Rz 24).
Bei der Prüfung der sachlichen Unbilligkeit muss nämlich berücksichtigt werden, welch hohen Stellenwert der Gesetzgeber der Rechtskraft beimisst (BFH-Urteil in BFHE 248, 485, BStBl II 2016, 117, Rz 36).
Weitergehende Korrekturmöglichkeiten für Steuerbescheide muss das nationale Verfahrensrecht wegen des Grundsatzes der Verfahrensautonomie der Mitgliedstaaten auch nach den Vorgaben des Unionsrechts nicht vorsehen (BFHE 248, 485 Rn. 59, 61).
Diese ausdrückliche gesetzliche Differenzierung zwischen Steuerbescheid und sonstigem Steuerverwaltungsakt erlaubt es nicht, im Rahmen des Billigkeitsverfahrens zur Auslegung von § 227 AO die Änderungsmöglichkeit nach § 130 AO heranzuziehen oder auf die Regelungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes zurückzugreifen (vgl. BFHE 248, 485 Rn. 28).
Die Frage, ob ein Erlass aus Billigkeitsgründen gemäß § 227 AO möglich ist, wenn ein rechtskräftiges Urteil dem inhaltlich entgegensteht, wird in der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs nicht einheitlich beantwortet (vgl. hierzu BFHE 248, 485 Rn. 33 ff mwN).
Gegen den Effektivitätsgrundsatz wird danach verstoßen, wenn dem Betroffenen die Geltendmachung seiner durch Unionsrecht vermittelten Rechte unmöglich gemacht oder übermäßig erschwert wird (z.B. BFH-Urteil vom 21. Januar 2015 X R 40/12, BFHE 248, 485, BStBl II 2016, 117; s.a. Streinz, ebenda, Rz 53; Englisch, ebenda, Rz 12.47).
Gegen den Effektivitätsgrundsatz wird danach verstoßen, wenn dem Betroffenen die Geltendmachung seiner durch Unionsrecht vermittelten Rechte unmöglich gemacht oder übermäßig erschwert wird (vgl. BFH-Urteil vom 21. Januar 2015 X R 40/12, BFHE 248, 485, BStBl II 2016, 117).
So verhält es sich, wenn nach dem erklärten oder mutmaßlichen Willen des Gesetzgebers angenommen werden kann, dass der Gesetzgeber die im Billigkeitswege zu entscheidende Frage - wenn er sie als regelungsbedürftig erkannt hätte - im Sinne der beabsichtigten Billigkeitsmaßnahme entschieden hätte (BFH-Urteile vom 21.01.2015 X R 40/12, BFH/NV 2015, 719;… vom 21.08.2012 IX R 39/10, BFH/NV 2013, 11; vom 14.07.2010 X R 34/08, BFHE 229, 502, BStBl II 2010, 916).
Eine für den Steuerpflichtigen ungünstige Rechtsfolge, die der Gesetzgeber bewusst angeordnet oder in Kauf genommen hat, rechtfertigt keine Billigkeitsmaßnahme (BFH-Urteile vom 21.01.2015 X R 40/12, BFH/NV 2015, 719;… vom 20.09.2012 IV R 29/10, BFHE 238, 518, BFH/NV 2013, 103;… vom 05.05.2011 V R 39/10, BFH/NV 2011, 1474).
Dies entspricht auch der Wertung im BFH-Urteil vom 21. Januar 2015 X R 40/12 (BFHE 248, 485), dass kein von einer nationalen Änderungsnorm losgelöster, genereller unionsrechtlicher Anspruch auf ein Wiederaufgreifen des Verfahrens oder eine Änderung des Steuerbescheids nach Feststellung eines Verstoßes gegen das Unionsrecht besteht.
Gegen den Effektivitätsgrundsatz wird verstoßen, wenn dem Betroffenen die Geltendmachung seiner durch Unionsrecht vermittelten Rechte unmöglich gemacht oder übermäßig erschwert wird (vgl. BFH-Urteil vom 21. Januar 2015 X R 40/12, BStBl II 2016, 117).
Der Erlass ist daher nur zulässig, wenn die Einziehung der Steuer zwar dem Gesetz entspricht, aber infolge eines Gesetzesüberhangs den Wertungen des Gesetzgebers derart zuwiderläuft, dass sie unbillig erscheint (BFH-Urteil vom 21. Januar 2015 X R 40/12, BStBl II 2016, 117 Rn. 24 m.w.N.).

References: § 10
 Art. 21
 Art. 18
 § 10
 § 227
 § 227
 § 51
 § 48
 Art. 234
 Art. 267
 Art. 8
 § 126
 § 130
 § 227
 § 227
 § 110
 § 110
 § 110
 § 79
 § 95
 § 78
 Art. 4
 Art. 4
 § 163
 Art. 56
 Art. 57
 Art. 56
 § 102
 Art. 10
 Art. 4
 § 135

§ 227
 § 10
 § 227
 § 130
 § 227