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Timestamp: 2019-05-26 07:02:30+00:00

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﻿ VII ZB 9/15 - caselaw.de
BUNDESGERICHTSHOF VII ZB 9/15 BESCHLUSS vom 8. November 2017 in dem Zwangsvollstreckungsverfahren Nachschlagewerk: ja BGHZ:
ja ZPO § 850a Nr. 3, § 851 Abs.1; BGB § 399 1. Fall; BetrVG § 40 Abs. 1 a) Der Anspruch eines Betriebsrats aus § 40 Abs. 1 BetrVG gegen den Arbeitgeber, die durch die Tätigkeit des Betriebsrats entstehenden Kosten zu tragen, ist grundsätzlich gemäß § 851 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit § 399 1. Fall BGB unpfändbar (Abgrenzung zu BAGE 69, 214, 223, juris Rn. 27).
BGH, Beschluss vom 8. November 2017 - VII ZB 9/15 - LG Frankfurt am Main AG Frankfurt am Main ECLI:DE:BGH:2017:081117BVIIZB9.15.0 Der VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 8. November 2017 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Eick, die Richter Halfmeier, Dr. Kartzke und Prof. Dr. Jurgeleit sowie die Richterin Sacher beschlossen:
Die Rechtsbeschwerde der Drittschuldnerin gegen den Beschluss der 9. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am Main vom 4. März 2015 wird zurückgewiesen. Die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens trägt die Drittschuldnerin.
Dieser Inhalt des § 40 Abs. 1 BetrVG hat keinen Bezug zu den laufenden Einkünften eines Beamten, Arbeitnehmers oder Dienstverpflichteten, deren Pfändung in §§ 850 bis 850l ZPO geregelt ist. Eine unmittelbare Anwendung des § 850a Nr. 3 ZPO scheidet deshalb aus (a.A. - ohne Begründung BAGE 69, 214, 223, juris Rn. 27; Musielak/Voit/Becker, ZPO, 14. Aufl., § 850a Rn. 4; MünchKommZPO/Smid, 5. Aufl., § 850a Rn. 11; Richardi/Thüsing, BetrVG, 15. Aufl., § 40 Rn. 59). Eine analoge Anwendung des § 850a Nr. 3 ZPO scheidet ebenfalls aus. Die dafür erforderliche planwidrige Regelungslücke ist nicht gegeben, da der Anspruch des Betriebsrats aus § 40 Abs. 1 BetrVG von § 851 Abs. 1 ZPO erfasst ist.
b) Die Unpfändbarkeit des Anspruchs aus § 40 Abs. 1 BetrVG aufgrund von § 851 Abs. 1 ZPO, § 399 1. Fall BGB in der Fallgruppe der Befreiungsansprüche gilt aber nicht absolut. Die Abtretung eines Befreiungsanspruchs zugunsten des Gläubigers der eingegangenen Verbindlichkeit ist möglich, weil damit keine Inhaltsänderung des Anspruchs verbunden ist. Der Befreiungsanspruch wandelt sich dann in einen Zahlungsanspruch (BGH, Beschluss vom 12. Oktober 2011 - IV ZR 163/10, VersR 2012, 230 Rn. 8; BGH, Urteil vom 22. März 2011 - II ZR 271/08, BGHZ 189, 45 Rn. 14; siehe für § 40 Abs. 1 BetrVG Fitting, aaO, § 40 Rn. 96; BeckOK ArbR/Mauer, aaO; ErfK/Koch, aaO).
Im Übrigen verkennt die Rechtsbeschwerde, dass es originäre Aufgabe des Schuldners ist, mit der Drittschuldnerin einen Anspruch aus
§ 40 Abs. 1 BetrVG zu klären und auf eine Bezahlung der Gläubigerin durch die Drittschuldnerin hinzuwirken. Die Gläubigerin muss sich nicht darauf einlassen, durch eine Abtretung (ggf. an Erfüllungs statt, § 364 Abs. 1 BGB) die Aufgabe des Schuldners zu übernehmen, zumal eine Abtretung nicht zu der Erklärungspflicht des Drittschuldners gemäß § 840 ZPO führt.
III. 29 Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.
Eick Jurgeleit Halfmeier Sacher Kartzke Vorinstanzen: AG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 04.09.2014 - 701 M 72189/14 LG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 04.03.2015 - 2-9 T 566/14 -
Paragraphen in VII ZB 9/15
24 40 BetrVG
21 850 ZPO
7 851 ZPO
1 364 BGB
Original von VII ZB 9/15
Teilen von VII ZB 9/15

References: § 850
 § 851
 § 399
 § 40
 § 40
 § 851
 § 399
 § 40
 § 850
 § 850
 § 850
 § 40
 § 850
 § 40
 § 851
 § 40
 § 851
 § 399
 § 40
 § 40

§ 40
 § 364
 § 840
 § 97