Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Betrugsanzeige-eines-Glaeubigers-bei-Insolvenz-Auswirkungen-auf-die-Restschuldbefreiung--f7302.html
Timestamp: 2017-12-14 06:33:54+00:00

Document:
Betrugsanzeige eines Gläubigers bei Insolvenz - Auswirkungen auf die Restschuldbefreiung?
www.frag-einen-anwalt.de Insolvenzrecht Insolvenz Betrugsanzeige eines Gläubigers b...
11.10.2005 20:40 |
Mein Mann hat als GF einer GMBH einen Betrug begangen.Die GmbH ist insolvent und er privat ebenfalls.Das private Regelinsolvenzverfahren wurde bereits eröffnet-über die GmbH wird geradeein Gutachten erstellt.Ein Gläubiger der GmbH will eine Betrugsanzeige stellen. Wie wirkt sich eine erfolgreiche Betrugsanzeige eines Gläubigers auf die Restschuldbefreiung (des GF privat)aus?Wird diese Forderung als unerlaubt Handlung angemeldet und sie wird nachher aus der Restschuldbefreiung genommen oder kann es das gesamte Verfahren betreffen und die gesamte Restschuldbefreiung betreffen.
Insolvenz Insolvenz Restschuldbefreiung private
Nach Ihrer Schilderung scheint die Restschuldbefreiung als solche nicht gefährdet. Die Versagensgründe der Restschuldbefreiung regelt § 290 InsO:
1. der Schuldner wegen einer Straftat nach den §§ 283 bis 283c des
Strafgesetzbuchs rechtskräftig verurteilt worden ist,
2. der Schuldner in den letzten drei Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag vorsätzlich oder grob
fahrlässig schriftlich unrichtige oder unvollständige Angaben über seine
wirtschaftlichen Verhältnisse gemacht hat, um einen Kredit zu erhalten,
Leistungen aus öffentlichen Mitteln zu beziehen oder Leistungen an
öffentliche Kassen zu vermeiden,
3. in den letzten zehn Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des
Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag dem Schuldner
Restschuldbefreiung erteilt oder nach § 296 oder § 297 versagt worden ist,
4. der Schuldner im letzten Jahr vor dem Antrag auf Eröffnung des
Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag vorsätzlich oder grob
fahrlässig die Befriedigung der Insolvenzgläubiger dadurch beeinträchtigt
hat, daß er unangemessene Verbindlichkeiten begründet oder Vermögen
verschwendet oder ohne Aussicht auf eine Besserung seiner wirtschaftlichen
Lage die Eröffnung des Insolvenzverfahrens verzögert hat,
5. der Schuldner während des Insolvenzverfahrens Auskunfts- oder
Mitwirkungspflichten nach diesem Gesetz vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt hat oder
Betrug (§ 263 StGB) ist ausdrücklich kein Versagensgrund. Ob andere vorliegen, mögen Sie selbst prüfen, dafür gibt Ihre Schilderung nicht her.
Die Forderung aus unerlaubter Handlung ist gem. § 302 InsO von der Restschuldbefreiung tatsächlich ausgenommen:
1. Verbindlichkeiten des Schuldners aus einer vorsätzlich begangenen
unerlaubten Handlung, sofern der Gläubiger die entsprechende Forderung
unter Angabe dieses Rechtsgrundes nach § 174 Abs. 2 angemeldet hatte;
2. Geldstrafen und die diesen in § 39 Abs. 1 Nr. 3 gleichgestellten
Verbindlichkeiten des Schuldners;
3. Verbindlichkeiten aus zinslosen Darlehen, die dem Schuldner zur
Begleichung der Kosten des Insolvenzverfahrens gewährt wurden.
Nachfrage vom Fragesteller	11.10.2005 | 21:42
Vielen Dank für Ihre umfassende und informative Antwort.Was ist im Paragraph 283bis 283c als Versagensgrund geregelt?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.10.2005 | 09:21
Hierbei handelt es sich um Insolvenzstraftaten: Bankrott, Verletzung der Buchführungspflicht und Gläubigerbegünstigung.
Nachzulesen beispielsweisel unter www.dejure.org
Betrugsanzeige eines Gläubigers bei Insolvenz - Auswirkungen auf die Restschuldbefreiung? © 2017 QNC GmbH

References: § 290
 § 296
 § 297
 § 302
 § 174
 § 39