Source: http://rechtswirt.com/content/fernlehrgaenge/fachreferent-fuer-versicherungsvertragsrecht-_ihk_/
Timestamp: 2020-02-18 12:02:27+00:00

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Fachreferent/in für Versicherungsvertragsrecht (IHK)
Die Weiterbildung zum Fachreferenten für Versicherungsvertragsrecht (IHK) ermöglicht es den Teilnehmern, materiell-rechtliche Problemstellungen aus dem Privatversicherungsrecht zu bearbeiten, zu entscheiden und in juristisch korrekter Form als Gutachten, Votum oder im Stil eines Urteils zu präsentieren. Die Bildungsmaßnahme ist insbesondere geeignet für Versicherungsvermittler, Versicherungsmakler und Sachbearbeiter in Versicherungsunternehmen.
Der Lehrgang enthält neben dem Privatversicherungsrecht auch das allgemeine Zivilrecht, da dieses Grundlage des Versicherungsrechts ist.
Der Fachreferent für Versicherungsvertragsrecht (IHK) ist ein staatlich zugelassener, auf die Dauer von 6 Monaten ausgelegter, berufsbegleitender Fernlehrgang zur Erlangung eines fundierten juristischen Basiswissens im allgemeinen Zivilrecht und darauf aufbauend im Versicherungsvertragsrecht. Zu den Zielvorgaben gehört, dass der Teilnehmer nach Lehrgangsabschluss
die sich aus dem Beratungsverhältnis und aus dem Versicherungsvertrag konkret ergebenden Rechte und Pflichten kennt,
Interessenten oder Versicherungsnehmer beim Abschluss eines Versicherungsvertrages mit rechtlich fundierten Argumenten beraten und überzeugen kann,
bei der Schadenssachbearbeitung die Grenzen der Leistungspflicht des Versicherers unter rechtlichen Gesichtspunkten erkennt,
das versicherungsrechtlich relevante Fachvokabular eines Volljuristen versteht und
die im Zuge der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Versicherungsvermittlung geforderten Fachkenntnisse in rechtlicher Hinsicht erhält bzw. aktualisiert.
Der Fachreferent für Versicherungsvertragsrecht ist in der Lage, einen Sachverhalt unter juristischen Gesichtspunkten aufzunehmen und aufzubereiten. Darüber hinaus kann er Sachverhalte unter Vorschriften und deren Tatbestandsmerkmale subsumieren. Er kennt die Grundzüge des allgemeinen Zivilrechts sowie des Versicherungsvertragsrechts.
Zur Zielgruppe gehören alle Personen, die aufgrund ihrer derzeitigen oder künftigen beruflichen Tätigkeit auf die Kenntnis von zivil- und versicherungsrechtlichen Normen und deren Anwendung sowie auf die Aufnahme und Aufbereitung von Sachverhalten unter versicherungsrechtlichen Gesichtspunkten angewiesen sind, insbesondere Versicherungsvermittler, Angestellte im Versicherungswesen, Auszubildende und Quereinsteiger aus den zuvor genannten Bereichen sowie Juristen, die –etwa nach längerer beruflicher Pause oder fachfremder Tätigkeit- eine kompakte Wiederholung des Zivilrechts und Versicherungsrechts anstreben.
Das Lehrmaterial besteht aus 4 Modulen /Skripten. Der Gesamtumfang beträgt ca. 513 Seiten (brutto). Jedes Modul / Skript enthält außerdem eine Einsendeklausur.
BGB allgemeiner und besonderer Teil mit Schwerpunkt Vertragsschluss- und Gewährleistungsrecht, Verjährung von Forderungen; im Überblick Sachenrecht (Eigentum, Besitz, Übereignungstatbestände), Erb- und Familienrecht (gesetzliche und gewillkürte Erbfolge, Abstammung, Ehe und Verlöbnis, nichteheliche Lebensgemeinschaft) , Zivilprozessrecht einschließlich Mahnverfahren und Zwangsvollstreckung.
Modul Versicherungsvertragsrecht I
Versicherungsarten und Techniken, beteiligte Personengruppen und Institutionen, Zustandekommen und Beendigung (Widerruf, Nichtigkeit, Kündigung, …) des Versicherungsvertrages, Prämienzahlungspflicht, Obliegenheiten (Verletzung, Rechtsfolgen, Zurechnung des Verhaltens Dritter), Inhalt und Grenzen der Leistung des Versicherers.
Modul Versicherungsvertragsrecht II
Versicherungsvermittler (Arten, Rechtsstellung, Haftung, Wissenszurechnung), rechtliche Besonderheiten bzgl. einzelner Versicherungen (Lebensversicherung, Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung).
2. Zurückbehaltungsrechte 34
Kapitel 1: Das bürgerliche Gesetzbuch Teil 2
C. Das Familienrecht
2. Wirkungen der Ehe
3. Eheliches Güterrecht
II. Das Verwandtschaftsrecht
1. Abstammung
2. Unterhaltspflicht
3. Rechtsverhältnis zwischen Eltern und Kindern
a) Allgemeine Rechte und Pflichten
b) Eheliche Kinder
c) Nichteheliche Kinder
III. Vormundschaft, Betreuung und Pflegschaft
1. Vormundschaft
3. Pflegschaft
D. Das Erbrecht
I. Die Erbfolge
II. Die rechtliche Stellung des Erben
1. Annahme oder Ausschlagung
2. Haftung des Erben für Nachlassverbindlichkeiten
3. Erbschaftsanspruch
4. Mehrheit von Erben
III. Lernhilfe
IV. Das Testament
V. Erbvertrag
VII. Erbunwürdigkeit
VIII. Erbverzicht
IX. Erbschein
X. Lernhilfe
A. Grundlagen zum Thema Versicherungen
I. Begriff und Abgrenzung
III. Möglichkeiten der Ausgestaltung von Versicherungen
1. Versicherungsarten- und Zweige
2. Schadens- und Summenversicherung
3. Einzelversicherung und Gruppenversicherung
4. Erstversicherung und Rückversicherung
IV. Techniken der Versicherung
V. Beteiligte Personengruppen und Institutionen
1. Versicherungsnehmer und Versicherter
2. Versicherungsunternehmen
3. Die Aufsichtsbehörden
4. Der Ombudsmann
I. Wichtige Gesetze im Versicherungsrecht
II. Struktur und Aufbau des VVG
III. Die Bedeutung der AVB
1. Arten von AVB
2. Einbeziehung in den Vertrag
4. Inhaltskontrolle und Unwirksamkeit von AVB
Kapitel 2: Der Versicherungsvertrag
A. Zustandekommen des Versicherungsvertrages
I. Angebot (oder Antrag) und Annahme
3. Zustandekommen bei vom Antrag abweichender Police
II. Zeiträume beim Versicherungsvertrag
1. Beginn und Ende des Versicherungsverhältnisses
2. Vorwärts- und Rückwärtsversicherung
3. Die vorläufige Deckungszusage
III. Die einseitige Änderung von Vertragsbedingungen
IV. Die Versicherung für fremde Rechnung
1. Die Rechtsverhältnisse im Dreieck
D. Beendigung des Versicherungsvertrages
I. Überblick über die Beendigungsgründe
1. Widerrufsrecht nach § 8 IV VVG beim Antragsmodell
2. Widerspruchsrecht nach § 5 a VVG beim Policenmodell
IV. Nichtigkeit des Versicherungsvertrages
1. Verstoß gegen ein Verbotsgesetz nach § 134 BGB
2. Verstoß gegen die guten Sitten nach § 138 BGB
3. Erfolgreiche Anfechtung des Versicherungsvertrages
G. Pflichten des Versicherungsnehmers
I. Pflicht zur Prämienzahlung
1. Prämienarten und deren Berechnung
2. Rechtsfolgen bei Nichtzahlung der Prämie
a) Nichtzahlung von Erst- oder Einmalprämie
b) Nichtzahlung von Folgeprämien
II. Obliegenheiten
2. Die Verletzung vertraglicher Obliegenheiten
a) Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit vor einem Schadensfall
b) Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit nach einem Schadensfall
3. Die Verletzung gesetzlicher Obliegenheiten
4. Die Einrede der Leistungsfreiheit
5. Risikoausschluss und Obliegenheit
1. Repräsentant
2. Wissensvertreter
3. Wissenserklärungsvertreter
4. Zurechnung bei der Versicherung für fremde Rechnung
J. Die Leistungspflicht des Versicherers
I. Inhalt und Grenzen der Leistung des Versicherers
1. Das versicherte Interesse als Leistungsbegrenzung
2. Versicherungswert und Versicherungssumme
a) Gefahrenbeschreibungen
b) Gefahrenlage
aa) Gefahr und vorvertragliche Anzeigepflicht
bb) Die Gefahrenerhöhung
II. Der Versicherungsfall
1. Zeitliche Grenzen
2. Die Verursachung des Versicherungsfalles
3. Durch den Versicherungsfall ausgelöste Obliegenheiten
4. Der Anspruch gegen den Versicherer
K. Der Anspruch des Versicherungsnehmers im Überblick
L. Lernhilfe
Kapitel 2: Der Versicherungsvertrag (Teil 2)
M. Der Forderungsübergang nach § 67 VVG
I. Sinn und Zweck der Regelung
II. Anwendungsbereich des Forderungsübergangs
III. Voraussetzung, Zeitpunkt, Inhalt und Höhe
IV. Befriedungsvorrecht, Quotenvorrecht und Schuldnerschutz
V. Regressvereitelung gemäß § 67 I, 3 VVG
VI. Kein Regress durch den Versicherer 171. Mitversicherte und Regressverzicht Familienprivileg
VII. Abkommen
N. Lernhilfe
O. Übungsfall
Kapitel 3: Der Versicherungsvermittler
A. Die Rolle des Versicherungsvermittlers
I. Arten von Versicherungsvermittlern
II. Der Versicherungsvertreter
1. Das Innenverhältnis
2. Das Außenverhältnis
a) Die Vertretungsmacht
b) Die Kenntniszurechnung
3. Haftungsfragen beim Versicherungsvertreter
III. Der Versicherungsmakler
1. Verhältnis zwischen Versicherungsmakler und Versicherungsnehmer
2. Verhältnis zwischen Versicherungsmakler und Versicherer
3. Haftungsfragen beim Versicherungsmakler
IV. Die Umsetzung der EG-Richtlinie zur Versicherungsvermittlung
2. Berufshaftpflicht
3. Kenntnisnachweise
Kapitel 4: Einzelne Versicherungen
A. Die Lebensversicherung
I. Begriff und Ausgestaltungen
II. Aufsichtsrechtliche Vorgaben
1. Prämienkalkulation
2. Deckungsrückstellung
III. Vertragliche Besonderheiten
1. Zustandekommen des Lebensversicherungsvertrages
2. Prämie und Vertragsänderungen
3. Anzeigepflichten und Gefahrerhöhung
4. Prämienfreie Versicherung und Beendigung des Versicherungsverhältnisses
5. Bezugsberechtigter
6. Herbeiführung des Versicherungsfalles
D. Die Krankenversicherung
G. Die Haftpflichtversicherung
2. Leistung des Haftpflichtversicherers
3. Obliegenheiten des VN
4. Rechtsverhältnisse im Dreieck
a) Freiwillige Haftpflichtversicherung
b) Obligatorische Haftpflichtversicherung
c) Entschädigungsfonds und Entschädigungsstelle für Auslandsunfälle
Regeldauer: Die Regeldauer des Fernlehrgangs beträgt 6 Monate bei einem wöchentlichen Zeitaufwand von ca. 6 Stunden. Durch Mehraufwand oder Vorkenntnisse kann sich die tatsächliche Dauer individuell verkürzen. Im Durchschnitt ist mit einer Gesamtstundenzahl von ca. 155 (Zeit-) Stunden zu rechnen.
Der Fernlehrgang Fachreferent/in für Versicherungsvertragsrecht (IHK) eröffnet dem Teilnehmer beispielhaft die nachfolgend genannten Perspektiven:
Der Teilnehmer kann Sachverhalte mit zivilrechtlichem und versicherungsrechtlichem Gegenstand unter juristischen Gesichtspunkten aufnehmen, aufbereiten und sie anschließend in einfachen Fällen nach einer eigenen rechtlichen Bewertung einer Entscheidung zuführen (z. B. Vertragsschluss, Gewährung oder Ablehnung von Versicherungsansprüchen). Aufgrund seiner juristischen Basiskenntnisse kann er erkennen, in welchen Fällen und ab welchem Zeitpunkt die Inanspruchnahme eines Volljuristen angezeigt ist.
Als Versicherungsvermittler kann der Teilnehmer bei seinen Kunden Versicherungslücken unter rechtlichen Gesichtspunkten (z. B. Haftungsrisiken) besser erkennen und anschließend die Notwendigkeit des Abschlusses eines Versicherungsvertrages mit juristisch fundierten Argumenten darstellen. Hierzu kann er auf Grundkenntnisse im allgemeinen Vertragsrecht, im Sachenrecht, im Familienrecht, im Erbrecht und im Zivilprozessrecht zurückgreifen. Er kann so den Kunden kompetenter beraten und überzeugen.
Als Schadenssachbearbeiter im Versicherungswesen kann der Teilnehmer die Grenzen der Leistungspflicht des Versicherers unter juristischen Gesichtspunkten besser erkennen. Die Ablehnung von unberechtigten Ansprüchen kann er juristisch fundiert begründen und dabei zur Schaffung von Rechtsklarheit gezielt juristisches Fachvokabular einsetzen.
Als Versicherungsvermittler kennt er die eigenen Haftungsrisiken und kann seine Beratung und Betreuung danach ausrichten. Er weiß, inwieweit sein Wissen um relevante Umstände oder sein Tun oder Unterlassen dem Versicherer oder dem Versicherungsnehmer als eigenes Wissen oder Handeln zugerechnet wird.
Versicherungsvermittler unterlagen in der Vergangenheit keiner zulassungsrechtlichen Beschränkung oder sonstigen berufsrechtlichen Reglementierung. Aufgrund der Umsetzung der Richtlinie 2002/92 EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 09.12.2002 zur Versicherungsvermittlung unterliegen Versicherungsvermittler künftig einer Registrierung und müssen bestimmte Mindestkenntnisse auch auf rechtlichem Gebiet, die der Teilnehmer durch diesen Lehrgang erhält, nachweisen.
Auch für etablierte und seit längerem tätige Versicherungsvermittler, die der genannten Richtlinie nicht oder nicht in vollem Umfange unterliegen, sind fundierte Kenntnisse in den genannten Rechtsgebieten wichtig, weil sich die Rechtsprechung in Haftungsfällen an den durch die Umsetzung der EU-Richtlinie geschaffenen Standards für Aufklärungs- und Beratungspflichten von Versicherungsvermittlern orientieren wird.
Als Quereinsteiger in die Versicherungsbranche erhält der Teilnehmer einen verständlichen und in sich geschlossenen Einblick in das Versicherungswesen unter rechtlichen Gesichtspunkten. Dabei ist eine versicherungswirtschaftliche Vorbildung zum Verständnis der Lehrmodule nicht erforderlich.
Als Jurist mit längerer beruflicher Pause (Erziehungsurlaub, Arbeitslosigkeit) oder längerer fachfremder Tätigkeit erhält der Teilnehmer eine Auffrischung seiner zivilrechtlichen Kenntnisse und eine fundierte Einarbeitung in das Versicherungsrecht, dass bekanntlich nicht zu den examensrelevanten Pflichtfächern gehört und von den Studenten daher als Lehrfach regelmäßig nicht belegt wird.
Als Sachverständiger im Versicherungswesen sind Grundkenntnisse im Recht bei der Erstellung von Sachverständigengutachten hilfreich. Der im Recht ausgebildete Gutachter erkennt besser, worauf es dem Juristen ankommt. Im Umgang mit Gerichten und Behörden profitiert er von der Kenntnis des juristischen Fachvokabulars. Aufgrund der so erzielbaren Kommunikationsstärke wird er mehr Aufträge von Behörden, Gerichten oder Anwälten bekommen.
Als Abiturient kann der Teilnehmer etwa während des Wehr- oder Zivildienstes oder in der Wartezeit zum Studiumsbeginn sein Interesse für ein mögliches Jurastudium oder eine Tätigkeit im Versicherungswesen prüfen. Bei Nichtgefallen kann er so rechtzeitig die Weichen für eine andere Ausbildung stellen. Er erhält eine Bescheinigung über eine kurze, aber in sich geschlossene Fortbildung, die, anders als ein Studien- oder Ausbildungsabbruch in den ersten Semestern, beruflich durchaus verwertbar ist.
Als Jurastudent im ersten Semester erhält der Teilnehmer im Zivilrecht einen Einarbeitungsvorteil, von dem er während des gesamten Studiums profitieren und das zu einer kürzeren Studienzeit führen wird. Darüber hinaus erhält er fundierte Grundkenntnisse in einem zivilrechtlichen Sonderrechtsgebiet.
Für Arbeitslose kann der Lehrgang ein Baustein für den Einstieg in die Versicherungsbranche oder die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit als Versicherungsvermittler sein.

References: § 8
 § 5
 § 134
 § 138
 § 67
 § 67