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Timestamp: 2016-10-27 19:02:13+00:00

Document:
9C_344/2012 (24.10.2012)
9C_344/2012
Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn vom 29. Februar 2012.
B.________ (geboren 1968) meldete sich am 2. April 2003 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an, nachdem ihm bereits vom 1. Dezember 1991 bis 31. August 1992 eine ganze Rente zugesprochen worden war. Gest�tzt auf die Gutachten des Dr. med. L.________, FMH Innere Medizin und Rheumaerkrankungen, vom 31. August 2005 und des Dr. med. K.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 8. April 2006 wies die IV-Stelle des Kantons Solothurn mit Verf�gung vom 23. Oktober 2006 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf Invalidenrente ab. Diese Verf�gung best�tigte das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn auf Beschwerde hin mit Entscheid vom 21. Dezember 2007.
Am 21. April 2008 gelangte B.________ erneut an die IV-Stelle, da sein gesundheitlicher Zustand neue Erkenntnisse ergebe. Dr. med. S.________, Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte im Arztbericht vom 3. Juni 2008 folgende Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit: ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit St. n. Spondylodese L4/5 1991 bei Spondylolisthesis, mit verst�rkter Reizung SI seit 11/2007 rechts und ein chronisch rez. cervikoradikul�res Schmerzsyndrom bei intraforaminaler DH C4/5 und Osteochondrose und Spondylose C5/6 seit 2001. Mit Verf�gung vom 22. Juli 2008 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache f�r ein Aufbautraining/Potenzialabkl�rung vom 18. August bis 14. September 2008. Das Assessment wurde gem�ss Bericht des Amtes f�r Wirtschaft und Arbeit des Kantons Solothurn (Logistik arbeitsmarktliche Massnahmen) vom 6. Oktober 2008 im Bereich Mechanik abgebrochen. Daraufhin holte die IV-Stelle ein bidisziplin�res Gutachten bei Dr. med. O.________, Facharzt Rheumatologie und Rehabilitation FMH, vom 7. Januar 2010 und bei Dr. med. W.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 26. Januar 2010 ein. Die Gutachter kamen zur Beurteilung, dass sich die somatischen Beschwerden gegen�ber der Begutachtung durch Dr. med. L.________ nicht wesentlich ver�ndert h�tten. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Arbeitsunf�higkeit von maximal 10% und gesamthaft eine solche von 20 bis maximal 25% f�r leichte bis mittelschwere T�tigkeit ohne �berkopfarbeit und ohne Extension der Halswirbels�ule gegeben. Im Vorbescheid vom 16. Juli 2010 stellte die IV-Stelle die Ablehnung eines Rentenanspruchs in Aussicht. Mit Einwand zum Vorbescheid legte B.________ einen neuropsychologischen Bericht der Dr. phil. C.________ vom 29. Juli 2010 vor. Am 11. Oktober 2010 reichte er weitere Akten, darunter ein von ihm in Auftrag gegebenes Privatgutachten des Dr. med. H.________, Facharzt FMH f�r Neurologie, vom 22. September 2010 ein. Zu diesem Gutachten nahm Dr. med. E.________, Facharzt Allgemeine Medizin FMH, vom Regionalen �rztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD) am 28. Februar 2011 Stellung. Mit Verf�gung vom 20. April 2011 wies die IV-Stelle den Rentenanspruch ab und hielt dabei fest, der Versicherte habe bei einem Invalidit�tsgrad von 38% Anspruch auf berufliche Massnahmen. Am 27. April 2011 teilte B.________ der IV-Stelle mit, dass er berufliche Massnahmen ausdr�cklich w�nsche.
B.________ erhob gegen die rentenablehnende Verf�gung vom 20. April 2011 Beschwerde. Nach Durchf�hrung einer �ffentlichen Verhandlung wies das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn die Beschwerde mit Entscheid vom 29. Februar 2012 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst B.________ beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides seien ihm ab wann rechtens die gesetzlichen Leistungen (inkl. berufliche Eingliederungsmassnahmen) nach Massgabe eines Invalidit�tsgrades von mindestens 40% nebst Verzugszins zuzusprechen; eventualiter sei ein erg�nzendes interdisziplin�res Gutachten (unter Einbezug der rheumatologischen, psychiatrischen, neurologischen und neuropsychologischen Fachrichtung) einzuholen. Ferner seien die vollst�ndigen Akten der SUVA inkl. Taggeld- und Heilungskostenabrechnung von Amtes wegen beizuziehen und die IV-Stelle habe die Honorarrechnung des Dr. med. H.________ in H�he von CHF 5'000.-- und diejenige der Dr. phil. C.________ von CHF 2'890.-- zu �bernehmen.
1.3 Nach Art. 105 BGG legt das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Abs. 1). Es kann diese Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Abs. 2). Die Voraussetzungen f�r eine Sachverhaltsr�ge nach Art. 97 Abs. 1 BGG und f�r eine Berichtigung des Sachverhalts von Amtes wegen nach Art. 105 Abs. 2 BGG stimmen im Wesentlichen �berein. Soweit es um die Frage geht, ob der Sachverhalt willk�rlich oder unter verfassungswidriger Verletzung einer kantonalen Verfahrensregel ermittelt worden ist, sind strenge Anforderungen an die Begr�ndungspflicht der Beschwerde gerechtfertigt. Entsprechende Beanstandungen sind vergleichbar mit den in Art. 106 Abs. 2 BGG genannten R�gen. Demzufolge gen�gt es nicht, einen von den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz abweichenden Sachverhalt zu behaupten. Vielmehr ist in der Beschwerdeschrift nach den erw�hnten gesetzlichen Erfordernissen darzulegen, inwiefern diese Feststellungen willk�rlich bzw. unter Verletzung einer verfahrensrechtlichen Verfassungsvorschrift zustande gekommen sind. Andernfalls k�nnen Vorbringen mit Bezug auf einen Sachverhalt, der von den Feststellungen im angefochtenen Entscheid abweicht, nicht ber�cksichtigt werden. Vorbehalten bleiben offensichtliche Sachverhaltsm�ngel im Sinne von Art. 105 Abs. 2 BGG, die dem Richter geradezu in die Augen springen (BGE 133 IV 286 E. 6.2 S. 288; 133 II 249 E. 1.4.3 S. 255).
2.1 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist der Rentenanspruch des Beschwerdef�hrers. Wie die Vorinstanz zutreffend anf�hrt (E. 6a), ist es zul�ssig, dass �ber den Rentenanspruch befunden wird, bevor �ber berufliche Massnahmen entschieden worden ist, wenn der Invalidit�tsgrad weniger als 40% betr�gt (Urteil 9C_150/2012 vom 30. August 2012 E. 5.4). Die gegenteilige Auffassung des Beschwerdef�hrers wurde schon im Urteil 8C_696/2008 vom 3. Juni 2009 (E. 12) widerlegt. Auf das Begehren um Gew�hrung von beruflichen Massnahmen ist daher nicht einzutreten. Wie die Beschwerdegegnerin in der Verf�gung vom 20. April 2011 festgehalten hat, steht dem Beschwerdef�hrer ein Anspruch auf berufliche Massnahmen zu. Dem Beschwerdef�hrer fehlt es daher abgesehen davon, dass konkrete berufliche Massnahmen gar nicht Verfahrensgegenstand darstellen, angesichts der Zusicherung der Beschwerdegegnerin auch an einem Rechtsschutzinteresse, dass vorliegend �ber berufliche Massnahmen befunden wird.
2.2 Der Beschwerdef�hrer h�lt trotz des Hinweises der Vorinstanz, dass medizinische Massnahmen seit 1. Januar 2008 nur noch an unter 20-J�hrige Versicherte gew�hrt werden k�nnen (seit 1. Januar 2008 ge�nderter Wortlaut von Art. 12 Abs. 1 IVG; zur �bergangsrechtlichen Lage siehe Urteile 8C_419/2009 vom 3. November 2009 E. 3 und 8C_606/2011 vom 13. Januar 2012 E. 3.5 und 3.6), daran fest, dass zuerst noch medizinische Eingliederungsmassnahmen abzuwarten seien. Die Durchf�hrung von allf�lligen weiteren medizinischen Behandlungen bildet kein Hindernis f�r die Pr�fung der Rentenfrage, da auch ohne zus�tzliche Heilbehandlungen der Beschwerdef�hrer bereits in seinem Gesundheitszustand, wie er sich im massgebenden Zeitpunkt des Verf�gungserlasses pr�sentierte, keinen rentenbegr�ndenden Invalidit�tsgrad aufwies.
3.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invalidit�tsgrades verweigert, wird eine neue Anmeldung nur gepr�ft, wenn die gesuchstellende Person glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidit�t in einer f�r den Anspruch erheblichen Weise ge�ndert hat (Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV). Tritt die IV-Stelle auf eine Neuanmeldung ein, hat sie - und im Beschwerdefall das kantonale Versicherungsgericht oder das Bundesverwaltungsgericht - wie bei einer Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG zu pr�fen, ob sich die tats�chlichen Verh�ltnisse seit Erlass der letzten, auf einer materiellen Pr�fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabkl�rung, Beweisw�rdigung und Ermittlung des Invalidit�tsgrades beruhenden Verf�gung ver�ndert haben (BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff.; vgl. auch BGE 133 V 108). Ist das zu verneinen, weist sie das Gesuch mit dieser Begr�ndung ab (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 96/06 vom 26. Mai 2006 E. 2); andernfalls hat sie zu pr�fen, ob aufgrund der festgestellten Ver�nderung nunmehr eine anspruchsbegr�ndende Invalidit�t besteht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; Urteil 9C_733/2007 vom 3. April 2008 E. 1). Dazu hat sie den Invalidit�tsgrad auf der Grundlage eines richtig und vollst�ndig festgestellten Sachverhalts und ohne Bindung an fr�here Invalidit�tssch�tzungen neu zu ermitteln (vgl. Urteil 9C_215/2010 vom 20. April 2010 E. 1.1 sowie 9C_1059/2009 vom 4. August 2010 E. 2).
3.2 Wie von der Vorinstanz richtig ausgef�hrt, ist massgebender Bezugspunkt, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers ver�ndert hat, die Verf�gung vom 23. Oktober 2006, die im Wesentlichen auf dem im Gutachten des Dr. med. L.________ und Dr. med. K.________ festgestellten Gesundheitszustand basierte. Somit ist zu pr�fen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers vom 23. Oktober 2006 bis zum Verf�gungserlass vom 20. April 2011 ver�ndert hat.
4.1 Die Beschwerdegegnerin holte f�r die Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdef�hrers ein bidisziplin�res Gutachten bei Dr. med. O.________ und Dr. med. W.________ vom 7. und 26. Januar 2010 ein. Von Dr. med. O.________ wurde aus somatischer Sicht eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit von 15% und von Dr. med. W.________ aus psychiatrischer Sicht eine solche von maximal 10% ermittelt, wobei die beiden angegebenen Einschr�nkungsgrade an Arbeitsunf�higkeit zu addieren seien. Die Beschwerdegegnerin hat darauf beruhend in einer unselbstst�ndigen Erwerbst�tigkeit eine Arbeitsf�higkeit von mindestens 75% angenommen. Der Beschwerdef�hrer macht eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung geltend, weil nicht auf das neurologische Privatgutachten des Dr. med. H.________ vom 22. September 2010 abgestellt worden sei.
4.2 Vom Beschwerdef�hrer wird beanstandet, dass keine neurologische Begutachtung veranlasst worden sei. Die bidisziplin�re rheumatologische und psychiatrische Begutachtung wurde nach entsprechender Anweisung des RAD-Arztes Dr. E.________ veranlasst. Aufgabe des RAD ist es, eine umfassende Einordnung vorzunehmen, welche Fachdisziplinen an der Begutachtung zu beteiligen sind (vgl. das Urteil 9C_906/2010 vom 5. April 2011 = SVR 2011 IV Nr. 67 E. 3.4.2). Daher ist nicht zu beanstanden, dass die Fachrichtungen Rheumatologie und Psychiatrie bei der Begutachtung vertreten waren und nicht auch noch die Fachrichtung der Neurologie. Die beiden Gutachter O.________ und W.________ haben auch keinen Hinweis angebracht, dass noch zus�tzliche Abkl�rungen in einem weiteren medizinischen Fachbereich f�r eine Begutachtung erforderlich sein sollten, um eine umfassende Beurteilung vorzunehmen.
4.3 Dr. med. H.________ war bereits behandelnder Arzt des Beschwerdef�hrers, wie aus seinem Schreiben vom 20. Mai 2010 hervorgeht, bevor er sein Privatgutachten vom 22. September 2010 erstellte. Behandelnde �rzte sollten jedoch nicht als Gutachter betraut werden, da sowohl Befangenheit gegen�ber dem eigenen Patienten wie auch dem eigenen Behandlungsergebnis gegen�ber nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann (vgl. GABRIELA RIEMER-KAFKA [Hrsg.]; Versicherungsmedizinische Gutachten, 2. Aufl. 2012, S. 35). Die therapeutische und gutachterliche T�tigkeit des Arztes f�hrt zu einer doppelten Rollenverteilung, weil einerseits der Arzt dem Wohle seines Patienten verpflichtet ist, andernteils aber auch seinem Auftraggeber gegen�ber zur gr�sstm�glichen Objektivit�t. Damit wird der Versicherte gleichzeitig Patient und Explorand, was zu Zielkonflikten f�hren kann. Daher sollten als Gutachter die behandelnden �rzte grunds�tzlich nicht betraut werden (ULRICH MEYER in: HERMANN FREDENHAGEN, Das �rztliche Gutachten, 4. Aufl. 2003, S. 22). Daher war Dr. med. H.________ nicht dazu geeignet, gutachterlich t�tig zu werden. Er h�tte daher schon zum Vornherein in Beachtung seiner �rztlichen Sorgfaltspflicht einen solchen Begutachtungsauftrag ablehnen m�ssen. Die von Dr. med. H.________ angef�hrte Kritik am bidisziplin�ren Gutachten ist daher nicht als Kritik eines weiteren Gutachters, sondern lediglich als des den Beschwerdef�hrer behandelnden Arztes zu h�ren. Auch die Ausf�hrungen von Dr. phil. C.________ stellen keine Begutachtung dar, sondern sind lediglich die Ergebnisse einer im Auftrag des behandelnden Neurologen durchgef�hrten neuropsychologischen Untersuchung. Daher ist angesichts der gar nicht gegebenen Gutachterqualit�t von Dr. med. H.________ und Dr. phil. C.________ der Vorwurf an die Vorinstanz, diese h�tte eine "Leugnung hinsichtlich der einzig vorliegenden fach�rztlich-neurologischen und neuropsychologischen gutachtlichen Einsch�tzung durch Dr. med. H.________ und Dr. med. C.________" begangen, unberechtigt. Es liegt somit auch keine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK vor.
4.4 Inhaltlich ist die vom Beschwerdef�hrer gest�tzt auf die Ausf�hrungen des ihn behandelnden Neurologen Dr. med. H.________ vorgebrachte Kritik am bidisziplin�ren Gutachten O.________/W.________ unzutreffend. Dr. med. H.________ f�hrt an, im Mittelpunkt stehe eine ausgepr�gte Cervikobrachialgie rechts. Im bidisziplin�ren Gutachten O.________/ W.________ wurde jedoch als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit ein chronisches Zervikocephalsyndrom mit/bei Myofascialschmerzsyndrom der Nackenmuskulatur mit Schmerzausstrahlung parietal und fascial rechts und chronischem zervikospondylogenen Syndrom bei degenerativen Ver�nderungen der HWS mit Ostechondrose C5/C6 mit Status nach Zervikobrachialsyndrom C6 rechts, aktuell mit Restsyndrom in Form Areflexie der Bicepssehnenreflexe rechts, ohne Reizsymptomatik festgehalten, so dass den Gutachtern nicht vorgeworfen werden kann, sie h�tten bei ihrer Expertise eine relevante Diagnose �bersehen.
4.5 Der Beschwerdef�hrer beanstandet des weitern, dass der Gutachter O.________ kein eigenes MRI veranlasst und dass er nicht �ber die vom fr�heren Gutachter L.________ zitierten Bilder verf�gt habe. Demgegen�ber habe Dr. med. H.________ ein eigenes MRI veranlasst. Dem ist entgegenzuhalten, dass Dr. med. H.________ selber zwar anf�hrt, dass die radiologischen Befunde haupts�chlich eine Osteochondrose und Spondylose C5/6 mit Foramenstenose rechts zeigen w�rden. Jedoch h�lt er gleichzeitig fest, dass klinisch-neurologisch keine motorischen radikul�ren Ausf�lle bestehen w�rden. Die Schw�che der rechten oberen Extremit�t sei Resultat der chronischen Schmerzen und der Kettentendomyose. Somit sind jedoch auch unter Ber�cksichtigung des von Dr. med. H.________ erstellten CT keine Befunde gegeben, die klinisch-neurologisch eine Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit bewirken w�rden. Damit ist aber auch die Kritik, dass von Dr. med. O.________ kein eigenes CT respektive MRI veranlasst wurde, unberechtigt. Lediglich aus einer anders gewichteten Diagnose (geringgradig anstatt ausgepr�gt) l�sst sich neurologisch keine Ver�nderung der Arbeitsf�higkeit ableiten, wenn gleichzeitig keine motorischen radikul�ren Ausf�lle klinisch-neurologisch festgestellt werden k�nnen.
4.6 Dr. med. H.________ kritisiert, dass sowohl von Dr. med. L.________ als auch von Dr. med. O.________ eine tiefere Einsch�tzung der Arbeitsunf�higkeit erfolge als von den behandelnden �rzten des Beschwerdef�hrers, die auf eine 50%ige Arbeitsf�higkeit schliessen w�rden (Schreiben Dr. med. H.________ vom 11. Juli 2011). Damit wird aber von Dr. med. H.________ indirekt best�tigt, dass zwischen der Begutachtung durch Dr. med. L.________ und durch Dr. med. O.________ gar keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes im somatischen Bereich eingetreten ist. Dies wird von Dr. med. O.________ auch explizit so angef�hrt. Die abweichenden Angaben betreffend die Arbeitsunf�higkeit des Beschwerdef�hrers durch die ihn behandelnden �rzte (auch schon vor der Begutachtung durch Dr. med. L.________; vgl. den Arztbericht Dr. med. S.________ vom 29. Juni 2005), welche die Arbeitsunf�higkeit stets mit 50% bezifferten, zu der von den Gutachtern L.________ und O.________ festgestellten Arbeitsunf�higkeit von lediglich 10% sind Folge der verschiedenen Aufgabenstellung bei Behandlungs- und Begutachtungsauftrag. Wegen der unterschiedlichen Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch t�tigen (Fach-)Arztes und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten medizinischen Experten (BGE 124 I 170, E. 4) ist es indessen nicht geboten, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abkl�rungen zu nehmen, wenn die behandelnden �rzte zu anders lautenden Einsch�tzungen gelangen (Urteil 8C_260/2011 vom 25. Juli 2011, E. 5.2). Wie dargelegt k�nnen von den behandelnden �rzten des Beschwerdef�hrers keine Aspekte benannt werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungew�rdigt geblieben sind. Die Vorinstanz hat daher zu Recht auf die bidisziplin�ren Begutachtung O.________/W.________ f�r die Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdef�hrers abgestellt. Somit bestand auch kein Anlass f�r die Vorinstanz, selber ein Gutachten einzuholen. Wenn die Vorinstanz festh�lt, dass dem Gutachten O.________/W.________ voller Beweiswert zuzuerkennen ist und dies auch ausf�hrlich begr�ndet, so kann darin keine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV respektive Art. 6 Ziff. 1 EMRK erblickt werden.
4.7 Gutachter Dr. med. O.________ hat die entsprechenden Berichte der den Beschwerdef�hrer behandelnden �rzte, in welchen jeweils Arbeitsunf�higkeitsgrade von 50% aufgef�hrt wurden, in seinem Gutachten wiedergegeben. Somit hat er seine Beurteilung in Kenntnis dieser Berichte vorgenommen. Im Rahmen einer Begutachtung ist nicht erforderlich, dass zu jedem Bericht der behandelnden �rzte Stellung genommen wird, wenn in diesen Berichten ein von den Erkenntnissen des Gutachters abweichender Grad der Arbeitsunf�higkeit angegeben wird. Insbesondere muss dies auch im vorliegenden Fall gelten, wo die gleiche H�he an Arbeitsunf�higkeit von Dr. med. S.________ bereits vor der Begutachtung durch Dr. med. L.________ attestiert wurde und somit gerade auch aus dem Vergleich dieser Berichte auf eine unver�nderte gesundheitliche Situation des Beschwerdef�hrers von Dr. med. O.________ im Vergleich zur Begutachtung durch Dr. med. L.________ geschlossen werden konnte.
Der Beschwerdef�hrer r�gt, dass kein Beizug der Unfallakten stattgefunden habe. Jedoch wird von ihm selber nicht behauptet, dass er im massgebenden Zeitraum vom 23. Oktober 2006 bis 20. April 2011 einen Unfall erlitten habe, so dass unfallbedingt auch keine Ver�nderung des Gesundheitszustandes bewirkt werden konnte. Daher war der Beizug dieser Akten entbehrlich und die Vorinstanz konnte darauf verzichten.
6.1 Soweit der Beschwerdef�hrer vorbringt, Art. 6 Ziff. 1 EMRK garantiere auch das Recht, vor dem Gericht Beweismassnahmen durchzuf�hren, namentlich ihn behandelnde �rzte zu befragen, kann ihm nicht beigepflichtet werden. Nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jedermann Anspruch darauf, dass seine Sache in billiger Weise �ffentlich von einem unabh�ngigen Gericht geh�rt wird. Statuiert wird die �ffentlichkeit der Verhandlung. Dem Anspruch ist Gen�ge getan, wenn die Partei ein Pl�doyer halten kann. Zu Fragen des Beweisverfahrens, namentlich der Beweisabnahme, enth�lt Art. 6 Ziff. 1 EMRK keinerlei konkrete Anordnungen zuhanden der staatlichen Gerichte. Die Weigerung, Zeugen einzuvernehmen, verletzt auch nicht per se den Grundsatz der Waffengleichheit, sondern ist als antizipierte Beweisw�rdigung zul�ssig, wenn der rechtserhebliche Sachverhalt umfassend abgekl�rt wurde und von zus�tzlichen Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse erwartet werden k�nnen (Urteil 8C_257/2012 vom 7. Mai 2012 E. 5.3). Auch aus dem vom Beschwerdef�hrer zitierten BGE 137 I 86 kann nichts Gegenteiliges abgeleitet werden.
6.2 Der Beschwerdef�hrer beanstandet, dass der ihn behandelnde Arzt Dr. med. E.________, Facharzt f�r An�sthesiologie FMH, durch die Vorinstanz h�tte befragt werden m�ssen. Der Beschwerdef�hrer zeigt in seinen Ausf�hrungen aber nicht auf, welche Erkenntnisse aus einer solchen Befragung h�tten gewonnen werden k�nnen. Vom Beschwerdef�hrer wird lediglich dargelegt, weil die Beschwerdegegnerin behaupte, in den Akten liessen sich keine neurologischen Ausfallerscheinungen finden, dr�nge sich eine Befragung von Dr. med. E.________ auf. Dr. med. E.________ ist jedoch als Facharzt f�r An�sthesiologie ohnehin nicht in der Lage, weiterf�hrende Angaben �ber neurologische Befunde zu machen als solche, die in den Akten bereits vorhanden sind. �berdies wurde ein Bericht des den Beschwerdef�hrer behandelnden Arztes Dr. med. S.________ vom 3. Juli 2008 eingeholt, der auch einen Bericht des Dr. med. P.________, FMH f�r Rheumatologie, vom 9. November 2007 vorlegte. Ebenso hielt Dr. med. P.________ im Bericht vom 23. Juni 2009 fest, dass s�mtliche von ihm gestellten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit schon seit 1990 respektive 2001, also schon lange vor der Begutachtung durch Dr. med. L.________, bestehen. Allein aus einem vom Beschwerdef�hrer erw�hnten (aber nicht belegten) Gewichtsverlust von 25% und einer Beckenbandentz�ndung kann nicht eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes gegen�ber dem Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. med. O.________ und Dr. med. W.________ abgeleitet werden. Auch ist festzustellen, dass diese angebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Rahmen der umfangreichen Eingaben zum Vorbescheid und den dort vorgelegten Akten nicht erw�hnt wurde, so dass daraus zu schliessen ist, dass eine solche - wenn �berhaupt - erst nach dem massgebenden Zeitpunkt des Verf�gungserlasses manifest wurde. Erstmals wurde eine angebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Rahmen der Beschwerde bei der Vorinstanz angef�hrt, wobei dort nur eine Gewichtsabnahme und sonst nichts Konkretes erw�hnt wurde. Bei einer allf�lligen Gewichtsabnahme w�re auch zu ber�cksichtigen, dass im Gutachten Dr. med. O.________ ein Gewicht von 96 kg bei einer K�rpergr�sse von 169 cm angegeben wurde. Der Beschwerdef�hrer hat auch nach Ablehnung seines Beweisantrages auf die Einholung eines Verlaufsberichtes bei Dr. med. E.________ am 29. August 2011 bis zum Zeitpunkt der m�ndlichen Verhandlung vom 10. Januar 2012 mehrere Monate Zeit gehabt, selber einen solchen Bericht bei dem ihn offenbar behandelnden Arzt einzuholen und dem Gericht vorzulegen, was er aber nicht vorkehrte. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdef�hrer bis zum massgebenden Zeitpunkt des Verf�gungserlasses kann daher nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit als erstellt betrachtet werden. Bei hinreichender Aussagekraft der vorhandenen Arztberichte und Gutachten, was insbesondere f�r letztere zutrifft, kann auf die Einholung weiterer Arztberichte und somit auch auf die Befragung von behandelnden �rzten verzichtet werden. Eine entsprechende antizipierte Beweisw�rdigung ist zul�ssig (Urteil 8C_738/2011 vom 3. Februar 2012 E. 5.3.2). Damit war der Verzicht der Vorinstanz auf eine Befragung von Dr. med. E.________ bundesrechtskonform.
Der Beschwerdef�hrer stellt schliesslich den von der Vorinstanz bei Ermittlung des Invalidit�tsgrades vorgenommenen Abzug vom Tabellenlohn in Frage.
7.1 Ob ein (behinderungsbedingt oder anderweitig begr�ndeter) Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, stellt eine vom Bundesgericht frei �berpr�fbare Rechtsfrage dar (Urteil 8C_652/2008 vom 8. Mai 2009 E. 4 in fine, nicht publiziert in: BGE 135 V 297). Die Frage nach der H�he des (im konkreten Fall grunds�tzlich angezeigten) Abzuges vom Tabellenlohn dagegen ist eine Ermessensfrage. Deren Beantwortung ist letztinstanzlicher Korrektur nur mehr dort zug�nglich, wo das kantonale Gericht das Ermessen rechtsfehlerhaft ausge�bt hat, also bei Ermessens�berschreitung, -missbrauch oder -unterschreitung (vgl. zu diesen Rechtsbegriffen Urteil I 793/06 vom 4. Oktober 2007 E. 2.3, in: Pl�doyer, 2008/1 S. 69; BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399; Urteile 9C_368/2009 vom 17. Juli 2009 E. 2.1 und 9C_643/2010 vom 27. Dezember 2010 E. 3.2).
7.2 Die konkrete Berechnung des Invalidit�tsgrades durch die Vorinstanz zieht der Beschwerdef�hrer nicht in Zweifel. Die Vorinstanz hat den Abzug vom Tabellenwert in H�he von 10% ausf�hrlich begr�ndet. Die vom Beschwerdef�hrer ge�bte Kritik, dass die Beschwerdegegnerin den Tabellenlohnabzug nicht begr�ndet habe, ist daher nicht gerechtfertigt, denn massgebend f�r die Beurteilung sind die diesbez�glichen Ausf�hrungen der Vorinstanz, mit denen sich der Beschwerdef�hrer, insbesondere in Ziff. 35 auf S. 36 f. seiner Beschwerdeschrift, nicht in rechtsgen�glicher Weise, auseinandersetzt. Ein allf�lliger Mangel der Verwaltungsverf�gung wird durch das Vorgehen der Vorinstanz geheilt. Weitere Positionen der konkreten Berechnung des Invalidit�tsgrades r�gt der Beschwerdef�hrer nicht. Damit ist der von der Vorinstanz ermittelte Invalidit�tsgrad von 38% zu best�tigen. Somit liegt kein rentenbegr�ndender Invalidit�tsgrad vor. Die Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen, soweit auf sie �berhaupt einzutreten ist.
Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens hat der Beschwerdef�hrer die Kosten desselben zu tragen (Art. 66 Abs. 1 und 68 Abs. 1 BGG). Eine Parteientsch�digung ist dementsprechend an den Beschwerdef�hrer nicht auszurichten. Auch hat der Beschwerdef�hrer die Kosten der von ihm veranlassten Berichte der Dr. phil. C.________ und des Dr. med. H.________ selber zu tragen, da diese, wie in vorstehender Ziffer 4.3 dargelegt, f�r die Entscheidfindung nicht als relevant betrachtet werden k�nnen. Die Beschwerdegegnerin hat, obwohl sie aufgrund des Prozessergebnisses als obsiegend zu betrachten ist (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen), keinen Anspruch auf Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 3 BGG; BGE 132 V 215 E. 6.1 S. 235, 128 V 124 E. 5b S. 133 f., 126 V 143 E. 4a und b S. 150 f.)

References: Art. 105
 Art. 95
 Art. 97
 Art. 105
 Art. 106
 Art. 105
 Art. 12
 Art. 17
 BGE 
 Art. 6
 Art. 29
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 BGE 
in fine
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE