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Timestamp: 2019-11-19 02:38:12+00:00

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Kitzur Schulchan Aruch – Kapitel 14 bis 17 – talmud.de
Kitzur Schulchan Aruch – Kapitel 14 bis 17
Kapitel 14. – Die Vorschriften über die Verse des Lobgesanges.
Von הודו bis nach der Schira (dem Sang am Meere) sind die Verse des Lobgesanges. ברוך שאמר ist die Beracha vor ihnen und ישתבח die Beracha nach ihnen. Wenn man ברוך שאמר angefangen hat, darf man bis nach der Vollendung des Gebetes (einschließlich תחנון oder הלל) nicht durch Sprechen, selbst in der heiligen Sprache, unterbrechen (und so überall, wo man nicht unterbrechen darf, ist es auch in der heiligen Sprache verboten.) Jedoch bei einer Unterbrechung für eine Mizwa ist ein Unterschied zwischen den Versen des Lobgesanges mit ihren Berachot und dem Schmalesen mit seinen Berachot. Bei den Versen des Lobgesanges, selbst mitten in ברוך שאמר und mitten in ישתבח wenn man eine Beracha hört, darf man mit אמן antworten; ebenso, wenn man hört, dass die Gemeinde das Schma liest, spreche man mit ihr den Vers שמע ישראל und um so mehr ist erlaubt, für Kaddisch, Keduscha und Barechu zu unterbrechen und mit der Gemeinde zu antworten. Wenn es jedoch möglich ist, es einzurichten, für diese bei einem Abschnitt, z. B. zwischen einem Psalm und dem anderen oder wenigstens zwischen einem Vers und dem anderen, zu unterbrechen, so tue man es.
ברוך הוא וברוך שמו sage man nicht in den Versen des Lobgesanges, nicht einmal bei einem Abschnitt (weil dies im Talmud nicht erwähnt ist); auch das Gebet . . . יתברך וישתבח das, man spricht, während der Vorbeter die Melodie von ברכו singt, sage man nicht, weil es nur ein Gebrauch ist; ebenso, wenn man seine Bedürfnisse verrichtet hat und sich die Hände wäscht, scheint mir, sage man nicht die Beracha אשר יצר weil man sie nachher noch sagen kann (siehe weiter § 8; die Vorschriften für eine Unterbrechung im Schmalesen und seinen Berachot werden mit Gottes Hilfe im Kap. 16 erläutert).
Man ergreife die zwei vorderen Zizit und spreche stehend ברוך שאמר nach dem Schluss מהולל בתשבחות küsse man sie und lasse sie wieder herabhängen und spreche alle Verse des Lobgesanges mit Ruhe und Wohlklang und nicht eilfertig und achte auf alle Worte, als ob man Geld zähle, und beherzige den Sinn dessen, was man ausspricht, besonders beim Vers ״Du öffnest Deine Hand , . .“, den man mit großer Andacht sprechen soll, um die Bedeutung der Worte vor Augen zu haben und in Gedanken für seine Ernährung und die Ernährung von ganz Israel zu beten. Wenn man dabei gar keine Andacht gehabt, müsste man selbst geschehenenfalls ihn nochmals mit Andacht sprechen. — Zwischen אלילים und וה׳ שמים עשה soll man ein bisschen unterbrechen, damit es nicht aussieht, als gehöre der Schluss nach oben.
Man achte darauf, während der Verse des Lobgesanges und um so mehr nachher bis zum Schlusse des Gebetes nicht die bedeckten Stellen des Körpers oder den Kopf an einer bedeckten Stelle zu berühren. Ebenso darf man die Unsauberkeit der Nase und die Unsauberkeit des Ohres nur mittels eines Tuches berühren; wenn man mit der Hand angerührt hat, muss man die Hand mit Wasser abwaschen. Wenn dies während des Gebetes vorgekommen und man also nicht Weggehen kann, Wasser zu suchen, genügt Reinigung an einer Erdscholle, oder man reibe seine Hand an einer Wand und dergleichen ab.
מזמור לתודה sagt man stehend und mit Freude, denn er ist an Stelle eines Dankopfers. — Ebenso von ויברך דויד bis אתה הוא ה׳ אלקים sage man stehend; ebenso spreche man die Schira stehend und mit Andacht und Freude; und ebenso stehe man bei der Beracha ישתבח
Am Sabbat und am Festtag sagt man nicht מזמור לתודה weil ein Dankopfer freiwillig dargebracht wurde und man am Sabbat und Festtag keine Gelübde und freiwilligen Gaben darbringen durfte. Auch sagt man ihn nicht an Chol hamoed Pessach, weil da kein Dankopfer gebracht wurde; denn mit dem Dankopfer musste man zehn Brote von Chamez bringen; auch nicht am Erew Pessach, weil man sie vielleicht bis zur Zeit des Chamez-Verbotes nicht essen könnte und sie verbrannt werden müssten; und nicht am Erew Jom hakipurim, weil man die Zeit ihres Essens verringern (da man sie wegen Jom hakipurim in der Nacht nicht essen darf) und man dadurch Heiligtümer zur Untauglichkeit bringen würde.
Wenn man spät in die Synagoge gekommen, nachdem die Gemeinde schon angefangen hat, zu beten, und würde man der Reihe nach beten, so würde man nicht erreichen, das שמנה-עשרה Gebet mit der Gemeinde zu beten, und die Hauptsache ist, dass man שמנה־ עשרה mit der Gemeinde betet, kann man darum auslassen, wie noch erklärt wird. Nur die Beracha über das Händewaschen, die Berachot über die Thora und die Beracha אלהי נשמה muss man immer vor dem Gebet sprechen (wie ich in Kap. 7 geschrieben); wenn man sie darum nicht zu Hause gesagt hat, muss man sie in der Synagoge sprechen, wenn man auch dadurch versäumen würde, mit der Gemeinde zu beten. Auch das Schmalesen mit den Berachot am Morgen muss man gerade vor שמנה עשרה sprechen, das heißt, dass man mit der Beracha יוצר אור anfängt und der Reihe nach ohne jede Unterbrechung bis nach שמנה עשרה betet (um die Erlösung mit dem Gebete zu verbinden, das heiß גאל ישראל mit שמונה עשרה). Aber die anderen Berachot und die ganze Anordnung und die Verse des Lobgesanges (außer den Berachot ברוך שאמר und ישתבח) kann man auch nach dem Gebete sagen.
Darum, wenn man die obenerwähnten drei Berachot gesagt und Talit und Tefillin angelegt hat, und man sieht, dass man keine Zeit mehr hat, so weit zu kommen, um שמנה־עשרה mit der Gemeinde zu beten, außer wenn man auslässt und bei der Beracha יוצר אור anfängt, so fange, man dort an. Wenn man Zeit hat, auch ברוך שאמר und תהלה לדוד bis zu Ende, das heißt bis שם קדשו לעולם ועד und ישתבח zu sagen, so sage man sie. Hat man mehr Zeit, so sage man auch הללויה הללו־ א׳ בקדשו… bis כל הנשמה תהלל יה הללויה, hat man noch mehr Zeit, sage man auch הללויה הללו את־ה׳ מן־ השמים, hat man noch mehr Zeit, sage man auch die anderen הללויה Wenn man noch mehr Zeit hat, sage man auch ויברך דויד bis לשם תפארתך, und wenn man noch mehr Zeit hat, sage man auch הודו bis והוא רחום lasse bis והוא רחום vor אשרי aus und fange dort an.
Wenn man keine Zeit hat, die Psalmen, die man am Sabbat und am Festtag hinzufügt, zu sagen, dann haben alle Psalmen und Verse, die man jeden Tag sagt, den Vorrang vor ihnen. Wenn man Zeit hat, auch etwas von diesen zu sagen, die man hinzufügt, scheint mir, dass am Sabbat und Jom Hakipurim מזמור שיר ליום השבת und das große Hallel (das ist…הודו לה׳ כי טוב) den Vorrang und an anderen Festtagen nur das große Hallel den Vorrang hat; dann der Psalm למנצח לדוד בשנותו und תפלה למשה Alle diese Psalmen und Verse sage man vor ישתבח nach Vollendung des Gebetes ergänze man alles, was man ausgelassen, nur ברוך שאמר und ישתבח sagt man nicht nach dem Gebet.
Wenn man sieht, dass selbst, wenn man bei der Beracha יוצר אור anfangen würde, man שמנה־עשרה mit der Gemeinde nur beten könnte, wenn man sich beeilt, dann ist besser, nach der Reihe mit Ruhe und Andacht für sich zu beten (siehe weiter Kap. 20 §11 und 12).
Wenn man in die Synagoge kommt und die Gemeinde fängt an, die Verse des Lobgesanges zu beten, und man hat kein Talit und keine Tefillin, hofft aber, dass sie einem gebracht werden, kann man auch anfangen, die Verse des Lobgesanges zu beten, und wenn man dann Talit und Tefillin bringt, lege man sie nach ישתבח vor der Beracha יוצר אור und sage auch die Berachot darüber. Fürchtet man, dass, während man sie legt, man versäumen würde, mit der Gemeinde שמנה־עשרה zu beten, so lasse man von והוא רחום in הודו bis והוא רחום von אשרי oder von ויושע bis ישתבח aus und sage nur die nach obiger Ausführung vorgezogenen Psalmen, damit man Zeit habe, sie zu legen, nachdem man ישתבח gesagt, bevor der Vorbeter Kaddisch sagt (siehe oben Kap. 10 § 22).
Enthält 13 Paragraphen.
Nach Jischtabach spricht der Vorbeter Halb-Kadisch. — Kadisch, Barechu und Keduscha sagt man nur mit zehn Erwachsenen männlichen Geschlechtes; dasselbe gilt für die Thoravorlesung. Wenn zur Zeit, da man Jischtabach sagte, keine zehn da waren, sondern erst nachher vollzählig wurden, spreche der Vorbeter nicht Kaddisch; denn man sagt Kaddisch nur nach einem Gebete, das mit zehn gesprochen wurde. Darum warte man, Jischtabach zu sagen, bis zehn eingetreten sind. Man kann bis fast eine halbe Stunde warten; länger warte man nicht, sondern sage Jischtabach und warte dann, und wenn dann zehn gekommen sind, sage man zuerst einige Verse, und nach ihnen spreche der Vorbeter Halb-Kadisch.
Erwachsen ist ein Knabe, der volle dreizehn Jahre alt und in das vierzehnte Jahr eingetreten ist (und man verlässt sich auf die Annahme, dass er dann gewöhnlich die körperliche Reife bereits erreicht hat). Wenn er z. B. am Rosch chodesch Nissan geboren ist, so gilt er erst am Rosch chodesch Nissan für erwachsen, das heißt, beim Beginn der Nacht von Rosch chodesch Nissan nach dreizehn Jahren, ist er erwachsen. Wenn einer im Monat Adar in einem einfachen Jahr geboren ist und wenn er großjährig wird, ist das Jahr geschaltet, so wird er erst im zweiten Adar großjährig. Wenn er aber in einem Schaltjahr im ersten Adar geboren wurde, so wird er auch im ersten Adar großjährig. Wenn er in einem Schaltjahr geboren wurde und wenn er großjährig wird, ist ein einfaches Jahr, ob er nun im ersten oder ob er im zweiten Adar geboren ist, wird er an dem entsprechenden Tag des Adar von jetzt (des dreizehnten Jahres) großjährig. Daraus ergibt sich, dass zuweilen ein Knabe, der früher als ein anderer geboren ist, erst später großjährig wird als ein Knabe, der nach ihm geboren ist; wenn sie z. B. in einem Schaltjahr geboren sind, der eine am zwanzigsten im ersten Adar und der andere am zehnten im zweiten Adar, und das Jahr, in dem sie großjährig werden, ist ein einfaches Jahr.
Man muss unterlassen, Männer nach ihren Köpfen zu zählen, um zu wissen, ob die Zehnzahl zugegen; denn man darf Israel nicht nach Köpfen zählen, auch nicht für eine Mizwasache; so heißt es (I. Sam. 15,4), Schaul bot das Volk auf und musterte es mit Lämmern (Peri chad.); man hat den Gebrauch, sie durch das Sprechen des Verses (Ps. 28,9), hilf Deinem Volk …., in dem zehn Worte enthalten, zu zählen,
Alle zehn müssen in einem Raum sein und der Vorbeter bei ihnen; wenn aber ein Teil in dem einen Zimmer und ein Teil in einem anderen Zimmer ist, werden sie nicht zusammengerechnet, wenn auch die Tür zwischen ihnen offen ist; selbst wenn der größte Teil in der Synagoge und der kleinere im Vorraum vor der Synagoge ist, wird er nicht zum größeren Teil hinzugezogen, um mit ihm zusammengerechnet zu werden; nicht einmal diejenigen, die auf der Schwelle im Eingang, aber außerhalb des Türanschlages, stehen; das heißt, wenn man die Tür zumacht, befindet sich der Ort draußen; wenn auch jetzt die Tür offen ist, gilt der Ort doch als draußen befindlich. — All dies bezieht sich auf ein Zusammenrechnen zu zehn; wenn aber zehn hier beieinander sind und Kaddisch oder Barechu oder Keduscha sagen, dann kann jeder, der ihre Stimme hört, mit ihnen antworten, auch wenn mehrere Häuser zwischen ihnen trennen; denn selbst eine Wand von Eisen kann nicht Israel von seinem Vater im Himmel trennen; nur darf sich zwischen ihnen kein Unrat oder ein Götzenbild befinden.
Man soll sehr darauf achten, dass man Kaddisch hört und mit Andacht darauf antwortet; und umsomehr muss man bei —אמן יהא שמיה רבא besondere Andacht haben; denn wer אמן יהא שמיה רבא mit aller Hingebung und Ehrerbietung ausspricht, dem hebt man im Himmel eine Verurteilung auf, selbst wenn sie die ganzen siebzig Lebensjahre betreffen würde. Man soll es mit lauter Stimme sprechen; denn mit dieser Stimme entkräftet man alle Anklagen und hebt man alle bösen Verhängnisse auf; dennoch aber rufe man nicht allzu laut, damit die Menschen nicht über einen spotten und man sie nicht zu einer Versündigung bringe. Man sagt אמן יהא שמיה רבא mit dem Wort יתברך und dann höre man es vom Vorbeter und sage אמן
Manche sagen, man brauche bei Kaddisch nicht aufzustehen, nur bei einem Kaddisch, der einen beim Stehen treffe, wie z. B. nach Hallel, solle man bis nach… אמן יהא שמיה רבא stehen bleiben; aber manche sagen, man solle immer zu Kaddisch und jeder anderen heiligen Sache aufstehen; das kann man durch einen Schluss vom Leichten zum Schweren von Eglon, dem König von Moab, lernen; so heißt es (Richt. 3,20), Ehud trat bei ihm ein … und Ehud sprach, ich habe ein göttliches Wort an dich; da stand er vom Throne auf; wenn schon Eglon, der König von Moab, ein Heide, für das Wort des Ewigen aufstand, umsomehr müssen wir, Sein Volk, es tun; und so soll man erschweren.
Wenn nicht neun dem Vorbeter zuhören, sage er kein Kaddisch, denn eine heilige Sache kann nicht bei weniger als zehn gesprochen werden, das heißt, einer spricht, und neun hören zu. Wenn jedoch einer von den zehn שמנה־עשרה betet, obschon er nicht mit den anderen zusammen antworten kann, wird er doch hinzugerechnet; ebenso zwei oder drei oder vier, solange der größte Teil geblieben ist, der antwortet, ist der kleinere Teil kein Hindernis (siehe weiter Kap. 20 § 2), aber wenn einer von ihnen schläft, müsste man ihn wecken; denn ein Schlafender wird nicht zu den zehn hinzugerechnet.
Nachdem der Vorbeter Halb-Kadisch gesagt hat, spricht er mit lauter Stimme: Lobet den Ewigen, den Lobenswerten! Und die Gemeinde antwortet: Gelobt sei der Ewige, der Lobenswerte, immer und ewig! Der Vorbeter wiederholt und sagt ebenfalls: Gelobt sei der Ewige, der Lobenswerte, immer und ewig, um sich nicht selbst von der Gesamtheit auszuschließen, wenn er sie zu loben auffordert und selbst nicht lobt. — Manche haben den Gebrauch, nach dem Vorbeter noch mit אמן zu antworten; aber der Vorbeter sage nach den Worten der Gemeinde nicht אמן — Wenn der Vorbeter bei Barechu eine längere Melodie singt, sagt die Gemeinde …יתברך; man spreche dies nur während der Melodie, aber während er die Worte ausspricht, sage man nichts, sondern höre auf das, was er sagt. Auch wer nicht vom Vorbeter gehört hat, wie er Barechu sagte, sondern die Gemeinde ״Gelobt sei …״ antworten hört, kann mit ihnen antworten (siehe Eljahu rabba Kap. 139 klein. § 9).
Man bemühe sich, die Keduscha in der Beracha יוצר mit der Gemeinde zu sprechen; wenn es nicht möglich, sage man sie auch allein.
Wenn in der Synagoge nur genau die Zehnzahl zugegen, darf keiner von ihnen weggehen; von dem, der weggeht, heißt es (Jes. 1,28), die den Ewigen verlassen, gehen zu gründe. Wenn aber zehn dableiben, können die übrigen Weggehen, wenn sie Barechu, die Keduscha und die Kaddeschim bis nach Alenu gehört haben. — Geschehenenfalls, wenn keine zehn dageblieben sind, können sie auch ohne zehn die Sache, die sie mit zehn begonnen haben, fertigmachen (nur muss der größte Teil der Zehnzahl zugegen sein). Wenn der Vorbeter angefangen hat, das Gebet שמנה־עשרה zu wiederholen, vollendet er die Wiederholung der ganzen שמנה־עשרה man sagt die Keduscha, auch spricht er אלק׳ ואלק׳ אבותינו ברכנו בברכה; aber die Kohanim erheben nicht ihre Hände, auch sagt man kein Kaddisch nach שמנה-עשרה denn das sind andere Gebete (so schreibt Pri chadasch und noch mehrere von den späteren Gesetzeslehrern). Wenn man mit zehn angefangen hat, aus der Thora vorzulesen, und ein Teil ist weggegangen, vollendet man die Vorlesung, aber fügt keine Aufzurufenden (zu den sieben am Sabbat) hinzu; auch ruft man keinen besonderen Maftir auf, sondern der letzte von der Zahl der Aufgerufenen liest die Haftara ohne Berachot vor.
Der Vorbeter muss würdig sein; so heißt es (Jer. 12,8), sie erhebt ihre Stimme gegen mich; darüm hasse ich sie; dazu sagen unsere Lehrer sel. And., das ist, wenn ein unwürdiger Vorbeter an die heilige Lade hintritt. Wer ist würdig? Wer frei von Sünden und einen guten Ruf hat, das heißt, dass selbst in seiner Jugend kein böser Name über ihn verbreitet war, bescheiden und bei der Gemeinde beliebt ist, dass sie mit seinem Gebet einverstanden ist; wer angenehm vorbetet und eine liebliche Stimme hat, die das Herz anzieht, und geübt ist, in der Thora, den Propheten und übrigen heiligen Schriften zu lesen, damit die Verse im Gebet in seinem Munde wohlgeordnet seien. Wenn man keinen findet, in dem alle diese Eigenschaften vereinigt sind, nehme man den Besten an Weisheit und guten Werken unter ihnen.
Es darf keiner gegen den Willen der Gemeinde vor der heiligen Lade vorbeten; und wenn einer ohne Erlaubnis mit Gewalt und Anmaßung vorbetet, antwortet man auf seine Berachot nicht mit אמן; so heißt es (Ps. 10,3), wenn der Gewalttätige lobt, so lästert er den Ewigen (siehe weiter Kap. 29 § 9).
Man setze zum ständigen Vorbeter nur einen solchen ein, dessen Bart bereits voll ist; aber nur vorübergehend kann jeder, der dreizehn Jahre und einen Tag alt ist, vor die heilige Lade hintreten. (Die übrigen Vorschriften für den Vorbeter stehen im Schulchan Aruch Kap. 53.)
Das Schmalesen und seine drei Berachot, das ist אהבה רבה ויצור אור und אמת ויציב (und ebenso zu Maarib das Schmalesen und seine Berachot) sind strenger zu halten als die Verse des Lobgesanges; sie werden durch Abschnitte geteilt, und folgendes sind die Abschnitte: zwischenיוצר המאורות und אהבה רבה; zwischen הבוחר בעמו ישראל באהבה und שמע ישראל ; zwischen ובשעריך und והיה אם שמוע; zwischen על הארץ und ויאמר
Zwischen den Abschnitten darf man auf jede Beracha, die man hört, mit אמן antworten; und umsomehr darf man auf Keduscha, Kaddisch und Barechu antworten; aber ברוך הוא וברוך שמו darf man nicht sagen. Auch wenn man hört, dass die Gemeinde das Schma liest, spreche man den Vers שמע ישראל nicht mit ihr, sondern sage das, wo man hält, mit lauter Stimme in der Art, wie die Gemeinde שמע ישראל sagt, dass es so scheint, als lese man mit ihr.
In der Mitte eines Abschnittes antworte man mit אמן nur nach der Beracha הא׳ הקדוש und nach der Beracha שומע תפלה; im Kaddisch sage man אמן יהא שמיה רבא מברך לעלם ולעלמי עלמיא und wenn der Vorbeterדאמירן בעלמא ואמרו אמן sagt, spreche man ebenfalls אמן ; die übrigen אמן in Kaddisch spreche man nicht, da sie nicht zum eigentlichen Kaddisch gehören; bei der Keduscha schweige man und höre dem Vorbeter zu und spreche mit der Gemeinde קדוש קדוש זקדוש ה׳ צבאות מלא כל הארץ כבודו dann schweige man und spreche wieder mit der Gemeinde ברוך כבוד ה׳ ממקומו Das übrige sage man nicht, weil es nicht zur eigentlichen Keduscha gehört. Wenn man Barechu hört, sei es vom Vorbeter, sei es von einem, der zur Thora aufgerufen wird, antworte man ברוך ה׳ המבורך לעולם ועד und auch אמן nach den Berachot des Aufgerufenen. Wenn die Gemeinde מודים spricht, bücke man sich ebenfalls und sage מודים אנחנו לך und nicht mehr. Wenn man Donner hört, sagen manche, dürfe man ebenfalls unterbrechen und die Beracha sagen (Magen Abraham); manche sagen, dabei unterbreche man nicht (Bechor Schor).
Bei diesen Unterbrechungen, von denen wir gesagt, man dürfe mitten im Abschnitt unterbrechen, — wenn man in den Berachot hält, richte man es ein, dass man an einer Stelle unterbreche, wo ein Zusammenhang zu Ende ist; und wenn man im Schmalesen hält, richte man es ein, zwischen einem Vers und dem anderen zu unterbrechen; wenn es nicht möglich ist, darf man auch mitten im Vers unterbrechen und fange nachher den Vers wieder von vorne an.
Wenn wir gesagt haben, man dürfe für die obenerwähnten Dinge auch mitten im Abschnitt unterbrechen, so gilt dieses nicht für den Vers שמע ישראל und ברוך שם כבוד denn in ihnen darf man in keiner Weise unterbrechen; selbst wenn der König einen nach seinem Wohl fragen sollte, unterbreche man nicht, um ihm zu erwidern.
Zwischen אני ה׳ אלקיכם und אמת ויציב darf man auch in keiner Weise unterbrechen, weil im Vers (Jirm. 10,10) steht, der Ewige, Gott, ist wahrhaft, darum unterbreche man nicht zwischen אלקיכם und אמת. Es ist recht, darauf zu achten, nicht zu unterbrechen, bis man auch noch das Wort ויציב gesagt hat (weil auch ויציב soviel wie Wahrheit bedeutet); dann kann man wie an einer anderen Stelle mitten im Abschnitt unterbrechen (was die Vorschrift über eine Begrüßung oder Erwiderung des Grußes betrifft, so legt man heutzutage auf diese Form der Ehrung keinen Wert; darum soll man zu diesem Zweck nicht einmal zwischen den Abschnitten unterbrechen).
Enthält 10 Paragraphen.
Der Beginn der Zeit für das Schmalesen am Morgen ist gleich der Zeit für die Tefillin (oben Kap. 10 § 2), und seine Zeit erstreckt sich bis zu einem Viertel des Tages, ob der Tag lang oder ob er kurz ist; und der Tag wird vom Beginn des Morgens bis zum Sichtbarwerden der Sterne gerechnet. Eine besondere Mizwa ist, wie die Frommen (die die Gebote lieben) zu lesen; sie richteten ein, es kurz vor Sonnenaufgang zu lesen, um das Schmalesen und seine Berachot mit Sonnenaufgang zu vollenden und das Gebet daran anzuschließen. Wer es einrichten kann, so zu tun, dessen Lohn ist sehr groß. Jedenfalls muss man sehr darauf achten, nicht länger als ein Viertel des Tages zu warten; besonders in den Sommertagen, da in unseren Ländern der Tag sehr lang ist, so ist zeitweise der Endtermin noch vor sieben Uhr. Geschehenenfalls aber, wenn die Zeit vorübergegangen, kann man das Schma mit seinen Berachot bis zu einem Drittel des Tages sprechen. Nach einem Drittel des Tages darf man die Berachot nicht mehr sagen, sondern man liest Schma allein, selbst den ganzen Tag; (manche sagen, man dürfe auch die Berachot den ganzen Tag sagen, Peri chad,).
Man darf das Schma sowohl sitzend als auch stehend lesen; und wenn man gerade sitzt, darf man nicht erschweren und aufstehen; aber liegend darf man es nicht lesen, und wenn man bereits liegt, neige man sich ganz auf die Seite und lese; wenn jemand etwas krank ist, dass ihm schwer fällt, sich ganz auf die Seite zu legen, ist er verpflichtet, sich wenigstens etwas auf die Seite zu neigen.
Ehe man beginnt, nehme man sich vor, das Gebot des Schmalesens, das der Heilige, gelobt sei Er, uns befohlen, zu erfüllen. Und wenn man שמע ישראל spricht, beherzige man die Bedeutung: Höre, Israel, dass der Ewige, der unser Gott ist, der einzige Gott ist, einzig und allein im Himmel und auf Erden. Man verweile beim ח von אחד, um den Heiligen, gelobt sei Er, als den König von Himmel und Erde anzuerkennen; beim ד verweile man auch ein bisschen, so lange, um zu denken, dass der Heilige, gelobt sei Er, einzig in Seiner Welt und über alle vier Seiten der Welt regiert; länger als dies verweile man nicht und achte darauf, die Aussprache des Wortes אחד nicht dadurch, dass man etwas dabei verweilt, zu verderben. Denn manche im Volke sprechen schlecht aus, zum Teil sagen sie echood, zum Teil echode; besser ist nicht zu verweilen, als zu verweilen und schlecht auszusprechen. Man pflegt שמע ישראל mit lauter Stimme zu sprechen, um die Andacht zu erwecken, und legt dabei man die rechte Hand auf die Augen. Nachdem man אחד gesagt, wartet man ein bisschen und sagt leise ברוך שם כבוד מלכותו לעולם ועד (außer Jom hakipurim, an dem man, es laut spricht); auch dabei soll man den Sinn der Worte beherzigen.
Man wartet ein bisschen und spricht . . . ואהבת , und so unterbreche man ein bisschen zwischen diesem Abschnitt und dem Abschnitt והיה אם שמוע ebenso unterbreche man vor ויאמר ein bisschen und nehme sich bei dem Abschnitt ויאמר vor, das Thoragebet, des Auszuges aus Ägypten zu gedenken, zu erfüllen.
Man muss Schma mit großer Genauigkeit nach einem sehr korrekten Gebetbuch lesen und seine Ohren hören lassen, was man mit dem Mund ausspricht. Man achte darauf, nicht geschärft an Stelle von weich und nicht weich an Stelle von geschärft auszusprechen und unterbreche ein bisschen überall, wo diese Linie | (Posek) eingezeichnet ist; auch in den Versen des Lobgesanges soll man auf all dies achten. Man betone gut das ע des Wortes נשבע, damit es sich nicht anhöre, als sage mein נשבה mit ה und ebenso beim ז von תזכרו und von וזכרתם achte man sehr darauf, dass es sich nicht anhöre, als spreche man mit שׂ aus.
Während man Schma liest, gebe man kein Zeichen mit den Augen, verziehe nicht die Lippen und deute nicht mit den Fingern; wenn es aber für eine Mizwa nötig ist, darf man im zweiten (oder dritten) Abschnitt ein Zeichen geben.
Vor dem Schmalesen, wenn man … והביאנו sagt, nimmt man die Zizit in die Hand und hält sie während des Schmalesens in der linken Hand zwischen Goldfinger und kleinem Finger dem Herzen gegenüber, und wenn man dann zu ויאמר das ist dem Abschnitt der Zizit gelangt, fasst man sie auch mit der Rechten an; wenn man וראיתם אותו spricht, legt man sie auf die Augen, betrachtet sie und küsst sie; der Gebrauch ist, dass man jedesmal küsst, wenn man das Wort ציצית sagt; man hält sie fest bis ונחמדים לעד ; dann küsst man sie und legt sie aus der Hand.
Wenn man אני ה׳ אלקיכם spricht, sage man sogleich auch das Wort אמת, um nicht dazwischen zu unter brechen; auch der Vorbeter tut so und wiederholt dann und sagt: ה׳ זאלקיכם אמת jeder achte darauf, diese drei Worte aus dem Munde des Vorbeters zu hören; denn mit diesen drei Worten werden die 248 Worte im Schmalesen, die den 248 Gliedmaßen des Menschen entsprechen, vollzählig; dann fängt man ויציב an, man darf aber nicht noch einmal אמת sagen. Wer allein betet, sage vor dem Schmalesen א׳ מלך נאמן, um mit diesen drei Worten die Zahl 248 vollzumachen.
Wenn man in der Mitte des Schmalesens (das ist von שמע ישראל bis על הארץ) infolge einer Nötigung unterbrochen hat; man war nämlich gezwungen gewesen zu unterbrechen; wenn man z. B. hinausgehen musste, um seine Notdurft zu verrichten, oder es war Unrat im Raum gefunden worden; wenn man so lange gezögert hat, dass man inzwischen das ganze Schma hätte lesen können, muss man zum Anfang des Schmalesens zurückkehren.
Hat man bereits das Schma gelesen und kommt in die Synagoge und findet die Gemeinde beim Schmalesen, muss man ganz Schma mit ihr lesen, dass man nicht den Anschein erwecke, als wolle man nicht mit seinen Gefährten das Joch der himmlischen Herrschaft auf sich nehmen; man erhält Lohn dafür, wie einer, der in der Thora liest. Ebenso, wenn sich jemand in der Synagoge aufhält und Gebete oder Schriftverse spricht, in deren Mitte man unterbrechen darf, (wenn er irgendwo hält, wo man nicht unterbrechen darf, darüber steht oben); wenn er das Schma noch nicht gelesen hat, liest er ebenfalls mit der Gemeinde, doch soll er dabei die Absicht haben, sich noch nicht seiner Pflicht zu entledigen, um es nachher mit den Berachot zu lesen. Ebenso sage man andere Dinge, welche die Gemeinde gerade spricht, wie תהלה לדוד und עלינו und ähnliche Gebete, (die keine Beracha enthalten), selbst die Piutim mit ihr zusammen, und man trenne sich nicht von der Gemeinde.
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