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Timestamp: 2020-01-22 16:33:32+00:00

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Es darf an dieser Stelle bereits vorweggenommen werden, dass § 2314 BGB nur auf den pflichtteilsberechtigten Nichterben, nicht aber auch auf den pflichtteilsberechtigten Miterben angewendet werden kann. Des Weiteren findet § 2314 BGB nach überwiegender Meinung analog Anwendung auf die Auskunft bezüglich des fiktiven Nachlasses, d.h. bezüglich der zu Lebzeiten des Erblassers getätigten Schenkungen. Aber auch die analoge Anwendung des § 2314 BGB gegen den Beschenkten steht nach überwiegender Meinung nur dem pflichtteilsberechtigten Nichterben, nicht aber dem pflichtteilsberechtigten Miterben zu. Der pflichtteilsberechtigte Erbe hat aber unter bestimmten Voraussetzungen einen Auskunftsanspruch nach § 242 BGB, vgl. §§ 255 ff. BGB.
Der Auskunftsanspruch nach § 2314 BGB steht nur dem begrenzten Personenkreis der Nichterben zu. Anspruchsberechtigt nach § 2314 BGB ist im Einzelnen: jeder Nichterbe aus dem Personenkreis der §§ 2303, 2309, 2338a BGB, der Abtretungsempfänger des Pflichtteilsanspruchs gem. §§ 2317, 398 BGB, der nicht erbende Pflichtteilsberechtigte, auch gegenüber dem vom Erblasser beschenkten Dritten nach § 2314 BGB analog, und der pflichtteilsberechtigte Ehegatte, der beim gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft die Erbschaft nach § 1371 Abs. 3 BGB ausgeschlagen hat.
Der Auskunftsanspruch steht jedem pflichtteilsberechtigten Nichterben als eigenständiger Anspruch zu. Sind mehrere Enterbte vorhanden, so kann jeder eigenständig auf Auskunft klagen, da sie nicht als Gesamtgläubiger zu behandeln sind. Erhält der Pflichtteilsberechtigte ein Vermächtnis, so hindert dies grundsätzlich die Auskunftsberechtigung nicht.
Keinen Auskunftsanspruch nach § 2314 BGB haben hingegen: der pflichtteilsberechtigte Erbe, der pflichtteilsberechtigte Miterbe, der Nacherbe, der Nacherbe in Bezug auf den vom Vorerben Beschenkten (§ 2314 BGB analog) und derjenige, dem der Pflichtteil rechtmäßig entzogen worden ist.
Auskunftspflichtig ist der Erbe persönlich, mehrere Erben als Gesamtschuldner und schließlich der Beschenkte bezüglich der in den letzten zehn Jahren vor dem Erbfall erfolgten Geschenke gem. § 2314 BGB analog. Bei einer Vor- und Nacherbschaft trifft die Auskunftspflicht bis zum Eintritt des Nacherbfalls nur den Vorerben.
Nicht nach § 2314 BGB zur Auskunft verpflichtet ist dagegen der Testamentsvollstrecker, und zwar auch dann nicht, wenn eine Verwaltungsvollstreckung angeordnet ist (§ 2213 Abs. 1 S. 3 BGB).

References: § 2314
 § 2314
 § 2314
 § 242
 § 2314
 § 2314
 § 2314
 § 1371
 § 2314
 § 2314
 § 2314