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Timestamp: 2020-02-20 20:10:47+00:00

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Hamburger Ärzteblatt 01 2020
01 ·20 10. Januar · 74. Jahrgang Gesundheitspolitik | 18 Delegiertenversammlung Krankschreibung per Videotelefonie? Gesundheitspolitik | 20 Vertreterversammlung Versorgung durch Finanzinvestoren bedroht Forum Medizin | 22 Chronisch entzündliche Darmerkrankungen Bauchhypnose verlängert beschwerdefreie Intervalle Das Thema | 12 Keine Zeit verlieren! Interventionelle erapie der pAVK Eine rechtzeitige Behandlung senkt das Mortalitäts- und das Amputationsrisiko
HANSEATISCHE KLINIKKONFERENZEN HKK Nr. 51 – Gefäßerkrankungen Samstag, 1. Februar 2020 ▪ 09:00 – 15:10 Uhr MARKK – Museum am Rothenbaum (ehem. Völkerkundemuseum) Rothenbaumchaussee 64 ▪ 20148 Hamburg Konzernbereich Unternehmenskommunikation & Marketing | Rübenkamp 226 | 22307 Hamburg Sie wollen mehr über uns erfahren? www.asklepios.com | www.facebook.com/asklepioskliniken | www.youtube.com/asklepioskliniken | www.twitter.com/asklepiosgruppe H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0 2
E D I T O R I A L „Wir sollten uns für ein partnerschaftliches Zusammenwachsen von Klinik und Praxis auf Augenhöhe einsetzen.“ Dr. Dirk Heinrich Vorsitzender der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg Auch 2020 wird ein Jahr starker Veränderungen sein. Wir sollten uns für ein partnerschaliches Zusam- menwachsen von Klinik und Praxis auf Augenhöhe ein- setzen. Ärztliche Unabhängigkeit und die Freiheit unseres freien Berufs ließen sich so am besten erhalten. Die Reform der Weiterbildung ist eine erste Nagelprobe dafür, ob es uns gelingt, die Weiterbildungsordnung nicht für Stellenerhalt, Machtfantasien und Abrechnungsmöglichkeiten zu miss- brauchen, sondern im Sinne einer wahrhaen, ehrlichen und umfassenden Weiterbildung gemeinsam zu gestalten. Das würde unseren weiterzubildenden Kolleginnen und Kollegen nützen und am Ende unseren gemeinsamen Pa- tienten zugute kommen. Ein frohes neues Jahr wünscht Dr. Dirk Heinrich Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Jahr 2019 wird als Jahr starker Veränderungen im Ge- sundheitswesen in die Geschichte eingehen. Die erhebli- che Beschleunigung des Digitalisierungsprozesses, massive Änderungen der Praxisabläufe durch die Erhöhung der Sprechstundenzahl und die Verpﬂichtung zur Einrichtung oﬀener Sprechstunden, aber auch das Einläuten des Endes der Budgetierung sind nur einige Beispiele für den Wandel, den der ﬂeißigste Bundesgesundheitsminister aller Zeiten initiiert hat. Auch im neuen Jahr wird das so weitergehen. Die durch ei- nen Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zu einem Notfallgesetz ausgelöste Diskussion um den Not- dienst gibt einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Auseinandersetzungen des neuen Jahres. Man muss sich nur an die im Koalitionsvertrag verankerten Kommissionen er- innern. Die eine soll das eigentlich nicht Machbare bewerk- stelligen, nämlich die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und den Leistungskatalog der GKV – EBM genannt –, vereinen; die andere soll die Sektorengrenze zwischen am- bulanter und stationärer Versorgung überwinden. Viele Krankenhausträger träumen schon von der Übernahme des ambulanten Bereichs. Vergessen zu sein scheint der Perso- nalmangel bei Ärztinnen und Ärzten und in der Pﬂege. Doch was wollen unsere Patienten? Das ist eindeutig: Diag- nostik und erapie aus einer Hand, Kontinuität in der Betreuung und eine Vertrauensbeziehung zu ihren Ärzten. Wir Ärztinnen und Ärzte würden dem wohl alle zustim- men. Dann sollte das auch die Maxime unseres Handelns H V K © 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 3
I N H A L T Patientenberatung bei allen Fragen rund um die Gesundheit. Unser Team besteht aus Ärztinnen und Ärzten, Sozialversicherungsfachangestellten sowie einem Juristen. Wir beraten Patientinnen und Patienten kompetent und unabhängig – und wir erleichtern Ärztinnen und Ärzten die Arbeit: Sie wollen Patienten mit ihren Fragen zu Einrichtungen und besonderen Leistungen an uns verweisen? Sie haben grundsätzliche Fragen zur Versorgung oder zu den Leistungen gesetzlicher Krankenkassen? Sie wollen an einen Kollegen oder eine Einrichtung mit einer besonderen Spezialisierung überweisen, wissen aber nicht, wohin? Rufen Sie uns an! 040 / 20 22 99 222 www.patientenberatung-hamburg.de Gerne teilen wir Patienten auch Ihre besonderen Tätigkeitsschwerpunkte mit. Bitte informieren Sie uns darüber! Fax 040 / 20 22 99 490 Bitte geben Sie die Telefonnummer der Beratung auch an Ihre Patienten weiter. patientenberatung@aekhh.de www.patientenberatung-hamburg.de 1 2 | 2 0 1 2 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 1
I N H A L T 01 · 20 Hamburger Ärzteblatt PD Dr. Hans Krankenberg, Asklepios Klinikum Harburg, beschreibt die Vorteile der interventionellen erapie bei pAVK (Seite 12). Dr. Dr. Nursel Saritas, Asklepios Klinik Altona, berichtet über den Fall eines jungen Mannes, der zunächst mit Verdacht auf Gastritis im Krankenhaus behandelt wurde. Diese stellte sich aber als Kolonkarzinom heraus (Seite 24). Dr. Eileen Bigdon, Augenklinik des UKE, engagiert sich in Ruanda für sehbehinderte und blinde Menschen. Sie ist am Au au einer Hornhautbank beteiligt (Seite 32). Das ema 12 Keine Zeit verlieren! der pAVK. Von PD Dr. Hans Krankenberg Interventionelle erapie In memoriam Service 6 Gratulation 8 9 Gefunden 17 Rezension 26 Terminkalender 29 Neues aus der Wissenscha 33 Bilder aus 34 Leserbriefe 38 Impressum der klinischen Medizin Namen und Nachrichten 6 · 10 Personalien · Herbert-Lewin-Preis 2019 für Dr. Doris Fischer-Radizi · Dr. Annette an der AK Wandsbek · HKG und Verband Die Freien haben neue Vorsitzende Sommerfeld leitet neue Klinik für Gefäßchirurgie · Dr. Michael Lerch ist Chefarzt der Geriatrie News · Die Rapoports – drei Leben · Hamburger Hausbesuche werden auf alle Bezirke häuser · Dr.-Karl-Robert-Brauns-Preis für Augenheilkunde ausgeschrieben · Hertie-Sti ung ausgeweitet · HIV-Neuinfektionen in Hamburg zurückgegangen · Versorgungswerk informiert über Rente · Notfallversorgung: Höchste Stufe für 10 Hamburger Kranken- fördert klinische Neurowissenscha en am UKE Gesundheitspolitik 18 Delegiertenversammlung · Delegierte diskutieren Digitales. Von Sandra Wilsdorf 20 Vertreterversammlung · „Versorgung durch Finanzinvestoren bedroht“. Von Martin Niggeschmidt Forum Medizin 22 Hypnotherapie · Bauchhypnose verlängert beschwerdefreie Intervalle. Interview mit dem Diplom-Psychologen Georg Tecker. Interview: Stephanie Hopf 24 Besonderer Fall · Akute Gastritis stellt sich als Kolonkarzinom heraus. Von Dr. Dr. Nursel Saritas 28 Hygienemanagement · Hygiene in Arztpraxen. Von Dr. Susanne Mann 30 Schlichtungsstelle · Die vergessenen Harnleiterschienen. Von Prof. Dr. Gerald Klose, Dr. Manfred Giensch, Christine Wohlers, Prof. Dr. Walter Schaﬀ artzik 32 Bild und Hintergrund · Hornhautbank hil , das Sehen wieder zu ermöglichen. Von Univ.-Prof. Dr. Martin Spitzer, Prof. Dr. Klaus Püschel, Dr. Maria K. Casagrande, Dr. Eileen Bigdon 38 Der blaue Heinrich · Nächstenliebe. Ausgewählt von Katja Evers Mitteilungen 39 Ärztekammer Hamburg · Berufung der Mitglieder der Ethikkommission für Präimplantations- diagnostik Nord bei der Ärztekammer Hamburg · 357. Delegiertenversammlung 39 Kassenärztliche Vereinigung Hamburg · Vertragsarztsitze · Zulassungen · Ermächtigungen Dieser Auﬂ age liegen folgende Flyer bei: Vollbeilage: Krankenhaus Tabea; Teilbeilage (Krankenhausärzte): Lilly Deutschland GmbH; Teilbeilage (niedergelassene Ärzte und dort angestellte Ärzte): AescuLabor Hamburg GmbH 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 5 E K U ; t a v i r p ; s o i p e l k s A ; a r t s u h t a r a Z , t d e t s g r u B h p o t s i r h C – k c o t S e b o d A ©
N A M E N U N D N A C H R I C H T E N Gratulation zum 85. Geburtstag 02.02. Prof. Dr. med. Volker Fintelmann Facharzt für Innere Medizin zum 80. Geburtstag 18.01. Dr. med. Brigitte Schwerdtfeger, Ärztin 21.01. Dr. med. Bruno Schmolke Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde 24.01. Dr. med. Ebba Ludwig Fachärztin für Augenheilkunde 26.01. Dr. med. Hans-Georg von Saucken Facharzt für Chirurgie 04.02. Dr. med. Dietrich Kulenkamp Facharzt für Haut- und Geschlechts- krankheiten 06.02. Karin Dünnebeil-Bogner Fachärztin für Neurochirurgie 08.02. Dörte Ascher, Ärztin 11.02. Dr. med. Dieter Köchermann Facharzt für Orthopädie 12.02. Dr. med. Elke Krukow Fachärztin für Innere Medizin zum 75. Geburtstag 19.01. Werner Homann Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Facharzt für Nervenheilkunde Facharzt für Innere Medizin 23.01. Dr. med. Iselin Heinz Fachärztin für Anästhesiologie 27.01. Dr. med. Rudolf Wabitsch Facharzt für Innere Medizin 31.01. Monika Barth, Ärztin 04.02. Dr. med. Rüdiger Maaß, Arzt 06.02. Dr. med. Peter Neef Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin 07.02. Prof. Dr. med. habil. Bernd Hartmann Facharzt für Arbeitsmedizin 13.02. Gerhard Hinze Facharzt für Allgemeinmedizin 14.02. Dr. med. Wilhelm Dauterstedt Facharzt für Innere Medizin zum 70. Geburtstag 19.01. Dr. med. Sabine Barckhausen, Ärztin 19.01. Dr. med. Bettina Seemann, Ärztin 20.01. Sabine Mangold-Hartmann, Ärztin 23.01. Dr. med. omas Remé Facharzt für Allgemeinmedizin Facharzt für Arbeitsmedizin 24.01. Dr. med. Elke Franzki Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe 25.01. Dr. med. Johann Ulrich ießen Facharzt für Allgemeinmedizin 27.01. Dr. med. Claus-Dieter Schmidt Facharzt für Chirurgie Prof. Dr. Dr. med. dent. Dr. phil. Dominik Groß (Direktor des Instituts für Geschichte, eorie und Ethik der Medizin und Inhaber des gleichnamigen Lehrstuhls der RWTH Aachen) mit der Preisträ- gerin Dr. Doris Fischer-Radizi und Dr. Wolfgang Eßer (Vorsitzender des Vorstands der KZBV) (v. l.) Herbert-Lewin-Preis 2019 für Dr. Doris Fischer-Radizi Dr. Doris Fischer-Radizi, Fachärztin für Allgemeinmedizin, erhielt für ihre Arbeit „Vertrieben aus Hamburg“ (siehe auch Hamburger Ärzteblatt 8/2019) über die Ärztin Rahel Liebeschütz-Plaut den zweiten Platz beim Herbert-Lewin-Preis. Dieser hono- riert zum siebten Mal Arbeiten zur Aufarbeitung der Geschichte der Ärztescha in der Zeit des Nationalsozialismus. Der Preis wird gemeinsam vom Bundes ministerium für Gesundheit (BMG), von der Bundesärzte- und der Bundeszahnärztekammer (BÄK, BZÄK) sowie der Kassenärztlichen und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KBV, KZBV) vergeben. Den ersten Platz vergab die Jury für die Arbeit von Dr. Susanne Doetz und Prof. Dr. Christoph Kopke mit dem Titel „und dürfen das Krankenhaus nicht mehr betreten“. Die Arbeit befasst sich mit dem Ausschluss jüdischer und poli- tisch unerwünschter Ärztinnen und Ärzte aus dem städtischen Gesundheitswesen in Berlin in den Jahren 1933 bis 1945. Ziel des Herbert-Lewin-Preises ist, neben der För- derung der histori schen Aufarbeitung der Rolle der Ärztescha in der NS-Zeit, auch die Erinnerung an en gagierte Ärzte und Zahnärzte, die damals verfolgt und er mor det wurden. Zugleich soll das Interesse nachfolgender Generationen für die Aufarbeitung der Vergangenheit geweckt werden. Die Preisträger werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt, deren Mitglieder von den Trägerorganisationen, dem Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Bundes verband Jüdischer Ärzte und Psychologen in Deutschland benannt wurden. Weitere Informationen zum Preis und zu früheren Preisträgern unter www.kzbv.de/herbert-lewin-preis. | häb Dr. Annette Sommerfeld leitet neue Klinik für Gefäßchirurgie r e h c l o S m a r t r e B ; z l u h c S r e v i l O - c r a M ; t d r a h k c E o k r i M & g n i s s e o R e k i e H Dr. Annette Sommerfeld ist Chefärztin der neuen Klinik für Gefäßchirurgie am Marienkrankenhaus, die kün ig als ei- genständige Fachabteilung neben der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und oraxchirurgie (Chefarzt: Prof. Dr. Christian Müller) geführt wird. Zuvor war Sommerfeld als Chefärztin maßgeblich an Au au und Etablierung der Gefäßchirurgie im Krankenhaus Buchholz beteiligt. Die Medizinerin bietet das gesamte Spektrum der oﬀ enen und interventionellen Gefäßchirurgie. Zahlreiche Erfahrungen besitzt Sommer- feld unter anderem in der Shuntchirurgie (Neuanlagen, Revisionen akuter Eingriﬀ e) und in der laparoskopisch gestützten Anlage von Peritonealdialysekathetern. Zudem leistete sie über 1.000 Einsätze als Notärztin und verfügt über die Weiterbildung als endovaskuläre Chirurgin. | häb ; k e b s d n a W K A , s u a h n e k n a r k n e i r a M , e d . s i t n e x a / V B Z K © Dr. Annette Sommerfeld 6 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
Dr. Michael Lerch ist Chefarzt der Geriatrie an der AK Wandsbek Seit Januar leitet Dr. Michael Lerch die Geriatrie an der As- klepios Klinik Wandsbek. Sein Fokus liegt auf der Angebots- erweiterung, z. B. der Behandlung von Schluckstörungen und demenziellen Entwicklungen sowie deren Zusammen- hang mit einer Schwerhörigkeit im Alter. Zudem baut Lerch die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und Pﬂe- geeinrichtungen weiter aus. Bisher lag die Verantwortung für die Geriatrie und die Neurologie in Händen von PD Dr. Dr. Lars Marquardt, der sich nun auf sein Fachgebiet Neuro- logie und auf Neurogeriatrie konzentrieren wird. Lerch ist Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie und Neurologie. Seine weiteren geriatrischen Schwerpunkte sind unter anderem Gastroenterologie, Diagnostik von Schluckstörungen, Diabetes mellitus, Rehabilitationsme- dizin sowie Palliativmedizin. Bis Ende 2019 war Lerch niedergelassener Internist und Geriater am Medizinischen Versorgungszentrum Schwerin Ost, wo er einen spezialisierten ambulanten geriatrischen Versorgungs- schwerpunkt etablierte. Davor war er als Chefarzt für Akutgeriatrie und Frühreha- bilitation in der Helios Klinik Schwerin tätig sowie in den Kliniken der Diakonie im Evangelischen Krankenhaus Schwerte und Iserlohn. | häb Dr. Michael Lerch HKG und Verband Die Freien haben neue Vorsitzende Die Mitgliederversammlung der Hamburgischen Kran- kenhausgesellscha (HKG) wählte im Dezember für die nächsten zwei Jahre Jörn Wessel zum ersten Vorsitzenden der HKG, zweiter Vorsit- zender ist Joachim Gem- mel. Wessel ist langjähri- ges Mitglied im Vorstand der HKG und war bis vor Kurzem Vorsitzender des Verbands der freigemein- nützigen Krankenhäuser in Hamburg, DIE FREIEN. Im Hauptamt ist er Ge- schäsführer des Agaple- sion Diakonieklinikums Hamburg. Gemmel war in der vorigen Amtsperio- de erster Vorsitzender der HKG und ist im Haupt- amt Sprecher der Geschäsführung der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH. Auch der Verband DIE FREIEN hat einen neuen Vorsit- zenden: Ralf Zastrau, Geschäsführer der Albertinen- Krankenhaus /Albertinen-Haus gGmbH, wurde im De- zember einstimmig zum Verbandsvorsitzenden gewählt und tritt damit die Nachfolge von Jörn Wessel an. Wessel bleibt in der Stellvertreterfunktion im Vorstand des Ver- bands DIE FREIEN, genauso wie Matthias Scheller, Vor- sitzender der Geschäsführung der Immanuel Albertinen Diakonie gGmbH. Ralf Zastrau engagiert sich seit vielen Jahren im Verband DIE FREIEN sowie im besonderen Maße für das 2015 ins Leben gerufene „GeriNet Hamburg“. Der Verband DIE FREIEN ist der Zusammenschluss von 14 Klinikträgern der Hansestadt, die insgesamt 17 Kran- kenhäuser betreiben. | häb Joachim Gemmel Jörn Wessel Ralf Zastrau Gratulation 28.01. Renate Hartmann, Ärztin zum 70. Geburtstag 30.01. Dr. med. Renate Sostmann Fachärztin für Psychiatrie Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin 02.02. Taher Adam Gaddah Facharzt für Chirurgie 04.02. Prof. Dr. med. omas Löning Facharzt für Pathologie 07.02. Dr. med. omas Broemel Facharzt für Radiologie 08.02. Ernst Ingo Middelhaufe Facharzt für Allgemeinmedizin 11.02. Dr. med. Rainer Dietz Facharzt für Anästhesiologie 11.02. Dr. med. Ralph Schindler Facharzt für Nervenheilkunde Facharzt für Psychotherapeutische Medizin Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 12.02. Dr. med. Dieter Rudy Facharzt für Innere Medizin 13.02. Dr. med. Ingrid Andresen-Dannhauer Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin 14.02. Dr. med. Peter Bridstrup Facharzt für Chirurgie 14.02. Dr. med. Klaus Weidner Facharzt für Allgemeinmedizin zum 65. Geburtstag 19.01. Christine Lieske Fachärztin für Innere Medizin 20.01. Zhongqi Yao, Arzt 22.01. Dr. med. Jochen Hake Facharzt für Nervenheilkunde 25.01. Edgar Torkler Facharzt für Psychiatrie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Facharzt für Psychotherapeutische Medizin 29.01. Dr. med. Michael Cremer Facharzt für Innere Medizin 29.01. Dr. med. Hartmut Wnuck Facharzt für Diagnostische Radiologie 30.01. Dr. med. Stefan Kappus Facharzt für Anästhesiologie 01.02. Arnhild Uhlich Praktische Ärztin Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin 03.02. Jörg Galler Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin Facharzt für Allgemeinmedizin 06.02. Dr. med. Holger Kindel Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Facharzt für Chirurgie 06.02. Hans-Günter Meyer-ompson Arzt 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 7
N A M E N U N D N A C H R I C H T E N Gratulation 07.02. Dr. med. Peter Unger Facharzt für Innere Medizin zum 65. Geburtstag 11.02. Dr. med. Eberhard Barth Facharzt für Innere Medizin Vom 65. Lebensjahr an sowie alle weite- ren fünf Jahre werden unter dieser Rubrik die Geburtstage veröﬀ entlicht. Falls Sie keine Veröﬀ entlichung im Hamburger Ärzteblatt wünschen, informieren Sie bitte rechtzeitig schri lich (spätestens drei Monate vor dem Geburtstag) das Ärzteverzeichnis der Ärztekammer Ham- burg, E-Mail: verzeichnis@aekhh.de In memoriam Dr. med. Wilhelm Denzer Facharzt Kinder- und Jugendmedizin Facharzt für Öﬀ entliches Gesundheitswesen *22.11.1941 †26.10.2019 Dr. med. Gisela Kauﬀ mann-Mackh Fachärztin für Chirurgie *09.08.1938 †01.11.2019 Jetzt bewerben: Hamburger Selbst- hilfepreis 2020 Die Landesvertretung Hamburg des Verbands der Ersatzkassen e.V. (vdek) schreibt zum vierten Mal den Ham- burger Selbsthilfepreis aus. Mit dem Preis werden nachahmenswerte Ideen und Projekte sowie herausragendes Engagement von Selbsthilfegruppen mit Gesundheitsbezug in der Hansestadt gewürdigt. Wie etwa bleiben Gruppen über viele Jahre für ihre Mitglieder attraktiv? Wie ﬁ nden junge Menschen zur Selbsthilfe? Wie unterstüt- zen sich Eltern von betroﬀ e- nen Kindern und wo ﬁ nden pﬂ egende Angehörige zusammen? Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert. Bewerbungsschluss ist der 17. Februar 2020. Weitere Infor- mationen: www.vdek.com/ham/selbsthil- fepreis Rückfragen unter Tel. 41 32 98-26 oder selbsthilfepreis-hamburg@vdek. com. | häb Das Ärztepaar Inge und Samuel Mitja Rapoport Die Rapoports – drei Leben Das Leben und Wirken zweier herausragender Wissenscha ler und Antifaschisten wurde am 13. Dezember 2019 im Medizinhistorischen Museum am Universitätskli- nikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gewürdigt: Das Ärzteehepaar Inge und Samuel Mitja Rapoport trat lebenslang für Frieden und Humanismus ein. Als Juden entka- men sie den Nazis, als Wissenscha ler arbeiteten sie in den USA, als Kommunis- ten ﬂ üchteten sie vor McCarthy – in der DDR fanden sie ihre dritte Heimat. Durch Veröﬀ entlichungen wie den Film von Britta Wauer „Die Rapoports – Unsere drei Leben“, ausgezeichnet mit dem Grimme-Preis, wurden die Rapoports auch im Wes- ten bekannt. Der Film eröﬀ nete die Veranstaltung, Weggefährten aus DDR-Zeiten in Berlin erinnerten an die beiden Wissenscha ler. Prof. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan des UKE, berichtete über die Verteidigung der Promotion von Inge Rapoport, der im Alter von 102 Jahren, mit 77-jähriger Verspä- tung, die Doktorwürde verliehen wurde. Rapoport hatte in Hamburg Medizin studiert. Wegen ihrer jüdischen Herkun wurde ihr die Anerkennung der Promotionsarbeit verweigert. Sie emigrierte in die USA, wo sie in einem Kinderkrankenhaus in Cincin- nati (Ohio) als Kinderärztin arbeitete. Dort lernte sie Samuel Mitja Rapoport kennen, der Chemie studiert hatte und sich mit biochemischen Forschungen beschä igte. 1946 heirateten sie. Beide traten der Kommunistischen Partei der USA bei und siedelten Anfang der 1950er-Jahre wegen des au ommenden Antikommunismus in die DDR über. Samuel Mitja Rapoport wurde Direktor des Instituts für Biologische und Physio- logische Chemie an der Humboldt-Universität Berlin. Inge Rapoport begründete in der DDR die Fachrichtung Neonatologie, war von 1969 bis 1973 Inhaberin des ersten europäischen Lehrstuhls für Neonatologie. Einladende waren u. a. der Hamburger Ge- sprächskreis Dialektik & Materialismus, Angehörige der Rapoports und IPPNW – In- ternationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs. | häb Hamburger Hausbesuche werden auf alle Bezirke ausgeweitet Alle Hamburgerinnen und Hamburger, die noch vor Weihnachten 2019 ihren 80. Geburtstag feierten, bekommen Post von der Stadt mit dem Angebot eines Hausbe- suchs. Der Hamburger Hausbesuch, der seit September 2018 in den Pilot-Bezirken Harburg und Eimsbüttel etabliert ist, wird aufgrund der großen Nachfrage früher als geplant auf alle Hamburger Bezirke ausgeweitet. 2020 werden insgesamt 15.000 Seniorinnen und Senioren zum 80. Geburtstag hamburgweit ein Anschreiben der Gesundheitsbehörde (BGV) mit einem konkreten Termin für einen freiwilligen und kostenlosen Hausbesuch durch die Fachstelle Hamburger Hausbesuch am Alberti- nen-Haus erhalten. Für die Ausweitung des Besuchsangebots stellt die BGV für das kommende Jahr rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Neben dem persönlichen Gespräch und der individuellen Beratung in der Häuslichkeit besteht bei Bedarf die Möglichkeit der Weitervermittlung in andere Angebote in der Stadt für ältere Men- schen. „Mit dem Hamburger Hausbesuch wollen wir Einsamkeit im Alter vorbeugen und Hilfebedarf rechtzeitig erkennen. Ein gutes Drittel der Seniorinnen und Seni- oren hat das Angebot der Stadt angenommen“, so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. Die BGV erwartet 2020 Jahr insgesamt gut 5.000 Hausbesuche. | häb ) 2 ( t a v i r p ; f f o h c s a m o T © 8 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
HIV-Neuinfektionen in Hamburg zurückgegangen Wie bereits in den vergangenen Jahren kann Hamburg auch 2019 einen Rückgang bei HIV-Neuinfektionen verzeichnen. So inﬁ zierten sich im vergangenen Jahr geschätzt 150 Menschen neu mit dem HI-Virus. Laut aktueller Zahlen des Robert Koch-Instituts lebten Ende 2018 etwa 7.400 Menschen mit HIV/Aids in der Hansestadt. Um den In- fektionsschutz weiter zu verbessern, plant die Behörde für Gesundheit und Verbrau- cherschutz (BGV) ab 2020 ein Modellprojekt mit einer Laufzeit von fünf Jahren, das HIV-inﬁ zierten Personen ohne Krankenversicherung eine ambulante medikamentöse HIV- erapie ermöglicht. Anlaufstelle hierfür soll das Centrum für AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten in Altona (CASAblanca) sein. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Der Rückgang der HIV- Neuinfektionen zeigt, dass die HIV-Prävention in Hamburg erfolgreich ist. Neben den medizinischen Entwicklungen ist das auch auf die kontinuierliche Au lärungsarbeit und eine ausgerei e Kooperation zwischen Hilfesystem und den HIV-Schwerpunkt- praxen bei der HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zurückzuführen.“ Die PrEP ist ein seit September 2019 als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen zugelassenes Me- dikament, das HIV-negative Menschen mit einem substanziellen HIV-Risiko nehmen können, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Erstmals hat Hamburg laut Zahlen des Robert Koch-Instituts im vergangenen Jahr die von den Vereinten Nationen (UN) für 2020 festgelegte Ziele erreicht, dass 90 Prozent der an HIV-inﬁ zierten Menschen von ihrer Infektion wissen und sich in Behandlung beﬁ nden, teilt die BGV mit. | häb Versorgungswerk informiert über Rente Wie ﬂ exibel ist der Renteneintrittstermin? Was bedeutet die „Abschaﬀ ung des Zinses“ für die Versorgungswerksrenten? Findet das Versorgungswerk noch rentierliche Kapi- talanlagen? Das Versorgungswerk der Ärztekammer Hamburg lädt ein zur Informa- tionsveranstaltung am Montag, den 3. Februar 2020, um 20 Uhr in der Fortbildungs- akademie der Ärztekammer, Weidestraße 122 b, 13. Etage. Die Verantwortlichen des Versorgungswerks stehen zur Verfügung und antworten auf Ihre Fragen. Nährere Infor- mationen erteilt das Versorgungswerk der Ärztekammer Hamburg, Tel. 227 19 60. | häb Vorstandswahlen Psychotherapeuten- kammer Hamburg Am 4. Dezember 2019 hat die Psy- chotherapeutenkammer Hamburg auf der konstituierenden Delegier- tenversammlung ihren neuen Vor- stand für die Amtsperiode 2019 bis 2023 gewählt: Diplom-Psychologin Heike Peper, seit 2015 Präsidentin der PTK Hamburg, wurde mit deut- licher Mehrheit im Amt bestätigt. Auch Dipl.-Psych. Torsten Michels wurde mit großer Mehrheit in sein bereits seit 2015 ausgeübtes Amt des Vizepräsidenten wiedergewählt. Als Beisitzer kandidierte erneut Dr. omas Bonnekamp. Erstmalig bewarben sich Dipl.-Psych. Kerstin Sude und Dipl.-Soz.-Päd. Gitta Tormin als Beisitzerinnen. Alle drei wurden ebenfalls mit hoher Zustim- mung in den Vorstand gewählt. | häb Gefunden Achtung Smartphone! Unfallgefahr durch Handys? Als Erstes denkt man an die vielen Pas- santen, die auf Bildschirme starren, während sie die Straße überqueren. Oder Autofahrer, die mit der einen Hand das Smartphone, mit der anderen Schaltknüppel und Lenkrad bedienen. Doch nach einer Studie der Rutgers New Jersey Medical School in Newark, USA, ereignen sich die meisten Verletzungen durch Handys im Haushalt – zumindest was Hals-Kopf-Verletzungen (61 Prozent) betrifft, berichtet die „Ärzte-Zeitung“. Die Wissenschaft- ler werteten Daten von 1998 bis 2017 aus 100 Notaufnahmen des Landes aus und berücksichtigten dabei indirekte Verletzungen durch Unachtsamkeit bzw. Ablenkung und direkte Verletzungen, zum Beispiel durch einen explodierenden Akku am Ohr oder Kopfverletzungen durch Handys als Wurfgeschos- se. Platzwunden, Prellungen und Schürfwunden waren am häufigsten vertreten, aber auch innere Verlet- zungen waren zu verzeichnen. Am häufigsten betraf es dabei die 13- bis 29-Jährigen. Ob Aufklärung über die Tücken der Handynutzung wei- terhilft? Hoffen wir, dass die Nutzer ein Ohr dafür haben werden. | sh 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 9
N A M E N U N D N A C H R I C H T E N Neues Gesetz öffnet Teilzeitregelung Der Bundesrat stimmte der Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) am 29. November 2019 zu, zum 1. Januar 2020 trat sie in Kra. Für ausbildende Ärztinnen und Ärzte ergeben sich im Wesentlichen zwei Änderungen: § 15 BBiG stellt erwach- sene Auszubildende bei der Freistellung für den Schulbesuch mit jugendlichen Auszubildenden gleich, d. h. konkret, Auszubildende sind an einem Nachmittag pro Woche im Anschluss an einen Berufs- schultag mit mehr als fünf Unterrichts- stunden freizustellen. Dieser Tag wird als voller Arbeitstag auf die Wochenarbeitszeit angerechnet. Außerdem sind Auszubilden- de am Tag vor der schrilichen Abschluss- prüfung ebenfalls freizustellen. Die zweite Änderung betri den Zugang zur Teilzeitausbildung (§ 7 a BBiG), die zukünig einem größeren Personenkreis oﬀensteht, da ein berechtigtes Interesse nicht mehr belegt werden muss. Dafür wird die Teilzeitberufsausbildung von der Verkürzung der Ausbildungsdauer entkop- pelt, sodass sich die Ausbildungsdauer auf höchstens 4 ½ Jahre verlängert und auch von Personen in Anspruch genommen werden kann, die das Ausbildungsziel in gekürzter Ausbildungszeit voraussichtlich nicht erreichen würden. Die Kürzung der täglichen bzw. wöchentlichen Ar- beitszeit darf nicht mehr als 50 Prozent betragen, der Unterricht in der Schule bleibt unberührt. Fragen beantwortet die Abteilung Medizinische Fachangestellte der Ärztekammer Hamburg, Tel. 20 22 99-250. Informationen zu Änderungen des Berufs- bildungsgesetzes ﬁnden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter www.bmbf.de. | häb UKE Alumni treffen sich im Februar Der nächste Stammtisch der UKE Alumni ﬁndet am 5. Februar 2020 um 19 Uhr in der Poliklinik für Parodontologie, Prä- ventive Zahnmedizin und Zahnerhaltung (O58) auf dem Gelände des UKE statt. Kli- nikdirektor Prof. Dr. Dr. omas Beikler berichtet über „Neues aus der Zahnheil- kunde“ und führt durch die Klinik. Des Weiteren wird über Aktivitäten der UKE Alumni informiert. Sie sind herzlich ein- geladen, an diesem Abend teilzunehmen. Anmeldung bis zum 31. Januar per E-Mail: alumni@uke-alumni.de, Tel. 7410-586 72 / -586 76 oder Fax: 7410-555 43. Mehr Infor- mationen unter uke-alumni.de. | häb Notfallversorgung: Höchste Stufe für 10 Hamburger Krankenhäuser Im April 2018 beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das Konzept der gestuen Notfallversorgung und legte darin für Krankenhäuser Mindestanforderungen fest, nach denen diese in verschiedene Stufen sortiert und damit unterschiedlich hono- riert werden. Die Anforderungen beziehen sich auf: Art und Anzahl der Fachabteilungen, Anzahl und Qualiﬁkation des vorzuhaltenden Fachpersonals, den zeitlichen Umfang der Bereitstellung von Notfallleistungen oder die medizinisch-technische Ausstattung. Die Landesverbände der Krankenkassen, die Hamburgische Krankenhausgesellscha und die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) verständigten sich im Dezember auf die Zuordnung von Hamburger Krankenhäusern zu den Notfallstufen: Dabei erreichen zehn Krankenhäuser eine umfassende Notfallversorgung (Stufe 3). Dazu gehören: Albertinen-Krankenhaus, AK Harburg, AK Nord, AK Altona, AK Barmbek, AK St. Georg, AK Wandsbek, Marienkrankenhaus, UKE, Altonaer Kinder- krankenhaus (Kindernotfallversorgung) und die Universitätsskinderklinik (Kindernot- fallversorgung). Sie erfüllen alle detaillierten Voraussetzungen für die Notfallversor- gung. Fünf Krankenhäuser erreichen die erweiterte Notfallversorgung (Stufe 2). Das sind: Asklepios Westklinikum Hamburg, Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus, BG Klini- kum Hamburg (Schwerverletztenversorgung), Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmsti (Kindernotfallversorgung), AK Nord Kinderklinik (Kindernotfallversorgung). Sechs Krankenhäuser erfüllen die Basis-Notfallversorgung (Stufe 1). Hier sind es: Aga- plesion Diakonieklinikum Hamburg, Bethesda Krankenhaus, Bundeswehrkranken- haus, Schön Klinik Hamburg Eilbek, Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand, Uni- versitäres Herz- und Gefäßzentrum am UKE (Durchblutungsstörungen am Herzen). Die Einordnung erfolgte auf der Grundlage von schrilichen und verbindlichen Anga- ben der Krankenhäuser. Je nach Ausstattung und Leistungsangebot wurden sie in einer Notfallstufe (Basisversorgung bis umfassende Notfallversorgung) verortet. | häb Dr.-Karl-Robert-Brauns-Preis für Augenheilkunde ausgeschrieben Die Stiung Dr. Liselotte und Dr. Karl-Robert Brauns mit Sitz in Hamburg schreibt wieder den Dr.-Karl-Robert-Brauns-Preis für Augenheilkunde in Höhe von 7.500 Euro aus. Prämiert wird eine herausragende Arbeit aus einem Fachgebiet der Augenheilkun- de, die innerhalb von zwei Jahren vor der Bewerbung publiziert oder zur Publikation angenommen wurde. Der Preis wird ohne Zweckbindung verliehen. Bewerben können sich Wissenschalerinnen und Wissenschaler, die ihre Arbeit in Hamburg erstellt ha- ben oder deren Arbeit durch eine Hamburger Forschungseinrichtung betreut worden ist. Die Entscheidung über die Preisvergabe erfolgt durch den Vorstand der Stiung auf Vorschlag des Wissenschalichen Beirats. Bewerbungen können bis 31. März 2020 per E-Mail an stiung@stiung-drbrauns.de oder per Post eingesendet werden. Weitere Informationen ﬁnde Sie unter www.stiungdrbrauns.de. | häb Hertie-Stiftung fördert klinische Neurowissenschaften am UKE Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist von der Hertie-Stiung als einer von sechs Standorten des Hertie Network of Excellence in Clinical Neuroscience ausgewählt worden. Die Hertie-Stiung unterstützt mit dem neu initiierten Netzwerk und dessen Nachwuchsförderprogramm Hertie Academy of Clinical Neuroscience die klinischen Neurowissenschaen mit bundesweit insgesamt fünf Millionen Euro. Ziel ist es, die medizinische Forschung in Deutschland voranzubringen und Patientinnen und Patienten schneller neue erapieformen zu ermöglichen. Der Hamburger Stand- ort im Hertie Network unter Leitung von Prof. Dr. Christian Gerloﬀ, Klinik für Neu- rologie des UKE, und Prof. Dr. Manuel A. Friese, Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose des UKE, wird mit 660.000 Euro gefördert. | häb 10 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
Weltpremiere im Marienkrankenhaus Ärzteteam reparierte defekte Herzklappe erstmals erfolgreich mit einem neuartigen Verfahren. Paradigmen- wechsel Prof. Dr. Norbert Rolf (l.) und Prof. Dr. Ulrich Schäfer mit der 79-jährigen Patientin nach erfolgreicher Operation Erstmals ist es einem Team aus spezialisierten Kardiologen, Anästhe- Erstmals ist es einem Team aus spezialisierten Kardiologen, Anästhe- siologen und Herzchirurgen gelungen, bei einer 79-jährigen Patientin eine Mitralklappeninsuﬃ zienz mit einem komplett neuartigen Ver- fahren zu beheben. Eine Mitralklappeninsuﬃ zienz äußert sich darin, dass beide Segel der Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer nicht mehr richtig schließen. Da ein herzchirurgischer Eingriﬀ wegen mehrerer Vorerkrankungen der Patientin nicht infrage kam und auch andere etablierte Verfahren mit einem Katheter nicht möglich waren, beschritten Prof. Dr. Ulrich Schäfer, Chefarzt der Kar- diologie am Marienkrankenhaus, und sein Team ganz neue Wege: Sie schoben von der Leiste aus über eine Vene einen Katheter bis ins linke Herz vor und setzten dann durch diesen Katheter ein neues Mitral- klappensegel ein, das auf dem hinteren natürlichen Klappensegel mit fünf Schrauben am Klappenring befestigt wurde. Dabei wird, gewis- sermaßen huckepack, das natürliche Segel nach vorne verlängert, so- dass die Klappe wieder richtig schließt. An dem anderthalbstündigen Eingriﬀ im November 2019 waren Prof. Dr. Norbert Rolf, Chefarzt für Anästhesiologie am Marienkranken- haus, Herzchirurg Dr. Ralf Bader aus der Asklepios Klinik St. Georg und Dr. Felix Kreidel vom Herzklappenzentrum Mainz beteiligt. Das Verfahren wurde bisher nur in einer Studie im Rahmen einer of- fenen Herzoperation an 59 Patienten erprobt. Um den Eingriﬀ durch- führen zu können, erhielten die Ärzte eine dringliche Einzelfallgeneh- migung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Im nächsten Schritt soll die Methode in einer kleinen Studie mit ins- gesamt zehn Patienten in Hamburg und einer Klinik in Bern erprobt werden. „Nach unserer Einschätzung könnte dieses Verfahren einen Paradigmenwechsel in der erapie der Mitralklappeninsuﬃ zienz be- deuten. Insbesondere für Patienten mit einem hohen Risiko für einen oﬀ enen herzchirurgischen Eingriﬀ könnte diese erapie kün ig von großer Bedeutung sein“, so Schäfer. | häb PRIVAT ABRECHNUNG IN HAMBURG WIR MACHEN DAS. IHRE HANSEATISCHE PVS! GANZ NAH, GANZ SICHER. Tel. 040 3346930-62 | pvs-bbh.de/info 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 11 r e h c l o S m a r t r e B ©
D A S T H E M A 12 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
Interventionelle Therapie der pAVK Keine Zeit verlieren! Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist nicht nur eine schmerzha e Durchblutungsstörung in den Beinen, unbehandelt steigt das Risiko für Amputationen, auch das Mortalitiätsrisiko ist erhöht. Je nach Lokalisation und Ausmaß werden unterschiedliche interventionelle Verfahren eingesetzt. Eine rechtzeitige endovaskuläre Revaskularisierung ist – neben chirurgischer erapie – wichtiger Bestandteil der Sekundärprävention. Von PD Dr. Hans Krankenberg Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist häuﬁ g mit einem erheblichen und langfristigen Leidensdruck verbunden. Bei bis zu 20 Prozent der Patienten mit Claudi- catio intermittens kommt es zur Progression in die kritische Ischämie. Das Mortalitätsri- siko von Patienten mit pAVK ist von Anfang an verdoppelt und steigt zusammen mit der klinischen Verschlechterung weiter an. Eine rechtzeitige Revaskularisierung kann das Risi- ko senken, Amputationen vorbeugen und die Gehfähigkeit dauerha verbessern. Je nach Lokalisation und Komplexität der atheroskle- rotischen Läsionen werden unterschiedliche interventionelle Strategien empfohlen. Progredienz und Sterblichkeit Die Prävalenz der pAVK in den Industriena- tionen wird derzeit auf 4 Prozent der 40- bis 44-Jährigen und, mit dem Alter ansteigend, auf 21 Prozent der 80- bis 84-Jährigen ge- schätzt (1). Etwa die Häl e aller Patienten ist zunächst symptomfrei. Die symptomati- schen Patienten leiden überwiegend an einer Claudicatio intermittens (CI). Etwa 2 Prozent der über 40-Jährigen sind an kritischer Is- chämie (critical limb ischemia [CLI]) er- krankt, die mit Ruheschmerzen und später auch mit Ulzera und Gangränen einhergeht (2). Eine Zunahme der Claudicatiobeschwer- den ist nach derzeitigem Erkenntnisstand bei etwa 20 Prozent der Patienten innerhalb von 5 Jahren zu erwarten. Ein Teil dieser Patien- ten entwickelt in diesem Zeitraum eine kriti- sche Ischämie. Dabei verläu die Progression in der Regel umso schneller, je ausgeprägter die Symptomatik ist (3). Inaktivität aufgrund von Alter oder Krankheit, verminderte Schmerzempﬁ ndlichkeit und Gewöhnung können allerdings die Progression lange ver- schleiern. Bei Rauchern ist von einer Progre- dienz bei 30 Prozent und bei Diabetikern bei 40 Prozent der Patienten auszugehen (4). Die pAVK ist grundsätzlich mit einer ho- hen Morbidität und Mortalität verbunden. Das kardiovaskuläre Risiko ist um das 3- bis 4-Fache erhöht. Die altersadjustierte kardio- vaskuläre Mortalität beträgt in 10 Jahren ge- genüber einer 9-prozentigen Referenzmorta- lität bei asymptomatischer pAVK 23 Prozent, bei Claudicatio 30 Prozent und bei kritischer Ischämie 40 Prozent (3). Bei CLI-Patienten wird darüber hinaus innerhalb eines Jahres in etwa 25 Prozent der Fälle eine Amputation erforderlich. Wichtigste Risikofaktoren sind Rauchen, Diabetes mellitus, Hypertonie, Hy- perlipidämie sowie die häuﬁ g begleitenden koronaren, zerebrovaskulären und renalen Manifestationen der Atherosklerose (1). Als Risikomarker für das Fortschreiten ei- ner pAVK kann neben der abnehmenden Gehfähigkeit der Knöchel-Arm-Index (ABI) herangezogen werden. Ein ABI ≤ 0,9 zeigt eine pAVK an, ein ABI < 0,7 ist mit einem 2-fachen Risiko und ein ABI < 0,5 mit einem 2,5-fachen Risiko für eine Progression zur CLI verbunden. Sinkt der ABI um 0,1, steigt das Risiko für schwere kardiovaskuläre Er- eignisse um 10 Prozent (5). Bei Diabetikern und Patienten mit fortgeschrittener Nieren- insuﬃ zienz kann eine Mediaverkalkung der Unterschenkelarterien einen unauﬀ älligen ABI vortäuschen. Der Wert kann bei diesen Patienten über 1,4 betragen. Daher ist hier zur Risikostratiﬁ zierung zusätzlich eine Ze- hendruckmessung oder die Bestimmung des transkutanen Sauerstoﬀ partialdrucks nötig. Mobilität erhalten, Patienten einbinden Grundlage der Behandlung der pAVK ist die Wiederherstellung der Gehfähigkeit und die Motivation zu regelmäßiger Bewegung, be- gleitet von einer medikamentösen erapie unter Beachtung der kardiovaskulären Risi- kofaktoren. Gehtraining fördert die endothe- liale Funktion und die Angiogenese. Es senkt außerdem die Blutviskosität und die Entzün- dungsneigung und wirkt strukturellen und metabolischen Veränderungen der Musku- latur entgegen. Neu gebildete Kollateralen helfen, distale Regionen zu versorgen. Bereits nach ein bis zwei Monaten Training kann die Gehfähigkeit verbessert werden. Einen Ein- ﬂ uss auf die Oﬀ enheit der Arterien hat ein Bewegungstraining allerdings nicht. Ohne vorausgehende Revaskularisierung ist daher ein Bewegungstraining wegen der Schmer- zen häuﬁ g nicht umsetzbar. Umgekehrt kann eine Revaskularisierung den Teufelskreis aus Schmerzen und Immobilität durchbrechen. Der Leidensdruck der Patienten kann dabei durch Informationen über den Verlauf der 13 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 13 a r t s u h t a r a Z , t d e t s g r u B h p o t s i r h C – k c o t S e b o d A ©
D A S T H E M A a b Abb. 1: Leriche-Syndrom vor (a) und nach (b) endovaskulärer Behandlung Erkrankung und die erapieziele gemindert werden. Patienten, die an Entscheidungen beteiligt werden, zeigen in der Regel eine bes- sere Compliance (6). Insgesamt kann die Ge- samtmortalität bei Patienten, die keine weite- ren kardiovaskulären Erkrankungen haben, durch Sekundärprävention um 65 Prozent gesenkt werden (7). Die endovaskuläre Revaskularisierung ist ge- mäß der aktuellen Leitlinien (8) die erapie der ersten Wahl. Ziel ist die Steigerung der Lebensqualität durch dauerha e Verbesse- rung der Gehfähigkeit, die Heilung von Ul- zera, der Erhalt der Beine sowie die Vorbeu- gung kardiovaskulärer Ereignisse. Bereits in frühen Stadien der pAVK, bei denen ein chi- rurgischer Eingriﬀ noch unverhältnismäßig wäre, kann der minimalinvasive perkutane Eingriﬀ die Beweglichkeit des Patienten ver- bessern und damit rechtzeitig eine selbststän- dige Lebensführung, einschließlich körperli- cher Aktivität, erhalten. Eine Progression der pAVK soll verhindert werden. Dieser Artikel widmet sich ausschließlich der endovasku- lären Revaskularisierung als Ergänzung und Bestandteil der Sekundärprävention ohne Berücksichtigung chirurgischer Verfahren. Unverzügliche Revaskularisie- rung bei kritischer Ischämie Die globalen Leitlinien zur CLI (Global Vascular Guidelines on the Management of Chronic Limb- reatening Ischemia [GVG]) (9), die 2019 von den gefäßmedizi- nischen Fachgesellscha en SVS (Society for Vascular Surgery), ESVS (European Society for Vascular Surgery), und WFVS (World Federation of Vascular Societies) veröﬀ ent- licht wurden, empfehlen, die erapieent- scheidung bei CLI von drei Aspekten ab- hängig zu machen: Dem Mortalitätsrisiko des Patienten während der Prozedur und im Laufe der nächsten 2 Jahre, der Gefährdung des betroﬀ enen Beins (WIfI-Klassiﬁ kation nach Wunden, Ischämie und Fußinfektion) und der anatomischen Komplexität der be- troﬀ enen arteriellen Strombahn. Bei multi- morbiden Patienten mit hohem Risiko sollte der endovaskulären Intervention gegenüber dem Venen-Bypass der Vorzug gegeben wer- den. Die GVG empﬁ ehlt, vor der Interventi- on eine optimale arterielle Strombahn von der Leiste bis zum Fuß zu deﬁ nieren („target arterial path“ [TAP]), durch die nach Revas- kularisierung ein linearer, pulsatiler Fluss nach distal gewährleistet sein soll. Der Be- handlungserfolg bemisst sich schließlich in der Oﬀ enheit dieser Strombahn. Stents für die Beckenarterien Verschlüsse der Iliakalarterien behindern bereits den Einstrom in die Beinarterien. Die Leitlinien empfehlen die endovasku- läre Revaskularisierung bei iliakalen Ste- nosen oder Verschlüssen unter 5 cm und, bei schweren Begleiterkrankungen, auch bei längeren oder biiliakalen Läsionen. In jedem Fall ist eine Stentimplantation an- gezeigt (8). Die randomisierte ICE-Studie zeigte, dass selbstexpandierende Stents mit weniger Restenosen einhergingen als bal- lonexpandierbare (10). Bei schweren Ver- kalkungen können ballonexpandierbare Stents allerdings wegen ihrer höheren Ra- dialkra vorteilha sein. Die endovaskuläre Revaskularisierung erzielt bei Verschlüssen der Iliakalarterien hohe primäre Oﬀ enheits- raten von etwa 90 Prozent nach 5 Jahren (11). Bessere Langzeitergebnisse im Ver- gleich zu bare-metal Stents (BMS) zeigten ummantelte Stentprothesen bei komplexen Läsionen (12, 13) (Abb. 1a und b). Sie sind zudem besonders geeignet für Läsionen, die auch die Aorta betreﬀ en (CERAB-Technik [Covered Endovas-cular Reconstruction of Aortic Bifurcation]) (14). Nach 3 Jahren ist hier mit einer primären Oﬀ enheitsrate von etwa 80 Prozent zu rechnen (12, 15). Ergeb- nisse aus Pilotstudien mit medikamenten- beschichteten Ballons (DCB) zur Behand- lung von iliakalen In-Stent Restenosen sind vielversprechend (16). Alternativen zur Endatherektomie Verschlüsse und Stenosen der Arteria femo- ralis communis betreﬀ en sowohl den Ein- strom in die Arteria femoralis superﬁ cialis (AFS) als auch in die Arteria profunda femo- ris. Häuﬁ g sind diese Läsionen stark verkalkt und unregelmäßig. Die endovaskuläre Revas- kularisierung kann dennoch eine Alternative 14 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
a b Abb. 2: Langstreckiger Verschluss der Arteria femoralis superﬁ cialis (a) und Rekanalisierung und Behandlung mit medi- kamentenbeschichtetem Ballon (b) zur operativen erapie insbesondere für Pa- tienten mit erhöhtem Operationsrisiko (Adi- positas, Frauen, Voroperationen) sein, da sie mit deutlich weniger Komplikationen ver- bunden ist. Immerhin ist bei der Endather- ektomie mit einer Mortalität von 3 Prozent und Wundkomplikationen von 8 Prozent in den ersten 30 Tagen zu rechnen (17). Al- lerdings ist die Oﬀ enheitsrate ein Jahr nach endovaskulärer Intervention mit 79 Prozent deutlich niedriger als nach Endatherektomie mit 96 Prozent (18). Herkömmliche Nitinol- stents sind aufgrund der starken Belastung durch die Beugung des Hü gelenks zu ver- meiden. Gute Ergebnisse zeigen sich in dieser Region bei Verwendung von Supera™-Stents, die eine besonders hohe Flexibilität aufwei- sen (100 Prozent primäre Oﬀ enheit nach 6 Monaten) (19). Angioplastie der Arteria femoralis superficialis Die Arteria femoralis superﬁ cialis (AFS) als reines Leitungsgefäß ist besonders häuﬁ g von Atherosklerose betroﬀ en. Sie ist durch die Bewegung des Beins ständig unterschiedli- chen mechanischen Krä en ausgesetzt und neigt zu entzündlichen Reaktionen auf Im- plantate. Nach den aktuellen Leitlinien sind Läsionen der AFS bis zu einer Länge von 25 cm primär endovaskulär zu behandeln (8). Dabei können je nach Läsionslänge, Verkal- kung und Läsionstyp unterschiedliche Stra- tegien zum Einsatz kommen. In Metaanalysen erwies sich die DCB-An- gioplastie in Hinblick auf die Oﬀ enheitsrate nach 2 Jahren als wirksamer im Vergleich zur Standardballon-Angioplastie (Plain old balloon angioplasty [POBA]). Auch nach 3 Jahren war die primäre Oﬀ enheitsrate nach DCB mit 70 Prozent signiﬁ kant höher als diejenige nach POBA mit 45 Prozent (20) (Abb. 2 a und b). Die DCB-Angioplastie kann punktuell oder streckenweise, insbe- sondere in stark verkalkten Abschnitten, bei signiﬁ kanter Residualstenose oder nach ﬂ uss-limitierender Dissektion durch Stent- implantation ergänzt werden. Besonders bei langen und chronisch verschlossenen Läsionen ist häuﬁ g ein Bailout-Stenting erforderlich. Die primäre Stentimplantati- on ist besonders bei schwerer Verkalkung eine gute Lösung. Allerdings nehmen die Oﬀ enheitsraten mit zunehmender Läsions- länge ab. Zur Vermeidung von übermäßig viel Fremdmaterial sowie einer damit ein- hergehenden Irritation und Versteifung der Arterienwand und des Risikos von In-Stent- Restenosen hat sich daher bei langen Läsio- nen das Spot-Stenting in Kombination mit einer DCB-Angioplastie bewährt. Schließ- lich sind Verkalkung und Läsionslänge eben- falls Risikofaktoren für In-Stent-Restenosen (21). Direkte Vergleichsstudien zwischen Stent und DCB liegen bislang noch nicht vor. Ein indirekter Vergleich zeigt allerdings eine ähnliche Wirksamkeit beider Strategien (22). Bei der Behandlung von In-Stent-Resteno- sen zeigen Metaanalysen eine Überlegenheit der DCB-Angioplastie gegenüber POBA in Hinblick auf die primäre Oﬀ enheit nach ei- nem Jahr und hinsichtlich von Zielgefäßre- vaskularisierungen nach 2 Jahren (23, 24). Paclitaxel-beschichtete Stents (drug-eluting stents [DES]) erreichten bei einer mittleren Läsionslänge von 7 cm auch nach 2 Jahren mit 91 Prozent gute Ergebnisse in der pri- mären Oﬀ enheit (25). Auch nach 5 Jahren war die DES-Implantation der BMS-Im- plantation nach erfolgloser Angioplastie noch überlegen (primäre Oﬀ enheit bei einer mittleren Läsionslänge von 6 cm: 72 Prozent versus 53 Prozent, p < 0,03) (26). Eine Me- taanalyse von 9 randomisierten und nicht randomisierten Studien ergab jedoch keine grundsätzliche Überlegenheit von DES ge- genüber BMS im femoropoplitealen Seg- ment (27). Gegenüber den lasergeschnittenen Standard- Nitinol-Stents sind die spiralförmig aus Ni- tinoldrähten verwobenen Supera™-Stents be- sonders ﬂ exibel. Ihre primäre Oﬀ enheitsrate bei Läsionen ab 15 cm Länge betrug 81 Pro- zent nach einem und 62 Prozent nach zwei Jahren. Auch bei stark verkalkten Läsionen zeigten sie gute Ergebnisse (28). Beteiligung der Arteria poplitea Die Arteria poplitea ist häuﬁ g an atheroskle- rotischen Veränderungen der Femoralarte- rie oder des infrapoplitealen Segments be- teiligt. Aufgrund der großen mechanischen 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 15 g r u b r a H m u k i n i l K s o i p e l k s A , n i z i d e m ß ä f e G r ü f m u r t n e Z ; 9 6 _ r o t c i V – k c o t S i ©
D A S T H E M A a b c Abb. 3: Hochgradige Stenose des Truncus tibioﬁbularis (a), Dilatation mit medikamentenbeschichtetem Ballon (b), Ergebnis (c) Belastung durch die Bewegungen des Knie- gelenks, verbunden mit Flussturbulenzen aufgrund der anschließenden Trifurkation in die Unterschenkelarterien, ist eine Stent- implantation hier allerdings problematisch. Zudem sollen bei der Stentimplantation die Einmündungen der Profunda-Kollateralen in das proximale Poplitealsegment freige- halten werden. Das distale Poplitealsegment sollte mög- lichst gar nicht überstentet werden, um später möglicherweise notwendige chi- rurgische Eingriﬀe nicht zu behindern. Die primäre Oﬀenheitsrate der A. poplitea nach Stent liegt nach 2 Jahren bei 64 Prozent (29). Verbessern lassen sich diese Ergebnisse bei Einsatz des Supera™-Stents mit einer Oﬀen- heitsrate von 70 Prozent nach 3 Jahren (30). Ergebnisse zur Eﬀektivität von DCB in der A. poplitea werden erwartet. Keine Zeit verlieren bei infrapoplitealer pAVK Die isolierte Atherosklerose der Unter- schenkelgefäße ist ein typisches Krankheits- bild bei Diabetikern. Sie zeigt sich klinisch meist als kritische Ischämie (CLI). Bei etwa der Häle der CLI-Patienten ist in den ers- ten 3 Jahren nach Revaskularisierung mit Tod oder Amputation zu rechnen. Diabetes mellitus verschlechtert die Prognose zusätz- lich (30). Um Amputationen zu vermeiden, ist daher unverzüglich eine Revaskularisie- rung erforderlich (Abb. 3 a bis c). Typisch für die infrapopliteale Arthero- sklerose sind diﬀuse Verkalkungen, kleine Gefäßdurchmesser sowie eine Neigung zum akuten „Recoil“ nach Angioplastie. Diese Faktoren komplizieren die Behandlung. Eine Metaanalyse von Daten aus 11 Studien mit 1.330 Patienten zeigte, dass DES in Hinblick auf den technischen Erfolg der Prozedur besser als POBA, BMS und DCB abschnit- ten. Die Dauer der primären Oﬀenheit nach DES war besser als nach POBA oder BMS, aber schlechter als nach DCB-Angioplastie (31). Eine Metaanalyse von 9 Studien an infrapoplitealen Läsionen bis zu 3 cm Län- ge (32) sowie eine randomisierte Studie zu CLI-Patienten mit infrapoplitealen Läsio- nen (33) zeigten einen signiﬁkanten Vorteil von DES gegenüber der Standardtherapie aus POBA und optionalem BMS in Bezug auf die Amputationsrate nach 5 Jahren. Un- abhängig davon ist die Sterblichkeit bei Pa- tienten mit CLI nach wie vor hoch. Claudicatio intermittens mit Beteiligung der Unterschenkelarterien Bei Claudicanten mit Läsionen sowohl ober- halb als auch unterhalb des Knies sollte im Einzelfall entschieden werden, ob nach Ge- währleistung eines suﬃzienten Einstroms in den Unterschenkel im zweiten Schritt zusätzlich eine infrapopliteale Angioplastie sinnvoll ist. Einerseits verbessert eine Re- vaskularisierung im Bereich des femoro- poplitealen Segments in der Regel die Situ- ation unterhalb des Knies bereits deutlich, andererseits wirkt sich ein eingeschränkter distaler „Runoﬀ “ im Unterschenkel un- günstig auf den erapieerfolg der proxi- malen Läsionen aus. Für die isolierte infra- popliteale pAVK bei Claudicanten sprechen die Leitlinien keine eindeutige Empfehlung zur Revaskularisierung aus. In Anbetracht von Progression und kardiovaskulärem Ri- siko durch die Erkrankung sollte die e- rapieentscheidung gemeinsam mit dem Pa- tienten getroﬀen werden. Insbesondere bei maßgeblich eingeschränkter Beweglichkeit, fortschreitender Abnahme des Knöchel- Arm-Index, erhöhten Entzündungswerten sowie bei Patienten mit Diabetes und kar- diovaskulären Begleiterkrankungen sollte keine Zeit verloren werden. Heutzutage wird in der Regel der Nutzen des minimalen Eingriﬀs zur Revaskularisierung deutlich überwiegen. Eine anhaltend ausreichende Durchblutung bis zum Fuß und eine zufrie- denstellende Gehfähigkeit sollten in jedem Fall angestrebt werden. Literaturverzeichnis im Internet unter www.aekhh.de / haeb-lv.html PD Dr. Hans Krankenberg Zentrum für Gefäßmedizin Abteilung Angiologie Asklepios Klinikum Harburg E-Mail: h.krankenberg@asklepios.com g r u b r a H m u k i n i l K s o i p e l k s A , n i z i d e m ß ä f e G r ü f m u r t n e Z © 16 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
R E Z E N S I O N Eine Zeitenwende der Medizin steht bevor, in die Ärzte gestaltend eingreifen müssen! Viel zu selten kümmern wir uns im ärztlichen Alltag um die Frage, wohin die Reise mit der Medizin eigentlich geht, weil wir mit hohem Einsatz ver- suchen, aus einer Milliarde Euro, die täglich in unser Gesundheitssystem ﬂießt, am Ende eine menschenwür- dige Versorgung der Grundbedürf- nisse zu organisieren. Die Lektüre dieses absolut empfehlenswerten Buchs macht klar, dass wir in der Me- dizin an einer Zeitenwende stehen, die uns als wichtige Akteure dieses Systems überrollen wird, wenn wir nicht selber gestaltend eingreifen. Das Buch beschreibt, dass sowohl die Biotechnologie (Ersatzorgane, geneti- sche Eingriﬀe, molekulare Onkologie) als auch die Informationstechnologie (Netzwerke, Big Data, künstliche In- Erwin Böttinger, Jasper zu Putlitz (Hrsg.): Die Zukunft der Medizin, 1. Auﬂage 2019, Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 428 Seiten, 49,95 Euro telligenz) disruptive Innovationen darstellen, d. h. dass diese Techno- logien etablierte Märkte aufbrechen und die Spielregeln unseres Me- dizinsystems grundsätzlich ändern werden. Im Fokus der Revolution der IT stehen dabei chronische Erkrankungen, die ganz überwiegend auf ein fehlgesteuertes Verhalten (Rauchen, Völlerei, Bewegungs- mangel) zurückzuführen sind und die damit auch reversibel sein sollten, drückt man nur den richtigen Knopf („Digitale Prävention“). Eine Vernetzung zwischen uns und unseren Patienten wird schon in wenigen Jahren selbstverständlich sein: Telemedizin, automatische Information bei Komplikationen, „intelligente“ Tabletten, die ihre Einnahme überwachen, aber auch die unermüdliche Motivation zu einem gesunden Lebenswandel. Vielleicht sollten wir nicht zu viel Geld in die Renovierung unserer Wartezimmer stecken! Auch die Biotechnologie hat Großes vor: Blinde sehend, Lahme gehend und Taube wieder hörend machen sind kein biblisches Versprechen mehr, ja sogar in die Erforschung der Unsterblichkeit werden heute Billionen investiert. Beide Technologien werden sich gegenseitig be- feuern und damit die Veränderungsprozesse weiter beschleunigen, sodass wir schon in wenigen Jahrzehnten eine völlig neue Medizin erleben werden. Damit wird sich auch unser Rollenbild ändern: Auf der einen Seite wird der Trend zu einer weiteren Spezialisierung voranschreiten – mit der damit verbundenen Notwendigkeit zur in- tensiven Vernetzung –, auf der anderen Seite werden wir als Lotsen im immer größer werdenden Meer des Möglichen gefragt sein. Ich empfehle jedem, der sich Gedanken über die Zukunft des Hei- lens und unserer Profession macht, die Lektüre dieses Buchs und schließe mit einem schönen Zitat aus diesem Buch: „Die Zukunft ist schon da, sie ist bloß nicht gleich verteilt!“ Prof. Dr. Jörg Braun, Chefarzt Innere Medizin, Ärztlicher Direktor Klinik Manhagen bacetten seelischer Gesundheit bachsymposium Einführung Dr. med. Axel Rolfs Ärztlicher Leiter des Zentrums für Psychische Gesundheit • Psychotherapie im Alter • Emotionsbasierte Interventionen in der Psychotherapie • Schlaf und seelische Gesundheit 29.01.2020 • 17:30 Uhr Albertinen Krankenhaus (Kirche am Krankenhaus) Ausführliche Information und Online-Anmeldung unter albertinen-kolloquium.de Die Veranstaltung wurde bei der Ärztekammer Hamburg als Fortbildungsveranstaltung angemeldet. In besten Händen, dem Leben zuliebe. 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 17
G E S U N D H E I T S P O L I T I K 356. Delegiertenversammlung In der Gesundheitspolitik dreht es sich immer häuﬁger um Projekte der Digitalisierung. Die Delegierten diskutierten unter anderem über Krankschreibung per Videotelefonie. Aber auch die neuen Gesetze des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, der Haushaltsentwurf der Ärztekammer Hamburg und die Wahl der Delegierten zum Deutschen Ärztetag im Mai waren emen. Von Sandra Wilsdorf Delegierte diskutieren Digitales Krankschreibung per Videotelefonie? Was die Techniker Kranken- kasse (TK) seit Dezember ihren 14.000 Mitarbeiterinnen und Mit- arbeitern anbietet, wir beim Vorstand der Ärztekammer Hamburg Fragen auf, die mit dem Vorstand der Krankenkasse geklärt werden sollen. Das erklärte PD Dr. Birgit Wulﬀ, Vizepräsidentin der Ärzte- kammer Hamburg, bei der 356. Sitzung der Delegiertenversammlung am 9. Dezember 2019. Zu den nach Ansicht des Vorstands oﬀenen Punkten gehören beispielsweise: Gibt es eine maximale Krankschrei- bungsdauer und -anzahl, oder wäre es denkbar, dass Patienten sich über Wochen und Monate krankschreiben lassen, ohne jemals unter- sucht worden zu sein? Wie wird der Datenschutz sichergestellt? Und wer übernimmt die Haung, wenn wegen der Videodiagnose eine Untersuchung unterbleibt und deshalb eine gravierende Erkrankung übersehen wird? Fernbehandlung Bei dem digitalen Pilotprojekt zur Fernbehandlung können TK-Be- schäigte sich im Falle eines Magen-Darm- bzw. grippalen Infekts, Rückenschmerzen, Migräne oder einiger anderer Krankheitsbilder statt an ihren Hausarzt bzw. Hausärztin per Video-App an Ärztinnen und Ärzte im Telearztzentrum der ife Gesundheits-GmbH im schles- wig-holsteinischen Nehmten wenden. Sehen die Mediziner eine der zunächst sieben Diagnosen, für die das Projekt gilt, bestätigt, schi- cken sie eine elektronische Krankschreibung an den Arbeitgeber – in diesem Fall ebenfalls die TK. Dr. Silke Lüder hatte nach einer Positionierung der Kammer zu dem ema gefragt. Der Vorstand begrüßte in seiner Stellungnahme die mit dem Projekt verbundenen Chancen, in einer nennenswert großen Patientengruppe gleich mehrere wichtige Projekte der Digitalisierung zu erproben. Das sei neben der elektronischen Krankschreibung auch das elektronische Rezept. Die Kammer hatte in der Vergangenheit das Modell der Krankschrei- bung per WhatsApp kritisiert, das sich auf einen schrilichen Kon- takt beschränkt. Der Kontakt per Video enthalte mehr persönliche Elemente, der Arzt könne den Patienten sehen und hören und sich so einen Eindruck verschaﬀen. Ob das reiche, hänge von der Art und der Schwere der Erkrankung ab und könne nicht grundsätzlich be- antwortet werden. „Der Vorstand der Ärztekammer Hamburg hat allerdings auch immer wieder darauf hingewiesen, dass immer und ausnahmslos die ärztliche Sorgfaltspﬂicht im Vordergrund stehen muss“, betonte die Vizepräsidentin und versprach, die Delegierten auf dem Laufenden zu halten. Facharztprüfungen Wie lange müssen junge Ärztinnen und Ärzte auf ihre Facharztprü- fung warten, und wie ließe sich diese Wartezeit verkürzen? Diese Fragen diskutierten die Delegierten auf Anregung von Sören Weide- mann und Franziska Büscheck. Die Antwort von PD Dr. Birgit Wulﬀ: „Von der Antragsabgabe bis zum Prüfungstermin vergehen im Mittel drei bis vier Monate.“ Ganz überwiegend geben die Antragsteller im Antragsformular ihren Wunsch-Prüfungstermin an. In vielen Fällen erfolge die Antragsabgabe bereits sechs Wochen vor Beendigung der Mindestweiterbildungszeit (MWBZ), in der Allgemeinmedizin sogar drei Monate früher. Nach Möglichkeiten weiterer Verkürzung dieser Zeiträume befragt, äußerte die Vizepräsidentin die Hoﬀnung, „dass wir künig mithilfe des eLogbuchs noch schneller werden“. Der ge- schäsführende Arzt, Dr. Klaus Beelmann, bekräigte diese Zielset- zung, wies aber auch darauf hin, „dass die Zahl der ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer limitierend“ wirke. Neue Gesetze In ihrem Lagebericht gab Birgit Wulﬀ einen Überblick über aktuelle gesundheitspolitische emen in Hamburg und im Bund: Aus einer ganzen Reihe von Gesetzesvorhaben, die als solche auch in der Dele- giertenversammlung diskutiert worden waren, sind inzwischen Ge- setze geworden: Digitale-Versorgung-Gesetz, MDK-Reformgesetz, Masernschutzgesetz und Psychotherapeutenausbildungsreformge- setz – alle vom Bundestag beschlossen. Bei Letzterem kritisierte Dr. Birgitta Rüth-Behr, dass Gesundheitsminister Jens Spahn – am de- mokratischen Prozess vorbei – noch nach Abschluss der Beratungen Änderungen eingefügt hätte, die „tief in die Psychotherapierichtlinie eingreifen und damit die Versorgung auf den Kopf stellen würden“. Sie kündigte an, dieses ema in einer der nächsten Delegiertenver- sammlungen noch ausführlicher diskutieren zu wollen. Dr. Torsten Hemker erhielt viel Applaus für seine Kritik an Minister Spahn: „20 18 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0 n ﬁ a r g o t o f r u t n e g a – k c o t S e b o d A ©
Gesetze in 20 Monaten können handwerklich nicht gut sein.“ Es sei katastrophal, wie Minister Spahn dabei mit den Menschen umgehe, die im System arbeiteten – nur um jeden Monat Schlagzeilen mit einem neuen Gesetz produzieren zu können. Als besonders großes Problem nannte er „das Rausrechnen der Pﬂege aus den DRGs“, das nun dazu führe, dass Tätigkeiten, wie beispielsweise die Essensausga- be, die man sinnvollerweise von der Pﬂege gelöst habe, jetzt wieder reingerechnet würden, weil man sie anders ﬁnanziert bekäme: „Das ist einfach katastrophal für die Planbarkeit der Kliniken.“ Wulﬀ verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass die Eini- gung auf einen neuen G-DRG-Fallpauschalenkatalog für 2020, mit dessen Hilfe das Pﬂegepersonal-Stärkungsgesetz umgesetzt werden soll, erst in letzter Minute gelungen sei. „Alternativ hätte es eine Ver- ordnung aus dem Ministerium gegeben.“ Die Vizepräsidentin berichtete außerdem von einer Veranstaltung, zu der im Oktober die Bundesärztekammer eingeladen hatte. Bei „BÄK im Dialog“ ging es um „Die Vertrauensfrage in der digitalen Medizin“, die Gesundheitsminister Jens Spahn mit Vertreterinnen und Vertre- tern der Landesärztekammern und anderen Digitalisierungsexperten diskutierte. Die Ärztescha begrüßte dabei die Potenziale der Digi- talisierung im Gesundheitswesen, forderte von der Politik aber eine Gesamtstrategie und einen Ordnungsrahmen. „Wichtig ist dabei vor allem, dass die Datensicherheit immer vor den Proﬁtinteressen von Digitalunternehmen gehen muss“, sagte die Vizepräsidentin. Hamburger Themen Bei den Hamburger emen berichtete sie unter anderem über die aktuelle Entwicklung beim Health Harbour Hamburg H 3: Die Ar- beitsgruppe aus Akteuren des Hamburger Gesundheitswesens, die sich regelmäßig in den Räumen der Ärztekammer tri, will das sek- torenübergreifende digitale Informationsmanagement voranbringen. Konkret haben inzwischen Kliniken Förderung für vier Hamburger Projekte aus dem Innovationsfonds beantragt. Das Verfahren läu. Haushaltsentwurf Um die Finanzen der Ärztekammer ging es im Haushaltsentwurf 2020, den Sven Claßen, kaufmännischer Geschäsführer der Kam- mer, den Delegierten anschließend vorstellte: Zwar würde vor allem durch erwartungsgemäß höhere Personalkosten und mehr Fortbil- dungsveranstaltungen der Aufwand steigen, dies könne aber insbe- sondere durch höhere Gebühreneinnahmen und Mitgliedsbeiträge kompensiert werden. Der Hebesatz könne deshalb auch im kommen- den Jahr bei 0,55 Prozent konstant bleiben. Lars Brandt, Vorsitzender des Finanzausschusses, dankte für die Aus- führungen und empfahl den Delegierten, den Entwurf anzunehmen. Der Finanzausschuss habe alle zugrunde liegenden Annahmen für absolut realistisch befunden. Die Delegierten folgten diesem Vor- schlag einstimmig. Wahl der Delegierten für den 123. DÄT Ebenfalls ins neue Jahr wiesen die Wahlen der Delegierten für den 123. Deutschen Ärztetag, der vom 19. bis 22. Mai 2020 in Mainz statt- ﬁnden wird. Gewählt wurden die Vorstandsmitglieder PD Dr. Birgit Wulﬀ, Dr. Hans Ramm, Dr. Alexander Schultze, Dr. Detlef Niemann, Christine Neumann-Grutzeck und Norbert Schütt, außerdem Lars Brandt, Dr. Sigrid Renz und Dr. Silke Lüder. Als Ersatzdelegierte ste- hen Prof. Dr. Volker Harth und Dr. Christoph Hillen auf der Liste. Dr. Pedram Emami ist als Präsident Mitglied im Vorstand der Bun- desärztekammer und deshalb qua Amt auf dem Ärztetag vertreten. Allerdings ohne Stimmrecht – darauf hat er zugunsten der Delegier- ten verzichtet. Sandra Wilsdorf ist Pressesprecherin der Ärztekammer Hamburg UHZ Winterakademie 2020 Kardiovaskuläre Erkankungen im klinischen Alltag Verknüpfung zwischen Klinik und Praxis 22. Januar 2020 I 18 bis 20.30 Uhr Kühne Logistik Universität (KLU) Großer Grasbrook 17 – Hafen City Teil Digitalisierung in der klinischen Praxis und im Krankenhaus – wie kommen wir zusammen? Teil Herz- und Gefäßmedizin • Verdacht auf KHK: Belastungs-EKG, Kardio-MR, CT oder Herzkatheter – wie gehe ich vor? • Optimale Therapie der PAVK: Schnittstelle zwischen klinischer und ambulanter Behandlung Teil Rhythmus und Hirn • Vorhoﬄ immerdetektion nach einem Schlaganfall • Ablation von Vorhoﬄ immern: Wann nicht, wann doch und warum? Ehrenvortrag „Mein Herz für Hamburg” – Die Bedeutung der Herzmedizin in Hamburg Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Kostenfreie Anmeldung über https://uhz-winterakademie2020.eventbrite.de oder anmeldung@uhz-events.de 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 19
G E S U N D H E I T S P O L I T I K Vertreterversammlung KVH-Chef Walter Plassmann wendet sich gegen „hysterische Berichterstattung“ zur Versorgungslage in Hamburg – und fordert die Politik auf, den Auauf von Praxen durch kommerzielle Unternehmen zu stoppen. Von Martin Niggeschmidt „Versorgung durch Finanzinvestoren bedroht“ „Wir werden im Kampf gegen die Budgetierung nicht nachlassen“, ver- sprach Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung (KVH), zu Beginn der Sitzung des Gre- miums am 12. Dezember 2019. Es sei ein Umdenken bei den Berliner Politikern zu spüren, so Heinrich: „Die Erkenntnis setzt sich durch, dass die Budgetierung keine Probleme löst, sondern Probleme scha.“ Mit dem TSVG sei bereits ein Schritt in die richtige Richtung getan worden: „Ich bin überzeugt: Das ist der Anfang vom Ende des Budgets.“ Allerdings kritisierte Heinrich die Grundtendenz der Gesundheitspo- litik, den Handlungsspielraum der Selbstverwaltung einzuschränken und unzulässig in die Arbeitsabläufe der Praxen einzugreifen. Immer- hin sei Jens Spahn ein Gesundheitsminister, der die Debatte schätzt. „Er hört sich Argumente an, ändert auch Gesetzentwürfe, wenn ihn etwas überzeugt hat.“ Sektorenübergreifende Versorgung Heinrich wies auf ein ema hin, das seiner Einschätzung nach im Jahr 2020 in den Vordergrund rücken wird: die sektorenübergrei- fende Versorgung. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe setze auf eine weitere Öﬀnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung. „Damit wird die Sektorengrenze allerdings nur verschoben, nicht auf- gelöst“, so Heinrich. „Die Patienten wollen begleitet werden von dem Arzt, der die Indikation gestellt hat. Der muss nicht alles selbst ma- chen während des Behandlungswegs, doch sie möchten ihn auch im Krankenhaus sehen.“ Lösungen bietet Heinrich zufolge ein Konzept des Spitzenverbands Fachärzte (SpiFa), mit dem die Durchführung intersektoraler Leistungen unter der Prämisse „ambulant vor statio- när“ neu geregelt werden soll. Der KVH-Vorstandsvorsitzende Walter Plassmann bestätigte, dass das SpiFa-Konzept im politischen Berlin auf Interesse gestoßen sei. In seinem Bericht an die Vertreterversammlung ging Plassmann dann vor allem auf die Hamburger emen ein: Die Politik der Stadt sei vor den Bürgerschaswahlen im Februar 2020 von großer Nervosität geprägt. Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks beabsichtige, Gesundheitszentren in sozial benachteiligten Stadtteilen einzurichten. Der Senat mache Druck, um von Plassmann sogenannte „Ermäch- tigungsbestimmungen“ in Kra zu setzen – also die neuen gesetzli- chen Möglichkeiten der Stadt, selbst Einﬂuss auf die Bedarfsplanung zu nehmen. Getriggert durch Anfragen des Linken-Politikers Deniz Celik an den Senat sei es gleichzeitig zu einer fast schon hysterischen Medienberichterstattung gekommen. Plassmann zeigte Presseaus- schnitte, in denen von einem „Notstand in Hamburg“ und „erhebli- cher Unterversorgung“ einzelner Stadtteile die Rede war. „Das alles ist von der Realität vollkommen abgelöst“, sagte Plassmann und zitierte aus dem „Länderproﬁl Gesundheit 2019“ der OECD für Deutschland: „Der Anteil der Menschen, die einen ungedeckten medizinischen Be- handlungsbedarf aufgrund von Kosten, Entfernungen oder Wartezei- ten berichteten, war 2017 nahezu null, wobei es fast keinen Unterschied zwischen einkommensstarken und einkommensschwachen Gruppen gab.“ Auch in Umfragen zu den größten gesellschalichen Problemen spiele die Gesundheitsversorgung keine Rolle – das zeigte Plassmann anhand von Daten der Friedrich-Ebert-Stiung und des DGB. Aufkauf von Praxen durch Finanzinvestoren Nach Einschätzung des KVH-Vorstandsvorsitzenden gibt es aber durchaus ein ema, um das die Politik sich dringend kümmern müs- se: Der Auauf von Praxen durch Finanzinvestoren nehme bedroh- liche Formen an. „Der EBM ist konzipiert für selbstständige Praxen“, so Plassmann. „Er enthält keine Rendite für Investoren. Wenn Un- ternehmensberater dennoch von Einspareﬀekten in der Größenord- nung von 15 Prozent sprechen, kann das nur funktionieren, indem die von Finanzinvestoren übernommenen Versorgungseinheiten ihr Leistungsspektrum zusammenstreichen und nur noch anbieten, was Geld bringt.“ Plassmann warnte eindringlich vor einer unumkehrba- ren Entwicklung: „Was uns jetzt wegbricht durch das Vordringen von kommerziellen Unternehmen – das kriegen wir nie wieder.“ Zur tags zuvor in Berlin verabschiedeten EBM-Reform sagte Plass- mann: „Es war wichtig, das jetzt zum Abschluss zu bringen.“ Im Jahr 2012 sei beschlossen worden, die Reform punktsummenneu- tral durchzuführen – das sei ein großer Fehler gewesen. Nun könne man einen Haken hinter das Projekt setzen, um den Hemmschuh der Punktsummenneutralität hinter sich zu lassen und freies Feld zu ha- ben für Neuerungen, die auch bezahlt würden. Kennzeichung von TSVG-Fällen Viel diskutiert wurde in den vergangenen Wochen über die Frage, ob Ärztinnen und Ärzte verpﬂichtet sind, ihre TSVG-Fälle zu kennzeich- nen. „Wir haben uns die Gesetzeslage sehr genau angesehen“, so Plass- mann. „Die Krankenkassen haben ein Recht darauf, dass die KV ihnen gegenüber die TSVG-Fälle ausweist. Die Kennzeichnung der Neupa- tienten übernimmt die KV. Die anderen TSVG-Konstellationen müs- sen die Ärzte und Psychotherapeuten aber kennzeichnen. Wir führen Stichprobenprüfungen durch, und wenn wir auf Widersprüche stoßen, nehmen wir Kontakt zu den Praxen auf und ziehen das glatt.“ Organisationsreform der KVH-Verwaltung Plassmann kündigte eine Organisationsreform der KVH-Verwaltung an und verdeutlichte die Einzelheiten anhand eines Organigramms: Ab Ja- 20 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
nuar 2020 werden die Strukturen verschlankt. Eine ganze Bereichsleiter- ebene fällt weg. Es werden Geschä sführer installiert, die Abteilungen und die Mitarbeiter übernehmen mehr Verantwortung. „So sind wir gut aufgestellt für die Aufgaben, die auf uns zukommen“, so Plassmann. Terminservicestelle Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVH, Caroline Roos, berichtete über den kapazitären Ausbau der Terminservicestelle (TSS): Die Erreichbarkeitszeiten seien inzwischen verdoppelt wor- den: Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr. Die Anzahl der Anrufe und vermittelten Fälle bei der TSS steige kontinuierlich an. Ab Ja- nuar werden die TSS und der Arztruf Hamburg unter der Nummer 11 6 11 7 vereint. IT-Sicherheit in Praxen Zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) betonte Roos, dass der Gesetzgeber die Verantwortungsklärung für den TI-Konnektor noch nicht geliefert habe. Ärzte und Psychotherapeuten seien für Datenschutz und Datensicherheit in ihren Praxen verantwortlich: „Das galt vor der Anbindung an die TI, und es gilt auch danach. Wir empfehlen Ihnen deshalb, Ihr Praxisnetzwerk von einem IT-Sicher- heitsexperten überprüfen zu lassen – solange es keine verbindlichen Standards gibt.“ Die Richtlinienkompetenz für die IT-Sicherheit habe nach Vorgabe des Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) nun die KBV übernommen. Mit zunehmender Digitalisierung steigen Ge- fährdungspotenzial und damit die Sicherheitsanforderungen. „Es ist abzusehen, dass die Umsetzung der zu erarbeitenden Vorgaben für die Praxen ein riesiger Aufwand sein wird“, so Roos. „Dafür müssen die Praxen entschädigt werden.“ Die Einführung der elektronischen Patientenakte bezeichnete Roos als „große Errungenscha für die Patienten“. Um die Versorgungsprozesse zu verbessern, sei aber eine ärztliche Fallakte nötig, in der die Ärztin oder der Arzt entscheide, welche Informationen für die Weiterbehandlung zur Verfügung ge- stellt werden. Laut DVG sollen Ärztinnen und Ärzte in Zukun Gesundheits- Apps verordnen. Es sei nicht einzusehen, dass der Gesetzgeber le- diglich den Krankenkassen das Recht zur Entwicklung innovativer digitaler Gesundheitsanwendungen gegeben habe. Die Verantwor- tung für die Behandlung der Patienten liege doch bei den Ärztinnen und Ärzten, so Roos. Hier müsse zumindest noch eine Gleichstel- lung mit den Krankenkassen erfolgen. Ein weiteres Problem sei die Gefährdung von Daten: Eine Weitergabe von Daten (zum Beispiel Trackingdaten) ist über die Datenschutzgrundverordnung bisher nicht ausgeschlossen. „Hier ist eine Nachbesserung erforderlich. Wir müssen alles daransetzen, die im Vergleich zu den USA und Resolutionen der Vertreterversammlung Zur Arzneimittelversorgung Die Vertreterversammlung der KV Hamburg fordert das Bundesgesundheitsministerium dazu auf, eine ausrei- chende Arzneimittelversorgung zu gewährleisten. Dem Vorschlag der KBV, eine nationale Arzneimittelreserve ein- zurichten, schließt sich die Vertreterversammlung an. Zur Psychotherapie Die KBV wird gebeten, sich dafür einzusetzen, dass Psy- chotherapeuten ihre Expertise bei der Entwicklung von Qualitätssicherungsmodellen für die ambulanten Psy- chotherapie einbringen können. Diese Qualitätssiche- rungsmodelle seien ohne vorherige Beratung durch Psy- chotherapeutenkammer oder Berufsverbände im Gesetz verankert worden. Die vollständigen Resolutionstexte finden Sie im Internet: www.kvhh.de – (linke Navigationsleiste) Politik – Resolutionen China höheren Datenschutz- und Datensicherungsanforderungen in Deutschland zu sichern“, so Roos. Entscheidungen der Vertreterversammlung Zwei wichtige Entscheidungen traf die Vertreterversammlung noch zu später Stunde: Sie genehmigte den veranschlagten Haushalt für 2020. Dieser werde, so der Vorsitzende des Finanzausschusses Dr. Andreas Bollkämper, 83 Millionen betragen. Die Summe ist aufgeteilt in die Bereiche Sicherstellung (12 Millionen), Notdienst (11 Millio- nen) und Verwaltung (37 Millionen). Die übrigen 23 Millionen sind buchhalterische Buchungen aus dem Bereich Sicherstellungsfonds (11 Millionen) und dem Notdienstfonds (12 Millionen). Die Verwal- tungskostenumlage ist gleich geblieben. Die letzte Entscheidung des Abends betraf den Verteilungsmaßstab (VM): Bisher hatte jede Ärztin und jeder Arzt ein ILB zugeteilt be- kommen, das einen bestimmten Prozentsatz seines Anteils am Arzt- gruppentopf des Vorjahresquartals nicht unterschritt. Diese Verlust- begrenzung entspricht nach Auﬀ assung der Vertreterversammlung nicht mehr der Logik des TSVG und wurde deshalb aufgehoben. Martin Niggeschmidt ist Mitarbeiter der Abteilung Öﬀ entlichkeitsarbeit der KVH 146. Jahrestagung der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin 31.01. bis 01.02.2020, Handelskammer Hamburg Schwerpunktthemen • Neuerungen in der Therapie von internistischen Erkrankungen • Unterstützende Konzepte in der Tumormedizin • Aktuelle Entwicklungen der Inneren Medizin für den praktischen Alltag • Hämatologische Malignome • Nephrologie Wissenschaftliche Leitung Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer Prof. Dr. med. Tobias Huber Universitätsklinikum Hamburg 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 21
F O R U M M E D I Z I N Hypnotherapie Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind extrem belastend für Betroﬀ ene. Entscheidend sind eine frühe Diagnose und eine rechtzeitige, auf das jeweilige Krankheitsbild abgestimmte medikamentö se erapie. Aber auch die Hypnose hat einen therapeutischen Nutzen. Wie der aussehen kann, erläutert Diplom-Psychologe Georg Tecker. Interview: Stephanie Hopf Bauchhypnose verlängert beschwerdefreie Intervalle Georg Tecker bietet Bauchhypnose für Menschen mit chronisch entzünd- lichen Darmerkrankungen in eigener Praxis und im Asklepios Westkli- nikum an. Der Diplom-Psychologe und Psychologische Psychotherapeut ist Initiator der CED-Hilfe e. V. in Hamburg (1987), des Kompetenznetz- werks Psychotherapie bei Darmerkrankungen (2014) und Mitglied im Beirat der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung e. V. (DCCV) im Fachbereich Therapie, einer Vereinigung Betroffener (1, 2). Herr Tecker, Sie bieten Bauchhypnose für Menschen mit Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU) an. Was kann diese Metho- de zusätzlich zur medikamentösen Therapie leisten? Während die medikamentöse Behandlung vor allem die Entzün- dungsprozesse in der Darmschleimhaut blockiert und zum Abklingen bringen soll, kann mit der Bauchhypnose Einfluss auf das vegetative Nervensystem und darüber auch auf das Immunsystem genommen werden. Menschen mit MC und CU ermöglicht die Bauchhypnose aktiv Gutes für sich zu tun und sich selbst zu beruhigen: So fördert sie Selbst- wirksamkeit und Zuversicht. Beides ist wichtig, um depressive Stimmung zu überwinden. Indivi- duelle Ressourcen können genutzt und der Blick auf Gesundung und Heilung gefunden werden. Bauchhypnose ähnelt dem autogenen Training, mit dem sie kombiniert werden kann und dessen Wirkung klar wissenschaftlich belegt ist (3, 4). Für die Behandlung vom Reizdarm ist Bauchhypnose als Methode etabliert. In- wieweit ist sie als Therapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wissenschaftlich erforscht? Die bislang eindrucksvollsten Ergebnisse stam- men von einer um Keefer (2013) in Chicago entstandenen Untersuchung mit CU-Patienten (5). Hier konnte auf hohem wissenschaftlichen Niveau ein signifikanter remissionsverlängern- der Effekt durch Bauchhypnose nachgewiesen werden: Durch- schnittlich dauerte es ohne Hypnose 282 Tage bis zur nächsten aku- ten Phase, mit Hypnose verlängerte sich die schubfreie Zeit um 78 Tage. Ich führe seit einiger Zeit eine Pilotstudie durch, in die zwei Gruppen eingeschlossen wurden, eine dritte ist noch in Auswer- tung. Bisher konnten 26 Betroffene behandelt werden. Ebenfalls be- ziehen wir eine Kontrollgruppe ohne Bauchhypnose ein. Hier läuft die Erhebung ebenfalls noch. Prof. Holger Schulz von der Medizini- schen Psychologie des UKE begleitet sie. Diplom-Psychologe Georg Tecker Von welchen Ergebnissen können Sie berichten? Erste Zwischenergebnisse zeigen: Mit großer Effektstärke besserten sich Bauchschmerzen, die Daten sind trotz kleiner Fallzahlen statis- tisch signifikant. Mit mittlerer Effektstärke verbesserte sich der Ent- zündungswert CRP. Da bisher noch keine randomisiert zugewiesene Kontrollgruppe einbezogen werden konnte, können die Ergebnisse nicht kausal auf die Bauchhypnose zurückgeführt werden, sondern nur vorsichtig nach Plausibilität bewertet werden. Die Studie ist eine Machbarkeitsstudie. Sie soll anregen, die Wirkung der Bauchhypnose auch in Deutschland wissenschaftlich zu untersuchen (6). Wie wirkt sich denn die Psyche auf den Krankheitsverlauf aus? Gibt es psychische Auslöser für Krankheitsschübe? Zwischen dem Gehirn und dem Nervensystem des Magen-Darm- Trakts besteht eine enge Wechselwirkung. Seelischer Stress beein- flusst den Magen-Darm-Trakt, was schon Redewendungen wie „Das schlägt mir auf den Magen“ nahelegen. In einer Langzeitstudie bei CU-Patienten konn- te nachgewiesen werden, dass chronisch erlebter Stress das Risiko für eine Aktivierung der CU innerhalb von acht Monaten verdreifacht (7). Nicht nur aktueller Stress durch äußere Ereig- nisse oder durch die Krankheitssymptome ist hierbei von Bedeutung. Frühkindlicher Stress kann zur Schädigung des sich entwickelnden Stresssystems führen. Dadurch werden die kom- plexen Interaktionen des Immunsystems beein- trächtigt. So konnte eine Studie zeigen, dass Misshandlungen während der ersten 10 Lebens- jahre mit erhöhten Entzündungswerten 20 Jahre danach verbunden waren (8). In gleicher Weise sind Verlusterlebnisse von hoher Bedeutung. Wie genau läuft die Bauchhypnose ab? Und: Ändert sich die Behandlung im Schub bzw. im beschwerdefreien Intervall? Nach einem Informationstreffen zur Klärung von Fragen biete ich in 8 bis 10 Sitzungen verschiedene Hypnosean- leitungen an. Sie dauern zwischen 10 und 30 Minuten. Danach wird über Erfahrungen gesprochen. Die Teilnehmer nehmen die Hypno- seanleitungen mit dem Smartphone auf und können dann zu Hause täglich damit üben. Mit dem Erleben von Entspannung geht oft eine gesteigerte Selbstregulationsfähigkeit und Gelassenheit einher. The- rapeutische Sprache regt Vorstellungen an, die positive innere Bilder auslösen. Unbewusste Ressourcen werden individuell verschieden erschlossen und genutzt. Alle Bauchhypnosen regen das Unbewusste z a r r e F l e u g i M ; n o i x a r E – k c o t s I © 22 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
Zu diskutieren wäre, inwieweit das Gruppenleben wirksam ist. Und es bliebe noch die Frage, wie nachhaltig positive Effekte sind: Dazu bräuchte man eine katamnestische Erhebung nach einem halben oder einem Jahr nach Beendigung der Gruppe – wieder im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie. Wie machen die Patienten zu Hause weiter? Aus den Rückmeldungen lässt sich schließen, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer die Bauchhypnose täglich oder gelegentlich üben und zwar mithilfe ihrer Smartphones: vor dem Schlafengehen, unterwegs in der U-Bahn, gelegentlich auch bei ihrem Gastroenterologen im In- fusionsraum oder bei der Kolo- und Gastroskopie. Zu wünschen ist, dass mehr Arztpraxen und Krankenhäuser Bauch- hypnose anbieten. Im besten Falle wäre das ein hypnotherapeutisch erfahrener Endoskopiker – es hätte Auswirkungen auf eine besse- re Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Die Bauchhypnose könnte ein weiterer Pfeiler in einer personalisierten Medizin sein, die ganzheitlich orientiert ist. In Österreich genießt die Bauchhypnose durch Prof. Gabriele Moser von der Medizinischen Universität in Wien bereits eine hohe Akzep- tanz. Es gibt dort mehr als 160 von ihr ausgebildete Bauchhypnosethe- rapeutinnen und -therapeuten, während es in Deutschland gerade ein- mal 16 sind. Die Ausbildung in Deutschland ist in der Planungsphase des Kompetenznetzwerks Psychotherapie bei Darmerkrankungen. Die Fragen stellte Stephanie Hopf, Redaktionsleiterin beim Hamburger Ärzteblatt Literaturverzeichnis im Internet unter www.aekhh.de/haeb-lv.html Dipl.-Psych. Georg Tecker ist Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis. Kontakt: Telemannstraße 7, 20255 Hamburg, E-Mail: ced-hamburg@web.de, www.ced-hamburg.de Es gibt etwas völlig NEUES! k c o t S i | r e v e r o ﬀ o r e w o p © prima! – für ein transparentes Praxismanagement Sie suchen eine Software, die die interne Organisation einer Arztpraxis abbildet? Die komfortabel alle Vorgänge zu Handwerkern, Versicherungen oder Lieferanten von Praxisbedarf an einer Stelle zusammenfasst? prima! – die neue Praxismanagementsoftware von medatixx – schaﬀt die Trans- parenz, die Sie sich bei patientenfernen Abläufen wünschen. Aktivitätenmanagement Kontaktmanagement Dokumentenmanagement E-Mail-Management k c o t S i | s e g a m i - k c o t s u e N © Bündeln Sie mit prima! alle erforderlichen Informationen an einem Ort. Kein Suchen mehr im Kalender, in E-Mails oder Dateien nach dem einen wichtigen Dokument und Ansprechpartner. Managen Sie Ihre Praxis ab sofort an allen Standorten digital, transparent und eﬃzient. Jetzt kostenlos testen: prima-praxismanagement.de an, sein Selbstheilungspotenzial zu nutzen. Gern lasse ich mich von Daniel Wilks Trancegeschichten anregen, deren Wirkung er in seinem Buch „Auf den Schultern des Windes schaukeln“ darstellt (9). Da die Bauchhypnose regulierend auf das Immunsystem wirkt, könn- te sie als Selbsthypnose im beschwerdefreien Intervall einem aku- ten Schub vorbeugen. Sie wird an die jeweilige Symptomatik, etwa Bauchschmerzen, Durchfall und Entzündungen, angepasst. Auf einer „Körperreise“ bekommen dann einzelne Orte eine besondere Auf- merksamkeit und „Behandlung“. Hat die Hypnose im Vergleich zu anderen Psychotherapiefor- men, zum Beispiel zur Gesprächstherapie, Vorteile? Durch die Arbeit mit inneren Bildern hat die Bauchhypnose in be- sonderer Weise die Möglichkeit, das Unbewusste und den Körper mit seinen Gefühlen mit einzubeziehen und darauf positiv einzuwirken. Wichtig ist bei allem, dass die Therapieform zum Therapeuten passt. Insofern ist eine allgemeine Aussage nicht möglich und angebracht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Therapeuten gibt, der nur eine Therapieform anwendet: Die Indikationsstellung hängt immer auch vom einzelnen Patienten ab und nicht alleine von der therapeu- tischen Vorgehensweise. Beschreiben Sie, wie Sie individuell vorgehen? Die Teilnehmer sprechen häufiger über die Zusammenhänge der Er- krankung mit ihrem Leben, über die Zeit des Auftretens der Sympto- me ebenso wie über ihren aktuellen Stress. Dazu nutze ich ein Symp- tomtagebuch. Ich gehe davon aus, dass Betroffene besser mit sich umgehen können, wenn sie mehr über eigene krankmachende Ver- haltensmuster wissen. Ich achte darauf, wie sich der Betroffene selbst, durch sein Denken und Sprechen, in eine ungünstige Problemtrance versetzt. Hier gilt es, ihn zu unterstützen, eine lösungsorientierte po- sitive Sichtweise in Bezug auf die Erkrankung zu entwickeln. Was lernen Patienten in Kursen über ihre Krankheit? Sie lernen, über sich und ihre Erkrankung zu sprechen und in eine aktive Haltung zu kommen. Chronische Erkrankung heißt, gut auf sich aufzupassen, sich Hilfe zu holen und Gesundung zu üben. Der Austausch mit anderen Betroffenen hat für die Gruppenteilnehmer eine große Bedeutung. Welche Effekte können Sie aus Ihrer Erfahrung beschreiben, die auf die Hypnose zurückzuführen sind? Dass Effekte wie eine Verringerung der Entzündungsaktivität entste- hen, ist für mich verständlich, weil die Bauchhypnose auf das vegetative Nervensystem und so auf die Regulationsmechanismen des Immun- systems wirkt. Betroffene benennen häufig eine unmittelbare Lin- derung der Symptomlast nach einer Bauchhypnose. Die Effekte sind nachhaltiger, wenn die Bauchhypnose über längere Zeit geübt wird. 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 23
F O R U M M E D I Z I N Sorgfältige Diagnose Die Inzidenz von Darmkrebs ist bei jungen Erwachsenen dramatisch angestiegen. Dies zeigt beispielha der Fall eines jungen Patienten, der mit eher harmlos klingenden Bauchschmerzen mit Erbrechen in eine Klinik kam und zunächst wieder entlassen wurde. Von Dr. Dr. Nursel Saritas Exemplarisches histologisches Bild eines gut differenzierten Adenokarzinoms des Kolons Der besondere Fall Akute Gastritis stellt sich als Kolonkarzinom heraus Ein 40-jähriger Patient leidet seit drei Tagen unter ubiquitär drückenden Bauchschmer- zen mit Erbrechen bis zu sechsmal am Tag. Mit dem Rettungswagen wird er in unsere Zentrale Notaufnahme (ZNA) eingeliefert. Fieber, Diarrhoen, Auslandsaufenthalt, chro- nisch entzündliche Darmerkrankungen im Sinne eines M. Crohn oder Colitis ulcerosa gibt er nicht an. Ebenso werden andere chro- nische Erkrankungen, Dauermedikation und chirurgische abdominelle Eingriﬀe ausge- schlossen. Der Patient war mit diesen Beschwerden drei Tage zuvor in einem auswärtigen Kran- kenhaus vorstellig. Nach einer ambulanten symptomatischen Ersttherapie sei er dort mit der Verdachtsdiagnose beginnende Gas- troenteritis nach Hause entlassen worden. Aufgrund weiterbestehender Beschwerden, immer noch ohne Fieber oder Diarrhoen, habe er sich dort erneut vorgestellt und sei über Nacht stationär überwacht worden. Er sei weiterhin symptomatisch therapiert und nach einer Magenspiegelung mit der Diagno- se akute Gastritis entlassen worden. Karzinom der linken Kolonflexur Bei der Vorstellung in unserer Klinik berich- tet der Patient über anhaltenden, drückenden Schmerz in gleicher Schmerzqualität im ge- samten Abdomen, außerdem über Erbrechen, immer noch ohne Fieber und Diarrhoen. Das CRP liegt bei 12,3 (Ref.: < 5mg / l), AP 36 (Ref.: 40 – 130 U / l), GGT 42 (Ref.: < 60 U / l), Leukozyten 16,5 (Ref.: 3,5 – 9,8 /nl). Restliche Parameter sind im Normbereich. Aufgrund der Anamnese, dem klinischen Untersuchungsbefund und der Sonograﬁe besteht der hochgradige Verdacht auf einen stenosierenden Prozess der linken Kolonﬂe- xur mit schmalem Aszitessaum intrahepa- tisch. Eine Abdomen-Computertomograﬁe (ACT) bestätigte einen mechanischen Dünn- und Dickdarmileus, bedingt durch ein Karzi- nom der linken Kolonﬂexur über eine Strecke von 5 Zentimetern mit Inﬁltration des peri- kolischen Fettgewebes (cT3/N0/M0). Histopathologisch zeigt sich ein mäßig diﬀe- renziertes Adenokarzinom des Colon trans- versum mit Inﬁltration in das perikolische Fettgewebe und Invasion von Lymphgefäßen sowie eine regionäre Lymphknotenmetastase. Zudem ergibt sich eine geringgradige ero- sive Appendizitis. Es liegt ein Karzinom mit der Klassiﬁkation pT3 pN1a L1 V0 Pn0 G2 R0 (nach 7. Auﬂage UICC 2010) vor. Eine B-Symptomatik und eine positive Familien- anamnese bezüglich einer Neoplasie verneint der Patient. Noch am selben Tag erfolgt ein chirurgischer Notfalleingriﬀ. Darmkrebs – Erkrankungsrisiko Alle Formen von Dickdarm-, Rektum- und Analkrebs werden in der Routineaus- wertung der Krebsregister üblicherweise als Darmkrebs zusammengefasst (ICD-10: C18 – C21). Es werden in Deutschland jähr- lich circa 33.500 Neuerkrankungsfälle bei Männern und circa 29.500 bei Frauen dia- gnostiziert. Somit liegt der Darmkrebs in Be- zug auf die Häuﬁgkeit aller Krebserkrankun- gen bei Frauen an zweiter Stelle, bei Männern an dritter Stelle. Das mittlere Erkrankungsal- ter liegt bei beiden Geschlechtern zwischen 70 und 75 Jahren. Personen mit genetischer Belastung können schon im frühen Erwach- senenalter erkranken (1) (Abb.). Etwa zwei Drittel aller Darmkrebsfälle (Männer: 60 Prozent, Frauen: 66 Prozent) betreﬀen den Dickdarm. Die absolute 5-Jah- res-Überlebensrate für die Gesamtgruppe (C18 – C21) wird mit 52 Prozent angegeben, die relative 5-Jahres-Überlebensrate, die die Sterblichkeit in der Allgemeinbevölkerung berücksichtigt, liegt bei 63 Prozent. Patien- ten mit Kolonkarzinom haben eine etwas bessere Prognose als Patienten mit Rektum- karzinom. Die absolute Diﬀerenz liegt bei 3 Prozent (1). Für die Früherkennung stehen nicht-invasive (Hämoccult-Test) und inva- sive Untersuchungsverfahren (ﬂexible En- doskopie) zur Verfügung. Beide Verfahren senken die krebsspeziﬁsche Mortalität; in Deutschland wird die Vorsorgekoloskopie bevorzugt empfohlen. In mehreren westlichen Ländern ist die Zahl der Kolon- oder Rektumkarzinome im g r o . a i d e p i k i w © 24 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
Abb.: Durchschnittliche jährliche Zahl an Neuerkrankungen (Balken, linke Y-Achse) und altersspezifische Raten (Linien, rechte Y-Achse) des Darmkrebses (ICD10: C18) in Deutschland 2012 bis 2014 Quelle: Gesellschaft der epidemiologi- schen Krebsregister in Deutschland e.V., Sonderauswertung vergangenen Jahrzehnt unter den jüngeren Menschen stark gestiegen, während sich bei den über 50-Jährigen ein Rückgang ab- zeichnet, der vermutlich auf das Screening zurückzuführen ist. Dieser Trend wurde anhand von Studien und Registern erstma- lig in den USA registriert. Die Inzidenz von allen Formen des Darm- krebses (ICD-10: C18 – C21) ist weltweit, tendenziell vor allem in den Industrielän- dern, bei jungen Erwachsenen dramatisch angestiegen. Die nach 1990 Geborenen haben ein doppelt so hohes Risiko für Ko- lonkarzinom und ein vierfach erhöhtes Risiko für ein Rektumkarzinom als ihre Eltern (2, 3, 4). Laut der Analyse des US-Krebsregisters SEER (Surveillance, Epidemiology, and End Results [4]) ist seit Mitte der 1980er- Jahre die Inzidenz des Kolonkarzinoms bei den über 55-Jährigen rückläuﬁg. Der Eﬀekt nimmt mit dem Alter zu: Bei den über 85-Jährigen ist im 5-Jahres-Zeitraum 1999 bis 2013 die Inzidenz des Kolonkarzi- noms um 5,2 Prozent und des Rektumkar- zinoms um 4,1 Prozent gesunken (4). Die Inzidenz des Kolonkarzinoms steigt in der Altersgruppe 20 bis 39 Jahre seit Mitte der 1980er-Jahre um 1 bis 2 Prozent pro Jahr an. Bei Erwachsenen im Alter von 40 bis 54 Jahren beträgt der Anstieg seit Mitte der 1990er-Jahre 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr (4). Der Anstieg des Rektumkarzinoms ist noch deutlicher. In der Altersgruppe zwischen 20 und 29 Jahren liegt ein stetiger Anstieg um 3 Prozent pro Jahr vor. In der Altersgruppe zwischen 30 bis 39 Jahren setzte der gleiche Anstieg um 3 Prozent pro Jahr etwa 1980 ein. Bei den 40- bis 54-Jährigen steigt die Inzidenz seit Mitte der 1990er-Jahre um 2 Prozent pro Jahr (4). Eine genaue Ursache kann die rein de- skriptive Studie nicht klären, jedoch liegt es nahe, die Ursachen in den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der Bevölkerung zu suchen. Die bekannten Risikofaktoren für Darmkrebs, sind neben einer Adipositas, eine Ernährung mit wenig Ballaststoﬀen, hoher Alkoholkonsum, Bewegungsman- gel, Tabakrauchen und häuﬁger Verzehr von verarbeitetem roten Fleisch, den die IARC (Internationale Agentur für Krebs- forschung) als „vermutlich krebserregend“ einstu. Die meisten dieser Risikofaktoren sind in den letzten Jahren gerade bei jünge- ren Menschen häuﬁger geworden. Diskussion delnden Klinik stellte sich heraus, dass bei der Visite am Folgetag das pralle Abdomen vom entlassenden Kollegen auf die Lu- insuﬄation nach der Magenspiegelung zu- rückgeführt worden war. Selbstverständlich bedeutet ein Arbeiten im Schichtmodell nicht, dass der entlas- sende Arzt auch unbedingt der aufneh- mende Arzt sein muss und kann. Gerade deswegen sind trotz des stetigen zeitlichen Drucks oder der Mindestverweildauer von Patienten im Krankenhaus diﬀerenzialdia- gnostische Überlegungen bei untypischem Beschwerdebild, einschließlich genauer (Fremd-)anamnese und Verlaufsdokumen- tation, in keinster Weise zu vernachlässi- gen. Im Sinne einer hohen medizinischen Versorgungsqualität sind optimalerweise, gerade in einer ZNA, erfahrene Kollegen oder eine stetige Supervision von jüngeren Kollegen am Patientenbett ein Qualitätsin- dikator. Literaturverzeichnis im Internet unter www.aekhh.de/haeb-lv.html Dieser Fall zeigt, dass zunächst eher harm- los klingende Beschwerden, die initial o durch eine symptomatische und analge- tische erapie gut zu regulieren zu sein scheinen, vor jeder Entlassung eines Patien- ten eines genaueren zweiten Blicks bedarf. Nach Rücksprache mit der zuvor behan- Dr. Dr. Nursel Saritas Asklepios Klinik Altona Zentrale Notaufnahme/ III. Medizinische Abteilung, Kardiologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin E-Mail: n.saritas@asklepios.com 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 25
T E R M I N K A L E N D E R Der Kalender erhebt aufgrund der Vielzahl an Terminen keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Jeder Termin wird nur einmal veröffentlicht. Zeit Jd. 1. Montag im Monat, 8.15 Uhr Jd. 1. Montag im Monat, 18 – 19.30 Uhr Jd. letzten Montag im Monat, 13 – 14.30 Uhr Dienstag, 4. Februar, 19.30 – 21.30 Uhr Thema Klinisch-Pathologische Konferenz Fortbildung für Betriebsärzte: Montagskolloquium Veranstalter/Auskunft Marienkrankenhaus Hamburg, Institut f. Pathologie, Tel. 25 46 – 27 02 VDBW, Ulrich Stöcker, ulrich.stoecker@vdbw.de Ort Alfredstr. 9, Hörsaal der Pathologie Fortbildungsakademie der ÄKH, Weidestr. 122 b Interdisziplinäre Schmerzkonferenz am UKE UKE, Kopfschmerzambulanz, Anm.: Prof. Dr. May, Tel. 74 10 – 5 98 99 Martinistr. 52, Gebäude W 34, 3. OG, Seminarraum Qualitätszirkel AD(H)S im Erwachsenenalter Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll, Fr. Dr. Bran- nath und Fr. Dr. Knaus (k.brannath@asklepios.com, c.knaus@asklepios.com) Langenhorner Chaussee 560, Hs. 5 Seiteneingang, 1. Raum rechts (D-0026) Dienstag, 11. Februar, 19.30 – 22 Uhr Fortbildung des aescuLabors: Transsexuelle Patienten im Praxisalltag amedes Gruppe Hamburg, Laura Ho ann, Tel. 33 44 11 – 99 66, veranstaltungen@amedes-group.com aescuLabor, Haferweg 40, Seminarraum im 1. OG Dienstags (7.20 Uhr) u. donnerstags (7.30 Uhr) Tumorkonferenz Darmzentrum Marienkrankenhaus Hamburg, Zertiﬁ ziertes Darmzentrum, Tel. 25 46 – 14 02, Alfredstr. 9, Demoraum der Radiologie Dienstags, 13.30 – 14.30 Uhr Dienstags, 15.45 – 17.45 Uhr oraxtumore und Bronchialkarzinome Asklepios Klinik Barmbek, Anm.: Frau Gütlein, Tel. 18 18 – 82 48 01 Rübenkamp 220, Röntgen- demonstrationsraum EG Interdisziplinäre Tumorkonferenz (Fälle, die besonders intensiver Diskussion bedürfen) Asklepios Klinikum Harburg, Anm.: s.pratt@asklepios.com Eißendorfer Pferdeweg 52, Konferenzraum Radiologie Dienstags, 16 Uhr Interdisziplinäre onkologische Konferenz Bethesda KH Bergedorf, Anm. unter Tel. 72 55 40 Glindersweg 80 Dienstags, 16 Uhr Chirurgische Facharztfortbildung Bethesda KH, Bergedorf, Tel. 72 55 40 Glindersweg 80, Raum 1 Jd. 1. Dienstag im Monat, 14– 16 Aktuelle emen der Arbeitsmedizin Betriebsarzt-Zentrum Merkel, Tel. 75 12 11 Wilhelm-Strauß-Weg 6, Betriebsarzt-Zentrum Jd. 1. Dienstag im Monat, 19.30 Uhr Interdisziplinäre Schmerzkonferenz, Abt. Psychosomatik u. Schmerztherapie, Neurochirurgie Asklepios Westklinikum, Herr Lehmann, Tel. 81 91 – 0; Herr Lauk, Tel. 81 91 – 25 15 Suurheid 20, Konferenzraum, Haus 10 Jd. 2. Dienstag im Monat, 19 Uhr Jd. 3. Dienstag im Monat, 20 Uhr Jd. letzten Dienstag im Monat, 20 Uhr Mittwoch, 29. Januar, 9 – 17 Uhr Mittwochs, 7.30 Uhr Mittwochs, 8 – 9 Uhr Mittwochs, 12.30 – 14.00 Uhr Mittwochs, 12.45 – 13.30 Uhr Mittwochs, 13 – 14 Uhr Mittwochs, 13.30 – 14.30 Uhr Mittwochs, 14 – 15.30 Uhr Mittwochs, 15 – 16.30 Uhr Mittwochs, 16 Uhr Jd. 2. Mittwoch, 16 Uhr c. t. Jd. 2. Mittwoch, 15.30 – 17 Uhr Interdisziplinäre, nach außen oﬀ ene Bergedorfer Schmerzkonferenz (4 P) Aktivion-MVZ, Dr. Soyka und Dr. Lipke, Anm. unter Tel. 73 09 23 92 Praxisklinik Bergedorf, Alte Holstenstr. 2, Seminarraum Qualitätszirkel „Psychotherapeutische Medizin“ Ärztehaus, Anm.: Dr. Gutermuth, Tel. 46 32 75; Dr. Hofmann, Tel. 46 26 62 Humboldtstr. 56 Qualitätszirkel MRT in der Orthopädie Praxis Dr. Finkenstaedt und Prof. Dr. Maas, Anm.: Dr. Sebastian Ropohl, Tel. 724 70 24 Im Wechsel Raboisen 40 (Fi) und Raboisen 38 (Maas) 9. Tag der Weiterbildung Allgemeinmedizin (TdW) Interdisziplinäre Gefäßkonferenz Interdisziplinäres Tumorboard (2 P) UKE, Kompetenzzentrums Weiterbildung Allgemeinmedizin Hamburg (KWHH), weitere Informationen unter www.uke.de/kwhh Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH), Humboldtstr. 56 Marienkrankenhaus Hamburg, Chirurgische Ambulanz, Tel. 25 46 – 14 61 Alfredstr. 9, Demoraum der Radiologie Ev. Amalie Sieveking-KH, Anm. unter Tel. 644 11 – 421, Fax: – 312, www.amalie.de Haselkamp 33, Konferenzraum, 5. OG Onkologische Konferenz des zertiﬁ zierten Brustzen- trums und des gynäkologischen Tumorzentrums Agaplesion Diakonieklinikum, Frauenklinik, Anm.: Prof. Lindner, Tel. 7 90 20 – 25 00 Hohe Weide 17, Konferenzraum 2 im EG Pädiatrische Fortbildung Altonaer Kinderkrankenhaus, Anm.: Prof. Stock, Tel. 8 89 08 – 202, www.kinderkrankenhaus.net Bleickenallee 38 Interdisziplinäres Kopf-Hals-Tumorboard UKE, Anm.: PD Dr. Münscher, Tel. 7410 – 5 00 47 oder a.muenscher@uke.de Martinistr. 52, Röntgen- demonstrationsraum Leber-Pankreastumore obererer / unterer GI-Trakt Asklepios Klinik Barmbek, Anm.: Frau Hansen, Tel. 18 18 – 82 38 31 Rübenkamp 220, Röntgen- demonstrationsraum EG Interdisziplinäre onkologische Konferenz des zertiﬁ zierten (EUSOMA) Brustzentrums Mammazentrum Hamburg am KH Jerusalem, Tel. 4 41 90 – 510 KH Jerusalem, Moorkamp 2 – 6, Großer Konferenzraum Tumorkonferenz oraxzentrum Asklepios Klinikum Harburg, oraxchirurgie, Anm.: k.bierschwale@asklepios.com Eißendorfer Pferdeweg 52, Konferenzraum Radiologie Tumorkonferenz Brustzentrum und gynäkologisches Krebszentrum Marienkrankenhaus Hamburg, Frauenklinik, Tel. 25 46 – 16 02 Alfredstr. 9, Demoraum der Radiologie Interdisziplinäres gefäßmedizinisches Kolloquium Asklepios Klinik St. Georg, Anm.: Frau Boyens / Frau Kolschöwsky, Tel. 18 18 – 85 39 80 Lohmühlenstr. 5, Haus P, Hörsaal 3 Interdisziplinäre Wirbelsäulenschmerzkonferenz (Anmeldung über www.asklepios.com möglich) AK St. Georg, Frührehabilitation u. Physikalische erapie, Dr. Peschel, Tel. 18 18 85 – 45 30 Lohmühlenstr. 5, Haus i, EG, Raum 0.26 26 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0
T E R M I N K A L E N D E R Der Kalender erhebt aufgrund der Vielzahl an Terminen keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Jeder Termin wird nur einmal veröffentlicht. Zeit Thema Veranstalter/Auskunft Ort Jd. 2. u. 4. Mittwoch, 15.30 – 16 Uhr Jd. 3. Mittwoch, 16.30 – 18 Uhr Jd. 3. Mittwoch, 17.00 – 19.15 Uhr Jd. letzten Mittw. im Monat, 7.30 – 8.30 Uhr Jd. letzten Mittw. im Monat, 7 – 8.30 Uhr Pneumologisch-thoraxchirurgisches Kolloquium Marienkrankenhaus Hamburg, Klinik f. Viszeral-, orax- u. Gefäßchirurgie / Zentrum f. Inn. Medizin Alfredstr. 9, Chirurgische Am- bulanz, Raum 104 Interdisziplinäre Schmerzkonferenz Interdisziplinäre Schmerzkonferenz Asklepios Klinik Altona, Anm.: Frau Jennifer Körtge, Tel. 18 18 81 – 17 81 Paul-Ehrlich-Str. 1, Projektraum im EG, R. 210 Rückenzentrum Am Michel, Dr. Nicolai Schurbohm, n.schurbohm@ruecken-zentrum.de Ludwig-Erhard-Straße 18 Radiologische, interdisziplinäre Fallbesprechung AK St. Georg, HNO-Klinik, Frau Posselt, Tel. 18 18 – 85 22 37, s.posselt@asklepios.com Lohmühlenstr. 5, Haus C, De- moraum der Radiologie Interne Fortbildung AK St. Georg, Chirurgisch-Traumatologisches Zentrum, Dr. Madert, Tel. 18 18 85 – 42 74 Lohmühlenstr. 5, Haus CF, Konferenzraum Jd. letzten Mittwoch im Monat, 16 – 18 Uhr „Eppendorfer Gefäßgespräch“, öﬀ entliche Fallkon- ferenz und Vortrag zu gefäßmedizinischen emen Univ. Herzzentrum Hamburg, Klinik für Gefäß- medizin, Anm. unter Tel. 74 10 – 5 38 76 Martinistr. 52, Gebäude Ost 70, Konferenzraum Jd. letzten Mittwoch im Monat, 17 Uhr Interdisziplinäre Schmerzkonferenz Marienkrankenhaus Hamburg, Klinik für Anästhesiologie, Tel. 25 46 – 26 41 Donnerstag – Samstag, 6. – 8. Februar, 13 (Do) und 9 Uhr (Fr, Sa) Fetomaternale Dopplersonographie 2020– Grund- kurs (24 P) amedes Gruppe Hamburg, Auskun / Anm. Laura Ho ann, Tel. 33 44 11 – 99 66, E-Mail: veranstaltungen@amedes-group.com Alfredstr. 9, Bibliothek der Anästhesie Hotel Barceló Hamburg, Ferdinandstraße 15 Donnerstag, 16. Januar, 16 – 18 Uhr Pﬂ ege im Fokus: Expertentalk in der Frührehabi- litation BG Klinikum Hamburg, Anmeldung unter k. heinrich@bgk-hamburg.de Bergedorfer Str. 10 Donnerstags, 7.30 – 8.15 Uhr Donnerstags, 8 – 9 Uhr Donnerstags, 8 – 9 Uhr Donnerstags, 13 – 14 Uhr Donnerstags, 15 – 16 Uhr Donnerstags, 16 – 16.30 Uhr Donnerstags, 16 – 17 Uhr Donnerstags, 16 – 17 Uhr Wissenscha liches Kolloquium UKE, Kliniken f. Frauenheilkunde u. Geburtshilfe, Univ. Prof. Dr. B. Hüneke, Tel. 741 05 – 35 06 Martinistr. 52, 4. OG Südturm, Seminarraum 411 Interdisziplinäre Tumorkonferenz (2 P) Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, Hamburger Darmzentrum, Tel. 7 90 20 – 21 00 Hohe Weide 17, Konferenzraum 3 Interdisziplinäres Tumorboard (2 P) AK Wandsbek, 1. Chirurgische Abteilung, Tel. 18 18 83 – 12 65 Pädiatrische Fortbildung in Pädiatrie / Neonatologie / Neuropädiatrie (1 P) Kinderkrankenhaus Wilhelmsti , Anm.: Dr. Püst, Tel. 6 73 77 – 282 Alphonsstr. 14, Visitenraum, 1. OG Liliencronstr. 130, Ärztebibliothek Alle Tumore, GI-Trakt, urologische Tumore Asklepios Klinik Barmbek, Anm.: Frau Hansen, Tel. 18 18 – 82 38 31 Rübenkamp 220, Röntgen- demonstrationsraum EG Interdisziplinäre neuro-onkologische Konferenz AK Altona, Tumorklinik, Anm. unter Tel. 18 18 81 – 1211 oder mo.weber@asklepios.com Paul-Ehrlich-Str. 1, Carl-Bruck-Hörsaal, 2. OG Brustkrebs und Gynäkologische Tumore Asklepios Klinik Barmbek, Anm.: Frau Zimbal, Tel. 18 18 – 82 18 21 Rübenkamp 220, Röntgen- demonstrationsraum EG Interdisziplinäre gastroenterologische Tumorkonferenz Albertinen-KH, Darmzentrum, Anm. bis Mi. 15 Uhr unter Tel. 55 88 – 22 57 Süntelstr. 11, Raum KU 13 Jd. letzten Donn. im Monat, 7.30 – 8.30 Uhr Freitag – Samstag, 7. – 8. Februar, 9 bzw. 10 – 18 bzw. 14 Uhr Morbiditäts- und Mortalitätskonferenz (M & M) AK St. Georg, HNO-Klinik, Frau Posselt, Tel. 18 18 – 85 22 37, s.posselt@asklepios.com Lohmühlenstr. 5, Haus L, 2. Stock Interdisziplinäres Symposium: „Der ältere Patient in der perioperativen Medizin“ UKE, Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Anmeldung erforderlich via Birgitt Storbeck: ana-event@uke.de, Tel. 74 10 – 54 477 Martinistr. 52, Hörsaal und Foyer des Instituts für Anatomie (Gebäude N61) 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 27 27
F O R U M M E D I Z I N Hygiene in Arztpraxen Anforderungen Das Hygienemanagement in Arztpraxen unterliegt einer Reihe von Vorschri en. Maßnahmen sollten in einem Hygieneplan erfasst sein, der an die Gegeben- heiten der jeweiligen Praxis angepasst ist. Doch in einigen Bereichen gibt es immer wieder größere Unsicherheiten. Von Dr. Susanne Mann Infektionsschutz ist Kernaufgabe jeder Arztpraxis. Ziel des Infekti- onsschutzgesetzes ist es, übertragbaren Krankheiten vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern – sowohl bei Patienten als auch bei Mitarbeitern und Dritten. Während im Krankenhaus für diese Aufgaben spezialisiertes Personal zuständig ist, erwarten niedergelassene Ärztinnen und Ärz- te bei der Praxisführung vielfältige Herausforderungen. Verschiedene Bundes- und Landesgesetze, Verordnungen, Richtlinien, behördliche Empfehlungen, Normen und sogenannte technische Regeln gelten. Sie regeln, welche Hygienestandards zu beachten sind – bis hin zum Umgang mit Medizinprodukten und den entstehenden Abfällen. Hygieneplan nach Checkliste erstellen Das Hygienemanagement einer Arztpraxis hat die innerbetriebli- chen Verfahrensweisen in einem Hygieneplan zu hinterlegen. Die- ser Plan ist ein individuelles Dokument und muss Gegebenheiten und Abläufe der jeweiligen Praxis abbilden und berücksichtigen. Musterhygienepläne dienen also lediglich als Vorlage und werden entsprechend auf die jeweiligen Praxisbedürfnisse umgeschrieben. Der Hygieneplan sollte mindestens die in der Checkliste rechts auf- geführten emen umfassen. Der Reinigungs- und Desinfektions- plan macht nur einen kleinen Teil davon aus und ersetzt nicht den vollständigen Hygieneplan. Bei Begehungen des Gesundheitsamts zeigen sich vor allem immer wieder in folgenden Bereichen größere Unsicherheiten: 1. Dienstkleidung oder Arbeitskleidung wird nur während der be- ruﬂ ichen Tätigkeit im Praxisbetrieb getragen. Der Arbeitnehmer ist nach der TRBA 250 (Technische Regeln für Biologische Arbeitsstof- fe) verpﬂ ichtet, potenziell kontaminierte Kleidung fachgerecht auf- zubereiten. Die Stadt Hamburg hat in Anlehnung an die RKI-Richt- linien eine Vorschri zum „Umgang mit Wäsche“ herausgegeben (www.krankenhaushygiene.de/pdfdata/hm/HM_3_2013_arztpraxis.pdf), wonach Praxiswäsche unter bestimmten Voraussetzungen in praxis- eigener Waschmaschine und praxiseigenem Trockner gewaschen und getrocknet werden kann. Stehen diese nicht zur Verfügung, ist die Wäsche in eine zertiﬁ zierte Wäscherei zu geben. Potenziell kontami- nierte Wäsche darf in keinem Fall in der häuslichen Waschmaschine gewaschen werden. Arbeitsschuhe sollten aus aufzubereitendem, des- infektionsmittelbeständigem Material bestehen. 2. Hände- und Hautdesinfektionsmittel werden den Arzneimitteln zugeordnet. Das Ab- und Umfüllen von größeren in kleinere Gebinde ist in Arztpraxen aufgrund unzureichender Hygienestandards nicht erlaubt. Bei Anbruch eines Desinfektionsmittels sollte unbedingt daran gedacht werden, dass Anbruchs- und Ablaufdatum auf dem Checkliste: Themen und Inhalte des Hygieneplans • Mitarbeiterschulung / Dokumentation, Benennung von Hygienebeauftragten sowie deren Qualifizierung und Fortbildung • Meldepflicht (Adresse Gesundheitsamt, meldepflichtige Erkrankungen, durchs Labor meldepflichtige Erkrankungen [informativ], ggf. interne Informationswege an Kollege in einer Gemeinschaftspraxis, Belegarztpraxis), Ansprechpartner im Gesundheitsamt und im An- hang die benötigten Formulare und Kontaktdaten • Personalhygiene (Arbeitskleidung, Schutzkleidung, Tragen von Schmuck, Anweisung zur Handhygiene, Hautschutz) • Blutentnahmen, Injektionen und Infusionen (Zubereitung, Durchführung) • Wundversorgung und Verbandswechsel • Umgang mit Medikamenten • Umgang mit infektiösen Patienten • Aufbreitung von Medizinprodukten (und Instrumenten) • Reinigungs- und Desinfektionsplan: Was wird wann, wie, womit und durch wen desinfiziert oder gereinigt? • Anweisungen für das Reinigungspersonal • Wäsche / Textilien / Reinigungsutensilien: Was wird wann wie entsorgt, aufbereitet, gelagert? • Abfallkonzept: Was wird wie entsorgt (Abfallschlüssel)? • Bereiche der Funktionsdiagnostik (EKG, EEG, Ultraschall ...) • Mikrobiologisch-hygienische Untersuchungen • Labor (falls vorhanden, z. B. Umgang mit Urinproben) ggf. ambulantes Operieren, Endoskopie aus: Andreas Schwarzkopf: Hygiene in der Arztpraxis, mhp Verlag GmbH 28,60 € Gebinde gut leserlich zu vermerken sind. Flächendesinfektionsmit- telkonzentrate sind nach der TRBA 250 als Gefahrstoﬀ e klassiﬁ ziert, sodass zu jedem Desinfektionsmittel ein Sicherheitsdatenblatt exis- tiert, das im Hygieneplan hinterlegt sein sollte. Entsprechend sind im Umgang mit dem jeweiligen Desinfektionsmittel die produktspezi- ﬁ sch zugelassenen Schutzhandschuhe zu tragen (s. Sicherheitsdaten- blatt). Bei Begehungen des Gesundheitsamts wird auf die Einhaltung dieser Regeln geachtet. 3. Die Au ereitung von Medizinprodukten unterliegt den Regula- rien der Medizinprodukte-Betreiberverordnung. Als Hygienestandard ist dort die gemeinsame Empfehlung der Kommission für Kranken- haushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch- Institut (RKI) und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medi- zinprodukte (BfArM) zu den Anforderungen an die Hygiene bei der Au ereitung von Medizinprodukten festgeschrieben worden. In der Broschüre „Medizinprodukte. Was müssen Betreiber und Anwender tun?“ der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein ﬁ nden Sie aus- führliche Informationen (Titel in die Suchmaschine eingeben). Dr. Susanne Mann Gesundheitsamt Wandsbek Abschnittsleitung Infektionsschutz, Kommunalhygiene und Medizinalwesen Tel. 428 81-31 77 E-Mail: susanne.mann@wandsbek.hamburg.de 28 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0 g r e w z r e d l i b , z s y b y z r P t r e b o R – k c o t S e b o d A ©
Neues aus der Wissenschaft Nachrichten Nachrichten Lungenembolie, verursacht durch eine rombose in den Beinvenen Ausschluss einer Lungenembolie ohne Bildgebung Retrospektive Analysen deuten darauf hin, dass eine Lungenembolie durch einen niedri- gen D-Dimer-Wert in Verbindung mit einer geringen klinischen Vortestwahrscheinlich- keit ohne CT ausgeschlossen werden kann. Als klinisches Assessmentverfahren für die Lungenembolie wird z. B. der Wells-Score eingesetzt, der mit klinischen Befunden (etwa Zeichen einer tiefen Beinvenenthrombose) und anamnestischen Daten (z. B. vorausgegan- gene Immobilisation) zwischen geringer, mittlerer und hoher Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie diﬀ erenziert. In eine prospektive Studie wurden 2017 Patienten mit mög- lichen Symptomen einer Lungenembolie eingeschlossen. Bei niedriger klinischer Wahr- scheinlichkeit und einem D-Dimer-Wert von weniger als 1000 ng / ml oder bei mittlerer klinischer Wahrscheinlichkeit und einem D-Dimer-Wert von weniger als 500 ng / ml galt eine Lungenembolie als ausgeschlossen, und die Patienten erhielten keine Antikoagulan- zientherapie. Bei allen anderen Patienten erfolgte eine Bildgebung (meist CT). Alle Patien- ten wurden zur Frage venöser romboembolien 3 Monate lang nachbeobachtet. Von den 1.325 Patienten (66 Prozent des Gesamtkollektivs), bei denen eine Lungenembolie mittels Wells-Score und D-Dimer als ausgeschlossen galt, hatte keiner in der Nachbeobachtung eine venöse romboembolie (Kearon C et al. NEJM 2019; 381:2125). | ca Nitrate ungünstig bei Herzinsuffizienz Im Fokus der 2014 publizierten TOPCAT-Studie („Treatment of Preserved Cardiac Function Heart Failure with an Aldosterone Antagonist“) stand die Frage, ob Spironolacton bei Herz- insuﬃ zienz mit normaler Auswurﬀ raktion einen Patientennutzen im Hinblick auf patienten- relevante Outcomes bringt (Tsujimoto T et al., Mayo Clinic Proceedings, July 2019 Volume 94, Issue 7, 1210 – 1220). Damals zeigte sich kein Unterschied zwischen Spironolacton und Placebo. Mit den Daten der Studie wurde nun auch noch eine Analyse bezüglich Nitraten durchgeführt. Der primäre Endpunkt war das Au reten eines unerwünschtes kardiovasku- lären Ereignisses (kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Myokardinfarkt und nicht tödlicher Schlaganfall) oder Krankenhauseinweisung aufgrund der Herzinsuﬃ zienz. Im Ergebnis zeigte sich, dass der primäre Studienendpunkt in der Nitratgruppe signiﬁ kant häuﬁ ger war als bei Personen ohne Nitrat-Behandlung (Hazard Ratio 1,21 [1,01–1,46]). | ms Mammograﬁ e-Screening Weniger schwere Fälle Forscher der Universität zu Lübeck und des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut in Berlin haben die Entwick- lung der Zahlen von Brustkrebs besonders bei fortgeschrittenen Stadien vor und nach Einführung des Mammografie-Screenings untersucht (Katalinic A. et al., International Journal of Cancer, 01 Nov 2019). Sie nutzten dazu Krebsregisterdaten von 320.000 Frauen aus zehn Bundesländern, die 2003 bis 2014 an Brustkrebs erkrankt waren, und analysier- ten 280.000 Brustkrebssterbefälle von 1998 bis 2016. Bei den 50- bis 69-Jährigen mit Mammografie-Screening konnte ein Rückgang der fortgeschrittenen Erkrankungen um 23 bis 28,3 Prozent (Vergleich der Erkrankungsraten der Jahre 2003/04 zu 2013/14) sowie ein Rück- gang der Sterblichkeit bei 50- bis 59-Jährigen von 25,8 Prozent und bei 60- bis 69-Jährigen um 21,2 Prozent festgestellt werden (Vergleich der Sterberaten der Jahre 2003/04 zu 2015/16). Laut Forscher kann das mit Einführung des Mammografie-Screenings erklärt werden. Quelle: Universität zu Lübeck, 20.11.2019 Panikstörung und Depression Genetischer Zusammenhang Die Panikstörung beruht zum Teil auf den- selben Genen wie Depression und Neuroti- zismus, so ein Ergebnis einer länderübergrei- fenden Studie, die Mediziner des Marburger Instituts für Humangenetik mit Fachkollegen durchgeführt haben (Forstner AJ et al., Molecular Psychiatry 2019). Die Forscher analysierten das Erbgut von 2.248 Patienten mit Panikstörung und verglichen sie mit 7.992 gesunden Kontrollpersonen. Sie über- prüften, ob Genvarianten, sogenannte SNPs, an bestimmten Genorten bei Patienten mit Panikstörung häufiger vorkommen als bei ge- sunden Personen. Ergebnis: Zwar entdeckten die Forscher kein Gen, das für die Panik- störung verantwortlich ist, sie fanden aber heraus, dass diejenigen Erbanlagen, die zu Panikattacken beitragen, auch einen Einfluss auf Depressionen und Neurotizismus haben und schlussfolgern: Angststörungen und De- pression könnten extreme Ausprägungen von seelischen Veranlagungen sein, die auch jeder gesunden Persönlichkeit zugrunde liegen. Quelle: Institut für Humangenetik, 28.11.2019 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 29
F O R U M M E D I Z I N Schlichtungsstelle Schwerer Krankheitsverlauf Einer 77-Jährigen mit einem Coecumcarcinom werden Harnleiterschienen zu spät entfernt. Diese verursachten immer wieder Harnwegsinfekte. Die Patientin stirbt, ihr Ehemann vermutet, dass die ständigen Entzündungen zum Tod führten. Was sagen die Gutachter? Von Prof. Dr. Gerald Klose, Dr. Manfred Giensch, Christine Wohlers, Prof. Dr. Walter Schaﬀartzik Die vergessenen Harnleiterschienen Eine 77-jährige Patientin wurde mit unspezifischen Bauchschmerzen und Erbrechen in einer Klinik für Gastroenterologie stationär aufge- nommen. Es wurde ein fortgeschrittenes Coecumcarcinom diagnos- tiziert, laut Computertomografie mit Kontakt zu den rechten Adne- xen und Verdacht auf Lymphknotenmetastasen. Zehn Tage später erfolgte die Hemikolektomie rechts, nachdem präoperativ von der urologischen Abteilung eine Harnleiterschie- nung wegen des engen Kontakts des Tumors zum rechten Harnleiter durchgeführt worden war – beides auf Empfehlung der Tumorkon- ferenz. Im OP-Bericht des Urologen wird folgendes Prozedere er- wähnt: „Bei klinisch unauffälligem Verlauf rate ich zur Entfernung der Harnleiterschienen in den kommenden 2 bis 3 Wochen.“ Intraoperativ zeigte sich, dass der Coecumtumor an die rechten Ad- nexe heranzog, diese wurden daher mitentfernt. Im weiteren Ver- lauf traten Komplikationen auf, die eine operative Behandlung eines Platzbauchs drei Tage nach der ersten Operation und eine operative Versorgung einer Anastomoseninsuffizienz mit Anlage eines end- ständigen Ileostomas erforderten. Es folgten weitere Operationen. In der postoperativen Histologie ergab sich ein Coecumcarcinom mit Tumorstadium pT4b pN2 (8/22) L1 V1 Pn1 R1 im Bereich des meso- ovarialen Resektionsrands. Der komplizierte weitere Verlauf machte Behandlungen sowohl auf der Intermediate Care-Station als auch auf der Intensivstation erforderlich. Schon während der ersten stationären Behandlung bestanden Harnwegsinfekte, die eine antibiotische Thera- pie erforderlich machten. In der nachfolgenden geriatrischen Behand- lung erfolgte aufgrund der Harnwegsinfekte eine intravenöse antibioti- sche Therapie. Sieben Monate nach dem ersten stationären Aufenthalt wurde die Patientin im reduzierten Allgemeinzustand mit Nierenversagen und Unterbauchschmerzen sowie persistierender Infektion der Harnwege mit Escherichia coli bei einliegenden Harnleiterschienen erneut stati- onär aufgenommen. Im Rahmen eines urologischen Konsils wurden die Harnleiterschienen mittels Zystoskopie entfernt. Begleitet wurde der reduzierte Allgemeinzustand von einer transfusionspflichtigen Blutung des oberen Gastrointestinaltrakts und sonografischem Ver- dacht auf vergrößerte retroperitoneale Lymphknoten. Die Patientin verstarb drei Wochen später mit hochgradig erhöhten Retentions- und deutlichen Infektwerten. Im Obduktionsbericht wurde der Progress des Tumorleidens mit Lymphknotenmetasta- sen paraaortal und zervikal beschrieben. Als Todesursache wurde eine eitrige Bronchitis mit lokal ausgeprägter, teils abszedierender Bronchopneumonie beidseits mit schmutzig-grünlich, bröckeligem Lungenparenchym und intraalveolärem Lungenödem angegeben. Im Bereich der Nieren wurden keine wesentlichen Entzündungen bei Zustand nach Anlage von Harnleiterschienen beschrieben. Harnleiterschienen verursachten Infekte Der Ehemann der verstorbenen Patientin beanstandete allgemein die ärztliche Behandlung und bat um genaue Überprüfung der Todesur- sache. In der nicht zeitgerechten Entfernung der Harnleiterschienen sah er die eigentliche Ursache für viele, nicht mehr heilbare Entzün- dungsherde im Körper, die zum Tod führten. Seitens des Kranken- hauses wurde die späte Schienenentfernung bestätigt. Ferner wurden die wiederholten Harnwegsinfektionen beschrieben. Schienen hätten früher entfernt werden müssen Der von der Schlichtungsstelle beauftragte Gutachter, Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie, kommt zu folgenden Kernaussagen: Das Belassen der Harnleiterschienen sei fehlerhaft, da vonseiten der Urologie ein Belassen dieser Schienen für 2 bis 3 Wochen empfoh- len worden sei. Durch die Harnleiterschienen seien Harnwegsinfek- te durchgehend aufgetreten. Diese hätten durch die Entfernung der Schienen reduziert werden können. Der Tod sei aber nicht auf den Behandlungsfehler zurückzufüh- ren, sondern durch eine eitrige Bronchitis hervorgerufen worden und begründe sich vor allem in dem komplizierten Verlauf und der begleitenden Intensivbehandlung bei einem bereits zum Zeit- punkt der ersten Operation fortgeschrittenen Coecumcarcinom mit mehrfachen Lymphknotenmetastasen und Eindringen des Tumors in den Bereich des mesoovarialen Resektionsrands, sodass die Ent- fernung der Adnexe erforderlich gewesen sei. Zum Zeitpunkt des Todes hätten bereits Metastasen im Halsbereich bestanden. Den Ehemann überzeugte das Gutachten nicht. Durch das Belassen der Harnleiterschienen sei das Nierenversagen begünstigt worden. Die durch die Harnleiterschienen verursachten Bakterienablage- rungen seien die einzig diagnostizierte Ursache für das Entzün- dungsgeschehen, das zum Tod führte. Es solle geklärt werden, ob dies auch Ursache für die Pneumonie gewesen sei. 30 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0 c n I t r A l a c i d e M – k c o t S i ©
Ursachenzusammenhänge beweisen Die Schlichtungsstelle schloss sich dem Gutachter im Ergebnis an: Die Harnleiterschienen wurden zu spät entfernt. Anspruchsvoll war für die Bearbeiter des Falls, die Beweislastvertei- lung einzuordnen und nachvollziehbar darzustellen. Grundsätzlich hat die Patientenseite sowohl Behandlungsfehler als auch den Ursa- chenzusammenhang zu beweisen. Etwas anderes gilt, wenn es zu Be- weiserleichterungen kommt. Dies ist hier nicht der Fall. Das Beweis- maß für den Ursachenzusammenhang ist bei der Primärverletzung die Gewissheit und bei den weiteren sekundären Schäden die über- wiegende Wahrscheinlichkeit. Der Behandlungsfehler ist ursächlich, wenn er nicht weggedacht werden kann, ohne dass der Schaden in seiner konkreten Gestalt entfiele. Aus Sicht der Schlichtungsstelle erfolgte die präoperative Harnlei- terschienung sachgerecht vor der Operation eines fortgeschrittenen Coecumtumors mit Infiltration von Nachbarorganen und Tumorbe- fall von acht der insgesamt 22 entfernten Lymphknoten. Der Empfeh- lung der Urologen, die Harnleiterschienen in den kommenden 2 bis 3 Wochen zu entfernen, wurde nicht entsprochen. Nach Aktenlage sind durch das Belassen der Harnleiterschienen durchgehend leichte bis schwere Harnwegsinfekte aufgetreten. Aus der wissenschaftlichen Literatur ist bekannt, dass Verstopfungen und Verkrustungen durch Biofilmbildung mit Steinbildung bei zu lange belassenen Harnleiterschienen auftreten können. Sie sollen daher re- gelrecht schon nach 2 bis 3 Wochen entfernt oder gewechselt werden, insbesondere bei einer begleitenden Tumorerkrankung. Tumor und seine Folgen sind Todesursache Der persistierende schwere Harnwegsinfekt ist ein Teilaspekt der Auf- nahme bei deutlich reduziertem Allgemeinzustand. Die Harnwegsin- fektion verschlechterte den reduzierten Allgemeinzustand und führte zunehmend zu körperlicher Schwäche, was durch rechtzeitiges Ent- fernen der Schienen hätte vermieden werden können. Der Tod der Patientin ist jedoch auf dem zum Zeitpunkt der Opera- tion fortgeschrittenen Tumor mit Infiltration in benachbarte Organe und Tumorbefall mehrerer Lymphknoten zurückzuführen. Dadurch begründete sich der komplizierte Verlauf mit mehrfachen operativen Eingriffen, Anastomoseninsuffizienz mit einem langen Intensivaufenthalt, Problemen der Mobilisation mit nachfolgender Lungenarterienembolie sowie einem zwischenzeitlich aufgetretenen Delir. Diese Faktoren haben letztendlich dazu beigetragen, dass die eigentlich notwendige Chemotherapie nicht durchgeführt werden und der Tumor sich weiter ausdehnen konnte. Das hat letztendlich über einen zusätzlichen Flüssigkeitsverlust aller Wahrscheinlichkeit nach zum Tod durch eine schwere eitrige, teilabszedierende Broncho- pneumonie geführt. Das Auftreten einer Pneumonie ist eine typische Komplikation in der Terminalphase schwerkranker Patienten. Auch das Tumorstadium ist ein mitursächlicher Faktor für das hier nicht aufhaltbare Krankheitsgeschehen. Bewertung des Ursachenzusammenhangs Dieser Fall führt die Verständnisschwierigkeiten der juristischen Be- wertung des Ursachenzusammenhangs zwischen Fehler und Scha- den für die Beteiligten vor Augen, die durch die Juristen und Ärzte der Schlichtungsstelle regelmäßig aufgegriffen und geklärt werden müssen. Der Ursachenzusammenhang ist zum einen der Grund für eine Haf- tung, weil nur ein Fehler, der zu einem Schaden führt, einen Haftungs- anspruch auslöst. Er ist aber auch die Grenze für die Haftung, da nur so weit ein Anspruch entsteht, wie sich das Fehlverhalten ausgewirkt hat. Erschwerend kommt hinzu, dass der Bundesgerichtshof (BGH) im Jahr 2000 entschieden hat, dass eine Mitursächlichkeit ausreicht (BGH-Urteil vom 27. März 2000 VI ZR 201/99). Hinter dieser Ent- scheidung steht die Überlegung, dass derjenige, der einen gesundheit- lich bereits geschwächten Menschen verletzt, nicht verlangen kann, dass man ihn so behandelt, als ob der Verletzte gesund gewesen wäre. In dem Fall hatte der BGH zu entscheiden, ob Schäden, die vom me- dizinischen Sachverständigen nicht als ausschließlich operationsbe- dingt, sondern auch als grundleidensbedingt bewertet wurden, als fehlerbedingt anzusehen waren. Im Fall, den der BGH zu entschei- den hatte, lag allerdings eine Beweislastumkehr wegen eines groben Behandlungsfehlers vor. Wäre dies im von der Schlichtungsstelle zu entscheidenden Fall ebenso gewesen, wäre die Entscheidung mögli- cherweise eine andere gewesen. Die Arztseite hätte beweisen müssen, dass keine Mitursächlichkeit bestand. Prof. Dr. Gerald Klose Innere Medizin, Gastroenterologie Ärztliches Mitglied der Schlichtungsstelle der norddeutschen Ärztekammern Dr. Manfred Giensch Chirurgie, Unfallchirurgie, Proktologie Ärztliches Mitglied der Schlichtungsstelle Christine Wohlers Rechtsanwältin der Schlichtungsstelle Prof. Dr. Walter Schaffartzik Ärztlicher Vorsitzender der Schlichtungsstelle E-Mail: info@schlichtungsstelle.de Unser Service für Sie Sie möchten eine Anzeige aufgeben? Tel. 040 / 33 48 57-11, Fax: -14, E-Mail: anzeigen@elbbuero.com Sie wollen eine Veranstaltung im Terminkalender ankündigen lassen? Tel. 040 / 20 22 99-204, E-Mail: verlag@aekhh.de Sie sind Mitglied der Ärztekammer und möchten Ihre Lieferadresse für das Hamburger Ärzteblatt ändern? Tel. 040 / 20 22 99-130 (Mo., Mi., Fr.), E-Mail: verzeichnis@aekhh.de Sie sind psychologischer Psychotherapeut und haben Fragen zum Bezug des Hamburger Ärzteblatts? Tel. 040 / 228 02-533, E-Mail: melanie.vollmert@kvhh.de Sie sind kein Mitglied der Ärztekammer und möchten das HÄB abonnieren, Ihre Abo-Adresse ändern oder Ihr Abonnement kündigen? Tel. 040 / 20 22 99-204, E-Mail: verlag@aekhh.de Sie möchten nicht, dass Ihr Geburtstag im HÄB erscheint? Tel. 040 / 20 22 99-130 (Mo., Mi., Fr.), E-Mail: verzeichnis@aekhh.de 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 31
F O R U M M E D I Z I N Kooperation In Afrika sind im Vergleich zu Europa viel mehr Menschen erblindet. Die Augenklinik und das Institut für Rechtsmedizin des UKE bauen gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen in Ruanda eine Hornhautbank auf. Bereits im Sommer 2020 sollen die ersten Transplanta- tionen mit dort gewonnenen Hornhäuten stattﬁ nden. Von Univ.-Prof. Dr. Martin Spitzer1, Prof. Dr. Klaus Püschel2, Dr. Maria K. Casagrande1, Dr. Eileen Bigdon1 Teilnehmer des Workshops Hornhauttransplantationen während der „Summer School“ 2019 in Ruanda Bild und Hintergrund Hornhautbank hilft, das Sehen wieder zu ermöglichen Die Klinik für Augenheilkunde und das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) werden in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus Ruanda eine Hornhautbank in dem ostafrikanischen Land aufbauen. Über die verschiedenen Projekte des Instituts für Rechtsmedizin in Ruanda berichteten das Hamburger Ärzteblatt und das Deutsche Ärzteblatt bereits mehrfach. 2005 starteten die Hamburger Rechtsmedizinerinnen und -medizi- ner eine Kooperation mit der ruandischen Staatsanwaltschaft, und seit 2012 unterstützt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) über dessen Programm „PAGEL“ (Partnerschaften für den Gesundheitssektor in Entwicklungsländern) die sogenannte „Summer School“. Diese findet jeden Sommer in der Hauptstadt Kigali statt und ermöglicht den wissenschaftlichen Austausch über Rechtsmedizin, Forensik, Organtransplantationen und die Aufar- beitung des Genozids, bei dem in Ruanda 1994 bis zu eine Million Menschen getötet wurden. In den vergangenen Jahren ist zuneh- mend eine interdisziplinäre Fortbildung aus der Summer School entstanden, an der sich auch die Augenklinik des UKE beteiligt. Augenheilkunde und Rechtsmedizin sind durch ihre Arbeit verbun- den, da im UKE Hornhautspenden von Verstorbenen im Institut für Rechtsmedizin gewonnen und in der Augenklinik transplantiert werden. In diesem Rahmen ist der Grundstein für das Projekt „Auf- bau einer Hornhautbank in Ruanda“ entstanden. Laut Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind der- zeit weltweit 33 Millionen (CI 29,4 – 36,5 Millionen; 60 Prozent Frau- en) Menschen blind, und 191 Millionen leben mit hochgradig einge- schränktem Sehvermögen (1). 90 Prozent dieser Menschen leben in den ärmsten Ländern der Welt. In den afrikanischen Subsahara-Regionen lagen die Prävalenzen von Blindheit bei 1 Prozent (etwa 7 Millionen) und von hochgradig eingeschränktem Sehvermögen bei 3 Prozent (etwa 30 Millionen). Zum Vergleich ist die Prävalenz in Europa nur bei 0,2 Prozent (etwa 1 Million) bzw. 1,3 Prozent (etwa 6 Millionen) bei nur der halben Bevölkerungsanzahl (2). In der Gruppe der über 50-Jährigen liegt die Prävalenz von Blindheit im westlichen und östlichen Subsaha- ra-Afrika sogar bei 4 Prozent (in Europa ≤ 0,4 Prozent) (1). Viele junge Menschen sind betroffen Laut eines WHO-Berichts von 2002 waren 5,1 Prozent der Erblin- dungen kornealen Ursprungs (3). 98 Prozent der weltweiten Erblin- dungen durch korneale Ursachen treten in Entwicklungsnationen auf und betreffen überproportional häufig junge Menschen (4). Erkran- kungen, die zu kornealer Blindheit führen, sind unter anderem: Ver- letzungen, Infektionen, Hornhautdystrophien, Keratokonus, Oncho- zerkose, Trachom und früher auch Pocken (3). Der Anteil kornealer Ursachen an Erblindung liegt zwischen 5 und 10 Prozent (2, 5). In Afrika sind häufig junge Patienten im erwerbsfähigen Alter oder auch Kinder durch Hornhauterkrankungen erblindet, sodass neben dem individuellen Leid der Betroffenen die sozioökonomischen Aus- wirkungen erheblich sind. Eine Hornhauttransplantation kann die- sen Menschen, und vor allem Kindern, wieder ein normales Leben, den Schulbesuch und eine Verbesserung der sozioökonomischen Strukturen ermöglichen. Schätzungsweise sind 80 bis 90 Prozent der kornealen Erblindungen in Entwicklungsländern durch eine Hornhauttransplantation (Kera- 1 Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, UKE 2 Institut für Rechtsmedizin, UKE E K U © 32 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
1 1 9 . D E U T S C H E R Ä R Z T E T A G toplastik) behandelbar (5). Eine Transplantation bedeutet eine lang- fristige Wiederherstellung der Sehkraft für die behandelten Patienten (5). Für alle chirurgischen Verfahren wird eine Spenderhornhaut benötigt, und diese muss entsprechend aufbereitet, untersucht und gelagert werden. So hängt der Erfolg der Hornhauttransplantation zum großen Teil von der Qualität der Spenderhornhäute sowie der korrekten Kultivierung und Lagerung bis zur Transplantation ab (5). In Entwicklungsnationen, vor allem in Afrika, besteht jedoch ein Man- gel an Hornhautbanken (4). In Subsahara-Afrika gibt es sie nur verein- zelt; die zwei wichtigsten sind in Äthiopien und in Kenia. Dort werden etwa 150 bis 200 Transplantationen jährlich durchgeführt. Dies ist in Anbetracht der hohen Anzahl Betroffener in der gesamten Region bei Weitem nicht ausreichend. Alle bisher in Ruanda erfolgten Hornhaut- transplantationen wurden mit Transplantaten aus dem Ausland, beson- ders aus den USA, durchgeführt. Durch solche gekauften Transplan- tate wurden etwa 300 Transplantationen in den vergangenen 5 Jahren durchgeführt. Bei etwa 800 Patienten, die allein in Ruanda eine Horn- hauttransplantation benötigen, ist der Bedarf damit nicht gedeckt. Schulungen finden in Hamburg statt Im Rahmen der „Summer School“ im Juli 2019 sprachen Verteterin- nen und Vertreter der Augenklinik und der Rechtsmedizin des UKE unter anderem mit dem ruandischen Gesundheits- und Justizminis- terium sowie der deutschen Botschaft. Alle Beteiligten waren sich ei- nig, dass eine Hornhautbank in der Region dringend notwendig ist, und beschlossen den Aufbau. Ziel ist es nun, im Rahmen der „Summer School“ 2020 die erste Hornhauttransplantation mit Hornhäuten aus der lokalen Hornhautbank durchzuführen. Die rechtlichen Vorausset- zungen in Ruanda wurden mit einem ersten Transplantationsgesetz, das Ende 2018 in Kraft getreten ist, geschaffen. Die Gesetzgebung zur Handhabung und Gewinnung der Hornhäute ist unterdessen Mitte des Jahres 2019 durch das Justizministerium erfolgt. Um den Aufbau einer nachhaltigen Hornhautbank in Ruanda zu er- möglichen, wird die Schulung der ersten zukünftigen Angestellten in der Hamburger Hornhautbank und dem Institut für Rechtsmedizin in Hamburg erfolgen. Die ersten zwei Auszubildenden haben bereits ihr dreimonatiges Training abgeschlossen. Drei weitere werden folgen. Dort wird ihnen beigebracht, wie die Hornhäute gewonnen werden, welche Prozesse für die Lagerung notwendig sind, wie Hornhäute un- ter sterilen Bedingungen gehandhabt und wie Transplantationslisten geführt werden. Das ausgebildete Personal soll, anfangs mit Unterstüt- zung aus dem UKE-Team, vor Ort weitere Angestellte anlernen und das Wissen weitergeben. In fruchtbarer Zusammenarbeit zwischen der Augenklinik, der Rechts- medizin und den Kolleginnen und Kollegen in Ruanda sind wir zuver- sichtlich, dieses Projekt zielsicher und nachhaltig umsetzen zu können, um sehbehinderten Menschen in Ruanda und perspektivisch auch in der gesamten Subsahara-Region das Sehen wieder zu ermöglichen. Literaturverzeichnis im Internet unter www.aekhh.de/haeb-lv.html Dr. Eileen Bigdon Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf E-Mail: augenklinik@uke.de B I L D E R A U S D E R K L I N I S C H E N M E D I Z I N Maßnahme der Wahl war eine Bronchoskopie in Vollnarkose mit Bergung des Fremdkörpers, endoskopisch zeigte sich Gra- nulationsgewebe am distalen Hauptbronchus links. Der Eingriﬀ wurde im Asklepios Klinikum Harburg durchgeführt. Zum Vorschein kam der Aufsatz eines Zahnarztbohrers. Eine Woche später war der Patient beschwerdefrei, radiologisch aber weiterhin eine Dystelektase der Lingula nachweisbar. Der Fall erinnert daran, dass bei interventionellen medizini- schen Eingriﬀen iatrogene Schädigungen niemals auszuschlie- ßen sind und im Zweifel mit einer einfachen Röntgen-orax- Übersichtsaufnahme bereits nach der Intervention Klarheit über den Befund geherrscht hätte. Zahnarztbehandlung verursacht Husten Ein 60-Jähriger kommt wegen anhaltendem Husten zum Röntgen-orax. Anamnestisch besteht eine chronische Bron- chitis seit 2007. Im Sommer habe er während eines Urlaubs an der dalmatinischen Küste plötzlich Schüttelfrost bekommen, seitdem hustet er immer wieder. Der radiologische Befund weist neben einem Inﬁltrat in der Lingula einen metalldichten Fremdkörper in Projektion auf den linken Hauptbronchus auf. Ein CT-orax ist nicht unmittelbar verfügbar, daher wird die Anamnese erweitert: Der Patient war vor etwa 5 Monaten beim Zahnarzt (Implantat). Während des Eingriﬀs habe er „etwas verschluckt“. Dr. Thomas Sorgenfrei Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie Gesundheitszentrum Max-Brauer-Allee Max-Brauer-Allee 52, 22765 Hamburg E-Mail: tsorgenfrei@live.com Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir publizieren regelmäßig „Bilder aus der klinischen Medizin“. Dazu bitten wir um Ein- sendung von Beiträgen mit instruktiven Bildern (ein bis zwei Abbildungen, gegebenenfalls mehrteilig) und einem kurzen Text. Die Beiträge sollen für die Leserschaft des Hamburger Ärzteblatts interessant, also nicht zu speziell sein. Einsendun- gen bitte an die Redaktion unter verlag@aekhh.de. 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 33
F O R U M M E D I Z I N L E S E R B R I E F E Nr. 11/ 2019: „Klinische Pathologie – Diagnostik am Limit”. Möglichkeiten und Grenzen eines Fachs, auf das Diagnostik und Therapie in vielen Fällen aufbauen, S. 12 – 16. Von Prof. Dr. Guido Sauter, PD Dr. Eike Burandt, PD Dr. Stefan Steurer, Prof. Dr. Waldemar Wilczak Quote würde Niedergelassene in die Insolvenz treiben Der oben genannte Artikel erinnert an den legendären Chirurgen Prof. Hackethal, der in den 1970er-Jahren vor seiner Praxis das Schild „Vorsicht Arzt“ aufstellte. Herr Sauter skizziert ein Schreckensbild (Vorsicht Patho- loge?), das sich von Abweichungen beim Gleason-Grading des Prostatakarzinoms über Fehler bei der Invasionsbestimmung des Harnblasenkarzinoms bis zum Fall eines saarländischen Pathologen steigert, der in- nerhalb von vier Jahren 26 Fehldiagnosen gestellt hat. Soll dieses Crescendo Verunsi- cherung stiften? Will Herr Sauter insinuieren, die UKE-Pathologen wären wegen ihrer Ex- pertise auf den Gebieten der (Zitat) „Zytolo- gie, der Uro-, Gastro-, Gynäko-, Lungen-, Nie- ren-, Molekular- und Dermatopathologie“ (wurde auch nichts vergessen?) in diesem Horrorszenario das kleinste Übel? Kollege Sauter berichtet, mit 50 Ärzten im Jahr Proben von 100.000 Patienten zu unter- suchen. Bei 220 Arbeitstagen pro Jahr bedeu- tet das pro Arbeitstag neun Untersuchungs- fälle pro Arzt. Ist das „Diagnostik am Limit“? Sind die Zahlen plausibel? Durchschnittlich neun Fälle pro Tag – aber (Zitat): „Und schließ- lich muss er jeden Tag, auch unter Zeitdruck, Hunderte histologische Präparate so zuver- lässig durchmustern, dass nichts übersehen wird.“ Gibt es im Bienenstaat UKE-Pathologie vielleicht zu viele Drohnen und zu wenig Ar- beiterinnen? Wie wird das finanziert? Unsere dem Wirtschaftlichkeitsgebot (§ 12 SGB V) unterliegenden Praxen würde die oben ge- nannte Quote in die Insolvenz treiben. Pathologen sind Ärzte wie andere auch. Formulierungen wie „eine der anspruchs- vollsten medizinischen Tätigkeiten über- haupt“ und „stark überdurchschnittliche Lernbereitschaft“ besitzen das Odium der Selbstbeweihräucherung. In allen ärztlichen Disziplinen gibt es das ganze Spektrum von schwarzen Schafen bis hin zu Gottbegnade- ten. Fehlleistungen, wie für die Pathologie aufgelistet, d. h. Fälle individuellen Versa- gens, ließen sich auch für jedes andere Fach- gebiet ermitteln. Pathologen unterliegen einer peniblen Do- kumentationspflicht: Wenigstens zehn Jahre bleiben die Schnitte archiviert. Lückenlos ist jede Diagnose überprüfbar. Dessen sind wir uns permanent bewusst – wir Nieder- gelassenen umso mehr, als uns nicht das vermeintliche Gütesiegel einer namhaften Institution schützt, sondern weil wir allein durch die Qualität und das Tempo unserer (unsubventionierten) Arbeit das Vertrauen unserer Einsender täglich neu rechtfertigen und nur dadurch die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter sichern können. 11 ·19 11. November • 73. Jahrgang Gesundheitspolitik | 18 Erkrankungen vorbeugen Welche Ernährung unsere Kinder gesund erhält Gesundheitspolitik | 22 Ambulante Notfallversorgung Neue Notfallpraxis der KVH am UKE eröﬀ net Forum Medizin | 29 Parkinson-Erkrankung Wie bei chronischen Schmerzen geholfen werden kann Das Thema | 12 Hohe Anforderungen Klinische Pathologie – Diagnostik am Limit! Möglichkeiten und Grenzen eines Fachs, auf das Diagnostik und Therapie in vielen Fällen aufbauen Natürlich denken auch wir an die Zukunft unseres Fachs. Herr Sauter nennt dazu drei Aspekte: Künstliche Intelligenz (in ziem- lich weiter Ferne), Outcome-basierte Qua- litätskontrolle (winzigen Ausschnitten der Pathologie vorbehalten) und Struktur. Nur im letzten Punkt können wir sofort Einfluss nehmen. Aus langjähriger Arbeit in ver- schiedenen Universitätsinstituten und in der Freiberuflichkeit wissen wir, dass erst beides zusammen die ganze Pathologie abbildet. Die Meriten der universitären Pathologie in der methodisch hochgerüsteten Spezialdia- gnostik sind unbestritten. Wir in den Praxen dagegen tragen die Hauptlast einer breiten, nicht durch die Besonderheiten einer Uni- versitätsklinik gefilterten Primärdiagnostik 34 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0 und bewältigen ferner die dort häufig aus- geblendeten diagnostischen Alltagspro- bleme – nach Bert Brecht: das Einfache, das schwer zu machen ist. Zukunftsweisend wä- ren eine übergreifende kumulative Weiter- bildung und eine Rotation unserer Assisten- ten, um diese schon früh mit der gesamten Pathologie vertraut zu machen. Wir sind zu einem solchen Austausch bereit. Zurück zum Anfang: Vorsicht Pathologe? Nein! Die Hamburger können ihren Patholo- gen genauso trauen wie ihren Ärzten jedwe- der anderen Fachrichtung Prof. Dr. Sören Schröder, Gemeinschafts- praxis Pathologie – Hamburg Dr. Katja Sperhake, Praxis Pathologie Grandweg Hamburg, Prof. Dr. Katharina Tiemann, Institut für Hämatopathologie Hamburg Düsteres Bild der Pathologie Herr Sauter zeichnet ein düsteres Bild von der Pathologie. Zunächst wird mit Blick auf Technik und Logistik und dann auch mit dem Blick auf die eigentliche Interpretation von Biopsie- bzw. Operationspräparaten auf die vielfältigen Fehlermöglichkeiten hinge- wiesen. Das Ganze gipfelt in der Schilderung eines Einzelfalls, d. h. eines Pathologen, bei dem sich Fehldiagnosen gehäuft haben. Wir teilen die Sicht von Herrn Sauter aus- drücklich nicht und nutzen diese Gelegen- heit, um unseren klinischen Partnern zu versi- chern, dass sie sich auf uns verlassen können. Eine moderne histo- und zytopathologische Diagnostik ist in der Tat anspruchsvoll. Und es ist eigentlich ein Allgemeinplatz, dass Dinge, die schief gehen können, auch dazu neigen schiefzugehen – es sei denn, man tut etwas dagegen! Wir verstehen unser Fach nicht als „feedbackfreie Daumenpeilung“, sondern als eine Disziplin, in der Diagnosen kriterienbasiert sind. Fehlern begegnet man am besten durch Kenntnis und Sorgfalt. Dabei wird Sorgfalt durch ein hohes Maß an Redundanz garantiert, welche bereits im Laborbereich beginnt und durch ein Vier- Augen-Prinzip abgesichert wird. Darüber hi- naus ist das permanente ,,Sich-selbst-kri- tisch-Hinterfragen“ ein wesentliches Merk- mal guter Pathologen. Wir konsultieren uns also gegenseitig, regional und auch über- regional; Fort- und Weiterbildung, Zugang zu aktueller Literatur und modernste Tech- nik sind aus unserer Sicht ebenfalls selbst-
verständlich und tragen zu einer geringen Fehlerquote bei. Diese wird schlussendlich durch die Selbstkontrolle, aber auch durch Kontrolle „von außen“ immer wieder auf die Probe gestellt und bestätigt. Darüber hinaus ist ein Benchmarking, d. h. ein Vergleich mit großen verfügbaren Daten- banken, aber auch das klinische Follow-up zur Überprüfung des Verlaufs von Patienten mit von uns gestellten Diagnosen zur per- manenten Qualitätskontrolle eine Selbstver- ständlichkeit. Es ist eigentlich erfreulich, dass Herr Sauter sich dem allen nun anschließen möchte, sollte aber von der Hamburger Ärz- teschaft nicht dahingehend missverstanden werden, dass hier ein Kollege im Begriff ist, einen (in diesem Sinne nicht existenten) Missstand zu beheben. Prof. Dr. Axel Niendorf, Dr. Karin Schulz-Bischof, Dr. Sonja Herbst, Dr. Gudrun Ziegeler, Dr. Incken Kilic, Dr. Ernst-Achim Maibach, MVZ Prof. Dr. Axel Niendorf Pathologie Hamburg-West GmbH Stellungnahme der Autoren Wir brauchen Königinnen! Die Leserbrief-Reaktionen auf unseren Beitrag „Klinische Pathologie – Diagnostik am Limit“ von vier Hamburger Pathologie- instituten sind ein eindrucksvoller Beleg für die Bedeutung der von uns thematisierten Problemstellung. Wir danken den Verfassern für die engagierte Diskussion, da sie in je- dem Fall die Verbreitung unseres Anliegens fördert, und gleichzeitig Gelegenheit gibt, den eigenen Standpunkt zu schärfen. Die Quintessenz unseres Beitrags ist: Wenn zwei Pathologen den gleichen Fall unabhän- gig voneinander beurteilen, kommt es nicht selten zu grundlegenden diagnostischen Ab- weichungen mit therapieentscheidendem Charakter. Die angeführten Beispiele wurden mit den Ergebnissen von 30 zitierten Publi- kationen belegt. Zahllose weitere Veröffent- lichungen mit ähnlichen Resultaten fanden aus Platzgründen in unserem Bericht keine Erwähnung. In Anbetracht dieser überwälti- genden Datenlage ist es unredlich, das Prob- lem zu negieren. Vielmehr müssen Problem- lage und verbundene Konsequenzen für den einzelnen Patienten klar benannt werden. Um den Lösungsweg nicht zu verstellen, bedürfen die Leserbriefinhalte in zwei As- pekten der Korrektur. Anders als in einigen anderen medizinischen Fachbereichen gibt es in der Pathologie keinerlei Anforderungs- unterschiede zwischen ambulanter und sta- tionärer oder universitärer und nicht-univer- sitärer Versorgung. Die Aufgabestellung ist in allen Szenarien zu 100 Prozent identisch: Eine aus einem Patienten entnommene Ge- webeprobe muss von einem Pathologen korrekt beurteilt werden. Neben visuell ko- gnitiven Fähigkeiten setzt die Verwirkli- chung dieses Anspruchs eine tiefe Kenntnis aller denkbaren Normvarianten und krank- haften Veränderungen des untersuchten Or- 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 35
G E S U N D H E I T S P O L I T I K F O R U M M E D I Z I N L E S E R B R I E F E gans voraus, und die entsprechenden Mor- phologien müssen in einem gut geschulten visuellen Gedächtnis abgespeichert sein. Das von Prof. Niendorf als Qualitätskriteri- um angeführte Vier-Augen-Prinzip ist kein wirklich geeignetes Mittel zur Vermeidung diagnostischer Fehlinterpretationen. Vier Augen sind bei der Vermeidung von Pro- benverwechslungen oder der Identifikation von schwierig auffindbaren Befunden wie kleinsten Lymphknotenmetastasen nützlich. Wenn es aber darum geht, die entdeckte Auffälligkeit richtig einzuordnen, ist nicht die Anzahl der beteiligten Augen, sondern allein die Qualität der dahinter liegenden grauen Zellen des besten beteiligten Patho- logen entscheidend. In diese Zellen gilt es zu investieren. Dementsprechend braucht es für eine optimale Pathologenausbildung nicht die im Leserbrief vorgeschlagene Ro- tation zwischen ambulanter und stationärer Pathologie, sondern eine Rotation zwischen Abteilungen mit größtmöglicher Expertise in den entsprechenden Teilgebieten. Die in- terpretativen Fähigkeiten der Pathologen können am besten durch die Beurteilung ei- ner ausreichend großen Zahl diagnostischer Grenzbefunde unter Anleitung eines Exper- ten entwickelt werden. Eine entsprechende Ausbildung wird sich für junge Pathologen auszahlen, denn hoch differenziert ausgebil- dete und damit in ihrem Spezialbereich hoch qualifizierte Pathologen werden überall ge- braucht. Um das im Leserbrief bemühte Bild eines Pathologie-Bienenstaats aufzugreifen: Für die erfolgreiche Entwicklung der Patholo- gie brauchen wir weniger generalistisch ge- prägte Arbeitsbienen und Drohnen, sondern mehr hoch spezialisierte Königinnen. Erfolg- reiche Pathologie-Bienenstaaten werden sich in Zukunft über eine möglichst hohe Zahl von spezialisierten Königinnen definieren. Prof. Dr. Guido Sauter, PD Dr. Eike Burandt, PD Dr. Stefan Steurer, Prof. Dr. Waldemar Wilczak Institut für Pathologie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Nr. 11/ 2019: „Antrainiertes Essverhalten so früh wie möglich ändern”. Interview mit Ernährungsexperte Dr. Matthias Riedl , S. 18 – 20. Interview: Stephanie Hopf Energieverbrauch der Kinder sinkt durch Bewegungsmangel Ja, endlich mal ein Artikel über gesunde Er- nährung, das freut das Pädiaterherz. Aber ach, einige Dinge sind aus Sicht des Kinder- und Jugendarztes doch zu korrigieren oder hinzu- zufügen. Einige Fragen sind nicht nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft beantwortet: Der Eiweißbedarf liegt nicht, wie in dem Artikel angegeben, bei 1,0 bis 1,2 g/kg Körpergewicht am Tag. Laut DACH (und DGE) liegt der Prote- inbedarf nur bei Kindern im Alter von 1 bis 4 Jahren bei 1,0 g/kg Körpergewicht am Tag, da- nach liegt er bis zum 19. Lebensjahr bei 0,9 g/ kg Körpergewicht am Tag. Ein zu hoher Eiweiß- verzehr ist unsinnig und belastet die Nieren. Der Energiebedarf sinkt mit Beginn der Puber- tät. Der Energieverbrauch sinkt schon früher (und damit steigt das Risiko für Adipositas), weil die Kinder sich weniger bewegen, sie ge- fahren werden, vor dem Fernseher oder iPad „geparkt“ werden, nicht mehr im Freien spie- len und nicht bei Sportvereinen angemeldet werden. Viele Eltern sind selbst ja auch Bewe- gungsmuﬀel und damit schlechte Vorbilder, genau wie bei der Ernährung. Dadurch ver- brauchen die Kinder weniger Energie … Auch die Bezeichnung „zuckerarmes“ Obst ist unsinnig und veraltet. Wir würden uns freuen, wenn Kinder wenigstens die von der DGE empfohlenen zwei Stück Obst pro Tag essen, egal ob es Weintrauben, Bananen oder Äpfel sind … Was aber wirklich fehlt, ist ein Hinweis auf das Hamburger Präventions- programm „STOPP“, das schon während der Schwangerschaft das Ess- und Bewegungs- verhalten – und später auch das Stillver- halten der werdenden Mutter – beeinﬂusst und so Gestationsdiabetes der Mutter und Übergewicht des Kindes verhindert. Der An- satz ist die Epigenetik, die auch bewirkt, dass das Abnehmen so wahnsinnig schwierig ist. „Adipositas beginnt schon im Mutterleib!“ Es darf aber auch nicht unwidersprochen bleiben, dass es durchaus Programme gibt, die keine IGeL-Leistung sind, so zum Beispiel die in Pädiaterkreisen wohlbekannte und auch renommierte Adipositasambulanz am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift. Wir bieten gerne an, Herrn Dr. Riedl auf die zweite Currywurst im Jahr einzuladen und ihm diese Programme noch einmal vorzustellen. Dr. Rudolf Lepler, Dr. Stefan Renz und Angela Falkenberg Kinder- und Jugendärzte in Hamburg Stellungnahme des Autors Zuckerkranke Primaten Das Hamburger STOPP-Projekt ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Eine Ernäh- rungsberatung für alle werdenden Mütter und Väter wäre der nächste Schritt. Die Be- hauptung, eine höhere Proteinaufnahme als 0,8 g/kg Körpergewicht am Tag sei nie- renschädlich, ist mittlerweile vielfach wider- legt. Zuletzt 2018 wurde ein systematisches Review veröﬀentlicht, das die Datenlage auf- arbeitet und klärt: Gesunde erleiden durch höhere Proteinmengen keine Nierenschädi- gung! (1). Mehr noch: Kohlenhydratreduzier- te Ernährung mit mehr Protein verbessert den HbA1c und das Leberfett bei Diabeti- kern mit Typ 2 bei Gewichtstabilität, wie in der Studie von Skytte dargelegt (2). Hier wird die DGE ihre Empfehlungen aktualisieren müssen. Unsere meist jugendlichen Olym- piaathleten erhalten in unserem Zentrum so- gar bis zu 2 g/kg Körpergewicht am Tag – je nach Trainingsphase. Auch der Fruchtkonsum wird in der moder- nen Ernährungsmedizin weitaus diﬀeren- zierter betrachtet. Fruchtzuckerreduktion hat in einer Studie der Universität Hohenheim bei Kindern das Gewicht in 12 Wochen sig- niﬁkant reduziert. Aufgrund immer süßerer Fruchtzüchtungen zuckerärmere Varianten bevorzugt werden. So wurde der Zuckeranteil der Banane in den letzten Jah- ren verdoppelt. Zwar ist die Datenlage noch uneinheitlich, aber allein mit 3 bis 4 großen, reifen Bananen liegt die Fruktoseaufnahme schon im kritischen Bereich von nahe 100 g. Bei Insulinresistenz, Übergewicht, Fettleber und leicht erhöhten Harnsäurewerten sind daher Bananen eine schlechte Wahl (3). Der Zoo von Melbourne hat seinen Primaten übrigens 2018 die modernen Züchtungen gestrichen wegen der dort grassierenden Zi- vilisationskrankheiten. sollten Literaturverzeichnis im Internet unter www.aekhh.de/haeb-lv.html Dr. Matthias Riedl, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie 36 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
Wir teilen schon seit 1959. Seitdem sind wir weltweit vernetzt, teilen mit lokalen Part nern Ideen und Wissen und setzen globale Projekte nachhaltig um. Damit arme, ausgegrenzte Menschen ein Leben in Würde führen können. Mehr zu unserer Arbeit unter: facebook.com/ brotfuerdiewelt 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 37
A U S K A M M E R U N D K V F O R U M M E D I Z I N F O R U M M E D I Z I N D E R B L A U E H E I N R I C H Mitteilungen Auszüge aus: „Der Straßen-Doc – Unterwegs mit den Ärmsten der Gesellschaft“ von Gerhard Trabert, S. 156 ﬀ. © Gütersloher Verlagshaus, 240 Seiten, 20 Euro ausgewählt von Katja Evers Nächstenliebe Herr Senta ist oft mürrisch, hat wenig Geduld, aber einen subtilen Humor mit einem liebenswerten feinen Lächeln. Oft frage ich mich, wie schafft er das, gefesselt an einen Rollstuhl und dann im Winter im Freien lebend. Über die Vergangenheit erzählt er wenig, man spürt, dass er diese hinter sich lassen, sie vielleicht sogar wegschließen oder auch abschließen möchte … Er setzt sich selbst oft einer Lebenssituation aus, die masochistische Züge hat. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er sich für etwas selbst bestrafen möchte … Wieder treffe ich ihn im zweiten Untergeschoss der Tiefgarage am Rathaus. Er sitzt in einer Ecke zwischen parkenden Autos. Es ist relativ warm, auch wenn draußen gerade Schnee fällt und die Temperaturen mittlerweile bei weit unter dem Gefrierpunkt angelangt sind. Doch es gibt keine sanitären Anlagen auf dieser Etage, die Autoabgase verwandeln die Luft in ein benzin- und dieselhaltiges Gemisch aus wenig Sauerstoff mit einem hohen Anteil an Stickoxiden. Zudem rieche ich natürlich auch, dass Herr Senta wohl die letzten Stunden nicht den Weg zur Toilette gefunden hat. Seine Wunden an den Beinen, aber auch die wundgeriebenen Stellen am Gesäß verursa chen wieder einmal heftige Schmerzen. Es ist mittlerweile auch so weit, dass ich bestimmte Keime, die sich in den Wunden ausgebreitet haben, rieche. Zum Teil sind sogar bestimmte Gewebsteile nekrotisch, das heißt, schwarz verfärbt und abgestorben. Dort befinden sich jetzt auch zahlreiche Maden. Das ist aber von Vorteil für den Patienten, da diese Maden das abgestorbene Gewebe fressen und somit die Wunde auf eine bestimm- te Art sauberer halten. Ohne diese Parasiten hätte sich vielleicht schon eine Sepsis, eine Blutvergiftung, ausgebreitet. Die Entscheidung ist klar, Herr Senta muss dringend ins Krankenhaus. Wie so oft diskutieren wir über die Notwendigkeit dieser Maßnahme eine ganze Zeit lang. Es ist ein Hin und Her, es ist auch für mich immer wieder eine immense Herausforderung, einigermaßen geduldig in einer solchen Situation zu bleiben. Gerade in diesen Mo- menten spüre ich Unverständnis und Ungeduld in mir aufkommen, die auch schon einmal in tief empfundenen Ärger übergehen. Ich bin dann zugegebenermaßen nicht mehr so weit davon entfernt, zu resignieren und zu ver mitteln, dass er doch das machen soll, was er will. Und genau dies ist eine der größten Herausforderungen bei der Arbeit mit wohnungslosen Menschen. Die Empathie, die Fürsorge, den Respekt und die Wertschätzung dem betroffenen Menschen gegenüber nicht aufzugeben, auch wenn es sehr schwerfällt … Wichtig ist dabei, dem anderen deutlich zu machen, dass er einem wichtig ist, und Wertschätzung und Respekt dem wohnungslosen Menschen gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Auch in der Hoffnung, dass dieser dadurch auch wieder ein größeres Selbstwertgefühl ent wickelt und dann aus Liebe zu sich selbst vernünftige, der eigenen Gesundheit dienende Entscheidungen trifft. Herr Senta willigt schließlich ein, der Krankenwagen ist bestellt, ich fahre mit meinem Arztmobil zum nächsten Patienten. Monate später besuchen wir Herrn Senta in einer Reha-Einrichtung im Sauerland: Jetzt, nicht mehr in einer Tiefgarage, sondern in einem hellen sauberen Zimmer, entdecken wir die künstlerische Seite dieses Menschen. Er malt, und er beherrscht die Porträtmalerei. Gerhard Trabert ist Krisenarzt in Katastrophengebieten und bundesweit bekannter „Armen- arzt“, Professor für Sozialmedizin und -psychiatrie, Arzt für Allgemein- und Notfallmedizin. Seit mehr als 20 Jahren behandelt er kostenlos Wohnungs- und Mittellose und begegnet ihnen auf Augenhöhe, mit der er den Menschen ein Stück Würde zurückgibt. 38 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0 Impressum Oﬃzielles Mitteilungsorgan der Herausgeber Ärztekammer Hamburg und Kassenärztliche Vereinigung Hamburg Schriftleitung Für den Inhalt verantwortlich Prof. Dr. Christian Arning Prof. Dr. Martin Scherer Redaktion Stephanie Hopf, M. A. (Leitung) Claudia Jeß Katja Evers, M. A. (Fr.) Korrektur: Birgit Hoyer (Fr.) Redaktion und Verlag Hamburger Ärzteverlag GmbH & Co KG Weidestraße 122 b, 22083 Hamburg Telefon: 0 40 / 20 22 99-205 Fax: 0 40 / 20 22 99-400 E-Mail: verlag@aekhh.de Anzeigen elbbüro Stefanie Hoﬀmann Bismarckstraße 2, 20259 Hamburg Telefon: 040 / 33 48 57 11 Fax: 040 / 33 48 57 14 E-Mail: anzeigen@elbbuero.com Internet: www.elbbuero.com Gültig ist die Anzeigenpreisliste Nr. 50 vom 1. Januar 2020 Anzeigenschluss Februarhe: Textteilanzeigen: 15. Januar 2020 20. Januar 2020 Rubrikanzeigen: Abonnement Jährlich 69,98 Euro inkl. Versandkosten Kündigung acht Wochen zum Halbjahresende Geschäftsführer Donald Horn Mit Autorennamen gekennzeichnete Beiträge stellen nicht in jedem Falle die Meinung der Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte Manus kripte wird keine Haung übernommen. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Graﬁsche Konzeption Michael von Hartz (Titelgestaltung) Druck Eversfrank Meldorf Auﬂage: 20.050 Redaktionsschluss Februarhe: 15. Januar 2020
MitteilungenMitteilungen Ä R Z T E K A M M E R H A M B U R G Berufung der Mitglieder der Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik Nord bei der Ärztekammer Hamburg Für die zweite Amtsperiode vom 11. November 2019 bis 11. November 2024 der Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik Nord (PID-Kommission Nord) bei der Ärztekammer Hamburg wurden folgende Mitglieder berufen: Ärztliche Mitglieder Humangenetik Prof. Dr. Andreas Gal, bis 2013 Direktor des Instituts für Humangenetik des Universitäts- klinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Ärztli- cher Leiter des Fachbereichs Humangenetik im Medizinischen Versorgungszentrums UKE Stellvertretung: Dr. Usha Peters, Pränatalzentrum Hamburg und Humangenetik im Gynaekologicum, Ärztliche Leiterin Labore Molekulargenetik und Zytogenetik Dr. Wolfram Heinritz, Niedergelassener Facharzt für Humangenetik Kinderheilkunde Angela Schütze-Buchholz, Niedergelassene Fach- ärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Stellvertretung: Prof. Dr. Egbert Herting, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, UKSH Campus Lübeck Dr. omas Müller, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Gynäkologie Dr. Uwe Heilenkötter, Chefarzt der Klinik für Frauen- heilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Itzehoe Stellvertretung: Dr. omas Külz, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin Dr. Alexander Nowicki, Niedergelassener Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Mitglied der Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen Psychotherapie Dr. Ulrike Dobreﬀ, Niedergelassene Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin Stellvertretung: Dr. Catrin Mautner, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Ärztliche Leitung des Zentrums für Frauenpsychosomatik Dr. Michael Szonn, Niedergelassener Facharzt für psychotherapeutische Medizin Sachverständige der Fachrichtung Recht Dagmar Beck-Bever, Rechtsanwältin und Notarin mit Schwerpunkt Medizinrecht in Hildesheim Stellvertretung: Hans Ernst Böttcher, Präsident a. D. des Landgerichts Lübeck eresa Schnitter, Rechtsanwältin, Referatsleiterin Recht und Verträge der Landeskrankenhaus- gesellscha üringen e.V. Sachverständiger der Fachrichtung Ethik Prof. Dr. Werner eobald, Professor für Ethik in den Lebenswissenschaen, Christian-Albrechts-Universität Kiel Stellvertretung: Dr. Irene Hirschberg (MPH), Wissenschaliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover Univ.–Prof. Dr. Christoph Seibert, Professor an der Universität Hamburg Patientenvertreter/-in Bettina Delfanti, Geschäsführerin der Deutschen Multiple Sklerose Gesellscha (DMSG) Landesverband Brandenburg e.V. Stellvertretung: Kerstin Hagemann, Geschäsführerin Patienten-Initiative e.V., Hamburg Christa Lebermann, Beiratsmitglied Selbsthilfe Mecklenburg-Vorpommern e.V., Sprecherin Bundesverband Poliomyelitis e.V. - Landesverband Mecklenburg-Vorpommern Vertreterin der Selbsthilfe der Menschen mit Behinderungen Dr. Antje Blume-Werry, Geschäsführerin Arbeitsgemeinscha Spina biﬁda und Hydrocephalus Bereich Hamburg e.V. Stellvertretung: Werner Dau, Mitglied im Landesbehindertenbeirat Brandenburg Dr. Joachim Steinbrück, Landesbehinderten- beauragter des Landes Bremen 357. Sitzung der Delegiertenversammlung Die 357. Sitzung der Delegiertenversammlung ﬁndet statt am Montag, 27. Januar 2020, um 19.30 Uhr, Weidestraße 122 b (Alstercity), 22083 Hamburg, Saal 1, Ebene 01 Zwischenprüfung für auszubildende Medizinische Fachangestellte Die Zwischenprüfung des Jahrgangs August 2018 ﬁndet am Dienstag, den 25. Februar 2020, in der Zeit von 14 – 16 Uhr in der BS 15 – Beruﬂiche Schule für medizinische Fach- berufe auf der Elbinsel Wilhelmsburg statt. Die Auszubildenden sind gemäß Ausbildungs- vertrag § 2 k) zur Teilnahme an der Zwischenprüfung freizustellen. Nach den Bestimmungen des § 48 Berufsbildungsgesetz ist während der Berufsausbildung zur Ermittlung des Ausbildungsstands eine Zwischenprüfung entsprechend der Ausbil- dungsordnung durchzuführen. K A S S E N Ä R Z T L I C H E V E R E I N I G U N G H A M B U R G Interdisziplinärer onkologischer Arbeitskreis der KVH Jeden 1. Dienstag im Monat um 20 Uhr Kassenärztliche Vereinigung Hamburg, Humboldtstraße 56, Saal 3, 22083 Hamburg Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Daub unter Tel. 228 02-659 Ausschreibung von Vertragsarztsitzen Die ausgeschriebenen Vertragsarztsitze finden Sie im Internet auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg unter www.kvhh.net unter der Rubrik „Praxisbörse“. 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 39
A U S K A M M E R U N D K V Mitteilungen G E M E I N S A M E S E L B S T V E R W A L T U N G Ä R Z T E / P S Y C H O T H E R A P E U T E N U N D K R A N K E N K A S S E N Zulassungen Ärztinnen und Ärzte Der Zulassungsausschuss für Ärzte – Hamburg – hat nachfolgende Ärzte zur Sicherung der vertragsärztlichen Versorgung zugelassen: Adresse Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Marit Deilmann Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. Steffen Keßler Fachärztin für Allgemeinmedizin Dr. med. Barbara Jänicke Fachärzte für Innere Medizin Fuhlsbüttler Straße 135, 22305 Hamburg Osterstraße 59 – 61, 20259 Hamburg Grindelberg 79, 20144 Hamburg Johannes Marek (m. d. Teilnahme an der hausärztlichen Versorgung) Winsener Straße 208, 21077 Hamburg Dr. med. Anneke Stepanik (m. d. Teilnahme an der hausärztlichen Versorgung) Bremer Straße 14, 21073 Hamburg Maria Braunschmidt (m. d. Teilnahme an der hausärztlichen Versorgung) Wedeler Landstraße 36, 22559 Hamburg Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten Dr. med. Anna Sack (eingeschränkte Zulassung gem. § 101 Abs. 1 Nr. 4 SGB V) Neuenfelder Straße 31, 21109 Hamburg Zulassungen von Psychotherapeutinnen / Psychotherapeuten Der Zulassungsausschuss für Ärzte – Hamburg – hat nachfolgende Ärzte / Psychotherapeuten zur vertragsärztlichen/-psychotherapeutischen Versorgung zugelassen: Adresse Psychologische Psychotherapeutinnen/en Dipl.-Psych. Silvia Renken (hälftiger Versorgungsauftrag) Dipl.-Psych. Nora Thoene (hälftiger Versorgungsauftrag) Heilwigstraße 46, 20249 Hamburg Alte Elbgaustraße 8 b, 22523 Hamburg Dipl.-Psych. Alfredo Ferreira Weis (hälftiger Versorgungsauftrag) Bahrenfelder Straße 255, 22765 Hamburg Ärztliche Psychotherapeutin Eva Kahn (hälftiger Versorgungsauftrag) Hochallee 49, 20149 Hamburg Sonderbedarfszulassungen / Anstellung im Sonderbedarf Der Zulassungsausschuss für Ärzte – Hamburg – hat folgende Ärzte im Rahmen von Sonderbedarf zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassen/angestellt: Name Anschrift Umfang der Tätigkeit Dr. med. Lukas Roth, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie angestellt bei Rheumatologie im Struenseehaus Mörkenstraße 47, 22767 Hamburg, Tel.: 870 33 63, Fax: 87 00 73 26 für die fachinternistisch-rheumatologische Versorgung in Altona-Altstadt 40 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
MitteilungenMitteilungen Ermächtigungen Ärztinnen und Ärzte Der Zulassungsausschuss für Ärzte – Hamburg – hat nachfolgende Ärzte zur Sicherung der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigt: Ausführende / r Arzt / Ärztin Anschrift Umfang der Ermächtigung Prof. Dr. med. Thomas Verse Facharzt für Hals-Nasen- Ohrenheilkunde Eißendorfer Pferdeweg 52 21075 Hamburg Tel.: 18 18 86 - 20 56 Fax: 18 18 86 - 28 58 Konsiliaruntersuchungen nach in der Asklepios Klinik Harburg durchgeführten Operati- onen maligner und semimaligner Tumore auf Überweisung weiterbehandelnder Hals-Nasen-Ohrenärzte. Maren Dittrich Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Bleickenallee 38 22763 Hamburg Tel.: 88 90 87 01 Fax: 88 90 87 05 Dr. med. Klaus-Dieter Rudolf Facharzt für Plastische Chirurgie Bergedorfer Straße 10 21033 Hamburg Tel.: 73 06 27 46 Fax: 73 06 27 50 Dr. med. Sebastian Senst Facharzt für Orthopädie Dehnhaide 120 22081 Hamburg Tel.: 20 92 21 50 Fax: 20 92 21 52 Maidi Kirchmann Fachärztin für Orthopädie Dehnhaide 120 22081 Hamburg Tel.: 20 92 21 51 Fax: 20 92 21 52 Die Ermächtigung dient der konsiliarischen Unterstützung der Überweiser und umfasst die nach der Leitlinie „Onkologie des Kopf-Hals-Bereichs“ der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie erforderlichen Untersuchungen einschließlich Bericht an den Überweiser sowie im Falle eines Rezidivs auch eine inten- sive Beratung des Patienten. Die Untersuchungsabstände der Leitlinie sollen nicht un- terschritten werden. Die Daten der Operation und der letzten Untersuchung sind auf dem Behandlungsausweis anzugeben. 1. Behandlung von Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugend- lichen mit Immunmangel-Erkrankungen mit Manifestationen an den Atemwegen einschließlich notwendiger Neurodermitisbehandlung, die in kausalem Zusammen- hang mit der Immunmangelerkrankung steht, ausschließlich in Problemfällen, 2. Durchführung der Asthmaschulungen bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Teilnahme am Vertrag nach § 73 a SGB V zur Durchführung der struk- turierten Behandlungsprogramme nach § 137f SGB V Asthma bronchiale sowie COPD auf Überweisung durch Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Lungenärzte, Fach- ärzte für Innere Medizin und Pneumologie bzw. Fachärzte für Innere Medizin, die mit ei- ner Schwerpunktbezeichnung im Bereich Lungen- und Bronchialheilkunde bzw. Pneu- mologie an der fachärztlichen Versorgung teilnehmen. Die Ermächtigung berechtigt dazu, für Leistungen, die im Zusammenhang mit dem er- teilten Ermächtigungsumfang erforderlich werden, Überweisungen an Ärzte, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, vorzunehmen. Die Ermächtigung berechtigt auch zur Abrechnung der pädiatrischen Versicherten- pauschalen aus dem EBM Abschnitt III. a Kapitel 4 (Versorgungsbereich Kinder- und Ju- gendmedizin) Ziffer 4.2.1. Konsiliarische Beurteilung und Beratung von schwerstbrandverletzten Patienten (ein- schließlich Bericht und Verbänden) nach der Nr. 01321 EBM auf Überweisung durch Chirurgen (in Hamburg nur auf Überweisung durch Fachärzte für Plastische Chirurgie und Chirurgen mit der Schwerpunktbezeichnung Plastische Chi- rurgie). Kinderorthopädische und neuroorthopädische Behandlung von Säuglingen, Klein- kindern, Kindern und Jugendlichen mit Mehrfachschwerstbehinderungen und/ oder speziellen neuroorthopädischen Syndromen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs auf Überweisung durch Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Fachärzte für Ortho- pädie, Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie, Fachärzte für Chirurgie sowie Fach- ärzte für Kinderchirurgie. Die Ermächtigung berechtigt dazu, für Leistungen, die im Zusammenhang mit dem er- teilten Ermächtigungsumfang erforderlich werden, Überweisungen an Ärzte, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, vorzunehmen. Behandlung von Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern bis zum 12. Le- bensjahr mit kongenitalem Klumpfuß im Sinne der klinischen Untersuchung, Beratung der Eltern, Anlage der Redressionsgipse sowie Kontrolle der Orthesenversorgung auf Überweisung durch Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Fachärzte für Ortho- pädie, Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Fachärzte für Kinderchirurgie. Die Ermächtigung berechtigt dazu, für Leistungen, die im Zusammenhang mit dem er- teilten Ermächtigungsumfang erforderlich werden, Überweisungen an Ärzte, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, vorzunehmen. Bitte beachten: Bei Überweisungen an ermächtigte Ärzte ist der jeweils ermächtigte Arzt namentlich zu benennen. Eine Überweisung an das Krankenhaus / die Einrichtung ist in diesen Fällen nicht zulässig. 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 41
Stellenangebote www.klinikum-soltau.de Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Oberarzt (w / m / d) Geriatrie in Vollzeit Ihr Proﬁ l · Facharzt (w/m/d) für Innere Medizin, für Allgemein- medizin oder für Neurologie · Sie besitzen die Zusatzweiterbildung Geriatrie · Sie haben große Freude an der Weiterentwicklung von Prozessen Weitere Informationen zur Stelle und die Möglichkeit sich zu bewerben, ﬁ nden Sie auf unserem Online-Portal unter www.mediclin.jobs/32457 Die vorliegende Stelle ist für schwerbehinderte Bewerber (w/m/d) geeignet. Ihr Ansprechpartner Für Fragen steht Ihnen Dr. Hendrikson (Chefarzt), Tel. 05191 800-166, gerne zur Verfügung. WB-Assistent (w/m) Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren ab März 2020 in Elmshorn gesucht Für unsere Hausarzt-Praxis (30 Mo WB-Ermächtigung) mit naturheilkundlich psychosomatischem Ansatz in der Stadtmitte von Elmshorn (35 km nordwestlich von HH) suchen wir einen WB-Assistenten (w/m) in Teil- oder /Vollzeit Wir bieten gesamte Spektrum der Allgemeinmedizin mit einem Schwerpunkt in naturheilkundlichen Methoden (u.a. Akupunktur mit WB-Erm 6 Mo, klassische Homöopathie mit WB-Ermächtigung, anthro- posophische Medizin) Diagnostik: LZ-RR, Lufu, EKG, übliches Labor. Flexible Arbeitszeiten, großzügige Urlaubsregelung, beste verkehrs- techn. Anbindung, ein junges, freundliches Team mit angenehmem Betriebsklima. Eine mögliche Beteiligung an Akupunktur-Ausbildung und mittelfristig Einstiegsperspektive. Wir wünschen uns eine/n freundliche/n engagierte/n Kollegen/in mit besonderem Interesse an ganzheitlich-naturheilkundlicher Behandlung. www.praxis-für-integrale-medizin.de Bewerbungen an Dr. Martin Weigel unter: praxis@doc-weigel.de www.nussknacker-hamburg.de Zur Verstärkung unseres multiprofessionellen Teams in unserem MVZ in Hamburg-Altona suchen wir zum 01.03.2020 eine/n Fachärztin/ Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Anstellung auf einer hälftigen Arztstelle (unbefristet in Teilzeit (20 h/ Woche)) Das altomed MVZ ist ein ambulant tätiges Medizinisches Versorgungszentrum mit psychiatrischer und psychotherapeutischer Ausrichtung unter dem Dach des gemein- nützigen Nussknacker e.V.s im Herzen von Hamburg-Altona. Unsere modernen und integrierten Behandlungskonzepte verbessern wir fortdauernd, mit dem Ziel neue Versorgungsoptionen zu entwickeln. Wir wünschen uns eine/n engagierte/n Kollegen/in, der/die oﬀen ist für Neues und darüber hinaus über eine hohe soziale Kompetenz, Kooperationsfähigkeit, Oﬀenheit und Wertschätzung gegenüber dem Team verfügt. Das altomed MVZ bietet Ihnen ein exzellentes Arbeitsklima, familienfreundliche Arbeitszeiten ohne Nachtdienste, umfangreiche Unterstützung in administrativen Dingen sowie eine attraktive und leistungsgerechte Vergütung. Wenn Sie Fragen vorab haben, dann wenden Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail an unseren ärztlichen Leiter, Herrn Dr. Henning Vieker: 040 / 3827-00 oder H.Vieker@altomed.de Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann senden Sie bitte Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen bis zum 24.01.2020 an den Nussknacker e.V.: Dr. Nadia Hentschelmann | Wichmannstr. 4 / Haus 2 | 22607 Hamburg oder auch per E-Mail: bewerbung@nussknacker-hamburg.de Wir freuen uns auf Sie! www.altomed.de MVZ Rheumatologie und Autoimmunmedizin Hamburg GmbH sucht zum nächstmöglichen Termin einen Allgemeinmediziner/Internisten (m/w/d) in Voll- oder Teilzeit zur Unterstützung unseres großen rheumatologisch tätigen Teams. Arbeiten Sie im Herzen der Hamburger Innenstadt in unmittelbarer Nähe zur Binnenalster. Ein zweiter Standort liegt in dem Hamburger Elbvorort Blankenese. Ein Team mit 11 internistischen Rheumatologen, 3 Laborärzten, 2 Immunologen und einem eigenen klinischen Forschungszentrum mit 3 Studienärzten, bietet ein ungewöhnlich interessantes Arbeitsumfeld. Neben der Versorgung von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen betreiben wir eine Immundefekt- ambulanz für Erwachsene, eine Studienambulanz und ein eigenes Diagnostik- labor. Unsere klinische Diagnostik umfasst Sonographie, DXA-Messung, EKG, Lungenfunktion und Ergometrie. Ein regelmäßiger interdisziplinärer Austausch findet statt. Ihre Aufgaben: · Mitbetreuung der neuen Patienten, z.T. telemedizinisch (Homeoffice) · Abschlussgespräche bei nicht rheumatologischen Patienten · Allgemeinmedizinische Mitbetreuung der rheumatologischen Patienten · Check-up-Untersuchungen, einschl. Sonographie · Flexible Arbeitszeiten, auch außerhalb der Kernarbeitszeit Unser Angebot: · Interessante Tätigkeit in einem großen interdisziplinaren Team mit rheumatologischem Schwerpunkt · Fort- und Weiterbildungen · Angenehme Patienten- und Arbeitsatmosphäre in modernen Räumen und bester Innenstadtlage · Freundliches, harmonisches, kollegiales Team · Attraktive Vergütung Weitere Informationen unter www.rheuma-hh.de Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung an MVZ-bewerbungen@web.de 42 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
Stellenangebote (Forts.) Der Fachdienst Eingliederungs- und Gesundheitshilfe des Kreises Herzogtum Lauenburg sucht für den Sozialpsychiatri- schen Dienst und den Kinder- und Jugendärztlichen Dienst zum 1. April 2020 unbefristet in Vollzeit eine Ärztin/einen Arzt (m/w/d) mit mehrjähriger Erfahrung im Kinder- und Jugendärztlichen, Kinder- und Jugendpsychiatrischen und/oder Psychiatrischen Bereich. Einsatzorte sind die Dienststellen in Ratzeburg und Geesthacht. Wir bieten eine abwechslungsreiche an den Menschen orientierte Tätigkeit sowie: • eine Bezahlung (je nach Qualiﬁ kation) bis zur Entgeltgruppe 15 TVöD zuzüglich einer Arbeitsmarktzulage • eine Tätigkeit mit einer langfristigen Perspektive und einer eigenständigen, ﬂ exiblen Arbeitszeitgestaltung und Organisa- tion der Dienstabläufe in gut eingearbeiteten, multiprofessio- nellen Teams • familienfreundliche Arbeitszeiten • die Möglichkeit zu genehmigter Nebentätigkeit • die Möglichkeit zur Weiterbildung und Fortbildung im Kinder- und Jugendmedizinischen und/oder Psychiatrischen Fachgebiet Alles Weitere erfahren Sie unter www.kreis-rz.de/Stellenangebote. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung. HNO-Fachärztin/arzt gesucht Im Angestelltenverhältnis in Teil- oder Vollzeit für HNO-Gemeinschaftspraxis in Holstein. Wir bieten attraktive Bezahlung und flexible Arbeitszeiten. Kontakt unter Tel. 0152-28785764 Augenheilkunde Neue Augenarztpraxis in Schwerin (fußläufig vom Hauptbahnhof ) sucht zum 1.3.2020 Assistenzarzt/ -ärztin in Teil-/ oder Vollzeit. Schriftliche Bewerbung an Dres. Tornow & Tachezy, Osterstrasse 120, 20255 Hamburg Fachärztin/Facharzt für Urologie für moderne urologische Gemeinschafts- praxis in HH-Bergedorf gesucht. Gesamtes urologisches Spektrum. Einstiegsdatum flexibel. Partnerschaft möglich! Kontakt unter urologie-hh@gmx.de Chiﬀreanzeigen: Bitte senden Sie Zuschriften an: elbbüro Stefanie Hoﬀmann Chiﬀre (Nr. aus der Anzeige) Bismarckstr. 2 · 20259 Hamburg oder per E-Mail an anzeigen@ elbbuero.com 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 43
Stellenangebote (Forts.) Große allgemeinmed. Praxis im NO v. HH mit breitem diagnostischem und therapeutischem Spektrum (Chirotherapie und Geriatrie sind unter anderem Schwerpunkte) sucht zum 01.02.20 oder später in Voll- oder Teilzeit einen/n: • FA/FÄ f. Allgem. Med. oder Innere Med./ Geriatrie, • älteren Kollegen (in Rente), • WBA für Allgem. Med. Spätere Übernahme/Beteiligung möglich. Sie werden gerne mit unserem freundlichen, erfahrenen und engagierten Team von Kollegen/innen und MFAs arbeiten. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme unter: 0171 - 531 89 71 oder winffah@web.de Stadtreinigung Hamburg Anstalt des öﬀentlichen Rechts Personalabteilung Bullerdeich 19 20537 Hamburg Anzeigenschlusstermine Ausgabe Februar 2020 Anzeigen im redaktionellen Teil: 15. Januar 2020 Rubrikanzeigen: 20. Januar 2020 Dr. Steinberg Gesundheits GmbH sucht FA (m/w/d) für Kinder- und Jugendmedizin und FA (m/w/d) für Allgemeinmedizin ab sofort in Teil- oder Vollzeit zur Verstärkung unserer Praxisteams. Wir bieten eine tolle Arbeitsatmosphäre und nette Teams in interdisziplinärer Zusammenarbeit der Facharztgruppen Pädiatrie und Allgemeinmedizin. Alle weiteren Informationen und Rahmenbedingungen würden wir gerne in einem persönlichen Kontakt mit Ihnen besprechen. Die Geschäftsführung und die Praxisteams freuen sich auf Ihre Bewerbung. Kontakt & Informationen: 0172 411 5371 oder v.krehl@familienmedizin-billstedt.de. FÄ/FA für Allg.-med. Innere Med. / Prakt. Arzt in Voll- oder Teilzeit von MVZ ab sofort gesucht kv-sitz2018@web.de Psychiatrie/Psychotherapie Teilzeitstelle (ca. 20 Std./Wo), Stadtrand HH, flexible Arbeitszeit, WB-Ermächtigung liegt vor (24 Mon.). Beginn nach Absprache. Praxis Dr. med. Uhlmann 040 7220102 FA/FÄ f. Allg.-med./ Innere zum 1.4.20 in VZ/TZ zur Ergänzung unseres hausärztl. Teams in der HH Innenstadt. Wir freuen uns auf Sie! Kontakt: info@dammtorpraxis.de oder 0160-94408636 AUGEN Facharzt (m/w/d) für Region Alpenland (Allgäu). Im Team oder eigenständig. TZ möglich. Bewerbung bitte an bewerbung@augenklinik-kempten.de FÄ/FA Allgemeinmedizin in Voll/Teilzeit gesucht Ab März 2020 mit der Option auf eine Kooperation. Kontakt: Mobil: 0176 34 96 16 12 oder E-Mail: mohsenghasemi@yahoo.de FA/FÄ Pädiatrie in TZ/VZ, für vielseitige Praxis mit liebenswertem Team gesucht_ Kontakt unter 0151-11 56 48 96 Große neurologische Praxis in Hamburg sucht FA/ FÄ für Neurologie in TZ/VZ Kontakt unter Chiffre E3952. FA/FÄ für Allgem./Innere in TZ/VZ für hausärztl. Praxis in HH gesucht. Telefon 0171 - 470 47 57 Medizin ist Ihre Passion? Sie über- nehmen mit Leidenschaft Fürsorge für Ihre Patientinnen und Patienten? Dann verstärken Sie unser Team als Fachärztin (m/w/d) für Arbeitsmedizin Vollzeit – auch teilzeitgeeignet Ihre Aufgaben: Die herausfordernden Tätigkeiten unserer Beschäftigten erfordern einen sensiblen Umgang mit der eigenen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit. Die Gesunderhaltung unserer Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter hat für die Stadtreinigung Hamburg oberste Priorität. Dafür setzen wir uns ein: Als Teil des betrieblichen Gesund- heitsmanagements unterstützen Sie die Kolleginnen und Kollegen mit Informationen, Beratungen und Prä- ventivmaßnahmen. Ob Gesundheits- tage, Check-ups, Workshops oder andere attraktive Gesundheitsaktio- nen – bringen Sie Ihre Kreativität und Ideen mit ein. Weiterhin führen Sie arbeitsmedizi- nische Vorsorgen und Eignungsunter- suchungen durch und sind Ansprech- partnerin (m/w/d) in den oﬀenen Sprechstunden zu sozialmedizi- nischen, ergonomischen und arbeits- platzbezogenen Fragestellungen. Sie arbeiten mit der Arbeitssicherheit und der psychosozialen Beratungs- stelle der Stadtreinigung Hamburg zusammen. Mehr Informationen über die Stellenausschreibung und unser Bewerbungsportal ﬁnden Sie unter www.stadtreinigung.hamburg/ karriere HAMBURG ein Gesicht geben. Große Einzelpraxis in Hamburg-Rahlstedt sucht ab sofort FÄ/FA für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin auf Festanstellung in TZ (10-20 Stunden pro Woche). Spätere Ausweitung auf VZ bzw. Einstieg möglich. Unser freundliches und kompetentes Personal freut sich auf Sie. Tel.: 0160 99148712 oder E-Mail: kvsitz2019@web.de Weibi-Assistentin/en gesucht mit Interesse an Pneumologie/Allergologie WB-Ermächtigung für Pneumologie sowie Allergologie (jeweils für 1,5 Jahre) vorhanden. www.lungenpraxis-alstertal.de Tel.: 606 60 70 Abends rue.bock@gmx.de Su. FA/FÄ Innere/Allg.med. TZ-VZ in Praxis: HH - Mitte Hamburg-SH@hotmail.com WBA Allg.med von großer GM-Praxis in HH-Nord/West mit breitem schulmed. und alterna- tivmed. Spektrum (AKU, Chiro, NHV, Homöo) zum 1.4.2020 gesucht. Kontakt: 0178/5396537 44 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
Stellenangebote (Forts.) Mitarbeit/Praxisgemeinschaft/Assoziation Diabetologin/e vom Diabeteszentrum Hamburg Nord-West (zertifiziert als Diabetologikum DDG) gesucht. Wir wünschen uns für unser engagiertes Team motivierte Verstärkung ab sofort in Voll-/oder Teilzeit. Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte an: Diabeteszentrum Hamburg Nord-West z.Hd. Praxismanagerin Frau Bürger-Schnoor info@diabeteszentrum-hhnw.de Kinderarztpraxis in HH sucht netten Kollegen (m/w/d) zur Anstellung oder Einstieg (BAG), KV-Sitz vorhanden, sehr engagiertes Team, finanzielle Unterstützung f. Fortbildung z. B. f. Naturheilverfahren mög- lich, optim. Anbind. an Bus/Bahn Kontakt: kinderarzt.hh@web.de FÄ/FA Gynäkologie gesucht für Praxis 50 km nordwestlich von Hamburg Wir suchen Fachärztin/-arzt in Teilzeit, im Verlauf auch Vollzeit oder Koope- ration möglich. Familienfreundliche Arbeitszeiten. Unsere Praxis deckt das komplette Spektrum der Frauenheil- kunde ab. Kontakt via Chiffre A 3932. Suche Vertreter für KV- Notdienste (Landkreis Stade) Hnoaerztin@yahoo.de Urologische Privatpraxis in Hamburg sucht Partner/In versierte(r), empathische(r) Kollege/in zur Assoziation gesucht. Geplant ist zunächst ein Jobsharing (5 Std./Tag) und in 3-5 Jahren dann vollständige Übernahme der Praxis. Kontakt: uro_praxis@hamburg.de Stellengesuche Praxisräume Erfahene FÄ Pädiatrie mit onkologischer/hämatologischer Erfahrung sucht Teilzeit-Stelle in Kinderarztpraxis. Kontakt unter: Tb2412@gmx.de Wir suchen ab 15. März 2020 einen Nachmieter für eine schöne, voll renovierte, zentral aber ruhige Praxis (100 m2) am Grindel . Bei Interesse erreichen Sie uns unter contact@medesthetic-kk.de. KV-Sitz Hausärztl.-Intern. KV-Sitz/ Praxis in HH gesucht. Kooperation möglich Telefon 0171 - 470 47 57 Chirurg. KV-Sitz/Praxis in HH gesucht. Kooperation möglich Telefon 0171 - 470 47 57 Hausärztl. KV-Sitz/Praxis ab sofort gesucht kv-sitz2018@web.de Hamburger IVF-Praxis sucht ½ oder 1 KV Sitz für Anästhesie Kontakt unter Chiffre B 3934 Praxisabgabe Doppel-Sitz Allgemeinmedizin Anfang 2021 abzugeben allgemeinarzt@hamburg.de Allgemeinarztpraxis in Hamburg Alsterdorf zum 2. Quartal 2021 abzugeben. Zuschriften erbeten unter Chiffre D3947 Nervenarztpraxis volle Zulassung in einer BAG aus Altersgründen im Kreis Pinneberg abzugeben. praxis_abgabe@web.de www.elbbuero.com Fachärztin/Facharzt für Allgemeinmedizin in VZ/TZ zum 1.4.2020, für neu gegründetes Hausarztzentrum in HH-Horn gesucht. Arbeitszeiten flexibel, große Praxisfläche mit ca. 250qm, zuverlässiges MFA-Team, gesamtes Leistungsspektrum der Hausarztmedizin inkl. Ultraschall und LZ-Untersuchungen. Eigene Parkplätze/U2 Horner Rennbahn. Abrechnung und Bürokratie zentral gesteuert → mehr Zeit für gute Medizin! Großes Ärzteteam: keine „Alleinarbeit“. Kontakt: arztbewerbung@gmx.de 0 1 | 2 0 2 0 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 45
Fortbildung/Seminare JETZT NOCH BEQUEMER Ab Januar 2020 erhalten Sie die monatliche Vorabinformation über unsere Veranstaltungen ausschließlich als PDF direkt per E-Mail in Ihr Postfach. Ausführliche Informationen ﬁnden Sie auch auf unserer Webseite www.aerzteakademie-hamburg.de Sollten wir noch keine Einverständniserklärung zur Zusendung von Ihnen haben, können Sie diese gerne unter aerzteakademie@asklepios.com anfordern. Es grüßt Sie das Team der Ärzteakademie – Akademie für Ärztliche Fortbildung der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH. ASKLEPIOS Akademie für Ärztliche Fortbildung GynäkologenTag Hamburg 2020 zusammen mit dem 162. Stiftungsfest der "Geburtshülﬂichen Gesellschaft zu Hamburg" Fr 24. / Sa 25. Januar 2020 Freitag, 24.01.2020, 08.00 – 18.00 Uhr Samstag, 25.01.2020, 09.00 – 17.00 Uhr Ort: UKE Institut für Anatomie (Gebäude N 61) Veranstalter: FBA Frauenärztliche BundesAkademie Berufsverband der Frauenärzte e.V. (LV Hamburg), Geburtshülﬂiche Gesellschaft zu Hamburg Programm und Online-Anmeldung auf www.fba.de/hamburg oder per Fax 0 89/54 88 07 79-99 mit dem auf www.fba.de/hamburg eingestellten Anmeldeformular. Kongressleitung: Dr. med. Wolfgang Cremer, Oderfelder Str. 6, 20149 Hamburg Tel. 040/46 46 82, Fax 040/46 46 38, E-Mail: cremer@bvf-hamburg.de Norddeutsches Seminar für Strahlenschutz in Kiel und Greifswald Postfach, 24098 Kiel, Tel. 0431 /880-2800, www.strahlenschutzkurse.com lnfo-K Rödiagnostik: 02.03.*, 25.05., 17.08., 26.10. € 40 Gr.-u. SpK Rödiagn.: 02.-06.03.*, 25.-29.05., 17.-21.08., 26.-30.10. € 400 Grund-u. SpK Rödiagn. einzeln jeweils 3 Tage € 240 bzw. € 220 SpK CT: 13.02., 16.03.* € 110 SpK lnt.Rad.: 17.03.*, 08.05. € 110 SpK Telether.: 07.-09.09. € 650 SpK Brachyther.: 10.09.-11.09. € 450 SpK Nuklearmed.: 04.-06.05. € 550 SpK Med. Phys.: 16.-21.03. € 1100 GK Lab. med.: 15.-19.06. € 700 Akt. d. FK Rö: 07.03.*, 19.09. € 105 Akt. d. FK Rö/Nuk./Strl.Ther. : 06.-07.03.*, 18.-19.09. € 125 Die mit * gekennzeichneten Kurse finden in Greifswald statt. Weitere Termine sowie Infos zu Fortbildungspunkten auf Anfrage. www.westerland-seminar.de Balint-Gruppe Balintgruppe in Altona Balintgruppe zentral Jeden 2. Mittwoch von 18.00-19.30 h, T.: 431 830 40, www.arnhild-uhlich.de 2. + 4. Di. 17.45-20.00 h je 4 Fortb.p. 040 / 37 34 92 · dr.sbraun@yahoo.de Chiﬀreanzeigen: Bitte senden Sie Zuschriften an: elbbüro Stefanie Hoﬀmann Chiﬀre (Nr. aus der Anzeige) Bismarckstr. 2 · 20259 Hamburg oder per E-Mail an anzeigen@elbbuero.com www.elbbuero.com 46 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0
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. e d e s a c o t o h p / s n o i s s e r t c p k i j j : o t o F Hamburgs bester Werbeträger für Ärzte und Psychotherapeuten Das Hamburger Ärzteblatt informiert 11-mal im Jahr über zentrale Themen aus dem Gesundheitswesen. Das breite Themenspektrum umfasst medizinisch-wissenschaftliche Beiträge, Fallbeispiele und aktuelle gesundheitspolitische Themen. Mit einer Auflage von 20.000 Exemplaren erreicht das Hamburger Ärzteblatt alle Hamburger Ärzte und Psychotherapeuten sowie wichtige Entscheidungsträger. Bismarckstr. 2 | 20259 Hamburg | fon (040) 33 48 57 11 | fax (040) 33 48 57 14 | anzeigen@elbbuero.com | www.elbbuero.com 48 H A M B U R G E R Ä R Z T E B L A T T 0 1 | 2 0 2 0

References: § 15
 BGH 
 BGH 
 § 2
 § 48
 § 101
 § 73
 § 137