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Timestamp: 2020-08-13 20:27:02+00:00

Document:
schleswig-holstein.de - Bilanz - Sonstige privatrechtliche Forderungen
Sonstige privatrechtliche Forderungen
Der Kontenrahmen des Innenministeriums SH (siehe Rechtliches / Weitere Informationen) unterscheidet Forderungen in öffentlich-rechtliche (Kto. 16) und privatrechtliche Forderungen (Kto. 17). Beide Kontengruppen werden darüber hinaus nach Dienstleistungen (Kto. 161 und 171) und nach Sonstigem (Kto. 169 und 179) unterteilt.
In den Jahresabschlüssen der Folgejahre ist das Bilanzkonto "Sonstige privatrechtliche Forderungen" das Gegenkonto zu einem Ertragskonto z.B. "Sonstige privatrechtliche Leistungsentgelte" (Kto. 446). Das heißt, das Forderungen aus diesem Ertragskonto wie Ersatzleistungen für Schadensfälle, Erträge für Beratungen aus Werksverträgen, aus Regressansprüchen, Ablieferungen aus Nebentätigkeiten, Tantiemen aus der Ausübung einer Aufsichtsratstätigkeit, Ersatz für die Benutzung von Anstaltseinrichtungen, wie Anteile der Gemeinden an den Liquiditätserlösen der Krankenhausärzte und Belegärzte und die private Nutzung öffentlicher Fernsprecheinheiten bilanziell im Konto 179 als Forderungen ausgewiesen werden.
Im Rahmen des Jahresabschlusses ist der gebuchte Forderungsbestand mit den Debitorenkonten (Personenkonten) abzustimmen (§ 25 Abs. 4 GemHVO-Doppik). Für jeden Schuldner wird ein eigenes, persönliches Konto geführt, dass dessen gesamte Zahlungsvorgänge und die Umsätze abbildet. Die Kontenstruktur der Forderungen (siehe Verwaltungsvorschrift "Kontenrahmen des Innenministeriums SH ") muss die Erstellung eines Forderungsspiegels gemäß Ausführungsanweisung des Innenministeriums SH, Muster Nr. 25 (AA GemHVO-Doppik mit Anlagen 1 bis 32) im Anhang zur Bilanz (§ 51 Abs. 3 GemHVO-Doppik) ermöglichen und abstimmbar sein.
Die Forderungen sind gemäß § 37 Abs. GemHVO-Doppik mit ihrem Nominalwert auszuweisen und im Rahmen des Jahresabschlusses bezüglich ihrer Werthaltigkeit zu überprüfen (§ 43 Abs. 8 GemHVO). Uneinbringliche Forderungen werden über die Wertberichtigungskonten der Ergebnisrechnung (z. B. Konto 547 "Abschreibung auf das Umlaufvermögen") aufwandswirksam gebucht. Das Gegenkonto ist das jeweils nach Forderungsart zugeordnete Forderungskonto (z. B. Konto 179 "Sonstige privatrechtliche Forderungen") der Bilanz, das dadurch um den jeweiligen Betrag gemindert wird.
Zweifelhaft gewordene Forderungen werden ebenfalls aufwandswirksam in der Ergebnisrechnung gebucht, die Gegenbuchung erfolgt jedoch im Konto 2111 "Wertberichtigungen zu Forderungen" auf einem passiven Bestandskonto der Bilanz. Eine Berichtigung des Forderungsbestandes erfolgt in diesem Fall nicht. Wird in einer späteren Abrechnungsperiode die zweifelhaften Forderungen wieder werthaltig oder eingezahlt ist das Wertberichtigungskonto gegen einen periodenfremden Ertrag in der Ergebnisrechnung ertragswirksam zu korrigieren. Werden die zweifelhaften Forderungen uneinbringlich, erfolgt eine Umbuchung der Wertberichtigung zu Forderungen auf das Forderungskonto der Bilanz, so dass sich das Forderungskonto verringert. Eine ergebniswirksame Buchung erfolgt nicht, da diese bereits mit der Bilanzierung der Wertberichtigung in einer Vorperiode realisiert wurde (siehe "Wertberichtigungen zu Forderungen" im Internet oder FAQ 1.12 und 1.48).
Die Bilanzposition „Sonstige privatrechtliche Forderungen“ wird zusätzlich durch die antizipatorische Rechnungsabgrenzung bebucht. Für Aufwendungen und Erträge, die vor dem Abschlussstichtag entstehen und erst in der Folgeperiode zahlungswirksam werden, sind entsprechende Verbindlichkeiten bzw. Forderungen in der Bilanz zum Abschlussstichtag anzusetzen. Die Verbuchung von Forderungen erfolgt je nach Art über das Konto 1691 "Sonstige öffentlich-rechtliche Forderungen") oder über das Konto 1791 ("Sonstige privatrechtliche Forderungen"). Weitere Informationen zu den Rechnungsabgrenzungsposten siehe FAQ 1.7
In den §25, §37, §40, §43, und §51 der GemHVO-Doppik finden sich weitere Informationen zu dieser Thematik.

References: § 37
 §25
 §37
 §40
 §43
 §51