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Timestamp: 2020-07-12 19:17:45+00:00

Document:
maexology
wenn man zum Beispiel jmd ein Template codet und auch einen Preis ausgemacht hat. Sollte man natürlich zahlen. Man hat ihm gesagt, er soll den Disclaimer und das sichtbare und die unsichtbaren Copys vom Temp nicht raustun. Der Käufer hat seine Ware und zahlt nicht - obwohl es billig ist, weil es sichtbare Copy's gibt - und dann macht er noch die sichtbaren Copyrights und den Disclaimer raus. Und wenn man ihm sagt, er soll zahlen, dann sagt er "Morgen" oder so.
Nun er macht sich ja strafbar damit. Nun als Verkäufer, will man ja auch was von seiner Arbeit haben. Und somit stiehlt er, Geistigeneigenum vom Verkäufer. Weil ja der Code vom Verkäufer ist und der ja Copy bei Verkäufer, den er einfach rausgemacht hat. Und welcher Straftat könnte sich der Käufer denn noch mit dieser Handlung gemacht haben? Und was für Rechte der Verkäufer hat und welche nicht?
euer Maexology
AW: Template coden - Käufer zahlt nicht
Nun er macht sich ja strafbar damit.
Macht er nicht. Strafbar macht sich jemand, der gegen Recht verstößt, bei dem das Strafrecht anzuwenden ist.
Das Beispiel ist aber normales Vertragsrecht und damit Zivilrecht.
Und somit stiehlt er, Geistigeneigenum vom Verkäufer.
Macht er auch nicht. Diebstahl (Strafrecht) gibt es nur bei fremden beweglichen Sachen. Zum einen ist das keine Sache was er hat, zum anderen auch nicht feremd, da es ihm laut Vertrag übereignet wurde.
Und welcher Straftat könnte sich der Käufer denn noch mit dieser Handlung gemacht haben?
Ganz einfach: Gar keiner.
Und was für Rechte der Verkäufer hat und welche nicht?
Alle Rechte aus dem Vertrag, kurz: die Vergütung.
Wenn es sich dabei um eine Urheberrechtsverletzung entsprechend §§106-108b UrhG handelt, macht sich der jemand selbstverständlich strafbar - eine ganze Reihe von Urheberrechtsverletzungen sind Straftaten, die teilweise mit Strafen bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe bedroht sind.
("Straftaten" werden nicht nur durch das StGB geregelt...)
Auch. Vorrangig. Aber unter Umständen eben auch eine Straftat.
Diebstahl (Strafrecht) gibt es nur bei fremden beweglichen Sachen.
Ja. Aber es gibt noch ein paar mehr Straftaten als nur Diebstahl.
Du mögest bei Gelegenheit einmal nachlesen.
1.auf dem Original eines Werkes der bildenden Künste die Urheberbezeichnung (§ 10 Abs. 1) ohne Einwilligung des Urhebers anbringt oder ein derart bezeichnetes Original verbreitet,
2.auf einem Vervielfältigungsstück, einer Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes der bildenden Künste die Urheberbezeichnung (§ 10 Abs. 1) auf eine Art anbringt, die dem Vervielfältigungsstück, der Bearbeitung oder Umgestaltung den Anschein eines Originals gibt, oder ein derart bezeichnetes Vervielfältigungsstück, eine solche Bearbeitung oder Umgestaltung verbreitet,
1.eine wissenschaftliche Ausgabe (§ 70) oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung einer solchen Ausgabe vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergibt,
2.ein nachgelassenes Werk oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung eines solchen Werkes entgegen § 71 verwertet,
3.ein Lichtbild (§ 72) oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung eines Lichtbildes vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergibt,
4.die Darbietung eines ausübenden Künstlers entgegen den § 77 Abs. 1 oder Abs. 2 Satz 1, § 78 Abs. 1 verwertet,
5.einen Tonträger entgegen § 85 verwertet,
6.eine Funksendung entgegen § 87 verwertet,
2.wissentlich unbefugt
a)eine von Rechtsinhabern stammende Information für die Rechtewahrnehmung entfernt oder verändert, wenn irgendeine der betreffenden Informationen an einem Vervielfältigungsstück eines Werkes oder eines sonstigen Schutzgegenstandes angebracht ist oder im Zusammenhang mit der öffentlichen Wiedergabe eines solchen Werkes oder Schutzgegenstandes erscheint, oder
In dem beschriebenen Fall käme vermutlich §106 UrhG zur Anwendung.
Daß man als Urheber/Rechteinhaber sinnvollerweise zunächst mal zivilrechtlich gegen eine Urheberrechtsverletzung vorgeht, weil man ja seine Ansprüche durchsetzen will und es eher zweitrangig darum geht, den Verletzer in den Knast zu bringen, ist sicher richtig.
Aber das ändert nichts daran, daß es hier eben z.T. auch um Straftaten geht.
Da ist mal wieder jemand besonders schlau und des Lesens nicht mächtig, ansonsten wäre aufgefallen, dass es hier gar nicht um Verletzung des Urheberrechts geht, sondern um einen Vertrag.
Hat auch keiner behauptet, auch wenn du das offenbar da rein interpretierst. Dein Problem.
Nur das es hier ausdrücklich um Diebstahl (siehe Ausgangsfrage und verwendetes Zitat) ging. Und der ist es nicht. Das du noch ein paar mehr kennst ist schön für dich.
Und was das ganze Urheberrechts-Geplappere angeht (nur mal als Tipp, Gesetze lesen kann ich auch allein, und wenn davon irgendwas zutreffend wäre, hätte ich die wichtigsten Stellen schon zitiert - Gesetze abschreiben kann jeder):
Das trifft hier gar nicht zu, da die Verwendung anhand Vertrag rechtmäßig ist. Das nicht gezahlt wird ist zwar eine Nichterfüllung der vertraglichen Pflichten, aber die Verwendung ist trotzdem rechtens da der Vertrag damit nicht nichtig wird.
Und das Urheberrecht immer von Unrechtmäßigkeit (zum Beispiel zu finden durch die Formulierung "Wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ...") ausgeht sollte selbst dir aufgefallen sein.
Bestenfalls die Entfernung der Urheberkennzeichnung könnte durch Urheberrecht abgedeckt sein, allerdings sehe ich hier bestenfalls eine Verletzung der vertraglichen Pflichten (Vereinbarung, das das da zu bleiben hat) und finde keinen entsprechenden Straftatbestand.
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References: § 71
 § 77
 § 78
 § 85
 § 87
 §106