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Timestamp: 2019-12-11 00:42:26+00:00

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Zahlungen zum vorzeitigen Ruhestand – in eine schweizerische Pensionskasse | RentenBote
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Betriebliche Altersversorgung20. Oktober 2017
Arbeitslohn, Pensionskasse, Schweizerische Pensionskasse
Deutschland darf auch die seit dem 1.05.2010 von der Pensionskasse an den Grenzgänger gezahlten Renten besteuern. Nach inzwischen ständiger Rechtsprechung des BFH sind die Leistungen einer schweizerischen Pensionskasse nicht als Vergütungen „für erbrachte Dienste“ i.S. von Art. 18, Art.19 Abs. 1 Satz 1 DBA Schweiz anzusehen, so dass Deutschland das Besteuerungsrecht aufgrund von Art. 21 DBA Schweiz zusteht6.
Damit ist der von dem Arbeitgeber in voller Höhe gesetzlich geschuldete29 AHV-Beitrag in Höhe von insgesamt 11.985 CHF gemäß § 3 Nr. 62 Satz 1 EStG steuerfrei. Dies gilt auch, soweit auf die Spezialeinlage ein zusätzlicher AHV-Beitrag erhoben wird.
Nach § 1 Abs. 1 Satz 1 BetrAVG liegt eine betriebliche Altersversorgung vor, wenn einem Arbeitnehmer Leistungen der Alters, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung aus Anlass seines Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber zugesagt werden. Die Begrenzung auf die in § 1 Abs. 1 Satz 1 BetrAVG genannten biometrischen Risiken (Alter, Invalidität, Tod) impliziert, dass die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung erst mit dem Eintritt des zugrunde liegenden biologischen Ereignisses fällig werden dürfen30. Das biologische Ereignis ist bei der Altersversorgung das altersbedingte Ausscheiden aus dem Erwerbsleben, wobei als Untergrenze nach der im Streitfall noch maßgeblichen Rechtslage im Regelfall das 60. Lebensjahr galt (vgl. § 6 Satz 1 BetrAVG und die dort in Bezug genommenen Regelungen aus dem Recht der gesetzlichen Rentenversicherung; BMF, Schreiben in BStBl I 2013, 1022, Rz 286). Bei der Hinterbliebenenversorgung ist das maßgebende biologische Ereignis der Tod des Arbeitnehmers und bei der Invaliditätsversorgung der Eintritt der Invalidität.
Sowohl auf Ebene des § 3 Nr. 56 als auch des § 3 Nr. 63 EStG ist für den Abzug von Arbeitgeberbeiträgen, die von inländischen Arbeitgebern an eine ausländische betriebliche Pensionskasse gezahlt werden, im Rahmen der Vergleichbarkeitsprüfung zu entscheiden, ob die ausländische Pensionskasse mit einer inländischen Pensionskasse als Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung nach dem deutschen Betriebsrentengesetz vergleichbar ist oder einem der Durchführungswege als vergleichbar zugeordnet werden kann. Dabei muss eine ausländische Pensionskasse nach ihrer Struktur und den von ihr im Versorgungsfall zu erbringenden Leistungen auf der Grundlage einer rechtsvergleichenden Qualifizierung mit der Absicherung über eine inländische Pensionskasse vergleichbar sein. Dies gilt nicht nur für die Alterseinkünfte gemäß § 22 Nr. 5 EStG31, sondern auch für die Beitragsleistungen gemäß § 3 Nr. 56 und § 3 Nr. 63 EStG.
Der Bundesfinanzhof hat bereits entschieden, dass eine Rechtsbeziehung zu einer Pensionskasse für den Bereich des Überobligatoriums nicht mit der Absicherung über eine inländische Pensionskasse vergleichbar sei, wenn nach dem Reglement der betreffenden Pensionskasse für deren Mitglieder die Möglichkeit bestanden habe, bereits vor Eintritt eines der Versorgungsfälle „Alter, Tod und Invalidität“ das überobligatorische Altersguthaben in Form eines Vorbezugs (zur Finanzierung des Erwerbs von Wohneigentum) oder einer Austrittsleistung ausgezahlt zu erhalten. Für die Absicherung über eine inländische Pensionskasse als Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung sei kennzeichnend, dass einem Arbeitnehmer Leistungen der Alters, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung aus Anlass seines Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber zugesagt und erst durch Eintritt eines dieser Ereignisse ausgelöst würden. Auch in der Legaldefinition des Begriffs der Pensionskasse (§ 118a Nr. 2 des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen) werde verlangt, dass Leistungen grundsätzlich erst ab dem Zeitpunkt des Wegfalls des Erwerbseinkommens gewährt würden32.
Die Spezialeinlagen stellen, sofern sie nicht gemäß § 3 Nr. 28 EStG steuerfrei sind, eine Entschädigung i.S. von § 24 Nr. 1 Buchst. a EStG dar. Die Spezialeinlage in Höhe von 155.750 CHF sollte die wegen der vorzeitigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses geringeren lebenslangen Altersleistungen der Pensionskasse jedenfalls teilweise ausgleichen, während die Spezialeinlage in Höhe von 71.575 CHF dem Grenzgänger durch die Finanzierung der Alters-Zusatzrente die bis zum Schlussalter von 65 Jahren fehlende AHV-Rente teilweise ersetzen sollte. Weil die bisherige Grundlage der Zahlungen an den Grenzgänger aufgrund der Auflösung des Arbeitsverhältnisses in Zusammenhang mit dem vorzeitigen Altersrücktritt weggefallen ist, die Rentenminderungen bzw. -ausfälle zudem aufgrund einer neu vereinbarten Rechtsgrundlage kompensiert werden sollten33 und die Einkünfte außerdem zusammengeballt dem Grenzgänger zugeflossen sind, ist die Steuer gemäß § 34 Abs. 1 EStG zu berechnen.
Die Altersrente des Grenzgängers ist, soweit sie auf dem Obligatorium beruht, gemäß § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG mit dem Besteuerungsanteil in Höhe von 60 % der Besteuerung zu unterwerfen34.
Bei der Alters-Zusatzrente handelt es sich zweifelsfrei um keine Rente aus dem Obligatorium. Entsprechendes gilt für die Überbrückungsrente, die -nach den das Revisionsgericht bindenden Feststellungen des Finanzgericht- ebenfalls auf freiwilliger, und nicht auf obligatorischer Basis geleistet wurde.
vom 11.08.1971, BGBl II 1972, 1022, BStBl I 1972, 519 i.d.F. des Protokolls vom 21.12 1992, BGBl II 1993, 1888, BStBl I 1993, 928 -DBA Schweiz- [↩]
so wohl Brandis in Wassermeyer DBA Schweiz, Art. 15a Rz 27, m.w.N. [↩]
so wohl Flick/Wassermeyer/Kempermann, Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Schweiz, Art. 15a Rz 15 [↩]
vgl. statt vieler BFH, Urteil vom 24.07.2013 – I R 8/13, BFHE 245, 291, BStBl II 2014, 929, Rz 15, m.w.N. [↩]
ständige BFH-Rechtsprechung, vgl. z.B. Urteil vom 29.04.2008 – VIII R 28/07, BFHE 220, 332, BStBl II 2009, 842, unter II. 3.a., m.w.N.; s.a. Finanzgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 12.09.2012 3 K 632/10 Rz 53 [↩]
vgl. z.B. Zwischenurteil vom 20.08.2014 – I R 83/11, BFH/NV 2015, 20, Rz 23; Urteil vom 23.10.2013 – X R 33/10, BFHE 243, 332, BStBl II 2014, 103, Rz 14, jeweils m.w.N. [↩]
vgl. BFH, Urteil vom 29.04.2009 – X R 31/08, BFH/NV 2009, 1625, unter II., m.w.N. [↩]
ständige BFH-Rechtsprechung, s. z.B. Urteil vom 15.09.2011 – VI R 36/09, BFH/NV 2012, 201, Rz 12, m.w.N. [↩]
FG Baden-Württemberg, Urteil vom 18.09.2014 – 3 K 1507/13 [↩]
vgl. BT-Drs. 13/4336, S. 23 [↩]
BGBl II 2001, 810 [↩]
vgl. BFH, Beschluss vom 07.09.2011 – I B 157/10, BFHE 235, 215, Rz 31, m.w.N. [↩]
vgl. z.B. BFH, Urteile vom 09.05.2012 – X R 3/11, BFHE 237, 223, BStBl II 2012, 585, Rz 26; und vom 24.08.2016 – X R 11/15, BFH/NV 2017, 300, Rz 39 ff. [↩]
vgl. z.B. EuGH, Urteil Radgen vom 21.09.2016 – C-478/15, EU:C:2016:705, Rz 40; ebenso bereits EuGH, Urteil Bukovansky vom 19.11.2015 – C-241/14, EU:C:2015:766, Rz 36, BStBl II 2017, 238 [↩]
vgl. für selbständige Grenzgänger EuGH, Urteil Stamm und Hauser vom 22.12 2008 – C-13/08, EU:C:2008:774, Rz 39; für abhängig beschäftigte Grenzgänger EuGH, Urteil Radgen, EU:C:2016:705, Rz 34 [↩]
vgl. EuGH, Urteil Radgen, EU:C:2016:705, Rz 47 [↩]
EuGH, Urteil Radgen, EU:C:2016:705, Rz 49 [↩]
ständige Rechtsprechung des EuGH, u.a. in den Urteilen Saint Gobain vom 21.09.1999 – C-307/97, EU:C:1999:438, Rz 51, BStBl II 1999, 844; Cadbury Schweppes vom 12.09.2006 – C-196/04, EU:C:2006:544, Rz 49, Slg. 2006, I-7995, jeweils m.w.N [↩]
so die EuGH-Rechtsprechung, vgl. z.B. Urteil Larcher vom 18.12 2014 – C-523/13, EU:C:2014:2458, Rz 44, Sozialrecht 4-6050 Art. 3 Nr. 2, m.w.N. [↩]
vgl. zur die Geltung des Unionsrechts erhaltenden Auslegung auch z.B. BFH, Urteile vom 22.07.2008 – VIII R 101/02, BFHE 222, 453, BStBl II 2010, 265, Rz 19; vom 21.10.2008 – X R 15/08, BFH/NV 2009, 559, Rz 12 ff.; vom 18.12 2013 – I R 71/10, BFHE 232, 506, BStBl II 2011, 500, Rz 27 [↩]
vgl. BFH, Urteil vom 25.08.2009 – I R 88, 89/07, BFHE 226, 296, BStBl II 2016, 438, Rz 70, m.w.N. [↩]
vgl. EuGH, Urteil „C.I.L.F.I.T.“ vom 06.10.1982 – C-283/81, EU:C:1982:335, EuGHE 1982, 3415 [↩]
BFHE 249, 39, BStBl II 2016, 665, Rz 47 ff. [↩]
BFHE 249, 22, BStBl II 2016, 657, Rz 28 ff. [↩]
BFHE 251, 313, BStBl II 2016, 685, Rz 19 ff. [↩]
vgl. BFH, Urteil vom 18.05.2004 – VI R 11/01, BFHE 206, 158, BStBl II 2004, 1014, m.w.N. [↩]
BFh, Urteile vom 24.09.2013 – VI R 6/11, BFHE 243, 210, BStBl II 2016, 650, Rz 27, und in BFHE 249, 39, BStBl II 2016, 665, Rz 62 ff. [↩]
so auch BMF, Schreiben vom 27.07.2016 – IV C 3-S 2255/07/10005:004, – IV C 5-S 2333/13/10003, BStBl I 2016, 759, Rz 18 [↩]
s. dazu Art. 13 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 20.12 1946 -Stand 1.06.2009- [↩]
zutreffend BMF, Schreiben vom 24.07.2013 – IV C 3-S 2015/11/10002, BStBl I 2013, 1022, Rz 284 [↩]
die in BFH, Urteil in BFHE 249, 22, BStBl II 2016, 657, Rz 61 streitgegenständlich waren [↩]
BFH, Urteil in BFHE 249, 22, BStBl II 2016, 657, Rz 62, m.w.N. [↩]
s.a. BFH, Urteil vom 19.10.2005 – XI R 24/04, BFH/NV 2006, 928; Schmidt/Wacker, EStG, Kommentar, 36. Aufl., § 24 Rz 7, m.w.N. [↩]
s.a. BFH, Urteile in BFHE 249, 22, BStBl II 2016, 657, Rz 27 ff., und in BFHE 249, 39, BStBl II 2016, 665, Rz 36 ff.; so auch BMF, Schreiben vom 27.07.2016 – IV C 3-S 2255/07/10005:004, – IV C 5-S 2333/13/10003, BStBl I 2016, 759, Rz 22 und 29 [↩]

References: Art. 18
 Art.19
 Art. 21
 § 3
 § 1
 § 1
 § 6
 § 3
 § 3
 § 22
 § 3
 § 3
 § 3
 § 24
 § 34
 § 22
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 3
 Art. 13
 § 24