Source: http://www.politnetz.ch/artikel/949-ich-will-in-einer-welt-leben-in-der-niemand-gezwungen-ist-einen-schlechten?page=2
Timestamp: 2018-02-22 00:36:40+00:00

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Die Berechnung mit den Singles finde ich etwas abenteuerlich, weil man (oder zumindest ich) nicht voraussehen kann wie sich das Lohnniveau entwickelt.
Ich denke eher in dem Beispiel würde es darauf hinauslaufen, dass beide einen Lohn erhalten, der zwischen den beiden Extremen liegt. Vielleicht erhalten beide noch 5'000 zusätzlich zum BGE. Dann hat der Single 7'500 und die Familie 11'700. Das macht auch Sinn, da die Familie ja 4 Personen beinhaltet und viel mehr Geld braucht als der Single. Der Single hat jedoch im Verhältnis zum Familienvater immer noch mehr Geld, da er seine 5000 die er dazuverdient nicht mit 3 anderen teilt.
"das bge geht von einem menschenbild aus, das besagt, jeder mensch will tätig werden, und je weniger zwang auf ihn ausgeübt wird, um so produktiver und innovativer ist er."
Mit dem Zwang haben Sie zweifellos recht. Beachten Sie aber, das beim BGE nur jene, welche netto profitieren, vom Zwang entlastet sind. Jene die das bezahlen, wie im Beispiel der Single, der nun weniger verdient als jetzt, emfinden dies als Zwang. Was ist jetzt wohl die Folge davon, können Sie sich das vorstellen?
Ich bezog mich auf das Wirtschaftliche Wachstum, nicht auf das Bevölkerungswachstum.
"dieses ist allererster Treiber des Wachstums"
Das sehe ich durchaus auch so, im heutigen System.
Im heutigen System wird endloses Wirtschaftswachstum vorausgesetzt, was wir ohne Expansion auf andere Planeten nun mal irgendwann nicht mehr weiterführen können.
Wir müssen das Wirtschaftswachstum vom Bevölkerungswachstum entkoppeln. Dies kann durch das BGE begünstigt werden, weil dann nicht mehr alle dauernd zur Arbeit verpflichtet sind.
Wir brauchen heute das Wirtschaftswachstum nicht um die Wachsende Bevölkerung zu versorgen, wir brauchen es um genug Arbeitsplätze zu erzeugen damit möglichst viele arbeiten können.
Fällt diese Arbeitspflicht weg werden unnötige Arbeiten auch nicht mehr getan werden, und die Arbeit die getan werden muss wird mehr geschätzt werden.
Der Lohn des verheirateten Mannes wird an den Mann nicht an die Familie bezahlt. D.h die haben neu nicht 10000 sondern 14200.
Was mich jetzt noch interessieren würde, im Film wird davon gesprochen, dass die MwSt auf 20% erhöht werden müsste um die fehlenden 30 Milliarden zu bezahlen, wie hoch muss sie denn sein, wenn
a) die Einkommenssteuer wegfallen soll
b) die bisherigen AHV-Beiträge, welche ja auch in die Kalkulation einbezogen wurden, tiefer sind, da ja die bisherigen Sozial-Abzüge wegfallen bzw. deutlich tiefer sind
c) inwiefern reichen 2500 wenn das Preisniveau um mehr als 10% steigt (wesentlich höhere MwSt)
Also wird er den Familienvater anstellen, weil der billiger ist. Oder der Single arbeitet ebenfalls für 3300 und kommt mit BGE auf 5800. Dann kam noch was mit der Einkommenssteuer so dass am Ende der Familienvater auf 11'500 kam und der Single auf +/- 9000. aber das ist für meinen Einwand nicht mehr relevant.
Diese Rechnung geht davon aus, dass es gleich viel Singles gibt, wie Familienväter, sonst kann sie nur im Einzelfall aufgehen, nicht aber über die ganze Volkswirtschaft gesehen. Aus diesem Grund ist es denn auch relevant, wie viele Singles es im Verhältnis zu Familienvätern hat.
@Elio Ingold: "Aber was hat das mit der BGE Diskussion in der Schweiz zu tun?" Hmmm, gute Frage. Sie konterten meine Argumentation damit, dass unbeschränktes, endloses Wachstum nicht möglich sei. Da hat mich einfach interessiert, wie Sie das Wachstum der Weltbevölkerung zu Stoppen gedenken, denn dieses ist allererster Treiber des Wachstums, auch wenn Sie das nicht so sehen. Aber Sie haben recht, das ist eine andere Diskussion.
Das Beispiel mit den Singles? Oh, das finde ich jetzt auch gerade nicht mehr. Irgendjemand hat in diesem Thread (zum BGE) ein Bespiel gebracht, wie das funktionieren würde: Ein Familienvater mit Frau und 2 Kindern, und ein Single, die je 10'000 verdienen. Die Familie kriegt 2500 (Frau) + 2500 (Mann) + 1000 (älteres Kind) + 700 (jüngeres Kind) = 6700 BGE, der Single 2500. Nun muss der Arbeitgeber für den Familienvater noch 3300 bezahlen, damit er wieder auf 10'000 kommt. Für den Single muss er aber 7500 draufzahlen.
Was Sie mit dem Beispiel mit den Singles genau sagen wollen habe ich nicht verstanden. Und auf welche Rechnung beziehen Sie sich da? die konnte ich nicht finden.
Weiter sehe ich nicht inwiefern die Anzahl Singles relevant ist für das BGE.
Das BGE macht keinen Unterschied ob jeand Single ist oder nicht, deshalb ist da auch kein Kontrollbedarf vorhanden.
zum argument der faulheit: das kann man leicht überprüfen anhand von menschen, die wirklich so etwas wie ein bge erhalten.
mütter/hausfrauen - erhalten eine art bge von ihrem partner. (oder natürlich umgekehrt, wenn auch seltener, väter/hausmänner von ihren partnerinnen). leisten diese jetzt automatisch nichts für die gesellschaft, für das BIP?
kinder/jugendliche - erhalten von ihren eltern eine art bge. wie viele kinder weigern sich, die sprache zu lernen, gehen zu lernen, in die schule zu gehen, eine lehrstelle zu suchen etc.? muss tatsächlich von den eltern massiver druck aufgesetzt werden, damit sie tätig werden?
arbeitslose - erhalten mit der alv eine art grundeinkommen. wie viele arbeitslose sind es deshalb, weil sie nicht leistungsbereit sind? ist es nicht zufall, ob man einen beruf gewählt hat, wo es viele freie stellen gibt?
desgleichen müsste man ja davon ausgehen, dass alle IV-bezüger, pensionierte, alle sie sonst irgend eine transferleistung erhalten, faul sind.
wir haben weiter oben bereits gesagt, dass das bge nicht die aufgabe hat, das bevölkerungswachstum zu stoppen.
wir haben längst gesagt, dass das bge auch nicht die aufgabe hat, die rationalisierung zu stoppen. es ist sogar gut, wenn der mensch von der arbeit befreit wird. aber das hat natürlich die konsequenz, dass der begriff arbeit von einkommen entkoppelt werden muss und man sich ein neues system ausdenken muss, wie der mensch trotzdem ein regelmässiges, existenzsicherndes einkommen erhält.
das bge geht von einem menschenbild aus, das besagt, jeder mensch will tätig werden, und je weniger zwang auf ihn ausgeübt wird, um so produktiver und innovativer ist er.
das bge sollte den missstand beheben, dass gewisse fähigkeiten und leistungen nur schlecht oder gar nicht bezahlt werden. die festlegung, welche leistung viel und welche wenig wert ist, ist m.e. willkürlich und darf deshalb nicht als basis für existenzsicherndes einkommen verwendet werden (da ungerecht).
Sorry, März 2010, genauer 08.03.2010 21:19
Etwas Gedul bitte, etwas neu zu schreiben dauert länger als es aus einem Beitrag vom März auf einer anderen Seite herauszukopieren ;)
"Das ist nämlich der Grund, weshalb immer mehr mit immer noch rationelleren Mitteln produziert wird. Also? "
Der Grund ist denke ich nicht das Bevölkerungswachstum, sondern der Glaube, jeder müsse sich sein Brot selber erarbeiten.
Dadurch erst wird es nötig so viel zu Produzieren, die ganzen Leute müssen die Möglichkeit haben ihr Brot zu verdienen, denn sie haben das Recht auf Arbeit. Wenn nun aber 5 oder 10% der Bevölkerung ausreichen würden um die Bedürfnisse zu decken, wie sollen denn die anderen ihr Brot verdienen?
Es müssen Bedürfnisse geweckt werden, die man dann befriedigen kann. Bedürfnisse, die garkeine wirklichen Bedürfnisse sind. Wir werden mit Werbung überschüttet, bis wir glauben wir müssen das jetzt haben. Und dies um Sachen zu verkaufen, die kaum jemand braucht, weil wir sonst nicht genug Arbeitsplätze haben damit die ganzen Leute ihr Brot verdienen können.
"...einen Vorschlag zu machen, wie Sie das Wachstum der Weltbevölkerung stoppen wollen. "
Eine Möglichkeit das Wachstum der Weltbevölkerung aufzuhalten ist dafür zu sorgen, dass die Nahrungsversorgung nicht ausreicht, und die die zuviel sind eben wegsterben. Das wird heute aber schon erfolglos praktiziert. Es sterben zwar viele, aber nicht genug um das Wachstum aufzuhalten.
Eine andere Möglichkeit ist die Verbreitung von Wohlstand. Je besser es einer Bevölkerung geht, desto weniger Kinder werden geboren. Wenn nun für alle auf der Welt gesorgt wäre, würde sich die Bevölkerungszahl stabilisieren. wenn ich mich irre und mit mehr Wohlstand nicht automatisch weniger Kinder einhergehen wird die Bevölkerungszahl explodieren...
Aber was hat das mit der BGE Diskussion in der Schweiz zu tun?
Vielleicht haben wir in 100 Jahren die Technologie den Mars zu bevölkern, dann ist ja erstmal wieder genaug Platzt da ;)
Und was ist Ihre Antwort darauf, he? Ich meine, es einfach abstreiten, wäre zwar die billigste Variante, aber wäre immerhin etwas. Stattdessen herrsch gähnende Leere und Aufregung über den Hohn und Spott...
Um die Liste weiterzuführen die ich unterbrochen habe:
Viele derer es mitfinanzieren sollen werden das Land verlassen
@Elio Ingold: Gut, das nenne ich jetzt mal eine Argumentation. Allerdings hatte ich Sie oben mal gebeten, einen Vorschlag zu machen, wie Sie das Wachstum der Weltbevölkerung stoppen wollen. Das ist nämlich der Grund, weshalb immer mehr mit immer noch rationelleren Mitteln produziert wird. Also?
@Frau Müller: Wer nicht Ihrer Meinung ist, hat das Prinzip nicht verstanden. Mehr haben Sie echt nicht zu bieten?
Auf meine doch ziemlich detailreiche Begründung anhand des Beispiels mit den Singles ging überhaupt niemand mit auch nur einem Wort ein und versuchte, es zu widerlegen. Stattdessen hüpften Sie einfach weiter zu einem anderen, simplifizierenden Beispiel, das der Praxis nicht standhält.
Schon möglich, dass Sie darunter "Diskussion" verstehen. Ich nicht.
Wenn wir jedem dieser 99 Arbeiter eine solche Maschine zuteilen, können die 100 Arbeiter soviel Produzieren wie 10'000 ohne Maschinen.
Diese 100 könnten aber mittlerweile noch viel mehr produzieren, würde man nicht die Rationalisierung ausbremsen, um einigen der 9900 den Job zu erhalten, für den sie nicht mehr benötigt werden.
Wenn wir aber nun aber alle 9900 wieder mit einer solchen Maschine beglücken, wird so viel Hergestellt wie niemand verbrauchen kann, und die Ressourcen werden das auch nicht lange mitmachen. Vor knapp 200 Jahren war das noch kein Problem und die Theorie von Frédéric Bastiat mag zugetroffen haben, ich bezweifle aber dass sie das heute noch tut.
Nun stehen wir vor der Entscheidung, wollen wir weitermachen wie bisher, immer mehr produzieren, immer geringere Löhne zahlen, und die Technik verfluchen oder wollen wir die Technik zum Wohle aller fördern. Dies wird aber ohne BGE oder ähnliches nicht gelingen.

References: bge 
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