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Timestamp: 2016-10-28 23:39:25+00:00

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5A_473/2013 (06.08.2013)
5A_473/2013 � � Urteil vom 6. August 2013
vertreten durch Rechtsanw�ltin Claudia Giusto,
vertreten durch Rechtsanwalt Ruadi Th�ni,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 6. Mai 2013.
Y.________ ist nigerianische Staatsangeh�rige und lebt seit 1991 in der Schweiz. Sie ist Mutter von zwei 1986 geborenen Zwillingst�chtern, welche in Nigeria wohnen, sowie des 2007 geborenen Sohnes X.________, ebenfalls nigerianischer Staatsangeh�riger, und der 2012 geborenen Tochter Z.________.
Am 14. Oktober 2009 wurde die Mutter vom Obergericht des Kantons Z�rich wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug erfolgte am 11. September 2011. Y.________ wohnt heute mit der j�ngsten Tochter Z.________ in einer 3-Zimmer-Wohnung in Z�rich.
Mit Verf�gung vom 20. April 2011 widerrief das Migrationsamt des Kantons Z�rich die Niederlassungsbewilligung und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an.
Bereits am 7. Mai 2008 war Y.________ im Rahmen des Strafvollzuges die Obhut �ber ihren Sohn X.________ entzogen und dieser am 31. Mai 2008 bei den Pflegeeltern A.________ untergebracht worden, wo er sich seither aufh�lt.
Am 23. Mai 2011 stellte die Mutter im Hinblick auf ihre vorzeitige Entlassung ein Gesuch um Wiederherstellung der elterlichen Obhut. Mit Beschluss vom 31. Januar 2012 wies die Vormundschaftsbeh�rde D.________ das Gesuch ab und best�tigte die Unterbringung bei der Pflegefamilie A.________.
Die hiergegen von der Mutter erhobene Beschwerde wies der Bezirksrat Dietikon mit Beschluss vom 8. Februar 2013 ab. Er hielt fest, zwar best�nden keine Hinweise, dass X.________ bei der Mutter gef�hrdet w�re, aber er habe sich in der Pflegefamilie gut integriert.
Nach ausf�hrlicher m�ndlicher Anh�rung der Mutter in der Verhandlung vom 6. Mai 2013 hiess das Obergericht des Kantons Z�rich deren Beschwerde gut mit der Begr�ndung, es best�nden keine Anzeichen f�r eine Gef�hrdung des Kindeswohles, weshalb aufgrund des weggefallenen Entziehungsgrundes (Gef�ngnisaufenthalt) die elterliche Obhut grunds�tzlich wiederherzustellen sei.
Gegen das obergerichtliche Urteil vom 6. Mai 2013 erhob die Kindesvertreterin eine Beschwerde in Zivilsachen mit den Begehren um dessen Aufhebung und R�ckweisung der Sache an das Obergericht zur ordnungsgem�ssen Vorladung und Wiederholung der Hauptverhandlung, zur Anh�rung von X.________ und der Pflegeeltern sowie zur Kl�rung des Sachverhaltes unter Ber�cksichtigung aller Noven; eventualiter sei die Obhut weiterhin bei der Pflegefamilie A.________ zu belassen bzw. der Antrag der Mutter auf Wiedererteilung der Obhut abzuweisen. Sodann verlangt die Kindesvertreterin in entsprechender Aufhebung des angefochtenen Entscheides, dass sie f�r das obergerichtliche Verfahren mit Fr. 4'829.20 zu entsch�digen bzw. eventualiter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gutzuheissen sei. Ferner verlangt sie auch f�r das bundesgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege. Mit Pr�sidialverf�gung vom 12. Juli 2013 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung erteilt. In der Sache selbst wurden keine Vernehmlassungen eingeholt.
Angefochten ist der kantonal letztinstanzliche Endentscheid �ber eine Kindesschutzmassnahme (R�ck�bertragung der Obhut auf die Mutter). Die Beschwerde in Zivilsachen ist gegeben (Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 6, Art. 75 Abs. 1 und Art. 90 BGG).
Die Rechtsanwendung kann umfassend beanstandet (Art. 95 f. BGG) und frei gepr�ft werden (Art. 106 Abs. 1 BGG). F�r Verfassungsverletzungen gilt dagegen das strenge R�geprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG). An den obergerichtlich festgestellten Sachverhalt ist das Bundesgericht grunds�tzlich gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG).
Die Kindesvertreterin r�gt eine Verletzung von Art. 133 lit. e ZPO. Sie macht geltend, in der Vorladung sei der Verfahrensgegenstand genau zu bezeichnen. Aufgrund der Verf�gung vom 28. M�rz 2013 und der gerichtlichen Vorladung sei sie davon ausgegangen, dass an der obergerichtlichen Verhandlung vom 6. Mai 2013 nur �ber den Antrag der Mutter betreffend vorsorgliche Massnahmen verhandelt werde. Dies habe sie der vorsitzenden Richterin zu Beginn der Verhandlung auch mitgeteilt. Die Richterin habe aber am geplanten Ablauf der Verhandlung festgehalten. Zwar habe man ihr zur Vorbereitung der Hauptverhandlung etwas Zeit einger�umt; hierf�r h�tte sie sich aber seri�serweise nochmals mit den gesamten Verfahrensakten und der aktuellen Rechtsprechung auseinandersetzen m�ssen.
Gem�ss Beschluss vom 28. M�rz 2013 wurde eine m�ndliche Verhandlung angeordnet (Ziff. 1) und festgehalten, �ber das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen werde nach der m�ndlichen Verhandlung entschieden (Ziff. 2). Aus dem Kontext erhellt, dass damit einzig gemeint sein konnte, �ber die vorsorglichen Massnahmen werde nicht vor der Hauptsache, sondern mit dieser entschieden, n�mlich im Anschluss an die m�ndliche Anh�rung. Vollends klar wird dies aus der am 6. April 2013 versandten Vorladung, welche vorliegend als gegen Art. 133 lit. e ZPO verstossend bem�ngelt wird. In dieser Verf�gung wurde die Verhandlungsart mit "Hauptverhandlung" bezeichnet; es konnte deshalb kein Zweifel dar�ber bestehen, dass in der Sache selbst entschieden w�rde.
War aber die Vorladungsverf�gung korrekt ergangen und lag kein Verstoss gegen Art. 133 lit. e ZPO vor, so war das Obergericht auch nicht gehalten, vorerst einzig �ber die vorsorglichen Massnahmen zu entscheiden, nur weil die Kindesvertreterin die klaren Angaben in der Vorladung �berlesen hatte. Vielmehr gen�gte es, wenn das Gericht ihr Zeit einr�umte, um sich auch f�r das Pl�doyer in der Hauptsache vorzubereiten, zumal sich vor Obergericht keine neue Situation ergab und die Kindesvertreterin das Kind durch alle drei Instanzen hindurch vertreten hatte, so dass sie mit den Akten und der relevanten Rechtsprechung vertraut sein musste.
Die Kindesvertreterin behauptet eine Verletzung von Art. 314 Ziff. 1 ZGB. Sie verweist auf BGE 131 III 553 und macht geltend, das Obergericht h�tte X.________ anh�ren m�ssen, weil dieser im Zeitpunkt der obergerichtlichen Verhandlung bereits �ber sechsj�hrig gewesen sei.
Der 2007 geborene X.________ hatte im Zeitpunkt der obergerichtlichen Verhandlung vom 6. Mai 2013 das Schwellenalter von sechs Jahren, ab welchem gem�ss dem Leitentscheid BGE 131 III 553 E. 1.2.3 S. 557 die Anh�rung von Kindern grunds�tzlich m�glich ist, knapp �berschritten. An zitierter Stelle wurde allerdings betont, dass es sich dabei um eine Richtlinie handelt, und in E. 1.1 S. 554 jenes Entscheides wurde auch klargestellt, dass der Geh�rsanspruch erst ab dem Stadium der Urteilsf�higkeit den Charakter eines pers�nlichen Mitwirkungsrechts erh�lt, w�hrend er vorher exklusiv der Ermittlung des Sachverhalts dient. In jenem Fall erwies sich das Unterbleiben der Anh�rung des neunj�hrigen Kindes als bundesrechtswidrig, weil sie ausdr�cklich beantragt worden war (E. 1.2.4 S. 557 sowie E. 1.4 S. 559). In diesem Sinn wurde die Anh�rung auch in der an den zitierten Leitentscheid kn�pfenden weiteren bundesgerichtlichen Rechtsprechung verstanden, d.h. vor Eintritt der Urteilsf�higkeit des Kindes muss dessen Anh�rung als ein der Abkl�rung des Sachverhaltes dienendes Beweismittel ausdr�cklich beantragt werden (Urteile 5C.209/2005 vom 23. September 2005 E. 3.1; 5A_117/2007 vom 11. Oktober 2007 E. 4.2; 5A_626/2009 vom 25. November 2009 E. 5.1; 5A_756/2009 vom 29. Januar 2010 E. 3.1; 5A_397/2011 vom 14. Juli 2011 E. 2.2 und 2.3). Daraus l�sst sich selbstverst�ndlich nicht der Umkehrschluss ziehen, dass ein Gericht ohne expliziten Antrag von der Anh�rung eines noch nicht urteilsf�higen Kindes absehen m�sste. Vielmehr kl�rt es den Sachverhalt von Amtes wegen ab (Art. 296 Abs. 1 ZGB); in diesem Rahmen h�rt es das Kind in Aus�bung seines Ermessens an, soweit ihm dies f�r die Erstellung des Sachverhaltes tunlich erscheint.
Entgegen ihrer heutigen Behauptung hat die Kindesvertreterin keinen unbedingten Beweisantrag gestellt. Vielmehr hat sie in ihren Pl�doyernotizen, auf welche sie sich heute beruft, festgehalten: "Allenfalls soll sich das Gericht einen pers�nlichen Eindruck von X.________ verschaffen und ihn zu einer Kinderanh�rung vorladen" (act. 15 S. 7). Damit hat sie die Kindesanh�rung ausdr�cklich ins Ermessen des Gerichtes gestellt.
Eine willk�rliche antizipierte Beweisw�rdigung r�gt die Kindesvertreterin nicht. Sodann ist nicht ersichtlich, inwiefern das Obergericht sein Ermessen (Art. 4 ZGB) �berschritten oder missbr�uchlich angewandt haben sollte, namentlich indem die Einvernahme wesentliche neue Erkenntnisse h�tte erwarten lassen oder anderweitig unabdingbar gewesen w�re; X.________ hatte aber die relevante Altersschwelle nur um wenige Monate �berschritten und er war im �brigen durch eine Rechtsanw�ltin vertreten, welche sich ausf�hrlich zu allen relevanten Umst�nden �usserte (Situation bei der Mutter; Situation bei den Pflegeeltern; Person der Mutter; Person des Kindes). Im �brigen ist darauf hinzuweisen, dass die Kindesvertreterin mit Bezug auf den Eventualantrag der Mutter auf Einholung eines neuen Gutachtens einen abweisenden Antrag gestellt hat, was in einem gewissen Widerspruch zu ihrem eigenen Antrag steht, allenfalls das Kind anzuh�ren.
Die Kindesvertreterin macht weiter eine Verletzung von Art. 300 Abs. 2 ZGB geltend, indem das Obergericht die Pflegeeltern von X.________ nicht angeh�rt habe.
Art. 300 Abs. 2 ZGB statuiert in erster Linie ein Anh�rungs�
recht�der Pflegeeltern (vgl. Urteil 5C.176/2002 vom 8. November 2002 E. 4; Schwenzer, in: Basler Kommentar, N. 12 zu Art. 300 ZGB). Diese haben aber keine Anh�rung verlangt.
Freilich k�nnen auch die Verfahrensbeteiligten die Anh�rung der Pflegeeltern im Sinn eines Beweismittels verlangen. Vor Obergericht hat die Kindesvertreterin aber entgegen ihrer heutigen Behauptung keinen unbedingten Antrag in diesem Sinn gestellt. Ihre Formulierung in den Pl�doyernotizen lautete wie folgt: "Allenfalls soll sich das Gericht einen pers�nlichen Eindruck von X.________ verschaffen und ihn zu einer Kinderanh�rung vorladen. Zudem k�nnen die Pflegeeltern allf�llige Fragen, wonach die beantragte Ausdehnung des Besuchskontaktes sowie auch die R�ck�bertragung der Obhut an die Beschwerdef�hrerin f�r X.________ aktuell eine �berforderung darstellen w�rde, beantworten" (act. 15 S. 7).
Indem die Kindesvertreterin die Befragung der Pflegeeltern in den Kontext der allf�lligen Anh�rung des Kindes stellte und die Befragung der Pflegeeltern gewissermassen als weitere Offerte anbot, legte sie auch diese ins Ermessen des Obergerichtes. Indem das Obergericht von seinem Ermessen dahingehend Gebrauch gemacht hat, dass es die Pflegeeltern nicht angeh�rt hat, und es damit implizit davon ausgegangen ist, eine Anh�rung sei nicht n�tig, liegt angesichts der vorstehend geschilderten Umst�nde auch darin weder eine Ermessens�berschreitung noch eine (vorliegend ohnehin nicht geltend gemachte) willk�rliche antizipierte Beweisw�rdigung.
Mit Bezug auf den relevanten Sachverhalt hat das Obergericht festgehalten, dass die Mutter sich nicht mehr im Strafvollzug befindet, sondern selbst�ndig mit ihrem j�ngsten Kind in einer Wohnung lebt. Gem�ss dem Bericht der "B.________ GmbH" vom 29. August 2012 verf�ge sie �ber eine ausgepr�gte emotionale Kompetenz wie F�rsorglichkeit und Einf�hlungsverm�gen, um die Bed�rfnisse eines Kindergartenkindes angemessen wahrzunehmen. Ihre Lebenssituation sei heute als stabil zu bezeichnen. Sie halte Vereinbarungen zuverl�ssig ein und zeige gute Planungskompetenzen. Sie pflege auch einen Freundes- und Bekanntenkreis, der als stabil bezeichnet werden k�nne und aus dem sie bei Bedarf Unterst�tzung erhalte. Das Obergericht ging deshalb davon aus, dass heute nicht mehr die gleiche Situation wie bei dem im Zusammenhang mit dem Gef�ngnisaufenthalt erstellten Zuteilungsgutachten vorliegt.
Der Kindesvertreterin ist dahingehend zuzustimmen, dass das Gericht in Fachfragen nicht grundlos von Gutachten abweichen darf. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Gerichte die Ergebnisse eines Gutachtens unkritisch �bernehmen d�rften; vielmehr w�rdigt das Gericht ein Gutachten grunds�tzlich frei (BGE 128 I 81 E. 2 S. 86; Urteil 5A_721/2011 vom 4. Januar 2012 E. 2.5). Von ausschlaggebender Bedeutung ist dabei, dass die Ergebnisse eines Gutachtens noch aktuell sind (vgl. BGE 133 III 553 E. 4 S. 555). Diesbez�glich ist nicht prim�r auf das formelle Kriterium des Alters des Gutachtens abzustellen; massgeblich ist vielmehr die materielle Frage, ob sich die Ausgangslage seit der Erstellung des Gutachtens gewandelt hat (BGE 134 IV 246 E. 4.3 S. 254). Wo dies der Fall ist, darf und muss das Gericht von den im Gutachten gezogenen Schlussfolgerungen abweichen (vgl. Urteil 5A_591/2008 vom 24.Oktober 2008 E. 3.2). Das Obergericht hat ausf�hrlich begr�ndet, wieso heute eine ganz andere Situation vorliegt und deshalb auf den aktuellen Bericht der "B.________ GmbH" und nicht mehr auf das Gutachten aus dem Sommer 2011 abzustellen ist. Sodann hat das Obergericht die Mutter sehr ausf�hrlich angeh�rt. Es konnte sich somit ein pers�nliches und aktuelles Bild von ihr machen. Insofern ist dem Obergericht aus methodischer Sicht nichts vorzuwerfen.
Was sodann die inhaltliche W�rdigung der verschiedenen Beweismittel anbelangt (wozu insbesondere auch die ausf�hrliche pers�nliche Befragung der Mutter durch das Obergericht geh�rt), so betrifft dies die Feststellung des Sachverhalts, welche f�r das Bundesgericht grunds�tzlich verbindlich ist (Art. 105 Abs. 1 BGG). In dieser Hinsicht kann einzig eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung im Sinn von Art. 97 Abs. 1 BGG ger�gt werden, welche mit der R�ge der willk�rlichen Beweisw�rdigung zusammenf�llt (vgl. BGE 133 III 393 E. 7.1 S. 398). Diesbez�glich gilt das strenge R�geprinzip gem�ss Art. 106 Abs. 2 BGG. Das bedeutet, dass das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und soweit m�glich belegte R�gen pr�ft, w�hrend es auf ungen�gend begr�ndete R�gen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht eintritt (BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88; 135 III 232 E. 1.2 S. 234).
Weder erhebt die Kindesvertreterin irgendwelche Willk�rr�gen noch macht sie eine Verletzung anderer verfassungsm�ssiger Rechte geltend. Sie beschr�nkt sich auf appellatorische Ausf�hrungen, indem sie den Sachverhalt aus eigener Sicht schildert und kritisiert, dass das Obergericht nicht dem Gutachten aus dem Sommer 2011 gefolgt sei. Mangels tauglicher R�gen kann auf die diesbez�glichen Vorbringen der Kindesvertreterin nicht eingetreten werden.
Die weiteren (ebenfalls ausf�hrlichen) Vorbringen der Kindesvertreterin im Zusammenhang mit dem relevanten Sachverhalt bzw. der Beweisw�rdigung basieren zudem auf neuen Tatsachen und Beweismitteln, welche im bundesgerichtlichen Verfahren unzul�ssig sind, soweit nicht erst der obergerichtliche Entscheid dazu Anlass gegeben hat (Art. 99 Abs. 1 BGG). "Anlass geben" im Sinn dieser Bestimmung meint aber entgegen der Ansicht der Kindesvertreterin nicht, dass der Entscheid entsprechende Wirkungen gezeitigt hat, sondern dass vor der Entscheidf�llung kein Anlass bestand, eine bestimmte Tatsache im Verfahren einzuf�hren. Unter die Ausnahme vom grunds�tzlichen Novenverbot k�nnen deshalb nur unechte Noven fallen, w�hrend echte Noven den von der Vorinstanz f�r das Bundesgericht gem�ss Art. 105 Abs. 1 BGG verbindlich festgestellten Sachverhalt naturgem�ss nicht betreffen und deshalb unzul�ssig sind (BGE 133 IV 342 E. 2.1 S. 343 f.). Der migrationsrechtliche Hintergrund als solcher w�rde unter die Kategorie des unechten Novums fallen, aber dazu haben sich sowohl die Kindesvertreterin wie auch das Obergericht bereits ge�ussert. Echte Noven sind hingegen betroffen mit dem Verweis der Kindesvertreterin auf nach dem angefochtenen Entscheid ergangene Verf�gungen des Migrationsamtes sowie auf einen psychologisch-psychiatrischen Bericht des Kantonsspitals C.________ vom 4. Juni 2013; diese Beweismittel k�nnen gem�ss vorstehenden Ausf�hrungen im bundesgerichtlichen Verfahren keine Ber�cksichtigung finden.
Weil die Kindesvertreterin mit Bezug auf den Sachverhalt bzw. die Beweisw�rdigung nach dem Gesagten weder taugliche R�gen noch zul�ssige Noven vorgebracht hat, ist f�r die rechtlichen Erw�gungen zwangsl�ufig von den Feststellungen im angefochtenen Entscheid auszugehen. Nach diesen lebt die Mutter heute gemeinsam mit ihrer j�ngsten Tochter in einer stabilen Situation und k�nnte f�r ihren Sohn altersad�quat sorgen. Das Obergericht hat ferner darauf hingewiesen, dass X.________ gem�ss den Angaben der Beist�ndin seiner Mutter zugeneigt und auf sie zugegangen sei und er sich offensichtlich �ber die Begegnung gefreut habe.
Ausgehend von diesen Feststellungen hat das Obergericht in rechtlicher Hinsicht befunden, dass die Obhut grunds�tzlich wieder herzustellen sei, nachdem die Mutter aus dem Strafvollzug entlassen worden sei und sie sich stabilisiert habe, so dass der Obhutsentziehungsgrund weggefallen sei. Vorliegend gehe es auch nicht um eine stete Umplatzierung oder um eine Verwurzelung mit sozialpsychischer Elternstellung der Pflegeeltern. X.________ habe zu diesen zwar eine gute und enge Beziehung. Der Anspruch der leiblichen Mutter auf pers�nliche Betreuung des Kindes wie auch dessen Anspruch, bei dieser aufwachsen zu k�nnen, gehe dem Interesse, weiterhin bei Pflegeeltern zu leben, vor. Nicht von Belang sein k�nne, dass X.________ Schweizerdeutsch spreche und gerne Bratwurst sowie Fondue esse. Schliesslich gehe es auch nicht darum, frei abzuw�gen, in welchem Land oder Kulturkreis er die besseren schulischen und beruflichen Perspektiven habe. Wohl h�tte ein Obhutswechsel insbesondere bei einer R�ckkehr ins Heimatland eine starke Ver�nderung der Lebenssituation zur Folge. Es handle sich aber um einen einmaligen Einschnitt und verhindere mit Blick auf die Wegweisung der Mutter auch, dass diese und das Kind dauerhaft getrennt w�rden, ohne dass eine Besuchsm�glichkeit aufrecht erhalten werden k�nnte.
Mit diesen Ausf�hrungen ist das Obergericht den Leitlinien der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gefolgt. Eine jede Neu-, Um- oder R�ckplatzierung hat sich am Kindeswohl auszurichten und bedingt eine Abw�gung zwischen den auf dem Spiel stehenden Interessen. F�r die R�ckplatzierung im Sinn von Art. 310 Abs. 3 ZGB gelten nicht die gleichen Kriterien wie f�r den Obhutsentzug gem�ss Art. 310 Abs. 1 ZGB. Im Zusammenhang mit der R�ckplatzierung ist zwar zu ber�cksichtigen, dass beim Obhutsentzug dem Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip eine zentrale Rolle zukommt und dieses verletzt ist, wenn Massnahmen l�nger als notwendig aufrechterhalten bleiben. Indes ist zu bedenken, dass es bei langdauerndem Pflegeverh�ltnis zu einer Verwurzelung mit sozialpsychischer Elternstellung der Pflegeeltern kommen kann; jedenfalls stete Umplatzierungen sind diesfalls zu vermeiden und vielmehr kontinuierliche Verh�ltnisse anzustreben (zum Ganzen: Urteil 5P.166/2002 vom 15. April 2002 E. 4.3). In solchen F�llen vermag die Aufrechterhaltung der Trennung zwischen Mutter und Kind auch vor Art. 8 Ziff. 1 EMRK standzuhalten (vgl. Urteil Nr. 41153/98 des EGMR vom 1. M�rz 2005 i.S. Fakhy vs Schweiz). Eltern, die sich trotz einer Fremdplatzierung um den Aufbau und die Pflege einer pers�nlichen Beziehung zu ihrem Kind bem�ht haben, brauchen indessen nicht zu bef�rchten, dass Art. 310 Abs. 3 ZGB mit Erfolg gegen ihre ernsthafte Absicht, das Kind eines Tages wieder selbst zu betreuen und zu erziehen, angerufen werden k�nnte; entscheidend f�r die Frage der Zur�cknahme durch die Mutter ist dabei, ob die seelische Verbindung zwischen ihr und dem Kind intakt ist und ob ihre Erziehungsf�higkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein eine �bertragung der Obhut unter Beachtung des Kindeswohls rechtfertigen (BGE 111 II 119 E. 5 und 6 S. 123 ff.; Urteil 5C.28/2007 vom 3. April 2007 E. 2.2).
Bei der Gewichtung der vorstehenden Interessen sind der Anspruch des Elternteils auf pers�nliche Betreuung und das Interesse des Kindes an stabilen Beziehungen gegeneinander abzuw�gen (vgl. BGE 111 II 119 E. 5 und 6 S. 124 f.). Dabei steht dem Sachgericht typischerweise ein Ermessen im Sinn von Art. 4 ZGB zu, bei dessen �berpr�fung das Bundesgericht Zur�ckhaltung �bt (132 III 97 E. 1 S. 99; 135 III 121 E. 2 S. 123 f.; spezifisch im Zusammenhang mit der Obhut: Urteile 5P.507/2006 vom 5. April 2007 E. 4.2; 5A_626/2009 vom 25. November 2009 E. 4.2).
Die Kindesvertreterin tut nicht dar, inwiefern das Obergericht von seinem Ermessen unsachgem�ssen Gebrauch gemacht h�tte. Ihre rechtlichen Ausf�hrungen basieren weitestgehend auf ihren eigenen Sachverhaltsschilderungen, welche mangels tauglicher Sachverhaltsr�gen (dazu E. 5) ebenso wenig ber�cksichtigt werden k�nnen wie ihre appellatorischen Verweise auf verschiedene im angefochtenen Entscheid nicht direkt wiedergegebene Dokumente (insb. das seinerzeitige Strafurteil, das Gutachten betreffend Obhutsentzug vom Sommer 2011 sowie verschiedene Nova). Was sodann den migrationsrechtlichen Hintergrund anbelangt, so betrifft der Vorwurf, das Obergericht habe die genauen �rtlichen und famili�ren Verh�ltnisse in Nigeria nicht abgekl�rt, wiederum den Sachverhalt, in welcher Hinsicht keine verfassungsm�ssigen Rechte als verletzt angerufen werden (dazu E. 5).
Was das Rechtliche anbelangt, hat das Obergericht zutreffend erwogen, dass f�r die Zuteilung der Obhut migrationsrechtliche �berlegungen nicht zentral sein k�nnen. In der Tat geht es vielmehr um die Frage, ob der betreffende Elternteil f�r das Kind angemessen sorgen und ihm einen stabilen Rahmen bieten kann, so dass das Kindeswohl bei einer (R�ck-) �bertragung nicht gef�hrdet erscheint, w�hrend schulische oder berufliche Perspektiven zwar bei der Frage, welchem der beiden Elternteile ein Kind bei ansonsten �hnlichen erzieherischen F�higkeiten anzuvertrauen ist, ausschlaggebend sein k�nnen, nicht aber bei der Frage, ob ein Kind bei den leiblichen Eltern oder Dritten unterzubringen ist; ansonsten w�ren Kinder aus bildungsfernen Haushalten letztlich systematisch bei Dritten zu platzieren, um ihnen bessere berufliche Perspektiven zu bieten. Wie gesagt, kann es bei der Obhutsfrage aber nicht um die Optimierung der �konomischen Zukunftsperspektiven gehen, sondern um die altersad�quate Betreuung des Kindes bzw. um die Abw�gung zwischen dem Anspruch der leiblichen Mutter auf pers�nliche Erziehung und einer allf�lligen Gef�hrdung des Kindeswohls durch Eigenbetreuung.
Im angefochtenen Urteil und �berhaupt in den Akten finden sich keine stichhaltigen Anhaltspunkte, wonach das Wohl von X.________ bei einem Zusammenleben mit seiner Mutter und seiner Halbschwester in der Schweiz oder bei einer gemeinsamen R�ckkehr nach Nigeria gef�hrdet w�re. Auf die Fragen des Obergerichts, wie ihre Zukunft im letzteren Fall auss�he, hat sie geantwortet: "Meine Familie w�rde mich unterst�tzen. Wir haben schon dar�ber geredet. Es gibt dort eine Wohnung, das ist kein Problem. Ich w�rde eine Arbeit suchen. [...] Ich k�nnte dort als Schneiderin oder Friseurin arbeiten. Die Waisenrente erhalte ich auch weiterhin, damit ist die Schule gesichert. Die Waisenrente f�r X.________ betr�gt ca. Fr. 385.- pro Monat. Das Pensionskassenguthaben nehme ich auch mit" (Prot. S. 15). Dies l�sst darauf schliessen, dass nicht nur bei einem Verbleib von Mutter und Kind in der Schweiz, sondern auch bei einer gemeinsamen R�ckkehr nach Nigeria nicht von einer Gef�hrdung ausgegangen werden kann, welche eine R�ckplatzierung zur Mutter ausschl�sse.
Wenn das Obergericht in Abw�gung all dieser Faktoren zum Schluss gekommen ist, dass eine R�ck�bertragung der Obhut an die Mutter angezeigt sei, so hat es das ihm zukommende Ermessen nicht verletzt. Somit h�lt der angefochtene Entscheid vor Bundesrecht stand.
F�r das obergerichtliche Verfahren hatte die Kindesvertreterin die unentgeltliche Rechtspflege verlangt. Das Obergericht ist darauf nicht eingetreten mit der Begr�ndung, hierf�r bestehe kein rechtliches Interesse; dem Kind k�nnten keine Gerichtskosten auferlegt werden und es bestehe kein Bedarf, die Rechtsanw�ltin als unentgeltliche Kindesvertreterin zu bestellen, weil sie bereits mit Beschluss der Vormundschaftsbeh�rde D.________ vom 28. Juni 2011 als Vertretungsbeist�ndin im Sinn von aArt. 392 Ziff. 2 ZGB ernannt worden sei.
Die Kindesvertreterin f�hrt diesbez�glich aus, dass die Vormundschaftsbeh�rde sie im Herbst 2012 gebeten habe, eine Honorarnote einzureichen, damit die aufgelaufenen Bem�hungen entsch�digt werden k�nnten. Bekanntlich sei die T�tigkeit der Vormundschaftsbeh�rden per Ende 2012 eingestellt worden, weshalb keine M�glichkeit mehr bestehe, das seither aufgelaufene Honorar bei dieser geltend zu machen. Wie dem Entscheid der KESB D.________ vom 30. Mai 2013 entnommen werden k�nne, sei sie zwar weiterhin als Prozessbeist�ndin bestellt worden, k�nnten aber die Kosten f�r die Vertretung ausserhalb von Verfahren bei der KESB nicht entsch�digt werden. Deshalb habe sie vor Obergericht die unentgeltliche Rechtspflege verlangt. Eine Prozessbeist�ndin im Sinn von Art. 392 ZGB bzw. eine von der KESB bestellte Verfahrensvertreterin habe die Rechtstellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung im Sinn von Art. 118 ZPO.
Was den Entscheid der KESB D.________ vom 30. Mai 2013 anbelangt, so handelt es sich um ein unzul�ssiges echtes Novum im Sinn von Art. 99 Abs. 1 BGG. Ohnehin wurde darin nicht die Verg�tung von Vertretungsleistungen ausgeschlossen, sondern lediglich in den Erw�gungen festgehalten, dass die Kindesvertreterin sich um eine anderweitige Deckung der Verfahrens- und Anwaltskosten bem�he. Im Dispositiv wurde ihr der Auftrag erteilt, weiterhin X.________ zu vertreten, sowohl im Verfahren vor Obergericht als auch f�r allf�llige Rechtsmittel; ferner wurde sie aufgefordert, nach rechtskr�ftigem Abschluss des Verfahrens Mitteilung �ber die Mandatsf�hrung zu machen.
Gem�ss Art. 299 Abs. 1 ZPO ordnet das Gericht die Vertretung des Kindes an, unter Bezeichnung der vertretenden Person. Die Botschaft h�lt hierzu fest, dass diese Aufgabe neu dem Gericht und nicht mehr der Vormundschaftsbeh�rde zufallen soll (BBl 2006 S. 7367). Entgegen dieser Vorschrift organisierte und mandatierte vorliegend die Vormundschaftsbeh�rde und dann die KESB als Nachfolgebeh�rde die Kindesvertretung. Es h�lt vor Bundesrecht stand, wenn das Obergericht befunden hat, in diesem Fall bed�rfe es keiner erneuten Ernennung durch das Gericht. Ebenso wenig ist Bundesrecht verletzt, wenn das Obergericht in der Folge keine Parteientsch�digung zugesprochen hat, denn diesfalls steht die mandatierende Beh�rde in der Kostenpflicht und die vom Staat gew�hrte unentgeltliche Rechtspflege ist im Verh�ltnis zu anderen Kostentr�gern subsidi�r.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit auf sie eingetreten werden kann. Mit R�cksicht auf das vorstehend Gesagte k�nnte das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege an sich auch f�r das bundesgerichtliche Verfahren abgewiesen werden. Indes bestellt das Bundesgericht als dritte Instanz dem Kind nur ganz ausnahmsweise von Amtes wegen eine Vertretung (als Beispiel: Urteil 5A_537/2012 vom 20. September 2012). Deshalb und auch zur Vereinfachung der Dinge rechtfertigt es sich, das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gutzuheissen, unter Bezeichnung von Rechtsanw�ltin Claudia Giusto als unentgeltliche Vertreterin von X.________ (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG).
Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen und er wird durch Rechtsanw�ltin Claudia Giusto verbeist�ndet.
Rechtsanw�ltin Claudia Giusto wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Gerichtskasse mit Fr. 1'500.-- entsch�digt.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, der Kindes- und Erwachsenenschutzbeh�rde D.________, der Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Z�rich) und dem Migrationsamt des Kantons Z�rich schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 75
 Art. 90
 Art. 133
 Art. 133
 Art. 133
 Art. 314
 BGE 
 BGE 
 Art. 300

Art. 300
 Art. 300
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 Art. 97
 BGE 
 Art. 106
 Art. 105
 Art. 310
 Art. 310
 Art. 8
 EGMR 
 Art. 310
 BGE 
 Art. 4
 Art. 392
 Art. 118
 Art. 99
 Art. 299