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Timestamp: 2019-09-15 19:02:46+00:00

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04.04.2015 14:17 |
wie ist der folgende Fall zu bewerten:
Ich soll, im Rahmen einer Beschäftigung bei einem Startup, Anteile an der bereits existierenden GmbH erhalten. Diese Anteile würden mir zum Nominalwert übertragen, da ich diese ja käuflich erwerben müsste, d.h. in Höhe der Kapitalanlage von 25k, also 250 Euro je 1%.
Allerdings befindet sich die GmbH bereits in Gesprächen mit Investoren, welche zu einer erheblich höheren Bewertung Anteile erwerben würden. Laut dem Notar würde nun Schenkungsteuer fällig wenn die GmbH mir Anteile zum Nominalwert verkaufen würde und kurze Zeit später (z.B. nach einem Monat) Anteile zu einer viel höheren Bewertung an einen Investor.
Gibt es eine Möglichkeit die Schenkungsteuer zu umgehen, indem nicht ich als Privatperson, sondern eine UG, deren Gesellschafter ich bin die Anteile erwirbt?
Gibt es andere Möglichkeiten, die Übertragung ohne Schenkungssteuer oder anderweitig steuerlich belangt zu werden zu bewerkstelligen?
steuerlich steuerlich GmbH Schenkungssteuer
Die Schenkungssteuer ist tatsächlich problematisch, wenn Sie die Anteile an der GmbH zum Nominalwert erwerben und dieser unter dem Marktwert liegt.
Es läge in Ihrem Falle eine gemischte Schenkung vor, d.h. eine Mischung aus Kaufvertrag und Schenkung. Die Differenz zwischen Nominalwert und Marktwert ist die Schenkung. Dieser Betrag wäre zu versteuern.
Hier haben Sie als Dritter einen Freibetrag von 20.000 Euro, vgl. § 15 Abs.1, § 16 Abs.1 Nr.7 ErbStG (Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz).
Eine Steuerbefreiung wäre möglich, wenn der Schenker, also der Veräußerer der Anteile, zu mehr als 25% unmittelbar an der GmbH beteiligt ist und das Betriebsvermögen der GmbH aus nicht mehr als 50% Verwaltungsvermögen besteht, vgl. § 13b Abs.1 Nr.3, Abs.2 S.2 ErbStG.
Diese Mindestbeteiligung von mehr als 25% ist auch erfüllt, wenn der Schenker und die weiteren Gesellschafter untereinander verpflichtet sind, über die Anteile nur einheitlich zu verfügen und das Stimmrecht gegenüber nichtgebundenen Gesellschaftern einheitlich auszuüben, vgl. § 13b Abs.1 Nr.3 ErbStG. In Ihrem Falle ist der Gesellschafter, der Ihnen die Anteile, deren Verkehrswert über dem Nominalwert liegt, zum Nominalwert überträgt, der Schenker Dies ist u.U. Ihr Arbeitgeber bzw. Chef.
Ihr Sachverhält lässt das genaue Verhältnis zwischen Ihnen und der GmbH offen.
Zu beachten ist hierbei, dass das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die §§ 13a und 13b ErbStG für verfassungswidrig erklärt hat, Urteil vom 17. Dezember 2014 - Az.: 1 BvL 21/12.
Allerdings sind diese Vorschriften dennoch weiterhin anwendbar. Bis zum 30. Juni 2016 muss der Gesetzgeber hierzu eine Neuregelung treffen. Ich erwähne dies, da ich nicht weiß, innerhalb welches Zeitraumes die Übertragung der Anteile angedacht ist.
Die Übertragung der GmbH-Anteile auf eine GmbH bzw. UG bringt Ihnen keine Vorteile.
Früher, d.h. vor Juni 2013 gab es die Möglichkeit durch eine bestimmte Gestaltung Steuern zu sparen. Diese Möglichkeit war auch bekannt unter der Bezeichnung „Cash-GmbH". Hierbei wurde Privatvermögen in Betriebsvermögen umgewandelt, um Steuern zu sparen. Ein solcher Fall liegt jedoch bei Ihnen nicht vor.
Wenn Sie bei der GmbH angestellt sind und damit Einkünfte aus unselbständiger Arbeit im Sinne von § 19 Einkommensteuergesetz (EStG) beziehen, besteht die Möglichkeit, dass der unentgeltlich übertragene Teil der Anteile Arbeitslohn i.S.v. § 19 EStG darstellt und daher zu versteuern wäre, wobei hier u.U. ein Freibetrag in Höhe von 360 Euro geltend gemacht werden kann, § 3 Nr. 39 EStG. Dies gilt auch für die Sozialversicherung, vgl. § 1 Abs.1 Satz 1 SVEG.
Welche steuerliche Gestaltung sinnvoll ist, wenn Sie Angestellter der GmbH sind, kann ich Ihnen aufgrund der Sachverhaltsschilderung nicht mitteilen. Hierzu wäre eine umfassende Beratung erforderlich.

References: § 15
 § 16
 § 13
 § 13
 § 19
 § 19
 § 3
 § 1