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Timestamp: 2018-06-21 17:22:34+00:00

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Wie kann man unterbinden, daß die AFA Jobangebote unterbreitet, die weit unter der ALG1-Leistung liegen? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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03.09.2017, 16:19 #1
mein Vater ist 63 Jahre alt und erhält aktuell ALG I, da die Firma in welcher er 30 Jahre tätig war, Insolvenz angemeldet hat.
Er hat Anspruch bis zur Rente (65) danach könnte er Abschlagsfrei in seine Regelrente übergehen. Jedoch gibt die AFA keine Ruhe und schickt Ihm Stellenangebote wo er viel weniger verdienen würde, als er ALG 1 erhält.
Laut § 140 SGB III (3) "muss" die AFA in den ersten Drei Monaten Ihm solche Stellenangebote anbieten, in denen er 20 Prozent und im 4 - 6 Monat, 30 % weniger vom letzten Bruttogehalt erhält. Ab dem 7 Monat "müsste" er einen vergleichbaren Job annehmen, indem er soviel verdient wie das derzeitige ALG I beträgt, abzüglich der Werbungskosten (Fahrtkosten).
Wie kann man am besten ein Schreiben aufsetzen, damit die AFA endlich aufhört, Jobangebote anzubieten die weit unter seinem ALG Beitrag sind ?
Vielleicht hatte jemand schonmal das gleiche Problem und hat schonmal etwas geschrieben ?!
Vielen Dank und freundliche Grüße aus Hessen
03.09.2017, 18:16 #2
AW: ALG I - Unzumutbare Job Angebote - §140 SGB III (3)
Sind die Stellenangebote denn alle mit Gehaltsangabe?
Die 58er-Regelung gibt es ja nicht mehr, von daher machen die SB nun solchen aussichtslosen Unsinn.
03.09.2017, 18:44 #3
Bei den wenigsten, gibt es eine Gehaltsangabe.
Jedoch sind es immer nur ZAF.
Er war Vorarbeiter und hatte ein "gutes" Gehalt, so dass er mehr ALG I erhält als er in einer "neuen" Firma erhalten würde.
04.09.2017, 00:04 #4
Laut § 140 SGB III (3) "muss" die AFA in den ersten Drei Monaten Ihm solche Stellenangebote anbieten, in denen er 20 Prozent und im 4 - 6 Monat, 30 % weniger vom letzten Bruttogehalt erhält.
Das ist Unsinn, die dürfen ihm alles anbieten was sie haben/finden.
Dein Vater "muss" aber nicht alles annehmen.
04.09.2017, 07:48 #5
ja aber, er muss keine Angst vor Sanktionen bzw. Sperren haben richtig ?
04.09.2017, 07:54 #6
Hat er eine EGV Unterschrieben?
04.09.2017, 10:57 #7
Du sagst die AFA schickt deinen Vater nur Angebote, bei denen das Gehalt viel zu niedrig ist, sagst dann aber, dass du das Gehalt der Stellenangebote garnicht kennst?
04.09.2017, 11:23 #8
leider ja, sie ist bis Ende November gültig, dass er sich bewerben wird etc. geschwärzter Scan der EGV kommt noch.
Zu den Gehältern wissen wir teils dass ca. 11 EUR gezahlt werden, das ist trotzdem alles unter seinem ALGI Beitrag
04.09.2017, 12:27 #9
Sorry, aber wenn ich schon "ca." lese, dann war meine Fragestellung schon berechtigt.
Ich bin zu 100% sicher, dass Du mit Deiner Vermutung recht hast, dass die entsprechenden Zaf unterhalb des Alg1 Deines Vaters bezahlen.
Nur musst Du auch verstehen, dass das für eine Nichtbewerbung nicht ausreicht.
Du kannst es schlichtweg nicht wissen und Dein Vater muss sich erstmal bewerben.
In einem evtl. Vorstellungsgespräch wird man dann in der Regel den Lohn erfahren.
Dann kann Dein Vater sperrzeitfrei ablehnen.
Leider läuft das so rum.
Wenn das dann mehrmals passiert, würde ich den SB darauf ansprechen, ob das so sinnhaft ist mit den Vorschlägen.
Wenn Du das ohne gesichertes Wissen der Entlohnung machst, wird die SB fragen, woher Du die Unzumutbarkeit herleitest.
Sorry, aber wenn ich schon "ca." lese, dann war meine Fragestellung schon berechtigt. .....
ich verstehe. Wenn der Lohn jedoch angegeben ist wie bei meinem Beispiel mit den 11 EURONEN könnte er theoretisch direkt ablehnen ? Nochmal zur meiner Verständnis, wenn er Stellenangebote erhält ohne Lohnangaben, muss er sich bewerben und falls er eingeladen wird und der Lohn genannt wird, kann er den Job ablehnen ? Richtig ?
Anbei nochmal die EGV. Hat die EGV mehr wert als der § 140 ? Sprich was mein Gedanke ist, das er jetzt theoretisch alles annehmen muss weil er die EGV unterschrieben hat ?
algi 1ff.pdf (379,2 KB, 69x aufgerufen)
algi 2ff.pdf (390,4 KB, 56x aufgerufen)
Geändert von Doppeloma (05.09.2017 um 00:21 Uhr)
04.09.2017, 15:08 #11
Auf die schnelle fällt in der EGV auf, dass die Kostenübernahme für Bewerbungen nicht geregelt ist.
Wegen der Zumutbarkeit gibt es viele Threads. Ist doch immer das gleiche.
ich verstehe. Wenn der Lohn jedoch angegeben ist wie bei meinem Beispiel mit den 11 EURONEN könnte er theoretisch direkt ablehnen ?
ein Ja wäre hier wohl etwas zu pauschal. Kommt doch teils auf Details an. Beispielsweise bei ZAF Eingruppierung oder Zuschläge.
Nochmal zur meiner Verständnis, wenn er Stellenangebote erhält ohne Lohnangaben, muss er sich bewerben und falls er eingeladen wird und der Lohn genannt wird, kann er den Job ablehnen ? Richtig ?
hier ein klares Ja. Dies ist der sichere Weg!
Andere Vorgehensweisen können ein Risiko nachsichziehen.
Laut § 140 SGB III (3) "muss" die AFA (usw.)
Hier hast du ein kleines Auslegungsproblem;
Die AfA ist angehalten nur zumutbare Stellen anzubieten ... macht sie aber nicht.
Dein Vater darf, mit einem wichtigen Grund, solche Stellen ablehnen ... und hier liegt das Problem!
Weise mal den wichtigen Grund; ZAF-Lohn liegt unterhalb der Grenze, einem SB nach.
Selbst wenn A. Nahles einen VV mit RFB bekommt, in dem bzgl. Gehalt steht; "ab EG3 mit Zulagen", und jeder mit gesundem Menschenverstand sagt; "Das sind laut ZAF-Einstufungstabelle aktuell 1.745,72EUR im Monat ... das "ab" ist nur ein Werbeversprechen, vergleichen Sie das mal mit einem MdB-Bezügen!", kommt die Antwort; "Es gibt die Zulagen oben drauf ."
Selbst mit allen Zulagen, die eine ZAF anbietet (aber die freiwillig und/oder einsatzabhängig, und deshalb kein garantierter Lohnbestandteil, sind) wird die Stelle nicht zumutbar ... interessiert SB immer noch nicht. Dann wird gekontert; "Haben Sie Beweise dafür? Nach meinem Kenntnisstand ist diese Stelle für Sie zumutbar!".
Ohne dir jetzt zu viel Hoffnung machen zu wollen, lese meine Theorie am Ende des Beitrages aufmerksam durch.
er muss keine Angst vor Sanktionen bzw. Sperren haben richtig ?
Im Endeffekt bedeutet es; Dein Vater muss sich von der ZAF einen Arbeitsvertrag vorlegen lassen um den Beweis der Unzumutbarkeit zu bekommen. Ansonsten kann ihm eine Sperre drohen ... gegen die er - wahrscheinlich - gerichtlich vorgehen muss
~> Bei jemandem, der keine Erfahrung mit diesen Sklavenhändlern hat, ist zu befürchten, dass er im Vorstellungsgespräch bequatscht wird und einen Arbeitsvertrag unterschreibt.
Es wird kein Schreiben nutzen ~> kann man daran sehen, wie sich die ganzen SBs an geltendes Recht halten.
Die einzige Möglichkeit wäre; Sein/e SB bemerkt kurz vor dem Versenden der Anhörung, dass der VV nicht zumutbar war.
~> Diese Prüfung führt, nach meinem Wissen, der/die SB deines Vaters durch ... VV können von allen SBs in Deutschland verschickt werden.
sagst dann aber, dass du das Gehalt der Stellenangebote garnicht kennst?
Da reichen zwei Blicke um das zu wissen:
Blick 1 in die eigene Gehaltsabrechnung ~> Vorarbeiter mit gutem Gehalt ... da sind locker ü4.000EUR drin ~> 80% = ü3.200EUR, 70% = ü2.800EUR
Blick 2 in die Entgelttabelle der ZAFen
Zitat von Entgeltgruppe 7 iGZ
Ausführung von speziellen Tätigkeiten, für die eine Meister-, Techniker-, oder Fachschulausbildung erforderlich ist, bei denen die Arbeitnehmer Ver-antwortung für Personal und Sachwerte zu tragen haben oder selbstständig komplexe Aufgabenstellungen bewältigen müssen.
Quelle: Entgeltgruppen iGZ / DGB
... dann lassen wir den Blick weiter wandern zu: DGB - Bundesvorstand | Tarifinfo Zeitarbeit/Leiharbeit mit Tariftabelle und Entgeltgruppen im dortigen Vorschaubild steht: 18,06EUR/h x 151,67h/Monat = 2.739,16EUR.
Da ich bezweifle, dass eine ZAF den Vater in E7 einstufen will ... sollte er bis zum 6. ALG1-Monat schon mal vor ZAFen geschützt sein.
Zitat von SG Chemnitz Az. S 6 AL 253/06 v. 15.11.2007 Urteil
Die Vorschrift des § 121 Abs. 3 SGB III ist auch als Schutzvorschrift für den Arbeitslosen zu sehen. Der Arbeitslose hat hieraus einen Anspruch, dass die Beklagte nur zumutbare Arbeitsangebote unterbreitet, also auch vor Übersendung eines Arbeitsangebotes die erzielbare Vergütung abprüft. Überdies muss es auch dem Arbeitslosen selbst möglich sein, die Zumutbarkeit des Stellenangebotes anhand der Kriterien des § 121 Abs. 3 SGB III zu prüfen.
Link zum Urteil: S 6 AL 253/06 · SG C · Urteil vom 15.11.2007 ·
Hier wird auf den § 121 SGB III a.F. (alte Fassung) in der bis zum 01.04.2012 geltenden Fassung verwiesen.
Link zum Hinweis: Fassung SS 140 SGB III a.F. bis 01.04.2012 (geandert durch Artikel 2 G. v. 20.12.2011 BGBl. I S. 2854)
Zitat von Auszüge aus dem BSG Az. B 11 AL 31/01 R v. 08.11.2001 Urteil
Denn nach § 121 Abs 3 SGB III ist eine Beschäftigung dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Alg zugrunde liegende Arbeitsentgelt.
Das Arbeitsangebot des Arbeitsamtes, der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluß eines Arbeitsvertrages, bedarf zwar nicht in jedem Fall auch der Angabe, welcher Lohn gezahlt werden soll.
Da eine Sperrzeit nach § 144 Abs 1 Nr 2 SGB III jedoch nur eintritt, wenn der Arbeitslose die angebotene Arbeit nicht angenommen oder nicht angetreten hat, ohne für sein Verhalten einen wichtigen Grund zu haben, ein solcher Grund aber vorliegt, wenn das Arbeitsangebot für den Arbeitslosen nicht zumutbar ist, müssen sich die Beklagte und im Rechtsstreit um eine Sperrzeit die Gerichte davon überzeugen, daß das zu erzielende Arbeitsentgelt die von § 121 Abs 3 SGB III gezogenen Grenzen nicht unterschritten hat. Gerade bei einer Vermittlung in ein Leiharbeitsverhältnis besteht hierfür Veranlassung, weil in diesen Arbeitsverhältnissen im Vergleich mit üblichen Beschäftigungen regelmäßig erheblich geringere Löhne erzielt werden.
Daß der Kläger weder gegenüber E. noch im Widerspruchsverfahren sich auf einen Lohnabstand berufen hat, ist unerheblich; es genügt für den wichtigen Grund, daß dieser objektiv vorliegt
Daß der Kläger E. möglicherweise zur Höhe des Entgelts überhaupt nicht befragt und jedenfalls nicht mit E. über das Entgelt verhandelt hat, konnte weder die Beklagte noch die Gerichte von ihrer Verpflichtung entbinden, alle Tatsachen zu ermitteln, die für das Vorliegen eines wichtigen Grundes von Bedeutung sein können.
§ 121 SGB III: Fassung SS 140 SGB III a.F. bis 01.04.2012 (geandert durch Artikel 2 G. v. 20.12.2011 BGBl. I S. 2854)
§ 144 SGB III: https://www.buzer.de/gesetz/6003/al3...htm?line=32904
Zitat von HEGA 03/13 - 01 (Handlungsempfehlung / Geschäftsanweisung)
Aus der nicht ganz so alten
Zitat von HEGA 05/10 - 01 - Arbeitsvermittlung in Verbindung mit dem Arbeitnehmerentsendegesetz
Wird von einem Arbeitgeber, der unter den Geltungsbereich eines Tarifvertrages fällt, mindestens die Zahlung des Mindestlohnes angeboten, ist im Stellenangebot einzutragen: "Tarif" ggf. "über Tarif" oder der konkrete Lohn. (...)
Der Eintrag "Nach Vereinbarung", „Nach Absprache“, o. ä. ist nicht zulässig.
... so, also rein theoretisch ist es den SBs untersagt einen VV mit RFB zu erlassen, in welchem wichtige Angaben über die Zumutbarkeit fehlen.
Wenn es doch auch in der Praxis so gehandhabt/ablaufen würde!
Geändert von AnonNemo (04.09.2017 um 23:17 Uhr) Grund: Fehlerteufel
04.09.2017, 20:45 #13
wie viele Beitragsjahre hat dein Vater insgesamt und wie hoch wären mögliche Abzüge,in Prozent, wenn er jetzt möglicherweise in Rente ginge ?
Nicht erst mit 65.
Daß dein Vater ernsthaft mit 63 noch einen festen Job mit gutem Einkommen findet halte ich selbst für wenig wahrscheinlich.
Daran dürften nicht einmal die AfA-Betreuer glauben. In deren Hinterstübchen dürfte etwas anderes vorgehen.
Wozu deinem Vater noch 24 Monate ALG zahlen wenn man ihn möglicherweise mit etwas Druck in die Rente befördern kann.
Gut für das Budget der AfA und für die Statistik.
04.09.2017, 21:08 #14
AW: Wie kann man unterbinden, daß die AFA Jobangebote unterbreitet, die weit unter der ALG1-Leistung liegen?
Moinsen cocacola1 und willkommen hier ...!
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder ALG I - Unzumutbare Job Angebote - § 140 SGB III (3), sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
Geändert von Curt The Cat (04.09.2017 um 21:33 Uhr)
05.09.2017, 01:55 #15
AW: Wie kann man unterbinden, daÃŸ die AFA Jobangebote unterbreitet, die weit unter der ALG1-Leistung liegen?
empfehle dir dringend dich an die Inhalte von #Post 11 zu halten, denn genau so ist es für ALGI geregelt.
Die Zumutbarkeit hat der SB zu prüfen EHE er einen VV verschickt oder herausgibt und das aktuelle ALGI ist die unterste Grenze auch ab dem 7. Monat der Arbeitslosigkeit.
Davon sind dann erst noch die berufsbedingten Aufwendungen abzuziehen bei einer potentiellen neuen Stelle, erst was dann übrig bleibt ist mit dem ALGI zu vergleichen.
In der EGV steht zunächst mal NICHTS davon, dass er sich verpflichten würde sich bei ZAF zu bewerben, es wird wohl seinen Grund haben.
Dein Vater muss sich auch auf klar unzumutbare VV NICHT bewerben, da schreibt er hinten drauf "Nicht beworben weil nach § 140 SGB III NICHT zumutbar" = FERTIG ...
Der SB hätte zu beweisen dass es anders ist und eine versuchte Sperre wäre sehr schnell vom Tisch, ich kann mir kaum vorstellen dass man mit 63 Jahren so wenig verdient hat zuletzt, dass die üblichen ZAF-Angebote da mithalten könnten.
Wenn der Lohn jedoch angegeben ist wie bei meinem Beispiel mit den 11 EURONEN könnte er theoretisch direkt ablehnen ? Nochmal zur meiner Verständnis, wenn er Stellenangebote erhält ohne Lohnangaben, muss er sich bewerben und falls er eingeladen wird und der Lohn genannt wird, kann er den Job ablehnen ?
Er braucht sich darauf überhaupt NICHT erst bewerben und mal unter uns, wollen auch ZAF KEINE Mitarbeiter Ü 60 mehr einstellen, die sind denen nicht mehr "flexibel und biegsam genug" und werden von den Leihbetrieben vermutlich auch gar nicht "gewünscht" ...
Um welche konkreten Stellen-Angebote geht es denn dabei überhaupt, wenn ich in der EGV schon lese, dass er sich als "Helfer" bewerben soll klingt das ja danach als ob er sonst weiter nichts als irgendwelche Hilfsarbeiten machen könnte ...
Aber auch das ist ein sehr dehnbarer Begriff und keine konkrete Berufsbezeichnung, warum lässt er sich schon bei der AfA so abwertend behandeln ???
Nun mal zur EGV, die vermutlich nicht (wie es vorgeschrieben ist) mit ihm besprochen und verhandelt ("gemiensam erarbeitet") wurde, auf dieser Basis sollte er NIEMALS wieder einen solchen Vertrag unterschreiben.
Dazu mal ganz klar, ist das GESETZ IMMER VORRANGIG und darf durch vertragliche Regelungen nicht "außer Kraft gesetzt" werden, im Ernstfall gilt also § 140 SGB III und nicht was in der EGV steht ... die taugt sowieso nicht viel.
Er ist noch nicht in Hartz 4 und muss keineswegs "Alles" annehmen und selbst dort gibt es gewisse Grenzen dafür.
Man versucht deinen Vater aus dem Leistungsbezug "zu ekeln" mit solchen unverschämten (und teils auch unzulässigen) Forderungen, denn man darf ihn natürlich NICHT offiziell in eine vorzeitige Altersrente zwingen, wo er vielleicht noch Abzüge in Kauf nehmen müsste.
Das ist im SGB III / ALGI nicht erlaubt, da muss er erst die reguläre (ungekürzte) Altersrente beantragen wenn sein Anspruch bis dahin noch reichen würde MUSS die AfA auch zahlen, wenn sie ihn nicht mehr in Arbeit bekommen kann...
Aber man weiß natürlich andererseits auch genau, dass er keine gut genug bezahlte Stelle mehr finden wird (entsprechend § 140 SGB III hat er aber Anspruch darauf und muss mit weniger nicht zufrieden sein ) also versucht man ihn (per EGV-Verpflichtungen) deutlich "unter Wert" noch los zu werden und hofft er merkt es nicht.
Diese Gesetzeslage würde eigentlich mit in einen ordentlichen Eingliederungs-Vertrag gehören aber man hat ihn sicher nicht mal dazu informiert.
Seine Telefon-Nummer sollte er umgehend wieder löschen lassen, er braucht sich nicht auch noch telefonisch von der AfA belästigen lassen, telefonische Stellenangebote sind sowieso wertlos (wer weiß mit wem der SB da gerade gesprochen hat ) haben schon mal KEINE RFB.
Wie viele VV hat er denn bekommen und waren die ALLE mit RFB oder waren es nur (hastig) ausgedruckte Stelleninformationen aus der Job-Börse ... ???
"In Einzelfällen" werden ihm auch mal "passende" Stellenangebote zugesendet, da wird also nicht mehr viel zu erwarten sein und telefonisch wird "abgestellt" ... Vorlage siehe unten.
Der Rest sind schon gesetzliche Aufgaben der AfA, dafür braucht man keinen Vertrag abschließen.
Der letzte Satz bei der "Unterstützung der AfA" ist besonders "Prickelnd", hat man ihm auch erklärt, was damit genau gemeint ist ???
Man wagte es wohl nicht ihn offen aufzufordern, sich als "Probe-Arbeiter oder Praktikant anzubieten" aber das kommt ja später noch bei seinen Aufgaben.
Ansonsten bietet die AfA NICHTS wofür es sich gelohnt hätte, diesen Vertrag zu unterschreiben.
Dafür FORDERT sie was sie reichlich von dem, was sie selbst nicht anzubieten hat ...
2 Bewerbungen pro Woche in dem Alter sind eher eine Zumutung als eine realistische Angelegenheit, wo bitte soll er sich denn da überall bewerben können mit Aussicht auf Erfolg ?
Was hat er zuletzt gemacht, welche beruflichen Erfahtungen hat er, die für die umliegenden AG interessant sein könnten ???
WO im Tagespendelbereich werden Arbeitskräfte gesucht in diesen Bereichen ... das sind alles Informationen die ihm der Arbeitsvermittler zu geben hat ehe er selbst VV rausschickt oder unerfüllbare Bewerbungen verlangt.
Es sollen ja nur sinnvolle Bewerbungen getätigt werden und nicht nur eine vorgegebene Anzahl erfüllt werden.
Auf welchen Wegen er selbst nach Arbeit sucht, ist übrigens auch seine Angelegenheit, Zeitungen kosten Geld, das bekommt er ja von der AfA auch nicht extra dafür und auch kein Geld für Bewerbungskosten wird ihm zugesagt.
Also geht man ja schon davon aus, dass er genug ALGI bezieht, um das selbst zu finanzieren, dann darf man aber auch keine Bewerbungen im Niedriglohnbereich verlangen.
Online-Job-Portale wollen eine Anmeldung mit persönlichen Daten und das entscheidet dein Vater immer noch selbst wo er das bekannt geben will, dazu kann ihn auch eine EGV nicht zwingen.
Warum bitte soll er AG freiwillig ein "Praktikum" zum Erwerb irgendwelcher Kenntnisse anbieten, dazu kann ihn die AfA gar nicht verpflichten, warum bitte sollte er sich mit 63 als Praktikant irgendwo ohne Bezahlung ausnutzen lassen (wollen) ???
Muss er nicht machen und kann auch nicht kontrolliert werden, ob er das jemals gemacht hat, die AfA soll in bezahlte Arbeit vermitteln.
Ich glaube nicht, dass man dafür mit 63 nach kurzer Arbeitslosigkeit erst unbezahlt was beweisen muss bei einem AG "als Maßnahme getarnt" ....
Dass man bei AU die Bescheinigung abgeben muss ist normal und gehört nicht in diesen Vertrag.
Auch die angeblichen RFB wiederholen nur, was schon im Gesetz steht zu den allgemeinen Mitteilungspflichten, die man auch OHNE EGV einzuhalten hat.
Es gibt nämlich KEINE besonderen RFB für eine ALGI-EGV, denn die Sperrzeit-Tatbestände sind bereits im § 159 SGB III abschließend geregelt, mehr geht auch NICHT aus einer EGV ...
Das kann er sich sparen, er sollte sich an die Hinweise hier halten und unzumutbare VV rigoros ablehnen mit dem Hinweis auf § 140 SGB III, es ist nicht so schwer das zu "orten", ob das zumutbar sein kann oder nicht.
Ansonsten sparsame Kurzbewerbung (ohne Angabe der Telefon-Nummer, damit die AG schreiben MÜSSEN, wenn sie was wollen) mit der Ankündigung weitere Unterlagen gerne zu einem Vorstellungstermin mitzubringen ...
Auch wenn es nicht so sein soll, wird bereits das Lebensalter dafür sorgen, dass sich das AG-Interesse in Grenzen halten dürfte und wenn es nicht genug zumutbare / sinnvolle Angebote gibt am örtlichen Arbeitsmarkt, dann ist es eben so.
Sinnlos-Bewerbungen werden sogar von Sozialrichtern kritisiert ... und eine feste Bewerbungs-Anzahl steht aus diesem Grunde auch nicht im Gesetz, die soll individuell auf den Arbeitslosen und seine konkreten Möglichkeiten angepasst sein ...
Wenn sich was anbietet sollte er sich "willig" zeigen, damit er was mitnehmen kann zu einem Meldetermin auf seiner Liste ..., es hat leider nicht geklappt = FERTIG ... in der Regel kühlt das Interesse der SB an den schwer vermittelbaren "Alten" auch schnell wieder ab.
Verlangen darf man das aber leider NICHT ... und unnötige schriftliche Äußerungen dazu sollte man sich generell besser verkneifen ...
Antrag Datenlöschung-AfA Blanko - Kopie.doc (26,5 KB, 21x aufgerufen)
25.02.2018, 20:13 #16
danke für die ganzen Antworten ! Mittlerweile ist alles in Ordnung, da mein Vater einen GdB von 80 erhalten hat und somit einen anderen SB. Dieser ist ganz locker und sagt selbst dass es schwer wird so einen "älteren" fast Runter zu vermitteln mit einer Behinderung und dem Gehalt etc.
Nun hat der SB geraten KG zu beziehen bis zur Aussteuerung, kann hierzu jemand Tipps geben ?
Vielen Dank an alle ! Super Boardgemeinde !
26.02.2018, 00:14 #17
danke für die ganzen Antworten ! Mittlerweile ist alles in Ordnung, da mein Vater einen GdB von 80 erhalten hat und somit einen anderen SB.
Er wurde also in die "Reha-Betreuung" übergeben und dort weiß man natürlich auch nicht was man noch mit ihm anfangen soll , alles über GdB 50 (Schwerbehinderten-Ausweis) ist zusätzlich zum höheren Lebensalter eigentlich schon "das Ende vom Lied" bei der AfA und auch bei den Arbeitgebern.
Dieser ist ganz locker und sagt selbst dass es schwer wird so einen "älteren" fast Runter zu vermitteln mit einer Behinderung und dem Gehalt etc.
Dann war doch meine Vermutung völlig richtig, dass ZAF (schon vom Eimkommen her) ohnehin keine "zumutbaren" Angebote sein können und keine ZAF stellt Jemanden ein, der mit GdB 80 nach 6 Monaten fast unkündbar wäre, andere AG machen das auch nicht mehr ...
Wozu denn bitte, wenn dein Vater (eigentlich) schon täglich in die Rente für Schwerbehinderte gehen könnte, warum wartet er denn überhaupt noch damit ???
Die dürfte doch für ihn schon aktuell möglich sein, sogar ohne Abschläge ... ist das so viel weniger, als sein aktuelles ALGI ???
Der ist auch nicht "lockerer", vielleicht etwas realistischer (oder nur subtil "einfallsreicher" ), was NICHTS daran ändert, dass er deinen Vater auch nur loswerden will, aus dem Bezug von ALGI.
Vielleicht mag der SB ihm das ja mal schriftlich geben, warum dein Vater sich nun (für das gleiche monatliche Geld) "lieber" mit der Krankenkasse herumschlagen sollte als mit der AfA ...
Alle 2-3 Wochen zum Arzt rennen müssen, um die AU-Bescheinigung zu bekommen, vielleicht noch einen sinnfreien Reha-Antrag bei der DRV stellen müssen, weil auch die KK inzwischen wissen, wie man wenigstens etwas Geld sparen könnte.
Dafür muss ja zunächst mal ein behandelnder Arzt auch bereit sein ihn lange genug AU zu schreiben und die KK muss das auch (nach 6 Wochen Leistungsfortzahlung von der AfA) so akzeptieren wollen.
Die können ihn auch direkt zum MDK (der KK) schicken, um feststellen zu lassen, dass er so krank dann doch nicht ist ... ein hoher GdB macht dazu keine Aussagen, ob man "Arbeits-FÄHIG" oder "Arbeits-UNFÄHIG" ist (nach dem Recht der KK), dass sollte ein (Reha-) SB der AfA eigentlich wissen.
Klar, die AfA wäre ihn (zumindest vorerst) los und er fällt nicht mehr "negativ" auf, in der Arbeitslosen-Statistik für die über 60-Jährigen gelistet (die doch so sehr gebraucht werden am Arbeitsmarkt) aber das kann deinem Vater ja nun herzlich egal sein.
Er ist ja bereit sich in (gut bezahlte) zumutbare Arbeit vermitteln zu lassen, warum soll er sich krank schreiben lassen wenn er gar nicht krank ist, nur damit die AfA ihn los wird ???
Die KK geben auch keine Ruhe (besonders) wenn Jemand arbeitslos ist, wollen die den auch möglichst bald wieder los werden (an die AfA zur Arbeitsvermittlung), ich glaube den zusätzlichen Stress braucht er nicht wirklich ...
Der SB ist ja sehr "optimistisch" wenn er das vorschlägt, ohne wirklich schwer krank zu sein bekommt man aber kein Krankengeld bis zur Aussteuerung (78 Wochen = 1,5 Jahre) und nach der Aussteuerung hätte er immer noch Anspruch auf bis zu 24 Monate ALGI ... also ein wenig "sinnvoller" Vorschlag ...
An solchen Ideen merkst du aber schon woher "der Wind weht", erst versucht man ihn möglichst schnell in ZAF los zu werden (was ihm auch ohne Schwerbehinderung nicht "zumutbar" wäre nach § 140 SGB III) und wenn das nicht klappt, dann meint man ihn als krank / Arbeits-UNFÄHIG zur KK "abschieben" zu können ... man meint es doch "nur gut mit ihm" (und mit den AfA-Finanzen) ...
Arbeitslosigkeit und "Vermittlungshemnisse" sind aber keine Krankheiten mit Krankengeld -Anspruch von der KK, sondern genau dafür (Arbeitsvermittlung) ist die AfA zuständig, dort hat dein Vater schließlich auch jahrelang Beiträge eingezahlt für genau den Fall, der jetzt eingetreten ist ...
Dafür sind NICHT die Krankenversicherungs-Beiträge vorgesehen ... die völlige Unfähigkeit der AfA finanziell auszugleichen, Arbeitslose (besonders Ältere/ Schwerbehinderte) in Arbeit zu bringen.
angebote, unzumutbare, §140
So kann man auch Selbständigkeit unterbinden. Mollmops Existenzgründung und Selbstständigkeit 17 06.08.2011 19:12
Jobangebote zu Beginn der Arbeitslosigkeit (ALG1) nurn ALG I 9 20.06.2011 12:15
Brandenburger verdienen weit unter Bundesdurchschnitt Mario Nette Archiv - News Diskussionen Tagespresse 2 18.08.2008 14:39

References: § 140
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 § 121
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 § 144
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