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Timestamp: 2019-01-16 14:26:49+00:00

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Ärztinnen und Ärzte haben eine hohe berufliche Belastung, sollten sich adäquat um ihre Gesundheit kümmern (Gesundheitsverhalten), können selbst erkranken und haben besondere Bedingungen beim Zugang zum Gesundheitssystem. International wird das Thema seit einigen Jahren untersucht. In Deutschland sind bisher nur wenige Untersuchungen vorhanden. Im Rahmen des Projektes Ärztegesundheit werden verschiedene systematische Untersuchungen durchgeführt. Weiterhin soll die Wahrnehmung des Themas und die Integration in Aus-, Weiter- und Fortbildung gefördert werden.
Das Projekt umfasst mehrere Teilprojekte, die sich mit der Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten befassen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Hausärzten.
Befragung Thüringer und Sächsischer Hausärzte
Befragung von Internisten und Psychiatern
Qualitative Studie zur Inanspruchnahme
Nico Schneider (ehemals Institut für Allgemeinmedizin Jena)
Friederike Hecker (Doktorandin)
Dr. rer. medic. Dipl.- Psych. Franziska Einsle, Technische Universität Dresden, Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Andrée Rochefort, Irish College of General Practitioners
Schulz S, Einsle F, Schneider N, Wensing M, Gensichen J. Illness behaviour of general practitionersa cross-sectional survey. Occup Med. 2017;67(1):33-7. [Link]
Hecker F, Sauerbrey U, Schulz S. Inanspruchnahme (haus-)ärztlicher Betreuung durch Hausärzte im eigenen Krankheitsfall - Eine qualitative Studie (Vortrag). 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 13.-15.09.2018; Innsbruck, Österreich.
Schulz S. Das Krankheitsverhalten von Medizinstudierenden bei akuten Erkrankungen unterschiedlichen Schweregrades (Vortrag). 51 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 20.09.-23.09.2017; Düsseldorf.
Schulz S, Einsle F, Schneider N, Hänsch S, Bungenberg G, Gensichen J. Das Verhalten von niedergelassenen Ärzten im eigenen Krankheitsfall (Poster). 50 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 30.09.-02.10.2016; Frankfurt am Main. [PDF]
Schulz S, Einsle F, Schneider N, Gensichen J. Illness behavior of German General Practitioners - a survey (Poster). European Association for Physician Health Conference; 20.-21.04.2015; Barcelona, Spanien. [PDF]
Schulz S, Einsle F, Schneider N, Gensichen J. Das Verhalten von Hausärzten im eigenen Krankheitsfall - Einfluss der internalen Kontrollüberzeugung (Poster). 49 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 17.-19.09.2015; Bozen / Südtirol, Italien. [PDF]
Medizinisches Wissen bzw. Gesundheitswissen wird in der Forschung, aber auch in klinischen Kontexten in der Regel als wissenschaftlich generiertes und in die Praxis transferiertes Wissen verstanden. Dieses für die medizinische Forschung und Praxis notwendige Wissensverständnis lenkt jedoch leicht ab von der Produktion populären Gesundheitswissens, dem Menschen im Alltag außerhalb von Kliniken und Praxen durch verschiedene Informationsquellen begegnen. Auf dem Buchmarkt, im Internet, in Magazinen oder im Fernsehen findet sich heute ein breites Angebot populär aufbereiteter Themen, die im Projekt GeWiMe hinsichtlich ihrer Provenienz, Vermittlung und Aneignung untersucht werden sollen. Das Projekt ist notwendig, um die gesellschaftlich-medialen Bedingungen zukünftiger Gesundheitsversorgung in Wissenschaft und Praxis angemessen berücksichtigen zu können.
GeWiMe umfasst mehrere Dimensionen, in denen aus verschiedenen Perspektiven Gesundheitswissen in populären Medien untersucht wird. Ein besonderer Fokus liegt derzeit auf den Vermittlungsangeboten, so etwa im Falle von Elternratgebern in Buchform.
Aktuelle Teildimensionen des Projekts
Thematische Überblicke über Elternratgeber zur Kindergesundheit
Untersuchung der fachlichen Provenienz der Autorinnen und Autoren von Elternratgebern
Dokumentenanalysen an Elternratgebern zu den Themen Babypflege, Kinderernährung und Sterbehilfe
Wissenschaftliches Netzwerk der DFG zur Erforschung pädagogischer Ratgeberliteratur (Leitung: Dr. Michaela Schmid, Universität Augsburg)
Sauerbrey U, Petruschke I, Schulz S, Herklotz K, Vollmar HC. Elternratgeber über Kindergesundheit. Ein Überblick über populärmedizinische Themen auf dem deutschen Buchmarkt. Zeitschrift für Allgemeinmedizin. 2018;6:269-75. [Link]
Beiträge auf Kongressen/Fachtagungen
Sauerbrey U, Schick C, Petruschke I, Schulz S. Welches Wissen, warum und von wem? Eine Dokumentenanalyse an Elternratgebern über Kinderernährung (Vortrag). Fachtagung "Das Essen der Kinder - zwischen Pädagogisierung, Konsum und Kinderkultur" des Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung an der Universität Bielefeld; 06.-07.12.2018; Bielefeld
Sauerbrey U, Schick C, Wobig S, Petruschke I, Meier A, Schulz S. Die Sorge am Lebensbeginn in Elternratgebern. Populäres Wissen über Babypflege im Fokus einer Dokumentenanalyse (Vortrag). Jahrestagung der DGfE-Kommission "Pädagogische Anthropologie" an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg; 24.-26.09.2018; Hamburg.
Sauerbrey U, Petruschke I, Schulz S, Herklotz K, Vollmar HC. Die Familie zwischen Ratgeberliteratur und Arzt. Ein Überblick über Elternratgeber zur Kindergesundheit auf dem deutschen Buchmarkt (Poster). 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 13.-15.09.2018; Innsbruck, Österreich.
Hausärztliche Initiative zur Optimierung der Patientensicherheit bei Polypharmazie mit Hilfe einer interprofessionellen Toolbox
Förderzeitraum: Mai 2017 bis April 2020
Förderung: Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)
Förderkennzeichen: 01VSF16017
Die Studie HIOPP-3-iTBX ist eine Interventionsstudie zur Optimierung der Medikation bei HeimbewohnernInnen (HBW). Dabei kommt es entscheidend auf die Zusammenarbeit von Pflegekraft im Heim, Hausarzt und heimversorgendem Apotheker an. Die Studie wird von mehreren Allgemeinmedizinischen Instituten durchgeführt und unterstützt durch Klinische Pharmakologie (Universität Witten-Herdecke) und Landesapotherkammern.
Projektwebseite: www.hiopp3.de
Was passiert bei der Studie?
Im Vorfeld der Studie werden die teilnehmenden Apotheker unter Mithilfe der jeweiligen Landesapothekerkammern und Klinischer Pharmakologie speziell geschult (sog. ATHINA- sowie HIOPP-3-Schulung), damit sie noch gezielter auf die Besonderheiten der Medikation alter, multimorbider Menschen achten können.
Am Anfang gibt es in den Heimen mit der Intervention eine Auftaktveranstaltung, bei der für das Thema „Medikation bei HBW“ sensibilisiert wird und Teams (Pflegefachkräfte, Apotheker und Hausärzte) gebildet werden sollen. Diese drei Akteure erhalten eine „Toolbox“ mit Informations- und Schulungsunterlagen (z.B. AMTS-Karte zu schädlichen Medikamenten) und eine Begleitung, welche die interprofessionelle Zusammenarbeit fördern soll (sog. „Change Management“). Am Beginn der Studie werden die Medikation und der Gesundheitszustand der HBW erhoben. Dann führt der heimversorgende Apotheker einen speziellen sog. Medikationsreview (Überprüfung der Medikamente: Doppelverordnung, Wechselwirkungen?) durch und achtet dabei besonders auf HBW gefährdende Medikamente wie Neuroleptika bzw. die sog. potentiell inadäquaten Medikamente (PIM). Das Ergebnis dieses Reviews mit ggf. Änderungsvorschlägen erhält der Hausarzt, der die Änderungen dann prüfen und ggf. umsetzen wird.
Nach 6 Monaten wird die Medikation der HWB in den Kontroll- und Interventionsheimen erneut erhoben und ausgewertet. Ebenso erfolgt eine Untersuchung der Kosten (Gesundheitsökonomie), außerdem werden zur Einordnung der Ergebnisse Auswertungen von Routinedaten von Heimbewohnern vorgenommen (Aufgabe von WIdO und aQua-Institut). Ebenso wird dann ein Abschlussworkshop in den Interventionsheimen durchgeführt, bei dem anhand von Diskussionen (z.B. sog. Fokusgruppe) mit Pflegefachkräften, heimversorgenden Apothekern und Hausärzten erfragt wird, wie sie die Intervention empfunden haben (z.B. Arbeitsaufwand, Schwierigkeiten). Die Kontrollheime erhalten die übliche Regelversorgung durch Pflege, Apotheker und Hausärzte, nach Studienende sollen den Kontrollheimen neben dem Abschlussbericht auch die Toolbox und ein Handbuch zum Change Management im Heim zur Verfügung gestellt werden.
Insgesamt sollen somit durch die HIOPP-3-Studie die Arzneimitteltherapiesicherheit von Heimbewohnern verbessert werden und ausgewählte Maßnahmen aus der Studie (z.B. Toolbox, Medikationsreview) zukünftig möglichst vielen oder bestenfalls allen HBW zur Verfügung gestellt werden können.
Ziel ist es, durch eine interprofessionelle Intervention mit verschiedenen Ansätzen:
eine verbesserte und effizientere Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) durch eine Verringerung der Heimbewohner (HBW) mit potentiell inadäquater Medikation (PIM) und/oder Neuroleptika zu erzielen, und
eine nachhaltige Optimierung des Medikationsprozesses durch Sensibilisierung für das Thema Polypharmazie und verbesserte Zusammenarbeit von Pflegefachkräften, heimversorgenden Apothekern und Hausärzten zu erreichen.
Es wird eine Cluster-randomisierte Interventionsstudie durchgeführt, d.h. es wird auf Ebene der Heime randomisiert. Die Hälfte der teilnehmenden Heime wird als Kontrollheim dienen, während in der anderen Hälfte der Heime die Intervention stattfindet (siehe schematischer Studienablauf). Teilnehmen können Heime an den Studienstandorten (Hannover, Rostock, Düsseldorf, Tübingen), die teilnehmenden Heimbewohner müssen dabei 65 Jahre oder älter sein, in der Langzeitpflege wohnen und selber oder über einen Betreuer in die Studie einwilligen. Insgesamt sollen in 32 Heimen 760 HBW in die Studie eingeschlossen werden.
Teilprojekt des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Jena
Unser Teilprojekt umfasst die Evaluation der gesundheitsökonomischen Outcomes der Studie, die auf den Daten zur medizinischen Inanspruchnahme der Heimbewohner (Teilnehmer und Kontrollpatienten), die Baseline und nach 6 Monaten anhand von standardisierten Fragebögen erhoben wurden.
Prof. Dr. med. Horst Christian Vollmar (ehemals Institut für Allgemeinmedizin Jena)
Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin & Interprofessionelle Versorgung
Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie
WIdO Berlin
Kooperationspartner Landesapothekerkammern
Kooperationspartner Change Management (Stefanie Kortekamp)
Schematischer Studienablauf
HzV-Kardio: Evaluation des Vertrages zur Versorgung im Fachgebiet der Kardiologie in Baden-Württemberg gemäß §73c SGB V (Kardiologie-Vertrag)
Förderzeitraum: 04/2017 - 03/2019
Positves Ethikvotum: 5186-06/17
Ein wesentliches Problem der Versorgung von Herz-Kreislauf-Patienten ist die fehlende Vernetzung zwischen Fachärzten und Hausärzten. So werden Kardiologen im Rahmen der Regelversorgung oft unkoordiniert und unregelmäßig in Anspruch genommen. Hinzu kommt, dass Patienten häufig lange auf einen fachspezifischen Behandlungstermin warten. Darüber hinaus gibt es zumeist auch keine Rückkopplung an den Hausarzt. Dies führt dazu, dass die Versorgungskontinuität beeinträchtigt ist.
Um die Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern, bieten die AOK Baden-Württemberg und die Bosch BKK gemeinsam mit ihren Vertragspartnern seit 2010 einen Vertrag zur Versorgung im Fachgebiet der Kardiologie in Baden-Württemberg nach § 73c des GB V an. Der Vertrag richtet sich an Versicherte der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK, die an der Hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen. Der Vertrag soll eine zielgerichtete, qualitätsgesicherte, wirtschaftliche, leitliniengerechte und (zeitnah) zugängliche kardiologische Versorgung ermöglichen.
Ziel dieses Projektes ist es, den Facharztvertrag umfassend zu evaluieren. Im Sinne der Evaluationsmethodologie handelt es sich bei dem Vertrag um eine komplexe Intervention bzw. Umgestaltung der Versorgung mit zahlreichen Akteuren, die eine multimodale Evaluationsstrategie erfordert. Um dem gerecht zu werden, wurden vier Teilprojekte definiert:
AP1. Ergebnisbezogene, summative Evaluation (auf der Grundlage von Sekundärdaten) Institut für Allgemeinmedizin, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt am Main
AP2. Gesundheitsökonomische Analyse, ebenfalls auf der Basis von Sekundärdaten Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena
AP3. Patientenbefragung einer Stichprobe am AOK-FacharztProgramm teilnehmender Patienten aQua-Institut, Göttingen
AP4. Prozessevaluation mit qualitativer Methodik durch Befragungen der Beteiligten, im zweiten Untersuchungsschritt mit quantitativer Methodik (Befragung einer relevanten Stichprobe) Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Universität Heidelberg.
Die Projektergebnisse können dazu beitragen, den Facharztvertrag weiterzuentwickeln und auf andere Regionen zu übertragen. Darüber hinaus können die Erkenntnisse auch dazu genutzt werden, um neue fach- und sektorenübergreifende Versorgungskonzepte zu gestalten.
Teilprojekt des Instituts für Allgemeinmedizin
Die gesundheitsökonomische Analyse ist darauf gerichtet, die Inanspruchnahme von GKV-Leistungen sowie die dadurch erzeugten Kosten in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe aus Krankenkassenperspektive abzubilden. In der Interventionsgruppe sind dabei die Patienten, die im Facharztprogramm § 73c-Kardiologie eingeschrieben sind. Die Kontrollgruppe besteht aus HZV-Versicherten, die nicht in dem Facharztprogramm § 73c-Kardiologie eingeschrieben sind, aber unter kardiologischer Betreuung stehen. Des Weiteren werden - analog zu AP 1 die Patienten in Abhängigkeit von vorliegenden Zielerkrankungen (Koronare Herzerkrankung, chron. Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und Vitien) in Patientengruppen eingeteilt.
Im Mittelpunkt unseres Arbeitspaketes stehen die folgenden Fragestellungen: Sind die direkten Behandlungskosten für Patienten, die im Rahmen des §73c-Vertrages versorgt werden, geringer als für Patienten der Kontrollgruppe? Welche Kosten entfallen dabei auf die einzelnen Leistungsarten? Welche Mengen verbergen sich dahinter (z.B. hausärztliche Behandlungsfälle, Behandlungsfälle bei Kardiologen, andere fachärztlicher Behandlungsfälle, Krankenhaus-Tage, Anzahl Arzneimittel-Verordnungen etc.)? Ist die Anzahl der AU-Tage für Patienten, die im Rahmen des §73c-Vertrages versorgt werden, geringer als für Patienten der genannten Vergleichsgruppen? Welche Kosten (z.B. Zusatzkosten/Programmkosten) entfallen auf ein vermiedenes Ereignis (Schlaganfall, Myokardinfarkt) im Zeitraum von einem Jahr bzw. weiteren Zeiträumen (Kosten-Effektivitäts-Analyse)?
Dr. med. Monique Vogel
AOK Baden-Württemberg (Konsortialführung)
Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt (AP1)
aQua Institut, Göttingen (AP3)
Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg (AP4)
Verbundvorhaben „Impfbereitschaft 60+ fördern“
Ein transsektorales und multidisziplinäres Verbundprojekt.
Förderzeitraum: 10/2016 - 09/2019
Positives Ethikvotum: 4988-11/16
Projektwebseite: www.impfen60plus.de
Impfportal: www.thüringen-impft.de
In Deutschland sind die Impfquoten von Menschen über 60 Jahren für Pneumokokken und Influenza zu niedrig die Zahl der Grippegeimpften in Thüringen ist rückläufig. Pneumokokken und Influenzaviren sind die häufigsten Erreger der ambulant erworbenen Pneumonie. Zudem ist die Pneumonie die häufigste Ursache für eine ambulant erworbene Sepsis und für eine infektionsbedingte Hospitalisierung. Die Letalität hospitalisierter Patienten beträgt in Deutschlang 14%. Treten beide Erreger gemeinsam auf, ist die Sterblichkeit am größten. Impfungen senken die Influenza- und Pneumokokken-assoziierte Krankheitslast und reduzieren das Auftreten von invasiven Pneumokokken-Erkrankungen sowie Hospitalisierung bei Älteren. Dies ist in der Bevölkerung zu wenig bekannt.
Im Zentrum des Projekts impfen60+ steht die Entwicklung, Implementierung und Evaluation einer Intervention zur Erhöhung der Impfquoten gegen Influenza und Pneumokokken in der Zielgruppe der Thüringer Bürger ab 60 Jahren. Das Projekt impfen60+ verbindet erstmalig die Aufklärung über Impfungen und Sepsis. Es ist ein Verbundprojekt des Konsortiums InfectControl 2020 im Rahmen der Fördermaßnahme «Zwanzig20 Partnerschaft für Innovation» des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBFFörderkennzeichen 03ZZ0819).
Die Projektpartner übernehmen unterschiedliche Teile der Evaluation. Bewertet werden soll die Erreichung folgender Ziele in der Gruppe der über 60Jährigen in Thüringen:
Steigerung der Impfquoten (Influenza, Pneumokokken)
Verbesserung von Impfwissen und -einstellung
Steigerung des Wissens über Sepsis
Senkung der Inzidenz von Influenza, Pneumonien, Sepsis
Ziel des Teilprojekts ist die gesundheitsökonomische Evaluation der kurz- bis mittelfristigen Kosten von Influenza- und PneumokokkenImpfungen aus Krankenkassen- und gesellschaftlicher Perspektive.
Die gesundheitsökonomische Analyse erfolgt im Rahmen einer retrospektiven Kohortenstudie auf der Basis von Abrechnungsdaten zu Versicherten der AOK PLUS der Jahre 2012 2017 in Thüringen. Geimpfte (Interventionsgruppe) werden mit nicht geimpften Versicherten (Kontrollgruppe) verglichen. Gemessen werden u.a. die Anzahl Influenza- bzw. Pneumokokkeninduzierter (Folge-)Erkrankungen, Veränderungen medizinischer Inanspruchnahme und Versorgungskosten (z.B. ambulante ärztliche Leistungen, stationäre Leistungen, ambulant verordnete Arzneimittel). Die in der regionalen Population gemessenen Kosteneffekte werden auf die bundesdeutsche Population der gesetzlich Krankenversicherten hochgerechnet.
Josephine Römhild
Prof. Dr. Horst Christian Vollmar (ehemals Institut für Allgemeinmedizin Jena)
Universität Erfurt: PD. Dr. Cornelia Betsch (Psychologie; Verbundkoordination); Prof. Dr. Constanze Rossmann (Kommunikationswissenschaft)
Universitätsklinikum Jena: Prof. Dr. Konrad Reinhart (Center for Sepsis Control and Care); Prof. Dr. Mathias Pletz (Zentrum für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene)
Robert Koch-Institut: Dr. Ole Wichmann (Fachgebiet 33, Impfprävention)
Lindgrün GmbH: Wolfgang Hanke (Design) Die Lindgrün GmbH hat keine Verbindungen zur pharmazeutischen oder medizintechnologischen Industrie.
Betsch C, Rossmann C, Pletz MW, Vollmar HC, Freytag A, Wichmann O, Hanke R, Hanke W, Heinemeier D, Schmid P, Eitze S, Weber W, Reinhardt A, Küpke NK, Forstner C, Fleischmann-Struzek C, Mikolajetz A, Römhild J, Neufeind J, Rieck T, Suchecka K, Reinhart K. Increasing influenza and pneumococcal vaccine uptake in the elderly: study protocol for the multi-methods prospective intervention study Vaccination60. BMC Public Health. 2018;18(1):885. [PDF]
Römhild J, Petruschke I, Eichhorn C, Lehmann T, Mikolajetz A, Fleischmann-Struzek C, Forstner C, Wichmann O, Betsch C, Rossmann C, Hanke R, Vollmar HC, Freytag A, die impfen60+ Studiengruppe. Evaluation der Pneumokokken- und Influenza-Impfung mit GKV-Routinedaten: Impfverhalten im Zeitverlauf (Vortrag). 17 Deutscher Kongress für Versorgungsforschung; 10.10.-12.10.2018; Berlin.
Römhild J, Petruschke I, Mikolajetz A, Fleischmann-Struzek C, Forstner C, Wichmann O, Eichhorn C, Lehmann T, Betsch C, Rossmann C, Hanke R, Vollmar HC, Freytag A, die Impfen60+ Studiengruppe. Evaluation der Pneumokokken- und Influenza-Impfung auf Grundlage von GKV-Routinedaten: Patientencharakteristika geimpfter versus nicht-geimpfter älterer Versicherter (Vortrag). 52 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 13.09.-15.09.2018; Innsbruck.
Römhild J, Petruschke I, Betsch C, Fleischmann C, Forstner C, Hanke W, Rossmann C, Wichmann O, Vollmar H, Freytag A. Evaluation von Pneumokokken- und Influenza-Impfungen mit GKV-Routinedaten: Einschlusskriterien und Beobachtungszeiträume (Poster). 16 Deutscher Kongress für Versorgungsforschung; 04.10.-06.10.2017; Berlin. [Poster]
Freytag A, Römhild J, Petruschke I, Vollmar HC. Differences in healthcare costs in citizens aged over 60 years with or without vaccination against pneumococci and influenza (Poster). InfectControl2020 Strategy Conference: Visions for Infect Control; 14.06.-16.06.2017; Jena. [Poster]
Freytag A, Petruschke I, Schneider N, Fleischmann C, Reinhart K, Pletz MW, Hanke W, Betsch C, Ultsch B, Vollmar HC. Gesundheitsökonomische Evaluation von Influenza- und Pneumokokkenimpfungen auf der Basis von Krankenkassenabrechnungsdaten (Vortrag) 9 Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie eV (dggö); 09.-10.03.2017; Basel.
Verbundvorhaben intersec-CM
(sektorenübergreifendes Care Management zur Unterstützung kognitiv beeinträchtigter Menschen während und nach einem Krankenhausaufenthalt)
Förderkennzeichen: BMBF 01GL1701C
Der Übergang zwischen Krankenhaus und ambulanter Versorgung erfolgt häufig nicht ausreichend koordiniert. Auch bei der Kommunikation zwischen den verschiedenen Gesundheitsdienstleistern bestehen Defizite. Gerade bei älteren Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen führt dies häufig zu schlechteren Therapieergebnissen in der Versorgung. Auch das Risiko für eine Wiederaufnahme in das Krankenhaus ist erhöht.
Ziel des Verbundes ist es, mit einer Interventionsstudie zu untersuchen, ob mit Hilfe eines sektorenübergreifenden Versorgungsmanagements die Übergänge zwischen Krankenhaus und ambulanter Versorgung verbessert werden können. Basierend auf dem Konzept des „Dementia Care Management“ (DCM) wird spezifisch qualifiziertes Studienpersonal in enger Kooperation mit dem Krankenhaus und den behandelnden Hausärzten einen individuellen Behandlungs- und Versorgungsplan erstellen und implementieren. Dieser beinhaltet sowohl die Entlassungsempfehlungen als auch die in der Häuslichkeit erhobenen Bedarfe. Die Ergebnisse des Projektes sollen primär die Versorgungssituation von älteren Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen verbessern.
Am Institut für Allgemeinmedizin führen wir parallel zur Intervention, die an den Standorten Bielefeld und Greifswald stattfindet, eine Prozessevaluation durch. Diese ist notwendig, um die Ergebnisse der Interventionsstudie später in die Routineversorgung überführen zu können oder um, falls die Studie keine signifikanten Effekte zeigen sollte, mögliche Gründe dafür identifizieren zu können. Ziel der Prozessevaluation ist es, die Umsetzung des intersektoralen Versorgungsmanagements unter Routinebedingungen zu analysieren und fördernde sowie hinderliche Aspekte einer nachhaltigen Implementierung zu erfassen.
www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/intersec-cm-sektorenubergreifendes-care-management-zur-unterstutzung-kognitiv-6665.php
Zur Evaluation der Intervention erfolgt eine Mixed-Methods-Studie zu drei Erhebungszeitpunkten: Qualitative Erhebung (t1); Quantitative Erhebung (t2); Qualitative Erhebung (t3).
Dabei sollen folgende Personengruppen im Interventionsarm der intersec-CM-Studie befragt werden:
1. Menschen mit Demenz bzw. kognitiven Einschränkungen,
2. Angehörige,
3. Hausärzt_innen,
4. Pflegekräfte aus dem Krankenhaus,
5. Stationsärzt_innen aus dem Krankenhaus,
6. Sozialarbeiter_innen aus dem Krankenhaus,
7. die Studienschwestern, die die Hauptstudie betreuen.
Die qualitativen Interviews im Rahmen der Prozessevaluation finden zu Beginn der Rekrutierung von Proband_innen für die Hauptstudie statt (t1, ab August 2018). Diese Interviews dienen primär zur Untersuchung der Erwartungen und der Identifikation möglicher Effekte der Intervention der intersec-CM-Studie aus Sicht der Zielgruppen. Die Ergebnisse aus t1 werden für die Entwicklung des Fragebogens für die quantitative Erhebung t2 genutzt. Die Fragebögen werden im Sommer 2019 an die genannten Zielgruppen verschickt. Die abschließenden qualitativen Interviews in t3 werden erneut mit einer Subgruppe von je zwei Personen der o.g. Zielgruppen durchgeführt (Sommer 2020) und dienen der Erweiterung der Ergebnisse sowie der Spezifikation von fördernden und hinderlichen Aspekten einer nachhaltigen Implementierung der Intervention. Folgende Aspekte stehen im Mittelpunkt der Untersuchung:
(a) Einstellungen zum intersektoralen Versorgungsmanagement/Care Management
(b) Ideen zur Umsetzung, Akzeptanz und Bedenken hinsichtlich der Implementierung des intersektoralen Versorgungsmanagements/Care Managements
Teilvorhaben DZNE Koordination und wissenschaftliche Fragestellungen
Teilvorhaben Evangelisches Klinikum Bethel Qualifizierung und Datenassessment
Teilvorhaben Universitätsklinikum Jena Evaluation am Standort Bielefeld
Teilvorhaben Universitätsmedizin Greifswald Evaluation am Standort Greifswald
Prof. Dr. Horst Christian Vollmar, MPH (ehemals Institut für Allgemeinmedizin Jena)
PD Dr. Jochen René Thyrian, Dipl.-Psych. (Konsortialführer): Teilvorhaben DZNE Koordination und wissenschaftliche Fragestellungen (Förderkennzeichen BMBF 01GL1701A)
Dr. Stefan Kreisel, M. Sc.: Teilvorhaben Evangelisches Klinikum Bethel Qualifizierung und Datenassessment (Förderkennzeichen BMBF 01GL1701B)
Evangelisches Klinikum Bethel gGmbH, Abteilung für Gerontopsychiatrie
Prof. Dr. Horst Christian Vollmar, MPH: Teilvorhaben Universitätsklinikum Jena Evaluation am Standort Bielefeld (Förderkennzeichen BMBF 01GL1701C)
Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin
Abteilung für Allgemeinmedizin, Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, MPH (vormals: Dr. Adina Dreier-Wolfgramm): Teilvorhaben Universitätsmedizin Greifswald Evaluation am Standort Greifswald (Förderkennzeichen BMBF 01GL1701D)
Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine, Versorgungsepidemiologie und Community Health
Ein multimediales Modellprojekt mit kontrolliertem Design.
Verbundvorhaben Rationaler Antibiotikaeinsatz (RAI) durch Information und Kommunikation
Förderzeichen: BMBF 03ZZ0804C
Offizielle Webseite der Studie http://www.rai-projekt.de/rai/startseite/
Ein multimediales Modellprojekt mit kontrolliertem Design. Bei dem Verbundvorhaben RAI handelt es sich um ein transsektorales Forschungsvorhaben mit Beteiligung von Infektionsspezialisten und Allgemeinmedizinern, Tiermedizinern, Epidemiologen und Kommunikationswissenschaftlern.
RAI ist ein Teilprojekt des Forschungsverbundes „Infectcontrol 2020“.
Ziel ist es, zu untersuchen, ob durch verbesserte und zielgruppenorientierte Informationsvermittlung zum Thema Antibiotikaanwendung/ Resistenzentwicklung der Antibiotikaverbrauch reduziert bzw. die Antibiotikaverordnungsqualität verbessert werden und ein Effekt auf das Auftreten von multiresistenten Erregern erreicht werden kann.
Warum gibt es Antibiotikaresistenzen? Wieso reden alle vom „One Health-Konzept“ und was sind die Kriterien der Auswahl von Antibiotika im Schweinestall? Allgemein verständliche Antworten zu diesen Fragen finden Sie auf der Webseite www.antibiotika-wissen.de, die in enger Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Charité Universitätsmedizin, Berlin, dem Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen, Veterinärfakultät der Freien Universität Berlin, dem Universitätsklinikum Jena und der Lindgrün GmbH entstanden ist.
Im ersten Schritt (Befragung) werden niedergelassene Allgemeinmediziner und hausärztlich tätige Internisten zur möglichen Barrieren hinsichtlich der Verordnung von Antibiotika befragt. In einem weiteren Schritt (Intervention) folgt eine Entwicklung für eine "Entscheidungshilfe“ zur Verordnung von Antibiotika, die interessierten Praxen zur Verfügung gestellt werden soll.
Katja Schmücker (ehemals Institut für Allgemeinmedizin Jena)
Institut für Hygiene und Umweltmedizin an der Charite Berlin
Schneider S, Salm F, Vincze S, Moeser A, Petruschke I, Schmücker K, Ludwig N, Hanke R, Schröder C, Gropmann A, Behnke M, Lübke-Becker A, Wieler LH, Hagel S, Pletz MW, Gensichen J, Gastmeier P, RAI Study Group. Perceptions and attitudes regarding antibiotic resistance in Germany: a cross-sectoral survey amongst physicians, veterinarians, farmers and the general public. J Antimicrob Chemother. 2018. [Link]
Petruschke I, Salm F, Schlosser B, Römhild J, Schmücker K, Gensichen J, Vollmar HC, Gastmeier P, und die RAI Study Group. Rationale Antibiotikatherapie durch Information und Kommunikation in der Hausarztpraxis - Zwischenevaluation I (Poster). 16. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung; 04.10.-06.10.2017; Berlin. [PDF]
Schlosser B, Salm F, Petruschke I, Römhild J, Schmücker K, Gensichen J, Vollmar HC, Gastmeier P, und die RAI Study Group. Rationale Antibiotikatherapie durch Information und Kommunikation in der Hausarztpraxis - Zwischenevaluation II (Poster). 51 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 20.09.-23.09.2017; Düsseldorf. [PDF]
Petruschke I, Salm F, Schneider S, Gastmeier P, Gensichen J, und die RAI Study Group. Antibiotikaspezifisches Verschreibungsverhalten von Hausärzten Ergebnisse einer Querschnittsbefragung im Rahmen des RAI-Projekts (Poster). 50 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 30.09.-02.10.2016; Frankfurt am Main. [PDF]
Schmücker K, Salm F, Schneider S, Gastmeier P, Gensichen J, und die RAI Study Group. Kommunikation zwischen Hausarzt und Patient zum Thema Antibiotikaresistenz Ergebnisse einer Querschnittsbefragung von Hausärzten und Allgemeinbevölkerung im Rahmen des RAI-Projekts (Poster). 50 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 30.09.-02.10.2016; Frankfurt am Main. [PDF]
Kausche S, Schmücker K, Salm F, Schneider S, Gastmeier P, Gensichen J. Pilotierung eines Fragebogens zur Barrierenermittlung im Rahmen des Verbundvorhabens RAI (Rationaler Antibiotikaeinsatz durch Information und Kommunikation) (Poster). 49 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 17.-19.09.2015; Bozen / Südtirol, Italien. [PDF]
Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) ist in Deutschland als Regelleistung in die Versorgungslandschaft integriert. Auf Grund differierender Vertrags-, Versorgungs- und Finanzierungsmodelle ist die konkrete Versorgungspraxis sehr unterschiedlich. Wir finden eine große Varianz hinsichtlich Ein- und Ausschlusskriterien von Patienten, Behandlungsintensität und dauer, sowie Strukturmerkmalen des Versorgungsangebotes. Auch die Vernetzungen und Kooperationen mit Hausärzten, Pflegenden, Hospizen, Kliniken können sehr unterschiedlich sein.
TP2: Qualitätssicherung in der Ambulanten PalliativverSorgung (QUAPS) eine quantitative Erhebung zur Versorgung aus Patienten- und Angehörigenperspektive
TP3: Was ist gute Versorgungspraxis? Versorgungsqualität aus Sicht von SAPV-Teams und weiterer Leistungserbringer in der SAPV
Dr. med. Markus Krause
Ditscheid B, Krause M, Eichhorn C, Lehmann T, Marschall U, Meißner W, Vollmar HC, Freytag A. Inanspruchnahme palliativmedizinischer Versorgung am Lebensende: Versorgungsformen und regionale Verteilung (Vortrag). 17 Deutscher Kongress für Versorgungsforschung; 10.10.-12.10.2018; Berlin.
Stichling K. Hausärztliche Betreuung von Palliativpatienten innerhalb und außerhalb der SAPV - Eine bundesweite Befragungsstudie im Rahmen des GBA-Innovationsfonds-geförderten Projekts SAVOIR (Vortrag). 52 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 13.09.-15.09.2018; Innsbruck.
Krause M, Stichling K, Kaufmann M, Babin L, Berg C, Prässler A, Ditscheid B, Vollmar HC, Freytag A, SAVOIR-Studiengruppe. Hausärztliche Betreuung von Palliativpatienten innerhalb und außerhalb der SAPV - Maßnahmen zur Steigerung des Rücklaufs einer schriftlichen Hausarzt-Befragung (Poster). 52 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 13.09.-15.09.2018; Innsbruck.
Förderzeitraum: 09/2018 - 08/2020
Mehr als 130.000 Deutsche erkranken pro Jahr an einer schweren Sepsis. Diese umgangssprachlich als „Blutvergiftung“ bezeichnete schwerste Verlaufsform einer Infektion, muss auf der Intentsivstation behandelt werden und ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. 50 bis 60 Prozent der Patienten überleben die Erkrankung, können danach jedoch unter erheblichen und oft chronischen körperlichen, geistigen und seelischen Beeinträchtigungen leiden. Ausmaß und Art dieser Folgen sind bislang unbekannt. Spezifische Behandlungsangebote für die Betroffenen fehlen.
Teilprojekt des Institutes für Allgemeinmedizin
Die im Rahmen unseres Teilprojekts erfolgende gesundheitsökonomische Analyse erfolgt auf Basis von Abrechnungsdaten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und somit für die gesamtdeutsche Versichertenpopulation der AOKen. Der Versicherteneinschluss erfolgt über die Jahre 2013-2014 (Indexereignis), die Vorbeobachtungszeit umfasst mindestens ein Jahr vor dem Indexereignis und die Nachbeobachtungszeit erstreckt sich über drei Jahre nach dem Indexereignis bis in das Jahr 2017. Ermittelt werden u.a. die Entwicklungen und Verläufe der Inanspruchnahme und Kosten von ambulanten ärztlichen Leistungen, stationären Leistungen, Arzneimitteln, Heilmitteln, Rehabilitationsleistungen sowie Arbeitsunfähigkeit von Patienten nach schwerer ITS-behandelter Sepsis.
Dr. med. Konrad Schmidt
Universitätsklinikum Jena, Center for Sepsis Control & Care (CSCC): Carolin Fleischmann-Struzek (Projektleitung), Prof. Dr. Konrad Reinhart
Universitätsklinikum Jena, Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Dokumentation (IMSID): Prof. Dr. Peter Schlattmann
Charité - Universitätsmedizin Berlin: PD Dr. Christiane Hartog
Wissenschaftliches Institut der AOK (WidO): Christian Günster
Sepsis Register
Jena Sepsis Registry
Ein prospektives Beobachtungsregister für Patienten mit schwerer Sepsis/septischer Schock, unterstützt durch die Primärversorgung
Weltweit existieren nur wenige klinische Register zur Erfassung von Sepsis-Patienten. Existierende Register sind meist auf die stationäre Behandlung bzw. auf die Mortalität im Krankenhaus limitiert. Das Jena Sepsis Register (JSR) erfasst mit 60 Monaten auch den Langzeitverlauf von Sepsis-Patienten in der ambulanten Behandlung.
Es ist das weltweit erste Sepsis-Register, welches durch die Integration von Hausärzten eine kontinuierliche und qualitativ hochwertige Langzeitbeobachtung von Sepsispatienten gewährleistet.
Ziel des Projektes ist der Aufbau des Jena Sepsis Registers, eines prospektiven Beobachtungsregisters für Patienten mit schwerer Sepsis/septischer Schock am Universitätsklinikums Jena.
Neben dem Erfassen von Prävalenz und Inzidenz der schweren Sepsis möchte das JSR Morbidität, Mortalität und gesundheitsökonomische Zusammenhänge der schweren Sepsis im Langzeitverlauf darstellen.
Hierzu werden sowohl klinische, demographische, mikrobiologische als auch sozioökonomische Parameter erfasst.
Als essentielle Struktureinheit des Center for Sepsis Control and Care (CSCC) am Universitätsklinikum Jena ist es dazu Aufgabe des JSR, Patienten mit schwerer Sepsis/septischemSchock für weitere Studien des CSCC zu identifizieren und diese bei der Datenerfassung zu unterstützen.
Durch die Zusammenarbeit von Intensivmedizinern und Hausärzten möchte das Institut für Allgemeinmedizin einen substantiellen Beitrag zur Qualitätsverbesserung in der Versorgung von Sepsispatienten leisten.
Prof. Dr. F.M. Brunkhorst; Deutsche Sepsis-Gesellschaft e.V. c/o Universitätsklinikum Jena, Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Prof. Dr. M. Löffler, PD Dr. C. Engel; IFB Sepsis und Sepsisfolgen (CSCC); Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie, Universität Leipzig
Kongresse und Abstraktbände
Schmidt K. Effekte einer hausärztlichen Sepsis-Nachsorge in Abhängigkeit vom Bildungsstand (Vortrag). 51 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 20.09.-23.09.2017; Düsseldorf.
Schmidt K, Gensichen J, Bahr V, Engel C, Fleischmann C, Rissner F, Pausch C, Scherag A, Reinhart K, Brunkhorst FM, and the JSR Study Group. A sepsis-registry for long term outcomes (NCT02165501) (Poster). Weimar Sepsis Update 2015; 09.-11.09.2015; Weimar, Germany.
Schmidt K, Thiel P, Bahr V, Engel C, Löffler M, Ludewig K, Rissner F, Reinhart K, Brunkhorst FM, Gensichen J. JSR - erstes hausarztbasiertes Sepsisregister gestartet (Vortrag). 46 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 20.-22.09.2012; Rostock.
Thiel P, Schmidt K, Mueller F, Ludewig K, Brunkhorst FM, Gensichen J. The Jena Sepsis Registry: a prospective observational registry for patients with severe sepsis or septic shock, supported by primary care. Infection. 2011;39(Suppl. 2):S138-S9.
Sepsis survivors Monitoring and cOordination in OutpatienT Health care
SMOOTH - Strukturierte Langzeitbegleitung für Patienten nach Sepsis
Förderzeichen: BMBF 01E01002
Current Controlled Trials: Turn sepsis to life! [ISRCTN61744782]
Deutsches Register Klinischer Studien: Strukturierte Langzeitbegleitung für Patienten nach Sepsis [DRKS-ID: DRKS00000741]
Nach Entlassung aus dem Krankenhaus werden die überlebenden Patienten meist in Hausarztpraxen weiter behandelt. Wie diese Langzeitbetreuung praktisch unterstützt werden kann, untersucht die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Interventionsstudie SMOOTH. Ziel ist die Entwicklung eines sepsisspezifischen Nachsorgeprogramms.
Durch älter werdende Bevölkerung und steigende Invasivität der modernen Hochleistungsmedizin nimmt die Anzahl überlebender Sepsispatienten in Deutschland kontinuierlich zu. Etwa 60.000 Menschen überstehen hierzulande jährlich die schwere Infektion und leiden über Jahre unter Komplikationen wie Neuropathien, posttraumatischer Belastungsstörung, Depressionen oder chronischem Schmerz. Diese Langzeitverläufe sind bislang wenig erforscht - es existieren kaum Einrichtungen, Programme oder Leitlinien für eine effektive Nachbetreuung. Der Großteil dieser oft multimorbiden Patienten wird in Hausarztpraxen versorgt.
Die Smooth-Studie will herausfinden, ob sich die Lebensqualität und weitere klinische Zielgrößen von Sepsispatienten durch eine spezifische Nachbetreuung im Sinne eines Disease Management Programms (DMP) verbessern lassen.
Nach einer überlebten Sepsis sollen die Patienten in Zusammenarbeit mit den behandelnden Hausärzten aktiv und strukturiert über insgesamt ein Jahr begleitet werden. Der Struktur eines Disease Management Programms (DMP) entsprechend gliedert sich die Intervention in drei Bereiche:
Strukturiertes Entlassungsmanagement (ITS-Normalstation-Rehaklinik-ambulante Versorgung)
Intensiviertes telefonisches Monitoring der Patienten (1x im Monat bzw.1x im Quartal) auf Sepsiskomplikationen mit etablierten Instrumenten
Sepsis-spezifische Schulung der Patienten durch den Case manager (Studienschwester) sowie der Hausärzte durch den Liaisonarzt (Studienarzt) im Rahmen eines 1:1-Präsenztermines
Als primäre Zielvariable wird nach 6 Monaten die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patienten erhoben. Mit dem Fragenbogen SF 36 steht hierzu ein etabliertes Messinstrument zur Verfügung. Sekundäre Zielvariablen sind unter anderem die Erfassung von physischer Aktivität, Schmerzniveau, Depressionssymptomen, kognitiven Defiziten, neuropathischen Symptome und stationären Aufenthalten - jeweils 6, 12 und 24 Monate nach Entlassung von der Intensivstation.
überlebende Patienten nach einer schweren Sepsis oder einem septischen Schock (ICD-10: A41)
zwei-armige Interventionsstudie, prospektiv, offen, multizentrisch, randomisiert
Dr. Christoph Heintze, MPH; Institut für Allgemeinmedizin, Charité, Universitätsmedizin Berlin
PD Dr. C. Engel; IFB Sepsis und Sepsisfolgen (CSCC); Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie, Universität Leipzig
Dimitry S. Davydow, MD; Department of Psychiatry and Behavioral Sciences, University of Washington at Harborview Medical Center, USA
Michael Von Korff, ScD; Group Health Research Institute, Group Health Cooperative, Seattle, USA
Universitätsklinikum Jena, Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie (Prof. Dr. med. Konrad Reinhart)
Zentralklinik Bad Berka GmbH, Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin (PD Dr. med. Torsten Schreiber)
Helios Klinikum Erfurt, Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie (Prof. Dr. med. Andreas Meier-Hellmann)
Klinikum St. Georg gGmbH Leipzig Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie mit Abteilung Palliativmedizin (Prof. Dr. med. Armin Sablotzki)
Vivantes Klinikum im Friedrichshain Berlin (Priv.-Doz. Dr. med. Siegfried Veit [Anästhesie], Prof. Dr. Dietrich Andresen [Innere])
Vivantes Klinikum Neukölln Berlin (Prof. Dr. med. Herwig Gerlach [Anästhesie], Prof. Dr. Harald Darius [Innere])
Vivantes Klinikum Hellersdorf Berlin, Klinik für Anästhesie (Dr. Margerita Metzger)
Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum Berlin (Prof. Dr. Peter Lehmkuhl [Anästhesie], Prof. Dr. Helmut Schühlen [Innere])
Vivantes Wenckebach-Klinikum Berlin, Klinik für Anästhesie (Prof. Dr. Peter Lehmkuhl)
Vivantes Klinikum Am Urban Berlin (Prof. Dr. Hans-Joachim Hartung [Anästhesie], Prof. Dr. Dietrich Andresen [Innere])
Charite Universitätsmedizin Campus Virchow, Klinikum Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin (Prof. Dr. med. Claudia Spies)
DRK Kliniken Berlin-Köpenick, Klinik für Anästhesie (Priv.-Doz. Dr. med. Hartmut Kern)
Charite Universitätsmedizin, Campus Virchow- Klinikum, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin (Prof. Dr. med. Achim Jörres)
PD Dr. med. Jürgen Graf; Deutsche Lufthansa, AG Medizinischer Dienst, Frankfurt a.M.
Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Ehlert; Universität Zürich, Psychologisches Institut, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Zürich
Prof. Dr. med. Armin Sablotzki, Klinikum St. Georg gGmbH, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie, Leipzig
Prof. Dr. Dr. med Günter Ollenschläger; Leiter des ÄZQ, Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (Gemeinsames Institut von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung), Berlin
Schmidt K. Erst Intensivstation, dann PTBS. Ärzte Zeitung online. 2014;Jan 20.
Schmidt K, Thiel P, Mehlhorn J, Schmuecker K, Mueller F, Gensichen J. Residuen kritischer Erkrankungen in der Hausarztpraxis. Intensiv Notfallbehandlung. 2012;37(3):139-45.
Schmidt K, Mehlhorn J, Kausche S, Schmücker K, Thiel P, Heintze C, Brunkhorst FM, Gensichen J. Postintensive Nachsorge in der Hausarztpraxis. Medical special. 2012(6):10-1.
Schmidt K. Effekt einer hausärztlichen Sepsisnachsorge auf posttraumatische Beschwerden (Vortrag). 52 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 13.09.-15.09.2018; Innsbruck.
Hülle K. Überlebte Sepsis: Welche Kosten entstehen in der Nachsorge? (Vortrag). 51 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 20.09.-23.09.2017; Düsseldorf.
Eißler F, Schmidt K, Worrack S, Lehmann T, Gehrke-Beck S, Heintze C, Gensichen J. Depression nach schwerer Sepsis - eine clusterorientierte Verlaufsanalyse (Vortrag). 50 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 30.09.-02.10.2016; Frankfurt am Main.
Schmidt K, Worrack S, Schneider N, Mühlberg J, Pausch C, Scherag A, Gehrke-Beck S, Heintze C, Wensing M, Gensichen J. Langzeitverläufe nach hausärztlicher Sepsisnachsorge (Vortrag). 50 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 30.09.-02.10.2016; Frankfurt am Main.
Schmidt K, Worrack S, Mehlhorn J, Pausch C, Brunkhorst FM, Engel C, Heintze C, Beck S, Fleischmann C, Wensing M, Gensichen J. Sepsisnachsorge in der Primärversorgung (Vortrag). 49 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 17.-19.09.2015; Bozen/Südtirol, Italien.
Worrack S, Schmidt K, Mehlhorn J, Gensichen J. Schlafstörung als Hinweis auf eine eingeschränkte Lebensqualität nach Sepsis? (Poster). 49 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 17.-19.09.2015; Bozen/Südtirol, Italien. [PDF]
Schmidt K, Worrack S, Brunkhorst FM, Davydow D, Engel C, Fleischmann C, Mehlhorn J, Pausch C, Reinhart K, Wensing M, Gensichen J, and the Smooth Study Group. Physical function in sepsis survivors (Poster). Weimar Sepsis Update 2015; 09.-11.09.2015; Weimar, Germany.
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Schmidt K, Worrack S, Brunkhorst FM, Davydow D, Ehlert U, Engel C, Kausche S, Pausch C, Reinhart K, Schmuecker K, Wensing M, Von Korff M, Gensichen J. Sepsis Survivors Monitoring And Coordination In Outpatient Health Care (SMOOTH) - A Randomized Controlled Trial [ISRCTN: 61744782] (Vortrag). American Thoracic Society 2015 International Conference; 15.-20.05.2015; Denver, USA.
Kausche S, Schmidt K, Gensichen J, Smooth Study Group. Verlauf und Risikofaktoren neuropathischer Beschwerden nach Sepsis (Poster). 49 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 17.-19.09.2015; Bozen/Südtirol, Italien. [PDF]
Kausche S, Schmidt K, Worrack S, Gensichen J. Verlauf und Risikofaktoren neuropathischer Beschwerden nach schwerer Sepsis (Poster). 48 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 18.-20.09.2014; Hamburg. [PDF]
Mehlhorn J, Freytag A, Schmidt K, Brunkhorst FM, Graf JT, U., Schlattmann P, Wensing M, Gensichen J. Rehabilitative Interventionen für Patienten nach kritischer Erkrankung - Ein systematischer Review (Poster). 47 Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin; 12.-14.09.2013; München. [PDF]
Schmidt K, Thiel P, Mueller F, Brunkhorst FM, Heintze C, Engel C, Oppert M, Meier-Hellmann A, Gerlach H, Schreiber T, Davydow SD, Brenk-Franz K, Schneider N, Gensichen J. Sepsis survivors monitoring and coordination in outpatient healthcare (Smooth): study synopsis. Infection. 2011;39(Suppl. 2):S139.

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