Source: https://ol.wittich.de/titel/1171/ausgabe/36/2019/artikel/00000000000017482393-OL-1171-2019-36-36
Timestamp: 2019-09-16 20:05:27+00:00

Document:
Onlinelesen - Stellplatzsatzung der Stadt Lollar
Nächster Artikel: Kindertagesstätte "Quietschvergnügt"
Aufgrund der §§ 5 und 51 der Hessischen Gemeindeordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 07.03.2005 (GVBI I S. 142), zuletzt geändert durch Gesetz vom 21. Juni 2018 (GVBl. S. 291) sowie der §§ 52, 86 Abs. 1 Nr. 23 und 91 Abs. 1 Nr. 4 der Hessischen Bauordnung (HBO) vom 28. Mai 2018 (GVBl. S. 198) hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt in ihrer Sitzung am 22.08.2019 die folgende Satzung beschlossen:
Die Satzung gilt für das gesamte Gebiet der Stadt Lollar.
(1) Bauliche oder sonstige Anlagen, bei denen ein Zu- oder Abgangsverkehr zu erwarten ist, dürfen nur errichtet werden, wenn Stellplätze in ausreichender Zahl (bemisst sich nach der dieser Satzung beigefügten Anlage) und Größe sowie in geeigneter Beschaffenheit, einschließlich für Kraftfahrzeuge von Menschen mit Behinderung, hergestellt werden (notwendige Stellplätze). Diese müssen spätestens im Zeitpunkt der Nutzungsaufnahme bzw. Benutzbarkeit der baulichen oder sonstigen Anlagen fertiggestellt sein. Die Herstellungspflicht für Fahrradabstellplätze nach § 52 Abs. 5 HBO bleibt unberührt.
(2) Änderungen oder Nutzungsänderungen von baulichen oder sonstigen Anlagen dürfen nur erfolgen, wenn der hierdurch ausgelöste Mehrbedarf an Stellplätzen in ausreichender Zahl und Größe sowie in geeigneter Beschaffenheit hergestellt wird (notwendige Stellplätze).
Stellplätze müssen so groß sein, dass sie ihren Zweck erfüllen.
Für einen Personenkraftwagen eine Breite von mindestens 2,7 m und Länge von mindestens 5,0 m. Gesamtgröße mindestens 13,5 m².
Für einen Behindertenstellplatz eine Breite von mindestens 3,5 m und Länge von mindestens 5,0 m. Gesamtgröße mindestens 17,5 m².
Für einen Lastkraftwagen bis zu 2,5 t Gesamtgewicht oder einem Omnibus mit maximal 10 Sitzplätzen oder einem Anhänger 18 m².
Für einen Lastkraftwagen von mehr als 2,5 t bis 10 t Gesamtgewicht oder einem Omnibus mit mehr als 10 Sitzplätze 50 m².
Für einen Lastkraftwagen von mehr als 10 t Gesamtgewicht oder ein Sattelfahrzeug oder einen Gelenkbus 150 m²
(1) Die Zahl der nach § 2 herzustellenden Stellplätzen bemisst sich nach der dieser Satzung beigefügten Anlage, die verbindlicher Bestandteil dieser Satzung ist.
(2) Für bauliche und sonstige Anlagen, deren Nutzungsart in der Anlage nicht aufgeführt ist, richtet sich die Zahl der Stellplätze nach dem voraussichtlichen tatsächlichen Bedarf. Dabei sind die in der Anlage für vergleichbare Nutzungen festgesetzten Zahlen als Richtwerte heranzuziehen.
(3) Bei Anlagen mit verschiedenartiger Nutzung bemisst sich die Zahl der erforderlichen Stellplätze nach dem größten gleichzeitigen Bedarf. Die wechselseitige Benutzung muss auf Dauer gesichert sein.
(5) Bei der Stellplatzberechnung ist jeweils ab einem Wert der ersten Dezimalstelle ab fünf auf einen vollen Stellplatz aufzurunden.
(1) Stellplätze müssen grundsätzlich erreichbar sein, ohne dass man andere Stellplätze überqueren muss.
a.) Hiervon ausgenommen sind Wohngebäude mit mehr als 3 Wohneinheiten. In diesem Fall wird zugelassen, die Stellplätze für die jeweilige Wohnung (Nutzungseinheit) hintereinander anzuordnen.
b.) In eng bebauten Altortslagen kann ausnahmsweise zugelassen werden, dass die Stellplätze hintereinander liegen, wenn der Stellplatzbedarf durch Aus- oder Umbauten von vorhandenen Gebäuden ausgelöst wird. Diese Ausnahmeregelung bedarf in jedem Einzelfall der Beurteilung der örtlichen Grundstückssituation und Zustimmung des Magistrates der Stadt Lollar.
(2) Stellplätze sind mit Pflaster-, Verbundsteinen oder ähnlichem luft- und
wasserdurchlässigem Belag auf einem der Verkehrsbelastung entsprechenden Unterbau herzustellen.
(3) Stellplätze sind ausreichend mit geeigneten Bäumen und Sträuchern zu umpflanzen. Für Je 5 Stellplätze ist ein standortgeeigneter Baum (Stammumfang mind. 10 cm, gemessen in 1 m Höhe) in einer unbefestigten Baumscheibe von ca. 5 m² zu pflanzen und dauernd zu unterhalten. Zur Sicherung der Baumscheibe sind geeignete Schutzvorrichtungen, wie z.B. Abdeckgitter, vorzusehen. Stellplätze mit mehr als 1.000 m² Flächenbefestigung sind zusätzlich durch eine raumgliedernde Bepflanzung zwischen Stellplatzgruppen zu unterteilen.
Böschungen zwischen Stellplatzflächen sind flächendeckend zu bepflanzen.
(4) Jeder 11. Stellplatz ist mit einer Einrichtung zum Aufladen von Elektrofahrzeugen auszustatten.
Stellplätze sind auf dem Grundstück herzustellen und dauerhaft zu unterhalten. Ist die Herstellung auf dem Baugrundstück ganz oder teilweise nicht möglich so dürfen sie auch auf einem anderen Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Baugrundstück (bis zu 100 m Fußweg) hergestellt werden, wenn dessen Nutzung zu diesem Zweck sowohl öffentlich-rechtlich als auch zivilrechtlich das Nutzungsrecht im Grundbuch gesichert ist.
(1) Die Herstellungspflicht nach § 2 kann auf Antrag durch Zahlung eines Geldbetrages ganz oder teilweise abgelöst werden, soweit die Herstellung des Stellplatzes aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht möglich ist. Ein Ablösungsanspruch besteht nicht.
(2) Über den Antrag entscheidet der Magistrat der Stadt Lollar.
(3) Die Höhe der zu zahlenden Geldbeträge beträgt:
Stellplatz nach § 3 Nr. 1,2,3 — 5.000,00 €
Stellplatz nach § 3 Nr. 4 — 15.000,00 €
Stellplatz nach § 3 Nr. 5 — 30.000,00 €
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 86 Abs. 1 Nr. 23 HBO handelt, wer entgegen - § 2 Abs. 1 bauliche oder sonstige Anlagen, bei denen ein Zu- oder Abgangsverkehr zu erwarten ist, errichtet, ohne Stellplätze in ausreichender Zahl und Größe sowie in geeigneter Beschaffenheit hergestellt zu haben.
- § 2 Abs. 2 Änderungen und Nutzungsänderungen von baulichen oder sonstigen Anlagen vornimmt, ohne den hierdurch ausgelösten Mehrbedarf an geeigneten Stellplätzen in ausreichender Zahl und Größe sowie in geeigneter Beschaffenheit hergestellt zu haben.
(3) Das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 19.Februar 1987 (BGBl. I S. 602), zuletzt geändert durch Art. 5 G v. 27.08.2017 (BGBI I S. 3295) findet in seiner jeweils gültigen Fassung Anwendung.
(4) Zuständige Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 OWiG ist der Magistrat.
(1) Die Satzung tritt am Tag nach Vollendung ihrer öffentlichen Bekanntmachung in Kraft.
(2) Abweichende bauordnungsrechtliche Festsetzungen in Bebauungsplänen bleiben unberührt.
Lollar, den 06.09.2019

References: § 52
 § 2
 § 2
 § 3
 § 3
 § 3
 § 86
 § 2
 § 2
 Art. 5
 § 36