Source: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/301430/
Timestamp: 2020-04-05 20:33:54+00:00

Document:
BGH, Urteil v. 05.06.2008 - I ZR 108/05 - NWB Urteile
BGH v. 05.06.2008 - I ZR 108/05
BGH Urteil v. 05.06.2008 - I ZR 108/05
Gesetze: MarkenG § 8; MarkenG § 14 Abs. 2; MarkenG § 14 Abs. 2 Nr. 2; MarkenG § 14 Abs. 2 Nr. 3; MarkenG § 14 Abs. 5; MarkenG § 14 Abs. 6; MarkenG § 15 Abs. 2; MarkenG § 15 Abs. 3; MarkenG § 15 Abs. 4; MarkenG § 15 Abs. 5; MarkenG § 19; MarkenG § 23; MarkenG § 23 Nr. 2; MarkenG § 50; MarkenG § 54; ZPO § 539 Abs. 2 Satz 2 letzter Halbsatz
Instanzenzug: LG Köln, 31 O 246/04 vom 09.09.2004 OLG Köln, 6 U 196/04 vom 27.05.2005
Diese ist für die Erbringung von privaten Postdienstleistungen, Paketzustellung, Briefzustellung, Postfachservice und Kurierdienstleistungen eingetragen. Die Beklagte verwendet im Rahmen ihres Internet-Auftritts die Domain-Namen "city-post-leipzig.de" und "city-post.de.vu" und benutzt die E-Mail-Adresse "city-post-leipzig@online.de" und die Vanity-Nummer "0800-CITYPOST".
Die Berufung der Klägerin ist erfolglos geblieben ( OLG Köln, Urt. v. 27.5.2006 - 6 U 196/04 , juris).
cc) Die Beklagte benutzt den mit der Klagemarke übereinstimmenden Bestandteil "POST" der Kollisionszeichen zur Bezeichnung von Merkmalen ihrer Dienstleistungen. Unter den angegriffenen Zeichen erbringt die Beklagte die Dienstleistungen der Beförderung und Zustellung von Briefen und Paketen. Für ihre Marke "CITY CP POST" beansprucht sie ebenfalls Schutz für diese Dienstleistungen sowie für Postfachservice und Kurierdienstleistungen.
(1) Das Tatbestandsmerkmal des Verstoßes gegen die guten Sitten im Sinne dieser Bestimmung ist richtlinienkonform auszulegen. Danach ist von einer Unlauterkeit der Verwendung der angegriffenen Bezeichnungen auszugehen, wenn die Benutzung den anständigen Gepflogenheiten im Gewerbe oder Handel nicht entspricht (Art. 6 Abs. 1 MarkenRL). Der Sache nach verpflichtet dies den Dritten, den berechtigten Interessen des Markeninhabers nicht in unlauterer Weise zuwiderzuhandeln (EuGH GRUR 2004, 234 Tz. 24 - Gerolsteiner Brunnen; Urt. v. 11.9.2007 - C-17/06, GRUR 2007, 971 Tz. 33 und 35 - Céline). Dies erfordert eine Gesamtwürdigung aller relevanten Umstände des Einzelfalls ( EuGH, Urt. v. 16.11.2004 - C-245/02 , Slg. 2004, I-10989 = GRUR 2005, 153 Tz. 82 und 84 - Anheuser Busch; BGH, Urt. v. 1.4.2004 - I ZR 23/02 , GRUR 2004, 947, 948 = WRP 2004, 1364 - Gazoz), die Sache der nationalen Gerichte ist ( EuGH, Urt. v. 17.3.2005 - C-228/03 , Slg. 2005, I-2337 = GRUR 2005, 509 Tz. 52 - Gillette). Diese gebotene umfassende Beurteilung aller Umstände ergibt vorliegend, dass die Benutzung der angegriffenen Zeichen durch die Beklagte nicht unlauter ist.
(2) Der Senat hat offengelassen, ob zwischen der Klagemarke und den beanstandeten Zeichen der Beklagten eine Verwechslungsgefahr i.S. von § 14 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG besteht. Zugunsten der Klägerin ist deshalb bei der gebotenen Gesamtabwägung vom Vorliegen einer Verwechslungsgefahr auszugehen. Ein erheblicher Teil des Publikums wird danach eine Verbindung zwischen den Dienstleistungen der Parteien herstellen, was der Beklagten hätte bewusst sein müssen. Dies führt jedoch nicht zwangsläufig zur Annahme eines Verstoßes gegen die anständigen Gepflogenheiten in Gewerbe oder Handel, weil die Schutzschranke des § 23 MarkenG ansonsten leerliefe (vgl. EuGH GRUR 2004, 234 Tz. 25 - Gerolsteiner Brunnen; GRUR 2007, 971 Tz. 36 - Céline; BGH, Urt. v. 20.1.2005 - I ZR 34/02 , GRUR 2005, 423, 425 = WRP 2005, 496 - Staubsaugerfiltertüten).
GAAAC-84415
BGH, Urteil v. 05.06.2008 - I ZR 108/05 ablegen in?

References: BGH 

BGH 
 § 8
 § 14
 § 14
 § 14
 § 14
 § 14
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 19
 § 23
 § 23
 § 50
 § 54
 § 539
 § 14
 § 23
 EuGH