Source: https://www.wbs-law.de/sportrecht/bgh-zur-fristlosen-kundigung-beim-fitnessstudio-22787/
Timestamp: 2018-09-23 02:59:48+00:00

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﻿ BGH zur fristlosen Kündigung beim Fitnessstudio -
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Inwieweit dürfen AGB das Kündigungsrecht des Verbrauchers beim Fitnesscenter einschränken? Hierzu gibt es eine Grundsatzentscheidung des BGH.
Im vorliegenden Fall sahen die allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Fitnessstudios eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten vor. Soweit der Kunde es nicht bis 3 Monate vor Ablauf kündigte, verlängerte es sich dieses um weitere Monate. Nach den Vertragsbedingungen war der Kunde lediglich beim Vorliegen einer Krankheit zur fristlosen Kündigung berechtigt. Dann musste er ein ärztliches Attest vorlegen, in dem die jeweilige Erkrankung beziehungsweise gesundheitliche Beeinträchtigung aufgeführt wurde.
Im Folgenden kündigte ein Kunde vor Ablauf der Vertragslaufzeit und berief sich auf das Vorliegen einer Erkrankung. Obwohl er das Attest seines Arztes vorlegte, akzeptierten die Betreiber des Fitnessstudios nicht die Kündigung und verlangten die Fortzahlung des vereinbarten Nutzungsentgeltes. Doch der Kunde weigerte sich.
Mindestvertragslaufzeit bei Fitnesstudio ist erlaubt
Hierzu stellte der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 08.02.2012 (Az. XII ZR 42/10) zunächst enmal klar, dass die Vereinbarung einer Vertragslaufzeit von 24 Monaten bei einem Fitnesscenter normalerweise in Ordnung ist.
Fristlose Kündigung darf nicht beschränkt werden
Allerdings darf das Kündigungsrecht bei Vorliegen eines wichtigen Grundes nicht auf unzulässge Weise durch eine AGB-Klausel beschränkt werden. Es reicht nicht aus, wenn die AGB nur eine außerordentliche Kündigung beim Vorliegen einer Krankheit erlauben. Denn es gibt viele Gründe, die als „wichtig“ im Sinne des § 314 Abs. 1 BGB einzustufen sind. Hierzu zählt beispielsweise eine Schwangerschaft. Davon ist jedoch in den vorliegenden AGB keine Rede.
Infolgedessen ist diese Klausel unwirksam, weil der Kunde unangemessen benachteiligt wird im Sinne von § 307 Abs. 1 BGB. Hierdurch wird der Betreiber eines Fitnesscenters nach Ansicht des BGH hinreichend vor einer missbräuchlichen vorzeitigen Kündigung geschützt.
Aufgrund dessen hob der BGH das Urteil in der Vorinstanz auf und verwies die Sache dorthin zurück. Das Landgericht muss jetzt unter Zugrundelegung der Rechtsauffassung des BGH entscheiden, ob der Verbraucher aufgrund der behaupteten Erkrankung fristlos kündigen durfte.
Tags: AGB, BGH, Erkrankung, Fitnesscenter, Fitnessstudio, Fristlose Kündigung, Krankheit
Ich habe meine Mitgliedschaft zuerst fristgerecht gekündigt. Dann habe ich mich verletzt und nachträglich außerordentlich mit Attest, der für dieses Jahr gültig ist, gekündigt.
Ihr Schreiben ist uns am 17.06.2013 zugegangen und wir bestätigen Ihnen
hiermit die Kündigung zum 31.01.2014.
Leider reichen die eingereichten Unterlagen für eine sofortige Auflösung Ihres
Vertrages nicht aus, da es sich bei Ihrer Sportunfähigkeit lediglich um einen
vorübergehenden Zeitraum handelt.
Wir sind daher gern bereit, Ihren Vertrag vom 01.07.2013 bis 31.12.2013
auszusetzen. Die ausgesetzte Zeit von 6 Monaten wird dann an die
Vertragsdauer angehangen.
Bitte teilen Sie uns Ihre Entscheidung bis zum 30.06.2013 mit. Wenn Sie eine
Aussetzung wünschen, bitten wir Sie, zunächst Ihre Kündigung zurückzunehmen
und uns ein Schreiben mit der Bitte um Aussetzung zukommen zu lassen.
Sollten die Unterlagen bei uns eingehen werden wir die Angelegenheit
umgehend prüfen.
Ist das rechtens oder habe ich das Recht sofort aus dem Vertrag auszutreten? Ich bin nicht daran interessiert, die Mitgliedschaft im Januar fortzuführen!
Christin Hecht sagt:
Ich habe den gleichen Fall wie Hans Meier.
Ich habe meinen Vertrag mit dem Fitnessstudio im März 2013 firstgerecht zum 31.07.2013 gekündigt.
Im Juni hatte ich einen Unfall bei dem ich mir die Schulter und das Becken gebrochen habe. Nun habe ich dem Fitnessstudion ein Attest vorgelegt, dass ich bis mindestens Ende August keinen Sport machen kann.
Obwohl mein Vertrag bereits gekündigt ist, sagt das Fitnessstudion nun, dass dann mein Vertrag stillgelegt werden würde und ich nach Gesundung die Monate angehängt bekomme.
Kann ich nicht meine fristgerechte Kündigung in eine außerordentliche Gündigung umwandeln?
5. Februar 2018 um 01:11 Uhr
meine Frau und ich haben auch ein Problem mit einem Fitnessstudio „Vertrag“ (Knechtschaft).
Im Juni letzten Jahres haben wir beide einem 24 Monatigem Vertrag zugestimmt, schon 2 Monate später war sie schwanger und konnte auch leider nicht mehr zum Sport gehen.
Ihr Vertrag wurde ausgesetzt.
Hatte ich als Okay empfunden.
Allerdings müssten wir weiterhin eine „Qualitätspauschale“ von 40€ im Quartal zahlen, was an sich schon ein schlechter Witz ist, denn angeblich ist diese Pauschale für die Weiterbildung der dort angestellten Trainer. Warum soll sie denn bitte für so etwas extra Zahlungen abgeben? Ist vermutlich so im Vertrag um „unbemerkt“ den Monatsbeitrag in die höhe zu treiben..
Nun gut, ist halt so – waren blöd genug es zu unterschreiben.
Jetzt hatte ich aber einen schweren Bandscheibenvorfall vor gut 2 Jahren, welcher sich leider wieder bemerkbar macht. Nach dem letztem Training konnte ich am nächstem Tag kaum laufen. Eventuell habe ich etwas falsch gemacht (da die gut bezahlten Trainer leider kaum aufmerksam sind, wäre es möglich) wie dem auch sei, ich soll nun erst einmal Physiotherapie machen und keines falls falsch durchgeführte Kraftübungen.
Da ich selbstständig bin, brauchte ich bisher kein Attest, werde mir nun aber ein Attest holen und dann dort Fristlos kündigen. Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, geht es das Fitnessstudio auch absolut nichts an, aus was für einem Grund ich ein Attest habe, richtig?
Es wäre schön, wenn hier jemand eine Antwort abgeben könnte.

References: BGH 
 BGH 
 § 314
 § 307
 BGH 
 BGH 
 BGH