Source: https://www.grundpfandrecht.ch/untergang-des-grundpfandrechtes
Timestamp: 2018-02-19 23:28:55+00:00

Document:
Untergang des Grundpfandrechtes › Grundpfandrecht (Hypothek)
Der Grundpfandrechtsuntergang kann in 2 Gruppen unterschieden werden:
Untergang ohne Zwangsvollstreckung
Untergang in der Zwangsvollstreckung
Untergang der sichergestellten Forderung
Darlehensgläubiger gibt dem Pfandbesteller (i.d.R. Grundpfandschuldner) den Papier-Schuldbrief unentkräftet zurück, was diesen zu einem nachträglichen Eigentümerschuldbrief macht
Der Schuldbrief kann als Sicherheit für eine neue Geldbeschaffung verwendet werden, im Grundpfand- oder im Faustpfandverhältnis bzw. ggf. als Gegenstand der Sicherungsübereignung
Erlass der Forderung (Forderungsverzicht)
Feststellung des Nichtbestehens der sichergestellten Darlehensforderung durch Urteil
Untergang des belasteten Grundstücks
Enteignung des belasteten Grundstücks
Güterzusammenlegung [vgl. ZGB 702 f.]
Erfordernis der schriftlichen Zustimmung des bisher berechtigten Grundpfandgläubigers zur Löschung
Einlieferung des Grundpfandtitels (Papier-Schuldbrief oder Gült = Wertpapier) zur Entkräftung
Grundanmeldung (Löschungsanmeldung) durch den pfandrechtsbelasteten Grundeigentümer
Vollzug durch Grundbuchamt
Vernichtung des Pfandtitels
durch Löschungsvermerk des Grundbuchverwalters auf dem Titel selbst und Zerschneiden oder Perforieren des Titels
Löschung des Pfandrechtseintrags
Vgl. GBVo
Massgeblichkeit des eidgenössischen Enteignungsrechts [vgl. EntG 101] und des kantonalen Enteignungsrechts
Verlegung der Pfandrechte [vgl. ZGB 802]
Löschung der bisherigen Grundstücke, unter Pfandrechtsverlegung auf den Neubestand [BGE 95 II 22]
Kündigung durch den Schuldner [vgl. ZGB 803]
Löschung von Grundstücken und Grundpfandrechten durch schuldnerische Ablösung / Tilgung an Grundpfandgläubiger
Entschädigung in Geld [vgl. ZGB 804]
Ganzer oder teilweiser Auskauf des Grundeigentümers / Entschädigungsausrichtung an den Grundpfandgläubiger, unter Vermittlung des Grundbuchamts
Art. 801 ZGB
Art. 802 ZGB
Art. 803 ZGB
Art. 804 ZGB
1 Wird für verpfändete Grundstücke eine Entschädigung in Geld entrichtet, so ist der Betrag an die Gläubiger nach ihrer Rangordnung, oder bei gleicher Rangordnung nach der Grösse ihrer Forderung abzutragen.
2 An den Schuldner dürfen solche Beträge ohne Zustimmung der Gläubiger nicht ausbezahlt werden, sobald sie mehr als den zwanzigsten Teil der Pfandforderung betragen, oder sobald das neue Grundstück nicht mehr hinreichende Sicherheit darbietet.
Grundeigentümer ist Schuldner und es liegt keine Drittpfandbestellung vor
Versteigerung durch die zuständige Zwangsvollstreckungsbehörde
Nichtbedienung der fälligen Grundpfandforderung
Hypothek im Grundpfandverhältnis
Betreibung auf Grundpfandverwertung (Verwertung des Grundstücks [vgl. SchKG 151 ff.])
Hypothek im Faustpfandverhältnis
Betreibung auf Faustpfandverwertung (Verwertung Schuldbrief; ersteigert der Gläubiger den Schuldbrief, muss er im 2. Schritt die Betreibung auf Grundpfandverwertung veranlassen (Fortgang siehe „Hypothek im Grundpfandverhältnis“) [vgl. SchKG 151 ff. analog])
Verwertungserlös an den Gläubiger [vgl. SchKG 157 Abs. 2]
Löschung des Grundpfandrechts im Grundbuch, auf Anmeldung des Betreibungsamtes [vgl. SchKG 156, VZG 68 f.]
Baurechtszinsenpfandrecht [vgl. ZGB 779k; BGE 106 II 187 f.
Für ungedeckt bleibende Grundpfandbeträge erhält der Gläubiger einen Pfandausfallschein [vgl. SchKG 158, VZG 120]
Konkursamt / Konkursverwaltung
Grundpfandforderung braucht bei Konkurseröffnung nicht fällig zu sein
Verwertung des Grundstücks
Fällige, nicht zu überbindende Schuld
Untergang des Grundpfandrechts > Gläubiger erhält vom Konkursamt im Deckungsumfang Geld
Verwertungserlös an den Gläubiger, nach Rechtskraft der Verteilungsliste
Löschung des Grundpfandrechts im Grundbuch
Baurechtszinsenpfandrecht [vgl. ZGB 779k]
Mit dem ungedeckten Betrag (Pfandausfallforderung) nimmt der Gläubiger in der 3. Konkursklasse am Erlös der Allgemeinen Konkursmasse teil
Nicht fällige, zu überbindende Schuld
Kein Untergang des Grundpfandrechts > Gläubiger erhält durch die Grundstücksverwertung einen neuen Schuldner
Feststellung des Schuldübergangs an den Gläubiger, in der Verteilungsliste
Teilweiser Untergang des Pfandrechts im Umfange des nicht deckenden Verwertungserlöses
Nachlassliquidator
Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung in Rechtskraft
wie bei Konkursamt / Konkursverwaltung
bereits anhängige Grundstücksverwertungen
Art. 257 SchKG
E. Versteigerung
1 Ort, Tag und Stunde der Steigerung werden öffentlich bekanntgemacht.
2 Sind Grundstücke zu verwerten, so erfolgt die Bekanntmachung mindestens einen Monat vor dem Steigerungstage und es wird in derselben der Tag angegeben, von welchem an die Steigerungsbedingungen beim Konkursamte zur Einsicht aufgelegt sein werden.
3 Den Grundpfandgläubigern werden Exemplare der Bekanntmachung, mit Angabe der Schätzungssumme, besonders zugestellt.
Art. 258 SchKG
1 Der Verwertungsgegenstand wird nach dreimaligem Aufruf dem Meistbietenden zugeschlagen.
2 Für die Verwertung eines Grundstücks gilt Artikel 142 Absätze 1 und 3. Die Gläubiger können zudem beschliessen, dass für die erste Versteigerung ein Mindestangebot festgesetzt wird.
Art. 323 SchKG
Ganz oder teilweise ungedeckt bleibende Grundpfandrechte
BGE 106 II 187 f.

References: Art. 801

Art. 802

Art. 803

Art. 804
 BGE 

Art. 257

Art. 258

Art. 323

BGE