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Timestamp: 2019-09-16 07:27:10+00:00

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BGH, 15.12.2016 - III ZR 387/14 - dejure.org
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BGH, 15.12.2016 - III ZR 387/14 (https://dejure.org/2016,45779)
BGH, Entscheidung vom 15.12.2016 - III ZR 387/14 (https://dejure.org/2016,45779)
BGH, Entscheidung vom 15. Dezember 2016 - III ZR 387/14 (https://dejure.org/2016,45779)
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GG Art. 14; BGB § 839 B; StPO §§ 111m, 111n
§ 86a StGB, Art. ... 5 Abs. 1 Satz 2 GG, Art. 2 GG, § 839 BGB, Art. 14 GG, § 839 Abs. 2 Satz 1 BGB, §§ 10, 13 StrEG, § 839 Abs. 1 Satz 1 BGB, Art. 34 Satz 1 GG, § 111m StPO, § 86 Abs. 1 Nr. 4 StGB, § 106 Abs. 1 UrhG, § 309 StPO, § 111n Abs. 2 StPO, § 39 Abs. 1 Buchst. b des nordrhein-westfälischen Ordnungsbehördengesetzes, § 561 ZPO, §§ 318, 512, 557 Abs. 2 ZPO, § 5 Abs. 2 Satz 1 StrEG, § 4, § 5 Abs. 3, § 6 Abs. 1 Nr. 1 StrEG, § 14 Abs. 1 Nr. 1 StGB, §§ 86, 86a StGB, § 562 Abs. 1 ZPO, § 563 Abs. 3 ZPO
Art 14 GG, § 839 BGB, § 111m StPO, § 111n StPO
Ansprüche aus enteignungsgleichem und enteignendem Eingriff bei Beschlagnahme eines Presseerzeugnisses: Vertretbarkeit von Ermittlungshandlungen; Vorliegen eines Sonderopfers der von der Beschlagnahme des Presseerzeugnisses betroffenen Kapitalgesellschaft
Geltung der im Zusammenhang mit der Überprüfung von im Ermittlungsverfahren getroffenen staatsanwaltschaftlichen oder richterlichen Maßnahmen für die Beurteilung von Ansprüchen aus enteignungsgleichem Eingriff
GG Art. 14; BGB § 839 B; StPO § 111m; StPO § 111n
GG Art. 14 ; BGB § 839 ; StPO § 111m; StPO § 111n
Streit um Nazi Propaganda - Bayern muss nicht zahlen
Keine Entschädigung für Beschlagnahme von Presseerzeugnissen mit NS-Propaganda
Keine Entschädigung bei vertretbarer Beschlagnahme von Presseerzeugnissen
Zeitungszeugen-Verleger geht leer aus: Keine Entschädigung bei falscher, aber nachvollziehbarer Entscheidung
Kein Schadensersatz- oder Entschädigungsanspruch aus Amtshaftung bei vertretbarer Beschlagnahme von Presseerzeugnissen ("Zeitungszeugen")
Ersatzansprüche wegen beschlagnahmter Presseerzeugnisse
Kurznachricht zu "Keine Entschädigung nach Beschlagnahme von Presseerzeugnissen" von RA Dr. Michael Rath-Glawatz, original erschienen in: K&R 2017, 111 - 115.
Kurznachricht zu "Unvertretbarkeit justiziellen Handelns als Anspruchsvoraussetzung der Staatshaftung" von RA/FAArbR/FAStR Dr. Hanno Ziehm, original erschienen in: NJW 2017, 1276 - 1278.
LG München I, 23.01.2013 - 15 O 49627/11
LG München I, 23.01.2013 - 15 O 9627/11
BGHZ 213, 200
NJW 2017, 1322
VersR 2018, 175
afp 2017, 234
Dementsprechend ist bereits eine Amtspflichtverletzung zu verneinen und ist die richterliche Maßnahme oder Entscheidung im amtshaftungsrechtlichen Sinn als rechtmäßig anzusehen (vgl. Senat, Urteil vom 15. Dezember 2016, aaO Rn. 17).
Ebenso scheidet im Rahmen eines enteignungsgleichen Eingriffs die Annahme eines entschädigungspflichtigen Sonderopfers aus, wenn die richterliche Maßnahme vertretbar war (vgl. Senat, Urteile vom 15. Mai 1997 - III ZR 46/96, WM 1997, 1755, 1756 und vom 15. Dezember 2016, aaO Rn. 21; jeweils zu einer Beschlagnahmeanordnung).
In neueren Entscheidungen hat der Senat dann in diesem Zusammenhang nur noch auf den Begriff der Vertretbarkeit abgestellt, die nur verneint werden dürfe, wenn bei voller Würdigung auch der Belange einer funktionstüchtigen Rechtspflege die Entscheidung nicht mehr verständlich sei (…vgl. Urteile vom 4. November 2010, aaO Rn. 14 und vom 15. Dezember 2016, aaO Rn. 14).
Zugunsten der Klägerin ist demgegenüber keine solche Grundentscheidung ergangen mit der Folge, dass sie aus dem genannten Gesetz keine eigenen Entschädigungsansprüche herleiten kann (…vgl. Senat, Urteile vom 15. Februar 1979 aaO;… vom 6. Oktober 1988 aaO und vom 15. Dezember 2016 - III ZR 387/14, BGHZ 213, 200, 203 Rn. 8, 205 Rn. 12).
Die Vertretbarkeit darf deshalb nur dann verneint werden, wenn bei voller Würdigung auch der Belange einer funktionstüchtigen Strafrechtspflege die betreffende Entscheidung nicht mehr verständlich ist (s. nur Senatsurteile vom 29. April 1993 - III ZR 3/92, BGHZ 122, 268, 270 f; vom 15. Mai 1997 - III ZR 46/96, VersR 1997, 1363; vom 18. Mai 2000 - III ZR 180/99, NJW 2000, 2672, 2673;… vom 4. November 2010 - III ZR 32/10, BGHZ 187, 286, 292 f Rn. 14 und vom 15. Dezember 2016 aaO S. 205 f Rn. 14 mwN).
Dabei ist die Ausfüllung des unbestimmten Rechtsbegriffs der Vertretbarkeit Aufgabe des Tatrichters und kann vom Revisionsgericht nur daraufhin überprüft werden, ob er diesen Rechtsbegriff verkannt, Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungssätze verletzt und alle für die Beurteilung wesentlichen Umstände berücksichtigt hat (…vgl. z.B. Senatsurteile vom 18. Mai 2000 aaO;… vom 4. November 2010 aaO S. 294 Rn. 18 und vom 15. Dezember 2016 aaO S. 206 Rn. 14).
Die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass ein staatsanwaltschaftliches oder richterliches Handeln unvertretbar und insoweit amtspflichtwidrig war, trägt grundsätzlich derjenige, der einen Amtshaftungsanspruch geltend macht (…Senatsurteile vom 4. November 2010 aaO S. 293 Rn. 15 und vom 15. Dezember 2016 aaO).
a) Ein Entschädigungsanspruch aus enteignungsgleichem Eingriff setzt voraus, dass rechtswidrig in eine durch Art. 14 GG geschützte Rechtsposition von hoher Hand unmittelbar eingegriffen wird, die hoheitliche Maßnahme also unmittelbar eine Beeinträchtigung des Eigentums herbeiführt, und dem Berechtigten dadurch ein besonderes, anderen nicht zugemutetes Opfer für die Allgemeinheit auferlegt wird (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 10. März 1994 - III ZR 9/93, BGHZ 125, 258, 264 und vom 15. Dezember 2016 aaO S. 208 f Rn. 20 mwN).
Ist eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts vertretbar, so führt dies nicht nur dazu, dass eine Amtspflichtverletzung (bereits auf der Tatbestandsebene) entfällt, sondern auch dazu, dass die Rechtswidrigkeit des Eingriffs als Voraussetzung einer Haftung aus enteignungsgleichem Eingriff zu verneinen ist (Senat, Urteil vom 15. Dezember 2016 aaO S. 207 Rn. 17, S. 209 Rn. 21).
a) Ein Anspruch aus enteignendem Eingriff setzt voraus, dass eine an sich rechtmäßige hoheitliche Maßnahme bei einem Betroffenen unmittelbar zu Nachteilen führt, die er aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen hinnehmen muss, die aber die Schwelle des enteignungsrechtlich Zumutbaren übersteigen (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 14. März 2013 - III ZR 253/12, BGHZ 197, 43, 46 Rn. 7 und vom 15. Dezember 2016 aaO S. 211 Rn. 25, jeweils mwN).
Da das Sonderopfer nicht - wie beim enteignungsgleichen Eingriff - mit der Rechtswidrigkeit der hoheitlichen Maßnahme begründet werden kann, ist bei rechtmäßigen Eingriffen zu prüfen, ob die Einwirkungen auf die Rechtsposition des Betroffenen die Sozialbindungsschwelle überschreiten, also im Verhältnis zu anderen ebenfalls betroffenen Personen eine besondere Schwere aufweisen oder im Verhältnis zu anderen nicht betroffenen Personen einen Gleichheitsverstoß bewirken (…Senat, Urteile vom 14. März 2013 aaO S. 47 Rn. 8 und vom 15. Dezember 2016 aaO …sowie Beschluss vom 14. Dezember 2017 - III ZR 48/17, NJW 2018, 1396 Rn. 10; jeweils mwN).
Ob in diesem Sinn eine hoheitliche Maßnahme die Sozialbindungsschwelle überschreitet oder sich noch als Ausdruck der Sozialbindung des Eigentums begreifen lässt, kann nur aufgrund einer umfassenden Beurteilung der Umstände des Einzelfalles entschieden werden (…Senatsurteile vom 14. März 2013 aaO und vom 15. Dezember 2016 aaO sowie Senatsbeschluss vom 14. Dezember 2017 aaO; jeweils mwN).
Ein die Klägerin aus dem Kreis der Allgemeinheit signifikant heraushebendes, anderen nicht zugemutetes Sonderopfer wurde ihr nicht abverlangt (…vgl. hierzu z.B. Senat, Urteile vom 14. März 2013 - III ZR 253/12, BGHZ 197, 43 Rn. 8 und vom 15. Dezember 2016 - III ZR 387/14, BGHZ 213, 200 Rn. 25;… BeckOGK/Dörr aaO § 839 Rn. 1238 ff;… Ossenbühl/Cornils, Staatshaftungsrecht, 6. Aufl., S. 344 f).
Ob in diesem Sinn eine hoheitliche Maßnahme die Sozialbindungsschwelle überschreitet oder sich noch als Ausdruck der Sozialbindung des Eigentums begreifen lässt, kann nur aufgrund einer umfassenden Beurteilung der Umstände des Einzelfalles entschieden werden (…s. z.B. Senatsurteile vom 14. März 2013 - III ZR 253/12, BGHZ 197, 43, 46 f, Rn. 7 f und vom 15. Dezember 2016 - III ZR 387/14, NJW 2017, 1322, 1324 f Rn. 25, für BGHZ 213 vorgesehen; jeweils mwN).
Der Betroffene darf nicht durch eigenes Verhalten, auch wenn dieses rechtlich erlaubt ist, einen vorher noch nicht vorhandenen Interessenkonflikt aktiviert haben; sonst sind die Folgen regelmäßig seiner Sphäre zuzuordnen und stellen kein gleichheitswidriges Sonderopfer dar (…s. Senatsurteile vom 14. März 2013 aaO S. 48 f Rn. 11 und vom 15. Dezember 2016 aaO S. 1325 Rn. 25, jeweils mwN).
Ob in diesem Sinn eine hoheitliche Maßnahme die Sozialbindungsschwelle überschreitet oder sich noch als Ausdruck der Sozialbindung des Eigentums begreifen lässt, kann nur aufgrund einer umfassenden Beurteilung der Umstände des Einzelfalles entschieden werden (BGH, U. v. 15.12.2016, Az. III ZR 387/14, zit. nach juris, Rdn. 25; BGHZ 197, 43).
Ein Entschädigungsanspruch aus enteignungsgleichem Eingriff setzt voraus, dass rechtswidrig in eine durch Art. 14 GG geschützte Rechtsposition von hoher Hand unmittelbar eingegriffen wird, die hoheitliche Maßnahme also unmittelbar eine Beeinträchtigung des Eigentums herbeiführt und dem Berechtigten dadurch ein besonderes, anderen nicht zugemutetes Opfer für die Allgemeinheit auferlegt wird (vgl. BGH, Urteil vom 15.12.2016 - III ZR 387/14 - juris Rn. 20).
Dies bedeutet, dass die Bejahung einer vertretbaren Maßnahme nicht nur dazu führt, dass eine Amtspflichtverletzung (bereits auf der Tatbestandsebene) entfällt, sondern auch dazu, dass die Rechtswidrigkeit des Eingriffs als Voraussetzung einer Haftung aus enteignungsgleichem Eingriff zu verneinen ist (vgl. BGH, Urteil vom 15. Dezember 2016 - III ZR 387/14 -, Rn. 21, juris m.w.N.).

References: Art. 14
 § 839

§ 86
 Art. 2
 § 839
 Art. 14
 § 839
 § 839
 Art. 34
 § 111
 § 86
 § 106
 § 309
 § 111
 § 39
 § 561
 § 5
 § 4
 § 5
 § 6
 § 14
 § 562
 § 563
 § 839
 § 111
 § 111
 Art. 14
 § 839
 § 111
 § 111
 Art. 14
 § 839
 § 111
 § 111
 Art. 14
 § 839
 Art. 14