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Anwaltskanzlei Sven Adam | Tacheles-Rechtsprechungsticker | Rechtsprechungsticker von Tacheles KW 48/2015
Eingetragen oder aktualisiert am 30.11.2015
2.1 - Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 23.09.2015 - L 13 AS 164/14 - Die Revision wird zugelassen.
1. Betriebskostenguthaben, die (auch) aus dem Regelsatz aufgebaut worden sind, sind bei der Erstattung nach § 22 Abs. 3 SGB II nicht anzurechnen. Dem steht neben dem Sinn und Zweck der Regelung auch der Wortlaut des § 22 Abs. 3 SGB II in der ab 1. April 2011 (BGBl. I 850) geltenden Fassung entgegen (Abgrenzung zu BSG, Urteil vom 12. Dezember 2013 - B 14 AS 83/12 R - ; BSG, Urteil vom 22. März 2012 - B 4 AS 139/11 R).
2. Es liegt auch kein Einkommen im Sinne der §§ 11 ff. SGB II vor. Dies folgt zum einen aus der Wertung des § 11 a Abs. 1 Nr. 1 SGB II, nach der "Leistungen nach diesem Buch" nicht als Einkommen anzurechnen sind; zum anderen ist es aber auch geboten, Einnahmen, die aus Einsparungen beim Regelbedarf resultierten, über den jeweiligen Bezugszeitraum hinweg von der Berücksichtigung als Einkommen freizustellen (so Urteil vom 23. August 2011 - B 14 AS 185/10 R).
Heizkostenrückzahlung führt nicht immer zu geringeren Arbeitslosengeld II-Zahlungen - Pressemitteilung des LSG Celle-Bremen Nr.15/ 2015 v. 26.11.2015: www.landessozialgericht.niedersachsen.de
2.2 - Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 29.10.2015 - L 7 AS 1310/11
2.3 - Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 23.11.2015 - L 6 AS 1583/15 B ER - rechtskräftig
Termintipp des BSG Nr. 18/15 vom 24. November 2015 - Existenzminimum für Unionsbürger?
2.4 - Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 16.11.2015 - L 7 AS 1729/15 B ER - rechtskräftig
Ein Anordnungsgrund besteht auch im Hinblick auf Bedarfe für Unterkunft und Heizung gemäß § 22 Abs. 1 SGB II. Hierfür ist es nicht erforderlich, dass bereits eine Räumungsklage erhoben wurde und konkret Wohnungslosigkeit droht (in Anlehnung an: LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 04.05.2015 - L 7 AS 139/15 B ER).
a. A. LSG NRW, Beschlüsse v. 17.11.2015 - L 2 AS 1821/15 B ER, vom 05.11.2015 - L 2 AS 1723/15 B ER, Beschluss v. 26.10.2015 - L 19 AS 1623/15 B ER, L 19 AS 1624/15 B
2.5 - Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 09.11.2015 - L 7 AS 1234/15 B ER - rechtskräftig
2.6 - Landessozialgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 05.11.2015 - L 3 AS 479/15 B ER - rechtskräftig
2.7 - Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss vom 11.09.2015 - L 16 AS 510/15 B ER - rechtskräftig
Rechtsschutz im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II gibt es gegen eine Zwangsvollstreckung auch bei bestandskräftigem Erstattungs- und Rückforderungsbescheid (hier verneinend, vgl. Bayer. Landessozialgericht, Beschluss vom 26.03.2014, L 7 AS 220/14 B ER).
2.8 - LSG Sachsen-Anhalt, Beschluss v. 09.10.2015 - L 5 AS 643/15 B
2.9 - Sächsisches Landessozialgericht, Beschluss vom 26.10.2015 - L 7 AS 932/15 B ER - rechtskräftig
Anordnungsanspruch nicht glaubhaft gemacht für die Erteilung einer vorläufigen Zusicherung nach § 22 Abs. 4 SGB II - Schimmel - Lärmbelästigung - offen gelassen, ob es bereits am Rechtsschutzbedürfnis für eine einstweilige gerichtliche Regelung zur vorläufigen Zusicherung fehlt - Erforderlichkeit eines Umzugs (verneinend) - Eigenkündigung der Hilfebedürftigen
1. Offen bleiben kann, ob es bereits am Rechtsschutzbedürfnis für eine einstweilige gerichtliche Regelung zur vorläufigen Zusicherung i.S.d. § 22 Abs. 4 SGB II fehlt (Zulässigkeitsfrage; so evtl. Bayerisches LSG, Beschlüsse vom 18.03.2015 - L 11 AS 881/14 B PKH, und L 11 AS 875/14 B ER), ob der Anordnungsgrund entfällt oder ob die Ablehnung eines Antrages auf Zusicherung aus den gennannten Gründen ggf. eine Verletzung subjektiver Rechte der Antragsteller ausschließt (so wohl LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 04.03.2015, L 12 AS 117/ 15 B ER), weil ihr Anspruch auf Übernahme angemessener Unterkunftskosten aufgrund anderer Rechtsgrundlagen durchgesetzt werden kann (Begründetheitsfrage). Hierzu werden in der obergerichtlichen Rechtsprechung unterschiedliche Auffassungen vertreten (siehe z.B. auch LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 23.03.2015 - L 19 AS 2347/14 B ER u.a., RdNr. 24: besonders strenger Maßstab beim Anordnungsgrund; LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 26.01.2015 - L 7 AS 617/14 B, RdNr. 16: Kostenrisiko für Betroffen unzumutbar).
3. Bei der Beurteilung der Erforderlichkeit hat eine durch Eigenkündigung der Hilfebedürftigen herbeigeführte Umzugsnotwendigkeit außer Betracht zu bleiben (vgl. SächsLSG, Beschluss vom 12.03.2012 - L 7 AS 985/11 B ER).
3.1 - Sozialgericht Aachen, Urteil vom 10.11.2015 - S 11 AS 487/15
Selbständigem Aufstocker obliegen Mitwirkungspflichten nach dem SGB I, zu denen auch das Beibringen entsprechender Belege gehört (vgl. Bundessozialgericht - BSG - Urteil vom 24.02.2011 - B 14 AS 87/09 R; LSG Nordrhein-Westfalen Beschluss vom 11.02.2015 - L 7 AS 312/14 B; LSG Nordrhein-Westfalen Beschluss vom 19.12.2014 - L 2 AS 267/13).
Im Ergebnis ebenso: BSG, Urteil vom 28.3.2013, B 4 AS 42/12 R; SG Dortmund, Urteile vom 20.03.2015 - S 37 AS 3425/13, S 37 AS 5496/11, n. v.
3.2 - SG Hannover, Beschluss vom 03.11.2015 - S 70 AS 3566/15 ER
3.3 - SG Mainz, Beschluss vom 12.11.2015 - S 12 AS 946/15 ER
A.A. bspw. LSG Rheinland-Pfalz, Beschl. v. 05.11.2015 - L 3 AS 479/15 B ER
3.4 - Sozialgericht Neuruppin, Urteil vom 24.09.2015 - S 18 AS 1812/13
Zur Erstattung von Kosten eines isolierten Vorverfahrens (hier bejahend).
4.1 - Sozialgericht Karlsruhe, Urteil vom 30.102015 - S 1 SO 1842/15
5. Rechtsschutzversicherung für SGB II-Aufstocker
Kein Leistungsausschluss wegen Zusammenhangs mit einer selbständigen Tätigkeit, ein Beitrag von RA Mathias Klose
hier: sozialrecht-aktuell.blogspot.de
Weiter: www.mediafon.net
7. VG Münster, Beschl. v. 25.11.2015 - 1 L 1429/15 - nicht rechtskräftig
Pressemitteilung v. 26.11.2015 www.vg-muenster.nrw.de
Wenn ein Leistungsempfänger, der nicht die Altersgrenze von § 7 a SGB II erreicht hat (alles unter 65 + x), trotz Beantragung noch keine Rente bezahlt wird, ist nach - wohl allgemeiner Meinung- weiterhin ALG II erstmal zu leisten.
Dies ergibt sich einerseits aus dem Wortlaut von § 7 Abs. 4 SGB II -"bezieht"- sowie aus der Gesetzesbegründung und - man höre und staune- auch aus den Arbeitsanweisungen der Bundesagentur für Arbeit.

References: § 22
 § 22
 § 11
 § 22
 § 22
 § 22
 § 7
 § 7