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Timestamp: 2020-04-07 23:55:12+00:00

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Rechtsprechung: MDR 2013, 1115 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 24.07.2013
BGH, 18.07.2013 - III ZR 208/12
https://dejure.org/2013,18947
BGH, 18.07.2013 - III ZR 208/12 (https://dejure.org/2013,18947)
BGH, Entscheidung vom 18.07.2013 - III ZR 208/12 (https://dejure.org/2013,18947)
BGH, Entscheidung vom 18. Juli 2013 - III ZR 208/12 (https://dejure.org/2013,18947)
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ZPO §§ 314, 528
§§ 528, 314 ZPO
§ 314 S 1 ZPO, § 314 S 2 ZPO, § 528 ZPO
Berufungsverfahren: Beweiskraft des Tatbestandes des Ersturteils und deren Entkräftung durch das Sitzungsprotokoll; nicht beschiedene Hilfsanträge erster Instanz als Verfahrensgegenstand
Unzweideutiger Widerspruch des Sitzungsprotokolls zum Tatbestand als Voraussetzung für die Entkräftung des nach § 314 S. 1 ZPO erbrachten Beweis; Notwendigkeit der Rechtsmitteleinlegung des Beklagten als alleinige Möglichkeit zum Angriff des wegen Zuerkennung des ...
ZPO § 314 S. 1; ZPO § 528
Was wird von der Beweiskraft des Tatbestands erfasst?
Der Hilfsantrag in der Berufung des Beklagten
Urteilstatbestand vs. Sitzungsprotokoll
Was wird von der Beweiskraft des Tatbestands erfasst? (IBR 2013, 1241)
Bleibt ein nicht beschiedener Hilfsantrag in der Berufungsinstanz anhängig? (IBR 2013, 1240)
LG Chemnitz, 23.10.2009 - 5 O 512/08
OLG Dresden, 05.06.2012 - 9 U 1902/09
NJW-RR 2013, 1334
MDR 2013, 1115
NJ 2013, 435
BauR 2013, 1916
In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist seit Langem anerkannt, dass im Berufungsverfahren der Hilfsantrag, der, wie hier, im ersten Rechtszug nicht beschieden wurde, weil der Hauptantrag zuerkannt wurde, allein infolge der Einlegung des Rechtsmittels durch den Beklagten beim Berufungsgericht zur Entscheidung anfällt (BGH, Urteil vom 18. Juli 2013 - III ZR 208/12, NJW-RR 2013, 1334 Rn. 9).
Es besteht keine Veranlassung, von dem Kläger, der in erster Instanz voll obsiegt hat, die Einlegung eines Rechtsmittels, auch nicht im Wege einer Eventual-Anschließung, gegen ein zu seinen Gunsten ergangenes Urteil zu verlangen, um die volle Überprüfung seines unveränderten Klagebegehrens im Rechtsmittelzug sicherzustellen (BGH, NJW-RR 2013, 1334 Rn. 9).
Hierfür reicht aber nicht aus, dass sich das Protokoll zu einem bestimmten Punkt nicht verhält (BGH, Urteil vom 18. Juli 2013 - III ZR 208/12, NJW-RR 2013, 1334 Rn. 8).
Dies würde voraussetzen, dass die Feststellungen in der Sitzungsniederschrift ausdrücklich oder doch unzweideutig dem Tatbestand widersprechen (vgl. BGH, Urteil vom 18. Juli 2013 - III ZR 208/12, NJW-RR 2013, 1334 Rn. 8).
Der wegen Zuerkennung des Hauptantrags in erster Instanz nicht beschiedene Hilfsantrag des Klägers wurde allein durch die Rechtsmitteleinlegung der Beklagten Gegenstand des Berufungsverfahrens (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 29. Januar 1964 - V ZR 23/63, BGHZ 41, 38, 39 ff.; vom 24. Januar 1990 - VIII ZR 296/88, NJW-RR 1990, 518 unter I 2 a; vom 24. September 1991 - XI ZR 245/90, NJW 1992, 117 unter III; vom 20. September 2004 - II ZR 264/02, NJW-RR 2005, 220 unter II; vom 18. Juli 2013 - III ZR 208/12, NJW-RR 2013, 1334 Rn. 9; jeweils mwN).
§ 314 ZPO gilt auch für die Antragstellung in der mündlichen Verhandlung (…BAG 24. Oktober 2017 - 1 AZR 166/16 - Rn. 18; BGH 18. Juli 2013 - III ZR 208/12 - Rn. 8; BVerwG 3. Juli 1987 - 4 C 12.84 -) .
Dabei kann hier dahinstehen, ob sich die Beweiskraft des Tatbestands bei in ihm wiedergegebenen Anträgen nur auf die Tatsache ihrer Verlesung bezieht (…so BVerwG 3. Juli 1987 - 4 C 12.84 - Thomas/Putzo/Reichold ZPO 39. Aufl. § 314 Rn. 1;… Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann ZPO 76. Aufl. § 314 Rn. 5 Stichwort "Antragsinhalt") oder auch auf ihren Inhalt (so BGH 18. Juli 2013 - III ZR 208/12 - Rn. 8;… offengelassen in BAG 24. Oktober 2017 - 1 AZR 166/16 - Rn. 18) .
Es besteht keine Veranlassung, von dem Kläger, der in erster Instanz voll obsiegt hat, die Einlegung eines Rechtsmittels, auch nicht im Wege einer Eventual-Anschließung, gegen ein zu seinen Gunsten ergangenes Urteil zu verlangen, um die volle Überprüfung seines unveränderten Klagebegehrens im Rechtsmittelzug sicherzustellen (BGH, NJW-RR 2005, 220; NJW-RR 2013, 1334 Rn. 9;… Musielak/Ball, ZPO, 11. Aufl., § 528 Rn. 7;… Zöller/Heßler, ZPO, 30. Aufl.,§ 528 Rn. 20).
Daher ist eine im Tatbestand des angefochtenen Urteils als unstreitig dargestellte Tatsache selbst dann, wenn sie in den erstinstanzlichen Schriftsätzen tatsächlich umstritten war, als unstreitig und als für das Berufungsgericht bindend anzusehen, wenn der Tatbestand nicht berichtigt worden ist (vgl. BGH, Beschluss vom 24.06.2010 - III ZR 277/09, juris; Urteil vom 06.06.2012 - VIII ZR 198/11, NJW 2012, 2659, Tz. 17; Urteil vom 18.07.2013 - III ZR 208/12, MDR 2013, 1115; Senat, Urteil vom 24.05.2016 - 8 U 159/14, juris).
Zwar gelangt der vorinstanzlich nicht beschiedene Hilfsantrag des Klägers allein durch Einlegung der Revision durch die Beklagte in die Revisionsinstanz (für das Berufungsverfahren: vgl. BAG 24. April 2001 - 3 AZR 329/00 - zu A II der Gründe, BAGE 97, 301; BGH 18. Juli 2013 - III ZR 208/12 - Rn. 9; für das Revisionsverfahren vgl. BGH 17. September 1991 - XI ZR 256/90 - zu II 3 a der Gründe) .
Dabei kann auf sich beruhen, ob sich die Beweiskraft des Tatbestands eines Urteils nach § 314 Satz 1 ZPO bei in ihm wiedergegebenen Anträgen ohnehin nur auf die Tatsache ihrer Verlesung oder Erhebung - und nicht ihren Inhalt - bezieht (so BVerwG 3. Juli 1987 - 4 C 12/84 -; Thomas/Putzo/Reichold ZPO 38. Aufl. § 314 Rn. 1; Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann ZPO 76. Aufl. § 314 Rn. 5 Stichwort "Antragsinhalt"; vgl. aber auch BGH 18. Juli 2013 - III ZR 208/12 - Rn. 8).
LAG Berlin-Brandenburg, 24.10.2019 - 5 Sa 769/19
Betriebsstilllegung; Betriebsübergang; Massenentlassung; Nachteilsausgleich
LSG Rheinland-Pfalz, 17.10.2013 - L 5 KR 281/12
Krankenversicherung - Übersendung einer Krankenversichertenkarte - kein …
LAG München, 28.09.2015 - 9 Sa 301/15
Unzulässiger Antrag auf Tatbestandsberichtigung
BGH, 24.07.2013 - XII ZB 40/13
https://dejure.org/2013,19837
BGH, 24.07.2013 - XII ZB 40/13 (https://dejure.org/2013,19837)
BGH, Entscheidung vom 24.07.2013 - XII ZB 40/13 (https://dejure.org/2013,19837)
BGH, Entscheidung vom 24. Juli 2013 - XII ZB 40/13 (https://dejure.org/2013,19837)
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FamFG § 70 Abs. 3; GG Art. 103 Abs. 1
Art. 103 Abs. 1 GG; § 70 Abs. 3 FamFG
§ 70 Abs 3 FamFG, Art 103 Abs 1 GG
Beschwerde gegen Betreuerbestellung: Richterliche Hinweispflicht vor Verwerfung der Beschwerde wegen Beschwerdefristversäumung
Notwendigkeit der Gewährung dem Rechtsmittelführer durch einen Hinweis rechtliches Gehör vor Verwerfung einer Beschwerde wegen Versäumung der Beschwerdefrist
§ 70 FamFG, Art 103 GG
Partei muss sich zur Fristversäumnis äußern dürfen
Versäumung der Beschwerdefrist: Keine Verwerfung ohne Hinweis!
Verfahrensrecht - Ohne rechtliches Gehör keine Verwerfung einer Beschwerde wegen Versäumung der Beschwerdefrist
AG Schwabach, 24.10.2012 - 2 XVII 413/12
LG Nürnberg-Fürth, 10.01.2013 - 13 T 110/13
NJW-RR 2013, 1281
FGPrax 2013, 286
FamRZ 2013, 1569
AnwBl Online 2013, 402
Nachdem es gemäß § 65 Abs. 1 FamFG nicht zwingend einer Beschwerdebegründung bedarf, kann der Beschwerdeführer derartige Gesichtspunkte zudem in einer Stellungnahme auf den Hinweis darlegen, den das Beschwerdegericht vor der Verwerfungsentscheidung zu erteilen hat (vgl. zur Hinweispflicht etwa Senatsbeschlüsse vom 24. Juli 2013 - XII ZB 40/13 - FamRZ 2013, 1569 Rn. 6 …und vom 15. August 2007 - XII ZB 101/07 - FamRZ 2007, 1725 Rn. 7 f.).
Hat das Beschwerdegericht im Anschluss an diese Prüfung eine Beschwerde in einer Familiensache der freiwilligen Gerichtsbarkeit nach § 68 Abs. 2 Satz 2 FamFG als unzulässig verworfen, beurteilt sich die Statthaftigkeit der Rechtsbeschwerde gegen die Verwerfungsentscheidung allein nach § 70 Abs. 1 FamFG, so dass die Rechtsbeschwerde nur für den Fall der Zulassung gegeben ist (vgl. auch Senatsbeschluss vom 24. Juli 2013 - XII ZB 40/13 - FamRZ 2013, 1569 Rn. 4).

References: § 314
 § 314
 § 528
 § 314
 § 314
 § 528

§ 314
 BGH 
 § 314
 § 314
 BGH 
 § 528
 BGH 
 BGH 
 § 314
 § 314
 § 314
 BGH 
 § 70
 Art. 103

Art. 103
 § 70

§ 70

§ 70
 § 65
 § 68
 § 70