Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=02.06.1992&Aktenzeichen=4%20N%201.90
Timestamp: 2019-05-20 20:00:16+00:00

Document:
BVerwG, 02.06.1992 - 4 N 1.90 - dejure.org
https://dejure.org/1992,1083
BVerwG, 02.06.1992 - 4 N 1.90 (https://dejure.org/1992,1083)
BVerwG, Entscheidung vom 02.06.1992 - 4 N 1.90 (https://dejure.org/1992,1083)
BVerwG, Entscheidung vom 02. Juni 1992 - 4 N 1.90 (https://dejure.org/1992,1083)
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Normenkontrollantrag - Staathaftigkeit - Erlassene Normen
VGH Bayern, 08.08.1990 - 19 N 89.1735
NVwZ 1992, 1088
DVBl 1992, 1241
BauR 1992, 743
ZfBR 1992, 238
Denn in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist bereits geklärt, dass eine Satzung im Sinne von § 47 Abs. 1 Nr. 1 VwGO erst erlassen ist, wenn sie aus der Sicht des Normgebers bereits Geltung für sich in Anspruch nimmt; Rechtsvorschriften, die erst im Stadium ihrer Entstehung sind, können nicht Gegenstand einer Normenkontrolle sein (BVerwG, Beschluss vom 2. Juni 1992 - 4 N 1.90 - NVwZ 1992, 1088 = ZfBR 1992, 238).
Dabei ist es allerdings unerheblich, ob die Bekanntmachung korrekt vorgenommen worden ist; die Normenkontrolle kann gerade der Klärung dienen, ob die Norm rechtsgültig erlassen worden ist (BVerwG, Beschluss vom 2. Juni 1992 - 4 N 1.90 - a.a.O.).
Die geltend gemachte Abweichung von dem Beschluss des Senats vom 2. Juni 1992 - 4 N 1.90 - (…a.a.O.) besteht nicht.
In der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist anerkannt, dass ein Normenkontrollantrag auch dann statthaft ist, wenn gerade strittig ist, ob eine Norm formell rechtsgültig erlassen worden ist (Beschluss vom 2. Juni 1992 - BVerwG 4 N 1.90 - Buchholz 310 § 47 VwGO Nr. 66).
Eine vorbeugende Normenkontrolle gegen noch nicht in Kraft gesetzte Regelungen kennt die Verwaltungsgerichtsordnung nicht (Beschluss vom 2. Juni 1992 - BVerwG 4 N 1.90 - Buchholz 310 § 47 VwGO Nr. 66).
Aus den vom Antragsteller zitierten Beschlüssen des Bundesverwaltungsgerichts vom 2. Juni 1992 - BVerwG 4 N 1.90 - (…a.a.O.) und vom 10. April 1996 - BVerwG 4 NB 8.96 - (Buchholz 310 § 47 VwGO Nr. 114) sowie aus dem Urteil vom 21. Januar 2004 - BVerwG 8 CN 1.02 - (BVerwGE 120, 82 = Buchholz 310 § 47 VwGO Nr. 163) ergibt sich nichts anderes.
Soweit bei unvollständiger oder fehlerhafter Bekanntmachung darauf abgestellt wird, ob der Normsetzer selbst von einer Geltung der Vorschrift ausgeht (Beschluss vom 2. Juni 1992 - BVerwG 4 N 1.90 - a.a.O.), musste sich dem Oberverwaltungsgericht ohne entsprechende Beweisanträge keine weitere Aufklärung aufdrängen.
Der Statthaftigkeit des Normenkontrollverfahrens steht nicht entgegen, dass strittig ist, ob die Norm bekannt gemacht worden ist; denn es geht darum, Zweifel an der Gültigkeit einer Norm zu klären, die aus der Sicht des Normgebers Geltung für sich beansprucht (Beschluss vom 2. Juni 1992 - BVerwG 4 N 1.90 - Buchholz 310 § 47 VwGO Nr. 66 S. 104 f.).
Da eine Normenkontrolle nach § 47 VwGO eine bereits erlassene Norm voraussetzt (BVerwG, Beschluss vom 2.6.1992 - BVerwG 4 N 1.90 -, juris Rn. 12), stellt sich immer dann, wenn der Antragsteller - wie hier - ein normgeberisches Unterlassen rügt, die Frage des Vorliegens einer für das oberverwaltungsgerichtliche Normenkontrollverfahren tauglichen Rechtsvorschrift.
Als die Anträge (am 16.6.1998) bei Gericht eingingen, war das Verfahren zur dritten Änderung des Bebauungsplanes noch nicht abgeschlossen, so daß insoweit eine in Kraft gesetzte Rechtsvorschrift, die allein Gegenstand eines Normenkontrollantrages sein kann (vgl. BVerwG vom 2.6.1992 BayVBl 1993, 58 = NVwZ 1992, 1082), noch nicht vorlag.
Damit ist das Rechtssetzungsverfahren aus Sicht der am Normsetzungsverfahren Beteiligten weder abgeschlossen noch kommt der Änderungssatzung aus Sicht des Normgebers formelle Geltung zu (zu diesen Anforderungen bereits BVerwG, Beschl. v. 2.6.1992, NVwZ 1992, 1088, 1089; SächsOVG, NK-Beschl. v. 22.1.1998, SächsVBl. 1998, 187 f. = NVwZ 1998, 527 m. w. N.).
Dementsprechend ist ein Normenkontrollantrag bereits auch dann statthaft, wenn gerade strittig ist, ob die Norm formell rechtsgültig erlassen worden ist (vgl. BVerwG, Beschluss vom 02.06.1992 - 4 N 1/90 -, Buchholz 310 § 47 VwGO Nr. 66).
Im Sinne von § 47 VwGO ist nämlich eine Norm bereits dann erlassen, wenn sie aus der Sicht des Normgebers Geltung für sich in Anspruch nimmt (so BVerwG, Beschluss vom 2. Juni 1992 - 4 N 1.99 - NVwZ 1992, 1088 f.).
Im Übrigen kann statthafter Gegenstand eines Normenkontrollantrages nur eine bereits erlassene Norm, d.h. aus Sicht des Normengebers geltende Norm sein (vgl. BVerwG, Beschluss vom 2. Juni 1992 - BVerwG 4 N 1.90 -, NVwZ 1992, 1088, juris Rn. 12 m.w.N.; OVG Bln-Bbg…, Beschluss vom 26. September 2012 - OVG 10 S 14.12 -, juris Rn. 7).
BVerwG, 17.03.2004 - 9 B 107.03
Verkündung förmlich gesetzter Rechtsnormen und mithin auch von örtlichem …
OVG Sachsen-Anhalt, 17.03.2010 - 3 K 271/09
Bildung eines Departments als gemeinsamer Einrichtung von Hochschule und Klinikum
OVG Rheinland-Pfalz, 06.07.2017 - 6 B 11128/17
Prozessrecht, Gaststättenrecht
OVG Schleswig-Holstein, 13.05.1996 - 1 M 17/96
Vorläufiger Rechtsschutz; Bebauungsplan
BVerwG, 09.01.1996 - 4 NB 39.95

References: § 47
 § 47
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