Source: https://gesetze-in-app.de/BGB/319
Timestamp: 2018-08-20 02:35:20+00:00

Document:
§ 319 BGB: Unwirksamkeit der Bestimmung; Ersetzung
OLG München, Beschluss vom 3.11.2015, Az. 34 SchH 10/15 Sie sind im gerichtlichen Verfahren nur im Rahmen des § 319 BGB auf offenbare Unrichtigkeit, zu der auch schwerwiegende Verfahrensmängel wie die Parteilichkeit des Schiedsgutachters zählen können (so OLG Köln 11.05.2001, 19 U 27/00, juris), überprüfbar (BGH NJW 2001, 3775/3777; NJW 1991, 2698; 1979, 1885; Senat vom 7.8.2006;
BGH, URTEIL vom 4.6.2013, Az. III ZR 52/12 33	(1)	Für	Schiedsgutachtenvereinbarungen	im	weiteren	Sinne,	auf welche die §§317 bis 319 BGB unmittelbar anzuwenden sind und bei denen der Schiedsgutachter den Vertragsinhalt nach billigem Ermessen rechtsgestaltend zu bestimmen hat, ist es allgemein anerkannt, dass die Forderung im Falle des Übergangs der Leistungsbestimmung auf das Gericht (§ 319 Abs.1 Satz 2 BGB) erst mit Rechtskraft des Gerichtsurteils fällig wird, so dass Zinsen - vorbehaltlich anderer vertraglicher Vereinbarungen - vorher nicht verlangt werden können (vgl. BGH, Urteile vom 10. März 1993 -VIII ZR 238/92, BGHZ 122, 32, 45 f; vom 24. November 1995 -VZR 174/94, NJW 1996, 1054, 1056; vom 30. Mai 2003 - VZR 216/02, NJW-RR 2003, 1355, 1357 f; vom 5. Juli 2005 -XZR 60/04, NJW 2005, 2919, 2920 und vom 4. April 2006 - X ZR 122/05, BGHZ 167, 139, 149f Rn. 22 f; vgl. auch Urteil vom 16. April 1999 - VZR 37/98, NZM 1999, 677, 678).
BGH, Urteil vom 5.6.1998, Az. V ZR 360/96 In einem solchen Falle erfolgt die Bestimmung der Leistung durch Urteil entsprechend § 319 Abs. 1 Satz 2 BGB (Senat BGHZ 74, 341).
BGH, URTEIL vom 3.9.1997, Az. XII ZR 269/95 1. Wie das Berufungsgericht zutreffend ausgeführt hat, kann sich die offenbare Unrichtigkeit eines Schiedsgutach-tens - als offenbare Unbilligkeit i.S. von § 319 BGB (vgl. BGHZ 43, 374, 376; 81, 229, 237; BGH Urteile vom 25. Januar 1979 - X ZR 40/77 = NJW 1979, 1885; vom 14. Juli 1986 - II ZR 249/85 = BGHR BGB § 319 Abs. 1 Schiedsgutach-ten 1) - u.a. daraus ergeben, daß der Gutachter bei seinen Ermittlungen nach dem Sachverhalt, den ihm die Parteien un-
BGH, URTEIL vom 3.9.1997, Az. XII ZR 269/95 Ein derartiges Vorgehen unterliegt im Hinblick auf § 319 BGB keinen rechtlich durchgreifenden Bedenken (vgl. etwa für einen gerichtlichen Sachverständigen BVerfGE 91, 176, 182, 183).
BGH, Urteil vom 1.5.1994, Az. II ZR 100/92 Enthält der Vertrag in einem solchen Fall keine Regelung über einen Ersatzgutachter, so ist die geschuldete Leistung in entsprechender Anwendung des § 319 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 2 BGB durch gerichtliches Urteil zu bestimmen (im Anschluß an BGHZ 57, 47).
BGH, URTEIL vom 4.5.1981, Az. HI ZR 4/80 Übertragen Parteien die rechtsgestaltende Festsetzung der einander geschuldeten Leistungen Dritten, so handelt es sich nach gefestigter Rechtsprechung bei einer solchen Vereinbarung nicht um eine Schiedsabrede, sondern um eine Schiedsgut-achter-Klausel, wenn die Festsetzung des Leistungsinhalts nach dem Parteiwillen im Rahmen des § 319 BGB vom staatlichen Gericht überprüft werden soll (BGHZ 6, 335, 338; BGHZ 48, 25, 28; BGH Urteil vom 21. Mai 1975 - VIII ZR 161/73 = WM 1975, 770, 771 = NJW 1975, 1556).
BGH, vom 3.10.1977, Az. IV ZR 42/75 Ein Schiedsgutachten ist dann 'offenbar unrichtig”, wenn sich die Fehlerhaftigkeit des Gutachtens dem sachkundigen und unbefangenen Beobachter - wenn auch möglicherweise erst nach eingehender Prüfung - aufdrängt (BGH WM 1976, 269, 270; BGH LM § 319 BGB Nr. 13).
BGH, URTEIL vom 5.11.1975, Az. IV ZR 107/73 Diese im Revisionsverfahren nur beschränkt nachprüfbare Auslegung des gerichtlichen Vergleichs (vgl. hierzu BGH LM Nr. 10 zu § 319 BGB - NJW 1965, 150 - MDR 1965, 36 = BB 1964, 1359 m. w. N.) beruht entgegen der Ansicht der Revision auf keinem Rechtsirrtum.
BGH, URTEIL vom 5.11.1975, Az. IV ZR 107/73 Einer darüber hinausgehenden Feststellung, daß das Schiedsgutachten offenbar unbillig sei, bedarf es nicht, weil die Bindungswirkung des Schiedsgut-achtervertrages im eigentlichen (engeren) Sinne bereits bei offenbarer Unrichtigkeit entfällt und offenbare Unbilligkeit nur notwendig ist, wenn dem Schiedsgutachter ein ErmessensSpielraum zur Ergänzung des Parteiwillens eingeräumt ist (vgl. BGH LM Nr. 10 zu § 319 BGB; BGH LM Nr. 15 zu § 319 BGB * NJW 1974, 896), was hier nicht der Fall war.
BGH, URTEIL vom 4.10.1975, Az. III ZR 112/73 18 und unbefangenen Beobachter - wenn auch möglicherweise erst nach eingehender Prüfung - aufdrängt (vgl. BGH MDR 1973, 210 = LM § 319 BGB Nr. 13).
BGH, URTEIL vom 6.11.1973, Az. II ZR 122/74 Bei der Entscheidung über diese Frage ist wiederum die Feststellung des Berufungsgerichts zugrunde zu legen, daß der Schiedsgutachter auch zur Beurteilung der Jahresbilanz der GoH^B KG befugt war, nicht nach billigem Ermessen, sondern nach der tatsächlichen Sachund Rechtslage zu entscheiden hatte und demgemäß § 319 Abs. 1 BGB entsprechend anzuwenden ist; das Schiedsgutachten ist daher nicht darauf zu überprüfen, ob die getroffenen Feststellungen offenbar unbillig sind, sondern nur darauf, ob eine offenbare Unrichtigkeit vorliegt (vgl. zu dem zuletzt angeführten Punkt BGH, Urt. v. 26.10.72 - VII ZR 44/71, LM BGB § 319 Nr. 13 m.w.N.).
BGH, URTEIL vom 4.9.1972, Az. VII ZR 44/71 b)	Der Revision ist zuzugeben, daß an das Vorliegen einer offenbaren Unrichtigkeit strenge Anforderungen zu stellen sind* Anfernfalls würde der mit der Bestellung eines Schiedsgutachters von den Parteien verfolgte Zweck in Frage gestellt, ein möglicherweise langwieriges und kostspieliges Prozeßverfahren zu vermeiden (vgl. etwa BGH NJW 1957, 1834 mit Anmerkung Fischer LM § 319 BGB Nr. 7; RGZ 96, 57, 61).
BGH, URTEIL vom 3.9.1972, Az. VIII ZR 143/71 Sie käme bei einem Sachverhalt wie dem vorliegenden dann in Betracht wenn die Parteien, wie das in Wertsicherungsklauseln häufig geschieht, einen Dritten als Schiedsgutachter zur Ermittlung des Pachtpreises nach billigem Ermessen eingesetzt hätten und dieser die Bestimmung nicht treffen kann, nicht treffen will oder verzögert (§ 319 Abs. 1 Satz 2 BGB; BGH-Urteil vom 18. Oktober 1968 = WM 1969, 62).
BGH, Urteil vom 2.10.1958, Az. V za 60/57 Im Gutachten Kfli vom 31» Dezember 1953 sieht das Berufungsgericht ohne RechtsIrrtum ein Schiedsgutachten - im Sinne nicht der Schaffung, aber der Klarstellung des Verpflichtungsinhalts (RGHK BGB IO. Aufl* § 317 Anm» l) Zutreffend hält das Berufungsgericht das Gutachten in entsprechender Anwendung von § 319 BGB für bindend, soweit es nicht offenbar unrichtig ist (BGH IM Kr. 7 zu §317 BGB)$ soweit die Bindung nicht reicht, ist die‘Bestimmung zu Recht durch Urteil erfolgt (§ 319 Abs/ 1 Satz 2 BGB)» Die Abgrenzung des Bindungsumfahgs und die eigene Ergänzungsschätzung des Berufungsgerichts lassen keinen Rechtsirrtum erkennen, werden von der Revision auch nicht angegriffen» Die Anspruchsbemessung mit 8 500 DM ist daher rechtlich nicht zu beanstanden»

References: § 319
 § 319
 § 319
 BGH 
 § 319
 § 319
 § 319
 § 319
 BGH 
 BGH 
 § 319
 BGH 
 § 319
 BGH 
 § 319
 BGH 
 § 319
 BGH 
 § 319
 § 319
 § 319
 BGH 
 § 319
 § 317
 § 319
 §317