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Timestamp: 2019-07-18 16:29:27+00:00

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BFH, 18.03.2015 - XI R 8/13 - dejure.org
https://dejure.org/2015,13610
BFH, 18.03.2015 - XI R 8/13 (https://dejure.org/2015,13610)
BFH, Entscheidung vom 18.03.2015 - XI R 8/13 (https://dejure.org/2015,13610)
BFH, Entscheidung vom 18. März 2015 - XI R 8/13 (https://dejure.org/2015,13610)
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§ 30 der Gewerbeordnung, § 2 der Verordnung zur Regelung der Krankenhauspfle... gesätze (Bundespflegesatzverordnung, § 108 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V), § 107 SGB V, § 4 Nr. 14 des Umsatzsteuergesetzes (UStG), § 4 Nr. 14 Satz 3 UStG, § 4 Nr. 14 UStG, § 4 Nr. 16 Buchst. b UStG, Richtlinie 77/388/EWG, Art. 132 Abs. 1 Buchst. b der Richtlinie 2006/112/EG, Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. b der Richtlinie 77/388/EWG, § 67 der Abgabenordnung (AO), § 108 SGB V, Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 77/388/EWG, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung, § 4 Nr. 14 Satz 1 UStG, § 18 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes, Art. 5 Nr. 4 Buchst. c Doppelbuchst. aa des Steueränderungsgesetzes 2003, § 67 AO, § 67 Abs. 1, 2 der Abgabenordnung, 2 AO, § 7 des Krankenhausentgeltgesetzes, § 10 der Bundespflegesatzverordnung, § 67 Abs. 1 AO, § 67 Abs. 2 AO, Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richtlinie 77/388/EWG, § 4 Nr. 16 Buchst. e UStG, § 4 Nr. 16 Buchst. c UStG, § 7 KHEntgG, § 10 BPflV, § 4 Nr. 14 Buchst. b Satz 2 Doppelbuchst. aa UStG, §§ 108, 109 SGB V, § 89 AO, § 135 Abs. 1, § 143 Abs. 1 FGO
§ 4 Nr 14 S 3 UStG 1999, § 4 Nr 16 Buchst b UStG 1999, § 67 AO, Art 13 Teil A Abs 1 Buchst b EWGRL 388/77, Art 132 Abs 1 Buchst b EGRL 112/2006
Private Krankenhausbetreiber - und die Umsatzsteuer
Zur Steuerfreiheit von Umsätzen privater Krankenhausbetreiber bis 2008 sowie ab 2009
Zur Steuerfreiheit von Umsätzen privater Krankenhausbetreiber
Steuerfreiheit von Umsätzen privater Krankenhausbetreiber
BFHE 249, 369
BB 2015, 1622
BB 2016, 1053
BStBl II 2016, 788
cc) Dem steht auch nicht das Senatsurteil in BFHE 249, 369, BStBl II 2016, 788 (Rz 39) entgegen.
Die Urteile des BFH vom 18.03.2015 (XI R 8/13) und 26.08.2010 (V R 5/08) hätten eine psychiatrische Einrichtung bzw. die Rechtslage vor Einführung des Fallpauschalensystems betroffen, sodass die dortige Bezugnahme auf die Notwendigkeit einer Vorabkalkulation auf Selbstkostenbasis auf den hiesigen Streitfall nicht übertragbar sei.
So hat der BFH bereits mehrfach, erstmals schon im Jahre 2003 und damit vor Beginn des Streitzeitraums, entschieden, dass eine Vorauskalkulation der eigenen Selbstkosten, für die - soweit möglich - die Bestimmungen der BPflV zur Kostenkalkulation zu berücksichtigen sind, Voraussetzung für die Anwendung des § 67 Abs. 2 AO ist (BFH, Urteile vom 18.03.2015 XI R 8/13, BFH/NV 2015, 1219, II. 2. b) bb) der Gründe m. w. N.; vom 26.08.2010 V R 5/08, a. a. O., II. 3. c) der Gründe; vom 02.10.2003 IV R 48/01, BStBl II 2004, 363, II. 1. c) der Gründe).
Die Finanzverwaltung ist an eine bei einer früheren Veranlagung bzw. Besteuerung zugrunde gelegte Rechtsauffassung auch dann nicht gebunden, wenn der Steuerpflichtige im Vertrauen darauf disponiert hat (BFH, Urteil vom 18.03.2015 XI R 8/13, BFH/NV 2015, 1219, II. 6. c) cc) der Gründe m. w. N.).
Denn wie der BFH ausdrücklich entschieden hat, überschritt im Hinblick auf die Anerkennung von Krankenanstalten, die von anderen Steuerpflichtigen als von Einrichtungen des öffentlichen Rechts betrieben werden, die nach § 4 Nr. 16 Buchst. b UStG a. F. i. V. m. § 67 Abs. 2 AO erforderliche Schwelle von 40 % hinsichtlich der Belegungs- oder Berechnungstage, die auf Patienten entfallen mussten, bei denen für die Krankenhausleistungen kein höheres Entgelt als nach § 67 Abs. 1 AO für allgemeine Krankenhausleistungen berechnet wurde, das von der Richtlinie den Mitgliedstaaten eingeräumte Ermessen nicht (BFH, Urteil vom 18.03.2015 XI R 8/13, a. a. O., II. 3. d) der Gründe).
Zudem verstieß die 40 %-Grenze nicht gegen den Grundsatz der mehrwertsteuerrechtlichen Neutralität (BFH, Urteil vom 18.03.2015 XI R 8/13, a. a. O., II. 3. e) der Gründe).
Das von der Klägerin vorgerichtlich angeführte entgegenstehende Urteil des Finanzgerichts - FG - Baden-Württemberg (Urteil vom 28.11.2012 14 K 2883/10, DStRE 2015, 223) hat der BFH mit dem Urteil vom 18.03.2015 (XI R 8/13, a. a. O.) aufgehoben; insoweit ist auch der von der Klägerin ebenfalls angeführte Beschluss des FG Münster vom 18.04.2011 (15 V 111/11 U, Entscheidungen der FG - EFG - 2011, 1380) überholt.
Zutreffend weist der BFH insoweit auch darauf hin, dass sich aus dem von der Klägerin angeführten Urteil des EuGH in Sachen Zimmermann (Urteil vom 15.11.2012 C-174/11, DStRE 2013, 423) nicht etwa ergibt, dass die 40%-Grenze als solche unionsrechtswidrig ist. Aus der Rechtsprechung des EuGH ergibt sich lediglich, wie auch der BFH entschieden hat (Urteil vom 18.03.2015 XI R 8/13, a. a. O., II. 3. f) der Gründe; so für ambulante Pflegeeinrichtungen auch das von der Klägerin ebenfalls angeführte Urteil des BFH vom 02.03.2011 XI R 47/07, BStBl II 2012, 699), dass Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. b) 6. EG-Richtlinie keine Grundlage dafür bietet, dass das deutsche Gesetz auf die Verhältnisse des Vorjahres statt auf diejenigen des laufenden Jahres abstellt.
Umsätze aus dem Betrieb privater Krankenhäuser, die - wie hier - nicht von einem Arzt (sondern von einer GmbH & Co KG) betrieben wurden, waren nach den in den Streitjahren 2005 und 2006 geltenden gesetzlichen Vorschriften, auch soweit sie ärztliche Heilbehandlungen einschlossen, nur dann steuerfrei, wenn sie die Voraussetzungen des § 4 Nr. 16 Buchst. b UStG a. F. i. V. m. § 67 AO erfüllten; die Befreiungsvorschrift nach § 4 Nr. 14 UStG a. F. fand auf sie grundsätzlich keine Anwendung (BFH, Urteil vom 18.03.2015 XI R 8/13, a. a. O., II. 1. der Gründe m. w. N.).
Soweit der BFH mit Urteil vom 18.3.2015 XI R 8/13 bestätigt habe, dass § 4 Nr. 16 Buchst. b) UStG der Richtlinienvorgabe nicht entgegen stehe, sei dies ohne Relevanz für den Streitfall.
(3) Die Zuordnung der Leistungen eines Krankenhauses zum Befreiungstatbestand des § 4 Nr. 16 Buchst. b) UStG ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl. dazu Beschluss des Bundesverfassungsgerichts - BVerfG - vom 31.5.2007 1 BvR 1316/04, HFR 2007, 1028 und jüngst das BFH-Urteil vom 18.3.2015 XI R 8/13, BFHE 249, 369) und mit dem unionsrechtlichen Neutralitätsgrundsatz vereinbar.
Eine Vorauskalkulation der eigenen Selbstkosten, für die - soweit möglich - die Bestimmungen der BPflV zur Kostenkalkulation zu berücksichtigen sind, ist aber Voraussetzung für die Anwendung des § 67 Abs. 2 AO (so ausdrücklich BFH-Urteil vom 18.3.2015 XI R 8/13, BFHE 249, 369 m. w. N.).
(2) Nach Auffassung des erkennenden Senats ist § 4 Nr. 16 Buchst. c) UStG auch nicht bei Krankenhäusern kumulativ zu § 4 Nr. 16 Buchst. b) UStG anwendbar (so auch Zenkner in: Reiß/Kraeusel/Langer, UStG, 128. Lieferung, § 4 Nr. 16 UStG, Rn. 67 und implizit der BFH in seinem Urteil vom 18.3.2015 XI R 8/13, BFHE 249, 369, der neben § 4 Nr. 16 Buchst. b) UStG die Befreiung des Buchst. c) nicht in Erwägung zieht).
Die Klägerin kann sich nach der Rechtsprechung des BFH, der sich der erkennende Senat anschließt, zur Erlangung der Umsatzsteuerbefreiung ihrer Leistungen auch nicht unmittelbar auf Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. b) der Richtlinie 77/388/EWG berufen (vgl. BFH-Urteil vom 18.3.2015 XI R 8/13, BFHE 249, 369).
Die von der Klägerin angeregte Vorlage an den EuGH nach Art. 267 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (vgl. dazu BFH-Urteil vom 18. März 2015 XI R 8/13, BFHE 249, 369, BFH/NV 2015, 1219, Rz 57, m.w.N.) ist daher nicht geboten.
cc) Zu der in Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. b der Richtlinie 77/388/EWG vorgesehenen Befreiung hat der EuGH --§ 4 Nr. 16 Buchst. c UStG betreffend-- entschieden, dass der Mitgliedstaat das ihm nach dieser Bestimmung zustehende Ermessen nicht schon dadurch überschreitet, dass er für die Anerkennung als in privatrechtlicher Form organisierte Labors im Rahmen der Anwendung dieser Bestimmung verlangt, dass mindestens 40 % der medizinischen Analysen der betreffenden Labors Personen zugutekommen, die bei einem Träger der Sozialversicherung versichert sind (vgl. dazu EuGH-Urteile L.u.P. vom 8. Juni 2006 C-106/05, EU:C:2006:380, UR 2006, 464, Rz 53 f.; Zimmermann, EU:C:2012:716, UR 2013, 35, Rz 36; s. dazu auch BFH-Urteil vom 18. Mai 2015 XI R 8/13, BFHE 249, 369, www.bundesfinanzhof.de).
Eine Vorlage an den EuGH nach Art. 267 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union ist daher nicht geboten (zu den Voraussetzungen einer EuGH-Vorlage, vgl. z.B. EuGH-Urteile CILFIT vom 6. Oktober 1982 C-283/81, EU:C:1982:335, Neue Juristische Wochenschrift 1983, 1257, Rz 21; Gaston Schul Douane-expediteur vom 6. Dezember 2005 C-461/03, EU:C:2005:742, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung --HFR-- 2006, 416, Rz 16; Intermodal Transports vom 15. September 2005 C-495/03, EU:C:2005:552, HFR 2005, 1236, Rz 31; auch BFH-Urteil vom 18. März 2015 XI R 8/13, BFHE 249, 369, BFH/NV 2015, 1219, Rz 57, m.w.N.).
Denn diese vom FA zitierten Urteile sind insoweit im Streitfall nicht einschlägig, als sie nicht zur streitbefangenen Regelung in § 4 Nr. 14 Buchst. b Satz 2 Doppelbuchst. aa UStG, sondern zu § 4 Nr. 16 UStG a.F. ergangen sind (vgl. dazu Senatsurteil vom 18. März 2015 XI R 8/13, zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt, www.bundesfinanzhof.de).
Auch sofern das FA im Rahmen einer Betriebsprüfung für die Vorjahre die Voraussetzungen einer umsatzsteuerlichen Organschaft bejaht haben mag, so hat dies nach dem Grundsatz der Abschnittsbesteuerung keine Auswirkung auf die Streitjahre (vgl. BFH-Urteil vom 18. März 2015 XI R 8/13, BFH/NV 2015, 1219 m.w.N.).
FG Köln, 22.05.2013 - 8 K 3374/10

References: § 30
 § 2
 § 108
 § 107
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 Art. 132
 Art. 13
 § 67
 § 108
 Art. 13
 § 126
 § 4
 § 18
 Art. 5
 § 67
 § 67
 § 7
 § 10
 § 67
 § 67
 Art. 13
 § 4
 § 4
 § 7
 § 10
 § 4
 § 89
 § 135
 § 143

§ 4
 § 4
 § 67
 § 67
 § 4
 § 67
 § 67
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 13
 § 4
 § 67
 § 4
 § 4
 § 4
 § 67
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 Art. 13
 EuGH 
 Art. 267
 Art. 13
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 267
 § 4
 § 4