Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamm&Datum=13.01.2011&Aktenzeichen=18%20U%2088/10
Timestamp: 2018-11-21 08:56:42+00:00

Document:
OLG Hamm, 13.01.2011 - I-18 U 88/10 - dejure.org
OLG Hamm, 13.01.2011 - I-18 U 88/10
Brautgeld, Verlöbnisstatut, yezidisches Brauchtum
Art. 1 Abs. 1 GG, Art. 6 GG, § 138 Abs. 1 BGB, § 817 S. 2 BGB
BGB § 817; BGB § 138 Abs. 1
Brautgeld (Morgengabe)
Die Vereinbarung eines Brautgeldes verstößt gegen die Menschenwürde
Keine Rückzahlung von Brautgeld
Familienrecht - Brautgeldabrede ist nichtig - auch wenn es in der Religion üblich ist
Unzulässige "Brautgeldabrede"
spiegel.de (Pressemeldung, 17.01.2011)
Brautgeld ist nach Trennung nicht einklagbar
Geld für gekaufte Braut kann nicht eingeklagt werden
"Der Knabe schaut verwundert: sie klagt aus dreizehnhundert”
Keine Rückzahlung von "Brautgeld”
Keine Rückzahlung von so genanntem "Brautgeld" - Brautgeldabrede stellt Verletzung der Freiheit der Eheschließung und der Menschenwürde dar
LG Bielefeld, 30.03.2010 - 2 O 99/09
NJW-RR 2011, 1197
AG Darmstadt, 15.05.2014 - 50 F 366/13
Morgengabe - Nichtigkeit des Versprechens
Mit anderen Worten, werden die in Art. 6 ausgedrückten Freiheit erheblich beeinträchtigt, so kann und muss die entgegenstehende Gepflogenheit zum Erhalt der Freiheit zurückgedrängt werden (vgl. OLG Hamm, 18 U 88/10; Bemerkung: die Fallkonstellation des OLH Hamm ist anders gelagert, insofern nicht gleichzusetzen).
Der geltend gemachte Anspruch als solcher ist zwar vertragsrechtlicher Natur; der speziell familienrechtliche Chrarakter einer Brautgeldabrede führt jedoch dazu, dass sie dem insoweit spezielleren Verlöbnisstatut zu unterstellen ist (OLG Hamm, 13.01.2011, 18 U 88/10).

References: Art. 1
 Art. 6
 § 138
 § 817
 § 817
 § 138
 Art. 6