Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82370000057.htm
Timestamp: 2018-11-19 10:11:34+00:00

Document:
Verordnungen Landschaftsschutzgebiete Regierungsbezirk Karlsruhe
2.37.057 Drittenbachtal-Nillaberg
Verordnung des Landratsamtes Freudenstadt über das Landschaftsschutzgebiet "Drittenbachtal-Nillaberg" vom 30. September 2003 (Schwarzw. Bote v. 16.10.2003).
Aufgrund der §§ 22, 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29.3.1995 (GBl. S. 385) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemarkung Dietersweiler der Stadt Freudenstadt und der Gemarkung Glatten der Gemeinde Glatten werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Schutzgebiet führt die Bezeichnung "Drittenbachtal-Nillaberg".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 60,16 ha. Davon befinden sich etwa 45,10 ha auf Gemarkung Dietersweiler und ca. 15,06 ha auf Gemarkung Glatten.
(2) Das Landschaftsschutzgebiet "Drittenbachtal -Nillaberg'. umfaßt den Nillaberg bei Dietersweiler und das Drittenbachtal von Dietersweiler bis zum Gewann Herdweg bei Glatten.
Die Grenze beginnt an der Kreisstraße K 4745 ("Glattener Straße") am Ortsrand von Dietersweiler, folgt der K 4745 nach Osten und Südosten bis zur Einmündung der Dietersweiler Straße (Flst. Nr. 1214/2), folgt dieser ostwärts und knickt dann auf den Feldweg Flst.Nr. 1214/4 ab, dem sie nach Süden bis zur Kreisstraße K 4745 folgt. Nach einer kurzen Strecke entlang der K 4745 nach Nordwesten knickt die Grenze wiederum nach Süden ab, erreicht über den Feldweg Flst.Nr. 1238/5 den Wald, überquert den Drittenbach und verläuft durch den Wald bzw. am Waldrand nach Westen zum Gewann Eppeneck.
Dort geht sie entlang dem Feldweg Flst.Nr. 1012 nach Westen, knickt nach Norden ab, umgeht die Fist. Nrn. 1017, 1018/1 und 1018/2 (Sportplatz) und verläuft weiter an den Wegen Flst. Nrn. 1025, 949/1, 10/6 ("Nillabergweg") zum Ortsrand von Dietersweiler. Sie verläuft dann entlang dem südöstlichen Ortsrand von Dietersweiler zum Ausgangspunkt.
(3) Alle in diesen Grenzen eingeschlossenen Bereiche sind Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes. Es sind keine "Inseln" ausgegrenzt.
(4) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in der Übersichtskarte im Maßstab 1:10000 sowie in 5 Detailkarten im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener grüner Linie mit grüngepunkteter Bandierung eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Bürgermeisteramt Freudenstadt, Marktplatz 64, in 72250 Freudenstadt, beim Bürgermeisteramt Glatten, Lombacher Str. 27 in 72293 Glatten und beim Landratsamt Freudenstadt, Herrenfelder Straße 14 in 72250 Freudenstadt zur Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.
Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist es, die Eigenart und Vielfalt einer naturnahen Landschaft mit großräumigen Talbereichen, ausgedehnten Wiesen, dem Übergang zu stärker ackerbaulich geprägten Flächen und streuobstbestandenen Berghängen zu erhalten.
Dies soll insbesondere erfolgen durch
- die Offenhaltung der Talräume und die Erhaltung des typischen Charakters der Kulturlandschaft sowie die Bewahrung einer landschaftlich abwechslungsreichen Erholungslandschaft,
- die Sicherung, Erhaltung und Entwicklung eines naturnahen Bachlaufes mit unterschiedlichen Wasserregimen, Prall- und Gleitufern sowie Auskolkungen als Biotope für an Wasser gebundene Pflanzen und Tiere sowie als Hochwasserschutz im Unterlauf,
- die naturnahe Entwicklung der Wälder und Waldränder,
- die Sicherung und Pflege des Streuobstbestandes am Nillaberg als Bestandteil der Kulturlandschaft und als Biotopfläche,
- die Sicherung und Pflege ökologisch hochwertiger Biotope gemäß § 24a NatSchG (naturnahe Fließgewässer, Quellen und Quellfluren, Naßwiesen, Hochstaudenfluren, Ufergehölze, Feldhecken etc.).
- der Naturhaushalt geschädigt wird;
- die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört wird;
- eine im Sinne des § 3 geschützte Flächennutzung auf Dauer verändert wird;
- das Landschaftsbild nachteilig verändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt wird;
- der Naturgenuss oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.
1. wesentliche Landschaftsteile, wie landschaftsprägende Bäume, Böschungen, Gebüschreihen, Hecken und Feldgehölze sowie naturnahe Fließgewässer mit ihren Ufergehölzen zu beseitigen, zu zerstören oder zu ändern;
5. die Anlage oder Veränderung von Flugplätzen, Geländen für das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hängegleiter, Gleitsegel, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme) und Freiballonen sowie Geländen für den Aufstieg von Flugmodellen, die der luftverkehrsrechtlichen Erlaubnis bedürfen;
9. neu aufzuforsten oder Weihnachtsbaum- und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;
11. Dauergrünland und Dauerbrache umzubrechen;
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, dass die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck unwesentlich zuwiderlaufen.
(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese mit Einvernehmen der unteren Naturschutzbehörde erteilt wird.
1. ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung, die den Boden standortgerecht nutzt und erhält, Erosion und Humusabbau vermeidet, Gewässerrandstreifen und Ufer, oberirdische Gewässer und Grundwasser nicht in ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wildlebenden Tieren und Pflanzen ausreichenden Lebensraum erhält. Dies gilt insbesondere mit der Maßgabe, dass
b) Dauergrünland oder Dauerbrache nicht umgebrochen wird; unberührt bleibt das Recht, die land- und forstwirtschaftliche Nutzung wieder aufzunehmen, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- und Stillegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben worden war;
c) wesentliche Landschaftsteile, wie naturnahe Fließgewässer mit Ufergehölzen, Hecken, Gebüschstreifen, Streuobstwiesen, Bäume oder Sträucher, nicht beseitigt, zerstört oder geändert werden;
2. ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung einschließlich notwendiger forstlicher Wegebaumaßnahmen und der Errichtung von Wildschutzzäunen;
(2) Unberührt bleiben auch die Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßig bestehender Einrichtungen.
(1) Durch die Offenhaltung der Talräume des Drittenbachtales, durch die Fortführung der grünlandbetonten landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, durch die Fort- bzw. Einführung einer naturnahen Waldbewirtschaftung sowie durch Schutz und Pflege der Gehölze, insbesondere der uferbegleitenden Gehölze, ist das typische Landschaftsbild im Schutzgebiet zu erhalten.
(2) Zur Erhaltung der natürlichen Eigenart der Landschaftsteile im Landschaftsschutzgebiet ist es insbesondere erforderlich, dass die freien Wiesenflächen mindestens einmal jährlich gemäht werden.
(3) Weitere Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die untere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt, soweit sie nicht für Waldflächen im Forsteinrichtungswerk integriert sind. §§ 4 und 5 dieser Verordnung sind insoweit nicht anzuwenden.
SchIussvorschriften
(1) Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG auf Antrag Befreiung erteilt werden.
2. im Landschaftsschutzgebiet entgegen § 5 Abs. 2 dieser Verordnung ohne vorherige Erlaubnis Handlungen vornimmt.
Mit In-Kraft-Treten dieser Verordnung tritt die "Verordnung des Landratsamtes Freudenstadt zum Schutz von Landschaftsteilen auf den Markungen Dietersweiler und Glatten" vom 02.09.1958, die durch die Verordnung des Landratsamtes Freudenstadt über das Landschaftsschutzgebiet "Oberes Glattal" vom 23.04.1990 geändert wurde, außer Kraft.
Landratsamt Freudenstadt, den 30. September 2003
gez. Dombrowsky

References: § 2
 § 24
 § 3
 § 4
 § 63
 § 5