Source: http://sachkunde-hundetrainer.info/tieraerztekammer-schleswig-holstein/
Timestamp: 2019-02-18 12:06:22+00:00

Document:
Die Hundetrainerzertifizierung und die Kuriositäten der Prüfungsordnung der „Tierärztekammer Schleswig-Holstein“
mit diesem Beitrag versuchen wir ein wenig zur Aufklärung der Zusammenhänge beizutragen. Mit unseren Recherchen scheinen wir noch lange nicht am Ende zu sein, wir bleiben dran und werden weiter aufklären.
Das schier unerschöpfliche Thema rund um die Zertifizierung und Zulassung der Hundetrainer setzt sich weiter fort und bietet abermals Anlass eine mutmaßlich erstrebte Monopolisierung zu erwägen.
Einige Punkte in der „Prüfungsordnung für den professionellen Sachkundenachweis“ , veröffentlicht auf den Seiten der „Tierärztekammer Schleswig-Holstein“, geben uns, der „AG Hundetrainer Sachkunde“, erneut Anlass zur Kritik.
Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass ein kleiner „Kreis der Weisen“ alles Wissen über den Hund für sich allein zu beanspruchen scheint.
Hier werden wir versuchen einige Zusammenhänge zu verdeutlichen und unterziehen diese Prüfungsordnung einer näheren Betrachtung.
Im Punkt 3.3 der Prüfungsordnung werden unter anderem „praktizierende Hundetrainer/innen mit Zertifikat“ als Prüfer genannt.
Hier werden Hundetrainer von den eigenen Hundetrainer-Kollegen geprüft. Dies wirft die Frage auf, ob ein Berufskollege (der ja immerhin auch eine Konkurrenz darstellt), einen potentiellen Mitstreiter auch tatsächlich unbefangen prüfen kann oder dieses in einem Konflikt zu seinen eigenen wirtschaftlichen Interessen steht.
Sicherlich möchten wir hier niemandem die Kompetenzen absprechen, aber wir geben zu bedenken, dass das Zertifikat allein durch eine Prüfung erlangt werden kann.
Vorangegangene Berufserfahrungen oder Ausbildungen scheinen irrelevant.
Erstaunlich ist auch, dass hier zwar eine Prüfungsordnung erstellt wurde, die deutschlandweit anerkannt wird, es aber hierfür noch gar keinen tatsächlichen, anerkannten Beruf gibt?
Die beiden „Weisen“
In Ermangelung eines klaren Berufsbildes gibt es auch keine Ausbildungsordnung auf die sich eine (diese) Prüfungsordnung beziehen könnte, sondern sie beruht lediglich auf den Empfehlungen, die Meinung der Prüfer anzunehmen und deren Literatur zu lesen.
Eine Liste der empfohlenen Literatur wird auf der Seite ebenfalls aufgeführt. Hier sind immerhin 3 von 5 empfohlenen Büchern von Frau Dr. med.vet. Dorit-Feddersen-Petersen, ein weiteres von Pasquale Piturru und das letzte Buch ist von M. Hartmann.
Aus dieser kurzen Liste resultiert nun die logische Frage wer allein nun fortan bestimmen wird, wessen Lerntheorien als einzig wahre Weisheit angepriesen werden?
Wir sind zuversichtlich, dass zumindest diese Frage am Ende unseres Beitrags beantwortet sein wird.
Des Weiteren interessiert uns auch, wo denn dieser kleine „Kreis der Weisen“ selbst sein Wissen erworben hat? Irgendjemand muss es ja auch ihnen einmal weitervermittelt haben.
Wer garantiert dass dieses, für teures Geld vom „kleinen“ Hundetrainer zu erwerbende Wissen auch im nächsten Jahr noch gültig sein wird?
Sehr viele renommierte Kynologen haben im Laufe ihrer eigenen Entwicklungen, auch ihre eigenen Erkenntnisse immer wieder neu hinterfragt, verworfen und korrigiert. Jederzeit aber gab es einen kollegialen Austausch unter den Fachleuten, was zu immer wieder neuen Theorien führte. Einige wurden wieder verworfen, andere haben sich etabliert. Dies war nur durch ständigen Austausch von Informationen möglich ohne die keine Weiterentwicklung stattfinden kann.
Warum bleibt jetzt die Möglichkeit einer breiten Weiterentwicklung in der Kynologie nur noch einigen wenigen vorbehalten?
Sind es wirklich nur 2 Menschen, die das einzig richtige Wissen um den Hund haben?
Im Umkehrschluss werden die Erkenntnisse des „kleinen“ Hundetrainers, so genial sie auch sein mögen, ad absurdum geführt?
Auf diese Weise wird der Markt komplett blockiert, die Entwicklung verschiedenster Stilrichtungen und Methoden wird bereits im Ansatz untergraben, da jeder der es anders sieht kein Gehör mehr findet und alle auf der selben Welle schwimmen müssen?
Nur weil jemand andere Erkenntnisse gewonnen hat, sind diese nicht zwangsläufig auch falsch!
Schwarzmalerei? Wir werden das weiter beobachten.
Die Vergangenheit hat leider schon allzu oft gezeigt dass die Wiege des § 11, Abs.1, Satz 1, Ziffer 8f vermutlich irgendwo in Norddeutschland steht und sich heimlich schleichend durch das ganze Land bewegt.
Für die theoretische Prüfung müssen 210,- Euro gezahlt werden, für das darauf folgende Fachgespräch, der praktischen Prüfung und dem ausgehändigten Zertifikat werden weitere 500,- Euro fällig. Für eine Wiederholungsprüfung würden dann nochmals 500,- Euro gezahlt werden müssen.
In der Summe ergibt das 710,- Euro. Darin sind natürlich noch keine Spesen und Anfahrtskosten enthalten. Da kommen wir schnell auf einen 4-stelligen Betrag, der in den vergangen Monaten schon etliche Hundeschulen zur Aufgabe gezwungen hat.
Diese Summe konnte schlicht nicht aufgebracht werden, was aber keinesfalls mit einer mangelnden Sachkunde zu tun hätte, die dann gerne unterstellt wird.
Weiter ausholend kann sich jedermann darüber informieren, welche Förderer sich beispielsweise schon hinter dem D.O.Q. Test 2.0 für Hundehalter (z.B. in Niedersachsen ist dieser Hundeführerschein seit 2011 verpflichtend für Hundehalter) stecken. Es sind nicht etwa die Futtermittelhersteller oder der Zubehörhandel.
Hier findet man die tierärztlichen Vereinigungen, die veterinärmedizinische Pharmaindustrie und auch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein. Unter anderem die GTVMT (Gesellschaft für Tierverhaltenstherapie e.V) , die TVT (Tierärztliche Vereinigung für den Tierschutz e.V.) und auch die Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH um nur einige zu nennen.
Auch im Impressum dieser Internetpräsenz finden wir wieder die uns bereits sehr bekannten Namen.
So werden dort als 1. Vorsitzende Dr. med. vet. Dorit-Feddersen-Petersen und als 2. Vorsitzenden Dr. med. vet. Pasquale Piturru genannt.
Für die technische und administrative Abwicklung ist hier die Firma Data-Parc Ltd. Zuständig.
(Quelle: http:// www.doq-test.de/ , Stand 08.01.2015)
Wenn man ein wenig tiefer taucht, betritt man auch die Seiten der TAG-H. Dahinter verbirgt sich die Tierärztliche Gemeinschaft Hundehaltung. Hier kann man sich darüber informieren warum ein Tierarzt als Prüfer so gut geeignet ist in Sparten abzuschweifen in denen er zuvor gar nichts verloren hatte?
Dort wird auf ein paar „interessante Nebenwirkungen“ hingewiesen um aufzuzeigen wie hervorragend die Vermittlung der Sachkunde in eine Tierarztpraxis passt.
Der geneigte Hundehalter kann somit schon von vornherein über die Ernährung, Impfschutz, Chipkennzeichnung usw. aufgeklärt werden.
Sehr wichtig erscheint hier auch, dass der Hundehalter ja auch auf die entsprechende Tierarztpraxis, möglichst noch bevor er überhaupt einen Hund hat, aufmerksam gemacht werden kann und dadurch eine „perfekte Kundenbindung“ entsteht.
Und es wird die These aufgestellt dass ein Tierarzt viel eher einzuschätzen weiß in welcher Hundeschule der Hundehalter am besten aufgehoben sein wird. Risiken werden hier seitens der TAG-H höchstens darin gesehen eine Chance zu verpassen.
Die „interessanteste Nebenwirkung“ und gleichfalls auch die erwähnte „Chance“ ist hier ganz offenkundig, genau solche Tätigkeiten zu übernehmen, die bisher gar nicht in den normalen Zuständigkeitsbereich eines Tierarztes fielen.
Auch sehr spannend ist es, sich den Aufnahmeantrag einmal anzuschauen, denn als „ordentliches“ Mitglied werden ausschließlich Tierärzte aufgenommen. Es entzieht sich leider unserer Kenntnis ob ein „gewöhnlicher“ Hundetrainer als „außerordentliches“ Mitglied dieser Gemeinschaft beitreten dürfte.
In der Satzung der TAG-H findet man dann den eigentlichen und (einzigen?) Zweck und die Aufgaben des Vereins:
In § 2 dieser Satzung wird als „Satzungszweck“ u.a. die Erstellung und Aktualisierung des „theoretischen und praktischen Inhaltes für die Zertifizierung von Hundeschulen“ genannt. Im weiteren Verlauf des § 2 wird darauf hingewiesen dass der Verein die Rechte an den von ihm erstellten Werken, sowie deren Auswertung trägt.
Weitere Zwecke sind dann noch die theoretische und praktische Sachkundeprüfung für Hundehalter und „ähnliche“ weitere Werke im Zusammenhang mit der Hundehaltung. Weitere Punkte zur Erörterung des Zweckes dieses Vereins sind nicht aufgeführt.
(Stand 2012!!) Schon ein Jahr später wurde der § 11 TierSchG novelliert. Zufall?
Wir glauben nicht an solche Zufälle!
Denn aus einem Beschluss der Bundestierärztekammer (BTK) vom 08./09. April 2005 ist klar ersichtlich dass die BTK die von der TAG-H entwickelten Mindestanforderungen an Hundeschulen als BTK-Standard übernommen hat.
Hier darf man lesen, dass die AG Hundehaltung fordert dass die Sachkunde der Hundeschulen VOR ERTEILUNG EINER GEWERBLICHEN ERLAUBNIS (!!!) geprüft werden soll. Als Grundlage soll selbstverständlich die von der AG erarbeitete Langfassung der theoretischen und praktischen Sachkunde dienen!
Auch diese Seite (TAG-H) hat natürlich ein Impressum, in dem abermals dieselben Namen gelistet sind, die wir auch schon auf den Seiten des Doq Test und den Literaturempfehlungen gefunden haben. Auch hier werden als 1.Vorsitzende, Dr. med. vet. Dorit U. Feddersen-Petersen und als (ewiger?) 2.Vorsitzende, Dr. med. vet. Pasquale Piturru genannt.
Die „Bäckerei“
Was uns Trainer von Anbeginn der Umsetzung des § 11, Abs. 1, Satz 1, Ziffer 8f, gewundert hat, ist die Tatsache dass neben der Anerkennung der Tierärztekammern und der IHK durch die Veterinärämter , nur noch eine einzige Hundeschule zur Prüfung der Hundetrainer zur Genehmigung nach § 11 TierSchG berechtigt war. Hier wurde von etlichen Veterinärbehörden die Firma Lupologic GmbH in Düsseldorf empfohlen, die zur Abnahme der Prüfung nach § 11, Abs.1, Satz 1, Ziffer 8f TierSchG berechtigt sei.
Auf den Seiten der BTK findet man nun genau den Namen einer der 3 Vertretungsberechtigten dieser Hundeschule, die als Mitglied des Ausschusses „Hundehaltung“ in der BTK dort namentlich genannt wird. Celina del Amo von der Hundeschule Lupologic GmbH in Düsseldorf. Wieder nur ein Zufall?
Dieses ist ganz offensichtlich ein sehr lukratives Geschäft für einige wenige, aber der finanzielle Ruin von tausenden Hundetrainern.
Der D.O.Q. Test Pro, eigens für Hundetrainer entwickelt, kommt übrigens ebenfalls aus dem Hause der Firma Data-Parc Ltd. Den Namen dieser Firma (Data-Parc Ltd.) haben Sie weiter oben bereits im Zusammenhang mit dem DOQ Test 2.0 gelesen
Zu diesem Test wurden bereits in einigen Bundesländern tausende von Hundehaltern verpflichtet.
Notiz am Rande: Bei der Entwicklung des „DOQ Test Pro“ haben etliche Berufsverbände ihre Mitarbeit angeboten die in allen Fällen abgelehnt wurde. Wollte hier jemand nichts von seinem gewaltig großen Kuchen abgeben, der mit jahrelanger und so uneigennützig gebastelter Rezeptur so geheimnisvoll gebacken wurde?
Die (nicht vorhandene) „Einsicht“
Unter dem Punkt 5.1.6 der Prüfungsordnung heißt es dass keinerlei Anspruch auf Einsicht in die Ergebnisse der theoretischen Prüfung besteht, allerdings können auch Ausnahmen durch die TÄK ermöglicht werden.
Hier gibt es nur in Ausnahmefällen eine Einsicht, die aber nicht näher bezeichnet wird.
(Aus anderen Branchen und Berufszweigen ist uns derzeit keine einzige vergleichbare Prüfung bekannt , bei der die Einsichtnahme nach dessen Bestehen/Nichtbestehen verweigert wird. Informieren Sie uns aber bitte gerne darüber, wenn Sie wissen in welchen Bereichen dieses womöglich doch praktiziert wird.)
D.h. in der Regel, sollte man die Prüfung nicht beim ersten Mal bestanden haben, erhält man keine Informationen über die eigenen Defizite, so dass man sich gezielter auf eine mögliche Wiederholungsprüfung vorbereiten könnte.
Die Aussichten auf den Erfolg in einer Wiederholungsprüfung sind somit verschwindend gering, allerdings müssen die Kosten immer wieder vollständig erbracht werden.
Diese Regelung zwang in jüngster Zeit ebenfalls schon etliche Hundeschulen zur Schließung, weil sie schon mit großer Mühe und Not das Geld für die erste Prüfung aufgebracht haben.
Ohne diese Prüfung hätten viele dieser Hundeschulen schon vorher schließen müssen, da die bereits im Vorfeld erworbene Ausbildung des jeweiligen Hundetrainers keine Anerkennung bei der für ihn zuständigen Veterinärbehörde fand.
Viele Hundetrainer sahen somit im Ablegen des DOQ Test Pro die einzige Chance ihre Hundeschule nach dem bestehen des Tests weiterführen zu dürfen, da sie ansonsten direkt eine Untersagung ihrer weiteren Tätigkeit riskiert hätten, deren Androhung von etlichen Veterinärbehörden im Lande ausgesprochen wurde.
Sofern man den DOQ Test Pro allerdings bestanden hat, so ist der Weg zum Zertifikat nicht mehr weit.
Wenn man dann also diese kostenintensive, begehrte Zertifizierung nun endlich in den Händen hält, so möchte man gern glauben, dass diese nun auch unbegrenzte Gültigkeit hätte. Aber weit gefehlt!
Weitere Auflagen müssen in den Folgejahren erbracht werden, denn die Zertifizierung erlischt wenn der Inhaber nicht jährlich mindestens eine zweitägige Fortbildungsveranstaltung nachweisen kann. Für einen Hundetrainer eigentlich keine Hürde, da sehr viele Trainer die Angebote zahlreicher namhafter Referenten unseres Landes nutzen um sich fortzubilden. Wenn es nur so einfach wäre!
Ist es leider nicht, denn um die Zertifizierung zu behalten, werden nur ganz bestimmte Fortbildungen anerkannt, nicht etwa die eines spezialisierten Trainerkollegen, nein, es müssen Fortbildungen von Fachtierärzten für Verhaltenskunde oder von Biologen, die für Säugetiere und Verhalten ausgewiesen sind besucht werden.
Eine Fortbildung von anderen renommierten Hundetrainern, Referenten und offensichtlich auch den eigenen bereits zertifizierten Hundetrainern, darf gern besucht werden, wird aber nicht anerkannt und führt dem Wortlaut entsprechend zum Erlöschen der Zertifizierung, sofern die geforderten Fortbildungen nicht außerdem noch zusätzlich nachgewiesen werden können. „Kundenbindung“ par excellence?
Quellenangaben Stand 08.01.2015
http://www.tag-h.de/d-o-q-test-2-0/
http://www.tieraerztekammer-schleswig-holstein.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=fileadmin%2Fpdf%2FHTZ-Pr%C3%BCfungsordnung-ab_2015.pdf&t=1420728932&hash=ac70fd7362fcce1f0d77a1f99f7589b303916c7d
http://www.bundestieraerztekammer.de/index_btk_stellungnahmen.php?X=Hundehaltung&Y=8
von Christina Franck
Ein Gedanke zu „Tierärztekammer Schleswig-Holstein“
Egon Hirsch sagt:
5. März 2016 um 1:55
Allein die nicht garantierte Einsicht in das Prüfungsergebniss legt den Anfangsverdacht auf durchaus kriminelle Absichten nah. Nicht nur das die Chancen bei Wiedergholungsprüfungen verringert und Kosten in die Höhe getrieben werden.
Jeder Form von Manipulation durch Befangenheit ist ist Tür und Tor geöffnet.
Prüfer X mag meine Nase nicht und lässt mich durchfallen. Oder Pryfer Y ist mein zukünftiker Schwiegersohn und lässt mich bestehen.
Die TÄK weisst ein Bestehen oder nicht Bestehen der Püfung also gar nicht nach sondern behauptet es lezt endlich ja nur.
Ich finde überhaupt keine andere Erklärung für diese intransparente Regelung (mal abgesehen vom schnöden Abkassieren) als sich Möglichkeit von klüngelei offen zu halten.

References: § 11
 § 2
 § 2
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11