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Timestamp: 2020-02-23 20:48:44+00:00

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BAG, 18.12.2008 - 8 AZR 105/08 - dejure.org
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BAG, 18.12.2008 - 8 AZR 105/08 (https://dejure.org/2008,2577)
BAG, Entscheidung vom 18.12.2008 - 8 AZR 105/08 (https://dejure.org/2008,2577)
BAG, Entscheidung vom 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 (https://dejure.org/2008,2577)
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Schadensersatzanspruch gemäß § 717 Abs 2 ZPO; tarifliche Ausschlussfrist
Schadensersatzanspruch gemäß § 717 Abs. 2 ZPO; Tarifliche Ausschlussfrist
Umfang einer tariflichen Ausschlussklausel für "Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis"; Schadensersatzansprüche gem. § 717 Abs. 2 Zivilprozessordnung (ZPO); Fristbeginn für die tarifliche Ausschlussfrist
Schadensersatzanspruch gemäß § 717 Abs 2 ZPO - tarifliche Ausschlussfrist
Umfang einer tarifliche Ausschlussklausel für "Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis"; Schadensersatzansprüche gem. § 717 Abs. 2 ZPO; Fristbeginn für die tarifliche Ausschlussfrist
ArbG Dessau, 26.04.2007 - 10 Ca 107/06
LAG Sachsen-Anhalt, 11.12.2007 - 8 Sa 338/07
NJW 2009, 2703
DB 2009, 1476
NZA-RR 2009, 314
Unter die Verfallklausel fallen demnach alle Ansprüche, die sich aus den Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ergeben oder die in eng mit dem Arbeitsverhältnis verbundenen rechtlichen Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihren Entstehungsgrund haben (BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 45, 46 zu dem gesetzlichen Schadensersatzanspruch des § 717 Abs. 2 ZPO) .
Es genügt, wenn der Schuldner damit rechnen musste, dass die Vollstreckung demnächst beginnt (BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 25 mwN, AP ZPO § 717 Nr. 9) .
Für den Umfang des Schadensersatzanspruchs gelten die §§ 249 ff. BGB (BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 28 mwN, AP ZPO § 717 Nr. 9) .
aa) Der Schadensersatzanspruch aus § 717 Abs. 2 ZPO umfasst bei einem zur Abwendung der Zwangsvollstreckung gezahlten Entgeltbetrag, wenn der Arbeitgeber - wie hier - zur Zahlung des Bruttobetrags verurteilt worden ist, die vom Arbeitgeber für den Arbeitnehmer gezahlte Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer (vgl. BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 30 mwN, AP ZPO § 717 Nr. 9) .
Der Einwand des Mitverschuldens ist nur zulässig, soweit es um den weiteren Vollstreckungsschaden (insbesondere Bürgschaftskosten, Zinsaufwendungen und -ausfälle) geht (vgl. BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 38 mit ausführlicher Begründung und mwN, AP ZPO § 717 Nr. 9) .
Der Einwand ist dagegen ausgeschlossen, soweit der Schuldner des vorläufig vollstreckbaren Titels - wie hier - nach § 717 Abs. 2 ZPO nur die Erstattung desjenigen verlangt, was der Vollstreckungsgläubiger durch die Vollstreckung oder aufgrund einer zu deren Abwendung erbrachten Leistung des Vollstreckungsschuldners erhalten hat (vgl. BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - aaO) .
Die Inhaltskontrolle nach den Bestimmungen des AGB-Kontrollrechts schafft lediglich einen Ausgleich für die einseitige Inanspruchnahme der Vertragsfreiheit durch den Klauselverwender, sie dient aber nicht dem Schutz des Klauselverwenders vor den von ihm selbst eingeführten Formularbestimmungen (BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 42;… 27. Oktober 2005 - 8 AZR 3/05 - Rn. 16;… BGH 5. April 2006 - VIII ZR 152/05 - Rn. 19).
Ausschlussfristen sind von den Gerichten für Arbeitssachen von Amts wegen zu berücksichtigen (BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - aaO) .
Dies hat ua. auch zur Folge, dass sich der Unternehmer nicht auf die Unwirksamkeit einzelner Bestimmungen in den Arbeitsvertragsregelungen berufen darf (vgl. BAG 21. Oktober 2009 - 10 AZR 786/08 - Rn. 26; 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 42, AP ZPO § 717 Nr. 9).
Dies gilt umso mehr für von Amts wegen zu beachtende (…BAG, Urt. v. 18.08.2011 - 8 AZR 187/10, AP Nr. 198 zu § 4 TVG Ausschlussfristen; BAG, Urt. v. 18.12.2008 - 8 AZR 105/08, AP Nr. 9 zu § 717 ZPO) Ausschlussfristen).
Insofern ist der Anspruch auf Rückzahlung der aufgrund Urteils gezahlten Bruttobeträge nicht auf den Nettobetrag beschränkt, den der Arbeitnehmer erlangt hat, sondern es können neben den darauf entrichteten Steuern einschließlich des Solidaritätszuschlags nebst Zinsen (BAG 18.12.2008 - 8 AZR 105/08 - AP ZPO § 717 Nr.
Der Schadensersatzanspruch auf Erstattung der im vorliegenden Verfahren in erster Instanz ausgeurteilten Lohnansprüche (Dezember 2006 bis November 2007) kann gemäß § 717 Abs. 2 S. 3 ZPO im anhängigen Verfahren bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung geltend gemacht werden (BAG Urteil v. 18.12.2008 - 8 AZR 105/08 - AP Nr. 9 zu § 717 ZPO; BAG 27.11.2008 - 8 AZR 1023/06 - AP Nr. 8 zu § 613 a BGB Unterrichtung; Zöller/ Hergett ZPO 26. Auflage § 717 Rn. 13).
Bei dem Anspruch aus § 717 Abs. 2 Satz 1 ZPO handelt es sich um eine verschuldensunabhängige Haftung (BAG Urteil v. 18.12.2008 - 8 AZR 105/08 - AP Nr. 9 zu § 717 ZPO, BAG 19.03.2003 - 10 AZR 597/01 - EzA ZPO 2002 § 717 Nr. 1).
Es genügt, wenn der Schuldner damit rechnen musste, dass die Vollstreckung demnächst beginnen werde (BAG Urteil v. 18.12.2008 a.a.O.; BAG a.a.O).
Der Erstattungsanspruch nach § 717 Abs. 2 ZPO umfasst sowohl die unmittelbar an ihn geleisteten Zahlungen wie auch die darauf entrichteten Steuern einschließlich des Solidaritätszuschlags nebst Zinsen (BAG 18.12.2008 - 8 AZR 105/08 - AP ZPO § 717 Nr. 9; BAG 25.09.2003 - 8 AZR 427/02 - AP ZPO § 717 Nr. 8 Nr. 8).
Das Bundesarbeitsgericht hat zwar in der Entscheidung vom 18.12.2008 (- 8 AZR 105/08 - NZA-RÄ 2009, 314-319) ausgeführt, dass die von der dortigen Arbeitgeberin abgeführten Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung keinen Schaden im Sinne des § 717 Abs. 2 ZPO darstellen.
Dadurch soll gewährleistet werden, dass derjenige, der aufgrund eines vorläufig vollstreckbaren Urteils in Anspruch genommen worden ist, die im Wege der Zwangsvollstreckung beigetriebene oder zur Abwehr der Vollstreckung erbrachte Leistung nach Aufhebung des Titels sogleich zurückerhält (BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 49 mwN) .
aa) Zu dem nach § 717 Abs. 2 ZPO zu ersetzenden Schaden gehört auch der fiktive Zinsverlust, den der Schuldner durch die Zahlung oder Leistung erleidet (vgl. BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 33; BGH 3. Juli 1997 - IX ZR 122/96 - zu II 2 der Gründe, BGHZ 136, 199) .
Für die Mindesthöhe des Zinsverlustes kann § 288 BGB entsprechend angewandt werden (BAG 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 33 mwN) .
Ebenso offen bleiben kann, ob eine Regelung mit diesem Inhalt - wie das Landesarbeitsgericht angenommen hat - wegen Verstoßes gegen § 202 Abs. 1 BGB gemäß § 134 BGB insgesamt nichtig wäre oder ob die Klägerin diese gleichwohl nach den Grundsätzen über die personale Teilunwirksamkeit von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (…vgl. hierzu BAG 23. März 2017 - 6 AZR 705/15 - Rn. 35, BAGE 158, 349; 18. Dezember 2008 - 8 AZR 105/08 - Rn. 42;… 27. Oktober 2005 - 8 AZR 3/05 - Rn. 16;… BGH 5. April 2006 - VIII ZR 152/05 - Rn. 19) gegen sich gelten lassen müsste.
LAG Hessen, 28.01.2011 - 3 Sa 960/10
Ausschlussfrist - Ersatz des Vollstreckungsschadens
LAG Hessen, 09.02.2010 - 7 Sa 1435/09
Rückzahlung einer versehentlich überzahlten Abfindung - Verfallklausel - …

References: § 717
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 § 717
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 BGH 
 § 717
 § 4
 § 717
 § 717
 § 717
 § 717
 § 613
 § 717
 § 717
 § 717
 § 717
 § 717
 § 717
 § 717
 § 717
 § 717
 BGH 
 § 288
 § 202
 § 134
 BGH