Source: https://www.elo-forum.org/zeitarbeit-und-firmen/183036-kennt-jemand-unterschiede-zwischen-tarifvertraegen-igz-bap.html?s=55be2b0b2883fc518ff385fd52f23e5e
Timestamp: 2018-08-21 03:27:38+00:00

Document:
Kennt jemand die Unterschiede zwischen den Tarifverträgen von IGZ und BAP? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
Start > Information > Zeitarbeit und -Firmen -> Kennt jemand die Unterschiede zwischen den Tarifverträgen von IGZ und BAP?
Post #2194244 (3)
Post #2193789 (1)
Post #2193679 (1)
Post #2195469 (1)
Post #2195391 (1)
20.04.2017, 12:03 #1
Kennt jemand die Unterschiede zwischen den Tarifverträgen von IGZ und BAP?
kann mir bitte jemand mal alle unterschieden zwischen den beiden
Tarifverträgen aufschreiben ?
20.04.2017, 12:15 #2
AW: Unterschied zwischen den Tarifvertägen IGZ und BAP
grob gesehen sind beide TV gleich, bzw. gleichartig.
20.04.2017, 12:28 #3
ja aber ich möchte ja gerne genau die Unterschieden wissen ...
irgendwo müssen die sich ja besonders unterscheiden sonst würde es ja keine zwei Tarifverträge geben ?
20.04.2017, 12:34 #4
Hier sind beide um zu vergleichen.
Die Arbeit mache ich mir jetzt aber selber nicht, da ich im Moment mit ZAF nichts am Hut habe.
https://www.randstad.de/polopoly_fs/..._final_web.pdf
https://www.ig-zeitarbeit.de/system/...ppelseiten.PDF
20.04.2017, 12:53 #5
was mir nur auffällt
bei BAP
das für die Eingruppierung die ausgeübte Tätigkeit maßgebend ist.
Heisst wie wenn ich Fachkraft eine Techniker stelle ausübt muss er als
fachkraft auch als Techniker eingruppiert werden ?
bei IGZ.
ist es nicht wie bei BAP da hier nur die notwendige Qualifikation zählt...
hoffe ich habe es richtig verstanden. :D
20.04.2017, 13:06 #6
Im Endeffekt ist das für dich uninteressant, denn wenn du ein VV für eine ZAF mit IGZ-TV erhälst, dann kannst du noch sehr mit dem BAP-TV argumentieren, es wird dir nichts bringen (gleiches gilt auch umgekehrt).
Es kommt darauf an, wer die jeweiligen Tarifpartner sind, also welche Unternehmen AG-seitig vertreten sind und welche Gewerkschaften AN-seitig.
20.04.2017, 17:46 #7
Bist du überhaupt in einer Gewerkschaft? Wenn nicht kannst du die TV der ZAFen vergessen.
20.04.2017, 22:29 #8
Das ist nicht mehr viel, das meiste wurde in den letzten Jahren angeglichen.
Berechnung der monatlichen (bezahlten) Arbeitszeit, Berechnung von Überstunden- und Nachtzuschlägen, mögliche Minusstunden beim AZK, zulässige AG-Verfügungen über die AZK-Stunden, minimale Unterschiede in den Einstufungskriterien der Entgeltgruppen - das müsste es gewesen sein, wenn ich nichts vergessen habe.
Habe mir den TV der BAP zum Teil durchgelesen.
Drei Dinge stoßen mir sofort bitter auf:
"Durch Feiertage ausgefallene Arbeitsstunden werden in Höhe der ausgefallenen Arbeitszeit entsprechend der Arbeitszeitverteilung gemäß § 4.1 auf das Arbeitszeitkonto gebucht."
Mit anderen Worten: Der Arbeitnehmer muss an Feiertagen zwar nicht arbeiten, bekommt aber auch kein Geld. Ist das rechtens? Ich dachte Feiertage bedeuten wie Krankheit bezahlte "Freizeit".
--> §2 Abs.1 EntgFG: "Für Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Arbeitsentgelt zu zahlen, das er ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte."
Der Mitarbeiter kann verlangen, während der Einsatzzeit beim Kunden je 35 Plusstunden einen Arbeitstag aus dem Zeitkonto in Freizeit zu erhalten.
Für 35 Plusstunden einen freien Arbeitstag (= 8 Stunden)? Hier habe ich doch etwas missverstanden, oder?
Sofern für den einfachen Weg außerhalb der Arbeitszeit von der Niederlassung/Geschäftsstelle zum Einsatzort beim Kundenbetrieb mehr als 1,5 Stunden bei Benutzung des zeitlich günstigsten öffentlichen Verkehrsmittels aufgewendet werden müssen, erhält der Mitarbeiter die über 1,5 Stunden hinausgehende Wegezeit je Hin- und Rückweg mit
den tariflichen Entgelten nach §§ 2 bis 6 des Entgelttarifvertrages bezahlt, sofern er diese Wegezeit tatsächlich aufgewandt hat.
Arbeitszeit beginnt, sobald der Arbeitnehmer seine erste Tätigkeitsstätte (= im Arbeitsvertrag festgelegter Arbeitsort = "Niederlassung/Geschäftsstelle") erreicht. Hier sollen beruflich bedingte Fahrten erst ab 1,5h vergütet werden?
21.04.2017, 23:49 #10
Mit anderen Worten: Der Arbeitnehmer muss an Feiertagen zwar (gekürzt)
Deine Schlussfolgerung stimmt, meiner Meinung nach, nicht komplett.
Feiertage bekommst du nicht als Arbeitszeit bezahlt, diese werden aber auf das AZK gebucht ... und irgendwann mal bezahlt.
In der TV-Formulierung sehe ich einen Fallstrick; entsprechend der Arbeitszeitverteilung, ... den ich an zwei Beispielen - versuche! - zu erklären:
Welche Arbeitszeitverteilung ist gemeint? Die aus dem Arbeitsvertrag, oder aus der Einsatzbeschreibung?
Arbeitsvertrag (üblicherweise): 7h
Einsatzbeschreibung (sehr oft): 8h
Echte Fehlzeiten (Krankheit, Urlaub, Feiertage) sind (zu meiner Zeit im iGZ mit Sicherheit) die in der Einsatzbeschreibung genannten. ~> Die Konsequenz; es kann dir eine Stunde geklaut werden.
Was passiert, wenn in der Arbeitszeitverteilung bestimmte Wochentage (Samstag und Sonntag mal ausgenommen) nicht gearbeitet wird und diese ein Feiertag sind?
Meiner Meinung nach, bekommst du diese Feiertage nicht bezahlt. ~> Dürfte regelmäßig bei kreativen Schichtplänen möglich sein ... aka ein LAN wird an Feiertagen im Schichtplan nicht eingeplant.
Ja, hast du ~> ZAFen haben üblicherweise eine 35h-Woche ~> ein Arbeitstag = 7 Stunden.
Was mir eher sauer aufstößt: Ich muss jeweils eine komplette Arbeitswoche auf dem AZK haben, und darf dafür nur einen Tag frei nehmen?
~> Wenn ich 7h auf dem AZK habe, kann ich diese auch nehmen!
Du hast doch das Ausgangszitat aus dem TV/AV einer ZAF? Nicht dass ich, aufgrund einer fehlerhaften Information, einen Aufstand anzettele.
Hier sollen beruflich bedingte Fahrten erst ab 1,5h vergütet werden?
Du hast die Lösung schon im Satz davor genannt: im TV ist die Rede von Wegen außerhalb der Arbeitszeit ~> DU beginnst die Arbeitszeit im ZAF-Büro.
Ich muss aber dazu sagen: Es ist meine laienhafte Auslegung der Vorgaben ... wie es arbeitsrechtlich aussieht muss dir ein Fachmann sagen.
25.04.2017, 18:58 #11
Tja, das weiß ich nicht. Der TV besagt "Durch Feiertage ausgefallene Arbeitsstunden werden in Höhe der ausgefallenen Arbeitszeit entsprechend der Arbeitszeitverteilung gemäß § 4.1 auf das Arbeitszeitkonto gebucht."
Bedeutet das, dass die "ausgefallene[n] Arbeitsstunden" auf das Arbeitszeitkonto addiert, oder davon subtrahiert werden? Die Formulierung ist da meines Erachtens nicht eindeutig.
Diesen Fallstrick sehe ich bei genauer Betrachtung der Formulierung im TV (§4.1) nicht. Dort steht: "Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit einschließlich der Pausen und die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage richten sich nach den im jeweiligen Kundenbetrieb gültigen Regelungen bzw. Anforderungen des Kundenbetriebes."
Sprich: Wenn im Kundenbetrieb am Feiertag eigentlich 8h gearbeitet werden, dann wird auch der Feiertag mit 8h gerechnet.
Das könnte sein. Ob das rechtlich zulässig ist, weiß ich nicht. (Stichwort eventuell "Gestaltungsmissbrauch")
Klar. §4.5 b) TV der BAP.
Du hast - meiner Rechtsauffassung nach - recht: Die Arbeitszeit beginnt im Büro der ZAF bzw. an dem Ort, der im Arbeitsvertrag als Tätigkeitsort genannt ist.
Die Formulierung im TV der BAP ist etwas widersprüchlich: Dort wird "außerhalb der Arbeitszeit" mit "von der Niederlassung/Geschäftsstelle zum Einsatzort beim Kundenbetrieb" vermengt. Bedeutet ja, dass die Fahrt vom Büro der ZAF (="Niederlassung/Geschäftsstelle") zum Einsatzort NICHT als Arbeitszeit anerkannt wird.
Habe diesbezüglich mal gegoogelt. Bin nicht ganz schlau daraus geworden, da die Fahrten zum Einsatzort teilweise wohl auch NICHT als Arbeitszeit gelten (wenn man z.B. auf Dienstreise fährt, mit Übernachtung etc., dann gilt die Fahrzeit nicht in jedem Fall als Arbeitszeit).
26.04.2017, 00:28 #12
Du bekommst also in Monaten mit Feiertagen nur ein unvollständiges Gehalt?
Was bedeutet wohl "auf das Arbeitszeitkonto gebucht" ?
Manteltarifvertrag, um genau zu sein.
Punkt 4 im BAP-MTV regelt übrigens nur die Verteilung der Arbeitszeit, mit einigen Bestimmungen zum AZK.
Die Regelungen zur Bezahlung finden sich im Entgelt- und im Entgeltrahmentarifvertrag.
Unter Beachtung dieser "Kleinigkeit" ist das hier:
Mit anderen Worten: Der Arbeitnehmer muss an Feiertagen zwar nicht arbeiten, bekommt aber auch kein Geld.
einfach nur ... (denkt euch was aus).
26.04.2017, 11:36 #13
Wenn eine Behauptung oder Vermutung erstmal aufgestellt ist, müssen sich anschliessend nur noch ein paar Leute finden, die auf den Zug aufspringen und schon ist die schönste Falschinformation, bzw. alternative Fakten wie man das heut nennt, in der Welt.
Die Stunden, die gemäß § 4.1 dem Stundenkonto des Mitarbeiters gutgeschrieben werden bzw. auf dieses gebucht werden, werden dann schon am Ende des Abrechnungszeitraumes (meist des zurückliegenden Kalendermonats) dem Mitarbeiter ausgezahlt.
Er bekommt also den (gesetzlichen) Feiertag bezahlt, wie alle anderen Arbeitnehmer auch.
Arbeitszeitkonto April 2017 (fiktiv 7 Stunden pro Tag)
03. April - 13. April, 9 Tage gearbeitet, = 63 Stunden durch Arbeit erworben
14. April, Karfreitag (Feiertag!) = 7 Stunden "Gutschrift/Einstellung"
17. April, Ostermontag (Feiertag!) = 7 Stunden "Gutschrift/Einstellung"
18. April bis 28. April, 9 Tage gearbeitet, 63 Stunden durch Arbeit erworben
Saldo am Ende des Monats, 140 Stunden
Also, abgesehen von irgendwelchen, durchaus möglichen aber aus Vereinfachung nicht berücksichtigten arbeitsvertraglichen Regelungen (die nicht beinhalten können das Feiertage nicht bezahlt werden!!!!!), werden 140 Stunden bezahlt. Und das obwohl "nur", 126 Stunden gearbeitet wurden.
Mehr Beiträge von primetime finden
26.04.2017, 20:43 #14
Was im Geltungsbereich des BAP-Tarifs ebenfalls zu den Falschinfos gehört.
Stichworte: verstetigtes Monatseinkommen, individuelle regelmäßige monatliche Arbeitszeit, BAP-MTV § 13.1
26.04.2017, 21:26 #15
Sorry, dass ich mir nicht die Mühe gemacht habe, eine vollständige an den Tarifvertrag angelehnte Musterabrechnung zu erstellen.
Am Kern meiner Aussage, dass gesetzliche Feiertage bezahlt werden, ändert sich aber nichts.
Wo liegen die Unterschiede zwischen Sozialgeld und ALG II? sarkany82 Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente / Pflege 6 14.03.2016 20:24
IFlaS - kennt sich jemand aus, hat jemand Erfahrung zu IFlaS ? kaetzchenfg Weiterbildung/Umschulung/Sinnlose Maßnahmen 5 16.02.2016 11:20
Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstellung glaubenslos Allgemeine Fragen 10 09.01.2014 18:05
Gibt es rechtliche Unterschiede zwischen diesen Au´s? keine Ahnung Allgemeine Fragen 11 28.10.2011 22:24
Riesige Unterschiede im BIP pro Kopf zwischen den europäischen Regionen druide65 Archiv - News Diskussionen Tagespresse 2 25.02.2011 22:46

References: § 4
 §2
 § 4
 §4
 § 4
 § 13