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Timestamp: 2016-10-27 12:49:56+00:00

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1C_630/2014 (18.09.2015)
1C_630/2014 � � Urteil vom 18. September 2015
Helvetia Nostra, handelnd durch den Vereinsvorstand, pr�sidiert von Verena Weber,
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Rudolf Schaller,
Beschwerde gegen das Urteil vom 11. November 2014 des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden, 5. Kammer.
�Am 17. Oktober 2012 reichte die A.________ AG bei der Gemeinde Breil/Brigels ein Baugesuch um Erstellung zweier Mehrfamilienh�user auf der Parzelle Nr. xxx in Tgariel ein. Das Baugesuch wurde am 9. November 2012 im Amtsblatt der Surselva publiziert. Am 11. Dezember 2012 erteilte die Gemeinde die Baubewilligung unter Bedingungen und Auflagen.
�Mit E-Mail vom 14. M�rz 2014 ersuchte der Verein Helvetia Nostra um Zustellung der Unterlagen des Bauvorhabens. Die Gemeinde �bermittelte ihm daraufhin am 20. M�rz 2014 die Baubewilligung und die Ausschreibung im Amtsblatt der Surselva.
�Am 24. M�rz 2014 teilte Helvetia Nostra der Gemeinde mit, seit dem 11. M�rz 2012 seien auch die Baubewilligungen f�r Wohnungen in Gemeinden mit 20 % oder mehr Zweitwohnungen im kantonalen Amtsblatt zu ver�ffentlichen, es sei denn, die Umweltorganisationen w�rden direkt informiert.
�Am 28. M�rz 2014 beantragte Helvetia Nostra bei der Gemeinde, die Baubewilligung f�r das Bauvorhaben auf der Parzelle Nr. xxx sei zu widerrufen, allenfalls sei deren Nichtigkeit festzustellen. Mit Verf�gung vom 26. Mai 2014 wies der Gemeindevorstand das Gesuch ab, soweit er darauf eintrat.
�Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden mit Urteil vom 11. November 2014 ab.
�Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 27. Dezember 2014 gelangt Helvetia Nostra an das Bundesgericht und beantragt, das Urteil des Verwaltungsgerichts, die Baubewilligung vom 11. Dezember 2012 sowie die Verf�gung der Gemeinde vom 26. Mai 2014 seien aufzuheben. Eventuell sei die Nichtigkeit der Baubewilligung und der Verf�gung festzustellen.
�Die Gemeinde Breil/Brigels, das Verwaltungsgericht und die A.________ AG (Beschwerdegegnerin) schliessen auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
�Das Bundesamt f�r Umwelt (BAFU) ist der Auffassung, dass die Publikationsvorschriften nach Art. 12b des Bundesgesetzes �ber den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) zwar zur Anwendung k�men, sobald eine Verf�gung in Erf�llung einer Bundesaufgabe ergangen sei. Im vorliegenden Fall m�sse jedoch ber�cksichtigt werden, dass im Zeitpunkt der Ver�ffentlichung des Baugesuchs resp. der Bewilligungserteilung noch nicht erkennbar gewesen sei, dass die strittige Baubewilligung dem Verbandsbeschwerderecht unterliege. Im �brigen habe der Gesetzgeber in Art. 20 Abs. 1 des Zweitwohnungsgesetzes vom 20. M�rz 2015 (ZWG; BBl 2015 2753; noch nicht in Kraft) festgelegt, dass sich die Ausschreibung von Baugesuchen und die Mitteilung von Bauentscheiden abschliessend nach den jeweiligen kantonalen Vorgaben richteten. Das Bundesamt f�r Raumentwicklung (ARE) schliesst sich dem an.
�Die Beschwerdef�hrerin h�lt in der Replik sinngem�ss an ihren Antr�gen fest.
�Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen anfechtbaren kantonal letztinstanzlichen Endentscheid (Art. 86 Abs. 1 lit. d und Art. 90 BGG). Ein Ausschlussgrund nach Art. 83 BGG ist nicht gegeben.
1.1.�Die Beschwerdef�hrerin ist als beschwerdeberechtigte Organisation im Bereich des Natur- und Heimatschutzes nach Art. 12 Abs. 1 lit. b NHG (vgl. Anhang der Verordnung �ber die Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des Natur- und Heimatschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen, VBO; SR. 814.076) zur Beschwerde gegen Verf�gungen befugt, die in Erf�llung einer Bundesaufgabe im Sinne von Art. 78 Abs. 2 BV und Art. 2 NHG ergehen (BGE 139 II 271 E. 3 S. 273; 123 II 5 E. 2c S. 7 f.). Das Bundesgericht hat in BGE 139 II 271 ausgef�hrt, dass die Plafonierung des Zweitwohnungsbaus gem�ss Art. 75b BV eine Bundesaufgabe darstellt, die der Schonung der Natur und Landschaft dient (E. 11 S. 276 ff.). Baubewilligungen k�nnen daher von der Beschwerdef�hrerin wegen Verletzung von Art. 75b und seiner �bergangs- und Ausf�hrungsbestimmungen mit Beschwerde gem�ss Art. 12 NHG angefochten werden.
1.2.�Soweit die Vorinstanz auf die Antr�ge der Beschwerdef�hrerin nicht eingetreten ist, ist diese - unabh�ngig von ihrer Legitimation in der Sache - zur Beschwerde nach Art. 89 Abs. 1 BGG befugt. Allerdings beschr�nkt sich der Streitgegenstand vor Bundesgericht auf die Eintretensfrage. Soweit die Beschwerdef�hrerin einen Sachentscheid des Bundesgerichts auch zu den Antr�gen verlangt, auf welche die Vorinstanzen nicht eingetreten sind, kann darauf nicht eingetreten werden (Urteil 1C_134/2014 vom 15. Juli 2014 E. 1.2). Dies trifft vorliegend insbesondere auf die Ausf�hrungen zum Vertrauensschutz und zur Interessenabw�gung im Rahmen des Widerrufs der Baubewilligung zu.
1.3.�Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde auch insoweit, als sie sich gegen den Entscheid der Vorinstanz des Verwaltungsgerichts richtet. Dieser ist im Rahmen des Streitgegenstands durch dessen Urteil ersetzt worden (Devolutiveffekt) und gilt als inhaltlich mitangefochten (BGE 134 II 142 E. 1.4 S. 144).
1.4.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Neue Tatsachen und Beweismittel k�nnen nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Unbeachtlich sind deshalb die von der Beschwerdef�hrerin in der Replik, und damit ohnehin versp�tet (Art. 42 Abs. 2 BGG), vorgebrachten Ausf�hrungen zur Gesamtrevision der Ortsplanung der Gemeinde Breil/Brigels.
�Strittig ist, ob das Baugesuch vom 17. Oktober 2012 der Beschwerdegegnerin im Sinne von Art. 12b NHG im Amtsblatt des Kantons Graub�nden h�tte publiziert oder der Beschwerdef�hrerin direkt mitgeteilt werden m�ssen. Diese Bestimmung verlangt, dass die Beh�rde den Gemeinden und Organisationen ihre Verf�gungen nach Art. 12 Abs. 1 NHG durch schriftliche Mitteilung oder durch Ver�ffentlichung im Bundesblatt oder im kantonalen Publikationsorgan er�ffnet (Abs. 1). Sieht das Bundesrecht oder das kantonale Recht ein Einspracheverfahren vor, so sind auch die Gesuche nach Abs. 1 zu ver�ffentlichen (Abs. 2).
2.1.�Die Vorinstanz erwog, dass die Verfahrensvorschriften des Raumplanungsgesetzes f�r den Kanton Graub�nden (KRG; BR 801.100) und der entsprechenden Raumplanungsverordnung (KRVO; BR 801.110) anwendbar seien. Zwar stelle die Verhinderung des Zweitwohnungsbaus eine Bundesaufgabe dar; dies bedeute aber nicht, dass die kantonalen Bestimmungen f�r das Bauen innerhalb der Bauzone und insbesondere die Verfahrensvorschriften f�r die Publikation solcher Vorhaben nicht mehr anwendbar seien. Dies widerspiegle auch die Auffassung des Bundesgerichts. Selbst der Entwurf des Bundesrats f�r ein Zweitwohnungsgesetz vom 19. Februar 2014 sehe vor, dass sich unter anderem das Verfahren - unter Vorbehalt der Bestimmungen dieses Gesetzes - nach dem RPG (SR 700) und den dazugeh�rigen Ausf�hrungsbestimmungen der Kantone richteten. Betrachte man Art. 12b NHG genauer, werde zudem klar, dass dieser nicht f�r die Er�ffnung von Entscheiden von Gemeinden konzipiert sei. Mit der �ffentlichen Auflage des Baugesuchs im Amtsblatt der Surselva seien die kantonalen Verfahrensvorschriften eingehalten worden; ein Fall der Publikation im Amtsblatt des Kantons liege nicht vor. Die Beschwerdef�hrerin h�tte demnach w�hrend des Auflageverfahrens Einsprache erheben m�ssen. Da dies nicht geschehen sei, gelte das Beschwerderecht als verwirkt, weshalb die Baubewilligung vom 11. Dezember 2012 in Rechtskraft erwachsen sei.
2.2.�Die Beschwerdef�hrerin wendet dagegen ein, Art. 12b NHG sei verletzt worden. Diese Bestimmung gelte auch f�r das Baubewilligungsverfahren, wenn es sich wie hier in Anwendung von Art. 75b BV um eine Bundesaufgabe handle. Sie erm�gliche den legitimierten Organisationen die Teilnahme am Einsprache- und nicht erst am Beschwerdeverfahren. Dies sei gem�ss Art. 12c NHG sogar Voraussetzung f�r die M�glichkeit der Beschwerdef�hrung. Wenn Organisationen einsprache- und beschwerdelegitimiert seien, g�lten selbstredend auch die entsprechenden Ausf�hrungsbestimmungen nach Art. 12a bis 12d NHG. Der Bestimmung im Entwurf des Bundesrats f�r ein Zweitwohnungsgesetz komme nur subsidi�re Geltung zu. Es liege somit ein gewichtiger Verfahrensfehler vor.
2.3.1.�Wie bereits ausgef�hrt, hat das Bundesgericht in BGE 139 II 271 die Beschr�nkung des Zweitwohnungsbaus als Bundesaufgabe qualifiziert und die Beschwerdelegitimation von Organisationen im Bereich des Natur- und Heimatschutzes im Sinne von Art. 12 NHG bejaht. Diese k�nnen daher Baubewilligungen wegen Verletzung von Art. 75b BV, welcher einen H�chstanteil f�r Zweitwohnungen von 20 % pro Gemeinde festsetzt, und seiner �bergangs- und Ausf�hrungsbestimmungen mit Beschwerde anfechten (E. 11 S. 276 ff.). Ausschlaggebend f�r die Annahme einer Bundesaufgabe ist in erster Linie, dass die angefochtene Verf�gung eine Rechtsmaterie betrifft, die in die Zust�ndigkeit des Bundes f�llt und bundesrechtlich geregelt ist. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann deshalb auch dann eine Bundesaufgabe vorliegen, wenn eine kantonale oder kommunale Beh�rde entschieden hat (E. 9.2 f. S. 273 f.). Sprachliche Unebenheiten (Art. 12 Abs. 1 NHG spricht von "Verf�gungen der kantonalen Beh�rden oder der Bundesbeh�rden") stehen dem nicht entgegen. Gleiches gilt grunds�tzlich auch f�r Art. 12b NHG: Daraus, dass es wenig stimmig w�re, wenn eine Gemeinde als "Beh�rde" im Sinne von Abs. 1 ihre Verf�gungen "den Gemeinden" er�ffnen m�sste, l�sst sich nicht schliessen, diese Publikationsvorschrift sei generell nicht anwendbar, denn gegen�ber Organisationen beh�lt sie ihren Sinngehalt.
2.3.2.�Das Bundesgericht hat in BGE 139 II 271 zwar nicht ausdr�cklich festgehalten, dass Art. 12b NHG anwendbar ist, doch ergibt sich dies bereits aus dem Wortlaut dieser Bestimmung. Art. 12b NHG nimmt Bezug auf Art. 12 Abs. 1 NHG, womit zum Ausdruck kommt, dass Verf�gungen, die dem Verbandsbeschwerderecht im Bereich des Natur- und Heimatschutzes unterliegen, durch schriftliche Mitteilung oder durch Ver�ffentlichung im Bundesblatt oder im kantonalen Publikationsorgan zu er�ffnen sind. Gleiches gilt f�r Gesuche, wenn ein Einspracheverfahren nach Bundes- oder kantonalem Recht vorgesehen ist (Abs. 2 von Art. 12b NHG). Der Zusammenhang zwischen der Beschwerdelegitimation von Organisationen und der Ver�ffentlichung von Verf�gungen resp. Gesuchen ergibt sich auch unter gesetzessystematischen Gesichtspunkten: Die Artikel 12 ff. NHG stehen alle unter dem Titel "Beschwerderecht der Gemeinden und Organisationen", der in verschiedene Teilaspekte aufgeteilt ist. Besteht das Verbandsbeschwerderecht, sind die entsprechenden Verf�gungen und Gesuche folglich in den in Art. 12b NHG vorgesehenen Publikationsorganen zu ver�ffentlichen. Sollen sich gesamtschweizerisch t�tige Organisationen als Partei am Verfahren beteiligen k�nnen, m�ssen sie in �berblickbarer Weise �ber die geplanten Vorhaben informiert werden. Dies wird durch die schriftliche Mitteilung bzw. die Publikation im Bundesblatt oder im kantonalen Publikationsorgan erreicht. Diese Publikationsformen sind das notwendige Korrelat zur Obliegenheit der Organisation, sich von Anfang an am kantonalen Verfahren zu beteiligen. Bereits die Botschaft �ber die �nderung des NHG vom 26. Juni 1991 hielt dazu fest, mit einer solchen Ver�ffentlichung solle verhindert werden, dass beschwerdeberechtigte Organisationen s�mtliche Publikationsorgane bis hin zu Gemeindeanzeigern und �ffentlichen Aush�ngen regelm�ssig einsehen m�ssen, um nicht Gefahr zu laufen, ihr Beschwerderecht zu verwirken (BBl 1991 III 1121 S. 1141). Sinn und Zweck von Art. 12b NHG ist es, sicherzustellen, dass das Verbandsbeschwerderecht effektiv gew�hrleistet ist. Auch im Schrifttum wird die Auffassung vertreten, wenn gesamtschweizerischen Organisationen das Beschwerderecht nach Art. 12 NHG zustehe und ein Einspracheverfahren vorgesehen sei, m�sse das Gesuch mindestens im kantonalen Publikationsorgan bekannt gemacht werden, wenn es nicht schriftlich mitgeteilt werde (vgl. Peter H�nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 5. Auflage 2008, S. 331; Peter M. Keller, in: Kommentar NHG, 1997, N. 12 zu Art. 12a NHG).
2.3.3.�Da das Beschwerderecht von Natur- und Heimatschutzverb�nden im Bereich der Beschr�nkungen von Zweitwohnungen besteht, m�ssen demnach entsprechende Baugesuche und -bewilligungen den Organisationen mitgeteilt oder aber im kantonalen Amts- oder Bundesblatt publiziert werden. Aus dem Wortlaut von Art. 12b NHG, der vom "kantonalen Publikationsorgan" in der Einzahl spricht, ergibt sich, dass Ver�ffentlichungen von Zweitwohnungsbauvorhaben in einem regionalen oder kommunalen Amtsblatt davon nicht erfasst werden. Entgegenstehendes kantonales Recht, das eine Publikation in diesen Amtsbl�ttern vorschreibt, tritt im Sinne des Vorrangs des Bundesrechts (Art. 49 Abs. 1 BV) hinter Art. 12b NHG zur�ck.
2.4.�Dieser Beurteilung steht der Einwand nicht entgegen, dass im Zeitpunkt der �ffentlichen Auflage des vorliegenden Baugesuchs resp. der Bewilligungserteilung Ende 2012 aufgrund des erst am 22. Mai 2013 getroffenen Leitentscheids des Bundesgerichts noch nicht erkennbar gewesen sei, dass die strittige Baubewilligung dem Verbandsbeschwerderecht unterliege. Aus rechtlicher Sicht ist massgeblich, dass Art. 75b BV am 11. M�rz 2012 in Kraft getreten ist (Art. 195 BV und Art. 15 Abs. 3 des Bundesgesetzes �ber die politischen Rechte, BPR; SR 161.1). Da damit im Sinne einer Plafonierung des Zweitwohnungsbaus eine Bundesaufgabe geschaffen wurde, die dem Schutz der Natur und des heimatlichen Landschaftsbildes dient, sind gesamtschweizerische Natur- und Heimatschutzverb�nde ab diesem Zeitpunkt nach Art. 12 NHG beschwerdeberechtigt. Damit einher geht die Verpflichtung der Beh�rden, Baugesuche und -bewilligungen f�r Zweitwohnungen nach den Vorgaben von Art. 12b NHG zu publizieren. Das Bundesgericht hat in seinem Grundsatzentscheid vom 22. Mai 2013 keine Rechts- oder Praxis�nderung herbeigef�hrt, sondern bloss geltendes Recht angewendet.
2.5.�Wie es sich mit Art. 20 Abs. 1 ZWG verh�lt, der Art. 21 des Entwurfs des Bundesrats konkretisiert, kann vorliegend offen bleiben. Dieser bestimmt, dass die Ausschreibung von Baugesuchen und die Mitteilung von Bauentscheiden sich abschliessend nach den jeweiligen kantonalen Vorgaben richten (Satz 1). Das neue Recht ist aber noch nicht in Kraft und entfaltet im Bereich der Publikationsvorschriften keine Vorwirkung (vgl. BGE 136 I 142 E. 3.2 S. 145; 125 II 278 E. 3c S. 282; je mit Hinweisen).
2.6.�Vorliegend wurde das Baugesuch am 9. November 2012 �ffentlich aufgelegt und die Baubewilligung am 11. Dezember 2012 erteilt. Es ist unstreitig, dass der Zweitwohnungsanteil der Gemeinde Breil/Brigels �ber 20 % betr�gt (vgl. Anhang zur ZwV; Gemeinde Nr. 3981). Weder das (in den Akten liegende) Baugesuch noch die Baubewilligung enthalten eine Nutzungsbeschr�nkung, womit sie eine Zweitwohnungsnutzung zulassen. Dies wird von der Beschwerdegegnerin und der Gemeinde in ihren Stellungnahmen auch nicht in Abrede gestellt. Das Baugesuch h�tte demnach gem�ss Art. 12b Abs. 2 NHG im kantonalen Publikationsorgan (resp. im Bundesblatt) oder durch schriftliche Mitteilung ver�ffentlicht werden m�ssen. Gleiches gilt nach Art. 12b Abs. 1 NHG f�r die Er�ffnung der Baubewilligung. Da das Baugesuch lediglich im regionalen Amtsblatt der Surselva publiziert wurde, liegt ein Verstoss gegen Art. 12b NHG vor.
�Nachfolgend ist der Frage nachzugehen, ob die Beschwerdef�hrerin diese bundesrechtswidrige Bekanntmachung geltend machen kann.
3.1.�Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt gest�tzt auf den auch f�r Private geltenden Grundsatz von Treu und Glauben und das Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 5 Abs. 3 BV; BGE 137 V 394 E. 7.1 S. 403 mit Hinweisen), dass verfahrensrechtliche Einwendungen so fr�h wie m�glich, das heisst nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen sind. Es verst�sst gegen Treu und Glauben, M�ngel dieser Art erst in einem sp�teren Verfahrensstadium oder sogar erst in einem nachfolgenden Verfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon vorher h�tte festgestellt und ger�gt werden k�nnen. Wer sich auf das Verfahren einl�sst, ohne einen Verfahrensmangel bei erster Gelegenheit vorzubringen, verwirkt in der Regel den Anspruch auf sp�tere Anrufung der vermeintlich verletzten Verfahrensvorschrift (vgl. BGE 135 III 334 E. 2.2 S. 336; 134 I 20 E. 4.3.1 S. 21; 132 II 485 E. 4.3 S. 496 f.; 130 III 66 E. 4.3 S. 75; je mit Hinweisen).
3.2.�Die Gemeinde Breil/Brigels f�hrt in ihrer Stellungnahme vor Bundesgericht aus, im Kanton Graub�nden sei bisher noch keine kommunale Baubewilligung f�r Zweitwohnungen innerhalb der Bauzone im kantonalen Publikationsorgan bekannt gegeben resp. er�ffnet worden, und zwar auch dann nicht, wenn ein offensichtlicher Bezug zur Natur- und Heimatschutzgesetzgebung bestanden habe. Ebenso wenig schreibe dies die vom Departement f�r Volkswirtschaft und Soziales (DVS) herausgegebene Praxishilfe vor. Die Beschwerdef�hrerin habe in den zahlreichen Einsprachen, die sie gegen im Jahr 2012 publizierte Baugesuche erhoben habe, nie eine mangelhafte Er�ffnung ger�gt. Dieser Darstellung widerspricht die Beschwerdef�hrerin in ihrer Replik nicht. Mit anderen Worten r�umt sie damit ein, sich derart organisiert zu haben, dass es ihr m�glich war, fristgerecht Einsprache gegen in regionalen Amtsbl�ttern wie demjenigen f�r die Surselva publizierte Baugesuche zu erheben. Dies wird auch durch die zahlreichen, bis vor Bundesgericht gef�hrten Beschwerden gegen Zweitwohnungsvorhaben, insbesondere auch in den Gemeinden der Region Surselva, best�tigt. Dabei unterblieb bisher der Einwand, diese Baugesuche m�ssten im kantonalen Publikationsorgan ver�ffentlicht werden oder ihr direkt mitgeteilt werden. Da die Beschwerdef�hrerin erst im vorliegenden Verfahren, das sie fast anderthalb Jahre nach Erteilung der Baubewilligung angehoben hat, zum ersten Mal eine Verletzung von Art. 12b NHG geltend macht, obwohl dies vorzubringen ihr - wie aufgezeigt - bereits fr�her bzw. in einem fr�heren Verfahren m�glich gewesen w�re, erweist sich ihr Vorbringen als treuwidrig und kann sie insoweit keinen Rechtsschutz beanspruchen.
3.3.�Im �brigen leidet die Baubewilligung entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin aufgrund der mangelhaften Publikation nicht an einem derart schweren Mangel, dass gesamthaft betrachtet von ihrer Nichtigkeit auszugehen w�re, die von s�mtlichen rechtsanwendenden Beh�rden jederzeit von Amtes wegen zu beachten w�re. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind rechtswidrige Entscheide nichtig, wenn der ihnen anhaftende Mangel besonders schwer ist, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gef�hrdet wird (BGE 138 II 501 E. 3.1 S. 503 f.; 137 I 273 E. 3.1 S. 275 f.; je mit Hinweisen). In der Regel f�hren aber Verfahrensm�ngel nur zur Anfechtbarkeit des entsprechenden Entscheids (vgl. BGE 129 I 361 E. 2.1 S. 363 mit Hinweisen). Dies trifft grunds�tzlich auch auf Baubewilligungen zu, die nicht ordnungsgem�ss publiziert worden sind. Gem�ss Praxis des Bundesgerichts sind Baubewilligungen in F�llen fehlender bzw. mangelhafter Ver�ffentlichung anfechtbar und nicht nichtig (BGE 134 V 306 E. 4.2 S. 312 f.; 116 Ib 321 E. 3a S. 326; 107 Ia 72 E. 4a S. 76; Urteil P.883/1983 vom 14. M�rz 1984 E. 3, in: ZBl 85/1984 S. 425; je mit Hinweisen). Dies gilt insbesondere auch in Bereichen, in denen Baugesuche bzw. -bewilligungen Verb�nden mitgeteilt werden m�ssen (Urteile 1C_150/2012 vom 6. M�rz 2013 E. 2; 1A.136/2004 vom 5. November 2004 E. 3.2.2). W�rde man wegen Verletzung der Publikationsvorschriften nach Art. 12b NHG auf Nichtigkeit erkennen, w�re denn auch die Rechtssicherheit erheblich gef�hrdet.
�Nichtigkeit ergibt sich auch nicht aus den weiteren Umst�nden, dass das Bauvorhaben nach dem 11. M�rz 2012 �ffentlich aufgelegt wurde und die Baubewilligung f�r die Zweitwohnungsbauten erst nach dem 1. Januar 2013 in Rechtskraft erwachsen ist. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die versch�rfte Rechtsfolge der Nichtigkeit gem�ss Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV nur auf Baubewilligungen anwendbar, die nach dem 1. Januar 2013 erstinstanzlich
erteilt�wurden; auf den Zeitpunkt der Rechtskraft bzw. der �ffentlichen Auflage kommt es nicht an (BGE 139 II 243 E. 11.6 S. 262 f.). Die vorliegende Baubewilligung datiert vom 11. Dezember 2012, womit sie zwar anfechtbar war, nicht aber unter die Nichtigkeitsfolge von Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV f�llt. Ausserdem ist sie nicht
ex tunc�ung�ltig, weil sie auf einem Zonenplan basiert, der vor dem 12. M�rz 2012 erlassen wurde und m�glicherweise �berdimensionierte Bauzonen vorsieht. Aus Art. 75b Abs. 1 BV ergeben sich keine unmittelbar anwendbare Vorgaben zur Bauzonengr�sse (Urteil 1C_134/2014 vom 15. Juli 2014 E. 6.3). Auch kann eine Baubewilligung nicht nachtr�glich mit der Begr�ndung aufgehoben werden, dass die Gemeinde eine Planungszone h�tte erlassen m�ssen (Urteil 1C_114/2015 vom 10. Juli 2015 E. 5.2). Schliesslich ist die Baubewilligung nicht schon deshalb missbr�uchlich, weil sie innert kurzer Zeit erteilt wurde, ist die (auch nach Art. 12b NHG) vorgesehene Auflagefrist doch gewahrt worden (vgl. BGE 135 II 78 E. 2.5 S. 84).
�Sodann ist strittig, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf zwei weitere R�gen der Beschwerdef�hrerin eingetreten ist.
4.1.�Wie von der Vorinstanz festgestellt, brachte die Beschwerdef�hrerin in ihrer Eingabe vom 28. M�rz 2014 an die Gemeinde zum einen vor, die Baubewilligung sei erloschen, weil von ihr nicht rechtzeitig, innerhalb der Jahresfrist gem�ss Art. 91 Abs. 2 KRG, Gebrauch gemacht worden sei. Nach dieser Bestimmung erl�schen Baubewilligungen, wenn mit den Bauarbeiten nicht innert Jahresfrist seit zul�ssigem Baubeginn begonnen worden ist. Zum anderen machte sie geltend, das Bauvorhaben sei nachtr�glich wesentlich ge�ndert worden, weshalb die erteilte Baubewilligung nicht mehr g�ltig und ein neues Baubewilligungsverfahren durchzuf�hren sei. Damit verbunden verlangte sie die Edition der Bauunterlagen. Das Verwaltungsgericht trat auf diese R�gen nicht ein mit der Begr�ndung, die Beschwerdef�hrerin habe weder die Feststellung, dass die Baubewilligung infolge versp�teten Baubeginns erloschen sei, noch die Durchf�hrung eines neuen Baubewilligungsverfahrens wegen wesentlicher �nderung des Bauvorhabens verlangt, sondern lediglich den Widerruf bzw. die Feststellung der Nichtigkeit der Baubewilligung beantragt. Es gen�ge nicht, die R�gen beil�ufig in der Begr�ndung aufzuf�hren, ohne die entsprechenden Rechtsbegehren zu stellen. Auf den Editionsantrag sei zu Recht nicht eingegangen worden, da dieser nicht Verfahrensgegenstand bilde.
�Die Beschwerdef�hrerin wendet dagegen ein, der Nichteintretensentscheid sei krass falsch und stelle eine Rechtsverweigerung dar.
4.2.�Als besondere Form der Rechtsverweigerung liegt �berspitzter Formalismus unter anderem dann vor, wenn die Beh�rde an Rechtsschriften �berspannte Anforderungen stellt und dem B�rger den Rechtsweg in unzul�ssiger Weise versperrt (BGE 120 V 413 E. 4b S. 417 mit Hinweisen). Das Verbot weist einen engen Bezug zum Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) auf: Prozesserkl�rungen d�rfen nicht buchstabengetreu ausgelegt werden, ohne zu fragen, welcher Sinn ihnen vern�nftigerweise beizumessen sei (BGE 113 Ia 94 E. 2 S. 96 f.). Insbesondere auf der untersten Stufe der Rechtsmittelleiter d�rfen keine hohen Anforderungen gestellt werden (Urteile 1C_236/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 3.5; 1C_519/2009 vom 22. September 2010 E. 6). In Zweifelsf�llen kann die Beh�rde zur Nachfrage verpflichtet sein (Urteil 1A.80/2002 vom 18. Juni 2002 E. 4.5).
4.3.�Unbestritten ist, dass die Beschwerdef�hrerin mit ihrer Eingabe vom 28. M�rz 2014 den Widerruf der Baubewilligung, allenfalls die Feststellung deren Nichtigkeit verlangt hat. Dass sie nicht explizit - wie von der Vorinstanz gefordert - ein Rechtsbegehren auf Durchf�hrung eines neuen Baubewilligungsverfahrens resp. auf Feststellung des Erl�schens der Baubewilligung gestellt hat, darf ihr nicht zum Nachteil gereichen und ist auch nicht erforderlich. Denn abgesehen davon, dass sich die Antr�ge aus den Vorbringen sowie dem Sinn, der diesen vern�nftigerweise beizumessen ist, ergeben, k�nnen die Begehren auch aus der Begr�ndung in der Rechtsschrift hervorgehen (BGE 133 II 409 E. 1.4.1 S. 415; 136 V 131 E. 1.2 S. 136).
�Der Eingabe ist zu entnehmen, dass die Beschwerdef�hrerin dem Sinn nach davon ausging, die Bauerlaubnis falle wegen der nachtr�glichen, wesentlichen �nderung des Bauvorhabens und wegen der erst nach dem 1. Januar 2013 abgelaufenen (ordentlichen) Rechtsmittelfrist unter die spezielle Nichtigkeitsfolge von Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV. Damit besteht ein direkter Zusammenhang zum Rechtsbegehren um Feststellung der Nichtigkeit der Baubewilligung, was sich auch auf den Antrag um Edition der Bauunterlagen auswirkt. In dieselbe Richtung zielte das weitere Vorbringen, wonach die Bauerlaubnis ohnehin als obsolet gelten m�sse, da der Baubeginn nicht innert Jahresfrist erfolgt sei. Auch hiermit wurde zum Ausdruck gebracht, dass die umstrittene Baubewilligung als dahingefallen und deshalb rechtsunwirksam erachtet wird. Vor diesem Hintergrund kann der Beschwerdef�hrerin dahingehend beigepflichtet werden, als die beiden R�gen hinreichend klar vorgebracht und rechtsgen�glich mit den Antr�gen um Widerruf bzw. R�cknahme oder Nichtigerkl�rung der Bauerlaubnis verkn�pft worden sind. Dass die Beschwerdef�hrerin in diesem Zusammenhang nicht rechtzeitig an die Baubeh�rden gelangt sei, ist nicht geltend gemacht worden. Indem das Verwaltungsgericht nicht auf die Vorbringen zur wesentlichen �nderung des Bauvorhabens (verbunden mit dem Antrag um Edition der Bauunterlagen) resp. zum vermeintlichen Erl�schen der Baubewilligung eingetreten ist und diese nicht �berpr�ft hat, ist es daher in �berspitzten Formalismus verfallen. Die Beschwerde erweist sich somit in diesem Punkt als begr�ndet.
�Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist, und das vorinstanzliche Urteil aufzuheben. Die Sache ist im Sinne der Erw�gungen zur Beurteilung der nicht gepr�ften R�gen (E. 4 hievor) und zur entsprechenden Sachverhaltsabkl�rung an das Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen.
�Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- zu einem Viertel der Beschwerdef�hrerin und zu drei Vierteln der privaten Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 66 BGG). Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdef�hrerin eine reduzierte Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 BGG). Die Gemeinde hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und der angefochtene Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden vom 11. November 2014 wird aufgehoben. Die Sache wird im Sinne der Erw�gungen an das Verwaltungsgericht zur�ckgewiesen.
Die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens von Fr. 2'000.-- werden im Betrag von Fr. 1'500.-- der Beschwerdegegnerin und im Betrag von Fr. 500.-- der Beschwerdef�hrerin auferlegt.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Gemeinde Breil/Brigels, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, 5. Kammer, dem Bundesamt f�r Raumentwicklung und dem Bundesamt f�r Umwelt schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 12
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 Art. 2
 BGE 
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