Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.12.2014&Aktenzeichen=IV%20ZR%20289%2F13
Timestamp: 2019-04-25 09:38:09+00:00

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BGH, 10.12.2014 - IV ZR 289/13 - dejure.org
BGB § 307 Abs. 1 Satz 1 und 2; VVG § 11, § 168 Abs. 1; AVB Ratenschutz-Versicherung (hier AVB-RSV § 3 und § 6)
§ 3 Abs. 2 UKlaG, § ... 11 Abs. 4 VVG, § 168 VVG, §§ 500 ff. BGB, §§ 1, 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UKlaG, § 13 BGB, § 3 Abs. 2 Nr. 1 UKlaG, § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UKlaG, § 168 Abs. 1 VVG, § 11 Abs. 2, 4 VVG, § 306a BGB, § 500 BGB, § 501 BGB
§ 307 Abs 1 S 1 BGB, § 307 Abs 1 S 2 BGB, § 11 Abs 4 VVG, § 168 Abs 1 VVG
Ratenschutz-Versicherung für Bankkredit: Intransparenz einer Risikoausschlussklausel bei Erkrankungen; Vereinbarung einer darlehensfinanzierten Einmalprämie und Wirksamkeit einer Kündigungsklausel
Zur Intransparenz einer Klausel in Ratenschutz-Versicherung; zur Frage der Umgehung des § 168 Abs. 1 VVG durch Vereinbarung einer durch die kreditgebende Bank darlehensfinanzierten Einmalprämie in einer Ratenschutz-Versicherung
Vereinbarung einer durch die kreditgebende Bank darlehensfinanzierten Einmalprämie in einer Ratenschutz-Versicherung als Umgehung des § 168 Abs. 1 VVG ; Intransparenz der Klausel einer Ratenschutz-Versicherung
Bankdarlehn, Ratenschutzversicherung - und die Kündigungsfrist
Ratenschutz-Versicherung - und der Riskoausschluss
Fehlende Transparenz einer Ausschlussklausel einer Ratenschutz-Versicherung
Intransparente Risikoausschlussklausel in Ratenschutz-Versicherung für Bankkredit
Restschuldversicherung bei Ratenkrediten - kann man sie vorzeitig kündigen?
Klauseln einer Ratenschutz-Versicherung
Intransparenz von Vorerkrankungsklauseln in der Ratenschutzversicherung
Kurznachricht zu "Informations- und Beratungspflichten in der Restschuldversicherung" von Prof. Dr. Christoph Brömmelmeyer, original erschienen in: VersR 2015, 1460 - 1467.
LG Hamburg, 28.09.2012 - 306 O 166/11
NJW-RR 2015, 801
WM 2015, 223
Denn den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist für einen durchschnittlichen Kunden, von dem rechtliche Spezialkenntnisse nicht erwartet werden dürfen (…BGH, Urteile vom 29. Mai 2008 - III ZR 330/07, NJW 2008, 2495 Rn. 19 mwN; vom 10. Dezember 2014 - IV ZR 289/13, VersR 2015, 318 Rn. 22), nicht mit der gebotenen Klarheit zu entnehmen, dass die Verjährung des von Abschnitt VI Nr. 1 Satz 1 erfassten Nachbesserungsanspruchs - ungeachtet der anders lautenden Regelung in Abschnitt VI Nr. 5 - dazu führen kann, dass ein Schadensersatzanspruch wegen Verletzung der Nachbesserungspflicht nach Ablauf eines Jahres ab Ablieferung der Kaufsache nicht mehr geltend gemacht werden könnte.
Nur dann kann er die Entscheidung treffen, ob er den angebotenen Versicherungsschutz nimmt oder nicht (vgl. Senatsurteil vom 10. Dezember 2014 - IV ZR 289/13, VersR 2015, 318 Rn. 28).
Dabei ist im Regelfall auf die Verständnismöglichkeiten eines Versicherungsnehmers ohne versicherungsrechtliche Spezialkenntnisse und auch auf seine Interessen abzustellen (st. Rspr., vgl. etwa Senatsurteile vom 23. Juni 1993 - IV ZR 135/92, BGHZ 123, 83, 85; vom 21. Mai 2003 - IV ZR 327/02, WM 2003, 1363 unter 2 a;… vom 26. September 2007 - IV ZR 252/06, VersR 2007, 1690 Rn. 11, vom 10. Dezember 2014 - IV ZR 289/13, r+s 2015, 88 Rn. 22).
b) Unter einer bedingungsgemäßen Krankheit wird ein solcher Versicherungsnehmer entsprechend dem allgemeinen Sprachgebrauch (…vgl. zu diesem Maßstab Senatsurteile vom 4. März 2015 - IV ZR 128/14, r+s 2015, 383 Rn. 12; vom 10. Dezember 2014 - IV ZR 289/13, r+s 2015, 88 Rn. 26;… vom 8. Mai 2013 - IV ZR 174/12, r+s 2013, 334 Rn. 12; st. Rspr.), wie er sich auf der Grundlage allgemein bekannt gewordener medizinischer Erkenntnisse herausgebildet hat (vgl. dazu LG Köln VersR 1983, 388), einen objektiv nach ärztlichem Urteil bestehenden anormalen, regelwidrigen Körper- oder Geisteszustand verstehen (vgl. nur Senatsurteile vom 17. Dezember 1986 - IVa ZR 78/85, BGHZ 99, 228 unter II 2 a; vom 21. September 2005 - IV ZR 113/04, BGHZ 164, 122 unter II 1;… vom 15. September 2010 - IV ZR 187/07, r+s 2011, 75 Rn. 11), wobei sich die Einstufung als "anormal" aus einem Vergleich mit der normalen biologischen Beschaffenheit des Menschen, die Einstufung als "regelwidrig" aus der ergänzenden medizinischen Bewertung eines anormalen Zustandes ergibt.
Dabei ist im Regelfall auf die Verständnismöglichkeiten eines Versicherungsnehmers ohne versicherungsrechtliche Spezialkenntnisse und damit - auch - auf seine Interessen abzustellen (st. Rspr., vgl. etwa BGH…, Urteil vom 23.06.1993, IV ZR 135/92, Rn. 14;… Urteil vom 21.05.2003, IV ZR 327/02, Rn. 8;… Urteil vom 26.09.2007, IV ZR 252/06, Rn. 11; Urteil vom 10.12.2014, IV ZR 289/13, Rn. 22; OLG Karlsruhe…, Urteil vom 21.09.2018, 12 U 86/18, Rn. 33).
Wird der Versicherungsschutz durch eine AVB-Klausel eingeschränkt, so muss dem Versicherungsnehmer deutlich vor Augen geführt werden, in welchem Umfang Versicherungsschutz trotz der Klausel noch besteht (vgl. BGH, Urteil vom 10.12.2014, IV ZR 289/13, Rn. 23;… Urteil vom 08.05.2013, IV ZR 84/12, Rn. 9).
Vielmehr gebieten es Treu und Glauben, dass sie die wirtschaftlichen Nachteile und Belastungen so weit erkennen lässt, wie dies nach den Umständen gefordert werden kann (Senatsurteil vom 10. Dezember 2014 - IV ZR 289/13, VersR 2015, 318 Rn. 23).
Entgegen der Ansicht des Klägers führt auch die Rechtsprechung des BGH zur Intransparenz eines Risikoausschlusses für "ernstliche Erkrankungen" in einer Ratenschutzversicherung (BGH, Urteil vom 10.12.2014, Az. IV ZR 289/13, NJW-RR 2015, 801) nicht zu einer anderen Bewertung.
Wird der Versicherungsschutz durch eine AVB-Klausel eingeschränkt, so muss dem Versicherungsnehmer oder Versicherten deutlich vor Augen geführt werden, in welchem Umfang Versicherungsschutz trotz der Klausel noch besteht (BGH, Urteil vom 10.12.2014, a.a.O., Rn. 23, 28).
Der allgemeine Sprachgebrauch bezeichne nicht jede der in diesem Klammerzusatz genannten Erkrankungen als "ernstlich", weil dazu auch weit verbreitete Beschwerden wie etwa zu niedriger oder zu hoher Blutdruck, sportbedingte Gelenkläsionen, Sodbrennen oder gelegentliche Übelkeit usw. zählten (BGH, Urteil vom 10.12.2014, a.a.O., Rn. 26).
Dabei ist im Regelfall auf die Verständnismöglichkeiten eines Versicherungsnehmers ohne versicherungsrechtliche Spezialkenntnisse und auch auf seine Interessen abzustellen (BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - IV ZR 289/13 -, juris).
Wird der Versicherungsschutz durch eine Klausel in den Versicherungsbedingungen eingeschränkt, so muss dem Versicherungsnehmer oder Versicherten deutlich vor Augen geführt werden, in welchem Umfang Versicherungsschutz trotz der Klausel noch besteht (BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - IV ZR 289/13, juris Rn. 23).
Dabei gebieten Treu und Glauben auch, dass die Klausel wirtschaftliche Nachteile und Belastungen für einen durchschnittlichen Vertragspartner soweit erkennen lässt, wie dies nach den Umständen erfordert werden kann (BGH NJW 2014, 1658; NJW-RR 2015, 801).
OLG Köln, 26.06.2015 - 20 U 13/15
Auslegung der sog. Beamtenklausel in der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung …
LG Bielefeld, 27.04.2015 - 20 S 130/14
Sonderkündigungsrecht eines Darlehensnehmers bei vorzeitiger Ablösung eines …
OLG Celle, 14.11.2018 - 8 U 177/18
AG Berlin-Köpenick, 02.06.2017 - 2 C 280/16

References: § 307
 § 11
 § 168
 § 3
 § 6

§ 3
 § 168
 § 13
 § 3
 § 3
 § 168
 § 11
 § 306
 § 500
 § 501

§ 307
 § 307
 § 11
 § 168
 § 168
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