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Timestamp: 2020-05-26 00:16:19+00:00

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Betriebliche Ersthelfer sind Pflicht - Arbeitsrecht 2018
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Ersthelfer im Betrieb: Für den Notfall gewappnet
Natürlich können Unfälle, wie überall im Leben, auch im Beruf nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Um die Unfallgefahr am Arbeitsplatz dennoch möglichst gering zu halten, sind die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) und ihre Träger zu Maßnahmen verpflichtet, die der Unfallprävention dienen.
Unabhängig davon, wie gefährlich ein Job ist, betriebliche Ersthelfer sind vorgeschrieben.
Im Rahmen der Arbeitsplatzsicherheit sind sie unter anderem durch § 23 Absatz 2 des Siebten Sozialgesetzbuchs (SGB VII) für die Aus- und Fortbildung betrieblicher Ersthelfer zuständig. Ersthelfer im Betrieb sind Pflicht. Setzen sich die Unternehmen über das Gesetz zur Bestellung der Ersthelfer hinweg, müssen sie mit Sanktionen rechnen.
Kurz & knapp: Betrieblicher Ersthelfer
Muss es in jedem Unternehmen betriebliche Ersthelfer geben?
Ja, Ersthelfer im Betrieb sind gesetzlich vorgeschrieben. Ihre Anzahl richtet sich dabei nach Betriebsgröße und dem potentiellen Unfallrisiko. Mehr zu den gesetzlichen Vorschriften erfahren Sie hier.
Um als betrieblicher Ersthelfer zu fungieren, muss der Betreffende einen entsprechenden Erste-Hilfe-Kurs besucht haben und diesen alle zwei Jahre auffrischen. Infos zur Ausbildung zum Ersthelfer finden Sie hier.
Welche Aufgaben muss ein betrieblicher Ersthelfer erledigen?
Zu den Aufgaben der Ersthelfer zählen die Erstversorgung des Verletzten nach einem Arbeitsunfall, die Alarmierung des Rettungsdienstes, die Weitergabe relevanter Informationen an den Rettungsdienst sowie die regelmäßige Prüfung des Erste-Hilfe-Materials.
Doch was ist eigentlich ein betrieblicher Ersthelfer? Welche Aufgaben hat er zu erfüllen? Wie viele Ersthelfer müssen im Betrieb beschäftigt sein? Über diese und weitere Regelungen rund um das Thema „Betrieblicher Ersthelfer“ soll Sie der folgende Ratgeber informieren.
Ersthelfer im Betrieb: Aufgaben und Pflichten
Gesetzliche Vorschriften für Ersthelfer im Betrieb
Verpflichtende Fortbildung für Ersthelfer
Wer bietet Kurse für Ersthelfer an und wer trägt die Kosten?
Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Ersthelfer-Vorschriften
Ausstattung der Betriebe für Erste-Hilfe-Einsätze
Auch wenn es zahlreiche gesetzliche Vorschriften gibt, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten, können Unfälle natürlich nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Dabei ist das Unfallrisiko für manche Arbeitsstellen naturgemäß größer als für andere. In Betrieben, wo die Gefährdung der Beschäftigten besonders hoch ist, sind die Ersthelfer umso wichtiger. Auf Baustellen oder in Großbetrieben kommen sie erfahrungsgemäß recht häufig zum Einsatz.
Ein betrieblicher Ersthelfer hat die Pflicht, den Verletzten zu versorgen, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Doch was macht ein betrieblicher Ersthelfer konkret? Ist ein Mitarbeiter zu Schaden gekommen, gehört es zu den Aufgaben der Ersthelfer sich um diesen zu kümmern und die medizinische Erstversorgung zu übernehmen, bis ein Rettungswagen eintrifft. Sie müssen also in der Lage sein, rasch und umsichtig auf schwere Verletzungen, Verbrennungen, Allergieschocks oder Herz-Kreislauferkrankungen zu reagieren und Sofortmaßnahmen zur Versorgung des Verletzten einzuleiten.
Darüber hinaus sind die Ersthelfer im Unternehmen dafür zuständig, im Notfall alle relevanten Informationen an den Rettungsdienst weiterzugeben, das Erste-Hilfe-Material regelmäßig auf Vollständigkeit und Sauberkeit zu überprüfen und ihre Kontrollen im Verbandbuch zu dokumentieren, welches dem Unfallversicherungsträger als Beleg dient.
Ein betrieblicher Ersthelfer muss nicht nur über die notwendigen medizinischen Kenntnisse verfügen, sondern sich auch von seiner Persönlichkeit für diese Aufgabe eignen. Immerhin sollte er in einer solchen Extremsituation die Ruhe bewahren und dem Verletzten Mut machen, statt ihn womöglich mit seiner eigenen Panik anzustecken.
Das klingt nach einer Menge Verantwortung für den Betriebsersthelfer, doch in der Regel stehen ihm noch andere Helfer, wie z.B. der Betriebsarzt oder -sanitäter zur Seite. Darüber hinaus kann er sich mit der Bitte um Unterstützung auch an die Fachkraft für Arbeitssicherheit wenden.
Ein betrieblicher Ersthelfer ist ein ausgebildeter Laie, der bei einem Unfall am Arbeitsplatz die Versorgung des Verletzten übernimmt, bis das medizinische Fachpersonal zur Stelle ist. Sein Handeln dient dabei stets der Abwehr akuter Gesundheits- und Lebensgefahren.
Die gesetzliche Grundlage bildet die DGUV. Alles zum Ersthelfer ist hier geregelt.
Neben anderen Vorschriften zur Unfallprävention am Arbeitsplatz sind auch die Regelungen bezüglich der Ersthelfer im Betrieb in einem Gesetz verankert. Die DGUV Vorschrift 1 bildet für Ersthelfer im Betrieb die Rechtsgrundlage. Sie erlegt dem Unternehmer bspw. die Bestellung einiger Mitarbeiter zum Ersthelfer auf, bestimmt wie viele in einem Betrieb vorhanden und wie sie ausgebildet sein müssen.
Neben der Bereitstellung von ausreichend geschultem Personal, muss er auch Folgendes im Rahmen der Unfallprävention vorweisen können:
Notruftelefone, Mobiltelefone oder Sprechfunkverbindungen zur Alarmierung des Notarztes
Unter Umständen spezielle Rettungsgeräte
Der Unternehmer ist im Übrigen dazu verpflichtet, Plakate zur Ersten Hilfe aufzuhängen, die das wichtigste zur Erstversorgung kurz zusammenfassen. Auf dem Plakat ist die Notfallnummer, der Ort an dem das Erste-Hilfe-Material aufbewahrt wird und die Lage des Erste-Hilfe-Raums angegeben. Außerdem wird über den Aushang verkündet, wer Ersthelfer oder Betriebssanitäter ist. Auch der nächstgelegene Arzt und das zuständige Krankenhaus werden darauf vermerkt. Ein solches Plakat kann auch dem Ersthelfer dabei helfen, in einer Notsituation einen kühlen Kopf zu bewahren und nichts wichtiges zu vergessen.
Im Erste-Hilfe-Kurs lernen die angehenden Ersthelfer, wie sie Verletzte versorgen.
Es liegt in der Verantwortung des Unternehmers, betriebliche Ersthelfer in ausreichender Zahl zu beschäftigen. In der Regel werden die potentiellen Ersthelfer unter den zur Verfügung stehenden Mitarbeitern ausgewählt, der Chef kann auch selbst diese Aufgabe wahrnehmen. Die Berufung durch das Unternehmen reicht aber natürlich nicht aus, um ein betrieblicher Ersthelfer zu sein.
Da der Ersthelfer im Falle eines Arbeitsunfalls Erste Hilfe leisten, das heißt, über medizinische Kenntnisse verfügen muss, ist eine Schulung für Ersthelfer unabdingbar. Nach §26 Absatz 2 darf die Geschäftsleitung nur Personen als Ersthelfer einsetzen, die bei einer von der Berufsgenossenschaft ermächtigten Stelle die Ausbildung zum Ersthelfer erfolgreich absolviert haben. Auch Angestellte, die eine Ausbildung im Gesundheits- oder Rettungswesen durchlaufen haben, können als Ersthelfer eingesetzt werden.
Der Erste-Hilfe-Kurs für betriebliche Ersthelfer ist ein Lehrgang über neun Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Er soll den Teilnehmer dazu befähigen, die medizinische Erstversorgung seiner Kollegen, sowohl bei kleinen Verletzungen als auch bei akuten Notfällen, zu übernehmen. Darum ist das Themenspektrum für das Ersthelfer-Seminar auch recht breit gestreut.
Betrieblicher Ersthelfer-Kurs: Diese Inhalte werden bei der Ausbildung vermittelt:
Welche Verhaltensregeln muss ich zum Schutz der eigenen Sicherheit zu beachten?
Wie trete ich mit dem Verletzten in Kontakt?
Wie überprüfe ich die Vitalfunktionen, wie Bewusstsein, Atmung, Kreislauf?
Was kann ich bei Bewusstseinsstörungen des Verletzten tun?
Wie handle ich richtig bei Störungen der Atmung und des Kreislaufs?
Wie wird der automatisierte externe Defibrillator (AED) bei der Wiederbelebung eingesetzt?
Was kann ich bei Knochenbrüchen oder Gelenkverletzungen tun?
Wie behandle ich Bauchverletzungen?
Wie kann ich Wunden und bedrohliche Blutungen versorgen?
Was hilft bei einem Schock?
Welche Sofortmaßnahmen helfen bei Verbrennungen?
Welche Maßnahmen kann ich bei Vergiftungen und Verätzungen anwenden?
Im Lehrgang wird ein betrieblicher Ersthelfer nicht in die Verwendung von Hilfsmitteln, wie Krankentragen oder medizinischen Geräten eingeführt. Er lernt auch nicht Medikamente oder Gegenmittel zu verabreichen, das ist immer noch Aufgabe eines Arztes oder Sanitäters.
Wie werden Sie Ersthelfer im Betrieb? Sprechen Sie zunächst mit Ihrem Chef über Ihre Pläne.
Wenn Sie sich dazu entschieden haben, betrieblicher Ersthelfer zu werden, sollten Sie dies Ihrem Arbeitgeber mitteilen. Anschließend kann dieser Sie für die Ersthelferausbildung der Berufsgenossenschaft anmelden und Informationen zu Zeit und Ort des Kurses an Sie weitergeben.
Sie können sich auch selbst bei der zuständigen Ausbildungsstelle anmelden. Dafür brauchen Sie allerdings eine schriftliche Erklärung Ihres Chefs, dass Sie als betrieblicher Ersthelfer eingesetzt werden sollen.
Nachdem ein angehender Betrieblicher Ersthelfer den Erste-Hilfe-Lehrgang erfolgreich absolviert hat, erhält er eine Teilnahmebestätigung. Diese sollte er im Betrieb einreichen, damit die Verantwortlichen wissen, wann eine Weiterbildung nötig wird. Erst wenn diese Bestätigung vorliegt, kann der Mitarbeiter zum Ersthelfer im Betrieb bestellt werden. Im Übrigen ist der Ersthelfer über einen Aushang bekannt zu geben. So wissen andere Mitarbeiter im Notfall, wer für einen Arbeitsunfall zuständig ist.
Achtung: Der Erste-Hilfe-Kurs, der Voraussetzung für den Erwerb des Führerscheins nach § 19 Fahrerlaubnis-Verordnung ist, wurde am 25. September 2015 auf ebenfalls neun Unterrichtseinheiten verlängert. Da er auch inhaltlich mit dem Ersthelfer-Lehrgang identisch ist, kann jeder Führerscheinneuling nun als Ersthelfer fungieren. Allerdings darf der Kurs nicht länger als zwei Jahre zurückliegen und muss bei einer von den Unfallversicherungsträgern ermächtigten Stelle absolviert worden sein.
Weiterbildung als betrieblicher Ersthelfer
Eine Weiterbildung zum Ersthelfer wird nötig, wenn im Betrieb mit giftigen Stoffen gearbeitet wird.
Folgende Verhaltensregeln sollten Ersthelfer durch die Weiterbildung verinnerlichen:
Verletzte müssen schnellstmöglich aus dem Gefahrenbereich am besten an die frische Luft gebracht werden.
Setzt die Atmung oder der Herzschlag aus, ist vorrangig dieser Zustand durch Beatmung und Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beheben.
Ist das Gift über die Haut aufgenommen worden und befindet sich noch an der Kleidung, ist der betroffene Stoff zu entfernen und die Haut mit viel Wasser zu spülen.
Es ist immer für ärztliche Hilfe zu sorgen und dem Arzt Auskunft über den giftigen Stoff zu geben, der die Verletzung verursacht hat.
Daneben muss ein betrieblicher Ersthelfer noch spezifische Maßnahmen erlernen, die er gezielt anwenden kann, wenn das Unfallopfer mit bestimmten chemischen Stoffen, wie bspw. Reizgas, Säure etc. in Berührung gekommen ist.
Auch die Teilnahme an solchen Weiterbildungen sollte sich der Ersthelfer durch den Betrieb oder den Betriebsarzt bestätigen lassen.
Bei manchen Arbeiten ist die Gefahr einer Verletzung besonders groß. Umso wichtiger sind betriebliche Ersthelfer.
Wer als Unternehmer oder potentieller Ersthelfer allerdings glaubt, dass mit der Ausbildung zum betrieblichen Ersthelfer das Thema abgeschlossen ist, der irrt. Nach gewisser Zeit verliert die Ausbildung zum Ersthelfer nämlich an Gültigkeit. Aus diesem Grund müssen sich die Ersthelfer im Betrieb in regelmäßigen Abständen einer Fortbildung unterziehen. Da es am Arbeitsplatz eher selten zu Unfällen kommt, kann das in der Ausbildung erworbene Wissen schon mal in Vergessenheit geraten, wenn es nicht angewendet wird. Dieses muss im Ernstfall aber schnell abrufbereit sein.
Nach § 26 Absatz 3 der DGUV Vorschrift 1 erlischt die Gültigkeit der Ersthelfer-Ausbildung nach zwei Jahren. Wollen die Betroffenen weiterhin die Funktion des betrieblichen Ersthelfers bekleiden, müssen sie sich einer Fortbildung unterziehen. Diese umfasst, wie schon die Ausbildung, neun Unterrichtseinheiten.
Es liegt in der Verantwortung des Unternehmers dafür Sorge zu tragen, dass die Ersthelfer rechtzeitig an der Fortbildung teilnehmen. Meldet er sie erst nach dem Verstreichen der 2-Jahres-Frist für den Kurs an, wird er feststellen müssen, dass dies in der Regel nicht mehr möglich ist. In einem solchen Fall muss der ehemalige Ersthelfer noch einmal die Ausbildung absolvieren. Und erst wenn er an diesem wiederum erfolgreich teilgenommen hat, darf er zum Ersthelfer im Betrieb bestellt werden.
Stellen Ersthelfer fest, dass sie durchaus noch Nachholbedarf haben, was die Themen angeht, die in der Ausbildung behandelt wurden, können sie auch statt der Fortbildung die Ausbildung zum Ersthelfer im Betrieb wiederholen.
Die Fortbildung für Ersthelfer, auch Erste-Hilfe-Training genannt, umfasst im Grunde genommen dieselben Themen wie die Ausbildung und wird eventuell mit neuen Erkenntnissen angereichert. Es geht in erster Linie eben nicht darum, das vorhandene Wissen zu erweitern, stattdessen sollen die Kenntnisse der Ersthelfer eine Auffrischung erfahren.
Manche Themen aus der Ausbildung werden obligatorisch wiederholt, dazu zählen Maßnahmen der eigenen Sicherheit, Prüfung der Vitalfunktionen, Herz-Lungen-Wiederbelebung und Wundversorgung. Daneben besteht bei dem Erste-Hilfe-Training allerdings die Möglichkeit, auf bestimmte Themen genauer einzugehen.
Optionale Themen für das Erste-Hilfe-Training betrieblicher Ersthelfer:
Was tun, wenn Gewalteinwirkungen auf den Kopf stattgefunden haben?
Wie nehme ich bewusstlosen Motorradfahrern den Helm ab?
Wie erkenne ich hirnbedingte Krampfanfälle und welche Maßnahmen sind dann durchzuführen?
Wie erkenne ich einen Sonnenstich oder Hitzschlag und was kann ich dagegen tun?
Wie erkenne ich Stromunfälle und welche Maßnahmen muss ich dann durchführen?
Wie versorge ich Amputationsverletzungen?
Woran erkenne ich Verletzungen der Augen und welche Maßnahmen muss ich daraufhin ergreifen?
Wie versorge ich spezielle Verletzungen, wie Nasenbluten oder Wunden, in denen sich Fremdkörper befinden?
Welche Maßnahmen sollte ich bei Verletzungen im Bauchraum ergreifen?
Wie kann ich Erfrierungen oder Brandwunden versorgen?
Was sind Anzeichen für Unterkühlung und welche Maßnahmen muss ich ergreifen?
Woran erkenne ich Verätzungen und wie sollte ich eine solche Verletzung behandeln?
Wie äußern sich Vergiftungen und was ist dagegen zu unternehmen?
Wie erkenne ich Atemstörungen und was kann ich tun, um zu helfen?
Was weist auf Knochenbrüche und Gelenkverletzungen hin und wie kann ich sie versorgen?
Wie erkenne ich Sportverletzungen und wie sollte ich sie behandeln?
Besteht wegen der hohen Unfallgefahr, an manchen Arbeitsplätzen ein erhöhter Fortbildungsbedarf, kann die Berufsgenossenschaft entscheiden, ob Ersthelfer jährlich eine Weiterbildungsmöglichkeit erhalten.
Wie schon für die Ausbildung zum Ersthelfer erhalten die Teilnehmer an der Fortbildung eine Teilnahmebestätigung, die sie in ihrem Betrieb vorweisen sollten. Auf diese Weise behält die Unternehmensleitung den Überblick, wann eine Auffrischung des Erste-Hilfe-Kurses notwendig wird.
Ersthelfer im Betrieb: Wer trägt die Kosten für ihre Aus- und Fortbildung?
Hilfsorganisationen, die für die DGUV Ersthelfer ausbilden sind z.B.:
Der Lehrgang selbst findet in der Regel an dem Standort des Anbieters statt. Wenn eine Firma mehr als 15 Teilnehmer für den Erste-Hilfe-Kurs anmeldet, besteht allerdings die Option, dass die Ausbildung zum Ersthelfer in die Räumlichkeiten des Unternehmens verlagert wird und dort während der regulären Arbeitszeit stattfindet.
Auch auf Baustellen müssen Ersthelfer bereitstehen und sogar mehr als an anderen Arbeitsplätzen.
Oftmals herrscht Unsicherheit bei der Frage, wie viele betriebliche Ersthelfer nach dem Gesetz für die jeweilige Firma ausgebildet werden müssen. Die Zahl der Ersthelfer ist in § 26 Absatz 1 genau geregelt und hängt maßgeblich von der Größe des Betriebes ab. Demnach muss ein Unternehmen mit mindestens zwei versicherten Mitarbeitern über einen ausgebildeten Ersthelfer verfügen. Dieser eine reicht für eine kleine Firma oftmals aus. Erst wenn es mehr als 20 Beschäftigte gibt, sind zusätzliche Ersthelfer im Betrieb vorgeschrieben.
Sie sehen im Folgenden, wie viele Ersthelfer ab einer Anzahl von 20 Mitarbeitern benötigt werden:
Bei Verwaltungs- und Handelsbetrieben sollten 5 Prozent der Beschäftigten Ersthelfer sein.
In anderen Betrieben liegt die Quote bei 10 Prozent.
Die Zahl der Ersthelfer ist dabei allerdings nicht von der Gesamtzahl aller Mitarbeiter abhängig, sondern richtet sich stets danach, wie viele Angestellte im Maximalfall gleichzeitig am Arbeitsplatz sind.
Die unterschiedlichen Anforderungen an die Betriebe, was die Zahl der Ersthelfer betrifft, erklärt sich damit, dass die Unfallgefahr für Verwaltungs- und Handelsberufe deutlich geringer ist als in anderen Branchen. Außerdem sind die Unfälle, so sie geschehen, in der Regel weniger dramatisch.
Zu den anderen Betrieben, die mehr Ersthelfer stellen müssen, zählen Hochschulen, Handwerks-, Transport- oder Produktionsbetriebe. An Arbeitsplätzen an denen das Verletzungsrisiko höher ist, braucht es demnach mehr Ersthelfer. Auch außerhalb des Betriebsgeländes hat die Firmenleitung dafür zu sorgen, dass bei außerbetrieblichen Arbeiten Ersthelfer zur Verfügung stehen. Auf der Baustelle z.B. sind Unfälle keine Seltenheit, was wiederum den Einsatz einer größeren Zahl an Helfern rechtfertigt.
Für manche Arbeitgeber gelten hingegen spezielle Bedingungen. In Kindertageseinrichtungen muss pro Gruppe ein potentieller Ersthelfer bereitstehen, um im Ernstfall Erste-Hilfe leisten zu können.
Kann von der Zahl der Ersthelfer im Betrieb abgewichen werden?
Ist im Betrieb eine schnelle Erstversorgung garantiert, kann die Zahl der Ersthelfer u. U. reduziert werden.
Möchte die Firmenleitung von der vorgeschriebenen Anzahl an Ersthelfern abweichen, kann sie sich mit ihrem Anliegen an die Berufsgenossenschaft wenden. Erst wenn diese den Vorschlag abgesegnet hat, ist der Betrieb auf der sicheren Seite und kann wegen der Nichteinhaltung der Ersthelferzahl nicht belangt werden.
Überhaupt sollten Unternehmen prüfen, ob die geforderte Anzahl an Helfern für sie ausreicht oder ob sie nicht mehr benötigen. Insbesondere da die Ersthelfer gleichmäßig über das Betriebsgelände verteilt sein sollen, sodass stets einer von ihnen in der Nähe ist, sollte es zu einem Unfall kommen. Immerhin kann die Dauer bis zur Erstversorgung mitunter den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.
Wer die Zahl betrieblicher Ersthelfer reduzieren möchte, muss nachweisen, dass dies nicht zu Lasten möglicher Verletzter geht. Eine schnelle Erstversorgung ist unabdingbar, kann unter Umständen aber auch mit weniger Helfern realisiert werden. Dies könnte der Fall sein, wenn es betriebseigene mobile Rettungseinheiten oder eine eigene Ambulanz im Unternehmen gibt.
Verstoßen Unternehmer gegen die Vorschriften für Ersthelfer, kann dies sogar strafrechtliche Konsequenzen haben.
Halten sich Arbeitgeber nicht an die gesetzlichen Vorschriften zur Bestellung betrieblicher Ersthelfer, müssen sie mit empfindlichen Konsequenzen rechnen. Gibt es im Betrieb nicht die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl von Ersthelfern – und wurde keine Sondervereinbarung mit den Trägern der Unfallversicherung getroffen – macht sich der Unternehmer strafbar. Dies ist auch der Fall, wenn jene, die Erste-Hilfe leisten sollen, nicht entsprechend aus- oder fortgebildet wurden.
Unabhängig davon, ob ein Unternehmer bewusst oder unwissentlich gegen das Arbeitsschutzgesetz verstößt, hat es für ihn unerwünschte Folgen. Stellt ein Aufsichtsbeamter der Berufsgenossenschaften eine derartige Ordnungswidrigkeit fest, erhält der Arbeitgeber im glimpflichsten Fall ein Verwarn- oder Bußgeld in Höhe von bis zu 10.000 Euro. Außerdem kann in der Folge der Beitragssatz für das Unternehmen erhöht werden.
Trägt ein Mitarbeiter durch fehlende oder mangelhaft ausgebildete Ersthelfer und unzureichende Erste-Hilfe-Einrichtungen einen Schaden davon oder kommt gar zu Tode, wird der Arbeitgeber strafrechtlich belangt. Ihm kann in diesem Fall eine Anklage wegen Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung drohen.
Von daher sollten Unternehmer die Nichteinhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Besser ist, sie achten darauf ausreichend Ersthelfer zu Schulungen anzumelden, sie anschließend zu ernennen und sie rechtzeitig nachschulen zu lassen.
Vorsicht: Auch in der Urlaubszeit oder der Schichtarbeit hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Ersthelfer in vorgeschriebener Zahl anwesend sind. Andernfalls macht er sich strafbar. Um den Bedarf zu decken, hat er übrigens auch die Möglichkeit, Ersthelfer aus fremden Betrieben anzuheuern.
Damit betriebliche Ersthelfer ihrer Aufgabe nachkommen können, brauchen sie Erste-Hilfe-Material.
Damit ein betrieblicher Ersthelfer seine Funktion überhaupt erfüllen kann, muss der Betrieb für den er arbeitet, über die entsprechende Erste-Hilfe-Ausrüstung verfügen. Das Verbandsmaterial muss sich in einem geeigneten Behältnis (z.B. Schrank, Rucksack oder Kasten) und an einem Ort befinden, der den Mitarbeitern, insbesondere aber den Ersthelfern im Betrieb bekannt ist. Um Verzögerungen zu vermeiden, ist auf den Plakaten zur Ersten-Hilfe deshalb auch einzutragen, wo das Verbandsmaterial aufbewahrt wird. Außerdem müssen die Verbandskästen über das Firmengelände so verteilt werden, dass nicht mehr als 100 Meter zwischen ihnen und einem ständigen Arbeitsplatz liegen.
Die vorgeschriebene Menge des Erste-Hilfe-Materials unterscheidet sich je nach der Art und Größe des Unternehmens. Bei bis zu 50 Angestellten genügt ein kleiner Verbandskasten, ist die Mitarbeiterzahl größer, steht mit dem großen Verbandskasten einem Ersthelfer die doppelte Menge zur Notversorgung zur Verfügung.
Manche Betriebe sind darüber hinaus dazu verpflichtet, Erste-Hilfe-Räume einzurichten. Diese sollten sich vorzugsweise im Erdgeschoss befinden, damit sie auch mit Trage, Rollstuhl etc. gut erreichbar sind und über eine angemessene Größe von mindestens 20 Quadratmetern verfügen.
Für folgende Unternehmen sind Erste-Hilfe-Räume verpflichtend:
Für solche, die mehr als 1.000 Angestellte haben
Oder bei denen eine besondere Unfallgefahr besteht und die mehr als 100 Arbeitnehmer beschäftigen.
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Cott meint
das ist ein sehr schöner Beitrag, aber ich kann hier nicht draus lesen ob es rechtens ist das ein Betrieb in der schlechtwetterzeit erst Helfer ausbildet ohne das man diesen Lehrgang als gearbeitet bezahlt bekommt (also wird man nur mit KUG abgefertigt), es werden alle Lehrgänge auch die Arbeitsschutzlehrgänge in den Winter verlegt. Auf Einladungen zu den Lehrgängen steht Teilnahme ist abzusichern, also sehe ich doch das ich da hin muss und somit für mich Arbeitszeit ist, ist ja auch wegen dem aspekt Versicherung.
Ich bedanke mich schon für die Antwort
Hallo Cott,
da es sich um Pflichtveranstaltungen handelt, zählen die Lehrgänge als Arbeitszeit und müssen entsprechend vom Arbeitgeber vergütet werden.
Eine Frage: Wenn der Auszubildende an seinem Arbeitstag einen Ersthelferkurs a’ 8 Stunden absolviert hat. Darf er dann danach noch im Betrieb arbeiten?
in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die Weiterbildung vom Arbeitgeber angeordnet wurde und demnach als Arbeitszeit gilt. Wäre das der Fall, wäre die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeit von maximal 8 Stunden ausgereizt. Überstunden könnten dann nur nach den Maßgaben des Arbeitszeitgesetzes angeordnet werden und das gewöhnlich auch nur, wenn die Leistung von Überstunden arbeitsvertraglich vereinbart wurde.
Zur konkreten Rechtslage in einem Einzelfall darf nur ein Anwalt beraten. Eine abschließende bzw. endgültige Antwort ist uns daher nicht möglich, weil wir keine Rechtsberatung anbieten.
eine Frage bezüglich der Gültigkeit eines Erste-Hilfe Lehrganges. Wenn zwischen dem Zeitraum von absolvieren des Lehrganges und noch innerhalb der Zwei-Jährigen Auffrischung ein Job Wechsel statt gefunden hat. Gültig auch bei neuem Arbeitgeber?
17. September 2018 um 8:59
ob ein früherer Lehrgang anerkannt werden kann, hängt davon ab, ob die Arbeitsplätze vergleichbar sind. Dies kann der Arbeitgeber beurteilen.
Kalließ meint
muß eine Einzelhandelsfiliale, die als freie Fläche in einem großen Kaufhaus ( Shop-in-Shop ) betrieben wird, eigene Ersthelfer stellen?
Hallo Kalließ,
jedes Unternehmen ist verpflichtet, Angestellte zum Ersthelfer auszubilden.
Aama59 meint
In unserem Unternehmen ist kein Ersthelfer benannt, obwohl hier um die 40 Pflichtversicherte arbeiten. Wie kann das sein, wenn das über die Berufsgenossenschaft läuft. Wir bekommen auch keine Augenuntersuchung bei einem Betriebsarzt oder dergleichen, obwohl wir reine Bildschirmarbeitsplätze haben, von den Bildschirmpausen mal ganz abgesehen. Eine Unterweisung, was im Falle eines Brandes zu tun ist und wo der Sammelplatz ist, hat auch bis heute (ich bin 23 Jahre in diesem Betrieb) nicht stattgefunden. Einen Betriebsrat gibt es nicht, es ist also kein Ansprechpartner im Betrieb vorhanden. Was kann man tun, ohne seinen Arbeitsplatz zu gefährden?
Hallo Aama59,
bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine kostenlose Rechtsberatung anbieten dürfen. Dies ist in Deutschland den Rechtsanwälten vorbehalten.
Darf der Arbeitgeber mich zwingen Ersthelfer zu werden?
Bin ich als Arbeitnehmer verpflichtet als Ersthelfer bereit zu stehen, wenn der Arbeitgeber das wünscht?
Die Frage richtet sich nicht danach ob ich zur Ersten Hilfe bei konkreten Notfällen verpflichtet bin. – Das ich das bin, ist mir schon klar.
Darf ein ausgebildeter Ersthelfer (z. B. im Seniorenheim) andere Mitarbeiter schulen, sodass die Schulung vom MDK anerkannt wird??
16. Januar 2019 um 8:10
Ersthelfer sind ausgebildetet Laien, deren Hauptaufgabe es ist, im Notfall erste Rettungsmaßnahmen einzuleiten. Uum Ersthelfer ausbilden dürfen nur hierzu die ermächtigten Stellen. Laut dem DGUV-Grundsatz 304-001 …
“bedürfen Stellen, die Aus- und Fortbildung von betrieblichen Ersthelfern durchführen, zu ihrer Ermächtigung eines Nachweises der personellen, sachlichen und organisatorischen Voraussetzungen und einer schriftlichen Vereinbarung mit den Unfallversicherungsträgern, welche Art und Umfang der Aus- und Fortbildungsleistungen sowie die Höhe der Lehrgangsgebühren regelt.“
Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer zuständigen Berufsgenossenschaft zu diesem Thema. Wir bieten keine Rechtsberatung an.
Hallo, brauchen Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen, wie Krankenschwester oder Altenpfleger, auch eine Ausbildung bzw. eine Auffrischung?
gemäß § 26 Abs. 2 der DGUV-Vorschrift 1 dürfen Unternehmer als Ersthelfer nur Personen einsetzen, die bei einer von
Ausbildung oder eine abgeschlossene Ausbildung in einem Beruf des Gesundheitswesens verfügen.
Hallo, ich konnte nur rauslesen dass ab einer Anzahl von 2 versicherten MItarbeitern eine Pflicht besteht einen Ersthelfer zu haben. Wie ist es denn bei Kleinunternehmern oder Freelancern die nur sich selber haben? Bin ich als Einzelunternehmer dann der Ersthelfer und verpflichtet alle 2 Jahre einen Kurs nachzuweisen?
ich bin Ersthelfer und möchte das Amt niederlegen.
mit diesem Anliegen sollten Sie sich direkt an Ihren Arbeitgeber wenden.
Lajos meint
Ist die Ausbildung eines Betriebsersthelfers gemäß der österreichischen Arbeitsstättenverordnung – AStV in Deutschland anrechenbar? (16 Stunden Kurs)
28. Mai 2019 um 18:37
Gibt es ein Gesäzt wo explizit geschrieben ist ob der Arbeitgeber dir 50 Euro mehr zahlen muss wenn du Ersthelfer bist?
ein Gesetz zur Vergütung von Ersthelfern existiert nicht.
Muss man als Ersthelfer auch den Erste Hilfe Grundkurs machen ?
Silvi F. meint
hallo bin nun fast 20 Jahre Ersthelfer, also hatte die Befugnis zur Ersten Hilfe. Wohl bemerkt Die “Befugnis” zur Ersten Hilfe. meinen Letzten Weiterbildungstermin konnte ich nicht einhalten und nun ist die zwei Jahres frisst verstrichen und nun darf ich mich zu einem Grundkurs anmelden. soweit ist alles OK für mich. Doch eins macht mich oder bringt mich nun durcheinander, Als ich sagte kein Problem, wenn was passiert helfe ich sowieso. die Antwort von unserer Gesundheitsdienst Kollegin war nein das darfst du nicht du hast keine Befugnis zur ersten Hilfe mehr, du musst nach einen Ersthelfer rufen, den darfst du dann unterstützen. Ich sagte dann und wenn keiner da ist? und ich bin doch verpflichtet erste Hilfe zuleisten?? Da kam die Antwort von ihr, Du bist im Betriebsrat Du musst doch die gesetzte besser kennen und das ist nicht das gleiche wie im Privaten Bereich …. Ich hab die Diskussion aufgegeben, mit meiner Entscheidung wenn was passiert leiste ich trotzdem erste Hilfe! – – trotzdem frage ich mich ist das wirklich so **total verwirt ist**
Mr. D meint
wie verhält man sich wenn niemand Ersthelfer werden bzw sein möchte ? Kann ich meine Mitarbeiter per Gesetzt dazu verpflichten ?
wir sind ein Unternehmen mit 40 im Büro anwesenden Versicherten Mitarbeitern. Wir sind verpflichtet 4 Ersthelfer vor Ort zu haben. Nun meine Frage.
Reichen diese 4 Ersthelfer aus? Wenn einer oder zwei an einem Tag krank sind oder im Homeoffice arbeiten und nur noch 2 der Ersthelfer im Betrieb sind, ist das noch immer ausreichend oder müssen es zu jeder Zeit IMMER 4 Ersthelfer sein?
Wir haben vom Arbeitgeber aus einen Erste Hilfe Kurs gemacht. Nun hat dieser die Originalbescheinigungen einbehalten und wir haben werder die Originale noch eine Kopie dessen erhalten geschweige denn gesehen. Meine Frage: kann der Arbeitgeber die Original Bescheinigung einfach einbehalten? Und wenn nein, gibt es dazu einen “Gesetzestext” nach dem auch der Arbeitgeber sich richten muss? Jetzt schon mal vielen Dank für Ihre Antwort

References: § 23
 §26
 § 19
 § 26
 § 26
 § 26