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Timestamp: 2019-09-22 14:41:11+00:00

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§ 125 InsO: Interessenausgleich und Kündigungsschutz
Interessenausgleich und Kündigungsschutz
1.es wird vermutet, daß die Kündigung der Arbeitsverhältnisse der bezeichneten Arbeitnehmer durch dringende betriebliche Erfordernisse, die einer Weiterbeschäftigung in diesem Betrieb oder einer Weiterbeschäftigung zu unveränderten Arbeitsbedingungen entgegenstehen, bedingt ist;
2.die soziale Auswahl der Arbeitnehmer kann nur im Hinblick auf die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter und die Unterhaltspflichten und auch insoweit nur auf grobe Fehlerhaftigkeit nachgeprüft werden; sie ist nicht als grob fehlerhaft anzusehen, wenn eine ausgewogene Personalstruktur erhalten oder geschaffen wird.Satz 1 gilt nicht, soweit sich die Sachlage nach Zustandekommen des Interessenausgleichs wesentlich geändert hat.
LAG Hamm, Urteil vom 3.4.2007, Az. 2 Sa 1830/06 Tritt die gesetzliche Vermutung nach § 125 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 InsO ein, brauchte der beklagte Insolvenzverwalter zur Rechtfertigung der Kündigung keine weiteren Tatsachen vorzutragen (BAG vom 07.05.1998 - 2 AZR 536/97 NZA 1998, 933; BAG vom 21.02.2002 - 2 AZR 581/00 EzA § 1 KSchG Interessenausgleich Nr. 10).
LAG Hamm, Urteil vom 3.4.2007, Az. 2 Sa 1830/06 Auch in der Insolvenz des Arbeitgebers genießen Wahlbewerber besonderen Kündigungsschutz, denn § 125 InsO ist lediglich gegenüber § 1 KSchG lex specialis, aber nicht im Verhältnis zu § 15 KSchG (BAG vom 17.11.2005 – 6 AZR 118/05 NZA 2006, 370).
LAG Hamm, Urteil vom 3.11.2006, Az. 2 Sa 867/06 41Der eingeschränkte Überprüfungsmaßstab gemäß § 125 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 InsO bezieht sich nicht nur auf die Gewichtung der sozialen Indikatoren, sondern auf den gesamten Vorgang der sozialen Auswahl und damit auch auf die Bildung der auswahlrelevanten Gruppen und die Anwendung des Ausnahmetatbestandes gemäß § 1 Abs.3 Satz 2 KSchG (BAG vom 21.07.2005 – 6 AZR 592/04, NZA 2006, 162 sowie vom 17.11.2005 – 6 AZR 107/05, DB 2006, 844; BAG vom 28.08.2003 – 2 AZR 368/02, ZIP 2004, 1271).
LAG Hamm, Urteil vom 3.11.2006, Az. 2 Sa 390/06 Die bei einem Interessenausgleich in der Insolvenz gemäß § 125 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 InsO eingeschränkte Überprüfbarkeit der Sozialauswahl ändert an dieser Verteilung der Darlegungsund Beweislast nichts (BAG vom 21.02.2002 – 2 AZR 581/00, EzA § 1 KSchG Interessenausgleich Nr. 10; BAG vom 10.02.1999 – 2 AZR 716/98, NZA 1999, 702).
LAG Hamm, Urteil vom 4.0.2006, Az. 4 Sa 1412/05 Dies ist in dieser Form auch mit dem Betriebsrat verhandelt … worden.' 66Auch wenn der Interessenausgleich im Gegensatz zu dem Sozialplan nicht als Betriebsvereinbarung, sondern als eine kollektivrechtliche Vereinbarung besonderer Art angesehen wird, die das Bundesarbeitsgericht als 'Naturalobligation' bezeichnet hat (BAG, Bes. v. 28.08.1991 – 7 ABR 72/90, NZA 1992, 41 = ZIP 1992, 950; a.A. Däubler, RdA 1995, 136, 12x; H8xxx/Berscheid, Kölner Schrift zur Insolvenzordnung, 2. Aufl., S. 1541, 1572 Rn. 63; Uhlenbruck/Berscheid, Insolvenzordnung, 12. Aufl., § 125 InsO Rn. 10), und wenn der Interessenausgleich – auch angesichts der Regelungen des § 1 Abs. 5 KSchG a.F. [1996] bzw. des § 1 Abs. 5 KSchG n.F.
LAG Hamm, Urteil vom 4.0.2006, Az. 4 Sa 1512/05 Dies ist in dieser Form auch mit dem Betriebsrat verhandelt … worden.' 66Auch wenn der Interessenausgleich im Gegensatz zu dem Sozialplan nicht als Betriebsvereinbarung, sondern als eine kollektivrechtliche Vereinbarung besonderer Art angesehen wird, die das Bundesarbeitsgericht als 'Naturalobligation' bezeichnet hat (BAG, Bes. v. 28.08.1991 – 7 ABR 72/90, NZA 1992, 41 = ZIP 1992, 950; a.A. Däubler, RdA 1995, 136, 12x; H8xxx/Berscheid, Kölner Schrift zur Insolvenzordnung, 2. Aufl., S. 1541, 1572 Rn. 63; Uhlenbruck/Berscheid, Insolvenzordnung, 12. Aufl., § 125 InsO Rn. 10), und wenn der Interessenausgleich – auch angesichts der Regelungen des § 1 Abs. 5 KSchG a.F. [1996] bzw. des § 1 Abs. 5 KSchG n.F.
LAG Hamm, Urteil vom 4.6.2005, Az. 4 Sa 1559/04 §§ 111–113 BetrVG: § 125 InsO Rn. 2; Kittner/Däubler/Zwanziger, KSchR, § 125 InsO Rn. 2; Oetker/Friese, DZWIR 2001, 177; Uhlenbruck/Berscheid, § 125 InsO Rn. 9), insbesondere bei der 'normalen', abgestuften Darlegungs und Beweislast, wie sie außerhalb der Insolvenz nach § 1 Abs. 2 Satz 4 KSchG gilt (siehe dazu BAG v. 17.06.1999 – 2 AZR 456/98, MDR 1999, 1390 = ZIP 1999, 1724; BAG v. 17.06.1999 – 2 AZR 522/98, NZA 1999, 1095 = ZIP 1999, 1729).
LAG Hamm, Urteil vom 4.6.2005, Az. 4 Sa 1548/04 §§ 111–113 BetrVG: § 125 InsO Rn. 2; Kittner/Däubler/Zwanzi-ger, KSchR, § 125 InsO Rn. 2; Oetker/Friese, DZWIR 2001, 177; Uhlenbruck/Ber-scheid, § 125 InsO Rn. 9), insbesondere bei der 'normalen', abgestuften Darlegungs und Beweislast, wie sie außerhalb der Insolvenz nach § 1 Abs. 2 Satz 4 KSchG gilt (siehe dazu BAG v. 17.06.1999 – 2 AZR 456/98, MDR 1999, 1390 = ZIP 1999, 1724; BAG v. 17.06.1999 – 2 AZR 522/98, NZA 1999, 1095 = ZIP 1999, 1729).
LAG Hamm, Urteil vom 5.2.2005, Az. 10 Sa 1832/04 § 125 InsO stellt lediglich gegenüber § 1 KSchG 'lex specialis' dar, nicht gegenüber § 15 KSchG (KR/Weigand, § 125 InsO, Rdz. 2; ErfK/Ascheid, 5. Aufl., § 125 InsO Rz. 1; vgl. auch neuerdings: BAG, Urteil vom 07.10.2004 – NZA 2005, 156).
LAG Hamm, Urteil vom 4.10.2004, Az. 4 Sa 1120/03 Dabei kommt die in § 125 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 InsO enthaltene Vermutung der sozialen Rechtfertigung nur zu dem Tragen, wenn der Insolvenzverwalter eine Betriebsänderung und die Existenz des Interessenausgleichs nebst Namensliste dargelegt und gegebenenfalls bewiesen hat (so zu § 1 Abs. 5 S. 1 KSchG a.F. [1996] BAG, Urt. v. 07.05.1998 – 2 AZR 536/97, NZA 1998, 933 = ZIP 1998, 1809; BAG, Urt. v. 06.12.2001 – 2 AZR 422/00, NZA 2002, 999 = ZInsO 2002, 1104).
LAG Hamm, Urteil vom 3.1.2004, Az. 2 Sa 1372/03 Will sich der Arbeitnehmer auf einen abweichenden Sachverhalt berufen, trägt er dafür entgegen § 1 zu II Satz 4 KSchG die volle Beweislast (LAG Hamm, Urteil vom 04.06.2002 33- 4 Sa 57/02 -, ZinsO 2003, 52 und - 4 Sa 81/02 - NZA-RR 2003, 293; ErfK-Ascheid, 4. Aufl., § 125 InsO, Rdn. 7; Uhlenbruck/Berscheid, InsO 12. Aufl., § 125 Rdn. 32 und 33).
LAG Hamm, Urteil vom 2.5.2002, Az. 4 Sa 57/02 Richtig ist zwar, daß nach § 125 Abs. 1 Satz 1 InsO eine abschließende Festlegung der zu kündigenden Arbeitnehmer im Interessenausgleich erforderlich ist (so zu § 1 Abs. 5 KSchG a.F. [1996] BAG v. 06.12.2001 - 2 AZR 422/00, NZA 2002, 999), eine solche ist jedoch im Interessenausgleich vom 25.01.2001 auch getroffen worden.
LAG Hamm, Urteil vom 2.5.2002, Az. 4 Sa 57/02 Gegen ein Redaktionsversehen spricht einerseits der Umkehrschluß aus dem Wortlaut des § 125 Abs. 2 InsO, wonach der Interessenausgleich mit Namensliste die Stellungnahme des Betriebsrats nach § 17 Abs.3 Satz 2 KSchG ersetzt, und andererseits der unterschiedliche Regelungszweck beider Vorschriften (so zu § 1 Abs. 5 Satz 4 KSchG a.F. [1996] BAG v. 20.05.1999 - 2 AZR 148/99, NZA 1999, 1039 = ZInsO 1999, 601 = ZIP 1999, 1647).
LAG Hamm, Urteil vom 2.5.2002, Az. 4 Sa 81/02 In einem solchen Fall beschränkt sich die Darlegungsund Beweislast des Erwerbers auf die 'Vermutungsbasis', nämlich auf die tatbestandlichen Voraussetzungen der Vorschriften des § 125 Abs. 1 Satz 1 InsO (so zu § 1 Abs. 5 KSchG a.F. [1996] LAG Köln v. 01.08.1997 - 11 Sa 355/97, LAGE § 1 KSchG Interessenausgleich Nr. 1 = NZA-RR 1998, 160; bestätigt durch BAG v. 07.05.1998 - 2 AZR 55/98, NZA 1998, 1110 = ZIP 1998, 1885; ferner LAG Hamm v. 02.09.1999 - 4 Sa 962/99, ZInsO 2000, 352; so zu § 125 InsO LAG Hamm v. 06.07.2000 - 4 Sa 233/00, ZInsO 2001, 336; LAG Hamm v. 06.07.2000 - 4 Sa 799/00, EzInsR § 125 InsO Nr. 3 = DZWIR 2001, 107 [Weisemann] = ZInsO 2000, 569) :
LAG Hamm, Urteil vom 2.5.2002, Az. 4 Sa 81/02 Gegen ein Redaktionsversehen spricht einerseits der Umkehrschluß aus dem Wortlaut des § 125 Abs. 2 InsO, wonach der Interessenausgleich mit Namensliste die Stellungnahme des Betriebsrats nach § 17 Abs.3 Satz 2 KSchG ersetzt, und andererseits der unterschiedliche Regelungszweck beider Vorschriften (so zu § 1 Abs. 5 Satz 4 KSchG a.F. [1996] BAG v. 20.05.1999 - 2 AZR 148/99, NZA 1999, 1039 = ZInsO 1999, 601 = ZIP 1999, 1647).

References: § 125
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