Source: http://www.sgipt.org/politpsy/finanz/HhR/SpHhWi.htm
Timestamp: 2019-06-19 02:53:38+00:00

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Sparen, haushalten, wirtschaften, kaputtsparen
IP-GIPT DAS=15.12.2011, Internet-Erstausgabe, letzte Änderung: 09.07.18
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Sparen, haushalten, wirtschaften
Staat, Wirtschaft, Privathaushalte
mit einem Exkurs zum populistischen Kampfbegriff "kaputtsparen"
nebst einer kleinen Kuriositäten Sammlung.
Überblick - Inhalt. Abstract - Zusammenfassung - Summary.
Einführung in das Problemfeld.
Hauptergebnis.
Staatshaushaltsgleichung der Vernunft.
Gemeinwohl-Ökonomisch regulierte Wirtschaftsform (GÖRW).
Die drei wichtigsten Haushaltstypen: Staat, Unternehmen, Privat.
Grundbegriffe (alphabetisch) zum Problemfeld.
Kapitaldienst.
Kaputtsparen.
Nettoneuverschuldung.
Neuverschuldung.
Schuldenobergrenze: die Musgrave-Stabilitätsbedingung.
Sparparadoxon: Sparen und Wirtschaftswachstum.
Zinseszinseffekt: die exponentielle Wachstumsfunktion.
Das zentrale Versäumnis der Nationalökonomie, Staats- und Haushaltswirtschaft.
Materialen zum Begriff Sparen.
Aus: Duden Das Bedeutungswörterbuch.
Bandulet 1997 zum Sparbegriff in: Was wird aus unserem Geld?
Gabler Bank Lexikon.
Lexikon der öffentlichen Finanzwirtschaft.
Recktenwald: Lexikon der Staats- und Geldwirtschaft.
Glossar Bundesministerium der Finanzen.
Mühlenkamp: Öffentliche Unternehmen.
Handwörterbuch der Finanzwirtschaft.
Sturm: Politische Wirtschaftslehre.
Bülow: Wörterbuch der Wirtschaft.
Duden: Sparen - Sparformen in: Die Wirtschaft heute.
Sparen in Mühlbradts Wirtschaftslexikon.
Sparen in Vahlens Großes Wirtschaftslexikon.
Einführung in die Wirtschaftslehre des privaten Haushalts.
Wörterbuch der Ökonomie Sozialismus und Kleines Politisches Wörterbuch (DDR).
Große Ökonomen zum Sparen.
Materialien zum "kaputtsparen".
Positive Stimmen zum Sparen und gegen die Mär vom kaputtsparen.
Medien, Videos, Literatur, Links.
Sparen heißt von seinen (echten) Einnahmen Rücklagen bilden, oft spricht man vereinfacht kurz und bündig auch von Konsumverzicht (Duden Bedeutungswörterbuch, Bank Lexikon, Wikipedia, Duden Wirtschaft, Wirtschaftslexikon (Cornelsen), Vahlens Großes Wirtschaftslexikon).
Hauptergebnis: Hinter dem fortgesetzten neuen Schuldenmachen - in Deutschland ununterbrochen seit 1950 - (> Therapie) steckt ein grundsätzlich falsches Verständnis von einer soliden staatlichen Haushaltspolitik. In der Geschichte der Staatsfinanzierung ist seit Jahrhunderten fast nie umsichtig und verantwortlich gewirtschaftet oder gar gespart, geschweige denn getilgt worden. Das selbstverständliche und jedermensch einsichtige Grundprinzip, dass man auf Dauer nicht mehr ausgeben kann als man einnimmt, und dass man in guten Zeiten Rücklagen bilden muss für schlechte, ist weder in der Wissenschaft, Nationalökonomie, Finanzwirtschaft, höheren Justiz oder gar bei den PolitikerInnen und auch nicht in der Bevölkerung und bei den WählerInnen verankert (wie der Herr so's G'scherr und umgekehrt). Buchhalterisch kommt diese Fehlhaltung auch schon darin zum Ausdruck, dass Kredite, also Schulden, auf der Einnahmeseite verbucht werden und damit haushaltspsychologisch ein ganz falsches Signal setzen. Schulden werden so als selbstverständliche Staatseinnahme verstanden, was die Motivation schuldenfrei und umsichtig zu wirtschaften, natürlich nicht fördert. Klaren Blickes kann die Schuldenbremse auch nur ein allererster Schritt sein, um die exponentielle Katastrophe hinauszuzögern, um Zeit zu gewinnen. Ziel kann auch nicht nur ein ausgeglichener Haushalt sein, davon lässt sich nämlich nichts tilgen, sondern es ist grundsätzlich im Mittel und auf lange Sicht ein Haushalt mit Rücklagen zur Tilgung, für besondere Projekte (z.B. Bürgerversicherung, Grundeinkommen) oder für Anschübe in schlechten Zeiten zu bilden. Die Casino- und Zockermentalität muss unterbunden, wenigstens aber schärfstens reguliert, am besten nach Plutokratia (Steueroasen) outgesourct werden, wie das Aristoteles schon forderte. Man muss das Schattenbanksystem von der echten Gesellschaft und realen Wirtschaft streng abschirmen und abkoppeln. Die Zocker mögen unter sich ihre Spiele veranstalten.
Eine Untersuchung über den Zusammenhang zwischen Staatsverschuldung und Wirtschaftswachstum für die Bundesrepublik Deutschland von 1950-2010 finden Sie hier.
Gemeinwohl-Ökonomisch-Regulierte Wirtschaftsform (GÖRW): Die kapitalistische Wirtschaftsweise ist nach den großen Banken-, Finanz- und Staatsschuldenkrisen endgültig überholt (>5-Faktorentheorie, Diesmal ist alles anders). Dies umso mehr, als mit der Deregulierung der Märkte und der Agenda 2010 die soziale Marktwirtschaft - ausgerechnet von "Sozialdemokraten" (Schröder, Eichel, Clement), flankiert von den Grünen (Fischer) - zerstört wurde. Inzwischen haben wir einen Bankstersozialismus, d.h. die SteuerzahlerIn wird in Haft genommen für unfinanzbare Zockereien und hochgradige, rücksichtslose Inkompotenz alles mit intensivster Unterstützung der hohen Politik (Merkel, Steinbrück, Schäuble). Was wir also brauchen ist eine gemeinwohl-ökonomische, regulierte Wirtschaftsform (GÖRW). > Zur Gemeinwohlköonomie geht's hier.
Diese drei Haushaltstypen werden gewöhnlich unterschieden. Im allgemeinen wird es daher auch sinnvoll sein, bei der Erörterung finanzieller Kennwerte (Schuldenquote, Zinslast) oder Kriterien darauf zu achten, die Ebenen nicht zu wechseln. Während Wirtschaft und Privathaushalte nicht einfach ohne Sicherheiten Kredite bekommen können, sieht dies bei Staatshaushalten - zumindest in Deutschland - ganz anders aus. Betrachtet man sich z.B. wie hemmungslos sich große Städte (z.B. Nürnberg, München) , Länder (z.B. Bremen, Berlin) und der Bund seit 1950 neu und immer weiter verschulden, gewinnt man den Eindruck, dass überhaupt nie an Sparen oder Tilgung gedacht wurde. Die beiden Begriffe kommen folgerichtig deshalb im Glossar des Bundesministeriums der Finanzen auch gar nicht vor.
> Sparen im (Privat-) Haushalt.
Im engeren Sinne ein Haushalt, bei dem die Ausgaben durch die Einnahmen ohne Kreditaufnahme gedeckt sind. Demgegenüber bildet ein vernünftiger Haushalt auch noch Rücklagen, sei es zum Tilgen vorhandener Verpflichtungen oder zur Vorsorge - z.B. 1% der Einnahmen - für schlechte Zeiten.
Wirtschaftliches Handeln, das sich am Haushalt, also Verfügbarkeiten, Reserven, Einnahmen, Ausgaben, Erfordernissen, Möglichkeiten, orientiert, also Umsicht und Verantwortung gegen die Widrigkeiten des Lebens zeigt. Haushalten können bedeutet, innerhalb eines gegebenen Haushaltsrahmens wirtschaften zu können. Man sollte wenigstens drei Grundtypen von Haushalten unterscheiden: Staatshaushalte (quasi-staatliche Institutionen), Wirtschaftsunternehmen (Bilanzen, Wirtschaftspläne) und Privathaushalte.
Kapitaldienst. Darunter versteht man gewöhnlich das Erbringen von Zins und Tilgung. Bei den öffentlichen Haushalten scheint aber niemand ernsthaft davon auszugehen, dass man die Absicht hat, zu tilgen. Das scheinen weder die Nationalökonomie noch die Finanzwirtschaft und erst recht nicht die Politiker auch nur theoretisch zu erwägen: "Wenn man beginnt, zum Thema Tilgung der Staatsschulden zu recherchieren, wird man überrascht feststellen, dass es dazu in der Volkswirtschaftslehre, bei den Wirtschaftsforschungsinstituten und in Regierung und Parteien keine Positionen gibt. Man könnte meinen, es gäbe zumindest seit der Weltfinanzkrise 2008 Streit um die richtige Tilgungsart. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman forderte am 27. August 2009 eine deutliche Erhöhung der Verschuldung der USA zur Stärkung der Nachfrage. Dabei führte er – für Europäer kurios – Italien und Belgien als positive Beispiele dafür an, dass auch eine erheblich höhere Staatsverschuldung nicht in die Krise führt. Zitat Krugman: „Deficits saved the world.“ Schulden seien kein ökonomisches, sondern ein politisches Risiko. Drei Monate später, am 19. November 2009, gab die Stifterin des Wirtschaftsnobelpreises, die altehrwürdige schwedische Riksbank offiziell bekannt, dass sie die Auktion von US-Staatsanleihen mangels Geboten einstelle. ..." (Dr. Dill)
Kaputtsparen. > Materialien aus den Medien zum "kaputtsparen".
Ein populistischer Kampfbegriff zur Denunzierung umsichtigen und verantwortlichen Wirtschaftens, der meist schon in seiner Kernbedeutung doppelt falsch verwendet wird. Gemeint ist nämlich erstens, dass für als wichtig bewertete Aufgaben nicht genügend Geld zur Verfügung gestellt wird. Und zweitens, dass nicht so viele (neue) Schulden gemacht werden, wie man für sinnvoll oder nötig erachtet. Beides hat mit der Kernbedeutung des Sparens überhaupt nichts zu tun. Sparen kann man nur, wenn man etwas "übrig" hat, das man zur Seite legt, sei es für neue Anschaffungen, sei es als Schutzpuffer für die Widrigkeiten des Lebens oder zur Sicherung der Zukunft, z.B. Altersvorsorge. Richtig wäre die Wortwahl "kaputtwirtschaften" oder "kaputthaushalten". Weshalb sich das falsche und diffamierende Wort "kaputtsparen" durchgesetzt hat, ist zwar eine sprachsoziologisch interessante Frage, die hier aber nicht weiter untersucht werden soll.
Duden online: kaputtsparen. Wortart: schwaches Verb. Gebrauch: emotional. Häufigkeit (2 von 5 Balken). Bedeutung: durch zu starke Einsparungen über Gebühr beeinträchtigen, beschädigen oder gänzlich ruinieren. Beispiel: bei Unwirtschaftlichkeiten zu sparen bedeute nicht gleich, das Gesundheitswesen kaputtzusparen, betonte der Redner.
Neue Schulden werden gemacht (umgeschuldet), um die Lücken auslaufender alter Schulden zu schließen, weil bislang niemand daran denkt, Schulden wirklich zu tilgen. Das sind dann aber keine echt neuen Schulden. Echte, neu hinzukommende Schulden, die nicht der Refinanzierung alter Schulden dienen, bezeichnet man daher als "Nettoneuverschuldung." Zur Nettoneuverschuldung oder Nettokreditaufnahme teilt das Bundesministerium der Finanzen folgende Übersicht mit (URL ohne Weiterleitung geändert):
Das bloße Ziel eines ausgeglichenen Haushalts ist viel u wenig. Ein vernünftiges, solides und dauerhaft tragfähiges Haushaltskonzept auf allen staatlichen Ebenen, also in allen Gebietskörperschaften (Bund, Ländern, Gemeinden, Bezirken, quasi-staatlichen Institutionen)
Hier muss man unterscheiden und genau hinsehen. Die Schuldensituation ist für Gebietskörperschaften des Staates (Bund, Länder, Gemeinden, Bezirke, quasi-staatliche Institutionen) eine andere als für Wirtschaftsunternehmen oder Privathaushalte. Für Kommunen kann - aus unserer Arbeit zu den 17 schuldenfreien Gemeinden in Mittelfranken (2009) - ungefähr folgendes gesagt werden:
Kommunen: Es gibt viele Gründe für Schulden. Gute und weniger gute, nachvollziehbare und sinnvolle Gründe, wie z.B. langfristige, größere und notwendige Projekte (Infrastruktur, Wasser, Hygiene, Energie, Verkehr, Kommunikation, Bildung, Kultur, Soziales), wenn Bund oder Länder den Kommunen Leistungen aufbürden, ohne genügend Mittel bereit zu stellen (Hartz IV), Investitionen für die Wirtschaft und in die Zukunft, Einbrüche auf der Einnahmeseite (Wirtschaftskrisen). Manchmal wird es auch gefördert, Schulden zu machen und Eigenleistung, Umsicht und Verantwortung werden „bestraft“. Schulden können - je nach Haushaltstypus (Staat, Wirtschaft, Privat) - also durchaus sinnvoll und notwendig sein, wichtig ist aber, für angemessene Tilgungs- und (Folge-) Finanzierungspläne zu sorgen. Das ständige Wachstum von Neuverschuldung bei nicht wenigstens im gleichen Maße wachsendem Budget wird früher oder später in die exponentielle Katastrophe führen, wo dann eigene Anstrengungen nicht mehr reichen, um aus der Schuldenfalle herauszukommen - wie auch in nicht wenigen westlichen Staaten, einigen Bundesländern und vielen Großstädten (u.a. München, Nürnberg).
Ein wichtiger Grund für Schuldenfreiheit ist sicher die Einstellung der Hauptverantwortlichen, in der Regel der BürgermeisterInnenpersönlichkeiten, nämlich, dass man auf Dauer nicht mehr ausgeben sollte, als man einnimmt, dass man in guten Zeiten (antizyklisch) zurücklegt, damit man in schlechten Zeiten auf die Rücklagen (antizyklisch) zurückgreifen kann. Diese urvernünftige Haltung findet man vor allem in kleineren Gebietskörperschaften, wo viel Erfahrung, Sachverstand, Wirtschaftskompetenz, Verantwortung und Voraussicht für die Daseinsvorsorge der Gemeinde vorhanden ist. Andere Gründe können in günstigen Rahmenbedingungen (z.B. Fremdenverkehr, starke Wirtschaft, hohe Einkommensanteile in sog. „Speckgürtel“-Gemeinden, geringe Leistungsverpflichtungen) liegen.
Entwicklung: Von 2056 bayerischen Gemeinden waren 2004 schon 76 und 2009 immerhin schon 170 schuldenfrei und in Baden-Württemberg waren es von rund 1100 Gemeinden 56 im Jahr 2000 und schon 114 im Jahr 2009. Wir denken, wir können und sollten von diesen tüchtigen BürgermeisterInnenpersönlichkeiten, GemeinderätInnen und KämmererInnen lernen. Selbst mittlere Städte wie z.B. Langenfeld (NRW, immerhin 59 000 EinwohnerInnen; seit 2008) konnten es schaffen.
Sie kann nur ein allererster Schritt sein auf dem Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt und schließlich zu einer Haushaltspolitik der Vernunft und dauerhaften Solidität mit Rücklagen.
Sparen. > Materialien zum Begriff Sparen.
Sparen bedeuten aus Vorhandenem etwas zurücklegen, also Rücklagen bilden, z.B. für schlechte Zeiten, für Anschaffungen oder für Anschübe in Flauten, Rezessionen oder Depressionen.
In Vahlens Großes Wirtschaftslexikon wird (Bd. 4, R-Z, S. 1713) ausgeführt:
"Sparparadoxon
Bezeichnung für die scheinbar widersprüchliche Tatsache, daß eine hohe Sparneigung sich in kurzer Frist negativ auf das Volkseinkommen auswirkt, während langfristig durch eine hohe Sparquote die Wachstumschancen verbessert werden. Der Widerspruch löst sich auf, wenn man berücksichtigt, daß Wachstumstheorie und Theorie der effektiven Nachfrage von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen. Die Wachstumstheorie als -> Gleichgewichtstheorie zeigt, daß das Volkseinkommen durch eine höhere Sparquote langfristig zunimmt. Dem gegenüber kann die Theorie der effektiven Nachfrage als -> Ungleichgewichtstheorie erklären, weshalb sich eine hohe Sparneigung über den Einkommenseffekt kurzfristig negativ auf die Einkommensentwicklung auswirkt. Wäre auf allen Märkten stets ein temporäres Gleichgewicht realisiert, würde die Anpassung auf dem Gütermarkt über Preise und Zinsen also so rasch erfolgen, daß stets Vollbeschäftigung herrscht, dann könnte eine Erhöhung der Sparneigung das Volkseinkommen nicht beeinflussen. F.J.L."
Aus der Tatsache, dass den Schulden Vermögen gegenüberstehen, deren Zuwachs zu einem beträchtlichen Teil sogar eine Folge der Staatsverschuldung und der ihr innewohnenden Umverteilung ist, lassen sich die Staatsschulden natürlich nicht rechtfertigen.
Wirtschaften können bedeutet, wirtschaftliche Ziele erreichen und Erfordernisse einhalten zu können, etwa einen Wirtschaftsplan - was der öffentlichen Hand selten gelingt. Zu den allgemeinen Wirtschaftsgrundsätzen gehören: (1) mit einem Minimum an Mitteln ein Maximum an Ertrag (Erfolg) erwirtschaften. (2) Abhängigkeiten minimieren durch Begrenzung und Streuung. (3) Vernünftige Haushaltsplanung, indem man auf Dauer nicht nur nicht mehr ausgibt als man einnimmt, sondern Rücklagen bildet, um für schlechte Zeiten oder Investitionen gerüstet zu sein. (4) Gute Geschäfte auf Dauer sind solche, von denen beide Seiten etwas haben. (5) Freier Wettbewerb, freie Märkte und hinreichend viele echt konkurrierende Anbieter nutzen Geschäft, Wachstum und VerbraucherInnen. (6) Wenige Unternehmen mit großer Marktmacht sind zu vermeiden und durch hinreichend viele zu ersetzen, um die Vorteile echten Wettbewerbs zu gewährleisten und dauerhaft zu sichern. (7) Alle freien Systeme sind immanent von Oligarchisierung bedroht und bedürfen daher eines entsprechenden Schutzes und wirksamer Kontrolle. (8) Verträge müssen eingehalten werden. (9) Steuern sind dort zu erheben, wo die Geschäfte faktisch realisiert und abgewickelt werden. (10) Haushalte und Bilanzen müssen vollständig transparent sein und sämtliche ökonomischen Sachverhalte und Risiken realistisch bewertet ausweisen.
Zins. Zins heißt der Preis für Geld. Es gibt inzwischen viele kritische Stimmen gegen die Zinsnahme. Leider wird oft nicht bedacht, dass Geld als in seiner wichtigen Funktion als Wertaufbewahrungsmittel, wenigstens die Inflation, den Geldwertverlust ausgleichen muss. Das betrifft z.B. alle Geldanlagen, die der Vorsorge dienen.
Quelle: http://www.steuerzahler.de/files/19765/Zinsdiagramm_31.01.2011.pdf
Dr. Dill vom Basler Institut für Gemeingüter und Wirtschaftsforschung führt in seiner interessanten Arbeit aus: "Wenn man beginnt, zum Thema Tilgung der Staatsschulden zu recherchieren, wird man überrascht feststellen, dass es dazu in der Volkswirtschaftslehre, bei den Wirtschaftsforschungsinstituten und in Regierung und Parteien keine Positionen gibt. Man könnte meinen, es gäbe zumindest seit der Weltfinanzkrise 2008 Streit um die richtige Tilgungsart. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman forderte am 27. August 2009 eine deutliche Erhöhung der Verschuldung der USA zur Stärkung der Nachfrage. Dabei führte er – für Europäer kurios – Italien und Belgien als positive Beispiele dafür an, dass auch eine erheblich höhere Staatsverschuldung nicht in die Krise führt. Zitat Krugman: „Deficits saved the world.“ Schulden seien kein ökonomisches, sondern ein politisches Risiko. Drei Monate später, am 19. November 2009, gab die Stifterin des Wirtschaftsnobelpreises, die altehrwürdige schwedische Riksbank offiziell bekannt, dass sie die Auktion von US-Staatsanleihen mangels Geboten einstelle. ..."
Und Bundespräsident Roman Herzog äußerte sich bereits 1999 zur Staatsverschuldung [Lahnstein-Kandel et al. 1999, S. 113] entsprechend: "Staatsverschuldung wird sogar von Ökonomen, zu deren Berufsbild nicht gerade der Selbstzweifel gehört, als Terra incognita [RS: unbekanntes Gebiet] der Wirtschaftswissenschaft bezeichnet. Eigentlich überrascht es, daß die Wirtschaftstheorie bislang nicht in der Lage war, eindeutige Aussagen zu machen, bis zu welchem Grad der Staat sich verschulden sollte oder verschulden darf. Überraschend ist das auch insofern, als es die öffentliche Verschuldung gibt, seit es Volkswirtschaften gibt. ...
Materialen zum Begriff Sparen
Zur Erinnerung: Worte sind die Kleider der Begriffe. Fast alle Begriffe sind vieldeutige Homonyme, deren Bedeutung jeweils in dialogischer Kommunikation zu klären ist.
Aus: Duden Das Bedeutungswörterbuch
"Sparbuch, das; -[e]s, Sparbücher: Buch, in das auf einer Sparkasse oder Bank die zum Sparen eingezahlten und die abgehobenen Summen eingetragen werden.
Sparbüchse, die; -, -n: kleines geschlossenes Gefäß mit einem Schlitz, durch den das Geld gesteckt wird, das man sparen will.
sparen, sparte, hat gespart: a) (tr.) nicht verbrauchen; beiseite legen: er hat [sich] in kurzer Zeit viel Geld gespart; bildl.: mit diesem Gerät kann man Zeit und Kräfte s. b) (itr.) Geld (für einen bestimmten Zweck) zurücklegen: er spart für ein Auto, c) (itr.) sparsam sein; sparsam mit etwas umgehen: sie spart sehr; sie spart am Fett beim Kochen; er sparte nicht mit Lob (er lobte viel). 2. (rfl.) a) unterlassen: spar dir deine Bemerkung, b) ersparen, vermeiden: den Ärger, die Mühe hättest du dir s. können." S. 605
Anmerkung: Sparen im Deutschen Wörterbuch (Grimm): http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GS32765.
Bandulet 1997 zum Sparbegriff in: Was wird aus unserem Geld ?
S. 201 führt Bandulet (1997) aus (fett RS):
" .... Dabei hatte alles einmal so bescheiden angefangen. Der erste deutsche Finanzminister der Nachkriegszeit, Fritz Schäffer, brachte noch das Kunststück fertig, mit eiserner Sparsamkeit Geld zur Seite zu legen und seinen berühmten »Juliusturm« aufzubauen. Bis 1955 hatte er Überschüsse von sieben Milliarden Mark angehäuft. Als er 1957 vor der Begehrlichkeit seiner Kollegen kapitulierte und ins Justizministerium wechselte, atmeten die Regierungspolitiker befreit auf und begannen erst langsam, später immer schneller, Schulden zu machen.
Seitdem ist die öffentliche Finanzmoral in Deutschland derart degeneriert, daß die Politiker schon vom Sparen sprechen, wenn sie lediglich die veranschlagte Neuverschuldung ein bißchen zurücknehmen. Ein semantischer Schwindel, der kaum noch jemandem auffällt. Einen Sachverhalt mit dem Gegenteil zu benennen, ist eine Methode à la Orwell. Wahrheit ist Lüge, Schuldenmachen ist Sparen.
In Bonn werden nur noch »Sparhaushalte« vorgelegt."
Gabler Bank Lexikon (9. A. 1984, Sp. 1704-1706)
"Sparen. I. Begriff und Wesen. S. ist Nichtverbrauch von Einkommensteilen (Konsumverzicht) in der Erwartung, diese ersparten Einkommensteile aus irgendwelchen Gründen (insbesondere zur Vorsorge für die Zukunft) in einer späteren Wirtschaftsperiode verbrauchen zu können. Der Gegensatz von S. ist der > Konsumkredit, der ein Vorgriff auf zukünftiges Einkommen ist. Da das S. der [>1705] Nichtverbrauch von Einkommensteilen ist, ergibt sich daraus die Formel:
Konsumausgaben + Ersparnisse - Konsumkredite.
Der relative Teil des Einkommens, der gespart wird, die > Sparquote, ist abhängig von der Sparwilligkeit und Sparfähigkeit des einzelnen und der Bevölkerung. Als nach der
> Währungsreform der Nachholbedarf der Bevölkerung ungewöhnlich groß war, lag auch die Sparwilligkeit sehr gering.
II. Sparen und Investieren. In der modernen Wirtschaft werden die Ersparnisse der Wirtschaft als > Kapital zu Investitionszwecken zur Verfügung gestellt. Es gilt daher:
Volkseinkommen = Konsumausgaben + Nettoinvestitionen.
Das S. ist also die Voraussetzung der > Kapitalbildung. Je mehr gespart wird, um so mehr kann investiert werden. Von der Höhe der Investitionen hängt wesentlich der wirtschaftliche Fortschritt ab. Aus den beiden angeführten Gleichungen können wir die Größe der Ersparnisse und der Investitionen ableiten (wobei wir die Konsumkredite unberücksichtigt lassen):
Ersparnisse = Volkseinkommen - Konsumausgaben
(Netto-)Investitionen = Volkseinkommen - Konsumausgaben.
Daraus folgt: Ersparnisse = (Netto-) Investitionen.,
Diese Gleichung ist keine identische Gleichung. Da zwischen den Sparmotiven der Einkommensbezieher und den Investitionsmotiven der Unternehmer kein unmittelbarer Zusammenhang besteht, weichen in der Wirklichkeit beide Größen in der Regel voneinander ab. Das heißt, es besteht ein Ungleichgewicht auf den verschiedenen Märkten, das nur durch die Wechselwirkung von Angebot und Nachfrage wieder behoben wird. Dadurch wird entweder das Volkseinkommen oder die Sparquote oder die Investitionsquote geändert. - Von den Ersparnissen sind überdies noch die Konsumkredite sowie die gehorteten Beträge abzuziehen (> Horten).
III. Arten des Sparens. Wir können unterscheiden: A. Nach der Art des Einkommens 1. S. von verteiltem Einkommen (Arbeitseinkommen, Kapitaleinkommen, Grundrente und Unternehmergewinn); es ist die natürliche Art des S., das S. der Haushaltungen; 2. S. aus nicht verteiltem Einkommen, nämlich aus dem nicht ausgeschütteten, sondern investierten Gewinn der Unternehmung (> Innenfinanzierung). - B. Nach der Freiwilligkeit des S.: 1. Freiwilliges S. und 2. Zwangssparen durch staatliche Weisungen, wichtigste Art ist S. des Staates durch Erhebung von Steuern. Wenn die Selbstfinanzierung durch überhöhte Preise zustande kommt, spricht man auch von monetärem Zwangssparen, C. Nach dem wirtschaftlichen Zweck: 1. Kapitalbildendes S.: Die Ersparnisse werden der Wirtschaft zur Verfügung gestellt; 2. > Horten, > Strumpfgeld, das keine Kapitalbildung zur Folge hat, sondern dem Wirtschaftskreislauf vorübergehend Geld entzieht. - D. Nach der Art der Geldanlage: l. Kontensparen: Einzahlung des Sparbetrages auf ein > Sparkonto, 2. Effektensparen: Anlage des Sparbetrages in Effekten, 3. Bausparen, 4. Beteiligungssparen, Anlage des Sparbetrages in einem Unternehmen, z.B. als Stiller Gesellschafter, 5. Sachwertsparen: Anlage des Sparbetrages in wertbeständigen Sachwerten, insbesondere in Zeiten unstabiler Währung, z.B. in Gold, Juwelen, Grundstücken, Aktien und dgl.; 6. > Horten. > Kapitalbildung. > Investition."
"Sparen ist das Zurücklegen momentan freier Mittel zur späteren Verwendung. Häufig wird durch wiederholte Rücklage über längere Zeit ein Betrag aufsummiert, der dann für eine größere Anschaffung verwendet werden kann.
Unter das Motiv „Vorsorgesparen“ lässt sich die Absicherung gegen Unsicherheiten, das Halten eines einmal erreichten Konsumniveaus sowie die Flexibilität des intertemporalen Konsums (also die Liquidität) einordnen."
(Abruf 10.12.11):
Im Lexikon der öffentlichen Finanzwirtschaft Wirtschafts-, Haushalts- und Kassenrecht (3. A. 1993) wird S. 395 ff ausgeführt:
Anmerkung: Sehr interessant ist, welche Stichworte dieses Lexikon nicht aufweist, nämlich: Defizit, Haus- haltsdefizit, Staatsdefizit, Staatsverschuldung. "Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit
Der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit gilt sowohl für die Aufstellung (einschließlich der Vorbereitungsmaßnahmen) als auch für die Ausführung des Haushalts. Der Haushaltsgrundsatz der »Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit« beinhaltet die Verpflichtung der Verwaltung ihre Handlungsweise ökonomisch sinnvoll auszurichten und alle Maßnahmen an den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit zu messen. Da eine exakte Definition der unbestimmten Rechtsbegriffe »Wirtschaftlichkeit« und »Sparsamkeit« kaum möglich ist, beschränken sich die nachfolgenden Ausführungen auf den Versuch, diese beiden Begriffe aus finanzwirtschaftlicher (haushaltsrechtlicher) Sicht darzustellen und zu erläutern.
I. Sparsamkeit
Sparsamkeit bedeutet zunächst, daß die einzusetzenden Mittel auf den zur Erfüllung der Aufgaben unbedingt notwendigen Umfang zu beschränken sind. [>396] Dieser Sparsamkeitsgrundsatz führt möglicherweise da zu einem vernünftigen Ergebnis, wo keine Vergleichsrechnungen in Frage kommen, weil es nur eine mögliche Entscheidung gibt. Sind unterschiedliche Alternativen gegeben, so ist diejenige zu wählen, die den geringsten Mittelansatz erfordert, wenn sie auch zugleich die wirtschaftlichste Lösung darstellt.
Nicht von ungefähr ist denn auch im Beschaffungswesen des Bundes der Zuschlag nicht dem billigsten, sondern dem wirtschaftlichsten Angebot zu erteilen. - Sparsamkeit ohne Berücksichtigung des angestrebten Zwecks kann durchaus zu unwirtschaftlichen Ergebnissen führen. Eine Eigenständigkeit des Sparsamkeitsbegriffs ist daher nur in seltenen Fällen (wenn überhaupt) anzunehmen.
Die Regelung des § 15 Abs. 2 BHO, nach der > Selbstbewirtschaftungsmittel veranschlagt werden dürfen, wenn dadurch eine sparsame Bewirtschaftung gefördert wird, darf m. E. nicht so verstanden werden, daß bei der Bewirtschaftung - ohne Berücksichtigung des Wirtschaftlichkeitsgebots - nur der Preis entscheidet. Vielmehr kann auch hier das Sparsamkeitsprinzip nur unter Beachtung des angestrebten Zwecks und damit unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgrundsatzes gemeint sein.
II. Wirtschaftlichkeit
Nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit ist bei allen Maßnahmen des Bundes einschließlich solcher organisatorischer und verfahrensmäßiger Art die günstigste Relation zwischen dem verfolgten Zweck und den einzusetzenden Mitteln anzustreben. Dieser Wirtschaftlichkeitsgrundsatz hat Verfassungsrang, da der > Bundesrechnungshof gem. Art. 114 GG u.a. die Wirtschaftlichkeit der Haushalts- und Wirtschaftsführung zu prüfen hat. Die günstigste Zweck-Mittel-Relation besteht darin, daß entweder
- ein bestimmtes Ergebnis mit möglichst geringem Einsatz von Mitteln (Minimalprinzip) oder
- mit einem bestimmten Einsatz von Mitteln das bestmögliche Ergebnis (Maximalprinzip)
Das Minimalprinzip, oft auch als Sparprinzip bezeichnet, bedeutet, daß die Verwaltung ihre durch die Haushaltsplanung vorgegebene Ziele und Aufgaben mit einem Minimum an einzusetzenden Personal-, Sach- und Finanzmitteln zu erfüllen hat. In soweit sind - finanzwirtschaftlich betrachtet - das richtig verstandene Sparsamkeitsprinzip und das Wirtschaftlichkeitsprinzip deckungsgleich.
[>397]
Das Maximalprinzip bestimmt, daß die Verwaltung im Rahmen der vorgegebenen personellen, sachlichen und finanziellen Mittel bestmögliche Resultate erzielen soll. Vorgegebene Haushaltsmittel sollen zu hierdurch möglichen maximalen Ergebnissen führen.
Wirtschaftliches Verhalten setzt die Kenntnis aller alternativ möglichen Ziel-Mittel-Relationen voraus. Sind mehrere Möglichkeiten vorhanden, so ist die wirtschaftlichste zu wählen. Dabei kann allerdings aus der Sicht staatlicher Aufgabenerfüllung der Maßstab der Wirtschaftlichkeit nicht immer nur auf die Maßnahme allein bezogen werden, sondern muß u. U. auch zusätzlich die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen einbeziehen.
Über den allgemeinen Grundsatz hinaus, daß die Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sowohl bei der Aufstellung als auch bei der Ausführung des Haushaltsplanes zu beachten sind, enthält die BHO eine Reihe von Einzelvorschriften, die diesem Grundsatz in besonderer Weise Rechnung tragen (§§ 6,8, 17 I, 23, 24, 26, 34 II + III, 50, 55, 58, 64, 65 BHO). Darüber hinaus siehe auch > Nutzen-Kosten-Untersuchung; > Kostenrechnung.
Institutionell wird dem Wirtschaftlichkeitsgrundsatz dadurch Rechnung getragen, daß
bei jeder > mittelbewirtschaftenden Dienststelle ein > Beauftragter für den Haushalt zu bestellen ist (§ 9 BHO),
der BMF bei der Aufstellung des Entwurfs des Haushaltsplanes und der > mehrjährigen Finanzplanung Koordinationsaufgaben hat (> Haushaltsverhandlungen, > Widerspruchsrecht) (§§ 28, 29 BHO),
der Bundesrechnungshof neben seiner Prüftätigkeit auch Beratungsaufgaben, und der Präsident des Bundesrechnungshofes Tätigkeiten als > Beauftragter für Wirtschaftlichkeit wahrzunehmen hat (§§ 88, 90, 97, 99 BHO, Art. 114 GG).
Rgrl: HGrG § 6; BHO § 7.
Lit.: Buch, M. P.: Zur Bestimmung der Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit im öffentlichen Haushalt der Bundesrepublik Deutschland, Köln 1976; Greifeld, A.: Der Rechnungshof als Wirtschaftlichkeitsprüfer, München 1981; Rehm, H.: Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit im öffentlichen Sektor, in: Die Verwaltung 1980, S. 77 ff.; Schmidt, H.-J.: Betriebswirtschaftslehre für die Verwaltung, Heidelberg 1988, S. 82 ff."
S. 555f: "Sparen, privates und staatliches, in Geld- und Finanztheorie. S nennt man die Teile des laufenden Einkommens, die man nicht für Konsum ausgibt; dadurch bildet man Vermögen in verschiedenen Formen. Ferner sind die Motive zum S vielfältig.
Formen der Ersparnis sind (a) zinsloses Bargeld, (b) Sachvermögen als Anrechte auf Kapitalerträge und (c) nominales Vermögen, wie Termingelder, Sparguthaben, Sparbriefe, Obligationen, Staatspapiere und ähnliches. Man überträgt befristet Kaufkraft und erhält dafür vereinbarte Zinsen. Bezieht man auch die Nutzung realer Vermögen (und nicht nur kurzfristige Einnahmen und Ausgaben) ein, muß man auch (d) die Wirtschaftsgüter berücksichtigen, die konsumtiv und investiv über eine Zeit hin benutzt werden und daher abgeschrieben werden. Die Sparwirkung ist hier indirekt, weil man etwas nutzen kann, ohne dafür laufend etwas ausgeben zu müssen. Doch hat dies konjunkturelle Folgen.
Die Motive oder Zwecke zum S sind zahlreich: Man spart, um sich gegen Risiken abzusichern, die Ausbildung zu verbessern, größere „Anschaffungen" zu finanzieren oder Zinseinnahmen zu erhalten. S wird attraktiv, wenn der Zins höher ist als die > Zeitpräferenz für Gegenwartskonsum im Verhältnis zum künftigen Verbrauch.
Dem S kommt für die Entwicklung einer Vw eine zentrale Bedeutung zu. Im System der Klassik (> Klassische Wirtschaftstheorie) steuert der Zins das S, während im Keynes-Modell die Abhängigkeit vom Einkommen betont wird. Hier ist das S ein Residuum, das nach Abzug der Konsumausgaben vom Einkommen entsteht. > Konsumquote und Sparquote ergänzen sich zu 1. Sparen bedeutet Nachfrageausfall, und das VE kann nur unverändert bleiben, wenn in gleicher Höhe neue Nachfrage entsteht (> Investitionen, Staatsausgaben). (Mehr in > güterwirtschaftliches Gleichgewicht, IS-Kurve.) Konjunkturell oder kurzfristig beeinflußt ein verändertes S das VE multiplikativ (> Multiplikator). Normal ist es nach Keynes unwahrscheinlich, daß sich Konsum- und Sparneigung exogen ändern, wenn nicht die Einkommen umverteilt werden und die entsprechenden Quoten [> 556] schichtenspezifisch sind. Nachhaltige und ausgeprägte Krisen können indes zu Pessimismus führen, wodurch die Nachfrage als Folge erhöhten S scharf zurückgeht, so daß Produktion und Beschäftigung schrumpfen.
Friedman bestreitet die Hypothese, S und Konsum stünden in relativ stabiler Abhängigkeit zum absoluten Einkommen. Man könne nicht sagen, wie sich ein erhöhtes Einkommen auf S und Verbrauch verteilt, weil man nicht weiß, ob die höheren Einnahmen als zufällig oder dauerhaft betrachtet werden (> permanente Einkommenshypothese). Ein Schwanken des S kann dann das Einkommensgleichgewicht laufend stören, wenn es wirtschaftspolitisch nicht gelingt, den Ablauf zu verstetigen, so daß die Änderung des absoluten und des permanenten Einkommens gleich sind.
Langfristig führt erhöhtes S zu einem vergrößerten Kapitalstock und vermehrten Investitionen. Bleibt der Kapitalkoeffizient gleich, nimmt die Wachstumsrate zu.
Auch das staatliche S spielt in der Konjunkturtheorie und Wachstumstheorie eine große Rolle. So kann die Thesausierung ö Einnahmen (> Julius-Turm) antiinflationär wirken, wenn sie die Lücke im privaten Sektor überkompensiert. (> Fiskalp). Ebenso wird das Wachstum gefördert, wenn der Anteil der konsumtiven Ausgaben zugunsten der investitiven verringert wird. (> Infrastruktur).
In der > Finanzwissenschaft werden unterschiedliche Konzepte entwickelt, um das S und damit die Vermögensbildung unterer Einkommensgruppen staatlich zu fördern (> Vermögensverteilung), wobei auch die Formen des S bedacht werden, namentlich in einer Zeit anhaltender Inflation. > Geldtheorie."
Im Glossar des Bundesministeriums der Finanzen kommt der Eintrag "sparen" nicht vor (Abruf 12.12.11 URL geändert ohne Weiterleitung) - ebenso wenig "Tilgung".
Auch "Tilgung" hat im Glossar des Bundesministeriums der Finanzen keinen Eintrag. Womöglich lässt sich hieraus auch schließen, dass (echte) Tilgung ohnehin nicht vorgesehen ist.
In dem Werk von Mühlenkamp (1994) über Öffentliche Unternehmen gibt es keinen Eintrag "sparen", auch keinen zu "tilgen", aber einen zu "Rücklagen, offene".
Handwörterbuch der Finanzwirtschaft (1975)
Man glaubt es kaum - daher dokumentiere ich es hier ausdrücklich - aber das Wort "Sparen" hat in diesem 1990 Spalten oder 995 Seiten starken Werk keinen Eintrag. Im Vorwort heißt es: "... Das Werk wendet sich an Wissenschaft und Praxis. Es soll die bisher entwickelten vielfältigen wissenschaftlichen Konzeptionen vorstellen sowie die in der finanzwirtschaftlichen Praxis erzielten Ergebnisse vermitteln und so die Fortentwicklung des Wissenschaftsprozesses durch Diskussion von Wissenschaft und Praxis fördern. Die 219 alphabetisch angeordneten Artikel informieren in knapper und präziser Sprache. Verweise sollen den Zusammenhang zu weiteren Beiträgen des Handwörterbuches kenntlich machen, das Literaturverzeichnis am Ende eines jeden Artikels soll auf die vorhandene Spezialliteratur verweisen. Das Handwörterbuch der Finanzwirtschaft kann der Forschung, dem Studium und der Praxis als Nachschlagewerk, als Lehrbuch und Literaturquelle dienen. Es ordnet sich nach Zielsetzung und Aufbau in die umfassende Enzyklopädie der Betriebswirtschaftslehre in der Tradition des Handwörterbuches der Betriebswirtschaft ein."
Sturm: Politische Wirtschaftslehre. (1995)
Die Einträge "sparen", "ausgeglichener Haushalt (Budget)" oder "tilgen" kommen im Sachregister nicht vor.
In dem Buch werden die Staatsfinanzierung, Wirtschafts- und Finanzpolitik und ihre Probleme der Bundesrepublik dargelegt. U.a. wird deutlich, dass die Staatsverschuldung bis 1995 nie unter Kontrolle gebracht werden konnte.
Die politische Schuldentollwut wurde durch falsch verstandenen und vor allem falsch gehandhabten Keynesianismus (> antizyklische Wirtschaftspolitik) unter Bundeskanzler Helmut Schmidt, heute noch durch linke und gewerkschaftsnahe Politiker und Wirtschaftswissenschaftler vertreten, durch Schulden- wachstumsraten jenseits von Gut und Böse auf die Spitze getrieben.
Bülow: Wörterbuch der Wirtschaft. (1954, S. 476)
"Sparen und Investieren. Das > Volkseinkommen einer Periode läßt sich von der Verwendungsseite her als Summe der Konsum- oder Verbrauchsausgaben und der Ersparnisse, von der Entstehungsseite her als Summe der Verkäufe an > Haushalte zuzüglich der (Netto-) > Investitionen bestimmen:
Volkseinkommen = Konsumausgaben + Ersparnisse
Volkseinkommen = Verkäufe an Haushalte (= Konsumausgaben) + (Netto-)Investitionen.
Aus diesen beiden Gleichungen folgt
Ersparnis = Volkseinkommen — Konsumausgaben
(Netto-) Investition = Volkseinkommen — Konsumausgaben.
Daraus ergibt sich, daß in einer Volkswirtschaft in jeder Periode die Ersparnisse der Periode gleich den (Netto-) Investitionen sind. Diese Gleichung wird nach E. Schneider als „Keynes'sche Investitionsgleichung" bezeichnet.
Die Gültigkeit der Gleichung leuchtet unmittelbar ein, wenn man daran denkt, daß die von den > Betrieben hergestellten Produkte für den Fall, daß sie nicht an > Haushalte verkauft worden sind, die Bestände der Betriebe erhöhen (da sie dann entweder überhaupt nicht oder aber an andere Produktionsbetriebe abgesetzt wurden) und somit Investitionen darstellen.
Dagegen muß betont werden, daß die von den Haushalten geplanten Ersparnisse und die von den Betrieben geplanten Investitionen voneinander unabhängig sind und daher verschieden groß sein können (vgl. deflatorische Lücke, inflatorische Lücke). Unter diesen Umständen kommt es Vggfs. zu einem > kumulativen Prozeß, so lange auf die Änderung des Volkseinkommens hinwirkt, bis das geplante Sparen und das geplante Investieren, (und damit die entsprechenden tatsächlich realisierten Größen) gleich groß sind. Sind z. B. die geplanten Ersparnisse größer als die geplanten Investitionen, so stellen die Unternehmer am Schluß der Periode fest, daß sie mehr investiert haben, als sie wollten. Man spricht in diesem Falle von „unfreiwilligen Investitionen", auf die die in ihren Erwartungen enttäuschten Unternehmer mit Beschäftigungseinschränkung reagieren. Vgl.: Volkseinkommen, Vollbeschäftigung, Hortung, Sozialprodukt.
Sparquote ist derjenige relative Teil des > Einkommens einer Volkswi., der gespart wird. Unter der marginalen (= Grenz-) S. versteht man die S. für ein zusätzlich zufließendes Einkommen. Vgl. Konsumquote."
Duden: Sparen - Sparformen in Die Wirtschaft heute. (1976, S.226)
"Sparen - Sparformen. Eine Privatperson, die Einkommen bezieht, hat im einfachsten Falle zwei Möglichkeiten der Verwendung: Sie kann das Einkommen für Konsumzwecke ausgeben oder „sparen", d. h., auf Konsum verzichten. Der Teil des Einkommens, der nicht ausgegeben, also gespart wird, heißt Ersparnis. In der Umgangssprache bezeichnet man mit „Ersparnis" oft auch das Sparguthaben bei einer Bank, in der Fachsprache wird der Ausdruck jedoch nicht in dieser Bedeutung verwendet. Sowohl für den einzelnen wie für die gesamte Volkswirtschaft bedeutet Sparen immer zweierlei: Zum einen sind Teile des Einkommens nicht ausgegeben und damit nicht nachfrage wirksam geworden, zum anderen ist zusätzliches Geldvermögen (> Vermögen S. 222) entstanden, das mittelbar oder unmittelbar zur Finanzierung von Aktivitäten anderer Wirtschaftseinheiten verwendet werden kann. Sparen ist damit ein zentrales Element des Wirtschaftsablaufs, den man sich - etwas vereinfacht - so vorstellen kann: Die Erwerbstätigen erwirtschaften Einkommen (für sich und andere, z. B. Rentner), von den Beziehern des Einkommens wird jedoch nur ein Teil verbraucht, der Rest gespart. Diese Ersparnis wird nun über verschiedene Kanäle (z.B. Banken) an die Unternehmen zurückgeleitet, die diese Finanzierungsmittel zum Aufbau des Produktivvermögens (> Investieren S. 216) benutzen und damit die Erzeugungskapazität der gesamten Volkswirtschaft erhöhen.
Sparen bedeutet also nicht nur Vermögensbildung und damit mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit für den einzelnen - es ist auch Voraussetzung für das > wirtschaftliche Wachstum (S. 580). [RS-DW1] Darüberhinaus hat die Spartätigkeit privater Haushalte einen Einfluß auf den > Konjunkturverlauf (S. 536): Steigende Ersparnis bedeutet gleichzeitig eine sinkende Konsumgüternachfrage. Wenn etwa im Zuge eines allgemeinen Nachfragerückgangs der wirtschaftliche Aufschwung ins Stocken gerät, die Anzahl der Arbeitslosen steigt (wie nach der Ölkrise 1974/75) und die Haushalte daraufhin vermehrt sparen, um sich für die Zukunft abzusichern, so verschärfen sie durch ihren Konsumverzicht gleichzeitig den Wirtschaftsrückgang, vor dem sie sich schützen wollten (> Konjunkturerklärung S. 542).
Die zunehmende Bedeutung der privaten Ersparnis für die gesamte Vermögensbildung in der BRD wird durch den zeitlichen Verlauf der Sparquote verdeutlicht. Danach stieg die Sparquote (Ersparnis in Prozent des verfügbaren Einkommens, d.h. nach Abzug von Steuern) von 3 % im Jahre 1950 auf fast 15 % im Jahre 1974. Hinsichtlich der Sparformen ist zunächst zu unterscheiden zwischen freiwilliger Ersparnis und Zwangssparen. Der Beitrag der Arbeitnehmer zur gesetzlichen > Sozialversicherung (S. 520) ist eine Form des Zwangssparens, ebenso ein Investivlohn (> Vermögensbildung der Arbeitnehmer S. 516). Von den in der BRD üblichen Formen der freiwilligen Ersparnis ist das Kontensparen, das über 40 % der Geldvermögensbildung der privaten Haushalte ausmacht, die weitaus wichtigste Anlageform. Ihm folgt mit einigem Abstand das Versicherungssparen. Die dominierende Stellung des Kontensparens erklärt sich aus seiner Zweckbestimmung: Es dient als „Vorsichtskasse" oder dem Ansparen für Käufe größerer Konsumgüter; dafür bietet sich das Sparbuch wegen seiner einfachen Verfügbarkeit und wegen des geringen Kursrisikos besonders an. Allerdings zeigt der relativ große Anteil der Anlage in Termingeldern (Guthaben mit fest vereinbarter Laufzeit) und festverzinslichen Wertpapieren im Jahre 1974, daß hohe Zinssätze vorübergehend zu deutlichen Verschiebungen bei den einzelnen Sparformen führen können.
Materialien zur Vermögensbildung. Ergebnisse einer Unters, des Dt. Sparkassen- u. Giroverbandes. Bonn 1971. - C. Föhl: Kreislaufanalyt. Unters. der Vermögensbildung in der Bundesrep. u. der Beeinflußbarkeit ihrer Verteilung. Tüb. 1964."
RS-DW1: Kritische Anmerkung: Dass Wachstum nur möglich sein soll, wenn Schulden gemacht werden, ist ein weit verbreitetes Märchen, besonders von den Schuldenpropagandisten. Es mag dort, wo Kredite nötig sind, förderlich sein, ist aber sicher nicht zwingend notwendig, da Investitionen ja auch aus Sparen und Rücklagen oder Eigenkapitalerweiterung durch Ausgabe von Anteilsscheinen, z.B. Aktien oder ähnlichen Wertpapieren, finanziert werden können.
S. 299f: "Sparen Wenn die Miete, das Benzin für den PKW oder das Mofa, die Schnitzel in der Pfanne, die Schokolade usw. bezahlt sind und dann vom Einkommen oder vom Taschengeld noch etwas übrig bleibt, kann dieses Geld gespart werden. Für das Geld, das auf die hohe Kante gelegt wird, verzichtet der Sparer also auf Konsum. In der volkswirtschaftlichen Lehre wird dies alles ein wenig anders formuliert: All das, was vom Einkommen nicht konsumtiven Zwecken zugeführt wird, ist die Ersparnis (Einkommen Y = Konsum C + Sparen S). Wird von beiden Seiten der Gleichung C abgezogen, so gilt: S - Y - C. [> 300]
Eines ist sicher jedem klar: Sparen ist für eine Wirtschaft sehr wichtig. Denn wenn alles, was produziert wird, dem Konsum zufließt, kann eben nichts investiert werden. Investitionen sind aber notwendig. Denn nur so kann der Bestand an Produktionsmitteln erhalten, verbessert oder erweitert werden. Wird also im Lande Geld auf die hohe Kante gelegt, dann verfügen die Banken über Finanzmittel, um den Unternehmen Kredite zu gewähren. Die Unternehmen können Investitionen tätigen. Da in Deutschland kräftig gespart wird, kann jedermann auch Kredite aufnehmen. Die Wirtschaft bleibt in Schwung. Formen und Ziele des Sparens: > Geldanlage."
"Geldanlage kann man auf vielerlei Weise betreiben. Das Geld kann auf ein Sparbuch gelegt, Sparbriefe können gekauft, Aktien oder Anleihen erworben werden (s. Darst). Die Anlageformen unterscheiden sich
in ihrer Sicherheit (z. B. Sparbuch: fast bombensicher, d. h. kein Kursverlustrisiko; Aktien: Kursverluste sind möglich);
in ihrer Liquidierbarkeit, d. h. wie schnell man seine Geldanlage in Bargeld umwandeln kann (z. B. Sparbriefe: man muss je nach vereinbarter Laufzeit z. T. einige Jahre ausharren; Aktie: täglicher Verkauf an der Börse möglich);
in ihrem Ertrag (z. B. Sparbuch: bringt nur geringen Zins; Anleihen: bringen höhere Zinsen).
Eines ist klar: Alles zugleich, also geringes Risiko, hohen Ertrag und hohe Liquidierbarkeit kann man bei einer Geldanlage nie bekommen." (A.a.O., S. 136f).
Unter dem Eintrag Sparen wird auf > Ersparnis verwiesen. Dort (Bd. 2, E-J, S. 525) heißt es:
"Ersparnis
Differenz zwischen > verfügbarem Einkommen und Konsum (> Verbrauch), die in den Einkommensverwendungskonten der Bundesrepublik Deutschland dargestellt wird."
Einführung in die Wirtschaftslehre des privaten Haushalts (R.v. Schweitzer 1991).
In dem Buch findet sich kein Eintrag "Sparen", auch keiner zu "Schulden", "Tilgung", "haushalten" oder "wirtschaften", obwohl das ganze Buch der Wirtschaftslehre des privaten Haushalts gewidmet ist.
Wörterbuch der Ökonomie Sozialismus und Kleines Politisches Wörterbuch (DDR)
Im Wörterbuch der Ökonomie Sozialismus (2. A. 1969) gibt es keinen Eintrag "sparen", wohl "Spareinlagen", "Sparkasse", "Sparquote" und "Sparsamkeitsprinzip".
Auch in Kleines Politisches Wörterbuch [der DDR] von 1973 findet sich kein Eintrag zum "Sparen", nur einer zum "Sparsamkeitsprinzip".
Große Ökonomen zum Sparen
Adam Smith in Der Wohlstand der Nationen (1776) zum Sparen (> Adam Smith zur Staatsverschuldung) in der Übersetzung von Recktenwald
"Kapital wird durch Sparsamkeit erhöht und durch Verschwendung und Mißwirtschaft vermindert.
Was jemand von seinem Einkommen spart, fügt er seinem Kapital hinzu, wenn er entweder selbst damit neue Arbeitskräfte beschäftigt oder einem anderen einen solchen Einsatz ermöglicht, indem er es ihm gegen einen Zins, also einen Teil des Gewinns, leiht. So, wie das Kapital eines einzelnen nur dadurch vermehrt werden kann, daß er etwas von seinem Einkommen oder Verdienst im Jahr spart, so kann auch das Kapital eines Landes, das sich mit dem aller Bürger deckt, nur auf gleiche Weise zunehmen. ..." (S. 278)
"... Das Motiv zum Sparen liegt hingegen in dem Wunsch, die Lebensbedingungen zu verbessern, ein Verlangen, das uns zwar im allgemein ruhig und leidenschaftslos läßt, aber doch ein ganzes Leben lang begleitet, von der Geburt bis zum Tode. In dem Intervall zwischen beiden Ereignissen im menschlichen Leben gibt es wahrscheinlich nicht einen Augenblick, in dem jemand mit seiner Lage so uneingeschränkt und vollkommen zufrieden ist, daß er sich nicht wünscht, sie irgendwie zu ändern oder zu verbessern. Die meisten Menschen sehen in der Vergrößerung ihres Vermögens einen Weg um ihr Los zu verbessern, einen Weg, weithin beliebt und auch leicht zu beschreiten. Um Vermögen zu bilden, muß man sparen, etwas vom Verdienst zurücklegen, regelmäßig und jährlich oder aus besonderen Anlässen. Wenn auch fast jeder Mensch gelegentlich zu einem gewissen Aufwand neigt, manche sogar nahezu ständig, so überwiegt doch durchweg und ein ganzes Leben hin die Sparsamkeit bei weitem. ..." (S. 282)
"Große Nationen werden niemals durch private, doch bisweilen durch öffentliche Verschwendung und Mißwirtschaft ruiniert. In den meisten Ländern werden nämlich alle oder nahezu alle öffentlichen Einnahmen dazu verwendet, um unproduktive Leute zu unterhalten. Hierzu zählen alle Personen, die zu einem zahlreichen und prachtvollen Hofstaat und zur hohen Geistlichkeit gehören, aber auch jene, die in großen Flotten und Armeen Dienst tun und weder im Frieden noch im Krieg etwas [>283] produzieren oder erwerben, mit dem die Kosten für ihren Unterhalt, und sei es auch nur für die Dauer des Krieges, gedeckt werden können. Sie alle bringen selbst nichts hervor, leben daher vom Ertrag aus anderer Leute Arbeit. Wird nun ihre Zahl unnötig erhöht, können sie in einem einzelnen Jahr soviel von diesem Ertrag verbrauchen, daß für die produktiv Tätigen, die ihn ja im nächsten Jahr wieder reproduzieren sollen, nicht genügend übrigbleibt. Das Sozialprodukt wird daher im folgenden Jahr geringer sein als im vorhergehenden, und sollte dieser Übelstand andauern, wird es im dritten Jahr noch kleiner sein als im zweiten. Unproduktive Leute, die eigentlich nur aus Teilen der allgemeinen Ersparnisse unterhalten werden sollten, können indes soviel vom Gesamteinkommen verbrauchen, daß viele gezwungen sind, ihre für die Beschäftigung produktiver Arbeitskräfte bestimmten Kapitalien anzugreifen. Dann ist alle Sparsamkeit und kluge Lebensführung der einzelnen nicht mehr im Stande, die Minderung des Gesamtertrages, verursacht durch solch gewaltsamen und erzwungenen Rückgriff, wieder auszugleichen. ... " (S. 282f)
Materialien zum "kaputtsparen"
"Hurra, wir sparen uns kaputt . Wie überall in Europa und den westlichen Industriestaaten bricht das Wachstum auch in Deutschland ein. Nur noch um 0,1 Prozentpunkte ist das BIP im Sommer gegenüber dem ersten Quartal 2011 gestiegen. Von wegen „Aufschwung XL“. Da in ganz Europa und in den westlichen Industrienationen nur noch massiv gespart wird, bricht nahezu überall das Wachstum ein. Das bringt logischerweise den deutschen Wachstumsmotor „Export“ ins Stottern. Trotz eines angeblich „robusten Arbeitsmarktes“ bremst eine schwache Binnennachfrage den „Aufschwung“. Da es in einer Art von Gehirnwäsche gelungen ist, die Banken- und Finanzkrise in eine „Staatsschuldenkrise“ umzudeuten, ist in den Regierungen eine Spar-Pandemie ausgebrochen. Während der letzte Wirtschaftseinbruch im Gefolge der Finanzkrise noch mit staatlichen Konjunkturprogrammen abgemildert werden konnte, werden jetzt, wo angeblich alles der „Staatsverschuldung“ geschuldet ist, mit einer knallharten Austeritätspolitik die Fehler der ersten Weltwirtschaftskrise wiederholt. Wenn kein Umdenken erfolgt, landen wir erneut in einer europa- oder gar weltweiten wirtschaftlichen Depression – mit kaum vorhersehbaren schlimmen Folgen. Wolfgang Lieb..." [NDS 17.8.11]
"Thema: Schuldenbremse. Bauernbund: "Man darf nicht kaputtsparen". Jakob Auer schließt neue Einnahmen nicht grundsätzlich aus. Das Forum Land will der neue Agrarier- Boss genau prüfen. Das Budget müsse mit Sparen saniert werden, aber mit Blick auf Beschäftigung und Wachstum: "Man darf nicht kaputtsparen." ..." [Jakob Auer nach Kurier 5.12.11 ]
"Wir dürfen den Hafen nicht kaputtsparen". Der neue Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg, Gunther Bonz, über Versäumnisse, Verkehrsprojekte und das Risiko eines Dauerstaus. ..." [Olaf Preuß und Rolf Zamponi Hamburger Abendblatt 14.11.11]
"Griechenland: Kaputtsparen ist keine Lösung. Das von einer Staatspleite bedrohte Griechenland kommt von seinem Schuldenberg nicht herunter. Die bisherige Hilfe war keine und hat die Situation eher verschärft. Es muss dringend umgedacht werden. ..." [Tagesspiegel 13.5.11]
"Heesen: Öffentliche Dienste nicht kaputtsparen. Personalentwicklung im öffentlichen Dienst. „Wir haben schon jetzt in vielen Verwaltungsbereichen gravierende Engpässe beim Personal“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Peter Heesen am 1. November in Berlin. Heesen, der auch Präsident der Europäischen Union der Unabhängigen Gewerkschaften (CESI) ist, beobachtet die Personalentwicklung in weiten Teilen des öffentlichen Diensts mit Sorge. „Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern für praktisch alle Mitgliedstaaten der EU.“ Besonders hart betroffen seien die überschuldeten Staaten, die von der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds zu harten Sparprogrammen gezwungen werden. ..." [dbb 1.11.11]
"Spitzenverbände: Wohnungspolitik nicht kaputt sparen. Anlässlich der aktuellen Beratungen des Bundestags zum Haushalt 2012 in den Bereichen Bau und Stadtentwicklung fordern die Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft die Regierung auf, die Wohnungspolitik in Deutschland nicht kaputt zu sparen. ... " [haufe 12.9.11]
"Kaputtsparen. Mit einem Hochmut sondergleichen, mit Rücksichtslosigkeit und Dummheit zugleich sowie der Manier von abgebrühten Demagogen thronen Angela Merkel, Sarkozy, EZB und EU-Kommissare gottgleich über unseren Häuptern und verordnen die gröbsten Ungeheuerlichkeiten mit generationsüberschreitenden Auswirkungen für alle EU-Bürger! Man könnte meinen, die alten Gutsherrenmenschen und feudalen Schläfer wären aus der Mottenkiste der Geschichte wieder auferwacht und suchen uns nun heim. Wie mit den schwächelnden Eurostaaten der Südzone verfahren wird, deren Malaise die Herrschaften zum großen Teil selbst verursacht haben, das erinnert mich an koloniale Zeiten. Wir müssen uns ernstlich fragen: Wer hat denn wohl den inkompetenten und korrupten Abschaum gewählt und an die Spitze der Republik/EU gebracht, der noch nicht einmal in der Lage ist, 1 und 1 zusammenzuzählen und die Binsenweisheit zu fressen, daß durch Kaputtsparen weder ein Blumentopf zu gewinnen noch ein Wirtschaftsaufschwung zu erreichen ist? Heiner Flaßbeck hat diesen Zusammenhang in seinen Worten so ausgedrückt: „Wo soll die Dynamik einer Weltwirtschaft herkommen, in der jetzt, wie Sie meinen, auch noch der private Konsum und der Staatsverbrauch reduziert werden müssen? Für die USA, Japan und Europa zusammen macht der Bruttoexport an der gesamten Produktion gerade mal zehn Prozent aus, der Konsum aber über 80 Prozent. Wo soll ein da ein Konsumeinbruch aufgefangen werden? Bricht die Weltwirtschaft jetzt ein und gerät in die japanische Spirale von Stagnation und Deflation, werden wir für die zukünftigen Generationen ein schlimmes Erbe hinterlassen …“ aus einem Brief von Heiner Flaßbeck an Finanzminister Schäuble (in NDS vom 29.9.2011) ... " [Peter Weber in Kritisches Netzwerk 8.10.11]
"Kaputt sparen gilt nicht. Lindow und Umgebung (MZV) Das Haushaltsloch in Lindow hat abgespeckt. Aber so richtig schlank ist es noch nicht: Nach dem 600 000-Euro-Minus von 2011 wird auch in diesem Jahr ein 300 000 Euro großes Loch den Etat belasten. ... Für Bürgermeister Wolfgang Schwericke (SPD) bleibt es legitim, das rege Vereinsleben in der Stadt weiter zu unterstützen. „Es wird ja von uns nie verlangt, das ganz zurückzufahren“, sagte er. Es könne nie Ziel der Stadt sein, „sich kaputt zu sparen“. ... " [Die-Mark-Online 22.9.11]
Beispiele, in denen der populistische Kampfbegriff "kaputtsparen" nur im Titel, aber nicht in den Ausführungen selbst vorkommt.
"Kaputtsparen in der Praxis. Zwischen New Jersey und New York gibt es einen 100 Jahre alten Eisenbahntunnel unter dem Hudson, den sich Personen- und Güterverkehr teilen. Nach einem starken Wachstum des Schienenverkehrs in den 80er Jahren begann man mit den Planungen für einen weiteren Tunnel um die Kapazität des stark frequentierten Nordost-Korridors Philly/NY/Boston an einer entscheidenden Stelle zu erweitern. Der Bund hätte 3 Mrd. Dollar zugeschossen und die Hafenbehörden von New York und New Jersey und der Staat New Jersey hätten den Rest getragen. Nachdem bereits 20 Jahre Planungsarbeiten und 600 Mio. Dollar in das Projekt geflossen waren, hat es Chris Christe, Gouverneur von New Jersey, gestoppt. Man hätte nicht das Geld für die 2,5 Mrd. Dollar, die das Projekt mehr gekostet hätte. ..." [Zettels Raum 4.8.11]
Lübeck: "Verwaltung nicht kaputt sparen! ... Das stimmt so nicht, sondern das Gegenteil ist richtig: Seit Jahren spart Bürgermeister Saxe radikal, ohne Rücksicht auf Verluste, auf dem Rücken der städtischen Angestellten. In einem Brief der Personalräte vom 10. Oktober, fordern sie das Ende des planlosen Sparens des Bürgermeisters. Jedes Jahr erlässt der Bürgermeister neue Sparlisten, wo der Fokus beim Einsparen von Personal gesetzt wird. Freie Planstellen werden teilweise erst nach Jahren wieder neu besetzt. Dies führt zu einer extremen Arbeitsverdichtung bei den noch verbliebenen Angestellten. Noch nie war der Krankenstand so hoch. Auf der anderen Seite werden aber für erhebliche Mehrkosten Aufträge, aufgrund von Personalmangel, durch Fremdvergabe erledigt. Diese Art von „Sparen“ führt in eine Sackgasse. Die Stadt hat gesetzliche Aufgaben und muss sie auch erfüllen. Darauf hat jeder Bürger ein Recht! Die Aufgaben der Verwaltung müssen wieder im Einklang mit dem verfügbaren Personals stehen. Sonst kann im Personalbereich nicht „gespart“ werden! " [Die Linke 1.11.11]
"Nicht kaputtsparen. Die jüngsten Turbulenzen um den Thüringer Haushalt kommentiert Elmar Otto: Beim Geld hört nicht nur manche Freundschaft auf. Auch der Thüringer Koalitionsfrieden gerät in Turbulenzen. Kaum haben die Gewerkschaften die rigide Sparpolitik der Landesregierung attackiert, spaltet sich Schwarz-Rot in zwei altbekannte Lager. Während die CDU vor dem weiteren Weg in den Schuldenstaat warnt, fordert die SPD, die Investitionen in die Zukunft nicht zu vernachlässigen. Recht haben die Partner beide ein wenig. Denn mit mehr als 16 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten ist es nicht gerechtfertigt, zu Lasten von nachfolgenden Generationen aus dem Vollen zu schöpfen. ..." [TLZ 5.9.11]
"Städte nicht kaputtsparen. ... Innenminister Jäger stand gestern den verantwortlichen Lokalredakteuren der WAZ in Essen zum Thema „Stärkungspakt“ für finanziell angeschlagene Gemeinden Rede und Antwort. Sein Credo: „Die Städte dürfen keine neuen Schulden mehr machen.“ Der Schuldenberg, den die zehn Städte und der Kreis vor sich herschieben, wird mit 3,1 Milliarden Euro beziffert. ..." [Der Westen 1.12.11]
"Jugendarbeit nicht kaputt sparen - MEDIATHEK - WDR.de. Der Jugendring Duisburg protestiert gegen die "finanzielle Austrocknung" durch die Verwaltung. Angeblich werden Gelder für wichtige Jugendprojekte nur noch kleckerweise und verspätet überwiesen. Dadurch sei die Arbeit aller im Jugendring organisierten Verbände gefährdet. ..." [WDR Mediathek 6.9.11]
"Verbraucherarbeit finanziell stärken statt kaputtsparen. ... Was tut nun die Bundesregierung, um die Verbraucherinnen und Verbraucher vor dieser Abzocke zu schützen? Halten Sie sich fest: Sie kürzt die Mittel für Verbraucherarbeit Das wird in diesem Haushalt ohnehin nur als Nebensache behandelt. Im laufenden Haushaltsjahr sind gerade einmal noch 3 Prozent der Mittel des Ministeriums, über das wir in dieser Debatte reden, für die Verbraucherpolitik vorgesehen. Das sind die Fakten. Im kommenden Jahr sollen es noch einmal 12 Millionen Euro weniger werden. Ich halte das für nicht angemessen. ... [Rede 22.11.2011 – Caren Lay, Die Linke]
"Lösungsansätze für die prekäre Budgetlage von Kommunen. Nachhaltig konsolidieren statt kaputtsparen. Viele Beiträge zum Sparen und zur Verwaltungsreform liegen auf dem Tisch. Doch welche Schritte sind zu tun, um die durchwegs bekannten Potenziale auch zu heben? Wie kann die Umsetzung einer Haushaltskonsolidierung gelingen? ..." [Peter Pilz & Andreas Pölzl in Kommunal: Finanzen, 18, ohne Datum]
"Keine Studiengebühren in Brandenburg – kein Kaputtsparen von Zukunftschancen! ..." [Juso-Hochschulgruppe Potsdam 16.6.11]
"EGB: Nein zum Kaputtsparen. Gewerkschaften demonstrieren am 17. September 2011 in Breslau. Die Demonstrationen gegen die unsoziale Sparpolitik in Europa gehen weiter. Dieses Mal in Breslau, Polen. "Die EU muss Beschäftigung und Wachstum schaffen, die Arbeitslosigkeit abbauen und die Finanzwelt regulieren. Mit Sparzwang und kurzfristigen Beruhigungspillen für die Finanzmärkte kann Europa die Folgen der Krise nicht bewältigen", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar. ..." [PRO-GE 16.9.11]
"Top-Ökonom – Portugal darf sich nicht kaputt sparen. Das Institut für Weltwirtschaft warnt Portugal vor einem allzu harten Sparkurs. IfW-Chef Snower forderte eine Schuldenkommission. ..." [Welt Online 13.1.11]
"Haushaltssanierung. Spart sich die Weltwirtschaft zu Tode? Während EU-Länder ihre Haushalte stutzen, lehnen die USA einen harten Sparkurs ab. So weit auseinander lagen Europa und Amerika lange nicht. ..." [WO 23.10.10]
Positive Stimmen zum Sparen und gegen die Mär vom kaputtsparen
"Denkfabrik Die Mär vom Kaputtsparen. Warum ein strikter Sparkurs der Konjunktur mittelfristig nicht schadet. Und eine restriktivere Finanzpolitik das Wachstum sogar fördern kann - vorausgesetzt, gleichzeitig werden zwei grundlegende Bedingungen erfüllt. ...Notwendig ist eine aktive und nachhaltige Konsolidierungspolitik, um die Staatsfinanzen zu sanieren. Eine solche Politik hat viele Gegner; Kritiker warnen, der Staat dürfe den Aufschwung nicht „kaputtsparen“. Doch müssen wir wirklich davon ausgehen, dass eine restriktive Finanzpolitik auf Jahre hinaus das Wachstum vermindert? Isoliert betrachtet dämpfen geringere Staatsausgaben oder höhere Steuern die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, was in der Regel mit Wachstumseinbußen zu Beginn einer Konsolidierungsphase verbunden ist. Dem stehen aber andere, positive Effekte gegenüber, die längerfristig wirken. Hohe Schulden erhöhen ceteris paribus das Zinsniveau, wobei einiges dafür spricht, dass der Zusammenhang nicht linear ist, der Auftrieb der Zinsen bei besonders hohen Schulden also besonders groß ist. Umgekehrt können sanierte öffentliche Haushalte die Zinsen und etwaige Risikoprämien auf die Staatsschuld senken und damit die Kapitalkosten für Investitionen vermindern – was wiederum das Produktionspotenzial nachhaltig fördert. ... " [wiwo 1.2.11 ]
Im Glossar des Bundesministeriums der Finanzen kommt der Eintrag "sparen" nicht vor (Abruf 12.12.11) - ebenso wenig "Tilgung".
Man glaubt es kaum - daher dokumentiere ich es hier ausdrücklich - aber das Wort "Sparen" hat in diesem 1990 Spalten oder 995 Seiten starken Handwörterbuch der Finanzwirtschaft keinen Eintrag.
In der "Einführung in die Wirtschaftslehre des privaten Haushalts" von R.v. Schweitzer (1991) kommt im Sachregister die Einträge Ersparnisse, sparen oder Rücklagen nicht vor.
Im Wörterbuch der Ökonomie Sozialismus (2.A. 1969) gibt es keinen Eintrag "sparen", wohl "Spareinlagen", "Sparkasse", "Sparquote" und "Sparsamkeitsprinzip".
Medien, Videos, Literatur und Links
Ein Teil wurde schon in den Belegstellen mitgeteilt (> Sparen, kaputtsparen). > Literatur- und Linkliste Finanzen.
Überblick Staatsverschuldung. * Neuverschuldung * Schuldenbremse* Tilgen * Politische Krankheit der Schuldentollwut.
Wachstum, Tabellen *
Psychopathologie des Geldes: I, II. Neid, Mißgunst, Gerechtigkeit, Gier und Vernunft. *
100 Milliarden Euro * Allgemeines zum Staatsverschuldungs-Syndrom, Was bedeutet Staatsverschuldung ganz praktisch?, Wann wird Staatsverschuldung auf längere Sicht sehr gefährlich? * Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung * Antizyklische Wirtschaftspolitik * Austeritätspolitik * Bear Stearns * Datenquellen und Hinweise zu Schulden und Wirtschaftswachstum (BIP) * Demokratien * Etile, Das Peter-Prinzip, Das Parkinsonsche Gesetz, Selbstbediener * Euphemismus * FED * Geldmenge USA * Globalisierung, Globale Enteignung der Städte * Hollyvoodoo. * homo oeconomicus. * Daten zu: Konsum-Animation, Verführung und Konditionierung des homo oeconomicus * Ich pumpe, also bin ich * Kapitalismus * supra-nationale Egoismen (EU) * Zur Therapie der "Schuldentollwut" *
Allgemeines zum Staatsverschuldungs-Syndrom: Das Schuldenproblem hat seinen Ursprung in einer expansiven und verfehlten maniformenGrundeinstellung: mehr, immer mehr und noch viel mehr. Diese grundlegende Fehleinstellung wird von der plutokratischen Wirtschaft und ihrer falschen Philosophie des homo oeconomicus, die ihre pseudowissenschaftliche Rechtfertigung in den amerikanischen etilE-Universitäten (Harvard, Princeton, Yale, Stanford) findet, sehr unterstützt. Wachstum über alles, Wachstum um jeden Preis, Konsum, Konsum, kaufen, kaufen (wozu letztlich auch die Globalisierung erfunden wurde, weil die heimischen Märkte grundgesättigt sind). Der Mensch interessiert nicht oder nur als Konsummaschine, als konditionierte Kaufratte. Stabilität interessiert nicht. Gerechtigkeit interessiert nicht. Es geht darum, dass eine kleine radikale Minderheit von Millionären und Milliardären mehr, noch mehr und noch viel mehr anhäufen kann. Die Nationalökonomie und Wirtschaftspolitik wird vollkommen beherrscht von einer plutokratischen Pseudo-Elite, die weder vom Menschen noch von der Wirtschaft wirklich etwas verstehen, nur vom in die eigene Tasche raffen, Bilanzfälschungen, vom Schulden machen, von Börsenspekulation, Luft- und Seifenblasen, globalem Zocken und einer verantwortungs- und hemmungslosen Manipulation durch Werbung, Falschinformation und ihrer hollywoodgerechten Aufbereitung mit Hilfe gewissenloser Medien. Denn dass Deutschland so an den Rand des finanziellen Ruins getrieben werden konnte, ist wesentlich mit das Werk seiner unkritischen und willfährigen WirtschaftswissenschaftlerInnen und der wirtschaftspolitischen Medien, die das Problem seit ca. 35 Jahren nicht nur verharmlosen und falsch darstellen, sondern an der finanzpolitischen Verwahrlosung und Verblödung dieses Landes wesentlich Mitschuld haben.
Zur Therapie der "Schuldentollwut": Das psychologische Grundproblem liegt sicher in der falschenEinstellung und in der Folgenlosigkeit maßlosen Wirtschaftens. Staatsverschuldung hat eine jahrtausende alte Geschichte (> Cicero) und Tradition über fast alle Kulturen und Epochen, geht über alle Herrschaftssysteme, über alle politischen Verwaltungsebenen (Gemeinden, Städte, Kreise, Bezirke, Länder, Bund, Nationen) und über alle Parteien hinweg. Sie ist ein grundsätzliches und strukturelles Problem (historisch oft durch Inflationen, Währungsreformen und Kriege entschuldet), das nur durch grundlegende strukturelle Veränderungen lösbar ist:
Ene Untersuchung über den Zusammenhang zwischen Staatsverschuldung und Wirtschaftswachstum für die Bundesrepublik Deutschland von 1950-2010 finden Sie hier.
BIP Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen Länder 1970: Arbeitskreis VGR der Länder tab01. Zu den Daten wurde mitgeteilt: "Der Arbeitskreis VGR d L hat im Jahr 1999 nach einer Verordnung der Europäischen Union seine Rechnungen auf das neue Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 1995) umgestellt. Es liegen Rückrechnungsergebnisse nach dem neuen System nur bis 1970 vor. ... Beide Systeme sind nicht vergleichbar! Nach der Umstellung der VGR auf das Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 1995 (ESVG 1995) wurden die Länderergebnisse nur bis 1970 zurückgerechnet. Für die Vorjahre sind lediglich Daten nach dem alten deutschen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen vorhanden. Diese Daten sind aufgrund zahlreicher methodischer und konzeptioneller Unterschiede nicht mit den aktuellen Daten nach dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 1995 (ESVG 1995) vergleichbar und dürfen keinesfalls an diese Daten angehängt werden." Anmerkung: Hier ist natürlich zu wünschen, daß die Daten weiter zurückgerechnet oder Schätzformeln mitgeteilt werden, wie die Vergleichbarkeit verbessert werden kann.
Finanzderivate. Ein Derivat ist ein Abkömmling oder Kunstprodukt aus zugrunde liegenden Basisgrößen, dessen Handhabung (Rechte, Pflichten, Gültigkeit, Kauf, Verkauf [Einlösung] ...) durch sog. Zertifikate (Wertpapier) in einer Prospektbeschreibung festgelegt ist.
Geldmenge USA aktuell: Die FTD berichtet am 19.3.8: "Die Fed wird mächtig nachlegen müssen. Die Fed ist mittlerweile so aggressiv, dass eine Wende von Konjunktur und Finanzmärkten zum Greifen nahe scheint. Sie wird ausbleiben, weswegen sich auch die zweistelligen Kursgewinne der US-Broker als Zwischenerholung erweisen werden. Am Ende wird die Fed daher geradezu rasend werden. ... das weithin als stabilste erachtete US-Geldmengenaggregat "Money of Zero Maturity" liegt um 16 Prozent über dem Vorjahr. Über die vergangenen sechs Monate ist es aufs Jahr hochgerechnet um 19,5 Prozent gestiegen, über die vergangenen drei Monate um 25 Prozent. ... Die Fed gibt ihr Geld jetzt auch direkt an Institute heraus, die nicht ihrer Kontrolle unterliegen, und akzeptiert dabei allen Ramsch als Sicherheit." Sie auch Geldmengenentwicklung in den USA und Schulden-Porträt USA (1791-aktuell).
2000 BVerG erklärt Werbung mit schockierenden Bildern (ölverschmierten Enten, Kinderarbeit oder Aids-Kranken) für nicht verfassungswidrig und damit erlaubt [Q]
1999 Homebanking und Interneteinkauf
1982 Einführung der Geldautomaten
1949 Bildung von Diners Club
KFW. Die Versager-Etile der Nation (NN19.9.8 "Deutschlands dümmste Bank"), die ein lebenslanges Funktionsverbot als Aufsichtsräte in Finanzangelegenheiten für ihre unglaubliche Fehlleistung erhalten sollten, stellen sich mit Abruf 19.9.8 wie folgt dar:
Ratingagenturen. Die Welt Online Finanzen vom 2.8.7 kritisiert: " Bonitätsprüfer geben ein schlechtes Bild ab
Die US-Hypothekenkrise hat die Ratingagenturen wieder einmal ins Gerede gebracht. Schließlich haben Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch nach Einschätzung von Experten zu spät vor den Risiken gewarnt und damit zur Eskalation der Krise beigetragen. Keiner der drei maßgeblichen Bonitätsprüfer hatte vor Bekanntwerden der Milliardenverluste die rote Flagge gehisst. Bereits bei früheren Verwerfungen auf den Märkten, etwa der Asienkrise oder dem Enron-Skandal, hatten sie zu spät gehandelt. "
Das Thema wurde von plusminis am 9.9.8 (Video) unter dem Titel "Wirtschaftsprüfer. Testate sagen manchmal wenig" kritisch aufbereitet:
Standort: Sparen, haushalten, wirtschaften - kaputtsparen.
Andere Querverweise.
Sparen im (Privat-) Haushalt.
Sponsel, Rudolf (DAS). Sparen, haushalten, wirtschaften - mit einem Exkurs zum "kaputtsparen". IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/politpsy/finanz/HhR/SpHhWi.htm
Ende_Sparen, haushalten, wirtschaften - kaputtsparen_Service_ Überblick_ Relativ Aktuelles_Rel. Beständiges_ Titelblatt_ Konzept_ Archiv_ Region_ Wichtige Hinweise zu Links und Empfehlungen
korrigiert irs 14.12.2011
11.03.15 Linkfehler geprüft und korrigiert.
09.04.13 Gemeinwohl-Ökonomisch Regulierte Wirtschaftsform (GÖRW).
09.09.12 Bandulet 1997 zum Sparbegriff in: Was wird aus unserem Geld?.
09.04.12 Staatshaushaltgleichung der Vernunft.

References: § 15
 Art. 114
 Art. 114
 § 6
 § 7
 BVerG