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Timestamp: 2016-10-26 09:41:53+00:00

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Gibt es finanzielle Unterstuetzung fuer Studienanfanger Jahrgang 1967?
Anwalt? Hier lang www.frag-einen-anwalt.de Sozialrecht Gibt es finanzielle Unterstuetzung fuer Studienanfanger ...
| 07.06.2006 19:59 | Preis: ***,00 € |
Ich beziehe bis Ende Juli 2006 ALG1 und moechte zum WS 06/07 ein Studium beginnen. Nach Anfrage beim Sudentenwerk bezueglich finanzieller Unterstuetzung wurde mir mitgeteilt, dass mein Vorabantrag auf BafÖG vermutlich negativ ausfallen wird, da ich die Altersgrenze von 30 Jahren ueberschritten habe bzw. meine Abitur zwar auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt habe (Abitur 1996), aber nicht direkt im Anschluss mit dem Studium begonnen habe. Mir wurde angeraten auf dem Sozialamt nach Wohngeld etc. nachzufragen; hier lautete die Aussage: keine Zustaendigkeit, da ich als Student nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfuegung stehe. Die Moeglichkeit ein Studentendarlehen zu beantragen wurde vom Bundesministerium für Bildung,.. verneint, da hier die Altersgrenze bei 35 Jahren liegt. Immer mal wieder lese ich aber, dass es vom Sozialamt Gelder geben koennte. Ich bin nicht behindert, habe keine Kinder. Muss ich mich damit abfinden, dass ab einer bestimmten Altersgrenze kein Studium mehr staatlich unterstuetzt bzw. teilweise vorfinanziert wird. Oder gibt es doch noch Moeglicheiten?
07.06.2006 | 21:41
Ihr BAföG-Antrag wird scheitern, wenn Sie nicht einen Ausnahmefall des § 10 Abs. 3 S. 2 BAföG erfüllen. Sie hätten nach dem Abitur bis zu einer Orientierungsphase von drei Jahren Zeit gehabt, ohne negative Auswirkungen auf Ihre Ansprüche ein Studium aufzunehmen. Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) oder dem SGB XII (Sozialhilfe) können Sie als Ersatz für das BAföG nicht beziehen. Da Sie nicht z.B. kurz vor dem Abschluss des Studiums stehen, gelten Sie nicht als Härtefall des § 7 Abs. 5 S. 2 SGB II.
Grundsätzlich ist es nämlich vom Gesetzgeber beabsichtigt, dass ab einem gewissen Alter (35) ein Studium nicht mehr von Seiten der Allgemeinheit finanziert werden soll, da man spätestens ab dann in der Lage sein solle, einen Beruf auszuüben und durch Steuern die Finanzierung der Studienplätze anderer zu sichern. Möglich erscheinen aber die Inanspruchnahme eines Studienkreditprogramms einer Bank, wobei es hier denkbar erscheint, dass eine Bank bereit ist, sich auch so auf einen Kredit mit niedrigen Zinsen „einzulassen“. Hier müssen Sie ggf. Sicherheiten vorweisen können.
Außerdem bieten verschiedenste Träger Stipendien an, die Kriterien sind hier unterschiedlich, doch befürchte ich, dass Sie auch hier an den Altersgrenzen scheitern, wobei das Individuum bei den Prüfungen der Kommissionen im Vordergrund steht. Bei besonderen persönlichen Fähigkeiten und einem interessanten Lebenslauf könnten Sie u.U. eine Chance haben.
(1) (weggefallen) (2) (weggefallen) (3) Ausbildungsförderung wird nicht geleistet, wenn der Auszubildende bei Beginn des Ausbildungsabschnitts, für den er Ausbildungsförderung beantragt, das 30. Lebensjahr vollendet hat. Satz 1 gilt nicht, wenn 1. der Auszubildende die Zugangsvoraussetzungen für die zu fördernde Ausbildung in einer Fachoberschulklasse, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, an einer Abendhauptschule, einer Berufsaufbauschule, einer Abendrealschule, einem Abendgymnasium, einem Kolleg oder durch eine Nichtschülerprüfung oder eine Zugangsprüfung zu einer Hochschule erworben hat, 1a. der Auszubildende ohne Hochschulzugangsberechtigung auf Grund seiner beruflichen Qualifikation an einer Hochschule eingeschrieben worden ist, 2. aufgehoben, 3. der Auszubildende aus persönlichen oder familiären Gründen, insbesondere der Erziehung von Kindern bis zu 10 Jahren, gehindert war, den Ausbildungsabschnitt rechtzeitig zu beginnen oder 4. der Auszubildende infolge einer einschneidenden Veränderung seiner persönlichen Verhältnisse bedürftig geworden ist und noch keine Ausbildung, die nach diesem Gesetz gefördert werden kann, berufsqualifizierend abgeschlossen hat. Satz 2 Nr. 1, 3 und 4 gilt nur, wenn der Auszubildende die Ausbildung unverzüglich nach Erreichen der Zugangsvoraussetzungen, dem Wegfall der Hinderungsgründe oder dem Eintritt einer Bedürftigkeit infolge einschneidender Veränderungen seiner persönlichen Verhältnisse aufnimmt. Allgemeine Verwaltungsvorschrift zu § 10
10.3.4 Persönliche oder familiäre Gründe, die eine Förderung nach Überschreiten der Altersgrenze rechtfertigen, sind z. B. Erkrankung, Behinderung, Schwangerschaft, Nichtzulassung zur gewählten Ausbildung im Auswahlverfahren, Eingehen einer insgesamt mindestens achtjährigen Dienstverpflichtung als Soldat bei einem Dienstbeginn vor Vollendung des 22. Lebensjahres, Betreuung von behinderten oder aus anderen Gründen auf Hilfe angewiesenen Kindern. Bei der Prüfung der Frage, ob die Ausbildung nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt vor Vollendung des 30. Lebensjahres hätte begonnen werden können, bleibt eine Orientierungsphase von insgesamt bis zu drei Jahren zwischen dem Abschluss der allgemeinbildenden Schule und dem Beginn der Kindererziehung außer Betracht.
10.3.4a Persönliche Gründe, die eine Förderung der Ausbildung nach Überschreiten der Altersgrenze rechtfertigen, sind auch anzunehmen, wenn der Auszubildende Aussiedler, Spätaussiedler, Heimatloser im Sinne des § 8 Abs. 1 Nr. 2, anerkannter Asylberechtigter im Sinne des § 8 Abs. 1 Nr. 3, Flüchtling im Sinne des § 8 Abs. 1 Nr. 4 und 5, vor Abschiebung geschützter Ausländer im Sinne des § 8 Abs. 1 Nr. 6 oder ausländischer Ehegatte im Sinne des § 8 Abs. 1 Nr. 7 ist und für die Anerkennung seines im Aussiedlungsland/Herkunftsland erworbenen Berufsabschlusses eine ergänzende oder mangels Verwertbarkeit dieses Berufsabschlusses eine weitere Ausbildung im Inland benötigt.
10.3.7 (Aufgehoben)
Nachfrage vom Fragesteller	07.06.2006 | 22:21
Herzlichen Dank fuer Ihre ausfuehrliche Antwort, auch wenn sie leider nicht erfreulich ist. Ich bin aber noch ueber folgenden Absatz gestolpert: Allg. Verwaltungsvorschrift zu §10 Absatz 3
10.3.2 Wegfall der Hinterungsgruende
Wuerde dies nicht bei mir zutreffen, da ich bis heute anteilig die Schulden meines Ex-Mannes aus seinem Konkurs bezahlen musste, da ich eine Bankbuergschaft fuer ihn unterschrieben hatte?
mfg und vielen Dank Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt
08.06.2006 | 07:00
möglicherweise trifft diese Regelung auf Sie zu. Für eine abschließende Beurteilung ist aber wichtig zu wissen, wie hoch diese Schulden gewesen sind und wieviel Einkommen Sie während Ihrer Berufstätigkeit erzielt haben. Sie sollten mit dem Argument aber noch einmal beim BAföG-Amt vorstellig werden und auf diese -ggf. dem Beamten unbekannte- Vorschrift hinweisen, die aus Gründen der Gleichbehandlung erlassen worden ist.
"Super, ganz herzlichen Dank fuer die schnelle und ausfuehrliche Beantwortung.Mit freundlichen Gruessen "
Super, ganz herzlichen Dank fuer die schnelle und ausfuehrliche Beantwortung.Mit freundlichen Gruessen ANTWORT VON
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