Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-02-2015-6B_853-2014
Timestamp: 2016-10-21 00:47:41+00:00

Document:
6B_853/2014 � � Urteil vom 9. Februar 2015
Sch�ndung (Art. 191 StGB), Anklageprinzip, Willk�r, Grundsatz in dubio pro reo, Strafzumessung,
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Schwyz, Strafkammer, vom 25. M�rz 2014.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz wirft X.________ in der Anklageschrift vom 3. Januar 2013 vor, A.________ in der Nacht vom 26. auf den 27. August 2011 nach einer Sommerparty in Z�rich in seine Wohnung in D.________ gefahren zu haben. Dort habe er mit ihr den vaginalen Geschlechtsverkehr vollzogen, wobei A.________ wegen Alkoholkonsums, allenfalls weiterer unbekannter Substanzen und starker Schl�frigkeit widerstandsunf�hig gewesen sei. Er habe sich damit der Sch�ndung schuldig gemacht. Daneben werden X.________ diverse Verkehrsdelikte zur Last gelegt.
Das Strafgericht des Kantons Schwyz sprach X.________ am 26. Februar 2013 der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz schuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 40 Tagess�tzen zu Fr. 110.-- und einer Busse von Fr. 260.--. Vom Vorwurf der Sch�ndung wurde X.________ freigesprochen.
Die Staatsanwaltschaft und A.________ reichten gegen das Urteil des Strafgerichts Berufung ein. X.________ erhob Anschlussberufung. Das Kantonsgericht Schwyz sprach X.________ am 25. M�rz 2014 auch der Sch�ndung schuldig. Es bestrafte ihn mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren und einer Busse von Fr. 260.--. X.________ wurde verpflichtet, A.________ eine Genugtuung von Fr. 9'000.-- nebst Zins zu bezahlen.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, das Urteil des Kantonsgerichts Schwyz sei aufzuheben und er sei vom Vorwurf der Sch�ndung freizusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Die Zivilanspr�che von A.________ seien abzuweisen respektive auf den Zivilweg zu verweisen.
Das Kantonsgericht Schwyz und die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz beantragen sinngem�ss die Abweisung der Beschwerde.
Der Beschwerdef�hrer sieht unter Hinweis auf Art. 9 in Verbindung mit Art. 350 Abs. 1 StPO das Anklageprinzip verletzt. Die Vorinstanz gehe davon aus, dass die Beschwerdegegnerin 2 unter dem Einfluss von KO-Tropfen stand. In der Anklageschrift w�rden keine KO-Tropfen erw�hnt. Es sei lediglich von "allenfalls weiteren unbekannten Substanzen" die Rede. Dies gen�ge dem Bestimmtheitserfordernis nicht.
Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so pr�zise zu umschreiben, dass die Vorw�rfe in objektiver und subjektiver Hinsicht gen�gend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Geh�r (Informationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f. S. 244 ff.; Urteil 6B_596/2012 vom 25. April 2013 E. 4.3; je mit Hinweisen; vgl. Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO).
Bereits die erste Instanz erwog, unter der Bezeichnung "KO-Tropfen" sei keine klar abgegrenzte Substanz zu verstehen, weshalb die erw�hnte Formulierung gew�hlt worden sei (erstinstanzliches Urteil, S. 6 f.). KO-Tropfen m�ssen gest�tzt auf diese �berlegung als von der Anklageschrift mitumfasst gelten. Das Anklageprinzip ist nicht verletzt.
Der Beschwerdef�hrer r�gt verschiedene Aspekte der Sachverhaltsfeststellung.
2.1.�Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willk�rlich ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 S. 445 mit Hinweisen; vgl. zum Willk�rbegriff: BGE 138 I 305 E. 4.3 S. 319 mit Hinweis). Die Willk�rr�ge muss in der Beschwerde explizit vorgebracht und substanziiert begr�ndet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG). Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 5 mit Hinweis).
Dem Grundsatz in dubio pro reo kommt in der vom Beschwerdef�hrer angerufenen Funktion als Beweisw�rdigungsregel (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO) im Verfahren vor dem Bundesgericht keine �ber das Willk�rverbot von Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 138 V 74 E. 7 S. 82 mit Hinweisen).
2.2.1.�Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Staatsanwaltschaft habe beantragt, �ber die Wirkung von KO-Tropfen ein rechtsmedizinisches Gutachten einzuholen. Die Vorinstanz weise den Antrag mit der Begr�ndung ab, es sei vorab zu kl�ren, ob solche Tropfen �berhaupt zum Einsatz gekommen seien. Anschliessend stelle sie ohne weitere Beweiserhebungen fest, die Verabreichung von KO-Tropfen sei erstellt. Die Sachverhaltsfeststellung sei in diesem Punkt widerspr�chlich und damit offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 BGG. Mit dieser Argumentation unterschl�gt der Beschwerdef�hrer, dass die Vorinstanz den Beweisantrag auch mit der Begr�ndung abweist, von einer rechtsmedizinischen Begutachtung der Wirkung von KO-Tropfen k�nnten keine wesentlichen Erkenntnisse f�r den konkreten Fall erwartet werden (Urteil, S. 10). Die Sachverhaltsfeststellung ist damit nicht widerspr�chlich, geschweige denn willk�rlich.
2.2.2.�Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die Vorinstanz st�tze sich in Bezug auf die Wirkungsdauer von KO-Tropfen auf die Internetseite des Universit�tsklinikums Freiburg. Demnach wirkten KO-Tropfen w�hrend einiger Stunden, in Extremf�llen bis zu 24 Stunden. Damit weiche die Vorinstanz einerseits von der erstinstanzlichen Feststellung ab, wonach die Wirkungsdauer eine bis drei Stunden betrage; andererseits masse sich die Vorinstanz nicht vorhandenes medizinisches Fachwissen an. Die herangezogene Wissensquelle sei f�r den Beschwerdef�hrer ung�nstiger. Die Vorinstanz lege nicht dar, weshalb diese eher richtig sein soll als das Faktenblatt des Bundesamtes f�r Gesundheit, auf welches sich die erste Instanz gest�tzt hatte. Damit verletze sie den Grundsatz in dubio pro reo.
Bereits die erste Instanz ging gest�tzt auf das Faktenblatt des Bundesamtes f�r Gesundheit bez�glich KO-Tropfen von einer Wirkungsdauer von einer bis drei Stunden aus. Dass sich die erste Instanz auf die erw�hnte Informationsquelle st�tzte, wurde vom Beschwerdef�hrer nicht beanstandet. Die Wirkungsdauer von maximal drei Stunden ist damit unbestritten. Die Vorinstanz erw�gt, die Wirkung der KO-Tropfen habe um 02.00 Uhr eingesetzt und es sei ausgeschlossen, dass die Widerstandsunf�higkeit der Beschwerdegegnerin 2 noch vor dem Geschlechtsverkehr gegen 05.00 Uhr morgens wieder aufgehoben gewesen sei. Obwohl sich die Vorinstanz in Bezug auf die Wirkungsdauer der unbekannten Substanz auf eine andere Informationsquelle als die erste Instanz st�tzt, geht sie im Ergebnis nicht �ber die Feststellung der ersten Instanz, wonach die Wirkungsdauer bis zu drei Stunden betragen kann, hinaus. Es ist damit nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdef�hrer aufgrund der Tatsache, dass sich die Vorinstanz auf eine andere Informationsquelle st�tzt als die erste Instanz, beschwert sein soll.
2.2.3.�Des Weiteren r�gt der Beschwerdef�hrer, die Vorinstanz stelle haupts�chlich auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 ab. Ihre Aussagen seien in wesentlichen Punkten widerspr�chlich, teilweise seien sie auch lebensfremd. Die Vorinstanz setze sich mit diesen Einw�nden nicht auseinander. Die gezogenen Schlussfolgerungen seien offensichtlich unhaltbar. Da Aussage gegen Aussage stehe, sei dem Grundsatz in dubio pro reo besonderes Augenmerk zu schenken.
Die Vorinstanz befasst sich ausf�hrlich mit der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdegegnerin 2 (Urteil, S. 7 ff.). Sie zeigt auf, dass den Aussagen der Beschwerdegegnerin 2, im Gegensatz zu denjenigen des Beschwerdef�hrers, eine hohe Glaubhaftigkeit zukommt. Die Vorinstanz weist explizit auf scheinbare Widerspr�che hin. Beispielsweise wird erw�hnt, dass sich in den Akten unterschiedliche Angaben bez�glich des Zeitpunktes finden, in dem die Beschwerdegegnerin 2 realisierte, dass es zwischen ihr und dem Beschwerdef�hrer zum Geschlechtsverkehr gekommen war (Urteil, S. 24 f.). Die fraglichen Diskrepanzen l�st die Vorinstanz mit sachlichen Erkl�rungen schl�ssig auf. Soweit die Beschwerde den Begr�ndungsanforderungen �berhaupt gen�gt, kann von Willk�r keine Rede sein.
2.2.4.�Der Beschwerdef�hrer bem�ngelt die W�rdigung der Zeugenaussagen. Die Zeugin B.________ habe angegeben, der Zustand der Beschwerdegegnerin 2 habe sich gebessert, nachdem sie sich nach draussen begeben h�tten. Dies habe auch der Zeuge C.________ best�tigt. Dennoch gehe die Vorinstanz davon aus, die Verbesserung des Zustandes der Beschwerdegegnerin 2 k�nne objektiv betrachtet nicht eingetreten sein. Sie begr�nde nicht, warum zwei Zeugen unabh�ngig voneinander wahrheitswidrig eine Zustandsverbesserung bezeugt haben sollen. Der Fehler der Vorinstanz bestehe darin, dass sie vorab feststelle, die Beschwerdegegnerin 2 weise eine Erinnerungsl�cke auf. Dies f�hre dazu, dass sie die Zeugenaussagen nicht mehr objektiv gew�rdigt habe.
Die Zeugenaussagen enthalten sowohl den Beschwerdef�hrer belastende als auch entlastende Elemente. Dementsprechend h�lt die Vorinstanz fest, gem�ss den Zeugen habe die Beschwerdegegnerin 2 draussen wieder frei und ohne Hilfe stehen k�nnen, woraus sie eine Verbesserung ihres Zustandes ableiteten. Gleichzeitig habe der Zeuge C.________ aber auch ausgesagt, dass die Beschwerdegegnerin 2 "wirklich weg" und nicht ansprechbar gewesen sei. Ihr Zustand sei komat�s gewesen und sie habe sich in einem Delirium befunden. Die Vorinstanz f�hrt dazu aus, man m�sse ber�cksichtigen, dass sich die Beteiligten nach draussen begeben h�tten, da die Beschwerdegegnerin 2 nicht mehr ansprechbar gewesen sei. Sie habe ihr Heimkommen nicht mehr selber regeln k�nnen. Lediglich weil zeitweise eine Zustandsverbesserung in irgendeiner Form eingetreten sei, heisse dies nicht, dass die Entscheidungsfreiheit wiederhergestellt gewesen sei. Jedenfalls sei eine derart rasche Zustandsverbesserung, wenn die Beschwerdegegnerin 2 kurz zuvor noch g�nzlich benommen gewesen sei, nicht m�glich. Die Vorinstanz setzt die Zeugenaussagen in einen Gesamtzusammenhang und w�rdigt sie in vertretbarer Weise, ohne in Willk�r zu verfallen.
2.2.5.�Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die Vorinstanz bejahe den subjektiven Tatbestand von Art. 191 StGB zu Unrecht. Die Vorinstanz stellt in tats�chlicher Hinsicht fest, selbst wenn die Beschwerdegegnerin 2, wie von der ersten Instanz angenommen, noch "funktioniert" habe, k�nne eine Widerstandsunf�higkeit vorgelegen haben. Entscheidend sei die Einwilligungsf�higkeit des Opfers. Der Beschwerdef�hrer habe den schlechten Zustand der Beschwerdegegnerin 2 erkennen und es mehr als nur ernsthaft f�r m�glich halten m�ssen, dass sie zum Tatzeitpunkt widerstandsunf�hig war. Immerhin habe er sogar damit gerechnet, dass die Beschwerdegegnerin 2 unter dem Einfluss von KO-Tropfen stand. Mithin wusste der Beschwerdef�hrer, dass die Beschwerdegegnerin 2 nicht in der Lage war, sich gegen den ungewollten sexuellen Kontakt zu wehren. Der Beschwerdef�hrer macht geltend, wenn die Beschwerdegegnerin 2, wie von der Vorinstanz festgestellt, noch "funktioniert" haben k�nnte, d�rfe nicht angenommen werden, dass deren Widerstandsunf�higkeit f�r ihn erkennbar gewesen sei. Damit weicht er vom verbindlichen Sachverhalt der Vorinstanz ab, ohne Willk�r aufzuzeigen. Auf die R�ge ist nicht einzutreten. Dass die Vorinstanz ausgehend vom festgestellten Zustand der Beschwerdegegnerin 2 ihrem Urteil einen unzutreffenden Rechtsbegriff der Widerstandsunf�higkeit zugrunde legt, bringt der Beschwerdef�hrer nicht vor.
Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs. Soweit er geltend macht, er habe sich im gesamten Verfahren weder zur Wirkungsdauer von KO-Tropfen noch zu den Angaben auf der Webseite des Universit�tsklinikums Freiburg �ussern k�nnen, sind seine Behauptungen unzutreffend. Bereits das erstinstanzliche Urteil enth�lt Erw�gungen zur Wirkungsdauer von KO-Tropfen (erstinstanzliches Urteil, S. 9). Inwiefern sich der Beschwerdef�hrer dazu nicht �ussern konnte, ist nicht ersichtlich. Wie bereits ausgef�hrt, weicht die Vorinstanz im Ergebnis nicht von den Angaben des Bundesamtes f�r Gesundheit ab. Eine Geh�rsverletzung liegt folglich nicht vor.
Der Beschwerdef�hrer beanstandet die Strafzumessung in mehrfacher Hinsicht und wirft der Vorinstanz ein methodenwidriges Vorgehen vor. Die Vorinstanz lege die Strafe ergebnisorientiert fest, indem sie vorab festhalte, eine bedingte Strafe respektive eine Freiheitsstrafe unter zwei Jahren komme aufgrund der Schwere des Verschuldens nicht in Frage. Anschliessend f�lle sie eine dreij�hrige Freiheitsstrafe aus. Die Frage, ob dem T�ter der bedingte Strafvollzug gew�hrt werden k�nne oder nicht, sei jedoch erst in einem zweiten Schritt zu pr�fen. Zun�chst h�tte die Vorinstanz eine verschuldensangemessene Einsatzstrafe f�r die Sch�ndung festlegen und in Abgeltung des Verkehrsdelikts angemessen erh�hen m�ssen. Stattdessen bilde sie kurzerhand eine Gesamtstrafe. Aus dem Urteil gehe nicht hervor, welche Strafe f�r welches Delikt verh�ngt werde. Der Beschwerdef�hrer r�gt damit die Verletzung der Begr�ndungspflicht (Art. 50 StGB). Schliesslich verletze die Vorinstanz das Doppelverwertungsverbot, indem sie die Wehrlosigkeit des Opfers und den Umstand, dass eine Sch�ndung entw�rdigend sei, bei der Verschuldensbemessung erneut ber�cksichtige, obwohl sich diese Faktoren bereits aus dem Tatbestand ergeben w�rden.
4.1.�Das Bundesgericht hat die Grunds�tze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB und die an sie gestellten Begr�ndungsanforderungen wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff.; 132 IV 102 E. 8.1 S. 104; je mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden.
4.2.�Die Vorinstanz pr�ft nicht n�her, ob die Voraussetzungen f�r die Bildung einer Gesamtstrafe erf�llt sind. Sie �ussert sich weder zur Einsatzstrafe f�r die Sch�ndung, noch nimmt sie f�r das Verkehrsdelikt eine Strafsch�rfung vor. Die Ausf�hrungen zur Gewichtung der t�terspezifischen Komponenten sind �usserst knapp (vgl. Urteil 6B_865/2009 vom 25. M�rz 2010 E. 1.6.1). Ohne dies n�her zu spezifizieren, erkennt die Vorinstanz auf eine Gesamtstrafe, welche "im oberen Bereich des unteren Drittels der maximalen Sch�ndungsstrafe" anzusiedeln sei. Diese Vorgehensweise ist nicht bundesrechtskonform.
Zum einen geht die Vorinstanz methodisch nicht korrekt vor, indem sie den ordentlichen Strafrahmen aufgrund der mehreren Taten in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB auf 15 Jahre erweitert. Die tat- und t�terangemessene Strafe ist grunds�tzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der schwersten anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser wird durch Strafsch�rfungs- oder Strafmilderungsgr�nde nicht automatisch erweitert. Vielmehr ist der ordentliche Strafrahmen nur zu verlassen, wenn aussergew�hnliche Umst�nde vorliegen und die f�r die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63 mit Hinweisen). Zum andern ist die Bildung einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen m�glich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verh�ngen, da das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Das Gericht kann somit auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konkreten Fall f�r jede einzelne Tat eine Freiheitsstrafe ausf�llen w�rde. Demgem�ss sind im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB "die Voraussetzungen f�r mehrere gleichartige Strafen erf�llt", wenn das Gericht im konkreten Fall f�r jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausf�llte. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, gen�gt nicht (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 122 f. mit Hinweisen). Bereits in BGE 137 IV 57 �usserte sich das Bundesgericht zur Frage der Gleichartigkeit der Strafen bei der Gesamtstrafenbildung. Es befand, die Geldstrafe und die Freiheitsstrafe seien keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB (E. 4.3.1). Die Vorinstanz wird pr�fen m�ssen, ob die Voraussetzungen f�r die Bildung einer Gesamtstrafe vorliegen. Sie wird insbesondere im Hinblick auf das Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip darlegen m�ssen, ob sie unter pr�ventiven Gesichtspunkten f�r das Verkehrsdelikt eine Freiheitsstrafe als einzig zweckm�ssige Sanktion erachtet (vgl. Urteil 6B_375/2014 vom 28. August 2014 E. 2.7.2). Ist dies nicht der Fall, wird sie separate Strafen ausf�llen m�ssen.
Der Beschwerdef�hrer r�gt schliesslich eine Verletzung des Doppelverwertungsverbots. Es trifft zu, dass die Entw�rdigung des wehrlosen Opfers dem Tatbestand der Sch�ndung immanent ist. Dem Richter ist es jedoch, entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers, grunds�tzlich nicht verwehrt, bei der Strafzumessung zu ber�cksichtigen, in welchem Ausmass ein Merkmal des gesetzlichen Tatbestands gegeben ist (vgl. BGE 120 IV 67 E. 2b S. 71 f. mit Hinweis; WIPR�CHTIGER/KELLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, N. 102 zu Art. 47 StGB). In diesem Fall hat das Gericht jedoch zu begr�nden, weshalb und in welchem Umfang es die erw�hnten Faktoren bei der Strafzumessung ber�cksichtigt. Die vorinstanzliche Strafzumessung gen�gt diesbez�glich den Begr�ndungsanforderungen nicht.
Die Einw�nde des Beschwerdef�hrers gegen die Strafzumessung sind weitgehend berechtigt. Einerseits entspricht die vorinstanzliche Strafzumessung nicht den gesetzlichen und in konstanter Rechtsprechung pr�zisierten methodischen Vorgaben. Andererseits verletzt die Vorinstanz mehrfach ihre Begr�ndungspflicht (Art. 50 StGB). Die Vorinstanz wird unter Ber�cksichtigung der T�terkomponente die Strafzumessung neu vorzunehmen und in nachvollziehbarer Weise darzulegen haben, weshalb sie eine bestimmte Strafe ausspricht.
4.3.�Nachdem die Vorinstanz eine neue Strafzumessung vorzunehmen hat, wird sie sich erneut zur Frage der Legalprognose �ussern m�ssen. Es er�brigt sich, auf die R�ge des Beschwerdef�hrers in Zusammenhang mit dem Umfang des bedingt aufgeschobenen Strafanteils n�her einzugehen.
Das Rechtsbegehren des Beschwerdef�hrers, die Zivilanspr�che der Beschwerdegegnerin 2 seien abzuweisen oder auf den Zivilweg zu verweisen, ist abzuweisen. Der Antrag wird in der Beschwerde mit einem Freispruch vom Vorwurf der Sch�ndung begr�ndet. Es bleibt aber beim vorinstanzlichen Schuldspruch.
Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen und das angefochtene Urteil bez�glich der Strafzumessung aufzuheben. Im �brigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdef�hrer im Umfang seines Unterliegens kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Kanton Schwyz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 4 BGG). Er hat dem Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine angemessene Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Kantonsgerichts Schwyz vom 25. M�rz 2014 aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
Der Kanton Schwyz hat dem Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Entsch�digung von Fr. 1'500.-- zu bezahlen.

References: in dubio
 Art. 9
 Art. 350
 Art. 29
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 9
 BGE 
 Art. 325
 Art. 95
 BGE 
in dubio
 Art. 10
 Art. 9
 Art. 97
in dubio
in dubio
 Art. 191
 Art. 47
 Art. 49
 Art. 49
 BGE 
 Art. 49
 BGE 
 Art. 47