Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20R%2055/07
Timestamp: 2019-06-16 18:03:25+00:00

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BFH, 10.12.2008 - II R 55/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2618
BFH, 10.12.2008 - II R 55/07 (https://dejure.org/2008,2618)
BFH, Entscheidung vom 10.12.2008 - II R 55/07 (https://dejure.org/2008,2618)
BFH, Entscheidung vom 10. Dezember 2008 - II R 55/07 (https://dejure.org/2008,2618)
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GrEStG § 5 Abs. 2; AO § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
§ 5 GrEStG; § 175 AO
Aufgabe einer Einbringung als rückwirkendes Ereignis
Versagung der Steuervergünstigung des § 5 Abs. 2 Grunderwerbssteuergesetz ( GrEStG ) bei durch die Gesellschafter der erwerbenden Gesamthand geplanter Beteiligungsaufgabe des grundstückseinbringenden Alleineigentümers
Steuervergünstigung bei Übergang auf eine Gesamthand
Grunderwerbsteuerbefreiung bei Übertragung eines Grundstücks auf eine Personengesellschaft kann sich rückwirkend ändern
Kurznachricht zu "Anmerkung zu BFH, 10.12.2008 - II R 55/07 (Steuervergünstigung nach § 5 Abs. 2 GrEStG bei geplanter, aber nicht verwirkl. Verminderung d. Beteiligung d. grundstückeinbringenden Gesamthänders)" von der Redaktion der DStR, original erschienen in: DStR 2009, 532.
FG Mecklenburg-Vorpommern, 17.10.2007 - 3 K 233/07
BFHE 224, 285
DB 2009, 658
BStBl II 2009, 473
BStBl II 2010, 473
Zu den rückwirkenden Ereignissen zählen alle rechtlich bedeutsamen Vorgänge, aber auch tatsächliche Lebensvorgänge, die steuerlich --ungeachtet der zivilrechtlichen Wirkungen-- in der Weise Rückwirkung entfalten, dass nunmehr der veränderte anstelle des zuvor verwirklichten Sachverhalts der Besteuerung zugrunde zu legen ist (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 10. Dezember 2008 II R 55/07, BFHE 224, 285, BStBl II 2009, 473, m.w.N.).
Ob einer nachträglichen Änderung des Sachverhalts rückwirkende steuerliche Bedeutung zukommt, bestimmt sich allein nach dem jeweils einschlägigen materiellen Recht (BFH-Beschluss vom 19. Juli 1993 GrS 2/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, unter C.II.1.; BFH-Urteil in BFHE 224, 285, BStBl II 2009, 473, m.w.N.).
Die Steuerbefreiung wäre jedoch zu versagen, wenn und soweit sich die vermögensmäßige Beteiligung der S-GmbH an der Klägerin entsprechend eines im Einbringungszeitpunkt bereits bestehenden Plans wieder verringerte (vgl. im Einzelnen BFH-Urteil vom 10. Dezember 2008 II R 55/07, Deutsches Steuerrecht 2009, 530).
Zu den rückwirkenden Ereignissen zählen alle rechtlich bedeutsamen Vorgänge, aber auch tatsächliche Lebensvorgänge, die steuerlich - ungeachtet der zivilrechtlichen Wirkungen - in der Weise Rückwirkung entfalten, dass nunmehr der veränderte anstelle des zuvor verwirklichten Sachverhalts der Besteuerung zugrunde zu legen ist (Urteil des BFH vom 10. Dezember 2008 II R 55/07, BFHE 224, 285, BStBl II 2009, 473, m.w.N.).
Das Erfordernis eines bereits im Zeitpunkt der Grundstücksübertragung bestehenden Plans hat lediglich die Funktion, die spätere tatsächliche Aufgabe oder Verringerung der Gesamthandsbeteiligung des bisherigen Alleineigentümers auf den Zeitpunkt der Grundstücksübertragung zurückzubeziehen, weil im Zeitpunkt der Verwirklichung eines Erwerbstatbestandes entschieden werden muss, ob und in welchem Umfang eine Steuervergünstigung zu gewähren ist (vgl. zur Aufgabe des Plans nach der Übertragung des Grundstücks, der als rückwirkendes Ereignis i.S. des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung die Versagung der Steuerbefreiung entfallen lässt: BFH-Urteil vom 10. Dezember 2008 II R 55/07, BFHE 224, 285, BStBl II 2009, 473; ferner BFH-Entscheidungen in BFHE 189, 547, BStBl II 1999, 834; in BFHE 203, 178, BStBl II 2004, 193).
Ob einer nachträglichen Änderung des Sachverhalts rückwirkende steuerliche Bedeutung zukommt, bestimmt sich allein nach dem jeweils einschlägigen materiellen Recht (BFH-Beschluss vom 19. Juli 1993 GrS 2/92, BStBl 111993, 897; BFH-Urteile vom 13. September 2000 X R 148/97, BStBl II 2001, 641 und vom 10. Dezember 2008 II R 55/07, BStBl II 2009, 473).

References: § 5
 § 175

§ 5
 § 175
 § 5
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