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Folgekosten und Mietkürzung nach Rohrbruch
| 18.04.2012 14:07 |
Vor 2 Tagen entdeckte die Mietpartei unter mir einen erheblichen Wassereinfall durch die Decke.
Es regnete sozusagen im Haus...
Mein Vermieter kontaktierte mich umgehend am Arbeitsplatz und ich eilte zur Wohnung. Der ebenfalls informierte Installateur stellte schnell ein Leck im Heizkreislauf meiner Wohnung fest und klemmte den Zulauf ab. Die Rohre verlaufen im Boden in der Isolations-Schicht.
Gestern kam dann jemand um das Leck zu orten und der Installateur legte das Rohr frei und ersetzte die beschädigte Stelle (Kontaktkorrosion durch einen beim Verlegen vergessenen Nagel).
Ein weiterer Handwerker stellte fest, dass die Nässe sich im Boden über 3 Räume verteilt hat. Heute werden zur Trocknung Löcher gebohrt und Trockner in Küche, Wohnzimmer und Bad aufgestellt.
In der Küche wurden 2 Hochschränke abgebaut, welche nun in Einzelteilen im Schlafzimmer (Korpusse), Büro (Ofen) und Wohnzimmer (Schubladen, Inhalt) stehen. In der Küche klafft ein 1,5 x 0,5m grosses Loch im Boden, der PVC-Boden ist entsprechend zurückgeklappt.
Im Bad wurden 2 Fliesen hinterm WC weggehauen.
Mir ist klar, dass die Versicherung alle anfallenden Arbeiten und auch die Stromkosten für die Trocknungsgeräte trägt, aber wie sieht es mit dem mir entstandenen und noch entstehenden Verdienstausfall aus? Bisher komme ich auf 14 Stunden.
Habe ich ein Recht auf Mietkürzung für den Zeitraum des Trochnungsprozesses?
Schäden am Mobiliar durch den Rohrbruch selber sind mir nicht entstanden, ich gehe mal davon aus, dass die Handwerker die Küche wieder in den Originalzustand bringen - diese ist gerade einmal 1 Monat alt, Fotos habe ich mit dem Handy gemacht. Hier entstehende Schäden müssen die Handwerker tragen, richtig?
Wohnung Wohnung Vermieter Schaden Mietkürzung
Ihre Frage geschrieben am 18.04.2012 Recht & Justiz - Mietrecht, Wohnungseigentum - Folgekosten und Mietkürzung nach Rohrbruch Gebot: € 30,00
Ihre Fragen (F)
Wie sieht es mit dem mir entstandenen und noch entstehenden VERDIENSTAUSFALL aus? Bisher komme ich auf 14 Stunden.
...diese (die Küche, eigene Anm.) ist gerade einmal 1 Monat alt, Fotos habe ich mit dem Handy gemacht. Hier ENTSTEHENDE SCHÄDEN MÜSSEN DIE HANDWERKER TRAGEN, richtig?
Aufgrund Ihrer Aussage
„Gestern kam dann jemand um das Leck zu orten und der Installateur legte das Rohr frei und ersetzte die beschädigte Stelle (KONTAKTKORROSION DURCH EINEN BEIM VERLEGEN VERGESSENEN NAGEL)."
gehe ich davon aus, dass der Rohrbruch NICHT auf ein Verschulden Ihrerseits zurückzuführen ist.
Antworten (/A) auf die Fragen:
A1: VERDIENSTAUSFALL: JA
Der Schadensersatzumfang gem. § 536a BGB wegen eines Mangles der Mietsache bemisst sich nach §§ 249 ff und umfasst somit gem § 252 AUCH den Verdienstausfall als Mangelfolgeschaden (Vgl. Urteil. d. BGH v. 05.12.1990, Akten¬zeichen VIII ZR 331/89, veröff. in NJW-RR 91, 970 sowie Urteil. d. BGH v. 21.02.1962 Aktenzeichen VIII ZR 4/61).[vgl. auch Prütting/Wegen/Weinreich, BGB - Kommentar, 6. Auflage 2011, § 536a BGB].
A2: MIETKÜRZUNG bis Mangel behoben ist: Ja
A3: ENTSTEHENDE SCHÄDEN MÜSSEN DIE HANDWERKER TRAGEN: NEIN,
SONDERN DER VERMIETER [gem. § 536a BGB, s.o.]
Nachfrage vom Fragesteller	18.04.2012 | 16:18
vielen Dank für Ihre prompte Antwort. Zum Verständnis bezüglich den letzten Punktes möchte ich noch einmal nachhaken:
Der Vermieter haftet tatsächlich für Schäden, die durch Ab/Aufbau von Küchenelementen durch Handwerker (ein Schreiner, der extra dafür vom Vermieter beauftragt wurde)? Ich dachte, gegen so etwas müsste der Handwerker versichert sein.
Oder läuft es zwar darauf hinaus jedoch ist juristisch für mich der Vermieter die verantwortliche Person?
Ich habe leider nicht genau genug gefragt, eine Auskunft über eine realistische Höhe der Mietkürzung wäre aber schon sehr hilfreich gewesen.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.04.2012 | 16:37
Es läuft juristisch darauf hinaus, dass für Sie der Vermieter die verantwortliche Person ist.
Eine realistische Höhe der Mietkürzung wäre (z.B.)
- Lt. einem Urteil des LG Mannheim, 12.11.2008 Az. 4 S 19/08, InfoM 2009, 322: Aufgrund des Verschleißes der Wasserrohre kam es zu einem Wasserrohrbruch und infolgedessen zu Wasserschäden in der Wohnung mit der Folge aufwendiger Reparaturarbeiten: 10 %
- wenn Parkettfußboden in der ganzen Wohnung durch Feuchtigkeit beschädigt werden, in einigen Räumen Wände durchfeuchtet ist: 25 % (LG Düsseldorf DWW 1996, 282).
Die konkrete Berechnung sollten Sie durch einen Anwalt vor Ort durchführen lassen, dem Sie die konkrete Minderung der Gebrauchstauglichkeit der Wohnung schildern sollten und dies durch Fotos belegen sollten. Mindert ein Mieter nämlich zu hoch, läuft er Gefahr, dem Vermieter die Möglichkeit der fristlosen Kündigung zu geben, § 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB
Bewertung des Fragestellers 18.04.2012 | 16:45

References: § 536
 § 252
 BGH 
 BGH 
 § 536
 § 536
 § 543