Source: https://www.denios.at/fachwissen/hilfe-ratgeber/praxis-ratgeber-rammschutz-und-absperrungen/
Timestamp: 2019-02-20 17:57:42+00:00

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Achtung Kollisionsgefahr! Auch in Betrieben kann es mal "krachen". Mit viel Glück gibt es nur ein paar Kratzer am Lack – im schlimmsten Fall kann es jedoch zu ernsthaften Personenschäden kommen. Anfahren und -stoßen sollte man also als Unfallursache nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aber keine Sorge: Für einen effektiven Schutz müssen Sie Mitarbeiter und Anlagen nicht in Watte packen! Rammschutz- und Absperrsysteme sind der einfache und clevere Weg, Unfälle und Schäden im täglichen Betrieb zu vermeiden. Wie das geht und was dabei zu beachten ist, haben wir in diesem Ratgeber für Sie zusammengefasst.
Machen wir uns nichts vor – im betrieblichen Alltag herrscht oft hoher Zeitdruck, gerade wenn es um den innerbetrieblichen Transport, Be- und Verladearbeiten geht. Gefährlich wird es dann, wenn Personenunfälle ins Spiel kommen. Laut einer Statistik der AUVA sind im Jahr 2017 rund 23.690 Arbeitsunfälle im Zusammenhang mit Flurfördermitteln und Materialtransportwagen aufgetreten. Damit entfällt der größte Anteil der Unfälle beim innerbetrieblichen Transport auf diese Betriebsmittel. Geht es beispielsweise um Staplerunfälle, sieht das häufigste Unfallgeschehen wie folgt aus: Ein Unfallopfer wird angefahren, eingequetscht oder überfahren. Aber auch das Anfahren eines ungesicherten Regals kann im schlimmsten Fall zum Einsturz und zu Personenschäden führen.
Hier erweisen sich Absperr- und Rammschutzsysteme als einfache aber wirkungsvolle Maßnahme für mehr Sicherheit im betrieblichen Ablauf. Sie übernehmen dabei u. a. Funktionen wie die Trennung von Verkehrs- und Arbeitsbereichen, die Regelung des innerbetrieblichen Verkehrs, die Abgrenzung von Verkehrswegen gegenüber anderen Flächen (z. B. Lagerbereichen), das Sichern von Lagereinrichtungen oder das Freihalten von Durchfahrten. Auch das Absperren von Gefahrenbereichen, Baustellen und temporären Hindernissen lässt sich mit einer Absperrung realisieren.
Eine zentrale Rolle beim Thema Rammschutz und Absperrungen kommt der Gefährdungsbeurteilung zu. Als Verantwortlicher des Unternehmens trägt der Arbeitgeber die alleinige Verantwortung für die von ihm eingesetzten Arbeitsmittel. Nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG § 1ff) hat der Arbeitgeber vor der Verwendung von Arbeitsmitteln (Arbeitsmittelverordnung AM-VO § 1ff) die auftretenden Gefährdungen zu beurteilen (ASchG § 4, AM-VO § 3). Laut § 5 ASchG ist der Arbeitgeber verpflichtet, das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung und die von ihm festgelegten Arbeitsschutzmaßnahmen zu dokumentieren. Unter § 7 ASchG verpflichtet sich der Arbeitgeber die allgemeinen Grundsätze der Gefahrenverhütung umzusetzen.
Die Gefährdungsbeurteilung ist Ihre primäre Entscheidungsgrundlage für die Installation von Rammschutz und Absperrsystemen. Erkennen Sie im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung entsprechende Risiken für Ihre Mitarbeiter, sollten Sie Rammschutz und Absperrungen als Teil Ihrer Maßnahmenplanung in Betracht ziehen. Wichtig: Handeln Sie, bevor etwas passiert! Im Schadensfall müssen Sie Ihrer Versicherung bzw. der Berufsgenossenschaft Ihr ordnungsgemäßes Handeln nachweisen. Mit der Gefährdungsbeurteilung und der Umsetzung der darin festgelegten Arbeitsschutzmaßnahmen leisten Sie daher auch einen wichtigen Beitrag zur Haftungsvorsorge.
Der § 2 „Verkehrswege“ der Arbeitsstättenverordnung (AStV) konkretisiert die Anforderungen, die an die Sicherung innerbetrieblicher Verkehrswege gestellt werden. Generell sind Verkehrswege so einzurichten und zu betreiben, dass sie jederzeit sicher begangen bzw. befahren werden können. Mit geeigneten Maßnahmen muss den Gefährdungen für Mitarbeiter entgegengewirkt werden. Werden Transportmittel auf Verkehrswegen genutzt, muss ein ausreichender Sicherheitsabstand für Fußgänger gewahrt werden. Auch müssen Verkehrswege für Fahrzeuge an Türen und Toren, Durchgängen, Fußgängerwegen und Treppenaustritten in ausreichendem Abstand vorbeiführen (AStV § 2 (6)).
Achten Sie hier auf die in der AStV § 2 vorgegebenen Mindestbreiten und -höhen für Verkehrswege. Die Begrenzungen von Verkehrswegen sind zu kennzeichnen (AStV § 2 (3)). Auch gibt es abweichende bzw. ergänzende Anforderungen für Baustellen (ASchG § 24 (4)).
So gibt beispielsweise die Flüssiggasverordnung (FGV) § 19 ausdrücklich vor, dass Flüssiggasbehälter vor vorhersehbare, mechanische Gefahren (z. B. Fahrzeuge, schwebende Lasten etc.) geschützt sein müssen. Befinden sich Flüssiggasbehälter im oder nahe zum Verkehrsbereich müssen sie gegen Anfahren geschützt sein.
Vorgaben zur Kennzeichnung
Laut § 3 Abs. 7 und § 20 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Sicherheit und Gesundheitschutz bei der Arbeit (ASchG), BGBl. I Nr. 9/1997 wurde verordnet, dass Schilder mit Verbots-, Warn-, Gebots-, Rettungs- oder Hinweiszeichen zur Kennzeichnung von Gefahrenbereichen zu verwenden sind.
Weist ein Raum durch den ein Verkehrsweg führt, über mehr als 1000 m² auf oder erfordert es die Einrichtung bzw. Nutzungsart des Raumes, sind die Begrenzungen der Verkehrswege zu kennzeichnen. Weiters können bei Lagerflächen sowie bei möglicher Stolper- oder Absturzgefahr Bodenmarkierungen erforderlich sein. Grundlage: § 20 (2) ASchG; § 2 (3) (8), § 11 (2) (6) AStV
Freistehende Pfeiler, Stützen und Pfosten stellen eine stete Gefährdung für den innerbetrieblichen Verkehr dar. Mit Rammschutzsystemen zur Anbringung an Säulen schützen Sie nicht nur die Hindernisse selbst, sondern auch die Fahrzeuge und Geräte, mit denen Sie arbeiten Wird ein besonders hoher Säulenschutz benötigt, empfiehlt sich die Verwendung von mehrfach übereinander montierbaren Schutzprofilen.
Geländer eignen sich ideal, um einzelne Arbeitsbereiche von Verkehrswegen abzugrenzen. Das System besteht aus Standpfosten und Querbalken und kann beliebig und individuell an die betrieblichen Gegebenheiten angepasst werden. Auch die spätere Erweiterung stellt kein Problem dar - ideal, um auf veränderte Betriebsbedingungen reagieren zu können.
Wo viele Fahrzeuge und Hilfsmittel unterwegs sind, werden Anfahrschäden häufiger und wahrscheinlicher. Regale können durch das Anfahren mit schwerem Gerät umstürzen und sollten daher an ihren Eckbereichen mit einem Anfahrschutz gesichert werden (vgl. DGUV Regel 108-007). Auch für seitlichen Schutz von Regalen stehen geeignete Produkte zur Verfügung.
Fachberatung: Tel. 06225 20 533

References: § 1
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 § 4
 § 3
 § 5
 § 7
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 24
 § 19
 § 3
 § 20
 § 20
 § 2
 § 11