Source: https://www.rechtslupe.de/arbeitsrecht/drittmittelbefristung-an-der-hochschule-und-die-fehlende-zustimmung-des-personalrats-3200040
Timestamp: 2020-05-27 13:25:19+00:00

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Drittmittelbefristung an der Hochschule - und die fehlende Zustimmung des Personalrats | Rechtslupe
Die wiss. Mit­ar­bei­te­rin war nicht nach § 1 Abs. 1 Satz 5 WissZeitVG, § 17 Satz 2 TzBfG, § 6 KSchG dar­an gehin­dert, sich erst­mals in der Beru­fungs­in­stanz auf die feh­len­de Zustim­mung des Per­so­nal­rats zur Befris­tung aus Grün­den der Dritt­mit­tel­fi­nan­zie­rung nach § 2 Abs. 2 WissZeitVG zu beru­fen.
Nach § 17 Satz 2 TzBfG iVm. § 6 Satz 1 KSchG kann sich der Arbeit­neh­mer, der inner­halb der drei­wö­chi­gen Kla­ge­frist des § 17 Satz 1 TzBfG die Unwirk­sam­keit der Befris­tung gel­tend gemacht hat, zur Begrün­dung der Unwirk­sam­keit der Befris­tung bis zum Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung ers­ter Instanz auch auf inner­halb der Kla­ge­frist nicht gel­tend gemach­te Grün­de beru­fen. Spä­ter ist er mit der Gel­tend­ma­chung wei­te­rer Unwirk­sam­keits­grün­de aus­ge­schlos­sen 8. Die Prä­k­lu­si­ons­wir­kung nach § 17 Satz 2 TzBfG, § 6 Satz 1 KSchG tritt aller­dings nur ein, wenn das Arbeits­ge­richt sei­ner Hin­weis­pflicht nach § 17 Satz 2 TzBfG iVm. § 6 Satz 2 KSchG nach­ge­kom­men ist. Wird ein der­ar­ti­ger Hin­weis nicht ein­mal in all­ge­mei­ner Form erteilt, steht § 17 Satz 2 TzBfG, § 6 Satz 1 KSchG der Ein­füh­rung wei­te­rer mög­li­cher Unwirk­sam­keits­grün­de für die Befris­tung in der Beru­fungs­in­stanz nicht ent­ge­gen 9.
Danach konn­te die wiss. Mit­ar­bei­te­rin erst­mals im Beru­fungs­ver­fah­ren die feh­len­de Zustim­mung des Per­so­nal­rats zum Sach­grund der Dritt­mit­tel­fi­nan­zie­rung nach § 2 Abs. 2 WissZeitVG gel­tend machen. Das Arbeits­ge­richt hat­te kei­nen ord­nungs­ge­mä­ßen Hin­weis nach § 17 Satz 2 TzBfG, § 6 KSchG erteilt. Die Fra­ge, ob die feh­len­de Zustim­mung des Per­so­nal­rats zu einem Befris­tungs­grund ein Unwirk­sam­keits­grund iSv. § 17 Satz 2 TzBfG, § 6 KSchG ist, bedarf daher kei­ner Ent­schei­dung.
Nach § 17 Satz 2 TzBfG gilt § 6 KSchG ent­spre­chend. Dies bedeu­tet, dass das Arbeits­ge­richt den Arbeit­neh­mer dar­auf hin­wei­sen soll, dass er sich nach § 17 Satz 2 TzBfG, § 6 Satz 1 KSchG (nur) bis zum Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung ers­ter Instanz zur Begrün­dung der Unwirk­sam­keit der Befris­tung auch auf inner­halb der Kla­ge­frist nicht gel­tend gemach­te Grün­de beru­fen kann.
Danach ist das Arbeits­ge­richt sei­ner Hin­weis­pflicht nach § 17 Satz 2 TzBfG iVm. § 6 Satz 2 KSchG nicht nach­ge­kom­men. Es hat ledig­lich auf § 6 KSchG hin­ge­wie­sen und den Wort­laut die­ser Vor­schrift wie­der­ge­ge­ben. Hier­aus erschließt sich nicht ohne wei­te­res, wel­che Rele­vanz dies für die Gel­tend­ma­chung der Unwirk­sam­keit einer Befris­tung haben soll.

References: § 1
 § 17
 § 6
 § 2
 § 17
 § 6
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