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Timestamp: 2020-07-09 02:31:17+00:00

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Lawbrary | BV - Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Grundrechte (7 - 36)
Bürgerrecht und politische Rechte (37 - 40)
Sozialziele (41 - 41)
Aufgaben von Bund und Kantonen (42 - 43)
Zusammenwirken von Bund und Kantonen (44 - 49)
Gemeinden (50 - 50)
Bundesgarantien (51 - 53)
Beziehungen zum Ausland (54 - 56)
Sicherheit, Landesverteidigung, Zivilschutz (57 - 61)
Bildung, Forschung und Kultur (61 - 72)
Umwelt und Raumplanung (73 - 80)
Öffentliche Werke und Verkehr (81 - 88)
Energie und Kommunikation (89 - 93)
Wirtschaft (94 - 107)
Wohnen, Arbeit, soziale Sicherheit und Gesundheit (108 - 120)
Aufenthalt und Niederlassung von Ausländerinnen und Ausländern (121 - 121)
Zivilrecht, Strafrecht, Messwesen (122 - 125)
Finanzordnung (126 - 135)
Allgemeine Bestimmungen (136 - 137)
Initiative und Referendum (138 - 142)
Allgemeine Bestimmungen (143 - 147)
Organisation (148 - 155)
Verfahren (156 - 162)
Zuständigkeiten (163 - 173)
Organisation und Verfahren (174 - 179)
Zuständigkeiten (180 - 187)
Bundesgericht und andere richterliche Behörden (188 - 191)
Revision (192 - 195)
Übergangsbestimmungen (196 - 197)
Das Schwei­zer­volk und die Kan­to­ne Zü­rich, Bern, Lu­zern, Uri, Schwyz, Ob­wal­den und Nid­wal­den, Gla­rus, Zug, Frei­burg, So­lo­thurn, Ba­sel-Stadt und Ba­sel-Land­schaft, Schaff­hau­sen, Ap­pen­zell Aus­serr­ho­den und Ap­pen­zell Inn­err­ho­den, St. Gal­len, Grau­bün­den, Aar­gau, Thur­gau, Tes­sin, Waadt, Wal­lis, Neu­en­burg, Genf und Ju­ra bil­den die Schwei­ze­ri­sche Eid­ge­nos­sen­schaft.
1Die Schwei­ze­ri­sche Eid­ge­nos­sen­schaft schützt die Frei­heit und die Rech­te des Vol­kes und wahrt die Un­ab­hän­gig­keit und die Si­cher­heit des Lan­des.
2Sie för­dert die ge­mein­sa­me Wohl­fahrt, die nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung, den in­ne­ren Zu­sam­men­halt und die kul­tu­rel­le Viel­falt des Lan­des.
3Sie sorgt für ei­ne mög­lichst gros­se Chan­cen­gleich­heit un­ter den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern.
4Sie setzt sich ein für die dau­er­haf­te Er­hal­tung der na­tür­li­chen Le­bens­grund­la­gen und für ei­ne fried­li­che und ge­rech­te in­ter­na­tio­na­le Ord­nung.
Die Kan­to­ne sind sou­ve­rän, so­weit ih­re Sou­ve­rä­ni­tät nicht durch die Bun­des­ver­fas­sung be­schränkt ist; sie üben al­le Rech­te aus, die nicht dem Bund über­tra­gen sind.
Die Lan­des­s­pra­chen sind Deutsch, Fran­zö­sisch, Ita­lie­nisch und Rä­to­ro­ma­nisch.
1Grund­la­ge und Schran­ke staat­li­chen Han­delns ist das Recht.
2Staat­li­ches Han­deln muss im öf­fent­li­chen In­ter­es­se lie­gen und ver­hält­nis­mäs­sig sein.
3Staat­li­che Or­ga­ne und Pri­va­te han­deln nach Treu und Glau­ben.
4Bund und Kan­to­ne be­ach­ten das Völ­ker­recht.
Bei der Zu­wei­sung und Er­fül­lung staat­li­cher Auf­ga­ben ist der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät zu be­ach­ten.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (BB vom 3. Okt. 2003, BRB vom 26. Jan. 2005, BRB vom 7. Nov. 2007 - AS 2007 5765; BBl 2002 2291, 2003 6591, 2005 951).
Je­de Per­son nimmt Ver­ant­wor­tung für sich sel­ber wahr und trägt nach ih­ren Kräf­ten zur Be­wäl­ti­gung der Auf­ga­ben in Staat und Ge­sell­schaft bei.
Die Wür­de des Men­schen ist zu ach­ten und zu schüt­zen.
1Al­le Men­schen sind vor dem Ge­setz gleich.
2Nie­mand darf dis­kri­mi­niert wer­den, na­ment­lich nicht we­gen der Her­kunft, der Ras­se, des Ge­schlechts, des Al­ters, der Spra­che, der so­zia­len Stel­lung, der Le­bens­form, der re­li­gi­ösen, welt­an­schau­li­chen oder po­li­ti­schen Über­zeu­gung oder we­gen ei­ner kör­per­li­chen, geis­ti­gen oder psy­chi­schen Be­hin­de­rung.
3Mann und Frau sind gleich­be­rech­tigt. Das Ge­setz sorgt für ih­re recht­li­che und tat­säch­li­che Gleich­stel­lung, vor al­lem in Fa­mi­lie, Aus­bil­dung und Ar­beit. Mann und Frau ha­ben An­spruch auf glei­chen Lohn für gleich­wer­ti­ge Ar­beit.
4Das Ge­setz sieht Mass­nah­men zur Be­sei­ti­gung von Be­nach­tei­li­gun­gen der Be­hin­der­ten vor.
Je­de Per­son hat An­spruch dar­auf, von den staat­li­chen Or­ga­nen oh­ne Will­kür und nach Treu und Glau­ben be­han­delt zu wer­den.
1Je­der Mensch hat das Recht auf Le­ben. Die To­dess­tra­fe ist ver­bo­ten.
2Je­der Mensch hat das Recht auf per­sön­li­che Frei­heit, ins­be­son­de­re auf kör­per­li­che und geis­ti­ge Un­ver­sehrt­heit und auf Be­we­gungs­frei­heit.
3Fol­ter und je­de an­de­re Art grau­sa­mer, un­mensch­li­cher oder er­nied­ri­gen­der Be­hand­lung oder Be­stra­fung sind ver­bo­ten.
1Kin­der und Ju­gend­li­che ha­ben An­spruch auf be­son­de­ren Schutz ih­rer Un­ver­sehrt­heit und auf För­de­rung ih­rer Ent­wick­lung.
2Sie üben ih­re Rech­te im Rah­men ih­rer Ur­teils­fä­hig­keit aus.
Wer in Not ge­rät und nicht in der La­ge ist, für sich zu sor­gen, hat An­spruch auf Hil­fe und Be­treu­ung und auf die Mit­tel, die für ein men­schen­wür­di­ges Da­sein un­er­läss­lich sind.
1Je­de Per­son hat An­spruch auf Ach­tung ih­res Pri­vat- und Fa­mi­li­en­le­bens, ih­rer Woh­nung so­wie ih­res Brief-, Post- und Fern­mel­de­ver­kehrs.
2Je­de Per­son hat An­spruch auf Schutz vor Miss­brauch ih­rer per­sön­li­chen Da­ten.
Das Recht auf Ehe und Fa­mi­lie ist ge­währ­leis­tet.
1Die Glau­bens- und Ge­wis­sens­frei­heit ist ge­währ­leis­tet.
2Je­de Per­son hat das Recht, ih­re Re­li­gi­on und ih­re welt­an­schau­li­che Über­zeu­gung frei zu wäh­len und al­lein oder in Ge­mein­schaft mit an­de­ren zu be­ken­nen.
3Je­de Per­son hat das Recht, ei­ner Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft bei­zu­tre­ten oder an­zu­ge­hö­ren und re­li­gi­ösem Un­ter­richt zu fol­gen.
4Nie­mand darf ge­zwun­gen wer­den, ei­ner Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft bei­zu­tre­ten oder an­zu­ge­hö­ren, ei­ne re­li­gi­öse Hand­lung vor­zu­neh­men oder re­li­gi­ösem Un­ter­richt zu fol­gen.
1Die Mei­nungs- und In­for­ma­ti­ons­frei­heit ist ge­währ­leis­tet.
2Je­de Per­son hat das Recht, ih­re Mei­nung frei zu bil­den und sie un­ge­hin­dert zu äus­sern und zu ver­brei­ten.
3Je­de Per­son hat das Recht, In­for­ma­tio­nen frei zu emp­fan­gen, aus all­ge­mein zu­gäng­li­chen Quel­len zu be­schaf­fen und zu ver­brei­ten.
1Die Frei­heit von Pres­se, Ra­dio und Fern­se­hen so­wie an­de­rer For­men der öf­fent­li­chen fern­mel­de­tech­ni­schen Ver­brei­tung von Dar­bie­tun­gen und In­for­ma­tio­nen ist ge­währ­leis­tet.
2Zen­sur ist ver­bo­ten.
3Das Re­dak­ti­ons­ge­heim­nis ist ge­währ­leis­tet.
Die Spra­chen­frei­heit ist ge­währ­leis­tet.
Der An­spruch auf aus­rei­chen­den und un­ent­gelt­li­chen Grund­schul­un­ter­richt ist ge­währ­leis­tet.
Die Frei­heit der wis­sen­schaft­li­chen Leh­re und For­schung ist ge­währ­leis­tet.
Die Frei­heit der Kunst ist ge­währ­leis­tet.
1Die Ver­samm­lungs­frei­heit ist ge­währ­leis­tet.
2Je­de Per­son hat das Recht, Ver­samm­lun­gen zu or­ga­ni­sie­ren, an Ver­samm­lun­gen teil­zu­neh­men oder Ver­samm­lun­gen fern­zu­blei­ben.
1Die Ver­ei­ni­gungs­frei­heit ist ge­währ­leis­tet.
2Je­de Per­son hat das Recht, Ver­ei­ni­gun­gen zu bil­den, Ver­ei­ni­gun­gen bei­zu­tre­ten oder an­zu­ge­hö­ren und sich an den Tä­tig­kei­ten von Ver­ei­ni­gun­gen zu be­tei­li­gen.
3Nie­mand darf ge­zwun­gen wer­den, ei­ner Ver­ei­ni­gung bei­zu­tre­ten oder an­zu­ge­hö­ren.
1Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer ha­ben das Recht, sich an je­dem Ort des Lan­des nie­der­zu­las­sen.
2Sie ha­ben das Recht, die Schweiz zu ver­las­sen oder in die Schweiz ein­zu­rei­sen.
1Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer dür­fen nicht aus der Schweiz aus­ge­wie­sen wer­den; sie dür­fen nur mit ih­rem Ein­ver­ständ­nis an ei­ne aus­län­di­sche Be­hör­de aus­ge­lie­fert wer­den.
2Flücht­lin­ge dür­fen nicht in einen Staat aus­ge­schafft oder aus­ge­lie­fert wer­den, in dem sie ver­folgt wer­den.
3Nie­mand darf in einen Staat aus­ge­schafft wer­den, in dem ihm Fol­ter oder ei­ne an­de­re Art grau­sa­mer und un­mensch­li­cher Be­hand­lung oder Be­stra­fung droht.
1Das Ei­gen­tum ist ge­währ­leis­tet.
2Ent­eig­nun­gen und Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen, die ei­ner Ent­eig­nung gleich­kom­men, wer­den voll ent­schä­digt.
1Die Wirt­schafts­frei­heit ist ge­währ­leis­tet.
2Sie um­fasst ins­be­son­de­re die freie Wahl des Be­ru­fes so­wie den frei­en Zu­gang zu ei­ner pri­vat­wirt­schaft­li­chen Er­werbs­tä­tig­keit und de­ren freie Aus­übung.
1Die Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer, die Ar­beit­ge­be­rin­nen und Ar­beit­ge­ber so­wie ih­re Or­ga­ni­sa­tio­nen ha­ben das Recht, sich zum Schutz ih­rer In­ter­es­sen zu­sam­men­zu­sch­lies­sen, Ver­ei­ni­gun­gen zu bil­den und sol­chen bei­zu­tre­ten oder fern­zu­blei­ben.
2Strei­tig­kei­ten sind nach Mög­lich­keit durch Ver­hand­lung oder Ver­mitt­lung bei­zu­le­gen.
3Streik und Aus­sper­rung sind zu­läs­sig, wenn sie Ar­beits­be­zie­hun­gen be­tref­fen und wenn kei­ne Ver­pflich­tun­gen ent­ge­gen­ste­hen, den Ar­beits­frie­den zu wah­ren oder Schlich­tungs­ver­hand­lun­gen zu füh­ren.
4Das Ge­setz kann be­stimm­ten Ka­te­go­ri­en von Per­so­nen den Streik ver­bie­ten.
1Je­de Per­son hat in Ver­fah­ren vor Ge­richts- und Ver­wal­tungs­in­stan­zen An­spruch auf glei­che und ge­rech­te Be­hand­lung so­wie auf Be­ur­tei­lung in­nert an­ge­mes­se­ner Frist.
2Die Par­tei­en ha­ben An­spruch auf recht­li­ches Ge­hör.
3Je­de Per­son, die nicht über die er­for­der­li­chen Mit­tel ver­fügt, hat An­spruch auf un­ent­gelt­li­che Rechts­pfle­ge, wenn ihr Rechts­be­geh­ren nicht aus­sichts­los er­scheint. So­weit es zur Wah­rung ih­rer Rech­te not­wen­dig ist, hat sie aus­ser­dem An­spruch auf un­ent­gelt­li­chen Rechts­bei­stand.
Je­de Per­son hat bei Rechtss­trei­tig­kei­ten An­spruch auf Be­ur­tei­lung durch ei­ne rich­ter­li­che Be­hör­de. Bund und Kan­to­ne kön­nen durch Ge­setz die rich­ter­li­che Be­ur­tei­lung in Aus­nah­me­fäl­len aus­sch­lies­sen.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 12. März 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (BB vom 8. Okt. 1999, BRB vom 17. Mai 2000, BB vom 8. März 2005 - AS 2002 3148, 2006 1059; BBl 1997 I 1, 1999 8633, 2000 2990, 2001 4202).
1Je­de Per­son, de­ren Sa­che in ei­nem ge­richt­li­chen Ver­fah­ren be­ur­teilt wer­den muss, hat An­spruch auf ein durch Ge­setz ge­schaf­fe­nes, zu­stän­di­ges, un­ab­hän­gi­ges und un­par­tei­isches Ge­richt. Aus­nah­me­ge­rich­te sind un­ter­sagt.
2Je­de Per­son, ge­gen die ei­ne Zi­vil­kla­ge er­ho­ben wird, hat An­spruch dar­auf, dass die Sa­che vom Ge­richt des Wohn­sit­zes be­ur­teilt wird. Das Ge­setz kann einen an­de­ren Ge­richts­stand vor­se­hen.
3Ge­richts­ver­hand­lung und Ur­teils­ver­kün­dung sind öf­fent­lich. Das Ge­setz kann Aus­nah­men vor­se­hen.
1Die Frei­heit darf ei­ner Per­son nur in den vom Ge­setz selbst vor­ge­se­he­nen Fäl­len und nur auf die im Ge­setz vor­ge­schrie­be­ne Wei­se ent­zo­gen wer­den.
2Je­de Per­son, der die Frei­heit ent­zo­gen wird, hat An­spruch dar­auf, un­ver­züg­lich und in ei­ner ihr ver­ständ­li­chen Spra­che über die Grün­de des Frei­heits­ent­zugs und über ih­re Rech­te un­ter­rich­tet zu wer­den. Sie muss die Mög­lich­keit ha­ben, ih­re Rech­te gel­tend zu ma­chen. Sie hat ins­be­son­de­re das Recht, ih­re nächs­ten An­ge­hö­ri­gen be­nach­rich­ti­gen zu las­sen.
3Je­de Per­son, die in Un­ter­su­chungs­haft ge­nom­men wird, hat An­spruch dar­auf, un­ver­züg­lich ei­ner Rich­te­rin oder ei­nem Rich­ter vor­ge­führt zu wer­den; die Rich­te­rin oder der Rich­ter ent­schei­det, ob die Per­son wei­ter­hin in Haft ge­hal­ten oder frei­ge­las­sen wird. Je­de Per­son in Un­ter­su­chungs­haft hat An­spruch auf ein Ur­teil in­nert an­ge­mes­se­ner Frist.
4Je­de Per­son, der die Frei­heit nicht von ei­nem Ge­richt ent­zo­gen wird, hat das Recht, je­der­zeit ein Ge­richt an­zu­ru­fen. Die­ses ent­schei­det so rasch wie mög­lich über die Recht­mäs­sig­keit des Frei­heits­ent­zugs.
1Je­de Per­son gilt bis zur rechts­kräf­ti­gen Ver­ur­tei­lung als un­schul­dig.
2Je­de an­ge­klag­te Per­son hat An­spruch dar­auf, mög­lichst rasch und um­fas­send über die ge­gen sie er­ho­be­nen Be­schul­di­gun­gen un­ter­rich­tet zu wer­den. Sie muss die Mög­lich­keit ha­ben, die ihr zu­ste­hen­den Ver­tei­di­gungs­rech­te gel­tend zu ma­chen.
3Je­de ver­ur­teil­te Per­son hat das Recht, das Ur­teil von ei­nem hö­he­ren Ge­richt über­prü­fen zu las­sen. Aus­ge­nom­men sind die Fäl­le, in de­nen das Bun­des­ge­richt als ein­zi­ge In­stanz ur­teilt.
1Je­de Per­son hat das Recht, Pe­ti­tio­nen an Be­hör­den zu rich­ten; es dür­fen ihr dar­aus kei­ne Nach­tei­le er­wach­sen.
2Die Be­hör­den ha­ben von Pe­ti­tio­nen Kennt­nis zu neh­men.
1Die po­li­ti­schen Rech­te sind ge­währ­leis­tet.
2Die Ga­ran­tie der po­li­ti­schen Rech­te schützt die freie Wil­lens­bil­dung und die un­ver­fälsch­te Stimm­ab­ga­be.
1Die Grund­rech­te müs­sen in der gan­zen Rechts­ord­nung zur Gel­tung kom­men.
2Wer staat­li­che Auf­ga­ben wahr­nimmt, ist an die Grund­rech­te ge­bun­den und ver­pflich­tet, zu ih­rer Ver­wirk­li­chung bei­zu­tra­gen.
3Die Be­hör­den sor­gen da­für, dass die Grund­rech­te, so­weit sie sich da­zu eig­nen, auch un­ter Pri­va­ten wirk­sam wer­den.
1Ein­schrän­kun­gen von Grund­rech­ten be­dür­fen ei­ner ge­setz­li­chen Grund­la­ge. Schwer­wie­gen­de Ein­schrän­kun­gen müs­sen im Ge­setz selbst vor­ge­se­hen sein. Aus­ge­nom­men sind Fäl­le erns­ter, un­mit­tel­ba­rer und nicht an­ders ab­wend­ba­rer Ge­fahr.
2Ein­schrän­kun­gen von Grund­rech­ten müs­sen durch ein öf­fent­li­ches In­ter­es­se oder durch den Schutz von Grund­rech­ten Drit­ter ge­recht­fer­tigt sein.
3Ein­schrän­kun­gen von Grund­rech­ten müs­sen ver­hält­nis­mäs­sig sein.
4Der Kern­ge­halt der Grund­rech­te ist un­an­tast­bar.
1Schwei­zer­bür­ge­rin oder Schwei­zer­bür­ger ist, wer das Bür­ger­recht ei­ner Ge­mein­de und das Bür­ger­recht des Kan­tons be­sitzt.
2Nie­mand darf we­gen sei­ner Bür­ger­rech­te be­vor­zugt oder be­nach­tei­ligt wer­den. Aus­ge­nom­men sind Vor­schrif­ten über die po­li­ti­schen Rech­te in Bür­ger­ge­mein­den und Kor­po­ra­tio­nen so­wie über die Be­tei­li­gung an de­ren Ver­mö­gen, es sei denn, die kan­to­na­le Ge­setz­ge­bung se­he et­was an­de­res vor.
1Der Bund re­gelt Er­werb und Ver­lust der Bür­ger­rech­te durch Ab­stam­mung, Hei­rat und Ad­op­ti­on. Er re­gelt zu­dem den Ver­lust des Schwei­zer Bür­ger­rechts aus an­de­ren Grün­den so­wie die Wie­der­ein­bür­ge­rung.
2Er er­lässt Min­dest­vor­schrif­ten über die Ein­bür­ge­rung von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern durch die Kan­to­ne und er­teilt die Ein­bür­ge­rungs­be­wil­li­gung.
3Er er­leich­tert die Ein­bür­ge­rung von:
Per­so­nen der drit­ten Aus­län­der­ge­ne­ra­ti­on;
staa­ten­lo­sen Kin­dern.1
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 12. Fe­br. 2017, in Kraft seit 12. Fe­br. 2017 (BB vom 30. Sept. 2016, BRB vom 13. April 2017 - AS 2017 2643; BBl 2015 769 1327, 2017 3387).
1Der Bund re­gelt die Aus­übung der po­li­ti­schen Rech­te in eid­ge­nös­si­schen, die Kan­to­ne re­geln sie in kan­to­na­len und kom­mu­na­len An­ge­le­gen­hei­ten.
2Die po­li­ti­schen Rech­te wer­den am Wohn­sitz aus­ge­übt. Bund und Kan­to­ne kön­nen Aus­nah­men vor­se­hen.
3Nie­mand darf die po­li­ti­schen Rech­te in mehr als ei­nem Kan­ton aus­üben.
4Die Kan­to­ne kön­nen vor­se­hen, dass Neu­zu­ge­zo­ge­ne das Stimm­recht in kan­to­na­len und kom­mu­na­len An­ge­le­gen­hei­ten erst nach ei­ner War­te­frist von höchs­tens drei Mo­na­ten nach der Nie­der­las­sung aus­üben dür­fen.
1Der Bund för­dert die Be­zie­hun­gen der Aus­land­schwei­ze­rin­nen und Aus­land­schwei­zer un­ter­ein­an­der und zur Schweiz. Er kann Or­ga­ni­sa­tio­nen un­ter­stüt­zen, die die­ses Ziel ver­fol­gen.
2Er er­lässt Vor­schrif­ten über die Rech­te und Pflich­ten der Aus­land­schwei­ze­rin­nen und Aus­land­schwei­zer, na­ment­lich in Be­zug auf die Aus­übung der po­li­ti­schen Rech­te im Bund, die Er­fül­lung der Pflicht, Mi­li­tär- oder Er­satz­dienst zu leis­ten, die Un­ter­stüt­zung so­wie die So­zi­al­ver­si­che­run­gen.
1Bund und Kan­to­ne set­zen sich in Er­gän­zung zu per­sön­li­cher Ver­ant­wor­tung und pri­va­ter In­itia­ti­ve da­für ein, dass:
je­de Per­son an der so­zia­len Si­cher­heit teil­hat;
je­de Per­son die für ih­re Ge­sund­heit not­wen­di­ge Pfle­ge er­hält;
Fa­mi­li­en als Ge­mein­schaf­ten von Er­wach­se­nen und Kin­dern ge­schützt und ge­för­dert wer­den;
Er­werbs­fä­hi­ge ih­ren Le­bens­un­ter­halt durch Ar­beit zu an­ge­mes­se­nen Be­din­gun­gen be­strei­ten kön­nen;
Woh­nungs­su­chen­de für sich und ih­re Fa­mi­lie ei­ne an­ge­mes­se­ne Woh­nung zu trag­ba­ren Be­din­gun­gen fin­den kön­nen;
Kin­der und Ju­gend­li­che so­wie Per­so­nen im er­werbs­fä­hi­gen Al­ter sich nach ih­ren Fä­hig­kei­ten bil­den, aus- und wei­ter­bil­den kön­nen;
Kin­der und Ju­gend­li­che in ih­rer Ent­wick­lung zu selbst­stän­di­gen und so­zi­al ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen ge­för­dert und in ih­rer so­zia­len, kul­tu­rel­len und po­li­ti­schen In­te­gra­ti­on un­ter­stützt wer­den.
2Bund und Kan­to­ne set­zen sich da­für ein, dass je­de Per­son ge­gen die wirt­schaft­li­chen Fol­gen von Al­ter, In­va­li­di­tät, Krank­heit, Un­fall, Ar­beits­lo­sig­keit, Mut­ter­schaft, Ver­wai­sung und Ver­wit­wung ge­si­chert ist.
3Sie stre­ben die So­zi­al­zie­le im Rah­men ih­rer ver­fas­sungs­mäs­si­gen Zu­stän­dig­kei­ten und ih­rer ver­füg­ba­ren Mit­tel an.
4Aus den So­zi­al­zie­len kön­nen kei­ne un­mit­tel­ba­ren An­sprü­che auf staat­li­che Leis­tun­gen ab­ge­lei­tet wer­den.
1Der Bund er­füllt die Auf­ga­ben, die ihm die Bun­des­ver­fas­sung zu­weist.
1 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (BB vom 3. Okt. 2003, BRB vom 26. Jan. 2005, BRB vom 7. Nov. 2007 - AS 2007 5765; BBl 2002 2291, 2003 6591, 2005 951).
Art. 43 Aufgaben der Kantone
Die Kan­to­ne be­stim­men, wel­che Auf­ga­ben sie im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten er­fül­len.
1Der Bund über­nimmt nur die Auf­ga­ben, wel­che die Kraft der Kan­to­ne über­stei­gen oder ei­ner ein­heit­li­chen Re­ge­lung durch den Bund be­dür­fen.
2Das Ge­mein­we­sen, in dem der Nut­zen ei­ner staat­li­chen Leis­tung an­fällt, trägt de­ren Kos­ten.
3Das Ge­mein­we­sen, das die Kos­ten ei­ner staat­li­chen Leis­tung trägt, kann über die­se Leis­tung be­stim­men.
4Leis­tun­gen der Grund­ver­sor­gung müs­sen al­len Per­so­nen in ver­gleich­ba­rer Wei­se of­fen ste­hen.
5Staat­li­che Auf­ga­ben müs­sen be­darfs­ge­recht und wirt­schaft­lich er­füllt wer­den.
1Bund und Kan­to­ne un­ter­stüt­zen ein­an­der in der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben und ar­bei­ten zu­sam­men.
2Sie schul­den ein­an­der Rück­sicht und Bei­stand. Sie leis­ten ein­an­der Amts- und Rechts­hil­fe.
3Strei­tig­kei­ten zwi­schen Kan­to­nen oder zwi­schen Kan­to­nen und dem Bund wer­den nach Mög­lich­keit durch Ver­hand­lung und Ver­mitt­lung bei­ge­legt.
1Die Kan­to­ne wir­ken nach Mass­ga­be der Bun­des­ver­fas­sung an der Wil­lens­bil­dung des Bun­des mit, ins­be­son­de­re an der Recht­set­zung.
2Der Bund in­for­miert die Kan­to­ne recht­zei­tig und um­fas­send über sei­ne Vor­ha­ben; er holt ih­re Stel­lung­nah­men ein, wenn ih­re In­ter­es­sen be­trof­fen sind.
1Die Kan­to­ne set­zen das Bun­des­recht nach Mass­ga­be von Ver­fas­sung und Ge­setz um.
2Bund und Kan­to­ne kön­nen mit­ein­an­der ver­ein­ba­ren, dass die Kan­to­ne bei der Um­set­zung von Bun­des­recht be­stimm­te Zie­le er­rei­chen und zu die­sem Zweck Pro­gram­me aus­füh­ren, die der Bund fi­nan­zi­ell un­ter­stützt.1
3Der Bund be­lässt den Kan­to­nen mög­lichst gros­se Ge­stal­tungs­frei­heit und trägt den kan­to­na­len Be­son­der­hei­ten Rech­nung.2
2 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (BB vom 3. Okt. 2003, BRB vom 26. Jan. 2005, BRB vom 7. Nov. 2007 - AS 2007 5765; BBl 2002 2291, 2003 6591, 2005 951).
1Der Bund wahrt die Ei­gen­stän­dig­keit der Kan­to­ne.
2Er be­lässt den Kan­to­nen aus­rei­chend ei­ge­ne Auf­ga­ben und be­ach­tet ih­re Or­ga­ni­sa­ti­ons­au­to­no­mie. Er be­lässt den Kan­to­nen aus­rei­chen­de Fi­nan­zie­rungs­quel­len und trägt da­zu bei, dass sie über die not­wen­di­gen fi­nan­zi­el­len Mit­tel zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben ver­fü­gen.1
1Die Kan­to­ne kön­nen mit­ein­an­der Ver­trä­ge schlies­sen so­wie ge­mein­sa­me Or­ga­ni­sa­tio­nen und Ein­rich­tun­gen schaf­fen. Sie kön­nen na­ment­lich Auf­ga­ben von re­gio­na­lem In­ter­es­se ge­mein­sam wahr­neh­men.
2Der Bund kann sich im Rah­men sei­ner Zu­stän­dig­kei­ten be­tei­li­gen.
3Ver­trä­ge zwi­schen Kan­to­nen dür­fen dem Recht und den In­ter­es­sen des Bun­des so­wie den Rech­ten an­de­rer Kan­to­ne nicht zu­wi­der­lau­fen. Sie sind dem Bund zur Kennt­nis zu brin­gen.
4Die Kan­to­ne kön­nen in­ter­kan­to­na­le Or­ga­ne durch in­ter­kan­to­na­len Ver­trag zum Er­lass recht­set­zen­der Be­stim­mun­gen er­mäch­ti­gen, die einen in­ter­kan­to­na­len Ver­trag um­set­zen, so­fern der Ver­trag:
nach dem glei­chen Ver­fah­ren, das für die Ge­setz­ge­bung gilt, ge­neh­migt wor­den ist;
die in­halt­li­chen Grund­zü­ge der Be­stim­mun­gen fest­legt.1
5Die Kan­to­ne be­ach­ten das in­ter­kan­to­na­le Recht.2
Art. 48a Allgemeinverbindlicherklärung und Beteiligungspflicht
1Auf An­trag in­ter­es­sier­ter Kan­to­ne kann der Bund in fol­gen­den Auf­ga­ben­be­rei­chen in­ter­kan­to­na­le Ver­trä­ge all­ge­mein ver­bind­lich er­klä­ren oder Kan­to­ne zur Be­tei­li­gung an in­ter­kan­to­na­len Ver­trä­gen ver­pflich­ten:
Straf- und Mass­nah­men­voll­zug;
Schul­we­sen hin­sicht­lich der in Ar­ti­kel 62 Ab­satz 4 ge­nann­ten Be­rei­che;
kan­to­na­le Hoch­schu­len;
Kul­turein­rich­tun­gen von über­re­gio­na­ler Be­deu­tung;
Ab­fall­be­wirt­schaf­tung;
Ab­was­ser­rei­ni­gung;
Ag­glo­me­ra­ti­ons­ver­kehr;
Spit­zen­me­di­zin und Spe­zi­al­kli­ni­ken;
In­sti­tu­tio­nen zur Ein­glie­de­rung und Be­treu­ung von In­va­li­den.
2Die All­ge­mein­ver­bind­lich­er­klä­rung er­folgt in der Form ei­nes Bun­des­be­schlus­ses.
3Das Ge­setz legt die Vor­aus­set­zun­gen für die All­ge­mein­ver­bind­lich­er­klä­rung und für die Be­tei­li­gungs­ver­pflich­tung fest und re­gelt das Ver­fah­ren.
2 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2006, in Kraft seit 21. Mai 2006 (BB vom 16. Dez. 2005, BRB vom 27. Ju­li 2006 - AS 2006 3033; BBl 2005 5479 5547 7273, 2006 6725).
3 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2006, in Kraft seit 21. Mai 2006 (BB vom 16. Dez. 2005, BRB vom 27. Ju­li 2006 - AS 2006 3033; BBl 2005 5479 5547 7273, 2006 6725).
1Bun­des­recht geht ent­ge­gen­ste­hen­dem kan­to­na­lem Recht vor.
2Der Bund wacht über die Ein­hal­tung des Bun­des­rechts durch die Kan­to­ne.
1Die Ge­mein­de­au­to­no­mie ist nach Mass­ga­be des kan­to­na­len Rechts ge­währ­leis­tet.
2Der Bund be­ach­tet bei sei­nem Han­deln die mög­li­chen Aus­wir­kun­gen auf die Ge­mein­den.
3Er nimmt da­bei Rück­sicht auf die be­son­de­re Si­tua­ti­on der Städ­te und der Ag­glo­me­ra­tio­nen so­wie der Berg­ge­bie­te.
Art. 51 Kantonsverfassungen
1Je­der Kan­ton gibt sich ei­ne de­mo­kra­ti­sche Ver­fas­sung. Die­se be­darf der Zu­stim­mung des Vol­kes und muss re­vi­diert wer­den kön­nen, wenn die Mehr­heit der Stimm­be­rech­tig­ten es ver­langt.
2Die Kan­tons­ver­fas­sun­gen be­dür­fen der Ge­währ­leis­tung des Bun­des. Der Bund ge­währ­leis­tet sie, wenn sie dem Bun­des­recht nicht wi­der­spre­chen.
1Der Bund schützt die ver­fas­sungs­mäs­si­ge Ord­nung der Kan­to­ne.
2Er greift ein, wenn die Ord­nung in ei­nem Kan­ton ge­stört oder be­droht ist und der be­trof­fe­ne Kan­ton sie nicht sel­ber oder mit Hil­fe an­de­rer Kan­to­ne schüt­zen kann.
Art. 53 Bestand und Gebiet der Kantone
1Der Bund schützt Be­stand und Ge­biet der Kan­to­ne.
2Än­de­run­gen im Be­stand der Kan­to­ne be­dür­fen der Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Be­völ­ke­rung, der be­trof­fe­nen Kan­to­ne so­wie von Volk und Stän­den.
3Ge­biets­ver­än­de­run­gen zwi­schen den Kan­to­nen be­dür­fen der Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Be­völ­ke­rung und der be­trof­fe­nen Kan­to­ne so­wie der Ge­neh­mi­gung durch die Bun­des­ver­samm­lung in der Form ei­nes Bun­des­be­schlus­ses.
4Grenz­be­rei­ni­gun­gen kön­nen Kan­to­ne un­ter sich durch Ver­trag vor­neh­men.
1Die aus­wär­ti­gen An­ge­le­gen­hei­ten sind Sa­che des Bun­des.
2Der Bund setzt sich ein für die Wah­rung der Un­ab­hän­gig­keit der Schweiz und für ih­re Wohl­fahrt; er trägt na­ment­lich bei zur Lin­de­rung von Not und Ar­mut in der Welt, zur Ach­tung der Men­schen­rech­te und zur För­de­rung der De­mo­kra­tie, zu ei­nem fried­li­chen Zu­sam­men­le­ben der Völ­ker so­wie zur Er­hal­tung der na­tür­li­chen Le­bens­grund­la­gen.
3Er nimmt Rück­sicht auf die Zu­stän­dig­kei­ten der Kan­to­ne und wahrt ih­re In­ter­es­sen.
Art. 55 Mitwirkung der Kantone an aussenpolitischen Entscheiden
1Die Kan­to­ne wir­ken an der Vor­be­rei­tung aus­sen­po­li­ti­scher Ent­schei­de mit, die ih­re Zu­stän­dig­kei­ten oder ih­re we­sent­li­chen In­ter­es­sen be­tref­fen.
2Der Bund in­for­miert die Kan­to­ne recht­zei­tig und um­fas­send und holt ih­re Stel­lung­nah­men ein.
3Den Stel­lung­nah­men der Kan­to­ne kommt be­son­de­res Ge­wicht zu, wenn sie in ih­ren Zu­stän­dig­kei­ten be­trof­fen sind. In die­sen Fäl­len wir­ken die Kan­to­ne in ge­eig­ne­ter Wei­se an in­ter­na­tio­na­len Ver­hand­lun­gen mit.
Art. 56 Beziehungen der Kantone mit dem Ausland
1Die Kan­to­ne kön­nen in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­rei­chen mit dem Aus­land Ver­trä­ge schlies­sen.
2Die­se Ver­trä­ge dür­fen dem Recht und den In­ter­es­sen des Bun­des so­wie den Rech­ten an­de­rer Kan­to­ne nicht zu­wi­der­lau­fen. Die Kan­to­ne ha­ben den Bund vor Ab­schluss der Ver­trä­ge zu in­for­mie­ren.
3Mit un­ter­ge­ord­ne­ten aus­län­di­schen Be­hör­den kön­nen die Kan­to­ne di­rekt ver­keh­ren; in den üb­ri­gen Fäl­len er­folgt der Ver­kehr der Kan­to­ne mit dem Aus­land durch Ver­mitt­lung des Bun­des.
1Bund und Kan­to­ne sor­gen im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten für die Si­cher­heit des Lan­des und den Schutz der Be­völ­ke­rung.
2Sie ko­or­di­nie­ren ih­re An­stren­gun­gen im Be­reich der in­ne­ren Si­cher­heit.
1Die Schweiz hat ei­ne Ar­mee. Die­se ist grund­sätz­lich nach dem Mi­liz­prin­zip or­ga­ni­siert.
2Die Ar­mee dient der Kriegs­ver­hin­de­rung und trägt bei zur Er­hal­tung des Frie­dens; sie ver­tei­digt das Land und sei­ne Be­völ­ke­rung. Sie un­ter­stützt die zi­vi­len Be­hör­den bei der Ab­wehr schwer­wie­gen­der Be­dro­hun­gen der in­ne­ren Si­cher­heit und bei der Be­wäl­ti­gung an­de­rer aus­ser­or­dent­li­cher La­gen. Das Ge­setz kann wei­te­re Auf­ga­ben vor­se­hen.
3Der Ein­satz der Ar­mee ist Sa­che des Bun­des.1
1Je­der Schwei­zer ist ver­pflich­tet, Mi­li­tär­dienst zu leis­ten. Das Ge­setz sieht einen zi­vi­len Er­satz­dienst vor.
2Für Schwei­ze­rin­nen ist der Mi­li­tär­dienst frei­wil­lig.
3Schwei­zer, die we­der Mi­li­tär- noch Er­satz­dienst leis­ten, schul­den ei­ne Ab­ga­be. Die­se wird vom Bund er­ho­ben und von den Kan­to­nen ver­an­lagt und ein­ge­zo­gen.
4Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über den an­ge­mes­se­nen Er­satz des Er­werbs­aus­falls.
5Per­so­nen, die Mi­li­tär- oder Er­satz­dienst leis­ten und da­bei ge­sund­heit­li­chen Scha­den er­lei­den oder ihr Le­ben ver­lie­ren, ha­ben für sich oder ih­re An­ge­hö­ri­gen An­spruch auf an­ge­mes­se­ne Un­ter­stüt­zung des Bun­des.
1Die Mi­li­tär­ge­setz­ge­bung so­wie Or­ga­ni­sa­ti­on, Aus­bil­dung und Aus­rüs­tung der Ar­mee sind Sa­che des Bun­des.
3Der Bund kann mi­li­tä­ri­sche Ein­rich­tun­gen der Kan­to­ne ge­gen an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung über­neh­men.
1Die Ge­setz­ge­bung über den zi­vi­len Schutz von Per­so­nen und Gü­tern vor den Aus­wir­kun­gen be­waff­ne­ter Kon­flik­te ist Sa­che des Bun­des.
2Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über den Ein­satz des Zi­vil­schut­zes bei Ka­ta­stro­phen und in Not­la­gen.
3Er kann den Schutz­dienst für Män­ner ob­li­ga­to­risch er­klä­ren. Für Frau­en ist die­ser frei­wil­lig.
4 Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über den an­ge­mes­se­nen Er­satz des Er­werbs­aus­falls.
5Per­so­nen, die Schutz­dienst leis­ten und da­bei ge­sund­heit­li­chen Scha­den er­lei­den oder ihr Le­ben ver­lie­ren, ha­ben für sich oder ih­re An­ge­hö­ri­gen An­spruch auf an­ge­mes­se­ne Un­ter­stüt­zung des Bun­des.
1Bund und Kan­to­ne sor­gen ge­mein­sam im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten für ei­ne ho­he Qua­li­tät und Durch­läs­sig­keit des Bil­dungs­rau­mes Schweiz.
2Sie ko­or­di­nie­ren ih­re An­stren­gun­gen und stel­len ih­re Zu­sam­men­ar­beit durch ge­mein­sa­me Or­ga­ne und an­de­re Vor­keh­ren si­cher.
3Sie set­zen sich bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben2 da­für ein, dass all­ge­mein bil­den­de und be­rufs­be­zo­ge­ne Bil­dungs­we­ge ei­ne gleich­wer­ti­ge ge­sell­schaft­li­che An­er­ken­nung fin­den.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2006, in Kraft seit 21. Mai 2006 (BB vom 16. Dez. 2005, BRB vom 27. Ju­li 2006 - AS 2006 3033; BBl 2005 5479 5547 7273, 2006 6725).
2 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers, Art. 58 Abs. 1 ParlG (SR 171.10).
Art. 62 Schulwesen *
1Für das Schul­we­sen sind die Kan­to­ne zu­stän­dig.
2Sie sor­gen für einen aus­rei­chen­den Grund­schul­un­ter­richt, der al­len Kin­dern of­fen steht. Der Grund­schul­un­ter­richt ist ob­li­ga­to­risch und un­ter­steht staat­li­cher Lei­tung oder Auf­sicht. An öf­fent­li­chen Schu­len ist er un­ent­gelt­lich.2
3Die Kan­to­ne sor­gen für ei­ne aus­rei­chen­de Son­der­schu­lung al­ler be­hin­der­ten Kin­der und Ju­gend­li­chen bis längs­tens zum vollen­de­ten 20. Al­ters­jahr.3
4Kommt auf dem Ko­or­di­na­ti­ons­weg kei­ne Har­mo­ni­sie­rung des Schul­we­sens im Be­reich des Schu­lein­tritts­al­ters und der Schul­pflicht, der Dau­er und Zie­le der Bil­dungs­stu­fen und von de­ren Über­gän­gen so­wie der An­er­ken­nung von Ab­schlüs­sen zu­stan­de, so er­lässt der Bund die not­wen­di­gen Vor­schrif­ten.4
5Der Bund re­gelt den Be­ginn des Schul­jah­res.5
6Bei der Vor­be­rei­tung von Er­las­sen des Bun­des, wel­che die Zu­stän­dig­keit der Kan­to­ne be­tref­fen, kommt der Mit­wir­kung der Kan­to­ne be­son­de­res Ge­wicht zu.6
1* Mit Über­gangs­be­stim­mung.
3 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (BB vom 3. Okt. 2003, BRB vom 26. Jan. 2005, BRB vom 7. Nov. 2007 - AS 2007 5765; BBl 2002 2291, 2003 6591, 2005 951).
4 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2006, in Kraft seit 21. Mai 2006 (BB vom 16. Dez. 2005, BRB vom 27. Ju­li 2006 - AS 2006 3033; BBl 2005 5479 5547 7273, 2006 6725).
5 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2006, in Kraft seit 21. Mai 2006 (BB vom 16. Dez. 2005, BRB vom 27. Ju­li 2006 - AS 2006 3033; BBl 2005 5479 5547 7273, 2006 6725).
6 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 21. Mai 2006, in Kraft seit 21. Mai 2006 (BB vom 16. Dez. 2005, BRB vom 27. Ju­li 2006 - AS 2006 3033; BBl 2005 5479 5547 7273, 2006 6725).
Art. 63 Berufsbildung
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über die Be­rufs­bil­dung.
2Er för­dert ein brei­tes und durch­läs­si­ges An­ge­bot im Be­reich der Be­rufs­bil­dung.
Art. 63a Hochschulen
1Der Bund be­treibt die Eid­ge­nös­si­schen Tech­ni­schen Hoch­schu­len. Er kann wei­te­re Hoch­schu­len und an­de­re In­sti­tu­tio­nen des Hoch­schul­be­reichs er­rich­ten, über­neh­men oder be­trei­ben.
2Er un­ter­stützt die kan­to­na­len Hoch­schu­len und kann an wei­te­re von ihm an­er­kann­te In­sti­tu­tio­nen des Hoch­schul­be­reichs Bei­trä­ge ent­rich­ten.
3Bund und Kan­to­ne sor­gen ge­mein­sam für die Ko­or­di­na­ti­on und für die Ge­währ­leis­tung der Qua­li­täts­si­che­rung im schwei­ze­ri­schen Hoch­schul­we­sen. Sie neh­men da­bei Rück­sicht auf die Au­to­no­mie der Hoch­schu­len und ih­re un­ter­schied­li­chen Trä­ger­schaf­ten und ach­ten auf die Gleich­be­hand­lung von In­sti­tu­tio­nen mit glei­chen Auf­ga­ben.
4Zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben schlies­sen Bund und Kan­to­ne Ver­trä­ge ab und über­tra­gen be­stimm­te Be­fug­nis­se an ge­mein­sa­me Or­ga­ne. Das Ge­setz re­gelt die Zu­stän­dig­kei­ten, die die­sen über­tra­gen wer­den kön­nen, und legt die Grund­sät­ze von Or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­fah­ren der Ko­or­di­na­ti­on fest.
5Er­rei­chen Bund und Kan­to­ne auf dem Weg der Ko­or­di­na­ti­on die ge­mein­sa­men Zie­le nicht, so er­lässt der Bund Vor­schrif­ten über die Stu­dien­stu­fen und de­ren Über­gän­ge, über die Wei­ter­bil­dung und über die An­er­ken­nung von In­sti­tu­tio­nen und Ab­schlüs­sen. Zu­dem kann der Bund die Un­ter­stüt­zung der Hoch­schu­len an ein­heit­li­che Fi­nan­zie­rungs­grund­sät­ze bin­den und von der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen den Hoch­schu­len in be­son­ders kos­ten­in­ten­si­ven Be­rei­chen ab­hän­gig ma­chen.
1Der Bund för­dert die wis­sen­schaft­li­che For­schung und die In­no­va­ti­on.1
2Er kann die För­de­rung ins­be­son­de­re da­von ab­hän­gig ma­chen, dass die Qua­li­täts­si­che­rung und die Ko­or­di­na­ti­on si­cher­ge­stellt sind.2
3Er kann For­schungs­stät­ten er­rich­ten, über­neh­men oder be­trei­ben.
Art. 64a Weiterbildung
1Der Bund legt Grund­sät­ze über die Wei­ter­bil­dung fest.
2Er kann die Wei­ter­bil­dung för­dern.
3Das Ge­setz legt die Be­rei­che und die Kri­te­ri­en fest.
1Der Bund er­hebt die not­wen­di­gen sta­tis­ti­schen Da­ten über den Zu­stand und die Ent­wick­lung von Be­völ­ke­rung, Wirt­schaft, Ge­sell­schaft, Bil­dung, For­schung, Raum und Um­welt in der Schweiz.1
2Er kann Vor­schrif­ten über die Har­mo­ni­sie­rung und Füh­rung amt­li­cher Re­gis­ter er­las­sen, um den Er­he­bungs­auf­wand mög­lichst ge­ring zu hal­ten.
1Der Bund kann den Kan­to­nen Bei­trä­ge an ih­re Auf­wen­dun­gen für Aus­bil­dungs­bei­trä­ge an Stu­die­ren­de von Hoch­schu­len und an­de­ren In­sti­tu­tio­nen des hö­he­ren Bil­dungs­we­sens ge­wäh­ren. Er kann die in­ter­kan­to­na­le Har­mo­ni­sie­rung der Aus­bil­dungs­bei­trä­ge för­dern und Grund­sät­ze für die Aus­rich­tung von Aus­bil­dungs­bei­trä­gen fest­le­gen.2
2Er kann zu­dem in Er­gän­zung zu den kan­to­na­len Mass­nah­men und un­ter Wah­rung der kan­to­na­len Schul­ho­heit ei­ge­ne Mass­nah­men zur För­de­rung der Aus­bil­dung er­grei­fen.
Art. 67 Förderung von Kindern und Jugendlichen
1Bund und Kan­to­ne tra­gen bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben den be­son­de­ren För­de­rungs- und Schutz­be­dürf­nis­sen von Kin­dern und Ju­gend­li­chen Rech­nung.
2Der Bund kann in Er­gän­zung zu kan­to­na­len Mass­nah­men die aus­ser­schu­li­sche Ar­beit mit Kin­dern und Ju­gend­li­chen un­ter­stüt­zen.2
1Bund und Kan­to­ne för­dern die mu­si­ka­li­sche Bil­dung, ins­be­son­de­re von Kin­dern und Ju­gend­li­chen.
2Sie set­zen sich im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten für einen hoch­wer­ti­gen Mu­sik­un­ter­richt an Schu­len ein. Er­rei­chen die Kan­to­ne auf dem Ko­or­di­na­ti­ons­weg kei­ne Har­mo­ni­sie­rung der Zie­le des Mu­sik­un­ter­richts an Schu­len, so er­lässt der Bund die not­wen­di­gen Vor­schrif­ten.
3Der Bund legt un­ter Mit­wir­kung der Kan­to­ne Grund­sät­ze fest für den Zu­gang der Ju­gend zum Mu­si­zie­ren und die För­de­rung mu­si­ka­lisch Be­gab­ter.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2012, in Kraft seit 23. Sept. 2012 (BB vom 15. März 2012, BRB vom 29. Jan. 2013 - AS 2013 435; BBl 2009 613, 2010 1, 2012 3443 6899, 2013 1135).
1Der Bund för­dert den Sport, ins­be­son­de­re die Aus­bil­dung.
2Er be­treibt ei­ne Sport­schu­le.
3Er kann Vor­schrif­ten über den Ju­gend­sport er­las­sen und den Sport­un­ter­richt an Schu­len ob­li­ga­to­risch er­klä­ren.
1Für den Be­reich der Kul­tur sind die Kan­to­ne zu­stän­dig.
2Der Bund kann kul­tu­rel­le Be­stre­bun­gen von ge­samtschwei­ze­ri­schem In­ter­es­se un­ter­stüt­zen so­wie Kunst und Mu­sik, ins­be­son­de­re im Be­reich der Aus­bil­dung, för­dern.
3Er nimmt bei der Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben Rück­sicht auf die kul­tu­rel­le und die sprach­li­che Viel­falt des Lan­des.
1Die Amtss­pra­chen des Bun­des sind Deutsch, Fran­zö­sisch und Ita­lie­nisch. Im Ver­kehr mit Per­so­nen rä­to­ro­ma­ni­scher Spra­che ist auch das Rä­to­ro­ma­ni­sche Amtss­pra­che des Bun­des.
2Die Kan­to­ne be­stim­men ih­re Amtss­pra­chen. Um das Ein­ver­neh­men zwi­schen den Sprach­ge­mein­schaf­ten zu wah­ren, ach­ten sie auf die her­kömm­li­che sprach­li­che Zu­sam­men­set­zung der Ge­bie­te und neh­men Rück­sicht auf die an­ge­stamm­ten sprach­li­chen Min­der­hei­ten.
3Bund und Kan­to­ne för­dern die Ver­stän­di­gung und den Aus­tausch zwi­schen den Sprach­ge­mein­schaf­ten.
4Der Bund un­ter­stützt die mehr­spra­chi­gen Kan­to­ne bei der Er­fül­lung ih­rer be­son­de­ren Auf­ga­ben.
5Der Bund un­ter­stützt Mass­nah­men der Kan­to­ne Grau­bün­den und Tes­sin zur Er­hal­tung und För­de­rung der rä­to­ro­ma­ni­schen und der ita­lie­ni­schen Spra­che.
1Der Bund kann die Schwei­zer Film­pro­duk­ti­on und die Film­kul­tur för­dern.
2Er kann Vor­schrif­ten zur För­de­rung der Viel­falt und der Qua­li­tät des Film­an­ge­bots er­las­sen.
1Für die Re­ge­lung des Ver­hält­nis­ses zwi­schen Kir­che und Staat sind die Kan­to­ne zu­stän­dig.
2Bund und Kan­to­ne kön­nen im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­keit Mass­nah­men tref­fen zur Wah­rung des öf­fent­li­chen Frie­dens zwi­schen den An­ge­hö­ri­gen der ver­schie­de­nen Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten.
3Der Bau von Mi­na­ret­ten ist ver­bo­ten.1
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 29. Nov. 2009, in Kraft seit 29. Nov. 2009 (BB vom 12. Ju­ni 2009, BRB vom 5. Mai 2010 - AS 2010 2161; BBl 2008 6851 7603, 2009 4381, 2010 3437).
Bund und Kan­to­ne stre­ben ein auf Dau­er aus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis zwi­schen der Na­tur und ih­rer Er­neue­rungs­fä­hig­keit ei­ner­seits und ih­rer Be­an­spru­chung durch den Men­schen an­der­seits an.
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über den Schutz des Men­schen und sei­ner na­tür­li­chen Um­welt vor schäd­li­chen oder läs­ti­gen Ein­wir­kun­gen.
2Er sorgt da­für, dass sol­che Ein­wir­kun­gen ver­mie­den wer­den. Die Kos­ten der Ver­mei­dung und Be­sei­ti­gung tra­gen die Ver­ur­sa­cher.
3Für den Voll­zug der Vor­schrif­ten sind die Kan­to­ne zu­stän­dig, so­weit das Ge­setz ihn nicht dem Bund vor­be­hält.
1Der Bund legt Grund­sät­ze der Raum­pla­nung fest. Die­se ob­liegt den Kan­to­nen und dient der zweck­mäs­si­gen und haus­häl­te­ri­schen Nut­zung des Bo­dens und der ge­ord­ne­ten Be­sied­lung des Lan­des.
2Der Bund för­dert und ko­or­di­niert die Be­stre­bun­gen der Kan­to­ne und ar­bei­tet mit den Kan­to­nen zu­sam­men.
3Bund und Kan­to­ne be­rück­sich­ti­gen bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben die Er­for­der­nis­se der Raum­pla­nung.
Art. 75a Vermessung
1Die Lan­des­ver­mes­sung ist Sa­che des Bun­des.
2Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über die amt­li­che Ver­mes­sung.
3Er kann Vor­schrif­ten er­las­sen über die Har­mo­ni­sie­rung amt­li­cher In­for­ma­tio­nen, wel­che Grund und Bo­den be­tref­fen.
Art. 75b Zweitwohnungen*
1Der An­teil von Zweit­woh­nun­gen am Ge­samt­be­stand der Wohn­ein­hei­ten und der für Wohn­zwe­cke ge­nutz­ten Brut­to­ge­schoss­flä­che ei­ner Ge­mein­de ist auf höchs­tens 20 Pro­zent be­schränkt.
2Das Ge­setz ver­pflich­tet die Ge­mein­den, ih­ren Erst­woh­nungs­an­teil­plan und den de­tail­lier­ten Stand sei­nes Voll­zugs all­jähr­lich zu ver­öf­fent­li­chen.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 11. März 2012, in Kraft seit 11. März 2012 (BB vom 17. Ju­ni 2011, BRB vom 20. Ju­ni 2012 - AS 2012 3627; BBl 2008 1113 8757, 2011 4825, 2012 6623).
2* Mit Über­gangs­be­stim­mung.
1Der Bund sorgt im Rah­men sei­ner Zu­stän­dig­kei­ten für die haus­häl­te­ri­sche Nut­zung und den Schutz der Was­ser­vor­kom­men so­wie für die Ab­wehr schä­di­gen­der Ein­wir­kun­gen des Was­sers.
2Er legt Grund­sät­ze fest über die Er­hal­tung und die Er­schlies­sung der Was­ser­vor­kom­men, über die Nut­zung der Ge­wäs­ser zur Ener­gie­er­zeu­gung und für Kühl­zwe­cke so­wie über an­de­re Ein­grif­fe in den Was­ser­kreis­lauf.
3Er er­lässt Vor­schrif­ten über den Ge­wäs­ser­schutz, die Si­che­rung an­ge­mes­se­ner Rest­was­ser­men­gen, den Was­ser­bau, die Si­cher­heit der Stau­an­la­gen und die Be­ein­flus­sung der Nie­der­schlä­ge.
4Über die Was­ser­vor­kom­men ver­fü­gen die Kan­to­ne. Sie kön­nen für die Was­ser­nut­zung in den Schran­ken der Bun­des­ge­setz­ge­bung Ab­ga­ben er­he­ben. Der Bund hat das Recht, die Ge­wäs­ser für sei­ne Ver­kehrs­be­trie­be zu nut­zen; er ent­rich­tet da­für ei­ne Ab­ga­be und ei­ne Ent­schä­di­gung.
5Über Rech­te an in­ter­na­tio­na­len Was­ser­vor­kom­men und da­mit ver­bun­de­ne Ab­ga­ben ent­schei­det der Bund un­ter Bei­zug der be­trof­fe­nen Kan­to­ne. Kön­nen sich Kan­to­ne über Rech­te an in­ter­kan­to­na­len Was­ser­vor­kom­men nicht ei­ni­gen, so ent­schei­det der Bund.
6Der Bund be­rück­sich­tigt bei der Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben die An­lie­gen der Kan­to­ne, aus de­nen das Was­ser stammt.
1Der Bund sorgt da­für, dass der Wald sei­ne Schutz-, Nutz- und Wohl­fahrts­funk­tio­nen er­fül­len kann.
2Er legt Grund­sät­ze über den Schutz des Wal­des fest.
3Er för­dert Mass­nah­men zur Er­hal­tung des Wal­des.
1Für den Na­tur- und Hei­mat­schutz sind die Kan­to­ne zu­stän­dig.
2Der Bund nimmt bei der Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben Rück­sicht auf die An­lie­gen des Na­tur- und Hei­mat­schut­zes. Er schont Land­schaf­ten, Orts­bil­der, ge­schicht­li­che Stät­ten so­wie Na­tur- und Kul­tur­denk­mä­ler; er er­hält sie un­ge­schmä­lert, wenn das öf­fent­li­che In­ter­es­se es ge­bie­tet.
3Er kann Be­stre­bun­gen des Na­tur- und Hei­mat­schut­zes un­ter­stüt­zen und Ob­jek­te von ge­samtschwei­ze­ri­scher Be­deu­tung ver­trag­lich oder durch Ent­eig­nung er­wer­ben oder si­chern.
4Er er­lässt Vor­schrif­ten zum Schutz der Tier- und Pflan­zen­welt und zur Er­hal­tung ih­rer Le­bens­räu­me in der na­tür­li­chen Viel­falt. Er schützt be­droh­te Ar­ten vor Aus­rot­tung.
5Moo­re und Moor­land­schaf­ten von be­son­de­rer Schön­heit und ge­samtschwei­ze­ri­scher Be­deu­tung sind ge­schützt. Es dür­fen dar­in we­der An­la­gen ge­baut noch Bo­den­ver­än­de­run­gen vor­ge­nom­men wer­den. Aus­ge­nom­men sind Ein­rich­tun­gen, die dem Schutz oder der bis­he­ri­gen land­wirt­schaft­li­chen Nut­zung der Moo­re und Moor­land­schaf­ten die­nen.
Der Bund legt Grund­sät­ze fest über die Aus­übung der Fi­sche­rei und der Jagd, ins­be­son­de­re zur Er­hal­tung der Ar­ten­viel­falt der Fi­sche, der wild le­ben­den Säu­ge­tie­re und der Vö­gel.
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über den Schutz der Tie­re.
die Tier­hal­tung und die Tier­pfle­ge;
die Tier­ver­su­che und die Ein­grif­fe am le­ben­den Tier;
die Ver­wen­dung von Tie­ren;
die Ein­fuhr von Tie­ren und tie­ri­schen Er­zeug­nis­sen;
den Tier­han­del und die Tier­trans­por­te;
das Tö­ten von Tie­ren.
Der Bund kann im In­ter­es­se des gan­zen oder ei­nes gros­sen Teils des Lan­des öf­fent­li­che Wer­ke er­rich­ten und be­trei­ben oder ih­re Er­rich­tung un­ter­stüt­zen.
Art. 81a Öffentlicher Verkehr
1Bund und Kan­to­ne sor­gen für ein aus­rei­chen­des An­ge­bot an öf­fent­li­chem Ver­kehr auf Schie­ne, Stras­se, Was­ser und mit Seil­bah­nen in al­len Lan­des­ge­gen­den. Die Be­lan­ge des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs sind da­bei an­ge­mes­sen zu be­rück­sich­ti­gen.
2Die Kos­ten des öf­fent­li­chen Ver­kehrs wer­den zu ei­nem an­ge­mes­se­nen Teil durch die von den Nut­ze­rin­nen und Nut­zern be­zahl­ten Prei­se ge­deckt.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 9. Fe­br. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (BB vom 20. Ju­ni 2013, BRB vom 13. Mai 2014, BRB vom 2. Ju­ni 2014, BRB vom 6. Ju­ni 2014 - AS 2015 645; BBl 2010 6637, 2012 1577, 2013 4725 6518, 2014 4113 4117).
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über den Stras­sen­ver­kehr.
2Er übt die Ober­auf­sicht über die Stras­sen von ge­samtschwei­ze­ri­scher Be­deu­tung aus; er kann be­stim­men, wel­che Durch­gangs­stras­sen für den Ver­kehr of­fen blei­ben müs­sen.
3Die Be­nüt­zung öf­fent­li­cher Stras­sen ist ge­büh­ren­frei. Die Bun­des­ver­samm­lung kann Aus­nah­men be­wil­li­gen.
Art. 83 Strasseninfrastruktur
1Bund und Kan­to­ne sor­gen für ei­ne aus­rei­chen­de Stras­senin­fra­struk­tur in al­len Lan­des­ge­gen­den.
2Der Bund stellt die Er­rich­tung ei­nes Net­zes von Na­tio­nal­stras­sen und des­sen Be­nutz­bar­keit si­cher. Er baut, be­treibt und un­ter­hält die Na­tio­nal­stras­sen. Er trägt die Kos­ten da­für. Er kann die Auf­ga­be ganz oder teil­wei­se öf­fent­li­chen, pri­va­ten oder ge­misch­ten Trä­ger­schaf­ten über­tra­gen.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 12. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (BB vom 30. Sept. 2016, BRB vom 10. Nov. 2016 - AS 2017 6731; BBl 2015 2065, 2016 7587, 2017 3387).
Art. 84 Alpenquerender Transitverkehr *
1Der Bund schützt das Al­pen­ge­biet vor den ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen des Tran­sit­ver­kehrs. Er be­grenzt die Be­las­tun­gen durch den Tran­sit­ver­kehr auf ein Mass, das für Men­schen, Tie­re und Pflan­zen so­wie ih­re Le­bens­räu­me nicht schäd­lich ist.
2Der al­pen­que­ren­de Gü­ter­tran­sit­ver­kehr von Gren­ze zu Gren­ze er­folgt auf der Schie­ne. Der Bun­des­rat trifft die not­wen­di­gen Mass­nah­men. Aus­nah­men sind nur zu­läs­sig, wenn sie un­um­gäng­lich sind. Sie müs­sen durch ein Ge­setz nä­her be­stimmt wer­den.
3Die Tran­sit­stras­sen-Ka­pa­zi­tät im Al­pen­ge­biet darf nicht er­höht wer­den. Von die­ser Be­schrän­kung aus­ge­nom­men sind Um­fah­rungs­stras­sen, die Ort­schaf­ten vom Durch­gangs­ver­kehr ent­las­ten.
Art. 85 Schwerverkehrsabgabe *
1Der Bund kann auf dem Schwer­ver­kehr ei­ne leis­tungs- oder ver­brauchs­ab­hän­gi­ge Ab­ga­be er­he­ben, so­weit der Schwer­ver­kehr der All­ge­mein­heit Kos­ten ver­ur­sacht, die nicht durch an­de­re Leis­tun­gen oder Ab­ga­ben ge­deckt sind.
2Der Rein­er­trag der Ab­ga­be wird zur De­ckung von Kos­ten ver­wen­det, die im Zu­sam­men­hang mit dem Land­ver­kehr ste­hen.2
3Die Kan­to­ne wer­den am Rein­er­trag be­tei­ligt. Bei der Be­mes­sung der An­tei­le sind die be­son­de­ren Aus­wir­kun­gen der Ab­ga­be in Berg- und Rand­ge­bie­ten zu be­rück­sich­ti­gen.
2 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 9. Fe­br. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (BB vom 20. Ju­ni 2013, BRB vom 13. Mai 2014, BRB vom 2. Ju­ni 2014, BRB vom 6. Ju­ni 2014 - AS 2015 645; BBl 2010 6637, 2012 1577, 2013 4725 6518, 2014 4113 4117).
Art. 85a Abgabe für die Benützung der Nationalstrassen
Der Bund er­hebt ei­ne Ab­ga­be für die Be­nüt­zung der Na­tio­nal­stras­sen durch Mo­tor­fahr­zeu­ge und An­hän­ger, die nicht der Schwer­ver­kehrs­ab­ga­be un­ter­ste­hen.
Art. 86 Verwendung von Abgaben für Aufgaben und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr*
1Die Na­tio­nal­stras­sen so­wie die Bei­trä­ge an Mass­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur in Städ­ten und Ag­glo­me­ra­tio­nen im Zu­sam­men­hang mit dem Stras­sen­ver­kehr wer­den über einen Fonds fi­nan­ziert.
2Dem Fonds wer­den die fol­gen­den Mit­tel zu­ge­wie­sen:
der Rein­er­trag der Na­tio­nal­stras­sen­ab­ga­be nach Ar­ti­kel 85a;
der Rein­er­trag der be­son­de­ren Ver­brauchs­steu­er nach Ar­ti­kel 131 Ab­satz 1 Buch­sta­be d;
der Rein­er­trag des Zu­schlags nach Ar­ti­kel 131 Ab­satz 2 Buch­sta­be a;
der Rein­er­trag der Ab­ga­be nach Ar­ti­kel 131 Ab­satz 2 Buch­sta­be b;
ein An­teil des Rein­er­trags der Ver­brauchs­steu­er auf al­len Treib­stof­fen, aus­ser den Flug­treib­stof­fen, nach Ar­ti­kel 131 Ab­satz 1 Buch­sta­be e; der An­teil be­trägt je 9 Pro­zent der Mit­tel nach Buch­sta­be c und der Hälf­te des Rein­er­trags der Ver­brauchs­steu­er auf al­len Treib­stof­fen, aus­ser den Flug­treib­stof­fen, höchs­tens aber 310 Mil­lio­nen Fran­ken pro Jahr; das Ge­setz re­gelt die In­de­xie­rung die­ses Be­trags;
in der Re­gel 10 Pro­zent des Rein­er­trags der Ver­brauchs­steu­er auf al­len Treib­stof­fen, aus­ser den Flug­treib­stof­fen, nach Ar­ti­kel 131 Ab­satz 1 Buch­sta­be e;
wei­te­re vom Ge­setz zu­ge­wie­se­ne Mit­tel, die im Zu­sam­men­hang mit dem Stras­sen­ver­kehr ste­hen.
3Für fol­gen­de Auf­ga­ben und Auf­wen­dun­gen im Zu­sam­men­hang mit dem Stras­sen­ver­kehr wird ei­ne Spe­zi­al­fi­nan­zie­rung ge­führt:
Bei­trä­ge an Mass­nah­men zur För­de­rung des kom­bi­nier­ten Ver­kehrs und des Trans­ports be­glei­te­ter Mo­tor­fahr­zeu­ge;
Bei­trä­ge an die Kos­ten für Haupt­stras­sen;
Bei­trä­ge an Schutz­bau­ten ge­gen Na­tur­ge­wal­ten und an Mass­nah­men des Um­welt- und Land­schafts­schut­zes, die der Stras­sen­ver­kehr nö­tig macht;
all­ge­mei­ne Bei­trä­ge an die kan­to­na­len Kos­ten für Stras­sen, die dem Mo­tor­fahr­zeug­ver­kehr ge­öff­net sind;
Bei­trä­ge an Kan­to­ne oh­ne Na­tio­nal­stras­sen;
For­schung und Ver­wal­tung;
4Der Spe­zi­al­fi­nan­zie­rung wird die Hälf­te des Rein­er­trags der Ver­brauchs­steu­er auf al­len Treib­stof­fen, aus­ser den Flug­treib­stof­fen, nach Ar­ti­kel 131 Ab­satz 1 Buch­sta­be e ab­züg­lich der Mit­tel nach Ab­satz 2 Buch­sta­be e gut­ge­schrie­ben.
5Ist der Be­darf in der Spe­zi­al­fi­nan­zie­rung aus­ge­wie­sen und soll in der Spe­zi­al­fi­nan­zie­rung ei­ne an­ge­mes­se­ne Rück­stel­lung ge­bil­det wer­den, so sind Er­trä­ge aus der Ver­brauchs­steu­er nach Ar­ti­kel 131 Ab­satz 1 Buch­sta­be d, statt dem Fonds zu­zu­wei­sen, der Spe­zi­al­fi­nan­zie­rung gut­zu­schrei­ben.
Art. 87 Eisenbahnen und weitere Verkehrsträger *
Die Ge­setz­ge­bung über den Ei­sen­bahn­ver­kehr, die Seil­bah­nen, die Schiff­fahrt so­wie über die Luft- und Raum­fahrt ist Sa­che des Bun­des.
Art. 87a Eisenbahninfrastruktur*
1Der Bund trägt die Haupt­last der Fi­nan­zie­rung der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur.
2Die Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur wird über einen Fonds fi­nan­ziert. Dem Fonds wer­den fol­gen­de Mit­tel zu­ge­wie­sen:
höchs­tens zwei Drit­tel des Er­trags der Schwer­ver­kehrs­ab­ga­be nach Ar­ti­kel 85;
der Er­trag aus der Mehr­wert­steu­er­er­hö­hung nach Ar­ti­kel 130 Ab­satz 3bis;
2,0 Pro­zent der Ein­nah­men aus der di­rek­ten Bun­des­steu­er der na­tür­li­chen Per­so­nen;
2300 Mil­lio­nen Fran­ken pro Jahr aus dem all­ge­mei­nen Bun­des­haus­halt; das Ge­setz re­gelt die In­de­xie­rung die­ses Be­trags.
3Die Kan­to­ne be­tei­li­gen sich an­ge­mes­sen an der Fi­nan­zie­rung der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur. Das Ge­setz re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
4Das Ge­setz kann ei­ne er­gän­zen­de Fi­nan­zie­rung durch Drit­te vor­se­hen.
Art. 87b Verwendung von Abgaben für Aufgaben und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Luftverkehr
Für die fol­gen­den Auf­ga­ben und Auf­wen­dun­gen im Zu­sam­men­hang mit dem Luft­ver­kehr wer­den die Hälf­te des Rein­er­trags der Ver­brauchs­steu­er auf Flug­treib­stof­fen und der Zu­schlag auf der Ver­brauchs­steu­er auf Flug­treib­stof­fen ver­wen­det:
Bei­trä­ge an Um­welt­schutz­mass­nah­men, die der Luft­ver­kehr nö­tig macht;
Bei­trä­ge an Si­cher­heits­mass­nah­men zur Ab­wehr wi­der­recht­li­cher Hand­lun­gen ge­gen den Luft­ver­kehr, na­ment­lich von Ter­ror­an­schlä­gen und Ent­füh­run­gen, so­weit die­se Mass­nah­men nicht staat­li­chen Be­hör­den ob­lie­gen;
Bei­trä­ge an Mass­nah­men zur För­de­rung ei­nes ho­hen tech­ni­schen Si­cher­heits­ni­ve­aus im Luft­ver­kehr.
1Der Bund legt Grund­sät­ze über Fuss-, Wan­der- und Ve­lo­weg­net­ze fest.
2Er kann Mass­nah­men der Kan­to­ne und Drit­ter zur An­la­ge und Er­hal­tung sol­cher Net­ze so­wie zur In­for­ma­ti­on über die­se un­ter­stüt­zen und ko­or­di­nie­ren. Da­bei wahrt er die Zu­stän­dig­kei­ten der Kan­to­ne.
3Er nimmt bei der Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben Rück­sicht auf sol­che Net­ze. Er er­setzt We­ge, die er auf­he­ben muss.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 23. Sept. 2018, in Kraft seit 23. Sept. 2018 (BB vom 13. März 2018, BRB vom 21. Jan. 2019 - AS 2019 525; BBl 2016 1791, 2017 5901, 2018 1859, 2019 1311).
1Bund und Kan­to­ne set­zen sich im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten ein für ei­ne aus­rei­chen­de, breit ge­fä­cher­te, si­che­re, wirt­schaft­li­che und um­welt­ver­träg­li­che Ener­gie­ver­sor­gung so­wie für einen spar­sa­men und ra­tio­nel­len Ener­gie­ver­brauch.
2Der Bund legt Grund­sät­ze fest über die Nut­zung ein­hei­mi­scher und er­neu­er­ba­rer Ener­gi­en und über den spar­sa­men und ra­tio­nel­len Ener­gie­ver­brauch.
3Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über den Ener­gie­ver­brauch von An­la­gen, Fahr­zeu­gen und Ge­rä­ten. Er för­dert die Ent­wick­lung von Ener­gie­tech­ni­ken, ins­be­son­de­re in den Be­rei­chen des Ener­gie­spa­rens und der er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en.
4Für Mass­nah­men, die den Ver­brauch von Ener­gie in Ge­bäu­den be­tref­fen, sind vor al­lem die Kan­to­ne zu­stän­dig.
5Der Bund trägt in sei­ner Ener­gie­po­li­tik den An­stren­gun­gen der Kan­to­ne und Ge­mein­den so­wie der Wirt­schaft Rech­nung; er be­rück­sich­tigt die Ver­hält­nis­se in den ein­zel­nen Lan­des­ge­gen­den und die wirt­schaft­li­che Trag­bar­keit.
Art. 90 Kernenergie *
Die Ge­setz­ge­bung auf dem Ge­biet der Kern­ener­gie ist Sa­che des Bun­des.
Art. 91 Transport von Energie
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über den Trans­port und die Lie­fe­rung elek­tri­scher Ener­gie.
2Die Ge­setz­ge­bung über Rohr­lei­tungs­an­la­gen zur Be­för­de­rung flüs­si­ger oder gas­för­mi­ger Brenn- oder Treib­stof­fe ist Sa­che des Bun­des.
1Das Post- und Fern­mel­de­we­sen ist Sa­che des Bun­des.
2Der Bund sorgt für ei­ne aus­rei­chen­de und preis­wer­te Grund­ver­sor­gung mit Post- und Fern­mel­de­diens­ten in al­len Lan­des­ge­gen­den. Die Ta­ri­fe wer­den nach ein­heit­li­chen Grund­sät­zen fest­ge­legt.
1Die Ge­setz­ge­bung über Ra­dio und Fern­se­hen so­wie über an­de­re For­men der öf­fent­li­chen fern­mel­de­tech­ni­schen Ver­brei­tung von Dar­bie­tun­gen und In­for­ma­tio­nen ist Sa­che des Bun­des.
2Ra­dio und Fern­se­hen tra­gen zur Bil­dung und kul­tu­rel­len Ent­fal­tung, zur frei­en Mei­nungs­bil­dung und zur Un­ter­hal­tung bei. Sie be­rück­sich­ti­gen die Be­son­der­hei­ten des Lan­des und die Be­dürf­nis­se der Kan­to­ne. Sie stel­len die Er­eig­nis­se sach­ge­recht dar und brin­gen die Viel­falt der An­sich­ten an­ge­mes­sen zum Aus­druck.
3Die Un­ab­hän­gig­keit von Ra­dio und Fern­se­hen so­wie die Au­to­no­mie in der Pro­gramm­ge­stal­tung sind ge­währ­leis­tet.
4Auf die Stel­lung und die Auf­ga­be an­de­rer Me­di­en, vor al­lem der Pres­se, ist Rück­sicht zu neh­men.
5Pro­gramm­be­schwer­den kön­nen ei­ner un­ab­hän­gi­gen Be­schwer­de­in­stanz vor­ge­legt wer­den.
1Bund und Kan­to­ne hal­ten sich an den Grund­satz der Wirt­schafts­frei­heit.
2Sie wah­ren die In­ter­es­sen der schwei­ze­ri­schen Ge­samt­wirt­schaft und tra­gen mit der pri­va­ten Wirt­schaft zur Wohl­fahrt und zur wirt­schaft­li­chen Si­cher­heit der Be­völ­ke­rung bei.
3Sie sor­gen im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten für güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen für die pri­va­te Wirt­schaft.
4Ab­wei­chun­gen vom Grund­satz der Wirt­schafts­frei­heit, ins­be­son­de­re auch Mass­nah­men, die sich ge­gen den Wett­be­werb rich­ten, sind nur zu­läs­sig, wenn sie in der Bun­des­ver­fas­sung vor­ge­se­hen oder durch kan­to­na­le Re­gal­rech­te be­grün­det sind.
Art. 95 Privatwirtschaftliche Erwerbstätigkeit *
1Der Bund kann Vor­schrif­ten er­las­sen über die Aus­übung der pri­vat­wirt­schaft­li­chen Er­werbs­tä­tig­keit.
2Er sorgt für einen ein­heit­li­chen schwei­ze­ri­schen Wirt­schafts­raum. Er ge­währ­leis­tet, dass Per­so­nen mit ei­ner wis­sen­schaft­li­chen Aus­bil­dung oder mit ei­nem eid­ge­nös­si­schen, kan­to­na­len oder kan­to­nal an­er­kann­ten Aus­bil­dungs­ab­schluss ih­ren Be­ruf in der gan­zen Schweiz aus­üben kön­nen.
3Zum Schutz der Volks­wirt­schaft, des Pri­vatei­gen­tums und der Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre so­wie im Sin­ne ei­ner nach­hal­ti­gen Un­ter­neh­mens­füh­rung re­gelt das Ge­setz die im In- oder Aus­land ko­tier­ten Schwei­zer Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten nach fol­gen­den Grund­sät­zen:
Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung stimmt jähr­lich über die Ge­samt­sum­me al­ler Ver­gü­tun­gen (Geld und Wert der Sach­leis­tun­gen) des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes ab. Sie wählt jähr­lich die Ver­wal­tungs­rats­prä­si­den­tin oder den Ver­wal­tungs­rats­prä­si­den­ten und ein­zeln die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes und des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses so­wie die un­ab­hän­gi­ge Stimm­rechts­ver­tre­te­rin oder den un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ter. Die Pen­si­ons­kas­sen stim­men im In­ter­es­se ih­rer Ver­si­cher­ten ab und le­gen of­fen, wie sie ge­stimmt ha­ben. Die Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre kön­nen elek­tro­nisch fern­ab­stim­men; die Or­gan- und De­pot­stimm­rechts­ver­tre­tung ist un­ter­sagt.
Die Or­gan­mit­glie­der er­hal­ten kei­ne Ab­gangs- oder an­de­re Ent­schä­di­gung, kei­ne Ver­gü­tung im Vor­aus, kei­ne Prä­mie für Fir­men­käu­fe und -ver­käu­fe und kei­nen zu­sätz­li­chen Be­ra­ter- oder Ar­beits­ver­trag von ei­ner an­de­ren Ge­sell­schaft der Grup­pe. Die Füh­rung der Ge­sell­schaft kann nicht an ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son de­le­giert wer­den.
Die Sta­tu­ten re­geln die Hö­he der Kre­di­te, Dar­le­hen und Ren­ten an die Or­gan­mit­glie­der, de­ren Er­folgs- und Be­tei­li­gungs­plä­ne und de­ren An­zahl Man­da­te aus­ser­halb des Kon­zerns so­wie die Dau­er der Ar­beits­ver­trä­ge der Ge­schäfts­lei­tungs­mit­glie­der.
Wi­der­hand­lung ge­gen die Be­stim­mun­gen nach den Buch­sta­ben a-c wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren und Geld­stra­fe bis zu sechs Jah­res­ver­gü­tun­gen be­straft.2
2 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 3. März 2013, in Kraft seit 3. März 2013 (BRB vom 15. Nov. 2012 und 30. April 2013 - AS 2013 1303; BBl 2006 8755, 2008 2577, 2009 299, 2012 9219, 2013 3129).
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten ge­gen volks­wirt­schaft­lich oder so­zi­al schäd­li­che Aus­wir­kun­gen von Kar­tel­len und an­de­ren Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen.
2Er trifft Mass­nah­men:
zur Ver­hin­de­rung von Miss­bräu­chen in der Preis­bil­dung durch markt­mäch­ti­ge Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­tio­nen des pri­va­ten und des öf­fent­li­chen Rechts;
ge­gen den un­lau­te­ren Wett­be­werb.
1Der Bund trifft Mass­nah­men zum Schutz der Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten.
2Er er­lässt Vor­schrif­ten über die Rechts­mit­tel, wel­che die Kon­su­men­ten­or­ga­ni­sa­tio­nen er­grei­fen kön­nen. Die­sen Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen im Be­reich der Bun­des­ge­setz­ge­bung über den un­lau­te­ren Wett­be­werb die glei­chen Rech­te zu wie den Be­rufs- und Wirt­schafts­ver­bän­den.
3Die Kan­to­ne se­hen für Strei­tig­kei­ten bis zu ei­nem be­stimm­ten Streit­wert ein Schlich­tungs­ver­fah­ren oder ein ein­fa­ches und ra­sches Ge­richts­ver­fah­ren vor. Der Bun­des­rat legt die Streit­wert­gren­ze fest.
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über das Ban­ken- und Bör­sen­we­sen; er trägt da­bei der be­son­de­ren Auf­ga­be und Stel­lung der Kan­to­nal­ban­ken Rech­nung.
2Er kann Vor­schrif­ten er­las­sen über Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen in an­de­ren Be­rei­chen.
3Er er­lässt Vor­schrif­ten über das Pri­vat­ver­si­che­rungs­we­sen.
1Das Geld- und Wäh­rungs­we­sen ist Sa­che des Bun­des; die­sem al­lein steht das Recht zur Aus­ga­be von Mün­zen und Bank­no­ten zu.
2Die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank führt als un­ab­hän­gi­ge Zen­tral­bank ei­ne Geld- und Wäh­rungs­po­li­tik, die dem Ge­sam­t­in­ter­es­se des Lan­des dient; sie wird un­ter Mit­wir­kung und Auf­sicht des Bun­des ver­wal­tet.
3Die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank bil­det aus ih­ren Er­trä­gen aus­rei­chen­de Wäh­rungs­re­ser­ven; ein Teil die­ser Re­ser­ven wird in Gold ge­hal­ten.
4Der Rein­ge­winn der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank geht zu min­des­tens zwei Drit­teln an die Kan­to­ne.
1Der Bund trifft Mass­nah­men für ei­ne aus­ge­gli­che­ne kon­junk­tu­rel­le Ent­wick­lung, ins­be­son­de­re zur Ver­hü­tung und Be­kämp­fung von Ar­beits­lo­sig­keit und Teue­rung.
2Er be­rück­sich­tigt die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung der ein­zel­nen Lan­des­ge­gen­den. Er ar­bei­tet mit den Kan­to­nen und der Wirt­schaft zu­sam­men.
3Im Geld- und Kre­dit­we­sen, in der Aus­sen­wirt­schaft und im Be­reich der öf­fent­li­chen Fi­nan­zen kann er nö­ti­gen­falls vom Grund­satz der Wirt­schafts­frei­heit ab­wei­chen.
4Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den be­rück­sich­ti­gen in ih­rer Ein­nah­men- und Aus­ga­ben­po­li­tik die Kon­junk­tur­la­ge.
5Der Bund kann zur Sta­bi­li­sie­rung der Kon­junk­tur vor­über­ge­hend auf bun­des­recht­li­chen Ab­ga­ben Zu­schlä­ge er­he­ben oder Ra­bat­te ge­wäh­ren. Die ab­ge­schöpf­ten Mit­tel sind still­zu­le­gen; nach der Frei­ga­be wer­den di­rek­te Ab­ga­ben in­di­vi­du­ell zu­rück­er­stat­tet, in­di­rek­te zur Ge­wäh­rung von Ra­bat­ten oder zur Ar­beits­be­schaf­fung ver­wen­det.
6Der Bund kann die Un­ter­neh­men zur Bil­dung von Ar­beits­be­schaf­fungs­re­ser­ven ver­pflich­ten; er ge­währt da­für Steu­erer­leich­te­run­gen und kann da­zu auch die Kan­to­ne ver­pflich­ten. Nach der Frei­ga­be der Re­ser­ven ent­schei­den die Un­ter­neh­men frei über de­ren Ein­satz im Rah­men der ge­setz­li­chen Ver­wen­dungs­zwe­cke.
1Der Bund wahrt die In­ter­es­sen der schwei­ze­ri­schen Wirt­schaft im Aus­land.
2In be­son­de­ren Fäl­len kann er Mass­nah­men tref­fen zum Schutz der in­län­di­schen Wirt­schaft. Er kann nö­ti­gen­falls vom Grund­satz der Wirt­schafts­frei­heit ab­wei­chen.
Art. 102 Landesversorgung *
1Der Bund stellt die Ver­sor­gung des Lan­des mit le­bens­wich­ti­gen Gü­tern und Dienst­leis­tun­gen si­cher für den Fall macht­po­li­ti­scher oder krie­ge­ri­scher Be­dro­hun­gen so­wie in schwe­ren Man­gel­la­gen, de­nen die Wirt­schaft nicht selbst zu be­geg­nen ver­mag. Er trifft vor­sorg­li­che Mass­nah­men.
2Er kann nö­ti­gen­falls vom Grund­satz der Wirt­schafts­frei­heit ab­wei­chen.
Art. 103 Strukturpolitik *
Der Bund kann wirt­schaft­lich be­droh­te Lan­des­ge­gen­den un­ter­stüt­zen so­wie Wirt­schafts­zwei­ge und Be­ru­fe för­dern, wenn zu­mut­ba­re Selbst­hil­fe­mass­nah­men zur Si­che­rung ih­rer Exis­tenz nicht aus­rei­chen. Er kann nö­ti­gen­falls vom Grund­satz der Wirt­schafts­frei­heit ab­wei­chen.
1Der Bund sorgt da­für, dass die Land­wirt­schaft durch ei­ne nach­hal­ti­ge und auf den Markt aus­ge­rich­te­te Pro­duk­ti­on einen we­sent­li­chen Bei­trag leis­tet zur:
si­che­ren Ver­sor­gung der Be­völ­ke­rung;
Er­hal­tung der na­tür­li­chen Le­bens­grund­la­gen und zur Pfle­ge der Kul­tur­land­schaft;
de­zen­tra­len Be­sied­lung des Lan­des.
2Er­gän­zend zur zu­mut­ba­ren Selbst­hil­fe der Land­wirt­schaft und nö­ti­gen­falls ab­wei­chend vom Grund­satz der Wirt­schafts­frei­heit för­dert der Bund die bo­den­be­wirt­schaf­ten­den bäu­er­li­chen Be­trie­be.
3Er rich­tet die Mass­nah­men so aus, dass die Land­wirt­schaft ih­re mul­ti­funk­tio­na­len Auf­ga­ben er­füllt. Er hat ins­be­son­de­re fol­gen­de Be­fug­nis­se und Auf­ga­ben:
Er er­gänzt das bäu­er­li­che Ein­kom­men durch Di­rekt­zah­lun­gen zur Er­zie­lung ei­nes an­ge­mes­se­nen Ent­gelts für die er­brach­ten Leis­tun­gen, un­ter der Vor­aus­set­zung ei­nes öko­lo­gi­schen Leis­tungs­nach­wei­ses.
Er för­dert mit wirt­schaft­lich loh­nen­den An­rei­zen Pro­duk­ti­ons­for­men, die be­son­ders na­tur­nah, um­welt- und tier­freund­lich sind.
Er er­lässt Vor­schrif­ten zur De­kla­ra­ti­on von Her­kunft, Qua­li­tät, Pro­duk­ti­ons­me­tho­de und Ver­ar­bei­tungs­ver­fah­ren für Le­bens­mit­tel.
Er schützt die Um­welt vor Be­ein­träch­ti­gun­gen durch über­höh­ten Ein­satz von Düng­stof­fen, Che­mi­ka­li­en und an­de­ren Hilfss­tof­fen.
Er kann die land­wirt­schaft­li­che For­schung, Be­ra­tung und Aus­bil­dung för­dern so­wie In­ves­ti­ti­ons­hil­fen leis­ten.
Er kann Vor­schrif­ten zur Fes­ti­gung des bäu­er­li­chen Grund­be­sit­zes er­las­sen.
4Er setzt da­für zweck­ge­bun­de­ne Mit­tel aus dem Be­reich der Land­wirt­schaft und all­ge­mei­ne Bun­des­mit­tel ein.
Zur Si­cher­stel­lung der Ver­sor­gung der Be­völ­ke­rung mit Le­bens­mit­teln schafft der Bund Vor­aus­set­zun­gen für:
die Si­che­rung der Grund­la­gen für die land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­on, ins­be­son­de­re des Kul­tur­lan­des;
ei­ne stand­ort­an­ge­pass­te und res­sour­cenef­fi­zi­en­te Le­bens­mit­tel­pro­duk­ti­on;
ei­ne auf den Markt aus­ge­rich­te­te Land- und Er­näh­rungs­wirt­schaft;
grenz­über­schrei­ten­de Han­dels­be­zie­hun­gen, die zur nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung der Land- und Er­näh­rungs­wirt­schaft bei­tra­gen;
einen res­sour­cen­scho­nen­den Um­gang mit Le­bens­mit­teln.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 24. Sept. 2017, in Kraft seit 24. Sept. 2017 (BB vom 14. März 2017, BRB vom 30. Nov. 2017 - AS 2017 6735; BBl 2014 6135, 2015 5753, 2017 2495 7829).
Die Ge­setz­ge­bung über Her­stel­lung, Ein­fuhr, Rei­ni­gung und Ver­kauf ge­brann­ter Was­ser ist Sa­che des Bun­des. Der Bund trägt ins­be­son­de­re den schäd­li­chen Wir­kun­gen des Al­ko­hol­kon­sums Rech­nung.
Art. 106 Geldspiele
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über die Geld­spie­le; er trägt da­bei den In­ter­es­sen der Kan­to­ne Rech­nung.
2Für die Er­rich­tung und den Be­trieb von Spiel­ban­ken ist ei­ne Kon­zes­si­on des Bun­des er­for­der­lich. Der Bund be­rück­sich­tigt bei der Kon­zes­si­ons­er­tei­lung die re­gio­na­len Ge­ge­ben­hei­ten. Er er­hebt ei­ne er­trags­ab­hän­gi­ge Spiel­ban­ken­ab­ga­be; die­se darf 80 Pro­zent der Brut­to­spie­ler­trä­ge nicht über­stei­gen. Die­se Ab­ga­be ist für die Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung be­stimmt.
3Die Kan­to­ne sind zu­stän­dig für die Be­wil­li­gung und die Be­auf­sich­ti­gung:
der Geld­spie­le, die ei­ner un­be­grenz­ten Zahl Per­so­nen of­fen­ste­hen, an meh­re­ren Or­ten an­ge­bo­ten wer­den und der­sel­ben Zu­falls­zie­hung oder ei­ner ähn­li­chen Pro­ze­dur un­ter­lie­gen; aus­ge­nom­men sind die Jack­pot­sys­te­me der Spiel­ban­ken;
der Sport­wet­ten;
der Ge­schick­lich­keitss­pie­le.
4Die Ab­sät­ze 2 und 3 fin­den auch auf die te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­stützt durch­ge­führ­ten Geld­spie­le An­wen­dung.
5Bund und Kan­to­ne tra­gen den Ge­fah­ren der Geld­spie­le Rech­nung. Sie stel­len durch Ge­setz­ge­bung und Auf­sichts­mass­nah­men einen an­ge­mes­se­nen Schutz si­cher und be­rück­sich­ti­gen da­bei die un­ter­schied­li­chen Merk­ma­le der Spie­le so­wie Art und Ort des Spie­l­an­ge­bots.
6Die Kan­to­ne stel­len si­cher, dass die Rei­ner­trä­ge aus den Spie­len ge­mä­ss Ab­satz 3 Buch­sta­ben a und b voll­um­fäng­lich für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke, na­ment­lich in den Be­rei­chen Kul­tur, So­zia­les und Sport, ver­wen­det wer­den.
7Der Bund und die Kan­to­ne ko­or­di­nie­ren sich bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben. Das Ge­setz schafft zu die­sem Zweck ein ge­mein­sa­mes Or­gan, das hälf­tig aus Mit­glie­dern der Voll­zugs­or­ga­ne des Bun­des und der Kan­to­ne zu­sam­men­ge­setzt ist.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 11. März 2012, in Kraft seit 11. März 2012 (BB vom 29. Sept. 2011, BRB vom 20. Ju­ni 2012 - AS 2012 3629; BBl 2009 7019, 2010 7961, 2012 6623).
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten ge­gen den Miss­brauch von Waf­fen, Waf­fen­zu­be­hör und Mu­ni­ti­on.
2Er er­lässt Vor­schrif­ten über die Her­stel­lung, die Be­schaf­fung und den Ver­trieb so­wie über die Ein-, Aus- und Durch­fuhr von Kriegs­ma­te­ri­al.
1Der Bund för­dert den Woh­nungs­bau, den Er­werb von Woh­nungs- und Haus­ei­gen­tum, das dem Ei­gen­be­darf Pri­va­ter dient, so­wie die Tä­tig­keit von Trä­gern und Or­ga­ni­sa­tio­nen des ge­mein­nüt­zi­gen Woh­nungs­baus.
2Er för­dert ins­be­son­de­re die Be­schaf­fung und Er­schlies­sung von Land für den Woh­nungs­bau, die Ra­tio­na­li­sie­rung und die Ver­bil­li­gung des Woh­nungs­baus so­wie die Ver­bil­li­gung der Wohn­kos­ten.
3Er kann Vor­schrif­ten er­las­sen über die Er­schlies­sung von Land für den Woh­nungs­bau und die Bau­ra­tio­na­li­sie­rung.
4Er be­rück­sich­tigt da­bei na­ment­lich die In­ter­es­sen von Fa­mi­li­en, Be­tag­ten, Be­dürf­ti­gen und Be­hin­der­ten.
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten ge­gen Miss­bräu­che im Miet­we­sen, na­ment­lich ge­gen miss­bräuch­li­che Miet­zin­se, so­wie über die An­fecht­bar­keit miss­bräuch­li­cher Kün­di­gun­gen und die be­fris­te­te Er­stre­ckung von Miet­ver­hält­nis­sen.
2Er kann Vor­schrif­ten über die All­ge­mein­ver­bind­lich­er­klä­rung von Rah­men­miet­ver­trä­gen er­las­sen. Sol­che dür­fen nur all­ge­mein­ver­bind­lich er­klärt wer­den, wenn sie be­grün­de­ten Min­der­heits­in­ter­es­sen so­wie re­gio­na­len Ver­schie­den­hei­ten an­ge­mes­sen Rech­nung tra­gen und die Rechts­gleich­heit nicht be­ein­träch­ti­gen.
Art. 110 Arbeit *
1Der Bund kann Vor­schrif­ten er­las­sen über:
den Schutz der Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer;
das Ver­hält­nis zwi­schen Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­sei­te, ins­be­son­de­re über die ge­mein­sa­me Re­ge­lung be­trieb­li­cher und be­ruf­li­cher An­ge­le­gen­hei­ten;
die Ar­beits­ver­mitt­lung;
die All­ge­mein­ver­bind­lich­er­klä­rung von Ge­samt­ar­beits­ver­trä­gen.
2Ge­samt­ar­beits­ver­trä­ge dür­fen nur all­ge­mein­ver­bind­lich er­klärt wer­den, wenn sie be­grün­de­ten Min­der­heits­in­ter­es­sen und re­gio­na­len Ver­schie­den­hei­ten an­ge­mes­sen Rech­nung tra­gen und die Rechts­gleich­heit so­wie die Ko­ali­ti­ons­frei­heit nicht be­ein­träch­ti­gen.
3Der 1. Au­gust ist Bun­des­fei­er­tag. Er ist ar­beits­recht­lich den Sonn­ta­gen gleich­ge­stellt und be­zahlt.
1Der Bund trifft Mass­nah­men für ei­ne aus­rei­chen­de Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge. Die­se be­ruht auf drei Säu­len, näm­lich der eid­ge­nös­si­schen Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung, der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge und der Selbst­vor­sor­ge.
2Der Bund sorgt da­für, dass die eid­ge­nös­si­sche Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung so­wie die be­ruf­li­che Vor­sor­ge ih­ren Zweck dau­ernd er­fül­len kön­nen.
3Er kann die Kan­to­ne ver­pflich­ten, Ein­rich­tun­gen der eid­ge­nös­si­schen Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung so­wie der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge von der Steu­er­pflicht zu be­frei­en und den Ver­si­cher­ten und ih­ren Ar­beit­ge­be­rin­nen und Ar­beit­ge­bern auf Bei­trä­gen und an­wart­schaft­li­chen An­sprü­chen Steu­erer­leich­te­run­gen zu ge­wäh­ren.
4Er för­dert in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen die Selbst­vor­sor­ge na­ment­lich durch Mass­nah­men der Steu­er- und Ei­gen­tumspo­li­tik.
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über die Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung.
2Er be­ach­tet da­bei fol­gen­de Grund­sät­ze:
Die Ver­si­che­rung ist ob­li­ga­to­risch.
Sie ge­währt Geld- und Sach­leis­tun­gen.
Die Ren­ten ha­ben den Exis­tenz­be­darf an­ge­mes­sen zu de­cken.
Die Höchst­ren­te be­trägt ma­xi­mal das Dop­pel­te der Min­de­st­ren­te.
Die Ren­ten wer­den min­des­tens der Preis­ent­wick­lung an­ge­passt.
3Die Ver­si­che­rung wird fi­nan­ziert:
durch Bei­trä­ge der Ver­si­cher­ten, wo­bei die Ar­beit­ge­be­rin­nen und Ar­beit­ge­ber für ih­re Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer die Hälf­te der Bei­trä­ge be­zah­len;
durch Leis­tun­gen des Bun­des.
4Die Leis­tun­gen des Bun­des be­tra­gen höchs­tens die Hälf­te der Aus­ga­ben.3
5Die Leis­tun­gen des Bun­des wer­den in ers­ter Li­nie aus dem Rein­er­trag der Ta­bak­steu­er, der Steu­er auf ge­brann­ten Was­sern und der Ab­ga­be aus dem Be­trieb von Spiel­ban­ken ge­deckt.
4 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (BB vom 3. Okt. 2003, BRB vom 26. Jan. 2005, BRB vom 7. Nov. 2007 - AS 2007 5765; BBl 2002 2291, 2003 6591, 2005 951).
Art. 112a Ergänzungsleistungen
1Bund und Kan­to­ne rich­ten Er­gän­zungs­leis­tun­gen aus an Per­so­nen, de­ren Exis­tenz­be­darf durch die Leis­tun­gen der Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung nicht ge­deckt ist.
2Das Ge­setz legt den Um­fang der Er­gän­zungs­leis­tun­gen so­wie die Auf­ga­ben und Zu­stän­dig­kei­ten von Bund und Kan­to­nen fest.
Art. 112b Förderung der Eingliederung Invalider*
1Der Bund för­dert die Ein­glie­de­rung In­va­li­der durch die Aus­rich­tung von Geld- und Sach­leis­tun­gen. Zu die­sem Zweck kann er Mit­tel der In­va­li­den­ver­si­che­rung ver­wen­den.
2Die Kan­to­ne för­dern die Ein­glie­de­rung In­va­li­der, ins­be­son­de­re durch Bei­trä­ge an den Bau und den Be­trieb von In­sti­tu­tio­nen, die dem Woh­nen und dem Ar­bei­ten die­nen.
3Das Ge­setz legt die Zie­le der Ein­glie­de­rung und die Grund­sät­ze und Kri­te­ri­en fest.
Art. 112c Betagten- und Behindertenhilfe*
1Die Kan­to­ne sor­gen für die Hil­fe und Pfle­ge von Be­tag­ten und Be­hin­der­ten zu Hau­se.
2Der Bund un­ter­stützt ge­samtschwei­ze­ri­sche Be­stre­bun­gen zu Guns­ten Be­tag­ter und Be­hin­der­ter. Zu die­sem Zweck kann er Mit­tel aus der Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung ver­wen­den.
Art. 113 Berufliche Vorsorge *
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über die be­ruf­li­che Vor­sor­ge.
Die be­ruf­li­che Vor­sor­ge er­mög­licht zu­sam­men mit der Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung die Fort­set­zung der ge­wohn­ten Le­bens­hal­tung in an­ge­mes­se­ner Wei­se.
Die be­ruf­li­che Vor­sor­ge ist für Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer ob­li­ga­to­risch; das Ge­setz kann Aus­nah­men vor­se­hen.
Die Ar­beit­ge­be­rin­nen und Ar­beit­ge­ber ver­si­chern ih­re Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer bei ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung; so­weit er­for­der­lich, er­mög­licht ih­nen der Bund, die Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer in ei­ner eid­ge­nös­si­schen Vor­sor­ge­ein­rich­tung zu ver­si­chern.
Selbst­stän­di­g­er­wer­ben­de kön­nen sich frei­wil­lig bei ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung ver­si­chern.
Für be­stimm­te Grup­pen von Selbst­stän­di­g­er­wer­ben­den kann der Bund die be­ruf­li­che Vor­sor­ge all­ge­mein oder für ein­zel­ne Ri­si­ken ob­li­ga­to­risch er­klä­ren.
3Die be­ruf­li­che Vor­sor­ge wird durch die Bei­trä­ge der Ver­si­cher­ten fi­nan­ziert, wo­bei die Ar­beit­ge­be­rin­nen und Ar­beit­ge­ber min­des­tens die Hälf­te der Bei­trä­ge ih­rer Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer be­zah­len.
4Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen müs­sen den bun­des­recht­li­chen Min­dest­an­for­de­run­gen ge­nü­gen; der Bund kann für die Lö­sung be­son­de­rer Auf­ga­ben ge­samtschwei­ze­ri­sche Mass­nah­men vor­se­hen.
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.
Die Ver­si­che­rung ge­währt an­ge­mes­se­nen Er­w­erb­ser­satz und un­ter­stützt Mass­nah­men zur Ver­hü­tung und Be­kämp­fung der Ar­beits­lo­sig­keit.
Der Bei­tritt ist für Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer ob­li­ga­to­risch; das Ge­setz kann Aus­nah­men vor­se­hen.
Selbst­stän­di­g­er­wer­ben­de kön­nen sich frei­wil­lig ver­si­chern.
3Die Ver­si­che­rung wird durch die Bei­trä­ge der Ver­si­cher­ten fi­nan­ziert, wo­bei die Ar­beit­ge­be­rin­nen und Ar­beit­ge­ber für ih­re Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer die Hälf­te der Bei­trä­ge be­zah­len.
4Bund und Kan­to­ne er­brin­gen bei aus­ser­or­dent­li­chen Ver­hält­nis­sen fi­nan­zi­el­le Leis­tun­gen.
5Der Bund kann Vor­schrif­ten über die Ar­beits­lo­sen­für­sor­ge er­las­sen.
Art. 115 Unterstützung Bedürftiger
Be­dürf­ti­ge wer­den von ih­rem Wohn­kan­ton un­ter­stützt. Der Bund re­gelt die Aus­nah­men und Zu­stän­dig­kei­ten.
Art. 116 Familienzulagen und Mutterschaftsversicherung
1Der Bund be­rück­sich­tigt bei der Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben die Be­dürf­nis­se der Fa­mi­lie. Er kann Mass­nah­men zum Schutz der Fa­mi­lie un­ter­stüt­zen.
2Er kann Vor­schrif­ten über die Fa­mi­li­en­zu­la­gen er­las­sen und ei­ne eid­ge­nös­si­sche Fa­mi­li­en­aus­gleichs­kas­se füh­ren.
3Er rich­tet ei­ne Mut­ter­schafts­ver­si­che­rung ein. Er kann auch Per­so­nen zu Bei­trä­gen ver­pflich­ten, die nicht in den Ge­nuss der Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ge­lan­gen kön­nen.
4Der Bund kann den Bei­tritt zu ei­ner Fa­mi­li­en­aus­gleichs­kas­se und die Mut­ter­schafts­ver­si­che­rung all­ge­mein oder für ein­zel­ne Be­völ­ke­rungs­grup­pen ob­li­ga­to­risch er­klä­ren und sei­ne Leis­tun­gen von an­ge­mes­se­nen Leis­tun­gen der Kan­to­ne ab­hän­gig ma­chen.
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über die Kran­ken- und die Un­fall­ver­si­che­rung.
2Er kann die Kran­ken- und die Un­fall­ver­si­che­rung all­ge­mein oder für ein­zel­ne Be­völ­ke­rungs­grup­pen ob­li­ga­to­risch er­klä­ren.
Art. 117a Medizinische Grundversorgung
1Bund und Kan­to­ne sor­gen im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten für ei­ne aus­rei­chen­de, al­len zu­gäng­li­che me­di­zi­ni­sche Grund­ver­sor­gung von ho­her Qua­li­tät. Sie an­er­ken­nen und för­dern die Haus­arzt­me­di­zin als einen we­sent­li­chen Be­stand­teil die­ser Grund­ver­sor­gung.
2Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über:
die Aus- und Wei­ter­bil­dung für Be­ru­fe der me­di­zi­ni­schen Grund­ver­sor­gung und über die An­for­de­run­gen zur Aus­übung die­ser Be­ru­fe;
die an­ge­mes­se­ne Ab­gel­tung der Leis­tun­gen der Haus­arzt­me­di­zin.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 18. Mai 2014, in Kraft seit 18. Mai 2014 (BB vom 19. Sept. 2013, BRB vom 18. Aug. 2014 - AS 2014 2769; BBl 2010 2939, 2011 7553, 2013 7347, 2014 6349).
1Der Bund trifft im Rah­men sei­ner Zu­stän­dig­kei­ten Mass­nah­men zum Schutz der Ge­sund­heit.
2Er er­lässt Vor­schrif­ten über:
den Um­gang mit Le­bens­mit­teln so­wie mit Heil­mit­teln, Be­täu­bungs­mit­teln, Or­ga­nis­men, Che­mi­ka­li­en und Ge­gen­stän­den, wel­che die Ge­sund­heit ge­fähr­den kön­nen;
die Be­kämp­fung über­trag­ba­rer, stark ver­brei­te­ter oder bös­ar­ti­ger Krank­hei­ten von Men­schen und Tie­ren;
den Schutz vor io­ni­sie­ren­den Strah­len.
Bund und Kan­to­ne sor­gen im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten für die Be­rück­sich­ti­gung der Kom­ple­men­tär­me­di­zin.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 17. Mai 2009, in Kraft seit 17. Mai 2009 (BB vom 3. Okt. 2008, BRB vom 21. Okt. 2009 - AS 2009 5325; BBl 2005 6001, 2006 7591, 2008 8229, 2009 7539).
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über die For­schung am Men­schen, so­weit der Schutz sei­ner Wür­de und sei­ner Per­sön­lich­keit es er­for­dert. Er wahrt da­bei die For­schungs­frei­heit und trägt der Be­deu­tung der For­schung für Ge­sund­heit und Ge­sell­schaft Rech­nung.
2Für die For­schung in Bio­lo­gie und Me­di­zin mit Per­so­nen be­ach­tet er fol­gen­de Grund­sät­ze:
Je­des For­schungs­vor­ha­ben setzt vor­aus, dass die teil­neh­men­den oder ge­mä­ss Ge­setz be­rech­tig­ten Per­so­nen nach hin­rei­chen­der Auf­klä­rung ih­re Ein­wil­li­gung er­teilt ha­ben. Das Ge­setz kann Aus­nah­men vor­se­hen. Ei­ne Ab­leh­nung ist in je­dem Fall ver­bind­lich.
Die Ri­si­ken und Be­las­tun­gen für die teil­neh­men­den Per­so­nen dür­fen nicht in ei­nem Miss­ver­hält­nis zum Nut­zen des For­schungs­vor­ha­bens ste­hen.
Mit ur­teil­s­un­fä­hi­gen Per­so­nen darf ein For­schungs­vor­ha­ben nur durch­ge­führt wer­den, wenn gleich­wer­ti­ge Er­kennt­nis­se nicht mit ur­teils­fä­hi­gen Per­so­nen ge­won­nen wer­den kön­nen. Lässt das For­schungs­vor­ha­ben kei­nen un­mit­tel­ba­ren Nut­zen für die ur­teil­s­un­fä­hi­gen Per­so­nen er­war­ten, so dür­fen die Ri­si­ken und Be­las­tun­gen nur mi­ni­mal sein.
Ei­ne un­ab­hän­gi­ge Über­prü­fung des For­schungs­vor­ha­bens muss er­ge­ben ha­ben, dass der Schutz der teil­neh­men­den Per­so­nen ge­währ­leis­tet ist.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 7. März 2010, in Kraft seit 7. März 2010 (BB vom 25. Sept. 2009, BRB vom 15. April 2010 - AS 2010 1569; BBl 2007 6713, 2009 6649, 2010 2625).
1Der Mensch ist vor Miss­bräu­chen der Fort­pflan­zungs­me­di­zin und der Gen­tech­no­lo­gie ge­schützt.
2Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über den Um­gang mit mensch­li­chem Keim- und Erb­gut. Er sorgt da­bei für den Schutz der Men­schen­wür­de, der Per­sön­lich­keit und der Fa­mi­lie und be­ach­tet ins­be­son­de­re fol­gen­de Grund­sät­ze:
Al­le Ar­ten des Klo­nens und Ein­grif­fe in das Erb­gut mensch­li­cher Keim­zel­len und Em­bryo­nen sind un­zu­läs­sig.
Nicht­mensch­li­ches Keim- und Erb­gut darf nicht in mensch­li­ches Keim­gut ein­ge­bracht oder mit ihm ver­schmol­zen wer­den.
Die Ver­fah­ren der me­di­zi­nisch un­ter­stütz­ten Fort­pflan­zung dür­fen nur an­ge­wen­det wer­den, wenn die Un­frucht­bar­keit oder die Ge­fahr der Über­tra­gung ei­ner schwe­ren Krank­heit nicht an­ders be­ho­ben wer­den kann, nicht aber um beim Kind be­stimm­te Ei­gen­schaf­ten her­bei­zu­füh­ren oder um For­schung zu be­trei­ben; die Be­fruch­tung mensch­li­cher Ei­zel­len aus­ser­halb des Kör­pers der Frau ist nur un­ter den vom Ge­setz fest­ge­leg­ten Be­din­gun­gen er­laubt; es dür­fen nur so vie­le mensch­li­che Ei­zel­len aus­ser­halb des Kör­pers der Frau zu Em­bryo­nen ent­wi­ckelt wer­den, als für die me­di­zi­nisch un­ter­stütz­te Fort­pflan­zung not­wen­dig sind.
Die Em­bryo­nen­spen­de und al­le Ar­ten von Leihmut­ter­schaft sind un­zu­läs­sig.
Mit mensch­li­chem Keim­gut und mit Er­zeug­nis­sen aus Em­bryo­nen darf kein Han­del ge­trie­ben wer­den.
Das Erb­gut ei­ner Per­son darf nur un­ter­sucht, re­gis­triert oder of­fen­bart wer­den, wenn die be­trof­fe­ne Per­son zu­stimmt oder das Ge­setz es vor­schreibt.
Je­de Per­son hat Zu­gang zu den Da­ten über ih­re Ab­stam­mung.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 14. Ju­ni 2015, in Kraft seit 14. Ju­ni 2015 (BB vom 12. Dez. 2014, BRB vom 21. Aug. 2015 - AS 2015 2887; BBl 2013 5853, 2014 9675, 2015 6313).
Art. 119a Transplantationsmedizin
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten auf dem Ge­biet der Trans­plan­ta­ti­on von Or­ga­nen, Ge­we­ben und Zel­len. Er sorgt da­bei für den Schutz der Men­schen­wür­de, der Per­sön­lich­keit und der Ge­sund­heit.
2Er legt ins­be­son­de­re Kri­te­ri­en für ei­ne ge­rech­te Zu­tei­lung von Or­ga­nen fest.
3Die Spen­de von mensch­li­chen Or­ga­nen, Ge­we­ben und Zel­len ist un­ent­gelt­lich. Der Han­del mit mensch­li­chen Or­ga­nen ist ver­bo­ten.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 7. Fe­br. 1999, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (BB vom 26. Ju­ni 1998, BRB vom 23. März 1999 - AS 1999 1341; BBl 1997 III 653, 1998 3473, 1999 2912 8768).
Art. 120 Gentechnologie im Ausserhumanbereich *
1Der Mensch und sei­ne Um­welt sind vor Miss­bräu­chen der Gen­tech­no­lo­gie ge­schützt.
2Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über den Um­gang mit Keim- und Erb­gut von Tie­ren, Pflan­zen und an­de­ren Or­ga­nis­men. Er trägt da­bei der Wür­de der Krea­tur so­wie der Si­cher­heit von Mensch, Tier und Um­welt Rech­nung und schützt die ge­ne­ti­sche Viel­falt der Tier- und Pflan­zen­ar­ten.
Art. 121 Gesetzgebung im Ausländer- und Asylbereich *
1Die Ge­setz­ge­bung über die Ein- und Aus­rei­se, den Auf­ent­halt und die Nie­der­las­sung von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern so­wie über die Ge­wäh­rung von Asyl ist Sa­che des Bun­des.
2Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der kön­nen aus der Schweiz aus­ge­wie­sen wer­den, wenn sie die Si­cher­heit des Lan­des ge­fähr­den.
3Sie ver­lie­ren un­ab­hän­gig von ih­rem aus­län­der­recht­li­chen Sta­tus ihr Auf­ent­halts­recht so­wie al­le Rechts­an­sprü­che auf Auf­ent­halt in der Schweiz, wenn sie:
we­gen ei­nes vor­sätz­li­chen Tö­tungs­de­likts, we­gen ei­ner Ver­ge­wal­ti­gung oder ei­nes an­de­ren schwe­ren Se­xual­de­likts, we­gen ei­nes an­de­ren Ge­walt­de­likts wie Raub, we­gen Men­schen­han­dels, Dro­gen­han­dels oder ei­nes Ein­bruchs­de­likts rechts­kräf­tig ver­ur­teilt wor­den sind; oder
miss­bräuch­lich Leis­tun­gen der So­zi­al­ver­si­che­run­gen oder der So­zi­al­hil­fe be­zo­gen ha­ben.3
4Der Ge­setz­ge­ber um­schreibt die Tat­be­stän­de nach Ab­satz 3 nä­her. Er kann sie um wei­te­re Tat­be­stän­de er­gän­zen.4
5Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, die nach den Ab­sät­zen 3 und 4 ihr Auf­ent­halts­recht so­wie al­le Rechts­an­sprü­che auf Auf­ent­halt in der Schweiz ver­lie­ren, sind von der zu­stän­di­gen Be­hör­de aus der Schweiz aus­zu­wei­sen und mit ei­nem Ein­rei­se­ver­bot von 5-15 Jah­ren zu be­le­gen. Im Wie­der­ho­lungs­fall ist das Ein­rei­se­ver­bot auf 20 Jah­re an­zu­set­zen.5
6Wer das Ein­rei­se­ver­bot miss­ach­tet oder sonst­wie il­le­gal in die Schweiz ein­reist, macht sich straf­bar. Der Ge­setz­ge­ber er­lässt die ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen.6
2 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 9. Fe­br. 2014, in Kraft seit 9. Fe­br. 2014 (BB vom 27. Sept. 2013, BRB vom 13. Mai 2014 - AS 2014 1391; BBl 2011 6269, 2012 3869, 2013 291 7351, 2014 4117).
3 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2010, in Kraft seit 28. Nov. 2010 (BB vom 18. Ju­ni 2010, BRB vom 17. März 2011 - AS 2011 1199; BBl 2008 1927, 2009 5097, 2010 4241, 2011 2771).
4 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2010, in Kraft seit 28. Nov. 2010 (BB vom 18. Ju­ni 2010, BRB vom 17. März 2011 - AS 2011 1199; BBl 2008 1927, 2009 5097, 2010 4241, 2011 2771).
5 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2010, in Kraft seit 28. Nov. 2010 (BB vom 18. Ju­ni 2010, BRB vom 17. März 2011 - AS 2011 1199; BBl 2008 1927, 2009 5097, 2010 4241, 2011 2771).
6 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2010, in Kraft seit 28. Nov. 2010 (BB vom 18. Ju­ni 2010, BRB vom 17. März 2011 - AS 2011 1199; BBl 2008 1927, 2009 5097, 2010 4241, 2011 2771).
Art. 121a Steuerung der Zuwanderung*
1Die Schweiz steu­ert die Zu­wan­de­rung von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern ei­gen­stän­dig.
2Die Zahl der Be­wil­li­gun­gen für den Auf­ent­halt von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern in der Schweiz wird durch jähr­li­che Höchst­zah­len und Kon­tin­gen­te be­grenzt. Die Höchst­zah­len gel­ten für sämt­li­che Be­wil­li­gun­gen des Aus­län­der­rechts un­ter Ein­be­zug des Asyl­we­sens. Der An­spruch auf dau­er­haf­ten Auf­ent­halt, auf Fa­mi­li­ennach­zug und auf So­zi­al­leis­tun­gen kann be­schränkt wer­den.
3Die jähr­li­chen Höchst­zah­len und Kon­tin­gen­te für er­werbs­tä­ti­ge Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der sind auf die ge­samt­wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen der Schweiz un­ter Be­rück­sich­ti­gung ei­nes Vor­ran­ges für Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer aus­zu­rich­ten; die Grenz­gän­ge­rin­nen und Grenz­gän­ger sind ein­zu­be­zie­hen. Mass­ge­ben­de Kri­te­ri­en für die Er­tei­lung von Auf­ent­halts­be­wil­li­gun­gen sind ins­be­son­de­re das Ge­such ei­nes Ar­beit­ge­bers, die In­te­gra­ti­ons­fä­hig­keit und ei­ne aus­rei­chen­de, ei­gen­stän­di­ge Exis­tenz­grund­la­ge.
4Es dür­fen kei­ne völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­ge ab­ge­schlos­sen wer­den, die ge­gen die­sen Ar­ti­kel ver­stos­sen.
5Das Ge­setz re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 9. Fe­br. 2014, in Kraft seit 9. Fe­br. 2014 (BB vom 27. Sept. 2013, BRB vom 13. Mai 2014 - AS 2014 1391; BBl 2011 6269, 2012 3869, 2013 291 7351, 2014 4117).
Art. 122 Zivilrecht
1Die Ge­setz­ge­bung auf dem Ge­biet des Zi­vil­rechts und des Zi­vil­pro­zess­rechts ist Sa­che des Bun­des.
2Für die Or­ga­ni­sa­ti­on der Ge­rich­te und die Recht­spre­chung in Zi­vil­sa­chen sind die Kan­to­ne zu­stän­dig, so­weit das Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht.
Art. 123 Strafrecht
1Die Ge­setz­ge­bung auf dem Ge­biet des Straf­rechts und des Straf­pro­zess­rechts ist Sa­che des Bun­des.
2Für die Or­ga­ni­sa­ti­on der Ge­rich­te, die Recht­spre­chung in Strafsa­chen so­wie den Straf- und Mass­nah­men­voll­zug sind die Kan­to­ne zu­stän­dig, so­weit das Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht.
3Der Bund kann Vor­schrif­ten zum Straf- und Mass­nah­men­voll­zug er­las­sen. Er kann den Kan­to­nen Bei­trä­ge ge­wäh­ren:
für die Er­rich­tung von An­stal­ten;
für Ver­bes­se­run­gen im Straf- und Mass­nah­men­voll­zug;
an Ein­rich­tun­gen, die er­zie­he­ri­sche Mass­nah­men an Kin­dern, Ju­gend­li­chen und jun­gen Er­wach­se­nen voll­zie­hen.2
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 12. März 2000, in Kraft seit 1. April 2003 (BB vom 8. Okt. 1999, BRB vom 17. Mai 2000, BB vom 24. Sept. 2002 - AS 2002 3148; BBl 1997 I 1, 1999 8633, 2000 2990, 2001 4202).
1Wird ein Se­xu­al- oder Ge­walt­straf­tä­ter in den Gut­ach­ten, die für das Ge­richts­ur­teil nö­tig sind, als ex­trem ge­fähr­lich er­ach­tet und nicht the­ra­pier­bar ein­ge­stuft, ist er we­gen des ho­hen Rück­fall­ri­si­kos bis an sein Le­bens­en­de zu ver­wah­ren. Früh­zei­ti­ge Ent­las­sung und Haf­t­ur­laub sind aus­ge­schlos­sen.
2Nur wenn durch neue, wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se er­wie­sen wird, dass der Tä­ter ge­heilt wer­den kann und so­mit kei­ne Ge­fahr mehr für die Öf­fent­lich­keit dar­stellt, kön­nen neue Gut­ach­ten er­stellt wer­den. Soll­te auf Grund die­ser neu­en Gut­ach­ten die Ver­wah­rung auf­ge­ho­ben wer­den, so muss die Haf­tung für einen Rück­fall des Tä­ters von der Be­hör­de über­nom­men wer­den, die die Ver­wah­rung auf­ge­ho­ben hat.
3Al­le Gut­ach­ten zur Be­ur­tei­lung der Se­xu­al- und Ge­walt­straf­tä­ter sind von min­des­tens zwei von­ein­an­der un­ab­hän­gi­gen, er­fah­re­nen Fach­leu­ten un­ter Be­rück­sich­ti­gung al­ler für die Be­ur­tei­lung wich­ti­gen Grund­la­gen zu er­stel­len.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 8. Fe­br. 2004, in Kraft seit 8. Fe­br. 2004 (BB vom 20. Ju­ni 2003, BRB vom 21. April 2004 - AS 2004 2341; BBl 2000 3336, 2001 3433, 2003 4434, 2004 2199).
Art. 123b Unverjährbarkeit der Strafverfolgung und der Strafe bei sexuellen und bei pornografischen Straftaten an Kindern vor der Pubertät
Die Ver­fol­gung se­xu­el­ler oder por­no­gra­fi­scher Straf­ta­ten an Kin­dern vor der Pu­ber­tät und die Stra­fe für sol­che Ta­ten sind un­ver­jähr­bar.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 30. Nov. 2008, in Kraft seit 30. Nov. 2008 (BB vom 13. Ju­ni 2008, BRB vom 23. Jan. 2009 - AS 2009 471; BBl 2006 3657, 2007 5369, 2008 5245, 2009 605).
Art. 123c Massnahme nach Sexualdelikten an Kindern oder an zum Widerstand unfähigen oder urteilsunfähigen Personen
Per­so­nen, die ver­ur­teilt wer­den, weil sie die se­xu­el­le Un­ver­sehrt­heit ei­nes Kin­des oder ei­ner ab­hän­gi­gen Per­son be­ein­träch­tigt ha­ben, ver­lie­ren end­gül­tig das Recht, ei­ne be­ruf­li­che oder eh­ren­amt­li­che Tä­tig­keit mit Min­der­jäh­ri­gen oder Ab­hän­gi­gen aus­zuü­ben.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 18. Mai 2014, in Kraft seit 18. Mai 2014 (BRB vom 20. Fe­br. 2014 - AS 2014 2771; BBl 2009 7021, 2011 4435, 2012 8819, 2014 6349 1779).
Bund und Kan­to­ne sor­gen da­für, dass Per­so­nen, die durch ei­ne Straf­tat in ih­rer kör­per­li­chen, psy­chi­schen oder se­xu­el­len Un­ver­sehrt­heit be­ein­träch­tigt wor­den sind, Hil­fe er­hal­ten und an­ge­mes­sen ent­schä­digt wer­den, wenn sie durch die Straf­tat in wirt­schaft­li­che Schwie­rig­kei­ten ge­ra­ten.
Art. 125 Messwesen
Die Ge­setz­ge­bung über das Mess­we­sen ist Sa­che des Bun­des.
1Der Bund hält sei­ne Aus­ga­ben und Ein­nah­men auf Dau­er im Gleich­ge­wicht.
2Der Höchst­be­trag der im Vor­an­schlag zu be­wil­li­gen­den Ge­samt­aus­ga­ben rich­tet sich un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Wirt­schafts­la­ge nach den ge­schätz­ten Ein­nah­men.
3Bei aus­ser­or­dent­li­chem Zah­lungs­be­darf kann der Höchst­be­trag nach Ab­satz 2 an­ge­mes­sen er­höht wer­den. Über ei­ne Er­hö­hung be­schliesst die Bun­des­ver­samm­lung nach Ar­ti­kel 159 Ab­satz 3 Buch­sta­be c.
4Über­schrei­ten die in der Staats­rech­nung aus­ge­wie­se­nen Ge­samt­aus­ga­ben den Höchst­be­trag nach Ab­satz 2 oder 3, so sind die Mehr­aus­ga­ben in den Fol­ge­jah­ren zu kom­pen­sie­ren.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 2. Dez. 2001, in Kraft seit 2. Dez. 2001 (BB vom 22. Ju­ni 2001, BRB vom 4. Fe­br. 2002 - AS 2002 241; BBl 2000 4653, 2001 2387 2878, 2002 1209).
1Die Aus­ge­stal­tung der Steu­ern, na­ment­lich der Kreis der Steu­er­pflich­ti­gen, der Ge­gen­stand der Steu­er und de­ren Be­mes­sung, ist in den Grund­zü­gen im Ge­setz selbst zu re­geln.
2So­weit es die Art der Steu­er zu­lässt, sind da­bei ins­be­son­de­re die Grund­sät­ze der All­ge­mein­heit und der Gleich­mäs­sig­keit der Be­steue­rung so­wie der Grund­satz der Be­steue­rung nach der wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit zu be­ach­ten.
3Die in­ter­kan­to­na­le Dop­pel­be­steue­rung ist un­ter­sagt. Der Bund trifft die er­for­der­li­chen Mass­nah­men.
Art. 128 Direkte Steuern *
1Der Bund kann ei­ne di­rek­te Steu­er er­he­ben:
von höchs­tens 11,5 Pro­zent auf dem Ein­kom­men der na­tür­li­chen Per­so­nen;
von höchs­tens 8,5 Pro­zent auf dem Rein­er­trag der ju­ris­ti­schen Per­so­nen;
2Der Bund nimmt bei der Fest­set­zung der Ta­ri­fe auf die Be­las­tung durch die di­rek­ten Steu­ern der Kan­to­ne und Ge­mein­den Rück­sicht.
3Bei der Steu­er auf dem Ein­kom­men der na­tür­li­chen Per­so­nen wer­den die Fol­gen der kal­ten Pro­gres­si­on pe­ri­odisch aus­ge­gli­chen.
4Die Steu­er wird von den Kan­to­nen ver­an­lagt und ein­ge­zo­gen. Vom Roher­trag der Steu­er fal­len ih­nen min­des­tens 17 Pro­zent zu. Der An­teil kann bis auf 15 Pro­zent ge­senkt wer­den, so­fern die Aus­wir­kun­gen des Fi­nanz­aus­gleichs dies er­for­dern.4
2 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (BB vom 19. März 2004, BRB vom 26. Jan. 2005, BRB vom 2. Fe­br. 2006 - AS 2006 1057; BBl 2003 1531, 2004 1363, 2005 951).
3 Auf­ge­ho­ben in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (BB vom 19. März 2004, BRB vom 26. Jan. 2005, BRB vom 2. Fe­br. 2006 - AS 2006 1057; BBl 2003 1531, 2004 1363, 2005 951).
4 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (BB vom 3. Okt. 2003, BRB vom 26. Jan. 2005, BRB vom 7. Nov. 2007 - AS 2007 5765; BBl 2002 2291, 2003 6591, 2005 951).
1Der Bund legt Grund­sät­ze fest über die Har­mo­ni­sie­rung der di­rek­ten Steu­ern von Bund, Kan­to­nen und Ge­mein­den; er be­rück­sich­tigt die Har­mo­ni­sie­rungs­be­stre­bun­gen der Kan­to­ne.
2Die Har­mo­ni­sie­rung er­streckt sich auf Steu­er­pflicht, Ge­gen­stand und zeit­li­che Be­mes­sung der Steu­ern, Ver­fah­rens­recht und Steu­er­straf­recht. Von der Har­mo­ni­sie­rung aus­ge­nom­men blei­ben ins­be­son­de­re die Steu­er­ta­ri­fe, die Steu­er­sät­ze und die Steu­er­frei­be­trä­ge.
3Der Bund kann Vor­schrif­ten ge­gen un­ge­recht­fer­tig­te steu­er­li­che Ver­güns­ti­gun­gen er­las­sen.
Art. 130 Mehrwertsteuer*
1Der Bund kann auf Lie­fe­run­gen von Ge­gen­stän­den und auf Dienst­leis­tun­gen ein­sch­liess­lich Ei­gen­ver­brauch so­wie auf Ein­fuh­ren ei­ne Mehr­wert­steu­er mit ei­nem Nor­mal­satz von höchs­tens 6,5 Pro­zent und ei­nem re­du­zier­ten Satz von min­des­tens 2,0 Pro­zent er­he­ben.
2Das Ge­setz kann für die Be­steue­rung der Be­her­ber­gungs­leis­tun­gen einen Satz zwi­schen dem re­du­zier­ten Satz und dem Nor­mal­satz fest­le­gen.3
3Ist we­gen der Ent­wick­lung des Al­ter­sauf­baus die Fi­nan­zie­rung der Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung nicht mehr ge­währ­leis­tet, so kann in der Form ei­nes Bun­des­ge­set­zes der Nor­mal­satz um höchs­tens 1 Pro­zent­punkt und der re­du­zier­te Satz um höchs­tens 0,3 Pro­zent­punk­te er­höht wer­den.4
3bisZur Fi­nan­zie­rung der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur wer­den die Sät­ze um 0,1 Pro­zent­punk­te er­höht.5
45 Pro­zent des nicht zweck­ge­bun­de­nen Er­trags wer­den für die Prä­mi­en­ver­bil­li­gung in der Kran­ken­ver­si­che­rung zu Guns­ten un­te­rer Ein­kom­mens­schich­ten ver­wen­det, so­fern nicht durch Ge­setz ei­ne an­de­re Ver­wen­dung zur Ent­las­tung un­te­rer Ein­kom­mens­schich­ten fest­ge­legt wird.
1 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 28. Nov. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (BB vom 19. März 2004, BRB vom 26. Jan. 2005, BRB vom 2. Fe­br. 2006 - AS 2006 1057; BBl 2003 1531, 2004 1363, 2005 951).
3 Vom 1. Jan. 2018 bis längs­tens zum 31. Dez. 2027 be­trägt der Son­der­satz für Be­her­ber­gungs­leis­tun­gen 3,7 % (Art. 25 Abs. 4 des Mehr­wert­steu­er­ge­set­zes vom 12. Ju­ni 2009 - SR 641.20).
4 Vom 1. Jan. 2018 bis längs­tens zum 31. Dez. 2030 be­tra­gen die Mehr­wert­steu­er­sät­ze 7,7 % (Nor­mal­satz) und 2,5 % (er­mäs­sig­ter Satz) (Art. 25 Abs. 1 und 2 des Mehr­wert­steu­er­ge­set­zes vom 12. Ju­ni 2009 - SR 641.20).
5 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 9. Fe­br. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (BB vom 20. Ju­ni 2013, BRB vom 13. Mai 2014, BRB vom 2. Ju­ni 2014, BRB vom 6. Ju­ni 2014 - AS 2015 645; BBl 2010 6637, 2012 1577, 2013 4725 6518, 2014 4113 4117).
Art. 131 Besondere Verbrauchssteuern *
1Der Bund kann be­son­de­re Ver­brauchs­steu­ern er­he­ben auf:
Ta­bak und Ta­bak­wa­ren;
ge­brann­ten Was­sern;
Au­to­mo­bi­len und ih­ren Be­stand­tei­len;
Erd­öl, an­de­ren Mi­ne­ral­ölen, Erd­gas und den aus ih­rer Ver­ar­bei­tung ge­won­ne­nen Pro­duk­ten so­wie auf Treib­stof­fen.
2Er kann zu­dem er­he­ben:
einen Zu­schlag auf der Ver­brauchs­steu­er auf al­len Treib­stof­fen, aus­ser den Flug­treib­stof­fen;
ei­ne Ab­ga­be, wenn für das Mo­tor­fahr­zeug an­de­re An­triebs­mit­tel als Treib­stof­fe nach Ab­satz 1 Buch­sta­be e ver­wen­det wer­den.2
2bisRei­chen die Mit­tel für die Er­fül­lung der in Ar­ti­kel 87b vor­ge­se­he­nen Auf­ga­ben im Zu­sam­men­hang mit dem Luft­ver­kehr nicht aus, so er­hebt der Bund auf den Flug­treib­stof­fen einen Zu­schlag auf der Ver­brauchs­steu­er.3
3Die Kan­to­ne er­hal­ten 10 Pro­zent des Rein­er­trags aus der Be­steue­rung der ge­brann­ten Was­ser. Die­se Mit­tel sind zur Be­kämp­fung der Ur­sa­chen und Wir­kun­gen von Sucht­pro­ble­men zu ver­wen­den.
2 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 12. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (BB vom 30. Sept. 2016, BRB vom 10. Nov. 2016 - AS 2017 6731; BBl 2015 2065, 2016 7587, 2017 3387).
3 An­ge­nom­men in der Volks­ab­stim­mung vom 12. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (BB vom 30. Sept. 2016, BRB vom 10. Nov. 2016 - AS 2017 6731; BBl 2015 2065, 2016 7587, 2017 3387).
1Der Bund kann auf Wert­pa­pie­ren, auf Quit­tun­gen von Ver­si­che­rungs­prä­mi­en und auf an­de­ren Ur­kun­den des Han­dels­ver­kehrs ei­ne Stem­pel­steu­er er­he­ben; aus­ge­nom­men von der Stem­pel­steu­er sind Ur­kun­den des Grund­stück- und Grund­pfand­ver­kehrs.
2Der Bund kann auf dem Er­trag von be­weg­li­chem Ka­pi­tal­ver­mö­gen, auf Lot­te­rie­ge­win­nen und auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ei­ne Ver­rech­nungs­steu­er er­he­ben. Vom Steu­e­r­er­trag fal­len 10 Pro­zent den Kan­to­nen zu.1
Die Ge­setz­ge­bung über Zöl­le und an­de­re Ab­ga­ben auf dem grenz­über­schrei­ten­den Wa­ren­ver­kehr ist Sa­che des Bun­des.
Was die Bun­des­ge­setz­ge­bung als Ge­gen­stand der Mehr­wert­steu­er, der be­son­de­ren Ver­brauchs­steu­ern, der Stem­pel­steu­er und der Ver­rech­nungs­steu­er be­zeich­net oder für steu­er­frei er­klärt, dür­fen die Kan­to­ne und Ge­mein­den nicht mit gleich­ar­ti­gen Steu­ern be­las­ten.
Art. 135 Finanz- und Lastenausgleich
1Der Bund er­lässt Vor­schrif­ten über einen an­ge­mes­se­nen Fi­nanz- und Las­ten­aus­gleich zwi­schen Bund und Kan­to­nen so­wie zwi­schen den Kan­to­nen.
2Der Fi­nanz- und Las­ten­aus­gleich soll ins­be­son­de­re:
die Un­ter­schie­de in der fi­nan­zi­el­len Leis­tungs­fä­hig­keit zwi­schen den Kan­to­nen ver­rin­gern;
den Kan­to­nen mi­ni­ma­le fi­nan­zi­el­le Res­sour­cen ge­währ­leis­ten;
über­mäs­si­ge fi­nan­zi­el­le Las­ten der Kan­to­ne auf Grund ih­rer geo­gra­fischto­po­gra­fi­schen oder so­zio­demo­gra­fi­schen Be­din­gun­gen aus­glei­chen;
die in­ter­kan­to­na­le Zu­sam­men­ar­beit mit Las­ten­aus­gleich för­dern;
die steu­er­li­che Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Kan­to­ne im na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Ver­hält­nis er­hal­ten.
3Die Mit­tel für den Aus­gleich der Res­sour­cen wer­den durch die res­sour­cen­star­ken Kan­to­ne und den Bund zur Ver­fü­gung ge­stellt. Die Leis­tun­gen der res­sour­cen­star­ken Kan­to­ne be­tra­gen min­des­tens zwei Drit­tel und höchs­tens 80 Pro­zent der Leis­tun­gen des Bun­des.

References: Art. 43

Art. 48

Art. 51

Art. 53

Art. 55

Art. 56
 Art. 58

Art. 62

Art. 63

Art. 63

Art. 64

Art. 67

Art. 75

Art. 75

Art. 81

Art. 83

Art. 84

Art. 85

Art. 85

Art. 86

Art. 87

Art. 87

Art. 87

Art. 90

Art. 91

Art. 95

Art. 102

Art. 103

Art. 106

Art. 110

Art. 112

Art. 112

Art. 112

Art. 113

Art. 115

Art. 116

Art. 117

Art. 119

Art. 120

Art. 121

Art. 121

Art. 122

Art. 123

Art. 123

Art. 123

Art. 125

Art. 128

Art. 130

Art. 131

Art. 135