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Timestamp: 2018-12-19 13:56:38+00:00

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Seiten-ID: 346 Das Wesen, die Eigenschaften und Bedingungen 3-Abteilung » Bücher (Wiki)	4-Inhalt » (04) Mediieren (Verfahren) » Wesen
Mediationsgesetz §3
KursCBM-Studienplan
Eigenschaften der Mediation (Definition)
Planung (einer Mediation) (Beschreibung )
yB-Einigung
yB-Vertrag
yB-CBM
Fachwissen » Mediation(en) » Mediation ist anders
Das Wesen der Mediation
Wer die Mediation verstehen will, muss ihren Charakter erkennen. Das Wort Charakter kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Prägung bzw. Merkmal", jeder Mensch hat einen eigenen Charakter; die Mediation auch! Die aus dem Verfahrenscharakter abzuleitende Wesenhaftigkeit der Mediation hat darüber hinaus eine juristische Bedeutung. Sie dient der Verfahrensabgrenzung1 und ist der Maßstab bei der Beurteilung von Haftungsfragen.
Die Merkmale ergeben den Maßstab!
Das Verfahren definiert sich über seinen Charakter
Versuch einer Manifestation
Roland Breinlinger sagte einmal:
Die Mediation ist wie ein Schachspiel. Es gibt nur wenig Regeln aber in ihrer Interaktion bedingen sie ein komplexes Miteinander
Auf eine Formel2 gebracht könnte man sagen: Mediation ist komplex wie Schach, obwohl es wie dort nur wenige Regeln3 gibt, die es zu beachten gilt. Die wichtigste Regel der Mediation könnte lauten:
Albert Einsteins Erkenntnis lautet:
Glauben wir Einstein, dann müssen wir die Denkweise ändern, wenn wir ein Problem lösen wollen. Auch Watzlawick weist in beeindruckender Weise darauf hin, wie unserem Denken uns daran hindert, die Lösung vom Problem zu befreien4 . Dass es an der Zeit ist umzudenken, hören wir auch alle Tage. Auch hören wir den Ruf nach Querdenkern. Umdenken ist notwendig, aber nicht unbedingt erwünscht. Es stellt in Frage und macht die Entscheidung eher kompliziert als einfach. Die Mediation bewirkt ein Umdenken. Wie bei der Darstellung des Gedankengangs und der Denkansätze der Mediation beschrieben, ändert sie eigentlich nur die Reihenfolge der Erkenntnisgewinnung, wobei die Mediation darauf achtet, dass lösungsführende Erkenntnisse möglich werden.
Mediativ Denken - anders Denken!
Die Andersartigkeit im Denken ist Fluch und Segen der Mediation zugleich. Es ist ein Fluch, weil die Mediation ein anderes Denken einfordert, wenn sie verstanden sein will. Das macht es schwierig, die Mediation nachzufragen. Es ist ein Segen, weil die Mediation die Einsteinsch'e Weisheit nicht nur ermöglicht, sondern auch für jedermann zugänglich macht. Die Mediation ermöglicht ein anderes Denken5 !
Über das Denken in der Mediation
An der Andersartigkeit des Denkens können Sie erkennen, ob und inwieweit ein Mensch das mediative Denken verinnerlicht hat. Wenn er es verinnerlicht hat, geht er mit Streit, Lösungen, Bewertungen und Argumenten anders um 6
Jeder sollte sich mit der Andersartigkeit der Mediation vertraut machen. Sie bildet den Ausgangspunkt für ein mediatives Denken und Handeln und ist die Voraussetzung für ihr Gelingen. Sie wirkt sich nicht nur auf das Verfahren, sondern auch auf das Angebotsverhalten aus, ebenso wie auf die Qualitätskontrolle, bis hin zur Honorierung.
Die Merkmale der Andersartigkeit verdeutlichen sich schon äußerlich bei der Gegenüberstellung der Verfahren.
Schlichtung7
formell formell + informell informell
fremdbestimmt fremd- + selbstbestimmt selbstbestimmt
einseitige Einleitung einseitige + allseitige Einleitung allseitige Einleitung
Determination relative Determination Indetermination
Machtgefälle bedingter Machtausgleich Machtgleichgewicht
Ergebnisrelevanz Lösungsrelevanz Nutzenrelevanz
Ergebnisorientierung Lösungsorientierung Prozessorientierung
konfrontativ + kooperativ konfrontativ + kooperativ kooperativ
Nullsummenspiel Nicht nur Nullsummenspiel Nicht-Nullsummenspiel
Das herausragende Merkmal der Mediation ist ihre Prozess – und Nutzenorientierung, sowie die Verstehensvermittlung als Basis für die Lösungsfindung seitens der Parteien.
Nach der Mediationstehorue geht es bei der Mediation um einen Erkenntnisprozess. Ihre größte Herausforderung für Anfänger, aber auch für die Nachfrage, besteht darin, sich auf den Prozess einzulassen und NICHT an Lösungen zu denken. Sie müssen darauf vertrauen, dass die Mediation in die passende Lösung führt. Die Lösung entsteht aus dem Verstehen, das wiederum aus einer Erkenntnisfolge heraus möglich wird, sodass die Mediation ein am Nutzen orientiertes Verstehen vermittelt und nicht die Lösung. Die Anhaltspunkte für das andere Denken sind im Einzelnen:
Üblich ist ein lösungsorientiertes Denken. Prozedural betrachtet steht bei der Mediation die Entwicklung (also der Prozess an und für sich) im Vordergrund, nicht das Ergebnis. Der Mediator weiß, dass sich das Ergebnis aus dem Prozess heraus entwickelt.
Auch der Suchmodus entspricht keinem konventionellen Denken, wo Entscheidungen für Lösungen abverlangt werden, die es durchzusetzen gilt. Im Gegensatz dazu stellt die Mediation (auch sich selbst) in Frage. Sie ist deshalb konsequent als ein Suchspiel konzipiert. Das mediative Denken erzwingt keine Lösungen. Es macht sie möglich. Es geht darum, eine (noch bessere, alles berücksichtigende) Lösung zu finden.
Konventionell und naheliegend ist die operative Perspektive, die sich in einer "wenn - dann"- Logik vollendet. Das mediative Denken ist ein freies Denken. Es bewegt sich über die wechselseitig eingenommenen Perspektiven hinaus auf der Meta-Ebene. Diese Ebene hat alles im Blick, sowohl hionsichtlich des Falles wie hinsichtlich des Verfahrens. Sie ist nicht nur neutral, sondern auch bewertungs- und grenzenfrei.
Konventionell wird die Verantwortung beim Anderen gesucht und für diesen bewertet. Im mediativen Denken wird die Veranwtortung abgestimmt. Jeder verantwortet nur, was er kontrollieren kann. Der Mediator denkt nicht in den Köpfen der Anderen und überlässt ihnen die Entscheidung für und über sich selbst. Diese Art des Denkens führt zu einem weiteren Unterschied zu herkömmlichen Verfahren, indem die Parteien letzten Endes immer auf sich selbst gestelllt sind. In dieser Logik sind die Parteien niemals Opfer.
Das herkömmliche Denken will vereinfachen. Die Juristerei beispielsweise verarbeitet komplexe Problemfälle, indem sie sie auf Sachverhalte und Rechtsfolgen reduziert. Viele Aspekte der Komplexität gehen verloren. Die Mediation hat den Blick auf das Ganze. Wenn sie selektiert, ist sie sich darüber bewusst. Demzufolge ist die Mediation auch keine Rechtsprechung und sollte es auch niemals sein. Ihr Blick geht weiter! In der Mediation wird kein Recht gesprochen. Die gefühlte Gerechtigkeit wird gesucht und nicht verordnet.
Nutzenausrichtung
Im herkömmlichen Denken wird entschieden, um die Auswirkungen im Nachgang zu bewerten. Das mediative Denken legt den Nutzen fest. Die Mediation ist das einzige Verfahren, das den Nutzen als Entscheidungskriterium erarbeitet. Anders als im Recht wird die Lösung bei der Mediation nicht aus einer Rechtsfolge, sondern aus dem zu erwartenden Nutzen abgeleitet. Der Mediator interessiert sich nicht für Argumente, sondern für die Motive hinter den Erwartungen. Sie beschreiben den Nutzen. In der Mediation geschieht nichts, ohne dass der Nutzen (die Motive) bekannt sind.
Die Nutzensausrichtung bedingt eine Zukunftsorientierung. Die Mediation reguliert eine konfliktfreie Welt. Es ist nicht ihre Aufgabe den Streit zu verwalten. Was in der Vergangenheit liegt hat allenfalls deshalb einen Einfluss auf die Mediation, wenn sich daraus Bedingungen ergeben, die die Zukunftsregelung beeinflussen können.
Das herkömmliche Denken im Streit legt fest und argumentiert dafür. Man versucht das gegenüber von seiner Meinung zu überzeugen. Die Mediation will nicht überzeugen, sie will verstehen. Gemeint ist ein vollständiges Verstehen, das alle Aspekte in Betracht ziehen kann.
Im streitigen Gespräch geht es darum, Raum zu gewinnen. Der Sieg erfolgt auf Kosten des Unterlegenen. Die Mediation kennt keinen Sieg im herkömmlichen Sinn. Sie erkennt als Sieg nur die gefundene Lösung. Mithin bedarf es in der Mediation auch keiner Abwehrrechte. Hier behalten die Parteien in jeder Lage des Verfahrens die Kontrolle. Das Prinzip der Freiwilligkeit garantiert Ihnen diese Macht.
Die Mediation verwirklicht sich, wo diese Denkweisen ineinandergreifen! 6
Mediation als Erkenntnisprozess
Die Mediation ist ein vernunftgesteuerter Prozess. Sie hilft dabei, eine Lösung zu finden. Sie dient nicht dazu, eine Position durchzusetzen. Mediation ist kein Streiten mit netten Worten. Sie ist ein Klärungsprozess, der den Parteien eine neutrale Metasicht ermöglicht, mit der sie in die Lage versetzt werden, die zu klärenden Fragen umfassender und von allen Seiten zu beleuchten. Der Blick ist in die Zukunft gerichtet, mit der die Vergangenheit zu überwinden ist.
Verstehen ist das wichtigste Wort!
Bei der Mediation steht das Verstehen im Vordergrund. Indem sie das (wechselseitige) Verstehen einfordert, ist also viel mehr als nur eine billigere und schnellere Alternative zum Gerichtsverfahren8 . Sie ist als einziges Verfahrenskonzept in der Lage, die gesamte Komplexität eines Falles (Problems oder Fragestellung) aus allen denkbaren Perspektiven zu beleuchten.
In der Mediation erstreckt sich die Klärung auf den Konflikt. Wenn die Parteien selbst die Lösung finden sollen, benötigen sie eine Konflikthilfe. Die Mediation unterstützt die Parteien ihre (konfliktbezogene) Autonomie und Selbstbestimmtheit wiederherzustellen. Sie akzentuiert deren Unterschiedlichkeit und stellt die Bedürfnisse und Interessen der Parteien in den gedanklichen Mittelpunkt. Das Verhältnis zu den Parteien wird durch eine balancierte Wertschätzung geprägt. Festgefahrene Konfliktmuster werden aufgelöst. Zur Überwindung wird eine Struktur angeboten und Wechselseitigkeit formuliert9 .
Korrekt durchgeführt ist die Mediation ein sich selbst regulierendes und selbst kontrollierendes System. Es ist deshalb konsequent, von einem Mediationssystem zu sprechen, das sich vom Streitsystem abgrenzt. Weil sie sich von dem Streitsystem abgrenzt, entzieht sie sich der Operationalität des Konflikts und teilweise auch der Umwelt, sodass in der Mediation ein ausbalanciertes Verhandlungssystem dargestellt werden kann. Eine unbedingte Voraussetzung dafür ist das parallele Denken auf gleicher Augenhöhe und die Möglichkeit einer jeden Partei, die Mediation dadurch zu kontrollieren, dass sie sie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden kann. Wegen dieser, durch den Grundsatz der Freiwilligkeit garantierten Verhandlungsbedingung, sind die Parteien (einschließlich dem Mediaator) gehalten, die Verhandlungen so zu führen, dass niemand genötigt wird, das Verfahren abzubrechen.
Beim Schach gibt es nur 6 unterschiedliche Figuren, die unterschiedlich zu bewegen sind und einer Hierarchie unterliegen. Das Ziel ist es, den Gegner zu schlagen. Wie viele Zugmöglichkeiten und Spielvarianten daraus folgen, ergibt sich aus der Interaktion der Spieler. Die Anzahl der möglichen Spielstellungen wird auf 2,28 • 1046 geschätzt und erreicht alsbald die Anzahl der Elementarteilchen im Universum10 . Auch Versuche, die Mediation in einem Flussdiagramm darzustellen, sind bisher alle gescheitert. Das alles macht es schwierig, die Mediation vorauszuplanen und im Checklistenformat über Stereotypen zu lehren.
Man muss die Mediation wirklich verstehen, oder man lernt sie nie 6
Wenn man die Mediation verstanden hat, ergeben sich unzählige Handlungsoptionen und "Spielvarianten". Das macht es so schwer die Mediation zu regeln. Der virtuose Mediator findet sich in dieser Komplexität zurecht, indem er sie auf das Wesen der Mediation, ihre Eigenart beziehen kann. Er erkennt darin ein Konzept, wenn nicht sogar eine Philosophie, in der sich Weisheiten verbergen, die sich in einer Geisteshaltung steuerbar verwirklichen und überall zur Geltung kommen kann11 .
Der Terminus Wesen der Mediation ist im Gesetz nicht explizit erwähnt. Der Begriff wurde von Trossen12 eingeführt, um die Handhabung des Rechts methodisch und systematisch zu strukturieren. Wenn das Recht - wie der Gesetzgeber behauptet - die Mediation stärken will, muss er sie verwirklichen. Unter dieser Prämisse orientiert sich das Recht an den Eigenschaften der Mediation. Die Orientierung am Wesen der Mediation steht für
die methodisch korrekte Subsumtion der Tatbestandsmerkmale des § 1 Mediationsgesetz
die methodisch korrekte Einordnung der Mediationsfehler (Regeln der Kunst)
die korrekte Beantwortung von Haftungsfragen
Das Wesen der Mediation erlaubt nicht nur die Unterscheidung zwischen Eigenschaften und Prinzipien, sie erfordert sie auch. Die Unterscheidung ist nicht nur zum Verständnis der Mediation unerlässlich, sie bewirkt auch eine strukturelle Eindeutigkeit.
Der logische Bruch in der Mediationsdefinition!
§ 1 Mediationsgesetz definiert die Mediation beispielsweise als ein vertrauliches Verfahren. Angenommen, der Mediator und die Medianden erlauben die Anwesenheit des Fernsehens und damit die öffentliche Übertragung ihrer Mediation. Diese Mediation wäre definitionsgemäß also nicht vertraulich. § 1 Mediationsgesetz wäre nicht anwendbar, wenn man auf den Wortlaut abstellt. Greger13 unterscheidet deshalb für § 1 Mediationsgesetz zwischen essentiellen und typischen Tatbestandsmerkmalen. Die Differenzierung ist notwendig, methodisch jedoch nicht nachvollziehbar.
Der korrelative Zusammenhang der Tatbestandsmerkmale
Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Tatbestandsmerkmale in einem korrelativen Zusammenhang stehen. Die Definition setzt sich aus Eigenschaftsmerkmalen und Prinzipien zusammen, woraus sich eine kausale Verknüpfung ergibt, die zu Interdependenzen führt. Ohne die Qualität der Tatbestandsmerkmale zu unterscheiden, benennt die gesetzliche Definition in § 1 Abs. 1 und 2 sowohl Prinzipien wie auch Eigenschaften als Identifikationsmerkmale14 . Die Mediation erfordert ein offenes Gespräch. Nur in diesem Rahmen lassen sich Interessen aufdecken. Die Vertraulichkeit ist eine Bedingung, die das offene Gespräch ermöglichen soll. Sie wird als eines der Mediationsprinzipien beschrieben. Die Vertraulichkeit wird als eine Bedingung für ein offenes Gespräch gewürdigt. Man geht davon aus, dass ein solches nur im vertraulichen Rahmen möglich ist. Eine öffentlich übertragene Mediation wäre demnach also in den Fällen durchaus eine Mediation, wo die Vertraulichkeit keine kausale Voraussetzung für ein offenes Gespräch darstellt. Das heisst, wenn die Medianden trotz der Fernsehübertragung in der Lage sind, alle Interessen, Bedürfnisse und gegebenenfalls Lösungsansätze offen anzusprechen.
Prinzipien und Eigenschaften als Tatbestandsmerkmale
Die rechtliche Korrelation der Tatbestandsmerkmale lässt sich methodisch konsequent aufdecken, wenn statt zwischen essentiellen und typischen Merkmalen zwischen Eigenschaften und Prinzipien unterschieden wird.
Prinzipien haben keinen Selbstzweck. Sie sind gedacht, um die Eigenschaften der Mediation zu verwirklichen 6
Prinzipien sind Bedingungen zur Umsetzung der Mediation. Sie helfen, die Mediation zu verwirklichen. Mithin sind sie den Eigenschaftsmerkmalen untergeordnet. Jede andere Betrachtung würde dazu führen, dass die Ausführungsbedingungen das Wesen dessen, was sie ausführen sollen verändern könnten. Es kommt zu Zirkelschlüssen.
Zirkelschlüsse vermeiden
Die Gleichstellung von Eigenschaften und Prinzipien ruft Zirkelschlüsse hervor15 . Die Vertraulichkeit ist ein Beispiel. Die Neutralität und Unabhängigkeit ein anderes. Wird die Mediation von einem Mediator durchgeführt, der nicht neutral ist, dann kommt § 1 vom Wortlaut her nicht zum Tragen, weil das Tatbestandsmerkmal der Neutralität nicht gegeben ist. § 3 Abs. 1 Mediationsgesetz, der eine Informationspflicht über die mangelnde Neutralität darstellt, käme erst gar nicht zum Tragen. Ähnlich mag man über das Merkmal der fehlenden Entscheidungsbefugnis denken. Der Gesetzgeber unterwirft die Notarmediation der hoheitlichen Tätigkeit des Notars. Ihm obliegen spätestens bei der Beurkundung des gefundenen Ergebnisses Entscheidungsbefugnisse. Definitionsgemäß dürfte er die Mediation also gar nicht ausführen.
Rechtsquellen korrekt ausrichten
Die Rechtsquellen stehen in einem hierarchischen Verhältnis. Das Mediationsgesetz ist der Verfassung untergeordnet.
Der Gesetzgeber will die Mediation stärken. Was aber ist es das er stärken will? Wie gelingt es ihm, ein flexibles, der Parteiautonomie zu unterwerfendes Vorgehen zu regeln, ohne die Eigenschaften der Mediation dabei in Frage zu stellen? Um diese Frage zu beantworten, muss er wissen, was die Eigenschaften der Mediation sind. Das Gesetz legt dies nicht fest, obwohl spätestens bei Auslegungen genau diese Frage eine zentrale Rolle spielt.
Herleitung der Eigenschaftsmerkmale aus den Prinzipien
Siehe unten: Versuch einer Manifestation
Die Definition in §1 Mediationsgesetz enthält sowohl Eigenschaftsmerkmale wie Bedingungen zu ihrer Verrwirklichung. Ihre Korrelation begründet ein Abhängigkeitsverhältnis, bei dem sich die Bedingungen an den Eigenschaftsmerkmalen orientieren 6
Eigenschaften und Prinzipien
Auch wenn es darum geht, die methodische Genauigkeit der Mediation etwa im Güterichterverfahren zu identifizieren, kommt es auf deren Wesen an. Es genügt nicht, zu prüfen, ob dort die fehlende Entscheidungsbefugnis, das Setting, die Prinzipien und die Phasen eingehalten werden. Diese Kriterien für sich genommen genügen nicht, um das Wesen der Mediation zu beschreiben. Wenn sich der Güterichter beispielsweise auf die Lösungsfindung versteift, erfüllt er zwar die formellen Kriterien, das Wesen der Mediation, das eine Verstehensvermittlung ermöglichen soll, mag dabei aber auf der Strecke bleiben. Mithin gilt der Grundsatz:
Das Wesen der Mediation ist nicht lediglich eine Auslegungshilfe, sondern eine Charakterisierung dessen, was der Mediator zu tun hat, um eine Mediation zu verwirklichen 6
vertrauliches Verfahren Offenheit Vertraulichkeit
strukturiertes Verfahren Erkenntnisorientierung
Verfahren dynamisches, informelles Gespräch Vertraulichkeit
Parteien streben an Suche nach einer Lösung Ergebnisoffenheit
freiwillig Selbstregulierung Freiwilligkeit
eigenverantwortlich Selbstverantwortlichkeit Eigenverantwortlichkeit
einvernehmlich Konsens Augenhöhe
Konfliktbeilegung Nutzen
mit Hilfe einer Person Verstehensvermittlung
unabhängig Metaebene
neutral Metaebene Neutralität
ohne Entscheidungsbefugnis Kommunikationsmodell Indetermination
die Parteien durch die Mediation führt Vereinbarungen
Grundsätze Eigenschaften Verfahrenscharakter
Mediator verletzt ein Prinzip
Der Mediator weiß nicht, ob eine Intervention zulässig ist oder nicht
Bearbeitungsstand: 2018-10-25 16:41 / Version 156
Alias: Wesen der Mediation, Verfahrenscharakter, Mediation ist anders
Siehe auch: Zukunft gestalten, Anwendbarkeit des Mediationsgesetzes, falsche Mythen, Kognitionsprozess, Wesen der Mediation
Diskussion: Wesen der Mediation. Helfen Sie, die Eigenschaften herauszustellen
Prüfvermerk: Administrator 08.10.2018 16:46
article : Anstoß für die Mediation
forum post : Aufgedrängter Schutz
trackeritem : Clearing wird unterlassen
trackeritem : Der Güterichter unterzeichnet die Vertraulichkeitserklärung nicht
trackeritem : Der Konfliktlotse informiert den Arbeitgeber
trackeritem : Der Mediator erarbeitet nicht die Kriterien der Lösung
1 Siehe Systematik
2 Die wunderschöne Schachspielmetapher äußerte Roland Breinlinger in einem Gespräch mit Trossen am 10.7.2014
3 Siehe Fazit
4 Siehe Watzlawick: "Wenn die Lösung das Problem ist", ein Videovortrag auf Kreativität
5 Siehe Bewusstsein
6 ● ● ● ● ● Merke betrifft einen Lehrsatz von: Allgemein, in-Mediation
7 Es wird von einer breiten Bandbreite an Schlichtungen ausgegangen, die auch das VSBG einschließt
8 Trossen (Alternative)
9 Siehe Bastine (Konfliktlösung)
10 Wer sich interessiert: schachmathemetik.pdf
11 So der Ansatz der Integrierten Mediation, die hierfür sowohl ein Konzept und eine Methodik zur Verfügung stellt
12 Trossen (un-geregelt), Rdnr 38 ff.
13 Greger/Unberath (Mediationsgesetz)
14 Trossen (un-geregelt), Rdnr. 39
15 Trossen (un-geregelt), Rdnr. 40
© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Das Wesen der Mediation" (2017) unter Wiki-to-Yes.org/Wesen
Erstellt von Administrator. Letzte Änderung: Donnerstag Oktober 25, 2018 16:41:07 CEST by Administrator.

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