Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2130.htm
Timestamp: 2018-11-20 22:34:21+00:00

Document:
2.130 Galgenberg, Lieblingsfelsen, Scheibenberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über die Naturgebiete "Galgenberg" in Gaggenau, "Lieblingsfelsen" in Gaggenau und Gernsbach und "Scheibenberg" in Gaggenau im Landkreis Rastatt vom 05. Juni 1990 (GBl. v. 20.07.1990, S. 221).
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf den Gebieten der Städte Gaggenau und Gernsbach werden zu Naturschutzgebieten erklärt. Die Naturschutzgebiete führen die Bezeichnung "Galgenberg", "Lieblingsfelsen" und "Scheibenberg".
(1) Das Naturschutzgebiet "Scheibenberg" hat eine Größe von rund 37 ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Stadt Gaggenau Gemarkung Hörden die Grundstücke Flst.Nrn.: 207 (teilweise = tw.), 560 (tw. = ehemaliges Grundstück 561), 562, 563, 566-571, 574, 574/2, 575-581, 582/1, 583-585, 587-595, 595/1, 596-638, 639 (tw.), 639/1, 640-692, 694 (tw.), 1054-1059, 1205-1219, 1219/1, 1220-1226, 1228/1, 1229-1246, 1248, 1249/1, 1250-1263, 1263/1, 1264-1266, 1266/1, 1267-1293, 1295/1, 1296-1299, 1299/1, 1300, 1301 (tw.), 1302 (tw.), 1303-1308, 1308/1, 1309, 1309/1, 1310-1312, 1312/1, 1313/1, 1314-1317, 1322 (tw.), 1323/1, 1324/1, 1325 (tw.), 1326-1337, 1337/1, 1338-1341, 1342 (tw.), 1343, 1344/1, 1346-1366, 1368-1374, 1375 (tw.), 1376-1398, 1399, 14W-1410, 1410/1,1411-1422, 1423/1, 1423/2, 1424-1440, 1441/1, 1442-1453, 3239 (tw.).
(2) Das Naturschutzgebiet "Lieblingsfelsen" hat eine Größe von rund 18 ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Stadt Gaggenau Gemarkung Hörden die Grundstücke Flst. Nrn.: 293 (tw.), 317-334, 335 und auf Genlarkung Gaggenau die Grundstücke Flst. Nrn.: 3115, 8388-8389, 8419 (tw.), 8420-8429, 8429/1, 8430-8435, 8436/1, 8436/2, 8437, 8437/1, 8438-8456, 8457/1, 8457/2, 8458-8461, 8467, 8467/1, 8468, 8495/2, 8526 (tw.) sowie auf dem Gebiet der Stadt Gernsbach Gemarkung Gernsbach die Grundstücke Flst. Nrn.: 80 (tw.), 894 (tw.), 964/1 (tw.), 966 (tw.), 967 (tw.), 968 (tw.), 969 (tw.), 971 (tw.), 972 (tw.), 973 (tw.), 974 (tw.), 975/1, 975/2, 976, 976/2, 976/3, 977-982, 984/1, 985-988, 988/1, 989-997, 998 (tw.), 999 (tw.), 1000 (tw.), 1001 (tw.), 1001/1 (tw.), 1002 (tw.), 1003-1008, 5908 (tw.).
(3) Das Naturschutzgebiet "Galgenberg" hat eine Größe von rund 6 ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Stadt Gaggenau Gemarkung Hörden die Grundstücke Flst.Nrn.: 2065 (tw.), 2117, 2117/5, 2117/6, 2117/10, 2118(tw.), 2118/2, 2119, 2120, 2122/1 (tw.),2123(tw.), 2127 (tw.), 2128-2136, 2136/1, 2137-2165.
(4) Die Grenzen der Schutzgebiete sind in zwei Übersichtskarten im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie und in fünf Detailkarten im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe, beim Landratsamt Rastatt und bei den Städten Gaggenau und Gernsbach auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· der Felshänge und Felskuppen als wichtige erdgeschichtliche Dokumente mit weit über ihren lokalen Bezug hinausreichender Bedeutung,
· der Vielfalt an Lebensstätten und Lebensgemeinschaften für gefährdete Tier- und Pflanzenarten der wärmeliebenden Arten bzw. Arten von Trockenstandorten,
· der tiergeographischen Bedeutung als Trittstein und Ausbreitungszentrum für gefährdete Tierarten, insbesondere Insekten wie z. B. Schmetterlinge, Käfer, Netz- und Hautflügler,
· zahlreicher Pflanzengesellschaften extrem trockener Standorte u. a. Calluna-Heiden, Sandrasen- und Felsgrasgesellschaften mit Einzelarten, die hier ihre nördliche Verbreitungsgrenze besitzen,
· des schönen Landschaftsbildes und der dadurch bedingten Erholungseignung.
(1) In den Naturschutzgebieten sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung der Schutzgebiete oder ihrer Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.
2. Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen. Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;
11. Feuer anzumachen und Feuerstellen zu unterhalten;
15. Flugmodelle, Fluggeräte aller Art oder Modellboote zu betreiben;
16. auf der in Fließrichtung linken Hälfte der Murg Kanu zu fahren oder am linken Ufer anzulanden;
17. Dauergrünland umzubrechen;
18. Pflanzenbehandlungsmittel zu verwenden;
1. für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß keine Futterstellen errichtet und jagdliche Einrichtungen wie Kanzeln, Hoch- und Ansitze nur derart errichtet werden, daß sie die zu schützende Vegetation nicht beeinträchtigen;
2. für die ordnungsmäßige Ausübung der Fischerei mit der Maßgabe, daß nur vom in Fließrichtung rechten Murgufer aus und in der rechten Flußhälfte bis zur Mitte des Gewässers und vom linken Murgufer aus nur von der Betonbrücke an der Süd-Ost-Grenze flußabwärts auf einer Länge von einhundert Meter und oberhalb der Brücke der B 462 auf einer Länge von einhundertfünfzig Meter geangelt werden darf;
3. für das Kanufahren auf der rechten Flußhälfte der Murg;
4. für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß § 4 Ziffer 3,4,9,17,18 und 19 zu beachten ist;
5. für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß im Naturschutzgebiet "Lieblingsfelsen" der Hangwald in seinem Charakter als bodensaurer, trockener, verlichteter Traubeneichenwald als Dauerwald erhalten bleibt;
6. für das traditionelle Scheibenschlagen an Fasnacht vom traditionellen Standort aus mit der Maßgabe, daß dieses nur unter Aufsicht der Narrenzunft Schmalzloch durchgeführt, nur Holz verbrannt und der Platz am Tage nach der Veranstaltung aufgeräumt wird;
8. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragen Stelle angeordnet werden;
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in den Naturschutzgebieten vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer in den Naturschutzgebieten vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 in Verbindung mit § 5 Nr. 1 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
Karlsruhe, den 5. Juni 1990

References: § 2
 § 4
 § 64
 § 4
 § 33
 § 4
 § 5