Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=16.06.2015&Aktenzeichen=8%20A%202429/14
Timestamp: 2019-11-17 09:32:06+00:00

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OVG Nordrhein-Westfalen, 16.06.2015 - 8 A 2429/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,13660
OVG Nordrhein-Westfalen, 16.06.2015 - 8 A 2429/14 (https://dejure.org/2015,13660)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 16.06.2015 - 8 A 2429/14 (https://dejure.org/2015,13660)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 16. Juni 2015 - 8 A 2429/14 (https://dejure.org/2015,13660)
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Informationsfreiheitsrecht; Anspruch auf behördliche Telefonliste
IFG § 1 Abs. 1; IFG § 5 Abs. 1; IFG § 5 Abs. 4
IFG: Hartz-IV-Empfänger verlangt Telefonliste aller Mitarbeiter des Jobcenters Köln
Kein Anspruch von Hartz-IV-Empfänger - Telefonliste des Jobcenters bleibt geheim
Jobcenter Köln muss keine komplette Telefonliste herausgeben
Telefon-Durchwahlen von Jobcenter-Mitarbeiter/innen
Hartz IV-Empfänger hat kein Anspruch auf Zugang zur Diensttelefonliste aller Mitarbeiter des Jobcenters Köln - Informationsfreiheitsgesetz begründet keinen allgemeinen Anspruch auf Bekanntgabe der Durchwahlnummern aller Mitarbeiter des Jobcenters
Kurznachricht zu "Kein Anspruch auf Jobcenter-Durchwahl - Anmerkung zum Urteil des OVG NRW vom 16.06.2015" von Dr. Jan Eichelberger, original erschienen in: K&R 2015, 673 - 678.
DVBl 2015, 1262
K&R 2015, 673
vgl. zu alledem OVG NRW, Urteil vom 16. Juni 2015 - 8 A 2429/14 -, NWVBl. 2015, 386 = juris Rn. 45 und 50, unter Hinweis auf die Begründung des Entwurfs eines Informationsfreiheitsgesetzes, BT-Drs 15/4493, S. 8 f.; Schoch, IFG, 2009, § 2 Rn. 8 ff.; Scheel, in: Berger/Partsch/Roth/ Scheel, IFG, 2013, § 2 Rn. 8 ff.; Rossi, IFG, 2006, § 2 Rn. 4 ff.; Jastrow/Schlatmann, IFG, 2006, § 2 Rn. 5 ff.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 16. Juni 2015 - 8 A 2429/14 -, DVBl. 2015, 1262 = juris Rn. 65.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 16. Juni 2015 - 8 A 2429/14 -, DVBl. 2015, 1262 = juris Rn. 67, unter Hinweis auf BVerwG, Urteil vom 27. November 2014 - 7 C 18.12 -, juris Rn. 16 ff.
Ob es sich bei Diensttelefonliste von Jobcentern um eine solche amtliche Information handelt" wird in der bisher hierzu ergangenen Rechtsprechung uneinheitlich beurteilt (…vgl. bejahend : VG Leipzig" U.v. 10.1.2013 - 5 K 98/11 - juris Rn. 27 ff.;… VG Arnsberg" U.v. 31.3.2014 - 7 K 1755/13 - juris Rn. 27 ff.;… VG Gießen" U.v. 24.2.2014 - 4 K 2911/13.GI - juris Rn. 21 ff.;… VG Neustadt an der Weinstraße" U.v.4.9.2014 - 4 K 46614 - juris Rn. 323 ff.; VG Köln" U.v. 30.10.2014 - 13 K 498/14; OVG NW, U.v. 16.6.2015 - 8 A 2429/14 in juris Rn. 45;… verneinend : VG Augsburg" B.v. 6.8.2014 - Au 4 K 14.983 - juris Rn. 18;… VG Ansbach" U.v. 27.5.2014 - AN 4 K 13.1194" juris Rn. 29;… vgl. a. BayVGH" U.v. 7.10.2008 - 5 BV 07.2162 - zur Adressenliste der bei einem gesetzlichen Unfallversicherungsträger Versicherten, DVBl 2009" 323" juris Rn. 37 ff.).
Es bedürfte keiner Neuanfertigung einer entsprechend reduzierten Liste" sondern lediglich einer - wenn auch möglicherweise umfangreicheren - Teilschwärzung oder- löschung der vorhandenen Telefonliste (so auch OVG NW" U.v. 16.6.2015 - 8 A 2429/14 - juris Rn. 60).
2.2 Der begehrten Zugänglichmachung von Durchwahlnummern und Namen der mit Bürgerkontakt tätigen Mitarbeiter/-innen des Beklagten steht jedoch § 3 Nr. 2 IFG entgegen (so auch OVG NW, U.v. 16.6.2015 - 8 A 2429/14 - juris).
Das Tatbestandsmerkmal der öffentlichen Sicherheit gewährleistet sowohl den Schutz von Individualrechtsgütern (Unversehrtheit von Gesundheit, Ehre, Freiheit, Eigentum und sonstige Rechtsgüter des Einzelnen) als auch den Schutz der Unversehrtheit der Rechtsordnung und der grundlegenden Einrichtungen und Veranstaltungen des Staates; Schutzgut ist mithin auch die Funktionsfähigkeit der staatlichen Einrichtungen (vgl. BT-Drs. 14/4493 S. 10;… OVG NW" U.v. 6.5.2015 - 8 A 1943/13 - zum insoweit inhaltsgleichen nordrhein-westfälischen Recht, juris Rn. 62 m.w.N.; U.v. 16.6.2015 - 8 A 2429/14 - juris Rn. 63).
Es ist allgemein anerkannt" dass ungefilterte" zu jeder Zeit mögliche direkte Telefonanrufe einen erheblichen Störfaktor für konzentriertes Arbeiten darstellen (vgl. OVG NW" U.v. 16.6.2015 - 8 A 2429/14 - juris Rn. 77ff.).
vgl. OVG NRW, Urteil vom 16. Juni 2015 - 8 A 2429/14 -, juris Rn. 37; Schoch, IFG, 2. Aufl. 2016, § 7 Rn. 29.
vgl. OVG NRW, Urteile vom 21. November 2018 - 15 A 861/17 -, juris Rn. 65, und vom 16. Juni 2015 - 8 A 2429/14 -, juris Rn. 45 und 50, unter Hinweis auf die Begründung des Entwurfs eines Informationsfreiheitsgesetzes, …
Muss hiernach die Berufung des Klägers in der Sache erfolglos bleiben, bedarf es keiner Prüfung der Erwägungen zum Ausschlussgrund gemäß § 3 Nr. 2 IFG, die der Beklagte unter Hinweis auf das Urteil des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 16. Juni 2015 (8 A 2429/14 - juris) mit seinem Schriftsatz vom 7. August 2015 geltend gemacht hat.
Zwar haben zwischenzeitlich mehrere Oberverwaltungsgerichte einen Anspruch auf Zugang zu der Diensttelefonliste - jedenfalls ohne Zustimmung der betroffenen Mitarbeiter - verneint (…vgl. OVG Berlin- Brandenburg, Urt. v. 20. August 2015 - OVG 12 B 21.14 -, juris;… BayVGH, Urt. v. 5. August 2015 - 5 BV 15.160 -, juris; OVG NRW, Urt. v. 16. Juni 2015 - 8 A 2429/14 -, juris).
Diese Frage wird allerdings in der obergerichtlichen Rechtsprechung im Hinblick auf die Legaldefinition in § 2 Nr. 1 IFG, die Entstehungsgeschichte (vgl. BT-Drs. 15/4493 S. 8 f.) und den Sinn und Zweck der Norm entweder bejaht (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 20. August 2015 a. a. O. Rn. 16 sowie OVG NRW, Urt. v. 16. Juni 2015 a. a. O. Rn. 45) oder offengelassen (BayVGH…, Urt. vom 5. August 2015 a. a. O. Rn. 18 ff.).
Muss hiernach die Berufung der Klägerin in der Sache erfolglos bleiben, bedarf es keiner Prüfung der weiteren Erwägungen, die der Vertreter des Beklagten unter Hinweis auf das Urteil des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 16. Juni 2015 (8 A 2429/14 - juris) in der mündlichen Verhandlung angesprochen hat.
Die Berufung des Beklagten auf Rechtsprechung zum Informationsfreiheitsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen (vgl. OVG NRW, Urteil vom 16. Juni 2015 - 8 A 2429/14 -, juris) greift nach Maßgabe des Landesrechtes Rheinland-Pfalz in der vorliegenden Konstellation nicht durch.

References: § 1
 § 5
 § 5
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 3
 § 7
 § 3
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