Source: https://issuu.com/ihksuedthueringen/docs/sw_3_2017
Timestamp: 2017-06-22 16:53:51+00:00

Document:
Südthüringische Wirtschaft - Ausgabe 3/2017 by IHK Südthüringen - issuu
Große HerausforderungKonjunktur:
Hohe DynamikDabei sein:
INDUSTRIE INTOUCH3 / 2017Südthüringische
Zeitschrift der Industrie- und Handelskammer SüdthüringenIn zehn Minuten
zum Ausbildungsplatz!EDITORIALDie größte Herausforderung gemeinsam meistern
2017 verspricht erneut ein gutes Jahr für die Wirtschaft zu werden. Wie die jüngste Konjunkturumfrage der IHK Süd­
thüringen zeigt, wird sich unsere Region dynamischer entwickeln als die deutsche Wirtschaft insgesamt. Bereits seit
zwei Jahren befindet sich Südthüringen nun schon auf einem stabilen Wachstumskurs. Auf der Rückseite der sprich­
wörtlichen Medaille stehen allerdings auch Probleme für uns Unternehmer: Fachkräfteengpässe werden von Umfrage
zu Umfrage immer stärker als das Hauptrisiko für die weitere Entwicklung unserer Firmen angegeben. Steigende
Arbeitskosten drücken zudem auf die Ertragskraft (Seite 4).
Die Fachkräftesicherung für ihre Mitgliedsunternehmen bestimmt die Tätigkeit der IHK Südthüringen deshalb ganz
erheblich, wie im Titelthema ab Seite 10 berichtet wird. Erst vor wenigen Tagen reiste eine Unternehmerdelegation
nach Vietnam, um unter anderem die Teilnehmer unseres Azubi-Pilotprojektes kennenzulernen. Ab August werden
20 vietnamesische Jugendliche eine duale Berufsausbildung in sieben Südthüringer Unternehmen beginnen.
Das Interesse an einer Ausbildung und anschließenden Arbeit im Ausland ist dort sehr groß und wird von dem
südostasiatischen Staat gefördert.
Mit großem Erfolg startete die Serie der Azubi-Speed-Datings im Haus der Wirtschaft. Neu war eine Karrierewerkstatt
für Schüler in den Winterferien. Zuvor trafen sich mehr als 100 Ausbildungsverantwortliche aus Südthüringer Unter­
nehmen zum 5. IHK-Ausbildertag in Suhl. Die Anmeldezahl aus den Vorjahren wurde damit nahezu verdoppelt. Die
IHK Südthüringen hat für April erneut eine BerufsErlebnisMesse für Tourismus- und Gastronomiebetriebe organisiert.
In den Gymnasien der Region werben IHK-Unternehmen auf dem Digitalen Schwarzen Brett für eine Ausbildung. Ein
weiteres etabliertes Premium-Produkt für die Mitarbeitergewinnung ist der Industrietag „INDUSTRIE INTOUCH Thürin­
ger Wald“, der im November stattfindet und auf den ich wegen der hohen Nachfrage bereits hier hinweise. Die Liste ist
natürlich längst nicht vollständig und könnte um viele weitere Punkte ergänzt werden.
Mit neuen Ideen zur Fachkräftesicherung unterstützt die IHK Südthüringen ihre Mitgliedsunternehmen. Gemeinsam
stellen wir uns der größten Herausforderung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region.Dr. Peter Traut
Südthüringische Wirtschaft 3/20171FACHKRÄFTE:
GROßE HERAUSFORDERUNG FÜR DIE UNTERNEHMEN
10	Vietnamesische Jugendliche für die duale Berufsausbildung
in Südthüringen gewinnen
12	Azubi-Speed-Dating 2017
13	BerufsErlebnisMesse für die Tourismusbranche
14	5. IHK-Ausbildertag
15	Azubisuche: Nutzen Sie das „Digitale Schwarze Brett“
16	2017: Mehr Sport. Mehr Obst. Mehr Aufstieg.1	EDITORIALn	REGIONALMARKETING
27	4. Auflage von INDUSTRIE
INTOUCH Thüringer Wald:
Seien Sie mit Ihrem
Unternehmen dabei!n	STANDORTPOLITIK
3	Hohe Dynamik in Südthüringen – Konjunktur Jahresbeginn
4	Erträge unter Druck –
Auswertung der Zusatzbefragung zu Risiken
6	Regelbetrieb für Lang-Lkw
6	Selbstständige Kraftfahrer –
Unkalkulierbares Risiko für Unternehmenn	INNOVATION UND UMWELT8	Roadshow Forum F Fachkräfte:
Potenziale nutzen, Mitarbeiter qualifizieren28	PRAXIS-TIPP: Ausgewählte Gesetzesänderungen im
Umwelt- und Energiebereich18	Erfolgreiche Gründung durch Unternehmensnachfolge
19	Thüringer Nachfolgewoche vom 27. bis 31. März 2017© O. Fischer/pixelio.den	EXISTENZGRÜNDUNG UND
UNTERNEHMENSFÖRDERUNG28	Energie- und Stromsteuer: Spitzenausgleich wird 2017 in
voller Höhe gewährt
29	Abfallbeauftragtenverordnung
und Entsorgungsfachbetriebe­
verordnung treten am
1. Juni 2017 in Kraft21	Programm INVEST-Zuschuss für WagniskapitalIHK SETZT SICH EIN24	Keine weißen Flecken beim
Breitbandausbau mehr: IHK
Südthüringen fordert Gigabit-Netz für Gewerbegebiete31	Präqualifizierung und amtliches Verzeichnis©Tim Reckmann/pixelio.de© Maik Schwertle/pixelio.den	RECHT24	Netzentgelte: Bundeswirtschaftsministerium streicht Vereinheitlichung aus Gesetzentwurf
25	Wirtschaft lehnt Klimagesetz für Thüringen ab: Gesetzliche Vorgaben auf Bundes- und EU-Ebene sind ausreichend
25	Keine Ausdünnung des Regionalbahnverkehrs: Argumente der IHK
Südthüringen fanden Gehör2 Südthüringische Wirtschaft 3/201733	Impressum32	Richtig reagieren, wenn eine
Abmahnung ins Haus flattertSTANDORTPOLITIKBereits seit zwei Jahren befindet sich die Südthüringer Wirtschaft auf einem Wachstumskurs. Bleiben die derzeit gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unverändert, so
wird sich die Südthüringer Wirtschaft in den kommenden Monaten branchenübergreifend
dynamischer entwickeln als die deutsche Wirtschaft insgesamt. Das ist das Hauptergebnis der
Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2017, die die IHK Südthüringen unter 1 000 repräsentativ
ausgewählten Mitgliedsunternehmen durchgeführt hat.Konjunkturklimaindikator. Er erreicht 117,1 von
200 möglichen Punkten und ist damit um 1,1 Punkte
höher als noch im Herbst 2016. Es ist bereits der
sechste Anstieg des Konjunkturklimaindikators in
Aufgrund der stabilen Aufwärtsentwicklung mit
guten Auslastungs- und Umsatzwerten ist in den
nächsten Monaten eine rege Investitionstätigkeit
zu erwarten. 78 Prozent der Unternehmen planen
für das laufende Jahr Investitionen. Hauptmotive
für die Investitionsentscheidung sind der Ersatz von
Verschleiß und die Modernisierung von Betriebs­
teilen. 20 Prozent der Unternehmen, insbesondere
aus der Industrie und dem Verkehrsgewerbe, planen
überdies Betriebserweiterungen. Ebenfalls 20 Prozent der Unternehmen wollen mit neuen Produkten,
Dienstleistungen und Verfahren Kunden halten und
neue dazugewinnen. Besonders innovativ sind die
Industrie, das Bau- und das Gastgewerbe.Aktuelle Geschäftslage
Die aktuelle Geschäftslage schätzen die Unternehmen als gut ein. So betrachten 81 Prozent der Industriebetriebe ihre Auftragsreichweite als groß oder
ausreichend. Die auf Basis langjähriger Datenreihen
ermittelte Normalauslastung von 84 Prozent überschreiten 72 Prozent der Unternehmen. Im Verkehrsgewerbe verfügen 82 Prozent der Unternehmen über
einen Auslastungsgrad von mehr als 70 Prozent. Im
Gastgewerbe und der Dienstleistungswirtschaft steigen für viele Unternehmen die Umsätze. Natürlich
gibt es auch Jahreszeiteffekte, wie im Handel nach
dem Weihnachtsgeschäft und für das Baugewerbe
im Dauerfrost. Branchenübergreifend bewerten aber
46 Prozent die Geschäftslage als gut und 44 Prozent
als saisonüblich bzw. befriedigend.In Südthüringen wie in Deutschland insgesamt
basiert die konjunkturelle Entwicklung auf der
Binnennachfrage. Erste Daten zum abgelaufenen
Jahr zeigen, dass wesentliche Wachstumsimpulse
aus dem Verbrauch der privaten Haushalte und dem
Staatsverbrauch kamen. Nur einen geringen Wachstumsbeitrag leisteten die Bruttoinvestitionen. Der
Wachstumsbeitrag des Außenhandels war negativ,
denn einem moderaten Anstieg des Exports stand
ein starkes Importwachstum gegenüber. Für 2017
erwarten gegenwärtig viele Wirtschaftsforscher, dass
die deutsche Wirtschaft um real etwa 1,3 Prozent
Auf Basis eines wertschöpfungsbasierten Ansatzes
geht die IHK Südthüringen für den Kammerbezirk
hingegen von einem preisbereinigtem Wachstum
des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2 bis 2,5 Prozent
aus. Verwendungsseitig lässt die Umfrage eine
zunehmende Investitionstätigkeit einhergehend
mit einem weiterhin steigenden privaten Verbrauch
erwarten. Die Südthüringer Wirtschaft wird sich
somit nach dem fulminanten Jahresabschluss 2016
auch im laufenden Jahr positiv entwickeln.Personal
In der Entwicklung des Personalbestands findet die
gute Wirtschaftslage allerdings nur in einzelnen
Wirtschaftszweigen ihren Niederschlag. So erwartet
per Saldo lediglich ein Prozent der Unternehmen
steigende Mitarbeiterzahlen. Mit hohen Zuwächsen
rechnen die Optoelektronik, der Güterkraftverkehr,
die Kunststoffindustrie, der Maschinenbau und das
Gastgewerbe.Ausblick
Im Ausblick auf die nächsten Monate erwarten
18 Prozent der Unternehmen eine weitere Verbesserung der Geschäftslage, 64 Prozent keine Veränderung. Aus den Lageeinschätzungen und den
Erwartungen der Unternehmen errechnet sich derKapazitätsauslastung:Konjunkturklimaindikator
IHK-Bezirk SüdthüringenAnteil der Industriebetriebe mit einem
Auslastungsgrad von 80 Prozent und mehr
80,0117,1
113,773,670,0
Prozent120,0110,072,060,0
40,0III/06III/07III/08100,0III/09III/10III/11III/12III/13III/14III/15III/16InvestitionspläneUnternehmen mit Investitionen und Hauptmotive
90,080,0ProzentPunkte30,075,770,060,0
III/0619,3
70,078,4Die IHK Südthüringen
dankt allen Unternehmen, die sich an der
beteiligt haben. Den
Gesamtbericht finden Sie
unter: www.suhl.ihk.de
(Dok.-Nr. 37606).III/07III/08III/0919,6Rationalisierung (%)
Kapazitätserweiterung (%)
Ersatz (%)III/1020,2III/113,7III/12III/13III/14III/1555,4
Forschung & Entwicklung (%)
Umweltschutz (%)III/16Ihr Ansprechpartner:
Y schulz@suhl.ihk.deSüdthüringische Wirtschaft 3/20173STANDORTPOLITIKZunehmende Kosten verändern die Gewinnkalkulation. Sie entwickeln sich zu weit verbreiteten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung. Dies alles wird überlagert durch zunehmende
Fachkräfteengpässe. Dies sind die wichtigen Ergebnisse der Zusatzbefragung zu Risiken, die
die IHK Südthüringen seit sieben Jahren im Rahmen der Konjunkturumfrage durchführt.
Im aktuellen Aufschwung zieht die Investitionstätigkeit mit Kapazitätserweiterungen stärker an als die
Beschäftigungserwartungen der Unternehmen. Der
Grund ist die demografische Entwicklung. Seit dem
Jahr 2012 stagniert trotz wachsender Wirtschaft die
Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
auf einem Niveau von rund 137 000 Personen. Nicht
immer sind jedoch Substitutionseffekte zwischen
Arbeitskräften und Maschinen möglich. Das Resultat
sind Fachkräfteengpässe, die für die betroffenen
Unternehmen ein Risiko für die wirtschaftliche
Entwicklung darstellen. Dies trifft für 59 Prozent der
Unternehmen zu, insbesondere für das Bau-, Gastund Verkehrsgewerbe sowie für die Industrie.Steigende Fachkräfteengpässe lassen den Preis
für Arbeitskräfte in Schlüsselpositionen steigen.
Zusammen mit der Erhöhung des gesetzlichen
Mindestlohns treibt dies die Arbeitskosten
nach oben. Mit 52 Prozent ist der Anteil der
betroffenen Unternehmen fast so hoch wie
hinsichtlich des Risikofaktors Fachkräfteengpässe.
Überdurchschnittlich betroffen sind das Bau- und
Verkehrsgewerbe und die Industrie. Für die Industrie wird dies durch wachsende Krankenstände
noch verschärft. 53 Prozent der Industriebetriebe
und 33 Prozent aller Unternehmen nennen dieses
Risiko, das den Arbeitskräftebedarf und die
Arbeitskosten weiter vergrößert.Damit nicht genug sind 38 Prozent der Unternehmen von steigenden Rohstoffpreisen und 37 Prozent
von steigenden Energiepreisen betroffen. Gegenüber
dem Vorjahr stieg der Anteil der Unternehmen, der
diese beiden Kostengrößen als Risiko identifiziert,
erheblich an. Derzeit sind neben der Industrie insbesondere das Gast- und Verkehrsgewerbe betroffen.
Steigende Kosten sind immer ärgerlich. Im aktuellen Aufschwung mindern die ebenfalls steigenden
Erlöse die Folgen für die Erträge. Trotzdem muss sich
etwas tun. „Spätestens nach der Bundestagswahl
in diesem Jahr muss es aber an anderer Stelle
Entlastungen für die Unternehmen geben“, forderte
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Pieterwas im
Rahmen der Präsentation der Umfrageergebnisse.
S 03681 362-406 Y schulz@suhl.ihk.deWo sehen Sie die größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung
in den kommenden zwölf Monaten?
(Mehrfachnennungen möglich; Angaben in Prozent)steigender Fachkräftebedarf52,4Arbeitskosten46,1
47,5Wipol. Rahmenbedingungen51,6
51,845,2Inlandsnachfrage
Rohstoffpreise38,027,5Energiepreise37,430,1Krankenstand26,932,914,9
12,4Auslandsnachfrage10,4
12,4Finanzierung
7,5WechselkursJahresbeginn 2017Jahresbeginn 2016Kennen Sie schon unseren Ratgeber-Newsletter?
Einfach unter www.suhl.ihk.de anmelden!4 Südthüringische Wirtschaft 3/201753,658,5STANDORTPOLITIKDas Bundesministerium für Verkehr und digitale
Infrastruktur (BMVI) hat am 27. Dezember 2016
eine Änderungs-Verordnung verkündet, wonach
bestimmte Lang-Lkw-Typen seit dem 1. Januar 2017
im unbefristeten streckenbezogenen Regelbetrieb
auf Basis des bestehenden Positivnetzes (Meldungen der geeigneten Straßen durch die Länder)
fahren können. Das Positivnetz kann – wie in der
Vergangenheit auch – vom BMVI aktualisiert und
erweitert werden. Zurzeit hat das Positivnetz eine
Länge von fast 11 600 Kilometern und umfasst
in Thüringen v. a. Teile des Autobahnnetzes und
wenige Anschlusstrecken zu Autobahn nahen
Die IHKs haben den Feldversuch Lang-Lkw von
Beginn an unterstützt, weil der Lang-Lkw den
Unternehmen den wirtschaftlicheren Transport
von Volumengütern ermöglicht. Angesichts der
insgesamt positiven Ergebnisse – insbesondere hinsichtlich Kraftstoffverbrauch, Belastung der Infrastruktur, Verlagerungseffekten von der Schiene auf
die Straße und Beeinflussung der Verkehrssicherheit
– erscheint eine Entfristung der Ausnahme-Verordnung folgerichtig.
Aus Sicht der IHK-Organisation sind keine technischen Gründe gegen den Einsatz von Lang-Lkw
auf dem gesamten Bundesautobahnnetz bekannt.
Die IHKs empfehlen daher, dass der Bund künftig
auf seinem gesamten Autobahnnetz den Einsatz
von Lang-Lkw zulässt. Derzeit bestehen nochimmer zahlreiche Lücken im Autobahnnetz, die bei
den betroffenen Unternehmen erhöhte Logistikkosten zur Folge haben. So zählt die A 38 in Sachsen
und Niedersachsen zum Positiv-Netz, wohingegen
der Thüringer Abschnitt der Südharzautobahn
für Lang-Lkw gesperrt ist. Gleiches gilt für den
Abschnitt der A 71 zwischen der AS Sömmerda-Ost
und der A 38 sowie der A 4 zwischen der AS Gerstungen und dem Kirchheimer Dreieck in Hessen.
Die ablehnende Haltung der Thüringer Landesregierung zum Thema Lang-Lkw ist aus Sicht
der Wirtschaft nicht nachvollziehbar. So tragen
Lang-Lkw sehr wohl zur deutlichen Verringerung
der Verkehrs- und Umweltbelastung bei, ohne
die Verkehrsinfrastruktur aufgrund der für den
gesamten Straßengüterverkehr bestehenden
Gewichtsbeschränkungen höher zu beanspruchen.
Da sich der Einsatz von Lang-Lkw vor allem für
Volumengüter rechnet, ist die Konkurrenz zum
Schienengüterverkehr, der vor allem beim Transport
von Massengütern über größere Distanzen Vorteile
bringt, sehr überschaubar. Um das verkehrspolitische
Ziel einer stärkeren Verlagerung des Gütertransports
von der Straße auf die Schiene zu erreichen, müssen
die Anstrengungen zum Aus- und Neubau der Eisenbahninfrastruktur erheblich gesteigert werden. Dies
beinhaltet bspw. die Schließung von Infrastrukturlücken, wie zwischen Eisfeld und Coburg, sowie den
Bau von Kombi-Verkehrs-Terminals zum Umschlag
Straße/Schiene.Fakten zum Lang-Lkw
Herkömmliche Lkw mit Anhänger dürfen eine
Länge von bis zu 18,75 Metern haben. LangLkw können eine Länge von bis zu 25,25 Metern
haben. Die Gewichtsbeschränkungen für Lkw
bleiben unverändert bestehen. Auch Lang-Lkw
dürfen 40 Tonnen Gewicht, bzw. 44 Tonnen im
Kombinierten Verkehr nicht überschreiten.
Wesentliche Ergebnisse des Berichts der
Bundesanstalt für Straßenwesen sind:
•	Zwei Lang-Lkw-Fahrten ersetzen drei Fahrten
mit herkömmlichen Lkw
•	Effizienzgewinne und Kraftstoffersparnisse
zwischen 15 Prozent und 25 Prozent
•	Kein erhöhter Erhaltungsaufwand für die
•	Keine Verlagerungseffekte von der Schiene
auf die StraßeIhr Ansprechpartner:
Y dammkoehler@suhl.ihk.de
© Andreas Hermsdorf/pixelio.deIn Zeiten zunehmenden Fahrermangels erscheint
die Beschäftigung von „selbstständigen Kraftfahrern“ im gewerblichen Güterkraftverkehr über 3,5 t
zGG vor allem zur Deckung von Auftragsspitzen
reizvoll. Die Option, die Personalengpässe über den6 Südthüringische Wirtschaft 3/2017Abschluss von Dienstleistungsverträgen mit selbstständigen Berufskraftfahrern zu beheben, birgt
jedoch eine Reihe schwer kalkulierbarer Risiken.
Ob es sich hinter der gewählten Vertragsform
eines freien Dienstleistungsverhältnisses inWahrheit um eine abhängige Beschäftigung
handelt, ist im Einzelfall zu prüfen. Dabei sind u. a.
die Weisungsabhängigkeit sowie das Unternehmerrisiko des Betreffenden ausschlaggebende Bewertungskriterien. Die Sozialversicherungsträger undSTANDORTPOLITIKSchwerwiegende Konsequenzen bei
Einem „selbstständiger Kraftfahrer“, der arbeitsrechtlich als abhängiger Beschäftigter anzusehen
ist, stehen sämtliche Arbeitnehmerrechte zu. So
kann er über eine Feststellungsklage klären lassen,
ob ein Arbeitsverhältnis besteht, wobei er in der
Regel erfolgreich sein wird. Dies hat entsprechende
Folgen auf Arbeitnehmeransprüche, wie bezahlten
Erholungsurlaub und Entgeltfortzahlung im
Gleichzeitig fallen Sozialversicherungspflichten für den Betroffenen seit Anfang der
Rechtsbeziehung (Dienstleistungsvertrag) an, die
in voller Höhe durch den Auftraggeber beglichen
werden müssen. Hinzu kommen evtl. noch
Weitere Nachforderungen ergeben sich für
den Auftraggeber und Auftragnehmer auf Basis
des Einkommensteuerrechts. So müssen die
entgangenen Lohnsteuer- und Solidaritätszuschlagszahlungen bis zur Verjährungsgrenze von
vier Jahren beglichen werden. Auch ist in der Folge
ein Steuerstrafverfahren wegen des Verdachts auf
Steuerhinterziehung möglich. Hinzu kommen mögliche weitere strafrechtliche Konsequenzen.
Die IHK Südthüringen empfiehlt daher deutlich,
vom Engagement sog. „selbstständiger Kraftfahrer“
ohne eigene Fahrzeuge und ohne entsprechende
Genehmigung nach Güterkraftverkehrsgesetz
Y dammkoehler@suhl.ihk.deDie Beschäftigten im Tourismus sind die besten Berater und Empfehlungsgeber der Gäste,
wenn es um Ausflugsziele geht. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sie die Attraktionen
kennen und ihre Erfahrungen und Begeisterung authentisch weitergeben können.
Die ThüringenCard Tourismusnetzwerk
Thüringen ist ein gemeinsames Angebot
der beteiligten ThüringenCard – Akzeptanzstellen und der Thüringer Tourismus
GmbH (TTG). Sie richtet sich als Sonderedition der ThüringenCard an Beschäftigte und
Engagierte der Thüringer Tourismusbranche.
Den Inhabern der Karte wird die Möglichkeit
gegeben, touristische Einrichtungen, wie
Museen, technische Denkmäler, Parks & Gärten, Thermen, Stadtführungen etc., kostenlos
kennenzulernen. Alle an diesem Projekt
beteiligten Besuchsorte und Einrichtungen
sind gleichzeitig ThüringenCard – Akzeptanzstellen.
Die Inhaber der ThüringenCard Tourismusnetzwerk Thüringen sind eingeladen, sich aktiv am
Tourismusnetzwerk Thüringen zu beteiligen, um
von den Synergien des Netzwerkes zu profitieren
und einen Beitrag zur Entwicklung des Tourismus
in Thüringen zu leisten.
Anspruchsberechtigt sind Mitarbeiter in Beherbergungsbetrieben (ab neun Betten), in Kultur- und
Freizeiteinrichtungen, lokalen und regionalen touristischen Organisationen in Thüringen, lokalen und
regionalen Verkehrsunternehmen, Mitarbeiter in
Verkaufs- und Akzeptanzstellen der ThüringenCard,
sofern sie unmittelbar mit Gästen arbeiten oderSeit dem Sommer 2016 führt der DEHOGA
Thüringen e. V. in Kooperation mit dem Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut
für Fremdenverkehr e. V. (dwif) erneut einen
Betriebsvergleich für das Thüringer Hotel- und
Gaststättengewerbe durch.
Die Bestandsaufnahme der gastgewerblichen
Strukturen und Entwicklungstendenzen in
Thüringen liefert Orientierungswerte für
verschiedene Betriebstypen des Gastgewerbes.
Betriebswirtschaftliche Stärken und Schwächen
eines Unternehmens können durch die ausgewiesenen Kennzahlen schnell erkannt werden
und ermöglichen eine zielgerichtete Unternehmenssteuerung. Optimierungsmöglichkeiten zur
Verbesserung der Marktposition für einzelne
Betriebe werden dokumentiert.© TTGSozialgerichte prüfen daher für den Bereich der
Kraftfahrertätigkeit u. a. folgende Voraussetzungen
für eine Selbstständigkeit:
Frachtführereigenschaft. Der Betreffende muss
ein eigenes Fahrzeug einsetzen und hierfür die
entsprechende Erlaubnis bzw. Gemeinschaftslizenz
besitzen. Ein eigenes Fahrzeug muss auf den Betreffenden zugelassen und von diesem mit eigenem
Kapitalaufwand erworben/geleast worden sein.
Eigenes Unternehmerrisiko. Ein Unternehmerrisiko liegt bspw. dann vor, wenn der Betreffende
im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit
eigenes Kapital in nicht nur geringfügiger Höhe
mit dem Risiko des Verlustes einsetzen muss. Stellt
ein sog. „selbstständiger Kraftfahrer“ lediglich seine
Arbeitskraft zur Verfügung, setzt er gerade keine
eigenen Betriebsmittel ein, wie es für eine selbstständige Tätigkeit kennzeichnend ist.
Keine Verpflichtung zur eigenen Leistungserbringung. Der Betreffende kann daher als
Auftragnehmer Dienstleistungen auch von Dritten
erbringen lassen.mit Marketing- bzw. Vertriebsaufgaben betraut
sind. Die ThüringenCard Tourismusnetzwerk Thüringen wird nach Prüfung der Antragstellung und
unter Berücksichtigung der Nutzungsbedingungen
von der TTG ausgestellt. Sie hat eine Gültigkeit
von 1 000 Tagen und berechtigt innerhalb dieser
Geltungsdauer zum einmaligen Besuch der teilnehmenden ThüringenCard-Einrichtungen.
Nähere Informationen zu den Partnern, den
Nutzungsbedingungen und die Antragsunterlagen
finden Sie auf der Homepage des Tourismusnetzwerk Thüringen https://thueringen.tourismusnetzwerk.info/ unter ThüringenCard – Nutzen Sie
einfach die Suchfunktion auf der Seite.Nach der Präsentation der Ergebnisse vor der
Arbeitsgemeinschaft der Tourismusausschüsse
der Thüringer IHKs werden diese interessierten
Unternehmern mit den entsprechenden Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen im
Rahmen regionaler Veranstaltungen präsentiert.
Nutzen Sie diese Gelegenheit, sich zu informieren
und Ihre Fragen zu stellen.
Ort:	IHK Südthüringen
Anmeldungen sind möglich über die IHKVeranstaltungsdatenbank unter: www.suhl.ihk.deSüdthüringische Wirtschaft 3/20177STANDORTPOLITIK
Roadshow Forum F Fachkräfte: Potenziale nutzen,
Unternehmenserfolg wird grundlegend durch die
Mitarbeiter bestimmt. Angesichts zunehmender
Fachkräfteengpässe sind vorausschauende Personalentwicklung und langfristige Bindung von
Leistungsträgern das Gebot der Stunde. Neben der
beruflichen Ausbildung ist die Weiterbildung von
Mitarbeitern ein unerlässlicher Faktor zur Sicherung des Fachkräftebedarfs.
Mit der Veranstaltung zur Qualifizierung von
Mitarbeitern zeigt die IHK Südthüringen Wege auf,
wie Unternehmen ihre Fachkräfte für die ständig
wachsenden Anforderungen fit machen können.
Die Qualifizierungsangebote sind vielfältig und
müssen dem Bedarf der betrieblichen Anforderungen entsprechen. Aufstiegsfortbildung, Anpassungsqualifizierung, Teilqualifizierung, betriebliche
Einzelumschulung und das Programm WeGebAU
bieten Möglichkeiten zur Qualifizierung von
Mitarbeitern. Unternehmen erhalten neben den
einzelnen Schritten zur Umsetzung von Angeboten
umfassende Informationen zu den flankierenden
Fördermöglichkeiten und den Ansprechpartnern
für die weiterführende individuelle Beratung.
Termin: 4. April 2017,
Zeit:	09:00 bis 11:00 Uhr,
Ort:	IHK Südthüringen, Haus der Wirtschaft, Bahnhofstraße 4-8, 98527 Suhl© Gerd Altmann/pixelio.de137 556 Personen gingen am30. Juni 2016 am Standort Südthüringen einer
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
nach, 556 mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus
den gerade veröffentlichten Zahlen der Statistik
der Arbeitsagentur hervor, die eine Analyse nach
Branchen auf Kreisebene erlauben.
Diese Daten werden vierteljährlich veröffentlicht. Es hat sich aber eingebürgert, die Daten zum
30. Juni besonders zu gewichten, weil der Arbeitsmarkt dann weniger von Störfaktoren beeinflusst
wird als zu anderen Terminen. Die Veränderung der
deutet auf einen Aufwuchs hin. Tatsächlich ist
ihre Zahl jedoch seit fünf Jahren erstaunlich stabil
für die wachsende Wirtschaft Südthüringens. So
gab es am 30. Juni 2012 137 951 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Ein Jahr später waren
es 136 698 Personen, für 2014 weist die Statistik
137 297 Personen aus und für 2015 137 000 Personen. Es spricht also einiges für eine Stagnation.
Tatsächlich besteht jedoch eine erhebliche
Dynamik in der Region. So wurden binnen eines
Jahres 323 Arbeitsplätze im Landkreis Sonneberg,
310 Arbeitsplätze im Ilm-Kreis und 257 Arbeitsplätze im Landkreis Hildburghausen neu besetzt.
Zugleich gingen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen 234 Arbeitsplätze und in Suhl 100 Arbeitsplätze verloren. Der Arbeitsplatzgewinn imTermin: 4. April 2017,
Zeit:	15:00 bis 17:00 Uhr,
Ort:	IIHK-Niederlassung Arnstadt,
Krappgartenstraße 37-41, 99310 ArnstadtLandkreis Sonneberg vollzog sich in der Industrie
(+ 400 Arbeitsplätze) und in der Dienstleistungswirtschaft (+ 190), ging aber auch mit
einem Verlust im Baugewerbe einher (- 190).
Im Ilm-Kreis wurden die Arbeitsplätze in der
Dienstleistungswirtschaft (+ 348) und im Handel
(+ 251) neu besetzt, während in der Logistik die
Zahl der Beschäftigten sank (- 236). Im Landkreis
Hildburghausen besetzte die Industrie viele neue
Stellen (+ 396), während im Baugewerbe Stellen
verloren gingen (- 131). Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sank in allen Branchen die
Beschäftigtenzahl, wobei die Industrie besonders
betroffen war (- 140). Ähnlich war die Situation
in Suhl, wobei es hier auch Aufwüchse gab: In
der Dienstleistungswirtschaft (+ 83) und in der
Industrie (+ 17).
In Summe stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Südthüringen
erheblich in der Industrie (+ 592), in der Dienstleistungswirtschaft (+ 583) und im Handel (+ 248).
Dem stand ein Beschäftigungsrückgang vor allem
im Baugewerbe (- 387) sowie im Verkehrs- und
Lagerbereich (- 254) gegenüber.
S 03681 362-406 Y schulz@suhl.ihk.deTermin: 11. April 2017,
Ort:	IHK-Niederlassung Sonneberg,
Gustav-König-Straße 27, 96515 Sonneberg
Termin: 11. April 2017,
Ort:	Technologie- und Gründer-Fördergesellschaft Schmalkalden,Allendestr. 68,
98574 Schmalkalden/Dermbach
Die Veranstaltungen sind kostenfrei. Eine Einladung
mit den Programminhalten geht den Mitglieds­
unternehmen rechtzeitig zu. Gern können sich
interessierte Unternehmen auch über die IHKVeranstaltungsdatenbank anmelden unter:
www.suhl.ihk.deIm Jahr 2014 haben die Thüringer IHKs einen
Forderungskatalog zur Landtagswahl aufgestellt.
Inzwischen hat die Regierungsperiode der Koalition
aus Linkspartei, SPD und Bündnis 90/Die Grünen
ihre Halbzeit erreicht. Dies ist ein guter Zeitpunkt,
um Bilanz zu ziehen. Was wurde erreicht, um die
Wettbewerbsfähigkeit der Thüringer Wirtschaft zu
sichern und zu stärken? Hierzu laden die Thüringer
IHKs Sie herzlich ein zur Podiumsdiskussion.Auf dem Podium vertreten sind:
•	Bodo Ramelow, Thüringer Ministerpräsident
•	Susanne Hennig-Wellsow,
•	Dirk Adams, Fraktionsvorsitzender BÜNDNIS 90/
•	Matthias Hey, Fraktionsvorsitzender SPD
•	Dr. Ralf-Uwe Bauer,
Präsident der IHK Ostthüringen zu Gera
•	Dieter Bauhaus, Präsident der IHK Erfurt
•	Dr. Peter Traut, Präsident der IHK SüdthüringenIhr Ansprechpartner:Termin:	30. Mai 2017
Zeit:	17:00 bis 19:00 Uhr
Ort:	IHK Erfurt, Arnstädter Straße 34,
99096 Erfurt.Silke Sieber
S 03681 362-164 Y sieber@suhl.ihk.deIhr Ansprechpartner: Dr. Jan Pieter Schulz S 03681 362-406 Y schulz@suhl.ihk.de8 Südthüringische Wirtschaft 3/2017Moderation:
Blanka Weber, freiberufliche JournalistinTITELIm Rahmen des im September 2016 begonnenen Pilotprojektes zur Gewinnung vietnamesischer Jugendlicher für die duale Berufsausbildung in Südthüringen reiste eine Delegation
Südthüringer Unternehmer in der Zeit vom 12. bis 18. Februar 2017 nach Vietnam. In der
Hauptstadt Vietnams, Hanoi, kam es dabei zum ersten persönlichen Kennenlernen der
vietnamesischen Projektteilnehmer mit einigen ihrer zukünftigen Ausbildungsunternehmen.
Dass das Projekt der IHK Südthüringen und der
HWK Südthüringen in Kooperation mit Hanoi.IEC
auch in einer Metropole wie Hanoi mit ca. acht
Millionen Einwohnern eine besondere Beachtungfindet, zeigte die Berichterstattung der lokalen
Medien, die sich sehr anerkennend über das
Südthüringer Projekt äußerten. Vielfach wurde
dabei die sich den Jugendlichen bietende ChanceProjektvorstellung am Hanoi Vocational College of Technology durch Jan Scheftlein,
stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK SüdthüringenNguyen Thi Thanh Tam, Geschäftsführerin der HANOI.IECProjektteilnehmer halten in Deutsch einen Kurzvortrag zu Landessitten in Vietnam10 Südthüringische Wirtschaft 3/2017einer Ausbildung und beruflichen Perspektive in
Südthüringen goutiert.
So nahmen an der gemeinsamen Veranstaltung
nicht nur die teilnehmenden Jugendlichen sondern
auch teilweise mit Eltern und Großeltern Vertreter
deren Familien teil, um ihre Anerkennung zu
Die mitgereisten Unternehmer konnten sich im
Rahmen eines in Deutsch vorgetragenen Kulturprogramms und in persönlichen Gesprächen von
den bereits nach nur fünf Monaten Sprachschule
erlernten Deutschkenntnissen der Jugendlichen
überzeugen.© HANOI.IEC für Fotos S. 10,11TITELGruppenbild mit den Teilnehmern des Pilotprojektes, dem Team des Projektpartners HANOI.IEC und der Reisedelegation aus SüdthüringenDelegation die Gelegenheit, sowohl das Projekt als
auch die darin vorgesehenen Ausbildungsberufe
vorzustellen. Die noch nicht im Projekt angebotenen
Ausbildungsberufe, wie z. B. Baugeräteführer, Betonund Stahlbetonbauer oder Polsterer, wurden durch
die mitgereisten Unternehmensvertreter ebenso vor
einem interessierten Auditorium präsentiert.
Die große Resonanz auf diese Vorträge sowie
zahlreiche spontane Interessensbekundungen
der zuhörenden Studenten zeigte das enorme
Interesse an einer Fortsetzung des Südthüringer
Projektes mit Blick auf eine berufliche Perspektive in
Südthüringen.
Ihr Ansprechpartner:Vorstellung der Perspektiven der dualen Berufsausbildung in Südthüringen für Berufe der Bau- und Möbelbranche am
Contruction Technical College No 1Die Teilnehmer der Delegation berichteten von wissbegierigen Gesprächspartnern, die sich in ihren Fragen sehr interessiert zu ihrem Ausbildungsunternehmen und der Region erkundigten, in die sie ihre zukünftige Lebensplanung
verschlagen wird.
Mitte März stehen die Jugendlichen vor der ersten Bewährungsprobe, wenn
die Prüfung zum Sprachzertifikat B1 im Goetheinstitut Hanoi bevorsteht. Nach
bestandener Prüfung werden sich die Teilnehmer intensiv auf die Prüfung
zum B2 Zertifikat vorbereiten, bevor sie voraussichtlich Ende Juli 2017 – nach
bestandener Prüfung - ihre Reise nach Südthüringen antreten werden.
Die hohe Motivation und der präsentierte Lerneifer der Teilnehmer des
Pilotprojektes beeindruckte dabei alle Delegationsteilnehmer. Neben bereits
am Projekt teilnehmenden Unternehmern, waren auch projektinteressierte
Unternehmen mit nach Vietnam gereist. Für sie stand die in Vietnam praktizierte Schul- und Berufsausbildung im Mittelpunkt. Im Rahmen des Besuchs
verschiedener Bildungseinrichtungen, wie einer Baufachschule oder einer
technischen Fachschule, konnten sich die Reiseteilnehmer zum hohen Niveau
der schulischen Bildung informieren. In den Bildungseinrichtungen hatte dieJan Scheftlein
Y scheftlein@suhl.ihk.deAnzeigeSüdthüringische Wirtschaft 3/2017 11TITELDer schnelle Weg
Azubi-Speed-Dating 2017 in Suhl„Du hast genau zehn Minuten, um mit deinem potenziellen Chef ins Gespräch zu
kommen.“ Unter diesem Motto lud die IHK Südthüringen am 14. Februar 2017 zum
bereits siebten Azubi-Speed-Dating. Zum ersten Mal fand die Veranstaltung im
Haus der Wirtschaft in Suhl statt. In der Zeit von 15:30 bis 17:30 Uhr nutzten rund
100 Jugendliche und 41 Unternehmen die Chance zum persönlichen Kennenlernen.
Die 41 Südthüringer Unternehmen hatten mehr als
200 Angebote für eine Berufsausbildung oder ein
duales Studium im Gepäck. Auch die Nachfrage
nach einem Praktikumsplatz lohnte sich. In insgesamt 150 Gesprächen wurde an diesen Tag um die
regionalen Perspektiven vor der Haustür geworben.
Weiterhin gab es die Möglichkeit, sich Tipps,
Hinweise und Informationen rund um die
Bewerbung einzuholen oder den Bewerbungsmappen-Check der Agentur für Arbeit Suhl zu nutzen.
Die meisten Lehrstellen wurden als Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker, Fluggerätmechaniker, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie
Kaufmann für Büromanagement angeboten.
Am Ende des Tages gab es viele zufriedene
Gesichter, sowohl bei den Unternehmen als auch
bei den Jugendlichen. Die Gespräche hatten
nach Aussage vieler Unternehmen Substanz, die
Bewerber waren sehr gut vorbereitet. So wurden
Praktikumsplätze vergeben und Bewerbungsmappen über den Tisch gereicht.
Doch bevor es auch im nächsten Jahr wieder
heißt „Du hast genau zehn Minuten!“, wird es am
Karolin Walch
S 03681 362-414 Y walch@suhl.ihk.de12 Südthüringische Wirtschaft 3/20177. März 2017 zum zweiten Mal ein
Azubi-Speed-Dating in Sonneberg
und am 14. März 2017 erstmals auch
ein Azubi-Speed-Dating in Arnstadt
geben. Der Erfolg der bisherigen
Veranstaltungen zeigt, dass das
Azubi-Speed-Dating eine sehr gute
Ergänzung zu den Berufsinformationsmessen im Herbst ist.TITELOb Gemüse schnitzen, Cocktails mixen oder das direkte Gespräch mit einem jungen Koch – im vergangen Jahr gab es viel Interessantes für die Jugendlichen.Im vergangenen Jahr veranstaltete die IHK Südthüringen zum ersten Mal eine branchen­
exklusive BerufsErlebnisMesse zum Thema Tourismus und Gastronomie. Das große Interesse
bei Besuchern und Ausstellern veranlasst nun zu einer Fortführung des Projektes.
Mit vielfältigen Aktionen möchte die IHK Süd­
thüringen gemeinsam mit Ausbildungsbetrieben
der Branche die Berufsbilder erlebbar machen. Die
Jugendlichen sollen die Chance erhalten, diese aufregenden und abwechslungsreichen Arbeitsgebiete
für sich zu entdecken und den ersten Kontakt zu
potenziellen Ausbildungsbetrieben aufzubauen.
In den modernen Räumlichkeiten der Viba Nougat-Welt können sich die Unternehmen der Branche
präsentieren und junge Menschen für ihre Arbeit
und ihr Unternehmen begeistern.Folgende Berufsbilder werden vorgestellt:
•	Restaurantfachmann
•	Koch
•	Hotelfachmann
•	Sport- und Fitnesskaufmann
•	Tourismuskaufmann
•	Kaufmann für Tourismus und Freizeit
•	VeranstaltungskaufmannDie Berufs-Erlebnis-Messe findet statt am:
24. April 2017, von 10:00 bis 15:00 Uhr
in den Veranstaltungsräumen der
Viba Nougat-Welt, Nougat Allee 1,
98574 SchmalkaldenJetzt anmelden!
Möchten Sie sich als Ausbildungsbetrieb der Branche an der zweiten BerufsErlebnisMesse beteiligen,
dann bitten wir um Kontaktaufnahme bis spätestens 15. März 2017.Ihr Ansprechpartner: Karolin Walch S 03681 362-414 Y walch@suhl.ihk.de
AnzeigeSüdthüringische Wirtschaft 3/2017 13TITELMehr als 100 Ausbildungsverantwortliche aus Südthüringer Unternehmen wurden am
8. Februar 2017 von IHK-Präsident Dr. Peter Traut zum 5. IHK-Ausbildertag in Suhl begrüßt.
Es gab eine riesige Resonanz in den Ausbildungsbetrieben. Die Anmeldezahlen aus den Vorjahren wurden nahezu verdoppelt. Erstmals fand diese jährliche IHK-Veranstaltung im Haus der
Wirtschaft statt.
Dr. Peter Traut wies nachdrücklich auf die zentrale Rolle des dualen Ausbildungssystems für die
Sicherung des Fachkräftenachwuchses und die
wirtschaftliche Entwicklung der Region hin. Das
Thema „Qualitätsmerkmale dualer Berufsausbildung“ wurde in einem Impulsvortrag von Claudia
Müller und Jens Reißland von der Universität Erfurt
(Fachgebiet Berufspädagogik und Weiterbildung)
betrachtet. Der Vortrag machte deutlich, dass
Ausbildung eine immerwährende Herausforderung
darstellt und die Ausbilder dabei diejenigenIHK-Präsident Dr. Peter Traut eröffnete den
IHK-Ausbildertag.14 Südthüringische Wirtschaft 3/2017Schlüsselpersonen sind, die durch individuelles und
flexibles Agieren mit den jungen Menschen die
Qualität der Ausbildung maßgeblich prägen. Viele
Unternehmen leisten hervorragende Ausbildungsarbeit. Oftmals werden jahrelang funktionierende
Prozesse aber wenig bewusst wahrgenommen und
nicht als Qualitätsmerkmale der eigenen betrieblichen Ausbildung kommuniziert.
Nach einer Pause und Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch stellten Denise Roß von der
NIDEC GPM GmbH in Merbelsrod und Riccardo
Herrnberger von der N3 Engine Overhaul Services
GmbH & Co. KG in Arnstadt Best-Practice-Beispiele
aus der Ausbildung in ihren Unternehmen vor. Viele
Ausbilder haben die Plattform IHK-Ausbildertag
schon in den Vorjahren zum Erfahrungsaustausch
genutzt. In diesem Jahr konnte eine Vielzahl an
Neubesuchern zu diesem Veranstaltungsformat
Fazit des 5. IHK-Ausbildertages: Die Arbeit der
Ausbilder als Experten für die Entwicklungspotenziale der jungen Generation an Fachkräften muss
im betrieblichen Fokus wertgeschätzt werden.
Handlungsspielräume für die individuelle Förderung der Auszubildenden sind erforderlich.Denise Roß von der NIDEC GPM GmbH und Riccardo
GmbH & Co. KG berichteten von der Ausbildung in ihren
Unternehmen.TITELSoziale Netzwerke, digitale Vernetzung oder
multimediales Marketing, das alles sind Themen
und Wege, Menschen unterschiedlichen Alters zu
erreichen. Die technische Vernetzung aller Medien
im Arbeits- und Privatleben läuft mit zunehmender
Geschwindigkeit. Auch für die Ausbildungsplatzsuche der Jugendlichen werden viele Wege genutzt.
Seit August 2015 bietet die IHK Südthüringen einen
weiteren Weg der Azubisuche. Mit dem Projekt
„Digitales Schwarzes Brett“ haben die Unternehmen
eine kostenfreie Möglichkeit, ihre Angebote zeitund jugendgemäß zu präsentieren.
Ein Ziel des Digitalen schwarzen Brettes ist es,
Schüler an regionalen staatlichen und beruflichen
Gymnasien die Chancen einer dualen Berufs­
ausbildung aufzuzeigen. Die Angebote sollen zeigen,
dass die Karrieremöglichkeiten einer betrieblichen
Ausbildung einem Studium gleichwertig sind. Darum
wurden und werden die Monitore dort installiert, wo
Jugendliche den gymnasialen Weg gehen, das sind
zurzeit sieben staatliche und berufliche Gymnasien
in der Region Südthüringen. Über diese Web- und
App-basierte Plattform werden gleichzeitig perBildschirm und App tagesaktuelle Informationen der
Schule und der regionalen Wirtschaft präsentiert.
Die Anzeige erfolgt über einen in den Schulen
installierten und durch die IHK Südthüringen finanzierten 48 Zoll Monitor, der bildschirmtechnisch
mittig geteilt wird. Auf der linken Seite finden
die Schüler den Vertretungsplan und weitere
Schulinformationen. Auf der rechten Seite werden
Ausbildungsplatzangebote regionaler Unternehmen
und Informationen zu Veranstaltungen zum Thema
Berufswahl angezeigt.
Einer der größten Vorteile des Systems ist die
bereits integrierte App. Hier können sich Schüler,
Eltern und Lehrer auch mobil Informationen der
Schule, aber vor allem Ausbildungsplatzangebote
oder Termine für Berufsinformationsveranstaltungen herunterladen. So wird eine direkte Verbindung
zwischen Schule, Wirtschaft, Schüler und Elternhaus
Um auch Schülern und Eltern aus anderen
Schulen und Schulformen die Möglichkeit zu geben,
Informationen zur Berufswahl zu finden, gibt es
einen allgemeinen Zugang zu den Inhalten derWirtschaft, die App ist über jeden App Store abzurufen. Die Zugangsdaten lauten:
Benutzername: 239566
Passwort: IHKST
S 03681 362-234 Y wallstein@suhl.ihk.deAnzeigeSüdthüringische Wirtschaft 3/2017 15TITELMehr Sport. Mehr Obst. Mehr Aufstieg. So lautet der
Slogan einer Postkartenaktion, die auf die Unterstützungsmöglichkeiten durch das Aufstiegs-BAföG bei
der Qualifizierung im Beruf hinweist. Es wird häufig
übersehen, welche beruflichen Perspektiven sich
mit einer dualen Ausbildung als Einstieg und einer
darauf aufsetzenden Aufstiegsfortbildung ergeben.
Jährlich absolvieren rund 50 000 Frauen und
Männer in den IHKs eine Prüfung der Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).
Zwischen 2003 und 2013 haben mehr als eine halbe
Millionen Menschen einen solchen qualifizierten
Weiterbildungsabschluss bei einer IHK erworben.
Und damit nimmt jeder fünfte dual Ausgebildete
im weiteren Verlauf seines Erwerbslebens an einerPrüfung der Aufstiegsfortbildung
Mit dem Bestehen einer Fortbildungsprüfung zum
Fachwirt oder
haben die Absolventen einen dem
Bachelor gleichgestellten Abschluss
erreicht. Bei den
Lehrgänge zum
bzw. Technischen
Betriebswirt ist
durch die Einstufung im Deutschen
Qualifizierungsrahmen (DQR) die Einordnung auf
der Master-Ebene erfolgt. Das heißt, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung
ist damit anerkannt.
Insgesamt können über 700 Fortbildungsabschlüsse mit dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) finanziell unterstützt werden.
Wer nach seiner dualen Ausbildung weitere Karriereschritte plant – idealerweise im Einvernehmen
mit dem Arbeitgeber und entsprechenden beruflichen Perspektiven – sollte die attraktiven und
verbesserten Förderkonditionen des neuen „Aufstiegs-BAföG“ kennen. Mit der Novellierung des
AFBG zum 1. August 2016 können auch Personen
gefördert werden, die ihre Prüfungszulassung zumjeweiligen Fortbildungsabschluss nur aufgrund
einschlägig vorhandener Berufserfahrung nachweisen können (Teilnehmer ohne abgeschlossene
Berufsausbildung, Studienaussteiger).
Das früher als „Meister-BAföG“ bekannte Förderinstrument gewährt nun als „Aufstiegs-BAföG“
Teilnehmern alters- und einkommensunabhängig
einen Beitrag zu den Kosten ihrer Fortbildung.
Die Förderung erfolgt als Zuschuss in Höhe von
40 Prozent der Maßnahmekosten (maximal in Höhe
von 15.000 Euro) und kann mit einem zinsgünstigen
kombiniert werden. Nach dem Bestehen der Prüfung
im angestrebten Fortbildungsziel werden auf Antrag
weitere 40 Prozent des Darlehensanteils erlassen.
Ein erfolgreich bestandener Fortbildungsabschluss
spricht für ein hohes Engagement und Durchhaltevermögen. In der 8. Weiterbildungserfolgsumfrage
des DIHK aus dem Jahr 2014 bestätigen 62 Prozent
der Weiterbildungsabsolventen positive Auswirkungen auf ihre berufliche Karriere. Drei Viertel
derer, die einen entsprechenden Erfolg vermelden,
geben an, aufgestiegen zu sein oder einen größeren
Verantwortungsbereich zu haben. Die Ergebnisse
zeigen, Weiterbildung rentiert sich – sowohl für den
Einzelnen als auch für die Betriebe. Knapp zwei Drittel der Befragten geben an, dass für die berufliche
Verbesserung kein Firmenwechsel erforderlich war.
Den Betrieben gelingt es durch Weiterbildung häufig
auch, motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter an
sich zu binden.Die diesjährigen Winterferien standen für die
Jugendlichen in Südthüringen ganz im Zeichen der
Berufsorientierung. Neben der Veranstaltungsreihe
der Agentur für Arbeit Suhl zum Thema „Studium
und Beruf“, die die IHK Südthüringen vor Ort
begleitete, bot die IHK Südthüringen selbst in der
gesamten Ferienwoche eine Anlaufstelle zur Ausbildungsberatung im Haus der Wirtschaft in Suhl. Dort
konnten sich Interessierte bei den Ausbildungsberatern der IHK über die duale Berufsausbildung, deren
Chancen und Karrierewege sowie über Praktikainformieren. Höhepunkt der Woche war der Donnerstag mit einem neuen Konzept.
So lud die IHK Südthüringen am 9. Februar 2017 zur
Karrierewerkstatt mit Langschläferfrühstück ein. Es
gab verschiedene Coachings zu Themen wie:
Fit für die Ausbildung, das Vorstellungsgespräch,
die professionelle Bewerbungsmappe oder vom
Wunschberuf zum Ausbildungsplatz.
Das alles sind wichtige Themen zur Vorbereitung für
Jugendliche, die sich bei den Ausbildungsbetrieben,
egal ob für ein Praktikum, eine Ausbildung oder einduales Studium, mit ihren Halbjahreszeugnissen
bewerben möchten. Deshalb wird die IHK Südthüringen dieses Format weiterentwickeln und wünscht
sich für die Zukunft mehr Resonanz durch die
Jugendlichen.© BMBF16 Südthüringische Wirtschaft 3/2017Ihr Ansprechpartner:
S 03681 362-425
Y santos@suhl.ihk.deIhr Ansprechpartner:
S 03681 362-414
Y walch@suhl.ihk.deIHK-WeiterbildungDatumBezeichnungStdOrt13.03.2017Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe24SHL13.03.2017Ausbildung der Ausbilder96ARN13.03.2017Qualitätsbeauftragter (IHK) inkl. Interner Auditor80SHL13.03.2017Ausbildung der Ausbilder96SHL14.03.2017Klartext reden – souverän mit einer bewussten wertschätzenden und achtsamen
Sprache8SHL14.03.2017Interkulturelle Kompetenz – Vorbereitung auf ausländische Fachkräfte und
Auszubildende8SON15.03.2017Das aktuelle Reise- und Bewirtungskostenrecht8SHL15.03.2017Geprüfter Bilanzbuchhalter820SHL16.03.2017Englische Kommunikation – E-Mails16SON17.03.2017IT-Netzwerkadministrator (IHK) – Windows Server Profi126SHL17.03.2017Microsoft Windows Server 2016/2012 R2 – Administration 142SHL18.03.2017Praxisworkshop Lean Management8SHL18.03.2017Prüfungsvorbereitung - Teil 2 für Kaufleute für Büromanagement20.03.2017Datenschutzbeauftragter (IHK)20.03.2017www.suhl.ihk.de 16SHL50SHLUnterrichtung für Bewachungspersonal nach § 34a GewO40SON20.03.2017Vertrieb im Deutschlandtourismus8SHL21.03.2017Mathematik und Physik – Grundlagen für die technische Aufstiegsfortbildung40SHL27.03.2017Dokumentenmanagement mit MS Word16SHL28.03.2017Führen und Motivieren mit Zielen in der Ausbildung16SON28.03.2017Grundlagen der Mitarbeiterführung – Basiswissen für Führungskräfte in neuen
Führungssituationen16SHL28.03.2017Vergütungsformen und Bestandteile4ARN30.03.2017Erfolgreiche Kommunikation im Büro8ARN30.03.2017Effiziente Besprechungsleitung und Moderation – Schluss mit Meetingfrust8SHL03.04.2017Unterrichtung für Bewachungspersonal nach § 34a GewO40SHL03.04.2017Die optimale Präsentation mit MS PowerPoint – Grundkurs16SHL04.04.2017Gefährdungsbeurteilungen im Brandschutz – Pflicht oder nur eine Option?4SHL04.04.2017Professionell im Außendienst8SHL05.04.2017MS Excel Aufbaukurs16SHL05.04.2017Schulung für Thüringer Gastwirte in Gaststätten mit Glücksspielautomaten10SHL05.04.2017Schulung für das Servicepersonal in Thüringer Spielhallen8SHL07.04.2017Geltendmachung und gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen bei Insolvenzen8SON10.04.2017Prüfungsvorbereitung für Industriekaufleute40SHL10.04.2017Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe24SHL18.04.2017Präsentationstechniken für Auszubildende16SHL24.04.2017Qualitätsbeauftragter (IHK) inkl. Interner Auditor80SHL24.04.2017MS Excel Grundkurs16SHL25.04.2017Rechtliche Besonderheiten beim Umgang mit erkrankten Arbeitnehmern4SHL25.04.2017Grundlagen der kaufmännischen Unternehmensführung24SHL25.04.2017Geprüfter Betriebswirt750SHL25.04.2017Konflikte in der Ausbildung – eine Chance für den Neubeginn16ARN26.04.2017Deutsch als Fremdsprache – Kommunikation im Berufsalltag40SHL26.04.2017Pivot-Tabellen und Filter in MS Excel Professionell einsetzen16SHL27.04.2017Unternehmenserfolg durch strategische Kommunikation8SHL27.04.2017Professionelle Chefassistenz8SHL27.04.2017Gefährdungsbeurteilungen im Brandschutz – Pflicht oder nur eine Option?4SON28.04.2017Das Recht der Produkthaftung4SHL04.05.2017Geprüfter Fachwirt für Logistiksysteme620SHLTITELWeiterbildung 2017	Neu im Weiterbildungs­
Gefährdungsbeurteilungen im Brandschutz –
Pflicht oder nur eine Option?	www.suhl.ihk.de
Brandschutzmaßnahmen verhindern leidvolle
Erlebnisse und sichern die Firmenexistenzen.
Gefährdungsbeurteilungen sind in diesem
Zusammenhang nicht nur eine Notwendigkeit.
Sie können bei praxisbezogener und sinnvoller
Umsetzung die Sicherheit erheblich erhöhen
und Kosten für Investitionen und Instandhaltungsmaßnahmen deutlich senken. Den
Teilnehmern werden hierzu praxiserprobte Beispiele aufgezeigt und Kenntnisse vermittelt, wie
sie diese Aufgabenstellung am besten lösen.
Termin:	04.04.2017
Ort:	IHK-Bildungszentrum, Suhl-Mäbendorf
Termin:	27.04.2017
Ort:	IHK-Niederlassung Sonneberg
Termin:	26.09.2017
Ort:	IHK-Niederlassung ArnstadtLehrgangsangebote regionaler Anbieter, die auf
IHK-Prüfungen vorbereiten, finden Sie unter:
www.suhl.ihk.de und www.wis.ihk.de
Ihre Ansprechpartner im Bildungszentrum der
Suhl	Antje da Silva Santos	Beate Rammelt	Katrin Pertig	Doris Kämpf	Sonneberg	Heidi Leistner	Arnstadt	Carmen Klotz	S 03681 362-425
S 03681 362-429
S 03681 362-427	S 03681 362-116
S 03628 6130-516Südthüringische Wirtschaft 3/2017 17EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNGHerr Niehle, welche persönlichen Voraussetzungen
bringen Sie mit, um eine, respektive zwei Firmen zu
Thomas Niehle: Nach meiner Berufsausbildung
zum Industriekaufmann habe ich berufsbegleitend
ein betriebswirtschaftliches Studium abgeschlossen. Bereits in dieser Zeit begann meine Tätigkeit
als kaufmännischer Leiter in der MOTEC Components GmbH, die 1999 in Suhl gegründet wurde.
Mit der Umfirmierung in die actiro Power Blower
GmbH im Jahr 2003 erhielt ich die Prokura in diesem Unternehmen.
Ab 2007 führte mich mein beruflicher Weg dann
nach Ostthüringen und Sachsen-Anhalt. Und ab
2012 war ich in mehreren Firmen freiberuflich als
Interimsmanager tätig. In dieser Vielschichtigkeit
konnte ich mir neben den vorhandenen kaufmännischen zunehmend technisch-organisatorische
Kenntnisse aneignen.
Der Weg zur Übernahme der actiro führte sozusagen vom Berater zum Unternehmer?
Thomas Niehle: Die Verbindungen zur actiro sind
nie ganz abgerissen. 2015 wurde die Frage an mich
herangetragen, an dem Verkaufsprozess des Unternehmens als Berater mitzuwirken. Auf dem Weg
stellte sich dann die Frage des persönlichen Engagements. Nach Gesprächen mit der Hausbank reifte
schließlich der Entschluss, die Gesellschaftsanteile zu
erwerben und die Geschäftsführung zu übernehmen.
Neben der langjährigen Kenntnis des Unternehmens waren es vor allem die Mitarbeiter der actiro,
die mich zu diesem Schritt ermutigten und die den
Prozess aktiv begleiteten. Langjährige Spezialisten
Anzeige18 Südthüringische Wirtschaft 3/2017© actiroIm nachfolgenden Interview möchten wir Ihnen
Thomas Niehle vorstellen, der nach 2016 nun
bereits eine zweite Firma im Rahmen einer
Unternehmensnachfolge übernommen hat.Qualitätsprüfung eines Lüfterrades: Geschäftsführer Thomas Niehle und Mitarbeiterin Petra Roßbachfür Strömungstechnik, für die Konstruktion von Lüfterrädern und Elektromotoren sowie Leistungselektronik sind wichtige Stützen des Unternehmens.
So wird es möglich, die Entwicklung und Fertigung vom Lüfterrad bis hin zur Gesamtkomponente inklusive deren Steuerung für verschiedenste
Anwendungsgebiete anzubieten. Bei Hochleistungsgebläsen, Lüfterrädern und Systemkomponenten ist
es auch erforderlich die technischen Auslegungen
von Gebläsen zu meistern, Strömungssimulationen
zu erstellen und den Musterbau zu realisieren.
So ein Weg ist meist nicht im Alleingang zu meistern. Wie haben Sie das geschafft?
Thomas Niehle: Dank breiter Unterstützung durch
die bisherige Geschäftsführung, die mir u. a. die
Türen zu wichtigen Geschäftspartnern öffnete, verlief der Einstieg für mich recht unkompliziert. Auch
das Engagement der Hausbank, der Förderinstitute
und der IHK Südthüringen haben mir viele Wege
geebnet. So konnte die actiro ihren bisherigen Weg
erfolgreich fortsetzen und stabilisieren.Und nur nach gut einem Jahr die zweite Übernahme?
Thomas Niehle: Den Hinweis auf die in Insolvenz
geratene Turbokompakt GmbH, Zella-Mehlis, erhielt
ich von meiner Hausbank. Das Unternehmen war
als Spezialist für Reparaturen und die industrielle
Instandsetzung von Turboladern aller gängigen Marken gefragter Partner bei großen Nutzfahrzeug- und
Pkw-Herstellern. Nachdem ein Generationswechsel in 2015 nicht den geplanten Verlauf genommen
hatte, drohten der Verlust von acht Arbeitsplätzen
und der Wegfall eines sehr interessanten Geschäftsfeldes in der Region. Kurzentschlossen haben wir
bereits zum 1. Februar dieses Jahres den Kaufvertrag im Rahmen eines Asset-Deals aus dem laufenden Insolvenzverfahren unterzeichnen können.
Neben einer interessanten neuen Herausforderung
erwarte ich mir auch einige Synergien zwischen beiden Unternehmen.
www.turbokompakt.deEXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNGDie IHK Südthüringen verantwortet seit Jahren
das Thema Unternehmensnachfolge im Rahmen
des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen
und Unternehmertum (ThEx). So sind die Thüringer
Nachfolgelotsen erste Ansprechpartner für die
Entwicklung von Ideen und Konzepten zur Sensibilisierung, Unterstützung bei der Nachfolgersuche
und Begleitung des Nachfolgeprozesses. Bewährt
hat sich in den letzten Jahren die enge Zusammenarbeit mit regionalen Experten, wie Steuerberatern,
Rechtsanwälten, aber auch den regionalen Kreditund Förderinstituten.
Im Rahmen der Nachfolgewoche werden die
Angebote gebündelt:
27.03.2017, 13:00 bis17:00 Uhr
Telefonforum mit „Freies Wort“: Nachfolge­
experten, Berater der Kammern, Rechtsanwälte,
Steuerberater, Vertreter von Kredit- und Förderinstituten beantworten Fragen von Unternehmern
und Übernahmeinteressenten zur Gestaltung des
Generationswechsels.28.03.2017, 16:00 bis 19:00 Uhr
Auftaktveranstaltung der Roadshow Unternehmensnachfolge in Erfurt mit Informationen zum „Fahrplan einer Unternehmensnachfolge“ und Praktikern
30.03.2017, ab 19:00 Uhr
Unternehmerabend in Schmalkalden
Erfahrungsaustausch zum Nachfolgeprozess im
31.03.2017, ab 10:00 Uhr
Fachtag der Netzwerke Unternehmensnachfolge
in Erfurt mit Prof. Dr. Birgit Felden, Hochschule für
Wirtschaft und Recht, Berlin
Weitere Informationen unter: www.thex.de/nachfolge oder www.suhl.ihk.de/NachfolgewocheTermine der Roadshow Unternehmensnachfolge im IHK-Bezirk Südthüringen:
05.04.2017, ab 16:00 Uhr
Sparkasse in Ilmenau als Gemeinschaftsveranstaltung mit der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau
25.04.2017, ab 16:00 Uhr
IHK Südthüringen, Haus der Wirtschaft in Suhl
23.05.2017, ab 16:00 Uhr
Rathaus in HildburghausenIhr Ansprechpartner:
S 03628 6130-515 Y dschmidt@suhl.ihk.de14.09.2017, ab 16:00 Uhr
IHK Südthüringen, Niederlassung SonnebergAnzeigeSüdthüringische Wirtschaft 3/2017 19EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNGDetailinformationen zu den nachfolgend aufgeführten und weiteren Unternehmen finden Sie unter Angabe der Chiffre-Nr. in der Nachfolgebörse
www.nexxt-change.org oder auf der Homepage der IHK Südthüringen unter: www.suhl.ihk.de (Dok-Nr. 28918).Folgende Unternehmen suchen einen Nachfolger:
ChiffreOrt/LageGeschäftszweckA-SHL_14-015Thüringer Wald/
RennsteigregionIdyllisches Drei-Sterne-Waldhotel am Rennsteig, 22 EZ/DZ, 3 Suiten, Restaurant, Sauna, FitnessA-SHL_15-005Pension im VessertalThüringer WaldPension mit drei 3-Zi-FeWo, 5 EZ/DZ, 1 Suite, Wandercafe, Sauna-Sonnenbank-Fitnessber., Grundst. 3 400 m²A-SHL_15-009SüdthüringenTiefbauunternehmen – kommunaler Tief- u. Straßenbau, Rahmenverträge, Jahresumsatz ca. 1 Mio. EuroA-SHL_15-017aZella-MehlisGasthof & Pension, kompl. renoviert/modernisiert 3 FamZi, 2 DZ, Gastst. 25 Pl, kl. Saal 40 Pl. und WohnungA-SHL_15-018Thüringer Wald
ca. 2 km vom RennsteigSchullandheim/Wanderheim, 120 Betten u. separate Wohnung, gute VerkehrsanbindungHWK EF 016-15-1 Ilm-KreisLangjährig etablierte Tischlerei auf eigenem Grundstück 820 m², Werkstatt, Ausstellungs- und LagerflächeA-SHL_16-001NeuhausGREINER GLAS MANUFAKTUR – Renommiertes Glas-Tourismusunternehmen, führender Partner im BustourismusA-SHL_16-002Landkreis
Schmalkalden-MeiningenEinzelhandel/Thüringer Glaskunst mit Glasbläser- Schauwerkstatt und GastronomieA-SHL_16-005SuhlLangjähriger Taxibetrieb (Einzelunternehmen) in Suhl mit stabiler Geschäftsbeziehung im GesundheitswesenA-SHL_16-008ObermaßfeldOptima Haustechnik Produktion von Wärmespeichern; Grundst. 1 155 m², 1998 teilsan. Gebäude 545 m²A-SHL_16-009Ilm-Kreisetabliertes Spezialitätenrestaurant in historisch-rustikalem Ambiente mit Pension und WohnhausA-SHL_16-012Naturpark Thüringer Wald Kleines Landhotel 20 EZ/DZ, Gastronomie 60 Pl., Grundstück 6 000 m² optional für alternative Nutzung
am RennsteigA-SHL_16-015Landkreis
Schmalkalden-MeiningenBeliebtes Wanderhotel am Rennsteig, idyllische Lage mit hoher Gästefrequenz, Kapazitäten erweiterbarA-SHL_16-016SuhlGut etabliertes Wäschemodengeschäft mit langjährigen Stammkunden – anspruchsvolles Sortiment für Sie und IhnA-SHL_16-018MeiningenFeinkosthaus mit Imbiss und Catering am Eingang der Fußgängerzone zum Verkauf oder VermietungA-SHL_16-019Landkreis
Schmalkalden-MeiningenExklusives Hotel garni, 8 DZ, 3 FeWo, Betreiberwhg, Grundst. ca. 4 000 m², TOP-Bewertung u. hohe AuslastungA-SHL_16-021Südthüringenkleines mittelständisches Unternehmen aus dem Bereich Präsentation und Marketing in der FahrzeugbrancheA-SHL_16-022SüdthüringenErfolgreiches Metallbauunternehmen Bereich Leichtmetall, Brand- u. Rauchschutz, ca. 40 MA, mit AutobahnanschlussA-SHL_16-023Ilm-KreisDeutschland- und europaweite Möbelspedition, Umzüge und Transporte, Lagerhallen, Grundstück 9 500 m²A-SHL_16-024SüdthüringenKMU, Schwerpunkt 3D-Druck, Muster- u. Prototypenbau (Kunststoff & Metall) bietet (aktive) Beteiligung von ca. 20 %A-SHL_16-025Landkreis
Schmalkalden-MeiningenHandel und Werkstatt für Fahrzeug- und Forsttechnik,
5 100 m² Gewerbefl. mit mehreren Hallen, günstige LageA-SHL_16-026Landkreis
Schmalkalden-MeiningenTraditionelle Lederverarbeitung, (Stanzen, Nähen Prägen) ca. 8 MA, am Standort erweiterbarA-SHL_17-002SüdthüringenFachgeschäft für Berufs- u. Arbeitsschutzbekleidung sowie Wohnung mit 80 m², Grundstück 5 100 m², Nähe A 73Interessierte an einer Übernahme:
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186-2017-01Alle o. g. Angebote und Nachfragen werden von der IHK
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Y voss@suhl.ihk.deIm Mai 2013 hatte das Bundeswirtschaftsministerium das Programm “Investitionszuschuss
Wagniskapital – Richtlinie zur Bezuschussung
von Wagniskapital privater Investoren für junge
innovative Unternehmen“ gestartet. Ziel dieses
neuen Förderinstruments war die nachhaltige
Verbesserung der Kapitalausstattung junger innovativer Unternehmen, indem Investoren gewonnen
werden, die solchen Unternehmen privates Wagniskapital zur Verfügung stellen. In den drei Jahren
seit der Existenz des Programms wurden über
210 Mio. Euro privates Wagniskapital für Start-Ups
mobilisiert. Somit war es für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Grund genug, das
Programm 2017 noch attraktiver fortzusetzen.
Private Investoren (natürliche Personen)
erwerben Gesellschaftsanteile und erwarten im
Gegenzug für dieses „Wagnis“ Mitspracherechte
und Informationen zur Unternehmensentwicklung. Um das Risiko der Kapitalbeteiligung zu
vermindern, bekommt der Investor 20 Prozent
des Ausgabepreises seiner Kapitalbeteiligung als
Zuschuss vom Staat erstattet, behält aber seine
Geschäftsanteile komplett. Die Beteiligung muss
mindestens drei Jahre dauern und darf nicht weniger als 10.000 Euro betragen. Pro Jahr und Investor
können Anteilskäufe seit dem 1. Januar 2017 bis
max. 500.000 Euro (vorher bis 250.000 Euro) bezuschusst werden. Damit beträgt der maximale jährliche Erwerbszuschuss pro Investor 100.000 Euro
statt bisher 50.000 Euro. Wenn der Investor
seine Anteile nach drei Jahren verkauft, muss der
Zuschuss nicht zurückgezahlt werden.
Förderbedingungen für das Unternehmen
Damit der Investor einen Zuschuss für den
Anteilserwerb erhält, muss das Unternehmen einige
Förderbedingungen erfüllen. So muss es sich um ein
Unternehmen handeln, das jünger als sieben Jahre
ist, nicht mehr als 50 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) beschäftigt und einen Jahresumsatz oder eine
Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. Euro hat.
Das Unternehmen muss außerdem eine Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz in der EU sein mit wenigstens einer Zweigniederlassung oder Betriebsstätte,
die in das deutsche Handelsregister eingetragen ist.
Im Handelsregister muss die Zugehörigkeit zu einer
innovativen Branche erkennbar sein (siehe Anlage
A, Ziffer VII. der Richtlinie). Neuerdings kann der
Innovationsgrad aber auch in einem externen unabhängigen Kurzgutachten bescheinigt werden, das
Unternehmen Inhaber eines Patents sein oder zwei
Jahre vor Antragstellung für ein Forschungs- und
Innovationsprojekt öffentliche Förderung erhalten
haben.Förderbedingungen für den Investor
Der Investor wiederum hat auch einige Voraussetzungen zu erfüllen. Es muss sich um eine natürliche
Person mit Hauptwohnsitz in der EU handeln, die
nicht mit dem Unternehmen verbunden ist und
noch keine Anteile besitzt. Alternativ kann der
Investor die Anteile auch in Form einer Beteiligungsgesellschaft (GmbH oder UG) erwerben. Außerdem
muss die dreijährige Mindesthaltedauer der Anteile
gegeben und nachweisbar sein. Der Anteilserwerb
muss auf Basis eines vorgelegten Businessplans
erfolgen und darf nicht durch Kredite finanziert sein.
Bei bereits bestehenden Unternehmen reicht als
erster Schritt das Unternehmen auf der Antragsplattform des Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle
(BAFA) den online-Antrag ein (https://fms.bafa.
de/BafaFrame/unternehmen) um somit eine
Bescheinigung zur Förderfähigkeit zu erhalten.
Danach stellt der Investor ebenfalls einen Antrag
unter der genannten Website. Der Gesellschaftsvertrag, die Satzung, der Beteiligungsvertrag bzw.
der Darlehensvertrag bei einem Wandeldarlehen
zwischen Investor und Unternehmen dürfen erst
geschlossen werden, wenn der Investor seinen
Antrag gestellt hat. Nachdem für beide Anträge ein
positiver Bescheid vorliegt, kann der Investor nach
erfolgter Investition die Auszahlung des Zuschusses beantragen.
Wenn es sich um ein Gründungsvorhaben handelt, muss zuerst der Investor vor dem Unternehmen
seinen Antrag einreichen. In einer Frist von drei
Monaten nach der Eingangsbestätigung muss dann
das Unternehmen gegründet sein. Erst dann stellt
das Unternehmen den Antrag.
Ansprechpartner ist das BAFA (Tel. 06196 908–
1964). Die Richtlinie, die Merkblätter für Investoren
und Unternehmen sind unter www.bafa.de abrufbar.
In der neuen Richtlinie kann der Investor zusätzlich zum Erwerbszuschuss nach Veräußerung von
Anteilen auch einen Exitzuschuss beantragen. Dieser beträgt 25 Prozent des Veräußerungsgewinns
und ist auf 80 Prozent des Investitionsbetrags der
Anteile begrenzt. Die dreijährige Mindesthaltedauer
muss eingehalten werden. Das neue Antragsverfahren für den Exitzuschuss beim BAFA beginnt mit
dem Jahr 2020.
S 03628 6130-513
Y klein@suhl.ihk.de
Südthüringische Wirtschaft 3/2017 21© Claudia Hautumm/pixelio.deEXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNGIHK SETZT SICH EIN© Rainer Sturm/pixelio.deDie IHK Südthüringen rechnet innerhalb der
nächsten drei Jahre mit einer flächendeckenden
Breitbandversorgung in ihrem Kammerbezirk
zwischen Arnstadt und Sonneberg. Die Süd­
thüringer Kommunen haben ihre Hausaufgaben
bei der Beantragung von Fördermitteln erledigt,
wenn auch erst im vierten Anlauf. Elf Cluster
haben in Südthüringen entsprechende Anträge
gestellt. Es wird damit keine weißen Flecken
mehr bei der schnellen Internetanbindung
Der Einsatz der IHK Südthüringen bei Bund
und Land, einen vierten Förderaufruf mit
Antragsfrist bis Ende Februar zu starten, war
richtig. Ursprünglich sollte schon im Oktober
vergangenen Jahres die letzte Antragsfrist
enden. Zum damaligen Zeitpunkt hatten aber
nur zwei Gebiete in Südthüringen Ausbauprojekte eingereicht. Die IHK Südthüringen hatte im
Herbst die Breitbandpaten und Wirtschaftsförderer der Region zu einem Workshop eingeladen.
Ziel war es, Gedanken auszutauschen und zu
erfahren, woran gearbeitet werden muss, um die
jetzt entstehenden qualifizierten Ausbaupläne
auch zu realisieren. Im Ergebnis wurden verschiedene Forderungen an die Landesregierung
gestellt, insbesondere ein stärkerer Einsatz des
Breitbandkompetenzzentrums Thüringen.24 Südthüringische Wirtschaft 3/2017© Maik Schwertle/pixelio.deBeim nun anstehenden Ausbau müssen Gewerbegebiete gesondert betrachtet werden. Das
Gigabitzeitalter hat begonnen und Südthüringen
darf sich dieser Entwicklung nicht verschließen.
Breitbandausbau ist ein Thema, das zunehmend
in die Standortentscheidung der Unternehmen
einfließt und in den Kommunen als Inhalt der
Daseinsvorsorge verstanden werden muss.Datennetze sind mittlerweile so unverzichtbar wie eine funktionierende Strom- und
Wasserversorgung.Im November 2016 wurde ein Gesetzentwurf zur
Modernisierung der Netzentgeltstruktur durch
das Bundeswirtschaftsministerium vorgelegt. In
diesem war u. a. eine Verordnungsermächtigung
zur Vereinheitlichung der Übertragungsnetz­
entgelte vorgesehen. Dies entsprach einer seit
Jahren durch die IHK Südthüringen an die Politik
vorgetragenen Forderung. Allerdings war diese
Regelung in dem am 24. Januar 2017 vom
Bundeskabinett beschlossenen Entwurf dann
Die IHK Südthüringen hatte sich deshalb
zusammen mit den anderen ostdeutschen IHKs
in einem Brief an den damaligen Bundeswirtschaftsminister Gabriel dafür ausgesprochen,
die betreffenden Regelungen beizubehalten. DesWeiteren ist die IHK Südthüringen Mitunterzeichnerin eines Briefes an die Bundeskanzlerin,
in dem ebenfalls gefordert wird, ein bundesweit
einheitliches Übertragungsnetzentgelt einzuführen. Denn, wie in einer Studie der TU Dresden
aus dem Jahr 2015 gezeigt wird, würden
einheitliche Netzentgelte bspw. bei mittelgroßen
Industriekunden in 12 von 16 Bundesländern zu
nachhaltigen Entlastungen führen.Ihr Ansprechpartner:
Hartmuth Röser
S 03681 362-223 Y roeser@suhl.ihk.deIhr Ansprechpartner:
S 03681 362-174
Y nussbicker-lux@suhl.ihk.deIm Herbst 2016 hat das Thüringer Umweltministerium einen Entwurf für ein Thüringer
Klimagesetz vorgelegt. Aus Sicht der IHK Süd­
thüringen bedarf es eines eigenen Thüringer
Klimagesetzes nicht, da bereits ausreichend
gesetzliche Vorgaben auf Bundes- und
EU-Ebene bestehen.
Insbesondere die geplante Vorschrift, für
jedes Wohngebäude und für alle weiteren
Gebäude mit einer Fläche von mehr als
1 000 Quadratmetern, die vor 2005 errichtet wurden, einen Sanierungsfahrplan zu
erstellen, ist aus Sicht der IHK Südthüringen
Als kritisch wird außerdem angesehen, dass
das Gesetz durch sehr viele Rechtsverordnungen
konkretisiert werden soll. Rechtsverordnungen
werden erlassen, ohne dass ein förmliches
Gesetzgebungsverfahren benötigt wird. Somit
ist zu erwarten, dass das Umweltministerium im Alleingang die Verordnungsinhalte
bestimmt. Aber auch die geplanten Vorgaben
für die Kommunen werden von der IHK
kritisiert, denn zusätzliche Aufgaben für dieDie IHK Südthüringen hatte kontinuierlich
die Beibehaltung des Ein-Stunden-Taktes der
Regionalbahnlinien Zella-Mehlis – Schmalkalden – Wernshausen sowie Sonneberg – Neu­
haus a. Rwg. eingefordert. Die Argumente aus
Südthüringen fanden Gehör, denn die drohende
deutliche Verschlechterung der Bahn-Anbindung der Mittelzentren Schmalkalden und
Neuhaus/Lauscha konnte abgewendet werden.
Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur
und Landwirtschaft hat inzwischen die Beibehaltung des Stundentaktes der genannten
Regionalbahnlinien verkündet.
Mit dem vorliegenden Kompromiss
zur Fahrplangestaltung im Südthüringer
Regional­bahnnetz wurde eine gute Lösung für
Südthüringen präsentiert. So sind stündliche
Zugangebote und gleichzeitig die geforderten
Expresslinien zwischen dem ICE-Knoten Erfurt© Rainer Sturm/pixelio.deIHK SETZT SICH EINGemeindeverwaltungen schlagen sich letztlich
in einer Erhöhung kommunaler Abgaben für
Bürger und Unternehmen nieder. Anfang Februar fand ein Spitzengespräch mit der Thüringer
Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz,
Anja Siegesmund, zum Klimagesetz statt. In dem
Gespräch hat Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf
Pieterwas die Position der IHK Südthüringendargestellt und auf den Änderungsbedarf hingewiesen. Anpassungen wurden zugesichert.
Y nussbicker-lux@suhl.ihk.deund den Hochschulstädten
Ilmenau und Schmalkalden
gesichert. Gleichzeitig wurde
die Möglichkeit zur weiteren
Optimierung des Regionalbahnangebots, bspw.
durch die deutliche Fahrzeitverkürzung zwischen
Meinigen und Erfurt um bis
zu 19 Minuten, genutzt.Ihr Ansprechpartner:
Y dammkoehler@suhl.ihk.deSüdthüringische Wirtschaft 3/2017 25WIRTSCHAFTSJUNIOREN© www.kw-fotografin.deLuise Amelie Christian gewinnt Wettbewerb der Wirtschaftsjunioren Thüringer Wald und
startet beim BundesausscheidHaben Sie schon mal Ihr Smartphone verloren?
Ihr Notebook am Flughafen liegen lassen? Eine
E-Mail an die falsche Adresse geschickt? Wer
kennt sie nicht, diese verflixten Situationen, in
denen man sich denkt: „Warum habe ich das
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www.wj-thueringer-wald.de/akademieDie „schlausten Schüler der Wirtschaftsregion Thüringer Wald“: Siegerin Luise Amelie Christian (m.), 2. Platz Vincent
Kühn (r.), 3. Platz Jessica Ernst (2. v. r.), Vorstandssprecher der Wirtschaftsjunioren Thüringer Wald Andreas Krug (l.)
sowie „Hobby-Astronautin“ Simone GutscheWeitere Informationen zu den
Wirtschaftsjunioren unter:SCHMALKALDEN-MEININGENDie Wirtschaftsjunioren Thüringer Wald suchen
jährlich den schlausten Schüler bzw. die schlauste
Schülerin in der Wirtschaftsregion Thüringer
Wald. Wirtschaftswissen im Wettbewerb ist ein
Wissensquiz mit Fragen rund um die Wirtschaft.
Das Quiz ist von den Wirtschaftsjunioren
Deutschland entwickelt worden, um Wirtschaftswissen in die Schulen zu bringen. Pro Jahr
nehmen rund 40 000 Jugendliche der 9. Klassen
in ganz Deutschland an dem Quiz teil.
Beim aktuellen Wettbewerb im Thüringer
Wald nahmen 27 Schulen mit 63 Klassen und
insgesamt 1 305 Schülern teil. Damit waren die
Wirtschaftsjunioren Thüringer Wald bundesweit
der teilnahmestärkste Verein.
Zur Prämierungsveranstaltung am 20. Januar
2017 waren nun alle drei Besten jeder Schule in
Begleitung ihrer „Wirtschaft/Recht“-Lehrer ins
Cineplex nach Suhl eingeladen. Jeder Schüler
erhielt nebender Urkunde auch einen Büchergutschein.Die diesjährige Siegerin Luise Amelie26 Südthüringische Wirtschaft 3/2017Christian in der Wirtschaftsregion Thüringer Wald
besucht das Friedrich-König-Gymnasium in Suhl,
erreichte als Einzige 26 Punkte bei den 30 Multiple-Choice-Fragen und wird die Wirtschaftsregion
Thüringer Wald nun beim Bundesfinale vom
24. bis 26. März 2017 in Bochum vertreten.
Wie beim letztjährigen Wettbewerb gab es
einen „Doppelsieg“: auf den zweiten Platz kam
mit Vincent Kühn ebenfalls ein Schüler des Suhler
Gymnasiums. Platz 3 ging an Jessica Ernst vom
Dr. Max Näder Gymnasium Königsee-Rottenbach.
Die drei Erstplatzierten dürfen sich nun auf einen
Familienausflug zu einer Vorstellung im Meininger
Theater freuen. Zudem wurden die besten Regelbzw. Gemeinschaftsschüler sowie die besten
Schulklassen mit Urkunden und Preisen geehrt.
Nach der Verleihung der Preise gab es für alle
Teilnehmer noch eine Überraschung: Die Filmpremiere der deutschen Komödie „Mein Blind Date
mit dem Leben“ eine Woche vor dem offiziellen
Filmstart.www.wj-sm.dewww.wj-thueringer-wald.deRegionalmarketingDas neue Veranstaltungsformat
4. Auflage von
und Imagepflege – Melden
jetzt 2017
Thüringer Wald am 1. November
Fachkräften und bietet für alle Industrieunternehmen und industrienahen Dienstleister im Thür­
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sowie Produkte, Technologien, Berufsbilder und
Karrierechancen kennenzulernen, war erneut
riesig. Am Ende wurden 1 463 Unternehmensbesuche registriert – ein neuer Rekord, trotz
Limitierung der Firmenzahl. Das zeigt, dass die
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Südthüringische Wirtschaft 3/2017 27•	Nachdem das Gesetz zur Beherrschung der
Gefahren schwerer Unfälle mit gefährlichen
Stoffen im Bundesgesetzblatt Nr. 57 vom
6. Dezember 2016 veröffentlicht wurde, trat
am 14. Januar 2017 auch die Verordnung
zur Umsetzung der Richtlinie 2012/18/EU
(Seveso III) zur Beherrschung der Gefahren
schwerer Unfälle mit gefährlichen Stoffen in
Kraft. Damit gelten fortan deutlich erweiterte
Anforderungen an die betreffenden Genehmigungsverfahren. Außerdem werden die
Mitteilungspflichten sowie die Beteiligung der
betroffenen Öffentlichkeit und deren Zugang
zu Gerichten erweitert. Darüber hinaus werden
die Vorgaben zur Berücksichtigung eines
angemessenen Sicherheitsabstandes sowie
die Überwachungs- und Berichtspflichten für
Betreiber präzisiert.
•	Am 14. Januar 2017 ist die Anpassung der
Verordnung über genehmigungsbedürftige
Anlagen (4. BImSchV, Anhang 2) an die
geltende Einstufung und Kennzeichnung von
Chemikalien (CLP-Verordnung) in Kraft getreten. Künftig wird die Genehmigungspflicht von
Lageranlagen bestimmter gefährlicher Stoffe in
Abhängigkeit ihrer Lagerkapazität bestimmt. Da
die Übersetzung der Gefahrenbezeichnung der
bisherigen Stoffrichtlinie nicht deckungsgleich
mit der Einstufung und Kennzeichnung der
CLP-Verordnung ist, können bestimmte Lageranlagen erstmals unter den Anwendungsbereich
der 4. BImSchV fallen. Diese Anlagen sind der
zuständigen Behörde drei Monate nach Inkrafttreten anzuzeigen, d. h. bis zum 18. April 2017.
Zwei Monate nach der Anzeige sind dann Unterlagen zu Art, Lage, Umfang und Betriebsweise
der Anlage einzureichen. Weitere Informationen
sowie ein Merkblatt finden Sie unter
www.suhl.ihk.de (Dok.-Nr. 37642).Unternehmen des produzierenden Gewerbes können einen sogenannten Spitzenausgleich bei der
Strom- und der Energiesteuer beantragen. Dieser
wird nur dann in voller Höhe gewährt, wenn
alle Unternehmen des produzierenden Gewerbes
den notwendigen Zielwert für eine Reduzierung
ihrer Energieintensität erreicht haben. Das28 Südthüringische Wirtschaft 3/2017•	Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat folgende vier neue
besonders besorgniserregende
Stoffe (SVHC) auf die Kandidatenliste hinzugefügt, die u. a. auch zur
verwendet werden: Bisphenol A,
PFDA, p-(1,1-dimethylpropyl)-Phenol und 4-Heptylphenol. Die Kandidatenliste dient zur Information,
dass die betreffenden Stoffe Kandidaten für eine mögliche Aufnahme
auf die Liste zulassungspflichtiger
Stoffe sind. Mit der Aufnahme von Stoffen auf
die Kandidatenliste gehen für Unternehmen,
die diese Stoffe einsetzen oder vertreiben,
verschiedene rechtliche Verpflichtungen einher.
Insbesondere hat jeder Lieferant, dessen Erzeugnisse oder Gemische Kandidatenlistenstoffe
mit einer Konzentration von über 0,1 Prozent
(Gewichtsteil) enthalten, eine Kommunikationsverpflichtung gegenüber seinen Kunden in der
Lieferkette und Verbrauchern. Außerdem müssen
Importeure und Hersteller, die einen Kandidatenstoff in ihrer Produktion verwenden, innerhalb
von sechs Monaten nach der Aufnahme auf die
Kandidatenliste die ECHA darüber informieren.
•	Für Formaldehyd gelten zukünftig neue Emissionsgrenzwerte, die in der 31. BImSchV festgelegt
sind. Betroffen sind bspw. bestimmte Druck-, Reinigungs-, Lackier- oder Beschichtungsverfahren
sowie Anlagen zum Herstellen bestimmter Öle,
Kunststoffe, Pflanzenschutz- oder Arzneimittel.
Siehe auch www.suhl.ihk.de (Dok.-Nr. 32778).
•	Am 1. Januar 2017 ist das novellierte
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) in
Kraft getreten. Wesentlichste Änderung ist die
Einführung von Ausschreibungen für AnlagenBundeskabinett hat am 11. Januar 2017 bestätigt,
dass dieser Zielwert erreicht wurde und damit
der Spitzenausgleich im Jahr 2017 in voller Höhe
Der Spitzenausgleich ist seit Anfang 2013
außerdem an den unternehmensindividuellen
Nachweis besonderer Anstrengungen bei der©Stephanie Hofschlaeger/pixelio.deINNOVATION UND UMWELTzwischen 1 und 50 Megawatt sowie die Änderung der Letztverbrauchergruppen und damit
die Wälzung der KWK-Umlage. Für detaillierte
Informationen steht unter www.suhl.ihk.de
(Dok.-Nr. 33642) ein Merkblatt zur Verfügung.
•	Smart-Meter-Rollout: Für die grundzuständigen Messstellenbetreiber beginnt ein Zeitfenster
von acht Jahren, um Letztverbraucher mit einer
Abnahme von mindestens 6 000 kWh/a oder
Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung zwischen 7 und 100 kW mit intelligenten
Messsystemen auszustatten. Die Messstellenbetreiber informieren ihre Kunden, wann die
Umrüstung der bestehenden Zähler geplant ist.
Gewerbliche Verbraucher müssen nicht selbst
aktiv zu werden, außer sie möchten von der
Möglichkeit Gebrauch machen, ihren Messstellenbetreiber selbst auszuwählen.
Unter www.suhl.ihk.de (Dok.-Nr. 9765) sind weitere
Gesetzesänderungen aufgeführt.Reduzierung der Energieintensität gekoppelt:
Gemäß § 55 Energiesteuergesetz und § 10 Stromsteuergesetz sind die Einführung und der Betrieb
eines Energie- oder Umweltmanagementsystems
bzw. eines Energieaudits erforderlich.
www.suhl.ihk.de (Dok.-Nr. 35085).INNOVATION UND UMWELT© Rainer Sturm/pixelio.deIm Herbst 2016 wurde ein Gesetzentwurf zur Modernisierung der Netzentgelte vorgelegt, der
eine Verordnungsermächtigung zur Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte enthielt.
Diese Verordnungsermächtigung ist im aktuellen Gesetzentwurf nicht mehr enthalten, was die
IHK Südthüringen mehrfach kritisiert hat (s. auch Rubrik „IHK setzt sich ein“, Seite 24).Einheitliche Übertragungsnetzentgelte sind aus
Sicht der IHK Südthüringen längst überfällig, um
die bestehende Wettbewerbsverzerrung innerhalb
Deutschlands zu beenden. So könnten laut einer
Studie der TU Dresden aus dem Jahr 2015 durch
die Einführung eines bundesweit einheitlichen
Übertragungsnetzentgeltes mittelgroße Industriekunden in 12 von 16 Bundesländern eine
Entlastung erfahren. Thüringer Industriekunden
könnten demnach von 10 Prozent niedrigeren
Netzentgelten profitieren.
Aber auch um die Akzeptanz des gesamtgesellschaftlichen Projektes Energiewende nicht zu
gefährden, ist eine Vereinheitlichung der Netzentgelte unabdingbar. Schließlich werden Erneuerbare-Energien-Anlagen häufig in den eher dünn
besiedelten Regionen errichtet. Die Kosten für den
Ausbau der Netze und Netzstabilisierungsmaßnahmen verteilen sich demzufolge auf vergleichsweise wenige Verbraucher. Von dem erzeugten
Erneuerbare-Energien-Strom profitieren dagegen
Stromkunden in Gesamtdeutschland, sodass nicht
nachvollziehbar ist, dass Stromverbraucher gerade
in Ostdeutschland überdurchschnittlich hohe
Netzentgelte zahlen müssen.Abfallbeauftragtenverordnung und Entsorgungsfachbetriebeverordnung treten am 1. Juni 2017 in Kraft
Mit der Abfallbeauftragtenverordnung (AbfBeauftrV) werden - wie bisher - bestimmte Anlagenbetreiber sowie - neu - die Besitzer im Sinne von
§ 27 Kreislaufwirtschaftgesetz sowie die Betreiber
von Rücknahmesystemen und -stellen verpflichtet,
einen gesetzlichen Abfallbeauftragten zu bestellen.
Konkret werden die Bestellungspflicht sowie die
Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Fachkunde von Abfallbeauftragten geregelt.
Mit der Entsorgungsfachbetriebeverordnung
(EfbV) werden die Überwachung und Zertifizierung
von Entsorgungsfachbetrieben neu geregelt. Die
Festlegung von Mindeststandards für die Betriebe,
die Zertifizierungsorganisationen und die beauftragten Sachverständigen sowie die Regelungen
zur Überwachung und Zertifizierung sollen die
Qualität des Gütezeichens verbessern. Künftig sind
nur noch Sachverständige für die Begutachtungvon Erstbehandlungsanlagen mit
als Umweltgutachter
oder als Sachverständiger mit einer
öffentlichen Bestellung nach
§ 36 Gewerbeordnung (zur Begutachtung nach ElektroG)
© O. Fischer/pixelio.deIhr Ansprechpartner: Dr. Janet Nußbicker-Lux S 03681 362-174 Y nussbicker-lux@suhl.ihk.deSüdthüringische Wirtschaft 3/2017 29IHK-Regional · IHK-Regional · IHK-Regional · IHK-Regional · IHK-Regional© IEKDer persönliche Kontakt zum möglichen Ausbildungsbetrieb oder eine Orientierung für den Job
wieder zu Hause sind unverzichtbar. Die Aussteller
aus Industrie, Handwerk und den öffentlichen und
privaten Dienstleistungsbereichen kommen den
Interessenten auf den Messen entgegen.
Die Regionalmesse Neuhaus am Rennweg und die
Fachkräfte- und Ausbildungsmesse Oberfranken
und Südthüringen (FAMOS) in Sonneberg sind
alljährlich besondere Anziehungspunkte.
Regionalmesse Neuhaus am Rennweg
Freitag 17.03.2017 09:00 bis 15:00 Uhr
Samstag 18.03 2017 10:00 bis 13:00 Uhr
in der GutsMuthshalle, Schulcampus am
Apelsberg in Neuhaus am Rennweg
Freitag 19.05.2017	09:00 bis 15:00 Uhr
Samstag 20.05.2017	10:00 bis 14:00 Uhr
in der Eishalle des Sonnebades in SonnebergDie IHK Südthüringen und der Verein forum
Thüringer Wald sind mit Ausbildungsberatern und
der Jugendkampagne t-wood.de auch dieses Jahr
S 03675 7506-252
Y hirsch@suhl.ihk.deAnzeigeAm Samstag, 28. Januar 2017, besuchten viele
Jugendliche mit ihren Eltern die Berufsbildende
Schule in Arnstadt. Neben dem „Tag der offenen
Tür“ dieser Einrichtung fand dort die mittlerweile
10. Auflage der Berufsinformationsmesse der
Initiative Erfurter Kreuz (IEK) statt. Interessierte
konnten sich über die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten in der Region informieren und
45 Unternehmen stellten mehr als 70 Berufe vor.
Daneben waren auch die IHK Südthüringen, die
Agentur für Arbeit und andere Institutionen vor
Ort, um bei der Suche nach dem passenden Beruf
Mit dem Erfurter Kreuz als Thüringens größtem
Industriegebiet geht die Strahlkraft der Veranstaltung inzwischen weit über die Kreisgrenzen
hinaus. Aus ganz Thüringen kamen Schüler mit
ihren Eltern zur Messe. Das Konzept, die Berufe
nicht nur mit Broschüren sondern auch praktisch
vorzustellen, kommt gut an. Es waren vor allem
die anwesenden Lehrlinge von ausstellenden© IEKUnternehmen, die ihre Erfahrungen zu ihrer
Ausbildung schilderten und damit einen interessanten Einblick in die Berufe boten.
Weiterhin konnten sich Schüler um Praktika
bewerben. Gerade über den Weg des Praktikums
gewinnen inzwischen viele Unternehmen langfristig neue Auszubildende. Diese Nachhaltigkeit
gehört auch zu den Gründen, warum die Messe
nicht nur bei Schülern sondern auch bei Ausbildungsbetrieben immer beliebter wird. Insgesamt
920 Besucher wurden bis zum Ende der Messe
gezählt. Das ist ein Drittel mehr als im letzten
Jahr und zeigt das große Interesse bei Schülern
und Jugendlichen. Die Organisatoren sind sich
einig: Ein Wiedersehen gibt es zur 11. Auflage am
letzten Januarwochenende 2018.
S 03681 362-203
Y werner@suhl.ihk.de30 Südthüringische Wirtschaft 3/2017RECHTDie Thüringer Verwaltungsvorschrift zur Vergabe öffentlicher Aufträge regelt in Ziffer 7.2 die
Präqualifikation von Unternehmen. Mit der Präqualifizierung ist damit die vorgelagerte und
auftragsunabhängige Prüfung und Zertifizierung von Eignungsnachweisen gemeint.
Unter Bezug auf das Thüringer Vergabegesetz
regelt die Verwaltungsvorschrift, dass es dem
Bewerber/Bieter obliegt, den Nachweis seiner
Eignung mittels einer gültigen Bescheinigung
eines Präqualifizierungsverfahrens zu erbringen
oder den Weg über Einzelnachweise zu wählen.
Sofern der Bewerber/Bieter den Nachweis mittels
Präqualifizierung wählt, sind demzufolge gültige
Präqualifizierungsnachweise durch Auftraggeber, in
gleicher Weise wie Einzelnachweise ohne Einschränkungen als Nachweise für unternehmensbezogene
Fachkunde, Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und
Gesetzestreue zu akzeptieren. Die bereits im Rahmen
des Präqualifizierungsverfahrens nachgewiesenen
Eigenschaften eines Bieters sind nicht nochmals
durch Einzelnachweise belegen zu lassen.
Die Präqualifizierungsdatenbank für den Lieferund Dienstleistungsbereich (PQ-VOL) wird von
den Thüringer IHKs gemeinsam mit der Auftragsberatungsstelle Sachsen-Anhalt geführt. Anträge
zur Aufnahme in das System können interessierte
Unternehmen bei ihrer zuständigen IHK stellen.
Die zentrale Online-Präqualifikations- und Auskunftsdatenbank für die Präqualifikation im VOL-Bereich wird deutschlandweit angeboten und ist unter
www.pq-vol.de einsehbar. Die Datenbank enthält
alle Unternehmen, die von Auftragsberatungsstellen
oder von IHKs auf ihre Eignung (Fachkunde,
Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit) im VOL-Bereich
Anzeigeüberprüft worden sind. Öffentliche Auftraggeber
haben die Möglichkeit, die vorgelagerte und
auftragsunabhängige Zertifizierung von Eignungsnachweisen der Unternehmen einzusehen. Auf diese
Weise soll der Aufwand für Auftraggeber sowie
Auftragnehmer und insbesondere der Ausschluss
von Angeboten aufgrund formaler Fehler (fehlende
Eignungsnachweise) reduziert werden.
Für das Verfahren (Zertifizierung) werden vom
Antragsteller folgende Unterlagen benötigt: Gewerbeanmeldung, Berufsregisterauszug, Eigenerklärung
zur Zahlung von Steuern und Abgaben, Eigenerklärung zu Straftaten, Handelsregisterauszug, Kopie der
Unbedenklichkeitsbescheinigung der Berufsgenossenschaft und Eigenerklärung über Zahlungen, Kopie
der Police einer Betriebshaftpflichtversicherung und
Eigenerklärung über Zahlungen, Eigenerklärung über
Insolvenz bzw. Liquidation, evtl. Bescheinigung der
IHK- bzw. HWK-Mitgliedschaft, Umsatznachweise
der letzten drei Jahre, Anzahl der Beschäftigten,
Referenzen für mindestens drei Einzelleistungen.
Nach positiver Prüfung wird ein Zertifikat mit
Zertifikatscode überreicht. Unter Angabe dieses
Codes kann der öffentliche Auftraggeber die Eignungsnachweise in der Präqualifizierungsdatenbank
einsehen. Die Kosten der Zertifizierung belaufen sich
auf 180 Euro zzgl. der Mehrwertsteuer.Welche Vorteile bringt die Präqualifizierung?
Die Präqualifizierung spart den Unternehmen
und öffentlichen Auftraggebern Zeit und Kosten.
Während das Unternehmen, das sich häufiger
an öffentlichen Aufträgen beteiligen will, nur
einmal jährlich die Nachweise gegenüber der
Zertifizierungsstelle aktualisieren muss, benötigt
die Vergabestelle nur das Zertifikat als Nachweis,
ohne die Fülle der Einzelnachweise prüfen zu
Eine Weiterentwicklung der Präqualifizierung
stellt das amtliche Verzeichnis für ausschreibungsinteressierte Unternehmen dar. Seit dem
18. April 2016 ist auf Bundesebene die geänderte
Vergabeverordnung in Kraft, die in § 48 Abs. 8
den IHKs eine neue hoheitliche Aufgabe in
Form der Führung des amtlichen Verzeichnisses
für ausschreibungsinteressierte Unternehmen
zuweist. In der vorgenannten Norm ist folgende
Regelung getroffen: „Sofern der Bewerber oder
Bieter in einem amtlichen Verzeichnis eingetragen
ist oder über eine Zertifizierung verfügt …,
werden die im amtlichen Verzeichnis oder dem
Zertifizierungssystem niedergelegten Unterlagen
und Angaben vom öffentlichen Auftraggeber nur
in begründeten Fällen in Zweifel gezogen.“ Die
Eintragung im amtlichen Verzeichnis ist dann
bundesweit anzuerkennen. Für die Eintragung in
das amtliche Verzeichnis müssen die IHKs neben
der Präqualifizierung eine Plausibilitätsprüfung
von zusätzlichen ausschreibungsrelevanten Nachweisen vornehmen. Die Voraussetzungen für das
amtliche Verzeichnis werden im Laufe des Jahres
2017 umgesetzt.RECHTNachdem in der letzten Ausgabe 1-2/2017, S. 34, dieser Zeitschrift bereits Grundlegendes
zum Verhalten im Falle einer Abmahnung erörtert wurde, widmet sich Teil 2 nunmehr im
Detail den üblichen Handlungsoptionen des Empfängers einer Abmahnung.
1.	Im Grunde hat der Empfänger einer Abmahnung
mehrere Reaktionsmöglichkeiten. So ist es zwar
zunächst möglich, gar nicht auf eine Abmahnung
zu reagieren. Jedoch ist dies generell nur dann
zu empfehlen, wenn sich der Abgemahnte
sicher ist, dass der geltend gemachte Anspruch
nicht besteht und das Risiko einer gerichtlichen
Entscheidung zunächst ohne Anhörung des
Abgemahnten in Kauf genommen wird. Um einer
solchen gerichtlichen Entscheidung im Wege der
einstweiligen Verfügung, also ohne Anhörung
des Abgemahnten, zu umgehen, ist es für den
Abgemahnten dann ratsam, bei Gericht eine
Schutzschrift zu hinterlegen. Die Schutzschrift ist
ein Schreiben, in welchem man dem später mit
der einstweiligen Verfügung befassten Gericht
den Sachverhalt vorsorglich aus seiner Sicht
2. Daneben besteht die Möglichkeit, die Abmahnung
schriftlich mit Begründung zurückzuweisen.
Der Abgemahnte sollte hierbei innerhalb der
gesetzten Frist darüber informieren, dass die
Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet wird.
Dies kann unter Umständen eine bessere Option
darstellen, da das reaktionslose verstreichen
lassen der Frist signalisiert, dass eine außergerichtliche Lösung abgelehnt wird und damit keine
außergerichtliche Einigung mehr möglich ist.
3. Eine weitere Möglichkeit ist die Abgabe der
Unterlassungserklärung und die Kostenübernahme durch den Abgemahnten. Dies kommt in
Betracht, wenn der gerügte Verstoß eindeutig
vorliegt und die von einem seriösen Abmahnenden geltend gemachten Kosten angemessen sind.Die IHK Südthüringen führt monatlich eine Beratung zu Fragen des gewerblichen Rechtsschutzes
durch. Hier erhalten interessierte IHK-Mitglieder
eine kostenfreie Erstberatung zu Fragen in Verbindung mit Marken, Patenten, Gebrauchs- und
Geschmacksmustern, zum Verfahren und zu Kosten einschließlich Fördermöglichkeiten. Die Termine
werden in der IHK-Zeitschrift „Südthüringische
Wirtschaft“ und in der IHK-Veranstaltungsdatenbank unter www.suhl.ihk.de jeweils rechtzeitig
bekannt gegeben. Im IHK-Bezirk ansässige Patentbzw. Rechtsanwälte stellen sich dankenswerterweise für diese Tätigkeit zur Verfügung.32 Südthüringische Wirtschaft 3/2017Allerdings müssen in einem solchen Fall nach
Abgabe der Unterlassungserklärung alle beanstandeten Verstöße unverzüglich beseitigt werden. Denn werden nicht alle Verstöße beseitigt,
so lösen erneute Verstöße die Vertragsstrafe aus,
welche mit der Unterlassungserklärung vereinbart
Zu beachten ist, dass ebenfalls die Möglichkeit
besteht, die vorgelegte Unterlassungserklärung zu
modifizieren. Oftmals enthalten die vorformulierten Unterlassungserklärungen Verpflichtungen,
die nicht notwendigerweise übernommen werden
müssen. Es ist daher ratsam, den vorformulierten
Entwurf der Unterlassungserklärung nicht ungeprüft zu unterzeichnen, sondern auf die in Frage
stehenden Verstöße zu reduzieren.
Derartige Modifikationen und Streichungen
können mit seriösen Abmahnenden auch abgesprochen werden. Denn hierbei ist zu beachten,
dass der Abmahnende weitgehende Änderungen
der Unterlassungserklärung ausdrücklich annehmen muss und somit bis zur Annahme weiterhin
das Risiko einer gerichtlichen Auseinandersetzung
Bei Abgabe einer modifizierten Unterlassungserklärung ist ebenfalls der Aspekt der Vertragsstrafe zu beachten. Nicht selten werden die in der
Unterlassungserklärung enthaltenen Vertragsstrafen zu hoch angesetzt, sodass der Abgemahnte
ebenfalls in Betracht ziehen sollte, ob der Betrag
auf ein erträgliches Maß herabgesetzt werden
könnte. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die
Vertragsstrafe in ihrer Höhe weiterhin noch so
zu bemessen ist, dass sie ernsthaft die Funktion©Tim Reckmann/pixelio.deerfüllt, einen erneuten Verstoß zu verhindern.
Derartige Modifikationen der Unterlassungserklärung sollten jedoch typischerweise mit einem
Anwalt ausgearbeitet werden.
4. Des Weiteren besteht für den Abgemahnten
die Möglichkeit, die Unterlassungserklärung
abzugeben, ohne die Kosten zu übernehmen.
Dies ist jedoch nur dann der richtige Weg, wenn
der durch den Abmahnenden gerügte Verstoß
vorliegt, der geltend gemachte Betrag der Kostenerstattung jedoch zu hoch angesetzt wurde oder
man sich nicht sicher ist, ob ein Verstoß begangen
wurde, jedoch ein teures gerichtliches Verfahren
nicht eingehen möchte. Hierbei besteht allerdings
weiterhin das Risiko, dass der Abmahnende im
Nachgang auf Kostenerstattung klagt. Die dann
anfallenden Gerichtskosten sind in diesem Fall
üblicherweise geringer, da der Streitwert nur noch
aus den geltend gemachten Kosten – und nicht
zusätzlich dem gerügten Verstoß – resultiert.
S 03681 362-321 Y beer@suhl.ihk.deDie Termine für 2017 sind wie folgt geplant:
16.03.	Rechtsanwalt Dr. Frank Weihrauch
20.04.	Patentanwalt Dr. Hans-Dieter Schmalz
18.05.	Rechtsanwalt Dr. Frank Weihrauch
22.06.	Patentanwalt Dr. Hans-Dieter Schmalz
17.08.	Rechtsanwalt Dr. Frank Weihrauch
21.09.	Patentanwalt Dr. Hans-Dieter Schmalz
19.10.	Rechtsanwalt Dr. Frank Weihrauch
16.11.	Patentanwalt Dr. Hans-Dieter Schmalz
14.12.	Rechtsanwalt Dr. Frank WeihrauchIhr Ansprechpartner:Die Anmeldung zu den einzelnen
Beratungsterminen ist erforderlich.Cindy Funk
S 03681 362-202 Y funk@suhl.ihk.deRECHTSüdthüringische
Südthüringen, Bahnhofstraße 4–8,
Internet: www.suhl.ihk.de
Druckauflage: 10 700 Exemplare
(II. Quartal 2016 - IVW Geprüft)
Herausgabedatum: 07.03.2017Redaktion:
E-Mail: amm@suhl.ihk.de© Stefan Rajewski/Fotolia.comDipl.-Ök.-Päd. Birgit Hartwig
E-Mail: hartwig@suhl.ihk.deDas Bundesarbeitsgericht (BAG) hat mit Urteil vom
21.09.2016, Az.: 10 ABR 48/15, entschieden, dass die Allgemeinverbindlicherklärung (AVE) des Tarifvertrags über
das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe (VTV) vom
17.03.2014 unwirksam ist. Zwar habe sich die zuständige
Ministerin für Arbeit und Soziales mit der AVE befasst,
jedoch war die nach damaligem Rechtsstand erforderliche 50-Prozent-Quote nicht erreicht, so das BAG.
Der für allgemeinverbindlich erklärte Tarifvertrag
regelt das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe. Bei
den Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU) handelt
es sich um gemeinsame Einrichtungen der Tarifvertragsparteien des Baugewerbes (Industriegewerkschaft
Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Hauptverband der
Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB) und Zentralverband
des Deutschen Baugewerbes e. V. (ZDB).
Die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse erbringt
Leistungen im Urlaubs- und Berufsbildungsverfahren, die
Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes zusätzliche
Altersversorgungsleistungen, die jeweils in gesonderten
Tarifverträgen näher geregelt sind. Zur Finanzierung dieser Leistungen werden nach Maßgabe des VTV Beiträge
von den Arbeitgebern erhoben. Durch die AVE gelten
die Tarifverträge nicht nur für die tarifgebundenen
Mitglieder der Tarifvertragsparteien, sondern auch für
alle anderen Arbeitgeber der Branche. Sie sind hiernach
zur Beitragszahlung verpflichtet. Sowohl die Arbeitgeber
als auch ihre Beschäftigten erhalten Leistungen von den
Sozialkassen.
Bei den Antragstellern handelt es sich überwiegend
um Arbeitgeber, die nicht Mitglied einer Arbeitgebervereinigung sind und deshalb nur auf Grundlage der
Allgemeinverbindlicherklärung zu Beitragszahlungenherangezogen wurden. Sie haben die Auffassung vertreten, die gesetzlichen Voraussetzungen für die AVE hätten
nicht vorgelegen. Insbesondere hätten die tarifgebundenen Arbeitgeber der Baubranche nicht 50 Prozent der
unter den Geltungsbereich des Tarifvertrags fallenden
Arbeitnehmer beschäftigt(50-Prozent-Quote). Auch habe
kein öffentliches Interesse für die AVE vorgelegen.
Nach Auffassung des BAG ist die AVE vom 17.03.2014
des VTV mangels Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen unwirksam. Die Feststellung der Unwirksamkeit
der AVE VTV 2014 wirke für und gegen jedermann. Sie
hat zur Folge, dass im maßgeblichen Zeitraum nur für
tarifgebundene Arbeitgeber eine Beitragspflicht zu den
Sozialkassen des Baugewerbes bestand. Andere Arbeitgeber der Baubranche seien nicht verpflichtet, für diesen
Zeitraum Beiträge zu leisten. Rechtskräftig abgeschlossene Klageverfahren über Beitragsansprüche werden von
der Feststellung der Unwirksamkeit jedoch nicht berührt,
eine Wiederaufnahme des Verfahrens sei insoweit nicht
möglich. Ob im Übrigen unter Beachtung der Verjährungsfristen wechselseitige Rückforderungsansprüche
hinsichtlich erbrachter Beitrags- und Erstattungsleistungen bestehen und ob die Feststellung der Unwirksamkeit der AVE des VTV 2014 einer Vollstreckung von
Beitragsansprüchen aus rechtskräftigen Entscheidungen
entgegensteht, hatte das BAG nicht zu entscheiden.
S 03681 362-114
Y fischerh@suhl.ihk.deTitelbild:
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Nr. 4 ab 2017
Zur sprachlichen Vereinfachung und besseren Lesbarkeit wird bei Formulierungen,
die sich auf Personen beziehen, auf die
ausdrückliche Nennung der weiblichen
Form verzichtet.
Quellenangabe.Südthüringische Wirtschaft 3/2017 33All pages:3456891012131415161718192021222326272829303132333435InfoRead laterLikeShareDownloadMoreSüdthüringische Wirtschaft - Ausgabe 3/2017 Published on Mar 1, 2017 ihksuedthueringenFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

References: § 34
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