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Timestamp: 2019-07-20 21:01:20+00:00

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BGH, 23.09.2008 - XI ZR 262/07 - dejure.org
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BGH, 23.09.2008 - XI ZR 262/07 (https://dejure.org/2008,153)
BGH, Entscheidung vom 23.09.2008 - XI ZR 262/07 (https://dejure.org/2008,153)
BGH, Entscheidung vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07 (https://dejure.org/2008,153)
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BGB §§ 171, 172, 199, 812
Nichtige Treuhändervollmacht - Bereicherungsanspruch des Darlehensnehmers - subjektive Voraussetzungen des Verjährungsbeginns
Objektive Klärung der Rechtslage als Zeitpunkt des Beginns einer ausnahmsweise wegen der Rechtsunkenntnis des Gläubigers hinausgeschobenen Verjährungsfrist; Auswirkung der Kenntnis bzw. grob fahrlässigen Unkenntnis des Gläubigers von der objektiven Klärung der Rechtslage auf den Beginn der Verjährungsfrist; Beweislast bei Geltendmachung eines Bereicherungsanspruchs unter Berufung auf die Unwirksamkeit eines Vertrages bzgl. der tatsächlichen Voraussetzungen des Fehlens der Vertretungsmacht; Anwendbarkeit des § 128 HGB i.F.d. Finanzierung einer Immobilienfondsbeteiligung aufgrund eines wegen Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz unwirksamen Darlehensvertrages
Verjährungsbeginn bei Rechtsunkenntnis des Gläubigers infolge zweifelhafter Rechtslage mit objektiver Klärung der Rechtslage
Verjährungsfrist - unklare Rechtslage
Verjährungsbeginn bei unsicherer und zweifelhafter Rechtslage; Darlegungs- und Beweispflicht des Bereicherungsanspruchsgläubigers; Schrottimmobilien; Rechtsunkenntnis des Gläubigers; fehlende Vertretungsmacht; Rechtsscheinvollmacht
Eintritt der subjektiven Voraussetzungen des Verjährungsbeginns bei zweifelhafter Rechtslage erst mit deren Klärung; zur Darlegungs- und Beweislast des Bereicherungsklägers, der geltend macht, der in Betracht kommende Vertrag sei mangels wirksamer Vertretung unwirksam
BGB § 171 § 172 § 199 § 812
Unsichere Rechtslage: Wann beginnt Verjährungsfrist?
BGB §§ 199, 171, 172, 195, 812; EGBGB Art. 229 § 6
Verjährungsbeginn bei Bereicherungsansprüchen (IMR 2009, 1000)
LG Mannheim, 23.08.2006 - 9 O 89/06
OLG Karlsruhe, 17.04.2007 - 17 U 333/06
NJW-RR 2009, 547
NJ 2009, 111
WM 2008, 2155
BB 2008, 2653
BauR 2009, 137
Auf dieser Grundlage muss dem Anspruchsberechtigten die Erhebung einer Klage Erfolg versprechend, wenn auch nicht risikolos möglich sein (Senatsurteil vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07, WM 2008, 2155 Rn. 14 mwN).
Vielmehr entspricht es gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass diese Rechtsgrundsätze auf sämtliche Ansprüche anwendbar sind (st. Rspr., siehe nur BGH, Urteile vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07, WM 2008, 2155 Rn. 19…, vom 20. Januar 2009 - XI ZR 504/07, BGHZ 179, 260 Rn. 49…, vom 26. September 2012 - VIII ZR 279/11, WM 2013, 1286 Rn. 48 ff. …und vom 22. Juli 2014 - KZR 13/13, NJW 2014, 3092 Rn. 23 ff.;… vgl. auch Erman/Schmidt-Räntsch, BGB, 14. Aufl., § 199 Rn. 18a; Bartlitz, ZBB 2014, 233, 237).
Dies gilt auch für eine negative Tatsache wie das Fehlen des rechtlichen Grundes gemäß § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB (vgl. nur Senatsurteile vom 23. September 2008 - XI ZR 253/07, WM 2008, 2158 Rn. 36 und XI ZR 262/07, WM 2008, 2155 Rn. 21, jeweils mwN).
aa) Die tatrichterliche Beurteilung, ob einer Partei der Vorwurf grober Fahrlässigkeit zu machen ist, unterliegt der Nachprüfung durch das Revisionsgericht nur dahin, ob der Tatrichter den Begriff der groben Fahrlässigkeit verkannt, bei der Beurteilung des Verschuldensgrades wesentliche Umstände außer Betracht gelassen oder gegen Denkgesetze, Erfahrungssätze oder Verfahrensvorschriften verstoßen hat (st. Rspr.; s. nur BGHZ 10, 14, 16 f; 10, 69, 74; 145, 337, 340; 163, 351, 353; BGH, Urteile vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07 - NJW-RR 2009, 547 Rn. 17 m.w.N. …und vom 10. November 2009 - VI ZR 247/08 - VersR 2010, 214, 215 Rn. 12 m.w.N.).
Grob fahrlässige Unkenntnis im Sinne von § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB liegt vor, wenn dem Gläubiger die Kenntnis deshalb fehlt, weil er ganz nahe liegende Überlegungen nicht angestellt oder das nicht beachtet hat, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen, wie etwa dann, wenn sich dem Gläubiger die den Anspruch begründenden Umstände förmlich aufgedrängt haben und er leicht zugängliche Informationsquellen nicht genutzt hat (s. BGH, Urteile vom 23. September 2008 aaO Rn. 16 …und vom 10. November 2009 aaO Rn. 13 m.w.N.; Gesetzentwurf der Fraktionen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen zum Schuldrechtsmodernisierungsgesetz, BT-Drucks. 14/6040, S. 108 unter anderem mit Hinweis auf BGHZ 10, 14, 16 und 89, 153, 161;… Palandt/Ellenberger, BGB, 69. Aufl., § 199 Rn. 36;… MünchKommBGB/Grothe, 5. Aufl., § 199 Rn. 28;… Henrich/Spindler, in: Bamberger/Roth, BGB, 2. Aufl., § 199 Rn. 19 f).
Kenntnis liegt damit vor, wenn dem Forderungsinhaber die Erhebung einer Klage, sei es auch nur in der Form der Feststellungsklage, Erfolg versprechend, wenn auch nicht risikolos möglich ist (BGH, Urteile vom 6. Mai 1993 - III ZR 2/92, BGHZ 122, 317, 324 f., vom 2. April 1998 - III ZR 309/96, BGHZ 138, 247, 252…, vom 11. Januar 2007 - III ZR 302/05, BGHZ 170, 260 Rn. 28…, vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06, WM 2008, 1346 Rn. 27 und vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07, WM 2008, 2155 Rn. 15).
Rechtsunkenntnis kann allerdings ausnahmsweise bei zweifelhafter oder unübersichtlicher Rechtslage den Verjährungsbeginn hinausschieben (BGH, Urteile vom 25. Februar 1999 - IX ZR 30/98, WM 1999, 974, 975…, vom 14. Juli 2010 - IV ZR 208/09, WM 2010, 1708 Rn. 20, vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07, WM 2008, 2155 Rn. 15 …und vom 15. Juni 2010 - XI ZR 309/09, WM 2010, 1399 Rn. 12).
Ob eine für den Beginn der Verjährung hinreichende Kenntnis vorhanden ist, ist zwar im Wesentlichen eine Tatfrage, wird aber auch durch den der Beurteilung des Revisionsgerichts unterliegenden Begriff der Zumutbarkeit der Klageerhebung geprägt (BGH, Urteile vom 6. Mai 1993 - III ZR 2/92, BGHZ 122, 317, 326, vom 2. April 1998 - III ZR 309/96, BGHZ 138, 247, 253, vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07, WM 2008, 2155 Rn. 17 …und vom 15. Juni 2010 - XI ZR 309/09, WM 2010, 1399 Rn. 13).
Anders als in Fällen, in denen die umstrittene Rechtsfrage die Person des richtigen Anspruchsgegners (vgl. BGH, Urteil vom 25. Februar 1999 - IX ZR 30/98, WM 1999, 974, 975; vgl. dazu auch Bitter/Alles, NJW 2011, 2081, 2083 f.) oder das Bestehen eines Anspruchs betrifft (vgl. Senatsurteile vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07, WM 2008, 2155 Rn. 19 …und vom 7. Dezember 2010 - XI ZR 348/09, NJW 2011, 1278 Rn. 21), musste der Kläger nicht zwischen sich gegenseitig ausschließenden Wegen der Rechtsverfolgung wählen und war damit auch nicht zwangsläufig mit einem - möglicherweise unzumutbaren - Kostenrisiko belastet.
(1) Die Feststellung, ob und wann der Gläubiger Kenntnis von bestimmten Umständen hatte oder ob seine Unkenntnis auf grober Fahrlässigkeit beruhte, unterliegt als Ergebnis tatrichterlicher Würdigung zwar nur einer eingeschränkten Überprüfung durch das Revisionsgericht darauf, ob der Streitstoff umfassend, widerspruchsfrei und ohne Verstoß gegen Denk- und Erfahrungssätze gewürdigt worden ist, und ob der Tatrichter den Begriff der groben Fahrlässigkeit verkannt oder bei der Beurteilung des Grades der Fahrlässigkeit wesentliche Umstände außer Betracht gelassen hat (…Senatsurteile vom 15. Juni 2010 - XI ZR 309/09, WM 2010, 1399 Rn. 13 und vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07, WM 2008, 2155 Rn. 17, jeweils mwN).
Ein Gläubiger, der einen Bereicherungsanspruch aus § 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 BGB verfolgt, hat Kenntnis von den anspruchsbegründenden Umständen, wenn er von der Leistung und den Tatsachen, aus denen sich das Fehlen des Rechtsgrundes ergibt, weiß (Senatsurteile vom 29. Januar 2008 - XI ZR 160/07, WM 2008, 729, 732, Tz. 26, für BGHZ 175, 161 ff. vorgesehen , vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07, WM 2008, 2155, 2156, Tz. 14 und XI ZR 263/07, Umdruck S. 8, Tz. 13).
Es ist in der Regel nicht erforderlich, dass der Gläubiger aus den ihm bekannten Tatsachen die zutreffenden rechtlichen Schlüsse zieht (Senat , Urteile vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06, WM 2008, 1346, 1349, Tz. 27 und vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07 aaO, Tz. 15 sowie XI ZR 263/07, Umdruck S. 9, Tz. 14).
In diesem Fall fehlt es an der Zumutbarkeit der Klageerhebung als übergreifender Voraussetzung für den Verjährungsbeginn (Senat , Urteile vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07 aaO, Tz. 15 und XI ZR 263/07, Umdruck S. 9, Tz. 14, jeweils m.w.Nachw.).
Für die Frage der Zumutbarkeit der Klageerhebung, die der Beurteilung durch das Revisionsgericht unterliegt (Senatsurteile vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07 aaO, Tz. 17 und XI ZR 263/07, Umdruck S. 10, Tz. 16, jeweils m.w.Nachw.), kommt es entgegen der Ansicht der Revision nicht auf das in der Literatur umstrittene Recht zur Tilgungsverrechnung an, das der Kläger in erster Linie für sich in Anspruch nimmt.
Grob fahrlässige Unkenntnis liegt vor, wenn dem Gläubiger die Kenntnis fehlt, weil er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in ungewöhnlich grobem Maße verletzt und auch ganz nahe liegende Überlegungen nicht angestellt oder das nicht beachtet hat, was jedem hätte einleuchten müssen (vgl. BGH, Urteil vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07 -, Rz. 17, juris, mit weiteren Nachweisen).
Die Frage, wann eine für den Beginn der Verjährung hinreichende Kenntnis vorhanden ist, ist nicht ausschließlich Tatfrage, sondern wird maßgeblich durch den Begriff der Zumutbarkeit der Klageerhebung geprägt (BGH, Urteil vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07 -, Rz. 18, juris, mit weiteren Nachweisen).
In der Regel wird von einer Kenntnis der Rechtslage bzw. der anspruchsbegründenden Tatsachen auszugehen sein, wenn das klärende höchstrichterliche Urteil in einer bekannten und verbreiteten Fachzeitschrift (z.B. NJW) veröffentlicht worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07 -, Rz. 19, juris).
BGH, 16.06.2009 - XI ZR 85/08
Darlegung und Beweis des Fehlens der Voraussetzungen einer Rechtsscheinvollmacht …
OLG Hamm, 03.07.2013 - 11 U 166/12
Ungewollte Adoption eines alkoholgeschädigten Säuglings - mögliche …
OLG Naumburg, 10.08.2010 - 9 U 25/10
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LG Bonn, 17.04.2009 - 4 O 6/09
Rückzahlung der mit einem Provisionskonto belasteten Beiträge eines Klägers für …
OLG München, 03.02.2009 - 5 U 2382/08
Anwendung der Grundsätze der Rechtsscheinsvollmacht bei Unwirksamkeit einer …

References: § 128
 § 171
 § 172
 § 199
 § 812
 Art. 229
 § 6
 § 199
 § 812
 § 199
 § 199
 § 199
 § 199
 § 812