Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-10-2003-U_360-2002
Timestamp: 2016-10-25 19:22:50+00:00

Document:
U 360/02 (09.10.2003)
U 360/02
Pr�sidentin Leuzinger, Bundesrichter Ferrari und nebenamtlicher Richter Meyer; Gerichtsschreiberin Amstutz
Z.________, 1947, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanw�ltin Claudia Eugster, Bahnhofstrasse 10, 8700 K�snacht,
Der 1947 geborene Z.________ war seit dem 1. Mai 1985 bei der Firma C.________ AG (sp�ter: G.________ AG) in K.________ als technischer Angestellter t�tig und im Rahmen dieses Arbeitsverh�ltnisses bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen obligatorisch versichert. Am 7. Januar 1997 rutschte er beim Einsteigen in seinen Personenwagen auf einer Eisfl�che aus, wobei es aufgrund einer heftigen Abwehrbewegung zu einer Hyperextension im R�cken und zum Anschlagen des Knies an der Stossstange eines anderen Personenwagens kam. Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. B.________ diagnostizierte eine Knie- und Lendenwirbels�ulen-Kontusion (Bericht vom 6. Juni 1997) und �berwies den Versicherten infolge therapieresistenter R�ckenschmerzen an den Neurologen Dr. med. X.________, Zentrum Y.________, welcher nach computertomographischer Untersuchung den Befund einer traumatisch ausgel�sten Diskushernie L5/S1 bei deutlich degenerativen Ver�nderungen in den unteren drei Segmenten der Lendenwirbels�ule (LWS) erhob (Berichte vom 31. Januar, 12. M�rz und 21. Mai 1997). Nach einer am 17. Juni 1997 durchgef�hrten R�ckenoperation (Fenestration lumbosakral rechts mit mikrochirurgischer Diskektomie am f�nften Lendenwirbel; Bericht des Prof. Dr. med. R.________, Facharzt f�r Neurochirurgie FMH, Spital A.________, vom 24. Juni 1997) nahm der Versicherte seine Arbeit am 8. September 1997 wieder zu 50 % auf; ab 1. Februar 1998 steigerte er das Pensum auf 100 %, worauf die SUVA den Fall abschloss.
Am 20. Juli 2001 meldete der Arbeitgeber einen R�ckfall mit dem Hinweis auf verst�rkte Schmerzen seit Dezember 2000 und Arbeitsunf�higkeit seit 2. Januar 2001; dies, nachdem am 23. Mai 2001 eine weitere R�ckenoperation (zwei Fenestrationen L2/L3 und L3/L4 rechts mit mikrochirurgischer Diskektomie) durchgef�hrt worden war. Gegen�ber der SUVA gab der Versicherte am 7. September 2001 an, im Oktober 2000 (richtig: 8. September 2000, vgl. Unfallmeldung vom 21. Januar 2002) im Betrieb eine ca. 30 kg schwere Vakuumstufe aus einem Palettrahmen gehoben zu haben, wobei ein "chrosendes Ger�usch" im linken Arm aufgetreten sei; als sich die Armbeschwerden nach ca. 3 Wochen wieder gebessert h�tten, habe er zunehmend R�ckenschmerzen versp�rt.
Im Wesentlichen gest�tzt auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. W.________, vom 28. September 2001 lehnte die SUVA ihre Leistungspflicht mangels Unfallkausalit�t der geklagten Beschwerden mit Verf�gung vom 8. Oktober 2001 ab, woran sie mit Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2001 festhielt.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau mangels Unfallcharakters des Ereignisses vom 8. September 2000 sowie eines nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten R�ckenbeschwerden und dem Unfall vom 7. Januar 1997 ab (Entscheid vom 23. Oktober 2002).
Z.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag auf Zusprechung der gesetzlichen Leistungen; eventualiter sei die Sache zu weiterer Sachverhaltsabkl�rung an die SUVA zur�ckzuweisen.
Die SUVA schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung verzichtet hat.
Streitpunkt ist, ob die SUVA aufgrund des Ereignisses vom 8. September 2000 und/oder des Unfalls vom 7. Januar 1997 eine Leistungspflicht bez�glich der geltend gemachten R�ckenbeschwerden trifft.
2.1 Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen im Unfallversicherungsbereich ge�ndert worden. Weil in zeitlicher Hinsicht grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend sind, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grunds�tzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 17. Dezember 2001) eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Bestimmungen anwendbar.
2.2 Das kantonale Gericht hat die Grunds�tze �ber den Unfallbegriff (Art. 9 Abs. 1 UVV; BGE 122 V 232 Erw. 1 mit Hinweisen), insbesondere die Rechtsprechung zum Merkmal der Ungew�hnlichkeit im allgemeinen (BGE 122 V 233 Erw. 1, 118 V 61 Erw. 2b, 283 Erw. 2a; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 f. Erw. 2b, 1999 Nr. U 345 S. 421 f. Erw. 2a, Nr. U 333 S. 198 ff. Erw. 3) und zum Erfordernis der besonders sinnf�lligen Verumst�ndungen bei Sch�digungen, die sich auf das K�rperinnere beschr�nken (BGE 99 V 138 Erw. 1; RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 Erw. 2b mit Hinweisen) richtig wiedergegeben. Entsprechendes gilt bez�glich der vorinstanzlichen Erw�gungen zur rechtsprechungsgem�ssen Bejahung eines ungew�hnlichen �usseren Faktors bei Vorliegen einer unkoordinierten Bewegung - d.h. einer St�rung der k�rperlichen Bewegung durch etwas "Programmwidriges" wie Stolpern, Ausgleiten, Anstossen oder ein reflexartiges Abwehren eines Sturzes etc. (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 Erw. 2d, 1999 Nr. U 345 S. 422 Erw. 2b mit Hinweisen und 1999 Nr. U 333 S. 199 Erw. 3c/aa; vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 1989, S. 176 f.) - oder eines mit Blick auf die Konstitution und die berufliche oder ausserberufliche Gew�hnung des Versicherten ausserordentlichen Kraftaufwands (einer sinnf�lligen �beranstrengung) beim Heben oder Verschieben einer Last (BGE 116 V 139 Erw. 3b mit Hinweisen). Ebenfalls zutreffend dargelegt hat das kantonale Gericht die Rechtsprechung zu den in Art. 9 Abs. 2 UVV (in der hier anwendbaren [vgl. Erw. 2.1 hievor], seit 1. Januar 1998 in Kraft stehenden Fassung) abschliessend aufgez�hlten unfall�hnlichen K�rpersch�digungen (BGE 116 V 139 f. Erw. 4a, 147 Erw. 2b, je mit Hinweisen; siehe auch BGE 123 V 44 f. Erw. 2b; RKUV 2001 Nr. U 435; zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil H. vom 20. August 2003 [U17/03]), zu den Begriffen des R�ckfalls und der Sp�tfolgen (Art. 11 UVV; BGE 118 V 296 Erw. 2c; RKUV 1994 Nr. U 198 S. 138 f.) sowie zu dem im Sozialversicherungsrecht allgemein �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 195 Erw. 2 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
Umstritten und zu pr�fen ist zun�chst, ob das Ereignis vom 8. September 2000 einen Unfall im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVV darstellt. Nach Lage der Akten stimmen die Verfahrensbeteiligten zu Recht darin �berein, dass eine unfall�hnliche K�rpersch�digung gem�ss Art. 9 Abs. 2 UVV (vgl. Erw. 2.2 hievor) ausser Betracht f�llt.
3.1 Mit Bezug auf das Ereignis vom 8. September 2000 liegen unterschiedliche Sachverhaltsschilderungen des Beschwerdef�hrers vor. Gest�tzt auf die Angaben des Versicherten gegen�ber der SUVA vom 7. September 2001, welchen es als "Aussagen der ersten Stunde" vorrangigen Beweiswert beimass, sowie die Unfallmeldungen vom 27. September 2000 und 21. Januar 2002 ging das kantonale Gericht schliesslich davon aus, dass der Versicherte am 8. September 2000 beim Heben und Drehen einer 25 bis 30 kg schweren Vakuumstufe einen Schmerz im linken Arm versp�rt habe, der jedoch nach relativ kurzer Zeit abklang, und dass nach diesem Ereignis die R�ckenschmerzen wieder zunahmen.
3.2 Soweit der Beschwerdef�hrer geltend macht, bei seiner Beschreibung des Ereignisses vom 8. September 2000 gegen�ber dem SUVA-Inspektor (7. September 2001), wonach beim Heben einer ca. 30 kg schweren Vakuumstufe ein "chrosendes Ger�usch" im linken Arm aufgetreten sei, handle es sich nicht um eine in beweism�ssiger Hinsicht ausschlaggebende "Aussage der ersten Stunde", ist dem beizupflichten. Zwar ist nach den zutreffenden Erw�gungen der Vorinstanz bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person �ber den Unfallhergang auf die Beweismaxime abzustellen, wonach die so genannten spontanen, kurz nach dem Unfall gemachten "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverl�ssiger sind als sp�tere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachtr�glichen �berlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein k�nnen, und ihnen daher meistens gr�sseres Gewicht zukommt als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverf�gung des Versicherers (BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 377 S. 184 Erw. 3b). Hingegen liegt eine mit besonderer Beweiskraft ausgestattete "Aussage der ersten Stunde" nach der Rechtsprechung dann nicht vor, wenn die erste schriftliche Fixierung des Unfallablaufes erst l�ngere Zeit nach dem Ereignis erfolgt. Diesfalls ist vielmehr zu beachten, dass das menschliche Erinnerungsverm�gen vor allem mit Bezug auf Einzelheiten eines Geschehens relativ rasch verblasst. Eine nach Monaten erstmals zu Protokoll oder zuhanden der �rztlichen Krankengeschichte erkl�rte Unfallschilderung darf deshalb nicht von vornherein als glaubw�rdiger qualifiziert werden als sp�tere Darstellungen (Alfred B�hler, Der Unfallbegriff, in: Alfred Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, St. Gallen 1995, S. 267 f.; Urteile K. vom 18. Dezember 2002 [U 6/02] Erw. 2.2, W. vom 21. August 2001 [U 26/00] Erw. 1b, S. vom 3. Januar 2000 [U 236/98] Erw. 2c, K. vom 12. Mai 1999 [U 121/98] Erw. 2c). In Anbetracht dessen k�nnen die am 7. September 2001, mithin erst ein Jahr nach dem Ereignis vom 8. September 2000 zu Protokoll gegebenen Angaben des Versicherten nicht als spontane "Aussagen der ersten Stunde" gewertet werden. Dem betreffenden Aktenst�ck kommt daher entgegen den vorinstanzlichen Erw�gungen kein vorrangiger Beweiswert zu; vielmehr sind s�mtliche Unterlagen �ber den Hergang des Ereignisses vom 8. September 2000 umfassend zu w�rdigen. Ob der SUVA-Bericht vom 7. September 2001 dem Versicherten h�tte zur Unterzeichnung vorgelegt werden m�ssen, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingewendet wird, kann vor diesem Hintergrund offen bleiben.
3.3.1 Der Beschwerdef�hrer hat den Vorfall vom 8. September 2000 erstmals in der am 6. Februar 2002 verfassten Erg�nzung zur Unfallmeldung vom 21. Januar 2002 und der Einsprache vom 6. Februar 2002 selbst schriftlich festgehalten. In diesen �bereinstimmenden Darstellungen f�hrt der Versicherte aus, dass er die mittlere Stufe einer dreistufigen Vakuumpumpe kurz habe anheben und drehen m�ssen. Beim Drehen der auf einer Plastikfolie liegenden Stufe von ca. 25 kg sei diese seitlich abgerutscht, worauf er eine pl�tzliche ruckartige Armbewegung zum Nachfassen ausgef�hrt habe. Dabei habe er prim�r einen pl�tzlich einschiessenden Schmerz im linken Arm versp�rt, und nach etwa drei Wochen seien st�rker werdende Schmerzen im R�cken (rechte Ges�ssbacke) aufgetaucht. An dieser Beschreibung des Geschehensablaufs, welche sich mit der Schilderung im UVG-Arztzeugnis des Dr. med. D.________, Werkarzt, vom 4. Februar 2002 deckt, hielt der Versicherte in seiner kantonalen Beschwerde vom 5. M�rz 2002 fest. In einer Beilage zur Replik gab er ferner an, dass die Schmerzen nicht beim Abhebevorgang, sondern durch das seitliche Abrutschen beim Abdrehen der Stufe und beim ruckartigen reflexartigen Nachfassen aufgetreten seien; zudem machte er erstmals geltend, die Stufe wiege 76 kg und nicht 35 kg, was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erneut bekr�ftigt wird.
3.3.2 Die Sachverhaltsdarstellung durch den Versicherten steht - mit Ausnahme des Gewichts der Stufe - weder in Widerspruch zur summarischen Beschreibung im SUVA-Bericht vom 7. September 2001 noch zu den Unfallmeldungen vom 11. September 2000 und vom 21. Januar 2002, sondern erg�nzt und pr�zisiert diese Kurzbeschreibungen. Unter diesen Umst�nden ist auf die glaubw�rdigen und widerspruchsfreien Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers gem�ss Erg�nzung zur Unfallmeldung vom 6. Februar 2002 bzw. der Einsprache vom 6. Februar 2002 abzustellen. Dies gilt auch bez�glich des Gewichts der Vakuumstufe, das in den fr�heren Unterlagen regelm�ssig mit ca. 25 kg und im SUVA-Bericht vom 7. September 2001 mit ca. 30 kg angegeben wird. Die erst wesentlich sp�ter geltend gemachte massive Gewichtskorrektur erscheint als unglaubw�rdig und gibt daher zu keinen Weiterungen Anlass (vgl. auch Erw. 3.4 in fine). Entsprechendes gilt hinsichtlich der von fr�heren Sachverhaltsbeschreibungen des Versicherten abweichenden Darstellung in der letztinstanzlich eingereichten Beschwerde, wo erstmals ein Auffangen der Stufe und ein Schlag in den nach vorn gebeugten R�cken erw�hnt werden. Auch diesbez�glich ist von weiteren Beweisvorkehren nichts zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweisw�rdigung; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. I./1d, mit Hinweisen).
3.3.3 Nach dem Gesagten ist in tats�chlicher Hinsicht davon auszugehen, dass eine auf einer Plastikfolie liegende Vakuumstufe von ca. 25 bis 30 kg beim Drehen seitlich abrutschte, der Beschwerdef�hrer daraufhin eine rasche ruckartige Armbewegung zum Nachfassen ausf�hrte und dies prim�r einen pl�tzlich einschiessenden Schmerz in den linken Arm verursachte. Nicht gefolgt werden kann dem kantonalen Gericht in der Annahme, dass die geltend gemachte Gesundheitssch�digung beim Anheben der Stufe und der damit verbundenen Anstrengung eintrat.
3.4 Die vom Versicherten ausgef�hrte Nachfassbewegung ist als solche weder ungew�hnlich (vgl. Erw. 2.2 hievor) noch in besonderer, einem Ausgleiten oder einem Sturz vergleichbarer Weise geeignet, zu einer unphysiologischen Belastung einzelner Muskeln oder Muskelgruppen zu f�hren (vgl. Urteile F. vom 10. Januar 2003 [U 385/01] Erw. 2 und J. vom 30. August 2001 [U 277/99] Erw. 3c). Das Vorliegen eines ungew�hnlichen �usseren Faktors ist auch nicht bereits deshalb zu bejahen, weil die Bewegung reflexartig ausgef�hrt wurde (Urteil J. vom 30. August 2001 [U 277/99] Erw. 3e). In �hnlich gelagerten F�llen wurde im selben Sinne entschieden (vgl. Maurer, a.a.O., S. 178 f.; Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung, 3. Aufl., Z�rich/Basel/Genf 2003, S. 36 f. [zu Art. 6]), so beim reflexartigen Nachfassen eines weggleitenden Radiators von 100 kg (Urteil N. vom 12. April 2000 [U 110/99] Erw. 3), beim Wiederherstellen des Gleichgewichts durch eine heftige Handbewegung anl�sslich des Transports einer 100 bis 150 kg schweren T�re (Rechtsprechungsbeilage zum SUVA-Jahresbericht 1988 Nr. 8 S. 15), beim Heben eines ca. 60 kg wiegenden Papierstapels und reflexartigen Nachfassen, als dieser in sich zusammenzufallen drohte (Rechtsprechungsbeilage zum SUVA-Jahresbericht 1981 Nr. 4 S. 7), und beim ruckartigen An-sich-nehmen eines von einem fahrbaren Wagenheber herunterzufallen drohenden Motors mit einem Gewicht von ca. 80 kg (SUVA-Jahresbericht 1962 Nr. 3a S. 17). Diesen Sachverhalten und dem vom Beschwerdef�hrer geschilderten, vorliegend zu pr�fenden Ereignis ist sodann gemeinsam, dass der nat�rliche Ablauf der K�rperbewegung jeweils nicht durch etwas Programmwidriges oder Sinnf�lliges wie Ausgleiten, Stolpern, reflexartiges Abwehren eines Sturzes beeintr�chtigt wurde (vgl. Erw. 2.2 hievor sowie RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 Erw. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 Erw. 2b). Etwas Ungew�hnliches l�sst sich ferner auch nicht im Kraftaufwand erkennen, welcher beim Nachfassen der wegrutschenden 25 bis 30 kg schweren Vakuumstufe erforderlich war, woran der Umstand, dass der Beschwerdef�hrer nach seinen eigenen Angaben seit 1991 nur noch Sachbearbeiterfunktion ohne manuelle T�tigkeit ausf�hrt, nichts �ndert. Abgesehen davon, dass es sich bei der fraglichen T�tigkeit nicht um einen einmaligen, sondern um einen j�hrlich rund ein dutzend Mal vorkommenden Arbeitsvorgang handelte (erg�nzende Angaben des Beschwerdef�hrers vom 6. Februar 2002 zur Unfallmeldung vom 21. Januar 2002), waren in den erw�hnten F�llen, in welchen das Eidgen�ssische Versicherungsgericht eine den Unfallbegriff erf�llende �beranstrengung verneint hat, die zu hebenden Lasten zwischen 60 und 100 kg schwer (vgl. auch Urteil H. vom 18. April 2001 [U 394/99] Erw. 3b). Im �brigen entstand die Gesundheitssch�digung des Beschwerdef�hrers nach den Feststellungen unter Erw. 3.3 hievor nicht durch ein Heben oder Auffangen der Vakuumstufe, sondern durch die ruckartige Nachfassbewegung des Armes, weshalb dem Gewicht der Vakuumstufe untergeordnete Bedeutung zukommt. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass das Vorkommnis des 8. September 2000 den Unfallbegriff nicht erf�llt.
Zu pr�fen bleibt, ob die ab Dezember 2000 erneut aufgetretenen R�ckenbeschwerden des Versicherten in einem Kausalzusammenhang mit dem versicherten Ereignis vom 7. Januar 1997 stehen und insofern ein die Leistungspflicht der SUVA begr�ndender R�ckfall vorliegt.
4.1 Aufgrund der Aktenlage - insbesondere der Berichte des Dr. med. N.________, Spezialarzt f�r Radiologie und Nuklearmedizin FMH, vom 5. Februar 1997 und des Neurologen Dr. med. X.________ vom 12. M�rz 1997 - steht fest, dass beim Beschwerdef�hrer bereits im Februar/M�rz 1997 deutliche degenerative Ver�nderungen in den unteren drei Segmenten der LWS, namentlich Diskushernien in den Bereichen L3/4, L4/5 und L5/S1 vorlagen; bekannt ist ferner, dass eine Diskushernie L4/5 bereits vor 16 Jahren aufgetreten war und zu einer akuten Lumboischialgie mit nachfolgend einmonatiger Hospitalisation gef�hrt hatte, der Beschwerdef�hrer anschliessend aber bis zum Unfall im Januar 1997 nur noch gelegentlich an R�ckenbeschwerden litt. Als sicher gelten kann zudem, dass es beim Unfall vom 7. Januar 1997 zu einer Kompression der rechten Wurzel S1 im Recessus lateralis kam.
4.2 Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenver�nderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht f�llt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Sch�digung der Bandscheibe herbeizuf�hren, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikul�res Syndrom) unverz�glich und mit sofortiger Arbeitsunf�higkeit auftreten (zur Ber�cksichtigung medizinischer Erfahrungss�tze vgl. BGE 126 V 189 Erw. 4c; Urteil H. vom 18. September 2002 [U 60/02] Erw. 2.2). Wird die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgel�st, nicht aber verursacht, �bernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis ausgel�sten Beschwerdeschub, sp�tere Rezidive dagegen nur, wenn eindeutige Br�ckensymptome gegeben sind (zum Ganzen RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 Erw. 2a mit Hinweisen; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 3a; SZIER 2001 346 [U 4/00]; Urteile K. vom 21. Februar 2003 [U 306/02] Erw. 5.2, R. vom 29. Januar 2003 [U 230/02] Erw. 3.2, S. vom 29. Oktober 2002 [U 22/01] Erw. 5.1, B. vom 29. August 2002 [U 112/02] Erw. 3.3.1, V. vom 24. Juni 2002 [U 109/01] Erw. 6b und G. vom 23. April 2002 [U 176/01] Erw. 3c).
Mit Bezug auf R�ckf�lle oder Sp�tfolgen kann der Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des nat�rlichen Kausalzusammenhanges beim Grundfall und bei fr�heren R�ckf�llen behaftet werden, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf - bei Verschlimmerung oder Manifestation eines krankhaften Vorzustandes durch einen Unfall mit Erreichen des Status quo ante oder Status quo sine (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 Erw. 4b, je mit Hinweisen; Urteil. H. vom 18. September 2002 [U 60/02] Erw. 2.2) - wegfallen k�nnen. Es obliegt vielmehr dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines nat�rlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem als R�ckfall oder Sp�tfolge postulierten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalit�t mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist (vgl. BGE 121 V 47 Erw. 2a und 208 Erw. 6b, je mit Hinweisen), entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je gr�sser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeintr�chtigung ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 Erw. 1c am Ende; Urteil L. vom 2. September 2003 [U 77/03] Erw. 2.3).
4.3 Im Lichte der unter Erw. 4.2 dargelegten Grunds�tze sowie in W�rdigung der medizinischen Akten, namentlich der abschliessenden Beurteilung des SUVA-Kreisarztes Dr. med. W.________ vom 28. September 2001, ist dem kantonalen Gericht darin beizupflichten, dass die knapp vier Jahre nach dem verh�ltnism�ssig leichten Vorfall vom 7. Januar 2000 wieder verst�rkt auftretenden R�ckenbeschwerden bei vorbestehenden degenerativen Ver�nderungen in den besagten Zwischenwirbelbereichen nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal sind.
Bez�glich der urspr�nglich als teilunfallkausal anerkannten Diskushernie L 5/S1 ergibt sich weder aus den medizinischen Unterlagen noch den Vorbringen des Beschwerdef�hrers eine Verschlimmerung des Gesundheitszustands seit dem operativen Eingriff am 17. Juni 1997, respektive dem in der Folge unbestritten eingetretenen Status quo sine vel ante im Februar 1998 (Wiedererlangen der vollen Arbeitsunf�higkeit), welcher zum Dahinfallen der nat�rlichen Kausalit�t gef�hrt hatte (vgl. Erw. 4.2 hievor). Mangels einer ausgewiesenen, revisionsrechtlich erheblichen Ver�nderung (vgl. BGE 127 V 457 Erw. 4b mit Hinweis) f�llt mit Bezug auf diesen Gesundheitsschaden ein R�ckfall oder eine Sp�tfolge somit ausser Betracht. Mit Blick auf die am 23. Mai 2001 operativ behandelten (2 Fenestrationen L2/3 und L3/4 rechts mit mikrochirurgischer Diskektomie), damals grossen bzw. mittelgrossen Diskushernien L2/L3 und L3/L4 zog Dr. med. W.________ im Bericht vom 28. September 2001 den Schluss, dass die beim Unfall vom 7. Januar 1997 nicht symptomatisch gewesenen und damals wahrscheinlich nicht zus�tzlich traumatisierten Sch�den in keinem wahrscheinlichen Zusammenhang zu der teilweise unfallbedingten Diskushernie L5/S1 st�nden. Die weitere Diskushernienpathologie in den proximaleren Segmenten sei Ausdruck eines unfallunabh�ngigen Leidens, was erfahrungsgem�ss bei einem mehretagigen Diskushernienleiden typisch sei. Auf die beweiskr�ftige - zumal unter Ber�cksichtigung der Anamnese und in Kenntnis der Vorakten verfasste, in der Darlegung der medizinischen Zusammenh�nge einleuchtende und hinsichtlich der Schlussfolgerungen �berzeugend begr�ndete (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c) - Beurteilung des Dr. med. W.________ ist abzustellen. Der Umstand, dass der SUVA-Arzt einen Kausalzusammenhang nicht ausschliesst, sondern ihn lediglich als "nicht wahrscheinlich" erachtet, steht dem nicht entgegen, verlangt doch die Beurteilung der nat�rlichen Kausalit�t - vom rechtlichen Standpunkt aus betrachtet - gerade keinen strikten Beweis im medizinisch-wissenschaftlichen Sinn (BGE 117 V 379 Erw. 3e; vgl. Erw. 2.2 in fine und 4.2 hievor). Der Bericht des Dr. med. D.________, leitender Werkarzt des regionalen Zentrums f�r Arbeitsmedizin, K.________, vom 25. Januar 2002 vermag die Einsch�tzungen des Dr. med. W.________ nicht in Frage stellen. Denn der Werkarzt erw�hnt einen Kausalzusammenhang zwischen den im Dezember 2000 verst�rkt aufgetretenen R�ckenbeschwerden und dem Unfall vom 7. Januar 1997 nur am Rande, wobei er sich einzig auf die subjektiven Angaben des Versicherten st�tzt; an einer medizinischen Beurteilung der m�glichen Unfallfolgen dagegen fehlt es g�nzlich. Soweit Dr. med. D.________ - ebenfalls ohne n�here medizinische Begr�ndung - "sekund�re unfallbedingte Beschwerden" bejaht, bezieht sich diese Aussage unmissverst�ndlich auf das Ereignis vom 8. September 2000, welches den Unfallbegriff im Rechtssinne nicht erf�llt (Erw. 3.4 hievor); Dr. med. D.________ stellt ausdr�cklich fest, die nach dem neuerlichen Auftreten der R�ckenbeschwerden erfolgte R�ckfallmeldung vom 20. Juli 2001 habe "f�lschlicherweise" auf den Unfall vom 7. Januar 1997 (statt auf das Ereignis vom 8. September 2000) Bezug genommen.
Der Bericht des Dr. W.________ ber�cksichtigt schliesslich, was unbestritten ist, s�mtliche medizinischen Akten seit 1981, namentlich auch die ein leichtes Verhebetrauma von 1981 sowie ein Ausrutschtrauma von 1983 betreffenden �rztlichen Stellungnahmen. Nachdem ein Zusammenhang der erneut aufgetretenen R�ckenbeschwerden mit dem Ereignis von 1983 aufgrund der medizinischen Unterlagen nicht gegeben ist und vom Beschwerdef�hrer auch nicht geltend gemacht wird, er�brigen sich Aktenerg�nzungen, da von weiteren medizinischen Abkl�rungen mit Bezug auf die Kausalit�tsfrage keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, welche den Ausgang des Prozesses zu beeinflussen verm�chten.
Luzern, 9. Oktober 2003

References: BGE 
 Art. 9
 BGE 
 BGE 
 Art. 9
 Art. 9
in fine
 BGE 
 Art. 6
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
in fine