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Timestamp: 2020-07-10 15:37:34+00:00

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Ziele für nachhaltige EntwicklungUnser Beitrag
Als Mitglied des United Nations Global Compact (UNGC) und der Sustainable Stock Exchange-Initiative (SSE) hat sich die Gruppe Deutsche Börse dazu verpflichtet, die 17 Ziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der „2030 Agenda for Sustainable Development“ der Vereinten Nationen umzusetzen. Diese wurden im September 2015 verabschiedet und werden seit 1. Januar 2016 umgesetzt.
Die insgesamt 17 definierten Ziele für eine globale nachhaltige Entwicklung reichen von der Bekämpfung von Armut bis hin zur Gründung internationaler Partnerschaften.
Die Vereinten Nationen haben darüber hinaus 169 untergeordnete Ziele zur Umsetzung auf nationaler Ebene definiert. Mit der 2017 beschlossenen Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie hat die deutsche Regierung erste Schritte zur konkreten Umsetzung der 17 übergeordneten Ziele unternommen.
Die Gruppe Deutsche Börse begrüßt die Einführung dieser Ziele und deren Umsetzung auf nationaler Ebene und nutzt den geschaffenen Rahmen als internen Leitfaden sowie zur externen Berichterstattung und zur Gründung von Partnerschaften.
Für den Finanzsektor und insbesondere für die Gruppe Deutsche Börse stellen die Bemühungen hin zu einer nachhaltigen Entwicklung des Finanzsektors ein großes und wichtiges Handlungsfeld dar. Dies gilt besonders im Hinblick auf die Erklärung zur Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung, die einen globalen Investitionsbedarf von US$5-7 Bio. zur Erreichung der Ziele konstatiert. Als Infrastrukturbetreiber für die Kapitalmärkte sieht sich die Gruppe daher in einer Schlüsselrolle im Implementierungsprozess. Wir sind gut positioniert, um uns für die Umsetzung der für unser Kerngeschäft relevanten Ziele zu engagieren. Gleichzeitig ist sich die Gruppe ihrer Verantwortung als Vorbild für börsennotierte Unternehmen bewusst und strebt eine entsprechende Anpassung der internen Prozesse im Sinne der 2030 Agenda an. Mit unserer strategischen Ausrichtung und unseren operativen Prozessen unterstützen wir die folgenden Ziele oder tragen aktiv dazu bei, sie zu erreichen.
Unsere Förderung im Bereich Bildung und Wissenschaft umfasst sowohl den persönlichen Einsatz unserer Mitarbeiter als auch finanzielle Zuwendungen für unsere Kooperationspartner. Wir investieren in schulische und akademische Forschung und Lehre. Auch das Fördern der politischen Bildung liegt uns am Herzen.
Als Kapitalmarktteilnehmer an Finanzplätzen weltweit sind wir in hohem Maße auf die Qualität der akademischen Ausbildung unserer künftigen Mitarbeiter angewiesen: Nur wenn die Ausbildung höchsten Qualitätsstandards genügt, können wir auf geeignete Absolventen zurückgreifen und dadurch langfristig unseren Unternehmenserfolg aufrechterhalten. Deshalb unterstützen wir – ausgehend vom Konzept des lebenslangen Lernens – innovative Bildungs- und Wissenschaftsprojekte von der Grundschule über Stipendienprogramme für Studenten bis hin zu Forschungsprojekten an Hochschulen. Außerdem bietet die Capital Markets Academy der Gruppe Deutsche Börse Schulungen zu den zentralen Bereichen des Kapitalmarktes an. Sie vermitteln mit innovativen Lernmethoden und Technologien Know-how „aus dem Markt für den Markt“.
In unserer Verantwortung als Arbeitgeber möchten wir das Bewusstsein unserer Mitarbeiter für nachhaltige Entwicklung sowie für die übergeordnete Rolle der Gruppe schärfen. Dazu führen wir gezielt Workshops durch, um innerhalb der Organisation auf relevante Themen rund um Unternehmensnachhaltigkeit aufmerksam zu machen. Unsere Mitarbeiter erwerben so wichtiges Wissen zur Nachhaltigkeit im Allgemeinen sowie zur besonderen Rolle des Finanzsektors und der Börsen im Hinblick auf die angestrebte Entwicklung.
Unter dem Navigationspunkt „Nachhaltig“ auf der Börse Frankfurt-Webseite sind Informationen zu nachhaltigen Anlageprodukten wie nachhaltigen Indizes oder ESG-Anleihen zu finden.
Ziel 5.5: Die volle und wirksame Teilhabe von Frauen und ihre Chancengleichheit bei der Übernahme von Führungsrollen auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Leben sicherstellen
Um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu steigern, achtet das Unternehmen darauf, dass auch Frauen als Kandidatinnen für Führungspositionen identifiziert werden. Grundsätzlich ist allerdings die Qualifikation ausschlaggebend für die Stellenbesetzung. Daneben bietet die Gruppe Deutsche Börse eine Vielzahl weiterer Maßnahmen zur Förderung von Frauen an: gezielte Nachfolgeplanung, ein externes und ein internes Mentoring-Programm, ein Frauennetzwerk sowie Trainings speziell für Frauen.
Ziel 5.C: Eine solide Politik und durchsetzbare Rechtsvorschriften zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Selbstbestimmung aller Frauen und Mädchen auf allen Ebenen beschließen und verstärken
Die Gruppe Deutsche Börse ist ein global operierendes Unternehmen und tritt für Offenheit und Fairness am Arbeitsplatz ein. Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Alter, Religion oder Behinderung wird nicht geduldet, weder beim Verhalten der Mitarbeiter untereinander noch bei der Auftragsvergabe an Dritte. Die Gleichbehandlung von Mitarbeitern in einer von Vielfalt geprägten Unternehmenskultur wird durch Gleichstellungsbeauftragte der Gruppe Deutsche Börse gewährleistet. Außerdem hat die Personalabteilung Prozesse implementiert, um bei der Personalauswahl angemessen vorzugehen und im Falle des Verdachts auf Diskriminierung sofort handeln zu können.
Im Einklang mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (FührposGleichberG) in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG gemäß § 111 Abs. 5 AktG Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat und Vorstand festgelegt. Die bei der erstmaligen Festlegung gesetzten Mindestzielgrößen von 33,33 Prozent im Aufsichtsrat und 20 Prozent im Vorstand der Deutsche Börse AG wurden bis zum Ende der ersten Umsetzungsfrist am 30. Juni 2017 erfüllt. Der Frauenanteil im Vorstand betrug zu diesem Zeitpunkt 20 Prozent. Im Aufsichtsrat lag er bei 41,67 Prozent und damit über dem selbst gesetzten Mindestziel. Hinsichtlich des Aufsichtsrats gilt mit der Anwendbarkeit des MitbestG auf die Deutsche Börse AG seit der ordentlichen Hauptversammlung 2018 anstelle des selbst festgelegten Mindestziels nach § 111 Abs. 5 AktG die gesetzliche Geschlechterquote von 30 Prozent gemäß § 96 Abs. 2 AktG. Um einer möglichen Ungleichbehandlung von Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertretern vorzubeugen und die Planungssicherheit in den jeweiligen Wahlprozessen zu erhöhen, haben die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat der Gesamterfüllung der Quote nach § 96 Abs. 2 Satz 2 AktG widersprochen. Damit ist der Mindestanteil von 30 Prozent für jedes Geschlecht von der Seite der Anteilseigner und der Seite der Arbeitnehmer getrennt zu erfüllen. Der Anteilseigner- und Arbeitnehmerseite müssen daher jeweils mindestens zwei Frauen und mindestens zwei Männer angehören. Derzeit gehören der Anteilseigner- und der Arbeitnehmerseite jeweils drei Frauen an. Die gesetzliche Geschlechterquote wird dementsprechend eingehalten.
Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. Juli 2017 beschlossen, das Ziel eines Frauenanteils von 20 Prozent bis zum 31. Dezember 2021 zu verlängern. Der Frauenanteil im Vorstand betrug zum 31. Dezember 2019 16,7 Prozent. Der Aufsichtsrat verfolgt weiterhin das Ziel eines Frauenanteils von mindestens 20 Prozent für den Vorstand und strebt auch hinsichtlich des Aufsichtsrats eine weitere Steigerung des Frauenanteils an, was bei künftigen Besetzungsentscheidungen mitberücksichtigt werden wird.
Im Bestreben, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, hatte sich der Vorstand bereits 2010 im Rahmen einer Selbstverpflichtung das Ziel gesetzt, im Konzern bis 2020 einen Frauenanteil von 20 Prozent im oberen und mittleren Management und von 30 Prozent im unteren Management zu erreichen. An dieser Ambition hält die Gruppe weiterhin fest. Abweichend von der gesetzlichen Verpflichtung wurde die Selbstverpflichtung umfangreicher gefasst. Zum einen beziehen sich die hier festgelegten Zielgrößen auf die Gruppe Deutsche Börse weltweit, zum anderen wurden die Führungsebenen (Managementpositionen) umfangreicher definiert, sodass z. B. auch Teamleiterpositionen darunter fallen. Weltweit lagen diese Quoten zum 31. Dezember 2019 bei der Gruppe Deutsche Börse bei 15 Prozent für das obere und mittlere Management (2018: 14 Prozent) bzw. bei 27 Prozent für das untere Management (2018: 29 Prozent). Für Deutschland lagen die Quoten bei 16 Prozent (2018: 14 Prozent) bzw. 22 Prozent (2018: 26 Prozent).
Ziel 7.2: Bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix deutlich erhöhen
Die Deutsche Börse bietet energiebezogene Indizes, die Anleger als Grundlage für ihr nachhaltiges Investment heranziehen können.
Das Indexprodukt ÖkoDAX® zielt darauf ab, die Wertentwicklung der zehn liquidesten Unternehmen aus dem Subsektor Renewable Energy Index, der die Branche der erneuerbaren Energien repräsentiert, darzustellen. ÖkoDAX ist damit ein Auswahlindex der Deutschen Börse. Die einbezogenen Unternehmen werden, basierend auf ihrer Free Float-Marktkapitalisierung, aus der Branche der erneuerbaren Energien ausgewählt und mit gleichmäßigen Gewichtungsfaktoren in das Indexportfolio aufgenommen.
Das Indexprodukt DAXglobal® Alternative Energy erweitert die DAXglobal-Indexfamilie um einen zusätzlichen Wachstumsindikator im Sektor der alternativen Energien. Die hohe Dynamik dieses Zweiges der Energiewirtschaft wird erstmals mit einem sektorbasierten Indexkonzept auf globaler Ebene erschlossen. Als Basiswert für Finanzprodukte ermöglicht dieser Index den Investoren, am Wachstum auf dem Gebiet der alternativen Energien teilzuhaben. Unternehmen, die in den DAXglobal Alternative Energy-Index aufgenommen werden wollen, müssen ihren größten Umsatzanteil in einem der fünf Bereiche alternativer Energien erzielen: Erdgas, Solar, Wind, Ethanol, Geothermie/Hydro/Batterien.
Ziel 7.A: Bis 2030 die internationale Zusammenarbeit verstärken, um den Zugang zur Forschung und Technologie im Bereich saubere Energie, namentlich erneuerbare Energie, Energieeffizienz sowie fortschrittliche und saubere Technologien für fossile Brennstoffe, zu erleichtern, und Investitionen in die Energieinfrastruktur und saubere Energietechnologien fördern
Die European Energy Exchange (EEX) bietet ein umfassendes Angebot von Energie- und Umweltprodukten an, die einen Beitrag zum effizienten Übergang zu einer kohlenstoffarmen und nachhaltigen Energieversorgung leisten. Die EEX betreibt einen regulierten, transparenten Marktplatz für Emissionshandelszertifikate, über den Marktteilnehmer ihren Verpflichtungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen nachkommen können. Im Stromhandel tragen die Märkte der EEX durch zunehmende Flexibilität und neue Produkte dazu bei, dass ein immer höherer Anteil erneuerbarer Energien möglich ist. Beispiele hierfür sind neue Derivate, mit denen sich Marktteilnehmer gegen Wetterrisiken absichern können.
Ziel 8.7: Sofortige und wirksame Maßnahmen ergreifen, um Zwangsarbeit abzuschaffen, moderne Sklaverei und Menschenhandel zu beenden und das Verbot und die Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit, einschließlich der Einziehung und des Einsatzes von Kindersoldaten, sicherstellen und bis 2025 jeder Form von Kinderarbeit ein Ende setzen
Die Gruppe ist ihren Stakeholdern in hohem Maße zur Transparenz verpflichtet. Dies gilt entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Daher veröffentlicht die Gruppe eine Stellungnahme gemäß §54 des UK Modern Slavery Act 2015 dazu verschrieben, in der die von ihr unternommenen Schritte zur Verhinderung von Sklaverei und Menschenhandel im eigenen operativen Geschäft und in ihren Lieferketten dargelegt sind (UK Modern Slavery Act Statement). Darüber hinaus sind externe Dienstleister dem Verhaltenskodex für Lieferanten der Gruppe Deutsche Börse verpflichtet, der Anforderungen zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit, zum Umweltschutz sowie zu gesellschaftlicher und ethischer Verantwortung enthält.
Die Gruppe Deutsche Börse analysiert auch in welchem Umfang ihre Lieferanten eigene Richtlinien – wie einen Verhaltenskodex für Mitarbeiter oder Lieferanten und Dienstleister – vorweisen können oder anerkannte Sozialstandards akzeptiert haben. Dazu wurde im Jahr 2018 die zweite Umfrage in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte unter den durch Corporate Purchasing gemanagten Lieferanten durchgeführt. Ziel dieser Umfrage war es, Risiken in Bezug auf Umwelt und Sozialbelange, insbesondere Menschenrechte, zu identifizieren. Im Rahmen dieser Umfrage analysierte die Gruppe Deutsche Börse zusätzlich, ob Lieferanten in kritischen Ländern hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen aktiv waren. Die Dienstleister, die sich an der Befragung beteiligt haben, deckten 52 Prozent des Beschaffungsvolumens 2018 ab. 2019 fand durch eine Umstellung der Befragungssoftware keine umfassende Befragung statt.
Ziel 8.8: Die Arbeitsrechte schützen und sichere Arbeitsumgebungen für alle Arbeitnehmer, einschließlich der Wanderarbeitnehmer, insbesondere der Wanderarbeitnehmerinnen, und der Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, fördern
Die Gruppe Deutsche Börse ist sich ihrer unternehmerischen Verantwortung bewusst und hat sich den Grundsätzen der Nachhaltigkeit verpflichtet. Daher sollen auch ihre Lieferanten und Dienstleister diese Grundsätze beachten. Um das zu gewährleisten, hat die Gruppe Deutsche Börse den Code of Conduct für Lieferanten eingeführt, der ökologische, soziale und Nachhaltigkeitskriterien umfasst.
Ein Großteil der Lieferanten hat diesen Kodex unterzeichnet, ein weiterer Teil verfügt über Selbstverpflichtungen, die die genannten Punkte berücksichtigen oder in ihrer Ausgestaltung noch übertreffen. Auch in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen wird nachhaltiges Handeln eingefordert. Im Ausschreibungsprozess prüfen wir grundsätzlich, ob Lieferanten über die entsprechenden Zertifizierungen verfügen.
Ziel 8.10: Die Kapazitäten der nationalen Finanzinstitutionen stärken, um den Zugang zu Bank-, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen für alle zu begünstigen und zu erweitern
Zu den volkswirtschaftlichen Kernfunktionen einer Börse gehört es, wirtschaftliche Prosperität zu erhalten und Wachstum zu ermöglichen: Die Gruppe betreibt als globaler Marktinfrastrukturanbieter Märkte, die Unternehmen aller Größen dazu dienen, Eigen- und Fremdkapital zu beschaffen: mit dem Ziel zu wachsen, Arbeitsplätze zu sichern bzw. zu schaffen und zu höherer Wertschöpfung in den Geschäftsfeldern beizutragen, in denen sie tätig sind.
Als diversifizierte Börsenorganisation deckt die Gruppe Deutsche Börse mit ihren Produkten und Dienstleistungen die gesamte Wertschöpfungskette im Finanzgeschäft ab – ihre Geschäftsfelder reichen von der Wertpapierzulassung über den Handel, die Verrechnung und Abwicklung bis hin zur Verwahrung von Wertpapieren und anderen Finanzinstrumenten sowie Sicherheitenmanagement. Darüber hinaus bietet sie weltweit IT-Services, Indizes und Marktdaten. Außerdem fördert die Gruppe Deutsche Börse Innovation über ihr umfangreiches Angebot für Wachstumsunternehmen und Investoren.
Ziel 9.3: Insbesondere in den Entwicklungsländern den Zugang kleiner Industrie- und anderer Unternehmen zu Finanzdienstleistungen, einschließlich bezahlbaren Krediten, und ihre Einbindung in Wertschöpfungsketten und Märkte erhöhen
Börsen bringen Unternehmen der Realwirtschaft mit Investoren am Kapitalmarkt zusammen. An der Börse Frankfurt nehmen große ebenso wie mittelständische, etablierte wie junge, nationale wie internationale Unternehmen Eigen- oder Fremdkapital auf.
Durch die Ausgabe von Aktien vergrößern Unternehmen ihr Eigenkapital. Im Gegenzug erhalten Investoren im Normalfall Mitbestimmungsrechte. Bei der Aufnahme von Fremdkapital emittieren Unternehmen, Institutionen oder Länder Anleihen, um sich langfristig zu finanzieren. Anders als beim Erwerb einer Aktie kaufen Investoren in diesem Fall nicht einen Anteil am Unternehmen, sondern das Recht auf Rückzahlung des verliehenen Betrags am Ende der Laufzeit plus Zinsen.
Die Deutsche Börse betreibt mit der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB®) eine Anstalt des öffentlichen Rechts, an der die Wertpapiere von Unternehmen nach strengen gesetzlichen Vorgaben und börslichen Regeln zum Handel zugelassen werden (Notierung).
Am 1. März 2017 führte die Gruppe Deutsche Börse ein neues Börsensegment ein, das den Zugang zu Investoren und Wachstumskapital für kleinere und mittlere Unternehmen (SMEs) verbessern soll. Als Segment im Freiverkehr, also im börsenregulierten Markt, wird das Segment den Entry Standard für Aktien und Unternehmensanleihen ersetzen.
Das Deutsche Börse Venture Network® bringt Unternehmen in der Wachstumsphase, die Bedarf an Anschlussfinanzierungen ab einer Summe von 1 Mio. € haben, gezielt mit nationalen und internationalen Investoren zusammen, um ihnen die Kapitalaufnahme zu erleichtern. Über die exklusive Onlineplattform des Venture Network können Investoren und Unternehmer in Erstkontakt treten und in einem geschützten Bereich Informationen austauschen. Das Venture Network wächst kontinuierlich und wird immer internationaler: Zum Ende des Berichtsjahres 2019 waren 189 Wachstumsunternehmen und 403 Investoren auf der Plattform aktiv. Die Unternehmen konnten im Berichtsjahr in 36 Finanzierungsrunden rund 1,7 Mrd. € an Wachstumskapital aufnehmen.
Ziel 10.3: Chancengleichheit gewährleisten und Ungleichheit der Ergebnisse reduzieren, namentlich durch die Abschaffung diskriminierender Gesetze, Politiken und Praktiken und die Förderung geeigneter gesetzgeberischer, politischer und sonstiger Maßnahmen in dieser Hinsicht
Die Unternehmensrichtlinien für Verhaltensregeln der Gruppe Deutsche Börse im Geschäftsleben sollen Chancengleichheit und Schutz vor unerwünschtem Verhalten sicherstellen. Beschäftigungs-, Entwicklungs- und Aufstiegschancen beruhen ausschließlich auf beruflicher Qualifikation und Leistung. Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Alter, Religion oder Behinderung wird nicht geduldet, weder bei den Geschäftspraktiken noch beim Mitarbeiterverhalten, etwa in Form von Belästigung anderer Mitarbeiter. Dabei geht es nicht um gegenseitig akzeptiertes, sondern um unerwünschtes und verletzendes Verhalten. Ein Verhalten ist belästigend, wenn es in die Persönlichkeitsrechte anderer eingreift oder wenn es eine mögliche diskriminierende oder verletzende Wirkung auf andere Beteiligte ausblendet.
Ziel 10.5: Die Regulierung und Überwachung der globalen Finanzmärkte und -institutionen verbessern und die Anwendung der einschlägigen Vorschriften verstärken
Als eine der größten Börsenorganisationen der Welt organisieren wir integre, transparente und sichere Märkte für Investoren, die Kapital anlegen, und für Unternehmen, die Kapital aufnehmen. Es ist dabei von herausragender Bedeutung für die Gruppe Deutsche Börse, dass die Organisation dieser Märkte auch ordnungsgemäß und kundenorientiert geschieht. Als Betreiber einer hochregulierten Finanzmarktinfrastruktur ist ein enger Austausch mit Politik und Aufsichtsbehörden für die Gruppe Deutsche Börse von besonderer Bedeutung. Dabei steht das gemeinsame Interesse an effizienten, transparenten und sicheren Finanzmärkten im Vordergrund. Daher beschäftigen wir uns als Unternehmen nicht nur mit aktuellen Marktentwicklungen, sondern verfolgen darüber hinaus die politischen Diskussionen zur nationalen und europäischen Finanzmarktregulierung sowie zu globalen regulatorischen Trends. Ausgehend von unseren spezifischen Kenntnissen als Marktplatzbetreiber bringen wir unsere Expertise in die Diskussion um die Fortentwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen ein und leisten damit einen stetigen Beitrag zur Stärkung der Finanzmarktinfrastruktur.
Mit ihrem unternehmensweiten Complianceansatz gewährleistet die Gruppe Deutsche Börse die Einhaltung geltenden Rechts und aufsichtsrechtlicher Anforderungen durch die jeweiligen Gruppenunternehmen. In Abhängigkeit von der jeweiligen Einstufung des Kundenrisikos unterliegen Kundenbeziehungen entsprechenden Sorgfaltspflichten in Bezug auf deren Aufnahme, Aktualisierung und Überwachung. Kundenbeziehungen, bei denen die Risiken zu hoch sind, werden nicht aufgenommen. Die Gruppe Deutsche Börse analysiert Transaktionsdaten, um Geschäftsvorfälle zu erkennen, die auf Geldwäsche hindeuten könnten.
In der Gruppe Deutsche Börse besteht das Risiko, dass Geschäftspartner Sanktionen unterliegen. Ferner besteht das Risiko der Bestechung und Bestechlichkeit. Hierzu führt die Gruppe Überprüfungen ihrer Geschäftspartner durch, indem diese gegen einschlägig relevante Datenquellen (beispielsweise Embargo-, Sanktions-, PEP-, Terror- und andere „schwarze Listen“) abgeglichen werden. Entsprechende Maßnahmen im Falle einer Übereinstimmung sind vorgesehen.
Ziel 12.6: Die Unternehmen, insbesondere große und transnationale Unternehmen, dazu ermutigen, nachhaltige Verfahren einzuführen und in ihre Berichterstattung Nachhaltigkeitsinformationen aufzunehmen
Vor dem Hintergrund der nationalen Ausgestaltung der ab 2017 geltenden EU-Richtlinie zur unternehmerischen Nachhaltigkeitsberichterstattung hat die Gruppe Deutsche Börse ihren ESG Best Practice Guide im Rahmen diverser Dialogveranstaltungen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft als Orientierungshilfe für von der Regulierung betroffene Unternehmen positioniert. Der Guide bündelt international anerkannte Reportingmethoden inkl. ausgewählter Best Practice-Beispiele und bietet mit sieben Empfehlungen eine strukturierte Anleitung für einen intelligenten und v. a. effizienten Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Kapitalmarktkommunikation. Er ist daher insbesondere für kleinere und mittelgroße Unternehmen sowie für Reporting-Neueinsteiger geeignet. Damit ergänzt der Leitfaden das Serviceangebot der Gruppe Deutsche Börse für Emittenten.
STOXX Ltd., eine Qontigo-Tochtergesellschaft und Teil der Gruppe Deutsche Börse, berechnet und verbreitet über 12.000 Indizes. Eine wachsende Zahl dieser Indizes wird anhand von Nachhaltigkeitsaspekten berechnet. Das Spektrum der STOXX-Nachhaltigkeitsindizes ist diversifiziert und umfasst Produkte mit Bezug zu ESG-Kriterien, Klimawandel und CO2-Emissionen. STOXX entwickelt Indizes auf der Grundlage von interner Forschung und Nachfrage im Markt: So wurde 2019 das Angebot an ESG-Indizes mit der Einführung von über 40 STOXX® ESG-X-Indizes und dem EURO STOXX 50® ESG-Index ausgedehnt.
Ziel 16.5: Korruption und Bestechung in allen ihren Formen erheblich reduzieren
Verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln beruht zum einen auf der Einhaltung von Regeln und Gesetzen, zum anderen auf dem Grundsatz sich stets integer und ethisch einwandfrei zu verhalten. Die Gruppe Deutsche Börse hat ein den aufsichtlichen Anforderungen unterliegendes Compliancemanagement-System implementiert mit dem Ziel, Fehlverhalten vorzubeugen und Haftungs- und Reputationsrisiken für die Gruppe, ihre gesetzlichen Vertreter, Führungskräfte und Mitarbeiter zu vermeiden. Über die geschäftsbezogenen Complianceerfordernisse hinaus steht hierbei die Stärkung einer konzernweit einheitlichen Compliancekultur und hier insbesondere die Stärkung des Compliancebewusstseins innerhalb der Gruppe Deutsche Börse im Fokus. Das von der Gruppe Deutsche Börse implementierte und vom Vorstand der Gruppe Deutsche Börse verantwortete und geförderte Compliance Management System ist daher ein unverzichtbares Element guter Corporate Governance (Compliance). Ein solches System stellt die Grundlage für eine nachhaltige Risikotransparenz dar und ermöglicht hierbei insbesondere die Risiken in den Bereichen Geldwäsche/Terrorismusfinanzierung, Datenschutz, Korruption sowie Marktmanipulation und Insiderhandel zu mitigieren, sowie die Vorgaben für Finanzsanktionen und Embargos zu überwachen.
Als Mitglied des UN Global Compact hat sich die Deutsche Börse AG zu dessen Prinzipien verpflichtet, so unter anderem auch zum zehnten Prinzip: Unternehmen sollen gegen alle Arten von Korruption (einschließlich Erpressung und Bestechung) eintreten. Gemäß ihres Code of Business Conduct untersagt die Gruppe Deutsche Börse ihren Mitarbeitern die Beteiligung an Korruption oder an Handlungen, die den Anschein erwecken, dass die Gruppe unzulässige Vorteile verspricht, vermittelt, leistet, erhält oder darum ersucht. Bestechung und Schmiergeldzahlungen sind verboten.
Ziel 16.B: Nichtdiskriminierende Rechtsvorschriften und Politiken zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung fördern und durchsetzen
Beschäftigungs-, Entwicklungs- und Aufstiegschancen beruhen ausschließlich auf beruflicher Qualifikation und Leistung. Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Alter, Religion oder Behinderung wird nicht geduldet, weder bei den Geschäftspraktiken noch beim Mitarbeiterverhalten, etwa in Form von Belästigung anderer Mitarbeiter. Dabei geht es nicht um gegenseitig akzeptiertes, sondern um unerwünschtes und verletzendes Ver-halten. Ein Verhalten ist belästigend, wenn es in die Persönlichkeitsrechte anderer eingreift oder wenn es eine mögliche diskriminierende oder verletzende Wirkung auf andere Beteiligte ausblendet.
Die Gruppe hat sich zu einem hohen Grad an Transparenz gegenüber ihren Anspruchsgruppen verpflichtet – in jedem Glied der Wertschöpfungskette. Die Gruppe verschreibt sich daher dem UK Modern Slavery Act 2015 durch Veröffentlichung einer Stellungnahme gemäß §54 dieses Gesetzes, um die vorgenommenen Schritte zur Verhinderung von Sklaverei und Menschenhandel in den eigenen operativen Geschäften und Beschaffungsketten darzulegen.
Ziel 17.16: Die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung ausbauen, ergänzt durch Multi-Akteur-Partnerschaften zur Mobilisierung und zum Austausch von Wissen, Fachkenntnissen, Technologie und finanziellen Ressourcen, um die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung in allen Ländern und insbesondere in den Entwicklungsländern zu unterstützen
Im Mai 2017 startete die Initiative „Accelerating Sustainable Finance“. Sie wurde von der Gruppe Deutsche Börse gemeinsam mit wichtigen Akteuren des Finanzplatzes Frankfurt am Main ins Leben gerufen. Mit der „Frankfurter Erklärung“ unterzeichneten die Teilnehmer eine gemeinsame Absichtserklärung zur Schaffung nachhaltiger Infrastrukturen in der Finanzwirtschaft. Den Anstoß zu dieser Initiative gab die Überzeugung, dass die aktuellen globalen Herausforderungen wie Klimawandel und fortschreitende Digitalisierung einen innovativen und lösungsorientierten Umgang fordern. Eine der zentralen Bedingungen für das Entwickeln und Umsetzen solcher Lösungen ist der Wandel hin zu einem nachhaltigeren Finanzsystem – auf lokaler wie auf globaler Ebene.
Im April 2018 schlossen sich die Accelerating Sustainable Finance-Initiative der Deutschen Börse und das Green Finance Cluster des Hessischen Wirtschaftsministerium zum „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ zusammen. Das Cluster verfolgt das Ziel, die nachhaltige Entwicklung und den damit verbundenen Transformationsprozess in der Finanzbranche weiter voranzutreiben. Dabei nutzt das Cluster die gebündelte Finanzmarktexpertise, um Finanzmarktstrukturen zukunftsfähig zu machen – sowohl national als auch europaweit.
Das Cluster arbeitet in enger Kooperation mit den relevanten politischen Akteuren in Berlin zusammen und hat gemeinsam mit dem WWF eine Policy Roadmap verfasst, um die inhaltliche Entwicklung von Sustainable Finance in Deutschland voranzutreiben. Auf europäischer Ebene gestaltet das Cluster den Prozess der nachhaltigen Entwicklung aktiv mit: es unterstützt die Umsetzung des Aktionsplans zu Sustainable Finance der EU-Kommission und ist dort Mitglied der Technical Expert Group. Seit Juni 2019 sind die Gruppe Deutsche Börse und das GSFCG zudem Mitglieder im Sustainable Finance Beirat der Bundesregierung zur Förderung des Dialogs zwischen Finanzindustrie, Realwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft.
Seit April 2012 werden im Rahmen der Partnerschaft mit dem CDP Klimadaten von weltweit 1.800 Unternehmen kostenlos im Informationsportal für nachhaltige Wertpapiere für interessierte Marktteilnehmer angeboten. Diese Daten ermöglichen den Vergleich von Unternehmen auf Basis ihres CO2-Ausstoßes. Neben unserer Mitgliedschaft im International Integrated Reporting Council (IIRC) sowie dem Carbon Disclosure Project (CDP) engagieren wir uns in weiteren Gesellschaften und auf weiteren Kooperationsplattformen. Dazu zählen wichtige Akteure im Bereich Nachhaltigkeit wie die Sustainable Stock Exchange-Initiative (SSE), der United Nations Global Compact (UNGC), das Forum Nachhaltige Entwicklung der deutschen Wirtschaft ecosense sowie der Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e.V. (VfU).

References: § 111
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 § 96
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