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Timestamp: 2018-12-18 21:27:47+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein BinnNordNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Binnendünen Nordoe“ vom 6. März 2013 | gültig ab: 29.03.2013
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Binnendünen...
juris-Abkürzung: BinnNordNatSchGV SH
Fundstelle: GVOBl. 2013, 110
Gliederungs-Nr: 791-10-7
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Binnendünen Nordoe“
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: Anlage 2 neu gefasst (Art. 11 LVO v. 16.05.2018, GVOBl. S. 296)
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Binnendünen Nordoe“ vom 6. März 2013 29.03.2013
§ 1 - Erklärung zum Naturschutzgebiet 29.03.2013
§ 2 - Geltungsbereich 29.03.2013
§ 3 - Schutzzweck, Erhaltungsziele 29.03.2013
§ 4 - Verbote 29.03.2013
§ 5 - Zulässige Handlungen 29.03.2013
§ 6 - Ausnahmen und Befreiungen 29.03.2013
§ 7 - Ordnungswidrigkeiten 29.03.2013
§ 8 - Inkrafttreten und Außerkrafttreten 29.03.2013
Anlage 1a 29.03.2013
Anlage 1b 29.03.2013
(1) Der ehemalige Standortübungsplatz Nordoe sowie unmittelbar angrenzende Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Dägeling, Kremperheide und Breitenburg, Kreis Steinburg, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet ist zu großen Teilen besonderes Schutzgebiet (FFH-Gebiet) im Sinne der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EU Nr. L 206, S. 7), zuletzt geändert durch Richtlinie 2006/105/EG des Rates vom 20. November 2006 (ABl. EU Nr. L 363, S. 368). Die übrigen Teile des Naturschutzgebietes haben Vernetzungsfunktion für die Wanderung, die geographische Verbreitung und den genetischen Austausch wildlebender Arten und dienen der Verbesserung der ökologischen Kohärenz von Natura 2000 im Sinne von Artikel 10 der Richtlinie 92/43 EWG.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung „Binnnendünen Nordoe“ unter Nummer 207 in das bei der obersten Naturschutzbehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 407 ha groß und umfasst den nicht oberirdisch bebauten Teil des ehemaligen Standortübungsplatzes Nordoe einschließlich der ehemaligen Munitionsniederlage sowie weitere angrenzende Wald- und Grünlandflächen.
(2) In der dieser Verordnung als Anlage 1 a beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes als schwarze Linie dargestellt. In der dieser Verordnung als Anlage 1 b beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) senkrecht schraffiert eingetragen.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der Abgrenzungskarte 1 a im Maßstab 1:5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. In der Abgrenzungskarte 1 b ist das FFH-Gebiet senkrecht schraffiert eingetragen. Die Ausfertigung der Karten ist bei der obersten Naturschutzbehörde verwahrt. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung. Weitere Karten sind
bei der Landrätin oder dem Landrat des Kreises Steinburg, untere Naturschutzbehörde, 25524 Itzehoe,
des Amtes Krempermarsch, 25361 Krempe,
des Amtes Breitenburg, 25524 Breitenburg
(2) Schutzzweck ist es, die Naturausstattung in diesem Gebiet in ihrer Gesamtheit dauerhaft zu erhalten und, soweit es zur Erhaltung bestimmter Pflanzen- und Tierarten des Ökosystems erforderlich ist, diese geeignet zu entwickeln oder wiederherzustellen. Insbesondere gilt es,
eine möglichst unbeeinträchtigte Entwicklung des für diesen Naturraum typischen Landschaftsausschnittes und Landschaftsbildes mit seinen geologischen, geomorphologischen und wasserhaushaltlichen Eigenheiten einschließlich seiner charakteristischen Pflanzen- und Tierwelt zu erhalten, ihn zu pflegen und zu schützen sowie
feuchten und trockenen Heiden, Borstgrasrasen und offenen Dünen im Binnenland,
überwiegend nährstoffarmen Gewässer und der extensiv genutzten Mähwiesen und
zum Teil bodensauren Wälder,
die in Anlage 2 Nr. 1 genannten Lebensraumtypen und Arten zu erhalten oder einen günstigen Erhaltungszustand wiederherzustellen
die Eigenart, Vielfalt und Schönheit dieses Gebietes und sein naturraumtypisches Landschaftsbild auch aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und heimatkundlichen Gründen zu erhalten und zu schützen.
das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten oder im Naturschutzgebiet mit Motorfahrzeugen, ausgenommen elektrisch betriebene Krankenfahrstühle, zu fahren oder außerhalb der dafür bestimmten Wege, Straßen oder Plätze zu fahren.
die den Schutzzweck, die Erhaltungsziele und die Grundsätze der guten fachlichen Praxis berücksichtigende, naturnahe forstwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 5 Abs. 1 und 2 Landeswaldgesetz vom 5. Dezember 2004 (GVOBl. Schl.-H. S. 461), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 13. Juli 2011 (GVOBl. Schl.-H. S. 225), der übrigen als Wald genutzten Flächen unter Beachtung des § 30 BNatSchG in Verbindung mit § 21 LNatSchG;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 Bundesjagdgesetz (BJagdG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. September 1976 (BGBl. I S. 2849), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 6. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2557);
die erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Straßen, Wege, Brücken, Plätze oder sonstiger Verkehrsflächen, dabei ist es jedoch unzulässig, wassergefährdende, auswasch- oder auslaugbare Materialien zu verwenden;
von Trinkwasserleitungen und von weiteren bestehenden Versorgungs- und Entsorgungsanlagen sowie das Verlegen oder die Änderung von unterirdischen Ver- und Entsorgungsanlagen auf vorhandenen Trassen und
von Rohrleitungen und Einlaufbauwerken an den Gewässern oder offenen Gräben zur ordnungsgemäßen Einleitung von Niederschlagswasser oder Abwasser aus genehmigten Anlagen;
Maßnahmen zur Erforschung, zum Schutz oder zur Pflege aller nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) in der Fassung vom 12. Januar 2012 (GVOBl. Schl.-H. S. 83) erfassten Kulturdenkmale, die die Denkmalschutzbehörden im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde durchführen oder durchführen lassen;
Untersuchungen und Maßnahmen zur Pflege oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die Naturschutzbehörden durchführen oder durchführen lassen oder die im Einvernehmen mit ihr von Dritten durchgeführt werden; bei Maßnahmen im Bereich der Kulturdenkmale unter Beachtung des § 27 Abs. 3 LNatSchG.
der öffentlichen Trinkwasserversorgung,
die Einrichtung von Reit- und Wanderwegen sowie Aufenthaltsplätzen einschließlich ihrer baulichen Anlagen auf der Grundlage eines mit den zuständigen Naturschutzbehörden abgestimmten Naherholungskonzeptes unter Beachtung der Vorgaben des genehmigten Managementplanes für das FFH-Gebiet.
(2) Die untere Naturschutzbehörde kann von den Verboten des § 4 Abs. 1 nach Maßgabe der Bestimmungen des § 67 Abs. 1 oder 2 BNatSchG Befreiungen gewähren. Bei der Gewährung von Befreiungen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11 bis 13 sind die besonderen artenschutz- und jagdrechtlichen Bestimmungen zu beachten.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 16 in den Gewässern badet, mit Tauchgeräten taucht oder auf den Gewässern Schiffsmodelle fahren lässt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 18 das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege betritt oder das Naturschutzgebiet mit Motorfahrzeugen, ausgenommen elektrisch betriebene Krankenfahrstühle, befährt oder im Naturschutzgebiet außerhalb der dafür bestimmten Wege, Straßen oder Plätze fährt.
(2) Ordnungswidrig nach § 37 Abs. 1 Nr. 23 LJagdG handelt, wer bei der Jagdausübung vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 wildlebenden Tieren nachstellt, sie durch Lärm oder mutwillig anderweitig beunruhigt, sie fängt, verletzt oder tötet oder Tiere aussetzt oder ansiedelt.
Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Landesverordnung zur einstweiligen Sicherstellung des geplanten Naturschutzgebietes „Binnendünen Nordoe“ vom 22. Februar 2010 (GVOBl. Schl.-H. S. 344)*) außer Kraft.
zu der Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Binnendünen Nordoe“
GS Schl.-H. II, Gl.Nr. 791-4-235
der Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Binnendünen Nordoe“
Erhaltungsziele für den im Naturschutzgebiet „Binnendünen Nordoe“ befindlichen Bereich des gesetzlich geschützten Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung DE 2123-301 „Binnendünen Nordoe“
Das Gebiet ist für die Erhaltung folgender Lebensraumtypen des Anhangs I und Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie
Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis auf Binnendünen
Feuchte Heidegebiete des nordatlantischen Raumes mit Erica tetralix
Erhaltung einer großräumigen Offenlandschaft mit landesweit bedeutsamen Artenvorkommen in standort- und naturraumtypischer Komplexbildung der beteiligten Vegetationsgemeinschaften insbesondere durch naturgemäße Grund- und Bodenwasserstände sowie einer nährstoffarmen Gesamtsituation.
Für die Lebensraumtypen Code 2310 und 2330 soll ein günstiger Erhaltungszustand im Einklang mit den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten wiederhergestellt werden.
Erhaltung und gegebenenfalls Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter Nummer 1.1 genannten Lebensraumtypen und Arten. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:
Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis auf Binnen-Dünen
strukturreicher trockener Sandheiden mit ihren charakteristischen Sukzessionsstadien (2310),
offener Sanddünen mit lockeren Sandmagerrasen (2330),
der Mosaikkomplexe mit anderen charakteristischen Lebensräumen, der Kontaktgesellschaften und der eingestreuten Sonderstrukturen wie zum Beispiel Offensandstellen, Sandmagerrasen, Feuchtheiden, Gebüschen oder lichten Heidewäldern,
der mechanisch unbelasteten Bodenoberflächen und -strukturen,
der bestandserhaltenden Pflege beziehungsweise Nutzungen.
der biotopprägenden Basen- und Nährstoffverhältnisse des Gewässers und dessen Wassereinzugsgebietes,
gewässertypischer Wasserspiegelschwankungen in den naturnahen Gewässern,
amphibischer oder sonst wichtiger Kontaktlebensräume wie zum Beispiel Moor- und Feuchtwälder, extensives Grünland und der funktionalen Zusammenhänge,
der Zwergbinsen- und Strandlingsfluren.
natürlich eutropher Gewässer mit arten- und strukturreich ausgebildeter Laichkraut- und/oder Schwimmblattvegetation, hier vor allem Wasserschlauch,
der Zwergstrauchheiden mit Glockenheide (Erica tetralix) beziehungsweise mit Dominanz der Besenheide (Calluna vulgaris) auf feuchten, nährstoffarmen und sauren Standorten sowie ihrer charakteristischen Sukzessionsstadien,
von Mosaikkomplexen mit anderen charakteristischen Lebensräumen, der Kontaktgesellschaften und der eingestreuten Sonderstandorte wie zum Beispiel Schlenken, Vermoorungen, Gewässer, trockene Heiden, Feuchtheiden, offene Sandfluren, Dünen, Wälder, Sandmagerrasen,
von Mosaikkomplexen mit anderen charakteristischen Lebensräumen der Kontaktgesellschaften wie zum Beispiel Trockenrasen, Feuchtheiden, Moore, Wälder.
regelmäßig gepflegter, extensiv genutzter, artenreicher Flachland-Mähwiesen typischer Standorte
der hydrologischen (zum Beispiel ausgeprägter Grundwasserjahresgang) und oligo-mesotrophen Verhältnisse,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen, unter anderem Erhaltung der nährstoffarmen Bedingungen,
regionaltypischer Ausprägungen,
der Sonderstandorte wie zum Beispiel Steilhänge, Dünen, feuchte Senken, wechselnasser Sandfelder mit Pioniervegetation sowie der für den Lebensraumtyp charakteristischen Habitatstrukturen und -funktionen,
eingestreuter Flächen zum Beispiel mit Vegetation der Heiden, Trockenrasen.
Sicherung einer hohen Wasserqualität der Reproduktionsgewässer

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8
 § 5
 § 30
 § 21
 § 1
 § 27
 § 4
 § 67
 § 4

§ 4

§ 4
 § 37
 § 4