Source: http://nci-br.netzwerkit.de/docs/nci-aktuell-archiv-12-03.htm
Timestamp: 2019-04-20 04:59:14+00:00

Document:
NCI Aktuell Archiv: März 2012
NCI Aktuell Archiv März 2012
Einladung zur Q&A-Veranstaltung des NCI für die Kollegen von NSN in München am Donnerstag 5.April, 18:00-20:00, Tölzer Straße 17
Zur ausführlichen Veranstaltungsankündigung mit wichtigen Informationen
Mal ne ganz andere Sichtweise zur Restrukturierung von NSN München
Ich kann die Aufregung vieler langjähriger Mitarbeiter nicht nachvollziehen.
Historie NSN - mein Lieblingsthema, seit ich den Vortrag von Peter Bauer (Infineon-Chef) auf der Hauptversammlung 2012 gehört habe. Hier wurde mir mal wieder klar, wie eine Firma agieren muss, die oben mitspielen will. Man braucht hier nennenswerten Entwicklungs- und/oder Fertigung-Vorsprung (z. B. 300 mm-Waver) bei mehreren Produkten des angebotenen Portfolios.
Wie war das denn bei NSN?
Spätestens seit 2001 haben bei Siemens Com diverse sog. TOP-Manager (Koch, Montez, Pauli, Reinhard S.,Ganswindt, von Pierer, Kleinfeld) versucht, den Com-Laden zu retten. Die Versuche waren kläglich, erfolglose Kündigungen, Schenkung der Handy-Sparte an BenQ, letztlich Ausgliederung und Zusammenschluss mit der Nokia-Netzsparte, die Nokia auch loswerden wollte.
Bei der Gründung von NSN war Siemens gerade mitten im Korruptionssumpf. D.h. NSN startete mit 6 Monaten Verzug.
Danach begannen die Grabenkämpfe, beide Firmen hatten ähnliche Produkte, ähnliche Tools, ähnliche Manager. Hier siegte Nokia auf ganzer Linie.
Das oberste Managementboard wurde relativ in kurzer Zeit von 5 Siemens- und 5 Nokia-Manager auf 10 Nokia-Manager umgestellt. Ausgliederungen (u.a. zu Tieto-Enator) und Personalabbau waren ständiger Begleiter der Mitarbeiter von NSN. Hier wurden fachliche Löcher aufgetan, die von den verbliebenen "Ersatzleuten" nicht in notwendiger Geschwindigkeit oder oft gar nicht mehr geschlossen werden konnten. Langjährig erfahrene Entwicklungs-Standorte (Gent, St. Peterburg, etc.) wurden kommentarlos geschlossen und halbfertige Produkte wurden an, mit dieser Technik völlig überforderte, Standorte (Athen, Indien) verlagert.
Die Qualität sank rapide, die Kundenbeschwerden stiegen und das alles vor einer immer stärker werdenden Konkurrenz von Huawai und ZTE. Ericsson profitierte von diesen Problemen und konnte seinen Vorsprung als Nr.1 weiter ausbauen.
Somit war es logisch, dass von Anfang an nur rote Zahlen geschrieben wurden. Die Mütter Siemens und Nokia mussten die mittlerweile Milliardenverluste ausgleichen. Und zumindest Nokia fiel und fällt das immer schwerer, verloren sie doch nennenswerte Marktanteile bei den Handys, verschliefen den Einstieg in den Riesenmarkt Smartphone und wurden von Samsung und Apple abgehängt, peinlich.
Der Hausmeister im NSN-Werk Bruchsal (Sorry, ich hab nichts gegen Hausmeister) wird diese Entwicklung wahrscheinlich nicht mitbekommen haben. Aber die übertariflich bezahlten Voll-Akademiker in der Münchner Martinstraße, stets am Puls der Zeit, hätten wissen müssen, dass es so nicht ewig weitergehen kann. Jetzt ist das Geschrei in der Belegschaft groß. Man schlägt in alle Richtungen. NSN-Management, IGM, Betriebsrat, Siemens, Rechtsanwälte.
Aber getreu dem Motto "Die Schwimmer gehen zuerst von Bord" (statt " Die Ratten verlassen das sinkende Schiff") hätte man schon in den letzten 5 Jahren immer mal wieder bei Mutter Siemens um einen Job nachfragen können, auch wenn der in Erlangen gewesen wäre. Oder für die Härteren unter uns hätte man auch mal gegen Siemens wegen falscher Information beim Übergang klagen können. Nach 5 Jahren ist das laut Anwalt HJV aussichtslos.
Die meisten "Experten" handelten lieber nach dem Trägheitsgesetz: "Die Trägheit ist die Eigenschaft von Körpern, in ihrem Bewegungszustand zu verharren, solange keine äußere Kraft auf sie einwirkt. Die träge Masse gibt die Größe der Trägheit an. Je größer die träge Masse eines Körpers ist, umso weniger beeinflusst eine auf ihn einwirkende Kraft seine Bewegung".
Angesichts der betroffenen Mitarbeiter der insolventen Firmen Schlecker und Müller Brot können die trägen Nichtschwimmer (inkl. OFK) bei NSN nicht einmal absaufen, der angebotene Schwimmring trägt immer noch ganz gut.
Den Mitarbeitern von NSN München geht in der derzeitigen Situation unendlich viel durch den Kopf, die Gedanken drehen sich im Kreis. Das Chaos und das Informationsvakuum, das IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsleitung angerichtet haben, macht eine sachliche Entscheidungsfindung unmöglich, insbesondere da künstlich hoher Zeitdruck erzeugt wird und keinerlei verbindliche schriftliche Information, wie Interessenausgleich, Sozialtarifvertrag, Eckpunktepapier etc. vorliegen.
Wir haben auf Basis der teilweise widersprüchlichen Aussagen die Situation analysiert und daraus eine Entscheidungsgrafik abgeleitet. Wir hoffen dadurch wenigstens ein bisschen Ordnung in das Chaos zu bringen.
Die Entscheidungsgrafik findet ihr hier: Handlungsoptionen (pdf)
Ergebnis der NCI-Umfrage zu Namenslisten vom NSN BR München
Wir haben den Betriebsrat Mch M überschätzt was Souveränität und Transparenz angeht. Auf unsere NCI-Umfrage antwortete eine einzige Fraktion, die NCI-Liste NSI2.0; hier die Antwort:
„Die NSI2.0 Liste hat beschlossen, dass sie keinen wie auch immer gearteten Namenslisten und Auswahlkriterien zur Vorbereitung von betriebsbedingten Kündigungen zustimmen wird.“
Alle anderen Fraktionen hielten es noch nicht einmal für erforderlich, zu antworten – nun, keine Antwort ist auch eine Antwort. :-(
Vermutlich fürchten die meisten Fraktionen des Betriebsrates ähnlich wie der FDP-Generalsekretär die „Tyrannei der Masse“ oder wie es auf der BR Homepage heißt die „anonymen Internetforen“.
Mit Worthülsen, die auch Politiker gerne benutzen, wenn die Argumente ausgegangen sind, wie „Wahrheit“, „wir müssen“, „wir mussten“, „wir sind gezwungen“ usw. werden die Mitarbeiter abgespeist Niemand ist zu etwas gezwungen, wir leben in einer Demokratie – (anständige) Politiker treten zurück, wenn sie nicht mehr weiter wissen oder etwas tun sollen, was sie nicht verantworten können oder wollen.
Und es ist so wie in der Politik, die leidtragende Gruppe der Mitarbeiter, die in die beE sollen, aber nicht können oder wollen, haben keine Lobby – oder kennt ihr jemand im BR, der zu dieser Gruppe gehört? Eine „zuverlässige und gewöhnlich ausgezeichnet unterrichtete Quelle“ berichtete uns bereits, dass kein BR auf die Namensliste kommen wird, der nicht selber in die beE will.
Bedenke auch, dass du als Zwangs-beE-ler für den BR kein (ernstzunehmender) Wähler mehr bist.
beE-Freiwilligen-Meldungen an den Betriebsrat
Der BR Mch-M hat unseren NCI-Vorschlag, beE-Freiwilligenmeldungen zu sammeln (wir mailten dazu den BRV an und brachten die Idee auch nochmal in der IGM-Mitgliederversammlung), prompt umgesetzt – prima und danke!
„beE-Freiwilligenliste beim Betriebsrat
Was von manchen bereits eigenständig praktiziert wird und auf der IG Metall-Mitgliederversammlung gestern nochmal vorgeschlagen wurde, bieten wir gerne offiziell an:
Wer bei der der Prüfung der Namensliste trotz Erfüllung sozialer Kriterien nichts dagegen hätte, auf der beE-Liste zu landen, der soll sich bitte per Email an den Betriebsrat (muenchen.betriebsrat@nsn.com) wenden.“
Also, Leute, dann macht auch Gebrauch davon, und zwar noch HEUTE (insofern Ihr in die beE wollt)!
Es hat gleich einen dreifachen Nutzen:
Es kann möglicherweise bei der Namenslisten-Diskussion über die richtige Sozialauswahl berücksichtigt werden
Und wenn das klappt, erreicht nicht nur jemand, der in die beE will, sein Ziel, sondern er rettet damit zugleich einen anderen, der nicht will/kann
Und selbst wenn der Wunsch nachher dann doch nicht auf der Namensliste Berücksichtigung findet: Zumindest können wir dann die Zahl der beE-Freiwilligen argumentativ verwenden, falls nachher jemand sagen sollte „da haben zu wenige der beE zugestimmt, da war Rajeevs ursprünglicher Plan also doch alternativlos“. Wir haben dann immer noch eine bessere Alternative im Ärmel.
Also nochmal danke an den Betriebsrat, dass Ihr unsere Idee so schnell aufgegriffen und umgesetzt habt, und der Appell an alle beE-Willigen, das zu nutzen und sich noch heute beim BR zu melden!!!
Einladung zur Q&A-Veranstaltung des NCI für die Kollegen von NSN in München
Wann: Am Donnerstag 5.April, 18:00-20:00
Wo: Oberer Saal (die Treppe rauf) im Gemeindehaus der Passionskirche in der Tölzer Straße 17 (München-Obersendling). Lage bei Google-Maps
Zwei Stunden sind nicht viel, da ist es wichtig, ganz konzentriert 1 Thema anzugehen, das dafür aber richtig. Daher: Was wollen wir da besprechen, und was nicht?
Ziel ist, unter der Annahme, dass der neue Deal nicht mangels Zustimmungsquote doch noch platzt, Eure Fragen zu beantworten – daher gibt’s auch keine großen Vorträge, sondern wir gehen gleich in die Q&A-Runde.
Um 19:00 stößt dann auch ein sehr guter Siemens-/NSN-erfahrener Fachanwalt für Arbeitsrecht dazu, d.h. wir können da gerne auch juristische Tiefenbohrungen vornehmen.
Am 4.4.2012 erfahren wir alle, in welcher Weise wir betroffen sind:
Will in die beE darf aber nicht, soll in die beE kann/will aber nicht,...
Der Arbeitgeber schiebt uns wie willenlose Schachfiguren hin und her, und will uns glauben machen, dass wir da gar keine Handlungsoptionen haben – ist das aber wirklich so?
Und wenn ich doch mehrere Handlungsoptionen zur Auswahl habe, wie finde ich die für mich in dieser Situation richtige Entscheidung? Wir nehmen Euch diese Entscheidung nicht ab, aber wir unterstützen Euch mit Infos, mit Antworten auf Eure Fragen.
Was wollen wir an diesem Abend nicht (auch schlicht weil dafür die Zeit nicht reicht):
Wir wollen NICHT 1000 Details zum Eckpunktepapier durchsprechen; Fragen dazu stellt Ihr sowieso besser direkt den Verhandlungsführern, und dies möglichst schon diese Woche, nicht erst am 5.4.
Wir wollen NICHT besprechen, was zu beachten ist wenn das ganze mangels Zustimmerquote doch noch platzt und Rajeevs alternativloser Originalplan doch noch zum Tragen kommt - solle es dazu kommen, können wir uns ja nochmal treffen.
An diesem Abend haben wir KEINE Zeit für post-mortem-Auskotzen, Ausschimpfen, Beschuldigen von-wem-auch-immer wegen dieses Verhandlungsergebnisses.
Wie gesagt, nicht weil das ein Tabu wäre, sondern weil wir uns diese 2 Stunden voll auf die anderen Fragen konzentrieren wollen.
Fragen zum „was kann ich nun tun in meiner Situation, von der ich seit gestern weiß“.
Um die Diskussion etwas zu strukturieren, bringt bitte wo möglich schon vorformulierte Fragen als Papier mit. (Nicht vorher zusenden, einfach nur mitbringen; aber natürlich sind auch spontane Life-Fragen zulässig.)
Falls es sich noch nicht herumgesprochen hat: In der Kürze liegt die Würze! Kurz und knackig formulieren.
Bitte setzt dick und fett als Überschrift darüber, in welche der folgenden 9 „Schubladen“ Eure Frage passt, damit wir das vorsortieren und themenblockweise durchsprechen können:
Ich will in die beE, darf aber nicht – was kann ich tun, was habe ich zu beachten?
Offiziell geht kein Ringtausch – und inoffiziell, was kann ich tun?
Ich hätte gerne ATZ, bin aber nicht in der IGM und fürchte daher womöglich nicht dran zu kommen.
Ich hätte gerne einen Siemens-Job – was tun, Tipps, ...
Ich soll in die beE, kann/will aber nicht – was droht mir, wenn ich was tue, was habe ich zu bedenken?
Falls ich mit Namensliste gekündigt werde, wie stehen meine Prozess-Chancen, und wovon hängt das ab?
Ich soll in eine der 4 neuen GmbH’s und will aber nicht – was tun, was ist zu beachten, was droht?
Ich möchte rückwirkend der Ausgliederung von Siemens zu NSN widersprechen – wie sinnvoll oder sinnlos ist das?
Sonstiges (alles was nicht unter 1-8 reinpasst)
Ein paar interessante Punkte aus der heutigen IGM-Mitgliederversammlung
Um’s vorweg zu nehmen: Auch wenn’s eine geschlossene Veranstaltung war, es wurden keine geheimen Beschlüsse gefasst, nur Facts vorgestellt und erläutert.
Zur Problematik, dass eine NSN-beE insolvenzgefährdeter ist als eine Siemens-beE, wurde Erfreuliches berichtet:
Es gibt nun eine Art Insolvenzsicherung per „Patronatserklärung“.
Wer die abgibt: Eine Truppe, die auch flapsig als „NSN-Bank“ bezeichnet wird, also leider nicht die Siemens-Bank.
Soll heißen: Wenn nur Teile von NSN hier pleite gehen, geht die beE deswegen nicht mit unter, wenn aber NSN-gesamt (weltweit tutto-kompletto) pleite geht, dann natürlich doch. Wobei Jo Kaeser das ausschließt, Siemens wolle NSN nie-nicht komplett pleitegehen lassen (mit unauffälliger Betonung auf „nicht komplett“), aber: Wie verbindlich ist das? Siemens will sicherlich kein zweitens BenQ, aber wie weit darf NSN mit seinen täglichen Verlusten noch gehen, bevor diese guten Vorsätze zweitrangig werden?
Natürlich fragten wir auch nach dem genauen Vorgehen Montag/Dienstag mit den Namenslisten (Überprüfung unter sozialen Aspekten), aber dazu scheint’s derzeit noch mehr Fragezeichen als Zeit (gerade mal 48 Stunden für 1.600 Namen) zu geben.
Klingt nach einer fast unlösbaren Aufgabe – wir werden sehen!
Die vollmundigen Versprechungen auf Bewerbungsgespräche bei Siemens scheinen nach den bisherigen Feedbacks noch auf ihre Erfüllung zu warten – M.L. bringt den Punkt bei Siemens an.
Wichtig für Altersteilzeit-Interessenten:
Wartet nicht auf irgendwas, Euch wird keiner fragen!
Mail an HR, am besten gleich mit Kopie an IGM/BR. Sofort!
Soweit nur auf die Schnelle ein paar willkürlich herausgegriffene Highlights.
Im Artikel „Professor hält an seiner Auffassung zu IGM-Privilegien fest“ hatten wir bereits berichtet, dass Professor Volker Rieble, LMU München, auf unsere Nachfrage geantwortet hat: „Ich habe meine Aussage nicht zurückgenommen – habe auch mit niemandem von NSN gesprochen. Und ich halte an meiner Auffassung fest!“
Heute hat auch Professor Richard Giesen, LMU München, unsere Anfrage beantwortet: „auch in meinem Namen dürfen Sie melden, dass ich meine Aussage nicht zurücknehme und auch mit niemandem von NSN gesprochen habe. Ich halte an meiner Auffassung fest.“
In unserer Anfrage hatten wir auch angemerkt, dass die IGM-Privilegien von einem in der Vergangenheit liegenden Stichtag für die IG Metallmitgliedschaft abhängen. Die Aussagen der Geschäftsleitung und des Betriebsrats sind offenbar unzutreffende Tatsachenbehauptungen.
Offener Brief an den BR-Vorsitzenden NSN Mch-M
Schlimm genug, dass es Namenslisten geben soll und keine Ringtauschoption - zur Schadensbegrenzung haben wir nachfolgenden offenen Brief an den Betriebsratsvorsitzenden von NSN in München gemailt:
ich habe eine Anregung zum Vorgehen bzgl. Namenslisten-Sozialauswahl und beE-Freiwilligen.
Ich bin der Meinung, am sozialsten wäre es, diejenigen in die beE gehen zu lassen, die das auch wollen.
Daher solltet Ihr alle beE-Interessierten von NSN München auffordern, sich bis Freitag Abend bei Euch zu melden.
Damit Ihr zumindest im Rahmen des Möglichen versuchen könnt, diese Meldungen wo möglich bei Eurer Namenslisten-Prüfung zu berücksichtigen.
Bilanz des NSN Managements aus Sicht eines Mitarbeiters
Ich kann nur sagen, dass ich nach fast 27 Jahren bei Siemens und Tochtergesellschaften, die wahrlich nicht immer erfreulich waren und auch viele Nackenschläge beinhalteten, entsetzt bin, mit welcher menschenverachtender, zynischer Haltung vom Management, vor allem demjenigen von NSN Deutschland, mit welcher Unkenntnis und Desinteresse am Geschäft und an den Kunden, meine Lebensleistung zerstört wird, unsere Produkte uns entrissen werden und, wegen nicht vorhandenen Knowhows, und ganz sicher dann auch nicht erfüllbarer Kundenanforderungen auch diese qualitativ extrem zu wünschen übrig lassen werden, was zwangsläufig zu Kundenverärgerung führen wird.
Interessiert das Management alles nicht!
Es sind ja nur unsere Top-Kunden, die wir dann verlieren werden :-)
Das Management betreibt seit bald einem Jahr nichts anderes als Mitarbeiterverängstigung, Kundenverunsicherung (sehr vornehm ausgedrückt) und Verhandlungs-Poker mit den Mitarbeitervertretungen. Bei Letzterem scheinen sie wenigstens ziemlich erfolgreich zu sein!
Na dann, viel Erfolg und Hallelujah, NSN!
Keine Erklärung für den Zeitdruck bei den Abschlüssen von NSN München
Folgender Leserbrief erreichte uns zu dem Thema:
Ein bisschen merkwürdig finde ich es schon, wenn ich sehe, dass die Tarifrunde im Öffentlichen Dienst sich jetzt schon mehrere Wochen hinzieht mit den entsprechenden Beeinträchtigungen für alle Deutschen!
Dabei geht es hier wohl "nur" um +/- 1 % Gehaltserhöhung.
Bei uns ging es um die Existenz, zumindest aber um unsere unmittelbare Zukunft, und da wurde man sich in kürzester Zeit einig.
Es riecht ein bisschen danach, dass der Erhalt des Standortes München, der von der Unternehmensleitung angeboten wurde, als derartiger Erfolg angesehen wurde, dass man gleich einschlug und sich offensichtlich überfahren ließ!
Nachher stellte sich heraus, dass es doch ein paar Änderungen im Detail gibt. Z.B. gibt es keine freie Wahl zwischen beE und Verbleiben in einer der Companies.
Und entscheiden für die beE muss man sich quasi über Ostern! Aber man hat ja eh keine Wahl!
Dabei kann man sich doch denken, dass selbst unser unmögliches Management nicht sehenden Auges durch Verlagerung von Standorten auf zahlreiche Mitarbeiter von ON, OPS, und Festnetz verzichten kann. Die Blöße und etwaige Schlagzeilen: „Siemens-Tochter erfüllt langjährige Verpflichtungen gegenüber der Telekom nicht...“ können auch die nicht gutheißen!
Also wäre sicher ein Teil der Gesellschaft in München geblieben.
Nun, einige mögen die großen Sieger dieser Vereinbarung sein! Waren das auch die, die sich an allen Aktionen beteiligt haben?
Aber jetzt ist die Sache nun mal so, wie sie ist, und wir müssen damit leben.
NSN Mch M: Verkauft und verraten
So kann man die Stimmung in der Belegschaft auf den Punkt bringen. Was haben wir nach 7 Wochen engagiertem und phantasievollem Kampfes erreicht? Die Firma hat alles, was sie mit einer Betriebsschließung beabsichtigt hat, auch bekommen: die Namenslisten.
Haben dafür die IGM-Mitglieder und Nichtorganisierte gekämpft? Warum werden die Nichtmitglieder in der beE jetzt benachteilig? Haben sie weniger gekämpft? Warum werden in Mch M ca. 400 Arbeitsplätze auf Kosten der anderen Betriebe gerettet? Sieht so die gewerkschaftliche Solidarität aus?
Hier kann man nachlesen, was in der Belegschaft von diesem „Verhandlungsergebnis“ gehalten wird:
Schlechteste beE-Konditionen aller Zeiten: Eine erste Analyse!
Klage vorbereiten: 70% vs. 80% beE-Gehalt
Warum die Eile ?!? Erst ein schlechter Kompromiss und dann auch noch hudeln, no way!
Was gab es denn auf der IGM-Versammlung?
Die Mitarbeiter haben ehrenvoll gekämpft und verloren. Das ist keine Schande. Aber die IGM hat mit ihrer Unterschrift unter dieser Kapitulation ihre Ehre verkauft!
Der Betriebsrat hat gestern auf der Betriebsrats-Homepage behauptet, „dass der in der SZ genannte Rechtsprofessor, der den Bonus in Bausch und Bogen verurteilt hatte, nicht alle Informationen, wie z.B. den in der Vergangenheit liegenden Stichtag für die IG Metallmitgliedschaft, vor seiner Äußerung gekannt hatte. Somit ist die Bewertung auf einer falschen Grundlage entstanden und spiegelt nicht mehr unsere vorliegende Situation wieder. "Die Geschäftsleitung bezog sich in ihrer heutigen E-Mail an die Mitarbeiter auf diesen Artikel und bestätigte die Auffassung des Betriebsrates mit den Worten: „Nach unseren Informationen hat sich der Rechtsprofessor in Unkenntnis der Sachlage geäußert und seine Aussagen uns gegenüber bereits wieder zurück genommen."
NCI-Anfrage an die Fraktionen des NSN BR München Martinstrasse
Viele unsere Leser befürchten den Supergau des BRs: die Absegnung von Negativnamenslisten. Was dies für die betreffenden Kollegen bedeutet, ist bereits ausführlich beschrieben worden. Dieser wohl einmalige Vorgang – wenn er dann so beschlossen wird – ist nicht alternativlos und wird dem Anspruch an den Betriebsrat, der die Fürsorgepflicht für alle Mitarbeiter hat, nicht gerecht.
Daher die öffentliche Anfrage mit der Bitte um ein klare Antwort an info@nci-br.de.
Die Antworten wollen wir am Freitag an dieser Stelle veröffentlichen. Im Falle keiner Antwort werden wir einfach die Tatsache, dass keine Antwort kam, bekannt geben.
Wird Ihre Fraktion bei einer Abstimmung im Betriebsrat für Namenslisten stimmen?
Gleichzeitig und stellvertretend werden die Listenführer via Firmen-email dazu befragt:
IG Metall, Horst Schön
Future/AIN, Cornelia Nussbaumer
Zukunft München, Maximilian Eckerl
Mitarbeiterliste NCI, Dr. Lutz Vogt
NSI 2.0, Hans-Joachim Melzer
evenBIGger, Reinhold Exner
aktuell, Erika Hövener
Wir sind auf Ihre Antworten gespannt.
Haltet den Dieb! Oder: Wer ist schuld?
In seinem Intranet-Artikel „Da wäre noch mehr drin gewesen?“ (eine Überschrift, an der alles bis auf das Fragezeichen stimmt...) stellt der Münchner NSN-Betriebsrat die mutige These auf, dass in Wahrheit das NCI an dem schlechten Verhandlungsergebnis der IGM-Verhandlungskommission schuld sei: „Diese Veröffentlichung fand dann aber doch statt, und die fragliche Internetseite erweckte in äußerst verantwortungsloser Weise den Eindruck, dass das Ergebnis so gut wie feststünde.“
Weil wir also so rücksichtslos waren, die betroffene Belegschaft darüber zu informieren, was da so über sie beschlossen wird.
Ist doch schön, dass die Dinge mitunter so einfach sind – warum soll man auch Selbstkritik üben?
Wir kommentieren diese großzügige Schuldabtretung nicht:
Unsere Leser sind schlau genug, sich auch ohne Gebrauchsanweisung selber ihren Teil dazu denken.
Namenslisten statt Kündigungswidersprüchen?
Nur mal eine „historische“ Betrachtung:
Die überwiegende Mehrheit der amtierenden MchM-Betriebsräte hat sich in‘s Amt „geputscht“, indem sie durch einen BR-Rücktritt vorgezogene BR-Neuwahlen erzwangen.
Warum? Angeblich um besser auf eventuelle Kündigungen vorbereitet zu sein (falls diese terminlich gerade in Neuwahl-Turbulenzen fallen sollten), für BR-Widersprüche gegen Kündigungsbegehren etc.
Einige „böse“ Mitmenschen unterstellten freilich andere „edle“ Motive dahinter:
Durch die Vorverlegung der Wahlen auf Ende 2009 konnten die Münchner NSN-Mitarbeiter als Einzige 2010 keine regulären Neuwahlen mehr durchführen, zu denen sich dann (nach der Betriebsverschmelzung von Mch-T/H mit Mch-M) sicherlich auch der eine oder andere Hofmannstraßen-Betriebsrat zur Wahl gestellt hätte. Diese lästige Konkurrenz wurde so trickreich und erfolgreich kaltgestellt.
Da kommen nun schon Gedanken hoch:
Wie wäre das gelaufen mit regulären BR-Neuwahlen 2010?
Das Wahlergebnis und die BR-Zusammensetzung hätten dann sicherlich anders ausgesehen, und in der Folge auch die Verhandlungskommission.
Ob deren Verhandlungsergebnis dann wohl auch so ausgesehen hätte?
Der Betriebsrat versprach immer wieder vollmundig, keine Namenslisten zu unterschreiben, und sich stattdessen auf das Schreiben von 2.000 oder gar 3.600 Kündigungs-Widersprüchen (in nur 1 Woche) vorzubereiten. Auf der Grundlage natürlich auch der Sozialdaten der zu Kündigenden.
Stattdessen nun „prüft“ er die Sozialdaten von 1.600 Kollegen, um beE-/Kündigungs-Namenslisten abzuhaken, und dies in gerade mal 2 Tagen!
Hat da möglicherweise jemand etwas verwechselt? Kündigungswidersprüche mit Namenslisten zum Beispiel?
Das kommentieren wir lieber gar nicht erst.
Bei der Würdigung der Arbeit des NSN Vorstands (Executive Board) fällt einem vor allem ein Wort ein: Konstanz. Genauer: Konstanz des Versagens.
Versagen einen Betrieb zu führen. Matrixorganisation, Zuständigkeits-Wirr-Warr, jetzt jede Menge Boards, die der Überflieger-CEO selbst leitet. Wie ein Zocker alle Hoffnung auf die Mobile Broadband-Karte zu setzen, obwohl die Mitbewerber (Ericsson, Huawei) ihr Vollsortiment eher ausbauen, um gegen den sich, nicht zuletzt durch neue Player wie Samsung, abzeichnenden Preiskampf bei LTE, abgesichert zu sein. Abkündigung von Geschäftsfeldern (exit, maintain) vor rund einem halben Jahr ohne einen Käufer zu haben. Jetzt Katzenjammer, dass die Kunden wegen dieser Strategie in Scharen davon laufen und diese "totgeweihten" Produkte nicht mehr kaufen.
Versagen auch beim Personalabbau. Ja, eine Firma kann in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen und Personal abbauen müssen. Das ist hart, aber dieses politische System wählen wir nun mal alle 4 Jahre wieder. NSN ist aber nicht bankrott, sondern hat solvente Mütter (noch). Da könnte man das wirklich intelligenter und auch mit mehr Anstand machen.
Man bietet ordentliche Abfindungen incl. beE, ATZ an (z.B. wie Hofmannstraße 2007, 2009, oder e.on oder in Finnland). Nicht die jetzigen mickrigen beE-Pakete.
Man macht die Angebote frei wählbar. Ja, da gehen auch Leistungsträger. Es gibt aber keine Leibeigenen. Reisende, die nicht mehr wollen, soll man nicht aufhalten.
Man setzt eine angemessene Frist für die Annahme (8 Wochen?). Dann ist der Abbau binnen ca. 2 Monaten ohne Kollateralschäden und vor allem ohne Prozesse und Imageschäden durch. Wie gesagt es gibt (noch) solvente Mütter, die Verantwortung für die Tochter und die ehemaligen Mitarbeiter haben.
Wenn das wider Erwarten nicht ausreicht, kann man ganz ordentlich, mit gesetzlicher Sozialauswahl kündigen. Wieder ohne Prozessrisiken.
Was aber macht das NSN EB in Deutschland? Es führt einen wahrhaften Krieg gegen die gesamte eigene Belegschaft. Schließung des größten und zentralen Standorts, gepaart mit 1600 irrwitzigen Umzügen. Schließung der Regionen, obwohl die Kunden viele regionale Zentren haben. Dann nach Intervention von Siemens als 50%-Miteigner (mit Sperrminorität) Rolle rückwärts. Jetzt doch Standorterhalt für München. Aber nur wenn Fingerpointing. Und wenn die Betroffen nicht freiwillig die lausigen Billig-Trennungsangebote für die beE annehmen, dann wieder Rolle rückwärts und München doch schließen. Als Sahnehäubchen gibt es noch eine Aufteilung in 4 neue GmbHs, die vermutlich - nun auch in Deutschland - die Zusammenarbeit vollends zur Nightmare zu machen werden.
Kann eine Belegschaft jemals wieder mit einem solchen EB vertrauensvoll zusammen arbeiten? Hier wurde Vertrauen restlos und unheilbar zerstört. Eigentlich gibt es nur eine Lösung: Die Belegschaft austauschen oder was schneller und risikoloser ginge etwas anderes austauschen. Wer als erster errät was man statt der Belegschaft austauschen könnte, wird neuer CEO ;-)
(NSN Fan)
NSN München: BeE-Angebote unter Zeitdruck und ohne Entscheidungsgrundlage
Am Dienstag, den 3.4.2012 soll also der Betriebsrat dem Interessenausgleich mit Namenslisten zustimmen. Bereits einen Tag später sollen die Mitarbeiter dann ihre beE-Angebote erhalten und bis "Freitag, den 13." April ihre Zustimmung zum Übertritt in die Beschäftigungsgesellschaft abgeben. Ansonsten, so der Arbeitgeber platzt der Deal.
Irgendetwas Schriftliches, wie zum Beispiel den Sozialtarifvertrag oder das Eckpunktepapier hat kein Mitarbeiter bisher vorgelegt bekommen. Man weiß noch nicht einmal genau, was abgeschlossen wurde. Die Geschäftsleitung hat gestern auf der Mitarbeiterveranstaltung gesagt, alle Vereinbarungen wären von beiden Seiten bereits unterschrieben, während die IG Metall selbst sagt, es gäbe nur ein "Eckpunktepapier", das noch "mit Leben gefüllt werden müsse".
Die Mitarbeiter werden von IG Metall und Arbeitgeber in die Zange genommen und in die Beschäftigungsgesellschaft getrieben. Für die Entscheidung - beE oder nicht beE - fehlt jegliche Entscheidungsgrundlage.
Zeitplan für die NSN-Mitarbeiter in München
23.3.2012 12 Uhr Stichtag für IG Metall Eintritt für die IGM-Sonderkonditionen
02.04. – 03.04.2012 Abschluss Interessenausgleich mit “Negativnamenslisten” nach §1 Abs. 5 KSchG
04.04.2012 beE-Angebote gemäß “Negativnamensliste” und Unterrichtungsschreiben nach §613a BGB gemäß “Positivnamensliste” für die Betriebsübergänge werden Mitarbeitern zugestellt
13.04.2012 Mitarbeiter müssen entschieden haben, ob sie das beE-Angebot annehmen oder nicht
01.05.2012 Start der beE und Betriebsübergänge in die vier neuen Gesellschaften
04.05.2012 Ende der Widerspruchsfrist gegen den Betriebsübergang in die neuen Gesellschaften
In dieser Sitzung soll es darum gehen, einen Interessenausgleich zu vereinbaren. Dieser soll als wesentlichen Bestandteil eine vom Betriebsrat verabschiedete Namensliste gemäß §1 Abs. 5 KSchG („Negativnamensliste“) für die Mitarbeiter, die gehen sollen, enthalten.
Weiter soll einer „Positivnamensliste“ für die Zuordnung zu den neuen Gesellschaften zugestimmt werden. Es ist jetzt schon klar, dass die abschließende Beschlussfassung zu diesem Interessenausgleich mit der Negativnamensliste am Dienstag, den 3.4.2012 um 15 Uhr erfolgen soll.
Dieser Artikel ist auf blog.nci-net.de erschienen. Mit Erlaubnis der Autorin veröffentlichen wir ihn auch auf nci-br.de.
Neues vom Münchner NSN-Betriebsrat
Mit etwas (?) Verzögerung hat heute der Münchner NSN-Betriebsrat die ausgehandelten Vereinbarungen auf seiner Intranet-Seite bekanntgegeben.
Wir wollen nun nicht top-down jedes einzelne Statement und jeden einzelnen Kommentar zerpflücken; nur ein paar „Highlights“:
Der BR scheint ganz erpicht zu sein, mögliche Kündigungsschutzklagen so aussichtslos wie möglich zu gestalten und darzustellen - falsch verstandenes Co-Management eines Betriebsrats?
Zitat: „Die Firma wird eine gerichtsfeste Liste zusammenzustellen, damit man sie vor Gericht alles abwehren und die Auswahl begründen kann. Grobe Fehler in der Liste wird es nicht geben – der Betriebsrat wird ja auch noch prüfen“.
Na dann – danke!
Zur „überwiegenden Mehrheit“ der beE-Zustimmer gibt’s laue Rechtfertigungsversuche statt einer Klarstellung, wer wie (nach welchen Kriterien) nachher feststellen darf, ob die erreichte Zustimmerquote die Kriterien einer „überwiegenden Mehrheit“ erfüllt;
Zitat: „Ein Fragesteller behauptete, auf der IG Metall-Mitgliederversammlung wäre von der „überwiegenden Mehrheit“ nicht die Rede gewesen. Da hat der Fragesteller wohl nicht aufgepasst. Das stand vielleicht nicht auf den Folien der Versammlung, aber es wurde mehrfach angesprochen.“
Da widerspricht der unaufmerksame Fragesteller: Oh doch, von einer Konditionierung, einem Standorterhalt nur wenn die beE-Auserwählten dann auch aktiv noch ihren beE-Eintritt unterschreiben, war da noch keine Rede!
Im Gegenteil, es wurde behauptet, die beE sei eine Siemens-beE, in die man per Betriebsübergang zu Siemens komme, und wer dem nicht in 1 Monat widerspricht, der ist drin. Nun läuft es anders, es wird eine NSN-beE (lediglich mit Siemens-Dienstleistsungen) und jeder soll selber seinen Eintritt unterschreiben, und dazu gibt’s auch noch eine Mindest-Zustimmungsquote, die niemand quantifizieren kann oder will – all dies ist NICHT so am Donnerstag vorgetragen worden!
Zudem bedeutet es eine komplette Aufweichung, es bedeutet dass die NSN-München-Rettung ja immer noch nicht sicher ist - glaubt die IGM wirklich, es reiche, dass jemand möglichst leise irgend sowas in seinen Bart brummelt, tunlichst ohne es auf die gezeigten Folien zu setzen? So einen zentralen, essentiell wichtigen Punkt?
Und glaubt Ihr, Ihr hättet am Donnerstag 100% Zustimmung bekommen, wenn Ihr das so klar rausgelassen hättet?
Leute, hört auf mit der Verarsche! So langsam wird’s nur noch peinlich. Zum Fremdschämen.
Mit diesem BR-Artikel erfahren wir nun auch erstmalig, dass der BR nicht nur beE- (und damit indirekt Kündigungs-) Namenslisten durchwinken will (wie juristisch wasserdicht das dann ist, sei dahingestellt, darüber darf es ja unterschiedliche Meinungen geben), sondern dass diese sogar am 4.4.2012 einem Interessenausgleich gleich als Anlage beigefügt werden sollen!
Dazu möge sich nun jeder selbst seine Meinung bilden.
Weil wir schon so einige Male danach gefragt wurden, welche Fachanwälte für Arbeitsrecht wir empfehlen können:
Auf unserer NCI-Homepage kann man "Links" anklicken, dort finden sich unter "Rechtliches" mehrere Anwaltsadressen.
nci-br.de
Nachlese zum NSN-TownHallMeeting in der Münchner Olympiahalle
Das NSN-TownHallMeeting fand ein großes, aber (erwartungsgemäß) nicht nur positives Echo sowohl bei den Kollegen als auch der Presse.
Während sich gleichzeitig die IG Metall selbst feiert: "Gewerkschaften sind beliebt" (frei nach dem Motto: Was können wir daran ändern?)
Mit Anrufen, SMS, EMails, Mails an die NCI-Redaktion, Beiträgen im NCI-Diskussionsforum und so fort haben uns viele sehr kritische Kollegen-Feedbacks erreicht; die meisten Kritikpunkte (das eigenmächtige Aufweichen der Vereinbarung durch die kryptische neue Bedingung "überwiegende Mehrzahl muss zustimmen", das die Rettung der Münchner Arbeitsplätze nun doch wieder in Frage stellt; die Namensliste; die Bevorzugung von IGM-Mitgliedern, ...) haben wir schon aufgegriffen; über den Aspekt der fehlenden Berücksichtigung der Betriebszugehörigkeit bei den beE-Abfindungen haben wir, glaube ich, noch nicht geschrieben.
Was aber schreibt die Presse über diese Kehrtwende vom letzten Freitag?
Die SZ schreibt von einem zynischen und/oder planlosen Schlingerkurs von NSN, und von einer "Rettung unter Vorbehalt";
Auszug: "2000 Mitarbeiter von Nokia Siemens Networks dürfen nun doch in München bleiben - aber nur, wenn die übrigen 1600 gehen... Die Lösung ist dabei in Mitarbeiterkreisen alles andere als unumstritten... Verärgerung unter den Mitarbeitern gibt es ob der unterschiedlichen Bedingungen, die die IG Metall für Mitglieder und Nicht-Mitglieder ausgehandelt hat."
Der Fokus meint gar, der NSN-Kompromiss könnte womöglich noch vor Gericht scheitern - ein Arbeitsrechts-Professor wird zitiert "Ich sehe ein erhebliches Rechtsrisiko" (angesichts der vereinbarten Sonderregelungen für Gewerkschaftsmitglieder), "Eine Gleichbehandlungsklage hat sicher Aussicht auf Erfolg"; insbesondere an der hohen Differenz bei den Abfindungen könnten sich Arbeitsrichter stören. Das wäre freilich ein Hammer, wenn die Rettung der Münchner NSN-Jobs nur an dieser IGM-Bevorzugungs-Klausel scheitern würde!
Andererseits - wo kein Kläger da kein Richter. Geht jemand deswegen vor Gericht? Schwer zu sagen - wäre auf alle Fälle eine Individualklage eines Betroffenen.
Eigentlich zitiert der Fokus aber auch nur die SZ, und die wird noch deutlicher: "Gewerkschafts-Privilegien gefährden Münchner NSN-Standort ... Arbeitsrechtler sprechen von einer Riesenschweinerei" - Autsch!
Image-Pflege der ganz besonderen Art - da wollte jemand besonders schlau sein, aber der Schuss scheint nach hinten loszugehen! Bleibt nur zu hoffen, dass die Münchner NSN-Belegschaft nicht die Zeche wird zahlen müssen.
Bitte habt Erbarmen!
Ein Appell in eigener Sache:
Ich saufe ab vor Emails, Anrufen, Anrufbeantworter-Nachrichten, SMS, ... so als wäre ich der Einzige, der Fragen beantworten kann.
(Das ist wohl jetzt die Strafe dafür, dass ich immer die Klappe so weit aufreiße...)
Ich bin nicht der einzige NCI'ler, ich bin dzt. auch kein Betriebsrat mehr, und ich war auch nicht in der Münchner NSN-Verhandlungsdelegation - bitte fragt auch mal die Anderen!
Ich gebe gerne Auskunft und bin gerne behilflich, aber mich erreichen auch viele Fragen, die wirklich auch (nahezu) jeder Betriebsrat beantworten könnte - auch IGM-spezifische Fragen die Andere besser beantworten können, oder Details zum Eckpunktepapier, das die Mitglieder der Verhandlungsdelegation besser beantworten könnten -
also bitte habt Erbarmen, auch mein Tag hat nur 24 Stunden!
Townhallmeeting: Die Zukunft von NSN in München bleibt weiter ungewiss
Heute wurden die Münchner NSN-Mitarbeiter in der Olympiahalle über die Ergebnisse der Verhandlungen über ihre Zukunft informiert.
Vom NSN-Management, nicht von ihrer Interessenvertretung. Genau genommen haben sie da aber im Vortragsteil von Olaf H. und Herbert M. nichts Neues erfahren, das sie nicht schon zuvor von der SZ (danke SZ, was wären wir ohne Dich!) gelesen hätten.
Die Stimmung war naturgemäß etwas düster; das begann schon beim Gratis-Becher Wasser (Kollegen-Zitat: "...und wenn Du den beE-Vertrag unterschrieben hast, kriegst Du das Gegenmittel!").
Auch Olaf H. versuchte gar nicht erst schönzufärben, sondern er räumte ganz offen ein: Daran, dass 1.600 Kollegen in die beE müssen, hat sich nichts geändert!
Aber sonst hat sich leider einiges geändert, nämlich gegenüber Donnerstag.
Am Donnerstag ließ sich unsere Verhandlungsdelegation von der IGM-Mitgliederversammlung den Abschluss einer Einigung absegnen, die schon am Freitag wieder (und auch heute noch) in entscheidenden Punkten ganz anders aussieht - hatten sie denn auch dafür unser Mandat?
Aber egal, so oder so: Das Teil ist wohl jetzt unterschrieben, Kind im Brunnen, fertig, aus.
Neu sind Details zum Timing, sehr heikle Details, die so ebenfalls letzten Donnerstag noch nicht beim Namen genannt wurden:
Bis Mittwoch 4.4.2012 werden die beE-Auserwählten über ihre Auserwählung informiert. Bis Freitag der 13.4.2012 (da hatte aber jemand viel für Symbolik übrig, Freitag der Dreizehnte!) müssen sie sich für oder gegen die beE entscheiden. Dank Osterzeit sind das gerade mal fünf Arbeitstage, um sich schlau zu machen, mit Anwalt, Betriebsrat, Rentenberatung, Steuerberater, ... ? Für dieses "großzügige" Timing gab's auch jede Menge Pfiffe. (Die Kollegen, die in eine der 4 GmbH's übergehen, haben hingegen 1 Monat Bedenkzeit, denn die ist gesetzlich durch §613a.6 BGB geregelt.) Ja, und dann wird von der Zustimmerquote abhängig entschieden, ob der Plan B durchgeführt wird (und nicht doch Rajeevs alternativloser Originalplan A), und wenn ja, dann startet die beE bereits zum 1.5.2012.
Das ist dann vielleicht der richtige Augenblick, darüber nachzudenken, was wir selber tun können:
Nach diesen Ausführungen hat wohl der Selektionsprozess, wer in die beE soll/darf (je nach Sichtweise...), am Freitag begonnen, und wird bis 4.4.2012 abgeschlossen - mithin sollte es noch Möglichkeiten geben, ihn selber zu beeinflussen!
Wie kürzlich schon geschrieben: Nehmt doch ALLE Euer Schicksal selbst in die eigene Hand! Zumindest die von Euch, die gerne in die beE gehen würden, die man aber womöglich nicht lässt. Sprecht wenigstens innerhalb Eurer Abteilung mit Euren Kollegen und sondiert, wer in die beE will und wer nicht! Und dann geht mit Euren sich daraus ergebenden Vorschlägen zu Eurem vorgesetzten Abteilungsleiter, und versucht ihn zu überzeugen, dass es auch für ihn und die Firma und überhaupt für alle das beste ist, von vornherein die RICHTIGEN Mitarbeiter auf seine beE-Liste zu setzen! Nämlich die, die auch selber wollen. Macht's einfach, und alle und sofort (gleich am Dienstag früh) - wir haben nichts zu verlieren! (außer Zeit) Und natürlich kann's auch nichts schaden, auch den Betriebsrat darüber zu informieren...
Aber weiter im Text, aus dem Fragen-Antworten-Teil:
Die wohl kritischste Änderung (gegenüber der Donnerstags-Version) besteht in der Aufnahme einer Konditionierung: Plan B (beE für 1.600 und Rettung von 2.000 NSN-Jobs in München) fliegt nun plötzlich nur noch, wenn "eine überwiegende Mehrheit" der für die beE Bestimmten ihrem Gang in die beE auch zustimmt! Trotzdem soll aber zum 1.4. schon mal die päckchenschnürende Umorganisation (die ja auch schon fast einer Namensliste gleichkommt) vom Betriebsrat durchgewunken werden!
Eines Tages kommt ein Kunde, nennen wir ihn mal Rajeev, zu einem Teppichhändler.
Nach einigem Feilschen einigt man sich auf einen Teppich-Preis von 2.000 Euro.
Am nächsten Tag aber kommt Rajeev nochmal vorbei, und sagt:
Ich hab's mir anders überlegt - die Zeiten sind schwer!
Machen wir's daher doch einfach so:
Am 1.April hole ich mir den Teppich schon mal ab;
bezahlen werde ich ihn dann aber erst Ende April,
und auch das nur dann, wenn mir der Teppich dann noch "überwiegend" gefällt!
Wenn nicht, bezahle ich das Geld natürlich nicht - den Teppich behalte ich trotzdem!
Würde niemand machen? Nun, dann ersetze man einfach mal die 2.000 Euro Kaufpreis durch den Erhalt von 2.000 NSN-Stellen in München, und den Teppich mit dem per Umorganisations-Durchwinken realisierten Sozialauswahl-Bypass.
Aber es kommt noch dicker: Auf die Frage "wann liegt eine überwiegende Mehrheit vor?" (z.B. bei wieviel Prozent) kam die patzige Antwort zurück:
"Eine überwiegende Mehrheit ist eine überwiegende Mehrheit"!
Hätte selbst Karl Valentin nicht besser ausdrücken können. Der war aber auch Komiker.
Da half kein Pfeifkonzert, da halfen keine Buh-Rufe, da half kein n-faches Nachhaken, da half auch kein Hinweis, dass die Miete für die Olympiahalle wohl herausgeworfenes Geld war, wenn das die Qualität der Antworten auf unsere Fragen sein soll:
Es blieb bei dieser völlig offenen Formulierung! Aber wer ist nun wohl schlimmer: Der Arbeitgeber, der sich so verhält, oder unsere eigene Interessenvertretung, die so einen "Blankoscheck" (wie das ein Kollege treffend nannte) unterschreibt? Der Münchner Standort wird gerettet, wenn eine "überwiegende Mehrheit" der beE zustimmt, aber die Zustimmer-Prozentzahl, ab der das akzeptiert wird, wird offen gelassen und die kann dann der Arbeitgeber später mal nach Belieben einsetzen? Geht's noch?!
Warum muss der Martinstraßen-Betrieb geschlossen werden?
Auch die Antwort darauf fiel ähnlich patzig und vielsagend aus:
"Weil dies Teil des Konzepts ist". Aha! Gut dass wir darüber gesprochen haben! Man lernt doch nie aus.
Nach welchen Kriterien werden die 1.600 beE'ler ausgewählt?
Dazu gab es nur ausweichende Antworten; es soll "nach betrieblichen und sozialen Kriterien" ausgewählt werden, also wohl zwar kein nur fachlich bestimmtes Fingerpointing sein, aber doch auch keine keine reine Sozialauswahl wie bei Kündigungen (nach §1.3 KSchG). Eine Mischung von beidem, betrieblichem und sozialem.
Trotzdem sollen die, die ihrer beE-Nominierung nicht bis 13.4. zugestimmt haben, ggf. gekündigt werden - das hatten wir schon 2003 einmal, auch damals wurden Mitarbeiter ohne hinreichende Sozialauswahl für eine beE auserwählt, und wenn sie diese verweigert haben, einfach gekündigt - das Ergebnis ist Historie. :-)
Eine beE-Verweigerung ist kein hinreichender Kündigungsgrund.
Auch zur beE-Auswahl gab's übrigens eine Antwort vom Feinsten:
Laut FAQ geschieht diese Auswahl "gemäß der rechtlichen Vorgaben"; nun gibt es zwar für Kündigungen, nicht aber für eine beE-Selektion rechtliche Vorgaben; auf Nachfragen "es gibt also keine rechtlichen Vorgaben, aber die halten wir ein?" kam die Antwort: Ja, genau!
Da fühlt man sich dann doch wenigstens gleich richtig ernst genommen...
A propos Kündigungen: Die genaue Formulierung war "wenn die betroffenen Mitarbeiter nicht in die beE gehen, werden wir über Kündigungen nachdenken und diese wohl auch aussprechen müssen." Übrigens fiel heute auch erstmalig im Klartext das böse N-Wort: "Namensliste"!
Auch davon war so am Donnerstag noch keine Rede.
Ja doch, es wird eine beE-Namensliste mit dem Betriebsrat abgestimmt! No comment... :-(
Oder doch noch ein Kommentar: Wenn man infolge einer Namensliste gekündigt wird, schmälert das zwar die Erfolgsaussichten, macht aber eine Kündigungsschutzklage nicht gänzlich unmöglich! Dazu §1.5 KSchG: "Die soziale Auswahl der Arbeitnehmer kann nur auf grobe Fehlerhaftigkeit überprüft werden". Nur, aber immerhin!
Wird ON nun doch vom Abbau betroffen sein, entgegen früherer Aussagen?
Antwort: Ist eigentlich nicht beabsichtigt, kann aber doch vorkommen, und zwar infolge der beE-Sozialauswahl. Ein Indiz, dass also doch wirklich (in welchem Umfang auch immer) sowas wie eine Sozialauswahl erfolgen soll.
Noch eine gravierende Änderung gegenüber der Donnerstags-Version:
Die beE ist nun doch eine NSN-beE, bei der Siemens nur als Dienstleister tätig wird, nicht (wie uns zuvor gesagt) eine Siemens-beE (mit Betriebsübergang zu Siemens)! Das ist hinsichtlich der Insolvenzgefahr ein riesiger Unterschied.
Zu einem Ringtausch, bzw. Auffüllen unzureichender beE-Zustimmerquoten mit beE-Freiwilligen gab's eine harsche Abfuhr: Man sehe keinen Anlass, Kollegen, deren Arbeitsplatz eigentlich gar nicht entfällt, für's Verlassen der Firma auch noch Geld hinterherzuwerfen!
Es soll also wohl wirklich beim 100% reinrassigen Fingerpointing bleiben, ohne Möglichkeit sich nachträglich, wenn die beE-Liste erst mal steht, noch für die beE anzubieten. Wie ernst das nicht nur jetzt gemeint ist, sondern auch nachher noch so durchgezogen wird, oder ob man vielleicht doch noch beweglicher wird wenn erst mal die Zielquote wackelt, lässt sich bei solchen Statements noch nicht wirklich abschätzen. Klingt eher nach sturem Durchziehen.
Damit erhebt sich nun die Frage: Ist der NSN-Standort in München nun gerettet, angesichts dieser neuen Konditionierung?
Nach Meinung von Olaf H.: Ja, mit 98% Sicherheit.
Nach Meinung von B.T.: Keine Ahnung, und für Mathematiker bedeutet das 50% Wahrscheinlichkeit.
Wenn (was wir nicht wirklich wissen können) die Firma wirklich das Ding durchzieht, keinerlei freiwillige beE-Eintritte zuzulassen, dann ist die Chance recht hoch, dass wir noch nicht mal 50% Zustimmerquote kriegen; ist das Ganze dann nur ein Fake, der nur dazu führt, dass Rajeev sagen kann, "ich hab's doch gleich gesagt, dass eine Schließung alternativlos ist"?
Dann wären wir wieder genau da, wo wir schon ganz am Anfang waren, nur dass jetzt irgendwie WIR schuld sind!?
Oder ist das doch ernst gemeint mit der München-Rettung? Warum dann aber eine Verknüpfung mit Bedingungen, die so kaum erfüllbar sein dürften? Wir wollen nichts unterstellen, wir können dazu einfach nur sagen: Solange man uns gegenüber nicht mitteilsamer wird, können wir überhaupt nicht abschätzen, worauf das abzielt und wie es ausgeht.
Übrigens: Wenn mangels hinreichender Zustimmerquote der "Plan B" platzt, platzt auch die damit verbundene beE, und bis dahin schon abgegebene beE-Unterschriften werden dadurch unwirksam.
Die Altersteilzeitler hingegen (im Gegensatz zu den beE'lern) wechseln in ihrer aktiven tatsächlich die Firma. Nicht Siemens, aber auch nicht mehr NSN.
Anrechnung von Dienstzeiten ("Anwartschaften"):
Das gilt weiter, auch wenn man erst nach seiner Ausgliederung in einer der vier neuen GmbH's es schafft sich eine freie Siemens-Stelle zu angeln.
Noch ein Unterschied zur "Donnerstags-Version" (aber diesmal ein positiver):
Laut Olaf H. haben nicht nur die Metaller, sondern alle Mitarbeiter der neuen GmbH's einen 3-jährigen Kündigungsschutz.
Pfiffe und Buhrufe gab's allgemein zum Thema "Sonderbehandlung für IGM-Mitglieder"; Kollegen sprachen von "Nötigung". Frei nach dem Motto: Gemeinsam demonstrieren, kämpfen, auf die Straße gehen, das dürfen wir, aber dann...
Jetzt kann man vielleicht auf unsere Verhandlungsführer sauer sein, weil sie gegenüber dem "Donnerstags-Stand" noch weiter nachgegeben haben - dabei ist aber der Standorterhalt noch immer völlig offen!
Rückkehr zu Siemens zumindest für langjährige ältere exSiemens Mitarbeiter
Siemens darf weiterhin nicht aus der Verantwortung gelassen werden. Zumindest für langjährige (20+ Jahre) Siemens Mitarbeiter im Alter von 50+ muß es ein Rückkehrrecht aus der NSN Transfergesellschaft zu Siemens geben. Andernfalls werden viele von ihnen Harz IV anheim fallen.
Immer mehr Menschen wollen, dass unsere Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung Nachhaltigkeit auch bei Arbeitsplätzen für hervorragend ausgebildete Fachkräfte einfordert, wo das möglich ist. Siemens sollte sich überlegen, wie sie diese Fachkräfte nutzbringend einsetzen können, anstatt zu überlegen, wie man sie möglichst geräuschlos entsorgen kann.
Siehe auch folgender, thematisch passende Artikel vom 14.3.2012 "Stehst Du vor dem Beginn deines Berufslebens?" oder bei Facebook.
(Anerken Nung)
Kritische Fragen und Gedanken eines NSN-Mitarbeiters aus München
Nur ein paar Dinge, die mir durch den Kopf gehen:
Wieso ist das folgende eine Standortgarantie? Ich zitiere aus den FAQ der Betriebsleitung: "Bei gleichlaufender wirtschaftlicher Lage ist die komplette Standortschließung für die Dauer von drei Jahren ausgeschlossen." Also sind Teilschliessungen möglich und komplette Schliessung bei Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.
Wieso kann man die Olympiahalle mit nur 3-4 Tagen Vorlauf mieten? Könnte natürlich zufällig frei gewesen sein. War es aber wirklich so?
Wieso lassen sich IG Metall und BR plötzlich so unter Zeitdruck (ein alter Verhandlungstrick) setzen?
Wieso enthalten die am Donnerstag vorgestellten Eckpunkte für die Abfindungen keinerlei sozialen Kriterien wie Dauer der Betriebszugehörigkeit? Will man die Tür für individuelle Klagen offenhalten?
Wieso die grosszügige Regelung für 150 Altersteilzeitler und die Gruppe der Mitarbeiter mit nur wenigen Jahren Betriebszugehörigkeit auf Kosten der Mehrheit mit 20-30 Jahren Betriebszugehörigkeit?
Wieso sollte eine Betriebsschliessung mit Umzug von Arbeitsplätzen an andere Standorte nur zur offensichtlichen Umgehung der Sozialauswahl vom Arbeitsgericht akzeptiert werden? Heute hat die NSN Betriebsleitung klar gemacht, wie (überlebens)wichtig Ihnen Rechtssicherheit und eine schnelle Lösung ist. Betriebsschliessung führt zum Gegenteil.
Außerdem hatte Kaeser mit seinem Interview diese Option weitgehend entwertet. Das voreilige und magere Verhandlungsergebnis lässt sich so nicht erklären.
Wieso werden Postings mit sachlicher Kritik auf der Facebook Seite "Perspektive NSN München" gelöscht? (Anm. d. Redaktion: "Perspektive NSN München" ist eine FB-Seite der IG Metall)
Viele Fragen, auf die ich noch keine Antwort weiß.
Weitere Infos zur Zukunft von NSN in München
Uns haben viele Mails mit diversen Fragen erreicht, nicht alle können wir beantworten, da wir ja nicht bei den Verhandlungen dabei waren.
Aber ein paar Antwort-Versuche:
Findet nun am Montag eine Mitarbeiter-Info-Veranstaltung in München statt?
Ja, und zwar um 15:00 in der Olympiahalle - Busse dahin fahren aber schon um 13:30 in MchM ab.
Zahlreiche Kollegen fragten an, ob sie noch von den ausgehandelten IGM-Vorteilen profitieren können, wenn sie erst jetzt bei der IGM eintreten. Gute Frage, aber dem Falschen gestellt - wir haben die Frage an die IGM weitergegeben und warten nun auf Antwort.
Wie wasserdicht ist ein Abkommen, dass nur die IGM-Mitglieder (insofern sie nicht zu den beE'lern gehören) einen 3-jährigen Kündigungsschutz bekommen, die non-Metaller aber nicht?
Wird dadurch der §1.3 KSchG (betriebsweite Sozialauswahl) wirklich unanfechtbar ausgehebelt?
Möglicherweise nicht; denn letztlich schließt hier die IGM einen Tarifvertrag ab, und auch wenn dieser zunächst für die IGM-Mitglieder gedacht ist, so können doch auch non-Metaller davon profitieren, wenn in ihrem Arbeitsvertrag eine Klausel steht (und zumindest bei den NSN-Tariflern ist das wohl so), dass (auch ohne IGM-Mitgliedschaft) auch für sie der Tarifvertrag gilt. Ist aber im Detail zu klären, sobald wir mal die genauen Vereinbarungstexte zu Gesicht bekommen.
Für die AT's könnte es kniffliger aussehen (aber auch nicht zwingend unlösbar).
Kollegen fragten: In unserer Abteilung ist es so, dass es Leute gibt, die in die beE wollen, und andere die können nicht (finanziell). Wie kann man da Einfluss nehmen, dass der AG so wählt, dass es passt?
Zunächst mal: Das dürfte der Regelfall sein, und auch die Leitung dürfte ein Interesse an einer hohen Zustimmungsquote haben. Was ist aber die zitierte "überwiegende Mehrheit", bei wieviel Prozent Zustimmung wird der Sack zugemacht? Solange wir das nicht wissen ... Aber ich habe mal eine einfache Rechnung aufgemacht: Angenommen, die NCI-interne Umfrage ist repräsentativ, und angenommen, mit Ringtausch könnten alle, die eh in die beE wollen, auch in der beE ankommen; dann könnte man auf mindestens 80% beE-Zustimmerquote kommen - das sollte doch reichen, um den rettet-München-Deal perfekt zu machen?
Angenommen aber, es gibt kein Ringtauschprogramm (und genau das wurde zuletzt so kommuniziert), dann dürften wir je nach Auswahl wohl eher bei 40% Zustimmerquote landen, das dürfte wohl nicht ausreichen.
Die Frage ist daher schon: Lässt sich die Firma doch noch auf ein Turbo-Ringtauschprogramm ein? (Das würden wir dann auch gerne unterstützen, wie schon 2009 in Mch-H!)
Falls aber nein, oder eigentlich: Ganz unabhängig davon, was man in jedem Fall machen kann und auch tun sollte, und zwar besser heute als morgen: Nehmt doch ALLE Euer Schicksal selbst in die eigene Hand!
Sprecht wenigstens innerhalb Eurer Abteilung mit Euren Kollegen und sondiert, wer in die beE will und wer nicht!
Und dann geht mit Euren sich daraus ergebenden Vorschlägen zu Eurem vorgesetzten Abteilungsleiter, und versucht ihn zu überzeugen, dass es auch für ihn und die Firma und überhaupt für alle das beste ist, die RICHTIGEN Mitarbeiter auf seine beE-Liste zu setzen! Nämlich die, die auch selber wollen.
Macht's einfach, und alle und sofort - wir haben nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen!
Verwirrspielchen um die Zukunft von NSN in München
Die Informationspolitik bei Nokia Siemens Networks bleibt doch stets dieselbe:
Neuigkeiten erfahren die betroffenen Mitarbeiter zuerst aus der Zeitung. Nur dass sich diesen Vorwurf diesmal Arbeitgeber und Gewerkschaft einträchtig teilen dürfen...
Am 15. März stellten wir auf einer IGM-Mitgliederversammlung bei NSN in München die Frage, ob wir davon ausgehen dürfen, dass unsere Verhandlungsführer keine päckchenschnürende Umorganisation (mit derselben Wirkung wie Namenslisten) als Preis für einen Standorterhalt durchwinken werden. Dass also nicht die Einen für die Anderen geopfert werden.
Dazu gab's aber weder ein klares "nein", noch ein ehrliches "doch, genau damit ist zu rechnen, weil wir sonst den Standort nicht mehr retten können", sondern nur ausweichende Floskeln wie "vorher schon sagen „dieses oder jenes“ ist schwierig, man muss den Bären erst erlegen, bevor man sein Fell verteilen kann, jetzt müssen wir erst mal die Verhandlungen am Wochenende und nachfolgende Meetings abwarten", oder „man muss die Dramatik unserer Situation sehen“, und ein „wir machen das nicht als Betriebsrat“ (womit aber wohl nicht gemeint war, dass sowas überhaupt nicht geschehen kann, sondern dass es nicht der BR sondern die IGM-Truppe ist, die über so etwas beschließt). Wer zwei und zwei zusammenzählen kann, für den war dann schon klar, was das Herumgeeiere bedeutet, aber: Offen und ehrlich ist anders!
Dann ging's weiter, es wurde verhandelt, und am 22. März endlich kamen die Karten auf den Tisch (wir berichteten darüber).
No surprise: Die Befürchtungen wurden wahr, der durch das Umorganisations-Durchwinken unterstützte Sozialauswahl-Bypass ist der Preis für den Standorterhalt. Trotzdem stimmten die IGM-Mitglieder zuletzt einstimmig für die Annahme dieses Deals, denn: Auch wenn der zu zahlende Preis sehr hoch ist, so ist es immer noch eine Entscheidung für das "kleinere Übel", im Vergleich zur "alternativlosen Suri-Alternative"...
Daher eine, wenn auch zähneknirschende, einstimmige Zustimmung.
Das Echo außerhalb war nicht nur begeistert, im Kontext etwa mit dem 3-jährigen Kündigungsschutz nur für IGM-Mitglieder wurde empört von "Schutzgelderpressung" gesprochen, auch wurde es mit gemischten Gefühlen aufgenommen, dass die 50% IGM-Mitglieder über die Zukunft von 100% NSN München bestimmen dürfen, und die Frage poppte auf: Ob die wohl auch so abgestimmt hätten, wenn sie schon wüssten, wer in die beE soll?
Um aber gerecht zu bleiben: Die Kritik kam von allen Seiten.
Die einen waren unzufrieden, weil sie befürchten, in die beE zu müssen (und das vielleicht in problematischem Alter), und die anderen waren unzufrieden weil sie befürchten, bei NSN bleiben zu müssen ("der Arbeitsplatz in der Siemens-beE wäre sicherer als der bei NSN", so die Insolvenz-Befürchtungen).
Tatsächlich ist es wirklich kaum vorherzusagen, wer von den beiden (NSN'ler oder beE'ler) am Ende des Tages besser dasteht - das eigentliche Problem dürfte eher in der Fremdbestimmung liegen, die dieses so ausgehandelte Vorgehen impliziert.
War's das dann, alles in trockenen Tüchern?
Jein, hieß es richtig: Eigentlich ja, aber theoretisch kann es immer noch passieren, dass der NSN-Vorstand doch noch sein Veto einlegt; das werde man aber in wenigen Stunden wissen.
Für den Freitag wurde eine Rundmail der Leitung angekündigt, plus eine Einladung zu einer Mitarbeiterversammlung; zumindest bis Freitag abend kam aber weder das eine noch das andere (um 18:30 soll dann aber wohl doch eine Einladung rundgegangen sein, heißt es - da ist freilich niemand mehr da, der's lesen könnte...) Das alles klang schon sehr verdächtig: Wurde also doch noch vom Arbeitgeber nachtarockt?
Ja, und heute morgen dann liest man die Bestätigung in der Süddeutschen Zeitung:
Genau so ist es, der Standorterhalt ist zwar noch immer möglich, aber es wurden weitere Bedingungen nachtarockt. In der Annahme, dass die SZ schon wissen wird, was sie schreibt, und dass alles stimmt: Was bedeutet das?
Ein paar Auszüge aus der SZ:
"Angestellten, die kurz vor der Rente stehen, wird Altersteilzeit angeboten".
Das wurde uns in der IGM-Versammlung anders erzählt, und in diesem Punkt glaube ich auch eher der IGM-Version: Demnach werden IGM-Mitgliedern, die kurz vor der Rente stehen, ATZ-Verträge angeboten. Und nur wenn dann die Zahl 150 noch nicht voll ist, kommen auch ATZ-interessierte non-Metaller zum Zuge.
Weiter geht's zur beE: "Voraussetzung für diese Lösung ist, dass eine überwiegende Mehrheit der betroffenen Mitarbeiter tatsächlich in die Transfergesellschaft wechselt". Wegen der Rechtssicherheit: Die Firma will Kündigungen und damit Kündigungsschutzklagen mit offenem Ausgang vermeiden, und ist damit wohl auch gut beraten!
Es wird nun also wohl so laufen, dass die per Fingerpointing vom Arbeitgeber benannten Betroffenen informiert werden, dass sie in die beE sollen (oder umgekehrt nicht in die beE dürfen...), und wer in die beE soll darf bis Ende April dazu seine Zustimmung geben.
Danach wird entschieden, ob die Zustimmungsquote der Firma ausreicht, oder der München-Rettungs-Deal in letzter Sekunde doch noch platzt. Dann aber wohl mit bösen Folgen: Dann kommt doch noch Suris Plänchen für München zur Umsetzung, und das wäre dann wohl noch übler.
Auch wenn dadurch die allgemeine Verunsicherung noch um einen weiteren Monat verlängert wird: Es hat auch sein Gutes. Es bringt doch wenigstens ein klitzekleines Stückchen Selbstbestimmung ins Spiel.
Es sind nicht 50% der Belegschaft (nämlich die IGM-Hälfte) die über die beE-Kandidaten bestimmen (ohne dass irgend jemand wirklich wüsste, ob er selber betroffen ist oder nicht), sondern es sind die beE-Betroffenen selber (egal ob IGM oder nicht), die erst informiert werden, dass sie betroffen sind, und dann selber den Ausgang der Geschichte mitbestimmen können.
Und wie stehen nun die Chancen, dass "genügend" viele willig in die beE gehen und der Deal nicht doch noch platzt, und damit auch NSN München untergeht?
Eigenartig ist dabei, dass es keine präzisen Formulierungen gibt, ab welcher Zustimmungsquote diese als "genügend" angesehen wird: 50%, oder wo genau soll das liegen? Wieso kann man sowas nicht im Klartext sagen? So lässt sich natürlich auch keine Prognose abgeben, ob "genügend" viele brav in die beE gehen werden.
Konsequenz und Fazit: Das Ding ist noch lange nicht im Sack, NSN München ist noch lange nicht gerettet!
Etwa 50% der Mitarbeiter sind in der IGM und haben zu 100% für den Deal gestimmt.
Zwar wusste zu diesem Zeitpunkt noch niemand, ob er zu den beE-Betroffenen zählt, aber viele dürften doch zumindest schon eine gewisse Ahnung haben.
Eine NCI-interne Umfrage hat ergeben, dass etwa 1% bei NSN bleiben will (uiii doch so viele?), 63% würden gerne zu Siemens zurückkehren (dafür freilich wird noch viel zu wenig getan), aber immerhin noch 36% wollen weder bei NSN noch bei Siemens bleiben sondern nur noch ein vernünftiges Trennungsangebot.
Summa summarum könnte man annehmen, dass eine 50%ige Zustimmungsquote erreichbar erscheint, aber es gibt keinerlei Aussagen, ob dies dann auch reichen würde!
Und ganz wichtig: Das Ergebnis lässt sich noch beeinflussen!
Trennungswillige gäbe es genug - wenn nur der Arbeitgeber, anders als am 22.3. verkündet, doch noch ein Ringtauschprogramm akzeptieren und anpacken würde, dann wäre die Zielquote sicherlich erreichbar!
Keine Aussage gibt's in der SZ, was dieses Aufschieben der Entscheidung nun für die zum 1.4.2012 geplante NSN-Umorganisation bedeutet: Optimistisch wie wir nun mal sind gehen wir davon aus, dass der Betriebsrat schlau genug ist, die päckchenschnürende Umorganisation nicht schon zum 1.4. durchzuwinken sondern dies auch bis Ende April aufzuschieben - denn andernfalls hätte er seinen Teil des Deals schon geleistet, bevor der Arbeitgeber seinen Teil abliefert - das wäre natürlich absolut tödlich. Die Umorganisation ist Teil eines Gesamtpaketes, das entweder Ende April akzeptiert und umgesetzt wird, oder nicht. Kein Teilchen daraus, erst recht nicht die Umorganisation, kann da herausgenommen und schon vorab akzeptiert werden.
Übrigens noch ein weiterer Widerspruch zu den Aussagen vom 22. März:
Laut SZ soll die St. Martinstraße nun doch geschlossen werden und ein Umzug der 2.000 Geretteten erfolgen, wenngleich auch nur ein München-interner Umzug zu einer noch nicht benannten neuen Zieladresse.
Es bleibt spannend. Möglicherweise erfahren wir dann am Montag nachmittag mehr.
Verhandlungen über NSN in München: Der Stand der Dinge
In der heutigen IGM-Mitgliederversammlung wurde beschlossen, eine bis heute ausgehandelte Eckpunkte-Vereinbarung abzuschließen (was dann wohl morgen geschehen soll, wenn nichts Unvorhergesehenes mehr dazwischen gerät).
Zusammenfassend die wichtigsten Eckpunkte daraus:
Der Standort München bleibt für mindestens 2.000 Mitarbeiter erhalten, der Rest (1.600) muss gehen – bestimmt per Fingerpointing statt Sozialauswahl.
Dabei wird nicht nur 1.400 Kollegen ein Umzug erspart, sondern es werden weitere 600 mehr gerettet als ursprünglich geplant. Aber 1.600 bleiben dafür, wie gesagt, auf der Strecke.
(Das war aber auch ultimativ die einzige von NSN in Aussicht gestellte Alternative zur ursprünglichen Planung; diese hieß eben nicht nur 1.400 Umzüge, sondern auch noch 2.200 Kündigungen, und auch dies ohne Sozialauswahl (per Betriebsschließung). So gesehen gab’s also nur die Wahl zwischen 2 Alternativen, die aber beide gleichermaßen jegliche Sozialauswahl von vornherein ausschließen.)
Es gibt nicht nur keine Sozialauswahl, sondern auch weder Freiwilligkeit (in keiner Richtung) noch ein Ringtauschprogramm (wie seinerzeit in Mch-H). Alleine der Arbeitgeber bestimmt, wer geht und wer bleibt.
Für die Trennungen gibt es zwei Wege:
Zum einen gibt es für 150 noch zu bestimmende Kollegen eine Altersteilzeit über max. 6 Jahre.
Zum anderen gibt es eine beE. Aber KEINEN Aufhebungsvertrag ohne beE!
Die wesentlichen beE-Konditionen:
Wie gesagt, freiwillig rein kann man nicht!
beE-Laufzeit 2 Jahre
Die beE ist bei Siemens, d.h. man kommt dorthin per Betriebsübergang zu Siemens bei gleichzeitiger Unterschrift eines beE-Aufhebungsvertrags! Vorteil: Insolvenz-sicherer!
Diesmal keine Altersbegrenzung für die beE!
Es gibt für nicht-Metaller nur 70% des Gehalts, für Metaller 80%
Es gibt zwei mal Geld (und die Höhe ist nicht von der Firmenzugehörigkeit sondern nur vom bisherigen Gehalt abhängig): Beim Eintritt in die beE gibt’s 1 Jahresgehalt, und beim Austritt (nach mindestens 6 Monaten in der beE) gibt’s eine Frühaustrittsprämie, in Höhe der Hälfte des durch’s Frühaustreten Ersparten.
Die andere Hälfte des Ersparten kommt einer beE-Verlängerung für die Restlichen zugute.
Ach ja, und Metaller bekommen 10.000 Euro zusätzlich für die beE-Eintrittsprämie. Und nochmal um Missverständnisse auszuschließen: Es gibt nur diese Eintritts- und Austrittsprämie, darüber hinaus aber keine weitere Abfindung mehr.
Erwartungsgemäß hat das Erhandelte auch einen Zeitaspekt (“tausche Entgegenkommen gegen Geschwindigkeit“):
Der BR muss (und wird) die Umorganisation zum 1.4. durchwinken (wie erwartet, das hat indirekt die gleiche Wirkung wie eine Namensliste, weil man da schon passend vorsortiert wird).
Betriebsübergang (!) der 2.000 Überlebenden in vier NSN-Tochter-GmbH’s (für ON, OPS, Global Functions, und Local Functions), übrigens mit Tarifbindung. Keine Umzüge. Aber stadtweit 1 „Gemeinschaftsbetrieb“ für alle 4 GmbH’s! (Das hat diverse Vorteile) Für den Standort München gibt’s dann eine 3-jährige (aber natürlich nicht Insolvenz-sichere) Standortgarantie. Und noch ein IGM-Schmankerl: Für Metaller gilt in den neuen 4 GmbH’s eine 3-jährige Garantie gegen Kündigungen und Umzüge!
Wer am Ende des Tages noch da ist, entweder weil er in die beE sollte aber nicht wollte, oder weil er in eine GmbH übergehen sollte und nicht wollte, kurz und gut: Wer „seinem“ Betriebsübergang widerspricht, ist dann wohl Haifischfutter.
2 von 4 Zielen wurden also erreicht:
+ Der Standort bleibt erhalten, und dies sogar mit reduzierter Abbau-Kopfzahl
+ Es gibt passable Trennungskonditionen
- Es gibt weder Sozialauswahl (was aber zu befürchten war) noch Freiwilligkeit noch Ringtausch
- Es gibt keine weiteren Zugeständnisse hinsichtlich der begehrten „Siemens-Rückkehr“
Ist das nun ein gutes Verhandlungsergebnis?
Nein, dazu ist der Preis zu hoch – aber es ist wohl noch das beste, das wir in dieser Situation kriegen konnten, und immer noch deutlich besser als die „alternativlose“ Ausgangslage. Wenn mir jemand die Kanone vor die Brust hält und sagt „Geld oder Leben“, dann gebe ich ihm halt die Kohle, muss mich deswegen aber noch lange nicht als Gewinner fühlen, und sage dann nachher sicher auch nicht „das war ein gutes Verhandlungsergebnis“.
Es war nicht unsere Wunschlösung und ist kein gutes Ergebnis, aber es war die richtige Entscheidung für das kleinere Übel.
Abbauzahlen für NSN in Finnland halbiert
Nach gestrigem Verhandlungsergebnis sollen in Finnland nun 624 Stellen abgebaut werden. (www.tagesanzeiger.ch)
Gegenüber den bisher kursierenden Zahlen entspricht das also in etwa einer Halbierung – ein schöner Verhandlungserfolg, den wir für Deutschland wohl so nicht werden toppen können.
Den finnischen Kollegen sei’s gegönnt – uns selbst würden wir’s aber auch gönnen…
NSN-Kundgebung zum Verhandlungs-Endspurt
Noch während die Verhandlungen über die Zukunft von NSN in München fortdauern, sich jedoch schon andeutet dass jetzt wohl nicht mehr lange verhandelt wird, haben die Münchner NSN-Kollegen nochmal richtig Gas gegeben mit einer bunten Kundgebung vor der NSN-Rotunde: Einer „Alternativ-Los-Tombola“, einer Pinwand-Aktion „Mitarbeiterlandkarte“, und Musik auf die Ohren von Hans Well (ex-Biermösl-Blosn) und seinem Sohn, natürlich auch mit Liedtexten zu NSN.
Der Tombola-Gewinn war übrigens eine Kiste Bier, um „sich einen Suri anzutrinken“; die Biermarke und ihr Slogan: „Surinator – das Bier nach dem letzten Fehler“.
Nach dem aufsehenerregenden Kaeser-SZ-Interview deutet sich immer mehr an, dass irgendwie doch ein Standorterhalt für NSN in München erzielt werden könnte - und dies in nun sehr kurzer Zeit, denn Schnelligkeit ist die Währung, in der wir ein Entgegenkommen des Arbeitgebers bezahlen können - aber es steht zu befürchten, dass wir dafür auch einen sehr hohen Preis werden bezahlen müssen.
Heute abend (nach der IGM-Mitgliederversammlung) sind wir sicher schlauer.
Pinwand-Aktion „Mitarbeiterlandkarte“
Unser GBR-Kollege mit der Grundausstattung für Verhandlungsführer
(oder dem Preis für die Alternativ-Los-Tombola?)
Es ist an der Zeit, die Solidarität der Siemens Betriebsratsorganisationen einzufordern, damit die demnächst bei NSN in allen Betrieben in Deutschland gekündigten Mitarbeiter eine Perspektive haben.
Wie bei NSN hat jeder Siemens Betrieb einen Betriebsrat. Standortübergreifende Themen behandelt der Gesamtbetriebsrat (GBR). Diese Betriebsratseinheiten von NSN und Siemens werden überwiegend von Mitarbeitern repräsentiert, die zugleich in der IG Metall gewerkschaftlich organisiert sind.
Mit der IG Metall als Klammer und vor dem Hintergrund, dass die deutschen NSN Mitarbeiter schließlich fast alle bei Siemens angestellt waren und zum Joint Venture NSN übergegangen sind, erwarte ich mir ein deutliches Signal vom Siemens Gesamtbetriebsrat, wenn nötig durch Anschub von der in beiden Firmen maßgeblichen Gewerkschaft IG Metall.
Nach dem Öffnen des internen Stellenmarktes von Siemens müssen sich die Betriebsräte an allen Standorten von Siemens in Deutschland mit den Bewerbungen der NSN Mitarbeiter befassen. Das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates bei Neueinstellungen umfasst auch den Solidaritätsgedanken. Der offensichtliche Vorteil liegt in einer deutschlandweiten Besetzung offener Stellen. Es gehört schließlich zu den Aufgaben der Betriebsratsorganisationen, eigene Lösungen einzubringen, um den Arbeitgeber zu einer konstruktiven Lösung zu bewegen.
NSN Scorecard Survey
NSN frägt mal wieder zufällig ausgewählte Mitarbeiter nach ihrer Meinung, "Scorecard Survey" heißt das dann.
Wir möchten alle ermuntern, daran auch teilzunehmen und die Fragen offen und im Klartext zu beantworten; Fragen wie z.B.
I believe that NSN's strategy and related changes are the right ones for NSN's sustainable future success
I have confidence in the decisions made by the senior leadership of NSN
I would recommend NSN to a friend as a good place to work (na wer solche Freunde hat...)
I am proud to tell others I work for NSN
I am passionate about what we do at NSN
Na, das sollte sich doch beantworten lassen!
Wie man dieser Tage der Presse entnehmen kann, sollen ca. 11.000 Mitarbeiter von der insolventen Schlecker Drogeriemarktkette in einer “Qualifizierungsgesellschaft” geparkt werden, um von dort aus sich weiterzuqualifizieren und letztendlich wieder eine Arbeitsstelle am Markt zu erhalten. Diese Insolvenz ist mal wieder ein eindeutiger Managementfehler, den die betroffenen Mitarbeiter dort bei Schlecker ausbaden müssen. Herr Schlecker wird wahrscheinlich nicht von Hartz4 leben.
Über den Sinn oder Unsinn von solchen Qualifizierungsgesellschaften ist schon viel geschrieben worden, ist aber vielleicht auch eine reine Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes sinnvoll, gerade dann, wenn der betroffene Mitarbeiter aufgrund seiner persönlichen Situation zukünftig nicht zu gleichen Konditionen wahrscheinlich beschäftigt werden wird? Und wer zahlt denn wie viel? Folgend nun ein kleines „benchmarking“:
Schauen wir uns doch mal um – NSN reduziert weltweit Personal, und NSN zahlt Abfindungen! Wie wir erfahren haben, zahlt NSN in Marokko satte sechs Monatsgehälter pro Dienstjahr und in Italien immerhin noch stolze drei Gehälter pro Dienstjahr.
Wir erinnern uns auch an das geschlossene Nokia-Werk in Bochum? Dort zahlte Nokia immerhin auch 2,9 Gehälter pro Dienstjahr und EON in München heuer immerhin noch 1,5 Gehälter pro Dienstjahr, bzw. 0,65 Gehälter pro Monat während einer achtjährigren „Vorruhestandsphase“. Das sind Abfindungen! Und nicht die mickrigen 0,5 Gehälter pro Dienstjahr gem. §1a KSchG im Falle einer Schliessung. Und die Auszahlung der Kündigungsfrist mit einer dreimonatigen „Prämie“, so wie es McKinsey bei NSN Deutschland anscheinend propagiert – so haben wir erfahren - , ist übrigens völliger Nonsens.
Einfache goldene Managementregel – gilt übrigen auch für CEOs.: Zahle ich Abfindungen, bewegt sich was, zahle ich mehr, bewegt sich auch mehr und das auch noch schneller und geräuschloser! „Money makes the world go round!”
Gespräche und Lärm, Hype und Ernüchterung
Am Wochenende begannen die Gespräche zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Seite über die NSN-Restrukturierung im allgemeinen, und die Zukunft des größten NSN-Standortes, München, im Besonderen.
Details darüber, was da so gesprochen wurde, wurden noch nicht berichtet, um die gerade erst anlaufenden Verhandlungen nicht nachteilig zu beeinflussen; das ist aber auch verhandlungstaktisch nachvollziehbar.
Aus dem Wenigen, das auf der heutigen Rotunden-Mahnwache berichtet wurde, kann man aber auch schon ein paar Schlüsse ziehen und spekulieren:
Es sieht so aus, als werde nun doch nicht nur noch über die Höhe der Abfindungen, sondern auch über eine Zukunftsperspektive für München, für eine Zukunft mit München (was nicht zwingend Mch-M heißen muss) gesprochen. Das ist grundsätzlich schon mal positiv.
Und geschenkt wurde uns das sicherlich auch nicht: Hierzu dürften unser anhaltend lauter Widerstand ebenso wie das Echo von Politik, Presse und Öffentlichkeit beigetragen haben.
Anscheinend ist nicht nur die Arbeitnehmerseite kreativ wenn's um Forderungen geht, auch der Arbeitgeber scheint "nachzukarten", mit Forderungen die sowohl die Beschäftigungsbedingungen als auch die Abbauzahlen betreffen.
Das ist aber für solche Verhandlungen ganz normal - was am Ende dabei herauskommt, darauf kommt's an.
Interessanter und heikler könnte noch sein, was womöglich zum Thema "Sozialauswahl-Bypass" als Preis für einen Standorterhalt gefordert werden könnte - da wird's dann schnell grenzwertig.
Der Arbeitgeber scheint unter (Zeit-) Druck zu stehen, sein Programm zur "Transformation" von NSN (mithin auch der Verlagerung von Aufgaben aus Deutschland weg) zügig umzusetzen; so hielt man sich wohl am Wochenende nicht allzu lange beim Kräftemessen auf, sondern kam schnell auf den Punkt, auf die Sache selbst um die's hier geht. Das ist nicht wirklich überraschend: Erfahrungsgemäß laufen solche Verhandlungen stets nach der Taktik "tausche Schnelligkeit und Geräuschlosigkeit gegen geringere Abbauzahlen und gute Trennungskonditionen" (und hier aktuell nun auch noch den Standorterhalt). Das bedeutet einerseits, dass die Arbeitnehmerseite diesen Zeitdruck verhandlungstaktisch nutzen kann, andererseits kann es aber auch bedeuten, dass eine (wie auch immer geartete) Einigung schon recht bald kommen könnte. Weil es eben gerade Zeit/Schnelligkeit ist, mit der als Währung wir das, was umgekehrt wir uns vom Arbeitgeber wünschen, bezahlen können.
Soviel zum Thema "Schnelligkeit"; und zum Thema "Geräuschlosigkeit" sei gesagt, dass sich die NSN-Kollegen immer besser "eintrillern", auf der heutigen Rotunden-Mahnwache wurde schon recht ordentlich Geräusch generiert, und es werden diese Woche täglich auch noch weitere Aktionen folgen - umso verlockender die Aussicht, all dieses nicht-enden-wollende Gelärme möglichst bald zu beenden, und umso größer dann hoffentlich auch die Bereitschaft des Arbeitgebers, dafür auch ein paar Zugeständnisse zu machen.
Übrigens: Wenn die NSN-Mitarbeiter dzt. nicht so gut auf ihre Chefs hören, dann kann das auch daran liegen, dass sie nach der Demo vergessen haben ihr Ohropax aus den Ohrwascheln zu ziehen...
Auf der heutigen Mahnwache gab's was für's Kulturelle auf die Ohren:
Fredl Fesl's "Königsjodler" wurde leicht umgetextet (und in englisch übersetzt, damit's auch Rajeev versteht) in den "Suri Yodel". Laut IG Metall wäre eine Namensähnlichkeit mit Rajeev Suri rein zufällig: "Suri: Bavarian for the body state after excessive consumption of alcohol" - könnte zumindest Einiges erklären. Auszug aus dem Song: "If ever's something wrong, just raise your voice and sing the Suri Yodel song". Yeah! Das gemeinsame Singen klappte dann auch so gut, dass Manche meinten, den Vorsänger sollte man künftig überhaupt nicht mehr reden sondern nur noch singen lassen... :-)
Was ist aber letztlich von diesen Verhandlungen zu erwarten? Klar, wir wollen den Erhalt eines Münchner NSN-Standortes (für wie lange auch immer...) erreichen, aber der reine Standorterhalt sagt noch wenig aus; von ihm profitieren nur die Glücklichen, die da bleiben dürfen (ihnen bleibt ein Umzug erspart), aber er ändert noch nicht viel für die unglücklichen Anderen, die gehen sollen. Daher sind auch die Kopfzahlen ganz entscheidend: Wie viele der ursprünglich für den "Abschuss" bestimmten NSN-Kollegen dürfen ebenfalls, zusätzlich zu den bisherigen "Umzugskandidaten", in diesem fortbestehenden Münchner NSN-Standort bleiben (falls der Standorterhalt durchzusetzen ist)?
Wo die kritische Grenze, unterhalb derer ein reiner Standorterhalt für sich alleine nicht mehr viel wert ist, liegt, kann sich jeder selber ausrechnen (wir schreiben hier bewusst keine Zahl hin, um die Verhandlungen nicht damit zu stören).
Und darüber, wie die Trennungskonditionen aussehen werden, können wir dzt. wirklich nur spekulieren, darüber ist noch gar nichts durchgesickert. Aber eigentlich ist's klar, dass die Trennungskonditionen so gut sein müssen, dass sie nicht nur für Kündigungen sondern auch für einvernehmliche Trennungen gut genug sind, und dazu werden sich die Kollegen sicherlich an den letzten Restrukturierungen in unserem Umfeld orientieren. (Mehr dazu in Kürze in einem weiteren Artikel.)
Die ganz andere Frage ist aber: Und wie schaut's mit der Rückvermittlung zu Siemens aus?
Ein Standorterhalt (mit möglichst vielen Mitarbeitern) und gute Trennungskonditionen alleine lösen unser Problem bei weitem noch nicht, das "dritte Standbein", die Siemens-Rückvermittlung, muss auch in die Gänge kommen, und darf nicht vor lauter "Standorterhaltungs"-Fokussierung zu kurz kommen, denn so oder so werden mehr als genug NSN-Kollegen noch übrig bleiben, für die das die letzte Chance, mithin also das wichtigste Thema ist!
Für die Glücklichen, die noch bei NSN bleiben dürfen, mag der Standorterhalt wichtig sein, aber für alle, die nicht zu diesen Glücklichen zählen, dürfte das Siemens-Rückkehr-Thema eher noch wichtiger sein!
Dabei gibt es genau genommen zwei parallele Wege zu beachten:
Alleine mit der bisherigen Vorgehensweise (Einzelbewerbungen auf einzelne ausgeschriebene Siemens-Stellen) wird keine dreistellige Anzahl von NSN-Siemensianern den Weg zurück zu Siemens finden, entweder weil's an den Mobilitätsanforderungen krankt, oder weil NSN'ler aus Siemens-Sicht branchenfremd sind.
Genauso wie die Stellenbewerbungen mehrere Phasen durchlaufen (Bewerbung - Anforderung von Zeugniskopien - telefonisches Sondierungsgespräch - persönliches Bewerbungsinterview), so durchlaufen auch die Bewerber mehrere Phasen.
Die erste Phase, der "Hype" (der dazu führte, dass vor lauter Ansturm auf den Siemens-internen Stellenmarkt am Freitag der Server in die Knie ging, und dass an allen Terminals die Siemens-Seite zu sehen war, normal gearbeitet hat da wohl kaum mehr jemand) ist nun schon der zweiten Phase gewichen, der Ernüchterung: Upps, sooo wenige passende Stellen doch? Und erst recht für München! Und diese Diskrepanz zwischen einerseits ellenlangen Anforderungslisten, und andererseits viel zu niedriger Stellen-Eingruppierung (die man im externen Stellenmarkt so klar ja noch nicht sehen konnte) - das wird schwierig, das wird eng!
Aber trotzdem, wer's nicht versucht, wer nicht kämpft, der hat schon verloren!
Ein paar Tipps noch für die Siemens-Bewerbung:
Wer kein einigermaßen aktuelles Zwischenzeugnis hat, möge bitte jetzt aufwachen und sich um eines bemühen - auch für die Bewerbung bei Siemens wird sowas verlangt (insofern man überhaupt so weit kommt und diese Phase erreicht).
Im Bewerbungsschreiben explizit darauf hinweisen, dass man sich als NSN'ler bewirbt (wegen der "bevorzugten Berücksichtigung")
Nicht zu selektiv filtern, lieber ein paar Stellen mehr durchlesen.
Nicht nur nach Jobs in der eigenen Eingruppierungen fahnden, sondern auch nach Jobs jeweils Eins höher/niedriger.
Wer nur in/bei München Arbeit sucht: Nicht nur München ankreuzen, es gibt rund 15 München-nahe Orte in der Liste.
Wer früher oder später, nachdem er keinen Job in München gefunden hat, doch auf "deutschlandweit" umschaltet: Wartet damit nicht zu lange, nur der frühe Vogel fängt den Wurm!
Explizit angeben, dass man nicht nur deutsche, sondern auch englisch-sprachige Ausschreibungen (für DEU) sehen will.
Wirklich größere Mengen an NSN-Siemensianern werden wir aber u.E. nur zurück zu Siemens bringen, wenn es uns gelingt, Siemens neue lukrative Geschäftsfelder aufzuzeigen, in denen Siemens mit Hilfe unserer Kompetenz und Arbeitskraft gute Geschäfte machen kann. Siehe unser Artikel "Megacities haben ein Nervensystem - Die Lücke im Siemens-Portfolio" vom 14.3.2012.
Nur so können wir, wenn überhaupt, größere NSN-Organisationseinheiten mit einer deutlich dreistelligen Anzahl von NSN-Siemensianern en-bloc zu Siemens zurückbringen - das ist aber ein Thema, das man wohl weniger mit NSN als vielmehr direkt mit Siemens selbst verhandeln kann, und muss.
Personalpolitik bei NSN: Unten abbauen, oben aufbauen
NSN baut seinen Vorstand weiter auf: Samih Elhage wird der neue Chief Operating Officer bei NSN. (Derweil soll sich Herbert Merz „in Zukunft auf andere Bereiche konzentrieren“.) Die Presse wertet diese Maßnahme als „schrittweise Entmachtung“ von NSN-Chef Suri; nach der Ernennung von Schröter und Ovesen wäre das dann wohl der nunmehr dritte Schritt. (nachrichten.finanztreff.de)
Dass der NSN-Vorstand also nicht verkleinert sondern vergrößert wird, während NSN sich selbst und insbes. seiner Belegschaft eine radikale Schlankheitskur verordnet hat, mag aber zur Frage veranlassen: Rühren die NSN-Probleme denn daher, dass NSN zuviele Mitarbeiter und zu wenige Vorstände hatte? Zu viele Ruderer und zu wenige Steuermänner?
Manche meinen, das Gegenteil treffe eher zu, NSN habe schon zu viele Manager und zu wenige Macher – umso unverständlicher dann das fortgesetzte Aufblähen dieses NSN-Managementapparats.
Was aber ist konkret vom „Neuen“ zu erwarten, was hat er vorzuweisen, was wurde z.B. aus seiner letzten Firma?
Hmmm, das war – oh oh – das war ja Nortel! Schluck!
NSN: Verhandlungsbeginn in Mch M
Am Wochenende beginnen die offiziellen Verhandlungen zwischen der IGM und NSN über den Zukunfts-Tarifvertrag für München. Für die Regionen soll der GBR verhandeln.
Das übliche Ziel von Verhandlungen ist es, einen Kompromiss zwischen den Forderungen der Parteien zu erzielen.
Die Ausgangsforderungen von NSN wurden am 31.1.12 offiziell bekannt gegeben:
2.900 gehen (per Fingerpointing statt per Sozialauswahl bestimmt)
1.600 ziehen um und/oder werden ausgegliedert
30 Standorte in Deutschland werden geschlossen, darunter auch der größte Standort München
Daraufhin forderten die IGM und die Betriebsräte:
(Weitere Forderungen s. 10 Forderungen des GBR und Regionen-Ausschuss).
Durch die massiven und anhaltenden Proteste der Mitarbeiter und mit der Unterstützung durch die Politik wurde folgendes erreicht:
Verhandlungen über unsere Zukunft können nun doch ergebnisoffen geführt werden und beginnen (Schließung nicht mehr „alternativlos“)
Jo Kaeser stellt öffentlich eine Siemens-unterstützte beE in Aussicht (im SZ-Interview)
Die Tarifkommission hat sich folgende Ziele gesetzt:
Für garantierte mindestens <N> Jahre (tbd)
Aus diesen Zielen geht nicht hervor, ob die Forderung #2 (keine Umgehung einer Sozialauswahl) der IGM und der Betriebsräte abgedeckt ist. Die ersten Verhandlungsergebnisse sollen den IGM-Mitgliedern am Donnerstag, den 22.3. vorgestellt werden und danach soll gegebenenfalls abgestimmt werden.
Nach welchen Kriterien kann ein Verhandlungsergebnis beurteilt werden?
Da kommt es natürlich auf das persönliche Schicksal jedes einzelnen auf. Wer z.B. unfreiwillig gekündigt wird, keine Arbeit findet und zum Harz IV Fall wird, kann mit dem Verhandlungsergebnis nicht zufrieden sein. Andererseits müssen die IGM und die Betriebsräte das Gesamtergebnis für alle Mitarbeiter optimieren. Die Frage ist, was wiegt hier mehr, z.B. keine Umzüge oder 2.000 unsoziale Kündigungen? Reicht es, die Zahl der unfreiwillig gekündigten (also potenzielle Harz IV Fälle) auf paar Hunderte zu reduzieren? Wie viele Ersatzarbeitsplätze werden für die Gekündigten z.B. bei Siemens geschaffen? Alles schwierige Fragen, über welche die IGM-Mitglieder bei ihrer Abstimmung werden entscheiden müssen. (Da es hier um einen Tarifvertrag geht, können die Nicht-IGM-Mitglieder darüber nicht mitentscheiden, auch wenn es natürlich für uns alle gelten sollte).
Welche Druckmittel hat die IGM, wenn die Verhandlungsergebnisse zu mager sein sollten?
Dieselben wie bis jetzt, d.h. über den öffentlichen Druck auf Siemens, Nokia und NSN unterstützt durch:
Androhung von massenhaften nachträglichen Widersprüchen zum NSN-Übergang (s. Forum)
Lasst uns über das ganze Thema im Forum diskutieren!
(AdR.: The following article can be found directly under: http://www.nci-br.de/docs/nci-aktuell.htm#16.3.2012-1)
Desperate Housekeeper in the Driver Seat of Nokia Siemens Networks (NSN)
Rajeev Suri, CEO of Nokia Siemens Networks, is planning to close NSN’s major location Munich/Germany with 3600 employees, move 1600 indispensable employees from Munich to other German locations and to lay off the rest of the employees – each averaging 49 years of age. Most of them have worked 20+ years for the former Siemens Communications division and who were primarily responsible for the strength of Siemens today. Siemens holds 50% of NSN’s equity but has left the operational leadership to Nokia – which, it turns out, is a boat struggling with its own sinking.
The planned closure of the Munich campus contains a very high risk for NSN. The employees selected for relocation, while from their perspective still facing an unclear future, might jump off later in order to stay with their families who will stay in Munich. In combination with other similarly desperate plans of the current NSN CEO, this plan is able to destabilize the whole company. NSN customers have expressed concerns regarding the future stability of the company, fearing that the planned step will just further accelerate NSN’s slipping down the slope.
It seems obvious that the company intends to circumvent the German dismissal-protection law with this undertaking. This law includes the requirement to consider social criteria while making employees redundant. It is, of course, rendered ineffective with the complete closure of a location. In the case of NSN Munich the closure is rather a self-inflicted injury on the company for the sake of avoiding doing the necessary homework. There are rumors reporting a spin-off of the operations part of NSN as a separate company and to leave it in Munich because the EB member managing said he cannot guarantee full operational capability after the execution of the plan.
The plan seems to be a part of a strategy to withdraw, step-by-step, from Germany for the sake of short-sighted salary cost considerations, overlooking the value of the high productivity (in terms of business critical processes) and innovational strength (in terms of business critical patents) in Germany. Moreover, the engineering sector is the basis of the global highly successful German economy. Why not at NSN? After all, the market leader Ericsson in Sweden is able to maintain its position. The exSiemens employees might be determined to be the main victims of the mismanagement at NSN under the eyes of Siemens.
As the past has already shown, the execution of such a plan would further damage the company for tomorrow, while attempting to be a short-term remedy for the damage from yesterday. Nokia is desperately trying to avoid its own doom and seems to have lost full control of the management of NSN; when will Siemens take over more responsibility and request a replacement of this CEO?
(Liz Scanda)
Na toll – der eigene Arbeitsplatz ist demnächst weg, aber vorher steigt die Arbeitsbelastung noch einmal so richtig an – die Consultants müssen mit Informationen versorgt werden, die Arbeit der Kollegen, die das sinkende Schiff bereits verlassen haben, muss auch noch mitgemacht werden. Verrückte Welt – oder? Aber wir sind ja lernfähig und nehmen uns zu Herzen, dass heutzutage der mündige Mitarbeiter gefragt ist.
Natürlich würden wir uns am liebsten in die Arbeit stürzen, unsere Ziele erreichen, egal wie viele Überstunden dafür geleistet werden müssen, aber nach einer nüchternen Bestandsaufnahme, müssen wir uns eingestehen, dass Verdrängung nicht die Lösung ist. Unsere Jobs sind weg, auch wenn überraschend viele Kollegen denken, sie könnten zu den Wenigen gehören, die vielleicht doch ihren Job behalten.
Wir haben jetzt ein neues Projekt, das mit der größtmöglichen Priorität angegangen werden muss: Wir brauchen einen neuen Job und wir brauchen dafür alle Energie und Kreativität, die wir zur Verfügung haben. Dabei bleibt unsere Einstellung professionell, darauf muss uns niemand hinweisen. Unseren Job bei NSN - solange wir ihn noch haben - erledigen wir im geschuldeten Umfang, aber alles, was darüber hinaus geht, hält uns davon ab, uns einen neuen Job zu suchen. Aber auch jeder, der Aufgaben verteilt, muss dieser Neuausrichtung der Prioritäten nach der Verkündigung der Standortschließung Rechnung tragen.
Ein weiter so, im Stil von „ich wollte Dir nur kurz mitteilen, dass Dein Job weg ist, aber ansonsten habe ich hier noch ein paar Aufgaben, die Du auch noch erledigen musst“ kann es nicht geben. Hier können wir erwarten, dass genau überlegt und geplant wird, wofür die vorhandene Arbeitszeit genutzt wird und welche Aufgaben in welcher Reihenfolge priorisiert werden.
Wir stellen also eine Liste auf mit unseren Aufgaben und schätzen für jede Aufgabe den zeitlichen Aufwand. Dem stellen wir unser wöchentliches / monatliches Zeitbudget gegenüber. Mit dieser Aufgabenliste setzen wir uns mit unserem Vorgesetzten zusammen und priorisieren gemeinsam unsere Aufgaben. In der Praxis wird es natürlich so sein, dass es ständig zusätzliche Aufgaben gibt, die den geplanten Ablauf durcheinander bringen. Da wir unser Projekt „nach der Arbeit noch neuen Job suchen“ nicht gefährden dürfen, müssen wir uns dann eben immer wieder mit unserem Vorgesetzten zusammensetzen, um festzulegen, in welcher Reihenfolge die Aufgaben erledigt werden sollen.
Wenn wir zu hören bekommen, solches Verhalten sei unkollegial, brauchen wir uns nur klarzumachen, dass alle Kollegen in der gleichen Zwangslage sind und ein solcher Vorwurf nur den Blick auf das, was wichtig ist, vernebeln soll. Auch davor, dass unser Arbeitgeber uns ein schlechtes Zeugnis ausstellt, haben wir keine Angst, wir haben uns vorher nichts zuschulden kommen lassen und verhalten uns selbst in dieser existenzbedrohenden Situation korrekt und dem Ernst der Lage angepasst.
Eine langfristige Strategie – wohl kaum
Die Ertragslage der Mobilfunkausrüster verändert sich dramatisch. Es sind kaum mehr Neukunden zu gewinnen, die bestehenden Kunden verlangen nach immer höheren Datenübertragungsraten, sind aber nicht bereit, mehr zu bezahlen. Wer Kunden halten will, muss in Bandbreite investieren, kann aber nicht mehr verlangen. Die Gewinne schrumpfen.
Die Provider helfen sich, in dem sie zum einen die Netzwerkausrüster zu immer niedrigeren Preisen drängen, zum anderen indem sie mit anderen Providern ihre Netze zusammenlegen, betreiben und nutzen. Das sogenannte Network-Sharing. So geschehen in Großbritannien, Polen und Österreich. Andere Länder werden folgen. Durch beide Strategien schrumpfen die Umsätze bei den Netzwerkausrüstern weiter. Das ist, was Rajiv mit „flatish market“ meint.
Welche Strategien verfolgen unsere Hauptkonkurrenten?
Huawei hat im letzten Jahr angekündigt, ins Enterprise- und Cloud-Geschäft einzusteigen und damit zur 100 Mrd. Dollar Company zu werden. Das Netzwerkgeschäft wird zur Nebenbeschäftigung.
Ericsson entwickelt sich zum Diensteanbieter. Sie betreiben Netzwerke für andere, aber vor allem wollen sie Partner für Inhalteanbieter werden. Radio-, Film-, Fernsehprogramme wollen mobil und im Internet verteilt werden. Dort lassen sich gute Margen erzielen. Dazu passt die aktuelle Meldung (www.zdnet.de), dass Ericsson Technicolor gekauft hat.
Die Konkurrenz sucht sich neue Geschäftsfelder, während NSN sich auf den umsatzmäßig schnell kleiner werdenden Markt der Mobilfunknetze konzentriert.
Der langfristige Erfolg dieser Strategie erscheint mehr als zweifelhaft.
(BK, MB)
An einem sonnigen Mittwoch dekorierten die Münchner NSN-Mitarbeiter ihr Firmengelände auf ihre spezielle Art mit bunten Frühlingsblümchen.
Und wenn das NSN-Management deswegen in die Luft geht:
Umso besser, dann können sie von da oben aus auch den Schriftzug erkennen, den diese Blümchen bilden:
NSN WIR BLEIBEN !
Megacities haben ein Nervensystem - Die Lücke im Siemens-Portfolio
Franz Maget (SPD, Vizepräsident des Bayerischen Landtags) machte bei seinem Besuch der offenen IGM Mitgliederversammlung vom 8. März am NSN Standort München (nicht nur ;-) eine sehr kluge Bemerkung: Siemens solle sich überlegen, was es mit den vielen gut ausgebildeten Kräften bei NSN anfangen kann, anstatt diese zu entlassen.
Die Innovationsoffensive bei NSN selbst hat dazu bislang eher wenig beigetragen. Aber vielleicht sollte man verstärkt in Richtung Siemens blicken und überlegen, was dort möglich und sinnvoll wäre. Der Siemens-Bereich I&C (Infrastructure and Cities) adressiert zukunftsweisende Geschäftsmöglichkeiten: die Befriedigung von Infrastruktur-Anforderungen, die sich aus dem ungebrochenen Trend zur Verstädterung und Bildung von Megacities ergeben. Also: intelligente Transportlösungen, Verkehrsoptimierung, Elektromobilität, Wasser- und Energieversorgung, Smart Grids - alles angeboten aus einer Hand.
Was aber bereits in der "Mega"story von Klaus Kleinfeld zur Neuausrichtung der Siemens AG fehlte und bis heute fehlt, ist die Beantwortung der Frage: Wie werden die Kommunikationsanforderungen von Megacities befriedigt? Datenverbindungen sind die Nervenleitungen unserer modernen Welt.
Eine Megacity ohne funktionierendes Nervensystem? Undenkbar!
Selbst wenn Siemens das notwendige Equipment für Kommunikationsnetze nicht (mehr) in seinem eigenen Portfolio hat (was schade genug ist, nachdem die Wurzeln von Siemens in der Telekommunikation lagen), ist umfassende Sach- und Projekt-Kompetenz bezüglich Netzwerken sicherlich ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil.
Warum also etabliert Siemens nicht eine Säule "Networks" im Rahmen seines I&C Bereichs? Eine solche Säule könnte in zweierlei Richtungen wirken. Einmal als kompetenter Ansprechpartner in Richtung Kunden zum Thema Netzwerkanforderungen. Zum anderen Siemens-intern um sicher zu stellen, dass die verschiedenen Bereiche hinsichtlich Netzwerkaufgaben Synergieeffekte erzielen und nicht immer wieder unabhängig das "Rad neu erfinden" müssen.
Bei den anstehenden Verhandlungen über die Zukunft von NSN und seinen Mitarbeitern sollte also auch die direkte Diskussion mit der Siemens AG über die Erweiterung des Siemens Portfolios ein wesentlicher Bestandteil sein. Die Gründung eines I&C "Networks" Bereichs würde eine echte Win-Win-Proposition sowohl für die "überzähligen" NSN-Mitarbeiter als auch die Siemens AG bilden. Der auf dieser Webseite schon öfters vorgeschlagene Team- bzw. Abteilungsweise Transfer von NSN-Mitarbeitern zu Siemens könnte helfen, die Gründung dieses Bereichs mit maximaler Effizienz und minimalem Risiko durchzuführen.
VDI-Berechnung der Ingenieurslücke: π · Daumen
Dem Ingenieursverein VDI traut man bei der Berechnungsmethode einer Ingenieurlücke ein gewisses ingenieurmäßiges Vorgehen zu. Tatsächlich stützt sich der VDI bei seinem Geschrei nach Ingenieur- und Fachkräftemangel auf vier Daten:
Offene Ingenieurstellen registriert bei der Bundesagentur für Arbeit (=offen)
Arbeitslos gemeldete Ingenieure (=arbeitslos)
Unternehmensangaben zu geplanten Einstellungen (=ein)
Die Zahl 7,14
Und schon ist die Berechnungsmethode fertig:
Bedarf an Ingenieuren = offen * 7,14 + ein – arbeitslos
Während die Werte für Punkt 1 und 2 nachzuvollziehen sind, bleibt das Zustandekommen der (VDI-eigenen) Umfrageergebnisse meist im Dunkeln, so auch beim BJU (siehe auch Artikel vom 17.8.2010 „Fachkräftemangel – eine entlarvende Forderung des BJU?“). Ganz suspekt wird es dann beim Punkt 4. Es ist kein Tippfehler, es ist dem Autor bekannt, dass die Zahl π etwa 3,14... entspricht, aber vielleicht ist dies eine Erklärung für die VDI-Berechnung: π war einfach zu klein, so dass man die 3 durch eine 7 ersetzt hat. Dieser (willkürlich) angesetzte Multiplikator wird benutzt, „weil es weit mehr offene Stellen gebe, als die Behörden wissen“ (www.spiegel.de). Und als Ergebnis kommt eine Zahl heraus, die „berechnet“ wurde – super Argumentation.
Es wurde bereits viel über die „Mängel“ dieser Berechnungsmethode geschrieben. Auf einen formalen Fehler sei hier nochmals hingewiesen: Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss werden bei der Formel total ausgeblendet; im Jahre 2010 wurden immerhin mehr als 50.000 Abschlussprüfungen für Ingenieure erfolgreich absolviert.
Trotzdem wird der VDI offensichtlich nicht müde bei seiner Lobbyarbeit.
NSN-Zugang zum Siemens-internen Stellenmarkt
Wie uns zugetragen wurde, bekommen die NSN-Mitarbeiter angeblich diesen Freitag noch eine E-Mail mit dem heißersehnten Link auf den Siemens-internen Stellenmarkt.
Womit dann schon mal die erste "Hälfte" der Wegstrecke geschafft wäre: Sich überhaupt darauf bewerben zu können.
Die zweite Hälfte (dann auch genommen zu werden) dürfte aber noch "etwas" holpern...
Stehst Du vor dem Beginn deines Berufslebens?
(AdR.: Der folgende Artikel kann unter diesem Link direkt aufgerufen werden: http://www.nci-br.de/docs/nci-aktuell.htm#14.3.2012-1)
Dann könnte dich der folgende offene Brief von Nokia Siemens Networks Mitarbeitern interessieren, die 15+ Jahre ihres Berufslebens beim ehemaligen Siemens Bereich Communications tätig waren, der auch das profitabelste Siemens Produkt aller Zeiten hervorbrachte. Mit den immensen Erträgen dieses Produktes wurden unprofitable Siemens Bereiche viele Jahre lang über Wasser gehalten.
„Liebe Absolventen und künftige Berufseinsteiger,
legt ihr Wert darauf, später einmal bei einem Unternehmen zu arbeiten, das einen nachhaltigen Umgang nicht nur mit Rohstoffen und Energie pflegt, sondern auch mit den Arbeitsplätzen seiner Techniker, Kaufleute, Ingenieure, Naturwissenschaftler und Absolventen anderer Ausbildungen?
Dann habt ihr jetzt Gelegenheit, live mitzuerleben, wie das Unternehmen SIEMENS bei diesem Thema agiert. Informiert euch gut, denn ihr werdet eines Tages auf eure Jahre als erfolgreiche Leistungsträger zurückblicken, kompetent auf zahlreichen Gebieten sein und für euer Unternehmen große Werte erwirtschaftet haben.
Wenn eurem Arbeitgeber bei einem Wechsel seiner Geschäftsstrategie oder nach dem Herunterwirtschaften eines Geschäftsbereiches durch unfähige Manager und Korruption nichts besseres einfällt, als euch eiskalt durch Verschiebung in eine eigens dafür geschaffene Firma zu entsorgen und euch und euren Familien innerhalb kurzer Zeit die Existenzgrundlage zu entziehen, dann habt ihr euch für das falsche Unternehmen entschieden. Wie früher wir umworben wurden, werdet heute ihr umworben. Aber man wird auch euch vielleicht mit 49 Jahren entsorgen.
Dafür gibt es keinen zwingenden Grund, denn die erfolgreichsten Teams setzen sich bekanntlich aus einer Mischung verschiedener Profile zusammen. Ein Unternehmen, das sich dem Gebot zur Nachhaltigkeit auf diesem Gebiet entzieht, verschleudert die wirtschaftlichen Ressourcen (hervorragend ausgebildete Fachkräfte) eines rohstoffarmen Landes und verursacht die Abwanderung von hochwertigen Arbeitsplätzen ins Ausland. Wo sollen eure Kinder einmal arbeiten? Heute drücken Menschen aus Osteuropa die Löhne von deutschen Pflegekräften. Morgen werden indische Akademiker eure Arbeit in Indien machen, wenn die Politik es zulässt oder gar fördert, dass Unternehmen auf einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Arbeit verzichten. Nachhaltigkeit ist mühsam, aber nötig und möglich. Leistungsfähige Menschen mit hervorragender Ausbildung sind keine Positionen in einem Spread-Sheet, von denen man sich mit der Lösch-Taste verabschiedet, um den Aktienkurs um einige Euro in die Höhe zu treiben.
Daher: Wählt die richtigen Unternehmen und wählt die richtigen Politiker! Eure Kinder werden es euch einmal danken.
Ein Tipp: Vergleicht die Public Relations Aktionen mit der Realität.
Beispiel für PR: www.wirtschaftsethik.edu.tum.de
Realitätsnahe Infos bekommt ihr
bei Facebook unter „Perspektive NSN München“,
bei Twitter www.twitter.de als Follower des Twitter Accounts @IGPirat
(AdR.: und natürlich bei nci-br.de)
(Niederschrift durch den Autor)“
(Enrico Einsteiger)
NSN-Mahnwache: Luftballons der Hoffnung
Auf der heutigen NSN-Mahnwache an der Münchner Rotunde sangen die um ihre Arbeitsplätze, um ihre Zukunft kämpfenden NSN-Mitarbeiter ihre spezielle Version der „99 Lufballons“, bevor hunderte von Hoffnungsbotschaften für die Zukunft unseres NSN-Standortes München an Heliumballons gebunden in den Himmel stiegen.
Auf dass sich die unverbindlichen Interview-Statements von Jo Kaeser hinsichtlich eines Standorterhalts in ein belastbares Verhandlungsergebnis verwandeln mögen – und dies bitte nicht um einen unsittlichen Preis (wie z.B. Kündigungen per Namenslisten oder ähnliche Nettigkeiten)!
Wir brauchen weder eine München-Schließung, noch Kündigungen - die NSN-Probleme lassen sich auch mit einvernehmlichen Trennungen zu annehmbaren Konditionen, sowie der Weiterbeschäftigung überzähliger NSN-Siemensianer bei NSN-Mutter Siemens lösen!
Nur ergebnisoffene NSN-Verhandlungen
Unter der Überschrift "NSN-Chef soll seinen Hut nehmen" wird der NSN-GBR-Vorsitzende zitiert: "Solange Suri daran festhält, dass die Schließungen alternativlos sind, kann das deutsche Management nicht mit den Betriebsräten über Lösungen diskutieren. Es gibt daher noch keine offiziellen Gespräche."
Ein Diktat "wir verhandeln jetzt nur noch über Abfindungshöhen, aber nicht über einen Standorterhalt" lässt sich der GBR nicht vorsetzen.
Man könnte auch ergänzen: Wenn der NSN-Vorstand nicht mit uns darüber verhandeln will, dann ja vielleicht der Vorstand von NSN-Mutter Siemens?!
Ergänzung! Im NSN-Intranet ist nun übrigens auch eine sehr lesenswerte Stellungnahme des NSN-Gesamtbetriebsrats zu dem Interview mit Joe Kaeser zu lesen.
Probleme auch bei der Vorzeigetochter von Siemens
Noch vor einem Jahr wollte Siemens die Lichttochter Osram mit fettem Gewinn an die Börse bringen, was dann aber infolge der Turbulenzen auf den Finanzmärkten verschoben wurde.
Inzwischen hat Osram erhebliche Probleme, auch um den gravierenden Veränderungen in der Lichtindustrie gerecht zu werden. Gemeint ist der Wandel von der klassischen Glühbirne zur LED-Technik – so werden die Maßnahmen des Managements für einen „Job-Ab- und Firmenumbau“ (www.haz.de) begründet. Im Rahmen dieses Umbaus soll in Deutschland jede zehnte Stelle wegfallen, was ca. 1.050 Jobs weniger bedeutet. Im Ausland fallen die Kürzungen noch drastischer aus: es könnten bis zu 3.000 Stellen entfallen. Insgesamt beschäftigt Osram derzeit ca. 41.000 Mitarbeiter weltweit.
Der Umbau (gemeint ist der Stellenabbau) solle nach den Worten von Osram-Chef Wolfgang Dehen „so sozialverträglich wie möglich“ durchgeführt werden. Details dazu gibt es nicht, derzeit laufen Gespräche über einen Sozialplan.
Sollte ein Börsengang von Osram in 2012 nicht glücken, könnte eine weitere Tochter an der Mutter Siemens kleben bleiben; noch macht Osram 400 Millionen Euro Gewinn.
Darf der Arbeitgeber nach einer Schwerbehinderung fragen - und muss ein schwerbehinderter Arbeitnehmer wahrheitsgemäß antworten?
Zu diesen Fragen hat das Bundesarbeitsgericht in einem aktuellen Urteil (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16. Februar 2012 - 6 AZR 553/10) neue Antworten gegeben.
Der Insolvenzverwalter einer Firma verschickte an die Beschäftigten Fragebögen u.a. mit der Frage nach einer Schwerbehinderung bzw. Gleichstellung. Der schwerbehinderte Kläger beantwortete die Frage wahrheitswidrig negativ. Als er kurze Zeit später wie viele seiner KollegInnen die betriebsbedingte Kündigung erhielt, erhob er Kündigungsschutzklage und begründete sie mit seiner Schwerbehinderung und dem damit verbundenen Sonderkündigungsschutz (SGB IX §85). Er gewann vor dem Arbeitsgericht in erster Instanz, verlor die Berufung aber vor dem Landesarbeitsgericht und war nun auch mit seiner Revision am Bundesarbeitsgericht erfolglos.
"Die Frage nach der Schwerbehinderung im Vorfeld einer vom Arbeitgeber beabsichtigten Kündigung (...) soll es dem Arbeitgeber ermöglichen, sich rechtstreu zu verhalten. (...) Infolge der wahrheitswidrigen Beantwortung der ihm rechtmäßig gestellten Frage nach seiner Schwerbehinderung ist es dem Kläger unter dem Gesichtspunkt widersprüchlichen Verhaltens verwehrt, sich im Kündigungsschutzprozess auf seine Schwerbehinderteneigenschaft zu berufen."
Dieses Urteil schützt den Arbeitgeber davor unwissend in eine "Falle zu tappen", in dem er die im Kündigungsschutzgesetz KschG §1 (3) geforderte Sozialauswahl vermeintlich korrekt durchführt und erst in der Klageschrift zum Kündigungsschutzverfahren von den tatsächlichen Umständen erfährt. Auch die bei Schwerbehinderten erforderliche Zustimmung des Integrationsamtes (SGB IX §85) kann er nur einholen, wenn ihm die Schwerbehinderteneigenschaft des zu Kündigenden bekannt ist. Das Gericht stellt hier das Interesse des Arbeitgebers an einer rechtssicheren Kündigung über die Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers.
Im Urteil macht das BAG aber auch noch eine allgemeinere über den behandelten Fall hinaus gehende Aussage: "Im bestehenden Arbeitsverhältnis ist jedenfalls nach sechs Monaten, also nach dem Erwerb des Sonderkündigungsschutzes für behinderte Menschen, die Frage des Arbeitgebers nach der Schwerbehinderung zulässig." Diese zulässige Frage muss der Arbeitnehmer aber auch wahrheitsgemäß beantworten, wenn er sich später auf seine darauf beruhenden Rechte berufen will. Umgekehrt bedeutet das, dass im Zusammenhang mit der Einstellung und in den ersten sechs Monaten des Beschäftigungsverhältnisses diese Frage nicht erlaubt ist und auf rechtswidrige Fragen darf man mit der Unwahrheit antworten. Dies steht im Zusammenhang mit dem Diskriminierungsverbot im Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz AGG; es soll verhindert werden, dass Schwerbehinderte bei der Stellensuche wegen dieser Eigenschaft abgelehnt werden (Etwas anderes ist es aber, wenn die Schwerbehinderung die Eignung zu der angestrebten Tätigkeit wesentlich einschränkt, dann muss der Bewerber sogar von sich aus darauf hinweisen, wenn er nicht riskieren will, dass der Arbeitsvertrag später angefochten wird.)
Das Urteil macht übrigens keine Aussage darüber, ob der Arbeitnehmer von sich aus, also ungefragt, auf eine Schwerbehinderung aufmerksam machen muss, um den Sonderkündigungsschutz und die Berücksichtigung bei der Sozialauswahl nicht zu verlieren. Insbesondere dann, wenn Kündigungen akut drohen, ist das ernsthaft zu erwägen. Im Prinzip gilt obiges Argument auch hier: Der Arbeitgeber kann sich nicht an das Kündigungsschutzgesetz halten, wenn er die tatsächlichen Sozialkriterien nicht kennt. Aber: Er hätte ja auch fragen können. Jedenfalls ist der schwerbehinderte und gleichgestellte Arbeitnehmer "auf der sicheren Seite" (und erspart sich evtl. viel Ärger), wenn er dem Arbeitgeber seinen Status mitteilt, am besten auch noch mit Kopie an die Schwerbehindertenvertretung und an den Betriebsrat.
Viele weitere Informationen zu diesem Thema gibt es in unserem Übersichtsartikel "Schwerbehinderung"
Kaeser gegen komplette Schließung von NSN in München
In einem Interview in der heutigen SZ übt Siemens-Finanzvorstand Jo Kaeser deutliche Kritik am NSN-Management im allgemeinen, und an dessen Plänen zur Schließung von NSN in München im besonderen.
Zum Stichwort "alternativlos": Kaeser fordert, sehr wohl Lösungsalternativen zur München-Schließung zu suchen, denn "für den Erhalt von zumindest einigen Arbeitsplätzen lohnt sich das allemal".
Recht hat er: Jeder einzelne gerettete Arbeitsplatz ist es wert, ihn gerettet zu haben!
"Es wird jetzt wirklich Zeit, dass sich das NSN-Mangement und die Arbeitnehmervertreter zusammensetzen und konstruktiv nach wirtschaftlich tragfähigen Lösungen für den Standort München suchen."
Und das sagt diesmal nicht "nur" der NSN-GBR, sondern der Siemens-Finanzvorstand - das hat schon Gewicht!
Gibt es also doch noch Hoffnung für die Schließungs-Betroffenen?
Nun, von den anderen 29 Schließungsstandorten ist da keine Rede, sie laufen Gefahr Opfer ihrer geringen Größe zu werden, weil sie bei diesen Rettungsbemühungen womöglich "übersehen" werden.
Aber zumindest für München?
Dazu Kaeser: "Siemens ... wird es nicht hinnehmen, dass NSN aus München so einfach verschwindet" verbunden mit der Ermunterung zum Dialog und ein paar Schmeicheleinheiten für den Gesprächspartner: "Die IG Metall hat bei Siemens bewiesen, dass sie nicht nur hart, sondern auch konstruktiv und lösungsorientiert verhandeln kann." Klingt also danach, als wolle Siemens es sich doch nicht ganz mit der Gewerkschaft verderben - gut für uns.
Kaeser kritisert auch den bisherigen zeitlichen Ablauf: Nach der Bekanntgabe im November "haben wir jetzt März und der einzelne Beschäftigte weiß immer noch nicht, ob er seine Stelle verliert und wie es weitergeht".
Diese Informationspolitik von NSN kritisieren wir NCI'ler ja schon lange, aber wenn's nun auch ein Jo Kaeser tut, hat das zugegebenermaßen gleich ein ganz anderes Gewicht.
Etwas später ergänzt er (und trifft damit wohl den Nagel auf den Kopf, woran NSN wirklich krankt): "Nicht die Mitarbeiter sollen Angst haben, sondern die Konkurrenten"!
Ein weiteres Statement klingt verdächtig nach einer von Siemens unterstützten NSN-beE:
"Außerdem können wir NSN beim Aufbau und der Abwicklung von Beschäftigungsgesellschaften unterstützen".
Die Ängste, NSN gehe Risiken ein, wenn es zum Nischenanbieter nur noch für schnelle mobile Datennetze werde, wollte hingegen Kaeser so nicht teilen, an der Stelle kritisierte er NSN mal nicht.
Ein letztes Zitat wollen wir noch erwähnen, zur Frage ob Siemens nun die Kontrolle übernehmen müsse:
"Nein, das ist ausgeschlossen. Nokia ist eine erfahrene Telekommunikationsfirma, die Finnen sind der natürliche Führer im Joint Venture. Sie halten daher auch 50% der Anteile plus eine goldene Aktie".
Nun, in diesem Punkt sind wir dann doch nicht ganz einer Meinung...
Übrigens hatte Klaus Kleinfeld vor der NSN-Ausgliederung der betroffenen Siemens-Belegschaft hochoffiziell mitgeteilt, Siemens halte 50% plus eine goldene Aktie mehr, also das exakte Gegenteil. Wobei ich dazu tendiere, eher Kleinfeld als Kaeser für einen Lügner zu halten, aber so oder so sind wir vom Siemens-Vorstand (entweder vom jetzigen oder vom damaligen) krass angelogen worden.
Noch ein Grund mehr, Siemens in die Pflicht zu nehmen...
So, nun kommen wir aber auch noch zu einer Wertung (und auch etwas Interpretation): Was bedeutet das nun konkret?
Zunächst mal: Die Proteste gegen die Schließungspläne sind bei Siemens angekommen!
Man spricht wieder mit uns! Das ist schon mal ein sehr wichtiger Fortschritt, wenn auch natürlich nur ein erster Schritt, dem entscheidende weitere Schritte werden folgen müssen.
Zweitens: Es klingt alles nach einem Standorterhalt wenigstens für München, das ist zwar damit noch nicht gegessen, aber zumindest klingt das deutlich besser als noch kürzlich im "alternativlosen" Suri-Interview.
Das hat zahlreiche Vorteile: Keine Umgehung der Sozialauswahl über Umzüge + Schließung, vielleicht dann auch keine nur dafür benötigten Umzüge und Ausgliederungen mehr, mehr Fokus auf einvernehmliche Trennungen zu annehmbaren Konditionen, und so fort.
Das alles ist noch nicht die automatische Folge sondern auch vom weiteren Verhandlungsgeschick abhängig, aber zumindest scheint sich die Tür dazu langsam zu öffnen.
Auch die Tür "beE" scheint sich für Kollegen, die vielleicht an attraktiven Trennungskonditionen interessiert sind, wieder zu öffnen - aber wie gesagt, eine beE kann attraktiv oder auch völlig unattraktiv sein, das hängt von Laufzeit und Abfindungsformeln ab, also vom weiteren Verhandlungserfolg.
Aber zumindest ein Licht am Ende des Tunnels zeichnet sich ab. Zumindest 2 von 3 Kernforderungen (Standorterhalt, und vernünftige Lösungen für Trennungswillige) scheinen in greifbare Nähe zu rücken.
Etwas anders aber sieht es aus mit der dritten Forderung, nämlich dem Einsatz überzähliger NSN-Siemensianer bei Siemens: Das Thema bedarf noch einiger Vertiefung.
Nur eine beE und eine Öffnung des Siemens-internen Stellenmarktes für NSN-Bewerber reicht bei weitem noch nicht. Wie wir von unserem gestrigen Bericht aus dem bayrischen Landtag formulierten: "Siemens sollte mal überlegen, was Siemens mit so hochqualifizierten langjährigen Mitarbeitern als nächstes sinnvoll anstellen kann, wenn sie im Telekommunikationsnetzegeschäft jetzt nicht mehr gebraucht werden". Das umfasst etwas mehr als nur vereinzelte und im Regelfall fruchtlose Bewerbungen auf einzelne Siemens-Stellen zuzulassen. Bis hin zu einem "Betriebsübergang-retours" wie schon früher von uns gefordert.
Erst recht, wenn man bedenkt (mit §613a.6 BGB im Hinterkopf), dass wir damals beim Betriebsübergang von Siemens zu NSN anscheinend angelogen wurden, was die Mehrheitsverhältnisse bei NSN anbetrifft.
Last not least: Grund sich entspannt zurückzulehnen und nicht mehr nach einer anderen Stelle, z.B. und insbes. bei Siemens, zu suchen?
Nein, erstens weil das alles nur ein Licht am Ende des Tunnels ist, aber noch lange nicht das Ende des Tunnels selber: Ein Etappensieg, ein wichtiger erster Schritt nach vorne, aber mehr noch nicht, das Ding haben wir noch lange nicht in der Tasche!
Zweitens, weil aufgeschoben nicht aufgehoben ist: Nur wer nur noch einen Job für die nächsten 2 Jahre braucht, oder sich sicher ist, dass NSN in Deutschland die nächsten Jahre noch überleben wird, mag sich zurücklehnen dürfen, alle anderen aber haben unvermindert Anlass sich nach Alternativen umzusehen. Nicht nur nach Alternativen für NSN, sondern auch nach Alternativen zu NSN.
Und drittens und letztens, Kaeser sprach von einem "Erhalt von zumindest einigen Arbeitsplätzen", von einem "Standorterhalt zumindest in Teilen".
Wir sollten daher die Kirche im Dorf lassen: Mag ja sein dass ein deutlich geschrumpfter Münchner Standort überlebt, und vielleicht müssen dann auch nicht 2.000 Münchner NSN-Mitarbeiter gehen sondern nur 1900, oder 1800, oder wer weiß vielleicht gar nur 1500? "Nur"? Es steht zu befürchten, dass bei allem gutem Kaeser-Willen, der sich nun andeutet, wahnsinnig viele Münchner Familien vor dem Nichts stehen werden, wenn sich ihre Brötchenverdiener nicht rechtzeitig nach einer Alternative, nach einem Job in einer anderen Firma (allerwenigstens bei Mutter Siemens, wie oben ausgeführt) umsehen.
Daran ändert sich nicht wirklich etwas.
Peter Löscher - Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftsethik - oder der "ehrbare Kaufmann"
Siemens-Chef Peter Löscher hat aus seinem Privatvermögen einen Lehrstuhl für Wirtschaftsethik an der Technischen Universität München (TUM) gestiftet. Dazu die Welt online vom 2.3.2010: "Das traditionsreiche Leitbild des ehrbaren Kaufmanns müssen wir gerade auch in dem heutigen globalen Kontext von Märkten und Wirtschaft weiter pflegen, bewahren, vorleben und weitervermitteln", sagte Löscher. Der Lehrstuhl ist mit 1,76 Millionen Euro dotiert.
TUM-Präsident Wolfgang Herrmann würdigte Löscher bei der Unterzeichnung der Stiftungsvereinbarung "als Vorbild einer verantwortungsbewussten Bürgergesellschaft".
Wir sollten Peter Löscher hier beim Wort nehmen und einen Theorie-trifft-auf-Wirklichkeit Test durchführen.
Viele Fragen gäbe es sicherlich zu diskutieren, wie z.B.
Ist eine Portfolio-Politik ethisch, in der Unternehmensteile wie Lego-Klötzchen hin- und her geschoben werden, ohne auf die dort arbeitenden Menschen große Rücksicht zu nehmen?
Ist es ethisch, Unternehmensteile wie ehemals Siemens Com abzustoßen und gleich vom Start weg 10.000 Arbeitsplätze zu vernichten, nur weil der Profit von 2,8% dem handelnden Management als zu gering erschien?
Ist es ethisch zu sagen, dass man an den Verhältnissen bei (der "nicht fortgeführten Aktivität") NSN nichts ändern kann, obwohl man 50% der Anteile besitzt und in Aufsichtsratsgremien nicht überstimmt werden darf? (siehe dazu Veröffentlichung der BIFA vom 28.2.2012)
Ist es ethisch, wenn ebenso brutal wie trickreich geltende Gesetze, wie Kündigungsschutz mitsamt Sozialauswahl, durch wirtschaftlich unsinnige Standortschließungen umgangen werden?
Ist es ethisch, ungerührt zuzusehen und nur Scheinzugeständnisse (Bewerbungsgespräch bei Eignung) zu machen, wenn tausende Mitarbeiter, die dem Hause Siemens 20 Jahre und mehr treu gedient haben, auf die Straße gesetzt werden?
Vielleicht sollten wir den Peter Löscher-Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftsethik in der Lothstr.17 in München einmal besuchen. Vielleicht kann uns der Lehrstuhlinhaber Herr Professor Lütge oder Hr. Löscher selbst Antworten auf diese und mögliche weitere Fragen zur Ethik unternehmerischen Handelns geben. Für die Studierenden wäre eine Begegnung von Mensch zu Mensch mit der ethischen Praxis sicherlich auch sehr instruktiv und lehrreich.
Lasst uns im Diskussionsforum doch mal überlegen, welche Aktionen hier opportun sind.
NSN: Die bayrische Politik positioniert sich
Wie der Münchner NSN-Betriebsrat ausführlich im NSN-Intranet berichtet, und wie gestern auch von Landtags-Vizepräsident Franz Maget auf der IGM-Mitgliederversammlung vorgestellt, hat der bayrische Landtag mehrere NSN-bezogene Anträge fraktionsübergreifend und einstimmig beschlossen!
Damit wird klar zu unseren Gunsten Position bezogen und Siemens in die Verantwortung für uns genommen!
Der komplette Rückzug von Siemens-Tochter NSN aus Bayern als bedeutendem Industriestandort für moderne Technologien ist nicht hinzunehmen (abgesehen davon dass die Schließung von 30 von 35 deutschen NSN-Standorten eigentlich schon auf einen Angriff auf den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt bedeutet), und statt sich zu überlegen, wie man die NSN-Siemensianer am besten loswerden kann, sollte sich Siemens lieber mal überlegen, was Siemens mit so hochqualifizierten langjährigen Mitarbeitern als nächstes sinnvoll anstellen kann, wenn sie im Telekommunikationsnetzegeschäft jetzt nicht mehr gebraucht werden.
Nach dem ersten Sondierungsgespräch mit Siemens kommt es nun darauf an, weitere Gespräche auf offizieller Basis fortzuführen. Es ist anzunehmen, dass es auch im Vorstand sowohl Freunde als auch Gegner der radikalen NSN-Schließungspläne geben dürfte, und so kommt es wohl sehr darauf an, daraus etwas zu machen - von heute auf morgen ist ein Umdenken aber wohl nicht wirklich zu erwarten, ohne eine gewisse Geduld und Durchhaltevermögen geht es daher nicht.
Ein erster Anfang ist gemacht, und jetzt dürfen wir nicht mehr lockerlassen!
Immer dieser Ärger mit der (ausgegliederten) Tochter
Nicht nur Siemens oder Nokia bemühen sich um deutliche Distanz zu ihrer einst hochgepriesenen Tochter NSN - jetzt wo die Tochter in Schwierigkeiten ist, deren Probleme dafür wohl bereits im Elternhaus gelegt wurden.
Auch die Infineon Technologies AG muss sich mit dem Problem einer ausgegliederten „Tochter“ beschäftigen, was den Aktionären auf der Hauptversammlung gestern in München gar nicht gefallen hat. Infineon, 1999 ausgegliedert von Siemens, kurz danach an die Börse gebracht, später „Pleitekandidat“, ist heute „wieder oben auf“ (www.handelsblatt.de).
Nach vielen Stellenstreichungen im Jahre 2008 erlebte der Konzern einen tief greifenden Umbau, der sich sehr selbstbewusst als Technologieführer auf der Hauptversammlung darstellte, wäre da nicht eine ungeliebte „Tochter“ namens Qimonda, die in Person eines Insolvenzverwalters 1,71 Milliarden Euro von der Mutter fordert. Qimonda wurde 2006 geboren, als Infineon die Speicherchips nicht mehr in seinem Portfolio behalten wollte. Drei Jahre später ging Qimonda in die Insolvenz.
Der Rechtsstreit wird mit „formalen Fehlern“ begründet, die bereits bei der Gründung gemacht wurden, so wird der Rechtsanwalt Michael Jaffé im Manager Magazin zitiert. „Außerdem habe der Wert der ausgegliederten Aktiva nicht 3,6 Milliarden Euro betragen, sondern minus 1,1 Milliarden Euro.“ „Aus diesem angeblich negativen Wert plus den 600 Millionen Euro, die Infineon damals aus dem Teilverkauf erhalten hat, sowie aus einer angeblich fehlenden Einlage bei "Neugründung" der Gesellschaft 2006 begründet Jaffé eine Forderungen von insgesamt 1,71 Milliarden Euro an den ehemaligen Großaktionär Infineon. Strittig ist zudem die Nutzung von Patenten durch Infineon, die damals Teil der ausgegliederten Aktiva gewesen sind.“
Ganz wohl ist es dem Vorstandvorsitzenden Peter Bauer offensichtlich nicht. Er stimmte die Aktionäre mal schon auf einen teueren Vergleich ein, obwohl die Forderungen natürlich unberechtigt seien. Und P. Bauer muss es ja wissen, er sitzt seit 1999 im Vorstand von Infineon. Derzeit hat Infineon für die ehemalige „Tochter“ nur 305 Millionen Euro zurückgestellt.
Siemens nutzt die Gunst der Stunde
Siemens erlässt den Griechen 80 Millionen Euro Schulden und tut etwas für den Erhalt der 600 Arbeitsplätze von Siemens in Griechenland. Medienwirksam wurde dies gestern in der Presse verkündet. Dies ist aber keine Spende oder Teil des Schuldenerlasses von griechischen Staatsanleihen, sondern vielmehr ein außergerichtlicher Vergleich im Rahmen des Siemens-Schmiergeldskandals in Griechenland.
Ganz uneigennützlich ist diese Aktion also nicht. Mit dem Deal, der noch durch ein entsprechendes Gesetz vom Ministerrat in Griechenland abgesegnet werden muss, kann Siemens einen Schlussstrich im Schmiergeldskandal in Griechenland setzen. Siemens soll, um an Aufträge bei den Olympischen Spielen 2004 zu kommen, in Athen kräftig Schmiergelder gezahlt haben.
Die dafür angedrohtem Bußgelder werden nun „verrechnet“ mit existierenden griechischen Schulden in Höhe von 80 Millionen Euros für „Verbindlichkeiten griechischer Krankenhäuser und anderer staatlicher Betriebe“ (www.spiegel.de). Dazu stellt Siemens einen Betrag von 90 Millionen Euro für die Förderung von Bildung und die Bekämpfung von Korruption zur Verfügung. Und für den Erhalt der erwähnten 600 Arbeitsplätze werden in diesem Jahr nochmals 100 Millionen investiert.
Ein typisches win-win-Geschäft und Siemens hat eine Altlast weniger.
Ausverkauf bei NSN – die nächste
Gestern (am 7.3.2012) wurde der Verkauf der Expedience Produktlinie von NSN an die spanische Firma CN Tetragen bekannt gegeben. Es handelt sich hier um eine (pre-)WiMAX-Produktlinie, die im Rahmen der Motorola-Akquisition ebenfalls übernommen wurde.
"Rinn in die Kartoffeln – raus aus die Kartoffeln" ... sieht so eine zuverlässige Firmenstrategie aus, zu der Kunden vertrauen haben können?
NSN-Demo in Hamburg
Am 12.3. findet in Hamburg eine Demonstration gegen den Stellenabbau und die Schließungspläne bei Nokia Siemens Networks im allgemeinen, und in Norddeutschland und in Hamburg im besonderen statt.
Von den Schließungen in Bremen, Hannover und Hamburg sind rund 150 NSN-Mitarbeiter betroffen, sprich: Ihre wirtschaftliche Existenz, ihre Zukunft steht kurz vor dem Abgrund! (nachrichten.t-online.de)
Da geht es den Hamburgern gerade wie ihren Münchner Kollegen, nur dass von Letzteren mehr zu hören ist, weil der ebenfalls von Schließung bedrohte Münchner Standort deutlich mehr Betroffene hat - aber für jeden Einzelnen ist es wurscht, ob er einer von 150 oder einer von 2.000 Betroffenen ist, wenn er durch eine Standort-Schließung seinen Job verlieren soll: Wir alle haben Familien zu ernähren, wir alle brauchen unsere Jobs!
Suri-Nachfolger gefunden?
Das Handelsblatt vom 7.3. berichtet (allerdings nur in der Print-Ausgabe) unter der Überschrift "Siemens Kommunikationsanbieter plant Börsengang" über Siemens Enterprise Communications und SEN-Chef Hamid Akhavan in einem unauffälligen Nebensatz:
"Die nächste Sanierungsaufgabe könnte schon auf Akhavan warten: In der Branche heißt es, er solle den kriselnden Netzausrüster Nokia Siemens Networks leiten. Diese Aufgabe wäre mindestens so anspruchsvoll wie die Sanierung von SEN."
Ups?! Na dann mal viel Vergnügen...
Glaube nichts, das Du nicht selber...
Was mich schon lange bewegt, aber daherum wird (womöglich aus gutem Grund) ein gaaaanz großes Geheimnis gemacht:
NSN macht einen operativen "Brutto"-Gewinn (wenn auch nur einen noch zu kleinen), aber "netto" macht NSN wahnsinnig viel Miese.
Wer diese Frage beantworten will, muss auflisten, was (außer Steuern) den Unterschied zwischen Brutto und Netto ausmacht.
Da gehörte zuletzt mit Sicherheit der viel zu teure Motorola-Einkauf dazu ("Kaufpreisallokation").
Und 2012 werden die "Restrukturierungskosten" für den Rauswurf von viel zu vielen wertvollen Mitarbeitern dazugehören. So kommt NSN nie auf einen grünen Zweig: NSN verdient (operativ) Geld, aber so schnell kann die Belegschaft gar nicht Geld für NSN verdienen, wie es das NSN-Management wieder locker und entspannt ausgibt. Was dann übrig bleibt, sind üppige netto-Miese.
So mag es nicht verwundern, dass diese genaue Brutto-Netto-Rechnung nirgends nachlesbar ist:
Man muss es einfach glauben, basta.
Das operative Brutto-Ergebnis mag ja noch nachvollziehbar sein, aber "netto" kann man sich das dann noch beliebig schön oder schlecht rechnen, wie's gerade gebraucht wird.
Man kann aber nicht ernsthaft eine Firma sanieren, wenn man nur die Brutto-Posten anschaut: Der Schlüssel liegt im Netto.
Mahnwache zur Aufsichtsratsitzung der NSN GmbH & Co KG am 06.03.2012
„Dieser Standort wird verteidigt“ – unter diesem Motto trafen sich um kurz vor zwölf gestern am 6. März erneut ca. 2000 Mitarbeiter der Belegschaft von NSN München vor dem 41er-Gebäude, um während der parallel laufenden NSN-Aufsichtsratsitzung lautstark darauf aufmerksam zu machen, das die geplante Schließung von NSN München nicht alternativlos sei, so wie der CEO von NSN, R.S., neulich in Madrid, während einer Messe dort, behauptet hatte.
Michael L. von der örtlichen IGM-Vertretung und Georg N., GBR-Vorsitzender von NSN Deutschland, ließen es sich nicht nehmen, die wütenden Kollegen in ihrem Kampf um den Arbeitsplatz in München kräftig zu unterstützen. Sie unterbrachen die AR-Sitzung, um lautstark die Kollegen zu motivieren, weiter zu machen mit ihrem Protest. „Der Wittelsbacherplatz hört Euch!“ so Michael L. von der IGM. Und Georg N. legte noch einen drauf: „Es gibt für den derzeitigen CEO bei NSN mehr als nur eine Personal-Alternative“, ganz klar seine Botschaft an CEO R.S., seine Koffer schnellstens zu packen und das Feld jemanden zu überlassen, der von Telekommunikation mehr versteht.
Wir benötigen einen end-to-end-portfolio und nicht eine Reste-Rampe für den Großteil des Geschäfts und dringend den Standort München mit seinen kompetenten langjährig beschäftigten Mitarbeitern für das weltweite Systemgeschäft. So der Contest der beiden Redner.
Fazit: der Widerstand gegen die geplante Schließung geht nun in die nächste Runde, der CEO R.S. sollte sich – nicht nur wegen der Witterung in München – warm anziehen, so mein Eindruck.
Vielleicht beweist der CEO R.S. ja mal Rückgrat und stellt sich in einer offenen Podiumsdiskussion in München der Belegschaft und erläutert seine „genialen“ Pläne dort einmal im Detail.
Die Belegschaft wird auch keine Schuhe werfen! Versprochen!
CEOs kommen und gehen – die Belegschaft bleibt! Wer sonst soll denn das Geschäft abwickeln?
Der neue CEO wird vom scheidenden CEO in das Geschäft eingeführt und der alte CEO gibt dem neuen CEO einige Tipps:
„Pass auf – im CEO Safe habe ich dir 3 Briefe hinterlegt. Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3, du darfst aber immer nur einen Umschlag öffnen, wenn das Geschäft schlecht läuft!
Und das Geschäft läuft im ersten Jahr schlecht, der CEO öffnet Brief 1 und dort steht: „Schieb alles auf den Vorgänger“.
Im zweiten Jahr läuft das Geschäft wieder schlecht und er öffnet den 2. Brief und dort steht: „Restrukturiere und entlasse mindestens 25% der Belegschaft“.
Im dritten Jahr läuft das Geschäft wieder schlecht und er öffnet nun den dritten Brief, dort steht: „Es wird nun Zeit für Dich, drei neue Briefe zu schreiben!“
Hiring Freeze bei NSN
Soeben erreicht uns folgende Nachricht von „HR Connection“:
„[...] As NSN moves through the transformation phase, a company-wide total hiring freeze of all external candidates, across all business units has been implemented, effective immediately. [...]“.
Heisst mit anderen Worten: Jetzt, wo schon vor Wochen, von München einmal abgesehen, die meisten Arbeitssklaven – pardon: „Consultants“ – per „Insourcing“ zu internen Mitarbeitern „transformiert“ wurden, wird schnell noch ein externer Einstellungsstopp verhängt.
Na, dieser geniale Schachzug löst doch alle unsere Probleme mit einem Schlage, oder?
NSN: Die wahren Ursachen der Misere – Teil 2
Um der Ursache auf den Grund zu gehen, eignet sich am Besten die Grafik aus der Folie 8 der Betriebsversammlung der Region West vom 15.02.2012 (siehe dazu NCI-Artikel vom 1.3.2012 „NSN: Die wahren Ursachen der Misere“).
Diese Grafik mit dem Original-Titel „Operating Profit comparison“ ist einem Foliensatz von NSN CI (Competitor Intelligence) entnommen und dort als Folie 28 zu finden (nur im Intranet, Foliensatz "2011_Q3_Competitor-Summary.ptt").
Klar ist, NSN hat kein Kostenproblem! Das zeigt die gelbe OPEX Linie im Vergleich zu unseren Mitbewerbern. Sondern NSN verkauft seine Produkte unter Wert. Die Gross Margin ist mies (schwarze GM% Linie). Unserem Management ist das bekannt. Es steht klar und deutlich in der Überschrift auf der Folie „NSN suffers from GM“.
Wenn aber, wie hier, die Kosten wettbewerbsfähig sind, dann kann man die Gross Margin nur verbessern, indem man für seine Produkte bessere Preise erzielt.
NSN verkauft Hardware, Software und Service:
Die Hardware wird mehr und mehr „Commodity“, sprich, ist standardisiert und damit austauschbar von Hersteller zu Hersteller. Die Preise sind vergleichbar. Da ist nicht viel zu holen.
Auch der Service wirft nur eine geringe Marge ab. Der Preis wird fast ausschließlich durch Personalkosten bestimmt. Einzig durch Optimierungen im Personaleinsatz lässt sich ein marginal höherer Gewinn erzielen.
Bleibt noch die Software und hier liegt der Grund für den ausbleibenden Gewinn! Im Netzwerkgeschäft kann man nur mit Software und deren Wartung dauerhaft Geld verdienen, Kunden an sich binden und die Marge hoch halten. Um Marktanteile zu erhalten - von gewinnen ist gar nicht mehr die Rede - wird aber die Software mit den Basisstationen regelrecht verschleudert. Kaum jemand blickt noch durch, wie bei der Vielfalt der Konfigurationsmöglichkeiten eine Kundenanlage „passgenau“ mit der benötigten Software ausgestattet werden kann. Da wird lieber eine „Übermenge“ an Software angeboten, damit die Kundenanlage auch sicher den spezifizierten Leistungsumfang erfüllt.
Andere Hersteller verdienen mit Zusatzfunktionen klotzig Geld. NSN liefert die gesamte Software all-inclusive zum niedrigen Fixpreis. Dadurch verliert NSN doppelt. Zum einen gibt es kaum Anschlussaufträge. Wenn sie denn kommen, wird der Kunde immer den niedrigen Preis verlangen und NSN verdient auch in Zukunft nichts.
Da kann das Management noch so viele Standorte schließen. Die ganze Restrukturierung bringt nichts, wenn NSN nicht endlich lernt, Software richtig zu verkaufen.
Weitere NSN-Ausgliederung an Tieto
Laut Presse plant Nokia Siemens Networks eine weitere FuE-Ausgliederung (BSO-Teile) an Tieto; betroffen sind 240 finnische (aber keine deutschen) NSN-Mitarbeiter.
ITK-Jobs: Traue keiner Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast
Alles ist relativ: Klar gibt es ITK-Jobs, aber nur für Billig-Arbeitnehmer mit exakt dem richtigen Skillprofil, wehe man müsste dem womöglich auch selber noch etwas beibringen! So lässt es sich natürlich leicht auf hohem Niveau über angeblichen Fachkräftemangel jammern.
Die Realität scheint aber langsam anzukommen (www.tecchannel.de); Auszüge daraus:
„Berater, Entwickler, SAP-Experten, IT-Architekten und Projekt-Manager gehören zu den begehrtesten IT-Profis. Allerdings nur, wenn sie nicht zu teuer sind und ihre Spezialisierung stimmt…
Wenn Nokia Siemens Massenentlassungen vornehme, belaste das in erster Linie den Bereich TK-Infrastruktur. Dort gehe die Zahl der Beschäftigten schon seit Jahren zurück…
wird es für Spezialisten mit diesem Know-how schwieriger, eine Anschlussbeschäftigung zu finden. Das gelte erst recht, wenn viele Personen am gleichen Standort suchten.“
Hat aber auch viel mit Geld zu tun, Geiz ist geil, man sucht eben nicht einfach nur Fachkräfte sondern vor allem billige Fachkräfte, letztlich geht’s also schlicht um Lohndumping in der ITK-Branche:
„Wie groß die Jobauswahl für IT-Profis ist, hängt von der Qualifikation und dem Gehaltswunsch ab…
Unfreiwillig Suchende müssten sich darauf einstellen, dass ein Neustart mit einer "Neuorientierung des Gehalts" verbunden ist…
Ob man zu teuer für den Markt ist, ist eine Frage des Alters und des vorherigen Arbeitgebers. Wer ein langes oder gar sein ganzes bisheriges Berufsleben in Konzernen verbracht hat, kann als Jobsuchender schnell zum Problemfall werden.“
Oh oh, für die Stellensuche der NSN-Restrukturierungsopfer klingt das aber nicht wirklich gut!
Noch ein Grund mehr, NSN-Mutter Siemens mit ihren 3.000 freien Stellen in die Verantwortung für ihre langjährigen Mitarbeiter zu nehmen!
NSN: Der Druck auf Siemens und Nokia wird stärker
In den "Nachrichten München" sagt die stellvertretende Vorsitzende des Beschäftigungsausschusses im Europäischen Parlament, Nadja Hirsch (FDP): "Nokia und Siemens müssen jetzt Verantwortung für die Zukunft der NSN-Belegschaft übernehmen und Möglichkeiten unterbreiten, wie Mitarbeiter gegebenenfalls in die Belegschaft der Mutterkonzerne integriert werden können.“
Wenn es nicht klappen sollte (warum eigentlich nicht?) gibt es direkten Hilfen für die betroffenen Mitarbeiter: „In einer Notsituation könnte allerdings auch der Europäische Globalisierungsfonds helfen."
Der Globalisierungsfond kann z.B. Gelder zur Unterstützung bei der Arbeitssuche, Weiterbildung oder Umschulung bereitstellen. Aber ohne garantierter Übernahme bei Siemens oder Nokia! So würden dann unsere Mütter ihre Verantwortung wieder auf den europäischen Steuerzahler voll abwälzen. Das sollte „Die Politik“ den beiden Konzernen nicht durchgehen lassen!
Beim SZ-Interview mit NSN-Chef Rajeev Suri, in dem dieser glatt behauptete (und eine nachvollziehbare Begründung dabei schuldig blieb), eine Schließung von NSN in München (und überhaupt in Bayern) sei "alternativlos", klingelten bei uns die Ohren: "Alternativlos" - hmmm, da war doch mal was?
Richtig, der Ausdruck "alternativlos" wurde 2010 zum "Unwort des Jahres" gekürt!
Auszug (www.focus.de): "Er suggeriere, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe".
In sauberes Deutsch übersetzt heißt also die Aussage von Rajeev Suri, nicht "München zu schließen ist alternativlos", sondern "ich habe keine Lust über Alternativen zur Schließung von München zu verhandeln"! Er will keine Diskussion, keine Argumentation, kein Verhandeln, er will einfach sagen "das ist jetzt so", und alle mögen das doch bitte brav schlucken.
Übrigens ist "alternativlos" in diesem Sinne so reichlich das genaue Gegenteil von "ergebnisoffen" - der NSN-Belegschaft wurden aber ergebnisoffene Verhandlungen über die NSN-Transformation versprochen. Dieses Versprechen scheint Rajeev nun also brechen zu wollen.
Ein unlösbares Problem? Nicht wirklich.
Wenn Suri nicht mit den Belegschafts-Interessenvertretern ergebnisoffene Verhandlungen führen will (was dann wohl auch für die NSN-Verhandlungsführer gelten dürfte), so müssen sich die Belegschafts-Verhandlungsführer eben an NSN-Mutter Siemens halten. Die Begründung dafür hat Suri ja selber geliefert: Er will nicht mit uns verhandeln. Aber NSN gehört ihm ja nicht - dann müssen wir uns halt an den Eigentümer halten. An Siemens.
Das ist wohl alternativlos.
Risiken und Nebenwirkungen einer München-Schließung von NSN
Habe nur mal nachgerechnet: Angenommen dieses Jahr werden 2.000 Münchner NSN-Mitarbeiter gekündigt und sie sind stinkig genug, alle deswegen vor Gericht zu gehen. Und angenommen, jeder durchläuft dabei folgende typischen Prozesstermine:
Eilverfahren wegen Weiterbeschäftigung nach §102.5 BetrVG, Güteverhandlung, erstinstanzliches Hauptsacheverfahren zur Kündigungsschutzklage nach §1 KSchG, und dann noch Güteverhandlung und Hauptsacheverfahren in zweiter Instanz am LAG.
Dann wären das 5 * 2.000 = 10.000 Gerichtstermine, die demnächst auf die Münchner Richter zurollen dürften!
Na dann - Urlaub gestrichen, stattdessen die Überstundenformulare herausholen!
Offener Brief zur Restrukturierung bei NSN an den CEO von Siemens, Peter Löscher
Ein Brief eines langjährigen NSN-Siemensianers mit vielen Analysen und Anregungen an das Top-Management:
ich bin bei Nokia Siemens Networks beschäftigt und schreibe Ihnen als Vorstandsvorsitzendem der Firma Siemens, einer der beiden Mütter dieses Joint Ventures von Siemens zusammen mit Nokia.
Was mich antreibt, Ihnen diesen Brief zu schreiben, ist die Vorstellung, dass es in Deutschland doch möglich sein muss, die immer wieder notwendigen Restrukturierungen mit einem neuen Ansatz zu einem Ergebnis zu führen, das die üblichen Beschädigungen und Schuldzuweisungen vermeidet.
Die Menschen sind das Kapital einer Firma, ihre Arbeit und Ideen machen aus Vorgaben Gewinn und Verlust. Wir messen den Geschäftserfolg heute mit Kennziffern, die ökonomisch begründet sind, aber die weichen Faktoren, die letztlich über Erfolg und Misserfolg entscheiden, werden nicht berücksichtigt. Die Politik findet keine Lösungen, wie abzuwägen ist, zwischen der unternehmerischen Freiheit und der Notwendigkeit, den Staat zu entlasten von den Transferleistungen, die erbracht werden müssen, wenn wieder eine große Anzahl Arbeitnehmer auf den Arbeitsmarkt entlassen werden.
Wer, wenn nicht eine Weltfirma wie Siemens könnte ein Modell entwickeln, das Schluss macht mit einem Vorgehen, dass die Menschen aufbringt, weil sie fühlen, dass es bessere Ansätze geben muss, aber sich keiner darum kümmert. Kümmern Sie sich darum, dass die Firma professionell vorgeht, die Arbeit und die Menschen zusammenzubringen. Siemens steht für Entwicklung, aber zur Entwicklung gehören nicht nur Produkte sondern auch die Menschen, die dahinter stehen. Entwicklung braucht die Vorgabe eines Ziels und einen Plan, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Dieser Plan muss in die Zeit und ihre Rahmenbedingungen passen, woraus automatisch folgt, dass es auch einmal ein neuer Plan sein muss, wenn die altbewährten Pläne nicht mehr funktionieren wollen. Siemens will wachsen, möchte sich vergleichen mit anderen großen Firmen wie General Electric. Dazu gehören aber auch neue Geschäftsfelder, in denen man wachsen kann. Und zu diesem Wachstum gehören ganz viele Menschen, die als Angestellte für diese Firma ihr Bestes geben, weil sie sich zugehörig und in ihrer Leistung gewürdigt fühlen.
Schaffen Sie innerhalb Siemens eine Struktur, die es ermöglicht, diese Nachfrage nach der richtigen Anzahl Menschen an der richtigen Stelle, sowie die Zusammenführung von Fähigkeiten und Aufgaben professionell zu managen. Diese Aufgabe kann nicht an externe Dienstleister übertragen werden, sondern Siemens muss vorangehen und zeigen, dass diese Firma lernfähig ist und in der Lage ist, innerhalb des Rahmens, der durch die Gesetze des betreffenden Landes und die Anforderungen des Marktes gegeben ist, aus eigener Kraft etwas Neues zu entwickeln, das für alle Beteiligten zufriedenstellend ist und als Modell auch über die Firma hinaus zeigen kann, dass ein neues Denken alte Beschränkungen überwindet.
„Think big“ möchte ich Ihnen zurufen. Nehmen Sie die Aufgabe an, das Potential, das in einer Zusammenführung von Menschen und Arbeit liegt, zu nutzen, zumal diese Aufgabe nicht nur für die Tochter NSN ansteht, sondern auch für die Firma Siemens selbst. Ich habe mein Berufsleben bei Siemens und NSN verbracht und oft genug erlebt, dass die vorhandene Arbeit sehr ungleich auf die Arbeitnehmer verteilt worden ist, weil es die Firma versäumt hat, dem Schachteldenken einen Riegel vorzuschieben und die Durchlässigkeit zwischen den Organisationseinheiten bewusst zu fördern.
Angesichts der Aufmerksamkeit, die der Fall NSN erregt, haben Sie jetzt die einmalige Chance zu zeigen, dass Siemens die Werte, die es sich auf die Fahnen schreibt, auch lebt und die visionäre Kraft hat, aufzuzeigen, wie das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der beide Seiten belastenden Situation einer anstehenden Restrukturierung neu gestaltet werden kann.
Auch Sony Ericsson macht dicht in München
Wie uns zugetragen wurde, soll nach dem Ericsson-Ausstieg aus dem Handygeschäft nun auch Sony Ericsson sein Headquarter in München schließen, rund 350 Münchner Mitarbeiter seien betroffen.
NSN, E.on, Sony Ericsson – die Liste der Unternehmen, die massiv Stellen in München abbauen, wird immer länger!
Und damit zugleich auch der Stellenmarkt immer schmäler.
Suri: NSN München zu schließen alternativlos?
In einem SZ-Interview erklärt NSN-Chef Suri, er fühle sich (trotz „suboptimaler“ Ergebnisse) sicher in seinem Job – anders als das ihm anvertraute Münchner NSN-Personal: Zur Gewerkschaftsforderung nach einem Münchner Standorterhalt meint er nur in bester „Basta“-Manier (ob er das von deutschen Politikern abgeguckt hat?):
„Wir sehen dazu keine Alternative: Wir planen, auch diesen Standort bis Ende des Jahres zu schließen“.
Ein Außenstehender mag jetzt vielleicht denken: Okay, da geht’s einer Firma schlecht, daher muss sie alle Mitarbeiter in München kündigen und den Betrieb schließen – Shit happens! Ist aber nicht so! Richtig ist vielmehr: NSN will „nur“ 2.000 von 3.600 Münchner Mitarbeitern kündigen, und dafür, wie so etwas zu machen ist, gibt es hierzulande Gesetze. Kündigungsschutzgesetz §1.3 verlangt dafür (zur Schadensbegrenzung) eine „Sozialauswahl“.
Nun mag es sein, dass der indische NSN-Chef lieber indisches als deutsches Arbeitsrecht hätte, aber hierzulande gilt nunmal Unseres – was tun?
Der große Trick: Suri lässt 1.600 (willkürlich statt per Sozialauswahl bestimmte) Mitarbeiter, die man (noch) behalten will, in andere Städte umziehen, so dass nur noch die 2.000 in München verbleiben, die man loswerden will – Betriebsschließung und Kündigung der 2.000, und Fall erledigt! So umgeht man deutsche Gesetze, so umgeht man das von diesen Gesetzen aus gutem Grund geforderte sozialverträgliche Vorgehen beim Personalabbau.
Darf aber eine Siemens-Tochter (die NSN ja ist) so ihrer Personalverantwortung nachkommen, darf NSN-Mutter Siemens Solches zulassen?
Man könnte der Schlagzeile entgegensetzen: Unsere Gesetze zu respektieren ist alternativlos!
Wenn man aber eines aus dem Interview lernen kann, dann ist es, dass es für den Betriebsrat und die Gewerkschaft die ergebnisoffenen Verhandlungen, die noch vor Kurzem zugesichert wurden, nicht mit NSN selbst geben kann: Wer wirklich über eine Zukunft von NSN in München (und überhaupt in Bayern) verhandeln will, wird sich direkt an den Eigentümer, also an NSN-Mutter Siemens halten müssen!
Ist dieses Suri-Plänchen dann aber wenigstens zielführend? Nun, eines der Ziele dürfte schlicht ein „rechtssicherer“ Personalabbau sein. Es nützt der Firma ja kaum, Mitarbeiter auf rechtswidrige Weise zu kündigen, so dass diese sich dann auf dem Rechtsweg wieder in die Firma zurückklagen können. Ist aber dieses Plänchen wirklich rechtssicher, d.h. kann sich die Firma sicher sein, dass sie eventuelle Kündigungsschutzprozesse nachher nicht doch wieder verliert?
Die letzte Kündigung in der berüchtigten Münchner Hofmannstraße folgte einer ähnlichen, wenn auch zugegebenermaßen noch dreisteren Strategie:
Damals wurden in einer Nacht-und-Nebel-Aktion rund 400 Optiker, die NSN noch brauchte, in einen anderen Betrieb umgezogen, und am Ende des Tages wurde ein einziger (nicht umgezogener) Mitarbeiter gekündigt, ohne Sozialauswahl, mit der Begründung, der Betrieb hätte dann nur noch aus ihm bestanden, und nun schließe man eben den Betrieb. Das Ergebnis: Der Mitarbeiter bekam in allen Instanzen recht (und musste also bei NSN weiter beschäftigt werden), denn das Gericht war der Meinung, es hätte eine Sozialauswahl auch unter Einbeziehung der zuvor trickreich in einen anderen NSN-Betrieb umgezogenen Kollegen erfolgen müssen! Klar kann uns niemand garantieren, dass die Richter im aktuellen Fall genauso entscheiden werden - das Gegenteil aber genauso wenig, rechtssicher sieht definitiv anders aus!
Rechtssicher lösen könnte NSN sein Abbau-Problem nur durch eine Kombination aus einvernehmlichen Trennungen (mit annehmbaren Abfindungen) und einer Übernahme überzähliger NSN-Siemensianer durch NSN-Mutter Siemens (mit deren 3.000 freien Stellen).
NSN: Die wahren Ursachen der Misere
Der Betriebsrat der Region West hat in der Betriebsversammlung vom 15.02.2012 die Strategie des Managements scharf und fundiert kritisiert (Folien dazu nur im Intranet).
Mit Hilfe einer McKinsey-Studie (s. Folie 7) weist er nach, dass ein Breitband-Internet-Zugang (> 5MB/s) mit Mobilen Netzen nicht realisierbar ist (insbesondere in MegaCities). Hier werden DSL, Kabel und Glasfasern benötigt. Aber gerade DSL (Broadband Access, BBA) werden zu ADTRAN ausgegliedert und Optical Networks ON (Glasfaserübertragung) soll eine Tochter-GmbH werden (mit dem Ziel sie zu verkaufen?).
Im Vergleich zu den Hauptkonkurrenten (s. Folie 8) wird auch schnell klar, dass die Verluste bei NSN nicht durch zu hohe Kosten bezogen auf den Umsatz (incl. Personalkosten) verursacht sind, sondern durch die im Vergleich zur Konkurrenz zu niedrige Margen vom Umsatz. Der Versuch, die Kosten durch Entlassungen von Mitarbeitern zu reduzieren, hat sich schon in der Vergangenheit als Milchmädchenrechnung erwiesen und wird an der Grundursache „zu niedrige Marge“ nichts ändern.
Die Frage, warum unsere Margen so niedrig sind, wird vermutlich in der Folie 8 beantwortet: zu schlechte Qualität bei SW, bei Logistik und Implementierung (Ausnahme Indien und APAC), bei team setup & technical skills (Ausnahme DTAG).
All diese Fakten sind auch dem NSN-Management (und unseren Müttern) bekannt. Warum sie daraus die falschen Schlüsse ziehen, bleibt wohl deren Geheimnis.

References: §1
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