Source: http://data.feuerwehr-troisdorf.de/index.php/geschichte-13
Timestamp: 2019-06-16 03:09:10+00:00

Document:
Geschichte der LG Sieglar
"Es gibt eine Einrichtung auf der Welt, die über alle Grenzen und Ideologien hinaus nur ein Ziel hat: Hilfe zu bringen. Diese Institution ist die Feuerwehr, und sie kennt weder Rassenunterschiede, noch ist sie auf Gewinn ausgerichtet. Legionen von Freiwilligen haben sich in den Dienst der guten Sache gestellt, und die Feuerwehr ist eine Organisation, an der sich viele Menschen ein Beispiel nehmen sollten: Sie sucht nur das Positive, in unserem Leben ist sie das "Mädchen für alles" geworden. Mit ihren mannigfaltigen Aufgaben ist sie aus unserem Dasein nicht mehr wegzudenken. Wohl kaum eine andere Institution hat in den letzten Jahren einen so durchgreifenden Wandel erfahren wie die Feuerwehr. Im Atomzeitalter, in einer Ära, da man den Menschen auf den Mond schießt und Fernsehreportagen aus dem Weltall ins Heimkino spielt, hat die eigentliche Feuerbekämpfung nur noch sekundäre Bedeutung."
Aus: Peter Müller, Männer ohne Waffen Die Feuerwehr unserer Zeit, Graz, 1980, 4. Auflage
Zu Beginn dieser unserer Chronik sei anzumerken, dass uns, insbesondere aus den Jahren 1916-1919 sowie 1934-1949, kaum Unterlagen zur Verfügung stehen. Offenbar enthalten diese Dokumente unter Einfluss des damaligen Zeitgeistes Dinge, die niemals bekannt werden sollten. Für uns als Verfasser stehen lediglich Protokollbücher mit heraus getrennten Seiten sowie Chronikausschnitte von vorherigen Festschriften zur Verfügung. Nach langem und intensivem Aufarbeiten selbiger und Einsichtnahme in die uns zur Verfügung gestellten Archivunterlagen können wir für uns und unsere Nachfahren folgendes feststellen:
So ist aus den Schilderungen von Brandkatastrophen bereits zu Beginn der Neuzeit (Beginn des 15. Jahrhunderts) während des Truchseß`schen Krieges folgende Eintragung vorhanden:
"13.4.1588 während des Kölner Krieges das Abbrennen der Ortschaften Eschmar, Müllekoven, Sieglar und Spich sowie - teilweise - von Troisdorf."
Aus: Matthias Dederichs, Sieglarer Geschichte - Von den Anfängen bis 1906, Troisdorf, 2007
Aber nicht nur Brände sind für die Feuerwehr von Bedeutung, nein, auch der Umgang miteinander führt in der Geschichte immer wieder zu Veränderungen.
An dieser Stelle muss auch auf ein Kapitel eingegangen werden, welches für die damalige Bürgermeisterei Sieglar nicht unerheblich ist. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts (Besatzung durch die Franzosen und nachher der Preußen) findet sich nachfolgende Mitteilung im Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Köln, Nr. 38 vom 19.09.1826:
"Am 2. des vorigen Monats brach in der Gemeinde Spich, Bürgermeisterei Sieglahr, Siegkreise, Feuer aus, wodurch acht Häuser und mehrere Nebengebäude ein Raub der Flammen geworden sind.
Der thätigen Hilfeleistung der in dortiger Gemeinde cantonnirenden 3. Fuß-Compagnie der 7. Artillerie-Brigade ist es hauptsächlich zu verdanken, daß dem Feuer Einhalt gethan wurde.
Nach der Anzeige der Lokalbehörde haben sich der Herr Lieutenant Cours, der Bombardier Christian Kuentzel, welcher durch seine Entschlossenheit zwei Kinder aus den Flammen rettete; dann der Tambour Georg Wagener und der Canonier Sutalge vorzüglich ausgezeichnet. Außerdem verdienen die Anstrengungen des Herrn Pastors, Jacob Blotz, von Troisdorf, des Jacob Schumacher und Johann Wahlscheid zu Spich, und der Gebrüder Claren, Glockengießerei in Sieglahr, rühmlich erwähnt zu werden.
Es ist uns eine angenehme Plicht, in dieser Beziehung unser Dankbares Anerkenntniß öffentlich zu äußern.
Köln, den 12. September 1826"
Der Anteil der Glockengießerei Claren an der Bekämpfung des Feuers hat einen realen Hintergrund. Die Glockengießerei lässt sich 1816, von Köln kommend, in Sieglar nieder. Georg Claren ist der Kopf des Unternehmens. Er bezeichnet sich immer nur als Glockengießer. Als Berufsbezeichnung ist in den Urkundenbüchern der ehemaligen Bürgermeisterei Sieglar für Stiefbruder Wilhelm Kupferschläger und für den Stiefbruder Heinrich Feuerspritzenmacher und Glockengießer angegeben. Der Handwerksbetrieb hat sich also ein zweites Standbein, den Bau von Feuerspritzen, zugelegt. Sie erscheinen auch nach 1822 nicht mehr mit dem gemeinsamen Glockengießernamen Gebrüder Claren auf den Glocken aus Sieglar. Heinrich ist nach 1825 von Sieglar nach Weiß (heute Köln-Weiß) verzogen. Wilhelm hat dann die Herstellung der Feuerspritzen übernommen.
Aus einer Geschäftsanzeige geht der zweite Geschäftsbetrieb eindeutig hervor. Die Art der Feuerspritze ist deutlich erkennbar. Bei unseren Forschungen zur Glockengießerei Claren haben wir immer wieder weitere Hinweise auf die Herstellung von Feuerspritzen durch Claren gefunden, so z.B. für Oberwinter, Lutzerath, Vellen, Esseling, Freisheim, Berg, Krälingen, Resch, Schuld, Insul und Höningen (Ahr).
Aus Akten der ehemaligen Bürgermeisterei Sieglar gehen auch Beschaffungen und Reparaturen für Sieglar, Bergheim und Spich hervor. Dabei wendet man sich an die Direktionen der verschiedenen Versicherungen, bei denen die Einwohner Versicherungsverträge für ihre Gebäude abgeschlossen haben. Hierzu hat Matthias Dederichs einen Entwurfsbrief aus dem Jahr 1849 transkribiert (übertragen), den wahrscheinlich Bürgermeister Johann Kerp verfasst hat:
"Der menschenfreundliche Grundsatz der Aachen-Münchner Feuer-Versicherungs-Gesellschaft, jährlich einen Teil Ihres Überschusses zu wohltätigen Zwecken zu verwenden, ermächtigt auch mich zu einer Bitte in Betreff lieber armer Einwohner hiesiger Gemeinde (Ortschaft Sieglar).
Die Gemeinde Sieglar, ein Dorf von ca. 290 Haushaltungen, wovon der größte Teil der Einwohner arme Tagelöhner oder Ackersleute sind, welche keinen ihren Unterhalt erwerben können, ist bis jetzt im Besitze nur einer Brandspritze und dazu genötigt, solche (diese) mit einem Kostenaufwand von ca. 100 Talern einer Hauptreparatur zu unterwerfen. Bei der großen Zahl der Feuerstellen stellt sich mit jedem Jahre das Bedürfnis einer zweiten Brandspritze mehr und mehr heraus, so daß es mein und vieler Einwohner sehnlichster Wunsch ist, dieses Bedürfnis, je näher (früher) je lieber, beseitigen zu können. Besonders wäre dies noch deshalb sehr zu wünschen, weil man versichert ist (ein Angebot erhalten hat), jetzt von dem hiesigen Glockengießer und Spritzenfabrikanten Claren noch ein vorzügliches Werk (eine Feuerspritze) zu erhalten und man bei dem Alter dieses Künstlers nicht versichert sein kann (nicht erwarten kann) über einige Jahre noch ein Werk von ihm erhalten zu können. Wie sehr dieses Bedürfnis mich und den Gemeinderat indeß beansprucht, ist es doch nicht möglich, solches jetzt beseitigen zu können (die Anschaffung einer zweiten Feuerspritze) indem durch die Erbauung eines kostspieligen Schulhauses die Kräfte der Gemeindemitglieder (die Geldausgaben) so erschöpft sind, daß man es nicht wagen darf die Einwohner jetzt in dieser bewegten, verdienst- und geldlosen Zeit noch mit außergewöhnlichen Ausgaben zu behelligen, besonders da es nachweislich den meisten sehr schwer fällt, gewöhnliche Abgaben bestreiten zu können.
In der Überzeugung, daß die Hohe Direktion bei Spendung Ihres Wohlverhaltens besonders berücksichtigt, bin ich daher so frei, ganz ergebenst zu bitten, bei Verteilung der hierzu bestimmten Überschüsse(n) sehr gefälligst auch der Gemeinde Sieglar zu gedenken und derselben einen Beitrag unter der ausdrücklichen Bestimmung zur Anschaffung einer zweiten Feuerspritze zukommen lassen zu mögen.
Möchte durch die Gewogenheit der Hohen Direktion dieser Bitte eine hochgeneigte Gewährung zuteil werden, so wäre Hoffnung, die Anschaffung bald bewirken zu können indem man sagen könnte: das von Fremden angefangene gute Werk dürfen die Einwohner nicht unvollendet und das hierzu geschenkt erhaltene Geld nicht zwecklos liegen lassen; und da mehrere Einwohner hiesiger Gemeinde ihre Mobilien bei der Anstalt versichert haben, so wird die Hohe Direktion der Lohn Ihrer Wohltat früh oder spät ebenfalls ziehen werden (können). Daß bei einer solchen Wohltat die Anstalt in hiesiger Gemeinde und Umgegend besonders an Ausdehnung gewinnen wird, mag die Erfahrung bereits an anderen Orten hinlänglich bewiesen haben.
Sieglar im Siegkreise am 9. Mai 1849
Aus den weiteren Aktenunterlagen ist nicht ersichtlich, ob Sieglar einen Zuschuss zum Kauf einer Claren-Feuerspritze erhält. Der Hinweis auf das Alter des Glockengießers Georg Claren mit der nicht ausgesprochenen Befürchtung seines baldigen Todes trifft nicht zu. Er stirbt 3 Jahre später am 14.02.1852.
Zehn Jahre später stellt Bürgermeister Wilhelm Kerp für Spich einen Zuschussantrag an den Landrat, weil die Spicher Einwohner wegen des Kirchbaues nicht noch zusätzlich belastet werden könnten. Es ist nicht bekannt, ob es sich dabei ebenfalls um eine Clarenspritze handelt.
Der Bau von Claren-Feuerspritzen ist wahrscheinlich nach dem Tod von Wilhelm Claren am 06.09.1869 eingestellt worden. Seit dieser Zeit sind keine weiteren Käufe bekannt.
Während der Besatzungszeit der Preußen (ca. 1815) wird im Mittelpunkt der Gemeinde (das ist zu dieser Zeit meistens in Kirchennähe) das urkundlich erste belegbare Spritzenhaus zur Lagerung von Schläuchen, Gerätschaften und zur Unterstellung einer Handdruckspritze errichtet.
Dieses Haus hat den Umfang und die Größe einer heutigen Kleingarage und steht an der Stelle wo heute die Garage des Pfarrhauses in der Meindorfer Straße ist. Der Abbruch des Spritzenhauses erfolgt zwischen 1912 und 1916.
Nun schreibt Bürgermeister Johann Kerp für die Bürgermeisterei Sieglar den Entwurf eines Feuer-Lösch-Reglements und ein Verzeichnis der Hauptleute der Kompanien des Feuer-Lösch-Korps der Bürgermeisterei Sieglar und legt ihn dem Bürgermeisterrat am 15.04.1842 zur Beschlussfassung vor. In der Niederschrift der Sitzung ist einleitend angegeben:
"indem sich deren keins aus früheren Zeiten hier vorfindet"
Damit ist also gesagt, dass seit 1811 kein Feuer-Reglement verfasst war.
Weiter ist aufgeführt:
"In Erwägung: daß in hiesiger Bürgermeisterei fünf Feuerspritzen vorhanden sind und jede (Einzel-) Gemeinde deren Eine mit den erforderlichen Eimern, Leitern und Haken besitzt und daß das Dorf Müllekoven verhältnismäßigen Ant(h)eil an der Spritze zu Eschmar hat, daß ferner diejenigen Mannschaften welche zur Handhabung der Spritze bestimmt sind, ganz andere Verrichtungen haben als diejenigen, denen die Leitern und Haken zur Handhabung angewiesen sind, diese Leute also unter den hiesigen Verhältnissen nicht schicklich in einer Abt(h)eilung zu vereinigen sind, so findet es der Gemeinde- (Bürgermeister-)rat(h) für zweckmäßig, daß die hiesige Samtgemeinde in fünf Distrikte oder Löschkorps und jedes Korps außer dem Vorstande in vier Kompanien get(h)eilt werde und hat demnach unter möglichster Berücksichtigung aller hiesigen Verhältnisse das in Duplo (doppelt) beiliegende Reglement entworfen, so wie auch gleichzeitig die einzelnen Hauptleute zur ersten Formierung der Löschkorps in der weiteren Anlage vorgeschlagen und bittet gehorsamst um die Höhere Genehmigung dieser beiden Verhandlungen.
Zugleich findet es der (Samt-) Gemeinderat(h) ganz zwangmäßig, daß das Feuer-Lösch-Reglement, nachdem es die Höhere Genehmigung erhalten haben wird, in mehreren Exemplaren abgedruckt und jedem Mitgliede des Löschkorps, nebst beigeschriebenem Verzeichnisse den Mitgliedern der betreffenden Korps ein- (aus-) gehändigt, und die hierdurch entstehenden Kosten aus den Extraordinarien (außerordentlich) des Gemeinderats-Budget (Haushaltsplan) gedeckt werden, weshalb eine Königliche Hochlöbliche Regierung gehorsamst gebeten wird, auch hierzu hochdero Genehmigung hochgeneigtens ert(h)eilen zu mögen.
Also verhandelt wie Eingang.
Der (Samt)Gemeinderat(h)"
Hierunter folgen die Unterschriften der teilnehmenden Gemeinderäte.
Das Sieglarer Feuer-Lösch-Reglement ist in 15 Paragraphen eingeteilt.
Hierzu auszugsweise:
Die weiteren Paragraphen tragen die Überschriften:
§ 6 Verrichtungen der Spritzen-Kompanie
§ 7 Verrichtungen der Handwerker-Kompanie
§ 8 Verrichtungen der Rettungs-Kompanie
§ 9 Verrichtungen der Wach-Kompanie
§ 10 Von den Feuer-Signalien
§ 11 Sammelplätze der Löschkorps
§ 12 Probeübungen
§ 13 Ernennung der Mitglieder des Löschkorps
§ 14 Personallisten des Löschkorps
Unterschrieben ist dieses Reglement vom damaligen Bürgermeister, welcher natürlich darum bemüht ist, die Organisation selbstständig zu führen und zu überwachen.
Im Verzeichnis der Hauptleute des Feuerlöschkorps der Bürgermeisterei Sieglar ist das erste Korps Sieglar wie folgt vermerkt:
1. Spritzen-Kompanie Laurenz Hagen Hauptmann
Theodor Gräfer Spritzenmeister
2. Handwerker-Kompanie Johann Bouserath sen. Hauptmann
Matthias Kühlem Stellvertreter
3. Rettungs-Kompanie Heinrich Bröhl Hauptmann
Peter Krechel Stellvertreter
4. Wach-Kompanie Peter Hagen Hauptmann
Mathias Bornheim Stellvertreter
Am 02.06.1842 teilt der Landrat Bürgermeister Kerp mit, dass die Königliche Regierung zu Cöln das Feuerlösch-Reglement mit folgendem Zusatz genehmigt habe:
" daß eine, aus einem in schwarz und weißem Bande am Arme oder an der Mütze bestehende Auszeichnung der Chef, beim Löschvorgang eingeführt werde, um die Personen gleich erkennen zu können, deren Anordnung und Leitung bei Feuersbrünsten Folge zu geben ist, zumal die Kosten dafür höchst unbedeutend sind.
Wo es nöt(h)ig erachtet wird, kann das gegenwärtige Reglement gedruckt und an die Ortsvorsteher oder den Hausbewohner mitget(h)eilt werden, wofür die Kosten aus Gemeindefonds zu bestreiten sind."
Das Sieglarer Löschkorps wird durch Läuten der großen Kirchenglocken zum Spritzenhaus gerufen. Hier wird nun durch den Polizeidiener oder ggf. den Gemeindevorsteher diese teilweise ungeordnete und nur durch Pflichtübungen geschulte Mannschaft zum Einsatz gebracht. Da man sich ja lebhaft vorstellen kann, wie etwas durchgeführt wird, wenn es jemand nicht freiwillig (und auch noch ohne Entlohnung) macht, sei ein Schmunzeln angebracht, wenn man bedenkt wie diese Löscharbeiten wohl ausgesehen haben. Hinzu kommt auch noch, dass die Gemeinderäte zu dieser Zeit mehr als knauserig sind, wenn es um Ausgaben für Ausrüstungsgegenstände für diese untalentierte und unmotivierte Truppe geht. Da auch damals schon der Feuerschutz nicht zum Nulltarif ist, wird am 14.04.1887 der Ankauf einer Feuerspritze zum Preis von 1700 Mark beschlossen. Hierzu sind im Haushalt der Bürgermeisterei allerdings nur 800 Mark vorgesehen.
Die Restsumme muss aus den Einnahmen des Verkaufs von Waldabschnitten des Altenforst entnommen werden.
In den übrigen Orten der Bürgermeisterei Sieglar (Bergheim, Eschmar, Kriegsdorf, Müllekoven und Spich) sind die Verhältnisse ähnlich. Jede Ortschaft hat ein Feuerwehrhaus und eine Spritze. In den Archiv-Unterlagen findet sich ein Schreiben der Revision vom Juli 1889 über gravierende Mängel in der Organisation und der Ausstattung der Löschkompanien wieder. In einem weiteren Schreiben vom 18.09.1889 bemängelt der Landrat des Siegkreises, Eugen Freiherr von Loe, die Ausstattung der Löschmannschaften und schlägt vor, 100 Meter neuen Druckschlauch zu beschaffen und freiwillige Feuerlöschmannschaften aufzubauen.
Zu dieser Zeit sind in den größeren Städten, aber auch in Siegburg bereits eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Der Sieglarer Bürgermeister Braschoss lehnt die Aufforderung der zuständigen Behörden im Amt Sieglar endlich eine Freiwillige Feuerwehr einzurichten ab. In einem Schreiben vom 23. Juli 1895 sogar in einer so energischen Form, dass bis zum Amtsantritt des Bürgermeisters Johann Lindlau keine weiteren Forderungen zu einer Einrichtung mehr zu finden sind.
Wahrlich ist die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr mit den immensen Unterhaltungskosten einer solchen Einrichtung für den Bürgermeister schwer umsetzbar.
Hierbei muss festgestellt werden, dass durch die zunehmende Industrialisierung und der stetig steigenden Bevölkerungsdichte die Gefahren für die Gemeinden größer geworden sind.
Nachdem 1906 in Sieglar Bürgermeister Johann Lindlau sein Amt antritt, beginnt für die Gemeinde der Umschwung. Es wird ein Wasserwerk gebaut, Straßen befestigt und - man könnte es mit den heutigen Worten "fit gemacht für das nächste Jahrhundert" beschreiben - Sieglar mit seinen Orten den vorherrschenden Gegebenheiten angepasst. Um auch den Forderungen der Oberregierung der Rheinprovinz endlich genüge zu tun, wird durch den dann als Branddirektor bezeichneten Bürgermeister Lindlau, am 01.11.1909 in Oberlar, die erste Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Sieglar als Löschzug gegründet.
Am 01.07.1910 gründen unter anderem Mitglieder aus dem Sieglarer Turnverein unter Anweisung von Bürgermeister und Branddirektor Johann Lindlau den Löschzug Sieglar. Die Gründungsversammlung findet wohl in der Gaststätte der Familie Adolf Gehlen (nachher Gehlens Lichtspiele, heute Ecke Larstraße/Meindorfer Straße) statt. Hierzu finden sich im Kassenbuch immer wieder Einträge, welche darauf schließen lassen, dass die Gaststätte Gehlen so genanntes Vereinslokal ist. Außerdem steht zu dieser Zeit das Spritzenhaus am Pastorat und somit gegenüberliegend der Gaststätte.
Bei dieser Gründungsversammlung setzt Lindlau den Kaufmann Karl Trier zum 1. Brandmeister des Löschzuges ein. Die Stärke bei der Gründung beträgt 22 Mann. Jedoch schon im Jahre 1918 finden sich Unterlagen nachdem die Stärke immer 28 Mann betragen musste. Wenn jemand ausscheidet wird offensichtlich von einer Warteliste ein neues Mitglied gewählt.
Während den schwierigen Zeiten des Ersten Weltkriegs (1914 - 1918), welche schon die ersten Reihen lichten und während der Zeit der Weimarer Republik (1919 - 1933) wird trotzdem ein regelmäßiger Übungsdienst aufrechterhalten. Im Archiv der Löschgruppe Sieglar fanden wir das erste Kassen-Buch der Freiwilligen Feuerwehr - Löschzug II Sieglar mit folgendem Inhalt.
Der auszugsweise, handgeschriebene Text ist datiert aus den Jahren 1920/1921/1922.
Aufgrund kleiner Eigenheiten in der Urschrift, müssen hier einige Toleranzen vermerkt werden,
die jedoch keinen Einfluss auf die Aussage haben.
Übertragungstext:
Zum Zwecke der Sterbegelderauszahlung wurden 60 M (Mark) gesammelt und an
Gem. Br. Dir. abgeführt.
24/8 (24.08.1920) fand Vorstandssitzung statt.
Provinzialtag in Siegburg war am 28/8 (28.08.1920). Kreisfeuerwehrtag in Siegburg-Mülldorf 5/9 (05.09.1920). Letztere Runde durch 1 - 8 beschickt.
Die Reihenfolge der Löschzüge wurde geändert:
1 Oberlar 28
2 Sieglar 28
3 Spich 28
4 Eschmar -
5 Bergheim 28
6 Müllekoven 28
7 Kriegsdorf 28
29/8 (29.08.1920) fand die Einweihung des Kriegerdenkmals auf dem Friedhof statt, an welcher sich 11 Mann in zivil beteiligten.
Hier handelt es sich offensichtlich um die Einweihung der Ehrenhalle auf dem "Alten Friedhof". Der "Alte Friedhof" war 1891 eingeweiht worden. Bis dahin wurden über Jahrhunderte die verstorbenen Sieglarer und bis ins 19. Jahrhundert auch die Verstorbenen von Spich und Oberlar, sowie die von Kriegsdorf und Eschmar, auf dem "Alten Kirchhof" an der Sieglarer Pfarrkirche beerdigt. Die Kriegsdorfer beerdigten ihre Toten nach der Einweihung des "Alten Friedhofes" bis 1909 - und die Eschmarer bis 1953 in Sieglar.
Besagte Ehrenhalle auf dem "Alten Friedhof" wurde von der Gemeinde Sieglar für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs (1914 - 1918) errichtet. Sie enthält eine Tafel mit den Namen der Gefallenen, unter denen nicht wenige Feuerwehrkameraden gewesen sein werden.
Bei der Versammlung am 29/8 (29.08.1920) wurde zum Steigerführer Steiger P. Bornheim gewählt. Zum stellvertr. Brandmeisterführer W. Niederquell.
J. Bornheim trat zurück aus gesundheitlichen Rücksichten.
Versammlung am 17/11 (17.11.1920) bei Bornheim.
Vermutlich handelt es sich hier um die Gaststätte "Zum Deutschen Adler" des Jean Bornheim (Heute "Zum Adler", Ecke Larstraße/Leostraße).
Die Versammlung wurde durch den O.B. (Oberbrandmeister) Trier abgehalten. Es wurde Bericht erstattet über die Tätigkeit der Wehr in der Zeit vom 8/8.19 bis 19/11.20 (08.08.1919 bis 19.11.1920). Ferner machte H.O.B. die neue Einteilung der gesamten Sieglarer Feuerwehr bekannt und zwar in folgender Reihenfolge:
Oberlar Löschzug I, Sieglar II, Spich III, Eschmar IV, Bergheim V, Müllekoven VI, Kriegsdorf VII
O.B. (Oberbrandmeister) las dann ein Schreiben vor, daß den Führer und Unterführer durch den Delegierten des Siegkreises von der O. Rheinland-Kommission das Tragen der Säbel in Ausübung ihres Dienstes erlaubt ist.
Als Kassierer und Schriftführer des Löschzuges wurde der Wehrmann Jos. Jansen einstimmig gewählt. Ferner wurde angeregt, daß die Schilder zur Bezeichnung der Hydranten neu aufgefrischt werden sollen.
Der Oberbrandmeister
Versammlung am 20/3.21 (20.03.1921) bei Bornheim
O.B. (Oberbrandmeister) Trier eröffnete die Versammlung um 8 ½ Uhr (8.30 Uhr). Als I. Punkt erstattete O.B. (Oberbrandmeister) Bericht über den Führer-Kursus in Siegburg.
Es erhielt jeder anwesende Wehrmann ein Übungsplan für das Jahr 1921.
Als II. Punkt war, wie und auf welcher Weise sollen wir den Löschzug wieder vollzählig machen. Entweder durch jüngere oder durch ältere Leute.
Jüngere Leute in die Wehr aufzunehmen wurde fallen gelassen und beschlossen, Leute aufzunehmen im Alter der aktiven Wehrleute.
Es wurde wieder beschlossen inaktive Leute in die Wehr aufzunehmen mit einem Jahresbeitrag von 5,0 M (Mark)
M = Mark (Deutsche Währungseinheit vor der Reichsmark)
RM = Reichsmark (Deutsche Währungseinheit von 1924 bis 1948)
DM = Deutsche Mark (Deutsche Währungseinheit von 1948 bis 2001)
€ = EURO (Europäische Währungseinheit seit 2002)
Und ein Winterfest in Aussicht gestellt.
Als III. Punkt wurde beschlossen, an den vorgeschriebenen Übungen pünktlich und vollzählig teilzunehmen.
Verzogen und aus der Wehr abgemeldet haben sich die Wehrleute Pet. Schneider und Corn. Lob.
I. Übung am 17/4.21 (17.04.1921)
Steigerabtlg. (Steigerabteilung) am Turm, Schlauchabtlg. (Schlauchabteilung). Hydrantenrevision.
II. Übung am 1/5.21 (01.05.1921)
III. Übung am 5/6.21 (05.06.1921)
IV. Übung am 3/7.21 (03.07.1921)
V. Übung am 3/8.21 (03.08.1921)
VI. Übung am 4/9.21 (04.09.1921)
Schlußübung am 25/9.21 (25.09.1921)
Sämtliche Übungen waren gut bestellt.
Am 25. März Versammlung, in der die Übungen für das Jahr 1922 festgelegt wurden und zwar 9. April, 14. Mai, 11. Juni, 9. Juli, 6. August, 3. September Schlußübung am 24. September Nachmittags 4 Uhr in Sieglar.
Versammlung 22/11.22 (22.11.1922)
Herr O.B. (Oberbrandmeister) Trier eröffnete abends 8.00 Uhr die Versammlung, zugegen waren 19 Kameraden. (Als erster Punkt) war, daß dem Löschzug II eine volle Anerkennung bei der diesjährigen Schlußübung zugesprochen wurde.
(II Punkt) bemängelte Herr Oberbrandmeister, daß die Übungen, wie Versammlungen pünktlicher besucht werden müssen, damit wir immer unser Anfang und Ende wissen. Kameraden, die nicht in der Lage sind um pünktlich da
zu sein möchten sich doch bitte am Tag vorher bei unserem Oberbrandmeister entschuldigen.
(III) Kamerad Jansen, Kassierer, hat sich aus der Feuerwehr abgemeldet und so . (unleserlich) der Wehrmann Herrmann von der Stimmenmehrheit als neuer Kassierer gewählt wurde.
Bei besagtem Oberbrandmeister Trier dürfte es sich um Karl Trier handeln.
Die Triers sind eine hoch geachtete Sieglarer Kaufmannsfamilie. Im heutigen Haus Larstraße 175, (Altentagesstätte), das gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wird - das Haus steht unter Denkmalschutz - betreiben sie einen Lebensmittel- und Textilhandel. Auf einem großen Grundstück im rückwärtigen Bereich führen sie eine Gärtnerei. Karl Trier stirbt 1925. Sein Sohn Peter fällt als Soldat 1942 und sein Sohn Karl als Soldat 1943, beide an der Ostfront. Frau Trier und die unverheiratete Tochter Margarete führen das Geschäft bis in die 1950er Jahre weiter. Das Schicksal der einst hoch angesehenen Familie Trier, die ohne Nachkommen bleibt, hat die Sieglarer ihrer Zeit immer sehr bewegt. Das Grab der Familie Trier besteht noch immer auf dem "Alten Friedhof".
Im Jahre 1925 geht die Löschzugführung an Brandmeister Wilhelm Niederquell über. Zu dieser Zeit zählt der Löschzug Sieglar immer noch 28 Mann, welche in eine Steigerabteilung (9 Mann) und eine Schlauchabteilung (13 Mann) aufgeteilt sind.
Auszugsweise haben wir in unserem Protokollbuch, datiert aus dem Jahre 1926, eine Mitgliederliste gefunden, in der u.a. auch Gründungsmitglieder gelistet sind:
Löschzugführer Wilhelm Niederquell muss bei Bürgermeister Lindlau sehr angesehen sein, denn der Steigerturm am Marktplatz wird durch die Firma Wilhelm Niederquell, Kupferschmiede und Pumpenbau zu Sieglar, zum Preis von 583,60 Reichsmark im Frühjahr 1926 errichtet. Hierbei wird das Außenholz des alten baufälligen Turmes wieder verwendet und die Stahlkonstruktion erneuert. Der Turm hat die stolze Höhe von 13,50 Meter und 3,30 Meter Breite und 2,15 Meter lichtes Maß. Er ist deutlich auf den Hochwasserbildern zu erkennen.
Das Hochwasser von 1926/1927 setzt große Teile von Alt-Sieglar rund um den Marktplatz unter Wasser, so dass die Anwohner ihre Häuser nur noch mit Kähnen erreichen können.
Selbige Firma baut auch, obwohl ein günstigeres Angebot aus Siegburg vorliegt, die erste Sirene der Gemeinde zum Preis von 550 Reichsmark auf das Dach des Rathauses an der Rathausstraße. Der Standort muss wohl umstritten gewesen sein, denn der Vorschlag des Kreiswehrführers ist, die Montage auf dem kleinen Kirchturm des Neugotischen Querschiffs der Pfarrkirche im Ortsmittelpunkt.
Als Einsatz wird am 20.08.1926 der Brand der Feldscheune Krings vermerkt, wobei eine Brandwache noch bis zum Abend des 21.08. gestellt wird und durch den Brandmeister ein Ausfallgeld für die zur Brandwache eingeteilten Wehrmänner beantragt wird.
Der nächste vermerkte Einsatz ist datiert auf den 21.09.1928, wo in der Hauptstraße 79 die Familie Derenbach ihr Hab und Gut verliert.
In dieser Zeit offenbart sich auch, dass man die Sieglarer Freiwillige Feuerwehr wohl nicht häufig alarmiert. So beklagt sich der Löschzugführer beim Bürgermeister, was dieser zum Anlass nimmt, der Werksfeuerwehr Rheinisch-Westfälische Sprengstoff AG (R.W.S.) einen geharnischten Brief zu schreiben.
Die Werksfeuerwehr R.W.S. (Feuerwache der späteren Dynamit Nobel AG im Gebäude 85 des Werkbereiches) hat damals ihren Standort im Gemeindegebiet Sieglar und besteht ebenfalls seit 1910.
Er untersagt der Werksfeuerwehr, obwohl sie zu Einsätzen mit einer Automobilspritze anrückt und somit viel schneller ist, jeglichen Einsatz ohne Anforderung durch ihn.
Um 1929 muss die alte Handdruckspritze durch eine neue, motorbetriebene Kraftspritze, welche auf einem Löschanhänger mit Schläuchen, Feuerhaken und Hilfsgerätschaften transportiert wird, ersetzt werden. Da es in Sieglar nur wenige Kraftwagen gibt, ist es erforderlich, dass genügend Männer vorhanden sind um diesen Anhänger zum Einsatzort zu ziehen.
Zu jener Zeit sind nur männliche Personen im Feuerwehrdienst zugelassen.
Bedingt durch politische Änderungen (Beendigung der Weimarer Republik durch das sog. Dritte Reich - Hitler Diktatur - ab 1933), von denen leider auch die Feuerwehr nicht verschont wird, müssen am 11.08.1933 der 1. und 2. Brandmeister neu gewählt werden. Hierbei wird Wilhelm Niederquell zum 1. und Johann Meis zum 2. Brandmeister einstimmig gewählt. Beide sind auch schon vorher im Amt, aber in Anwesenheit eines politisch verwaltenden Obersekretärs muss eine ordnungsgemäße und liniengetreue Wahl durchgeführt werden.
Im Laufe des Jahres 1934 übernimmt jedoch Brandmeister Jakob Offermann den Löschzug Sieglar und führt diesen auch über die schweren Kriegsjahre des zweiten Weltkriegs (1939 - 1945) hinweg. In einem der letzten Einträge vor dem Krieg vermerkt der Schriftführer Bernhard Bitz am 03.02.1935, dass die verdienten Kameraden Meis und Niederquell durch den Hauptbrandmeister (heute würde man stellv. Wehrleiter sagen) mit einer Urkunde für 25-jährige treue Pflichterfüllung ausgezeichnet werden.
Eine der Originalurkunden, nämlich die von Wilhelm Niederquell, hängt heute bei uns
Feuerwehr Dienstausweise von Josef Niederquell und Fritz Meis
Am 18. Mai 1935 wird das Kreisverbandsfest des damaligen Siegkreises erstmalig auf dem Sieglarer Marktplatz durchgeführt. Hierzu wird eine große Übung und eine Parade abgehalten.
Nachdem die damalige Staatsführung alle Ämter in ihrem Sinne besetzt hat, folgt selbst im Feuerschutz ein Regelwerk was sehr mannigfach ist. Hierzu wird durch den Amtswehrführer Karl Kurscheid aus Eschmar am 24.08.1935 eine Dienstvorschrift erstellt, welche das Verhalten der
Kameraden sowie die Einteilung der Löschbezirke, die Organisation und die Vertretungsregeln festlegt. Dieses "Regelwerk" umfasst für die damalige Zeit fast schon atemberaubende 20 A4 Seiten. Allerdings muss es schon im Dezember 1938 erneuert werden, weil es wohl nicht ausreichend ist.
Dann kommt ab 1939 mit Beginn des zweiten Weltkriegs auch für Sieglar und seine Feuerwehr die wohl schmerzlichste und grauenvollste Zeit.
In fast jeder Familie müssen Väter, Söhne und alle Wehrtauglichen in den Krieg ziehen.
Taschenkalender von 1940
1940 - Flaggenparade auf dem Marktplatz
Für den Heimatschutz werden ab 1943 immer mehr Jugendliche und alte Männer eingesetzt.
Von einem Zeitzeugen erfuhren wir, dass in Sieglar unter anderem die Jungfeuerwehrmänner Max Wirth, Bernhard Breuch und Johann Theisen (Jahrgang 1930) in Einsätzen ihr Leben riskieren. Aber auch unser damaliger Pastor Dechant Ludwig Wirtz hilft tatkräftig bei der Feuerwehr mit. So auch beim Absturz eines deutschen Jagdfliegers am Mühlengraben und dem Großbrand der Getreidemühle Wilhelm Schlimgen.
Der durch Kriegseinwirkung stark dezimierte Löschzug Sieglar kann nach Kriegsende 1946 wieder vervollständigt und wie gewohnt zum Einsatz gebracht werden. 1950 besteht der Löschzug Sieglar wieder aus 22 aktiven Kameraden und aus mittlerweile acht Kameraden der Alterswehr. Es gibt nun den Steigertrupp, den Schlauch- und Löschtrupp sowie den Ordnungstrupp.
1946 - Vor der alten Schule
Wilh. Hahn, Jakob Offermann, W. Laufenberg, Gottfried
Meis, Wilh. Wirth, Josef Niederquell, Joh. Schmidt, Siegfr.
Meis, K. J. Lützenkirchen, ? Gersbeck, Max Wirth, Josef
Lützenkirchen, Jos. Kern, ? Gerhards, Peter Bornheim
Im Jahre 1952 übernimmt Brandmeister Gottfried Meis die Führung des Löschzuges. Unter seiner Führung kann der Personalstand auf teilweise bis zu 30 Kameraden aufgestockt werden. Am 26. und 27.09.1953 findet erstmals nach dem zweiten Weltkrieg eine Jahresabschlussübung der Gemeinde Sieglar statt. Als stellvertretender Brandmeister fungiert zu diesem Zeitpunkt Josef Lützenkirchen.
1956 - Bei Familie Meis im Hof
am alten Spritzenhaus in der Mühlenstraße um 1950
Im Jahre 1957 wird durch die Gemeinde Sieglar ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-T) zur Verfügung gestellt.
Das Feuerwehrhaus des Löschzugs Sieglar hat nun seinen Standort neben der Getreidemühle Schlimgen in der Mühlenstraße (heute Mühlenstraße 15). Aus den Unterlagen, die uns zur Verfügung stehen, geht hervor, dass der Löschzug mit seinem ersten Fahrzeug im Jahr 1957 zu 4 Einsätzen alarmiert wird.
Einer hiervon führt zu einem der ersten Großbrände der Nachkriegszeit in Sieglar. Am 19.07.1957 kann nur mit Unterstützung mehrerer Nachbarwehren ein Großbrand in der Tabakfabrik Engels, Hauptstraße (heute Larstraße 142) gelöscht werden.
Im Juli 1958 befasst sich der Gemeinderat Sieglar mit den Neuplanungen der Feuerwehrgerätehäuser für Oberlar, Sieglar und Bergheim. Für Oberlar und Bergheim ist man sich wohl schnell einig, denn beide verfügen bereits Anfang der 60er Jahre über vernünftige Unterkünfte. Aus den Unterlagen geht für Sieglar eine Planung im Bereich des (mittlerweile abgerissenen) Bauhofes neben dem damaligen Rathaus an der Rathausstraße hervor, welche aber nicht mehr umgesetzt wird.
Informationskarte über Alarmstellen in den 50er Jahren
Im Jahr 1959 wird der Löschzug Sieglar zu 5 Einsätzen gerufen, wobei wiederum ein Großbrand verzeichnet ist. Bei diesem Einsatz brennt am 19.03. die Schreinerei Krechel (heute steht hier das Gebäude der VR-Bank Rhein-Sieg eG). Der Brand kann nur mit äußerstem Einsatz gelöscht werden.
1960 - Löschzug 2 Sieglar vor dem alten Rathaus Sieglar
Ein Höhepunkt für die Sieglarer Kameraden ist die Ausführung des Kreisverbandfestes am 18. und 19.06.1960. Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Löschzuges Sieglar wird unter Teilnahme von ca. 60 - 70 Löschzügen des gesamten Siegkreises in den Sälen "Schumacher" (heute "Zur Küz")
und "Zum Deutschen Adler" (heute Gaststätte "Zum Adler" Larstraße 110) gefeiert. Aus diesem Anlass finden sich am Samstagabend Vertreter des öffentlichen Lebens und der Vereine, sowie Bezirksbrandmeister Wald, Kreisbrandmeister Bertram und die Vertreter benachbarter Feuerwehren, in Sieglar ein. In einer Feierstunde wird der Verdienst der Feuerwehr im Allgemeinen und der Sieglarer im Besonderen gedacht.
"diese Feier und der damit verbundene Kreisfeuerwehrtag soll zeigen wie stark die Wehren sind und welcher kameradschaftliche Geist in ihnen herrscht"
sagt Ortsvorsteher Lorenz Beu bei seiner Festrede und weiterhin
"die Gemeinde Sieglar hat in den Nachkriegsjahren über den Aufbau der einzelnen Ortschaften die Wehr nicht vergessen. Sieglar hat eine schlagkräftige Wehr wie sie ihresgleichen in ländlichen Gemeinden zu suchen ist..."
Er warnt aber auch ausdrücklich davor, in den Uniformträgern der Feuerwehr mehr als eine Hilfstruppe gegen Feuer und sonstige Katastrophen zu sehen. Die Feuerwehr habe ihren Wahlspruch allen Umwälzungen zum Trotz erhalten. Sie habe sich auch nicht veränderten staatspolitischen Systemen angepasst. Mit seinem Dank an die Wehrmänner und vor allen an die Jubilare im Namen der Gemeinde und all derer, denen die Feuerwehr Hab und Gut gerettet hat, verbindet er die Mahnung sich der Jugend anzunehmen, wenn sie zur Wehr kommt.
Bürgermeister Bernhard Dresbach versichert:
"dass die Gemeinde wisse was sie der Wehr schuldig sei"
wandte sich aber auch energisch gegen das landläufige "Gut Schlauch".
"Wer viel arbeitet darf auch einmal feiern, wer aber nicht arbeitet macht auch keine Fehler."
Als Fundament der Feuerwehr bezeichnet Bezirksbrandmeister Wald die freiwillige Unterordnung, die Opferfreudigkeit, Nächstenliebe und Kameradschaft.
"Wir suchen nicht Ruhm und Ehre, sondern wollen helfen".
Kreisbrandmeister Bertram wünscht den Sieglarern, dass ihnen der gute Geist und die Verbundenheit mit der Bürgerschaft erhalten bleiben möge.
Die Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr aus den Jahren 1910 (von Sieglar hierbei Peter Bornheim, Franz Klein, Jakob Offermann und Georg Stannartz) werden von Wehrleiter Siebertz ausgezeichnet.
Am Sonntagmorgen, dem 19.06.1960, findet die Verbandssitzung der Siegkreisfeuerwehren statt. Zu Beginn verliest Kreisbrandmeister Bertram den Jahresbericht 1959, wobei festgestellt wird, dass sich die Feuerschäden auf rund 899.200,- DM beliefen. In den 23 Stadt-, Amts- und Gemeindefeuerwehren standen 1723 Männer im Dienst welche zu 613 Einsätzen gerufen wurden. Für Ausrüstung wurden insgesamt (kompletter Siegkreis) 400.000,- DM ausgegeben. (Zum Vergleich: Heute erhält man hierfür lediglich 1 Löschgruppenfahrzeug LF10/6). Erwähnt wird die teilweise schlechte Fahrzeugausstattung wobei von 76 Fahrzeugen insgesamt nur 19 einwandfrei, 37 mit Mängeln und 15 Fahrzeuge so schlecht seien, dass eine Instandsetzung unwirtschaftlich ist. Einzig wird die Ausstattung mit Tanklöschfahrzeugen gelobt, ohne die 257 Brände sonst nicht hätten bekämpft werden können. Mängel an Fahrzeugen, Geräten und Schläuchen müssten schnellstmöglich beseitigt werden, sagte hierzu Bezirksbrandmeister Wald. In anschließenden Referaten werden über Neuerungen bei Schläuchen und zur Pflege von Fahrzeugen einige Verbesserungen erläutert.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen (Erbsensuppe mit Einlage) im Saal "Bornheim" findet ein Platzkonzert auf dem Marktplatz statt. Darauf folgend üben die Löschzüge der Gemeindewehr zusammen mit dem Roten Kreuz an der Schule eine Großübung "Gasexplosion mit Eingeschlossenen" sowie Flüssigkeitsbrände.
Hieran schließt sich ein Festzug durch den Ort mit ca. 1.000 Feuerwehrmännern und Vorbeimarsch an der Ehrentribüne vor der Schreinerei Schwick, Hauptstraße (heute Larstraße Höhe 207) an, welcher zu den Sälen "Schumacher" und "Zum Deutschen Adler" führt. Hier finden die Festbälle zum Abschluss des Kreisverbandsfestes statt.
Ab dem 23.10.1960 wird der Sieglarer Löschzugführer Gottfried Meis stellvertretender Wehrleiter der Gemeinde Sieglar. Im Arbeitsjahr 1960 werden keine Einsätze verzeichnet.
Im darauf folgendem Jahr wird durch den Schriftführer Heinrich Kern vermerkt, dass der Löschzug zu 5 Einsätzen gerufen wurde, wobei nicht erwähnt ist, wann genau.
Da man schon seit Wiederbeginn der Aufzeichnung (22.11.1950) feststellen kann, dass die Generalversammlung an Buß- und Bettag ist, hört am selbigen Tag auch das Geschäftsjahr und der Jahres- bzw. Statistiküberblick auf. Genau 4 Tage nach dieser Generalversammlung macht auch die Gemeindefeuerwehr Sieglar Umtriebe mit, die leider bis in die heutige Zeit noch vorhanden sind: "Brandstifter".
Die Pyromanie, der krankhafte Trieb zur Brandstiftung, ist so alt wie das Feuer selbst.
So entsteht am 26. und 28.11.1961 in Eschmar auf den Gehöften Becker und Grommes jeweils durch Brandstiftung ein Großbrand.
Schlagzeile der Lokalpresse: "Der Feuerteufel von Eschmar schlug wieder zu".
Im Jahre 1962 brennt eine Feldscheune vom Bauern Engels nieder.
Bei der Versammlung am 20.11.1963 tritt Unterbrandmeister Josef Lützenkirchen aus gesundheitlichen Gründen als Stellvertreter des Löschzugführers zurück. Nachfolger wird sein Sohn Otto Lützenkirchen.
Für das Jahr 1963 und 1964 werden keine Einsätze vermerkt.
Am 30.08.1964 findet die Jahresschlussübung der Gemeinde Sieglar in der Gaststätte "Zur Küz" und auf dem Marktplatz in Sieglar statt. Hierbei wird in einer eindrucksvollen Weise der Bevölkerung die Leistungsfähigkeit der Gemeindefeuerwehr präsentiert.
Durch Einführung neuer Technologien in den umliegenden Gewerbebetrieben und die fortschreitende Verwendung von technischen und elektrischen Geräten in den Haushalten, sehen sich die Männer des Löschzuges - unter der Führung des Oberbrandmeisters Gottfried Meis (Meisse Fritz) - schon zu Beginn der 60er Jahre möglichen neuen Gefahrenquellen gegenüber. Mit besserer Ausbildung und modernem Gerät versucht man sich gemeinsam darauf einzustellen.
Ein diesbezüglich großer Fortschritt tritt ein, als dem Löschzug Sieglar am 25.02.1965 durch Bürgermeister Josef Ludwig ein neues Tanklöschfahrzeug übergeben werden kann. Das Fahrzeug wird vom stellv. Löschzugführer Otto Lützenkirchen und 2 weiteren Kameraden bei der Firma Magirus in Ulm abgeholt. Die Kameraden erhalten dort auch die Einweisung in die Technik von Fahrzeug und Pumpe. Die Kosten von ungefähr 60.000,- DM übernimmt die Gemeinde Sieglar. Mit Stolz und Dankbarkeit erfüllt wohnen der festlichen Einweihung des Fahrzeugs neben den Sieglarer Kameraden u. a. auch der Vorsitzende des Feuerwehrausschusses Baum, Wehrleiter Siebertz und die Brandmeister der übrigen Löschzüge der Gemeinde Sieglar bei. Zuvor hatten sich die Kameraden 5 Wochen lang abendlich am Schirmhof getroffen, um die dortige Remise, welche nach dem Abriss des Schirmhofs noch stand und im Gemeindebesitz war, als vorläufiges Gerätehaus umzubauen. Beim Umbau werden teilweise Materialien von dem noch im Bau befindlichen Rathauses mitverarbeitet. Die älteren Kameraden schmunzeln immer bedächtig wenn sie erzählen, dass die Materialien "beschafft" wurden. Aber selbst hierbei muss man den Mut und das Engagement der Kameraden hoch loben. Man bedenke, dass erst zwanzig Jahre zuvor ein Krieg furchtbare Narben auch in Sieglar hinterlassen hat und manch ein Kamerad gerade selber mit dem Aufbau seiner Existenz beschäftigt ist. Trotzdem schaffen es die Kameraden mit anzupacken um ein Feuerwehrhaus zu errichten.
Hierzu liest man im Zeitungsartikel vom März 1965:
TSF-T vor Feuerwehrerholungsheim Bergneustadt in den 60er Jahren
Im Laufe des Jahres 1965 wird Kamerad Heinrich Kern als stellvertretender Brandmeister eingesetzt. Der Löschzug Sieglar wird 6 mal alarmiert.
Heinrich Kern besucht 1966 die Landesfeuerwehrschule in Münster und legt dort die Brandmeisterprüfung ab. Durch den Generationswechsel im Löschzug in den Jahren 1963-1967 werden die Gründerjahrgänge und die Kriegsbeteiligten nach und nach durch jüngere Kameraden ersetzt. Unter der Leitung von Gottfried Meis und Heinrich Kern werden alle Kameraden weiter ausgebildet.
Im Jahresverlauf 1966/67 werden nun auch die benötigten Atemschutzgeräte beschafft und die Wehrmänner zu Atemschutzgeräteträgern ausgebildet. Der Löschzug wird im Jahre 1966 zu 12 Einsätzen gerufen. Allerdings sind hierbei 6 Einsätze im Rathausneubau, wo Regenwasser aus der Baugrube gepumpt wird, Öl ausläuft und Fäkalien beseitigt werden müssen.
Durch die Fertigstellung des Bauhofes an der Rathausstraße im Jahresverlauf 1967 zieht die Löschgruppe zum Bauhof in 2 Fahrzeugboxen um. In dieser Zweckhalle steht das Fahrzeug sowie ein Kleiderbrett mit den Ausrüstungsteilen der einzelnen Kameraden. Auf ein eigenständiges Feuerwehrhaus, wie an den anderen Standorten der Gemeinde, wird verzichtet. Es kommt jedoch bei Einsätzen immer wieder zu Unmut aufgrund von unzureichenden persönlichen Schutzausrüstungen oder weil diverse Teile plötzlich fehlen. Gott sei Dank gibt es 1967 keine Einsätze.
Neuer Wehrführer der Gemeinde Sieglar wird auf der Jahresschlussübung 1968 in Müllekoven Hauptbrandmeister Friedrich Burchhardt. Er löst den seit 1959 wirkenden Wehrleiter Peter Siebertz ab. Als Stellvertreter des Wehrleiters wird Brandmeister Helmut Siebertz eingesetzt.
Im selben Jahr tritt aus Gesundheitsgründen Oberbrandmeister Gottfried Meis zurück. Nun beginnt einer der längsten Zeiträume in der Löschgruppenführung. Brandmeister Heinrich Kern (Keen´s Hein) leitet jetzt die Löschgruppe. Stellvertreter wird Unterbrandmeister Wilhelm Odenthal.
Unter ihrer Führung entwickelt sich die Löschgruppe stetig weiter. Am 07.12.1968 findet erstmalig nach langer Zeit eine Weihnachtsfeier für die Kameraden mit den Partnerinnen statt. Hierbei wird in der Gaststätte "Zum Deutschen Adler" mit Besuch des Nikolaus am Nachmittag für die Kinder und einem warmen Essen am Abend gefeiert. Das Jahr 1968 ist mit 18 Übungen und 7 Einsätzen nun beendet.
Zu einem großen Umbruch in der Geschichte des Löschzuges Sieglar kommt es am 01.08.1969, dem Tag der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen. Aus der Freiwilligen Feuerwehr Troisdorf sowie der Löschgruppe Altenrath (Amt Lohmar) und der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Sieglar mit den Löschzügen Bergheim, Eschmar, Kriegsdorf, Müllekoven, Oberlar, Sieglar und Spich, wird in Gesamtheit die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Troisdorf mit ihren neun Löschgruppen, wie die ehemaligen Löschzüge nun genannt werden. Wehrführer der Freiwilligen
Feuerwehr Troisdorf wird Hauptbrandmeister Josef Mimzeck. Stellvertreter wird der ehemalige Wehrführer der Gemeinde Sieglar, Hauptbrandmeister Friedrich Burchhardt.
Bereits am 18.12.1969 wird die neue Freiwillige Feuerwehr Troisdorf zu einem Großbrand bei Silverplastics an der Mendener Straße gerufen. Weitere 10 Einsätze sowie 16 Übungen und Schulungen stehen für das abgelaufene Jahr zu Buche.
Aufgrund gesetzlicher Forderungen und auch der Verantwortung den Bürgern der Stadt gegenüber, entschließt man sich im Stadtrat am 13.07.1970 zum November 1970 hin, den Betrieb einer ständig besetzten Feuerwache aufzunehmen. Als provisorische Lösung wird im Feuerwehrgerätehaus an der Schloßstraße eine Feuerwache mit insgesamt acht Bediensteten eingerichtet.
Einer hiervon ist der Sieglarer Feuerwehrkamerad und Fahrer des Krankenwagens Sieglar, Christian Kurth.
Zur närrischen Zeit sichert die Löschgruppe Sieglar den Sieglarer Rosenmontagszug als so genannte "Wagenengel" ab und macht dieses bis 1988 ununterbrochen.
Im Oktober desselben Jahres nimmt die Löschgruppe erstmals an den Leistungswettkämpfen der Freiwilligen Feuerwehren des Rhein-Sieg-Kreis in Bornheim-Roisdorf teil. Aufgrund der Größe des Einsatzgebietes und neuer Anforderungen werden im Jahr 1970 insgesamt 19 Einsätze und Hilfeleistungen sowie 19 Übungen vom Schriftführer vermerkt.
Der erste Stadtfeuerwehrtag wird 1971 in Altenrath durchgeführt. Hierzu ist anzumerken, dass man sich innerhalb der regelmäßigen Dienstbesprechungen der Löschgruppenführer auf eine alphabetische Reihenfolge für die Durchführung im jährlichen Wechsel geeinigt hatte.
Im Januar 1971 verstirbt unerwartet Ehrenoberbrandmeister Gottfried Meis. Die Kameraden der Feuerwehr geben ihm ein ehrenvolles Geleit.
Die 15 Übungen sind gut besucht und 8 Einsätze werden bewältigt.
Das Jahr 1972 ist mit 18 Einsätzen sowie 17 Übungen vermerkt. Gleichwohl legen die Kameraden Hand an das Tanklöschfahrzeug (TLF 16) und streichen die Geräteräume neu. Ein Kleiderappell ergibt Mängel in der persönlichen Ausrüstung.
Als es im Jahresverlauf 1973 zu einem Dachstuhlbrand eines Hochhauses in Troisdorf kommt, stellt man die Feuerwehr vor neue Aufgaben.
Es wird der Kauf einer Kraftfahrdrehleiter geplant. Die Löschgruppe wird außerdem zu 7 Einsätzen und Hilfeleistungen gerufen und absolviert 18 Übungen.
Im Jahr 1974 kommt die Kraftfahrdrehleiter zur Feuerwache Schloßstraße. Es werden 10 Einsätze und Hilfeleistungen durchgeführt.
Erstmalig wird 1974, aufgrund des zu Karneval fehlenden Saales in Sieglar, ein Festzelt auf dem Marktplatz durch die Löschgruppe bei Veranstaltungen sowie in der darauf folgenden Nacht "bewacht". Hierzu erzählt man sich noch heute manche Anekdote.
1975 wird der Grundstein für die neue Feuerwache auf dem ehemaligen Sieglarer Sportplatz gelegt. Aufgrund der mangelnden Unterkunft auf dem Bauhof wird im Planungsverfahren wenig später auch hier der Standort der Löschgruppe Sieglar sein.
Die Platzverhältnisse an der Feuerwache Schloßstraße veranlassen das Abziehen des Tanklöschfahrzeug (TLF) der Löschgruppe Troisdorf. Es kommt bis zur Baufertigstellung der neuen Feuerwache nach Sieglar. Man wird 13 Mal alarmiert und es wird 17 Mal geübt.
Aus dem Provisorium an der Schloßstraße zieht die nun mittlerweile auf 15 Mann verstärkte Einsatzmannschaft der Feuerwache am 01.09.1976 in die neu gebaute zentrale Feuer- und Rettungswache an der Larstraße in Sieglar. Gleichzeitig bezieht auch die Löschgruppe Sieglar Räumlichkeiten in der Feuerwache. Die neue zentrale Feuerwache bringt hier, auch in räumlicher Hinsicht, zusätzliche Verbesserungen: Ein Stellplatz für das Tanklöschfahrzeug, ein Unterrichtsraum und Umkleideräume stehen nunmehr dort zur Verfügung.
An diesem Wochenende wird mit der Einweihung gleichzeitig ein Tag der offenen Tür auf der Feuerwache veranstaltet, welcher maßgeblich von der Sieglarer Löschgruppe geplant und durchgeführt wird. Zusätzlich wird man von den "Hauptamtlichen Brandschützern" jetzt in die vorhandenen Geräte eingewiesen. Man meldet sich freiwillig für 24-Stunden-Dienst an Wochenenden um den Ausbildungsstand auf ein hohes Niveau zu bringen. Die 19 Übungen sind gut besucht.
Am 21.10. werden alle Kameraden jedoch mit einem erneuten Großbrand bei Silverplastics und fast zeitgleich einem Großeinsatz am Hochbehälter Forsthaus Telegraph bis auf´s Äußerste gefordert. Zusätzlich werden im Jahre 1976 noch 5 weitere Einsätze und 21 Hilfeleistungen vermerkt.
Brand bei Silverplastics am 21.10.1976
Anfang 1977 stehen 28 Feuerwehrmänner der Löschgruppe bereit, dem Nächsten freiwillig zu helfen. Bei insgesamt 27 Übungen, 12 Einsätzen und 16 Hilfeleistungen ist das auch erforderlich. Am 25. und 26. Juni findet der Stadtfeuerwehrtag in Sieglar statt. Mit Fußballturnier auf dem Sportplatz am Samstag (Sieger ist die Löschgruppe Bergheim) sowie Kranzniederlegung am Sonntagmorgen mit Frühschoppen im Gasthaus "Zur Hölle" wird das Fest begonnen. Am Nachmittag findet auf dem Marktplatz eine große Fahrzeugschau mit einer in einem Zelt aufgebauten provisorischen Einsatzzentrale sowie eine große Einsatzübung der Feuerwache und den Löschgruppen Oberlar, Troisdorf, Eschmar und Sieglar statt. Zum Abschluss wird ein Umtrunk aller Kameraden im Pastor-Böhm-Haus durchgeführt. Hierbei werden Ehrungen und Beförderungen ausgesprochen.
Große Freude herrscht im Dezember 1977 als der damalige Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Walter Scheel, in Fortsetzung seiner turnusmäßigen Besuche bei Hilfsorganisationen die Feuerwache in Sieglar besucht. Hierbei wird das Miteinander der ehrenamtlichen und hauptberuflichen Brandschützer hervorgehoben.
Im Jahre 1978 verstirbt plötzlich der stellvertretende Löschgruppenführer Wilhelm Odenthal.
Wilhelm Odenthal hatte über 20 Jahre die Freiwillige Feuerwehr Sieglar mit geprägt. Kommissarischer Stellvertreter wird Oberfeuerwehrmann Willi Jacobs als dienstältester Kamerad. Gleichzeitig werden 3 Oberfeuerwehrmänner zum Truppführerlehrgang gemeldet, aus denen der zukünftige Stellvertreter gewählt werden soll.
Nachdem die Feuerwehr immer mehr Aufgaben zu bewältigen hat, muss auch für entsprechenden Nachwuchs gesorgt werden. Am 29. April des Jahres wird die Jugendfeuerwehr Troisdorf gegründet.
Aus dem Stadtteil Sieglar sind hierbei 6 Jugendliche im Alter von 13-17 Jahren, die die Löschgruppe personell in den nächsten Jahren unterstützen.
Nachdem im Laufe des Jahres ein Rüstwagen angeschafft wird, müssen auch hierzu Kameraden mit dem Umgang des Gerätes vertraut gemacht werden. Dies geschieht bei einem Teil der 32 Übungen. Insgesamt werden im Jahr 1978 12 Einsätze und 15 Hilfeleistungen abgearbeitet.
Im Arbeitsjahr 1979 kommen 21 Übungen, 7 Einsätze und 13 Hilfeleistungen auf die Kameraden zu.
Mai 1980 - Die Löschgruppe Sieglar vor der Feuerwache
1980 wird im Rahmen des 70. Gründungsfestes der Löschgruppe Sieglar am 31.05 und 01.06 ein Feuerwehrfest mit Tag der offenen Tür gefeiert. Samstagnachmittag wird auf dem Marktplatz bei technischen Übungen der Leistungsstand der Löschgruppe einem breiten Publikum vorgeführt. Unter anderem zeigen die Sieglarer Mitglieder der Jugendfeuerwehr Troisdorf einen Löschangriff auf eine brennende Tankstelle (aus Pappkartons). Am Abend feiert man im gemütlichen Rahmen im kleinen Saal des Gasthauses "Zur Küz" das Jubiläum. Nach dem Kirchgang am Sonntagmorgen mit anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Alten Friedhof hat man auf der Feuerwache seit der Eröffnung nun zum zweiten Mal die Gelegenheit, bei einem Tag der offenen Tür, Fahrzeuge und Geräte anzusehen.
Beim Stadtfeuerwehrtag in Altenrath zeigt die Löschgruppe Sieglar am 10.08. ihr Können mit dem Rüstwagen. Bei dieser Übung wird ein Panzer der Belgischen Armee angehoben und die Rettung einer Person demonstriert.
Im Oktober findet ein Kameradschaftsfest der Feuerwehr Troisdorf in der Mensa des Sieglarer Sekundarstufenzentrums statt. Bei der Generalversammlung wird Unterbrandmeister Wilhelm Werner zum stellvertretenden Löschgruppenführer gewählt.
Der Jahresabschluss für die Löschgruppe wird im Rahmen einer Weihnachtsfeier am 13.12. in der Gaststätte "Zur Küz" mit einem Dank für das geleistete Arbeitsjahr durchgeführt. Im Arbeitsjahr werden 15 Einsätze sowie 10 Sicherheitswachen und 21 Übungen wahrgenommen.
23.05.1980 - Brand einer Lagerhalle der Firma Dynamit Nobel Troisdorf
Im Jahr 1981 findet der Stadtfeuerwehrtag in Bergheim statt. Im Jahresverlauf wird eine Neuanschaffung für das 16 Jahre alte TLF 16 der Löschgruppe beschlossen. Im September besuchen wir die befreundeten Kameraden in Körbecke am Möhnesee. Der Sieglarer Helmut Winkin, Sohn des ehemaligen Sieglarer Apothekers Julius Winkin (Stern Apotheke) war hierhin in den 70er Jahren verzogen und hat den Kontakt aufkommen lassen. In Körbecke verleben die Kameraden der Löschgruppe 2 schöne, harmonische Tage.
Eine Woche vorher hat die Löschgruppe bereits an einem Fußballturnier teilgenommen und den Fairnesspokal gewonnen. Allerdings wird hierbei ein Mitspieler mit Schienbeinbruch verletzt. Den Kontakt zu den Körbecker Kameraden haben wir bis in die 90er Jahre aufrechterhalten.
Nach dem schönen Wochenende in Körbecke wird die Löschgruppe am darauf folgenden Montagabend mit dem Stichwort "Person droht zu springen" zum alten Rathaus in der Rathausstraße alarmiert. Bei Eintreffen vor Ort verliert Kamerad Jakob Kappes das Bewusstsein und verstirbt noch an der Einsatzstelle. Die Löschgruppe verliert erstmals nach dem Wiederaufbau 1945 einen Kameraden im Einsatz. Jakob Kappes wird nur 50 Jahre alt. Unter großer Anteilnahme wird er eine Woche später beigesetzt.
In diesem Jahr haben wir 39 Einsätze, Hilfeleistungen und Sicherheitswachen sowie 20 Übungen.
Zur Karnevalssession 1982 braucht die Löschgruppe aufgrund der Inbetriebnahme des Bürgerhauses "Zur Küz" keine Brandsicherheitswachen mehr abzuleisten. Jedoch bittet uns Stadtdirektor Heinz-Bernward Gerhardus den Ordnungsdienst zum Empfang an Weiberfastnacht im Rathaus auszuführen.
Zum 10.06. bekommt die Löschgruppe ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) übergeben. Die Abholung erfolgt durch 2 hauptamtliche Mitarbeiter der Feuerwache, was in der Löschgruppe für Unmut sorgt. Unser geliebtes altes TLF 16 kommt nach Altenrath. Nach einer Blitzeinweisung in das neue Fahrzeug wird beim Stadtfeuerwehrtag am 12.06. in Eschmar erstmalig der Leistungsnachweis zum Erwerb des Leistungsabzeichens erbracht. Die hieran beteiligten Kameraden erhalten selbiges in Bronze. Hierbei muss erwähnt werden, dass verschiedene Kameraden bis weit in dieses Jahrtausend hinein teilweise bis zur Sonderstufe an den Leistungsnachweisen teilnehmen.
Im Rahmen von 18 Übungen wird der Leistungsstand der Löschgruppe verbessert und das ist auch angesichts von 67 Einsätzen, Hilfeleistungen und Sicherheitswachen erforderlich.
Im Jahre 1983 profitiert die Löschgruppe bereits sehr stark von Jugendlichen, die über die Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst kommen. Seit 1980 sind insgesamt 8 Übernahmen notiert. Beim Stadtfeuerwehrtag in Kriegsdorf wird die Löschgruppe nach absolviertem Leistungsnachweis bei Schauübungen eingesetzt. In diesem Jahr werden 21 Übungen, 2 Alarmübungen und 80 Alarmierungen verzeichnet. Zu erwähnen ist hier der Einsatz im Krankenhaus Sieglar, wo ein Rohrbruch den gesamten Technikbereich meterhoch unter Wasser stellt.
Bei der Generalversammlung wird ein Festausschuss für die bevorstehende 75-Jahr-Feier gewählt.
Aufgrund der Tatsache, dass der Löschgruppenführer Heinrich Kern in ca. 8 Jahren in die Alterswehr übergeht, soll schon jetzt ein junger Kamerad für die Ausbildung und ggf. die Übernahme der Löschgruppe vorbereitet werden. Hierzu wird nach Abstimmung Kamerad Axel Odenthal mehrheitlich vorgesehen.
Zu Beginn des Jahres 1984 stehen 26 aktive Kameraden sowie 5 Mitglieder der Altersabteilung auf der Personalliste. Die aktiven Kameraden werden zu 79 Einsätzen alarmiert und bei 24 Übungen geschult. Erstmalig nehmen beim Stadtfeuerwehrtag in Müllekoven 2 Gruppen am Leistungsnachweis teil. Bei der Generalversammlung wird Ulrich Gasper neuer stellvertretender Löschgruppenführer. Nachdem auf der Versammlung über die positiven Vorbereitungen für unser 75-jähriges Jubelfest berichtet wurde, fiel es den Kameraden nicht schwer, mit voller Motivation ins Jahr 1985 überzugehen.
Leider verstirbt im März 1985 Kamerad Willi Jacobs, der in 36 Dienstjahren treu der Löschgruppe zur Seite stand.
Beim Stadtfeuerwehrtag in Oberlar nehmen am Leistungsnachweis wieder 2 Gruppen erfolgreich teil.
Die Löschgruppe Sieglar 1985
Mütter, Ehefrauen und Freundinnen der aktiven Kameraden 1985
Am 1. und 2. Juni ist es soweit: Wir feiern unser Jubiläum. Am Samstagnachmittag werden auf dem Marktplatz bei herrlichem Wetter neben unterschiedlichen Fahrzeugen auch Schauübungen gezeigt.
Um 18.00 Uhr ist der Stolz perfekt, denn unsere Frauen schenken der Löschgruppe zum Jubiläum eine eigene Standarte. Hierzu haben sie seit 1982 insgesamt fast 10.000,- DM für die Beschaffung gesammelt. Die Idee für diese Überraschung kam den Frauen bei einem Besuch in Körbecke, wo eine große Fahnenweihe der Feuerwehr gefeiert wurde.
Die neue Standarte wird vor der Festmesse von Dechant Franz Bollenbach gesegnet.
Anschließend marschiert man in einem Festzug von der Kirche zum Bürgerhaus "Zur Küz", wo gemütlich gefeiert wird.
Besonders freuen wir uns über Abordnungen aller Troisdorfer Löschgruppen sowie Kameraden aus Körbecke und Kulz/Oberfranken.
Am Sonntag wird nach der heiligen Messe und der Kranzniederlegung ein Festzug durch den Ort zur Feuerwache durchgeführt. Hierbei schreitet Kamerad Josef Koch voran und trägt unsere neue Standarte. Auf der Feuerwache wird mit Unterstützung der hauptberuflichen Kameraden, angeführt von Wachleiter Reinald Raaf, ein Tag der offenen Tür durchgeführt. Dank der guten Organisation von Wilhelm Werner und Axel Odenthal wird das Fest ein voller Erfolg. Den Kameraden der Feuerwache wird ein finanzieller Obolus zur Weihnachtsfeier übergeben. Das TLF 16/25 wird an die Kameraden der Feuerwache zur Qualitätsverbesserung der Ersteinsatzkräfte abgetreten. Als Ersatz erhält die Löschgruppe das LF 16 der Feuerwache. Selbiges bleibt uns noch weitere 9 Jahre erhalten.
Neben 22 Übungen werden in diesem Jahr 57 Einsätze abgearbeitet.
Im Jahre 1986 kann die Löschgruppe über das Pfingstwochenende in Kulz/Oberfranken an einem großen Feuerwehrfest teilnehmen und in einem ca. 2 km langen Festzug mitmarschieren. Hierbei haben wir die Gelegenheit einmal ein Feuerwehrfest außerhalb unseres Bundeslandes zu erleben.
Der Leistungsnachweis wird erstmalig getrennt vom Stadtfeuerwehrtag durchgeführt. Als Wettkampfgelände wird am Sekundarstufenzentrum in Sieglar auf 2 Bahnen geübt. Wir können wiederum mit 2 Gruppen erfolgreich teilnehmen. Im September wird eine Zweitagestour zur Löschgruppe Körbecke unternommen, wobei es teilweise über Tische und Bänke geht.
(Einige Kameraden werden sich hieran noch gut erinnern).
Aufgrund einer Umorganisation des Übungsdienstes werden 28 Übungen an Sonntagen und neu auch am Mittwochabend abgehalten. Bei 89 Einsätzen ist das für die 27 Aktiven ein arbeitsreiches Jahr. Auf der Generalversammlung überreicht Oberbrandmeister Heinrich Kern erstmalig Urkunden für Kameraden die 10, 15, 20, 25 und 30 Jahre aktiv in der Löschgruppe tätig sind.
In den ersten Monaten des Jahres 1987 bauen einige Kameraden der Löschgruppe eine transportable Mehrzweckbude, welche bei Festen bis Ende der 90er Jahre gute Dienste erfüllt. Der Leistungsnachweis im Juni wird von der Löschgruppe Sieglar durchgeführt und soll als Probelauf für den anstehenden Stadtfeuerwehrtag dienen. Selbstverständlich nehmen wir trotz allem wieder mit 2 Gruppen erfolgreich teil.
Am 10. und 11. Oktober findet dann der Stadtfeuerwehrtag auf dem Sieglarer Marktplatz statt. Ab Samstagmittag stellt man der Bevölkerung Fahrzeuge und Geräte vor. Abends findet im Saal "Zur Küz" eine Festveranstaltung mit Ehrungen und Beförderungen statt, wobei unser Löschgruppenführer Heinrich Kern für 35 Dienstjahre mit dem Feuerwehrehrenabzeichen in Gold geehrt wird. Der Sonntag beginnt mit Kirchgang, Kranzniederlegung und Festzug zum Marktplatz.
Ein Platzkonzert des Musikzugs Ense-Bremen rundet den Vormittag ab. Nach einer eindrucksvollen Fahrzeugschau alarmiert um Punkt 15.00 Uhr die Sirene auf dem Rathaus die Löschgruppen zur anstehenden Einsatzübung.
Alle Löschgruppen sowie die DN Werkfeuerwehr zeigen ihr Können und werden von der Presse in den nächsten Tagen voll des Lobes erwähnt.
Als Dank für die Unterstützung lädt Kamerad Axel Odenthal Anfang November alle Helfer des Jubiläums zu einem gemütlichen Abend in seinen Party-Keller ein.
Im Jahresverlauf findet man sich zusätzlich zu 27 Übungen und 98 Einsätzen ein. Zum Jahresabschluss feiert man im Dezember mit 60 Personen eine Weihnachtsfeier, bei der auch die Förderer der Löschgruppe eingeladen sind.
Nach langem Abwägen wegen des Versicherungsschutzes wird der Rosenmontagszug 1988 nicht mehr durch die Löschgruppe gesichert.
Im April wird im Rahmen eines Fußball-Freundschaftsspieles gegen eine Mannschaft der Andreasstube (heute Bärenstube, Ecke Hitzbroicher Weg/Leostraße) gespielt, wo wir klar 2. Sieger werden. Als Revanche für unsere Niederlage legen wir dem Wirt zu seinem Jubiläum vor seiner Gaststätte einen Schaumteppich von ca. 100m² und 30 cm Höhe. Somit sind wir doch noch Sieger.
Aufgrund der häufigen Alarmierungen und der Tatsache, dass sich mehr und mehr Bürger wegen der Sirenenalarmierung beschweren, erhält die Löschgruppe 5 Funkmeldeempfänger für so genannte Kleinalarme.
Beim Leistungsnachweis erhalten wiederum 2 Gruppen die erfolgreiche Teilnehmerurkunde. Beim Stadtfeuerwehrtag in Troisdorf endet die Ära von Stadtbrandmeister Friedel Burchhardt nach fast 17 Jahren. Nachfolger wird Bernd Zimmermann.
Am 11. September führen wir einen Tagesausflug nach Bingen mit Schiffstour zurück nach Bonn durch, die sehr großen Anklang findet.
Im Oktober wird nach langen Jahren die letzte Leistungsschildabnahme in Siegburg ausgeführt, wobei wir das goldene Feuerwehrschild des Rhein-Sieg-Kreises erhalten. Bei einem gemütlichen Abend der gesamten Troisdorfer Löschgruppen in der "Küz" wird ausgiebig gefeiert.
Neben 22 Übungen wird die Löschgruppe 145 Mal alarmiert. Zusätzlich werden Ende Dezember weitere 8 Funkmeldeempfänger an die Mitglieder der Löschgruppe ausgegeben.
Nachdem der Ortsring Troisdorf-Sieglar e.V. und die Ortsvorsteherin Gisela Günther im Januar 1989 die Löschgruppe intensiv darum gebeten hatte, wird der Rosenmontagszug wieder durch Kameraden der Löschgruppe gesichert. Bis heute nehmen 4-6 Kameraden diese Aufgabe in Zivil war.
Im Februar wird durch den Wehrleiter eine Versammlung der Löschgruppe einberufen, um den aus beruflichen Gründen zurückgetretenen Kameraden Ulrich Gasper in der Funktion des stellvertretenden Löschgruppenführers zu ersetzen. Hierbei wird Kamerad Guido Kern gewählt.
Nachdem es innerhalb der Feuerwehr Troisdorf Querelen gibt, wird die Löschgruppe von der Wehrleitung gebeten bis auf weiteres die Durchführung des Leistungsnachweises zu gewährleisten. Diesen führen wir dann auch im Juni durch, wobei nur noch eine Gruppe der Löschgruppe teilnimmt.
Der Stadtfeuerwehrtag findet im September in Altenrath statt. Bei der Generalversammlung 1989 teilt Oberbrandmeister Heinrich Kern den Kameraden mit, dass er zum 80-jährigen Jubiläum sein Amt des Löschgruppenführers in jüngere Hände übergeben wolle. Als Nachfolger stehe Kamerad Klaus-Dieter Klein zur Verfügung. Es sei sein Wunsch ihn als seinen neuen Vertreter für den zurückgetretenen Guido Kern einzusetzen um eine reibungslose Übergabe zu ermöglichen.
Die Annahme, dass es heutzutage nicht mehr für jeden selbstverständlich ist anderen zu helfen, wird durch die Feuerwehr im Jahre 1989 widerlegt. Als letzter Stadtteil wird in Friedrich-Wilhelms-Hütte eine Löschgruppe aufgebaut, welche mit mittlerweile über 20 aktiven Kameraden eine neue Stärkung der Gesamtwehr gebracht hat.
Es werden 20 Übungen durchgeführt und 155 Einsätze abgearbeitet.
Im Jahr 1990 nimmt die Löschgruppe am Leistungsnachweis, der nunmehr am Aggerstadion durchgeführt wird, wieder mit Erfolg teil.
Wegen des aus Anteilnahme am Irak-Krieg ausgefallenen Rosenmontagszuges findet Anfang August ein historischer Umzug durch Sieglar statt. Alle Ortsvereine nehmen hieran teil. Die Löschgruppe hat mit einer funktionsfähigen alten Handdruckspritze und alten Feuerwehr-Uniformen großen Anteil am Gelingen hierzu.
Am 11. und 12. August wird unser 80-jähriges Jubelfest im üblichen Rahmen gefeiert. Nach einem schönen, aber leider schlecht besuchten Festabend, wird sonntags wieder ein Tag der offenen Tür auf der Feuerwache durchgeführt.
Eine Woche später beim Stadtfeuerwehrtag in Bergheim legt Oberbrandmeister Heinrich Kern aus Altersgründen sein Amt als Löschgruppenführer der Löschgruppe Sieglar nieder. Er ist zu dieser Zeit der dienstälteste Löschgruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Troisdorf und hat insgesamt 22 Jahre (!) die Leitung der Löschgruppe inne gehabt. Er wird mit vielen Ehrungen und der Anerkennung für seine Leistungen zum Schutze der Bürger unter großem Beifall der Feuerwehrkameraden aus seinem Amt verabschiedet.
So übernimmt zum 80-jährigen Bestehen der Löschgruppe Sieglar der damalige Brandmeister Klaus-Dieter Klein die Löschgruppenführung. Stellvertretender Löschgruppenführer ist ab jetzt Oberbrandmeister Hans Dieter Nötzold. Auch unter Leitung dieser beiden Kameraden und nicht minder durch die Einsatzbereitschaft und den guten Kameradschaftsgeist aller Sieglarer Feuerwehrmänner, wird die bis dato erreichte Ausbildungs- und Einsatzqualität weiter erhöht, um den immer extremer werdenden Einsatzsituationen, der sich eine öffentliche Feuerwehr heute gegenübergestellt sieht, jederzeit gerecht zu werden. Beim gemütlichen Abend der gesamten Feuerwehr Troisdorf wird Kamerad Wilhelm Werner für 35 Jahre Feuerwehrdienst geehrt. Im Dezember führt eine Tagestour zum Weihnachtsmarkt nach Aachen. Im Arbeitsjahr werden 22 Übungen und 80 Einsätze bewältigt.
Seit Beginn des Jahres 1991 werden sonntags keine Übungen mehr durchgeführt. Diese finden nunmehr 14-tägig mittwochs abends statt.
Beim Leistungsnachweis erhalten erstmalig einige Kameraden für ihre 10. erfolgreiche Teilnahme das Leistungsabzeichen der Sonderstufe "Gold auf Blau".
Bei dem eine Woche später ausgerichteten Stadtfeuerwehrtag am 15.06. in Eschmar stirbt plötzlich mitten in unseren Reihen der amtierende Kreisbrandmeister Wolfgang Mirbach an einem Herzinfarkt. Alle Festivitäten werden abgebrochen.
Kreisbrandmeister Wolfgang Mirbach
Nach einem Grillfest Anfang September findet Ende des Monats eine Besichtigung des Tagebaus Kerpen statt. Im Jahresverlauf werden seitens der Löschgruppe für alle Kameraden Winterjacken (Parka) erworben. Einen gemütlichen Abend feiern die Kameraden kostengünstig in der Altentagesstätte Larstrasse um die Kasse zu schonen. Im abgelaufenen Arbeitsjahr finden 20 Übungen statt und 69 Einsätze werden erfolgreich abgearbeitet.
Einen treuen Kameraden verlieren wir am 10.03.1992, als nach 66-jähriger Zugehörigkeit der Kamerad der Alterswehr "de ahl Pomp" Josef Niederquell verstirbt. Er wird von den Kameraden am 15.03. zu Grabe getragen.
Beim Leistungsnachweis muss die Löschgruppe einen zweiten Anlauf nehmen. Nachdem man in Troisdorf aufgrund einer nachher festgestellten Fehlentscheidung disqualifiziert wird, fährt man nach Bergisch Gladbach, wo man mit Glanz den Leistungsnachweis absolviert.
Beim Stadtfeuerwehrtag in Kriegsdorf hat die Löschgruppe jedoch die Nase vorn: 6 Kameraden werden von Feuerwehrmann bis zum Oberbrandmeister befördert.
Im August des Jahres erfreuen wir den langjährigen Löschgruppenführer Heinrich Kern zum 60. Geburtstag mit einer Schauübung vor seiner Wohnung. Danach wird er zum Ehrenlöschgruppenführer ernannt. Im Oktober wird in der Mehrzweckhalle Müllekoven nochmals ein gemeinsamer Abend aller Troisdorfer Kameraden gefeiert. Das abgelaufene Arbeitsjahr vermerkt 20 Übungen und 27 Einsätze, wofür 26 aktive Kameraden bereitstehen.
Aufgrund beruflicher Weiterbildung des Löschgruppenführers übernehmen die Kameraden Hans Dieter Nötzold und Axel Odenthal den Ausbildungsdienst im Januar 1993. Im Februar sammeln alle Kameraden der Feuerwehr für einen schwer erkrankten Kameraden der Löschgruppe Altenrath.
Gleichzeitig findet Anfang Februar eine Anhörung des Kreisbrandmeisters statt, nachdem der bisherige Wehrführer Bernd Zimmermann sein Amt niedergelegt hatte. Zum Nachfolger wird Dietmar Klein von der Löschgruppe Troisdorf vorgeschlagen und 3 Wochen später durch den Rat der Stadt Troisdorf ernannt.
Im März 1993 wird die Feuerwehr innerhalb der Verwaltung eigenständig. Das neue Amt 37 hat bis heute seinen Sitz in der Sieglarer Feuerwache.
Ebenfalls wird ab sofort der Name Feuerwehr Troisdorf ohne den Zusatz "Freiwillige" festgelegt. Der offizielle Name lautet nun Feuerwehr Troisdorf.
Mit Lucia Wickert tritt die erste Feuerwehrkameradin in die Löschgruppe ein.
Auf Bitten des Leiters der Berufsschule Sieglar führt die Löschgruppe Anfang Mai bei den Verkehrssicherheitstagen eine eindrucksvolle Übung vor. Es wird die technische Rettung einer Person aus einem verunfallten PKW vorgeführt.
Anfang Juni wird der Leistungsnachweis erfolgreich absolviert und im Juli findet der Stadtfeuerwehrtag in Müllekoven statt. Im August unterstützen wir die Kameraden der Feuerwache, die einen Tag der offenen Tür durchführen.
Im September wird auf dem Gelände der Dynamit Nobel AG eine Großübung mit über 200 Einsatzkräften absolviert. Über diese können wir uns beim Ausflug der Löschgruppe am darauf folgenden Tag noch abschließend unterhalten. Die Tour führt uns über die Grube Silberhardt und einem Mittagessen zum Deutschen Eck sowie einer Brauereibesichtigung in Koblenz, spät abends zurück nach Troisdorf.
Die Grube Silberhardt bei Rosbach an der Sieg hat für den Kameraden Axel Odenthal noch eine familiäre Bedeutung: Sein Ur-Urgroßvater war hier Obersteiger und verunglückte 1886 tödlich.
Im selben Jahr wird die Feuerwehrkameradschaft Sieglar gegründet, die sich seitdem um die finanzielle Unterstützung aller kameradschaftspflegender Dinge der Löschgruppe Sieglar kümmert. Neben 22 Übungen sorgen 28 Einsätze für ausreichende Beschäftigung.
Ebenfalls im Jahr 1993 findet eine erste Spezialisierung innerhalb der Feuerwehr Troisdorf statt: Die Messgruppe Troisdorf, von der heute 7 der 10 Mitglieder aus der Löschgruppe Sieglar stammen, wird unter Leitung von Brandamtmann Ulrich Gasper aus Beständen des ABC-Zuges des Bundes gegründet. Die Gruppe, die ausschließlich aus Feuerwehrfrauen und
-männern der Feuerwehr Troisdorf besteht, wird ständig weitergebildet und nicht nur im Stadtgebiet Troisdorf eingesetzt, sondern im gesamten Rhein-Sieg-Kreis. Die Hauptaufgabe der Messgruppe besteht darin, bei Großbränden, Schadstofffreisetzungen oder Gefahrstofftransportunfällen den Bereich der Einsatzstelle sowie die Umgebungsatmosphäre in den gefährdeten Wohngebieten auf gefährliche Schadstoffkonzentrationen zu untersuchen.
Zum Jahresbeginn 1994 übernimmt der Löschgruppenführer Klaus-Dieter Klein wieder den Übungsdienst, verbunden mit einem herzlichen Dank an seine Helfer während seiner Abwesenheit. Im Jahresverlauf beginnen die Planungen zum 85. Gründungstag der Löschgruppe Sieglar. Zudem plant man seitens der Verwaltung unser bisheriges Einsatzfahrzeug LF 16 durch ein neues LF 8/6 zu ersetzen.
Zu dieser Zeit werden die 10 Troisdorfer Löschgruppen zu 4 Löschzügen zusammengefasst, um einen effektiven Einsatz zu gewährleisten. Seitdem bildet die Löschgruppe Sieglar zusammen mit den Kameraden aus Friedrich-Wilhelms-Hütte den Löschzug West.
Am Abend des 14. April 1994 steht der HIT Markt an der Spicher Straße im Vollbrand. Bei einem der größten Einsätze der letzten Jahre sind über 250 Einsatzkräfte mit 9 taktischen Löschzügen im Einsatz. Diese Einsatzstelle macht erstmalig die Erklärung des Ausnahmezustands erforderlich. Die Sieglarer Kameraden können nach über 12 Stunden den Einsatz erfolgreich beenden.
Den Leistungsnachweis besteht die Löschgruppe mit Erfolg. Der Stadtfeuerwehrtag in Oberlar beinhaltet u.a. die Beförderung des Löschgruppenführers Klaus-Dieter Klein zum Hauptbrandmeister. Aufgrund immer mehr neuer und junger Kameraden besichtigen wir bei Ortsterminen das Sieglarer Krankenhaus sowie die Kläranlage Müllekoven. 36 Einsätze und 19 Übungen werden im Jahr 1994 vermerkt.
Die Feuerwehr Troisdorf vor der Burg Wissem
Die Löschgruppe Sieglar vor der Burg Wissem
Nach lang anhaltenden Regenfällen steigt der Pegel von Rhein und Sieg im Januar 1995 stark an. Aufgrund des andauernden Hochwassers droht der Deich bei Müllekoven am 30.01. aufzuweichen und die tiefer liegenden Gebiete von Müllekoven, Eschmar und Sieglar unter Wasser zu setzen.
Die ganze Nacht hindurch stapeln Feuerwehreinsatzkräfte auf einer Länge von 200 Metern tausende Sandsäcke am Deichfuß zur Stärkung des Deiches.
Ein Großobjekt in Sieglar braucht 1995 nicht mehr begangen zu werden. Am 12.08. wird das Rathaus auf dem ehemaligen Schirmhofgelände gesprengt und die frei gewordene Fläche durch einen Investor mit Wohn- und Gewerbebauten neu gestaltet. Bei der Sprengung ist die gesamte Feuerwehr Troisdorf mit Wasserwerfern zur Staubniederschlagung im Einsatz.
12.08.1995 kurz vor Sprengung Rathaus
Ein weiterer Schritt in Richtung Modernisierung ist sicherlich auch die Anschaffung des neuen Löschgruppenfahrzeugs als Ersatz für das schon ziemlich betagte Löschfahrzeug aus den 60er Jahren. Dieses Fahrzeug wird der Sieglarer Öffentlichkeit beim Stadtfeuerwehrtag, der gleichzeitig mit den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 85-jährigen Bestehen der Löschgruppe Sieglar am 07. und 08.10.1995 begangen wird, offiziell vorgestellt. Zuvor wird das Fahrzeug bei Iveco in Weisweil durch die Kameraden Klaus-Dieter Klein, Hans Dieter Nötzold, Hans-Peter Koch und Axel Odenthal abgeholt und die hierbei durchgeführte Einweisung an die Kameraden weitergegeben. Im Rahmen der Festveranstaltung im Bürgerhaus "Zur Küz" und auf dem Marktplatz erhält die Bevölkerung eine Übersicht des Leistungsstandes ihrer Feuerwehr.
47 Einsätze und 21 Übungen lassen bei den Kameraden der Löschgruppe keine Langeweile aufkommen.
Ab dem 01.09.1996 übernimmt Oberbrandmeister Axel Odenthal die Löschgruppenführung und tätigt als ersten Schritt den Aufbau einer eigenständigen Jugendfeuerwehr für den Stadtteil Sieglar.
Hierbei ist erwähnenswert, dass Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren durch Jugendarbeit, einer Ausbildung im Feuerwehrdienst und sozialem Engagement u.a. für ihr weiteres Leben geprägt werden.
Am 03.10. starten die Kameraden zu einer 3-tägigen Fahrt nach Hamburg. Nach dem Besuch des Musicals "Phantom der Oper" und einer Stadtrundfahrt geht es am Sonntagnachmittag wieder zurück in Richtung Sieglar.
Auf der Generalversammlung wird beschlossen, die Übungen zukünftig samstags, dienstags und donnerstags abzuhalten.
In diesem Jahr wird die Löschgruppe zu 61 Einsätzen gerufen und es werden 21 Übungen abgehalten.
Als weiterer Schritt zur Verbesserung der Personalstruktur wird am 15.03.1997 um 10 Uhr der Grundstein für einen eigenen Unterrichtsraum der Löschgruppe Sieglar hinter der Feuer- und Rettungswache gelegt.
Auf Antrag des Stadtverordneten Kurt P. Schneider (vorne links) wird die Baumaßnahme seitens der Stadt mit 35.000,- DM gefördert.
22.03.1997 - viele fleißige Hände bei der Arbeit
05.07.1997 - Innenarbeiten
Kamerad Wilhelm Werner wird am 09.06. mit Vollendung seines 60. Geburtstages in die Ehrenabteilung übernommen.
Ein Ausflug mit Schiffstour und Stadtrundfahrt führt die Kameraden der Löschgruppe Sieglar am 01. und 02.11. nach Würzburg.
1997 - Tour LG Sieglar nach Würzburg
Nach knapp 8 Monaten Bauzeit wird der neue Kameradschafts- und Unterrichtsraum der Löschgruppe am 14.11. unter Beteiligung mehrerer Ehrengäste mit einer kleinen Party eingeweiht.
Es sind 57 Einsätze sowie 24 Übungen für dieses Jahr vermerkt.
Als Dank für die Eigenleistung beim Bau des Gemeinschaftsraumes wird die Löschgruppe vom 15. bis 17.05.1998 von Bürgermeister Uwe Göllner MdB für 3 Tage nach Berlin eingeladen. Hier wird u.a. das Haus der Wannseekonferenz besichtigt sowie eine Stadtrundfahrt unternommen. Einen gemeinsamen Ausflug mit der ganzen Familie unternimmt die Löschgruppe zum Biggesee und zur Attahöhle am 06.07. Im Laufe des Jahres erhalten alle Atemschutzgeräteträger eine spezielle Nomex-Schutzjacke für den Innenangriff. Zum 01.12. übernimmt Kamerad Frank Zimmer die Jugendfeuerwehr Sieglar.
Die Löschgruppe wird zu 42 Einsätze gerufen und es werden 23 Übungen abgehalten.
Im März 1999 belegt die Löschgruppe beim Vereinsschießen im Rahmen der Schießsportwoche des Schützenverein St. Hubertus Sieglar den 1. Platz und erhält hierfür einen Wanderpokal.
Zum 18. Mal wird erfolgreich am Leistungsnachweis des Kreisfeuerwehrverbandes teilgenommen.
Vom 03. bis 05.09. unternehmen wir mit einem Bus der RSVG eine 3 Tagesfahrt nach Freiburg mit einem Abstecher nach Basel und Straßburg.
1999 - Tour LG Sieglar nach Freiburg
Am 11.09. findet die Großübung der Jugendfeuerwehr Troisdorf mit 6 Gruppen auf dem Marktplatz in Sieglar statt. Bei schönem Wetter wird ein angenommener Großbrand der alten Sieglarer Schule vorgeführt. Für die Organisation und Bewirtung zeigen sich die aktiven Kameraden der Löschgruppe verantwortlich.
Neben 21 Übungen sorgen 34 Einsätze für ausreichende Beschäftigung.
Aufgrund des Jahrtausendwechsels ins Jahr 2000 haben die Löschgruppen in ihren Gerätehäusern Dienstbereitschaft, als Vorsichtsmaßnahme wegen der befürchteten Computer-Crashs, die Gott sei Dank ausbleiben. Die Löschgruppe Sieglar verbringt die Silvesternacht im Gemeinschaftsraum. Für Speisen und alkoholfreie Getränke ist bestens gesorgt.
Am 01.03. wird aus dem Verein "Feuerwehrkameradschaft Sieglar" zum Zweck der Pflege und Förderung der Kameradschaft und der Zusammenarbeit innerhalb der Löschgruppe der eingetragene Verein "Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Sieglar e.V.".
Ein Ausflug der Löschgruppe führt die Kameraden am 28.04. nach Köln zur Ausstellung "Körperwelten" und zu Speis und Trank ins "Peter´s Brauhaus".
Am 30.09. feiert die Löschgruppe Sieglar ihr 90-jähriges Bestehen. Der Rheinische Abend in der ausverkauften Küz u.a. mit Bernd Stelter wird ein voller Erfolg. Die Festlichkeiten am 01.10. fallen jedoch wegen strömenden Regens ins Wasser. Lediglich der geplante Kirchgang findet unter Beteiligung der Sieglarer Vereine und aller Troisdorfer Löschgruppen statt. Die Kameraden der Löschgruppe räumen im strömenden Regen alle Aufbauten vom Marktplatz ab und gehen ganz unbewusst und locker zum gemütlichen Teil über. Es
wird gegessen und getrunken, gelacht und sogar getanzt. Nach einigen Litern Bier und ein wenig "Medizin" aus Italien hat man den Frust über den verregneten Sonntag fast vergessen. Die Stimmung gleicht einer Mischung aus Hitparade und Karnevalsparty. Dieser Sonntag endet erst als die Stimmbänder nicht mehr mitmachen. Später ist man sich einig, dass es trotz des Regens und des ausgefallenen Festes ein sehr schöner Tag war.
Im Jubiläumsjahr werden 42 Einsätze abgearbeitet und 24 Übungen durchgeführt.
Ein besonderes Ereignis ist am 13.05.2001 die Sprengung des "Kaiserbau". Die gesamte Feuerwehr Troisdorf ist beteiligt um die Staubwolke mit Wasserwerfern niederzuschlagen.
Ein weiterer Ausflug führt die Kameraden im Juni wieder nach Köln in die "Schreckenskammer" und anschließend zur Talentprobe in den Kölner Tanzbrunnen.
2001 - Tag der offenen Tür Feuerwache
Der Stadtfeuerwehrtag fällt in diesem Jahr aus. Dafür findet am 19.08. ein Tag der offenen Tür an der Feuer- und Rettungswache statt. Dieser Tag wird von der Löschgruppe und den hauptamtlichen Kameraden der Feuerwache durchgeführt. Am 14.12.2001 findet der Jahresabschluss in der "Ratsklause" statt, wo eine Kegelbahn sowie ein Tisch für ein gemütliches Beisammensein reserviert ist.
Im Laufe des Jahres werden die Kameraden zu 46 Einsätzen alarmiert. Man trifft sich zu 24 Übungen.
Zusätzlich zu der Zugabsicherung beteiligt sich die Löschgruppe seit der Karnevalssession 2002 durchweg mit einer Fußgruppe am Sieglarer Rosenmontagszug. Motto 2002: "Grisu der Drache".
Unsere Kameradin Dr. rer. nat. Lucia Wickert wird am 01.03. von Stadtbrandmeister Dietmar Klein zur technischen Fachberaterin der Feuerwehr Troisdorf ernannt. Seitdem berät sie die unterschiedlichen Einsatzleitungen im gesamten Rhein-Sieg-Kreis in fachlichen Fragen zu ABC-Einsätzen.
Am 08.05. verstirbt unerwartend der langjährige Kamerad Wilhelm Werner, der sich immer stets um das Wohl der Löschgruppe gekümmert hat.
Vom 29.05. bis 02.06. ist die Löschgruppe Sieglar auf Tour in Bayern, wo die Gegend um Ruhpolding, wie z.B. das Salzbergwerk in Berchtesgaden und der Königssee besichtigt wird.
Am 11.10. nimmt die Löschgruppe mit einer Abordnung am Festkommers "100-Jahre Küz" teil.
Im Jahr 2002 sind 45 Einsätze und 24 Übungen vermerkt.
Die Teilnahme am Rosenmontagszug 2003 steht unter dem Motto: "Köche - Wir lassen nichts anbrennen".
Einige Tage später, am 06.03., verstirbt Kamerad Heinrich Kern, der lange Jahre die Löschgruppe geführt hat und von allen nur liebevoll "usser Hein" genannt wird. Heinrich Kern hat mit seinem langjährigen Engagement in der Feuerwehr besondere Maßstäbe gesetzt.
An einem Informationstag bei Knauber beteiligen sich die Kameraden am 12.04. mit einem Stand zum Thema vorbeugender Brandschutz.
Im Juni erhält die Löschgruppe Sieglar ein Mannschaftstransportfahrzeug, welches am 19.09. zusammen mit dem neuen ABC-Erkunder der Messgruppe Troisdorf von Dechant Franz Bollenbach auf der Feuer- und Rettungswache feierlich gesegnet wird.
Neben 47 Einsätzen sorgen 24 Übungen für ausreichende Beschäftigung.
Am Rosenmontagszug 2004 nimmt die Löschgruppe unter dem Motto "Indianer - Wir geben Rauchzeichen" wieder mit einer Fußgruppe teil.
Bei einer Großübung am Flughafen Köln/Bonn sind im Juni einige Kameraden der Löschgruppe beteiligt.
Das Stadtteilfest Rotter See findet unter Beteiligung der Löschgruppe und Jugendfeuerwehr am 17.07 statt. Der Erlös der Tombola geht in diesem Jahr an die Jugendfeuerwehr Sieglar.
Am 04.09. fährt die Löschgruppe nach Köln, wo alle Kameraden an einer Führung von Kamerad Peter Kern, der Mitglied der "Akademie för uns kölsche Sproch" in Köln ist, teilnehmen.
In diesem Jahr finden 24 Übungen statt und es kommt zu 50 Einsatz-Alarmierungen.
Seit Mitte des Jahres bereitet sich die Löschgruppe intensiv auf die Karnevals-Session 2004/2005 vor. Es finden verschiedene gesellige Treffen im Raum der Löschgruppe sowie im Party-Keller Diepenseifen u.a. zum Rosendrehen statt.
Erstmals in ihrer 95-jährigen Geschichte stellt die Löschgruppe ein Dreigestirn im Löörer Fasteloovend.
Löschgruppenführer Axel Odenthal führt das Trifolium an und stellt den Sieglarer Prinz der Session 2004/2005. Bauer wird Schriftführer Klaus Dahm, der durch sein kerniges Erscheinungsbild und seine ruhige Ausstrahlung die ideale Besetzung für seine "Deftigkeit" ist. Die Jungfrau wird aus den Reihen der inaktiven Mitglieder von Bruno Overath gestellt.
Die Session erreicht ihren Höhepunkt am Rosenmontag 2005, wo das Dreigestirn mit ihren Adjutanten Hans-Peter Koch, Hans-Dieter Nötzold und Tobias Diepenseifen auf ihrem Prinzenwagen, der dem alten Sieglarer TLF 16 nachempfunden wurde, durch Sieglar ziehen.
Die Löschgruppe Sieglar unterstützt das Dreigestirn mit 50 Gefolgeteilnehmern aus den Reihen der aktiven und inaktiven Kameraden sowie Familienangehörigen.
Bei den unzähligen Auftritten, Besuchen und Terminen des Dreigestirns verbringen die Kameraden der Löschgruppe viele schöne und lustige Stunden und leisten insgesamt auch einen besonderen Beitrag zur rheinischen Brauchtumspflege.
Seit Mai 2005 unterstützt die Löschgruppe regelmäßig den Sieglarer Junggesellenverein beim traditionellen Dorfbaumsetzen mit dem Betrieb einer Getränkebude auf dem Marktplatz.
Im Rahmen der 95-Jahr-Feier richtet die Löschgruppe im selben Jahr den Stadtfeuerwehrtag an der Feuerwache aus. Über drei Tage wird rund um das Festzelt unter anderem die Versammlung der Gesamtwehr, ein Pokalwettkampf zwischen Feuerwehren des Umlandes mit anschließender Oldie-Night und Siegerehrung, sowie am Sonntag ein Tag der offenen Tür mit Feldgottesdienst dargeboten.
Die Ehrenabteilung stiftet im Oktober zum Gründungstag der Löschgruppe einen Baum neben dem Feuerwehrhaus, der liebevoll "Feuerwehreiche" getauft wird.
Die Weihnachtsfeier findet am 03.12. unter großer Beteiligung der Kameraden und Partner/Innen im Quality-Hotel statt.
Für das Jahr 2005 sind 39 Einsätze und 24 Übungen in den Unterlagen notiert.
Am Rosenmontag 2006 verabschiedet sich das 1. Feuerwehr-Dreigestirn mit ihrem nachgebauten TLF 16 von allen Sieglarer Karnevalisten.
Erstmalig beteiligt sich die Löschgruppe am 4. Sieglarer Ochsenfest am 21.05. mit einem Informationsstand und einer Fahrzeugausstellung sowie einer Fotoaktion für Kinder. Dies wird nach großem Erfolg fortgeführt und um weitere Aktionen wie z.B. "LF8/6 zum Selberbasteln" ergänzt.
Zur Fußball WM 2006 in Deutschland versieht die Löschgruppe drei geplante erhöhte Alarmbereitschaften an der Feuerwache für den Behandlungsplatz "Rhein-Sieg-Kreis" während der
im Kölner Stadion ausgetragenen Spiele. Zum Halbfinale Deutschland - Italien am 04.07. wird die Löschgruppe zusammen mit diesem Behandlungsplatz planmäßig in den Bereitstellungsraum nach Dortmund verlegt, wo er aber zum Glück nicht eingesetzt werden muss.
Im September haben einige Sieglarer Kameraden die Möglichkeit zusammen mit der Flughafenfeuerwehr des Flughafen Köln/Bonn nach Paderborn zu einem Hot-Training zu fahren. Hierbei werden alle Teilnehmer u.a. in einem Feststoff-Brandcontainer im Umgang mit "Flash-Over" geschult.
Nach längerer Pause geht die Löschgruppe am 30.09. wieder auf Reise. Im Herbst findet nach missglücktem Start aufgrund eines Kabelbrandes im ersten Bus, eine mehrtägige Tour ins Allgäu nach Oberstaufen statt. Hier wird u.a. das Schloss Neuschwanstein und die Stadt Füssen besichtigt. Als Höhepunkt wird für einige interessierte Mitreisende eine Rafting Tour auf der Bregenzer Aach angeboten.
Im November 2006 fahren u.a. die 3 Kameraden der Löschgruppe, Axel Odenthal, Klaus Dahm und Axel Günther, nach Dissen (Niedersachsen) um bei der Firma Schlingmann das neue Tanklöschfahrzeug (TLF20/40) für Löschgruppe und Feuerwache abzuholen. Es wird am 22.11. mit einer kleinen Feierstunde in der Feuerwache empfangen und muss bereits 12 Minuten nach Ankunft zu einem LKW-Brand im Bereich des Siegburger Autobahnabschnittes zur Unterstützung ausrücken. Das über 4500 Liter Wasser und 500 Liter Schaummittel verfügende Fahrzeug wird über Tag von der Feuerwache, über Nacht und am Wochenende von der Löschgruppe besetzt. Es finden intensive Ausbildungen an dem neuen Fahrzeug und dessen Gerätschaften statt.
Im abgelaufenen Jahr werden 27 Einsätze abgearbeitet und 30 Übungen durchgeführt.
2007 wird wieder als Fußgruppe mit dem Motto "Piraten - Fluch des Feuers" mit Partnern sowie einigen Freunden und Gönnern der Löschgruppe am Rosenmontagszug teilgenommen.
Beim Stadtfeuerwehrtag 2007, der an der ehemaligen Feuerwache der Dynamit Nobel Werkfeuerwehr - der jetzigen Heimat der Löschgruppe Troisdorf-Mitte - stattfindet, wird erstmals für alle Atemschutzgeräteträger eine Heißausbildung in einem großen gasbetriebenen Übungscontainer angeboten. Von dieser Gelegenheit wird reger Gebrauch gemacht.
Am 10., 11. und 12.08. findet das Bürgerfest "1175 Jahre Sieglar" auf dem Marktplatz statt. Die Löschgruppe beteiligt sich mit einer Brandsicherheitswache.
Beim traditionellen Volkstrauertag am 18.11. legt die Löschgruppe wie gewohnt im Namen der Stadt Troisdorf am Ehrenmal einen Kranz nieder.
Zum Übungsdienst am 27.11. eröffnet der langjährige Löschgruppenführer Brandinspektor Axel Odenthal, dass er ab sofort aus gesundheitlichen Gründen für einen längeren Zeitraum der Löschgruppe nicht mehr zur Verfügung stehe. Lange eigene Überlegungen veranlassen ihn, seine jetzige Position als Löschgruppenführer zum Jahreswechsel niederzulegen. Dem einhergehend äußert sich sein langjähriger Stellvertreter Hauptbrandmeister Hans-Dieter Nötzold, dass auch er - aber planmäßig aufgrund der geänderten beruflichen Ausrichtung - seine Position zur nächsten Generalversammlung zur Verfügung stellen werde.
Im Zeitraum bis zur Weihnachtsfeier der Löschgruppe am 21.12.2007 in der Gaststätte "Zum Schirmhof" werden viele intensive Gespräche geführt um geeignete Nachfolger für die zu besetzenden Führungspositionen zu finden. Bei der Anhörung des Wehrführers anlässlich eines Übungsabends wird entschieden, den jetzigen zweiten Stellvertreter Brandmeister Tobias Diepenseifen zum Löschgruppenführer und Brandmeister Stefan Kuhl sowie Unterbrandmeister Axel Günther zu seinen Stellvertretern zu ernennen. Die Löschgruppe begrüßt die Entscheidung.
Die Kameraden wurden zu 46 Einsätzen alarmiert und es wurden 30 Übungen abgehalten.
Nach überstandenem Jahreswechsel ernennt der Wehrführer Stadtbrandmeister Dietmar Klein anlässlich der Generalversammlung im Februar 2008 Tobias Diepenseifen zum Löschgruppenführer, Stefan Kuhl zum Stellvertretenden Löschgruppenführer und Axel Günther kommissarisch ebenfalls zum Stellvertretenden Löschgruppenführer.
Die Kameraden Walter Oberhäuser und Hans-Werner Hinterkeuser aus der Ehrenabteilung der Löschgruppe erhalten auf der Generalversammlung eine Ehrennadel als Sonderauszeichnung des Landesfeuerwehrverbandes für 50-jährige Mitgliedschaft.
Weitere Kameraden werden für langjährige treue Dienste zum Wohle des Feuerwehrwesens geehrt.
Der Vorstand stiftet der Löschgruppe eine Sitzungsglocke.
Karneval steht in diesem Jahr unter dem Motto "Eskimos - Wir wärmen uns am Feuer".
Im April unternehmen einige Kameraden der Löschgruppe einen Ausflug in den Hochseilgarten Dormagen zur Förderung des Teamgeistes und zur Selbstüberwindung.
Am "10. Aktionstag Junge Fahrer" des Berufskollegs Sieglar im Mai beteiligt sich die Löschgruppe Sieglar zusammen mit der Polizei und dem Malteser Hilfsdienst an einer Übung. Bei dieser Übung kann den Schülern auf eine realistische Art und Weise demonstriert werden, was bei einem schweren Verkehrsunfall alles unternommen werden muss um Verletzte und deren Leben zu retten.
An der Einführung des neuen Sieglarer Pastors Dirk Baumhof am 08.06. nimmt eine Abordnung von 3 Kameraden teil.
"Löschgruppe Sieglar on Tour" heißt es wieder am 30.08. An diesem Tag wird eine Tagestour ins Sauerland zu einer Besichtigung der Warsteiner Brauerei und nach Meschede unternommen. In Meschede besucht die Löschgruppe den Polterabend unseres Kameraden Thomas Enders, der vor einiger Zeit aus dem Sauerland nach Sieglar gezogen ist.
Für das Jahr 2008 stehen 44 Einsätze und 22 Übungen sowie 4 sonstige Dienstveranstaltungen an.
Zu Anfang des Jahres bauen die Kameraden der Löschgruppe mit Unterstützung einiger Freunde und Gönner einen eigenen Karnevalswagen. Am Rosenmontag, den 23.02.2009 kann somit unter dem Motto "Mexikaner - Wir mögen´s feurig" mit einem eigenen Großwagen teilgenommen werden.
Nach dem Rosenmontagszug verbringt die Löschgruppe traditionell ein paar lustige Stunden im "Schirmhof".
Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchiv im März, helfen am 04.04. auch einige Sieglarer Kameraden bei der Bergung von wichtigem Kulturgut.
Zur gleichen Zeit nehmen weitere Kameraden an einer lustigen Orientierungsfahrt der Löschgruppe Hennef-Happerschoss teil.
Am 29.06. fährt die Löschgruppe zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und anschließender Brauhausführung nach Köln. An diesem Abend erfahren wir von Kamerad Peter Kern einiges über die Braukunst, Geschichte und die Eigenart des kölschen Bieres.
Nach 2007 übernimmt die Löschgruppe Sieglar zusammen mit den Löschgruppen Bergheim und Spich am 20.09. zum 2. Mal die Brandsicherheitswache am "Tag der Luft- und Raumfahrt" bei der DLR in Köln-Porz.
Es sind 55 Einsätze, 20 Übungen sowie 8 sonstige Dienstveranstaltungen vermerkt.
Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2010 haben sich die Kameraden als Hinweis auf die bevorstehenden Feierlichkeiten das Karnevalsmotto "Bürger zur Gründerzeit der Löschgruppe Sieglar" einfallen lassen. Unter diesem Motto kostümiert sich die Löschgruppe zur Teilnahme am Rosenmontagszug mit typischer Bekleidung Sieglarer Bürger aus der Zeit um 1910. Der Karnevalswagen ist mit einer Original-Feuerspritze und Feuerwehrleuten in historischen Uniformen aus dieser Zeit geschmückt.
Ebenfalls aus Anlass des Jubiläums legt die Löschgruppe einen eigenen Karnevalsorden auf.
Der Orden und das Motto finden bei der Sieglarer Bevölkerung regen Zuspruch.
Am 08.05. sind alle Kameraden der Löschgruppe Sieglar zur Polterhochzeit des stellvertretenden Löschgruppenführers Stefan Kuhl und seiner Frau Nadine eingeladen. Hier lässt es sich die Löschgruppe nicht nehmen, den Beiden mit einer Menge Scherben viel Glück zu wünschen.
Zuvor wurden Stefan und Nadine nach ihrem Ja-Wort mit einem Spalier an der Ramersdorfer Kommende empfangen.
Die Festlichkeiten zum Jubiläum sind für das erste September-Wochenende am 03., 04. und 05.09 geplant.
Dabei findet am Freitagabend die Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes des Rhein-Sieg-Kreises im Bürgerhaus "Zur Küz" statt.
Samstags wird eine Feuerwehr-Ralley für die Feuerwehren aus dem Rhein-Sieg-Kreis rund um Sieglar und anschließender Jubiläumsparty für jedermann im Bürgerhaus "Zur Küz" veranstaltet.
Am Sonntag findet der Kreisfeuerwehrtag auf der Kerp- und Christian-Esch-Straße mit großer Fahrzeugausstellung und verschiedenen Vorführungen statt. Als krönenden Abschluss spielt abends die Kölsche Mundartgruppe "De Räuber" auf der Bühne ein 90-minütiges Live-Open-Air-Konzert.
Am 02.10. findet der Festkommers "100 Jahre LG Sieglar" mit ca. 200 geladenen Gästen im festlich geschmückten Saal "Zur Küz" statt. An diesem Abend können die Kameraden und Kameradinnen mit ihren Partnern nach getaner Arbeit beim Feuerwehrfest und Kreisfeuerwehrtag ausgelassen und ausgiebig feiern.
Zum 100-jährigen Jubiläum gönnen sich die Kameraden der Löschgruppe ein Gemälde des Troisdorfer Künstlers Josef Hawle, welches die Fahrzeuge der Löschgruppe Sieglar im Laufe der Zeit auf dem Sieglarer Marktplatz zeigt.
Dieses Bild in Form von naiver Malerei wird zum Jubiläum auf Tassen gedruckt, welche etliche glückliche Abnehmer finden.
Im Jubiläumsjahr werden 20 Übungen durchgeführt und 40 Einsätze absolviert.
Am 22.01.2011 findet zum ersten Mal die Jahresbeginnfeier der Löschgruppe Sieglar statt, welche auf Grund der Vielzahl von Terminen zum Jahresende als Ersatz für eine Weihnachtsfeier dient.
Wegen des geplanten Erweiterungsbaus der Feuerwache muss die "Feuerwehr-Eiche" im März an ihren neuen Standort vor der Feuerwache durch eine Fachfirma umgepflanzt werden.
Die karnevalsbegeisterten Kameraden der Löschgruppe nehmen in diesem Jahr am Rosenmontagszug mit dem Motto "Jede Jeck is anders" mit einer bunten Mischung aller Kostüme seit 2002 teil.
Der diesjährige Ausflug führt die Kameraden am 06.08. in den Hochseilgarten und anschließend ins Brauhaus nach Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Am 10. und 11.09. führen die Kameraden der Löschgruppe eine Brandsicherheitswache beim 100-jährigen Jubiläum der Firma Reifenhäuser durch.
Eine Woche später findet die Großübung der Jugendfeuerwehr Troisdorf am Sieglarer Schulzentrum statt, welche in diesem Jahr durch die Sieglarer Kameraden mit großzügiger Unterstüzung der Löschgruppe ausgerichtet wird.
Neben 48 Einsätzen sorgen 24 Übungen im Laufe des Jahres
für ausreichende Beschäftigung.
Im Jahr 2012 stellt die Löschgruppe zum zweiten Mal in ihrer Geschichte das Sieglarer Dreigestirn. Mit Löschgruppenführer Tobias Diepenseifen als Prinz, stv. Löschgruppenführer Stefan Kuhl als Bauer und Kassierer Alexander Löwen als Jungfrau sowie dem alten Dreigestirn aus 2005 als Adjutanten, erleben die Kameradinnen und Kameraden eine wundervolle Karnevalsession, die ihren Höhepunkt beim sonnigen Rosenmontag am 20.02.2012 erreicht.
Nach kurzer schwerer Krankheit verstirbt am 19.04. plötzlich unser langjähriger Kamerad und Kassierer Klaus Werner, der über 13 Jahre lang die Kasse der Löschgruppe führte.
Bei der Generalversammlung wird Kamerad Unterbrandmeister Alexander Löwen zum neuen Kassierer der Löschgruppe Sieglar gewählt.
Im Sommer zieht es die Kameraden zum alljährlichen Ausflug wieder nach Köln, wo zuerst die "Ühlepooz" das Stammquartier der roten Funken besichtigt wird. Abschließend lässt man den Tag in der Kölner Altstadt ausklingen.
Im Jahr 2012 sind 57 Einsätze und 27 Übungen vermerkt.
Am Neujahrsempfang des Kreisfeuerwehrverbandes Rhein-Sieg am 06.01.2013 wird Kameradin PD Dr. rer. nat. Lucia Wickert mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet.
Beim Ausflug der Löschgruppe führt uns Heimathistoriker Kurt P. Schneider mit einer Wanderung zu historischen Daten, Fakten und Anekdoten durch den Sieglarer Ortskern.
Im Laufe des Jahres gehen insgesamt 3 Kameraden der Löschgruppe den Bund der Ehe ein. Alle 3 Hochzeiten werden mit Spalier der Kameraden vor dem Standesamt und der Kirche ausgiebig gefeiert.
Am 09.06. nimmt die Löschgruppe Sieglar nach langjähriger Abstinenz wieder einmal erfolgreich am Leistungsnachweis des Kreisfeuerwehrverbandes in Königswinter-Niederdollendorf teil. In den Sommermonaten legen einige Kameraden der Löschgruppe im Rahmen des regelmäßigen Dienstsports das Deutsche Sportabzeichen in Bronze, Silber oder Gold ab.
Die 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Gruppen Süd (Eschmar, Bergheim, Müllekoven), Friedrich-Wilhelms-Hütte und Sieglar wird am 07.09. durch die Kameraden der Löschgruppe unterstützt indem die Einsatz-Übungen der Kinder und Jugendlichen vorbereitet und durchgeführt werden.
Am Freitag, den 04.10. heißt es seit langem wieder endlich "LG Sieglar on Tour". Die Kameraden fahren zusammen mit ihren Partnern, Freundinnen und einigen fördernden Mitgliedern bis zum 06.10. nach Bremen. Dort wird neben einer Stadtführung und einem Abendessen auf einem alten Segelschiff auch ein Kaffeeseminar in einer Kaffeerösterei bersucht. Der Heimweg führt über die Meyer-Werft in Papenburg zurück nach Sieglar.
Kurz vor Weihnachten findet wieder der traditionelle Weihnachtsnachmittag für Familien mit Kindern und dem Besuch vom heiligen Sankt Nikolaus statt.
Im abgelaufenen Jahr werden 86 Einsätze sowie 23 Übungen vermerkt.
In den Monaten Oktober 2013 bis März 2014 werden die Räumlichkeiten der Löschgruppe Sieglar durch die Stadt Troisdorf und mit etlichen Stunden Eigenleistung umgebaut. Die Erweiterungs- und Renovierungsarbeiten beziehen sich auf einen modernisierten WC-Bereich, einen eigenen Lagerraum, und einen freundlichen, mit viel Tageslicht gestalteten Zugangsbereich zum Gemeinschaftsraum. Jetzt besteht eine direkte Verbindung der Räumlichkeiten der Löschgruppe Sieglar zum Foyer der hauptamtlichen Feuer- und Rettungswache, mit der sich die ehrenamtlichen Kameraden der Löschgruppe den Standort teilen.
Am 10.05 findet das Sommerfest der Löschgruppe Sieglar mit allen Aktiven Feuerwehrkameraden, deren Familien, den Kameraden der Ehrenabteilung und vielen Freunden statt. Bei diesem Anlass werden auch die neuen und renovierten Räumlichkeiten der Löschgruppe feierlich eingeweiht.
Anfang Mai fahren die aktiven Kameraden der Löschgruppe auf ein Ausbildungswochenende zum Institut der Feuerwehr, der zentralen Ausbildungsstätte für Feuerwehr-Führungskräfte in NRW. Hier können sich die Teilnehmer in diversen Einsatz-szenarien erproben. Im Fokus stehen neben allgemeiner Einsatztaktik und Personalführung auch der Schutz des Treppenraums als ersten Rettungsweg bei Wohnungsbränden, sowie besondere Dinge wie die Nutzung von Steigleitungen in Hochhäusern, die Bedienung von Brandmeldeanlagen, unterschiedlichste Unfälle an Bahnanlagen und der Brand in einem S-Bahn Zug. Insgesamt werden 16 Übungen durchgeführt, die nach dem Zufallsprinzip aus einem Pool von vorbereiteten Szenarien gezogen werden.
Aber auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. So wird freitags abends nach einem langen Übungstag in der Innenstadt von Münster in einem sehr urigen Münsterländer Restaurant eingekehrt und ein köstlich am ganzen Stück zubereiteter Backschinken verspeist.
Am 29.06. wird Stadtbrandinspektor Dietmar Klein nach über 21-jähriger Dienstzeit als Leiter der Feuerwehr Troisdorf von allen Troisdorfer Feuerwehrkameraden gebührend verabschiedet. Hierzu wird er zur Über-raschung zu Hause abgeholt und von einem historischen Feuerwehrfahrzeug von Geräte-haus zu Gerätehaus gefahren, wo sich die Kameraden der einzelnen Löschgruppen mit ihren Fahrzeugen dem Konvoi anschließen. Abschließend fährt der gesamt Konvoi zur Stadthalle Troisdorf wo der Tag bei der ein- oder anderen Laudatio allmählich ausklingt.
Heute kann man sagen, dass die Löschgruppe Sieglar auf jede Art von Einsätzen bestens vorbereitet ist, da sie über ein sehr hohes Ausbildungsniveau verfügt. Jeder einzelne Kamerad hat mindestens eine Sonderausbildung - z.B. Technische Hilfeleistung, Gefährliche Stoffe und Güter, Sprechfunker - absolviert. Fast jeder der 32 Aktiven ist Atemschutzgeräteträger.
Für die Zukunft sind wir hoch motiviert und hoffen, mit Unterstützung seitens der Feuerwehr-Führung und Verwaltung sowie durch professionelle Aus- und Weiterbildung dem in Not geratenen Mitmenschen ehrenamtlich, kompetent und erfolgreich helfen zu können.
"Gott zu Ehr´ - dem Nächsten zur Wehr"
"Wohltätig ist des Feuers Macht,
wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht"
aus "Das Lied von der Glocke",
Chronologie der Löschgruppenführer
1910 bis 1925 Brandmeister Carl Trier
1925 bis 1934 Brandmeister Wilhelm Niederquell
1934 bis 1952 Brandmeister Jakob Offermann
1952 bis 1968 Oberbrandmeister Gottfried Meis
1968 bis 1990 Oberbrandmeister Heinrich Kern
1990 bis 1996 Hauptbrandmeister Klaus-Dieter Klein
1996 bis 2008 Brandinspektor Axel Odenthal
seit 2008 Brandinspektor Tobias Diepenseifen
Chronologie der stellvertretenden Löschgruppenführer
1933 bis 1936 Brandmeister Johann Meis
1937 bis 1949 Wehrmann Bornheim / Wehrmann Gerhards
1950 bis 1963 Brandmeister Josef Lützenkirchen
1963 bis 1965 Unterbrandmeister Otto Lützenkirchen
1965 bis 1968 Unterbrandmeister Heinrich Kern
1968 bis 1978 Unterbrandmeister Wilhelm Odenthal
1978 bis 1982 Unterbrandmeister Wilhelm Werner
1982 bis 1989 Brandmeister Ulrich Gasper
1989 Unterbrandmeister Guido Kern
1989 bis 1990 Unterbrandmeister Klaus-Dieter Klein
1990 bis 2008 Hauptbrandmeister Hans Dieter Nötzold
2006 bis 2008 Brandmeister Tobias Diepenseifen
seit 2008 Oberbrandmeister Stefan Kuhl
seit 2008 Oberbrandmeister Axel Günther
Hier gibt´s die Chronik der Löschgruppe Sieglar als PDF

References: § 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13

§ 14