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Timestamp: 2019-06-16 16:26:48+00:00

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BFH, 10.11.1988 - IV R 63/86 - dejure.org
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BFH, 10.11.1988 - IV R 63/86 (https://dejure.org/1988,388)
BFH, Entscheidung vom 10.11.1988 - IV R 63/86 (https://dejure.org/1988,388)
BFH, Entscheidung vom 10. November 1988 - IV R 63/86 (https://dejure.org/1988,388)
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EStG § 18 Abs. 1 Nr. 1; AO 1977 § 176 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 2
Der Berufstätigkeit der Ingenieure ähnlicher Beruf - Kfz-Sachverständiger - Ausbildung - Gutachter
Einkommensteuer; freiberufliche Tätigkeit eines Kfz-Sachverständigen
BFHE 155, 109
BB 1989, 281
BB 1989, 757
Ingenieur i.S. des § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG ist nach ständiger Rechtsprechung seit In-Kraft-Treten der Ingenieurgesetze der Länder nur noch, wer das Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule, einer Fachhochschule oder einer Ingenieurschule oder den Betriebsführerlehrgang an einer Bergschule abgeschlossen hat (BFH-Urteile vom 18. Juni 1980 I R 109/77, BFHE 132, 16, BStBl II 1981, 118, und vom 10. November 1988 IV R 63/86, BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198).
Wer geltend macht, einen dem Ingenieur ähnlichen Beruf auszuüben, muss deshalb nachweisen, dass er Kenntnisse auf dem Gebiet des Ingenieurwesens hat, die in der Breite und Tiefe denjenigen entsprechen, die ein Absolvent einer Hochschule oder Fachhochschule erworben hat (Senatsurteile vom 5. Oktober 1989 IV R 154/86, BFHE 158, 409, BStBl II 1990, 73, unter b, und in BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198).
Daß ein Steuerpflichtiger die Berufsbezeichnung "Ingenieur" nur aufgrund der Übergangsregelung des Art. 3 Abs. 1 IngG NW führt, reicht nicht aus; vielmehr muß er auch schon vor Inkrafttreten des IngG NW die Tätigkeit eines Ingenieurs ausgeübt haben und seine Tätigkeit muß typisch für den Katalogberuf "Ingenieur" i. S. des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG gewesen sein (BFH-Urteil vom 10. November 1988 IV R 63/86, BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198).
Das setzt Erfahrungen und Kenntnisse in allen Kernbereichen des Ingenieurberufes voraus, die denen in den üblichen Ausbildungsgängen erworbenen vergleichbar sind (BFH in BFHE 148/140, BStBl II 1987, 116, und in BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198).
Ingenieure" ergibt und wie in BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198, 199 aufgeführt, nicht die Berufsbezeichnung, sondern die für den Ingenieurberuf typische Tätigkeit, d. h. die Beherrschung der Kernbereiche wie bei einem Ausbildungsingenieur.
Der Steuerpflichtige muß also in einem solchen Fall die auf andere Weise, z. B. auch durch Selbststudium, erworbenen und denen eines Ingenieurs vergleichbaren mathematisch-technischen Kenntnisse anhand seiner Arbeiten in seiner praktischen Berufstätigkeit nachweisen können (BFH in BFHE 155, 109, 112, BStBl II 1989, 198, 199, 200).
Darüber hinaus muß die derart nachgewiesene qualifizierte Arbeit, um als ein einem der selbständigen Berufstätigkeit der Ingenieure ähnlicher Beruf erachtet werden zu können, den wesentlichen Teil der gesamten Berufstätigkeit des Steuerpflichtigen ausmachen (BFH in BFHE 155, 109, 113, BStBl II 1989, 198, 200).
Vielmehr hat der BFH wiederholt Erfahrungen und Kenntnisse in allen Kernbereichen des Katalogberufs für erforderlich gehalten (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 10. November 1988 IV R 63/86, BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198;… BFH-Beschluss vom 6. Juni 2003 IV B 52/01, BFH/NV 2003, 1413).
a) Der Ausgangspunkt der Auswertung durch das FG, daß nämlich die Erstellung von reinen Schadensgutachten (im Unterschied zu Gutachten über Schadens- oder Unfallursachen) keine mathematisch-technischen Kenntnisse erfordert und deshalb keine qualifizierte Arbeit darstellt, entspricht der bisherigen Rechtsprechung des BFH (vgl. Urteile vom 10. November 1988 IV R 63/86, BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198, …und vom 12. Dezember 1991 IV R 65 - 67/89, BFH/NV 1993, 238) und der Auffassung des erkennenden Senats.
Dort hat der Gesetzgeber erstmals für den Beruf des Ingenieurs eine bestimmte Ausbildung vorgeschrieben (Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule, einer Fachhochschule, einer Ingenieurschule oder Betriebsführerlehrgang an einer Bergschule; vgl. § 1 IngG NW) und ein bestimmtes Berufsbild festgelegt; er hat damit mittelbar auch den einkommensteuerrechtlichen Begriff "Ingenieur" geregelt (BFH-Urteile vom 18. Juni 1980 I R 109/77, BFHE 132, 16, BStBl II 1981, 118, und in BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198).
Der Erwerb ingenieurmäßiger Kenntnisse kann auch mittels der eigenen Berufstätigkeit des Steuerpflichtigen nachgewiesen werden, z. B. anhand eigener praktischer Arbeiten (BFH-Urteil vom 10. November 1988 IV R 63/86, BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198).
Das FG hat sich darauf gestützt, daß der Kläger nach seinem eigenen Vortrag im wesentlichen auf dem Gebiet der Schadensbegutachtung tätig gewesen sei und er in den beiden vorgelegten Gutachten unter Verwertung feststehender Informationen oder rekonstruierter Abläufe die Geschwindigkeit der am Unfall beteiligten Fahrzeuge festgestellt habe; selbst wenn in diese Gutachten mathematisch-technische Kenntnisse (vgl. Senatsurteil in BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198) eingeflossen seien, lasse die geringe Zahl der Gutachten keine Aussage darüber zu, ob die notwendigen breiten und vertieften Kenntnisse vorliegen, wie sie üblicherweise das Ingenieurstudium vermittle.
Insoweit befindet sich das angefochtene Urteil in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. BFH-Urteil in BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198, und in BFH/NV 1991, 359), daß auch Kfz-Meister, die von der IHK zu Sachverständigen öffentlich bestellt und vereidigt werden, keinen ingenieurähnlichen Beruf ausüben, wenn sie Gutachten über die Bewertung von Kfz und Unfallschäden erstatten, die keine auf wissenschaftlicher Grundlage erarbeiteten mathematisch-technischen Kenntnisse erfordern (BFH-Urteile in BFHE 132, 16, BStBl II 1981, 118, …und vom 30. Januar 1986 IV R 23/84, BFH/NV 1987, 508).
Wie der erkennende Senat inzwischen im Anschluß an die Urteile des BFH in BFHE 132, 16, BStBl II 1981, 118, und vom 1. Oktober 1986 I R 121/83 (BFHE 148, 140, BStBl II 1987, 116) entschieden hat (Urteil vom 10. November 1988 IV R 63/86, BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198), ist Ingenieur i. S. des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG nur noch, wer das Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule, einer Fachhochschule, einer Ingenieurschule oder den Betriebsführerlehrgang an einer Bergschule abgeschlossen hat (§ 1 des Ingenieurgesetzes des Saarlandes - IngG/Saarl. -).
Ist der Nachweis der erforderlichen theoretischen Kenntnisse auf diese Weise - wie beim Kläger - nicht möglich, bleibt auch insoweit die Möglichkeit, die Kenntnisse durch eigene praktische Arbeiten zu belegen (BFHE 132, 16, BStBl II 1981, 118, 120; BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198).
Verfügt der Steuerpflichtige nicht über einen Abschluss als Absolvent einer Hochschule (Diplom) oder Fachhochschule (Diplom/Graduierung), muss er eine vergleichbare Tiefe und Breite seiner Vorbildung nachweisen (Senatsurteile vom 5. Oktober 1989 IV R 154/86, BFHE 158, 409, BStBl II 1990, 73, unter b, und vom 10. November 1988 IV R 63/86, BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198).
Allerdings sind diese strengen Anforderungen an die Tätigkeit des Steuerpflichtigen stets unter dem Gesichtspunkt gestellt worden, daß die Tätigkeit wegen des Fehlens einer schulmäßigen Ausbildung dazu dienen sollte, die für die Ausübung des Katalogberufs erforderlichen theoretischen Kenntnisse nachzuweisen (vgl. außer den bereits genannten Entscheidungen auch die Senatsurteile vom 4. August 1983 IV R 6/80, BFHE 139, 84, BStBl II 1983, 677; vom 10. November 1988 IV R 63/86, BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198).
Dies erfordert Erfahrungen und Kenntnisse in allen Kernbereichen des Katalogberufs (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 10. November 1988 IV R 63/86, BFHE 155, 109, BStBl II 1989, 198;… BFH-Beschluss vom 6. Juni 2003 IV B 52/01, BFH/NV 2003, 1413; BFH-Urteil vom 18. April 2007 XI R 29/06, BFHE 218, 65, BStBl II 2007, 781).
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References: § 18
 § 176
 § 18
 Art. 3
 § 18
 § 1
 § 18
 § 176