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Timestamp: 2018-10-21 17:46:18+00:00

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Legal News 13. Juni 2018
Der Wortlaut des § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG, wonach „bereits zuvor“ bestehende Arbeitsverhältnisse entscheidend seien, sei nicht eindeutig, sondern könne etwa „jemals zuvor“, „irgendwann zuvor“ oder „unmittelbar zuvor“ bedeuten8. Auch die Gesetzessystematik gebe keine eindeutige Auslegung vor. Zwar spreche die Formulierung „unmittelbar vor Beginn des befristeten Arbeitsverhältnisses“ in § 14 Abs. 3 Satz 1 TzBfG dagegen, die Worte „bereits zuvor“ im Sinne von „unmittelbar zuvor“ zu verstehen. Daraus folge jedoch nicht, dass „bereits zuvor“ gleichbedeutend mit „jemals zuvor“ sei. Auch die Ursprungsfassung des § 14 Abs. 3 Satz 2 und Satz 3 TzBfG vom 21.12 20009 verlange eine solche Lesart nicht, wonach die für ältere Beschäftigte konzipierte Möglichkeit der sachgrundlosen Befristung nicht in Betracht kam, wenn ein vorangegangenes Arbeitsverhältnis weniger als sechs Monate zurücklag. Daraus könne ebenso gefolgert werden, dass eine sachgrundlose Befristung zulässig sei, wenn der zeitliche Abstand zu einer vorangegangenen Beschäftigung deutlich mehr als sechs Monate betrage10.
Die Gesetzgebungsgeschichte spreche zwar dafür, dass der Gesetzgeber sachgrundlose Befristungen auf die erstmalige Beschäftigung beim jeweiligen Vertragsarbeitgeber beschränken wolle. Die Vorgängerregelung des § 1 Abs. 3 Beschäftigungsförderungsgesetz in der Fassung vom 25.09.199611 (BeschFG 1996), die nach einer Unterbrechung von vier Monaten den erneuten Abschluss eines sachgrundlos befristeten Arbeitsvertrages mit demselben Arbeitgeber ermöglichte, sei nicht aufgegriffen und entgegen einer Anregung im Gesetzgebungsverfahren12 auch nicht modifiziert worden; sie sei als unzureichend angesehen worden, um „Kettenverträge“ zu verhindern13. Der Umkehrschluss, § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG gelte nach dem Willen des historischen Gesetzgebers zeitlich unbegrenzt, liege daher nahe. Dies erscheine aber nicht zwingend. Die Gesetzesmaterialien seien bei der Auslegung nur unterstützend und nur insofern heranzuziehen, als sich aus ihnen auf einen objektiven Gesetzesinhalt schließen lasse. Die subjektive Vorstellung der am Gesetzgebungsverfahren beteiligten Organe sei nicht entscheidend14.
Hier spreche der Gesetzeszweck gegen die Beschränkung der sachgrundlosen Befristung auf die erstmalige Einstellung beim jeweiligen Vertragsarbeitgeber. § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG solle den Missbrauch von Befristungsketten verhindern. Dafür sei kein lebenslanges Verbot einer sachgrundlos befristeten Wiedereinstellung bei demselben Arbeitgeber erforderlich. Ein solches konterkariere vielmehr die mit § 14 Abs. 2 Satz 1 TzBfG verfolgte Zielsetzung, Arbeitslosen mit der sachgrundlosen Befristung eine „Brücke zur Dauerbeschäftigung“ zu bauen. Wer vor längerer Zeit schon einmal bei demselben Arbeitgeber beschäftigt gewesen sei, habe diese Chance dann nicht15.
BVerfG – 1 BvR 1375/14↩
BAG, Beschluss vom 30.04.2014 – 7 AZN 119/14↩↩
ArbG Braunschweig, Beschluss vom 03.04.2014 – 5 Ca 463/13↩
ABl.EG L 175, S. 43↩
ABl.EG L 175, S. 45 ff.↩
vgl. BAG, Urteil vom 06.11.2003 – 2 AZR 690/02, BAGE 108, 269, 274; Urteil vom 13.05.2004 – 2 AZR 426/03 28; Beschluss vom 29.07.2009 – 7 AZN 368/09, www.bag.de, Rn. 2↩
vgl. BAG, Urteil vom 06.04.2011 – 7 AZR 716/09, BAGE 137, 275, 278 ff. Rn. 16 ff.; Urteil vom 21.09.2011 – 7 AZR 375/10, BAGE 139, 213, 219 ff. Rn. 23 ff.↩
vgl. BAG, Urteil vom 06.04.2011 – 7 AZR 716/09, BAGE 137, 275, 279 Rn. 17; Urteil vom 21.09.2011 – 7 AZR 375/10, BAGE 139, 213, 220 Rn. 24↩
BGBl. I S.1966↩
vgl. BAG, Urteil vom 06.04.2011 – 7 AZR 716/09, BAGE 137, 275, 279 f. Rn. 18; Urteil vom 21.09.2011 – 7 AZR 375/10, BAGE 139, 213, 220 Rn. 25↩
BGBl. I S. 1476↩
BT-Drs. 14/4625, S. 18↩
vgl. BT-Drs. 14/4374, S. 14↩
vgl. BAG, Urteil vom 06.04.2011 – 7 AZR 716/09, BAGE 137, 275, 280 f. Rn.19; Urteil vom 21.09.2011 – 7 AZR 375/10, BAGE 139, 213, 221 Rn. 26↩
vgl. BAG, Urteil vom 06.04.2011 – 7 AZR 716/09, BAGE 137, 275, 281 ff. Rn. 21 ff.; Urteil vom 21.09.2011 – 7 AZR 375/10, BAGE 139, 213, 221 Rn. 27↩
vgl. BAG, Urteil vom 06.04.2011 – 7 AZR 716/09, BAGE 137, 275, 285 ff. Rn. 27 ff.; Urteil vom 21.09.2011 – 7 AZR 375/10, BAGE 139, 213, 221 ff. Rn. 28 ff.↩
vgl. BAG, Urteil vom 21.09.2011 – 7 AZR 375/10, BAGE 139, 213, 225 Rn. 35↩

References: § 14
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 § 1
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