Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=20.10.2016&Aktenzeichen=V%20R%2026%2F15
Timestamp: 2019-03-24 20:39:54+00:00

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BFH, 20.10.2016 - V R 26/15 - dejure.org
Rückwirkung der Rechnungsberichtigung auf den Zeitpunkt der ursprünglichen Ausstellung - Voraussetzungen der Rechnungsberichtigung - Rechnungsberichtigung als rückwirkendes Ereignis i. S. von § 233a Abs. 2a, Abs. 7 i. V. m. § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO
§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung, § ... 31 Abs. 5 der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV), § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG), § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 UStG, §§ 14, 14a UStG, § 31 Abs. 5 Satz 1 UStDV, Richtlinie 77/388/EWG, Richtlinie 2003/92/EG, Art. 18 Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie 77/388/EWG, Art. 17 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie 77/388/EWG, Art. 22 Abs. 3 der Richtlinie 77/388/EWG, Art. 22 Abs. 3 Buchst. b der Richtlinie 77/388/EWG, Art. 178 Buchst. a, Art. 226 der Richtlinie 2006/112/EG, § 31 Abs. 5 UStDV, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG, § 11 FGO, § 96 Abs. 1 Satz 1 FGO, § 6 Abs. 4 UStG, §§ 8 ff. UStDV, § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO), § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO, § 135 Abs. 1 FGO
Rechtsfolgen der Berichtigung einer Rechnung; Maßgeblicher Zeitpunkt für die steuerlichen Auswirkungen
Rechtsfolgen der Berichtigung einer Rechnung
Rückwirkung der Rechnungsberichtigung auf den Zeitpunkt der ursprünglichen Ausstellung - Voraussetzungen der Rechnungsberichtigung (Änderung der Rechtsprechung)
Rechnungsberichtigung wirkt auf den Zeitpunkt der Rechnungsstellung zurück
Steuertipp zum Vorsteuerabzug Eingangsrechnungen prüfen!
Rückwirkender Vorsteuerabzug bei fehlerhaften Rechnungen zulässig
Und es geht doch: Vorsteuerabzug bei fehlerhafter Rechnung
Änderung der Rechtsprechung zur zeitlichen Wirkung der Berichtigung einer Rechnung nach § 31 Abs. 5 UStDV
Vorsteuerabzug bei fehlerhafter Rechnung: Rückwirkende Rechnungsberichtigung
Rechnung berichtigt: Vorsteuerabzug bereits für das Jahr der Erstausstellung möglich! (IBR 2017, 106)
Allgemeiner Überblick zu den Inhaltsvoraussetzungen einer Rechnung
UStG § 15 Abs 1 Nr 1, UStG § 14 Abs 1
Kurznachricht zu "USt: BFH segnet rückwirkende Rechnungskorrektur ab - Kommentar zum Urteil des BFH vom 20.10.2016 - V R 26/15" von Matthias Trinks, original erschienen in: NWB 2017, 86 - 87.
Kurznachricht zu "Voraussetzungen und Folgen der Rechnungsberichtigung" von RiBFH Dr. Gerhard Michel, original erschienen in: DB 2017, 216 - 217.
Kurznachricht zu "BFH: Rückwirkung der Rechnungsberichtigung aufden Zeitpunkt der ursprünglichen Ausstellung - komentar zum Urteil des BFH vom 20.10.2016" von StB Dennis Janz, LL.M., original erschienen in: BB 2017, 163 - 166.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 20.10.2016 - V R 26/15 - Rückwirkung der Rechnungsberichtigung auf den Zeitpunkt der ursprünglichen Ausstellung; Voraussetzungen der Rechnungsberichtigung" von Christian Sterzinger, original erschienen in: UR 2017, 60 - 66.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 20.10.2016 - V R 26/15 - Rückwirkung der Rechnungsberichtigung auf den Zeitpunkt der ursprünglichen Ausstellung" von RA/StB Dr. Helge Jacobs und RA Alexander Zitzl, original erschienen in: UR 2017, 125 - 127.
BFHE 255, 348
NJ 2017, 86
Dies gilt jedenfalls dann, wenn die Rechnung Angaben zum Rechnungsaussteller, zum Leistungsempfänger, zur Leistungsbeschreibung, zum Entgelt und zur gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuer enthält (BFH-Urteil in BFHE 255, 348, Leitsatz 2).
Im nationalen Recht folgt dies aus § 31 Abs. 5 UStDV, der eine Berichtigung bis zum Schluss der letzten mündlichen Verhandlung vor dem FG zulässt (BFH-Urteil in BFHE 255, 348, Leitsatz 3).
Eine Berichtigung nach dieser Vorschrift wirkt daher auf den Zeitpunkt zurück, in dem die Rechnung ursprünglich ausgestellt wurde (BFH-Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15, BFH/NV 2017, 252, Rz. 15).
An seiner früheren Rechtsprechung, wonach die Vorsteuer aus einer berichtigten Rechnung erst im Besteuerungszeitraum der Berichtigung abgezogen werden konnte (BFH-Urteil vom 24. August 2006 V R 16/05, BStBl II 2007, 340), hält der BFH infolge der EuGH-Rechtsprechung ausdrücklich nicht mehr fest (BFH-Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15, BFH/NV 2017, 252, Rz. 15).
Ein Dokument ist jedenfalls dann eine Rechnung und damit berichtigungsfähig, wenn es Angaben zum Rechnungsaussteller, zum Leistungsempfänger, zur Leistungsbeschreibung, zum Entgelt und zur gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuer enthält (BFH-Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15, BFH/NV 2017, 252, Rz. 19 …und Beschluss vom 20. Juli 2012 V B 82/11, BStBl II 2012, 809, Rz. 33).
Sind die übrigen Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs erfüllt, ist es für die Ausübung des Rechts zum Vorsteuerabzug ausreichend, wenn der Aussteller - wie vorliegend - die Rechnung bis zum Schluss der letzten mündlichen Verhandlung vor dem FG berichtigt (BFH-Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15, BFH/NV 2017, 252, Rz. 21).
bb) Übertragen auf den Streitfall gelten diese Vorgaben der Rechtsprechung des EuGHs nach Auffassung des Gerichts nicht nur im Verwaltungsverfahren, sondern auch im finanzgerichtlichen Verfahren bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung, denn auch die Berichtigung einer Rechnung ist bis zu diesem Zeitpunkt möglich (BFH-Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15, BFH/NV 2017, 252, Rz. 21).
An seiner früheren Rechtsprechung, wonach die Vorsteuer aus einer berichtigten Rechnung erst im Besteuerungszeitraum der Berichtigung abgezogen werden konnte (BFH-Urteil vom 24. August 2006 V R 16/05, BStBl II 2007, 340), hält der BFH infolge der EuGH-Rechtsprechung ausdrücklich nicht mehr fest (BFH, Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15, BFH/NV 2017, 252).
enthält (BFH, Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15, BFH/NV 2017, 252 und Beschluss vom 20. Juli 2012 V B 82/11, BFHE 237, 545, BStBl II 2012, 809).
Für den Streitfall geht der Senat in Ansehung des später ergangenen BFH-Urteils vom 20. Oktober 2016 (V R 26/15, BFH/NV 2017, 252) davon aus, dass im vorliegenden Fall im Streitjahr 2013 keine berichtigungsfähige Rechnung vorgelegen hat.
NV: Die Berichtigung der Angaben zu Name und Anschrift des Leistungsempfängers nach § 31 Abs. 5 UStDV wirkt auf den Zeitpunkt der erstmaligen Rechnungsausstellung zurück (Änderung der Rechtsprechung; wie Senatsurteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15).
Wegen der Einzelheiten verweist der Senat zur Vermeidung von Wiederholungen auf sein Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15 (BFHE 255, 348, unter II.3.).
c) Die Rechnungen wurden noch während des Einspruchsverfahrens und damit auch rechtzeitig berichtigt (vgl. zu den zeitlichen Grenzen der Berichtigung Senatsurteil in BFHE 255, 348, unter II.4.c).
Wegen der Einzelheiten verweist der Senat zur Vermeidung von Wiederholungen auf sein Urteil in BFHE 255, 348, unter II.5.
NV: Die Berichtigung der Steuernummer des Rechnungsausstellers nach § 31 Abs. 5 UStDV wirkt auf den Zeitpunkt der erstmaligen Rechnungsausstellung zurück (Änderung der Rechtsprechung; wie Senatsurteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15).
Wegen der Einzelheiten verweist der Senat zur Vermeidung von Wiederholungen auf sein Urteil in BFHE 255, 348, (unter II.5.).
Er bezeichnet den Besitz der Rechnung nunmehr als "materielle Anspruchsvoraussetzung für die Ausübung des Rechts auf Vorsteuerabzug" (BFH-Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15, MwStR 2017, 73, Rz 17).
Hierfür reicht es aus, dass sie diesbezügliche Angaben enthält und die Angaben nicht in so hohem Maße unbestimmt, unvollständig oder offensichtlich unzutreffend sind, dass sie fehlenden Angaben gleichstehen (BFH-Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15, MwStR 2017, 73, Rz 19).
Unrichtige bzw. ungenaue Leistungsbeschreibungen können ebenfalls mit Rückwirkung berichtigt bzw. ergänzt werden (BFH-Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15, MwStR 2017, 73; FG Münster, Urteil vom 1. Dezember 2016 5 K 1275/14, MwStR 2017, 334).
Auch der Bundesfinanzhof (BFH) knüpft an diese Rechtsprechung an und unterscheidet zwischen der Entstehung und der Ausübung des Rechts zum Vorsteuerabzug (BFH-Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15, BFHE 255, 348, DStR 2016, 2967).
Dass der BFH in dem Besitz der Rechnung eine materielle Anspruchsvoraussetzung für die Ausübung des Rechts auf Vorsteuerabzug sieht (BFH-Urteil in BFHE 255, 348, DStR 2016, 2967, Rz 17), ist demzufolge für die Frage nach dem Zeitpunkt der materiell-rechtlichen Entstehung dieses Anspruchs ohne Bedeutung (…vgl. auch BFH-Urteil vom 14. März 2012 XI R 23/10, BFH/NV 2012, 1672).
Dies bestätige auch das BFH-Urteil vom 20. Oktober 2016 V R 26/15 (BFHE 255, 348, BFH/NV 2017, 252), wonach der Besitz der Rechnung Ausübungsvoraussetzung für das Recht zum Vorsteuerabzug sei.
Unter Verweis auf die Rechtsprechung des EuGH und des BFH zur Rückwirkung der Rechnungsberichtigung beim Vorsteuerabzug (EuGH-Urteil vom 15.9.2016 C-518/14, Senatex, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung - HFR - 2016, 1029; BFH-Urteil vom 20.10.2016 V R 26/15, BFHE 255, 348) komme auch dem Nachweis der Besteuerung bei § 3d Satz 2 UStG Rückwirkung zu.

References: § 233
 § 175

§ 126
 § 15
 § 15
 § 31
 Art. 18
 Art. 17
 Art. 22
 Art. 22
 Art. 178
 Art. 226
 § 31
 § 15
 § 11
 § 96
 § 6
 § 175
 § 175
 § 135
 § 31
 § 15
 § 14
 § 31
 § 31
 § 31
 EuGH 
 § 3