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Timestamp: 2017-07-28 06:59:27+00:00

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2014 05 tk spez kooperationen lizenzen by BIOCOM AG - issuu
M a i 2 0 14Kooperationen & Lizenzen27_tk3_14_Spezial_titel_bk.indd 2724.04.2014 10:36:33 UhrGlobal Life Sciences
Taylor Wessing geh旦rt zu den f端hrenden internationalen Kanzleien im Bereich Life Sciences & Healthcare. Seit 端ber 30 Jahren beraten wir Pharma-, Medizinprodukte- und Biotech-Unternehmen, ebenso
wie gesetzliche Krankenkassen und andere Akteure im Gesundheitswesen. Rund 60 Rechtsexperten
aus den Bereichen Corporate, IP, Commercial, Kartell- und Pharmarecht, davon allein 20 in Deutschland,
bilden unsere Industry Group of Life Sciences & Healthcare. Unsere Beratung umfasst die Vorbereitung
und Begleitung von Transaktionen aller Art.
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IP/Pharma und Head Life Sciences Deutschland
E-Mail: m.epping@taylorwessing.com> Europe > Middle East > AsiaForward-thinkingB_TW_AZ_LifeSience_RZ_160414.indd
28_tk5_14_TaylorWessing.indd 116.04.14
UhrIntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenVerbändeSpezialServiceExtro29Kooperationen & LizenzenLLL	VentureCapitalDer perfekte Exit
Welche Faktoren sind entscheidend, um ein Portfoliounternehmen zu möglichst guten Bedingungen
zu verkaufen? Im Gespräch mit |transkript werfen erfahrene VC-Investoren einen Blick zurück auf die
besten Deals der vergangenen Jahre und erläutern ihre Sicht der Dinge.
ter anderem an Okairos, U3 und Kudos beteiligt. Tatsächlich hat mit Clovis aber auch
ein erstes „waschechtes“ biopharmazeutisches Unternehmen den Sprung in die Käuferliste geschafft.Bild: Africa Studiios / fotolia.deGute Stimmung sorgt für TopdealsAngebot und Nachfrage bestimmen den
Preis – das lernt jeder Betriebswirtschaftsstudent im ersten Semester. Auch wenn an der
grundsätzlichen Richtigkeit der Aussage kein
Zweifel bestehen dürfte: Um in der medizinischen Biotechnologie genau zur richtigen
Zeit genau das richtige Angebot unterbreiten
zu können, braucht es mehr als Lehrbuchwissen. Neben einem feinen Spürsinn für Marktentwicklungen und einem gerüttelt Maß an
Menschenkenntnis darf auch das notwendige Quentchen Glück nicht fehlen. Darüber
scheint Einigkeit zu herrschen unter jenen Unternehmern und Wagniskapital-Investoren,
denen in den vergangenen Jahren besonders bemerkenswerte Deals gelungen sind.
Dennoch, die konkreten Lehren, die ein jeder
von ihnen aus seinem Erfolg zieht, sind unterschiedlich. Das Patentrezept für den erfolgreichen Exit scheint es offenbar also nicht zu
Doch was macht einen guten Deal aus?
Aus Investorensicht scheint die Antwort relativ klar: Das investierte Kapital soll möglichst
viel Rendite bringen, ein hohes „Multiple“
muss her. Für die Wagniskapitalfonds selbst
spielt aber auch die absolute Höhe des Verkaufspreises eine Rolle. Nur so können eventuelle Fehlschläge im Investmentportfolioausgeglichen werden. Für die aktuelle |transkript-Rangliste (siehe Tabelle S. 30) bildet
der HBM Pharma/Biotech M&A Report 2013
die Datengrundlage. Berücksichtigt wurden
alle dort erfassten wagniskapitalfinanzierten
Unternehmensverkäufe Europas, bei denen
sowohl die Höhe der Vorabzahlung als auch
Gesamtsumme des investierten Wagniskapitals bekannt waren. Die Transaktionen wurden unabhängig voneinander hinsichtlich der
Höhe der Vorabzahlungen und des erreichten Multiples geordnet. Die Gesamtplazierung ergibt sich dann aus der Summe der Einzelplazierungen in den beiden Kategorien.
Ein Blick auf die Tabelle offenbart einige
Gemeinsamkeiten. Wenig überraschend ist
wohl die Tatsache, dass als Käufer fast ausschließlich große Pharmakonzerne aufgetreten sind. Nur sie hatten in der Vergangenheit
offenbar ausreichende Mittel und Erfahrung,
um die von den übernommenen Firmen angeschobenen Entwicklungsprojekte bis zum
Abschluss zu bringen. Diese klare Rollenaufteilung ist zuletzt jedoch aufgebrochen
worden. „Die größeren Biotech- und spezialisierte Pharma-Firmen in den USA treten
jetzt zunehmend als Käufer auf“, sagt Joachim Rothe vom Wagniskapitalfinanzierer
LSP. Das europäische Unternehmen war un-Auffällig ist aber auch der Zeitpunkt der Verkäufe: eine erste Welle in den Jahren zwischen 2005 und 2008, dann erst wieder ab
2013 – Zeiten, in denen die allgemeine Stimmung an den Märkten gut war. In den Jahren von 2009 bis 2012 verleideten die Bankenund Eurokrise offenbar potentiellen Käufern
den Hunger auf große Brocken. „Sie bekommen in einem schlechten Umfeld das beste
Unternehmen nicht verkauft, während sie
in einem guten Umfeld auch ein Unternehmen verkauft kriegen, das noch nicht optimal entwickelt ist“, sagt Thomas von Rüden,
der ehemalige CEO von Direvo. Das auf die
Optimierung von Proteinen spezialisierte Unternehmen wurde am 15. September 2008
von der Bayer AG übernommen – genau an
jenem Tag, als die Finanzkrise mit der Pleite
der US-Bank Lehman Brothers ihren Anfang
nahm. Von Rüdens Einschätzung mag auf den
ersten Blick überraschen – gilt doch gemeinhin, dass gerade Pharmafirmen unabhängig
von Konjunkturzyklen investieren müssten,
um ihre Entwicklungspipeline jederzeit gut
gefüllt zu halten. Tatsächlich ist die Gesamtzahl der Transaktionen in den vergangenen
Jahren konstant geblieben, berichtet Ulrich
Geilinger von HBM Partners, einer der Autoren des Reports. Um die 25 „signifikanen“
Übernahmen – das heißt mit einem Up-front
jenseits von 100 Mio. Euro – werden jährlich
abgeschlossen. Möglicherweise beeinflusst
die allgemeine Markteinschätzung dann aber
doch die Preise. Schließlich müssen die oft
börsennotierten Pharmakonzerne gerade in
wirtschaftlich schwächeren Zeiten jede Ausgabe vor ihren Aktionären rechtfertigen.
Es dürften jedoch kaum allein makroökonomische Effekte gewesen sein, die für die
hohen Abschlüsse verantwortlich gewesenItranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201429-30_tk5_14_spezial_intro_bk.indd 2924.04.2014 12:50:06 UhrIntro30WirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenVerbändeSpezialServiceExtroKooperationen & Lizenzensind. Tatsächlich nennen Beteiligte an den
Transaktionen unabhängig voneinander oft
drei Dinge, die bei ihrem eigenen Unternehmensverkauf entscheidend waren: exzellentes Personal, ein hochwertiges Produkt und
eine Auswahl an potentiellen Käufern.
„Es kommt auf die Firmengründer an und
wie sie ihre Stärken ausspielen“, betont Dinko Valerio. Der Crucell-Gründer ist inzwischen
General Partner beim Wagniskapitalfinanzierer Aescap Venture, einem der Investoren des
italienischen Krebsspezialisten Ethical Oncology Science (EOS). Das gilt umso mehr bei
den heutzutage üblichen schlanken Firmenkonstruktionen. So arbeiteten bei EOS nie
mehr als sieben Personen – genug, um einen
Onkologiespezialisten mit einem Marktwert
von bis zu 306 Mio. Euro aufzubauen. Speziell im Falle von EOS habe sich zudem ausgezahlt, dass an der Unternehmensleitung vor
allem Serien-Entrepreneure beteiligt waren,
die bereits zuvor in der Krebsforschung Erfahrung gesammelt hatten, so Valerio. Der
Crucell-Gründer wirbt im Gespräch mit |transkript denn auch dafür, bei Investitionsentscheidungen genau auf die anderen Beteiligten zu achten. Bezüglich der Firmengründer
sei die Frage: „Sind das Menschen mit dem
richtigen Ehrgeiz und der richtigen fachlichen
Qualität?“ Bei der Zusammenstellung der Investorengruppe gelte es, nach Geldgebern
mit einer ähnlichen Einstellung zu suchen.
Neben den richtigen Protagonisten bedarf
es zum gelungenen Exit auch des passenden
Produktes. Während sich der Gründer kaum
aussuchen kann, in welchem Bereich er eine
Idee umsetzen will, ist die klare Fokussierung
auf die Unternehmen mit den besten Marktchancen für viele Wagniskapitalgeber erste
Pflicht. So stehen Krebsmedikamente, Antikörper und Impfstoffe seit vielen Jahren bei
Pharmafirmen hoch im Kurs. Davon kann Joël
Jean-Mairet aus erster Hand berichten. Als
junger Doktorand arbeitete er, betreut vonPablo Umaña, an einer Technik zur Optimierung von Antikörpern, die 2000 zur Gründung von Glycart Biotechnology führte. Als
CEO verantwortete er 2005 den Verkauf des
Unternehmens an Roche für 132 Mio. Euro.
Inzwischen ist er General Partner beim spanischen Wagnisfinanzierer Ysios Capital Partners. „Die strategischen Ziele und Prioritäten
in der Pharmabranche wandeln sich konstant“, berichtet Jean-Mairet. Neben soliden
Phase II-Daten seien heutzutage weitere, für
die spätere Zulassung und Erstattung wichtige Datenpakete gefragt.
Das beste Produkt nutzt jedoch nichts,
wenn sich nicht jemand findet, der bereit ist,
es zu kaufen. „Aufbauend auf einer soliden
medizinisch-wissenschaftlichen und kommerziellen Basis sind eine gründliche Vorbereitung
und ein zügiger, professionell gemanagter
Prozess Kernfaktoren für einen erfolgreichen
Verkaufsprozess“, sagt Irina Staatz-Granzer.
Sie war als Vorstandsvorsitzende der U3 Pharma AG führend für den Verkauf des Unternehmens. „Idealerweise generiert man eine Wettbewerbssituation, in der man mit mehreren
Partnern parallel verhandelt“, empfiehlt sie.
Bei U3 wurden diese Bedingungen offenbar
erfüllt. Mehr als 150 Mio. Euro zahlte der japanische Pharmakonzern Daiichi Sankyo 2008
für den Krebsspezialisten.Auf der Jagd nach neuen Rekorden
Das Börsenfieber in den USA hat die Jagd
nach lukrativen Exits dort zuletzt deutlich
verstärkt. Hierzulande scheint das IPO-Fenster hingegen noch immer fest geschlossen.
Vielleicht also die richtigen äußeren Umstände für neue Rekord-Trade-Sales? Vielleicht
auch nicht, denn seit der ersten Welle zwischen 2005 und 2008 hat sich die Struktur
der Deals grundlegend geändert. Flossen
bei Direvo oder auch Glycart die Gesamt-summen sofort nach Vollzug der Transaktionen, sind heute strukturierte Deals an der
Tagesordnung, die Komponenten wie Meilensteine, Besserungsscheine, Umsatzbeteiligungen und dergleichen enthalten. „Die
Käufer möchten so das Risiko teilen“, sagt
HBM-Experte Geilinger.
Und auch die zu Zeiten der Jahrtausendwende vergleichsweise üppigen Finanzierungsrunden wird es wohl künftig seltener
geben. Entsprechende Syndikate zusammenzustellen sei in den vergangenen Jahren
schwieriger geworden, heißt es von Seiten
mehrerer VC-Fonds. Einen Ausweg könnten
Privatinvestoren wie die Strüngmann-Brüder
oder Dietmar Hopp bieten.
Jedoch zeigt ein Blick auf die Top-Ten-Liste
auch: Ein direkter Zusammenhang zwischen
der Summe des investierten VC-Kapitals und
dem Verkaufspreis existiert wohl nicht. Im
Gegenteil: Viele Top-Exits sind aus einem
vergleichsweise schmalen VC-Investment von
rund 20 bis 25 Mio. Euro entstanden.
Eine Beobachtung, die Wagniskapitalgebern Hoffnung geben sollte, können sie doch
auch mit kleinem Geldbeutel auf attraktive
Renditen hoffen. So setzt TVM Capital Life
Science beispielsweise konsequent auf die
Förderung von Projektgesellschaften. Jedes
Unternehmen besteht nur aus einer Handvoll
Mitarbeiter und konzentriert sich auf genau
ein Molekül. Möglichst viele Arbeiten werden an Dienstleister abgegeben. „In dieser
Konstellation fießen bis zu 80% der Investitionssumme in die Projektentwicklung, bei gewöhnlichen Firmen sind es häufig nur 20%“, so
Hubert Birner von TVM Capital. Das Fondshaus steht kurz vor dem finalen Closing für
seinen TVM Life Science Ventures VII Fonds.
Auch Ysisos wirbt gerade Gelder für einen
neuen Fonds ein. In einigen Jahren wird sich
zeigen, ob es gelingt, mit den neuen Fonds
die bestehenden Rekorde zu übertreffen. L
b.kaltwasser@biocom.deAusgewählte Deals in der medizinische Biotechnologie seit 2005
PlazierungGesamtUpfrontMultiple142FirmaLandKäuferDealvolumen
Gesamt vorabVC-Investment
Euro)erreichtes
MultipleKlin. Phase
des HauptproduktsGeschäftsfeldJahrOkairosCHGSK2352310,4x2Impfstoffe2013235256DirevoDBayer219219297,5x0diverse2008395EOSIClovis306146197,8x2Onkologie2013359PowderMedGBPfizer292219336,7x2Impfstoffe20063113DomantisGBGSK331331615,5x0diverse20066124GlycartCHRoche132132159,1x0(Antikörper)2005697SpirogenGBAstraZeneca321146207,4x2Onkologie20138317NovexelFAstraZeneca310255882,9x2Antiinfektiva20099715U3 PharmaDDaiichi Sankyo171171384,5x0Onkologie2008101311PiramedGBRoche128117186,4x1Onkologie2008Datenquelle: HBM Pharma/Biotech M&A Report 2013. Als Download hier erhältlich: http://www.hbmpartners.com/wAssets/docs/industry-reports/HBM-Pharma-Biotech-MA-Report-2013.pdf. Auswahl und Ranking: |transkriptItranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201429-30_tk5_14_spezial_intro_bk.indd 3024.04.2014 12:50:14 Uhr31_tk5_14_Vossius.indd 123.04.2014 15:00:08 UhrIntro32WirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtroKooperationen & LizenzenLIZENZDEALNeue CDx-Konzepte für
Seit November 2013 kooperiert die Protagen AG mit Pfizer – vom Finanzvolumen her ist es das bisher
größte Projekt der Dortmunder. Ziel ist eine Post-hoc-Analyse von Patientenseren aus einer klinischen
Studie zur Behandlung eines komplexen Autoimmunleidens. Von Dr. Stefan Müllner, Protagen AG
Protagen wird die Proben analysieren und
die biostatistische Auswertung der erhaltenen Labordaten durchführen. Nach Abgleich
mit den klinischen Scores und allen anderen
erhobenen Patientendaten werden die beiden Partner dann gemeinsam, Marker und
Marker-Panel bewerten, welche sich für die
weitere Nutzung in den Folgestudien empfehlen. Die nächsten Schritte für den Ausbau
der Kooperation sind in erster Linie von der
Qualität und Nutzungsmöglichkeit dieser
Daten abhängig.Spezielles Geschäftsmodell sichert
Kontrolle über die eigenen Marker
Für die Kooperation mit Wirkstoffentwicklern für Patienten-Stratifizierung und Identifizierung von Response-Prediction-Markern
hat Protagen ein spezielles Geschäftsmodell
entwickelt: Oberstes Ziel dabei ist, die Kontrolle über die eigenen Marker für In-vitro-Di-Bild: ProtagenGemeinsam wollen die beiden Partner neue
Autoantikörper-basierte Marker sicher identifizieren, die eine Vorhersage des Behandlungserfolgs oder eine Stratifizierung der Patienten erlauben. Eine elegante Gestaltung
des Kooperationsvertrages sichert Pfizer einerseits die vollen Rechte zur Entwicklung
eines therapiebegleitenden Diagnostikums
für den eigenen Wirkstoffkandidaten – belässt Protagen aber größtmögliche Freiheit
in allen anderen Indikationen und Anwendungen.
Um nicht erst am Ende einer Phase III zu
einer Post-hoc-Stratifizierung von Responder-Gruppen gezwungen zu werden, hatte sich Pfizer auf Empfehlung Protagens hin
entschlossen, mit einem großen Screen nach
möglichst vielen Antigen-Autoantikörpern
initial zu suchen. Protagen kann derzeit für
einen solchen Ansatz mehr als 7.000 putative und bereits bestätigte beziehungsweise
diagnostisch verwendete Antigene bereitstellen.Für die Suche nach geeigneten Biomarkern greift Protagen auf die weltgrößte Sammlung exprimierter humaner Antigene zurück.agnostik zu behalten, ohne die Attraktivität
für Pharmapartner auf der Suche nach Stratifizierungsmarkern und Companion Diagnostics (CDx) einzuschränken. Die Deal-Struktur enthält typischerweise als Komponenten
eine Abschlagszahlung für den Technologiezugang, die Erstattung von Forschungskosten, Meilenstein-Prämien sowie Umsatzbeteiligungen für proprietäre Marker oder
zukünftige CDx. In Bezug auf die Studienergebnisse erwartet Protagen, alle Rechte zur
Nutzung eventueller neuer Marker und Markerkombinationen für die In-vitro-Diagnostik
zu behalten. Der Pharmapartner hingegen
bekommt mit allen notwendigen Rechten
den Zugang zu neuen Markern und MarkerPanels, allerdings ausschließlich in Zusammenhang mit dem jeweiligen Wirkstoff und
dem Indikationsgebiet.
Die Kooperation Pfizer-Protagen kann
durchaus als der Beginn eines neuen Trends
in der klinischen Biomarkerforschung gesehen werden. Aufgrund der Komplexität von
Autoimmunerkrankungen und deren schubartigen Verläufen sowie fehlender Verfügbarkeit von stratifizierender Diagnostik, ist
es aus Sicht beider Firmen unerlässlich, bei
der Entwicklung neuer Medikamente auch
die Entwicklung entsprechender CDx mit
einzuplanen. Dies hat vor allem zwei Gründe: Einerseits können aufgrund der Komplexität vieler onkologischer, neurodegenerativer und Autoimmunerkrankungen,
Ergebnisse aus Tierversuchen hinsichtlich
Wirksamkeit und Sicherheit schlecht oder
gar nicht auf den Menschen übertragen
werden. Andererseits fehlten bislang Konzepte und Technologien, welche die Patienten-Stratifizierung und die Erkennung
von Respondern und non-Respondern während der klinischen Prüfung im Menschen
Pfizer und Roche, aber auch einige andere Pharma- und Biotech-Firmen haben diese Problematik schon seit längerem erkannt
Itranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201432_34_tk5_14_spezial_protagen_bk.indd 3225.04.2014 13:14:01 UhrAdvancing
Austrian life science //
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EuroMedtech // Linz // May 07-08
MEDTEC Europe // Stuttgart // June 03-05
BIO International Convention // San Diego // June 23-26
CPhI Worldwide // Paris // October 07-09
BIO-Europe // Frankfurt // November 10-12
Medica // Duesseldorf // November 12-15www.LifeScienceAustria.atLISA_INS_MESSEN2014_oB_210x290_RZ.indd
33_tk5_14_LISA.indd
114.11.13
UhrIntro34WirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtroKooperationen & LizenzenhPEX®SeroTag®Antigen-Expressions-BibliothekBead-basierte Arrays180.000PE
Anti-lgG-PEKLONE14.000humanes
lgGGENEBild: ProtagenDatenauswertung
& StatistikAntigen7.000
PROTEINEMagPlex BeadAutoantikörper negativAutoantikörper positivBiomarker-Entwicklung mit hPEX® und SeroTag®
und schon vor Jahren damit begonnen,
Technologien zu evaluieren, welche sich für
eine leichte Integration in klinische Studienprotokolle empfehlen, weil sie keinen zusätzlichen Zeit-, Arbeits-, Logistik- und Validierungsaufwand verursachen und mit geringen
Volumina ohnehin vorhandener Patientenproben möglichst sicher funktionieren.
Generell eignen sich für diesen Ansatz vor
allem nicht-invasive, bildgebende Verfahren und In-vitro-Bestimmungen relevanter
Laborwerte in standardisiert und reproduzierbar erhältlichen Körperflüssigkeiten, wie
Blut, Liquor, Urin oder Speichel. Aber nur
letztere Probenquellen sowie Biopsien erlauben auch post hoc die Identifizierung von
Biomarkern. Die hierfür notwendigen Analyseverfahren sollten allerdings keine aufwendigen und fehleranfälligen Probenvorbereitungen erfordern und in jedem klinischen
Labor messbar sein.Omics-Techniken zur BiomarkerValidierung: bedingt geeignet
Typische Omics-Technologien eignen sich
nur bedingt, um studienbegleitend Biomarker zu entdecken und zu validieren, da in
der Regel die Standardabweichung der Einzelmessung deutlich mehr als 25% beträgt
und die eingesetzten Verfahren auch hinsichtlich des Zeitaufwands nicht kompatibel
sind. Um ausreichende statistische Sicherheit bei der Identifizierung neuer Marker
mit überschaubarem Aufwand zu erreichen,
werden allerdings Methoden mit einer Varianz der Einzelmessung von weniger als 10%
Die SeroTag-Technologie von Protagen
erfüllt die im Rahmen von klinischen Studien
geltenden Anforderungen in idealer Weise.
Nicht einmal 50 Mikroliter Patienten-Serum
werden für die Durchführung von MikroELISA-Tests auf Luminex-Beads benötigt.
Die hierfür eingesetzten mehr als 7.000 Antigene sind rekombinante, humane Prote-ine aus einer der größten Expressionsbibliothek der Welt und beinhalten nahezu alle
der rund 500 bisher bekannten, aber auch
zahlreiche bislang unbekannte Autoantigene. So lassen sich zuverlässig indikationsspezifische Biomarker-Signaturen mit Potential
für Response Prediction, Patienten-Stratifizierung und Companion Diagnostics sowohl
im Anschluss an, als auch parallel zu klinischen Studien erhalten. Im Übrigen liegt der
Variationskoeffizient der Einzelmessung im
SeroTag-Ansatz bei etwa 10% – und entspricht somit klinischer Laborqualität.Biomarker-Identifizierung ist nur
Selbstverständlich ist die Identifizierung
neuer Marker mit Potential für ein CDx nur
der erste Schritt, denn auch Verifizierung
und Validierung sind nur durch Messung
weiterer Patientenproben möglich. Dies
setzt eine enge und langfristig angelegte
Kooperation der Partner aus Wirkstoffentwicklung und Diagnostik beziehungsweise
Biotech voraus. Dabei überrascht es schon,
dass bislang die Geschäftsmodelle von innovativen Technologieanbietern, klassischen Diagnostik-Firmen und Pharma-Unternehmen oft weit auseinander liegen.
Das Verständnis für den jeweils anderen
Partner ist daher noch verbesserungsfähig. Während einige Pharmafirmen CDx –
trotz sehr erfolgreicher Beispiele aus der
Onkologie – manchmal noch als Risiko für
Entwicklungskosten und späteren Umsatz
ansehen, scheinen sich die großen Diagnostik-Firmen kaum mit dem Thema zu beschäftigen. Dies gibt dann wiederum neuen Playern den nötigen Raum, um sich in
der Personalisierten Medizin zu etablieren
und unverzichtbar zu machen.
Während relevante CDx-Biomarker in der
Onkologie, meist gut messbare Genmutationen mit Ja/Nein-Charakter, aufgrund der
breiten Verfügbarkeit von Biopsien aus Bio-banken schnell und zuverlässig validierbar
sind, hat man bei Autoimmunerkrankungen – aber auch bei den meisten anderen
großen Indikationsbereichen, wie zum Beispiel Stoffwechsel, Herz-Kreislauf und Neurodegeneration – das Problem, dass sich
Patienten-Stratifizierung und Therapieentscheidung nur in seltenen Fällen DNA-basiert durchführen lassen. Somit ergibt sich
der Bedarf für andere Technologien zur Bereitstellung von neuen, statistisch relevanten und gut messbaren Biomarkern, zum Beispiel Autoantikörpern in Serum. Einerseits
sorgt das Immunsystem dafür, dass bei allen
chronischen Erkrankungen Unterschiede im
Autoantikörpermuster messbar werden, andererseits ist die Messung bestimmter Autoantikörper bei chronischen Entzündungserkrankungen zwar diagnostischer Standard,
ein Bedarf für neue Marker zum Aufbau einer leistungsfähigen Differentialdiagnostik
Protagen hat daher die eigene Technologieplattform in den vergangenen Jahren gezielt genutzt, um sich neue indikationsspezifische Marker in zahlreichen
Autoimmun­indikationen patentrechtlich
zu sichern. Da eine frühe Auslizenzierung
von Biomarkern nicht werthaltig möglich
ist und eine auf Umsatzbeteiligungen basierende Investitionsrendite in zu ferner Zukunft liegt, dient die IP-Position dazu, die
eigene Produktpipeline neuer Autoimmundiagnostika abzusichern und gleichzeitig eine attraktive Verhandlungsposition für die
Kooperationen mit Pharmaunternehmen zu
CDx für die Autoimmuntherapie, insbesondere mit prädiktivem Wert bezüglich
der Medikamentenwirksamkeit, stellen eine neue Klasse von diagnostischen Tests dar,
machen aber die Biomarkersuche begleitend zu klinischen Studien und eine noch engere Verzahnung von CDx- und Wirkstoffentwicklung notwendig. Mit der aktuellen
Kooperation verfolgen Pfizer und Protagen
genau diese Strategie.	L
Itranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201432_34_tk5_14_spezial_protagen_bk.indd 3425.04.2014 13:14:29 UhrAd_Germany_Life_Sciences_210x290mm_G_Bleed.pdf114-04-1510:44 AMNeue Maßstäbe setzen.
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*Acritas Global Elite Law Firm Index 2013.35_tk5_14_Dentons.indd 123.04.2014 15:07:25 Uhr36IntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtroKooperationen & LizenzenLLL	PAtentrechtEpisode III: Das Supreme-CourtImperium schlägt erneut zu
Kaum hat die Biotech-Community die folgenschweren Supreme-Court-Entscheidungen Association
for Molecular Pathology v. Myriad Genetics und Mayo v. Prometheus verdaut, droht möglicherweiseDie Entscheidung Myriad sowie neue Richtlinien für Prüfer des US-Patentamtes haben bewirkt, dass natürlich vorkommende Verbindungen, zum Beispiel Gene oder Naturstoffe, in
den USA per se nicht mehr patentierbar sind.
Des Weiteren sind gemäß der Entscheidung
Mayo diagnostische Verfahren, welche nichts
weiter beinhalten als die Korrelation zwischen
einem Analyten und einem Zustand wie beispielsweise einer Krankheit, nicht mehr patentierbar. Ein Schlag für die Diagnostikbranche.
Es gibt Stimmen, die den US Supreme Court
für den Rückgang von US-Wagniskapitel-Investitionen in medizinische Diagnostikfirmen
von 395 Mio. US-Dollar im Jahre 2011 auf 278
Mio. US-Dollar im Jahre 2013 verantwortlich
machen (gemäß Angaben der Beratungsfirma Pricewaterhouse Coopers).Patentwälder bieten Schutz
Die Diagnostikindustrie und deren Anwälte haben Patentstrategien im Angesicht von
Myriad und Mayo entwickelt, um trotzdem
sinnvollen Patentschutz zu erhalten. Anstelle eines Patentes, welches ganz einfach den
Analyten schützt (nicht mehr möglich nach
Myriad) oder eines einfachen Patentes, welches die Korrelation zwischen dem Analyten und dem Zustand des Patienten schützt
(nicht mehr möglich nach Mayo), werden
„Patentwälder“ errichtet, wobei in jedes einzelne Patent dieses „Patentwaldes“ technische Aspekte aufgenommen werden, um
die „nature of law“ Zurückweisung zu überwinden, die seit Myriad und Mayo vom Patentamt gegen solche Anmeldungen erlassen wird. Damit wird das einzelne Patent
durch die Beschränkung auf ein spezifisches
technisches Merkmal limitiert, und es bedarf mehrerer Patente, um eine Technologie oder ein bestimmtes Business zu schützen. Ein kostspieliges Unterfangen, welches
insbesondere kleinere und mittlere FirmenBild: Diderot/en.wikipedia.orgder nächste Vernichtungsschlag gegen Patente durch das höchste US-Gericht.Entscheidungen des obersten Gerichtshofs der USA schränkten Patentmöglichkeiten
zuletzt stark ein.
schmerzen wird. Aber wenigstens eine Strategie, die weiterhin sinnvollen Schutz ermöglicht. Wer gehofft hatte, dass dies das Ende
dramatischer Patent-Entscheidungen war,
wird nun vielleicht enttäuscht.
Derzeit wird der nächste große Patentfall vor dem US Supreme Court verhandelt.
Am 31. März 2014 fand eine mündliche Verhandlung vor dem Supreme Court der USA
im Falle Alice v. CLS Bank statt. Die Supreme-Court-Richter beschäftigten sich mit der
Frage, welche Software und welche Verfahren, wie beispielsweise Geschäftsmethoden,
deren Ausführung eines Computers bedarf,
patentierbar sind und welche nicht.
In dem vorhergehenden Bilski-v.-KapposFall, welcher 2010 vor dem Supreme Court
entschieden wurde, hatte das Gericht versäumt, eine klare Grenze zu ziehen, welche
computerisierten Geschäftsmethoden beziehungsweise Softwareverfahren patentierbar sind und nach welchen Kriterien. Das
hohe Gericht ließ die Industrie mit der BilskiEntscheidung mit einem sogenannten machine or transformation test zurück, anhanddessen man angeblich entscheiden könne,
ob beispielsweise betimmte Software patentierbar sei oder nicht. Der machine or
transformation test erforderte, dass ein Verfahren an eine Maschine oder einen Apparat
gebunden ist, oder dass das Verfahren (zum
Beispiel eine Software) einen Artikel in einen anderen Zustand oder eine andere Sache transformiert, um patentierbar zu sein.
Aber was das wirklich heißen sollte, blieb
für die interessierten Kreise im Einzelfall völlig unklar. Die Tatsache, dass es sich bei dem
Test um eine „möglicherweise anwendbare,
aber nicht die alleinige“ Methode handelt,
erhöht die Unsicherheit nur noch weiter.
In den vergangenen Jahren nach der Bilski-Entscheidung haben die unteren USGerichte dann mit sich gerungen, ob Softwareverfahren und Geschäftsverfahren
patentierbar sein sollten. Für die betroffenen Firmen und deren Anwälte gab es somit
keine klare Orientierung und letztendlich
keine Rechtssicherheit, was im Ergebnis eine sehr unbefriedigende Situation darstellte. Denn für geschäftliche und InvestitionsItranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201436-37_tk5_14_spezial_boehmert_bk.indd 3625.04.2014 13:18:56 UhrIntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenVerbändeSpezialServiceExtro37Kooperationen & Lizenzenentscheidungen ist Rechtsunsicherheit Gift.
Firmen brauchen Rechtssicherheit, ebenso
Investoren.Der Alice-Fall könnte darüberhinaus auch eine Chance für den Supreme Court sein, zu
klären wie beispielsweise Mayo im Einzelfall
interpretiert werden soll. Entscheidungen
über sogenannte abstrakte Ideen, die per se
nicht patentierbar sind, könnten auch eine
Orientierungshilfe geben für Fälle wie Mayo, in denen das Patentieren eines „Naturgesetzes“ Gegenstand der Argumentation ist.Wenn jedoch der Supreme Court entgegen
berechtigter Hoffnung im Zuge des Alice-Falles einfach viele Arten von Softwarepatenten
für nichtig erklärt, dann könnte das auch der
Diagnostikindustrie weitere Probleme bringen, denn Softwarepatente spielen auch in
der Diagnostikindustrie eine wichtige Rolle.
Supreme Court eher eine Tendenz gezeigt,
Patentschutz für Innovationen zu limitieren.
Falls dieser Trend mit Alice fortgesetzt würde, wäre dies fatal. Das Patentsystem sollte nicht reformiert werden durch eine Reihe
von radikalen Entscheidungen. Besser wäre, wenn Gesetzgebung und Patentamtsverfahren optimiert und angepasst werden, je
nachdem wie die Technologie evolviert und
wie den berechtigten Interessen aller beteiligten Kreise am ehesten gerecht wird. Dies
ist insbesondere wahr in einem Land wie
den USA, in dem das Common Law praktiziert wird, eine durch Rechtsprechung getriebene Rechtsentwicklung. Eine radikale
Entscheidung des Supreme Courts kann eine im Laufe von Jahrzehnten von entwickelte
Rechtssprechung über den Haufen werfen.
Investitionsentscheidungen, die getroffen
worden sind, im Vertrauen auf eine gleichmäßige Rechtsentwicklung, führen dann
plötzlich zum Scheitern der Investition.
In der älteren Warner-Jenkinson-Entscheidung des Supreme Courts hieß es dazu: „Courts must be cautious before adopting changes that disrupt the settled
expectations of the inventing community.“
Das heisst, die Gerichte müssen sich hüten, Änderungen vorzunehmen, die die über
Jahre gewachsenen Erwartungen der erfindendenen Gesellschaft zerstört. Der Supreme Court in der jetzigen Besetzung hat dies
anscheinend vergessen, als er über Myriad
und Mayo entschied. Es bleibt nur zu hoffen,
dass er sich wieder darauf besinnt, wenn er
über Alice entscheidet.
D r. M a r k u s
(Boehmert &
Boehmert, München) studierte
Biologie, Chemie und Biochemie in Frankfurt/
Main, WittenHerdecke und
Cambridge (UK), wo er auch promovierte. Er beschäftigt sich mit Gewerblichem
Rechtsschutz in der Biochemie, Molekularbiologie und Pharmakologie.Dr. Jan Krauss
( B oe h me rt &
Boehmert, Berlin) studierte Biologie an der FU
Berlin. Nach Abschluss der Patentanwaltsausbildung arbeitete er bei einer
großen US-Kanzlei in Frankfurt/Main. Er
beschäftigt sich mit Molekularbiologie,
Immunologie, Pflanzengenetik und Biotechnologie.Die Hoffnung ist nun, dass der Supreme
Court nicht mit einem Streich alle Softwarepatente vernichtet, sondern stattdessen
klarere Regeln hinsichtlich deren Patentierbarkeit einführt. Es wird erwartet, dass der
Supreme Court nun klar vorgibt, wie bestimmt werden kann, ob Software und Verfahren, die einen Computer benötigen, der
Definition des Gesetzes entsprechen und
„einen nützlichen Prozess, Maschine, Herstellung oder eine stoffliche Zusammensetzung“
darstellen. Es gibt auch durchaus Befürworter der Limitierung von Softwarepatenten,
die sagen, dass viele Softwarepatente unangemessen breit sind, ohne einen wirklich
innovativen Beitrag zu leisten. Dass es viele
„Schrott“-Patente gibt, die allgemeine Prinzipien und abstrakte Ideen patentieren und
damit ungerechtfertigterweise Mitbewerber
blockieren, in dem sie lediglich das Naheliegende in ein Patent gießen, ist unbestreitbar.
Der Alice-Fall berührt außerdem eine weitere heiße Debatte über das (US)-Patentsystem.
Alice ist eine sogenannte nonpracticing entity (NPE). Derlei NPEs werden teilweise mit
dem Schimpfwort „Patent troll”, also eine Art
„Wegelagerer“ belegt, der ahnungslose Vorbeireisende mit bösen Patentstreitigkeiten
überzieht. Sicherlich kann und darf man nicht
jede NPE als Wegelagerer verunglimpfen, da
auch beispielsweise Universitäten NPE’s sind,
die ihre Patente berechtigterweise auslizenzieren wollen, und die nicht deshalb Wegelagerer sind, nur weil sie selbst das von ihnen
patentierte niemals produzieren werden. Es
gibt jedoch auch viele Firmen, deren primä-Bild: iStock.com/Mac99Von Schrottpatenten und
PatenttrollenPatenttrolle werden auch in der BiotechBranche zunehmend zum Thema.
res Geschäftsmodell es ist, Patentportfolios
aufzukaufen und produzierende Firmen mit
Verletzungsverfahren zu überhäufen, um erhebliche Einnahmen daraus zu generieren.
Viele und nicht nur US-Tech-Firmen üben daher Druck auf den Gesetzgeber aus, hier einen Riegel vorzuschieben, weil ihrer Meinung
nach das Patentsystem durch solche Patenttrolle missbraucht wird.Softwarepatente: Auch für
Diagnostikspezialisten wichtigDie Autoren
Boehmert, Berl i n) s t u d i e rte Chemie an
Merseburg. Sie
promovierte an
der FU Berlin im
Fachbereich Biochemie. Mehr als zehn Jahre hat sie in Patentabteilungen großer pharmazeutischer
Unternehmen gearbeitet, darunter Boehringer Mannheim, Roche und Schering.Itranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201436-37_tk5_14_spezial_boehmert_bk.indd 3725.04.2014 13:19:07 Uhr38IntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtroKooperationen & Lizenzen COMPANIONDIAGNOSTICSStrategische Partnerschaften
Therapiebegleitende Diagnostika spielen bei der Zulassung neuer Arzneien eine immer größere
Rolle. Die Kooperation mit einem Entwicklungspartner richtig zu strukturieren, ist jedoch nicht immerBild: fotolia.deeinfach. Von Ramin Ronny Amirsehhi, LL.M.; Amirsehhi Intellectual Property Law, MartinsriedBereits für 36 in Deutschland zugelassene
Wirkstoffe ist ein diagnostischer Vortest vorgesehen. In Zukunft dürfte dieser Wert weiter
steigen: Forschende Pharma-Unternehmen
führen mittlerweile 37% ihrer Entwicklungsprojekte für neue Medikamente und neue Medikamenten-Anwendungen mit begleitenden
Studien zu Möglichkeiten der personalisierten Anwendung durch, ergab eine Erhebung
des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA) im Frühjahr 2013.Entscheidend ist ein
Für Pharmaunternehmen und Diagnostikspezialisten ergeben sich im Bereich der Personalisierten Medizin aussichtsreiche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Für eine erfolgreiche
Partnerschaft ist eine gemeinsame Zielsetzung entscheidend. So hängt die Wahl des
richtigen Partners unter anderem ab von:
– dessen langfristiger wirtschaftlicher Stabilität,– dessen Kompetenz bei der Erfüllung von
regulatorischen und aufsichtsrechtlichen
– der Verfügbarkeit der passenden Plattformtechnologie beim potentiellen Partnerunternehmen,
– einer weltweiten Präsenz, um das fertige
Produkt auch global zu vertreiben,
– möglicherweise vorhandenen Exklusivverträgen mit einer anderem Partei im Zusammenhang mit demselben Wirkstoff oder
derselben Zielstruktur,
– den jeweiligen Geschäftszielen der Partner,
– den jeweiligen Patentstrategien.
Gerade in Bezug auf die jeweiligen Patentstrategien von Pharma- und Diagnostikpartnern ist eine enge Abstimmung nötig. Im
Hinblick auf die Schutzrechte können grundsätzlich zwei verschiedene Subgruppen unterschieden werden. Im ersten Fall wurden
die Patente bereits vor Beginn von Kooperationsverhandlungen von einer der Parteien gehalten. Andernfalls handelt sich um Patente, die erst während der Zusammenarbeit
der beiden Firmen – entweder getrennt von-einander oder gemeinsam – erzeugt wurden.
Ein gängiges Beispiel für Patente, die zur ersten Gruppe gehören, bietet folgendes Szenario: Eine der Parteien entdeckt eine relevante
Korrelation zwischen der Wirkung eines Medikamentes und dem Auftreten eines einzelnen Biomarkers oder eine Gruppe von Biomarkern. Ein Patent, das diese Entdeckung
im Wege einer spezifischen Behandlungsmethode schützt, wäre sehr wertvoll. Es würde schließlich sowohl dem Wirkstoff als auch
dem dazugehörigen diagnostischen Produkt
Exklusivität bieten. Folglich ist der Eigentümer eines solchen Patents bei Kooperationsverhandlungen in der stärkeren Ausgangsposition. Handelt es sich dabei um einen
Pharmaproduzenten, so gibt es kaum noch
Patentansprüche, die ein Diagnostikunternehmen mit an den Verhandlungstisch bringen könnte, um die eigene Position zu stärken
– es sei denn, es hat sich den freedom to operate in Bezug auf die eigene Plattformtechnologie weitestgehend erhalten können. Auch
Patente für neue Reagenzien sind im Einzelfall für Diagnostikanbieter wertvoll, um präzise Tests zu entwickeln. Demenstprechend
könnten Pharmaunternehmen, die über diese Art von Schutzrechten verfügen, am Verhandlungstisch die Oberhand behalten.
Beim zweiten Typ von Patenten handelt
es sich um Schutzrechte, die erst aus der Zusammenarbeit der beiden Partner hervorgegangen sind. Hierbei sind Pharmaunternehmen eher daran interessiert, die Patente
oder zumindest exklusive Lizenzrechte für
jene Ansprüche zu besitzen, die sich auf das
eigentliche Medikament beziehen. Diagnostik-Anbieter dürften hingegen danach
streben, sich jene Rechte zu sichern, die im
Kern die Diagnostik betreffen. Schwierigkeiten ergeben sich vor allem dann, wenn
ein einziges Patent sowohl Ansprüche mit
Bezug zum Arzneimittel als auch zum Diagnostikprodukt abdeckt. Während es prinzipiell möglich ist, dass beide Partner dieses
Itranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201438-39_tk5_14_spezial_amirsehhi_bk.indd 3824.04.2014 11:31:45 UhrIntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtro39Kooperationen & LizenzenPatent gemeinsam besitzen, ist ein solches
Konstrukt grundsätzlich nicht ohne Risiko. Schließlich könnte der Diagnostik-Partner für den Teil der Rechte, der sich auf den
Wirkstoff selbst bezieht, eine Lizenz an einen
anderen Pharma-Wettbewerber auslizenzieren. Oder aber, einer der beiden Patenteigentümer beginnt, sich aus dem Schutzrecht ergebende Ansprüche ohne weitere
Absprache gegenüber Dritten durchzusetzen. In der Regel ist keiner der Patentmiteigentümer daran interessiert, in eine Auseinandersetzung hineingezogen zu werden, die
er nicht selbst begonnen hat – doch genau
das kann passieren, wenn ein Patent mehreren Eigentümer gehört. Um diese Probleme
im Nachhinein zu lösen, bietet es sich an zu
berücksichtigen, welche Erfinder an der Entwicklung des Patentgegenstandes beteiligt
waren. Dies gilt umso mehr, falls nur einer
der Patenteigentümer alle an der Erfindung
Beteiligten beschäftigt.
Es ist auch wichtig zu beachten, was passiert, wenn ein Kooperationsvertrag zwischen Pharma- und Diagnostikpartner vorzeitig beendet wird. Dies könnte zum
Beispiel passieren, wenn das Diagnostikunternehmen es versäumt, das therapiebegleitende Diagnostikum vollständig zu
entwickeln oder zu vertreiben. Der Pharmahersteller könnte in so einem Fall gezwun-gen sein, sich einen neuen Partner zu suchen
– wäre dann aber wohl darauf angewiesen,
Zugriff auf die während der Kooperation geschaffenen Patente zu erhalten.Die richtige Patentstrategie
Um eine stärkere Position am Verhandlungstisch zu haben, sollten Pharmaunternehmen
also untersuchen, wie sie potentielle Biomarker während des gesamten Arzneimittelentwicklungszyklus schützen können. Meist
werden diese Substanzen schon frühzeitig
im Entwicklungszyklus bewertet. In diesem
frühen Stadium ist aber häufig noch nicht abzuschätzen, ob die Entdeckung einen kommerziellen Wert hat und ob sich der oder die
Marker tatsächlich für die Entwicklung eines
therapiebegleitenden Diagnostikums eignen.
Trotz dieser Unsicherheit könnte es sich
als riskant erweisen, das Einreichen einer Patentanmeldung zu verschieben, bis zusätzliche Daten es erlauben, den kommerziellen
Wert eines Patents genauer abzuschätzen.
Hier ist es notwendig, die Wettbewerbssituation für das spezifische Arzneimittel,
dessen Target und mögliche Biomarker genau zu analysieren. Schließlich wäre es sonst
denkbar, dass ein Konkurrent den Zusam-menhang zwischen Biomarker und dem dazugehörigen Arzneimittel ebenfalls entdeckt.
Er könnte durch einen eigenen Patentantrag
den freedom to operate des Pharmaunternehmens empfindlich einschränken.
Das Einreichen eines umfassenden vorläufigen Patentantrags dürfte daher der am
ehesten geeignete Weg sein, um einen neuen Stand der Technik zu etablieren, an dem
sich Wettbewerber künftig bei vergleichbaren eigenen Entwicklungen orientieren
müssten. Schon bei dieser vorläufigen Anmeldung gilt es jedoch, die Regeln zur Patentfähigkeit zu berücksichtigen, insbesondere im Hinblick auf die jüngsten Beschlüsse
des US Supreme Courts beispielsweise bezüglich des Hatch-Waxman Acts, einem Gesetz, das Generika einen leichteren Marktzugang verschaffen soll. Ein zusätzlicher
Vorteil: Der wirtschaftliche Wert einer Erfindung kann im Jahr nach der vorläufigen
Patentanmeldung noch genauer bestimmt
werden und neuen Erkenntnisse können genutzt werden, um den Patentantrag falls nötig zu aktualisieren. Wird innerhalb der EinJahresfrist zudem noch ein internationaler
PCT-Antrag (Patent Cooperation Treaty) eingereicht, so hat der Patentinhaber sogar etwa zusätzlich 18 Monate Zeit, bevor er zusätzliche Mittel investieren muss, um sein
Schutzrecht weltweit durchzusetzen.
Now it’s
Better treatment begins with
patient stratification.Protagen entwickelt neuartige Diagnostika und Drug
Response Prediction Tests.
Unsere spezifischen Biomarker-Signaturen erlauben eine
bessere Differenzierung und Stratifizierung von Patienten.
Sie ermöglichen eine frühere und effizientere Therapie
von Autoimmunerkrankungen.Protagen.com38-39_tk5_14_spezial_amirsehhi_bk.indd 3924.04.2014 11:31:53 Uhr40IntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtroKooperationen & LizenzenLLL	SichereDatenräumeEffektiver Datenschutz
in der Life-Sciences-Industrie
Browserbasierte Plattform von Brainloop für maximale SicherheitDas wichtigste Kapital von Biotechnologieund Medizintechnik-Unternehmen ist ihr
geistiges Eigentum. Dessen Schutz ist angesichts intensiven Datenverkehrs über fremde
Server, der Verwendung von mobilen Datengeräten wie Smartphones und Tablets sowie
Cloud-basierter Speichertechnologien immer anspruchsvoller geworden. Besonders
kompliziert wird es, wenn die Geschäftsgeheimnisse mit externen Partnern geteilt werden müssen, damit Kooperationen oder Lizenzgeschäfte stattfinden können. Hier muss
das Unternehmen sicher sein, dass nur autorisierte Personen die Daten einsehen können
und dass ein unbefugtes Kopieren der Unterlagen unmöglich ist. Findet diese Kontrolle nicht statt, droht der Verlust von entscheidenden Wissensvorsprüngen oder Patenten
und schlimmstenfalls der Verrat wertvoller Informationen an Wettbewerber.
Immer mehr Unternehmen haben daher erkannt, dass sie mehr tun müssen als Firewalls,
VPN-Tunnel und Verschlüsselungsprogramme
zu installieren. Sie investieren in aufwendige
Lösungen, um Aufbewahrung und Austausch
ihrer Daten abzusichern und damit ihre Geschäftsgeheimnisse vor unbefugtem Zugriff
zu bewahren. Dieser Markt ist nach Angaben
des kalifornischen Marktforschungsunternehmens Infonetics Research in den vergangenen
Jahren stark gewachsen – allein von 2010 bis
2011 um mehr als 50% – und wird 2016 bei etwa 4,4 Mrd. US-Dollar liegen.
Kleinere Unternehmen scheuen häufig
noch den Aufwand, weil ihnen Softwarelösungen zu kostspielig erscheinen. Abschreckend wirken auch die umständliche Bedienung und die mangelnde Kompatibilität mit
verschiedenen Endgeräten und Betriebssystemen. Zudem muss für einen reibungslosen
Austausch beim Geschäftspartner die gleiche
oder zumindest eine kompatible Software installiert sein – eine Anforderung, die oft an
den strengen internen IT-Vorschriften großer Konzerne scheitert. Diesen Firmen bleibt
daher meist nur der physische Datenraum in
Form eines Zimmers, in dem die UnterlagenBild: alphaspirit/fotolia.deVon Brigitte Ehret, Brainloop AG, Münchenbereitgestellt werden, so dass Geschäftspartner vor Ort sein müssen. Der Versand von
Dokumenten – selbst wenn er per Kurier oder
elektronisch in verschlüsselter Form erfolgt –
eröffnet nämlich immer die Möglichkeit, dass
Unterlagen vervielfältigt und weitergegeben
werden.Keine Installation notwendig
Eine einfache und elegante Lösung für alle diese Probleme hat die Münchener Brainloop AG entwickelt: eine browserbasierte
Plattform, die sich intuitiv bedienen lässt
und keine Software-Installation erfordert.
„Diese Vorteile haben uns schnell überzeugt“,
sagt Dr. Daniel Vitt, Vorstand für Forschung
und Technologie des Münchener Biotechnologie-Unternehmens 4SC AG. „Sie erleichtern die Kooperationen mit externen Firmen
erheblich. Hinzu kommt: Brainloop und die
Server, auf denen die Daten liegen, sind in
Deutschland angesiedelt. Es gelten also die
deutschen Datenschutzgesetze, die zu den
strengsten der Welt gehören. Anbieter, deren Server außerhalb Deutschlands wie zum
Beispiel in den USA stehen, sehen wir sehr
kritisch, da US-Behörden unter bestimmtenUmständen Zugriff auf die Server und damit
auch auf die Daten haben.“
4SC nutzte das System ursprünglich als sicheren Datenraum, um bei der Anbahnung
von Partnerschaften vertrauliche Dokumente sicher auszutauschen. „Dabei hat uns überzeugt, dass wir sehr leicht den Zugang zum
Datenraum und die Verwendung der Daten
kontrollieren können“, sagt Vitt. „Die Brainloop Plattform erlaubt eine sehr selektive
Vergabe von Rechten. Wir können genau bestimmen, wer welches Dokument sehen und
eventuell speichern oder drucken darf.“
Das Unternehmen erhält zudem eine Auswertung, wie intensiv die Dokumente genutzt wurden. „Das hilft uns, genauer zu verstehen, wo wir Schwerpunkte setzen oder
noch weitere Erläuterungen geben müssen.“
Schon längst nutzt 4SC das System nicht
nur für die Anbahnung von Partnerschaften, bei der vertrauliche Dokumente ausgetauscht werden. „Wir haben eigentlich ständig mehrere Datenräume aktiv“, sagt Vitt.
„Wir nutzen Brainloop auch für die Kommunikation mit Banken, Anwälten und dem
Aufsichtsrat – letztlich überall, wo sehr umfangreiche, sensible und schützenswerte Datenmengen in einem etwas größeren Benutzerkreis ausgetauscht werden.“
Itranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201440-41_tk5_14_spezial_brainloop_bk.indd 4024.04.2014 11:31:05 UhrIntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtro41Kooperationen & LizenzenDie dank Brainloop mögliche Beschleunigung von Lizenzverhandlungen und der einfache, aber dennoch sichere Informationsaustausch sensibler Daten im Rahmen von
Kooperationen mit akademischen, klinischen und Firmenpartnern hat auch andere
Unternehmen überzeugt.Ein weiteres deutsches Biotechnologieunternehmen konnte mit dem Brainloop-System
die Auslizenzierung eines seiner klinischen
Entwicklungskandidaten optimieren. Dank
der einfachen Bedienbarkeit war es möglich,
die einige tausend Seiten umfassenden klinischen Dossiers mehreren Bietern parallel zur
Verfügung zu stellen. Die Auswertung des
Nutzungsverhaltens ermöglichte es rasch,
zwischen tatsächlich interessierten, potentiellen Käufern und Scheininteressenten zu
Andere Unternehmen nutzen das Brainloop-System während der Durchführung von
klinischen Studien, um sämtliche Dokumente
und Vorgänge – Schriftwechsel, Protokolle,
Patientendaten und so weiter – vollständig
zu dokumentieren und sicher aufzubewahren und gleichzeitig berechtigten Personen
Zugang dazu zu gewähren.
Auch für die Zusammenarbeit mit Zulassungsbehörden – etwa die Einreichung von
Dokumenten bei FDA, EMEA und nationalen Behörden – lässt sich mit der BrainloopLösung einfach und sicher organisieren und
abwickeln, auch wenn weitere externe Partner wie zum Beispiel CROs involviert sind.
Projektmitarbeiter, die Präsentationen und
Zulassungsunterlagen vorbereiten, erhalten
Versionsunterstützung, können Kommentierungen vornehmen und die Dokumente schließlich sperren, wenn die Endversion
vorliegt.Funktionsweise
Mit Brainloop zu arbeiten, ist einfach. Dokumente lassen sich über den gewohnten
Webbrowser oder direkt aus MicrosoftOffice-Anwendungen heraus teilen. Das
gleiche gilt für mobile Geräte wie das iPad.
Basis ist die sichere Brainloop-Plattform, auf
der sich spontan eine Ordnerstruktur anlegen und ein Projekt starten lässt. Kollegen
und Externe werden per Mausklick eingeladen, wobei die Berechtigungen, zum Beispiel für das Ändern, Speichern, Drucken
oder die Weitergabe von Dokumenten jeweils individuell festgelegt werden können.
Für zusätzliche Sicherheit lassen sich automatisch Wasserzeichen in die Dokumente integrieren, die zum Beispiel im Ausdruck denBild: Brainloop AGSchneller, sicherer DatenaustauschScreenshot der Brainloop-Software
Namen des jeweiligen Nutzers in den Hintergrund einfügen. Alle Zugriffe und Vorgänge werden unveränderbar protokolliert.
Diese Maßnahmen geschehen im Hintergrund und vereinfachen die Geschäftsabläufe, anstatt sie zu behindern. Da der Zugang nicht an bestimmte Geräte gebunden
ist, hat jede autorisierte Person permanent
Zugriff auf den virtuellen Datenraum, unabhängig davon, wo sie sich befindet und welches Internet-Zugangsgerät sie benutzt.
Das System vergibt und überwacht auch
Versionsnummern und versendet automatische Benachrichtigungen über neue oder veränderte Dateien. Damit wird sichergestellt,
dass alle Beteiligten immer an der neuesten
Version eines geteilten Dokuments arbeiten.
Zugang zu den Dokumenten haben grundsätzlich nur eingeladene Personen. Für jeden Zugriff wird eine nur einmal gültige TAN
benötigt, die jeweils per SMS versandt wird.
Eine besondere technische Lösung, das
Operator Shielding, verhindert, dass Administratoren des Servers der Firmen, die dieDaten beispielsweise für eine Due Diligence
evaluieren, Zugriff erhalten. Da die Dokumente nicht auf dem Server des Partners verbleiben, können sie nach Abschluss einer Sitzung
auch nicht rekonstruiert werden. Sie befinden sich außerhalb der Firewall auf einem
Server in einem abgeschotteten Rechenzentrum und sind sowohl im Ruhezustand und als
auch beim Versand verschlüsselt.
Ein weiterer Vorteil: Selbst wenn iPad oder
Notebook eines Mitarbeiters oder Partners
gestohlen werden, sind die Daten sicher, da
sie sich niemals auf dem Gerät befinden und
der Zugang zum Server nur über per SMS
zugeteilte und rasch verfallende Passwörter
möglich ist.Kontakt
Tel. +49 89 44469976
brigitte.ehret@brainloop.comSo schützen Sie Ihr geistiges Eigentum
› Einfache, intuitive Bedienung
› Sichere Bearbeitung von unterschiedlichen Dateitypen
› Automatische Versionierung
Erfüllt Ihre Revisionsvorgaben
› Revisionssichere Protokollierung aller Aktionen
› Zugriff nur für berechtigte Benutzer
› Erfüllung der Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes
› Webbasierter Zugriff
› Keine Installation am PC erforderlich
› Zertifizierte iPad App für das mobile Arbeiten
› Durchgängige Verschlüsselung: Ablage, Bearbeiten und Übertragen
› Kein Zugriff durch Administration oder Rechenzentrumsbetreiber
› 2-Faktor-AuthentifizierungItranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201440-41_tk5_14_spezial_brainloop_bk.indd 4124.04.2014 11:30:31 Uhr42IntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtroKooperationen & Lizenzen TECHNOLOGIETRANSFERDie neue GVO-TT –
Anfang Mai tritt die neue Gruppenfreistellungsverordnung für Technologietransfer-Vereinbarungen
(GVO-TT) in Kraft. Sie ändert insbesondere die Freistellung von Kündigungsklauseln in Lizenzverträgen.
Von Peter Homberg und Judith Spiegel, Dentons, Frankfurt am Main
Aufgrund der überwiegend positiven Erfahrungen der Europäischen Kommission mit
der bisherigen GVO-TT (Verordnung (EG) Nr.
772/2004), die Ende April außer Kraft tritt,
wurde Mitte März die neue GVO-TT (Verordnung (EU) Nr. 316/2014) erlassen, die zum Anfang Mai in Kraft tritt und bis Ende April 2026
gelten wird. Wie bisher enthält die neue
GVO-TT Regeln zu Vereinbarungen im Bereich des Technologietransfers, insbesondere für Lizenz- und Patentkaufverträge. Unter
bestimmten Voraussetzungen können wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen
im Bereich des Technologietransfers vom
grundsätzlichen Verbot wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen des Art. 101
Abs. 1 AEUV ausgenommen werden.Anwendungsbereich
der neuen GVO-TT
Der Anwendungsbereich bleibt auf das
Zweipersonenverhältnis zwischen Lizenznehmer und -geber beschränkt, wobei auch
solche Vereinbarungen erfasst werden, die
Bedingungen für mehrere Handelsstufen
enthalten. Nach wie vor ist für die Anwendbarkeit ausschlaggebend, dass der Lizenznehmer – und/oder nach der neuen GVOTT auch seine Zulieferer – die lizenzierte
Technologie zur Produktion von Waren oder
Dienstleistungen verwenden. Vereinbarungen, die in den Anwendungsbereich der
Gruppenfreistellungsverordnungen für Forschungs- und Entwicklungsvereinbarungen
oder für Spezialisierungsvereinbarungen fallen sowie Lizenzvereinbarungen zur Errichtung von Technologiepools, werden – wie
teilweise bereits bislang – nicht vom Anwendungsbereich der GVO-TT umfasst. Des Weiteren stellt die neue Verordnung klar, dass
Vereinbarungen zur reinen Vervielfältigung
und zum reinen Vertrieb urheberrechtlich
geschützter Software sowie Vereinbarun-Die Autoren
Peter Homberg ist Partner bei Dentons in Frankfurt am Main.
Seine Arbeitsschwerpunkte im Bereich Life Sciences liegen insbesondere bei IP-Transaktionen, R&D Agreements, M&A-Projekten und Finanzierungen. Im April 2012 wechselte Homberg
von Raupach & Wollert-Elmendorff in
das Frankfurter Salans-Büro. Salans ist
seit 2013 Teil von Dentons.
Judith Spiegel ist Rechtsanwältin und
Associate bei Dentons in Frankfurt. Sie
ist in den Bereichen Life Sciences und Litigation tätig, berät Unternehmen im Life-Sciences-Sektor, insbesondere hinsichtlich
kommerzieller Verträge, M&A Transaktionen, regulatorischer
Aspekte sowie IP bezogener Transaktionen.gen eines Technologiepools, Technologien
Dritten anzubieten, grundsätzlich nicht in
den Anwendungsbereich der neuen GVO-TT
fallen sollen.Neue Definitionen, neue Regeln
Die neue GVO-TT enthält teilweise überarbeitete Definitionen, wie zum Beispiel
die der Technologietransfer-Vereinbarung.
Nach den bisherigen Leitlinien kam es für
die Beurteilung, ob eine Technologietransfer-Vereinbarung vorlag, darauf an, ob der
Hauptgegenstand der Vereinbarungen der
Technologietransfer und nicht der Erwerb
von Waren und Dienstleistungen oder die
Lizenzierung anderer Arten von Rechten
des geistigen Eigentums war. Zukünftig ist
grundsätzlich das Ziel der Produktion von
Vertragsprodukten durch den Lizenznehmer
und/oder seiner Zulieferer ausschlaggebend.
Auch die neuen Leitlinien heben hervor, dass
die lizenzierten Technologierechte „den Lizenznehmer in die Lage versetzen [sollten],
die Vertragsprodukte – gegebenenfalls un-ter Verwendung weiterer Inputs – zu produzieren.“
Im Bereich der sogenannten Kernbeschränkungen enthält die neue GVO-TT Änderungen für „Passivverkäufe“, das heißt
Verkäufe, die auf Nachfrage von Kunden
zustandekommen. So wird es künftig keine generelle Freistellung mehr geben für
beschränkende Vereinbarungen zwischen
Nicht-Wettbewerbern „des passiven Verkaufs in ein Exklusivgebiet oder an eine Exklusivkundengruppe, das beziehungsweise
die vom Lizenzgeber einem anderen Lizenznehmer für die ersten beiden Jahren, in denen dieser Lizenznehmer die Vertragsprodukte in dieses Gebiet beziehungsweise
diese Kundengruppe verkauft, zugewiesen
worden ist.“ Während es dem Lizenzgeber
aufgrund der bisherigen GVO-TT möglich
war, Lizenznehmern zu untersagen, passive Verkäufe in exklusive Bereiche eines anderen Lizenznehmers während der ersten
zwei Jahre zu tätigen, unterfällt dies nun
nicht mehr per se einer Freistellung. Nach
den neuen Leitlinien ist in diesen Fällen eine Kernbeschränkung gegeben, die jedoch
Itranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201442-43_tk5_14_Spezial_Dentons.indd 4224.04.2014 11:28:49 UhrIntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenVerbändeSpezialServiceExtro43in Einzelfällen, zum Beispiel bei hohen Investitionen des Lizenznehmers, für eine gewisse Zeit (in der Regel bis zu zwei Jahre) freigestellt werden können, um die Kosten zu
Die Schwelle für eine Freistellung von
Technologietransfer-Vereinbarungen zwischen Wettbewerbern beträgt weiterhin
20 % des gemeinsamen Marktanteils und für
solche zwischen Nicht-Wettbewerbern 30 %
des individuellen Marktanteils. Von der Einführung einer noch in dem Entwurf der neuen GVO-TT vorgesehenen verschärfenden
Regelung zwischen Nicht-Wettbewerbern,
wurde erfreulicherweise abgesehen. Diese sah die Herabsetzung der maßgeblichen
Marktanteilsschwelle auf 20 %, in dem Falle
vor, dass der Lizenznehmer über eine Technologie verfügt, die ausschließlich für die
unternehmensinterne Herstellung genutzt
wird und die mit der lizenzierten Technologie substituierbar ist.Nichtangriffsklauseln
Wie bereits bisher sieht auch die neue GVOTT vor, dass für „unmittelbare oder mittelbare Verpflichtungen, die Gültigkeit der Rechte
des geistigen Eigentums, über die die andere Partei in der Union verfügt, nicht anzufechten“, die Freistellung nicht gilt. Die Europäische Kommission führt hierzu aus, dass
der Lizenznehmer in der Regel am besten
beurteilen könne, ob ein Recht des geistigen Eigentums gültig sei oder nicht. Zudem
solle im Hinblick auf das Interesse eines unverfälschten Wettbewerbs und die Grundsätze, die dem Schutz des geistigen Eigentums zugrunde liegen, ungültige Rechte des
geistigen Eigentums aufgehoben werden,
da diese die Innovationstätigkeit mehr hindern als fördern.
Gemäß den neuen Leitlinien werden
Nichtangriffsklauseln dann gemäß Art. 101
Abs. 1 AEUV als mit dem Binnenmarkt unvereinbar einzustufen sein, „wenn die lizenzierte Technologie wertvoll ist und somit
ein Wettbewerbsnachteil für die Unternehmen entsteht, die an ihrer Nutzung gehindert werden oder die sie nur gegen Zahlung von Lizenzgebühren nutzen können.“
Eine Freistellung nach Art. 101 Abs. 3 AEUV kommt in diesen Fällen meist nicht in Betracht. Regelmäßig wird jedoch dann keine
Wettbewerbsbeschränkung anzunehmen
sein, wenn sich die Lizenz auf ein technisch
überholtes Verfahren bezieht, von dem der
Lizenznehmer keinen Gebrauch macht, oder
sie kostenlos erteilt wird.
Im Gegensatz hierzu wird in den neuen Leitlinien eine Wettbewerbsbeschränkung nach Artikel 101 Abs. 1 AEUV dann
verneint, wenn eine Vereinbarung den Li-Bild: fotolia.deKooperationen & Lizenzenzenznehmer verpflichtet, das Eigentum des
Lizenzgebers an Technologierechten nicht
anzufechten. Denn unabhängig von den Eigentumsrechten des Lizenzgebers, sei die
Nutzung der Technologie durch den Lizenznehmer an die Gewährung einer Lizenz gebunden, so dass der Wettbewerb durch eine solche Vereinbarung regelmäßig nicht
berührt werde.
Die Regelung hinsichtlich der Kündigungsklauseln im Falle eines Angriffs der lizenzierten Schutzrechte wurde neu gefasst.
Nach der bisherigen GVO-TT war es möglich, in Technologietransfer-Vereinbarungen
ein Kündigungsrecht des Lizenzgebers für
den Fall vorzusehen, „dass der Lizenznehmer die Gültigkeit eines oder mehrerer der
lizenzierten Schutzrechte angreift“. Während der Entwurf der neuen GVO-TT noch
eine vollständige Streichung dieser Möglichkeit vorsah, ist es nach dem endgültigen
Text der neuen GVO-TT nun erlaubt, ein solches Kündigungsrecht vorzusehen. Dies gilt
jedoch nur im Falle einer exklusiven Lizenzierung. Für nicht-exklusive Lizenzverträge fällt
eine solche Regelung nicht unter die Freistellung der neuen GVO-TT.
Begründet wird diese Unterscheidung
damit, dass Kündigungsklauseln eine ähnliche Wirkung wie Nichtangriffsklauseln haben können, insbesondere wenn der Lizenznehmer durch einen Verlust der lizenzierten
Technologie einen erheblichen Verlust erleiden könne. Bezüglich nicht-exklusiver Lizenzen bedürfe es nunmehr einer Abwägung, um in den Anwendungsbereich des
Artikels 101 Absatz 3 AEUV zu fallen. Eine
Freistellung ist daher nur möglich, wenn
das Interesse des Lizenzgebers, keine weitere Vertragsbeziehung mit dem anfechtenden Lizenznehmer einzugehen, gegenüber dem öffentlichen Interesse überwiegt,
Wirtschaftshindernisse zu beseitigen, die
unter Umständen aus ungültigen Rechten
des geistigen Eigentums erwachsen können.
Die Freistellung von Kündigungsklauselnbei exklusiven Lizenzverträgen wird in den
neuen Leitlinien mit den geringeren wettbewerbsschädigenden Wirkungen begründet. So könne sich der Lizenzgeber nach Erteilung der exklusiven Lizenz selbst in einem
besonderen Abhängigkeitsverhältnis befinden, da der Lizenznehmer seine einzige Einnahmequelle in Bezug auf die lizenzierten
Technologierechte sei, wenn die Lizenzgebühren von der Produktion mit den lizenzierten Technologierechten abhingen.
Nichtangriffs- und Kündigungsklauseln
bezogen auf Know-how sind nach Ansicht
der Europäischen Kommission weniger
bedenklich, da die Zurückerlangung von
preisgegebenem lizenziertem Know-how
unmöglich ist. Eine Nichtangriffs- oder Kündigungsklausel fördere daher die Verbreitung neuer Technologien. Demnach sollen
Nichtangriffs- und Kündigungsklauseln im
Bereich des Know-hows auch nach der neuen GVO-TT freigestellt werden.Fazit
Die Nichtfreistellung von Kündigungsklausel im Falle eines Angriffs der lizenzierten
Schutzrechte durch den nicht-exklusiven Lizenznehmer könnte sich in den kommenden
Jahren praktisch bemerkbar machen. Die
von der Europäischen Kommission vorgenommene Unterscheidung zwischen nichtexklusiven und exklusiven Lizenzen ist nicht
nachvollziehbar. Denn der gegen die Freistellung von Kündigungsklauseln im Falle nicht-exklusiver Lizenzen vorgebrachte
Grund – Wirtschaftshindernisse zu beseitigen, die unter Umständen aus fälschlich erteilten Rechten des geistigen Eigentums erwachsen – würde genauso bei exklusiven
Lizenzverträgen bestehen.
In der Praxis könnte diese Differenzierung zu steigenden Lizenzgebühren bei
nicht-exklusiven Lizenzverträgen führen,
um ein etwaiges Angriffsrisiko und damit
Verteidigungskosten abzufedern. Dadurch
könnten insbesondere nicht-exklusive Langzeitlizenzverträge an Attraktivität verlieren.
Für eine Übergangszeit bis zum 30. April
2015 ist noch die Freistellung einer Kündigungsklausel im Falle eines Angriffs auf die
lizenzierten Schutzrechte durch den Lizenznehmer bei nicht-exklusiven Lizenzverträgen möglich, vorausgesetzt, die Vereinbarung war am 30. April 2014 bereits in Kraft.
Erst die kommenden Jahre werden zeigen,
wie sich die Differenzierung der Kommission auf die Innovation und das Lizenzverhalten in der Europäischen Union auswirkt.
Ob dadurch das Ziel der neuen GVO-TT erreicht wird, Rechtssicherheit für die Unternehmen zu schaffen, erscheint jedoch zumindest fraglich.	LItranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201442-43_tk5_14_Spezial_Dentons.indd 4324.04.2014 11:28:56 Uhr44IntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtroKooperationen & LizenzenLLL	EntwicklungspartnerschaftenDiagnostik von Morgen
Bei der Entwicklung von Companion Diagnostics ist Teamarbeit gefragt. Neue Konzepte zur
Früherkennung werden auf dem Kongress Medizin Innovativ – MedTech Pharma vorgestellt. Von
Dr. Ilja Hagen Forum MedTech Pharma e.V., Nürnberg und Dr. Sabine Ott, Genewake GmbH, Neuried
Bei der Entwicklung von therapiebegleitenden Diagnostika oder Tests zur Früherkennung kommen häufig Dienstleister zum Zuge. Der Grund: Nicht jedes Unternehmen
aus der Biotech- und Pharmabranche kann
oder will alle Entwicklungsschritte im eigenen Haus durchführen. Entsprechende Arbeiten werden dann ausgelagert. Aufgabe
des Auftraggebers bleibt es, die Produktion,
Vermarktung und den Vertrieb der generierten Diagnostika zu organisieren.weise Pharmaindustrie oberste Priorität“,
so der Diagnostikexperte. Zeitaufwendig
sei auch die passende Abstimmung der unterschiedlichen Entwicklungsschritte beim
Pharma- und beim Diagnostikprodukt. Hier
gelte es, schon bei Kooperationsbeginn klare Vereinbarungen zu treffen, so Löwe.Qualität der Diagnostik verbessernFür die Zusammenarbeit zwischen Kunde
und Dienstleister braucht es genaue Spielregeln. Gerade wenn es um die Entwicklung
von therapiebegleitenden Diagnostika geht,
stehen für den Pharmapartner schnell Milliardenwerte auf dem Spiel. Nur durch klare Absprachen, wie mit den sensiblen Daten umgegangen werden soll, und Vereinbarungen,
wie Verantwortlichkeiten aufgeteilt werden,
lassen sich Missverständnisse vermeiden und
Kooperationen zum Erfolg führen.
Wie sich die Beziehung zwischen Dienstleister und Auftraggeber in der Diagnostikentwicklung für beide Partner zufriedenstellend gestalten lassen kann, ist immer wieder
Gesprächsthema in der Branche. Das dürfte
auch auf dem Kongress Medizin Innovativ –
MedTech Pharma 2014 nicht anders sein, der
am 2. und 3. Juli in Nürnberg stattfindet. Mit
mehr als 1.000 Teilnehmern hat sich die Veranstaltung zu einem der größten Treffen der
Gesundheitsbranche entwickelt. Die Kombination aus Vortragsreihen zu wissenschaftlichtechnischen und operativ-marktrelevanten
Themen sowie mit einer großen Fachausstellung und mehr als 100 Ausstellern schafft ideale Voraussetzungen für eine interdisziplinäre
Quervernetzung der Teilnehmer.
Der Fokus der diesjährigen DiagnosticsSession liegt auf Früherkennung und Prädiktion. In sechs Vorträgen sollen diesbezüglich
Möglichkeiten und Grenzen diskutiert und
in Form von Best-Practice-Beispielen aktuelle Entwicklungen von Früh- oder Compa-Bild: Forum MedTech PharmaKlare Spielregeln notwendignion-Diagnostika für die Personalisierte Medizin vorgestellt werden.
In Zukunft dürfte die Zusammenarbeit
zwischen Diagnostikspezialisten und Pharmafirmen weiter an Bedeutung gewinnen,
ist sich Dr. Robert Löwe sicher, einer der Referenten auf dem Medtech Pharma-Kongress. „Zahlreiche neu entdeckte Biomarker
geben Anlass zur Hoffnung, dass es in Zukunft noch mehr Gründe für den Einsatz molekularer Diagnostik geben wird“, sagt der
Geschäftsführer der Genewake GmbH in
Neuried. Diese Zunahme des Interesses und
der Bedeutung der molekularen Diagnostik setze die Entwicklung ausgefeilterer und
dennoch für das Gesundheitssystem tragbarer diagnostischer Methoden voraus, die
auch einem breiten Einsatz in der klinischen
Routine standhalten.
Das 2009 von Löwe gegründete Unternehmen Genewake ist auf die Entwicklung
innovativer molekularer Diagnostik-Ansätze
spezialisiert. Die Zusammenarbeit mit Pharma-Unternehmen gehört daher zum Alltagsgeschäft. „Qualität hat auf Grund der hohen
Anforderungen der Diagnostik- beziehungs-Ziel von Genewake ist es, durch innovative
Analysemethoden einen Beitrag zur Qualitätssteigerung der Diagnostik zu leisten.
Abhängig vom Kunden reicht die Bandbreite der als Service-Dienstleistung angebotenen Methoden von der Biomarker
Discovery über die Entwicklung von Multiplex-PCR-Kits für unterschiedlichste Fragestellungen bis hin zur Hilfestellung bei einer
geplanten CE-Zertifizierung. Ein Arbeitsschwerpunkt ist dabei, die Vielzahl der verfügbaren Techniken für den jeweiligen Kunden anzupassen: ein immunhistochemischer
Test kann ebenso optimiert und entwickelt
werden wie ein Gen-Panel für Next Generation Sequencing.
Einige Analysetechniken wurden von dem
Unternehmen in Neuried zu eigenen Zwecken weiterentwickelt, um so Kundenprojekte schneller abzuarbeiten. In der epigenetischen Analytik wurden beispielsweise
eigene Systeme für Methylierungs- und Hydroxymethylierungserkennung der DNA eingeführt, die schneller als bisher Ergebnisse
liefern – und das bei gleichbleibender, teils
sogar gestiegener Qualität.
„Daneben verfolgen wir auch mehrere Ansätze zur Entwicklung von hauseigenen Diagnostik-Produkten im engen Austausch mit
Klinikern. Dabei werden Schwachstellen
der derzeitig angewandten diagnostischen
Maßnahmen aufgedeckt und neue Ansätze
erarbeitet“,Löwe. Die Anforderungen an eine solche Kooperation unterscheiden sich
grundsätzlich von der Zusammenarbeit mit
einem Pharmapartner. „Der Hauptunterschied ist, dass es Klinikern wichtig ist, die
eigenen Forschungsresultate auch wissenItranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201444-45_tk5_14_spezial_medtechpharma_bk.indd 4424.04.2014 12:55:52 UhrIntroWirtschaftWissenschaftPolitikschaftlich publizieren zu können“, berichtet Löwe. Er empfiehlt daher,
gleich zu Beginn solcher Kooperationen festzulegen, wie mit den gewonnenen Daten umgegangen werden soll.
Die Optimierung und Validierung der meist sehr kostenintensiven Patienten-Studien erfolgt im Rahmen deutscher, europäischer oder internationaler Forschungsprojekte. Gemeinsam mit der
Urologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München
werden in einem vom Bundesforschungsministerium geförderten
Projekt neue Ansätze zur Stratifizierung von Patienten mit Prostatakarzinom durch einen einfachen Bluttest entwickelt. Dieser soll Ärzten helfen, die Aggressivität eines Tumors besser einschätzen zu
können, ohne auf wiederholte Punktierungen des Gewebes zurückgreifen zu müssen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgte ein Projekt zur
Früherkennung oder Rezidiv-Detektion von Blasenkrebs.»Larger is good.
Smarter is better.«EU-Projekte liefern wichtige Daten
Europäische oder internationale Forschungsprojekte sind zusätzlich
optimale Instrumente für die Generierung notwendiger klinischer Daten für eine spätere Zulassung beziehungsweise Auslizenzierung. Im
Rahmen des europäischen Forschungsprojektes TumAdoR wird derzeit beispielsweise ein therapiebegleitendes Diagnostikum für einen
therapeutischen Antikörper in der Krebstherapie entwickelt werden.
Die bei diesen Projekten generierten diagnostischen Tests oder kleine Teilaspekte der Entwicklung – wie Lösungen für Nukleinsäure-Aufreinigung, quantitative PCR, Immunhistochemie oder RNA-Stabilisierung – werden zum größten Teil an Unternehmen der Diagnostik-,
Biotech- oder Pharmaindustrie auslizenziert.
Bei der Entwicklung von Diagnostika für die Onkologie liegt ein
wichtiger Fokus auf der Verwendung von Gen- oder Biomarker-Panels, die synchron analysiert werden. Eine noch junge Methode ist
die Chemosensitivitäts-Testung für Krebspatienten. Diese Analysen
basieren auf einer Genexpressionsanalyse multipler, für die jeweilige Tumorart spezifischer Biomarker aus Tumorgewebe oder Patienten-Blutproben und generieren wichtige Vorhersagen bezüglich
der möglichen Sensitivität beziehungsweise Resistenz des jeweiligen Tumors, der in der Krebstherapie gängigen Wirkstoffe. Die Genexpressionsanalyse im Blut erlaubt sofortige Aussagen über die
Wirksamkeit einer laufenden therapeutischen Behandlung und ermöglicht somit eine Überwachung der Krebserkrankung in Echtzeit.
Bis zum heutigen Zeitpunkt konnten damit bereits mehr als 400 Patienten eingestuft werden. Eine Auslizenzierung dieses DiagnostikTests wird erst nach Abschluss der klinischen Validierung und Bestätigung erfolgen, die unter anderem in öffentlich geförderten
Projekten mit Kliniken durchgeführt wird.
Sowohl durch die Sequenzierung des menschlichen Genoms und
die tägliche Entdeckung neuer krankheitsrelevanter Gene, als auch
durch neue Hochdurchsatzmethoden wie das Next Generation Sequencing ist der Weg für eine neue Ära der Diagnostik geebnet.
Der moderne Ansatz, vor eine Therapie-Entscheidung eine umfassende Diagnostik zu stellen, wird Ärzte dabei unterstützen, schon
bald Krankheiten bereits in einem frühen Stadium zu diagnostizieren und somit besser behandeln zu können. Auch in den Pharmafirmen gibt es bereits deutliche Tendenzen, die personalisierte Therapie als Gewinn statt als Risiko zu verstehen.
Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass die Kooperation
zwischen Biotech-, Pharma- und Diagnostikspezialisten weiter zunehmen wird. Solch engen Kooperationen können aber nur dann
erfolgreich sein, wenn alle Beteiligten auch am gleichen Strang –
und in die gleiche Richtung – ziehen. Um dies sicherzustellen, können Kooperationsverträge, die einerseits alle wichtigen Aspekte
regeln, ohne die Partner andererseits zu sehr einzuengen, ein Instrument sein. LU.S. and EUropEan
Tel.: +49 (0)89 4516 9990 | Mobile: +49 (0)176 64 63 33 81Itranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201444-45_tk5_14_spezial_medtechpharma_bk.indd 4524.04.2014 12:55:59 Uhr46IntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtroKooperationen & LizenzenLLL	InsolvenzrechtSind ausschließliche
Lizenzen insolvenzfest?
Ausschließliche Lizenzen werden in der Literatur unter Hinweis auf ihre „dingliche Wirkung“ verbreitet
für insolvenzfest gehalten. Für diese Annahme gibt es in Gesetz und Rechtsprechung jedoch keine
Grundlage. Von Dr. Manja Epping und Steffen Wirsing, Rechtsanwälte, Taylor Wessing, München
Lizenzen an gewerblichen Schutzrechten
wie Patente und Marken gehören in der LifeSciences-Branche zum Alltag und es stellt
sich für jeden Lizenznehmer die Frage, was
mit „seiner“ Lizenz im Falle der Insolvenz
des Lizenzgebers geschieht. Eine Fehlvorstellung über die Insolvenzfestigkeit einer
ausschließlichen Lizenz kann gravierende
Folgen haben, insbesondere wenn aufgrund
eines falschen Gefühls der Sicherheit andere Absicherungsmöglichkeiten nicht umgesetzt werden. Während sich die Anzeichen
dafür mehren, dass Gesetzgeber und Rechtsprechung nicht von einer Sonderstellung
der ausschließlichen Lizenz ausgehen, wird
dieser in der juristischen Literatur immer
noch häufig eine „dingliche Wirkung“ zugeschrieben, aus der ihre Insolvenzfestigkeit
abgeleitet wird.Wahlrecht des InsolvenzverwaltersBild: Gajus – fotolia.comBei einem Lizenzvertrag handelt es sich
um einen gegenseitigen Vertrag, der bei-den Parteien Verpflichtungen auferlegt. Die
Eröffnung des Insolvenzverfahrens über
das Vermögen einer Vertragspartei lässt
den Lizenzvertrag und die vergebene ausschließliche Lizenz zunächst unberührt. Der
Insolvenz­verwalter hat jedoch wie auch bei
anderen gegenseitigen Verträgen gemäß §
103 Insolvenzordnung („InsO“) die Wahl, den
Vertrag weiter zu erfüllen oder dessen Erfüllung abzulehnen. Dieses Wahlrecht entfällt
nur dann, wenn der Vertrag von einer Vertragspartei schon vollständig erfüllt wurde.
Bei ausschließlichen Lizenzen in der LifeSciences-Branche sind Vertragsgestaltungen üblich, die den Lizenznehmer in der
Vermarktungsphase zu laufenden Zahlungen verpflichten, während dem Lizenzgeber diverse Nebenpflichten gegenüber dem
Lizenznehmer auferlegt werden, von denen die Aufrechterhaltung der lizenzierten
Schutzrechte die wohl wichtigste ist. In einer
solchen Konstellation ist der Lizenzvertrag
von keiner Partei vollständig erfüllt, sondern
ein Dauerschuldverhältnis mit fortbestehenden Verpflichtungen.Wählt der Insolvenzverwalter in der Insolvenz des Lizenzgebers die Nichterfüllung,
wird der Lizenzvertrag zwar entsprechend
insolvenzrechtlichen Grundsätzen nicht beendet, der Lizenznehmer verliert jedoch
das Recht die einlizenzierte Technologie
weiter zu nutzen. Er erhält lediglich einen
Schadensersatzanspruch gegen die Insolvenzmasse, der in der Regel wirtschaftlich
wertlos ist.Aussonderungsrecht bei
ausschließlichen Lizenzen?
Teile der Literatur schreiben der ausschließlichen Lizenz eine dingliche Wirkung zu, welche die ausschließliche Lizenz nicht Teil der
Insolvenzmasse werden lassen würde (Aussonderung). Dies hätte zur Folge, dass das
Nutzungsrecht bei Wahl der Nichterfüllung
des Lizenzvertrages durch den Insolvenzverwalter nicht erlischt, sondern unabhängig
von dem Bestand des Lizenzvertrages weiter besteht.
Begründet wird dies damit, dass ausschließliche Lizenzen Eigenschaften mit sich
bringen, die typisch für klassische dingliche
Rechte (zum Beispiel Eigentum) sind. So berechtigt die ausschließliche Lizenz den Lizenznehmer dazu, Dritte von der Nutzung
des Rechts auszuschließen und verleiht ihm
Klagebefugnis für Verletzungsprozesse. Daraus wird geschlossen, dass ausschließliche
Lizenzen auch in der Insolvenz wie absolute
dingliche Rechte behandelt werden müssen.
Diese Argumentation kann nicht überzeugen, denn sie beruht auf einem unzulässigen Zirkelschluss. Es trifft zwar zu, dass
ausschließliche Lizenzen einzelne Merkmale
aufweisen, die für dingliche Rechte typisch
sind. Jedoch kann daraus nicht geschlossen
werden, dass ihnen auch alle anderen Privilegien der dinglichen Rechte zugutekommen.
Ebenso kann nicht damit argumentiert werItranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201446-47_tk5_14_Spezial_TaylorWessing.indd 4624.04.2014 11:27:40 UhrIntroWirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtro47Kooperationen & LizenzenVertragliche Lösungsansätze
Da das Insolvenzrecht für Lizenznehmer keinen befriedigenden Schutz bietet, sollte vor
Abschluss eines Lizenzvertrags stets überlegt werden, ob nicht eine anderweitige vertragliche Absicherung gewählt werden kann.
Möglich ist zum einen die Aufnahme von
Regelungen, die den Lizenznehmer eine drohende Insolvenz des Lizenzgebers frühzeitig erkennen lassen. Auf diese Weise könnte
der Lizenznehmer rechtzeitig Absicherungsmaßnahmen treffen oder sich zumindest auf
den Wegfall der Lizenz vorbereiten. Eine
entsprechende Kontrolle kann erreicht werden, wenn der Lizenzgeber im Lizenzvertrag
dazu verpflichtet wird, den Lizenznehmer regelmäßig über seine wirtschaftliche Situation zu informieren oder dem Lizenznehmer
ein periodisches Einsichtsrecht in die Bücher
des Lizenzgebers zu gewähren. Alternativ
können solche Kontrollrechte mit einer Kaufoption des Lizenznehmers kombiniert werden, die es diesem ermöglicht, bei schlechter wirtschaftlicher Lage des Lizenzgebers
die lizenzierten Rechte zu erwerben. Sofern
dies von dem Lizenzgeber nicht gewünscht
ist, könnte zumindest vereinbart werden,
dass der Lizenznehmer den Lizenzgeber bei
Verschlechterung von dessen wirtschaftlicher Situation durch Darlehen oder den Erwerb von Unternehmensanteilen finanziell
Falls sich solche Kontrollrechte nicht umsetzen lassen oder eine zusätzliche Absicherung gewünscht ist, sind vertragliche Regelungen denkbar, die im Falle einer Insolvenz
des Lizenzgebers zu Gunsten des Lizenznehmers eingreifen. So hat der Bundesgerichtshof eine Kündigungsklausel in einem Softwarelizenzvertrag als wirksam angesehen,
die ein beidseitiges Kündigungsrecht beiBild: vege – fotolia.comden, dass die Rechtsprechung ausschließlichen Lizenzen in Einzelfällen ohne weitere
Begründung einen „dinglichen Charakter“
zugestanden hat, da es auch in diesen Fällen
stets nur um einzelne Eigenschaften, nicht
um die Gleichstellung mit absoluten dinglichen Rechten ging. Schon die Formulierung
„dinglicher Charakter“ zeigt, dass eben kein
vollwertiges dingliches Recht vorliegt.
Gegen die Einordnung als dingliches
Recht spricht auch, dass der Gesetzgeber
in der Gesetzesbegründung zum mittlerweile verworfenen § 108a InsO, der dem Vertragspartner eines insolventen Lizenzgebers
einen gewissen Schutz bieten sollte, nicht
zwischen ausschließlichen und einfachen Lizenzen unterscheidet. Vielmehr sieht er Lizenzen generell als nicht insolvenzfest und
nach Nichterfüllungswahl durch den Insolvenzverwalter als erloschen an.
Unzumutbarkeit der Vertragsfortsetzung
vorsah. Zusätzlich hatten die Parteien vereinbart, dass im Falle einer solchen Kündigung die lizenzierten Rechte auf den Lizenznehmer für einen vertraglich festgelegten
Betrag übergehen. Da der Rechtsübergang
schon bei Vertragsabschluss aufschiebend
bedingt erfolgte, wurde im konkreten Fall eine Umgehung des Insolvenzrechts verneint,
obwohl die Kündigung erst ausgesprochen
wurde, nachdem der Insolvenzverwalter im
Rahmen des § 103 InsO die Nichterfüllung
Ebenso könnte zusätzlich zum Lizenzvertrag in einem Sicherungsvertrag ein Nießbrauch an der Lizenz begründet werden.
Würde die Lizenz nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegfallen, weil der Verwalter die Erfüllung des Lizenzvertrags ablehnt,
könnte der Lizenznehmer den bis dahin ruhenden Nießbrauch geltend machen und
Aussonderung seines Nutzungsrechts verlangen. Jedoch ist zu beachten, dass diese viel
diskutierte Konstruktion noch nicht gerichtlich bestätigt wurde und unter Umständen als
unzulässige Umgehung insolvenzrechtlicher
Regelungen angesehen werden könnte.So ist es möglich, dass der bisherige Rechte­
inhaber alleiniger Gesellschafter der neuen
IP-Gesellschaft wird. In solch einem Fall hat
der zukünftige Lizenznehmer zwar keinen
Zugriff auf die Rechte im Falle einer Insolvenz. Da der Geschäftsbetrieb dieser IP-Gesellschaft aber ausschließlich darin bestehen
würde, die übertragenen Rechte auszulizenzieren, wäre das Insolvenzrisiko als eher gering einzustufen.
Wenn der Lizenznehmer im Falle einer Insolvenz des (früheren) Rechteinhabers die lizenzierten Rechte erhalten soll, muss eine
Konstruktion gewählt werden, bei der sowohl der Rechteinhaber als auch der zukünftige Lizenznehmer Gesellschafter werden.
Zusätzlich ist im Gesellschaftsvertrag der IPGesellschaft zu vereinbaren, dass bei der Insolvenz eines Gesellschafters dieser aus der
IP-Gesellschaft ausscheidet. Im Falle der Insolvenz des früheren Rechtinhabers wird
der Lizenznehmer dadurch alleiniger Gesellschafter der IP-Gesellschaft und erhält somit
Zugriff auf die lizenzierten Rechte. Als Ausgleich ist der ausscheidende insolvente Gesellschafter aber noch angemessen zu entschädigen.Absicherung durch
gesellschaftsrechtliche MaßnahmenErgebnisWenn die lizenzierten Rechte bei einer Insolvenz des Rechteinhabers völlig außen
vor sein sollen, muss eine gesellschaftsrechtliche Konstruktion gewählt werden. Eine mögliche Absicherung besteht darin, die
zu lizenzierenden Rechte auf eine separate
IP-Gesellschaft zu übertragen, deren einziger Zweck die Verwaltung und Auslizenzierung der ihr übertragenen Rechte ist. Auf
der Ebene der Gesellschafter sind zwei Varianten denkbar:Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass eine
ausschließliche Lizenz zwar typisch dingliche Eigenschaften hat, diese aber nicht
dazu führen, dass sie im Insolvenzverfahren wie ein dingliches Recht ausgesondert
werden kann. Da das Insolvenzrecht den Lizenznehmer wenig schützt, sollten je nach
wirtschaftlicher Bedeutung der Lizenz zusätzliche Varianten zur Absicherung erwogen werden, von denen die gesellschaftsrechtlichen Konstruktionen die größte
Sicherheit bieten.	LItranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201446-47_tk5_14_Spezial_TaylorWessing.indd 4724.04.2014 11:27:48 UhrIntro48WirtschaftWissenschaftPolitikStrukturenSpezialVerbändeServiceExtroKooperationen & LizenzenMOBILE HEALTHGründer machen mobil
Der Markt für mobile Gesundheitslösungen gerät in Bewegung. Besonders App-basierte
Anwendungen stehen bei Gründern derzeit hoch im Kurs.Bild: BRAINBerliner Inkubator des Stifters der Auszeichnung, der XLHealth AG, einzuziehen.Über den Nutzen von Minenfeldern
Bild: BRAINInvestieren rund ums Thema Mobile Health
liegt im Trend. In der Gunst der Geldgeber liegen derzeit vor allem kleine Smartphone-Programme vorn, die sich direkt an
den Endkonsumenten wenden. Das zeigte
sich auf der Fachkonferenz Innovations &
Investments in Healthcare 2014, die Ende
März in Berlin stattfand.
So ist es nicht überraschend, dass sich
die meisten der vier im Rahmen der Konferenz mit dem „Digital Health Award“ ausgezeichneten Start-ups mit ihrer App direkt an den Endkunden wenden. Vor allem
der spielerische Umgang mit Informationen oder Lerninhalten scheint ein erfolgversprechendes Konzept zu sein, um Kunden zu gewinnen. Die „Gamification“ war
eines der vieldiskutierten Themen, die in
den Pausen der von Roman Rittweger Advisors in Healthcare organisierten Veranstaltung von den 120 Teilnehmern diskutiert wurden. Das Team von Superdad plant
diesem Trend folgend ein Edutainement
Quiz für werdende Väter. Denn während
der Markt mit Informationen für Schwangere und Mütter geradezu überschwemmt
ist, seien Angebote für frischgebackene
Väter kaum zu finden. Mit der App wollen
die Macher nun Väter in spe zu Superdads
Das in Krakau ansässige Start-up Harimata nutzt Eingabegeräte wie Smartphone
oder Tablet hingegen als diagnostischesDie Gewinner des Digital Health Award
Instrument. Dazu soll ausgewertet werden, wie die Nutzer die Geräte bewegen
und Gesten ausführen. Dies wiederum soll
Rückschlüsse auf bestimmte Erkrankungen, wie zum Beispiel Autismus, erlauben.
Die Verantwortlichen der OneLife Mobile
Health GmbH i. Gr. wollen mit ihrer gleichnamigen App hingegen Gesundheitsdaten
bei unterschiedlichen (Fach-)ärzten sammeln und intelligent aufbereiten, um ein
besseres Verständnis seitens des Patienten
zu fördern. Die Zusammenarbeit von Arzt
und Patient stärken, ist auch Ziel der App
Arya. Die Entwickler wenden sich gezielt
an Menschen mit Depressionen. Sie erhalten die Möglichkeit, ein digitales Mood-Tagebuch zu führen, in dem regelmäßig die
eigene Gefühlslage eingetragen wird. Diese Aufzeichnungen helfen dann den Ärzten
bei der Gestaltung der weiteren Therapie.
Die vier Teams erhalten nun neben einem kombinierten Sach- und Geldpreis von
jeweils 50.000 Euro das Angebot, in denBildergalerie:www.transkript.deTeilnehmer der Podiumsdiskussion (v. l. n. r.): Volker Pfitzner Pricewaterhouse Coopers, Christian Molt, Allianz Private Krankenversicherungs-AG, Robert van Schagen,
Achmea Holding N.V.; Rogerio Rabelio, Fleury Group, Roman Rittweger, Roman Rittweger Advisors in Healthcare GmbHAuch wenn die Grundideen stimmig sind:
In der Feinabstimmung dürften die Startups indes tatsächlich noch auf Unterstützung angewiesen sein. Die meisten der in
Berlin vertretenen Gründer haben eher einen IT-Hintergrund als Erfahrung in der Gesundheitsbranche. Gerade sie stellt jedoch
spezifische Anforderungen an die mobilen Anwendungen. „Das Gute ist, wenn sie
dieses Minenfeld einmal durchquert haben, liegt es hinter ihnen“, sagt der Brasilianer Rogerio Rabelio. Dies würde dann
möglichen Nachahmern das Leben schwer
machen, erläutert das Verwaltungsratsmitglied des südamerikanischen Laboranbieters Fleury Group mit einem Augenzwinkern. Erstattungsfragen sind schon bei
gewöhnlichen Produkten nicht einfach zu
lösen. Mit Apps und ähnlichem tun sich die
Kostenerstatter bisher besonders schwer.
Wer von einer App profitiere, sollte auch
dafür zahlen, fordert der Gesundheitsökonom Robert van Schagen vom holländischen Versicherungskonzern Achmea während der Abschlussdiskussion – und legte
damit den Finger in eine noch offene Wunde: Denn gerade Kostenerstatter scheuen
es noch, mobile Gesundheitslösungen zu
bezahlen. So mancher IT-Entwickler baut
jedoch darauf, dass ausgerechnet sie die
angebotenen Dienste für Ärzte und Versicherte entlohnen.
Solche und ähnliche für die Gesundheitsbranche typischen Klippen für Gründungswillige aus der IT-Branche sichtbar zu
machen, aber auf der anderen Seite auch
alteingesessenen Akteuren in der Gesundheitsbranche die Augen zu öffnen für die
neuen mobilen Möglichkeiten, sei ein Ziel
der Veranstaltung gewesen, sagte Organisator Roman Rittweger am Rande der Veranstaltung. Nicht nur die Abschlussdiskussion
hat gezeigt, dass das Beraterhaus damit offenbar einen Nerv getroffen hat.
Itranskript I Nr. 5 I 20. Jahrgang 201448_tk5_14_spezial_iihc_bk.indd 4824.04.2014 12:57:56 Uhr„Boehmert und Boehmert ist eine international ausgerichtete Kanzlei,
„Boehmert und Boehmert ist eine international ausgerichtete Kanzlei,
die im Rechtsgebiet des geistigen Eigentums eine herausragende
Stellung unter Deutschlands Kanzleien einnimmt.“
„kanzleien in deutschl and“, aktuelle ausgabe
„kanzleien in deutschl and“, aktuelle ausgabepatentrecht
presseund
kampagnenberatungm ü n c h en
m ü n ch enpatentanwälte
jan. b. krauss
dr. volker scholzbrem en
brem enber l i n d üssel d or f fran kfurt bie le feld potsdam kie l alican te par is
ber l i n d üssel d or f frankfurt bie le feld potsdam kie l alican te par is
Meinekestraße 26, d-10719 Berlin, Telefon +49 (30) 23 60 76 70, Telefax +49 (30) 23 60 76 721
60 7634721
20 –d-10719
22, d-80336
55Telefax
96 80, Telefax
70 10shan g h ai
shan g h aiPettenkoferstraße 20 – 22,biotech@boehmert.de,
d-80336 München, Telefon
+49 (89) 55 96 80, Telefax +49 (89) 34 70 10
biotech@boehmert.de, www.boehmert.de49_tk5_14_Boehmert.indd 123.04.2014 15:57:33 UhrThe Pharma Licensing Club Germany 
 The Place for NeTworkiNg
The Pharma licensing club germany (PlcD) is the german professionals‘ forum for business development in the pharmaceutical and
biotechnology industry. with 600 own members from about 300
companies and access to further 1.000 members from the other
pharmaceutical licensing groups in europe the PlcD provides for
a unique professional networking platform in the industry. Multiple
national and international conferences throughout the year offer the
opportunity for networking, partnering and information exchange
on current topics and trends. additionally, the PlcD offers a range
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23.04.2014 15:57:43All pages:2346789101112131415161718192021222324InfoSaveLikeShareDownloadMore2014 05 tk spez kooperationen lizenzen Published on Apr 30, 2014 biocomFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

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