Source: https://www.bgbau-medien.de/tr/trgs559/titel.htm?gesamt=1
Timestamp: 2018-09-20 02:13:23+00:00

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TRGS 559: Mineralischer Staub, Titel
TRGS 559
(GMBl Nr. 22/23 vom 9. April 2010, S. 459, zuletzt geändert GMBl Nr. 29 vom 1. September 2011, S. 578)
unter Beteiligung des Ausschusses für Arbeitsmedizin (AfAMed) ermittelt bzw. angepasst. Die TRGS werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Gemeinsamen Ministerialblatt bekannt gegeben.
Die TRGS "Mineralischer Staub" beruht auf der BGR 217 "Umgang mit mineralischem Staub" des Fachausschusses "Steine und Erden" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).
TRGS 559: Mineralischer Staub, Inhalt
5 Arbeitsmedizinische Prävention
Anlage 1: Zuordnung von Tätigkeiten mit mineralischen Stäuben zu den Expositionskategorien
Anlage 2: Zuordnung von Schutzmaßnahmen zu den Expositionskategorien
Anlage 3: Auswahl von Atemschutzgeräten
Anlage 4: Weitere Regelungen
(2) Diese TRGS gilt nicht für Tätigkeiten mit Asbest oder anderen mineralischen Faserstäuben. Für Tätigkeiten mit Asbest gilt die TRGS 519 "Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten". Für Tätigkeiten mit anderen Faserstäuben gilt die TRGS 521 "Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle". Für Tätigkeiten mit asbesthaltigen mineralischen Rohstoffen und Erzeugnissen gilt die TRGS 517 "Tätigkeiten mit potenziell asbesthaltigen mineralischen Rohstoffen und daraus hergestellten Zubereitungen und Erzeugnissen. Sie gilt ferner nicht in Betrieben des untertägigen Bergbaus, die dem Bergrecht unterliegen.
In dieser TRGS sind die Begriffe so verwendet, wie sie im "Begriffsglossar zu den Regelwerken der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV ), Biostoffverordnung (BioStoffV ) und der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV )"1 des ABAS, ABS und AGS bestimmt sind. Im Übrigen sind in dieser TRGS Begriffe in folgendem Sinn verwendet:
(3) Für Staub, der keine erbgutverändernde, krebserzeugende, fibrogene, allergisierende oder toxische Wirkung aufweist, gilt der Allgemeine Staubgrenzwert für A-Staub (Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für den alveolengängigen Staubanteil) von 3 mg/m³. Für E-Staub gilt der AGW für den einatembaren Staubanteil von 10 mg/m³ der TRGS 900 .
2.2 Mineralischer Staub
2.3 Quarzfeinstaub
2.4 Quarzhaltiger Staub
2.5 Staubungsverhalten
(3) Das Staubungsverhalten kann auch nach anderen Methoden abgeschätzt werden, z. B. nach dem "BVT-Merkblatt über die besten verfügbaren Techniken zur Lagerung gefährlicher Substanzen und staubender Güter" (BREF "Emissions from Storage") durch Bestimmung der "dispersiveness class" aus den dort enthaltenen Listen.
2.6 Staubungszahl
Die Staubungszahl ist der Quotient aus der jeweiligen im Staubungsversuch freigesetzten A-oder E-Staubmasse (mg) und der Masse (kg) des eingesetzten Materials.2
2.7 Emissionsrate
2.8 Lufttechnische Maßnahmen
Arbeitsplatzlüftung, d. h. Verdrängung oder Verdünnung luftfremder Stoffe im Arbeitsbereich. Zu unterscheiden ist dabei zwischen
2.9 Stationäre Arbeitsplätze
Stationäre Arbeitsplätze sind dadurch gekennzeichnet, dass ortsfeste Betriebseinrichtungen vorhanden sind, ortsfeste Betriebsverhältnisse vorliegen und die Umgebungsbedingungen weitgehend gleich bleibend sind (Raumgröße, Lüftung und dergleichen).
2.10 Instationäre Arbeitsplätze
Instationäre Arbeitsplätze sind dadurch gekennzeichnet, dass wechselnde Arbeitsstätten, Betriebseinrichtungen und Umgebungsbedingungen (Raumgröße, Lüftung) vorliegen. Zu instationären Arbeitsplätzen zählen z. B. Baustellen und wechselnde Einsatzstellen innerhalb einer Arbeitsstätte.
2.11 Materialien
1 www.baua.de/cln_104/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Glossar/Glossar.html
2 DIN EN 15051 Arbeitsplatzatmosphäre  Messung des Staubungsverhaltens von Schüttgütern  Anforderungen und Referenzprüfverfahren; Deutsche Fassung EN 15051:2006
(1) Der Arbeitgeber hat gemäß §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz, nach § 3 Allgemeine Bundesbergverordnung und nach § 7 Gefahrstoffverordnung eine Gefährdungsbeurteilung bzw. ein gleichbedeutendes Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument zu erstellen. Dies ist in der TRGS 400 "Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen" sowie, soweit es die inhalative Belastung betrifft, in der TRGS 402 "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition" konkretisiert. Dazu hat er vor Beginn der Arbeiten festzustellen, ob bei Tätigkeiten oder Verfahren mineralischer Staub freigesetzt wird. Der Arbeitgeber darf eine Tätigkeit erst aufnehmen lassen, nachdem eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen wurde und die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen wurden.
Überprüfung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen sowie
3.2 Schritte der Gefährdungsbeurteilung
3.2.1 Ermittlung der staubbelasteten Arbeitsbereiche oder Tätigkeiten
3.2.2 Ermittlung von Art und Menge der mineralischen Stäube sowie der tätigkeitsbezogenen Informationen
3.2.3 Beurteilung der Gefährdungen
(3) Die Gefährdungsbeurteilung vereinfacht sich, wenn die Beurteilung und die Festlegung von Schutzmaßnahmen durch standardisierte Arbeitsverfahren vorgegeben werden: Hierzu zählen
eine stoff- oder tätigkeitsbezogene TRGS, insbesondere verfahrens- oder stoffspezifische Kriterien (VSK) nach TRGS 420 und
die konkreten Maßnahmen oder Verfahren einer branchen- oder tätigkeitsspezifischen Hilfestellung (z. B. BGR, BGI, Handlungsanleitungen), die den Vorgaben der TRGS 400 Anlage 2 entsprechen.
(4) Ist zur Beurteilung mineralischer Stäube eine Messung erforderlich, darf diese nur von Messstellen durchgeführt werden, die über die notwendige Fachkunde und über die erforderlichen Einrichtungen verfügen. Der Arbeitgeber, der eine akkreditierte Messstelle beauftragt, kann davon ausgehen, dass die von dieser Messstelle festgestellten Erkenntnisse zutreffend sind.3
3.2.4 Konzept der Expositionskategorien
(4) Für Tätigkeiten, die nicht in der Tabelle 1 enthalten sind, bzw. für aufgeführte Tätigkeiten ohne Zuordnung von Expositionswertebereichen sind vom Arbeitgeber entsprechende Recherchen durchzuführen. Können keine qualitätsgeprüfte tätigkeitsbezogene Expositionen von vergleichbaren Arbeitsplätzen recherchiert werden, sind eigene Expositionsermittlungen erforderlich (Alveolengängiger und Einatembarer Staub sowie Quarz, falls quarzhaltiger Staub vorliegt). Die Zuordnung zur jeweiligen Expositionskategorie erfolgt dann über die Expositionswertebereiche der nachfolgenden Tabelle.
Expositionskategorie 1 Ermittlung der Exposition vor und nach der Festlegung von Schutzmaßnahmen
Expositionskategorie 2 Ermittlung der Exposition vor der Festlegung von Schutzmaßnahmen:
Befund "Schutzmaßnahmen ausreichend"4
Befund "Schutzmaßnahmen nicht ausreichend"4
3.2.5 Festlegung der Schutzmaßnahmen
(1) Bei Tätigkeiten mit Exposition gegenüber einatembaren Stäuben, für die kein stoffbezogener Arbeitsplatzgrenzwert festgelegt ist, sind die Schutzmaßnahmen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung so festzulegen, dass mindestens der Allgemeine Staubgrenzwert sowohl für den einatembaren als auch für den alveolengängigen Staubanteil eingehalten wird. Für quarzhaltigen Staub ist zudem Nummer 3.2.7 Abs. 7 und 8 zu beachten. Enthält der Staub Stoffe, für die Arbeitsplatzgrenzwerte oder Expositions-Risikobeziehungen festgelegt wurden, oder Stoffe, die in der TRGS 905 oder TRGS 906 genannt sind, für die noch keine Arbeitsplatzgrenzwerte oder Expositions-Risikobeziehungen festgelegt wurden, ist jeweils sinngemäß zu verfahren. Die Gefährdung durch Stäube mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen ist entsprechend der TRGS 402 zu ermitteln und beurteilen.
Durchführung geeigneter organisatorischer Maßnahmen, wie zum Beispiel Festlegung von Zutrittsbeschränkungen, Arbeitszeitregelungen sowie Reinigungs- und Hygienemaßnahmen.
(4) Hinweise für sinnvolle Staubbekämpfungsmaßnahmen in Anlagen und bei Tätigkeiten finden sich auch im "Praxisleitfaden Quarzfeinstaub" und der "Handlungsanleitung zur guten Arbeitspraxis  Schutz der Beschäftigten vor Stäuben und Aerosolen an Gießereiarbeitsplätzen".
3.2.6 Expositionskategorien und Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit mineralischem Staub
3.2.7 Überprüfung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen
(6) Bei Stoffen mit einem verbindlichen Grenzwert ist dieser als Beurteilungsmaßstab heranzuziehen. Für die Beurteilung der Exposition gegenüber mineralischem Staub ist der Allgemeine Staubgrenzwert gemäß der TRGS 900 (3 mg/m³ für den alveolengängigen Anteil (A-Staub) und 10 mg/m³ für den einatembaren Anteil (E-Staub)) heranzuziehen.
3.2.8 Dokumentation
3.3 Kriterien für die Expositionskategorie 1
Das Staubungsverhalten kann durch qualitätsgesicherte bzw. normierte Messverfahren5 quantitativ oder durch Bewertung anhand der Beschaffenheit des Materials qualitativ bestimmt werden.
Staubungszahlen aus diesen Messverfahren ermöglichen eine relative Abschätzung des Staubungsverhaltens von vergleichbaren Schüttgütern (Produkten) und können von Herstellern und Fachstellen erfragt werden. Staubungszahlen können für die einatembare und alveolengängige Fraktion ermittelt werden. Bei Tätigkeiten mit quarzhaltigen Materialien wird die Staubungszahl auf den freigesetzten Quarzfeinstaub bezogen.
Ist die Staubungszahl des eingesetzten Materials nicht bekannt, kann das Staubungsverhalten nach folgender Tabelle abgeschätzt werden:
Staubungs-
verhalten Beschaffenheit des Materials Staubentwicklung
Stoffmenge staubarm/gering staubend staubend stark staubend
niedrig (Gramm-Bereich) Expositionskategorie 1 Expositionskategorie 1 Expositionskategorie 11)
mittel (Kilogramm-Bereich) Expositionskategorie 1 2) 2)
hoch (Tonnen-Bereich) 2) 2) 2)
3.4 Tätigkeiten der Expositionskategorien 1 bis 3
3 Akkreditierte Messstellen siehe BUA, Bundesverband der Messstellen für Umwelt- und Arbeitsschutz e. V., http://www.bua-verband.de
4 Siehe TRGS 402 "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition"
5 DIN EN 15051 Arbeitsplatzatmosphäre  Messung des Staubungsverhaltens von Schüttgütern  Anforderungen und Referenzprüfverfahren; Deutsche Fassung EN 15051:2006
TRGS 559: Mineralischer Staub, 5 Arbeitsmedizinische Prävention
(1) Die arbeitsmedizinische Prävention umfasst bei Tätigkeiten mit mineralischem Staub in der Regel die Beteiligung des Arbeitsmediziners an der Gefährdungsbeurteilung, die allgemeine arbeitsmedizinische Beratung und die arbeitsmedizinische Vorsorge. Bei der Gefährdungsbeurteilung sind Kenntnisse über die Aufnahmewege und die Wirkweise der Stäube auf den menschlichen Organismus erforderlich. Die in der Lunge deponierte Staubdosis hängt neben der Luftkonzentration auch von der inhalierten Luftmenge (Atemminutenvolumen) und damit von der körperlichen Belastung ab. Die Arbeitsschwere muss deshalb in die Beurteilung der inhalativen Belastung einbezogen werden.
(2) Im Rahmen der arbeitsmedizinisch-toxikologischen Beratung ist u. a. darauf hinzuweisen, dass
das Lungenkrebsrisiko u. a. durch die Ablagerung quarzhaltigen Staubes in der Lunge erhöht wird,
einatembarer und alveolengängiger Staub (siehe Nummer 2.1 ) dosisabhängig zu einer dauerhaften Schädigung der Bronchien führt, die nach jahrelanger Exposition als chronische Atemwegsentzündung mit messbarer Einschränkung der Lungenfunktion in Erscheinung treten kann,
die Ablagerung quarzhaltiger und anderer fibrogener Stäube im Lungengewebe zu einem dauerhaften Lungengerüstumbau führen kann, der ohne weitere Exposition fortschreiten kann,
fortgesetztes inhalatives Zigarettenrauchen die nachteiligen Wirkungen von einatembaren Stäuben (Lungenkrebs, chronische Atemwegsentzündung, Staublungenerkrankung) massiv verstärkt, indem es den Selbstreinigungsmechanismus der Lunge nachhaltig stört, und dass deshalb allgemein-präventive Anstrengungen zur Raucherentwöhnung für staubbelastete Beschäftigte besonders effektiv sind,
die Umsetzung der in der Betriebsanweisung festgelegten Schutzmaßnahmen (siehe Nummer 4 ) die Gesundheitsrisiken deutlich reduzieren kann,
insbesondere eine sachgerechte Handhabung und Nutzung von Werkzeugen (siehe Nummer 4.2 und 4.3 ) diese Risiken deutlich verringern können und eine Nutzungs- und Sorgfaltspflicht für persönliche Schutzausrüstungen besteht.
(3) Gemäß der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV ) hat der Arbeitgeber im Rahmen der arbeitsmedizinischen Präventionsmaßnahmen für eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen. Die Organisation der arbeitsmedizinischen Vorsorge einschließlich der ärztlichen Untersuchungen obliegt dem Arbeitgeber. Sind Pflichtuntersuchungen gemäß des Anhanges der ArbMedVV zu veranlassen, führt der Arbeitgeber eine Vorsorgekartei. Diese Datei muss nach § 4 Abs. 3 der ArbMedVV Angaben über Anlass, Tag und Ergebnis jeder Untersuchung beinhalten.
(4) Besteht bei Tätigkeiten im Anwendungsbereich dieser TRGS eine Exposition gegenüber einatembarem oder alveolengängigem Staub, hat der Arbeitgeber gemäß des Anhanges der ArbMedVV auf der Basis der Gefährdungsbeurteilung arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen anzubieten. Diese Untersuchungen sind als Pflichtuntersuchungen zu veranlassen, wenn die Arbeitsplatzgrenzwerte für den einatembaren Staub (E-Staub) oder den alveolengängigen Staub (A-Staub) nicht eingehalten werden. Das Vorliegen von quarzhaltigem Staub (silikogenem Staub) am Arbeitsplatz führt dazu, dass der Arbeitgeber dem Beschäftigten bei inhalativer Exposition Angebotsuntersuchungen gemäß § 5 Abs. 1 i. V. m. Anhang Teil 1 Abs. 2 ArbMedVV anbieten muss.
(5) Bei Angebotsuntersuchungen ist das Aussprechen des Angebots für den Arbeitgeber verpflichtend; Zuwiderhandlungen sind nach § 10 Abs. 1 Nr. 4 ArbMedVV bußgeldbewehrt bzw. nach § 10 Abs. 2 ArbMedVV strafbewehrt. Bei Tätigkeiten mit Exposition gegenüber silikogenem Staub ist die Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen nach arbeitsmedizinischen Erkenntnissen dringend geboten; das Angebot der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung sollte daher den Beschäftigten angemessen nahegelegt werden.
(6) Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen müssen nicht angeboten werden, wenn die Voraussetzungen nach § 6 Abs.11 der GefStoffV vorliegen.
(7) Bei Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 erfordern, sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach dem Anhang Teil 4 der ArbMedVV anzubieten. Ist das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 2 oder 3 erforderlich, so sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach dem Anhang Teil 4 der ArbMedVV zu veranlassen (Pflichtuntersuchungen).
(8) Einatembarer Quarz kann Krebserkrankungen der Atemwege verursachen. Daher hat der Arbeitgeber bei Exposition gegenüber quarzhaltigem Staub (silikogenem Staub) den Beschäftigten und den ehemals Beschäftigten nachgehende Untersuchungen nach § 2 Abs. 6 Nr. 3 i. V. m. Anhang Teil 1 Abs. 3 ArbMedVV anzubieten. Nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses kann der Arbeitgeber diese Verpflichtung mit Einwilligung der betroffenen Person auf den zuständigen Unfallversicherungsträger übertragen.
Zuordnung von Tätigkeiten mit mineralischen Stäuben zu den Expositionskategorien
(2) In der Tabelle sind in der Spalte "Tätigkeiten" typische Tätigkeiten aufgeführt, bei denen mineralischer Staub entsteht oder freigesetzt wird. Diesen Tätigkeiten sind in der Spalte "Expositionskategorien" jeweils einer von drei Expositionskategorien zugeordnet.
(5) Zur Beurteilung, ob die Schutzmaßnahmen ausreichend wirksam sind, kann bezogen auf den A-Staub bzw. E-Staub als Beurteilungsmaßstab der Allgemeine Staubgrenzwert (AGW) herangezogen werden. Bei einer Überschreitung des AGW sind weitere Maßnahmen gemäß der Tabelle in Anlage 2 der gleichen oder der nächsthöheren Expositionskategorie heranzuziehen.
(7) Neben dem 10 %-Wert (d. h. 10 % aller Messwerte liegen unter diesem Wert) und dem 90 %-Wert (d. h. 90 % aller Messwerte liegen unter diesem Wert) ist auch der arithmetische Mittelwert (MW) aller verfügbaren Messwerte aufgeführt. Bei einigen Tätigkeiten sind aufgrund des Vorliegens einer nur geringen Zahl von Messwerten Wertespannen oder Circa-Werte angegeben, bei einigen Tätigkeiten erfolgte die Einstufung aufgrund von Expertenabschätzungen.
(8) Die im Rahmen der Wirksamkeitsprüfung ermittelten Konzentrationen sind mit dem relevanten Expositionswertebereich zu vergleichen. Beim Abgleich mit den Werten des Expositionswertebereichs wird nun beurteilt, ob die technischen Schutzmaßnahmen ausreichend oder weitere Maßnahmen erforderlich sind. Dieses Ziel ist erreicht, wenn die ermittelte Konzentration für mineralischen Staub innerhalb der angegebenen Wertebereiche der Expositionskategorie 1 und 2 liegt, für quarzhaltigen Staub innerhalb der Wertebereiche der Expositionskategorie 1 und unterhalb des arithmetischen Mittelwertes für Quarz der Expositionskategorie 2 (siehe auch Nummer 3.2.7 Abs. 9 ).
(9) Jedoch sind in der Tabelle dieser Anlage nicht für alle Tätigkeiten Expositionswertebereiche angegeben. Teilweise erfolgt die Zuordnung von Tätigkeiten zu Expositionskategorien über Experteneinschätzungen, ohne dass diesen eine ausreichende Anzahl an Messdaten für die Beurteilung zur Verfügung stand. In diesem Fall ist die Wirksamkeitsprüfung über das in Absatz 7 beschriebene Verfahren nicht möglich.
Tätigkeiten Expo-
sitions-
rie Expositionswerte-
bereich Quarz;
Arithmetischer Mittelwert (MW)
[mg/m³] Expositionswertebereich A-Staub;
[mg/m³] Expositionswertebereich E-Staub;
[mg/m³] Literatur/weitere Erläuterungen X1
1.1 Verpacken, Lagern, Palettieren und Transportieren von Betonprodukten 2 10 % 0,003-90 % 0,03;
MW: 0,02 10 % 0,09-90 % 1,08;
MW: 0,47 10 % 0,19-90 % 3,96
1.1.1 In abgetrennten Arbeitsbereichen, ohne Tätigkeiten durch Staubfreisetzung, regelmäßige Reinigung des Arbeitsbereichs 1 ≈ 0,003 ≈ 0,09 15:
1.1.2 Mit staubbelasteten Tätigkeiten, wie Auslagern aus Bereichen mit Staubfreisetzung 2 ≈ 0,03 ≈ 1,08 15:
1.3 Herstellung großformatiger Betonfertigteile 2 10 % 0,003-90 % 0,1
MW: 0,03 10 % 0,14-90 % 1,38
1.4 Mischen von Beton 2 10 % 0,003-90 % 0,05
MW: 0,02 10 % 0,18-90 % 1,64
1.5 Herstellung von Betonwaren (Betonplatten, Schächte, Ringe) 3 10 % 0,01-90 % 0,3
MW: 0,14 10 % 0,31-90 % 5,47
MW: 2,2 10 % 0,31-90 % 26,64
MW: 8,7 10: Tabelle 38
1.7 Herstellung von Dachsteinen 2 10 % 0,003-90 % 0,01
MW: 0,01 10 % 0,13-90 % 0,66
MW: 0,35 10 % 0,65-90 % 7,3
MW: 3,35 10: Tabelle 40 15:
2.1 Handwerkliche Herstellung von Gebrauchs- und Kunstkeramik (wechselnde Tätigkeiten, Aufbereitung nur durch Knet- und Mischvorgänge) 2 10 %
MW: 0,03 10 %
0,2-1.6
MW: 0,86 10 %
MW: 0,5 10: Tabelle 52 12.
2.2 Nassaufbereitung von feinkeramischen Massen (keine Zugabe von Sackware bzw. trockenem Material); z. B. Rührer, Löser, Schlickerherstellung, Filterpressen 2 10 %
MW.: 0,07 10 %
MW: 0,82 10: Tabellen 51, 53, 54
2.3.1 Altanlagen 3 10 %
MW: 0,11 10 %
MW: 0,99 90 %
1,9-16,9 10: Tabellen 46-54
2.3.2 Neuanlagen 2 10 % 0,006
90 % 0,12
MW: 0,06 10 % 0,18
90 % 1,22
MW: 0,72 10 % 1,1
90 % 8,5
MW: 5,1 10: Tabellen 46-54
2.4 Pressen von Fliesen mit Trockenmasse (Granulat) 2 10 % 0,02-90 % 0,12
MW: 0,05 10 % 0,2 -90 % 2,4
MW: 0,7 10 % 0,4-90 % 6,0
(Ziegel außer 2.6, Großsteinzeug, Spaltplatten und Feuerfest-Produkte) 2 10 %
MW: 0,04 10 %
MW: 0,45 10 %
MW: 1,0 10: Tabelle 47, 48, 49
2.6 Herstellen von Klinkern (Besandungsanlagen und Ofenbereich) 3 90 %
MW: 0,14 90 %
MW: 0,82 90 %
2.7.1 ohne spanende Bearbeitung, wie z. B. Sortieren, Bemalen, Bedrucken, Lagern oder Verpacken 1 10 %
MW: 0,015 10 %
MW: 0,28 90 %
0,3 - 0,8 10: Tabellen 51, 52
2.7.2 mit spanender Bearbeitung im Trockenverfahren (z. B. Schleif- und Trennanlagen), mit wirksamer Absaugung 2 10 %
MW: 0,4 10 %
MW: 1,26 10: Tabellen 51, 53, 54
2.8 Herstellen von technischer, nichtsilikatischer Keramik (z. B. Steatit, Al-Oxid, Zr-Oxid, Si-Carbid, Si-Nitrid) 2 10 % 0,001-90 % 0,06
MW: 0,02 10 % 0,18
90 % 0,9
MW: 0,46 10 % 0,08-90 % 2,2
2.9.1 Formgebung (Pressen und Einfahrt Härtekessel) 3 10 %: 0,003
90 %: 0,05
MW: 0,01 10 %: 0,18
90 %: 2,8
MW: 1,24 10 %: 0,5
90 %: 16,7
2.9.2 alle anderen Arbeitsbereiche außer Formgebung 2 10 %: 0,002
90 %: 0,06
MW: 0,02 10 %: 0,2
90 %: 1,05
MW: 0,47 10 %: 0,15
90 %: 1,9
2.10.1 Altanlagen 3 90 %
0,03-0,13 90 %
2.10.2 moderne Anlagen (weitgehend geschlossene Systeme bzw. effektiv abgesaugte Staubquellen, regelmäßige Reinigung des Arbeitsbereiches) 2 10 %
MW: 0,007 10 %
MW: 0, 5 10 %
3.1.1 ohne Zerkleinerung, wie z. B. durch Brecher oder Mühlen 2 10 % 0,003-90 % 0,08
MW: 0,04 10 % 0,19-90 % 1,42
MW: 0,16 14:
MW: 0,04 0,21-1,54
MW: 0,89 14:
3.2 Aufbereitung von Kies und Sand, klassieren 3 10 % 0,003-90 % 0,35
MW: 0,14 10 % 0,18-90 % 1,52
MW: 0,75 10 % 0,4-90 % 6,92
3.2.1 Klassieren (sieben) nass, innerhalb eingehauster Anlage 2 ≈ 0,1 ≈ 0,75 15: » 20 % Quarzanteil
3.2.5 Leitstand, geschlossen, klimatisiert, fremd belüftet 1 < Nachweisgrenze < Nachweisgrenze < Nachweisgrenze 15:
3.3 Aufbereitung von Kies und Sand, zerkleinern (brechen mahlen) 3 10 % 0,01-90 % 0,4
MW: 0,14 10 % 0,09-90 % 2,26
MW: 1,09 10 % 0,33-90 % 5,55
MW: 2,92 10: Tabelle 31
MW: 0,276 15:
3.3.2 mit Besprühen des Materials/des Brechers mit Wasser (Expositionszeit bis zu zwei Stunden) 3 0,006-0,95
MW: 0,339 15:
3.3.3 Leitstand geschlossen, fremd belüftet, klimatisiert 1 < Nachweisgrenze 15:
MW: 0,821 15:
MW: 0,977 2,26 15:
3.4.1 Tagebau, Grube, Gewinnung Transport im Werk 3 10 % 0,02-90 % 0,41
MW: 0,19 10 % 0,19-90 % 1,17
3.4.2 Nassaufbereitung 3 10 % 0,003-90 % 0,3
MW: 0,11 10 % 0,11-90 % 0,56
3.4.3 Trockenaufbereitung 3 10 % 0,003-90 % 0,18
MW: 0,1 10 % 0,05-90 % 0,85
3.4.4 Mahlung 3 10 % 0,01-90 % 0,33
MW: 0,17 10 % 0,05-90 % 0,9
3.4.5 Absackung 3 10 % 0,005-90 % 0,37
MW: 0,18 10 % 0,09-90 % 0,93
MW: 1,48 10 % 0,3-90 % 4,29
3.4.6 Transport, Verladung (Produkt) 3 10 % 0,01-90 % 1,35
MW: 0,41 10 % 0,08-90 % 3,64
3.4.7 Labor 2 10 % 0,003-90 % 0,12
MW: 0,06 10 % 0,09-90 % 0,42
3.4.8.1 In abgetrennten Arbeitsbereichen ohne weitere Hintergrundbelastung, mit regelmäßiger Reinigung des Arbeitsbereichs und nachgewiesen wirksamen Absaugeinrichtungen (1) 4
3.4.8.2 In nicht abgetrennten Arbeitsbereichen mit Hintergrundbelastung, ohne regelmäßige Reinigung des Arbeitsbereichs, mit nachgewiesen wirksamen Absaugeinrichtungen 2 5
3.4.8.3 In nicht abgetrennten Arbeitsbereichen mit Hintergrundbelastung, ohne regelmäßige Reinigung des Arbeitsbereichs sowie ohne wirksame Absaugeinrichtung 3 4, 5
4.1.1 Gewinnung, Wegladen und Fördern mit Einsatz von Erdbaumaschinen, deren Fahrerkabine eine Klimaanlage mit Frischluftzufuhr und ausreichendem, funktionierendem Staubfilter gegen alveolengängige Staubpartikel hat, die während Gewinnungs- und Ladetätigkeiten stets geschlossen ist.
4.1.2 Gewinnung, Wegladen und Fördern mit Einsatz von Erdbaumaschinen, deren Fahrerkabine eine Klimaanlage mit Frischluftzufuhr und ausreichendem, funktionierendem Staubfilter gegen alveolengängige Staubpartikel hat, die während Gewinnungs- und Ladetätigkeiten nicht immer geschlossen ist.
Bohrgerät mit Staubunterdrückung mittels lokaler Luftabsaugung 2 10 % 0,003-90 % 0,14
MW: 0,06 10 % 0,09-90 % 0,96
4.2.1 Zerkleinerung z. B. durch Brecher oder Mühlen, Absiebungen, mit nachgewiesen wirksamen Absaugeinrichtungen/Besprühen mit Wasser
4.2.2 Zerkleinerung z. B. durch Brecher oder Mühlen, Absiebungen, mit nachgewiesen wirksamen Absaugeinrichtungen.
Transport über offene Bandanlagen, mit nachgewiesen wirksamen Absaugeinrichtungen im Bereich der Übergabe- und Abwurfstellen, regelmäßige Reinigung der Arbeitsbereiche.
Bei trockenem Wetter, kein ausreichender Einsatz von
Sprühvorrichtungen zur Staubunterdrückung z. B. auf Fahrwegen. 2
4.2.3 Zerkleinerung z. B. durch Brecher oder Mühlen, Absiebungen, Transport über offene Bandanlagen, ohne nachgewiesen wirksamen Absaugeinrichtungen im Bereich von Übergabe und Abwurfstellen, keine regelmäßige Reinigung der Arbeitsbereiche.
5.1 Aufbereitung (Brechen, Mahlen, Klassieren) 3 10 % 0,01-90 % 0,65
MW: 0,2 10 % 0,22-90 % 2,87
MW:1,25 10 % 0,73-90 % 13,64
5.1.1 Grobzerkleinernde Verfahren (Backenbrecher) mit Absaugung, Wasserbesprühung 2 15:
5.1.2 Grobzerkleinernde Verfahren (Backenbrecher) ohne Absaugung, Wasserbesprühung 3 15:
5.1.4 Leitstand, geschlossen, klimatisiert, fremdbelüftet 1 < Nachweisgrenze < Nachweisgrenze < Nachweisgrenze 15:
5.2 Gewinnung: Wegladen und fördern, z. B. mit Bagger, Radlader, Dumper 2 10 % 0,003-90 % 0,14
MW: 0,49 10 % 0,18-90 % 4,67
MW: 2,7 10: Tabelle 26 (korrigiert)
6.1.3 Einsatz von Erdbaumaschinen, deren Fahrerkabine eine Klimaanlage mit Frischluftzufuhr und ausreichendem, funktionierendem Staubfilter gegen alveolengängige Staubpartikel hat, die während der Ladetätigkeit stets geschlossen ist.
6.2.3 Einsatz von Erdbaumaschinen, deren Fahrerkabine eine Klimaanlage mit Frischluftzufuhr und ausreichendem, funktionierendem Staubfilter gegen aveolengängige Staubpartikel hat, die während der Ladetätigkeit nicht immer geschlossen ist.
6.3.1 Einsatz von Tunnelbohrmaschinen (TBM) mit nicht wirksamen Systemen der Wasserverneblung, Stauberfassung am Bohrkopf, Entstaubung des Förderbandes, der Materialverladung und ggf. der Tunnelbandanlage. 3
6.3.3 Einsatz von Erdbaumaschinen ohne klimatisierte und ausreichend außenbelüftete Fahrerkabine, ohne Staubfilter.
7 Bauwirtschaft
MW: 0,34 >> 10 14:
7.5 Verlegung von Pflastersteinen oder Platten auf vorbereiteten Planien, ohne Bearbeitung der Werkstoffe mit z. B. Trenn- oder Schleifmaschinen, ohne Abrütteln 2 0,004-0,007
MW: 8,08 0,47-8,21
MW: 3,92 14:
MW: 0,041 0,12-0,97
MW: 0,34 0,78-8,67
MW: 3,61 16:
7.8.1 Mit nachgewiesen wirksamer Absaugeinrichtung, je nach bearbeitetem Material (Ziegel) auch Expositionskategorie 1 2 < 3 mg/m³ < 10 mg/m³ 2.
7.8.2 Mit nachgewiesen wirksamer Absaugeinrichtung, unter ungünstigen Bedingungen im Altbaubereich, z. B. Putzfräsen und Mauernutfräsen bei Putzen unterschiedlicher Härte, mangelhafter Haftung und hoher Oberflächenwelligkeit 3 2.
7.9.1 Nasssägen von Mauersteinen in geringem zeitlichen Umfang (allgemeine Maurerarbeiten, Zuschneiden durch Verwender) 2 10 % 0,01-90 % 0,15
MW: 0,05 10 % 0,18-90 % 1,93
7.10 Anrühren von mineralischen pulverförmigen Produkten 3 2,68-5,39
8.1 Herstellung von Trockenbaustoffen (gesamt) 3 10 % 0,003-90 % 0,08
MW: 0,05 10 % 0,22-90 % 3,03
MW: 1,39 10 % 0,69-90 % 18,05
8.1.1 Mischen 3 10 % 0,003-90 % 0,08
MW: 0,03 10 % 0,24-90 % 3,34
MW: 1,54 10 % 0,54-90 % 10,57
8.1.2 Abfüllen und Verpacken 3 10 % 0,003-90 % 0,09
MW: 0,04 10 % 0,24-90 % 2,99
MW: 1,4 10 % 0,84-90 % 17,64
8.1.3 Verladung und Transport 3 10 % 0,004-90 % 0,06
MW: 0,04 10 % 0,16-90 % 2,34
MW: 0,98 10 % 0,64-90 % 19,2
9.1 Asphaltmischanlagen (gesamt) 2 10 % 0,003-90 % 0,08
MW: 0,03 10 % 0,1-90 % 1,57
MW: 0,7 10 % 0,3-90 % 4,24
10.1 Baustoffrecycling- & Sortieranlagen (gesamt) 2 10 % 0,004-90 % 0,13
MW: 0,05 10 % 0,13-90 % 1,49
10.2 Bedienung Mobilbrecher/Semimobilbrecher und Radlader/Bagger (Bauschutt + Straßenaufbruch gesamt, mit Absaugung und Wasserbesprühung auch Expositionskategorie 2 möglich) 3 0,002-90 % 0,35
MW: 0,07 0,05-90 % 2,95
10.2.1 Bedienung Mobilbrecher (Bauschutt) 3 0,007-90 % 0,45
MW: 0,16 0,10-90 % 3,30
10.2.2 Brecher, Mühle, Klassierung, Sieben 3 10 % 0,01-90 % 0,25
MW: 0,1 10 % 0,17-90 % 2,94
10.2.3 Bagger- und Radladerfahrer (Bauschutt) 3 0,007-90 % 0,11
MW: 0,04 0,007-90 % 1,50
MW: 0,70 0,10-90 % 2,20
10.2.4 Sortieren 2 10 % 0,004-90 % 0,09
MW: 0,04 10 % 0,19-90 % 1,41
11.1 Tätigkeiten im Dentallabor gesamt 2 10 % 0,002-90 % 0,026
MW: 0,02 10 % 0,10-90 % 0,89
MW: 0,41 10 % 0,32-90 % 4,91
MW: 2,13 20
11.1.1 Einbetten 2 10 % 0,01-90 % 0,017
MW: 0,012 10 % 0,28-90 % 0,89
MW: 0,44 10 % 0,71-90 % 3,27
MW: 2,47 20
11.1.2 Ausbetten 2 10 % 0,004-90 % 0,048
MW: 0,04 10 % 0,11-90 % 0,91
MW: 0,51 10 % 0,66-90 % 7,32
MW: 2,97 20
11.1.3 Sonstige Tätigkeiten wie Anmischen, Ausarbeiten etc. 2 10 % 0,001-90 % 0,015
MW: 0,01 10 % 0,09-90 % 0,53
MW: 0,32 10 % 0,48-90 % 3,25
MW: 1,45 20
12.1 Kernmacherei 2 10 % 0,005
MW: 0,03 10 % 0,1
90 % 1,08
MW: 0,56 10: Tabelle 59
12.2 Formerei 2 10 % 0,005
90 % 0,08
MW: 0,04 10 % 0,38
90 % 2,14
MW: 1,11 10: Tabelle 60
MW: 0,06 10 % 0,28
90 % 3,27
MW: 1,38 Quarz:
12.4 Gießbetrieb (Gießhalle) 2 10 % 0,005
90 % 0,11
MW: 0,05 10 % 0,33
90 % 2,31
MW: 1,09 10: Tabelle 62
12.5.1 Putzen und Strahlen 2 10 % 0,003
90 % 0,1
MW: 0,05 10 % 0,32
90 % 2,23
MW: 1,16 10: Tabelle 63
12.5.2 Putzen 3 10 % 0,005
90 % 0,18
MW: 0,08 10 % 0,29
90 % 4,03
MW: 1,72 10: Tabelle 63
12.6 Ausbrechen 3 10 % 0,01
90 % 0,54
MW: 0,2 10 % 0,46
90 % 2,27
MW: 1,31 10: Tabelle 64
Sondermessprogramm der Berufsgenossenschaft der Keramischen und Glas-Industrie (jetzt: Verwaltungs-Berufsgenossenschaft) zur Ermittlung des Standes der Technik 1998  2000
BGI 790-20: Einsatz von Straßenfräsen mit Absauganlagen  Fräsen von Asphaltbelägen
Abschlussbericht A 6051/05 des Instituts für Gefahrstoff-Forschung (IGF) über das Verbund-Forschungsvorhaben der Duisburger Industrieverbände (u. a. Expositionsmessungen beim Baustoffrecycling) vom 19.05.2005
Daten der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro (BGETE) aus Mega-DOK (eigene Auswertung)
Handlungsanleitung zur guten Arbeitspraxis "Schutz der Beschäftigten vor Stäuben und Aerosolen an Gießereiarbeitsplätzen"
TRGS 559: Mineralischer Staub, Anlage 2 zu TRGS 559
Anlage 2 zu TRGS 559:
Zuordnung von Schutzmaßnahmen zu den Expositionskategorien
(1) Vor Zuordnung von Schutzmaßnahmen zu den Expositionskategorien sind Ausmaß, Art und Dauer der Exposition zu ermitteln, zu bewerten und zu dokumentieren. Die Maßnahmen der Expositionskategorien sind dabei nicht kumulativ anzuwenden, sondern im Hinblick auf die Tätigkeit gezielt so auszuwählen, dass das Schutzziel erreicht wird. Je nach den spezifischen Umständen ist es zum Zweck der Einhaltung eines AGW bzw.  falls ein solcher nicht existiert  der Minimierung der Exposition nicht in jedem Fall erforderlich alle beschriebenen Schutzmaßnahmen anzuwenden.
(2) Ermittlung, Beurteilung und Dokumentation von Gefährdungen siehe Nummer 3.2 dieser TRGS.
Nr. Maßnahme Expositions-
3 TRGS
1 Wirksamkeitsüberprüfung für die getroffenen Maßnahmen durch
Messungen (mit Dokumentation und Offenlegung) oder VSK, oder
Anerkannte Verfahren (BG/BGIA-Empfehlungen, LASI-Veröffentlichungen, Branchenregelungen), oder
X X X 3.2.7
Repräsentative Messergebnisse (Kataster, BGIA-Report "Quarzexposition am Arbeitsplatz", Analogieschlüsse etc.)
2 Substitutionsprüfung X X X 4.1
3 Geschlossenes System bzw. Änderung des Arbeitsverfahrens, soweit nach dem Stand der Technik möglich, unter Berücksichtigung des Minimierungsgebotes - X X 4.2 und 4.3
4 Auswahl und Betreiben von Maschinen und Geräten so, dass möglichst wenig Staub freigesetzt wird X X X 4.3
5 Stauberfassung und Arbeitsplatzlüftung mit Nachweis einer ausreichenden Wirksamkeit (X)1 X X 4.5
6 Erfüllen der Kriterien bei Reinluftrückführung (X)1 X X 4.6
7 Instandhaltung und Prüfung von Einrichtungen zur Stauberfassung und Arbeitsplatzlüftung mindestens jährlich (X)1 X X 4.7
8 Regelmäßige Reinigung der Betriebseinrichtungen/Vermeiden von Staubablagerungen X X X 4.8
9 Verbot des Trockenkehrens mit dem Besen, stattdessen Nassreinigen oder Aufsaugen mit geeigneten Geräten X X X 4.8
10 Abblasen von Staubablagerungen mit Druckluft nur unter Verwendung von besonderen Schutzmaßnahmen (z. B. kombinierte Blas-/Saug-Einrichtungen) X X X 4.8
11 Regelmäßige Reinigung der Arbeitskleidung X X X 4.9
12 Verringerung der Anzahl staubexponierter Beschäftigter und Ausmaß der Exposition X X X 4.10
13 Betriebsanweisung und Unterweisung X X X 4.11
14 Verkürzung der Dauer der Exposition - (X)2 X 4.12.1
15 Abgrenzung und Kennzeichnung der Gefahrenbereiche - (X)2 X 4.12.1
16 Rauchverbot am Arbeitsplatz - (X)2 X 4.12.1
17 Getrennte Aufbewahrungsmöglichkeiten für Arbeits- und Straßenkleidung - (X)2 X 4.12.1
18 Maßnahmenplan zur Verbesserung der Staubexpositionsverhältnisse - (X)2 X 4.12.1
19 Bereitstellung und Benutzung Persönlicher Schutzausrüstung bei Gefährdung - (X)2 X 4.12.2
20 Zur Verfügung stellen von Atemschutzgeräten (mindestens Filterklasse P2 bzw. FFP2 bzw. TM1P bzw. TH2P) - (X)2 X 4.12.3
21 Benutzung von Atemschutzgeräten (mindestens Filterklasse P2 bzw. FFP2 bzw. TM1P bzw. TH2P) (siehe dazu auch Anlage 3 ) - (X)3 X 4.12.3
(X)1 Wenn nach Festlegung von Schutzmaßnahmen vorhanden.
(X)2 Gilt nur für quarzhaltigen Staub, wenn nach Nummer 3.2.7 Abs. 9 (bzw. Anlage 1 Abs. 8 ) die zusätzlichen Maßnahmen erforderlich sind.
(X)3 Gilt nur für quarzhaltigen Staub, wenn im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung gemäß TRGS 402 Nummer 5.3 festgelegt.
TRGS 559: Mineralischer Staub, Anlage 3 zu TRGS 559
Anlage 3 zu TRGS 559:
Auswahl von Atemschutzgeräten
Die Auswahl eines Atemschutzgerätes gegen Partikeln ist in Abhängigkeit von der Höhe der Staubbelastung bzw. von der Höhe der Quarzfeinstaubbelastung nach folgender Tabelle vorzunehmen:
Höhe der Staubbelastung Art und Klasse des Atemschutzgerätes
S. 1A/1B FFP2, P2, TH2P,
S. 2A/2B,
TM1P FFP3, P3,
TH3P, S. 3A/3B,
S. 4A/4B, TM2P
Expositionskategorie 2 (X) (X)
Staubbelastung M < 4 x AGW bzw.
Q < 0,6 mg/m³ X X
Staubbelastung M < 10 x AGW bzw.
Q < 1,5 mg/m³ X X
Staubbelastung M < 30 x AGW bzw.
Q < 4,5 mg/m³ X
AGW = Arbeitsplatzgrenzwert (z. B. Allgemeiner Staubgrenzwert für A- bzw. E-Staub)
M = Mineralischer Staub
Q = Quarzhaltiger Staub
(X) = Gilt nur für quarzhaltigen Staub, wenn nach Nummer 3.2.7 Abs. 9 (bzw. Anlage 1 Abs. 8 ) zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind.
In der Regel sind Halbmasken mit Partikelfilter der Kategorie P2 bzw. filtrierende Halbmasken FFP2 ausreichend; bei höheren Staubbelastungen ist ggf. eine höhere Gerätekategorie zu wählen. Bei Arbeiten mit extremer Staubbelastung (M > 30 x AGW bzw. Q > 4,5 mg/m³) sind Vollmasken mit Partikelfilter der Klasse P3 oder Isoliergeräte erforderlich (z. B. bei Arbeiten in Filteranlagen).
TRGS 559: Mineralischer Staub, Anlage 4 zu TRGS 559
Anlage 4 zu TRGS 559:
1 Gesetze, Verordnungen und Technische Regeln
[1] Gesetz über technische Arbeitsmittel und Verbraucherprodukte (Geräte- und Produktsicherheitsgesetz - GPSG ),
[2] Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG ),
[3] Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Chemikaliengesetz - ChemG ),
[4] Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV ) mit zugehörigen Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), insbesondere
1. TRGS 400 "Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen",
2. TRGS 402 "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition",
3. TRGS 420 "Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK) für die Gefährdungsbeurteilung",
4. TRGS 517 "Tätigkeiten mit potenziell asbesthaltigen mineralischen Rohstoffen und daraus hergestellten Zubereitungen und Erzeugnissen",
5. TRGS 519 "Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten",
6. TRGS 521 "Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle",
7. TRGS 555 "Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten",
8. TRGS 600 "Substitution",
9. TRGS 900 "Arbeitsplatzgrenzwerte",
10. TRGS 906 "Verzeichnis krebserzeugender Tätigkeiten oder Verfahren nach § 3 Abs. 2 Nr. 3 GefStoffV".
[5] Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV ),
[6] Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen (Baustellenverordnung - BaustellV ),
[7] Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV ) mit zugehörigen Arbeitsstättenrichtlinien (ASR), insbesondere
[8] ASR 34/1-5 "Umkleideräume",
[9] ASR 35/1-4 "Waschräume",
[10] ASR 47/1-3,5 "Waschräume für Baustellen".
2 Vorschriften, Regeln und Informationen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger
[1] Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1/GUV-V A1),
[2] Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22/GUV-V C22 ),
[3] BG-/GUV-Regel "Grundsätze der Prävention" (BGR A1/GUV-R A1),
[4] BG-Regel "Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen" (BGR 121),
[5] BG-/GUV-Regel "Benutzung von Atemschutzgeräten" (BGR 190/GUV-R 190),
[6] BG-Information "Mineralischer Staub: Teil 1: Quarzhaltiger Staub" (BGI 504-1-1),
[7] BG-Information "Staubbelastung" (BGI 504-1-4),
[8] BG-Information "Merkblatt für Fahrerkabinen mit Anlagen zur Atemluftversorgung auf Erdbaumaschinen und Spezialmaschinen des Tiefbaus" (BGI 581),
[9] BG-Information "BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung, Allgemeiner Teil" (BGI 790-001).
[1] DIN EN 481 "Arbeitsplatzatmosphäre; Festlegung der Teilchengrößenverteilung zur Messung luftgetragener Partikel",
[2] DIN EN 1093-1 "Sicherheit von Maschinen - Bewertung der Emission von luftgetragenen Gefahrstoffen - Teil 1: Auswahl der Prüfverfahren",
[3] DIN EN 15051 "Arbeitsplatzatmosphäre - Messung des Staubungsverhaltens von Schüttgütern - Anforderungen und Referenzprüfverfahren",
[4] VDI 2262 Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz; Minderung der Exposition durch luftfremde Stoffe,
[5] DIN EN 60335-2-69/VDE 0700-69 Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke; Teil 2-69: Besondere Anforderungen für Staub- und Wassersauger einschließlich kraftbetriebener Bürsten für industrielle und gewerbliche Zwecke (IEC 60335-2-69:2002, modifiziert).
4 Weitere Publikationen und Informationsquellen
[1] GESTIS-Stoffdatenbank (www.dguv.de/ifa/stoffdatenbank ),
[2] BGIA-Report 8/2006 "Quarzexposition am Arbeitsplatz"
(http://www.stbg.de/site.aspx?url=sich_ges/staub/nepsi/index.html ),
[3] Fachausschussinformation "Praxisleitfaden Quarzfeinstaub, Leitfaden über bewährte Praktiken zum Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer durch gute Handhabung und Verwendung von kristallinem Siliciumdioxid und dieses enthaltender Produkte"
(http://www.stbg.de/site.aspx?url=sich_ges/staub/nepsi/index.html ) (http://www.nepsi.eu/agreement-good-practice-guide/good-practice-guide.aspx ),
[4] Das Staubungsverhalten quarzfeinstaubhaltiger Produkte - D. Dahmann, K. Möcklinghoff in: Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft 60 (2000) Nr. 5, Seite 213 ff,
[5] Umweltbundesamt (Herausgeber): Integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung, BVT-Merkblatt über die besten verfügbaren Techniken zur Lagerung gefährlicher Substanzen und staubender Güter, Januar 2005
[6] Hessisches Sozialministerium (Herausgeber): Handlungsanleitung zur guten Arbeitspraxis - "Schutz der Beschäftigten vor Stäuben und Aerosolen an Gießereiarbeitsplätzen", Mai 2008.
(http://projekte.sozialnetz.de/global/show_document.asp?id=aaaaaaaaaabajbe )
Webcode: M449-1

References: § 3
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