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Timestamp: 2018-04-22 14:04:42+00:00

Document:
Verordnung über die Naturschutzgebiete „Naturwaldzellen im Saarland“
zuletzt geändert durch die Verordnung vom 21. März 2017 (Amtsbl. I S. 385).
Fundstelle: Amtsblatt 2000, S. 470
geändert durch Art. 2 Abs. 3 des Gesetzes Nr. 1528 vom 09. Juli 2003 (Amtsbl. S. 2130)
geändert durch § 8 Satz 2 der Verordnung vom 30. Juli 2004 (Amtsbl. S. 1734)
§ 1 geändert durch § 8 Satz 3 der Verordnung vom 9. Mai 2016 (Amtsbl. I S. 320)
§ 1 geändert durch § 8 Satz 2 der Verordnung vom 9. Mai 2016 (Amtsbl. I S. 327)
§ 1 geändert durch § 8 Satz 2 der Verordnung vom 2. November 2016 (Amtsbl. I S. 1036)
§ 1 geändert durch § 8 Satz 2 der Verordnung vom 28. November 2016 (Amtsbl. I S. 1133)
§ 1 geändert durch § 8 Satz 2 der Verordnung vom 29. Dezember 2016 (Amtsbl. I 2017 S. 24)
§ 1 geändert durch § 8 Satz 2 der Verordnung vom 21. März 2017 (Amtsbl. I S. 385)
Auf Grund des § 17 des Gesetzes über den Schutz der Natur und die Pflege der Landschaft (Saarländisches Naturschutzgesetz - SNG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. März 1993 (Amtsbl. S. 346, ber. am 12. Mai 1993, Amtsbl. S. 482), zuletzt geändert durch Gesetz vom 15. Februar 1997 (Amtsbl. S. 258)[1], verordnet das Ministerium für Umwelt - Oberste Naturschutzbehörde:
(1) Die im Folgenden näher bestimmten Gebiete mit einer Gesamtgröße von ca. 744 ha werden zu Naturschutzgebieten erklärt; sie tragen die Sammelbezeichnung „Naturwaldzellen im Saarland“.
(2) Die Naturschutzgebiete sind im Einzelnen wie folgt bezeichnet und liegen auf folgenden Staatswaldflächen im Saarland:
Staatswald-Abteilungs-Nr.
Jägersburger Moor
Überlosheimer Hang
2217, 2218, 2219
Teilfläche von 1476
Werbeler Graben
Hoxfels
4106, 4107, 4108, Teilfläche von 4109
Beruser Wald
6270, Teilfläche von 6267, 6268, 6269
Frankenbacher Hof
6801, 3799, 3800
(3) Die Naturschutzgebiete sind in den anliegenden Kartenausschnitten gekennzeichnet.
Die im Rahmen des Naturwaldzellenprogramms des Saarlandes zu Naturwaldzellen erklärten Waldflächen sollen vor Nutzungen, Belastungen, Störungen und nicht natürlichen Veränderungen geschützt werden. Diese Waldflächen dienen in ihrer ungestörten biologischen Entwicklung als forstliche Dauerversuchsflächen der Erforschung der Lebensvorgänge in ungestörten Waldökosystemen sowie Zwecken des Arten- und Biotopschutzes, insbesondere für Algen, Moose, Flechten, Pilze, Farne sowie Alt- und Totholz bewohnende Vögel, Kleinsäuger und Insekten.
Die jeweiligen Standorte und Bestände werden im Einzelnen wie folgt beschrieben:
(im Naturraum Homburger Becken)
(Prims-Hochland)
Quarzsand des mittl. Buntsandsteins, Vulkanit-Mischlehm
ca. 180jähriger Eichen-Buchenbestand, ca. 120jähriger Erlen-Eschenbestand, 20-40jährige Nadelbaum-Mischbestän-de, 8-25jährige Laubwaldverjüngung
mäßig trockener und mäßig frischer dunkler Vulkanitboden und Vulkanitmischlehme, Auestandort
30-80jährige Buchenbestände, 30-60jährige Nadelbaumbestände, im Bachtal 30jähriger Pappel- und Buchenbestand
(Saar-Kohlenwald)
mäßig frischer Kohlenlehm
ca. 200jähriger Buchenbestand, ca. 50jähriger Buchen-Traubeneichen-Bestand und ca. 20jährige Verjüngung mit Pioniergehölzen
(Saarbrücken-Kirkeler-Wald)
mäßig-frischer Kohlenlehm mit Inseln aus Lehmsand
ca. 50jähriger Erlen-Eschenwald, ca. 50jährige und ca. 90jährige Fichtenbestände, 40-70 und 130-170jährige Traubeneichen-Buchenmischbestände
(Warndt)
mäßig frischer Quarzsand und wechsel-trockener Diluvialsand
ca. 100jährige Kiefern-Eichenmischbestände, ca. 150jährige Eichen-Buchenmischbestände, ca. 120jähriger Buchen-Kiefernmischbestand, ca. 110jähriger Eichenbestand
mäßig trockene und wechseltrockene
Quarzsande des mittleren Buntsand-steins
70-90jähriger Kiefer-Mischwald, ca. 40jährige Jungbestände (Robinie mit Birke, Douglasie mit Birke, Kiefer, E-Lärche)
mäßig frische dunkle Vulkanitböden
ca. 160jähriger Buchenbestand, ca. 60-120jährige Fichtenbestände, ca. 50jähriger Bestand mit Laubgehölzen aus Naturverjüngung
Lehmsande, mäßig frischer Muschelsandlehm und Muschelkalklehm
50-140jährige Bestände aus Buche, Esche, Kirsche, Hainbuche, Birke, Robinie, Eiche, Fichte, Douglasie und Lärche
(Saar-Blies-Gau)
stellenweise vernäs-
sender, sonst frischer Mergelton, Kalkverwitterungslehm
ca. 130jährige Buchenbestände, ca. 50jähriger Eschen-Buchen-Mischbestand, ca. 30jähriger Nadelbaummischbestand, ca. 80jähriger Laubbaummischbestand
(Hoch- und Idarwald)
mäßig frischer Quarzit-schuttboden und Quarzitmischlehm, im Nordosten ehemalige Deponiefläche
160-240jährige Buchen-Traubeneichen-Bestände, abgestorbene Fichten-Altbestände (ca. 100jährig) und ca. 50jährige Fichtenjungbestände
(Prims-Blies-Hügelland)
Lehmsande und Glanzlehme
ca. 100jähriger Lärchen-Buchen-Eichen-Mischbestand, ca. 120jähriger Eichenbestand, ca. 70jährige Laub-Nadelbaummischbestände, ca. 40jähriger Fichtenstreifen, ca. 40jähriger Erlen- und Pappelbestand, ca. 20jähriger Eichen-Laubmischbestand
(Saar-Ruwer-Hunsrück)
mäßig trockene bis mäßig frische Quarzit-schuttböden, kleinflächig mäßig frische bis frische Quarzitmischlehme und teilweise vernässende Tonlehme
ca. 200jährige Buchen-Eichen-Altholzbestände; ca. 100jährige Buchenbestände, 40-70jährige Fichtenbestände, 50-60jährige Buchenbestände, 20-30jährige Nadelbaumbestände, 10-20jährige Mischbestände
Entsprechend § 17 Abs. 3 SNG sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung der Naturschutzgebiete oder ihrer Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung führen können. Zu diesem Grundsatz wird im Einzelnen Folgendes festgesetzt:
Es erfolgt keine land- und forstwirtschaftliche Bodennutzung.
Die Nutzung der rechtmäßig bestehenden Wege, Leitungen, Gewässer und Einrichtungen sind im Rahmen bestehender Nutzungsrechte zulässig; die jagdliche Nutzung ist im Rahmen des § 30 Abs. 1 Saarländisches Jagdgesetz zulässig.
Verkehrssicherungsmaßnahmen und Arbeiten zur Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßig bestehender baulicher Anlagen, Wege, Leitungen, Gewässer und Einrichtungen sind ausschließlich in der Zeit vom 15. Juli bis 15. Februar zulässig; bei Gefahr im Verzug gilt diese Fristbeschränkung nicht.
Andere als die in Nummer 2 aufgeführten Nutzungen und baulichen Maßnahmen sind verboten. Ohne Nutzungsrecht darf das Gebiet nicht befahren werden (außer mit Fahrrädern auf befestigten Wegen); außerhalb der vorhandenen Wege darf das Gebiet nicht betreten werden. Wild wachsende Pflanzen dürfen weder beschädigt noch entnommen oder eingebracht werden; wild lebende, nicht jagdbare Tiere dürfen weder gestört noch entnommen oder ausgesetzt werden.
Wissenschaftliche Untersuchungen von Kulturdenkmälern sind mit Erlaubnis der Forstbehörde zulässig. Die oberste Naturschutzbehörde ist hierüber zu unterrichten.
Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für die natürliche Entwicklung, zur Minderung von Belastungen, zur Erhaltung besonders seltener Pflanzen- und Tiergesellschaften und zur Beseitigung von Missständen werden von der Forstbehörde im Einvernehmen mit der obersten Naturschutzbehörde veranlasst.
Ordnungswidrig nach § 38 Abs. 1 Nr. 9 SNG handelt, wer in den Naturschutzgebieten vorsätzlich oder fahrlässig einer der in § 3 dieser Verordnung festgesetzten Vorschriften zuwiderhandelt.
Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung im Amtsblatt des Saarlandes in Kraft. Gleichzeitig treten die Verordnungen über die Naturschutzgebiete „Jägersburger Moor“ vom 16. Mai 1961 (Amtsbl. S. 285) und „Geisweiler Weiher mit Umgebung“ vom 1. September 1969 (Amtsbl. S. 655) außer Kraft. Weiterhin treten in der Verordnung über das Naturschutzgebiet „Primsaue und Hangwald bei Überlosheim“ vom 9. November 1989 (Amtsbl. S. 1546) [2] die Regelungen zur forstwirtschaftlichen Nutzung auf den Grundstücken der Gemarkung Büschfeld, Flur 13, Nr. 291/5 und 449/2 außer Kraft.
Vgl. BS- Nr. 791- 73 .

References: Art. 2
 § 8

§ 1
 § 8

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 § 8

§ 1
 § 8

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 § 8

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 § 8
 § 17
 § 17
 § 30
 § 38
 § 3