Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=03.07.2008&Aktenzeichen=I%20ZR%20218/05
Timestamp: 2019-06-18 08:21:49+00:00

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BGH, 03.07.2008 - I ZR 218/05 - dejure.org
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BGH, 03.07.2008 - I ZR 218/05 (https://dejure.org/2008,2451)
BGH, Entscheidung vom 03.07.2008 - I ZR 218/05 (https://dejure.org/2008,2451)
BGH, Entscheidung vom 03. Juli 2008 - I ZR 218/05 (https://dejure.org/2008,2451)
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Bemessung des Schadensersatzanspruchs des eigentlichen Empfängers eines Transportgutes gegen den Luftfrachtführer unter Anwendung des deutschen Rechts; Diebstahl von Transportgut durch einen Mitarbeiter des Luftfrachtführers während der Zwischenlagerung bis zum Weitertransport; Bestimmung der Höhe des Wiederbeschaffungswerts; Mitverschulden der Versenders unter dem Gesichtspunkt der unterlassenen Wertdeklaration und des unterlassenen Hinweises auf einen außergewöhnlich hohen Schadens bei Verlust
Schadensersatz bei Gepäckverlust oder Gepäckbeschädigung bemisst sich nach den Kosten für die Wiederbeschaffung gleichwertiger Sachen
Warschauer Abkommen 1955 Art. 13, 18
Höhe des Schadensersatzes wegen des Verlusts von Transportgut im internationalen Luftverkehr
Art. 21 EVÜ
Verhältnis der Rom I-VO zu ausgewählten Übereinkommen - Montrealer und Warschauer Übereinkommen
WA 1955
WA (1955) Art. 13 Abs. 3, Art. 18 Abs. 1
Schadensersatz für verloren gegangenes Transportgut
LG Darmstadt, 10.09.2002 - 14 O 215/99
OLG Frankfurt, 25.11.2005 - 24 U 198/02
OLG Frankfurt, 26.01.2006 - 24 U 198/02
NJW-RR 2009, 103
VersR 2009, 702
Es hat damit die für die Berücksichtigung eines Mitverschuldens erforderliche Mitursächlichkeit des Fehlverhaltens für den eingetretenen Schaden verneint (vgl. Senatsurteil vom 17. Dezember 1996 - VI ZR 133/95, VersR 1997, 449, 450 mwN; BGH, Urteile vom 3. Juli 1951 - I ZR 44/50, BGHZ 3, 46, 48; vom 3. Juli 2008 - I ZR 218/05, NJW-RR 2009, 103 Rn. 28;… Palandt/Grüneberg, BGB, 72. Aufl., § 254 Rn. 12).
Entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts schuldet die Beklagte für den hier in Rede stehenden Verlust gemäß § 425 Abs. 1, § 435 HGB, §§ 249 ff. BGB (vgl. zum Schadensumfang BGH, Urteil vom 3. Juli 2008 - I ZR 218/05, TranspR 2008, 412 Rn. 15 = VersR 2009, 702 mwN) vollen Schadensersatz, da der entstandene Schaden auf ein qualifiziertes Verschulden (§ 435 HGB) der Beklagten zurückzuführen ist.
Bei Diebstählen durch Bedienstete oder "Leute" des Frachtführers ist ein solcher innerer Zusammenhang jedenfalls dann gegeben, wenn die Vornahme der schädigenden Handlung - wie im Streitfall - durch Zuweisung des betreffenden Aufgabenbereichs ermöglicht worden ist (vgl. BGH, Urt. v. 3.7.2008 - I ZR 218/05, TranspR 2008, 412 Tz. 32 m.w.N.).
Das (Mit-)"Verschulden" des Geschädigten muss für die Schädigung zumindest mitursächlich i.S.d. Adäquanztheorie sein (vgl. BGH, Urteil vom 03.07.2008, I ZR 218/05, NJW-RR 2009, 103, Rn 28), wobei es dem schuldhaften Verhalten des Schädigers zeitlich vorangehen oder auch nachfolgen kann (vgl. BGH, Urteil vom 29.03.1988, VI ZR 311/87, VersR 1988, 570;… Palandt-Grüneberg, a.a.O., § 254, Rn 12 mwN).
Auch wenn dem Geschädigten der Nichterfüllungsschaden zu ersetzen ist, kann er im Falle des Verlusts vertretbarer Sachen allerdings nach § 249 Abs. 1 BGB Naturalrestitution verlangen (…BGH, Urt. v. 15.05.2008 - III ZR 170/07, WM 2008, 1280, 1281 Rn. 11; Urt. v. 03.07.2008 - I ZR 218/05, NJW-RR 2009, 103, 104 Rn. 21;… Lange, Schadensersatz, 2. Aufl. § 5 III 1).
Ob ein Wahlrecht zwischen Naturalrestitution und Geldentschädigung besteht (…BGH, Urt. v. 15.05.2008 - III ZR 170/07, aaO) oder Geldentschädigung nur unter den Voraussetzungen der § 249 Abs. 2, § 250, § 251 BGB verlangt werden kann (BGH, Urt. v. 03.07.2008 - I ZR 218/05, aaO Rn. 22), kann dahinstehen, da die Voraussetzungen des § 250 BGB erfüllt sind.
Darüber hinaus kann er nach § 252 BGB Ersatz entgangenen Gewinns verlangen, wenn ihm durch das schädigende Ereignis die Möglichkeit eines Verkaufsgeschäfts entgangen ist (BGH, Urteil vom 03.07.2008 - I ZR 218/05, NJW-RR 2009, 103 Rn 16).
Handelt es sich bei ihm um einen Händler, kann er nur den Einkaufspreis verlangen, den er für die Beschaffung einer gleichwertigen Ersatzsache zahlen muss; entgeht ihm durch das schädigende Ereignis dagegen die Möglichkeit eines Verkaufsgeschäfts, kann er gegebenenfalls nach § 252 BGB zusätzlich Ersatz des entgangenen Gewinns verlangen (BGH, Urteil vom 03.07.2008 - I ZR 218/05, RIW 2008, 873).
Es reicht danach zwar aus, wenn das Verhalten des Geschädigten die objektive Möglichkeit eines Erfolgs von der Art des eingetretenen in nicht unerheblicher Weise erhöht hat (BGH NJW-RR 2009, 103 ).
Der nach §§ 249, 252 BGB ersatzfähige Schaden, der sich nach dem Wiederbeschaffungswert der verloren gegangenen Computerartikel zuzüglich eines etwaigen entgangenen Gewinns aus der entgangenen Verkaufsmöglichkeit bemisst (vgl. BGH, Urteil vom 03.07.2008 - I ZR 218/05; OLG Köln, Urteil vom 25.09.2012 - 3 U 6/12, jeweils zitiert nach juris; Koller, TranspR 2014, 10, 13) kann auf der Grundlage der auf den Betrag von 22.697,50 EUR endenden Handelsrechnung bestimmt werden.

References: Art. 13

Art. 21
 Art. 13
 Art. 18
 § 254
 § 425
 § 435
 § 254
 § 249
 § 5
 § 249
 § 250
 § 251
 § 250
 § 252
 § 252