Source: https://www.beamtendatenschutz.de/personalaktenrecht/elektronische-personalakte/signaturen/
Timestamp: 2020-07-06 00:15:30+00:00

Document:
Signaturen - Beschäftigtendatenschutz
Elektronischer Rechtsverkehr / eGovernement / eBusiness: eIDAS-Verordnung
Abgabe von Erklärungen gegenüber einem Dritten
Fünf zentrale Anforderungen
(1) Identifizierung / Authentifizierung
(2) Unveränderlichbarkeit
(3) Juristische Form
(4) Zeitpunkt
Identfizierung: eID - authega, nPA
Unveränderlichbarkeit: fortgeschrittene elektronische Signatur / Siegel
Juristische Form: qualifizierte elektronische Signatur, u.U. De-Mail
Zeitpunkt: Zeitstempel
Verschlüsselung: Verschlüsselungssoftware (keine Frage der Signatur)
Signieren elektronisch erstellter Dokumente
"Abschluss" des elektronischen Erstellungsprozesses
“Nutzbarmachung” für das Scannen
Bestätigung der Ausführung eines Prozesses, nämlich des Scannens des Papierdokuments und der Identität (!) von Papierdokument und elektronischem Dokument.
Elektronische Signatur ist ein Rechtsbegriff (Art. 3 Nr. 10 eIDAS-Verordnung). Digitale Signatur ist der technische Begriff für elektronische Signaturen.
Unter einer elektronischen Signatur versteht man Daten, die einem elektronischen Dokument beigefügt werden, um die Authentizität und Integrität dieses Dokuments zu bestätigen.
Signaturen nach eIDAS-Verordnung
(1) Einfache elektronische Signatur (EES)
(2) Fortgeschrittene elektronische Signatur (FES): Dokumentenintegrität und Authentifizierung des Urhebers / Unterzeichners
(3) Qualifizierte elektronische Signatur (QES): formersetzend, § 126a BGB, § 3a VwVfG (ebenfalls formersetzend: De-Mail, § 3a VwVfG
Die QES ist technisch und organisatorisch deutlich aufwändiger als die FES.
Für die FES benötigt man „lediglich“ ein Softwarezertifikat, das relativ unkompliziert beschafft werden kann.
Die QES verlangt demgegenüber zwei zusätzliche Maßnahmen:
(1) Die Erstellung der Signatur mittels einer sicheren Signaturerstellungseinheit (SSEE), z.B. einer Smartcard oder einer cloudbasierten Lösung
(2) Die zweifelsfreie Identifikation des Zertifikatsempfängers vor Zuteilung der Zertifikate.
Technische Umsetzung der Signatur
Kern einer digitalen Signatur ist ein verschlüsselter Hashwert (digitale Prüfsumme der signierten Daten). Die Prüfsumme kann mit Hilfe des in der Signatur mitgeführten und zum Private Key korrespondierenden öffentlichen Schlüssels (Public Key - PKI) entschlüsselt warden. Sodann wird erneut der Hastwert gebildet und dann wiederum mit dem ursprünglichen Hashwert verglichen. Durch diesen Vergleich mit dem ursprünglichen Hashwert kann die Integrität von signierten Daten ermittelt und somit erkannt werden, ob Veränderungen an den Daten bzw. dem Dokument nach der Signaturerstellung vorgenommen wurden (nicht aber, welche Veränderungen vorgenommen wurden).
Massensignatur (automatisierte Signatur im batch(Stapel)-Verfahren)
elektronische Siegel (wesentlicher Unterschied zur Signatur: Zuordnung zu einer juristischen statt einer natürlichen Person („Organisationszertifikate“).
dient dem Nachweis der Authentizität und Integrität
elektronisches Siegel entspricht einer elektronischen Signatur basierend auf einem Or­ganisationszertifikat
Siegel hat identischen Beweiswert wie qeS bzgl. Schutzziele Authentizität und Integrität, aber technisch deutlich einfacher
aber kein Ersatz für handschriftliche Unterschrift
Zeitstempel dienen der zeitliche Fixierung eines Dokumentenstatus sowie der elektronischen Archivierung von Dokumenten Zweck der Stempelung ist der Nachweis, dass der Dokumenteninhalt seit dem Zeitpunkt seiner Stempelung nicht verändert wurde.
Kombination von Signatur und Zeitstempel
Mit qualifizierten Signaturen kann die Signaturerstellungszeit nicht festgehalten werden. Durch die Kombination mit einem Stempel kann der Nachweis geführt werden, dass eine Signatur zu einem bestimmten Zeitpunkt erstellt wurde (z.B. zu einem Zeitpunkt, in dem das Zertifikat noch gültig war).
Rechtswirkung der qualifizierten elektronischen Signatur im Gerichtsverfahren:
§ 46 Abs. 2 ArbGG
Im arbeitsgerichtlichen Verfahren finden nach § 46 Abs. 2 ArbGG i. V. m. § 495 ZPO die §§ 355 ff. ZPO zum Beweisrecht in vollem Umfang Anwendung.

References: § 126
 § 3
 § 3

§ 46
 § 46
 § 495