Source: https://revosax.sachsen.de/vorschrift/10702
Timestamp: 2019-05-25 09:48:14+00:00

Document:
REVOSax Landesrecht Sachsen - VwV Geltung der Leihverkehrsordnung
Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst über die Geltung der Leihverkehrsordnung im Freistaat Sachsen
Vollzitat: Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst über die Geltung der Leihverkehrsordnung im Freistaat Sachsen vom 25. Februar 2009 (SächsABl. S. 609), zuletzt enthalten in der Verwaltungsvorschrift vom 28. November 2017 (SächsABl. SDr. S. S 417)
über die Geltung der Leihverkehrsordnung im Freistaat Sachsen
Für den Leihverkehr der Bibliotheken gilt im Freistaat Sachsen die von der Kultusministerkonferenz am 10. Oktober 2008 beschlossene Ordnung des Leihverkehrs in der Bundesrepublik Deutschland – Leihverkehrsordnung (LVO) in der in der Anlage enthaltenen Fassung. Die von der Kultusministerkonferenz am 19. September 2003 beschlossene Ordnung des Leihverkehrs in der Bundesrepublik Deutschland – Leihverkehrsordnung (LVO) ist nicht mehr anzuwenden.
Diese Verwaltungsvorschrift tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst über die Geltung der Leihverkehrsordnung im Freistaat Sachsen vom 6. Mai 2004 (SächsABl. S. 502) außer Kraft.
Dresden, den 25. Februar 2009
Der Deutsche Leihverkehr – im folgenden „Leihverkehr“ – ist eine kooperative Einrichtung der Bibliotheken in der Bundesrepublik Deutschland zur Vermittlung und Lieferung von Medien, unabhängig von der physischen Form.
Bei Nachweisen in der eigenen Region sollen Bestellungen nur dann in andere Regionen weitergeleitet werden, wenn in der eigenen Region eine angemessene Erledigung nicht möglich ist. Dies gilt insbesondere für solche Medien,
Räumlich nahe beieinander liegende Bibliotheken, die unterschiedlichen Leihverkehrsregionen angehören, können im gegenseitigen Einvernehmen von den Ziffern 1.–3. abweichende Regelungen vereinbaren.
zuständige Bibliothek 1
1801–1870: Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt a. M.
1871–1912: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
wenn dort nicht vorhanden, an Die Deutsche Bibliothek (1913–1945).
deutschsprachige Zeitungen an den „Standortkatalog der deutschen Presse“ bei der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen; falls dort ohne Bestandsnachweis, kann weitergeleitet werden an die regionale Pflichtexemplarbibliothek oder – wenn dort nicht vorhanden – ab Erscheinungsjahr 1913 an Die Deutsche Bibliothek,
fremdsprachige Zeitungen und im Ausland erschienene deutschsprachige Zeitungen an die Zentralredaktion Zeitungen bei der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.
zuständige Bibliothek 2
oder an die regionale Pflichtexemplarbibliothek oder, wenn dort nicht vorhanden, an Die Deutsche Bibliothek (1913–1945).
Bei automatisierten Bestellverfahren sind die Ziffern 1–6 sinngemäß anzuwenden.
(zu § 2 Nr. 2 LVO)
Es wird empfohlen, die Prüfung von Zulassungsanträgen auf der Grundlage der mit diesem Kriterienkatalog ermittelten Bibliotheksdaten vorzunehmen. Bei der Gesamtbewertung eines Zulassungsantrags können auch besondere Umstände des Einzelfalls und regionale Besonderheiten berücksichtigt werden, wenn nur so eine hinreichende lokale bzw. regionale Literaturversorgung sichergestellt werden kann.
Antragstellende Bibliothek:
Name, Adresse, Tel., Fax, E-Mail, WWW-Homepage
Bibliothekssigel (Vergabe durch SB zu Berlin-PK/Sigelstelle)
Unterhaltsträger (bei Firmenbibliotheken: Sonderprüfung)
Wissenschaftliche/Öffentliche Bibliothek
Mitglied in einem lokalen Bibliothekssystem
Fachpersonal (Fernleihe):
Art der fachlichen Qualifikation
Elektronische Kommunikations- und Recherchemöglichkeiten:
Teilnahme am zuständigen regionalen Verbundsystem (Detailangaben)
Zugriffsmöglichkeiten auf regionale und überregionale Datenbanken und Nachweisinstrumente gem. § 7,1 LVO (Detailangaben)
Bibliographischer Apparat:
Bibliographien und Nachweisinstrumente zur Bearbeitung von Bestellungen gem. §§ 8 und 9 LVO
Nachweissituation eigener Bestände (regional/überregional):
Bereitschaft auch zur gebenden Fernleihe (Prinzip der Gegenseitigkeit, s. Präambel)
Eigener Bestand (Umfang, Schwerpunkte):
Allgemein zugängliche Lesesäle und Benutzungseinrichtungen
Benutzer-PC (Internet; CD-ROM)
Lesegeräte für Mikrofiche/Mikrofilm
Tresor für Wertbestände
Ortsausleihe:
Ausleihvorgänge/Jahr
Teilnahme am Regionalen Leihverkehr (ggf. Bestellvolumen)
Erwartetes Bestellvolumen im Deutschen Leihverkehr (nach Zulassung)
Weitere leihverkehrsrelevante Bibliotheken am Ort (ggf. Art und Weise der Zusammenarbeit)
(zu § 4 LVO)
(zu § 8 Nr. 5, § 9 Nr. 2 LVO)
Sofern bei einzelnen Titeln kein Bestandsnachweis zu ermitteln ist, kann gem. den in §§ 8 und 9 LVO genannten Möglichkeiten die Bestellung auch an einzelne Leihverkehrszentralen mit den dort verfügbaren Regionalen Zettel-Zentralkatalogen geleitet werden.
Nachweise vor 1982; (Bestände der BSB (12) von 1501 bis 1840 im BVB-OPAC nachgewiesen).
Nachweise vor 2004.
(zu § 10 Nr. 3 LVO)
Die Bestellung nachgewiesener Medien erfolgt online bei der besitzenden Bibliothek auf der Basis der im Einzelfall genutzten Datenbank.
Die bestellende Bibliothek ist verpflichtet, die für eine ordnungsgemäße Lieferung von der gebenden Bibliothek benötigten Bestellinformationen zu liefern. Dazu zählen insbesondere:
Bestellende Bibliothek, Sigel, Lieferadresse;
Benutzer-Identifikation (Name und/oder Benutzernummer);
Ggf. Zusatzinformationen: z. B. Kostenübernahmeerklärung für außergewöhnliche Kosten; Akzeptanz von anderen Auflagen, sofern bestellte Auflage nicht verfügbar.
Die automatische Weiterleitung elektronischer Bestellungen zwischen einzelnen Datenbanken bei Nichtverfügbarkeit ist auf der Basis der beteiligten Systeme zulässig.
Sofern Online-Bestellungen nicht möglich sind, können Bestellungen auch auf konventionellem Weg erfolgen. Dazu zählen insbesondere:
Leihscheinformular der LVO von 1993 („roter Leihschein“; bleibt weiterhin gültig).
Dabei sollen in der Bestellung standardmäßig folgende Mindestangaben enthalten sein:
Mehrbändige Werke, Schriftenreihen:
Zusätzlich Gesamttitel, Bandangaben, Zählung
Fundstelle mit Titel (Autor), Seitenzahl, Erscheinungsjahr, ISSN/ISBN
Angabe ermittelter Bestandsnachweise:
Quelle, Sigel der besitzenden Bibliothek(en), Signatur(en)
bei Bestellungen ohne Bestandsnachweis:
Erforderlich ist zusätzlich die Angabe einer bibliographischen Quelle.
Bestellende/nehmende Bibliothek, Sigel, Lieferadresse
Benutzer-Identifikation (Name und/oder Benutzernummer)
Zusatzinformationen: Akzeptanz von anderen Auflagen; Kostenübernahmeerklärung für außergewöhnliche Kosten.
Bei Leitwegfestlegung Angabe von max. 3 Stationen; Angabe der max. Erledigungsfrist.
(zu § 19 LVO)
Auslagenpauschale gem. § 19,1:
Die Höhe der Auslagenpauschale wird von den Unterhaltsträgern der Leihverkehrs-Bibliotheken festgelegt, wobei eine einheitliche Regelung angestrebt werden soll. Porto- bzw. Lieferkosten für die Benachrichtigung bzw. Auslieferung können ggf. zusätzlich berechnet werden.
Die Auslagenpauschale und die Porto- bzw. Lieferkosten erhebt die nehmende Bibliothek vom Benutzer.
Die Auslagenpauschale wird fällig bei Bestellabgabe, unabhängig von einem Erfolg der Bestellung. Bezugsgröße ist die physische Medieneinheit gem. § 10,3.
Außergewöhnliche Kosten gem. § 19,2 werden direkt zwischen der nehmenden und der gebenden Bibliothek abgerechnet ohne Einschaltung des nachstehend empfohlenen pauschalen Verrechnungsverfahrens.
Verrechnung zwischen gebenden und nehmenden Bibliotheken gem. § 19,3:
Eine Verrechnung findet nur in den Fällen statt, bei denen die Bestellung online über das für die nehmende Bibliothek zuständige Verbundsystem erfolgt ist.
Die Kultusministerkonferenz empfiehlt hierfür ein pauschaliertes Abrechungsverfahren.
Bei der für die nehmende Bibliothek zuständigen Verbundzentrale wird treuhänderisch ein Verrechnungskonto eingerichtet. Für jede Online-Bestellung, die von einer Bibliothek positiv erledigt wird, zahlt die nehmende Bibliothek einen Betrag in Höhe von 1,50 EURO (bzw. eine entsprechende Verrechnungseinheit) ein.
Für jede positiv erledigte Online-Bestellung (= pro ausgelieferter physischer Medieneinheit/Kopie) erhält die gebende Bibliothek einen Betrag in Höhe von 1,20 EURO (bzw. eine entsprechende Verrechnungseinheit) gutgeschrieben.
Die Verbundzentralen erhalten für ihre Aufwendungen pro positiv erledigte Bestellung 0,30 EURO, wenn die Verrechnung innerhalb der eigenen Region stattfindet.
Bei einer Verrechnung zwischen den Verbünden erhält jede Verbundzentrale einen Anteil von 0,15 EURO.
Einzelheiten des Verfahrens einschließlich Zahlungs- und Verrechnungs-Zeiträume sollen durch die Verbundzentralen nach Absprache verbindlich festgelegt werden, insbesondere die Verrechnung zwischen einzelnen Verbundzentralen, wenn gebende und nehmende Bibliothek unterschiedlichen Systemen angehören.
(zur LVO)
Anmerkungen zur Ordnung des Leihverkehrs in der Bundesrepublik Deutschland Leihverkehrsordnung (LVO)
zu § 1 Abs. 3 c:
Die Kultusministerkonferenz geht von einem Preis von bis zu 15 EUR aus.
Die betreuende Bibliothek übernimmt damit die Funktionen einer bisherigen Leitbibliothek.
zu § 8 Abs. 4 a:
Für die lokale und regionale Presse können auch Bibliotheken am Erscheinungsort herangezogen werden.
Soweit eine Sendung auf mehrere Pakete verteilt werden muss, ist jedem Paket ein eigenes Begleitformular beizulegen, das sich nur auf den Inhalt des Paketes bezieht. Für Sendungen des gebenden bzw. des nehmenden Leihverkehrs sind unterschiedliche Begleitformulare zu verwenden. Bei der Verwendung eines gemeinsamen EDV-Formulars müssen gebender und nehmender Leihverkehr deutlich unterschieden werden.
zu § 14 Abs. 1 a und b:
Statt der Ausleihe des Originals ist in diesen Fällen die Lieferung von Kopien oder Mikroformen zu erwägen, ggf. gegen Berechnung.
Für die überregionalen Schwerpunktbibliotheken besteht eine besondere Verpflichtung, ihre speziellen Bestände für den Leihverkehr zur Verfügung zu stellen.
Kürzere Leihfristen müssen durch auffällige Friststreifen kenntlich gemacht werden. Bei Verlängerungsanträgen und Mahnungen sind die Bestellnummer und die Signatur anzugeben.
Außergewöhnliche Kosten können nur in Rechnung gestellt werden, wenn die Kostenpflicht zwischen nehmender und gebender Bibliothek vorher abgesprochen oder die Bereitschaft des Benutzers zur Kostenübernahme auf der Bestellung deklariert war.
SächsABl. 2009 Nr. 14, S. 609
Fsn-Nr.: 70-V09.2
Quelle: REVOSax http://revosax.sachsen.de/vorschrift/10702 Stand vom 25.05.2019

References: § 2
 § 7
 § 4
 § 8
 § 9
 § 10
 § 19
 § 19
 § 10
 § 19
 § 19
 § 1
 § 8
 § 14