Source: http://world-of-dayz.de/forum/index.php?thread/9251-das-neue-chernarussische-gesetzbuch/&postID=66486
Timestamp: 2019-01-20 22:18:23+00:00

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Erneut sind einige Woche verstrichen. Im Norden des Landes konnte ich einige Bewegungen von Überlebenden beobachten. Anscheinend sammelt sich dort eine größere Gruppe an, zumindest deutet dies der rege Verkehr hinsichtlich Fahrzeugen an. Bisher konnte ich nicht ausmachen um was für eine Art von Menschen es sich handelt. Erneut konnte ich keine staatliche Einrichtung oder militärische Versorgungseinheit antreffen. Dennoch müssen solche Truppen im Land sein. Ich habe erst letztens, in der Nähe von Lopatino, ein Helikopter-Wrack vorfinden können. Es befand sich weit und breit keine Personen. Nicht einmal Tote waren aufzufinden. Nur Bekleidung und Ausrüstung der UN lagen verstreut um den Helikopter. Daher nehme ich an, dass es noch militärische Einheiten in unserem Land geben muss. Wenn sich der Staat nicht endlich zwischen dieser ganzen Anarchie und Selbstzerstörung zeigt, ist unser Land am Ende. Viele haben an dem großen Werk „Chernarus“ mitgewirkt. Große Frauen und Männer, die Verantwortung mit dieser Gewissenhaftigkeit übernahmen, haben eins Chernarus erbaut. Die Lösung von Russland war ebenfalls sinnlos. Um nun... letztendlich zu fallen.
Meine planlosen Schritte brachten mich nach Lopatino. Dort wurde auf mich geschossen, ohne einen Grund dafür zu haben. Ich weiß bis heute nicht wer diese Person war. Kann ihn nicht beschreiben… Letztendlich bin ich einem Ausländer namens Attila begegnet. Er wirkte zunächst etwas zurückhaltend, aber nach ein paar Minuten wurde offener, sodass ich ein paar Informationen einholen konnte. In Kabanino versuchen irgendwelche Amerikaner die Stadt an sich zu reißen, um ihr ausländischer Unsinn und fehlgeleiteten Ansichten in Chernarus auszubreiten. Ich frage mich bis heute wie so etwas möglich sein, dass wildfremde, noch Ausländer sich das Recht rausnehmen können, den Besitz von anderen Menschen zu übernehmen und dann noch die Strukturen eines eigenen Staates aufbauen. Mir genügten die Worte von Atilla, um direkt zu wissen, dass ich mich von Kabanino fernhalten werde.
Zu meiner Enttäuschung… ich bin nun doch in Kabanino gelandet, auch etwas gegen meinen Willen. Vor ein paar Tagen bin ich in Stary Sobor gewesen und entnahm Schüsse aus der Richtung von Kabanino. Ich setzte meinen Weg fort und versuchte abseits von der Straße zu laufen, dass ich unentdeckt vor diesen ganzen Infizierten mich bewegen konnte, aber auch von den Bewohnern aus Kabanino nicht entdeckt werden kann. Aber wie es der Zufall wollte, liefen zwei Bewohner auf der Straße nach Stary Sobor. Komischerweise konnten diese mich, trotz Dunkelheit und strömenden Regen, sofort zwischen Gebüschen erkennen. Ich versuchte zunächst mich weiter zu verstecken, aber einen von diesen Personen zog seine Waffe sofort und bedrohte mich. Irgendwann fiel sogar ein Schuss, unmittelbar in meine Nähe. Somit musste ich mich zeigen und ihren Fragen standhalten. Auch hier war bei beiden sofort zu merken, dass sie kommunikativ waren und dabei einiges von Kabanino berichteten. Ich sprach sie offen bezüglich dieser Amerikaner an und dem Umstand, dass Fremde sich irgendwelche Rechte herausnehmen, ohne dafür bestraft zu werden. Die Person, die mich fast angeschossen hatte, behauptete, dass er vom Militär sei. Seine Kleidung und Waffe wirkten so, aber sein Verhalten und Redensart deutete eher auf einen Hochstapler. Außerdem versuchte er mich anzulügen. Auf meine Frage, ob er die Amerikaner kennt, tat er so als hätte er von ihnen nie gehört. Aber dank meiner Berufserfahrung, war es ein Kinderspiel über bestimmte Fragen die richtige Antwort rauszufinden. Er kennt die Amerikaner und arbeitet, zumindest arbeitete er mit diesen zusammen. Seine Aussagen, dass er nur ein unwissender Sicherheitsmann aus Kabanino sei, entpuppte sich innerhalb wenigen Gesprächsminuten zu einer schlechten Lüge. Beschämender finde ich es nur, dass ein angeblicher chernarussischer Soldat nun den Handlager von irgendwelchen Ausländern spielt. Wie passt das?
Gegen Ende des Gesprächs boten sie mir an, dass ich sehr gerne in Kabanino ein Zuhause finden kann. Auf Nachfragen, ob sich noch andere chernarussische Bürger in dieser Siedlung befinden, ließ ich mich dazu bereitschlagen. Bisher konnte ich von Kabanino nicht wirklich viel entdecken. Lernte ebenfalls kaum Menschen dort kennen. Einzige was ich weiß, dass dort viel geschossen wird und die dortigen Menschen andauernd auf Munition- und Waffensuche sind. Und… das wichtigste, ich muss hier wieder weg.
die Siedlung "Winchester Springs" und dessen Vertreter
Die Staatsanwaltschaft legt aufgrund ihrer Ermittlung den Anschuldigen folgenden Sachverhalt zur Last:
Schwerer Hausfriedensbruch nach § 124 StGB
Landfriedensbruch nach § 125 StGB
Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Strafen nach § 126 StGB
Bildung bewaffneter Gruppen nach § 127 StGB
Bildung krimineller Vereinigungen nach § 128 StGB
Anleitung zu Straftat nach § 130a StGB
Vor einigen Wochen habe ich den Ort verlassen. Ich frage mich noch bis heute, wie ich mich damals von diesen zwei Personen dazu überreden lassen konnte, dass ich dort als Gast in dieser Siedlung landete. Bezüglich meiner eigenen Dummheit muss ich zugeben, dass ich von den zwei Männer die Namen vergessen habe. Dennoch weiß ich noch ganz genau, was für einen Unsinn sie mir erzählen wollten. Besonders dieser Soldat. Nach meiner Ankunft in der Siedlung sah ich beide nie wieder mehr. Generell lernte ich dort kaum Bewohner kennen. Außerhalb, in der Nähe von Vybor, bin ich auf einen Mann namens Martin gestoßen. Nach seinen Angaben würde er ebenfalls dort wohnen, aber konnte mir keine genauen Angaben hinsichtlich Anführer und ihren Aufenthaltsort geben. Irgendwann kehrte ich zurück und natürlich war wieder keiner vorzufinden. Soweit ich mich richtig zurück erinnern kann, blieb ich noch für zwei weitere Nächte.
In der Annahme, dass ich eventuell auf weitere Überlebende stoßen könnte, setzte ich meinen Weg in Richtung Norden fort. Vor ein paar Monaten konnte ich ja dort Bewegungen von Überlebenden wahrnehmen. Allerdings zeigte sich, dass ich umsonst in den Norden gewandert bin. Es müssen mehr Überlebende in Chernarus geben - selbst wenn es irgendwelche zugewanderte Personen sind. Ich glaube kaum, dass ich die letzten Menschen angetroffen habe und dabei diese an einer Hand abzählen kann.
Nun laufe ich entlang der Hauptstraße, von Lopatino nach Elektrozavodsk, in der Hoffnung, wie einst, auf dieser Route weitere, neue Überlebende antreffen zu können. Mir würde es schon reichen, wenn es irgendwelche Plünderer oder Banditen sind. Einfach die Bestätigung bekommen, dass es noch andere Menschen gibt. Zu wissen, dass Chernarus noch nicht ausgestorben ist und man sich eigentlich auf einem toten Gebiet, wie Tschernobyl, bewegt.
Anscheinend muss mich die gefundene Thunfisch-Dose so glücklich gestimmt haben, dass ich erneut nach Kabanino ging. Vielleicht finde ich heute jemand? Jemand, der mir weiterhelfen kann? Selbstverständlich wurde ich dort nicht fündig. Zumindest wenn es um die Frage nach Überlebenden ging. Anscheinend war vor paar Tagen eine Gruppe von der Regierung in Kabanino gewesen. "Notstandsmaßnahme im öffentlichen Interesse", "Medizinische Versorgung" und so weiter. Für dieses Nichts an Hilfe und Sicherheit lässt sich die Regierung ziemlich lange Zeit - damit sie wieder abziehen. Da ich weiter nichts in Kabanino zu erwarten habe, setzte ich meinen Weg fort.
Auf meiner neuen Route begegnete ich einem Unbekannten. Natürlich, wie immer, bekam ich direkt seine Waffe ins Gesicht gehalten. Anfänglich dachte ich, dass er mich gleich ausrauben wird, aber er tat es nicht?! Zu Beginn des Gesprächs war er einfach nur unfreundlich, arrogant (worauf denn bitte? HIER IST JA NICHTS MEHR!!!!!). Er stellte doofe Fragen, während er die sinnvollen vergessen hat. Man bemerkte einfach, dass er bereits früher schon kein Mann mit Verstand und auch Anstand war. Zu meiner Verwunderung fragte er mich, ob ich ihn nicht begleiten möchte. Selbstverständlich traute ich ihm nicht. Sein vorheriges Verhalten erklärte mir vieles.
Schlussendlich trennten sich unsere Wege.
Ich dachte, dass ich den Schmerz überwunden habe, aber ich merke ihn wieder in mir aufkommen und das noch heftiger als zuvor. Da ich mich seit Wochen nur allein durch diese neue Welt durchschlagen muss, finde ich kaum eine Ablenkung oder irgendeinen Trost, dass ich mich mit dieser neuen Lebenssituation abfinden könnte. Um den anhaltenden Schmerz zu überstehen, versuche ich mich immer wieder an die schönen, gemeinsamen Momente zu erinnern. Doch mit zunehmender Zeit verliere ich die Erinnerungen. Früher waren es noch wie kleine Filme in meinem Kopf, nun sind es nur noch Bilderszenen und werden dabei wie von einem schwarzen Rauch ummantelt. Ein schwarzer Rauch, der langsam mir die letzten Erinnerungen auffrisst und dabei noch Dunkelheit über mich bringt. Ich habe Angst davor. Ich will meine Erinnerungen nicht verlieren.
Auch wenn ich ihn schon verloren habe, möchte ich ihn nicht vergessen…. Was habe ich denn noch? Nichts. Ich stehe am Ufer und die Flut überkommt mich, aber du bist nicht da, um mich zu retten. Wer achtet darauf, dass ich mich nicht verlaufe in dieser düsteren Welt. Wer fängt mich auf, wenn ich beginne zu schwanken? Wer navigiert mich durch diese kommende Dunkelheit? Niemand.
So bleibt mir nur der Kampf mit dieser dunklen Macht, die versucht mich in ihre Höhle zu ziehen. Auch wenn ich noch lebe, bedeutet es, dass ich irgendwann den innerlichen Tod finden werde. Es beginnt bereits jetzt schon… oder wieso hätte ich diesen Mann einfach so seinem Schicksal überlassen. Nun versucht er mich dennoch zu helfen und es ist mir egal. Ich suche nach Überlebende, um die Einsamkeit und schlussendlich die Dunkelheit besiegen zu können. Doch dann trete ich die Chancen mit Füßen und ziehe mich aus dem Ganzen heraus.
Ich verstehe mein Verhalten selbst nicht.
Liegt es an dieser neuen Situation?
Hat die Dunkelheit bereits gewonnen und ich habe es noch nicht erkannt?
§ 20 Verminderte Schuldfähigkeit StGB
Tulga. Ein Hafen für verlorene Überlebende. Es ist zwar dort deutlich besser, als die Siedlung in Kabanino. Dennoch weist diese Gruppe keine richtigen Strukturen auf und auch der Versuch dieses umzusetzen, bringt Probleme mit sich. Obwohl wir über einen „Sheriff“ verfügen, bezweifele ich, dass diese Person im Ernstfall die richtige Entscheidung für die Gruppe fällt. Selbst wenn man seinen Aussagen bezüglich seines früheren Lebens als Polizist in der USA glauben schenken mag, so überzeugt er nicht, dass er seinem selbsternannten Posten gerecht werden kann. Dies wurde mir besonders in den letzten Tagen gezeigt. Seine „rechte Hand“ beschäftigt sich kaum mit der Gruppe und wirkt nur abweisend, unwissend und vor allem desinteressiert. Bisher gibt es nur eine Person, die ich als fähig und geistig auf der Höhe sehe. Auch wenn er seine Begleiterin wie das letzte Dreck behandelt, hat er einen guten Überblick und erkennt bei bedeutende Situationen die Notwendigkeit.
Ich bin mir ebenfalls unsicher, wie dieser Ort geführt werden soll. In welche Richtung soll sich Tulga nun entwickeln? Wir bieten jedem Überlebenden ein Zuhause an, versorgen ihn und helfen ihm. Aber wir haben keine richtige Aufnahmevoraussetzungen, geschweige werden die Leute genauer überprüft, ob sie überhaupt zu uns passen oder vielleicht doch eine Gefahr für uns darstellen können.
Aber es beginnt bereits an unserem Leitbild. Wofür steht Tulga? Was sind unsere Werte? Wer sind wir? Das weiß glaub ich irgendwie keiner. Es fehlt eine strenge Hand, die die richtige Richtung vorgibt und diese entsprechend kontrolliert. So wundert es mich nicht, dass die "Mission" in Solnichy mehr als schief gegangen ist. Selbst später als wir den Wagen mit den Kerlen aus Vybor angehalten haben. Ein Teil der Gruppe wollte die Personen ausrauben und das Fahrzeug weg nehmen, während der andere Teil sich nur austauschen wollte. Diese Unstimmigkeiten können auf kurzer oder längerer Zeit die Gruppe auseinander reißen. Was dies bedeutet, dass wir uns irgendwann gegenseitig verfleischen. Kommende Ergebnis: Tulga wird fallen.
Es wird viel geredet und doch zeigen die Taten zeigen wie Tulga wirklich ist. Unkoordiniert, ohne Strukturen, ohne Führung und widersprüchlich.
§ 239 Freiheitsberaubung StGB
(2) Eine Freiheitsberaubung liegt nicht vor, wenn die Annahme besteht, dass eine Gefahr für die eigene Person bestehen könnte.

References: § 124
 § 125
 § 126
 § 127
 § 128
 § 130

§ 20

§ 239