Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Mobbing_Rechte.html
Timestamp: 2017-05-26 12:52:29+00:00

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Welche rechtlichen Folgen hat Mobbing?
Un­ter dem Be­griff "Mob­bing" wer­den vie­le ver­schie­de­ne For­men von Schi­ka­ne zu­sam­men­ge­faßt, die zum großen Teil schon für sich al­lei­ne ge­nom­men rechts­wid­rig sind. So ist z.B. ei­ne Be­lei­di­gung, ei­ne grund­lo­se Ab­mah­nung oder ei­ne nicht dem Ver­trag ent­spre­chen­de Ar­beits­zu­wei­sung oh­ne wei­te­res rechts­wid­rig und da­her zu un­ter­las­sen - oh­ne daß man dafür wis­sen müßte, ob die­se Schi­ka­nen in ei­nem größeren Zu­sam­men­hang, d.h. als Be­stand­teil ei­ner Mob­bing-Kam­pa­gne vor­ge­nom­men wer­den: Wer be­lei­digt wird, kann vom Täter zi­vil­recht­lich Un­ter­las­sung ver­lan­gen und außer­dem Straf­an­zei­ge er­stat­ten, wer oh­ne Grund ei­ne Ab­mah­nung er­hal­ten hat, kann de­ren Rück­nah­me ver­lan­gen und wer ver­trags­wid­ri­ge Ar­beits­auf­ga­ben er­le­di­gen soll, hat ei­nen An­spruch auf ei­ne dem Ver­trag ent­spre­chen­de Beschäfti­gung durch den Ar­beit­ge­ber. Das LAG (Lan­des­ar­beits­ge­richt) Thürin­gen stellt da­her in sei­nem Ur­teil vom 10.04.2001 (Ak­ten­zei­chen: 5 Sa 403/00) völlig zu­recht fest: "Bei dem Be­griff >Mob­bing< han­delt es sich nicht um ei­nen ei­genständi­gen ju­ris­ti­schen Tat­be­stand. Die recht­li­che Ein­ord­nung der un­ter die­sen Be­griff zu­sam­men­zu­fas­sen­den Ver­hal­tens­wei­sen be­ur­teilt sich aus­sch­ließlich da­nach, ob die­se die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Rechts­vor­schrift erfüllen, aus wel­cher sich die gewünsch­te Rechts­fol­ge her­lei­ten läßt." (Leit­satz 4)
Ist die juristische Definition von Mobbing überflüssig?
Von da­her stellt al­ler­dings die Fra­ge, war­um man sich über­haupt die Mühe ma­chen soll­te, den Be­griff "Mob­bing" ju­ris­tisch zu de­fi­nie­ren und im Ein­zel­fall zu prüfen, ob ein Fall von Mob­bing im Sin­ne die­ser De­fi­ni­ti­on vor­liegt. Wenn sich kei­ne be­son­de­ren Rechts­fol­gen dar­aus er­ge­ben, daß ein Ar­beit­neh­mer ge­mobbt wird, wäre ei­ne ju­ris­ti­sche De­fi­ni­ti­on von "Mob­bing" überflüssig. Das ist sie aber nicht. Wenn ein Ar­beit­neh­mer nämlich nicht "nur" recht­wid­ri­gen Schi­ka­nen des Ar­beit­ge­bers, sei­ner Kol­le­gen oder sei­ner Vor­ge­setz­ten aus­ge­setzt ist, son­dern wenn die­se Schi­ka­nen zu­gleich auch un­ter den Be­griff des "Mob­bing" fal­len, dann ist der Be­trof­fe­ne vor Ge­richt in zwei Hin­sich­ten bes­ser ge­stellt:
Auch hier­bei ist al­ler­dings zu be­ach­ten, dass sich vie­le Ar­beits- und Lan­des­ar­beits­ge­rich­te die­ser Rechts­mei­nung aus­drück­lich nicht an­ge­schlos­sen ha­ben. Ei­ne Be­ru­fung auf das Ur­teil des LAG Thürin­gen dürf­te da­her in den meis­ten Fällen nicht zielführend sein. Zum glei­chen Er­geb­nis, nämlich zu ei­ner Kom­pen­sa­ti­on der ungüns­ti­gen Be­weis­la­ge, kommt man al­ler­dings, wenn man den Pro­zess­geg­ner da­zu nötigt, zu länger zurück­lie­gen­den, de­tail­liert ge­schil­der­ten Vorgängen Stel­lung zu be­zie­hen. Welche Rechte haben Mobbingopfer nun konkret?
Welche Rechte haben Betroffene gegenüber Kollegen?
Kommt es zu straf­ba­ren Hand­lun­gen durch Ar­beits­kol­le­gen, d.h. zu Be­lei­di­gun­gen, zur Ver­brei­tung von Gerüch­ten, die den Be­trof­fe­nen verächt­lich ma­chen, zu Tätlich­kei­ten, d.h. zur An­wen­dung oder kon­kre­ten An­dro­hung körper­li­cher Ge­walt, zu ei­ner se­xu­el­len Nöti­gung,
Welche Rechte haben Betroffene gegenüber dem Arbeitgeber?
In den oben ge­nann­ten Fällen von Schi­ka­nen durch Kol­le­gen kann der Be­trof­fe­ne vom Ar­beit­ge­ber ver­lan­gen, daß die­ser in ge­eig­ne­ter Wei­se auf die Kol­le­gen ein­wirkt, um ei­ne Ände­rung ih­res Ver­hal­tens her­bei­zuführen. Wie der Ar­beit­ge­ber da­bei vor­geht, ist im Prin­zip ihm selbst über­las­sen, doch muß die Ein­flußnah­me auf die mob­ben­den Kol­le­gen schnell und ef­fek­tiv sein. In Be­tracht kom­men hier Gespräche zwi­schen den Be­tei­lig­ten (Ar­beit­ge­ber, Mob­ber, Mob­bing­op­fer), Er­mah­nun­gen, Ab­mah­nun­gen, Ver­set­zun­gen oder in ex­tre­men Fällen auch die Kündi­gung des für das Mob­bing ver­ant­wort­li­chen Ar­beit­neh­mers durch den Ar­beit­ge­ber. Ist der Ar­beit­ge­ber da­ge­gen selbst, d.h. als trei­ben­de Kraft ver­ant­wort­lich für Be­lei­di­gun­gen,
Welchen Inhalt hat das Beschwerderecht?
In al­len oben ge­nann­ten Fällen be­steht die Möglich­keit, sich beim Ar­beit­ge­ber zu be­schwe­ren. Die­ses Recht folgt aus § 84 Abs.1 Satz 1 Be­trVG. Die­se Vor­schrift lau­tet:
Können Betroffene wegen Mobbings die Arbeit verweigern?
Der von rechts­wid­ri­gen Schi­ka­nen be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer hat wei­ter­hin, falls der Ar­beit­ge­ber von den Vorfällen weiß und da­ge­gen nichts un­ter­nimmt, gemäß § 273 Abs.1 Bürger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) das Recht, sei­ne Ar­beits­leis­tung zu ver­wei­gern, so­lan­ge die rechts­wid­ri­gen Schi­ka­nen an­dau­ern, d.h. er hat ein Zurück­be­hal­tungs­recht. § 273 Abs.1 BGB lau­tet:
Können Betroffene wegen Mobbings das Arbeitsverhältnis außerordentlich kündigen?
Wenn die Si­tua­ti­on im Be­trieb un­erträglich ge­wor­den ist und der Ar­beit­ge­ber trotz Kennt­nis der Schi­ka­nen mögli­che und zu­mut­ba­re Ab­hil­fe­maßnah­men nicht er­greift, kann der be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer gemäß § 626 BGB aus wich­ti­gem Grun­de oh­ne Ein­hal­tung ei­ner Frist kündi­gen. Ist die außer­or­dent­li­che Kündi­gung ge­recht­fer­tigt, d.h. liegt ei­ne wich­ti­ger Grund vor, kann der Ar­beit­neh­mer wei­ter­hin gemäß § 628 Abs.2 BGB Scha­dens­er­satz we­gen Auflösungs­ver­schul­dens, d.h. we­gen des durch den Ar­beit­ge­ber ver­schul­de­ten Ver­lus­tes des Ar­beits­plat­zes ver­lan­gen. § 628 Abs.2 BGB lau­tet:
Können Betroffene Schadensersatz wegen Mobbings beanspruchen?
Sch­ließlich kann der be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer vom Ar­beit­ge­ber auch Scha­dens­er­satz we­gen ei­ner durch das Mob­bing be­ding­ten Krank­heit ver­lan­gen, wenn den Ar­beit­ge­ber an dem Mob­bing ein Ver­schul­den trifft, d.h. wenn er selbst ge­mobbt hat oder es vorsätz­lich oder fahrlässig un­ter­las­sen hat, das von Kol­le­gen aus­ge­hen­de Mob­bing zu un­ter­bin­den. Der Scha­dens­er­satz­an­spruch ist zum ei­nen auf Er­satz der Hei­lungs­kos­ten ge­rich­tet und wird in­so­weit in der Re­gel kraft über­ge­gan­ge­nen Rechts von der Kran­ken­kas­se oder Kran­ken­ver­si­che­rung gel­tend ge­macht, die die Kos­ten zunächst auf­ge­wen­det hat. Zum an­de­ren kann aber auch der Ar­beit­neh­mer von die­sem Er­satz­an­spruch we­gen mob­bing­be­ding­ter Krank­heit pro­fi­tie­ren, nämlich dann, wenn er länger als sechs Wo­chen ar­beits­unfähig krank ist und Kran­ken­geld von der Kran­ken­kas­se be­zieht. In ei­nem sol­chen Fall geht der dem Ar­beit­neh­mer zu­ste­hen­de Scha­dens­er­satz­an­spruch auf Er­satz der Dif­fe­renz zwi­schen dem nor­ma­len Ar­beits­ent­gelt und dem von der Kran­ken­kas­se ge­zahl­ten Kran­ken­geld.
Welche Rechte bestehen gegenüber dem Betriebsrat?
Wenn es in dem Be­trieb, in dem der ge­mobb­te Ar­beit­neh­mer tätig ist, ei­nen Be­triebs­rat gibt, dann hat der Ar­beit­neh­mer gemäß § 85 Abs.1 Be­trVG das Recht, sich beim Be­triebs­rat zu be­schwe­ren. § 85 Abs.1 Be­trVG lau­tet:
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References: § 84
 § 273
 § 273
 § 626
 § 628
 § 628
 § 85
 § 85