Source: https://www.komm-ass.de/autismuszentrum_rechtliches.php
Timestamp: 2018-04-24 06:35:17+00:00

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Komm!ASS® | Austismuszentrum
Finanzierung/Kostenübernahme der Therapie
Die Kosten für eine autismusspezifische Therapie können vom
Sozial- oder Jugendamt
übernommen werden. Wer für die Kostenübernahme zuständig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wir helfen Ihnen gerne gerne bei der Antragsstellung.
Autistische Menschen können
seelisch, geistig und körperlich behindert sein.
Wenn mehrere Arten von Behinderung zutreffen, spricht man von einer
“Mehrfachbehinderung”.
Das Autismus-Spektrum zählt nach ICD 10 als “Entwicklungsstörung” zu den psychischen Störungen. Entsprechend gilt Autismus als seelische Behinderung im Sinne des Sozialgesetzes.
Wenn bei einer autistischen Person eine sogenannte “geistige Behinderung” festgestellt wird, gilt sie als mehrfachbehindert: seelisch und geistig.
Wenn	eine autistische Person nicht oder nur eingeschränkt sprechen kann, gilt sie als mehrfachbehindert, nämlich seelisch und körperlich.
Diesozialrechtliche Zuordnung ist wichtig, weil je nach Art der Behinderung ein anderer Kostenträger zuständig ist:
seelisch behinderte Kinder, Jugendliche und junge Volljährige
wird Eingliederungshilfe nach dem Kinder- und Jugendhilferecht geleistet (§ 35a SGB VIII). Kostenträger ist hier das
körperlich oder geistig behinderte
ist das Recht der Sozialhilfe nach dem SGB XII anzuwenden (vorrangig gemäß § 10 Abs. 4 Satz 2 SGB VIII). Kostenträger ist das
Auch für Personen über 18 Jahre kann übrigens die Kinder- und Jugendhilfe (d.h. das Jugendamt) zuständig sein, nämlich im Rahmen der Eingliederungshilfe für junge Volljährige. Diese Hilfe endet endet normalerweise, wenn die Person 21 wird, in Einzelfällen kann sie aber bis maximal zum 27. Geburtstag weiter gewährt werden.
In der Regel wird Eingliederungshilfe für junge Menschen mit Asperger-Syndrom nach § 35a SGB VIII (Jugendamt) geleistet, für junge Menschen mit der Diagnose “Frühkindlicher Autismus”, die im Allgemeinen als mehrfachbehindert gelten, nach SGB XII (Sozialamt). Im Einzelfall ist die Zuordnung dennoch oft umstritten.
In manchen Fällen wird nach Art der notwendigen Leistung entschieden.
(vgl. http://autismus-kultur.de/autismus/recht/eingliederungshilfe-fuer-autistische-kinder-und-jugendliche.html)
Die Eingliederungshilfe kann auch in Form des Persönlichen Budgets erhalten werden, d.h. nicht als Sach-, sondern als Geldleistung erbracht werden. Sachleistung heißt, das Amt übernimmt die Kosten für notwendige Maßnahmen direkt und überweist das Geld an den Träger der Maßnahme. Die Auszahlung als Geldleistung wird “Persönliches Budget” genannt. Wie bei der Sachleistung wird hier festgestellt, welchen Bedarf es gibt, das Geld wird dann aber direkt an die betreffende Person bzw. an ihre Eltern ausgezahlt. Diese bezahlen dann die notwendigen Maßnahmen damit. Ob und wie die Verwendung des Geldes nachgewiesen werden muss, legen Leistungsträger und Budgetnehmer in einer Zielvereinbarung fest. Der Nachweis bezieht sich dabei auf die Maßnahmen, nicht auf die Kosten.
Der Nachteil des Persönlichen Budgets ist der höhere Verwaltungsaufwand.
Es gibt zahlreiche Beratungsstellen zum Persönlichen Budget bzw. überhaupt zur Finanzierung von autismusspezifischer Therapie:
Beratung durch die „Offene Hilfen der Lebenshilfe Heidelberg“ (Ann-Mari Reiche/Bettina Bauer-Teiwes, 06221 33 9 23 15, zukunft@offene-hilfen-heidelberg.de)
Beratung zu Unterstützungsmöglichkeiten und deren Finanzierung für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung und deren Angehörige
Offene Hilfen Weinheim, Oliver Andres, 06201 98 6 89 17, andres@lebenshilfe-weinheim.de
Offene Hilfen Mannheim, Alexander Baues, 0621 49 07 0 69 12, offene-hilfen@lebenshilfe-mannheim.de
Offene Hilfen Schwetzingen-Hockenheim, Volker Kurz, 06202 97 8 48 10, v.kurz@lebenshilfe-schwetzingen.de
Offene Hilfen Wiesloch, Melanie Leybold, 06222 93 5 86 08, m.leybold@lebenshilfe-wiesloch.de
Offene Hilfen Sinsheim, Lisa Risch, 07261 92 15 41, risch@lebenshilfe-sinsheim.de
(vgl.http://autismus-kultur.de/autismus/recht/eingliederungshilfe-fuer-autistische-kinder-und-jugendliche.html)
Rechtsgrundlagen für Autismustherapie, bezogen auf die gesamte Lebensaltersspanne
im Vorschulalter als Hilfe zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, §54 Abs. 1 SGB XII i.V.m §55 SGB IX bzw. i.V.m §35 a Abs. 3 SGB VIII
im Schulalter als Hilfe zur angemessenen Schulbildung, § 54 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB XII bzw. i.V.m §35 a Abs. 3 SGB VIII
als Hilfe zur schulischen Ausbildung für einen angemessenen Beruf einschließlich des Besuchs einer Hochschule, §54 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB XII bzw. i.V.m §35 a Abs. 3, 41 SGB VIII
im Erwachsenenalter häufig als Hilfe zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, §54 Abs. 1 SGB XII i.V.m §55 SGB IX
im Erwachsenenalter in bestimmten Fällen auch als Hilfe zur Teilhabe am Arbeitsleben, §54 Abs. 1 SGB XII i.V.m §33 SGB I

References: § 10
 § 35
 §54
 §55
 §35
 § 54
 §35
 §54
 §35
 §54
 §55
 §54
 §33