Source: https://www.pflege.at/lexikon/suizid
Timestamp: 2019-04-21 23:29:20+00:00

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pflege.at: Lexikon: Suizid
Das Wort „Suizid“ wird in der modernen Wissenschaftssprache bevorzugt, während der sprachlich häufiger gebrauchte Ausdruck „Selbstmord“ als Lehnübersetzung bereits im 17. Jahrhundert ebenfalls aus „suicidium“ entstand.S. 666 Die Bezeichnung „Selbstmord“ ist jedoch aus juristischer Sicht inkorrekt, da eine Selbsttötung nicht die heutigen juristischen Kriterien eines Mordes erfüllt.
;Selbstmord
Die indogermanische Wurzel des Wortes „Mord“ bedeutet „aufgerieben werden, zerreiben“ (vgl. aus derselben Sprachwurzel: „mürbe“).S. 469 Es stand ursprünglich für „Tod“ während das Adjektiv „tot“ eine alte Partizipialbildung zu dem nicht mehr gebräuchlichen althochdeutschen „touwen“ ist, was „sterben“ bedeutet.S. 748 Doch schon in altgermanischer Zeit hatte sich die Wortbedeutung bei vielen Stämmen verschoben und stand für „absichtliche, heimliche Tötung“. Den gleichen indogermanischen Ursprung hat das lateinische „Mors“ (Tod).
1652 wurden durch John Donne die Begriffe „self murder“ für den verwerflichen Selbstmord und „self-homocide“ für den nicht von vorneherein verwerflichen Suizid in der englischen Sprache etabliert.1
Fritz Mauthner schrieb 1923 in seinem Wörterbuch der Philosophie: „Und weil der sogenannte Selbstmord doch auch kein unnatürlicher Tod ist, weil es immer natürlich zugeht – dieweil der Mensch eben im Leben wie im Sterben immer mit zu der Natur gehört –, darum bin ich geneigt, den neuen, nicht ganz einwandfrei gebildeten Ausdruck Freitod – im D. W. noch nicht gebucht – dem alten und an die Sprache des Strafrechts erinnernden Worte Selbstmord vorzuziehen. […] Jean Paul konnte die Umformung Selbermord wagen; immer knüpft die Vorstellung an die des Verbrechens an, wie es denn im Französischen bis nach der Mitte des 18. Jahrhunderts homicie de soi-même hieß. […]“2
In der Wissenschaft wird der Begriff heute meist abgelehnt3, da eine Beurteilung der Tat vermieden werden soll: Fred Dubitscher sagte „Selbstmord sei kein Mord im eigentlichen Sinn und kein Verbrechen“.4 Adrian Holderegger formulierte: „Dieses Residuum eines religiösen Vorurteils und einer veralteten Rechtsauffassung hat in einem modernen Beurteilungsschema keinen Platz mehr“.5
;Freitod
Der Begriff Freitod wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus Friedrich Nietzsches „Vom freien Tode“ gebildet, das in seinem Werk Also sprach Zarathustra enthalten ist.S. 203.
Aus psychiatrischer Sicht handelt es sich um eine Form der rationalen Bewältigung suizidaler Tendenzen, wie sie etwa der schwer traumatisierte Schriftsteller Jean Amery vorgenommen hatte.6
Unklar ist, ob es einen rationalen Suizid aufgrund philosophischer Erwägungen gibt. Der Philosoph Wilhelm Kamlah spricht von einem Entschluss zur Selbsttötung nach reiflicher Überlegung und aus innerer Ruhe und Freiheit heraus.7
In begrifflicher Nähe dazu steht der von Alfred Hoche eingeführte „Bilanzsuizid“, die Selbsttötung nach rationaler Abwägung der Lebensumstände. Bilanzsuizide im Sinne einer rational kalkulierten Entscheidung entsprechen einem subjektiven Empfinden. Viktor Frankl spricht sich daher dafür aus, die Bezeichnung Bilanzsuizid ausschließlich für die Sicht des Betroffenen zu verwenden.8
Die relativ häufigste Ursache für einen Suizid bzw. Suizidversuch wird heute in diagnostizierbaren psychischen Erkrankungen gesehen. Je nach Schätzung werden 90 % aller Suizide in westlichen Gesellschaften hierauf zurückgeführt.9 Da die Diagnose häufig erst nach einem erfolgreichen Suizid als Verdachtsdiagnose gestellt wird, ist diese Einteilung zumindest fragwürdig, da zur Diagnose nur die Suizidhandlung an sich und die Beschreibungen von Angehörigen herangezogen werden können. Letztere sind unter Umständen unvollständig oder fehlerhaft, oder es wird einzelnen Begebenheiten im Nachhinein eine unangemessene Bedeutung beigemessen (Recall Bias). Andere Studien betrachten nur Patienten mit bereits bekannter psychiatrischer Krankheit und zeigen ebenfalls einen hohen Anteil von psychisch Kranken an den Suiziden, tendenziell wird dieser hier sogar unterschätzt, weil viele psychiatrische Erkrankungen nicht diagnostiziert werden. Suizid kommt demnach gehäuft vor bei allen Psychosen, vor allem aber bei Depressionen und manisch-depressiven Erkrankungen.
Jean Améry, ein Schriftsteller, der durch eigene Hand starb, sah als individuelle Ursache für den Suizid das eigene Scheitern, welches das Leben widrig macht.10
Fritz Mauthner verglich in seinem „Wörterbuch der Philosophie”11 den Suizidenten mit einer an der Ufermauer stehenden Katze, die, weil sie von heißen Eisenstangen umzingelt ist, ins für sie tödliche Wasser springt. Wie die Katze, die sonst schwere Verbrennungen erlitte, töten wir uns selbst also nur dann, wenn wir das Weiterleben als unerwünschter einschätzen als den Tod. Dann erst entstehe die Möglichkeit, dass bewusste Motive stärker als der Instinkt zur Selbsterhaltung werden.
Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass es weltweit etwa eine Million Suizide pro Jahr gibt und dass 10 bis 20 Mal so viele scheitern.12
Innerhalb der OECD schwankte die Suizidrate (Suizide pro 100.000 Einwohner/Jahr) in den Jahren 1960 bis 2005 zwischen 11 und 16. Seit einem Spitzenwert von 16,0 im Jahr 1984 nahm die Suizidrate stetig ab und stand 2005 bei 11,4.13
In der Europäischen Union begingen nach einer Meldung der EU-Kommission aus dem Jahr 2005 jährlich 58.000 Menschen Suizid, wobei die meisten dieser Fälle von Personen begangen wurden, die an Depressionen litten. An anderen Todesursachen führt dieselbe Meldung jährlich 50.700 Verkehrstote und 5.350 Opfer von Gewaltverbrechen an.
Die Suizidrate ist stark geschlechtsabhängig; die Rate ist bei Männern konsistent höher als bei Frauen, meist mehr als doppelt so groß. Die höchste Suizidrate weltweit wird aus Weißrussland gemeldet, mit 35,1 im Jahr 2003 (Männer 63,3; Frauen 10,3), die höchste Suizidrate unter Frauen aus Japan mit 13,7 im Jahr 2007 (Männer 35,8; Durchschnitt 24,4).
Die tiefste Suizidrate in Europa wurde in Griechenland gemessen, mit 2,8 im Jahr 2008 (Männer 4,8, Frauen 1,0).
Die Suizidrate ist auch altersabhängig, allerdings variiert diese Abhängigkeit kulturell stark. In Südkorea steigt die Suizidrate mit zunehmendem Alter stetig an, und nimmt dagegen in Norwegen und Neuseeland ab, während sie in Ländern mit tiefer Suizidrate wie Portugal, Griechenland oder Italien kaum eine Altersabhängigkeit aufweist.13
;Häufigkeit
Die Zahl der Suizide in Deutschland folgt seit ca. 1980 einem fallenden Trend. 2007 betrug sie 9402 (11,4 je 100.000 Einwohner), während sie 1980 bei 18.451 (23,6 je 100.000 Einwohner) gelegen hatte.Todesursachenstatistik. Aus: [https://www-genesis.destatis.de/genesis/online GENESIS-Online], Statistik 23211Fortschreibung des Bevölkerungsstandes. Aus: [https://www-genesis.destatis.de/genesis/online GENESIS-Online], Statistik 12411 Zusätzlich ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Als Gründe für den Rückgang werden eine verbesserte fachärztliche Versorgung und die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen angesehen. Suizide entsprachen 2007 1,1 % aller Todesfälle und 30,7 % der Todesfälle mit äußerer Ursache (Vergleich: Unfälle 60,4 %, darin Stürze 25,2 %, Verkehr 16,9 %).
Die Sterblichkeit durch Suizid ist sehr stark abhängig von Alter und Geschlecht. Kinder waren 2007 mit einer Sterblichkeit von weniger als 0,3 je 100.000 Einwohner praktisch nicht betroffen. In der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen betrug die Sterblichkeit 2,1 (weibl.) bzw. 6,2 (männl.) je 100.000 Einwohner und stieg bei den 85-Jährigen und Älteren auf 17,9 bzw. 68,7 je 100.000 Einwohner. Der Anteil von Selbsttötungen an den Todesursachen erreicht dennoch bei jungen Erwachsenen sein Maximum, da deren Sterblichkeit durch Krankheit sehr niedrig ist. In der Altersgruppe der 15- bis 35-Jährigen war Suizid Ursache in einem von sechs Todesfällen (16,5 %). Insgesamt betrug die Suizidsterblichkeit von weiblichen Personen 5,7, von männlichen 17,4 je 100.000 Einwohner. Von den 9402 Suiziden wurden 7009 (74,5 %) von Männern ausgeführt. Wegen der bei Frauen schneller abnehmenden Suizidzahlen hat dieser Anteil steigende Tendenz.
Die Zahl der Suizidversuche liegt gegenüber den vollendeten Suiziden im Mittel um einen Faktor 10 bis 15 höher, also bei ca. 100.000 bis 150.000. (Auch hier ist mit hohen Dunkelziffern zu rechnen.) Der Einfluss von Alter und Geschlecht ist gegenüber den vollendeten Suiziden genau umgekehrt. Bei jungen Frauen ist die Häufigkeit von Suizidversuchen am größten, bei älteren Männern am niedrigsten. Stichprobenschätzungen für Deutschland ermittelten für 2001 für Frauen 131 und für Männer 108 Versuche je 100.000 Einwohner. Für 15- bis 24-jährige Frauen werden bis zu 300 Versuche je 100.000 Einwohner geschätzt. Insgesamt dominieren bei den Suizidversuchen weiche Methoden der Vergiftung (78 % weibl., 59 % männl.) gefolgt von der Verwendung schneidender oder stechender Gegenstände (14 % weibl., 23 % männl.). Die Intention der Suizidversuche korreliert signifikant mit dem Alter: Bei jüngeren dominieren parasuizidale Gesten und Pausen, bei älteren liegen eher Suizidversuche im engeren Sinn, d. h. mit Selbsttötungsabsicht, vor.14
Die Suizidrate von Ärzten ist bis zu 3,4-mal höher als die anderer Bürger, bei Ärztinnen ist die Rate sogar bis zu 5,7-mal erhöht.15 Neben der berufsbedingten dauerhaften Beschäftigung mit belastenden Themen wie Krankheit und Tod ist eine mögliche Erklärung für diese hohe Rate, dass Ärzte sowohl die Expertise als auch Zugang zu Mitteln zur Ausführung eines Suizids besitzen, über die andere Bevölkerungsgruppen seltener verfügen.
Innerhalb Deutschlands bestehen signifikante regionale Unterschiede. Die meisten Suizidfälle gab es 2006 in Bayern (13,3 je 100.000 Einwohner), die wenigsten in Sachsen-Anhalt (6,6 je 100.000 Einwohner). 1990 wurden in Sachsen noch die meisten Fälle (28,3 je 100.000 Einwohner) und in Nordrhein-Westfalen die wenigsten (11,9 je 100.000 Einwohner) gezählt.[http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Gesundheitswesen/AktuellSuizid,property=file.pdf Stefan P. Rübenach: Todesursache Suizid. In:Auszug aus Wirtschaft und Statistik, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2007, Seite 968] Im Jahre 1982 lag die Suizidhäufigkeit in der damaligen Bundesrepublik Deutschland bei 24,7 je 100.000 EinwohnerTabelle 1: Sterbefälle an Vorsätzlicher Selbstbeschädigung/-vergiftung im Zeitverlauf [http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Gesundheitswesen/AktuellSuizid,property=file.pdf] S. 964, in der DDR bei 44.16 Forscher führen dies jedoch weniger auf die Gesellschaftsordnung, sondern eher darauf zurück, dass das Territorium der DDR hauptsächlich Gebiete wie Sachsen und Mecklenburg umfasste, die schon im Deutschen Reich erhöhte Suizidraten aufwiesen.17 In der Folgezeit ging diese Häufigkeit jedoch zurück und liegt heute für Männer bei 20 und für Frauen bei 7.17
Die Zahl der Suizide ist einer jahreszeitlichen Schwankung unterworfen. 2006 nahmen sich während der Frühlings- und Sommermonate mehr Menschen das Leben als während der Herbst- und Wintermonate. Von März bis Juli lag der Anteil an den Suiziden des Jahres über dem Anteil des Monats am Jahr, besonders deutlich im Mai und Juli, von August bis Februar lag der Suizidanteil dagegen gleichmäßig unter den Jahresanteilen.[http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Gesundheitswesen/AktuellSuizid,property=file.pdf AktuellSuizid] – S. 969
Experten gehen davon aus, dass die hohe Anzahl an Suiziden im Jahr 2009 auf einen Zusammenhang zurückzuführen ist zwischen medialer Berichterstattung über den Selbstmord des Fußball-Torhüters Robert Enke und der Zahl der Nachahmer. So sind 2009 9571 Suizide vollendet worden. Bereits bei der Veröffentlichung von Goethes Roman „Die Leiden des jungen Werther“ war es 1774 zu einer Suizidwelle gekommen, wobei zahlreiche Tode deutlich als Nachahmung der Romanvorlage erkennbar waren. In der wissenschaftlichen Literatur werden die Nachahmer-Suizide deswegen als "Werther-Effekt" bezeichnet. Inzwischen haben zahlreiche Studien (wie beispielsweise zweimalige Zunahme nach der Erstausstrahlung und Wiederholung des Filmes "Tod eines Schülers") einen Zusammenhang zwischen der Medienberichterstattung über Suizide und einem Anstieg der Taten bestätigt. Deswegen mahnt der Deutsche Presserat die Medien in seinem Kodex bei der Berichterstattung über Suizide zur Zurückhaltung.18
Von 11.150 erfassten Suiziden in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2004 wurden folgende Todesursachen erfasst Statistisches Bundesamt:
Männer griffen 2006 in 52,6 % der Fälle zu den so genannten harten Suizidmethoden des Erhängens, Erdrosseln oder Erstickens und damit häufiger als Frauen (34,5 %), die wiederum häufiger weiche Methoden wie eine Vergiftung mit einer Überdosierung von Medikamenten etc. anwendeten.[http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Gesundheitswesen/AktuellSuizid,property=file.pdf AktuellSuizid] – S. 966
Im Jahr 2008 nahmen sich auf deutschen Bahnstrecken 714 Menschen das Leben, im Jahr 2009 waren es laut Bericht des Eisenbahn-Bundesamtes 875.19
Die häufigste Suizidmethode bei Männern und Frauen in Österreich ist das Erhängen. Rund 40 % der Suizide von Frauen werden durch Erhängen begangen, 25 % durch Vergiften und 14 % durch Sturz aus der Höhe. Bei Männern erhängen sich fast 50 % der Suizidenten, ungefähr 20 % erschießen sich und rund zehn Prozent vergiften sich.20
Jährlich sterben in der Schweiz zwischen 1.300 und 1.400 Menschen durch Suizid (ca. 1.000 Männer und 400 Frauen). Dies entspricht knapp vier suizidbedingten Todesfällen pro Tag oder einer jährlichen Suizidrate von 19,1 pro 100.000 Einwohner. Damit gehört die Schweiz nach Russland, Ungarn, Slowenien, Finnland und Kroatien zu den europäischen Ländern mit überdurchschnittlich hoher Suizidrate.21
Nach der von der WHO publizierten Liste von Suizidrate nach Ländern von 2005 hat die Schweiz mit 17,5 eine leicht tiefere Rate als Frankreich und eine leicht höhere als Österreich (15,4).
Ausgewählte Suizidmethoden in der Schweiz, 1969–200022:
Depression (Krankheit) als eine Ursache für Suizidgedanken ist in jeder Altersstufe, also auch bei Hochaltrigen, mit ungefähr gleich guten Erfolgsaussichten (Prognose) behandelbar. Auch Depressive haben jedoch einen Willen, können entscheiden, und es ist ihnen deshalb zuzugestehen, dass sie, wie andere Kranke, heilende oder Leiden mindernde therapeutische Eingriffe ablehnen.23
Weitere so genannte Suizidbeihilfe-Organisationen haben sich etwa seit 2000 in Deutschland gegründet.24 Als Folge wird eine Gesetzesänderung diskutiert, in der ein geplanter neuer § 217 Strafgesetzbuch die gewerblich betriebene Suizidbeihilfe unter Strafe stellen soll.25
(Rechtliche Einordnung) Ein Doppelsuizid liegt z. B. dann vor, wenn ein Paar sich in ein Auto setzt, mittels eines Schlauches die Abgase in das Wageninnere leitet, jeder durch das Öffnen der Wagentür auf seiner Seite bis zum Schwinden der Sinne die Möglichkeit hat, den Suizid abzubrechen, aber darauf verzichtet (Vom BGH in BGHSt 19,135 entschieden, wobei der Überlebende, der das Gaspedal durchgetreten hatte, wegen einer Tötung auf Verlangen gem. 216|stgb|juris StGB an seiner Freundin verurteilt worden war).
In selteneren Fällen geht einem Suizid die Tötung Dritter (meist Partner und Kinder) voraus; in diesen Fällen spricht man oft von einem erweiterten Suizid.26 Auch der Amoklauf mit abschließender Selbsttötung ist ein spezieller Fall eines „erweiterten“ Suizids, bei dem oft auch zufällige, dem Täter nicht bekannte Menschen Opfer sein können.
Ebenfalls vergleichsweise selten ist der Suizid in Form der Selbstopferung, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen (Selbsttötung des Pfarrers Brüsewitz am 18. August 1976 vor der Michaeliskirche in Zeitz („Fanal von Zeitz“), um durch seine öffentlich inszenierte Verbrennung auf die Kirchenfeindlichkeit des SED-Regimes hinzuweisen, sowie die Selbstverbrennung des Tübinger Doktoranden und Gandhi-Schülers Hartmut Gründler am 16. November 1977 vor der St. Petrikirche in Hamburg während des SPD-Parteitages aus Protest gegen die Atomenergiepolitik, besonders die Falschinformationen über Asse II im Bundesumweltprogramm seit 1971) oder einer Sache dienlich zu sein aufgrund eines echten oder vermeintlichen Mangels an Alternativen. So trat Mahatma Gandhi in den Hungerstreik ein, um Kämpfe zwischen Hindus und Muslimen zu verhindern. Salvador Allende, der chilenische Staatspräsident, tötete sich am 11. September 1973, um sich nicht demütigen zu lassen, nachdem der US-Geheimdienst CIA gegen ihn den Putsch zugunsten von Augusto Pinochet unterstützt hatte.
Im Vietnamkrieg gab es von vielen Geistlichen und Mönchen Selbstverbrennungen an öffentlichen Plätzen, indem sich diese mit Benzin übergossen und vor laufender Kamera anzündeten. Diese Protestsuizide hörten allerdings bald auf, da sie den Kriegsverlauf nicht beeinflussen konnten. Von März bis November 2011 zündeten sich zehn Tibeter und zwei Tibeterinnen aus Protest gegen die chinesische Politik und Unterdrückung Tibets an. 5 von Ihnen starben. Wo genau dabei die Grenze zum selbstgefährdenden oder auch zum selbstverletzenden Verhalten liegt, ist manchmal schwer auszumachen.
Schon der chinesische General Sunzi erwähnte um 500 v. Chr. die militärische Taktik des Selbstmordangriffs, zu dem man einen Gegner nicht treiben solle. Im Zweiten Weltkrieg wurden junge japanische Flieger zu Kamikaze-Angriffen mittels – zu diesem Zweck umgebauten – Kampfflugzeugen genötigt. Daneben werden Suizide auch in Bürgerkriegen als Waffe eingesetzt. Seit den 1980er Jahren hat sich die Anzahl sogenannter Selbstmordattentate bei Konflikten im islamischen Kulturbereich stark erhöht. Das Aufkommen von Selbstmordangriffen in diesem Zeitraum korreliert jedoch weniger mit Religion als mit Kämpfen gegen militärisch überlegene Gegner, die als kultur-fremde Besatzungsregime wahrgenommen und/oder dargestellt werden. Das ist nicht nur im islamischen Kulturbereich, sondern auch in Sri Lanka vorgekommen.27
Der österreichische Psychiater Erwin Ringel untersuchte Methoden, Suizide zu verhindern, und gründete 1948 in Wien das weltweit erste Zentrum zur Suizidprävention. Zudem veranlasste er 1960 die Gründung der International Association for Suicide Prevention (IASP)28 und wurde deren erster Vorsitzender. Gernot Sonneck führt die Suizidforschung in Österreich weiter und gründet mit seinen Mitarbeitern 2007 die Wiener Werkstätte für Suizidforschung.29
Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) bietet Hintergrundinformationen zum gesamten Themenfeld Suizid: Prävention, Forschung, Praxishinweise, Literatur, Hilfeeinrichtungen u. ä. Im Dezember 2002 gründete diese Gesellschaft eine Initiativgruppe Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland. Bei dieser Gruppe arbeiten über 70 Organisationen und fast 200 Experten mit. Sie versteht Suizidprävention nicht nur als gesundheitspolitische, sondern auch als eine gesellschaftliche Aufgabe. Mitte August 2011 sprach sich Gerd Storchmann vom Berliner Verein NEUhland für suizidgefährdete Jugendliche nach dem gemeinsamen Freitod dreier Mädchen in der Nähe von Cloppenburg dagegen aus, Internetforen zum Thema Suizid, durch die die drei sich möglicherweise kennengelernt hatten, "grundsätzlich zu verdammen"; diese müssten nicht immer negative Effekte haben. 30
Zur Vermeidung von Nachahmungstaten (siehe Werther-Effekt) empfiehlt der Deutsche Presserat in einer 1997 erstmals veröffentlichten Richtlinie Zurückhaltung bei der Berichterstattung über Suizidenten31 (siehe Werther-Effekt: Reaktion der Medien).
Die Frage der moralischen Zulässigkeit des Suizids wird kulturell sehr unterschiedlich betrachtet. Oft lässt sich in den unterschiedlichen Gesellschaften ein zwiespältiges Verhältnis feststellen. Vielfach wurde und wird in den Gesellschaften ein meist unterschiedlich definierter „ehrenhafter Selbstmord“ als einzig zulässige Art der Selbsttötung weitgehend akzeptiert. Dazu zählte der japanische Seppuku, bei dem es darum ging, eine verlorene Ehre wiederherzustellen. Mit ähnlichem Ziel kommt das auch in Europa vor, bei Militärs und Politikern (nicht selten durch Selbsterschießung), aber auch bei Kaufleuten im Bankrott. 1900 löste die Veröffentlichung von Schnitzlers Leutnant Gustl, der froh ist nicht aus Ehre Suizid begehen zu müssen da der unebenbürtige Kontrahent plötzlich verstorben war, einen Skandal aus und die österreichische Offiziersgesellschaft degradierte den nestbeschmutzenden Autor.32
Führende griechische Philosophen wie Pythagoras und Platon (sh. Phaidon), später auch Römer wie Cicero (Somnium Scipionis)33 lehnten den Selbstmord hingegen aus religiösen und religiös-ethischen Gründen ab. Viele Stoiker der mittleren römischen Schule wie etwa Cato der Jüngere und Seneca (u.a. epistulae morales 70) sahen dagegen in der Selbsttötung für bestimmte Fällen durchaus eine Wahlmöglichkeit. Für Mark Aurel (um 170 n. Chr.) waren Leben und Tod als solche belanglos. Wichtig war ihm eine von Nächstenliebe geprägte vernunftgemäße Lebensführung. Sein Kaisertum sah er – zumindest in seiner öffentlichen Selbstdarstellung – als Befehl, seine Pflicht zu erfüllen „wie ein Soldat beim Sturm auf die feindliche Mauer“ (Selbstbetrachtungen 7,7). Sich aufzugeben gehörte daher nicht zum Lebenskonzept des Marcus Aurelius; der Tod als Notwendigkeit – eben beispielsweise während der Pflichterfüllung – jedoch schon. Dies deckte sich durchaus mit der traditionellen Sichtweise der römischen Nobilität, die den „römischen Tod“, also die ehrenvolle Selbsttötung in bestimmten Situationen, stets propagiert hatte.
„Varus und die übrigen Offiziere erfaßte Angst, sie möchten entweder lebendig in Gefangenschaft geraten oder von ihren grimmigsten Feinden getötet werden […], und das ließ sie eine zwar schreckliche, aber notwendige Tat wagen: Sie begingen Selbstmord. […] Als sich die Kunde davon verbreitete, leistete vom Rest der Leute, selbst wenn er bei Kräften war, auch nicht einer mehr Widerstand, vielmehr ahmten die einen das Beispiel ihres Feldherrn nach, während die anderen selbst ihre Waffen wegwarfen und sich vom Nächstbesten, der da wollte, niedermachen ließ; denn Flucht war unmöglich, wie sehr sie einer auch ergreifen wollte. (Cass. Dio. 56, 21f.)34
Im Fall des Kaisers Nero Claudius Caesar geriet dessen versuchte Selbsttötung – zumindest in der Darstellung der durchweg feindseligen Überlieferung – während seiner Flucht zu einer Schmach, da er bei seinem Dolchstich in den Hals die Nachhilfe seines letzten Getreuen benötigte.35 Neros Tod war kein Suizid so, wie dieser beim Militär praktiziert wurde. Die Selbsttötung seines kurzzeitigen Nachfolgers Otho hingegen, der sich nach verlorener Bürgerkriegsschlacht im Jahre 69 das Leben nahm, wird in den Quellen hingegen gelobt (Sueton, Otho 11 f.).
Nach dem Judentum ist JHWH (Jahwe) als der Schöpfer der Welt derjenige, der das Leben gibt und wieder nimmt. So wurden Selbstmördern bis ins 20. Jahrhundert alle üblichen Trauerriten versagt.
Wie Schwerkriminelle mussten sie an gesonderten Orten bei den Friedhöfen beerdigt werden, beispielsweise an deren Umfriedung.
Doch auch im Judentum gab und gibt es die Möglichkeit, durch einen „ehrenhaften Selbstmord“ höchste Verehrung zu genießen. So bewertete das rabbinische und später auch das orthodoxe Judentum all jene religiös inspirierten Suizide als einem Martyrium gleichwertig, die im Angesicht eines drohenden qualvollen Todes, einer unsittlichen Behandlung oder des Zwangs zu Apostasie erfolgten.36 Daher werden im heutigen Staat Israel auch die Menschen auf dem Masada hoch geehrt, welche sich vor dem letzten Angriff der Römer selbst töteten.
In der Spätantike setzte sich die Kirche mit den philosophischen Lehren auseinander. Vielfach war die Trennung zwischen Philosophie und Religion noch nicht deutlich ausgeprägt. Auch der bedeutende kirchliche Lehrmeister Augustinus hatte trotz aller Kritik an Platon viele grundsätzliche platonische Vorstellungen in seine Anschauungen und damit in die katholische Tradition einfließen lassen.37 So rief er Platon in seinem bekanntesten Werk „De civitate dei“ als Zeugen für das von ihm formulierte Verbot der Selbsttötung auf, obwohl die Bibel den Suizid nicht ausdrücklich verbot und die bisherige christliche Lehre keine eindeutige Stellung zum Suizid hatte. Augustinus war der Meinung, dass das Gebot Du sollst nicht töten! auch auf sich selbst anzuwenden sei. Später verurteilte die Kirche den Suizid als Selbstmord kategorisch als Sünde und weigerte sich bis ins frühe 19. Jahrhundert, Suizidopfern die Bestattung auf Friedhöfen zu gewähren und ein kirchliches Begräbnis zuzulassen. Stattdessen wurde die Leiche in ungeweihter Erde beerdigt, siehe Eselsbegräbnis.
Noch im römischen Codex Iuris Canonici (CIC) von 1917 war die überlegte Selbsttötung ein Grund zum Ausschluss von einem kirchlichen Begräbnis.38 Das galt indes nicht im Falle von Anzeichen der Reue. Im Zweifelsfall war ein kirchliches Begräbnis zu gewähren.39 Der nachfolgende CIC von 1983 erwähnt unter den Ausschlussgründen den Suizid nicht mehr explizit. Es besteht allerdings ein Ausschlussgrund im Falle einer Erregung öffentlichen Ärgernisses.40 Eine allgemeine Anwendbarkeit auf Fälle überlegten Suizids ohne Reueanzeichen ist aber umstritten und erfolgt in der Praxis gewohnheitsmäßig oftmals nicht.
Im Islam ist Suizid streng verboten, einigen Hadithen zufolge wird Menschen, die sich töten, die Aufnahme ins Paradies verweigert, und es droht ihnen ein „ewiges Höllenfeuer“. Zumindest aber ist es eine schwere Sünde (Sure 4,29)4142, denn nach muslimischer Ansicht hat nur Gott das Recht, über Leben und Tod zu entscheiden.S. 43
Trotz dieses Verbotes kam es in der Vergangenheit und auch heute immer wieder zu Selbstmordkommandos. Dies geschah und geschieht nicht nur im Zeichen eines Kampfes gegen „Ungläubige“, sondern auch innerhalb verschiedener Glaubensrichtungen im Islam. Die Grenzen zwischen Selbsttötung und Glaubenszeugnis sind in diesen Fällen fließend, insbesondere wenn der Gedanke vorherrscht, im Falle eines Todes im Kampf um die Verteidigung des Glaubens sogleich ins Paradies aufgenommen zu werden.S. 44 Besonders durch den semitischen Islam wurde der Märtyrertod auch politisiert.42 Der islamische Märtyrertod bedarf stets der Zustimmung von religiösen Führern und der Glaubensgemeinschaft, da er sonst nur als Selbstmord angesehen würde. In der schiitischen Tradition war zudem festgelegt, dass nur unverheiratete Männer und keine Frauen den Märtyrertod sterben durften. Zudem mussten die Eltern stets zustimmen. Diese Traditionen wurden zu Beginn der achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts zunächst durch Ajatollah Khomeini aufgeweicht, der eine Zustimmung der Eltern nicht mehr für notwendig erachtete. Dieser Meinung schloss sich auch der führende schiitische Religionsgelehrte im Libanon, Großayatollah Mohammad Hussein Fadlallah, an. Er sieht es als Pflicht von Mädchen und Jungen, auch ohne Zustimmung der Eltern in den Tod zu gehen.43 Die innermuslimischen Streitigkeiten, wer Märtyrer sei und wer nicht, macht die Verurteilung von Al-Qaida durch Fadlallah deutlich. Fadlallah ist auch geistiger Mentor der radikalislamischen Terrororganisation4445 Hisbollah, doch er lehnt es ab, den islamischen Kampf in den USA fortzusetzten, wie dies bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 in New York geschah. So verurteilt er die Angriffe von Al-Qaida als „nicht mit der Scharia […] und dem wahren islamischen Dschihad vereinbar“. Für Fadlallah sind die Kämpfer der Al-Qaida keine Märtyrer, sondern „bloße Selbstmörder“.46
Obwohl auch im sunnitischen Islam die Selbsttötung als Sünde betrachtet wird42, gibt es dort eine Suizid-Tradition.47 Nachdem schiitische Gelehrte den Vorbehalt der Zustimmung der Eltern zum Märtyrertod ihrer Kinder entzogen oder eingeschränkt hatten, schlug auch der Sunnit Abdalsalam Faradsch, Vordenker der ägyptischen Dschihad-Gruppe, in seiner Schrift „Die vergessene Pflicht“ (1981) in dieselbe Kerbe.47
Die vergleichsweise niedrige allgemeine Selbstmordrate in islamisch geprägten Ländern dürfte auch auf den Gedanken der Vorherbestimmung des Schicksals zurückzuführen sein.
Die Selbsttötung mit dem Ziel, die eigene Erleuchtung vor einem Rückfall (z.B. bei schwerer Krankheit) zu schützen oder um nach der Wiedergeburt zu einer höheren Daseinsform aufzusteigen, wird in den Schriften da und dort positiv gewertet.
Voraussetzung für eine positive Wertung der Selbsttötung ist ein „klarer, konzentrierter und ruhiger Gemütszustand“ und das „Vertrauen in einen Buddha“. Unter diesen Voraussetzungen wird die Selbsttötung als nicht verwerflich oder karmisch schädlich bezeichnet.S. 127
Einer der bekanntesten Texte im Pali-Kanon zum Thema der Selbsttötung ist das Channovada-Sutta:S. 226-231
Die Kommentarliteratur zu diesem Fall lehnt es aber strikt ab, diesen Text als Beleg dafür zu nehmen, dass sich ein Arhat im Gegensatz zu einem Unerlösten töten darf. In den Kommentaren wird der Moment der Erlangung der Arhatschaft in den Augenblick des Todes hinein verlegt, um zu betonen, dass der Akt der Selbsttötung nicht die Tat eines Erlösten war, sondern noch die Tat eines Menschen, der davor stand. Wäre er nämlich schon im Zustand der Arhatschaft, wäre Channa ein ethisches Vorbild für alle Buddhisten, und dies soll ja gerade nicht daraus abgeleitet werden.48
Jede Selbsttötung, die mit Selbstbehauptung verbunden ist, wird also prinzipiell als ethisch verwerflich angesehen, da ja dies gerade die Ursache für die ewige Wiedergeburt Samsara ist.S. 127
Da im Buddhismus alles Leben höchste Achtung genießt, ist auch im heutigen Buddhismus der Suizid geächtet, insofern eine destruktive Motivation ursächlich ist. In Thailand und Sri Lanka, welche vom Theravada-Buddhismus geprägt worden sind, gilt ein Selbstmord sogar als Schande für die gesamte Familie.S. 47
Mit der Verdrängung des Buddhismus durch den Hinduismus ab dem 15. Jahrhundert in Indien fand der Suizid weite Verbreitung. Die zu den bedeutendsten Texten der Hindus gehörenden Texte der Puranas betonen, dass die Selbsttötung Lohn der Asketen sei, um deren Frömmigkeit zu besiegeln, dass sie jedoch kein Ausweg für Menschen sei, die nicht an die Götter glauben. Im Geiste dieser Texte lassen sich daher Pilger bei Festumzügen zu Ehren von Vishnu Jaganatha von den Rädern seines Prozessionswagens überrollen; andere suchen heilige Plätze auf, an denen man aus großer Höhe in den Tod springen, sich ertränken oder, speziell bei den Himalaya-Heiligtümern, im Schnee erfrieren kann.S. 443
Eine aus ganz Ostasien bekannte Art der Selbsttötung ist die Witwenverbrennung. Für eine Frau galt es im Hinblick auf ihre Wiedergeburt als verdienstvoll, in das Leichenfeuer ihres Mannes zu springen. Es kam jedoch auch vor, dass Angehörige den Tod der Ehefrau erzwangen. Auch nach dem Verbot der Witwenverbrennung durch die Regierung Indiens gingen trotzdem immer wieder Frauen ins Feuer. Im Gegensatz zu einigen Arten des Buddhismus bleibt bei den Hinterbliebenen eines Suizidenten im Hinduismus kein Makel haften.
Bedeutende Vertreter der Aufklärung wie die Philosophen Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel bestreiten das Recht des Menschen, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen. Bei Kant finden sich dazu platonisch-stoische Einflüsse. Auch er bedient sich daher des Bildes, dass ein Mensch seinen Wachposten nicht verlassen darf.S. 15 Dieser Philosoph findet den Suizid grundsätzlich verwerflich: „Das Subjekt der Sittlichkeit in seiner eigenen Person vernichten, ist eben so viel, als die Sittlichkeit selbst ihrer Existenz nach, so viel an ihm ist, aus der Welt zu schaffen.“S. 16
Kants Zeitgenosse David Hume ist dagegen der Meinung, dass die Selbsttötung ein der menschlichen Gesellschaft eingestiftetes Recht sei. Der christlichen Ansicht, dass das menschliche Leben heilig und einzigartig sei und alle Anstrengungen unternommen werden müssten, dieses zu schützen, entgegnet Hume, dass es in diesem Sinne für einen Christen auch falsch sein müsse, einen natürlichen Tod hinauszuzögern, da dies Gottes Wille widerspräche.
Arthur Schopenhauer, dessen philosophischisches System in seinem Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung in die „Verneinung des Willens zum Leben“ als ethisches Ziel mündet, verwarf gleichwohl den Suizid, weil dieser ihm zufolge keineswegs - wie die freiwillige Askese - eine Verneinung des Willens zum Leben zum Ausdruck bringe, sondern vielmehr „ein Phänomen starker Bejahung des Willens“ darstelle. Denn „die Verneinung [des Willens zum Leben] hat ihr Wesen nicht darin, daß man die Leiden, sondern dass man die Genüsse des Lebens verabscheuet. Der Selbstmörder will das Leben und ist bloß mit den Bedingungen unzufrieden, unter denen es ihm geworden.“49 Der von Schopenhauer stark beeinflusste Philosoph Philipp Mainländer unternahm in seiner Philosophie der Erlösung dagegen eine „Apologie des Selbstmords“.50
In der Rechtswissenschaft zeichneten sich vereinzelte Forderungen zur Liberalisierung des Suizids ab, dessen Ausführung in vielen Gebieten Europas bis in das beginnende 19. Jahrhundert hinein weiterhin als Straftatbestand geahndet wurde. So machte der Strafrechtsreformer und wichtige Ideengeber Cesare Beccaria in seinen Ausführungen deutlich, dass der Suizid keiner Bestrafung unterzogen werden solle, „weil sie nur auf einen kalten und leblosen Leichnam oder auf Unschuldige fallen kann.“51
Verfechter der persönlichen Freiheit des Menschen meinen im Gegensatz zur Psychiatrie, derzufolge Suizidalität immer zum Gesundsein hin behandelt werden müsse, dass der Mensch ausschließlich sich selbst gehört.
Für sie hat niemand das Recht, einem anderen die eigene Vorstellung, z. B. dass das Leben gelebt werden muss, aufzuzwingen.
Vielmehr kann nur das entsprechende Individuum selbst eine solche Entscheidung für sich treffen, und sie sollte daher, egal, wie sie ausfällt, respektiert werden.
Bei den eskimoischen Völkern (auch bei den Inuit) entsprach es bis zur Übernahme des Christentums, zeitlich etwa bis zum Umzug aus den Camps in Siedlungen zur Mitte des 20. Jahrhunderts, alter Tradition, zur Sicherung der Überlebensfähigkeit des Stammes oder einer Großfamilie kranke oder behinderte Kinder und lebensuntüchtig gewordene alte Menschen (diese überwiegend auf eigenen Wunsch) bei Wanderungen im Camp zurück zulassen oder gar zu töten.52 Bei den Inuit (Central Eskimo) war Suizid nach Franz Boas gegen Ende des 19. Jahrhunderts keine Seltenheit[http://books.google.com/books?id=spGsTJFoMTAC&pg=PA207 S. 207] und geschah im Allgemeinen durch Erhängen.[http://books.google.com/books?id=spGsTJFoMTAC&pg=PA195 S. 195] Gewaltsamer Tod einschließlich Suizid wurde schleichendem Tod vorgezogen, da gemäß den Vorstellungen der Inuit die Seelen nach gewaltsamem Sterben nach Qudlivun, Land des Glücklichseins (happy land) gehen. Zwar besaßen Männer das Recht, ihre alt gewordenen Eltern zu töten, doch geschah dies eher selten. Alte, die sich nutzlos vorkamen oder deren Leben eine Last für sie selbst und ihre Angehörigen darstellte, wurden z. B. durch Messerstiche oder Erdrosselung getötet, gewöhnlich, doch nicht generell, auf Bitte des betroffenen Inuk, oder verstoßen. Nach Knud Rasmussen war Suizid bei den Alten der Iglulik-Region alltäglich.[http://books.google.com/books?id=spGsTJFoMTAC&pg=PA196 S. 196] Auch sie glaubten, durch gewaltsamen Tod ihre Seele für die Reise ins Jenseits zu reinigen. Die Tötung erfolgte durch Erhängen, Erschießen oder Erstechen.[http://books.google.com/books?id=spGsTJFoMTAC&pg=PA197 S. 197] Inuit, die Beihilfe für ihren Suizid benötigten, mussten ihre Angehörigen dreimal nacheinander bitten.[http://books.google.com/books?id=spGsTJFoMTAC&pg=PA198 S. 198] Familienmitglieder versuchten zunächst, den Bittsteller bei den beiden ersten Ansinnen von seinem Vorhaben abzubringen, doch wurde die dritte Bitte als verbindlich akzeptiert. Gelegentlich wurde der Suizidschwur auch zurückgenommen und Hunde dafür geopfert. Der eigentliche Suizid erfolgte öffentlich und unter Anwesenheit der Angehörigen. War der Suizid akzeptiert, hatte sich das Opfer wie allgemein die Verstorbenen zu kleiden. Das Sterben erfolgte an einem festgelegten Ort, wo dann auch der materielle Besitz des Verstorbenen zerstört wurde. Statistics Canada hat für 2004 im Inuit-Territorium Nunavut eine Selbstmordrate von 18 % ermittelt.
Weitere Einzelheiten zu Suizid bei den Inuit in Vergangenheit und Gegenwart sind unter Inuit-Kultur (Abschnitt Tod) nachzulesen.
Unveränderbare Richtschnur hierfür ist die Unantastbarkeit der Menschenwürde nach 1|gg|juris GG. Geschützt ist sie nach heutiger Auffassung in der Gestalt, wie der einzelne Mensch sich in seiner Individualität begreift und sich seiner selbst bewusst wird.53
Hieraus wird abgeleitet, die Unantastbarkeit der Menschenwürde schütze den Einzelnen auch davor, zum Objekt von Menschenwürdedefinitionen anderer zu werden.53
Ihre Konkretisierung erfährt die Unantastbarkeit der Menschenwürde insbesondere im Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, soweit diese nicht Rechte anderer verletzt oder gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt (2|gg|juris GG).
Dieses Grundrecht umfasst nach gegenwärtiger Ansicht die Freiheit, lebensverlängernde oder gesundheitserhaltende Maßnahmen abzulehnen.54
Uneinigkeit besteht, inwieweit die Ausübung dieses Freiheitsrechts gegen das Sittengesetz verstößt. Religiös fundierte Wertsetzungen können für die Klärung dieser Frage nicht maßgebend sein. Sie dürfen zwar durch die Religionsfreiheit in Deutschland (4|gg|juris GG) vom Einzelnen gelebt, anderen aber nicht gegen ihren Willen übergestülpt werden.
Der Suizidversuch ist in Deutschland als Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts straffrei, ebenso die Teilnahme (Beihilfe und Anstiftung).
Die Verleitung eines Schuldunfähigen oder die „Anstiftung“ mittels einer Täuschung kann jedoch Tötung (des Suizidenten) in mittelbarer Täterschaft (25|stgb|juris Abs. 1 Alt. 2 StGB) sein: Täter des Tötungsdeliktes ist dann der Einfluss nehmende Hintermann, da er das Geschehen durch sein Verhalten maßgeblich beherrscht. Ein Lehrbuchbeispiel für einen solchen Tatverlauf ist der Siriusfall.
Der Gehilfe, aber auch jeder nur rein zufällige Zeuge des Geschehens kann ferner, wenn er keine Hilfe leistet, nachdem der Suizident die Tatherrschaft verloren hat (z. B. weil er bewusstlos ist), wegen unterlassener Hilfeleistung nach 323c|stgb|juris StGB bestraft werden. In der Vergangenheit wurde nämlich vom Bundesgerichtshof die Meinung vertreten, dass das Auffinden eines bewusstlosen, aber noch nicht verstorbenen Suizidenten einen Unglücksfall im Sinne des 323c|stgb|juris StGB darstelle. Dies ist in der Strafrechtswissenschaft umstritten und wird vor allem mit dem Argument abgelehnt, dass ein frei verantwortlicher Bilanzsuizid kein Unglücksfall, sondern Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts des Einzelnen sei. Dagegen wird vor allem eingewendet, dass hinzukommende Personen (Rettungsdienst, Notarzt, Angehörige) in dieser Situation meist nicht zuverlässig überprüfen können, ob es sich wirklich um einen frei verantwortlichen Suizid handelt. Im Übrigen kann auch die gesamte Situation eines Suizidalen so interpretiert werden, dass eine Hilfe grundsätzlich erforderlich ist, also bereits z. B. ein Alleinlassen einer möglicherweise suizidalen Person eine unterlassene Hilfeleistung ist.
Die Verfassung eröffnet Spielräume, dem Selbstbestimmungsrecht des Menschen auch über die Beendigung seines Lebens größere Akzeptanz entgegen zu bringen.S. 117 ff. Dies ist in den letzten Jahrzehnten auf Gesetzesebene wiederholt, bisher aber ohne Erfolg versucht worden. Hervorzuheben sind zwei, von ausgewiesenen Juristen und Medizinern erarbeitete Reformvorschläge aus den Jahren 1986 und 2005.55 Über eine gesetzliche Fixierung von heute bereits weitgehend tolerierten Verfahrensweisen der Einstellung medizinischer Behandlungen bei Kranken (sogenannte passive Sterbehilfe) hinaus soll diese auch für Suizidenten gelten. Im Falle der Beihilfe zu einer auf ernstlicher Entscheidung beruhenden Selbsttötung Volljähriger soll sich nicht mehr strafbar machen, wer die Rettung des darüber bewusstlos gewordenen Suizidenten unterlässt. Schließlich wird behutsam für Ärzte eine Möglichkeit zu aktiver Sterbehilfe eines tödlich Kranken eröffnet nach Ausschöpfung aller therapeutischen Möglichkeiten zur Abwendung eines unerträglichen und unheilbaren Leidens. Diese Vorschläge haben die volle Zustimmung des Deutschen Juristentages 2006 gefunden.56
Nach deutschem Recht zahlt eine Lebensversicherung auch bei Suizid, wenn die Tat im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit begangen worden ist (161|vvg_2008|juris VVG) oder seit Versicherungsbeginn mehr als drei Jahre vergangen sind. Diese Frist kann durch eine Einzelvereinbarung erhöht werden. In allen anderen Fällen wird nur der Rückkaufswert incl. Überschussanteile erstattet. Die Versicherer sind hierdurch insbesondere gegenüber Personen abgesichert, deren Selbsttötungsabsicht bei Abschluss des Versicherungsvertrages bereits feststeht und die auf Kosten der Versichertengemeinschaft für ihre Hinterbliebenen sorgen wollen. Näheres ist in der Regel in den Allgemeinen Lebensversicherungsbedingungen ausgeführt.
Im bis zum 31. Dezember 2007 geltenden VVG wurde bei Suizid nur gezahlt, wenn Unzurechnungsfähigkeit vorlag.57 Zugunsten des Versicherungsnehmers kann von den Regeln abgewichen werden.
Auch in Österreich ist der Suizid straffrei; im Gegensatz zu Deutschland wurde der Mord von der Selbsttötung im Strafrecht (75|StGB|RIS-B|GesetzNr=10002296|DokNr=NOR12029618 des Strafgesetzbuches) ausdrücklich abgegrenzt. Strafbar sind jedoch die Tötung auf Verlangen (§ 77 StGB) und die Mitwirkung am „Selbstmord“ (§ 78 StGB), die mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren geahndet werden. Tötung auf Verlangen liegt vor, wenn die Handlung, die unmittelbar den Tod eines anderen herbeiführt, auf dessen ausdrückliches und ernstliches Verlangen vom Täter selbst unternommen wird. Mitwirkung am „Selbstmord“ hat zur Voraussetzung, dass der Täter einen anderen dazu verleitet, die Handlung, die unmittelbar dessen Tod herbeiführen soll, selbst zu unternehmen, oder dass er die Unternehmung einer solchen Handlung auf irgendeine Weise ermöglicht oder erleichtert. Die Mitwirkung am „Selbstmord“ kann auch durch psychische bzw. moralische Unterstützung erfolgen.
Das schweizerische Strafrecht bestraft lediglich Personen, die aus selbstsüchtigen Beweggründen jemanden zum Suizid verleiten oder ihm Hilfe dabei leisten, sowohl bei vollendeter Tat als auch beim Versuch, mit maximal 5 Jahren Gefängnis. Diese Formulierung ermöglicht in der Praxis eine große Grauzone für die Sterbehilfe. Damit gehört die Schweiz zu den liberalsten Ländern in dieser Hinsicht. In der Schweiz ansässige Organisationen wie Exit und Dignitas bieten ihren Mitgliedern für geringen finanziellen Aufwand Sterbehilfe an. Dies macht die Schweiz weltweit zu einem Anlaufpunkt für sogenannte „Sterbetouristen“. Im Jahre 2010 beendeten 257 Personen mit Hilfe von Exit ihr Leben.58 Es sind Bestrebungen vorhanden, die Kriterien zu verschärfen und Sterbehilfe gesetzlich anders zu regeln.
Shinju (jap.), gemeinsamer Suizid zweier Liebender
;Bibliographien, Textsammlungen
;Monographien
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[http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/DrivenToSuicide Unzählige Beispiele der kulturellen Aufarbeitung der Suizidthematik in der Gegenwartskultur] (Äußerst umfangreiche Sammlung im TV Tropes Wiki, englisch)
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Leenaars, Antoon A.; Kral, Michael J.; Dyck, Ronald J.: Suicide in Canada. 1998 [http://books.google.com/books?id=spGsTJFoMTAC Google Books]
[1] Theologische Realenzyklopädie: Spurgeon-Taylor Mit Horst Balz, Gerhard Krause, James K. Cameron, Stuart G. Hall, Gerhard Müller, Brian L. Hebblethwaite, Karl Hoheisel, Wolfgang Janke Ausg. 32 - 2001 S.466 http://books.google.de/books?id=-Cl7vos7BVcC&lpg=PA446&dq=Selbstmord%20Wissenschaft&lr=&client=firefox-a&pg=PA446#v=onepage&q=&f=false|hier online
[2] Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. Leipzig 2 1923, Band 3, S. 180-182 http://www.zeno.org/Mauthner-1923/A/Selbstmord|hier online
[3] Carlos Watzka: Sozialstruktur und Suizid in Österreich: Ergebnisse einer epidemiologischen Studie für das Land Steiermark, S.24 http://books.google.de/books?id=U-A-lZ9IAaQC&lpg=PA24&dq=Sprache%20Selbstmord%20Freitod&lr=&client=firefox-a&pg=PA23#v=onepage&q=&f=false hier online
[4] Lebensschwierigkeiten und Selbsttötung: Beratung und Vorbeugung, Fred Dubitscher, Thieme, 1971 S.5.
[5] Suizid und Suizidgefährdung, Freiburg i. Ue. und Freiburg i. Br. 1979, S. 33
[6] Carlos Watzka: Sozialstruktur und Suizid in Österreich: Ergebnisse einer epidemiologischen Studie für das Land Steiermark, S.24 http://books.google.de/books?id=U-A-lZ9IAaQC&lpg=PA24&dq=Sprache%20Selbstmord%20Freitod&lr=&client=firefox-a&pg=PA24#v=onepage&q=&f=false hier online
[7] Kamlah, Wilhelm: Das Recht auf den Freitod, ein menschliches Grundrecht. Bemerkungen zu einer Schrift von Jean Améry, Rezension zu: Jean Améry: Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod, Stuttgart 1976, in: Neue Zürcher Zeitung Nr. 211 vom 9. September 1976, S. 27
[8] Frankl, Viktor Emil: Ärztliche Seelsorge. Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse, Wien, 10. Auflage, 1982, S.66
[9] http://www.biomedcentral.com/1471-244X/4/37 – Arsenault-Lapierre G et. al.
[10] Jean Amèry, Hand an sich legen.
[11] http://www.zeno.org/Mauthner-1923/A/Selbstmord
[12] http://www.who.int/mental_health/media/en/382.pdf
[13] http://puck.sourceoecd.org/vl=10985791/cl=19/nw=1/rpsv/societyataglance2009/08/04/index.htm Society at a Glance 2009: OECD Social Indicators: Social Cohesion Indicators: Suicides
[14] http://www.suizidprophylaxe.de/Ohne%20Java/Infos_Suizidalitaet/epidemiologieohne.htm suizidprophylaxe.de
[15] Zitiert nach „Ärzte als Patienten – eine schwierige Rolle“, Forschung und Praxis, 453, 2007, Beilage der Ärzte Zeitung
[16] Unbelegt, evl. Grashoff
[17] Grashoff, In einem Anfall von Depression, s. Literaturliste
[18] Financial Times Deutschland (online): http://www.ftd.de/wissen/leben/:steigende-selbstmordrate-enke-tod-sorgt-fuer-werther-effekt/50197768.html Steigende Selbstmordrate – Enke-Tod sorgt für „Werther-Effekt“ vom 23. November 2010
[19] spiegel.de: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,776813,00.html
[20] Österreichischer Psychiatriebericht 2001
[21] http://www.bag.admin.ch/themen/medizin/00683/01915/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCEdn12gWym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A-- Bundesamt für Gesundheit – 15. April 2005, Suizid und Suizidprävention in der Schweiz – Bericht in Erfüllung des Postulates Widmer (02.3251))
[22] Bundesamt für Statistik, Neuenburg
[23] Hufen, NJW 2001/851
[24] Z. B. Dignitate
[25] Artikel: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,600542,00.html Union will drei Jahre Gefängnisstrafe für organisierte Selbsttötung. In Der Spiegel vom 10. Jan. 2009.
[26] http://www.abendblatt.de/region/norddeutschland/article155486/Erweiterter-Selbstmord.html
[27] Pape, Robert A.: Dying to Win. The strategic logic of suicide terrorism. Random House: New York, 2005.
[28] http://www.iasp.info
[29] http://www.suizidforschung.at
[30] http://www.n24.de/news/newsitem_7162554.html
[31] http://www.presserat.de/Richtlinien-zu-Ziffer.76.0.html Deutscher Presserat: Richtlinie 8.5 – Selbsttötung
[32] Werner Mück (Hrsg.) : Österreich: das war unser Jahrhundert, Kremayr & Scheriau, 1999, S. 152
[33] Karl Büchner: Marcus Tullius Cicero, De re publica – Vom Gemeinwesen, Verlag Reclam, Stuttgart, 1981, S. 334–353
[34] Vgl. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald'', Verlag C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57674-4, S. 105
[35] Nack, Wägner: Rom, Verlag Carl Ueberreuter, Wien 1976, ISBN 3-8000-3131-0, S. 230
[36] Peter Kuhn: Gottes Trauer und Klage in der rabbinischen Überlieferung (Talmud und Midrasch), Brill Academic Publication, Leiden 1978, ISBN 90-04-05699-8, S. 148
[37] Kurt Flasch: Augustinus – Einführung in sein Denken. 3. überarbeitete Ausgabe, Verlag Reclam, Ditzingen, 1994, ISBN 3-15-009962-5, S. 16
[38] Can. 1240 § 1 n. 3
[39] Can. 2350 § 2
[40] Can. 1184 § 1 n. 3
[41] Ursula Spuler-Stegemann: Die 101 wichtigsten Fragen zum Islam. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-51111-2, S. 128
[42] Silke Wörmann: Afghanische Frauen zwischen Islam und Sozialismus. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg 2003, ISBN 3-8288-8534-9 S. 132
[43] Hans G Kippenberg: Gewalt als Gottesdienst. C. H. Beck, München 2008, ISBN 3-406-49466-8, S. 94
[44] EU-Parlament: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=DN/05/107&format=HTML&aged=1〈uage=DE&guiLanguage=en EU-Parlament bestätigt terroristische Aktivitäten der Hisbollah, 8. März 2005
[45] EU-Rat: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:188:0071:0076:DE:PDF Gemeinsamer Standpunkt 2008/586/GASP des Rates vom 15. Juli 2008
[46] Michael Mann: Die ohnmächtige Supermacht. Campus Verlag, Frankfurt 2003, ISBN 3-593-37313-0, S. 226
[47] Andrea Strasser: Zentralasien und Islam. Deutsches Orient-Institut 2002, ISBN 3-89173-067-5, S. 526
[48] Damien Keown, Buddhism and Suicide: The Case of Channa Journal of Buddhist Ethics, Volume 3, 1996 University of London http://www.buddhistethics.org/3/keown3.html online
[49] Arthur Schophenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, I, 4. Buch, § 69
[50] Philipp Mainländer: Die Philosophie der Erlösung. Ausgewählt von Ulrich Horstmann. Frankfurt am Main 1989, hier S. 137 ff.
[51] Cesare Beccaria: Des Herrn Marquis von Beccaria unsterbliches Werk von Verbrechen und Strafen, Neuausgabe Berlin 1966, Akademie Verlag, S. 169.
[52] Romahn, Michael: Abenteuer in Alaska, S. 10 (2003) http://books.google.de/books?id=AtYWlfBhwa8C&printsec=frontcover#PPA10,M1 Google Books
[53] Seifert, Karl-Heinz/Hömig, Dieter, Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Taschenkommentar, 7. Auflage, Art. 1, Rdn. 4
[54] Hufen, NJW 2001/851 mit weiteren Hinweisen
[55] Baumann u. a.: Alternativentwurf eines Gesetzes über Sterbehilfe, Entwurf eines Arbeitskreises von Professoren des Strafrechts und der Medizin sowie ihrer Mitarbeiter, Stuttgart 1986, S. 11 f.; Schöch/Verrel u. a.: Alternativentwurf Sterbebegleitung 2005 www.home.tiscali.de/sterbehilfe
[56] Beschlüsse des 66. Deutschen Juristentages, S. 7 ff.; www.dtg.de/files/dgt/66/66_DIT_Beschlüsse.pdf
[57] http://www.juraforum.de/gesetze/vvg-1963/169-leistungsfreiheit-bei-selbstmord § 169 VVG 1963
[58] http://www.exit.ch/wDeutsch/2110058/meldungen/2010_jahresbericht.php?navanchor=2110065 Jahresbericht von Exit auf www.exit.ch, abgerufen am 26. November 2011

References: § 217
 BGH 
 § 1
 § 2
 § 1
 § 69
 Art. 1
 § 169