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Timestamp: 2016-07-29 05:56:34+00:00

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Mittäterschaft: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
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Erklärung zum Begriff MittäterschaftMittäterschaft
§ 25 II StGB normiert die Mittäterschaft. Mittäterschaft ist die gemeinschaftliche Begehung einer Straftat durch bewusstes und gewolltes Zusammenwirken. Fehlt es an einem bewussten Zusammenarbeiten kommt eine Nebentäterschaft in Frage. 1. gemeinsamer Tatplan
Um eine Mittäterschaft annehmen zu können ist ein gemeinsamer Tatentschluss erforderlich. Dieser kann konkludent oder ausdrücklich entstehen. Er erfordert nur, dass gegenseitige, auf gemeinsamen Wollen beruhende Einverständnis, eine bestimmte Straftat durch gemeinsames und arbeitsteiliges Zusammenwirken zu begehen. Ein gemeinsamer Tatplan kann auch erst während der Ausführungshandlung entstehen.
2. Tatbeitrag
Für eine Mittäterschaft müssen alle Beteiligte einen eigenen Tatbeitrag leisten, denn gehen wir mal davon aus, dass jeder tatbeteiligte jeweils den gesamten Tatbestand erfüllt hätte ein Rückgriff auf § 25 II StGB sinnlos und überflüssig wäre. Die Tatbeiträge des Beteiligten werden dem anderen gegenseitig zugerechnet, so dass im Endeffekt jeder Tatbeteiligte, so zu stellen ist, als wenn er die Tat in eigener Person verwirklicht hätte. Umstritten ist allerdings welche Anforderungen an den eigenen Tatbeitrag zu stellen sind. Hierbei haben sich besonders zwei Ansichten verbreitet.
Die subjektive Theorie besagt, dass jeder vom gemeinsamen Tatentschluss getragener Tatbeitrag, egal wann er geleistet wird und welche Bedeutung er für die Gesamtplanung auch haben mag als Tatbeitrag ausreicht. Demgegenüber verlangt die Tatherrschaftslehre, dass jeder Beteiligte einen wesentlichen Tatbeitrag leistet. Dabei ist nicht zwingend erforderlich, dass in eigener Person ein objektives Tatbestandsmerkmal verwirklicht wird. Es können auch Vorbereitungsmaßnahmen oder Unterstützungshandlungen genügen. Es muss nur wesentlich sein. Man kann sich merken, dass ein Minus bei der Tatbestandsausführung, durch ein Plus bei der Tatplanung ausgeglichen werden muss. Die Rechtsprechung stellt gerade auf das Gesamtgeschehen ab. Sie begutachtet zum einen den Grad des eigenen Interesses am Erfolg, den Umfang der Tatbeteiligung und die Tatherrschaft bzw. den Willen der Tatherrschaft. Des Weiteren stellt sich die Frage inwieweit Exzesse dem anderen Beteiligten zugerechnet werden. Ein Mittäterexzeß ist gegeben, wenn ein Mittäter den gemeinschaftlichen Tatplan überschreitet. Eine Zurechnung über § 25 II wäre grundsätzlich nicht möglich, denn allein der Wortlaut spricht schon von gemeinschaftlichen Begehung der Tat. Fraglich ist allerdings wann eine Überschreitung des Tatplanes angenommen werden kann. Abzulehnen ist das in jedem Fall, wenn mit dem Tatverlauf nach den Umständen gewöhnlich zu rechnen ist und bei denen die verabredete Tatausführung nur durch eine in ihrer Schwere und Gefährlichkeit gleichwertig ersetzt wird.
Weiterhin sehr umstritten sind die Fälle der sukzessiven Mittäterschaft. Damit sind vor allem die Fälle gemeint, bei denen ein Dritter zwischen Vollendung und Beendigung hinzutritt. Beispiel: T begeht im Großmarkt einen Diebstahl. Unglücklicherweise kann er die Beute nicht alleine tragen und ruft seinen Freund F an, um ihn um Hilfe zu bitten. Gleichzeitig verabreden sie eine Beuteteilung. Daraufhin kommt dieser und hilft ihm die Beute zu transportieren. Hierbei stellt sich die Frage, inwieweit der Diebstahl dem F zugerechnet werden kann. Die Rechtsprechung bejaht die Zurechnung. Begründet wird dies vor allem mit dem Argument, dass wenn jemand in Kenntnis und Billigung des bisher Geschehen als Beteiligter eintritt, sein Einverständnis sich auf einen verbrecherischen Gesamtplan bezieht. Das hat dann zur Folge, dass sich das Einverständnis als solches strafrechtlich zugerechnet wird. Somit liegt eine sukzessive Mitttäterschaft vor.
Die Tatherrschaftslehre lehnt eine sukzessive Mittäterschaft systemtreu ab. Kommt eine Person später hinzu, kann von vornherein schon gar keine Tatherrschaft für Vorgänge der Vergangenheit vorgelegen haben. Damit kommt man regelmäßig zu dem Ergebnis das keine sukzessive Mittäterschaft möglich ist. Und eine Strafbarkeit dabei nach § 25 II StGB außer Betracht bleiben muss.
Mitwirkende/Autoren: JuraforumWiki-Redaktion, webmaster, SebastianErstellt von JuraforumWiki-Redaktion, 03.06.2010 11:16Zuletzt editiert von webmaster, 05.09.2011 11:18 Haben Sie Fragen zu diesem Begriff? Stellen Sie eine Frage zu dem Begriff im Forum.Nachrichten zu MittäterschaftDas Ende der Verdrängung (11.06.2013, 14:10)„Vor uns liegt eine bedeutende materielle und mentale Investition für Gegenwart und Zukunft“ – für den Publizisten Dr. h.c. Ralph Giordano ist „Die Rosenburg“, eine Bestandsaufnahme der NS-Vergangenheit des Bundesjustizministeriums (BMJ), „im...FAU-Expertenkommentar: Das NSU-Verfahren ist keine Wiedergutmachung (18.04.2013, 11:10)Schockiert hatte die deutsche Öffentlichkeit auf das Bekanntwerden der NSU-Mordserie reagiert: Das Land musste sich mit Terror von rechts und dem größten Verfassungsschutzskandal der jüngeren bundesrepublikanischen Geschichte auseinandersetzen. Am...ADHS: Ein Gen macht Fischlarven hyperaktiv (19.09.2012, 15:10)Viele Gene stehen im Verdacht, an der Entstehung der Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitätsstörung ADHS beteiligt zu sein. Eine deutsch-französische Forschergruppe hat jetzt die Rolle eines von ihnen genauer untersucht und deutliche Hinweise für...Entscheidungen zum Begriff MittäterschaftBAYERISCHER-VGH, 06.12.2013, 16a D 12.134Disziplinarrecht; Oberstudienrat (BesGr. A 14); außerdienstliches Dienstvergehen; Einkommensteuerhinterziehung; negative Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung; Haushalts- und Wirtschaftsgemeinschaft mit Lebensgefährtin; Mittäterschaft; Abschreibung eines Arbeitszimmers; Einkünfte aus Kapitalvermögen; Kürzung der DienstbezügeBGH, 02.02.1999, XI ZR 381/97BGB §§ 826 (D), 830
BGH, Urteil vom 2. Februar 1999 - XI ZR 381/97 -
LG BremenOLG-HAMM, 18.11.2004, 2 Ss 409/041. Für die Abgrenzung von Mittäterschaft und Beihilfe ist entscheidend, dass der Teilnehmer durch seine Handlung nicht nur fremdes, tatbestandsverwirklichendes Unrecht fördern will, sondern seinen Tatbeitrag im Sinne gleich geordneten, arbeitsteiligen Vorgehens als Teil einer gemeinschaftlichen Tätigkeit verstanden wissen will....OLG-HAMM, 03.11.2004, 4 Ss 314/04Der Verfall von Wertersatz nach den §§ 73, 73 a StGB setzt voraus, dass der Angeklagte unmittelbar aus der Tat wirtschaftlich etwas erlangt hat, also wenigstens die wirtschaftliche Mitverfügungsgewalt hatte. Nach den Grundsätzen der Mittäterschaft ist eine Zurechnung gegenüber jedem Mittäter möglich, auch wenn er Geldbeträge lediglich...OLG-FRANKFURT, 31.03.2009, 2 Ss 325/081. Der Tatbestand des § 277 StGB erfüllt auch, wer wahrheitswidrig vorgibt, von einem Arzt zur Ausstellung des Gesundheitszeugnisses beauftragt oder bevollmächtigt zu sein.
2. Es reicht für Alleintäterschaft nach 277 StGB nicht aus, dass der Antragssteller des unrichtigen Gesundheitszeugnisses dieses einem bösgläubigen Dritten zum...OLG-HAMM, 23.12.2004, 2 Ss 471/04Der Beschwerdeführer, der in der Einlegungsfrist Berufung eingelegt hat, kann, wenn ein Urteil statt mit dem Rechtsmittel der Berufung auch mit dem der Revision angefochten werden kann, innerhalb der Revisionsbegründungsfrist des § 345 Abs. 1 StPO noch erklären, dass er von der ursprünglich gewählten Berufung zur Revision übergeht.
2....BAG, 18.02.1999, 8 AZR 735/97Leitsätze:
2. Eine Verurteilung zur Zahlung von Schmerzensgeld wegen Mittäterschaft oder Beihilfe zu einer unerlaubten Handlung setzt die tatrichterliche Feststellung eines...KG, 02.04.2012, (4) 161 Ss 30/12 (67/12)1. Der Vermögensnachteil i.S.d. § 266 Abs. 1 StGB ist durch einen Vergleich des Wertes des Gesamtvermögens vor und nach der pflichtwidrigen Handlung zu ermitteln und zu beziffern. Ist gegen den Geschädigten ein Insolvenzverfahren eröffnet worden, bedarf es der Feststellung, in welcher konkreten Höhe die Insolvenzmasse verringert worden...VG-AUGSBURG, 16.12.2013, Au 1 K 13.1773Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe; russischer Staatsangehöriger; Intensivstraftäter; zwingende Ausweisung – Einheitsjugendstrafe von vier Jahren und sechs Monaten; besonderer Ausweisungsschutz – offen gelassen; Ermessensentscheidung; VerhältnismäßigkeitAktuelle ForenbeiträgeMittäterschaft - kein Tatbeitrag (08.04.2013, 23:43)Hallo,
ich stoße immer wieder auf folgendes Problem bei der Mittäterschaft. Zur Veranschaulichung ein kleiner Fall:
"X und Y beschließen gemeinsam, den Z zu überfallen. Dabei soll X den Z mit einem Messer bedrohen, Y die Beute entgegennehmen. So geschieht es auch."
Ein gemeinsamer Tatplan als erste Voraussetzung für die...Zurechnung Mittäterschaft (03.04.2013, 17:28)Hey ihr,
Liebste GrüßeMittäterschaft oder Ansstiftung und Beihilfe (04.03.2013, 18:23)Angenommen im Rosa-Rosahl Fall gäbe es kleine Änderungen:
1. Rosa und Rosahl legen sich an verschiedenen Orten auf die Lauer weil sie wissen, dass das Opfer an einem der Orte vorbeikommen muss
2. Rosahl trifft auf das Opfer und erschießt es
3. zur gleichen Zeit glaubt auch Rosa das Opfer in der Dämmerung zu erkennen und schießt...Täterschaft u. Teilnahme, sehr komplexer Fall!! (02.03.2013, 17:57)Hallo ihr lieben,
ich schreibe grade eine Hausarbeit und hänge beim zweiten Tatkomplex völlig fest Also der erste Tatkomplex besteht daraus, dass N in Notwehr in einer Kneipe einen Angreifer "A" absticht und der nun in Lebensgefahr schwebt.
Zweiter Tatkomplex:
Der Wirt "W" der Kneipe ruft seinen Sicherheitsberater S, der wiederrum...Alterntive Mittäterschaft (02.03.2013, 10:57)Tach Leute!
Meine Frage richtet sich an die Probleme einer alternativen Mittäterschaft.
Angenommen A legt sich im Park auf die lauer und erschießt wie geplant O. B der abredegemäß am See auf Lauer liegt und ggf. auch O erschießen soll, falls diese vorbeikommt, schießt zeitgleich wie der A auf die X, welche B versehentlich für O hielt....
53 + Fü,/nf = Bisherige Kommentare zum Begriff (0)
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 § 25
 § 25
 § 277
 § 345
 § 266