Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=11.12.1986&Aktenzeichen=IV%20R%2077/84
Timestamp: 2020-03-28 18:51:39+00:00

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BFH, 11.12.1986 - IV R 77/84 - dejure.org
https://dejure.org/1986,2888
BFH, 11.12.1986 - IV R 77/84 (https://dejure.org/1986,2888)
BFH, Entscheidung vom 11.12.1986 - IV R 77/84 (https://dejure.org/1986,2888)
BFH, Entscheidung vom 11. Dezember 1986 - IV R 77/84 (https://dejure.org/1986,2888)
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Nach der Art der Klageerhebung kann hier davon ausgegangen werden, dass auch die Gesellschaft Klage erheben wollte; das FG konnte danach von der Beiladung der Gesellschaft absehen, die sonst gemäß § 48 Abs. 1 Nr. 1 bzw. Nr. 2, § 60 Abs. 3 Satz 1 FGO geboten gewesen wäre (zur Klagebefugnis der GbR vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 18. Mai 2004 IX R 83/00, BFHE 206, 162, BStBl II 2004, 898;… Gräber/von Groll, Finanzgerichtsordnung, 5. Aufl., § 48 Rz. 28 und 32), da die Bewertung von Darlehensforderungen im Sonderbetriebsvermögen der Gesellschafter sich auch auf die Höhe der festzustellenden Einkünfte aus Gewerbebetrieb der Gesellschaft auswirkt (Senatsurteil vom 11. Dezember 1986 IV R 77/84, BFH/NV 1987, 768;… Gräber/Koch, a.a.O., § 60 Rz. 65, Stichwort: Sonderbetriebsvermögen).
Ihnen könne daher anders als im Fall des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 11. Dezember 1986 IV R 77/84 (BFH/NV 1987, 768) nicht fehlendes Problembewußtsein vorgehalten werden.
Der Antrag der Kläger war indes auf Billigkeitsmaßnahmen aus sachlichen Gründen gerichtet, obwohl er auf persönliche Umstände, nämlich ihre Unkenntnis über das Bestehen ihres Forstbetriebes gestützt war (vgl. Senatsurteil vom 11. Dezember 1986 IV R 77/84, BFH/NV 1987, 768).
Sachlich unbillig ist die Festsetzung einer Steuer, wenn sie zwar äußerlich dem Gesetz entspricht, aber den Wertungen des Gesetzgebers im konkreten Falle derart zuwiderläuft, daß die Erhebung der Steuer als unbillig erscheint (BFH-Urteile vom 26. Oktober 1972 I R 125/70, BFHE 108, 146, BStBl II 1973, 271; vom 15. Februar 1973 V R 152/69, BFHE 108, 571, BStBl II 1973, 466, und vom 21. Januar 1992 VIII R 51/88, BFHE 168, 500, BStBl II 1993, 3, sowie Senatsurteil in BFH/NV 1987, 768).
Sachlich unbillig ist die Festsetzung oder Einziehung einer Steuer, wenn sie zwar äußerlich dem Gesetz entspricht, aber den Wertungen des Gesetzgebers im konkreten Fall derart zuwiderläuft, daß die Erhebung der Steuer als unbillig erscheint (BFH-Urteile vom 4. Juli 1972 VII R 103/69, BFHE 106, 268, BStBl II 1972, 806; vom 26. Oktober 1972 I R 125/70, BFHE 108, 146, BStBl II 1973, 271; vom 15. Februar 1973 V R 152/69, BFHE 108, 571, BStBl II 1973, 466; vom 21. Januar 1992 VIII R 51/88, BFHE 168, 500, BStBl II 1993, 3; vom 9. September 1993 V R 45/91, BFHE 172, 237, BStBl II 1994, 131, und vom 26. Oktober 1994 X R 104/92, BFHE 176, 3, BStBl II 1995, 297 sowie Senatsurteile vom 11. Dezember 1986 IV R 77/84, BFH/NV 1987, 768, und vom 26. Mai 1994 IV R 51/93 BFHE 174, 482, BStBl II 1994, 833).
Dies gilt auch dann, wenn der Rechtsstreit über die Höhe eines Sonderbetriebsgewinns oder -verlustes eines Gesellschafters keine Auswirkung auf den Gewinn oder Verlust der Gesellschaft oder eines anderen Gesellschafters hat (BFH-Urteil vom 10. Februar 1988 VIII R 352/82, BFHE 152, 414, BStBl II 1988, 544; vgl. auch - zum Veräußerungsgewinn bei Sonderbetriebsvermögen - BFH-Beschluß vom 23. August 1985 IV B 53/85, BFH/NV 1987, 584 und - zum Entnahmegewinn bei Sonderbetriebsvermögen - BFH-Urteil vom 11. Dezember 1986 IV R 77/84, BFH/NV 1987, 768).
Zwar sind Billigkeitsmaßnahmen auch im einheitlichen und gesonderten Feststellungsverfahren zulässig (BFH-Urteile vom 04.11.1965 IV 432/61 U, BStBl III 1966, 103 und vom 11.12.1986 IV R 77/84, BFH/NV 1987, 768;… BFH-Beschluss vom 18.09.2000 IV B 139/99, BFH/NV 2001, 452).
b) Sachliche Unbilligkeit liegt vor, wenn die Festsetzung der Steuer zwar dem Gesetz entspricht, aber den Wertungen des Gesetzgebers im konkreten Einzelfall derart zuwiderläuft, dass die Erhebung der Steuer als unbillig erscheint (BFH-Urteile vom 11. Dezember 1986 IV R 77/84, BFH/NV 1987, 768; vom 21. Januar 1992 VIII R 51/88, BStBl II 1993, 3 ;… Rüsken in Klein, AO , 11. Auflage [2012], § 163 Rn. 32).
Das ist dann anzunehmen, wenn nach dem erklärten oder mutmaßlichen Willen des Gesetzgebers davon ausgegangen werden kann, dass er die im Billigkeitswege zu entscheidende Frage - hätte er sie geregelt - im Sinne der Billigkeitsmaßnahme entschieden hätte (BVerfG, Beschluss vom 5. April 1978 - 1 BvR 48, 102; BFH, Urteile vom 11. Dezember 1986 - IV R 77/84 -, juris und vom 11. Januar 2006 - XI R 31/04 -, juris; Urteil der Kammer vom 29. August 2013 - 6 K 372/12 -, juris; VG Köln, Urteil vom 4. Mai 2006 - 20 K 391/05 -, juris).
BFH, 23.12.2005 - VIII R 96/03
Schuldzinsenabzug nach § 4 Abs. 4a EStG , Beiladung betroffener Mitunternehmer
aa) Geht man von Ersterem und damit davon aus, dass die Klägerin (X-KG) in ihrer Steuerbilanz passivierte und in den Sonderbilanzen der Kommanditisten aktivierte Gesellschafterdarlehen zurückbezahlt hat, so wären im anhängigen Verfahren die steuerrechtlichen Folgen von Entnahmen aus dem Sonderbetriebsvermögen der Gesellschafter (vgl. Senatsurteil vom 13. Oktober 1998 VIII R 78/97, BFHE 187, 227, BStBl II 1999, 163 zu II.2.b;… unklar BMF-Schreiben in DB 2005, 2549 Rdnr. 32d, letzter Satz) und damit Fragen zu beurteilen, die die Kommanditisten i.S. von § 48 Abs. 1 Nr. 5 FGO persönlich angingen (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 11. Dezember 1986 IV R 77/84, BFH/NV 1987, 768).
Nicht erforderlich ist der Wille zur Gewinnverwirklichung oder das Bewusstsein einer Gewinnverwirklichung und eine ungefähre Vorstellung über ihr Ausmaß (vgl. u.a. BFH Urteil vom 31. Januar 1985 IV R 130/82, BStBl II 1985, 395; BFH Urteil vom 11. Dezember 1986 IV R 77/84, BFH/NV 1987, 768 und Beschluss des BFH vom 25. April 2003 IV B 211/01 - nicht veröffentlicht - dokumentiert auf juris CD).
In den von der früheren Rechtsprechung genannten Fällen könne ein Teilerlass der Steuer gem. § 227 AO oder die Nichtberücksichtigung des die Steuer auslösenden Vorgangs gem. § 163 Abs. 1 AO geboten sein (vgl. auch BFH Urteil vom 11. Dezember 1986 IV R 77/84, Sammlung amtlich nicht veröffentlichter Entscheidungen des BFH -BFH/NV- 1987, 768).
Das ist dann anzunehmen, wenn nach dem erklärten oder mutmaßlichen Willen des Gesetzgebers davon ausgegangen werden kann, dass er die im Billigkeitswege zu entscheidende Frage - hätte er sie geregelt - im Sinne der Billigkeitsmaßnahme entschieden hätte (vgl. BVerfG, Beschluss vom 5. April 1978 - 1 BvR 48, 102; BFH, Urte. vom 11.12.1986 - IV R 77/84 -, juris und vom 11.1. 2006 - XI R 31/04 -, juris; Urteil der Kammer vom 29.8. 2013 - 6 K 372/12 -, juris;… Urt. vom 27.10.2016, a.a.O., Rn. 57).
BFH, 23.12.2005 - VIII R 10/04
BFH, 21.06.1988 - VIII R 93/87
Voraussetzungen für eine notwendige Beiladung

References: § 48
 § 60
 § 48
 § 60
 § 163
 § 4
 § 48
 § 227
 § 163