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Timestamp: 2020-08-11 04:44:35+00:00

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Der gepfändete Kostenerstattungsanspruch - und das Beitreibungsrecht des PKH-Anwalts | Rechtslupe
Gemäß § 126 Abs. 1 ZPO sind die für die Par­tei bestell­ten Rechts­an­wäl­te berech­tigt, ihre Gebüh­ren und Aus­la­gen von dem in die Pro­zess­kos­ten ver­ur­teil­ten Geg­ner im eige­nen Namen bei­zu­trei­ben.
Wie der Bun­des­ge­richts­hof bereits ent­schie­den hat [1], räumt die Vor­schrift dem bei­geord­ne­ten Rechts­an­walt ein selb­stän­di­ges Bei­trei­bungs­recht ähn­lich einem Über­wei­sungs­gläu­bi­ger (§§ 835 f. ZPO) ein. Dem Rechts­an­walt ist damit die Ein­zie­hung des Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruchs sei­ner Par­tei als Pro­zess­stand­schaf­ter über­tra­gen [2].
Mit die­ser Rege­lung sol­len dem bei­geord­ne­ten Rechts­an­walt – über die Gebüh­ren im Rah­men der Pro­zess­kos­ten­hil­fe hin­aus – sei­ne Ver­gü­tungs­an­sprü­che gesi­chert wer­den [3]. Der Aus­schluss von Ein­re­den aus der Per­son der Par­tei (sog. Ver­stri­ckung) tritt des­halb bereits mit der Ent­ste­hung des Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruchs ein [4] und ist so lan­ge gerecht­fer­tigt, wie der bei­geord­ne­te Rechts­an­walt die Kos­ten­for­de­rung noch im eige­nen Namen gel­tend machen kann. Uner­heb­lich ist dem­ge­gen­über, ob der Rechts­an­walt sein Bei­trei­bungs­recht nach § 126 Abs. 1 ZPO im Zeit­punkt der Ein­wen­dung bereits aus­ge­übt hat­te [5].
Die von der Pfän­dungs­gläu­bi­ge­rin aus­ge­brach­te Pfän­dung fällt auch unter den Begriff der „Ein­re­de aus der Per­son der Par­tei“, die gemäß § 126 Abs. 2 ZPO nicht gegen den Anspruch erho­ben wer­den kann.
Der Begriff der „Ein­re­den“ umfasst in die­sem Zusam­men­hang alle Ein­wen­dun­gen aus Rechts­be­zie­hun­gen des Kos­t­en­gläu­bi­gers, aus denen der Kos­ten­schuld­ner eine Ver­tei­di­gung gegen den Zah­lungs­an­spruch her­lei­ten kann, nicht nur Ein­re­den im rechts­tech­ni­schen Sin­ne [6]. Hier­un­ter fal­len etwa die Abtre­tung oder die Pfän­dung [7].
Die Par­tei ist näm­lich im Fal­le der Bei­trei­bung durch den Rechts­an­walt gemäß § 126 ZPO nicht mehr berech­tig­ter Zah­lungs­emp­fän­ger. Die­se Ver­fü­gungs­be­schrän­kung wirkt gemäß §§ 135, 136 BGB zuguns­ten des Rechts­an­walts; ihm gegen­über ist eine etwai­ge Erfül­lung der Kos­ten­schuld durch Leis­tung an die Par­tei unwirk­sam [8]. Der Kos­ten­schuld­ner wird dann von sei­ner Zah­lungs­pflicht allein durch Leis­tung an den berech­tig­ten Rechts­an­walt befreit. Zwar steht der Par­tei der Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch trotz des ihrem Rechts­an­walt gemäß § 126 ZPO ein­ge­räum­ten Bei­trei­bungs­rechts wei­ter­hin zu [2], wes­halb er auch wei­ter­hin der For­de­rungs­pfän­dung unter­liegt. Die Pfän­dung geht dem gesetz­li­chen Ein­zie­hungs­recht des Rechts­an­walts jedoch auf­grund der durch § 126 Abs. 2 ZPO ange­ord­ne­ten, bereits mit dem Ent­ste­hen des Anspruchs ein­tre­ten­den Ver­stri­ckungs­wir­kung im Rang nach. Das eige­ne Ein­zie­hungs­recht des nach­ran­gi­gen Voll­stre­ckungs­gläu­bi­gers greift daher nur so weit, als ihm nicht das vor­ran­gi­ge Ein­zie­hungs­recht des Rechts­an­walts vor­geht.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Novem­ber 2015 – XII ZB 242/​15
BGHZ 5, 251, 253; BGH Beschluss vom 20.11.2012 – VI ZB 64/​11, FamRZ 2013, 201 Rn. 8[↩]
BGH, Beschluss vom 14.02.2007 – XII ZB 112/​06, FamRZ 2007, 710 Rn. 11; BGH Beschluss vom 09.07.2009 – VII ZB 56/​08, FamRZ 2009, 1577 Rn. 4[↩][↩]
BGH, Beschluss vom 14.02.2007 – XII ZB 112/​06, FamRZ 2007, 710 Rn. 11[↩]
BGH, Beschluss vom 14.02.2007 – XII ZB 112/​06, FamRZ 2007, 710 Rn. 12[↩]

References: § 126
 § 126
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 BGH 
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