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Timestamp: 2019-02-22 17:06:01+00:00

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Approbation in Deutschland » Dr. Andreas Staufer
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Approbation in DeutschlandDr. Andreas Staufer2018-11-01T22:53:03+00:00
Approbation in Germany (en)
Es gibt drei Wege um als ausländischer Arzt in Deutschland den ärztlichen Beruf legal ausüben zu dürfen:
vorübergehend als Dienstleister (EU)
mit einer beschränkten Berufserlaubnis als Arzt,
uneingeschränkt auf Dauer nur mit einer Approbation.
Ähnliches gilt im Übrigen auch für die tierärztliche und zahnärztliche Approbation sowie die Approbation als Apotheker oder Psychotherapeut. Sie alle benötigen gleichfalls eine Approbation als Zahnarzt, Tierarzt bzw. Apotheker.Hier gelten mitunter folgende Bestimmungen:
Zahnärzte: Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde (ZHG) und die Approbationsordnung für Zahnärzte (ZÄprO). Tierärzte: Bundes-Tierärzteordnung (BTÄO), Verordnung zur Approbation von Tierärztinnen und Tierärzten (TAppV). Apotheken: Bundes-Apothekerordnung (BApO), Approbationsordnung für Apotheker (AAppO), Psychotherapeuten: Gesetz über die Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (PsychThG), Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten(PsychTh-APrV).
Die deutsche Approbation (aus dem lateinischen Approbatio für „Billigung, Genehmigung“, veraltet: „Bestallung“) erhält man entweder nach
einem abgeschlossenen Medizinstudium mit bestandenen Staatsexamen
einer Anerkennung der Gleichwertigkeit eines ausländischen Abschlusses
einer Defizitprüfung (ausländischer Abschluss in Medizin)
einer Kenntnisprüfung (ausländischer Abschluss in Medizin)
Neben der Möglichkeit sich Teile des im Ausland abgeschlossenen Medizinstudiums anerkennen zu lassen, können ausländische Ärzte auch unmittelbar einen Antrag auf Approbation stellen. Voraussetzung ist dann die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Ausbildung durch die zuständige Approbationsbehörde oder das Bestehen einer ergänzenden Prüfung.
Der wissenschaftlich und praktisch in der Medizin ausgebildete Arzt soll nach Abschluss seines Medizinstudiums zu einer eigenverantwortlichen und selbständigen ärztlichen Berufsausübung befähigt sein. Er soll sich selbst weiterbilden können. Die wesentliche Inhalte der Ausbildung enthält die Approbationsordnung der Ärzte (ÄApprO).
Ist eine ausländische Ausbildung gleichwertig, so können die Behörden auf die in der ÄApprO vorgesehene Ausbildung Zeiten eines im Ausland betriebenen Medizinstudiums oder verwandten Studiums anrechnen. Das erfasst auch bestimmte Prüfungsleistungen, sofern sie das Studium nicht abschließen. Die Anerkennung ist zu beantragen. § 12 ÄApprO. Dann allerdings muss man weiterhin die ärztliche Prüfung ablegen.
Dem Antrag auf die ärztliche Approbation ist das Zeugnis über die Ärztliche Prüfung beizufügen, § 39 Abs. 1 S. 2 Nr. 7 ÄApprO . Dabei wird die Ärztliche Prüfung in drei Abschnitten nach bestimmten Studienabschnitten abgelegt.
So gilt eine nach 1976 in einem der Mitgliedstaaten der EU bzw. des EWR abgeschlossene ärztliche Ausbildung als eine mit einer deutschen vergleichbare Ausbildung. Bei später hinzugetretenen Mitgliedstaaten ist auf den jeweiligen Beginn der Ausbildung nach Beitritt abzustellen, § 3 Abs. 2 BÄO. Dann gilt das Verfahren der automatischen Anerkennung nach der Richtlinie 2005/36/EG.
Verfügt der Antragsteller über einen Ausbildungsnachweis als Arzt aus einem Drittstaat, so ist ihm die Approbation bei Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes zu erteilen, § 3 Abs. 3 BÄO. Der Ausbildungsstand ist gleichwertig, wenn die Ausbildung keine wesentlichen Unterschiede gegenüber der Ausbildung in Deutschland aufweist, § 3 Abs. 2 S. 2 BÄO. Wesentliche Unterschiede können allerdings ganz oder teilweise durch Kenntnisse ausgeglichen werden, die die Antragsteller im Rahmen ihrer ärztlichen Berufspraxis erworben haben; es ist nicht entscheidend, in welchem Staat die Antragsteller berufstätig waren. § 3 Abs. 2 S. 5 BÄO.
Bestehen jedoch wesentliche Unterschiede in der Ausbildung so hat der Antragsteller nachzuweisen, dass er über die Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt, die zur Ausübung des Berufs des Arztes erforderlich sind. § 3 Abs. 2 S. 6 BÄO.
Fächer unterscheiden sich dann wesentlich, wenn deren Kenntnis eine wesentliche Voraussetzung für die Ausübung des ärztlichen Berufs ist und die Ausbildung gegenüber der deutschen Ausbildung bedeutende Abweichungen hinsichtlich Dauer oder Inhalt aufweist. § 3 Abs. 2 S. 4 BÄO.
Der Nachweis der erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten wird bei Staatsangehörigen der EU/EWR oder eines Vertragsstaats in seltenen Fällen durch Eignungsprüfung erbracht. Bei den Angehörigen eines Drittstaats ist der Nachweis durch das Ablegen einer Prüfung zu erbringen, die sich auf den Inhalt der deutschen Abschlussprüfung bezieht.
Die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten können allerdings auch dann nachzuweisen sein, wenn die Prüfung des Antrags nur mit unangemessenem zeitlichen oder sachlichen Aufwand möglich ist.
Eine vorübergehende oder eine auf bestimmte Tätigkeiten beschränkte Ausübung des ärztlichen Berufs ist zunächst auch aufgrund einer Erlaubnis möglich, § 1 Abs. 2 BÄO. Die Erlaubnis wird nur widerruflich und nur bis zu einer Gesamtdauer der ärztlichen Tätigkeit von höchstens zwei Jahren erteilt oder verlängert; wobei einige, gesetzlich geregelte Ausnahmen eine weitere Verlängerung ermöglichen.
Staatsangehörige Ärzte der EU, des EWR oder eines Vertragsstaates, dem Deutschland und die EG/EU vertraglich einen entsprechenden Rechtsanspruch eingeräumt haben, dürfen den ärztlichen Beruf in Deutschland auch ohne Approbation als Arzt ausüben, wenn sie nur vorübergehend und gelegentlich als Erbringer von Dienstleistungen tätig werden, § 1 Abs. 3 ÄApprO. Vorsicht: Die gelegentliche ärztliche Tätigkeit ist meldepflichtig.
Das Anerkennungsverfahren ist äußerst komplex und hier nur annähernd dargestellt. Darüber hinaus bestehen zahlreiche weitere Alternativen. Anträge sollten nicht leichtfertig gestellt werden, um längere Verzögerungen bei der Antragstellung zu vermeiden. Bestenfalls lassen Sie sich hierbei nicht nur von der prüfenden Behörde beraten.
Wir begleiten seit Jahren Ärzte und Zahnärzte sowie Apotheker rechtlich in Approbationsverfahren. Zu unseren Mandanten stammen sowohl Kliniken als auch die betroffenen Ärzten selbst. Meist kommen diese erst nach einem langwierigen Verwaltungsverfahren. Bestenfalls beraten und begleiten wir die Antragsteller bereits bei der Zusammenstellung der Unterlagen. So können Verzögerungen vermieden, Fehler im Antragsverfahren aufgedeckt, gegebenenfalls fehlende Nachweise aufgezeigt und nachgereicht werden.
Selbst wenn zwei Ärzte an der selben Universität studiert haben, sind die Ausbildungsverläufe so gut wie nie vollkommen identisch. Unterschiede ergeben sich auch zwischen Studien in Mitgliedstaaten der EU/EWR und Drittstaaten. Einen Unterschied kann es auch machen, ob der Abschluss in einem anderen Mitgliedstaat anerkannt wurde.
Erfahrungen haben wir vor allem mit Ausbildungen in China, Frankreich, Indien, Saudi-Arabien, der Schweiz, Serbien, Spanien, Russland, Syrien (Damaskus, Aleppo), Pakistan, Ungarn, der Ukraine, den Vereinigten Arabischen Emiraten (hier: Abu Dhabi, Dubai, Fudschaira und Schardscha) und Weißrussland.

References: § 12
 § 39
 § 3
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 § 1
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