Source: https://baupreis-gutachten.de/index.html
Timestamp: 2019-12-09 07:34:11+00:00

Document:
Sachverstaendiger f. Baupreisermittlung, Bauablaufstoerungen und Baubetrieb
Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der IHK Nürnberg für Bauablaufstörungen, Baupreisermittlung und Abrechnung im Hoch- und Ingenieurbau
Abrechnung Abrechnung
Eine für den Auftraggeber einfach nachzuvollziehende Abrechnung der Bauleistung liegt im ureigensten Interesse gerade des Auftragnehmers.
VOB/ B §14 benennt typische Anforderungen an die korrekte Bauabrechnung.
AnordnungAnordnung des Auftraggebers
Dem Wortsinn nach ist eine Anordnung eine Verfügung oder ein Befehl, also etwas nahezu Unmissverständliches.
Anordnungen können monetäre Auswirkungen haben und sind dann entsprechend gründlich vorzubereiten.
Vgl. auch VOB/B §§ 1.3 und 4.3.
AufmassAufmass
Als Aufmaß bezeichnet man das reale Messen an einem Bauteil zur Ermittlung von Leistungsmengen.
Ein Aufmaß entfällt üblicherweise sobald die Leistung aus Zeichnungen ermittelt werden kann.
BauablaufstörungBauablaufstörungen
Mit dem Begriff Bauablaufstörung sind alle ungeplanten, Einwirkungen auf den Produktionsprozess „Baustelle“ umfasst, die diesen Prozess ungewollt behindern, bremsen oder zum Stillstand bringen. Folgen von Bauablaufstörungen können z.B. die verzögerte Fertigstellung einzelner Leistungen oder der Gesamtbauleistung sein, ggf. einhergehend auch mit höheren Produktionskosten.
BaubehinderungBaubehinderung
Behinderungen sind Bauablaufstörung (s.o.) die tatsächlich zu zeitlichen Verzögerungen im ursprünglich vorgesehenen Bauablauf führen.
BaufreiheitBaufreiheit
Der Zustand der Baufreiheit besteht für den Auftragnehmer dann, wenn der Auftraggeber die Baustelle in der zuvor vereinbarten Weise zur Verfügung gestellt hat. Inbegriffen sind alle Zusagen, wie ggf. Vorleistungen anderer Unternehmer, Genehmigungen oder Planungsergebnisse. Der Grad der Baufreiheit kann eingeschränkt sein, bis hin zur „fehlenden B.“
Der eher umgangssprachliche Begriff dient zumeist als rein qualitative Zustandsbeschreibung.
BaupreisermittlungBaupreisermittlung
Berechnung der Kosten für Bauleistungen (Kalkulation).
BaustelleneinrichtungBaustelleneinrichtung/ BE
Der Begriff Baustelleneinrichtung umfasst insbesondere alle Produktionseinrichtungen, Versorgungseinrichtungen (Strom, Gas, Wasser etc.), Lagereinrichtungen, Transporteinrichtungen sowie auch die Sozialeinrichtungen (Tagesunterkünfte, Waschgelegenheiten, Toiletten und Erste-Hilfe-Einrichtungen). Als Teil der BE können ferner auch Geländeveränderungen und Baustraßen bezeichnet werden.
BaustörungBaustörung/ Bauablaufstörung
Alle ungeplanten Einwirkungen auf den Produktionsprozess „Baustelle“. Bauablaufstörungen führen mitunter zu Terminverschiebungen und/ oder Mehrkosten.
BautagebuchBautagebuch/ Bautagesberichte
Das Führen von Bautagesberichten, bzw. eines Bautagebuches dient dem innerbetrieblichen Berichtswesen über alle relevanten Ereignisse einer Baustelle.
Bem.: Wird ein Bautagebuch gewissenhaft geführt, können daraus ohne weiteres die tatsächlichen „Ist-Termine“ und „Ist-Vorgangs-Dauern“ sowie der „Ist-Einsatz“ von Personal und Gerät abgelesen werden.
BauzeitverzögerungBauzeitverzögerung
Zu zögerliches Verhalten seitens Auftraggebern und/ oder Auftragnehmern führt zu einer Bauzeitverzögerung – umgekehrt gesprochen wäre diese Situation durch rechtzeitiges Handeln vermeidbar.
Die Bauzeitverzögerung führt i.d.R. zu einer späteren Fertigstellung.
BauzustandsdokumentationBauzustandsdokumentation (BZD)/ Beweissicherung
Ziel ist es, den gegenwärtigen Zustand von Bauteilen und Gebäuden neutral aufzunehmen und zu dokumentieren, so daß eventuell danach eintretende Veränderungen zuverlässig als solche erkannt und beurteilt werden können.
Bem.: Erfolgt die BZD schon frühzeitig können entsprechende Ergebnisse noch in der Planungsphase Berücksichtigung finden.
BehinderungBehinderung
BGLBaugeräteliste (BGL)
Umfassende Aufstellung technischer und kalkulatorischer Baumaschinendaten. Die Liste wird im 10-jährigen Turnus neu aufgelegt.
Die jährliche Anpassung ist mit Hilfe des Erzeugerpreisindex für Baumaschinen möglich.
BeschleunigungBeschleunigung
Einleiten gezielter Maßnahmen um die Ausführungsfrist eines Vorganges und damit üblicherweise auch die Gesamtdauer einer Baumaßnahme wirksam zu verkürzen.
Eine Beschleunigungsmaßnahme verursacht in der Regel zusätzliche Kosten, über deren Höhe sich der Kostenpflichtige zuvor Klarheit verschaffen sollte.
BeweissicherungBeweissicherung
DifferenztheorieDifferenztheorie
Nach der Differenztheorie wird zur Ermittlung eines Schadens die ursprünglich geplante Vermögenslage mit der tatsächlich eingetretenen Vermögenslage verglichen. Die Differenz aus beiden entspricht der Höhe des Schadens.
FertigstellungFertigstellungsbescheinigung
BGB § 641 a: „Der Abnahme steht es gleich, wenn dem Unternehmer von einem Gutachter eine Bescheinigung darüber erteilt wird, dass 1. das versprochene Werk“ ... „hergestellt ist und 2. das Werk frei von Mängeln ist, die der Besteller gegenüber dem Gutachter behauptet hat oder die für den Gutachter bei einer Besichtigung feststellbar sind, (Fertigstellungsbescheinigung)“ ...
GAEBGemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen (GAEB):
Wollen Baubeteiligte, elektronisch erfasste Daten miteinander austauschen -um mehrfache Datenerfassung zu vermeiden- müssen sie zuvor eine gemeinsame Grundlage vereinbaren. Dazu notwendige Regelungen hat hierzulande der GAEB definiert.
GerichtsgutachtenGerichtsgutachten
Wird ein Gutachten auf Veranlassung eines Gerichtes erstattet spricht man von einem Gerichtsgutachten. Die Aufgabenstellung für das Gutachten wird vom Gericht per Beweisbeschluss an den Sachverständigen übermittelt.
Gestörter BauablaufGestörter Bauablauf
GMP-VertragGarantierter-Maximal-Preis-Vertrag (GMP-Vertrag)
Die Vertragsparteien vereinbaren wie beim Pauschalvertrag, eine feste Vergütung, die nicht überschritten werden darf. Soweit sich bei Durchführung des Bauvorhabens Einsparpotentiale ergeben und das Bauwerk dann günstiger wird als ursprünglich geplant, partizipieren beide Vertragsparteien nach einem festgelegten Schlüssel.
KalkulationKalkulation
Berechnung der Kosten und Zuschläge für Bauleistungen.
KündigungKündigung von Werklohnleistungen
Bei Kündigung von Einheitspreis-, Festpreis- oder Pauschalverträgen, ggf. in Verbindung mit nachfolgenden Ersatzvornahmen besteht oft Streit über den Wert der bis dahin erbrachten Leistungen und evtl. den Wert ersparter Aufwendungen. Unabhängige und neutrale Gutachter helfen bei der Streitbeilegung. In der Regel wird in Bezug auf Vertragsfragen die Zusammenarbeit mit einem Rechtsbeistand erforderlich.
LeistungsänderungenLeistungsänderungen
Dem Auftraggeber stehen während der Ausführungsphase jederzeit Leistungsänderungen frei, wobei für die geänderten Leistungen ggf. ein neuer Preis zu vereinbaren ist VOB/ B §§1.3 und 2.5.
MehrkostenMehrkosten/ gestörter Baustellen
Mehr- oder Minderkosten sind nachvollziehbar, neutral und entsprechend vertraglicher oder gesetzlicher Regelungen und Preisgrundlagen zu ermitteln.
MengenmehrungenMengenmehrungen/ Mengenminderungen
Auftretende Mengenänderungen während der Ausführung sind in der Hauptsache auf 3 Ursachen zurückzuführen: 1. Unmöglichkeit genauerer Mengenermittlung einer Leistung für die Ausschreibung (Bsp.: Anteil Fels im Baugrund) 2. Unvollständige Planung zum Zeitpunkt der Ausschreibung (Bsp.: Fehlende Tragwerksplanung/ Bewehrungsstahl) 3. Anordnungen des Auftraggebers.
Erwartete Mengenänderungen können Anlaß für Spekulationsangeboten sein. Ferner sind terminliche Auswirkungen möglich.
MitwirkungMitwirkung nach §7 VOB Teil A / Wertung von Angeboten
„Besondere Sachverständige“ werden beim Vergabeverfahren gemäß § 7.1 der VOB Teil A auf Vorschlag der Berufsvertretungen tätig.
Sie beurteilen in Zweifelsfällen u.a. die geforderten Preise einschließlich der Vergütungen für Stundenlohnarbeiten.
NachträgeNachtragsangebot/ Nachtragsleistung
Bei Nachtragsangeboten und ggf. bei der Beauftragung von Nachträgen stehen oft die unmittelbaren Kosten der Nachtragsleistungen im Vordergrund. Terminliche und ggf. daraus resultierende monetäre Auswirkungen sollten darüber hinaus immer mit vereinbart werden (Vollständigkeitsvermutung).
NetzplanNetzplan/ Netzplantechnik
Mit Hilfe der Vernetzung einzelner Vorgänge untereinander wird ein Bau-Terminplan zum Netzplan und berechenbar -unabhängig von der Darstellung als klassischer Netzplan oder als Balkenplan. Mit Hilfe des N. können terminliche Auswirkungen von Leistungsstörungen beurteilt werden.
Die tatsächlichen Abhängigkeiten auf einer Baustelle werden dabei in dem mehr oder weniger vereinfachenden Modell des Netzplanes vorweggeplant; bei einem Netzplan handelt es sich deshalb immer nur um eine Näherung an die Wirklichkeit.
Öffentliche BestellungÖffentliche Bestellung und Vereidigung
Öffentlich bestellte Sachverständige sind darauf vereidigt, unabhängig und unparteiisch zu handeln. Das bedeutet: Dritte, denen Gutachten üblicherweise vorgelegt werden, können sich auf die Ergebnisse verlassen (Drittwirkung).
Ortsübliche VergütungOrtsübliche Vergütung
Ist für eine beauftragte Leistung die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, so gilt die übliche (ortsübliche) Vergütung als vereinbart, wenn nicht andere vertragliche Regelungen greifen.
PauschalpreisvertragPauschalpreisvertrag/ Pauschalpreis
Bei einem Global-Pauschalpreisvertrag wird die Leistung und der Gesamtstandard durch allgemeine Baubeschreibung bestimmt (funktionale Ausschreibung), für die Vergütung wird ein Pauschalpreis vereinbart.
Die Abrechnung kann bei vorzeitiger Vertrags- oder Teilkündigung des Pauschalpreisvertrages einen erheblichen Aufwand verursachen.
RegieStundenlohnarbeiten/ Regie
Der eher umgangsprachliche Begriff „Regie“ wird oft auf Baustellen anstelle von „Stundenlohnarbeiten“ verwendet.
Um spezielle Leistungen auf Basis von Stundenlöhnen abrechnen zu können muss hierüber zuvor eine ausdrückliche Vereinbarung, unter Beachtung weitergehender gesetzlicher Vorschriften getroffen worden sein.
SchadenersatzSchadenersatz
Wird zur Dokumentation eines Mehrkostenanspruches infolge Bauablaufstörungen ein Sachverständigengutachten erforderlich und in Auftrag gegeben, so sind die Sachverständigenkosten als Teil des Schadens vom Verursacher zu ersetzen.
SchlechtwetterSchlechtwetter/ Witterungseinflüsse
§ 211 SGB III beschreibt die Situation, ab wann auf einer Baustelle von Schlechtwetter und witterungsbedingtem Arbeitsausfall gesprochen wird: „Wenn atmosphärische Einwirkungen“ ... „so stark oder so nachhaltig sind, dass trotz einfacher Schutzvorkehrungen“ ... die Fortführung der Bauarbeiten technisch unmöglich“ ... „ist“ ...
Zur Beurteilung einer Behinderung infolge Schlechtwetters kommt es darüber hinaus aber darauf an, mit welchen Witterungsbedingungen ein Bieter zur Kalkulation seines Angebotes unter normalen Umständen hätte rechnen müssen (vgl. § 6.6 VOB/ B)
SchlussrechnungSchlussrechnungen/ Teilschlussrechnungen
Eine für den Auftraggeber einfach nachzuvollziehende Abrechnung der Bauleistung liegt im ureigensten Interesse gerade des Auftragnehmers. VOB/ B §14 benennt typische Anforderungen an die korrekte Bauabrechnung.
Soll-Ist-VergleichSoll-Ist-Vergleich
Soll-Ist-Vergleiche dienen u.a. dazu, Terminverschiebungen im Bauablauf transparent zu machen.
„Soll-Termin-Vorgaben“ werden durch einen Vertragsterminplan oder die Vereinbarung von Einzelfristen festgeschrieben; ein gewissenhaft geführtes Bautagebuch liefert die tatsächlichen „Ist-Termine“ und „Ist-Vorgangs-Dauern“.
SpekulationSpekulationsangebot/ Strategische Kalkulation
Angebotspreis, der sich nicht an einer herkömmlichen Kosten-Kalkulation orientiert sondern der in Erwartung, sich deutlich ändernder Leistungsmengen und in der Absicht zur Gewinnmaximierung „strategisch kalkuliert“ worden ist.
Positionen mit unsicheren Mengenansätzen sollen bei der Angebotswertung auf Spekulations-Preise und auf deren mögliche Auswirkungen hin überprüft und beurteilt werden.
Stillstands-KostenStillstands-Kosten
Während Stillstands-Phasen laufen die Fixen Kosten des Baubetriebes weiter.
Im Zusammenhang mit dem Stillstand können Kosten für den Aufwand, zur Konservierung der Arbeitsstelle vor der Arbeitsunterbrechung und zur Wiederaufnahme der Arbeiten danach entstehen.
StundenlohnarbeitenStundenlohnarbeiten
UrkalkulationUrkalkulation/ Auftragskalkulation
KLR Bau, 7. Aufl. 2001: „Die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültige Angebotskalkulation wird als Auftragskalkulation bezeichnet (Vertragskalkulation). “
Die Auftragskalkulation oder Urkalkulation beinhaltet die Grundlagen der Preisermittlung für die vertragliche Leistung.
VergütungVergütung/ Ortsübliche Vergütung
VertragsstrafeVertragsstrafe/ Pönale/ Konventionalstrafe
Eine Zahlung wird für den Fall als Vertragsstrafe vereinbart, dass Zusagen einer Vertragspartei, vornehmlich terminlicher Art nicht eingehalten werden.
Im Gegensatz zu der als Druckmittel wirkenden Vertragsstrafe kann eine zu vereinbarende Vergütung für Vertragsfristverkürzung wirksame, positive Anreize schaffen.
VOB Teil BVOB Teil B
Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen.
Zu den Stichwörtern aus meinem Fachgebiet dürfen Sie, beim Überfahren mit der Maus vereinfachende Erklärungen und Denkanstöße erwarten; nur eben keine fertigen Lösungen, die gibt es nicht "von der Stange".

References: §14
 § 641
 §7
 § 7

§ 211
 § 6
 §14