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Timestamp: 2019-12-14 08:31:57+00:00

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Diskutiere Vorsteuer bei Heizungsinvestition ausweisen - lassen. im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo zusammen, bei einer WEG, welche NICHT zur Umsastzsteuer optiert hat und ein Teil (ca. 10%) gewerblich vermietet ist, kommt eine...
#1 Fremder, 28.03.2017
kommt eine Heizungserneuerung ca. 350.000 EUR zustande.
Der Anteil der Gewerberäume ist 35.000 EUR.
Eine Abrechnung der/des Verwalters bzw. durch die WEG scheidet aus, da keine USt-OPTION vorliegt.
Jedoch ist es möglich, seitens der ausführenden (Heizungs-)Firma eine Einzellabrechnung an den Gewerbeinhaber auszustellen.
Dadurch wäre es möglich, den Vorsteueranteil zu ziehen. Welcher nicht unwesentlich hier bei 5.588 EUR liegt.
Ursprünglich hatte der ausführende "Planer" eine mündliche Zusage zu dieser Einzellabrechnung getätigt
"... da es nur 1. Gesamtrechnung aufzuteilen wäre..."
Allerdings passiert leider nichts :-(
Gibt es einen Anspruch - rechtlich ?
(die Kosten für eine Einzellabrechnung trägt nat. der Gewerbeeigentümer und dieser vermietet mit OPTION)
Besten Dank für Unsterstützung / Rat :-)
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#2 Andres, 28.03.2017
Ich kann keinen erkennen. Leistungsempfänger ist die Gemeinschaft, nicht der Eigentümer der Gewerbeeinheit, also hat nur die Gemeinschaft den Anspruch auf Ausstellung einer Rechnung.
#3 Fremder, 28.03.2017
Dazu bedarf es eines Beschlusses der WET-Gem. (§ 23 WEG), der ggf. vor einem Zivilgericht erstritten werden kann. Nach herrschender Auffassung sind die übrigen Wohnungs- oder Teileigentümer letztlich zur Zustimmung verpflichtet, soweit ihnen aus der Option keine Nachteile erwachsen. Davon ist auszugehen, wenn sich die an der Option Interessierten zugleich mit dem Optionsbeschluss dazu verpflichtet haben, die übrigen Beteiligten von jeglichen Nachteilen wie Zusatzkosten für umsatzsteuerliche Aufzeichnungen oder Steuerberatung freistellen. Denn nach § 21 Abs. 4 WEG kann jeder Beteiligte der Wohnungseigentümergemeinschaft eine Verwaltung verlangen, die dem Interesse der Gesamtheit entspricht, womit das Gesetz letztlich einen angemessenen Interessenausgleich zwischen den Beteiligten einfordert (vgl. OLG Hamm 12.5.92, UR 93, 202; Bay. OLG 13.6.96, UR 97, 481).
http://www.iww.de/gstb/archiv/umsat...en-bei-wohnungseigentumsgemeinschaften-f33291
Leider geht es hierbei ja um eine vollständige (partielle) Optierung ...
Allerdings dürfte es doch "gängige Praxis (welche mir fehlt)" sein, dass man bei Investitionen eben Einzellabrechnungen erstellt.
Und diese eben von der Firma, welche die Leistungen erbracht hat.
Der kaufmännische Aufwand wäre da absolut in Grenzen gehalten.
Der Mehraufwand wäre in 15 Minuten erledigt.
Leider finde ich kaum Infos wo eben Gewerbe und Wohnung zusammen verwaltet werden und dieser Sachverhalt vorkommt.
Die ~6.000 EUR Vorsteuer einfach herschenken, kanns ja auch nicht sein *seufz*
PS: Ich sehe gerade, dass "Du" mir bereits vor nem Jahr zu diesem Thema geholfen hast :-)
#4 taxpert, 28.03.2017
Das Problem liegt hier im Steuerrecht und nicht im WEG.
Der ust-liche Leistungsaustausch findet zwischen dem Heizungsbauer und der WEG als eigenes Steuerrechtssubjekt statt. Insoweit ist @Andres Antwort goldrichtig!
Eine Möglichkeit gibt es ggf. trotzdem noch, dazu bedarf es aber wieder der WEG-Profis, da ich mich dort nicht auskenne!
Letztendlich ist umfasst die Steuerbefreiung nach §4 Nr.13 UStG "nur" die Instandhaltung /Instandsetzung des Gemeinschaftseigentums! Soweit die Erneuerung einer kompletten Heizungsanlage auch Sondereigentum betrifft, ist diese Leistung ust-pflichtig (A4.13.1 Satz 5 UStAE)!
#5 Fremder, 28.03.2017
logischerweise - ja klar, dies bezweifel ich ja nicht.
Zu einer OPTIERUNG sind die "WEGTeilnehmer" zustimmend verpflichtet, wenn "Ihnen" dadurch kein (finanz. Schaden) entsteht.
(siehe Zitat oben).
Da bei einer Teilabrechnung ja nicht zur UST-Optiert werden würde, ist die Frage, ob dies nicht dennoch die gleiche Situation ist.
-> Gewerbeinhaber hat einen Schaden in Höhe von knapp 6.000 EUR und besteht auf eine Teilabrechnung.
Ich sehe eigentlich keinen Hindernisgrund, dies so zu veranlassen.
Der Heizungsbauer bekommt sein Geld, die WEG hat keinen Schaden, s Finanzamt ist auch zufrieden.
Naja, der Heizungsbauer wird seine Rechnung immer mit 19% ausstellen. Ob nun an 2 Empfänger oder nur die WEG.
Der Verwalter wird (hier ohne UST-Optierung) auch immer die gleichen Kosten weitergeben (halt mit Mwst drin).
Somit würde dies keinen Einfluss haben. - glaube ich erstmal :-)
#6 BHShuber, 28.03.2017
darf mich kurz einklinken, denn ich finde es fantastisch, wie man sich diesen Finanzamtsschmunz alles so merken kann und dann auch noch damit argumentieren, vor allem den Durchblick nicht verliert, für mich ein Buch mit 7 Siegeln, obwohl ich auch nicht ganz in Unkenntnis bin, fällt mir immer wieder auf, dass sich mein steuerliches Wissen ausschließlich auf meinen Schmunz begrenzt!
Nun zum Thema, doch der WEG entsteht zwar kein Schaden allerdings weiterer/vermeidbarer Aufwand durch die Optierung der UST und zwar in der Form, dass ein Steuerberater hinzugezogen werden muss, der die USt-VA und jährliche Erklärung machen muss, was sicherlich auch Geld kosten wird, denn der Hausverwalter kann und darf das für die WEG nicht machen!
#7 Fremder, 28.03.2017
servus Huber,
es geht eben NICHT um die OPTIERUNG ! (und wie bereits erwähnt, falls dies der Fall wäre -- > gegen Kosten/Aufwanderstattung)
PS: wer sagt denn, dass "man/ich" den durchblick noch hat/habe :-)
#8 taxpert, 28.03.2017
Nochmal! Das Ganze ist zuerst einmal ein steuerliches Problem!
Die WEG hat in Bezug auf die USt eine eigene Rechtsfähigkeit! Sie ist im Rahmen der USt der (einzige) Leistungsempfänger!
Die Erneuerung der Heizung ist ein einheitlicher Leistungsvorgang, der USt-Loch nicht aufteilbar ist. Man kann zwar ein halbes Hähnchen kaufen, aber nicht 10% einer Heizungserneuerung!
Ein VoSt-Abzug kann daher immer nur zuerst auf Ebene der WEG stattfinden und durch eine Rechnung mit USt-Ausweis an die Mitglieder der WEG weitergegeben werden!
Die 10%-Rechnung an das WEG-Mitglied wäre ein Scheinrechnung im Sinne des §14c UStG und würde nicht zum VoSt-Abzug berechtigen!
Um die Option zur USt wird man hier also nicht herum kommen, wobei man bei diesen Summen sogar einen StB das Ganze mal durchrechnen lassen sollte, ob es sich nicht sogar für die WEG lohnt!
#9 BHShuber, 29.03.2017
da wird mir beim Lesen schon schlecht
#10 taxpert, 29.03.2017
Warum denn das? Das ist doch noch ein sehr einfacher Sachverhalt!
#11 Fremder, 29.03.2017
danke Tax,
wenn A) die WEG und B) der GewerbeFuzzi - einem Heizungsbauer beauftragen einen Heizung zu erneuern ...
dann kann der doch auch an A + B jeweils eine Rechnung stellen ... und somit wäre
die WEG von der Weiterberechnung bzw. Optierung zur UST aus dem Schneider ...
Interessant finde ich allerding, ob es auch ohne den offiziellen Weg der Beauftragung eine
Scheinrechnung ist.
Ich denke, es ist furz-egal, bestelle ich was bei Amaz oder sonstwo ... kann ich den Rechnungsempfänger stets
"einfach so" wählen ... (allerding nur EINEN - ok ... kapiert)
-> Optierung sich lohnt: gute Frage es wären ja doch mal schnell ~56.000 EUR UST
Aber es lohne wohl desshalb nicht, da ja ca. 90% der "Räume/Wohnungen" nicht an
Gewerbetreibende vermietet ist und somit - meine ich - würde s FiAmt die UST(vorsteuer)
entsprechend dem Gewerbe/Privat-Verhältniss anpassen und am Ende sinds dann
wieder "nur" die ~5.600 EUR
#12 taxpert, 29.03.2017
wenn A) die WEG und B) der GewerbeFuzzi
"Lieber Herr Heizungsbauer, wir, die WEG, bestellen bei Ihnen 90% einer Heizungsanlage!" oder wie stellst Du Dir das vor? Treten WEG und GewerbeFuzzi gemeinsam auf, stellen sie im Sinne der USt wiederum eine eigene Personengesellschaft mit eigener Rechtsfähigkeit dar und können wiederum nur an die WEG "verkaufen"!
würde s FiAmt die UST(vorsteuer)
entsprechend dem Gewerbe/Privat-Verhältniss anpassen
Das macht nicht das FA sondern die WEG im Wege der Steuererklärungen bzw. USt-Voranmeldungen, §15 Abs.4 UStG!
Der Vorteil der Option liegt auch nicht auf Ebene der WEG, sondern auf der Ebene der Eigentümer, soweit sie ust-pfl. vermieten! Auf Ebene der WEG ist es (nahezu) ein Null-Summen-Spiel, da sich VoSt-Abzug und USt-Zahllast nahezu ausgleichen werden! Nur soweit entweder Leistungen mit Aufschlägen an die Eigentümer weitergegeben werden oder "eigene" Leistungen der WEG berechnet werden, kann es zu einer Belastung der WEG kommen. Dabei ist zu bedenken, das ein großer Teil der Leistungen der WEG erst gar nicht steuerbar sind, von der Option nach §9 UStG also gar nicht betroffen wären!
#13 Fremder, 29.03.2017
-> Das macht nicht das FA sondern die WEG im Wege der Steuererklärungen bzw. USt-Voranmeldungen, §15 Abs.4 UStG!
ja - logisch ... falls man es eben nicht korrekt machen würde ... - korrekt ist nat. Deine antwort !
Fazit: nicht optieren ...
Ich kann noch nicht so ganz nachvollziehen, warum nicht doch 2 Rechnungen möglich wären.
B) -> Leistungsempfänger wäre doch auch nicht ganz falsch ?
Split von Aufträgen
Mit dieser Funktion können Sie die Jobs eines Auftrags unter Angabe einer prozentualen Aufteilung oder unter Angabe von Beträgen auf mehrere Rechnungsempfänger splitten.
Die Funktion können Sie u. a. in folgenden Fällen durchführen:
· wenn nur ein Teil der Reparatur durchgeführt wurde
· wenn mehrere Rechnungsempfänger vorhanden sind
· wenn ein Teil der Rechnung als Kulanz oder Garantie abgerechnet wird
#14 taxpert, 29.03.2017
Buchen können Sie wie sie wollen!
Die Erstellung einer neuen Heizungsanlage ist ein einheitlicher wirtschaftlicher Vorgang, der umsatzsteuerlich nicht in mehrere Leistungen aufgeteilt werden darf. Dies gilt auch dann, wenn sich die Abnehmer dem leistenden Unternehmer gegenüber mit einer solchen Aufspaltung einverstanden erklärt haben, BFH vom 20.10.1966 und BFH vom 12.12.1969.
"GewerbeFuzzi" kein VoSt-Abzug, da Scheinrechnung!
Heizungsbauer 100 % der USt zu zahlen, da Leistung erbracht (auch wenn nur 90% der WEG in Rechnung gestellt wurde!), zusätzlich 10 % USt aus der Scheinrechnung an "GewerbeFuzzi" nach §14c UStG geschuldet, Rechnung nicht änderbar!
Aber die WEG ist natürlich fein raus!
#15 Fremder, 29.03.2017
und nochmals danke für diese ausführliche KLARstellung(en) .-)
"Gefühlt" ist die Sache somit erstmal als FIES :-(
schlieslich ist der GewerbeFuzzi ja Vorsteuerabzugsber. und zahlt (versteckt) die in der Leistung/Rechnung steckende MwSt. dennoch.
jetzt bin ich erstmal entäuscht und die ganze "Kreativität" ist im A.....
Fazit: ES gibt KEINE Möglichkeit an die Vorsteuer zu kommen - ausser eben durch Optieren etc.
#16 BHShuber, 29.03.2017
wenn man Steuer und die damit zusammenhängende Sachverhalte mag, dann sicher, es ist nicht so dass ich es nicht verstanden habe, doch gleich danach kam das hier: und dann das:
Thema: Vorsteuer bei Heizungsinvestition ausweisen - lassen.
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