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Timestamp: 2018-03-24 21:13:36+00:00

Document:
Theater - Versammlungsstättenrichtlinie Hessen - Verantwortliche für Veranstaltungstechnik - Arbeitsschutzfragen und Arbeitsschutzthemen - SIFABOARD
Theater - Versammlungsstättenrichtlinie Hessen - Verantwortliche für Veranstaltungstechnik
in meinem Bereich habe ich auch ein Theater, in dem zwei Verantwortliche für Veranstaltungstechnik beschäftigt sind (geprüfte Meister). Um die Kollegen zu entlasten, soll geprüft werden, bei welchen betrieblichen Abläufen ihre Anwesenheit nicht zwingend erforderlich ist. Jetzt habe ich mich durch die Versammlungsstättenrichtlinie (Hessen!) gewühlt, und bei der Definition der Bühne geht es bereits los.
H-VStaettR §2 (5) schrieb:
In Versammlungsstätten mit einem Bühnenhaus ist
a) mit einer Szenenfläche hinter der Bühnenöffnung von mehr als 200 m2,
b) mit einer Oberbühne mit einer lichten Höhe von mehr als 2,5 m über der Bühnenöffnung
c) mit einer Unterbühne
Die Szenefläche beträgt knapp 100m².
Die Oberbühne hat eine lichte Höhe von mehr als 2,5m über der Bühnenöffnung.
Wie ist dieser Paragraf zu verstehen? Wenn a) nicht zutrifft aber b) zutrifft, ist das dann eine Großbühne? Zwischen b) und c) hat man ein "oder" platziert, aber zwischen a) und b) nicht. Das verunsichert mich etwas. Vielleicht kann mich einer der Kollegen auf den rechten Pfad führen.
Zweiter Knackpunkt ist die geforderte Qualifikation der Personen die bei verschiedenen betrieblichen Abläufen anwesend sein müssen.
§ 40 H-VStättR schrieb:
(2) Auf- oder Abbau bühnen-, studio- und beleuchtungstechnischer Einrichtungen von Großbühnen oder Szenenflächen mit mehr als 200 m2 Grundfläche oder in Mehrzweckhallen mit mehr als 5 000 Besucherplätzen , wesentliche Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an diesen Einrichtungen und technische Proben müssen von einem Verantwortlichen für Veranstaltungstechnik geleitet und beaufsichtigt werden.
(4) Bei Szenenflächen mit mehr als 50 m2 und nicht mehr als 200 m2 Grundfläche oder in Mehrzweckhallen mit nicht mehr als 5 000 Besucherplätzen müssen die Aufgaben nach den Absätzen 1 bis 3 zumindest von einer Fachkraft für Veranstaltungstechnik mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung wahrgenommen werden. Die Aufgaben können auch von erfahrenen Bühnenhandwerkern oder Beleuchtern wahrgenommen werden, die diese Aufgaben nach den bis zum Inkrafttreten dieser Richtlinie geltenden Vorschriften wahrnehmen durften und in den letzten drei Jahren ausgeübt haben.
1. die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der bühnen-, studio- und beleuchtungstechnischen sowie der sonstigen technischen Einrichtungen der Versammlungsstätte vom Verantwortlichen für Veranstaltungstechnik überprüft wurden,
1. von Auf- und Abbau sowie dem Betrieb der bühnen-, studio- und beleuchtungstechnischer Einrichtungen keine Gefahren ausgehen können,
(6) Bei Großbühnen sowie bei Szenenflächen mit mehr als 200 m2 Grundfläche und bei
Gastspielveranstaltungen mit eigenem Szenenaufbau in Versammlungsräumen muss vor der ersten
Veranstaltung eine nichtöffentliche technische Probe mit vollem Szenenaufbau und voller Beleuchtung
stattfinden. 2Diese technische Probe ist der Bauaufsichtsbehörde mindestens 24 Stunden vorher anzuzeigen.
3Beabsichtigte wesentliche Änderungen des Szenenaufbaues nach der technischen Probe sind der
zuständigen Bauaufsichtsbehörde rechtzeitig anzuzeigen. 4Die Bauaufsichtsbehörde kann auf die technische
Probe verzichten, wenn dies nach der Art der Veranstaltung oder nach dem Umfang des Szenenaufbaues
Der fett markierte Teil ist natürlich jetzt essentiell. In Absatz 4 wird von Großbühnen nicht gesprochen und nur auf die Szenefläche abgestellt. Heißt das jetzt, dass der Absatz 4 auf mich zutrifft oder findet der für mich keine Beachtung und Absatz 6 ist für mich der maßgebende Teil. Ich bin momentan relativ ratlos und für Hilfe dankbar.
die verbindliche Antwort gibt Dir Euer Jurist ...
wir können nur Vermutungen abgeben.
Gelegentlich umgeht man den Hausjuristen, in dem man sich durchfragt, wer die Richtlinie federführend verfasst hat - und fragt diesen dann ...
Das bringt sicherlich mehr als ein Kommentar von einer SiFa.
Moin @a.r.ni,
ich hatte auf @FalcoCGN und @Waldmann gehofft, da die ja Veranstaltungsstätten/Theater in der Mache hatten, und es gibt ja bestimmt eine SiFa, die an einem Schauspielhaus tätig ist und hier im Forum mitliest.
ich stecke da nicht mehr drin.
"Meine" ehemaligen Kollegen in der Veranstaltungstechnik hatten immer die magische Grenze bzgl. der Zuschauerzahl. Ich glaube da war etwas mit 500.
Das war dann auch die Grenze für die Quali der Leute. Über der Grenze mußte ein Meister anwesend sein, darunter ein Veranstaltungstechniker. Bei meinem Ex-Arbeitgeber gab es 8 Bühnen. Die waren dann auch Zuschauermässig immer in einem Blick. Oft wurde an der Anzahl geschraubt. Die Devise war dann, lieber ein paar Karten weniger verkaufen und weniger Stress.
Baurechtlich ging das in den Sonderbau oder die LBO war zu beachten. Da hilft vielleicht ein Blick in die Genehmigung der Veranstaltungsfläche.
Vom Brandschutz und Co. will ich gar nicht mehr reden.
Im Bereich der VBG gibt es die Fachkunde für Veranstaltungs-SiFas. Die entsprechende Präventionsabteilung hilft sicherlich gerne.
Kunst.- und Musikhochschulen liegen im Bereich der entsprechenden UK des Landes. Auch da gibt es (zumindest in NRW) passende TAP's.
Aber wie gesagt, das Wissen ist weg.
schade, aber mit zunehmendem Alter schwindet halt das Erinnerungsvermögen.
Ü50;
Wer hilft mir über die Straße?
Ich hätte ja gerne geholfen, aber ich kann es nicht sagen und deshalb habe ich geschwiegen. Heul.
ich habe den Auszug aus einem Kommentar zur Musterversammlungsstättenverordnung gefunden, der von einer Mitarbeiterin des Deutschen Instituts für Normung verfasst wurde. Dort steht ausdrücklich, dass es sich um eine Großbühne handelt, wenn eines der drei Kriterien erfüllt ist. Auch Recherchen bei Fachfirmen für Bühnentechnik und Bühnenbau bestätigen diese Auslegung.
ja, natürlich liest der eine oder andere mit, aber nein: ich bspw. habe davon keine Ahnung und bin ein großer Fan davon, meine Grenzen zu kennen (oder mal als Proll frormuliert: einfach mal die F... halten, wenn man keine Ahnung hat). Dennoch: vielleicht einfach der Weg von der Spekulation zurück zur Basis. Die Jahresbeiträge sind gigantisch genug - frag bei der BG deines Vertrauens, wenns der Hausjurist nicht sein soll.
Martina111 schrieb:
frag bei der BG deines Vertrauens, wenns der Hausjurist nicht sein soll.
Hausjurist - Fehlanzeige - nicht existent.
BG meines Vertrauens - zur Zeit warte ich immer noch auf Beantwortungen von Anfragen aus dem Mai 2017.
P.S. Rein statistisch gesehen muss es jemanden hier im Forum geben, der mir helfen kann.
da gibt es noch eine Arbeitsschutzbehörde.
Nennt sich je nach Bundesland: Bezirksregierung, Gewerbeaufsicht, o.ä.!
Vielleicht gibt es da ja etwas/irgendjemanden?
Und, wer erteilt denn Erlaubnisse für Events? Macht das eine Stadtverwaltung? Vielleicht helfen die weiter.
Und (2.): Rufe doch einmal im Veranstaltungsbereich eines Theaters an.
also ich wag mich mal dran.
Deine Recherchen zu Folge hast du da ja eine Großbühne. Die Erleichterungen nach Absatz 4 könntest du m.E. nur nutzen wenn du aus deine Großbühne eine Szenefläche machst.
Ein freundliches Wort kostet nichts und ist doch das schönste Geschenk. © Daphne du Maurier
Meiner Meinung nach hast Du eine Großbühne, allerdings mit einer relativ kleinen Szenefläche.
=> Absatz 4 und Absatz 6 trifft auf Dich zu.
Ich würde mich mit der Bauaufsichtsbehörde entsprechend in Verbindung setzen um evt. aus den Forderungen nach Absatz 6 raus zu kommen. Diese wird dann wahrscheinlich auf der Fachkraft entsprechend Absatz 4 bestehen. Hat man keine eigene, kann man dies auch als Dienstleistung erwerben. Einige Anbieter für Veranstaltungstechnik besitzen auch die SiFa Qualifikation und können somit dann vor Ort eine entsprechende Gefährdungsbeurteilung liefern.
Und, wer erteilt denn Erlaubnisse für Events?
Theateraufführungen im Theater sind nicht erlaubnispflichtig (sofern nicht andere Rechstgebiete berührt werden).
Macht das eine Stadtverwaltung?
Ja, das macht eine Stadtverwaltung.
Vielleicht helfen die weiter.
Ich kann mich ja mal selbst anrufen.
Rufe doch einmal im Veranstaltungsbereich eines Theaters an.
Bereits getan. Wir sind Großbühne. Man hat strebt jetzt eine Lösung an, mit der ich selbst in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet hätte. Man will einen dritten Meister für Veranstaltungstechnik einstellen.
Wir sind Großbühne. Man hat strebt jetzt eine Lösung an, mit der ich selbst in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet hätte. Man will einen dritten Meister für Veranstaltungstechnik einstellen.
was will man mehr. Das ist doch mal eine erfreuliche Lösung
im Bereich Veranstaltungstechnik bin ich auch nicht so sattelfest, aber wenn Du in die Erläuterungen der Muster-Versammlungsstättenverordnung schaust (also nicht explizit für Hessen, sondern allgemein), findest Du unter §2 zu Absatz 5 folgende Anmerkung:
Erläuterungen zur Muster-Versammlungsstättenverordnung schrieb:
Die Nummer 5 enthält den neu definierten Begriff der "Großbühne". Die bisherigen Begriffe der Klein-
bühne und der Mittelbühne (§ 2 Abs. 4 Nr. 2VStättVO 1978) entfallen. Bislang dienten zwei Merkmale
zur Unterscheidung: die Bühnenfläche und die Lage der Decke des Bühnenhauses über der Bühnen-
öffnung. Kleinbühnen waren auf 100 m² Bühnenfläche begrenzt und durften keinen Schnürboden ha-
ben. Mittelbühnen waren auf 150 m² Bühnenfläche begrenzt und durften eine in der Höhe begrenzte
Obermaschinerie haben, Vollbühnen waren alle Bühnen mit mehr als 150 m² Bühnenfläche oder mit
Unter- oder Oberbühne.
Hat die Bühne mehr als 200 m² Bühnenfläche oder eine Oberbühne mit mehr als 2,50m lichter Höhe
oder eine begehbare Unterbühne, dann handelt es sich um eine Großbühne. Nur für diese Großbüh-
nen schreibt § 22 ein eigenes Bühnenhaus vor
m.a.W. ist eine der Bedingungen unter 5 erfüllt, ist es imo eine Großbühne.
Da es sich also um eine Großbühne handelt, greift §40 Abs 6 und nicht 4.
die Versammlungsstättenrichtlinie (Hessen), in anderen Bundesländern auch Versammlungsstättenverordnung genannt, ist eine Vorschrift aus dem Bauordnungsrecht. Für fachliche Fragen ist somit die Untere Bauaufsichtsbehörde die zuständige Behörde bzw. erste fachlich zuständige Stelle und nicht Gewerbeaufsicht o.a. Und bei Bedarf stehen auch die Bauaufsichtsbehörden gerne beratend zur Seite.
ich war mal acht Tage komplett offline...
Die von Dir gestellte Frage kann ich aus der Praxis leicht beantworten. Die Erleichterungen gelten üblicherweise für "Bühnen" also mit Ober- und/oder Untermaschinerie/Bühnenportal und Häuser/Hallen mit Szeneflächen, also reine Podesterie. Es gibt eine Reihe von Bildungsträgern (und die UK NRW) die Kurse zur aufsichtführenden Person nach einer Schrift der UK NRW anbieten. Diese findest Du hier: unfallkasse-nrw.de/fileadmin/s…rw/praevention_nrw_07.pdf
Bitte denke daran, dass Leitung und Aufsicht von Arbeiten in Veranstaltungsstätten nach Vorschrift 17/18, § 15 von einer "Bühnenfachkraft" geleistet werden müssen. Die VBG bietet dazu reichhaltiges Material. Dort ist die DGUV Information 215-310 Pflichtlektüre, da dort auch eine Matrix zur Findung der korrekten Quali dargestellt ist. vbg.de/DE/3_Praevention_und_Ar…nen_und_Studios_node.html
Wenn Du weitere Fragen zu "meinem" Thema hast immer gerne her damit...
VG, Falco

References: §2

§ 40
 §2
 § 22
 §40
 § 15