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Timestamp: 2020-02-28 19:18:56+00:00

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BVerwG, 16.12.1966 - VII C 45.65 - dejure.org
https://dejure.org/1966,126
BVerwG, 16.12.1966 - VII C 45.65 (https://dejure.org/1966,126)
BVerwG, Entscheidung vom 16.12.1966 - VII C 45.65 (https://dejure.org/1966,126)
BVerwG, Entscheidung vom 16. Dezember 1966 - VII C 45.65 (https://dejure.org/1966,126)
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An den Friedhöfen bestehende Nutzungsverhältnisse als öffentliche Rechtsverhältnisse - Zuständigkeit des Verwaltungsrechtswegs für Benutzung eines kirchlichen Friedhofs - Notwendiges Zusammenwirken von Staat und Kirchen im Begräbniswesen - Unwirksamkeit einer ...
GG Art. 3, Art. 19 Abs. 4, Art. 140; VwGO § 40
BVerwGE 25, 364
MDR 1967, 429
DVBl 1967, 451
DÖV 1967, 574
BVerwG, Beschluss vom 18. Dezember 2001 - 9 BN 5.01 -, NVwZ 2002, 609, juris, Rdn. 3; Urteile vom 8. März 1974 - VII C 73.72 -, juris, Rdn. 18, vom 16. Dezember 1966, a. a. O., S. 365, und vom 8. Juli 1960 - VII C 123.59 -, BVerwGE 11, 68 (73); s. ferner OVG NRW, Beschlüsse vom 28. Oktober 2016 - 19 A 2345/15 -, juris, Rdn. 6 f., und vom 6. Juni 2016 - 19 A 1039/15 -, juris, Rdn. 2 m. w. Nachw.
Wenn allerdings die angegriffene Maßnahme der Religionsgemeinschaft diesen innerkirchlichen Bereich verläßt und in die allgemeine Rechtssphäre übergreift, die Religionsgemeinschaft entweder ihr vom Staat verliehene Befugnisse ausübt, oder ihre Maßnahmen den rein kirchlichen Bereich überschreiten und in den staatlichen Bereich hineinreichen, betätigt sie auch staatliche Gewalt, hinsichtlich derer die Klage vor den staatlichen Gerichten eröffnet ist (…BVerfG, Beschl. v. 17.2. 1965, a.a.O., S. 387;… BVerwG, Urt. v. 25.11.1982, a.a.O.; BVerwG, Urt. v. 16.12.1966, BVerwGE 25 S. 364, 365;… OVG Münster, Urt. v. 23.8. 1977, DVBl. 1978 S. 921, 922;… Eyermann/Fröhler, a.a.O., Rdnr. 86; s. auch Meier, DVBl. 1967 S. 703, 706 f.;… von Campenhausen, Staatskirchenrecht, 2. Aufl. 1983, S. 208).
Das (kirchliche) Friedhofs- bzw. Begräbniswesen wird dagegen überwiegend nicht zu diesem Autonomiebereich gerechnet (vgl. BVerwG, Urt. v. 16.12.1966, BVerwGE 25 S. 364, 365 f.; davon geht auch BVerwG, Beschl. v. 28.10.1980, Buchholz 408.3 Nr. 4, aus, ohne daß die Frage ausdrücklich erörtert wird; OVG Münster, Beschl. v. 14.3. 1957, OVGE Bd. 12 S. 162, 167 ff.;… Redeker/v. Oertzen, VwGO, 9. Aufl. 1988, § 40 Rdnr. 33 f;… Kopp, a.a.O., Rdnr. 40;… Eyermann/Fröhler, a.a.O., Rdnr. 86;… Gaedke, Handbuch des Friedhofs- und Bestattungsrechts, 5. Aufl. 1983, S. 21;… Rüfner, a.a.O., S. 771 f.; Engelhardt in: Handbuch des Staatskirchenrechts der Bundesrepublik Deutschland, 1974, Bd. 2 S. 779, 792, 795;… Hesse, Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland, 16. Aufl. 1988, Rdnr. 472; Hesse, Der Rechtsschutz durch staatliche Gerichte im kirchlichen Bereich, 1956 S. 155;… Schmidt-Aßmann in: Maunz/Dürig/Herzog, GG, Stand: Januar 1987, Art. 19 Abs. 4 Rdnr. 114).
Eine Bestätigung der Übertragung staatlicher Aufgaben auf die Kirchen sieht das Bundesverwaltungsgericht (Urt. v. 16.12.1966, a.a.O., S. 366) dabei darin, daß, wenn ein gesetzlicher Bestattungszwang besteht, diese staatliche Verpflichtung zur Benutzung der vorhandenen Friedhöfe zwingt (…von einer Beleihung der Kirchen im Friedhofswesen spricht auch BVerwG, Urt. v. 7.10.1983, BVerwGE 68 S. 62, 64).
Auch wenn ursprünglich das Bestattungswesen ausschließlich oder jedenfalls überwiegend von den Religionsgemeinschaften wahrgenommen worden ist, so ist doch nicht zu übersehen, daß die geschichtliche Entwicklung in der Neuzeit dazu geführt hat, daß das Friedhofswesen in zunehmendem Maße als staatliche Aufgabe begriffen wird, in die auch Friedhöfe von Religionsgemeinschaften einbezogen sind (vgl. BVerwG, Urt. v. 16.12.1966, a.a.O., S. 366;… OVG Münster, Beschl. v. 14.3. 1957, OVGE Bd. 12, S. 162, 167 ff.).
Wenn aber diese staatliche Verpflichtung unter Mithilfe eines kirchlichen Friedhofsträgers erfüllt wird, so kann Rechtsschutz bei Streitigkeiten in der Abwicklung des Nutzungsverhältnisses an der Grabstätte auf kirchlichen Friedhöfen nicht in geringerem Maße gewährleistet sein, als dies bei der Beisetzung auf einem staatlichen Friedhof der Fall wäre (so ausdrücklich BVerwG, Urt. v. 16.12.1966, a.a.O., S. 366).
Dies ist unproblematisch, wenn man das Handeln einer Religionsgemeinschaft auf dem Gebiet des Friedhofswesens als hoheitlichstaatliches Handeln der Religionsgemeinschaften zur Wahrnehmung öffentlicher, vom Staat übertragener Aufgaben ansieht, wie dies oben bereits dargelegt worden ist (vgl. nur BVerwG, Urt. v. 16.12.1966, BVerwGE 25 S. 364, 365 f.).
Da eine Friedhofsordnung fehlt, kann Maßstab nur das tatsächliche äußere Erscheinungsbild des Friedhofs sein (vgl. zur Bedeutung bereits geduldeter Grabmäler auf Friedhöfen, für die eine Friedhofsordnung fehlt, BVerwG, Urt. v. 16.12.1966, BVerwGE 25 S. 364, 368).
Der Senat hat dementsprechend in ständiger Rechtsprechung betont, die würdige Totenbestattung sei nach allgemeiner Auffassung eine öffentliche Aufgabe (vgl. z.B. BVerwGE 11, 68 [BVerwG 08.07.1960 - VII C 123/59]; 17, 119 [BVerwG 07.11.1963 - V C 41/59][120]; 25, 364 [366]) mit der Folge, daß diese staatliche Pflicht zur Benutzung der vorhandenen Friedhöfe zwinge (BVerwGE 25, 364 [366]).
Einmal nämlich muß - wie der Senat in ständiger Rechtsprechung anerkennt - gerade angesichts der Freiheitsgewährleistung des Art. 2 Abs. 1 GG den individuellen Wünschen hinsichtlich Bestattungsart, -formen und - feierlichkeiten, Grabstättengestaltung, Grabpflege und Totengedenken auch auf öffentlichen Friedhöfen Rechnung getragen werden (vgl. z.B. BVerwGE 17, 119 [120 f.]; 25, 364 [369]).
Die vom Antragsteller beanstandete Regelung der Friedhofsgebührenordnung unterliegt dem Anwendungsbereich der Grundrechte; denn sie betrifft keine innerkirchliche Angelegenheit, sondern das öffentlich-rechtlich geregelte Nutzungsverhältnis an einer Grabstelle (vgl. BVerwG, Urteil vom 16. Dezember 1966 - BVerwG 7 C 45.65 - BVerwGE 25, 364 ).
Das Oberverwaltungsgericht geht auf der Grundlage dieser Rechtsprechung (vgl. BVerfGE 18, 385 ; 42, 312 , Beschluß vom 30. März 1984 - 2 BvR 1994/83 - <NVwZ 1985, 105>; BVerwGE 25, 364 ) zutreffend davon aus, daß das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgesellschaften den Rechtsschutz durch staatliche Gerichte nur für Streitigkeiten im religionsinternen Autonomiebereich und auch dort nur insoweit einzuschränken vermag, als die innerkirchlichen Angelegenheiten den staatlichen Rechtskreis nicht berühren.
BFH, 14.04.1983 - V R 3/79
Zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung der Leistungen eines Friedhofsträgers
a) Das Bestattungswesen ist kraft Herkommens den Gemeinden und den Kirchen als Aufgabe der öffentlichen Gewalt vorbehalten, da nach maßgebendem Rechtsverständnis die Bestattung eines Menschen auf einem kommunalen oder einem kirchlichen Friedhof vorzunehmen ist (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts - BVerwG - vom 16.12.1966 VII C 45.65, BVerwGE 25, 364, und des OVG Münster vom 1.12.1965 III A 1.579/64, DVBl 1966, 836).
Zwar ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVerwGE 11, 68; 17, 119) die würdige Totenbestattung eine öffentliche und keine kirchliche Aufgabe mit der Folge, dass diese staatliche Pflicht auch zur Benutzung der staatlichen Friedhöfe zwinge (vgl. BVerwGE 25, 364, 366 [BVerwG 16.12.1966 - VII C 45.65] ).
Ist eine Kirchengemeinde Träger eines Friedhofs, handelt sie im Rahmen der für alle geltenden Gesetze und ist daher der staatlichen Gerichtsbarkeit unterworfen, unabhängig davon, ob der kirchliche Friedhof Monopolcharakter hat oder nicht (vgl. BVerwGE 25, 364; BVerwG, Beschl. v. 31.5.1990, NJW 1990, 2079).
Zwar nehmen die Kirchen auch bei der Verwaltung ihrer Friedhöfe eigene Angelegenheiten wahr, jedoch erfüllen sie dabei nach der in Rechtsprechung und Literatur herrschenden Meinung (vgl. BVerwG 25, 364;… OVG Münster, Urt. v. 28.9.1989, ZevKR 36, 74; Weber, ZevKR 33, 20 ff;… a.A. v. Campenhausen, in: v. Mangoldt/Klein, Das Bonner GG, Bd. 14, 3. Aufl., Art. 140 Rdnr. 69 ff; Renck, DÖV 1992, 485), die der Senat teilt, zugleich eine öffentliche Aufgabe.
Einmal nämlich muß - wie der Senat in ständiger Rechtsprechung anerkennt - gerade angesichts der Freiheitsgewährleistung des Art. 2 Abs. 1 GG den individuellen Wünschen hinsichtlich Bestattungsart, - formen und - feierlichkeiten, Grabstäfcengestaltung, Grabpflege und Totengedenken auch auf öffentlichen Friedhöfen Rechnung getragen werden (vgl. z.B. BVerwGE 17, 119 [120 f.]; 25, 364 [369]).
Urteil vom 28. September 1989 - 9 A 2511/86 -, u.a. bei juris, unter Verweis auf Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteile vom 8.Juli 1960 - VII C 123.59 -, BVerwGE 11, S.68f., 16. Dezember 1966 - VII C 45.65 -, BVerwGE 25, S. 364f. und Beschlüsse vom 20. Dezember 1977 - VII B 188.76 -, Buchholz 408.2 Nr. 6 und 28. Oktober 1980 - VII B 224.80-, Buchholz 408.3 Nr. 4.
VG Gelsenkirchen, 23.01.2003 - 13 K 4860/01
Friedhofsunterhaltungsgebühr, Leistungsproportionalität, Doppelbelastung
OVG Niedersachsen, 30.11.1994 - 8 L 166/92
Erhebung eines Andersgläubigenzuschlags zu den Friedhofsgebühren;; …
BFH, 02.07.1986 - I R 38/80
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VG München, 15.07.2010 - M 12 K 10.451
Bestattungsrecht; Grabnutzungsrecht; Ermessen; Zweitbescheid
BVerwG, 05.03.1971 - VII B 112.69

References: Art. 3
 Art. 19
 Art. 140
 § 40
 § 40
 Art. 19
 Art. 2
 Art. 140
 Art. 2