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Planfeststellungsbeschluss - PDF
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1 Planfeststellungsbeschluss für Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim / Altendorf zur Planfeststellung: Forchheim Bamberg Teilstrecke AS Buttenheim bis AS Hirschaid (ehem. Bau-km Bau-km ) Aktenzeichen: /2015 Bayreuth, den
2 Übersichtsplan Übersichtsplan BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 2 von 75
3 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Seite ÜBERSICHTSPLAN... 2 INHALTSVERZEICHNIS... 3 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS... 6 A. TENOR FESTSTELLUNG DES PLANS FESTGESTELLTE PLANUNTERLAGEN AUSNAHMEN, BEFREIUNGEN, NEBENBESTIMMUNGEN Zusagen und Einwendungen Unterrichtungspflichten Immissionsschutz Wasserwirtschaft Natur- und Landschaftsschutz, Bodenschutz Denkmalpflege Sonstige Nebenbestimmungen Belange der Fischerei Belange der beteiligten Versorgungsträger Telekom Deutschland GmbH Bayernwerk AG Bamberg Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) Abwasserzweckverband Buttenheim/Altendorf Sonstige Belange WASSERRECHTLICHE PLANFESTSTELLUNG STRAßENRECHTLICHE VERFÜGUNGEN BERICHTIGUNGEN KOSTENENTSCHEIDUNG B. SACHVERHALT BESCHREIBUNG DES VORHABENS MIT VORGESCHICHTE Beschreibung des Vorhabens Aktive Schutzmaßnahmen Ostseite Westseite Passive Schutzmaßnahmen Vorgeschichte BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 3 von 75
4 Inhaltsverzeichnis 2 VORGÄNGIGE PLANUNGSSTUFEN Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen Raumordnung und Landesplanung Sonstige Planungsstufen ABLAUF DES PLANFESTSTELLUNGSVERFAHRENS C. ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE VERFAHRENSRECHTLICHE BEWERTUNG Zuständigkeit der Notwendigkeit der Planfeststellung Verfahrensrechtliche Fragen Verfahren zur Prüfung der Umweltauswirkungen MATERIELL-RECHTLICHE WÜRDIGUNG Rechtmäßigkeit der Planung; Rechtsgrundlage (grundsätzliche Ausführungen) Rechtswirkungen der Planfeststellung Planungsermessen Linienführung Planrechtfertigung bzw. Erforderlichkeit der Baumaßnahme Planrechtfertigung nach allgemeinen Grundsätzen Ausgangslage Notwendigkeit der Maßnahme Öffentliche Belange, Belange von allgemeiner Bedeutung Raumordnung, Landes- und Regionalplanung, Linienbestimmung Planungsvarianten Immissionsschutz / Bodenschutz Trassierung ( 50 BImSchG) Verkehrslärmschutz Rechtsgrundlagen bzgl. Anspruchsermittlung, Berechnungsverfahren etc Überprüfung der Lärmberechnung aus der Planfeststellung 1980 auf nicht voraussehbare nachteilige Wirkungen Bestimmung des Anspruchs auf nachträglichen Lärmschutz Anwesen mit Anspruch auf nachträglichen Lärmschutz Allgemeines sowie Rechtsgrundlagen bzgl. der Berechnungs- und Beurteilungsgrundlage zur Bestimmung der nachträglichen Lärmschutzmaßnahmen Bestimmung der nachträglichen Lärmschutzmaßnahmen Verhältnismäßigkeitsprüfung Zusammenfassung Behandlung der Einwendungen und Stellungnahmen zum Thema Lärmschutz Überstandslänge bzw. Abtreppung zur Vermeidung von Pegelsprüngen Lärmimmissionserhöhung durch Reflexion an einseitiger Lärmschutzeinrichtung Höhe der Lärmschutzwand Abwägung der Immissionsschutzbelange Städtebauliche Belange BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 4 von 75
5 Inhaltsverzeichnis Naturschutz- und Landschaftspflege Rechtsgrundlagen Verbote Schutzgebiete/ geschützte Flächen/ allgemeiner Artenschutz Besonderer und strenger Artenschutz Zugriffsverbote Prüfmethodik Konfliktanalyse und Ergebnis Ausnahmeerteilung Berücksichtigung der Naturschutzbelange Naturschutzrechtliche Kompensation (Folgenbewältigung) Eingriffsregelung Vermeidbarkeit/Unvermeidbarkeit der Beeinträchtigungen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, naturschutzrechtliche Abwägung Luftreinhaltung Bodenschutz Wasserwirtschaft / Gewässerschutz Entscheidungen im Rahmen der Konzentrationswirkung Straßenentwässerung Überschwemmungsgebiete Grundwasserdargebot und Wasserschutzgebiete Zwischenergebnis Abwägung Landwirtschaft als öffentlicher Belang Sonstige öffentliche Belange Denkmalschutz Gesamtergebnis Straßenrechtliche Entscheidungen KOSTENENTSCHEIDUNG RECHTSBEHELFSBELEHRUNG BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 5 von 75
6 Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis AS Anschlussstelle A/E Flächen Ausgleichs-/Ersatzflächen Az. Aktenzeichen B Bundesstraße BAB Bundesautobahn BauGB Baugesetzbuch Bau-km Baukilometer BayNatSchG Bayerisches Naturschutzgesetz BayStrWG Bayerisches Straßen- und Wegegesetz BayVBl Bayerische Verwaltungsblätter BayVGH Bayerischer Verwaltungsgerichtshof BayVwVfG Bayerisches Verwaltungsverfahrensgesetz BayWG Bayerisches Wassergesetz BBodSchG Bundes-Bodenschutzgesetz Betr.-km Betriebskilometer BImSchG Bundes-Immissionsschutzgesetz 16. BImSchV 16. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz 24. BImSchV Verkehrswege-Schallschutzmaßnahmenverordnung 32. BImSchV 32. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz BNatSchG Bundesnaturschutzgesetz BNT Biotop- und Nutzungstyp BVerwG Bundesverwaltungsgericht bzw. beziehungsweise db(a) A-Bewertung des Schallpegels DSchG Denkmalschutzgesetz D StrO DVBl EG ff. FFH-Gebiet FFH-RL Fl.Nr. FStrAbG FStrG GG Korrekturwerte für Straßenoberflächen nach RLS-90 Deutsches Verwaltungsblatt, Zeitschrift Erdgeschoss fortfolgende Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie Flurstücksnummer Fernstraßenausbaugesetz Fernstraßengesetz Grundgesetz BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 6 von 75
7 Abkürzungsverzeichnis isd. Im Sinne des ivm. In Verbindung mit Kfz Kraftfahrzeug KG Bayerisches Kostengesetz km Kilometer kv Kilovolt LBP Landschaftspflegerischer Begleitplan LS-Wand Lärmschutzwand m Meter m. w. N. mit weiteren Nachweisen MABl Ministerialamtsblatt der Bayerischen Inneren Verwaltung NuR Natur und Recht NVwZ Neue Verwaltungszeitschrift OBB Oberste Baubehörde OG Obergeschoss OK Oberkante OVG Oberverwaltungsgericht RAS - LP Richtlinie für die Anlage von Straßen - Landschaftspflege RLuS Richtlinien zur Ermittlung der Luftqualität an Straßen RLuS 2012 RLS-90 Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen ROG Raumordnungsgesetz RV Regelungsverzeichnis sap spezielle artenschutzrechtliche Prüfung SPA-Gebiet Special Protection Areas (Vogelschutzgebiet) St Staatsstraße TKG Telekommunikationsgesetz u.a. unter anderen UVPG Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung VLärmSchR 97 Richtlinien für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes VwGO Verwaltungsgerichtsordnung WHG Wasserhaushaltsgesetz BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 7 von 75
8 A. Tenor /2015 Vollzug des Bundesfernstraßengesetzes; BAB A73; Bamberg - Nürnberg Abschnitt nördlich AS Hirschaid bis südlich AS Buttenheim Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim / Altendorf zur Planfeststellung: Abschnitt Forchheim Bamberg (ehem. Bau-km 13,543 Bau-km 19,500) Betr.-km 109,856 bis 115,813 Die erlässt folgenden Planfeststellungsbeschluss: A. Tenor 1 Feststellung des Plans Der Plan für die nachträgliche Lärmvorsorge der Bundesautobahn BAB A73 Bamberg - Nürnberg im Abschnitt nördlich AS Hirschaid bis südlich AS Buttenheim von Betr.-km 109,856 bis Betr.-km 115,813 im Gebiet Buttenheim/ Altendorf in der Fassung des Planes vom sowie der Tektur vom wird mit den sich aus Teil A Abschnitt 4 ergebenden besonderen Verpflichtungen gemäß 17 des Bundesfernstraßengesetzes FStrG ivm. Art. 72 ff. des Bayer. Verwaltungsverfahrensgesetzes BayVwVfG festgestellt. BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 8 von 75
9 A. Tenor 2 Festgestellte Planunterlagen Der festgestellte Plan umfasst folgende Unterlagen: Unterlage Blatt Bezeichnung Maßstab 1 Erläuterungsbericht 2 Übersichtskarte 1 : Übersichtslageplan 1 : Lagepläne 1 Lageplan Betr.-km 109,800 bis Betr.-km 111,200 1 : Lageplan Betr.-km 111,200 bis Betr.-km 112,500 1 : Lageplan Betr.-km 112,500 bis Betr.-km 113,600 1 : T Lageplan Betr.-km 112,500 bis Betr.-km 113,600 (gefertigt am ) 1 : Lageplan Betr.-km 113,500 bis Betr.-km 115,200 1 : T Lageplan Betr.-km 113,500 bis Betr.-km 115,200 (gefertigt am ) 1 : Lageplan Betr.-km 115,100 bis Betr.-km 116,200 1 : Höhenpläne 1 Höhenplan Betr.-km 112,900 bis Betr.-km 113,900 1 : 2.000/200 2 Höhenplan Betr.-km 113,900 bis Betr.-km 114,900 1 : 2.000/200 9 Landschaftspflegerische Maßnahmen 9.2 Maßnahmenplan 0.1 Maßnahmenplan Betr.-km 95,600 bis Betr.-km 96,200 1 : Maßnahmenplan Betr.-km 112,500 bis Betr.-km 113,600 1 : Maßnahmenplan Betr.-km 113,500 bis Betr.-km 115,200 1 : Maßnahmenblätter u. Gegenüberstellung von Eingriff u. Kompensation 10 Grunderwerb 10.1 Grunderwerbsplan 1 Grunderwerbsplan Betr.-km 113,200 bis Betr.-km 113,900 1 : Grunderwerbsplan Betr.-km 114,550 bis Betr.-km 115,250 1 : T Grunderwerbsplan Betr.-km 114,550 bis Betr.-km 115,250 (gefertigt am ) 1 : Grunderwerbsverzeichnis 11 Regelungsverzeichnis 14 Straßenquerschnitte 1 Querschnitt Betr.-km 113,300 und Betr.-km 113,500 1 : Querschnitt Betr.-km 113,800 und Betr.-km 114,300 1 : Querschnitt Betr.-km 114,500 und Betr.-km 114,700 1 : Immissionstechnische Untersuchungen 17.1 Ergebnisse schalltechnischer Untersuchung (Gebäude mit Anspruch nach Vornorm DIN mit DTV2010) Lagepläne (Anwesen mit Anspruch auf nachträgliche Lärmvorsorge) 1 Lageplan Betr.-km 109,800 bis Betr.-km 111,200 1 : Lageplan Betr.-km 111,200 bis Betr.-km 112,500 1 : Lageplan Betr.-km 112,500 bis Betr.-km 113,600 1 : Lageplan Betr.-km 113,500 bis Betr.-km 115,200 1 : Lageplan Betr.-km 115,100 bis Betr.-km 116,100 1 : Ergebnistabelle 17.2 Ergebnisse schalltechnischer Untersuchungen (Berechnung der Lärmvorsorge nach RLS-90 mit DTV2030) Wirksamkeit der Maßnahme (Isophonenpläne) 1 u. 2 Lageplan ohne nachträglichem Lärmschutz (DTV2030/Nacht) 1 : u. 4 Lageplan mit nachträglichem Lärmschutz (DTV2030/Nacht) 1 : Ergebnistabelle BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 9 von 75
10 A. Tenor Unterlage Blatt Bezeichnung Maßstab 17.3 Kostenverhältnismäßigkeitsprüfung von Lärmschutzvarianten 19 Umweltfachliche Untersuchungen 19.1 Landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP) Textteil zum Landschaftspflegerischen Begleitplan Bestands- und Konfliktplan 3 Bestands- und Konfliktplan Betr.-km 112,500 bis Betr.-km 113,600 1 : Bestands- und Konfliktplan Betr.-km 113,500 bis Betr.-km 115,200 1 : Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (sap) Die Unterlagen sind, soweit vorstehend kein anderes Datum angegeben ist, von der Autobahndirektion Nordbayern unter dem Datum aufgestellt. Die kursiv dargestellten Unterlagen werden nicht planfestgestellt und dienen der Information. BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 10 von 75
11 A. Tenor 3 Ausnahmen, Befreiungen, Nebenbestimmungen 3.1 Zusagen und Einwendungen Regelungen bzw. Maßnahmen, über die im Laufe des Verfahrens eine Zusage vonseiten des Vorhabenträgers bindend abgegeben wurde bzw. über die mit Dritten eine Vereinbarung geschlossen wurde, sind zu beachten bzw. durchzuführen. Sie sind jedoch nur insoweit Gegenstand dieses Planfeststellungsbeschlusses, als sie ihren Niederschlag in den festgestellten Unterlagen oder dem verfahrensgegenständlichen Schriftverkehr gefunden haben und sich aus dem Planfeststellungsbeschluss nichts anderes ergibt. Die im Anhörungsverfahren erhobenen Einwendungen werden zurückgewiesen, soweit sie nicht durch Auflagen in diesem Beschluss, durch Planänderungen und/oder Zusagen des Vorhabenträgers berücksichtigt worden sind oder sich im Laufe des Anhörungsverfahrens auf andere Weise erledigt haben. 3.2 Unterrichtungspflichten Der Zeitpunkt des Baubeginns ist folgenden Stellen möglichst frühzeitig bekannt zu geben, um die zeitliche Abwicklung ggf. erforderlicher Anpassungs- oder Sicherungsmaßnahmen an den betroffenen Leitungen mit dem Straßenbau zu koordinieren: Der Wassermeister des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Eggolsheimer Gruppe, Hauptstraße 27, Eggolsheim (Herr Joachim Schneider, Telefon 09545/8203), ist im Vorfeld der Baumaßnahme bzw. spätestens zur Baueinweisung beizuziehen, um evtl. auftretende Fragen, auch im Hinblick auf ggf. erforderliche Sicherungsmaßnahmen, zu klären Mit dem Wasserwirtschaftsamt Kronach, Kulmbacher Str. 15, Kronach, ist eine Abstimmung über ggf. notwendig werdende, weitere geeignete Maßnahmen zum Schutz von Gewässern und Graben vorzunehmen Dem Markt Buttenheim, Hauptstraße 15, Buttenheim, ist rechtzeitig der Beginn und das Ende der Maßnahme anzukündigen, um eine gemeinsame Begehung bzw. eine Abnahme der benötigten Flächen zu terminieren Die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO), Postfach 1261, Kronach, ist rechtzeitig über den Baubeginn zu informieren. Die Anlagen der FWO müssen in der Örtlichkeit aufgezeigt und eingewiesen werden Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, Postfach , München bzw. die Untere Denkmalschutzbehörde ist frühzeitig (zwei Monate) über den Baubeginn zu unterrichten. Es sind archäologische BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 11 von 75
12 A. Tenor Voruntersuchungen und Ausgrabungen erforderlich, um die Existenz von Bodendenkmälern auf der Verdachtsfläche zu untersuchen Die Fischereiberechtigten im betroffenen Gewässerabschnitt der Gewässer (Deichselbach, Lindlesgraben, namenloser Graben) sind rechtzeitig von der Maßnahme zu informieren. Ihre Anregungen sind, soweit technisch möglich, zu berücksichtigen. Bei Störfällen, die zu einer Gefährdung der Fischbestände führen können, sind die Berechtigten sofort zu unterrichten Die Bayernwerk AG, Luitpoldstraße 51, Bamberg, ist rechtzeitig vor Baubeginn hinsichtlich des von ca. Betr.-km 113,530 bis ca. Betr.-km 114,260 östlich der BAB A 73 verlaufenden 20 kv - Erdkabels und der bei Betr.-km 114,459 kreuzenden 20 kv - Freileitung über das Netzcenter Bamberg der Bayernwerk AG (Telefon 0951/309320) zu informieren. Soweit erforderlich, sind eine örtliche Einweisung und eine Besprechung weiterer Maßnahmen zur Sicherung der Anlagen durchzuführen Mit der PLEdoc GmbH, Schnieringshof 10-14, Essen, als Vertreter der Ferngas Netzgesellschaft mbh, Reichswaldstraße 52, Schwaig bei Nürnberg, sind im Vorfeld alle konkreten Maßnahmen im Schutzstreifenbereich der Gashochdruckleitung abzustimmen. Die Auflagen und Hinweise der Anweisung zum Schutz von Ferngasleitungen und zugehörigen Anlagen der Open Grid Europe GmbH sind sinngemäß auch für das Leitungsnetz der Ferngas Netzgesellschaft mbh zu beachten. 3.3 Immissionsschutz Soweit nach den Planunterlagen (vgl. Unterlage 1 Abschnitt des Erläuterungsberichtes, Unterlage 17.1 und 17.2) und den Ausführungen bzw. Behandlungen von Einwendungen in diesem Planfeststellungsbeschluss betroffene Grundstückseigentümer dem Grunde nach Anspruch auf passiven Schallschutz haben - nämlich vier Gebäude im Gemeindegebiet der Gemeinde Altendorf - wird dieser hiermit festgestellt. Er richtet sich auf Erstattung der Kosten für den Einbau der erforderlichen lärmdämmenden Einrichtung in zum Wohnen bestimmten baulichen Anlagen (passiver Lärmschutz). Dem Grunde nach besteht an folgenden Gebäuden der Gemeinde Altendorf (Westseite der A73) Anspruch auf passiven Schutz für die genannten Gebäudeseiten: Immissionspunkt / Straße Nr. Stockwerk Gebäudeseite Gebäude 1 02 / Am Haidesand 9 2.OG Ost BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 12 von 75
13 A. Tenor Gebäude 2 17 / Germanenstraße 14 1.OG Ost Gebäude 3 18 / Germanenstraße 16 1.OG Ost Gebäude 4 19 / Germanenstraße 16a EG Ost 19 / Germanenstraße 16a 1.OG Ost Die Betroffenen sind darauf hinzuweisen, dass der Anspruch auf entsprechende Entschädigungen nur bis spätestens fünf Jahre nach Unanfechtbarkeit dieses Beschlusses geltend gemacht werden kann, soweit die betroffenen Eigentümer noch nicht entsprechende Forderungen erhoben haben Lärmintensive Arbeiten in der Nähe von Wohngebieten sind grundsätzlich soweit es gemäß Bauablauf möglich ist auf die Tageszeit zwischen 7.00 Uhr und Uhr zu beschränken. Die gesetzlichen Vorschriften über die Zulässigkeit von Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit sind zu beachten Soweit möglich, sind lärmarme Maschinen und Verfahren anzuwenden. Die "Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm" vom (MABl I/1971 S.2) ist zu beachten. Baumaschinen müssen der Maschinenlärmschutzverordnung BImSchV - entsprechen. Die durchführenden Baufirmen sind vertraglich entsprechend zu verpflichten Der Zulieferverkehr zu Baustellen soll, wenn er durch schutzwürdige Wohngebiete geführt werden muss, ausschließlich tagsüber abgewickelt werden. Massenguttransporte sollten über Wege außerhalb von schutzwürdigen Wohngebieten geleitet werden. 3.4 Wasserwirtschaft Die Baumaßnahme ist nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu erstellen Stoffe, die in den Untergrund bzw. in das Grundwasser für Gründungszwecke und für bodenverbessernde Maßnahmen eingebracht werden, dürfen zu keiner Gefährdung des Grundwassers führen. Die verwendeten Stoffe müssen hinsichtlich ihrer Unbedenklichkeit zertifiziert und zugelassen sein Für anfallenden Straßenaufbruch ist das Merkblatt "Wasserwirtschaftliche Beurteilung der Lagerung, Aufbereitung und Wiederverwertung von BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 13 von 75
14 A. Tenor bituminösem Straßenaufbruch (Ausbauasphalt und pechhaltiger Straßenaufbruch)" in der aktuellen Fassung zu beachten Die vorhandenen Entwässerungsanlagen bleiben unverändert bestehen, es werden keine zusätzlichen Flächen versiegelt. Im Bereich der neuen Lärmschutzwände wird das Gelände wiederhergestellt, damit ist dort weiterhin von einer schadlosen breitflächigen Versickerung über bewachsenen Oberboden auszugehen. Die Entwässerungsanlagen sind weiterhin ordnungsgemäß zu betreiben und zu erhalten Durch das Vorhaben sowie deren Durchführung darf es zu keiner Beeinträchtigung der Gewässereigenschaft und Gewässerqualität kommen. Sofern weitere geeignete Maßnahmen zum Schutz von Gewässer und Graben notwendig werden, sind diese mit dem Wasserwirtschaftsamt Kronach abzustimmen Baustelleneinrichtungen und Baumateriallager sind in ausreichendem Abstand (mindestens 10 m) und in jedem Fall außerhalb vom Hochwasserabfluss- und Überschwemmungsbereich des Deichselbachs und der namenlosen Graben vorzusehen Eventuell notwendige Betankungen sowie Wartungs- und Reparaturarbeiten von bzw. an Baumaschinen und geräten sind außerhalb des Wasserschutzgebiets und nicht in Gewässernähe durchzuführen. 3.5 Natur- und Landschaftsschutz, Bodenschutz Dieser Planfeststellungsbeschluss enthält auch die nach Naturschutzrecht erforderlichen Ausnahmen und Befreiungen Die in den landschaftspflegerischen Maßnahmenplänen beschriebenen Schutz-, Gestaltungs- und Ausgleichsmaßnahmen (Unterlage 9.2, Blatt Nr. 0.1, 3 und 4) sind spätestens bis zur Nutzungsaufnahme des Bauvorhabens herzustellen, sofern nicht ein anderer Zeitpunkt festgelegt ist (z.b. für Biotopschutzzäune). Die dauerhafte Pflege und Unterhaltung der landschaftspflegerischen Maßnahmen ist entsprechend den Vorgaben der Maßnahmenblätter in Unterlage 9.2 sicherzustellen Der Straßenbaulastträger hat für den dauerhaften Bestand und die sachgemäße Unterhaltung der ökologischen Ausgleichsfläche sowie der Ersatz- und Gestaltungsmaßnahmen zu sorgen Rodungen und Gehölzrückschnitte dürfen nur außerhalb der Vogelbrutperiode (1. März bis 30. September) bzw. außerhalb der Wochenstubenzeit der Fledermäuse und vor dem Einzug in die Winterquartiere erfolgen. Der beste Einschlagzeitraum ist daher der Oktober. Außerhalb dieser Zeit dürfen sie nur vorgenommen werden, wenn aufgrund naturschutzfachlicher Prüfung in BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 14 von 75
15 A. Tenor Abstimmung mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde sichergestellt ist, dass keine Fortpflanzungs- und Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten, die in Anhang IV a der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführt sind, oder der europäischen Vogelarten beschädigt oder zerstört werden Baustelleneinrichtungen und Lagerplätze dürfen nicht auf ökologisch wertvollen Flächen erfolgen. Zum Schutz von wertvollen Biotopstrukturen sind die Schutzmaßnahmen gemäß DIN und RAS-LP 4 (Zäune um Hecken, Feuchtflächen und Gehölze) anzuwenden. Die Tabuflächen für den Baubetrieb sind im Gelände durch Bretterzaun oder Flatterleinen zu kennzeichnen und zu beachten Die A/E-Flächen aus dem landschaftspflegerischen Begleitplan sind im Detail noch mit den Naturschutzbehörden abzustimmen. Der Vorhabenträger übermittelt die Gestaltungs- und Pflegepläne. Die A/E-Flächen sind spätestens ein Jahr nach Errichtung der Lärmschutzwände fertig zu stellen. Die A/E-Flächen sind solange zu pflegen und unterhalten, wie der Eingriff wirkt Bei den süd-/westexponierten Böschungen ist auf eine Oberbodenandeckung und Einsaat zugunsten einer Selbstbesiedelung standortgerechter Kräuter und Gräser zu verzichten Die in der Böschung angesiedelten Waldameisenvölker sind vom Vorhabenträger sachgerecht, vor Beginn der Bauarbeiten, umzusiedeln. 3.6 Denkmalpflege Soweit dies durch Vorkehrungen im Rahmen der Detailplanung, des Bauablaufs oder der Ausführung möglich ist, sind Beeinträchtigungen von Bodendenkmälern zu vermeiden oder auf den zur Durchführung des planfestgestellten Vorhabens unverzichtbaren Umfang zu begrenzen Der Beginn von Erdbauarbeiten ist vom Vorhabenträger unverzüglich, spätestens zwei Monate vor Beginn, dem Bayer. Landesamt für Denkmalpflege anzuzeigen Der Vorhabenträger hat die vom Bayer. Landesamt für Denkmalpflege mitgeteilten erforderlichen Schritte (einschließlich der Prospektion von Vermutungsflächen) zur Vermeidung einer vorhabenbedingten Beeinträchtigung von Bodendenkmälern bzw. bei unvermeidbaren Beeinträchtigungen die erforderlichen denkmalpflegerischen Maßnahmen mit dem notwendigen Zeitbedarf in seinen Bauablauf einzubeziehen Bei nicht vermeidbaren, unmittelbar vorhabenbedingten Beeinträchtigungen von Bodendenkmälern hat der Vorhabenträger die fachgerechte Freilegung, BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 15 von 75
16 A. Tenor Ausgrabung und Dokumentation der Befunde und Funde (Sicherungsmaßnahmen) unter Beachtung der Grundsätze der Erforderlichkeit, Verhältnismäßigkeit und Wirtschaftlichkeit zu veranlassen und die hierfür anfallenden Aufwendungen zu tragen. Kosten der wissenschaftlichen Auswertung der Befunde und Funde zählen nicht zu den gebotenen Aufwendungen für Sicherungsmaßnahmen. Die Sicherungsmaßnahmen sind mit dem Bayer. Landesamt für Denkmalpflege abzustimmen und unter dessen fachlicher Begleitung durchzuführen Einzelheiten des Umfangs, der Abwicklung und der Kostentragung (einschließlich eines Höchstbetrages der Aufwendungen) für die archäologischen Sicherungsmaßnahmen sind im o.g. Rahmen in einer Vereinbarung zwischen dem Vorhabenträger und dem Bayer. Landesamt für Denkmalpflege festzulegen. Die Planfeststellungsbehörde ist durch Abschrift der Vereinbarung zu unterrichten. Kommt eine solche Vereinbarung nicht zustande, ist eine ergänzende Entscheidung der Planfeststellungsbehörde herbeizuführen Die bauausführenden Firmen sind darauf hinzuweisen, dass gemäß Art. 8 Abs. 1 DSchG Bodendenkmäler, die bei der Verwirklichung des Vorhabens zutage treten, unverzüglich der Unteren Denkmalschutzbehörde oder dem Bayer. Landesamt für Denkmalpflege zu melden sind. Die aufgefundenen Gegenstände und der Fundort sind bis zum Ablauf von einer Woche nach der Anzeige unverändert zu belassen, wenn nicht die Untere Denkmalschutzbehörde die Gegenstände vorher freigibt oder die Fortsetzung der Arbeiten gestattet (Art. 8 Abs. 2 DSchG) Falls Baustelleneinrichtungen außerhalb von Straßen und bereits befestigten Arealen angelegt werden, hat der Vorhabenträger das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege zu benachrichtigen, damit diese Flächen im Hinblick auf Bodendenkmäler überprüft werden können. 3.7 Sonstige Nebenbestimmungen Belange der Fischerei Die Maßnahme kann Auswirkungen auf die aquatische Lebensgemeinschaft und die Ausübung der Fischerei in den Gewässern Deichselbach, Lindlesgraben und den namenlosen Graben haben. In den betroffenen Gewässern kommen u. a. folgende Fischarten vor: Hasel, Schmerle, Rotauge, Bachforelle, Gründling, Aitel. Deren Lebensansprüche sind bei der Durchführung der Maßnahme zu berücksichtigen Die betroffenen Fischereiberechtigten sind von dem Bauvorhaben rechtzeitig zu informieren. Ihre Anregungen sind, soweit technisch möglich, zu berücksichtigen. BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 16 von 75
17 A. Tenor Fischereiliche Schäden, die durch die Maßnahme entstehen, sind auszugleichen. Evtl. Kosten für entsprechende notwendige Gutachten (z.b. auch Lebensmitteltauglichkeit der Fische) sind vom Schadensverursacher zu tragen Wenn es während der Bauausführung zu Störfällen kommt, die zu einer Gefährdung der Fischbestände führen könnten, ist der Fischereiberechtigte im Sinne der Schadensminderungspflicht unverzüglich zu verständigen Bei der Abwicklung der Bauarbeiten ist eine Verschmutzung der unterliegenden Gewässerstrecken möglichst zu vermeiden. Das Einbringen von Bauschutt, Abbruchteilen und Bauresten sowie das Abschwemmen von Wasser gefährdenden Stoffen, z.b. Maschinenöle, Schmier-, Treibstoffe, Zementmilch aus frischem Beton etc., in die o.g. Gewässer sind durch geeignete Vorkehrungen zu verhindern. Die Maschinen sind auf Dichtheit der Hydraulik- und Kraftstoffleitungen regelmäßig zu überprüfen Baubedingte Einträge in die Gewässer und ihre Uferbereiche sind nach Abschluss der Baumaßnahmen zu beseitigen, sodass die natürliche Gewässersohle wieder freigelegt wird Baubedingt beschädigte Ufer sind nach Abschluss der Baumaßnahme wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu bringen und neu zu begrünen Die nachträglichen Lärmschutzmaßnahmen dürfen die ökologische Durchgängigkeit der o.g. Fließgewässer nicht einschränken Die Ansaat der neu gestalteten Böschungen und steilen Neigungsflächen muss mit einer erosionsfesten gebietsheimischen Wiesen- und Gehölzmischung erfolgen Im Rahmen der Bauphase dürfen nur biologisch unschädliche und nicht auf Wasserorganismen toxisch wirkende Bautenschutzmittel und, falls notwendig, unschädliches Taumittel verwendet werden Die Festsetzung weiterer Auflagen und Bedingungen zur Wahrung öffentlicher Interessen, zum Schutz berechtigter Interessen Dritter oder im Interesse der fischereilichen Gewässerbewirtschaftung bleibt vorbehalten Belange der beteiligten Versorgungsträger Telekom Deutschland GmbH Bei der Bauausführung ist darauf zu achten, dass die vorhandenen Telekommunikationslinien, lfd. Nr. 8 und 11 RV, ausreichend gesichert, Beschädigungen vermieden werden und aus betrieblichen Gründen (z.b. im Falle von Störungen) ein ungehinderter Zugang jederzeit möglich ist. BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 17 von 75
18 A. Tenor Insbesondere müssen Abdeckungen von Abzweigkästen und Kabelschächten sowie oberirdische Gehäuse so weit freigehalten werden, dass sie gefahrlos geöffnet und ggf. mit Kabelziehfahrzeugen angefahren werden können. Es ist deshalb erforderlich, dass sich die Bauausführenden vor Beginn der Arbeiten über die Lage der zum Zeitpunkt der Bauausführung vorhandenen Telekommunikationslinien der Telekom informieren. Die Kabelschutzanweisung der Telekom ist zu beachten. Die Kostentragung für evtl. Sicherungsmaßnahmen richtet sich nach 68 ff TKG Bayernwerk AG Bamberg Im Vorhabenbereich verlaufen ein 20 kv - Erdkabel sowie eine 20 kv - Freileitung der Bayernwerk AG. Eventuell notwendige Anpassungen der Versorgungsanlagen der Bayernwerk AG Bamberg sollen rechtzeitig mit dem Netzcenter abgesprochen werden. Sollten bei der Errichtung der Lärmschutzeinrichtungen Gasleistungen freigelegt werden, dürfen diese erst nach Überprüfung durch das Betriebspersonal der Bayernwerk AG wieder verfüllt werden Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) Die Fernwasserleitung DN 600 GGG mit Steuerkabel der FWO verläuft von Betr.-km 113,675 bis Betr.-km 114,810 östlich der geplanten Baumaßnahme. Auf dem Schutzstreifen der Rohrleitung (3 m beidseitig der Rohrachse) dürfen keine Einwirkungen vorgenommen werden, die den Bestand oder Betrieb der Anlage gefährden oder beeinträchtigen könnten Abwasserzweckverband Buttenheim/Altendorf Bei Betr.-km 114,234 kreuzt ein Schmutzwasserkanal DN 500 des Zweckverbands zur Abwasserbeseitigung der Gemeinden Buttenheim und Altendorf die BAB A73. Aufgrund der Errichtung der neuen Lärmschutzwände sind in diesem Bereich Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen Sonstige Belange In Abstimmung mit dem Markt Buttenheim, Hauptstraße 15, Buttenheim, dessen Grundstück Fl. Nr. 401 der Gemarkung Buttenheim vorübergehend in Anspruch genommen wird, hat der Vorhabenträger vor Beginn der Bauarbeiten Beweissicherungsmaßnahmen dergestalt durchzuführen, dass der derzeitige Zustand des Grundstücks vollständig fachgerecht aufgenommen und mit entsprechendem Bildmaterial aussagekräftig dokumentiert wird. Nach Abschluss der Arbeiten ist der vorher aufgenommene Zustand auf Kosten des Vorhabenträgers wieder herzustellen. BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 18 von 75
19 A. Tenor 4 Wasserrechtliche Planfeststellung Die Planfeststellung umfasst die Planfeststellung nach 68 Abs. 1 ivm. 67 Abs. 2 Satz 1 WHG für die nach den Planunterlagen vorgesehene Gewässerausbaumaßnahme am namenslosen Graben, Durchlass BR DN 800, bei Betr.-km 113,373 (lfd. Nr. 7 RV (Planunterlage 11)). 5 Straßenrechtliche Verfügungen Hinsichtlich der Bundesfernstraßen wird soweit nicht 2 Abs. 6a FStrG gilt verfügt, dass - die nach den Planunterlagen neu zu erstellenden Teile zu Bundesfernstraßen mit der Maßgabe gewidmet werden, dass die Widmung mit der Verkehrsübergabe wirksam wird, sofern die Widmungsvoraussetzungen zum Zeitpunkt der Verkehrsübergabe vorliegen, - die nach den Planunterlagen umzustufenden Teile mit der Maßgabe umgestuft werden, dass die Umstufung mit der Ingebrauchnahme für den neuen Verkehrszweck wirksam wird, - die nach den Planunterlagen aufzulassenden Teile mit der Maßgabe eingezogen werden, dass die Einziehung mit der Sperrung wirksam wird. Die einzelnen Regelungen ergeben sich aus dem Bauwerksverzeichnis (Unterlage 11) und den entsprechenden Lageplänen. Die betroffenen Straßen- und Wegeabschnitte sind dort hinreichend bestimmt beschrieben. 6 Berichtigungen In Punkt 7. der Vorbemerkungen zum Regelungsverzeichnis sind die " 50 ff. des Telekommunikationsgesetzes (TKG)" durch die " 68 ff. des Telekommunikationsgesetzes (TKG)" zu ersetzen Der "Betr.-km 114,425" in Spalte 2 und 5 der lfd. Nr. 16 des Regelungsverzeichnisses ist in "Betr.-km 114,459" zu korrigieren Die "DTV 2025" ird. Unterlagen Nr. 17.2, (Blatt 1 u. 2) und (Blatt 3 u. 4) des Inhaltsverzeichnisses sind durch "DTV 2030" zu ersetzen Eigentümer und Unterhaltspflichtiger der Telekommunikationslinien ist nicht die "Deutsche Telekom Technik GmbH", sondern die "Telekom Deutschland GmbH". Die Unterlagen sind dementsprechend zu ändern Der "Mühlbach" in der Unterlage 19.1 (Landschaftspflegerischer Begleitplan) des Planfeststellungsbeschlusses ist richtigerweise als "Deichselbach" zu bezeichnen. BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 19 von 75
20 A. Tenor Eine Änderung des Maßnahmenplans der landschaftspflegerischen Maßnahmen dahingehend, auch den Abschnitt wiederzugeben, wird abgelehnt. Die Maßnahme ist notwendig. Jedoch ist sie zum einen im Beschluss selbst als Auflage enthalten (vgl. Punkt 3.5.4) und zum anderen auch in den planfestgestellten Unterlagen (sap) sowie (Textteil zum landschaftspflegerischen Begleitplan) textlich dargestellt. Damit ist die Maßnahme festgestellt. 7 Kostenentscheidung Der Freistaat Bayern trägt die Kosten des Verfahrens. Für diesen Beschluss wird keine Gebühr erhoben. Auslagen werden nicht erhoben. BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 20 von 75
21 B. Sachverhalt B. Sachverhalt 1 Beschreibung des Vorhabens mit Vorgeschichte 1.1 Beschreibung des Vorhabens Die Planfeststellung behandelt die Realisierung von nachträglichen Lärmschutzmaßnahmen an der BAB A73 im Abschnitt nördlich der AS Hirschaid und südlich der AS Buttenheim. Dieser Planungsabschnitt liegt im Regierungsbezirk Oberfranken, vorwiegend im Gebiet des Marktes Buttenheim, des Marktes Hirschaid und der Gemeinde Altendorf, Landkreis Bamberg. Die letzten 36 m von Betr.-km 115,777 bis zum Ende des Abschnitts bei Betr.-km 115,813 liegen im Gebiet des Marktes Eggolsheim, Landkreis Forchheim. Die geplanten Maßnahmen umfassen: Aktive Schutzmaßnahmen Ostseite Aktive Schutzmaßnahmen in Form von Lärmschutzwänden sind für die auf der Ostseite der BAB A73 liegende Gemeinde Buttenheim sowie für die Gemeinde Altendorf auf der Westseite vorgesehen. Der vorhandene Querschnitt RQ 26 der A73 bleibt durch die Maßnahme unverändert. Die Böschungen werden, soweit Anpassungen bei den Wall-/ Wandkombinationen notwendig sind, mit einer Regelneigung von 1 : 1,15 ausgeführt. Die genaue Länge der Lärmschutzwände in Bezug auf die BAB A73 ist auf Seite 9 ff. Punkt der Unterlage 1 der Planfeststellungsunterlagen beschrieben. Die Lärmschutzwände werden hochabsorbierend ausgebildet. Auf der Ostseite beginnen die Lärmschutzmaßnahmen ca. 1,3 km nördlich der Anschlussstelle Buttenheim und enden ca. 200 m nördlich der Anschlussstelle am Beginn der Beschleunigungsspur der Auffahrt zur A73 Fahrtrichtung Bamberg. Es sind Lärmschutzkonstruktionen mit einer Gesamtlänge von m und einer maximalen Höhe von 8,00 m bzw. 6,00 m über der Fahrbahn vorgesehen. Betr.-km Schallschutzmaßnahmen Länge 113,675 bis 113,685 LS-Wand H = 2,50 m bis 3,50 m L = 10 m BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 21 von 75
22 B. Sachverhalt 113,685 bis 113, ,900 bis 114, ,319 bis 114, ,345 bis 114, ,562 bis 114, ,690 bis 114,806 auf vorh. LS-Wall Gesamthöhe 4,00 bis 5,00 m LS-Wand H = 3,50 m bis 4,50 m auf vorh. LS-Wall Gesamthöhe 5,00 m LS-Wand H = 5,50 m auf vorh. LS-Wall Gesamthöhe 6,00 m LS-Wand H = 6,00 m auf vorh. LS-Wall bzw. auf vorh. Bauwerk Gesamthöhe 6,00 m LS-Wand H= 5,50 m auf vorh. LS-Wall Gesamthöhe 6,00 m LS-Wand H= 3,50 bis 5,50 m auf vorh. LS-Wall Gesamthöhe 6,00 8,00 m LS-Wand H= 2,50 bis 3,50 m auf OK Böschung Gesamthöhe 8,00 m L = 215 m L = 419 m L = 26 m L = 217 m L = 128 m L = 116 m Westseite Auf der Westseite beginnen die Lärmschutzmaßnahmen ca. 1,8 km nördlich der Anschlussstelle Buttenheim und enden ca. 400 m nördlich der Anschlussstelle. Es sind Lärmschutzkonstruktionen mit einer Länge von m und einer maximalen Höhe von 10,00 m über der Fahrbahn geplant. Betr.-km Schallschutzmaßnahmen Abstand zum Fahrbahnrand 113,191 bis 113,430 LS-Wand H = 4,00 m auf OK Böschung Gesamthöhe 4,00 m L = 239 m 113,430 bis 113,450 LS-Wand H = 4,00 5,00 m auf OK Böschung L= 20 m Gesamthöhe 4,00 6,0 m 113,450 bis 113,575 LS-Wand H = 5,00 m auf OK Böschung Gesamthöhe 6,00 m L = 125 m 113,575 bis 113,590 LS-Wand H = 5,00-6,50 m auf OK Böschung L = 15 m Gesamthöhe 6,00 10,00 m 113,590 bis 114,202 LS-Wand H = 6,50 m auf vorh. LS-Wall Gesamthöhe 10,00 m L = 612 m 114,215 bis 114,305 LS-Wand H = 6,50 m auf vorh. LS-Wall L = 90 m BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 22 von 75
23 B. Sachverhalt 114,305 bis 114, ,340 bis 114, ,560 bis 114,595 Gesamthöhe 10,00 m LS-Wand H = 6,00 m auf vorh. LS-Wall bzw. auf vorh. Bauwerk Gesamthöhe 10,00 bis 6,00m LS-Wand H = 6,00 m auf vorh. LS-Wall Gesamthöhe 9,00 m LS-Wand H = 6,00 1,00 m auf vorh. LS-Wall Gesamthöhe 9,00 5,50 m L = 35 m L = 220 m L = 35 m Passive Schutzmaßnahmen Passive Schallschutzmaßnahmen sind im Bereich des Planfeststellungsabschnittes an vier Gebäuden (auf der Westseite der BAB A73, Gemeindegebiet der Gemeinde Altendorf) zur Einhaltung des Nachtgrenzwertes vorgesehen. Auf der Ostseite wird durch die aktiven Schallschutzmaßnahmen Vollschutz erreicht (Abschnitt C Teil , Abschnitt A Teil 3.3.1). Insofern besteht hier kein weitergehender Anspruch auf passive Lärmschutzmaßnahmen. 1.2 Vorgeschichte Die Planunterlagen für den Neubau der Bundesautobahn A73 im Abschnitt Forchheim Bamberg, Teilabschnitt Buttenheim Hirschaid von Bau-km (Betr.-km 115,813) bis Bau-km (Betr.-km 109,856) wurden am 15. Oktober 1979 ausgelegt. Dieser Zeitpunkt wurde durch den Vorhabenträger auch als maßgebender Zeitpunkt für die konkretisierte straßenrechtliche Fachplanung angesehen. Mit Beschluss vom 02. April 1980 wurde der Neubauabschnitt planfestgestellt. Im damaligen Planfeststellungsverfahren wurde die Frage des Lärmschutzes behandelt. Als Ergebnis wurden für den Bereich Buttenheim und Altendorf Lärmschutzwälle mit einer Höhe von 2,50 m auf der Ostseite und 4,50 m auf der Westseite planfestgestellt. Durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom 7. März 2007, Az. 9 C 2.06, wurde der Umfang nachträglicher Lärmschutzansprüche gegenüber der bisherigen Rechtsprechung und Verwaltungspraxis (vgl. Ziff. 32 VLärmSchR 97) grundlegend erweitert. Nach dieser Entscheidung kann ein Anspruch auf nachträglichen Lärmschutz wegen nicht voraussehbarer Wirkung 30 Jahre lang bestehen, auch wenn im Planfeststellungsverfahren der Lärmprognose ein kürzerer Prognosezeitraum zugrunde lag. BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 23 von 75
24 B. Sachverhalt Die Rechtsgrundlagen für nachträgliche Lärmvorsorgemaßnahmen sind im Leitsatz Nr. 3 des Urteils des Bundesverwaltungsgerichtes vom 7. März 2007 zusammengefasst: Der Anspruch gemäß 75 Abs. 2 Satz 2 VwVfG besteht dem Grunde nach, wenn der Betroffene bei Voraussehbarkeit dieser Wirkung nach der Rechtslage, die dem bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluss zugrunde lag, einen Anspruch auf Schutzvorkehrungen gehabt hätte. Dies ist grundsätzlich anhand des damals angewandten Berechnungsverfahrens zu ermitteln. Neue Berechnungsmethoden können ggf. angewandt werden, wenn die Vergleichbarkeit gewährleistet ist. Über die Dimensionierung danach anzuordnender nachträglicher Lärmschutzmaßnahmen ist dagegen nach der derzeitigen Rechtslage zu entscheiden. Für den am 02. April 1980 planfestgestellten Abschnitt besteht nach alledem ein Anspruch auf nachträgliche Lärmvorsorge. 2 Vorgängige Planungsstufen 2.1 Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen Die beantragte Planfeststellungsmaßnahme ist im derzeit gültigen Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen nicht eingestuft (Anlage 1 zu 1 Abs. 1 des FStrAbG). 2.2 Raumordnung und Landesplanung Im Landesentwicklungsprogramm Bayern (Verordnung über das Landesentwicklungsprogramm Bayern - LEP - vom , BayRS W) ist als Ziel unter Ziffer definiert, dass die Verkehrsinfrastruktur in ihrem Bestand leistungsfähig zu erhalten und u.a. durch Ausbaumaßnahmen nachhaltig zu ergänzen ist. Bei der Weiterentwicklung der Straßeninfrastruktur soll der Ausbau des vorhandenen Straßennetzes vor dem Neubau erfolgen (Grundsatz 4.2 der Anlage). Die Einbindung Bayerns in das internationale und nationale Verkehrswegenetz soll verbessert werden (Grundsatz der Anlage). Zu wird u.a. ergänzt, dass Aus-, Um- und Neubaumaßnahmen zur Ergänzung des Verkehrswegenetzes so umweltverträglich und ressourcenschonend wie möglich zu erfolgen haben. 2.3 Sonstige Planungsstufen Weitere vorbereitende Planungsstufen, wie eine Linienbestimmung nach 16 FStrG oder die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens, waren für das Vorhaben nicht erforderlich. BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 24 von 75
25 B. Sachverhalt 3 Ablauf des Planfeststellungsverfahrens Mit Schreiben vom beantragte die Autobahndirektion Nordbayern Dienststelle Bayreuth für die nachträgliche Lärmvorsorgemaßnahme die Planfeststellung nach dem Bundesfernstraßengesetz (FStrG). Die leitete mit Schreiben vom das Anhörungsverfahren ein. Die eingereichten Planunterlagen lagen beim Markt Hirschaid vom bis , beim Markt Buttenheim vom bis , bei der Gemeinde Altendorf vom bis und beim Markt Eggolsheim vom bis nach vorheriger ortsüblicher Bekanntmachung öffentlich zur allgemeinen Einsicht aus. In der Bekanntmachung wurde darauf hingewiesen, dass Einwendungen gegen den Plan bei der Gemeinde oder bei der bis spätestens zwei Wochen nach Beendigung der Auslegung schriftlich oder zur Niederschrift erhoben werden können und dass nach Ablauf der Einwendungsfrist Einwendungen gegen den Plan, die nicht auf besonderen privatrechtlichen Titeln beruhen, ausgeschlossen sind. Die gab folgenden Behörden, Trägern öffentlicher Belange und sonstigen Stellen Gelegenheit, in angemessener Frist eine Stellungnahme zum Vorhaben abzugeben: - Markt Buttenheim, Hauptstraße 15, Buttenheim - Markt Hirschaid, Kirchplatz 6, Hirschaid - Gemeinde Altendorf, Jurastraße 1, Altendorf - Landratsamt Bamberg, Ludwigstraße 23, Bamberg - Staatl. Bauamt Bamberg, Kasernstraße 4, Bamberg - Markt Eggolsheim, Hauptstraße 27, Eggolsheim - Landratsamt Forchheim, Am Streckerplatz 3, Forchheim - Wasserwirtschaftsamt Kronach, Kulmbacher Straße 15, Kronach - Regionaler Planungsverband Oberfranken-West, Ludwigstraße 23, Bamberg - Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth, Adolf-Wächter- Straße 10-12, Bayreuth - Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, Abteilung B, Stabstelle für lineare Projekte, Hofgraben 4, München - Bezirk Oberfranken, Fischereifachberatung, Ludwigstr. 20, Bayreuth BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 25 von 75
26 B. Sachverhalt - Abwasserzweckverband Buttenheim/Altendorf, Hauptstraße 15, Buttenheim - Bayer. Bauernverband, Hauptgeschäftsstelle Bamberg, Weide 28, Bamberg - Zweckverband zur Wasserversorgung Eggolsheimer Gruppe, Hauptstraße 27, Eggolsheim - Fernwasserversorgung Oberfranken, Ruppen 30, Kronach - Deutsche Telekom Technik GmbH, Technische PTI 13 Projektierung und Baubegleitung, Am Fernmeldeturm 2, Nürnberg - Bayernwerk AG, Luitpoldstraße 51, Bamberg - DB Energie GmbH, Pfarrer-Perabo-Platz 2, Frankfurt am Main - PLEdoc GmbH, Postfach , Essen - TenneT TSO GmbH, Luitpoldstraße 51, Bamberg -, Ludwigstraße 20, Bayreuth, Sachgebiete 24, 34, 50, 51 Zu den im Anhörungsverfahren vorgebrachten Einwendungen und Stellungnahmen äußerte sich der Vorhabenträger anschließend ( ). In den Tekturen der Unterlagen 5 Blatt 3 und Blatt 4 sowie Unterlage Blatt 2 vom ergänzte der Vorhabenträger das 20 kv - Erdkabel der Bayernwerk AG, welches von Betr.-km 113,530 bis Betr.-km 114,260 verläuft. Außerdem änderte der Vorhabenträger den Verlauf der 20 kv - Freileitung der Bayernwerk AG (Regelungsverzeichnis Nr. 16) entsprechend dem vorgelegten Bestandsplan in den Tekturen der Unterlagen 5 Blatt 4 und 10.1 Blatt 2. Die Planfeststellungsbehörde hat diese Änderungen übernommen und entsprechende Sicherungsregelungen (Teil A Abschnitt und ) getroffen. Mit Schreiben vom wurde allen Behörden, Trägern öffentlicher Belange (TöB), Verbänden sowie Einwendern die Stellungnahme des Vorhabenträgers übersandt und mitgeteilt, dass auf die Abhaltung eines Erörterungstermins verzichtet wird. Auf die Erwiderung der Autobahndirektion Nordbayern konnten sich die Einwender bis spätestens nochmals gegenüber der Planfeststellungsbehörde äußern. Davon machte kein Einwender Gebrauch. BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 26 von 75
27 Die Entscheidung beruht auf folgenden rechtlichen Erwägungen: 1 Verfahrensrechtliche Bewertung 1.1 Zuständigkeit der Die ist gemäß 17b Abs. 1 Nr. 2, 22 Abs. 4 FStrG ivm. Art. 39 Abs. 2 BayStrWG und Art. 3 Abs. 1 Nr. 1 BayVwVfG die sachlich und örtlich zuständige Behörde für das Anhörungsverfahren und die Planfeststellung. 1.2 Notwendigkeit der Planfeststellung Nach 17 FStrG dürfen Bundesfernstraßen nur gebaut oder geändert werden, wenn der Plan vorher festgestellt ist. Dies gilt auch für die Anlage von Lärmschutzwänden, Entwässerungsanlagen o.ä., da diese nach 1 Abs. 4 Nr. 1 FStrG zu der jeweiligen Bundesautobahn gehören. Durch die Planfeststellung wird die Zulässigkeit des Vorhabens einschließlich der notwendigen Folgemaßnahmen im Hinblick auf alle von ihr berührten öffentlichen Belange festgestellt und es werden alle öffentlich-rechtlichen Beziehungen zwischen dem Träger des Vorhabens und den durch den Plan Betroffenen rechtsgestaltend geregelt (Art. 75 Abs. 1 BayVwVfG). Die straßenrechtliche Planfeststellung macht somit nahezu alle nach anderen Rechtsvorschriften notwendigen öffentlich-rechtlichen Genehmigungen, Verleihungen, Erlaubnisse, Bewilligungen, Zustimmungen und Planfeststellungen entbehrlich (Art. 75 Abs. 1 Satz 1 BayVwVfG). Hiervon ausgenommen sind die straßenrechtlichen Verfügungen nach dem Bundesfernstraßengesetz. Aufgrund von 2 Abs. 6 Satz 2 FStrG kann die Regierung jedoch auch über die Erteilung der Verfügungen in diesem Planfeststellungsbeschluss entscheiden. 1.3 Verfahrensrechtliche Fragen Die Planfeststellungsbehörde hat in diesem Planfeststellungsverfahren gemäß 17a Nr. 1 Satz 1 FStrG auf die Durchführung eines Erörterungstermins verzichtet. Die im Anhörungsverfahren erhobenen Einwendungen von Privatpersonen und die von den Trägern öffentlicher Belange abgegebenen Stellungnahmen sind so aufbereitet, dass der Planfeststellungsbehörde eine rechtlich zutreffende und sachangemessene Entscheidung hierüber möglich BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 27 von 75
28 ist. Die Autobahndirektion Nordbayern hat sich zu den Einwendungen und den Stellungnahmen detailliert geäußert. Aus den vorliegenden Unterlagen lassen sich alle Bedenken und Vorschläge abschließend beurteilen, so dass ein Erörterungstermin weder zur Vertiefung der abgegebenen Stellungnahmen noch zur Vervollständigung des Abwägungsmaterials für die Planfeststellungsbehörde erforderlich war. Es ist auch nicht ersichtlich, dass in tatsächlicher Hinsicht Unklarheiten über den Inhalt der Einwendungen bestehen, die in einem Erörterungstermin aufgehellt werden können oder dass eine Erörterung neue, entscheidungserhebliche Erkenntnisse zutage fördern wird. Aus den vorgenannten Gründen hat die Planfeststellungsbehörde das ihr eingeräumte Ermessen dahingehend ausgeübt, auf einen Erörterungstermin zu verzichten. 1.4 Verfahren zur Prüfung der Umweltauswirkungen Das planfestzustellende Vorhaben fällt nicht unter die UVP-pflichtigen Vorhaben isd. Nr der Anlage 1 zu 3, 3b UVPG, da es sich vorliegend nicht um den Neubau einer Bundesautobahn handelt, sondern um die nachträgliche Errichtung von Lärmschutzmaßnahmen an der Bundesautobahn BAB A73 im plangegenständlichen Abschnitt. Die nach 3e Abs. 1 Nr. 1 UVPG notwendige allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls nach 3a, 3c Satz 1 und Satz 3 UVPG anhand der Kriterien aus Anlage 2 des UVPG hat ergeben, dass durch die geplante Maßnahme (Lärmschutzwände etc.) einschließlich Folgemaßnahmen keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten sind. Die Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht deshalb nicht. Die Bekanntmachung dieses Ergebnisses erfolgte mit der Bekanntmachung des Anhörungsverfahrens zur beantragten Planfeststellung und wurde wie diese öffentlich gemacht. Praktisch jedoch sind alle Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt in den Planunterlagen dargestellt und berücksichtigt. Die Planfeststellungsbehörde hat sie bewertet und in die Gesamtabwägung mit einbezogen. Auf die Ausführungen unter Teil C Abschnitt ff. des vorliegenden Beschlusses darf verwiesen werden. 2 Materiell-rechtliche Würdigung 2.1 Rechtmäßigkeit der Planung; Rechtsgrundlage (grundsätzliche Ausführungen) Der Planfeststellungsbeschluss beruht auf 17 ff. FStrG. Diese Regelungen beinhalten die materielle Ermächtigung der Planfeststellungsbehörde zur BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 28 von 75
29 fernstraßenrechtlichen Fachplanung. Zentrales Element dieser Ermächtigung ist die mit ihr verbundene Einräumung des Planungsermessens. Der planerische Spielraum, der der Planfeststellungsbehörde bei ihren Entscheidungen zusteht, ist jedoch anders als bei Echtplanungen beschränkt durch das Antragsrecht des Vorhabenträgers und den Anspruch auf fehlerfreie Ausübung des Planungsermessens. Die der Gestaltungsfreiheit gesetzten Grenzen ergeben sich aus den rechtlichen Bindungen, denen die Planfeststellungsbehörde in vierfacher Hinsicht unterworfen ist: - Erstens bestimmt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unter Beteiligung anderer Stellen Planung und Linienführung der Bundesfernstraßen. - Zweitens bedarf die straßenrechtliche Planung einer auch vor Art. 14 GG standhaltendenden Rechtfertigung. - Drittens muss sich die Planung an dem im Bundesfernstraßengesetz und in anderen gesetzlichen Vorschriften zum Ausdruck kommenden zwingenden materiellen Rechtsätzen (Planungsleitsätzen) ausrichten. - Viertens steht alles, was die Planfeststellungsbehörde unter Berücksichtigung dieser rechtlichen Anforderungen entscheidet, unter jenen Beschränkungen, die sich aus den Anforderungen des Abwägungsgebotes ergeben. Das Vorhaben wird zugelassen, da es im Interesse des öffentlichen Wohls unter Beachtung der Rechte Dritter im Rahmen der planerischen Gestaltungsfreiheit vernünftigerweise geboten ist. Die verbindlich festgestellte Straßenplanung entspricht den Ergebnissen der vorbereitenden Planung, ist auch im Hinblick auf die enteignungsrechtliche Vorwirkung gerechtfertigt, berücksichtigt die in den Straßengesetzen und anderen gesetzlichen Vorschriften zum Ausdruck kommenden Planungsleitsätze, Gebote und Verbote und entspricht schließlich den Anforderungen des Abwägungsgebotes. Nachdem die Voraussetzungen für nachträglichen Lärmschutz für die BAB A73 im Abschnitt zwischen nördlich der AS Hirschaid und südlich der AS Buttenheim von Betr.-km 109,856 bis Betr.-km 115,813 nach Art. 75 Abs. 2 Satz 2 BayVwVfG in der Auslegung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. März 2007 Az.: 9 C2.06 erfüllt sind, sind Ansprüche auf nachträglichen Lärmschutz gegeben (s. nachfolgend Abschnitt 2.5 und Seiten 4 ff. in Unterlage 1 der Planfeststellungsunterlagen). Die für das Vorhaben sprechenden Umstände rechtfertigen auch die Inanspruchnahme von Eigentum und die sonstigen Auswirkungen. Ein Verzicht auf das Vorhaben ( Null-Variante ) wäre nicht vertretbar. Darauf wird BAB A 73; Nachträgliche Lärmvorsorge Buttenheim/Altendorf Seite 29 von 75

References: Art. 72
 Art. 8
 Art. 39
 Art. 3
 Art. 14
 Art. 75