Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201968,%20832
Timestamp: 2020-02-17 09:20:25+00:00

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Rechtsprechung: MDR 1968, 832 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 21.05.1968
https://dejure.org/1968,231
BGH, 02.07.1968 - VI ZR 135/67 (https://dejure.org/1968,231)
BGH, Entscheidung vom 02.07.1968 - VI ZR 135/67 (https://dejure.org/1968,231)
BGH, Entscheidung vom 02. Juli 1968 - VI ZR 135/67 (https://dejure.org/1968,231)
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NJW 1968, 1874
MDR 1968, 832
VersR 1968, 1043
DB 1968, 1446
Ein Bindungswille wird deshalb in der Regel beim sogenannten Gefälligkeitshandeln des täglichen Lebens, bei Zusagen im gesellschaftlichen Bereich oder bei Vorgängen, die diesen ähnlich sind, zu verneinen sein (vgl. Senat, Urteil vom 14. November 1991 - III ZR 4/91, NJW 1992, 498 zur Gefälligkeitsfahrt; siehe auch Senat, Urteile vom 3. November 1983 - III ZR 125/82, BGHZ 88, 373, 382 …und vom 21. Juni 2012 - III ZR 291/11, NJW 2012, 3366 Rn. 14 f; BGH, Urteile vom 22. Juni 1956 - I ZR 198/54, BGHZ 21, 102, 106 f; vom 2. Juli 1968 - VI ZR 135/67, JZ 1969, 232, 233; vom 17. Mai 1971 - VII ZR 146/69, BGHZ 56, 204, 210 …und vom 18. Dezember 2008 - IX ZR 12/05, NJW 2009, 1141 Rn. 7 f).
BGH, 14.11.1991 - III ZR 4/91
Ein Bindungswille wird deshalb in der Regel bei dem sogenannten Gefälligkeitshandeln des täglichen Lebens, bei Zusagen im rein gesellschaftlichen Verkehr oder bei Vorgänge die diesen ähnlich sind, zu verneinen sein (Senatsurteile BGHZ 88, 373, 382 [BGH 03.11.1983 - III ZR 125/82] und 92, 164, 168; BGHZ 21, 102; 56, 204; BGH, Urteil vom 2. Juli 1968 - VI ZR 135/67 - NJW 1968, 1874;… Erman/Hauß, BGB 8. Aufl. Rn. 4 vor § 662;… Palandt/Heinrichs, BGB 49. Aufl. Einl. 2 vor § 241;… RGRK-Steffen, BGB 12. Aufl. Rn. 12 ff. vor § 662;… Staudinger/Wittmann, BGB 12. Aufl. Rn. 18 vor § 662;… MünchKomm/Kramer, BG 2. Aufl. Rn. 28 ff. vor § 241;… vgl. auch Senat, Nichtannahmebeschluß vom 26. Februar 1987 - III ZR 73/86 - BGHR BGB § 661 Architektenwettbewerb 2).
Dazu erforderlich ist die Übernahme einer weitreichenden Obhut von längerer Dauer und weitgehender Einwirkungsmöglichkeit, wie sie etwa bei einem längeren Besuch eines Minderjährigen bei Verwandten oder bei Aufnahme in deren Haushalt vorliegt, nicht aber beim gewöhnlichen Besuch eines anderen Kindes zum gemeinsamen Spiel und den gegenseitigen Besuchen von Kindern im Haushalt ihrer Freunde, welche noch am selben Tag enden (BGH, Urt. v. 02.07.1968 - VI ZR 135/67, Juris Rn. 15 ff.).
Die Aufsicht über fremde Kinder ohne Entgelt stellt in der Regel - und auch hier - eine Gefälligkeit dar ohne vertragsrechtliche Bindung (BGH NJW 1968, 1874: Besuche von vier- und sechsjährigen Kindern beim jeweils anderen Ehepaar zum Spielen und zur Beaufsichtigung).
Ein Rechtsgeschäft - und damit ein Auftragsvertrag - liegt aber nur dann vor, wenn beiderseits der Wille bestand, rechtsgeschäftliche Verpflichtungen auf sich zu nehmen und entgegenzunehmen (vgl. u.a. BGH NJW 1968, 1874;… Fikentscher, Schuldrecht, 2. Aufl. § 81 14).
Es liegt auf der Hand, daß es sich dabei nicht um ein sogenanntes Gefälligkeitshandeln des täglichen Lebens, um bloße Zusagen im rein gesellschaftlichen Verkehr oder um Vorgänge handelt, die diesen ähnlich sind (vgl. dazu RGZ 128, 39, 42 - Treibjagdfall - BGH NJW 1968, 1874 - Aufsicht über Kinder - BGH VII ZR 309/64 vom 22. Mai 1967 - Mitnahme eines Päckchens -).
Es kommt also darauf an, wie sich dem objektiven Beobachter das Handeln des Leistenden darstellt (…vgl. u.a. Erman/Hauß, 4. Aufl. Anm. 2 vor § 662 BGB;… Soergel/Siebert/Mühl, 10. Aufl. Rdn. 3 vor § 662 BGB;… Larenz, Schuldrecht, 9. Aufl. 2. Bd, § 52 I;… Esser, Schuldrecht, 3. Aufl. § 82 I 2 a; BGHZ 21, 101, 106 [BGH 20.06.1956 - V ZR 28/55]; BGH NJW 1968, 1874, 1875) [BGH 02.07.1968 - VI ZR 135/67].
BGH, 03.11.1983 - III ZR 125/82
Es ist also maßgebend, ob anhand objektiver Kriterien auf Grund der Erklärungen und des sonstigen Verhaltens der Parteien der Wille, eine rechtsgeschäftliche Bindung einzugehen, festgestellt werden kann (BGHZ 21, 102, 106 f.; 56, 204, 210; BGH Urteil vom 2. Juli 1968 - VI ZR 135/67 = NJW 1968, 1874, 1875 = LM BGB § 832 Nr. 9, jew.m.w. Nachw.;… MünchKomm/Kramer Einleitung vor § 241 Rdn. 28).
So ist eine vertragliche Übernahme der Aufsicht regelmäßig dann anzunehmen, wenn Kinder für längere Zeit und mit weit reichender Einwirkungsmöglichkeit in fremde Obhut gegeben wurden(Senatsurteil vom 2. Juli 1968 - VI ZR 135/67 = LM BGB § 832 Nr. 9 = VersR 1968, 1043, 1044).
In der Rechtsprechung ist eine vertragliche Übernahme der Aufsichtspflicht regelmäßig nur dann angenommen worden, wenn es sich um eine weitreichende Obhut von längerer Dauer und weitgehender Einwirkungsmöglichkeit gehandelt hat, z.B. bei Pflegeeltern, Kindergärtnerinnen, Aufsichts- und Erziehungspersonal in Heimen, bei längerem Aufenthalt bei Verwandten, bei der älteren Schwester, die ihren minderjährigen Bruder in den Haushalt aufgenommen hat (BGH NJW 1968, 1874).
Eine einseitige bloße Annahme des Geldgebers, einen von ihm geleisteten Geldbetrag in der Zukunft zurückbezahlt zu bekommen, ist ungeeignet eine dahingehende Willenseinigung zwischen den Parteien zu begründen (in Anknüpfung an BGH Urteil vom 02. Juli 1968, VI ZR 135/67, JZ 1969, 232, 233 = NJW 1968, 1874 = MDR 1968, 832 = VersR 1968, 1043;… BGHZ 145, 343 ff, Juris Rn. 17; Urteil vom 17. Oktober 2000, X ZR 97/99, NJW 2001, 289 = MDR 2001, 281 = WM 2001, 913 ff.) .
Die einseitige bloße Annahme des Geldgebers, einen ggf. von ihm geleisteten Geldbetrag in der Zukunft zurückbezahlt zu bekommen, ist nicht geeignet, um eine dahingehende Willenseinigung zwischen den Parteien zu begründen (Anschluss BGH, 2. Juli 1968, VI ZR 135/67, JZ 1969, 232, 233 = NJW 1968, 1874 = MDR 1968, 832 = VersR 1968, 1043 und 17. Oktober 2000, X ZR 97/99, NJW 2001, 289 = MDR 2001, 281 = WM 2001, 913ff. = BGHZ 145, 343 ff, Juris Rn. 17).(Rn.31).
31 Zutreffend führt das Landgericht aus, dass die einseitige bloße Annahme des Klägers, einen ggf. von ihm geleisteten Geldbetrag in der Zukunft zurückbezahlt zu bekommen, ungeeignet ist, eine dahingehende Willenseinigung zwischen den Parteien zu begründen (BGH Urteil vom 02.07.1968 - VI ZR 135/67 - JZ 1969, 232, 233 = NJW 1968, 1874 = MDR 1968, 832 = VersR 1968, 1043;… BGHZ 145, 343 ff, Juris Rn. 17; Urteil vom 17.10.2000 - X ZR 97/99 - NJW 2001, 289 = MDR 2001, 281 = WM 2001, 913 ff.).
OLG Celle, 19.06.2001 - 16 U 260/00
Bauüberwachung; Architekt; Schadensersatz; Gefälligkeit
Zwar sind Abreden, die ausschließlich auf einem außerrechtlichen Geltungsgrund, wie Freundschaft etc. beruhen, kein Schuldverhältnis, weil dieses den Willen voraussetzt, eine Rechtsbindung einzugehen (BGH NJW 1968, 1874).
OLG Celle, 01.07.1987 - 9 U 36/86
Aufsichtspflicht bei Kindergeburtstag
OLG Frankfurt, 29.08.1984 - 20 W 190/84
Miteigentümer; Wohnungseigentum; Wohnanlage; Lärmbelästigung; Lärm; Störung; …
BSG, 11.08.1988 - 2/9b RU 6/86
LG Oldenburg, 10.01.2007 - 5 O 1003/06
Kinderbetreuungs- und Verkehrssicherungspflicht: Badeunfall eines 2-3 Jahre altes …
https://dejure.org/1968,331
BGH, 21.05.1968 - VI ZR 27/68 (https://dejure.org/1968,331)
BGH, Entscheidung vom 21.05.1968 - VI ZR 27/68 (https://dejure.org/1968,331)
BGH, Entscheidung vom 21. Mai 1968 - VI ZR 27/68 (https://dejure.org/1968,331)
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Zulassung der Revision zum Oberlandesgericht - Entscheidung des Oberlandesgerichts im Rahmen der Anschlussrevision
NJW 1968, 1476
10 2. Da das Berufungsgericht die Revision in der dargestellten Weise nur beschränkt zugelassen hat, kann auch nicht durch die unselbständige Anschlußrevision der Kläger die angefochtene Entscheidung hinsichtlich eines anderen prozessualen Anspruchs zur Nachprüfung gestellt werden (vgl. Senatsbeschluß vom 21. Mai 1968 - VI ZR 27/68 - MDR 1968, 832; siehe auch BAG, MDR 1983, 348).
a) Eine bei mehreren selbstständigen prozessualen Ansprüchen (Streitgegenständen) grundsätzlich mögliche Begrenzung der Zulassung auf einen Anspruch (BGH, Urteil vom 25. April 1995 - VI ZR 272/94 - NJW 1995, 1955 unter I 1;… Zöller/Gummer, ZPO 25. Aufl. § 543 Rdn. 22) scheidet aus, wenn die Entscheidung über diesen Anspruch von der über den anderen ebenfalls vom Berufungsgericht entschiedenen Anspruch abhängt (vgl. BGH, Beschluss vom 21. Mai 1968 - VI ZR 27/68 - NJW 1968, 1476 unter II 1).
Eine Zulassungsbeschränkung kann nicht dadurch umgangen werden, daß der nicht zugelassene Streitgegenstand durch Anschlußrevision zur Entscheidung des Revisionsgerichts gestellt wird (vgl. BGH, Beschluß vom 21. Mai 1968 - VI ZR 27/68 - NJW 1968, 1476, 1477; BGHZ 111, 158, 166 f).
Das wurde insbesondere angenommen, wenn die Revision von vornherein lediglich wegen eines bestimmten Anspruchs zugelassen war (BGHZ 111, 158, 166 f; 130, 50, 58; Urt. v. 21. Mai 1968 - VI ZR 27/68, NJW 1968, 1470, 1471; v. 25. April 1995 - VI ZR 272/94, NJW 1995, 1955, 1956; v. 19. November 1997 - XII ZR 1/96, NJW-RR 1998, 506), und ferner zu der Zeit, als die Revision in Amtshaftungssachen noch unbeschränkt zulässig war, für andere als derartige Ansprüche (BGHZ 36, 162, 165 f).
Sie kann auch im Wege unselbständiger Anschlußrevision nicht den Anspruch auf Schadensersatz aus unerlaubter Handlung zur revisionsgerichtlichen Nachprüfung stellen (vgl. BGH Beschl. v. 21. Mai 1968, VI ZR 27/68, NJW 1968, 1476, 1477;… Baumbach/Albers, ZPO 48. Aufl. § 556 Anm. 1;… Thomas/Putzo, ZPO 15. Aufl. § 556 Anm. 2;… Zöller/Schneider, ZPO 15. Aufl. § 556 Rdn. 1).
Sie ist deshalb verfahrensrechtlich ebenfalls nicht zu beanstanden (vgl. Senatsbeschluß vom 21. Mai 1968 - VI ZR 27/68 - LM § 556 ZPO Nr. 10 m.w.N.).
Er kann deshalb auch nicht im Wege der unselbständigen Anschlußrevision die ihm nachteilige Entscheidung des Berufungsgerichts hinsichtlich solcher Sonderveranstaltungen, die keine Jubiläumsverkäufe sind, zur revisionsgerichtlichen Nachprüfung stellen (vgl. BGH, Beschl, v. 21.05.1968 - VI ZR 27/68, NJW 1968, 1476, 1477;… Urt. v. 20.04.1990 - V ZR 282/88 a.a.O.).
Die allein prozessuale Verknüpfung der Klagen reicht für eine Zusammenrechnung nicht aus (Abgrenzung zu Senatsurteil vom 25. Oktober 2006 - XII ZR 141/04 -FamRZ 2007, 117; BGH Urteile vom 8. März 2006 - IV ZR 263/04 - NJW-RR 2006, 877 und vom 21. Mai 1968 - VI ZR 27/68 - VersR 1968, 778).
Ein solcher liegt z.B. dann vor, wenn - was hier nicht der Fall ist - die Entscheidung über einen prozessualen Anspruch oder Anspruchsteil, hinsichtlich dessen die Revision zugelassen bzw. zuzulassen ist, von einem anderen prozessualen Anspruch oder Anspruchsteil materiellrechtlich in der Art abhängt, dass sich beide ein- oder wechselseitig beeinflussen (vgl. Senatsurteil vom 25. Oktober 2006 - XII ZR 141/04 - FamRZ 2007, 117, 118 sowie BGH Urteile vom 8. März 2006 - IV ZR 263/04 - NJW-RR 2006, 877 und vom 21. Mai 1968 - VI ZR 27/68 - VersR 1968, 778).
Die Entscheidung, auf die sich der Beklagte hierbei bezieht (BGH NJW 1968, 1476, 1477), betraf indessen einen Fall, in dem die Revision nur wegen eines von zwei selbständigen Klageansprüchen zugelassen war.
11 Die vorliegende Beschränkung der Revisionszulassung auf einen von mehreren Streitgegenständen ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung zulässig (vgl. BGH Beschluß vom 21. Mai 1968 - VI ZR 27/68, NJW 1968, 1476; BGHZ 53, 152 = AP Nr. 7 zu § 546 ZPO;… Stein/Jonas/Grunsky, ZPO, 20. Aufl., § 546 Rz 17, 18;… Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 40. Aufl., § 546 Anm. 2 C a mit weiteren Nachweisen).
14 Der erkennende Senat stimmt damit auch mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs überein, nach der eine unselbständige Anschlußrevision unzulässig ist, wenn sie sich auf einen Klageanspruch bezieht, hinsichtlich dessen die Revision vom Oberlandesgericht wirksam nicht zugelassen worden war (BGH Beschluß vom 21. Mai 1968 - VI ZR 27/68 -, NJW 1968, 1476).
BFH, 03.07.1979 - VII R 53/76
Zulässigkeit der unselbständigen Anschlußrevision - Haftungsbescheid - …
BGH, 02.10.1968 - IV ZR 600/68
OLG Hamburg, 19.12.1996 - 15 UF 57/96
Unterhaltsanspruch des ehelich geborenen Kindes gegen den Vater; Berücksichtigung …
BGH, 18.03.1992 - XII ZR 140/91
Kostentragung bei unzulässiger Anschlußrevision
BGH, 02.04.1981 - IX ZR 23/79
Klage auf Zahlung von Kapitalentschädigung und rückständiger Rente wegen …

References: § 662
 § 241
 § 662
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 § 241
 § 661
 BGH 
 § 81
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 § 543
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 § 556
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