Source: http://www.rechtsrat.ws/gesetze/verbrkrg/01.htm
Timestamp: 2020-07-15 07:58:51+00:00

Document:
VerbrKrG - Verbraucherkreditgesetz
a k t u e l l : S c h r o t t i m m o b i l i e n
(VerbrKrG)
Hier finden Sie das alte Verbraucherkreditgesetz
in der bis 30.09.2000 gültigen Fassung.
Es bleibt auf Altfälle anzuwenden.
Bis zum 31.12.2001 erfolgte Änderungen sind vermerkt.
Durch das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz vom 26.11.01
(Art.6 Nr.3, BGBl. I 2001 S.3137, 3138, 3187, in Kraft seit 01.01.02)
wurde u.a. das Verbraucherkreditgesetz aufgehoben und in das BGB übernommen (§§ 491ff BGB).
Anmerkung (nicht amtlich)
Dieses Gesetz dient der Umsetzung der Richtlinie 87/102/EWG des Rates vom 22.12.1986 zur&nbspAngleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über den Verbraucherkredit.
§§ 1 - 3: Abwendungsbereich
(in der Fassung bis 30.09.2000) Übersicht
VerbrKrG § 1 Absatz 1
(in der Fassung bis 30.09.2000)
Dieses Gesetz gilt für Kreditverträge und Kreditvermittlungsverträge zwischen einer Person, die in Ausübung ihrer gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit einen Kredit gewährt (Kreditgeber) oder vermittelt oder nachweist (Kreditvermittler), und einer natürlichen Person, es sei denn, dass der Kredit nach dem Inhalt des Vertrages für ihre bereits ausgeübte gewerbliche oder selbstständige berufliche Tätigkeit bestimmt ist (Verbraucher).
Ab 01.10.2000 (bis 31.12.2001) hatte § 1 Abs.1 folgenden Wortlaut:
(Für Verträge, die vor dem 01.10.2000 abgeschlossen wurden, gilt die alte Fassung, § 19.)
Dieses Gesetz gilt für Kreditverträge und Kreditvermittlungsverträge zwischen einem Unternehmer, der einen Kredit gewährt (Kreditgeber) oder vermittelt oder nachweist (Kreditvermittler), und einem Verbraucher.
Als Verbraucher gelten auch alle anderen natürlichen Personen, es sei denn, dass der Kredit nach dem Inhalt des Vertrags für ihre bereits ausgeübte gewerbliche oder selbstständige berufliche Tätigkeit bestimmt ist.
VerbrKrG § 1 Absatz 2
VerbrKrG § 1 Absatz 3
Kreditvermittlungsvertrag ist ein Vertrag, nach dem ein Kreditvermittler es unternimmt, einem Verbraucher gegen Entgelt einen Kredit zu vermitteln oder ihm die Gelegenheit zum Abschluss eines Kreditvertrages nachzuweisen.
VerbrKrG § 2
Lieferung in Teilleistungen oder wiederkehrenden Leistungen
Die Vorschriften des § 4 Abs.1 Satz 1 und Abs.3, des § 7 Abs.1, 2 und 4 (ab 01.10.2000: § 7 Abs.1 und 2) und des § 8 gelten entsprechend, wenn die Willenserklärung des Verbrauchers auf den Abschluss eines Vertrags gerichtet ist, der
2. die regelmäßige Lieferung von Sachen gleicher Art zum Gegenstand hat;
VerbrKrG § 3
VerbrKrG § 3 Absatz 1
Dieses Gesetz findet keine Anwendung auf Kreditverträge und auf Verträge über die Vermittlung oder den Nachweis von Kreditverträgen,
1. bei denen der auszuzahlende Kreditbetrag (Nettokreditbetrag) oder Barzahlungspreis 400 DM (ab 01.10.2000: 200 Euro) nicht übersteigt;
2. wenn der Kredit für die Aufnahme einer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit bestimmt ist und der Nettokreditbetrag oder Barzahlungspreis 100 000 DM (ab 01.10.2000: 50 000 Euro) übersteigt;
4. die ein Arbeitgeber mit seinem Arbeitnehmer zu Zinsen abschließt, die unter den marktüblichen Sätzen liegen;
5. die im Rahmen der Förderung des Wohnungswesens und des Städtebaus auf Grund öffentlich-rechtlicher Bewilligungsbescheide oder auf Grund von Zuwendungen aus öffentlichen Haushalten unmittelbar zwischen der die Fördermittel vergebenden öffentlich-rechtlichen Anstalt und dem Verbraucher zu Zinssätzen abgeschlossen werden, die unter den marktüblichen Sätzen liegen.
VerbrKrG § 3 Absatz 2
1. § 4 Abs.1 Satz 4 und 5, §§ 6 , 13 Abs.3 und § 14 auf Finanzierungsleasingverträge;
2. § 4 Abs.1 Satz 4 Nr.1 Buchstabe b und die §§ 7 , 9 und 11 - 13 auf Kreditverträge, nach denen der Kredit von der Sicherung durch ein Grundpfandrecht abhängig gemacht und zu für grundpfandrechtlich abgesicherte Kredite und deren Zwischenfinanzierung üblichen Bedingungen gewährt wird; der Sicherung durch ein Grundpfandrecht steht es gleich, wenn von einer solchen Sicherung gemäß § 7 Abs.3-5 des Gesetzes über Bausparkassen abgesehen wird;
3. die §§ 4 - 7 und 9 Abs.2 auf Kreditverträge, die in ein nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung errichtetes gerichtliches Protokoll aufgenommen oder notariell beurkundet sind, wenn das Protokoll oder die notarielle Urkunde den Jahreszins, die bei Abschluß des Vertrages in Rechnung gestellten Kosten des Kredits sowie die Voraussetzungen enthält, unter denen der Jahreszins oder die Kosten geändert werden können;
4. § 9 auf Kreditverträge, die der Finanzierung des Erwerbs von Wertpapieren, Devisen oder Edelmetallen dienen.
§§ 4 - 14: Kreditvertrag
Schriftform, erforderliche Angaben
VerbrKrG § 4 Absatz 1
Der Kreditvertrag bedarf der schriftlichen Form.
Der Form ist genügt, wenn Antrag und Annahme durch die Vertragsparteien jeweils getrennt schriftlich erklärt werden.
ab 01.08.2001 (bis 31.12.2001):
Der Abschluss des Vertrages in elektronischer Form ist ausgeschlossen.
Die Erklärung des Kreditgebers bedarf keiner Unterzeichnung, wenn sie mit Hilfe einer automatischen Einrichtung erstellt wird.
Die vom Verbraucher zu unterzeichnende Erklärung muss angeben
b) den Gesamtbetrag aller vom Verbraucher zur Tilgung des Kredits sowie zur Zahlung der Zinsen und sonstigen Kosten zu entrichtenden Teilzahlungen, wenn der Gesamtbetrag bei Abschluss des Kreditvertrags für die gesamte Laufzeit der Höhe nach feststeht.
Ferner ist bei Krediten mit veränderlichen Bedingungen, die in Teilzahlungen getilgt werden, ein Gesamtbetrag auf der Grundlage der bei Abschluss des Vertrags maßgeblichen Kreditbedingungen anzugeben.
Kein Gesamtbetrag ist anzugeben bei Krediten, bei denen die Inanspruchnahme bis zu einer Höchstgrenze freigestellt ist;
2. bei Kreditverträgen, die die Lieferung einer bestimmten Sache oder die Erbringung einer bestimmten anderen Leistung gegen Teilzahlungen zum Gegenstand haben
VerbrKrG § 4 Absatz 2
Effektiver Jahreszins ist die in einem Vomhundertsatz des Nettokreditbetrages oder des Barzahlungspreises anzugebende Gesamtbelastung pro Jahr.
Die Berechnung des effektiven und des anfänglichen effektiven Jahreszinses richtet sich nach § 4 (jetzt § 6) der Verordnung zur Regelung der Preisangaben.
VerbrKrG § 4 Absatz 3
Der Kreditgeber hat dem Verbraucher eine Abschrift der Vertragserklärungen auszuhändigen.
VerbrKrG § 5
VerbrKrG § 5 Absatz 1
Die Bestimmungen des § 4 gelten nicht für Kreditverträge, bei denen ein Kreditinstitut einem Verbraucher das Recht einräumt, sein laufendes Konto in bestimmter Höhe zu überziehen, wenn außer den Zinsen für den in Anspruch genommenen Kredit keine weiteren Kosten in Rechnung gestellt werden und die Zinsen nicht in kürzeren Perioden als drei Monaten belastet werden.
Das Kreditinstitut hat den Verbraucher vor der Inanspruchnahme eines solchen Kredits zu unterrichten über
Die Vertragsbedingungen der Nummern 1 - 4 sind dem Verbraucher spätestens nach der ersten Inanspruchnahme des Kredits schriftlich zu bestätigen. Ferner ist der Verbraucher während der Inanspruchnahme des Kredits über jede Änderung des Jahreszinses zu unterrichten.
Die Bestätigung nach Satz 3 und die Unterrichtung nach Satz 4 können auch in Form eines Ausdrucks auf einem Kontoauszug erfolgen.
Ab 01.08.2001 (bis 31.12.2001) hatte § 5 Abs.1 a.E. folgenden Wortlaut:
Die Vertragsbedingungen der Nummern 1 - 4 sind dem Verbraucher spätestens nach der ersten Inanspruchnahme des Kredits zu bestätigen; ferner ist der Verbraucher während der Inanspruchnahme des Kredits über jede Änderung des Jahreszinses zu unterrichten.
Die Bestätigung und die Unterrichtung nach Satz 3 haben in Textform zu erfolgen.
VerbrKrG § 5 Absatz 2
VerbrKrG § 6 Absatz 1
Der Kreditvertrag ist nichtig, wenn die Schriftform insgesamt nicht eingehalten ist oder wenn eine der in § 4 Abs.1 Satz 4 Nr.1 Buchstabe a-f und Nr.2 Buchstabe a-e vorgeschriebenen Angaben fehlt.
VerbrKrG § 6 Absatz 2
Ungeachtet eines Mangels nach Absatz 1 wird der Kreditvertrag in den Fällen des § 4 Abs.1 Satz 4 Nr.1 gültig, soweit der Verbraucher das Darlehen empfängt oder den Kredit in Anspruch nimmt.
Jedoch ermäßigt sich der dem Kreditvertrag zugrunde gelegte Zinssatz (§ 4 Abs.1 Satz 4 Nr.1 Buchstabe d) auf den gesetzlichen Zinssatz, wenn seine Angabe, die Angabe des effektiven oder anfänglichen effektiven Jahreszinses oder die Angabe des Gesamtbetrages nach Buchstabe b fehlt.
Nicht angegebene Kosten werden vom Verbraucher nicht geschuldet.
Ist nicht angegeben, unter welchen Voraussetzungen preisbestimmende Faktoren geändert werden können, so entfällt die Möglichkeit, diese zum Nachteil des Verbrauchers zu ändern.
Sicherheiten können bei fehlenden Angaben hierüber nicht gefordert werden; dies gilt nicht, wenn der Nettokreditbetrag 100 000 DM (ab 01.10.2000: 50 000 Euro) übersteigt.
VerbrKrG § 6 Absatz 3
Ungeachtet eines Mangels nach Absatz 1 wird der Kreditvertrag in den Fällen des § 4 Abs.1 Satz 4 Nr.2 gültig, wenn dem Verbraucher die Sache übergeben oder die Leistung erbracht wird.
VerbrKrG § 6 Absatz 4
Ist der effektive oder der anfängliche effektive Jahreszins zu niedrig angegeben, so vermindert sich in den Fällen des § 4 Abs.1 Satz 4 Nr.1 der dem Kreditvertrag zugrunde gelegte Zinssatz, in den Fällen des § 4 Abs.1 Satz 4 Nr.2 der Teilzahlungspreis um den Vomhundertsatz, um den der effektive oder anfängliche effektive Jahreszins zu niedrig angegeben ist.
--> zur Fassung ab 01.10.2000 Übersicht
VerbrKrG § 7 Absatz 1
Die auf den Abschluss eines Kreditvertrages gerichtete Willenserklärung des Verbrauchers wird erst wirksam, wenn der Verbraucher sie nicht binnen einer Frist von einer Woche schriftlich widerruft.
VerbrKrG § 7 Absatz 2
Der Lauf der Frist beginnt erst, wenn dem Verbraucher eine drucktechnisch deutlich gestaltete und vom Verbarucher gesondert zu unterschreibende Belehrung über die Bestimmung nach Satz 1, sein Recht zum Widerruf, dessen Wegfall nach Absatz 3 sowie Namen und Anschrift des Widerspruchsempfängers ausgehändigt worden ist.
Wird der Verbraucher nicht nach Satz 2 belehrt, so erlischt das Widerrufsrecht erst nach beiderseits vollständiger Erbringung der Leistung, spätestens jedoch ein Jahr nach Abgabe der auf den Abschluss des Kreditvertrages gerichteten Willenserklärung des Verbrauchers.
VerbrKrG § 7 Absatz 3
Hat der Verbraucher in den Fällen des § 4 Abs.1 Satz 4 Nr.1 das Darlehen empfangen, gilt der Widerruf als nicht erfolgt, wenn er das Darlehen nicht binnen zweier Wochen entweder nach Erklärung des Widerrufs oder nach Auszahlung des Darlehens zurückzahlt.
VerbrKrG § 7 Absatz 4
Auf den Widerruf findet im ürigen § 3 des Gesetzes über den Widerruf von Haustürgeschäften und ähnlichen Geschäften Anwendung.
VerbrKrG § 7 Absatz 5
Die Absätze 1 - 4 finden keine Anwendung auf die in § 5 Abs.1 Satz 1 genannten Kreditverträge, wenn der Verbraucher nach dem Kreditvertrag den Kredit jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist und ohne zusätzliche Kosten zurückzahlen kann.
(in der Fassung ab 01.10.2000)
--> zur Fassung bis 30.09.2000 Übersicht
Dem Verbraucher steht ein Widerrufsrecht nach § 361a des Bürgerlichen Gesetzbuchs zu.
Hat ein Kreditvertrag die Lieferung einer Sache oder die Erbringung einer anderen Leistung zum Gegenstand, so kann anstelle des Widerrufsrechts ein Rückgaberecht nach § 361b des Bürgerlichen Gesetzbuchs eingeräumt werden.
Wird der Verbraucher nicht entsprechend § 361a Abs.1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs sowie über den Wegfall des Widerrufsrechts nach Absatz 3 belehrt, so erlischt das Widerrufsrecht erst nach beiderseits vollständiger Erbringung der Leistung, spätestens jedoch ein Jahr nach Abgabe der auf den Abschluss des Kreditvertrags gerichteten Willenserklärung des Verbrauchers.
Die Absätze 1 - 3 finden keine Anwendung auf die in § 5 Abs.1 Satz 1 genannten Kreditverträge, wenn der Verbraucher nach dem Kreditvertrag den Kredit jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist und ohne zusätzliche Kosten zurückzahlen kann.
VerbrKrG § 8
Sondervorschrift für den Versandhandel
VerbrKrG § 8 Absatz 1
Hat ein Kreditvertrag die Lieferung einer Sache oder die Erbringung einer anderen Leistung zum Gegenstand und gibt der Verbraucher das auf den Vertragsschluss gerichtete Angebot auf Grund eines Verkaufsprospektes ab, aus dem die in § 4 Abs.1 Satz 4 Nr.2 Buchstabe a-e bezeichneten Angaben mit Ausnahme des Betrages der einzelnen Teilzahlungen ersichtlich sind, so findet § 4 keine Anwendung, wenn der Verbraucher den Verkaufsprospekt in Abwesenheit der anderen Vertragspartei eingehend zur Kenntnis nehmen konnte.
VerbrKrG § 8 Absatz 2
Räumt in den Fällen des Absatzes 1 der Kreditgeber dem Verbraucher ein uneingeschränktes Recht ein, die Sache innerhalb einer Woche nach Erhalt zurückzugeben, so entfällt das Widerrufsrecht nach § 7.
Das Rückgaberecht wird durch den Verbraucher durch Rücksendung der Sache, bei nicht postpaketversandfähigen Sachen durch schriftliches Rücknahmeverlangen ausgeübt.
Rücksendung und Rücknahme erfolgen auf Kosten und Gefahr des Kreditgebers.
Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung der Sache oder des Rücknahmeverlangens.
Der lauf der Frist beginnt nur, wenn entweder der Verkaufsprospekt und das Bestellformular oder eine dem Verbraucher ausgehändigte besondere Urkunde eine drucktechnisch deutlich gestaltete Belehrung des Verbrauchers über das Rückgaberecht enthalten.
Im übrigen findet § 2 Abs.1 Satz 4 und § 3 des Gesetzes über den Widerruf von Haustürgeschäften und ähnlichen Geschäften Anwendung.
Sondervorschrift für den Fernabsatzhandel
Auf vom Unternehmer gemäß § 1 Abs.2 dieses Gesetzes oder gemäß § 4 Abs.1 des Fernabsatzgesetzes finanzierte Fernabsatzverträge findet § 4 keine Anwendung, wenn die in § 4 Abs.1 Satz 4 Nr.2 Buchstabe a-e bezeichneten Angaben mit Ausnahme des Betrags der einzelnen Teilzahlungen dem Verbraucher so rechtzeitig auf einem dauerhaften Datenträger zur Verfügung stehen, dass er die Angaben vor dem Abschluss des Vertrags eingehend zur Kenntnis nehmen kann.
Für vom Unternehmer nach Absatz 1 oder von einem Dritten gemäß § 4 Abs.2 des Fernabsatzgesetzes finanzierte Fernabsatzverträge entfallen das Widerrufs- und das Rückgaberecht nach §§ 7 und 9 Abs.2.
Dies gilt nicht, soweit dem Verbraucher auf Grund des Fernabsatzgesetzes kein Widerrufsrecht und kein Rückgaberecht zusteht; § 7 ist dann mit der Maßgabe anzuwenden, dass die Belehrung über das Widerrufs- oder Rückgaberecht dem Verbraucher auf einem dauerhaften Datenträger zur Verfügung stehen und nicht gesondert unterschrieben werden muss.
VerbrKrG § 9 Absatz 1
Ein Kaufvertrag bildet ein mit dem Kreditvertrag verbundenes Geschäft, wenn der Kredit der Finanzierung des Kaufpreises dient und beide Verträge als wirtschaftliche Einheit anzusehen sind.
Eine wirtschaftliche Einheit ist insbesondere anzunehmen, wenn der Kreditgeber sich bei der Vorbereitung oder dem Abschluß des Kreditvertrages der Mitwirkung des Verkäufers bedient.
VerbrKrG § 9 Absatz 2
Die auf den Abschluss des verbundenen Kaufvertrages gerichtete Willenserklärung des Verbrauchers wird erst wirksam, wenn der Verbraucher seine auf den Abschluss des Kreditvertrages gerichtete Willenserklärung nicht gemäß § 7 Abs.1 widerruft.
Die nach § 7 Abs.2 Satz 2 erforderliche Belehrung über das Widerrufsrecht hat den Hinweis zu enthalten, dass im Falle des Widerrufs auch der verbundene Kaufvertrag nicht wirksam zustande kommt.
§ 7 Abs.3 findet keine Anwendung.
Ist der Nettokreditbetrag dem Verkäufer bereits zugeflossen, so tritt der Kreditgeber im Verhältnis zum Verbraucher hinsichtlich der Rechtsfolgen des Widerrufs (§ 7 Abs.4) in die Rechte und Pflichten des Verkäufers aus dem Kaufvertrag ein.
Ab 01.10.2000 (bis 31.12.2001) hatte § 9 Abs.2 folgenden Wortlaut:
Der Verbraucher ist an seine auf den Abschluss des verbundenen Kaufvertrags gerichtete Willenserklärung nicht gebunden, wenn er den Kreditvertrag gemäß § 7 Abs.1 in Verbindung mit § 361a des Bürgerlichen Gesetzbuchs fristgerecht widerrufen hat.
Hierauf ist in der Belehrung nach § 361a Abs.1 Satz 3 und 4 hinzuweisen.
Ist der Nettokreditbetrag dem Verkäufer bereits zugeflossen, so tritt der Kreditgeber im Verhältnis zum Verbraucher hinsichtlich der Rechtsfolgen des Widerrufs (§ 361a Abs.2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs) in die Rechte und Pflichten des Verkäufers aus dem Kaufvertrag ein.
VerbrKrG § 9 Absatz 3
Der Verbraucher kann die Rückzahlung des Kredits verweigern, soweit Einwendungen aus dem verbundenen Kaufvertrag ihn gegenüber dem Verkäufer zur Verweigerung seiner Leistung berechtigen würden.
Dies gilt nicht, wenn der finanzierte Kaufpreis 400 DM (ab 01.10.2000: 200 Euro) nicht überschreitet sowie bei Einwendungen, die auf einer zwischen dem Verkäufer und dem Verbraucher nach Abschluss des Kreditvertrages vereinbarten Vertragsänderung beruhen.
Beruht die Einwendung des Verbrauchers auf einem Mangel der gelieferten Sache und verlangt der Verbraucher auf Grund vertraglicher oder gesetzlicher Bestimmungen Nachbesserung oder Ersatzlieferung, so kann er die Rückzahlung des Kredits erst verweigern, wenn die Nachbesserung oder Ersatzlieferung fehlgeschlagen ist.
VerbrKrG § 9 Absatz 4
Die Absätze 1 - 3 gelten entsprechend für Kredite, die zur Finanzierung des Entgelts für eine andere Leistung als die Lieferung einer Sache gewährt werden.
VerbrKrG § 10
VerbrKrG § 10 Absatz 1
Eine Vereinbarung, durch die der Verbraucher auf das Recht verzichtet, Einwendungen, die ihm gegenüber dem Kreditgeber zustehen, gemäß § 404 des Bürgerlichen Gesetzbuchs einem Abtretungsgläubiger entgegenzusetzen oder eine ihm gegen den Kreditgeber zustehende Forderung gemäß § 406 des Bürgerlichen Gesetzbuchs auch dem Abtretungsgläubiger gegenüber aufzurechnen, ist unwirksam.
VerbrKrG § 10 Absatz 2
Der Verbraucher darf nicht verpflichtet werden, für die Ansprüche des Kreditgebers aus dem Kreditvertrag eine Wechselverbindlichkeit einzugehen.
Der Kreditgeber darf vom Verbraucher zur Sicherung seiner Ansprüche aus dem Kreditvertrag einen Scheck nicht entgegennehmen.
Der Verbraucher kann vom Kreditgeber jederzeit die Herausgabe eines Wechsels oder Schecks, der entgegen Satz 1 oder 2 begeben worden ist, verlangen.
Der Kreditgeber haftet für jeden Schaden, der dem Verbraucher aus einer solchen Wechsel- oder Scheckbegebung entsteht.
VerbrKrG § 11
Verzugszinsen; Anrechnung von Teilleistungen
VerbrKrG § 11 Absatz 1
Soweit der Verbraucher mit Zahlungen, die er auf Grund des Kreditvertrages schuldet, in Verzug kommt, ist der geschuldete Betrag mit 5 % über dem jeweiligen Diskontsatz (nach § 1 des Diskontsatz-Überleitungsgesetzes jetzt Basiszinssatz) der Deutschen Bundesbank zu verzinsen, wenn nicht im Einzelfall der Kreditgeber einen höheren oder der Verbraucher einen niedrigeren Schaden nachweist.
VerbrKrG § 11 Absatz 2
Nach Eintritt des Verzugs anfallende Zinsen sind auf einem gesonderten Konto zu verbuchen und dürfen nicht in ein Kontokorrent mit dem geschuldeten Betrag oder anderen Forderungen des Kreditgebers eingestellt werden.
Hinsichtlich dieser Zinsen gilt § 289 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs mit der Maßgabe, dass der Kreditgeber Schadensersatz nur bis zur Höhe des gesetzlichen Zinssatzes verlangen kann.
VerbrKrG § 11 Absatz 3
Zahlungen des Verbrauchers, die zur Tilgung der gesamten fälligen Schuld nicht ausreichen, werden abweichend von § 367 Abs.1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs zunächst auf die Kosten der Rechtsverfolgung, dann auf den übrigen geschuldeten Betrag (Absatz 1) und zuletzt auf die Zinsen (Absatz 2) angerechnet.
Der Kreditgeber darf Teilzahlungen nicht zurückweisen.
Auf die Ansprüche auf Zinsen finden die §§ 197 und 218 Abs.2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs keine Anwendung.
Die Sätze 1 - 3 sind nicht anzuwenden, soweit Zahlungen auf Vollstreckungstitel geleistet werden, deren Hauptforderung auf Zinsen lautet.
Gesamtfälligstellung bei Teilzahlungskrediten
VerbrKrG § 12 Absatz 1
Der Kreditgeber kann bei einem Kredit, der in Teilzahlungen zu tilgen ist, den Kreditbetrag wegen Zahlungsverzugs des Verbrauchers nur kündigen, wenn
1. der Verbraucher mit mindestens zwei aufeinanderfolgenden Teilzahlungen ganz oder teilweise und mindestens 10%, bei einer Laufzeit des Kreditvertrages über drei Jahre mit 5% des Nennbetrages des Kredits oder des Teilzahlungspreises in Verzug ist und
2. der Kreditgeber dem Verbraucher erfolglos eine zweiwöchige Frist zur Zahlung des rückständigen Betrags mit der Erklärung gesetzt hat, dass er bei Nichtzahlung innerhalb der Frist die gesamte Restschuld verlange.
VerbrKrG § 12 Absatz 2
Kündigt der Kreditgeber den Kreditvertrag, so vermindert sich die Restschuld um die Zinsen und sonstigen laufzeitabhängigen Kosten des Kredits, die bei staffelmäßiger Berechnung auf die Zeit nach Wirksamwerden der Kündigung entfallen.
VerbrKrG § 13
Rücktritt des Kreditgebers
VerbrKrG § 13 Absatz 1
Der Kreditgeber kann von einem Kreditvertrag, der die Lieferung einer Sache oder die Erbringung einer anderen Leistung gegen Teilzahlungen zum Gegenstand hat, wegen Zahlungsverzugs des Verbrauchers nur unter den in § 12 Abs.1 bezeichneten Voraussetzungen zurücktreten.
VerbrKrG § 13 Absatz 2
Auf den Rücktritt finden die für das vertragsmäßige Rücktrittsrecht geltenden Vorschriften der §§ 346 - 354 und 356 des Bürgerlichen Gesetzbuchs entsprechende Anwendung.
Der Verbraucher hat dem Kreditgeber auch die infolge des Vertrages gemachten Aufwendungen zu ersetzen.
Bei der Bemessung der Vergütung von Nutzungen einer zurückzugewährenden Sache ist auf die inzwischen eingetretene Wertänderung Rücksicht zu nehmen.
VerbrKrG § 13 Absatz 3
Nimmt der Kreditgeber die auf Grund des Kreditvertrages gelieferte Sache wieder an sich, gilt dies als Ausübung des Rücktrittsrechts, es sei denn, der Kreditgeber einigt sich mit dem Verbraucher, diesem den gewöhnlichen Verkaufswert der Sache im Zeitpunkt der Wegnahme zu vergüten.
Satz 1 gilt auch dann, wenn ein Vertrag über die Lieferung einer Sache mit einem Kreditvertrag zu einer wirtschaftlichen Einheit verbunden ist (§ 9 Abs.1) und der Kreditgeber die Sache an sich nimmt; im Falle des Rücktritts bestimmt sich das Rechtsverhältnis zwischen dem Kreditgeber und dem Verbraucher nach Absatz 2.
VerbrKrG § 14
Erfüllt der Verbraucher vorzeitig seine Verbindlichkeiten aus einem Kreditvertrag, der die Lieferung einer Sache oder die Erbringung einer anderen Leistung gegen Teilzahlungen zum Gegenstand hat, so vermindert sich der Teilzahlungspreis um die Zinsen und sonstigen laufzeitabhängigen Kosten, die bei staffelmäßiger Berechnung auf die Zeit nach der vorzeitigen Erfüllung entfallen.
Ist bei einem Kreditvertrag ein Barzahlungspreis gemäß § 4 Abs.1 Satz 5 nicht anzugeben, so ist der gesetzliche Zinssatz zugrunde zu legen.
Zinsen und sonstige laufzeitabhängige Kosten kann der Kreditgeber jedoch für die ersten neun Monate der ursprünglich vorgesehenen Laufzeit auch dann verlangen, wenn der Verbraucher seine Verbindlichkeiten vor Ablauf dieses Zeitraums erfüllt.
§§ 15 - 17: Kreditvermittlungsvertrag
VerbrKrG § 15
VerbrKrG § 15 Absatz 1
Der Kreditvermittlungsvertrag bedarf der schriftlichen Form.
In der Vertragsurkunde ist insbesondere die Vergütung des Kreditvermittlers in einem Vomhundertsatz des Darlehensbetrags anzugeben; hat der Kreditvermittler auch mit dem Kreditgeber eine Vergütung vereinbart, so ist auch diese anzugeben.
Die Vertragsurkunde darf nicht mit dem Antrag auf Hingabe des Darlehens verbunden werden.
Der Kreditvermittler hat dem Verbraucher eine Abschrift der Urkunde auszuhändigen.
VerbrKrG § 15 Absatz 2
Ein Kreditvermittlungsvertrag, der den Anforderungen des Absatzes 1 Satz 1 - 3 nicht genügt, ist nichtig.
VerbrKrG § 16
Der Verbraucher ist zur Zahlung der Vergütung nur verpflichtet, wenn infolge der Vermittlung oder des Nachweises des Kreditvermittlers das Darlehen an den Verbraucher geleistet wird und ein Widerruf des Verbrauchers nach § 7 Abs.1 nicht mehr möglich ist.
Soweit das Darlehen mit Wissen des Kreditvermittlers der vorzeitigen Ablösung eines anderen Kredits (Umschuldung) dient, entsteht ein Anspruch auf die Vergütung nur, wenn sich der effektive Jahreszins oder der anfängliche effektive Jahreszins nicht erhöht; bei der Berechnung des effektiven oder des anfänglichen effektiven Jahreszinses für den abzulösenden Kredit bleiben etwaige Vermittlungskosten außer Betracht.
VerbrKrG § 17
Der Kreditvermittler darf für Leistungen, die mit der Vermittlung des Darlehens oder dem Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Darlehensvertrages zusammenhängen, außer der Vergütung nach § 16 Satz 1 ein Entgelt nicht vereinbaren.
Jedoch kann vereinbart werden, dass dem Kreditvermittler entstandene, erforderliche Auslagen zu erstatten sind.
§§ 18, 19: allgemeine und Schlussvorschriften
VerbrKrG § 18
Eine von den Vorschriften dieses Gesetzes zum Nachteil des Verbrauchers abweichende Vereinbarung ist unwirksam.
VerbrKrG § 19
(in der Fassung ab 01.10.2000) Übersicht
eingefügt durch Gesetz vom 27.06.2000
Auf Verträge, die vor dem 1. Oktober 2000 abgeschlossen worden sind, ist dieses Gesetz in der bis dahin geltenden Fassung anzuwenden.

References: § 1
 § 1
 § 19
 § 1
 § 1
 § 2
 § 4
 § 7
 § 7
 § 8
 § 3
 § 3
 § 3
 § 4
 § 14
 § 4
 § 7
 § 9
 § 4
 § 4
 § 4
 § 6
 § 4
 § 5
 § 5
 § 4
 § 5
 § 5
 § 6
 § 4
 § 6
 § 4
 § 6
 § 4
 § 6
 § 4
 § 4
 § 7
 § 7
 § 7
 § 4
 § 7
 § 3
 § 7
 § 5
 § 361
 § 361
 § 361
 § 5
 § 8
 § 8
 § 4
 § 4
 § 8
 § 7
 § 2
 § 3
 § 1
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 7
 § 9
 § 9
 § 7
 § 7

§ 7
 § 9
 § 7
 § 361
 § 361
 § 9
 § 9
 § 10
 § 10
 § 404
 § 406
 § 10
 § 11
 § 11
 § 1
 § 11
 § 289
 § 11
 § 367
 § 12
 § 12
 § 13
 § 13
 § 12
 § 13
 § 13
 § 14
 § 4
 § 15
 § 15
 § 15
 § 16
 § 7
 § 17
 § 16
 § 18
 § 19