Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Versorgungsanwartschaft_und_Auslegung_einer_Versorgungszusage_LAG_Hamm_4Sa130814_u.html
Timestamp: 2017-06-23 10:19:07+00:00

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Wird in ei­ner Ver­sor­gungs­ord­nung un­ter­schie­den zwi­schen ei­nem jähr­lich er­mit­tel­ten „Ba­sis­an­spruch“, der Grund­la­ge für die Höhe ei­ner späte­ren be­trieb­li­chen Al­ters­ren­te sein soll, und ei­nem eben­falls jähr­lich er­rech­ne­ten „kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruch“, kann die Aus­le­gung der Ver­sor­gungs­ord­nung er­ge­ben, dass nur der „Ba­sis­an­spruch“ dem je­wei­li­gen Stand der un­ver­fall­ba­ren Ver­sor­gungs­an­wart­schaft ent­spricht. In ei­nem sol­chen Fall kann der „kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch“ vom Vor­jah­res­stand nach un­ten ab­wei­chen, so­lan­ge der er­reich­te „Ba­sis­an­spruch“ nicht un­ter­schrit­ten wird. Dem steht für die be­triebs­treu­en Ar­beit­neh­mer auch nicht § 2 Abs. 5 Be­trAVG ent­ge­gen.
Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Dort­mund vom 10.07.2014 – 4 Ca 284/14 – wird kos­ten­pflich­tig zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über die Höhe der dem Kläger zu­ste­hen­den be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung.
Der 1952 ge­bo­re­ne Kläger ist seit Ju­li 1976 bei der Be­klag­ten in der von die­ser be­trie­be­nen Spiel­bank in E beschäftigt. Er gehört zum sog. spiel­tech­ni­schen Per­so­nal.
Ihm ist im We­ge der Di­rekt­zu­sa­ge ei­ne be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung nach Maßga­be ei­ner auf Grund­la­ge ei­ner Ge­samt­be­triebs­ver­ein­ba­rung er­rich­te­ten Ver­sor­gungs­ord­nung in der ak­tu­el­len Fas­sung vom 08.12.2004 (VO 2004) zu­ge­sagt. Dar­in heißt es:
§ 7 Höhe der Al­ters- und Dienst­unfähig­keits­ren­te
1. Der jähr­li­che Ba­sis­an­spruch auf Al­ters- und Dienst­unfähig­keit beträgt 0,4 % für al­le Mit­ar­bei­ter, der Sum­me der mo­nat­li­chen pen­si­onsfähi­gen Bezüge aus der ge­sam­ten Zeit der pen­si­onsfähi­gen Be­triebs­zu­gehörig­keit.
2. Die nach Ab­satz 1 er­mit­tel­ten Jah­res­ren­ten wer­den in zwölf glei­chen Mo­nats­ra­ten nachschüssig aus­ge­zahlt.
§ 15 De­ckung der Ver­sor­gungs­ver­pflich­tun­gen
1. Zur De­ckung der Ver­sor­gungs­ver­pflich­tun­gen wird ei­ne Rück­stel­lung ge­bil­det, der mo­nat­lich 5 % der Sum­me al­ler pen­si­onsfähi­gen Bezüge zu­geführt wer­den.
2. Am En­de ei­nes je­den Wirt­schafts­jah­res wird der Stand der Rück­stel­lung ver­gli­chen mit der Sum­me der Bar­wer­te der er­reich­ten kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche am En­de des vor­an­ge­gan­ge­nen Wirt­schafts­jah­res zuzüglich der Sum­mer der Bar­wer­te der aus dem ab­ge­lau­fe­nen Wirt­schafts­jahr re­sul­tie­ren­den Ba­sis­ansprüche. Weicht die Rück­stel­lung von der vor­ge­nann­ten Sum­me der Bar­wer­te ab, so wird bei ei­ner po­si­ti­ven Ab­wei­chung 10 % des die Bar­wert­sum­me über­stei­gen­den Be­tra­ges ei­ner Si­cher­heitsrück­la­ge zu­geführt, die ma­xi­mal 10 % des Fonds­vermögens be­tra­gen darf. So­dann wer­den al­le An­wart­schaf­ten und lau­fen­den Ren­ten pro­zen­tu­al gleichmäßig so verändert, dass die Rück­stel­lung (ggf. ver­min­dert um die Si­cher­heitsrück­la­gen) und die Sum­me der Bar­wer­te der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche am Be­rech­nungs­stich­tag gleich sind. Die kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche dürfen die nach § 7 der Ver­sor­gungs­ord­nung er­rech­ne­ten Ba­sis­ansprüche nicht un­ter­schrei­ten.
Wenn die Verände­rung der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche durch außer­or­dent­li­che Ein­flüsse in ei­nem Zeit­raum von drei Jah­ren so­wohl un­ter der Ent­wick­lung der Le­bens­hal­tungs­kos­ten als auch un­ter der durch­schnitt­li­chen Ent­wick­lung der Net­to­ein­kom­men der ak­ti­ven Be­leg­schaft liegt, kann auf Vor­schlag des Ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­kers die Si­cher­heitsrück­la­ge ganz oder teil­wei­se zur wei­te­ren Erhöhung der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche ver­wen­det wer­den.
3. Der Ab­schluss­prüfer er­stellt das er­for­der­li­che ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­sche Gut­ach­ten, aus dem die kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche am Be­rech­nungs­stich­tag für je­den ein­zel­nen Be­rech­tig­ten zu ent­neh­men sind.
Die je­weils er­reich­ten kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche wer­den den Be­rech­tig­ten nach Ab­schluss der ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­schen Be­rech­nung mit­ge­teilt.
§ 16 Ver­wen­dung der Zins­erträge
Der Rück­stel­lung zur De­ckung der Ver­sor­gungs­ver­pflich­tun­gen wird auch der Zins­sal­do aus dem an­ge­sam­mel­ten Vermögen zu­geführt und die Ver­sor­gungs­leis­tun­gen, Ab­fin­dun­gen nach § 8 Abs. 3, § 13 Abs. 1 und § 14, Über­tra­gungs­zah­len nach § 12 Abs. 2 und § 13 Abs. 2, der Ge­samt­bei­trag zur ge­setz­li­chen In­sol­venz­ver­si­che­rung so­wie die Kos­ten für das er­for­der­li­che ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­sche Gut­ach­ten ent­nom­men.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten der VO 2004 wird auf ABl. 7-10 ver­wie­sen. Für nach dem 31.08.2005 neu ein­tre­ten­de Beschäftig­te wur­de das Ver­sor­gungs­werk von der Be­klag­ten ge­schlos­sen.
Die Ver­sor­gungs­ansprüche wer­den aus ei­nem in M an­ge­leg­ten Fonds­vermögen („G-Fonds“) be­strit­ten, das sich nach Maßga­be des § 15 VO 2004 u.a. aus dem sog. Tronc speist. Die Ent­wick­lung des aus § 15 VO 2004 ab­ge­lei­te­ten Kor­rek­tur­fak­tors für die Jah­re 1987 bis 2010 er­gibt sich aus ei­ner ta­bel­la­ri­schen Auf­lis­tung auf ABl. 98.
Der Kläger ist außer­dem Begüns­tig­ter ei­ner von der Be­klag­ten zu sei­nen Guns­ten ab­ge­schlos­se­nen Di­rekt­ver­si­che­rung, die nicht Ge­gen­stand des vor­lie­gen­den Rechts­streits ist.
Zum 31.12.2009 teil­te die Be­klag­te dem Kläger den Stand sei­ner be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung wie folgt mit:
Ba­sis­an­spruch: EUR 2577
kor­ri­gier­ter Ba­sis­an­spruch: EUR 3900
We­gen der Ein­zel­hei­ten des Mit­tei­lungs­schrei­bens wird auf ABl. 13 Be­zug ge­nom­men.
Zum 31.12.2010 weist ein wei­te­res Mit­tei­lungs­schrei­ben zu­guns­ten des Klägers ei­nen Ba­sis­an­spruch in Höhe von 2.593 € und ei­nen kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruch in Höhe von 3.734 € aus, zum 31.12.2011 ei­nen Ba­sis­an­spruch von 2.608 € und ei­nen kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruch von 3.295 €.
Der Kläger ist der Auf­fas­sung, dass der zum Jah­res­en­de 2009 zu sei­nen Guns­ten er­mit­tel­te kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch nicht mehr ver­min­dert wer­den darf. Er hat da­zu vor­ge­tra­gen, an­ge­sichts sei­nes Al­ters brau­che er Pla­nungs­si­cher­heit, wes­halb die Kla­ge zulässig sei. Das Be­trAVG ver­bie­te ei­nen Ein­griff in er­reich­te Be­sitzstände. Der Ver­sor­gungs­be­rech­tig­te ha­be mit sei­ner Ar­beits­leis­tung und sei­ner Be­triebs­treue be­reits ei­ne Vor­leis­tung er­bracht, so dass die ver­spro­che­ne Ge­gen­leis­tung nicht mehr her­ab­ge­setzt wer­den dürfe. Der kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch stel­le die er­dien­te An­wart­schaft auf Be­triebs­ren­te zum je­wei­li­gen Jah­res­en­de fest. Das BAG ha­be § 2 Be­trAVG als zen­tra­le Norm des Be­triebs­ren­ten­rechts auch auf an­de­re Sach­ver­hal­te an­ge­wandt. Wie sich aus § 15 Nr. 2 Satz 4 VO 2004 er­ge­be, könne die Si­cher­heitsrück­la­ge un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen zur wei­te­ren Erhöhung der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche ver­wen­det wer­den. Al­lein dar­aus wer­de deut­lich, dass ein Ab­sin­ken nicht statt­fin­den dürfe. Auch § 15 Nr. 3 Satz 2 VO 2004 be­le­ge, dass es sich bei dem kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruch um ei­ne ech­te An­wart­schaft han­de­le, denn dort sei die Re­de von je­weils in­di­vi­du­ell tatsächlich er­reich­ten Ansprüchen. Da der G-Fonds auch durch die Zuführung von 5% der pen­si­onsfähi­gen Bezüge der Begüns­tig­ten ge­speist wer­de, die­ser Kreis aber nach Sch­ließung des Ver­sor­gungs­werks seit 2005 ab­neh­me, sei ein ständi­ges Ab­sin­ken der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche vor­pro­gram­miert. Ein sol­ches Ab­sin­ken sei aber nicht ein­mal durch ei­ne ablösen­de Be­triebs­ver­ein­ba­rung recht­lich zulässig. Da die Zuführun­gen zum Fonds aus dem Tronc ent­nom­men würden, han­de­le es sich wirt­schaft­lich um ei­ne Ent­gelt­um­wand­lung.
fest­zu­stel­len, dass der kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch des Klägers aus der Be­triebs­ren­ten­zu­sa­ge der Be­klag­ten auf­grund der Ver­sor­gungs­ord­nung vom 08.12.2004 zukünf­tig nicht un­ter­halb vom 3.900 Eu­ro pro Jahr liegt.
Die Be­klag­te hat vor­ge­tra­gen, die Kla­ge sei be­reits un­zulässig, weil der Kläger le­dig­lich ei­nen ein­zel­nen Be­mes­sungs­fak­tor sei­ner be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung zum Ge­gen­stand der Kla­ge ma­che. Letzt­lich be­geh­re er die rich­ter­li­che Be­gut­ach­tung ei­ner ihn in­ter­es­sie­ren­den Rechts­fra­ge. Je­den­falls sei die Kla­ge un­be­gründet, weil der Kläger ihr Ver­sor­gungs­sys­tem miss­ver­ste­he. Die­ses se­he ei­ne Art Über­schuss­be­tei­li­gung vor. Die Höhe der Rück­stel­lung wer­de ne­ben dem An­la­ge­er­folg des G-Fonds be­ein­flusst durch die auf Grund­la­ge der Mit­ar­bei­ter­vergütun­gen zu­geführ­ten Beträge. Durch ei­nen si­gni­fi­kan­ten Tron­crück­gang hätten sich die Zuführun­gen zur Rück­stel­lung ver­rin­gert, was wie­der­um Ein­fluss auf die Höhe der Kor­rek­tur­fak­to­ren ha­be. Der Kläger über­se­he, dass es Ver­sor­gungs­sys­te­me ge­be, bei de­nen im Ver­lauf der Ent­wick­lung der An­wart­schaft nicht zu je­dem be­lie­bi­gen Zeit­punkt er­mit­telt wer­den könne, wie hoch der Ver­sor­gungs­an­spruch später ein­mal sein wer­de. Die Ver­sor­gungs­ord­nung ga­ran­tie­re le­dig­lich den in § 7 Abs. 1 de­fi­nier­ten An­spruch. Dem­ge­genüber stel­le § 15 Ziff. 2 VO 2004 kei­nen Ver­sor­gungs­an­spruch zur Verfügung, son­dern eröff­ne le­dig­lich die Chan­ce, bei Ein­tritt des Ver­sor­gungs­falls ei­ne über den ga­ran­tier­ten Wert hin­aus­ge­hen­de Al­ters­ver­sor­gung zu er­hal­ten. Wenn nur ei­ne Ent­wick­lung nach oben denk­bar wäre, wäre die in § 15 Ziff. 2 VO 2004 ge­re­gel­te Be­gren­zung der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche nach un­ten unnötig. Sie ha­be nicht zu­ge­sagt, Ar­beit­neh­mer an fik­ti­ven Zins­erträgen zu be­tei­li­gen, die tatsächlich gar nicht an­fie­len.
Das Ar­beits­ge­richt Dort­mund hat die Kla­ge durch Ur­teil vom 10.07.2014 ab­ge­wie­sen. Zur Be­gründung führt es aus, es bestünden be­reits Be­den­ken an der Zulässig­keit der Kla­ge. Un­klar sei, in­wie­fern durch die be­gehr­te Fest­schrei­bung ei­nes be­stimm­ten Be­mes­sungs­fak­tors das Be­ste­hen oder Nicht­be­ste­hen ei­nes Rechts­verhält­nis­ses fest­ge­stellt wer­den sol­le. Wei­ter sei un­klar, wor­aus sich das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se er­ge­ben sol­le. Wes­halb der Kläger ge­ra­de ein In­ter­es­se an der Fest­stel­lung des Fak­tors für das Jahr 2009 ha­ben sol­le, sei nicht er­sicht­lich. Je­den­falls sei die Kla­ge un­be­gründet. Be­reits aus dem Wort­laut der Ver­sor­gungs­ord­nung er­ge­be sich, dass die kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche nicht auf ei­nem zu ei­nem be­stimm­ten Stich­tag er­reich­ten Höchst­stand fest­zu­schrei­ben sei­en. § 15 Nr. 2 VO 2004 eröff­ne die Chan­ce, dass der Ver­sor­gungs­be­rech­tig­te bei Ein­tritt des Ver­sor­gungs­falls ei­ne über dem nach § 7 VO 2004 ga­ran­tier­ten Wert hin­aus­ge­hen­de Be­triebs­ren­te er­hal­te, falls zu die­sem Zeit­punkt ein erhöhter kor­ri­gier­ter Ba­sis­an­spruch be­ste­he. Dass der kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch Schwan­kun­gen un­ter­lie­ge, er­ge­be sich aus § 15 Nr. 2 Satz 4 VO 2004, wo­nach der ga­ran­tier­te Ver­sor­gungs­an­spruch aus § 7 VO 2004 nicht un­ter­schrit­ten wer­den dürfe. Et­was an­de­res er­ge­be sich auch nicht aus § 2 Abs. 5 Be­trAVG. Die Verände­rungs­sper­re grei­fe nicht für Mit­ar­bei­ter, die sich im lau­fen­den Ar­beits­verhält­nis zur Be­klag­ten befänden.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung wird auf ABl. 128 -137 ver­wie­sen. Der Kläger hat ge­gen das ihm am 19.08.2014 zu­ge­stell­te Ur­teil mit am 18.09.2014 ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se mit am 20.10.2014, ei­nem Mon­tag, ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz be­gründet.
Der Kläger trägt un­ter Wie­der­ho­lung und Ver­tie­fung sei­nes erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens vor, die Be­den­ken hin­sicht­lich der Zulässig­keit der Kla­ge sei­en nicht zu tei­len. Es han­de­le sich nicht um ei­ne Ele­men­ten­fest­stel­lungs­kla­ge. Die Beiträge zur Di­rekt­ver­si­che­rung würden vor­weg ab­ge­zo­gen, sei­en un­strei­tig und spiel­ten bei der Be­mes­sung des Ba­sis­an­spruchs und des kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruchs kei­ne Rol­le mehr. Das Be­ste­hen oder Nicht­be­ste­hen ei­nes Rechts­verhält­nis­ses be­schränke sich auf die Fra­ge, ob le­dig­lich der Ba­sis­an­spruch oder der kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch als Grund­la­ge für die Be­mes­sung des Ru­he­gel­des fest­zu­schrei­ben sei. Wel­ches kon­kre­te Rechts­verhält­nis er fest­ge­stellt ha­ben wol­le, sei un­abhängig da­von, ob für ihn et­was Güns­ti­ge­res in der Ver­gan­gen­heit möglich ge­we­sen wäre, sei­ne Sa­che. Außer­dem sei tatsächlich der ihm zum 31.12.2009 mit­ge­teil­te kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch der be­tragsmäßig höchs­te ge­we­sen. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts spre­che schon der Wort­laut der VO 2004 dafür, dass es sich bei dem kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruch um ei­nen ech­ten An­spruch han­del­te, denn sonst hätte von Ver­sor­gungs­aus­sicht oder vor­aus­sicht­li­chem An­spruch die Re­de sein müssen. Hätte nur der Ba­sis­an­spruch ga­ran­tiert wer­den sol­len, ma­che die Re­ge­lung in § 15 Abs. 2 VO 2004 kei­nen Sinn. Viel­mehr fol­ge aus dem Be­griff der Erhöhung des Ba­sis­an­spruchs, dass der je­wei­li­ge kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch er­dient im Sin­ne des Be­triebs­ren­ten­rechts sei. Außer­dem ha­be die Be­klag­te selbst ein­geräumt, dass in An­wen­dung des § 2 Be­trAVG für aus­schei­den­de Beschäftig­te im­mer vom kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruch aus­ge­gan­gen wer­de. Da­mit stel­le der er­reich­te kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch den er­dien­ten Teil der Be­triebs­ren­te dar, der in der Fol­ge­zeit nicht mehr un­ter­schrit­ten wer­den dürfe. Für ei­ne An­wen­dung von § 15 Abs. 2 Satz 4 VO 2004 blie­be Raum, denn es sei möglich, dass nach kur­zer Beschäfti­gungs­zeit und Ein­tritt von Dienst­unfähig­keit der Ba­sis­an­spruch den kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruch über­stei­ge. Auch die Be­klag­te ge­he da­von aus, dass der kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch ein ech­ter An­spruch und nicht bloße Aus­sicht sei, denn sie führe im We­ge der Selbst­ver­an­la­gung ent­spre­chen­de Beiträge an den PSV ab. An­ge­sichts der Wer­tun­gen des Be­trAVG sei die Un­ter­schrei­tung ei­ner ein­mal er­reich­ten An­wart­schaft auch gar nicht zulässig. Sie führe außer­dem da­zu, dass we­gen § 2 Abs. 5 Be­trAVG be­triebs­treue Beschäftig­te schlech­ter ge­stellt sei­en, als Aus­ge­schie­de­ne. Schon aus Bil­lig­keits­gründen müss­ten die Grundsätze des BAG zum Schutz un­ver­fall­ba­rer An­wart­schaf­ten auch im lau­fen­den Ar­beits­verhält­nis zur An­wen­dung kom­men. Durch die Sch­ließung für Neu­ein­tre­ten­de wer­de das Fonds­vermögen planmäßig ver­rin­gert, was aus Rechts­gründen nicht hin­nehm­bar sei. Je­den­falls ha­be er auf­grund der Erhöhungs­re­ge­lung in § 15 Abs. 2 VO 2004 dar­auf ver­trau­en dürfen, dass sich der kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch al­len­falls erhöhen, aber nicht ver­rin­gern würde. Die Fol­gen für die ak­tiv Beschäftig­ten sei­en un­verhält­nismäßig und gleich­heits­wid­rig. Wäre der G-Fonds ei­ne Ein­rich­tung, über die die Be­klag­te die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung durchführen ließe, träfe sie die Dif­fe­renz­haf­tung aus § 1 Abs. 1 Satz 3 Be­trAVG. Fol­ge man der Aus­le­gung der Be­klag­ten, wer­de die­se Haf­tung um­gan­gen.
1. Das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Dort­mund vom 10.07.2014 zum Ak­ten­zei­chen 4 Ca 284/14 wird auf­ge­ho­ben.
2. Es wird fest­ge­stellt, dass der kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch des Klägers aus der Be­triebs­ren­ten­zu­sa­ge der Be­klag­ten auf­grund der Ver­sor­gungs­ord­nung vom 08.12.2004 zukünf­tig nicht un­ter­halb von 3.900 Eu­ro pro Jahr liegt.
Die Be­klag­te ver­tei­digt die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung und trägt ergänzend vor, die Kla­ge sei be­reits un­zulässig. Die Ver­sor­gungs­leis­tun­gen aus der Di­rekt­ver­si­che­rung und der Di­rekt­zu­sa­ge hin­gen un­trenn­bar zu­sam­men und bil­de­ten ei­ne ein­heit­lich, nicht willkürlich in Be­stand­tei­le zu tren­nen­de Ge­samt­leis­tung. Der Kläger grei­fe aus den Ele­men­ten des Ver­sor­gungs­an­spruchs ei­ne Kom­po­nen­te her­aus. Zu Recht fra­ge das Ar­beits­ge­richt auch, wes­halb er aus­ge­rech­net den 31.12.2009 als Stich­tag wähle, ob­wohl je­des Jahr der kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch er­mit­telt wer­de. Letzt­lich ge­he es ihm um die Klärung abs­trak­ter Vor­fra­gen und da­mit nicht um die Klärung ei­nes Rechts­verhält­nis­ses. In je­dem Fall sei die Kla­ge aber un­be­gründet. Der Kläger wol­le aus dem Wort „An­spruch“ ab­lei­ten, dass ein ein­mal er­reich­ter Höchst­wert nicht mehr un­ter­schrit­ten wer­den dürfe. Ent­schei­dend sei aber, ob die Be­triebs­part­ner ei­ne Un­veränder­lich­keit hätten einräum­en wol­len, was nicht an­ge­nom­men wer­den könne. Aus § 15 Ziff. 2 Sätze 2 und 3 VO 2004 fol­ge, dass die Norm­ge­ber da­von aus­ge­gan­gen sei­en, dass es po­si­ti­ve wie ne­ga­ti­ve Ab­wei­chun­gen ge­ben könne. Das Wort „verändert“ an­statt „erhöht“ do­ku­men­tie­re, dass die Be­triebs­part­ner von Erhöhun­gen und Ab­sen­kun­gen des kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruchs aus­ge­gan­gen sei­en. Voll­ends ma­che § 15 Ziff. 2 Satz 4 VO 2004 deut­lich, dass ei­ne vo­la­ti­le Ent­wick­lung der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche für die Be­triebs­part­ner ge­ra­de­zu selbst­verständ­lich ge­we­sen sei. Die Klau­sel er­ge­be nur Sinn, wenn das Ri­si­ko be­ste­he, dass durch ei­ne ungüns­ti­ge Ent­wick­lung der für die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung se­pa­rier­ten Mit­tel der Ba­sis­an­spruch un­ter­schrit­ten wer­den könne. Den vom Kläger nach sei­ner Les­art an­ge­nom­me­nen An­wen­dungs­be­reich für die frag­li­che Re­ge­lung ge­be es nicht, weil auch bei kur­zer Be­triebs­zu­gehörig­keit der kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch stets ein aus dem Ba­sis­an­spruch mit­tels ei­nes Kor­rek­tur­fak­tors ab­ge­lei­te­ter Wert sei. Letzt­lich miss­ver­ste­he er den ge­sam­ten In­halt der Re­ge­lung des § 15 Abs. 2 VO 2004. Es sei dar­um ge­gan­gen, den Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten ei­ne zusätz­li­che Er­werbs­chan­ce ein­zuräum­en. Man ha­be die­se an den Erträgen der se­pa­rier­ten Mit­tel be­tei­li­gen wol­len. Dies könne nicht da­zu führen, dass sie für gar nicht ein­ge­tre­te­ne Wert­zuwächse ein­ste­hen müsse. Das ver­s­toße auch nicht ge­gen zwin­gen­des Recht. Es sei schon frag­lich, ob für den kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruch das Be­trAVG über­haupt An­wen­dung fin­de. Je­den­falls ver­lei­he § 15 Ziff. 2 VO 2004 dem Kläger kei­ne wei­ter­ge­hen­den Ansprüche als bei ei­ner Bei­trags­zu­sa­ge mit Min­dest­leis­tung, die hier durch § 7 Ziff. 1 VO 2004 de­fi­niert wer­de. Die Spe­zi­al­vor­schrift des § 2 Abs. 5 Be­trAVG sei auf den Kläger nicht an­wend­bar, da die­ser nicht vor­zei­tig aus­ge­schie­den sei. Vo­la­ti­le An­wart­schafts­ent­wick­lun­gen sei­en auch nichts un­gewöhn­li­ches, wies sich et­wa bei end­ge­halt­be­zo­ge­nen Ver­sor­gungs­zu­sa­gen oder bei ei­ner Ge­samt­ver­sor­gung zei­ge. Es ge­he im vor­lie­gen­den Fall auch nicht um die Abände­rung ei­ner Ver­sor­gungs­zu­sa­ge. Aus den Zuführun­gen aus dem Tronc könne der Kläger nichts her­lei­ten, denn ei­nen un­mit­tel­ba­ren Ent­gelt­an­spruch dar­aus hätten die Ar­beit­neh­mer nicht. Sch­ließlich miss­ver­ste­he der Kläger die Re­ge­lung in § 12 Abs. 2 VO 2004. Es ge­he schlicht um die Über­nah­me der Ver­sor­gungs­zu­sa­ge in­ner­halb der Un­ter­neh­mens­grup­pe. Mit ei­ner An­er­ken­nung, dass ein ein­mal er­reich­ter Höchst­stand des kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruchs sich nicht mehr ver­rin­gern könne, ha­be dies nichts zu tun.
Hin­sicht­lich des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en wird auf die ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie auf die zu Pro­to­koll ge­nom­me­nen Erklärun­gen ergänzend Be­zug ge­nom­men.
Die Be­ru­fung des Klägers ist zulässig. Sie ist nach § 64 Abs. 2 ArbGG statt­haft und wur­de form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet.
Die Be­ru­fung ist aber un­be­gründet. Das Ar­beits­ge­richt Dort­mund hat zu Recht die Kla­ge ab­ge­wie­sen.
Da­bei kann da­hin­ste­hen, ob der vom Kläger auch in zwei­ter In­stanz ver­folg­te Fest­stel­lungs­an­spruch zulässig ist. Die Kam­mer geht da­von aus, dass ei­ni­ges dafür spricht, dass die gewähl­te An­trags­fas­sung je­den­falls dann von dem nach § 256 Abs. 1 ZPO er­for­der­li­chen Fest­stel­lungs­in­ter­es­se ge­tra­gen wäre, wenn es sich bei dem im An­trag be­zif­fer­ten kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruch um den vom Kläger je­den­falls bis­her er­reich­ten Höchst­stand han­delt, was in der Be­ru­fungs­be­gründung an­klingt und in der münd­li­chen Ver­hand­lung aus­drück­lich be­haup­tet wur­de.
Das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se ist ge­ge­ben, wenn der Kläger ein recht­li­ches In­ter­es­se dar­an hat, dass ein Rechts­verhält­nis als­bald durch rich­ter­li­che Ent­schei­dung fest­ge­stellt wird. Für das Be­ste­hen ei­nes Fest­stel­lungs­in­ter­es­ses reicht ein all­ge­mei­nes Klärungs­in­ter­es­se nicht aus. Viel­mehr muss ein recht­li­ches In­ter­es­se an ei­ner als­bal­di­gen Fest­stel­lung des Be­ste­hens oder Nicht­be­ste­hens ei­nes Rechts­verhält­nis­ses ge­ge­ben sein. Dies ist der Fall, wenn dem Recht oder der Rechts­la­ge des Klägers ei­ne ge­genwärti­ge Ge­fahr der Un­si­cher­heit droht und wenn das er­streb­te Ur­teil ge­eig­net ist, die­se Ge­fahr zu be­sei­ti­gen (et­wa BGH, Ur­teil vom 13.01.2010 – VIII ZR 351/08 = WuM 2010, 143 ff.; Mu­sielak, ZPO, 9. Auf­la­ge 2012, § 256 Rn. 8). Das Be­ste­hen ei­ner Ver­sor­gungs­an­wart­schaft bzw. de­ren Höhe ist ein fest­stel­lungsfähi­ges Rechts­verhält­nis im Sin­ne von § 256 Abs. 1 ZPO (LAG Hamm, Ur­teil vom 21.04.2010 – 4 Sa 1096/09 – ju­ris).
Soll­te der dem Kläger zum 31.12.2009 mit­ge­teil­te kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch in Höhe von 3.900 € der höchs­te je­mals er­reich­te Stand ge­we­sen sein, gin­ge es dem Kläger der Sa­che nach um die Fest­stel­lung der er­reich­ten Ver­sor­gungs­an­wart­schaft, über die zwi­schen den Par­tei­en Streit be­steht. Die Kam­mer muss nicht aufklären, ob zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt womöglich ein noch höhe­rer Stand des kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruchs ge­ge­ben war, was dem In­ter­es­se, ge­ra­de zum 31.12.2009 ei­ne ent­spre­chen­de ge­richt­li­che Fest­stel­lung zu er­strei­ten, wohl ent­ge­gen­ste­hen dürf­te. Das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se ist nämlich nur für ein statt­ge­ben­des Ur­teil ech­te Pro­zess­vor­aus­set­zung. Für die Ab­wei­sung ei­ner Fest­stel­lungs­kla­ge ist ein Fest­stel­lungs­in­ter­es­se je­den­falls dann nicht er­for­der­lich, wenn die Kla­ge auch der Sa­che nach ab­zu­wei­sen ist (BAG, Ur­teil vom 12.02.2003 – 10 AZR 299/02 = NJW 2003, 1755 ff.).
So liegt es hier. Die dem Kläger mit­ge­teil­te Höhe des kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruchs ent­spricht nicht der Höhe der er­reich­ten un­ver­fall­ba­ren Ver­sor­gungs­an­wart­schaft. Dies er­gibt die ge­bo­te­ne Aus­le­gung der Ver­sor­gungs­ord­nung vom 08.12.2004.
Da es sich bei der VO 2004 um ei­ne (Ge­samt-)Be­triebs­ver­ein­ba­rung han­delt, sind die fol­gen­den Aus­le­gungs­grundsätze maßgeb­lich: Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen sind we­gen ih­res nor­ma­ti­ven Cha­rak­ters wie Ta­rif­verträge und Ge­set­ze aus­zu­le­gen. Aus­zu­ge­hen ist da­nach vom Wort­laut der Be­stim­mung und dem durch ihn ver­mit­tel­ten Wort­sinn. Ins­be­son­de­re bei un­be­stimm­tem Wort­sinn sind der wirk­li­che Wil­le der Be­triebs­par­tei­en und der von ih­nen be­ab­sich­tig­te Zweck zu berück­sich­ti­gen, so­fern und so­weit sie im Text ih­ren Nie­der­schlag ge­fun­den ha­ben. Ab­zu­stel­len ist fer­ner auf den Ge­samt­zu­sam­men­hang und die Sys­te­ma­tik der Re­ge­lun­gen. Im Zwei­fel gebührt der­je­ni­gen Aus­le­gung der Vor­zug, die zu ei­nem sach­ge­rech­ten, zweck­ori­en­tier­ten, prak­tisch brauch­ba­ren und ge­set­zes­kon­for­men Verständ­nis der Be­stim­mung führt (st. Rechtspr. des BAG, et­wa Ur­teil vom 24.04.2013 – 7 AZR 523/11 = AP Nr. 63 zu § 77 Be­trVG 1972 Be­triebs­ver­ein­ba­rung; Ur­teil vom 14.03.2012 – 7 AZR 147/11 = AP Nr. 60 zu § 77 Be­trVG 1972 Be­triebs­ver­ein­ba­rung; BAG, Ur­teil vom 27.07.2010 – 1 AZR 67/09 = DB 2010, 2455 f.).
Dem Kläger ist ein­zuräum­en, dass die Aus­le­gung nach dem Wort­laut zu sei­nen Guns­ten spricht. Auch nach Auf­fas­sung der Be­klag­ten kenn­zeich­net der jähr­li­che Ba­sis­an­spruch nach § 7 Abs. 1 VO 2004 die Höhe der er­wor­be­nen Ver­sor­gungs­an­wart­schaft. In die­sem Zu­sam­men legt die Be­griff­lich­keit „kor­ri­gier­ter Ba­sis­an­spruch“ den Schluss na­he, dass es sich auch da­bei um die le­dig­lich in der Höhe veränder­te Ver­sor­gungs­an­wart­schaft han­delt. Zu Recht weist der Kläger außer­dem dar­auf hin, dass in dem Wort „Ba­sis­an­spruch“ der Rechts­be­griff „An­spruch“ ent­hal­ten ist, der ei­ne zu­min­dest nicht mehr oh­ne wei­te­res ein­sei­tig veränder­ba­re Rechts­po­si­ti­on in­di­ziert. Sch­ließlich ist in § 15 Abs. 2 Satz 3 VO 2004 aus­drück­lich von ei­ner Verände­rung der (be­gründe­ten) An­wart­schaf­ten die Re­de, was die An­nah­me recht­fer­tigt, dass das Er­geb­nis der in dem ge­nann­ten Satz be­schrie­be­nen Re­chen­ope­ra­ti­on nichts an­de­res ist, als die dann letzt­lich per Jah­res­en­de er­mit­tel­te „kor­ri­gier­te“ Ver­sor­gungs­an­wart­schaft. Auch der Um­stand, dass § 15 Abs. 3 Satz 3 VO 2004 vor­schreibt, dass die je­weils er­reich­ten kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche den Be­rech­tig­ten mit­zu­tei­len sind, passt eher zu der An­nah­me ei­ner grundsätz­lich nicht mehr ent­zieh­ba­ren Rechts­po­si­ti­on, denn zu dem bloß un­ver­bind­li­chen Hin­weis auf ei­nen letzt­lich vor Ein­tritt des Ver­sor­gungs­falls recht­lich ir­re­le­van­ten Zwi­schen­stand. In den Mit­tei­lun­gen selbst fehlt da­zu je­der klar­stel­len­de Hin­weis.
Die Sys­te­ma­tik spricht dem­ge­genüber ge­gen die An­nah­me, in § 15 VO 2004 wer­de die Höhe der während des lau­fen­den Ar­beits­verhält­nis­ses er­reich­ten Ver­sor­gungs­an­wart­schaft mo­di­fi­ziert. Während § 7 VO 2004 schon aus­weis­lich der Über­schrift ei­ne Re­ge­lung über die „Höhe der Al­ters- und Dienst­unfähig­keits­ren­te“ trifft, be­fin­det sich die hier frag­li­che Re­ge­lung des § 15 VO 2004 schon räum­lich in ganz an­de­rem Zu­sam­men­hang, nämlich mit ei­ni­gen Schluss­be­stim­mun­gen. Nach den Re­ge­lun­gen über die „Rück­stel­lung“ in den §§ 15 und 16 VO 2004 fol­gen nur noch in § 17 Aus­nah­me­re­ge­lun­gen, in § 18 ein Hin­weis auf die In­sol­venz­si­che­rung durch den PSV und in § 19 das In­kraft­tre­ten.
Aus der Über­schrift des § 15 VO 2004 „De­ckung der Ver­sor­gungs­ver­pflich­tun­gen“, lässt sich auch auf den Sinn und Zweck der Re­ge­lung schließen. Es soll­te die Fi­nan­zie­rung der durch die Ver­sor­gungs­ord­nung be­gründe­ten Ver­sor­gungs­ver­pflich­tun­gen der Be­klag­ten über ei­ne ab­ge­son­der­te Vermögens­mas­se, den „G-Fonds“, den die Be­triebs­par­tei­en als „Rück­stel­lung“ be­zeich­net ha­ben, si­cher­ge­stellt wer­den. Nähe­re Ein­zel­hei­ten über die Be­wirt­schaf­tung die­ses Fonds­vermögens ent­hal­ten die §§ 15 Abs.1 und 16 VO 2004. Vor die­sem Hin­ter­grund ist das Verständ­nis der Be­klag­ten vom In­halt des § 15 Abs. 2 VO 2004 schlüssig. Da­nach woll­ten die Be­triebs­par­tei­en si­cher­stel­len, dass bei güns­ti­ger Ent­wick­lung der aus dem Fonds­vermögen er­wirt­schaf­te­ten Erträge die Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten an­ge­mes­sen be­tei­ligt würden. Das ist auch an­ge­mes­sen, weil sich der G-Fonds mit­tel­bar zu ei­nem maßgeb­li­chen Teil aus dem Tronc speist und da­mit aus Mit­teln, die letzt­lich von den Be­su­chern der von der Be­klag­ten be­trie­be­nen Spiel­ban­ken für de­ren Mit­ar­bei­ter über­las­sen wur­den. Es fin­den sich aber in § 15 VO 2004 kei­ner­lei Hin­wei­se dar­auf, dass bei ungüns­ti­ger Er­trags­la­ge des G-Fonds die Be­klag­te mit ei­ge­nen Mit­teln die Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten auf­sto­cken woll­te, um ei­nen zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt ein­mal er­reich­ten Höchst­stand des kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruchs dau­er­haft fest­zu­schrei­ben. Eben dies wäre aber die Kon­se­quenz, wenn man der Rechts­auf­fas­sung des Klägers fol­gen würde.
Für ent­schei­dend hält die Kam­mer die Re­ge­lung in § 15 Abs. 2 Satz 4 VO 2004. An­ders als Satz 3, der sei­ner­seits mit dem ein­lei­ten­den Wort „so­dann“ auf Satz 2 Be­zug nimmt und da­her nur für den Fall der po­si­ti­ven Ab­wei­chung ei­ne Re­ge­lung trifft, ist in Satz 4 ein­deu­tig der Fall der ne­ga­ti­ven Ent­wick­lung des Fonds­vermögens an­ge­spro­chen. Die Re­ge­lung, wo­nach die kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche die nach § 7 er­rech­ne­ten Ba­sis­ansprüche nicht un­ter­schrei­ten dürfen, ver­deut­licht, dass die Be­triebs­par­tei­en er­kannt ha­ben, dass sich das Fonds­vermögen auch rückläufig ent­wi­ckeln kann und ha­ben un­ter­stellt, dass in die­sem Fall auch die kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche im Ver­gleich zum Vor­jah­res­wert ge­rin­ger aus­fal­len können. § 15 Satz 4 VO 2004 be­grenzt dies auf den in § 7 ge­re­gel­ten Ba­sis­an­spruch, der da­durch den An­wart­schafts­be­rech­tig­ten ga­ran­tiert wird. Wäre ei­ne Ent­wick­lung des kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruchs nach un­ten gar nicht möglich, wie der Kläger an­nimmt, dann wäre § 15 Abs. 2 Satz 4 VO 2004 überflüssig. Es kann aber nicht an­ge­nom­men wer­den, dass die Be­triebs­par­tei­en ei­ne Re­ge­lung oh­ne An­wen­dungs­be­reich schaf­fen woll­ten. Zwar meint der Kläger, es ver­blei­be ein An­wen­dungs­be­reich für sol­che Mit­ar­bei­ter, die kurz nach ih­rer Ein­stel­lung ei­ne Dienst­unfähig­keits­ren­te bezögen. War­um aber ge­ra­de und nur für die­sen Per­so­nen­kreis es ge­bo­ten sein soll, zu re­geln, dass der kor­ri­gier­te Ba­sis­an­spruch nicht den Ba­sis­an­spruch nach § 7 VO 2004 un­ter­schrei­ten darf, ver­mag die Kam­mer nicht nach­zu­voll­zie­hen. Der Kläger­ver­tre­ter war in der münd­li­chen Ver­hand­lung auch nicht in der La­ge, die­ses Ar­gu­ment an­hand ei­nes Bei­spiels näher zu erläutern.
Die vom Kläger zusätz­lich für das von ihm ver­tre­te­ne Aus­le­gungs­er­geb­nis an­geführ­ten Über­le­gun­gen hält die Kam­mer nicht für über­zeu­gend. Zunächst kann nach Auf­fas­sung der Kam­mer nichts aus der Re­ge­lung in § 15 Abs. 2 Satz 5 VO 2004 zu sei­nen Guns­ten ab­ge­lei­tet wer­den. Dort wird die Ver­wen­dung der nach § 15 Abs. 2 Satz 2 VO 2004 ge­bil­de­ten Si­cher­heitsrück­la­ge de­fi­niert. Es liegt in der Na­tur der Sa­che, dass un­ter den in § 15 Abs. 2 Satz 5 VO 2004 ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen die Si­cher­heitsrück­la­ge da­zu ein­ge­setzt wer­den soll, die kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche zu erhöhen. Zweck des § 15 VO 2004 und da­mit auch der zu bil­den­den Si­cher­heitsrück­la­ge ist die Gewähr­leis­tung der zu­ge­sag­ten Ver­sor­gung und spe­zi­ell des § 15 Abs. 2 Satz 5 VO 2004 die Ver­hin­de­rung ei­ner Aus­zeh­rung der Ver­sor­gungs­zu­sa­gen auf­grund ei­ner nach­tei­li­gen Ent­wick­lung der Le­bens­hal­tungs­kos­ten. Aus der For­mu­lie­rung „wei­te­re Erhöhung der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche“ lässt sich nicht mehr schließen, als dass in ei­nem sol­chen Fall selbst bei ei­ner Erhöhung der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche nach § 15 Abs. 2 Satz 3 VO 2004 ei­ne zusätz­li­che Erhöhung nach § 15 Abs. 2 Satz 5 VO 2004 möglich sein soll. Die folgt auch dar­aus, dass am Satz­an­fang ge­ra­de nicht von ei­ner Erhöhung der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche die Re­de ist, son­dern von ei­ner „Verände­rung“, was ei­ne mögli­che Ver­rin­ge­rung be­griff­lich mit um­fasst. Auch aus § 12 Abs. 2 VO 2004 folgt nichts für die vom Kläger für rich­tig ge­hal­te­ne Aus­le­gung. Dort ist der Son­der­fall ge­re­gelt, dass ein Ar­beit­neh­mer der Be­klag­ten zu ei­ner Schwes­ter­ge­sell­schaft wech­selt. In die­sem Fall soll nach § 12 Abs. 2 Satz 2 VO 2004 ne­ben der er­reich­ten An­wart­schaft auch der Bar­wert der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche nach § 15 Abs. 2 VO 2004 über­tra­gen wer­den. Die­ser Vor­gang setzt ei­ne Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Be­klag­ten vor­aus, so dass an sich der An­wen­dungs­be­reich des § 2 Be­trAVG eröff­net wäre. Es muss nicht ent­schie­den wer­den, ob die da­nach auf­recht­zu­er­hal­ten­de Ver­sor­gungs­an­wart­schaft den zum Aus­schei­dens­zeit­punkt er­reich­ten kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruch nach § 15 VO 2004 mit um­fasst. Je­den­falls be­zweckt § 12 Abs. 2 VO 2004 er­sicht­lich für den dort an­ge­spro­che­nen Son­der­fall die un­ge­schmäler­te Auf­recht­er­hal­tung des er­reich­ten Be­sitz­stan­des ein­sch­ließlich des kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruchs. Da­durch erhält die­ser aber noch nicht den Rechtscha­rak­ter ei­ner Ver­sor­gungs­an­wart­schaft. Eher lässt sich aus der frag­li­chen Re­ge­lung das Ge­gen­teil ab­lei­ten, denn es wird klar un­ter­schie­den in die er­reich­te An­wart­schaft ei­ner­seits (§ 12 Abs. 2 Satz 1 VO 2004) und die kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche an­de­rer­seits (§ 12 Abs. 2 Satz 2 VO 2004). Wären die kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche Teil der er­wor­be­nen un­ver­fall­ba­ren Ver­sor­gungs­an­wart­schaft, wäre § 12 Abs. 2 Satz 2 VO 2004 überflüssig.
So­weit der Kläger aus dem Um­stand, dass die Be­klag­te of­fen­bar bei der Be­mes­sung der Beiträge an den PSV von den kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüchen aus­geht, et­was für die von ihm ver­tre­te­ne Aus­le­gung ab­lei­ten möch­te, mag dies al­len­falls in­di­zi­ell für das Verständ­nis des § 15 Abs. 2 VO 2004 der bei der Be­klag­ten für die Bei­trags­abführung zuständi­gen Stel­le spre­chen, ver­mag aber nicht das ge­fun­de­ne Aus­le­gungs­er­geb­nis zu ändern.
So­weit der Kläger des Wei­te­ren ausführt, die Be­stim­mun­gen des Be­trAVG stünden ei­nem Ein­griff in er­wor­be­ne Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten ent­ge­gen, trifft dies im An­satz durch­aus zu. Er über­sieht aber, dass hier ge­ra­de im Streit steht, ob die kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche An­wart­schaftscha­rak­ter ha­ben. Dies ist nach Auf­fas­sung der Kam­mer nicht der Fall. Viel­mehr han­delt es sich da­bei le­dig­lich, wie die Be­klag­te zu­tref­fend ausführt, um ei­ne Chan­ce auf Er­lan­gung ei­ner höhe­ren Be­triebs­ren­te bei Ein­tritt des Ver­sor­gungs­falls. Da der Ar­beit­ge­ber bei der Aus­ge­stal­tung ei­ner Ver­sor­gungs­zu­sa­ge ei­nen grundsätz­lich wei­te­ren Ge­stal­tungs­spiel­raum hat, ist dies nicht zu be­an­stan­den. Da­her liegt auch kei­ne Um­ge­hung des § 1 Abs. 1 Satz 3 Be­trAVG vor. Für den Ba­sis­an­spruch nach § 7 Abs. 1 VO 2004 hat die Be­klag­te in vol­lem Um­fang und un­ein­ge­schränkt ein­zu­ste­hen.
Die Re­ge­lung in § 15 VO 2004 verstößt auch nicht ge­gen höher­ran­gi­ges Recht. Ei­ne Ent­gelt­um­wand­lung im Sin­ne von § 1 a Be­trAVG liegt nicht vor, so dass schon des­halb § 2 Abs. 5a Be­trAVG nicht ver­letzt sein kann. Zwar muss nach § 15 Abs. 2 SpielbG NRW der Spiel­bank­un­ter­neh­mer die Tron­ce­in­nah­men für die bei der Spiel­bank beschäftig­ten Per­so­nen ver­wal­ten und ver­wen­den. Da­durch wer­den die Tron­ce­in­nah­men aber nicht zu ei­ge­nen Ent­gelt­ansprüchen des Ar­beit­neh­mers i.S.v. § 1a Abs. 1 Satz 1 Be­trAVG. Der Tronc steht viel­mehr im Ei­gen­tum des Spiel­bank­un­ter­neh­mers (BAG, Be­schluss vom 09.12.2003 – 1 ABR 44/02 = NZA 2004, 746 ff.; BAG, Be­schluss vom 14.08.2002 – 7 ABR 29/01 = NZA 2003, 626 ff.).
Auch § 2 Abs. 5 Be­trAVG ist nicht ein­schlägig. § 2 Be­trAVG re­gelt die Auf­recht­er­hal­tung ei­ner un­ver­fall­ba­ren Ver­sor­gungs­an­wart­schaft bei Aus­schei­den ei­nes Ar­beit­neh­mers vor Ein­tritt des Ver­sor­gungs­falls. Der Kläger steht aber wei­ter­hin in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zur Be­klag­ten. Auch ei­ne ana­lo­ge An­wen­dung des § 2 Abs. 5 Be­trAVG kommt man­gels Re­ge­lungslücke nicht in Be­tracht. Es ist vom Ge­setz­ge­ber ge­wollt, dass (nur) für die aus­schei­den­den Ar­beit­neh­mer nach Maßga­be des § 2 Abs. 5 Be­trAVG der sog. Fest­schrei­be­ef­fekt greift, während für die be­triebs­treu­en Ar­beit­neh­mer die Ver­sor­gungs­an­wart­schaft der wei­te­ren Ent­wick­lung der Ver­sor­gungs­pa­ra­me­ter un­ter­wor­fen sein kann. Das ist je­den­falls im Re­gel­fall für den Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten vor­teil­haft. Der all­ge­mei­ne Gleich­heits­satz wird durch die­se Un­ter­schei­dung nicht ver­letzt. Die aus dem Gleich­heits­satz fol­gen­den Gren­zen sind über­schrit­ten, wenn ei­ne Grup­pe von Nor­madres­sa­ten im Ver­gleich zu an­de­ren Nor­madres­sa­ten an­ders be­han­delt wird, ob­wohl sich in bei­den Grup­pen kei­ne Un­ter­schie­de von sol­cher Art und von sol­chem Ge­wicht be­ste­hen, dass sie ei­ne Un­gleich­be­hand­lung recht­fer­ti­gen können (BAG, Urt. v. 19.07.2011 – 3 AZR 398/09 = AP Nr. 27 zu § 1 Be­trAVG Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung; BAG, Urt. v. 27.05.2004 – 6 AZR 129/03 = NZA 2004, 1399 ff.; BAG, Urt. v. 29.11.2001 – 4 AZR 762/00 = AP Nr. 296 zu Art. 3 GG). Dies kann hier nicht fest­ge­stellt wer­den. Die Re­ge­lung des § 2 Abs. 5 Be­trAVG hat die Rechts­klar­heit zum Ziel (Höfer, Be­trAVG, 16. Aufl. 2014, § 2 Rn. 297). Die Höhe der auf­recht­zu­er­hal­ten­den An­wart­schaft soll in en­gem zeit­li­chen Zu­sam­men­hang mit dem Aus­schei­den des Ar­beit­neh­mers ein­deu­tig und endgültig fest­ge­stellt wer­den (Höfer a.a.O. Rn. 298). Dies dient ins­be­son­de­re auch dem In­ter­es­se des aus­schei­den­den Ar­beit­neh­mers, der da­durch leicht fest­stel­len kann, ob es aus sei­ner Sicht ge­bo­ten ist, wei­te­re Vor­sor­ge für das Al­ter zu tref­fen. Dem­ge­genüber be­fin­det sich der im Be­trieb ver­blei­ben­de Ar­beit­neh­mer nicht in ei­ner ver­gleich­ba­ren La­ge. Für ihn gibt es kei­ne durch ei­nen Ar­beits­platz­wech­sel ver­ur­sach­te Zäsur­wir­kung. Ein Ver­s­toß ge­gen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz liegt da­her nicht vor (so auch Höfer a.a.O. Rn. 299; Blo­mey­er/Rolfs/Ot­to, Be­triebs­ren­ten­ge­setz, § 2 Be­trAVG Rn. 391; Schu­ma­cher, DB 1976, 820, 821; a.A. Gum­pert, BB 1975, 1489, 1490 – je­weils zu der Fra­ge, ob der aus­schei­den­de Ar­beit­neh­mer durch § 2 Abs. 5 Be­trAVG gleich­heits­wid­rig be­nach­tei­ligt wird). Für den vor­lie­gen­den Fall sind im Übri­gen wei­te­re Über­le­gun­gen schon des­halb nicht an­ge­zeigt, weil es sich bei den kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüchen nach § 15 Abs. 2 VO 2004 oh­ne­hin nicht um von § 2 Be­trAVG geschütz­te Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten geht, wie oben erörtert wur­de.
Aus dem glei­chen Grund führen die vom Kläger gel­tend ge­mach­ten As­pek­te des Ver­trau­ens­schut­zes und der Bil­lig­keit nicht wei­ter. Da der Kläger nie­mals ei­ne geschütz­te Rechts­po­si­ti­on hin­sicht­lich der kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche er­wor­ben hat, konn­te er auch nicht be­rech­tig­ter­wei­se dar­auf ver­trau­en, dass der ein­mal er­reich­te Stand sei­nes kor­ri­gier­ten Ba­sis­an­spruchs sich nicht mehr ver­rin­gern würde. Er muss es des­halb auch hin­neh­men, dass durch die Kom­bi­na­ti­on von Nied­rig­zins­pha­se und Sch­ließung des Ver­sor­gungs­werks nach der VO 2004 für neu ein­tre­ten­de Mit­ar­bei­ter die kor­ri­gier­ten Ba­sis­ansprüche womöglich auf Dau­er sich nicht mehr nach oben ent­wi­ckeln wer­den.
Nach al­le­dem er­weist sich die Be­ru­fung des Klägers in vol­lem Um­fang als un­be­gründet.
Mit Rück­sicht auf die in an­de­ren LAG-Be­zir­ken anhängi­gen Par­al­lel­ver­fah­ren hielt die Kam­mer es für ge­bo­ten, nach § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG die Re­vi­si­on zu­zu­las­sen.	m.hensche.de
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 § 256
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 § 77
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 Art. 3
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