Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82150000029.htm
Timestamp: 2018-12-15 21:23:58+00:00

Document:
2.15.029 Obere Lußhardt
Verordnung des Landratsamtes Karlsruhe als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Obere Lußhardt" vom 13. August 1973 ("Badische Neueste Nachrichten" vom 21. August 1973).
Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBL. I S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz über die Beseitigung von Abfällen (Abfallgesetz) vom 21. Dezember 1971 (GBl. 1972 S. 1) und des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Oktober 1952 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde verordnet:
Die in § 2 näher beschriebenen Landschaftsteile auf den Gemarkungen Hambrücken, Kirrlach, Weiher und Wiesental, Landkreis Karlsruhe, werden dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Diese Landschaftsteile werden als Landschaftsschutzgebiet "Obere Lußhardt" bezeichnet.
(1) Zum Schutzgebiet, das eine Größe von ca. 574 ha hat, gehören die beiden räumlich voneinander getrennten Landschaftsteile
· a) das Wiesental des Dutlacher Grabens (Gießgraben) auf den Gemarkungen Hambrücken und Weiher sowie die angrenzenden Teile des Staatswaldes Distrikt I Obere Lußhardt,
· b) 1.das Wiesental des Dutlacher Grabens mit den Wolfswiesen und den Gernswiesen sowie den angrenzenden Teilen des Staatswaldes Distrikt I Obere Lußhardt und Distrikt I Untere Lußhardt auf den Gemarkungen Hambrücken und Kirrlach,
2.das Wiesental des Waagbaches sowie den angrenzenden Teilen des Staatswaldes Distrikt III Rodacker und des Gemeindewaldes Distrikt I Bannwald auf den Gemarkungen Hambrücken und Wiesental.
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes verlaufen im wesentlichen wie folgt: Der eine Teil des Schutzgebiets (Absatz 1 Buchstabe a) wird im Nordosten begrenzt durch den Hambrücker-Weiherer-Richtweg, im SO durch die Kronauer oder Hauptallee, im SW durch die Gemarkungsgrenze zwischen Ubstadt-Weiher und Forst sowie durch den Weg zwischen den Gewannen Pfaffenschlag und Schußplatte, und im NW durch den Richtweg 4 = Sausudelweg. Die Begrenzung des anderen Teils des Schutzgebietes (Absatz 1 Buchstabe b) verläuft von der Kreuzung Holzmühlenrichtung / Öchslerstückallee ausgehend wie folgt im Uhrzeigersinn: Öchslerstückallee bis Dornschlagrichtweg (Heiligenallee); auf dem Dornschlagrichtweg nach O bis zum Kottelbrücker Richtweg (Richtweg Nr. 7; Hordenschlager Richtweg), diesem folgend bis zur jetzigen Waldgrenze (Stein B). Hier biegt sie nach W um, folgt dem Waldrand bis zum Grenzstein 482 an der Landesstr. 556, verläuft entlang der L 556 bis zum Grenzstein 209 des Staatswaldes Distrikt III Rodäcker (z.Z. Ackerland), darauf entlang der Grenze des Staatswald Distrikts III bis zum Grenzstein 203/1, wo sie auf die Gemarkungsgrenze zwischen Hambrücken und Wiesental trifft. Ab hier deckt sie sich bis zum Grenzstein 2 (= Waldgrenzstein 193 des Gemeindewaldes Distrikt I Bannwald) mit der Gemarkungsgrenze zwischen Bruchsal und Wiesental. Von hier aus folgt sie dem Alten Mühlweg bis zum Langen Richtweg, dem sie dann nach N bis zur L 556 entlang zieht. Die Grenze begleitet die L 556 etwa 130 m und biegt dann scharf nach NNO um, führt etwa 70 m am Westrand des Römerkastells vorbei, umfaßt es auf der Nordseite und erreicht bei Grenzstein 218 den Leimenlöchelweg (Viehweg). Die Grenze folgt nun dem Leimenlöchelweg in Richtung N bis zum Faulenweg, biegt an diesem um nach O bis zu Heiligenallee (Dornschlagrichtweg) und folgt dieser bis zur Kreuzung der Frohnschlagallee, die in Richtung N bis zur Holzmühlenallee das Schutzgebiet begrenzt. Den nördlichen Querabschluß bildet die Holzmühlenallee (Holzmühlenrichtweg).
(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine topographische Karte im Maßstab 1 : 25000 und in 8 Katasterplankarten im Maßstab 1 : 5000 eingetragen, die beim Landratsamt Karlsruhe aufbewahrt werden. Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei den Bürgermeisterämtern Hambrücken, Kirrlach, Ubstadt-Weiher und Wiesental. Die Karten können dort während der Sprechzeiten eingesehen werden.
3. Verlegung von ober- und unterirdischen Leitungen aller Art sowie Aufstellen von Masten und Unterstützungen soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;
10. Ablagerung oder auch kurzfristige Lagerung von Abfällen, Müll, Erd- und Gesteinsaushub, Schutt, Unrat, Autowracks oder ähnlichen Gegenständen, soweit nicht bereits Nr. 1, das Abfallgesetz (GBl. 1972 S. 1) oder das Abfallbeseitigungsgesetz (BGBl. 1972 S. 873) Anwendung findet;
11. Anbringen von Plakaten, Schildern und Schrifttafeln soweit nicht bereits § 7 Abs. 1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der jeweils geltenden Fassung oder Nr. 1 zutrifft;
12. Änderung der Bodennutzung insbesondere Aufforstungen, Ausstockungen und Großkahlschläge;
(4) Soweit für Bauvorhaben die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höherer Verwaltungsbehörde nach § 36 Abs. 1 Satz 2 des Bundesbaugesetzes in der jeweils geltenden Fassung erforderlich ist, muß auch die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde eingeholt werden. Eine allgemeine Festlegung nach § 36 Abs. 2 des Bundesbaugesetzes kann mit einer entsprechenden Regelung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde verbunden werden.
2. die nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung zur land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind, soweit es sich nicht um Großkahlschläge, Ausstockungen, Neuaufforstungen, die Anlage von Obstkulturen oder die in § 4 Abs. 2 Nr. 1, 5, 6 und 9 genannten Änderungen handelt.
(1) Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf
(2) Unberührt bleiben Maßnahmen der Autobahn- und der Straßenbauverwaltung, welche für die Benutzung der Bundesautobahn oder Landesstraße 556 notwendig sind.
handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1939 (GBl. S. 53), zuletzt geändert durch das Gesetz über die Beseitigung von Abfällen (Abfallgesetz) vom 21. Dezember 1971 (GBl. 1972 S. 1), und kann mit einer Geldbuße belegt werden.
Karlsruhe, den 13. August 1973

References: § 7
 § 2
 § 7
 § 36
 § 36
 § 4
 § 13