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Reformfragen der Abgeltungsteuer | springerprofessional.de
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Autor: Monika Jachmann-Michel
Für Verfassungswidrigkeit: Englisch, StuW 2007, 221 (223 ff.); ders., Die Abgeltungssteuer für private Kapitalerträge (2016); ders., Gutachten zur Verfassungsmäßigkeit des Sondersteuersatzes nach § 32d Abs. 1 EStG (2015); Klotz, Die Abgeltungssteuer (2017), S. 79 ff.; kritisch: Tipke, StuW 2007, 201 (209); Scheffler/Christ, Ubg 2016, 157; für Verfassungsmäßigkeit: Eckhoff, FR 2007, 989; Weber-Grellet, NJW 2008, 545. Zur Diskussion um die Abschaffung der Abgeltungsteuer weiter Hey, DStZ 2017, 632 (635 f.); Schwab, DB 2017, Heft 33, M4 f.; Dürr, BB 2017, 854 ff.; Beck, Das Grundeigentum 2017, 881; Lemmer, DSI Sonderinformation Nr. 4, November 2016; Scheffler/Christ, Ubg 2016, 157; Cropp, FR 2015, 878 ff.; Körner, DB 2015, 397 f.; Weggenmann, DB 2018, Heft 8, M4 f.; Kambeck/Nayin, ifst-Schrift 523 (2018); Stiftung Marktwirtschaft, Kurzinformation, Februar 2018; zu grundlegendem Reformbedarf s. auch die Nachweise bei Hey, in: Tipke/Lang (2018), § 8 Rn. 504 (Fn. 882).
Das Gesetz zum automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten (FKAustG) v. 21.12.2015, BGBl. I 2015, 2531, wirkt seit September 2017 erstmalig; vgl. auch Bundesministerium der Finanzen, Kassenmäßige Steuereinnahmen nach Steuerarten und Gebietskörperschaften, Kalenderjahr 2017 (26.01.2018). Dazu, dass es der Abgeltungsteuer angesichts einer abnehmenden Gefahr von Vollzugsdefiziten nicht mehr bedarf auch Hey, in: Tipke/Lang (2018), § 8 Rn. 504 f., 507. Zu Forderungen nach einer Weiterentwicklung der Abgeltungsteuer und einer neuen Rechtfertigung des gespaltenen Steuersatzes auf Arbeitseinkommen einerseits und Kapitaleinkommen andererseits wegen eines fortgeschrittenen internationalen Finanzkonten-Informationsaustauschs Anzinger, in: Schön/Sternberg (2018), S. 159 (204 ff.) m. w. N.
Vgl. etwa Kambeck/Nayin, ifst-Schrift 523 (2018), S. 10 (12) (Schenk).
Stellvertretend Anzinger, in: Schön/Sternberg (2018), S. 159 (162 f.).
Vgl. zum Streitstand sub specie gleichheitsrechtlicher Bedenken Hey, in: Tipke/Lang (2018), § 8 Rn. 505 (Fn. 886).
UntStRefG 2008, BGBl. I 2007, 1912.
BFH, Urt. v. 28.01.2015 – VIII R 13/13, BFHE 249, 125 = BStBl. II 2015, 393; Urt. v. 29.04.2014 – VIII R 23/13, BFHE 245, 352 = BStBl. II 2014, 884 Rn. 10; Urt. v. 14.05.2014 – VIII R 31/11, BFHE 245, 531 = BStBl. II 2014, 995 Rn. 9; Urt. v. 28.01.2015 – VIII R 8/14, BFHE 249, 133 = BStBl. II 2015, 397 Rn. 14; Urt. v. 29.04.2014 – VIII R 9/13, BFHE 245, 343 = BStBl. II 2014, 986 Rn. 23; Urt. v. 29.04.2014 – VIII R 35/13, BFHE 245, 357 = BStBl. II 2014, 990 Rn. 17; Urt. v. 29.04.2014 – VIII R 44/13, BFHE 245, 361 = BStBl. II 2014, 992 Rn. 44.
Vgl. dazu zusammenfassend Jachmann-Michel, Die Besteuerung der Kapitaleinkünfte (2019) m. w. N.
BMF, Schreiben v. 18.01.2016, IV C 1-S 2252/08/10004: 017, 2015/0468306, BStBl. I 2016, 85.
Nicht Thema der folgenden Ausführungen ist ein etwaiger Reformbedarf in der internationalen Kapitaleinkommensbesteuerung, insbesondere im Hinblick auf die unterschiedliche Behandlung von Dividenden, Dividendenkompensationszahlungen und Veräußerungsgewinnen im Rahmen von § 49 Abs. 1 EStG, die unterschiedliche Reichweite des Katalogs der inländischen Einkünfte in § 49 EStG und der ausländischen Einkünfte in § 34d EStG sowie das Auseinanderdriften der Stärkung des Quellenprinzips bei der grenzüberschreitenden Dividendenbesteuerung einerseits und des Wohnsitzprinzips bei der Zinsbesteuerung andererseits; vgl. dazu Anzinger, in: Schön/Sternberg (2018), S. 159 (165 ff., 182 f., 207 f.) m.w.N.
Vgl. BVerfG, Urt. v. 27.06.1991 – 2 BvR 1493/89, BVerfGE 84, 239 = BStBl. II 1991, 654 Rn. 144.
Hiergegen etwa Kambeck/Nayin, ifst-Schrift 523 (2018), S. 23 (25) (Anzinger).
Vgl. zur Abgrenzung von einer bloßen Ausnahmeregelung nur v. Mangoldt/Klein/Starck/ Wollenschläger, GG, Art. 3 Rn. 200.
BVerfG, Beschl. v. 29.03.2017 – 2 BvL 6/11, BVerfGE 145, 106 = BStBl. II 2017, 1082 Rn. 102 m. w. N.; Urt. v. 09.12.2008 – 2 BvL 1/07 u. a., BVerfGE 122, 210 = BGBl. I 2008, 2888 Rn. 57.
Lemmer, DSI Sonderinformation Nr. 4, November 2016, S. 26 f. m. w. N.; gegen eine Rechtfertigung unter dem Aspekt der Steuervereinfachung etwa Jochum, in: Brandt (2013), S. 221 (228).
Vgl. nur Kambeck/Nayin, ifst-Schrift 523 (2018), S. 10 ff. (Schenk).
BVerfG, Urt. v. 27.06.1991 – 2 BvR 1493/89, BVerfGE 84, 239, BStBl. II 1991, 654 Rn. 110 ff.; Urt. v. 09.03.2004 – 2 BvL 17/02, BVerfGE 110, 94; BStBl. II 2005, 56 Rn. 63 ff.
Zuletzt Kube, FR 2018, 408.
S.u. 2.4.
Vgl. nur Hey, in: Tipke/Lang (2018), § 8 Rn. 506.
Zur Kritik vgl. die Nachweise bei Hey, in: Tipke/Lang (2018), § 8 Rn. 506 (Fn. 889).
Vgl. Tipke, StuW 2007, 201 (209); a. A. Englisch, StuW 2007, 221 (239 f.).
Bis zu einem persönlichen Steuersatz von 41,5 % führt das Teileinkünfteverfahren zu einer geringeren Gesamtbelastung (vgl. nur Hey, DStZ 2017, 632 (636)). Die Körperschaftsteuer beträgt gem. § 23 Abs. 1 KStG jeweils 15 %, ohne dass es darauf ankäme, ob sich die Anteile im Privatvermögen oder im Betriebsvermögen befinden. Nach Abzug der Körperschaftsteuer werden Dividenden im Privatvermögen mit 25 % belastet, so dass dem Anteilseigner bei einer Ausschüttung von 100 eine Dividende in Höhe von 75 verbleibt. Hält er die Anteile im Betriebsvermögen, verbleiben ihm bei einer Ausschüttung von 100 und einem gedachten individuellen Steuersatz von 25 % noch 85, bei einem individuellen Steuersatz von 45 % noch 73. Dies ergibt sich daraus, dass lediglich 60 % der Dividenden in die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer nach dem individuellen Steuersatz einbezogen werden.
Vgl. Ortmann-Babel/Zipfel, BB 2007, 1869 (1877).
Zu beachten ist aber, dass das Teileinkünfteverfahren auch die Aufwendungen um 40 % kürzt (§ 3c Abs. 2 EStG).
Dazu stv. Hey, in: Tipke/Lang (2018), § 11 Rn. 6.
Worgulla, FR 2013, 921 (924).
BFH, Urt. v. 27.03.2018 – VIII R 1/15, BFHE 261, 144 = BStBl. II 2019, 56 Rn. 33; BMF, Schreiben v. 18.01.2016, IV C 1-S 2252/08/10004: 017, 2015/0468306, BStBl. I 2016, 85 Rn. 142; Blümich/ Werth, § 32d EStG Rn. 140.
Vgl. Englisch, Dividendenbesteuerung (2005), S. 128 ff.; Roderburg, Die Steuerfreiheit der Anteilsveräußerungsgewinne im neuen Körperschaftsteuersystem (2004), S. 136 ff.
Zur damit einhergehenden Frage der Grundrechtsträgerschaft der Kapitalgesellschaft und eines darauf gestützten Schutzes vor dem Steuerzugriff des Staates Hey, FS Herzig (2010), S. 7 (10 ff.); Jachmann, DStJG 23 (2000), S. 9 (16 ff.).
BVerfG, Beschl. v. 21.06.2006 – 2 BvL 2/99, BVerfGE 116, 164 = BGBl. I 2006, 1857 Rn. 117; Beschl. v. 12.10.2010 – 1 BvL 12/07, BVerfGE 127, 224 = BGBl. I 2010, 1766, Rn. 61; Pezzer, DStJG 25 (2002), S. 37 (45 f.); Wäckerlin, Betriebsausgabenabzugsbeschränkung und Halbeinkünfteverfahren (2005), S. 124 ff.; kritisch Hey, FS Herzig (2010), S. 7 (14 ff.) – Wollte man die Systementscheidung für eine unterschiedliche Besteuerung privater und betrieblicher Kapitaleinkünfte als solche nicht akzeptieren, wie etwa innerhalb der allgemeinen Einkommensbesteuerung die Unterschiede von Überschusseinkunftsarten und Gewinneinkunftsarten traditionell als – gerechtfertigte – Systementscheidung akzeptiert werden, so würde eine Rechtfertigung jedenfalls nicht aus dem Sondertarif erwachsen. Denn der Gesetzgeber beabsichtigt mit dem Sondertarif keine pauschalierende Kompensation der Vorbelastung privater Dividenden mit Körperschaftsteuer. Vielmehr dient er der Standortförderung (vgl. Begründung zum Gesetzesentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Unternehmensteuerreformgesetzes 2008, BR-Drs. 220/07, 1 ff. und 49 ff.) sowie bei den Beziehern höherer Kapitaleinkünfte dem Ausgleich des Abzugsverbots für Werbungskosten (vgl. Begründung zum Gesetzesentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Unternehmensteuerreformgesetzes 2008, BR-Drs. 220/07, S. 92). Damit ist das Rechtfertigungspotential des Sondertarifs verbraucht.
Vgl. Kirchhof/ von Beckerath, § 20 EStG Rn. 26; Englisch, StuW 2007, 221 (232); Rädler, DB 2007, 988 (990); a. A. Loos, DB 2007, 704 (705); vgl. auch Haarmann, FS Herzig (2010), S. 423 (425), der alternativ zur Einführung eines Sondertarifs für im Privatvermögen anfallende Dividenden die Einführung eines Anrechnungsverfahrens für im Inland und Ausland gezahlte Körperschaftsteuer vorschlägt.
Vgl. Loos, DB 2007, 704 (705). Wesentlicher Punkt der Kritik an der Abgeltungsteuer ist, dass sie die Finanzierungsentscheidungen von Unternehmen verzerre, weil die Aufnahme von Fremdkapital gegenüber der Zuführung von Eigenkapital begünstigt werde; an den Übergängen zwischen Abgeltungs- und Normalbesteuerung entstünden Gestaltungsanreize ( Rose/Scholz/Zöller, StuW 2009, 232 (233 ff.)). Die kritisierte Diskriminierung von Eigenkapital folgt daraus, dass der Zinsaufwand auf Unternehmensebene weitgehend steuerlich abzugsfähig ist (vgl. aber § 8 Nr. 1 a) GewStG), hingegen Eigenkapitalkosten den zu versteuernden Gewinn nicht mindern. Dividenden und Veräußerungsgewinne unterliegen sowohl auf Unternehmensebene als auch beim Anteilseigener der Besteuerung. Im Ergebnis wird durch diese Doppelbesteuerung das Eigenkapital höher belastet als Fremdkapital. So wird der ökonomische Grundsatz der Finanzierungsneutralität der Besteuerung verletzt. Denn Finanzierungsneutralität verlangt, dass die Entscheidung, wie eine Investition finanziert werden soll, nicht von der Besteuerung, sondern allein von wirtschaftlichen Erwägungen abhängt. Eine insofern neutrale Besteuerung gilt als ökonomisch sinnvoll, weil dadurch Verzerrungen und Ineffizienzen vermieden werden (dazu Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 2015/2016, S. 340; Fossen/Simmler, DIW Wochenbericht Nr. 17.2012, S. 11 ff., 12.) Um dem zu begegnen, bedarf es aber nicht der Abschaffung der Abgeltungsteuer. Nach dem Konzept einer Zinsbereinigung des Grundkapitals sollen der Steuersatz für Unternehmensgewinne an den Abgeltungsteuersatz angepasst und Dividenden und Veräußerungsgewinne auf der Unternehmensebene bis zu einer bestimmten „Normalverzinsung“ steuerfrei gestellt werden. Die Eigenkapitalkosten würden wie der Zinsaufwand den steuerlichen Gewinn mindern ( Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 2008/2009, S. 9 ff., 228 ff.; Jahresgutachten 2011/2012, S. 220 ff.; Jahresgutachten 2015/2016, S. 339).
Vgl. Rädler, DB 2007, 988 (990).
Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD v. 12.03.2018, S. 69, Zeile 3116.
Zur Kritik stv. Mertz, Kapitalerträge aus börsennotierten Aktien (2018), S. 181.
Jochum, DStZ 2010, 309 (311, 313).
Vgl. Jachmann, DStJG 34 (2011), S. 251 (261); Englisch, StuW 2007, 221 (232); Korn, DStR 2009, 2509 (2513).
S.o. 2.2.2.
Für die Verfassungsmäßigkeit der Gleichbehandlung von Dividenden und Zinserträgen im Rahmen der Abgeltungsteuer Intemann, DB 2007, 1658 (1660); Eckhoff, FR 2007, 989 (996 f.); Weber-Grellet, NJW 2008, 545 (549); a. A. Englisch, StuW 2007, 221 (230 f.).
Vgl. BT-Drs. 16/4841, S. 33, 55 ff.; 16/10189, S. 66; Kirchhof/Söhn/Mellinghoff/ Jochum, § 20 EStG Rn. A 22, D/9 1; Kirchhof/ von Beckerath, § 2 EStG Rn. 142; Jansen, DStR 2016, 2729 (2730); Spieker, DB 2016, 197; Weber-Grellet, DStR 2013, 1357 (1359 f.); Dinkelbach, DStR 2011, 941; Bode, DStR 2009, 1781 (1783).
BFH, Urt. v. 24.10.2017 – VIII R 13/15, BFHE 259, 535.
Dazu stv. Jachmann-Michel (Fn. 8), S. 28 ff. m. w. N.
Dazu stv. Jachmann-Michel (Fn. 8), S. 39 ff. m. w. N.
Dazu stv. Jachmann-Michel (Fn. 8), S. 37 ff. m. w. N.; Kellersmann, FR 2012, 57; a. A. Kirchhof/Söhn/Mellinghoff/ Jochum, § 20 EStG Rn. D/9 23.
Schmidt/ Weber-Grellet, § 20 EStG Rn. 148; Herrmann/Heuer/Raupach/ Buge, § 20 EStG Rn. 531; Frotscher/Geurts /Moritz/Strohm, § 20 EStG (n.F.) Rn. 268 ff.; Schmitt-Homann, BB 2010, 351 (353).
Vgl. auch Schmitt-Homann, BB 2010, 351 (353 f.); Kirchhof/ von Beckerath, § 20 EStG Rn. 144; Bode, DStR 2009, 1781 (1783).
Beleg hierfür ist der Entwurf eines Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (BT-Drs. 19/13436), womit die Rechtsprechung des BFH zur umfassenden Steuerbarkeit auch von Substanzverlusten im Rahmen von § 20 Abs. 2 EStG ausgehebelt werden soll.
BVerfG, Urt. v. 09.12.2008 – 2 BvL 1/07 u. a., BVerfGE 122, 210 = BGBl. I 2008, 2888 Rn. 63 m. w. N.; zur typusprägenden Eigenschaft des objektiven Nettoprinzips für die Einkommensteuer Wernsmann, StuW 2018, 100 (107); für eine verfassungsunmittelbare Verankerung des objektiven Nettoprinzips auch Jachmann, Nachhaltige Entwicklung und Steuern (2003), S. 104 m. w. N.
Demgegenüber ist ein Abzug des Sparer-Pauschbetrags gem. § 20 Abs. 9 EStG von Einkünften aus Kapitalvermögen, die gem. § 32d Abs. 2 EStG tariflich besteuert werden, ausgeschlossen (vgl. BFH, Urt. v. 30.11.2016 – VIII R 11/14, BFHE 256, 455 = BStBl. II 2017, 443).
Für Altverluste aus Aktienveräußerungen, die nach der Rechtslage vor der Abgeltungsteuer solche aus einem Veräußerungsgeschäft nach § 22 Nr. 2 EStG i. V. m. § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG a. F. waren, sah § 23 Abs. 3 Satz 9 EStG i. d. F. des UntStRefG 2008 die Verrechenbarkeit mit Einkünften aus Kapitalvermögen i. S. v. § 20 Abs. 2 EStG für einen Übergangszeitraum bis 2013 vor. Diese Verrechnung bedarf einer Veranlagung und ist nach §§ 20 Abs. 6 Satz 1, 23 Abs. 3 Satz 9 und 10 EStG i. d. F. des UntStRefG 2008 zwingend, wenn keine Ausgleichsmöglichkeit der Altverluste mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften i. S. d. § 23 EStG besteht. Vgl. dazu BFH, Urt. v. 09.08.2016 – VIII R 27/14, BFHE 255, 51 = BStBl. II 2017, 821 sowie BFH, Urt. v. 29.08.2017 – VIII R 23/15, BFHE 259, 336 = DStR 2017, 2604 = BFH/NV 2018, 104.
Vgl. nur Strohm, Abgeltungsteuer – Systematische Darstellung und ausgewählte Zweifelsfragen (2010), S. 181 ff.; Wernsmann, in: Brandt (2008), S. 107 (108 ff.); Eckhoff, FR 2007, 989 (997) f.; Musil, FR 2010, 149 (152) ff.; Weber-Grellet, NJW 2008, 545 (548 f.); a. A. Englisch, StuW 2007, 221 (238 f.); Jochum, DStZ 2010, 309 (312 ff.).
Vgl. BVerfG, Beschl. v. 29.03.2017 – 2 BvL 6/11, BVerfGE 145, 106 = BStBl. II 2017, 1082 Rn. 107 f. m. w. N.
Vgl. BVerfG, Beschl. v. 21.06.2006 – 2 BvL 2/99, BVerfGE 116, 164 (189 ff.); kritisch Englisch, StuW 2007, 221 (227).
Vgl. BVerfG, Urt. v. 27.06.1991 – 2 BvR 1493/89, BVerfGE 84, 239 (282 f.); mittelbar bestätigt durch BVerfG, Urt. v. 09.03.2004 – 2 BvL 17/02, BVerfGE 110, 94 (112 ff.).
Vgl. BVerfG, Beschl. v. 11.01.2005 – 2 BvR 167/02, BVerfGE 112, 164 (180 f.); Beschl. v. 16.03.2005 – 2 BvL 7/00, BVerfGE 112, 268 (280 f.); Beschl. v. 21.06.2006 – 2 BvL 2/99, BVerfGE 116, 164 (182 f.).
Vgl. Jachmann, in: Brandt (2006), S. 59 (84 f.).
Frotscher /Moritz/Strohm, § 20 EStG Rn. 410; Wernsmann, StuW 2018, 100 (107 f.); Philipowski, DStR 2009, 353 (356); Eckhoff, FR 2007, 989 (997 f.); Musil, FR 2010, 149 (154); a. A. Englisch, StuW 2007, 221 (239); Wenzel, DStR 2009, 1182 (1183 f.).
Frotscher /Moritz/Strohm, § 20 EStG Rn. 369; Wernsmann, StuW 2018, 100 (107 f.); Axer, Stbg 2007, 201 (202); Philipowski, DStR 2009, 353 (356); Strunk, Stbg 2007, 101 (103); a. A. Roser/Will/Mendel, FR 2008, 953 (956 f.).
Vgl. auch Eckhoff, FR 2007, 989 (998); Englisch, StuW 2007, 221 (227 f.); Musil, FR 2010, 149 (154).
Vgl. auch Eckhoff, FR 2007, 989 (997 f.); Musil, FR 2010, 149 (152); Weber-Grellet, NJW 2008, 545 (548 f.).
Ausführlich zur Verfassungsmäßigkeit des Verlustverrechnungsverbots i. S. d. § 20 Abs. 6 Satz 2 EStG bei den Einkünften aus Kapitalvermögen i.S.d. § 20 EStG Strohm (Fn. 52), S. 204 ff.
Vgl. Englisch, ifst-Schrift 432 (2005), S. 152; Jachmann, (Fn. 49), 137.
Vgl. Herrmann/Heuer/Raupach/ Intemann, § 20 EStG Rn. 8; Englisch, StuW 2007, 221 (236); Jochum, DStZ 2010, 309 (311 f.); Loos, DStZ 2010, 78 (79).
Kritisch Kirchhof/Söhn/Mellinghoff/ Jochum, § 20 EStG Rn. H 31 ff. m. w. N.; Englisch, StuW 2007, 221 (236 f.)
Vgl. Strohm (Fn. 52), S. 216 f.
Entsprechendes gilt für die Typisierung der Kirchensteuerlast ohne Sonderausgabenabzug gem. §§ 32d Abs. 1 Sätze 3-5, 10 Abs. 1 Nr. 4 Halbs. 2 EStG.
So Hey, in: Tipke/Lang (2018), § 8 Rn. 506.
Vgl. auch Kirchhof/Söhn/Mellinghoff/ Jochum, § 20 EStG Rn. H 52 ff. m. w. N.; Englisch, StuW 2007, 221 (236); Klotz (Fn. 1), S. 158 ff. m. w. N. zum Streitstand. Nicht thematisiert in BFH, Urt. v. 09.05.2017 – VIII R 54/14, BFHE 258, 111 = BStBl. II 2018, 262.
BT-Drs. 16/5491, S. 19.
Stv. dazu BVerfG, Beschl. v. 29.03.2017 – 2 BvL 6/11, BVerfGE 145, 106 Rn. 121; Jachmann, DStJG 34 (2011), S. 251 (264 f.); Englisch, StuW 2007, 221 (237 f.); Hey, in: Tipke/Lang (2018), § 8 Rn. 500, 506; Jochum, DStZ 2010, 309 (313 f.); Herrmann/Heuer/Raupach/ Buge, § 20 EStG Rn. 620.
Vgl. auch Wernsmann, StuW 2018, 100 (109).
BFH, Urt. v. 18.10.2006 – IX R 28/05, BFHE 215, 202 = BStBl. II 2007, 259 Rn. 14 ff.
Jüngst Mertz (Fn. 36), S. 184.
Mertz (Fn. 36), S. 185.
Röder, Das System der Verlustverrechnung im deutschen Steuerrecht (2010), S. 267, 272 f.
Vgl. auch Mertz (Fn. 36), S. 178.
Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen vom 23.10.2008, BGBl. I 2008, 2026.
Vgl. Strohm, jM 2019, 116 (119 ff.) m. w. N.
BFH, Urt. v. 11.07.2017 – IX R 36/15, BFHE 258, 427; dazu Kahlert, DStR 2017, 2305; Förster/von Cölln, DB 2017, 2886; Ratschow, GmbHR 2017, 1204; Fuhrmann, NWB 2017, 4003; Ott, StuB 2018, 15; Schießl, StuB 2017, 765.
Dazu BFH, Urt. v. 24.10.2017 – VIII R 13/15, BFHE 259, 540 = BStBl. II 2018, 189; Jachmann-Michel (Fn. 8), S. 28 ff. m. w. N.
Bei beschränkt Steuerpflichtigen i. S. d. § 1 Abs. 4 EStG soll nach Ansicht der Finanzverwaltung bei Einkünften i.S.d. § 17 EStG kein Steuerabzug erfolgen (vgl. BMF, Schreiben v. 18.01.2016, IV C 1-S 2252/08/10004: 017, 2015/0468306, BStBl. I 2016, 85 Rn. 315); zu den notwendigen Korrekturen im Rahmen des Veranlagungsverfahrens, falls Einkünfte i. S. d. § 17 EStG dem Steuerabzug vom Kapitalertrag unterlegen haben, vgl. BMF, Schreiben v. 16.12.2014, IV C 1 – S 2252/14/10001: 001, BStBl. I 2015, 24.
§ 2a EStG begrenzt die Verlustabzugsbeschränkung auf Drittländer (§ 2a Abs. 2a EStG). Durch eine Integration in § 20 Abs. 6 EStG könnten inländische Gewinne aus § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG mit Verlusten aus wesentlichen Beteiligungen an Drittstaaten-Kapitalgesellschaften ausgeglichen werden. U. U. greift die Verlustabzugsbeschränkung in § 20 Abs. 6 EStG zu kurz. Im Verhältnis des § 2a EStG zu anderen Verlustausgleichsbeschränkungen geht der weiterreichende Ausschluss vor (vgl. Kirchhof/ Gosch, § 2a EStG Rn. 9 unter Hinweis auf BFH, Urt. v. 26.11.1997 – I R 63/97, BFH/NV 1998, 680). Eine (bisherige) „Schlechterstellung“ der Drittstaatenverluste gegenüber solchen, die aus EU-Staaten und dem Inland resultieren, würde ggf. mit Wegfall von § 2a Abs. 1 S. 1 Nr. 4 und 7 Buchst. c) EStG ebenfalls entfallen.
Dazu BFH, Urt. v. 30.11.2016 – VIII R 11/14, BFHE 256, 455 = BStBl. II 2017, 443.
Vgl. stv. Kichhof/ Pfirrmann, § 32d EStG Rn. 10 unter Hinweis auf BT-Drs. 16/4841, S. 60.
Vgl. Hey, in: Tipke/Lang (2018), § 8 Rn. 506.
§ 32d Abs. 2 Nr. 1 EStG soll erreichen, dass unternehmerische Entscheidungen über die Finanzierungsstruktur eines Unternehmens steuerlich unverzerrt bleiben; vgl. BT-Drs. 16/4841, S. 60.
Vgl. FG Niedersachsen, Urt. v. 12.04.2012 – 14 K 335/10, juris – nachgehend BFH, Urt. v. 29.04.2014 – VIII R 23/13, BFHE 245, 352 = BStBl. II 2014, 884; FG Niedersachen, Urt. v. 18.06.2012 – 15 K 417/10, EFG 2012, 2009 – nachgehend BFH, Urt. v. 29.04.2014 – VIII R 9/13, BFHE 245, 343 = BStBl. II 2014, 986.
Vgl. BFH, Urt. v. 29.04.2014 – VIII R 23/13, BStBl. II 2014, 884 und BT-Drs. 16/4841, S. 60.
Dazu BFH, Urt. v. 20.11.2018 – VIII R 45/15, BFHE 263, 175.
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References: § 32
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 Art. 3
 § 8
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 § 23
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 § 17
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