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Timestamp: 2020-07-04 13:09:01+00:00

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BGH, 21.02.2005 - II ZR 112/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,2077
BGH, 21.02.2005 - II ZR 112/03 (https://dejure.org/2005,2077)
BGH, Entscheidung vom 21.02.2005 - II ZR 112/03 (https://dejure.org/2005,2077)
BGH, Entscheidung vom 21. Februar 2005 - II ZR 112/03 (https://dejure.org/2005,2077)
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Verjährung eines Schadensersatzanspruchs aus der Verletzung von Geschäftsführerpflichten; Untreue durch die Anmietung von Maschinen zur Herstellung kosmetischer Artikel
Verjährung des Ersatzanspruchs gegen einen Geschäftsführer wegen Pflichtverletzung ab Anspruchsentstehung auch bei Verheimlichen der schädigenden Handlung
GmbHG § 43 Abs. 2, 4
§ 43 Abs 2 GmbHG, § 43 Abs 4 GmbHG
Allgemeine Feststellungsklage, Haftung nach § 43 GmbHG, Hinweispflicht durch Geschäftsführer, Kenntnis der Gesellschaft, Kenntnis der Gesellschafter, Kenntnisabhängige Verjährung, Pflichtverletzung nach § 43 Abs. 2 GmbHG, Schadenseintritt dem Grunde nach, Verjährung, ...
ZIP 2005, 852
DB 2005, 821
Die Verjährung des Ersatzanspruchs erfasst auch solche nachträglich eintretenden Schadensfolgen, die im Zeitpunkt der Entstehung des Anspruchs als möglich voraussehbar waren (…vgl. Senatsurteile vom 20. Dezember 1977 - VI ZR 190/75, VersR 1978, 350 Rn. 13;… vom 3. Juni 1997 - VI ZR 71/96, VersR 1997, 1111 Rn. 15;… vom 15. März 2011 - VI ZR 162/10, VersR 2011, 682 Rn. 8;… vom 5. April 2016 - VI ZR 283/15, VersR 2016, 1058 Rn. 15;… BGH, Urteile vom 15. Oktober 1992 - IX ZR 43/92, WM 1993, 251 Rn. 35; vom 21. Februar 2005 - II ZR 112/03, ZIP 2005, 852 Rn. 9).
Tritt eine als möglich voraussehbare Spätfolge ein, wird für sie keine selbständige Verjährungsfrist in Lauf gesetzt (vgl. BGH, Urteile vom 22. Februar 1979 - VII ZR 256/77, BGHZ 73, 363, 365; BGH, Urteil vom 23. März 1987 - II ZR 190/86, BGHZ 100, 228, 231; vom 21. Februar 2005 - II ZR 112/03, ZIP 2005, 852 Rn. 9;… vgl. auch Senatsurteil vom 24. April 2012 - VI ZR 329/10, VersR 2012, 924 Rn. 19 zur subjektiven Kenntnis im Rahmen des § 852 Abs. 1 BGB aF).
Der Lauf der fünfjährigen Verjährungsfrist nach § 93 Abs. 6 AktG beginnt mit der Entstehung des Anspruchs und damit mit dem Eintritt des Schadens dem Grunde nach (vgl. BGH, Urteil vom 21. Februar 2005 - II ZR 112/03, ZIP 2005, 852, 853 zur GmbH).
Auf die Kenntnis der Gesellschafter oder der Gesellschaft von den anspruchsbegründenden Tatsachen kommt es - selbst bei deren Verheimlichung durch den Geschäftsführer - nicht an (vgl. Sen.Urt. v. 21. Februar 2005 - II ZR 112/03, ZIP 2005, 852).
Da die Verjährungsfrist des § 43 Abs. 4 GmbHG selbst bei Verheimlichen der schädigenden Handlung nicht erst mit dem Ende des Verschweigens beginnt (Sen.Urt. v. 21. Februar 2005 aaO), kann durch Unterlassung entsprechender Hinweise gegenüber anderen Organpersonen oder dem Insolvenzverwalter der Gesellschaft erst recht nicht eine erneute Verjährungsfrist in Lauf gesetzt werden.
Maßgeblich für den Verjährungsbeginn ist danach der Zeitpunkt, in dem durch den letzten Akt der Umschuldungsmaßnahme der Anspruch der Klägerin zu 1 entstanden, d.h. der Schaden dem Grunde nach eingetreten ist (BGHZ 100, 228, 231; Sen.Urt. v. 21. Februar 2005 - II ZR 112/03, ZIP 2005, 852 f.).
Damit begann auch der Lauf der fünfjährigen Verjährungsfrist des § 43 Abs. 4 GmbHG unabhängig davon, ob der Schuldnerin oder dem Kläger die Existenz des Anspruchs bekannt war (Sen. Urt. v. 21. Februar 2005 - II ZR 112/03, ZIP 2005, 852, 853; v. 29. September 2008 - II ZR 234/07, ZIP 2008, 2217 Tz. 16 ff.; v. 12. Juni 1989 - II ZR 334/87, DB 1989, 1762, 1763).
Der Lauf der Verjährungsfrist beginnt mit der Entstehung des Anspruchs, also mit Eintritt des Schadens dem Grunde nach (BGH, Urt. v. 21.02.2005 - II ZR 112/03, GmbHR 2005, 544).
Anderenfalls käme es entgegen dem Gesetzeswortlaut für das Entstehen des Anspruchs letztlich doch auf die Kenntnis der Gesellschaft oder der Gesellschafter an (BGH vom 21.02.2005, II ZR 112/03, Juris Tz. 11).
Für einen Schadensersatzanspruch nach § 823 Abs. 2, § 266 Abs. 1 StGB genügt dabei bedingter Vorsatz (BGH, Urteil vom 21.02.2005, II ZR 112/03, Juris Tz. 16).
Bei gegenteiliger Auffassung wären die gerade für noch nicht bezifferbare Schadensersatzansprüche vorgesehenen Feststellungs- oder Stufenklage ohne Anwendungsbereich (BGH DStR 2005, 659; GRUR 2012, 1248).
Zum ersten hat der BGH in anderem Zusammenhang entschieden, dass der Lauf der Verjährungsfrist auch dann beginnen kann, wenn der dem Grunde nach eingetretene Schaden noch nicht bezifferbar ist (BGH DStR 2005, 659).
Es genügt die Möglichkeit der Erhebung einer Feststellungsklage (BGH, Urteil vom 21.02.2005 - II ZR 112/03 - DB 2005, 821 f. = ZIP 2005, 852 ff.).
Das Berufen auf die Verjährung ist dem Schuldner als rechtsmissbräuchliches Verhalten nur versagt, wenn sein Vorgehen in einem derartigen Maß gegen Treu und Glauben verstößt, dass der Verjährungseinrede unter dem Gesichtspunkt der unzulässigen Rechtsausübung die Wirksamkeit abzusprechen ist (BGH, Urteil vom 21. Februar 2005 - II ZR 112/03 -, Rn. 12, juris).
Er hat weder Beweis dafür angetreten, dass das Fahrzeug für die T. H.AG nicht sinnvoll verwendbar war, noch behauptet, dass der Beklagte dies wusste und billigend in Kauf nahm (vgl. BGH, Urteil vom 21. Februar 2005 - II ZR 112/03 -, Rn. 16 m.w.N., juris).
Dieser ist als gegeben anzusehen, wenn der Vorstand von der Vermögensgefährdung weiß und sie billigend in Kauf nimmt (vgl. BGH, Urteil vom 21. Februar 2005 - II ZR 112/03 -, Rn. 16 m.w.N., juris).

References: § 43

§ 43
 § 43
 § 43
 § 43
 § 852
 § 93
 § 43
 § 43
 § 823
 § 266
 BGH