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Timestamp: 2018-04-19 09:44:23+00:00

Document:
Überschreiten der Zeit um mehr als 5 Minuten - TSO - § 5.22.c; § 6.1.1 - Scrabble Deutschland e. V.-Turniere - SCRABBLE-TALK
19. März 2018, 13:09
Nun ist meines Wissens der erste Fall dieser im August 2017 als ' leicht überarbeitet' angekündigten TSO eingetroffen. In der 2. Runde der 8. S8CH)rabblinale St. Gallen überzog ein Spieler seine Spielzeit um mehr als 5 Minuten und wurde entsprechend der neuen Regeln bestraft. Da nach 'Summe der erzeilten Spielpunkte' in St. Gallen gespielt wird demnach mit 0 Punkten für ihn; 422 für seine Gegenspielerin (denn diese hatte bereits > 400 Punkte).
n.b. Die veröffentlichten tsh-Angaben müssen hier noch korrigiert werden, denn mit dieser Eingabe wurde dort automatisch auch die Differenz mit + 422 für die Gegenspielerin und - 422 für den betroffenen Spieler gewertet.
Mein Anliegen zu dieser Diskussion im Forum ist es, diese nicht nur in meinen Augen (das ergaben viele Gespräche während des Turniers, die ich mit anderen Turnierspielern/-innen führte) unverhältnismässige Höhe der Bestrafung infrage zu stellen.
Zunächst habe ich sehr viel Verständnis für die Reduzierung von 10 auf 5 Minuten bis zum 'erzwungenen Abbbruch' des Spieles. In der Regel sind die Pausen zwischen Spielen 15 Minuten (bei 2 x 30 Minuten Bedenkzeit). In dieser Zeit müssen alle Daten verarbeitet werden und die neuesten Stände sowie vor allem die Paarungen der nächsten Runde feststehen. Ich gebe allerdings zu bedenken (wieder aus eigener Beobachtungen), dass einige Spiele auch nach diesen max. 65 Minuten noch gespielt werden und - man höre/lese und staune: Auf beiden Uhren sind noch positive Spielzeiten (!) Wie das? Es gibt einige Spieler/-innen, die wiederholt (und nicht nur bei Anzweiflung) die Uhr anhalten und dann - oft mühsam und langatmig - versuchen, einen Additionsfehler zu finden oder unterschiedliche Punkte aufgeschrieben haben und nun diesen Zug und seine Punkte rekonstruieren. Sie können sich dabei auf § 4.1 unserer TSO berufen, wo noch weitere Ereignisse aufgezählt sind, die zu 'Zeitverzögerungen' führen können. Zudem lassen sich andere immer wieder viel Zeit zwischen dem Anhalten der Uhr und dem Abliefern der ausgefüllten und unterschriebenen Ergebnismeldung. Oft sind es Helfer, die diesen Prozess 'beschleuningen'.
Doch zurück zum eigentlichen Punkt: TSO § 5.2.c legt fest, dass mehr als 5 Minuten zum Abbruch und Verlust des Spieles für den Verursacher führen. Die Wertung wird dann im $ 6.1.1 so festgelegt: Wertung für den Gegner mit mindestens 400 Punkten (wenn er weniger als 400 erreicht hat, sonst tatsächliche Punktzahl (das gilt für beide Fälle: Wertung nach Summe der Spielpunkte oder Wertung nach Differenz der Spielpunkte); bei letzterer wird allerdings die tatsächliche Differenz zusätzlich angeschaut: Ist sie negativ oder < 50 Punkte, dann werden dem Gegner + 50 Punkte als Differenz gewertet (der Spielstand also entsprechend für die Eingabe und damit Wertung 'manipuliert'). Ist sie größer als 50 Punkte, dann wird die tatsächliche Differenz für den Gegner gewertet.
Nun zum Verursacher.
Allle Gesprächspartner und ich selber stimmen darin überein, dass das Spiel für den Verursacher als verloren zu werten ist, unabhängig vom aktuellen Spielstand bei exakt - 5:00 min.
Nach $ 6.1.1 in der jetzigen Fassung bekommt der Verursacher 0 Punkte, wenn nach Summe der Spielpunkte gewertet wird - eine extrem Härte, in meinen Augen eine 'unverhältnismässige Strafe. Im Fall einer Wertung nach Differenzpunkten werden ihm 100 Differenzpunkte abgezogen, es sei denn, er lag bei einem Spielabbruch/Spielende bereits mehr als 50 Punkte zurück. In diesem Fall werden zur tatsächlichen Differenz noch einmal 50 Punkte addiert und dann diese abgezogen.
(Hier gibt es einen 'unschönen' Nebeneffekt: Hat der Verursacher eine negative Differenz von 49 Punkten, dann werden - 149 Punkte abgezogen; hat er - 51 Punkte Differenz, dann sind es nach Auslegung dieser Regel - 101 Punkte. Das darf nicht eigentlich nicht sein ...; zudem gibt es - bisher - keine Aussage über die auf den Bänkchen und im Sack verbliebenen Buchstaben. Pragmatischer Vorschlag dazu weiter unten)
Beispiele erklären den Sachverhalt bei Anwendung dieser Regel:
1. Tatsächlicher Spielstand 400 : 380 für den Verursacher noch ohne Zeitstrafe. Zeitstrafe - 50 führt zu 350 : 380 aus Sicht des Verursachers. Sein Gegner bekommt 400 Punkte gutgeschrieben; der Verursacher mit der bisherigen Differenz von (350 - 380) = - 30 Punkte bekommt eine Differenz von - 30 - 100 . Damit wird das Spiel mit 250:400 in die Wertung eingehen. (Falls die anstehende Zeitsttrafe von - 50 Punkten bereits in der - 100 Punkte-Regelung enthalten sein sollte, fehlt dazu ein Hinweis in der TSO).
2. Tatsächlicher Punktstand 380 : 400 aus Sicht des Verursachers. Nach Zeitstrafe 330 : 400. Sein Gegner bekommt 400 Punkte im Fall der Wertung nach Summe der Spielpunkte; er bekommt ebenfalls 400 Punkte bei der Differenzwertung, da der 'tatsächliche' Spielstand nach Abzug der Zeitstrafe aus seiner Sicht bereits mehr als 50 Punkten entsprach (er müsste also 400 : 330 für die Wertung erhalten.
Der Verursacher bekommt 0 Punkte im Fall der ersten Wertung (seine Eingabe wäre also 0 : 400) und keinen Spielpunkt; im zweiten Fall, da seine Differenz - 70 beträgt, werden 50 Punkte draufgeschlagen und es wäre entsprechend 280 : 400, besser eine Differenz von - 120 Punkten und natürlich kein Spielpunkt)
3. Ein Extrembeispiel: Der weit führende Verursacher: Spielstand 500 : 320. Sehr schnell wird klar. Im Fall der Wertung nach Summe der Spielpunkte für den Verursacher 0 : 400 (Der Gegner hat weniger als 400 Punkte, bekommt also die minimalen 400 'Gewinnpunkte). Wird nun nach Differenzpunkten gewertet, was dann? Nach § 6.1.1 werden ihm 100 Punkte Differenz 'abgezogen' - von was? Seine Differenz (um diese Punktzahl geht es) ist + 180. Werden ihm davon 100 abgezogen, dann ist sie immer noch + 80 (!), aber er bekommt keinen Spielpunkt. Sein Gegner hat eine negative Differenz ( - 180), diese wird in jedem Fall in eine positive verwandelt, also + 50. Und den Spielpunkt natürlich
Zusammenfassend: Für denselben Sachverhalt (Überziehen um mehr als 5 Minuten) völlig verschiedene Auswirkungen.
Ich möchte gern Änderungen für dieses Verfahren vorstellen:
Ein Spieler, der mehr als 5 Minuten überzieht, verliert das Spiel.
(Konsequenz: Gegner erhält 1 Spielpunkt, Verursacher 0 Spielpunkte).
Der Spieler zieht 100 Punkte von seinem Spielstand ab. Liegt er dann immer noch vorn, dann wird soviel abgezogen, dass sein Gegner mit x Punkten gewinnt. (Mein Vorschlag für x ist x = 1)
Alle nichtgespielten Buchstaben werden für die Wertung nicht berücksichtigt.
(Der letzte Satz ist ein weiterer Vorschlag von mir, wie dieser bisher fehlende Sachverhalt geregelt werden könnte. Natürlich gibt es andere Möglichkeiten. Mir erscheint diese die 'Pragmatischste', da sie keine weitere Zeit erfordert. Und ZEIT war das wesentliche Element, dass zur Änderung der bisherigen Regelung führte.
Weitere Folgerungen daraus: Die Punktzahl des Gegenspielers bleibt unverändert.
Der Verursacher wird mit mindestens 100 Punkten bestraft.
Seine Punktzahl wird maximal auf die gegnerische Punktzahl - 1 beschränkt.
Für die Ergebniskarte und damit die Eingabe in tsh - unabhängig von dem gewählten Modus - gibt es eine eineindeutige Wertungsangabe).
Für die TSO ist noch zu überlegen, die Konsequenzen aus § 3.4.b zu überdenken. Er muß aussetzen für den Fall, dass ein Spieler die Überziehung um 5 Minuten vermeiden will (z.B. indem er kurz vor Erreichen dieser Grenze immer 'Passen' spielt), dieser nicht nach dem letzten Zug seines Gegenspielers von diesem aufgefordert wird, fehlende Eintragungen auf dem Wertungsbogen nachzuholen und - bei dann für ihn laufender Uhr - ins 'Unglück' getrieben würde - aber da kann man auch andere Meinungen vertreten. Zudem sollte man insbesondere jede Form des 'Nachrechnens' nach Bendigung des Spieles aber vor Abgabe der Ergebniskarte 'verhindern'. TSO § 5.4.b gibt immer noch eine Möglichkeit, wenn offensichtliche Fehler von beiden Spielern gemeinsam nachträglich entdeckt werden.
Nun bin ich mal auf Reaktionen gespannt ...
19. März 2018, 22:50
Die Regel ist natürlich explizit zur Nicht-Anwendung gedacht. Vielmehr sollte jeder der eh schon im Minus ist, alles dafür tun, dass es nicht dazu kommt.
(Leider war es nun schon der zweite Fall - in München musste die Regel leider auch zur Anwendung kommen).
Unkorrekt ist die Darstellung der "Unlogik bei -49 bzw. -51".
Laut TSO wird aus "-49" als Wertung "-100" (diese "-100" sind nicht zusätzlich zu "-49", sie sind der tatsächliche Wert; auch aus einer tatsächlichen positiven Differenz wird ja exakt "-100"), aus "-51" wir "-101".
Bei Nicht-Antreten wird wohl niemand eine "0" als ungerecht bewerten. Aber man kann hier nicht für jeden Einzelfall eigene Regeln generieren - wo hier Unterscheidungen (die das Regelwerk komplizierter machen) sinnvoll sein können, sollte man sehr genau überlegen.
Richtig ist, dass die Härte bei "nach Gesamtpunkten" viel heftiger ist als "nach Differenz".
Hm - - ein FORUM ist zum Austausch da, nicht nur zum 'Zuschauen' (das war eher 'nebenan' - in der Arena ...). Ich sehe viele Zugriffe auf diesen Strang, aber außer Vektors Beitrag keine anderen ...
Danke an Vektor, dass er den von mir falsch angegebenen 'Nebeneffekt' klarstellt.
Es bleibt bei der Unverhältnismäßigkeit der 'Bestrafungen'. Zudem ist nicht ersichtlich, warum der 'nichtbeteiligte' Gegenspieler etwas anderes als seine tatsächlich erreichte Punktzahl bekommen soll (wenn das Spiel stattgefunden hat, also Überziehung der Zeit um mehr als 5 Minuten).
[Natürlich bleibt es bei 400 Punkten (bzw. + 50 bei Differenzwertung), wenn der Spieler nicht antritt oder aus anderen Gründen disqualifiziert wird.]
Die Härte bei Wertung nach Gesamtpunkten sollte überdacht und verändert werden. Auch bei Differenzpunktwertung kann die Härte 'übertrieben' sein: Hat der Verursacher eine positive Differenz oder weniger als - 50 Punkte, bekommt er immer - 100 Punkte. das ist nicht notwendig (siehe Vorschlag im Beitrag 1, der (a) überdacht ist und (b) das Regelwerk eher vereinfacht, keinesfalls komplizierter macht).
Zudem sei noch einmal auf den Vorteil für die Wertungseingabe (in der Regel für 'tsh') hingewiesen; jetzt bedarf es umständlicher Änderungen, z.T. nachträglich. Und das ist 'kompliziert'!
Warum sollte der unschuldige Spieler auf seine tatsächliche Punktzahl reduziert bleiben, wenn das Spiel durch die Schuld des Gegners vorzeitig beendet wird und er dadurch der Möglichkeit "beraubt" wurde, weiter zu punkten?
Schwierig ist es, da durch Differeunzwertung/Gesamtpunktwertung bzw. Nicht-Antreten/Zeitüberschreitung/anderweitiger Abbruch 6 Fälle unter einen zusammenpassenden Hut gebracht werden müssen, mit alles Varianten, wodurch ein "anderweitiger Abbruch" verursacht sein kann (dummes Missgeschick oder etwas "Böseres").
Eine sinnvolle Änderung im vorgeschlagenen Sinne könnte sein, dass man bei der Gesamtpunkzahlwertung (zweifelsfrei) regulär erzielte Punkte des "Schuldigen" (unabhängig vom Grund des Abbruchs) wertet, aber auf X-1 (X=Punktzahl des Gegners) reduziert.
Dies würde dann auch gelten, wenn man etwa im Spiel das Spielbrett versehentlich umstößt und das Spiel nicht mehr rekonstruierbar wäre.
Mir persönlich würde begl. Zeitregel ohnehin besser gefallen, wenn man bei Ablauf der Zeit (bzw. 5 Zusatzminuten) nicht mehr aktiv spielen darf, aber der Gegner weiterspieleb kann. Anzweifen müsste natürlich weiter möglich sein - und wie man das mit der dafür benötigten Zeit regelt, müsste natürlich noch festgelegt werden.
Bei der Differenzwertung ist die Eingabe in tsh in der Tat schwierig. Aber die Regeln sollten sinnvoll sein und sich nicht in 1. Linie nach der Technik richten. Und wir müssen sicherstellen, dass das Verpassen einer Runde nicht attraktiv wird, wenn man etwa einen besonders schweren Gegner zugewiesen bekommen hat.
27. März 2018, 10:13
Ich finde es gut, möglichst einfache Regeln zu haben. Wir könnten den Spielabbruch nach Minus 5 Minuten durch eine ansteigende Bestrafung der Zeitüberschreitung ersetzen. Jede weitere Minute kostet 10 Punkte mehr als die vorige.
1 Minute: -10 Punkte,
2 Minuten -30 Punkte,
3 Minuten -60 Punkte,
4 Minuten: -100 Punkte
5 Minuten: -150 Punkte
Damit lohnt sich eine Zeitüberschreitung zunehmend weniger.
27. März 2018, 11:22
Gelohnt hat sich eine solche mehrminütige Überziehung wohl in den allerwenigsten Fällen.
Diese Auswüchse sind in den wenigsten Fällen taktisch rational erklärbar, daher ändern höhere Bestrafungen vermutlich nichts.
Ein Problem hat die aktuelle Regel allerdings noch: In beiden mir bekannten Fällen wurde das überschreiten der 5 Minuten nicht sofort bemerkt.
Wenn nun aber nicht der Spielstand zum Moment, in dem es nach TSO zum Abbruch kommen muss, festgehalten wird, haben wir ein Problem.
Der "unschuldige" Spieler könnte das Überschreiten sogar zunächst bewusst übersehen, um (zumindest bei Gesamtpunktwertung) noch Punkte einzuholen.
Theoretisch wäre dann sogar denkbar, dass beide um mehr als 5 Minuten überziehen. Und dann ist nicht mehr festzustellen, bei wem die Uhr zuerst "überlief".
Ich fühle mich durch Elises Bemerkung hinsichtlich des Charakters eines Forums angesprochen.
Angesichts der von Elise exakt und ausführlich in Beitrag Nr. 1 geschilderten und tatsächlich immer wieder auftretenden regelkonformen Zeitverzögerungen und dem doch eher seltenen Fall von mehr als 5-minütiger Zeitüberschreitung mache ich folgenden Vorschlag:
Abgebrochen wird das Spiel erst nach 10 Minuten - durchaus mit den punkte-rechnerischen Konsequenzen wie in der Turnierspielordnung beschrieben.
Ab der 5. Minute erhöhen sich die "Kosten" für die Zeitüberschreitung zunehmend und drastisch (wie z. B. von "Sonnenjahr" vorgeschlagen), was m. E. durchaus dazu führen würde, das eine 10-minütige Zeitüberschreitung sogut wie nie zustandekommt.
Die "Ungerechtigkeit" auf der Seite des Gegenspielers, der ansonsten vielleicht mehr Punkte hätte machen können, ist in meinen Augen nicht anders als bei der Situation, bei der ein Spieler gar nicht erst antritt. Da könnte man auch sagen, der (pünktlich) angetretene Spieler hätte im Falle des zustandegekommenen Spiels mehr Punkte erzielen können. Ist halt Pech.
In der Tat sind die 10 Minuten, die ja bis vor Kurzem galten, nach meinem Wissensstand nie geknackt worden. Verzögerungen von mehr als 5 Minuten waren, soweit ich weiß, immer irrational, also nie darauf begründet, doch noch den entscheidenden Zug zu finden.
Da es aber vorkam, dass Spieler diese Zeit in einem Turnier mehrfach ausreizten und somit den Turnierablauf in Verzug brachten, gab es den Bechluss zur Verkürzung der Maximalzeit - davon ausgehend, dass die Bestrafung so hoch, dass niemand diese 5 Minuten ausreizt.
Der Vorschlag, das Maximum wieder auf 10 Minuten zu setzen und mit höheren Abzügen zu arbeiten, wäre je gegenüber jetzt eine Verringerung der Konsequenz. Ich denke nicht, dass dies die (spieltaktisch nicht nachvollziehbaren) Auswüchse verhindert, die die Änderung eliminieren wollte.
Habe soeben versucht, das Wesen der Zeitüberziehungsregel zu ergründen …
Eigentlich bewirkt sie ja nichts anderes, als das Zeitkontingent des/der Spieler auf Kosten seiner Punktebilanz zu erweitern, um dann – nach fünf (vorher: zehn) Minuten – das Spiel abrupt abzubrechen.
Brauchen wir so eine Regel wirklich?
Jeder Spieler hat doch 30 Minuten lang Zeit, alles nötige zu unternehmen, um sein Zeitkontingent nicht zu überziehen.
Daher mein Vorschläge:
1.Überhaupt keine Karenzzeit.
2. Der Spieler, der als erster sein Zeitkontingent überzieht, hat das Spiel verloren.
3. Es gilt der Punktestand zum Zeitpunkt des Spielendes, es sei denn, die Punktedifferenz ist kleiner als 50 Punkte. Im letzteren Fall, wird der Punktestand des Gegenspielers aufgestockt.
4. Offensichtliche Spielpassivität des Spielers, mit dem Ziel, das Spiel aufgrund von Zeitüberschreitung zu beenden (um evtl. eine höhere Niederlage zu verhindern) wird als unfaires Verhalten gesehen und kann vom Schiedrichter/von den Schiedsrichtern angemahnt oder - je nach Fall/Vorgeschichte - geahndet werden.
4. April 2018, 08:43
Dann möchte ich doch auch ein bisschen was zur Diskussion beisteuern:
1. Mir ist auch aufgefallen, dass viele in SG die Strafe für den vorgesehenen Spielabbruch als zu hoch empfunden haben, insbesondere im Vergleich zu der Strafe bei der Differenzwertung. Gleichzeitig finde ich, dass die Strafe eigentlich angemessen ist, wenn man überlegt, dass der Spieler eben bereits 5 Minuten "über der Zeit ist". Das sollte er zu verhindern wissen. Wichtig ist allerdings, dass die(durchaus drastische) Regel noch bekannter ist. In München war es definitiv so, dass die betroffene Spielerin sich der (neuen) Regel nicht bewusst war und (weil sie zu spät kam) auch nicht mitbekam, wie vor dem Turnier explizit darauf hingewiesen wurde. Zumindest in diesem Fall wäre es ziemlich sicher nicht zu einem Spielabbruch gekommen, wenn sie die Regel gekannt hätte (sie suchte verzweifelt nach einem "Lucky Punch").
Eine Angleichung der Differenz zur Summenregel finde ich wünschenswert, aber ich kann auch mit der letzteren Regel gut leben.
Dagegen bin ich strikt gegen Johanns Vorschlag, die Karenzzeit komplett abzuschaffen. Ich finde das Abwägen Punkteverlust gegenüber Lucky Punch durchaus reizvoll (zumindest innerhalb des vertretbaren Rahmens von 5 Minuten). Ganz davon abgesehen: Eine solche Regelung würde vor allem die schwachen und die neuen SpielerInnen treffen, die ohnehin mit einem ganzen Strauß von Widrigkeiten klarkommen müssen, und wo es ja häufiger auch mal zu sehr blockierten Partien kommt, wo durchaus auch mal 5-10 Züge pro Spieler mehr vorkommen, als bei besseren/erfahrenen Spielern. Man sollte die Frustrationstoleranz dieser Spieler nicht überstrapazieren, denn eine Nullwertung ist SEHR frustrierend. Außerdem erscheint mir der Bruch zwischen haushoch gewonnen wenn die Uhr bei diesem Spielstand 0:01 zeigt und verloren bei -0:01 absurd krass. Da finde ich die Regel gut so wie sie ist.
Auf einem anderen Blatt, und für den Turnierverlauf viel problematischer ist, wenn zwei Spieler sich permanent verzählen/andere Dispute haben, ihre Uhr regelmäßig stoppen, und so beide noch 5 Minuten auf den Uhren haben, obwohl bereits 60 Minuten seit SPielstart um sind... (so bei einem der letzten Turniere geschehen). M.E. sind diese Fälle deutlich problematischer, als die von unseren Regeln klar umfasste Zeitüebrschreitung.
4. April 2018, 13:06
Natürlich muss die Regel bekannt sein. Das allein hilft aber nicht, wenn beide "schlafen" und gar nicht bemerken, was passiert ist - inkl. der genannten Problematik, dass man dann nachher den korrekten Endstand gar nicht ermitteln kann.
Selbst bei Johanns Vorschlag könnten ja beide "im Minus" sein - und niemand weiß, wer der Erste war.
Auch den "krassen" Sprung, den Ben nennt, kann man verhindern, wenn man einfach den Spieler, dessen Zeit abgelaufen ist, zur Passivität verdammt. Dem Gegner wird dann auch nicht (wie bei der derzeitigen Regel) die Möglichkeit genommen, sein Punktekonto aufzupolieren. Die Gefahr einer bewussten Verzögerung aus taktischen Gründen besteht ebenso nicht.
Bemerkt keiner der Spieler das Überschreiten der Zeitgrenze und legt daher ein Spieler, der eigentlich nicht mehr dürfte, noch ein Wort, so wäre dies im Sinne einer "Tatsachenentscheidung" gültig; das Problem im Nachhinein das richtige Endergebnis zu ermitteln, wäre weg.
Ob man dieses Wortlegeverbot direkt bei Ablauf der regulären Zeit oder nach 5-minütiger (nach bekannter Methode bestrafter) Karenz auferlegt, ist Geschmacksache.
Ich persönlich finde das Abwägen anders als Ben nicht reizvoll und fände es besser, wenn das Bemühen, in der Zeit fertig zu werden, immer gegeben sein sollte (und nicht zu Nachteilen führt).
Nachteil wäre, dass wir uns von den international üblichen Regeln entfernen - es sei denn, wir setzen hiermit einen Trend, dem andere folgen
Für die anderen genannten Fälle der Verzögerung ist eine Lösung schwierig. Sachgereht wäre, wenn die Zeit einer solchen Unterbrechung gemessen würde und später dem Schuldigen (also etwa dem, der sich verzählt/verrechnet hatte) auferlegt wird. Aber da fehlen uns wohl die technischen Möglichkeiten der sinnvollen Umsetzung.
Und ein Fall, wo die Uhr nach einer Anfechtung versehentlcih nicht wieder gestartet wurde oder (wie bei einem meiner Spiele in der Schweiz versehentlich passiert) die Uhr wieder auf den Anfangszustand gestellt wurde, ist damit auch nicht wirksam behandelt.
Der Ben schrieb:
Wichtig ist allerdings, dass die(durchaus drastische) Regel noch bekannter ist. In München war es definitiv so, dass die betroffene Spielerin sich der (neuen) Regel nicht bewusst war und (weil sie zu spät kam) auch nicht mitbekam, wie vor dem Turnier explizit darauf hingewiesen wurde.
Ich bin der Meinung, dass es vollkommen irrelevant ist, ob jemand neu ist oder gar zu spät kommt; Ich gehe davon aus, dass man, wenn man an einem Turnier teilnimmt, die aktuellen Regeln gelesen und zur Kenntnis genommen hat!
7. April 2018, 16:39
Meine Aussage war auch nicht als Entschuldigung für die Spielerin gemeint, sondern diente allein als Erklärung dafür, dass der gewünschte Effekt (es kommt gar nicht zu Zeitüberschreitungen) nur eintreten kann, wenn die Regel bekannter ist und auch wenn ich Dir beipflichte, dass jeder die aktuellen Regeln kennen sollte, ist es ja schlicht nicht so (und zwar nicht nur bei neuen Regeln). Die betreffende Spielerin hat die Zeit überschritten und wurde dementsprechend zu Recht geahndet. Aber der Zweck der Regelung (Abschreckung die Zeit auszunutzen und damit als Fernziel ein reibungsloser Turnierverlauf) kann eben nur erreicht werden, wenn die Regel bekannter ist und da denke ich schon, dass es wünschenswert ist, wenn sich hieran alle beteiligen, unabhängig von der Pflicht des Einzelnen, sicherzustellen, dass er die Regel kennt. Nebenbei bemerkt, wurde ja auch in München und ich glaube auch in Sankt Gallen explizit im Vorfeld darauf hingewiesen. Aber wenn man zu spät kommt hilft halt alles nicht.
19. April 2018, 11:44

References: § 5
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