Source: http://post-und-telekommunikation.de/PuT/PBank_1994_2_Juli-Dez.php
Timestamp: 2018-03-19 22:01:20+00:00

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Post und Telekommunikation, Postbank 1994, Juli bis Dezember
Nach den datierten Meldungen folgen Auszüge aus dem Geschäftsbericht 1994 der Deutschen Postbank AG. Dem Geschäftsbericht sind auch die Fotos und Grafiken entnommen / © Deutsche Postbank AG
Hinweis zur Unternehmensbezeichnung: Nach dem Poststrukturgesetz vom 8. Juni 1989 (PostStruktG) Artikel 1 (= Postverfassungsgesetz - PostVerfG) § 1 Abs. 2 gliedert sich die Deutsche Bundespost mit der Postreform I in 3 Teilbereiche, die ala öffentliche Unternehmen mit den Bezeichnungen (gesetzlich festgelegte Schreibweise!):
geführt werden. Die Schreibweise der Unternehmensnamen in Versalschrift entfällt mit der Umwandlung der Bundespost-Unternehmen in Aktiengesellschaften, also mit Inkrafttreten des Postneuordnungsgesetzes (PTNeuOG vom 14. September 1994) am 1. Januar 1995 (Postreform II).
Üblicherweise entfällt die Versalschreibweise der Unternehmensnamen in Verbindung mit ihren Organisationseinheiten und Produkt- und Dienstleistungsangeboten.
Deutsche Bundespost POSTBANK als Aktiengesellschaft auch Kreditinstitut
Als Aktiengesellschaft wird die Deutsche Bundespost POSTBANK ein Kreditinstitut im Sinne § 1 des Kreditwesengesetzes. Sie ist damit zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die geeignet erscheinen, dem Gegenstand des Unternehmens zu dienen. Außerdem entfällt der Kontrahierungszwang für die Postbank, d.h. sie muss nicht mehr wie bisher jedem Antrag auf Kontoeröffnung entsprechen.
POSTBANK steigt in das Kreditgeschäft ein
Als Aktiengesellschaft will die Deutsche Bundespost POSTBANK ab 1995 ins Kreditgeschäft einsteigen. Im 1. Quartal 1995 wird sie zunächst im Bereich der Postbank-Niederlassung Hannover Privatkunden sowohl Ratenkredite als auch Baufinanzierungen anbieten.
Deutsche Bundespost POSTBANK: Geschäftsabschluss 1994
Vorstandsvorsitzender Dr. Günter Schneider rechnet für 1994 mit einem Gewinn der Postbank von 100 Millionen DM nach Steuern.
Einzelheiten und Auszüge aus dem Geschäftsbericht 1994 weiter unten.
Wechsel im Vorstand der Deutschen Bundespost POSTBANK
Am 31. Dezember 1994 schied Dr. Bernhard Zurhorst aus dem Vorstand der Deutschen Bundespost POSTBANK aus. Zumindest die nächsten 2 Jahre fungiert Zurhorst noch als Berater der Postbank.
Veränderungen Dezember 1993 bis September 1994
Dezember 1993 September 1994 Veränderung
Konten insgesamt (Millionen Stück) 24,1 24,1 + 0,0 Prozent
Spareinlagen (Milliarden DM) 49,8 51,9 + 4,2 Prozent
Sparen mit festem Zins 9,3 8,5 - 8,6 Prozent
Sparen mit vereinbarter Kündigungsfrist 3,24 2,7 - 15,6 Prozent
Sparen mit dreimonatiger Kündigungsfrist 14,7 13,1 - 10,9 Prozent
Sparbuch 3000plus 16,5 22,2 + 34,6 Prozent
Sparbriefe Typ A und B (Millionen DM) 357,1 390,7 + 9,4 Prozent
Depotkonten (Stück) 15.665 49.003 + 212,8 Prozent
Depot-Einlagen (Millionen DM) 159,6 540,3 + 238,5 Prozent
Konten (Millionen Stück) 4,84 4,67 - 3,5 Prozent
Sichteinlagen (Milliarden DM) 24,6 22,7 - 7,7 Prozent
Btx-Konten (Sütck) 295.237 339.626 + 15,0 Prozent
Telefon-Service-Teilnehmer 166.943 661.288 + 296,1 Prozent
Neues Unternehmenszeichen der Deutschen Bundespost POSTBANK/Deutsche Postbank AG
Im Geschäftsbericht 1994 - herausgegeben 1995 von der Deutschen Postbank AG - stellt das Unternehmen ihr neues Unternehmenszeichen vor. Im Geschäftsbericht 1994 beschreibt die Deutsche Postbank AG Sinn und Zielsetzung des neuen Corporate Design so:
Mit dem neuen Unternehmenszeichen zeigt die Postbank Profil. Das Symbol steht für Aktivität, Optimismus und Sympathie und damit für das neue Selbstverständnis der Bank. Die Dynamik des Zeichens vermittelt hohe Einsatzbereitschaft und Leistungswillen. Die Postbank hat ein Zeichen gesetzt, das gleichzeitig auch ihren Anspruch an die eigene Zukunft dokumentiert.
Vorstandsbrief als Einleitung des Geschäftsberichts 1994 der Deutschen Bundespost POSTBANK
Auszüge aus dem Geschäftsbericht 1994 der Deutschen Postbank AG
Aus dem Geschäftsbericht 1994
Die neue Ära Postbank hat begonnen: Chronik 1994
Der Vorstand der Deutschen Bundespost POSTBANK wird erweitert. Achim Scholz als Vorstandsmitglied 4 und Joachim Sperbel als Vorstandsmitglied 5 machen aus dem Triumvirat ein Quintett. Scholz ist für die Bereiche Vertrieb und Bankenorganisation sowie für die Niederlassungen bundesweit zuständig, während Sperbel für Treasury, Controlling und ab dem 1. Juli 1994 auch für das Rechnungswesen verantwortlich zeichnet.
Für alle Geldinstitute in Deutschland ist ab jetzt die Legitimationsprüfung bei Auszahlung eines Euroschecks am Schalter verbindlich. Vor der Auszahlung eines Euroschecks hat somit auch die POSTBANK diese Prüfung durchzuführen.
Telefon-Service kommt ins Rollen
Nach erfolgreich abgeschlossener Testphase erfolgt der Startschuss: Der Postbank Telefon-Service geht in die bundesweite Einführung. Zunächst bei der Postbank Ludwigshafen, anschließend schrittweise bei allen weiteren Niederlassungen. 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bereits für das Geschäft am Telefon fit gemacht.
Am 10. Januar ist es soweit. Die POSTBANK verzeichnet erstmals ein Einlagevolumen von 50 Milliarden DM. Das ist der höchste Einlagenbestand seit Bestehen des Institutes. Er resultiert im Wesentlichen aus dem Sparbuch „3000 plus”, das bereits ein Einlagevolumen von über 16 Milliarden DM verzeichnet; ein Erfolg der aktiven und marktorientierten Geschäftspolitik der POSTBANK.
Postreform II: Ab geht die Post
Am 2. Februar ist man sich endlich einig. Die Fraktionen von CDU/CSU, FDP und SPD bringen das Gesetzespaket zur 2. Stufe der Postreform gemeinsam auf den Weg. Damit sind die Weichen für die Umwandlung der POSTBANK und ihrer Schwesterunternehmen in Aktiengesellschaften endgültig gestellt. Für die POSTBANK rückt das immer wieder geforderte Recht auf freie Wahl der Geschäftsfelder näher.
300.000 Btx Girokunden
Die POSTBANK, Marktführer unter den deutschen Banken im Bereich des Homebanking, begrüßt den 300.000sten Btx-Girokunden. Deren Zahl konnte damit innerhalb eines Jahres um 57 Prozent gesteigert werden.
Die Deutsche Postbank International S.A. in Luxemburg eröffnet über ihre Fondsverwaltungsgesellschaft Postbank Capital Management S.A. das 20.000ste Investmentkonto. Das Einlagevolumen dahinter beträgt fast 210 Millionen DM. Zahlen, die sich gut 3 Monate nach Geschäftsaufnahme sehen lassen können.
Postbank Infoservice, guten Tag ...
So lautet es, wenn man die seit Januar 1994 eingerichtete Nummer 0130/78 90 anruft. Dahinter steckt der Postbank Infoservice mít Sitz in Dortmund, in dem die Kundinnen und Kunden eine mittlerweile 88-köpfige Mannschaft von 8.00 bis 20.00 Uhr auf Trab halten. Die erste Zwischenbilanz nach 3 Monaten fällt zufriedenstellend aus.
Karten gut verteilt
Die Kartenfamilie der POSTBANK bekommt Zuwachs. Die neuen Kinder heißen ec-Karte und Eurocard mit zusätzlicher Telekartenfunktion. Mit dem gesamten Kartenangebot steht die POSTBANK an 1. Stelle der Kartenherausgeber in Deutschland.
Lernprogramm: Der Computer hilft
Zeitgleich wird in allen 14 Niederlassungen der POSTBANK die Einführung des Investmentangebotes „Postbank Rendite 97, 99 und 2001” durch computerunterstützte Lernprogramme vorbereitet. Lernen wird damit gewissermaßen spielerisch leichtgemacht, die Akzeptanz bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist hoch.
Geldautomaten können immer mehr
Die Geldausgabeautomaten der POSTBANK können nun neben ec-Karten, Postbank Cards und Kreditkarten auch ausländische ec-Karten verarbeiten.
Bundesweiter Telefon-Service
Die Einführung des Postbank Telefon-Service wird abgeschlossen. Bundesweit können ab jetzt Kunden, die am Postbank Telefon-Service teilnehmen, rund um die Uhr ihren Kontostand erfragen oder Produktinformationen abrufen.
Investmentfonds ~ die 2. Generation
Die Fonds „Postbank Rendite 96, 98 und 2000”, die 1. Generation der Postbank Investmentfonds, werden geschlossen. Seit dem 26. April steht das Nachfolgeangebot bereit, die Fonds „Postbank Rendite 97, 99 und 2001”.
Der Wandel der POSTBANK von einer Behörde zur Aktiengesellschaft findet seinen besonderen Ausdruck in einem modernen Corporate Design.
Quelle Deutsche Postbank AG
Neuer Sparbrieftyp
Das Sparbriefangebot der POSTBANK wird breiter, ab sofort wird ein Typ B mit jährlicher Zinszahlung zum Ende eines Kalenderjahres angeboten. Die Mindesteinlage beträgt 5.000 DM.
Im Rahmen einer Gemeinschaftsveranstaltung mit der TELEKOM stellt die POSTBANK in der Niederlassung Dortmund erstmals ihr neues Software-Produkt ModernCash als eine Möglichkeit des Electronic Banking vor, die sich vor allem für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Freiberufler empfiehlt.
Rechenzentren an Data
Die Betriebsverantwortung für die Postbank Rechenzentren geht auf die Tochter Postbank Data GmbH über.
Mit Teamarbeit in die Zukunft
Die POSTBANK pilotiert in den ersten Niederlassungen die Teamarbeit, um Erfahrungen vor einer bundesweiten Einführung zu sammeln. Die Teamarbeit bietet ein abwechslungsreicheres Aufgabengebiet und mehr Mitsprachemöglichkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, damit verbunden sind größere persönliche Freiheiten. Alle Beteiligten sind sich darüber einig, dass Teamarbeit nicht nur eine Chance zur Arbeitsplatz- und Effizienzverbesserung darstellt, sondern auch ein weiterer Schritt zur Verwirklichung einer neuen Unternehmenskultur ist.
Eigene Messezweigstelle
Auf dem Mannheimer Maimarkt, der größten deutschen Verbrauchermesse, stellt die POSTBANK erstmals einen Messestand im neuen Design vor. Die Gestaltung kommt bei den Besuchern gut an, die sofort getätigten Abschlüsse sprechen eine deutliche Sprache.
Gemeinsames System KBS und EPOS 92
POSTBANK und POSTDIENST beginnen mit der Installation der Schalter-Terminalsysteme EPOS 92 (Elektronischer Postschalter) und KBS (Karten Banking System). Beide sollen die Qualität der Dienstleistungen am Schalter maßgeblich verbessern. Der Inhaber einer Postbank Card oder einer Postbank ec-Karte kann damit papierlos und problemlos Auszahlungen und Einzahlungen tätigen sowie Kontostandsabfragen durchführen. Die herkömmlichen Aus- und Einzahlungsvordrucke gehören bald der Vergangenheit an. Bis zum Jahresende sollen bundesweit ca. 7.000 Terminals installiert sein.
„Im 4. Jahr ihrer Selbstständigkeit ist der POSTBANK trotz Ablieferung, überhöhter Abgeltung und weiter bestehender Einschränkungen ihrer Geschäftsfelder der Break even gelungen.” Mit diesen Worten bilanziert der Vorstandsvorsitzende Günter Schneider zu Recht und mit Stolz das Geschäftsjahr 1993 auf der Bilanzpressekonferenz am 23. Juni in Bonn. In der Tat kann das Geschäftsjahr 1993 als bahnbrechend gefeiert werden. Unter dem Strich bleiben nur noch 11 Millionen DM Verlust, trotz der ergebnisunabhängigen und wettbewerbsverzerrenden Ablieferung an den Bundeshaushalt in Höhe von 324 Millionen DM. Mit diesem Ergebnis ist der Break even faktisch geschafft. Die POSTBANK braucht den Weg in die private Geschäftsform nicht zu scheuen. Neue Gewinnfelder lassen sich aber erst erschließen, wenn die POSTBANK von staatlichen Fesseln befreit als Aktiengesellschaft chancengleich agieren kann.
Der Geist von Bremen
Die POSTBANK verabschiedet ihre Unternehmens-Leitlinien und definiert damit ihr Selbstverständnis, ihre Beziehungen zu Kunden, im Unternehmen, zu Partnerunternehmen sowie zu Umwelt und Gesellschaft. Dieses Credo stellt sie am 17. und 18. Juni 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus allen Niederlassungen, Töchtern und Geschäftsbereichen des Unternehmens in einer Großveranstaltung vor. Damit erfolgt die Initialzündung für einen Informations-, Kommunikations- und Motivationsprozess, der die Effizienz und Akzeptanz der Unternehmensleistungen intern wie extern steigern soll. Das Zauberwort heißt „wir”. Allen Beteiligten ist klar, dass es mit einer guten Anfangsveranstaltung allein nicht getan ist. Vielmehr muss jetzt mit der eigentlichen Arbeit begonnen werden, muss das, was man sich während der Dialogveranstaltung vor Augen geführt hat, in Alltagsarbeit umgesetzt werden. Die selbstgestellten Forderungen müssen jetzt gelebt werden. Ein Prozess, der Jahre dauern wird.
Postreform II verabschiedet (1)
Am 29.Juni verabschiedet der Bundestag das Gesetzespaket zur Postreform II.
Postbankmitarbeiter machen sich fit
Wer bereit ist, sich in seiner Freizeit fortzubilden, dem steht das Selbstlernprogramm „Training Bankausbildung der Bankakademie” zur Verfügung. Am Ende des Lernprogramms steht die Prüfung zum Bankassistenten.
Luxemburg mit Gewinn
Auch die Deutsche Postbank lnternational S.A., Luxemburg, bilanziert zum 1. Mal. Sie schließt ihr 1. Rumpfgeschäftsjahr 1993 mit einer Bilanzsumme von ca. 6,2 Milliarden DM ab und erreicht ein positives Ergebnis vor Steuern von 4,5 Millionen DM. Auch diesen Start kann man durchaus als gelungen betrachten.
Nach 24-tägigem Verhandlungsmarathon verkünden die Postunternehmen in den frühen Morgenstunden des 2. Juli den erfolgreichen Abschluss des Gesamtpakets über die soziale Sicherung der Postbeschäftigten. Damit ist sichergestellt, dass die Umwandlung der Postunternehmen in private Aktiengesellschaften sozialverträglich durchgeführt wird und der erworbene Besitzstand der Beschäftigten gewahrt bleibt.
Postreform II verabschiedet (2)
Das Gesetzespaket zur Postreform II wird am 8. Juli auch vom Bundesrat gebilligt, die Postreform II kann damit zum 1. Januar 1995 in Kraft treten.
Spitzenplatz für Telefon-Service
In einem 13 Länder und 800 Unternehmen umfassenden „Grand Prix” wird die Leistungsfähigkeit der wichtigsten Unternehmen im Bereich Telefon-Service bewertet. Die POSTBANK belegt einen hervorragenden 3. Platz; sie lässt prominente Wettbewerber hinter sich.
Direktantrag fürs Sparbuch „3000 plus”
Die POSTBANK führt den Direktantrag für Sparbücher ein. Die Kunden haben ab jetzt die Möglichkeit, von zu Hause aus auf schriftlichem Weg ein bestehendes Postbank Sparbuch umzuwandeln, das Guthaben auf einem bestehenden Sparbuch aufzustocken sowie ein Postbank Sparbuch neu zu eröffnen.
Neue Zweigstellen in Kiel und Darmstadt
1993 hatte die POSTBANK ihre ersten beiden eigenen Zweigstellen im neuen Design in Stuttgart und München eröffnet. Jetzt folgen die Zweigstellen 3 und 4. Am 15. und 29. August werden die neuen Zweigstellen Kiel und Darmstadt der Öffentlichkeit vorgestellt. Parallel hierzu läuft bundesweit die Einrichtung von 150 sogenannten Blauen Schaltern in Postämtern auf Hochtouren.
Gesellschaft für Zahlungsverkehr gegründet
Zum 1. August rufen POSTBANK und Verband Öffentlicher Banken gemeinsam die VöB/ZVD GmbH ins Leben, eine Zahlungsverkehrs-Dienstleistungs-Gesellschaft, die den Erwerb und die Verwertung von Lizenzen und anderen Rechten auf dem Gebiet des Zahlungsverkehrs zur Aufgabe hat.
Postbank ec-Karten auch im Ausland
Postbank Kunden können mit ihrer ec-Karte jetzt auch im Ausland ihre Zahlung bei Handels- und Dienstleistungsunternehmen bargeldlos erledigen. Der Zentrale Kreditausschuss hatte sich darauf verständigt, die Vertragswerke vom 1. September an insoweit zu erweitern.
Zweigstelle Nummer 5
Am 5. September wird Postbank Zweigstelle Nummer 5, dieses Mal in Berlin 42, eröffnet.
Sparbrief jetzt auch am Postschalter
Seit Monatsbeginn bietet die POSTBANK ihren Kunden den Sparbrief auch über die Filialen des POSTDIENSTES an.
POSTBANK nahe am Geldmarkt
Postbank Rendite DM Cash heißt der neue Fonds der POSTBANK. Es handelt sich dabei um einen offenen, geldmarktnahen Fonds, der über die Postbank Capital Management S.A., Luxemburg, aufgelegt wird. Der besondere Vorteil für den Kunden liegt darin, dass die POSTBANK als einer der ersten Anbieter Deutschlands keinen Ausgabeaufschlag erhebt.
Homebanking mit ModernCash
Nach der Vorstellung des neuen „Electronic Banking”-Angebotes „ModernCash” im April beginnt die POSTBANK jetzt mit dem Vertrieb der PC-Software für den Btx-Service. Sie bietet den Kunden das Programm, falls gewünscht, mit Modem und kostenfreier Einrichtung einer Datex J-Anschlusskennung an. Den Firmenkunden wird das Programm „Postbank AZV” für den Auslandszahlungsverkehr angeboten.
Niederlassung Nummer 15
Der Vorstand beschließt die Gründung einer Niederlassung in Luxemburg. Dadurch sollen mehr Möglichkeiten für Firmenkunden am Geld- und Kapitalmarkt erschlossen werden.
Neue Kontoführungsentgelte für Geschäftskunden
Zum 1. Oktober führt die POSTBANK im Geschäftskundenbereich neue Kontoführungsentgelte ein. Das Entgelt orientiert sich jetzt an der Art der vereinbarten Zahlungsverkehrsabwicklung. Die POSTBANK möchte hiermit ihren vielen Geschäftskunden den beleglosen Zahlungsverkehr schmackhaft machen.
Neu an Bord - Käpt'n Blaubär
Der den Kindern aus dem Fernsehen bestens bekannte Käpt'n Blaubär heuert bei der POSTBANK an. Zum Weltspartag gibt er mit der POSTBANK zusammen einen Terminkalender heraus, der gleichzeitig als Museumsführer dienen soll. In diesem Terminkalender wartet Käpt'n Blaubär, wie nicht anders zu erwarten, mit erfundenen oder wahren Geschichten auf, die aber immer etwas mit dem gerade beschriebenen Museum zu tun haben. Die Resonanz der Kinder auf dieses Angebot ist enorm.
Wie schon 1993 erweist sich auch 1994 das Formularkonzept der POSTBANK als sehr gut. Im Bereich „Geschäftsformulare” zeichnet der Bundesverband Druck das Bestellformular für Visitenkarten der POSTBANK mit dem 1. Preis aus. Das Designkonzept der POSTBANK kann damit einen weiteren Erfolg feiern. Im Vorjahr hatte das Institut den 1. Preis für den Freistellungsauftrag für Kapitalerträge erhalten.
Das im Juni 1993 gestartete Projekt „Konzentration der Rechenzentren” wird abgeschlossen. 5 technische Zentren sowie ein Unternehmensrechenzentrum - statt wie bisher 18 Rechenzentren - bilden ab jetzt das Rückgrat der Postbank Informationsverarbeitung. Verantwortlich für die Führung ist die Postbank Data GmbH, beide Unternehmen schließen hierüber einen Vertrag ab. Insgesamt verfügen jetzt 12.000 Arbeitsplätze in den Niederlassungen über zeitgemäße DV-Technik.
Die POSTBANK steigt jetzt auch in die Jugend-Kommunikation ein. In Zusammenarbeit mit Pädagogen hat sie Unterrichtsmaterial unter dem Titel „Postbank und Schule” herausgegeben, das in diesen Tagen an die deutschen Schulen verschickt wird. Die 3 Publikationen sprechen die unterschiedlichen Altersgruppen lehrplanbezogen an. Die Mappen beinhalten jeweils ein Schülerheft mit allen wichtigen Informationen, zusätzlich sind Folien und Kopiervorlagen eingelegt. Das soll eine interaktive Unterrichtsgestaltung erleichtern. Die POSTBANK möchte damit auch einen Beitrag zum richtigen und vernünftigen Umgang mit Geld, vor allen Dingen bei jungen Leuten, beitragen.
Größer, besser, schöner ...
Zum 1. November erhält der Postbank Sparkonto-Eröffnungsauftrag ein neues Gesicht: Die Kunden, die bisher einen überladenen und durch eine kleine Schrift sehr leseunfreundlichen Antrag im Postkartenformat ausfüllen mussten, erhalten ab jetzt einen übersichtlichen Auftrag im DIN-A4-Format. Der Eröffnungsauftrag entspricht dem neuen Erscheinungsbild der POSTBANK und dem 1993 entwickelten Formularkonzept.
Bernhard Zurhorst verlässt den Vorstand
Am 31. Dezember scheidet Bernhard Zurhorst aus dem POSTBANK-Vorstand aus. Als entschiedener Vorkämpfer der Privatisierung hat er hierfür wesentliche Anregungen gegeben. Mit Genugtuung kann er jetzt feststellen, dass die Privatisierung des Unternehmens zum 1. Januar 1995 in Kraft tritt.
Deutsche Postbank AG - nicht alles für alle
Anlässlich einer Führungskräftetagung am 1. Dezember sagt Vorstands-Chef Günter Schneider: „Die Postbank versteht sich künftig als leistungsstarker, qualitätsstabiler und preisgünstiger Anbieter von Finanzdienstleistungen im Verbund mit Tochterunternehmen, Kooperationspartnern und im Vertriebsverbund mit der Post AG. Die Vollbanklizenz bedeutet nicht, dass wir von heute an Universalbank sein wollen. Die POSTBANK muss, aufbauend auf ihrem Spezialbank-Charakter, in der Weiterentwicklung ihrer Produktpalette sehr vorsichtig sein. Sie wird die finanziellen Basísbedürfnisse einer breiten Kundschaft abzudecken haben. Sie wird aber nicht der Anbieter für jedes Produkt für jedermann sein.” Die Führungsmannschaft des Unternehmens wird umfangreich über das in jeder Hinsicht wichtige Datum 1.Januar 1995 informiert.
Von 8 auf 10
Im Rahmen der Einführung von EPOS 92 werden die Kontonummern im Sparbereich von 8 auf 10 Stellen erweitert. Die Kunden brauchen ab sofort die alte Ausweiskarte nicht mehr, die neue wird direkt am Schalter mit der 10-stelligen Kontonummer bedruckt.
Gründungsurkunden in Köln verliehen
Der große Tag ist da. Am 20. Dezember überreicht Postminister Wolfgang Bötsch den Vorstandsvorsitzenden der neuen Aktiengesellschaften die Gründungsurkunden. Damit ist es gewissermaßen amtlich, das Ende der Geschäftsfeldbeschränkungen für die POSTBANK rückt unaufhaltsam näher. lm Rahmen dieser Veranstaltung stellt die POSTBANK auch erstmals ihr neues Unternehmenslogo vor.
Bäriger Erfolg
Zum Weltspartag im Oktober hatte die POSTBANK die Käpt'n Blaubär Spardose vorgestellt. Bis zum Jahresende liegen bereits 30.000 Bestellungen hierfür vor. Im nächsten Jahr soll die Spardose auch über den Direktversand abgesetzt werden.
Der Hit 1994: Sparbuch „3000 plus”
Die POSTBANK erreicht zum Jahresende 1994 ein Einlagevolumen von 53,5 Milliarden DM. Entscheidenden Anteil hieran hat das Sparbuch „3000 plus”. Auf 3 Millionen Konten legten die Kunden rund 24 Milliarden DM an und verhalfen dem Produkt damit erneut zum Spitzenplatz unter den Postbank Sparangeboten insgesamt.
Erfolgreich im Investmentfondsgeschäft
Die POSTBANK zieht Zwischenbilanz im Investmentfondsgeschäft. Zum Jahresende haben ihr die Kunden fast 740 Millionen DM anvertraut. Eine Zwischenbilanz, die sich sehen lassen kann, vor allen Dingen, wenn man berücksichtigt, dass die Geschäftsaufnahme erst Ende 1992 erfolgte.
„Blaue Schalter”
Zum Jahresende sind bundesweit 150 Postbank-eigene „Blaue Schalter” in Postämtern eingerichtet, die Vorarbeiten für die Installation der nächsten 100 laufen.
Top: Postbank Telefon-Service
Im Laufe des Jahres 1994 hat sich die POSTBANK beim Telefon-Service die Marktführerschaft erobert. Am Jahresende nutzen schon 670.000 Kunden die Möglichkeit, z.B. telefonisch ihren Kontostand abzurufen oder Aufträge zu erteilen. 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwarten die Anrufe der Kunden und geben kompetent Auskünfte zu allen Fragen im Giro- und Anlagengeschäft.
Bankenklage erledigt
Die im Mai 1992 eingereichte Klage von 9 privaten Banken gegen die POSTBANK, ihre wettbewerbsorientierten Ausdehnungen der Geschäftstätigkeit zu unterlassen, erledigt sich durch einen außergerichtlichen Vergleich.
Aus dem Geschäftsbericht 1994 der Deutschen Postbank AG
Strategie 2000: Die POSTBANK zeigt Flagge
Die POSTBANK hat die Herausforderungen der Marktwirtschaft angenommen. Starke Positionen auf den angestammten Geschäftsfeldern und eine verbesserte Ertragslage, eine personelle Qualifizierungsoffensive und die stufenweise Arrondierung des Leistungsspektrums im Sinne einer Basisbank: So formuliert der Vorstand das mittelfristige Ziel.
Der Erfolg von 1994 ermutigt. Das Unternehmen POSTBANK präsentiert einen Jahresabschluss, der nicht nur durch die Zahlen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung überzeugt.
Erneut hat die Strategie einer Basisbank ihre Bewährungsprobe bestanden. Einfache Produkte des finanziellen Grundbedarfs sind Träger des Erfolgs. Spítzenpositionen im Markt wurden behauptet und ausgebaut.
Die Neustrukturierung trug weitere Früchte. Ein straffes Kostenmanagement und das Austasten neuer Handlungsspielräume in Produktgestaltung und Vertrieb bringen die POSTBANK ihren Zielen näher.
Im Mai 1994 stellte der Vorstand strategische Details vor:
Aus dem Break even von 1993 wurde ein Jahr später ein nennenswerter Überschuss. Dennoch fragen sich kritische Beobachter, warum der Gewinn so deutlich unter der Prognose blieb. Angekündigt vom Vorstand war - nach Abführung an den Bund - ein 3-stelliges Plus. Doch statt der erwarteten 100 Millionen DM wurden es „nur” 51 Millionen.
Dr. Günter Schneider, seit 5 Jahren Vorsitzender des Vorstandes der POSTBANK und strategischer Lenker des Unternehmens, sieht da keinen Widerspruch: „Die Prognose war nicht falsch.” Nicht vorhersehbar und von der POSTBANK nicht zu verhindern war im Zuge der Postreform II das Streichen ihrer Ausgleichsforderung von 336 Millionen DM gegen den Bund für die im Gegenzug der POSTBANK nur 90 Millionen DM Verbindlichkeiten gegenüber den Bundesländern erlassen wurden.
Ohne diese einmalige nicht einzukalkulierende Belastung hätte das Konzernergebnis 297 Millionen DM betragen, also weitaus mehr als die prognostizierten 100 Millionen DM. Auch das operative Ergebnis, darauf verweist der Vorstand mit einigem Stolz, lag 1994 deutlich und zwar um etwa 200 Millionen DM über dem von 1993. Dazu Schneider: „Damit haben wir unser Planziel voll erreicht.”
Beispiel Einlagengeschäft. Vertriebs-Vorstand Achim Scholz: „Die Aufwärtsentwicklung in diesem Sektor ist seit Längerem ungebrochen.” Im Januar 1994 überschritten die Spareinlagen die für die POSTBANK magische Grenze von 50 Milliarden DM. Im Dezember erreichten sie mit 53,5 Milliarden DM einen neuen Höchststand.
Die Frage nach den Ertragsquellen führt rasch zum Vorzeigeobjekt Sparbuch „3000 plus”. Es brillierte 1994 mit einem Wachstumsschub von 49 Prozent. Das entspricht 8 Milliarden DM Volumenzuwachs. Warum funktioniert eigentlich das so oft totgesagte Sparbuch ausgerechnet bei der POSTBANK? Schneider weiss die Antwort: „Das Geheimnis sind seine Einfachheit und eine marktgerechte Verzinsung.” Das unterstreicht einerseits die strategische Ausrichtung der POSTBANK auf die Position der Basisbank mit den Schienen Einlagengeschäft und Girogeschäft. Es ist andererseits ein Beleg für die innerhalb der deutschen Bankenszene angestrebte Preisführerschaft.
Andere, so der Vorstand unisono, haben das Sparbuch nicht kundengerecht verzinst, während die POSTBANK es dem Markt mit attraktiven Konditionen schmackhaft gemacht hat. Wir, sagen die 3 Herren selbstbewusst, haben auf den privaten Haushalt gesetzt, der gern jederzeit 2 bis 3 Monatsgehälter spart, ohne auf den jederzeitigen Zugriff verzichten zu müssen. Außerdem ist das Grundprodukt unkompliziert, bekannt, gelernt - also eine vernünftige Entscheidung, die sich voll bestätigt hat.
Die Deckung des finanziellen Grundbedarfs führt automatisch zu den nicht erklärungsbedürftigen, über Werbung gut vorzuverkaufenden Produkten. Der Investmentfonds ist dafür ein weiteres Beispiel. Er ist mit seiner Charakteristik jahrelang in Deutschland vorverkauft. „Wir haben zunächst in Zeiten, in denen wir noch nicht die volle gesetzliche Freiheit besaßen, Laufzeitfonds in den Markt gebracht. Jetzt werden wir dieses Umsatzfeld systematisch ausbauen.” Schneider bringt hier erstmals den Direktvertrieb der POSTBANK ins Gespräch. Die Entscheidung der POSTBANK für den 2-gleisigen Vertriebsweg hat sich einmal mehr bewährt.
Ein Sprung in den Girobereich. Während andere Banken versuchen, diesen Sektor kleinzuhalten, hat die POSTBANK ihre Marktführerschaft behauptet. Finanz-Chef Joachim Sperbel nennt das Ziel: „Unser Girogeschäft ist Grundlage für fast alle anderen Geschäfte. Die POSTBANK hat 4,6 Millionen Girokunden - soviel wie keine andere Bank in Deutschland. Der Ehrgeiz der POSTBANK geht ein Stück weiter: Sie will diesen Bereich rentabel gestalten.”
Angesprochen auf die Zielgruppe Firmenkunden fällt das Stichwort Eurogiro, das Zahlungsverkehrssystem der europäischen Postbanken. Über dieses Medium lassen sich 40 Millionen Adressen in Europa und in Japan erschließen. Der Vorstand sieht darin für die POSTBANK einen Wettbewerbsvorteil.
Ein Thema schlägt derzeit in der deutschen Bankenwelt hohe Wellen: das Electronic Banking. Hier behauptet die POSTBANK gleich mehrfach Marktführerschaft. Zum Beispiel beim Telefon Banking: 670.000 Teilnehmer und über 1 Million Anrufe im Monat, vermerkt Achim Scholz. Anfangs sei das nur technische Abwicklung gewesen, reine Kontostandsabfrage. Jetzt solle die aktive Kundenbetreuung via Telefon als Antwort auf den Beratungsbedarf folgen.
Diese Fürsorge gilt auch den „großen Geldern”. Deshalb hat die POSTBANK in Luxemburg ihrer Tochter noch eine Niederlassung zur Seite gestellt. Das ist ein ganz erheblicher Vorteil für institutionelle Anleger und Firmenchefs, weil die Sicherheit der Mutter dahintersteht.
Zurzeit schießen in Deutschland die Direktbanken wie Pilze aus dem Boden. Und die POSTBANK? Joachim Sperbel lächelt: „Wir sind doch, solange wir denken können, auch eine Direktbank. Das ist für uns der Wettbewerbsvorteil schlechthin - bei 11 Millionen Kundenadressen. 40 Jahre lang sind es unsere Kunden gewohnt, das Medium Brief zu nutzen. Die Kunden anderer Banken müssen das erst lernen.” Auch das sei wichtig: Diese Direktbank-Tradition sei auch ein Vorteil für die Entwicklung neuer Electronic Banking-Produkte wie Telefon-Service und für ihre rasche Akzeptanz beim Kunden.
Auf der einen Seite die Tradition, die heute die POSTBANK begünstigt, auf der anderen die Notwendigkeit, ein von seiner früheren sperrigen Organisation her schwerfälliges Gebilde marktwirtschaltlich auf Vordermann zu bringen.
Da gebe es klare Prioritäten für sein Haus, heißt Schneiders Diktum. An erster Stelle steht ein straffes Kostenmanagement, das sich auch auf die Personalziele auswirkt. Zunächst versucht die POSTBANK, sie über natürliche Fluktuation zu erreichen. Mit ihrem Personalprozess ist sie im Plan; er wird mit aller Konsequenz weitergeführt - es gibt kein Atemholen.
Zugleich erhalten die Niederlassungen mehr Vertriebsverantwortung und können künftig als Profit-Center geführt werden. Damit einher geht ein Bewusstseinswandel bei immer noch über 17.000 Mitarbeitern. Außerdem wird in der Bonner Zentrale hart daran gearbeitet, die Arbeitsplätze attraktiver zu gestalten, um die Zufriedenheit mit der Arbeit zu erhöhen und Kreativität freizusetzen, die im Menschen selber steckt. „Die kann man nicht verordnen.”
Postreform II bedeutet Vollbanklizenz. Sie wiederum bringt neuen Handlungsspielraum für Märkte und Produkte. Postbank-Chef Schneider hat zu Beginn dieses Jahres die weiteren Pläne bekanntgegeben. Baufinanzierung, Bausparen, Privatkredit- sie sollen neue Produktsignale setzen. Das Kartenengagement soll strategisch gestärkt werden, weil es dabei ist, sich in der Bevölkerung zu einem Grundbedarf zu mausern.
Behutsam hingegen will sich der Vorstand den Firmenkunden nähern. Es sind derzeit rund ½ Million. Für sie ist die POSTBANK vornehmlich eine Zweitbank. Dort, wo es gilt „Flagge zu zeigen”, bedient die POSTBANK sie auch mit Eurokrediten.
Im Übrigen lässt Schneider keinerlei Zweifel daran, dass sich die POSTBANK auch weiterhin an ihrer strategischen Position als Basisbank orientieren wird. „Wir werden uns nicht verzetteln. Der erste Schritt in das Neuland geht in die nähere Umgebung bestehender Produkte.” Und Scholz stützt diese Unternehmensphilosophie mit der These: „Die Geschichte der Postbank Dienste war - was ihren Erfolg angeht - sicherlich auch eine Geschichte der Beschränkung. Wir glauben, die POSTBANK ist gut beraten, sehr vorsichtig zu expandieren - immer den Grundbedarf ihrer Kunden vor Augen.”
Der Weg in die Zukunft führt auch über die Technologie. Probleme? „Wir haben”, so der Organisations-Verantwortliche Scholz, „gut die Hälfte der Strecke zurückgelegt, um unseren ehemaligen Rückstand auf die deutschen Großbanken aufzuholen. Heute sind wir mit über 5.000 Standorten online vernetzt und damit die größte flächendeckend terminalisierte Bank in Deutschland.” Das Jahresziel der POSTBANK liegt 1995 bei rund 10.000 Standorten und 17.000 Schaltern.
Die POSTBANK hat ihre Niederlassungen elektronisch vernetzt, sodass heute Aufgaben dorthin verlagert werden können, wo gerade Kapazitäten frei sind. „Wir haben also”, bekräftigt Schneider noch einmal die Aussage seines Kollegen, „gegenüber dem Wettbewerb aufgeholt und ihn auf manchen Feldern bereits überholt.” So entsteht beispielsweise als Konsequenz aus der Zusammenlegung der ursprünglich 18 Rechenzentren in 5 Technische Zentren und ein Unternehmens-Rechenzentrum ein online-realtime-System mit einer bislang in Deutschland nicht gekannten Größe und Ausdehnung. Weitere Technik-Investitionen hoher Dimension sind geplant, als Investition in eine gute Zukunft.
Zwangsläufig stellt sich noch die Frage nach den Perspektiven eines Börsenganges. Ist die POSTBANK im Plan? Noch einmal der Vorstandsvorsitzende: „Ich denke, dass wir erstens wissen, wie wir dahin kommen, und zweitens, dass wir umfangreiche und vorbereitende Aufgaben bereits geleistet haben.” Und er zählt nochmals auf: Kostenmanagement, Terminalisierung, Beiträge aus neuen Geschäftsfeldern, gehörige Deckungsbeiträge aus Investmentfonds, Controlling, Organisation der Niederlassungen. Und mit neuen Kooperationspartnern wird die POSTBANK neue Kräfte zur Ertragsstärkung gewinnen.
Die POSTBANK, so stellt der Vorstand abschließend fest, ist eine der Banken, die mit der Konzentration auf den finanziellen Grundbedarf ihrer Kunden noch heute das erfüllt, was früher andere in ihre Präambeln geschrieben haben. Und das mit Erfolg: Ihr Ergebnis hat die POSTBANK seit 1990 sukzessive um fast ½ Milliarde DM gesteigert, wenn man 1994 einschließt. Das lässt hoffen. So wird die POSTBANK den Weg der marktwirtschaftlichen Öffnung konsequent weiterverfolgen.
Nach der Postreform II: Neue personelle Rahmenbedingungen
Mit der Verabschiedung des Postneuordnungsgesetzes (PTNeuOG vom 14. September 1994) fanden die Verhandlungen zur Postreform II ihren lang ersehnten Abschluss. Am l. Januar 1995 wurde die Postbank zur privatrechtlichen Aktiengesellschaft. Sie ist in einer ungewöhnlichen Arbeitgeberposition: Neben Angestellten und Arbeitern beschäftigt sie auch Beamte.
Die privatrechtliche Organisationsstruktur bietet allen Beschäftigten neuartige Leistungsanreize und Fördersysteme. Und ermöglicht jedem Einzelnen durch Leistung und Erfolg ein schnelleres berufliches Fortkommen und die aktive Mitgestaltung des Unternehmens Postbank. Das war bisher aufgrund gesetzlicher Beschränkungen durchaus nicht selbstverständlich.
Beamtinnen und Beamte der Postbank haben jetzt die Chance, sich beruflich neu zu orientieren. Denn beamtenrechtliche Laufbahnregelung und privatwinschaftliche Förderung können parallel laufen.
Um zu einem für alle zufriedenstellenden Miteinander zu kommen, ist ein attraktives Modell entwickelt worden: ein offenes System für alle Beamtinnen und Beamte.
Modell des offenen Systems: die beamtenrechtliche Regelung
Beamte können weiter Beamtin bzw. Beamter bleiben; als Beschäftigte der Postbank sind sie dann unmittelbare Bundesbeamte. Oder sie können sich von ihrem Beamtenstatus beurlauben lassen und Angestellte der Postbank werden. Die 3. Alternative ist, aus ihrem Beamtenverhältnis auszuscheiden und Angestellte der Postbank zu werden. Das Modell der Beurlaubung soll das berufliche Vorankommen von laufbahnrechtlichen Vorschriften befreien. Beamtinnen und Beamte im Vorbereitungsdienst leisten diesen vollständig ab. Neue Beamte werden nicht mehr eingestellt.
Von der Personalvertretung zur Betriebsverfassung
Das Betriebsverfassungsgesetz löst ab 1. Januar 1995 das Bundespersonalvertretungsgesetz ab. Das heißt: Alle Postbank Beamtinnen und Beamten gelten künftig als Angestellte oder Arbeiter, je nach Beschäftigungsart. Aus dem Personalrat wird ein Betriebsrat. Er setzt sich neu zusammen und wird nach einem anderen Prinzip gewählt.
In verschiedenen Workshops und mit umfassendem Informationsmaterial sind in einem ersten Schritt die Führungskräfte auf die Neuregelungen vorbereitet worden. Zur ausführlichen Unterrichtung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Postbank Konzerns wurde die Informationsbroschüre „Deutsche Postbank AG - für die Zukunft gerüstet” herausgegeben. Im 1. Halbjahr 1995 folgten der ersten Praxisphase weitere Informationsveranstaltungen.
Die sozialen Aufgaben der Holding
Die sozialen Aufgaben nimmt seit dem 1. Januar 1995 die neue Holding, die Bundesanstalt für Post und Telekommunikation, wahr. Diese wird über Geschäftsbesorgungsverträge von der Postbank für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Anspruch genommen.
Die Postbank: ein attraktiver Arbeitgeber
Leistung und Kundenorientierung als Maximen
Die Leitlinien der Postbank legen Leistung und Kundenorientierung als Maximen des Handelns fest. Darauf aufbauend wurden 1995 die „Grundsätze der Zusammenarbeit und Führung” neu definiert. Sie sollen die zielorientierte Führung, die kooperative Zusammenarbeit und die Delegation von Aufgaben und Verantwortung wirksam unterstützen.
Höherqualifizierung durch interne Stellenwechsel
Besonders fördern will die Postbank interne Stellenwechsel. Offene Stellen werden zwar öffentlich ausgeschrieben, bei gleicher Qualifikation aber erhalten Mitarbeiter aus den eigenen Reihen den Vorzug. Entscheidungen über die Stellenbesetzung und das berufliche Weiterkommeni richten sich ausschließlich nach Eignung, Qualifikation und fachlicher Leistung. Internes Personalmarketing soll zukünftig auf neue Chancen und Perspektiven aufmerksam machen.
Dabei gilt selbstverständlich immer das Prinzip der Freiwilligkeit. Die Bank unterstützt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die höherwertige Aufgaben und mehr Verantwortung übernehmen möchten. Und sie fördert Mobilitätsbereitschaft mit finanziellen Anreizen und Betreuungsmaßnahmen am neuen Arbeitsort.
Im Dialog mit dem Arbeitsmarkt
Den Dialog mit dem Arbeitsmarkt führt die Postbank aktiv. Neue Geschäftsfelder mit neuen Aufgabenstellungen machen es erforderlich, dass die Bank zukünftig verstärkt Know-how „von draußen” holt. Als Instrument dient ihr ein attraktives Personalmarketing, dem die Corporate Identity der Bank Individualität verleiht. Die zielgerichtete Ansprache fähiger potenzieller Mitarbeiter steht im Vordergrund. 1994 hat die POSTBANK auch erste Kontakte zu Fachhochschulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen aufgebaut, um das Unternehmen als Karrierealternative für Berufseinsteiger bekannt zu machen. Der frühzeitige Kontakt mit Schülern und Studenten im Wege von Unternehmenspraktika und Diplomarbeiten erschließt der Postbank ein interessantes Nachwuchspotenzial, insbesondere für spätere Aufgaben in der mittleren bis oberen Führungsebene.
Personalentwicklung - eine Führungsaufgabe
Förderung von Nachwuchs und Management - ein Gesamtsystem
Die Postbank wünscht sich zufriedene Kunden, zufriedene Mitarbeiter und zufriedene Eigentümer. Von zentraler Bedeutung ist für die Realisierung dieses Ziels die Personalentwicklung. Sie ist die große Herausforderung für das Unternehmen Postbank in der Zukunft. Systematische Personalplanung und -bedarfsermittlung, das Erkennen von Potenzialen und die Mitarbeiterförderung für zukünftige, weiterführende Aufgaben sind Bausteine einer langfristigen, zielgerichteten Personalentwicklung.
Das im Herbst 1994 verabschiedete „10-Punkte-Programm der Personalentwicklung” formuliert einen umfassenden Katalog unterschiedlichster Maßnahmen für die Entwicklungserfordernisse verschiedener Zielgruppen. Entwicklungs- und Förderkreise, Workshops und Projektmanagement, Stellvertretung und Assistenzaufgaben sollen förderungswürdige, entwicklungsfähige Mitarbeiter auf neue Aufgaben vorbereiten. Ende 1994 lässt sich aus den ersten Ergebnissen des Programms eine ermutigende Bilanz ziehen. Im Verlauf des Jahres 1995 werden die Maßnahmen systematisch erweitert und zügig implementiert.
Personalentwicklung ist eine wichtige Führungsaufgabe. Der Vorgesetzte ist „Coach” und „Mentor” des Mitarbeiters. Die neuen Führungsgrundsätze der Postbank, das noch zu entwickelnde Beurteilungssystem, der angestrebte „Abteilungsdialog” und darauf aufbauende, umfangreiche Trainingsprogramme und Workshops sollen den Führungskräften helfen, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu meistern.
Gezielte, kontinuierliche Weiterbildung
Veränderte Arbeitsplätze, neue Systeme und ein erweitertes Produktangebot stellen andere, meist höhere Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Postbank. Durch Entwicklung, Anpassung und Ergänzung des umfangreichen, praxisgerechten Fortbildungs- und Trainingsprogramms findet ein kontinuierlicher Know-how-Transfer statt, der den Dialog zwischen allen Beteiligten belebt. Vom Führungskräftetraining über Verhaltens- und Kommunikationstraining bis hin zu zahlreichen Fachseminaren bietet das Fortbildungsprogramm der Bank für jede Mitarbeitergruppe das richtige Seminar. Das Angebot baut auf der jährlichen Bildungsbedarfsanalyse auf und wird ständig den aktuellen Erfordernissen entsprechend angepasst und ergänzt.
1994 wurden 84 unterschiedliche Fortbildungsmaßnahmen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Beruflichen Bildung, von Spezialisten der verschiedenen Fachabteilungen und von Trainern externer Firmen durchgeführt. Insgesamt rund 70.000 Fortbildungstage standen dafür zur Verfügung. Auf jeden Postbank Mitarbeiter entfielen 1994 durchschnittlich 6 Fortbildungstage; das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um ca. 30 Prozent.
Der Qualifizierung und Praxisvorbereitung des Personals in kundennahen Funktionen kommt eine ganz besondere Bedeutung zu. Gemeinsam mit dem Vertrieb wurden deshalb spezielle Seminarreihen entwickelt. Sie vermitteln den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im sensiblen Bereich des Kunden- und Infoservice neben einem soliden Fachwissen auch Sicherheit beim Verkauf am Telefon und in „gefürchteten Situationen” beim Kundengespräch.
Service: über den richtigen Umgang mit dem Kunden
Vor allem bei den Mitarbeitern in den Postbank-eigenen Servicestellen wird großer Wert auf den „richtigen” Umgang mit Kunden gelegt: Verkaufs- und Serviceverhalten spielen hier eine entscheidende Rolle für das neue Auftreten der Bank. In einem 2-wöchigen Seminar konnten neue Mitarbeiter erfolgreich auf die höheren Anforderungen an Qualität der Beratung und Servicebewusstsein vorbereitet werden.
Zu der Fortbildungsreihe gehören außerdem Praktika bei anderen Postbank-Beratern bzw. Privatkundenberatern oder bei bereits ausgebildeten Mitarbeitern eigener Servicestellen der Bank. Jeder Teilnehmer erhält ein umfangreiches Manual mit Produktinformationen zum Nachschlagen. Solchermaßen gewappnet, entlässt die Fortbildung die neuen Postbank-Kollegen guten Gewissens ins nicht mehr ganz so „kalte Wasser”. Die bisherigen Erfahrungen sind gut - gleichwohl wird ständig an Verbesserungen gearbeitet. Da die Leistungspalette der Bank rasant wächst und viele der neuen Produkte anspruchsvollerer Art sind, benötigen deutlich mehr Mitarbeiter als ursprünglich angenommen ein Grundtraining in Sachen Postbank-Produkte.
In enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der jeweiligen Fachressorts wurden darüber hinaus bei jeder neuen Produkteinführung maßgeschneiderte Trainingmaßnahmen und Workshops erarbeitet und umgesetzt - so beispielsweise für Investmentfonds, Rendite Cash oder die VPV Rentenversicherung. Für das Grundlagenwissen wurden mit tatkräftiger Hilfe der Kooperationspartner der Bank bedarfsgerechte CUL-Programme (Computerunterstütztes Lernen) entwickelt.
In einer enormen Anstrengung wurden zusammen mit Trainern aus allen Niederlassungen und in Kooperation mit den Niederlassungen selbst im letzten Jahr nicht weniger als 6.500 Mitarbeiter in KORDOBA Giro Schritt 2 trainiert. Eine ausgefeilte Logistik und gründliche konzeptionelle Arbeit waren notwendig, um die Fortbildungseinheiten praxisgerecht auf die neuen Arbeitsplätze zuzuschneiden. Allein 46 Trainer wurden für diese Aufgabe freigestellt. Unterstützt durch eine entsprechende Ausbildung konnten sie die recht trockenen Inhalte attraktiv aufbereiten und vermitteln. Mit dem Ergebnis, dass die neuen Arbeitsinhalte mit Freude gelernt und erfolgreich in der Praxis angewendet werden.
Die Postbank als Ausbilder
Ein neuer Ausbildungsberuf wird für die Deutsche Postbank AG ab Sommer 1996 der Kaufmann bzw. die Kauffrau für Bürokommunikation sein. Bereits im Frühsommer 1995 will die Bank durch geeignetes Personalmarketing als attraktiver Ausbildungsbetrieb Aufmerksamkeit gewinnen, um dann im Herbst die ersten Lehrstellen zu besetzen. Die Ausbildung in diesem Beruf dauert in der Regel 3 Jahre. Abhängig von der Vorbildung sind auch Verkürzungen möglich. Weitere Ausbildungsberufe werden folgen.
Die Ausbilder selbst werden in Workshops und Seminaren umfassend für ihre Aufgabe und die neue Ausbildungsmethodik qualifiziert. Ein regelmäßiger Wissens- und Erfahrungsaustausch der Ausbilder wird ein durchgehend hohes Ausbildungsniveau sichern.
Auch die „alten”, auf der Praxis der Deutschen Bundespost basierenden Ausbildungsaktivitäten wurden 1994 fortgesetzt. Im mittleren Dienst schlossen 141 Postassistentenanwärter ihre Ausbildung ab, im gehobenen Dienst waren 122 in der 3-jährigen CPF-Ausbildung (gehobener Dienst für Post- und Fernmeldewesen).
Eine Besonderheit ist die freiwillige Weiterbildung, die die POSTBANK seit März 1994 in Zusammenarbeit mit der Bankakademie Frankfurt allen Beschäftigten anbietet. Das „Training Bankausbildung” vermittelt die wesentlichen Stoffinhalte der Berufsausbildung zum Bankkaufmann im Selbstlernprogramm. Das Fernstudium umfasst 40 Studienbriefe. In der Regel werden pro Monat 2 solcher Briefe verschickt. Die Studiendauer beträgt insgesamt rund 22 Monate.
In Vorbereitung sind 2 weitere Berufsmöglichkeiten: der Postbank Vertriebsassistent und der Postbank Kreditsachbearbeiter. Beide werden interessierten Mitarbeitern noch im laufenden Jahr angeboten.
Jeder Beschäftigte kann zu einer besseren Gesamtleistung des Unternehmens beitragen. Bei Arbeitsprozessen, im Umgang mit Kunden oder anderen Abteilungen - überall gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Es gilt, den Erfolg der Deutschen Postbank AG durch eigenes, kritisches und kreatives Denken mitzugestalten. Wer mitdenkt, gewinnt - nicht nur an Wertschätzung bei Vorgesetzten und Kollegen: In der Vergangenheit wurden gute Vorschläge von Mitarbeitern mit Einzelprämien von bis 50.000 DM belohnt.
Im Rahmen eines neuen Konzeptes will die POSTBANK die Beteiligung am Verbesserungsvorschlagswesen, die bisher für ein Unternehmen dieser Größe eher gering war, fördern und neue Anreize schaffen. Denn das Wissen und die Ideen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort unterstützen Veränderungsprozesse und helfen vielfach, die Effizienz zu steigern und Kosten zu sparen.
Die Einführung der gleitenden Arbeitszeit ermöglicht eine flexiblere Arbeitsgestaltung und größere persönliche Freiräume. Sie ist nicht zuletzt auch ein Schritt hin zur Kundenorientierung. Die neue Arbeitszeitregelung gilt seit Anfang 1995 zunächst in der Niederlassung Dortmund und der Zentrale in Bonn. Zug um Zug werden weitere Niederlassungen folgen. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase soll die gleitende Arbeitszeit dann im Laufe des Arbeitsjahres 1996 flächendeckend eingeführt werden.
Teilzeitarbeit ist für die POSTBANK nichts Neues. Seit ihrem Bestehen bietet sie ihren Beschäftigten diese Möglichkeit an. Mehr als 20 Prozent, d. h. fast jeder 5., machten Ende 1994 davon Gebrauch. Eine Informationsbroschüre zum Thema Teilzeit informiert über das umfangreiche Angebot, in das künftig auch solche Arbeitsplätze einbezogen werden, die bisher von Teilzeitregelungen ausgenommen waren. Die Bank erhofft sich davon eine höhere Arbeitszufriedenheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wiederum der Leistungsstärke des Unternehmens als Ganzes zugutekommt. Ein anderer wichtiger Aspekt: ein gutes Angebot an Teilzeitarbeitsplätzen erweist sich als geeignetes Mittel, den Personalbestand sozialverträglich dem tatsächlichen Bedarf anzupassen. So lassen sich heute die Arbeitsplätze von morgen sichern.
Die Postbank Belegschaft weist traditionell einen sehr hohen Frauenanteil auf. Deshalb und weil die Bank ihre Mitarbeiterinnen von jeher beispielhaft fördert, finden sich auch überdurchschnittlich viele Frauen in Führungspositionen. In der mittleren Ebene auf den unterschiedlichsten Gebieten führen und leiten Frauen Arbeitsgruppen. Herausragende Führungsaufgaben bekleiden die Abteilungs- und Niederlassungsleiterinnen. Frauen werden - gleichberechtigt und mit den gleichen Chancen wie ihre männlichen Kollegen - die Zukunft der Deutschen Postbank AG mitgestalten.
Im November 1993 fiel bei der POSTBANK der Startschuss für das Pilotprojekt „Teamarbeit”. Am Start waren in Essen und Frankfurt der Vertrieb mit der Abteilung Kontoführung und in Köln und Dortmund der Betrieb mit der Buchungsvorbereitung. Ende 1994 arbeiteten in diesen 4 Niederlassungen 29 Teams mit insgesamt 240 Beschäftigten.
Ziel ist bei der Teamarbeit ein gemeinsames Arbeitsergebnis. Dazu ist grundsätzlich alles - von der zeitlichen und inhaltlichen Organisation des Arbeitstages bis zum Personaleinsatz - innerhalb des Teams zu regeln. Das weckt neue Anreize im Berufsalltag und fördert nicht nur einen gesunden Leistungswettbewerb unter den Teammitgliedern, sondern auch die Kommunikation am Arbeitsplatz.
Nach rund 18 Monaten Erfahrung aus dem Pilotprojekt lässt sich feststellen: Die Teamarbeit hat sich bewährt. Sie soll deshalb - begleitet von intensiven Trainings- und Informationsmaßnahmen - bis Ende 1996 unternehmensweit eingeführt werden.
Die Konzepte, mit denen die POSTBANK auf die neuen personellen Rahmenbedingungen antwortet, zeigen: das Engagement für neue berufliche Perspektiven lohnt sich. Zum Glück hat das Unternehmen schon seit Jahren einen leistungsfähigen und motivierten Stamm von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Darauf lässt sich gut aufbauen: damit aus Qualifikation morgen Kompetenz wird.
Gesamtentwicklung und Ergebnis im Überblick
1994 war für die POSTBANK ein erfolgreiches Jahr. Die erste Etappe auf dem Weg zu einem leistungsfähigen, privatwirtschaftlich orientierten Unternehmen konnte abgeschlossen werden. Der bisherige Weg führte die Bank über den Break even des Jahres 1993 im Berichtsjahr in die Gewinnzone. Mit der Postreform II wurde der ungehinderte Zugang zu neuen Geschäftsfeldern eröffnet.
Jahresüberschuss trotz hoher Sonderbelastung
Der Jahresüberschuss beträgt 51 Millionen DM. Dieser Jahresüberschuss wurde erreicht, obwohl die POSTBANK - wie in den Vorjahren - eine Ablieferung an den Bund (im Berichtsjahr 527 Millionen DM) zu leisten hatte. Darüber hinaus war 1994 eine Sonderbelastung aus der Bereinigung von Ausgleichsforderungen und Verbindlichkeiten der Währungsreform von 1948 zu verkraften, die den Jahresüberschuss um 246 Millionen DM schmälerte.
Für die Risikovorsorge wendete die POSTBANK 377 Millionen DM auf. Die im Zuge der Postreform ermittelten Verkehrswerte für Gebäude der POSTBANK führten zu Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von rund 300 Millionen DM.
Bilanzvolumen auf 93 Milliarden DM ausgeweitet
Die Bilanzsumme des POSTBANK-Konzerns erhöhte sich von 86.415 Millionen DM um 8 Prozent auf 93.351 Millionen DM. Dieses Wachstum resultiert nicht zuletzt aus einem Plus der Kundeneinlagen von 5.221 Millionen DM.
Postreform II: neue Handlungsspielräume eröffnet
Mit dem „Gesetz zur Neuordnung des Postwesens und der Telekommunikation” vom 14. September 1994 (PTNeuOG) wurde ein Meilenstein in der deutschen Postgeschichte erreicht. Die Reform schuf die Voraussetzung für die Umwandlung der POSTBANK zu Beginn des Jahres 1995 in eine Aktiengesellschaft - zur Deutschen Postbank AG. Gleichzeitig wurde ihr eine Vollbanklizenz erteilt. Damit ist der Weg in neue Geschäftsfelder frei, die die POSTBANK zum Nutzen ihrer Kunden kontinuierlich besetzen wird.
Erfolgsprodukt Sparbuch „3000 plus”
Im Einlagengeschäft setzte sich 1994 die Erfolgsstory des Sparbuchs „3000 plus” fort: mit einem Wachstumsschub von 49,2 Prozent; das entspricht einem Volumenzuwachs von gut 8.064 Millionen DM. Insgesamt erreichten die Spareinlagen zum Jahresende einen neuen Rekordstand von 53.474 Millionen DM.
Funktionalität des Zahlungsverkehrs erweitert
Im vergangenen Jahr hat die POSTBANK ihr Zahlungsverkehrsnetz an den Elektronischen Schalter (ELS) und an die Elektronische Abrechnung (EAF) der Deutschen Bundesbank angeschlossen. Dies führte zu einer verbesserten Anbindung an den Interbankenbereich. Die dadurch mögliche Ausweitung der Produktpalette im Zahlungsverkehr wird die Wettbewerbsfähigkeit der POSTBANK auf diesem Sektor weiter stärken.
Im Kartengeschäft die Nummer 1 in Deutschland
Die Expansion des Kartengeschäfts der POSTBANK war 1994 ungebrochen. Insgesamt hat die POSTBANK inzwischen 1,2 Millionen ec-Karten emittiert, neuerdings mit einer Laufzeit von 3 Jahren. Auch das Ausgabevolumen der „Eurocard”, „Eurocard Gold” und „VISA Card” konnte im zurückliegenden Berichtsjahr nochmals gesteigert werden.
Nimmt man die gesamte Kartenpalette von der „Eurocard” bis zur „Postbank Card” als Basis, ist die POSTBANK heute der größte Kartenemittent Deutschlands.
Im Übrigen hat die POSTBANK 1994 über die von ihr angebotenen Wege und Produkte des Electronic Banking entscheidend den Direktkontakt zu ihren Kunden gefestigt und weiter ausgebaut.
Personalbestand um 5,4 Prozent verringert
1994 hat die POSTBANK die Neustrukturierung des Unternehmens konsequent fortgesetzt. Das innerbetriebliche Modernisierungs- und Sanierungsprogramm führte zu einer 5,4-prozentigen Verringerung der Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf durchschnittlich 19.458.
Mit eigenen Zweigstellen den Kundenservice gestärkt
Mit der konsequenten Umsetzung des Konzepts eigener Zweigstellen konnte die POSTBANK 1994 einen neuen Standard ihrer Präsenz im Markt erreichen. In Räumen der Deutschen Post AG eröffnete die POSTBANK an 150 Standorten 195 Beratungsschalter. An diesen „Zweigstellen B” beraten und bedienen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der POSTBANK ihre Kunden. Erste Reaktionen zeigen, dass diese Schalter vom Markt positiv aufgenommen werden. Mit der Eröffnung weiterer 120 Beratungsschalter an 90 Standorten im Jahr 1995 wird diese Vertriebsschiene zügig ausgebaut.
Parallel dazu wurden in Kiel, Darmstadt und Berlin 3 „Zweigstellen A” eröffnet. Diese bieten das gesamte Postbank Leistungsspektrum inklusive Schnellservice-Transaktionen an. Geplant sind zunächst 10 weitere Zweigstellen dieses Vertriebstyps. Über die Modalitäten eines über das Jahr 2000 hinausgehenden Vertriebsverbunds zwischen der Deutschen Postbank AG und der Deutschen Post AG wird gegenwärtig verhandelt.
Zum neuen Selbstverständnis der POSTBANK
Die strategische Ausrichtung der POSTBANK wird von klaren Signalen nach innen begleitet. Die Unternehmensleitlinien der POSTBANK postulieren ein kundenbezogenes Verständnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre verantwortungsvolle Aufgabe. Mit einer Großveranstaltung in Bremen 1994 wurde ein intensiver Prozess der Information, Kommunikation und Motivation angestoßen.
Darauf aufbauend entwickelte die POSTBANK Grundsätze für Führung und Zusammenarbeit. Sie haben zum Ziel, das Engagement jedes Einzelnen und die Identifikation mit seinem Unternehmen weiter zu fördern. Die Devise lautet: „Gemeinsam sind wir die Postbank.”
Bilanzstruktur und Bilanzentwicklung - Passivseite
Charakter der „Basisbank” prägt Passivgeschäft
Die Spezialisierung der POSTBANK als Basisbank schlägt sich in der Bilanz besonders augenfällig im Passivgeschäft nieder. Das Spar- und Giroeinlagengeschäft sind die tragenden Säulen. Das Bilanzwachstum betrug im Berichtsjahr 1994 8,0 Prozent, die Bilanzsumme stieg damit von 86.415 Millionen DM auf 93.351 Millionen DM.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden betrugen 80.860 Millionen DM und konnten mit einem Zuwachs von 6,9 Prozent oder 5.221 Millionen DM erfolgreich ausgebaut werden. Die Spareinlagen in Höhe von 53.474 Millionen DM (Vorjahr 49.873 Millionen DM) machten 57,3 Prozent der Bilanzsumme aus. Sie bilden den Refinanzierungsrahmen für die Aktivgeschäfte der POSTBANK. Die anderen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Form von Giro- und Termineinlagen beliefen sich auf 27.386 Millionen DM (Vorjahr 25.765 Millionen DM) oder 29,3 Prozent der Bilanzsumme.
Spareinlagen verzeichnen neuen Höchststand
Das Volumen der Spareinlagen überschritt schon im Januar 1994 die Grenze von 50.000 Millionen DM. Per Ende 1994 erreichten sie einen neuen Höchststand von 53.474 Millionen DM (Vorjahr 49.873 Millionen DM).
Die Summe der Spareinlagen setzt sich zusammen aus 2 Einlagearten, den Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von 3 Monaten und solchen mit längeren Kündigungsfristen. Wie in den vergangenen Jahren verlief auch im Geschäftsjahr 1994 die Entwicklung bei beiden Einlagetypen unterschiedlich.
Ungebrochener Markterfolg des Sparbuchs „3000 plus”
Während bei den Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als 3 Monaten eine rückläufige Entwicklung um 2.500 Millionen DM zu verzeichnen war, verbuchten die Spareinlagen mit 3-monatiger Kündigungsfrist eine positive Entwicklung, die auf den enormen Markterfolg des Sparbuchs „3000 plus” zurückzuführen ist.
„3000 plus” als Sondersparform mit 3-monatiger Kündigungsfrist erzielte einen spektakulären Zuwachs in Höhe von 8.064 Millionen DM bzw. 49,2 Prozent auf einen Gesamtbetrag von 24.461 Millionen DM. Über 800.000 neue Kunden haben sich 1994 für das Sparbuch „3000 plus” entschieden.
Die Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von 3 Monaten haben einen Anteil von 69,8 Prozent am gesamten Spargeschäft. Allein das Sparbuch „3000 plus” trug mit 45,7 Prozent dazu bei.
Attraktive Sparbriefe
Auf die Einlagen in Sparbriefe entfielen per Ende 1994 473 Millionen DM (Vorjahr 371 Millionen DM). Die POSTBANK bietet Sparbriefe seit September 1994 in 2 Varianten mit 4 und 6 Jahren Laufzeit an: Bei Typ A werden die Zinsen angesammelt und am Laufzeitende ausgezahlt, bei Typ B erfolgt die jährliche Zinszahlung.
Kräftige Expansion im Fondsgeschäft
Das Investmentfondsgeschäft, das über die Deutsche Postbank International S.A. in Luxemburg betrieben wird, expandierte 1994 stark: Das Anlagevolumen wuchs um 360 Prozent auf 737 Millionen DM bei ca. 60.000 Anlagekonten an. Die Produktpalette umfasst sowohl Laufzeitfonds mit 3, 5 und 7 Jahren Laufzeit, die Ende 1993 und im Juni 1994 aufgelegt wurden, als auch den geldmarktnahen Fonds „Rendite DM Cash”, aufgelegt im Oktober 1994. Diese sehr erfreuliche Entwicklung zeigt, dass die POSTBANK auch in diesem Bereich den Kundenbedarf erkannt und attraktive Angebote gemacht hat. 1995 ist die Produktpalette um einen Internationalen Renten- und einen Internationalen Aktienfonds erweitert worden.
Ergänzende Vermögensbildungsangebote in Kooperation mit Partnern
Zur privaten Vermögensbildung bietet die POSTBANK außerdem Kapital-Lebensversicherungen und Renten-Versicherungen in Zusammenarbeit mit einem Kooperationspartner an. Diese Sparte konnte ebenfalls ausgebaut werden. Auch wurden erste Planansätze zum Vertrieb von Bausparprodukten ausgearbeitet, die über die Zusammenarbeit mit Partnern künftig den Postbank Kunden angeboten werden sollen.
Positive Entwicklung auch bei Sicht- und Termineinlagen
Zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden zählen neben den Spareinlagen andere Verbindlichkeiten in Höhe von 27.386 Millionen DM (Vorjahr 25.765 Millionen DM). Diese setzen sich zusammen aus Sichteinlagen in Höhe von 25.867 Millionen DM (Vorjahr 24.815 Millionen DM) und Termineinlagen in Höhe von 1.519 Millionen DM (Vorjahr 950 Millionen DM). Insgesamt sind bei den anderen Verbindlichkeiten im Berichtsjahr 1994 Zuwächse von 6,3 Prozent zu verzeichnen.
Die sich aus dem Zahlungsverkehr ergebenden Sichteinlagen betreffen die Unternehmen POSTDIENST und TELEKOM, andere Kunden und Kreditinstitute. Zum Jahresende betrugen die Sichteinlagen 28.126 Millionen DM. Das waren 345 Millionen DM weniger als im Vorjahr.
Während bei den Giroeinlagen von Privat- und Geschäftskunden ein Zuwachs von 1.052 Millionen DM zu verzeichnen war, sanken die Sichteinlagen der Kreditinstitute um 1.511 Millionen DM als Folge des verstärkten Magnetband-Direktaustausch-Verfahrens unter Kreditinstituten.
Weiterhin Nummer 1 im Electronic Banking
Bei Electronic Banking war die POSTBANK auch im Geschäftsjahr 1994 die Nummer 1 in Deutschland und konnte ihre Position ausbauen. Mit mehr als 357.000 Btx-Teilnehmern stellt sie als Marktführerin im Bereich des Homebanking eine sichere, schnelle und bequeme Girokontoführung zur Verfügung.
Der bundesweite Telefon-Service der POSTBANK besteht seit Anfang 1994 und wurde bereits im 1. Jahr der Einführung von 670.000 Kunden in Anspruch genommen. Über diesen Weg kann der Kunde einerseits die Hilfe qualifizierter Postbank Berater in Anspruch nehmen oder den Sprachcomputer anwählen, der täglich 24 Stunden die Kontostandsabfrage ermöglicht.
Weitere elektronische Kommunikationsmöglichkeiten mit der POSTBANK bieten das Softwareprogramm „MultiCash” und das „BAZ-Diskettenverfahren” für Großkunden.
Das Postbank Zahlungsverfahren„ ElectronicCash” findet zunehmend Zuspruch. Die Anzahl von Postbank Geldausgabeautomaten stieg um 151 auf 507.
Mit Eurogiro im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr
Als S.W.I.F.T.-Teilnehmer wickelt die POSSTBANK weltweit und taggleich mit ihren Partnern grenzüberschreitende Geldtransaktionen ab. Im europäischen Datenverbund von 15 Postbanken bietet „Eurogiro” einen preisgünstigen, transparenten und schnellen Weg für Auslandszahlungen. An „Eurogiro” sind ca. 40 Millionen Kundenkonten angeschlossen.
Die Aktivseite der Konzernbilanz spiegelt in ihrer Struktur die Anlagetätigkeit am Geld- und Kapitalmarkt wider und weist die Forderungen gegenüber den Unternehmen POSTDIENST und TELEKOM aus, für die die POSTBANK die Hausbankfunktion wahrnimmt.
Deutlicher Rückgang der Forderungen gegenüber den Unternehmen der Deutschen Bundespost
Die Forderungen an die Unternehmen der Deutschen Bundespost betragen nur noch 4 Prozent der Bilanzsumme bzw. 3.763 Millionen DM, nachdem sie im Vorjahr mit 28.959 Millionen DM (ohne kurzfristige Forderungen 27.805 Millionen DM) noch einen Anteil von 33,5 Prozent ausmachten. Der Rückgang ergibt sich aus dem dargestellten Sondereffekt der Umwandlung.
Zinserträge und laufende Erträge
Die Zinserträge und laufenden Erträge stiegen im Geschäftsjahr 1994 um 3 Prozent auf 5.725 Millionen DM. Die Zinserträge resultierten zu 3.916 Millionen DM aus Kredit- und Geldmarktgeschäften, wozu mit 1.963 Millionen DM größtenteils die Schwesterunternehmen POSTDIENST und TELEKOM beitrugen, sowie aus den Zinserträgen aus Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen.
Die Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren stiegen von 1.518 Millionen DM auf 1.804 Millionen DM und lagen mit einem Anstieg von 18,8 Prozent erheblich über dem Vorjahreswert. Dies ist auf das Wachstum dieser zinsbringenden Aktívposten der Bilanz zurückzuführen.
Die Zinsaufwendungen sanken im Berichtszeitraum um 1,3 Prozent auf 2.420 Millionen DM. Dabei entfiel mit 1.963 Millionen DM der größte Teil auf Zinsaufwendungen für Spareinlagen, die im Vergleich zum Vorjahr 130 Millionen DM oder 6,2 Prozent niedriger waren.
Dieser deutliche Rückgang wurde trotz eines Wachstums des Spareinlagenbestandes von 7,2 Prozent verzeichnet und ist auf das allgemein niedrigere Zinsniveau zurückzuführen. Dabei standen dem Einlagenanstieg des Sparbuchs „3000 plus” rückläufige Entwicklungen bei anderen Sparformen gegenüber.
Der Zinsüberschuss übertraf mit 3.304 Millionen DM das Vorjahresergebnis um rund 199 Millionen DM. Damit lag der Anstieg des Zinsüberschusses bei 6,4 Prozent.
Der Provisionsüberschuss betrug im Berichtsjahr 944 Millionen DM und fiel damit um 33 Millionen DM höher aus als 1993 (911 Millionen DM). Die Zunahme resultierte vorwiegend aus den von den Unternehmen der Deutschen Bundespost in Anspruch genommenen Zahlungsverkehrsdienstleistungen, aus Provisionen im Auslandsgeschäft sowie aus Erträgen im Kreditkartengeschäft.
Ein Rückgang war bei den Standardkontoführungsentgelten im Privat- und Firmenkundengeschäft aufgrund einer rückläufigen Zahl von Girokonten bei der POSTBANK als Muttergesellschaft um 242.539 oder 5 Prozent zu verzeichnen. Umsatzeinbußen gab es auch im Zahlscheinverkehr.
Der Verwaltungsaufwand einschließlich Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen stieg im Geschäftsjahr 1994 geringfügig um 2,6 Prozent auf 3.874 Millionen DM (Vorjahr 3.774 Millionen DM).
Die Abgeltungen an den POSTDIENST für die Verbundleistungen konnten dabei um 306 Millionen DM gesenkt werden. Dagegen stiegen die Abschreibungen auf Sachanlagen von 151 Millionen DM im Vorjahr um 319 Millionen DM auf 470 Millionen DM.
Der Personalaufwand von 1.344 Millionen DM ist annähernd auf dem Vorjahresniveau (1.307 Millionen DM) geblieben.
Der andere Verwaltungsaufwand ohne Abgeltung an den POSTDIENST stieg um 49 Millionen DM auf 792 Millionen DM (Vorjahr 743 Millionen DM).
Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und vor Ablieferung, das sich aus dem Zins- und dem Provisionsüberschuss abzüglich Verwaltungsaufwand einschließlich der Abschreibungen auf die Sachanlagen und des Saldos aus anderen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen errechnet, verbesserte sich von 321 Millionen DM auf 530 Millionen DM. Nach Einbeziehung der Risikovorsorge sinkt das Betriebsergebnis auf 153 Millionen DM nach 336 Millionen DM im Vorjahr.
Die Ablieferung an den Bund belief sich für das Geschäftsjahr 1994 auf 327 Millionen DM, verglichen mit 324 Millionen DM im Vorjahr.
Das Ergebnis aus normaler Geschäftstätigkeit nach Ablieferung war in Höhe von 174 Millionen DM negativ. Dies verdeutlicht einmal mehr, dass sich die Situation der POSTBANK unter Bedingungen regulärer Besteuerung ungleich besser darstellen würde, da die Ablieferung nach wie vor einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für die POSTBANK bedeutet.
Das außerordentliche Ergebnis belief sich auf 230 Millionen DM. Es ist geprägt durch die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und die Bereinigung der Altforderungen und -verbindlichkeiten aus der Währungsreform 1948.
Nach Berücksichtigung des außerordentlichen Ergebnisses und der Ertragsteuern errechnet sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 51 Millionen DM gegenüber dem Jahresfehlbetrag von 16 Millionen DM aus dem Vorjahr 1993.
Das Eigenkapital der POSTBANK beträgt zum Bilanzstichtag 3.919 Millionen DM. Die Veränderung zum Vorjahr in Höhe von 37 Millionen DM resultiert u.a. aus dem Rückgang des Kapitals im Zusammenhang mit der Anpassung der D-Markeröffnungsbilanz 1990 (gemäß § 40 Abs, 2 DMBilG) und aus einer Reduzierung des Bilanzverlustes aus dem Vorjahr.
Der Postbank Konzern wird die Chancen, die ihm die Postreform II eröffnet hat, entschieden nutzen und sein Leistungsangebot konsequent ausweiten. Die Gewährung von Ratenkrediten setzte den Anfang. In den bisher verschlossenen Geschäftsfeldern liegt für die POSTBANK ein großes Potenzial, das sie mit ihren Kunden und in deren Interesse erschließen wird. Dabei wird den Sicherheits- und Ertragszielen Vorrang vor den Volumenszielen gegeben. Die Rationalisierungsanstrengungen werden fortgesetzt. Die Kooperation mit der Deutschen Post AG ist weiterhin gesichert. Die POSTBANK ist deshalb zuversichtlich, die Ertragslage weiter verbessern zu können.
Auszug aus der Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung
Der Gesamtbetrag der Zinserträge, laufenden Erträge aus Aktien usw., Provisionserträge, des Nettoertrages aus Finanzgeschäften und der Sonstigen betrieblichen Erträge verteilt sich auf die Bundesrepublik Deutschland mit 6.483 Millionen DM und das Großherzogtum Luxemburg mit 426 Millionen DM.
Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf Gebäude (312 Millionen DM) resultieren aus der Abschreibung von Gebäuden gemäß § 253 Abs, 2 S. 3 HGB auf den niedrigeren beizulegenden Wert.
Die „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen” (53 Millionen DM) enthalten Aufwendungen für soziale Leistungen (18 Millionen DM), die vornehmlich Ausgaben für das Wohnungswesen betreffen, Ersatzleistungen, Gerichtskosten und ähnliche Aufwendungen (6 Millionen DM), Aufwendungen für Druckerzeugnisse (5 Millionen DM), Netto-Kassenfehlbeträge (5 Millionen DM) sowie Verluste aus Anlageabgängen (5 Millionen DM).
Bezüglich der Position „Sonstige betriebliche Erträge” (195 Millionen DM) sind insbesondere die Erträge aus Kostenerstattungen der Unternehmen Deutsche Post AG und Deutsche Telekom AG (86 Millionen DM) zu nennen. Daneben beinhaltet die Position Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (35 Millionen DM), Erlöse aus dem Verkauf von Gegenständen des Anlagevermögens (16 Millionen DM), Mieterträge (14 Millionen DM) sowie verschiedene Erträge aus Neubewertungen von und Zuschreibungen zu Gegenständen des Anlagevermögens, Versicherungs- und Schadensersatzleistungen und Erträge aus Verbundleistungen an POSTDIENST und TELEKOM.
Die POSTBANK ist von der Körperschaftsteuer (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 KStG) und der Gewerbesteuer (§ 3 Nr. 1 GewStG) befreit. Als Steuerersatz sieht die gesetzliche Regelung (§43 Abs. 1 PostVerfG) eine Ablieferung an den Bund vor.
Die Höhe der Ablieferung beträgt gemäß § 63 Abs. 1 S. I PostVerfG jährlich 10 Prozent der ablieferungspflichtigen Betriebseinnahmen. Die Ablieferung ist folglich umsatz- und nicht gewinnabhängig. Sie ist auch in Verlustjahren zu zahlen, da der Bilanzgewinn nicht Grundlage für die Festlegung der Ablieferung ist. Der Bilanzgewinn wird erst nach Ablieferung ermittelt.
Im Berichtsjahr betrugen die Ablieferungen an den Bund 327 Millionen DM (im Vorjahr 324 Millionen DM). Vor Ablieferung an den Bund und vor Abzug der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erzielte die POSTBANK Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 153 Millionen DM (im Vorjahr 336 Millionen DM).
Der Gesamtbetrag (Teilwert) der gemäß Artikel 28 Abs. 1 EGHGB auf die POSTBANK entfallenden nicht passivierten Pensionsrückstellungen (Altzusagen vor dem 1. Januar 1990) beläuft sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 1994 auf 3.798 Millionen DM. Die auf die POSTBANK entfallende nicht passivierte Deckungslücke der Versorgungsanstalt der Deutschen Bundespost (VAP) für die Altersversorgung der Arbeiter, Angestellten sowie für von der VAP betreuten Pensionäre einschließlich der Verpflichtung nach § 76 Satzung der VAP beträgt zum Bilanzstichtag 365 Millionen DM.
Ferner bestehen nicht passivierte Verpflichtungen (Beihilfen) gegenüber Ruhestandsbeamten und beamteten Pensionsanwärtern sowie deren Hinterbliebenen und Familienangehörigen, die sich überschlägig ermittelt auf 519 Millionen DM belaufen.
Verpflichtungen aus Miet- und Wartungsveiträgen wurden im geschäftsüblichen Rahmen eingegangen.
Die POSTBANK ist über die Deutsche Postbank International S. A., Luxemburg, zu 100 Prozent an der Postbank Capital Management S. A., Luxemburg, beteiligt. Das Aktienkapital beträgt 300.000 DM. Die Postbank Capital Management S. A., Luxemburg, wurde am 26. August 1993 gegründet und hat erstmals einen Jahresabschluss für das erweiterte Geschäftsjahr vom 26. August 1993 bis zum 31. Dezember 1994 vorgelegt.
Die Position „Beteiligungen” beinhaltet eine Beteiligung mit einem Anteilsbesitz von 50 Prozent an der VöB-ZVD Zahlungsverkehrsdienstleistungs-Gesellschaft mbH.
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl des POSTBANK Konzerns (ohne Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer) betrug im Berichtsjahr 19.458; híervon entfallen auf:
Beamte 10.975
Angestellte 3.473
Gewerbliche Arbeitnehmer 720
Beamte 2.539
Angestellte 1.460
Gewerbliche Arbeitnehmer 136
insgesamt 19.303
Beamte im Vorbereitungsdienst 155
Bezüge der Organmitglieder
Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden weder Vorschüsse noch Kredite gewährt, auch wurden zugunsten dieses Personenkreises keine Haftungsverhältnisse eingegangen.
Haftung nach dem Postverfassungsgesetz
Nach § 2 Abs. 2 PostVerfG haftet die POSTBANK bis zum 31. Dezember 1994 ohne Einschränkungen für die Verbindlichkeiten des Teilsondervermögens der Deutschen Bundespost POSTDIENST und des Teilsondervermögens der Deutschen Bundespost TELEKOM. Umgekehrt haften auch diese Teilsondervermögen uneingeschränkt für die Verbindlichkeiten der POSTBANK. Ab dem 1. Januar 1995 tritt das PTNeu0G in Kraft.

References: § 1
 § 1
 § 40
 § 253
 § 63
 § 76
 § 2