Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.11.2009&Aktenzeichen=VI%20ZB%2058/08
Timestamp: 2019-06-19 10:24:25+00:00

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BGH, 17.11.2009 - VI ZB 58/08 - dejure.org
BGH, 17.11.2009 - VI ZB 58/08
https://dejure.org/2009,1856
BGH, 17.11.2009 - VI ZB 58/08 (https://dejure.org/2009,1856)
BGH, Entscheidung vom 17.11.2009 - VI ZB 58/08 (https://dejure.org/2009,1856)
BGH, Entscheidung vom 17. November 2009 - VI ZB 58/08 (https://dejure.org/2009,1856)
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ZPO § 149
Zur Begründung einer Verfahrensaussetzung im Zivilprozess bis zum Abschluss des Strafverfahrens
Aussetzung eines Zivilrechtsstreits bis zur Erledigung eines Strafverfahrens i.R.e. Abwägung zwischen der gründlichen Klärung im Strafprozess und der Verzögerung einer Entscheidung im Zivilprozess
ZPO § 149 Abs. 1; StGB § 266 Abs. 2; UWG § 17
Verfahrensrecht - Aussetzung eines Zivilrechtsstreits wegen Strafverfahren
Aussetzung des Zivilprozesses - oder: Das Warten auf den Strafrichter
wirtschaftsstrafrecht.de , S. 2 (Kurzinformation)
Aussetzung des Zivilverfahrens gem. § 149 ZPO
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.11.2009, Az.: VI ZB 58/08 (Aussetzung eines Zivilrechtsstreites bis zur Erledigung des Strafverfahrens)" von RiOLG a.D. Heinz Diehl, original erschienen in: ZfS 2010, 207.
LG Stuttgart, 11.12.2007 - 17 O 69/07
OLG Stuttgart, 12.06.2008 - 2 W 10/08
NJW-RR 2010, 423
MDR 2010, 280
VersR 2010, 687
LAG Düsseldorf, 20.01.2015 - 16 Sa 458/14
Schienenkartell - Schadensersatz wegen 191 Mio. Euro Kartellbuße?
1.Die zu treffende Ermessensentscheidung muss eine Abwägung zwischen dem Gebot der Verfahrensbeschleunigung einerseits und der Umstände andererseits enthalten, die eine Auswertung der Erkenntnismöglichkeiten des Strafverfahrens für den konkreten Fall als geboten erscheinen lassen, den Stillstand des Verfahrens zu rechtfertigen (BVerfG vom 30.06.2003 - 1 BvR 2022/02; BGH vom 17.11.2009 - VI ZB 58/08).
OLG Stuttgart, 26.03.2015 - 2 U 102/14
Schadensersatz im Zusammenhang mit Leerverkäufen von Aktien: Gesamtabwägung im …
Letztlich sind die Nachteile einer Verzögerung gegen die Vorteile besserer Sachaufklärung abzuwägen (BGH, Beschluss vom 17. November 2009 - VI ZB 58/08, MDR 2010, 280, bei juris Rz. 6 ff. und 10, m.w.N.).
Darüber hinaus hat der Bundesgerichtshof, die Vorgabe des § 149 Abs. 2 ZPO über dessen Wortlaut hinaus erweiternd, statuiert, dass eine Aussetzung regelmäßig nicht in Betracht kommt, wenn davon auszugehen ist, dass das Strafverfahren nicht innert Jahresfrist abgeschlossen sein wird (BGH, Beschluss vom 17. November 2009 - VI ZB 58/08, MDR 2010, 280, bei juris Rz. 10).
OLG Braunschweig, 12.01.2016 - 7 U 59/14
Haftung eines Unternehmens gegenüber Kapitalanlageinteressenten für …
Im Übrigen trägt auch der Kläger nicht vor, inwieweit Erkenntnismöglichkeiten des Strafprozesses für die von ihm noch verfolgten Anspruchsgrundlagen konkret besser nutzbar gemacht werden könnten als diejenigen des Zivilrechtsstreits (zu den Voraussetzungen BGH NJW-RR 2010, 423 - in Juris Rz. 10 -).
b) Abgesehen davon liegt es im Ermessen des Gerichts, ob es der Beschleunigung des Zivilrechtsstreits den Vorrang gibt oder darauf zugunsten besserer Erkenntnismöglichkeiten des Strafverfahrens verzichtet (BGH NJW-RR 10, 423 - in Juris Rz. 5 und 10 inzident - 06, 1289 - in Juris Rz. 6 - KG MDR 07, 736 - in Juris Rz. 3f - OLG Düsseldorf OLGR 98, 83 - in Juris Rz. 6 - OLG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 267 -).
OLG Dresden, 19.12.2014 - 5 W 1291/14
Zulässigkeit der Aussetzung eines Zivilverfahrens bis zum Abschluss der …
Es liegt im nur auf Ermessensfehler zu überprüfenden Ermessen des Landgerichts, ob es im Hinblick auf ein schwebendes Strafverfahren die Aussetzung des Zivilprozesses anordnet (vgl. BGH, Beschl. v. 12.12.2005, II ZB 30/04, NJW-RR 2006, 1289; Beschl. v. 17.11.2009, VI ZB 58/08, NJW-RR 2010, 423).
Der Beschluss muss in seiner Begründung ausreichende Erwägungen zur Ermessensentscheidung enthalten, weil nur dann ihre Richtigkeit für die Parteien des Rechtsstreites und für das Beschwerdegericht nachprüfbar ist (vgl. BGH, Beschl. v. 17.11.2009, aaO.; OLG Brandenburg, Beschl. v. 26.01.2010, 12 W 62/09, NJW-RR 2010, 787; OLG Hamm, Beschl. v. 02.01.2012, 6 W 74/11; OLG Frankfurt/M., Beschl. v. 06.06.2012, 19 W 26/12, NJW-RR 2013, 184).
BGH, 12.04.2011 - VI ZB 31/10
Nachholung der Entscheidung über die Zulassung der Berufung durch das …
a) Beschlüsse, die der Rechtsbeschwerde unterliegen, müssen den maßgeblichen Sachverhalt, über den entschieden wird, wiedergeben und den Streitgegenstand und die Anträge in beiden Instanzen erkennen lassen; andernfalls sind sie nicht mit den nach dem Gesetz (§ 576 Abs. 3, § 547 Nr. 6 ZPO) erforderlichen Gründen versehen (…vgl. Senatsbeschlüsse vom 20. Juni 2006 - VI ZB 75/05, VersR 2006, 1423 Rn. 14; vom 17. November 2009 - VI ZB 58/08, VersR 2010, 687 Rn. 4;… BGH, Beschlüsse vom 28. April 2008 - II ZB 27/07, WM 2009, 329 Rn. 4;… vom 26. Januar 2009 - II ZB 6/08, NJW 2009, 1083 Rn. 10;… vom 14. Juni 2010 - II ZB 20/09, NJW-RR 2010, 1582 Rn. 5).
BGH, 29.10.2013 - VI ZB 2/13
Rechtsbeschwerde gegen eine Berufungsverwerfung: Notwendiger Inhalt eines …
Enthält der angefochtene Beschluss keine tatsächlichen Feststellungen, ist es zu einer rechtlichen Überprüfung nicht in der Lage (…vgl. z.B. Senatsbeschlüsse vom 16. April 2013 - VI ZB 50/12, NJW-RR 2013, 1077 Rn. 4;… vom 8. Mai 2012 - VI ZB 1/11, - VI ZB 2/11, VersR 2012, 1272 Rn. 3;… vom 12. April 2011 - VI ZB 31/10, VersR 2011, 1199 Rn. 8; vom 17. November 2009 - VI ZB 58/08, VersR 2010, 687 Rn. 4;… BGH, Beschlüsse vom 15. Mai 2012 - V ZB 282/11, WM 2012, 404 Rn. 3;… vom 14. Juni 2010 - II ZB 20/09, NJW-RR 2010, 1582 Rn. 5;… vom 26. Januar 2009 - II ZB 6/08, NJW 2009, 1083 Rn. 10;… vom 28. April 2008 - II ZB 27/07, NJW-RR 2008, 1455 Rn. 4; vom 20. Juni 2002 - IX ZB 56/01, VersR 2003, 926).
BGH, 16.04.2013 - VI ZB 50/12
Anforderungen an die Begründung von der Rechtsbeschwerde unterliegenden …
a) Beschlüsse, die der Rechtsbeschwerde unterliegen, müssen nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs den maßgeblichen Sachverhalt, über den entschieden wird, wiedergeben und den Streitgegenstand und die Anträge in beiden Instanzen erkennen lassen; anderenfalls sind sie nicht mit den nach dem Gesetz (§ 576 Abs. 3, § 547 Nr. 6 ZPO) erforderlichen Gründen versehen und bereits deshalb aufzuheben (vgl. nur Senat, Beschlüsse vom 19. März 2013 - VI ZB 68/12, zur Veröffentlichung bestimmt;… vom 6. November 2012 - VI ZB 33/12, juris Rn. 4;… vom 8. Mai 2012 - VI ZB 1/11, VI ZB 2/11, VersR 2012, 1272 Rn. 3;… vom 12. April 2011 - VI ZB 31/10, VersR 2011, 1199 Rn. 8; vom 17. November 2009 - VI ZB 58/08, VersR 2010, 687 Rn. 4; jeweils mwN).
LAG Köln, 30.08.2012 - 12 Ta 197/12
Voraussetzung für eine Aussetzung nach § 149 ZPO
Die Begründung des Aussetzungsbeschlusses muss ausreichende Erwägungen zur Ermessensausübung erkennen lassen (BGH, Beschluss vom 17.11.2009, VI ZB 58/08, NJW-RR 2010, 423 m.w.N.).
Vielmehr muss begründet werden, inwieweit die Erkenntnisse im Ermittlungsverfahren für die konkret geltend gemachten Ansprüche von Bedeutung sein können (vgl. BGH, Beschluss vom 17.11.2009, VI ZB 58/08, NJW-RR 2010, 423 m.w.N.).
LAG Berlin-Brandenburg, 12.12.2017 - 21 Ta 1260/17
Aussetzung eines arbeitsgerichtlichen Verfahrens bis zur Erledigung eines …
- VI ZB 58/08 - Rn. 10, NJW-RR 201, 423; LAG Düsseldorf vom 20.01.2015 - 16 Sa 458/14 - Rn. 3 zitiert nach juris, LAGE § 149 2002 Nr. 2; Oesterle, jurisPR-ArbR 50/12013 Anm. 5 m. w. N.; zur Verwertung eines Strafurteil im Zivilprozess BAG vom 23.10.2014 - 2 AZR 865/13 - Rn. 26, AP Nr. 248 zu § 626 BGB ).
Dafür reicht ein allgemeiner Hinweis auf die besseren Erkenntnismöglichkeiten nicht aus (BGH vom 17.11.2009 - VI ZB 58/08 - Rn. 9, NJW-RR 201, 423).
Vielmehr bedarf es einer auf den konkreten Einzelfall bezogenen, nachprüfbaren Abwägung zwischen dem Gebot der Verfahrensbeschleunigung (hier § 9 Abs. 1 ArbGG ) und dem möglichen Erkenntnisgewinn aus dem Strafverfahren (vgl. BGH vom 17.11.2009 - VI ZB 58/08 - Rn.10, a. a. O.;… zur Nachprüfbarkeit siehe auch LAG Hamm vom 16.08.2013 - 1 Ta 3232/13 - Rn. 15 zitiert nach juris; LAG Niedersachsen vom 04.05.2006 - 12 Ta 47/06 - LAGE § 148 ZPO 2002 Nr. 3a).
OLG Celle, 10.03.2010 - 14 U 128/09
Architektenvertrag mit vereinbarten Abschlagszahlungen: Darlegungs- und …
Nach der Rechtsprechung des BGH (Beschluss vom 17. November 2009 - VI ZB 58/08, NJW-Spezial 2010, 75, juris) hat der Senat den Vorteil einer gründlicheren Klärung im Strafprozess aufgrund der konkreten Umstände des Falls gegen den Nachteil der Verzögerung einer Entscheidung im Zivilprozess abzuwägen.
OLG Hamm, 02.01.2012 - 6 W 74/11
Voraussetzungen der Aussetzung des Verfahrens
OLG Karlsruhe, 12.09.2018 - 9 W 18/18
Aussetzung des Zivilprozesses wegen Verdachts einer Straftat
OLG Nürnberg, 15.07.2015 - 12 W 1374/15
Sofortige Beschwerde gegen eine Rechtswegentscheidung
BFH, 21.10.2013 - III B 147/12
Aussetzung des finanzgerichtlichen Verfahrens im Hinblick auf ein laufendes …
OLG Brandenburg, 18.02.2019 - 7 W 9/19
LG Neuruppin, 20.11.2018 - 5 O 200/18
OLG Frankfurt, 06.06.2012 - 19 W 26/12
Prüfung der Aussetzungsentscheidung in der Rechtsmittelinstanz
OLG Koblenz, 21.07.2015 - 10 W 433/15
Kriterien für die Entscheidung über die Aussetzung des Zivilverfahrens im …
LAG Berlin-Brandenburg, 26.04.2010 - 10 Ta 399/10
Aussetzung; Strafverfahren
LAG Berlin-Brandenburg, 13.06.2014 - 15 Ta 1108/14
Verdachtskündigung - Keine Aussetzung des arbeitsgerichtlichen Verfahrens wegen …
OLG Koblenz, 06.10.2015 - 10 W 434/15
OLG Bremen, 16.12.2010 - 2 W 114/10
Anforderungen an die Begründung der Aussetzung des Zivilverfahrens

References: § 149
 § 149
 § 266
 § 17
 § 149
 BGH 
 BGH 
 § 149
 BGH 
 § 547
 § 547
 § 149
 § 149
 § 626
 § 9
 BGH 
 § 148
 BGH