Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81350000074.htm
Timestamp: 2018-12-10 09:39:24+00:00

Document:
1.35.074 Oberes Rostelbachtal
Verordnung des Landratsamtes Heidenheim als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Oberes Rostelbachtal" vom 02.01.1991 (Heidenheimer Neue Presse vom 24.01.1991).
Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 u. 4 und 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl S. 654) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde vom 30.11.1990, Az.: 73-8842-02-4 verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Nattheim, Gemarkung Fleinheim, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Oberes Rostelbachtal".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 100 ha.
· im Westen durch den Weg 971 (Grenze zu Gemeindewald Nattheim) ,
· im Süden durch die Landesgrenze zu Bayern,
· im Osten durch die Grenze zu Bayern und zum Fürstl. Thurn und Taxis'schen Forst,
· im Norden durch Waldränder einschließlich zugehöriger Waldteile (teilweise) sowie der Oberkante des Wieseneinhangs der Gewanne "Hohmähder" und "Sulzmähder" (Weg-Nr. 870).
Das Schutzgebiet umfaßt auf dem Gebiet der Gemeinde Nattheim, Gemarkung Fleinheim, ganz oder zum Teil folgende Gewanne: Roßstall, Ramshorn, Rauhmahd, Hohmähder, Sulzmähder, Hasenberg. Es beinhaltet auf Gemarkung Fleinheim die Grundstücke Parzellen-Nr., wie sie in der Anlage zu dieser Verordnung aufgeführt sind. Die Anlage ist Bestandteil dieser Verordnung.
(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte M 1 : 5 000, gefertigt vom Landratsamt Heidenheim - Ref. Planung und Entwicklung - am 15.02.1990, geändert am 30.06.1990, grün eingetragen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Landratsamt Heidenheim - Umweltschutzamt - auf die Dauer von 2 Wochen, beginnend am 8. Tag nach Verkündigung dieser Verordnung zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten ausgelegt.
Die Verordnung mit Karten wird nach Ablauf der Auslegungsfrist beim Staatsarchiv Ludwigsburg, Schloß, 7140 Ludwigsburg, verwahrt und ist beim Landratsamt Heidenheim - Umweltschutzamt - niedergelegt und kann dort von jedermann während der Sprechzeiten eingesehen werden.
Schutzzweck ist die Bewahrung des langgestreckten Wiesentals mit seinem Bach samt Begleitvegetation und der zahlreichen Einzelbildungen (Gehölzgruppen, Hecken, Einzelbäume) vor landschaftsverändernden Maßnahmen sowie die Erhaltung und Förderung naturnah aufgebauter Waldränder als ökologisch und ästhetisch wertvolle Bereiche einer Kulturlandschaft.
6. Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellter Maßnahmen:
18. Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;
19. Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;
20. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder wertvolle Biotope für Flora und Fauna darstellen, wie: Hecken, landschaftsprägende Einzelbäume und Baumgruppen, Gehölzgruppen, Laubwaldtraufe, bachbegleitende Gehölz- und Krautvegetation, stillgelegter Steinbruch, Verlandungsbereiche;
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkung der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen. Zur Sicherstellung der Erfüllung der Auflagen kann Sicherheitsleistung verlangt werden.
24. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke;
25. für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;
26. für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze, Gewässer und Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten an bestehenden Energieversorgungsanlagen und Fernmeldeanlagen. § 5 Abs. 2 Nr. 15 bleibt davon unberührt;
29. für Maßnahmen, die anhand eines von der unteren Naturschutzbehörde zugestimmten Wege- und Gewässerplanes im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens erfolgen.
· Vorhaben im Sinne von § 63 Abs. 2, Nr. 2 NatSchG, die zu Eingriffen von besonderer Tragweite oder zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung überörtlicher Interessen der erholungssuchenden Bevölkerung führen können;
30. entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen,
31. entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können.
Anlage zur Landschaftsschutzgebiets-Verordnung - "Oberes Rostelbachtal"
· Das Schutzgebiet beinhaltet auf Gemarkung Fleinheim die Grundstücke einschließlich der Weggrundstücke und Gewässer mit den Parzellen-Nrn:
Teil von 778 (Gemeindeverbindungsweg) , 870, 871-874, Teil von 877 südlich der gedachten Verlängerung des Feldweges 870 von Grenzpunkt 373 zum Kreuzungspunkt der Flurstücke Nrn. 877/880/892/894; 894-897, 902, 905-916, 919 (Staatswald HDH, Distr. I) , 920-922, 925-929, 930, 931, 933-939, 942-944, 946-955, 957-959, 961, 962, 964, 967, 970-979; 980 (Weg) und ein 25 m breiter Streifen von 1000 ((Staatswald HDH, Distr. II) nördlich des Weges-Nr. 980 sowie ein Teil von 1000, das durch die Verlängerung der gedachten Grenzlinie des Streifens auf Grenzpunkt Nr. 345 entsteht; 985-998; Teil von 1000 südwestlich der gedachten Linie zwischen den Grenzpunkten Nr. 345 und 35, Teil von 1000 östlich der gedachten Linie von Grenzpunkt Nr. 358 zum nordseitig gelegenen Schnittpunkt des Weges 935 mit der Besitzgrenze zwischen 1000 und 910; 1001.

References: § 2
 § 4
 § 5
 § 63
 § 22
 § 4
 § 5