Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=EGMR&Datum=27.10.2005&Aktenzeichen=32231/02
Timestamp: 2019-05-22 07:59:25+00:00

Document:
EGMR, 27.10.2005 - 32231/02 - dejure.org
https://dejure.org/2005,3536
EGMR, 27.10.2005 - 32231/02 (https://dejure.org/2005,3536)
EGMR, Entscheidung vom 27.10.2005 - 32231/02 (https://dejure.org/2005,3536)
EGMR, Entscheidung vom 27. Januar 2005 - 32231/02 (https://dejure.org/2005,3536)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,3536) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Rechtmäßigkeit und Notwendigkeit einer Ausweisungsverfügung; Antrag auf Befristung der Ausweisungsverfügung; Umfangreiche Vorstrafen eines in Deutschland lebenden türkischen Staatsbürgers; Ausweisung als Eingriff in die Achtung des Familienlebens
EMRK Art. 8; AuslG § 47 Abs. 2; AuslG § 8 Abs. 2
Ausweisung, Schutz von Ehe und Familie, Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK, Straftäter, Abwägung, Sperrwirkung, Befristung
Art. 8, Art. 8 Abs. 1, Art. 8 Abs. 2, Art. 29, Art. 29 Abs. 3, Art. 35, Art. 35 Abs. 1 MRK
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des EuGHMR vom 27.10.2005, Az.: 32231/02 (Keles/Deutschland - Zur Ausweisung von Zuwanderern der zweiten Generation wegen Verkehrsstraftaten)" von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht Georg Rixe, original erschienen in: FamRZ 2006, 1351 - 1354.
FamRZ 2006, 1351
Under these circumstances, the Court is not in a position to take the place of the Federal Constitutional Court and to speculate why that court decided not to admit the complaint (see Keles v. Germany, no. 32231/02, § 44, 27 October 2005; mutatis mutandis Epple v. Germany, no. 77909/01, § 26, 24 March 2005).
Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist die Frage der Befristung eines Aufenthaltsverbots nur eines von mehreren Kriterien im Rahmen der einzelfallbezogenen Verhältnismäßigkeitsprüfung einer Ausweisung am Maßstab des Art. 8 Abs. 2 EMRK (Urteil vom 17. April 2003 - Beschwerde Nr. 52853/99 - Yilmaz - NJW 2004, 2147; Urteil vom 27. Oktober 2005 - Beschwerde Nr. 32231/02 - Keles - InfAuslR 2006, 3 ; Urteil vom 22. März 2007 - Beschwerde Nr. 1638/03 - Maslov - InfAuslR 2007, 221 ).
Selbst wenn Artikel 8 der Konvention unter diesen Umständen irgendeiner Kategorie von Ausländern kein absolutes Recht auf Nichtausweisung verleiht, stellt die Rechtsprechung des Gerichtshofs umfassend unter Beweis, dass es Umstände gibt, unter denen die Ausweisung eines Ausländers gleichwohl eine Verletzung dieser Bestimmung darstellt (s. z.B. die genannten Urteile Moustaquim ./. Belgien , Beldjoudi ./. Frankreich und Boultif ./. Schweiz ; s. auch Amrollahi ./. Dänemark , Nr. 56811/00, 11. Juli 2002, Yilmaz ./. Deutschland , Nr. 52853/99, 17. April 2003, und Keles ./. Deutschland , Nr. 32231/02, 27. Oktober 2005).
b.) Ob der Eingriff in das geschützte Privatleben der Klägerin zu 3 im konkreten Einzelfall im Sinne von Art. 8 Abs. 2 EMRK in einer demokratischen Gesellschaft notwendig, insbesondere verhältnismäßig ist, ist bei der im Alter von 4 Jahren eingereisten Klägerin zu 3 nach ähnlichen Kriterien zu prüfen, wie sie normalerweise bei Einwanderern der zweiten Generation angewendet werden (EGMR, Urteil vom 27.10.2005 - 32231/02 - InfAuslR 2006, 3).
Gleiches gilt für die - vom Kläger geltend gemachte - Verschärfung der Anforderungen des Art. 8 Abs. 2 EMRK an die Verhältnismäßigkeit der Ausweisung von faktischen Inländern in dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 10.05.2007 - 2 BvR 304/07 - (InfAuslR 2007, 275 = ZAR 2007, 243 = NVwZ 2007, 946 = AuAS 2007, 242) und gemäß der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, etwa in dem Urteil vom 27.10.2005 (Individualbeschwerde Nr. 32231/02 - Keles ./. Deutschland, InfAuslR 2006, 3 = FamRZ 2006, 1351).
Im Hinblick auf Artikel 8 der Konvention und die Rechtsprechung des Gerichtshofs (K. ./. Deutschland, Nr. 32231/02, 27. Oktober 2005) wären die deutschen Behörden nämlich verpflichtet gewesen, die Tatsache zu berücksichtigen, dass er seine gesamten Bindungen in Deutschland hatte, keine Bindungen zu Tunesien hatte und die Sprache dieses Landes nicht sprach, dass die am 14. Oktober 2003 verhängte Strafe seine erste Freiheitsstrafe war und seine Ausweisung nur für begrenzte Dauer angeordnet werden durfte.
In seiner Entscheidung "Keles" (vom 27. Oktober 2005 Bw.-Nr. 32231/02 InfAuslR 2006, 3), durch die er eine von einer deutschen Ausländerbehörde ausgesprochene Ausweisung für unverhältnismäßig erklärt, weist der Menschenrechtsgerichtshof ausdrücklich darauf hin, dass über die vom Beschwerdeführer in den Jahren 2002 und 3003 gestellten Befristungsanträge bis zur Entscheidung über die Konventionsbeschwerde nicht entschieden worden ist.
D (A), Ausweisung, Schutz von Ehe und Familie, Privatleben, Europäische …
Befristung einer Ausweisung; Achtung des Privatlebens
EGMR, 08.07.2014 - 58363/10
EGMR, 03.06.2010 - 52812/07
VGH Bayern, 21.02.2008 - 19 ZB 07.52
Ausländerrecht/Aufenthaltserlaubnis; kein besonderer Ausweisungsschutz; kein …
OVG Nordrhein-Westfalen, 23.07.2007 - 17 B 229/06
Verbleib eines Ausländers in der Bundesrepublik Deutschland trotz begangener …
VG Gelsenkirchen, 30.10.2006 - 9 L 1438/06
Bestehen eines einstweiligen Rechtsschutzes gegen eine Ausweisung und eine …
EGMR, 24.11.2009 - 1820/08
OMOJUDI v. THE UNITED KINGDOM
EGMR, 26.01.2010 - 7347/08
YESUFA v. THE UNITED KINGDOM
EGMR, 11.02.2010 - 11870/03
ZAKAYEV AND SAFANOVA v. RUSSIA
EGMR, 09.02.2010 - 7673/08
IYISAN v. THE UNITED KINGDOM
EGMR, 18.01.2011 - 20443/08
ZULUAGA AND OTHERS v. THE UNITED KINGDOM
EGMR, 08.12.2009 - 19641/07
KHAN MANWAR v. THE UNITED KINGDOM

References: Art. 8
 § 47
 § 8

Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 35
 Art. 35
 § 44
 § 26
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8