Source: https://www.e-smoking.ch/regulierungsfolgenabschaetzung-zum-tabakproduktegesetz
Timestamp: 2019-01-18 16:19:03+00:00

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Regulierungsfolgenabschätzung zum Tabakproduktegesetz - BASS - E-Zigarette - E-Smoking
Regulierungsfolgenabschätzung zum Tabakproduktegesetz - BASS - E-Zigarette
Zitate aus der «Regulierungsfolgenabschätzung zum Tabakproduktegesetz» des BASS
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat das Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) beauftragt, zum Tabakproduktegesetz (TabPG) eine Regulierungsfolgenabschätzung (RFA) zu erstellen, in deren Rahmen die Auswirkungen des TabPG auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und den Staat abzuschätzen sind.
Der provisorische Schlussbericht, welcher vom BAG veröffentlicht wurde nachdem die Aargauer Zeitung am 22.9.2015 darüber berichtet hatte, ist eine Flammrede für die E-Zigarette. Grundsätzlich steht nichts neues darin, aber es wird anschaulich ausgeführt, welche positiven und negativen Auswirkungen die E-Zigaretten auf unsere Gesellschaft haben. Um es vorneweg zu nehmen. Es spricht NICHTS gegen die E-Zigarette. Das BAG hat nicht mehr viel Entscheidungsspielraum nach diesem Bericht, denn die Faktenlage ist klar.
In den folgenden Abschnitten zitieren wir aus dem 144-Seitigen Bericht (1).
Notwendigkeit staatlichen Handelns
Die Notwendigkeit einer neuen Regulierung der E-Zigaretten ist unbestritten: Angesichts des bestehenden Wissens muss davon ausgegangen werden, dass der Konsum von E-Zigaretten ein Vielfaches weniger schädlich ist als der Konsum herkömmlicher Tabakprodukte zum Rauchen. Dass der Handel mit nikotinhaltigen E-Zigaretten verboten und der Handel mit den mutmasslich schädlicheren Zigaretten erlaubt ist, macht aus ökonomischer Sicht keinen Sinn.
Nutzen des Tabakproduktegesetzes
Der Nutzen des TabPG ist in einer Reduktion der sozialen Kosten des Rauchens zu sehen, die Fueglister-Dousse et al (2009) im Jahr 2007 auf CHF 9.9 Mia. bezifferten. Das TabPG würde deshalb zu einer Reduktion der sozialen Kosten des Tabakkonsums führen, weil die Legalisierung des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten und die vorgesehenen Marketingeinschränkungen zu einer Reduktion der Prävalenz (Anteil der Raucher/innen an der Schweizer Wohnbevölkerung) in den Jahren 2018-2060 führen würden: Die Legalisierung des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten würde gemäss unserer evidenzbasierten Abschätzung den Anteil der rauchenden Bevölkerung um 2.1 Prozent (nicht Prozentpunkte) reduzieren.
Die Ergebnisse der durchgeführten RFA indizieren zum einen, dass ein konsequenteres Verbot von Werbung und Sponsoring aus ökonomischer Sicht wahrscheinlich noch vorteilhafter wäre als die im TabPG vorgesehenen partiellen Einschränkungen. Zum anderen indizieren sie, dass ein Verbot der Werbung für E-Zigaretten in den klassischen Werbemedien zumindest zum jetzigen Zeitpunkt aus ökonomischer Sicht eher nicht vorteilhaft ist.
Zusätzliche Regulierungskosten bei den Unternehmen, die E-Zigaretten ohne Nikotin in Verkehr bringen: Die Unterstellung von E-Zigaretten ohne Nikotin unter das TabPG ist für die Unternehmen der E-Zigaretten-Branche mit zusätzlichen Handlungspflichten verbunden. In Zusammenhang mit der Notifikation vor Markteinführung (Art. 10 VE-TabPG), der jährlichen Meldung der Zusammensetzung der Produkte (Art. 20 VE-TabPG) und der jährlichen Meldung der Marketingausgaben (Art. 21 VETabPG) werden den Unternehmen, die E-Zigaretten ohne Nikotin in Verkehr bringen, gemäss unserer Schätzung einmalige Regulierungskosten in der Höhe von CHF 495‘000 und laufende Regulierungskosten in der Höhe von CHF 90‘000 pro Jahr entstehen. In diesen Regulierungskosten nicht enthalten sind allfällige Kosten aufgrund einer Regulierung der Zusammensetzung und der Emissionen von E-Zigaretten im Rahmen von Art. 6 VE-TabPG. Diese liessen sich im Rahmen der RFA nicht abschätzen, da das entsprechende Verordnungsrecht noch nicht bekannt war. Angesichts des Volumens des Schweizer Marktes für E-Zigaretten ohne Nikotin, das im Jahr 2014 geschätzte CHF 16 Mio. betrug, handelt es sich bei den genannten Regulierungskosten um Kosten, die nicht als vernachlässigbar bezeichnet werden können.
Impact der Legalisierung der nikotinhaltigen E-Zigaretten auf die Prävalenz:
Die Legalisierung der nikotinhaltigen E-Zigaretten würde zu einer Zunahme des Anteils der Personen an der Bevölkerung führen, die E-Zigaretten konsumieren. Da E-Zigaretten und Zigaretten Substitute sind, würde diese Zunahme mit einer Reduktion des Anteils der Raucher/innen an der Wohnbevölkerung einhergehen. Auf der Basis eines Vergleichs mit Frankreich, wo der Handel mit nikotinhaltigen E-Zigaretten legal ist, konnten wir Evidenz-basiert abschätzen, dass eine Legalisierung nikotinhaltiger E-Zigaretten die Prävalenz (bezüglich des Konsums herkömmlicher Tabakprodukte) um 2.1 Prozent (nicht Prozentpunkte) reduzieren würde.
Regulierung des Marketings für E-Zigaretten:
Die Ergebnisse dieser RFA haben gezeigt, dass E-Zigaretten für die öffentliche Gesundheit eine Chance darstellen, da davon ausgegangen werden muss, dass der Konsum von E-Zigaretten viel weniger schädlich ist als der Konsum von herkömmlichen Zigaretten: Die Konsument/innen von nikotinhaltigen E-Zigaretten sind Ex-Raucher/innen oder Raucher/ innen, die ihren täglichen Zigarettenkonsum substantiell reduziert haben. Es gibt keine empirische Evidenz, dass E-Zigaretten den Einstieg in den Tabakkonsum fördern. Angesichts dieser Ausgangslage, sollte das Wachstum des E-Zigaretten-Marktes zum jetzigen Zeitpunkt unseres Erachtens nicht mit Marketingeinschränkungen und damit mit einer Verteuerung des Marketings gebremst werden. Vielmehr sollte es den Unternehmen der E-Zigaretten-Branche erlaubt sein, mittels der geeigneten Marketinginstrumente so viele Raucher/innen wie möglich vom Wechsel zum Konsum von nikotinhaltigen E-Zigaretten zu überzeugen.
Ausdehnung des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen auf E-Zigaretten:
Da die Wirtschaftssubjekte (insbesondere Gastronomie-und Transportbetriebe) den Schutz vor Passivrauchen sozusagen freiwillig auf E-Zigaretten ausgedehnt haben, sind die Auswirkungen einer Ausdehnung des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen auf E-Zigaretten grundsätzlich gering. Die Frage, ob der Schutz vor Passivrauchen auf E-Zigaretten ausgedehnt werden soll oder nicht, ist aus ökonomischer Sicht entsprechend nicht besonders bedeutsam.
Wir fassen unsere Schlussfolgerungen wie folgt zusammen:
Es muss derzeit davon ausgegangen werden, dass der Konsum von E-Zigaretten mit und ohne Nikotin ein Vielfaches weniger schädlich ist als der Konsum von herkömmlichen Zigaretten.
Es gibt zurzeit keine empirische Evidenz, dass E-Zigaretten als Einstieg in den Tabakkonsum dienen. 98 Prozent der Dampfer/innen sind Raucher/innen oder Ex-Raucher/innen.
Qualitative Analyse der Auswirkungen
Die Ausdehnung der Nachfrage nach nikotinhaltigen E-Zigaretten wird gleichzeitig die Nachfrage nach herkömmlichen Zigaretten reduzieren, da E-Zigaretten und Zigaretten zueinander in einem substitutivem Verhältnis stehen. Die Reduktion der Nachfrage nach Zigaretten wiederum wird zum einen zu einer Reduktion der Prävalenz und zum anderen zu einer Reduktion des durchschnittlichen täglichen Zigarettenkonsums pro Raucher/in führen. Da davon ausgegangen werden muss, dass E-Zigaretten deutlich weniger schädlich sind als herkömmliche Tabakprodukte zum Rauchen, wird die Legalisierung des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten letztlich zu einer Reduktion der sozialen Kosten des Konsums von Tabakprodukten führen.
Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen lassen sich die Auswirkungen der Legalisierung des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten wie folgt definieren:
Nutzen: Reduktion der sozialen Kosten des Rauchens. Einen Teil dieses Nutzens werden wir quantifizieren.
Erhöhung der Konsumentenrente der Dampfer/innen: Die Legalisierung wird – über die Wirkung auf die Schadenslast des Konsums von Tabakprodukten hinausgehend – zu einer unmittelbaren Erhöhung der Konsumentenrenten führen: Zum einen bei den Personen, die schon bisher nikotinhaltige E-Zigaretten konsumiert haben und zum anderen bei Personen, die aufgrund der Legalisierung mit dem Konsum von E-Zigaretten beginnen werden (voraussichtlich zu 98 Prozent Raucher/innen). Diesen Nutzen werden wir nicht quantifizieren. Wir werden also nur den indirekten Nutzen (Reduktion der sozialen Kosten des Tabakkonsums), nicht jedoch den direkten Nutzen der Legalisierung des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten quantifizieren.
Reduktion der Regulierungskosten in Bezug auf E-Zigaretten mit Nikotin: Wie soeben expliziert, wird die Aufhebung des Verbots des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten bei den Unternehmen der E-Zigaretten-Branche zu einer Reduktion der Regulierungskosten führen. Die Reduktion dieser Regulierungskosten konnten wir im Rahmen der RFA aus bereits genannten Gründen nicht quantifizieren.
Art. 10 (Notifikationspflicht bei Markteinführung):
Das Ziel der Notifikationspflicht ist gemäss dem Erläuternden Bericht zum TabPG (2014, 39) die frühzeitige Identifikation von Produkten, die giftige Stoffe enthalten bzw. die Gesundheit unangemessen gefährden. Da auch E-Zigaretten ohne Nikotin giftige Stoffe enthalten können, wäre es inkonsistent, eine Notifikationspflicht nur für nikotinhaltige E-Zigaretten vorzusehen.
Art. 18-19 (Verbot der Abgabe von und durch Minderjährige und Testkäufe):
Da E-Zigaretten mit und ohne Nikotin die Gesundheit in gleicher Art und Weise gefährden, wäre es inkonsistent, die Abgabe von und durch Minderjährige nur bei E-Zigaretten mit Nikotin, nicht jedoch bei solchen ohne Nikotin zu verbieten. Falls E-Zigaretten den Einstieg in die Tabakabhängigkeit fördern, wofür es keine empirische Evidenz gibt, dann wird dieser Einstieg über E-Zigaretten ohne Nikotin erfolgen. Denn es wäre für einen Jugendlichen, der nicht nikotinabhängig ist, komplett irrational, den Einstieg in den Tabakkonsum mit E-Zigaretten mit Nikotin anstelle von E-Zigaretten ohne Nikotin zu beginnen. Dies nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass der Geschmack von E-Zigaretten ohne Nikotin den Präferenzen von Nicht-Raucher/innen deutlich besser entsprechen dürfte als der Geschmack von E-Zigaretten mit Nikotin («Kratz-Effekt»).
Kosten: Die neue Regulierung von E-Zigaretten ohne Nikotin wird beim Bund und den Kantonen zu zusätzlichen Vollzugskosten und bei den Unternehmen der E-Zigaretten-Branche zu zusätzlichen Regulierungskosten führen. Diese Vollzugs- und Regulierungskosten werden wir in den nachfolgenden Abschnitten zu den einzelnen Veränderungen konkretisieren und beschreiben.
Nutzen: Die Regulierung der E-Zigaretten ohne Nikotin dürfte zu einer Reduktion der gesundheitlichen Risiken des Konsums von E-Zigaretten ohne Nikotin führen. Diesen Nutzen werden wir nicht quantifizieren können, da zu den Auswirkungen des Konsums von E-Zigaretten ohne Nikotin auf die Gesundheit keine verwertbaren Informationen verfügbar sind.
Verteilungseffekte: Aufgrund der neuen Regulierung der E-Zigaretten ohne Nikotin sind keine wesentlichen Verteilungseffekte zu erwarten.
Veränderung der Rechtsordnung
Neu ist auch Absatz 1 von Art. 6 VE-TabPG: «Tabakprodukte dürfen keine gesundheitsschädigende Zutaten enthalten, welche die Konsumentin oder der Konsument nicht erwartet.». Es ist nicht zu erwarten, dass diese Veränderung der Rechtsordnung reelle Auswirkungen entfalten wird.
Die Notwendigkeit einer neuen Regulierung im Bereich nikotinhaltiger E-Zigaretten dürfte unbestritten sind: Obwohl davon ausgegangen werden muss, das der Konsum von nikotinhaltigen E-Zigaretten ein Vielfaches weniger schädlich ist als der Konsum von herkömmlichen Zigaretten, ist der Handel mit nikotinhaltigen E-Zigaretten verboten, während der Handel mit den viel schädlicheren Zigaretten, die Tabak enthalten, erlaubt ist.
Wirkungsmodell zu den Auswirkungen des Tabakproduktegesetzes
Bei den Unternehmen, die in der Schweiz E-Zigaretten ohne Nikotin in Verkehr bringen, werden aufgrund der geplanten Verordnung zu Art. 3 Abs. 3 VE-TabPG zusätzliche Aufwände entstehen: Die Notifikation vor Markteinführung (Art. 10 VE-TabPG), die jährliche Meldung der Zusammensetzung der Produkte (Art. 20 VE-TabPG), die jährliche Meldung der Marketingausgaben (Art. 21 VE-TabPG) sowie die geplante Verordnung zu Art. 6 VE-TabPG werden bei den Unternehmen der E-Zigaretten sowohl einmalige als auch jährlich wiederkehrende Aufwänden verursachen. Aufgrund der erhöhten Regulierungskosten werden die Unternehmen die Preise ihrer Produkte erhöhen müssen, was zu einer Reduktion der Konsumentenrente der Konsument/innen von E-Zigaretten ohne Nikotin im Umfang der zusätzlichen Regulierungskosten führen wird. Die zusätzlichen Regulierungskosten bei den Unternehmen der E-Zigaretten-Branche werden wir in Abschnitt 7.3 quantitativ abschätzen.
Die Legalisierung der E-Zigaretten mit Nikotin: Die mit Art. 3 Abs. 2b VE-TabPG vorgesehene Legalisierung nikotinhaltiger E-Zigaretten wird die Nachfrage nach herkömmlichen Zigaretten reduzieren, da E-Zigaretten und herkömmliche Zigaretten Substitute sind. Die Reduktion der Nachfrage nach herkömmlichen E-Zigaretten führt zu einer Reduktion der Prävalenz und damit zu einer Reduktion der sozialen Kosten des Tabakkonsums. In Abschnitt 8.5.1 werden wir den Impact der Legalisierung nikotinhaltiger E-Zigaretten auf die Prävalenz des Rauchens Evidenz-basiert abschätzen.
Notifikation vor Markteinführung (Art. 10 VE-TabPG): Die Aufwände in Zusammenhang mit der Notifikation von E-Zigaretten vor Markteinführung beruht auf folgenden Annahmen: Gemäss Einschätzung von Expert/innen der E-Zigaretten-Industrie werden in der Schweiz derzeit etwa 50 Liquid-Marken vertrieben. Jede Liquid-Marke bietet rund 50 verschiedene Aromen an, womit sich 2‘500 Produkte ergeben. Es kann davon ausgegangen werden, dass bei einer Legalisierung des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten diese 50 Liquid-Marken auch nikotinhaltige Liquids in 50 verschiedenen Aromen anbieten würden, wahrscheinlich in drei unterschiedlichen Nikotin-Konzentrationen. Es ist also denkbar, dass die Legalisierung des Handels mit E-Zigaretten zu zusätzlichen 7500 Produkten führen würde (50 Marken à 50 Aromen à 3 Nikotin-Konzentrationen). Wir sind davon ausgegangen, dass pro Marke zwei Notifikationen (eine für die Liquids ohne Nikotin und eine für die Liquids mit Nikotin) vorgenommen werden müssen, so dass im Jahr 2018 mit 100 Notifikationen gerechnet werden muss. Für die darauffolgenden Jahre sind wir davon ausgegangen, dass jeweils 5 neue Marken in den Markt eintreten, so dass es in den Jahren 2019ff jeweils 10 Notifikationen geben wird. Das BAG rechnet pro Notifikation mit einem Arbeitsaufwand von 2 Stunden.
Jährliche Meldung der Zusammensetzung der Produkte (Art. 20 VE-TabPG):
Unter der geltenden Rechtsordnung gibt es 310 meldepflichtige Unternehmen. Die Meldepflicht nehmen zurzeit jedoch nur 25 Unternehmen wahr. In Zukunft soll die Meldung aller Unternehmen sichergestellt werden, so dass mit zusätzlichen 335 Meldungen zu rechnen ist (285 meldepflichtige Unternehmen, die bisher der Meldepflicht nicht nachgekommen sind, sowie zusätzlich 50 meldepflichtigen Unternehmen im Bereich der E-Zigaretten). Das BAG rechnet für die Entgegennahme und Verarbeitung einer Meldung mit einem Aufwand von 1.5 Arbeitsstunden, womit sich zusätzliche Vollzugskosten in der Höhe von CHF 73‘402 ergeben. Streng genommen kann der grösste Teil dieser Kosten nicht dem TabPG attribuiert werden, weil sie nicht auf eine Veränderung der Rechtsordnung, sondern auf eine Anpassung im Vollzug zurückzuführen sind.
Höchstmengen bezüglich Emissionen (Art. 6 Abs. 4 VE-TabPG):
Gemäss den Auftraggebenden ist es denkbar, dass das BAG im Rahmen des Verordnungsrechts Höchstmengen in Bezug auf die Emission gesundheitsgefährdender Stoffe festlegen wird. Diesbezüglich ist zu bemerken, dass die Konzentration gesundheitsgefährdender Stoffe im Dampf von verschiedenen Faktoren abzuhängen scheinen: Vom Liquid selbst, vom Gerät, mit dem gedampft wird als auch vom Verdampfer, der verwendet wird. Eine Festlegung von Höchstmengen könnte also verschiedene Komponenten der E-Zigarette betreffen. Da das Verordnungsrecht zu Art. 6 VE-TabPG noch nicht vorliegt, ist es nicht möglich, die Auswirkungen einer solchen Regulierung zu quantifizieren. Mögliche Auswirkungen könnten etwa die folgenden sein:
Notwendigkeit von Vaping-Tests: Die Unternehmen der E-Zigaretten-Branche dürften gezwungen sein, Vaping-Tests durchzuführen, um festzustellen ob ihre Produkte den Anforderungen an die Emission gesundheitsschädigender Stoffe genügen. In diesem Fall würde es zu einer starken Marktbereinigung kommen, da sich für Produkte mit tiefem Umsatz solche Tests nicht rechnen würden. Bezüglich solcher allfälliger Tests stellt sich angesichts der Tatsache, dass die Konzentration schädlicher Stoffe im Dampf nicht nur vom Liquids, sondern auch vom Gerät und Verdampfer abhängen, die Frage, ob nur Liquids oder aber auch Geräte und Verdampfer getestet werden müssten.
Anpassung von Produkten und Rezepten: Wenn die Tests negativ ausfallen würden, wären die Unternehmen gezwungen, ihre Produkte und Rezepte anzupassen, was mit entsprechenden Kostenfolgen verbunden wäre. Insbesondere bei importierten Produkten mit tiefem Umsatzvolumen in der Schweiz wäre damit zu rechnen, dass diese Produkte vom Markt genommen werden (Marktbereinigung).
Ausweichverhalten der Unternehmen: Insbesondere bei einer Regulierung, welche die Dampfgeräte tangiert, könnten die Unternehmen dazu über gehen, keine kompletten Geräte, sondern nur noch Einzelkomponenten zu verkaufen, so dass die Konsument/innen keine kompletten Geräte mehr, sondern nur noch Einzelkomponenten kaufen würden, die sie selbst zu einem Gerät zusammenstellen. Solche Konsument/innen gibt es übrigens bereits unter der geltenden Rechtsordnung.
Ausweichverhalten der Konsument/innen: Bereits unter der geltenden Rechtsordnung gibt es Dampfer/innen, die keine fertigen Liquids konsumieren. Vielmehr stellen sie ihre Liquids selbst her: Die dafür benötigten Stoffe sind in jeder Apotheke erhältlich. Eine Regulierung der Liquids, welche die Präferenzen der Konsument/innen nicht berücksichtigen, könnte dazu führen, dass die Konsument/innen dazu übergehen, ihre Liquids selbst zu produzieren. Eine Regulierung der Dampfgeräte, welche die Präferenzen der Konsument/innen nicht adäquat berücksichtigen, könnte darüber hinaus dazu führen, dass die Konsument/innen dazu übergehen, ihre Geräte im Ausland zu kaufen.
Diese Ausführungen machen deutlich, dass eine Regulierung von E-Zigaretten im Rahmen von Art. 6 VE-TabPG bei den Unternehmen der E-Zigaretten-Branche – relativ betrachtet – hohe Regulierungskosten verursachen könnte, was mit einer hohen Zahl von Marktaustritten verbunden sein könnte. Je nach Ausgestaltung der Regulierung ist möglich, dass nicht-intendierte Marktveränderungen resultieren, die dem Zweck des TabPG (vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. b VE-TabPG) zuwiderlaufen. Wir empfehlen, bei der Ausarbeitung einer diesbezüglichen Verordnung Vertreter/innen der E-Zigaretten-Branche frühzeitig einzubinden.
Kosten einer erhöhten Rechtsunsicherheit?
Zum einen enthält der VE-TabPG ausgewählte Artikel ohne Delegationsnormen, denen Rechtsunsicherheiten anhaften. Dies gilt insbesondere für Art. 13 Abs. 1 lit. a.1 VE-TabPG, gemäss dem Werbung für Tabakprodukte, die «Tabakprodukte mit einem positiven Lebensgefühl in Verbringung» bringen, verboten ist. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Gerichte im Rahmen juristischer Auseinandersetzungen werden definieren müssen, was unter einem «positiven Lebensgefühl» zu verstehen ist.
Erstens wird der VE-TabPG in Bezug auf die Regulierung von E-Zigaretten und SNUS bestehende Rechtsunsicherheiten abbauen. In Bezug auf SNUS und E-Zigaretten finden in der Schweiz gerade derzeit Auseinandersetzungen statt, die sowohl beim Staat als auch bei den involvierten Unternehmen Transaktionskosten verursachen.
Impact des TabPG auf die Prävalenz
Legalisierung des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten Substitution von Zigaretten durch E-Zigaretten Reduktion der Prävalenz: Die Legalisierung des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten wird zu einer Zunahme der Zahl der Raucher/innen führen, welche den Konsum der herkömmlichen Tabakprodukte zugunsten des Konsums nikotinhaltiger E-Zigaretten aufgeben. Die Nachfrage nach herkömmlichen Tabakprodukten wird entsprechend sinken (Verschiebung der Nachfragekurve nach unten) und in einer Reduktion der Prävalenz resultieren. Die prozentuale Veränderung der Prävalenz infolge der Legalisierung des Handels mit E-Zigaretten bezeichnen wir mit ....
Die Legalisierung des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten wird zu einer geschätzten Reduktion der Prävalenz (in Bezug auf den Konsum herkömmlicher Tabakprodukte) um 2.1 Prozent führen (0.64 Prozentpunkte / 30.2 Prozentpunkte). Es ist davon auszugehen, dass dieser Effekt auf die Prävalenz nicht vollumfänglich bereits im ersten Jahr nach Inkraftsetzung des TabPG, also im Jahr 2018, beobachtet werden kann. Aus diesem Grund gehen wir davon aus, dass im 2018 die Prävalenz aufgrund der Legalisierung des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten um 0.7 Prozent (ein Drittel der 2.1 Prozent), im Jahr 2019 um 1.4 Prozent (zwei Drittel der 2.1 Prozent) und erst ab dem Jahr 2020 um 2.1 Prozent sinkt. Bezüglich des Impacts der Legalisierung nikotinhaltiger E-Zigaretten auf die sozialen Kosten des Rauchens bemerken wir an dieser Stelle Folgendes:
Bei den 2.1 Prozent handelt es sich unseres Erachtens eher um einen konservativen Schätzwert. Denn angesichts des Wachstums des E-Zigaretten-Marktes in den letzten Jahren muss davon ausgegangen werden, dass die Prävalenz in Bezug auf das Dampfen in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Dadurch wird wahrscheinlich auch die Differenz zwischen der «Dampfer-Prävalenz» in der Schweiz, wo der Handel verboten ist, und der «Dampfer-Prävalenz» in Ländern, in welchen der Handel legal ist, zunehmen.
Gemäss verschiedenen Quellen kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei 15 Prozent der Personen, die regelmässig E-Zigaretten konsumieren, um Ex-Raucher/innen handelt, und dass die restlichen 85 Prozent Raucher/innen sind, die ihren Konsum herkömmlicher Zigaretten mit Hilfe des Konsums von E-Zigaretten substantiell reduziert haben.
Tabelle 24 zeigt die Verteilung des Nutzens nach Ursachen: Die Legalisierung des Handels mit nikotinhaltigen E-Zigaretten führt gemäss unserer Schätzung zu einer Reduktion der sozialen Kosten des Tabakkonsums von durchschnittlich CHF 251 Millionen pro Jahr, was einem Drittel des Nutzens entspricht. Diese Schätzung basiert auf Annahmen, wie wir sie in Abschnitt 8.5.1 expliziert haben.
Der E-Zigarette in der Schweiz konnte wohl nichts Besseres passieren, als diese Analyse im Auftrag des BAG. Wenn man bedenkt, dass das BAG bisher der grösste Verfechter der E-Zigarette war, dann ist das ein kleiner Schritt für die E-Zigarette, aber ein grosser für die Menschheit.
Und an alle Menschen, welche die E-Zigarette jetzt immer noch schlecht reden wollen, oder behaupten es gebe keine Studien, der kann sich entweder die komplette BASS Analyse unter folgendem Link herunterladen.
Alternativ dazu gibt es bei Rursus eine Liste mit über 199 Studien (2) zu E-Zigaretten. Jetzt noch zu behaupten die Faktenlage sei dürftig ist schlicht gelogen. Wenn Ihr in den Medien weiterhin Unsinn über die E-Zigarette liest, dann weist die Journalisten bitte höflich auf diese Studie hin. Gemeinsam kriegen wir das auf die Reihe.
Dampfergruss vom Ric
(1) Regulierungsfolgenabschätzung zum Tabakproduktegesetz
(2) E-Zigaretten Studien – die Liste bei Rursus
Fragen an das BASS: Auf Seite 53 fehlt Punkt 4 – was hat es damit auf sich?

References: Art. 6

Art. 10

Art. 18
 Art. 6
 Art. 3
 Art. 6
 Art. 3
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 1
 Art. 13