Source: https://expydoc.com/doc/11308125/lg-muenchen-i-urteil-30-11-2016
Timestamp: 2020-06-02 10:32:56+00:00

Document:
Abteilung für.Zivilsachen
. Landgerlctlt MUnchen I 80316 MünchP-n
.· ~ ·-·- ·. -·~.. .
Telefon: (+49) 89 5597-2545
Telefax: 089/5597-2991, -208.7·
. Zimmtlr:4
Mo· Do: 08.00- 15.00 Uhr
und Fr:' 08.00- 14.00 Uhr
Bitte bei Antwort angeb~n
Akten· f Geschäftszeich~n
lhrZeichon
25 0 17754/16
Melzer, A. .1. Knobloch, C.
Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Fortmeyer,
anbei erhalten Sie eine beglaubigte Abschrift des Urteils vom :21.11.2016 und eine Abschrift
des Urteils vom 21.11 .201.6.
Aycah, JAng
Hausansc)lrlfl
Haltestalle
Prielmayerstraße 7.
U-Bahn, S-Bahn: Haltestelle
Kerlsplatz
Prfelmayerstraße 7,
Pacellfstraße 6,
Infanterlestraße 5,
Str~;~r.e
Telofon;
069/5597-2991,-2087
LandgerichtMünchen I
Az..:
Melzer Abraham, Barmondstraße 9, 6'3263 Neu-lsenburg
Rechtsanwalt Fortmeyer Jan-Aiexander, Zeppelinallee 21 , 60325 Frankfurt, Gz.: 16/00167
Knobloch Charlotte,
cio Israelitische Kultusgemeinde München, St.-Jakobs-Platz 18, 80331
Prozes§.bevollmächtigte:
Rechtsanwälte PricewaterhouseCoopers Legal Aktiengesellschaft Rechtsanwalts·g esallschaft, Kapelle-Ufer 4, 10117 Berlin
wegen Unterfassung
erlässt das Landgericht München ·I - 25. Zivilkammer - durch die Vorsitzende Richterin am Landgericht Gröncke-Müller, den Richter am Landgericht Haberader und die Richterin am Landgericht
Berger-UIIrich auf Grund der mündlichen Verhandlung vom 2:1.11.2016 folgendes
25 0 17754116
En,durteil ·
Der Verfügungsbeklagten wird es bei Maidung eines Ordnungsgeldes bis zu € 250.000,-,
ersatzweise. Ordnungshaft, oder Ordnungshaft bis zu 6 Monaten für jeden Fall der Zuwiderhandlung untersagt, wörtlich oder sinngemäß
ge~1enüber
Dritten zu behaupten: "Abi
Malzer ist für seine antisemitischen Äußerungen reuelrecht berüchtigt.", wenn dies geschieht wie in der E·Mail der Verfügungsbeklagten vom 23.09.2016 (Anlage ASt 3).
Die Verfügungsbeklagte hat die Kosten des. Rechtsstreits zu tragen.
Der Verfügungskläger war seit den 1970er Jahren in Deutschland als jüdischer Verleger tätig, bis
2012 war er Inhaber des von seinem Vater übernommenen Metzer Verlags. 1988 gründete der
Verfügungskläger die politische Zeitschrift SEMIT, welche mittlerweile im lnt~rnet unter den Titel
.. DER .SEMIT - die andere jüdische Stimme" erscheint. Unter www.der~semit.de/ findet sich ein
Weblog, in dem sich der Verfügungskläger wie auch andere Autoren mit gesellschaftlichen und
politischen Themen und insbesondere dem Nahostkonflikt BIJSeinandersetzen. Hier wie auch in
verschiedenen gedruckten Publikationen sowie Vorträgen äuJ~erte sich der Verfügungskläger immer wieder kritisch zu bestimmten Aspekten der Politik des Staates Israel. Seine Beiträge richten
sich auch gegen den Zionismus, insbesondere wendet sich der Antragsteller gegen die bestehende Siedlungspolitik des Staates Israels. Der Verfügungskläger ist selbst ·Jude, wuchs als Sohn.
von Holocaust-Flüchtlingen in Israel auf und diente
länge~er ZEllt
in der dortigen Armee.
Die Verfügungsbeklagte ist Holocaust-Überlebende und 1932 geboren. Seit 1985 ist sie Präsidentin der Israelitischen Kultusgem.einde München und Oberbayem, von 2005 - 2013 war sie Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses und von 2003 - 2010 Vizepräsidentin. des Europäischen Jüdischen Kongresses. Sie setzt sich öffentlich für den Kampf gegen Antisemitismus und
Rassismus ein, vor allem gegen antisemitisch motivierten Hass gegen den jüdischen Staat Israel.
Der Verfügungskläger wollte am 23.09.2016
rn Zusammenarbeit mit dem Verein "Salam Shalom
Arneitskreis Palästina-Israel e.V." in den Räumlichkeiten des Münchener Eine-Welt-Haus e.V.
einen Vortrag mit dem Titel "Antisemitismus heute" halten. Die Veranstaltung wurde k1.,1rzfristig abgesagt, nachdem der Kulturreferent der Stadt München am 21.09.2016 an deri Vorstand und Geschäftsführer des Trägerkreises Eine-Welt-Ha.us· e.V. eine E-Mail gesendet hatte, mit der die
Überlassung der städtisch~n Räume zur Durchführung der genannten Veranstaltung untersagt
wurde. Begründet wurde die UntersagunQ damit, die Veranstaltungsankündigung enthalte Formulierun~en, die in Richtung
einer Delegitimierung Israels gingen, dies lege nahe, dass in der Veran-
staltung die Grenze zwischen Israelkritik und Antisemitismus uberschritten werde.
Die· Vortragsveranstaltung sollte dann in die Räumlichkeiten des katholischen KKV Hansa a.v.
München (Brienner Straße 39) verlegt werden. Daraufhin sandte die Verfügu'ngsb.eklagte dem
Vorsitzenden dieses Vereins, Klaus-Dieter Engelhardt, am 23. September 2016 vormittags eine
E-Mail. Darin wurden die bereits aus der E-Mail des Dr. Küppers ersichtlichen Behauptungen wiederholt und zudem behauptet:
,,Speziell der Hauptreferent Abi Mel~er ist für seine antisemitischen Äußerungen regelrecht berüchtigt."
Der Verfügungskläger ließ die Verfügungsbeklagte mit anwaltlichEim Schreiben vom 10.10.2016
abmahr1en, eine Unterlassungserklärung wurde nicht abgegeben. Eine zum 21 .1 0.201.6 angekündigte Stellungnahme bt.ieb aus.
Der Verfügungskläger führte er mit dem jüdischen Publizisten Henryk M. Broder in den Jahren
2006/2007 einen äußerungsrechtlichen Rechtsstreit vor dem LG und dem OLG Frankfurt am
Main. ln seinem Verlag war ein kontrovers diskutiertes Buch des Auschwitz-Überlebenden Hajo
Meyer erschienen. Hierzu veröffentlichte Broder im Internet oinen Titel mit der Überschrift: "Halo
mit Hajo: Wie zwei Juden für die Leipzigerden Adolf machen", er sehrleb darin, die beiden seien
,;Kapazitäten für engewandte Judäophobie". Der VerfügungsKläger habe "eine Lücke entdeckt. die
·er fleiß.ig mit braunem Dreck füllt".
Gegen diese Äußerungen erwirkte der Verfügungskläger eine einstweilige Verfügung, in dem Berufungsverfahren entschied das OLG Frankfurt (Aktenzeichen 16 U 257/06) letztlich sinngemäß,
bei den Äußerungen .,Kapazitäten für .angewandte Judäophohie" und .,den Adolf machen" handele
es sich um Meinungsäußerungen, die der Verfügungskläger in. einem polemisch geführten Meinungskampf hinnehmen müssen. Die Äußerung, der Verfügungskläger ~fülle Lücken mit braunem
Dreck" blieb weiterhin untersagt.
Der Verfügungskläger veröffentlichte auf der Internetseite "Das· P·alästina Portal" im Zusammenhang mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an eine Frau Felicia Langer 2009 einen
.Beitrag mit der Überschrift "Wo Hass keine Grenzen kennt'' (Anlage B 5). ln diesem Beitrag bezeichnet der Verfügungskläger Bedienstete des israelischen Außenministeriums als "Biockwartea, die Westbank und den Gazastreifen
als ,.Ghettos~ ..
Der Verfügungskläger veröffentlichte am 23;05.2018 auf seiJJer Internetseite den Beitrag "Offener
Brief an Charlotte Knobloch" (Anlage 86), in dem er die Verfügungsbeklagte ·als ,,primitiv und
dumm" bezeichnet, sie des .,niveaulosen Jammerns" bezichtigte, ihren Gemütszustand in Frage
stellte und sie als "völlig abgedreht und orientierungslos" bezeichnete.
Er bezeichnete sie a.ls Lüg-
nerln sowie als selbstgerechte Heuehierin und Janatische ungebildete Zionistin".
ln einem Beitrag .,Jüdische Chuzpe wird nur noch von israelischer Chupze (Unverfrorenheit) übertroffen" (Anlage B 17) vom 26.1 0.2016 auf seiner Internetseite bezeichnete der Verfügungskläger
die Verfügungsbeklagte im Zusammenhang
mit der hier streitgegenständlichen Äu.ßerung, den
Botschafter des Staates Israel sowie Henrik M. Broder als "Sayanim" sowie als "regelrecht berüchtigt für ihre. antidemokratische Gesinnung und ·rassistischen Ausfälle".
Der Verfügungskläger veröffentlichte am 23.10.2016 die E~Mail der Verfügungsbeklagten vom
vom 23.9.2016 in dem Beitrag ,.Charlotte Knobloch dreht durch!" (Anlage B 11) und kommentierte
das Vorgehen der Verfügungsbeklagten wie folgt: n( .. ) Im Folgenden das Mail, mit dem sie mei-
nen Vortrag torpediert hat. Meinungsfreiheit gilt nur für Zionisten. Wenn das kein Skandal ist, dann
frage ich mich, was ein Skan~al ist. Jüdischen Deutschen wird GG-Artikel 5 von radikalen Israellobbyisten ValWehrt und die Deutschen machen wieder mit. Sie spielt hier den jüdischen Clown
neben Henrik M. Broder und empfängt ihre Befehle womöglic:h direkt vom Chef. Ihre Aufgabe lautet, Kritik an Israels Politik zu verhindern, .denn Kritik an lsrael·sei Antisemitismus. Dabei sind sie,
Broder und Netanjahli die Antisemiten-Macher."
Der Verfügungskläger trägt vor, er habe sich niemals feindlich oder abwertend gegenüber dem
Judentum oder seinen Angehörigen als solchen geäußert. Er lehne es strikt ab, diese Bevölke·
rungsgr~ppe
pauschal zu diskreditieren, er sei häufig gegen antisemitische, also das Judentum
und seiner Angehörigen als solche pauschal abwertenden Äußerungen eingetreten.
Das Phänomen des Antisemitismus sei eine schmerzhafte E:rfahrung seiner eigenen Familiengeschichte, er empfinde eine tiefe Verbundenheit und Zuneigung zum Land Israel, was ihn nicht davon abhalte, gewisse Aspekte der POlitik des Staates Israel kritisieren. Seine Belträge ließen sich
als antizionistisch bezeichnen, was ihn nicht anfechte. Das OLG Frankfurt habe nicht geurteilt,
dass er ein Antisemit sei oder als solcher bezeichnet werden dürfe.
Er habe gegen die Verfügungsbeklagte einen Unterlassungsanspruch wegen unwahrer Tatsachenbehauptung aus §§ 823 Abs. 1, 1004 BGB in Verbindung mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art . 1 Abs. 1 GG. Soweit die betreffende Ausse-
· Seite 6 -
rung darauf abzielten, seine Vortragstätlgkeit, für die er honoriert werde, zu unterbinden, liege darin ein Eingriff in seinen Gewerbebetrieb.
Bei der streitgegenständlichen Äußerung handele sich um eine unwahre Tatsachenbehauptung,
welche sein Persönlichkeitsrecht besonders gravierend verletzt. Er müsse nicht hinnehmen,
durch derart krude und falsche Behauptungen Dritten gegenüber diskreditiert und in seiner Berufsausübung gehindert zu werden.
Der Antragsgegnerin wird es bei Meidung eines Ordnungsgeldes bis zu E 250.000,-,
ersatzweise Ordnungshaft, oder Ordnungshaft bis zu 6 Monaten für jeden Fall der zu:.
widerharidlung untersagt. wÖrtlich oder sinngemäß gegenüber Dritten zu behaupten:
"Abi Melzer.ist für se.ine antisemitischen Äußerungen regelrecht berüchtigt.u,
wenn dies geschieht wie in der E-Mail der Verfügungsbeklagten vom 23.09.2016 (Anlage ASt3) .
Den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Ver:fügung zurückzuweisen.
Die Verfügungsbeklagte meint, dem Antrag fehle das Rechtsschutzinteresse. Der Verfügungskläger räume ein, Kenntnis .von der streitgegenständlichen Erklärung lediglich aus einer ihm vom
KKV Hansa e. V. München zugeleiteten· E-Mail vom 23.09.2016 erlangt zu haben. Diese E-Mail
sei an den vorgenannten Verein sowie in Kopie an den Generalvikar des Erzbistums München
und Freising, Herrn Dr. Peter Beer versandt worden. Eine öffentliche Verbreitung dieser E-Mail sei
nicht erfolgt. Es sei der Verfügungskläger selbs.t, der dafür Sorge getragen habe, die streitgegenständliche Erklärung der Verfügung·sbeklagten veröffentlicht zu haben. Aufgrund dieses widersprüchlichen Verhaltens fehle dem Antragsteller bereits das RechtsschutZinteresse, ferner mangele es damit auch an der Dringlichkeit und am Verfügungsgrund.
Die Verfügungsbeklagte trägt vor, der Verfügungsbeklagte sei ein .besessener Feind des Staate~
25 o 1n5411s
Israels und beschäftige sich auf seiner Internetseite fast ausschließlich mit Hasstiraden gegen Israel sowie jüdische Institutionen und Persönlichkeiten des täglichen Lebens. Nennenswerte Publikationen habe der Antragsteller bislang nicht hervorgebracht.
Auf dem Kongress der in der Bundesrepublik und international als radikal-islamistische Terrororganisation angesehenen Organisatic:.m "Hamas" am 25.04.2015. in Berlin, der zur Vermeidung eines polizeilichen Verbots durch das Palestine Return Center durchgeführt worden sei, sei der
Verfügungsbeklagte als Gastredner aufgetreten. Die Zuordnung der Tagung zur Hamas ergebe
sich aus den Zeitungsartikeln der Anlage B 4.
Der Verfügungskläger gebe vor, um seine Meinungsfreiheit zu kämpfen und lediglich Kritik an der
Regierung l~raels üben zu wollen. Er nehme in Wirklichkeit für sich das Recht in Anspruch, den ·
Staat Israel obsessiv mit Hasspamphleten auf seiner lnterne~seite anzufeinden und dem Staat ls-·
rael Sympathie entgegenbringende Persönlichkeiten auf das Äußerste - u.a. als "Rassisten" - zu
beleidigen und zu diffamieren. Er übersehe hierbei, dass df.lr öffe.ntliche Diskurs, in welchen er
sich hierbei selbst begebe, keine Einbahnstraße sei und dass mit zunehmender Massivität seiner
eigenen Anfeindungen angemessene Reaktionen Dritter selbstverständlich .seien und von ihm
nicht unterbunden werden könnten.
Mit der Bezeichnung Sayanim in der Anlage B 17 seien Zuarbeiter des israelischen Auslandsge~
heimdienstes gemeint.
Bel der streitgegenständlichen Äußerung handele sich nicht um eine Tatsachenbehauptung, sondern um eine dem Schutzbereich des Art. 5 GG unterliegende Wertung und Meinungsäußerung.
Für den Begriff Antisemitismus existiere keine justiziable, rechtlich verbindliche Legaldefinition.
·Antisemitismus sei ein sozial- und gesell~chaftspolitisches Phänomen, welches seit Jahren zum
Teil sehr kontrovers durch die Wissenschaft erforscht und akademisch diskutiert werde. Ob eine
Außerung daher als antisemitisch bewertet werden dürfe oder nicht, könne bereits deshalb keine
widerlegbare oder beweisbare Tatsache sein, sondern unterliege jeweils der Meinung des Betrachters und Lesers. Entsprechendes gelte für die streitgegenständliche Bezeichnung "berüchtigt" und die Frage, ob der sich Äußernde wegen seiner Äußerungen berüchtigt sei. Einigen Lesern sei die Internetseite des Antragstellers in Bezug aufdessen Äußerung bekannt, einigen eben
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung belege, dass die! engen Zusammenhänge zWischen
Antisemitismus und Antiszionismus intensiv diskutiert und dte Identität beider Phänomene durch-
25 0 17754(16
· Seite 8 •
aus und nachhaltig befürwort~t werden könne und befürwortet werde. Der Verfügungskläger kön~
ne daher der Verfügungsbeklagten, die diese Sichtweise teile und sich damit in durchaus ehrenwerter Gesellschaft aus Literatur und Rechtsprechung befinde, ihre ~artende Betrachtung der
Äußerungen des Verfügungsbeklag·ten nicht untersagen Jass~m.
Der Verfügungskläger .eiWidert, er habe an keinem Kongress der Ha,mas teilgenommen. Der sogenannte Palästina Kongress habe am 25.04.2015 bereits zum 13. Mal, zum 2. Mal in Berlin
stattgefunden. Weder hier noch an irgendwelchen anderen Orten in Europa sei er jemals versammlungsrechtlich verboten worden. auch gebe es keine Meldungen über irgendwelche strafrechtlich relevanten Äußerungen oder Handlungen bei dieser Veranstaltung. Diese Tagungen
würden nicht von der Hamas ausgerichtet. Das Palestinian Return Center (PRC) sei als unabhängige Nichtregierungsorganisation (NGO) Teil' des NGO-Systems der Vereinten Nationen, im
Juli 2015 sei ihr der ECOSOC·Sonderberatungsstatus verliehen worden .
Zur Ergänzung des Tatbestandes wird auf die zWischen den Parteien gewechselten Schriftsätze
samt Anlagen, auf die Schutzschrift samt Anlagen sowie auf das Protokoll der mündlichen Ver~
handlung Bezug genommen. Der neue Tatsachenvortrag in den nicht nachgelassenen Schriftsätzen vom 28.11.20 16·und 29.11.2016 wurde bei der Entscheidung nicht berücksichtigt.
Der Rechstreit wurde mit Beschluss vom 24.10.2016 von der Kammer übernommen.
Der zulässige Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung Ist begründet, da es den Verfügungskläger in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht .verletzt, dass die Verfügungsbeklagte in
ihter E-Mail an den Vorsitzenden des KKY Hansa e.V., Klaus-Dieter Engelhardt, am 23. September 2016 über den Verfügungskläger äußerte: nSpeziell der Hauptreferent Abi Melzer ist für seine
antisemitischen Äußerungen regelrecht beruchtigt." und er daher gemäß§§ 1004 ·analog, 823 I
BGB einen Anspruch auf Unterlassung hat
Grundlage für diese Beurteilung ist wegen des
Beibringung~grundsatzes
der ZPO ausschließlich
der Sachvortrag der Parteien in diesem Verfahren.
Bei der streitgegenständlichen Äußerung handelt es sich um eine Meinungsäußerung. Tatsachenbehauptungen unterscheiden sich von Werturteilen dadurch, dass bei diesen die ·
subjektive Beziehung zwischen der Äußerung und der Wirklichkeit im Vordergrund steht,
während für jene die objektive Beziehung des sich Äußernden zum Inhalt seiner Äußerung
charakteristisch ist (vgl. BVerfG, NJW 2000, 199, 200 m.w.N.). Wesentlich für diQ Einstufung als. Tatsachenbehauptung ist. ob die Aussage einer Überprüfung auf ihre Richtigkeit
mit den Mitteln des Beweises zugänglich ist. was be1 Meinungsäußerungen ausscheidet,
weil sie durch die subjektive Beziehung des sich Äußernden zum Inhalt seiner Aussage
geprägt sowie durch das Element der Stellungnahme und des Dafürhaltans gekennzeiChnet werdEm und sich de~halb nicht als wahr und unwa11r erweisen lassen (BGH, Urteil vom
23.02.1999, VI ZR 140/98).
Der Beurteilung, ob jemand nfür seine antisemitischen Äußerungen regelrecht berüchtigt"
ist, liegt eire Bewertung der Äußerungen und der Rezeption dieser Äußerungen durch Dritte zugrunde, bei der die subjektive Sicht des sich Äußernden auf den so Beurteilten maß,;.
gablieh ist, so dass es sich um eine Meinungsäußerung handelt.
-Seite 10 -
Nach einer .von dem European Forum on Antisemitism (EFA) verwendeten ,,Arbeitsdeflnition" ist ·Antisemitismus eine bestimmte Wahrnehmul"g von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen
jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtun!Jen. Darüber hinaus kann auch der
Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.
Oft enthalten antisemitische Äußerungen die Anschuldigung, die Juden betrieben eine gegen die Menschheit gerichtete Verschwörung und seien dafür verantwortlich, dass "die
Dinge nicht richtig laufen". Der Antisemitismus manif(!stiert sich in Wort, Schrift und Bild
in anderen Handlungsformen, er benutzt negative Stereotype und unterstellt negati-
ve Charakterzüge_
Aktuelle Beispiele von Antisemitismus if'n öffentlichen.Leben, in den Medien( ... ) sind dabei
unter anderem: (._) Falsche, entmenschlichende, dämonisierende .oder stereotype An.
schuldigungen gegen Juden oder die Macht der Juden als Kollektiv - insbesondere die Mythen über eine jüdische Weltv.erschwörung oder über die Kontrolle der Medien, Wirtschaft,
Regierung oder anderer gesellschaftlicher Institutionen durch die Juden .
(--) Der Vorwurf gegenüber Juden, sie fühlten sich de'il Staat Israel oder angeblich bestehenden weltweiten jüdischen Interessen stärker verpflichtet als den Interessen ihrer jeweiligen Heimatländer.
Beispiele von Antisemitismus
im Zusammenhang mit dem Staat Israel und unter Berück-
sichtigung des Gesamtkontextes können folgende Vorhaltensforrnen einschließen, ohne
auf diese beschränkt zu sein:
(---) Das Verwenden von Symbolen und Bildern, die mit traditionellem Antisemitismus in
Verbindung stehen (z.B_ der V01wurf des Christusmordes oder die Ritualmordlegende),
um Israel oder die Israelis zu beschreiben.
Vergleiche der aktuellen israelischen Politik mit der Politik der Nationalsozialisten.{ ... )
Allerdings kann Kritik ,an Israel, die mit der an anderen Ländern vergleichbar ist, nicht ~Js
antisemitisch betrachtet werden (www.european-fonlm-on-antisemitism.org/working-definition-of-antisemitlsm/deutsch -german/).
Nach der Definition im Duden (www.duden.de/) bedeutet Antisemitismus Abneigung oder
Feindschaft gegenüber den Juden.
Berüchtigt definiert der Duden als durch schlechte Merkmale, Eigenschaften, üble Taten
[weithin] bekannt, gefürchtet; in einem solilachten Ruf stehend; verrufen.
Jemand, der "für seine antisemitischen Äußerungen regelrecht berüchtigtH ist, Ist also eine
Person, die wegen ihrer Äußerungen, mit denen sie sich gegen jüdische Menschen
und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen, religiöse Einrichtungen oder den Staat Israel als jüdisches Kollektiv wendet und dabei beispielsweise
falsche oder stereotype Anschuldigungen gegen Juden gebraucht, verrufen und bekannt
Ob die Äußerungen einer Person dem entsprechen ur1d ob sie für diese Äußerungen (weit·hin) bekannt ist, ist maßgeblich von der Wertung des sich Äußernden geprägt und damit
Mein ungsäu ßerung .
Meinungsäußerungen· stehen dabei grundsätzlich ohn·e Rücksicht auf ihre Qualität, insbe·
sondere .ihre Richtigkeit unter dem Schutz des Art. 5 Abs. 1 GG und dürfen nur in eng begrenzten Ausnahmefällen, etwa wenn sie beleidigenden oder schmähenden Charakter haben, untersagt werden. Eine Äußerung nimmt den Charakter einer Schmähung e·rst dann
an, wenn in ihr nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Diffamierung
der Person des Gegners im Vordergrund steht uncl sie jenseits auch polemischer und
überspitzter Kritik in der Herabsetzung der Person des Gegners besteht; 'eine für den Betroffenen herabsetzende Wirkung reicht nicht aus (vgl. BGH VI ZR 14/07; VI ZR 51/99; VI
ZR 276/99; VI ZR 298/03; BVerfGE 82, 272, 284; 93, 266, 294; BVerfG, NJW 1991, 95, .96;
1991,1475, 1477; 1993, 1462; 2003, 3760; 2004,
591; 2013, 3021; Az: 1 BvR444/13).
Eine solche Schmähung ist die streitgegenständliche Äußerung wegen des Sachbezuges.
in streitgegenständlichen E-Mail nicht. ln der geboten,~n Abwägung zwischen dem Persönlichkeitsrecht des
Verfügungskläger~
aus Art. 1, 2 GG und dem Recht auf freie
Meinun~s~
äußerung aus Art. 5 GG auf Seiten der Verfügungsbeklagten überwiegt jedoch das
Persön~
lichkeitsrecht des Verfügungsklägers. Auch soweit eine Meinungsäußerung keine Schmä-
-Seite 12 -
hung darstellt, kann sich aus der gebotenen Abwägung der beteiligten Grundrechte eine
Verletzung des Persönlichkeitsrechts ergeben (vgl. dazu BVerfG, stattgebender Kammerbeschlu~s vom 24. Mai 2006-1 BvR49IOO, 1 BvR 55/00, 1 BvR 2031/00-. Rz. 43, juris).
Es ist daher geboten, bei der Entscheidung über den Unterlassungsantrag zwischen dem
Recht des Verfügungsklägers auf Schutz seiner Persönlichkeit aus Art. 1 Abs. 1, Art. 2
Abs. 1 GG und dem in Art. 5 Abs. 1 GG verankerten Recht der Verfügungsbeklagten auf
freie Meinungsäußerung abzuwägen. Denn wegen·der Eigenart des Persönlichkeitsrechts
als eines Rahmenrechts liegt seine Reichweite nicht absolut fest, sondern muss erst
durch eine·Abwägung der widerstreitenden grundrechtlich geschlitzten Belange bestimmt
werden, bei der die besonderen Umstände des Einzelfans sowie die betroffenen Grundrechte interpretatioris,leitend zu berucksichtigen .sind (BGH, Urteile vom 9. Dezember 2003
-VI ZR 373/02, VersR 2004, 522, 523 mwN; vom 20. April2010- VI ZR 245/08, NJW 2010,
2728 Rn. 12). Der Eingriff in das Persönlichkeitsrech~ ist nu.r dann rechtswidrig, wenn das
Schutzinteresse des Betroffenen. die schutzwürdigen Belange der anderen Seite übelWiegt
(BGH Urteil vom 9. Februar 2010- VI ZR 243/08, VersR 2010,673 'Rn. 14 ~ Onlinearchiv II;
vom 20. April2010 - VI ZR 245/08) .
Die Charakterisierung des Verfügungsklägers als jemand, der für seine antisemitischen
Außerungen regelrecht berüchtigt ist, kann eine eine Beleidigung im Sinne von § 1~5 StGB
und eine Beschreibung sein, die geeignet ist, das Persönlichkeitsrecht des Verfügungsklä.Qers ·in erheblicher und ~eitgehender Weise zu verletzen. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass gerade vor dem Hintergrund der Verbrechen der Nazidiktatur und des Holoeaust sowie des hierdurch geprägten Lebenslaufs. beider Parteien die Charakterisierung des Verfügungsklägers als ein Mensch jüdischer Herkunft, de:- für seine antisemitischen Äußerungen regelrecht berüchtigt ist, in besonderer Weise geeignet ist, den so Bezeichneten herabzuwürdigen und in seiner Ehre zu verletzen.
ln der gebotenen Abwägung zwischen dem Persönlichkeitsrecht des Verfügungsklägers
. und der Meinungsäußerungsfreiheit der Verfügyngsbeklagten ist daher zu berücksichtigen,
ob die Verfügungsbeklagte über ausreichende Anhaltspunkte und AnknüpfungstatsachEm
verfügt, aus denen sich entnehmen lässt, dass der Verfügungskläger für Äußerungen ver·
rufen ist, aus denen sich eine antisemitische ÜberLeugung. od~r Einstellung des Verfügungsklägers in dem unter Ziffer 2. geschilderten Sinne entnehmen lässt.
Die von der Vertügi.mgsbeklagten vorgetragenen Äur!.erungen und Handlungen des. Verfüglingsklägers, auf die sich die Verfügungsbeklagte beruft, bieten zur Überzeugung des Gerichts keine ausreichenden Anknüpfungstatsachen dafür, den VeJiügungskläger als für sei~
ne antisemitischen Äußerungen beruchtigt beurteilen zu können.
. Soweit der Verfügungskläger am 23.05.2016 auf seiner Internetseite den Beitrag
"Offen~r Brief an Charlotte Knobloch" (Anlage 96) veröffentlichte, in dem er die Ver-
fügungsbeklagte als .,primitiv und dumm" bezeichnet, sie des "niveaulosen Jammerns" bezichtigt, ihren Gemütszustand in Frage stellt und sie als "völlig abgedreht
und orientierungslos", als Lügnenn sowie als selbstgerechte Heuehierin und ,.fanatische ungebildete Zionistin" bezeichnet, kommentiert der Verfügungskläger Äußerungen .der Verfügungsbeklagten mit Bezug auf einen von Jürgen Todenhöfer auf .Facebock veröffentlichten Text unter der Überschrift "Fassungslos in Gaza". Die in· dem
Beitrag enthaltene Angriffe auf 'die Verfügungsbeklagte sind sicherlich polemisch
in Teilen beleidigend. Sie richten sich allerdings gegen die Verfügungsbeklagte
persönlich und ihre Ansichten. Dass die Verfügungsbeklagte auch wegen ihrer jüdi~
sehen Herkunft und religiösen Überzeugung angegriffen wird, .ist dem Text nicht zu
Dieser Beitrag ist damit nicht geeignet, antisemitische Äußerungen des Klägers in
der unter Ziff. 11. definierten Bedeutung zu beleg(~n.
Der von den Parteien thematisierte Rechtsstrei~:. den der Verfugungskläger mit dem
jüdischen Publizisten Henryk M. Broder in den Jahren 2006/2007 vor dem LG und
dem OLG Frankfurt am Maln gefUhrt hat, rech1fertigt die Charaktelisierung des Verfügungsklägers als jemand, der für se.ine antisemitischen Äußerungen regelrecht
berüchtigt ist, nicht.
Zum einen fehlt es an jedem Vortrag dazu, welcher Sechvortrag zu konkretEm Vorkommnissen, Handlungen oder Äußerungen die Grundlage der Entscheidung des
OLG Frankfurt war, dass die Äußerungen "Kapazitäten für angewandte Judäophobie" und "den Adolf machen" .zulässige Meinur-tgsäußerungen Waren. die in einem
polemisch geführten Meinungskampf hingenonman werden ·müssten. Alls dem zitierten und veröffentlichten Urteil. dessen PartHi im Übrigen gerade nicht der Verfü.:.
gungsktäger sondern der vom ihm verlegte Autor war, sind diese eber:tfalls. nicht zu
Zum anderen wirkt das Urteil nur zwischen den damals beteiligten Parteien und betraf andere Äußerungen in einem anderen Zusnmmenhang.
Der von dem Verfügungskläger auf der Internetseite "Das Palästina Portal" im Zusammenhang mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Frau Felicia Langer 2009 veröffentlichte Beitrag mit der Überschrift "Wo Hass keine Grenzen kennt•
(Anlage B 5), enthält zumindest eine Äußerung des Verfügungskläg.ers, die von der
Beklagten entsprechend der unter Ziff. II. .dargestellten Definition als antisemitisch
beurteilt werden konnte·.
ln diesem Beitrag bezeichnete der Verfügungskläger Bedienstete des israelischen
Außenministeriums als .. Biockwarte", die W':!stbank
den Gazestreifen als
.,Ghettos" .
Da der Begriff Ghetto als Bezeichnung für jüdische Wohnviertel bereits lange vor
der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten gebräuchlich war, ist ~Ieser Begriff
nicht dem Nazijargon zuzurechnen, auch wenn die Nationalsozialisten die jüdischen
Ghettos dazu missbrauchten, die europäischen Juden dort einzuschließen und auszuhungern. bevor Überlebende in Vernichtungslager deportiert wurden_ Da Gegenstand des Artikels die Verteidigung der Verleihr mg des Bundesverdienstkreuzes an
die lange i'n Israel tätige jüdische Rechtsa~wältin Felicia Langer war, kann aus der
_Verwendi.ing des Begriffs Ghetto nicht auf eine judenfeindliche Einstellung des Klägers geschlossen werden. Hinzu kommt, dass der Begriff im heutigen Sprachgebrauch nicht mehr ausschließlich zur Bezeicrnung jüdischer Wohnviertel verwendet wird. sondern
übertragenen Sinne auch für Stadtviertel mit einer ausgepräg-
ten abweichenden sozialen und ethischen Strl,ktur verwandt wird (vergleiche dazu
Artikel ,.Ghetto" in Wikipedia Anlage ASt 8).
Emas anderes gilt jedoch für dre Bezeichnung der Bediensteten des israelischen
Außenministeriums als "Biockwarte". Dieser Begriff wurde für rangniedere Funktionäre der NSDAP wie auch ihrer Nebenorganisetionen verwandt. die als Propagandi-
-Seite 15
sten für nationalsozialistische Ideologien auftraten, zur Durch.setzung der Rassen~
politik "Judenfreunde" meldeten und die Bewohner der ihnen zugeteilten Blocks bespitzelt~n
(vergleiche dazu den Beitrag "Biockleiter" aus Wikipedia, AST 7). Ein Ge-
brauch dieser Bezeichnung vor der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ist
dem Gericht weder bekannt noch vorgetragen.
Auch in dem Zusammenhang, in dem der Verfügungskläger den Begriff kcmkret.einsetzt, drängt sich auf; dass auf die Blockwarte der NSDAP angespielt werden sollte.
Soweit der Verfügungsbeklagte schreibt:
~( ... ) Und dann taucht wie
immer dieser unsägliche Vorsitzende der O'eutsch-lsraelischen
sellschaft, dieser bezahlte Israel-Lobbyist von Jerusalems Gnaden, Dr. Johannes Gerster auf,
der auch noch seinen Senf dazugeben muss .• 1cannot see what Ms.
Langer has done for the
state of Israel", oh Gott,, was für eine Heuchelei und was für ein Unsinn. Ms. Langer lebte
mehr als 40 Jahre in Israel und hat dort fast 30 Jahre als Anwältin gearbeitet. Da wird sie doch
das Recht · haben Kritik zu üben. Jedenfalls ist sie kompetenter Ober Israel zu reden, als
dieser .Hobby.:~sraeli, der nur das gesehen hat und sieht, was.ihm die Blockwarte des
Außenministeriums gezeigt haben. Hat er nicht mit deutschen Steuergeldem durch die
Adenauer·Stiftung .z ur Unterdrückung der Palästinenser mit beigetragen? Hat dieser Lobby·
ist jemals die Ghettos in Gaza und der Westbank besucht? Wer fragt denn diesen Wich~
.tigtuer <?erster? Seit wann kann er beurteilen wer w~s für
Israel getan hat oder nicht? Wer ist
er denn? Der Vorsitzende eines Lobbyistenclubs, dessen einzige Aufgabe es ist, als verlängerter Arm der israelischen Propaganda. zu allem Ja und Amen zu sagen, was aus der
Hauptstadt Jerusalem komm·t. ( ... )" {HeJVorhebung d11rch das Gericht)
Damit stellt der Verfügungsbeklagte unter der Verwendung eines
stisch geprägten Begriffes die Mitarbeiter· des
israeli~chen
nationalsoziali~
Außenministeriums als
Personen dar, _welche Propaganda für die israelische·Regierung machen. Damit. ist
es durchaus gerechtfertigt, wenn die Verfügungsbeki.?Jgte diese Äußerung als antisemitisch beurteilt.
Soweit der Verfügungskläger im Zusammenl'lang mit der hier.streitgegenständlichen Äußerung in einem Beitrag vom 26.10.2016 auf seiner Internetseite "Jüdische
Chul:pe wird
von israelischer ChupzE~
(Unverfrorenheit) übertroffen" (Anla-
ge B 17) die Veriügungsbeklagte, den Botschafler des Staates Israel sowie Henrik
M. Broder als auf ..Sayanim" sowie als "regelrf!cht berüchtigt für ihre antidemokrati-
sehe Gesinnung und rassistischen Ausfälle" bezeichnet. kann dahin stehen, ob der
Begriff Sayanim lediglich Zuträger bedeutet oder, wie die Verfügungsbeklagte ausführt, damit Zuarbeiter des israelischen Auslandsgeheimdienstes gemeint sind. Der
am 26.10.2016 veröffentlichte Beitrag ist zeitlich nach der hier streitgegenständlichen E-Mail auch veröffentlicht worden ·und damit nicht geeignet, die zeitlich f~ühere
AußerunQ der Verfügungsbeklagten zu rechtfertigen.
Die _Äußerung des Verfügungsklägers findet sich in einem Absatz des Schreibens,
mit dem der Verfügungskläger auf die streitgugenständliche. E-Mai~ reagiert. Die
ValWendung des Begriffs. Sayanim, wenn man ihn in dem Sinn versteht, wie die
Verfügungsbeklagte vorträgt, ist ausreichend, die Äußerung in dem Gesamtzusammenhang, in dem Sie gefallen ist. als antisemitisch zu beurteilen
zu können. Zwar
beschäftigt sich der Beitrag insgesamt mit ein~r Aufforderung des israelischen Botschafters an den Regierenden Bürgermeister von Berlin ihm mitzuteilen, wie er die
Veranstalter eines palästinensischen
Kulturfes~ivals
zur Rechenschaft ziehen wer-
de, weil dort Israel kritisiert wurde. Der Verfügungskläger macht des.weiteren deut~
lieh, dass er das Vorgehen des Botschafters als ungehörig empfindet. ln diesem
Zusammenhang kann die Verwendung des Begriffs Sayanim lediglich als polemisch
verstanden werden, allerdings auch als antisemitisch in dem Sinn, dass .gegenüber
den Genannten der Vorwurf erhoben wird, sie ftjhJten sich dem Staat Israel oder angeblich bestehenden weltweiten jüdischen Interessen stärker verpflichtet als den Interessen ihrer jeweiligen Heimatländer. Dass das Verständnis des Begriffs Sayanim, w'ie es die Verfügungsbeklagte behauptet, nicht fernliegend ist, zeigt der G~st·
beitrag vom 1. Mai 2015 von Ludwig Watzal auf der von dem Verfügungskläger be~
triebenen Internetseite www.der-semit.de, in dem das Bruch eines Jakob Cohen,
,,Der Fruhling der Sayanim" besprochen wird. Dieser Beitrag beginnt mit dem Satz:
"Die Sayanim stellen weltweit die "Fünfte,Kolonne" des Mossad und des Zionismus
dar.".
Auch der Beitrag "Charlotte Knobloch dreht dw~ch!" (Anlage B 11) des Verfügungs-
klägers vom 23.10.2016, mit dem er. die E-Mail der Verfügungsbeklagten vom
23.9.2016 veröffentlicht und das Vorgehen der Verfügungsbeklagten wie folgt kom- ·
25 '0 17754/16
,.(... ) Im Folgenden das Mail,
mit dem sie meinen Vortrag torpediert hat. Meinungsfreiheit gilt
nur für Zionisten·. Wenn das kein Skandal ist~ dann frage ich mich, was ein Ska'ndal ist. Ji.idischen Deutschen wird GG-Artlkel 5 von radikalen lsra•~llobbyisten verwehrt und die Deutschen
wieder mit. Sie. spielt hier den jÜdischen Clown neben Henrlk M. Broder und empfängt
ihre Befehle womöglich direkt vom
Chef. Ihre Aufgabe lautet, Kritik an Israels Politik zu verhin-
dern, denn Kritik an Israel sei Antisemitismus.
Dabei sind sie, Broder und Netanjahu die Anti-
semiten-Macher."
liegt zeitlich nach der streitgegenständlichen Äußerung der Verfügungsbeklagten
und ist durch diese hervorgerufen.
Ausgangspunkt ist bei der Frage, ob diese Äußerung als antisemitisch verstanden
werden durfte, wiederum der Gesamtzusammenhang der Äußerung. Zu·berücksichtigen ist hierbei, dass der Verfügungskläger die Verfügungsbeklagte wegen der
Verhinderung seines Vortrags angreift und sich durch· sie in seinem Grundrecht auf
freie .Meinungsäußerung verletzt .sieht. Dennoch ist der Verfügungsbeklagten zuzugeben, dass die ~ußerung darauf anspielt, die Verfügungsbeklagte sowie der ebenfalls· genannte Henryk M. Broder handelten auf Anweisung eines "Chefs", der hier
unschwer als der Chef der israelischen Regierung identifiziert werden kann. Insoweit bedient diese Außerung das Klischee, die jüdische Verfügungsbeklagte fühle.
sich dem Staat israel starker verpflichtet als der Bundesrepublik Deutschland. Vor
diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung des Gesamtzusammenhanges,
der auch fOr die Verfügungsbeklagte k!ar ersichtlich war, ist es gerechtfertigt, c;tiese
Äußerung als antisemitisch zu bewerten.
Die Teilnahme des Verfügungsklägers an dem sogenannten Palästini;i Kongress
am 25.04.2015, der von dem
Palestini~n
Return Center (PRC), einer unabhängigen
Nichtregierungsorganisation (NGO), die Teil des NGO-Systems der Vereinten Nationen ist, veranstaltet wurde, ist nicht ausreichend, antisemitische Äußerungen des
Verfügungsklägers zu belegen. Die Rede, di·e der VerfügungskläQ.er auf die·sem
Kongress gehalten hat, hat die Verfügungsbeklagte nur teilweise vorgelegt, antise";'
mitische Äußerungen aus dieser Rede hat sie nicht zitiert.
Soweit die Verfügungsbeklagte vorträgt, es habe sich um einen·Kongress der inter.national als radikal~islamistische Terrororganisation angesehenen Hamas gehan-
delt. der zur Vermeidung eines polizeilichen Verbotes nicht durch diese selbst son~
dern durch eine Unterstützergruppe durchgeführt worden sei, und sich auf verschiedene Presseberichte, nämlich einen Artikel aus dem Tagesspieg~l vom 20.4.2015,
einen Artikel aus der Jüdische Allgemeine vom 17.4.2015 und Beiträge in einem .
Blog ·.,Berlin gegeri Hamas" (Anlage B 4 ), be!ruft, sind diese schon nicht ausreichend, die von der Verfügungsbeklagten vertre~ene These zu belegen, auch w~nn
es sich bei den Zeitungsartikeln um privilegierte Quellen handelt.
Antisemitische Äußerungen des Verfügungsklagers sind damit jedenfalls nicht belegt, auch wenn er als Gastredner aufgetreten ist. Die Äußerung der Verfügungsbe-
klagt~n stellt aber .auf antisemitische Äußerungen des Verfügungsbeklagten ab,
nicht aufdie Teilnahme an gegen Israel gerichteten Kongressen.
Dass der Verfügungskläger seine Überzeugungen selber als antizionistisch bezeichnet, rechtfertigt nicht, seine Äußerungen als antisemitisch zu beurteilen.
Wie von der Verfügungsbeklagten vorgetragen. kann es durchaus. sein, dass der
Begriff Zionist stellvertretend für die Bezeichnung Jude verwendet wird, um antisemitische Äußerungen und Überzeugungen zu verbergen und zu verstecken. Die von
der Verfügungsbeklagten vorgelegte Entscheidung des .AG Essen vom 30. Januar
2015 ist insoweit ein beredtes Beispiel. Allerdin~IS ist in dem Urteil ausführlich dargelegt, warum in der dort streitgegenständlichen Außerung die Bezeichnung Zionist
tatsächlichen Jude meinte. Eine allgemeine Gleichstellung der beiden Begriffe lässt
sich dem genannten Urteil nicht entnehmen. Auch dem Beitrag von Peter Ulrich (Anlage B 12), den die Verfügungsbeklagte vorgelegt hat, ist nicht zu entnehmen, dass
Antiszionismus zwangsläufig und immer Antisemitismus umfasst, also jeder Anti. zionistzwangsläufig und iminer auch Antisemit ist
Allerdings fehlt es an ausreichendem Sechvortrag dozu, dass der Verfugungskläger für
s·eine antisemitische Äußerungen berüchti.gt, also bek~nnt oder verrufen ·ist.
Soweit die Verfügungsbeklagte vorträgt, die Frage, ob der Verfügun.gskl~ger berüchtigt sei,
ließe sich einer Beweistindung nicht unterziehen, einiuen Lesern sei die Internetseite des
Antragstellers in Bezug auf dessen Äußerungen bekarmt, einigen eben nicht, trägt sie kei-
-Seite 19 -
ne ausreichenden Anhaltspunkte vor, die es rechtfertigen würden, den Verfügungskläger
als berüchtigt für seine Äußerungen zu bezeichnen.
Wie oben ausgeführt, handelt es sich bei der der Äußerung, ob jemand berüchtigt ist, um
eine Meinungsäußerung. Wegen der Bedeutung des Wortes "berüchtigt" als für üble Taten
bekannt oder verrufen hat diese Meinungsäußerung jedoch einen Tatsachenkern, für den
ausreichende Anhaltspunkte vorgetragen sein müssen, um in der Abwägung zwischen
den verschiedenen Rechten der Beteiligten, nämlich dem Persönlichkeitsrechts des Verfü"'"
gungsklägers und der Meinungsäußerungsfreiheit der Verfügungsbeklagten iu Gunsten
der Verfügungsbeklagten zu sprechen. $olcher Sachvortrag der Verfügungsbeklagten. die
insoweit die Vortrags- und Beweislast trifft, fehlt jedoch.
Die Beklagte hat lediglich eine Äußerung des Verfügungsklägers aus dem Jahr 2009 vorge·
tragen, die vor der streitgegenständlichen Äußerung. erfolgte und die sie berechtigter Wei~
se als antisemitisch einstufen durfte, und zwei weitere, die nach ihrer E~Maillagen und auf
diese reagierten. Aus diesen insgesamt drei v.on der Verfügungsbeklagten nachvollziehbarer Weise als antisemitisch aufgefassten Äußerungen kann nicht auf efn hierfür Berüchtigt~
sein des Verfügungsklägers geschlossen werden, zumal die Äußerungen in zeitlichem
weit auseinander fallen (2009, 2016) und zwei der Äußerungen erkennbar auch in ihrer Diktion auf die streitgegenständliche Behauptung der Verfügungsbeklagten reagieren.
ln der Abwägung z~ischen dem Persönlichkeitsrecht des Verfügungsklägers aus Art. 1, 2 ·
GG und der Meinungsäußerungsfreiheit der Verfügungsbeklagten aus Art. 5 GG überwiegt
das Persönlichkeitsrecht des Verfügungsklägers.
Hierbei ist die erhebliche Verletzung dieses Rechts durch die Charak1erisierung des Verfügungsklägers als jemand, der für deine antisemitischen Äußerungen berüchtigt ist, auf der
einen Seite und das Recht der Beklagten, den Verfügungskläger wegen der von ihm geäußerten Ansichten und seiner Auftritte angreifen zli dürfen und dabei auch scharf, pointiert
und polemisch zu argumentieren, gegeneinander abzuwägen. ln diese Abwägung ist einzustellen, dass der Verfügungskläger in seinem Verhalten und seinen Äußerungen, soweit
sie von den Parteien vorgetragen wurden, keine ausreichenden Anknupfungstatsachen für
eine solche Äußerung geboten hat.
-Seite 20 -
Vor diesem Hintergrund muss das Recht der Verfügungsbeklagten aus Art. 5 GG hinter
dem Persönlichkeitsrecht des Verfügungsklägers zUrücktreten. Es ist auch vor dem Hintergrund einer möglichen israelfeindlichen Stimmung und wegen· eines verbreiteten Wiederauftreten von Antisemitismus nicht gerechtfertigt, das allgemeine Persönlichkeitsrecht
des Verfügungsklä~ers ohne ausreichende Anknüpfungstatsachen in dieser Form zu verl'etzen.
Dem Antrag des Verfügungsklägers fehlt auch nicht deshalb das Rechtsschutzbedürfnis,
weil die Verfügungsbeklagte die Außerung lediglich ~1egenuber dem Vorstand des 'KKV
Hansa e.V. und dem Erzbischöflichen Generalvikar getätigt hat Bei beiden Personen handelt es sich in Bezug auf den Verfügungsbeklagten um Dritte. Ziel der Äußerung war, den
Vortrag des Verfügungsklägers zu v~rhindem, was der Verfügungsbeklagten gelungen ist.
Es ist nicht Voraussetzung eines Unterlassungsanspruchs, dass. eine Außerurrg gegenüber einer breiten Öffentlichkeit getätigt wird. Die E-M~1il der VerfOgungsbeklagten zeigt gerade. dass auch eine nur wenigen Personen gegenOber erfolgte Außerung über die Ehrver-·
letzung hinaus erhebliche Auswirkungen auf den Betroffenen haben kann.
Dem Rechtsschutzbedürfnis steht auch nicht entgegen, dass der Verfügungskläger die
E~Mail der Verfügungsbeklagten dann öffentlich und so einem größeren Publikum bekannt
gemacht hat. Gerade wegen der Absage seines Vortrag~ hatte der Verfügungskläger ein
Interesse daran, die Vorgänge, die zu dieser Absage neführt haben, seinem Publikum mitzuteilen . .
Die Äußerung der Verfügungsbeklagten ist nicht untHr dem Gesichtspunkt des "Gegenschlags" gerechtfertigt, die Beeinträchtigung seines Persönlichkeitsrechts :hat der Verfügungskläger auch nach diesen Grundsätzen nicht hinzunehmen.
Mit dem Recht zum Gegenschlag wird das Recht bezeichnet, auf öffentlich erhobene ehrkränkende Vorwürfe mit der Wiedergabe der eigenen Sachdarstellung auch gegenüber
Meinungsmultiplikatoren wie Presse, Rundfunk etc. zu reagieren, ohne dass dem Angegrif~
fenen; der die Wahrheit der gegen ihn gerichteten Behauptungen leugnet, der Beweis der
Richtigkeit seiner Darstellung obläge. Voraussetzun~l für eine solche Berechtigung ist,
dass die Auseinandersetzung noch aktuell ist und da:~s die "Gegenschlags-Äußerungen"
sich als Verteidigung gegen die in diesem Zusammenhang erhobenen öffentlichen Vorwür-
-Seite 21 -
fe darstellen (OLG Karlsruhe, Urteil vom 22. Oktober 2014-6 U 152/13-, Rn. 64, juris).
Vorliegend kommt der Verfügungsbeklagten tro~ der heftigen, p9lemischen und zum Teil
.beleidigenden Angriffe des Verfügungsklägers das.Recht auf Gegenschlag schon deshalb
nicht zu Hilfe, weil die Verfügungsbeklagte ihre Äußenmg gerade nicht im öffentlichen Meinungskampf, sondern gezielt zur Verhinderung einer Veranstaltung, auf der der Verfügungskläger eine Rede halten sollte, lediglich in einer E-Mail gegenüber zwei Personen getätigt hat. Dass der Verfügungskläg~r vorangehend die Verfügungsbeklagte gegenüber genau diesen beiden Personen angegriffen hat. ·so dass diesen gegenüber ein Rechtfertigungs- und Widerspruchsbedürfnis der Verfügungsbeklagten bestehen würde, ist nicht ersichtlich und: nicht vorgetragen.
Die nicht nachgelassenen Schriftsätze vom 28. und 29. November 2016 konnten bei der Entscheidung gemäß § 296a ZPO nicht berücksichtigt werden, da sie nach dem Schluss der münd~
Iichen Verhandlung bei Gericht eingereicht wurden. Es wäre der Verfügungsbeklagten ·ohne weiters möglich gewesen, rechtzeitig vor oder in der mündlichen Verhandlung z.B. den Redebeitrag
des Verfügungsklägers auf dem Kongress vom 25.04.2016 vorzulegen und entsprechend vorzutragen. Das nachträgliche Vorbringen der Verfügungsbeklagten gab daher auch keine Veranlas·
sung, die mündliche Verhandlung von Amts wegen gern. § 156 Abs .. 1 ZPO wieder zu eröffnen,
was im Verfahren der -einstweiligen Verfügung aufgrund des Eilcharakters nach allgemeiner Mei-
nung ohnehin als nicht möglich angesehen wird (LG Müncheli I, WRP 07,
828~
Ein Wiedereintritt in die mündliche Verhandlung nach§ 156 11 ZPO war nicht veranlas·st.
Die Kostenentscheidung beruht auf§ 91 ZPO. Der Streitwert für den Unterlassungsansp·ruch war
entsprechend dem Interesse des Klägers gemäß§ 3 ZPO auf € 10.000,- festzusetzen.
Gegen die Entscheidung kann das Rechtsmittel der Berufung eingEllegt werden. Die Berufung ist nur zulässig, wenn der Wert des Beschwerdegegenstands 600 Euro übersteiqt oder das Gericht des ersten Rechtszuges die Berufung .im Urteil zugela.ssen hat.
-Seite .22 -
Die Frist beginnt mit der Zustellung der vollständige_n Entscheidung, spätestens mit Ablauf von fi.inf Monaten
nach der Verl<ündung der Entscheidung.
Oie Berufung muss mit Schriftsatz durch eine Rechtsanwältin -oder e1nen Rechtsanwalt eingelegt werden. Die
Berufungsschrift muss die Bezeichnung der angefochtenen Entscheidung und die Erl<,ärung enthalten, dass
Oie Berufung muss binnen zwei Monaten mit Anwaltsschriftsatz be~1ründet werden. Auch diese Frist beginnt
wenn der Wert des Beschwerdegegenstands 200 Euro übersteigt oder das Gericht die Beschwerde zugelassen hat
Die Beschwerde ist binnen SE!Chs Monatan bei dem
Ptielmayerstraße 7
Die Frist beginni mit Eintreten der Rechtskraft der Entscheidung in der Hauptsache oder der ande!Weitlgen
festgesetzt worden, kann die Beschwerde noch innerhalb eines Monats nach Zustellung oder fennloser Mitteilung des Festsetzungsbeschlusses eingelegt werden. Im Fall der formlosen Mitteilung gilt der Beschluss
mit dem dritten Tage nach Aufgabe zur Post als bekannt gemacht
Die Beschwerde ist schriftlich ~inzulegen oder durch Erklärung zu Protokoll der Geschäftsstelle des genannten Gerichts. Sie kann auch vor der Geschäftsstelle jedes Amtsgerichts zu Protokoll erklärt werden; die Frist
Habered er
Berger-UIIrich
-Seite 23· -
Aycan, JAng
- Urkundsbeamtin der.Geschsftsstelle
München,·30.11.2016
Workshop zum Thema Flüchtlingspolitik (PDF, 486 kB )
Eidesstattliche Erklärung Hiermit erkläre ich, dass ich die
Äußerungen öffentlich-rechtlicher Körperschaften und ihrer
____ ____ Nachweis der Deutschkenntnisse für Bewerber in
Keine Anklage gegen Böhmermann - Der reale Irrsinn aus Politik
Was haben wir als Christen mit Israel zu tun?

References: Art. 2
 Art. 5
 Art. 5
 BGH 
 Art. 1
 Art. 5
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 5
 § 1
 Art. 1
 Art. 5
 Art. 5
 § 296
 § 156