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Timestamp: 2016-10-27 05:20:34+00:00

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5A_408/2015 (08.10.2015)
5A_408/2015 � � Urteil vom 8. Oktober 2015
Vermessungskommission der Gemeinde U.________.
kantonale Rechtsverweigerungsbeschwerde (amtliche Vermessung),
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Wallis, I. Zivilrechtliche Abteilung, vom 23. M�rz 2015.
A.________ und B.________ (Beschwerdef�hrerinnen) bilden eine Erbengemeinschaft und sind Gesamteigent�merinnen mehrerer Grundst�cke auf dem Gebiet der fr�heren Gemeinde V.________ (...). Die Grundst�cke wurden in die amtliche Vermessung einbezogen. Gegen �ffentlich aufgelegte Vermessungsdokumente erhoben die Beschwerdef�hrerinnen Einsprache. Die Vermessungskommission der Gemeinde U.________ entschied �ber die Einsprache am 2. Dezember 2013. In der Rechtsmittelbelehrung wurde darauf hingewiesen, dass gegen diese Verf�gung innert 30 Tagen nach Erhalt Klage beim Bezirksgericht W.________ erhoben werden kann.
Am 28./29. Januar 2014 hinterlegten die Beschwerdef�hrerinnen beim Bezirksgericht W.________ eine Eingabe mit dem Titel " Klage zum Einspracheentscheid der Vermessungskommission Gemeinde U.________ vom 2. Dezember 2013 (Art. 16 Abs. 4 Gesetz �ber die amtliche Vermessung und Geoinformation) ".
B.a.�Soweit die unrichtige Feststellung von Grenzen und Eigentumsformen ger�gt wurde, trat das Bezirksgericht auf die Klage nicht ein, weil keine Eigent�mer benachbarter Grundst�cke als Gegenparteien bezeichnet wurden (E. 6-8 und Dispositiv-Ziff. 1a). Was die gegen�ber der Vermessungskommission erhobenen Verfahrensr�gen angeht, �berwies das Bezirksgericht das Verfahren zust�ndigkeitshalber an den Staatsrat des Kantons Wallis als Vermessungsaufsichtsbeh�rde (E. 3-5 und Dispositiv-Ziff. 1b des Entscheids vom 11. M�rz 2014). In der Rechtsmittelbelehrung wurde darauf hingewiesen, dass der vorliegende Entscheid mit Berufung anfechtbar ist.
B.b.�Der Staatsrat des Kantons Wallis trat auf die �berwiesene Beschwerde nicht ein mit der Begr�ndung, dass der Staatsrat f�r die Behandlung der Beschwerde nicht zust�ndig ist, wenn der Rechtsweg an das Zivilgericht offensteht (Dispositiv-Ziff. 1). Er �berwies das Verfahren zust�ndigkeitshalber an das Bezirksgericht zur�ck (Dispositiv-Ziff. 2 des Entscheids vom 13. August 2014). In der Rechtsmittelbelehrung wurde darauf hingewiesen, dass vorliegender Entscheid innert 30 Tagen mit Beschwerde bei der �ffentlich-rechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts angefochten werden kann.
B.c.�Das Bezirksgericht erwog, dass sich die Klage der Beschwerdef�hrerinnen gegen die Eigent�mer von Nachbarparzellen, denen gegen�ber Eigentum beansprucht wird, und nicht gegen die Vermessungskommission zu richten hat und dass das Zivilgericht f�r die Beurteilung von Verfahrensr�gen gegen�ber der Vermessungskommission nicht zust�ndig ist. Das Bezirksgericht hielt an seinem Nichteintreten auf die Klage fest (Entscheid vom 25. August 2014). In der Rechtsmittelbelehrung wurde darauf hingewiesen, dass der vorliegende Entscheid mit Berufung anfechtbar ist.
Die Beschwerdef�hrerinnen erhoben am 2. Oktober 2014 Rechtsverweigerungsbeschwerde. Das Kantonsgericht Wallis lehnte es ab, mittels Rechtsverweigerungsbeschwerde die Entscheide des Bezirksgerichts vom 11. M�rz 2014 und des Staatsrates vom 13. August 2014 zu �berpr�fen. Es nahm die Rechtsverweigerungsbeschwerde als Berufung gegen den Entscheid des Bezirksgerichts vom 25. August 2014 entgegen, wies eine die Berufung erg�nzende Eingabe der Beschwerdef�hrerinnen vom 27. Oktober 2014 aus dem Recht (Verf�gung vom 23. M�rz 2015) und trat auf die Berufung mangels geh�riger Begr�ndung nicht ein. Dispositiv-Ziff. 1 des kantonsgerichtlichen Urteils vom 23. M�rz 2015 lautet: �Auf die "Rechtsverweigerungsbeschwerde" wird nicht eingetreten.�.
Mit Eingabe vom 12. Mai 2015 beantragen die Beschwerdef�hrerinnen dem Bundesgericht, die Verf�gung und das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben, die aus den Akten gewiesene Eingabe zu den Akten zu nehmen und die Sache an das Kantonsgericht zwecks materieller Befassung mit der Rechtsverweigerungsbeschwerde zur�ckzuweisen. Der Pr�sident der II. zivilrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts hat die Beschwerdef�hrerin 1 aufgefordert, innert zehn Tagen entweder nachzuweisen, dass sie die gesetzlichen Voraussetzungen f�r die Vertretung der Beschwerdef�hrerin 2 erf�llt, oder ein von der Beschwerdef�hrerin 2 pers�nlich unterzeichnetes Exemplar der Eingabe vom 12. Mai 2015 einzureichen (Verf�gung vom 18. August 2015). Innert Frist hat die Beschwerdef�hrerin 1 eine von der Beschwerdef�hrerin 2 ebenfalls unterzeichnete Beschwerdeschrift eingereicht und die Korrektur offensichtlicher Fehler in der Eingabe angezeigt. Es sind die kantonalen Akten, hingegen keine Vernehmlassungen eingeholt worden.
Dem angefochtenen Urteil liegt das Nichteintreten auf eine Klage betreffend die Feststellung von Grenzen und Eigentumsformen zugrunde und damit eine Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG) in einer verm�gensrechtlichen Angelegenheit, deren Streitwert sich nach dem Nutzen oder dem objektiven Wert der umstrittenen Grundst�cksfl�che richtet, den Beschwerdef�hrerinnen zufolge (S. 4 Ziff. 3.6) rund Fr. 35'000.-- betr�gt und damit den gesetzlichen Mindestbetrag von Fr. 30'000.-- �bersteigt (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG; Urteile 5A_769/2011 vom 2. M�rz 2012 E. 1 und 5D_77/2011 vom 23. Juni 2011 E. 1). Das angefochtene Urteil ist kantonal letztinstanzlich (Art. 75 BGG), lautet zum Nachteil der Beschwerdef�hrerinnen (Art. 76 Abs. 1 BGG) und schliesst das kantonale Verfahren ab (Art. 90 BGG). Da es auf Nichteintreten lautet, ist der blosse Aufhebungs- und R�ckweisungsantrag zul�ssig (BGE 138 III 46 E. 1.2 S. 48). Die Beschwerdef�hrerinnen haben ihre Eingabe am letzten Tag der Frist in den Briefkasten geworfen und daf�r auf dem Briefumschlag zwei Zeugen vermerkt. Auf deren Einvernahme kann ausnahmsweise verzichtet werden, da sich die Beschwerde aus nachstehenden Gr�nden als unbegr�ndet bzw. unzul�ssig erweist. Mit diesem Vorbehalt ist auf die Beschwerde einzutreten.
Die Beschwerdef�hrerinnen berufen sich auf ihr Vertrauen in die Rechtsmittelbelehrung gem�ss dem Einspracheentscheid der Vermessungskommission. Sie machen geltend, das Bezirksgericht, der Staatsrat, der vorg�ngig um Auskunft angefragte Amtsjurist und letztlich auch das Kantonsgericht w�ssten nicht um das zul�ssige Rechtsmittel zur amtlichen Vermessung (S. 6 ff. Ziff. 7-10 der Beschwerdeschrift).
2.1.�Aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) leitet die Rechtsprechung ab, dass den Parteien aus einer unrichtigen Rechtsmittelbelehrung keine Nachteile erwachsen d�rfen. Eine Partei ist freilich nur dann gesch�tzt, wenn sie sich nach Treu und Glauben auf die fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung verlassen durfte. Wer die Unrichtigkeit erkannte oder bei geb�hrender Aufmerksamkeit h�tte erkennen k�nnen, kann sich nicht auf den Vertrauensschutz berufen. Nur eine grobe prozessuale Unsorgfalt der betroffenen Partei oder ihres Anwalts vermag eine unrichtige Rechtsmittelbelehrung aufzuwiegen. Der Vertrauensschutz versagt dann, wenn die Partei oder ihr Anwalt die Mangelhaftigkeit der Rechtsmittelbelehrung allein schon durch Konsultierung der massgebenden Verfahrensbestimmung h�tten bemerken k�nnen. Dass sie neben den Gesetzestexten auch noch die einschl�gige Rechtsprechung oder Literatur nachschlagen, wird hingegen nicht erwartet. Wann eine grobe prozessuale Unsorgfalt vorliegt, beurteilt sich nach den konkreten Umst�nden und den Rechtskenntnissen der betreffenden Person. Die gegen�ber Anw�lten gestellten Anforderungen sind naturgem�ss erh�ht. Von ihnen wird in jedem Fall eine "Grobkontrolle" der Rechtsmittelbelehrung erwartet (BGE 138 I 49 E. 8.3.2 S. 53 f.; zur Ver�ffentlichung bestimmtes Urteil 5A_878/2014 vom 17. Juni 2015 E. 3.3).
2.2.�In rechtlicher Hinsicht ergibt sich Folgendes:
2.2.1.�Die amtliche Vermessung, auf deren Grundlage die Aufnahme und Beschreibung der einzelnen Grundst�cke im Grundbuch erfolgt (Art. 950 ZGB), ist gem�ss dem Bundesgesetz �ber Geoinformation (Geoinformationsgesetz, GeoIG; SR 510.62) eine Verbundaufgabe. Der Bund regelt die Grundz�ge der amtlichen Vermessung und des Verfahrens (Art. 29 ff. GeoIG.), delegiert die Durchf�hrung aber an die Kantone (Art. 34 Abs. 2 lit. a GeoIG). Die Grundz�ge des Verfahrens (Art. 32 Abs. 2 GeoIG) finden sich in der Verordnung des Bundesrates �ber die amtliche Vermessung (VAV; SR 211.432.2). Auf kantonaler Ebene besteht das Gesetz �ber die amtliche Vermessung und Geoinformation (VermG; SGS/VS 211.6). Unterschieden werden die Vermarkung (Art. 11 ff. VAV und Art. 13 ff. VermG) sowie die Ersterhebung, Erneuerung und Nachf�hrung (Art. 18 ff. VAV sowie Art. 18 ff. und Art. 26 ff. VermG).
2.2.2.�Die Vermarkung umfasst die Grenzfeststellung und das Anbringen von Grenzzeichen (Art. 11 Abs. 1 VAV). Die Kantone erlassen im Rahmen dieser Verordnung Vorschriften �ber die rechtsg�ltige Vermarkung (Art. 12 VAV). Bei einer Neuvermessung (Erstvermessung oder Erneuerung) wird die Vermarkung �ffentlich aufgelegt. Der Rechtsstreit gegen die Vermarkung ist eine zivilrechtliche Streitigkeit ( SCHMID, Basler Kommentar, 2015, N. 9 zu Art. 950 ZGB). Die Grenzfeststellung der Grundst�cke ist gem�ss Art. 15 VermG Pflicht der Eigent�mer (Abs. 1) und wird von der Vermessungskommission vorgenommen, wenn sich die Eigent�mer nicht einigen k�nnen (Abs. 3). In Art. 16 VermG ist vorgesehen, dass die Skizzen der Grenzfeststellung �ffentlich aufgelegt (Abs. 1) und die betroffenen Eigent�mer davon in Kenntnis gesetzt werden (Abs. 2), die innerhalb der Auflagefrist gegen die Grenzfeststellung bei der Vermessungskommission begr�ndete Einsprache erheben k�nnen (Abs. 3). Gegen den Einspracheentscheid k�nnen die Eigent�mer innert 30 Tagen beim Zivilrichter Klage erheben. Die Schweizerische Zivilprozessordnung ist anwendbar (Art. 16 Abs. 4 VermG).
2.2.3.�Ausf�hrlicher sind die Grundz�ge des Verfahrens f�r die Ersterhebung und Erneuerung der amtlichen Vermessung geregelt. Art. 28 VAV verlangt nach deren Abschluss eine �ffentliche Auflage mit Einspracheverfahren (Abs. 1), legt den Gegenstand der �ffentlichen Auflage fest (Abs. 2) und schreibt den Kantonen vor (Abs. 3), dass die �ffentliche Auflage w�hrend 30 Tagen erfolgt (lit. a) und amtlich ver�ffentlicht wird (lit. b), dass Grundeigent�mer, deren Adresse bekannt ist, zus�tzlich mit normaler Post �ber die Auflage und die ihnen zustehenden Rechtsmittel informiert werden (lit. c) und auf Verlangen eine Ausschnittskopie aus dem Plan f�r das Grundbuch zugestellt erhalten (lit. d), dass gegen den Einspracheentscheid ein Rechtsmittel an eine kantonale Beh�rde erhoben werden kann, die den Entscheid uneingeschr�nkt �berpr�ft (lit. e), und dass in letzter kantonaler Instanz ein Rechtsmittel an ein Gericht im Sinne von Art. 75 Abs. 2 BGG m�glich ist (lit. f). Gegenstand des Einspracheverfahrens ist die richtige �bernahme der Vermarkung in das Vermessungswerk. Die zivilrechtliche Klage auf Feststellung des Eigentums ist auch nach Eintritt der Rechtskraft des Vermessungswerks zul�ssig (Schmid, a.a.O., N. 19 f. zu Art. 950 ZGB). Das kantonale Recht regelt das Verfahren gleich wie f�r die Vermarkung. Insbesondere k�nnen die Eigent�mer gegen die Dokumente der amtlichen Vermessung bei der Vermessungskommission begr�ndete Einsprache und gegen den Einspracheentscheid innert 30 Tagen beim Zivilrichter Klage erheben. Die Schweizerische Zivilprozessordnung ist anwendbar (Art. 19 Abs. 3 und 4 VermG).
2.3.�Die Rechtsmittelbelehrung der Vermessungskommission (Bst. A) entspricht dem klaren Gesetzeswortlaut. Im Einzelnen ergibt sich zum angerufenen Vertrauensschutz, was folgt:
2.3.1.�Die Vermessungskommission hat dar�ber belehrt, dass gegen ihren Einspracheentscheid innert 30 Tagen Klage beim Bezirksgericht erhoben werden kann. Nicht angegeben wird, um welche Klage es sich handelt und dass das Bezirksgericht als Zivilgericht anzurufen und die ZPO anzuwenden ist. Ob solche zus�tzlichen Angaben in einer Rechtsmittelbelehrung enthalten sein m�ssen, kann dahingestellt bleiben, hat doch die Beschwerdef�hrerin 1, die gem�ss Briefpapier �ber ein Lizentiat der Rechte und ein Anwaltsdiplom verf�gt und die Beschwerdef�hrerin 2 im kantonalen Verfahren vertreten hat, alle sich stellenden Fragen aufgrund der Gesetzesbestimmungen beantworten k�nnen und beantwortet. Die Beschwerdef�hrerinnen haben ihre Klage auf Art. 16 Abs. 4 VermG gest�tzt und beim Zivilgericht eingereicht (S. 1 und 9) und Bestimmungen der ZPO angerufen (z.B. betreffend Fristwahrung, S. 2 der Klagedenkschrift). Es geht ihnen zur Hauptsache um den Verlust von Grundst�cksfl�che zufolge der amtlichen Vermessung und um Eigentumsformen, d.h. um Abgrenzungen gegen�ber Nachbargrundst�cken und innerhalb von Grundst�cken (Gesamt-, Mit-, Stockwerk- und/oder Alleineigentum). Insofern bed�rfen die Beschwerdef�hrerinnen keines Vertrauensschutzes in eine allenfalls unvollst�ndige Rechtsmittelbelehrung.
2.3.2.�Aus Art. 221 ZPO mit der Marginalie "Klage" geht hervor, dass die Klage die Bezeichnung der Parteien und allf�lliger Vertreterinnen und Vertreter zu enthalten hat (Abs. 1 lit. a). Da die Beschwerdef�hrerinnen ihre Klage insbesondere damit begr�ndet hatten, nach der amtlichen Vermessung fehlten ihnen rund 1'000 m2 an Grundst�cksfl�che, h�tten sie ihre Klage naheliegenderweise gegen diejenigen Grundeigent�mer richten m�ssen, deren Grundst�cksgrenzen im Falle einer Gutheissung der Klage ge�ndert oder neu vermessen werden m�ssen. Dasselbe gilt f�r die beanstandeten Eigentumsformen, so dass die Klage gegen die angeblichen Gesamt-, Mit-, Stockwerk- und/oder Alleineigent�mer h�tte gerichtet werden m�ssen. Dass die Klage die Bezeichnung der Parteien zu enthalten hat, ist durch einfaches Nachschlagen im Gesetz feststellbar. Auch diesbez�glich geniessen die Beschwerdef�hrerinnen keinen Vertrauensschutz. Gleich verh�lt es sich mit der Klagebewilligung, die gem�ss Art. 221 Abs. 2 lit. b ZPO der Klage beizulegen und mangels Ausnahmetatbestandes in Art. 198 ZPO vorg�ngig einzuholen ist, wie es Art. 197 ZPO vorschreibt.
2.3.3.�Trotz allenfalls unvollst�ndiger Belehrung �ber die Anfechtung des Einspracheentscheids durch die Vermessungskommission k�nnen die Beschwerdef�hrerinnen keinen Vertrauensschutz anrufen. Sie haben die im kantonalen Recht vorgesehene Klage gem�ss ZPO ergriffen (E. 2.2.2 oben) und h�tten die Anforderungen an die Klage den einschl�gigen Bestimmungen der ZPO ohne weiteres entnehmen k�nnen. Daran vermag ihr Vorbringen nichts zu �ndern, die Beschwerdef�hrerin 1 sei entgegen ihrem Briefpapier nicht als Anw�ltin, sondern im Anstellungsverh�ltnis als Juristin t�tig. Sie ist zum Nachschlagen der Gesetzestexte verpflichtet und in der Lage.
Das Kantonsgericht hat die Rechtsverweigerungsbeschwerde gegen die Entscheide des Bezirksgerichts vom 11. M�rz 2014 und des Staatsrates vom 13. August 2014 f�r unzul�ssig erkl�rt, weil beide Entscheide inzwischen unangefochten in Rechtskraft erwachsen seien. Die Beschwerdef�hrerinnen wenden dagegen ein, die Feststellung, ihre Rechtsverweigerungsbeschwerde richte sich gegen s�mtliche Entscheide, sei aktenwidrig und die Behauptung, sie h�tten gegen die beiden Nichteintretensentscheide entsprechende Rechtsmittel einreichen m�ssen, treffe nicht zu (S. 5 f. Ziff. 5 und 6 der Beschwerdeschrift).
3.1.�Rechtsbegehren sind anhand der Begr�ndung auszulegen (BGE 137 III 617 E. 6.2 S. 622). Es mag zutreffen, dass die Begehren der Beschwerdef�hrerinnen nicht ausdr�cklich gegen die beiden besagten Nichteintretensentscheide gerichtet waren. In ihrer Begr�ndung aber haben die Beschwerdef�hrerinnen zu einem eigentlichen Rundumschlag gegen s�mtliche Beh�rden und Entscheide ausgeholt und in ihren Begehren die Bestimmung der zust�ndigen Beh�rde verlangt. Die Pr�fung der Begehren anhand der Begr�ndung hat somit mitumfasst, ob die nicht innert Frist angefochtenen Nichteintretensentscheide der Bestimmung der Zust�ndigkeit entgegenst�nden. Die Feststellung ist deshalb nicht aktenwidrig (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. zum Begriff: BGE 93 I 1 E. 3 S. 7), die Beschwerdef�hrerinnen h�tten sich auch gegen die Entscheide des Bezirksgerichts vom 11. M�rz 2014 und des Staatsrates vom 13. August 2014 gewendet.
3.2.�Das Bezirksgericht ist auf die Klage nicht eingetreten, weil sich die Klage betreffend Feststellung von Grenzen und Eigentumsformen gegen Eigent�mer von Nachbargrundst�cken richten m�sse, hier aber gegen die Vermessungskommission richte (Bst. B.a oben). Dieser Nichteintretensentscheid (Dispositiv-Ziff. 1a) beendet das Verfahren vor Bezirksgericht (Art. 236 Abs. 1 ZPO) und ist als erstinstanzlicher Endentscheid bei einem Streitwert von rund Fr. 35'000.-- mit Berufung anfechtbar (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO).
3.3.�Der Staatsrat hat die Zivilgerichte als zust�ndig erachtet (Bst. B.b oben) und hatte deshalb f�rmlich auf Nichteintreten zu erkennen (Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 84; K�lz/ H�NER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 398 S. 140; je mit Hinweisen). Dieser Nichteintretensentscheid (Dispositiv-Ziff. 1) unterliegt als letztinstanzliche Verf�gung einer Verwaltungsbeh�rde der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Kantonsgericht (Art. 72 des kantonalen Gesetzes �ber das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege, VVRG; SGS/VS 172.6). An einer Beschwerde dagegen h�tten die Beschwerdef�hrerinnen - entgegen ihrer heutigen Darstellung - auch ein Interesse gehabt, gehen sie doch selber davon aus, gegen Einspracheentscheide der Vermessungskommission stehe (auch) der Beschwerdeweg offen, der ihnen nicht unter Hinweis auf den Klageweg verschlossen werden d�rfe (Art. 42 VermG und Art. 43 Abs. 1 VVRG).
3.4.�Daran, dass die Verfahren vor dem Bezirksgericht und vor dem Staatsrat beendet und deren Entscheide mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen sind, �ndert auch die jeweilen auf Art. 7 Abs. 3 VVRG gest�tzte �berweisung der Sache an die zust�ndige Beh�rde nichts. F�r die �berweisende Beh�rde ist das Verfahren durch Nichteintretensentscheid mit Bezug auf die beantwortete Eintretensfrage beendet, auch wenn dank der �berweisung die kantonale Frist zur Klage als gewahrt gilt und in diesem Sinn die Rechtsh�ngigkeit der Eingabe vorerst aufrecht erhalten bleibt (vgl. BGE 123 II 231 E. 8d S. 240; 130 II 65 E. 7.2 und E. 7.3 S. 81 f.).
3.5.�Gegen�ber den unangefochten gebliebenen Entscheiden des Bezirksgerichts und des Staatsrates durfte das Kantonsgericht ohne Verletzung von Bundesrecht die Rechtsverweigerungsbeschwerde f�r unzul�ssig erkl�ren. Die M�glichkeit, gegen Rechtsverz�gerung oder Rechtsverweigerung jederzeit Beschwerde einzureichen (Art. 321 Abs. 4 ZPO), betrifft die F�lle, wo - anders als vorliegend - kein anfechtbarer Entscheid ergangen ist (BGE 138 III 705 E. 2.1 S. 706).
Das Kantonsgericht hat die Rechtsverweigerungsbeschwerde gegen den Entscheid des Bezirksgerichts vom 25. August 2014 f�r unzul�ssig gehalten und als Berufung entgegengenommen, auf die es mangels formell gen�gender Begr�ndung nicht eingetreten ist. Die Beschwerdef�hrerinnen r�gen die Auffassung als falsch (S. 6 Ziff. 7) und die Erw�gungen zur Umwandlung des Rechtsmittels mangels Urteilsspruchs zur Berufung als gegenstandslos (S. 5 Ziff. 5 und S. 3 Ziff. 3.3 und 3.4 der Beschwerdeschrift).
4.1.�Da das Bezirksgericht es mit Urteil vom 25. August 2014 abgelehnt hat, auf die Klage einzutreten, liegt nach Auffassung des Kantonsgerichts kein mit Rechtsverweigerungsbeschwerde, sondern ein mit Berufung (Art. 308 ff. ZPO) anfechtbarer Entscheid vor. Inwiefern diese Auffassung bundesrechtswidrig sein k�nnte, legen die Beschwerdef�hrerinnen in keiner die formellen Anforderungen an die Beschwerdeschrift erf�llenden Art dar (Art. 42 Abs. 2 BGG). Sie verweisen zum einen auf ihre Rechtsverweigerungsbeschwerde vor Kantonsgericht, was unzul�ssig ist, zumal die Begr�ndung in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sein muss (BGE 140 III 115 E. 2 S. 116). Zum anderen erheben sie materielle R�gen gegen den bezirksgerichtlichen Nichteintretensentscheid und setzen sich mit der formellen Betrachtungsweise des Kantonsgerichts nicht ansatzweise auseinander (BGE 140 III 86 E. 2 S. 89). Die Entgegennahme der Rechtsverweigerungsbeschwerde als Berufung kann deshalb nicht beanstandet werden.
4.2.�Urteilsdispositive sind anhand der Erw�gungen auszulegen (BGE 129 III 626 E. 5.1 S. 630; 131 II 13 E. 2.3 S. 17). Den Erw�gungen l�sst sich entnehmen, dass das Kantonsgericht die Rechtsverweigerungsbeschwerde gegen�ber den Entscheiden des Bezirksgerichts vom 11. M�rz 2014 und des Staatsrates vom 13. August 2014 f�r unzul�ssig erkl�rt, gegen�ber dem Entscheid des Bezirksgerichts vom 25. August 2014 aber als Berufung entgegengenommen hat und darauf nicht eingetreten ist. Das Urteilsdispositiv h�tte folglich lauten k�nnen �Auf die Rechtsverweigerungsbeschwerde wird nicht eingetreten, soweit sie sich gegen die Entscheide des Bezirksgerichts vom 11. M�rz 2014 und des Staatsrates vom 13. August 2014 richtet� und �Soweit sie sich gegen den Entscheid des Bezirksgerichts vom 25. August 2014 richtet, wird die Rechtsverweigerungsbeschwerde als Berufung entgegengenommen und darauf nicht eingetreten�. Dies alles hat das Kantonsgericht (verk�rzt) mit der Formulierung �Auf die "Rechtsverweigerungsbeschwerde" wird nicht eingetreten� zum Ausdruck gebracht. Indem es "Rechtsverweigerungsbeschwerde" in Anf�hrungs- und Schlusszeichen gesetzt hat, hat es, wie sich das den Urteilserw�gungen ohne weiteres entnehmen l�sst, ausreichend klar zum Ausdruck gebracht, dass es nicht nur auf die Rechtsverweigerungsbeschwerde als solche, sondern auch auf die als Berufung entgegengenommene Rechtsverweigerungsbeschwerde nicht eingetreten ist. Es trifft zwar zu, wie es die Beschwerdef�hrerinnen bem�ngeln, dass das Urteilsdispositiv das Wort "Berufung" nicht erw�hnt, inhaltlich aber liegt auch mit Bezug auf die Berufung ein Nichteintretensentscheid vor. Die angebliche Unklarheit des Urteilsdispositivs h�tten die Beschwerdef�hrerinnen im �brigen mit dem Rechtsbehelf der Erl�uterung und Berichtigung gem�ss Art. 334 ZPO beseitigen lassen k�nnen und m�ssen, der der Beschwerde an sich vorgeht (Art. 75 Abs. 1 BGG; Urteile 5A_589/2012 vom 13. Dezember 2012 E. 3.2 und 5D_66/2014 vom 6. Oktober 2014 E. 2.3.2).
4.3.�Auf die Begr�ndung des Kantonsgerichts, weshalb auf die Berufung nicht einzutreten sei, gehen die Beschwerdef�hrerinnen nicht ein, so dass sich eine Pr�fung der Frage er�brigt (BGE 140 III 86 E. 2 S. 88). Insgesamt kann der Nichteintretensentscheid des Kantonsgerichts nicht beanstandet werden.
Das Kantonsgericht hat eine nachtr�gliche Erg�nzung der Eingabe der Beschwerdef�hrerinnen vom 2. Oktober 2014 nicht zugelassen und deren Eingabe vom 27. Oktober 2014 f�rmlich aus den Akten gewiesen und den Beschwerdef�hrerinnen retourniert. Gegen die daherige Verf�gung wenden die Beschwerdef�hrerinnen eine Verletzung von Art. 131 und Art. 132 Abs. 1 ZPO ein (S. 8 f. Ziff. 11 der Beschwerdeschrift).
5.1.�Werden Eingaben und Beilagen nicht in der erforderlichen Anzahl eingereicht, kann das Gericht gem�ss Art. 131 ZPO eine Nachfrist ansetzen oder die notwendigen Kopien auf Kosten der Partei erstellen. Dem klaren Wortlaut der Bestimmung l�sst sich entgegen der Annahme der Beschwerdef�hrerinnen keine Pflicht zur Ansetzung einer Nachfrist entnehmen. Vielmehr liegt eine Kann-Vorschrift vor, die es dem pflichtgem�ssen Ermessen des Gerichts �berl�sst, selber Kopien zu erstellen oder hierf�r eine Nachfrist anzusetzen. Inwiefern das Kantonsgericht mit seiner Verf�gung vom 8. Oktober 2014 (act. 128), selber zu fotokopieren, sein Ermessen verletzt haben k�nnte, tun die Beschwerdef�hrerinnen nicht dar.
5.2.�Gem�ss Art. 132 Abs. 1 ZPO sind M�ngel wie fehlende Unterschrift und fehlende Vollmacht innert einer gerichtlichen Nachfrist zu verbessern. Gest�tzt darauf hat das Kantonsgericht mit Verf�gung vom 8. Oktober 2014 (act. 128) eine Nachfrist zur Einreichung der Vollmacht angesetzt, eine Nachfrist zur inhaltlichen Verbesserung der Eingabe aber verweigert. Die Auslegung kann nicht beanstandet werden. Art. 132 Abs. 1 ZPO entspricht Art. 42 Abs. 5 BGG, so dass eine Nachfrist zur Erg�nzung von Rechtsschriften, die den formellen Anforderungen, wie sie sich aus Gesetz und Rechtsprechung ergeben, nicht gen�gen, nicht gew�hrt werden kann (BGE 137 III 617 E. 6.4 S. 622; Urteil 4A_463/2014 vom 23. Januar 2015 E. 1, nicht ver�ffentlicht in BGE 141 III 20). Die Beschwerdef�hrerinnen haben deshalb keinen Anspruch auf Einreichung einer erg�nzenden oder verbesserten Eingabe nach Ablauf der Rechtsmittelfrist.
5.3.�Aus den dargelegten Gr�nden erweist sich die angefochtene Verf�gung nicht als bundesrechtswidrig. Dass sie begr�ndungslos sei, wie die Beschwerdef�hrerinnen behaupten, trifft nicht zu. Die Begr�ndung findet sich auf S. 8 betreffend Art. 131 ZPO und auf S. 9 betreffend Art. 132 ZPO. Das kantonsgerichtliche Urteil gen�gt somit den formellen Begr�ndungsanforderungen, auch wenn es in der sog. "Dass-Form" �ber elf Seiten hinweg verschiedene formelle Streitpunkte beschl�gt. Den Beschwerdef�hrerinnen ist zuzugeben, dass dadurch die Les- und Nachvollziehbarkeit des angefochtenen Urteils erheblich erschwert wird (vgl. Urteil 8C_7/2013 vom 3. April 2013 E. 1).
Alle weiteren Vorbringen und R�gen der Beschwerdef�hrerinnen stehen in keinem erkennbaren Zusammenhang mit der angefochtenen Verf�gung oder dem angefochtenen Urteil, so dass darauf nicht einzutreten ist (Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 140 III 86 E. 2 S. 89). Gegenstand der Beschwerde ist nicht die Bestimmung der zust�ndigen kantonalen Beh�rde f�r die Anfechtung von Einspracheentscheiden einer Vermessungskommission, sondern einzig die Frage, ob das Kantonsgericht den Vertrauensschutz der Beschwerdef�hrerinnen in die Rechtsmittelbelehrung der Vermessungskommission verneinen und auf ihr Rechtsmittel gegen die erstinstanzlichen Nichteintretensentscheide nicht eintreten durfte (E. 2-5 oben).
Insgesamt muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist. Die Beschwerdef�hrerinnen werden damit kosten-, nicht hingegen entsch�digungspflichtig, zumal keine Vernehmlassungen eingeholt wurden (Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG).
Die Gerichtskosten von Fr. 2'500.-- werden den Beschwerdef�hrerinnen unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrerinnen, der Vermessungskommission der Gemeinde U.________ und dem Kantonsgericht Wallis, I. Zivilrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 9
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 Art. 18
 Art. 26
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