Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.09.2005&Aktenzeichen=XII%20ZR%20311/02
Timestamp: 2020-02-18 18:14:30+00:00

Document:
BGH, 07.09.2005 - XII ZR 311/02 - dejure.org
https://dejure.org/2005,2085
BGH, 07.09.2005 - XII ZR 311/02 (https://dejure.org/2005,2085)
BGH, Entscheidung vom 07.09.2005 - XII ZR 311/02 (https://dejure.org/2005,2085)
BGH, Entscheidung vom 07. September 2005 - XII ZR 311/02 (https://dejure.org/2005,2085)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,2085) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB §§ 1570, 1578 Abs. 1, 1579 Nr. 1; ZPO § 323
Scheidungsunterhalt: Fiktives Einkommen prägt die ehelichen Lebensverhältnisse auch bei extrem kurzer Ehedauer
Nachehelicher Unterhalt bei nur kurzem ehelichen Zusammenleben
Einbeziehung eines fiktiven Einkommens des Unterhaltsberechtigten bei nur kurzem Zusammenleben
BGB §§ 1570 1578 Abs. 1 § 1579 Nr. 1; ZPO § 323
Berücksichtigung eines fiktiven Einkommens des Unterhaltsberechtigten bei kurzem Zusammenleben
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 07.09.2005, Az.: XII ZR 311/02 (Einbeziehung eines fiktiven Einkommens des Unterhaltsberechtigten bei nur kurzem Zusammenleben)" von Ra Rainer Bosch, FA FamR, original erschienen in: FF 2006, 47 - 49.
NJW 2005, 3639
MDR 2006, 395
FamRZ 2005, 1979
Weil das Berufungsgericht keine hinreichenden Bemühungen der Klägerin um (Wieder-)Aufnahme einer entsprechenden Erwerbstätigkeit feststellen konnte, hat es ihr zu Recht im Rahmen des nachehelichen Aufstockungsunterhalts ein fiktives Einkommen als eheprägend zugerechnet (vgl. insoweit Senatsurteil vom 7. September 2005 ­ XII ZR 311/02 ­ FamRZ 2005, 1979, 1981).
Ebenso ist ohne Belang, ob die Leistungspflicht dinglich gesichert oder nur schuldrechtlich vereinbart ist (Senatsurteil vom 7. September 2005 - XII ZR 209/02 - FamRZ 2005, 1974, 1977 = BGHZ 164, 69 ff. m. Anm. Schröder FamRZ 2005, 1979 und Kogel BGH Report 2006, 29 und FamRB 2006, 1).
Denn auch solche fiktiven Einkünfte hätten dann die ehelichen Lebensverhältnisse der Parteien geprägt (Senatsurteil vom 7. September 2005 - XII ZR 311/02 - FamRZ 2005, 1979, 1981).
Eine nach der Scheidung aufgenommene oder erweiterte Erwerbstätigkeit prägt die ehelichen Lebensverhältnisse, weil sie sich als Surrogat der während des ehelichen Zusammenlebens ausgeübten Familienarbeit darstellt (vgl. nur BGH FamRZ 2007, 200; 2006, 317 (320); 2005, 1979 (1981); 1154 (1157); 2004, 1357 (1360); 2001, 986).
Nach dem im Jahr 2005 noch geltenden Unterhaltsrecht hat der Ehefrau nämlich aufgrund der Sorge für die damals gerade 9-jährige Tochter nur eine geringere Erwerbspflicht oblegen, nämlich mit einem zu erzielenden Einkommen auf Basis einer Halbtagsbeschäftigung (vgl. Nr. 17.1. der Kölner Leitlinien zum Unterhalt 2005; vgl. auch BGHZ 148 (368 (381); BGH NJW 2005, 3639 ff.).

References: § 323
 § 1579
 § 323
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH