Source: http://gericht.at/beitrag/gericht/gericht_ngp.jsp?kat=3000&nid=2050968
Timestamp: 2018-02-19 05:53:15+00:00

Document:
Informationen über Recht und Gericht in Österreich Beihilfe zu schwerem Raub , 17 Jährigem
Silke : ( 2017-03-16 14:03:48 / 2050968 ) Beihilfe zu schwerem Raub , 17 Jährigem
mein Sohn, Maturant, "anständige" Familie, keine Vorstrafen, immer brav, hat
letztes Jahr, er war 17 Jahre, zwei "Freunden" bei schwerem Raub geholfen,
indem er zwar "nichts" gemacht hat, d.h.beim 1.Raub versteckt hinter der Hecke
war (Beute 11 Euro), beim gleich darauf folgenden 2. Raub nachweislich sehr
weit entfernt war, aber: er hat zuhause mit dem Haupttäter seine Softgun geholt
(die aber nie eingesetzt wurde) und er war bei der Planung dabei.
Er sagt, da er die Burschen nicht im kriminellen Kontext kannte, dachte er nicht
im Entferntesten daran, dass das Geschwätz ernst gemeint sei. Die Softgun hat
er nur geholt, um ein bisschen in der Wiese zu schießen (es waren nur 5 Kugeln
drin).
Anklage wegen §12 3.Fall StGB, §15 StBG, §142 (1) StBG
Gestern war Verhandlung. Ein Täter ist flüchtig, deswegen wurde vertagt.
Mein Sohn hat auf "nicht schuldig" plädiert, die anderen auf "schuldig",was uns
der Anwalt geraten hat, da mein Sohn zwar grundnaiv, aber nicht mit Absicht
gehandelt hat. Im Nachhinein meinte der Anwalt, einige Aussagen wären nicht
ganz konform mit den anderen und er wäre etwas zu lasch aufgetreten.
Meine Fragen: da er ja doch bei der Planung dabei war (aber nicht verstanden
hat, was da läuft) und die Pistole geholt hat, ist er ja nicht unschuldig.
Wäre es nicht besser, er plädiert auf "teilweise schuldig?"
Und welche Strafe gibt es da vermutlich?
Vielen Danke! Wir sind grad alle neben er Spur....
Eule4 : ( 2017-03-16 14:40:52 / 2050969 )
Hättest den Buam gscheit erzogen (inkl. Watschen) in jüngeren Jahren, täts dir das Theater jetzt ersparen. Die Mutter vom Priklopil hat auch gesagt: "der war immer so a lieber Bub". Wozu der Gehorsam vor dem eigenen Anwalt? Dein Bub war bei diesem Fiasko anwesend, und nicht sein Anwalt.
Silke : ( 2017-03-16 15:06:43 / 2050970 )
Ich finde das jetzt echt verletzend und unfair. Du bist dir dessen bewusst, dass
meine Frage ernst gemeint und wir echt in einer üblen Situation sind? Spiel nicht
mit dem Unglück anderer Menschen bitte.
@Eule4 : ( 2017-03-16 15:21:22 / 2050971 )
Sie haben wirklich KEIN EINFÜHLUNGSVERMÖGEN!
Da steht die arme Mutter und weiß nicht mehr weiter.
Zermartert sich ihr Hirn, hat schlaflose Nächte, von den Selbstvorwürfen will ich gar nicht reden.
Und Sie faseln da was von G´SCHEITER ERZIEHUNG incl. WATSCHEN daher. Geht´s Ihnen noch gut?
Zum Glück kenn ich Sie nicht, sonst könnt es leicht passieren, dass ich mich vergesse. Sie Rüpel, Sie!
@silke : ( 2017-03-16 15:35:38 / 2050972 )
Mit 17 Jahren fällt Ihr Sohn noch in das Jugendstrafrecht. Das bedeutet es gibt keine Mindesstrafe und die Höchsstrafe wird um die Hälfte reduziert (§ 5 Z 4 JGG). So blühen ihm für § 142 Abs 1 StGB maximal 5 Jahre.
Die bloße Anwesenheit am Tatort zählt grundsätzlich nicht als Beitrag zum Delikt. Vielleicht könnte man hier in eventu auf § 286 Abs 1 StGB plädieren, wenn die Beitragshandlung zunächst vorsatzlos geschah und er sich bei der Tatbehung anschließend versteckt hat.
Dagegen könnte man folgendermaßen argumentieren:
Mag er den Tatbeitrag (Übergabe der Softgun) auch zunächst ohne Vorsatz auf § 142 Abs 1 StGB geleistet haben, so war der Vorsatz des Beitragstäters zumindest zum Tatzeitpunkt des unmittelbaren Täters nämlich als dieser die Tathandlung ausführte, gegeben.
Ist man der Ansicht, dass diese Annahme dem Grundsatz dolus superveniens non nocet widerstrebt, so könnte man auch so argumentieren, dass durch die zunächst vorsatzlose Beitragshandlung zu § 142 Abs 1 StGB eine Garantenstellung des Sohnes entstand und er, als er die wahre Sachlage erkannte, zur Abwendung einer Deliktsbegehung nach § 142 Abs 1 StGB verpflichtet gewesen wäre. Demnach käme eine Strafbarkeit nach §§ 2, 12 dritter Fall, 15, 142 Abs 1 StGB in Betracht.
Straflosigkeit wäre gegeben, wenn der Freund ohne den Sohn von seinem Vorhaben einzuweihen sich die Softgun ausgeliehen und ohne Beisein des Sohnes die Tat begangen hätte.
Ist der Beitragstäter, der einen zunächst vorsatzlosen Tatbeitrag geleistet hat bei der Tatbegehung aber anwesend, erkennt er die wahre Sachlage und unterlässt er dennoch die Verhinderung der Tat, obwohl ihm dies möglich gewesen wäre, so wäre ein Beitrag durch Unterlassen zu bejahen. Da der Primat des Tuns dem vorausgeht und die Übergabe der Softgun vermutlich von einem dolus eventualis auf § 142 Abs 1 StGB getragen war, bleibt es bei einem versuchten Begehungsdelikt nach §§ 12 dritter Fall, 15, 142 Abs 1 StGB.
@silke : ( 2017-03-16 15:45:07 / 2050973 )
Hat Ihr Sohn Vorstrafen?
Silke : ( 2017-03-16 15:45:54 / 2050974 )
Er war bei der 1. Tat dabei (er sagt, 50 m entfernt), die anderen beiden Mittäter
sagen 2-5 Meter, das Opfer hat ihn nicht gesehen. Mein Sohn sagte, er wäre
schlussendlich nach der Planung mitgegangen, weil er es anfangs nicht
geglaubt hat und dann die Tat durch seine Gegenwart verhindert wollte. Dann
bekam er Angst und lief davon und versteckte sich. Allerdings hat er sich dann
vor der 2 Tat mit den anderen beiden getroffen, war dann aber später nicht
Ich weiß, er hat zumindest ein Delikt begangen, da er die Polizei nicht gerufen
hat. Welche Strafe wird ihm da vermutlich realistisch blühen? Sein Anwalt
meinte, eine Vorstrafe, Geldstrafe und vermutlich bedingte Haft. Mein absoluter
Horror wäre, wenn er unbedingt Haft bekäme.
Weiß jemand, ob das realistisch ist? Und wenn, in welcher Höhe?
Tut mir leid, aber ich habe absolut keine Ahnung, wie das alles läuft.
Silke : ( 2017-03-16 15:46:21 / 2050975 )
Nein, keine Vorstrafen, gar nichts.
@silke : ( 2017-03-16 15:57:20 / 2050976 )
Eine Diversion wäre denkbar. Fraglich ist, ob der Sachverhalt hinreichend geklärt ist. Die Voraussetzungen iSd § 7 Abs 2 JGG sind zumindest erfüllt. Schwere Schuld (§ 32 StGB) wird wohl nicht vorliegen. Die Tat blieb beim Versuch und es handelte sich um einen Tatbeitrag (keine unmittelbare Täterschaft). Bisher ein ordentlicher Lebenswandel. Das sind alles Milderungsgründe. Ein Geständnis wäre ebenso ein Milderungsgrund, der zur Diversion führen kann. Da er auf Nicht schuldig plädiert hat (super Strafverteidiger) hat er sich vermutlich eine Diversionsmöglichkeit verbaut. Aus spezialpräventiver Sicht sehe ich keine Notwendigkeit einer Strafe. Aus generalpräventiver Sicht vermutlich eher.
@silke : ( 2017-03-16 16:01:02 / 2050977 )
Auf einen Tatbeitrag durch seine Softgung hatte Ihr Sohn zumindest beim zweiten Raub einen bedingten Vorsatz, da er zuvor schon gesehen hatte, dass ein Raub von den Kerlen verübt wurde. Auf Nicht-schuldig würde ich nicht plädieren..
@silke : ( 2017-03-16 16:03:39 / 2050978 )
Folgende Milderungsgründe sollten eingeholt werden:
§ 33 Abs 1 StGB
@silke : ( 2017-03-16 16:04:06 / 2050979 )
§ 34 Abs 1 StGB meine ich
@silke : ( 2017-03-16 16:06:49 / 2050980 )
Eine unbedingte Haft halte ich aufgrund dem eindeutigen Überwiegen der Milderungsgründe für ausgeschlossen!
Silke : ( 2017-03-16 16:13:30 / 2050981 )
Also beim zweiten Delikt wurde schon Geld gewaltsam (Nasenbeinbruch)
entwendet. Nur eben war da mein Sohn nicht dabei. Mein Sohn hat dann den
Haupttäter mehrfach angerufen, um zu fragen, was passiert ist. Als er dann
schließlich antwortete, vereinbarten sie einen Treffpunkt bei diesem zuhause.
Mein Sohn wusste aber hier nichts von der zweiten Tat (vermutete aber etwas).
Als dann dort von einer Aufteilung der Beute verhandelt wurde, ging mein Sohn
nach Hause. Er bekam dann Drohungen per Anruf und Sms vom Haupttäter,
dass er ihm das Leben zerstören würde, falls er zur Polizei ginge.
Kann man denn nicht noch auf "teilweise schuldig" plädieren, da die
Verhandlung in 4 Monaten weitergeht (um den Flüchtigen ev. zu hören)?
@silke : ( 2017-03-16 16:15:01 / 2050982 )
Wurde die Softgun bereits für die Begehung des ersten Raubes von ihrem Sohn übergeben?
@silke : ( 2017-03-16 16:16:47 / 2050983 )
Und die erste Tat blieb beim Versuch?
@silke : ( 2017-03-16 16:20:21 / 2050984 )
teilweise schuldig gibt es nicht. Jeder wird nach seiner Schuld bestraft (§ 13 StGB).
Silke : ( 2017-03-16 16:20:52 / 2050985 )
Die Softgun war nie im Einsatz. Einer der 4 Täter hatte sie immer in der Tasche.
Sie hatten sie aber vorher leer geschossen.
Beim beiden Raubtaten war sie bei meinem Sohn.
Die erste Tat: ein Mopedlenker wurde vom Moped gezogen, er hatte nur 11 Euro
dabei, sie wurden abgenommen, glaube ich und dann ließen sie ihn fahren.
Silke : ( 2017-03-16 16:20:55 / 2050986 )
@silke : ( 2017-03-16 16:21:41 / 2050987 )
ein genauer sachverhalt wäre gut..
@silke : ( 2017-03-16 16:26:00 / 2050988 )
Auf welche Art von Beitrag wird hier plädiert? Psychischer Tatbeitrag?
Wenn die Beitragshandlung nicht kausal für die Tatbegehung war, da der Sohn die Softgun immer bei sich hatte und er sich selbst zu den Tatzeitpunkten versteckt hatte, liegt kein strafbarer Tatbeitrag vor. In solchen Fällen kommt der § 286 Abs 1 StGB zur Anwendung.
@silke : ( 2017-03-16 16:31:02 / 2050989 )
wenden Sie sich am besten an das jusline Forum ;)
Da können Sie auch die Anklageschrift unter Schwärzung der persönlichen Daten einfügen!
Silke : ( 2017-03-16 16:34:17 / 2050990 )
So sagt mein Sohn: 4 Jungs treffen sich in der Wohnung von A. Pokerabend.
Kein Alk, keine Drogen. Mit der Zeit gehen Sprüche von "Geld anschaffen", alle
lachen. Alles lustig. Pläne immer konkreter, mein Sohn (C) nimmt das nicht
ernst, er war nie in so einer Situation. Denkt, sie wollen Sportwetten machen,
wie andere Male. Plötzlich kommt die Pistole ins Spiel (softgun), man will sie
sehen, man drängt, man will ein bisschen im Wald schießen, A und mein Sohn
gehen die gun holen, treffen nachher B und C (Z.Zt flüchtig). Alle vier gehen auf
die Straße, A und B halten Mopedfahrer auf. C und D rennen weg, verstecken sic
h in Sichtweite. Mopedlenker hat 11 Euro, sie lassen ihn fahren.
Alle treffen sich, A und B stacheln C und D an, auch mal etwas zu machen. C
und D gehen auf Mann mit Bier zu, reden ihn aber freundlich an, ob er ein Bier
hat, mann geht weiter.
Währenddessen gehen A und B weiter und packen einen Mann, schlagen ihn von
vorne und hinten, nehmen Tasche und laufen weg.
C und D sehen entfernt, dass Menschenmenge entsteht. C ruft dauernd A an,
dieser meldet sich erst nach einigen Anrufen.
Alle treffen sich in Wohnung von A. C weiß nicht genau, was vorgefallen ist.
Man spricht über Aufteilen des Geldes. C geht nach Hause.
Erhält Anrufe und sms mit Drohungen (zerstöre dein Leben...), wenn an Polizei
Gestern Verhandlung: Täter A Vorstrafen (wusste C nicht), mehrere ähnliche
Straftaten im selben Zeitraum), Täter B keine Vorstrafen, Täter D flüchtig
(mehrere Vorstrafen).
Mein Sohn war Freund von A, die anderen kannte er nicht vorher.
Hauptstrang ähnliche Schilderungsweise, einige Unterschiede (Distanz bei der
1. Tat, keiner kann sich an Schießübungen im Wald erinnern- hatten sie aber
zuvor bei der Polizei aktenkundig zugegeben)
@silke : ( 2017-03-16 16:38:42 / 2050991 )
und die softgun war die ganze Zeit bei Ihrem Sohn und nicht bei einem der unmittelbaren Täter?
Silke : ( 2017-03-16 16:52:19 / 2050992 )
Nicht bei den unmittelbaren Tätern.
"zu den unter Punkt 1 dargestellten Taten beigetragen, indem er sich bei der
Planung beteiligte, sein Mitwirken zusagte, zur Absicherung der Taten eine
Softgun bei sich zuhause holte und sich damit im örtlichen Nahbereich zu den
Tatorten aufhielt."
"das Verbrechen des Raubes als Beteiligter nach §§ 12 dritter Fall 15, 142 Abs 1
StGB "
..." werden jeweils in Anwendung des § JGG jeweils nach §142 Abs 1 StGB zu
bestrafen sein "
@silke : ( 2017-03-16 18:38:12 / 2050994 )
Ein Tatbeitrag wäre es gewesen, wenn Ihr Sohn tatplanmäßig und Eingriffsbereit danebengestanden hätte. Da er aber beim Holen der Softgun keinen Vorsatz auf § 142 Abs 1 StGB hatte und sich bei allen Taten, die nach dem Holen der Softgun geschahen mit diesem für den Tatbeitrag gedachten Werkzeug versteckt und nicht eingriffsbereit zur Stelle war, ist dies meines Erachtens kein Tatbeitrag gewesen. Das Verabreden der Tat usw könnte für ihn dann unter § 277 Abs 1 StGB fallen. Das nicht Verhindern der Tat unter § 286 Abs 1 StGB.
@silke : ( 2017-03-16 18:46:29 / 2050995 )
Ein Tatbeitrag wäre es auch gewesen, wenn Ihr Sohn einem der Täter die Softgun für die Begehung des Raubes übergeben hätte. Dies ist ebenso nicht geschehen. Ohne Übergabe des Beitragswerkzeuges und ohne ein eingriffsbereites Danebenstehen sehe ich keinen Tatbeitrag verwirklicht..
@silke : ( 2017-03-16 18:50:04 / 2050996 )
Man könnte das Verhalten des Sohnes noch unter einen psychischen Tatbeitrag einordnen. Demnach hat er durch seine Zusage bei dem Ganzen mitzumachen und durch das Holen seiner Softgun die unmittelbaren Täter in ihrem Vorhaben psychisch unterstützt und ihre Tatbegehung somit intellektuell gefördert.
Das wäre eine Möglichkeit eine Beitragstäterschaft anzulasten..
Eule4 : ( 2017-03-16 19:42:22 / 2050997 )
@..., ich möchte gar kein Psychologe (gebildeter Elitenhenie) sein, für Euch 2: Willkommen im wahren Leben.
Und treffen möchte ich Sie aber nicht, weil Ihre Handlungen an mir würden sicher im Sinne der STPO als Beschuldigter, vor dem BSta, enden. Würde mich ja interessieren, was so die Verwandtschaft zur Erziehung, des Buben, von Silke, gesagt hat.
Dusi : ( 2017-06-21 00:20:47 / 2051366 ) Softgun wie bitte?
Das ist wirklich nicht perönlich gemeint,aber....
Wieso um Himmels Willen kauft man einem Jugendlichen eine Softgun?
Was ist das bitte? Haben sie sie wenigstens jetzt weggeschmissen?
Ich möchte nirgends unterwegs sein wo Jugendliche eine Softgun haben!
Damit bringen sie ihr eigenes Kind in Gefahr.

References: §12
 §15
 §142
 § 142
 § 286
 § 142
 § 142
 § 142
 § 142
 § 7

§ 33

§ 34
 § 286
 §142
 § 142
 § 277
 § 286