Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.09.2012&Aktenzeichen=IX%20ZR%2015%2F12
Timestamp: 2019-03-26 23:48:29+00:00

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BGH, 27.09.2012 - IX ZR 15/12 - dejure.org
§ 134 Abs 1 InsO, § 140 Abs 1 InsO, § 140 Abs 3 InsO, § 159 Abs 3 VVG, § 328 BGB
Insolvenzanfechtung: Zeitpunkt der Zuwendung der Versicherungsleistung aus einer Lebensversicherung bei unwiderruflicher Bezugsberechtigung des Ehegatten im Todesfall
Zuwendung der Versicherungsleistung einer Lebensversicherung eines Versicherungsnehmers regelmäßig bereits mit der Bezeichnung als Bezugsberechtigter (Hier: Bezeichnung eines Ehegatten als Bezugsberechtigten im Todesfall)
Zur Schenkungsanfechtung bei gespaltenem, unwiderruflichem Bezugsrecht aus einer Lebensversicherung zu Gunsten des Ehegatten
InsO § 140 Abs. 1, 3, § 134; VVG § 159 Abs. 3
Zum insolvenzrechtlich maßgebenden Zeitpunkt der Zuwendung, wenn der Versicherungsnehmer einer Lebensversicherung als Bezugsberechtigten im Todesfall unwiderruflich seinen Ehegatten bezeichnet
InsO § 134 Abs. 1; InsO § 143 Abs. 1
Familienrecht - Zuwendung einer Lebensversicherungsleistung im Todesfall
Zur Frage der Anfechtbarkeit der Zuwendung einer Lebensversicherungsleistung im Todesfall bei unwiderruflichem Bezugsrecht des Ehegatten
Insolvenz: Anfechtbarkeit der Zuwendung einer Lebensversicherung
Mit dem Bezugsrecht Ehepartner schützen
Lebensversicherung - Wann erwirbt ein vom Versicherungsnehmer als Bezugsberechtigter Bezeichneter den Anspruch auf die Versicherungsleistung?
Unwiderrufliches Bezugsrecht ist insolvenzfest
InsO § 140 Abs. 1, 3, §§ 134, 143 Abs. 1; VVG § 159 Abs. 3
Anfechtbarkeit der Einräumung eines gespaltenen Bezugsrechts
Zuwendung einer Versicherungsleistung bei Schenkungsanfechtung mit Bezeichnung der Bezugsberechtigung möglich
LG Darmstadt, 14.04.2011 - 27 O 7/11
NJW 2013, 232
ZIP 2012, 2409
MDR 2013, 181
FamRZ 2013, 128
VersR 2013, 438
WM 2012, 2294
DB 2012, 2741
Hier erwirbt der Dritte nur eine Hoffnung auf eine später fällig werdende Leistung (BGH, Urteil vom 27. September 2012 - IX ZR 15/12, WM 2012, 2294 Rn. 8 zu § 140 InsO;… Prölss/Martin/Schneider, VVG, 30. Aufl., § 159 Rn. 15); ein solcher Anspruch des Schuldners als einfach bezugsberechtigter Dritter ist damit noch nicht im Sinne des § 35 InsO entstanden.
Bei der fraglichen Bezugsrechtseinräumung handelt es sich um eine Rechtshandlung im Sinne des § 129 Abs. 1 InsO (vgl. BGH, Urteil vom 23. Oktober 2003 - IX ZR 252/01, BGHZ 156, 350, 353 f; vom 27. September 2012 - IX ZR 15/12, ZInsO 2012, 2294 Rn. 7;… vom 20. Dezember 2012 - IX ZR 21/12, ZInsO 2013, 240 Rn. 13; vgl. auch BGH…, Urteil vom 26. Januar 2012 - IX ZR 99/11, ZInsO 2012, 485 Rn. 6 ff, zur Gläubigeranfechtung).
Es macht anfechtungsrechtlich keinen Unterschied, ob der fragliche Lebensversicherungsvertrag neben der Todesfallleistung auch eine Erlebensfallleistung vorsieht und ob in diesem Fall das Bezugsrecht nur mit Blick auf die Todesfallleistung oder auch die Erlebensfallleistung betreffend eingeräumt worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 27. September 2012 - IX ZR 15/12, ZInsO 2012, 2294 Rn. 10 ff).
Maßgeblich ist der Zeitpunkt, in dem die gesamten Erfordernisse vorliegen, an welche die Rechtsordnung die Entstehung, Aufhebung oder Veränderung eines Rechtsverhältnisses knüpft (BGH, Urteil vom 27. September 2012 - IX ZR 15/12, ZIP 2012, 2409 Rn. 8).
Es handelt sich um eine auflösende Bedingung (§ 158 Abs. 2 BGB), deren Einfügung den sofortigen Eintritt der rechtlichen Wirkungen des Rechtsgeschäfts nicht hindert (vgl. BGH, Urteil vom 27. September 2012 - IX ZR 15/12, WM 2012, 2294 Rn. 10).
Zutreffend hat das Berufungsgericht gesehen, dass bei der Abtretung von Ansprüchen aus einer Lebensversicherung - nicht anders als bei der Einräumung eines unwiderruflichen Bezugsrechts (vgl. dazu BGH, Urteil vom 23. Oktober 2003 - IX ZR 252/01, BGHZ 156, 350, 356; vom 27. September 2012 - IX ZR 15/12, WM 2012, 2294 Rn. 8) - dem Anfechtungsgegner eine gesicherte Rechtsposition verschafft wird, hinsichtlich derer eine Schenkungsanfechtung nur im Vierjahreszeitraum des § 134 Abs. 1 InsO in Betracht kommt.
Es kann genügen, dass der Dritte namentlich nicht benannt wird, sondern nur bestimmbar ist(BGH, Urteil vom 27.9.15 - IX ZR 15/12 -).
Für die Frage der Unentgeltlichkeit im Sinne des Anfechtungsrechtes ist darauf abzustellen, ob der Empfänger - vorliegend die Beklagte - seinerseits für den erhaltenen Gegenstand eine Leistung zu erbringen hatte (…Uhlenbruck/Hirte, InsO, 13. Aufl., § 134, Rn. 11, 15; BGH…, Urteil vom 23.10.2003, IX ZR 252/01, NJW 2004, S. 214 und Urteil vom 27.09.2012, IX ZR 15/12, juris, Tz. 6).

References: § 134
 § 140
 § 140
 § 159
 § 328
 § 140
 § 134
 § 159
 § 134
 § 143
 § 140
 § 159
 § 140
 § 159
 § 35
 § 129
 § 134
 § 134