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Timestamp: 2019-11-18 04:13:56+00:00

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Kon­kur­ren­ten­strei­tig­kei­ten – und die Doku­men­ta­ti­on der Aus­wahl­ent­schei­dung | Rechtslupe
Konkurrentenstreitigkeiten - und die Dokumentation der Auswahlentscheidung
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zu beam­ten­recht­li­chen Kon­kur­ren­ten­strei­tig­kei­ten um Beför­de­rungs­äm­ter folgt aus Art. 33 Abs. 2 i.V.m. Art.19 Abs. 4 GG die Ver­pflich­tung des Dienst­herrn, die sei­ner Ent­schei­dung zugrun­de lie­gen­den wesent­li­chen Aus­wahl­er­wä­gun­gen schrift­lich nie­der­zu­le­gen, um eine sach­ge­rech­te Kon­trol­le durch den unter­le­ge­nen Bewer­ber und ggf. durch das Gericht zu ermög­li­chen 1. § 3 Abs. 1 SG über­nimmt die Grund­sät­ze des Art. 33 Abs. 2 GG in das Dienst­ver­hält­nis der Sol­da­ten und erstreckt sie über Ernen­nun­gen hin­aus aus­drück­lich auf Ver­wen­dungs­ent­schei­dun­gen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat des­halb eine ent­spre­chen­de Ver­pflich­tung zur Doku­men­ta­ti­on der wesent­li­chen Aus­wahl­er­wä­gun­gen auch für Ent­schei­dun­gen ange­nom­men, die ein Kon­kur­renz­ver­hält­nis um eine höher­wer­ti­ge mili­tä­ri­sche Ver­wen­dung betref­fen 2.
Zur Doku­men­ta­ti­on der wesent­li­chen Aus­wahl­er­wä­gun­gen ver­pflich­tet ist dabei pri­mär die Stel­le, die für die zu tref­fen­de Aus­wahl­ent­schei­dung zustän­dig ist. Im Hin­blick auf die in § 13 Abs. 1 Satz 1 und 2 WBO ver­an­ker­te umfas­sen­de Kon­troll- und Abän­de­rungs­kom­pe­tenz kann die Doku­men­ta­ti­ons­pflicht aber auch von der gemäß § 9 Abs. 1 WBO zustän­di­gen Beschwer­de­stel­le erfüllt wer­den, wenn und soweit sie eine eige­ne Sach­ent­schei­dung trifft 3. Bestä­tigt die Beschwer­de­stel­le die Aus­gangs­ent­schei­dung und weist sie die Beschwer­de zurück (§ 13 Abs. 3 WBO), kann sie, falls eine Doku­men­ta­ti­on bis dahin fehlt, in dem Beschwer­de­be­scheid die wesent­li­chen Aus­wahl­er­wä­gun­gen nie­der­le­gen oder eine vor­han­de­ne Doku­men­ta­ti­on der Aus­gangs­ent­schei­dung ergän­zen oder inhalt­lich fort­schrei­ben. Sofern sie auf eine eige­ne Sach­ent­schei­dung ver­zich­tet und den Beschwer­de­vor­gang im Wege der Abhil­fe zum Zweck der Neu­be­schei­dung zurück­gibt, liegt die Doku­men­ta­ti­ons­pflicht wie­der­um zunächst bei der für die Aus­wahl­ent­schei­dung zustän­di­gen Stel­le 4.
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zu Aus­wahl­ent­schei­dun­gen zwi­schen meh­re­ren sol­da­ti­schen Bewer­bern hat der Trä­ger der Aus­wahl­ent­schei­dung zunächst zu prü­fen, ob die oder ggf. wel­che Bewer­ber allen Anfor­de­rungs­kri­te­ri­en für den in Rede ste­hen­den Dienst­pos­ten gerecht wer­den. Ist die­se Vor­aus­set­zung erfüllt, ist der für die Bewer­ber­aus­wahl maß­ge­ben­de Leis­tungs­ver­gleich anhand der durch dienst­li­che Beur­tei­lun­gen aus­ge­wie­se­nen Abstu­fun­gen der Qua­li­fi­ka­ti­on vor­zu­neh­men 5.
Zur Ermitt­lung des Leis­tungs­stan­des kon­kur­rie­ren­der Bewer­ber ist dabei in ers­ter Linie auf die zum Zeit­punkt der Aus­wahl­ent­schei­dung aktu­ells­ten Beur­tei­lun­gen abzu­stel­len, wes­halb der letz­ten dienst­li­chen Beur­tei­lung regel­mä­ßig eine aus­schlag­ge­ben­de Bedeu­tung zukommt; zur abge­run­de­ten Bewer­tung des Leis­tungs, Eig­nungs- und Befä­hi­gungs­bil­des und sei­ner Kon­ti­nui­tät ist es dar­über hin­aus zuläs­sig, in die Aus­wahl­ent­schei­dung auch frü­he­re Beur­tei­lun­gen bis zu den bei­den letz­ten plan­mä­ßi­gen Beur­tei­lun­gen vor der aktu­el­len Beur­tei­lung mit ein­zu­be­zie­hen 6. Sind danach meh­re­re Bewer­ber als im Wesent­li­chen gleich geeig­net ein­zu­stu­fen, kann im Rah­men sach­ge­rech­ter Erwä­gun­gen auch sons­ti­gen sach­li­chen Gesichts­punk­ten ein (gege­be­nen­falls) ent­schei­den­des Gewicht für die Aus­wahl bei­gemes­sen wer­den, sofern dadurch das Gebot der Aus­wahl nach Eig­nung, Befä­hi­gung und Leis­tung nicht in Fra­ge gestellt wird 7. In die­sem Rah­men kann – gleich­sam in einem drit­ten Prü­fungs­schritt des Bewer­ber­ver­gleichs – der dienst­li­chen Erfah­rung, der Ver­wen­dungs­brei­te oder der Leis­tungs­ent­wick­lung, wie sie sich aus dem Ver­gleich der aktu­el­len mit frü­he­ren Beur­tei­lun­gen ergibt, beson­de­re Bedeu­tung bei­gemes­sen wer­den 8.
Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 27. Novem­ber 2014 – 1 WB 13.2014 -
Ein­sicht in die Per­so­nal­ak­te – aber nicht mit Rechts­an­walt! Nach § 83 Abs. 1 Satz 1 BetrVG hat der Arbeit­neh­mer im bestehen­den Arbeits­ver­hält­nis das Recht, in die über ihn geführ­ten Per­so­nal­ak­ten Ein­sicht zu neh­men.…
vgl. BVerfG, Kam­mer­be­schluss vom 09.07.2007 – 2 BvR 206/​07 – BVerfGK 11, 398, 402 f. = NVwZ 2007, 1178 = ZBR 2008, 169[↩]
vgl. z.B. BVerwG, Beschlüs­se vom 25.04.2007 – 1 WB 31.06, BVerw­GE 128, 329 = Buch­holz 449 § 3 SG Nr. 41, jeweils Rn. 50; und vom 16.12 2008 a.a.O. Rn. 35 f.[↩]
vgl. – auch zum Fol­gen­den – näher BVerwG, Beschluss vom 27.01.2010 – 1 WB 52.08, BVerw­GE 136, 36 = Buch­holz 449 § 3 SG Nr. 54, jeweils Rn. 33[↩]
BVerwG, Beschluss vom 23.02.2010 – 1 WB 36.09 – BA Rn. 27, inso­weit nicht abge­druckt in Buch­holz 449.2 § 2 SLV 2002 Nr. 17[↩]
stRspr, vgl. z.B. BVerwG, Beschluss vom 25.04.2007 – 1 WB 31.06, BVerw­GE 128, 329 = Buch­holz 449 § 3 SG Nr. 41, jeweils Rn. 55; für das Beam­ten­recht: Urtei­le vom 16.08.2001 – 2 A 3.00, BVerw­GE 115, 58, 60 f. = Buch­holz 232 § 8 BBG Nr. 54 S. 3; und vom 04.11.2010 – 2 C 16.09, BVerw­GE 138, 102, Rn. 46[↩]
stRspr, vgl. z.B. BVerwG, Beschluss vom 25.03.2010 – 1 WB 27.09, BVerw­GE 136, 198 = Buch­holz 449 § 3 SG Nr. 55, jeweils Rn. 25[↩]
vgl. BVerwG, Beschlüs­se vom 16.12 2008 – 1 WB 39.07, BVerw­GE 133, 1 = Buch­holz 449 § 3 SG Nr. 49, jeweils Rn. 67 m.w.N.; und vom 24.05.2011 – 1 WB 59.10, Buch­holz 449 § 3 SG Nr. 60 Rn. 31 m.w.N.; vgl. für das Beam­ten- und Rich­ter­recht Urteil vom 04.11.2010 – 2 C 16.09 – a.a.O. Rn. 46 m.w.N.[↩]
BVerwG, Urteil vom 04.11.2010 a.a.O., Rn. 46[↩]

References: Art. 33
 Art.19
 § 3
 Art. 33
 § 13
 § 9
 § 83
 § 3
 § 3
 § 2
 § 3
 § 8
 § 3
 § 3
 § 3