Source: https://www.jusline.at/entscheidung/376990
Timestamp: 2020-07-11 01:22:42+00:00

Document:
Rechtssatz RS OGH 2002/11/19 4Ob52/02d, 4Ob46/02x, 4Ob42/02h, 4Ob225/02w, 4Ob224/02y, 1Ob27/02f, 1Ob79/02b, 3Ob - JUSLINE Österreich
RS OGH 2002/11/19 4Ob52/02d, 4Ob46/02x, 4Ob42/02h, 4Ob225/02w, 4Ob224/02y, 1Ob27/02f, 1Ob79/02b, 3Ob
Bei der Unterhaltsbemessung für Kinder bei getrennter Haushaltsführung ist darauf Bedacht zu nehmen, dass die Familienbeihilfe nicht (nur) der Abgeltung von Betreuungsleistungen dient, sondern, soweit notwendig, die steuerliche Entlastung des Geldunterhaltspflichtigen bewirken soll. Nach den Vorgaben des Verfassungsgerichtshofs muss der Geldunterhaltspflichtige für die Hälfte des von ihm gezahlten Unterhalts steuerlich entlastet werden. Dabei ist der jeweilige Grenzsteuersatz maßgebend, der jedoch jeweils um etwa 20 % abzusenken ist, weil das Einkommen typischerweise auch steuerlich begünstigte oder steuerfreie Einkünfte umfasst und die steuerliche Entlastung die Leistungsfähigkeit des Geldunterhaltspflichtigen erhöht. Bei einem Grenzsteuersatz von 50 % gelangt man damit zu einem Steuersatz von 40 %; bei einem Grenzsteuersatz von 41 % zu einem Steuersatz von 33 % und bei einem Grenzsteuersatz von 31 % zu einem Steuersatz von 25 %.
4 Ob 52/02d
Entscheidungstext OGH 19.11.2002 4 Ob 52/02d
4 Ob 46/02x
Entscheidungstext OGH 19.11.2002 4 Ob 46/02x
4 Ob 42/02h
Entscheidungstext OGH 19.11.2002 4 Ob 42/02h
4 Ob 225/02w
Entscheidungstext OGH 19.11.2002 4 Ob 225/02w
4 Ob 224/02y
Entscheidungstext OGH 19.11.2002 4 Ob 224/02y
1 Ob 27/02f
Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 27/02f
1 Ob 79/02b
Entscheidungstext OGH 26.11.2002 1 Ob 79/02b
Beisatz: Der jeweils maßgebliche Grenzsteuersatz (50%, 41% beziehungsweise 31%) ist pauschal abzusenken, weil ein Geldunterhaltspflichtiger typischerweise auch steuerlich begünstigte oder steuerfreie Einkünfte bezieht und auch diese begünstigten Einkünfte für die Unterhaltszahlungen verwenden kann. Auf die individuellen Verhältnisse muss nicht eingegangen werden. Da mit der Weiterverrechnung eines Teils der Transferleistungen eine steuerliche Entlastung verbunden ist, erhöht sich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners und damit auch dessen Unterhaltspflicht. (T1)
Beisatz: Bei verfassungskonformer Auslegung ist die Hälfte des vom Geldunterhaltspflichtigen zu zahlenden Unterhalts steuerlich zu entlasten. Dabei sind die Grenzsteuersätze linear um etwa 10 % abzusenken. (T2)
3 Ob 56/02k
Entscheidungstext OGH 18.12.2002 3 Ob 56/02k
3 Ob 81/02m
Entscheidungstext OGH 18.12.2002 3 Ob 81/02m
2 Ob 196/02s
Entscheidungstext OGH 05.12.2002 2 Ob 196/02s
Beisatz: Der (wie bisher nach der Prozentwertmethode berechnete) zu leistende Geldunterhalt dividiert durch 2, mal verminderter Grenzsteuersatz des Geldunterhaltspflichtigen (höchstens 40 %), minus Unterhaltabsetzbetrag, ergibt jenen (Teilbetrag) Betrag der Transferleistungen, der auf die Geldunterhaltspflicht anzurechnen ist. (T3)
7 Ob 175/01i
Entscheidungstext OGH 27.11.2002 7 Ob 175/01i
7 Ob 71/02w
Entscheidungstext OGH 27.11.2002 7 Ob 71/02w
Auch; nur: Nach den Vorgaben des Verfassungsgerichtshofs muss der Geldunterhaltspflichtige für die Hälfte des von ihm gezahlten Unterhalts steuerlich entlastet werden. Dabei ist der jeweilige Grenzsteuersatz maßgebend, der jedoch jeweils um etwa 20 % abzusenken ist, weil das Einkommen typischerweise auch steuerlich begünstigte oder steuerfreie Einkünfte umfasst und die steuerliche Entlastung die Leistungsfähigkeit des Geldunterhaltspflichtigen erhöht. Bei einem Grenzsteuersatz von 50 % gelangt man damit zu einem Steuersatz von 40 %; bei einem Grenzsteuersatz von 41 % zu einem Steuersatz von 33 % und bei einem Grenzsteuersatz von 31 % zu einem Steuersatz von 25 %. (T4)
Beis wie T3; Beisatz: Dabei macht es keinen Unterschied, wenn die Halbierung statt beim Unterhalt erst beim abgesenkten Grenzsteuersatz vorgenommen, also zunächst der [ganze] Geldunterhalt mit dem halben abgesenkten Grenzsteuersatz [höchstens 20%] multipliziert wird. (T5)
7 Ob 26/02b
Entscheidungstext OGH 27.11.2002 7 Ob 26/02b
Auch; nur T4; Beis wie T3; Beis wie T5
7 Ob 174/02t
Entscheidungstext OGH 11.12.2002 7 Ob 174/02t
Auch; Beis wie T1 nur: Der jeweils maßgebliche Grenzsteuersatz (50%, 41% beziehungsweise 31%) ist pauschal abzusenken, weil ein Geldunterhaltspflichtiger typischerweise auch steuerlich begünstigte oder steuerfreie Einkünfte bezieht und auch diese begünstigten Einkünfte für die Unterhaltszahlungen verwenden kann. (T6)
Beis wie T3; Beis wie T5
7 Ob 167/02p
Entscheidungstext OGH 11.12.2002 7 Ob 167/02p
Auch; Beis wie T3; Beis wie T5; Beis wie T6
9 Ob 4/02g
Entscheidungstext OGH 18.12.2002 9 Ob 4/02g
nur: Nach den Vorgaben des Verfassungsgerichtshofs muss der Geldunterhaltspflichtige für die Hälfte des von ihm gezahlten Unterhalts steuerlich entlastet werden. Dabei ist der jeweilige Grenzsteuersatz maßgebend, der jedoch jeweils um etwa 20 % abzusenken ist. (T7)
Beis wie T3; Beisatz: Vom halben Unterhaltsbetrag ist jene prozentuelle Quote zu ermitteln, die dem jeweils anzuwendenden (reduzierten) Steuersatz entspricht. Als Ergebnis erhält man den Betrag, von dem vorweg der Unterhaltsabsetzbetrag als Transferleistung an den Geldunterhaltspflichtigen abzuziehen ist. Der Rest ist die Grundlage für die weitere Berechnung zur Ermittlung jenes Betrages, der von der nach der Prozentmethode ermittelten Unterhaltsschuld - zugunsten des Unterhaltspflichtigen - in Abzug zu bringen ist. (T8)
6 Ob 140/02k
Entscheidungstext OGH 19.12.2002 6 Ob 140/02k
6 Ob 108/02d
Entscheidungstext OGH 19.12.2002 6 Ob 108/02d
Beisatz: Die im Rahmen der Unterhaltsbemessung im Sinne der Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes vom 27. Juni 2001 und vom 19. Juni 2002 gebotene steuerliche Entlastung hat dann nicht zu erfolgen, wenn der Unterhaltsschuldner nicht steuerpflichtig ist (hier: Angestellter der Internationalen Atomenergiebehörde). (T9)
1 Ob 97/02z
Entscheidungstext OGH 26.11.2002 1 Ob 97/02z
1 Ob 177/02i
Entscheidungstext OGH 26.11.2002 1 Ob 177/02i
1 Ob 186/02p
Entscheidungstext OGH 26.11.2002 1 Ob 186/02p
1 Ob 114/02z
Entscheidungstext OGH 26.11.2002 1 Ob 114/02z
1 Ob 183/02x
Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 183/02x
1 Ob 182/02z
Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 182/02z
1 Ob 90/02w
Entscheidungstext OGH 26.11.2002 1 Ob 90/02w
Beisatz: Die Steuerentlastung mit dem "Spitzensteuersatz" ist daher sachlich nicht berechtigt. Es ist auch nicht erforderlich, auf die individuellen Verhältnisse einzugehen. (T10)
5 Ob 36/02h
Entscheidungstext OGH 17.12.2002 5 Ob 36/02h
Vgl auch; nur T4; Beis wie T3
Auch; nur T7; Beis wie T3
5 Ob 37/02f
Entscheidungstext OGH 21.01.2003 5 Ob 37/02f
1 Ob 50/03i
Entscheidungstext OGH 25.03.2003 1 Ob 50/03i
2 Ob 65/03b
Entscheidungstext OGH 21.05.2003 2 Ob 65/03b
2 Ob 83/03z
Entscheidungstext OGH 08.05.2003 2 Ob 83/03z
Beisatz: Die Familienbeihilfe soll die steuerliche Entlastung des Geldunterhaltspflichtigen bewirken, damit dieser für die Hälfte des von ihm gezahlten Unterhalts steuerlich entlastet wird. Daher ist nicht die gesamte, von der betreuenden Person bezogene Familienbeihilfe auf den Geldunterhalt anzurechnen, sondern jeweils nur insoweit, um die gebotene steuerliche Entlastung zu erreichen. (T11)
2 Ob 77/03t
Entscheidungstext OGH 21.05.2003 2 Ob 77/03t
Beis wieT3
7 Ob 219/02k
Entscheidungstext OGH 30.06.2003 7 Ob 219/02k
1 Ob 135/02p
Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 135/02p
1 Ob 208/03z
Entscheidungstext OGH 17.10.2003 1 Ob 208/03z
Vgl auch; Beisatz: Die gesetzlich gebotene steuerliche Entlastung ist grundsätzlich auch ohne einen ausdrücklich darauf abzielenden Antrag zu berücksichtigen. (T12)
4 Ob 185/03i
Entscheidungstext OGH 18.11.2003 4 Ob 185/03i
10 Ob 18/04a
Entscheidungstext OGH 27.04.2004 10 Ob 18/04a
Vgl; Beisatz: Berechnungsformel für die steuerliche Entlastung des getrennt lebenden Geldunterhaltspflichtigen. (T13)
10 Ob 7/06m
Entscheidungstext OGH 22.05.2006 10 Ob 7/06m
Vgl auch; Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Diese von der Rechtsprechung für Unterhaltsperioden vor dem 1. 1. 2005 - also vor dem Inkrafttreten der Einkommensteuerreform - regelmäßig vorgenommene pauschale Absenkung um etwa 20% bewirkt, dass der zu leistende Unterhalt höher ist als ohne Reduktion. Durch die vom Rekursgericht im vorliegenden Fall. nicht vorgenommene Reduktion des Steuersatzes kann der Vater also nicht belastet sein. (T14)
6 Ob 177/06g
Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 177/06g
Auch; Beis wie T5; Beisatz: Der abgesenkte Steuersatz ist mit dem halben Unterhaltsbetrag - wie er sich nach rein zivilrechtlichen Kriterien ergibt - zu multiplizieren; um den sich daraus ergebenden Betrag ist der Geldunterhaltspflichtige steuerlich zu entlasten. Bei der Berechnung der notwendigen steuerlichen Entlastung ist nach bisheriger Rechtsprechung darauf Bedacht zu nehmen, ob der zu entlastende Unterhaltsbetrag zur Gänze im höchsten Einkommensteil Deckung findet oder ob für einen (ins Gewicht fallenden) Teilbetrag der nächst niedrigere Grenzsteuersatz maßgebend ist. (T15)
6 Ob 44/07z
Entscheidungstext OGH 16.03.2007 6 Ob 44/07z
Auch; Beisatz: Die vom Obersten Gerichtshof entwickelte konkrete Ermittlung der steuerlichen Entlastung lässt sich mathematisch auf die Formel „Unterhaltsanspruch = Prozentunterhalt - (Prozentunterhalt x Grenzsteuersatz x 0,004) + Unterhaltsabsetzbetrag" zusammenfassen. (T16)
Beisatz: Die früheren Berechnungsmethoden lassen sich - mit etwas veränderten Prozentsätzen - auch auf Zeiträume nach dem 1.1. 2005 anwenden. (T17)
Beisatz: Die „veränderten Prozentsätze" („Grenzsteuersätze") betragen seit 1. 1. 2005 bei einem Jahreseinkommen zwischen 10.001 und 25.000 EUR 38,3 %, zwischen 25.001 und 51.000 EUR 43,6 % und über 51.000 EUR 50%. (T18)
10 Ob 31/08v
Entscheidungstext OGH 06.05.2008 10 Ob 31/08v
4 Ob 215/09k
Entscheidungstext OGH 23.02.2010 4 Ob 215/09k
Auch; Vgl Beis wie T18
4 Ob 143/12a
Entscheidungstext OGH 18.10.2012 4 Ob 143/12a
Vgl; Beisatz: Auch einem Grenzgänger mit Wohnsitz in Österreich, der im Inland weiterhin unbeschränkt steuerpflichtig ist, ist eine steuerliche Entlastung entsprechend den Grundsätzen der Rechtsprechung zuzubilligen. (T19)
6 Ob 145/13m
Entscheidungstext OGH 28.08.2013 6 Ob 145/13m
Auch; Beisatz: Allgemein ist hinsichtlich der Familienbeihilfe bei der Unterhaltsbemessung für Kinder bei getrennter Haushaltsführung darauf Bedacht zu nehmen, dass die Familienbeihilfe nicht nur der Abgeltung von Betreuungsleistungen dient, sondern, soweit notwendig, die steuerliche Entlastung des Geldunterhaltspflichtigen bewirken soll. (T20)
9 Ob 75/15t
Entscheidungstext OGH 25.05.2016 9 Ob 75/15t
6 Ob 107/16b
Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 107/16b
4 Ob 4/17t
Entscheidungstext OGH 30.05.2017 4 Ob 4/17t
Prozent, IAEO
ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0117015

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