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Timestamp: 2019-05-22 12:48:00+00:00

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Die Bedeutung von Sunna und Ahl as-Sunna wa-l-ǧamāʿa | Ikhlas.de
Von: Scheich Gibril F. Haddad | Übersetzer: Matthias B. Schmidt
Montag, 15 Februar, 2016 | In: Glaubensgrundlagen (ʿAqīdah)
Von Gibril Fouad Haddad[1], übersetzt von Matthias B. Schmidt.
Die Sunna im Islam ist seltener und kostbarer, als der Islam selten und wertvoll ist unter allen anderen Religionen. – Abū Bakr b. ʿAyyāš[2]
Sunna bedeutet „ausgetretener Pfad“ [aṭ-ṭarīq al-maslūk]. Sie bringt mit sich, sich an alles zu halten, was der Prophet ﷺ und seine rechtgeleiteten Nachfolger an Glaubensinhalten, Taten und Aussagen innehatten. Dies ist die perfekte, vollständige Sunna und der Grund, warum die Altvorderen [Salaf] nichts als Sunna bezeichneten, was dem nicht entsprach. – Ibn Raǧab[3]
Die Sunna ist Weisheit, und Weisheit liegt darin, eine jede Angelegenheit in ihren richtigen Kontext zu setzen. – Ismāʿīl al-Anṣārī[4]
Das arabische Wort „sunna“ bedeutet lexikalisch „Weg“ oder „Praxis“[, „Brauch“ oder „Gepflogenheit“].[5] Im Sprachgebrauch des Propheten ﷺ und seiner Gefährten bezeichnet es die Gesamtheit gesetzmäßiger Praktiken, welche im Rahmen der Religion befolgt werden, insbesondere der makellosen [ḥanīf] Weg der Propheten. Dabei ist es gleich, ob es sich um Glaubensinhalte, religiöse oder zwischenmenschliche Praxis oder allgemein um Moral handelt.
Terminologisch trägt das Wort „sunna“ verschiedene Bedeutungen. In der Terminologie der Ḥadīṯwissenschaft bezeichnet es jede Aussage [qawl], Tat [fiʿl], ausdrückliche oder schweigende Billigung [taqrīr] oder auch Eigenschaften [ṣifa], ganz gleich ob körperlich [ḫilqiyya] oder moralisch [ḫuluqiyya], welche dem Propheten ﷺ zugeschrieben werden [uḍifa ilā], sei es vor oder nach Beginn seiner Prophetie.[6] Aufgrund dessen beziehen sich die „Wissenschaften der Sunna“ [ʿulūm as-sunna] auf die Biographie [sīra] des Propheten ﷺ, die Aufzeichnungen über seine Schlachten [maġāzī], seine täglichen Aussagen und „Gewohnheiten“ [sunan], seine physische Beschaffenheit und seine Wesenseigenheiten [šamāʾil] und die Menge an Hilfswissenschaften der Ḥadīṯwissenschaft selbst, wie etwa die Umstände der Geschehnisse [asbāb al-wurūd], das Wissen um die abrogierenden und abrogierten Ḥadīṯe[7], um die [seltenen und] schwierigen Wörter [in den Ḥadīṯen] [ġarīb al-ḥadīṯ], um die Überliefererkritik [ǧarḥ wa-t-taʿdīl], Überliefererbiographien [ʿilm ar-riǧāl] und vieles mehr, wie es al-Ḫaṭīb al-Baġdādī in seinen maßgebenden Werken ausführlich darlegt.
Diese Bedeutung wird verwendet, um den Unterschied zum Koran klarzumachen, wie etwa, wenn man sagt „Koran und Sunna“, und er wird derart von den Ḥadīṯgelehrten verwendet. Imām Aḥmad [rh] sagte: „Die Sunna besteht gemäß unserer Definition aus den vom Gottesgesandten ﷺ berichteten Überlieferungen und die Sunna ist die Erläuterung [tafsīr] des Korans und beinhaltet seine Anweisungen [dalāʾil].“[8]
Die frühen Meister der Sunniten, wie etwa Abū Ḥanīfa, al-Ḥumaydī, Ibn Abī ʿĀṣim, Abū Dāwūd und Abū Naṣr al-al-Marwazī benutzten den Terminus „sunna“ auch im engeren Sinne, um den sunnitischen Glauben zu bezeichnen und den Glaubensinhalten nicht-sunnitischer Sekten entgegenzustehen.
In der Terminologie des Uṣūl al-Fiqh, der Prinzipienlehre der islamischen Theologie, bezeichnet „sunna“ jede Aussage [qawl], Tat [fiʿl] oder Billigung [taqrīr], welche vom Propheten überliefert [nuqilaʿan] oder abseits des Korans von ihm ausgeht [ṣadara].
In der Terminologie des Fiqh, der praktischen Normenlehre, bezeichnet „sunna“ alles, was auf Grundlage eines rechtlichen Beweises [dalīl šarʿi] gesichert [ṯabata]überliefert ist und somit in der Religion als erwünscht [maṭlūb] erachtet wird, ohne verpflichtend zu sein. Dessen beständiges Unterlassen bedeutet jedoch Missachtung [istiḫfāf] der Religion und Sünde und somit Tadel [lawm, ʿitāb, taḍlīl], oder gemäß einigen Gelehrten zieht es gar Strafe [ʿuqūba] nach sich.[9] Einige Fiqhgelehrte jedoch unterscheiden zwischen dem, was sie „betonte sunna“ [sunna muʾakkada] oder „sunna der Rechtleitung“ [sunnatu l-hudā] nennen, wie etwa Dinge, welche der Prophet ﷺ in Wort oder Tat betonte, und anderer Sunna, welche normativ betrachtet weniger bindend ist und von ihnen „unbetonte sunna“ [sunna ġayr muʾakkada] oder „sunna der Gewohnheit] [sunnatu l-ʿāda] genannt wird.
Die obigen normativen Bedeutungen der Sunna werden zur Unterscheidung von den anderen vier der fünf normativen schariatischen Handlungsnormen – farḍ [verpflichtend], sunna, mubāḥ [indifferent], makrūh [tadelnswert], ḥarām [verboten] - verwendet und werden von den Fiqhgelehrten seit dem zweiten Jahrhundert nach der Auswanderung [Hiǧra] derart verwendet. Alle Fiqhgelehrten betonten aber dennoch, dass die Grundlage eines jeden auf der Sunna fußenden Gottesdienstes eine „Verpflichtung“ sei und nicht nur bloße „Erlaubnis“ [diesen auszuführen] [al-aṣlu fī-s-sunna al-wuǧūb lā al-ibāḥa].[10] Hierdurch wird die Sunna in unterschiedlichen, beinahe synonymen Kategorien definiert:
„lobenswert“ [mandūb];
„wünschenswert“ [mustaḥabb];
„freiwillig“ [taṭawwuʿ];
„Vornehmheit“ [adab];
„Gehorsam“ [ṭāʿa];
„übergebührlich“ [nafl];
„nahekommen“ [qurba];
„empfohlen“ [rāġīga, murġab fīh];
„vorzüglich“ [ḥasan];
„vorzüglicher“ [iḥsān];
„tugendhaft“ [faḍīla]; und
„am besten“ [afḍal].
aḏ-Ḏahhabī überliefert von Isḥāq b. Rāhūya die Aussage: „Wenn aṯ-Ṯawrī, al-Awzāʿī und Mālik in einer bestimmten Angelegenheit übereinstimmen, dann ist diese Angelegenheit eine Sunna!“, [sodann] kommentiert Imām aḏ-Ḏahhabī [dieses Zitat]:
„Die Sunna ist vielmehr das, was der Prophet ﷺ und die rechtgeleiteten Kalifen nach ihm zur Sunna machten. Was den Konsens [iʿǧmāʿ] anbetrifft, so ist dieser das, worin sich die Gelehrten [ʿulamāʾ] der Gemeinschaft, seien es die früheren oder die späteren, einig waren, sei es auch durch angenommene[ẓannī] oder schweigende [sukūtī] Zustimmung. Wer auch immer von solch einem Konsens der Nachfolger oder ihren Nachfolgern abweicht, so wird diese Abweichung nur für ihn toleriert.[11] Ein Abweichen [von der Ansicht] der oben genannten Imāme nennt man jedoch nicht ein Abweichen vom Konsens oder der Sunna. Was Ibn Isḥāq [mit seiner Aussage] meinte, ist, dass es höchstwahrscheinlich richtig ist, wenn sie in einer Angelegenheit übereinstimmen, ähnlich unserer Aussage heute, dass es beinahe unmöglich ist, die Wahrheit abseits dessen zu finden, worauf die vier Imāme des Iǧtihāds sich einigten. Wir sagen dies, und zugleich gestehen wir uns ein, dass eine Übereinkunft ihrer bezüglich einer bestimmten Angelegenheit nicht zwingend einen Konsens der Gemeinschaft [umma] darstellt; und doch wir hüten uns auch davor, zu behaupten, dass die richtige Ansicht bezüglich einer Angelegenheit eine andere sei, als jene, auf welche sie sich einigten.“[12]
Im weitesten Sinne bezeichnet „sunna“ das wahre Wissen und die wahre Praxis der Religion und ist ein Antonym zur „Neuerung“ [bidʿa], so wie im Ausdruck „Leute der Sunna“ oder Sunniten [Ahl as-Sunna]. Al-Ǧunayd sagte: „Der Weg zu Allāh ist versperrt, außer jenen, welche den Spuren des Propheten ﷺ folgen und an seiner Sunna festhalten. Allāh sagte: ‚Ihr habt ja im Gottesgesandten gewiss ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allāh und den jüngsten Tag hofft und Gott viel gedenkt!‘“ [33:21][13]
Der Terminus/Begriff Ahl as-Sunna wa-l-Ǧamāʿa
Die wortwörtliche Übersetzung des Ausdrucks „Ahl as-Sunna wa-l-Ǧamāʿa“ ist „die Leute des prophetischen Weges und der Gemeinschaft der Muslime“. Der Ausdruck bezeichnet also jene Menschen, welche der prophetischen Sunna folgen und sich an die große Mehrheit der Muslime seit der Zeit der Gemeinschaft der Prophetengefährten [ram] halten. Das Antonym[14] jenes Ausdrucks ist Ahl al-Bidʿa wa-ḍ-Ḍalāla, was „die Leute der Neuerung und Irreleitung“ bezeichnet, also nicht-sunnitische Muslime.
Muḥammad b. Sirīn [gest. 110] sagte: „Wir pflegten zu glauben, was wir hörten, doch dann begannen sich Lügen zu verbreiten und wir begannen zu sagen: ‚Nenne deine Überlieferer!‘ Wenn sie der Ahl as-Sunna angehörten, so nahmen wir ihren Ḥadīṯ an. Wenn unter ihnen Ahl al-Bidʿa waren, so wiesen wir ihren Ḥadīṯ zurück.“[15] Dies bestätigend ist die Aussage von al-Ḥasan al-Baṣrī [gest. 110], welche er tätigte, als jemand seinen Isnād zu hören verlangte, er sagte: „O Mensch! Weder lüge ich, noch nannte man mich je einen Lügner!“[16] Sufyān aṯ-Ṯawrī [gest. 161] sagte: „Als bestimmte Überlieferer damit begannen, Lügen zu verbreiten, da benutzten wir die Geschichte gegen sie!“[17], und Ibn al-Mubārak [gest. 181] verkündete: „Der Isnād ist ein wesentlicher [Bestand-]teil der Religion, denn sonst könnte ein jeder Alles sagen!“[18] All dies fußt auf den Aussagen der Prophetengefährten und ihrer Nachfolger, welche sagten: „Wahrlich, dieses Wissen ist unsere Religion, daher soll jeder gut Acht geben, von wem er seine Religion nimmt!“[19]
Der Prophet ﷺ sagte: „Meine Gemeinde wird sich in dreiundsiebzig Gruppen teilen und alle von ihnen sind im Feuer, außer eine: [Die Gruppe, welche] dem folgt, dem ich und meine Gefährten folgen.“[20] Ein anderer Wortlaut dessen lautet: „Meine Gemeinde wird sich in dreiundsiebzig Sekten teilen, alle von ihnen sind im Feuer, außer eine: Die Gemeinschaft [ǧamāʿa].“[21]
Im gleichen Sinne sagte der Prophet ﷺ: „Meine Gefährten sind die Treuhänder meiner Gemeinschaft“[22] und „Die Menschheit macht einen Teil [ḥayyiz] aus, und ich und meine Gefährten den anderen Teil [um ein Gleichgewicht zu schaffen.]“ Die gesamte Überlieferung besagt:
„Als der Vers ‚Wenn Allahs Hilfe kommt und der Sieg‘ [110:1] offenbart wurde, da las der Gottesgesandte ﷺ [die Sure] bis zum Ende und sagte dann: ‚Die Menschen bilden einen Teil und ich und meine Gefährten bilden den anderen Teil.‘ Und er sagte: ‚Nach dem Sieg [der Eroberung Mekkas] gibt es keine Auswanderung [hiǧra] mehr, doch es bleibt Ǧihād und die Absicht [zur Auswanderung].‘“[23]
Jeglicher Zweifel daran, dass mit dem Wort „gamāʿa“ die Mehrheit [der Muslime] bezeichnet wird, wird durch Überlieferungen ausgeräumt, welche [das Wort] „ǧamāʿa“ erläutern und ihm den Sinn der größten Mehrheit, as-sawād al-aʿẓam, geben. Diese Mehrheit bezeichnet die früheren und späteren Gelehrten seit der Zeit der Prophetengefährten [ram].
Auf die Behauptung, dass [der Begriff] Ahl as-Sunna ein umstrittener Ausdruck sei, welcher nicht aussagekräftiger sei, als der Ausdruck „Muslim“, wird geantwortet, dass beide [Ausdrücke] klar definiert sind, jedoch unterschiedliche Schwerpunkte haben. Ein Muslim sollte sich in jedem muslimischen Haus auf der gesamten Welt zuhause fühlen, vielleicht gar mehr, als im Haus seiner nichtmuslimischen Verwandten. Was jedoch die Definition [des Begriffs] Ahl as-Sunna anbetrifft, so hängt sie vom dogmatischen und juristischen Gesichtspunkt ab, welcher in ihm besondere Betonung findet. Imām Abū Ḥanīfa [rh] sagte: „Die Sunna und die Ǧamāʿa sind definiert, indem man den beiden Šayḫs [Abū Bakr und ʿUmar als Kalifen] den Vorzug gibt, seine beiden Schwiegersöhne [ʿUṯmān und ʿAlī] liebt, und das Streichen über die Ledersocken [zur Gebetswaschung als erlaubt erachtet].“[24] Selbstredend erachtete Abū Ḥanīfa jedoch auch den Glauben an die göttliche Vorsehung [qadar], die Schau Gottes im Jenseits, die Fürsprache des Propheten ﷺ, die Unerschaffenheit des Korans und dergleichen mehr als untrennbar von der sunnitischen Glaubenslehre.
Ein weiterer entscheidender Faktor des Begriffs Ahl as-Sunna für nahezu alle sunnitischen Muslime ist die Zugehörigkeit zu einer der vier Auslegungsschulen [maḏāhib].[25]
Al-Qāḍī Yūsuf an-Nabhānī sagte:
„Wisse, dass einer der vier Auslegungsschulen zu folgen, auf deren Befolgen sich die Umma Muḥammads ﷺ seit der Zeit ihrer Gründer einhellig bis zum heutigen Tag einigte, für so lange Zeit [noch], wie Allāh es wohlgefällt, genau den gleichen Rang hat, wie dem Buch [d.h. Koran] und der Sunna zu folgen. Diese Auslegungsschulen nämlich sind Erklärungen des Buches und der Sunna. Wenn also der Ausdruck Ahl as-Sunna im absoluten Sinne – die letzten 1000 Jahre bis zum heutigen Tage – gebraucht wird, so versteht man darunter diese vier Schulen! Deshalb: Wer immer auch von ihrem Weg [dāʾiratihā] abweicht, der wird nicht zur Ahl as-Sunna wa-l-ǧamāʿa gezählt! Niemand verließ ihn [d.h. den Weg der Schulen], außer jenen, welche ihren Begierden und Neuerungen folgen, in jedem Jahrhundert, bis heute.“[26]
Anhang: Die große Mehrheit, as-sawād al-aʿẓam:[27]
Der Prophet ﷺ sprach bereits im von Ibn Masʿūd oben angeführten Prinzip [der Mehrheit zu folgen], als er sagte: „Meine Gemeinschaft [umma] wird sich nie auf Irrtum einigen. Folgt daher der größten Gruppe, wenn ihr Uneinigkeiten feststellt.“[28] In einer anderen Version heißt es: „Allāh wird meine [oder: diese] Gemeinschaft nie in einem Irrtum übereinkommen lassen! Die Hand Gottes [yadu-llāhi] ist auf der Ǧamāʿa“[29] Ein anderer Wortlaut fährt fort: „Wer immer sich von ihr entfernt, entfernt sich ins Höllenfeuer.“[30]
Der Prophet ﷺ sagte auch: „Die Hand Allāhs ist mit der Ǧamāʿa.“[31] Aṭ-Ṭabarī definierte die Ǧamāʿa als „die größte Anzahl“.[32] Eine andere Version dieser Überlieferung fährt fort: „Folgt der großen Mehrheit, denn gewiss, wer sich von ihr entfernt, der entfernt sich in die Hölle.“[33]
Der Prophet ﷺ sagte ebenso: „Das Volk Israel teilte sich in einundsiebzig Gruppen, und siebzig von ihnen sind im Feuer; die Christen spalteten sich in zweiundsiebzig Grippen, und einundsiebzig von ihnen sind im Feuer; und diese Gemeinschaft [umma] wird sich in dreiundsiebzig Gruppen spalten, und alle werden ins Höllenfeuer eingehen, außer eine einzige, welche dereinst ins Paradies eingehen wird.“ Wir baten: „Beschreibe uns diese!“ und er ﷺ antwortete: „as-Sawād al-Aʿẓam!“[34]
Von Abū Umāma wird auch überliefert, dass er sagte: „Ihr habt euch an die große Mehrheit zu halten!“, und als wir ihn baten diese zu definieren, da sagte er: „Folgender Vers in Sūra an-Nūr spricht von ihr: ‚Sprich: gehorcht Allāh und gehorcht dem Gesandten. Wenn ihr euch aber abwendet, so obliegt ihm nur das, was ihm auferlegt ist, und euch obliegt, was euch auferlegt ist. Gehorcht ihr ihm aber, so seid ihr rechtgeleitet. Und dem Gesandten obliegt lediglich das deutliche Vermitteln [der Botschaft].‘“ [24:54][35]
As-Sawād al-Aʿẓam bedeutet „eine überwältigend große Masse an Menschen“. Es wird berichtet, dass der Prophet ﷺ während seiner Himmelfahrt an Propheten vorbeizog, deren Völker ihnen nachfolgten, an Propheten vorbeizog, denen Gruppen von Menschen folgten, und an Propheten vorbeizog, denen niemand folgte, bis er eine überwältigend große Menschenmasse [sawād ʿaẓīm] erblickte und fragte: „Wer sind diese?“, und ihm zur Antwort gegeben wurde: „Dies sind Mūsā und seine Gemeinschaft! Doch hebe dein Haupt und sieh hinauf!“, woraufhin der Prophet ﷺ sagte: „[Ich erblickte] eine überwältigend große Masse [sawād aʿẓīm], welche den gesamten Horizont bedeckte, von einer Seite zur anderen!“, und man sagte ihm: „Dies ist deine Gemeinde[…]“[36]
[1] Entnommen aus dessen: Haddad, Gibril Fouad, Sunna Notes – Studies in Ḥadith & Doctrine, Vol II, 2005, S. 19-26.
[2] Überliefert von Al-Ḫaṭīb in al-ǧamiʿ li-aḫlāq ar-rāwī (2:172) und al-Lālikāʿī in seinem Uṣūl [1:65-66§54].
[3] Ibn Raǧab, al-ǧamiʿ fī-l-ʿulūm wa-l-ḥikam (2:44).
[4] Zitiert nach ʿAwwāma, Aṯar al-Ḥadīṯ, S.77.
[5] Anmerkungen in eckigen Klammern […] kennzeichnen stets erläuternde Zufügungen des Übersetzers.
[6] Siehe: as-Sibāʿī, as-sunna wa-makānatuhā fī-l-tašriʿ al-islāmī, S. 47.
[7] D.h. Ḥadīṯe, welche die Bedeutung anderer Ḥadīṯe aufheben, und die im Befehl oder der Bedeutung aufgehobenen Ḥadīṯe [Anm. d. Ü.].
[8] Überliefert von ʿAbdūs b. Mālik al-ʿAṭṭār von al-Lālikāʿī in seinem Šarḥ al-Uṣūl [1:156].
[9] Siehe: al-Lacknawī, Tuḥfat al-Aḫyār, ḥukm as-sunnatu l-muʾakkada wa tarkihā, S. 87-92.
[10] Dies zeigt deutlich die potentielle Gefahr, Dinge als „einfach nur sunna“ abzutun. Unser Lehrer Šayḫ Nūr ad-Dīn ʿItr sagte: „Viele Fragende fragen den Šayḫ, nachdem sie eine Antwort [fatwā] ersuchten noch eine weitere Frage, nämlich: ‚Ist das nun sunna oder wāǧib?‘, und atmen erleichtert auf, wenn sie hören, dass es Sunna ist. Aber – liebt ihr den Propheten ﷺ denn nicht? Wollt ihr ihm nicht näherkommen?“
[11] D.h. Jener kann in persönlichen Belangen von diesem Konsens abweichen, ohne getadelt zu werden, darf dies allerdings nicht lehren, weitergeben oder anderen anraten bzw. sie dazu anstiften [Anm. d. Ü.].
[12] aḏ-Ḏahhabī, Siyar ʿalām an-nubulāʾ (1997 ed. 7:92)
[13] Überliefert von Abū Nuʿaym in seinem Ḥilya (10:257), al-Ḫaṭīb in al-Faqīh wa-l-mutafaqqih (1:150= Dammām ed. 1:389), as-Sulamī in Ṭabaqāt aṣ-Ṣūfiyya, S. 159, al-Qušayrī in ar-Risāla (1:117), Ibn al-Ǧawzī in Talbīs Iblīs, S. 19, und Ṣifat aṣ-ṣafwa (2:418), sowie aṣ-Ṣuyūṭī in Miftā̦h al-Ǧanna, S.148 §333, S. 155 § 357.
[14] Gegensatzwort, ein Ausdruck, welcher das exakte Gegenteil einer Sache beschreibt. [Anm. d. Ü.].
[15] Überliefert von Muslim in der Einleitung zu seinem Ṣaḥīḥ, und at-Tirmiḏī in seinen Sunan und seinem ʿIlāl.
[16] Überliefert von al-Mizzī in Tahḏīb al-Kamāl (1:259).
[17] Zitiert nach as-Saḫāwī in al-iʿlān wa-l-tawbīḫ, S.9.
[18] Überliefert von Muslim in seiner Einleitung zu seinem Ṣaḥīḥ, von al-Ḫaṭīb in seinem Tarīḫ [6:166]. Ibn as-Subkī erwähnt es in seinem Ṭabaqāt aš-Šāfiʿīya al-kubrā (1:314) erwähnt diese, und noch viele weitere Aussagen der Salaf wie etwa: „Der Isnād ist die Waffe des Gläubigen“ –Sufyān aṯ-Ṯawrī, „Die Religion verschwindet nicht, außer der Isnād geht verloren.“ al-Awzāʿī, „Eine jede Religion hat ihre Kämpfer, und die Kämpfer dieser Religion sind jene, welche den Isnād [in sich] tragen.“ Yazīd b. Zurayʿ, „Den höchsten Isnād [d.h. den kürzesten Isnād, mit den wenigsten Überlieferern] anzustreben ist Teil der Religion.“ Aḥmad b. Hanbal.
[19] Mawqūf überliefert von Abū Hurayra von al-Ḫaṭīb in al-Ǧamiʿ li-aḫlāq ar-Rāwī (1991 ed. 1:195 § 137, § 140I) und Ibn ʿAbd al-Barr in at-Tamhīd (1:45), von Anas von Ibn ʿAbd al-Barr in at-Tamhīd (1:45-46) und al-Mizzī in seinem Tahḏīb (26:438), maqṭuʿ von Ibn Sirīn von Muslim in der Einleitung zu seinem Sahihm, at-Tirmiḏī am Ende seines Šamāʾil, ad-Dārimī in der Einleitung zu seinen Sunan, Ḫayṯama in seinem Ǧuzʾ, S. 167, Ibn Abī Šayba (5:334 §26636), Ibn Saʿd (7:194), Ibn Šāhīn in al-Maʿrifa wa-t-tarīḫ (3:154), al-Ǧuzǧānī in Aḥwāl ar-riǧāl, S. 36, 211, ar-Rāmahurmuziī in al-Muḥaddiṯ al-fāṣīl, S. 414, Ibn ʿAdī (4:174), Ibn ʿAsākir (28:298), al-Mizzī in seinem Tahḏīb (25:352), as-Simʿānī in adab al-imlāʾ wa-l-istimlāʾ, S. 55, Ibn ʿAbd al-Barr in at-Tamhīd (1:46), al-Bāǧī in at-Taʿdīl wa-l-taǧrīh (2:677), al-Ḫaṭīb in al-faqīh wal-l-mutafawwih (2:378 §11333-1134), und aḏ-Ḏahhabī in Muʿǧam al-muḥaddiṯīn, S. 228 und Siyār [Risāla ed.] (4:611); ebenso von ibn Sirīn und ad-Daḥḥāl von Ibn Abī Hātim in al-ǧarḥ wa-t-taʿdīl (2:15) und al-Ḫaṭīb in al-kifāya, S. 121 und von Zāʾida b. Qudāma von ar-Rāmahurmuzi in al-Muḥaddiṯ al-fāṣil.
Ebenso marfūʿ überliefert von Anas von Ibn ʿĀdī (1:155,236), al-Ḫaṭīb in al-Ǧāmiʿ li-aḫlāq ar-Rāwī (1991 ed. 1:194 § 136, §139), Abū Hurayra von as-Saǧzī in al-Ibāna und anderen, beide mit schwachen Überlieferungsketten, siehe: Ibn al-Ǧawzī in al-ʿIlāl al-muntanāhiya (1:131), as-Saḫāwī in Fatḥ al-Muġīṭ (1:327 = Sunna ed. 2:59), und Ibn Raǧab in Šarḥ al-ʿilal at-Tirmiḏī (ʿitr ed. 1:61 = 1:362). Letzterer erwähnt, dass es auch als Aussage von Zayd b. Aslam, Ḥasan al-Baṣrī und Ibrāhīm an-Naḫaʿī von Ibn Ḥibbān in al-Maǧrūḥī (1:15-16) überliefert wird.
Dieser Grundsatz wird auch als Aussage von al-Awzāʿī von Ibn ʿAsākir (6:361) überliefert, von Mālik von al-Ḫaṭīb in seinem Kifāya, S. 159, Ibn ʿAsākir (55:361 und 352), Ibn ʿAbd al-Barr in dessen Tamhīd (1:47, 1:67), und an-Nawawī in seinem Tibyān im letzten Drittel seines Kapitels über den Anstand des Lehrers, siehe hierzu auch aḏ-Ḏahhabī in dessen Siyar (risāla ed. 5:342).
[20] Eine gesunde Überlieferung von ʿAbd Allāh b. ʿAmr, bei at-Tirmiḏī überliefert [ḥasan ġarīb], Muḥammad b. Naṣr al-Marwazī in as-Sunna, S. 23, Ibn ʿAsākir, Abū Nuʿaym in Maʿrifat aṣ-Ṣaḥāba, aṭ-Ṭabarānī in as-Saġīr und al-Ḥākim (1:129=1990 ed. 1:218) mit Ketten, welche ʿAbd ar-Raḥmān b. Zyād al-Ifrīqī beinhalten, welcher von einigen als schwach, von einigen als gut eingestuft wurde, von Anas von aṭ-Ṭabarānī in al-Awsaṭ. Al-Lālikāʿī erklärt diesen Ḥadīṯ in seinem Šarḥ Uṣūl Iʿtiqād Ahl as-Sunna (1:100) als Ṣaḥīḥ. Ferner wurde er – mit seinen unterschiedlichen Variationen – von al-Kattānī in dessen Naẓm al-Mutanāṯir, S. 45-47, aufgenommen, und auch in Ibn al-Aṯīrs Ǧāmiʿ al-Uṣūl (10:408). Das gesamte Farq bayn al-Firāq von Abū Manṣūr al-Baġdādī ist eine Erläuterung dieser einen Überlieferung.
[21] Bezüglich der großen Mehrheit der Muslime siehe Anhang. [Anm. d. Ü.]
[22] Überliefert von Abū Mūsā al-Ašʿarī von Muslim und Aḥmad als Teil einer längeren Überlieferung.
[23] Überliefert von Abū Saʿīd, Rafiʿ b. Ḫadīǧ und Zayd b. Ṯābit von Aḥmad und aṭ-Ṭabarānī in al-Kabīr (3:341 §4444), Ersterer gemäß al-Hayṯamī mit einer gesunden Kette von Überlieferern (5:250, 10:17), „einer gesunden Kette“ gemäß al-Zayn in Musnad (10:72 §11110, 16:43 § 21521) und al-Ḥākim (2:258). Al-Arnaʿūṭ hingegen erklärt Aḥmads Kette als gebrochen [munqaṭiʿ], den Ḥadīṯ selbst in seiner Edition des Musnads jedoch zu ṣaḥīḥ li-ġayrih (17:258 §11167); ebenso von Ibn Abī Šayba (14:498-499), aṭ-Ṭayȧlisī ($2205), al-Quḍāʿī in Musnad aš-Šihāb (§845) und al-Bayhaqī in dessen Dalāʾil an-Nubuwwa (5:109-110).
[24] Überliefert von Ibn ʿAbd al-Barr in al-Intiqāʾ durch verschiedene Überlieferungsketten.
[25]Oft synonym als Rechtsschulen bezeichnet. Namentlich: Die Hanafiten, Schafiiten, Malikiten oder Hanbaliten. [Anm. d. Ü.]
[26] An-Nabhānī, Arbaʿūna ḥadīṯan fūi madḥ al-sunna wa-ḏamm al-bidʿa, S. 68.
[27] Entnommen aus Haddad, Gibril Fouad, Sunna Notes – Studies in Ḥadith & Doctrine, Vol II, 2005, S. 53ff.
[28] Überliefert von Anas bei Ibn Māǧa, ʿAbd ibn Humayd in seinem Musnad, S. 362 § 1220, und al-Lālikāʿī in seinem Šarḥ Uṣūl al-Iʿtiqād (1:105 § 153), alle mit sehr schwachen Überlieferungsketten. Siehe al-Būṣīrī in Miṣbāḥ (4:169). aṣ-Ṣuyūṭī aber erklärt den Ḥadīṯ in seinem al-Ǧāmiʿ aṣ-Ṣaġīr aufgrund seiner zahlreichen Überlieferungsketten als gesund.
[29] Überliefert von Ibn ʿAbbās bei al-Bayhaqī in al-Asmāʾ wa-ṣ-ṣifāt (al-ḥāšidī ed. 2:136 §702 isnād ṣaḥīḥ).
[30] Überliefert von Ibn ʿUmar bei at-Tirmiḏī [ġarīb] mit einer schwachen Überlieferungskette.
[31] Überliefert von Ibn ʿAbbās bei Tirmdi [ġarīb] mit einer Kette von vertrauenswürdigen Überlieferern.
[32] Siehe Fatḥ al-Bārī, Ḥadīṯ von Ḥuḏayfa: „Die Menschen pflegten den Gottesgesandten ﷺ über das Gute zu befragen, und ich wünsche ihn über das Üble zu fragen…“ und al-Mubārakfūrī, Tuḥfat al-Aḥwaḏī, Ḥadīṯ „Die Hand Gottes ist mit der Gemeinschaft.“
[33] Überliefert von Ibn ʿAbbās bei al-Ḥākim und Aṭ-Ṭabarī, und von Ibn ʿUmar bei Abū Nuʿaym in dessen Ḥilya (3:37), al-Ḥākim mit drei Ketten (1:115-116=1990 ed. 1:199-201), al-Lālikāʿī in seinem Šarḥ Uṣūl (1:106), ad-Dānī in as-Sunan al-wārida fī-l-fitan (3:748), al-Ḥākim at-Tirmiḏī in Nawādir al-Uṣūl (Aṣl 88) und ad-Daylamī in Musnad al-firdaws (5:258). Šayḫ ʿAbd al-Fattāḥ Abū Ġudda schreibt in seinem Appendix zu Ibn ʿAbd al-Barrs al-Intiqāʾ, S. 348f.: „Es betrug sich, dass der selbstgefällige, Gelehrsamkeit behauptende al-Albānī zu Ḥadīṯ §147 in seinem Kommentar zu at-Tibrīzīs Miškāt al-Maṣābīḥ (1:26): von Ibn ʿUmar, er sagte, dass der Gottesgesandte ﷺ sagte: „Folgt der großen Mehrheit (as-sawād al-aʿẓam), wer sich von ihr entfernt, der entfernt sich ins Feuer“, kommentierte: „Ich konnte dies in keinem der bekannten Bücher der Sunna finden, nicht einmal in al-Amālī oder al-Fawāʾid, und auch nicht im Rest der Monographien, welche ich zu Rate zog – insgesamt einhundert Bücher!“ – Das ist, was er sagte! – „und auch aṣ-Ṣuyūṭī erwähnt es in seinem al-Ǧamiʿ al-kabīr nicht.“ Dies ist offensichtlich ein verleumderisches, kategorisches Ablehnen, wo doch gesagt wird, dass der Ḥadīṯ von as-Saḫāwī in al-Maqāṣid al-ḥasana (s.406) aufgeführt wird, und von al-ʿAǧlūnī in Kašf al-Ḫafā (2:350) … und Abū Nuʿayms Ḥilya zitiert wird, al-Ḥākim und sein Mustadrak, al-Lālikāʿī in as-Sunna, ibn Mandah und al-Ḍiyāʾ [al-Maqdisī] und dessen al-Muḫtāra… Der Ḥadīṯ ist in all den Büchern zu finden, welche jedermann zur Verfügung stehen, und doch wies Al-Albānī diesen Ḥadīṯ zurück, indem er sagte: „Ich konnte ihn in keinem der bekannten Bücher der Sunna finden, nicht einmal in al-Amālī oder al-Fawāʾid noch in irgendeiner Monographie, die ich zu Rate zog, insgesamt einhundert Bücher!“ Aber einen Ḥadīṯ teilweise oder im Ganzen, oder auch nur ein Wort abzulehnen ist nichts, was Menschen wie wir tun können, denn unser Gedächtnis ist schwach und wir verlassen uns auf Bücher. In dieser edlen Wissenschaft [des Ḥadīṯ] ist es unabdingbar, ein starkes, großes und gewandtes Gedächtnis zu haben, und zudem die bereits [anderswo] von mir erwähnten Eigenschaften. Dies, gepaart mit Vorsicht, Weisheit, Nüchternheit und Beständigkeit und äußerster Vorsicht, wenn es um das Zurückweisen von Ḥadīṯen geht. Und Allāh der Allhöchste weiß es am besten!“
[34] Überliefert von Abū Umāma bei aṭ-Ṭabarānī in al-Kabīr und Awsaṭ mit vertrauenswürdigen Überlieferern, siehe al-Hayṯamī (7:258-259), Ibn Abī Šayba (7:554), Ibn Abī ʿĀṣim in as-Sunna (1:34), Abū Naṣr al-Marwazī in as-Sunna, S.22§55, und Al-Bayhaqī in as-Sunan (8:188).
[35] Überliefert bei Aḥmad, al-Bazzār und aṭ-Ṭabarānī mit vertrauenswürdigen Überlieferern, siehe al-Hayṯamī.
[36] Überliefert von Ibn ʿAbbās bei at-Tirmiḏī, ḥasan ṣaḥīḥ.
11 Februar, 2016 | In: Glaubensgrundlagen (ʿAqīdah)

References: §333
 § 357
 § 137
 § 140
 §26636
 §11333
 § 136
 §139
 §4444
 §11110
 § 21521
 §11167
 § 1220
 § 153
 §702
 §147