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Timestamp: 2013-06-19 13:06:09+00:00

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§573a: Ab wann ist eine Wohnung (2-Fam.haus) durch den Vermieter bewohnt? Mietrecht, Wohnungseigentum
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12.07.2012 23:02 | Preis: 85,00 € |
1.) Ich möchte nach §573a kündigen.
2.) Es handelt sich um eine möbelierte Ferienwohnung mit einer derzeitige Nutzung von 1-2 Wochen / Jahr.
Nr. 1: Wie viele (X) Werktage muss ich dort pro Monat nächtigen um, absolut sicher - sprich "keine Zweifel" an der dauerhaften Bewohnung/Nutzung durch den Vermieter, nach §573a kündigen zu können (Erstwohnsitzmeldung vorausgesetzt)?
Nr. 1.1.: Muss ich überhaupt dort nächtigen oder reicht die Erstwohnsitzmeldung?
Nr. 1.2.: Wenn 1.1. = Nein, kann auch meine Freudin (9 Jahre Beziehung) die Wohnung dauerhaft beziehen um zu kündigen?
Nr. 2: Wenn 1.1 oder 1.2. nicht zutrifft (1.1. nächtigen = ja und 1.2. Fredundin = nein), muss ich die vollen 6 Monate (Kündigungsfrist bei 2 Jahren Mietdauer) dort (X) Werktage (X=Antwort Frage 1) nächtigen um die Kündigung nach §573a vollziehen zu können?
Nr. 3: Kündigungsgrund bei §573a (auch wenn nicht verlangt) zzl. angeben: Ja oder Nein ?
Nr. 4: Härtefall: Wohnraum ist genug vorhanden (= kein doppelter Umzug) und die derzeitge Miete ist sehr hoch angesetzt (= teurer als vergleichbarer Wohnraum).
Kann ich den Härtefall somit wirklich ausschießen? Folgendes trifft zu:
1.) Mieter stehen im normalen Berufsleben und
2.) Frau = nicht schwanger und
3.) beide = keine Erkrankung und
4.) beide = kein Pflegefall?
Nr. 4: Danach wird das Haus sofort verkauft, gibt es da ein Problem mit der Kündigung nach §573a?
Nr. 5: Kann ich dem Mieter untersagen auf der Auffahrt zur Garage (ca. 15 Meter) seine Fahrzeuge abzustellen? Vermietet wurde nur der Wohnraum (unten) und die Garage (am Ende der Auffahrt, welche aber voller Müll ist).
13.07.2012 | 00:21
§ 573a BGB befreit bei Gebäuden mit engen Berührungspunkten und daher erhöhtem Konfliktpotential den Vermieter bei der ordentlichen Kündigung des Wohnraummietverhältnisses von der in § 573 BGB normierten Voraussetzung des „berechtigten Interesses". Die übrigen Kündigungsvoraussetzungen bleiben unverändert. § 573a Absatz 1 BGB, auf den Sie sich wohl berufen wollen, setzt voraus, dass das vom Vermieter selbst bewohnte Gebäude und die Mieterwohnung in einem einheitlichen Gebäude liegen und in dem gesamten Gebäude maximal zwei Wohnungen existieren. Das Merkmal des „Wohnens" bedeutet, dass dies nur bei einer natürlichen Person möglich ist und es bei mehreren Vermietern ausreicht, dass einer von ihnen das Merkmal erfüllt. Hierbei ist die Partei des Mietvertrages, nicht jedoch die Person des tatsächlichen Eigentümers von entscheidender Bedeutung. Ihre Freundin könnte die Voraussetzungen daher nur erfüllen, wenn Sie ebenfalls als Vermieterin im Mietvertrag genannt ist. Ob der Vermieter in dem Gebäude seinen Lebensmittelpunkt haben muss, ist streitig (bejahend z.B. das LG Berlin NJW-RR 1991, 1227). Der Gebrauch des Vermieters muss aber jedenfalls so intensiv sein, dass die Gefahr gegenseitiger Beeinträchtigungen zwischen Vermieter und Mieter besteht. Dies ist bei überwiegendem Leerstehen der Wohnung eindeutig zu verneinen (LG Berlin WM 1980, 134). Auch die Benutzung als Wochenendhaus durch den Vermieter ist daher nicht ausreichend. Aus dem Schutzzweck der Norm ergibt sich dabei zudem die Einschränkung, dass das Sonderkündigungsrecht nicht bei geplanter wirtschaftlicher Verwertung des Hauses – beispielsweise der Veräußerung oder dem Abriss des Hauses und Neubau eines Sechsparteienmiethauses (LG Stuttgart WM 2007, 75; LG Mannheim NZM 2004, 256). Ich habe daher durchaus meine Zweifel, dass eine Kündigung gemäß § 573a BGB vor Gericht Bestand hätte, wenn Sie das Haus anschließend gleich verkaufen wollen. Zudem wird teilweise vertreten, dass die erleichterte Kündigung nach § 573a BGB nur möglich ist, wenn der Vermieter schon bei Abschluss des Mietvertrages das Gebäude selbst bewohnt (vgl. OLG Hamburg NJW 1983, 182; LG Köln WM 2000, 35). Auch können Missbrauchsfälle bei arglistigem Schaffen einer erleichterten Kündigungssituation durch den Vermieter über § 242 BGB zu einer Unwirksamkeit der Kündigung führen.
Ich habe daher durchaus meine Zweifel, dass Sie auf diesem Wege das von Ihnen gewünschte Ziel erreichen werden. Sie sollten daher prüfen (lassen), ob nicht alternativ eine Kündigung gemäß § 573 BGB oder (da möblierter Wohnraum) eine Ausnahme des § 549 Absatz 2 BGB in Betracht kommt. Dennoch möchte ich noch kurz auf die weiteren Punkte eingehen: Gemäß § 573a Absatz 3 BGB ist in dem Kündigungsschreiben anzugeben, dass die Kündigung auf die Voraussetzungen des Absatzes 1 oder 2 gestützt wird. Zu fordern ist daher eine zumindest stichworthafte Bezeichnung des das Sonderkündigungsrecht ausmachenden Sachverhalts. Auch wenn nach Ihrer Schilderung ein Härtefall nach § 574 BGB eher unwahrscheinlich ist, so kann dies letztendlich nie sicher ausgeschlossen werden, da im Endeffekt ja eine Abwägung zwischen den Interessen des Mieters und des Vermieters vorgenommen werden.
Zu Ihrer letzten Frage: Wenn im Mietvertrag vereinbart wurde, dass die Zufahrt vor der Garage mitgemietet ist, dann darf der Mieter ggf. dort parken. Gibt es keine solche Vereinbarung bzw. wurde die Zufahrt nicht mitvermietet, darf der Mieter dort auch nicht parken, sondern den Platz nur als Zufahrt zu seiner Garage nutzen. Insofern können Sie dem Mieter diese nicht vertragsgemäße Nutzung untersagen.
Nachfrage vom Fragesteller	13.07.2012 | 07:54
1.) Der Vollständigkeit halber möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es sich bei der Ferienwohnung um die von mir genutzte Wohnung (1-2 Wochen im Jahr) handelt. Meine Formulierung war vorher leider nicht ganz eindeutig, ich bitte um Entschuldigung.
2.) Bei Abschluss des Mietvertrages war das Haus von mir dauerhaft bewohnt, die letzten 2 Jahre dann aber nur 1-2 Wochen im Jahr genutzt.
3.) Die Frage, wie lange ich denn (Werktage) im Monat in meiner Ferienwohnung nächtigen muss (nach Rückmeldung als Hauptwohnsitz) wurde nicht exakt beantwortet. Wann ist es intensiv genug? Ich habe schon öfters etwas von "nicht weniger als 8 Werktagen pro Monat" gelesen.
4.) Nehmen wir an ich verkaufe das Haus sofort. Der neuer Eigentümer zieht in die Ferienwohnung (dann normale Whg.) als Hauptwohnsitz. Kann der neue Eigentümer sofort nach §573 Eigenbedarf (3 Monate) und §573a (6 Monate) in Kombination kündigen? Macht diese Vorgehensweise Sinn, oder reicht die Eigenbedarfskündigung vollkommen aus?
Mit dem neuen Eigentümer bin ich mir schon jetzt einig. Es bedeutet für mich in diesem nur eine verschmerzbare finanzielle Einschränkung.
13.07.2012 | 08:33
Eine exakte Formel, wieviel Tage im Monat die Wohnung bewohnt werden muss, geben weder Gesetzestext noch Rechtsprechung her. Wie bereits ausgeführt, ist schon umstritten, inwieweit der Vermieter in der Wohnung überhaupt seinen Lebensmittelpunkt haben muss. Der Gebrauch muss aber jedenfalls so intensiv sein, dass die Gefahr gegenseitiger Beeinträchtigung zwischen Vermieter und Mieter besteht, was vom Einzelfall abhängt und sich nicht konkret in Tagen ausdrücken lässt. Es ist hierfür nicht grundsätzlich erforderlich, dass der Vermieter (z.B. wegen Besitzes einer weiteren Wohnung) die Wohnung dauernd benützt. Teilweise wird von der Rechtsprechung aber angenommen, dass ein häufiges Zusammentreffen Vermieter-Mieter Voraussetzung für die Kündigung nach § 573a BGB ist (vgl. LG Bochum, WuM 87, 158).
Die Kündigungsmöglichkeiten gemäß § 573 BGB (Eigenbedarf) und § 573a BGB können nicht gleichrangig nebeneinander geltend gemacht werden, da in diesem Fall nicht erkennbar ist, ob und wie der Vermieter sein Wahlrecht ausgeübt hat (vgl. LG Landau ZMR 1986, 361). Es ist aber möglich, die Kündigungstatbestände in ein Haupt- und Hilfsverhältnis (z.B. in erster Linie § 573 BGB, hilfsweise § 573a BGB) zu stellen, was auch durchaus Sinn machen kann, wenn einzelne Kündigungsvoraussetzungen ggf. angreifbar sind.
§573a: Ab wann ist eine Wohnung (2-Fam.haus) durch den Vermieter bewohnt? Mietrecht, Wohnungseigentum © QNC 2013 Haftungsausschluss

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