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Timestamp: 2019-05-19 11:05:09+00:00

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Rückstellung für Mieterein- und -umbauten - Steuerrecht
Experte Timm Haase erläutert Rückstellungen für Mietein- und -umbauten nach Steuerrecht
Das Steuerrecht kennt bei der Beurteilung von Mietereinbauten und Mieterumbauten eine Reihe von Besonderheiten, wie etwa Betriebsvorrichtungen, Scheinbestandteile oder auch Erhaltungsaufwand, der in der Regel zu keiner Aktivierung führt.
Für die Aktivierung spielt diese Abgrenzung eine entscheidende Rolle. Für die Passivierung einer Rückstellung für den Rückbau und die Beseitigung von Mietereinbauten ist eine Beurteilung, welcher der o.g. Sachverhalte vorliegt, nicht erforderlich. Entscheidend sind hier die Kriterien für die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen. Eine Verknüpfung mit einer möglichen Aktivierung der Einbauten besteht demnach nicht.
Maßgeblich für die steuerrechtliche Gewinnermittlung sind nach § 5 Abs. 1 S. 1 EStG die handelsrechtlichen Wertansätze, sofern ihnen keine abweichenden steuerlichen Vorschriften entgegenstehen. Demnach ist grundsätzlich die nach handelsrechtlichen Vorgaben gebildete Rückstellung für Mieterein- und -umbauten auch in die Steuerbilanz zu übernehmen.
Nach § 6 Abs. 1 Nr. 3a Buchst. d S. 1 EStG sind Rückstellungen für Verpflichtungen, für deren Entstehen der laufende Betrieb ursächlich ist, zeitanteilig in gleichen Raten anzusammeln. Ursächlich für das Entstehen dieser Rückbauverpflichtung ist der durch den Betrieb veranlasste Ein- bzw. Umbau in oder auf fremden Bauwerken sowie Grund und Boden. Demnach erfolgt auch nach dem Steuerrecht eine Ansammlungs- bzw. Verteilungsrückstellung, wie sie das Handelsrecht vorsieht.
Die steuerliche Bewertung weicht von der handelsrechtlichen Wertermittlung ab, da das EStG für die Bewertung von Rückstellungen eigene Vorschriften nennt. Nach § 6 Abs. 1 Nr. 3a Buchst. f EStG ist nicht der zukünftige Erfüllungsbetrag maßgeblich, sondern die Wertverhältnisse am Bilanzstichtag. Demnach sind insbesondere in der Zukunft begründete Preis- und Kostensteigerungen nicht zu berücksichtigen. An dieser Stelle kommt es zu einer zwingenden Abweichung zwischen Handels- und Steuerrecht.
Steuerlich sind Rückstellungen gem. § 6 Abs. 1 Nr. 3a Buchst. e EStG mit einem festen Zinssatz von 5,5 Prozent abzuzinsen, sofern sie am Bilanzstichtag eine Laufzeit von mehr als 12 Monaten aufweisen. Der von der Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz findet in der steuerrechtlichen Bewertung keine Anwendung.
Ein Unternehmen hat auf einem gepachteten Grundstück eine Lagerhalle errichtet. Der Vertrag hat eine Laufzeit von zehn Jahren und sieht nach Ablauf des Vertrages die Beseitigung der Lagerhalle vor. Bei Vertragsabschluss schätzt das Unternehmen die Abbruchkosten auf 100.000 Euro. Der durchschnittliche Marktzinssatz beträgt über die gesamte Vertragslaufzeit unverändert fünf Prozent. Erfahrungsgemäß rechnet das Unternehmen mit einer jährlichen Preis- und Kostensteigerung von einem Prozent.
Der Rückstellungsbetrag ist linear auf die Laufzeit des Vertrages zu verteilen und abzuzinsen. Für die Abzinsung findet jedoch nicht der durchschnittliche Marktzinssatz Anwendung, sondern die in § 6 Abs. 1 Nr. 3a Buchst. e EStG vorgeschriebenen 5,5 Prozent. Eine Berücksichtigung zukünftiger Preis- und Kostensteigerungen erfolgt nicht, da gem. § 6 Abs. 1 Nr. 3a Buchst. f EStG die Wertverhältnisse am Bilanzstichtag entscheidend sind.
Der Aufwand einer Periode ergibt sich aus der anteiligen Zuführung zur Rückstellung sowie dem Zinsaufwand aus der Aufzinsung.

References: § 5
 § 6
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