Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201985,%201019
Timestamp: 2019-08-24 23:33:57+00:00

Document:
Rechtsprechung: NJW 1985, 1019 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: VerfGH Bayern, 08.06.1984
https://dejure.org/1984,932
BVerfG, 28.12.1984 - 2 BvR 1541/84 (https://dejure.org/1984,932)
BVerfG, Entscheidung vom 28.12.1984 - 2 BvR 1541/84 (https://dejure.org/1984,932)
BVerfG, Entscheidung vom 28. Dezember 1984 - 2 BvR 1541/84 (https://dejure.org/1984,932)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1984,932) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
EGGVG §§ 23 ff; GG Art. 1 Abs. 1, Art. 19 Abs. 4
EGGVG §§ 23 ff ; GG Art. 1 Abs. 1, Art. 19 Abs. 4
NJW 1985, 1019
MDR 1985, 378
NStZ 1985, 228
Mit Blick auf den rechtsstaatlichen Auftrag zur möglichst umfassenden Wahrheitsermittlung im Strafverfahren (vgl. BVerfGE 80, 367 ) ist es nicht zu beanstanden, dass die Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren einen Informationsvorsprung hat und das Informationsinteresse des Beschwerdeführers bis zum Abschluss des Ermittlungsverfahrens zurücksteht (…vgl. Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 11. Juli 1994, a.a.O.;… Beschluss des Vorprüfungsausschusses des Bundesverfassungsgerichts vom 8. November 1983 - 2 BvR 1138/83 -, NStZ 1984, S. 228; Beschluss des Vorprüfungsausschusses des Bundesverfassungsgerichts vom 28. Dezember 1984 - 2 BvR 1541/84 -, NStZ 1985, S. 228 f.; EGMR…, Urteil vom 13. Februar 2001, StV 2001, S. 201 ).
Mit dem Generalbundesanwalt sieht der Senat aufgrund des Vorbringens der Antragstellerin keine besonderen Umstände als gegeben an, die "ausnahmsweise einen vorzeitigen Gerichtsschutz verfassungsrechtlich gebieten würden" (BVerfG NJW 1985, 1019 a.E.).
Zwar könnte eine willkürliche Weigerung der Staatsanwaltschaft, der Anregung des Beschuldigten nachzukommen, möglicherweise zu der Notwendigkeit der gerichtlichen Überprüfung ihres Verhaltens führen (Eisenberg NJW 1991, 1257 [1262];… Lüderssen a.a.O. Rdn. 25; zur Verweigerung der Akteneinsicht insoweit vgl. nur BVerfG NJW 1985, 1019 . Senat NStZ 1997, 49, 50 m.w.N.).
OLG Hamm, 16.01.2001 - 1 VAs 58/00
Akteneinsicht, Beweismittel, Ablehnung, Antrag auf gerichtliche Entscheidung
Die Entscheidung über die Akteneinsicht während des Ermittlungsverfahrens, welche die Staatsanwaltschaft gemäß § 147 Abs. 5 StPO zu treffen hat, ist gegenüber den Verfahrensbeteiligten eine Prozesshandlung, die auf die Gestaltung des Verfahrens gerichtet ist und deshalb nicht nach § 23 EGGVG anfechtbar ist (vgl. BVerfG NJW 1985, 1019, OLG Hamm NStZ 1984, 280, OLG Koblenz GA 1975, 340, Welp Strafverteidiger 1986, 446).
Nach gefestigter Rechtsprechung, die auch in verfassungsrechtlicher Hinsicht unbedenklich ist (BVerfG NJW 1994, 3219; 1985, 1019), sind Entscheidungen der Staatsanwaltschaft über die Akteneinsicht Verfahrensbeteiligter im Ermittlungsverfahren keine Justizverwaltungsakte, sondern Prozesshandlungen, deren gerichtliche Nachprüfung ausschließlich der Staatsanwaltschaft übertragenen Aufgaben tangieren würde (Senat, Beschlüsse vom 22. Dezember 1998 - 2 VAs 14/98 -, vom 10. Juni 1998 - 2 VAs 6/98 - …und vom 29. Januar 1996 - 2 VAs 29/95 - Kleinknecht/Meyer-Goßner, StPO, 44. Aufl., § 147 Rdnr. 39 mit zahlreichen Nachweisen).
VerfGH Bayern, 08.06.1984 - 80-VI-78
https://dejure.org/1984,10403
VerfGH Bayern, 08.06.1984 - 80-VI-78 (https://dejure.org/1984,10403)
VerfGH Bayern, Entscheidung vom 08.06.1984 - 80-VI-78 (https://dejure.org/1984,10403)
VerfGH Bayern, Entscheidung vom 08. Juni 1984 - 80-VI-78 (https://dejure.org/1984,10403)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1984,10403) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
NJW 1985, 1019 (Ls.)
Der Verfassungsgerichtshof hat in seinen Entscheidungen auch nicht etwa die Befugnis beansprucht, Maßnahmen der Gerichte des Landes Berlin auf Grundrechtsverstöße hin zu überprüfen, welche inhaltlich Gegenstand bundesgerichtlicher Entscheidungen gewesen sind (vgl. zu diesem Problem - für das bayerische Recht - z. B. BayVerfGHE 14, 23 und zu den Grenzen BayVerfGHE 37, 85, 86;… allgemein Schumann, in: Starck/Stern, Hrsg., Landesverfassungsgerichtsbarkeit, 1983, S. 149, 203 ff.).
aa) Eine Landesverfassungsbeschwerde gegen eine landesgerichtliche Entscheidung ist nicht mehr zulässig, soweit diese von einem obersten Gericht des Bundes in einem Rechtsmittelverfahren aufgrund sachlicher Prüfung in ihrem Inhalt bestätigt worden ist (ständige Rechtsprechung; vgl. VerfGH 22, 124/125 f.; VerfGH vom 16.11.1973 = VerfGH 26, 127/139; VerfGH vom 23.1.1975 = VerfGH 28, 14/22; VerfGH vom 8.6.1984 = VerfGH 37, 85/88; VerfGH vom 7.2.1986 = VerfGH 39, 9/15 f.; VerfGH vom 30.1.2008 = VerfGH 61, 16/19 f.; BVerfG vom 15.10.1997 = BVerfGE 96, 345/371; Wolff in Lindner/Möstl/Wolff, Verfassung des Freistaates Bayern, 2009, RdNr. 24 f. zu Art. 120;… Zuck, Das Recht der Verfassungsbeschwerde, 3. Aufl. 2006, RdNr. 271;… Meder, Die Verfassung des Freistaates Bayern, 4. Aufl. 1992, RdNr. 40 zu Art. 120).
Die im Verfassungsbeschwerdeverfahren geltend gemachte Beschwer beruhe daher auf der Ausübung von Landes-, nicht von Bundesstaatsgewalt (vgl. VerfGH vom 3.12.1970 = VerfGH 23, 190/191; VerfGH vom 30.11.1972 = VerfGH 25, 143/145; VerfGH 37, 85/87 f.; VerfGH vom 28.1.1993 = VerfGH 46, 21/29; VerfGH vom 11.4.2002 = VerfGH 55, 43/46 f.; ebenso VerfGH vom 9.10.2006 hinsichtlich der Zurückweisung einer auf den Zulassungsgrund der Divergenz gestützten Nichtzulassungsbeschwerde durch das Bundesarbeitsgericht).
Wenn die Annahme der Revision abgelehnt werde, werde die Streitsache nicht in den Bereich der Bundesgewalt zur sachlichen Überprüfung übernommen, sondern nur festgestellt, dass die Voraussetzungen für die Ablehnung der Revision gegeben seien (vgl. VerfGH 37, 85/88).
Die Ablehnung derRevisionsannahme durch den Bundesgerichtshof stehe daher der Zulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde zum Bayerischen Verfassungsgerichtshofnicht entgegen (VerfGH vom 8.6.1984 = VerfGH 37, 85/88;… bejahend Zuck, Das Recht der Verfassungsbeschwerde, 3. Aufl. 2006,RdNr. 271).
Der Verfassungsgerichtshof hat auf der Grundlage des vor Inkrafttreten des Zivilprozessreformgesetzes vom 27. Juli 2001 (BGBl I S. 1887) geltenden Rechtszustands - wonach die Annahme der Revision abgelehnt werden konnte, wenn die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hatte - die Auffassung vertreten, dass im Fall der Ablehnung der Annahme einer Revision durch den Bundesgerichtshof die Streitsache nicht in den Bereich der Bundesgewalt zur sachlichen Prüfung übernommen werde (VerfGH vom 8.6.1984 = VerfGH 37, 85/88;… bejahend Zuck, Das Recht der Verfassungsbeschwerde, 3. Aufl. 2006, RdNr. 271).

References: Art. 1
 Art. 19
 Art. 1
 Art. 19
 § 147
 § 23
 § 147
 Art. 120
 Art. 120