Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4224.htm
Timestamp: 2018-11-21 08:46:13+00:00

Document:
4.224 Hüttenwiesen
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Hüttenwiesen« vom 30. Juli 1993 (GBl. v. 30.09.1993, S. 593).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. November 1991 (GBl. S. 701), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12, ber. S. 116), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Neukirch, Gemarkung Neukirch, Landkreis Bodenseekreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Hüttenwiesen«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 7,8 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Neukirch die Flurstücke 338, 339, 340, 341 teilweise, 342, 343, 344, 345, 346, 1994/l, 1994/5, 1994/6 teilweise, 1995 teilweise.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 16. Oktober 1990 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Bodenseekreis in Friedrichshafen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· zwei nährstoffarmen Hangquellmoorbereichen mit den besonders artenreichen Enzian-Pfeifengraswiesen und Vertretern der Davallgesellschaft. Diese Bereiche sind zudem Refugien von Glazialrelikten und vielen seltenen Helophyten der mitteleuropäischen Flora. Für Vogellebensgemeinschaften gehören sie zu den wichtigsten Biotoptypen und stellen ein Rückzugsgebiet dar für viele Insekten, darunter zahlreiche Tag‑ und Nachtfalterarten;
· einer orchideenreichen Waldlichtung;
· Waldbereichen als Ergänzung zu den anderen Lebensräumen;
· Grünlandflächen als Pufferzonen zwischen den wertvollen Bereichen und intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen.
17. Streuwiesen mehr als einmal im Jahr zu mähen, wobei der Schnitt frühestens nach dem allgemeinen Abschluß der Hopfenernte erfolgen darf und das Mähgut jeweils entfernt und ordnungsgemäß verwertet werden muß;
19. Hangquellmoorbereiche, Streu‑ und Feuchtwiesen zu beseitigen oder zu zerstören.
2. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß die bestehenden Fichtenbestände langfristig in naturnahe Mischwaldbestände umgewandelt werden sollen;
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang außerhalb des in der Schutzgebietskarte (1:2500) als ökologische Vorrangfläche dargestellten Bereiches, ausgenommen § 4 Abs. 2 Nr. 3 bis 5, 7, 10 und 18 mit der Maßgabe, daß entlang des kartierten Feuchtgebietes in einem 10 m breiten Pufferstreifen nicht gedüngt und keine Chemikalien verwendet werden dürfen;
§ 4 der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung) vom 27. Juli 1988 (BGBl. 1 S. 1196), geändert durch Verordnung vom 22. März 1991 (BGBl. 1 S. 796), bleibt unberührt;
TÜBINGEN, den 30. Juli 1993

References: § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 4

§ 4