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Timestamp: 2018-01-23 07:59:03+00:00

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Die Spielzeit 1960/61
Sonntag, 3. Juli 1960
Itzehoer Fußballverbandstag diesmal „ohne großen Knall“. Neue Köpfe im Vorstand. In Zukunft zwölf Vereine in der Aufstiegsrunde zur 1. Amateurliga. Termin der sportärztlichen Untersuchung auf 31. Dez. 1960 verschoben. Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband hielt in Itzehoe seinen Verbandstag ab, wo vor acht Jahren eine Wendung in der schleswig-holsteinischen Fußballgeschichte eintrat, als „Fußballdoktor“ Curt Waßmund aus Pansdorf das Ruder eines der größten Verbände unseres Landes übernahm. Seit dieser Zeit haben sich die Verhältnisse innerhalb des Verbandes stabilisiert und die 244 vertretenen Delegierten mit 1480 Stimmen aus allen Vereinen Schleswig-Holsteins erlebten einen Verbandstag, der mit dem Jahres 1952 überhaupt nichts mehr gemein hatte. Bereits am Vortag hatte die Jubiläumsstadt Itzehoe den Verbandsvorstand empfangen. Auch der in voller Harmonie abgewickelte Verbandsjugendtag fand am Vorabend des Verbandstages in Itzehoe statt.
Wesentliches Ergebnis des Verbandstages war die Tatsache, daß in Zukunft die beiden ersten Mannschaften jeder Bezirksklassenstaffel an den Aufstiegsspielen teilnehmen können. Der Antrag, daß Reservemannschaften mit Punktwertung an den Spielen der nächstniedrigeren Klasse ihrer ersten Mannschaft teilnehmen können (also die Phönix-Amateure in der Bezirksliga) erhielt nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit (Die Phönixer müssen also in der Lübecker A-Klasse spielen und TSV Nahe und MTV Ahrensbök ermitteln in einem Entscheidungsspiel, wer den Platz der Phönixer einnimmt). Der Termin für die sportärztliche Untersuchung wurde auf den 31. Dez. 1960 verlegt.
Vor dem Verbandstag hatte der Verbandsvorstand an den Gräbern des Itzehoer Sportpioniers Emil Evers und des früheren 2. Vorsitzenden Eberhard Frese mit blauweißroten Bändern geschmückte Blumensträuße niedergelegt. Dr. Waßmund begrüßte anschließend zahlreiche Ehrengäste und überreichte Frau Czekalla, der Gattin des Vorsitzenden des Bezirks III, einen Blumenstrauß, der stellvertretend für alle Frauen und Bräute der Sportler Schleswig-Holsteins den Dank für ihren vielfältigen Verzicht zum Ausdruck bringen sollte. Bürgermeister Schulz überbrachte die Grüße der Stadt Itzehoe und teilte bei der Gelegenheit mit, daß die Stadt ein Stadion bauen werde, das einen Aufwand von einer halben Million DM erfordere, wofür Zuschüsse bisher allerdings noch nicht gefallen seien. Steinburgs Landrat Matthießen lobte die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter, deren Tätigkeit im Angesicht voller Stadien immer wieder vergessen werde. MdB Otto Eisenmann überbrachte die Grüße aller Fraktionen des Schleswig-Holsteinischen Landtages, der die berechtigten Wünsche des Sports jederzeit vertrete. Er bezeichnete den Sport als einen wesentlichen Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens. Eisenmann unterstrich die Verpflichtung des Staates, den Sport als „Gegengift gegen die Vermassung unserer Zeit“ zu unterstützen.
LSV-Präsident Karl Bommes sprach den Zehnjahresplan des Landessportverbandes an und sagte, daß der Sport eine Angelegenheit des Bundes werden müsse, wenn die berechtigten Forderungen des Sports realisiert werden sollen.
Die Berichte des Vorstandes zeigten, welche enorme Arbeit im letzten Jahr ausgeführt worden ist. Der 1. Vorsitzende Dr. Waßmund bezeichnete es als erfreulich, daß in Malente endlich eine Halle entstehe. Er sprach dem Landessportverband den Dank für die Unterstützung aus und bezeichnete die Jugendpflege, den Schulfußball, die Lehrgänge für Leibeserzieher und die Schiedsrichterausbildung als wesentliche Bestandteile der Arbeit des schleswig-holsteinischen Fußballs. das Verbot, Lärminstrumente auf den Plätzen zu benutzen, habe sich überall in bester Weise ausgewirkt.
Die Verbandsgeschäftsstelle teilte mit, daß in Schleswig-Holstein 1786 Mannschaften (statt 1679 im Vorjahr) tätig sind. Eine Steigerung war bei den Knaben 261 (216), Schülern 265 (225) und Senioren 792 (731) zu verzeichnen.
Die meisten Zuschauer in der Amateurliga hatte Flensburg 08 mit 40.166 vor Schleswig 06 mit 31.736, Itzehoer SV 27.500 und Heider SV 27.037. Die wenigsten dagegen Olympia Neumünster mit 2938, Lübeck 76 mit 3382, TuS Lübeck mit 6632. Insgesamt gab es in der Amateurliga 256.000 gegenüber 216.000 Zuschauer im Vorjahr!
Aus dem Kassenbericht ist zu entnehmen, daß ein Umsatz von 248.000 Mark auf beiden Seiten vorgenommen wurde. Allein aus anteiligen Spieleinnahmen konnte der Verband 25.000 DM in die Plusseite einsetzen. Erstmalig ist ein Überschuß von 3000 DM bei Repräsentativspielen zu verzeichnen; dafür hatte die gute Einnahme in Flensburg beim Spiel gegen den Mittelrhein gesorgt. Die Opferspiele haben den betrag von 8438,95 DM eingebracht. Für Schulungszwecke in Malente wurden 1.225.000 Mark aufgebracht, wovon allerdings der Sportförderungsausschuß einen Betrag von 38.000 DM hinzuschoß.
Presse- und Werberat Dr. Skambraks teilte mit, daß für die Aufklärung der Zuschauer in Kürze kostenloses Aufklärungsmaterial an die Vereine gegeben wird. Der Spielausschuß konnte berichten, daß die Landesmannschaft nach dem 2:0 gegen Niedersachsen im DFB-Länderpokal gegen den Mittelrhein ausgeschieden sei. Mit drei Verwarnungen ist Absteiger Olympia Neumünster die fairste Mannschaft in der Amateurliga gewesen.
Der Jugendausschuß konnte berichten, daß Mittelpunkt der gesamten Arbeit die sportärztliche Untersuchung war. Schleswig-Holstein belegte den zweiten Platz im NFV-Jugendländerpokal. Eine 30prozentige Steigerung im Schulfußball ist festzustellen. Im übrigen wirkt sich die Tätigkeit des Verbandstrainers positiv auf das Spielniveau in Schleswig-Holstein aus. Insgesamt gibt es in Schleswig-Holstein 806 Schiedsrichter, geht aus dem Bericht des Schiedsrichterobmanns hervor. Lübeck stellt 181 und Kiel 127 - das sind die stärksten Kreise des Landes.
Das Verbandsgericht habe nach dem Bericht seines Vorsitzenden im abgelaufenen Jahr erheblich mehr tätig werden müssen, und schließlich ist interessant, daß durch die Sportschule Malente 2211 Teilnehmer im letzten Jahr gingen.
Die Berichte gingen - abgesehen von einigen Anfragen - ohne größere Diskussion über die Bühne. Die vom Ehrenmitglied Franz Grimm (Kiel) beantragte Entlastung wurde einstimmig, mit starkem Beifall begleitet, vorgenommen.
Die goldene Ehrennadel erhielten folgende Verbandsmitglieder: Karl Heuck (Kiel), Ernst Bruhn (Kellinghusen), Hans Schulz (TSV Pansdorf), Paul Schumacher (Lübeck), Wilhelm Schwieger (Holstein Kiel). Anschließend wurde die Meisterehrung vorgenommen: Der Heider SV als Amateurmeister, Frisia Husum als Amateur-Pokalmeister, der Kreisfußballverband Neumünster als beste Kreisauswahlmannschaft der Jungmannen, der Itzehoer SV als Landesmeister der Jungmannen.
Die notwendigen Wahlen ergaben folgendes Bild: 2. Vorsitzender wurde einstimmig Walter Ohm (Gut heil Neumünster), der den aus beruflichen Gründen nach achtjähriger Tätigkeit ausscheidenden Flensburger Herbert Henning ablöste. Pressewart blieb einstimmig Dr. Hans-Georg Skambraks (Rot-Weiß Niebüll). Einstimmig gewählt wurde auch als Beisitzer Peter Tietz (Phönix Lübeck). Spielausschußobmann blieb einstimmig Heinrich Steenbock (Borussia Kiel).
Neuer Verbandsschiedsrichterobmann wurde Georg Czekalla (Lübeck), der mit 938 Stimmen vor Howe (Kiel) bei 311 Stimmen gewählt wurde. Verbandsgerichtsvorsitzender bleibt Kurt Siewers (Eutin), dem als Beisitzer Kordts (Bezirk II) und Ohde (Phönix Lübeck) zugeteilt werden. Der Spielausschuß besteht nach wie vor aus Hinz (Kiel), Kurzke (Flensburg), Möller (Heide), Schumacher (Lübeck). Kasssenprüfer wurde Feddern (Lübeck). Dem Sportförderungsausschuß gehören weiterhin auf zwei Jahre an: Fischer (Plön), Czekalla (Itzehoe), Henning (Flensburg) und Baumann (Lübeck).
Den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Herbert Henning (Flensburg) und Karl Holstein (Kiel) wurden unter dem Beifall der Delegierten besondere Ehrungen zuteil, als Dr. Waßmund zur Erinnerung an die nunmehr achtjährige Tätigkeit im Vorstand des Fußballverbandes ein Bild überreichte.
Der Haushaltsvoranschlag für das Rumpfhaushaltsjahr 1960 fand die einstimmige Billigung des Verbandstages, der übrigens im nächsten Jahr in der Eulenspiegelstadt Mölln stattfindet.
Nach der Mittagspause standen die vorliegenden Anträge zur Diskussion. Zunächst wurden technische Satzungsänderungen angenommen, von denen interessiert, daß das Erheben von Eintrittsgeldern für die Vereine der 1. und 2. Amateurliga zwingend vorgeschrieben ist. Der Antrag des Spielausschusses, nachdem die Reservemannschaften mit voller Punktwertung an den Spielen der nächstniedrigeren Klasse ihrer ersten Garnitur teilnehmen können, löste eine lebhafte und zum Teil leidenschaftlich geführte Diskussion aus. Als der Vorsitzende eines der größeren Kieler Vereine einem Vertreter eines kleinen Vereins das Recht absprach, grundsätzlich zu diesem Thema Stellung zu nehmen, weil er nur zwei Mannschaften zu betreuen habe, gab es lebhafte Proteste in der Versammlung.
Bei diesem Thema ergaben sich zwischen den großen und kleinen Vereinen starke Meinungsverschiedenheiten, weil ihre Interessen auf diesem Sektor stark kollidieren. Die notwendige Zweidrittelmehrheit für diesen Antrag war ebenfalls nicht gegeben, weil sich 799 dafür und 587 dagegen aussprachen.
Der Versuch des TSV Kappeln, daß aus den sechs Bezirksklassenstaffeln die ersten beiden Mannschaften an den Aufstiegsspielen zur 1. Amateurliga teilnehmen, ist gelungen, so daß im Frühjahr des Jahres 1961 die ersten beiden jeder Staffel an der Aufstiegsrunde teilnehmen. Die Mannschaften werden in zwei Gruppen zu je sechs Vereinen aufgeteilt. Die jeweiligen Gruppensieger steigen auf, den dritten Aufsteiger ermitteln die beiden Gruppenzweiten. Im übrigen wird die gleitende Skala angewandt.
Einen breiten Raum nahmen die Diskussionen über Anträge von Kiel und Eutin ein, den Termin der sportärztlichen Untersuchung für die Senioren auf den 1. Aug. 1961 zu verschieben. Der vorjährige Verbandstag hatte beschlossen, die sportärztlichen Untersuchungen bereits am 1. August dieses Jahres abzuschließen. Dr. Waßmund verlas einen Brief der Kieler Untersuchungsstelle, wonach die Kieler Vereine offensichtlich die sich bietenden Möglichkeiten nicht voll genutzt zu haben schienen. Der Vorstand schlug eine Verlängerung des Termins auf den 31. Dezember dieses Jahres vor. Nach längerer Diskussion, bei der Kreis Kiel der Ansicht der Kieler Untersuchungsstelle entgegentrat, entschied sich der Verbandstag für die Verlegung des Termins auf den 31. Dez. 1960. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen also alle Fußballer in Schleswig-Holstein sportärztlich untersucht sein.
Nach etwa achtstündiger Dauer wurde der Verbandstag am Nachmittag gegen 17 Uhr abgeschlossen, nachdem ein Teil der Delegierten die Tagung bereits vorher verlassen hatte. Alles in allem ist zu sagen, daß der Verbandstag das übliche gute Niveau der letzten Jahre besaß, daß Dr. Curt Waßmund die Geschicke wie immer elegant zu leiten wußte.
Montag, 11. Juli 1960
Samstagsspiele von den Vereinen immer mehr gefragt.
Amateurliga-Vertreter und Spielausschuß an einem Tisch. Punktspiele ab 6. Aug. DFB-Pokal soll belebt werden. Sorgen um die Landesauswahl. Keine Reserverunde. Es hat sich erneut als sehr nützlich erwiesen, daß die Vertreter der 16 Amateurliga-Vereine vor Beginn der neuen Serie, vor allem aber noch vor der Ausarbeitung des Spielplanes, in Malente zusammenkommen, um gemeinsam mit den Mitgliedern des Verbandsspielausschusses Probleme anzusprechen, Wünsche zu äußern und Vorschläge zu machen. Auch diese Zusammenkunft dürfte dem Spielausschuß wertvolle Fingerzeige gegeben haben. Und die Vereinsvertreter wissen rechtzeitig, um was es geht, wonach sie sich zu richten haben!
Spielausschußobmann Heinrich Steenbock (Kiel) wird die neue Meisterschaftsrunde der Amateurliga auf jeden Fall am 6./7. Aug. starten lassen. Die Vereine haben also nur eine Woche Zeit, um ihre Mannschaften in einem Privatspiel zu überprüfen! Die erste Serie soll am 27. Nov. abgeschlossen werden.
Die große Überraschung dieser Tagung: der Wunsch fast aller Vereine, nach Möglichkeit recht oft samstags spielen zu können! Es hat sich also doch herumgesprochen, daß Samstagspiele bei dem größten Teil der Zuschauer besonders beliebt sind und eine größere Einnahme versprechen! Lediglich in Flensburg, Oldesloe und Schleswig, also in den Städten, die keine Konkurrenz am Ort haben, werden keine Samstagspiele angesetzt.
Wenn Spielausschußobmann Steenbock alle Wünsche berücksichtigen wollte, die ihm von den Vereinen übermittelt wurden, dann würde er niemals klarkommen! Natürlich möchten die Amateurliga-Vereine in Kiel, Lübeck und Neumünster nie zur gleichen Stunde wie die Oberligisten Holsteins, VfB und VfR spielen. Itzehoe und Lägerdorf wollen nicht zur gleichen Stunde auf eigenem Platz angesetzt werden. UT und Kilia wünschen, nicht zum gleichen Zeitpunkt in Kiel antreten zu müssen. Aber irgendwie wird Steenbock den Spielplan schon so hinbekommen, daß am Ende alles einverstanden sein wird!
Endlich hat man eingesehen, daß etwas Entscheidendes getan werden muß, wenn das Interesse am DFB-Pokal nicht ganz einschlafen soll! Man will jetzt den bisher immer wieder kritisierten „Pokalsalat“, also Überschneidungen mit Spielen auf Landes- und NFV-Ebene, vermeiden. Die Termine sollen zügiger zusammengestellt werden! So wird der NFV seine Spiele auf norddeutscher Ebene ganz erheblich vorziehen: die erste Runde wird schon am 23. November ausgespielt (die vier schleswig-holsteinischen Amateurvertreter für diese Runde: Frisia Husum, TSV Einfeld, UT Kiel, TSV Schlutup!).
Der SHFV beginnt ebenfalls wesentlich früher: die erste Runde (statt 64 diesmal nur 32 Vereine) steigt am 4. Dezember, in der die 16 Vertreter der Amateurliga auf die 16 Mannschaften der Bezirke (je fünf aus den Bezirken Kiel und Lübeck, je drei aus den Bezirken Nord und West) treffen. Die Bezirksligisten werden jeweils Gastgeber sein, also auf „billige“ Art und Weise in den Genuß eines Heimspiels gegen einen Amateurligisten kommen!
Verbandstrainer Klaus-Peter Kirchrath führte aus, daß er sich um die Aufstellung einer schlagkräftigen Amateurauswahl für den Länderpokal gewisse Sorgen mache. Die Spieler des Aufsteigers Heider SV (Gerdau, Otto, Feddrau, Schmidt usw.) stehen nicht mehr zur Verfügung, so gute Kräfte wie Tams, Jess, Pokropp, Bibow, Lindemann wechselten ins Vertragsspielerlager hinüber, und die Spieler des in der Amateurliga zurückgekehrten LBV Phönix (mit Ausnahme der Amateure Hartz und Gloe) können erst nach einem Jahr Amateurzeit im Länderpokal mitwirken! Der Verbandstrainer kann also auf die Spieler der fünf besten Klubs des Landes nicht zurückgreifen!
Durch eine besonders intensive Schulung und Sichtung hofft Kirchrath, dennoch zu einer starken Mannschaft zu kommen. Da die erste Runde im Länderpokal erst am 20. Nov. steigt, sollen im September und Oktober Mittwochs-Flutlichtspiele in Kiel und Lübeck ausgetragen werden, um das vorhandene Material zu überprüfen und eine Mannschaft zu formen. Vor dem ersten Spiel sollen die Spieler dann in Malente zu einer theoretischen Schulung zusammenkommen.
Enttäuscht war der Verbandstrainer darüber, daß von 60 Spielern, die zu einem Lehrgang für die Zeit vom 27. Juni bis 1. Juli nach Malente eingeladen wurden, nur ein einziger meldete. Natürlich mußte dieser Lehrgang ins Wasser fallen. Die Vereinsvertreter konterten: „Unsere Spieler sind zu dieser zeit einfach fußballmüde. Und außerdem: wer hatte überhaupt noch freie Urlaubstage?“
Einen breiten Raum nahmen die Diskussionen über die auf dem Verbandstag abgelehnte Änderung des § 179 ein, der es den zweiten Mannschaften der Amateurliga-Vereine verbietet, bis zur nächsthöheren Klasse, also bis zur Bezirksliga aufzusteigen. Man war in diesem Kreis sehr verbittert über diese Ablehnung und wird nichts unversucht lassen, durch klare Abmachungen und Absprachen doch noch zum Ziel zu kommen. Aus sportlichen Gründen wäre es wirklich zu wünschen, daß auch die Schleswig-Holsteiner endlich das einführen, was sich in anderen Landesverbänden schon längst bewährt hat!
Die Amateurliga-Reserverunde, die im Vorjahr schon ein reichlich mageres Dasein führte, ist nun endgültig gestorben! Nur fünf Vereine, Flensburg 08, Schleswig 06, Itzehoer SV, TSV Lägerdorf und Phönix Lübeck, sagten ja!
Im übrigen: die Amateurliga-Saison 1960/61 wird überall mit großer Spannung erwartet. Man glaubt wieder an ein spannendes Rennen an der Spitze - aber auch am Tabellenende. Und wenn es so kommt, wie die meisten Vereinsvertreter dieser Zusammenkunft voraussagten, dann dürfte es ein tolles Rennen zwischen Friedrichsort, LBV Phönix und Schleswig 06 geben!
Die neue Gruppeneinteilung im Bezirk Lübeck.
Startschuß am 14. Aug. Schlutup in Nordstaffel. Die Lübecker Bezirksliga (Bezirk IV) geht am 14. Aug. in die neue Meisterschaftssaison, die erstmals in zwei Staffeln zu je 14 (bisher je 12) Mannschaften ausgespielt wird. Alle sechs Kreismeister sind aufgestiegen. Aus der Amateurliga zurück kam Lübeck 76, dafür stieg der TSV Siems auf. Ausscheiden müssen die Phönix-Amateure (weil die Oberliga des LBV abstieg, muß die zur Bezirksliga zählende Phönix-Elf trotz ihres dritten Tabellenplatzes in die Lübecker A-Klasse zurück!). Und von den vier ursprünglich vorgesehenen Absteigern braucht nur noch einer in den sauren Abstiegsapfel zu beißen: der Verlierer des für den 30. Juli nach Segeberg angesetzten Entscheidungsspiels zwischen dem MTV Ahrensbök und TSV Nahe.
Die Gruppeneinteilung hat einige Änderungen mit sich gebracht. So wird der TSV Schlutup in der kommenden Saison in der Nordstaffel spielen. Absteiger Lübeck 76 wurde (wie auch die Amateurelf des VfB) in die Südstaffel eingereiht.
Nordstaffel: Eutin 08, Polizei Eutin, SV Fehmarn, Holstein Segeberg, TSV Heiligenhafen, TSV Kücknitz, TSV Travemünde, FSV Lübeck, TSV Schlutup, TSV Malente, TSV Neustadt, TSV Pansdorf, Spvgg Putlos, SV Todesfelde.
Südstaffel: SV Büchen, TSV Mölln, ATSV Mölln, Rot-Weiß Moisling, SV Ratzeburg, Preußen Reinfeld, ATSV Stockelsdorf, TSV Trittau, Rasensport Todendorf, TS Kaltenkirchen, SG Seth, Lübeck 76, VfB Lübeck und der Sieger des Entscheidungsspiels TSV Nahe gegen MTV Ahrensbök.
Da diese beiden Staffeln in Zukunft stets 14 Mannschaften (nicht mehr und nicht weniger!) umfassen sollen, ist der Auf- und Abstieg wie bei der Amateurliga durch eine „gleitende Skala“ festgesetzt worden.
Mittwoch, 20. Juli 1960 105 Fußballmannschaften spielen. Noch zu wenig Schiedsrichter. Am Spielbetrieb des kommenden Jahres werden 105 Stormarner Fußballmannschaften teilnehmen. Auf einer gemeinsamen Sitzung legten Spiel-, Jugend und Schiedsrichterausschuß des Kreisfußballverbandes das Programm fest: Die 105 Mannschaften teilen sich auf in vier Seniorenmannschaften auf Landesebene (VfL Oldesloe) bzw. Bezirksebene (Preußen Reinfeld, VfR Todendorf, TSV Trittau), in sechs Seniorenmannschaften in der Kreisliga Stormarn/Segeberg (TSV Bargteheide, SV Eichede, SSV Großensee, Post SV Oldesloe, TSV Oldesloe 07, VfL Oldesloe II) und 43 Mannschaften auf Kreisebene in der A-, B- und C-Klasse des Kreisfußballverbandes Stormarn, 13 Jungmannenmannschaften, neun Jugendmannschaften, 16 Schülermannschaften und 14 Knabenmannschaften. Zum Einsatz als Schiedsrichter wurden 57 Sportkameraden gemeldet, davon sind aber noch rund 50 Prozent in Ausbildung und somit am 1. August nicht einsatzfähig.
Die nachfolgenden Vereine haben keine ausreichende Zahl von Schiedsrichtern zur Verfügung: TSV Lütjensee, SC Elmenhorst, TSV Grabau, Sportfreunde Grande, SSV Großensee, TuS Hoisdorf, Post SV Oldesloe. Die Mannschaften dieser Vereine können daher nur unter Vorbehalt an den Verbandsspielen teilnehmen.
Montag, 12. Sept. 1960
Schleswig-Holsteins Fußballschiedsrichter sind noch einmal verpflichtet worden, vor jedem Spiel eine Schuhkontrolle vorzunehmen, um gefährliche Verletzungen durch falsche, unvorschriftsmäßige Bestollung zu verhindern.
Montag, 10. Okt. 1960
Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband setzte einen lobenswerten Gedanken in die Tat um: Er startete eine Handzettelaktion, mit der die Zuschauer angesprochen, zu sportlicher Fairneß erzogen und mit den wichtigsten regeln bekanntgemacht werden sollen! Eine gute Aktion, die wirklich Anerkennung verdient und der man nur vollen Erfolg wünschen darf.
Der Start allerdings verunglückte ein wenig, weil die Handzettel von den Zuschauern auf den ersten Blick wirklich nur als eine Werbung für eine Tabakfirma angesehen werden konnten! So flogen die meisten Zettel gleich wieder unbeachtet und ungelesen auf die Erde. Denn Werbezettel bekommt man auf den Sportplätzen ja so viel!
Ist der SHFV wirklich nicht finanzstark genug, um diese lobenswerte und notwendige Aktion besser, ohne Anzeigengelder, zu starten? Schade - die erste Chance wurde auf jeden Fall verpaßt. Hoffentlich sieht der zweite Handzettel besser, wirkungsvoller aus! Weil die meisten Handzettel unbeachtet blieben, veröffentlichen wir nachstehend die „Zehn Gebote für den Fußballfreund“, wie sie vom SHFV auf den Handzetteln abgedruckt wurden. Zehn Gebote, die alle angehen, alle lesen - alle beherzigen sollten!
Bedenke: Alles ist nur ein Spiel!
Bedenke: Viele Einflüsse wirken auf den Spieler. Seine seelische Verfassung ist oft entscheidend. Auch der Spieler ist ein Mensch wie du!
Bedenke: Auch der größte Sportler hat einmal klein begonnen. Prüfe also dein Urteil!
Bedenke: Was du der eigenen Mannschaft zubilligst, gestehe auch dem Gegner zu!
Erkenne jede Leistung an; die der eigenen Elf wie auch die des Gegners!
Vorteil und Sieg sind schön, fair play aber ist alles!
Behandle den Gegner Sonntag, wie du deine Mannschaft auswärts behandelt wissen möchtest!
Wer randaliert, verrät sich als Laie. Ein Sportsmann folgt mit Begeisterung dem Spielgeschehen, aber er schreit nicht.
Beherrsche zunächst die Regeln, bevor du Kritik übst!
10. Auch der Schiedsrichter ist nur ein Mensch. Irren ist menschlich. Er tut sein Bestes. Auch er hat einmal einen schwachen Tag. Behandle ihn Sonntag, wie du es als Schiedsrichter erwarten würdest!
Montag, 17. Okt. 1960
Der Vorstand des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes hat das Länderpokalspiel der Amateure gegen Berlin am 20. Nov. nach Flensburg vergeben. Flensburg sieht damit schon zum vierten Male die Landesauswahl! Zugegeben: Flensburg besitzt ein großartiges Stadion, ein aufgeschlossenes dankbares Fußballpublikum und dazu Organisatoren, die diesem Spiel den gewünschten repräsentativen Rahmen verleihen können. In Flensburg läuft in der Tat alles von allein - deshalb weil es für den Verband so am bequemsten und einfachsten ist, weil er außerdem annehmen darf, daß auch genug Geld in die Kasse kommt, wurde Flensburg erneut ausgewählt und bevorzugt! Der Verband macht es sich so doch ein wenig zu leicht! Bad Oldesloe, um nur ein Beispiel zu geben, wartet schon lange auf ein großes Spiel des Verbandes (und hat es auch schon längst verdient!). Auch dort gibt es ein schönes Stadion und ein sachverständiges Publikum. Und schließlich weiß man auch in Oldesloe Großveranstaltungen durchzuführen. Aber dort könnte es statt 9000 (die man in Flensburg erwartet) „nur“ 6000 Besucher geben ... Der Verband sollte nicht mit zweierlei Maß messen und sich stets seiner Verpflichtung bewußt sein, auch für die „kleineren“ Städte (wie Oldesloe, Husum, Schleswig, Eckernförde) einmal etwas zu tun...
Montag, 12. Dez. 1960
Hallenfußball verboten. Der Spielausschuß des Deutschen Fußball-Bundes stellt fest, daß die Austragung von Spielen in der Halle verboten ist. Eine Ausnahme gilt nur für Alte-Herren-Turniere, die einer vom DFB erlassenen besonderen Durchführungsordnung unterliegen. Man darf diesen Hinweis so auffassen, daß das im Rahmen des Berliner Sportpressefestes ausgetragene Fußballspiel Hertha BSC gegen Tennis Borussia mit Siebener-Mannschaften nach den DFB-Bestimmungen nicht gestattet war.
Freitag, 6. Jan. 1961
Heute DFB-Lehrfilm.
Für die Mitarbeiter in den Vereinen des Kreisfußballverbandes Stormarn - Vereinsübungsleiter, Fußballobmann, Betreuer der Seniorenmannschaften - wird heute um 20 Uhr in „Wiggers Gasthof“ der DFB-Lehrfilm „Fußball richtig gespielt“ gezeigt. Der Landesverbandstrainer Klaus-Peter Kirchrath gibt Erläuterungen dazu. Bereits um 18 Uhr findet eine Vorstellung für Jugendliche statt.
Montag, 13. Feb. 1961
Winterpause auch im deutschen Fußball?
Terminnot und andere Gründe sprechen für Reform der Spielzeiteinteilung. Jedes Jahr stöhnen die Verantwortlichen für die Terminplätze in den Fußballklassen: Ihre vor Beginn der Saison mit viel Fleiß erdachten Meisterschaftsprogramme werden regelmäßig über den Haufen geworfen. In den Spätherbst- und Wintermonaten macht das Wetter immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Es geht bei den Vorschlägen nach einer Winterpause um die Weihnachtszeit herum bis in den Januar nicht darum, das Fußballjahr (wie in einigen Ostblockstaaten) umzustellen, sondern sich vielmehr der in Deutschland vorherrschenden Winterwitterung mit vielen krassen Temperaturschwankungen anzupassen, die einen ständigen Wechsel von Glatteis und Tauwetter bringen und die Plätze tief werden lassen, um auf ihnen ohne Schaden für Aktive und Sportanlagen Fußball zu spielen.
Donnerstag, 16. Feb. 1961
Hallenfußball ein sensationeller Erfolg.
88 Tore in Wien und sehr viele Verletzungen. Das in Skandinavien recht populäre Hallen-Fußballspiel hatte in Wien einen derartigen Erfolg zu verzeichnen, daß man bereits an die Durchführung einer regelrechten Hallenmeisterschaft denkt. Am vergangenen Wochenende nahmen fünf österreichische Spitzenklubs an einem großen Fußballturnier in der Stadthalle teil, wobei ein geradezu sensationelles Publikumsinteresse registriert werden konnte. An allen drei Abenden war die Halle restlos ausverkauft. Der finanzielle Erfolg war dementsprechend groß.
In sportlicher Hinsicht sind die Meinungen über den Wert des Hallenfußballs freilich noch geteilt. Einerseits wird bei dem Spiel auf kleinem Feld zweifellos die geistige Beweglichkeit und die Kondition der Spieler gefördert. Außerdem ist das Spiel mit den leichten Basketballschuhen dem Ballgefühl bestimmt zuträglich. Andererseits erscheint die Gefahr von Verletzungen auf dem harten Boden größer als beim Feldfußball. Tatsächlich war bei dem Turnier eine anomale hohe Zahl von Verletzungen zu beklagen. Es gab zwei Knochenbrüche sowie etliche Prellungen und Zerrungen.
Sieger des Turniers wurde der Wiener AC gefolgt vom Wiener Sportklub, Rapid, Austria und der Vienna. Die Mannschaft mit wendigen, leichten und flinken Technikern, wie sie der Wiener AC hatte, war gegenüber den bulligen Kämpfern immer im Vorteil.
Freitag, 5. Mai 1961
Fußballschiedsrichter im Examen.
Bei Wilstedter Tagung auf Herz und Nieren geprüft. Einen anregenden Verlauf nahm die zweitägige Tagung der Schiedsrichter des Kreisfußballverbandes, zu deren Beginn Obmann Konrad Wölk (Bad Oldesloe) u.a. Wilstedts Bürgermeister Meyer, den 1. Vorsitzenden des Wilstedter SV, Friedrich, Bezirksobmann Herbert Walde, Verbandslehrwart Gerhard Pooch und Spielausschußobmann Franz Bartkowiak begrüßen konnte.
In einem Vortrag gab Bezirksobmann Walde den Schiedsrichtern den Rat, an dem Training ihrer Vereine teilzunehmen. Es sei ebenso erstaunlich wie nachahmenswert, daß in Stormarn die Schiedsrichtertagungen über zwei Tage liefen. Er erkannte ferner das vielseitige Programm dieser Zusammenkunft lobend an.
Verbandslehrwart Pooch beschränkte sich nicht auf die Theorie, sondern zeigte seinen Schiedsrichterkollegen auch praktisch auf dem Spielplatz, wie ein Schiedsrichter schwierige Situationen zu meistern hat. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurden an die Teilnehmer 30 Regelfragen gerichtet, die schriftlich zu beantworten waren.
Am nächsten Vormittag wurde die Tagung mit Wahlen fortgesetzt. Der Schiedsrichterausschuß setzt sich jetzt aus Karl-Heinz Schmidt, XY????? Witten, Harry Gehrken und XY????? Ramm zusammen. Annahme fand der Vorschlag, eine Kameradschaftskasse einzurichten.
Der 1. Vorsitzende des Kreisfußballverbandes, Erwin Gesche (Reinfeld) gab seiner Freude über den guten Besuch der Tagung Ausdruck und machte Hinweise zum Kreisverbandstag in Zarpen. Die Tagung wurde mit der Erörterung der schriftlich beantworteten 30 Regelfragen beschlossen. Hohes Lob zollte der Kreisverbandsvorsitzende Gesche dem Wilstedter SV für das in Eigenleistung hergestellte Umkleidehaus auf dem Sportplatz. Er will Wilstedt als Tagungsort für den Kreisverbandstag 1963 vorschlagen.
Dienstag, 16. Mai 1961
Drei heißen Eisen für KFV-Verbandstag.
Gastgebender TSV Zarpen rechnet mit 150 Delegierten und Gästen. Das Fußballjahr 1960/61 neigt sich dem Ende zu. Die neuen Meister jubilieren und bitten bei Fortuna um Gunst für die ihnen bevorstehenden Aufstiegsspiele. Bei den Absteigern sieht man ernste Gesichter, aber auch sie erhoffen sich einmal wieder bessere Fußballzeiten.
Es rückt jetzt die Zeit der Verbandstage auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene heran. Der Kreisfußballverband Stormarn ist seiner Tradition eines jährlichen Wechsels im Tagungsort treu geblieben. Der letzte Verbandstag in Elmenhorst entschloß sich, den diesjährigen Verbandstag in dem alten Kirchdorf Zarpen abzuhalten. Die Vorarbeiten hierfür liegen bei dem rührigen TSV Zarpen in besten Händen. Man rechnet mit dem Erscheinen von 150 Delegierten und Gästen.
Die umfangreiche Verbandsschrift ist in diesen Tagen allen Vereinen zugegangen. Sie deutet an, welche Mühen aufgewendet werden müssen, welche weitsichtigen Planungen erforderlich sind und welcher Idealismus täglich aufgewandt werden muß, um die sportliebende Jugend betreuen und fördern zu können. Der langjährige und verdiente 1. Vorsitzende des KFV Stormarn, Erwin Gesche, bringt diese Gedanken in seinem Vorwort in der Verbandsschrift treffend zum Ausdruck, wenn er sagt: „Unser aller Arbeit und Streben gilt unserer Jugend, ihre Leistungen und ihre Haltung seien unser Lohn!“
Zu den reinen geschäftsmäßigen Tagungspunkten gesellen sich einige recht interessante Anträge, um die es heiße Diskussionen geben wird.
Die sportärztliche Untersuchung wird grundsätzlich bejaht. Man wünscht sich jedoch gewisse Erleichterungen bei dem Modus der zeitlichen Wiederholung.
Es wird angestrebt, das gesamte sportliche Geschehen einschließlich des Jugendsportes auf den Samstag zu verlegen, damit der Sonntag der Kirche und der Familie vorbehalten bleibt.
Unter Bejahung des Amateur- und Leistungssports sollen auch untere Mannschaften unter bestimmten Voraussetzungen in der nächstunteren Klasse ihrer ersten Mannschaft spielen können, wenn sie hierfür die sportliche Qualifikation erbracht haben.
Auch die politischen Parteien, der Kreispräsident und der Landrat sind zum Verbandstag eingeladen worden.
Dienstag, 23. Mai 1961
Als der Vorstand des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes vor ein paar Jahren beschloß, alle Transparente und Lärminstrumente (wie Luftschutzsirenen, Trompeten usw.) von seinen Plätzen zu verbannen und regelrechtes „Radau-Verbot“ erließ, lächelte man in anderen Verbänden des Deutschen Fußball-Bundes mitleidig, schüttelte man die Köpfe und meinte: „Die in Schleswig-Holstein scheinen es nötig zu haben!“ Aber dieser Beschluß hat sich bestens bewährt! Die Atmosphäre auf unseren Plätzen ist gesunder, sportlicher geworden. Und die Vereine waren heilfroh, endlich eine Handhabe gegen die Radaubrüder zu haben!
Jetzt ist man in Hamburg auf den gleichen Gedanken gekommen! Das Verhalten einiger Schlachtenbummler in Brüssel hatte den Hamburger SV endgültig „auf die Palme“ gebracht. Am Donnerstag hatte er zusammen mit der Stadt Hamburg zu einer Pressekonferenz geladen, auf der ein Verbot von Lärminstrumenten und Transparenten für alle Hamburger Plätze erlassen wurde. Die Hamburger Polizei erklärte, nach diesem offiziellen Verbot könne sie von sich aus sofort gegen Radaubrüder einschreiten!
Im Rahmen dieser Pressekonferenz wurde das schleswig-holsteinische Beispiel lobend erwähnt. Dem SHFV-Vorsitzenden Dr. Curt Waßmund wurde dabei ein großer Lorbeerkranz gewunden! Freuen wir uns, daß dieser gute schleswig-holsteinische Gedanke jetzt auch in anderen Verbänden in die Tat umgesetzt wird. Es soll und muß endlich erreicht werden, daß es auf unseren Fußballplätzen wieder sportlich zugeht, wobei wirklich nichts gegen ein lautstarkes Anfeuern gesagt werden kann und soll. Aber alles muß in Grenzen bleiben!
So ging es aber auch wirklich nicht mehr weiter! Hoffentlich wird dieses Verbot nun für alle DFB-Verbände verbindlich! Wie wohltuend war zum Beispiel am Samstag die Atmosphäre im Hamburger Volksparkstadion! Keine dummen Transparente mit unsinnigen Aufschriften, keine Zuschauer in Schlafanzügen, kein Trompetenhgeheul mehr! In diesem Falle also 1:0 für Schleswig-Holstein!
Wenn nicht alles täuscht, wird der am 25. Juni im Möllner „Schützenhof“ stattfindende Verbandstag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes einen hochinteressanten Verlauf nehmen. Möglich, daß im „Schützenhof“ sogar scharf geschossen wird...
Auf jeden Fall wurden zu den jetzt in allen Kreisen des SHFV über die Bühne gehenden Kreistagen so viele Anträge, die dann über den Bezirkstag vor den Verbandstag gebracht werden sollen, wie niemals zuvor eingebracht!
TuS Lübeck zum Beispiel kommt mit einem geradezu revolutionären Antrag: der Verein will eine Änderung der Spielbestimmungen, möchte erreichen, daß bei allen Wettspielen (auch in Punktkämpfen) ein Ersatzspieler, also ein zwölfter Mann, eingesetzt werden kann, um zu verhindern, daß bei frühzeitigen Verletzungen eine Mannschaft gezwungen wird, über weite Strecken des Spiels mit nur zehn Mann auskommen zu müssen!
Dieser Antrag wird sicherlich schon auf dem Kreistag des Kreisfußballverbandes Lübeck am kommenden Samstag lebhaft diskutiert werden. Und es dürfte heute schon sicher sein, daß er auch auf dem Möllner Verbandstag heiße Diskussionen hervorrufen wird!
Es liegen in beinahe allen Kreisen Anträge vor, die wünschen, daß die zweiten Mannschaften der Amateurvereine sich bis zur nächstniederen Klasse ihrer ersten Mannschaft vorspielen dürfen.
das würde also bedeuten: die Reservemannschaften der Amateurliga-Vertreter könnten sich, wenn sie stark genug sind, bis in die Bezirksliga (2. Amateurliga) vorarbeiten! Sonntag, wie es im Sinne des Leistungsprinzips auch richtig wäre und in anderen Verbänden auch schon vorexerziert wird!
Es liegt in Lübeck aber auch ein Antrag vor, der genau die Gegenseite beleuchtet: nach diesem Antrag sollen schon in der A-Klasse die ersten Mannschaften „kleiner“ Vereine von den zweiten Mannschaften „größerer“ Klubs getrennt werden!
Im Kreis Stormarn ist ein Antrag zu behandeln, der wünscht, daß alle Punktspiele von der Kreisklasse an abwärts bis zu den Jugend-, Schüler- und Knabenklassen möglichst schon an den Samstagnachmittagen durchzuführen, damit die Spieler den Sonntag für die Familie frei hätten und außerdem am Samstag auch einmal an einer Festlichkeit teilnehmen könnten, was bisher bei Sonntagsspielen kaum möglich war.
Das Thema Samstagspiele wird in Mölln sicherlich ein breiten Raum einnehmen, zumal auch in den Oberligen, Amateurligen und Bezirksligen der Wunsch nach Samstagspielen immer größer wird.
Lübecks Kreistag hat aber auch noch über einen anderen Antrag abzustimmen. Er lautet: „Der Kreistag 1961 möge beschließen, den § 200 der Satzung des SHFV, der die sportärztliche Untersuchung regelt, zu streichen und diesen Beschluß über den Bezirkstag dem Möllner Landesverbandstag weiterzuleiten!“
Das ist ein Thema, das in Mölln sicherlich hohe Wellen schlagen wird! Der Verbandsvorstand will an diesem § 200 offensichtlich festhalten, ihn sogar noch deutlicher auslegen (das war jedenfalls das Fazit der letzten Beiratssitzung!), die Vereine in der breiten Masse aber wollen den § 200 in der jetzigen Form nicht mehr!
Sie sind keineswegs gegen ein sportärztliche Untersuchung schlechthin, im Gegenteil. Aber sie wollen nicht diese starre Zwangsform, die sich doch nicht erfüllen läßt. Sie wehren sich dagegen, daß ein an sich guter Gedanke mit aller Macht und Sturheit zu Tode geritten werden soll!
Man darf wirklich gespannt sein, was in Mölln zu diesem Thema gesagt - und was dann beschlossen wird. Auf jeden Fall könnte es in Mölln den interessantesten - und längsten Verbandstag seit dem Itzehoer „Knall“ im Jahre 1952 geben! Mölln wird - im Gegensatz zu manchem anderen Verbandstag! - heiße Diskussionen erleben. Das ist ganz sicher. Und auch gut so!
Noch ein letztes Wort zum Thema „sportärztliche Untersuchungen“: Als vor einer Woche der Spielausschuß des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes jene Dinge beleuchtete (und verurteilte), die sich nach dem Qualifikationsspiel Schleswig 06 gegen LBV Phönix (4:3) in Kiel abgespielt hatten, gab es Geschichten zu hören, die der Chronist zuerst einfach nicht glauben wollte, die aber, wie wiederholt versichert wurde, den Tatsachen entsprechen sollen! Vom Spielausschuß stand jedenfalls niemand auf, um diesen Redereien auf den Grund zu gehen. Im Gegenteil: es wurde auch am Verhandlungstisch leise mitgelächelt...
Irgendwo im großen Bezirk Lübeck hatten Spieler versäumt, sich rechtzeitig sportärztlich untersuchen zu lassen. Da war am Wochenende guter Rat teuer: Bis sich auf einmal ein Spieler erinnerte, daß im Verein doch auch ein Tierarzt Mitglied sei und dieser Veterinär doch stets hilfsbereit eingesprungen war, wenn irgendwo einmal der Schuh drückte - und am Sonntag konnte dann ohne Angst vor der schiedsrichterlichen Überprüfung gespielt werden, der Tierarzt hatte seinen Stempel, Namen und Segen gegeben!
Und noch eine „Story“, die ebenfalls richtig sein soll, zu diesem Thema: In irgendeinem Wartezimmer sollen sich die zur sportärztlichen Untersuchung erschienenen Spieler die Hosenboden durchgesessen haben. Als der Onkel Doktor dann endlich einmal bereit war, drängte die Zeit so sehr, daß die „Untersuchung“ über eine „Bitte Mund aufmachen, sagen Sie einmal aaahh, machen Sie bitte zwei Kniebeugen“ nicht hinausgekommen sein soll.
Das sind natürlich zwei der negativsten Eindrücke, die den vielen positiven (95 Prozent aller eingesetzten Ärzte nahmen ihre Aufgaben sehr ernst und erfüllten sie zur vollsten Zufriedenheit!) gegenüberstehen. Aber Beispiele, die zu denken geben, zumindest dann, wenn fehlende Gesundheitspässe Punktabzüge zur Folge haben sollen! Doch darüber mit Sicherheit auf dem Möllner Verbandstag mehr!
Samstag, 27. Mai 1961
Kreispräsident begrüßt Fußballparlament.
Morgen KFV-Tagung in Reinfeld. Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden. Morgen vormittag tritt in der Gaststätte „Up’n Damm“ in Zarpen Stormarns Fußballparlament zusammen. Kreispräsident Friedrich Hardt hat, zugleich in seiner Eigenschaft als Amtmann des Amtes Zarpen, der Kreisverbandstagung ein Geleitwort gewidmet, in dem er seiner Freude darüber Ausdruck gibt, daß der Kreisfußballverband durch die Wahl des Tagungsortes die Arbeit anerkennt, die in den ländlichen Verhältnissen für die körperliche Ertüchtigung geleistet wird. Der Kreispräsident äußert den Wunsch, daß es dem Kreisfußballverband weiterhin gelingen möge, die Jugend für den Sport zu begeistern, um dadurch zur körperlichen und geistigen Erziehung beizutragen.
Den Delegierten liegt eine Verbandsschrift vor, in der der 1. Vorsitzende Erwin Gesche (Reinfeld) einen Rückblick auf die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit gibt. Er hebt hervor, daß der KFV im Gegensatz zu manchen anderen Kreisen und Bezirken keinen einzigen Pfennig für eine Schreibkraft oder einen Geschäftsführer ausgegeben hat. Er dankt seinen durchweg ehrenamtlichen Mitarbeitern, die immer wieder neue Wege für die Lösung neuer Probleme fanden. Als besonders erfreulich bezeichnet Kreisvorsitzender Gesche die Tatsache, daß jetzt für jede Seniorenmannschaft ein Schiedsrichter vorhanden ist. Das nächste Ziel ist die Besetzung der Jungmannenspiele mit neutralen Schiedsrichtern.
Der Vorsitzende befaßt sich mit der Freizeitgestaltung der jungen Menschen. Er stellt die Forderung auf, den Jugendlichen neben der körperlichen Erziehung auch geistig-musikalische Anregung zu bieten. Erfreulicherweise sind bereits Vereine in dieser Richtung tätig. Mit Genugtuung begrüßt Erwin Gesche den Fortschritt in der Schaffung oder Planung von Sportplätzen und Sporthallen. Er erwähnt den im Vorjahr eingeweihten Platz in Zarpen, die im Bau befindlichen Plätze in Wilstedt und Reinfeld, und die Vorhaben in Hoisdorf, Trittau, Grande, Eichede, Timmerhorn und in Bad Oldesloe (Postsportverein), ferner die neuen Hallen in Trittau, Lütjensee und Bad Oldesloe.
Der Kreisverbandsvorsitzende gibt schließlich den Vereinen den Rat, Übungsleiter in Malente ausbilden zu lassen. Die Vereine, die schon von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, nehmen heute in den Spieltabellen gute Plätze ein. Dies sollte zur Nachahmung anspornen.
Sonntag, 28. Mai 1961 Familientag der Stormarner Fußballer. Einen herzlichen und festlichen Empfang bereitete die Gemeinde Zarpen den 175 Delegierten, die als Vertreter ihrer Vereine an dem 12. Verbandstag des Kreisfußballverbandes Stormarn in der Gaststätte „Up’n Damm“ teilnahmen. Der gastgebende TSV Zarpen gab „dem Familientag der Stormarner Fußballer“ durch flotte Musikvorträge, frischen Gesang und lustige Darbietungen einen geselligen Charakter und lockerte so die Beratungen auf.
Im Namen des KFV dankte der 2. Vorsitzende Siegfried Peemüller dem TSV Zarpen für die würdige Ausgestaltung. In seinem Grußwort an die Tagungsteilnehmer sprach der stellvertretende Bürgermeister von Zarpen, Kieft, die Mahnung aus, die Sportkameradschaft mit unseren Brüdern und Schwestern drüben in der Sowjetzone nicht anreißen zu lassen. „Wir müssen immer wieder den Weg nach drüben finden.“
Als Ehrengäste begrüßte KFV-Vorsitzender Erwin Gesche Landrat Dr. Wennemar Haarmann, den 2. Vorsitzenden des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, Walter Ohm, den Lübecker Bezirksvorsitzenden Peter Tietz und die Parteienvertreter Hans Ekstrand (SPD), Konrad Meyer (CDU), XY????? Wolgast (FDP) und XY????? Behrendt (GDP).
„Wir freuen uns, daß der Kreis Stormarn für die körperliche Ertüchtigung unserer Jugend sehr aufgeschlossen ist. Die Steuergelder der Bürger sind damit gut angelegt, weil sie sich als verzinsliches Kapital erweisen werden. Der Goldene Plan für unsere Jugend, bei dem bis zum Jahre 1970 sechs Milliarden Mark aufgewendet werden sollen, sollte daher denselben Vorrang erhalten wie bisher der Grüne Plan. Der Bau von Sportplätzen, Übungsstätten und Spielplätzen müßte gleichrangig mit dem Straßen- und Wohnungsbau sein“, rief Erwin Gesche aus.
Landrat Dr. Haarmann würdigte in seinem Grußwort vor allem den hohen Idealismus, von dem die Arbeit des Kreisfußballverbandes getragen werde. „Ich freue mich, daß zwischen dem Fußballverband des Kreises und der Kreisbehörde eine so innige und herzliche Verbundenheit besteht. Der Fußballsport trägt dazu bei, die öffentliche Arbeit zu unterstützen und leistet gleichzeitig Vereinsarbeit auf breitester Basis. Wir versichern erneut: Der Kreis Stormarn wird immer die Bestrebungen des Kreisfußballverbandes nach besten Kräften unterstützen.“ Die Worte des Landrats wurden mit starkem Beifall aufgenommen.
Der 2. Vorsitzende des Landesverbandes, Ohm, betonte, Stormarn sei wohl der aktivste und bestgeführte Kreis innerhalb des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes. Für die Vertreter der politischen Parteien sprach Hans Ekstrand: „Gerade dem Sport muß größtmögliche Unterstützung gewährt werden, weil durch ihn die Gesundheit des Menschen so gesteigert werden kann, daß seine Arbeitskraft bis zum 65. Lebensjahr voll erhalten bleibt.“ Auch Ekstrand lobte den Idealismus der Männer, die die sportliche Verbandsarbeit tragen. „Wenn Sie vielleicht einmal vom Spielfeld abtreten, könnten Sie ja zu uns in die politischen Parteien kommen. Wir können solche Idealisten in unseren Reihen gut gebrauchen!“ Große Heiterkeit und Beifall.
Anschließend überreichte Vorsitzender Gesche als Gruß und Ehrung für die Frauen und Mütter aller Mitarbeiter und Aktiven an die Frau des Vorsitzenden des TSV Zarpen und die Frau des 2. Landesvorsitzenden je einen Nelkenstrauß.
Viel Beifall gab es auch bei der Meisterehrung. Der Vorsitzende des Segeberger Verbandes, Herbert Lange, zeichnete den Meister der gemeinsamen Kreisliga Stormarn/Segeberg, den Post SV Oldesloe, mit dem Meisterteller und einer Urkunde aus. Die Meisterelf nahm dabei auf der hübsch dekorierten Bühne Aufstellung.
Als Meister der Kreisklasse A wurde der TSV Gut Heil Dwerkathen-Lütjensee geehrt. Den Ehrenpreis „Ringen um die sportliche Ritterlichkeit“ erhielt der SV Hammoor. In der Kreisklasse C konnte der TSV Zarpen II ausgezeichnet werden. Der Meistertitel in der Kreisklasse B kann erst nach einem Entscheidungsspiel zwischen VfL Oldesloe III und Wilstedter SV vergeben werden. Die Meisterschaft der Jugendklassen A und B holte sich der VfL Oldesloe. Die Mannschaftsführer nahmen die Ehrenpreise entgegen.
Als verdienstvolle Mitarbeiter zeichnete der Kreisverband mit der silbernen Ehrennadel aus: Heinz Schill (Grönwohld), Heinrich Kielhorn (Elmenhorst), Rudi Herzog (Bad Oldesloe), Max Fischer (Reinfeld) und Peter Tietz (Lübeck). Ferner erhielten die Vereine Treueehrenzeichen für die aktiven Spieler.
Bei den Neuwahlen gab es keine Überraschungen. Erwin Gesche wurde für weitere zwei Jahre in seinem Amt als Kreisvorsitzender bestätigt. Seine Wiederwahl erfolgte einstimmig unter großem Beifall. Auch Kassenwart Herbert Carstens (Bargteheide) wurde wiedergewählt. Als Vertreter der Südvereine bleibt Richard Kickbusch (Lütjensee) im Vorstand. Als neuer Vertreter der Nordvereine wurde ????? Westphal (Rehhorst) als Beisitzer gewählt.
Kassenbericht und Haushaltsvoranschlag für 1961 wurden gebilligt. Mit internen Organisationsfragen über den Spielbetrieb, Verwaltungsfragen, Beratung von Anträgen und einem gemeinsamen Mittagessen klang der harmonische Familientag der Stormarner Fußballer aus.
Samstag, 10. Juni 1961
Heiße Diskussionen.
Den Mittelpunkt des Verbandstages des Bezirks Lübeck im Schleswig-Holsteinischen Fußballverband bildeten die Anträge. Heiße, aber faire Diskussionen entstanden bei einem Antrag des Kreisfußballverbandes Stormarn, der eine Änderung des Spielsystems bezweckte.
Zweite und untere Mannschaften sollen in Zukunft bis in die nächstniedrige Klasse der nächsthöheren Mannschaft aufsteigen können. Nachdem noch einige Schutzbestimmungen für die kleinen Vereine eingebaut worden waren, wurde der Antrag angenommen. Ein Zusatzantrag des VfB Lübeck, seine bisherige 1. Amateurmannschaft weiter in der Bezirksliga spielen zu lassen, wurde vorbehaltlich einer Zustimmung des ersten Antrags angenommen.
Der SC Hansa hatte in einem Antrag gefordert, die sportärztliche Untersuchung ganz wegfallen zu lassen. Da ein Antrag der zuständigen Gremien des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes dem Verbandstag in Mölln vorgelegt wird, die Untersuchungen zweimal in den Jugendklassen und dann beim Übertritt in die Herrenklasse durchführen zu lassen, wurde der Antrag von Hansa abgelehnt.
Statt wie bisher nur die Kreismeister jetzt die beiden ersten Mannschaften jedes Kreises an den Aufstiegsspielen zum Bezirk teilnehmen zu lassen, forderte ein Antrag des Spielausschusses, der angenommen wurde.
Bei den Wahlen wurde der bisherige Vorsitzende Peter Tietz einstimmig wiedergewählt, ebenso alle anderen Vorstandsmitarbeiter. Bereits zum dritten Mal hintereinander wurde Eutin 08 mit dem von den „Lübecker Nachrichten“ gestifteten „Fair-Play-Pokal“, der jetzt „Willi-Heß-Gedächtnis-Pokal“ heißt, ausgezeichnet.
Montag, 19. Juni 1961
Eine Reihe hochinteressanter Anträge werden am kommenden Sonntag zur Debatte stehen, wenn der Schleswig-Holsteinische Fußballverband ab 9.30 Uhr im Möllner „Schützenhof“ seinen diesjährigen Verbandstag durchführt. Mölln könnte einer der interessantesten Verbandstag seit vielen Jahren erleben! Nun, Sensationen erwarten wir nicht, schon ganz und gar nicht bei den Wahlen (Dr. Waßmund wird erneut als 1. Vorsitzender kandidieren).
Aber wie werden die Diskussionen über den § 200 (sportärztliche Untersuchungen) verlaufen? Allein fünf Anträge liegen zu diesem Punkt vor. Der Verbandsbeirat selbst schlägt vor, Untersuchungen in den Seniorenklassen nur noch alle drei Jahre vorzunehmen.
Einen breiten Raum wird sicherlich auch die Diskussion über den § 179 einnehmen. Aber es sieht ganz so aus, als sollte die Vernunft siegen und den zweiten Mannschaften aller Vereine das recht zuerkannt werden, bis zur nächstniederen Klasse der ersten Mannschaft aufzusteigen. Das würde bedeuten: Reservemannschaften von Amateurliga-Klubs können bis in die 2. Amateurliga aufsteigen!
Und wie wird sich die Versammlung zum Antrag von TuS Lübeck stellen, der vorschlägt, die Mannschaften auf zwölf Spieler zu erweitern, also zu gestatten, daß dieser zwölfte Mann innerhalb der gesamten Spielzeit gegen einen anderen (verletzten) Spieler ausgetauscht werden darf. Nun, einen Beschluß kann der SHFV nicht fassen, er kann diesen Antrag aber befürwortend an den DFB-Bundestag (29. Juli in Berlin) weiterleiten. Dort muß dann die Entscheidung fallen!
Im übrigen hat der Verbandsjugendausschuß einen Antrag vorliegen, der bezweckt, daß bei allen Spielen in den Jugendklassen (gleichgültig, ob Meisterschaft-, Pokal- oder Privatspiele) zwei Spieler und der Torwart ausgewechselt werden können!
Man sieht also: Gesprächsstoff wird es in Mölln genug geben! Fein wäre es, wenn der SHFV in Mölln die Deutsche Amateurmeisterschaft von Holstein Kiel feiern könnte. Das wäre der eigentliche „Clou“ dieses Verbandstages...!
Geradezu umgeworfen hat uns die amtliche Statistik der Amateurliga-Zuschauerzahlen aus der abgelaufenen Saison 1960/61. Einen so katastrophalen Rückgang hatten wir wirklich nicht erwartet - wie kommen die meisten Vereine bei diesen Zuschauerzahlen eigentlich klar? Bis auf Meister Holstein Kiel haben alle Mannschaften einen ganz erheblichen Zuschauerrückgang zu verzeichnen! Und selbst ein Verein wie Oberliga-Absteiger LBV Phönix brachte es in 15 Heimspielen auf ganze 19955 zahlende Zuschauer! Das ist die Statistik der beiden letzten Jahre:
Itzheoer SV
Union Teutonia Kiel
Holstein Kiel Amateure
Gut Heil Neumünster
VfR Neumünster Amateure
Ein kleiner Trost: die kommende Saison verspricht bei dieser Bombenbesetzung mit den Oberliga-Absteigern VfB Lübeck und Heider SV wesentlich attraktiver zu werden! Aber auch eine glückliche Spielplanansetzung (vor allem in Lübeck Spiele am Samstag und Sonntagvormittag!) kann ihr Teil dazu beitragen, daß die Kassierer ein wenig mehr Arbeit bekommen!
Sonntag, 25. Juni 1961
Holsteins Meisterelf auf dem Verbandstag stürmisch gefeiert.
Dr. Waßmund einstimmig wiedergewählt. Neuregelung der sportärztlichen Untersuchung. Keine Aufstiegsmöglichkeiten für die zweiten Mannschaften der Amateurliga-Vereine!
Mit lebhaftem Beifall wurden um 15.20 Uhr die Spieler des neuen Deutschen Amateurmeisters Holstein Kiel mit ihrem Ligaobmann Heinz Schütt und ihrem Trainer Erich Wolf von den Delegierten des Verbandstages des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes in Mölln begrüßt. In sengender Mittagssonne hatten Schülerfußballer des TSV Mölln auf die Holstein-Amateure gewartet. Minuten, bevor der blauweißrote Omnibus mit dem neuen meister eintraf, hatte man die Jungen nach Hause gelassen. Aber sie kamen zurück und strahlten über das ganze Gesicht, als sie die Spieler des neuen Deutschen Meisters erkannten. Während die Delegierten über die Änderungen des § 179 sprachen, während sich die Amateurvereine und die Vertreter der sogenannten kleineren Vereine darum bemühten, gleiches Recht für alle Mitglieder des Verbandes zu schaffen, standen die Holstein-Spieler vor der Tür, weil sie auf ihren Trainer Wolf warteten, ohne den sie nicht in den Tagungsraum eintreten wollten.
Dann kam Studienrat Wolf und mit ihm die Holstein-Amateure! Die Delegierten erhoben sich von ihren Plätzen und sahen auf Peter Wittmaack, der die bronzene Statue trug und als erster in den Saal trat. Dr. Curt Waßmund begrüßte die siegreiche Holstein-Elf und sagte, wie stolz und glücklich man in Schleswig-Holstein über diesen Erfolg sei! „Sie haben“, so rief Dr. Waßmund den überglücklichen Holsteinern zu, „durch Ihr Können und durch Ihre Haltung bewiesen, daß Sie würdige Vertreter der schleswig-holsteinischen Fußballsports sind!“
Dr. Waßmund bezeichnete die Holstein-Mannschaft als Schrittmacher für den Amateurgedanken. Holstein habe seinen Gegner in überzeugender Weise niedergerungen. Der Verbandstag spreche, so schloß Dr. Waßmund, der Mannschaft herzliche Glückwünsche aus, die mit ihrer Leistung an die ruhmreiche Tradition des Kieler Vereins angeknüpft habe. Ligaobmann Schütt dankte - sichtlich bewegt - und nicht minder bewegt waren die Spieler und vor allen Dingen die Schülerfußballer, die dem neuen Meister blauweißrote Blumensträuße überreichten.
Fraglos war der Besuch der Holstein-Amateure der Höhepunkt des diesjährigen Verbandstages, auf dem übrigens die Teilnahme der Reservemannschaften in der nächstniederen Klasse ihrer ersten Mannschaft erneut abgelehnt wurde und die sportärztliche Untersuchung etwas „freier“ ausgelegt wurde.
Dr. Waßmund (Pansdorf) eröffnete den Verbandstag mit der traditionellen Ehrung der Sportler, die im vergangenen Jahre aus dem Kreise des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes wegen Todes ausschieden. Er begrüßte dann die Vertreter des Landtages, des Kreises Lauenburg und der Stadt Mölln und sprach unter dem Beifall der Delegierten dem neugebackenen Deutschen Amateurmeister Holstein Kiel die herzlichsten Glückwünsche des ganzen Landes aus.
Nach den obligatorischen Grußworten teilte Dr. Waßmund mit, daß auch anerkennende Schreiben über die Arbeit des Fußballverbandes vom Ministerpräsidenten von Hassel und von Kultusminister Osterloh vorliegen. Der Vorsitzende des Landessportverbandes, Karl Bommes, bezeichnete die vergangene Saison als besonders bedeutungsvoll, weil in ihr eine neue Sporthalle in Malente nicht nur gebaut, sondern auch eingeweiht werden konnte. Bommes bezeichnete die Halle als ausgesporochen zweckmäßig und rief alle Delegierten auf, ihre Lehrgänge zukünftig in Malente durchzuführen, wo sich im Laufe der nächsten Jahre ein Zentrum des schleswig-holsteinischen Sports entwickeln müßte.
Bommes kündigte an, daß er sich außerdem darum bemühen werde, am Hang der Sportschule ein Lehrschwimmbecken mit Hilfe der Landesregierung und des Landesparlaments entstehen zu lassen. Er bedankte sich beim Parlament und bei der Regierung und erwähnte dabei besonders den Namen des Ministerialrates Dr. Grothusen, der immer wieder ein offenes Ohr für den Sport gezeigt habe.
Zu der Halle in Malente lag ein Schreiben des Bundestrainers Herberger vor, der die Sportschule des Verbandes als die zweckdienlichste in der Bundesrepublik bezeichnete, auf die die Nationalmannschaft in aller Kürze schon zurückgreifen werde.
Im Gegensatz zu den früheren Verbandstagen gab es in diesem Jahr erstmalig wieder Diskussionen um die Berichte des Verbandsvorstandes. So wurde in erster Linie der Bericht des Verbandsspielausschusses einer lebhaften Kritik unterzogen. Holm (Union Teutonia Kiel) beanstandete die unterschiedlichen Urteile über nach seiner Meinung gleichliegende Fälle und führte einige Beispiele an. Er empfahl für die Zukunft, gleiche Gerechtigkeit widerfahren zu lassen! Dazu meinte der Spielausschußvorsitzende Heinrich Steenbock, daß es sich bei den unterschiedlichen Urteilen auch um unterschiedliche Vergehen gehandelt habe, so daß die Maßnahmen des Spielausschusses nach seiner Meinung berechtigt waren.
Allerdings unterstützte Erich Baumann (Phönix Lübeck) die Kritik des Kielers Holm an der Arbeit des Spielausschusses. Er bezeichnete die Spielplangestaltung im Lübecker Raum als „mehr als dürftig“. Die geringeren Einnahmen, die durch die unglückliche Spielplangestaltung verursacht worden waren, träfen in gleicher Weise die Vereine und auch den Verband.
Im übrigen berühre es ihn komisch, daß der Spielausschußobmann sich bei der Diskussion über Terminsorgen keine Gedanken über die Sorgen der Vereine gemacht habe und seine Gedanken in den Vordergrund gestellt habe. Der verband werde von den Vereinen getragen, sagte Baumann, und diese Meinung sei leider nicht in allen Ausschüssen des Verbandsvorstandes zu spüren. Baumann übte weiterhin Kritik an der Vorsperre, die einer Verhaftung im öffentlichen Leben gleichkomme und keineswegs immer gerechtfertigt sei.
Bei der Auszählung der vertretenden Delegierten ergab sich, daß von den insgesamt 1809 Stimmen des Verbandes 1394 durch 226 Delegierte vertreten waren. Daran waren beteiligt: Bezirk I (Ost) 62 Delegierte mit 429 Stimmen, Bezirk II (Nord) 33 Delegierte mit 224, Bezirk III (West) 20 Delegierte mit 100 Stimmen und Bezirk IV (Süd) 80 Delegierte mit 610 Stimmen. Außerdem waren 31 Vertreter des Beirates und des Vorstandes stimmberechtigt.
Die traditionelle Ehrung der verschiedenen meister nahm Dr. Waßmund nach der einstimmigen Entlastung des gesamten Vorstandes vor. Holstein Kiel wurde sowohl als Landesmeister bei den Amateuren als auch als Landes-Amateurpokalmeister geehrt. Die Polizei Kiel erhielt die Meisterschaftsurkunde als Landesmeister der Jungmannen überreicht, während der Kreisfußballverband Lübeck als Sieger im Turnier der Kreisauswahlmannschaften besonders geehrt wurde.
Dann wurden goldene Ehrennadeln vergeben. Die goldene Ehrennadel erhielten mit Worten der Anerkennung der Vorsitzende des Landessportverbandes Karl Bommes (Kiel), außerdem drei verdiente Fußballmitarbeiter, und zwar Harry Grage (Eutin 08), Jonny Hamann (TSV Neustadt) und Walter Ruge (TuS Lübeck 93). Gleichzeitig verlas Dr. Waßmund, daß folgende silbernen Ehrennadeln im vergangenen Jahr verteilt worden waren: Erwin Augustin (Rasensport Schleswig), Hans Hammerich (Rasensport Schleswig), Otto Hartz (Phönix Lübeck), Hans Werner Hoffmann (TSV Schashagen), Hermann Liebke (TSV Tungendorf), Heinz Liesegang (TSV Siems), Max Paleschke (Kronsforder SV), Richard Seide (SG Seth), Hermann Rathjens (Olympia Neumünster). Mit der silbernen Schiedsrichterehrennadel war ausgezeichnet worden: Fritz Weiß (Rendsburger TSV).
Die Neuwahlen des Vorstandes wurden in allen Fällen einstimmig vorgenommen. 1. Vorsitzender blieb Dr. Curt Waßmund, während Hans Löhndorf (Kiel) als Schatzmeister in seinem Amt bestätigt wurde. Eduard Czekala (Itzehoe) bleibt weiterhin als Beisitzer Vertreter der ländlichen Kreise, die Bestätigung des Jugendausschußobmanns Hans Hansen (Flensburg) erfolgte ebenfalls einstimmig. Auch die Wahl der Beisitzer für das Verbandsgericht, Wilhelm Schwieger (Kiel) und Friedrich Röltgen (Heide), wurde einstimmig vorgenommen. Lediglich bei der Wahl des Kassenprüfers gab es eine Zettelwahl, die Hermann Hinrichsen (Schleswig 06) mit großer Mehrheit für sich entscheiden konnte.
Der Punkt „Verschiedenes“ wurde bereits vor dem Mittagessen abgewickelt, nachdem die Delegierten bis dahin einen ausgesprochen harmonisch verlaufenden Verbandstag erlebt hatten.
Ein Antrag des FC Kilia Kiel, die Frist für die Auszahlung einer Ablösesumme von nunmehr zweieinviertel auf künftig fünf Jahre zu erweitern, rief eine lebhafte Diskussion hervor, bei der Sörensen (Preetz) und Ivens (Kiel) die Sorgen der Amateurvereine anschnitten. Es könne nicht so sein, so hieß es, daß die Vereine ihre Spieler von der Knaben- bis zur Ligamannschaft aufbauen, daß dann Vertragsspielervereine diese Amateure zwei Jahre als Amateure einsetzten und schließlich ohne Zahlung einer Ablösesumme diese Spieler dann unter Vertrag nehmen könnten.
Die Diskussion darüber ging soweit, daß man einen Deutschen Fußball-Bund für Amateure wünschte, daß man andererseits eine Resolution zum Amateurgedanken an den DFB richten wolle! Nach ausführlicher Debatte, an der sich vor allen Dingen Dr. Böttcher (Lübeck), Fingerle (Lübeck) und Hansen (Flensburg) beteiligten, will man den bereits 1959 in Flensburg befürworteten Antrag nunmehr an den DFB noch einmal weiterleiten.
Im weiteren Verlauf der Diskussionen schnitt Klein (Union Teutonia Kiel) die Frage des Betriebssports an. Die Betriebssportgemeinschaften richteten sich nicht nach den Vereinbarungen, die sich vor Jahren zwischen dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband und den Betriebssportgemeinschaften ergeben hätten. Vor allen Dingen beanstandete Klein, daß die Jugendlichen, die im Fußballverband nicht bei den Senioren mitwirken dürfen, in den Betriebssportgemeinschaften rücksichtslos eingesetzt werden könnten. Nach längerer Diskussion, an der sich außerdem, Tietz (Lübeck) und Henning (Flensburg) beteiligten, soll der Verbandsvorstand noch einmal energisch mit den Betriebssportgemeinschaften diskutieren, um eine Regelung, wie sie seinerzeit angeschnitten worden ist, erneut bestätigt zu bekommen.
Die Genehmigung des Haushaltsvoranschlages wurde einstimmig vorgenommen. Auch der nächste Tagungsort wurde mit Kiel einstimmig bestimmt.
Bei den Anträgen nahm der Antrag über eine Änderung des § 179 eine fast zweistündige Diskussion in Anspruch. Daran beteiligten sich vor allen Dingen Fischer (Kreisfußballverband Stormarn) und Wörensen (Kreisfußballverband Plön) sowie Abel (Schleswig 06), der nunmehr schon zum zehnten Male auf einem solchen Verbandstag diesen Antrag stellte. An den weiteren Diskussionen waren Klein (Kiel), Gesche (Stormarn) und Tietz (Lübeck) beteiligt.
Schließlich wurde dieser Antrag des Kreisfußballverbandes Stormarn, auf den sich die Vereine VfB Lübeck, Schleswig 06, Heider SV und Flensburg 08 ausrichteten, auf Änderung des § 179 mit 674 Stimmen bei 502 Gegenstimmen und 12 Enthaltungen abgelehnt, weil die notwendige Zweidrittelmehrheit, die 754 Stimmen zu betragen hätte, nicht erreicht wurde.
Danach müssen also zweite und untere Mannschaften weiterhin in ihren Klassen bleiben, obwohl ihre erste Mannschaft in der Amateurliga spielen kann. Das bedeutet für den aus der Oberliga abgestiegenen VfB Lübeck, daß seine bisherige Amateurmannschaft in die Lübecker A-Klasse zurück muß.
Allgemein gab sicherlich die Sorge der kleinen Vereine, daß zu viele gute Spieler an die größeren Vereine abwandern würden, den Ausschlag für dieses Stimmergebnis, das bei den guten Vorbereitungen der Amateurliga-Vereine von Fachleuten als überraschend bezeichnet wurde.
Der Verbandstag nahm im übrigen die Schiedsrichterordnung an und stimmte einem Antrag des Verbandsjugendausschusses zu, wonach über begründete Ausnahmen bei Freigaben von Jugendlichen der zuständige Kreisjugendausschuß diskutieren kann. Ein weiterer Antrag des Verbandsjugendausschusses, wonach Jugendmannschaften ein Auswechseln von Spielern ermöglicht werden sollte, wurde zurückgestellt. Man wird in den Kreisen Stormarn und Flensburg in der kommenden Saison zunächst einmal Versuche anstellen, damit auf dem nächsten Verbandstag eventuell ein Antrag gestellt werden kann, der von den Erfahrungen des kommenden Jahres profitieren kann.
Der Verein TuS Lübeck 93 hatte einen Antrag auf Änderung der Spielbestimmungen gestellt. Er wollte, daß bei Wettspielen ein Ersatzmann innerhalb der gesamten Spielzeit im Austausch angesetzt werden kann. Dieser Antrag wurde als Empfehlung einstimmig an den Deutschen Fußball-Bund weitergegeben, weil auf schleswig-holsteinischer Basis ein solcher Antrag nicht allein durchgeführt werden kann.
Die Aufforderung des LBV Phönix, den Absatz 1 des § 185 (Wertung von „Punkten am grünen Tisch“) zu klären und genau auszulegen, fand nur noch wenig Interesse. Bei hochsommerlicher Hitze wurde der Vorstand beauftragt, Untersuchungen anzustellen und auf Grund dieser Erfahrungen auf dem nächsten Verbandstag einen neuen Antrag zu stellen, um eine klare Ausführung des § 185 zu erreichen.
In der Frage der sportärztlichen Untersuchungen hat der Fußballverband stark zurückgeschraubt. In Zukunft werden nur sportärztliche Untersuchungen beim Übergang vom Schüleralter zur Jugend und vom Jugendalter zu den Jungmannen zwingend vorgeschrieben. Für die Senioren ist nur einmal eine sportärztliche Untersuchung vorgeschrieben, und zwar dann, wenn die Jugendlichen in die Seniorenabteilung wechseln. Alles andere geschieht auf freiwilliger Basis!
Auch bleibt es bei der alten Regelung, wonach die Spielgenehmigung zu entziehen ist, wenn der Nachweis sportärztlicher Untersuchung nicht erbracht ist. Es kommt also in diesem Falle nicht sofort zu einem Punktverlust. Dieser Antrag wurde übrigens einstimmig angenommen und beendete einen immerhin zehn Stunden dauernden Verbandstag in Mölln.

References: § 179
 § 200
 § 200
 § 200
 § 200
 § 179
 § 179
 § 179
 § 179
 § 185
 § 185