Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/wirtschaftsstrafrecht/das-uebereinkommen-europarats-3112301
Timestamp: 2020-02-23 17:05:00+00:00

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Das Über­ein­kom­men des Euro­pa­rats über Com­pu­ter­kri­mi­na­li­tät vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen das Gesetz zu dem Über­ein­kom­men des Euro­pa­rats vom 23.11.2001 über Com­pu­ter­kri­mi­na­li­tät vom 05.11.2008 1 nach acht­jäh­ri­ger Prü­fung als unzu­läs­sig ver­wor­fen.
Gegen­stand der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist das Zustim­mungs­ge­setz zum Über­ein­kom­men des Euro­pa­rats vom 23.11.2001 über Com­pu­ter­kri­mi­na­li­tät vom 05.11.2008 2, soweit die Art. 25 bis 34 die­ses Über­ein­kom­mens über die inter­na­tio­na­le Rechts­hil­fe betrof­fen sind.
Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land unter­zeich­ne­te das Über­ein­kom­men über Com­pu­ter­kri­mi­na­li­tät ("CCC") am 23.11.2001. Nach­dem der Bun­des­tag dem Über­ein­kom­men gemäß Art. 59 Abs. 2 Satz 1 GG zuge­stimmt hat­te, trat es am 1.07.2009 in Kraft.
Mit ihrer unmit­tel­bar gegen das Zustim­mungs­ge­setz gerich­te­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­de wen­den sich die Beschwer­de­füh­rer gegen das deut­sche Zustim­mungs­ge­setz, soweit es sich auf die Vor­schrif­ten über die inter­na­tio­na­le Rechts­hil­fe aus Art. 25 bis 34 CCC bezieht. Sie rügen eine Ver­let­zung von Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 1 Abs. 1, Art. 10, Art. 13, Art.19 Abs. 4, Art. 101, Art. 102 und Art. 104 GG.
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt beur­teil­te die Ver­fas­sungs­be­schwer­de nun als unzu­läs­sig: Soweit sich die Beschwer­de­füh­rer gegen die Zustim­mung zu Art. 25 bis 31, 33 und 34 CCC wen­den, sind sie von dem Zustim­mungs­ge­setz nicht unmit­tel­bar betrof­fen. Soweit sie die Zustim­mung zu Art. 32 CCC angrei­fen, schei­tert die Zuläs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de dar­an, dass sie die Mög­lich­keit einer Grund­rechts­ver­let­zung nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert dar­ge­legt haben.
Eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen ein Gesetz ist nur zuläs­sig, wenn der Beschwer­de­füh­rer durch die ange­grif­fe­ne Norm selbst, gegen­wär­tig und unmit­tel­bar in einem Grund­recht betrof­fen ist 3. Einer unmit­tel­ba­ren Betrof­fen­heit der Beschwer­de­füh­rer durch das Zustim­mungs­ge­setz, soweit es sich auf die Art. 25 bis 31, 33 und 34 CCC bezieht, steht ent­ge­gen, dass es sich bei den genann­ten Rege­lun­gen um völ­ker­ver­trags­recht­li­che Bestim­mun­gen han­delt, die inner­staat­lich nicht unmit­tel­bar anwend­bar sind.
Das Zustim­mungs­ge­setz nach Art. 59 Abs. 2 Satz 1 GG bewirkt zwar, dass der zugrun­de lie­gen­de völ­ker­recht­li­che Ver­trag in der inner­staat­li­chen Rechts­ord­nung Gel­tung erlangt. Die­se inner­staat­li­che Gel­tung ist aber von der Fra­ge der unmit­tel­ba­ren Anwend­bar­keit zu unter­schei­den. Die inner­staat­li­che Gel­tung eines Ver­trags hat eine Bin­dung der deut­schen Staats­or­ga­ne an das Abkom­men zur Fol­ge 4. So wird im Regel­fall der Gesetz­ge­ber ver­pflich­tet, den Ver­trags­in­halt inner­staat­lich umzu­set­zen. Zudem gebie­tet der ver­fas­sungs­recht­li­che Grund­satz der Völ­ker­rechts­freund­lich­keit, die natio­na­len Geset­ze nach Mög­lich­keit so aus­zu­le­gen, dass ein Kon­flikt mit völ­ker­recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nicht ent­steht 5. Nur aus­nahms­wei­se sind völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge hin­ge­gen auch ohne wei­te­re Umset­zungs­ge­setz­ge­bung inner­staat­lich unmit­tel­bar anwend­bar in dem Sin­ne, dass sie wie eine natio­na­le Rechts­vor­schrift unmit­tel­bar Rechts­wir­kun­gen ent­fal­ten. Ob dies der Fall ist, ist im Ein­zel­fall durch Aus­le­gung des völ­ker­recht­li­chen Ver­trags zu ermit­teln.
Durch das Zustim­mungs­ge­setz kön­nen nur sol­che völ­ker­recht­li­chen Ver­trags­be­stim­mun­gen ohne wei­te­re Umset­zungs­ak­te inner­staat­lich unmit­tel­bar anwend­ba­res Recht wer­den, die alle Eigen­schaf­ten besit­zen, wel­che ein Gesetz nach inner­staat­li­chem Recht haben muss, um die Normadres­sa­ten berech­ti­gen oder ver­pflich­ten zu kön­nen; die Ver­trags­be­stim­mung muss nach Wort­laut, Zweck und Inhalt wie eine inner­staat­li­che Geset­zes­vor­schrift recht­li­che Wir­kun­gen aus­zu­lö­sen geeig­net sein 6.
Gemes­sen dar­an sind die Rechts­hil­fe­vor­schrif­ten in Art. 25 bis 31, 33 und 34 CCC inner­staat­lich nicht unmit­tel­bar anwend­bar. Sie sind nicht selbst­voll­zie­hend, son­dern ent­hal­ten ledig­lich völ­ker­recht­li­che Ver­pflich­tun­gen der Ver­trags­staa­ten.
Bereits nach dem Wort­laut der genann­ten Vor­schrif­ten wer­den nur die Ver­trags­par­tei­en und nicht die nach inner­staat­li­chem Recht zustän­di­gen Behör­den adres­siert. Zudem bestimmt Art. 23 CCC, dass die Ver­trags­par­tei­en unter­ein­an­der im Ein­klang mit dem Über­ein­kom­men im größt­mög­li­chen Umfang zusam­men­ar­bei­ten, "indem sie ein­schlä­gi­ge völ­ker­recht­li­che Über­ein­künf­te über die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit in Straf­sa­chen sowie Über­ein­künf­te, die auf der Grund­la­ge ein­heit­li­cher oder auf Gegen­sei­tig­keit beru­hen­der Rechts­vor­schrif­ten getrof­fen wur­den, und inner­staat­li­che Rechts­vor­schrif­ten […]" anwen­den, wohin­ge­gen eine unmit­tel­ba­re Anwen­dung der Vor­schrif­ten des Über­ein­kom­mens nicht genannt wird. Viel­mehr bestimmt Art. 25 Abs. 2 CCC, der die all­ge­mei­nen Grund­sät­ze der Rechts­hil­fe regelt, dass jede Ver­trags­par­tei die "erfor­der­li­chen gesetz­ge­be­ri­schen und ande­ren Maß­nah­men [trifft], um den in den Arti­keln 27 bis 35 bezeich­ne­ten Ver­pflich­tun­gen nach­zu­kom­men". Die Ver­trags­par­tei­en gehen mit­hin nach dem Wort­laut die­ser Bestim­mung davon aus, dass es einer gesetz­ge­be­ri­schen Umset­zung der ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen bedarf und die­se nicht selbst­voll­zie­hend sind.
Das Über­ein­kom­men gewährt den Ver­trags­par­tei­en für die inner­staat­li­che Umset­zung einen gewis­sen Spiel­raum (vgl. nur Art. 25 Abs. 4 Satz 1 CCC: "Soweit in den Arti­keln die­ses Kapi­tels nicht aus­drück­lich etwas ande­res vor­ge­se­hen ist, unter­liegt die Rechts­hil­fe den im Recht der ersuch­ten Ver­trags­par­tei oder in den anwend­ba­ren Rechts­hil­fe­ver­trä­gen vor­ge­se­he­nen Bedin­gun­gen […]."). Soweit die Art. 25 ff. CCC kon­kre­te Ver­pflich­tun­gen ent­hal­ten, lässt sich hier­aus kei­ne unmit­tel­ba­re Anwend­bar­keit ablei­ten, son­dern ledig­lich die Pflicht der Ver­trags­par­tei­en, ihre inner­staat­li­chen Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen zu ändern, soweit die­se den zwin­gen­den Vor­ga­ben des Über­ein­kom­mens nicht ent­spre­chen.
Gegen die unmit­tel­ba­re Anwend­bar­keit der Rechts­hil­fe­vor­schrif­ten spre­chen auch sys­te­ma­ti­sche Erwä­gun­gen. Die Rege­lun­gen über die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit ste­hen in einem kor­re­spon­die­ren­den Zusam­men­hang mit den Rege­lun­gen des Kapi­tels II des Über­ein­kom­mens über inner­staat­lich zu tref­fen­de Maß­nah­men zum mate­ri­el­len Straf­recht und zum Ver­fah­rens­recht 7; ins­be­son­de­re besteht ein enger Zusam­men­hang mit den das Ver­fah­rens­recht betref­fen­den Rege­lun­gen in Art. 16 ff. CCC. Auch die­se Vor­schrif­ten sind ihrem Wort­laut nach aus­schließ­lich an die Ver­trags­par­tei­en adres­siert und ver­pflich­ten die­se, die erfor­der­li­chen gesetz­ge­be­ri­schen und ande­ren Maß­nah­men zur Umset­zung des Über­ein­kom­mens zu tref­fen.
Der Zweck des Über­ein­kom­mens spricht eben­falls gegen die Annah­me einer unmit­tel­ba­ren Anwend­bar­keit. Dem Erläu­tern­den Bericht zum Über­ein­kom­men lässt sich ent­neh­men, dass die Schaf­fung eines neu­en Rechts­hil­fe­re­gimes abge­lehnt wur­de, da man es für prak­ti­ka­bler hielt, auf bestehen­de Rechts­hil­fe­re­ge­lun­gen zurück­zu­grei­fen 8. Dies erlau­be es den in der Rechts­hil­fe täti­gen Per­so­nen, die Über­ein­künf­te und Ver­ein­ba­run­gen zu nut­zen, die ihnen am ver­trau­tes­ten sei­en. Nur in Bezug auf die Maß­nah­men nach Art. 29 bis 35 CCC sei jede Ver­trags­par­tei ver­pflich­tet, ent­spre­chen­de recht­li­che Grund­la­gen zu schaf­fen, wenn die­se nicht bereits gege­ben sei­en.
Schließ­lich sind die Art. 25 bis 31, 33 und 34 CCC auch nach ihrem Inhalt nicht geeig­net, wie eine inner­staat­li­che Geset­zes­vor­schrift recht­li­che Wir­kun­gen aus­zu­lö­sen, da die ein­zel­nen Vor­schrif­ten einen unzu­rei­chen­den Bestimmt­heits­grad auf­wei­sen. So regelt Art. 25 CCC ledig­lich all­ge­mei­ne Grund­sät­ze der Rechts­hil­fe. Art. 26 CCC ver­weist hin­sicht­lich der Zuläs­sig­keit einer unauf­ge­for­der­ten Infor­ma­ti­ons­über­mitt­lung auf das jewei­li­ge inner­staat­li­che Recht. Art. 27 und 28 CCC regeln kei­ne kon­kre­ten Rechts­hil­fe­maß­nah­men, son­dern betref­fen das von den Ver­trags­par­tei­en zu beach­ten­de Ver­fah­ren bei Rechts­hil­fe­er­su­chen. Im Zusam­men­hang mit Art. 29 CCC (umge­hen­de Siche­rung gespei­cher­ter Com­pu­ter­da­ten) fehlt es an einer Rege­lung der Vor­aus­set­zun­gen, unter denen Com­pu­ter­da­ten gespei­chert wer­den dür­fen; viel­mehr ver­weist Art. 29 Abs. 3 Satz 1 CCC inso­weit auf das inner­staat­li­che Recht. Zwar ver­pflich­tet Art. 16 CCC die Ver­trags­par­tei­en, die erfor­der­li­chen Maß­nah­men zu tref­fen, um eine umge­hen­de Daten­si­che­rung zu ermög­li­chen, über­lässt ihnen aber die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung. Glei­ches gilt für Art. 30 CCC (umge­hen­de Wei­ter­ga­be gesi­cher­ter Ver­kehrs­da­ten), der auf Art. 29 CCC Bezug nimmt, sowie für Art. 31 CCC (Rechts­hil­fe beim Zugriff auf gespei­cher­te Com­pu­ter­da­ten), Art. 33 CCC (Rechts­hil­fe bei der Erhe­bung von Ver­kehrs­da­ten in Echt­zeit) und Art. 34 CCC (Rechts­hil­fe bei der Erhe­bung von Inhalts­da­ten in Echt­zeit).
Mit­hin sind die Rege­lun­gen in Art. 25 bis 31, 33 und 34 CCC nicht selbst­voll­zie­hend, son­dern ent­hal­ten ledig­lich völ­ker­ver­trags­recht­li­che Ver­pflich­tun­gen der Ver­trags­par­tei­en. Dem­entspre­chend kön­nen die­se Vor­schrif­ten nicht als Rechts­grund­la­ge für Ein­grif­fe in Grund­rech­te der Beschwer­de­füh­rer die­nen. Dar­auf, ob die vor­han­de­nen inner­staat­li­chen Vor­schrif­ten, wie die Bun­des­re­gie­rung vor­trägt, aus­rei­chen, um die völ­ker­recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen aus dem Über­ein­kom­men zu erfül­len, und ob eine voll­stän­di­ge Erfül­lung die­ser Ver­pflich­tun­gen mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar wäre, kommt es für die unmit­tel­ba­re Betrof­fen­heit der Beschwer­de­füh­rer durch das Zustim­mungs­ge­setz nicht an.
Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Beschwer­de­füh­rer kann eine Beschwer­de­be­fug­nis auch nicht dar­aus fol­gen, dass das inner­staat­li­che Recht nach Mög­lich­keit im Ein­klang mit den völ­ker­recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land aus­zu­le­gen ist 9. Da sich die Gren­zen der völ­ker­rechts­freund­li­chen Aus­le­gung aus der Ver­fas­sung erge­ben 10, kann der Grund­satz der Völ­ker­rechts­freund­lich­keit kei­ne ver­fas­sungs­wid­ri­ge, ins­be­son­de­re grund­rechts­ver­let­zen­de Geset­zes­aus­le­gung und ‑anwen­dung gebie­ten.
Soweit sich die Beschwer­de­füh­rer gegen die Zustim­mung zu Art. 32 CCC wen­den, schei­tert die Zuläs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de zwar nicht am Feh­len einer eige­nen, gegen­wär­ti­gen und unmit­tel­ba­ren Betrof­fen­heit. Der Vor­trag der Beschwer­de­füh­rer zur Mög­lich­keit einer Grund­rechts­ver­let­zung genügt jedoch nicht den sich aus § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG erge­ben­den Sub­stan­ti­ie­rungs­an­for­de­run­gen.
Die Vor­aus­set­zung der eige­nen und gegen­wär­ti­gen Betrof­fen­heit ist grund­sätz­lich erfüllt, wenn der Beschwer­de­füh­rer dar­legt, dass er mit eini­ger Wahr­schein­lich­keit durch die auf den ange­grif­fe­nen Vor­schrif­ten beru­hen­den Maß­nah­men in sei­nen Grund­rech­ten berührt wird 11. Unmit­tel­ba­re Betrof­fen­heit ist gege­ben, wenn die ange­grif­fe­nen Bestim­mun­gen, ohne eines wei­te­ren Voll­zugs­akts zu bedür­fen, die Rechts­stel­lung des Beschwer­de­füh­rers ver­än­dern 12. Das ist auch dann anzu­neh­men, wenn die­ser gegen einen denk­ba­ren Voll­zugs­akt nicht oder nicht in zumut­ba­rer Wei­se vor­ge­hen kann 13. Dies ist unter ande­rem der Fall, wenn die wei­te­ren Voll­zugs­ak­te von aus­län­di­schen Behör­den vor­ge­nom­men wer­den, gegen deren Maß­nah­men im Inland kein Rechts­schutz gege­ben ist 14.
Gemes­sen an die­sen Maß­stä­ben ist eine eige­ne, gegen­wär­ti­ge und unmit­tel­ba­re Betrof­fen­heit der Beschwer­de­füh­rer durch das Zustim­mungs­ge­setz, soweit es sich auf Art. 32 CCC bezieht, zu beja­hen.
Soweit die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land in Art. 32 CCC den ande­ren Ver­trags­par­tei­en das Recht ein­räumt, auf Daten in ihrem Hoheits­ge­biet zuzu­grei­fen, ist eine inner­staat­li­che Umset­zung des Über­ein­kom­mens weder erfor­der­lich noch mög­lich. Mit der Zustim­mung zu Art. 32 CCC ist den ande­ren Ver­trags­par­tei­en unter den dort nor­mier­ten Vor­aus­set­zun­gen der unmit­tel­ba­re Zugriff auf im Inland befind­li­che Daten gestat­tet. Unter Beru­fung auf die­se Bestim­mung kön­nen sich Behör­den der ande­ren Ver­trags­par­tei­en folg­lich ohne jede wei­te­re Betei­li­gung deut­scher Stel­len Zugang zu inlän­di­schen Daten ver­schaf­fen. Da etwai­ge Voll­zugs­ak­te somit von aus­län­di­schen Stel­len vor­ge­nom­men wer­den, ist im Hin­blick auf Art. 32 CCC von einer unmit­tel­ba­ren Betrof­fen­heit aus­zu­ge­hen. Dar­über hin­aus ist eine unmit­tel­ba­re Betrof­fen­heit der Beschwer­de­füh­rer des­halb gege­ben, weil die­se von Daten­er­he­bun­gen aus­län­di­scher Stel­len auf der Grund­la­ge von Art. 32 CCC regel­mä­ßig kei­ne Kennt­nis erlan­gen und daher nicht dage­gen vor­ge­hen kön­nen.
Mit ihrem Vor­trag, sie nutz­ten Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­net­ze und ins­be­son­de­re das Inter­net inten­siv und lie­fen daher Gefahr, von Daten­er­he­bun­gen aus­län­di­scher Stel­len betrof­fen zu sein, haben die Beschwer­de­füh­rer auch aus­rei­chend deut­lich gemacht, durch Art. 32 CCC in Ver­bin­dung mit dem Zustim­mungs­ge­setz selbst und gegen­wär­tig betrof­fen zu sein 15.
Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist hin­sicht­lich der Zustim­mung zu Art. 32 CCC jedoch unzu­läs­sig, weil die Beschwer­de­füh­rer die Mög­lich­keit einer Grund­rechts­ver­let­zung nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert dar­ge­legt haben.
In der Begrün­dung sei­ner Ver­fas­sungs­be­schwer­de (§ 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG) hat der Beschwer­de­füh­rer dar­zu­le­gen, mit wel­chen ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen die ange­grif­fe­ne Maß­nah­me kol­li­diert. Dazu muss er auf­zei­gen, inwie­weit die­se die bezeich­ne­ten Grund­rech­te ver­let­zen soll 16. Liegt zu den mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de auf­ge­wor­fe­nen Ver­fas­sungs­fra­gen bereits Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vor, so ist der behaup­te­te Grund­rechts­ver­stoß in Aus­ein­an­der­set­zung mit den dar­in ent­wi­ckel­ten Maß­stä­ben zu begrün­den 17.
Die­sen Anfor­de­run­gen wird der Vor­trag der Beschwer­de­füh­rer sowohl im Hin­blick auf die Rege­lung in Art. 32 Buch­sta­be a CCC als auch hin­sicht­lich der Vor­schrift des Art. 32 Buch­sta­be b CCC nicht gerecht.
Da die Rege­lung in Art. 32 Buch­sta­be a CCC aus­schließ­lich öffent­lich zugäng­li­che Daten zum Gegen­stand hat, betrifft sie ins­be­son­de­re nicht das Fern­mel­de­ge­heim­nis (Art. 10 GG) oder die Unver­letz­lich­keit der Woh­nung (Art. 13 GG), son­dern berührt allen­falls das Recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung. Die­ses durch Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 1 Abs. 1 GG geschütz­te Recht umfasst den Schutz des Ein­zel­nen gegen unbe­grenz­te Erhe­bung, Spei­che­rung, Ver­wen­dung und Wei­ter­ga­be sei­ner per­sön­li­chen Daten. Es gewähr­leis­tet inso­weit die Befug­nis des Ein­zel­nen, grund­sätz­lich selbst über die Preis­ga­be und Ver­wen­dung sei­ner per­sön­li­chen Daten zu bestim­men 18.
Die Kennt­nis­nah­me öffent­lich zugäng­li­cher Infor­ma­tio­nen ist dem Staat jedoch nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts grund­sätz­lich nicht ver­wehrt 19. Der Staat darf von jeder­mann zugäng­li­chen Infor­ma­ti­ons­quel­len unter den­sel­ben Bedin­gun­gen wie jeder Drit­te Gebrauch machen 20. Das gilt auch dann, wenn auf die­se Wei­se im Ein­zel­fall per­so­nen­be­zo­ge­ne Infor­ma­tio­nen erho­ben wer­den. Daher liegt kein Ein­griff in das Recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung vor, wenn eine staat­li­che Stel­le im Inter­net ver­füg­ba­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­hal­te erhebt, die sich an jeder­mann oder zumin­dest an einen nicht wei­ter abge­grenz­ten Per­so­nen­kreis rich­ten. So liegt es etwa, wenn die Behör­de eine all­ge­mein zugäng­li­che Web­sei­te im World Wide Web auf­ruft, eine jedem Inter­es­sier­ten offen ste­hen­de Mai­ling­lis­te abon­niert oder einen offe­nen Chat beob­ach­tet 19. Ein Ein­griff in das Recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung kommt erst in Betracht, wenn Infor­ma­tio­nen, die durch die Sich­tung all­ge­mein zugäng­li­cher Inhal­te gewon­nen wur­den, gezielt zusam­men­ge­tra­gen, gespei­chert und gege­be­nen­falls unter Hin­zu­zie­hung wei­te­rer Daten aus­ge­wer­tet wer­den und dadurch einen zusätz­li­chen Aus­sa­ge­wert erhal­ten, aus dem sich die für das Grund­recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung spe­zi­fi­sche Gefah­ren­la­ge für die Per­sön­lich­keit des Betrof­fe­nen ergibt 21.
Die­se Recht­spre­chung erfor­dert im Hin­blick auf Art. 32 Buch­sta­be a CCC eine Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen dem durch die Vor­schrift allein erlaub­ten Zugriff (access) auf öffent­lich zugäng­li­che Com­pu­ter­da­ten und deren wei­te­rer Ver­ar­bei­tung durch geziel­tes Zusam­men­tra­gen, Spei­chern und Aus­wer­ten im Zusam­men­hang mit ande­ren Daten. Dazu ent­hält die Begrün­dung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de kei­ne aus­rei­chen­den Dar­le­gun­gen. Ins­be­son­de­re berück­sich­ti­gen die Beschwer­de­füh­rer nicht, dass eine staat­li­che Kennt­nis­nah­me von öffent­lich zugäng­li­chen Daten für sich genom­men kei­nen Grund­rechts­ein­griff bedeu­tet. Wenn aber das Gebrauch­ma­chen von einer Infor­ma­ti­ons­quel­le durch inlän­di­sche Behör­den grund­sätz­lich nicht in das Recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung ein­greift, hät­te es nähe­rer Aus­füh­run­gen dazu bedurft, war­um die Gestat­tung der­sel­ben Maß­nah­me durch aus­län­di­sche Stel­len einen Grund­rechts­ein­griff dar­stel­len soll. Dies hat auch Kon­se­quen­zen für die Beur­tei­lung einer – hypo­the­ti­schen und letzt­lich spe­ku­la­ti­ven – Wei­ter­ga­be von Daten oder einer Zweck­än­de­rung durch aus­län­di­sche Behör­den. Hier­für dürf­ten kei­ne stren­ge­ren Maß­stä­be gel­ten als für die Daten­er­he­bung (Kri­te­ri­um der hypo­the­ti­schen Neu­er­he­bung) 22. Der vor­lie­gen­de Fall unter­schei­det sich von einer akti­ven Über­mitt­lung von per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten an öffent­li­che Stel­len ande­rer Staa­ten, bei der schon die Über­mitt­lung als sol­che einen Ein­griff dar­stellt, der an den Grund­rech­ten zu mes­sen ist, in die bei der Daten­er­he­bung ein­ge­grif­fen wur­de 23.
Ein Zugriff aus­län­di­scher Staa­ten auf im Inland gespei­cher­te Com­pu­ter­da­ten führt zwar dazu, dass die Gewähr­leis­tun­gen des Grund­ge­set­zes für die wei­te­re Ver­wen­dung der Daten im Aus­land, ins­be­son­de­re für ihre Spei­che­rung und geziel­te Aus­wer­tung und Zusam­men­füh­rung mit wei­te­ren Daten, nicht mehr als sol­che zur Anwen­dung gebracht wer­den kön­nen und statt­des­sen die im Aus­land gel­ten­den Stan­dards Anwen­dung fin­den. Das steht der Ermäch­ti­gung zum Zugriff auf öffent­lich zugäng­li­che Daten jedoch nicht grund­sätz­lich ent­ge­gen 24. Das Grund­ge­setz bin­det die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land mit der Prä­am­bel, Art. 1 Abs. 2, Art. 9 Abs. 2, Art. 16 Abs. 2, Art. 23 bis Art. 26 und Art. 59 Abs. 2 GG in die inter­na­tio­na­le Gemein­schaft ein und hat die deut­sche öffent­li­che Gewalt pro­gram­ma­tisch auf inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit aus­ge­rich­tet 25. Hier­zu gehört ein Umgang mit ande­ren Staa­ten auch dann, wenn deren Rechts­ord­nun­gen und ‑anschau­un­gen nicht voll­stän­dig mit den deut­schen inner­staat­li­chen Auf­fas­sun­gen über­ein­stim­men 26. Die wech­sel­sei­ti­ge Befug­nis zum Zugriff auf in dem jeweils ande­ren Ver­trags­staat gespei­cher­te, öffent­lich zugäng­li­che Daten zielt gera­de dar­auf, die für eine wirk­sa­me Bekämp­fung der Com­pu­ter­kri­mi­na­li­tät von den Ver­trags­part­nern des CCC als uner­läss­lich ange­se­he­ne inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit im gegen­sei­ti­gen Inter­es­se zu ver­stär­ken und zu ver­bes­sern (vgl. Prä­am­bel zum CCC).
Da die aus­län­di­sche Staats­ge­walt nur ihren eige­nen recht­li­chen Bin­dun­gen unter­wor­fen ist, hat der deut­sche Gesetz­ge­ber aller­dings im Fal­le der Über­mitt­lung von per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten an aus­län­di­sche Behör­den dafür Sor­ge zu tra­gen, dass die grund­ge­setz­li­chen Gren­zen der Daten­er­he­bung und ‑ver­ar­bei­tung dadurch nicht in ihrer Sub­stanz unter­lau­fen wer­den und dass ins­be­son­de­re ele­men­ta­re rechts­staat­li­che Grund­sät­ze nicht ver­letzt wer­den. Kei­nes­falls darf der Staat sei­ne Hand zu Ver­let­zun­gen der Men­schen­wür­de rei­chen 27. Die Über­mitt­lung sol­cher Daten an das Aus­land setzt daher eine Ver­ge­wis­se­rung über einen rechts­staat­li­chen Umgang mit die­sen Daten im Emp­fän­ger­land vor­aus 28.
Ob das­sel­be im Grund­satz auch bei der völ­ker­recht­li­chen Ermäch­ti­gung ande­rer Staa­ten zu einem Zugriff auf im Inland gespei­cher­te, öffent­lich zugäng­li­che Com­pu­ter­da­ten gilt, bedarf geson­der­ter Prü­fung. In die­sem Rah­men stellt sich unter ande­rem die Fra­ge, ob es einer völ­ker­ver­trag­li­chen Ermäch­ti­gung zu einem – für sich genom­men kei­nen Grund­rechts­ein­griff bedeu­ten­den – Zugriff auf sol­che Daten über­haupt bedarf und der Zustim­mungs­ge­setz­ge­ber des­halb durch deren Ver­sa­gung gegen­über allen oder ein­zel­nen Ver­trags­part­nern mit­tel­bar die Grund­rech­te der Betrof­fe­nen auch gegen­über der wei­te­ren Ver­ar­bei­tung der Daten im Aus­land schüt­zen kann. Eine expli­zi­te völ­ker­ver­trag­li­che Gestat­tung wäre nicht erfor­der­lich, wenn es sich bei Art. 32 Buch­sta­be a CCC um die Kodi­fi­zie­rung von gel­ten­dem Völ­ker­ge­wohn­heits­recht han­del­te 29. Wenn die Erhe­bung öffent­lich zugäng­li­cher Daten durch aus­län­di­sche Behör­den auch ohne völ­ker­ver­trag­li­che Gestat­tung zumin­dest völ­ker­recht­lich zuläs­sig wäre, müss­te jeden­falls erör­tert wer­den, wel­che Mit­tel der deut­schen Staats­ge­walt zum Schutz der Grund­rech­te vor dem Zugriff und der damit ermög­lich­ten wei­te­ren Ver­ar­bei­tung der im Inland gespei­cher­ten Daten durch aus­län­di­sche Behör­den über­haupt zur Ver­fü­gung ste­hen und wel­che Kon­se­quen­zen dies für die Mög­lich­keit einer Grund­rechts­be­ein­träch­ti­gung durch das Zustim­mungs­ge­setz hät­te.
Mit all die­sen Fra­gen set­zen sich die Beschwer­de­füh­rer nicht ansatz­wei­se aus­ein­an­der. Sie beschrän­ken sich auf den undif­fe­ren­zier­ten – durch eine ober­ge­richt­li­che Ent­schei­dung zu Durch­su­chungs­maß­nah­men aus­län­di­scher Beam­ter im Inland unter­leg­ten – Hin­weis, das Völ­ker­recht wei­se allein dem Bele­gen­heits­staat das Recht zum hoheit­li­chen Zugriff auf Gegen­stän­de und Daten zu, die sich auf sei­nem Ter­ri­to­ri­um befän­den; die Grund­rech­te ver­bö­ten es, unkon­trol­lier­te aus­län­di­sche Hoheits­hand­lun­gen in Deutsch­land zu dul­den. Die­sen Schutz habe der Gesetz­ge­ber den Grund­rechts­trä­gern durch das Abkom­men genom­men, ohne sicher­zu­stel­len, dass Zugrif­fe im Wege des Art. 32 CCC nur im Rah­men der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit erfolg­ten. Das reicht zur sub­stan­ti­ier­ten Dar­le­gung der Mög­lich­keit einer Grund­rechts­ver­let­zung auch und gera­de durch die Ermäch­ti­gung zum Zugriff auf öffent­lich zugäng­li­che Com­pu­ter­da­ten gemäß Art. 32 Buch­sta­be a CCC nicht aus.
Auch mit Blick auf Art. 32 Buch­sta­be b CCC haben die Beschwer­de­füh­rer die kon­kre­te Mög­lich­keit einer Grund­rechts­ver­let­zung nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert auf­ge­zeigt. Sie legen nicht dar, dass und in wel­chem Umfang Art. 32 Buch­sta­be b CCC Grund­rechts­ein­grif­fe durch aus­län­di­sche Behör­den ermög­licht. Der Vor­trag, dass inter­na­tio­nal täti­ge Unter­neh­men gebe­ten wer­den könn­ten, im Inland gespei­cher­te Daten her­aus­zu­ge­ben, genügt den Anfor­de­run­gen an eine sub­stan­ti­ier­te Begrün­dung inso­weit nicht.
Die Beschwer­de­füh­rer tra­gen dem Umstand nicht hin­rei­chend Rech­nung, dass die Anwen­dung von Art. 32 Buch­sta­be b CCC eine "recht­mä­ßi­ge und frei­wil­li­ge Zustim­mung der Per­son" vor­aus­setzt, die zur Daten­wei­ter­ga­be "recht­mä­ßig befugt" ist. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de lässt eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der Fra­ge ver­mis­sen, ob die Zustim­mung im Sin­ne des Art. 32 Buch­sta­be b CCC stets vom Betrof­fe­nen erklärt wer­den muss oder unter Umstän­den auch von einer ande­ren Stel­le erklärt wer­den kann, die per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten des Betrof­fe­nen erho­ben oder ver­ar­bei­tet hat. Zwar erscheint es denk­bar, dass nach dem Recht ande­rer Ver­trags­par­tei­en eine Zustim­mungs­be­fug­nis bei Per­so­nen ange­nom­men wird, die nach deut­schem Recht nicht dis­po­si­ti­ons­be­fugt wären, zumal das Über­ein­kom­men offen­lässt, nach wel­chem Recht die Zustim­mungs­be­fug­nis zu beur­tei­len ist 30. Inso­fern ist jedoch zu berück­sich­ti­gen, dass – solan­ge und soweit die Aus­le­gung von völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­gen durch die Ver­trags­staa­ten offen ist – bei der Prü­fung der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit unter den ver­schie­de­nen in Betracht kom­men­den Aus­le­gungs­mög­lich­kei­ten der­je­ni­gen der Vor­zug gege­ben wer­den muss, bei der der Ver­trag vor dem Grund­ge­setz bestehen kann 31. Auch hier­zu ver­hal­ten sich die Beschwer­de­füh­rer nicht.
Dar­über hin­aus ist zu beach­ten, dass Art. 32 CCC ledig­lich die völ­ker­recht­li­che Zuläs­sig­keit des Daten­zu­griffs regelt. Die Vor­schrift legi­ti­miert aus­schließ­lich den mit der Daten­über­tra­gung ver­bun­de­nen Ein­griff in die ter­ri­to­ria­le Sou­ve­rä­ni­tät des Staa­tes, in dem die Daten gespei­chert sind. Die inner­staat­li­chen Vor­schrif­ten, an denen die Daten­über­mitt­lung zu mes­sen ist, nach denen also zu ent­schei­den ist, ob die Zustim­mung zu der Über­mitt­lung recht­mä­ßig durch eine dazu befug­te Per­son erteilt wor­den ist, wer­den von dem Über­ein­kom­men nicht berührt. Art. 32 Buch­sta­be b CCC betrifft allein das Ver­hält­nis zwi­schen den Ver­trags­par­tei­en und regelt nicht, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Daten wei­ter­ge­ge­ben oder zum Zugriff frei­ge­ge­ben wer­den dür­fen. Ins­be­son­de­re ent­bin­det Art. 32 Buch­sta­be b CCC Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­te­an­bie­ter und ande­re Unter­neh­men nicht von der Beach­tung der Vor­schrif­ten des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­set­zes, des Tele­me­di­en­ge­set­zes und des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes sowie sons­ti­ger Daten­schutz­vor­schrif­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund hät­ten sich die Beschwer­de­füh­rer zumin­dest mit der Fra­ge aus­ein­an­der­set­zen müs­sen, ob die Rege­lun­gen des deut­schen Daten­schutz­rechts genü­gen, um den Schutz per­so­nen­be­zo­ge­ner, im Inland gespei­cher­ter Daten bei Anfra­gen aus­län­di­scher Behör­den in aus­rei­chen­dem Maße zu gewähr­leis­ten.
Der Rich­ter am Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt Huber hat der Ent­schei­dung eine abwei­chen­de Mei­nung hin­zu­ge­fügt. Soweit das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen das Zustim­mungs­ge­setz zur Con­ven­ti­on on Cybercrime auch inso­weit für nicht aus­rei­chend sub­stan­ti­iert hält, als es sich auf Art. 32 Buch­sta­be a CCC bezieht, ver­mag er dem nicht zu fol­gen. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de erweist sich, im Gegen­teil, in die­sem Punkt sei­ner Ansicht nach als zuläs­sig und begrün­det.
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 21. Juni 2016 – 2 BvR 637/​09
Siche­rungs­haft – und der Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­an­trag An einem Inter­es­se des Betrof­fe­nen auf Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit der Haft fehlt es, wenn und soweit er in dem von der Anord­nung der Siche­rungs­haft erfass­ten…
BGBl. Teil II, 2008, Num­mer 30 vom 10.11.2008, S. 1242[↩]
vgl. BVerfGE 1, 97, 101 ff.; 115, 118, 137; 125, 260, 304; stRspr[↩]
vgl. Butzer/​Haas, in: Schmidt-Bleib­treu/Hof­man­n/Hen­ne­ke, GG, 13. Aufl.2014, Art. 59 Rn. 104; Kem­pen, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2010, Art. 59 Rn. 95; Streinz, in: Sachs, GG, 7. Aufl.2014, Art. 59 Rn. 67[↩]
vgl. BVerfGE 64, 1, 20; 74, 358, 370; 111, 307, 324; 128, 326, 365; BVerfG, Beschluss vom 15.12 2015 – 2 BvL 1/​12 71[↩]
BVerfGE 29, 348, 360; vgl. fer­ner BVerfGE 40, 141, 164 f.; BVerfGK 9, 174, 189; BVerfG, Beschluss vom 31.05.1994 – 2 BvR 1193/​93, NJW 1994, S. 2883; BVerfG, Beschluss vom 08.12 2014 – 2 BvR 450/​11 35; aus der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts sie­he BVerw­GE 80, 233, 235; 87, 11, 13[↩]
vgl. BT-Drs. 16/​7218, S. 52[↩]
vgl. BT-Drs. 16/​7218, S. 90[↩]
vgl. hier­zu BVerfGE 64, 1, 20; 74, 358, 370; 111, 307, 324; 128, 326, 365; BVerfG, Beschluss vom 15.12 2015 – 2 BvL 1/​12 71[↩]
BVerfGE 128, 326, 371; BVerfG, Beschluss vom 15.12 2015 – 2 BvL 1/​12 72; vgl. auch BVerfGE 111, 307, 318; BVerfGK 10, 116, 124[↩]
vgl. BVerfGE 100, 313, 354; 109, 279, 307 f.; 115, 118, 137[↩]
vgl. BVerfGE 97, 157, 164; 102, 197, 207; 115, 118, 137[↩]
vgl. BVerfGE 100, 313, 354; 109, 279, 306 f.; 115, 118, 137[↩]
vgl. BVerfGE 6, 290, 295[↩]
vgl. BVerfGE 133, 277, 312 f. Rn. 86 m.w.N.[↩]
vgl. BVerfGE 99, 84, 87; 120, 274, 298[↩]
vgl. BVerfGE 99, 84, 87; 101, 331, 346; 123, 186, 234[↩]
vgl. BVerfGE 65, 1, 43; 120, 274, 312; 130, 151, 183; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 120, 274, 344 f.[↩][↩]
BVerfGE 120, 351, 361[↩]
vgl. BVerfGE 120, 274, 345; 351, 362[↩]
vgl. BVerfGE 125, 260, 333; 133, 277, 373 f. Rn. 225 f.; BVerfG, Urteil vom 20.04.2016 – 1 BvR 966/​09, 1 BvR 1140/​09 287[↩]
vgl. dazu BVerfG, Urteil vom 20.04.2016 – 1 BvR 966/​09, 1 BvR 1140/​09 324[↩]
vgl. BVerfG, Urteil vom 20.04.2016 – 1 BvR 966/​09, 1 BvR 1140/​09 325[↩]
vgl. BVerfGE 63, 343, 370; 111, 307, 318 f.; 112, 1, 25, 27[↩]
vgl. BVerfGE 31, 58, 75 ff.; 63, 343, 366; 91, 335, 340, 343 ff.; 108, 238, 247 f.[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 15.12 2015 – 2 BvR 2735/​14, Rn. 62 m.w.N.[↩]
BVerfG, Urteil vom 20.04.2016 – 1 BvR 966/​09, 1 BvR 1140/​09 327 ff.[↩]
vgl. Seitz, Straf­ver­fol­gungs­maß­nah­men im Inter­net, 2004, S. 364 ff.; Sie­ber, in: Ver­hand­lun­gen des 69. Deut­schen Juris­ten­ta­ges, 2012, Bd. I, Gut­ach­ten C, S. 144 f.; Ger­mann, Gefah­ren­ab­wehr und Straf­ver­fol­gung im Inter­net, 2000, S. 652; Gercke, Straf­ver­tei­di­ger Forum 2009, S. 271, 272 f.; Schmitt, in: Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 59. Aufl.2016, § 110 Rn. 7a[↩]
vgl. Traut­mann, in: Schomburg/​Lagodny/​Gleß/​Hackner, Inter­na­tio­na­le Rechts­hil­fe in Straf­sa­chen, 5. Aufl.2012, EuCy­bercri­me­Übk Art. 32 Rn. 8[↩]
vgl. BVerfGE 4, 157, 168[↩]
Verwaltungsrecht Wirtschaftsstrafrecht
ComputerkriminalitätDatenschutzInternetkriminalitätRechtsschutzbedürfnisVerfassungsbeschwerde

References: Art. 25
 Art. 59
 Art. 25
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 1
 Art. 10
 Art. 13
 Art.19
 Art. 101
 Art. 102
 Art. 104
 Art. 25
 Art. 32
 Art. 25
 Art. 59
 Art. 25
 Art. 23
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 16
 Art. 29
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 26
 Art. 27
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 16
 Art. 30
 Art. 29
 Art. 31
 Art. 33
 Art. 34
 Art. 25
 Art. 32
 § 23
 § 92
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 § 92
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 2
 Art. 1
 Art. 32
 Art. 1
 Art. 9
 Art. 16
 Art. 23
 Art. 26
 Art. 59
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 59
 Art. 59
 Art. 59
 § 110
 Art. 32