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Timestamp: 2019-05-21 16:32:03+00:00

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§ 476 BGB: Abweichende Vereinbarungen
BGH, URTEIL vom 3.10.2006, Az. VIII ZR 3/06 Auch in anderem Zusammenhang hat der Senat bereits entschieden, dass beim Tierkauf eine differenzierte Betrachtungsweise etwa bei der Frage geboten ist, ob die Vermutung des § 476 BGB mit der Art des Mangels unvereinbar ist (Senatsurteil vom 29. März 2006 -VIII ZR 173/05, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt, WM 2006, 1544 = NJW2006, 2250, unter II 2 c bb (2)).
BGH, URTEIL vom 3.3.1982, Az. VIII ZR 26/81 In den Fällen, in denen der erkennende Senat über Mängelansprüche des aufkaufenden oder in Zahlung nehmenden Händlers zu entscheiden hatte, bestand keine Veranlassung, einen Haftungsausschluß zu erörtern, weil es sich entweder um Ansprüche wegen arglistig verschwiegener Mängel handelte, deren Ausschluß nach § 476 BGB unwirksam ist, oder um dem Händler bekannte Mängel, für die der Verkäufer nach § 460 BGB ohnehin nicht haftet (Senatsurteile vom 18. Dezember 1956 - VIII ZR 19/56 = BB 1957, 238 = DB 1957, 186, vom 21. Oktober 1964 - VIII ZR 151/63 = LM BGB § 463 Nr. 11 = NJW 1965, 35; für die ähnlich liegenden Fälle bei Vereinbarung eines Vermittlungsvertrages über den Gebrauchtwagen Senatsurteil vom 5. April 1978 - VIII ZR 83/77 aaO) .
BGH, URTEIL vom 3.11.2005, Az. VIII ZR 49/05 13	aa)	Nach	der	Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 2. Juni 2004 -VIII ZR 329/03, BGHZ 159, 215 = NJW2004, 2299; Urteil vom 14. September 2005 - VIII ZR 363/04, NJW 2005, 3490, unter B II 1 b bb (1)) begründet § 476 BGB eine (lediglich) in zeitlicher Hinsicht wirkende Vermutung, dass ein Mangel bereits im Zeitpunkt des Gefahrübergangs vorlag; dem Käufer kommt die Beweislastumkehr grundsätzlich zugute, wenn das Vorliegen eines Sachmangels allein davon abhängt, ob eine Abweichung von der Sollbeschaffenheit, die sich innerhalb von sechs Monaten nach der Übergabe der Sache an den Käufer zeigt, bereits bei Gefahrübergang vorhanden war.
BGH, URTEIL vom 3.2.2006, Az. VIII ZR 173/05 Die Revision meint dagegen unter Berufung auf eine in der Rechtsprechung der Instanzgerichte zu dem Teil vertretene Auffassung (LG Verden, RdL 2005, 176; AG Worbis, RdL 2005, 146; AG Helmstedt, RdL 2005, 65; tendenziell auch OLG Oldenburg - 8. Senat, RdL 2005, 65; OLG Oldenburg -14. Senat, RdL 2005, 65 und LG Lüneburg, RdL 2005, 66), § 476 BGB sei auf den Tierkauf grundsätzlich nicht anwendbar.
BGH, URTEIL vom 3.2.2006, Az. VIII ZR 173/05 Hierfür ist auch bei § 476 BGB eine Erschütterung der Vermutung nicht ausreichend; erforderlich ist vielmehr der volle Beweis des Gegenteils der vermuteten Tatsache (ebenso OLG Celle, NJW 2004, 3566; MünchKommBGB/ S. Lorenz, aaO, § 476 Rdnr. 22; Palandt/Putzo, aaO, § 476 Rdnr. 8 a; Westermann, aaO, 347; E. v. Westphalen, aaO, 102, 213; allgemein zu §292 ZPO: Zöller/Greger, ZPO, 25. Aufl., § 292 Rdnr. 2).
BGH, URTEIL vom 4.11.1997, Az. I ZR 143/95 Auch weil der Gebrauchtwagenverkauf - wie auch nach den vom Berufungsgericht zitierten Verkaufsbedingungen im Streitfall -unter dem im Rahmen des § 476 BGB zulässigen Ausschluß der Gewährleistungshaftung (BGHZ 74, 383, 386 ff.) erfolgen kann, stellt sich die Vereinbarung des beanstandeten Umtauschrechts aus Sicht des Verkehrs nicht als ein üblicher Vertragsinhalt oder als ein Bestandteil der Hauptleistung dar.
BGH, URTEIL vom 3.2.1979, Az. VIII ZR 129/78 Das Unterlassen dieses Hinweises, der maßgeblichen Einfluß auf den Kaufentschluß des Klägers gehabt hätte, ist nach den in der höchstrichterlichen Rechtsprechung, insbesondere des erkennenden Senats (BGHZ 63, 382, 388) entwickelten Grundsätzen arglistig im Sinne des § 476 BGB, so daß der vom Beklagten zu 2 gewünschte Haftungsausschluß nichtig ist.
BGH, BESCHLUSS vom 2.1.2008, Az. VIII ZR 94/07 Dafür kommt dem Kläger entgegen der Auffassung der Revision die Vermutung des § 476 BGB zugute (vgl. Senatsurteile vom 14. September 2005 -VIIIZR 363/04, NJW 2005, 3490, Tz. 30 und vom 18. Juli 2007 -VIII ZR 259/06, NJW 2007, 2621, Tz. 16).
BGH, URTEIL vom 3.6.2007, Az. VIII ZR 110/06 Mit dem Regel-Ausnahme-Verhältnis in § 476 BGB und dem Verbraucher schützenden Charakter der Norm wäre es auch beim Tierkauf nicht zu vereinbaren, die Vermutung ohne weiteres schon daran scheitern zu lassen, dass der Entstehungszeitpunkt eines Mangels typischerweise nicht zuverlässig festgestellt werden kann; denn durch eine derartige Einengung der Beweislastumkehr würde der mit der Regelung bezweckte Verbraucherschutz weitgehend ausgehöhlt (BGHZ, aaO, 50).
BGH, Urteil vom 3.0.1981, Az. VIII ZR 10/80 Ein solcher Ausschluß ist - wie das Berufungsgericht mit Recht und ohne Widerspruch der Revision annimmt -auch unter der Geltung des auf den vorliegenden Fall anwendbaren AGB-Gesetzes in den vom Gesetz (§ 476 BGB) gezogenen und von der Rechtsprechung entwickelten Grenzen wirksam (BGHZ 74, 383, 386 ff, 392 m.w.N.).
BGH, URTEIL vom 3.0.2014, Az. VIII ZR 70/13 19	a) Das Berufungsgericht meint unter Berufung auf das Senatsurteil vom 23. November 2005 (VIII ZR 43/05, NJW 2006, 434 Rn. 19 ff.), dass die Vermutung des § 476 BGB nicht eingreife, wenn die Ursache eines innerhalb von sechs Monaten nach Gefahrübergang aufgetretenen Mangels ihrerseits eine vertragswidrige Beschaffenheit darstelle; deshalb müsse der Käufer beweisen, dass diese Ursache schon bei Gefahrübergang Vorgelegen habe.
BGH, URTEIL vom 3.0.2014, Az. VIII ZR 70/13 20	Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats muss der Käufer beim Verbrauchsgüterkauf beweisen, dass binnen sechs Monaten seit Gefahrübergang ein Sachmangel aufgetreten ist; gelingt ihm der Beweis, greift die Vermutung des § 476 BGB ein, dass dieser Mangel im Zeitpunkt des Gefahrübergangs bereits vorlag (vgl. Senatsurteile vom 2. Juni 2004 - VIII ZR 329/03, BGHZ 159, 215, 217 f.; vom 23. November 2005 - VIII ZR 43/05, aaO Rn. 21; vom 29. März 2006 - VIII ZR 173/05, BGHZ 167, 40 Rn. 21).
BGH, URTEIL vom 3.2.1977, Az. VIII ZR 283/75 Ein solcher Einwand unzulässiger Rechtsausübung wäre - wie in der Rechtsprechung anerkannt ist - dem Kläger nicht etwa schon deshalb nach § 476 BGB verwehrt, weil der Beklagte keinen Fehler arglistig verschwiegen hat (Senatsurteil vom 28. April 1971 - VIII ZR 258/69 = LM BGB § 123 Nr. 42 * NJW 1971, 1795 = WM 1971, 749, unter Hinweis auf BGHZ 22, 90 /''99_7 und 37, 94 JT99J sowie m.w.Nachw.).
BGH, URTEIL vom 3.5.1977, Az. VIII ZR 43/76 bb) Da Jedoch die Gewährleistung nur in den durch § 476 BGB gezogenen Grenzen ausgeschlossen werden kann (BGH Urteil vom 16. März 1977 - VIII ZR 283/75 aaO), greift ein vereinbarter Haftungsausschluß nicht ein, wenn ein Unfall arglistig verschwiegen worden wäre.
BGH, URTEIL vom 3.9.2016, Az. VIII ZR 103/15 Nach dieser - teilweise auch im Schrifttum und in der Instanzrechtsprechung anzutreffenden - Sichtweise (sogenannte Grundmangellehre) begründet § 476 BGB beim Auftreten eines akuten Sachmangels binnen eines Zeitraums von sechs Monaten ab Gefahrübergang vielmehr nach seinem Wortlaut und Regelungszweck die Vermutung, dass die Sache bei Übergabe zu demindest einen für den akuten Schaden ursächlichen Grundmangel aufgewiesen hat (Münch-KommBGB/Lorenz, 7. Aufl., § 476 Rn. 4; OLG Brandenburg, DAR 2009, 92, 93.
BGH, URTEIL vom 3.9.2016, Az. VIII ZR 103/15 Denn danach gilt die in § 476 BGB für den Verkaufsgüterkauf angeordnete Beweislastumkehr nicht für die Frage, ob überhaupt ein Sachmangel vorliegt (Senatsurteile vom 2. Juni 2004 - VIII ZR 329/03, BGHZ 59, 215, 217 f. [Zahnriemen]; vom 14. September 2005 - VIII ZR 363/04, NJW 2005, 3490 unter II 1 b bb (1) [Karosserieschaden]; vom 23. November 2005 -VIII ZR 43/05, NJW 2006, 434 Rn. 20 f. [Turboladerschaden]; vom 18. Juli 2007 - VIII ZR 259/06, NJW 2007, 2621 Rn. 15 [defekte Zylinderkopfdichtung]).
BGH, URTEIL vom 3.9.2016, Az. VIII ZR 103/15 -12- (1) Vielmehr setzt die Regelung des § 476 BGB einen binnen sechs Monaten nach Gefahrübergang aufgetretenen Sachmangel voraus und begründet eine lediglich in zeitlicher Hinsicht wirkende Vermutung dafür, dass dieser Mangel bereits im Zeitpunkt des Gefahrübergangs vorlag (Senatsurteile vom 2. Juni 2004 - VIII ZR 329/03, aaO; vom 22. November 2004 - VIII ZR 21/04, NJW 2005, 283 unter II 2; vom 14. September 2005 - VIII ZR 363/04, aaO; vom 23. November 2005 - VIII ZR 43/05, aaO Rn. 21; vom 21. Dezember 2005
BGH, URTEIL vom 3.9.2016, Az. VIII ZR 103/15 25	(2)	Im Interesse der Stärkung des Verbraucherschutzes beim Kauf von mit Sachmängeln behafteten beweglichen Sachen wendet der Senat allerdings die oben beschriebenen Grundsätze zugunsten des Käufers dahin an, dass diesem die Beweislastumkehr nach § 476 BGB auch dann zugute kommt, wenn die Frage, ob ein Sachmangel vorliegt, allein davon abhängt, dass eine Abweichung von der Sollbeschaffenheit, die sich innerhalb von sechs Monaten nach der Übergabe an den Käufer zeigt, bereits bei Gefahrübergang vorhanden war (Senatsurteile vom 14. September 2005 - VIII ZR 363/04, aaO; vom 21. Dezember 2005 - VIII ZR 49/05, aaO; vom 18. Juli 2007 - VIII ZR 259/06, aaO Rn. 16; vom 11. November 2008 - VIII ZR 265/07, NJW 2009, 580 Rn. 14).
BGH, URTEIL vom 3.9.2016, Az. VIII ZR 103/15 Der Käufer muss - anders als dies der bisherigen Sichtweise des Senats zu § 476 BGB entspricht - weder den Grund für die Vertragswidrigkeit noch den Umstand beweisen, dass sie dem Verkäufer zuzurechnen ist (EuGH, Urteil vom 4. Juni 2015 - C-497/13, aaO Rn. 70 - Faber).
BGH, URTEIL vom 3.9.2016, Az. VIII ZR 103/15 50	(aa) Der Wortlaut des § 476 BGB lässt eine solche Deutung zu (Lorenz, aaO S. 455; Gsell, aaO S. 451; vgl. auch MünchKommBGB/Lorenz, aaO § 476 Rn. 4; Staudinger/Matusche-Beckmann, BGB, Neubearb.
BGH, URTEIL vom 3.9.2016, Az. VIII ZR 103/15 59	(b) Zur Widerlegung der Vermutung des § 476 BGB hat der Verkäufer also den Beweis des Gegenteils (§ 292 ZPO; vgl. hierzu auch Senatsurteile vom 23. November 2005 - VIII ZR 43/05, aaO Rn. 22 ff.; vom 29. März 2006 - VIII ZR 173/05, aaO Rn. 31) dahin zu erbringen, dass der binnen sechs Monaten nach Gefahrübergang aufgetretene mangelhafte Zustand auf eine nach Gefahrübergang eingetretene, ihm nicht zuzurechnende Ursache - sei es auf ein Verhalten des Käufers oder eines Dritten, sei es auf sonstige Umstände (EuGH, Urteil vom 4. Juni 2015 - C-497/13, aaO Rn. 73 f. - Faber), etwa eine übliche Abnutzungserscheinung nach Gefahrübergang, - zurückzuführen ist.
BGH, URTEIL vom 5.10.2015, Az. V ZR 78/14 Diese Rechtsprechung beruhte auf der - bei der regelmäßigen Vereinbarung eines Gewährleistungsausschlusses nach § 476 BGB aF - wesentlichen Unterscheidung zwischen bloßen vertraglichen Beschaffenheitsangaben nach § 459 Abs. 1 BGB aF und zugesicherten Eigenschaften nach § 459 Abs. 2 BGB aF (vgl. Senat, Urteil vom 30. November 1990 - V ZR 91/89, NJW 1991, 912).
BGH, URTEIL vom 3.2.1981, Az. VIII ZR 44/80 a)	Der erkennende Senat hat bereits mehrfach ausgesprochen, daß Arglist i.S. von § 476 BGB schon dann anzunehmen ist, wenn der Verkäufer ohne tatsächliche Grundlage unrichtige Angaben über Mängelfreiheit oder über wesentliche Eigenschaften des Fahrzeugs macht, die geeignet sind, den Kaufentschluß des Käufers mit zu beeinflussen (BGHZ 63, 382, 388 unter Hinweis auf zwei unveröffentlichte zur Anfechtung wegen arglistiger Täuschung ergangene Senatsurteile vom 2. Februar 1966 und vom 10. Juli 1968 -VIII ZR 284/63 und 167/66, ferner Senatsurteil vom 16. März 1977 - VIII ZR 283/75 = NJW 1977, 1055 f unter II 2 c und III 1 a ee = WM 1977, 584; BGHZ 74, 383, 391 f unter cc).
LG Köln, Urteil vom 3.2.2007, Az. 4 O 40/06 Maßgeblich sind einerseits der Sinn und Zweck des § 476 BGB – Privilegierung des Verbrauchers auf Grund besserer Erkenntnismöglichkeiten des Unternehmers über den Zustand des Tieres bei Gefahrübergang – und andererseits die zu berücksichtigenden Besonderheiten der konkreten Tierkrankheit (BGH NJW 2006, 2253).
LG Wuppertal, Urteil vom 3.9.2005, Az. 4 O 218/04 Dabei kann letztlich dahinstehen, ob die Kläger im Entscheidungsfall die Beweislast für die Mangelhaftigkeit der Kaufsache im Zeit- 34punkt des Gefahrüberganges traf, weil der Wohnwagen anfangs fahrbereit war, oder ob nach § 476 BGB die Beklagte die Mangelfreiheit im Zeitpunkt des Gefahrüberganges hätte beweisen müssen (vgl. Lorenz, 'Sachmangel und Beweislastumkehr...'; NJW 2004, Seite 3020).
LG Krefeld, Urteil vom 5.3.2006, Az. 1 S 116/05 28Ob die Art des Mangels mit der Vermutung des § 476 BGB unvereinbar ist, ist eine Rechtsfrage, keine Frage der Beweislast (Lorenz in: Münchener Kommentar, aaO., Rdn. 22).
LG Krefeld, Urteil vom 5.3.2006, Az. 1 S 116/05 Vielmehr reicht es, dass er die Tatsachen darlegt und beweist, weshalb die Art des Mangels mit der Vermutung des § 476 BGB unvereinbar ist (Lorenz in: Münchener Kommentar, aaO., Rdn. 15; Putzo in: Palandt, aaO.)
LG Krefeld, Urteil vom 5.3.2006, Az. 1 S 116/05 Insoweit hat der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung vom 14.09.2005 (VIII ZR 363/04 = NJW 2005, 3490-3492) ausgeführt, dass eine Ausnahme vom Grundsatz des § 476 BGB nicht bereits dann gegeben ist, wenn es sich um einen Mangel handelt, der typischerweise jederzeit eintreten kann und daher keinen hinreichend wahrscheinlichen Rückschluss auf sein Vorliegen bereits zu dem Zeitpunkt des Gefahrübergangs zulässt.
LG Krefeld, Urteil vom 5.3.2006, Az. 1 S 116/05 Die Vermutungswirkung liefe dann regelmäßig gerade in den Fällen leer, in denen sich der Entstehungszeitpunkt des Mangels nicht zuverlässig feststellen lässt, was den mit der Vorschrift des § 476 BGB intendierten Verbraucherschutz weitgehend aushöhlt (BGH aaO., S. 3492).
LG Krefeld, Urteil vom 5.3.2006, Az. 1 S 116/05 Auch wenn der Mangel für Käufer und Verkäufer gleichermaßen nicht erkennbar war, besteht kein Erkenntnisgefälle und damit kein Anlass, den Käufer durch die Beweislastumkehr des § 476 BGB besonders zu schützen (Witt, NJW 2005, 3468, 3470; offen gelassen: BGH, aaO., 3492).
LG Krefeld, Urteil vom 5.3.2006, Az. 1 S 116/05 Ausdrücklich offen gelassen hat er dagegen die Frage, ob die Vermutung des § 476 BGB auch dann wegen der Art des Mangels nicht eingreift, wenn der Verkäufer den Sachmangel, sofern er schon bei Gefahrübergang vorhanden gewesen wäre, nicht hätte erkennen können (BGH NJW 2005, 3490, 3492).
LG Köln, Urteil vom 4.10.2005, Az. 29 O 290/04 Wenn diese Fälle von der Vermutungsregel des § 476 BGB nicht erfaßt würden, bliebe sie entgegen der Intention des Gesetzgebers in zu vielen Verbrauchgüterkäufen wirkungslos ( vgl. OLG Hamm, a.a.O.).
OLG Düsseldorf, Urteil vom 4.1.2001, Az. 6 U 86/00 Jedenfalls im internationalen Handelsverkehr muß der Empfänger eine solche Erklärung, die ohnehin nicht als umfassende Freizeichnung verstanden werden könnte (vgl. Palandt/Putzo, 60. Aufl., § 476 BGB Rdnr. 7), nicht zwangsläufig als Beschränkung der Gewährleistung begreifen.
AG Neuss, Urteil vom 4.1.2009, Az. 77 C 884/08 Da § 476 BGB lediglich eine in zeitlicher Hinsicht wirkende Vermutung enthält, dass ein Mangel, der sich innerhalb der ersten sechs Monate zeigt, bereits bei Gefahrübergang vorlag (BGH NJW 2004, 2299 'Zahnriemenfall') und der streitgegenständliche Mangel bei Gefahrübergang unstreitig nicht vorlag, ist § 476 BGB vorliegend nicht anwendbar.
AG Neuss, Urteil vom 4.1.2009, Az. 77 C 884/08 Eine Vermutung dafür, dass ein nach Gefahrübergang auftretender Mangel auf einen bereits bei Gefahrübergang vorhandenen Grundmangel zurückzuführen ist, enthält § 476 BGB nicht (BGH aaO).

References: § 476
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 § 460
 § 463
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 § 476
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 §292
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 § 476
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 § 123
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 § 459
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