Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=10.02.2015&Aktenzeichen=20%20B%2014.710
Timestamp: 2019-06-26 11:43:56+00:00

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VGH Bayern, 10.02.2015 - 20 B 14.710 - dejure.org
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VGH Bayern, 10.02.2015 - 20 B 14.710 (https://dejure.org/2015,3827)
VGH Bayern, Entscheidung vom 10.02.2015 - 20 B 14.710 (https://dejure.org/2015,3827)
VGH Bayern, Entscheidung vom 10. Februar 2015 - 20 B 14.710 (https://dejure.org/2015,3827)
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Untersagung einer gewerblichen Altkleidersammlung;Entgegenstehende überwiegende öffentliche Interessen
§ 18 Abs. 5 Satz 2 KrWG; § 17 Abs. 2 Nr. 4, Abs. 3 KrWG
Abfall, Verbot, Verbot, Verbot
Untersagung einer gewerblichen Altkleidersammlung aufgrund entgegenstehender überwiegender öffentlicher Interessen
Schutz öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger
VG Würzburg, 25.06.2013 - W 4 K 12.1129
Die hier maßgebenden Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts betreffen allein die Konstellation des Marktzutritts eines gewerblichen Sammlers in einem Entsorgungsgebiet, in dem ein öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger bereits tätig ist und Alttextilien seit einiger Zeit entsorgt (vgl. zum jeweiligen Sachverhalt die Entscheidungen der Berufungsgerichte BayVGH, Urteil vom 10.02.2015 - 20 B 14.710 - juris, sowie OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 21.09.2015 - 20 A 2120/14 - NWVBl 2016, 107).
Das so gewonnene Auslegungsergebnis bedarf nach dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (U.v. 10.2.2015 - 20 B 14.710 - juris Rn. 23 ff., 29), unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG, U.v. 18.6.2009 - 7 C 16.08 - BVerwGE 134, 154) und des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG B.v. 28.8.2014 - 2 BvR 2639/09 - NVwZ 2015, 52), auch keiner grundsätzlichen Korrektur aufgrund der Wertungen des Art. 12 GG oder Art. 106 Abs. 2 AEUV (…so auch OVG NW, U.v. 21.9.2015 - 20 A 2120/14 - juris Rn. 119-150).
Folglich bedarf es nach wie vor einer Betrachtung und Bewertung der Umstände des Einzelfalls (BayVGH, U.v. 10.02.2015 - 20 B 14.710 - juris Rn. 30).
Denn durch § 17 Abs. 3 Satz 3 Nr. 1 KrWG wird nicht nur das Sammlungssystem des öffentlich-rechtlichen Trägers im Allgemeinen, sondern es werden auch gesondert betriebene Sammlungs- und Verwertungssysteme für bestimmte Abfallfraktionen, wie z. B. Altkleider, geschützt (BayVGH, U.v. 10.2.2015 - 20 B 14.710 - juris Rn. 30;… VGH B-W, B.v. 9.9.2013, 10 S 1116/13 - juris Rn. 42;… OVG NW, U.v. 21.9.2015 - 20 A 2120/14 - juris Rn. 159 ff.;… VG Ansbach, U.v. 23.1.2013 - AN 11 K 12.01588 - juris Rn. 85;… VG Köln, B.v. 25.1.2013 - 13 L 1796/12 - juris Rn. 9;… VG Würzburg, B.v. 28.1.2013 - W 4 S 12.1130 - juris Rn. 42).
Das so gewonnene Auslegungsergebnis bedarf nach dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (U.v. 10.2.2015 - 20 B 14.710 - juris Rn. 23 ff., 29) unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG, U.v. 18.6.2009 - 7 C 16.08 - BVerwGE 134, 154) und des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG B.v. 28.8.2014 - 2 BvR 2639/09 - juris = NVwZ 2015, 52) auch keiner grundsätzlichen Korrektur aufgrund der Wertungen des Art. 12 GG oder Art. 106 Abs. 2 AEUV (so aber wohl VGH BW B.v. 9.9.2013 - 10 S 1116/13 - juris).
Dies wäre mit Sinn und Zweck der §§ 17, 18 KrWG aber nicht zu vereinbaren (im Ergebnis ebenso: BayVGH, U.v. 10.2.2015 - 20 B 14.710 - juris Rn. 30;… VG Ansbach, U.v. 7.8.2012 - AN 11 K 12.02212 - juris Rn. 48).
Denn durch § 17 Abs. 3 Satz 3 Nr. 1 KrWG wird nicht nur das Sammlungssystem des öffentlich-rechtlichen Trägers im Allgemeinen, sondern es werden auch gesondert betriebene Sammlungs- und Verwertungssysteme für bestimmte Abfallfraktionen, wie z.B. Altkleider, geschützt (BayVGH, U.v. 10.2.2015 - 20 B 14.710 - juris Rn. 30;… VGH B-W, B.v. 9.9.2013, 10 S 1116/13 - juris Rn. 42;… VG Ansbach, U.v. 7.8.2012 - AN 11 K 12.02212 - juris Rn. 3;… U.v. 23.1.2013 - AN 11 K 12.01588 - juris Rn. 85;… VG Köln, B.v. 25.1.2013 - 13 L 1796/12 - juris Rn. 9;… VG Würzburg, B.v. 28.1.2013 - W 4 S. 12.1130 - juris Rn. 42).
Ob dies allein schon für eine wesentliche Beeinträchtigung der Planungssicherheit und Organisationsverantwortung ausreicht, kann dahinstehen, weil hier - wie bereits dargelegt - eine Gesamtbetrachtung unter Berücksichtigung aller angemeldeten (zumindest gewerblichen) Sammlungen durchzuführen ist (BayVGH, U.v. 10.2.2015 - 20 B 14.710 - juris Rn. 30).
Der Bayerische VGH spricht sich in seinem Urteil vom 10. Februar 2015 - 20 B 14.710 -, juris gegen das Erfordernis einer europarechtskonformen Auslegung der Vorschrift aus.
Demzufolge, so der Bayerische VGH in seinem Urteil vom 10. Februar 2015 - 20 B 14.710 -, juris weiter, komme ein Vorrang des privaten Sammlers nur in Betracht und scheide eine Untersagung nach § 18 Abs. 5 Satz 2 KrWG aus, wenn die vom gewerblichen Sammler angebotene Sammlung und Verwertung der Abfälle wesentlich leistungsfähiger ist als die von dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger oder dem von ihm beauftragten Dritten bereits angebotene oder konkret geplante Leistung.
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof wiederum beschränkt sich bei der Anwendung des § 17 Abs. 3 Satz 3 Nr. 1 KrWG auf eine Wortlautauslegung und gelangt insoweit zu dem regelmäßigen Ergebnis, dass ein Vorrang des gewerblichen Sammlers nur in Betracht komme, wenn die von diesem angebotene Sammlung und Verwertung der Abfälle wesentlich leistungsfähiger sei als die von dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger oder dem von ihm beauftragten Dritten bereits angebotene oder konkret geplante Leistung, vgl. VGH Bayern, Urteil vom 10. Februar 2015 - 20 B 14.710 -, juris Rn. 23, 29.
Darüber hinausgehend sieht der Bayerische Verwaltungsgerichtshof - insoweit ähnlich wie die neuerliche Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen - keinen grundsätzlichen Korrekturbedarf aufgrund der Wertungen des Art. 12 Grundgesetz (GG) oder des Art. 106 Abs. 2 AEUV, vgl. VGH Bayern, Urteil vom 10. Februar 2015 - 20 B 14.710 -, juris Rn. 30.
Der Senat wies die Berufung der Klägerin gegen dieses Urteil mit Urteil vom 10. Februar 2015 zurück (Az. 20 B 14.710).
Das so gewonnene Auslegungsergebnis bedarf nach dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (U.v. 10.2.2015 - 20 B 14.710 - juris Rn. 23 ff., 29) unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG, U.v. 18.6.2009 - 7 C 16.08 - BVerwGE 134, 154) und des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG B.v. 28.8.2014 - 2 BvR 2639/09 - NVwZ 2015, 52) auch keiner grundsätzlichen Korrektur aufgrund der Wertungen des Art. 12 GG oder Art. 106 Abs. 2 AEUV (…so auch OVG NW, U.v. 21.9.2015 - 20 A 2120/14 - juris Rn. 119-150).
Eine Vertrauensschutzprüfung setzt jedoch solche Angaben voraus (BayVGH, U. v. 10.2.2015 - 20 B 14.710 - juris Rn. 31).
Zunächst bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken an der Gültigkeit des § 17 Abs. 3 KrWG (s.a.: VGH München, Urt. v. 10.02.2015 - 20 B 14.710 -, juris).
Ob die Anzeige eines Sammlers ohne Angabe der konkreten Containerstandorte unvollständig ist, vgl. offen lassend: OVG NRW, Beschluss vom 12. März 2014 - 20 B 703/14 - www.nrwe.de; wohl bejahend: BayrVGH, Urteil vom 10. Februar 2015 - 20 B 14.710 - juris; verneinend: OVG Lüneburg, Beschluss vom 14. Januar 2015 - 7 ME 57/14 - juris, kann vorliegend dahinstehend, weil weitere Umstände hinzutreten, die die Beklagte berechtigen, ihrer Überwachungsaufgabe mit der Anordnung konkreter Standortlisten nachzukommen.

References: § 18
 § 17
 Art. 12
 Art. 106
 § 17
 Art. 12
 Art. 106
 § 17
 § 18
 § 17
 Art. 12
 Art. 106
 Art. 12
 Art. 106
 § 17