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Timestamp: 2020-07-09 01:20:12+00:00

Document:
Lawbrary | ParlG - Bundesgesetz über die Bundesversammlung
Allgemeine Bestimmungen (1 - 5)
Rechte und Pflichten (6 - 13)
Unvereinbarkeitsregelungen (14 - 15)
Immunität und Sessionsteilnahmegarantie (16 - 21)
Haftung für Schäden (21 - 21)
Aufgaben der Bundesversammlung (22 - 30)
Allgemeines (31 - 33)
Nationalrat und Ständerat (34 - 38)
Vereinigte Bundesversammlung (39 - 41)
Allgemeine Bestimmungen (42 - 49)
Finanzkommissionen (50 - 51)
Geschäftsprüfungskommissionen (52 - 53)
Berichterstattung im Rat (54 - 55)
Redaktionskommission (56 - 59)
Delegationen in internationalen Versammlungen und für die Pflege von zwischenstaatlichen Beziehungen (60 - 60)
Fraktionen (61 - 62)
Parlamentarische Gruppen (63 - 63)
Parlamentsverwaltung (64 - 70)
Verfahren in der Bundesversammlung
Allgemeine Verfahrensbestimmungen (71 - 82)
Verfahren zwischen den Räten
Zusammenwirken der Räte (83 - 88)
Differenzen zwischen den Räten (89 - 95)
Volksinitiative auf Totalrevision der Bundesverfassung (96 - 96)
a. Gemeinsame Bestimmungen (97 - 99)
b. Volksinitiative in der Form des ausgearbeiteten Entwurfs (100 - 102)
c. Volksinitiative in der Form der allgemeinen Anregung (103 - 104)
d. Fristverlängerung und Fristablauf (105 - 106)
Verfahren bei parlamentarischen Initiativen (107 - 114)
Verfahren bei Standesinitiativen (115 - 117)
Verfahren bei Vorstössen
Allgemeines (118 - 119)
Motion (120 - 122)
Postulat (123 - 124)
Interpellation und Anfrage (125 - 125)
Verfahren bei Petitionen und Eingaben
Petitionen (126 - 128)
Eingaben (129 - 129)
Verfahren bei Einsprachen gegen Verträge der Kantone unter sich oder mit dem Ausland (129 - 129)
Wahlen, Bestätigung von Wahlen und Feststellung der Amtsunfähigkeit
Allgemeine Bestimmungen für Wahlen (130 - 131)
Wahlen in den Bundesrat (132 - 134)
Wahlen in die eidgenössischen Gerichte (135 - 138)
Weitere Wahlen (139 - 139)
Bestätigung von Wahlen (140 - 140)
Feststellung der Amtsunfähigkeit von Mitgliedern des Bundesrates sowie der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers (140 - 140)
Verkehr zwischen der Bundesversammlung und dem Bundesrat
Vorlagen des Bundesrates (141 - 149)
Verkehr der Kommissionen mit dem Bundesrat (150 - 158)
Vertretung des Bundesrates in der Bundesversammlung (159 - 161)
Verkehr zwischen der Bundesversammlung und den eidgenössischen Gerichten sowie der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (162 - 162)
Parlamentarische Untersuchungskommission (163 - 171)
Schlussbestimmungen (172 - 174)
Übergangsbestimmung der Änderung vom 5. Oktober 2007
Übergangsbestimmung zu den Artikeln 109 Absätze 2 und 3 und 116 Absatz 3 gemäss der Änderung vom 21. Juni 2013
die Rech­te und Pflich­ten der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung;
Auf­ga­ben und Or­ga­ni­sa­ti­on der Bun­des­ver­samm­lung;
das Ver­fah­ren in der Bun­des­ver­samm­lung;
die Be­zie­hun­gen zwi­schen der Bun­des­ver­samm­lung und dem Bun­des­rat;
die Be­zie­hun­gen zwi­schen der Bun­des­ver­samm­lung und den eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­ten.
1Der Na­tio­nal­rat und der Stän­de­rat ver­sam­meln sich re­gel­mäs­sig zu or­dent­li­chen Ses­sio­nen.
2Je­der Rat kann für sich Son­der­ses­sio­nen be­schlies­sen, wenn die or­dent­li­chen Ses­sio­nen zum Ab­bau der Ge­schäfts­last nicht aus­rei­chen.
3Ein Vier­tel der Mit­glie­der ei­nes Ra­tes oder der Bun­des­rat kön­nen die Ein­be­ru­fung der Rä­te oder der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung zu ei­ner aus­ser­or­dent­li­chen Ses­si­on zur Be­hand­lung fol­gen­der Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de ver­lan­gen:
Ent­wür­fe des Bun­des­ra­tes oder ei­ner Kom­mis­si­on der Bun­des­ver­samm­lung zu ei­nem Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung;
in bei­den Rä­ten ein­ge­reich­te gleich lau­ten­de Mo­tio­nen;
Er­klä­run­gen des Bun­des­ra­tes oder in bei­den Rä­ten ein­ge­reich­te gleich lau­ten­de Ent­wür­fe für Er­klä­run­gen des Na­tio­nal­ra­tes und des Stän­de­ra­tes.1
4Ei­ne or­dent­li­che oder ei­ne aus­ser­or­dent­li­che Ses­si­on fin­det in bei­den Rä­ten in der Re­gel in den­sel­ben Ka­len­der­wo­chen statt.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
1Je­des Mit­glied der Bun­des­ver­samm­lung legt vor sei­nem Amts­an­tritt den Eid oder das Ge­lüb­de ab.
2Die von der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung ge­wähl­ten Per­so­nen leis­ten ih­ren Eid oder ihr Ge­lüb­de vor der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung im An­schluss an ih­re Wahl, so­fern das Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt.
3Wer sich wei­gert, den Eid oder das Ge­lüb­de zu leis­ten, ver­zich­tet auf sein Amt.
4Der Eid lau­tet:
«Ich schwö­re vor Gott dem All­mäch­ti­gen, die Ver­fas­sung und die Ge­set­ze zu be­ach­ten und die Pflich­ten mei­nes Am­tes ge­wis­sen­haft zu er­fül­len.»
5Das Ge­lüb­de lau­tet:
«Ich ge­lo­be, die Ver­fas­sung und die Ge­set­ze zu be­ach­ten und die Pflich­ten mei­nes Am­tes ge­wis­sen­haft zu er­fül­len.»
1Die Sit­zun­gen der Rä­te und der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung sind öf­fent­lich. Die Ver­hand­lun­gen wer­den der Öf­fent­lich­keit im Amt­li­chen Bulle­tin der Bun­des­ver­samm­lung voll­stän­dig zu­gäng­lich ge­macht. Die Ein­zel­hei­ten der Ver­öf­fent­li­chung re­gelt ei­ne Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung.
2Zum Schut­ze wich­ti­ger Si­cher­heits­in­ter­es­sen oder aus Grün­den des Per­sön­lich­keits­schut­zes kann die ge­hei­me Be­ra­tung be­an­tragt wer­den. An­trags­be­rech­tigt sind:
ein Sechs­tel der Mit­glie­der ei­nes Ra­tes be­zie­hungs­wei­se der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung;
die Mehr­heit ei­ner Kom­mis­si­on;
3Die Be­ra­tung über den An­trag auf ge­hei­me Be­ra­tung ist selbst ge­heim.
4Je­de Per­son, die an ge­hei­men Be­ra­tun­gen teil­nimmt, hat über de­ren In­halt Still­schwei­gen zu be­wah­ren.
1Die Rä­te und ih­re Or­ga­ne in­for­mie­ren recht­zei­tig und um­fas­send über ih­re Tä­tig­keit, so­weit nicht über­wie­gen­de öf­fent­li­che oder pri­va­te In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.
2Die Ver­wen­dung von Ton- und Bild­über­tra­gun­gen aus den Rats­sä­len so­wie die Ak­kre­di­tie­rung von Me­dien­schaf­fen­den wer­den durch Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung oder durch die Rats­re­gle­men­te ge­re­gelt.
1Die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung (Rats­mit­glie­der) ha­ben das Recht, par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ven, Vor­stös­se und Wahl­vor­schlä­ge ein­zu­rei­chen.
2Sie kön­nen zu hän­gi­gen Be­ra­tungs­ge­gen­stän­den und zum Ver­fah­ren An­trä­ge stel­len.
3Das Recht auf Wort­mel­dung und die Re­de­zeit kön­nen durch die Rats­re­gle­men­te ein­ge­schränkt wer­den.
4Wird ei­ne par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve, ei­ne Mo­ti­on oder ein Pos­tu­lat be­strit­ten, so darf ei­ne Ab­stim­mung nur durch­ge­führt wer­den, wenn die Ur­he­be­rin oder der Ur­he­ber Ge­le­gen­heit zu ei­ner münd­li­chen Be­grün­dung er­hal­ten hat. Zu­dem er­hält zu­min­dest das Wort, wer zu­erst die Ab­leh­nung be­an­tragt hat.1
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
1Die Rats­mit­glie­der ha­ben das Recht, vom Bun­des­rat und von der Bun­des­ver­wal­tung über je­de An­ge­le­gen­heit des Bun­des Aus­kunft zu er­hal­ten und Un­ter­la­gen ein­zu­se­hen, so­weit dies für die Aus­übung des par­la­men­ta­ri­schen Man­da­tes er­for­der­lich ist.
2Das ein­zel­ne Rats­mit­glied hat kei­nen An­spruch auf In­for­ma­tio­nen:
aus den Mit­be­richts­ver­fah­ren und den Ver­hand­lun­gen der Bun­des­rats­sit­zun­gen;
die im In­ter­es­se des Staats­schut­zes oder der Nach­rich­ten­diens­te als ver­trau­lich oder ge­heim klas­si­fi­ziert sind oder de­ren Kennt­nis­nah­me durch Un­be­rech­tig­te den Lan­des­in­ter­es­sen einen Scha­den zu­fü­gen kann;
die aus Grün­den des Per­sön­lich­keits­schut­zes ver­trau­lich ge­hal­ten wer­den.1
3Be­steht zwi­schen ei­nem Rats­mit­glied und dem Bun­des­rat Un­ei­nig­keit über den Um­fang der In­for­ma­ti­ons­rech­te, so kann das Rats­mit­glied das Prä­si­di­um des­je­ni­gen Ra­tes an­ru­fen, dem es an­ge­hört. Das Prä­si­di­um ver­mit­telt zwi­schen Rats­mit­glied und Bun­des­rat.
4Das Rats­prä­si­di­um ent­schei­det end­gül­tig, wenn zwi­schen Rats­mit­glied und Bun­des­rat strit­tig ist, ob die In­for­ma­tio­nen zur Aus­übung des par­la­men­ta­ri­schen Man­dats er­for­der­lich sind.
5Der Bun­des­rat kann an Stel­le der Ein­sicht in die Un­ter­la­gen dem Rats­mit­glied einen Be­richt vor­le­gen, wenn zwi­schen ihm und dem Rats­mit­glied strit­tig ist, ob das Rats­mit­glied nach Ab­satz 2 An­spruch auf die In­for­ma­tio­nen hat, und wenn die Ver­mitt­lung des Rats­prä­si­di­ums er­folg­los bleibt.
6Das Rats­prä­si­di­um kann zur Vor­be­rei­tung der Ver­mitt­lung oh­ne Ein­schrän­kun­gen Ein­sicht in die Un­ter­la­gen des Bun­des­ra­tes und der Bun­des­ver­wal­tung neh­men.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Prä­zi­sie­rung der In­for­ma­ti­ons­rech­te der Auf­sichts­kom­mis­sio­nen), in Kraft seit 1. Nov. 2011 (AS 2011 4537; BBl 2011 1817 1839).
Die Rats­mit­glie­der sind an das Amts­ge­heim­nis ge­bun­den, so­fern sie auf Grund ih­rer amt­li­chen Tä­tig­keit von Tat­sa­chen Kennt­nis ha­ben, die zur Wah­rung über­wie­gen­der öf­fent­li­cher oder pri­va­ter In­ter­es­sen, ins­be­son­de­re zum Schut­ze der Per­sön­lich­keit oder aus Rück­sicht auf ein hän­gi­ges Ver­fah­ren, ge­heim zu hal­ten oder ver­trau­lich sind.
Die Rats­mit­glie­der er­hal­ten für ih­re par­la­men­ta­ri­sche Tä­tig­keit vom Bund ein Ein­kom­men so­wie einen Bei­trag zur De­ckung der Kos­ten, die ih­nen bei der par­la­men­ta­ri­schen Tä­tig­keit ent­ste­hen. Die Ein­zel­hei­ten wer­den durch das Par­la­mentsres­sour­cen­ge­setz vom 18. März 19881 ge­re­gelt.
Die Rats­mit­glie­der sind ver­pflich­tet, an den Sit­zun­gen der Rä­te und Kom­mis­sio­nen teil­zu­neh­men.
1Beim Amts­an­tritt und je­weils auf Jah­res­be­ginn un­ter­rich­tet je­des Rats­mit­glied das Bü­ro schrift­lich über sei­ne:
be­ruf­li­chen Tä­tig­kei­ten;
Tä­tig­kei­ten in Füh­rungs- und Auf­sichts­gre­mi­en so­wie Bei­rä­ten und ähn­li­chen Gre­mi­en von schwei­ze­ri­schen und aus­län­di­schen Kör­per­schaf­ten, An­stal­ten und Stif­tun­gen des pri­va­ten und des öf­fent­li­chen Rechts;
Be­ra­tungs- oder Ex­per­ten­tä­tig­kei­ten für Bun­des­stel­len;
dau­ern­den Lei­tungs- oder Be­ra­tungs­tä­tig­kei­ten für schwei­ze­ri­sche und aus­län­di­sche In­ter­es­sen­grup­pen;
Mit­wir­kung in Kom­mis­sio­nen und an­de­ren Or­ga­nen des Bun­des.
2Die Par­la­ments­diens­te er­stel­len ein öf­fent­li­ches Re­gis­ter über die An­ga­ben der Rats­mit­glie­der.
3Rats­mit­glie­der, die durch einen Be­ra­tungs­ge­gen­stand in ih­ren per­sön­li­chen In­ter­es­sen un­mit­tel­bar be­trof­fen sind, wei­sen auf die­se In­ter­es­sen­bin­dung hin, wenn sie sich im Rat oder in ei­ner Kom­mis­si­on äus­sern.
4Das Be­rufs­ge­heim­nis im Sin­ne des Straf­ge­setz­bu­ches1 bleibt vor­be­hal­ten.
Art. 11a Ausstand
1Bei der Aus­übung der Ober­auf­sicht nach Ar­ti­kel 26 tre­ten die Mit­glie­der von Kom­mis­sio­nen und De­le­ga­tio­nen in den Aus­stand, wenn sie an ei­nem Be­ra­tungs­ge­gen­stand ein un­mit­tel­ba­res per­sön­li­ches In­ter­es­se ha­ben oder aus an­de­ren Grün­den be­fan­gen sein könn­ten. Kein Aus­stands­grund sind po­li­ti­sche In­ter­es­sen­ver­tre­tun­gen, ins­be­son­de­re von Ge­mein­we­sen, Par­tei­en oder Ver­bän­den.
2In strei­ti­gen Fäl­len ent­schei­det die be­trof­fe­ne Kom­mis­si­on oder De­le­ga­ti­on nach An­hö­rung des be­trof­fe­nen Mit­glieds end­gül­tig über den Aus­stand.
1 Ein­ge­fügt ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Prä­zi­sie­rung der In­for­ma­ti­ons­rech­te der Auf­sichts­kom­mis­sio­nen), in Kraft seit 1. Nov. 2011 (AS 2011 4537; BBl 2011 1817 1839).
Rats­mit­glie­dern ist die Aus­übung ei­ner amt­li­chen Funk­ti­on für einen aus­län­di­schen Staat so­wie die An­nah­me von Ti­teln und Or­den aus­län­di­scher Be­hör­den ver­bo­ten.
1Ver­stösst ein Rats­mit­glied ge­gen die Ord­nungs- und Ver­fah­rens­vor­schrif­ten der Rä­te, so kann die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent nach er­folg­ter Mah­nung und im Wie­der­ho­lungs­fall:
dem Rats­mit­glied das Wort ent­zie­hen; oder
das Rats­mit­glied höchs­tens für die rest­li­che Dau­er ei­ner Sit­zung aus­sch­lies­sen.
2Ver­stösst ein Rats­mit­glied in schwer wie­gen­der Wei­se ge­gen die Ord­nungs- und Ver­fah­rens­vor­schrif­ten oder ver­letzt es das Amts­ge­heim­nis, so kann das zu­stän­di­ge Rats­bü­ro:
ge­gen das Rats­mit­glied einen Ver­weis aus­spre­chen; oder
das Rats­mit­glied bis zu sechs Mo­na­te aus sei­nen Kom­mis­sio­nen aus­sch­lies­sen.
3Über Ein­spra­chen des be­trof­fe­nen Rats­mit­glieds ent­schei­det der Rat.
Der Bun­des­ver­samm­lung dür­fen nicht an­ge­hö­ren:
die von ihr ge­wähl­ten oder be­stä­tig­ten Per­so­nen;
die nicht von ihr ge­wähl­ten Rich­te­rin­nen und Rich­ter der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te;
das Per­so­nal der zen­tra­len und de­zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung, der Par­la­ments­diens­te, der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te, des Se­kre­ta­ri­ats der Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft, der Bun­des­an­walt­schaft so­wie die Mit­glie­der der aus­ser­par­la­men­ta­ri­schen Kom­mis­sio­nen mit Ent­scheid­kom­pe­ten­zen, so­fern die spe­zi­al­ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen nichts an­de­res vor­se­hen;
die Mit­glie­der der Ar­mee­lei­tung;
Mit­glie­der der ge­schäfts­lei­ten­den Or­ga­ne von Or­ga­ni­sa­tio­nen oder von Per­so­nen des öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Rechts, die nicht der Bun­des­ver­wal­tung an­ge­hö­ren und die mit Ver­wal­tungs­auf­ga­ben be­traut sind, so­fern dem Bund ei­ne be­herr­schen­de Stel­lung zu­kommt;
Per­so­nen, die den Bund in Or­ga­ni­sa­tio­nen oder Per­so­nen des öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Rechts ver­tre­ten, die nicht der Bun­des­ver­wal­tung an­ge­hö­ren und die mit Ver­wal­tungs­auf­ga­ben be­traut sind, so­fern dem Bund ei­ne be­herr­schen­de Stel­lung zu­kommt.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
1Tritt ei­ne Un­ver­ein­bar­keit nach Ar­ti­kel 14 Buch­sta­be a ein, so er­klärt die be­trof­fe­ne Per­son, für wel­ches der bei­den Äm­ter sie sich ent­schei­det.
2Tritt ei­ne Un­ver­ein­bar­keit nach Ar­ti­kel 14 Buch­sta­ben b-f ein, so schei­det die be­trof­fe­ne Per­son sechs Mo­na­te nach Fest­stel­len der Un­ver­ein­bar­keit aus der Bun­des­ver­samm­lung aus, so­fern sie die an­de­re Funk­ti­on bis da­hin nicht auf­ge­ge­ben hat.
Die Rats­mit­glie­der kön­nen für ih­re Äus­se­run­gen in den Rä­ten und in de­ren Or­ga­nen recht­lich nicht zur Ver­ant­wor­tung ge­zo­gen wer­den.
Art. 17 Relative Immunität: Begriff und Zuständigkeiten
1Ge­gen ein Rats­mit­glied kann ein Straf­ver­fah­ren we­gen ei­ner straf­ba­ren Hand­lung, die in un­mit­tel­ba­rem Zu­sam­men­hang mit sei­ner amt­li­chen Stel­lung oder Tä­tig­keit steht, nur mit der Er­mäch­ti­gung der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te ein­ge­lei­tet wer­den. Das Ge­schäfts­re­gle­ment je­des Ra­tes be­zeich­net die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on.
2Er­scheint es nach den Um­stän­den des Falls ge­recht­fer­tigt, so kön­nen die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen die Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung ei­ner straf­ba­ren Hand­lung, die der kan­to­na­len Ge­richts­bar­keit un­ter­steht, den Straf­be­hör­den des Bun­des über­tra­gen.
3Die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung kann ei­ne aus­ser­or­dent­li­che Bun­des­an­wäl­tin oder einen aus­ser­or­dent­li­chen Bun­des­an­walt wäh­len.
3bisDie Prä­si­den­tin­nen oder Prä­si­den­ten der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen kön­nen im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men un­ge­nü­gend be­grün­de­te Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät zur Nach­bes­se­rung an die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de zu­rück­sen­den.2
4Ist ein Ge­such of­fen­sicht­lich un­halt­bar, so kön­nen die Prä­si­den­tin­nen oder Prä­si­den­ten der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men das Ge­such di­rekt er­le­di­gen. Sie set­zen die Kom­mis­sio­nen vor­gän­gig dar­über in Kennt­nis. Ver­langt die Mehr­heit ei­ner Kom­mis­si­on ei­ne Be­ra­tung des Ge­su­ches, so wird das Ge­such im nor­ma­len Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 17a be­han­delt.3
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
Art. 17a Relative Immunität: Verfahren
1Das Ge­such um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät wird von der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on des­je­ni­gen Ra­tes zu­erst be­han­delt, dem das be­schul­dig­te Rats­mit­glied an­ge­hört.
2Stim­men die Be­schlüs­se der bei­den Kom­mis­sio­nen über das Ein­tre­ten auf das Ge­such oder über die Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät nicht über­ein, so fin­det ei­ne Dif­fe­renz­be­rei­ni­gung zwi­schen den Kom­mis­sio­nen statt. Die zwei­te Ab­leh­nung durch ei­ne Kom­mis­si­on ist end­gül­tig.
3Die Kom­mis­sio­nen sind be­schluss­fä­hig, wenn die Mehr­heit ih­rer Mit­glie­der an­we­send ist. Die Be­schluss­fä­hig­keit ist aus­drück­lich fest­zu­stel­len.
4Die Kom­mis­sio­nen hö­ren das be­schul­dig­te Rats­mit­glied an. Die­ses kann sich we­der ver­tre­ten noch be­glei­ten las­sen.
5Der Ent­scheid der Kom­mis­sio­nen ist end­gül­tig.
6Hat ei­ne Kom­mis­si­on ih­ren Ent­scheid dem be­trof­fe­nen Rats­mit­glied er­öff­net, so in­for­miert sie un­ver­züg­lich die Öf­fent­lich­keit. Gleich­zei­tig ori­en­tiert sie die Mit­glie­der bei­der Rä­te mit ei­ner schrift­li­chen Mit­tei­lung.
7Ist das be­schul­dig­te Rats­mit­glied Mit­glied ei­ner der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen, so tritt es in den Aus­stand.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
1Für die Auf­he­bung des Post- und Fern­mel­de­ge­heim­nis­ses im Sin­ne von Ar­ti­kel 321ter des Straf­ge­setz­bu­ches1 ist ei­ne Er­mäch­ti­gung der Rats­prä­si­di­en er­for­der­lich, wenn:
straf­ba­re Hand­lun­gen ei­nes Rats­mit­glie­des ver­folgt wer­den sol­len;
Mass­nah­men ge­gen­über ei­nem Rats­mit­glied an­ge­ord­net wer­den sol­len, die der Über­wa­chung ei­nes Drit­ten die­nen, mit dem das Rats­mit­glied auf Grund sei­nes Am­tes in Be­zie­hung steht.
2Ab­satz 1 fin­det auch auf die­je­ni­gen Fäl­le sinn­ge­mä­ss An­wen­dung, in de­nen für ei­ne ers­te Ab­klä­rung des Sach­ver­halts oder zur Be­weis­si­che­rung an­de­re Mass­nah­men der Er­mitt­lung oder Stra­fun­ter­su­chung ge­gen ein Rats­mit­glied not­wen­dig sind.
3So­bald die von den Rats­prä­si­di­en be­wil­lig­ten Mass­nah­men durch­ge­führt sind, ist nach Ar­ti­kel 17 die Er­mäch­ti­gung der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te zur Straf­ver­fol­gung ein­zu­ho­len, es sei denn, das Ver­fah­ren wer­de ein­ge­stellt.2
4Ei­ne Ver­haf­tung oh­ne die­se Er­mäch­ti­gung ist un­zu­läs­sig.3
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
1Die Rats­prä­si­di­en ent­schei­den in ge­mein­sa­mer und ge­hei­mer Be­ra­tung. Die Er­tei­lung der Er­mäch­ti­gung nach Ar­ti­kel 18 be­darf der Zu­stim­mung von min­des­tens fünf Mit­glie­dern.
2Die Er­mäch­ti­gung zur Auf­he­bung des Post- und Fern­mel­de­ge­heim­nis­ses kann erst er­teilt wer­den, wenn die zu­stän­di­ge Be­hör­de die An­ord­nung zur Über­wa­chung ge­mä­ss Ar­ti­kel 7 des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 20001 be­tref­fend Über­wa­chung des Post- und Fern­mel­de­ver­kehrs ge­neh­migt.
1Ein Straf­ver­fah­ren ge­gen ein Rats­mit­glied we­gen Ver­bre­chen oder Ver­ge­hen, wel­che nicht in un­mit­tel­ba­rem Zu­sam­men­hang mit sei­ner amt­li­chen Stel­lung oder Tä­tig­keit ste­hen, kann wäh­rend der Ses­si­on nur ein­ge­lei­tet wer­den mit sei­ner schrift­li­chen Zu­stim­mung oder mit Er­mäch­ti­gung der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on sei­nes Ra­tes. Das Ge­schäfts­re­gle­ment je­des Ra­tes be­zeich­net die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on.1
2Vor­be­hal­ten bleibt die vor­sorg­li­che Ver­haf­tung we­gen Flucht­ge­fahr oder im Fall des Er­grei­fens auf fri­scher Tat bei der Ver­übung ei­nes Ver­bre­chens. Für ei­ne sol­che Ver­haf­tung muss von der an­ord­nen­den Be­hör­de in­nert vier­und­zwan­zig Stun­den di­rekt bei der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on des Ra­tes, dem das ver­haf­te­te Rats­mit­glied an­ge­hört, um Zu­stim­mung nach­ge­sucht wer­den, so­fern das Rats­mit­glied nicht sein schrift­li­ches Ein­ver­ständ­nis zur Haft ge­ge­ben hat.2
3Ist ein Straf­ver­fah­ren we­gen der in den Ab­sät­zen 1 und 2 ge­nann­ten Straf­ta­ten ge­gen ein Rats­mit­glied bei Be­ginn der Ses­si­on be­reits ein­ge­lei­tet, so hat das Rats­mit­glied das Recht, ge­gen die Fort­set­zung der be­reits an­ge­ord­ne­ten Haft so­wie ge­gen Vor­la­dun­gen zu Ver­hand­lun­gen den Ent­scheid der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on sei­nes Ra­tes zu ver­lan­gen. Die Ein­ga­be hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.3
4Ge­gen ei­ne durch rechts­kräf­ti­ges Ur­teil ver­häng­te Frei­heits­s­tra­fe, de­ren Voll­zug vor Be­ginn der Ses­si­on an­ge­ord­net wur­de, kann das Recht auf Ses­si­ons­teil­nah­me nicht an­ge­ru­fen wer­den.
Ist strei­tig, ob ei­ne Er­mäch­ti­gung nach den Ar­ti­keln 17-20 er­for­der­lich sei, so ent­schei­det das Or­gan, das für die Er­mäch­ti­gung zu­stän­dig ist.
4. Kapitel: Haftung für Schäden
1Die ver­mö­gens­recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit des Rats­mit­glieds für sei­ne amt­li­che Tä­tig­keit rich­tet sich nach dem Ver­ant­wort­lich­keits­ge­setz vom 14. März 19581.
2Über die Haf­tung des Rats­mit­glie­des nach den Ar­ti­keln 7 und 8 des Ver­ant­wort­lich­keits­ge­set­zes vom 14. März 1958 ent­schei­det die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on.
3Das Rats­mit­glied kann den Ent­scheid der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on mit Be­schwer­de beim Bun­des­ge­richt an­fech­ten.
1Die Bun­des­ver­samm­lung er­lässt al­le wich­ti­gen recht­set­zen­den Be­stim­mun­gen in der Form des Bun­des­ge­set­zes.
2Sie kann wei­te­re recht­set­zen­de Be­stim­mun­gen in der Form des Bun­des­ge­set­zes oder, so­weit sie durch Bun­des­ver­fas­sung oder Ge­setz da­zu er­mäch­tigt ist, in der Form der Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung er­las­sen.
3Die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen der Bun­des­ver­samm­lung wer­den auf Ver­lan­gen vor dem Er­lass von recht­set­zen­den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ra­tes kon­sul­tiert, so­fern die Dring­lich­keit der Ver­ord­nung es zu­lässt.
4Als recht­set­zend gel­ten Be­stim­mun­gen, die in un­mit­tel­bar ver­bind­li­cher und ge­ne­rell-ab­strak­ter Wei­se Pflich­ten auf­er­le­gen, Rech­te ver­lei­hen oder Zu­stän­dig­kei­ten fest­le­gen.
Die Bun­des­ver­samm­lung un­ter­brei­tet Än­de­run­gen der Bun­des­ver­fas­sung Volk und Stän­den in der Form des Bun­des­be­schlus­ses zur Ab­stim­mung.
1Die Bun­des­ver­samm­lung ver­folgt die in­ter­na­tio­na­le Ent­wick­lung und wirkt bei der Wil­lens­bil­dung über wich­ti­ge aus­sen­po­li­ti­sche Grund­satz­fra­gen und Ent­schei­de mit.
2Sie ge­neh­migt die völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­ge, so­weit nicht der Bun­des­rat durch Bun­des­ge­setz oder von der Bun­des­ver­samm­lung ge­neh­mig­ten völ­ker­recht­li­chen Ver­trag zum selbst­stän­di­gen Ver­trags­ab­schluss er­mäch­tigt ist.
3Sie ge­neh­migt völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge, die dem Re­fe­ren­dum un­ter­lie­gen, in der Form ei­nes Bun­des­be­schlus­ses. An­de­re völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge ge­neh­migt sie in der Form ei­nes ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses.
4Sie wirkt in in­ter­na­tio­na­len par­la­men­ta­ri­schen Ver­samm­lun­gen mit und pflegt die Be­zie­hun­gen zu aus­län­di­schen Par­la­men­ten.
1Die Bun­des­ver­samm­lung setzt die Auf­wän­de und die In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben mit dem Vor­an­schlag und sei­nen Nach­trä­gen fest.1 Sie be­schliesst über neue oder nicht be­an­spruch­te lau­fen­de Ver­pflich­tungs­kre­di­te und Zah­lungs­rah­men mit dem Vor­an­schlag und sei­nen Nach­trä­gen oder mit be­son­de­ren Be­schlüs­sen. Sie nimmt die Staats­rech­nung ab.
2Sie wählt da­für die Form des ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses.
3Sie legt in Kre­dit­be­schlüs­sen den Zweck und die Hö­he der Kre­di­te fest. Aus­ser­dem kann sie dar­in die Rah­men­be­din­gun­gen der Kre­dit­ver­wen­dung, den zeit­li­chen Ab­lauf der Pro­jekt­ver­wirk­li­chung und die Be­richt­er­stat­tung durch den Bun­des­rat nä­her re­geln.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 65 Ziff. 1 des Fi­nanz­haus­halts­ge­set­zes vom 7. Okt. 2005, in Kraft seit 1. Mai 2006 (AS 2006 1275; BBl 2005 5).
2 Ein­ge­fügt durch Art. 65 Ziff. 1 des Fi­nanz­haus­halts­ge­set­zes vom 7. Okt. 2005, in Kraft seit 1. Mai 2006 (AS 2006 1275; BBl 2005 5).
1Die Bun­des­ver­samm­lung übt die Ober­auf­sicht aus über die Ge­schäfts­füh­rung des Bun­des­ra­tes und der Bun­des­ver­wal­tung, der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te, der Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft, der Bun­des­an­walt­schaft und an­de­rer Trä­ger von Auf­ga­ben des Bun­des.1
2Sie übt die Ober­auf­sicht aus über den Fi­nanz­haus­halt im Be­reich von Ar­ti­kel 8 des Fi­nanz­kon­troll­ge­set­zes vom 28. Ju­ni 19672.
3Die Bun­des­ver­samm­lung übt die Ober­auf­sicht nach den fol­gen­den Kri­te­ri­en aus:
Recht­mäs­sig­keit;
Ord­nungs­mäs­sig­keit;
Zweck­mäs­sig­keit;
Wirk­sam­keit;
4Die Ober­auf­sicht um­fasst nicht die Be­fug­nis, Ent­schei­de auf­zu­he­ben oder zu än­dern. Die in­halt­li­che Kon­trol­le rich­ter­li­cher Ent­schei­de und von Ent­schei­den der Bun­des­an­walt­schaft ist aus­ge­schlos­sen.3
3 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
Die durch das Ge­setz be­zeich­ne­ten Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung sor­gen da­für, dass die Mass­nah­men des Bun­des auf ih­re Wirk­sam­keit über­prüft wer­den. Sie kön­nen hier­zu:
ver­lan­gen, dass der Bun­des­rat Wirk­sam­keits­über­prü­fun­gen durch­füh­ren lässt;
die im Auf­trag des Bun­des­ra­tes durch­ge­führ­ten Wirk­sam­keits­über­prü­fun­gen prü­fen;
selbst Wirk­sam­keits­über­prü­fun­gen in Auf­trag ge­ben.
1Die Bun­des­ver­samm­lung wirkt mit:
bei den wich­ti­gen Pla­nun­gen der Staats­tä­tig­keit;
bei der Fest­le­gung der stra­te­gi­schen Zie­le für ver­selbst­stän­dig­te Ein­hei­ten nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 5 des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19971.2
1bisSie wirkt mit, in­dem sie:
sich mit Be­rich­ten des Bun­des­ra­tes über sei­ne Tä­tig­kei­ten ge­mä­ss Ab­satz 1 in­for­mie­ren lässt oder sol­che Be­rich­te zur Kennt­nis nimmt;
dem Bun­des­rat Auf­trä­ge er­teilt:
ei­ne Pla­nung vor­zu­neh­men oder die Schwer­punk­te ei­ner Pla­nung zu än­dern, oder
für die ver­selbst­stän­dig­ten Ein­hei­ten stra­te­gi­sche Zie­le fest­zu­le­gen oder die­se Zie­le zu än­dern;
Grund­satz- oder Pla­nungs­be­schlüs­se fasst.3
2Grund­satz- und Pla­nungs­be­schlüs­se sind Vor­ent­schei­dun­gen, die fest­le­gen, dass be­stimm­te Zie­le an­zu­stre­ben, Grund­sät­ze und Kri­te­ri­en zu be­ach­ten oder Mass­nah­men zu pla­nen sind.
3Grund­satz- und Pla­nungs­be­schlüs­se wer­den in der Form des ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses er­las­sen. Für Grund­satz- und Pla­nungs­be­schlüs­se von gros­ser Trag­wei­te kann die Form des Bun­des­be­schlus­ses ge­wählt wer­den.
4Weicht der Bun­des­rat von Auf­trä­gen oder Grund­satz- und Pla­nungs­be­schlüs­sen ab, so hat er dies zu be­grün­den.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Mit­wir­kung der Bun­des­ver­samm­lung bei der Steue­rung der ver­selbst­stän­dig­ten Ein­hei­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5859; BBl 2010 3377 3413).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Mit­wir­kung der Bun­des­ver­samm­lung bei der Steue­rung der ver­selbst­stän­dig­ten Ein­hei­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5859; BBl 2010 3377 3413).
1Die Bun­des­ver­samm­lung er­lässt Ein­zelak­te, die dem Re­fe­ren­dum nicht un­ter­ste­hen, in der Form des ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses.
2Ein­zelak­te der Bun­des­ver­samm­lung, für wel­che die not­wen­di­ge ge­setz­li­che Grund­la­ge we­der in der Bun­des­ver­fas­sung noch in ei­nem Bun­des­ge­setz be­steht, wer­den in der Form des Bun­des­be­schlus­ses dem Re­fe­ren­dum un­ter­stellt.
Die Bun­des­ver­samm­lung nimmt die wei­te­ren Auf­ga­ben wahr, die ihr die Bun­des­ver­fas­sung und die Bun­des­ge­setz­ge­bung zu­wei­sen.
Die Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung sind:
der Na­tio­nal­rat;
der Stän­de­rat;
die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung;
die Prä­si­di­en;
die Bü­ros;
die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz und die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on;
die Kom­mis­sio­nen und ih­re Sub­kom­mis­sio­nen so­wie De­le­ga­tio­nen;
die Frak­tio­nen.
1Die Bun­des­ver­samm­lung ver­sam­melt sich in Bern.
2Sie kann mit ein­fa­chem Bun­des­be­schluss be­schlies­sen, aus­nahms­wei­se an ei­nem an­de­ren Ort zu ta­gen.
1Der Na­tio­nal­rat und der Stän­de­rat wer­den von ih­ren Bü­ros ein­be­ru­fen.
2Die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung wird von der Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz ein­be­ru­fen.
3Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent des Na­tio­nal­ra­tes oder, im Ver­hin­de­rungs­fall, die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent des Stän­de­ra­tes ist ver­pflich­tet, die Rä­te ein­zu­be­ru­fen, wenn die Si­cher­heit der Bun­des­be­hör­den ge­fähr­det ist oder der Bun­des­rat nicht in der La­ge ist zu han­deln.
Das Prä­si­di­um je­des Ra­tes wird ge­bil­det aus der Prä­si­den­tin oder dem Prä­si­den­ten so­wie der ers­ten Vi­ze­prä­si­den­tin oder dem ers­ten Vi­ze­prä­si­den­ten und der zwei­ten Vi­ze­prä­si­den­tin oder dem zwei­ten Vi­ze­prä­si­den­ten.
1Je­der Rat be­stellt für sei­ne Lei­tung und für wei­te­re rats­ei­ge­ne An­ge­le­gen­hei­ten ein Bü­ro.
2Das Bü­ro je­des Ra­tes setzt sich zu­sam­men aus dem Prä­si­di­um je­des Ra­tes und wei­te­ren durch die Ge­schäfts­re­gle­men­te be­stimm­ten Mit­glie­dern.
3Rech­te und Pflich­ten, wel­che die­ses Ge­setz den Kom­mis­sio­nen zu­weist, gel­ten auch für die Bü­ros.
Je­der Rat er­lässt ein Ge­schäfts­re­gle­ment mit den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen über sei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on und sein Ver­fah­ren.
1Das Bü­ro des Na­tio­nal­ra­tes und das Bü­ro des Stän­de­ra­tes bil­den die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz.
2Die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz hat fol­gen­de Auf­ga­ben:
Sie legt fest, in wel­chen Ka­len­der­wo­chen die or­dent­li­chen und die aus­ser­or­dent­li­chen Ses­sio­nen statt­fin­den.
Sie sorgt für den Ge­schäfts­ver­kehr zwi­schen den bei­den Rä­ten und zwi­schen die­sen und dem Bun­des­rat.
Sie kann Wei­sun­gen er­las­sen über die Zu­tei­lung der per­so­nel­len und fi­nan­zi­el­len Mit­tel an die Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung.
Sie wählt die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung. Die Wahl be­darf der Be­stä­ti­gung durch die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung.
Sie ge­neh­migt nach den in Ar­ti­kel 61 ge­nann­ten Kri­te­ri­en die Bil­dung neu­er Frak­tio­nen.
3Der Bun­des­rat kann mit be­ra­ten­der Stim­me an den Sit­zun­gen teil­neh­men.
4Die Be­schlüs­se der Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz be­dür­fen der Zu­stim­mung der Bü­ros des Na­tio­nal­ra­tes und des Stän­de­ra­tes. Die Wahl nach Ab­satz 2 Buch­sta­be d er­folgt mit der ab­so­lu­ten Mehr­heit der stim­men­den Mit­glie­der.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, mit Wir­kung seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
1Die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on be­steht aus je drei von der Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz ge­wähl­ten Mit­glie­dern der Bü­ros bei­der Rä­te. Die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on be­zeich­net ei­nes ih­rer Mit­glie­der als De­le­gier­te oder als De­le­gier­ten. Sie kon­sti­tu­iert sich selbst.
2Der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on ob­liegt die obers­te Lei­tung der Par­la­ments­ver­wal­tung.
3Die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on be­schliesst mit der Mehr­heit der stim­men­den Mit­glie­der.
1Das Bü­ro der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung be­steht aus den Prä­si­di­en der bei­den Rä­te.
2Den Vor­sitz führt die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent des Na­tio­nal­ra­tes oder, im Ver­hin­de­rungs­fall, die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent des Stän­de­ra­tes.
3Das Bü­ro be­rei­tet die Sit­zun­gen der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung vor.
4Es kann Kom­mis­sio­nen der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung ein­set­zen. Sie be­ste­hen aus zwölf Mit­glie­dern des Na­tio­nal­ra­tes und aus fünf Mit­glie­dern des Stän­de­ra­tes.
1Die Kom­mis­si­on für Be­gna­di­gun­gen und Zu­stän­dig­keits­kon­flik­te berät Be­gna­di­gungs­ge­su­che und Ent­schei­de über Zu­stän­dig­keits­kon­flik­te zwi­schen den obers­ten Bun­des­be­hör­den vor.
2Sie wählt zu ih­rer Prä­si­den­tin oder ih­rem Prä­si­den­ten ab­wechs­lungs­wei­se ein Mit­glied des Na­tio­nal­ra­tes oder des Stän­de­ra­tes.
3Sie über­weist Be­gna­di­gungs­ge­su­che dem Bun­des­rat zum Be­richt und zur An­trag­stel­lung.
4Sie kann Ein­sicht neh­men in das Ge­such so­wie in die Un­ter­su­chungs-, Ge­richts- und Voll­zugs­ak­ten.
Art. 40a Gerichtskommission
1Die Ge­richts­kom­mis­si­on ist zu­stän­dig für die Vor­be­rei­tung der Wahl und Amts­ent­he­bung:
von Rich­te­rin­nen und Rich­tern der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te;
von Mit­glie­dern der Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft;
der Bun­des­an­wäl­tin oder des Bun­des­an­walts und der Stell­ver­tre­ten­den Bun­des­an­wäl­tin­nen oder Bun­des­an­wäl­te.2
2Sie schreibt of­fe­ne Richter­stel­len und die Stel­len der Bun­des­an­wäl­tin oder des Bun­des­an­walts so­wie der Stell­ver­tre­ten­den Bun­des­an­wäl­tin­nen und Bun­des­an­wäl­te öf­fent­lich aus. So­weit das Ge­setz Teil­pen­sen zu­lässt, ist in der Aus­schrei­bung der Be­schäf­ti­gungs­grad an­zu­ge­ben.3
3Die Ge­richts­kom­mis­si­on un­ter­brei­tet ih­re Wahl­vor­schlä­ge und An­trä­ge auf Amts­ent­he­bung der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung.
4Sie legt die Ein­zel­hei­ten des Ar­beits­ver­hält­nis­ses der Rich­te­rin­nen und Rich­ter so­wie der Bun­des­an­wäl­tin oder des Bun­des­an­walts und der Stell­ver­tre­ten­den Bun­des­an­wäl­tin­nen und Bun­des­an­wäl­te fest.4
5Je­de Frak­ti­on hat An­spruch auf min­des­tens einen Sitz in der Kom­mis­si­on.
6Die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen und die Fi­nanz­de­le­ga­ti­on brin­gen Fest­stel­lun­gen, wel­che die fach­li­che oder per­sön­li­che Eig­nung von Rich­te­rin­nen und Rich­tern, der Bun­des­an­wäl­tin, des Bun­des­an­walts oder der Stell­ver­tre­ten­den Bun­des­an­wäl­tin­nen und Bun­des­an­wäl­te ernst­haft in Fra­ge stel­len, der Ge­richts­kom­mis­si­on zur Kennt­nis.5
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Aug. 2003 (AS 2003 2119; BBl 2001 4202, 2002 1181).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
1So­weit in die­sem Ge­setz nichts an­de­res ge­re­gelt ist, gel­ten für das Ver­fah­ren in der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung die Be­stim­mun­gen des Ge­schäfts­re­gle­ments des Na­tio­nal­rats sinn­ge­mä­ss.
2Die Stim­men­zäh­len­den und die Er­satz­stim­men­zäh­len­den der bei­den Rä­te er­mit­teln die Wahl- und Ab­stim­mungs­re­sul­ta­te.
3Ist das Ge­schäfts­re­gle­ment des Na­tio­nal­ra­tes nicht an­wend­bar, so kann sich die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung ein ei­ge­nes Re­gle­ment ge­ben.
1Je­der Rat setzt aus sei­ner Mit­te die vom Ge­setz und den Ge­schäfts­re­gle­men­ten vor­ge­se­he­nen stän­di­gen Kom­mis­sio­nen ein.
2In Aus­nah­me­fäl­len kön­nen die Rä­te Spe­zi­al­kom­mis­sio­nen be­stel­len.
1Die Mit­glie­der der Kom­mis­sio­nen so­wie de­ren Prä­si­di­en (Prä­si­den­tin oder Prä­si­dent und Vi­ze­prä­si­den­tin oder Vi­ze­prä­si­dent) wer­den vom je­wei­li­gen Bü­ro ge­wählt.
2Die Prä­si­di­en von ge­mein­sa­men Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te und von Kom­mis­sio­nen der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung wer­den von der Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz ge­wählt, so­fern das Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht. Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent und die Vi­ze­prä­si­den­tin oder der Vi­ze­prä­si­dent dür­fen nicht dem glei­chen Rat an­ge­hö­ren.
2bisDie Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz sorgt da­für, dass die Prä­si­den­tin­nen oder Prä­si­den­ten der Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te nicht der­sel­ben Frak­ti­on an­ge­hö­ren.1
3Die Zu­sam­men­set­zung der Kom­mis­sio­nen und die Zu­tei­lung der Kom­mis­si­ons­prä­si­di­en rich­ten sich nach der Stär­ke der Frak­tio­nen im je­wei­li­gen Rat. So­weit mög­lich wer­den die Amtss­pra­chen und Lan­des­ge­gen­den an­ge­mes­sen be­rück­sich­tigt.
4Die Amts­dau­er der Mit­glie­der der stän­di­gen Kom­mis­sio­nen wird von den Ge­schäfts­re­gle­men­ten be­stimmt.
1Im Rah­men der ih­nen durch das Ge­setz oder durch die Ge­schäfts­re­gle­men­te zu­ge­wie­se­nen Zu­stän­dig­kei­ten ha­ben die Kom­mis­sio­nen fol­gen­de Auf­ga­ben:
Sie be­ra­ten die ih­nen zu­ge­wie­se­nen Ge­schäf­te zu­han­den ih­res Ra­tes vor.
Sie be­ra­ten und ent­schei­den über die ih­nen vom Ge­setz zur ab­sch­lies­sen­den Be­ra­tung zu­ge­wie­se­nen Ge­schäf­te.
Sie ver­fol­gen die ge­sell­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­rei­chen.
Sie ar­bei­ten Vor­schlä­ge in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­rei­chen aus.
Sie sor­gen für die Wirk­sam­keits­über­prü­fung in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­rei­chen. Sie un­ter­brei­ten den zu­stän­di­gen Or­ga­nen der Bun­des­ver­samm­lung ent­spre­chen­de An­trä­ge oder er­tei­len dem Bun­des­rat ent­spre­chen­de Auf­trä­ge.
Sie be­rück­sich­ti­gen die Re­sul­ta­te von Wirk­sam­keits­über­prü­fun­gen.
2Die Kom­mis­sio­nen be­rich­ten ih­rem Rat über die ih­nen zu­ge­wie­se­nen Ge­schäf­te und stel­len An­trag.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
1Die Kom­mis­sio­nen kön­nen zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben:
par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ven, Vor­stös­se und An­trä­ge ein­rei­chen so­wie Be­rich­te er­stat­ten;
aus­sen­ste­hen­de Sach­ver­stän­di­ge bei­zie­hen;
Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Kan­to­ne und in­ter­es­sier­ter Krei­se an­hö­ren;
Be­sich­ti­gun­gen vor­neh­men.
2Die Kom­mis­sio­nen kön­nen aus ih­rer Mit­te Sub­kom­mis­sio­nen ein­set­zen. Die­se er­stat­ten der Kom­mis­si­on Be­richt und stel­len An­trag. Meh­re­re Kom­mis­sio­nen kön­nen ge­mein­sa­me Sub­kom­mis­sio­nen ein­set­zen.
1In den Kom­mis­sio­nen gel­ten die Ver­fah­rens­re­geln ih­res Ra­tes, so­fern das Ge­setz oder das Ge­schäfts­re­gle­ment nichts an­de­res vor­sieht.
2Be­schlüs­se von ge­mein­sa­men Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te be­dür­fen der Zu­stim­mung der Mehr­heit der stim­men­den Mit­glie­der aus je­dem Rat, so­fern das Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht.
3Per­so­nen im Diens­te des Bun­des müs­sen schrift­li­che Un­ter­la­gen und vi­su­el­le Prä­sen­ta­tio­nen zu­han­den der Kom­mis­sio­nen in der Re­gel in zwei Amtss­pra­chen vor­le­gen. Aus­sen­ste­hen­de Sach­ver­stän­di­ge so­wie Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Kan­to­ne und in­ter­es­sier­ter Krei­se wer­den mit der Ein­la­dung zu ei­ner Kom­mis­si­ons­sit­zung dar­auf auf­merk­sam ge­macht, dass sie der Mehr­spra­chig­keit der Kom­mis­si­on nach Mög­lich­keit Rech­nung tra­gen soll­ten.1
1Die Be­ra­tun­gen der Kom­mis­sio­nen sind ver­trau­lich; ins­be­son­de­re wird nicht be­kannt ge­ge­ben, wie die ein­zel­nen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer Stel­lung ge­nom­men oder ab­ge­stimmt ha­ben.
2Die Kom­mis­sio­nen kön­nen be­schlies­sen, An­hö­run­gen öf­fent­lich durch­zu­füh­ren.
Die Kom­mis­sio­nen in­for­mie­ren die Öf­fent­lich­keit über die Er­geb­nis­se ih­rer Be­ra­tun­gen.
1Die Kom­mis­sio­nen je­des Ra­tes ko­or­di­nie­ren ih­re Tä­tig­keit un­ter­ein­an­der so­wie mit den Kom­mis­sio­nen des an­de­ren Ra­tes, die die­sel­ben oder ähn­li­che Fra­gen be­ar­bei­ten.
2Die In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung oder die Ab­klä­rung ei­ner Fra­ge kann in ge­mein­sa­men Sit­zun­gen er­fol­gen oder ei­ner Kom­mis­si­on über­tra­gen wer­den.
3Die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen und die Fi­nanz­kom­mis­sio­nen kön­nen den Ge­schäfts­be­richt und die Rech­nung ge­mein­sam vor­be­ra­ten.
4Bei sach­über­grei­fen­den Ge­schäf­ten kön­nen an­de­re Kom­mis­sio­nen Be­rich­te an die vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen rich­ten.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
1Die Fi­nanz­kom­mis­sio­nen (FK) be­fas­sen sich mit der Haus­halt­füh­rung des Bun­des; sie be­ra­ten die fi­nan­zi­el­le Pla­nung, den Vor­an­schlag und des­sen Nach­trä­ge und die Staats­rech­nung vor. Sie üben die Ober­auf­sicht über den ge­sam­ten Fi­nanz­haus­halt nach Ar­ti­kel 26 Ab­satz 2 aus, so­fern das Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht.
2Sie kön­nen zu Er­las­sent­wür­fen von fi­nanz­po­li­ti­scher Be­deu­tung Be­rich­te an die vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen rich­ten. Sol­che Er­las­sent­wür­fe kön­nen ih­nen zum Mit­be­richt oder zur Vor­be­ra­tung zu­ge­wie­sen wer­den.1
3Die Fi­nanz­kom­mis­sio­nen sind zum Mit­be­richt zu den Ent­wür­fen für Ver­pflich­tungs­kre­di­te und Zah­lungs­rah­men ein­zu­la­den, die ih­nen nicht zur Vor­be­ra­tung zu­ge­wie­sen wer­den. Für sie gel­ten für die Ver­tre­tung ih­rer An­trä­ge in den Rä­ten die­sel­ben Rech­te wie für die vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen.2
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
1Die Fi­nanz­kom­mis­sio­nen wäh­len aus ih­rer Mit­te je drei Mit­glie­der und für je­des Mit­glied ei­ne stän­di­ge Stell­ver­tre­te­rin oder einen stän­di­gen Stell­ver­tre­ter in die Fi­nanz­de­le­ga­ti­on (Fin­Del). Die De­le­ga­ti­on kon­sti­tu­iert sich selbst.1
2Der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on ob­liegt die nä­he­re Prü­fung und Über­wa­chung des ge­sam­ten Fi­nanz­haus­hal­tes.
3Der Ver­kehr der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on mit der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­kon­trol­le rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 14, 15 und 18 des Fi­nanz­kon­troll­ge­set­zes vom 28. Ju­ni 19672.
4Die Fi­nanz­de­le­ga­ti­on er­stat­tet den Fi­nanz­kom­mis­sio­nen Be­richt und stellt An­trag.
5Sie kann sich mit wei­te­ren Be­ra­tungs­ge­gen­stän­den be­fas­sen und ih­re Fest­stel­lun­gen den Fi­nanz­kom­mis­sio­nen oder an­de­ren Kom­mis­sio­nen zur Kennt­nis brin­gen.
6Sie ent­schei­det mit der Mehr­heit ih­rer stim­men­den Mit­glie­der.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Wah­rung von De­mo­kra­tie, Rechts­staat und Hand­lungs­fä­hig­keit in aus­ser­or­dent­li­chen La­gen, in Kraft seit 1. Mai 2011 (AS 2011 1381; BBl 2010 1563 2803).
1Die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen (GPK) üben die Ober­auf­sicht über die Ge­schäfts­füh­rung nach Ar­ti­kel 26 Ab­sät­ze 1, 3 und 4 aus.
2Sie le­gen den Schwer­punkt ih­rer Prüftä­tig­keit auf die Kri­te­ri­en der Recht­mäs­sig­keit, Zweck­mäs­sig­keit und Wirk­sam­keit.
1Die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen wäh­len aus ih­rer Mit­te je drei Mit­glie­der in die Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on (GPDel). Die De­le­ga­ti­on kon­sti­tu­iert sich selbst.
2Die De­le­ga­ti­on über­wacht die Tä­tig­keit im Be­reich des Staats­schut­zes und der Nach­rich­ten­diens­te und über­prüft das staat­li­che Han­deln in Be­rei­chen, die ge­heim ge­hal­ten wer­den, weil de­ren Kennt­nis­nah­me durch Un­be­rech­tig­te den Lan­des­in­ter­es­sen einen schwe­ren Scha­den zu­fü­gen kann.1
3Sie über­nimmt wei­te­re be­son­de­re Auf­trä­ge, wel­che ihr ei­ne Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­si­on über­trägt.
3bisDer Bun­des­rat in­for­miert die De­le­ga­ti­on spä­tes­tens 24 Stun­den nach sei­nem Be­schluss über Ver­fü­gun­gen zur Wah­rung der In­ter­es­sen des Lan­des oder zur Wah­rung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit.2
4Die De­le­ga­ti­on er­stat­tet den Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen Be­richt und stellt An­trag.3
5Sie ent­schei­det mit der Mehr­heit ih­rer stim­men­den Mit­glie­der.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Wah­rung von De­mo­kra­tie, Rechts­staat und Hand­lungs­fä­hig­keit in aus­ser­or­dent­li­chen La­gen, in Kraft seit 1. Mai 2011 (AS 2011 1381; BBl 2010 1563 2803).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Wah­rung von De­mo­kra­tie, Rechts­staat und Hand­lungs­fä­hig­keit in aus­ser­or­dent­li­chen La­gen, in Kraft seit 1. Mai 2011 (AS 2011 1381; BBl 2010 1563 2803).
4. Abschnitt: Berichterstattung im Rat
Die Fi­nanz- und die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen be­rich­ten ih­rem Rat ein­mal jähr­lich über die Haupt­er­geb­nis­se ih­rer Ar­beit.
1Die Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on (RedK) ist ei­ne ge­mein­sa­me Kom­mis­si­on bei­der Rä­te.
2Sie be­steht aus drei Sub­kom­mis­sio­nen ent­spre­chend den Amtss­pra­chen des Bun­des.
3Die Kom­mis­si­on kon­sti­tu­iert sich selbst.
4Sie ent­schei­det mit der Mehr­heit ih­rer stim­men­den Mit­glie­der.
1Die Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on über­prüft den Wort­laut der Er­las­se und legt de­ren end­gül­ti­ge Fas­sung für die Schluss­ab­stim­mung fest.
1bisSie ist zu­dem zu­stän­dig für re­dak­tio­nel­le Be­rich­ti­gun­gen in Er­las­sen, wel­che nicht der Schluss­ab­stim­mung un­ter­ste­hen.1
2Sie sorgt da­für, dass die Tex­te ver­ständ­lich und knapp for­mu­liert sind. Sie prüft, ob sie den Wil­len der Bun­des­ver­samm­lung wie­der­ge­ben, und ach­tet dar­auf, dass die Fas­sun­gen in den drei Amtss­pra­chen über­ein­stim­men.
3Der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on ste­hen kei­ne ma­te­ri­el­len Än­de­run­gen zu. Stösst sie auf ma­te­ri­el­le Lücken, Un­klar­hei­ten oder Wi­der­sprü­che, so be­nach­rich­tigt sie die Rats­prä­si­den­tin­nen oder Rats­prä­si­den­ten.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
1Wer­den in ei­nem Er­lass nach der Schluss­ab­stim­mung for­ma­le Feh­ler oder For­mu­lie­run­gen, die nicht das Er­geb­nis der par­la­men­ta­ri­schen Be­ra­tun­gen wie­der­ge­ben, fest­ge­stellt, so ord­net die Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on bis zur Ver­öf­fent­li­chung in der Amt­li­chen Samm­lung des Bun­des­rechts die ge­bo­te­nen Be­rich­ti­gun­gen an. Die­se sind kennt­lich zu ma­chen.
2Nach der Ver­öf­fent­li­chung ei­nes Er­las­ses in der Amt­li­chen Samm­lung des Bun­des­rechts kann die Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on die Be­rich­ti­gung of­fen­sicht­li­cher Feh­ler und Än­de­run­gen ge­set­zes­tech­ni­scher Art an­ord­nen. Die­se sind kennt­lich zu ma­chen.
3Über we­sent­li­che Be­rich­ti­gun­gen er­folgt ei­ne Mit­tei­lung an die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung.
Ei­ne Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung re­gelt im Ein­zel­nen die Zu­sam­men­set­zung und die Auf­ga­ben der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on so­wie das Ver­fah­ren zur Über­prü­fung der Er­las­sent­wür­fe vor der Schluss­ab­stim­mung und zur An­ord­nung von Be­rich­ti­gun­gen nach der Schluss­ab­stim­mung und nach der Ver­öf­fent­li­chung.
Or­ga­ni­sa­ti­on, Auf­ga­ben und Ver­fah­ren von De­le­ga­tio­nen, wel­che die Bun­des­ver­samm­lung in in­ter­na­tio­na­len par­la­men­ta­ri­schen Ver­samm­lun­gen oder im bi­la­te­ra­len Ver­kehr mit Par­la­men­ten von Dritt­staa­ten ver­tre­ten, wer­den in ei­ner Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung ge­re­gelt.
1Die Frak­tio­nen set­zen sich zu­sam­men aus den Rats­mit­glie­dern glei­cher Par­tei­zu­ge­hö­rig­keit.
2Par­tei­lo­se und An­ge­hö­ri­ge un­ter­schied­li­cher Par­tei­en kön­nen, so­fern sie ei­ne ähn­li­che po­li­ti­sche Aus­rich­tung ha­ben, ei­ne Frak­ti­on bil­den.
3Ei­ne Frak­ti­on kann ge­bil­det wer­den, wenn ihr aus ei­nem der bei­den Rä­te min­des­tens fünf Mit­glie­der bei­tre­ten.
4Die Frak­tio­nen mel­den der Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder dem Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung ih­re Kon­sti­tu­ie­rung, die Mit­glie­der, den Vor­stand und ih­re Se­kre­tä­rin oder ih­ren Se­kre­tär.
1Die Frak­tio­nen be­ra­ten die Rats­ge­schäf­te vor.
2Sie ha­ben das Recht, par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ven, Vor­stös­se, An­trä­ge und Wahl­vor­schlä­ge ein­zu­rei­chen.
3Die Ge­schäfts­re­gle­men­te kön­nen wei­te­re Rech­te für Frak­tio­nen vor­se­hen.
4Die Frak­tio­nen kön­nen Se­kre­ta­ria­te ein­rich­ten. Die­se er­hal­ten die­sel­ben Un­ter­la­gen wie die Rats­mit­glie­der und un­ter­ste­hen dem Amts­ge­heim­nis ge­mä­ss Ar­ti­kel 8.
5Die Frak­tio­nen er­hal­ten einen Bei­trag zur De­ckung der Kos­ten ih­rer Se­kre­ta­ria­te. Nä­he­res re­gelt das Par­la­mentsres­sour­cen­ge­setz vom 18. März 19881.
1Die Rats­mit­glie­der, wel­che sich für einen be­stimm­ten Sach­be­reich in­ter­es­sie­ren, kön­nen sich zu par­la­men­ta­ri­schen Grup­pen zu­sam­mensch­lies­sen. Die Grup­pen müs­sen al­len Rats­mit­glie­dern of­fen ste­hen.
2Die Grup­pen mel­den ih­re Kon­sti­tu­ie­rung und ih­re Mit­glie­der den Par­la­ments­diens­ten. Die­se füh­ren ein öf­fent­li­ches Re­gis­ter der par­la­men­ta­ri­schen Grup­pen.
3Die par­la­men­ta­ri­schen Grup­pen er­hal­ten, so­weit mög­lich, ad­mi­nis­tra­ti­ve Ar­beits­er­leich­te­run­gen und Sit­zungs­zim­mer.
4Sie kön­nen nicht im Na­men der Bun­des­ver­samm­lung auf­tre­ten.
1Die Par­la­ments­diens­te un­ter­stüt­zen die Bun­des­ver­samm­lung bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben.
2Sie er­fül­len fol­gen­de Auf­ga­ben:
Sie pla­nen und or­ga­ni­sie­ren die Ses­sio­nen und die Sit­zun­gen der Kom­mis­sio­nen.
Sie be­sor­gen die Se­kre­ta­ri­ats­ge­schäf­te, die Über­set­zungs­ar­bei­ten und die Pro­to­kol­lie­rung der Be­schlüs­se und Ver­hand­lun­gen der Rä­te, der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung und der Kom­mis­sio­nen.
Sie füh­ren ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on und bie­ten Dienst­leis­tun­gen im Be­reich der Do­ku­men­ta­ti­on und der In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gi­en an.
Sie be­trei­ben In­for­ma­ti­ons­sys­te­me zum Aus­wer­ten von Da­ten für die Auf­ga­ben­er­fül­lung der Bun­des­ver­samm­lung, ih­rer Or­ga­ne und der Rats­mit­glie­der; die­se Da­ten­be­ar­bei­tung kann auch be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten um­fas­sen; ei­ne Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung legt die da­für ver­wen­de­ten Quel­len fest und re­gelt die Zu­griffs­be­rech­ti­gun­gen und die Be­kannt­ga­be die­ser Da­ten.
Sie be­ra­ten die Rats­mit­glie­der, ins­be­son­de­re die Prä­si­di­en der Rä­te und der Kom­mis­sio­nen in Sach- und Ver­fah­rens­fra­gen.
Sie in­for­mie­ren die Öf­fent­lich­keit über die Bun­des­ver­samm­lung und ih­re Tä­tig­kei­ten.
Sie un­ter­stüt­zen die Bun­des­ver­samm­lung bei der Pfle­ge ih­rer in­ter­na­tio­na­len Be­zie­hun­gen.
Un­ter Vor­be­halt der Zu­stän­dig­kei­ten von Rats­or­ga­nen be­sor­gen sie al­le üb­ri­gen Auf­ga­ben der Par­la­ments­ver­wal­tung.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2018 (Zeit­ge­mäs­se In­for­ma­ti­ons- und Do­ku­men­ta­ti­ons­an­ge­bo­te des Par­la­men­tes), in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3547; BBl 2017 6877 6889).
1Die Par­la­ments­diens­te un­ter­ste­hen der Auf­sicht der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on.
2Die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung führt die Par­la­ments­diens­te.
3Sind Dienst­stel­len der Par­la­ments­diens­te für Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung tä­tig, so ar­bei­ten sie nach de­ren Wei­sun­gen.
Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung so­wie die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung wer­den durch Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung er­mäch­tigt, das Per­so­nal der Par­la­ments­diens­te an­zu­stel­len.
Die Dienst­stel­len der Par­la­ments­diens­te ver­fü­gen über die­sel­ben In­for­ma­ti­ons­rech­te wie die Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung, in de­ren Auf­trag sie tä­tig sind.
1Die Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung und in de­ren Auf­trag die Par­la­ments­diens­te kön­nen zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben Dienst­stel­len der Bun­des­ver­wal­tung bei­zie­hen.
2Der Bei­zug er­folgt im Ein­ver­neh­men mit dem zu­stän­di­gen De­par­te­ment oder der Bun­des­kanz­lei.
3Bei Dif­fe­ren­zen ent­schei­det die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on nach An­hö­rung des Bun­des­ra­tes.
1Das Haus­recht in den Rats­sä­len wird durch die Rats­prä­si­den­tin­nen und Rats­prä­si­den­ten, das Haus­recht in den üb­ri­gen Räum­lich­kei­ten der Bun­des­ver­samm­lung und der Par­la­ments­diens­te durch die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on aus­ge­übt.
2Je­des Rats­mit­glied kann für je zwei Per­so­nen, die für ei­ne be­stimm­te Dau­er Zu­tritt zu den nicht­öf­fent­li­chen Tei­len des Par­la­ments­ge­bäu­des wün­schen, ei­ne Zu­tritts­kar­te aus­stel­len las­sen. Die­se Per­so­nen und ih­re Funk­tio­nen sind in ein öf­fent­lich ein­seh­ba­res Re­gis­ter ein­zu­tra­gen.
1Die Bun­des­ver­samm­lung er­lässt die recht­set­zen­den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen über die Par­la­ments­ver­wal­tung in der Form von Ver­ord­nun­gen der Bun­des­ver­samm­lung.
2Recht­set­zen­de Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen des Bun­des­ra­tes oder ihm nach­ge­ord­ne­ter Dienst­stel­len, die für die Bun­des­ver­wal­tung gel­ten, wer­den im Be­reich der Par­la­ments­ver­wal­tung an­ge­wen­det, so­fern nicht ei­ne Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung et­was an­de­res be­stimmt.
3Zu­stän­dig­kei­ten, die durch sol­che Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen dem Bun­des­rat oder ihm nach­ge­ord­ne­ten Dienst­stel­len zu­ge­wie­sen sind, wer­den durch die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on oder die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung wahr­ge­nom­men.
Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de der Bun­des­ver­samm­lung sind na­ment­lich:
Ent­wür­fe ih­rer Kom­mis­sio­nen oder des Bun­des­ra­tes zu Er­las­sen der Bun­des­ver­samm­lung;
par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ven und Vor­stös­se ih­rer Mit­glie­der, Frak­tio­nen und Kom­mis­sio­nen so­wie Stan­des­i­ni­tia­ti­ven;
Be­rich­te ih­rer Kom­mis­sio­nen oder des Bun­des­ra­tes;
Vor­schlä­ge für Wahlen und für die Be­stä­ti­gung von Wahlen;
An­trä­ge ih­rer Mit­glie­der, Frak­tio­nen, Kom­mis­sio­nen oder des Bun­des­ra­tes zum Ver­fah­ren;
Er­klä­run­gen der Rä­te oder des Bun­des­ra­tes;
Pe­ti­tio­nen und Ein­ga­ben;
Be­schwer­den, Ge­su­che und Ein­spra­chen.
1Von Mit­glie­dern oder Or­ga­nen der Rä­te ein­ge­brach­te Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de wer­den mit ih­rer Ein­rei­chung beim Rats­se­kre­ta­ri­at im Rat an­hän­gig ge­macht.
2Volks­i­ni­tia­ti­ven so­wie Be­geh­ren der Kan­to­ne um Ge­währ­leis­tung ih­rer Ver­fas­sung wer­den mit ih­rer Ein­rei­chung bei der Bun­des­kanz­lei in den Rä­ten an­hän­gig ge­macht.
3Die üb­ri­gen Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de wer­den mit Ein­rei­chung bei der Bun­des­ver­samm­lung in bei­den Rä­ten an­hän­gig ge­macht.
1Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de kön­nen von ih­ren Ur­he­be­rin­nen und Ur­he­bern zu­rück­ge­zo­gen wer­den, bis ein Rat erst­mals dar­über Be­schluss ge­fasst hat.
2Ei­ne par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve oder ei­ne Stan­des­i­ni­tia­ti­ve kann nicht mehr zu­rück­ge­zo­gen wer­den, so­bald ei­ne vor­be­ra­ten­de Kom­mis­si­on ihr Fol­ge ge­ge­ben hat.
3Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de, die vom Bun­des­rat ein­ge­bracht wur­den, kön­nen von ihm nicht zu­rück­ge­zo­gen wer­den.
1Je­der Rat berät und be­schliesst zu­nächst, ob er auf einen Er­las­s­ent­wurf ein­tre­ten will (Ein­tre­tens­de­bat­te).
2Hat er Ein­tre­ten be­schlos­sen, so berät er an­sch­lies­send den Er­las­s­ent­wurf ar­ti­kel­wei­se (De­tail­be­ra­tung).
3Ein­tre­ten ist ob­li­ga­to­risch bei Volks­i­ni­tia­ti­ven, Vor­an­schlä­gen, Ge­schäfts­be­rich­ten, Rech­nun­gen, Ein­spra­chen ge­gen Ver­trä­ge der Kan­to­ne un­ter sich oder mit dem Aus­land, bei der Ge­währ­leis­tung kan­to­na­ler Ver­fas­sun­gen, bei der Le­gis­la­tur­pla­nung so­wie beim Fi­nanz­plan.1
4Nach Schluss der ers­ten De­tail­be­ra­tung fin­det im Rat ei­ne Ge­samtab­stim­mung statt. Ist Ein­tre­ten ob­li­ga­to­risch, so wird aus­ser bei Vor­an­schlä­gen und Rech­nun­gen kei­ne Ge­samtab­stim­mung durch­ge­führt.
5Ver­wirft der Rat einen Er­las­s­ent­wurf in der Ge­samtab­stim­mung, so kommt dies ei­nem Nicht­ein­tre­ten gleich. Ver­wirft der Rat Vor­an­schlä­ge oder Rech­nun­gen in der Ge­samtab­stim­mung, so be­schliesst er Rück­wei­sung an den Bun­des­rat.
6Ist Ein­tre­ten auf einen Er­las­s­ent­wurf be­schlos­sen, so kann die­ser auf An­trag der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­si­on oder des Bun­des­ra­tes ab­ge­schrie­ben wer­den, wenn er ge­gen­stands­los ge­wor­den ist.2
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
1Ein Rat kann einen Er­las­s­ent­wurf, auf den er ein­ge­tre­ten ist, oder einen an­de­ren Be­ra­tungs­ge­gen­stand an den Bun­des­rat oder an die vor­be­ra­ten­de Kom­mis­si­on zur Über­prü­fung oder Än­de­rung zu­rück­wei­sen.
2Ein­zel­ne Ab­schnit­te oder Be­stim­mun­gen kann er auch bei der spä­te­ren Be­ra­tung zu­rück­wei­sen.
3An­trä­ge auf Rück­wei­sung ge­ben an, was über­prüft, ge­än­dert oder er­gänzt wer­den soll.
1Je­des Rats­mit­glied kann zu ei­nem hän­gi­gen Be­ra­tungs­ge­gen­stand An­trä­ge im Rat und in der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­si­on ein­rei­chen. Es kann bei der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on die Ein­rei­chung ei­ner par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve oder ei­nes Vor­stos­ses der Kom­mis­si­on be­an­tra­gen.
1bisEin Er­las­s­ent­wurf kann mit ei­nem An­trag nur dann ein­ge­reicht wer­den, wenn da­mit:
ein hän­gi­ger Er­las­s­ent­wurf auf­ge­teilt wer­den soll;
ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve ein Ge­gen­ent­wurf zur glei­chen Ver­fas­sungs­ma­te­rie ge­gen­über­ge­stellt wer­den soll (Art. 101).1
2An­trä­ge, die das Ver­fah­ren be­tref­fen (Ord­nungs­an­trä­ge), müs­sen in der Re­gel so­fort be­han­delt wer­den.
3Mit ei­nem Ord­nungs­an­trag kann Rück­kom­men auf einen Be­schluss ver­langt wer­den, bis ein Rat sei­ne Be­ra­tung ei­nes Be­ra­tungs­ge­gen­stan­des ab­ge­schlos­sen hat.2
3bisEin Ord­nungs­an­trag, mit dem Rück­kom­men auf den Ein­tre­tens­be­schluss ver­langt wird, ist nicht zu­läs­sig.3
3terEin Ord­nungs­an­trag auf Wie­der­ho­lung ei­ner Ab­stim­mung, mit wel­cher der Rat sei­ne Be­ra­tung ei­nes Be­ra­tungs­ge­gen­stan­des ab­sch­liesst, kann nur im un­mit­tel­ba­ren An­schluss an die Ab­stim­mung ge­stellt wer­den.4
4An­trä­ge, die von der Kom­mis­si­ons­mehr­heit ab­ge­lehnt wor­den sind, kön­nen als Min­der­heits­an­trä­ge ein­ge­reicht wer­den.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
1Bei ei­nem Ent­wurf zu ei­nem Bun­des­ge­setz, das dring­lich er­klärt wer­den soll, wird die Dring­lich­keits­klau­sel von der Ge­samtab­stim­mung aus­ge­nom­men.
2Über die Dring­lich­keits­klau­sel wird erst nach er­folg­ter Dif­fe­renz­be­rei­ni­gung be­schlos­sen.
3Wird die Dring­lich­keits­klau­sel ver­wor­fen, so be­rei­nigt die Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on nach Kon­sul­ta­ti­on der Prä­si­den­tin­nen oder Prä­si­den­ten der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen den Wort­laut der Be­stim­mun­gen über das Re­fe­ren­dum und das In­kraft­tre­ten.1
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
1Über teil­ba­re Ab­stim­mungs­fra­gen ist auf Ver­lan­gen ge­trennt ab­zu­stim­men.
2Lie­gen zu ei­nem Ab­stim­mungs­ge­gen­stand zwei An­trä­ge vor, die sich ent­we­der auf den­sel­ben Text­teil be­zie­hen oder sich ge­gen­sei­tig aus­sch­lies­sen, so sind sie ge­gen­ein­an­der aus­zu­meh­ren.
3Ist ei­ne Ge­gen­über­stel­lung nicht mög­lich, so sind die An­trä­ge ein­zeln zur Ab­stim­mung zu brin­gen.
4Über un­be­strit­te­ne An­trä­ge wird nicht ab­ge­stimmt.
5Die Stim­men­zah­len sind im­mer zu er­mit­teln bei:
Ge­samtab­stim­mun­gen;
Ab­stim­mun­gen über einen Ei­ni­gungs­an­trag;
Ab­stim­mun­gen über Be­stim­mun­gen, die der Zu­stim­mung der Mehr­heit der Mit­glie­der je­des der bei­den Rä­te be­dür­fen (Art. 159 Abs. 3 BV);
Schluss­ab­stim­mun­gen.1
1Lie­gen zum sel­ben Ab­stim­mungs­ge­gen­stand mehr als zwei An­trä­ge vor, so sind die­se mit­tels Even­tual­ab­stim­mung aus­zu­meh­ren, bis zwei An­trä­ge ein­an­der ge­gen­über­ge­stellt wer­den kön­nen.
2Die Ab­stim­mungs­rei­hen­fol­ge der An­trä­ge ist da­bei so aus­zu­ge­stal­ten, dass von den An­trä­gen mit der kleins­ten in­halt­li­chen Dif­fe­renz schritt­wei­se bis zu den­je­ni­gen mit der gröss­ten Dif­fe­renz auf­ge­stie­gen wer­den kann.
3Kann nach den Kri­te­ri­en nach Ab­satz 2 kei­ne kla­re Rei­hen­fol­ge be­stimmt wer­den, so wer­den mit­tels Even­tual­ab­stim­mung nach­ein­an­der die An­trä­ge der Rats­mit­glie­der, dann die An­trä­ge der Kom­mis­si­ons­min­der­hei­ten und schliess­lich der An­trag des Bun­des­ra­tes ge­gen­ein­an­der aus­ge­mehrt. Das Re­sul­tat aus der letz­ten Ab­stim­mung wird dem An­trag der Kom­mis­si­ons­mehr­heit ge­gen­über­ge­stellt.
4Die Ab­stim­mungs­rei­hen­fol­ge kann mit ei­nem Even­tualan­trag nicht ge­än­dert wer­den.1
1Die Rats­prä­si­den­tin oder der Rats­prä­si­dent stimmt nicht mit. Bei Stim­men­gleich­heit hat sie oder er den Sti­chent­scheid.
2Ist die Zu­stim­mung der Mehr­heit der Mit­glie­der je­des Ra­tes er­for­der­lich, so stimmt die Rats­prä­si­den­tin oder der Rats­prä­si­dent mit.
1Ei­ne Schluss­ab­stim­mung wird durch­ge­führt über:
ein Bun­des­ge­setz;
ei­ne Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung;
einen Bun­des­be­schluss, der dem ob­li­ga­to­ri­schen oder dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum un­ter­steht.1
1bisDie Schluss­ab­stim­mung wird durch­ge­führt, so­bald die Rä­te über den Er­las­s­ent­wurf über­ein­stim­men­de Be­schlüs­se ge­fasst und den von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on be­rei­nig­ten Wort­laut gut­ge­heis­sen ha­ben. Die bei­den Rä­te füh­ren die Schluss­ab­stim­mung am sel­ben Tag durch.2
2Stim­men bei­de Rä­te dem Er­las­s­ent­wurf zu, so ist der Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung gül­tig zu Stan­de ge­kom­men.
3Ver­wirft ein Rat oder ver­wer­fen bei­de Rä­te den Er­las­s­ent­wurf, so ist der Er­lass nicht zu Stan­de ge­kom­men.
Die Rats­re­gle­men­te re­geln, in wel­chen Fäl­len das Ab­stim­mungs­er­geb­nis in Form ei­ner Na­mens­lis­te ver­öf­fent­licht wird.
1Für Be­schlüs­se der Bun­des­ver­samm­lung ist die Über­ein­stim­mung bei­der Rä­te er­for­der­lich.
2Kein über­ein­stim­men­der Be­schluss ist er­for­der­lich zu Pe­ti­tio­nen und zu Be­rich­ten, wel­che zur Kennt­nis­nah­me un­ter­brei­tet wer­den.
1Die von bei­den Rä­ten ge­trennt zu be­han­deln­den Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de wer­den ei­nem der Rä­te zur Erst­be­ra­tung zu­ge­wie­sen (Er­strat).
2Die Rats­prä­si­den­tin­nen oder die Rats­prä­si­den­ten ver­stän­di­gen sich über die Zu­tei­lung. Kommt kei­ne Ei­ni­gung zu Stan­de, so ent­schei­det das Los.
1Ent­wür­fe zu Ver­fas­sungs­än­de­run­gen und nicht dring­li­chen Bun­des­ge­set­zen wer­den in der Re­gel nicht in der glei­chen Ses­si­on von bei­den Rä­ten erst­mals be­ra­ten.
2Die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz kann auf An­trag des Bun­des­ra­tes oder ei­ner Kom­mis­si­on be­schlies­sen, dass ein Be­ra­tungs­ge­gen­stand nach Ab­satz 1 aus­nahms­wei­se in bei­den Rä­ten in der glei­chen Ses­si­on erst­mals be­ra­ten wird.
1Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de, die von bei­den Rä­ten zu be­ra­ten sind und über die ein Rat Be­schluss ge­fasst hat, ge­hen zur Be­ra­tung an den an­dern Rat.
2Der ei­ne Rat darf die Be­ra­tung erst wie­der auf­neh­men, wenn der an­de­re Rat Be­schluss ge­fasst hat.
3Wer­den der Bun­des­ver­samm­lung mit ei­ner Bot­schaft oder ei­nem Be­richt Ent­wür­fe zu meh­re­ren Er­las­sen un­ter­brei­tet, so kön­nen die­se ein­zeln nach der je­wei­li­gen Ge­samtab­stim­mung dem an­dern Rat zu­ge­lei­tet wer­den.
4Ein Bun­des­be­schluss über den Ge­gen­ent­wurf zu ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve muss dem an­de­ren Rat zu­sam­men mit dem Bun­des­be­schluss über die ent­spre­chen­de Volks­i­ni­tia­ti­ve zu­ge­lei­tet wer­den.1
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
1Weist ein Rat einen Be­ra­tungs­ge­gen­stand ge­samt­haft an den Bun­des­rat zu­rück, so geht der Rück­wei­sungs­be­schluss an den an­de­ren Rat.
2Stimmt der an­de­re Rat dem Rück­wei­sungs­be­schluss nicht zu, so wird die Rück­wei­sung wirk­sam, wenn der ers­te Rat dar­an fest­hält.
3Das glei­che Ver­fah­ren gilt auch für den Be­schluss ei­nes Ra­tes, die Be­hand­lung ei­nes Be­ra­tungs­ge­gen­stan­des für vor­aus­sicht­lich mehr als ein Jahr aus­zu­set­zen (Sis­tie­rung).
1Aus­nahms­wei­se kann ein um­fang­rei­cher Er­las­s­ent­wurf durch über­ein­stim­men­den Be­schluss bei­der Rä­te ge­teilt und dem an­dern Rat schon vor der Ge­samtab­stim­mung in Tei­len zu­ge­lei­tet wer­den.
2Die Rats­mit­glie­der kön­nen bis zur Ge­samtab­stim­mung Rück­kom­mens­an­trä­ge zu Be­stim­mun­gen aus dem gan­zen Er­las­s­ent­wurf stel­len.
3Wei­chen die Be­schlüs­se der bei­den Rä­te in Be­zug auf die Tei­lung des Er­las­s­ent­wur­fes von­ein­an­der ab und be­stä­tigt der Rat, der die Tei­lung ab­ge­lehnt hat, sei­nen Be­schluss, so wird die Vor­la­ge erst nach er­folg­ter Ge­samtab­stim­mung dem an­dern Rat zu­ge­lei­tet.
1Be­ste­hen nach Be­ra­tung ei­nes Er­las­s­ent­wurfs Dif­fe­ren­zen zwi­schen den Rä­ten, so ge­hen die ab­wei­chen­den Be­schlüs­se des einen Ra­tes zur Be­ra­tung an den an­de­ren Rat zu­rück, bis ei­ne Ei­ni­gung er­reicht ist.
2Nach der ers­ten Be­ra­tung in je­dem Rat be­schränkt sich die wei­te­re Be­ra­tung aus­sch­liess­lich auf die Fra­gen, über wel­che kei­ne Ei­ni­gung zu Stan­de ge­kom­men ist.
3Ein Rat kann nur dann auf an­de­re Fra­gen zu­rück­kom­men, wenn dies als Fol­ge von neu­en Be­schlüs­sen nö­tig wird oder wenn die vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te einen ge­mein­sa­men Rück­kom­mens­an­trag stel­len.
Art. 90 Abschreibung eines Erlassentwurfs
Die Rä­te kön­nen auf gleich lau­ten­den An­trag ih­rer vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen einen Er­las­s­ent­wurf wäh­rend der Dif­fe­renz­be­rei­ni­gung oder nach de­ren Ab­schluss ab­schrei­ben.
1Be­ste­hen nach drei De­tail­be­ra­tun­gen in je­dem Rat Dif­fe­ren­zen, so wird ei­ne Ei­ni­gungs­kon­fe­renz ein­ge­setzt. Die­se hat ei­ne Ver­stän­di­gungs­lö­sung zu su­chen.
2Die vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen ent­sen­den je 13 Mit­glie­der in die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz. Zählt die vor­be­ra­ten­de Kom­mis­si­on ei­nes Ra­tes we­ni­ger als 13 Mit­glie­der, so ist sie auf die­se Zahl zu er­gän­zen. Die Zu­sam­men­set­zung der De­le­ga­tio­nen je­der Kom­mis­si­on rich­tet sich nach Ar­ti­kel 43 Ab­satz 3.
3Die Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin oder der Kom­mis­si­ons­prä­si­dent des Er­stra­tes führt den Vor­sitz. Die Stell­ver­tre­tung der Prä­si­den­tin oder des Prä­si­den­ten und der Mit­glie­der der Ei­ni­gungs­kon­fe­renz rich­tet sich nach den ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen in den Ge­schäfts­re­gle­men­ten.1
1 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
1Die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz ist be­schluss­fä­hig, wenn die Mehr­heit der Mit­glie­der je­der der bei­den De­le­ga­tio­nen an­we­send ist. Die Be­schluss­fä­hig­keit ist aus­drück­lich fest­zu­stel­len.
2Die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz be­schliesst mit der Mehr­heit ih­rer stim­men­den Mit­glie­der. Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent nimmt an der Ab­stim­mung teil. Bei Stim­men­gleich­heit gibt sie oder er den Sti­chent­scheid.
3Die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz stellt einen Ei­ni­gungs­an­trag, der al­le ver­blie­be­nen Dif­fe­ren­zen ge­samt­haft be­rei­nigt.
1Der Ei­ni­gungs­an­trag geht zu­nächst an den Er­strat und, so­fern die­ser dem Ei­ni­gungs­an­trag ge­samt­haft zu­stimmt, an den an­dern Rat.
2Wird der Ei­ni­gungs­an­trag in ei­nem Rat ver­wor­fen, so wird der Er­las­s­ent­wurf ab­ge­schrie­ben.
Wird ein Ei­ni­gungs­an­trag zum Bun­des­be­schluss über den Vor­an­schlag des Bun­des oder über einen Nach­trag ver­wor­fen, so gilt der Be­schluss der drit­ten Be­ra­tung, der den tiefe­ren Be­trag vor­sieht, als an­ge­nom­men.
Art. 94a Differenzregelung bei der Legislaturplanung und beim Finanzplan
1Beim Bun­des­be­schluss über die Le­gis­la­tur­pla­nung wird die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz ein­ge­setzt, wenn nach der ers­ten Be­ra­tung in je­dem Rat Dif­fe­ren­zen be­ste­hen.
2Bei den Bun­des­be­schlüs­sen über die Le­gis­la­tur­pla­nung und über den Fi­nanz­plan stellt die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz zu je­der Dif­fe­renz einen Ei­ni­gungs­an­trag. Über je­den An­trag wird ge­son­dert ab­ge­stimmt.3
3Wird ein An­trag ab­ge­lehnt, so wird die be­tref­fen­de Be­stim­mung ge­stri­chen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007 (Le­gis­la­tur­pla­nung), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5231; BBl 2006 1837 1857).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
Wenn sich die ab­wei­chen­den Be­schlüs­se der bei­den Rä­te auf einen Be­ra­tungs­ge­gen­stand als Gan­zes be­zie­hen, so ist die zwei­te Ab­leh­nung durch einen Rat end­gül­tig. Dies gilt ins­be­son­de­re für:
das Ein­tre­ten auf einen Er­las­s­ent­wurf;
die An­nah­me ei­nes Er­las­s­ent­wurfs in der Ge­samtab­stim­mung;
die Ge­neh­mi­gung ei­nes völ­ker­recht­li­chen Ver­tra­ges;
die Ge­währ­leis­tung ei­ner kan­to­na­len Ver­fas­sung;
die Stel­lung­nah­me zu ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve in Form der all­ge­mei­nen An­re­gung;
die Dring­lich­keits­klau­sel;
den Ent­scheid, ob ei­ner Stan­des­i­ni­tia­ti­ve Fol­ge ge­ge­ben wer­den soll;
die Ge­neh­mi­gung von Ver­ord­nun­gen des Bun­des­ra­tes;
die Auf­recht­er­hal­tung ei­nes zur Ab­schrei­bung be­an­trag­ten Be­ra­tungs­ge­gen­stan­des.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), mit Wir­kung seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
Ver­langt ei­ne als zu Stan­de ge­kom­men er­klär­te Volks­i­ni­tia­ti­ve die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­ver­fas­sung, so un­ter­brei­tet die Bun­des­ver­samm­lung die In­itia­ti­ve dem Volk zur Ab­stim­mung.
1Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung:
spä­tes­tens ein Jahr nach Ein­rei­chen ei­ner zu Stan­de ge­kom­me­nen Volks-in­itia­ti­ve ei­ne Bot­schaft und den Ent­wurf ei­nes Bun­des­be­schlus­ses für ei­ne Stel­lung­nah­me der Bun­des­ver­samm­lung;
spä­tes­tens ein Jahr nach Zu­stim­mung des Vol­kes oder der Bun­des­ver­samm­lung zu ei­ner In­itia­ti­ve in Form der all­ge­mei­nen An­re­gung ei­ne Bot­schaft und den Ent­wurf ei­nes Bun­des­be­schlus­ses für ei­ne Teil­re­vi­si­on der Bun­des­ver­fas­sung.
2Be­schliesst der Bun­des­rat, den Ent­wurf ei­nes Bun­des­be­schlus­ses über einen Ge­gen­ent­wurf oder den Ent­wurf zu ei­nem mit der Volks­i­ni­tia­ti­ve eng zu­sam­men­hän­gen­den Er­las­s­ent­wurf aus­zu­ar­bei­ten, so ver­län­gert sich die­se Frist auf 18 Mo­na­te.1
3Un­ter­brei­tet der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung sei­ne Bot­schaft und den Ent­wurf ei­nes Bun­des­be­schlus­ses nicht frist­ge­recht, so kann ei­ne zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on den nö­ti­gen Er­las­s­ent­wurf aus­ar­bei­ten.2
1Die Bun­des­ver­samm­lung er­klärt ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve für ganz oder teil­wei­se un­gül­tig, wenn sie fest­stellt, dass die Er­for­der­nis­se von Ar­ti­kel 139 Ab­satz 3 der Bun­des­ver­fas­sung nicht er­füllt sind.
2Wei­chen die Be­schlüs­se der bei­den Rä­te in Be­zug auf die Gül­tig­keit der Volks­i­ni­tia­ti­ve oder von Tei­len der­sel­ben von­ein­an­der ab und be­stä­tigt der Rat, der die Gül­tig­keit be­jaht hat, sei­nen Be­schluss, so ist die Volks­i­ni­tia­ti­ve be­zie­hungs­wei­se ihr strit­ti­ger Teil gül­tig.
3Wird der Ei­ni­gungs­an­trag zur Ab­stim­mungs­emp­feh­lung ab­ge­lehnt, so wird in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 93 Ab­satz 2 nur die be­tref­fen­de Be­stim­mung ge­stri­chen.1
1Ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve ist in al­len gül­ti­gen Tei­len, so wie sie lau­tet, der Volks­ab­stim­mung zu un­ter­brei­ten.
2Vor­be­hal­ten bleibt die Zu­stän­dig­keit der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on, of­fen­sicht­li­che Über­set­zungs­feh­ler zu be­rich­ti­gen und die nö­ti­gen for­mel­len An­pas­sun­gen vor­zu­neh­men, um die vor­ge­schla­ge­ne Ver­fas­sungs­än­de­rung in die Ver­fas­sung ein­zu­ord­nen. Die Kom­mis­si­on gibt dem In­itia­tiv­ko­mi­tee Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me.1
Die Bun­des­ver­samm­lung be­schliesst in­nert 30 Mo­na­ten nach Ein­rei­chung ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve in der Form des aus­ge­ar­bei­te­ten Ent­wurfs dar­über, ob sie die In­itia­ti­ve Volk und Stän­den zur An­nah­me oder Ab­leh­nung emp­fiehlt.
Art. 101 Gegenentwurf
1Die Bun­des­ver­samm­lung kann Volk und Stän­den gleich­zei­tig mit der Volks­i­ni­tia­ti­ve einen Ge­gen­ent­wurf zur glei­chen Ver­fas­sungs­ma­te­rie zur Ab­stim­mung un­ter­brei­ten.
2Der Bun­des­be­schluss über den Ge­gen­ent­wurf der Bun­des­ver­samm­lung wird in je­dem Rat be­ra­ten, be­vor der Rat über die Ab­stim­mungs­emp­feh­lung im Bun­des­be­schluss über die Volks­i­ni­tia­ti­ve Be­schluss fasst.
3Die Schluss­ab­stim­mung über den Bun­des­be­schluss über den Ge­gen­ent­wurf fin­det spä­tes­tens acht Ta­ge vor dem Ab­schluss der Ses­si­on vor Ab­lauf der Be­hand­lungs­frist der Volks­i­ni­tia­ti­ve statt. Wird der Bun­des­be­schluss in der Schluss­ab­stim­mung von ei­nem Rat ver­wor­fen, so stellt die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz An­trag zur Ab­stim­mungs­emp­feh­lung im Bun­des­be­schluss über die Volks­i­ni­tia­ti­ve. Ein An­trag auf einen Ge­gen­ent­wurf ist nicht mehr zu­läs­sig.
Art. 102 Beschlussfassung über Abstimmungsempfehlung und Gegenentwurf
1Un­ter­brei­tet die Bun­des­ver­samm­lung Volk und Stän­den ne­ben der Volks­i­ni­tia­ti­ve einen Ge­gen­ent­wurf zur Ab­stim­mung, so kann sie:
die Volks­i­ni­tia­ti­ve zur Ab­leh­nung und den Ge­gen­ent­wurf zur An­nah­me emp­feh­len; oder
bei­de Vor­la­gen zur An­nah­me emp­feh­len.
2Emp­fiehlt sie bei­de Vor­la­gen zur An­nah­me, so emp­fiehlt sie den Stimm­be­rech­tig­ten, bei der Stich­fra­ge den Ge­gen­ent­wurf an­zu­neh­men.
1Die Bun­des­ver­samm­lung fasst in­nert zwei Jah­ren nach Ein­rei­chung ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve in der Form der all­ge­mei­nen An­re­gung dar­über Be­schluss, ob sie der In­itia­ti­ve zu­stimmt.
2Lehnt die Bun­des­ver­samm­lung die Volks­i­ni­tia­ti­ve ab, so un­ter­brei­tet sie die In­itia­ti­ve dem Volk zur Ab­stim­mung.
1Ist die Bun­des­ver­samm­lung mit der Volks­i­ni­tia­ti­ve ein­ver­stan­den oder stimmt das Volk der In­itia­ti­ve zu, so ar­bei­tet die Bun­des­ver­samm­lung in­nert zwei Jah­ren ei­ne Teil­re­vi­si­on der Bun­des­ver­fas­sung aus.
2Die Bun­des­ver­samm­lung hält sich bei der Aus­ar­bei­tung an den In­halt und die Zie­le der Volks­i­ni­tia­ti­ve.
3Kön­nen sich die Rä­te bei der Aus­ar­bei­tung der Teil­re­vi­si­on über den Ent­wurf nicht ei­ni­gen oder wird der Ent­wurf von ei­nem oder bei­den Rä­ten ver­wor­fen, so sind die Be­schlüs­se der Rä­te aus der letz­ten Be­ra­tung Volk und Stän­den als Va­ri­an­ten zur Ab­stim­mung vor­zu­le­gen.
1Fasst ein Rat über einen Ge­gen­ent­wurf oder über einen mit der Volks­i­ni­tia­ti­ve eng zu­sam­men­hän­gen­den Er­las­s­ent­wurf Be­schluss, so kann die Bun­des­ver­samm­lung die Be­hand­lungs­frist um ein Jahr ver­län­gern.
2 Stim­men die Be­schlüs­se der Rä­te be­tref­fend Frist­ver­län­ge­rung nicht über­ein, so ist die Ver­län­ge­rung nicht zu Stan­de ge­kom­men.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 25. Sept. 2009 (Be­ding­ter Rück­zug ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve) (AS 2010 271; BBl 2009 3591 3609). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), mit Wir­kung seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
Kommt in­nert der ge­setz­li­chen Frist kein über­ein­stim­men­der Be­schluss der Rä­te zu Stan­de, so ord­net der Bun­des­rat die Volks­ab­stim­mung an.
Art. 107 Gegenstand und Form
1Mit ei­ner par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve kann vor­ge­schla­gen wer­den, dass ei­ne Kom­mis­si­on einen Ent­wurf für einen Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung aus­ar­bei­tet.
2Die par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve muss be­grün­det wer­den. Die Be­grün­dung muss ins­be­son­de­re die Ziel­set­zun­gen des Er­las­ses ent­hal­ten.
3Ei­ne Kom­mis­si­on kann mit ei­ner par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve ih­rem Rat einen Er­las­s­ent­wurf un­ter­brei­ten.
Die par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve ei­nes Rats­mit­glieds oder ei­ner Frak­ti­on ist un­zu­läs­sig, wenn ihr An­lie­gen als An­trag zu ei­nem bei der Bun­des­ver­samm­lung hän­gi­gen Er­las­s­ent­wurf ein­ge­bracht wer­den kann. Über Aus­nah­men ent­schei­det das Bü­ro des Ra­tes.
1Par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ven ei­nes Rats­mit­glieds oder ei­ner Frak­ti­on so­wie in ei­ner Kom­mis­si­on ein­ge­reich­te An­trä­ge für die Aus­ar­bei­tung ei­ner In­itia­ti­ve der Kom­mis­si­on un­ter­lie­gen ei­ner Vor­prü­fung.
2Die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on des Ra­tes, in dem die In­itia­ti­ve ein­ge­reicht wur­de, be­schliesst spä­tes­tens ein Jahr nach der Zu­wei­sung der In­itia­ti­ve, ob sie der In­itia­ti­ve Fol­ge gibt oder ob sie ih­rem Rat be­an­tragt, der In­itia­ti­ve sei kei­ne Fol­ge zu ge­ben. Folgt der Rat dem An­trag der Kom­mis­si­on, so ist die In­itia­ti­ve er­le­digt.1
3Der Be­schluss, ei­ner In­itia­ti­ve Fol­ge zu ge­ben oder ei­ne In­itia­ti­ve der Kom­mis­si­on aus­zu­ar­bei­ten, be­darf der Zu­stim­mung der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on des an­de­ren Ra­tes. Die­se Kom­mis­si­on lädt die erst­be­ra­ten­de Kom­mis­si­on ein, ih­ren Be­schluss durch ei­ne Ab­ord­nung zu ver­tre­ten. Stimmt sie nicht zu, so wird der In­itia­ti­ve nur Fol­ge ge­ge­ben, wenn bei­de Rä­te zu­stim­men. Stimmt der Zweit­rat nicht zu, so ist die In­itia­ti­ve end­gül­tig ab­ge­lehnt.2
3bisDie Kom­mis­si­on des an­de­ren Ra­tes so­wie im Fal­le ei­ner Nicht­über­ein­stim­mung die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen der Rä­te fäl­len ih­ren Be­schluss nach Ab­satz 3 oder stel­len ih­ren An­trag an ih­ren Rat je­weils spä­tes­tens ein Jahr nach dem vor­an­ge­hen­den Kom­mis­si­ons- oder Rats­be­schluss über die In­itia­ti­ve.3
4Wer ei­ne In­itia­ti­ve oder den An­trag für die Aus­ar­bei­tung ei­ner In­itia­ti­ve ein­ge­reicht hat, kann, wenn sie oder er nicht Kom­mis­si­ons­mit­glied ist, wäh­rend der Vor­prü­fung mit be­ra­ten­der Stim­me an den Sit­zun­gen der Kom­mis­si­on des ei­ge­nen Ra­tes teil­neh­men.4
5Schei­det die Ur­he­be­rin oder der Ur­he­ber ei­ner In­itia­ti­ve aus dem Rat aus und nimmt kein an­de­res Rats­mit­glied die In­itia­ti­ve wäh­rend der ers­ten Wo­che der fol­gen­den Ses­si­on auf, so wird die In­itia­ti­ve oh­ne Rats­be­schluss ab­ge­schrie­ben, aus­ser wenn die Kom­mis­si­on der In­itia­ti­ve be­reits Fol­ge ge­ge­ben hat.5
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss die­ses Tex­tes.
2 Vier­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss die­ses Tex­tes.
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
1Ei­ner In­itia­ti­ve wird Fol­ge ge­ge­ben, oder ei­nem An­trag auf Aus­ar­bei­tung ei­ner In­itia­ti­ve wird zu­ge­stimmt, wenn der Re­ge­lungs­be­darf im Grund­satz be­jaht und das wei­te­re Vor­ge­hen auf dem We­ge der par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve als zweck­mäs­sig be­ur­teilt wird.
2Als zweck­mäs­sig ist der Weg der par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve ins­be­son­de­re dann zu be­ur­tei­len, wenn:
die In­itia­ti­ve einen Er­las­s­ent­wurf im Be­reich des Par­la­ments­rechts vor­schlägt;
die von über­wie­se­nen Mo­tio­nen ver­lang­te Aus­ar­bei­tung ei­nes Er­las­s­ent­wurfs nicht recht­zei­tig er­folgt ist; oder
die Aus­ar­bei­tung ei­nes Er­las­s­ent­wurfs auf die­sem We­ge vor­aus­sicht­lich zeit­ge­rech­ter er­reicht wer­den kann als auf dem Weg über die Mo­ti­on.
3Die Kom­mis­si­on prüft, wie die Aus­ar­bei­tung ei­nes Er­las­s­ent­wurfs durch ei­ne Kom­mis­si­on mit den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln zeit- und sach­ge­recht aus­ge­führt wer­den kann.
1 Die Be­rich­ti­gung der RedK der BVers vom 17. Fe­br. 2016, ver­öf­fent­licht am 1. März 2016, be­trifft nur den ita­lie­ni­schen Text (AS 2016 657).
1Wird ei­ner In­itia­ti­ve Fol­ge ge­ge­ben, so ar­bei­tet die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on des Ra­tes, in dem die In­itia­ti­ve ein­ge­reicht wur­de, in­nert zwei Jah­ren ei­ne Vor­la­ge aus.
2Wer ei­ne In­itia­ti­ve oder den An­trag für die Aus­ar­bei­tung ei­ner In­itia­ti­ve ein­ge­reicht hat, kann, wenn sie oder er nicht Kom­mis­si­ons­mit­glied ist, wäh­rend der Aus­ar­bei­tung des Ent­wurfs mit be­ra­ten­der Stim­me an den Sit­zun­gen der Kom­mis­si­on des ei­ge­nen Ra­tes teil­neh­men.1
3Der Be­richt, der den Kom­mis­si­ons­ent­wurf für einen Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung er­läu­tert, ent­spricht den An­for­de­run­gen an ei­ne Bot­schaft des Bun­des­ra­tes (Art. 141).
1Die Kom­mis­si­on kann das zu­stän­di­ge De­par­te­ment bei­zie­hen, um al­le für die Aus­ar­bei­tung ei­nes Er­las­s­ent­wurfs not­wen­di­gen Rechts- und Sach­aus­künf­te zu er­hal­ten.
2Sie gibt den Vor­ent­wurf samt er­läu­tern­dem Be­richt nach den Be­stim­mun­gen des Ver­nehm­las­sungs­ge­set­zes vom 18. März 20051 in die Ver­nehm­las­sung.2
3Sie über­weist ih­ren dem Rat un­ter­brei­te­ten Be­richt und Er­las­s­ent­wurf gleich­zei­tig dem Bun­des­rat zur Stel­lung­nah­me und setzt ihm ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist; aus­ge­nom­men sind Be­stim­mun­gen über die Or­ga­ni­sa­ti­on oder das Ver­fah­ren der Bun­des­ver­samm­lung, die nicht im Ge­setz fest­ge­legt sind und die den Bun­des­rat nicht un­mit­tel­bar be­tref­fen.3
4Be­an­tragt der Bun­des­rat ei­ne Än­de­rung, so berät die Kom­mis­si­on die Stel­lung­nah­me des Bun­des­ra­tes vor der Be­ra­tung des Er­las­s­ent­wur­fes im Er­strat.
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 12 Ziff. 1 des Ver­nehm­las­sungs­ge­set­zes vom 18. März 2005, in Kraft seit 1. Sept. 2005 (AS 2005 4099; BBl 2004 533).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
1Un­ter­brei­tet die Kom­mis­si­on ih­ren Er­las­s­ent­wurf nicht in­nert zwei Jah­ren, so ent­schei­det der Rat auf An­trag der Kom­mis­si­on oder des Bü­ros, ob die Frist ver­län­gert oder die In­itia­ti­ve ab­ge­schrie­ben wird.
2Die Kom­mis­si­on kann dem Rat die Ab­schrei­bung der In­itia­ti­ve be­an­tra­gen, wenn:
sie durch einen an­de­ren Er­las­s­ent­wurf er­füllt ist; oder
der Auf­trag an die Kom­mis­si­on nicht auf­recht­er­hal­ten wer­den soll.
1Nimmt der Rat den Er­las­s­ent­wurf sei­ner Kom­mis­si­on in der Ge­samtab­stim­mung an, so geht die In­itia­ti­ve an den an­de­ren Rat und wird nach dem or­dent­li­chen Ver­fah­ren für Er­las­sent­wür­fe wei­ter­be­han­delt.1
1bisTritt der Rat auf den Er­las­s­ent­wurf sei­ner Kom­mis­si­on nicht ein oder lehnt er ihn in der Ge­samtab­stim­mung ab, so ist die In­itia­ti­ve er­le­digt.2
2In der Kom­mis­si­on des Zweit­ra­tes wird der Ent­wurf des Er­stra­tes durch ein Mit­glied der Kom­mis­si­on ver­tre­ten, wel­che ihn aus­ge­ar­bei­tet hat.
Art. 115 Gegenstand und Form
1Je­der Kan­ton kann mit ei­ner Stan­des­i­ni­tia­ti­ve vor­schla­gen, dass ei­ne Kom­mis­si­on einen Ent­wurf für einen Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung aus­ar­bei­tet.
2Die Stan­des­i­ni­tia­ti­ve muss be­grün­det wer­den. Die Be­grün­dung muss ins­be­son­de­re die Ziel­set­zun­gen des Er­las­ses ent­hal­ten.
1Stan­des­i­ni­tia­ti­ven un­ter­lie­gen ei­ner Vor­prü­fung.
2Für die Vor­prü­fung gilt Ar­ti­kel 110 sinn­ge­mä­ss.
3Der Be­schluss, ei­ner In­itia­ti­ve Fol­ge zu ge­ben, be­darf der Zu­stim­mung der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te. Stimmt ei­ne Kom­mis­si­on nicht zu, so ent­schei­det der Rat. Stimmt der Rat nicht zu, so geht die In­itia­ti­ve an den an­de­ren Rat. Die zwei­te Ab­leh­nung durch einen Rat ist end­gül­tig.
3bisFür die Kom­mis­sio­nen gel­ten die Fris­ten nach Ar­ti­kel 109 Ab­sät­ze 2 und 3bis.1
4Die Kom­mis­si­on des Er­stra­tes hört bei der Vor­prü­fung ei­ne Ver­tre­tung des Kan­tons an.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss die­ses Tex­tes.
1Wird ei­ner In­itia­ti­ve Fol­ge ge­ge­ben, so wird die­se ge­mä­ss Ar­ti­kel 84 ei­nem der Rä­te zur Erst­be­hand­lung er­neut zu­ge­wie­sen.
2Für das wei­te­re Ver­fah­ren gel­ten die Ar­ti­kel 111-114 sinn­ge­mä­ss. Die Ab­schrei­bung ei­ner In­itia­ti­ve be­darf der Zu­stim­mung des an­de­ren Ra­tes. Be­schliesst der Er­strat, auf den Ent­wurf der Kom­mis­si­on nicht ein­zu­tre­ten, oder lehnt er die­sen in der Ge­samtab­stim­mung ab, so kommt dies ei­ner Ab­schrei­bung gleich.
1Par­la­men­ta­ri­sche Vor­stös­se sind:
Mo­ti­on;
Pos­tu­lat;
In­ter­pel­la­ti­on;
An­fra­ge.
2Sie rich­ten sich in der Re­gel an den Bun­des­rat.
3Sie rich­ten sich an das Bü­ro des Ra­tes, in dem sie ein­ge­reicht wur­den, wenn sie sich auf den Be­reich des Par­la­ments­rechts be­zie­hen.
4Sie rich­ten sich an die eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te, wenn sie sich auf de­ren Ge­schäfts­füh­rung oder de­ren Fi­nanz­haus­halt be­zie­hen; Mo­tio­nen sind aus­ge­schlos­sen.
4bisSie rich­ten sich an die Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft, wenn sie sich auf die Ge­schäfts­füh­rung oder den Fi­nanz­haus­halt der Bun­des­an­walt­schaft oder ih­rer Auf­sichts­be­hör­de be­zie­hen; Mo­tio­nen sind aus­ge­schlos­sen.1
5Bei Vor­stös­sen an die Rats­bü­ros und an die eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te gel­ten die Ar­ti­kel 120-125 sinn­ge­mä­ss.2
2 Die Be­rich­ti­gung der RedK der BVers vom 15. Fe­br. 2018, ver­öf­fent­licht am 27. Fe­br. 2018, be­trifft nur den fran­zö­si­schen Text (AS 2018 935).
1Vor­stös­se kön­nen von der Mehr­heit ei­ner Kom­mis­si­on so­wie wäh­rend ei­ner Ses­si­on von ei­ner Frak­ti­on oder ei­nem Rats­mit­glied ein­ge­reicht wer­den.
2Ist ein Vor­sto­ss in­halt­lich teil­bar, kann über die ein­zel­nen Punk­te ge­trennt be­ra­ten und ab­ge­stimmt wer­den.
3Der Wort­laut ei­nes Vor­stos­ses kann nach der Ein­rei­chung nicht ge­än­dert wer­den; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 121 Ab­satz 3 Buch­sta­be b.1
5Ein Vor­sto­ss ei­nes Rats­mit­glieds oder ei­ner Frak­ti­on wird oh­ne Rats­be­schluss ab­ge­schrie­ben, wenn:
der Rat den Vor­sto­ss nicht in­nert zwei Jah­ren nach sei­ner Ein­rei­chung ab­sch­lies­send be­han­delt hat; oder
die Ur­he­be­rin oder der Ur­he­ber aus dem Rat aus­schei­det und nicht ein an­de­res Rats­mit­glied wäh­rend der ers­ten Wo­che der fol­gen­den Ses­si­on den Vor­sto­ss auf­nimmt.3
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
4 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
1Die Mo­ti­on be­auf­tragt den Bun­des­rat, einen Ent­wurf zu ei­nem Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung vor­zu­le­gen oder ei­ne Mass­nah­me zu tref­fen.
2Ist der Bun­des­rat für die Mass­nah­me zu­stän­dig, so trifft er die­se oder un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung den Ent­wurf ei­nes Er­las­ses, mit dem die Mo­ti­on um­ge­setzt wer­den kann.
3Un­zu­läs­sig ist ei­ne Mo­ti­on, die auf ei­ne in ge­setz­lich ge­ord­ne­tem Ver­fah­ren zu tref­fen­de Ver­wal­tungs­ver­fü­gung oder einen Be­schwer­de­ent­scheid ein­wir­ken will.
Art. 121 Behandlung in den Räten
1Der Bun­des­rat stellt in der Re­gel bis zum Be­ginn der nächs­ten or­dent­li­chen Ses­si­on nach der Ein­rei­chung ei­ner Mo­ti­on An­trag auf de­ren An­nah­me oder Ab­leh­nung. Zu ei­ner Kom­mis­si­ons­mo­ti­on, wel­che we­ni­ger als einen Mo­nat vor Be­ginn der nächs­ten or­dent­li­chen Ses­si­on ein­ge­reicht wird, stellt er sei­nen An­trag spä­tes­tens bis zum Be­ginn der über­nächs­ten Ses­si­on.
2Lehnt ein Rat ei­ne Mo­ti­on ab, so ist die­se er­le­digt. Nimmt der Rat, in dem die Mo­ti­on ein­ge­reicht wor­den ist, die­se an, so geht sie an den an­de­ren Rat.
3Ei­ne im Er­strat an­ge­nom­me­ne Mo­ti­on kann im Zweit­rat:
de­fi­ni­tiv an­ge­nom­men oder ab­ge­lehnt wer­den;
auf An­trag der Mehr­heit der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­si­on oder auf An­trag des Bun­des­ra­tes ab­ge­än­dert wer­den.
4Nimmt der Zweit­rat ei­ne Än­de­rung vor, so kann der Er­strat in der zwei­ten Be­ra­tung der Än­de­rung zu­stim­men oder die Mo­ti­on de­fi­ni­tiv ab­leh­nen.
5Ei­ne vom Er­strat an­ge­nom­me­ne Mo­ti­on ist oh­ne Zu­stim­mung des Zweit­ra­tes de­fi­ni­tiv an­ge­nom­men, wenn:
sie sich auf Fra­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und des Ver­fah­rens des Ra­tes be­zieht, in dem sie ein­ge­reicht wur­de; oder
es sich um ei­ne Kom­mis­si­ons­mo­ti­on han­delt und ei­ne gleich lau­ten­de Kom­mis­si­ons­mo­ti­on im an­de­ren Rat an­ge­nom­men wird.
Art. 122 Behandlung angenommener Motionen
1Ist ei­ne Mo­ti­on nach zwei Jah­ren noch nicht er­füllt, so be­rich­tet der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung jähr­lich dar­über, was er zur Er­fül­lung des Auf­tra­ges bis­her un­ter­nom­men hat und wie er den Auf­trag zu er­fül­len be­ab­sich­tigt. Die­ser Be­richt geht an die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen.
2Ei­ne Kom­mis­si­on oder der Bun­des­rat be­an­tragt die Ab­schrei­bung ei­ner Mo­ti­on, wenn der Auf­trag der Mo­ti­on er­füllt ist. Der An­trag rich­tet sich an bei­de Rä­te, aus­ser wenn sich die Mo­ti­on auf Fra­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und des Ver­fah­rens ei­nes ein­zel­nen Ra­tes be­zieht.
3Die Ab­schrei­bung kann auch be­an­tragt wer­den, wenn der Auf­trag zwar nicht er­füllt ist, aber nicht auf­recht­er­hal­ten wer­den soll. Der An­trag wird be­grün­det:
mit ei­nem be­son­de­ren Be­richt zu der ab­zu­schrei­ben­den Mo­ti­on; oder
mit ei­ner Bot­schaft zu ei­nem sach­lich mit der Mo­ti­on zu­sam­men­hän­gen­den Er­las­s­ent­wurf der Bun­des­ver­samm­lung.
4Stim­men die Be­schlüs­se der bei­den Rä­te über den Ab­schrei­bungs­an­trag nicht über­ein, so fin­det die Dif­fe­renz­re­ge­lung nach Ar­ti­kel 95 An­wen­dung.
5Wird ein An­trag auf Ab­schrei­bung von bei­den Rä­ten ab­ge­lehnt, so muss der Bun­des­rat den Auf­trag der Mo­ti­on in­nert ei­nem Jahr oder in­nert der von den Rä­ten zu­sam­men mit der Ab­leh­nung des An­tra­ges ge­setz­ten Frist er­fül­len.
6Hält der Bun­des­rat die Frist nicht ein, so wird in der nächs­ten or­dent­li­chen Ses­si­on in bei­den Rä­ten auf An­trag der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen über ei­ne er­neu­te Frist­ver­län­ge­rung oder die Ab­schrei­bung ent­schie­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007 (Ver­bind­li­che Wir­kung der Mo­ti­on), in Kraft seit 26. Mai 2008 (AS 2008 2113; BBl 2007 1457 2149). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss die­ses Tex­tes.
Ein Pos­tu­lat be­auf­tragt den Bun­des­rat zu prü­fen und Be­richt zu er­stat­ten, ob ein Ent­wurf zu ei­nem Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung vor­zu­le­gen oder ei­ne Mass­nah­me zu tref­fen sei. Es kann auch ein Be­richt über einen an­de­ren Ge­gen­stand ver­langt wer­den.
1Der Bun­des­rat stellt in der Re­gel bis zum Be­ginn der nächs­ten or­dent­li­chen Ses­si­on nach der Ein­rei­chung ei­nes Pos­tu­la­tes An­trag auf des­sen An­nah­me oder Ab­leh­nung. Zu ei­nem Kom­mis­si­ons­pos­tu­lat, wel­ches we­ni­ger als einen Mo­nat vor Be­ginn der nächs­ten or­dent­li­chen Ses­si­on ein­ge­reicht wird, stellt er sei­nen An­trag spä­tes­tens bis zum Be­ginn der über­nächs­ten Ses­si­on.1
2Das Pos­tu­lat ist an­ge­nom­men, wenn ihm ein Rat zu­stimmt.
3Der Bun­des­rat er­füllt ein Pos­tu­lat, in­dem er in ei­nem se­pa­ra­ten Be­richt, im Ge­schäfts­be­richt oder in ei­ner Bot­schaft zu ei­nem Er­las­s­ent­wurf der Bun­des­ver­samm­lung Be­richt er­stat­tet.
4Ist ein Pos­tu­lat nach zwei Jah­ren noch nicht er­füllt, so be­rich­tet der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung jähr­lich dar­über, was er zur Er­fül­lung des Auf­tra­ges bis­her un­ter­nom­men hat und wie er den Auf­trag zu er­fül­len be­ab­sich­tigt. Die­ser Be­richt geht an die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen.
5Ein Pos­tu­lat wird auf be­grün­de­ten An­trag des Bun­des­ra­tes oder ei­ner Kom­mis­si­on ab­ge­schrie­ben, wenn es er­füllt ist oder wenn es nicht auf­recht­er­hal­ten wer­den soll. Die Ab­schrei­bung ei­nes Pos­tu­la­tes be­darf der Zu­stim­mung des Ra­tes, der es an­ge­nom­men hat.
1Mit ei­ner In­ter­pel­la­ti­on oder ei­ner An­fra­ge wird der Bun­des­rat auf­ge­for­dert, über An­ge­le­gen­hei­ten des Bun­des Aus­kunft zu ge­ben.
2Der Bun­des­rat ant­wor­tet in der Re­gel bis zur nächs­ten Ses­si­on.
3Ei­ne In­ter­pel­la­ti­on oder An­fra­ge kann dring­lich er­klärt wer­den.
4Ei­ne In­ter­pel­la­ti­on ist er­le­digt, wenn im Rat die von der In­ter­pel­lan­tin oder vom In­ter­pel­lan­ten ver­lang­te Dis­kus­si­on statt­ge­fun­den oder wenn der Rat die Dis­kus­si­on ab­ge­lehnt hat.
5Ei­ne An­fra­ge wird im Rat nicht be­han­delt; sie ist mit der Ant­wort des Bun­des­ra­tes er­le­digt.
1. Abschnitt: Petitionen
Art. 126 Allgemeine Bestimmungen
1Die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on je­des Ra­tes be­schliesst, ob sie ei­ner Pe­ti­ti­on Fol­ge gibt oder ob sie ih­rem Rat be­an­tragt, der Pe­ti­ti­on kei­ne Fol­ge zu ge­ben.
2Kann das An­lie­gen der Pe­ti­ti­on als An­trag zu ei­nem hän­gi­gen Be­ra­tungs­ge­gen­stand ein­ge­bracht wer­den, so be­rich­tet die Kom­mis­si­on dem Rat bei der Be­hand­lung die­ses Be­ra­tungs­ge­gen­stan­des über die Pe­ti­ti­on. Die Kom­mis­si­on stellt einen An­trag zu die­sem Be­ra­tungs­ge­gen­stand oder sie ver­zich­tet auf einen An­trag. Die Pe­ti­ti­on wird oh­ne Rats­be­schluss ab­ge­schrie­ben, so­bald der Be­ra­tungs­ge­gen­stand er­le­digt ist.
3Nach Ab­schluss der Be­hand­lung ei­ner Pe­ti­ti­on in­for­mie­ren die Par­la­ments­diens­te die Pe­ten­tin­nen und Pe­tenten dar­über, wie ih­rem An­lie­gen Rech­nung ge­tra­gen wur­de.
4Die Prä­si­den­tin­nen oder Prä­si­den­ten der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te kön­nen ei­ne Pe­ti­ti­on di­rekt be­ant­wor­ten, wenn:
de­ren Ziel mit ei­ner par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve, mit ei­nem Vor­sto­ss oder mit ei­nem An­trag nicht er­reicht wer­den kann;
de­ren In­halt of­fen­sicht­lich ab­we­gig, que­ru­la­to­risch oder be­lei­di­gend ist.
Art. 127 Beschluss der Kommission, einer Petition Folge zu geben
Gibt die Kom­mis­si­on ei­ner Pe­ti­ti­on Fol­ge, so nimmt sie das An­lie­gen der Pe­ti­ti­on auf, in­dem sie ei­ne par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve oder einen Vor­sto­ss aus­ar­bei­tet.
Art. 128 Antrag der Kommission, einer Petition keine Folge zu geben
1Die Kom­mis­si­on be­an­tragt ih­rem Rat, der Pe­ti­ti­on sei kei­ne Fol­ge zu ge­ben, wenn sie:
das An­lie­gen der Pe­ti­ti­on ab­lehnt;
fest­stellt, dass das An­lie­gen der Pe­ti­ti­on be­reits durch ei­ne an­de­re zu­stän­di­ge Be­hör­de un­ter­stützt wird;
das An­lie­gen der Pe­ti­ti­on als er­füllt be­trach­tet.
2Gibt der Rat ent­ge­gen dem An­trag der Kom­mis­si­on der Pe­ti­ti­on Fol­ge, so weist er die Pe­ti­ti­on mit dem Auf­trag an die Kom­mis­si­on zu­rück, ihr An­lie­gen mit ei­ner par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve oder ei­nem Vor­sto­ss auf­zu­neh­men.
2. Abschnitt: Eingaben
Ei­ne Ein­ga­be zur Ge­schäfts­füh­rung und zum Fi­nanz­ge­ba­ren des Bun­des­ra­tes, der Bun­des­ver­wal­tung, der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te und an­de­rer Trä­ger von Auf­ga­ben des Bun­des wird den Ge­schäfts­prü­fungs- oder Fi­nanz­kom­mis­sio­nen zur di­rek­ten Be­ant­wor­tung zu­ge­wie­sen.
8. Kapitel: Verfahren bei Einsprachen gegen Verträge der Kantone unter sich oder mit dem Ausland
1Er­hebt der Bun­des­rat Ein­spra­che ge­gen einen Ver­trag der Kan­to­ne un­ter sich oder mit dem Aus­land, so un­ter­brei­tet er der Bun­des­ver­samm­lung den Ent­wurf ei­nes ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses über die Ge­neh­mi­gung.
2Er­hebt ein Kan­ton Ein­spra­che, so un­ter­brei­tet die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on des Er­stra­tes ih­rem Rat den Ent­wurf ei­nes ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses über die Ge­neh­mi­gung.
6. Titel: Wahlen, Bestätigung von Wahlen und Feststellung der Amtsunfähigkeit
1Die Stimm­ab­ga­be bei Wahlen in der Bun­des­ver­samm­lung ist ge­heim.
2Ge­wählt sind die­je­ni­gen Per­so­nen, de­ren Na­me auf mehr als der Hälf­te der gül­ti­gen Wahl­zet­tel steht.
3Für die Be­stim­mung des ab­so­lu­ten Mehrs nicht ge­zählt wer­den die lee­ren und die un­gül­ti­gen Wahl­zet­tel.
4Er­rei­chen mehr Kan­di­die­ren­de das ab­so­lu­te Mehr, als Sit­ze frei sind, so schei­den die­je­ni­gen mit den klei­ne­ren Stim­men­zah­len als Über­zäh­li­ge aus.
1Wahl­zet­tel, die ehr­ver­let­zen­de Äus­se­run­gen oder of­fen­sicht­li­che Kenn­zeich­nun­gen ent­hal­ten, sind un­gül­tig.
2Stim­men für nicht wähl­ba­re, be­reits ge­wähl­te oder aus der Wahl aus­ge­schie­de­ne Per­so­nen so­wie für nicht ein­deu­tig iden­ti­fi­zier­ba­re Per­so­nen wer­den ge­stri­chen.
3Steht der Na­me ei­ner Kan­di­da­tin oder ei­nes Kan­di­da­ten mehr als ein­mal auf ei­nem Wahl­zet­tel, so wer­den die Wie­der­ho­lun­gen ge­stri­chen.
4Ent­hält der Wahl­zet­tel mehr Na­men, als Man­da­te zu ver­ge­ben sind, so wer­den die über­zäh­li­gen Na­men vom En­de der Lis­te her ge­stri­chen.
5Über­steigt die Zahl der ein­ge­gan­ge­nen je­ne der aus­ge­teil­ten Wahl­zet­tel, so ist der Wahl­gang un­gül­tig und wird wie­der­holt.
1Die Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes wer­den von der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung in der Ses­si­on nach der Ge­sam­ter­neue­rung des Na­tio­nal­ra­tes ge­wählt.
2Die Sit­ze wer­den ein­zeln und nach­ein­an­der be­setzt, in der Rei­hen­fol­ge des Amts­al­ters der bis­he­ri­gen Amts­in­ha­be­rin­nen oder Amts­in­ha­ber. Sit­ze, für die bis­he­ri­ge Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes kan­di­die­ren, wer­den zu­erst be­setzt.
3In den bei­den ers­ten Wahl­gän­gen kön­nen al­le wähl­ba­ren Per­so­nen ge­wählt wer­den. Ab dem drit­ten Wahl­gang sind kei­ne wei­te­ren Kan­di­da­tu­ren zu­läs­sig.
4Aus der Wahl schei­det aus:
ab dem zwei­ten Wahl­gang: wer we­ni­ger als zehn Stim­men er­hält; und
ab dem drit­ten Wahl­gang: wer die ge­rings­te Stim­men­zahl er­hält, es sei denn, mehr als ei­ne Per­son ver­ei­ni­ge die­se Stim­men­zahl auf sich.
1Die Be­set­zung von Va­kan­zen er­folgt in der Re­gel in der Ses­si­on nach dem Er­halt des Rück­tritts­schrei­bens, dem un­vor­her­ge­se­he­nen Aus­schei­den oder der Fest­stel­lung der Amts­un­fä­hig­keit.1
2Das neu­ge­wähl­te Mit­glied tritt sein Amt spä­tes­tens zwei Mo­na­te nach sei­ner Wahl an.
3Sind meh­re­re Va­kan­zen zu be­set­zen, so ist für die Rei­hen­fol­ge das Amts­al­ter der bis­he­ri­gen Amts­in­ha­be­rin­nen oder Amts­in­ha­ber mass­ge­bend.
Die Bun­des­prä­si­den­tin oder der Bun­des­prä­si­dent und die Vi­ze­prä­si­den­tin oder der Vi­ze­prä­si­dent des Bun­des­ra­tes wer­den aus des­sen Mit­glie­dern ein­zeln und nach­ein­an­der für ein Jahr ge­wählt.
1Wahlen in die eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te fin­den vor Be­ginn der neu­en Amts­dau­er ge­trennt für die ver­schie­de­nen Ge­rich­te und ge­trennt für die Rich­te­rin­nen und Rich­ter so­wie die ne­ben­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­ter statt.
2Die Er­neue­rung ge­schieht ent­we­der durch die Wie­der­wahl der sich wie­der zur Ver­fü­gung stel­len­den Mit­glie­der oder, im Fal­le von Va­kan­zen oder der Ab­wahl ei­nes Mit­glieds, durch ei­ne Er­gän­zungs­wahl.
1Als Wahl­zet­tel dient ei­ne Na­mens­lis­te der sich wie­der zur Ver­fü­gung stel­len­den Mit­glie­der, in der Rei­hen­fol­ge ih­res Amts­al­ters.
2Die Wäh­len­den kön­nen ein­zel­ne Kan­di­die­ren­de strei­chen. Zu­sätz­li­che Na­men blei­ben un­be­rück­sich­tigt. Wahl­zet­tel, auf de­nen al­le Na­men ge­stri­chen sind, blei­ben gül­tig und zäh­len für die Be­rech­nung des ab­so­lu­ten Mehrs.
3Es fin­det nur ein Wahl­gang statt. Kan­di­die­ren­de, wel­che das ab­so­lu­te Mehr nicht er­rei­chen, kön­nen in der Er­gän­zungs­wahl an­tre­ten.
1Er­gän­zungs­wah­len fin­den statt, wenn ei­ne Va­kanz ent­stan­den oder ein Mit­glied nicht wie­der ge­wählt wor­den ist.
2Wer­den dem Bü­ro der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung bis am Vor­tag der Wahl nicht mehr Kan­di­die­ren­de ge­mel­det, als Sit­ze of­fen sind, und wer­den bei der Wie­der­wahl der bis­he­ri­gen Mit­glie­der kei­ne Sit­ze frei, so dient als Wahl­zet­tel ei­ne Na­mens­lis­te mit den Kan­di­die­ren­den in al­pha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge, an­dern­falls ei­ne un­be­schrie­be­ne Lis­te mit der An­zahl Li­ni­en der zu be­set­zen­den Sit­ze.
ab dem drit­ten Wahl­gang, so­fern mehr Kan­di­da­tu­ren als freie Sit­ze vor­han­den sind: wer die ge­rings­te Stim­men­zahl er­hält, es sei denn, mehr als ei­ne Per­son ver­ei­ni­ge die­se Stim­men­zahl auf sich.
Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent und die Vi­ze­prä­si­den­tin oder der Vi­ze­prä­si­dent ei­nes Ge­richts wer­den für zwei Jah­re ge­wählt. Sie wer­den gleich­zei­tig auf zwei be­son­de­ren Wahl­zet­teln ge­wählt.
Die Bun­des­ver­samm­lung nimmt wei­te­re durch Ver­fas­sung oder Ge­setz vor­ge­se­he­ne Wahlen ge­mä­ss den Re­geln für die Wahlen in den Bun­des­rat vor.
1Die Bun­des­ver­samm­lung nimmt die ihr durch das Ge­setz über­tra­ge­nen Be­stä­ti­gun­gen von Wahlen vor.
2Ei­ne Kom­mis­si­on der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung be­gut­ach­tet die Wahl, mit Aus­nah­me der Wahl der Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder des Ge­ne­ral­se­kre­tärs der Bun­des­ver­samm­lung. Die Kom­mis­si­on kann zu die­sem Zweck die zu be­stä­ti­gen­de Per­son und ei­ne Ver­tre­tung des Wahl­or­gans an­hö­ren. Die Kom­mis­si­on be­an­tragt der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung Be­stä­ti­gung oder Nicht­be­stä­ti­gung der Wahl.
3Die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung ent­schei­det in ge­hei­mer Ab­stim­mung mit der Mehr­heit der stim­men­den Mit­glie­der über Be­stä­ti­gung oder Nicht­be­stä­ti­gung der Wahl. Lehnt sie ab, so muss das Wahl­or­gan ei­ne neue Wahl vor­neh­men.
6. Kapitel: Feststellung der Amtsunfähigkeit von Mitgliedern des Bundesrates sowie der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers
1Die Bun­des­ver­samm­lung be­schliesst über An­trä­ge auf Fest­stel­lung der Amts­un­fä­hig­keit von Mit­glie­dern des Bun­des­ra­tes so­wie der Bun­des­kanz­le­rin oder des Bun­des­kanz­lers.
2An­trags­be­rech­tigt sind das Bü­ro der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung und der Bun­des­rat.
3Ei­ne Amts­un­fä­hig­keit ist an­zu­neh­men, wenn die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:
Die be­tref­fen­de Per­son ist we­gen schwer­wie­gen­der ge­sund­heit­li­cher Pro­ble­me oder Ein­wir­kun­gen, die sie dar­an hin­dern, an ih­ren Ar­beits­platz zu­rück­zu­keh­ren, of­fen­kun­dig nicht mehr in der La­ge, ihr Amt aus­zuü­ben.
Die­ser Zu­stand wird vor­aus­sicht­lich lan­ge Zeit an­dau­ern.
Die be­tref­fen­de Per­son hat in­nert an­ge­mes­se­ner Frist kei­ne rechts­gül­ti­ge Rück­tritts­er­klä­rung ab­ge­ge­ben.
4Die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung fällt ih­ren Be­schluss spä­tes­tens in der auf die Ein­rei­chung des An­trags fol­gen­den Ses­si­on.
5Mit der Fest­stel­lung der Amts­un­fä­hig­keit ent­steht ei­ne Va­kanz.
1Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung sei­ne Er­las­sent­wür­fe zu­sam­men mit ei­ner Bot­schaft.
2In der Bot­schaft be­grün­det er den Er­las­s­ent­wurf und kom­men­tiert so­weit nö­tig die ein­zel­nen Be­stim­mun­gen. Dar­über hin­aus er­läu­tert er ins­be­son­de­re fol­gen­de Punk­te, so­weit sub­stan­zi­el­le An­ga­ben da­zu mög­lich sind:
die Rechts­grund­la­ge, die Aus­wir­kun­gen auf die Grund­rech­te, die Ver­ein­bar­keit mit über­ge­ord­ne­tem Recht und das Ver­hält­nis zum eu­ro­päi­schen Recht;
die Nut­zung des Hand­lungs­spiel­rau­mes der Schweiz bei der Über­nah­me von in­ter­na­tio­na­lem Recht;
die Be­ach­tung des Grund­satzes der Sub­si­dia­ri­tät bei der Zu­wei­sung und Er­fül­lung staat­li­cher Auf­ga­ben und die Aus­wir­kun­gen des Er­las­s­ent­wurfs auf Ge­mein­den, Städ­te, städ­ti­sche Ag­glo­me­ra­tio­nen und Berg­ge­bie­te;
aqua­ter.3 die Prü­fung ei­ner Be­fris­tung des Er­las­s­ent­wurfs;
die in ei­nem Ge­set­ze­s­ent­wurf vor­ge­se­he­nen Kom­pe­tenz­de­le­ga­tio­nen;
im vor­par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren dis­ku­tier­te Stand­punk­te und Al­ter­na­ti­ven und die dies­be­züg­li­che Stel­lung­nah­me des Bun­des­ra­tes;
die ge­plan­te Um­set­zung des Er­las­ses, die ge­plan­te Aus­wer­tung die­ser Um­set­zung und die Prü­fung der Voll­zug­staug­lich­keit im vor­par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren;
das Ab­stim­men von Auf­ga­ben und Fi­nan­zen;
die per­so­nel­len und fi­nan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen des Er­las­s­ent­wurfs und sei­nes Voll­zugs auf Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den so­wie die Art und Wei­se der Kos­ten­de­ckung und das Ver­hält­nis von Kos­ten und Nut­zen;
die Aus­wir­kun­gen auf Wirt­schaft, Ge­sell­schaft, Um­welt und künf­ti­ge Ge­ne­ra­tio­nen;
die Wah­rung der Selbst­ver­ant­wor­tung und des Hand­lungs­spiel­raums der von ei­ner Re­ge­lung be­trof­fe­nen Pri­va­ten;
die Aus­wir­kun­gen auf den Be­darf an In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gi­en und die da­mit ver­bun­de­nen Auf­wen­dun­gen;
das Ver­hält­nis des Er­las­s­ent­wurfs zur Le­gis­la­tur­pla­nung und zum Fi­nanz­plan;
die Aus­wir­kun­gen auf die Gleich­stel­lung von Frau und Mann;
die Aus­wir­kun­gen des Er­las­s­ent­wurfs auf die Aus­land­schwei­ze­rin­nen und -schwei­zer.
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
den Ent­wurf für den Vor­an­schlag des Bun­des;
die Ent­wür­fe für die or­dent­li­chen Nach­trä­ge und Zu­satz­kre­di­te: zwei Mo­na­te vor Be­ginn der Ses­si­on, in der sie be­han­delt wer­den sol­len;
die Staats­rech­nung: jähr­lich zwei Mo­na­te vor Be­ginn der Ses­si­on, in der sie be­han­delt wer­den soll.
2Er nimmt die Ent­wür­fe für den Vor­an­schlag so­wie die Rech­nun­gen der Bun­des­ver­samm­lung, der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te, der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­kon­trol­le, der Bun­des­an­walt­schaft und der Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft un­ver­än­dert in sei­nen Ent­wurf für den Vor­an­schlag und in die Rech­nung des Bun­des auf.2
3Das Bun­des­ge­richt ver­tritt die Ent­wür­fe für die Vor­an­schlä­ge und die Rech­nun­gen der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te vor der Bun­des­ver­samm­lung. Für die Bun­des­ver­samm­lung über­nimmt die­se Auf­ga­be die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on der Bun­des­ver­samm­lung, für die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­kon­trol­le die Fi­nanz­de­le­ga­ti­on, für die Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft und die Bun­des­an­walt­schaft die Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft.3
4Der Bun­des­rat lässt je­weils per 30. Ju­ni und 30. Sep­tem­ber Hoch­rech­nun­gen über das vor­aus­sicht­li­che Jah­res­er­geb­nis er­stel­len. Er setzt die Fi­nanz­kom­mis­sio­nen da­von in Kennt­nis.4
4 Ein­ge­fügt durch Art. 65 Ziff. 1 des Fi­nanz­haus­halts­ge­set­zes vom 7. Okt. 2005, in Kraft seit 1. Mai 2006 (AS 2006 1275; BBl 2005 5).
Art. 143 Finanzplan
1Der Fi­nanz­plan um­fasst die drei dem Vor­an­schlags­jahr fol­gen­den Jah­re.
2Glie­de­rung und In­halt des Fi­nanz­plans ver­bin­den die Auf­ga­ben- mit der Fi­nanz­pla­nung (in­te­grier­ter Auf­ga­ben- und Fi­nanz­plan).
3Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung den Fi­nanz­plan zu­sam­men mit dem Ent­wurf für den Vor­an­schlag zur Kennt­nis­nah­me in der Form ei­nes ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses.
4Die Bun­des­ver­samm­lung kann den ein­fa­chen Bun­des­be­schluss er­gän­zen mit Auf­trä­gen für ei­ne Än­de­rung des Fi­nanz­plans.
5Der Bun­des­rat er­füllt die­se Auf­trä­ge in der Re­gel mit dem Ent­wurf des Vor­an­schlags für das über­nächs­te Jahr.
1Bis zum Be­ginn der letz­ten or­dent­li­chen Ses­si­on des Jah­res gibt der Bun­des­rat sei­ne Jah­res­zie­le für das nächs­te Jahr be­kannt. Die­se sind auf die Le­gis­la­tur­pla­nung ab­ge­stimmt.
2Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung die Be­rich­te über sei­ne Ge­schäfts­füh­rung im vor­her­ge­hen­den Jahr zwei Mo­na­te vor Be­ginn der Ses­si­on, in der sie be­han­delt wer­den sol­len.
3Der Ge­schäfts­be­richt des Bun­des­ra­tes ori­en­tiert über die Schwer­punk­te sei­ner Tä­tig­keit im Ge­schäfts­jahr. Er in­for­miert über die Er­rei­chung der für das Ge­schäfts­jahr mass­ge­bli­chen Jah­res­zie­le, über die Um­set­zung der Le­gis­la­tur­pla­nung und des Ge­setz­ge­bungs­pro­gramms so­wie über den Stand der für die ge­ne­rel­le La­ge­be­ur­tei­lung und die Über­prü­fung der Ziel­er­rei­chung re­le­van­ten In­di­ka­to­ren. Ab­wei­chun­gen so­wie un­ge­plan­te Vor­ha­ben sind zu be­grün­den.1
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007 (Le­gis­la­tur­pla­nung), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5231; BBl 2006 1837 1857).
1Die Bun­des­prä­si­den­tin oder der Bun­des­prä­si­dent ver­tritt den Ge­schäfts­be­richt des Bun­des­ra­tes in den Rä­ten, so­fern die Rats­re­gle­men­te nichts an­de­res vor­se­hen.1
2Die Bun­des­ver­samm­lung ge­neh­migt die­sen Be­richt in der Form ei­nes ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008 (Ge­schäfts­be­richt des Bun­des­ra­tes), in Kraft seit 1. März 2009 (AS 2009 697; BBl 2008 1095 1105).
Art. 146 Legislaturplanung
1Zu Be­ginn der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode un­ter­brei­tet der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung ei­ne Bot­schaft über die Le­gis­la­tur­pla­nung und den Ent­wurf zu ei­nem ein­fa­chen Bun­des­be­schluss über die Le­gis­la­tur­pla­nung.
2Der ein­fa­che Bun­des­be­schluss de­fi­niert die po­li­ti­schen Leit­li­ni­en und die Zie­le der Le­gis­la­tur­pla­nung und ord­net die­sen die ge­plan­ten Er­las­se der Bun­des­ver­samm­lung so­wie wei­te­re Mass­nah­men zu, wel­che zur Ziel­er­rei­chung er­for­der­lich sind.
3In der Bot­schaft über die Le­gis­la­tur­pla­nung wer­den den Zie­len In­di­ka­to­ren zu­ge­ord­net, mit de­nen die Ziel­er­rei­chung über­prüft wer­den kann. Die Bot­schaft ent­hält auch ei­ne La­geana­ly­se, die sich auf In­di­ka­to­ren ab­stützt. Zu­dem gibt sie einen Über­blick über al­le Er­las­sent­wür­fe, die der Bun­des­rat wäh­rend der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode der Bun­des­ver­samm­lung vor­zu­le­gen plant (Ge­setz­ge­bungs­pro­gramm).
4In der Bot­schaft wird der Le­gis­la­tur­fi­nanz­plan dar­ge­legt. Die­ser setzt den Fi­nanz­be­darf für die Le­gis­la­tur­pe­ri­ode fest und zeigt auf, wie die­ser ge­deckt wer­den soll. Die Zie­le und Mass­nah­men der Le­gis­la­tur­pla­nung und der Le­gis­la­tur­fi­nanz­plan wer­den sach­lich und zeit­lich mit­ein­an­der ver­knüpft.
Art. 147 Behandlung der Legislaturplanung
1Die bei­den Rä­te be­ra­ten die Le­gis­la­tur­pla­nung in zwei auf­ein­an­der fol­gen­den Ses­sio­nen.
2Die Rats­re­gle­men­te kön­nen vor­se­hen, dass:
der Rat bei der Be­hand­lung der Le­gis­la­tur­pla­nung nur über die An­trä­ge und Min­der­heits­an­trä­ge der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­si­on be­schliesst; und
an­de­re An­trags­be­rech­tig­te ih­re An­trä­ge die­ser Kom­mis­si­on vor Be­ginn von de­ren De­tail­be­ra­tung des Bun­des­be­schlus­ses un­ter­brei­ten müs­sen.
1Ne­ben den vom Ge­setz vor­ge­se­he­nen Pla­nun­gen und Be­rich­ten kann der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung wei­te­re Pla­nun­gen und Be­rich­te zur In­for­ma­ti­on oder zur Kennt­nis­nah­me un­ter­brei­ten.
2Er kann der Bun­des­ver­samm­lung die Zie­le oder Schluss­fol­ge­run­gen wich­ti­ger Pla­nun­gen oder Be­rich­te in der Form des Ent­wurfs zu ei­nem ein­fa­chen Bun­des­be­schluss oder zu ei­nem Bun­des­be­schluss vor­le­gen.
3Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung pe­ri­odisch einen Be­richt zur Aus­sen­po­li­tik der Schweiz.
3bisEr be­rich­tet der Bun­des­ver­samm­lung pe­ri­odisch über die Er­rei­chung der stra­te­gi­schen Zie­le, die für die ver­selbst­stän­dig­ten Ein­hei­ten nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 5 des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19971 fest­ge­legt wor­den sind.2
4Die Bun­des­ver­samm­lung kann zu wei­te­ren wich­ti­gen Pla­nun­gen und Be­rich­ten Grund­satz- und Pla­nungs­be­schlüs­se in der Form des ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses oder des Bun­des­be­schlus­ses fas­sen.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Mit­wir­kung der Bun­des­ver­samm­lung bei der Steue­rung der ver­selbst­stän­dig­ten Ein­hei­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5859; BBl 2010 3377 3413).
1Der Bun­des­rat stellt Bot­schaf­ten und Be­rich­te den Par­la­ments­diens­ten spä­tes­tens vier­zehn Ta­ge vor der Sit­zung der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­si­on zu.
2Die Par­la­ments­diens­te lei­ten die vom Bun­des­rat und von der Bun­des­ver­wal­tung an die Bun­des­ver­samm­lung oder ih­re Kom­mis­sio­nen ge­rich­te­ten Un­ter­la­gen den Rats­mit­glie­dern zu.
1Die Kom­mis­sio­nen und die von ih­nen ein­ge­setz­ten Sub­kom­mis­sio­nen sind zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­rech­tigt:
den Bun­des­rat zur Er­tei­lung von Aus­künf­ten an Sit­zun­gen ein­zu­la­den und von ihm Be­rich­te zu ver­lan­gen;
vom Bun­des­rat Un­ter­la­gen zur Ein­sicht zu er­hal­ten;
im Ein­ver­ständ­nis mit dem Bun­des­rat Per­so­nen im Diens­te des Bun­des zu be­fra­gen.
2Sie ha­ben kei­nen An­spruch auf In­for­ma­tio­nen:
die im In­ter­es­se des Staats­schut­zes oder der Nach­rich­ten­diens­te als ge­heim klas­si­fi­ziert sind oder de­ren Kennt­nis­nah­me durch Un­be­rech­tig­te den Lan­des­in­ter­es­sen einen schwe­ren Scha­den zu­fü­gen kann.1
3Sie tref­fen ge­eig­ne­te Vor­keh­ren für den Ge­heim­nis­schutz. Sie kön­nen ins­be­son­de­re vor­se­hen, dass In­for­ma­tio­nen, die dem Amts­ge­heim­nis ge­mä­ss Ar­ti­kel 8 un­ter­ste­hen, nur ei­ner Sub­kom­mis­si­on zu­kom­men.
4Be­steht zwi­schen ei­ner Kom­mis­si­on und dem Bun­des­rat Un­ei­nig­keit über den Um­fang der In­for­ma­ti­ons­rech­te, so kann die Kom­mis­si­on das Prä­si­di­um des­je­ni­gen Ra­tes an­ru­fen, dem sie an­ge­hört. Das Prä­si­di­um ver­mit­telt zwi­schen Kom­mis­si­on und Bun­des­rat.
5Das Prä­si­di­um ent­schei­det end­gül­tig, wenn zwi­schen der Kom­mis­si­on und dem Bun­des­rat strit­tig ist, ob die In­for­ma­tio­nen der Auf­ga­ben­er­fül­lung der Kom­mis­sio­nen nach Ab­satz 1 die­nen.
6Der Bun­des­rat kann der Kom­mis­si­on, an­statt Ein­sicht in die Un­ter­la­gen zu ge­wäh­ren, einen Be­richt vor­le­gen, wenn zwi­schen ihm und der Kom­mis­si­on strit­tig ist, ob die Kom­mis­si­on nach Ab­satz 2 An­spruch auf die In­for­ma­tio­nen hat, und wenn die Ver­mitt­lung des Rats­prä­si­di­ums er­folg­los bleibt.
7Das Rats­prä­si­di­um kann zur Vor­be­rei­tung der Ver­mitt­lung oh­ne Ein­schrän­kun­gen Ein­sicht in die Un­ter­la­gen des Bun­des­ra­tes und der Bun­des­ver­wal­tung neh­men.
1Die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on kann ver­lan­gen, dass ihr der Ent­wurf zu ei­ner wich­ti­gen Ver­ord­nung des Bun­des­ra­tes zur Kon­sul­ta­ti­on un­ter­brei­tet wird.
2Ist ei­ne Ver­ord­nung un­mit­tel­bar im An­schluss an einen Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung zu än­dern oder zu er­las­sen, so be­schliesst die Kom­mis­si­on bei der Ge­samtab­stim­mung über den Er­las­s­ent­wurf, ob sie kon­sul­tiert wer­den will.
3Der Bun­des­rat setzt die Bun­des­ver­samm­lung von der Vor­be­rei­tung von Ver­ord­nun­gen in Kennt­nis.
1Die für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen und der Bun­des­rat pfle­gen den ge­gen­sei­ti­gen Kon­takt und Mei­nungs­aus­tausch.
2Der Bun­des­rat in­for­miert die Rats­prä­si­di­en und die für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen re­gel­mäs­sig, früh­zei­tig und um­fas­send über wich­ti­ge aus­sen­po­li­ti­sche Ent­wick­lun­gen. Die für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen lei­ten die­se In­for­ma­tio­nen an an­de­re zu­stän­di­ge Kom­mis­sio­nen wei­ter.
3Der Bun­des­rat kon­sul­tiert die für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen zu we­sent­li­chen Vor­ha­ben, zu ge­plan­ten Än­de­run­gen im Be­stand der di­plo­ma­ti­schen und kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tun­gen der Schweiz im Aus­land so­wie zu den Richt- und Leit­li­ni­en zum Man­dat für be­deu­ten­de in­ter­na­tio­na­le Ver­hand­lun­gen, be­vor er die­ses fest­legt oder ab­än­dert. Er in­for­miert die­se Kom­mis­sio­nen über den Stand der Rea­li­sie­rung die­ser Vor­ha­ben und über den Fort­gang der Ver­hand­lun­gen.1
3bisDer Bun­des­rat kon­sul­tiert die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen, be­vor er einen völ­ker­recht­li­chen Ver­trag, für des­sen Ge­neh­mi­gung die Bun­des­ver­samm­lung zu­stän­dig ist, vor­läu­fig an­wen­det. Spre­chen sich die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te da­ge­gen aus, so ver­zich­tet er auf die vor­läu­fi­ge An­wen­dung.2
4Der Bun­des­rat kon­sul­tiert in dring­li­chen Fäl­len die Prä­si­den­tin­nen oder die Prä­si­den­ten der für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen. Die­se in­for­mie­ren um­ge­hend ih­re Kom­mis­sio­nen.
5Die für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen oder an­de­re zu­stän­di­ge Kom­mis­sio­nen kön­nen vom Bun­des­rat ver­lan­gen, dass er sie in­for­miert oder kon­sul­tiert.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. III 1 des Aus­land­schwei­zer­ge­set­zes vom 26. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 3857; BBl 2014 1915 2617).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 8. Okt. 2004 über die vor­läu­fi­ge An­wen­dung von völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­gen (AS 2005 1245; BBl 2004 761 1017). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 26. Sept. 2014 über die Kom­pe­tenz zum Ab­schluss völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge von be­schränk­ter Trag­wei­te und vor­läu­fi­ge An­wen­dung völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge, in Kraft seit 1. Mai 2015 (AS 2015 969; BBl 2012 7465).
Art. 153 Informationsrechte der Aufsichtskommissionen
1Die Auf­sichts­kom­mis­sio­nen ha­ben ne­ben den In­for­ma­ti­ons­rech­ten nach Ar­ti­kel 150 das Recht, mit al­len Be­hör­den, Amts­stel­len und üb­ri­gen Trä­gern von Auf­ga­ben des Bun­des di­rekt zu ver­keh­ren und von ih­nen in An­wen­dung von Ar­ti­kel 156 zweck­dien­li­che Aus­künf­te und Un­ter­la­gen zu er­hal­ten. Sie kön­nen ein­zel­ne Sach­ver­halts­ab­klä­run­gen ih­rem Se­kre­ta­ri­at über­tra­gen.
2Sie kön­nen von Per­so­nen und Amts­stel­len aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung Aus­künf­te ein­ho­len und Un­ter­la­gen er­hal­ten, so­fern es für die Wahr­neh­mung der Ober­auf­sicht not­wen­dig ist. So­weit Per­so­nen aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung frü­her im Diens­te des Bun­des ge­stan­den sind, bleibt Ar­ti­kel 156 für sie an­wend­bar. Das Recht zur Zeug­nis­ver­wei­ge­rung nach Ar­ti­kel 42 des Bun­des­ge­set­zes vom 4. De­zem­ber 19472 über den Bun­des­zi­vil­pro­zess ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
3Sie kön­nen aus­kunfts­pflich­ti­ge Per­so­nen durch Ver­fü­gung der Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin oder des Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten in sinn­ge­mäs­ser An­wen­dung der Ar­ti­kel 49, 50 und 201-209 der Straf­pro­zess­ord­nung3 vor­la­den und im Fall ei­nes un­be­grün­de­ten Fern­blei­bens durch Po­li­zei­or­ga­ne des Bun­des und der Kan­to­ne vor­füh­ren las­sen.
4Ge­gen die Ver­fü­gun­gen über Vor­la­dun­gen und Vor­füh­run­gen kann in­nert zehn Ta­gen bei der Prä­si­den­tin oder beim Prä­si­den­ten des­je­ni­gen Ra­tes Ein­spra­che er­ho­ben wer­den, dem die ver­fü­gen­de Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin be­zie­hungs­wei­se der ver­fü­gen­de Kom­mis­si­ons­prä­si­dent an­ge­hört. Die Ein­spra­che hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung. Stellt die Rats­prä­si­den­tin oder der Rats­prä­si­dent fest, dass die Ver­fü­gung rechts­wid­rig oder un­ver­hält­nis­mäs­sig ist, kann sie oder er der Ein­spre­che­rin oder dem Ein­spre­cher ei­ne Ge­nug­tu­ung zu­spre­chen. Der Ein­spra­cheent­scheid ist end­gül­tig.
5Be­vor die Auf­sichts­kom­mis­sio­nen ein Mit­glied des Bun­des­ra­tes be­fra­gen, in­for­mie­ren sie es über den Ge­gen­stand der Be­fra­gung. Be­vor sie Per­so­nen be­fra­gen, die dem Bun­des­rat un­ter­stellt sind oder un­ter­stellt wa­ren, ori­en­tie­ren sie den Bun­des­rat. Auf des­sen Ver­lan­gen hö­ren sie den Bun­des­rat vor der Aus­kunft­s­er­tei­lung von Per­so­nen oder der Her­aus­ga­be von Un­ter­la­gen an.
6Sie ent­schei­den end­gül­tig über die Aus­übung ih­rer In­for­ma­ti­ons­rech­te. Sie ha­ben kei­nen An­spruch auf Ein­sicht­nah­me in:
Pro­to­kol­le der Bun­des­rats­sit­zun­gen;
Un­ter­la­gen, die im In­ter­es­se des Staats­schut­zes oder der Nach­rich­ten­diens­te als ge­heim klas­si­fi­ziert sind oder de­ren Kennt­nis­nah­me durch Un­be­rech­tig­te den Lan­des­in­ter­es­sen einen schwe­ren Scha­den zu­fü­gen kann.
7Sie tref­fen ge­eig­ne­te Vor­keh­run­gen für den Ge­heim­nis­schutz nach Ar­ti­kel 150 Ab­satz 3. Zu die­sem Zweck so­wie für den Fall, dass ih­re In­for­ma­ti­ons­rech­te zur Wahr­neh­mung der Ober­auf­sicht nicht aus­rei­chen, kön­nen sie ih­re De­le­ga­tio­nen mit der Ab­klä­rung ei­ner kon­kre­ten Fra­ge be­auf­tra­gen. Sie er­las­sen für ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­reich Wei­sun­gen zum Ge­heim­nis­schutz. Dar­in be­schrän­ken sie ins­be­son­de­re den Zu­gang zu Mit­be­rich­ten.
1Den De­le­ga­tio­nen der Auf­sichts­kom­mis­sio­nen dür­fen kei­ne In­for­ma­tio­nen vor­ent­hal­ten wer­den.
2Die De­le­ga­tio­nen der Auf­sichts­kom­mis­sio­nen ha­ben zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben ne­ben den In­for­ma­ti­ons­rech­ten nach den Ar­ti­keln 150 und 153 das Recht:
auf Her­aus­ga­be von:
Pro­to­kol­len der Bun­des­rats­sit­zun­gen,
Un­ter­la­gen, die im In­ter­es­se des Staats­schut­zes oder der Nach­rich­ten­diens­te als ge­heim klas­si­fi­ziert sind oder de­ren Kennt­nis­nah­me durch Un­be­rech­tig­te den Lan­des­in­ter­es­sen einen schwe­ren Scha­den zu­fü­gen kann;
Per­so­nen als Zeu­gin­nen oder Zeu­gen ein­zu­ver­neh­men; für die Vor­la­dung und die Vor­füh­rung gilt Ar­ti­kel 153 Ab­sät­ze 3 und 4 sinn­ge­mä­ss.1
3Die Fi­nanz­de­le­ga­ti­on und die Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on er­hal­ten lau­fend sämt­li­che Be­schlüs­se des Bun­des­ra­tes ein­sch­liess­lich der An­trä­ge und der Mit­be­rich­te. Sie le­gen ge­mein­sam die Ein­zel­hei­ten der Zu­stel­lung, der Ein­sicht­nah­me und der Auf­be­wah­rung fest.2
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Prä­zi­sie­rung der In­for­ma­ti­ons­rech­te der Auf­sichts­kom­mis­sio­nen), in Kraft seit 1. Nov. 2011 (AS 2011 4537; BBl 2011 1817 1839).
Art. 154a Wirkungen von Untersuchungen der Geschäftsprüfungsdelegation auf andere Verfahren und Abklärungen
1Dis­zi­pli­nar­un­ter­su­chun­gen oder Ad­mi­nis­tra­ti­vun­ter­su­chun­gen des Bun­des, die Sach­ver­hal­te oder Per­so­nen be­tref­fen, wel­che Ge­gen­stand ei­ner Un­ter­su­chung durch die Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on sind, dür­fen nur mit Er­mäch­ti­gung der Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on an­ge­ho­ben oder wei­ter­ge­führt wer­den.
2Die Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on ent­schei­det über die Er­mäch­ti­gung nach An­hö­rung des Bun­des­ra­tes.
3Ist strei­tig, ob die Er­mäch­ti­gung er­for­der­lich ist, so be­darf es der Zu­stim­mung von zwei Drit­teln al­ler Mit­glie­der der Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on.
4Ei­ne Un­ter­su­chung durch die Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on hin­dert die Durch­füh­rung von zi­vil- und ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren so­wie von Vor­un­ter­su­chun­gen und Ge­richts­ver­fah­ren in Strafsa­chen nicht.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Mai 2005 (AS 2005 4793; BBl 2004 1469 1477).
1Vor je­der Be­fra­gung ist fest­zu­stel­len, ob sich ei­ne Per­son als Aus­kunfts­per­son oder als Zeu­gin oder Zeu­ge zu äus­sern hat.
2Die förm­li­che Zeu­gen­ein­ver­nah­me wird erst an­ge­ord­net, wenn sich ein Sach­ver­halt auf an­de­re Wei­se nicht hin­rei­chend ab­klä­ren lässt. Je­de Per­son ist zur Ab­le­gung des Zeug­nis­ses ver­pflich­tet.
3Ei­ne Per­son, ge­gen die sich ei­ne Un­ter­su­chung ganz oder vor­wie­gend rich­tet, darf nur als Aus­kunfts­per­son be­fragt wer­den.
4Zeu­gin­nen und Zeu­gen sind auf ih­re Aus­sa­ge- und Wahr­heits­pflicht, Aus­kunfts­per­so­nen auf ihr Recht, die Aus­sa­ge zu ver­wei­gern, auf­merk­sam zu ma­chen. Vor­be­hal­ten bleibt das Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 4. De­zem­ber 19471 über den Bun­des­zi­vil­pro­zess.
5Für die Pro­to­kol­lie­rung wird die Be­fra­gung von Per­so­nen auf ei­nem Ton­trä­ger auf­ge­nom­men. Die Pro­to­kol­le wer­den den be­frag­ten Per­so­nen zur Un­ter­zeich­nung vor­ge­legt.
6Für das Ver­fah­ren und die Rech­te der Be­trof­fe­nen sind die Ar­ti­kel 166-171 an­wend­bar.
1Per­so­nen im Dienst des Bun­des sind ver­pflich­tet, voll­stän­dig und wahr­heits­ge­mä­ss Aus­kunft zu er­tei­len so­wie al­le zweck­dien­li­chen Un­ter­la­gen zu nen­nen.
2Das Recht zur Zeug­nis­ver­wei­ge­rung nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 4. De­zem­ber 19471 über den Bun­des­zi­vil­pro­zess ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
3Per­so­nen im Dienst des Bun­des darf auf Grund ih­rer wahr­heits­ge­mäs­sen Äus­se­run­gen ge­gen­über ei­ner Kom­mis­si­on kei­ner­lei Nach­teil er­wach­sen. In­fol­ge von Aus­sa­gen ge­gen­über ei­ner Kom­mis­si­on darf ge­gen sie nur nach An­hö­rung der be­tref­fen­den Kom­mis­si­on ein Ver­fah­ren er­öff­net wer­den.
4Per­so­nen im Diens­te des Bun­des nach die­sem Ge­setz sind das Bun­des­per­so­nal so­wie Per­so­nen, die un­mit­tel­bar mit öf­fent­lich-recht­li­chen Auf­ga­ben des Bun­des be­traut sind. Die Art der Be­zie­hung zum Bund ist nicht mass­ge­bend.
Die be­trof­fe­ne Be­hör­de er­hält Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me, be­vor ei­ne Auf­sichts­kom­mis­si­on oder ih­re De­le­ga­ti­on über Män­gel in der Ge­schäfts­füh­rung oder in der Füh­rung des Fi­nanz­haus­hal­tes Be­richt er­stat­tet.
1Ei­ne Auf­sichts­kom­mis­si­on oder -de­le­ga­ti­on kann im Be­reich der Ober­auf­sicht Emp­feh­lun­gen an die ver­ant­wort­li­che Be­hör­de rich­ten.
2Die­se Be­hör­de in­for­miert die Auf­sichts­kom­mis­si­on oder -de­le­ga­ti­on über die Um­set­zung der Emp­feh­lung.
3Die Emp­feh­lung und die Stel­lung­nah­me der ver­ant­wort­li­chen Be­hör­de wer­den ver­öf­fent­licht, so­fern kei­ne schüt­zens­wer­ten In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.

References: Art. 11

Art. 17

Art. 17
 Art. 65
 Art. 65

Art. 40

Art. 90

Art. 94

Art. 101

Art. 102

Art. 107
 Art. 12

Art. 115

Art. 121

Art. 122

Art. 126

Art. 127

Art. 128
 Art. 65

Art. 143

Art. 146

Art. 147

Art. 153

Art. 154