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Timestamp: 2019-08-19 04:31:30+00:00

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News vom 03.07.2012, 16:35 Uhr | 1 Kommentar
Pflichten für den Händler
Problem im Versandhandel
Schon seit dem 01.12.2010 sind MDI und MDI-haltige Gemische (ab 1% Gehalt aufwärts)durch die Verordnung (EG) 790/2009 (10.08.2009) in den Anhang VI der bereits bestehenden „CLP“-Verordnung (EG) 1272/2008 aufgenommen. Mit dieser Kategorisierung sind für Händler nach den §§ 3 und 5 ChemVerbotsV relativ weitreichende Pflichten verbunden.
MDI ist auch in diversen Artikeln aus dem Heimwerkerbedarf zu finden, u.a. in den folgenden:
Polyurethan(PU)-Schäume („Bauschaum“)
Für solche Produkte gilt, sofern sie 1% oder mehr MDI enthalten, eine umfangreiche Schadstoff-Kategorisierung nach der CLP-Verordnung. In der GESTIS-Datenbank finden sich die folgenden Warnhinweise nach GHS-Standard:
- Karzinogenität (krebserregende Wirkung), Kategorie 2 H351
- akute Toxizität, Kategorie 4, Einatmen H332
- spezifische Zielorgan-Toxizität (wiederholte Exposition), Kategorie 2 H373
- Augenreizung, Kategorie 2 H319
- spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition), Kategorie 3 H335
- Reizwirkung auf die Haut, Kategorie 2 H315
- Sensibilisierung der Atemwege, Kategorie 1 H334
- Sensibilisierung der Haut, Kategorie 1 H317
MDI-haltige Produkte scheinen also in der Tat nicht ganz unbedenklich zu sein. Problematisch daran ist gerade für den Händler, dass die meisten dieser Produkte zwar recht kompakt in Tuben oder Kartuschen abgepackt sind, aber nicht ohne weiteres an den Endverbraucher abgegeben werden dürfen. Vielmehr müssen seitens des Händlers folgende Bedingungen erfüllt sein:
Es muss sichergestellt sein, dass keine Abgabe an Minderjährige erfolgt, § 3 Abs. 1 Nr. 3 ChemVerbotsV.
Der Händler muss den Käufer über die von MDI ausgehenden Gefahren, notwendige Vorsichtsmaßnahmen, Maßnahmen bei Unfällen und die sachgerechte Entsorgung informieren, § 3 Abs. 1 Nr. 5 ChemVerbotsV.
In jedem Betrieb muss eine volljährige, zuverlässige und auf Sachkunde geprüfte (§ 5 ChemVerbotsV) Person tätig sein, § 3 Abs. 2 ChemVerbotsV; diese Person ist zuständig für die ordnungsgemäße Abgabe und Einhaltung der gesetzlichen Pflichten.
Die Abgabe darf nicht in Form der Selbstbedienung (inkl. Automaten etc.) erfolgen, § 4 ChemVerbotsV.
Nach dem Willen der EU sollen zukünftig auch Einweghandschuhe und entsprechende Gefahrenhinweise beigelegt werden.
Darüber hinaus ist zu bedenken, dass gem. § 8 VerpackV im Handel mit schadstoffhaltigen Gütern dafür zu sorgen ist, dass gebrauchte, restentleerte Verpackungen vom Endverbraucher in zumutbarer Entfernung unentgeltlich zurückgegeben werden können. Hierauf ist auch entsprechend hinzuweisen.
Im Versandhandel sind diese Vorschriften sicherlich nur schwer einzuhalten; Online-Händler mit Tätigkeitsbereichen wie Baustoffe, Heimwerkerbedarf etc. sollten daher ihr Sortiment genauestens auf das Vorhandensein von MDI-haltigen Artikeln prüfen und ggf. entweder diese aus dem Sortiment entfernen oder die genannten Vorschriften im eigenen Betrieb umsetzen. Insbesondere müsste ein Mitarbeiter bzw. der Online-Händler selbst die Sachkundeprüfung nach § 5 ChemVerbotsV ablegen. Im Zweifel kann auch fachkundige Beratung hier nicht schaden.
Weiterführende Informationen finden sich z.B. bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) oder dem REACH-CLP-Helpdesk der Bundesbehörden.
Kommentar von Stephan Janßen
Hallo, wie sieht es denn mit dem Personal im Baumarkt aus, das keine Prüfung abgeschlossen hat, aber eine mündliche Anweisung der Marktleitung erhält. KEINE Einweisung, lediglich eine Anweisung. Darf...

References: § 3
 § 3
 § 3
 § 4
 § 8
 § 5