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Timestamp: 2019-04-22 09:03:47+00:00

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Google Glass und der Datenschutz: Die herumlaufenden Überwachungskameras – netzpolitik.org
10.03.2013 um 11:26	Uhr - Lorenz Matzat - 52 Ergänzungen
Mit Begeisterung schilderte der Kollege, wie er am Ende des Interviews Google Glass ausprobieren durfte. Er setzte sich das brillenähnliche Gerät auf. Am Rande seines Sichtfelds erschienen Notizen, die sein Interviewpartner vergessen hatte zu schließen. Der Journalist des Technology Review sah, dass sein Gegenüber sich die ganze Zeit im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen gehalten hatte, was ihm die Google PR-Abteilung als Leitlinien für solche Gespräche vorgegeben hatte.
Wir sind auf dem Weg zu einer „Telepromter Nation“ schoß es mir durch den Kopf, als ich das las und mir vorstellte, wie in Zukunft alle mit so einer Art Gerät herumlaufen. Eine durchaugmentierte und -gamifizierte Welt. Keine wirklich schöne Vision, wie dieses Konzeptvideo hier zeigt.
Wenn es nicht nur ein Hype ist, den Google derzeit mit seinem Projekt „Glass“ erzeugt, wird das Zeitalter des „wearable computing“ schon bald alltäglich erscheinen und enorme gesellschaftliche Konsequenzen mit sich bringen. „Tragbare Datenverarbeitung“ meint, dass ich mit digitalen Informationen interagieren kann ohne etwa extra stehenbleiben oder mein Mobiltelefon aus der Tasche ziehen zu müssen. Bluetooth-Headsets könnte man als frühe Form dazuzählen. Oder die gerade marktreife Pebble Watch, ein Kickstarter Projekt. Diese Uhr kann auf ihrem Display diverse Informationen anzeigen: SMS, E-Maileingang, wer ruft gerade an usw. usf..
Glass treibt es aber weiter: Es ist ein Gerät, dass über ein brillenähnliches Gestell per Linse einen Bildschirm über einem Auge darstellt. Um die Informationen zu erfassen, muss man den Blick etwas nach oben wenden – das Sichtfeld ist nicht direkt beeinträchtig. Es lassen sich alle möglichen Informationen einblenden: Eingehende Anrufe, E-Mail, Chatnachrichten, Websiten, Karten und Navigation, Wetter, Fotos und Filme – die Auflösung des Bildschirms soll dem eines neueren Smartphones entsprechen. Das Ganze steht für alle möglichen Apps offen: Es wird mit dem Android- und iOS-Betriebssystem kombinierbar sein.
Ende diesen Jahres soll das Gerät schon auf dem Markt kommen und, so wird vermutet, rund 400 Dollar kosten. Ab und zu sind Produktvideos zu sehen. Heile Welt mit Kindern, Natur und Sport aus der First-Person-Perspektive. Hach. Und Fotos von jungen schönen Menschen, die diese doch noch etwas seltsame Gerätschaft auf der Nase tragen. Schon sind die Techblogs angetreten, ihrer Funktion als Marketingmultiplikatoren zu genügen (Yes, Glass wird es auch in einer Sonnenbrillenversion geben). Sie erhalten als erstes exklusiven Zugang zur Technologie; die Buzzmaschinerie fängt an zu summen. Sergey Brin, einer der beiden Google Gründer, ist ohne, dass er das Produkt trägt, nicht mehr abzulichten. Es will offenbar einen Gewöhnungseffekt erreichen, wird gemutmaßt.
Und eben ging eine Art Ideenwettbewerb zu Ende. #ifIhadglass – Unter dem Hashtag sammelte der Konzern, was Leute mit dem Geräte anstellen würden. Es soll viele tausend Vorschläge gegeben haben; der Lohn für die kostenlose Ideenlieferung: mehrere tausende Einreicher erhalten das Vorrecht, am Glass Explorer-Programm teilnehmen zu dürfen; das gesteht ihnen zu, eine Entwicklerversion von Google Glass für 1500 Dollar kaufen zu dürfen.
Kurz was zur Technik: Das Gehäuse von Glass liegt an der Schläfe und enthält den Prozesser, Speicher, ein WLAN- und Bluetooth- und später ein Mobilfunkmodul, GPS, einen Audioausgang/Kopfhörer, einen Bewegungssensor, Akku sowie außen ein Touchinterface. Über das lässt sich das Gerät steuern. Das kann alternativ auch per Gesten oder auch per Sprachbefehle geschehen: „Ok Glass, mache ein Foto“. In dem Gehäuse steckt nämlich auch noch eine Kamera und ein Mikrofon.
Dieses dritte Auge schwebt schräg über dem rechten Auge. Abgesehen davon, dass der weareable computing-Veteran Steve Mann die Konstruktion in Zweifel zieht, weil sie zu Wahrnehmungsstörungen führen könnte, skizziert Marketingberater Mark Hurst eine bedenkenswertes Situation:
„Die zentrale Frage, die durch Erfahrung zu klären sein wird, ist nicht wie es ist, Google Glass zu tragen – es ist die, wie es sein wird, von jemanden umgeben zu sein, der es trägt. Ich gebe ein einfaches Beispiel: Ein Vieraugengespräch mit jemanden, der Google Glass trägt, ist wahrscheinlich nervig, weil du vermutest, dass du nicht ihre gesamte Aufmerksamkeit erhältst. Und du nicht einfach bitten kannst, dass sie sie abnehmen (vor allem wenn das Gerät zwangsläufig mit einer verschriebenen Brille kombiniert ist). Schließlich – und hier beginnt das Problem erst richtig – du weißt nicht, ob sie gerade ein Video von dir aufnehmen.“ (Übersetzung aus dem Englischen)
Hurst meint weiter, dass über das Mikrofon Gespräche aufgenommen werden können. Er beschreibt ein Szenario in einem Bus, in dem etliche Leute um einen herum Glass tragen. Und jeder Blick von ihnen inklusive Ton könnte mit dem Bildmaterial, Ortsangabe, Uhrzeit und Datum auf den Servern von Google landen. Dort de facto für immer lagern, ohne das man weiß, dass irgendwer einen gefilmt oder Gespräche eingefangen hat. In den Rechenzentren bei Google werden die Daten dann direkt oder später per Sprach- und Gesichtserkennung ausgewertet. Und mit Google+ Profilen etc. abgeglichen. Oder bei Bedarf dann auch von Sicherheitsbehörden verwertet, wenn die sich Zugriff darauf verschaffen können.
Google arbeitet auch schon an anderen Identifikationsmethoden: Etwa Leute anhand ihres Kleidungsstil in großen Gruppen zu finden. Da ist doch sicher noch einiges drin; man denke nur an all die Werbeformaten, die möglich werden: Angebote können gleich ins Sichtfeld eingeblendet werden; auch lässt sich bspw. auswerten, welche Produkte im Regal angesehen und dann auch gekauft wurden. Muss noch erwähnt werden, dass Facebook-Gründer Mark Zuckerberg der größte Fan von Glass ist?
Es ist klar: Wir brauchen schnell Regeln, die das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, das Recht am eigenen Bild auch gegen Technologien wie Google Glass verteidigt. Signallampen, die zeigen, dass die Kamera von Glass gerade filmt oder fotografiert, dürften nicht reichen. Am besten kommt eine Regulierung noch gepaart mit Störsendern oder ähnlichem daher, die Belichtungssensoren von Digitalkameras blockieren und Mikrofone verrauschen. Digitale Selbstverteidigung.
In Sorge sollten wir nicht zuletzt deshalb geraten, weil wir es hier mit einen Erzmonopolisten wie Google zu tun haben. Im Guardian erinnert Charles Arthur in einem Beitrag über Glass daran, dass der Konzern die Grenzen von dem, was bislang als privat galt, immer weiter ausgedehnt aufgeweicht hat. Und auch im großen Stil wissentlich Regeln gebrochen hat (z.B. die Aufzeichnung von WLAN-Standorten durch die StreetView-Autos).
Die Vorstellung, dass Drohnen von Sicherheitsbehörden, die früher oder später permanent über Stadt und Land kreisen dürften, sich direkt mit hunderttausenden herumlaufenden Überwachungskameras verbinden könnten, löst bei mir jedenfalls etwas Paranoia aus. Die Technologie dafür steht mehr oder minder in den Startlöchern. Und nicht unwahrscheinlich ist, dass der weitverbreitete Technik- und Gadgetfetischismus Datenschutzbedenken überlagern wird. Weil irgendwie ist es ja schon geil, dieses Glass.
Siehe auch: „Eine egoistische Technologie„, netzwertig, 05.03.2013
Bild oben: Antonio Zugaldia, Juni 2012, CC:by – Link
Veröffentlicht 10.03.2013 um 11:26
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Ingo Dachwitz, Tomas Rudl - vor 19 Stunden
10. März 2013 um 12:52 Uhr
Mit den datenschutzrechtlichen Fragen der Brille befasst sich heute auch Carlo Piltz in seinem Blog delegedata.de:
http://www.delegedata.de/2013/03/google-glass-ok-glass-privacy/
10. März 2013 um 13:09 Uhr
Woha, die vorgetragene Argumentation erinnert mich an sehr vielen Stellen an Passigs „Standardsituationen der Technologiekritik“.
Hier trotzdem mal ein paar Anmerkungen dazu:
Wenn ich in einem 4-Augen-Gespräch sitze und mein Gegenüber hat eine verspiegelte Sonnenbrille auf, dann bitte ich ihn auch, diese abzusetzen – oder ich führe das Gespräch nicht weiter, zumindest nicht als 4-Augen-Gespräch. Genau das Gleiche wie mit Google Glass. Ob die Brille eine Sehstärke hat oder nicht, das ist in der Situation nicht mein Problem.
Ich kann bereits heute schon winzige Kameras für wenig Geld kaufen und verwenden. Im Gegensatz zu Google Glass muss ich diese nicht auf der Nase tragen, sondern kann sie versteckt anbringen. Anderes Beispiel: Ich selbst besitze seit 4 Jahren einen Smartpen, der kann Gespräche mitschneiden. Ich würde die Technologie trotzdem nicht benutzen, ohne von allen Betroffenen vorab die Einverständnis zu holen.
Was ich damit sagen will: Bevor wir uns hier auf ein Wettrüsten der Aufnahme- gegen die Störgeräte-Technologie einlassen, sollten wir uns um gesellschaftliche Konventionen zur Nutzung bemühen. Das ist ein Problem des Umgangs miteinander, für Probleme dieser Art kann es keine technische Lösung geben.
10. März 2013 um 14:03 Uhr
Wie stellt du dir die gesellschaftlichen Konventionen für solche Geräte vor? Dürfen sie im öffentlichen Raum nicht genutzt werden? Was sie mehr oder minder witzlos machen würde.
11. März 2013 um 12:58 Uhr
Ich stelle mir das so wie bisher schon vor: Wenn man im öffentlichen Raum Aufnahmen macht (in der Absicht, sie zu veröffentlichen), dann ist das erlaubt. Einschränkungen gelten erst, wenn Personen auf dem Bild das bedeutendste Motiv sind, nicht bloß „Beiwerk“.
Ich sehe da zum Beispiel keinen großen Unterschied zu Foto- und Streaming mit den verbreiteten Smartphones. Deren Objektive darf man auch grundsätzlich so oft und so lange man will in jegliche Richtung halten. Also quasi genau so, wie die Linse von Google Glass.
Falls jemand damit schon ein Problem hat, weil er/sie eine permanente automatische Verarbeitung der Bilder befürchtet: Das machen übrigens die Brems-, Schilderkennungs-, Fußgänger- und Fernlicht-Assistenten in Mittelklasse-Fahrzeugen auch schon. Nur das Muster der Erkennung ist ein anderes, aber das ist austauschbar. Und erst an der Stelle, wo es um die Art der Muster geht, brauchen wir Konventionen.
also ich stimme dir darin zu, dass der Umgang mit der Technologie in der Gesellschaft entscheidend ist. Die Frage ist aber, wie dieser aussehen wird. Wenn Glass alltäglich und allgegenwärtig werden sollte, wenn es also ganz normal ist, sowas immer zu tragen, dann wird man sich kaum noch die Mühe machen, sie abzusetzen oder jemanden darum zu bitten.
Außerdem ist das Problem nicht, wie du auch gesagt hast, dass neue technische Möglichkeiten geschaffen werden (wie unbemerkt Fotos, Videos, etc machen), sondern dass der Aufwand dafür so verschwindend gering wird. Das kann dazu führen, dass es auch normal wird, alle möglichen Dinge aufzunehmen. Natürlich macht man das heute noch nicht, weil man eben erst sein Smartphone rauskramen muss, die Kamera anmachen und das Ding auch noch ständig hochhalten.
Und dass ähnliche Technologien schon Anwendung finden macht sie noch lange nicht besser. Wichtiger ist wo, wann, wie und wie oft sie eingesetzt wird und wie man sie kontrollieren kann.
Rosenstaude sagt:
13. März 2013 um 20:54 Uhr
Ich stimme dir zu. Heute muss man das Handy noch extra rausholen, die App starten, das Motiv anvisieren und abdrücken.
Es wird jetzt aber zunehmend einfacher, die Persönlichkeitsrechte und die Privatsphäre anderer Leute zu verletzen. Die Hemmschwelle sinkt.
Eigentlich sollte es normal sein, sich respektvoll und anständig zu verhalten und eben nicht ungefragt und heimlich andere Leute aufzunehmen.
Das Problem sind die Menschen, die die Technik missbrauchen können. Wie jedes Fleischmesser zum Kochen gebraucht oder zum Töten missbraucht werden kann.
Google steht aber auch in der Pflicht, technische Datenschutzvorkehrungen zu treffen, die den Missbrauch der Technik erschweren. Möglich wären: blinkende Aktivitätslämpchen, automatische Gesichterverpixelung ohne Speicherung der unverpixelten Rohdaten, Gesichtserkennung nur bei anderen Glass-trägern, die dem via machine-to-machine-communication zugestimmt haben.
Natürlich stehen auch die Datenschutzverfechter in der Pflicht, technische Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Ein Anonymisierungsdienst für Gesichter, eine Art Störsender, das Gesichter und Stimmen verfremdet; das wird Waffengleichheit schaffen. So könnten die Google-Jünger ihre Realität augmentieren und gleichzeitig können die Privatsphäre-Interessierten sich schützen.
Kompromisse helfen uns weiter. Radikale Privatsphäreverletzter nicht.
10. März 2013 um 13:20 Uhr
Hilfe, da kommt was Neues. Hilfe, die Welt verändert sich. Diese kategorische Panikmache ist nicht weniger schlimm, als das Hochjubeln jeden vermeintlichen Fortschritts.
Heute noch keinen schlechteren Artikel gelesen. Das Beispiel mit den WiFi-Daten ringt mir wenigstens noch ein müdes Lächeln ab: dabei war es schon damals kein Drama, sondern nur ein blöder Fehler…
10. März 2013 um 14:04 Uhr
Über das WLAN-sniffing seitens Google gibt es geteilte Meinungen, ob es nur ein „blöder Fehler“ war. Lies z.B. hier bei der LA Times: „Google at first denied it collected the data, then said it collected only fragments of data. Finally it admitted it had sucked up entire emails, passwords and search history, and apologized“
http://articles.latimes.com/2012/apr/29/business/la-fi-google-probe-20120429
10. März 2013 um 18:22 Uhr
Und, wo ist das Problem? Die Daten sind nur bei ungesicherten WLANs auch als solche zu erkennen und wer keine Verschlüsselung benutzt, der kann im Prinzip gleich die Daten vor seinem Haus an jeden verteilen. Hinzu kommt dann noch, dass die Daten nicht annähernd vollständig sind. Eine Auto hat die angewohnheit, dass es fährt und nur für wenige Sekunden Daten aufzeichnen kann. Und dabei gehen auch jede Menge Pakete verloren, was die Daten direkt unbrauchbar macht.
Hier wurde einfach nur Panikmache von irgendwelchen Ahnungslosen betrieben. Es ist ja nicht so, dass Google alle 50 Meter einen Empfänger aufstellt um Daten live mitzuschneiden.
10. März 2013 um 16:36 Uhr
aber aber, herr firethatdoesntburn. sie brauchen doch nicht gleich solche angst zu haben, wenn ein fortschritt mal mit kritik, widerspruch oder neuen situationen einhergeht, die diskutiert werden wollen.
trauen sie sich ruhig, die angesprochenen aspekte sachlich mit dem autor und den kommentatoren durchzugehen. wenn sie sich mühe geben, bestehen sie bestimmt in dieser (neuen?) situation.
pajanimo sagt:
10. März 2013 um 13:46 Uhr
Auch wenn ich die Bedenken verstehen kann, möchte ich aber auch auf die Chancen einer solchen Technologie verweisen, insbesondere für Menschen mit Handicaps kann es die Lebensqualität ernorm steigern.
z.B. Sehbehinderungen (Visus < 0,3) können nicht durch Brillen, Kontaktlinsen oder OPs korrigiert werden.
Blinden und Menschen mit Seheinschränkungen könnte es eine zusätzliche Navigationshilfe sein. Dies leistet heute unter Umständen auch schon ein Smartphone, nur ist selbst ein 5-Zoll-Display manchmal noch zu klein.
Weit interessanter für Menschen mit Sehbehinderung ist aber sicherlich die Möglichkeit Menschen zu erkennen oder deren Mimik und Gestik sogar zu deuten.
80-90% der Kommunikation ist nonverbal, und mit einem Visus unter 0,3 kann dieser kaum gefolgt werden. Andere Menschen können dies jedoch nicht wirklich nachvollziehen, da die meisten Prozesse unbewusst ablaufen. Technologie, welche Menschen mit Handicap dabei hilft, dies zu umschiffen, hätte ernormes Integrationspotential, insbesondere wenn es eben durch eine ‚coole‘ Datenbrille geschieht und nicht durch überdiminsionierte, hässliche ‚Seht her, ich bin behindert!‘-Geräte. Eigentlich will man mit seiner Einschränkung gar nicht auffallen…
Im Falle von Taubheit könnte das Geräte ggf. gesprochenes erkennen und per Text ausgeben.
Und sicherlich gäbe es noch viele weitere Dinge, welche die Lebensqualität vieler Menschen erheblich erhöht. Ich denke, dass der technische Fortschritt hier noch ernormes Potential birgt.
10. März 2013 um 14:08 Uhr
Wenn alle alle sändig filmen, und alles davon in die „Cloud“ hochladen, dann gewinnt der Cloud-Betreiber geradezu Allmacht über das Allwissen.
Wenn jemand im Raum “Glass“ benutzt, gilt es, ihn zu bitten, das sofort zu unterlassen. Wie soll man anders reagieren als mit einer schallenden Ohrfeige, falls er das nicht unterlässt?
10. März 2013 um 22:04 Uhr
Ohrfeige = Körperverletzung.
Gehen sie in’s Gefängnis, begegen sie sich direkt dorthin, gehen sie nicht über LOS! ;-)
11. März 2013 um 20:29 Uhr
Ja super, du kannst davon ausgehen das man sehr Bald so eine Datenbrille nicht von einer richtigen Sehhilfe unterscheiden kann…. und dann? Muss ich damit rechnen öfters mal verprügelt zu werden wenn ich eine Sehschwäche habe?
10. März 2013 um 14:34 Uhr
Google Glass ist gefährlich. In Europa sprechen wohl (vorerst) noch einige Datenschutzrechte dagegen, aber ob die auch auf Dauer helfen, ist eine Frage, die noch niemand beantworten kann. Das Thema hatte ich aber vor über einem Jahr, als es quasi flächendeckend gehyped wurde, schonmal in unserem Blog besprochen: http://nerdspiral.com/project-glass-warum-mir-diese-zukunftsvision-angst-bereitet-ein-kommentar/
10. März 2013 um 14:48 Uhr
Ich fürchte, diese Diskussion hier ergibt wenig Sinn. Die Leute wollen alles auf Facebook, Twitter, Tumblr und Co. teilen. Das ist die Realität. Diese Menschen kümmern sich nicht um Datenschutz, denen ist es egal ob ihr Gesicht geknipst, lasergescannt, oder biometrisch erfasst wird. Wenn ich mit der S-Bahn morgens durch Belrin fahre (so sie denn fährt), werde ich weiß Gott wie oft mit Handys fotografiert, als Kollateralschaden sozusagen. Ich habe auch keine Ahnung wo diese Fotos dann landen, was zeigt, dass die Glass-Probleme längst Wirklichkeit sind. Wer hat sich bisher drüber aufgeregt?
10. März 2013 um 22:10 Uhr
Die ganze Aufregung kommt um Ewigkeiten zu spät.
Wir werden doch schon Jahrzehnten allüberall von Überwachungskameras gefilmt…
Und, gab es deswegen einen Aufstand?
Wurden die ganzen Politiker, die das zugelassen, eingeführt und gefördert haben und die immer noch mehr Überwachungsstaat wollen von uns fristlos gefeuert?
Big Brother ist schon längst watching you.
Dafür braucht es Google Glas nicht mehr, das ist schon so.
11. März 2013 um 09:00 Uhr
„Big Brother ist schon längst watching you.“
Bitte öfters solche Weisheiten von dir! ahahahaha
11. März 2013 um 09:30 Uhr
Schon mal darüber nachgedacht wie viele Überwachungskameras Dich täglich auf dem Weg zur Arbeit filmen? Über eine Momentaufnahme eine Smartphone-Nutzers würde ich mir weniger Gedanken machen als über die „staatliche“ Überwachung.
10. März 2013 um 16:10 Uhr
Soweit ich weiß, ist das Filmen und Fotografieren im öffentlichen Raum für jedermann legal. Dass hier dagegen mit irreführender Argumentation (Stichwort Panoramafreiheit, Recht am eigenen Bild gilt für Veröffentlichung) halte ich für verwerflich und gefährlich. Seit wann wird auf Netzpolitik eine Beschneidung meiner Grundrechte gefordert? Unsinn, Herr Lorenz ;)
Her René, offenbar ist es mir nicht gelungen, zu verdeutlichen, dass mich vor allem die Gesichts- und Spracherkennung, die in der Google-Cloud stattfinden kann, stört. Ich also ungefragt in der Umgebung von Glass-Nutzern ggf. Teil des Index werde. Insofern bräuchte es eine Neufassung des Begriffs „Veröffentlichung“ bzw. eine Ergänzung hinsichtlich von Verwertung der Inhalte eines „Panoramas“ durch Algorithmen.
10. März 2013 um 20:26 Uhr
„kann“, „ggf“…
Soweit ich weiß, musste Facebook seine automatische Gesichtserkennung abschalten, weil die mit deutschem Datenschutz nicht vereinbar ist, wüsste nicht, wo für Google andere Regeln gelten sollten und ich sehe nirgends Anlass für Neufassungen oder Gesetze.
Schon bisl paranoid, dieser Unfug – no offence ;)
Ja, mag paranoid sein. Aber andererseits scheint es mir naiv, zu glauben, dass z.B. Sicherheitsbehörden Datenschutzgesetzte respektieren. Denk‘ mal an Dresden und die mehrtägige umfassendes Mitschneiden von Handyverbindungen. Und schau dir mal den „Transparenzbericht“ von Google an über die Herausgabe von Daten: http://www.google.com/transparencyreport/userdatarequests/
Und denkst du, irgendwer würde kontrollieren können, was intern auf Servern von Facebook und Google mit den Daten passiert? Bist schon n bisl gutgläubig, oder? (no offence)
10. März 2013 um 21:10 Uhr
Nach geltender Rechtslage (in Deutschland) darfst Du andere Personen ohne deren Wissen und Einwilligung nicht fotografieren oder filmen. Die Veröffentlichung ist ebenso nicht erlaubt.
Das Recht am eigenen Bild ist Ausdruck des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, welches wiederum aus der Menschenwürde abgeleitet ist. Jeder Mensch soll grundsätzlich selbstbestimmt über die eigenen Daten entscheiden können (Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung).
Das Recht am eigenen Bild gilt also auch schon für das Fotografieren und Filmen. Darüber hinaus ist die Veröffentlichung von Bildaufnahmen anderer Personen eine Straftat, die entsprechend strafrechtlich verfolgt werden kann. Schau mal ins Kunsturheberrechtsgesetz.
Nur in Ausnahmefällen darfst Du andere Menschen fotografieren, filmen und diese Aufnahmen veröffentlichen.
Dies gilt z.B. bei öffentlichen Versammlungen (z.B. Demonstrationen) und Aufzügen (z.B. Karnevalsumzüge) oder wenn die aufgenommenen Personen lediglich Beiwerk neben einer Landschaft oder einem Gebäude sind (typische Touristenfotos/-filme).
Wenn Du Dich zukünftig mit Deiner Google Glass nicht an diese Regeln halten willst, verhälst Du Dich nicht nur grob unhöflich, respektlos und unverschämt, außerdem bist Du dann ein weiterer gewöhnlicher Krimineller auf unseren Straßen, der in gesellschaftlich schädlicher Weise die Menschenrechte und Grundrechte unbeteiligter Menschen vorsätzlich, hinterhältig und böswillig verletzt.
Spanner, Voyeure, Spitzel, Schnüffler, Blockwarte = kriminelles Pack.
Ehrbare anständige Bürger werden dieses Gesindel bekämpfen. Wer keinen Respekt vor den Rechten anderer Menschen zeigt, wird den Zorn der Empörten zu spüren bekommen. Expect us.
11. März 2013 um 09:23 Uhr
Deines Wissens oder kannst Du Deine Ausführung auch mit den entsprechenden Paragrafen belegen? Meines Wissens nach – ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen – ist nur das Veröffentlichen von Bilden ohne das Einverständnis der Abgebildeten untersagt. Fotografien und filmen nen man in der Öffentlichkeit fast alles, außer es ist explizit verboten (z.B. militärisches Sperrgebiet). Solche Gebiete sind jedoch entsprechend und gut sichtbar gekennzeichnet.
11. März 2013 um 20:59 Uhr
Ich habe in meinem Text einige Hinweise gegeben, die Dir eine eigenständige Recherche ermöglicht hätten (Kunsturheberrechtsgesetz, Recht am eigenen Bild, allgemeines Persönlichkeitsrecht, Menschenwürde, Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung).
Du kannst viele fundierte Darstellungen der Rechtslage im Internet finden.
Da Du aber dem Anschein nach erst mundgerechte Häppchen brauchst, um Dir Dein Weltbild von anderen Menschen zurecht rücken zu lassen, hier nochmal für Dich serviert:
http://www.rechtambild.de/2010/04/fotografieren-verboten/
„Allerdings können auch schon bei der Aufnahme eines Bildes oder dem Versuch desselben Rechtsverstöße drohen. Dies ist zunächst einmal der Fall (…), wenn es um das Fotografieren von Personen geht, dessen Einwilligungen nicht vorliegen. Eine Rechtsverletzung ist zwar allein mit der Aufnahme noch nicht anzunehmen, allerdings hat die fotografierte Person das Recht, die Aufnahme zu untersagen. Dieses Recht ergibt sich laut Bundesverfassungsgericht (BVerfG Urteil v. 15.12.1999 – 1 BvR 653/96) aus dem drohenden Kontrollverlust des Motivs über die Aufnahme. So obliegt allein dem Fotografen die Entscheidung, was nach der Aufnahme mit dem Foto geschieht. Es ist daher ratsam, Aufnahmen von Personen ohne deren Einwilligung zu vermeiden.“
http://www.rechtambild.de/2010/03/das-recht-am-eigenen-bild/
„Das Recht am eigenen Bild ist als besondere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts im Kunsturhebergesetz (KunstUrhG) festgesetzt.“
„Das bloße Erstellen eines Fotos, ohne es zu veröffentlichen, ist nicht von § 22 KunstUrhG, der nur von Verbreitung und öffentlicher Zurschaustellung spricht, erfasst. Damit war es ursprünglich nicht verboten. Nach heutiger Rechtslage aber ist das bloße Erstellen eines Fotos auch ohne Veröffentlichungsabsicht – da es nicht unter § 22 KunstUrhG fällt – am allgemeinen Persönlichkeitsrecht zu messen. Dabei ist eine Gesamtabwägung nötig, bei der auch die Ausnahmen von § 23 KunstUrhG zu berücksichtigen sind. Der Bundesgerichtshof formuliert es so: „Ob und in welchem Umfang bereits die Fertigung derartiger Bilder rechtswidrig und unzulässig ist oder aber vom Betroffenen hinzunehmen ist, kann nur unter Würdigung aller Umstände des Einzelfalls und durch Vornahme einer unter Berücksichtigung aller rechtlich, insb. auch verfassungsrechtlich geschützten Positionen der Beteiligten durchgeführten Güter- und Interessenabwägung ermittelt werden.“ Es gibt mehrere Urteile, die das Erstellen von Fotos ohne Veröffentlichungsabsicht untersagen. Wird ein Verstoß gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht festgestellt, kommen die üblichen zivilrechtlichen Ansprüche in Betracht. Ein Verbot des bloßen Erstellens von Bildern kann sich auch aus § 201a StGB ergeben.“
§§ 22ff. KunstUrhG:
http://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/BJNR000070907.html
PS: Lieber Alex, unabhängig von Gesetzen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Menschen zivilisiert und respektvoll miteinander umgehen. Alleine schon aus Anstand und Höflichkeit solltest Du andere Menschen nicht ohne deren Wissen und Einverständnis fotografieren oder filmen, erst recht, wenn Du diese Aufnahmen z.B. im Internet veröffentlichen willst.
Du würdest anderen Menschen doch auch nicht bewusst ins Gesicht nießen und ihnen damit womöglich gesundheitlich schaden, obwohl es kein Gesetz gibt, dass Dir verbietet, andere Menschen anzunießen.
Genauso ist es mit persönlichen Daten anderer Menschen. Respektiere ihre Persönlichkeitsrechte.
Denke bitte mal darüber nach. Nur mit Rücksicht können wir unsere Gesellschaft positiv weiterentwickeln.
10. März 2013 um 16:11 Uhr
Auch die gesundheitlichen Spätfolgen sind m.E. noch nicht ausreichend beforscht und diskutiert: Allein die Nähe eines WLAN-Sendemodules zum Gehirn kann durch die Temperaturveränderung problematisch wirken. Aber wahrscheinlich merken wir Korrelation in den Krebsregistern dann auch erst in einigen Jahren …
Unimatrix Zero sagt:
10. März 2013 um 16:15 Uhr
Es ist geradezu beängstigend, wie schnell Science-Fiction Wirklichkeit wird.
Wir sind die Borg, Widerstand ist zwecklos.
10. März 2013 um 17:51 Uhr
Eigentlich werden wir durch Google Glass zu den Lamettas aus Neal Stephensons Snow Crash. Die Software dafür hat Google auch schon, die nennen sie Ingress und „tarnen“ sie als ein Spiel.
zenk sagt:
10. März 2013 um 17:17 Uhr
Ich denke, dass es falsch ist, von einem einzelnem Glass-Nutzer unter vielen Nicht-Nutzern zu reden. Da diese Technologie sich schnell verbreiten wird, egal ob von Google oder einem der mit Sicherheit aus dem Boden schiessenden Clones, sollten wir uns lieber mit der Situation eines Nicht-Nutzers unter vielen Glass-Nutzern befassen.
Und wer davon ausgeht, dass die Killer-Anwendung von Google Glass der Rund-Um-Die-Uhr-Videomitschnitt ist, der hat sich nicht ernsthaft mit dieser Technologie beschäftigt.
Erinnert sich noch jemand an die hysterischen Reaktionen wider die Handys mit eingebauter Kamera?
11. März 2013 um 09:04 Uhr
„Erinnert sich noch jemand an die hysterischen Reaktionen wider die Handys mit eingebauter Kamera?“
Da muss man dir recht geben!!
10. März 2013 um 17:43 Uhr
Lustig wird es doch bestimmt noch, wenn die MPAA/RIAA oder auch Verwertungsgesellschaften wie GEMA, etc.. irgendwann darauf aufmerksam werden, dass Leute mit dieser Brille dann im Kino sitzen, Fernsehen schauen, Konzerte besuchen und sonstige geschützte Werke betrachten und dabei ständig alles aufnehmen und zum speichern an Google übertragen.
10. März 2013 um 18:00 Uhr
Ich denke die „Killeranwendung“ von Google Glass und dergleichen dürfte eine Form von kommerziell betriebenen Panoptikum sein. Man nehme ein Projekt wie GRAIL das aus einzelnen Schnappschüssen reelle Strukturen rekonstruiert http://grail.cs.washington.edu/rome/ – nun wende man diese Technik auf die Live-Videostreams abertausender AR-Brillenträger an. Das Ergebnis ist ein praktisch in Echtzeit aktualisiertes virtuelles Abbild der Wirklichkeit,, das sich digital verarbeiten lässt, gewürzt mit den Bewegungsprofilen der Nutzer und eines Jeden der zufälligerweise erfasst wird. Dazu muss noch nicht mal ein explizites Profil angelegt worden sein. Jede Person wird erfasst, biometrisch indiziert und jedesmal wenn sie in einem Bild auftaucht der Datensatz aktualisiert.
Dazu muss man auch keine Videos speichern; Echtzeitverarbeitung reicht. Und die Datenverarbeitungsleistung wird zunehmend verdichtet. Die biometrische Vermessung der erfassten Personen kann schon die Brille selber durchführen. Der Datensatz der dann übertragen werden muss ist nicht mal ein kiB groß.
10. März 2013 um 22:14 Uhr
Dann kann die Polizei in Zukunft ja doch noch auf Google Street View streife fahren. *g*
10. März 2013 um 23:58 Uhr
Dazu müsste man die Brillenträger nur noch dazu bringen, ihr teures Datentransfervolumen für Dauer-Videostreams auszulasten. Sollte ja kein Problem sein, oder? …
10. März 2013 um 18:18 Uhr
Ich glaube ja, dass die Killeranwendung Ingress ist.
Ingress habe ich schon in meiner Antwort an Unimatrix Zero erwähnt. Aber Ingress ist etwas das man aktiv benutzt und man wird dadurch zu einem Lametta.
10. März 2013 um 22:50 Uhr
Die Deutschen werden sicherlich erreichen, dass man wie bei Street View sein Gesicht verpixeln und seine stimme verrauschen lassen kann. Natürlich alles in Echtzeit.
Bei manchen Hackfressen vielleicht auch gar nicht so schlecht ;)
10. März 2013 um 23:56 Uhr
Ich sehr auch zuerst einmal die Chancen dieser Technologie. Es ist doch schon heute so, dass die Polizei auf Demos mehr Angst vor Videoaufnahmen durch Smartphones hat als vor Randalierern – einfach weil es keine Möglichkeit mehr gibt, Übergriffe zu vertuschen oder dem Opfer selbst die Schuld zuzuschreiben, seitdem sie kein Monopol mehr auf Videoaufnahmen hat.
Wie wir durch die Aufnahmen des Kometen über Sibirien gelernt haben, haben viele russische Autos heutzutage eine „Car Cam“, um im Falle eines Falles selbst Beweise gegen möglicherweise besser „vernetzte“ Umfallgegner sammeln zu können. Auch dies ein Mittel, das Bürgern ein Machtmittel gegen Behördenwillkür in die Hand gibt.
Nein, ich habe kein Problem damit, dass es eine private, dezentralisierte Überwachungstechnologie gibt. Klar wird man einen „Knigge“ für den Umgang damit entwickeln müssen – in privaten Gesprächen hat so eine Brille (ebenso wie die oben erwähnte Spiegelglas-Sonnenbrille) nichts verloren. Auch muss jedem klar sein, dass die Veröffentlichung von Aufnahmen Dritter nicht ohne deren Einverständnis geschehen kann und darf…
Und – ja, es gibt auch Aspekte, die mir nicht gefallen. Aber man zeige mir irgendeine Technologie, die nicht auch negative Seiten hätte… Die Frage ist, ob die positiven nicht überwiegen, und ich glaube, in diesem Fall ist das so.
Daniel Kasai sagt:
11. März 2013 um 00:46 Uhr
Mm, schweres Thema.
Google erleichtert unser Leben, indem es die Welt in Informationen zerlegt und uns auf Abruf zur Verfügung stellt. Allerdings entsteht dabei ein gewaltiges Ungleichgewicht durch die Informationen darüber, wie wir Informationen benutzen. Denn diese Meta-Informationen sind nur für Google gedacht.
Mit Glass spitzt sich die Situation insofern zu, als dass die ganze Alltagswahrnehmung plötzlich zum Informationspool wird.
Selbstbestimmung würde bedeuten, dass man über die Meta-Informationen verfügen darf. Doch das scheint eine unrealistische Forderung zu sein, angesichts der Ressourcen, die nötig sind, um solche Informationsmengen zu verwalten und die fast zwangsläufig eine Machtkonzentration begünstigen.
Ich bin sehr neugierig auf das Produkt, sehe aber ganz ähnlich wie oben ausformuliert einige unlösbare Probleme. Manche davon drohen leider qua Euphorie praktisch irrelevant zu werden. Das vergällt die Freude an so manchen bereits in Snow Crash und Neuromancer formulierten technologischen Visionen, die Glass endlich verwirklicht.
Das spannendste ist vielleicht im Kontext der Ungewißheit, ob man selber gerade gefilmt wird oder nicht, dass Apple vor einiger Zeit das Patent No. 8,254,902 angemeldet hat, das eben das verhindern können will. Damit würde womöglich Apple sich zum Bewahrer der Privatsphäre in der letzten analogen Lücke aufschwingen können. Nicht überwacht zu werden könnte dann davon abhängen ob man das passende Apple-Produkt dabei hat. Wie absurd wäre das denn? Privatsphäre als Produkt, das sich mit den Etiketten „rebellisch“ und „Premium“ schmücken kann. Uff.
Andererseits könnte die Tatsache, dass strategisch vorgegangen wird, der bisher strahlendste Beweis sein, dass große Datenmengen das Gold dieses Jahrhunderts sind. Wer noch diesen Hinweis braucht hat ihn jetzt zur Hand.
11. März 2013 um 09:44 Uhr
Stellt sich nur die Frage was Apple schützen will: die Privatsphäre oder kommerzielle oder staatliche Interessen? Schaut man sich das Patent an, dann geht es um kommerzielle Interessen (Deaktivierung bei Konzerten etc.). Doch wie lange dauert es bis staatliche Stellen bei Demonstrationen etc. diese Technik anwenden? Zum Beispiel um die Dokumentation von „Polizeigewalt“ durch Umstehende zu unterbinden?
11. März 2013 um 12:34 Uhr
Was immer Apple ursprünglich vorhatte, sie dürften ihre PR entgegen anfänglicher Planung mit der Zeit auf Dual Use neue Anforderungen umstellen können. Sie haben dasselbe Problem wie alle anderen auch, die vielseitige Technik anbieten: wenn es geht wird es gemacht. Und wenn Daten anfallen werden sie beabsichtigt oder unbeabsichtigt auch verfügbar, wecken Begehrlichkeiten und werden verwendet.
Google muss sich mit Chrome dem auch stellen. Auf Android 4.x fordert ein Update des Browsers seit Ende Februar 2013 u.a. diese Berechtigungen:
„Telefonstatus und Identität abrufen: Ermöglicht der App, auf die Telefonfunktionen des Geräts zuzugreifen. Die Berechtigung erlaubt der App, die Telefonnummer und Geräte-IDs zu erfassen, festzustellen, ob gerade ein Gespräch geführt wird, und die Rufnummer verbundener Anrufer zu lesen.“
Es ist eine Daueraufgabe sich möglicher Kritik zu stellen. Apple hat schon vielfach Geschick bewiesen, und kann wie andere Giganten was immer da kommt auch einfach aussitzen.
11. März 2013 um 12:35 Uhr
Wah, gedanklich nach dem „Dual Use“ ein einfügen bitte.
11. März 2013 um 10:44 Uhr
„Sie haben da was im Auge.“
„Is‘ gerade ’ne Mail eingegangen.“ :(
Das Ganze wird sich wg, viel zu hohen Knalltüten faktors sowieso selbst erledigen. Soviel Geld kann selbst Google nicht ins Marketing pumpen, um den Träger einer solchen Brille nicht sofort als Voll Pfosten r zu entlarven. Das wird sein, wie mit den albernen trendsettern,. die es chic fanden, mit den Tretroller durch die Stadt zu treten. Selbst die Werbevideos die es jetzt schon gibt, sind mit viel Geld einfach nur peinliche Panne. Man kann den Ball im Privatraum getrost flach halten. Im Professionellen Bereich, können sich aber recht nützliche Anwendungen dafür generieren lassen.
12. März 2013 um 00:07 Uhr
Ich finds schon ein bisserl gruselig, dass mit dieser Google-Brille irgendwelche Spanner und Stalker heimlich Fotos und Videos von mir machen können.
Wenn mir einer eine Kamera oder ein Handy vors Gesicht oder in den Ausschnitt hält, krieg ich das ja vielleicht noch mit, aber so eine Spionage-Brille?
Mich stört ausserdem, dass dann diese Google-Brillenträger so viel Macht über andere haben und ich nichts gegen diese Paparazzi machen kann.
MajorNME sagt:
12. März 2013 um 08:24 Uhr
zur Rechtslage (bin kein Jurist, aber Fotograf). Auszug aus „Recht für Fotografen“ (S.145) von Wolfgang Rau:
„… Denn eine Aufnahme, bei der das (sic) Einwilligungserfordernis der betroffenen Person ignoriert wird, kann regelmäßig eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, das in Art. 1 und 2 GG verankert ist, darstellen. …“
Dazu gibt es auch Urteile: z.B. BGH vom 25.04.1995 VI ZR 272/94
„… dass bereits die Herstellung von Bildnissen einer Person, insbesondere die Filmaufzeichnung […] einen unzulässigen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Betroffenen darstellen kann.“
freemint sagt:
Lachhaft, die Diskussion,
In Zügen werden wir überwacht(S-bahnen,aufdem Bahnhof)
In Geschäften,
Die Liste lässt sich endos weiterführen, leider, ich bin auch gegen ein Überwachung,
Aber das Konsequenteste Mittel gegen Überwachung ist Kryptographie!
Dann ist zwar wie carsten raddatz richtig bemerkt hat es nicht mehr als rebelische Ettikete, aber das Problem wäre gelöst.
jeder der nicht überwacht werden will, lässt sich einen qrcode tattövieren, wenn dieser erkannt wird, wird das da zu gehöriege Gebiet verpixekt,
Ich bin für erstens und ihr?
Lasst uns alle mit Guy-Fawkes masken in der Sbahn sitzen.
21. März 2013 um 19:24 Uhr
ergänzung, wer hat Angst von einem Googles Goggles Butzer aufgezeichnet und mit Metadaten versehen zu werden, ich nicht!
26. März 2013 um 22:07 Uhr
Google Glass? Da gibt es doch eine viel bessere und preiswertere Lösung: http://mosereien.wordpress.com/2013/03/26/besser-als-google-glass/
Ergänzung an carsten raddatz Ergänzung abbrechen

References: § 22
 § 22
 § 23
 § 201
 Art. 1
 BGH