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Informationen zu europäischen und aussereuropäischen Hochschulsystemen - PDF
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1 International Relations Office Januar 2013 Merkblatt: Informationen zu europäischen und aussereuropäischen Hochschulsystemen Dieses interne Merkblatt richtet sich an die Institute und Fakultäten der Universität Luzern. Es sollen hier die wichtigsten Informationen zu den internationalen Kreditpunkte- und nsystemen aus Europa und Übersee zusammengetragen werden. Dieses Merkblatt kann insbesondere bei Fragen der Anrechnung von extern erbrachten Leistungsnachweisen vor allem im Zusammenhang mit Mobilität benutzt werden. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei nur um allgemeine Richtlinien handelt, die innerhalb eines Landes variieren können. Dieses Merkblatt wird fortlaufend ergänzt. 1 Kreditpunktesysteme Dieses Kapitel soll einen kurzen Überblick über die wichtigsten internationalen Kreditpunktesysteme verschaffen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Verhältnis zwischen Workload und die zu vergebenden Kreditpunkte gerichtet. Eine allgemeingültige Umrechnungstabelle internationaler Kreditpunktesysteme in das ECTS gibt es leider nicht. Hierzu muss mit Blick auf Workload und inhaltliche Aspekte von Fall zu Fall entschieden werden. Trotzdem werden aber in der Folge, soweit möglich, gängige Vorgehensweisen im Zusammenhang mit der Konvertierung von ausländischen Kreditpunkten ins ECTS-System genannt. 1.1 European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) Im europäischen ECTS, das in den meisten Bologna-Signatarstaaten 1 verwendet wird, entspricht die Studienleistung in einem akademischen Jahr 60 ECTS-Punkten, welche äquivalent sind mit einem studentischen Arbeitspensum (Lehrveranstaltung und Selbststudium) von Stunden. Umgerechnet bedeutet dies, dass ein ECTS-Punkt mit einem studentischen Arbeitspensum von Stunden korrespondiert. Nicht zwingend mit dem üblichen ECTS-System stimmt das spanische Modell überein. Ein ECTS-Punkt entspricht dabei einem Workload von zehn Stunden, wobei während einem akademischen Jahr 60 bis 90 Punkte erreicht werden können. 1 vgl. Liste der Bologna-Signatarstaaten auf Frohburgstrasse 3 Postfach Luzern T +41 (0) F +41 (0)2 Wiederum einem anderen Kreditpunktesystem folgen Schottland (Scottish Credit and Qualifications Framework, SCQF) und Grossbritannien (Credit Accumulation and Transfer Scheme, CATS; vgl. Kapitel 1.2). Hier werden pro akademisches Jahr 120 Credits vergeben. 1.2 Credit Accumulation and Transfer Scheme (CATS)/ Scottish Credit and Qualifications Framework (SCQF) Das CATS-System wird an vielen Universitäten Grossbritanniens angewandt. Eine Lehrveranstaltung mit einem studentischen Arbeitspensum von 10 oder 20 zweistündigen Lektionen pro Semester wird mit 10, bzw. 20 CATS-Punkten belohnt. Für einen Honours Degree (entspricht einem Bachelor) werden 360 CATS-Punkte benötigt, während ein Masters Degree mit rund 180 CATS-Punkten berechnet wird. Grundsätzlich dasselbe Verhältnis findet im schottischen SCQF-System seine Anwendung. Bei der Umrechnung auf das ECTS-System kann für beide Systeme dieselbe Ratio angewandt werden: Zwei CATS-Punkte entsprechen grundsätzlich einem ECTS-Punkt. 1.3 US Credit Hours Das Kreditpunktesystem an US-Universitäten basiert auf einer zeitlichen Masseinheit, der sog. student oder credit hour, wobei pro credit hour ein Kreditpunkt vergeben wird. Mit einer credit hour wird der zeitliche Aufwand bemessen, der für die erfolgreiche Absolvierung einer Lehrveranstaltung aufgewendet werden muss. Eine credit hour entspricht dem Total Lehrveranstaltungsstunden (rund 50 Minuten/Woche) in einem Semester. Vollzeitstudierende erwerben in der Regel pro Semester 12 credits; maximal dürfen pro Semester 20 credits erworben werden. Typischerweise werden pro Lehrveranstaltung 3 credits vergeben, was einem Workload von drei credit hours entspricht. Ein Bachelor Degree bedarf zwischen credits, welche in der Regel in acht Semestern (vier akademische Jahre) erworben werden. Auf der Master Ebene wird eine mindest Anzahl von 30 credits verlangt (1-2 Jahre). Für die Konvertierung von US-credits in das ECTS-System gibt es keine fixe Ratio; der Umrechnungskoeffizient variiert von Schule zu Schule. Grob kann das Verhältnis 1:2 angewandt werden, d.h. ein US-credit entspricht zwei ECTS-Punkten. 2 nsysteme Ein Überblick über die gängigsten und für die UniLU relevantesten nsysteme soll Klarheit über Unterschiede im internationalen Vergleich schaffen. Vorgestellt werden in der Folge das US-System sowie die nsysteme Grossbritanniens, der Niederlande, Frankreich, Italien und Spanien. Eine allgemeingültige Umrechnungstabelle existiert auch im Zusammenhang mit n nicht. Seite 2 63 2.1 ECTS Grading Scale Das ECTS beinhaltet eine eigene, relative nskala (ECTS Grading Scale). Bisher konnte sich diese nskala aber weder in der Schweiz noch in der Mehrheit der Bologna-Signatarstaaten wirklich durchsetzen. Teils wird sie aber als Ergänzung zur lokalen, absoluten nskala benutzt, z.b. in Frankreich. Die ECTS-n geben Auskunft über die Position einer erfolgreichen Studentin bzw. eines erfolgreichen Studenten innerhalb einer bestimmten Gruppe von Studierenden (z.b. innerhalb des Studienganges/innerhalb eines Jahrgangs/innerhalb einer Menge von Studierenden über 5 Jahre hinweg). Tabelle 1: Übersicht ECTS-nskala Bedeutung A die besten 10% B die folgenden 25% C die folgenden 30% D die folgenden 25% E die letzten 10% FX F Nicht bestanden - es sind Verbesserungen erforderlich, bevor die Leistungen anerkannt werden können Nicht bestanden - es sind erhebliche Verbesserungen erforderlich 2.2 USA In den USA wird ein fünfstufiges Buchstaben-System zur ngebung angewandt. Zusätzlich dazu wird in der Regel der sog. Student s Grade Point Average (GPA) ausgerechnet, wobei jeder Buchstabennote ein numerisches Äquivalent hinzugefügt wird (variiert von Schule zu Schule; in der Regel von 4-1). Diese Werte werden dann für jeden besuchten Kurs pro Semester addiert und mit der Anzahl Credits, die für jeden Kurs vergeben werden (typischerweise 3) multipliziert, um anschliessend die so berechnete Zahl durch den Durchschnitt der Credits zu dividieren. Dementsprechend muss für die erfolgreiche Absolvierung einer Lehrveranstaltung eine bestimmte, d.h. ein bestimmter numerischer Wert erreicht werden. Der GPA Wert wird zwar pro Semester berechnet, hat aber einen kumulativen Charakter. Auf jedem Transcript wird also der kumulierte GPA Wert aufgeführt. Tabelle 2: Übersicht US-nsystem Bedeutung Numerischer Wert Credits Total A Highest grade, excellent B Above average C Average passing Seite 3 64 D Minimum passing grade F Failure (no credit) Anm.: Dividiert durch das Total aller Credits für alle besuchten Kurse ergibt den GPA-Wert. Rechenbeispiel: (1) Ein Student belegt in einem Semester drei Kurse, welche zunächst mit einer Buchstabennote bewertet werden. (2) Entsprechend der Tabelle oben wird jeder Buchstabennote ein numerischer Wert zugeordnet. (3) Die numerischen Werte werden dann mit der Anzahl Credits, die pro Kurs vergeben werden, multipliziert. (4) Die so berechnete Zahl wird schliesslich durch den Durchschnitt aller Credits dividiert (Ergebnis entspricht dem GPA-Wert): (1) (2) (3) (4) Kurs 1: A 4 x 3 = 12 Kurs 2: B 3 x 3 = 9 Kurs 3: C 2 x 3 = / 3 = 9 (GPA-Wert) 2.3 Frankreich Das französische nsystem basiert auf einer 20-stufigen, numerischen Skala, welche aber immer häufiger vom ECTS-nsystem (Buchstabennoten) abgelöst wird. Um einen Kurs erfolgreich abzuschliessen, muss mindestens die 10 erbracht werden. Die n werden kaum je vergeben. Tabelle 3: Übersicht französisches nsystem Beschreibung Félicitations du jury (keine offizielle ) Très bien Bien Assez bien Passable 0-9 Insuffisant Seite 4 65 2.4 Grossbritannien Auch in Grossbritannien dient ein Buchstabensystem der ngebung. Hier werden Buchstaben von A bis E vergeben, wobei nicht bestandene Kurse mit U (Unclassified oder Failed) bewertet werden. 2.5 Italien Italienische Universitäten verwenden eine 30-Punkte-Skala bei der mindestens 18 Punkte erreicht werden müssen, um einen Kurs zu bestehen. Für besonders hervorragende Resultate wird das Prädikat lode (Lob) zusätzlich zur höchsten vergeben. 2.6 Niederlande Das niederländische System kennt n von 1 bis 10, wobei 1 die schlechteste und 10 die höchste darstellen. Die n 9 und 10 werden kaum je vergeben (die 9 wird in ca. 1,5% der Fälle, die 10 in 0,5% aller Fälle ausgesprochen). Grundsätzlich werden ein bis zwei Dezimalstellen verwendet. Ein + oder nach der steht für eine Viertelnote (6+ steht also für 6,25). Um eine genügende zu erreichen, muss mindestens die 5 erbracht werden. Tabelle 4: Übersicht niederländisches nsystem Bedeutung 10 Excellent 9 Very good 8 Good 7 More than sufficient 6 Sufficient 5 Nearly sufficent 4 Insufficient 3 Strongly insufficient 2 Poor 1 Very poor Seite 5 66 2.7 Spanien Das spanische nsystem verwendet eine 10-stufige Skala um die studentischen Leistungen auszudrücken, wobei 10 die höchste ist. Wenn der Wert 5 oder höher erreicht wird, gilt der Kurs als bestanden. Tabelle 5: Übersicht spanisches nsystem Beschreibung 10 Matricula de Honor (weniger als 1%) 9,0-10 Sobresaliente (outstanding) 7-8,9 Notable (remarkable) 5-6,9 Aprobado (pass) 0-4,9 Suspenso (fail) Wird ein Wert von 5 oder mehr erreicht, so wird auf dem Transcript eine von 1-4 (4 als höchste ) vermerkt: 4= Matricula de Honor (höchste 10%); 3= Sobresaliente (höchste 10%); 2= Notable (nächste 25%); 1= Aprobado (nächste 30%); keine = Suspenso (nächste 35%). 2.8 Deutschland Im deutschen nsystem (Ebene Hochschulen) werden n zwischen 1 und 5 vergeben. In den Rechtswissenschaften wird z.t. eine leicht modifizierte nskala verwendet, da dort zwischen den Bewertungen gut und befriedigend noch eine weitere Stufe, vollbefriedigend eingeführt wird. Diese zusätzliche Bewertungsstufe wurde eingeführt, da die n sehr gut und gut in den Rechtswissenschaften nur sehr selten vergeben werden. Durch die Einführung dieser weiteren Bewertung wird sichergestellt, dass trotz allem eine gewisse Differenzierung gewährleistet werden kann. Tabelle 6: Übersicht deutsches nsystem Beschreibung 1 Sehr gut 2 Gut 3 Befriedigend 4 Ausreichend 5 Nicht ausreichend/ Nicht bestanden Seite 6 6 Ähnliche Dokumente
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