Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.12.1996&Aktenzeichen=III%20ZR%209/95
Timestamp: 2019-07-17 21:46:13+00:00

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BGH, 19.12.1996 - III ZR 9/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,1150
BGH, 19.12.1996 - III ZR 9/95 (https://dejure.org/1996,1150)
BGH, Entscheidung vom 19.12.1996 - III ZR 9/95 (https://dejure.org/1996,1150)
BGH, Entscheidung vom 19. Dezember 1996 - III ZR 9/95 (https://dejure.org/1996,1150)
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Anspruch einer Wohnungsbaugesellschaft gegen einen Diplom-Juristen und einen Diplom-Betriebswirt auf Rückzahlung geleisteten Beratungshonorars - Bindung des Gerichts an die Parteianträge - Bindende Tatbestandswirkung nach § 314 Zivilprozessordnung (ZPO) - Nichtigkeit des Beratervertrages wegen Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz und das Steuerberatungsgesetz - Feststellung etwaiger Gegenansprüche aus Geschäftsführung ohne Auftrag (GoA) oder ungerechtfertigter Bereicherung - Rückforderungsverbot des § 817 Satz 2 BGB
NJW-RR 1997, 564
Maßgeblich ist in diesem Fall der objektive Wert, der den von ihr an den Beklagten erbrachten Leistungen zukommt (vgl. § 818 Abs. 2 BGB) und der sich auch hier grundsätzlich nach der üblichen oder der angemessenen Vergütung richtet (vgl. BGH, Urteil vom 17. Januar 1984 - VI ZR 187/82, NJW 1984, 1456; Urteil vom 19. Dezember 1996 - III ZR 9/95, NJW-RR 1997, 564).
Ansprüche des Klägers aus ungerechtfertigter Bereicherung sind zwar vorstellbar (vgl. BGH, Urt. v. 19. Dezember 1996 - III ZR 9/95, BGHR BGB § 812 - Rechtsberatungshonorar 1), letztlich aber nicht begründet.
Die Rückabwicklung nichtiger Verträge ist im Rechtsberatungsgesetz nicht geregelt, sondern richtet sich nach Bereicherungsrecht (BGH, Urteile vom 19. Dezember 1996 - III ZR 9/95, NJW-RR 1997, 564, 565 und vom 17. Februar 2000 - IX ZR 50/98, WM 2000, 1342, 1345;… Rennen/Caliebe, RBerG 3. Aufl. Art. 1 § 1 Rdn. 198).
Wer fremde Rechtsangelegenheiten besorgt, muss dazu in eigener Person befugt sein (BGH NJW 1987, 3003; NJW-RR 1997, 564;… a.A.: Kleine-Cosack, Rechtsberatungsgesetz, 2002, Art. 1 § 1 Rn. 68 ff.).
Erbringt der Geschäftsführer eine nach dem Gesetz verbotene Leistung, so darf er diese nicht "den Umständen nach für erforderlich halten" (BGH NJW 1990, 2542; 1992, 2022; NJW-RR 1997, 564).
Ein solcher Fall liegt etwa bei einer nach dem Rechtsberatungsgesetz (BGH NJW-RR 1997, 564) oder nach dem Schwarzarbeitsgesetz verbotenen Tätigkeit vor (BGH NJW 1990, 2542).
Im Umfang seiner Widersprüchlichkeit kommt dem Tatbestand keine Beweiskraft (§ 314 ZPO) und damit auch keine Bindung für das Revisionsgericht zu (…BGH, Urt. v. 9. Juli 1993 - V ZR 262/91, NJW 1993, 2530, 2531; v. 19. Dezember 1996 - III ZR 9/95, BGHR ZPO § 314 - Widersprüchlichkeit 5).
Ein solcher Wertersatz als Erstattungsanspruch kommt in Höhe der geschuldeten Honorare dann in Betracht, wenn die von der Beklagten erbrachten Beratungsleistungen ihrerseits nicht fehlerhaft und mithin wertlos waren und das für die Dienstleistung vereinbarte Honorar der für die Dienstleistung der vorliegenden Art angemessenen Vergütung entsprach (BGH, Urt. v. 19.12.1996 - III ZR 9/95, NJW-RR 1997, 564;… Palandt/Sprau, aaO., § 818 Rdnr. 21).
Schließlich scheitert ein aus § 818 Abs. 2 BGB resultierender Bereicherungsanspruch der Beklagten nicht an der Vorschrift des § 817 S. 2 BGB: Diese Vorschrift setzt voraus, dass sich der Gläubiger - hier also die Beklagte - des Verstoßes gegen ein gesetzliches Verbot bewusst gewesen ist und ihn trotzdem gewollt hat (BGH, NJW 2000, 1560; NJW-RR 1997, 564).
Angesichts dieser Widersprüchlichkeit des Tatbestands des Berufungsurteils kommt eine Anwendung des § 314 ZPO nicht in Betracht (vgl. Senatsurteil vom 19. Dezember 1996 - III ZR 9/95 - BGHR ZPO 314 - Widersprüchlichkeit 5).
OLG Bremen, 13.04.2000 - 2 U 169/99
Gewerbsrechtliche Zulässigkeit der Werbung eines Unternehmensberaters für …

References: § 314
 § 817
 § 818
 § 812
 Art. 1
 § 1
 Art. 1
 § 1
 § 314
 § 818
 § 818
 § 817
 § 314