Source: https://retax-kompass.de/node/32085
Timestamp: 2018-12-11 09:49:53+00:00

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Ausgabe 05/2014 | Retax
Abrechnung von Verbandmitteln
Ein Patient leidet an einer schlecht heilenden Wunde mit ausgeprägter Sekretionsneigung. Der Arzt verordnet eine gelbildende Wundabdeckung zur Aufnahme der Körperflüssigkeit (im Praxisbeispiel: 10 Stück GoTa-sorb® steril 10 x 10 cm) auf Kassenrezept. Was ist bei Belieferung und Abrechnung durch die Apotheke zu beachten?
Keine Verordnung nur von Arzneimitteln auf einem BtM-Rezept
Die Apotheke darf kein Betäubungsmittel-(BtM-)Rezept beliefern, auf dem nur Nicht-BtM verordnet sind. Das BtM-Rezept darf für das Verschreiben anderer Arzneien nach § 8 Betäubungsmittel-Verordnung nur verwendet werden, wenn dies neben der eines BtM erfolgt. Ansonsten ist ein normaler Rezeptvordruck zu verwenden. Weiterführender Hinweis
aut-idem-Kreuz und kein Austausch Original/Import?
Nach aktueller (allerdings nur untergerichtlicher) Rechtsprechung ist das Import-Arzneimittel abzugeben, wenn für das Originalpräparat ein Rabattvertrag besteht, für das Import-Arzneimittel aber ein aut-idem-Kreuz gesetzt und vom Arzt „nach Produktname, Hersteller und Pharmakontrollnummer konkretisiert“ wurde. Nur die AOK Baden-Württemberg sichert der Apotheke in solchen Fällen Regressfreiheit zu. In anderen Konstellationen sind weiterhin Retaxationen möglich. Weiterführender Hinweis
Seit 1. April 2014: Zur Abrechnung von Arzneimitteln, für die ein Erstattungsbetrag vereinbart oder festgesetzt ist
Am 1. April 2014 ist das 14. Gesetz zur Änderung des Sozialgesetzbuchs (SGB)V (14. SGB V ÄnderungsG) in Kraft getreten. Dadurch sind die § 130b SGB V, § 78 Arzneimittelgesetz (AMG), § 2 und § 3 Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) dahingehend geändert worden, dass der Erstattungsbetrag bei Arzneimitteln, für die ein Erstattungsbetrag nach § 130b SGB V gilt, als der Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers anzusehen ist.
Nullretaxationen bei Sterilrezepturen in Hessen
In Hessen eskaliert aktuell der Streit um onkologische Rezepturen: Nach Berlin ist Hessen die zweite Region, in der die AOK die Belieferung mit Zyto-Rezepturen ausgeschrieben und per Selektivvertrag an bestimmte Apotheken übertragen hat, wobei die Zuschläge innerhalb bestimmter Gebietslose vergeben wurden. Seit Dezember des letzten Jahres sollen die AOK-Versicherten in Hessen nur noch von wenigen Vertragsapotheken versorgt werden, die zumeist von Fresenius Kabi beliefert werden.
Welche Menge darf abgegeben werden, wenn die verordnete Menge eines Rabattarzneimittels nicht lieferfähig ist?
Lieferengpässe bei Rabattarzneimitteln sind nach wie vor häufig. Immer wieder kommt es vor, dass gängige Rabattarzneimittel über Wochen hinweg nicht lieferfähig sind. Besonders ärgerlich ist dies, wenn eine Substitution durch ein anderes Arzneimittel für den Patienten sehr ungünstig ist. Dies ist zum Beispiel bei den Schilddrüsenhormonen der Fall, bei denen geringe Dosisänderungen große Auswirkungen haben können, sodass Kontinuität bei der Abgabe des individuellen Präparats für die betroffenen Patienten sehr wichtig ist.
Arzneimittel-Versorgung
Welche Regeln gelten für Privatrezepte?
Die wegen der Rabattverträge für eine GKV preisgünstigen Arzneimittel sind für eine PKV nicht notwendigerweise ebenfalls preisgünstig. Denn nach § 1 des Gesetzes über Rabatte für Arzneimittel müssen die pharmazeutischen Unternehmer (pU) nur die gesetzlichen Rabatte nach § 130a Abs. 1, 1a, 2, 3, 3a und 3b Sozialgesetzbuch (SGB) V auch an die PKV abführen. Ansonsten gelten die Vorschriften des SGB V nicht für Privatrezepte. Es bleibt nur der in § 17 Abs.

References: § 8
 § 130
 § 78
 § 2
 § 3
 § 130
 § 1
 § 130
 § 17