Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Teilungsanordnug-BGB-2048--f290706.html
Timestamp: 2019-12-08 13:16:21+00:00

Document:
Teilungsanordnug (BGB §2048) - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deErbrechtHausTeilungsanordnug (BGB §2048)
| 10.09.2016 11:12 |
wir wollen einen Erbfall mit folgender Konstellation (testamentarisch) absichern
o Zwei Eltern
o Zwei Kinder.
o Die Eltern besitzen gemeinsam ein Haus Wert ca. 400.000 Euro und eine Wohnung Wert ca. 180.000 Euro.
o Die Eltern wollen das jedes Kind wertmäßig das gleiche bekommt.
o Allerdings gibt es Uneinigkeit wer das Haus bekommt und damit den anderen (der die Wohnung bekommt) auszahlen muss. Aus der Erbmasse ist das nicht möglich!
o Beide Kinder möchten prinzipiell das Haus. Ich glaube aber das meine Schwester sich schwer tun wird mich auszuzahlen. Sie müsste mir ja ca. 110.000 Euro im Erbfall überweisen (die sie definitiv nicht hat).
1. Um hier Klarheit zu haben, ist eine Teilungsanordnung (BGB §2048) wie folgt möglich und rechtswirksam?
2. Wie lange hätte meine Schwester Zeit die Ausgleichszahlung an mich zu veranlassen. Kann sich das über Jahre hinziehen?
3. Was passiert bei einer Teilungsanordnung wenn ein Elternteil verstorben ist. Ohne Teilungsanordnung werden in diesem Fall ja beide Kinder in das Grundbuch aller Immobilien aufgenommen (Erbengemeinschaft).
Wir [Name der Mutter], [Name des Vaters] verfügen dass im Erbfall eine Teilungsanordnung. Jedes Kind soll wertmäßig das Gleiche erhalten. Die Wohnung soll gemäß BGB §2048 an unseren Sohn übergehen. Das Haus gemäß BGB §2048 an unsere Tochter. Sollte unsere Tochter im Erbfall nicht in der Lage sein, die Ausgleichszahlung an unsern Sohn zu leisten. So soll die Teilungsanordnung anders herum gelten. In diesem Fall soll gemäß BGB §2048 das Haus an unseren Sohn übergehen und die Wohnung an unsere Tochter.
Vielen Dank und bitte alle drei Fragen beantworten.
Haus Haus Wohnung Sohn BGB
10.09.2016 | 12:27
Der Satz, dass jedes Kind das Gleiche erhalten soll, ist bereits gesetzlich vorgesehen, kann aber sonst auch noch einmal erklärt werden.
Problematisch ist allerdings der Satz:
"Sollte unsere Tochter im Erbfall nicht in der Lage sein, die Ausgleichszahlung an unsern Sohn zu leisten".
Hier müsste definiert werden, was das genau bedeuten sollte. Es sollte hierbei eine Frist zur Ausgleichszahlung gesetzt werden, innerhalb derer Ihre Schwester an Sie zu leisten hat (3 Monate beispielsweise ab Erbfall).
Wenn Sie das entsprechend formulieren, dass die Teilungsanordnung andersherum gelten sollte, falls Ihre Schwester innerhalb dieser Frist nicht an Sie vollständig geleistet hat, ist diese Anordnung auch konkret und hinreichend bestimmt.
Wie bereits gesagt, sollte hierzu eine Frist wie oben formuliert werden.
Im Grunde genommen wäre auch hier weitere Klarheit durch eine einleitende Formulierung zu schaffen, dass sich die Eltern zunächst gegenseitig als Alleinerben einsetzen ("Wir setzen uns gegenseitig als Alleinerben ein") und die Teilungsanordnung, so hatte ich Sie verstanden, erst bei Tod des Letztversterbenden gelten soll ("und folgende Teilungsanordnung soll nach dem Tod des Letztversterbenden Gültigkeit besitzen").
Nachfrage vom Fragesteller	15.09.2016 | 20:29
Wenn wir nichts regeln also eine Erbengemeinschaft im Todesfall entsteht (i.d.R. der verbliebene Ehepartner plus ein Kind) kann meine Schwester das Haus ja nicht ohne mein Einverständnis beleihen. Gilt das im Fall einer Teilungsanordnung auch, oder könnte Sie das Haus mit 120T€ beleihen oder das Haus gar verkaufen und mir diese Auszahlen? Falls ja gibt es eine Möglichkeit das zu verhindern?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.09.2016 | 10:31
erst wenn die Auseinandersetzung vollständig vollzogen wurde, sprich alle Erbmassen entsprechend verteilt sind und alle die Zustimmung erteilt haben, könnte sie selbstständig das Haus (Grundstück) beleihen oder verwerten, allerdings nicht vorher.
Zur Sicherheit würde ich dies allerdings noch einmal die Teilungsanordnung schreiben, dass Belastungen ohne Einverständnis aller Erben vor Abschluss der Auseinandersetzung unzulässig sind.
Bewertung des Fragestellers 18.09.2016 | 06:09

References: §2048
 §2048
 §2048
 §2048
 §2048
 §2048