Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-kuendigungsschutzklage.html
Timestamp: 2019-09-21 09:03:17+00:00

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Urteile und Kommentare: Kündigungsschutzklage - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Kün­di­gungs­schutz­kla­ge
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Kün­di­gungs­schutz­kla­ge von 2001 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Kün­di­gungs­schutz­kla­ge.
24.04.2018. Die Durch­set­zung des Be­schäf­ti­gungs­an­spruchs im be­ste­hen­den Ar­beits­ver­hält­nis ist im ar­beits­ge­richt­li­chen Eil­ver­fah­ren auch oh­ne ein be­son­de­res Be­schäf­ti­gungs­in­ter­es­se mög­lich: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 23.08.2017, 5 Sa­Ga 2/17.
20.10.2017. In Klein­be­trie­ben gilt der Kün­di­gungs­schutz nicht, so dass ge­kün­dig­te Ar­beit­neh­mer auch kei­ne Wie­der­ein­stel­lung ver­lan­gen kön­nen, wenn der Kün­di­gungs­an­lass nach Aus­spruch der Kün­di­gung weg­fällt. Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 19.10.2017, 8 AZR 845/15 (Pres­se­mel­dung des BAG).
02.12.2016. Der Eis­ho­ckey­ver­ein "Ham­burg Free­zers" ist zum Aus­spruch be­triebs­be­ding­ter Kün­di­gun­gen sei­ner Spie­ler be­rech­tigt, nach­dem er kei­ne Li­zenz mehr für die Pro­fi­eis­ho­ckey­li­ga DEL be­sitzt: Ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­tei­le vom 23.11.2016, 13 Ca 272/16 und 13 Ca 273/16.
16/014 Fristlose Kündigung wegen Pflichtverletzung
25.08.2015. Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) be­grenzt An­nah­me­ver­zugs­lohn: Kein Ver­zugs­lohn bei ver­trag­li­cher Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge und rück­wir­kend durch Ur­teil be­grün­de­tem Ar­beits­ver­hält­nis: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 19.08.2015, 5 AZR 975/13 (Pres­se­mit­tei­lung).
18.08.2015. Die Pro­be­zeit kann durch ei­ne mehr­mo­na­ti­ge Kün­di­gungs­frist ver­län­gert wer­den, wenn der Ar­beit­neh­mer da­durch ei­ne zwei­te Chan­ce zur Be­wäh­rung er­hal­ten soll: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 06.05.2015, 4 Sa 94/14.
04.08.2015. Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz und Schwan­ger­schaft: Die wie­der­hol­te Kün­di­gung ei­ner Schwan­ge­ren kann ei­nen An­spruch auf Ent­schä­di­gung aus­lö­sen: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Ur­teil vom 08.08.2015, 28 Ca 18485/14 (Pres­se­mit­tei­lung).
06.01.2015. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) er­wei­tert die Zu­stän­dig­keit der Ar­beits­ge­rich­te für Ge­schäfts­füh­rer­kla­gen: Künf­tig kön­nen Ar­beit­neh­mer-Ge­schäfts­füh­rer ab Ab­be­ru­fung vor das Ar­beits­ge­richt zie­hen: BAG, Be­schluss vom 22.10.2014, , 10 AZB 46/14.
11.09.2014. Er­gibt sich aus In­halt und An­la­gen ei­ner Kün­di­gungs­schutz­kla­ge, dass ei­ne fal­sche Par­tei als Be­klag­ter ge­nannt wird und wer der rich­ti­ge Be­klag­te ist, muss das Ge­richt die Kla­ge an die­sen zu­stel­len: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 20.02.2014, 2 AZR 248/13.
06.12.2013. Wer nach ei­ner Kün­di­gung ei­ne Kün­di­gungs­schutz­kla­ge er­hebt, ist trotz­dem nach Ab­lauf der Kün­di­gungs­frist erst ein­mal ar­beits­los. Da­ge­gen hilft der An­spruch auf vor­läu­fi­ge Wei­ter­be­schäf­ti­gung. Ein be­lieb­ter Ein­wand von Ar­beit­ge­bern in der Zwangs­voll­stre­ckung ge­gen­über dem Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­ti­tel lau­tet, dass die­ser zu un­ge­nau ist. Da­mit ha­ben Ar­beit­ge­ber aber meist kei­nen Er­folg: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 25.06.2013, 12 Ta 418/12.
16.11.2013. Ge­mäß § 102 Abs.1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) muss der Ar­beit­ge­ber vor je­der Kün­di­gung den Be­triebs­rat an­hö­ren und ihm die Grün­de für die ge­plan­te Kün­di­gung mit­tei­len. Ge­setz­lich nicht ge­re­gelt ist, wel­che In­for­ma­tio­nen über sei­ne Kün­di­gungs­grün­de der Ar­beit­ge­ber lie­fern muss, wenn er gar kei­ne Grün­de braucht, weil sich der Ar­beit­neh­mer noch in der Pro­be­zeit be­fin­det. Da­zu hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) vor ei­ni­gen Wo­chen Stel­lung ge­nom­men: BAG, Ur­teil vom 12.09.2013, 6 AZR 121/12.
18.10.2013. Be­strei­tet der Be­triebs­er­wer­ber das Vor­lie­gen ei­nes Be­triebs­über­gangs und schlie­ßen Ar­beit­neh­mer und Er­wer­ber dar­auf­hin in dem Pro­zess über die Fort­set­zung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ei­nen Be­en­di­gungs­ver­gleich, ver­liert der Ar­beit­neh­mer durch die­se end­gül­ti­ge Ver­fü­gung über sein Ar­beits­ver­hält­nis das Recht, dem Be­triebs­über­gang zu wi­der­spre­chen. Ei­nen Weg zu­rück zum al­ten Ar­beit­ge­ber gibt es dann nicht mehr. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ges­tern ent­schie­den: BAG, Ur­teil vom 17.10.2013, 8 AZR 974/12.
03.09.2011. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) spielt es bei ei­ner be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gung im All­ge­mei­nen kei­ne Rol­le, wenn der Ar­beit­ge­ber über die Mög­lich­keit ei­ner Wei­ter­be­schäf­ti­gung im Aus­land ver­fügt. Hin­ter die­sen Grund­satz ha­ben die Er­fur­ter Rich­ter am Don­ners­tag letz­ter Wo­che aber ein Fra­ge­zei­chen ge­setzt: BAG, Ur­teil vom 29.08.2013, 2 AZR 809/12.
19.08.2013. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass ge­kün­dig­te Ar­beit­neh­mer in ei­ner Kün­di­gungs­schutz­kla­ge ih­ren Ur­laub pau­schal ver­lan­gen kön­nen, um da­mit den Ver­lust von Ur­laubs­an­sprü­chen zu ver­hin­dern: BAG, Ur­teil vom 14.05.2013, 9 AZR 760/11.
14.05.2013. Bis vor ei­ni­gen Jah­ren hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) den ge­setz­li­chen Min­des­t­ur­laub da­durch ab­ge­si­chert, dass es die ge­setz­li­chen Re­geln über den Ur­laub auch auf die Ur­laubs­ab­gel­tung an­ge­wandt hat. Denn die Ur­laubs­ab­gel­tung ist, so die frü­he­re Recht­spre­chung des BAG, ein "Sur­ro­gat" des Ur­laubs­an­spruchs. Die­se Sur­ro­ga­ti­ons­theo­rie ver­hin­der­te, dass der Ar­beit­neh­mer auf sei­nen Ab­gel­tungs­an­spruch ver­zich­ten konn­te. Da das BAG die Sur­ro­ga­ti­ons­theo­rie aber vor ei­nem Jahr auf­ge­ge­ben hat, fragt sich, ob der Ar­beit­neh­mer nicht auf sei­ne Ur­laubs­ab­gel­tung ver­zich­ten kann. Kann er, so das BAG mit ei­ner Ent­schei­dung vom heu­ti­gen Ta­ge: BAG, Ur­teil vom 14.05.2013, 9 AZR 844/11.
24.04.2013. Ei­ne nicht kor­rekt un­ter­schrie­be­ne Kün­di­gungs­schutz­kla­ge macht die Kla­ge un­zu­läs­sig, so dass sie ab­zu­wei­sen ist. Ähn­lich gra­vie­ren­de Pro­ble­me hat der kla­gen­de Ar­beit­neh­mer aber auch dann, der Be­glau­bi­gungs­ver­merk auf der Kla­ge­ko­pie fehlt, die das Ge­richt dem be­klag­ten Ar­beit­ge­ber zu­stel­len muss. Denn wenn die­ser Be­glau­bi­gungs­ver­merk schlam­pig an­ge­fer­tigt wur­de, gibt es kei­ne be­glau­big­te Ab­schrift und oh­ne ei­ne sol­che kommt der Pro­zess nicht in Gang. Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg Ur­teil vom 20.02.2013, 4 Sa 93/12.
13.02.2013. Wer ge­kün­digt wur­de, soll­te sich um sei­ne vor­läu­fi­ge wei­te­re Be­schäf­ti­gung be­mü­hen, auch wenn er mit Aus­sicht auf Er­folg ei­ne Kün­di­gungs­schutz­kla­ge er­ho­ben hat. Denn ein Kün­di­gungs­schutz­ver­fah­ren kann lan­ge dau­ern. Hat der Be­triebs­rat im An­hö­rungs­ver­fah­ren der Kün­di­gung wi­der­spro­chen, kann der Ar­beit­neh­mer sei­nen An­spruch auf Wei­ter­be­schäf­ti­gung im ge­richt­li­chen Eil­ver­fah­ren in der Re­gel oh­ne gro­ße Pro­ble­me durch­set­zen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 26.11.2012, 5 Sa­Ga 14/12.
25.01.2013. Nach bis­he­ri­ger Recht­spre­chung zähl­ten Leih­ar­beit­neh­mer nicht mit, wenn es um die An­wen­dung des Kün­di­gungs­schutz­ge­set­zes (KSchG) ging, d.h. der Ein­satz von Leih­ar­beit­neh­mern führ­te nicht da­zu, dass ein Ar­beit­ge­ber bei Kün­di­gun­gen den all­ge­mei­nen Kün­di­gungs­schutz nach dem Kün­di­gungschutz­ge­setz zu be­ach­ten hat­te. Die­se Recht­spre­chung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) mit ei­ner Grund­satz­ent­schei­dung vom gest­ri­gen Ta­ge zu­guns­ten der Ar­beit­neh­mer­sei­te auf­ge­weicht: BAG, Ur­teil vom 24.01.2013, 2 AZR 140/12.
19.12.2012. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Schles­wig-Hol­stein hat in ei­nem ak­tu­el­len Fall ent­schie­den, dass der Ar­beit­ge­ber ei­nen Auf­lö­sungs­an­trag in ei­nem Kün­di­gungs­schutz­pro­zes­ses nicht mit Be­las­tun­gen der Ar­beits­at­mo­sphä­re be­grün­den kann, die er selbst ver­schul­det hat: LAG Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 20.03.2012, 1 Sa 283 d/11.
21.09.2012. Hat der Ar­beit­neh­mer ei­nen An­spruch auf ei­ne be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung in Form ei­ner Di­rekt­ver­si­che­rung und wird sein Ar­beit­ge­ber in­sol­vent, hat er ein In­ter­es­se dar­an, dass der In­sol­venz­ver­wal­ter ihm zu­min­dest "sei­ne" Ver­si­che­rung her­aus­gibt. Denn an­de­re wert­hal­ti­ge An­sprü­che be­ste­hen im In­sol­venz­fall kaum mehr. Ein Rechts­an­spruch auf Über­tra­gung der Ver­si­che­rung be­steht aber nicht un­be­dingt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.09.2012, 3 AZR 176/10.
21.08.2012. Wenn der Ar­beit­ge­ber ei­ne be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung in Aus­sicht stellt und sich der Ar­beit­neh­mer dar­auf­hin um­ge­hend ei­nen an­de­ren Job sucht und dem Ar­beit­ge­ber ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag an­bie­tet, soll­te der Ar­beit­ge­ber die­ses An­ge­bot bes­ser an­neh­men. Denn lehnt er den Auf­he­bungs­ver­trag ab und ver­mas­selt dem Ar­beit­neh­mer da­mit die an­de­re Stel­le, ver­stößt ei­ne kur­ze Zeit spä­ter aus­ge­spro­che­ne be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung ge­gen Treu und Glau­ben und ist da­her un­wirk­sam: Säch­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 24.05.2012, 1 Sa 661/11
13.08.2012. Ei­ne Kün­di­gungs­schutz­kla­ge muss in­ner­halb von drei Wo­chen nach Zu­gang der schrift­li­chen Kün­di­gungs­er­klä­rung er­ho­ben wer­den, sonst ist die Kün­di­gung end­gül­tig als wirk­sam an­zu­se­hen. Von die­ser Re­gel gibt es nur we­ni­ge Aus­nah­men. Ei­ne lau­tet, dass ei­ne recht­zei­tig er­ho­be­ne Kla­ge ge­gen ei­ne Kün­di­gung die Frist für die Kla­ge ge­gen ei­ne an­de­re, am sel­ben Tag er­klär­te Kün­di­gung des Ar­beit­ge­bers ver­län­gert: Hes­si­sches LAG, Ur­teil vom 10.01.2012, 12 Sa 673/11.
27.06.2012. Kün­digt der Ar­beit­ge­ber und ge­währt dem Ar­beit­neh­mer für die Zeit nach Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses "vor­sorg­lich für den Fall der Un­wirk­sam­keit der Kün­di­gung" Ur­laub, hat der frisch ge­ba­cke­ne Ar­beits­lo­se da­von herz­lich we­nig. Denn wie soll man oh­ne Ar­beits­ver­hält­nis und oh­ne Geld Ur­laub ma­chen? In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil denkt das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) laut dar­über nach, sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung zu än­dern, der zu­fol­ge ein sol­ches Dop­pel­spiel des Ar­beit­ge­bers zu­läs­sig ist: BAG, Ur­teil vom 13.12.2011, 9 AZR 420/10.
20.06.2012. Ar­beit­neh­mer müs­sen ih­ren An­spruch auf Ur­laubs­ab­gel­tung bei Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses künf­tig nicht mehr im lau­fen­den Ur­laubs­jahr ver­lan­gen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 19.06.2012, 9 AZR 652/10.
02.05.2012. Nach Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts Trier ist ei­ne Kün­di­gung we­gen ei­nes Ver­sto­ßes ge­gen das Maß­reg­lungs­ver­bot un­wirk­sam, wenn sie als un­mit­tel­ba­re Re­ak­ti­on auf ei­ne Krank­mel­dung aus­ge­spro­chen wird: Ar­beits­ge­richt Trier, Ur­teil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11.
13.04.2012. Die An­fech­tung ei­nes im Kün­di­gungs­schutz­pro­zess ge­schlos­se­nen Ver­gleichs ist nur in sel­te­nen Aus­nah­me­fäl­len mög­lich. Denn bei Ver­hand­lun­gen über ei­nen sol­chen Ver­gleich be­steht kei­ne Pflicht, die Ge­gen­par­tei auf mög­li­cher­wei­se be­ste­hen­de An­sprü­che hin­zu­wei­sen. Wer da­her ei­nen Ver­gleich mit ei­ner Aus­gleichs­klau­sel ab­schließt, der zu­fol­ge "al­le ge­gen­sei­ti­gen For­de­run­gen er­le­digt" sein sol­len, muss selbst vor­her prü­fen, wel­che For­de­run­gen ihm u.U. noch zu­ste­hen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10.
07.03.2012. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ham­burg er­leich­tert die ein­ver­nehm­li­che Über­nah­me ei­ner Di­rekt­ver­si­che­rung bei Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses: Die Ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers zur Ab­ga­be al­ler "er­for­der­li­chen" Er­klä­run­gen zwecks Über­tra­gung der Ver­si­che­rung ist be­stimmt ge­nug, um vom Ar­beit­neh­mer voll­streckt zu wer­den: LAG Ham­burg, Be­schluss vom 28.02.2012, 1 Ta 2/12.
22.02.2012. Hat ein Ar­beit­neh­mer in­fol­ge ei­ner un­wirk­sa­men Kün­di­gung und ei­nes ge­won­nen Kün­di­gungs­schutz­pro­zes­ses auf ein­mal zwei Ar­beits­ver­hält­nis­se, weil er wäh­rend des Kün­di­gungs­schutz­pro­zes­ses ein neu­es Ar­beits­ver­hält­nis ein­ge­gan­gen ist, fragt sich, ob der al­te Ar­beit­ge­ber Ur­laub auch für die Zeit ge­wäh­ren muss, in der der Ar­beit­neh­mer schon beim neu­en Ar­beit­ge­ber tä­tig war und Ur­laub er­hal­ten hat. In Ab­wei­chung von sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung hat das Bund­se­ar­beits­ge­richt (BAG) ges­tern ent­schie­den: Nein, das muss der al­te Ar­beit­ge­ber nicht, der von sei­nem Nach­fol­ger ge­währ­te Ur­laub wird an­ge­rech­net: BAG, Ur­teil vom 21.02.2012, 9 AZR 487/10.
03.02.2012. Ar­beit­neh­mer ge­nie­ßen ge­mäß § 1 Abs.1 KSchG erst nach sechs­mo­na­ti­ger Be­schäf­ti­gung Kün­di­gungs­schutz. Auf die­se War­te­zeit sind auch Ar­beits­ver­trä­ge an­zu­rech­nen, die aus­län­di­schem Recht un­ter­lie­gen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 07.07.2011, 2 AZR 12/10.
12/045 Kündigung in der Probezeit und EU-Grundrechtscharta
30.01.2012. Wäh­rend der ers­ten sechs Mo­na­te ei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses kann sich der Ar­beit­neh­mer ge­gen ei­ne Kün­di­gung nur sel­ten mit Er­folg weh­ren. Dar­an än­dert die Be­ru­fung auf die Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU-Grund­rech­te­char­ta) nichts: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 08.12.2011, 6 AZN 1371/11.
19.01.2012. Ein all­ge­mein ge­fass­ter Text­bau­stein mit dem Ge­set­zes­wort­laut (§ 6 Satz 2 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz - KSchG) ge­nügt, da­mit das Ar­beits­ge­richt im Kün­di­gungs­schutz­pro­zess sei­ne ge­setz­li­che Pflicht er­füllt, den kla­gen­den Ar­beit­neh­mer da­zu an­zu­hal­ten, al­le nach La­ge des Fal­les in Be­tracht kom­men­den Grün­de für die Un­wirk­sam­keit der Kün­di­gung be­reits in der ers­ten In­stanz vor­zu­tra­gen, da ein spä­te­rer Vor­trag an­sons­ten aus­ge­schlos­sen ist: BAG, Ur­teil vom 18.01.2012, 6 AZR 407/10.
16.11.2011. Be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen wi­der­spre­chen dem Kün­di­gungs­schutz­ge­setz (KSchG), wenn der ge­kün­dig­te Ar­beit­neh­mer an ei­nem an­de­ren Ar­beits­platz in dem­sel­ben Be­trieb oder in ei­nem an­de­ren Be­trieb des Un­ter­neh­mens wei­ter­be­schäf­tigt wer­den kann. Ein­satz­mög­lich­kei­ten im Aus­land schlie­ßen ei­ne be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung in Deutsch­land aber nicht aus: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 01.06.2011, 4 Sa 218/11.
11.11.2011. Kün­di­gungs­schutz­kla­ge und Be­triebs­über­gang: Die Kün­di­gungs­schutz­kla­ge liegt in der Hand des Be­triebs­ver­käu­fers, wenn er die strei­ti­ge Kün­di­gung aus­ge­spro­chen hat: Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Ur­teil vom 20.09.2011, 5 Sa 333/10.
11/216 Kündigungsschutzklage laut Arbeitsgericht Berlin auch nach Fristversäumung durch Anwalt möglich
05.11.2011. Wer sich ge­gen ei­ne Kün­di­gung mit ei­ner Kün­di­gungs­schutz­kla­ge weh­ren will, muss schnell sein, da das Ge­setz für Frist von drei Wo­chen für die Er­he­bung der Kla­ge vor­schreibt. Wird die Kla­ge­frist vom An­walt schuld­haft ver­säumt, hat der Ar­beit­neh­mer nach An­sicht des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) Pech ge­habt, da ei­ne nach­träg­li­che Kla­ge­zu­las­sung dann nicht mög­lich sein soll. Dem hat das Ar­beits­ge­richt Ber­lin vor kur­zem wi­der­spro­chen: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Ur­teil vom 12.08.2011, 28 Ca 9265/11.
23.09.2011. Wehrt sich ein Ar­beit­neh­mer ge­gen ei­ne be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung mit ei­ner Kün­di­gungs­schutz­kla­ge, muss der Ar­beit­ge­ber be­wei­sen, dass künf­tig kein (aus­rei­chen­der) Ar­beits­be­darf mehr be­steht. Das Ar­gu­ment zieht aber nicht, wenn der Ar­beit­neh­mer in ei­nem an­de­ren Be­trieb des Ar­beit­ge­bers wei­ter­be­schäf­tigt wer­den könn­te. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ham­burg hat vor kur­zem ent­schie­den, ob das auch bei ei­ner bei ei­ner Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­mög­lich­keit im Aus­land gilt : LAG Ham­burg, Ur­teil vom 11.05.2011, 5 Sa 1/11.
23.03.2011. Ein Auf­lö­sungs­an­trag ist ei­ne Mög­lich­keit, ein Ar­beits­ver­hält­nis im Rah­men ei­nes Kün­di­gungs­schutz­pro­zes­ses trotz ei­ner un­wirk­sa­men Kün­di­gung zu be­en­den. Bei ei­ner or­dent­li­chen Kün­di­gung kön­nen ihn so­wohl der Ar­beit­neh­mer als auch der Ar­beit­ge­ber stel­len. Hin­ge­gen hat bei ei­ner au­ßer­or­dent­li­chen Kün­di­gung nach dem aus­drück­li­chen Wort­laut des Kün­di­gungs­schutz­ge­set­zes nur der Ar­beit­neh­mer die­se Op­ti­on. Frag­lich kann sein, ob hier­von aus­nahms­wei­se zu Guns­ten des Ar­beit­ge­bers ab­ge­wi­chen wer­den kann: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 30.09.2010, 2 AZR 160/09.
10.12.2010. Schwer­be­hin­der­te Men­schen ha­ben eben­so wie be­stimm­te an­de­re Per­so­nen­grup­pen ei­nen be­son­de­ren Kün­di­gungs­schutz. Ist die­ser dem Ar­beit­ge­ber nicht be­kannt, müs­sen Sie sich in ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist auf die­sen Schutz be­ru­fen. Ge­schieht das nicht, ist der Son­der­kün­di­gungs­schutz nach Auf­fas­sung der Recht­spre­chung "ver­wirkt". Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hält bei ei­ner durch Be­scheid an­er­kann­ten Schwer­be­hin­de­rung ei­ne Mit­tei­lungs­frist von drei Wo­chen für an­ge­mes­sen. Es ist ab­seh­bar, dass es in die­sem Sin­ne auch für die Mit­tei­lung ei­nes neu­en An­tra­ges auf An­er­ken­nung der Schwer­be­hin­de­rung ent­schei­den wird: Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 06.07.2010, 1 Sa 403 e/09.
08.12.2009. Ei­ne Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Schles­wig-Hol­stein zeigt die Vor­aus­set­zun­gen auf, un­ter de­nen ein Ar­beit­neh­mer bei ei­ner un­wirk­sa­men Kün­di­gung er­folg­reich ei­nen Auf­lö­sungs­an­trag stel­len kann. LAG Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 15.09.2009, 2 Sa 105/09.
14.10.2009. Nach ei­ner Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Mün­chen kann der Kün­di­gungs­schutz ei­nes Ar­beit­neh­mers zwar da­durch ent­fal­len, dass er sich mit der Kün­di­gung ein­ver­stan­den er­klärt. Vor­aus­set­zung ist je­doch ein ein­deu­ti­ges Ein­ver­ständ­nis mit ei­ner Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses durch ei­ne Kün­di­gung. LAG Mün­chen, Ur­teil vom 06.08.2009, 4 Sa 375/09.
16.09.2009. Nach ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) ist ein Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­an­spruch ei­nes Ar­beit­neh­mers auch dann be­stimmt ge­nug und da­mit voll­streck­bar, wenn nur das Be­rufs­bild an­ge­ge­ben wird. BAG, Be­schluss vom 15.04.2009, 3 AZR 93/08.
09/136 Keine nachträgliche Klagezulassung bei Klagefristversäumung durch Gewerkschaftsjurist
03.08.2009. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass ei­ne nach­träg­li­che Kla­ge­zu­las­sung nicht zu­läs­sig ist, wenn die Frist für die Er­he­bung ei­ner Kün­di­gungs­schutz­kla­ge durch Ver­schul­den ei­nes ge­werk­schaft­li­chen Ver­tre­ters ver­säumt wur­de: BAG, Ur­teil vom 28.05.2009, 2 AZR 548/08.
29.08.2008. Nach dem seit dem 01.07.2008 in das Rechts­an­walts­ver­gü­tungs­ge­setz (RVG) ein­ge­füg­ten § 4a sind er­folgs­ab­hän­gi­ge Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­run­gen aus­nahms­wei­se zu­läs­sig. Ob An­wäl­te auf die­ser Grund­la­ge je­doch an ei­ner von ih­nen aus­zu­han­deln­den Ab­fin­dung be­tei­ligt wer­den kön­nen, ist frag­lich: Ge­setz zur Neu­re­ge­lung des Ver­bo­tes der Ver­ein­ba­rung von Er­folgs­ho­no­ra­ren, vom 12.06.2008.
28.12.2007. Ver­tre­ter von Ar­beit­neh­mern soll­ten ih­re Mus­ter­kla­gen für Kün­di­gungs­schutz­pro­zes­se über­prü­fen und ggf. er­gän­zen, falls die­se kei­ne Be­ru­fung auf die prak­tisch wich­tigs­ten Un­wirk­sam­keits­grün­de au­ßer­halb von § 1 KSchG ent­hal­ten: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 08.11.2007, 2 AZR 314/06.
13.11.2007. Wer wäh­rend des Kün­di­gungs­schutz­pro­zes­ses ei­ne neue Ar­beit fin­det und den Pro­zess ge­winnt, kann sein al­tes Ar­beits­ver­hält­nis bin­nen ei­ner Wo­che nach Rechts­kraft des ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils kün­di­gen. Grund­la­ge die­ses Son­der­kün­di­gungs­rechts ist § 12 Satz 1 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz (KSchG). In ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ge­klärt, ob die­ses Recht auch dem­je­ni­gen zu­steht, der ei­ne selb­stän­di­ge Tä­tig­keit auf­nimmt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 25.10.2007, 6 AZR 662/06.
24.07.2007. Ei­ni­gen sich Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer im Kün­di­gungs­schutz­ver­fah­ren auf ei­nem Pro­zess­ver­gleich, der die wi­der­ruf­li­che Frei­stel­lung des Ar­beit­neh­mers un­ter Fort­zah­lung sei­ner Be­zü­ge bis zum En­de des Ar­beits­ver­hält­nis­ses vor­sieht, braucht sich der Ar­beit­neh­mer ei­nen bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber er­ziel­ten Ver­dienst nicht an­rech­nen zu las­sen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 20.04.2007, 6 Sa 162/07.
06.05.2007. Be­fin­det sich der Ar­beit­ge­ber nach ei­ner Kün­di­gung im An­nah­me­ver­zug und bie­tet ei­ne von sei­nem Wei­sungs­recht nicht ge­deck­te Ar­beit an, kann dies nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) gleich­wohl als Zwi­schen­ver­dienst­mög­lich­keit zu­mut­bar sein und den An­nah­me­ver­zugs­lohn min­dern: BAG, Ur­teil vom 07.02.2007, 5 AZR 422/06.
04.10.2006. Die Fort­gel­tung des Kün­di­gungs­schut­zes auf der Grund­la­ge der bis zum 31.12.2003 gel­ten­den Fas­sung der Klein­be­triebs­klau­sel des § 23 Abs.1 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) setzt vor­aus, daß am 31.12.2003 min­des­tens sechs Ar­beit­neh­mer im Be­trieb be­schäf­tigt wa­ren und daß die­se Ar­beit­neh­mer auch wei­ter­hin im Be­trieb ver­blei­ben. Sinkt die Stär­ke der 2003er-Be­leg­schaft auf fünf oder we­ni­ger, fällt der Kün­di­gungs­schutz nach der Alt­fall­re­ge­lung weg, auch wenn nach 2003 neue Ar­beit­neh­mer ein­ge­stellt wur­den: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil 21.09.2006, 2 AZR 840/05.
15.04.2001. Kom­men für ei­ne Kün­di­gung meh­re­re Ar­beit­neh­mer in Be­tracht, darf der Ar­beit­ge­ber auch in ei­nem Klein­be­trieb, in dem das Kün­di­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) nicht gilt, kei­ne will­kür­li­che Aus­wahl tref­fen. Viel­mehr muss er ein "Min­dest­maß an so­zia­ler Rück­sicht­nah­me" wah­ren, so das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) in ei­nem Ur­teil aus dem Jah­re 1998 (BVerfG, Ur­teil vom 27.01.1998, 1 BvL 15/87). Die­se Vor­ga­be aus Karls­ru­he hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil ver­fah­rens­recht­lich kon­kre­ti­siert, d.h. Maß­stä­be für Kün­di­gungs­schutz­ver­fah­ren auf­ge­stellt: BAG, Ur­teil vom 21.02.2001, 2 AZR 15/00.

References: § 102
 § 1
 § 4
 § 1
 § 12
 § 23