Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-tarifvertrag.html
Timestamp: 2019-09-23 02:47:38+00:00

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Urteile und Kommentare: Tarifvertrag - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Ta­rif­ver­trag
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Ta­rif­ver­trag von 2007 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Ta­rif­ver­trag.
Im Fol­gen­den fin­den Sie un­se­re Bei­trä­ge zu die­sem The­ma, ge­ord­net nach Jahr­gän­gen seit 2007, im Über­blick.
27.06.2018. Der Streit um die Ta­rif­fä­hig­keit der DHV geht in die nächs­te Run­de. Jetzt muss er­neut das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg ent­schei­den: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 26.06.2018, 1 ABR 37/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
03.07.2018. Ta­rif­ver­trä­ge kön­nen ei­ne Son­der­zah­lung, mit der (auch) die Ar­beits­leis­tung be­zahlt wird, vom Be­stand des Ar­beits­ver­hält­nis­ses am 31. März des Fol­ge­jah­res ab­hän­gig ma­chen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 27.06.2018,10 AZR 290/17 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
12.04.2018. Der Vier­te BAG-Se­nat dis­tan­ziert sich vom Ers­ten Se­nat, dem zu­fol­ge ar­beits­ver­trag­li­che AGB durch Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen ge­än­dert wer­den kön­nen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 11.04.2018, 4 AZR 119/17 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
27.11.2017. Ar­beit­neh­mer kirch­li­cher Ein­rich­tun­gen be­hal­ten ih­re ver­trag­li­chen An­sprü­che auf Be­zah­lung nach Ar­beits­ver­trags­richt­li­ni­en (AVR) auch bei ei­nem Be­triebs­über­gang auf ei­nen welt­li­chen Ar­beit­ge­ber: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 23.11.2017, 6 AZR 683/16 (Pres­se­mit­tei­lung des BAG).
05.09.2017. Ar­beits­ver­trag­li­che Zu­sa­gen der An­wen­dung be­stimm­ter Ta­rif­ver­trä­ge "in ih­rer je­wei­li­gen Fas­sung" (dy­na­mi­sche Be­zug­nah­me­klau­seln) gel­ten nach ei­nem Be­triebs­über­gang oh­ne Ab­stri­che wei­ter: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­tei­le vom 30.08.2017, 4 AZR 95/14 und 4 AZR 61/14 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
17/187 Tarifeinheitsgesetz verfassungsgemäß
11.07.2017. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) hat heu­te die ge­gen das Ta­rif­ein­heits­ge­setz vom 03.07.2015 ge­rich­te­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­den klei­ner Spar­ten­ge­werk­schaf­ten zu­rück­ge­wie­sen: Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Ur­teil vom 11.07.2017, 1 BvR 1571/15.
17/167 Betriebsrentenreform 2017 beschlossen
22.06.2017. An­fang Ju­ni 2017 hat der Bun­des­tag das Be­triebs­ren­ten­stär­kungs­ge­setz mit ei­ni­gen Än­de­run­gen ge­gen­über dem ers­ten Ent­wurf an­ge­nom­men: Be­schluss­emp­feh­lung und Be­richt des Aus­schus­ses für Ar­beit und So­zia­les zu dem Ge­setz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung (Be­triebs­ren­ten­stär­kungs­ge­setz - Ent­wurf), vom 31.05.2017, Bun­des­tag-Drucks. 18/12612.
07.06.2017. Gel­ten Ta­rif­ver­trä­ge ge­mäß ei­ner Be­zug­nah­me­klau­sel nur, „so­weit sie für den Ar­beit­ge­ber ver­bind­lich sind“, liegt ei­ne Gleich­stel­lungs­ab­re­de vor: Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 17.03.2017, 6 Sa 982/16.
17/119 Anspruch auf Tariflohnerhöhung nach Betriebsübergang
29.04.2017. Der EuGH hat die dy­na­mi­sche Ta­rif­an­bin­dung von Ar­beits­ver­trä­gen bei Be­triebs­über­gän­gen ab­ge­seg­net. Ver­wei­se auf Ta­rif­ver­trä­ge "in ih­rer je­weils gel­ten­den Fas­sung" sind vom Be­triebs­er­wer­ber zu be­ach­ten: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof (EuGH), Ur­teil vom 27.04.2017, C-680/15 und C-681/15 (As­kle­pios)
17/109 Anerkennungstarifvertrag und künftige Lohnerhöhungen
18.04.2017. An­er­kennt der Ar­beit­ge­ber per Haus­ta­rif­ver­trag be­stimm­te (auch künf­ti­ge) Bran­chen­ta­rif­ver­trä­ge, muss er Ta­rif­er­hö­hun­gen nicht mehr mit­ma­chen, wenn der Haus­ta­rif­ver­trag wirk­sam ge­kün­digt ist: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 22.03.2017, 4 AZR 462/16.
17/070 Ta­rif­li­cher Mehr­ur­laub und Dis­kri­mi­nie­rung
07.03.2017. Der al­ters­ab­hän­gi­ge Mehr­ur­laub nach dem Man­tel­ta­rif­ver­trag für das Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be in Sach­sen-An­halt, vom 18.05.2002, dis­kri­mi­niert jün­ge­re Ar­beit­neh­mer und führt zur An­glei­chung nach oben: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.10.2016, 9 AZR 123/16.
27.02.2017. Die Pri­vi­le­gie­rung be­stimm­ter Vor­dienst­zei­ten ge­mäß § 16 Abs.2 Satz 2 Ta­rif­ver­trag für den öf­fent­li­chen Dienst der Län­der (TV-L) ist nur am EU-Recht zu mes­sen, wenn der Streit­fall ei­nen Aus­lands­be­zug hat: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 23.02.2017, 6 AZR 843/15 (Pres­se­mel­dung des BAG).
17.02.2017. Der Bun­des­tag hat auf die Be­schlüs­se des Bun­des­ar­beits­ge­richts zu den So­zi­al­kas­sen-Ta­rif­ver­trä­ge im Bau­ge­wer­be re­agiert und de­ren All­ge­mein­ver­bind­lich­keit am 26.01.2017 per Ge­setz wie­der her­ge­stellt: Ge­setz zur Si­che­rung der So­zi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be (So­zi­al­kas­sen­ver­fah­ren­si­che­rungs­ge­setz - So­kaSiG), Ge­setz­ent­wurf der Frak­tio­nen der CDU/CSU und der SPD, vom 13.12.2016, Bun­des­tag Drucks. 18/10631.
17/039 Soka-Bau-Tarifverträge unwirksam
06.02.2017. Im Sep­tem­ber 2016 kipp­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) die All­ge­mein­ver­bind­lich­keit der So­zi­al­kas­sen­ta­rif­ver­trä­ge des Bau­ge­wer­bes für 2008, 2010 und 2014, vo­ri­ge Wo­che die der Ta­rif­ver­trä­ge für 2012 und 2013: BAG, Be­schluss vom 25.01.2017, 10 ABR 43/15 und Be­schluss vom 25.01.2017, 10 ABR 34/15.
16/333 Tarifvertragliche Regelung zu sachgrundloser Befristung
26.10.2016. Ta­rif­ver­trä­ge kön­nen die sach­grund­lo­se Be­fris­tung von Ar­beits­ver­trä­gen mit neu ein­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mern nur bis zu sechs Jah­ren bei höchs­tens neun­ma­li­ger Ver­län­ger­bar­keit er­lau­ben: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 26.10.2016, 7 AZR 140/15.
16/235 Gewerkschaft haftet auf Schadensersatz wegen Streik
26.07.2016. Ein Streik, den die Flug­lots­en­ge­werk­schaft GdF An­fang 2012 ge­gen die Fra­port AG ge­führt hat­te, ver­stieß ge­gen die Frie­dens­pflicht. Die GdF ist da­her zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 26.07.2016, 1 AZR 160/14 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
16/098 Altersdiskriminierung von Führungskräften
22.03.2016. Kei­ne al­ters­be­ding­te Dis­kri­mi­nie­rung von Daim­ler-Füh­rungs­kräf­ten durch das ein­ver­nehm­li­che Vor­ver­le­gen ar­beits­ver­trag­li­cher Al­ters­gren­zen ge­gen Zah­lung von Ab­fin­dun­gen ("Kon­zept 60+"): Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 17.03.2016, 8 AZR 677/14
16/092 Verfallsfrist gemäß TV-L wird durch Klage nicht gewahrt
18.03.2016. Die frist­ge­mä­ße Ein­rei­chung ei­ner Kla­ge bei Ge­richt wahrt ta­rif­ver­trag­li­che Aus­schluss­fris­ten nicht, wenn die­se die schrift­li­che Gel­tend­ma­chung von An­sprü­chen vor­schrei­ben: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 16.03.2016, 4 AZR 421/15 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
16/072 Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit
01.03.2016. Ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung zur Kurz­ar­beit muss de­ren Be­ginn und Dau­er, die La­ge und Ver­tei­lung der ver­kürz­ten Ar­beits­zeit und die be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer be­stim­men: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.11.2015, 5 AZR 491/14.
16/063 Lohngleichheit für Männer und Frauen
22.02.2016. Das Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um (BM­FSFJ) hat Eck­punk­te für ein Ge­setz vor­ge­legt, mit dem die Loh­n­un­gleich­heit zwi­schen Män­nern und Frau­en (der "Gen­der-Pay-Gap") zu­rück­ge­drängt wer­den soll: BM­FSFJ, Ge­setz für mehr Lohn­ge­rech­tig­keit zwi­schen Frau­en und Män­nern (Kern­aus­sa­gen), De­zem­ber 2015.
15/292 Eilanträge gegen Tarifeinheit gescheitert
19.10.2015. Streit um das Ta­rif­ein­heits­ein­heits­ge­setz: Ge­werk­schaf­ten der Pi­lo­ten, Ärz­te und Jour­na­lis­ten schei­tern mit Eil­an­trä­gen vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) in Karls­ru­he: BVerfG, Be­schluss vom 06.10.2015, 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 1582/15.
09.09.2015. Die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver.di schei­tert mit ih­rer Ver­fas­sungs­be­schwer­de, die sie we­gen Streik­rechts­be­schrän­kun­gen im kirch­li­chen Ar­beits­recht ein­ge­reicht hat­te: BVerfG, Be­schluss vom 15.07.2015, 2 BVR 2292/13.
18.06.2015. Der Vier­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) hat dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) Fra­gen zur ar­beits­ver­trag­li­chen Ta­rif­an­bin­dung bei Be­triebs­über­gän­gen vor­ge­legt: BAG, Be­schluss vom 17.06.2015, 4 AZR 61/14 (A).
28.05.2015. Die ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ne Ta­rif­ein­heit wi­der­spricht den Über­ein­kom­men Nr.87 und Nr.98 der In­ter­na­tio­na­len Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on (ILO) und Art.11 Eu­ro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on (EM­RK): Prof. Mo­ni­ka Schlach­ter, Die Ver­ein­bar­keit ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ner Ta­rif­ein­heit mit in­ter­na­tio­na­lem Recht (EM­RK, ILO-Über­ein­kom­men Nr.87 und 98). Rechts­gut­ach­ten im Auf­trag des Ver­ban­des an­ge­stell­ter Aka­de­mi­ker und lei­ten­der An­ge­stell­ter der che­mi­schen In­dus­trie (VAA).
16.04.2015. Ge­rin­ge­re wö­chent­li­che Ar­beits­zei­ten bei ei­nem hö­he­ren St­un­den­lohn sind nicht ein­deu­tig "güns­ti­ger" als län­ge­re Ar­beits­zei­ten bei ei­nem hö­he­rem Mo­nats­ge­halt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 15.04.2015, 4 AZR 587/13 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
30.01.2015. Wie in dem Eck­punk­te­pa­pier zur Ta­rif­ein­heit vom Som­mer 2014 an­ge­kün­digt macht die Bun­des­re­gie­rung trotz ver­fas­sungs­recht­li­cher Be­den­ken Ernst mit ei­ner ge­setz­li­chen Re­ge­lung zur Ta­rif­ein­heit: Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Ta­rif­ein­heit (Ta­rif­ein­heits­ge­setz), Ge­setz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 29.12.2014, Bun­des­rat Drucks. 635/14.
05.01.2015. Oh­ne ein Ge­setz zur Ta­rif­ein­heit oder zu ei­ner Zwangs­sch­lich­tung bei Streiks ge­gen Ver­kehrs­un­ter­neh­men kön­nen Ge­rich­te der Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL) Streiks nicht ver­bie­ten: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 07.11.2014, 9 Sa­Ga 1496/14.
14/378 Klage wahrt Ausschlussfrist gemäß 167 ZPO
14.11.2014. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Düs­sel­dorf hat ent­schie­den, dass au­ßer­ge­richt­li­che Aus­schluss­fris­ten durch recht­zei­ti­ge Kla­gein­rei­chung ge­wahrt wer­den, wenn die Kla­ge zü­gig zu­ge­stellt wird: LAG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 12.09.2014, 10 Sa 1329/13.
14/372 Resturlaub darf bei Krankheit nicht zum Jahresende verfallen
07.11.2014. Auch Ta­rif­ver­trä­ge kön­nen nicht wirk­sam an­ord­nen, dass der ge­setz­li­che Min­des­t­ur­laub von vier Wo­chen in­fol­ge ei­ner Er­kran­kung des Ar­beit­neh­mers zum Jah­res­en­de ver­fällt, d.h. nicht über­tra­gen wird: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 05.08.2014, 9 AZR 77/13.
14/387 Frage des Arbeitgebers nach der Gewerkschaftszugehörigkeit
24.11.2014. Ist der Ar­beit­ge­ber an die Ta­rif­ver­trä­ge ver­schie­de­ner Ge­werk­schaf­ten ge­bun­den, kann er zur Fra­ge nach der Ge­werk­schafts­mit­glied­schaft be­rech­tigt sein: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.11.2014, 1 AZR 257/13.
14/315 Tarifflucht durch Betriebsübergang?
15.09.2014. Ge­kün­dig­te Ta­rif­ver­trä­ge, an die der Be­triebs­ver­äu­ße­rer bis zum Zeit­punkt des Be­triebs­über­gangs ge­bun­den war, wir­ken auch beim Be­triebs­er­wer­ber nach: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 11.09.2014, C-328/13 (ÖGB gg. WK Ös­ter­reich).
14/265 Equal pay auch bei Arbeitseinsatz im Ausland
25.07.2014. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat Leih­ar­beit­neh­mern bei Equal-pay-Kla­gen den Nach­weis des Ver­gleichs­lohns er­leich­tert, den Stamm­kräf­te in aus­län­di­schen Be­trie­ben er­hal­ten: BAG, Ur­teil vom 28.05.2014, 5 AZR 422/12.
14/258 Jubiläumsgeld für 40 Jahre Beschäftigung
21.07.2014. Setzt ein ta­rif­ver­trag­lich ge­re­gel­tes Ju­bi­lä­ums­geld die "Voll­endung" ei­ner be­stimm­ten Be­schäf­ti­gungs­zeit vor­aus, muss das Ar­beits­ver­hält­nis nicht dar­über hin­aus fort­be­ste­hen: BAG, Ur­teil vom 09.04.2014, 10 AZR 635/13.
14/252 Tarifliche Sonderprämie für die Sprengung von Wasserbomben
17.07.2014. In vie­len Ta­rif­ver­trä­gen sind be­son­de­re Zu­la­gen für schwe­re, un­an­ge­neh­me oder ge­fähr­li­che Ar­bei­ten vor­ge­se­hen. Ges­tern hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass Ar­beit­neh­mer des Kampf­mit­tel­be­sei­ti­gungs­diens­tes ei­ne für die Ent­schär­fung von Bom­ben vor­ge­se­he­ne Son­der­zah­lung nicht ver­lan­gen kön­nen, wenn sie Bom­ben spren­gen: BAG, Ur­teil vom 16.07.2014, 10 AZR 698/13.
14/232 Eckpunkte zur Tarifeinheit und Streikrecht
30.06.2014. Seit lan­ger Zeit wird über ei­ne ge­setz­li­che Ein­füh­rung des Prin­zips "Ein Be­trieb - ein Ta­rif­ver­trag" dis­ku­tiert. Ei­ne sol­che ge­setz­li­che Fest­schrei­bung des Grund­sat­zes der Ta­rif­ein­heit ist ver­fas­sungs­recht­lich hei­kel, denn sie wür­de das Ko­ali­ti­ons­grund­recht der klei­ne­ren Ge­werk­schaf­ten mas­siv ein­schrän­ken und wahr­schein­lich auch ver­let­zen. Trotz­dem will die Bun­des­re­gie­rung an­schei­nend ernst ma­chen mit die­sem Vor­ha­ben: Ar­beits­mi­nis­te­ri­um: Eck­punk­te zu ei­ner ge­setz­li­chen Re­ge­lung der Ta­rif­ein­heit (26.06.2014).
14/192 Bevorzugung von Gewerkschaftsmitgliedern durch Erholungsbeihilfen
27.05.2014. Von ta­rif­lich fest­ge­leg­ten Leis­tun­gen pro­fi­tie­ren meist nicht nur Ge­werk­schafts­mit­glie­der, son­dern auch Au­ßen­sei­ter, weil Ar­beit­ge­ber bei der An­wen­dung von Ta­rif­ver­trä­gen meist nicht da­nach un­ter­schei­den, wer in der Ge­werk­schaft ist und wer nicht. Zu ei­ner sol­chen Dif­fe­ren­zie­rung bei der Ta­rif­an­wen­dung zu­guns­ten von Ge­werk­schafts­mit­glie­dern kön­nen Ar­beit­ge­ber auch nicht per Ta­rif­ver­trag ge­zwun­gen wer­den. Sie kön­nen aber "frei­wil­lig" et­was da­für tun, dass Son­der­zah­lun­gen wie ei­ne Er­ho­lungs­bei­hil­fe von 200,00 EUR al­lein Ge­werk­schafts­mit­glie­dern zu­gu­te kom­men: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 21.05.2014, 4 AZR 50/13.
14/082 Bundesverwaltungsgericht mahnt gesetzliche Regelung des Beamtenstreikrechts an
11.03.2014. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (BVerwG) in Leip­zig hat En­de Fe­bru­ar 2014 ei­nen vor­läu­fi­gen Schluss­strich un­ter ei­nen jah­re­lan­gen ju­ris­ti­schen Streit über die Fol­gen ei­ner Streik­be­tei­li­gung von Be­am­ten ge­zo­gen. Ob­wohl das ge­ne­rel­le Streik­ver­bot des deut­schen Be­am­ten­rechts mit Art.11 der Eu­ro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on (EM­RK) un­ver­ein­bar ist, gilt es bis zu ei­ner ge­setz­li­chen Re­form des Be­am­ten­streik­rechts vor­läu­fig wei­ter: BVerwG, Ur­teil vom 27.02.2014, 2 C 1.13 (Pres­se­mel­dung).
13/383 Auch gleichgeschlechtliche Lebenspartner haben Anspruch auf Sonderurlaub
28.12.2013. Das eu­ro­päi­sche Recht ver­pflich­tet die Mit­glieds­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on, Dis­kri­mi­nie­run­gen von Schwu­len und Les­ben im Ar­beits­le­ben zu be­sei­ti­gen. Vor zwei Wo­chen hat der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) klar­ge­stellt, dass ho­mo­se­xu­el­le Ar­beit­neh­mer, die ei­ne ehe­ähn­li­che recht­li­che Ge­mein­schaft ein­ge­hen wie z.B. ei­nen "zi­vi­len So­li­da­ri­täts­pakt" nach fran­zö­si­schem Recht (Pac­te ci­vil de so­li­da­rité - PACS), die­sel­ben An­sprü­che auf ta­rif­li­chen Son­der­ur­laub und ei­ne Hoch­zeits­prä­mie ha­ben wie he­te­ro­se­xu­el­le Ar­beit­neh­mer: EuGH, Ur­teil vom 12.12.2013, C-267/12 (Hay gg. Cré­dit agri­co­le).
13/353 Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hält am Streikverbot fest
28.11.2013. Vor ei­nem Jahr hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­nem Grund­satz­ur­teil deut­lich ge­macht, dass die Kir­chen Streiks in ih­ren Ein­rich­tun­gen ver­bie­ten kön­nen, falls sie den Ge­werk­schaf­ten gleich­zei­tig das Recht ein­räu­men, an der Ge­stal­tung von Ar­beits­ver­trags­richt­li­ni­en (AVR) mit­zu­wir­ken. Die Evan­ge­li­sche Kir­che in Deutsch­land (EKD) hat da­her die Be­tei­li­gung der Ge­werk­schaf­ten durch ein Kir­chen­ge­setz an­er­kannt, gleich­zei­tig aber das Streik­ver­bot be­kräf­tigt: Kir­chen­ge­setz über die Grund­sät­ze zur Re­ge­lung der Ar­beits­ver­hält­nis­se der Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen in der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land und ih­rer Dia­ko­nie (Ar­beits­rechts­re­ge­lungs­grund­sät­ze­ge­setz – ARGG-EKD).
13/351 Kündigung wegen Betriebsschließung - Schließung einer Krankenkasse
26.11.2013. Wird ein Be­trieb ge­schlos­sen, er­hal­ten die Ar­beit­neh­mer im Nor­mal­fall be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen, und die­se Kün­di­gun­gen sind nor­ma­ler­wei­se recht­lich kaum an­greif­bar. Hoff­nung be­steht aus Ar­beit­neh­mer­sicht aber dann, wenn der Ar­beit­ge­ber trotz der Be­triebs­still­le­gung noch Mög­lich­kei­ten hat, die Ar­beit­neh­mer wei­ter zu be­schäf­ti­gen oder sie bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber "un­ter­zu­brin­gen". Bei den Mas­sen­ent­las­sun­gen der Ci­ty BKK und der BKK Heil­be­ru­fe war das der Fall, wes­halb die Kran­ken­kas­sen vor ei­ni­gen Ta­gen beim Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ge­schei­tert sind: BAG, Ur­teil vom 21.11.2013, 2 AZR 474/12.
13/294 Streikaufruf durch Betriebsrat
16.10.2013. Be­triebs­rä­te und Be­triebs­rats­mit­glie­der dür­fen in ih­rer Ei­gen­schaft als be­trieb­li­che Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter nicht zum Streik auf­ru­fen dür­fen. "Als Ge­werk­schafts­mit­glie­der" bzw. "als Pri­vat­per­so­nen" dür­fen sie das aber. In ei­ner ges­tern er­gan­ge­nen Ent­schei­dung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass die Nut­zung dienst­li­cher E-Mail-Adres­sen des Ar­beit­ge­bers zum Zwe­cke des Streik­auf­rufs ge­ne­rell un­zu­läs­sig ist, d.h. auch dann, wenn der Auf­ruf nicht im Na­men des Be­triebs­rats er­folgt: BAG, Be­schluss vom 15.10.2013, 1 ABR 31/12.
13/218 Betriebsübergang und arbeitsvertraglich in Bezug genommener Tarifvertrag
30.07.2013. Kön­nen Ar­beit­neh­mer auf­grund ei­ner ar­beits­ver­trag­li­chen Be­zug­nah­me­klau­sel die An­wen­dung be­stimm­ter Ta­rif­ver­trä­ge "in ih­rer je­weils gel­ten­den Fas­sung" ver­lan­gen ("dy­na­mi­sche Be­zug­nah­me"), blei­ben ih­nen die­se An­sprü­che nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) auch im Fal­le ei­nes Be­triebs­über­gangs er­hal­ten. Die­se BAG-Recht­spre­chung steht aber auf dem Prüf­stand. Denn der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat vor kur­zem ent­schie­den, dass ei­ne dy­na­mi­sche Dau­er-Bin­dung des Be­triebs­er­wer­bers an ar­beits­ver­trag­lich in Be­zug ge­nom­me­ne Ta­rif­ver­trä­ge un­zu­läs­sig ist, wenn der Er­wer­ber die nach dem Be­triebs­über­gang ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­ver­trä­ge nicht be­ein­flus­sen kann: EuGH, Ur­teil vom 18.07.2013, Rs. C-426/11 - Alemo-Her­ron gg. Park­wood.
13/192 Unternehmenseinheitlicher Betriebsrat
06.07.2013. § 3 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) sieht die Mög­lich­keit vor, durch Ta­rif­ver­trag oder Be­triebs­ver­ein­ba­rung ei­nen un­ter­neh­mens­ein­heit­li­chen Be­triebs­rat zu grün­den. Dass ei­ne sol­che Ab­wei­chung vom ge­setz­li­chen Ver­tre­tungs­mo­dell nicht so ein­fach mög­lich ist, zeigt ei­ne ak­tu­el­le Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG): BAG, Be­schluss vom 24.4.2013, 7 ABR 71/11.
13/076 Diskriminierung von Frauen beim Gehalt
21.03.2013. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil ent­schie­den, dass es bei der The­ma Lohn­dis­kri­mi­nie­rung von Frau­en auf ei­nen um­fas­sen­den Ver­gleich der Ar­beits­auf­ga­ben an­kommt, die die mög­li­cher­wei­se be­nach­tei­lig­ten Frau­en und die Ver­gleichs­grup­pe der bes­ser ver­di­en­den Män­ner ver­rich­ten müs­sen. Au­ßer­dem sind die Ge­rich­te nicht ver­pflich­tet, nur die­je­ni­gen Ver­gleichs­ar­beit­neh­mer zu be­trach­ten, auf die die An­spruchs­stel­le­rin­nen bei ei­ner be­haup­te­ten Lohn­dis­kri­mi­nie­rung ver­wei­sen. Viel­mehr müs­sen die Ge­rich­te selbst dar­über ent­schei­den, wel­che Ver­gleichs­grup­pen groß ge­nug und aus­sa­ge­kräf­tig sind: EuGH, Ur­teil vom 28.02.2013, C-427/11 (Ken­ny).
13/055 Entlassung mit 65 aufgrund Betriebsvereinbarung
07.03.2013. Wie das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) vor­ges­tern ent­schie­den hat, kön­nen auch Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen ei­ne Re­ge­lung ent­hal­ten, der zu­fol­ge Ar­beit­neh­mer mit Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters au­to­ma­tisch aus dem Ar­beits­ver­hält­nis auss­schei­den. In sol­chen Re­ge­lun­gen liegt kei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters: BAG, Ur­teil vom 05.03.2013, 1 AZR 417/12.
13/015 Bei Leiharbeit equal pay trotz DGB-Leiharbeitstarifen?
22.01.2013. Seit En­de 2010 ist klar, dass die Ta­rif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Ge­werk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nalSer­vice-Agen­tu­ren (CG­ZP) die Zeit­ar­beits­fir­men nicht mit wirk­sa­men "bil­li­gen" Ta­rif­ver­trä­gen ver­sor­gen kann. Da­her ist die Zeit­ar­beits­bran­che auf die vom Deut­schen Ge­werk­schafts­bund (DGB) ver­ein­bar­ten Zeit­ar­beits­ta­ri­fe um­ge­schwenkt, d.h. Leih­ar­beit­neh­mer wer­den seit­dem zu­neh­mend nach die­sen Ta­ri­fen be­zahlt. In ei­ner vor kur­zem be­kannt ge­wor­de­nen Ent­schei­dung hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ba­den-Würt­tem­berg aber auch die Gel­tung der DGB-Zeit­ar­beits­ta­rif­ver­trä­ge in Fra­ge ge­stellt: LAG Ba­den-Würt­tem­berg, 20.03.2012, 22 Sa 71/11.
13/014 Böckler-Stiftung: Arbeitnehmer hatten netto mehr in der Tasche
21.01.2013. (dpa) - Dank deut­li­cher Ta­rif­stei­ge­run­gen ha­ben Deutsch­lands Ar­beit­neh­mer 2012 in­fla­ti­ons­be­rei­nigt mehr Geld ver­dient. Nach Be­rech­nun­gen der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­ler-Stif­tung stie­gen die Ta­rif­löh­ne im ver­gan­ge­nen Jahr un­ter dem Strich um 0,7 Pro­zent, be­rich­te­te die Stif­tung am heu­ti­gen Mon­tag: WSI Wirt­schafts- und so­zi­al­wis­sen­schaft­li­ches In­sti­tut in der Hans-Böck­ler-Stif­tung, Ta­rif­löh­ne und -ge­häl­ter 2012: Hö­he­re Ab­schlüs­se und ein rea­les Plus von 0,7 Pro­zent, Pres­se­mit­tei­lung vom 21.01.2013.
13/011 Urlaub an Feiertagen im öffentlichen Dienst
16.01.2013. Das Bun­des­ur­laubs­ge­setz (BUrlG) ent­hält die Re­gel, dass "Werk­ta­ge" und da­mit Ur­laubs­ta­ge al­le Ta­ge sind, die kei­ne Sonn- oder ge­setz­li­che Fei­er­ta­ge sind (§ 3 Abs.2 BUrlG). Die­se Re­gel gilt aber nicht oh­ne wei­te­res auch für Ar­beit­neh­mer, die in Wech­sel­schicht ar­bei­ten und da­her re­gu­lär auch an Fei­er­ta­gen ar­bei­ten müs­sen. Sie sind auf ta­rif­ver­trag­li­che Son­der­re­geln an­ge­wie­sen, die zu ih­ren Guns­ten gel­ten. Sol­che Son­der­re­geln ent­hält der Ta­rif­ver­trag für den öf­fent­li­chen Dienst (TVöD) nicht: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 15.01.2013, 9 AZR 430/11.
14.12.2012. Ge­mäß § 20 Abs.1 des Ta­rif­ver­trag für den öf­fent­li­chen Dienst der Län­der (TV-L) ha­ben Ar­beit­neh­mer ei­nen An­spruch auf ei­ne jähr­li­che Son­der­zah­lung, wenn sie am 01. De­zem­ber in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis ste­hen. Der An­spruch ver­min­dert sich aber ge­mäß § 20 Abs.4 TV-L um ein Zwölf­tel für Mo­na­te, in de­nen die Ar­beit­neh­mer "kei­nen An­spruch auf Ent­gelt oder Fort­zah­lung des Ent­gelts" ha­ben. Die­se Kür­zungs­mög­lich­keit wird aber nicht da­duch zu­guns­ten des Ar­beit­ge­bers er­wei­tert, wenn das Ar­beits­ver­hält­nis im Ver­lauf des Jah­res ein­mal un­ter­bro­chen war: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 12.12.2012, 10 AZR 922/11.
19.10.2012. Der Ta­rif­ver­trag für den öf­fent­li­chen Dienst der Län­der (TV-L) hat seit sei­ner Ein­füh­rung 2006 vie­len Ar­beit­neh­mern die Aus­sicht auf künf­ti­ge Hö­her­grup­pie­run­gen und künf­ti­ge rein al­ters­be­ding­ten Ge­halts­auf­bes­se­run­gen ge­nom­men. Die­ser Ver­lust an Ewar­tun­gen wird durch den sog. Struk­tur­aus­gleich ab­ge­mil­dert. Er wird auf der Grund­la­ge von § 12 des Ta­rif­ver­trags zur Über­lei­tung der Be­schäf­tig­ten der Län­der in den TV-L und zur Re­ge­lung des Über­gangs­rechts (TVÜ-L) ge­währt. Ob der Struk­tur­aus­gleich auch sol­chen An­ge­stell­ten zu­steht, die in ih­re Aus­gangs-Ver­gü­tungs­grup­pe nach dem BAT durch ei­ne Hö­her­grup­pie­rung ge­langt sind, war lan­ge Zeit strei­tig. Die­sen Streit hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ges­tern zu­guns­ten der Ar­beit­neh­mer ent­schie­den: BAG, Ur­teil vom 18.10.2012, 6 AZR 261/11.
17.08.2012. Ein Ta­rif­ver­trag kann vor­se­hen, dass die Ge­samt­dau­er ei­nes sach­grund­los be­fris­te­ten Ar­beits­ver­hält­nis­ses und zu­gleich auch die An­zahl der Ver­län­ge­run­gen ge­gen­über dem Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz Tz­B­fG er­höht wird. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­ner Ent­schei­dung vom Don­ners­tag die­ser Wo­che klar­ge­stellt: BAG, Ur­teil vom 15.08.2012, 7 AZR 184/11.
21.07.2012. Er­klärt der Ar­beit­ge­ber ei­ne un­wirk­sa­me frist­lo­se Kün­di­gung, muss er kei­nen An­nah­me­ver­zugs­lohn zah­len, wenn sich der ge­kün­dig­te Ar­beit­neh­mer nach Zu­gang der Kün­di­gung an ei­nem Streik be­tei­ligt. Denn auch nach ei­ner frist­lo­sen Kün­di­gung kann man strei­ken, und in die­sem Fall ist die Streik­be­tei­li­gung vor­ran­gig ge­gen­über dem Aus­spruch ei­ner un­wirk­sa­men Kün­di­gung: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 17.07.2012, 1 AZR 563/11.
20.06.2012. Wech­selt ein Ar­beit­ge­ber, der Mit­glied ei­nes Ar­beits­ver­ban­des ist, von ei­ner Voll­mit­glied­schaft in ei­ne Mit­glied­schaft oh­ne Ta­rif­bin­dung ("OT-Mit­glied­schaft") und in­for­miert er die Ge­werk­schaft recht­zei­tig über die­sen Sta­tus­wech­sel, kann er spä­ter nicht mehr zum Ab­schluss ei­nes Ver­bands­ta­rif­ver­trags be­streikt wer­den. Ein sol­cher Streik ist im All­ge­mei­nen rechts­wid­rig: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 19.06.2012, 1 AZR 775/10.
08.06.2012. Ei­ne ta­rif­li­che Hö­her­grup­pie­rung ist nicht al­ters­dis­kri­mi­nie­rend, wenn sie Be­rufs­er­fah­rung bei an­de­ren Kon­zern­un­ter­neh­men nicht an­er­kennt: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 07.06.2012, C-132/11 (Ty­ro­le­an Air­ways)
26.05.2012. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat die Ta­rif­un­fä­hig­keit der CG­ZP auch für 2004 bis 2009 fest­ge­stellt und da­mit das end­gül­ti­ge Aus für die Schein­ta­rif­ver­trä­ge der CG­ZP be­sie­gelt: BAG, Be­schluss vom 22.05.2012, 1 ABN 27/12.
17.05.2012. Ge­hen Ar­beits­ver­hält­nis­se durch Be­triebs­über­gang auf ei­nen neu­en Ar­beit­neh­mer über, kön­nen die be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer ge­gen den Er­wer­ber kei­ne Rech­te aus ei­nem Haus­ta­rif­ver­trag her­lei­ten, der zwar be­reits vor dem Be­triebs­über­gang ab­ge­schlos­sen war, aber erst da­nach in Kraft tritt. Dies hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) mit zwei Ur­tei­len vom gest­ri­gen Tag ent­schie­den: BAG, Ur­teil vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10, BAG, Ur­teil vom 16.05.2012, 4 AZR 321/10.
17.05.2012. In § 18 Ta­rif­ver­trag für den öf­fent­li­chen Dienst (TVöD) ist die Mög­lich­keit vor­ge­se­hen, dass Ar­beit­neh­mer zu­sätz­lich zum Ta­bel­len­ent­gelt ei­ne va­ria­ble und leis­tungs­ori­en­tier­te Ver­gü­tung er­hal­ten. Die­se Mög­lich­keit be­steht auch auf der Grund­la­ge der TVöD-Fas­sung, die für die kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber maß­geb­lich ist (§ 18 TVöD / VKA). Not­wen­di­ge Grund­la­ge für die Um­set­zung die­ser ta­rif­li­chen Vor­ga­be ist ne­ben ei­nem da­für zu bil­den­den fi­nan­zi­el­len "Topf" ei­ne be­trieb­li­che Ver­ein­ba­rung, die der Be­triebs- oder Per­so­nal­rat mit dem Ar­beit­ge­ber tref­fen muss. Gibt es kei­ne sol­che be­trieb­li­che Re­ge­lung, kön­nen die Ar­beit­neh­mer nur ei­ne ta­rif­lich fest­ge­leg­te Min­dest­zah­lung von sechs Pro­zent des mo­nat­li­chen Ta­bel­len­ent­gelts (Sep­tem­ber) ver­lan­gen, auch wenn im "Topf" mehr Geld zur Ver­fü­gung steht: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11.
14.05.2012. Leih­ar­beits­fir­men, die in der Ver­gan­gen­heit die recht­lich un­wirsk­sa­men Schein­ta­rif­ver­trä­ge der CG­ZP an­ge­wandt ha­ben, müs­sen rück­wir­kend hö­he­re So­zi­al­bei­trä­ge zah­len. Denn da den Leih­ar­beit­neh­mern auf­grund der Un­wirk­sam­keit der CG­ZP-"Ta­rif­ver­trä­ge" ge­mäß dem Grund­satz des Equal pay der­sel­be Lohn wie der Stamm­be­leg­schaft im Ent­lei­her­be­trieb zu­steht, kön­nen die Trä­ger der So­zi­al­ver­si­che­rung auch hö­he­re Bei­trä­ge ver­lan­gen, und zwar auch für die Zeit vor dem CG­ZP-Be­schluss des BAG vom 14.12.2010 (1 ABR 19/10): Hes­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Be­schluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
21.04.2012. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ge­werk­schaft­li­che Kla­gen auf Fest­stel­lung ei­ner "fal­schen" Ta­rif­an­wen­dungfür un­zu­läs­sig er­klärt, je­den­falls wenn die­se Kla­gen auf der Grund­la­ge von § 9 Ta­rif­ver­trags­ge­setz (TVG) er­ho­ben wer­den. Denn auch die Ta­rif­an­wen­dung durch ei­nen Ar­beit­ge­ber, der zu­gleich Ta­rif­par­tei ei­nes Haus­ta­rif­ver­trags ist, kann nur dann zum Ge­gen­stand ei­ner Fest­stel­lungs­kla­ge ge­mäß § 9 TVG ge­macht wer­den, wenn um ei­ne all­ge­mei­ne Rechts- oder Aus­le­gungs­fra­ge ge­strit­ten wird: BAG, Ur­teil vom 18.04.2012, 4 AZR 371/10.
05.04.2012. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg setzt der au­ßer­or­dent­li­chen be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gung un­künd­ba­rer Ar­beit­neh­mer Gren­zen. Dem Ge­richt zu­fol­ge war die au­ßer­or­dent­li­che be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung ei­ner un­künd­ba­ren Rei­ni­gungs­kraft trotz Fremd­ver­ga­be der Rei­ni­gungs­auf­ga­ben un­wirk­sam: LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 07.02.2012, 7 Sa 2164/11.
21.03.2012. Län­ge­rer Ur­laub bei hö­he­rem Le­bens­al­ter ist ei­ne ver­bo­te­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung jün­ge­rer Ar­beit­neh­mer. Das Bun­des­ar­beit­ge­richt (BAG) hat da­her ges­tern die al­ters­ab­hän­gi­ge Ur­laubs­dau­er nach dem Ta­rif­ver­trag für den öf­fent­li­chen Dienst (TVöD) ge­kippt. Nun­mehr kön­nen auch jün­ge­re Ar­beit­neh­mer nach dem Prin­zip der An­glei­chung nach oben den vol­len Ur­laub von 30 Ta­gen pro Jahr ver­lan­gen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10 (Pres­se­mit­tei­lung).
20.03.2012. § 32 des Ta­rif­ver­trags für den öf­fent­li­chen Dienst (TVöD) gibt öf­fent­li­chen Ar­beit­ge­bern kei­ne all­ge­mei­ne Mög­lich­keit, al­le mög­li­chen "Füh­rungs­kräf­te" nach dem Prin­zip der "Füh­rung auf Zeit" über zwei Jah­re hin­aus be­fris­tet zu be­schäf­ti­gen. Denn das Prin­zip der "Füh­rung auf Zeit" ist mit den ge­setz­li­chen Sach­grün­den für ei­ne Be­fris­tung in § 14 Abs.1 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) nicht gleich­wer­tig: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 23.08.2011, 11 Sa 1047/11.
28.02.2012. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat vor ei­ni­gen Ta­gen klar­ge­stellt, dass kirch­li­che Ar­beits­ver­trags­richt­li­ni­en (AVR), de­ren An­wen­dung der Ar­beit­neh­mer auf­grund sei­nes Ar­beits­ver­trags ver­lan­gen kann, nicht durch un­güns­ti­ge­re Ta­rif­ver­trä­ge ver­drängt wer­den, die ein nicht zur Kir­che ge­hö­ren­der Be­triebs­er­wer­ber bei sich in sei­nem Un­ter­neh­men an­wen­det: BAG, Ur­teil vom 22.02.2012, 4 AZR 24/10.
02.02.2012. In­dus­trie- und Han­dels­kam­mern (IHKs) dür­fen in ih­ren Sat­zun­gen kei­ne ge­ne­rel­len Höchst­al­ters­gren­zen für al­le öf­fent­lich be­stell­ten und ver­ei­dig­ten Sach­ver­stän­di­gen fest­set­zen. Dies wä­re ei­ne recht­lich ver­bo­te­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung: Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Ur­teil vom 01.02.2012, 8 C 24.11 (Pres­se­mit­tei­lung).
24.01.2012 (dpa) - Das neue Jahr be­ginnt gut für die 14.000 Be­schäf­tig­ten in der saar­län­di­schen Stahl­in­dus­trie. Be­reits die ers­te Ta­rif­run­de für die Stahl­be­schäf­tig­ten war er­folg­reich. Ab dem 1. März 2012 be­kom­men sie mehr Geld. Aber auch die Aus­zu­bil­den­den und die äl­te­ren Ar­beit­neh­mer ge­hen nicht leer aus ... .
20.01.2012 (dpa) - IG-Me­tall und der Ar­beit­ge­ber­ver­band Süd­west­me­tall ha­ben den Ta­rif­ver­trag zur Kurz­ar­beit ver­län­gert. Da­mit soll die Be­schäf­ti­gung der rund 490.000 Mit­ar­bei­ter der Me­tall­in­dus­trie im Süd­wes­ten auch in wirt­schaft­lich schwa­chen Zei­ten ge­si­chert wer­den.
13.01.2012 (dpa) - Die Be­schäf­tig­ten der Deut­schen Post AG be­kom­men ab April 2012 4 Pro­zent mehr Lohn und Ge­halt. Dar­auf ha­ben sich Ar­beit­ge­ber­ver­tre­ter und die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di ge­ei­nigt.
12/012 Streik der Ärzte in kommunalen Krankenhäusern
11.01.2012 (dpa) - Nach­dem die Ge­halts­for­de­run­gen der ca. 50.000 Ärz­te in Deutsch­land ar­beit­ge­ber­sei­tig zu­rück­ge­wie­sen wur­den, hat die Ärz­te­ge­werk­schaft "Mar­bur­ger Bund" ei­nen un­be­fris­te­ten Voll­streik be­schlos­sen.
09.01.2012 (dpa) - In Köln fin­det heu­te die Jah­res­ta­gung des Deut­schen Be­am­ten­bun­des (DBB) statt. In die­sem Jahr wird das Haupt­the­ma der de­mo­gra­phi­sche Wan­del sein. Kein un­wich­ti­ges The­ma, denn glaubt man DBB-Chef Pe­ter Heesen, wird die Nach­wuchs­kräf­te­ge­win­nung für Bund und Kom­mu­nen in den nächs­ten Jah­ren ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung dar­stel­len.
05.01.2012 (dpa) - Die Deut­sche Bahn AG ver­han­delt seit heu­te mit der Lok­füh­rer­ge­werk­schaft (GDL) über bes­se­re ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen für die 20.000 Lok­füh­rer des Bahn-Kon­zerns. Kon­kret geht es da­bei wohl dar­um, die Ar­beits­be­din­gun­gen den un­ter­schied­li­chen Le­bens­pha­sen der Ar­beit­neh­mer an­zu­pas­sen.
11/230 IG Metall: Tariferhöhung gefordert
21.11.2011. Die IG Me­tall for­dert für ih­re Mit­glie­der aus der Stahl­in­dus­trie ei­ne Ta­rif­lohn­er­hö­hung von sie­ben Pro­zent, die un­be­fris­te­te Über­nah­me der Aus­zu­bil­den­den so­wie ei­nen ver­bes­ser­ten ta­rif­li­chen An­spruch auf Al­ters­teil­zeit. Im Ar­beit­ge­ber­la­ger ist es je­doch ru­hig - nach ers­ten Ver­hand­lun­gen liegt noch kein An­ge­bot vor. Da­her ha­ben nach den Me­tal­lern in Nord­rhein-West­fa­len, Nie­der­sach­sen und Bre­men heu­te auch Warn­streiks in Sach­sen-An­halt statt­ge­fun­den.
11/192 Tariflohn-Anhebung auf Tarifniveau „West“: Schuldrechtliche Abrede oder Inhaltsnorm?
04.10.2011. Bei ei­nem Be­triebs­über­gang kommt es oft da­zu, dass der neue In­ha­ber bzw. Ar­beit­ge­ber im Un­ter­schied zum bis­he­ri­gen Be­triebs­in­ha­ber nicht ta­rif­ge­bun­den ist. Für Ge­werk­schafts­mit­glie­der, die in ei­nem sol­chen Be­trieb ar­bei­ten, heißt das, dass die bis­lang auf­grund der nor­ma­ti­ven (ge­setz­tes­glei­chen) Wir­kung des Ta­rif­ver­trags gel­ten­den Ta­ri­fin­hal­te zum In­hal­te des Ar­beits­ver­trags wer­den und da­her im Prin­zip je­der­zeit ge­än­dert wer­den kön­nen (al­ler­dings nicht vor Ab­lauf ei­nes Jah­res nach dem Be­triebs­über­gang). Das al­les gilt aber nur für sol­che Ta­rif­ver­trags­in­hal­te, die An­sprü­che der Ar­beit­neh­mer be­grün­den, d.h. für In­halts­nor­men, nicht da­ge­gen für blo­ße Ab­sichts­er­klä­run­gen der Ta­rif­par­tei­en (sog. schuld­recht­li­che Ab­re­den). Die künf­ti­ge An­pas­sung des Ta­rif­lohns an das West­ni­veau ist ei­ne sol­che Ab­sichts­er­klä­rung, d.h. ei­ne Schuld­rechts­ab­re­de, falls die­se An­pas­sung nicht kon­kret und zah­len­mä­ßig im Ta­rif ge­re­gelt ist, so das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil: BAG, Ur­teil vom 24.08.2011, 4 AZR 566/09.
11/179 Diskriminierung wegen des Alters durch BAT-Lebensaltersstufen
14.09.2011. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat vor ei­ni­gen Ta­gen be­stä­tigt, dass die vom Le­bens­al­ter ab­hän­gi­ge un­ter­schied­li­che Ver­gü­tung ge­mäß dem Le­bens­al­ters­stu­fen des Bun­des­an­ge­stell­ten-Ta­rif­ver­trags (BAT) ei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters dar­stellt. Die Über­lei­tung der Ar­beit­neh­mer von den dis­kri­mi­nie­ren­den BAT-Le­bens­al­ters­stu­fen in den Ta­rif­ver­trag für den öf­fent­li­chen Dienst (TVöD) ist aber rech­tens: EuGH, Ur­teil vom 08.09.2011, C-297/10 und C-298/10, „Hen­nigs“.
11/178 EuGH kippt Altersgrenze 60 für Lufthansa-Piloten
13.09.2011. Im Mai 2011 hat­te der Ge­ne­ral­an­walt beim Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) Vil­lalón ei­ne Ta­rif­ver­trags­re­ge­lung, die für Luft­hans­a­pi­lo­ten gilt und die Be­en­di­gung der Ar­beits­ver­hält­nis­se mit 60 Jah­ren vor­sieht, als un­zu­läs­si­ge Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters be­wer­tet (Schluss­an­trä­ge vom 19.05.2011, C-447/09 - wir be­rich­te­ten in: Ar­beits­recht ak­tu­ell 11/124 Al­ters­gren­ze 60 für Pi­lo­ten im Ta­rif­ver­trag ist dis­kri­mi­nie­rend). Es war da­her zu er­war­ten, dass der EuGH eben­falls in die­sem Sin­ne, d.h. zu­guns­ten der Pi­lo­ten ent­schei­den wür­de. Ei­ne sol­che Ent­schei­dung hat der Ge­richts­hof heu­te tat­säch­lich ge­fällt: EuGH, Ur­teil vom 13.09.2011, C-447/09 (Prig­ge u.a. gg. Deut­sche Luft­han­sa).
11/173 Bonus - Kündigung: Anspruch auf Bonus trotz Kündigung und Ausscheiden im Folgejahr
06.09.2011. Ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung kann den An­spruch auf ei­nen schon ver­dien­ten, rein leis­tungs­ab­hän­gi­gen Bo­nus nicht nach­träg­lich ent­fal­len las­sen, wenn der Ar­beit­neh­mer zu ei­nem Zeit­punkt nach dem Be­zugs­zeit­raum bzw. Ge­schäfts­jah­res kün­digt. Das gilt auch für Ta­rif­ver­trä­ge und ar­beits­ver­trag­li­che all­ge­mei­ne Ge­schäfts­be­din­gun­gen. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den: BAG, Ur­teil vom 12.04.2011, 1 AZR 412/09
11/168 Streikverbot für Beamte müssen auch Lehrer beachten
30.08.2011. Nach deut­schem Ver­fas­sungs­recht gilt für Be­am­te ein all­ge­mei­nes Streik­ver­bot. Die Eu­ro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on (EM­RK) er­laubt aber auch Be­am­ten Streiks, falls sie nicht zu be­stimm­ten si­cher­heits­re­le­van­ten Be­am­ten­grup­pen ge­hö­ren, d.h. ein Streik­ver­bot ist nur für be­stimm­te Be­am­te zu­läs­sig wie z.B. für An­ge­hö­ri­ge der Streit­kräf­te oder der Po­li­zei. Leh­rer, die Be­am­te sind, dür­fen da­her nach der in EM­RK strei­ken, nach deut­schem Recht aber nicht. Da­her ist um­strit­ten, ob Leh­rer, die Be­am­te sind, bei Streiks ei­ne Dis­zi­pli­nar­stra­fe ris­kie­ren. Das Ver­wal­tungs­ge­richt (VG) Os­na­brück hält ei­ne Dis­zi­pli­nar­stra­fe für rech­tens: VG Os­na­brück, Ur­tei­le vom 19.08.2011, 9 A 1/11 und 9 A 2/11.
11/158 Urlaubsabgeltung und Ausschlussfristen
16.08.2011. Sind Ar­beit­neh­mer über Jah­re krank, wächst seit dem Schultz-Hoff-Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (Ur­teil vom 20.01.2009, C-350/06) ihr Ur­laubs­an­spruch im­mer wei­ter an - und da­her auch der Ur­laubs­ab­gel­tungs­an­spruch im Fal­le der Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat vor ei­ni­gen Ta­gen klar­ge­stellt, dass sol­che Ur­laubs­ab­gel­tungs­an­sprü­che Aus­schluss­fris­ten un­ter­lie­gen, wo­bei es nicht dar­auf an­kommt, ob die­se in Ar­beits­ver­trä­gen, Ta­rif­ver­trä­gen oder in Ar­beits­ver­trags­richt­li­ni­en (AVR) ent­hal­ten sind: BAG, Ur­teil vom 09.08.2011, 9 AZR 352/10.
11/156 AGB-Kontrolle einer Arbeitszeitregelung: Arbeitsvertragliche Durchschnittsarbeitszeit ist unklar ohne Ausgleichszeitraum
12.08.2011. Die in all­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen (AGB) ent­hal­te­ne Fest­set­zung ei­ner Ar­beits­zeit von 150 St­un­den „im mo­nat­li­chen Durch­schnitt“ ist für den Ar­beit­neh­mer un­klar ("in­trans­pa­rent") und des­halb un­wirk­sam, wenn nicht fest­steht, in­ner­halb wel­ches Zeit­raums sich ein sol­cher Durchnschnitt er­ge­ben soll: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 21.06.2011, 9 AZR 236/10.
11/145 Gewerkschaft: Kein Anspruch auf Ausgleich für tarifwidrige Betriebsvereinbarung
28.07.2011. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass Ge­werk­schaf­ten kei­nen ei­ge­nen An­spruch dar­auf ha­ben, dass ein ta­rif­brü­chi­ger Ar­beit­ge­ber Nach­tei­le aus­gleicht, die Ar­beit­neh­mern durch ei­ne ta­rif­wid­ri­ge Be­triebs­ver­ein­ba­rung ent­stan­den sind. Als Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gung kann sie le­dig­lich ver­lan­gen, dass sol­che Ver­ein­ba­run­gen künf­tig nicht mehr an­ge­wandt wer­den: BAG, Ur­teil vom 17.05.2011, 1 AZR 473/09.
11/124 Altersgrenze 60 für Piloten im Tarifvertrag ist diskriminierend
29.06.2011. Nach An­sicht des Ge­ne­ral­an­walts am Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof Vil­lalón ist ei­ne ta­rif­ver­trag­li­che Re­ge­lung eu­ro­pa­rechts­wid­rig, die Pi­lo­ten schon mit 60 Jah­ren in die Ren­te schickt: Schluss­an­trä­ge des Ge­ne­ral­an­walts Vil­lalón (Rs. C-447/09 - Prig­ge u.a. gg. Dt. Luft­han­sa).
11/120 Austritt aus dem Arbeitgeberverband ohne Einhaltung von Fristen
23.06.2011. Ein Ar­beit­ge­ber­ver­band und sein Mit­glied kön­nen die Mit­glied­schaft ein­ver­nehm­lich durch ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag be­en­den, wenn das durch die Ver­bands­sat­zung nicht aus­drück­lich aus­ge­schlos­sen ist: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.05.2011, 4 AZR 457/09.
11/114 BDA-DGB-Gesetzesinitiative zur Tarifeinheit beendet
15.06.2011. Der DGB-Bun­des­vor­stand hat be­schlos­sen, ei­nen Mit­te 2010 ge­mein­sam mit dem BDA vor­ge­leg­ten Vor­schlag nicht mehr zu un­ter­stüt­zen, mit dem der Grund­satz der Ta­rif­ein­heit ge­setz­lich ge­re­gelt und die Ta­rif­ver­trä­ge v.a. klei­ne­rer Ge­werk­schaf­ten ver­drängt wer­den soll­ten. Da­mit ist auch der Ver­such vom Tisch, klei­ne­re (Be­rufs-)Ge­werk­schaf­ten ei­nem weit­ge­hen­den Streik­ver­bot zu un­ter­wer­fen: Be­schluss des DGB-Bun­des­vor­stan­des zur Ta­rif­ein­heit, Pres­se­mit­tei­lun­gen 094 vom 07.06.2011.
11/110 Streik beamteter Lehrer rechtfertigt keine Disziplinarstrafe
08.06.2011. Das Ver­wal­tungs­ge­richt (VG) Düs­sel­dorf hat ent­schie­den, dass ver­be­am­te­te Leh­rer zwar nach wie vor nicht strei­ken dür­fen, da sich aus den be­am­ten­recht­li­chen Vor­schrif­ten des Grund­ge­set­zes (GG) ein Streik­ver­bot er­gibt. Strei­ken sie aber den­noch ver­sto­ßen da­mit ge­gen ih­re Dienst­pflich­ten als Be­am­te, darf ge­gen sie auf­grund der Streik­ga­ran­tie der Eu­ro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on (EM­RK) kei­ne Dis­zi­pli­nar­stra­fe ver­hängt wer­den: VG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 15.12.2010, 31 K 3904/10.O.
11/105 CGZP war auch in der Vergangenheit nicht tariffähig
31.05.2011. En­de 2010 ent­schied das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG), dass die Ta­rif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Ge­werk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nal-Ser­vice-Agen­tu­ren (CG­ZP) nicht ta­rif­fä­hig ist. Das Ar­beits­ge­richt Ber­lin hat das jetzt für die Ver­gan­gen­heit fest­ge­stellt. Be­trof­fe­ne Leih­ar­bei­ter kön­nen da­her auch für die Ver­gan­gen­heit den glei­chen Lohn wie ver­gleich­ba­re Ar­beit­neh­mer im Ent­lei­her­be­trieb for­dern: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Be­schluss vom 30.05.2011, 29 BV 13947/10.
11/075 Kein tarifvertraglicher Zwang zur Besserstellung von Gewerkschaftsmitgliedern
15.04.2011. Nach­dem das Bun­des­ar­beits­ge­richt mit Ur­teil vom 18.03.2009 (4 AZR 64/08) ein­fa­che Dif­fe­ren­zie­rungs­klau­seln in Ta­rif­ver­trä­gen für zu­läs­sig er­klärt hat, be­ant­wor­te­te es nun die Fra­ge, ob auch qua­li­fi­zier­te Dif­fe­ren­zie­rungs­klau­seln recht­lich un­be­denk­lich sind: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 23.03.2011, 4 AZR 366/09.
11/065 Streikrecht in kirchlichen Einrichtungen mit Tarifbindung
01.04.2011. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ham­burg hat über die Fra­ge ent­schie­den, ob das kirch­li­che Selbst­be­stim­mungs­recht Streiks auch dann aus­schließt, wenn sich ei­ne evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che und ih­re Dia­ko­nie aus­nahms­wei­se für die An­wen­dung von Ta­rif­ver­trä­gen ent­schie­den hat: LAG Ham­burg, Ur­teil vom 23.03.2011, 2 Sa 83/10.
11/062 Tarifliche Zwangspensionierung verfassungswidrig und frauendiskriminierend?
29.03.2011. Ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen, de­nen zu­fol­ge Ar­beits­ver­hält­nis­se mit dem Ren­ten­al­ter oh­ne Kün­di­gung en­den, sind um­strit­ten. Nach ei­ner im Ok­to­ber 2010 ge­trof­fe­nen Ent­schei­dung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­ho­fes (EuGH) sind sie aber wei­test­ge­hend eu­ro­pa­recht­lich un­be­denk­lich. Das Ar­beits­ge­richt Ham­burg beug­te sich zwar die­ser Auf­fas­sung, be­zwei­felt die Wirk­sam­keit von sol­chen Klau­seln nun aber mit ver­fas­sungs­recht­li­chen Ar­gu­men­ten und gibt be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mern das Recht auf ei­ne Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­op­ti­on: Ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 25.01.2011, 21 Ca 235/08.
11/057 Tariffähigkeit einer Gewerkschaft durch die Zahl der Tarifabschlüsse?
22.03.2011. Grund­ge­setz­lich ge­schützt sind al­le Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gun­gen. Ta­rif­ver­trä­ge dür­fen aber nur Ge­werk­schaf­ten ab­schlie­ßen. Im Ta­rif­ver­trags­ge­setz ist al­ler­dings nicht de­fi­niert, wann ei­ne Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gung tat­säch­lich ei­ne Ge­werk­schaft ist. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat hier­zu ei­ne Rei­he von Min­dest­vor­aus­set­zun­gen auf­ge­stellt und die­se an­läss­lich ei­nes Streits über die Ta­rif­fä­hig­keit der Ge­werk­schaft für Kunst­stoff­ge­wer­be und Holz­ver­ar­bei­tung (GKH) prä­zi­siert: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 05.10.2010, 1 ABR 88/09.
11/050 OT-Mitgliedschaft: Streik trotz fehlender Tarifbindung möglich
11.03.2011. Die Mit­glied­schaft ei­nes Ar­beit­ge­bers in ei­nem Ar­beit­ge­ber­ver­band ist als re­gu­lä­re Mit­glied­schaft und als Mit­glied­schaft oh­ne Ta­rif­bin­dung mög­lich. Der Wech­sel kann je nach Sat­zung auch frist­los als "Blitz­wech­sel" statt­fin­den, so­gar wäh­rend lau­fen­der Ta­rif­ver­hand­lun­gen. Frag­lich ist im Ein­zel­fall je­doch, ob der Ar­beit­ge­ber dann gleich­wohl noch an das Ver­hand­lungs­er­geb­nis ge­bun­den ist und ob er in den lau­fen­den Ver­hand­lun­gen noch be­streikt wer­den darf: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 26.11.2010, 8 Sa 446/10.
11/039 Kontrolle arbeitsvertraglicher Bestimmungen bei Verweis auf einen Tarifvertrag
24.02.2011. Meist ist es der Ar­beit­ge­ber, der den je­wei­li­gen Ar­beits­ver­trag vor­for­mu­liert. Da­bei ist es üb­lich, auch ganz oder teil­wei­se auf Ta­rif­ver­trä­ge zu ver­wei­sen. Die über ei­ne sol­che Ver­wei­sung Teil des Ar­beits­ver­trags ge­wor­de­nen Ta­rif­ver­trags­klau­seln wer­den un­ter Um­stän­den nicht so streng auf ih­re Wirk­sam­keit hin kon­trol­liert wie an­de­re, "ech­te" ar­beits­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen. An­hand ei­ner Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen wird deut­lich, dass noch nicht völ­lig ge­klärt ist, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen das der Fall ist: Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Ur­teil vom 19.08.2010, 5 Sa 628/10.
11/034 BAG: Die CGZP kann keine Tarifverträge abschließen
17.02.2011. Die Ta­rif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Ge­werk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nal­ser­vice­agen­tu­ren (CG­ZP) ist letzt­in­stanz­lich für ta­rif­un­fä­hig er­klärt wor­den: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 14.12.2010, 1 ABR 19/10.
11/033 OT-Mitgliedschaft: BVerfG entscheidet zur Mitgliedschaft ohne Tarifbindung
16.02.2011. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) hat sich zu der Fra­ge ge­äu­ßert, wel­che recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen er­füllt sein müs­sen, da­mit Un­ter­neh­men Mit­glied ei­nes Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des wer­den kön­nen, oh­ne sich ta­rif­lich zu bin­den: BVerfG, Be­schluss vom 01.12.2010, 1 BvR 2593/09.
11/027 Altersdiskriminierung durch tariflichen Urlaubsanspruch
08.02.2011. Die Un­gleich­be­hand­lung von Ar­beit­neh­mern we­gen ih­res Al­ters kann ei­ne un­zu­läs­si­ge Dis­kri­mi­nie­rung sein, wenn mit ihr kein recht­mä­ßi­ges, schüt­zens­wer­tes Ziel ver­folgt wird oder das Ziel auf an­de­re Wei­se scho­nen­der er­reicht wer­den kann. Oh­ne stich­hal­ti­gen Grund ist des­halb ei­ne ta­rif­ver­trag­li­che Re­ge­lung un­wirk­sam, in der je nach Al­ter hö­he­rer Lohn oder län­ge­rer Ur­laub ge­währt wird. Die dann be­ste­hen­de Re­ge­lungs­lü­cke wird zu Guns­ten des dis­kri­mi­nier­ten Ar­beit­neh­mers durch ei­ne "An­pas­sung nach oben" ge­schlos­sen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 18.01.2011, 8 Sa 1274/10.
10/246 Streik kann auch in diakonischen Einrichtungen zulässig sein
16.12.2010. Mit Streiks soll der Ar­beit­ge­ber oder ein hin­ter ihm ste­hen­der Ar­beit­ge­ber­ver­band zu ta­rif­li­chen Zu­ge­ständ­nis­sen be­wegt wer­den. Das macht kei­nen Sinn, wenn ein kirch­li­cher Ar­beit­ge­ber be­streikt wird, der sich bei der Aus­ge­stal­tung der Rechts­be­zie­hun­gen zu sei­nen Ar­beit­neh­mern für Ar­beits­ver­trags­richt­li­ni­en (AVR) (sog. drit­ter Weg) und nicht für Ta­rif­ver­trä­ge (sog. zwei­ter Weg) ent­schie­den hat. Al­ler­dings könn­ten Streiks dann zu­läs­sig sein, wenn kirch­li­che Ein­rich­tun­gen be­streikt wer­den, die Ta­rif­ver­trä­ge an­wen­den. Ob hier die Ta­rif­au­to­no­mie oder aber das grund­ge­setz­lich ge­schütz­te kirch­li­che Selbst­be­stim­mungs­recht hö­her zu be­wer­ten ist, hat vor kur­zem das Ar­beits­ge­richt Ham­burg ent­schie­den: Ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 01.09.2010, 28 Ca 105/10.
10/239 Tarifgehalt kann auch ohne ausdrückliche Regelung einen Nachtzuschlag enthalten
Nacht­ar­beit ist ist ei­ne über­durch­schnitt­lich be­las­ten­de Form der Ar­beits­leis­tung, da Men­schen von Na­tur aus tagak­tiv sind. Das weiß auch der Ge­setz­ge­ber. Das Ar­beits­zeit­ge­setz ent­hält da­her für Nacht­ar­bei­ter be­son­de­re Schutz­vor­schrif­ten, zu de­nen auch ge­hört, dass ein an­ge­mes­se­ner Frei­zeit­aus­gleich oder Zu­schlag auf das Brut­to­ge­halt ge­währt wer­den muss. Al­ler­dings ver­traut der Ge­setz­ge­ber auch auf die Ta­rif­part­ner und gibt da­her ta­rif­ver­trag­li­chen Aus­gleichs­re­ge­lun­gen den Vor­rang. Nach Auf­fas­sung der Recht­spre­chung muss ei­ne sol­che Re­ge­lung nicht aus­drück­lich ver­ein­bart sein, son­dern kann sich auch aus den Ge­samt­um­stän­den des Ta­rif­ver­tra­ges er­ge­ben: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 16.04.2010, 10 Sa 276/10.
10/217 EuGH erklärt in Tarifverträgen enthaltene Rentenaltersklauseln für rechtens
05.11.2010. Ta­rif­ver­trä­ge, de­nen zu­fol­ge Ar­beits­ver­hält­nis­se oh­ne Kün­di­gung mit Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters en­den, kön­nen von den be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mern als ei­ne "Zwangs­pen­sio­nie­rung" emp­fun­den wer­den, falls sie trotz ih­res Al­ters ger­ne wei­ter ar­bei­ten möch­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund sind ta­rif­ver­trag­li­che Ren­ten­al­ter­sklau­seln po­li­tisch und ar­beits­recht­lich um­strit­ten. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat hier­zu vor kur­zem in ei­nem grund­le­gen­den Ur­teil ent­schie­den, dass ta­rif­li­che Zwangs­pen­sio­nie­rungs­re­ge­lun­gen kei­ne recht­lich ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters sind: EuGH, Ur­teil vom 12.10.2010, C-45/09 - Ro­sen­bladt gg. Oel­ler­king
10/188 Bezugnahmeklauseln beenden Nachwirkung eines Tarifvertrages
27.09.2010. Das Ta­rif­ver­trags­ge­setz (TVG) ord­net an, dass Ta­rif­ver­trä­ge "nach­wir­ken", wenn sie ab­ge­lau­fen sind. Die Re­ge­lun­gen des Ta­rif­ver­trags gel­ten dann wei­ter, bis sie durch an­de­re Ab­ma­chun­gen er­setzt wer­den. Ei­ne be­son­de­re Be­deu­tung ha­ben hier so­ge­nann­te Be­zug­nah­me­klau­seln, die sich seit lan­gem in vie­len Ar­beits­ver­trä­gen fin­den. Sie ver­wei­sen für den In­halt des Ar­beits­ver­hält­nis­ses auf ei­nen Ta­rif­ver­trag. Ob sie die Nach­wir­kung von Ta­rif­ver­trä­gen zum Nach­teil des Ar­beit­neh­mers ver­hin­dern kön­nen, ist un­klar: Ar­beits­ge­richt Mann­heim, Ur­teil vom 27.05.2010, 8 Ca 544/09.
10/134 Abschied vom Grundsatz der Tarifeinheit
13.07.2010. Der vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­wi­ckel­te Grund­satz der Ta­rif­ein­heit ("Ein Be­trieb - Ein Ta­rif­ver­trag") soll­te die Ta­rif­aus­wahl und Ta­rif­an­wen­dung in den Be­trie­ben er­leich­tern. Er wur­de je­doch zu­neh­mend aus ver­schie­de­nen Grün­den kri­ti­siert. Als der Vier­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­rich­tes An­fang des Jah­res den Zehn­ten Se­nat of­fi­zi­ell frag­te, ob er den Grund­satz der Ta­rif­ein­heit wei­ter an­wen­den möch­te, wur­de klar, dass ei­ne Recht­spre­chungs­än­de­rung be­vor­stand. Nun hat der Zehn­te Se­nat wie er­war­tet ge­ant­wor­tet: BAG, Be­schluss vom 23.06.2010, 10 AS 3/10.
10/126 Diskriminieren tarifliche Lebensaltersstufen jüngere Arbeitnehmer?
01.07.2010. Die ta­rif­ver­trag­li­che Ver­gü­tungs­dif­fe­ren­zie­rung nach Le­bens­al­ter­stu­fen ist sehr wahr­schein­lich ei­ne ver­bo­te­ne, weil dem All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) wi­der­spre­chen­de Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters. Zwar ist der Bun­des-An­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag (BAT), der sol­che Le­bens­al­ter­stu­fen ent­hielt, mitt­ler­wei­le durch den Ta­rif­ver­trag für den öf­fent­li­chen Dienst (TVöD) er­setzt, doch wirkt sich die al­ters­dis­kri­mi­nie­ren­de BAT-Ver­gü­tung wei­ter aus, da sie die Grund­la­ge für die Über­lei­tung der Ar­beit­neh­mer in den TVöD ist. Zu­dem wur­de der BAT in Ber­lin bis 2010 wei­ter an­ge­wandt, so dass es hier erst 2010 zu ei­ner Über­lei­tung kam. Zu den da­mit ver­bun­de­nen Fra­gen hat sich nun­mehr das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ge­äu­ßert: ge­nom­men: Be­schluss vom 20.05.2010, 6 AZR 148/09 (A) und Be­schluss vom 20.05.2010, 6 AZR 319/09 (A).
10/118 Anforderungen an tariflichen Befristungsgrund
21.06.2010. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat­te dar­über zu ent­schei­den, ob ei­ne auf­grund ei­ner ta­rif­li­chen Re­ge­lung er­folg­te Be­fris­tung sach­lich ge­recht­fer­tigt ist, wenn sie we­gen ei­nes Per­so­nal­über­hangs er­folgt, weil die Mög­lich­keit be­steht, die zu ver­ge­ben­de Stel­le spä­ter ei­nem be­reits be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­mer zu­zu­wei­sen. BAG, Ur­teil vom 09.12.2009, 7 AZR 399/08.
10/105 Tarifeinigung bei Schlecker
03.06.2010. In dem fol­gen­den Bei­trag geht es um die Ta­rif­ei­ni­gung zwi­schen Ver­di und Schle­cker.
10/090 Ausschlussfrist: Geltendmachung per E-Mail
11.05.2010. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass die schrift­li­che Gel­tend­ma­chung von An­sprü­chen zur Wah­rung ei­ner Aus­schluss­frist auch per E-Mail er­fol­gen kann. BAG, Ur­teil vom 16.12.2009, 5 AZR 888/08.
10/080 Dritte dürfen Streik nicht unterbinden
27.04.2010. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Hamm hat in ei­nem Eil­ver­fah­ren ent­schie­den, dass Drit­te, die durch ei­nen Streik Nach­tei­le er­lei­den, kein Recht ha­ben, den Streik ge­richt­lich un­ter­bin­den zu las­sen. LAG Hamm, Be­schluss vom 29.10.2009, 8 Sa­Ga 22/09.
10/078 Verdi Beschäftigte fordern mehr Lohn
23.04.2010. Nach­fol­gend fin­den Sie ei­nen kur­zen Be­richt über die Lohn­ver­hand­lun­gen zwi­schen Ver­di und den ei­ge­nen Be­schäf­tig­ten.
10/034 Streik für Betriebsrat
18.02.2010. In Ar­beits­recht ak­tu­ell 10/032: "Kein Be­triebs­rat im Flug­zeug" be­rich­te­ten wir über die Eil­ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg (Be­schluss vom 30.10.2009, 6 TaBV­Ga 2284/09), nach der den Be­schäf­tig­ten von ea­sy­Jet die Grün­dung ei­nes Be­triebs­rats un­ter­sagt wur­de, weil der nach An­sicht des LAG da­für nö­ti­ge Mit­be­stim­mungs-Ta­rif­ver­trag fehlt. Für ei­nen sol­chen Ta­rif­ver­trag strei­ken die Be­schäf­tig­ten von ea­sy­Jet am Flug­ha­fen Ber­lin-Schö­ne­feld jetzt.
10/013 Fehlende Tariffähigkeit der CGZP bestätigt
20.01.2010. In Ar­beits­recht ak­tu­ell 09/099 be­rich­te­ten wir über ei­ne Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts Ber­lin, nach der die CG­ZP (Ta­rif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Ge­werk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nal­ser­vice­agen­tu­ren) nicht ta­rif­fä­hig ist. Nun­mehr hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg im Be­schwer­de­ver­fah­ren die Ent­schei­dung der Vor­in­stanz be­stä­tigt: LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Be­schluss vom 07.12.2009, 23 TaBV 1016/09.
09/228 Tarifbindung im Betrieb: Klage auf Feststellung durch Betriebsrat?
09.12.2009. Ei­ne im Som­mer die­ses Jah­res er­gan­ge­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) be­fasst sich mit der Fra­ge, ob der Be­triebs­rat da­zu be­rech­tigt ist, durch ei­ne ar­beits­ge­richt­li­che Ent­schei­dung klä­ren zu las­sen, dass der Ar­beit­ge­ber an ei­nen be­stimm­ten Ta­rif­ver­trag ge­bun­den ist: BAG, Be­schluss vom 01.07.2009, 4 ABR 8/08.
01.12.2009. In ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) die Fra­ge ge­klärt, ob ein Haus­ta­rif­ver­trag nach ei­nem Be­triebs­über­gang "un­mit­tel­bar und zwin­gend" wei­ter­gilt. BAG, Be­schluss vom 10.06.2009, 4 ABR 21/08.
28.09.2009. Ei­ne ak­tu­el­le Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) be­fasst sich mit den recht­li­chen Kon­se­quen­zen der Re­ge­lung, dass Ta­rif­ver­trä­ge nach ei­nem Be­triebs­über­gang In­halt der ein­zel­nen Ar­beits­ver­trä­ge wer­den. Im vor­lie­gen­den Fall ging es um die Wei­ter­gel­tung ei­nes für den Ar­beit­neh­mer nach­tei­li­gen Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­trags und die Fra­ge, ob ei­ne Ge­werk­schaft oder ein Ar­beit­neh­mer den Ta­rif­ver­trag nach dem Be­triebs­über­gang kün­di­gen kön­nen: BAG, Ur­teil vom 26.08.2009, 4 AZR 280/08.
14.08.2009. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat sei­ne Recht­spre­chung be­stä­tigt, der zu­fol­ge der Aus­tritt ei­nes Ar­beit­ge­bers aus ei­nem Ar­beit­ge­ber­ver­band ge­mäß § 3 Abs.3 Ta­rif­ver­trags­ge­setz (TVG ) ei­ne zeit­lich un­be­schränk­te Nach­bin­dung an die vom Ver­band ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­ver­trä­ge zur Fol­ge hat: BAG, Ur­teil vom 01.07.2009, 4 AZR 261/08.
30.07.2009. Das Ar­beits­ge­richt Ber­lin hat am 01.04.2009 (35 BV 17008/08) ent­schie­den, dass die CG­ZP nicht ta­rif­fä­hig ist (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell 09/099). Der vor­lie­gen­de Bei­trag be­fasst sich mit den Kon­se­quen­zen, die die feh­len­de Ta­rif­fä­hig­keit der CG­ZP für Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­ge­ber hat.
11.06.2009. Das Ar­beits­ge­richt Ber­lin hat ent­schie­den, dass die Ta­rif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Ge­werk­schaf­ten (CG­ZP) nicht ta­rif­fä­hig ist. Die CG­ZP hat zwar vie­le "Ta­rif­ver­trä­ge" für Leih­ar­beits­bran­che ab­ge­schlos­sen, doch ver­die­nen die­se Ver­ein­ba­run­gen den Na­men "Ta­rif­ver­trag" nicht wirk­lich, da sie prak­tisch aus­schließ­lich Ver­ein­ba­run­gen ent­hal­ten, die für die Ar­beit­ge­ber­sei­te vor­teil­haft sind, d.h. für die Leih­ar­beits­fir­men. Da­her be­ste­hen ernst­haf­te Zwei­fel dar­an, ob die CG­ZP nicht letzt­lich ein U-Boot der Ar­beit­ge­ber­sei­te ist: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Be­schluss vom 01.04.2009, 35 BV 17008/08.
07.05.2009. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass die ta­rif­ver­trag­li­che Bes­ser­stel­lung von Ge­werk­schafts­mit­glie­dern un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen zu­läs­sig ist, d.h. Ta­rif­ver­trä­ge kön­nen be­stimm­te Leis­tun­gen spe­zi­ell für Mit­glie­der der Ge­werk­schaft vor­se­hen. Vor­aus­set­zung sol­cher "Dif­fe­ren­zie­rungs­klau­seln" ist, dass der Ta­rif­ver­trag dem Ar­beit­ge­ber die Ent­schei­dung dar­über be­lässt, ob er auch Ar­beit­neh­mer, die nicht in der Ge­werk­schaft sind ("Au­ßen­sei­ter"), in den Ge­nuss der ta­rif­li­chen Leis­tung kom­men las­sen will oder nicht: BAG, Ur­teil vom 18.03.2009, 4 AZR 64/08.
09/058 Tarifliche Funktionszulagen stehen auch Teilzeitkräften zu
08.04.2009. Sieht ein Ta­rif­ver­trag ei­ne "Funk­ti­ons­zu­la­ge" für Ar­beit­neh­mer vor, die ei­ne be­stimm­te Min­dest­stun­den­zahl pro Wo­che an der Kas­se tä­tig sind, steht auch Teil­zeit­kräf­ten die­se Zu­la­ge zu, wenn sie an­tei­lig, d.h. be­zo­gen auf ih­re in­di­vi­du­el­le Ar­beits­zeit die vom Ta­rif ver­lang­te St­un­den­zahl an der Kas­se ar­bei­ten. Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.03.2009, 10 AZR 338/08.
24.02.2009. Im No­vem­ber letz­ten Jah­res in­for­mier­ten wir über ein Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Ber­lin, das da­mals nur über ei­ne ge­richt­li­che Pres­se­mel­dung be­kannt war (Ar­beits­recht ak­tu­ell: 08/121 Ist ein nach dem Le­bens­al­ter ge­staf­fel­ter Ta­rif­lohn dis­kri­mi­nie­rend?). In die­ser Ent­schei­dugn hat­te sich das LAG mit der Fra­ge aus­ein­an­der­zu­set­zen, ob die Le­bens­al­ters­stu­fen nach dem Bun­des-An­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag (BAT) ei­ne ver­bo­te­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung jün­ge­rer Ar­beit­neh­mer ent­hal­ten, da die­se bei glei­chen Ar­beits­auf­ga­ben und glei­chem Dienst­al­ter we­ni­ger Ge­halt als ih­re äl­te­ren Kol­le­gen be­kom­men. In­zwi­schen hat das LAG sei­ne Ent­schei­dungs­grün­de pu­bli­ziert (LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 11.09.2008 (20 Sa 2244/07). Sie wer­den hier kurz be­spro­chen.
23.02.2009. Die Ta­rif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Ge­werk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nalSer­vice-Agen­tu­ren (CG­ZP) hat sich in den letz­ten Jah­ren vor al­lem da­durch her­vor­ge­tan, dass sie ex­trem ar­beit­ge­ber­freund­li­che Ta­rif­ver­trä­ge ab­ge­schlos­sen hat. Schön für die Leih­ar­beits­fir­men, aber schlecht für de­ren Ar­beit­neh­mer - und mitt­ler­wei­le auch für das An­se­hen der CG­ZP und ih­rer "Ta­rif­ver­trä­ge". In ei­nem ak­tu­el­len Be­schluss hat sich das Ar­beits­ge­richt Lim­burg den zu­neh­men­den Zwei­feln an der Ta­rif­fä­hig­keit der CG­ZP an­ge­schlos­sen: Ar­beits­ge­richt Lim­burg, Be­schluss vom 19.11.2008, 1 Ca 541/08.
08/125 Nochmals zur Frage des diskriminierenden Charakters von Lebensaltersstufen
01.12.2008. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil mein­te das Ar­beits­ge­richt Mar­burg, dass die Staf­fe­lung der Ver­gü­tung nach dem Le­bens­al­ter im Bun­des­an­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag (BAT) zu­läs­sig sei, d.h. kei­ne un­zu­läs­si­ge al­ters­be­ding­te Dis­kri­mi­nie­rung jün­ge­rer Ar­beit­neh­mer sei. Da­mit weicht das Ar­beits­ge­richt von Ent­schei­dun­gen des Ar­beits­ge­richts Ber­lin (Ur­teil vom 22.08.2007, 86 Ca 1696/07) und des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg ab (LAG, Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 11.09.2008, 20 Sa 2244/07): Ar­beits­ge­richt Mar­burg, Ur­teil vom 26.09.2008, 2 Ca 183/08.
08/121 Ist ein nach dem Lebensalter gestaffelter Tariflohn diskriminierend?
25.11.2008.Nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg ist die bes­se­re Be­zah­lung äl­te­rer Ar­beit­neh­mer auf der grund­la­ge der BAT-Al­ters­stu­fen ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung von Ar­beit­neh­mern we­gen des Al­ters. Da­her kön­nen die be­nach­tei­lig­ten jün­ge­ren Ar­beit­neh­mer ei­ne An­glei­chung nach oben ver­lan­gen, d.h. Be­zah­lung nach der höchs­ten BAT-Le­bens­al­ters­stu­fe: LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 11.09.2008, 20 Sa 2244/07.
08/055 Tarifwechsel bei Betriebsübergang
27.05.2008. Der Be­trei­ber ei­ner Kran­ken­haus­kü­che, der Ar­beit­neh­mer ei­nes zu­vor an den Ge­bäu­de­rei­ni­ger-Ta­rif ge­bun­de­nen Be­triebs­ver­äu­ße­rers im We­ge des Be­triebs­teil­über­gangs ge­mäß § 613a BGB über­nimmt, fällt nicht un­ter den (all­ge­mein­ver­bind­li­chen) Ta­rif des Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­bes. Da­her muss der Er­wer­ber wei­ter­hin den (teu­re­ren) Ge­bäu­de­rei­ni­ger-Ta­rif an­wen­den und kann ihn nicht durch die bil­li­ge­ren Ta­rif­be­stim­mun­gen des Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­bes er­set­zen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 09.04.2008, 4 AZR 164/07.
08/051 Keine Verpflichtung zur Staffelung von Kündigungsfristen in Tarifverträgen
21.05.2008. Nach § 622 Abs.2 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) sind die vom Ar­beit­ge­ber zu be­ach­ten­den Kün­di­gungs­fris­ten um so län­ger, je län­ger das Ar­beits­ver­hält­nis be­stan­den hat. Von die­ser ge­setz­li­chen Staf­fe­lung der Kün­di­gungs­fris­ten je nach der Dau­er des Ar­beits­ver­hält­nis­ses kön­nen die Ta­rif­par­tei­en auf­grund ei­ner ge­setz­li­chen Er­mäch­ti­gung aber in ei­nem Ta­rif­ver­trag ab­wei­chen. Die­se Ab­wei­chungs­be­fug­nis geht so weit, dass ta­rif­ver­trag­li­che Kün­di­gungs­fris­ten auf die Dau­er des Ar­beits­ver­hält­nis­ses gar kei­ne Rück­sicht neh­men müs­sen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 23.04.2008, 2 AZR 21/07.
08/048 Betriebsübergang als Mittel zum Abbau von Arbeitnehmerrechten?
20.11.2007. Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) er­klärt die für Luft­han­sa-Pi­lo­ten gel­ten­de Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren trotz des recht­li­chen Ver­bots ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters für rech­tens: Hes­si­sches LAG, Ur­teil vom 15.10.2007, 17 Sa 809/07.
07/61 Aufnahme der Briefdienstleistungsbranche in das AEntG geplant
18.10.2007. Ein Streik der Lok­füh­rer mag für vie­le ein Är­ger­nis sein, ist aber aus ju­ris­ti­scher Sicht ei­ne recht­lich er­laub­te und da­mit hin­zu­neh­men­de Be­tä­ti­gung des Ko­ali­ti­ons­grund­rechts des Strei­ken­den und ih­rer Ge­werk­schaft, der Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL).
18.07.2007. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat in ei­ner ak­tu­el­len Grund­satz­ent­schei­dung sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung auf­ge­ge­ben, der­zu­fol­ge So­li­da­ri­täts­streiks im all­ge­mei­nen nicht zu­läs­sig sein soll­ten. Das sieht das BAG nun an­ders. Sym­pa­thie- bzw. So­li­da­ri­täts­streiks sind im all­ge­mei­nen er­laubt: BAG, Ur­teil vom 19.06.2007, 1 AZR 396/06.
12.05.2007. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat die Be­deu­tung ar­beits­ver­trag­li­cher Be­zug­nah­men auf Ta­rif­ver­trä­ge ge­stärkt. Sol­che Ver­wei­se auf Ta­rif­ver­trä­ge sind künf­tig im All­ge­mei­nen nicht mehr nur als blo­ße "Gleich­stel­lungs­ab­re­den" zu ver­ste­hen: BAG, Ur­teil vom 18.04.2007, 4 AZR 652/05.
Letzte Überarbeitung: 12. September 2018
Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit der Gel­tung oder der Aus­le­gung ei­nes Ta­rif­ver­trags ha­ben oder wenn es Pro­ble­me mit der Durch­füh­rung oder der Be­en­di­gung ei­nes Ar­beits­ver­trags gibt, auf den ein Ta­rif­ver­trag an­zu­wen­den sind, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne.
Kün­di­gung, Ab­mah­nung, Ver­set­zung oder ähn­li­ches (falls vor­han­den)
www.hensche.de > Handbuch Arbeitsrecht > Arbeitsrecht - T

References: EuGH 
 § 16
 Art.11
 Art.11
 § 3
 § 20
 § 20
 § 12
 § 18
 § 9
 § 9
 § 32
 § 14
 EuGH 
 EuGH 
 EuGH 
 § 3
 § 613
 § 622