Source: http://www.payer.de/arztpatient/arztgehalt.htm
Timestamp: 2017-09-25 11:33:14+00:00

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Tabu Ärztegehälter (Aktion "Rettet den Hausarzt")
Blessing, Susanne <1957 - >: Tabu Ärztegehälter. -- (Aktion "Rettet den Hausarzt"). -- Fassung vom 2006-03-28. -- URL: http://www.payer.de/arztpatient/arztgehalt.htm
Erstmals publiziert: 2006-03-28
3. Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)
4. EBM 2000plus
4.1. Bewertungsausschuss
4.2. Kalkulatorischer Arztlohn
4.3. Kalkulatorische Arztminute
4.4. Leistungsbewertung
4.5. Kopfpauschalen
4.6. Morbiditätsorientiertes Regelleistungsvolumen
4.7. Honorarverteilungsmaßstab/-vertrag (HVM/HVV)
5. Praxiskosten
Anhang A: Für den Hausarzt wichtige EBM 2000plus-Abrechnungsnummern
A.0. Berechnungsbeispiele
A.1. Hausärztliche Grundvergütungen
A.2. Hausärztliche Grundleistungen
A.3. Hausärztliche Betreuungsleistungen bei chronischen Erkrankungen
A.4. Diagnostische und therapeutische Leistungen
A.5. Vorsorgeuntersuchungen
A.6. Besondere Inanspruchnahme des Vertragsarztes durch einen Patienten
A.7. Besuche
A.8. Leistungen im Notfall und im organisierten ärztlichen Not(fall)dienst
A.A1 Anhang 1 Verzeichnis der nicht gesondert abrechnungsfähigen und in Komplexen enthaltenen Leistungen, sofern diese nicht als Leistungen in arztgruppenspezifischen Kapiteln ausgewiesen sind
Anhang B: GOÄ Anlage B I.: Allgemeine Beratungen und Untersuchungen
"Honorar (lat.), wörtlich soviel wie Ehrensold. Mit Honorarium bezeichneten die Römer vorwiegend die Entlohnung für Dienste, bezüglich deren die eigentliche Miete unzulässig war, wie für wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen, namentlich der Lehrer, Ärzte, Advokaten, Schriftsteller. Das ist auch heute noch die Bedeutung von Honorar. Dasselbe gilt als stillschweigend vereinbart, falls Dienste der betreffenden Art nur gegen Vergütung üblich sind. Über die Höhe des Honorars entscheidet die darüber getroffene Vereinbarung, im Zweifel die Angemessenheit und Üblichkeit (Bürgerliches Gesetzbuch, § 612, und § 22 des Verlagsgesetzes vom 19. Juni 1901). § 24 des letztgenannten Gesetzes hebt übrigens ausdrücklich hervor, dass das Honorar auch in andrer Form als in Geld gegeben werden kann, im Zweifel hat es jedoch in klingender Münze zu bestehen. Für die Gebühren der Ärzte und Anwalte sind regelmäßig besondere Taxen aufgestellt."
Meyers großes Konversations-Lexikon. -- DVD-ROM-Ausg. Faksimile und Volltext der 6. Aufl. 1905-1909. -- Berlin : Directmedia Publ. --2003. -- 1 DVD-ROM. -- (Digitale Bibliothek ; 100). -- ISBN 3-89853-200-3. -- s.v.
Das Bundesgesundheitsministerium schildert in einer Pressemitteilung die Einkommenssituation der Ärzte so:
"Einkommenssituation der Ärzte
Erläuterung: Die Bundesregierung nimmt auf die Vergütung einzelner Arzte keinen direkten Einfluss. Im stationären Bereich bestimmen i.d.R. die Tarifvertragspartner die Gehälter der Ärzte. Im ambulanten Bereich entscheidet auf gesetzlicher Grundlage die Selbstverwaltung über die Vergütung. Dort zahlt jede Krankenkasse an die Kassenärztliche Vereinigung (KV) eine Gesamtvergütung, mit der sie vorab alle vertragsärztlichen Leistungen zur Versorgung ihrer Versicherten vergütet. Die Höhe und die Veränderung dieser Gesamtvergütung hat sich an der Veränderung der beitragspflichtigen Einnahmen der GKV-Mitglieder zu orientieren; sie wird von den Verbände der Krankenkassen mit den KVen regional vereinbart. Die Aufteilung der Gesamtvergütung an die Vertragsärzte ist Aufgabe der jeweils regional zuständigen KV.
Mit dem GKV-Modernisierungsgesetz wurde eine Reform der vertragsärztlichen Vergütung beschlossen. Die bisherigen, auf der Grundlage mitgliederbezogener Kopfpauschalen vereinbarten Gesamtvergütungen werden durch Vereinbarungen über den mit der Zahl und der Morbiditätsstruktur der Versicherten einer Krankenkasse jeweils verbundenen Behandlungsbedarf abgelöst. Zudem sollen dabei künftig auch Veränderungen der Morbidität der Versicherten im Zeitablauf berücksichtigt werden. Damit wird das Morbiditätsrisiko auf die Krankenkassen verlagert und das Vergütungssystem für die Finanzierung bestimmter zusätzlicher Leistungen geöffnet. Für die Vergütung ist dem einzelnen Arzt vorab ein fester Punktwert für eine bestimmte Leistungsmenge (Regelleistungsvolumen) zu garantieren. Damit erhöht sich für den einzelnen Arzt die Kalkulationssicherheit hinsichtlich des Honorars.
Die von den Repräsentanten der Ärzte selbst zu leistenden Vorarbeiten zur Umsetzung dieser Neuregelung wurden bis heute allerdings nicht erledigt. Daher muss jetzt der Gesetzgeber dafür Sorge tragen, dass in einem professionellen Verfahren diese Aufgaben erledigt werden.
Alle vorliegenden Daten zeigen, dass die Einkommenssituation der Ärzte sowohl im niedergelassenen als auch im stationären Bereich nach wie vor vergleichsweise gut ist:
Das Einkommen der Ärzte liegt deutlich über dem Durchschnittseinkommen von Arbeitnehmern und über dem Einkommen anderer Akademiker.
Die Einkommen der Ärzte haben in den letzten Jahren zugenommen; sie konnten dabei mit der Inflation Schritt halten.
Zahlen der OECD belegen, dass sich die Einkommen der deutschen Ärzte im internationalen Vergleich keineswegs am unteren Ende, sondern im Mittelfeld bewegen.
Im Einzelnen stellt sich die Einkommenssituation der Ärzte wie folgt dar:
1. Niedergelassene Ärzte
Die Einkommenssituation der Vertragsärzte variiert nach Versorgungsbereich (Hausarzt/Facharzt), nach Fachgebiet und nach Standort deutlich.
Bundesdurchschnittlich und über alle Arztgruppen (allerdings ohne psychologische Psychotherapeuten) betrug der Umsatz je Arzt im Jahr 2003 202.588 Euro. Im Westen lag der Umsatz je Arzt über alle Arztgruppen bei 205.257 Euro, im Osten bei 187.693 Euro.
Nach Abzug der Praxiskosten ergibt sich im Westen über alle Fachgebiete ein Überschuss je Arzt in Höhe von 84.976 Euro, im Osten in Höhe von 78.268 Euro.
Dem Bruttoeinkommen müssen noch die Einnahmen aus der Behandlung von Privatpatienten hinzu gerechnet werden. Im Westen machen diese je nach Fachgebiet zwischen 16 und 33 Prozent aus; im Osten erwirtschaftet ein Arzt je nach Fachgebiet zwischen 7 und 30 Prozent seines Umsatzes mit Privatpatienten (Daten aus 1999 hochgerechnet).
Im Ergebnis sind die Internisten in den alten Bundesländern mit einem durchschnittlichen Praxisüberschuss inkl. Privatliquidation in Höhe von 137.016 Euro die Arztgruppe mit der durchschnittlich besten Einkommenssituation. Aufgrund der geringeren Einnahmen aus Privatliquidation erzielen Internisten in den neuen Ländern trotz höherer Umsätze mit GKV-Versicherten einen geringeren Praxisüberschuss incl. Privatliquidation als ihre West-Kollegen; ihr (Brutto-)Einkommen beläuft sich auf 116.869 Euro. Am unteren Ende der ärztlichen Einkommensskala liegen die Hautärzte im Osten; sie erzielen inkl. Privatliquidation durchschnittlich ein Einkommen von 62.892 Euro.
Das durchschnittliche Bruttoarbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer lag im Jahr 2004 bei 32.834 Euro, das durchschnittliche Volkseinkommen je Erwerbstätigem bei 42.192 Euro.
Im Zeitverlauf 1999-2003 zeigt sich sowohl bei den Hausärzten als auch bei den Fachärzten eine Steigerung des Honorarumsatzes je Arzt, der im Jahresdurchschnitt etwa in Höhe der Inflationsrate lag (Tabelle 1).
Inzwischen hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung auch Daten für das Jahr 2004 vorgelegt, die derzeit noch auf ihre Plausibilität geprüft werden. Erste Überprüfungen bestätigen jedoch die oben angeführten Tendenzen.
Die Gehälter der Vorstandsmitglieder der Kassenärztlichen Vereinigungen müssen aufgrund des GKV-Modemisierungsgesetzes seit 2005 im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Demnach erhalten die Vorstandsmitglieder der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eine Vergütung in Höhe von 260.000 Euro/Jahr. In den regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen reicht die Spannweite der Gehälter der Vorstandsvorsitzenden von jährlich 162.000 Euro (Berlin, Hamburg) bis 250.000 Euro (Niedersachsen).
3. Internationaler Einkommensvergleich
Ein internationaler Vergleich der Einkommenssituation bestimmter Berufs- oder Statusgruppen ist schwierig. Daten der OECD lassen gleichwohl eine grobe Einschätzung der Einkommensposition deutscher Ärzte relativ zu ihren Kollegen im Ausland zu. Diese Daten wurden - in einer Umrechnung in Euro - am 22.12.2005 auch von der Ärzte Zeitung berichtet. Im folgenden werden die Originaldaten der OECD dargestellt, die - für einen internationalen Vergleich sachgerecht - auf Dollar Kaufkraftparitäten beruhen.
Der Vergleich der Hausärzteeinkommen zeigt, dass Deutschland sich im Mittelfeld und nicht etwa am unteren Ende der Einkommensskala in Westeuropa befindet (Abbildung 2).
[Quelle: Zahlen und Fakten zur Situation der Ärzteschaft / Bundesministerium für Gesundheit. -- Januar 2006. -- http://www.die-gesundheitsreform.de/presse/
pressemitteilung/pdf/2006_1/pmnr_006_Zahlen-Fakten-Aerzte.pdf. -- Zugriff am 2006-01-24]
Folgender Bericht schildert Vorkommnisse in Hamburg, die zum Glück noch nicht die Regel sind:
""Ich behandle Sie ab jetzt umsonst"
Wenn Ärzte ihren Patienten Vorträge halten, Termine schieben oder die Behandlung verweigern: HVM und die Folgen
"Ich behandle Sie ab jetzt umsonst". Der Satz aus dem Munde Ihres Arztes klingt großzügig, ist aber ganz anders gemeint. Nicht Spendierlaune hat Ihren Arzt gepackt, sondern die Sorge um mangelnde Einnahmen. Zum Jahresende hin wird es immer mehr Klagen von Patienten geben über Ärzte, die Patienten ihre finanziellen Sorgen anvertrauen, die ihnen vielleicht lange Vorträge darüber halten. Oder die Ihnen Termine, selbst bei Schmerzen, erst in Wochen oder Monaten geben – oder die die Behandlung ganz verweigern. Und das hat System. Denn die Kassenärzte, die ca. 90% der Bevölkerung behandeln und die in einem Organ der Selbstverwaltung, der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH) zusammengeschlossen sind, haben eine neue Verteilung der ärztlichen Honorare beschlossen, die schon seit Mitte des Jahres gilt. Der neue Honorar-Verteilungs-Maßstab (HVM) sieht vor, dass jede ärztliche Leistung einen festen Wert erhält. Das war vorher nicht so: Die Ärzte wussten bisher erst ein dreiviertel Jahr später, wie viel sie für eine Spritze, ein Gespräch oder ein EKG erstattet bekommen. Zugegeben, kein erfreulicher Zustand. Da wirkt der feste Preis für die Leistung zunächst wie der richtige Schritt gegen einen Missstand.
Das neue System hat allerdings noch mehr Tücken: Nun ist zwar der Wert einer Leistung bekannt und die Einnahmen für den Arzt besser kalkulierbar, allerdings ist die Menge der Leistungen, die ein Arzt pro Quartal bei der KV abrechnen kann, immer noch begrenzt. Jeder Arzt hat mehrere verschiedene Budgets, die man sich wie verschiedene Töpfe vorstellen kann: je einen für AOK-, IKK-, BKK-Versicherte und einen für Mitglieder von Ersatzkassen (DAK, Barmer usw.). Zu Beginn eines Vierteljahres kann er munter drauflos behandeln. Noch vor Ende des Quartals sind die drei Töpfe jedoch schon leer – er muss die Versicherten aber weiter behandeln, denn er darf eine notwendige Behandlung nicht aus finanziellen Gründen ablehnen. Das ist das neue Dilemma.
Dass die Töpfe schon vor Quartalsende leer sind, hat die KVHH selbst in den Honorarverteilungsmaßstab eingebaut. Der feste Preis einer Leistung ergibt sich nämlich aus zwei Elementen: einer Anzahl an Punkten, die jeder Leistung bundesweit einheitlich und verbindlich zugeordnet ist, sowie einem Punktwert. Dieser war bis Mitte des Jahres fließend. Er richtete sich danach, wie viele Leistungen die Ärzte im KV-Gebiet insgesamt erbrachten. Behandelten sie viele Patienten sehr kostenintensiv, ergab sich ein niedriger Punktwert und die Einzelleistung war zu billig; und weil das alle Ärzte wussten, leisteten sie immer mehr, um möglichst viel vom Gesamtkuchen abzubekommen – und so wurde der Punktwert immer billiger. Die Ärzte nannten das "Hamsterrad".
Das ist nun anders. Der Punktwert ändert sich nicht mehr durch das Verschreibungsverhalten der Ärzte. Stattdessen sind aber die Töpfe zu früh leer, denn die KVH hat für das zweite Halbjahr 2003 einen festen Punktwert definiert, der höher liegt als der durchschnittliche Punktwert im ersten Halbjahr. Das heißt: Dasselbe Geld reicht im zweiten Halbjahr für weniger Leistung als im ersten. Ab Mitte oder Ende November werden viele Ärzte sagen: "Ab jetzt muss ich Sie umsonst behandeln!" Das mag man ja noch hinnehmen, wenn er wenigstens behandelt – aber in vielen Fällen wird es heißen: "Ab jetzt müsste ich Sie umsonst behandeln!" Und er wird Sie nicht behandeln, sondern auf später verschieben, oder noch Schlimmeres.
Dass nicht alle Hamburger Ärzte geschlossen hinter der Politik ihrer KV stehen, macht folgender Brief deutlich. Er wurde der Verbraucherzentrale anonym zugesandt – das zeigt zugleich, dass selbst ein relativ mutiger Arzt, der eine andere Meinung hat als seine Standesvertretung, Angst vor Konsequenzen hat.
Sehr geehrte Patientenberater!
Medienberichte über Patientenbeschwerden im Zusammenhang mit der BKK-Kampagne geben mir Anlass, Ihnen – aus naheliegenden Gründen anonym – ein paar Informationen zu geben.
"BKK" ist nur der eine Teil der Problematik, mit der Patienten konfrontiert werden. Noch gravierender sind m.E. die Konsequenzen aus der gezielten Verknappung ärztlicher Leistungen mit Hilfe des HVM: Spätestens Anfang Dezember werden sie immer häufiger das "Sie-behandle-ich-jetzt-umsonst" hören, wenn sie denn – unabhängig von der Kasse – überhaupt einen Termin bekommen und die Praxis nicht geschlossen ist ("Budget erschöpft").
Der HVM wird Wirkung zeigen: 2 Monate Wartezeit auf einen Termin für die Darmspiegelung sind nur die Spitze des Eisbergs; englische Verhältnisse kündigen sich an. Und noch ein Satz zu den "3-Euro-für-10-Minuten": Gewiss – der einfache Patientenkontakt (beim Hausarzt z.B.) wird nur mit 2,30 Euro vergütet, aber der erste Besuch des Patienten mit ca. 12 Euro (beim Mitglied) und 21 Euro (beim Rentner) – auch wenn es der Grippekranke ist, der nur 3 Minuten in Anspruch nimmt. Mir drängt sich – nach allem, was meine Patienten mir berichten – der Eindruck auf, dass sich die Kollegen durch die Politik und Verlautbarungen der KV zu unärztlichem Verhalten ermutigt oder gar aufgefordert fühlen. Eine traurige Perspektive...!
Mit freundlichem Gruß Dr. N.N.
Die ersten Patienten beschweren sich schon
Während bisher die Ungleichbehandlung von BKK- und Ersatzkassen-Patenten im Vordergrund stand, wird sich gegen Jahresende immer mehr die "Erschöpfung der Budgets" bemerkbar machen. Erste Beschwerden sind bereits eingegangen.
Fall 1: "Ich bin nicht bereit, mehr als 200 Personen umsonst zu behandeln"
Im vorigen Jahr wurde ich von meinem Hausarzt an den Augenarzt Dr. A. überwiesen, um untersuchen zu lassen, ob jahrelanger Bluthochdruck und Diabetes in meinen Augen Folgeerscheinungen hinterlassen haben. Mir wurde u.a. gesagt, diesbezüglich sei nichts festzustellen – ich sollte nach einem Jahr zur Nachuntersuchung wiederkommen.
In der letzten Septemberwoche dieses Jahres wollte ich mir in der Praxis bei Dr. A, wie besprochen, für das vierte Quartal 2003 einen Termin geben lassen. Die Sprechstundenhilfe besah sich meine DAK-Versichertenkarte von allen Seiten und meinte, sie könne mir einen Termin für Ende Januar 2004 geben. Mein Hinweis, dass ich nach 12 Monaten wiederkommen sollte und nicht nach 16, wurde beantwortet mit: Wir haben so viele Patienten, dass wir die Termine weitläufiger verteilen müssen, und wenn mir der Termin im Januar 2004 nicht gefalle, könne sie auch für Ende Februar 2004 einen Termin notieren. Als ich meinte, so lange möchte ich nicht warten, denn m.E. hätte meine Sehkraft nachgelassen und nachts käme ich mir auf der Straße im Scheinwerferlicht entgegenkommender Autos mehr oder weniger nachtblind vor, wurde beantwortet mit "Zu uns kommen nur Leute, die nicht richtig sehen können".
Diese "hilfreiche" Mitteilung veranlasste mich, von dem mich behandelnden Internisten Anfang Oktober eine Überweisung zu holen und beim Augenarzt am gleichen Tag einen zweiten Anlauf zu wagen. Ich konnte verfolgen, wie direkt und telefonisch Termine für Oktober und November vergeben wurden, und als ich dran war, wurde wieder meine DAK-Karte von allen Seiten betrachtet und ich sollte einen Termin für Ende Januar 2004 erhalten. Mein Einwand, in den letzten Minuten seien mindestens drei Termine für Oktober und November 2003 vergeben worden, wurde erklärt mit "Das sind andere Fälle!"
Als ich äußerte, meine Überweisung sei für das vierte Quartal 2003 ausgestellt und Dr. A habe mich im vergangenen Jahr für diesen Zeitraum zur Nachuntersuchung bestellt, sagte mir die "freundliche" Dame, ich solle einen Moment im Flur Platz nehmen.
Es dauerte nicht lange; Dr. A erschien, bat mich ins Behandlungszimmer und erklärte: Die Kassenärztliche Vereinigung begrenze die von ihm zu behandelnden Patienten auf 500. Im letzten Quartal habe er über 700 behandelt, und er wäre nicht bereit, mehr als 200 Personen umsonst zu behandeln.
Als ich sagte, es wäre dann wohl in seinem Interesse, wenn ich "seine Probleme" der Kassenärztlichen Vereinigung aus meiner Patienten-Perspektive schildern würde, meinte er, diese Mühe sollte ich mir sparen, denn die KVH verschicke als Antwort nur allgemeine Vordrucke. Herr Dr. A hat nicht darauf hingewiesen, dass auch diese Auskunft umsonst ist.
Für Ihre baldige Antwort bin ich dankbar!
[Quelle: http://www.verbrauchernews.de/artikel/0000015915.html. -- Zugriff am 2006-02-02]
Angesichts der aktuellen Diskussion über das Einkommen von Ärzten (Assistenzärzten, Chefärzten, niedergelassenen Ärzten) soll im Folgenden der Versuch unternommen werden, objektiv die Honorierung eines Hausarztes darzustellen, damit jeder Interessierte sich selbst ein Bild machen kann.
Zunächst werden die Gebührenordnungen für Privatversicherte (GOÄ) und die Gebührenordnung für gesetzlich Krankenversicherte (aktuell EBM 2000plus) vorgestellt, in den Anhängen B und A1 bis A8 werden wichtige Gebührenziffern dargestellt. Unter A0 werden — quartalsbezogen — typische Fallbeispiele für gesetzlich Krankenversicherte vorgestellt.
Außerdem werden unter Punkt 5 die Praxiskosten näher erläutert, um Klarheit in die stets verwirrende Brutto/Netto- bzw. Umsatz/Verdienst-Debatte zu bringen.
"Die Gebührenordnung für Ärzte (auch GOÄ genannt) regelt die Abrechnung medizinischer Leistungen bei Privatpatienten, d.h. Patienten, die bei einer privaten Krankenkasse versichert sind. Sie ist unterteilt in 16 Fachgebietsbezogene Abschnitte. In diesen Abschnitten werden mögliche Leistungen des Arztes durch Ziffen definiert, z.B. Ziffer 3 bedeutet: "Eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung - auch mittels Fernsprecher".
In der GOÄ ist auch geregelt, welche Ziffer der Arzt nicht zusammen mit anderen Ziffern abrechnen darf, z.B. "Die Leistung nach Nummer 3 (Dauer mindestens 10 Minuten) ist nur berechnungsfähig als einzige Leistung oder im Zusammenhang mit einer Untersuchung nach Nummer 5, 6, 7, 8, 800 oder 801. Eine mehr als einmalige Berechnung im Behandlungsfall bedarf einer besonderen Begründung."
Die Gebührenordnung für Ärzte GOÄ stammt vom 12. November 1982 und wurde im Bundesgesetzblatt (BGBl. I S. 1522) veröffentlicht. Sie wurde zuletzt geändert durch das GKV-Gesunfheitsreformgesetz 2000 vom 22. Dezember 1999 (BGBI. I S. 2626 ff.)
Zu beginn der GOÄ regeln 12 Paragrafen die Anwendung der GOÄ. So darf z.B. gem :§1(2) der Arzt nur für Leistungen abrechnen, die nach den Regeln der ärztlichen Kunst für eine medizinisch notwendige ärztliche Versorgung erforderlich sind. Leistungen, die über das Maß einer medizinisch notwendigen ärztlichen Versorgung hinausgehen, darf er nur berechnen, wenn sie auf Verlangen des Zahlungspflichtigen erbracht worden sind.
Inhaltsübersicht der 12 Paragrafen der GOÄ
§12 Fälligkeit und Abrechnung der Vergütung; Rechnung"
[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Geb%C3%BChrenordnung_f%C3%BCr_%C3%84rzte. -- Zugriff am 2006-01-24]
Siehe unten: Anhang B: GOÄ: Allgemeine Beratungen und Untersuchungen
"EBM 2000plus ist die Bezeichnung für den seit 1. April 2005 in Deutschland gültigen Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), einem Verzeichnis, das die Abrechnung ambulanter Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung regelt.
Der EBM 2000plus hat besondere Bedeutung erlangt, weil die um ihn geführte Diskussion besonders in den Jahren 1998 bis 2005 viele Aspekte der Finanzierung von ambulanten Krankenkassenleistungen in die Öffentlichkeit getragen hat. So ist von Seiten der Ärzte und anderer Leistungserbringer die immer schlechtere Vergütung ihrer Leistungen kritisiert worden, die aus dem Abfall des Punktwertes resultierte. Dieser Punktwert bezeichnet den Geldwert eines EBM-Punktes und war beispielsweise von 1993 bis 1996 um 25% gesunken. Die Kassenärzte fordern deshalb ein Abrechnungssystem, dass ihre Leistungen auf der Basis betriebswirtschaftlicher Berechnungen mit festgelegten (Euro-)Beträgen vergütet. Die Krankenkassen auf der anderen Seite verweisen auf das Problem unvorhersehbarer Kostensteigerungen, wenn Leistungen ohne Mengenbegrenzung mit festgelegten Beträgen vergütet werden.
Dezember 1993: Beschluss der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, "… eine neue Gebührenordnung unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Erfordernisse der einzelnen Fachgebiete als Ersatz für den EBM zu erarbeiten …"
1. Januar 1996: letzte Reform des vorherigen EBM.
Mai 1998: Ablehnung des ersten EBM-Entwurfes ("EBM 2000") durch die Vertreterversammlung der KBV.
November 2000: Vorlage des ersten kompletten EBM-Entwurfs mit Punktwerten.
Mai 2004: Beschluss des Bewertungsausschusses, den EBM 2000plus zum 1. Januar 2005 in Verbindung mit einer zeitgleich in Kraft tretenden Mengensteuerung (morbiditätsbezogene Regelleistungsvolumina) einzuführen.
1. April 2005: Einführung des EBM 2000plus ohne die Regelleistungsvolumina.
Neben notwendiger Anpassungen an den medizinischen Fortschritt seit der letzten EBM-Reform 1996 haben auch grundsätzlich neue Konzepte im EBM 2000plus Aufnahme gefunden.
So wird die vom Gesetzgeber geforderte Trennung in einen haus- und einen fachärztlichen Versorgungsbereich auch in der Honorierung vollzogen. Hausärzte dürfen keine fachärztlichen Ziffern abrechnen und umgekehrt.
Es gibt ein kleines Kapitel der Leistungen, die von allen Ärzten abrechenbar sind. Hausbesuche stehen in diesem Kapitel, und auch Notfallleistungen (Wiederbelebung).
Viele bisher einzeln bewertete Leistungen sind zu Komplexen und Pauschalen zusammengefasst. Beispiel: der Ordinationskomplex beinhaltet neben dem persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt bereits viele bisher gesondert abzurechnende Leistungen, z. B. die symptombezogene Untersuchung, die Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und die Untersuchung der Prostata.
Eine Altersgewichtung dieses Ordinationskomplexes soll dem unterschiedlichen Aufwand in Abhängigkeit vom Patientenalter Rechnung tragen. So wird er im Bereich hausärztlicher Versorgung mit 145 (6.-59. Lebensjahr) bis 225 Punkten (ab 60. Lebensjahr) bewertet.
Gleiche Leistungen werden je nach Arztgruppenzugehörigkeit teilweise sehr unterschiedlich bewertet. Beispiel: der Ordinationskomplex (ab 60. Lebensjahr) wird im Bereich hausärztliche Versorgung mit 225 Punkten, im fachärztlichen Versorgungsbereich Innere Medizin hingegen mit 230 Punkten bewertet. Wenn dabei noch eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt und ein Elektrokardiogramm (EKG) angefertigt werden, so können im hausärztlichen Bereich zusätzlich 300 Punkte für den Ganzkörperstatus und 220 Punkte für das EKG abgerechnet werden, insgesamt also 745 Punkte. Im fachärztlichen Bereich bleibt es bei 230 Punkten, da Ganzkörperstatus und EKG im Ordinationskomplex enthalten sind.
Bestimmte Leistungen werden exklusiv der haus- oder fachärztlichen Versorgungsebene und innerhalb des fachärztlichen Bereichs den einzelnen Fachgebieten zugeordnet. Beispiel: die Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie) ist im EBM 2000plus nur noch für Fachärzte der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Lungenheilkunde (Pneumologie) abrechenbar."
[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/EBM_2000plus. -- Zugriff am 2006-01-24]
Vorteile des neuen EBM
Mit dem neuen EBM verfolgte Ziele konnten weitgehend erfüllt werden
Ziele Ansatz im EBM 2000plus
Betriebswirtschaftliche Bewertung der Leistungen Bewertung der Leistungen getrennt nach Arztleistung (AL) und Technikleistung (TL):
Bewertung AL über kalk. Arztlohn
Bewertung TL über Kostenumlageverfahren
Transparenz der Versorgungsstrukturen
Arztgruppenspezifische EBMs
genehmigungs- und/oder zusatzbezeichnungspflichtige Leistungen
Kontrolle der Mengendynamik durch Komplexierung Komplexierungs- bzw. Pauschalierungsgrad im neuen EBM relativ hoch:
über 60% des Leistungsbedarfes
über 50% der Positionen
Abbildung von Morbidität und Innovation Morbiditätsdifferenzierung von Leistungen:
über Ordinationskomplexe nach Alter
z. T. direkt über diagnose- bzw. symptombezogene Komplexe
[Quelle: http://www.ebm2000plus.de/29.html. -- Zugriff am 2006-01-24]
Siehe unten: Anhang A: Für den Hausarzt wichtige EBM 2000plus-Abrechnungsnummern mit Beispielberechnungen
"Bewertungsausschuss/Erweiterter Bewertungsausschuss
Der Bewertungsausschuss ist das Gremium, welches den EBM beschließt. Er setzt sich aus Vertretern der Spitzenverbände der Krankenkassen und der KBV paritätisch zusammen.
Kann der Bewertungsausschuss sich nicht einigen, oder kommt ein Beschluss nur teilweise zustande, wird der Bewertungsausschuss um einen unparteiischen Vorsitzenden sowie vier weitere unparteiische Mitglieder erweitert (Erweiterter Bewertungsausschuss). Die Beschlüsse des Erweiterten Bewertungsausschusses können mehrheitlich getroffen werden und sind bindend."
[Quelle: http://www.ebm2000plus.de/glossar_bewertungsausschuss.asp. -- Zugriff am 2006-01-24]
"Kalkulatorischer Arztlohn
Der kalkulatorische Arztlohn wurde durch den erweiterten Bewertungsausschuss auf rund 95.500 Euro pro Jahr festgesetzt. Er orientiert sich an einem Gehalt der Vergütungsgruppe 1a des Bundesangestelltentarifs (BAT) und berücksichtigt die Arbeitgeberanteile zu den Sozialversicherungen sowie sonstige Lohnnebenkosten der Arbeitgeber. Da die dem BAT zugrundeliegende Jahresarbeitszeit niedriger ist als die im EBM 2000plus angenommene Jahresarbeitszeit eines freiberuflich tätigen Arztes, wurde der im BAT ausgewiesene Betrag entsprechend hochgerechnet."
[Quelle: http://www.ebm2000plus.de/glossar_arztlohn.asp. -- Zugriff am 2006-01-24]
"Arztminute
Die Bewertung der Leistungen des EBM 2000plus setzt sich grundsätzlich zusammen aus der Teilbewertung des ärztlichen Leistungsanteils (AL) und der Teilbewertung des technischen Leistungsanteils (TL). Grundlage des TL-Anteils bilden untersuchungsraumbezogene Kostenstellen, deren Kalkulationsgrundlagen im Rahmen von Kostenerhebungen ermittelt wurden. Erst die Summation beider Anteile bestimmt die Höhe der zeitbezogenen Vergütung.
Der Erweiterte Bewertungsausschuss, als Schlichtungsgremium, hat bei seiner Beratung zum EBM 2000plus einen Betrag von durchschnittlich 77,9 Eurocent pro Minute für die kalkulatorische Arztminute festgesetzt. Zu seiner Entscheidung zog der Erweiterte Bewertungsausschuss ein Arztgehalt nach Bundesangestelltentarif (BAT) der Vergütungsgruppe 1a sowie die kalkulatorische Arbeitszeit eines Vertragsarztes von 51 Wochenstunden heran.
Der Betrag von 77,9 Eurocent entspricht jedoch keinesfalls der Vergütung, die einem Vertragsarzt für die Erbringung von Leistungen des EBM 2000plus pro Minute zusteht. Die kalkulatorische Arztminute repräsentiert lediglich den „Arztlohnanteil'” in der Bewertung einer Leistung."
[Quelle: http://www.ebm2000plus.de/glossar_arztminute.asp. -- Zugriff am 2006-01-24]
"Leistungsbewertung/Bewertung/Bewertungssystematik
Die Leistungsbewertung im EBM wird durch zwei Säulen bestimmt: Einen Bewertungsanteil für die originären ärztlichen Leistungen (AL) und einen Bewertungsanteil für den mit der Leistungserbringung notwendigen technischen Anteil (TL). Beide zusammen ergeben die Punktzahl, wie sie im EBM ausgewiesen wird."
[Quelle: http://www.ebm2000plus.de/glossar_leistungsbewertung.asp. -- Zugriff am 2006-01-24]
"Kopfpauschalen
Unverändert entrichten die Krankenkassen zur Vergütung der ambulanten ärztlichen Leistungen Kopfpauschalen an die Kassenärztlichen Vereinigungen. Nur für ausgewählte Leistungen bestehen hiervon abweichende Regelungen, die sich aber regional unterscheiden können.
Ab dem Jahr 2007 wird es durch die Umstellung der Vergütungssystematik auf eine morbiditätsorientierte Vergütung zu einem Wegfall der Kopfpauschalen kommen."
[Quelle: http://www.ebm2000plus.de/glossar_kopfpauschalen.asp. -- Zugriff am 2006-01-24]
"Morbidität
Morbidität (vom lateinischen Wort "morbidus" für "krank") ist ein "epidemiologisches" Krankheitsmaß. Es gibt die Krankheitshäufigkeit bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe an.
Die gebräuchlichsten Indikatoren für Morbididät sind
Punktprävalenz (Zahl der gegenwärtigen alten und neuen Krankheitsfälle bezogen auf einen definierten Zeitpunkt),
Periodenprävalenz (Zahl der gegenwärtigen alten und neuen Krankheitsfälle in einer gegebenen Zeitperiode) und
kumulative Inzidenz (Zahl der neuen Krankheitsfälle in einer gegebenen Zeitperiode).
Wichtigste bevölkerungsbezogene Datenquellen für die Erfassung der Morbididät sind "Surveys" und Krankheitsregister, eingeschränkt auch administrative Daten.
Im Kontext der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) spielt die Morbidität unter anderem in Bezug auf den Risikostrukturausgleich eine Rolle. Der Risikostrukturausgleich sieht Ausgleichszahlungen zwischen den gesetzlichen Krankenkassen vor, weil die einzelnen Kassen unter anderem aufgrund der unterschiedlichen Alters- und Einkommensstruktur ihrer Versicherten unterschiedlich hohe finanzielle Lasten zu tragen haben. Seit 2002 werden bei der Bewertung dieser "Risikostruktur" der Krankenkassen auch die Risikobelastungen berücksichtigt, die von einer überdurchschnittlich hohen Zahl chronisch kranker Versicherter ausgehen.
Zu diesem Zweck werden für die chronisch kranken Versicherten, die in strukturierte Behandlungsprogramme eingeschrieben sind, im Risikostrukturausgleich gesonderte Versichertengruppen gebildet. Bis 2007 soll der Risikostrukturausgleich morbiditätsorientiert weiterentwickelt werden. Dann werden gesunde und kranke Versicherte entsprechend ihrem jeweiligen Gesundheitszustand und dem damit für die Krankenkasse verbundenen Ausgabenrisiko unterschiedlich berücksichtigt.
Die Berücksichtigung der Morbiditätsunterschiede führt dazu, dass Krankenkassen nicht mehr einfach dadurch ihre Ausgaben und damit ihre Beitragssätze niedrig halten können, indem sie vor allem gesunde Versicherte an sich binden. Insofern bedeutet dies eine Angleichung der Wettbewerbsbedingungen und eine Stärkung der Solidarität der Kassen untereinander.
Zeitgleich mit der Einführung des direkt morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs werden sich auf der Grundlage des GKV-Modernisierungsgesetzes ab 2007 auch die Vergütungsstrukturen für ambulante ärztliche Leistungen ändern. Die bisher zwischen den Krankenkassenverbänden und den Kassenärztlichen Vereinigungen vereinbarten Honorarbudgets werden ab 1. Januar 2007 durch Vereinbarungen über den mit der Zahl und der Morbiditätsstruktur der Versicherten einer Krankenkasse jeweils verbundenen Behandlungsbedarf abgelöst. Zu erwarten ist deshalb, dass zukünftig die Krankenkassen, deren Versicherte im Vergleich zu den Versicherten anderer Krankenkassen einen relativ höheren Behandlungsaufwand aufweisen, auch höhere Honorarsummen an die Kassenärztlichen Vereinigungen zu entrichten haben."
[Quelle: http://www.die-gesundheitsreform.de/glossar/morbiditaet.html. -- Zugriff am 2006-01-24]
"Honorarverteilungsmaßstab/-vertrag (HVM/HVV)
Die Kassenärztliche Vereinigung verteilt die Gesamtvergütung an die Vertragsärzte und -therapeuten. Sie wendet hierbei einen Honorarverteilungsmaßstab (HVM) an. Der Honorarverteilungsmaßstab ist ab dem 1. Juni 2004 zwischen der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung, den Landesverbänden der Krankenkassen und den Verbänden der Ersatzkassen gemeinsam und einheitlich zu vereinbaren. Aufgrund der notwenigen Vereinbarung des Honorarverteilungsmaßstabes wird nunmehr vielfach auch vom Honorarverteilungsvertrag (HVV) gesprochen."
[Quelle: http://www.ebm2000plus.de/glossar_verteilungsmasstab.asp. -- Zugriff am 2006-01-24]
Nach EBM 2000plus sowie GOÄ werden Gesamtvergütungen sowohl für die persönliche Leistung des Arztes als auch für seine Betriebsausgaben (Allgemeinkosten und fallbezogenen Kosten) bezahlt. Der Bruttoverdienst des Arztes ergibt sich also erst aus der Gesamtheit der Einnahmen minus dieser Kosten.
Das Nettoeinkommen des Arztes berechnet sich also so:
Einnahmen aus selbständiger ärztlicher Tätigkeit (gesetzliche Krankenversicherung + Privatabrechnung)
minus: Betriebsausgaben
= Überschuss (Bruttoeinkommen)
minus: Zahlungen für Vorsorge (Rente, Versicherungen) und Einkommenssteuer
= monatlich verfügbares Einkommen aus selbständiger ärztlicher Tätigkeit (Nettoeinkommen)
Für 2001 liegen für Allgemeinärzte folgende Daten vor:
Abb.: Finanzlage der Allgemeinärzte, alte Bundesländer, 2001
[Bildquelle: http://www.zi-berlin.de/wirt_arztpraxis/downloads/KSA_2001_zi_webseite_m51006.pdf. -- Zugriff am 2006-02-15]
Die wichtigsten Betriebsausgaben sind:
"Ab 1. Juli 2004 gilt folgende Gehaltstabelle für vollbeschäftigte Arzthelferinnen:
1. - 3. 1.322,14 EURO - - -
4. - 6. 1.443,57 EURO 1.516,12 EURO - -
7. - 10. 1.565,02 EURO 1.643,87 EURO 1.722,19 EURO 1.878,33 EURO
11. - 16. 1.655,96 EURO 1.739,01 EURO 1.821,56 EURO 1.987,14 EURO
17. - 22. 1.762,67 EURO 1.852,04 EURO 1.939,84 EURO 2.115,41 EURO
ab dem 23. 1.869,39 EURO 1.962,96 EURO 2.056,01 EURO 2.242,63 EURO
Tätigkeitsgruppe I: Ausführen von Tätigkeiten nach Anweisungen, wobei Fach- kenntnisse vorausgesetzt werden, wie sie durch eine abgeschlossene Berufsausbildung als Arzthelferin mit der Prüfung vor der Ärztekammer erworben werden.
Tätigkeitsgruppe II: Ausführen von Tätigkeiten nach allgemeinen Anweisungen, wobei vertiefte Fachkenntnisse vorausgesetzt werden, die über die Anforderungen in Gruppe I hinaus erworben worden sind. Es werden 3 Berufsjahre vorausgesetzt.
Tätigkeitsgruppe III: Weitgehend selbständiges Ausführen von Tätigkeiten, die gründliche Fachkenntnisse und mehrjährige Erfahrungen sowie Fortbildung oder die Aneignung zusätzlicher Kenntnisse auf einem bestimmten Gebiet erfordern und die in der Regel mit Übernahme von besonderer Verantwortung verbunden sind. Es werden 6 Berufsjahre vorausgesetzt.
Tätigkeitsgruppe IV: Selbständiges Ausführen von Tätigkeiten, die besondere Anforderungen an das fachliche Können und das Verantwortungsbewusstsein stellen und die in der Regel mit Leitungsfunktionen (Personalführung, Weisungsbefugnisse) verbunden sind."
[Quelle: Gehaltstarifvertrag für Arzthelferinnen. -- Gültig ab 01.07.2004. -- http://www.bundesaerztekammer.de/30/Fachberufe/10Arzthelfer/Tarifvertraege/05Gehaltstarifvertrag.html. -- Zugriff am 2006-02-15]
auswärtige Erledigung der Lohnabrechnung, Steuerabgabe und Sozialversicherung für das Personal
Kosten für Fortbildung, Fachliteratur (Zeitschriften, Bücher, elektronische Medien)
Kosten für Qualitätsmanagement, Zertifizierung
Miete bzw. Erhaltungskosten und Abschreibung der Praxisräume
Instandhaltung und Reparatur der Praxisräume
Strom, Telefon, Datenfernübertragung
EDV und Praxissoftware (inklusive Wartung und ständiges Upgrade)
Geräte-TÜV und Eichung
Wartungskosten und Abschreibung für einen stets betriebsbereiten PKW
Neuanschaffungen von Geräten, EDV-Hardware, PKW usw. (Investitionen)
Verbandmaterial, bestimmte Arzneimittel (werden bei Kassenpatienten teilweise als "Sprechstundenbedarf" bezahlt)
Einmalartikel (Nadeln, Spritzen), Laborbedarf, Reagenzien, Handschuhe ...
sonstiger Bedarf (Reinigungsmittel, Wäsche ... )
Ich denke, die Ausführungen oben und die Beispielberechnungen unter A0 zeigen, dass verantwortungsbewusste Hausärzte ein moderater Kostenfaktor für die Krankenkassen sind. Das Brutto- bzw. Nettoeinkommen der meisten Hausärzte weist meines Erachtens ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis auf. Bedenkt man die langen Arbeitszeiten, die Präsenz fast rund um die Uhr, die körperliche und psychische Beanspruchung, den wegen der langen Ausbildung späten Berufseintritt, dann stehen Hausärzte verglichen mit anderen Berufsgruppen als moderate Einkommensempfänger da. Wegen des Einkommens wird wohl kaum jemand lange ein guter und zufriedener Hausarzt sein. Ein noch so hohes Honorar kann nur kurzfristig Freude bereiten, da man sich schnell an den höheren Lebensstandard gewöhnt und nach immer mehr strebt. Negative diesbezügliche Beispiele aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen (und auch bei manchen Chefärzten) sind allgemein bekannt.
Die Motivation muss von innen kommen. Der Beruf muss Freude machen und Lebenserfüllung bieten. Deshalb wäre es so wichtig, hier zu reformieren und die menschengemachten Faktoren der Enttäuschung und Demotivation (Bürokratie, Gängelei usw.) so weit möglich zu reduzieren. Sonst verdrießt man die innerlich motivierten Hausärzte und treibt sie in die innere Emigration, in psychische Erkrankungen oder aus dem Beruf. Ob man außerdem bei solch demotivierenden Arbeitsbedingungen guten Hausärztenachwuchs gewinnen will, erscheint fraglich.
Das derzeitige Honorarsystem im Bereich der GKV ist komplex und undurchsichtig. Die Vergütung nach erbrachten Leistungen ist weitgehend durch Pauschalen ersetzt. Durch die Gesamtbudgetierung mit wechselndem Punktwert entsteht der Eindruck, dass man am Ende des Quartals nicht mehr für seine Leistungen vergütet wird.
Die "sprechende Medizin" und die haus-ärztliche Betreuung werden im Vergleich zur "apparativen Medizin" unterbezahlt.
Es ist nicht nachvollziehbar, dass Gemeinschaftspraxen nach EBM 2000plus für dieselbe Leistung eine höhere Punktzahl erhalten.
Die Abrechnung erfolgt immer noch starr quartalsweise, obwohl die heutige EDV-Technik flexiblere und leistungsnähere Vorgehensweisen ermöglicht.
Zur Zeit besteht in fast allen Praxen bzw. Kliniken eine Querfinanzierung der Kassenpatienten durch die Privatpatienten. In Bereichen mit wenig Privatpatienten sind Praxen daher unterfinanziert. Deswegen findet man z.B. für die neuen Bundesländer oder die Schwäbische Alb kaum Praxisnachfolger, da die alleinigen Praxiseinnahmen durch die GKV-Patienten nicht mehr rentabel sind.
Trotz Pauschalisierung gibt es Möglichkeiten, die Abrechnungen zu "optimieren". Zwar ist im EBM 2000plus an vielen Stellen ersichtlich, dass erfahrene Prüfärzte beteiligt waren, dennoch ist (und war es schon immer) ungerecht, dass Praxen, die sich in erster Linie um die Patienten und weniger um die Möglichkeiten der "Praxissoftware" kümmern, finanziell benachteiligt sind.
Da die "Freiberuflichkeit" des Arztes im GKV-Bereich aufgrund des ständigen Rationierungsdrucks immer mehr zur Farce wird , wäre zu überlegen, ob die Ärzte zu KV-Angestellten werden könnten, anstatt — wie befürchtet — demnächst ferngesteuerte Krankenkassensklaven zu werden? Das leidige Problem der Arzthonorierung ist derzeit so kompliziert, dass sicherlich höchstens eine Handvoll Menschen den Durchblick haben. Darum könnte ich mir eine feste Honorierung vorstellen. Diese könnte nach Patientenzahl gestaffelt sein, aber niemals einer Kopfpauschale entsprechen, wie es der Hausarztverband fordert. Das würde nur zu einer unwürdigen Patientensammelei, aber nicht zu mehr Qualität führen! Das Gehalt könnte neben einem Grundgehalt je etwa 100 Patienten gestaffelt sein, sollte aber nur bis etwa 1000 Patienten pro durchschnittlichen Hausarzt proportional steigen (darüber Abstaffelung). Mehr Patienten sind auf Dauer für die Versorgung oder für den Arzt bzw. dessen Familie nicht zuträglich. Ob und wie diese Bezahlung mit Lebensalter und Berufserfahrung ansteigen soll, müsste noch geklärt werden, jedenfalls würden damit die meisten Beschwerden der Ärzte über fehlende Planungssicherheit und unübersichtliche Abrechnungsbürokratie wegfallen. Auch dem Stadt - Landgefälle könnte durch die unterschiedlich hohen Lebenshaltungskosten bei gleichem Lohn für gleiche Leistung ohne Probleme begegnet werden. Kleinere Stadtpraxen könnten ihre Nachteile (weniger Patienten, höhere Kosten) durch den höheren Anteil an Privatpatienten ausgleichen. Gemeinschaftspraxen dürften allerdings nicht mit dem Faktor 2 bedacht werden, da ja meistens der zweite Partner nur als mithelfender Kollege fungiert. Dem Vorwurf der Ungerechtigkeit durch "faule" Kollegen könnte mithilfe eines analog zum Straßenverkehr noch zu schaffenden Bußgeldkatalogs für unärztliches Verhalten begegnet werden; und im übrigen würden in den Verwaltungen und bei den Anbietern von Programmen zur Abrechnungsoptimierung so viel Gelder eingespart werden, dass das durchschnittliche Arztgehalt sicher akzeptabel ausfallen könnte.
Absolute Gerechtigkeit bei der Honorierung einer Dienstleistung wird und kann es nie geben. Außerdem fördert gerade ein komplexes Punktesystem mit variabler Vergütung den sogenannten Hamsterradeffekt, d.h. höhere Punktanforderungen werden anteilsmäßig immer schlechter honoriert und der Einzelne hat keine Chance, diesen Negativ-Effekt zu stoppen. Daher wäre eine pauschale Honorierung nicht ungerechter als das jetzige System, denn die unwissentlich zu wenig abrechnenden Kollegen (die Abrechnungsoptimierungsseminare nicht besuchen) werden sich wohl mit denjenigen, die wissentlich mehr Punkte abrechnen, in etwa die Waage halten).
Abrechnen leicht gemacht! / Heidi Reimers ; Karl-Werner Ratschko (Hrsg.). -- 2. Aufl. -- Hannover : Schlütersche, 2005. -- 120 S. : Ill. -- (Die Arzthelferin). -- ISBN 3-89993-604-3. -- {Wenn Sie HIER klicken, können Sie dieses Buch bei amazon.de bestellen}
Nicht aufgeführt sind hier Laborleistungen und andere Leistungen (für z.B. Vorsorgeuntersuchungen oder Wundversorgungen), da dies in kurzer Form nicht übersichtlich dargestellt werden kann und viele Sonderregelungen gelten. Laborleistungen z.B. stellen fast nur Aufwandsentschädigungen dar.
Hier werden patientenbezogen einige typische Behandlungsfälle für ein ganzes Quartal (3 Monate) dargestellt. Einzelheiten kann man den Ausführungen zu den Abrechnungsnummern unten entnehmen.
Die Vergütungsbeträge sind nicht der Verdienst des Hausarztes, sondern Praxiseinnahmen. Mit ihnen sind alle Praxiskosten (Personal usw.) zu bezahlen. Erst nach Abzug all dieser Kosten hätte man den Bruttoverdienst des Hausarztes.
Bei den Berechnungsbeispielen wurde vorausgesetzt, dass sie nicht unter die Deckelung des Praxisbudgets fallen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben verschiedene Methoden, aufgrund der Patientenzahl und ihres Morbiditätsprofils Obergrenzen für die voll bezahlte Punktezahl einer Praxis zu berechnen. Übersteigt ein Hausarzt diese Grenze, werden die darüberliegenden Punkte bedeutend geringer oder überhaupt nicht vergütet. Sowohl der aktuelle Geldwert eines Punktes als auch die Deckelung werden erst nach Vorliegen der Abrechnungen aller Ärzte bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung berechnet, sodass der Arzt erst im Nachhinein (in der Regel nach 4 bis 5 Monaten) weiß, wie und in in welcher Degression die Punkte vergütet werden.
Für die Berechnung der Vergütung in Euro wurden folgende Werte gegenübergestellt:
Der Punktwert von 5,11 Cent, der der kalkulatorischen Arztminute als Grundlage für die Zuordnung der Punkteanzahl zu den Leistungen nach EBM zugrundeliegt, aber nicht bezahlt wird.
Die Punktwerte, wie sie von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Bezirksdirektion Reutlingen für das 3. Quartal 2005 faktisch vergütet wurden, und zwar
für die AOK (Allgemeine Ortskrankenkassen)
für die Ersatzkassen (EK)
Für das 3. Quartal 2005 wurden von der genannten Kassenärztlichen Vereinigung fachspezifisch für die Gruppe der Hausärzte folgende Punktwerte vergütet:
Punktwert AOK
Punktwert Ersatzkasse
Hausärztliche Grundversorgung (EBM 03000) 4,85 Cent 4,85 Cent
Vorsorgeuntersuchungen 4,86 Cent 4,77 Cent
Leistungen im Notfall und im organisierten ärztlichen Not(fall)dienst 5,11 Cent 5,11 Cent
Alle Übrigen (soweit nicht Festbeträge oder Sonderregelungen) 3,71 Cent 3,31 Cent
Beispiel 1: Mann, 27 Jahre, grippaler Infekt, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, einmaliger Sprechstundenkontakt
Punktwert 5,11 Cent
03000 Hausärztliche Grundvergütung 90 4,60€ 4,37€ 4,37€
03005 Versorgungsbereichsspezifische Bereitschaft 320 16,35€ 11,87€ 10,59€
03111 Ordinationskomplex 6.- 59. Lebensjahr 145 7,41€ 5,38€ 4,80€
Total 555 28,36€ 21,62€ 19,76€
Beispiel 2: Mann, 57 Jahre, AOK, diverse nicht chronische Erkrankungen, viermaliger Sprechstundenkontakt, Behandlung/Beratung jeweils bis 10 Minuten, bei einem Kontakt Grippeimpfung
03000 Hausärztliche Grundvergütung 90 4,60€ 4,37€
03005 Versorgungsbereichsspezifische Bereitschaft 320 16,35€ 11,87€
03111 Ordinationskomplex 6.- 59. Lebensjahr 145 7,41€ 5,38€
03115 3 x Konsultationskomplex 3 x 35 5,37€ 3,90€
89020 Impfung gegen Influenza (Virusgrippe) 156 (7,20€) 7,20€
Total 816 40,93€ 32,72€
Anmerkung: Impfungen haben Zusatznummern, für sie gelten Sonderverträge der KV mit den einzelnen Kassen, die Honorierung erfolgt außerhalb der budgetierten Gesamtvergütung. In obigem Fall zahlt die AOK für 89020 pro Punkt den Festbetrag 4,61 Cent.
Beispiel 3: Studierender, 21 Jahre, AOK, Auffrischimpfung gegen Tetanus (ohne Verletzung) und Beginn einer FSME-Grundimmunisierung
03115 Konsultationskomplex 35 1,79€ 1,30€
89090 Impfung gegen Wundstarrkrampf (sofern keine Verletzung vorliegt) 156 (7,20€) 7,20€
89110 Impfung gegen Frühsommermeningo-Enzephalitis (FSME) 156 (7,20€) 7,20€
89110 Zweite Impfung gegen Frühsommermeningo-Enzephalitis (FSME) 156 (7,20€) 7,20€
Total 503 46,13€ 40,44€
Anmerkung: Impfungen haben Zusatznummern, für sie gelten Sonderverträge der KV mit den einzelnen Kassen, die Honorierung erfolgt außerhalb der budgetierten Gesamtvergütung. In obigem Falle einer Impfung durch den Arzt kann 03115 im Sinne eines Arzt-Patienten-Kontakts angesetzt werden. In diesem Fall (nur Impfung) muss der Patient keine Praxisgebühr bezahlen.
Beispiel 4: Frau, 62 Jahre, einmaliger Sprechstundenkontakt, Beratung 35 Minuten
03112 Ordinationskomplex ab 60. Lebensjahr (enthält Beratung von 10 Minuten) 225 11,50€ 8,35€ 7,45€
03120 2 x Beratung, Erörterung, Abklärung, Dauer mindestens 10 Minuten 2 x 150 15,34€ 11,14€ 9,94€
Total 935 47,79€ 35,73€ 32,35€
Beispiel 5: Frau, 72 Jahre, verschiedene Beschwerden, Diagnose: schwere degenerative Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen, zehnmaliger Sprechstundenkontakt, Behandlung/Beratung jeweils bis 10 Minuten, einmal davon Nachtberatung (0 Uhr 30) wegen starker Schmerzen
03112 Ordinationskomplex ab 60. Lebensjahr 225 11,50€ 8,35€ 7,45€
03211 Behandlung und Betreuung eines Patienten mit chronisch-degenerativer und/oder entzündlicher Erkrankung(en) des Bewegungsapparates 355 18,14€ 13,17€ 11,75€
03115 9 x Konsultationskomplex 9 x 35 16,11€ 11,70€ 10,44€
01101 Unvorhergesehene Inanspruchnahme II (0:30) 800 40,88€ 29,68€ 26,48€
Total 2105 87,58€ 79,14€ 71,08€
Beispiel 6: Mann, 65 Jahre, Diabetes mellitus, AOK, fünfmaliger Sprechstundenkontakt, DMP-Kontrolluntersuchung (aus Vereinfachungsgründen werden die Laborziffern nicht aufgeführt)
03112 Ordinationskomplex ab 60. Lebensjahr 225 11,50€ 8,35€
03115 4 x Konsultationskomplex 4 x35 7,16€ 5,20€
03210 Behandlung und Betreuung eines Patienten mit chronisch-internistischer Grunderkrankung(en) 455 23,25€ 16,88€
99912 DMP-Folgedokumentation (Festbetrag) (8,00€) 8,00€
99913 DMP-Betreuungspauschale (Festbetrag) (10,00€) 10,00€
Total 1005 80,86 64,67€
Beispiel 7: Frau, 94 Jahre, Zustand nach Schlaganfall mit Halbseitenlähumg, Pflegefall, Mitversorgung durch Sozialstation, 6 Hausbesuche
01410 Besuch eines Kranken, wegen der Erkrankung ausgeführt 400 20,44€ 14,84€ 13,24€
03001 Koordination der hausärztlichen Betreuung 835 42,67€ 30,98€ 27,64€
03115 5 x Konsultationskomplex 5 x35 8,95€ 6,50€ 5,80€
01410 5 x Besuch eines Kranken, wegen der Erkrankung ausgeführt 5 x 400 102,20€ 74,20€ 66,20€
01420 Prüfung der häuslichen Krankenpflege 250 12,78€ 9,28€ 8,28€
99100 6 x Wegepauschale AOK (Festbetrag 3,40€) (20,40€) 20,40€
40220 bzw. 6 x Wegepauschale Ersatzkasse (Festbetrag 3,20€) 19,20€
Total 6295 239,89€ 180,79€ 162,77€
Beispiel 8: Mann, 101 Jahre, Zustand nach apoplektischem Insult mit Hemiparese, 8malige Visite im Pflegeheim
01413 Besuch eines weiteren Kranken 195 9,96€ 7,23€ 6,45€
03115 7 x Konsultationskomplex 7 x 35 12,53€ 9,10€ 8,12€
01413 7 x Besuch eines weiteren Kranken 7 x 195 69,72€ 50,61€ 45,15€
03002 Koordination der hausärztlichen Betreuung eines Kranken entspr. der Leistung nach der Nr. 03001 bei Versorgung in beschützenden Wohnheimen / Pflege- und Altenheimen 380 19,42€ 14,10€ 12,58€
Total 2820 144,08€ 105,63€ 94,71€
Beispiel 9: 61 jähriger multimorbider Patient, Diagnose: unklare Bauchschmerzen; Organisierter Notfalldienst, Hausbesuch, 23:00 Uhr, ausführliches Gespräch mit Patient und Angehörigen über weiteres Vorgehen (25 Minuten)
01210 Ordinationskomplex im organisierten Not(fall)dienst 500 25,55€ 25,55€ 25,55€
01411 Dringender Besuch I 1200 61,32€ 61,32€ 61,32€
13220 Beratung, Erörterung, Abklärung im Notfall und im organisierten Not(fall)dienst 235 12,01€ 12,01€ 12,01€
40226 Pauschale für Besuche im Kernbereich, bis zu 2 km, bei Nacht, Ersatzkasse (Festbetrag) 6,30€
99101 bzw. Pauschale Nachtbesuch, AOK (Festbetrag) (6,20€) 6,20€
Total 1935 105,08€ 105,08€ 105,18€
Beispiel 10: 32 jähriger Patient, schwere Lumbalgie, bewegungsunfähig, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, organisierter Notfalldienst am Sonntagnachmittag
99100 Wegepauschale, AOK (Festbetrag) 3,40€ 3,40€
40220 bzw. Wegepauschale Kernbereich, Ersatzkasse (Festbetrag) 3,20€
Total 1700 90,27€ 90,27€ 90,07€
Beispiel 11: 32 jähriger Patient, schwere Lumbalgie, bewegungsunfähig, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, Erstkontakt im Quartal, Sonntagnachmittag außerhalb organisiertem Notfalldienst
01411 Dringender Besuch I 1200 61,32€ 44,52€ 39,72€
99100 Wegepauschale AOK (Festbetrag) 3,40€ 3,40€
1755 93,08 69,51€ 62,68€
03000 Hausärztliche Grundvergütung
Hausärztliche Grundvergütung gemäß § 87 Abs. 2a SGB V für
die Koordination diagnostischer, therapeutischer und pflegerischer Maßnahmen, insbesondere auch mit anderen behandelnden Ärzten, nichtärztlichen Hilfen und flankierenden Diensten,
die Einleitung präventiver und rehabilitativer Maßnahmen sowie die Integration nichtärztlicher Hilfen und flankierender Dienste in die Behandlungsmaßnahmen,
die Erhebung von Behandlungsdaten und Befunden bei anderen Leistungserbringern und Übermittlung erforderlicher Behandlungsdaten und Befunde an andere Leistungserbringer, sofern eine schriftliche Einwilligung des Versicherten, die widerrufen werden kann, vorliegt,
die Dokumentation, insbesondere Zusammenführung, Bewertung und Aufbewahrung der wesentlichen Behandlungsdaten,
Abrechnungsbestimmung: einmal im Behandlungsfall
Anmerkung: Die Dokumentation der ggf. erfolgten schriftlichen, widerrufbaren Einwilligung des Versicherten zur Erhebung, Dokumentation und Übermittlung von Behandlungsdaten und Befunden an andere Leistungserbringer erfolgt nach Maßgabe der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung auf der Grundlage des § 73 SGB V und verbleibt beim Hausarzt.
Von der Grundvergütung für Hausärzte gemäß § 73 Abs. 1a SGB V sind nachfolgende Behandlungsfälle ausgenommen: Behandlungsfälle, die auf dem Abrechnungsschein für ärztlichen Notfalldienst, Urlaubs- bzw. Krankheitsvertretung (Muster 19a-c) zur Abrechnung gelangen; Behandlungsfälle, in denen ausschließlich Auftragsleistungen zur Abrechnung gelangen; Behandlungsfälle, in denen eine oder mehrere Leistungen des Abschnitts 35.2 zur Abrechnung gelangen.
03005 Versorgungsbereichsspezifische Bereitschaft
Abrechnungsbestimmung: einmal im Behandlungsfall (kurativ-ambulant)
Anmerkung: Die Leistung nach der Nr. 03005 ist im Notfall und im organisierten Not(fall)dienst nicht berechnungsfähig.
03110, 03111, 03112 Ordinationskomplex
Obligater Leistungsinhalt: Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
Fakultativer Leistungsinhalt: Betreuung und Behandlung bis zu 10 Minuten Dauer, In Anhang 1 aufgeführte Leistungen,
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 03115
03110 Ordinationskomplex bis 5. Lebensjahr: Punkte: 155
03111 Ordinationskomplex 6.- 59. Lebensjahr: Punkte: 145
03112 Ordinationskomplex ab 60. Lebensjahr: Punkte: 225
03115 Konsultationskomplex
Obligater Leistungsinhalt: Weiterer persönlicher oder anderer Arzt-Patienten-Kontakt gemäß 4.1 und 4.1.1 der Allgemeinen Bestimmungen,
Abrechnungsbestimmung: je Arzt-Patienten-Kontakt
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 03110, 03111, 03112
03120 Beratung, Erörterung, Abklärung, Dauer mindestens 10 Minuten
Abrechnungsbestimmung: je vollendete 10 Minuten
Anmerkung: Die Leistung nach der Nr. 03120 ist im Notfall und im organisierten Not(fall)dienst nicht berechnungsfähig.
Bei der Nebeneinanderberechnung der Leistungen nach den Nrn. 03110 bis 03112 und 03120 ist eine Dauer der Arzt-Patienten-Kontaktzeit von mindestens 20 Minuten Voraussetzung für die Berechnung der Leistung nach der Nr. 03120.
Bei der Nebeneinanderberechnung diagnostischer bzw. therapeutischer Leistungen und der Leistung nach der Nr. 03120 ist eine mindestens 10 Minuten längere Arzt-Patienten-Kontaktzeit als in den entsprechenden Leistungen angegeben Voraussetzung für die Berechnung der Leistung nach der Nr. 03120.
01430 Verwaltungskomplex
Ausstellung von Wiederholungsrezepten ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt
und/oder Ausstellung von Überweisungsscheinen ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt
und/oder Übermittlung von Befunden oder ärztlichen Anordnungen an den Patienten im Auftrag des Arztes durch das Praxispersonal
Fakultativer Leistungsinhalt: Übermittlung mittels technischer Kommunikationseinrichtungen
Anmerkung: Die Leistung nach der Nr. 01430 ist nicht neben anderen Leistungen und nicht mehrfach an demselben Tag berechnungsfähig.
03001 Koordination der hausärztlichen Betreuung
Koordination der hausärztlichen Betreuung bei Patienten mit mindestens einer der nachfolgenden Indikationen:
Hemiparese, spastische Di- oder Tetraplegie, Mehrfachbehinderung,
Komplexe zerebrale Dysfunktion bei Krankheiten der ICD-10-Codierungen: G10, G11, G12, G13, G80, zerebrale Anfallsleiden oder neurodegenerative bzw. metabolische bzw. muskuläre Systemerkrankung,
Chronische Psychose (Manie, Depression, Schizophrenie),
Erworbene und/oder angeborene schwere geistige und/oder körperliche Behinderung,
Chronische Niereninsuffizienz (Patienten mit einer dauerhaften endogenen Kreatinin-Clearance von unter 20 ml/min)
Obligater Leistungsinhalt: Kontinuierliche Betreuung, Anleitung und Führung der Bezugs- und Betreuungspersonen, Mindestens 2 Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall,
Anmerkung: Die Berechnung der Leistung nach der Nr. 03001 setzt die Angabe der ICD-10-Klassifikation voraus.
Abrechnungsausschluss: im Behandlungsfall 03002, 03210, 03211
03002 Koordination der hausärztlichen Betreuung eines Kranken entspr. der Leistung nach der Nr. 03001 bei Versorgung in beschützenden Wohnheimen / Pflege- und Altenheimen
Koordination der hausärztlichen Betreuung eines Kranken entsprechend der Leistung nach der Nr. 03001 bei Versorgung in
Beschützenden Wohnheimen bzw. Einrichtungen
oder Pflege- und Altenheimen mit Pflegepersonal,
Anmerkung: Die Berechnung der Leistung nach der Nr. 03002 setzt die Angabe der ICD-10-Klassifikation voraus.
Abrechnungsausschluss: im Behandlungsfall 03001, 03210, 03211
03210 Behandlung und Betreuung eines Patienten mit chronisch-internistischer Grunderkrankung(en)
Zwischenanamnese,
Fortlaufende Beratung zum Umgang mit der Grunderkrankung,
Mindestens 2 Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall,
Beratung der Bezugsperson(en),
Fortlaufende Überprüfung des häuslichen und familiären Umfeldes im Hinblick auf die Grunderkrankung,
Weitere konsiliarische Erörterung mit dem behandelnden Facharzt,
Leistung nach der Nr. 03311,
Leistung nach der Nr. 03312,
Leistung nach der Nr. 03320,
Leistung nach der Nr. 03330,
Anmerkung: Die Berechnung der Leistung nach der Nr. 03210 setzt die Angabe der ICD-10-Klassifikation voraus.
Abrechnungsausschluss: im Behandlungsfall 03001, 03002, 03211, 03311, 03312, 03313, 03320, 03330
03211 Behandlung und Betreuung eines Patienten mit chronisch-degenerativer und/oder entzündlicher Erkrankung(en) des Bewegungsapparates
Planung und Koordination der Arznei-, Heil- und Hilfsmittelversorgung unter besonderer Berücksichtigung des familiären und häuslichen Umfeldes,
Koordination der zu veranlassenden notwendigen bildgebenden Diagnostik,
Weitere konsiliarische Erörterung(en) mit dem behandelnden Facharzt,
Koordinationsmaßnahmen mit ggf. einbezogenen komplementären Heilberufen,
Anmerkung: Die Berechnung der Leistung nach der Nummer 03211 setzt die Angabe der ICD-10-Klassifikation voraus.
Abrechnungsausschluss: im Behandlungsfall 03001, 03002, 03210, 03311, 03312, 03313
02300 Kleiner operativer Eingriff I und/oder primäre Wundversorgung
Operativer Eingriff mit einer Dauer von bis zu 5 Minuten
und/oder Primäre Wundversorgung,
Anmerkung: Die Leistung nach der Nr. 02300 ist bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr nach der Leistung Nr. 31101 berechnungsfähig, sofern der Eingriff in Narkose erfolgt. Die Voraussetzungen gemäß § 115b SGB V müssen dabei nicht erfüllt sein.
Abrechnungsausschluss:
in derselben Sitzung 01741, 02301, 02302, 02311, 02321, 02322, 02323, 02330, 02331, 02340, 02341, 02342, 02343, 02350, 02360, 03331, 03332, 04331, 05320, 05330, 05331, 05340, 05341, 06331, 06332, 06340, 06350, 06351, 06352, 07310, 07311, 07330, 07340, 08311, 08320, 08330, 08331, 08332, 08333, 08334, 08340, 08341, 09310, 09315, 09316, 09317, 09350, 09351, 09360, 09361, 09362, 10320, 10322, 10324, 10340, 10341, 10342, 13257, 13550, 13551, 13662, 13663, 13670, 15310, 15321, 15322, 15323, 26320, 26321, 26322, 26323, 26324, 26325, 26330, 26340, 26341, 26350, 26351, 26352, 27332, 30601, 30610, 30611 13.3.3, 31.5.3, 18.3, 30.5, 34.5
im Behandlungsfall 02310, 02312, 10330, 34291
im Zeitraum von 21 Tagen nach Erbringung einer Leistung des Abschnitts 31.2 31.4
02301 Kleiner operativer Eingriff II und/oder primäre Wundversorgung mittels Naht
und/oder Eröffnung eines subcutanen Panaritiums oder einer Paronychie,
Anmerkung: Die Leistung nach der Nr. 02301 ist bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr nach der Leistung Nr. 31101 berechnungsfähig, sofern der Eingriff in Narkose erfolgt. Die Voraussetzungen gemäß § 115b SGB V müssen dabei nicht erfüllt sein.
in derselben Sitzung 01741, 02300, 02302, 02311, 02321, 02322, 02331, 02340, 02341, 02342, 02343, 02350, 02360, 03331, 03332, 04331, 05320, 05330, 05331, 05340, 05341, 06331, 06332, 06340, 06350, 06351, 06352, 07310, 07311, 07330, 07340, 08311, 08320, 08330, 08331, 08332, 08333, 08334, 08340, 08341, 09310, 09315, 09316, 09317, 09350, 09351, 09360, 09361, 09362, 10320, 10322, 10324, 10340, 10341, 10342, 13257, 13400, 13401, 13402, 13410, 13411, 13412, 13420, 13421, 13422, 13423, 13424, 13430, 13431, 13550, 13551, 13662, 13663, 13670, 15310, 15321, 15322, 15323, 18310, 18311, 18320, 18330, 18331, 18340, 26320, 26321, 26322, 26323, 26324, 26325, 26330, 26340, 26341, 26350, 26351, 26352, 30601, 30610, 30611, 31820, 31821, 31822, 31823, 31824, 31825, 31826, 31827, 31828, 31830, 31831, 34500, 34501, 34502 30.5
02510 Wärmetherapie
Mittels Packungen mit Paraffinen
und/oder Mittels Peloiden
und/oder Mittels Heißluft
und/oder Mittels Kurz-, Dezimeterwelle
und/oder Mittels Mikrowelle
und/oder Mittels Hochfrequenzstrom
und/oder Mittels Infrarotbestrahlung
und/oder Mittels Ultraschall mit einer Leistungsdichte von weniger als 3 Watt pro cm2,
Abrechnungsbestimmung: je Sitzung
03320 EKG — Elektrokardiographische Untersuchung
Obligater Leistungsinhalt: Mindestens 12 Ableitungen (Extremitäten und Brustwand)
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 03321; am Behandlungstag 31010, 31011, 31012, 31013, 31622, 31623, 31624, 31625, 31626, 31627, 31628, 31629; im Behandlungsfall 03210
03330 Spirographische Untersuchung
In- und exspiratorische Messung,
Graphische Registrierung
Abrechnungsausschluss: am Behandlungstag 31013; im Behandlungsfall 03210
03341 Hausärztlich-geriatrisches Basisassessment
Untersuchung von Funktions- und Fähigkeitsstörungen unter Berücksichtigung des kardiopulmonalen und/oder neuromuskulären Globaleindrucks mit Quantifizierung der Störung mittels standardisierter qualitätsgesicherter Testverfahren (z. B. Barthel-Index, PGBA, IADL nach Lawton/Brody, geriatrisches Screening nach LACHS),
Beurteilung der Sturzgefahr durch standardisierte Testverfahren (z. B. Timed "up & go", Tanden Stand, Esslinger Sturzrisikoassessment),
Beurteilung von Hirnleistungsstörungen mittels standardisierter Testverfahren (z. B. MMST, SKT oder TFDD),
Anleitung zur Anpassung des familiären und häuslichen Umfeldes an die ggf. vorhandene Fähigkeits- und Funktionsstörung,
Anleitung zur Anpassung des Wohnraumes, ggf. Arbeitsplatzes,
Abstimmung mit dem mitbehandelnden Arzt,
Anmerkung: Die Leistung nach der Nr. 03341 ist im Krankheitsfall höchstens zweimal berechnungsfähig.
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 03313; im Behandlungsfall 03314
01730 Krebsfrüherkennungs-Untersuchung bei der Frau
Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen bei der Frau gemäß Abschnitt B. 1. der Krebsfrüherkennungs-Richtlinien
Anmerkung: Fachärzte für Allgemeinmedizin können die Leistung nach der Nr. 01730 berechnen, wenn sie nachweisen, dass sie diese Leistung bereits vor dem 31.12.2002 abgerechnet haben oder über eine mindestens einjährige gynäkologische Weiterbildung verfügen. Die Leistung nach der Nr. 01730 umfasst die entsprechend der Änderung der Krebsfrüherkennungs-Richtlinien durch den Gemeinsamen Bundesausschuss vom 19. Juli 2005 entstehenden Zusatzkosten durch die Bürstenabstrichnahme.
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 01825
Bewertung Gesamt (Punkte) 370
01731 Krebsfrüherkennungs-Untersuchung beim Mann
Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen beim Mann gemäß Abschnitt C. 1. der Krebsfrüherkennungs-Richtlinien
01732 Gesundheitsuntersuchung
Untersuchung zur Früherkennung von Krankheiten gemäß den Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinien
01734 Untersuchung auf Blut im Stuhl
Untersuchung auf Blut im Stuhl gemäß Abschnitt B. 3. oder C. 2. der Krebsfrüherkennungs-Richtlinien, einschl. Kosten
Obligater Leistungsinhalt: Untersuchung auf Blut im Stuhl in drei Proben
Abrechnungsausschluss: im Behandlungsfall 32040, 40150
01100 Unvorhergesehene Inanspruchnahme I
zwischen 19:00 und 22:00 Uhr
Anmerkung: Die Leistung nach der Nr. 01100 ist nicht berechnungsfähig, wenn Sprechstunden vor 07:00 Uhr oder nach 19:00 Uhr stattfinden oder Patienten zu diesen Zeiten bestellt werden.Im Rahmen der unvorhergesehenen Inanspruchnahme des Vertragsarztes ist die Leistung nach der Nr. 01100 auch dann nur einmal berechnungsfähig, wenn es sich um eine Gruppenbehandlung handelt.Die Leistung nach der Nr. 01100 ist ausschließlich bei kurativer Behandlung berechnungsfähig.
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 01101, 01102, 01210, 01215, 01216, 01217, 01218, 01410, 01411, 01412, 01413, 01950, 01951
01101 Unvorhergesehene Inanspruchnahme II
zwischen 22:00 und 07:00 Uhr
Anmerkung: Die Leistung nach der Nr. 01101 ist nicht berechnungsfähig, wenn Sprechstunden vor 07:00 Uhr oder nach 19:00 Uhr stattfinden oder Patienten zu diesen Zeiten bestellt werden. Im Rahmen der unvorhergesehenen Inanspruchnahme des Vertragsarztes ist die Leistung nach der Nr. 01101 auch dann nur einmal berechnungsfähig, wenn es sich um eine Gruppenbehandlung handelt. Die Leistung nach der Nr. 01101 ist ausschließlich bei kurativer Behandlung berechnungsfähig.
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 01100, 01102, 01210, 01215, 01216, 01217, 01218, 01410, 01411, 01412, 01413, 01950, 01951
01102 Inanspruchnahme an Samstagen
Inanspruchnahme des Vertragsarztes an Samstagen zwischen 07:00 und 14:00 Uhr
Anmerkung: Im Rahmen der Inanspruchnahme des Vertragsarztes ist die Leistung nach der Nr. 01102 auch dann nur einmal berechnungsfähig, wenn es sich um eine Gruppenbehandlung handelt.
Die Leistung nach der Nr. 01102 ist nur dann neben der Leistung nach der Nr. 01413 berechnungsfähig, wenn die Inanspruchnahme nach der Nr. 01413 in beschützenden Wohnheimen bzw. Einrichtungen bzw. Pflege- oder Altenheimen mit Pflegepersonal auf besondere Anforderung erfolgt.
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 01100, 01101, 01210, 01215, 01216, 01217, 01218, 01410, 01411, 01412, 01950, 01951, 13610, 13611, 13612, 13620, 13621
01410 Besuch eines Kranken, wegen der Erkrankung ausgeführt
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 01100, 01101, 01102, 01411, 01412, 01414, 01721, 05230
01413 Besuch eines weiteren Kranken
Besuch eines weiteren Kranken in derselben sozialen Gemeinschaft (z. B. Familie) und/oder in beschützenden Wohnheimen bzw. Einrichtungen bzw. Pflege- oder Altenheimen mit Pflegepersonal
Obligater Leistungsinhalt: Besuch eines weiteren Kranken in derselben sozialen Gemeinschaft (z. B. Familie) und/oder in beschützenden Wohnheimen bzw. Einrichtungen bzw. Pflege- oder Altenheimen mit Pflegepersonal in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit einem Besuch nach den Nrn. 01410, 01411 oder 01412
Anmerkung: Die Leistung nach der Nr. 01413 ist nur dann neben der Leistung nach der Nr. 01102 berechnungsfähig, wenn die Inanspruchnahme nach der Nr. 01413 in beschützenden Wohnheimen bzw. Einrichtungen bzw. Pflege- oder Altenheimen mit Pflegepersonal auf besondere Anforderung erfolgt.
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 01100, 01101, 01414, 01721, 05230
01411 Dringender Besuch I (außerhalb des organisierten Not(fall)diensts)
zwischen 19:00 und 22:00 Uhr, oder an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen, am 24.12. und 31.12. zwischen 07:00 und 19:00 Uhr
[und/oder Besuch im organisierten Not(fall)dienst]
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 01100, 01101, 01102, 01410, 01412, 01414, 01721, 05230
99100, 99101 (AOK) Wegepauschale
Zwischen 7:00 und 19:00
99100 3,40€ (AOK, KV Reutlingen)
Zwischen 19:00 und 7:00 (Nacht)
99101 6,20€ (AOK, KV Reutlingen)
40220, 40222, 40224, 40226, 40228, 40230 (Ersatzkassen) Wegepauschalen
40220 Pauschale für Besuche im Kernbereich, bis zu 2 km: 3,20€
40222 Pauschale für Besuche im Randbereich, 2 km bis zu 5 km: 6,30€
40224 Pauschale für Besuche im Fernbereich, mehr als 5 km: 9,20€
40226 Pauschale für Besuche im Kernbereich, bis zu 2 km: 6,30€
40228 Pauschale für Besuche im Randbereich, 2 km bis zu 5 km: 9,80€
40230 Pauschale für Besuche im Fernbereich, mehr als 5 km: 13,20€
01210 Ordinationskomplex im organisierten Not(fall)dienst
Obligater Leistungsinhalt: Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt im organisierten Not(fall)dienst
Fakultativer Leistungsinhalt: Beratung und Behandlung bis zu 10 Minuten Dauer, In Anhang 1 aufgeführte Leistungen,
Anmerkung: Neben der Leistung nach der Nr. 01210 ist für die Berechnung des jeweiligen arztgruppenspezifischen Ordinationskomplexes in demselben Behandlungsfall mindestens ein weiterer persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt außerhalb einer Notfallbehandlung bzw. außerhalb des organisierten ärztlichen Notdienstes notwendig.
Bei der Nebeneinanderberechnung der Leistung nach der Nr. 01210 sowie anderer Beratungs-, Gesprächs- und Erörterungsleistungen ist eine Dauer der Arzt-Patienten-Kontaktzeit von mindestens 20 Minuten Voraussetzung für die Berechnung weiterer Leistungen, auch dann, wenn das Gespräch mit unterschiedlicher Zielsetzung (Diagnose/Therapie) geführt wird.
Abrechnungsausschluss: in derselben Sitzung 01100, 01101, 01102, 01215, 01216, 01217, 01218, 01414, 01950, 01951
01411 Dringender Besuch I (im organisierten Not(fall)dienst)
[zwischen 19:00 und 22:00 Uhr, oder an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen, am 24.12. und 31.12. zwischen 07:00 und 19:00 Uhr]
und/oder Besuch im organisierten Not(fall)dienst
13220 Beratung, Erörterung, Abklärung im Notfall und im organisierten Not(fall)dienst
Beratung, Erörterung und/oder Abklärung, Dauer mindestens 10 Minuten,
Anmerkung: Bei der Nebeneinanderberechnung der Leistungen nach den Nrn. 13210 bis 13212 und 13220 ist eine Arzt-Patienten-Kontaktzeit von mindestens 20 Minuten Voraussetzung für die Berechnung der Leistung nach der Nr. 13220.
Bei der Nebeneinanderberechnung diagnostischer bzw. therapeutischer Leistungen und der Leistung nach der Nr. 13220 ist eine mindestens 10 Minuten längere Arzt-Patienten-Kontaktzeit als in den entsprechenden Leistungen angegeben Voraussetzung für die Berechnung der Leistung nach der Nr. 13220.
Die Leistung nach der Nr. 13220 ist im Notfall und im organisierten Not(fall)dienst durch die in den Präambeln 3.1 und 4.1 genannten Vertragsärzte des hausärztlichen Versorgungsbereichs berechnungsfähig.
[nur im Auszug]
Dokumentationen im Rahmen der berufsrechtlichen Verpflichtung
Ausstellung von Wiederholungsrezepten ohne Arzt-Patienten-Kontakt, ausgenommen Rezepte im Rahmen der Empfängnisregelung
Ausstellung von Überweisungsscheinen ohne Arzt-Patienten-Kontakt
Schriftliche ärztliche Empfehlungen an den Patienten ohne Arzt-Patienten-Kontakt
Übermittlung von Befunden oder ärztlichen Anordnungen an den Patienten im Auftrag des Arztes durch das Praxispersonal, auch mittels technischer Kommunikationseinrichtungen
Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gemäß § 3 des Entgeltfortzahlungsgesetzes
Schriftlicher Diätplan bei schweren Ernährungs- oder Stoffwechselstörungen, speziell für den betreffenden Patienten aufgestellte Beratungen
Beratung der Bezugsperson(en), sofern nicht gesondert ausgewiesen
Konsiliarische Erörterungen zwischen zwei oder mehr behandelnden Ärzten oder zwischen behandelnden Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten über bei demselben Patienten in demselben Quartal erhobenen Befunde
Erörterung, Planung und Koordination gezielter therapeutischer Maßnahmen insbesondere mit dem Ziel sparsamer Arzneimitteltherapie
Beistand eines Vertragsarztes bei der ärztlichen Leistung eines anderen Vertragsarztes
Anamnese(n), sofern nicht gesondert ausgewiesen
Fremdanamnese(n), sofern nicht gesondert ausgewiesen
Erhebung eines Organstatus
Anorektale Untersuchung der Prostata, Prostatamassage, sofern nicht gesondert ausgewiesen
Austastung des Anorektums
Einsatz von Messskalen, Messungen, sofern nicht gesondert ausgewiesen
Orientierende psychopathologische Befunderhebung, sofern nicht gesondert ausgewiesen
Orientierende Hörprüfung mittels einfacher audiologischer Testverfahren
Bestimmung des Relexdecay
Untersuchung(en) mittels CERA
Rhinomanometrische Funktionsprüfung(en)
Gezielte medikamentöse Behandlung der Portio und/oder der Vagina
Entnahme und Aufbereitung von Abstrichmaterial, sofern nicht gesondert ausgewiesen
Untersuchung des Analkanals mit dem Spreizspekulum
Digitale Ausräumung des Mastdarms
Unblutige Erweiterung des Mastdarm-Schließmuskels
Definierte Kreislauffunktionsprüfungen
Ergometrische Funktionsprüfungen
Elektrokardiographische Untersuchungen mit weniger als 12 Ableitungen
Pulsoxymetrische Untersuchungen
Oszillographische Untersuchungen
Rheographische Untersuchungen
Licht-Reflexions-Rheographische Untersuchungen
Transkutane Messung des Sauerstoffpartialdrucks
Pulsschreibung oder Druckmessung an den Digitalarterien mit und ohne Exposition
Orientierende Farbsinnprüfungen
Verbände (Schnell- und Sprühverbände, Anlegen von Augenklappen, Anlegen von Ohrenklappen, Anlegen von Finger- oder Zehennagelspangen, Verbände mit Dreiecktüchern, zirkuläre Verbände, Verbände mit vorgefertigten Druckklebepflastern, Wundverbände, Druckverbände, entstauende Funktionsverbände, redressierende Verbände, Dachziegelverbände, Tape-Verbände, fixierende Verbände mit wiederverwendbaren Materialien, fixierende Verbände unter Verwendung erstarrender nicht weiterverwendbarer Materialien, Streckverbände, Quengelverbände, Fensterungen, Spaltungen, Schieneneinsetzungen, Anlegen von Gehbügeln oder Abrollsohlen bei Gipsverbänden, Abnahme von Gipsverbänden, Tamponaden jeglicher Art), sofern nicht gesondert ausgewiesen
Blutentnahme durch Venenpunktion
Punktion(en) zu therapeutischen Zwecken
Injektionen (intrakutan, subkutan, submukös, subkonjunktival, intramuskulär, intravenös, intraartikulär, Einbringungen von Medikamenten in einen parenteralen Katheter)
Auffüllungen eines subkutanen Medikamentenreservoirs, sofern nicht gesondert ausgewiesen
Einbringungen (Instillationen) von Medikamenten in Körperöffnungen
Spülungen jeglicher Art
Infiltration gewebehärtender Mittel oder Implantation von Hormonpresslingen o.ä.
Insufflationen
Einbringen, Wechsel oder Entfernen von Saugdrainagen
Absaugungen körpereigener Flüssigkeiten
Katheterisierung von Körperhöhlen, sofern nicht gesondert ausgewiesen
Einlegung, Wechsel und Entfernung von Verweilkathetern, sofern nicht gesondert ausgewiesen
Einlegung, Wechseln und Enfernung von Verweilröhrchen
Dehnung der weiblichen Harnröhre
Gewinnung von Sekreten
Unblutige Beseitigung einer Paraphimose
Lösung einer Vorhautverklebung
Elektrolytische oder mechanische Epilation von Wimpernhaaren
Entfernung von Ohrschmalzpfröpfen
Entfernung nichthaftender Fremdkörper
Instrumentelle Entfernung von Fremdkörpern ohne Eröffnung von Haut oder Schleimhaut
Instrumentelle Entfernung von Fremdkörpern von der Hornhautoberfläche
Instrumentelle Entfernung von Kalkinfarkten aus der Bindehaut
Instrumentelle Entfernung von Milien aus den Lidern
Lokalisierung von Netzhautveränderungen für einen gezielten operativen Eingriff
Entfernung eingebrannter Fremdkörper aus der Hornhaut oder Bindehaut
Ausfräsen eines Rostringes
Kryotherapie oder Schleifen oder Fräsen von Haut oder Nägel
Entfernung von vulgären Warzen, Mollusken oder vergleichbaren Hautveränderungen oder von pendelnden Fibromen
Warzenentfernung mittels scharfem Löffel
Chemo-chirurgische Behandlung spitzer Kondylome oder von Präkanzerosen
Chemo-chirurgische Behandlung eines Basalioms
Eröffnung disseminierter Abszessbildungen der Haut
Spaltung thrombosierter oberflächlicher Beinvenen mit Thrombus-Expression
Operative Entfernung von palmaren, plantaren, sub- oder paraungualen Warzen oder vergleichbaren Hautveränderungen
Entfernung von Polypen aus dem Gebärmutterhalskanal und/oder von der Portio
Eröffnung eines Gerstenkorns (Hordeolum)
Entfernung von festsitzenden Fremdkörpern aus der Nase
Abtragung einer Nasenmuschel
Exzision eines kleinen Bezirks aus Haut, Schleimhaut oder einer kleinen intradermalen Geschwulst
Entfernung sichtbarer Kirschnerdrähte ohne Eröffnung der Haut
Durchtrennung oder Sprengung von Narbensträngen ohne Eröffnung einer Körperhöhle
Einbringen einer oder mehrerer Spüldrainagen in Gelenke, Weichteile oder Knochen
Stillung von Nachblutungen
Anlegen einer Blutleere oder Blutsperre
Infusionen in das Knochenmark mit einer Dauer von weniger als 20 Minuten
Intrakutane Reiztherapie (Quaddelbehandlung)
Medikamentöse Infiltrationsbehandlungen
Oberflächenanästhesien
Stichkanalanästhesien
Infrarotkoagulation im anorektalen Bereich
Applikationen von ätzenden oder abschwellenden Substanzen
Trepanation eines Nagels
Extraktion eines Nagels
Mobilisierende Behandlung mittels Weichteiltechniken
Versorgung einer kleinen Wunde, einschl. Wundverschluss
Erstversorgung einer großen Wunde
Entfernung von Fäden oder Klammern aus einer kleinen Wunde
Entfernung von Fäden oder Klammern aus einer großen Wunde
Gezielte Übungsbehandlung bei gestörter Gelenk- und/oder Muskelfunktion
Ansteigende Teil(Voll-)bäder
Untersuchung der oberen Trachea
Standardisierte thermische Labyrinthprüfung
Die verschiedenen abrechnungsfähigen Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) anzuführen, wäre zu umfangreich. Deshalb sei beispielhaft GOÄ Anlage B.I. Allgemeine Beratungen und Untersuchungen wiedergegeben.
Im Unterschied zu EBM 2000plus nennt die GOÄ Festbeträge in Euro.
Für die jeweiligen Leistungen kann mit einem Steigerungsfaktor abgerechnet werden:
1,0fach (einfach): wird extrem selten abgerechnet
2,3fach für ärztliche Leistungen
1,8fach für technische Leistungen
für bestimmte Versichertengruppen gibt es Sonderregelungen, z.B.:
Basistarif Studenten: 1,7fach
Bundespostbeamte: 1,9fach
Bundesbahnbeamte: 2,2fach
bei besonders schwierigen Eingriffen (z.B. durch manche Chefärzte): 3,5fach bis 6,0fach (diese Höchsttarife werden aber oft von den Krankenkassen nicht erstattet)
Unten ist an zweiter Stelle jeweils der übliche Vergütungsbetrag genannt.
4,66€ (einfach)
(2,3fach)
1,75€ (einfach)
(1,8fach)
8,74€ (einfach)
Die Leistung nach Nummer 3 (Dauer mindestens 10 Minuten) ist nur berechnungsfähig als einzige Leistung oder im Zusammenhang mit einer Untersuchung nach den Nummern 5, 6, 7, 8, 800 oder 801. Eine mehr als einmalige Berechnung im Behandlungsfall bedarf einer besonderen Begründung.
12,82€ (einfach)
Die Leistung nach Nummer 4 ist im Behandlungsfall nur einmal berechnungsfähig. Die Leistung nach Nummer 4 ist neben den Leistungen nach den Nummern 30, 34, 801, 806, 807, 816, 817 und/oder 835 nicht berechnungsfähig.
5,83€ (einfach)
bei den Augen: beidseitige Inspektion des äußeren Auges, beidseitige Untersuchung der vorderen und mittleren Augenabschnitte sowie des Augenhintergrunds;
bei dem HNO-Bereich: Inspektion der Nase, des Naseninnern, des Rachens, beider Ohren, beider äußerer Gehörgänge und beider Trommelfelle,
bei dem stomatognathen System: Inspektion der Mundhöhle, Inspektion und Palpation der Zunge und beider Kiefergelenke sowie vollständiger Zahnstatus;
bei den Nieren und ableitenden Harnwegen: Palpation der Nierenlager und des Unterbauchs, Inspektion des äußeren Genitale sowie Digitaluntersuchung des Enddarms, bei Männern zusätzlich Digitaluntersuchung der Prostata, Prüfung der Bruchpforten sowie Inspektion und Palpation der Hoden und Nebenhoden;
bei dem Gefäßstatus: Palpation und gegebenenfalls Auskultation der Arterien an beiden Handgelenken, Ellenbeugen, Achseln, Fußrücken, Sprunggelenken, Kniekehlen, Leisten sowie der tastbaren Arterien an Hals und Kopf, Inspektion und gegebenenfalls Palpation der oberflächlichen Bein- und Halsvenen.
9,33€ (einfach)
bei dem weiblichen Genitaltrakt: bimanuelle Untersuchung der Gebärmutter und der Adnexe, Inspektion des äußeren Genitale, der Vagina und der Portio uteri, Digitaluntersuchung des Enddarms, gegebenenfalls Palpation der Nierenlager und des Unterbauchs.
15,15€ (einfach)
Der Ganzkörperstatus beinhaltet die Untersuchung der Haut, der sichtbaren Schleimhäute, der Brust- und Bauchorgane, der Stütz- und Bewegungsorgane, sowie eine orientierende neurologische Untersuchung. Die Leistung nach Nummer 8 ist neben den Leistungen nach den Nummern 5, 6, 7 und/oder 800 nicht berechnungsfähig.
3,50€ (einfach)
17,49€ (einfach)
Die Leistung nach Nummer 15 darf nur einmal im Kalenderjahr berechnet werden. Neben der Leistung nach Nummer 15 ist die Leistung nach Nummer 4 im Behandlungsfall nicht berechnungsfähig.

References: § 612
 § 22
 § 24

§12
 § 87
 § 73
 § 73
 § 115
 § 115
 § 3