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Timestamp: 2018-04-27 01:01:31+00:00

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Facebook-Börsengang kommt vor Gericht
Facebook -Chef Mark Zuckerberg und Dutzende Banken müssen sich vor Gericht dem Vorwurf der Irreführung von Investoren beim Börsengang des sozialen Netzwerks stellen. US-Bundesbezirksrichter Robert Sweet ließ eine entsprechende Klage zum Milliarden-IPO zu, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Die Investoren machen unter anderem geltend, dass Facebook interne Prognosen zu den Auswirkungen der zunehmenden Nutzung von Mobil-Telefonen auf das Geschäft hätte offenlegen müssen. Das weltgrößte soziale Netzwerk war im vergangenen Jahr für 16 Milliarden Dollar an die Börse gegangen
03.02.2014, 09:27
Mit seinen Geschäftsergebnissen hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg selbst Experten überrascht. Die Aktie des weltgrößten sozialen Netzwerks machte einen Sprung nach oben - höchste Zeit, sich von dem Papier zu verabschieden.
Ein Umsatzplus von 63 Prozent, eine veritable Gewinnexplosion, ein Anstieg der Nutzerzahl auf mehr als 1,2 Milliarden, und vor allem: ein florierendes Geschäft auf mobilen Geräten. Wenn das keine guten Nachrichten sind! Kein Wunder, dass die Aktie von Facebook Chart zeigen nach der Veröffentlichung einen ordentlichen Satz nach oben machte. Schon seit Wochen notiert das Papier auf Rekordniveau - jetzt scheint sich zu bestätigen, was die Anleger an Hoffnung und Erwartung in den Kurs gesteckt haben.
Aber Vorsicht, wo es Käufer gibt, da gibt es auch Verkäufer. Und einiges spricht dafür, dass diese im Falle der Zuckerberg-Firma gegenwärtig das bessere Geschäft machen. Sprich: Dies ist womöglich ein guter Tag, um Facebook-Aktien zu verkaufen.
Vor allem zwei Gründe sprechen dafür. Nummer eins: An der Börse wird das Unternehmen viel zu hoch bewertet. Beim aktuellen Kursniveau von beinahe 60 Dollar je Aktie hätte das weltgrößte soziale Netzwerk einen Gesamtwert von mehr als 130 Milliarden Dollar. Wohl gemerkt, bei einem Umsatz von 7,9 Milliarden Dollar sowie einem Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar im gesamten vergangenen Jahr.
Sicher, Umsatz und Gewinn dürften auch künftig weiter zulegen. Aber, bei aller Euphorie, es gibt Grenzen. Anleger, die Facebooks-Aktien längerfristig halten wollen, sollten sich einmal einen Taschenrechner zur Hand nehmen: Um - beispielsweise auch mit Blick auf eine irgendwann einmal wünschenswerte Dividende - eine vernünftige Relation der Zahlen hinzubekommen, müsste der Gewinn doch gewaltig steigen - oder der Börsenkurs fallen.
Wer setzt sich langfristig durch?
Dabei dürfte klar sein, dass Facebook weder die Zahl der Nutzer endlos erhöhen noch die Mitglieder wieder und wieder stärker monetarisieren kann. Auf der anderen Seite ist aber bekannt, dass die Facebook-Aktie noch vor kaum mehr als einem Jahr bei lediglich 18 Dollar stand, was einem Unternehmenswert von gut 40 Milliarden Dollar entsprach. Zuvor war das Papier im Frühjahr 2012 für 38 Dollar auf den Markt gekommen. Der Börsenkurs zeigt sich also durchaus in beide Richtungen beweglich.
Womit wir bei Grund zwei wären, der für einen Verkauf der Facebook-Aktie spricht: Das Unternehmen agiert in einem extrem volatilen Umfeld. Welches der vielen sozialen Netzwerke sich langfristig durchsetzen wird, scheint derzeit kaum absehbar. Vielleicht ist es Facebook, vielleicht auch nicht. Möglicherweise hat ja Twitter den Nerv besser getroffen, oder ein anderer der zahlreichen Konkurrenten, die schon heute im Netz zu finden sind. Denkbar auch, dass es mehrere von ihnen sein werden - oder auch gar keins. Was, wenn das künftig erfolgreichste soziale Netzwerk heute noch nicht einmal gegründet wurde?
Man muss natürlich nicht so weit gehen, wie einige Forscher der Universität Princeton, die kürzlich in einer Studie zu dem Schluss kamen, Facebook könnte schon in wenigen Jahren am Ende sein. Aber auch mit 1,2 Milliarden Nutzern hat die Firma noch keine Garantie für langfristigen Erfolg.
Vor allem die Vorlieben junger Leute in Bezug auf soziale Netzwerke sind vielmehr oft höchst kurzlebig. Wer sich im Bekanntenkreis umhört, weiß: Für viele von ihnen ist Facebook schon Vergangenheit. Sie gehen lieber zur Konkurrenz von Snapchat, WhatsApp und anderen. Entscheidend ist dabei nicht nur, was Nutzen bringt, sondern auch, was cool ist. Und genau das macht die Entwicklung so schwer vorhersehbar.
Inzwischen räumt Mark Zuckerberg schon selbst ein, dass Teenager zur Konkurrenz abwandern. Und die Älteren? Hand aufs Herz: Wer würde behaupten, er könne ohne Facebook ernsthaft nicht mehr leben?
Tatsache ist doch: Der Daumen muss nur ein paar Mal den Touchscreen berühren, und schon ist die Facebook-App vom Smartphone verschwunden. Das ist nicht mehr Aufwand, als beim Online-Broker eine Verkaufsorder für Facebook-Aktien zu platzieren.
18.02.2014, 13:31
Facebook verstößt gegen deutsches AGB- und Datenschutzrecht
Das Kammergericht Berlin wies mit Urteil vom 24.01.2014, Az.: 5 U 42/12 die Berufung von Facebook zurück und bestätigt somit ein zuvor ergangenes Urteil zugunsten der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).
Hintergrund dieses Rechtsstreits war eine Abmahnung der vzbz gegenüber Facebook, welche von der vzbz wegen des Freundefinders auf Facebook, des Adressbuchimports und unzulässiger Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen auf Facebook im Juli 2010 ausgesprochen wurde. Da Facebook die geforderte Unterlassungserklärung jedoch nicht abgab, erhob die vzbz Klage vor dem Landgericht Berlin, welcher umfänglich entsprochen wurde. Gegen dieses positive Urteil für die vzbz legte Facebook vor dem Kammergericht Berlin Berufung ein. Mit Urteil vom 24.01.2014 wies das KG Berlin diese Berufung jedoch zurück.
Nachfolgend sollen die unwirksamen Klauseln und die hierzu erfolgten Ausführungen des Gerichts im Überblick dargestellt werden:
1. Anwendbarkeit des deutschen Datenschutzrechts
Die Muttergesellschaft von Facebook hat zwar ihren Sitz in den USA, eine Tochtergesellschaft befindet sich in Irland. Unabhängig davon liegt zwischen der Facebook Irland und den deutschen Facebook-Mitgliedern allerdings eine wirksame vertragsrechtliche Rechtswahl vor, durch welche das deutsche Datenschutzrecht Abwendung findet.
2. Einladungs-Mails und Freundefinder
Die Funktion des Freundesfinders auf Facebook stellt einen Verstoß gegen deutsches Datenschutzrecht dar. Nachdem die Nutzer den Button „Freunde finden“ bestätigt haben, werden von diesen personenbezogene Daten erhoben und verarbeitetet, ohne dass hierzu vorherig eine Einwilligung erteilt wurde. Damit liegt ein Verstoß gegen das im Datenschutzrecht verankerte Einwilligungserfordernis aus § 28 Abs. 3, § 4a Abs. 1 BDSG, womit mithin auch ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht im Sinne des § 4 Nr. 11 UWG gegeben ist.
Hinsichtlich der Möglichkeit des Versendens einer Einladungs-Mail durch Facebook-Nutzer an Dritte führt das Gericht aus, dass solche Mails eine unzumutbare Belästigung und damit eine unerlaubte Werbung nach dem UWG darstellen. Dies gilt nach Ansicht des Gerichts auch unabhängig davon, dass nicht Facebook, sondern durch die einzelnen Nutzer beim Empfänger als Absender der E-Mail aufgeführt werden. Hierbei ist entscheidend darauf abzustellen, dass der Versender dieser Mail darüber getäuscht wurde, dass nicht nur nach Freunden auf Facebook gesucht wurde, sondern auch Verwandte, Bekannte und Freunde angesprochen wurden, die nicht auf Facebook registriert sind und mit dem Erhalt vom Werbe-Mails nicht einverstanden waren.
3. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen
Darüber hinaus hält das Gericht mehrere von Facebook verwendete AGB für unzulässig, dies sowohl im Rahmen der Nutzungsbedingungen, als auch im Rahmen der Datenschutzrichtlinien verwendeten Klauseln.
a. IP-Lizenz-Klausel – „Austausch deiner Inhalten und Informationen“
Durch diese Klausel werden Facebook generelle und unentgeltliche Befugnisse eingeräumt, alle von den Mitgliedern eingestellten und urheberrechtlich geschützten Werke weltweit zu verwenden. Ebenfalls wird Facebook berechtigt Unterlizenzen an diesen Werken zu erteilen, ohne dass der Nutzer Vergütungsansprüche oder eine Entgelt hierfür verlangen kann. Dies benachteiligt den Nutzer unangemessen.
Zudem ist die Klausel nicht klar und verständlich gefasst. Auch die Einschränkung, dass die Nutzung „auf die Verwendung oder Verbindung mit Facebook“ beschränkt ist, stellte keine ausreichende Konkretisierung des Nutzungsumfangs dar, da hierbei jegliche und irgendwie geartete Verbindung zu Facebook ausreicht.
b. Werbeinhalte – „Über Werbung auf Facebook“
Facebook behält sich in dieser Klausel vor, den Namen und das Profilbild seiner Mitglieder für Werbezwecke zu nutzen. Im Gegenzug besteht jedoch eine Privatsphären-Einstellung, wodurch für den Nutzer nicht eindeutig erkennbar ist, in welchem Zusammenhang sein Name und sein Profilbild tatsächlich genutzt werden darf.
Zudem folgt die Unwirksamkeit der Klausel auch aus datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Aufgrund der Intransparenz über die tatsächliche Nutzung der Namen und Bilder ist nicht sichergestellt, dass jeder Nutzer in Kenntnis der Sachlage über die Verwendung seiner Daten für eben solche Werbezwecke rechtwirksam eine Einwilligung erteilt hat.
c. Änderungsklausel
Mit dieser Klausel behält sich Facebook das Recht vor, künftig jede Änderung der Nutzungsbedingungen vornehmen zu können, wobei auch eine künftige u.a. auch eine künftige Kostenpflicht zur Nutzung der Plattform denkbar wäre. Nach Ausführung des Gerichts ist eine solch umfassende Änderungsklausel im Rahmen dieser einschränkungslosen Ausgestaltung unzulässig und unwirksam.
d. Beendigungsklausel
Durch diese Klausel wird Facebook berechtigt, Nutzer von seinen Dienstleistungen auszuschließen, die „gegen den Inhalt oder den Geist“ der Nutzungsbedingungen verstoßen. Diese Klausel räumt Facebook nach Ansicht des Gerichts die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung gegenüber den Nutzern ein, ohne dass hierfür eine wichtiger Grund vorliegen oder eine vorherige Abmahnung des Nutzers erfolgen muss. Demnach ist auch diese Klausel nach geltendem AGB-Recht unwirksam.
e. Werbereaktionsdatenklausel – „Informationen, die wir erhalten – Informationen von anderen Webseiten“
Hiermit wird Facebook das Recht eingeräumt, mit anderen Webseiten Daten der eigenen Nutzer auszutauschen. Insbesondere werden Reaktionen der Nutzer auf Werbung von anderen Webseiten weitergegeben. Diese Klausel beinhaltet eine Einwilligung der Nutzer zur Datenweitergabe, welche allerdings unwirksam ist. Zum einen werden dem Nutzer die Informationen zu den Datenschutzrichtlinien und die damit verbundene Einwilligungserklärung nicht vor dem Klicken auf dem Button „Registrieren“ zur Verfügung gestellt. Zum anderen hält das Gericht die Klausel für zu unbestimmt, da wiederum nicht erkennbar ist, ob sich die Werbung auf die Facebook-Plattform beschränkt, auf Seiten die mit dieser verbunden sind oder alle Webseiten einbezogen werden.
f. Verbindungs-Klausel– „Informationen, die du mit Dritten teilst – Herstellung einer Verbindung mit einer Anwendung oder Webseite“
Im Rahmen dieser Klausel können Daten an Anwendungen wie beispielsweise Apps oder an andere Webseiten weitergegeben werden, wenn eine Verbindung mit diesen hergestellt wird. Dabei handelt es sich jedoch auch um eine unwirksame Klausel, da diese inhaltlich zu unbestimmt sind. Einerseits ist unklar, welche Befugnisse dem Dritten mit einer Erlaubnis des Nutzers zum „Zugang“ seiner Daten gegeben werden. Andererseits bedeutet es für einen Durchschnittsverbraucher Dritten den „Zugang“ zu gewähren regelmäßig nur, dass Dritte Informationen einsehen und nicht nutzen dürfen.
e. Änderungsklausel
Letztlich ist auch die Änderungsklausel im Rahmen der Datenschutzrichtlinie unwirksam, da eine bloße Bekanntgabe der Änderung nicht den gesetzlichen Anforderungen genügt. Die bloße Bekanntgabe auf einer Internetseite entspricht nicht der Voraussetzung eines „besonderen Hinweises“ wie etwa eine individuelle Nachricht oder E-Mail.
Das Urteil des KG Berlin ist noch nicht rechtskräftig. Mittlerweile hat Facebook sowohl die Anwendung des Freundefinders, als auch einen Teil seiner AGB abgeändert. Die vzbv hat bereits angekündigt, nach Rechtskraft des Urteils erneut zu prüfen, inwieweit sich das Urteil auf den Geschäftsbetrieb von Facebook auswirkt.
* Kanzlei Dr. Schenk
24.02.2014, 10:41
Facebook kauft WhatsApp: Sollten Sie jetzt Facebook kaufen?
.. schon faszinierend welche Eigendynamiken soziale Netzwerke entwickeln können. In verschiedene Richtungen wohlgemerkt: WhatsApp gilt als die am schnellsten wachsende Internet-Anwendung aller Zeiten. Alleine innerhalb des letzten Jahres kamen 200 Millionen neue User hinzu.
Insgesamt verwenden jetzt 450 Millionen Menschen WhatsApp. Täglich registrieren sich mehr als eine Million (!) Menschen neu bei WhatsApp. Diese Größenordnungen sind kaum vorstellbar.
Damit hat die Kommunikations-App das Kunststück fertig gebracht, noch schneller als Facebook zu wachsen. Kein Wunder, dass Mark Zuckerberg die Vormachtstellung von Facebook im Mobile Messaging- und Chatbereich gefährdet sah – und für satte 16 Milliarden US-Dollar die Firma seines Bekannten Jan Koum schluckte.
Dieser war von Zuckerberg am Sonntagabend, dem 09. Februar, erstmals kontaktiert worden. Bereits nach wenigen Tagen Bedenkzeit meldete sich Koum wieder bei Zuckerberg und sagte, er sei interessiert.
Gut eine Woche später war der Milliarden-Deal in trockenen Tüchern. Teil des Vertrags: WhatsApp entwickelt seine Anwendung mehr oder weniger eigenständig weiter. Facebook steht als hilfsbereiter Partner mit Know-how und Marketing-Power zur Verfügung.
Auch Zuckerberg und Koum dürften wohl nicht mit einer weiteren Eigendynamik gerechnet haben, die sich in den letzten Tagen im deutschsprachigen Raum entwickelte: Schon seit 2011 stand der Dienst wegen seiner fehlender Nachrichtenverschlüsselung in der Kritik.
Inzwischen gibt es zwar eine solche Verschlüsselung, aber wirklich sicherer sei WhatsApp dadurch nicht geworden, sagen beispielsweise die Experten von Heise Security. Bisher hat all das die User aber nicht tangiert. WhatsApp wuchs unvermindert rasant weiter.
Wohl u.a. durch den NSA-Abhörskandal hat sich das Sicherheitsbewusstsein vieler User im Internet nun aber scheinbar – zumindest kurzfristig - dramatisch erhöht. So setzt derzeit eine Art Massenbewegung ein, weg von WhatsApp und hin zum schweizerischen Anbieter Threema.
Der Entwickler Joshua Lund empfiehlt auf Spiegel Online in einem neuen Artikel Surespot als die beste Alternative.
Wirklich zu Ende gedacht scheinen viele Internet-User die Thematik aber nicht zu haben, denn ironischerweise wurden diese Wechseltendenzen über Facebook multipliziert, das ja selber immer wieder wegen mangelnder Datensicherheit in der Kritik steht.
Zudem: Wie sicher Threema wirklich ist kann noch nicht unabhängig überprüft werden, denn das Ein-Mann-Unternehmen aus Zürich hat derzeit noch nicht einmal ausreichend finanzielle Mittel, um eine unabhängige Begutachtung des nicht öffentlichen Quellcodes veranlassen zu können.
Hintergründe zu Threema gibt es in diesem spannenden Artikel der Zeit vom August letzten Jahres. So sympathisch und fachkompetent der Underdog in Person seines Gründers Manuel Kasper auch rüberkommt und so nachvollziehbar und emotional verständlich das Verhalten der wechselwilligen User auch ist: Die Übermacht der WhatsApp/Facebook-Kombination scheint erdrückend und ich fürchte, am Ende wird die Bequemlichkeit der User siegen.
Das mag schlecht für die Datensicherheit des Einzelnen sein, aber gut für die Aktionäre von Facebook. Das Ziel von Zuckerberg und Koum ist es, mittelfristig zwei oder gar drei Milliarden Menschen zu Facebook- bzw. WhatsApp-Usern zu machen und so letztlich quasi die ganze Welt zu vernetzen. Zuckerberg geht davon aus, dass WhatsApp die magische Zahl von einer Milliarde Usern erreichen kann und damit „unvorstellbar wertvoll“ sein wird.
Die Hintergründe zu Zuckerbergs Zehn-Jahres-Plan hatte ich Ihnen ja bereits in der Geldanlage-Report-Ausgabe von vor zwei Wochen geschildert. Gemeinsam mit WhatsApp ist Facebook in einer noch besseren Ausgangslage um die dort kommunizierten Ziele zu erreichen.
Kritiker stellen zurecht die Frage wie sich denn die gigantische Investition von 16 Milliarden US-Dollar rechnen soll? Schließlich ist WhatsApp für seine User im ersten Jahr kostenlos und kostet von da an nur die eher symbolische Gebühr von einem US-Dollar bzw. einem Euro pro Jahr.
Doch ähnlich wie Jeff Bezos bei Amazon schert sich Zuckerberg nicht um kurzfristige Profite. Ihm geht es zunächst vor allem darum, Wachstum und Marktstellung zu maximieren.
Meiner Ansicht nach ist das die exakt richtige Strategie. Bis in ein paar Jahren könnte dann WhatsApp so dominant sein, dass das Unternehmen die Abogebühr beispielsweise problemlos von einem auf zehn US-Dollar erhöhen könnte.
Bei dann einer Milliarde User wären das auf einen Schlag Einnahmen von zehn Milliarden US-Dollar. Werbung wollen Koum und Zuckerberg über WhatsApp übrigens nicht schalten. Das Produkt sei dafür nicht geeignet sagen beide übereinstimmend.
Die Aktie reagierte auf den Deal zunächst mit Verlusten. Am Mittwoch brach das Papier unmittelbar nach den News nachbörslich um über fünf Prozent ein. Im Handelsverlauf des Donnerstags machte Facebook allerdings die kompletten Verluste wieder wett und schloss dann sogar mit über zwei Prozent im Plus
Letzteres ist zwar teilweise auch der derzeit wieder blendenden Stimmung an der Wall Street zu verdanken, aber definitiv zugleich ein Zeichen für das Vertrauen, dass Facebook und Zuckerberg inzwischen bei den Anlegern genießen.
MEIN* FAZIT:
Bleibt die Frage, ob die Aktie auf diesem Niveau immer noch kaufenswert ist? Vor zwei Wochen hatte ich dies bereits bejaht, trotz der hohen Bewertung. Die Tatsache, dass die Aktie seither um weitere acht Prozent gestiegen ist, ändert genauso wenig an meiner grundsätzlich positiven Einschätzung wie die Tatsache, dass es durch den Deal wegen der Ausgabe neuer Aktien zu einer Kapitalverwässerung um knapp acht Prozent kommen wird.
Allerdings scheint es für noch nicht investierte mittelfristig orientierte Anleger sinnvoll, nun zunächst eine Konsolidierung abzuwarten, bevor ein Kauf erfolgt.
* Armin Brack
Facebook schluckt einen Dienst für Kurznachrichten, und die Welt jubelt. Nur haben eigentlich alle genau hingesehen? Bloomberg hat es getan und erinnert an Deals, die gründlich in die nadelgestreiften Hosen gingen
Die Übernahme von WhatsApp durch Facebook für insgesamt 19 Milliarden Dollar steht historisch betrachtet unter keinem guten Stern. Anleger, die die Facebook-Aktie nach Ankündigung des Deals auf ein Rekordhoch getrieben hatten, täten gut daran, sich zu erinnern: Jede Internet-Übernahme im Wert von mehr als 10 Milliarden Dollar endete in einem Fiasko.
Der vor knapp zwei Wochen angekündigte Kauf wäre die größte Web-Übernahme seit mehr als einem Jahrzehnt – und erst die fünfte überhaupt, die über diesem Schwellenwert liegt, zeigen Bloomberg-Daten. Damit fällt sie in dieselbe Kategorie wie der AOL-Merger mit Time Warner und der Kauf von Lycos durch Terra Network – die später zu Milliarden-Abschreibungen führten.
Die Geschichte ist übersät von großen Internet-Deals, bei denen Käufer für ihre Ziele hohe Bewertungsniveaus bezahlten, nur um dann zu sehen, wie ihr Wert ausgelöscht wird. Facebook legt beispielsweise für WhatsApp einen Multiplikator zugrunde, der normalerweise nur für jene Unternehmen vorgesehen ist, die lebensrettende Arzneimittel entwickeln.
Facebook-Chef Mark Zuckerberg setzt darauf, dass diesmal alles anders sein wird. Seiner Ansicht nach wird WhatsApp über die 450 Millionen aktiven Benutzerkonten hinauswachsen, was das Investment des Betreibers des weltgrößten sozialen Netzwerks rechtfertigt. Letzte Woche sagte er, WhatsApp sei noch wertvoller als die für den Kauf veranschlagten 19 Milliarden Dollar.
“Die Geschichte zeigt: wenn man 19 Milliarden Dollar zahlt, dann gibt es die Möglichkeit, dass man 19 Milliarden Dollar überbezahlt hat”, sagt Jay Ritter, ein Finanzprofessor an der University of Florida, und weiter: “Vieles muss richtig laufen. Und es gibt natürlich einen preislichen Punkt, an dem es – auch wenn die Dinge richtig laufen – keine gute Investition sein wird.”
Viele Anleger und Investoren betrachten den Deal positiv. Keiner der 51 von Bloomberg verfolgten Analysten empfiehlt die Facebook-Aktie zum Verkauf – obwohl zur Finanzierung des Deals neue Aktien im Wert von 12 Milliarden Dollar ausgegeben werden.
Letzte Woche erreichte der Facebook-Kurs mit bis zu 71,44 Dollar zudem ein Intraday-Rekordhoch. Das im kalifornischen Menlo Park ansässige Unternehmen wird derzeit etwa zum 55-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt – verglichen mit 23 für Google und 14 für Microsoft, die Kreisen zufolge beide ebenfalls Interesse an WhatsApp hatten.
Der jüngste Zukauf bei Facebook ist die größte Transaktion der Internet-Branche seit der 124 Milliarden Dollar schweren Fusion von Time Warner mit AOL 2001 auf dem Höhepunkt der Technologieblase. Zwei Jahre später führte der Deal zu einer Abschreibung in Höhe von 45,5 Milliarden Dollar, da die versprochenen Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen durch die Zusammenlegung ihrer Medien- und Internetgeschäfte ausblieben.
Im Jahr 2000 erwarb VeriSign für 15,3 Milliarden Dollar Network Solutions, um in den Bereich der Vergabe von Internetadressen zu expandieren – drei Jahre später wurde es im Zuge eines nachlassenden Wachstums wieder für etwa 100 Millionen Dollar verkauft. Terra Networks übernahm Lycos für 13,8 Milliarden Dollar und stieß das Web-Portal schließlich wieder für 95 Millionen Dollar ab.
Ähnlich lief das bei dem Kauf von Tin.it durch die Medien-Sparte von Telecom Italia für etwa 30 Milliarden Euro im Jahr 2000. Später wurde Tin.it neu bewertet, und zwar mit lediglich 1,2 Milliarden Dollar, als die Mutter sie zurückkaufte.
Der Vergleich sei ein “naives Argument”, sagt Neeraj Arora, der die Unternehmensentwicklung bei WhatsApp leitet, letzte Woche auf Twitter. “Der Preis allein kann kein Indikator für eines M&A-Erfolgs sein. Jeder Deal ist verschieden und einzigartig.”
Nach Aussage von Zuckerberg, der das Geschäft mit WhatsApp-CEO Jan Koum innerhalb von nur fünf Tagen festzurrte, ist der Dienst auf einem guten Weg, eine Milliarde Nutzer zu erreichen. In dieser Größenordnung sei der mobile Nachrichtendienst inhärent wertvoll, sagte Zuckerberg.
“Der Preis ist offensichtlich beispiellos, aber es ist ein kluger Schachzug von Zuckerberg”, meint Eric Jackson, President von Ironfire Capital. “Ich glaube, dass er jeden neuen und jungen Dienst aufkaufen will, der das Potenzial hat, Facebook vom Thron zu stoßen. Der Markt gibt ihm einen hohen Aktienkurs, also unternimmt er diese großen Aktiengeschäfte.”
Scott Kessler, Analyst von S&P Capital IQ, vergleicht den WhatsApp-Kauf mit der Google-Übernahme von YouTube oder der Fusion von Ebay mit PayPal. Die Bewertungen mögen zuerst überhöht erscheinen, würden aber dann zu einer essentiellen Transformation des Geschäfts führen.
Die Schlüsselfrage bei dem Facebook-Deal sei, ob sich WhatsApp auf dem Höhepunkt oder in einer frühen Wachstumsphase befinde, sagt Kessler. Zu den Risiken zählten, dass das Geschäfts nicht so schnell wachse wie Zuckerberg erwarte, oder dass eine neue Technologie entwickelt wird, die das vereinte Unternehmen bedrohe.
“Es ist schwer abzuschätzen, inwieweit der Wachstumskurs von WhatsApp haltbar ist”, sagt Kessler. “Es ist einfach schwierig ein solches Engagement mit dieser Menge an Kapital und zu solchen Bewertungen zu unterstützen, ohne dass es ein höheres Maß an Zuversicht in die langfristigen Aussichten gibt.”
“Es gibt als Finanzanalyst keine Möglichkeit, dass ich dort sitzen und die Zahlen rechtfertigen kann”, sagt Analyst Daniel Ernst von Hudson Square Research in New York. “Sie werden das vielleicht nie zu Geld machen. Das ist eine überteuerte Vermögensanlage, die eine andere überteuerte Vermögensanlage kauft. Das ist wie Monopoly-Geld.”
21.05.2014, 08:55
Das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht hat entschieden, dass die Datenverarbeitung bei Facebook auch in Bezug auf deutsche Nutzer nicht deutschem, sondern ausschließlich irischem Datenschutzrecht unterlege
(Beschlüsse v. 22.04.2013, Az. 4 MB 10/13, 4 MB 11/13).
Das OVG hob insoweit die vorläufige Vollstreckbarkeit der Verfügungen des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein, rechtskräftig auf, welche diese Landesdienststelle für die Bereiche Datenschutz und Informationsfreiheit um die Jahreswende 2012/2013 gegen Facebook Inc. (USA) und Facebook Ltd. (Irland) erlassen hat.
Vorgeschichte: Gewagtes Unterfangen des ULD Schleswig-Holstein
Mit den genannten Verfügungen verpflichtete das ULD die beiden Unternehmen nach § 38 Abs. 5 BDSG sicherzustellen, dass Personen, die in Schleswig-Holstein Telemedien unter www.facebook.com nutzen möchten, die Wahlmöglichkeit haben, anstelle der Eingabe von Echtdaten (Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse, Geschlecht und Geburtsdatum) sich unter Eingabe eines Pseudonyms zu registrieren. Insoweit ordnete das ULD die sofortige Vollziehung der Verfügungen an und drohte für den Fall der Nichtbefolgung ein Zwangsgeld in Höhe von 20.000 Euro an. Wir berichteten.
Die Verfügungen des ULD zielten auf die “Klarnamenpflicht” nach Ziffer 4 der Facebook-AGB ab, die – nach wie vor unverändert – Folgendes festlegt:
1. Du wirst keine falschen persönlichen Informationen auf Facebook bereitstellen oder ohne Erlaubnis ein Profil für jemand anderen erstellen. [...]
Nach Auffassung des ULD Schleswig-Holstein stelle diese Regelung einen Verstoß gegen § 13 Abs. 6 TMG dar, wonach alle Diensteanbieter verpflichtet sind, die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist.
Niederlage im verwaltungsgerichtlichen Instanzenzug
Im von Facebook eingeleiteten vorläufigen Rechtsschutzverfahren entschied das angerufene Verwaltungsgericht Schleswig-Holstein, dass § 13 Ans. 6 TMG in Bezug auf Facebook nicht zur Anwendung komme, da insoweit nur irisches Datenschutzrecht anzuwenden sei, welches jedoch kein keinen expliziten gesetzlichen Anspruch auf anonyme oder pseudonyme Nutzung von Telemedien kenne (Beschlüsse vom 14.02.2013, Az. 8 B 61/12, 8 B 60/12).
Dieser Auffassung folgte im anschließenden Beschwerdeverfahren auch das OVG Schleswig-Holstein und stellte bei seiner Entscheidung mit der Vorinstanz entscheidend darauf ab, dass ausschließliche Niederlassung von Facebook in Europa Facebook Ireland Ltd. darstelle, nicht aber die Facebook Germany GmbH, die nur in den Bereichen der Anzeigenakquise und des Marketing für den Konzern tätig sei. Maßgebend sei daher – auch in Deutschland – irisches Datenschutzrecht.
In der betreffenden Pressemitteilung kommentierte der Leiter des ULD Dr. Thilo Weichert die Entscheidung wie folgt:
„Das Gericht erlaubt es, dass durch geschickte interne Organisation in einem IT-Konzern die Anwendbarkeit des strengen deutschen Datenschutzrechts ausgehebelt wird. Bedauerlich ist auch, dass die vom ULD vorgetragene grundrechtliche Begründung seiner Bescheide nicht aufgegriffen wurde. Für Nutzende und deutsche Unternehmen, die sich an den deutschen Datenschutzstandards halten müssen, ist es schwer zu verstehen, weshalb ein Angebot für den deutschen Markt diese Standards ignorieren darf. Wir müssen diese Entscheidung aber akzeptieren und werden deshalb den Widersprüchen von Facebook gegen unsere Verfügungen im Hauptsacheverfahren entsprechen.“
Vor dem Hintergrund der neusten Rechtsprechung des EuGH im Google-Urteil vom 13.05.2014 (wir berichteten) rücken die hier dargestellten Feststellungen des OVG Schleswig-Holstein sicherlich ins neue Licht und werden Facebook & Co wohl nicht länger das frühere Gefühl der weitgehenden Unantastbarkeit geben können.
Vor allem ist die Hoffnung groß, dass die irische Datenschutzbehörde nun doch eine wohl nicht gänzlich überflüssige Unterstützung ihrer europäischer Kollegen bekommen wird, zu denen sicherlich auch das ULD unter der Leitung von Dr. Weichert gehört, den der Autor und andere Kollegen aus unserer Kanzlei am vergangenen Freitag im Rahmen der Jahrestagung des Instituts für Rundfunkrecht an der Universität zu Köln zum Thema “Datenschutz im digitalen Zeitalter” als fachkundigen und sehr engagierten Spezialisten auf diesem Gebiet kennen lernen durften.
Rechtsanwalt Evgeny Pustovalov
Hasskommentare und die sogenannten Fake-News trüben das Bild der Welt der kurzweiligen Kommunikation und unterhaltsamer Banalitäten. Dies könnte für das größte soziale Netzwerk der Welt zum ernsthaften Problem werden. Zum einen nimmt ein Gesetzentwurf der Bundesregierung die Betreiber der Netzwerke bei der Bekämpfung von Volksverhetzung, Bedrohung, Beleidigung oder üble Nachrede stärker in die Pflicht; Bußgelder können in Millionenhöhe liegen. handelsblatt.com
Jedoch auch Falschmeldungen untergraben die Glaubwürdigkeit der Plattformen. Facebook ist unter Zugzwang und will die Fake-News auf ganz unterschiedliche Wege bekämpfen.
Ab 7.April soll im Newsfeed von zufällig ausgewählten Nutzern in Deutschland und 13 weiteren Ländern ein Informationstool die Nutzer über erfundene Nachrichten aufklären. Dafür hat sich Facebook mit einer Reihe von gemeinnützigen Organisationen zusammengetan, zum Beispiel der US-Initiative First Draft und mit den deutschen Organisationen Klicksafe, Correctiv, Deutschland Sicher im Netz und der Stiftung Digitale Chancen. Das Tool soll während der Testphase oben im Newsfeed sichtbar sein und wesentliche Erkennungshilfen für Falschnachrichten auflisten – zum Beispiel die URL, die Datumsangabe oder die Glaubwürdigkeit von Quellen. Das Tool steht in einer Reihe von Maßnahmen, die das Unternehmen in jüngster Vergangenheit angekündigt hat. Darunter zuletzt eine Millionenunterstützung für die „News Integrity Initiative“ unter der Leitung der CUNY Graduate School of Journalism, die akademische Einrichtungen und Stiftungen weltweit bei der Förderung von mehr Medienkompetenz unterstützen will.
„Wir wollen öffentliche Initiativen, Forschung, lokale Journalismus-Projekte oder auch Start-ups unterstützen, die die Kommunikation zwischen Journalisten und Lesern verbessern. Ein wichtiger Bestandteil sei die Forschung. Wir wollen und müssen verstehen, warum Menschen spezielle Inhalte verbreiten und was wichtig für sie ist.”
So der Kommunikationswissenschaftler Jeff Jarvis, Direktor des Tow-Knight Center for Entrepreneurial Journalism.
Facebook verfolgt jedoch mehrere Ansätze. Neben solchen Initiativen sollen auch externe Faktenchecker den Kampf gegen Fake-News aufnehmen. In Deutschland etwa das Recherchenetzwerk Correctiv.
Die Chefin der Medienpartnerschaften bei Facebook, Campbell Brown, sagt.
Man arbeite durchaus an der technologischen Infrastruktur, um die Verfasser von Fake-News zu erkennen und von der Plattform zu verbannen. Es ist nicht so einfach, aber wir arbeiten daran. Allerdings sollten wir nicht zum Richter über richtig und falsch werden. Deshalb arbeiten wir mit unseren Partnern zusammen.“
18.05.2017, 09:12
EU-Kommission belegt Facebook mit einer Strafzahlung von 110 Millionen Euro
Die Brüsseler Behörde sieht sich durch den US-Konzern getäuscht, da dieser im Rahmen der Übernahme des Kurznachrichtendienstes WhatsApp falsche oder irreführende Angaben gemacht hat. Die Höhe der Geldbuße begründete Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit der abschreckenden Wirkung für falsche Angaben bei Verfahren zur Fusionskontrolle.
Seit sechs Monaten wird in diesem Fall verhandelt. Ausgangspunkt war die Anmeldung der Übernahme von WhatsApp durch Facebook, bei der der Konzern erklärt hatte, es sei nicht möglich, einen automatischen Abgleich zwischen den Benutzerkonten beider Unternehmen einzurichten. In Wahrheit habe diese Möglichkeit bereits damals bestanden. EU-Kommissarin Margrethe Vestager sprach bereits damals von "falschen oder irreführenden Angaben" durch Facebook.
Facebook erwiderte, man habe korrekte Angaben über technische Fähigkeiten und Pläne gemacht.
Die EU-Kommission kann nun eine Strafe von bis zu einem Prozent des Jahresumsatzes verhängen. Bei dem Unternehmen Facebook wären das 276 Millionen Dollar für das vergangene Jahr.
Die Zustimmung zu der rund 22 Milliarden Dollar schweren Übernahme werde man in Brüssel aber nicht zurückziehen.
Foto- und Video-Plattform Instagram: Unterlassungserklärung abgegeben
Auf dem sozialen Netzwerk Instagram, das seit 2012 zur Facebook, Inc. gehört, können Verbraucherinnen und Verbraucher auf Nutzungsprofilen eigene Videos und Bilder veröffentlichen. Die Anmeldung erfolgt über die Webseite oder eine spezielle App des Unternehmens. Finanziert wird das Angebot durch personalisierte Werbung. In den Nutzungs- und Datenschutzbedingungen des Dienstes fanden sich zahlreiche Klauseln, die nach Auffassung des vzbv nicht mit deutschem Verbraucherrecht zu vereinbaren sind.
„Unternehmen, die in Deutschland Geschäfte machen, müssen sich an deutsche Gesetze halten. Diese Selbstverständlichkeit scheint manchen global agierenden Unternehmen nicht bewusst zu sein“.
Sagt Heiko Dünkel, Rechtsreferent beim vzbv.
Mit einer Abmahnung wurden 18 Klauseln aus den Nutzungs- und Datenschutzbedingungen sowie ein unvollständiges Impressum bemängelt. Beanstandet wurde daneben eine Passage aus der Datenschutzrichtlinie, nach der Instagram personenbezogene Daten an Werbepartner herausgeben durfte, ohne dass der Nutzer zugestimmt hat. Für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die nicht mehr vom Vertragszweck gedeckt ist, benötigen Unternehmen eine informierte und freiwillige Einwilligung der Betroffenen. Die Informationen in der Klausel waren nach Auffassung des vzbv jedoch zu unbestimmt, um datenschutzrechtliche Vorgaben einzuhalten. Problematisch war auch eine Klausel, die Instagram kostenfreie und sehr weitgehende Nutzungsrechte an den eingestellten Inhalten der Nutzer einräumte. Das Impressum auf der Webseite war aus Sicht des vzbv nicht vollständig. Das kalifornische Unternehmen zeigte sich einsichtig und gab die geforderte Unterlassungserklärung ab. Instagram muss sein Angebot bis zum Jahresende überarbeiten.
Facebook: Einwilligungen zur Datennutzung, die sich das Unternehmen einholt, sind teilweise unwirksam
Mit seinen Voreinstellungen und Teilen der Nutzungs- und Datenschutzbedingungen, verstößt Facebook gegen geltendes Verbraucherrecht. So entschied das Landgericht Berlin nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).
„Facebook versteckt datenschutzunfreundliche Voreinstellungen in seinem Privatsphäre-Center, ohne bei der Registrierung ausreichend darüber zu informieren. Das reicht für eine informierte Einwilligung nicht aus.“
Nach dem Bundesdatenschutzgesetz dürfen personenbezogene Daten nur mit Zustimmung der Betroffenen erhoben und verwendet werden. Damit diese bewusst entscheiden können, müssen Anbieter klar und verständlich über Art, Umfang und Zweck der Datennutzung informieren.
Facebook erfüllte diese Anforderungen nicht.
So war in der Facebook-App für Mobiltelefone bereits ein Ortungsdienst aktiviert, der Chat-Partnern den eigenen Aufenthaltsort verrät. In den Einstellungen zur Privatsphäre war per Häkchen voreingestellt, dass Suchmaschinen einen Link zur Chronik des Teilnehmers erhalten. Dadurch wird das persönliche Facebook-Profil für jeden schnell und leicht auffindbar.
Somit entschied der Richter dass alle fünf vom vzbv monierten Voreinstellungen auf Facebook unwirksam sind. Es sei nicht gewährleistet, dass diese vom Nutzer überhaupt zur Kenntnis genommen werden. Zudem wurden acht Klauseln in den Nutzungsbedingungen für unwirksam erklärt. Unzulässig ist auch eine Klausel, mit der sich Nutzer verpflichten, auf Facebook nur ihre echten Namen und Daten zu verwenden.
„Anbieter von Online-Diensten müssen Nutzern auch eine anonyme Teilnahme, etwa unter Verwendung eines Pseudonyms, ermöglichen. Das schreibt das Telemediengesetz vor.“
betont Heiko Dünkel.
Facebook hat seinen Datenschutz nicht im Griff!
Der britisch-russische Professor Aleksandr Kogan soll eine psychologische Umfrage auf Facebook durchgeführt haben – (angemeldet als wissenschaftliche Forschung).
Die Daten von rund 50 Millionen Menschen soll Aleksandr Kogan an Cambridge Analytica weitergegeben haben – ohne Wissen der Nutzer.
Das Unternehmen Facebook behauptet, die windige Firma habe die Nutzerdaten unrechtmäßig erhalten.
Das Problem ist Facebook verlässt sich hauptsächlich auf seine Nutzer, die Datenschutzbestimmungen zustimmen müssen.
„Eine informierte Zustimmung ist für den Nutzer nicht möglich. Das ist, als würde man Menschen verpflichten, mit einem Chemielabor in den Supermarkt zu gehen und die Lebensmittel zu überprüfen.“
kritisiert der Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger.
Ein Ermittlungsverfahren gegen Facebook, ist von der US-Verbraucherschutzbehörde FTC eingeleitet worden. Innenexperte Patrick Sensburg (46, CDU) sagt:
„Bundesregierung und EU müssen jetzt darauf drängen, dass Facebook umfassend aufklärt und Betroffene informiert!“
Es kann nicht sein das Facebook sich immer wieder über geltendes Recht hinwegsetzt.
Die Aktie fiel am Montag um 7 %, 35 Milliarden Dollar Börsenwert waren ausgelöscht.
Facebook sieht sich selbst als Opfer, der Firmenchef Mark Zuckerberg und alle Verantwortlichen seien sich den Ernst der Lage bewusst.
Wie Cambridge Analytica, beeinflusst auch die Berner Firma Enigma im Auftrag von Schweizer Firmen, Parteien und Lobbies die Stimmbürger mit personalisierten Werbebotschaften.
Nach Aussage von Chef Martin Künzi, sei das kein Missbrauch:
Wir nutzen frei verfügbare Tools mit frei zugänglichen Daten.
Das Unternehmen arbeitet mit Daten von Facebook, Google und anderen Anbietern. Die Handelszeitung führte mit Martin Künzi, Mitinhaber von Enigma in Bern ein Gespräch. Dieser ist auf Politkampangen spezialisiert. handelszeitung.ch
Quelle: handelszeitung.ch
Das Landgericht Berlin verbot Facebook per einstweiliger Verfügung die Löschung eines Facebook-Kommentars beziehungsweise den Nutzer zu sperren.
In der vom Landgericht Berlin erlassenen Verfügung wird dem Unternehmen nun unter Androhung von Ordnungsgeldern bis zu 250.000 Euro oder Ordnungshaft verboten, den zitierten Kommentar zu löschen. Facebook kommentierte den Fall zunächst nicht. Die einstweilige Verfügung war dem Onlinenetzwerk noch nicht zugestellt worden.
Das Gericht gab keine Begründung an und Facebook war in dem Verfügungsverfahren nicht gehört worden und kann Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen.
Der Nutzer hatte einen Zeitungsartikel wo es um Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland ging, kommentiert.
„Die Deutschen verblöden immer mehr. Kein Wunder, werden sie doch von linken Systemmedien mit Fake News über ‚Facharbeiter‘, sinkende Arbeitslosenzahlen oder Trump täglich zugemüllt.“
so kommentierter der Nutzer.
Der Anwalt des Nutzers sagte:
„Man mag die Einschätzung des Kommentators teilen oder die Äußerung als polemisch und unsachlich erachten. Wichtig ist nur: Der Kommentar ist von der Meinungsfreiheit gedeckt.“
Facebook hat den Kommentar wegen eines nicht näher erläuterten Verstoßes gegen die Gemeinschaftsstandards gelöscht und der Nutzer für 30 Tage gesperrt. Nach einer Abmahnung habe Facebook zwar die Sperre aufgehoben, aber die Löschung nicht.
Facebook begründete dies mit der Aussage: Eine erneute sorgfältige Überprüfung habe ergeben,
„dass die Gemeinschafsstandards korrekt angewendet worden waren und der Inhalt daher nicht wiederhergestellt werden kann“.
Die Gemeinschaftsstandards – sozusagen die Hausregeln von Facebook – verbieten unter anderem Hassbotschaften und Gewaltaufrufe.
13.04.2018, 13:04
Im Prinzip eine Grundsatzfrage.
Setzt sich die Auffassung des Klägers durch, ist das Zensurgesetz von Maasmännlein gekippt. Im Kern ist das Gesetz sowieso verfassungswidrig, da es defacto die Rechtsprechung auslagert.
In dem Fall auf Facebook.
Dabei versteckt sich das Gesetz hinter dem Hausrecht von Facebook.
Das unterläuft die Klage, indem sie auf Vertragsbruch setzt.
Interessanter Angriff, dem das Gericht zunächst zügig gefolgt ist.
Mal sehen, wie es weiter geht ...
Facebook muss sich wieder vor Gericht verantworten.
Diesmal vor einem US-Gericht in San Francisco,
das Gericht ließ eine Sammelklage gegen das Online-Netzwerk zu.
Es geht um die Speicherung biometrischer Daten.
Diese sei der effizienteste Weg, den Disput über die umstrittene Gesichtserkennung zu lösen, begründete der Richter seine Entscheidung.
Nutzer aus dem US-Bundesstaat Illinois werfen Facebook vor, das Programm ohne deren Einverständnis verwendet zu haben. Facebook geht nach eigenen Angaben weiter davon aus, dass die Klage unbegründet ist.
Diese Klage kommt für Facebook zu einer unpassenden Zeit.
Das US-Unternehmen sieht sich derzeit mit dem Vorwurf konfrontiert, dass Facebook-Informationen von bis zu 87 Millionen Mitgliedern durch die Firma Cambridge Analytica auf unlautere Weise genutzt worden seien. Mark Zuckerberg, der Chef von Facebook musste sich deswegen bereits vor US-Parlamentariern verantworten, wo er Fehler einräumte um und Entschuldigung bat.
"Es ist ja schön, wenn Herr Zuckerberg über den Schaden redet, der einzelnen Nutzern entstanden ist. Über den Schaden für die Gesellschaft und die demokratische Debatte hat er nichts gesagt."
sagt EU-Justizkommissarin Vera Jourová.
Es werde nun darüber nachgedacht, Algorithmen, die wichtigsten Instrumente der Plattformen, zu regulieren. Konkrete Maßnahmen werden aber nicht angekündigt.
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References: § 28
 § 4
 § 4
 § 38
 § 13
 § 13
 EuGH