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Timestamp: 2016-10-27 18:55:00+00:00

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8C_662/2010 (27.09.2010)
8C_662/2010
M.________, geboren 1956, war durch die Firma J.________ SA seit dem 12. Juli 2007 als Trockenbauer besch�ftigt, als es gleichentags zu einem Unfall mit Verletzung des linken Knies kam (Unfallmeldung vom 9. August 2008). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), bei welcher er f�r die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten versichert war, erbrachte die gesetzlichen Leistungen. In der Folge berichtete der Versicherte, dass er am gleichen sowie am folgenden Tag drei weitere Unf�lle erlitten habe; er klagte namentlich �ber Schmerzen im Bereich der Lendenwirbels�ule zufolge eines Verhebetraumas (nachdem ein Kollege eine Bleirolle habe fallen lassen), Kopf- und Nackenbeschwerden nach einem Kopfanprall an einem T�rrahmen sowie Schmerzen am rechten Ellbogen, den er sich nach einem Sturz vom Dreitritt am Boden angeschlagen habe. Mit Verf�gung vom 11. Februar 2009 und Einspracheentscheid vom 24. April 2009 schloss die SUVA den Fall ab und stellte ihre Leistungen ein.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 14. Juni 2010 ab.
M.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei die Sache zu weiteren Abkl�rungen zur�ckzuweisen. Es sei eine �ffentliche m�ndliche Verhandlung durchzuf�hren und es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze zum Unfallbegriff (Art. 4 ATSG), zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers gem�ss Art. 6 Abs. 1 UVG vorausgesetzten nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 179 E. 3.1 und 3.2 S. 181), insbesondere bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116; 123 V 98 E. 2a S. 99), sowie zum Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360; 130 III 321 E. 3.2 u. 3.3 S. 324 f.) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Das Verfahren der �ffentlich-rechtlichen Beschwerde ist grunds�tzlich schriftlich (Art. 102 BGG); eine Verhandlung findet nicht statt. F�r den Prozess vor dem kantonalen Versicherungsgericht bestimmt Art. 61 lit. a ATSG, dass das Verfahren in der Regel �ffentlich ist. Es wird damit der von Art. 6 Ziff. 1 EMRK geforderten �ffentlichkeit des Verfahrens Rechnung getragen (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2003, N 26 zu Art. 61 ATSG), welche im erstinstanzlichen Rechtsmittelverfahren zu gew�hrleisten ist (BGE 122 V 47 E. 3 S. 54 mit Hinweisen; in BGE 131 V 286 nicht publizierte E. 1.2 des Urteils C 13/05 vom 24. August 2005). Nachdem ein entsprechender Antrag im vorinstanzlichen Verfahren nicht gestellt wurde, im Verfahren vor Bundesgericht neue Begehren unzul�ssig sind (Art. 99 Abs. 2 BGG) und die Beschwerde zudem diesbez�glich nicht begr�ndet wird, ist der Antrag abzuweisen.
Streitig ist die Leistungspflicht der SUVA hinsichtlich der vom Versicherten geklagten lumbalen, Knie-, Kopf- und Nacken- sowie Ellbogenbeschwerden. Er f�hrt diese auf vier Ereignisse zur�ck, die sich am 12. und 13. Juli 2007 zugetragen h�tten, n�mlich ein Verhebetrauma (beim Tragen einer Bleirolle zusammen mit einem Kollegen, welcher die Rolle unvermittelt fallen gelassen habe), eine Kniedistorsion (bei der Montage von Gipsw�nden), einen Kopfanprall (mit Nase und Stirne) an einem T�rrahmen sowie einen Sturz von einem Dreitritt, bei dem er mit dem Ellbogen auf dem Boden aufgeschlagen sei.
Was zun�chst das Verhebetrauma betrifft, hat die Vorinstanz einl�sslich dargelegt, der Versicherte habe erst anl�sslich einer Besprechung vom 20. Mai 2008 berichtet, dass er beim Transport einer Bleirolle einen schmerzhaften Stich im Bereich der Lendenwirbels�ule versp�rt habe (gem�ss Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. G._______, Innere Medizin FMH, vom 13. M�rz 2009 handelte es sich um ein stumpfes Bauchtrauma). Da in den gesamten medizinischen Akten bis zu diesem Zeitpunkt keine entsprechenden Beschwerden vermerkt waren und zudem die befragten damaligen Mitarbeiter ein solches Ereignis nicht best�tigen konnten, gelangte das kantonale Gericht zum Schluss, der behauptete Sachverhalt k�nne nicht als erstellt gelten.
Der Versicherte beschr�nkt sich auf eine erneute Darstellung des Geschehens, welches seiner Auffassung nach als Unfall zu qualifizieren sei, sowie auf die R�ge, dass der Unfallbegriff nur mangels Zeugen verneint worden sei. Entscheidwesentlich ist jedoch, dass er diesen Vorfall erst zehn Monate sp�ter geltend gemacht hat, w�hrend entsprechende Beschwerden sowohl anl�sslich einer ersten Besprechung vom 7. Dezember 2007 (bei welcher die drei anderen hier streitigen Ereignisse geschildert wurden) als auch bei der kreis�rztlichen Untersuchung vom 23. Januar 2008 unerw�hnt geblieben sind und auch in den diversen �brigen Arztberichten aus diesem Zeitraum nicht genannt werden.
In diesem Zusammenhang beruft sich der Beschwerdef�hrer auf den von Dr. med. G.________ am 14. Dezember 2007 erhobenen Befund einer ISG-Blockade. Das kantonale Gericht hat sich auch dazu einl�sslich und zutreffend dahingehend ge�ussert, dass entsprechende Beschwerden von den erstbehandelnden �rzten und auch in den Verlaufsberichten bis zu diesem Zeitpunkt nicht aufgef�hrt wurden. Auch Dr. med. G.________ legt nicht dar, inwiefern diese Beschwerden durch einen Unfall verursacht seien. Die Vorinstanz geht gest�tzt auf die �rztlichen Stellungnahmen davon aus, dass die damals festgestellte ISG-Blockade nicht unfallbedingt war. Da sich der Beschwerdef�hrer dazu nicht �ussert, ist darauf nicht weiter einzugehen.
Die Beschwerde ist in diesem Punkt offensichtlich unbegr�ndet.
Hinsichtlich der Kniebeschwerden ging die SUVA gest�tzt auf die Untersuchung durch ihren Kreisarzt Dr. med. K.________ vom 27. November 2008 davon aus, dass zwischenzeitlich keine behandlungsbed�rftigen Unfallfolgen mehr vorliegen w�rden. Dr. med. K.________ berichtete, dass der Patient prima vista einen eher kranken Eindruck mache und sein Verhalten auf eine Depression hinweise. Objektiv betrachtet sei auch dieser Unfall bagatell�hnlich gewesen und der Versicherte habe nach der Torsionsverletzung am linken Knie weiter arbeiten k�nnen. Er habe jedoch hier an eher st�rkeren Schmerzen gelitten, weshalb in der Folge eine Arthroskopie durchgef�hrt worden sei. W�hrend �blicherweise nach einem solchen Eingriff innerhalb von drei bis vier Wochen eine Verbesserung zu einem relativ guten Zustand eintrete, sei es beim Versicherten trotz Therapien zu einer Verschlimmerung gekommen und das Knie k�nne unerkl�rlicherweise noch immer nicht belastet werden. Anhand dieser Stellungnahme und nach W�rdigung auch der �brigen Arztberichte ging die Vorinstanz namentlich aufgrund der Schilderungen eines aspektm�ssig unauff�lligen, klinisch reizlosen Kniegelenks ohne relevante Pathologie, ohne Schwellung oder Erw�rmung sowie einer symmetrischen Bemuskelung davon aus, dass keine Unfallfolgen mehr vorliegen.
Die Einw�nde des Beschwerdef�hrers beziehen sich auf die nach dem Ereignis vom 12. Juli 2007 erhobenen pathologischen Befunde. Dass die damaligen Kniebeschwerden auf ein Unfallereignis zur�ckzuf�hren waren, ist indessen nicht streitig. Es ist jedoch mit der SUVA und mit dem kantonalen Gericht, auf dessen Erw�gungen verwiesen werden kann, davon auszugehen, dass die heute noch geklagten Beschwerden nicht mehr unfallbedingt sind. Dazu �ussert sich der Beschwerdef�hrer nicht. Vielmehr beruft er sich auf einen Bericht �ber die MRT-Untersuchung des Dr. med. H.________, Klinik S.________, vom 26. November 2008, welche jedoch keine Hinweise auf eine Sudeck-Dystrophie, sondern degenerative Ver�nderungen zeigte. Dass noch unfallbedingte Befunde vorliegen w�rden, ist dem Bericht nicht zu entnehmen.
Mit Eingabe vom 20. September 2010 reicht der Beschwerdef�hrer einen neuen Arztbericht ein. Gem�ss Art. 99 Abs. 1 BGG sind Noven im letztinstanzlichen Verfahren grunds�tzlich unzul�ssig (vgl. auch BGE 135 V 194 E. 3.4 S. 199). Die Voraussetzungen, unter denen die vom Beschwerdef�hrer neu eingereichten Unterlagen ausnahmsweise zul�ssig w�ren, sind vorliegend nicht erf�llt, sodass diese unbeachtet bleiben m�ssen.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, es sei erstellt, dass er durch den Unfallmechanismus eine L�sion des Nervus Ulnaris erlitten habe.
Dass ein unfallkausales Leiden am Ellbogen vorliege, geht aus keiner der fach�rztlichen Einsch�tzungen hervor, namentlich auch nicht aus den Berichten des Dr. med. A.________, auf welche sich der Beschwerdef�hrer beruft. Die Vorinstanz hat sich dazu einl�sslich ge�ussert. Der Stellungnahme des Dr. med. A.________ vom 11. November 2008 ist zu entnehmen, dass die EMG-Untersuchung ein geringf�giges, vorwiegend sensibles Sulcus ulnaris-Syndrom best�tigt habe. Seine Empfehlungen beziehen sich indessen ausschliesslich auf den ben�tzten Gehstock. Anhand der Arztberichte geht denn auch die Vorinstanz davon aus, dass die heute noch geklagten Schmerzen am Ellbogen durch den Stockgebrauch verursacht werden.
Gem�ss Art. 6 Abs. 3 UVG haftet der Unfallversicherer f�r Sch�digungen, die dem Verunfallten bei der Heilbehandlung zugef�gt werden. Der dauernde Stockgebrauch wurde dem Versicherten jedoch nicht empfohlen, sondern es wurde schon im Januar 2008 und in der Folge wiederholt ausdr�cklich davon abgeraten. Die noch geklagten Ellbogenbeschwerden sind damit nicht bei der Therapie der Unfallfolgen entstanden, weshalb eine Haftung des Unfallversicherers entf�llt.
Zu den Kopf- und Nackenbeschwerden (beziehungsweise Schmerzen im Gesicht/am Kiefer und Zahnbeschwerden) hat sich die Vorinstanz einl�sslich ge�ussert. Entscheidwesentlich ist, dass der Versicherte der SUVA erst anl�sslich einer zweiten Besprechung vom 20. Mai 2008 anhaltende Schmerzen gemeldet hat, w�hrend sich bis dahin auch in den medizinischen Akten keine diesbez�glichen Hinweise finden. Abgesehen davon, dass eine Verletzung, welche f�r die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) gen�gen w�rde, in den anf�nglichen Arztberichten nicht dokumentiert ist, ist zudem zu ber�cksichtigen, dass die Nacken- und/oder Kopfschmerzen innerhalb einer Latenzzeit von 72 Stunden aufgetreten sein m�ssten (SVR 2007 UV Nr. 23 S. 75, U 215/05 E. 5). Es kann diesbez�glich auf die zutreffenden Erw�gungen des kantonalen Gerichts verwiesen werden. Ob eine Kontusion die Zahnbeschwerden verursacht habe, erachtete Dr. med. R.________, Radiologie FMH, schon am 22. November 2007 lediglich als fraglich, erw�hnte jedoch degenerative Ver�nderungen.
Schliesslich hat das kantonale Gericht gepr�ft, ob der Unfallversicherer mangels organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen f�r eine allf�llige psychische Fehlentwicklung einzustehen h�tte. Auf seine diesbez�glichen Erw�gungen kann ebenfalls verwiesen werden. Namentlich hat es sich eingehend zu den einzubeziehenden Ad�quanzkriterien ge�ussert. Was der Beschwerdef�hrer gegen die zutreffende vorinstanzliche Beurteilung vorbringt, vermag daran nichts zu �ndern.
Gem�ss Art. 64 Abs. 1 BGG wird einer Partei die unentgeltliche Rechtspflege nur gew�hrt, wenn sie bed�rftig ist und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Das kantonale Gericht hat die Sachverhalts- und Rechtslage einl�sslich dargelegt und seinen Entscheid eingehend begr�ndet. Die erhobenen R�gen vermochten ihn nicht ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege kann daher zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde (BGE 129 I 129 E. 2.3.1 S. 135 f.) nicht entsprochen werden.

References: Art. 6
 BGE 
 Art. 61
 Art. 6
 Art. 61
 BGE 
 Art. 99
 BGE 
 Art. 6
 Art. 64