Source: https://www.gba-group.de/newsletter-0315-gba-laborgruppe-online-version/
Timestamp: 2018-12-14 19:03:01+00:00

Document:
GBA Group: Newsletter 03/15 GBA Laborgruppe Online-Version
Themen-Serie Mikrobiologie: Gesamtkeimzahl
Rückblick: BioFach und Food Safety Kongress
im Bereich Umwelt stellen wir Ihnen die aktuell anstehenden Änderungen bezüglich der Industrieemissions­richtlinie (IED) und dem damit in Zusammenhang stehenden Ausgangszustandsberichtes (AZB) vor und im Lebensmittel­bereich starten wir mit einer neuen Newsletter-Serie zum Thema Mikrobiologie.
Mit der Richtlinie 2010/75/EU über Industrieemissionen vom 24. November 2010 [1] ist der Betreiber einer genehmigungspflichtigen Anlage verpflichtet, diese systematisch zu überwachen. Bei Stilllegung der Anlage ist das Gelände in den Ausgangszustand zurückzuführen (Artikel 22 Absatz 2 und Absatz 3 Unterabsatz 1). Um einen Ausgangszustand definieren zu können, muss ab dem 07. Juli 2015 für alle bestehenden und neu eingestuften Anlagen (galt bislang nur für Neugenehmigungen von IE-Anlagen oder bei Änderungs­genehmigungen solcher Anlagen mit relevanten gefährlichen Stoffen) für die Genehmigungsentscheidung bei Inbetriebnahme oder bei Erneuerung ein Ausgangszustandsbericht erstellt werden.
In Deutschland sind ca. 9.000 Unternehmen aus den verschiedensten Branchen von der IED betroffen:
• Mineralverarbeitende Industrie
• Intensivtierhaltung u.a.
Jedoch nicht alle Betreiber müssen einen Ausgangszustandsbericht erstellen, sondern nur diejenigen, die relevante gefährliche Stoffe im erheblichen Umfang verwenden, erzeugen oder freisetzen. Diese Stoffe können nach §3 Abs. 10 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BlmSchG) eine „Verschmutzung des Bodens oder des Grundwassers auf dem Anlagengrundstück verursachen“.
Wann ein Stoff als gefährlich einzustufen ist, muss anhand der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, CLP-Verordnung) und anhand von Sicherheitsdatenblättern vorgenommen werden.
Der AZB ist mit den Antragsunterlagen vorzulegen (§ 10 Abs. 1a BImSchG) und von der Behörde auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu prüfen.
Die Inhalte des AZB ergeben sich nach § 4a Abs. 4 der 9. BlmSchV wie folgt:
• Informationen über die derzeitige Nutzung und
• falls verfügbar, über die frühere Nutzung des Geländes sowie
• bestehende Informationen über Boden- und Grundwassermessungen oder
• durchgeführte neue Boden- / Grundwassermessungen
Der AZB muss den Behörden vorliegen, bevor die Anlage in Betrieb genommen oder die Genehmigung für die Anlage erneuert wird (§ 7 Abs. 1 Satz 5 der 9. BImSchV). [2]
Der Betreiber hat seine Anlage nach der besten verfügbaren Technik (BVT) zu betreiben, die in BVT-Merkblättern festgelegt wird. Diese legen europaweit einheitlich Mindestanforderungen fest und ermöglichen einen fairen Wettbe­werb. Sollte anhand der eingesetzten Technik die Möglichkeit einer Verschmut­zung des Bodens oder des Grundwassers auf Grund der tatsächlichen Um­stände durch Einträge ausgeschlossen sein, so besteht nach § 10 Abs. 1a BlmSchG ein Ausnahmetatbestand und es kann auf einen AZB verzichtet werden.
Als kompetenter Analysendienstleister mit langjähriger Erfahrung u.a. in Altlastenerkundungen und mit einem sehr umfangreichen und nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005 akkreditierten Analysenportfolio sind wir in der Lage, Sie zielgerichtet bei der Erstellung eines Ausgangszustandsberichtes zu unterstützen. Wir begleiten Sie bei der Entwicklung und Durchführung von Untersuchungskonzepten in Abstimmung mit Ihren Fachgutachtern und behördlichen Ansprechpartnern. Das garantiert Ihnen die entsprechende Rechtssicherheit und Akzeptanz im Genehmigungsverfahren.
• Identifikation der relevanten gefährlichen Stoffe
• Abstimmung mit Fachgutachtern und Behörden
• Akkreditierte Probenahme und Analytik von Grundwasser und Boden
• Verständliche Darstellung der Untersuchungsergebnisse
• Entwicklung eines Überwachungskonzeptes
Die GBA Laborgruppe ist ein bundesweit agierendes Dienstleistungslabor. Neben einer umfangreichen Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005 hat die GBA u.a. die Zulassungen nach §18 BBodSchG, §17 LBodSchG, §25 LAbfG, §9 Abs. 2 u. §4 Abs. 9 BioAbfV und §3 Abs. 2 u. 4 AbfKlärV.
Sollten Sie weitere Fragen zu dem Analysenportfolio oder den Zulassungen der GBA Laborgruppe haben, dann sprechen Sie uns gerne an.
[1] Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. November 2010 über Industrieemissionen (integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung) (Neufassung), Amtsblatt der Europäischen Union, L 334/17-112, Stand 17.12.2010
[2] Arbeitshilfe zum Ausgangszustandsbericht für Boden und Grundwasser, Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft (LABO) in Zusammenarbeit mit der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA), Stand 07.08.2013
Themen-Serie Mikrobiologie: aerobe, mesophile Gesamtkeimzahl
Die „Gesamtkeimzahl“ (GKZ) oder auch „Keimzahl“ erfasst als unspezifischer Parameter die aeroben (sauerstoffliebenden), mesophilen (wärmeliebenden) Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen und Schimmelpilze. Sie gibt an, wie viele Kolonien dieser Keime sich bei der Untersuchung eines Lebensmittels in einer bestimmten Zeit bei einer bestimmten Temperatur bilden. [1] Viele Mikro­organismen kommen in Zellverbänden vor, die eine Kolonie darstellen. Aus diesem Grund wird die Gesamtkeimzahl in der „koloniebildenden Einheit“ (KbE) angegeben. Sie bringt mit Hilfe eines normierten Verfahrens zum Ausdruck, wie viele Zellverbände sich bei dem Verfahren auf einem speziellen Nährboden in einer definierten Zeiteinheit gebildet haben (72 Stunden bei einer Bebrü­tungstemperatur von 30°C). [2] Neben unerwünschten Keimen werden bei der GKZ auch erwünschte Mikro­organismen wie Milchsäurebakterien erfasst, die z.B. in fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt oder Käse vorkommen.
Aufgrund des unspezifischen Nährmediums für die Gesamtkeimzahl sind die Wachstumsbedingungen nicht für alle Mikroorganismen optimal. Deshalb ist es möglich, dass durch die Gesamtkeimzahl nicht alle anwesenden Keime in gleicher Höhe widergespiegelt werden wie bei den selektiven Nährmedien die für die spezifischen Keime eingesetzt werden. Hier wird die unerwünschte Begleitflora durch verschiedene Zusätze unterdrückt.
Allgemein kann man mit Hilfe der Gesamtkeimzahl bei nicht fermentierten Le­bensmitteln einen ersten Eindruck über den Hygienezustand des Lebensmittels bekommen. Hohe Koloniezahlen können nicht nur auf verdorbene Ware hin­deuten, sondern auch Konsequenz einer unzureichenden Verarbeitungs- und Betriebshygiene oder auch Rekontamination sein. Umgekehrt kann aufgrund der Verwendung eines unspezifischen Nährmediums bei der Anzucht bei einer niedrigen Koloniezahl nicht davon ausgegangen werden, dass ein Lebensmittel hygienisch unbedenklich ist.[3]
Es ist sinnvoll bei einer hohen Gesamtkeimzahl parallel auf relevante spezi­fische Keime zu untersuchen, die je nach Lebensmittel und Verarbeitung unterschiedlich sein können. Ferner ist zu prüfen, ob die eingesetzten Rohstoffe bereits kontaminiert sind, ob bei der Produktion und Lagerung des Lebens­mittels hygienische Verunreinigungen vorliegen und ob eine homogene Probe entnommen wurde, die somit repräsentativ für das Gesamtmaterial der Lebensmittelprobe ist.
Je nach Produktgruppe fällt die Beurteilung der Gesamtkeimzahl sehr unter­schiedlich aus. Zum einen findet man mikrobiologische Kriterien für einige Lebensmittel in der VO (EG) Nr. 2073/2005. Zusätzlich können die Empfeh­lungen der Richt- und Warnwerte der DGHM (Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie) zur Beurteilung des hygienischen Zustandes verschiedener Lebensmittel herangezogen werden.[4]
Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder
[1] Bast, E.: Mikrobiologische Methoden – Eine Einführung in grundlegende Arbeitstechniken, 2. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag GmbH Heidelberg, 2001
[2] DIN EN ISO 4833-1:2013: Mikrobiologie der Lebensmittelkette - Horinzontales Verfahren zur Zählung von Mikroorganismen – Teil 1
[3] Pichhardt, K.: Lebensmittelmikrobiologie – Grundlagen für die Praxis, 4. Überarbeitete Auflage, Springer Verlag Berlin, Heidelberg, 1998
[4] Klein, G., Schütze, B.: Handbuch der mikrobiologischen Beurteilung von Lebensmitteln, 1. Auflage, Behr´s Verlag Hamburg, 2011
von Sabine Gerkau, GBA-Laborgruppe
Die 48. Essener Tagung für Wasser- und Abfallwirtschaft findet unter dem Motto „Forschung trifft Praxis“ am 15. bis 17. April 2015 in Aachen statt. Aufgeteilt in 18 Blöcken wird in über 70 Vorträgen zu aktuellen und wasserwirtschaftlichen Themen berichtet. Dabei geht es um neuste Forschungsergebnisse, politische und administrative Rahmenbedingungen sowie praktische Erfahrungen.
Sowohl die BioFach in Nürnberg als auch der Food Safety Kongress in Berlin gewährten im Februar spannende Einblicke in die Themen Bio-Lebensmittel, Nachhaltigkeit und Lebensmittelsicherheit. Für alle, die an diesen Veranstaltungen nicht teilnehmen konnten und uns vor Ort getroffen haben, haben wir einige Impressionen mitgebracht.
Die Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel verzeichnete mit 44.624 Fach­besuchern aus 136 Ländern ein Besucherplus von über 5%. Aber auch insgesamt gab es viel Grund zur Freude, denn 2014 gaben die deutschen Haushalte 4,8% mehr Geld für Bio-Lebensmittel und Bio-Getränke aus als im Vorjahr. Auf dem ersten Bild sehen Sie unser Vertriebsteam am Messestand der BioFach: (v.l.n.r.) Herr Persen, Kundenbetreuung Hameln, Frau Lehmann, Vertrieb und F&E sowie Herr Elmers, Vertrieb national.
Food Safety Kongress 2015
Der Food Safety Kongress ist bekannt als hochkarätige Veranstaltungs­plattform für Lebensmittelexperten aus Handel, Industrie und Politik. Moderiert wurde der Kongress von Professor Dr. Nöhle mit verschiedenen Themenschwer­punkten wie Qualitätsmanagement und Qualitätskontrolle, Risikomanagement, Sicherheitsprüfungen und Strategieberatung. Dr. Steinhauer (Bild 2), Leitung Forschung & Entwicklung, hielt einen Vortrag über „Die moderne Analytik – Möglichkeiten und Grenzen“. Hinterher gab es eine Diskussionsrunde zu diesem Thema und Beispiele aus der Praxis.

References: §3
 § 4
 § 10
 §18
 §17
 §25
 §9
 §4
 §3