Source: https://www.don-bosco-mondo.de/jb2016-epaper/
Timestamp: 2018-01-17 07:31:42+00:00

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20171017_don_bosco_mondo_jahresbericht_2016_epaper
J A H R E S B E R I C H T 2 0 16 DON BOSCO MONDO J U G E N D H I L F E W E L T W E I T
Inhalt DER VEREIN Editorial ............................................................................................. 3 HILFE VOR ORT Berufliche Bildung Berufsbildungsoffensive in São Paulo .................................... 4 Raus aus dem Slum, rein in die Zukunft ............................... 6 Mit leckeren Gerichten und schickem Haarschnitt zum Erfolg ................................................................ 8 Nachhaltigkeit Hygiene und Gesundheit in den kargen Anden ............ 10 Bildung, die jungen Menschen und der Umwelt hilft .. 11 Wiederaufbau Haiti: Sofortige Nothilfe und nachhaltiger Wiederaufbau .............................................................................. 12 Flucht und Vertreibung Sri Lanka: Dank Bildung – Zukunft auch auf Trümmern ................................................................... 14 Südsudan: Nahrung, Medizin, Schutz und eine Prise Normalität ........................................................ 15 Evaluation Wirksames Engagement für Indiens „Haushaltssklavinnen“ .............................................................. 16 Projektförderungen 2016 Unsere Projekte im Überblick ................................................. 18 DER VEREIN Personalia ............................................................................................................ 20 Veranstaltungen Besuch von Don Ángel auf dem Don Bosco Campus .. 21 Werkstattgespräche 2017 ....................................................... 22 Don Bosco Forum 2017 ........................................................... 23 STRUKTUR, ORGANISATION, ZAHLEN Gremien ............................................................................................................ 24 Qualität, Integrität und Transparenz ..................................................................... 25 Jahresabschluss ........................................................................................................... 26 Lagebericht & Ausblick ................................................................................................... 30 SPENDEN UND FÖRDERN ....................................................................................32 Impressum Herausgeber: Don Bosco Mondo e.V. Sträßchensweg 3 53113 Bonn Tel.: 0228-53965-45 Fax: 0228-53965-65 info@don-bosco-mondo.de www.don-bosco-mondo.de Redaktion: Annette Debusmann (Leitung), Katharina Schründer, Ute Piasetzki Gestaltung: Jutta Schlotthauer (dot.blue – communication design) Lektorat: Susanne Nickel V.i.S.d.P.: Silvia Cromm Druck: gruen-gedruckt – eine Marke der Schloemer & Partner GmbH Bildnachweise: Don Bosco Archiv Rainer Erdorf (S. 23) ich tv Bahare kh (S. 13) Raul Kowolik (S. 20, 21) Joerg Loeffke (S. 23) Andreas Mesli (Umschlag) Christoph Papsch (S. 3) Maurice Ressel (S. 32) Harald Reusmann (S. 24, 33) Simon Sander (S. 20, 21) Pedro Strelkow (S. 4) Rainer Unkel (S. 21, 33) WAZ FotoPool/Matthias Graben (Titel, S. 14) Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) Geprüft + Empfohlen Id-Nr. 1767851 www.bvdm-online.de Printkompensiert
Liebe Leserin, lieber Leser, auch 2016 war ein in vielerlei Hinsicht bedeutsames Jahr: Die Salesianer Don Boscos feierten ihr 100-jähriges Jubi- läum mit einem großen Provinzfest in Würzburg, zu dem sich die ganze salesianische Familie in Deutschland traf. Es war sehr eindrucksvoll, mit vielen anderen engagierten Menschen dieses Fest zu begehen, die sich wie wir der Sache Don Boscos verschrieben haben. Mit dem Beschluss, hier auf dem Don Bosco Campus einen Erweiterungsbau zu realisieren, senden die Sa- lesianer Don Boscos ein deutliches Bekenntnis für die Zukunft unseres Standortes. Auch für Don Bosco Mondo bedeutet dies Zukunftssicherheit: Durch den Erwerb eines Nutzungsrechts haben wir uns den Raumbedarf für die kommenden Jahre gesichert und unterstützen zugleich die Standortinvestition des Ordens. Auch der qualitative Ausbau des Vereins geht in eine neue Ära. Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit soll künftig weniger der Bau von Einrichtungen für Jugendliche sein, Editorial sondern noch stärker als bisher die Mobilisierung der Fähigkeiten sowohl der Jugendlichen als auch unserer Kooperationspartner vor Ort (sogen. „Capacity Develop- ment“). Nachdem das Bundesministerium für wirtschaft- liche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) uns in den Kreis der Organisationen aufgenommen hat, welche Mittel für Sozialstrukturförderung erhalten, wollen wir uns auch in diesem Bereich stärker engagieren. Ein erstes Projekt auf den Philippinen wird mit 1,75 Mio. € gefördert – die größte Einzelzuwendung des BMZ in der Geschichte unseres Vereins, die wir als Beleg für das Vertrauen in unsere Arbeit und insbesondere die Arbeit der Salesianer Don Boscos vor Ort ansehen. All dies bietet uns große Chancen für die nachhaltige Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Es stellt aber auch unseren Verein vor große Herausforde- rungen, die wir natürlich gerne annehmen. In den letzten Jahren haben wir viele interne sowie externe Prozesse auf den Prüfstand gestellt und eine Reihe von Veränderungen umgesetzt. So hat uns in den letzten beiden Jahren vor allem die Einführung einer neuen Software zur Verwal- tung all unserer Geschäftsprozesse abteilungsübergrei- fend stark beansprucht. Mit Erfolg, denn nun haben wir ein leistungsfähiges System implementiert. Jetzt müs- EDITORIAL 3 sen sich diese und andere Veränderungen in der Praxis bewähren, zur Routine werden, damit sich die Vorteile zeigen können. Das Jahr 2016 endete für Don Bosco Mondo mit einem finanziellen Rekordergebnis. Gleichwohl sehen wir, dass sich die Einnahmesituation in 2017 schwieriger gestalten wird. Aus diesem Grund haben wir sehr konservativ ge- plant und gleichzeitig einen ausgeglichenen Haushalts- plan für das laufende Jahr verabschiedet. Unser Verein muss finanziell stabil bleiben, solide planen und verant- wortungsbewusst agieren. Denn schließlich sind es uns anvertraute Gelder von Spendern, Förderern und öffentli- chen Trägern, mit denen wir benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Zukunft schenken wollen. Alexander Knauss (Vorstandsvorsitzender) Und zu dieser gelingenden Zukunft gehört emotionale, soziale aber eben auch materielle Sicherheit. So wie in Kapstadt. Hier bilden wir gemeinsam mit Porsche in einem neuen Trainingszentrum jährlich 25 Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen zu Kfz-Service-Mecha- tronikern aus. Sie haben die Chance, den Kreislauf aus Armut, fehlender Bildung und schlecht bezahlten Jobs zu durchbrechen. Nach der offiziellen Eröffnung im März besuchten wir eine der Townships, aus denen unsere neu- en Auszubildenden stammen. Trotz bitterer Armut sagte einer der Bewohner zu mir: „You know, you have to be happy where you are“. Diese so positive Einstellung auf das Leben hat mich nachdenklich gemacht und mir zu- gleich verdeutlicht, wie wichtig und wertvoll unser Beitrag an diesem und an vielen anderen Orten ist. Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen Alexander Knauss Vorstandsvorsitzender
4 BERUFLICHE BILDUNG Samba gehört zum brasilianischen Lebensgefühl: Mit großer Freude erwarten die Auszubildenden die neuen Geräte Brasilien: Berufsbildungsoffensive in São Paulo Mit dem Berufsbildungszentrum der Salesianer Don Boscos in São Paulo-Itaquera ist ab 1993 mit Hilfe von Don Bosco Mondo ein barrierefreier, großer Ausbildungs- campus mit Werkstätten und Kursräumen entstanden. Jährlich werden knapp 1.800 Jugendliche und junge Erwachsene qualifiziert. Nun wurden die 15 Ausbildungs- zweige um die Bereiche Mechatronik und Metallmechanik erweitert. Mit Fördermit- teln und Maschinen aus Deutschland konnten 350 weitere Ausbildungsplätze pro Jahr geschaffen werden. Über Itaquera n am östlichen Stadtrand von São Paulo n ca. 500.000 Einwohner n 12 % ohne Einkommen n 50 % jünger als 24 Jahre n 48 Favelas n 5 soziale Brennpunkte
Die rhythmischen Trommeln der Don Bosco Sambaschule begleiten die Ankunft des großen LKW. Unter dem Jubel von Lehrern und Schülern des Centro Profissionalizante Dom Bosco enthüllt der Fahrer die kostba- re Fracht. In den großen Holzkisten steckt Ausbildungstechnik, die alle begeistert. Die Geräte kommen direkt aus Deutschland und sind unentbehrlich für den praktischen Unter- richt im neuen Bildungsmodul Mechatronik. „Viva Alemanha! Viva Don Bosco!“ ruft Pater Rosalvino Moran Viñayo SDB, der Leiter des Berufsbildungszentrums. Seit rund 30 Jahren engagiert sich der Ordensbruder in Itaquera für marginalisierte Kinder und Jugendliche und weiß, dass diese Lieferung viel bedeutet für die Zukunft junger Menschen in diesem Randbezirk von São Paulo. 350 neue Ausbildungsplätze – 350 neue Chancen Mit den neuen Fächern Mechatronik und Metallmechanik kann Pater Rosalvino SDB 350 zusätzliche Aus- und Weiterbildungs- plätze bieten. Das sind 350 Lichtblicke, 350 neue Chancen auf eine wertvolle und ge- fragte Qualifikation, die gut bezahlte Arbeit, ein Leben in Würde und Selbstbestimmung bedeuten. Der neue Ausbildungsbereich Mechatronik macht Abschlüsse zum Kfz-Me- chaniker, Kfz-Elektroniker und Kfz-Servicetech- niker möglich. Im Bereich Mechanik können sich die Lehrlinge in Konstruktionstechnik, Zerspanungstechnik und Werkzeugmechanik spezialisieren. 100 Ausbildungsplätze werden berufsbe- gleitend in Abend- und Wochenendkursen angeboten und 35 Prozent der begehrten Lehrstellen sind jungen Frauen vorbehalten. Nutznießer dieser Ausbildungsoffensive sind darüber hinaus die Lehrer, die sich eigens hierfür fortbilden lassen können. Die Familien profitieren natürlich ebenso vom Erfolg ihrer Sprösslinge, und nicht zuletzt freut sich die In- dustrie über qualifizierte Fachkräfte. Die neue Ausbildungsinitiative hat die Firma Lucas- Nülle tatkräftig unterstützt. Vom Antrag über den Aufbau der Maschinen bis hin zum Train- 5 the-Trainer-Programm war der Hersteller von Lehrsystemen direkt involviert. Technisch und personell gut ausgerüstete Ausbildungsbetrie- be, wie das große Berufsbildungszentrum der Salesianer Don Boscos, sind am Stadtrand der zwölf Millionen Metropole São Paulo rar. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass im Foyer zahlreiche Stellenangebote aushängen und viele Schülerinnen und Schüler bereits vor ihrem Abschluss einen Arbeitsvertrag in der Tasche haben. 800 bis 1.000 Absolventen werden jedes Jahr erfolgreich vermittelt. In einer Gegend, in der zwölf Prozent ohne Ein- kommen sind, ist das ein sehr gutes Ergebnis. Pater Rosalvino ist aufgrund seines langjähri- gen und erfolgreichen Engagements beliebt und angesehen. Er kooperiert mit vielen Firmen und kann bedürftigen Jugendlichen aus den kritischen Vierteln der Millionenstadt jetzt noch bessere Starthilfe geben. Denn nicht nur im neuen Industriepark Itaquera werden Fachkräfte im Bereich Fahrzeugtech- nik und Metallverarbeitung dringend ge- x Über Obra Social Dom Bosco Itaquera Die Salesianer Don Boscos haben seit Gründung 1981 eine der größten Jugendhilfe- und Sozialeinrichtungen des Landes mit 400 Mit- arbeitern in 17 Bildungs- und Sozialprogrammen, darunter Kinderwohn- heime, Jugendzentren, Berufsschulen, Senioren- treffs und Sozialassistenz für straffällige Jugendli- che, aufgebaut. Täglich nutzen bis zu 6.000 Kinder und Jugendliche aus armen Verhältnissen die Angebote. braucht. Das erweiterte Ausbildungsangebot ist die zeitgemäße Reaktion auf den lokalen Arbeitsmarkt, hängt doch der wirtschaftliche Aufschwung in São Paulo auch von qualifizier- ten Kräften ab. Mit der neuen, technischen Ausstattung kann die Schule zudem selbst aktiv werden und mit Wartungs- und Repa- raturmaßnahmen eigene Einnahmen gene- rieren. Unterstützt wurde die Ausbildungs- initiative auch durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie die Leopold Bachmann Stiftung, die Schmitz-Stiftungen, die Firma Witron Logistik + Information GmbH und Jugendhilfe Weltweit. Zeitgemäße, bedarfsorientierte und nachhaltige Ausbildung x Gesamt- fördersumme: 945.000 Euro davon 2016: 270.652,17 Euro
6 BERUFLICHE BILDUNG Mitten im Lingarajapuram Slum bietet Don Bosco nicht nur Ausbildung, sondern Zukunft und Hoffnung. Indien: Raus aus dem Slum, rein in die Zukunft Zwei Stiftungen geben beruflicher Bildung ein Zuhause Die Zeit der Übergangslösungen mit Mietmöbeln und provisorischen Klassenräumen ist endlich vorbei. Mit Hilfe großzügiger Spenden aus der Klaus und Gertrud Conrad Stiftung sowie der Leopold Bachmann Stiftung hat Berufsbildung in Bangalore eine feste Adresse bekommen. In Lingarajapuram ist eine Berufsschule mit Wohnheim entstanden. Hier können pro Jahr rund 270 sozial benachteiligte Jugendliche eine Kurzausbildung genießen. Eingewickelt in bunte Plakate rollt das Tucktuck der Sale- sianer Don Boscos durch den Lingarajapuram Slum. „Learn today for a better tomorrow“ – steht auf dem Wagen, der für die neue Berufsschule wirbt. Aus den blauen Laut- sprechern ertönt scheppernd die frohe Botschaft. In der Nachbarschaft bietet BREADS (Bangalore Rural Educational and Development Society) Kurzausbildungen für rund 270 bedürftige jun- ge Menschen an. 50 Prozent der Ausbildungs- plätze sind Mädchen vorbehalten. Pro Jahr erhalten die 15- bis 30-Jährigen die kostbare Chance auf ein Zertifikat in den Bereichen Gastgewerbe, Einzelhandel oder Buchhaltung. Die Eintrittskarte in eine bessere Zukunft. Zur dreimonatigen Ausbildung gehören Theorie und praktische Übungen. Darüber hinaus bieten die Salesianer Don Boscos Meditations-, Sprach- oder Computerkurse an und fördern die Soft Skills. Charakterlich gestärkt, selbstbe- wusst und beruflich qualifiziert können die Ab-
solventen in ein selbstbestimmtes, würdevolles Leben starten. Zuletzt haben über 75 Prozent von ihnen eine Arbeitsstelle gefunden. Berufliche Bildung darf keine Übergangslösung sein BREADS konzentriert sich auf bezahlbare Bildung und die Vermittlung marktgerechter Fähigkeiten und Fertigkeiten. Bislang muss- ten sämtliche Kurse in provisorischen Räumen stattfinden. Jetzt stehen auf drei Etagen mehrere Klassenzimmer, ein Computerraum, Bäder, Toiletten, Schlaf- und Wohntrakte zur Verfügung. In dieser strukturierten, sauberen und sicheren Atmosphäre können die Lehrlin- ge die kompakte Kurzausbildung konzentriert und motiviert abschließen. Danach folgt ein vierwöchiges Praktikum. Dank zahlreicher Kooperationspartner vor Ort und einem starken Netzwerk können die Salesianer Don Boscos bei der Vermittlung von Jobs und Praktika tatkräftig unterstützen. Die geringen Kosten für Lehrgänge und Unterbringung sind eher symbolisch. Wer kein Geld hat, kann das durch aktive Mithilfe bei den alltäglichen Arbeiten in der Berufsschule ausgleichen. Die Schattenseite der „Stadt der Gärten“ Bangalore ist die drittgrößte Stadt Indiens mit 8,5 Millionen Einwohnern, wovon 10 Pro- zent mittellos und meist arbeitslos in Slums leben. Die Hauptstadt des Bundesstaates Karnataka galt einst als die „Stadt der Gär- ten“. In den 1990ern blühte hier die IT-Bran- che auf. Menschen von nah und fern wollten per Mausklick zum Glück, wodurch sich die Einwohnerzahl in nur 25 Jahren verdoppelt hat. Ebenso rasant entwickelte sich die Kluft zwischen Arm und Reich. Wegen seiner 862 Armenviertel wird Bangalore auch „Planet der Slums“ genannt. Einer davon ist Lingaraja- puram. Hier leben rund 20.000 Familien auf einer Fläche von 2,5 Quadratkilometern. 30 Prozent davon sind Jugendliche. Ohne eine Qualifikation ist der Ausbruch aus dem Leben 7 in bitterer Armut oder als Tagelöhner kaum denkbar. Anstiftung zum „Glücklich sein“ Etwa ein Jahr hat der Bau der Berufsschule in Lingarajapuram gedauert. Die Einweihung im Oktober 2016 war ein bunter Festakt, bei dem auch ehemalige Absolventen voller Stolz von ihrem neuen Lebensglück erzählten. Stiftungen, Spender und tatkräftige Partner vor Ort geben leidgeprüften Jugendlichen in Bangalore die Chance auf berufliche und persönliche Bildung, Arbeit und eine selbstbe- stimmte Zukunft für sich und ihre Familien. x Gesamt- fördersumme: 195.652 Euro davon 2016: 55.200 Euro Die Jugendlichen sind stolz darauf, dass sie der erste Ausbildungsjahr- gang im neuen Gebäude sind In dem dreistöckigen Gebäude gibt es neben Klassenzimmern auch Schlafräume für die Mäd- chen und Jungen.
8 BERUFLICHE BILDUNG Kein Kochkurs ohne Kühlschrank, kein Haarschnitt ohne Schere. Für die Ausbildungen zur Köchin und Friseurin an der Berufsschule der Don Bosco Schwestern in Lomé fehl- te es an Personal und Lehrmitteln. Mit Unterstützung der Schmitz-Stiftungen hat Don Bosco Mondo das Zukunftsprojekt für junge, bedürftige Mädchen und Frauen in Togo tatkräftig unterstützt. Wenn die Mädchen im Unterricht in den Spiegel schauen, dann nicht aus Eitelkeit, sondern um zu beobachten, wie die Ausbilderin das Gericht im großen Kochtopf verfeinert. Die Spiegel über dem Herd gehö- ren zur neuen Ausstattung, die für den Erhalt der Kochausbildung am Zentrum „Marie Dominique“ dringend notwendig war. Zwei Kühltruhen waren auch vonnöten. Im hei- ßen, tropischen Klima von Lomé verderben Lebensmittel rasant. Dank der Unterstützung durch Don Bosco Mondo konnten Zubehör und Geräte angeschafft werden, um die Schulungen effektiv fortzusetzen. Jetzt kann fast nichts mehr anbrennen. Zwei Jahre dauert die Ausbildung, an die sich ein dreimo- natiges Praktikum in kooperierenden Hotels anschließt. Einige der Praktikantinnen werden anschließend direkt übernommen, andere arbeiten selbständig oder in einem der vielen Restaurants. Rund 70 Prozent der Absolventinnen des Marie Dominique Zentrums finden eine Anstellung in ihrem dort erlernten Beruf. Zwischen 16 und 25 Jahre jung sind die Mädchen, die aus widrigen Verhältnissen an die Schule der Don Bosco Schwestern kom- men. 1982 haben sich die Ordensschwestern in Togos Hauptstadt Lomé niedergelassen. Seither sind sie für Kinder und Jugendliche aktiv und unterstützen vorwiegend Mädchen aus armen Verhältnissen, die schwächsten Glieder der westafrikanischen Gesellschaft. Togo: Mit leckeren Gerichten und schickem Haarschnitt zum Erfolg Über Lomé Die Hauptstadt des westafrikanischen Staa- tes Togo liegt am Golf von Guinea und hat 760.000 Einwohner. Sie ist das wirtschaftliche Zentrum Togos, wichtige Hafenstadt und gilt als Drehkreuz für den internationalen Handel mit Kindersklaven. Vor allem die Landbe- völkerung ist von Bildungsmangel und Armut betroffen. Mädchen aus sozial schwachen Familien haben hier wenige Chancen auf Bildung und Beruf. Nur 75 Prozent der Mädchen zwischen 15 und 24 können lesen und schreiben. Der Mann ist qua Gesetz Familienoberhaupt und damit allein verant- wortlich für Haushalt und Einkommen.
9 Das Centre Marie Dominique: Ein Hort des Friedens inmitten der wuseligen Hauptstadt Das beste Rezept gegen Armut: Bildung, Stolz und Motivation Mit schulischer, beruflicher und sozialer Bildung fördern die Schwestern Fähigkeiten und Kreativität der Mädchen und jungen Frauen im Sinne Don Boscos. Sie werden in die Lage versetzt, sich aus eigener Kraft zu helfen, selbstbewusst in einen Beruf zu starten und für sich und ihre Familien selbst zu sorgen. Seit seiner Gründung wurden im Zentrum 1.346 Mädchen zu Schneiderinnen, Köchinnen, Frisörinnen und Sekretärinnen ausgebildet. Ohne Spenden und Sponsoren hat die Mädchenschule keine Zukunft Die kleine Schule platzt mit rund 200 Azubis aus allen Nähten. Aber die Nachfrage steigt, da Bedürftige hier einen Schulabschluss zu günstigsten Konditionen bekommen. Staat- liche Bildungsstätten wären für die Mädchen hier unbezahlbar. Das Schulgeld am Marie Dominique Zentrum ist hingegen sehr gering. Wer kann, zahlt zwischen 122 und 228 € pro Jahr, je nach Abschluss. Wer das Schulgeld nicht aufbringen kann, für den werden Spon- soren gesucht. Aber die Kosten des Bildungsbetriebes sind ohne Einnahmen erdrückend. Es fehlt Geld für Gehälter, Lehrmittel, Geräte und mehr. Mit den Fördermitteln der Schmitz-Stiftungen konnten unter anderem auch Haartrockner, Waschbecken, Frisierköpfe, Spiegel bezahlt werden, die für die Ausbildung der Friseu- rinnen gebraucht wurden. Bald wollen die Auszubildenden nach dem Unterricht und am Wochenende mit einem hauseigenen Friseursalon Geld erwirtschaften. Auch die angehenden Köchinnen oder Bäckersfrauen wollen die zubereiteten Speisen verkaufen oder ein Catering anbieten, um zum Erhalt des Bildungszentrums ihren Beitrag zu leisten. x Gesamt- fördersumme: 11.044 Euro davon 2016: 11.044 Euro
10 NACHHALTIGKEIT Hygiene und Gesundheit in den kargen Anden Endlich: Don Bosco Mondo hat mit Unterstützung der Firma Witron Logistik + In- formatik GmbH Solarkollektoren und Gemeinschaftsduschen installiert. Kinder und Erwachsene in den armen Bergdörfern Ecuadors können dadurch eine neue Hygiene- kultur entwickeln, die ihre Gesundheitssituation nachhaltig verbessern wird. In acht von Don Bosco betreuten Schulen genießen die Kinder jetzt das regelmäßige Duschen. Am Wochenende kommen auch Eltern und Großeltern, um sich dort zu wa- schen. Körperhygiene tut gut und hält gesund, das erfahren die Kleinen jetzt am eigenen Leib und schwärmen zuhause davon. Stolz präsentieren sie Waschlappen und Seife, Geschenke aus dem Hygieneunterricht. Die Spende aus Deutschland, die tatkräftige Hilfe vieler Gemeindebewohner und die Kraft der Sonne sorgen in Zumbahua und Guangaje für fließend warmes Wasser. Dafür wurden die Schulen mit jeweils zwei Solarkollektoren, Wassertanks und Gemeinschaftsduschen aus- Südamerika: Gesundheit und Bildung Alles in Reih und Glied: Die Kinder sind stolz auf ihre neuen Hygieneprodukte x Projektlaufzeit: 2014 - 2016 Gesamtförder- summe: 40.290 Euro davon 2016: 10.034 Euro Mit Unterstützung von Witron Logistik + Informatik GmbH gestattet. Eine neue Hygienekultur entwickelt sich, wodurch Infektionen und ansteckende Krankheiten vermieden werden können. Das schroffe Hochland Ecuadors ist die Heimat diskriminierter, vernachlässigter Menschen. Für die indigene Randgruppe der Kichwa engagieren sich die Salesianer Don Boscos seit 40 Jahren. Sie leben, fühlen und lernen gemeinsam mit den Ärmsten. Zumbahua und Guangaje sind Flächenge- meinden und liegen auf knapp 4.000 Meter Höhe. Wärmer als 16 Grad wird es hier oben bei Tage nicht und die Nächte sind frostig. Die landwirtschaftlichen Erträge reichen kaum für den eigenen Bedarf. 85 Prozent der Menschen hier leben in Armut, jeder Dritte ist Analphabet, viele Kinder sind mangelernährt oder geschwächt, Atemwegserkrankungen, Erkältungen und Hautkrankheiten sind sehr häufig. Keine öffentliche Wasserversorgung – kein fließend warmes Wasser, das war einmal. Jetzt lernen die Indígenas eine neue Form der Hygiene kennen und schätzen.
Bildung, die jungen Menschen und der Umwelt hilft Mit Zuschüssen der Leopold Bachmann Stiftung und des BMZ entsteht in Santa Ana, El Salvador, ein neuer Ausbildungszweig für Solarenergie. Das nachhaltige Projekt macht marginalisierte Jugendliche fit für einen Beruf mit Zukunft und hilft der Umwelt. 11 Wo Mensch und Natur am Boden liegen, kann ihnen Bildung auf die Beine hel- fen. Seit Juni 2016 bietet das Colegio Salesi- ano San José de Santa Ana (CFP) fünf neue Module in den Fachgebieten Erneuerbare Energien, Solarsysteme, Elektrik und Photo- voltaik an. Jugendliche aus sozial kritischen Verhältnissen bekommen damit die Chance auf Qualifikationen für einen Zukunftsmarkt, der Fachkräfte dringend braucht. Als Instal- lateure für Anlagen zur nachhaltigen Ener- giegewinnung, Elektriker oder Energieberater haben sie anschließend beste Aussichten auf eine Festanstellung oder Selbständigkeit. Der Ausbildungsgang profitiert von neuen Räumen, Labor, Technik und vier speziell qualifizierten Lehrern. 160 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren können die neuen Zertifikate erwerben. Die neuen Solar- und Photovoltaikanlagen sind Übungs- und Anschauungsmaterial. Außerdem dienen sie der Energiegewinnung, was die Nebenkos- ten enorm reduziert. Das Salvadorianische Institut für berufliche Bildung (INSAFORP) zertifiziert den neuen Ausbildungsgang und trägt die Kosten der neuen Kurse. Dieses Projekt zieht Teenager ohne Perspek- tive aus dem brutalen Sumpf der Straße und eröffnet ihnen ein selbstbestimmtes, unver- sehrtes Leben. Arbeitslosigkeit, Bandenterror, Drogen, Gewalt, Armut und ein marodes Jus- tizsystem gehören zu den vielen Problemen in El Salvador. Gleichzeitig geht das Ökosystem in die Knie, das durch Ressourcenraubbau und Umweltverschmutzung geschwächt ist. Diese Bildungsinitiative bekämpft Armut, fördert ökonomische Eigenverantwortung und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz. Wichtiges Ziel des Projektes ist, dass die Jugendlichen nach der Ausbildung auch im erlernten Beruf arbeiten: 45 Prozent finden eine Anstellung, 35 Prozent gründen ein Kleinunternehmen x Wer ist die Zielgruppe? Gefördert werden 160 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, davon ca. 30 Prozent Mädchen und junge Frauen. Sie stammen aus den Randbezirken der Städte, meist aus zerbrochenen Familien. Wenn sie nicht selbst den Banden, die ganze Stadtviertel kontrollieren, ange- hören, so haben sie doch täglich Kontakt zu deren Mitgliedern. Gewalt, Drogen, fehlende Bildung – das dominiert den Alltag. Insgesamt förderte Don Bosco Mondo mit Unterstützung durch das BMZ und der Leopold Bachmann Stiftung das Projekt mit 436.000 Euro (davon im Jahr 2016 142.068,00 Euro).
12 WIEDERAUFBAU Fassungslos stehen die Menschen vor Ruinen, die einst ihr Zuhause waren Haiti: Sofortige Nothilfe und nachhaltiger Wiederaufbau Hurrikan Matthew reißt über 500 Menschen in den Tod und zieht 1,4 Millionen ins Verderben. Die vor Ort lebenden Salesianer Don Boscos leisten unverzüglich Nothilfe und unterstützen dann mit nachhaltigen Maßnahmen den Wiederauf- bau. Don Bosco Mondo hilft und eine Spende wird dabei im wahrsten Sinne des Wortes ein „Meilenstein“. Am 4. Oktober 2016 rast Hurrikan Matthew bei tropisch heißen 30 Grad mit bis zu 230 Km/h über den Südwesten Haitis. Der stärkste Wirbel- sturm der letzten 50 Jahre trifft den bitterarmen Karibikstaat mit voller Härte. „Nicht ein einziger Baum hat unbeschadet überlebt, die Felder sind zerstört, unsere Tiere sind tot. Diese Re- gion war die Kornkammer des Landes, die reichste Region in puncto Land- wirtschaft und Vegetation – und jetzt haben die Menschen nichts mehr zu essen.“ Pater Victor SDB ist tief erschüt- tert, als er unmittelbar nach dem Hur- rikan im Süden Haitis eintrifft. Häuser, Straßen, Strom- und Telefonnetz sind zusammengebrochen. Der Wirbelsturm hat den Ärmsten des ohnehin verarm- ten und von Katastrophen heimgesuchten Landes die Lebensgrundlage geraubt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht von 600.000 hungerleidenden Kindern aus und warnt vor einer drohenden Cholera-Epidemie. Die Brunnen sind verunreinigt, es herrscht Wassermangel, die hygienischen Bedingun- gen sind alarmierend. Don Bosco Bonn unter- stützt die lebensnotwendige Nothilfe und den Wiederaufbau mit insgesamt 445.000 Euro. Wie schon beim Erdbeben 2010 leisten die Salesianer Don Boscos schnelle, akute Nothil- fe. Im stark betroffenen Ort Les Cayes im Südwesten der Insel unterhalten die Ordens- brüder ein Bildungszentrum, das von Sturm und Beben verschont blieb. Die Infrastrukturen können sofort genutzt werden. 2.500 Lebensmittelpakete, Trinkwas- ser und Hygieneartikel verteilen die Helfer Über Haiti Haiti ist eines der am wenigsten entwi- ckelten Länder der Welt. Der Inselstaat liegt in den großen Antillen, als westlicher Teil der Karibikinsel Hispaniola. Von den 10,5 Mio. Einwohnern leben ca. 54 Prozent unterhalb der Armutsgrenze. Ca. zwei Drittel der Einwohner leben von Landwirtschaft.
13 Froh, dass sie endlich wieder Reis zum Kochen haben von hier aus an die Bevölkerung der Stadt und der Nachbarorte. In den Schulkantinen der Salesianer Don Boscos bekommen 3.000 Kinder und Jugendliche drei Monate lang täglich eine warme Mahlzeit. Die akute Nothilfe ist dabei die erste von vier Phasen, die den Hurrikan-Opfern Haitis auf die Beine helfen und Perspektiven schenken sollen. In der zweiten Phase bekommen rund 200 Familien der Küstenstadt Les Cayes Werkzeug und Baumaterial, um die Schäden an ihren Hütten und Häuschen eigenhändig zu reparieren. Ein trockener, sicherer Ort der Geborgenheit ist wichtig für die Menschen, die alles verloren haben. Das Zuhause schenkt ihnen Kraft für den Wiederaufbau und den harten Existenzkampf. Im nächsten Schritt unterstützen die Salesi- aner Don Boscos 500 Familien bei der Reha- bilitation der Landwirtschaft. Sie werden mit Saatgut und Geräten ausgestattet. Sechs Monate lang bleiben die Ordensleute an ihrer Seite, schulen und begleiten sie auf dem Weg zur Selbstversorgung. Geborgenheit und Perspektiven schenken In der letzten Phase erhalten 300 Don Bosco Auszubildende ein sechsmonatiges Stipendi- um für eine Berufsausbildung in den Berei- chen Maurer, Elektrik, Mechanik und Haus- wirtschaft. Damit decken sie alle Fähigkeiten ab, die für den Wiederaufbau gefragt sind. Im Sinne Don Boscos stärken darüber hinaus Sport und Spiel die Persönlichkeit der Lehrlin- ge. So haben die Absolventen gute Chancen auf eine Anstellung und Aufträge. Gleichzei- tig profitieren die Menschen in der Region von ausgebildeten Fachkräften, die in Zukunft die Folgen von Erdbeben oder Hurrikans be- seitigen und das Land voranbringen können. Hilfe beim Wiederaufbau kommt auch von vielen Teilnehmern des Vielfliegerprogramms topbonus Ltd. von airberlin. Sie spendeten ihre Bonusmeilen im Wert von über 120.000 Euro zugunsten von Don Bosco Mondo. Davon fließen 50.000 Euro als wertvoller „Meilenstein“ in den Wiederaufbau und die berufliche Bildung Haitis. Bereits seit 2015 arbeitet die topbonus Ltd. mit Don Bosco Mondo in Projekten der Entwicklungszusam- menarbeit zusammen. Nothilfe und Wiederaufbau Haitis in 4 Phasen: 1. Nothilfe: Verteilung von Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser, Maßnahmen zur hygienischen Versorgung 2. Wiederaufbau: Verteilung von Baumaterialien 3. Rehabilitation der Landwirtschaft: Verteilung von Setzlingen und landwirtschaftlichem Gerät 4. Berufsausbildung: Bereitstellung von Stipendien und Ausbildungsmöglichkeiten Projektlaufzeit: 2016 - 2017 Gesamtfördersumme Phase 1 bis 4: 270.000 Euro Mit Unterstützung von: Hilfe zur Selbsthilfe e.V., Human Help Network e.V., Jugendhilfe Weltweit, LVM Versicherung, Phoenix Reisen, topbonus Ltd., Witron Logistik + Informatik GmbH
14 FLUCHT UND VERTREIBUNG Die Zahlen sind erschreckend: Ende 2015 waren über 65 Millionen Men- schen auf der Flucht. Das heißt, jeden Tag fliehen 34.000 Menschen vor Ge- walt, Terror, Unterdrückung und Hunger. 50 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder – die Schwächsten der Schwachen. In vielen Staaten und Regionen dauern Konflikte und Instabilität seit vielen Jah- ren an, die Menschen haben gar keine Chance, zurück in ihre Heimat zu ge- hen. Die Salesianer Don Boscos bleiben solange es irgendwie geht und helfen – auch dort, wo die Weltöffentlichkeit nicht hinschaut. Sri Lanka und Südsudan: Flucht vor Gefahr durch Konflikte und Instabilität x Infos Projektdauer: 2013 - 2017 Zielgruppe: insgesamt 406 junge Mädchen und Frauen zwischen 15 und 25 Jahren Förderer & Fördermittel: Porticus (über Don Bosco Mission Bonn): 54.100 Euro, Knorr-Bremse Global Care: 63.130 Euro, BMZ: 485.175 Euro Eigenanteil (Don Bosco Schwestern und Don Bosco Mondo): 44.495 Euro Gesamtfördersumme: 646.900 Euro, davon 33.743 Euro 2016 Dank Bildung – Zukunft auch auf Trümmern In Jaffna bekommen notleidende Mädchen und junge Frauen Sicherheit, Beistand und Perspektiven. Jährlich stehen 135 Ausbildungsplätze und 100 Wohnheimbetten bereit für die mittellosen und oftmals traumatisierten Opfer des Bürgerkrieges. Nach über 26 Jahren endete 2009 endlich der brutale Konflikt in Sri Lanka. Bis heute wagen sich nur wenige Touristen in die einst prachtvolle Stadt Jaffna. Die Halbinsel im Norden ist als tamilische Rebellenhochburg im Gedächtnis geblieben. Hier haben über 20.000 Kinder ihre Familie, Bildung, Chancen und Lebensfreude an den Krieg verloren. Die Salesianer Don Boscos sind seit 1994 in dieser Region aktiv. Computertechnik. Manch eine fängt neu an, andere beenden endlich, was sie in Kriegszei- ten abbrechen mussten. Englischkurse, Sport und kreative Arbeit gehören dazu. Bei Bedarf können die geschulten Ordensschwestern sogar psychologische und medizinische Hilfe leisten. Gerade die qualifizierte persönliche Beratung, Begleitung und Unterstützung der Mädchen und Frauen war ein wichtiger und erfolgreicher Teil des Projekts. Der Krieg hat Wunden hinterlassen, unter denen vor allem die Mädchen leiden. Als schwächste Glieder der Gesellschaft tragen sie am schwersten an Armut, Gewalt, Perspektiv- losigkeit und Angst. Die Don Bosco Schwestern geben mehr als 400 von ihnen die Chance auf einen Schulabschluss und eine Ausbildung als Schneiderin, Bäckerin, Kosmetikerin oder in der Das Ausbildungszentrum mit dem angeglie- derten Wohnheim ist ein seltenes Juwel für Jaffna. Lehrstellen sind hier rar. Die Plätze sind deshalb begehrt und ein Komitee wählt aus, welche „Härtefälle“ die Chance auf bes- sere Lebensumstände erhalten. Die Zukunft der Mädchen bedeutet auch eine Zukunft für Sri Lanka.
15 x Infos Projekt: Schutz, medizinische Hilfe und Nahrung für 1.700 Vertriebene und Schul- ausstattung für 1.100 Kinder Fördersumme 2016: 175.315 Euro Förderer: HIT-Stiftung, Witron Logistik + Informatik GmbH Nahrung, Medizin, Schutz und eine Prise Normalität Seit Juli 2016 läuft die Nothilfe im Südsudan wieder auf Hochtouren. In Gumbo finden vor allem Frauen und Kinder Zuflucht bei den Salesianern Don Boscos und Don Bosco Schwestern. Hier gibt es Nahrung, Medizin und heilsamen Schulunterricht. Im Jahr 2016 geht der grausame Krieg im Südsudan unerbittlich weiter. Rebellen und Regierungstruppen bekämpfen einander mit unvorstellbarer Gewalt, die auch vor Frauen und Kindern nicht Halt macht. Erneut eskaliert die Lage im Sommer. Folter, Vergewaltigung und radikale Zerstörung von Existenzgrund- lagen gehören zur Strategie. Weitere ca. 15.000 Schutzsuchende lassen die Flücht- lingszahlen erneut steigen. Im Südsudan weitet sich die humanitäre Krise aus. Über vier Millionen Menschen leiden unter Hunger, Ar- mut, Vertreibung, körperlichen und seelischen Qualen. Unsere Ordensbrüder und Schwestern halten die Stellung Viele Hilfsorganisationen haben bereits kapituliert und ihre Einsatzkräfte aus der Ge- fahrenzone geholt. Aber die Salesianer Don Boscos bleiben vor Ort. „Für uns ist es ganz klar, dass wir den Frauen und Kindern helfen, sie nicht alleine zurück lassen“, betont Pater David Tullimelli SDB. Don Bosco Mondo un- terstützt das Don Bosco Zentrum in Gumbo, außerhalb von Juba. Vor allem Frauen und Kinder suchen hier Schutz und Zuflucht, aber auch die notleidende Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern braucht Hilfe. Mit Spen- dengeldern in Höhe von über 175.000 Euro können für vier Monate Lebensmittelrationen für rund 1.700 Kriegsopfer, Medikamente sowie Schulspeisungen, Lernmaterial und Unterricht für rund 1.100 Kinder finanziert werden. Das gemeinsame Lernen ist für die jüngsten Kriegsopfer eine Prise Normalität, ein heilsames Ablenkungsprogramm für die traumatisierten Kinder.
16 EVALUATION Im Nordosten Indiens setzen sich die Don Bosco Schwestern für benachteiligte Domestic Worker ein. Aufklärung, Bildung und gewerkschaftliche Strukturen stärken und schützen marginalisierte junge Hausmädchen. Die Organisation „Ferrando Domestic Workers Alliance“ (FDWA) zählt bereits über 7.000 Mitglieder und meldet weitreichende Erfolge. Bald ist sie auch offiziell als Gewerkschaft registriert. So viel Aufmerksamkeit gab es noch nie für die Belange der benachteiligten Haus- angestellten im Nordosten Indiens: In zwölf Städten der sogenannten Sieben Schwester- staaten hatten die Gewerkschafterinnen im Juni 2016 zur „North-East-Domestic Workers’ Week“ eingeladen. Mit Kundgebungen, Pres- sekonferenzen, Protestaktionen und einem international besetzten Runden Tisch soll die Lage der ausgebeuteten Frauen verdeutlicht und verbessert werden. Dass sich so viele Menschen für eine bessere Zukunft der Dome- stic Worker formieren und interessieren, war einzigartig. Sogar Abgesandte der Internatio- nalen Arbeitsorganisation ILO waren da, um über die aktuelle Lage der Angestellten und konkrete Ziele zu sprechen. Indien soll die ILO Konvention 189 zum Arbeitsschutz unter- zeichnen, so der einhellige Wunsch. Im Gebiet der Sieben Schwesterstaaten im Nordosten Indiens leben rund 45 Millionen Menschen, davon arbeiten etwa 500.000 als Domestic Worker. Kaum Rechte, keine Lobby, wenig Schutz Meist sind es Mädchen oder junge Frauen aus armen Verhältnissen, die in fremden Haushalten unter widrigen Bedingungen Dienst tun. Sie arbeiten bis zu 18 Stunden täglich, meist für Hungerlöhne und unter psychischer, physischer und sexueller Gewalt. Mangels Wissen nutzen sie keine unterstüt- Wirksames Engagement für Indiens „Haushaltssklavinnen“ x Infos Region: Nordostindien (6 Bundesstaaten und 12 Städte) Projektziel: Gewerkschaftliche Strukturen für Domestic Worker schaffen, um ihre Lage zu verbessern Direkte Zielgruppe: 32.000 Mädchen und Frauen zwischen 14 und 35 Jahren Indirekte Profiteure: 500.000 Domestic Worker im Nordosten Indiens Laufzeit: 2015 bis 2018 Förderer: BMZ, Childaid Network Gesamtfördersumme: 664.000 Euro zenden Hilfsangebote. Um für ihre Rechte einzustehen, fehlt vielen die (Ausdrucks-)Kraft und das Selbstbewusstsein. Aus Sklavinnen werden große Schwestern Die Don Bosco Schwestern unterstützen die Arbeiterinnen. Sie bieten ihnen Aufklärung, fachliches und persönliches Training, Bera- tung, Kinderbetreuung und Ermutigung. Die Betroffenen können und sollen sich gewerk- schaftlich organisieren, um als Allianz für
17 Ich war früher auch Domestic Worker und habe meine Kinder alleine in der Wohnung eingesperrt, um arbeiten zu können. Ich kann mich gut in diese Frauen hineinversetzen. Onepenhun (Programmkoordinatorin, seit zehn Jahren in der FDWA) lokalem Projektträger, Evaluationsteam und Don Bosco Mondo diskutiert und anschließend auch mit dem BMZ abgestimmt. Ergebnis: Die regionale Struktur wurde aufgelöst und gleich- zeitig wurden die lokalen Strukturen gestärkt. Außerdem wurde das Gehaltsgefüge moderat angehoben. Die beiden Maßnahmen, die rasch erste Erfolge zeigten, konnten zudem kostenneutral realisiert werden. Regelmäßige Besuche vor Ort, der Austausch mit den Programmkoordinatoren und den Betroffenen, wie hier in Shillong, sichern den Erfolg der Projekte und sorgen für die notwendige Transparenz. ihre Rechte zu kämpfen. Don Bosco Mondo und das BMZ unterstützen die Bewegung der FDWA. „Früher waren wir die „Shakri“ (Sklavin). Nun sprechen uns viele respektvoller mit „Kong“ (große Schwester, Tante) an“, erzählt eine Gewerkschafterin. Im März 2016 hat ein Vertreter von Don Bosco das Projekt besucht und mit den verantwortlichen Schwestern sowie Vertreterinnen der FDWA gesprochen. Die Erfolge sind beachtlich: Lohnerhöhungen, Schlichtungen im Streitfall mit dem Arbeit- geber, zuverlässige Kinderbetreuung sowie teilweise neue Arbeitsverträge mit besseren Arbeitszeiten und Sonderzulagen. In manchen Regionen tragen die Frauen voller Stolz und Solidarität Uniform und Dienstausweis. Die Treffen der Domestic Worker geben ihnen Sicherheit, die Trainings stärken ihr Verhandlungsgeschick, Alphabeti- sierung und praktische Schulungen steigern ihren Marktwert und ihr Ansehen. Evaluation: Überprüfen und anpassen Nach der Hälfte der Laufzeit wurde das Pro- jekt 2016 durch ein externes Gutachterteam evaluiert. Dabei stellte sich die regionale Ko- ordinierungsebene als nicht effektiv heraus: die Größe der Region, die sprachlichen und die kulturellen Unterschiede, alles Gründe dafür, dass die regiona- len Projektkoordinato- rinnen nicht so optimal arbeiten konnte, wie dies geplant war. Die Evaluation zeigte auch, dass es schwierig war, qualifizierte Mitarbeiter zu den veranschlagten Gehältern zu finden und insbesondere sie zu binden. Beide Aspekte wurden bei einer Projektbe- treuungsreise zwischen
18 PROJEKTFÖRDERUNGEN 2016 2016 förderte Don Bosco Mondo 207und Projekte Programme Begünstigte nach Regionen Asien Afrika Lateinamerika Europa 422.058 102.095 75.946 270 insgesamt 600.369 Projektaufwendungen nach Regionen Asien Lateinamerika Afrika Europa Übergreifendes 4.978.872,24 € 2.756.935,62 € 1.794.554,32 € 315.229,75 € 11.203,22 € In 3 Ländern Europas konnten Projekte mit 0,31 Mio. Euro gefördert werden: Albanien, 6 Deutschland, Ukraine In 13 Ländern Lateinamerikas konnten 40 Projekte mit 2,76 Mio. Euro gefördert werden: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Peru, Uruguay Länder, in denen Don Bosco Mondo 2016 Projekte der Salesianer Don Boscos gefördert hat PDF Eine vollständige Übersicht aller geförderten Programme und Projekte 2016 finden Sie unter: www.don-bosco-mondo.de/projekte2016
in 45 Ländern mit insgesamt 9,86 Mio. Euro. > Hilfe für 600.369 benachteiligte Kinder und Jugendliche PROJEKTFÖRDERUNGEN 2016 19 Thematische Aufteilung der finanziellen Projektförderung Berufliche Bildung Bildung Gesundheit Nothilfe Straßenkinder Übergreifendes Frauen und Entwicklung Menschenrechte Ländliche Entwicklung 43 % 14 % 12 % 10 % 9 % 7 % 3 % 1 % 1 % In 12 Ländern Asiens konnten 104 Projekte mit 4,98 Mio. Euro gefördert werden: Indien, Kambodscha, Libanon, Myanmar (Burma), Nepal, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Syrien, Ost-Timor, Türkei, Vietnam Seit 1980 hat Don Bosco Mondo weltweit Pro- gramme und Projekte mit 187 Mio. Euro gefördert. In 16 Ländern Afrikas konnten 57 Projekte mit 1,79 Mio. Euro gefördert werden: Äthiopien, Burundi, Elfenbeinküste, Ghana, Kenia, Dem. Rep. Kongo, Lesotho, Malawi, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Südafrika, Südsudan, Swasiland, Togo, Uganda
20 PERSONALIA Wechsel des Missionsprokurators Nach insgesamt fünf engagierten Jahren als Missionsprokurator der Don Bosco Mission Bonn und Mitglied des Vorstandes von Don Bosco Mondo bricht Pater Clemens Schliermann SDB zu neuen Herausforderun- gen auf. Er ist seit September 2017 Ein- richtungsleiter des Jugendhilfezentrums in Sannerz. Hier arbeitet er im direkten Kontakt für und mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen. An seine Stelle tritt Missionsprokurator Pater Josef Grünner SDB, der seit 2003 als Provinzial der Deutschen Provinz den Orden in Deutsch- land leitete. Wohldurchdachte Staffelübergabe in Bonn: Pater Clemens Schliermann SDB (links) und sein Nachfolger Pater Josef Grünner SDB Personalia Langjähriges Vorstandsmitglied verstorben Am 28. Mai 2017 ist Karl-Heinz Müller im Alter von 95 Jahren verstorben. Lange Jahre trug er als Vorstands- mitglied und Schatzmeister von Don Bosco Mondo mit großem Sachverstand maßgeblich zum Aufbau des Vereins bei. Zuletzt begleitete er den Verein als Mitglied des Hauptausschusses und beriet in dieser Funktion den Vorstand. Der Verein hat nach fast 30 Jahren ehrenamt- lichen Engagements in tiefer Dankbarkeit und großer Hochachtung Abschied von Karl-Heinz Müller genom- men. RIP Mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 über- nimmt Martin J. Wilde die Geschäftsfüh- rung bei Don Bosco Mondo. Er ist den Salesi- anern Don Boscos und Don Bosco Mondo seit 1984 durch sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement verbunden. Bevor der gebürtige Bonner 2008 in den Vorstand von Don Bosco Mondo gewählt wurde, war er von 2004 bis 2008 stellvertretender Kuratoriumsvorsitzen- der der Entwicklungsorganisation. Martin J. Wilde kommt vom Bund Katho- lischer Unternehmer (BKU) in Köln, wo er zuletzt als Geschäftsführer tätig war. Neben entwicklungspolitischer Erfahrung bringt der 47-Jährige besonderes Fachwissen im Bereich berufliche Bildung mit. Martin J. Wilde tritt die Nachfolge von Christian Osterhaus an, der nach sechsjähriger Tätigkeit als Geschäftsfüh- rer zum 30. Juni 2017 ausgeschieden ist. Neuer Geschäftsführer bei Don Bosco Mondo
VERANSTALTUNGEN 21 Besuch von Don Ángel auf dem Don Bosco Campus in Bonn Im November 2016 besuchte der General- obere der Salesianer Don Boscos, Don Ángel Fernández Artime SDB, seine Mitbrüder, die Don Bosco Familie, Stifter, Freunde und Förderer, Mitarbeiter und junge Menschen des Don Bosco Werks in Deutschland. Dabei machte er auch Station auf dem Don Bosco Campus in Bonn und dankte den Mit- arbeitern: „Sie sind Vermittler zwischen einem Teil der Welt und dem anderen. Für mich ist es eine große Herzenssache, Ihnen für Ihre Ar- beit und Ihre Professionalität zu danken. Ich spüre, mit wie viel Hingabe und salesianischer Identität Sie hier ihre Arbeit verrichten.“ Im Mittelpunkt standen die persönlichen Begegnungen, denn Don Ángel ist aufgrund seiner vielfältigen Tätigkeiten und Stationen mit vielen Mitarbeitern von Don Bosco Mission Bonn und Don Bosco Mondo sehr eng verbunden. Bild oben: Dem Gottesdienst in der Pfarrei St. Winfried stand der Passauer Bischof Dr. Stefan Oster SDB vor. Keine Scheu, sondern klare Worte: Don Ángel stellte sich den Fragen der Mitarbeiter zur strategischen Ausrichtung der Salesianer Don Boscos – auch das zeigt seine enge Verbundenheit Veranstaltung Bild oben: Don Ángel im Gespräch mit dem Vorstandsvorsit- zenden Alexander Knauss und dem Kuratoriumsvorsitzenden Hans-Michael Heitmüller Bild unten: Mitbrüder unter sich – Don Ángel im Gespräch mit Provinzial Josef Grünner SDB und Missionsprokurator Clemens Schliermann SDB
22 VERANSTALTUNGEN „Collaborate or Die“ – Werkstattgespräche „Netzwerke(n) für Berufliche Bildung“ Was zeichnet ein gutes Netzwerk zur be- 17. März 2017 rund 80 Teilnehmer bei den Werkstattgesprächen zur Beruflichen Bildung aus nationalen und internationalen Unter- nehmen, Organisationen, Verbänden und Institutionen. ruflichen Bildung aus? Welche Kriterien, Strukturen und Rahmenbedingungen sind für erfolgreiches Netzwerken förderlich, welche Hindernisse oder Grenzen können Misserfolge auslösen? Zu diesen Fragen diskutierten am Oliver Haas, Leiter des Sektorvorhabens Berufliche Bildung bei der Deutschen Gesellschaft für Inter- nationale Zusammen- arbeit (GIZ), bezog in seinem Impulsreferat „Collaborate or Die“ klar Stellung: „Die Ziele für nachhaltige Entwicklung, die SDGs, sind Netzwerkziele und deshalb muss berufliche Bildung auch ein Ziel aller SDGs sein.“ Werkstattgespräch 2017 Praxisbeispiele, unter anderen aus Deutsch- land und den Philippinen, zeigten, dass verschiedene Wege zu einem erfolgreichen Netzwerk führen können. Was aber die Teilnehmer der verschiedenen Workshops bei aller Unterschiedlichkeit der Ansätze, der Stakeholder, der Rahmenbe- dingungen und der Branche als unerlässlich erachteten, waren erstens eine gemeinsame Zieldefinition aller Akteure und zweitens be- lastbare Beziehungen zueinander. Vorgestellt wurde bei der Veranstaltung auch der neu gebilde- ten Fachbeirat Berufliche Bildung. Das Fachgremium, das aus Experten aus Unternehmen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik besteht, wird die Arbeit von Don Bosco Mondo im Bereich der beruflichen Bildung begleiten und beraten. Dem Gremium gehören an: Thomas Gerhards (Consultant, Gutach- ter), Thorsten Klavs (Porsche AG), Michael Mager (Grohe AG), Wolfgang Marx (Don Bosco Helenenberg), Christoph Müssener (Lucas-Nülle GmbH), Dr. Susanne Nonnen (Senior Experten Service), Susanne Sattlegger (Sequa GmbH) und Prof. Thomas Schröder (TU Dortmund) und seitens Don Bosco Mondo Dr. Susanne Franke und Roland Strux x Terminankündigungen 2018: 27.1.2018: Don Bosco Forum 16.3.2018: Werkstattgespräche zur Beruflichen Bildung
23 „Und raus bist du?! – Jugendliche zwischen Ausgrenzung und Teilhabe“ Jugendliche aus dem Abseits holen, mitten rein in die Gesellschaft – darum ging es beim Don Bosco Forum am 28. Januar 2017 in der Universität zu Bonn. Über 400 Teilneh- mer diskutierten über die soziale Ausgrenzung von Jugendlichen weltweit, hörten spannende Vorträge und setzten sich in Workshops mit verschiedenen Erlebnissen auseinander. Für die Teilnehmer des Forums war es ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen und Workshops mit viel Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Don Bosco Forum 2017 Schwierig ist die Situation für Jugendliche auch in Deutschland. Simon Härting SDB, Erziehungsleiter im Don Bosco Jugendhilfe- zentrum in Sannerz bei Fulda ist überzeugt: „Das Wichtigste: Wir müssen eine Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen.“ Dass das nicht immer leicht ist, davon berichtete er sowohl auf dem Podium als auch im Workshop „Lasst uns an die Grenzen schauen! – salesianische Jugendhilfe in Deutschland konkret“. Auch in Bethlehem gehört Aus- grenzung zum Alltag. Seit 2014 arbeitet Father Vincent Raj SDB als stellvertretender Direktor der Don Bosco Einrichtung hier. Er zeichnete ein erschreckendes Bild: Damit die Jugendlichen nicht in die Spirale aus Kriminalität, Gewalt und Radikalisierung abrutschen, ist Schulbildung besonders wichtig. Besonders beeindruckend präsen- tierten die rund 40 Teilnehmer der Internationalen Jugendbe- gegnung die Ergebnisse ihrer Workshopwoche. Die Jugendlichen aus Europa und dem Nahen Osten suchten diesmal nach Wegen aus der Radikalisierung und arbeiteten zum Thema Ausgrenzung. So ent- standen Videos, Tanzperfomance und großformatige Bilder. Gemein- sam sangen sie zum Abschluss „Imagine“ von John Lennon. An vielen Orten auf der Welt werden junge Menschen täglich ausgegrenzt. So wie in Indien, wo Father Thomas Koshy SDB als Direktor des Don Bosco National Forum for the Young at Risk gegen Kinderarbeit kämpft. Das indien- weite Netzwerk stärkt Kinderrechte und ermöglicht vor allem armen Kindern Zugang zu Bildung.
24 TRANSPARENZ, QUALITÄT, KONTROLLE Viele unserer Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich in unseren Gremien, bera- ten und begleiten uns, bringen ihre Ideen ein und bereichern uns mit ihrem Wissen. Mitgliederversammlung Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ des Vereins und hat 103 Mitglieder. Es wird mindestens einmal jährlich vom Vorsitzenden des Vorstands einberufen. Die Mitgliederversammlung wählt den Vorstand, die drei Beisitzer des Hauptausschusses, den Vorsitzenden des Kuratoriums und die beiden Rechnungsprüfer. Sie nimmt Geschäftsbericht und Jahresabschluss entgegen, entlastet den Vorstand und bestellt die Abschlussprüfer. Sie beschließt außerdem Satzungsänderungen. Hauptausschuss Die Aufgaben des Hauptausschusses sind die Beratung des Vorstands und die Über- wachung der Geschäftsführung in der Zeit zwischen den ordentlichen Mitgliederver- sammlungen. Er besteht aus dem Vorsitzen- den des Kuratoriums als geborenem Mitglied sowie drei Beisitzern, die nicht dem Vorstand angehören und von ihm unabhängig sind. Der Vorsitzende des Kuratoriums ist zugleich Vor- sitzender des Hauptausschusses. Die Beisitzer werden von der Mitgliederversammlung für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Mitglieder des Hauptausschusses: Hans-Michael Heitmüller (Vorsitzender) Daniel Trutwin · Christian A. Rast Karl-Heinz Müller (†) Vorstand Der Vorstand wird durch die Mitgliederversammlung gewählt. Er besteht aus dem Vorsitzen- den, dem stellvertretenden Vorsitzenden und mindestens einem Beisitzer (Schatzmeister) als gewählte Mitglieder sowie dem jeweiligen Missionsprokurator der Salesianer Don Boscos in Bonn als geborenem Mitglied. Zurzeit gehören ihm unter Vorsitz von Alexander Knauss acht Mitglieder an. Der Vorstand bestimmt die strate- gische Ausrichtung des Vereins. Er beschließt über wesentliche Geschäfte und Maßnahmen, beruft den hauptamtlichen Geschäftsführer und das Kuratorium, verabschiedet den jährlichen Haus- haltsplan und wacht über dessen Umsetzung. Er tagt und berät mindestens viermal im Jahr. Mitglieder des Vorstandes (2016): Alexander Knauss (Vorsitzender) · Martin J. Wilde (Stell- vertretender Vorsitzender) · Manfred Peter (Schatzmeister) · Uwe Bothur (fehlt auf dem Foto) · Jürgen von Danwitz · Thomas Köble · Dorothee Overberg · P. Clemens Schliermann SDB Kuratorium Die Mitglieder des Kuratoriums sind den An- liegen von Don Bosco Mondo in besonderer Weise verbunden und werden für die Dauer von drei Jahren durch den Vorstand berufen. Die derzeit 24 Mitglieder beraten und unter- stützen den Vorstand in der Repräsentation des Vereins und geben Impulse zur Weiter- entwicklung der Aktivitäten. Das Kuratorium ist berechtigt, vom Vorstand über alle Angele- genheiten, die den Verein betreffen, Auskunft zu verlangen. Michel · S. E. Bischof Adrianus van Luyn SDB · Michael Mager · Peter Meiwald · Helmut Merkel · Prof. Dr. Walter Möbius · Jean Paul Muller SDB · Dr. Susanne Nonnen · Sissi Pöschl · Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld · S.E. Kardinal Oscar Rodríguez Maradiaga SDB · Christian A. Rast · Julia Thiele-Schürhoff · Dr. Klaus Winter · Monika Zurnieden Die Rechnungsprüfer (Satzung § 5) kon- trollieren stichprobenartig die Kasse und berichten der Mitgliederversammlung über die Ergebnisse. Diese sind: Norbert Schöne · Nikolaus Harig Alle Mitglieder der Mitgliederversammlung, des Vorstandes, des Hauptausschusses und des Kuratoriums sowie die Rechnungsprüfer sind ehrenamtlich für Don Bosco Mondo tätig. Gremien Geschäftsstelle Die Geschäfts- stelle wird durch den hauptamtlichen und vom Vorstand berufenen Geschäfts- führer geleitet. Auf den zum 30. Juni 2017 ausgeschiede- nen Geschäftsführer Christian Osterhaus folgt mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 Martin J. Wilde. x Ausführliche Informationen zu den Gremien unter www.don-bosco. mondo.de/gremien Mitglieder des Kuratoriums: Hans-Michael Heitmüller, Vorsitzender · Daniel Trutwin, 2. Vorsitzender · Pater Thomas Astan SDB · Ewald Dietrich · Michael Dirkx · Marie-Luise Dött · Dr. Helmut Geiger · Pater Josef Grünner SDB · Karin Kortmann · Dr. Claudia Lücking-
STRUKTUR UND ORGANISATION 25 Vergütungsstruktur hauptamtlicher Mitarbeiter: Das Bruttoeinkommen der hauptamtlichen Mitarbei- ter setzt sich zusammen aus Monatsgehalt, Ur- laubs- und Weihnachtsgeld sowie Kinderzulagen und Leistungszuschlägen. Nicht enthalten sind die gesetz- lich festgelegten Arbeitge- beranteile zur Sozialversi- cherung sowie Beiträge zur betrieblichen Altersversor- gung. Don Bosco Mondo e.V. ist zur Altersversorgung seiner Mitarbeiter Mitglied in der Unterstützungskasse Mittelständischer Unter- nehmen e.V. Geschäftsführung: bis 98 TEuro Abteilungsleitung: 73 TEuro bis 81 TEuro Referenten und Teamleitung: 38 TEuro bis 65 TEuro Sachbearbeitung: 35 TEuro bis 48 TEuro Don Bosco Mondo folgt bei der satzungs- gemäßen Umsetzung seiner Aufgaben den anerkannten Standards des Deutschen Spendeninstituts (DZI), dem Verband der entwicklungspolitischen deutschen Nicht- regierungsorganisationen (VENRO) sowie der Initiative Transparente Zivilgesell- schaft (ITZ). Darüber hinaus hat sich die Organisation den verbindlichen Richtlinien zu zentralen Themen- und Aufgabengebie- ten verpflichtet. Gremienarbeit 2016 Die Mitgliederversammlung hat am 27. Oktober 2016 die Berichte des Vorstands, des Kuratoriums und des Hauptausschusses, den Jahresabschluss und die Berichte des Schatzmeisters und der Kassenprüfer entge- gengenommen. Sie entlasteten den Vorstand und bestellten die Kassenprüfer und den Wirtschaftsprüfer. Das Kuratorium hat zwei Mal getagt, der Hauptausschuss kam zwei Mal zusammen. Der Vorstand von Don Bosco Mon- Don Bosco Mondo hat eine Reihe von Richt- linien erlassen, zu deren Einhaltung sich alle Mitarbeiter vor Beginn ihrer Tätigkeit verpflich- ten: Kinder- und Jugendschutz, Bekämpfung von Betrug und Korruption, Beschaffung von Dienstleistungen und Waren, Reisekosten- ordnung. Weitere Richtlinien bestehen zu Finanzanlagen, Zeichnungsberechtigungen, Grundlagen zur Stellung und Tätigkeit der Ombudsperson. Professionelle externe Beratung, externe Prüfer Eine Reihe von Personen und Institutionen stehen Don Bosco Mondo zur externen Bera- tung und externen Prüfung zur Seite: Dr. Vera Ahn-Roth (Ombudsperson), Dr. Brentrup (Steu- erberater, Kanzlei Bacher & Partner GmbH), Dr. Janko Jochimsen (Beratung zum Thema Arbeitsrecht, Urios Beratungsgesellschaft mbH), MEYER-KÖRING Rechtsanwälte Steuerberater Partnerschaftsgesellschaft mbB (Beratung in Nachlass- und Testamentsan- Qualität, Integrität und Transparenz do hat im Jahr 2016 fünf Mal regulär getagt. Insgesamt wurden dabei über 40 Tagesord- nungspunkte behandelt und die Beschlüsse schriftlich festgehalten. Geschäftsführung Der Vorstand hat nach §7 der Satzung die hauptamtliche Geschäftsführung mit der Umsetzung seiner Beschlüsse und mit der operativen Leitung der Geschäfte betraut. Der Vorstand erhält Quartalsberichte durch die Geschäftsführung, die über die Tätigkeiten und die Finanzsituation des Vereins ausführlich be- richten. Weiterer Informationsaustausch findet nach Bedarf statt. Richtlinien, Audits, Revision Das Vier-Augen-Prinzip ist das durchgängige Kontrollprinzip. Die Einhaltung der Anforderun- gen an gesetzliche Vorgaben des Finanzminis- teriums, der Steuerverwaltung, der Daten- und IT-Sicherheit sowie die Einhaltung externer Standards und interner Richtlinien werden durch die damit beauftragten Personen über- wacht. gelegenheiten), Volker Ostler (Datenschutz- beauftragter), Jörg Schecker (IT-Sicherheit), PricewaterhouseCoopers (Wirtschaftsprüfungs- gesellschaft). Die externen Beratungen und Prüfungen erfol- gen teilweise pro bono. Beratungskosten sind 2016 angefallen für die Wirtschaftsprüfung und für die Steuerberatung. Externe Prüfungen Don Bosco Mondo trägt das DZI-Siegel, das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen. Das DZI gibt, über die Vergabe des Siegels hinaus, Auskunft über Spendenwerke. Den Anteil für Werbe- und Verwaltungsleistun- gen bei Don Bosco Mondo bewertet das DZI als angemessen. Der Hauptausschuss hat am 23. Mai 2017 den Bericht der Wirtschaftsprüfung für das Geschäftsjahr 2016 entgegengenommen. Für das gesamte Rechnungswesen 2016 wurde Don Bosco Mondo erneut das uneingeschränkte Testat erteilt.
26 JAHRESABSCHLUSS 2016 Bilanz zum 31. Dezember 2016 AKTIVA Immaterielle Vermögensgegenstände A. Anlagevermögen I. 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerb- liche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2. geleistete Anzahlungen II. Sachanlagen andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung III. Finanzanlagen 1. Wertpapiere des Anlagevermögens 2. sonstige Ausleihungen 31.12.2016 31.12.2015 € € 933,00 177.753,07 178.686,07 31.442,00 31.442,00 457.771,36 39.141,92 496.913,28 707.041,35 1.524,00 165.722,61 167.246,61 34.896,00 34.896,00 440.000,00 40.201,93 480.201,93 682.344,54 B. Umlaufvermögen I. Forderungen II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.686,13 5.289.479,76 7.877,91 5.616.353,23 5.291.165,89 5.624.231,14 C. Rechnungsabgrenzungsposten PASSIVA Vereinsvermögen A. Eigenkapital I. II. Freie Rücklage gemäß § 62 Abs. 1 Nr. 3 AO III. Zweckrücklagen gemäß § 62 Abs. 1 Nr. 1 AO 1. für Don Bosco Mission Bonn gemäß 2. für Betriebsmittel 3. für Neuanschaffungen (IT-Investitionen) 4. für Mittelbildung § 2 Abs. 4 der Satzung B. Rückstellungen 1. Projektrückstellungen 2. Sonstige Rückstellungen C. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2. Sonstige Verbindlichkeiten 1.346,05 5.999.553,29 31.12.2016 € 9.325,82 1.004.793,73 150.000,00 800.000,00 57.579,93 0 1.007.579,93 2.021.699,48 1.815.141,11 124.443,93 PDF 1.939.585,04 65.477,47 1.972.791,30 2.038.268,77 5.999.553,29 2.749,35 6.309.325,03 31.12.2015 € 9.325,82 850.982,40 270.000,00 650.000,00 69.610,39 165.722,61 1.155.333,00 2.015.641,22 2.075.135,78 103.901,16 2.179.036,94 59.680,71 2.054.966,16 2.114.646,87 6.309.325,03
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2016 zugewiesene Bußgelder und Sachspenden Erträge 1. Geldspenden, testamentarische Verfügungen, 2. Spenden von Firmen 3. Zuwendungen der öffentlichen Hand 4. Zuwendungen anderer Organisationen 5. Steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb 6. Sonstige Erträge 7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8. Erträge aus Wertpapieren des Finanzanlagevermögens a) Löhne und Gehälter b) soziale Abgaben davon für Altersversorgung € 73.753,60; Vorjahr € 59.339,64 Aufwand 9. Projektförderung 10. Personalkosten 11. Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle 12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 13. Steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb Vermögensgegenstände 27 2016 € 3.678.340,47 608.609,85 5.656.597,00 3.398.876,87 76.421,78 15.319,31 16.702,53 0,00 2015 € 3.539.727,98 289.782,64 4.246.282,94 4.521.800,11 17.850,99 80.060,43 10.607,94 17.325,00 13.450.867,81 12.723.438,03 9.856.795,15 1.622.012,26 385.262,48 10.338,79 1.234.470,26 65.930,61 9.750.788,00 1.490.935,90 361.329,66 14.653,61 834.176,53 0,00 13.174.809,55 12.451.883,70 14. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 276.058,26 271.554,33 Don Bosco Mission Bonn 15. Einstellung in Rücklage Weiterleitung 16. Entnahmen aus der Betriebsmittelrücklage 17. Einstellung in die Betriebsmittelrücklage 18. Einstellung in freie Rücklagen gemäß §58 Nr. 7a AO 19. Entnahmen aus der Rücklage gemäß §58 Nr. 6 AO (davon für Neuanschaffungen € 12.030,46) 20 Bilanzgewinn -150.000,00 650.000,00 -800.000,00 -153.811,33 177.753,07 0,00 -120.000,00 650.000,00 -650.000,00 -151.554,33 0,00 0,00
28 JAHRESABSCHLUSS 2016 Erläuterungen zum Jahresabschluss Gliederung I. Allgemeine Angaben II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden III. Erläuterungen zur Bilanz IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung V. Sonstige Angaben I. Allgemeine Angaben Der Verein Don Bosco Mondo e.V. hat seinen Sitz in Bonn und ist eingetragen im Vereinsregister beim Amtsgericht Bonn VR 4566. Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der Fassung des Bilanz- richtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG). Die Bilanz ist in Anlehnung an § 266 HGB gegliedert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren in Anlehnung an § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersicht wurde die Darstellung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung im Vergleich zum Vorjahr angepasst. Bei Beibehaltung der Darstellung hätten sich für das Vorjahr Erträge in Höhe von T€ 12.615 ergeben. Der IDW Standard RS HFA 21 wurde zur Kenntnis genommen, aber nicht angewendet, weil sonst die Nachvollziehbarkeit der Höhe der Zuwendungen beeinträchtigt wäre. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungs- abgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit den Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet worden. Die Wertansätze der Eröffnungsbilanz des Geschäftsjahres stimmen mit denen der Schlussbilanz des vorhergehenden Geschäftsjahres überein. Bei der Bewertung wird von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen. Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet. Es ist vorsichtig bewertet worden. Namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind. Gewinne sind nur berücksichtigt worden, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt worden. II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Aktiva Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und generell über eine voraussichtliche Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren linear, im Zugangsjahr anteilig, abgeschrieben. Die geleisteten Anzah- lungen betreffen das Datenbanksystem VEWA, das im ersten Quartal 2017 in Betrieb genommen wurde. Die Sachanlagen sind mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßi- ger linearer Abschreibungen entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer bewer- tet. Geringwertige Wirtschaftsgüter im Sinne des § 6 Abs. 2a EStG wurden in einen über 5 Jahre abzuschreibenden Sammelposten eingestellt und entsprechend abgeschrieben. Bei den Finanzanlagen sind die Ausleihungen grundsätzlich zum Nominalwert bilanziert. Die Wertpapiere sind mit den Anschaffungskosten oder mit ihrem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag ausgewiesen. Eine Abschreibung in Höhe von T€ 8 wurde im Geschäftsjahr vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögens- gegenstände werden mit dem Nennwert bzw. dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Zeitwert bilanziert. Wertberichtigungen werden unter dem Gesichtspunkt des kaufmännischen Vorsichtsprinzips in ausreichendem Umfang gebildet. Die liquiden Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag bilanziert. Als aktive Rech- nungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Passiva Das Vereinsvermögen ist zum Nennwert bilanziert. Gewinnrücklagen werden entspre- chend den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorgaben gebildet. Die Projekt- und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Ver- pflichtungen mit den Erfüllungsbeträgen, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurtei- lung notwendig sind. Beträgt ihre Laufzeit mehr als ein Jahr, werden die Rückstellungen mit einem der jeweiligen Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen bilanziert. Gewinn und Verlustrechnung Erträge werden zu den Nennwerten bewertet. Sachspenden werden von Hilfe zur Selbsthilfe e.V., Dossenheim, zur Verfügung gestellt. Es werden entsprechende pauschale Abwertungen in Höhe von 50% hinsichtlich der Höhe der Sachspenden vorgenommen. Falls weiterer Abwertungsbedarf bestehen sollte, wird von der pauschalen Abwertung abgewichen. Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam abgebildet. III. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2016 ist unter Angabe der Ab- schreibungen des Geschäftsjahres gesondert im Anlagenspiegel dargestellt (Anlage zum Anhang). Es wurden Entwicklungen an der in 2015 beschafften Software vorgenommen, die entsprechend zu einem Zugang bei den immateriellen Vermögensgegenständen führt (T€ 12 / Vorjahr T€ 151). Umlaufvermögen Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit unter einem Jahr. Die Forderungen betreffen im Wesentlichen Forderungen gegen Geschäftspartner in Höhe von T€ 2 (Vorjahr: T€ 6). Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten beinhalten im Wesentlichen die während der Projektabwicklung noch nicht benötigten Finanzmittel. Rückstellungen Die Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Projektrückstellungen in Höhe von T€ 1.815 (Vorjahr: T€ 2.075). Die Projektrückstellungen enthalten die in ihrer Höhe festste- henden zu leistenden Eigenanteile für genehmigte Projekte in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Bonn (T€ 390 / Vorjahr: T€ 605) sowie zweckgebundene Mittel in Themen- und Länder- fonds (T€ 1.425 / Vorjahr: T€ 1.471). Ferner enthalten die sonstigen Rückstellungen Aufwendungen für den Ausgleich von Urlaubsansprüchen (T€ 76 / Vorjahr: T€ 57), zu er- wartende Kosten für Jahresabschlussprüfung (T€ 14 / Vorjahr: T€ 14), eine Rückstellung für die Berufsgenossenschaft (T€ 5 / Vorjahr: T€ 5), ausstehende Personalkosten (T€ 20 / Vorjahr: T€ 20) sowie Steuerrückstellungen (T€ 9 / Vorjahr: T€ 4). Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten setzen sich zusammen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (T€ 66 / Vorjahr: T€ 60) und sonstige Verbindlichkeiten (T€ 1.973 / Vorjahr: T€ 2.055). Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Projektverbind- lichkeiten in Höhe von T€ 1.839 (Vorjahr: T€ 2.041). Diese bestehen aus Mitteln, die noch nicht an Projektpartner weitergeleitet wurden. Sämtliche Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Erträge Die Erträge sind insgesamt gegenüber dem Vorjahr um T€ 727 oder 5,7% gestiegen. Sie liegen damit bei € 13,5 Mio. Unter den sonstigen Erträgen sind periodenfremde Erträge i.H.v. T€ 13 ausgewiesen. Es handelt sich im Wesentlichen um die Thesaurierung des Gewinns eines Wertpapieres aus dem Vorjahr. Nachrichtlich die Erträge in der Gliederung bis 2015, die zur besseren Klarheit und Übersichtlichkeit in 2016 geändert wurde. Erträge 1. Geldspenden, testamentarische Verfügungen, zugewiesene Bußgelder und Sachspenden 2. Spenden von Firmen 3. Zuwendungen der öffentlichen Hand 4. Zuwendungen anderer Organisationen 5. Steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäfts- betrieb a.) Löhne und Gehälter b.) Soziale Abgaben davon Altersversorgung € 73.753,60 (Vorjahr € 59.339,64) Aufwendungen 6. Projektförderung 7. Personalkosten 8. Abschreibungen auf Sachanlagen 9. Sonstige betriebliche Aufwendungen 10. Steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäfts- betrieb 11. Sonstige Erträge 12. Erträge aus Wertpapieren des Finanzanlagevermögens 13. Sonstige Zinsen und ähnl. Erträge 14. Jahresüberschuss 2016 € 2015 € 3.678.340,47 608.609,85 5.656.597,00 3.398.876,87 3.539.727,98 289.782,64 4.246.282,94 4.521.800,11 76.421,78 17.850,99 13.418.845,97 12.615.444,66 9.856.795,15 9.750.788,00 1.622.012,26 385.262,48 1.490.935,90 361.329,66 10.338,79 1.234.470,26 14.653,61 834.176,53 65.930,61 0,00 13.174.809,55 12.451.883,70 80.060,43 15.319,31 16.702,53 276.058,26 17.325,00 10.607,94 271.554,33 Aufwendungen Die Zuwendungen an Projekte stiegen im Jahr 2016 auf T€ 9.857 (Vorjahr: T€ 9.751). Der Mittelabfluss erfolgt zeitnah nach Bedarf des Projektpartners direkt auf die Projekt- konten der lokalen Partnerorganisationen. Im Berichtsjahr 2016 konnten insgesamt 207 Projekte (Vorjahr: 217) bearbeitet werden. Damit lag die Förderung von Kindern und Jugendlichen aus ärmsten Schichten auf weiterhin hohem Niveau. Der Personalaufwand erhöhte sich aufgrund von Personalwechseln, Neueinstellungen und der tariflichen Anpassung der Gehälter auf insgesamt T€ 2.007 (Vorjahr: T€ 1.852). Der Personalaufwand wurde um die für Beratungsleistung angefallenen Personalauf- wendungen im Wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb in Höhe von T€ 50 entlastet. Diese wurden im Ergebnis des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs berücksichtigt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um T€ 401 auf T€ 1.235 (Vorjahr: T€ 834), im Wesentlichen aufgrund von Investitionen in zusätzliche Spenderwerbung im Bereich Fundraising.
29 Der Aufwand aus steuerpflichtigem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb setzt sich zusam- men aus den für Beratungsleistung entstandenen Personalkosten (T€ 50), weiteberech- nete Reise- und Sachkosten (T€ 11) sowie dem Ertragssteueraufwand (T€ 5). V. Sonstige Angaben Haftungsverhältnisse Hier werden bis zur abschließenden Prüfung der Verwendungsnachweise durch den Zuwendungsgeber BMZ/GiZ, die von diesem erhaltenen Mittel ausgewiesen. Auf Grund der unbedeutenden Rückzahlungen in der Vergangenheit rechnet der Vorstand nicht mit einer das Vereinsvermögen belastenden Inanspruchnahme. Insgesamt beläuft sich die Haftungssumme auf T€ 39.533 (Vorjahr: T€ 35.038). Im Geschäftsjahr 2016 fand eine Außenprüfung seitens des BMZ statt. Es kam hierdurch zu keinen wesentlichen Rückforderungen. Neben den in der Bilanz aufgeführten Haftungsverhältnissen bestehen keine weiteren finanziellen Verpflichtungen aus eingegangenen Miet- und Leasingverträgen. Personal Der Verein beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 36 angestellte Mitarbeiter (Vorjahr: 35). Hiervon sind im Schnitt 4 Aushilfskräfte (Vorjahr: 5) und 4 Teilzeitkräfte (Vorjahr: 6). Der Verein teilt das Aufgabenprofil, die Eingruppierung und die Jahresbrutto- bezüge der einzelnen Stellen dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Dienste (DZI) mit. Geschäftsführung Während des abgelaufenen Geschäftsjahres 2016 wurde die Geschäftsführung durch Herrn Christian Osterhaus wahrgenommen. Hinsichtlich der Angaben zu Organbezügen gemäß § 285 Nr. 9a und 9b HGB wird von der Erleichterung des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. Geschäfte mit nahestehenden Personen Es gab keine Geschäfte mit nahestehenden Personen. Nachtragsbericht Es sind nach dem Bilanzstichtag keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten. Ergebnisverwendung Der Jahresabschluss wurde unter Berücksichtigung der vollständigen Gewinnverwendung aufgestellt. Das Geschäftsjahr schließt mit einem Jahresüberschuss von T€ 276 ab. Der Vorstand hat beschlossen, einen Betrag von T€ 150 in eine Rücklage zur Förderung von Don Bosco Mission und einen Betrag von T€ 154 € in die freie Rücklage einzustellen. Die Zweckrücklage für geplante IT-Investitionen wurde um T€ 12 reduziert. Die Mittelbin- dungsrücklage wurde ebenfalls reduziert um T€ 166. In die Rücklage für Betriebsmittel wurden T€ 150 mehr eingestellt als im Vorjahr. Dem liegen getrennte Beschlüsse des Vorstandes zugrunde. Bonn, den 24. Mai 2017 Don Bosco Mondo e. V. Alexander Knauss, Vorstandsvorsitzender Manfred Peter, Schatzmeister Christian Osterhaus, Geschäftsführer Anlagenspiegel Entwicklung des Anlagevermögens in der Bilanz zum 31. Dezember 2016 Immaterielle Vermögensgegenstände 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2. geleistete Anzahlungen Sachanlagen Betriebs- und Geschäftsaus- stattung Finanzanlagen 1. Wertpapiere des Anlagevermögens 2. Sonstige Ausleihungen Anschaffungskosten Kumulierte Abschreibungen Buchwerte 01.01.2016 Zugänge Abgänge Zuschreibungen 31.12.2016 01.01.2016 Zugänge Abgänge 31.12.2016 31.12.2016 31.12.2015 € € € € € € € € € € 36.283,18 165.722,61 202.005,79 0,00 12.030,46 12.030,46 0,00 0,00 36.283,18 0,00 0,00 177.753,07 0,00 214.036,25 34.759,18 0,00 34.759,18 591,00 0,00 591,00 0,00 0,00 0,00 35.350,18 0,00 35.350,18 1.524,00 933,00 177.753,07 165.722,61 178.686,07 167.246,61 111.181,30 6.293,79 464,00 0,00 117.011,09 76.285,30 9.747,79 464,00 85.569,09 31.442,00 34.896,00 440.000,00 40.201,93 480.201,93 793.389,02 23.269,56 0,00 23.269,56 41.593,81 0,00 1.060,01 1.060,01 1.524,01 2.616,94 0,00 465.886,50 39.141,92 2.616,94 505.028,42 2.616,94 836.075,76 0,00 0,00 0,00 111.044,48 8.115,14 0,00 8.115,14 18.453,93 0,00 0,00 0,00 8.115,14 0,00 8.115,14 464,00 129.034,41 457.771,36 39.141,92 440.000,00 40.201,93 496.913,28 480.201,93 707.041,35 682.344,54 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers An den Don Bosco Mondo e.V. Jugend.Hilfe.Weltweit, Bonn Wir haben den Jahresabschluss -bestehend aus Bilanz, Gewinn-und Ver- lustrechnung sowie An hang -unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Don Bosco Mondo e.V. Jugend.Hilfe.Weltweit, Bonn, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Buchfüh- rung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands des Vereins. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beach- tung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des Jahresabschlusses unter Beachtung der Grundsätze ord nungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Vereins sowie die Erwartungen über mögliche Feh ler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezoge nen internen Kontroll- systems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Be urteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkennt- nisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermit- telt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ver mögens-, Finanz-und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jah- resabschluss, entspricht der gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zu treffend dar. Köln, den 24. Mai 2017 PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Jens Pollmann Wirtschaftsprüfer ppa.Theres Schäfer Wirtschaftsprüferin Der Bestätigungsvermerk bezieht sich auf die zuvor dargestellte Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie den Anhang, nicht aber auf die weiteren Teile dieses Jahresberichtes.
30 LAGEBERICHT Wirtschaftliche Solidität Das Jahr 2016 endete trotz unterschiedlicher Entwicklungen in den einzelnen Organisationseinheiten wirtschaftlich sehr erfolgreich: n Kooperationsvereinbarung Die 2015 mit Don Bosco Mission Bonn geschlossene Kooperationsvereinbarung hat insbesondere in der Projektarbeit und Administration zu guten inhaltlichen wie finanziellen Synergien geführt und wird sukzessive weiter ausgebaut. Die für 2017 geplante bauliche Erweite- rung des Don Bosco Campus durch die Deutsche Provinz ist ein starker Ausdruck des gelebten Kooperationsgedankens. n Ertragslage Der positive Trend im Spendenaufkom- men setzte sich auch 2016 fort. Gründe dafür waren zum einen erfolgreiche Fundraising-Maßnahmen und die nach wie vor hohe Spendenbereitschaft für die Not- und Katastrophenhilfe. Insbesondere konnten Zuwendungen der öffentlichen Hand um 33 Prozent deutlich gesteigert werden, das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte. Erträge: Zehnjahresübersicht Lagebericht 2016 14 Mio. € 10,5 Mio. € 7 Mio. € 3,5 Mio. € - € 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Zuwendungen Kooperationspartner (gemeinnützige Organisationen und Firmen) Zuwendungen öffentliche Hand Spenden Dagegen sanken im Bereich der privaten Kooperationspartner die Erträge (haupt- sächlich bedingt durch den Rückzug eines Partners) um knapp 25 Prozent. Dagegen konnten die Erträge von Firmen verdop- pelt werden. Insgesamt wurden die Erträ- ge so um sechs Prozent gesteigert. n Wirtschaftliche Situation Im Jahr 2016 war die wirtschaftliche Si- tuation des Vereins insgesamt solide. Das geplante, ambitionierte Ertragsziel konnte nicht erreicht werden. Grund dafür war ein (für Don Bosco Mondo und auch andere Organisatio- nen überraschender) Bewilligungsstopp im BMZ-Titel „Private Träger“. Trotzdem konnte der Verein erstmals mehr als 13 Millionen Euro umsetzen und erneut einen leichten Überschuss erzielen.
Kontinuität und Konsolidierung Don Bosco Mondo ist in der Phase der Konsolidierung, die sich auch 2017 weiter fortsetzen wird. AUSBLICK 31 n Wirtschaftliche Entwicklung Der Haushaltsplan sieht für 2017 Erträge in Höhe von 11,6 Millionen Euro vor und damit 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Gründe dafür sind, dass nicht planbare Einnahmen (Nothilfe, testamentarische Verfügungen) nicht berücksichtigt wur- den. Ziel ist, dass der Verein auch ohne diese Sondereffekte einen ausgeglichenen Haushalt umsetzt. Haushaltsplan 2017 – Erträge und Aufwendungen DON BOSCO MONDO e.V. Haushaltsplan gesamt Erträge Geldspenden, zugewiesenes Bußgeld und Sachspenden Spenden von Firmen Zuwendungen von Don Bosco Mission Bonn Zuwendungen öffentliche Träger (BMZ, GiZ) Zuwendungen anderer Organisationen Zuwendungen von verbundenen Stiftungen Leistungsentgelte (Erlöse WGB) Zinsen u. ähnl. Erträge (aus Vermögensverwaltung) Plan 2017 € Ohne Nothilfe und Erbschaften 3.284.260 795.600 400.000 4.014.691 2.932.746 70.000 81.550 5.000 11.583.846 8.224.741 3.359.105 2.153.000 40.200 1.152.360 3.345.560 13.545 n Strategische Ausrichtung Der Vorstand hat in 2016 die strategische Ausrichtung des Vereins in einem Strate- giepapier zusammengefasst. Auf dieser Basis erfolgt nun eine Überprüfung der operativen Umsetzung, um den stei- genden Herausforderungen vor Ort, den großen Dimensionen der Hilfsbedürftig- keit mit konsequenteren Schwerpunktset- zungen zu begegnen, sowie die internen Prozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln. n Capacity Development Don Bosco Mondo wird auch 2017 den Capacity-Development-Ansatz weiter aus- bauen. Zusätzlich zu den Unterstützungen für den Bau und die Ausstattung von Ein- Ausblick 2017 richtungen investieren wir verstärkt in das Know-how der Partner vor Ort, um damit mehr Nachhaltigkeit und mehr Wirkung zu entfalten. Summe Erträge Aufwendungen Projektförderung n Programm zur Sozialstrukturförderung Erstmalig wurde Ende 2016 ein Programm von Don Bosco Mondo im BMZ für den Be- reich der Sozialstrukturförderung bewilligt. Das mehrjährige Programm zur landeswei- ten Qualitätssteigerung der Berufsbildung auf den Philippinen hat ein Volumen von 1,7 Millionen Euro und ist damit das größ- te Programm, das Don Bosco Mondo bisher in Angriff genommen hat. n Kooperation mit privaten Partnern und Unternehmen Die Kooperation mit Unternehmen soll auch in 2017 kontinuierlich ausgebaut werden, im Bereich der privaten Koopera- tionspartner (Stiftungen, Verbände etc.) wird eine Konsolidierung angestrebt. verbleibende Eigenmittel Personalkosten Abschreibungen Sonstige betriebliche Aufwendungen Summe Aufwendungen Überschuss/Fehlbetrag n Datenbanksoftware Bereits im ersten Quartal 2017 wurde eine neue Datenbanksoftware erfolgreich implementiert. Mit der neuen Software kann die Organisation effizienter und passgenauer den Kontakt zu den Partnern sicherstellen und durch die entsprechen- den Schnittstellen die Projekte umfassen- der und effektiver verwalten.
32 SPENDEN UND FÖRDERN Ich unterstütze Don Bosco Mondo, weil Bildung die einzige Chance ist, Elend auf der Welt zu beseitigen. Agathe Blümer (unterstützt Don Bosco Mondo seit 2005) Besser verstehen – zielgerichteter helfen: Große Spenderbefragung Im Frühjahr 2016 startete Don Bosco Mondo eine breit angelegte Befragung seiner Spender. Ziel war es, mehr über die Motivation und die Bedürfnisse der Menschen zu erfahren, die sich für und mit uns engagieren. Insgesamt wurden über 20.000 Spender angeschrieben, von denen sich knapp 1.000 beteiligten. Don Bosco Mondo sagt allen ein herzliches „Dankeschön“ für die Beteiligung und die zahlreichen Anregungen. Hier einige der Ergebnisse in der Zusammenfassung: Zufriedenheit mit der Arbeit von Don Bosco Mondo: 98 Prozent der Befragten haben unsere Arbeit mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. Zufriedenheit mit der Information durch Don Bosco Mondo: 81 Prozent fühlen sich gut informiert, 3 Prozent zu wenig und 16 Prozent gaben an, dass sie zu viel Informationen erhalten. Regionale Präferenzen: knapp 2/3 der Befragten gaben an, dass ihnen alle Regionen gleichermaßen am Herzen liegen. Für 17 Prozent ist die Projektarbeit in Afrika besonders wichtig, für 11 Prozent in Lateiname- rika und für 6 Prozent in Asien. Thematische Schwerpunktsetzung: Schulische und berufliche Bildung sowie Stra- ßenkinder, das sind aus Sicht der Befragten die drei Top-Themen. Zusätzliches Engagement: 31 Prozent können sich vorstellen, bei beson- deren Anlässen oder dauerhaft zu spenden, 4 Prozent können sich vorstellen, uns in ihrem Testament zu bedenken. Wichtig für das Engagement: Verantwortungsvoller Umgang mit Spenden, das Vertrauen in unsere Organisation und unserer Partner sind den Befragten besonders wichtig. Aber auch der besondere pädagogi- sche Ansatz Don Boscos ist für die Spender sehr bedeutsam.
33 „Die Spenderbefragung war für uns ein wich- tiger Meilenstein: Wir verstehen besser, was unsere Unterstützer bewegt, für welche Ziele sie sich einsetzen möchten. Denn wir möchten unsere Arbeit enger an den Bedürfnissen der Spender einerseits und der Notleidenden an- dererseits ausrichten. Wir haben viele Anregun- gen erhalten und eine auch schon umgesetzt. Unser neues Magazin „Weltwerker“, in dem wir in unterhaltsamen Reportagen unsere Projekte und deren Wichtigkeit für die Menschen zei- gen.“ Möchten Sie mehr erfahren zu den Themen spenden, vererben und stiften? Gerne können Sie sich an Corinna Heck wenden: Telefon 0228 53965-68 oder c.heck@don-bosco-mondo.de. Jahrestreffen „Engagiert mit Don Bosco“ Viele Menschen engagieren sich teilweise schon seit Jahrzehnten für die Projektar- beit von Don Bosco Mondo, andere sind erst seit kurzem dabei. Bei Festen, Vorträgen, Benefizkonzerten oder vielen anderen Aktionen sind sie aktiv, sammeln Spenden und informieren über die Arbeit des Vereins. Einmal jährlich laden Don Bosco Mondo und Don Bosco Mission Bonn Stifter, Förderer und Enga- gierte nach Bonn zum gemeinsa- men Austausch und Feiern ein. Im Oktober 2016 trafen sich mehr als 80 von ihnen und informierten sich über Themen wie „Bildung und Aus- bildung auf der Flucht“ oder lernten moderne Wege der Jugendpädago- gik durch Zirkusarbeit kennen. Gemeinsam besuchten sie das Adenauerhaus in Rhöndorf und lie- ßen das Zusammentreffen in einem gemütlichen Weinlokal ausklingen.
34 SPENDEN UND FÖRDERN Wir bedanken uns bei unseren Kooperationspartnern und institutionellen Förderern, auf deren großzügige Unterstützung wir zählen konnten. Wir freuen uns auf eine wei- terhin zuverlässige und ertragreiche Zusammenarbeit für die Jugend dieser Welt. Alberdingk Boley GmbH Arbeitskreis Eine Welt St. Georg - Köln Weiß Dallmeier electronic GmbH & Co.KG Don Bosco Jugendhilfe Weltweit Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG Dr. Michael und Angela Jacobi Stiftung DT Deutsche Stiftungstreuhand AG E.Tschatsch und S.Martens-Stiftung Ein Herz für Kinder Familie-Haas-Stiftung Gemeinnützige Pöschl Familienstiftung Grohe AG Hilfe zur Selbsthilfe e.V. Hilfswerk deutscher Zahnärzte HIT-Stiftung (ab 2017: Kurt und Maria Dohle Stiftung) Horst und Karin Gellert-Stiftung Human Help Network e.V. Vielen Dank! Mit Don Bosco Mondo verbundene Organisationen: S T I F T U N G DON BOSCO MONDO J U G E N D H I L F E W E L T W E I T Impulse für die Straßenkinder e.V. Iventus Mundi Kath. Kirchenstiftung unsere Liebe Frau Klaus und Gertrud Conrad-Stiftung Knorr-Bremse Global Care e.V. Leopold Bachmann Stiftung Lucas-Nülle Stiftung gemeinnützige GmbH LVM Helfen verbindet Menschen e.V. Mascheski Foundation Missionszentrale der Franziskaner e.V. Niels Due Jensen Stiftung Phoenix Reisen GmbH Provinzialat der Salesianer Don Boscos proWIN Stiftung Rotary Hilfswerk Reutte-Füssen e.V. Roterkeil.net-Stiftung Schmitz-Stiftungen Stiftung Childaid Network Stiftung von Werkstatt zu Werkstatt VIK Stiftung Gesundheit für alle topbonus Ltd. Wacker Hilfsfonds Witron Logistik + Informatik GmbH Zwick Roell AG Kooperationspartner und Förderer (2016) ab einer Jahressumme von mind. 5.000€
So werben wir um Spenden Don Bosco Mondo ist auf Spenden angewiesen. Wichtige Säulen dabei sind die vielen Enga- gierten, die bei Veranstaltungen und Aktionen über unsere Arbeit berichten, die Öffentlichkeitsarbeit und das Fundraising des Vereins. Dafür arbeiten wir mit folgenden Dienstleistern zusammen: Bauman Consulting, Comexpo, Deutscher Spendenhilfsdienst, Deutsche Post, Die Medialen, dot.blue, Fundraising Profile, GFS Fundraising Solutions, Goldbach Inter- active, Schloemer & Partner, Wolanski. Wir informieren und werben mit Anzeigen, Briefen an Spender, Newsletter, verschiedenen Publikationen (Flyer, Broschüren etc.), Sozialen Medien, Telefonie, Veranstaltungen und Website. Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) Geprüft + Empfohlen Und so setzen wir die Spenden ein SPENDEN 35 Mitgliedschaften Don Bosco Mondo ist Mitglied von folgenden Verbänden, Netzwerken und Aktionsbündnissen: 9.774.695,50 € 703.696,24 € 166.351,16 € Projektförderung Projektbegleitung a) Personalkosten b) Sachkosten Kampagnen, Aufklärungs- und Bildungsarbeit 201.056,07 € a) Personalkosten b) Sachkosten 57.680,66 € Werbung und allg. Öffentlichkeitsarbeit 281.478,50 € a) Personalkosten b) Sachkosten 999.887,23 € Verwaltung a) Personalkosten b) Sachkosten Vermögensverwaltung und WGB a) Vermögensverwaltung b) Steuerpflichtiger WGB 824.329,88 € 89.979,07 € 9.724,64 € 65.930,61 € Gesamtaufwand 13.174.809,55 € Die Projektförderung fällt in dieser Darstellung geringer aus als in der GuV, bedingt durch eine leicht unterschiedliche Zuordnung einiger Posten der DZI Kategorie „Sachkosten Projektbegleitung“ und „Projektförderung“. Projektförderung 9.774.695,50 € AINI N R T ¬ ¬ ¬ M G − M ADE IN G E R M A N Y E M B E R OF TH E N E AN INITIATIVE OF THE FEDERAL MINISTRY OF EDUCATION AND RESEARCH ¬ ¬ ¬ K R O W T 9.676.261,54 € Zum Vergleich die Vorjahreszahlen Projektförderung Projektbegleitung a) Personalkosten b) Sachkosten Kampagnen, Aufklärungs- und Bildungsarbeit a) Personalkosten b) Sachkosten 648.292,95 € 151.155,04 € 185.226,56 € 42.886,24 € Werbung und allg. Öffentlichkeitsarbeit a) Personalkosten 259.317,18 € b) Sachkosten 644.672,04 € Verwaltung a) Personalkosten b) Sachkosten Vermögensverwaltung und WGB a) Vermögensverwaltung 0 € b) Steuerpflichtiger WGB 0 € 759.428,88 € 84.643,28 € Gesamtaufwand 12.451.883,70 € . 2016

References: § 5
 §7
 § 62
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 § 2
 §58
 §58
 § 266
 § 275
 § 6
 § 285
 § 286
 § 317