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Timestamp: 2017-01-17 23:22:18+00:00

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CIC - Buch 4
Can. 834 — § 1. Den Heiligungsdienst erfüllt die
Kirche in besonderer Weise durch die heilige Liturgie, die als Ausübung des
priesterlichen Dienstes Jesu Christi zu betrachten ist; darin wird die Heiligung
der Menschen durch sinnenhafte Zeichen bezeichnet und in der diesen je eigenen
Weise bewirkt sowie von dem mystischen Leib Jesu Christi, von Haupt und
Gliedern, der unverbrüchliche amtliche Gottesdienst vollzogen.
§ 2. Solch ein Gottesdienst ist dann gegeben, wenn er im
Namen der Kirche von rechtmäßig dazu beauftragten Personen und durch
Handlungen dargebracht wird, die von der kirchlichen Autorität gebilligt sind.
Can. 835 — § 1. Den Dienst der Heiligung üben vor allem
die Bischöfe aus; sie sind die Hohenpriester, die vorzüglichen Ausspender der
Geheimnisse Gottes und die Leiter, Förderer und Wächter des gesamten
liturgischen Lebens in der ihnen anvertrauten Kirche.
§ 2. Diesen Dienst üben auch die Priester aus; auch sie
haben Anteil am Priestertum Christi und werden als seine Diener unter der
Autorität des Bischofs zur Feier des Gottesdienstes und zur Heiligung des
Volkes geweiht.
§ 3. Die Diakone sind an der Feier des Gottesdienstes
nach Maßgabe der Rechtsvorschriften beteiligt.
§ 4. An dem Heiligungsdienst haben auch die übrigen
Gläubigen den ihnen eigenen Anteil, indem sie sich auf ihre Weise tätig an den
liturgischen Feiern, besonders an der Feier der Eucharistie, beteiligen; auf
besondere Weise haben an demselben Dienst die Eltern Anteil, indem sie ihr
Eheleben in christlichem Geiste führen und für die christliche Erziehung ihrer
Can. 836 — Der christliche Gottesdienst, in dem das
gemeinsame Priestertum der Gläubigen ausgeübt wird, ist ein Tun, das aus dem
Glauben hervorgeht und darauf beruht; deshalb haben sich die geistlichen
Amtsträger eifrig zu bemühen, den Glauben zu entfachen und zu erhellen, vor
allem durch den Dienst am Wort, durch das er erzeugt und genährt wird.
Can. 837 — § 1. Die liturgischen Handlungen sind nicht
private Handlungen, sondern Feiern der Kirche selbst, die das „Sakrament der
Einheit" ist als das unter den Bischöfen geeinte und geordnete heilige
Volk; die liturgischen Handlungen gehen daher den ganzen Leib der Kirche an,
stellen ihn dar und erfüllen ihn; seine einzelnen Glieder aber berühren sie in
unterschiedlicher Weise gemäß der Verschiedenheit der Weihen, der Aufgaben und
der tatsächlichen Teilnahme.
§ 2. Da die liturgischen Handlungen ihrer Natur nach eine
gemeinsame Feier verlangen, sind sie nach Möglichkeit unter zahlreicher und
tätiger Beteiligung der Gläubigen zu vollziehen.
Can. 838 — § 1. Die Regelung der heiligen Liturgie
steht allein der kirchlichen Autorität zu: sie liegt beim Apostolischen Stuhl
und, nach Maßgabe des Rechts, beim Diözesanbischof.
§ 2. Sache des Apostolischen Stuhles ist es, die heilige
Liturgie der ganzen Kirche zu ordnen, die liturgischen Bücher herauszugeben und
ihre Übersetzungen in die Volkssprachen zu überprüfen sowie darüber zu
wachen, daß die liturgischen Ordnungen. überall getreu eingehalten werden.
§ 3. Die Bischofskonferenzen haben die Übersetzungen der
liturgischen Bücher in die Volkssprachen zu besorgen und sie dabei innerhalb
der in diesen liturgischen Büchern festgelegten Grenzen in angemessener Weise
ihren Verhältnissen anzupassen; diese Übersetzungen haben sie nach
vorgängiger Überprüfung durch den Heiligen Stuhl herauszugeben.
§ 4. Dem Diözesanbischof steht es zu, in der ihm
anvertrauten Kirche innerhalb der Grenzen seiner Zuständigkeit Normen für den
Bereich der Liturgie zu erlassen, an die alle gebunden sind.
Can. 839 — § 1. Auch mit anderen Mitteln vollzieht die
Kirche den Heiligungsdienst, so durch Gebete, in denen sie Gott anruft, damit
die Gläubigen in Wahrheit geheiligt seien, wie auch durch Werke der Buße und
der Caritas, die in hohem Maße helfen, das Reich Christi in den Herzen zu
verwurzeln und zu bestärken, und die zum Heil der Welt beitragen.
§ 2. Die Ortsordinarien haben dafür zu sorgen, daß die
Gebete sowie die frommen und heiligen Übungen des christlichen Volkes mit den
Normen der Kirche voll übereinstimmen.
Can. 840 — Die Sakramente des Neuen Bundes sind von
Christus dem Herrn eingesetzt und der Kirche anvertraut; als Handlungen Christi
und der Kirche sind sie Zeichen und Mittel, durch die der Glaube ausgedrückt
und bestärkt, Gott Verehrung erwiesen und die Heiligung der Menschen bewirkt
wird; so tragen sie in sehr hohem Maße dazu bei, daß die kirchliche
Gemeinschaft herbeigeführt, gestärkt und dargestellt wird; deshalb haben
sowohl die geistlichen Amtsträger als auch die übrigen Gläubigen bei ihrer
Feier mit höchster Ehrfurcht und der gebotenen Sorgfalt vorzugehen.
Can. 841 — Da die Sakramente für die ganze Kirche
dieselben sind und zu dem von Gott anvertrauten Gut gehören, hat allein die
höchste kirchliche Autorität zu beurteilen oder festzulegen, was zu ihrer
Gültigkeit erforderlich ist; dieselbe bzw. eine andere nach Maßgabe des can.
838, §§ 3 und 4 zuständige Autorität hat zu entscheiden, was für die
Erlaubtheit zur Feier, zur Spendung und zum Empfang der Sakramente und was zu
der bei ihrer Feier einzuhaltenden Ordnung gehört.
Can. 842 — § 1 Wer die Taufe nicht empfangen hat, kann
zu den übrigen Sakramenten nicht gültig zugelassen werden.
§ 2. Die Sakramente der Taufe, der Firmung und der
heiligsten Eucharistie sind so eng miteinander verbunden, daß sie zur vollen
christlichen Initiation erforderlich sind.
Can 843 — § 1 Die geistlichen Amtsträger dürfen die
Sakramente denen nicht verweigern, die gelegen darum bitten, in rechter Weise
disponiert und rechtlich an ihrem Empfang nicht gehindert sind.
§ 2. Die Seelsorger und die übrigen Gläubigen haben
jeweils gemäß der ihnen eigenen kirchlichen Aufgabe die Pflicht, dafür zu
sorgen, daß jene, die Sakramente erbitten, auf ihren Empfang durch die
erforderliche Verkündigung und katechetische Unterweisung unter Beachtung der
von der zuständigen Autorität erlassenen Normen vorbereitet werden.
Can. 844 — § 1. Katholische Spender spenden die
Sakramente erlaubt nur katholischen Gläubigen; ebenso empfangen diese die
Sakramente erlaubt nur von katholischen Spendern; zu beachten sind aber die
Bestimmungen der §§ 2, 3 und 4 dieses Canons sowie des can. 861, § 2.
§ 2. Sooft eine Notwendigkeit es erfordert oder ein
wirklicher geistlicher Nutzen dazu rät und sofern die Gefahr des Irrtums oder
des Indifferentismus vermieden wird, ist es Gläubigen, denen es physisch oder
moralisch unmöglich ist, einen katholischen Spender aufzusuchen, erlaubt, die
Sakramente der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung von
nichtkatholischen Spendern zu empfangen, in deren Kirche die genannten
Sakramente gültig gespendet werden.
§ 3. Katholische Spender spenden erlaubt die Sakramente
der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung Angehörigen orientalischer
Kirchen, die nicht die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche haben,
wenn diese von sich aus darum bitten und in rechter Weise disponiert sind;
dasselbe gilt für Angehörige anderer Kirchen, die nach dem Urteil des
Apostolischen Stuhles hinsichtlich der Sakramente in der gleichen Lage sind wie
die genannten orientalischen Kirchen.
§ 4. Wenn Todesgefahr besteht oder wenn nach dem Urteil
des Diözesanbischofs bzw. der Bischofskonferenz eine andere schwere Notlage
dazu drängt, spenden katholische Spender diese Sakramente erlaubt auch den
übrigen nicht in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehenden
Christen, die einen Spender der eigenen Gemeinschaft nicht aufsuchen können und
von sich aus darum bitten, sofern sie bezüglich dieser Sakramente den
katholischen Glauben bekunden und in rechter Weise disponiert sind.
§ 5. Für die in den §§ 2, 3 und 4 genannten Fälle
darf der Diözesanbischof bzw. die Bischofskonferenz nur nach Beratung zumindest
mit der lokalen zuständigen Autorität der betreffenden nichtkatholischen
Kirche oder Gemeinschaft allgemeine Bestimmungen erlassen.
Can. 845 — § 1. Die Sakramente der Taufe, der Firmung
und der Weihe können nicht wiederholt werden, da sie ein Prägemal eindrücken.
§ 2. Wenn nach einer sorgfältigen Untersuchung noch ein
vernünftiger Zweifel bestehen bleibt, ob die in § 1 genannten Sakramente
tatsächlich oder ob sie gültig gespendet wurden, sind sie bedingungsweise zu
Can. 846 — § 1. Bei der Feier der Sakramente sind die
von der zuständigen Autorität gebilligten liturgischen Bücher getreu zu
beachten; deshalb darf niemand dabei eigenmächtig etwas hinzufügen, weglassen
§ 2. Der Spender hat die Sakramente nach seinem eigenen
Ritus zu feiern.
Can. 847 — § 1. Bei der Spendung der Sakramente, bei
denen heilige Öle zu verwenden sind, muß der Spender Olivenöl oder anderes
Pflanzenöl gebrauchen, das unbeschadet der Bestimmung des can. 999, n. 2 vom
Bischof geweiht oder gesegnet wurde, und zwar erst in jüngster Zeit; ältere
Öle dürfen außer in Notfällen nicht verwendet werden.
§ 2. Der Pfarrer hat die heiligen Öle vom eigenen
Bischof zu erbitten und sie in geziemender Obhut sorgfältig zu verwahren.
Can. 848 — Der Spender darf außer den von der
zuständigen Autorität festgesetzten Stolgebühren für die Sakramentenspendung
nichts fordern; er hat immer darauf bedacht zu sein, daß Bedürftige nicht
wegen ihrer Armut der Hilfe der Sakramente beraubt werden.
Can. 849 — Die Taufe ist die Eingangspforte zu den
Sakramenten; ihr tatsächlicher Empfang oder wenigstens das Verlangen danach ist
zum Heil notwendig; durch sie werden die Menschen von den Sünden befreit, zu
Kindern Gottes neu geschaffen und, durch ein untilgbares Prägemal Christus
gleichgestaltet, der Kirche eingegliedert; sie wird nur durch Waschung mit
wirklichem Wasser in Verbindung mit der gebotenen Form der Taufworte gültig
Can. 850 — Die Taufe wird nach der in den gebilligten
liturgischen Büchern vorgeschriebenen Ordnung gespendet; wenn aber ein
dringender Notfall besteht, muß nur das beachtet werden, was zur Gültigkeit
des Sakramentes erforderlich ist.
Can. 851 — Die Feier der Taufe muß in der gebotenen
Weise vorbereitet werden; deshalb gilt:
1° ein Erwachsener, der die Taufe zu empfangen begehrt,
ist in den Katechumenat aufzunehmen und nach Möglichkeit durch die einzelnen
Stufen zur sakramentalen Initiation hinzuführen, und zwar gemäß der von der
Bischofskonferenz den Verhältnissen angepaßten Initiationsordnung und den
besonderen von ihr erlassenen Normen;
2° die Eltern eines Kindes, das getauft werden soll, und
ebenso jene, die den Patendienst übernehmen wollen, sind über die Bedeutung
dieses Sakraments und die mit ihm zusammenhängenden Verpflichtungen
ordnungsgemäß zu belehren; der Pfarrer hat persönlich oder durch andere
dafür zu sorgen, daß also die Eltern mit seelsorglichem Zuspruch und sogar mit
gemeinsamem Gebet in der gebotenen Weise vorbereitet werden; er soll dazu
mehrere Familien versammeln und sie nach Möglichkeit besuchen.
Can. 852 — § 1. Die in den Canones über die Taufe
Erwachsener enthaltenen Vorschriften beziehen sich auf alle, die, dem
Kindesalter entwachsen, den Vernunftgebrauch erlangt haben.
§ 2. Dem Kind gleichgestellt ist, auch hinsichtlich der
Taufe, wer seiner nicht mächtig ist.
Can. 853 — Das bei der Spendung der Taufe zu verwendende
Wasser muß außer im Notfall gemäß den Vorschriften der liturgischen Bücher
Can. 854 — Die Taufe ist durch Untertauchen oder durch
Übergießen zu spenden; dabei sind die Vorschriften der Bischofskonferenz
Can. 855 — Die Eltern, die Paten und der Pfarrer haben
dafür zu sorgen, daß kein Name gegeben wird, der christlichem Empfinden fremd
Can. 856 — Wenn auch die Taufe an jedwedem Tag gefeiert
werden kann, wird doch empfohlen, daß sie in der Regel am Sonntag oder nach
Möglichkeit in der Osternacht gefeiert wird.
Can. 857 — § 1. Außer im Notfall ist der der Taufe
eigene Ort eine Kirche oder eine Kapelle.
§ 2. Als Regel hat zu gelten, daß ein Erwachsener in
seiner eigenen Pfarrkirche, ein Kind aber in der eigenen Pfarrkirche seiner
Eltern zu taufen ist, außer es empfiehlt sich aus gerechtem Grund etwas
Can. 858 — § 1. Jede Pfarrkirche muß einen Taufbrunnen
haben, unbeschadet eines durch andere Kirchen bereits erworbenen
Kumulativrechts.
§ 2. Der Ortsordinarius kann nach Anhören des
Ortspfarrers zugunsten der Gläubigen gestatten oder anordnen, daß es auch in
einer anderen Kirche oder Kapelle innerhalb der Pfarrgrenzen einen Taufbrunnen
Can. 859 — Wenn ein Täufling wegen der Entfernung oder
anderer Umstände nicht ohne große Unannehmlichkeiten zur Pfarrkirche oder zu
einer anderen Kirche oder Kapelle nach can. 858, § 2 kommen oder gebracht
werden kann, darf und muß die Taufe in einer anderen, näher gelegenen Kirche
oder Kapelle oder auch an einem anderen geziemenden Ort gespendet werden.
Can. 860 — § 1. Außer im Notfall darf die Taufe in
Privathäusern nur gespendet werden, wenn der Ortsordinarius dies aus
schwerwiegendem Grund erlaubt.
§ 2. In Krankenhäusern darf nur im Notfall oder aus
einem anderen zwingenden seelsorglichen Grund die Taufe gefeiert werden, wenn
der Diözesanbischof nicht anders bestimmt hat.
SPENDER DER TAUFE
Can. 861 — § 1. Ordentlicher Spender der Taufe ist der
Bischof, der Priester und der Diakon, unbeschadet der Vorschrift des can. 530,
§ 2. Ist ein ordentlicher Spender nicht anwesend oder
verhindert, so spendet die Taufe erlaubt der Katechist oder jemand anderer, der
vom Ortsordinarius für diese bestimmt ist, im Notfall sogar jeder von der nötigen
Intention geleitete Mensch; die Seelsorger und vor allem der Pfarrer müssen
sich angelegen sein lassen, die Gläubigen über die rechte Tauf weise zu
Can. 862 — Außer im Notfall darf ohne die nötige
Erlaubnis niemand in einem fremden Gebiet die Taufe spenden, selbst seinen
Untergebenen nicht.
Can. 863 —. Die Taufe von solchen, die dem Kindesalter
entwachsen sind, mindestens aber derer, die das vierzehnte Lebensjahr vollendet
haben, ist dem Diözesanbischof anzutragen, damit sie von ihm persönlich
gespendet wird, Wenn er dies für angebracht hält.
Can. 864 — Fähig zum Empfang der Taufe ist jeder und
nur der Mensch, der noch nicht getauft ist.
Can. 865 — § 1. Damit ein Erwachsener getauft werden
kann, muß er den Willen zum Empfang der Taufe bekundet haben; er muß über die
Glaubenswahrheiten und über die christlichen Pflichten hinreichend unterrichtet
und durch den Katechumenat in der christlichen Lebensführung erprobt sein; er
ist auch aufzufordern, seine Sünden zu bereuen.
§ 2. Ein Erwachsener, der sich in Todesgefahr befindet,
kann getauft werden, wenn er bei einer gewissen Kenntnis der grundlegenden
Glaubenswahrheiten auf irgendeine Weise seinen Willen zum Empfang der Taufe
bekundet hat und verspricht, sich an die Gebote der christlichen Religion zu
Can. 866 — Ein Erwachsener, der getauft wird, muß,
falls nicht ein schwerwiegender Grund entgegensteht, sofort nach der Taufe
gefirmt werden und an der Eucharistiefeier, auch mit Kommunionempfang,
Can. 867 — § 1. Die Eltern sind verpflichtet, dafür zu
sorgen, daß ihre Kinder innerhalb der ersten Wochen getauft werden; möglichst
bald nach der Geburt, ja sogar schon vorher, haben sie sich an den Pfarrer zu
wenden, um für ihr Kind das Sakrament zu erbitten und um entsprechend darauf
§ 2. Wenn sich ein Kind in Todesgefahr befindet, ist es
unverzüglich zu taufen.
Can. 868 — § 1. Damit ein Kind erlaubt getauft wird,
1° die Eltern oder wenigstens ein Elternteil bzw. wer
rechtmäßig ihre Stelle einnimmt, müssen zustimmen;
2° es muss die begründete Hoffnung bestehen, dass das Kind in der katholischen Religion erzogen wird, unbeschadet § 3; wenn diese Hoffnung völlig fehlt, ist die Taufe gemäß den Vorschriften des Partikularrechts aufzuschieben; dabei sind die Eltern auf den Grund hinzuweisen. § 2. In Todesgefahr wird ein Kind katholischer, ja sogar
auch nichtkatholischer Eltern auch gegen den Willen der Eltern erlaubt getauft.
§ 3. Ein Kind nichtkatholischer Christen wird erlaubt getauft, wenn es die Eltern oder wenigstens ein Elternteil bzw. wer rechtmäßig ihre Stelle einnimmt erbitten und wenn es ihnen physisch oder moralisch nicht möglich ist, einen eigenen Spender aufzusuchen. Can. 869 — § 1. Wenn ein Zweifel besteht, ob jemand
getauft ist oder ob die Taufe gültig gespendet wurde, der Zweifel aber nach
eingehender Nachforschung bestehen bleibt, ist dem Betreffenden die Taufe
bedingungsweise zu spenden.
§ 2. In einer nichtkatholischen kirchlichen Gemeinschaft
Getaufte sind nicht bedingungsweise zu taufen, außer es besteht hinsichtlich
der bei der Taufspendung verwendeten Materie und Form der Taufworte und ferner
bezüglich der Intention eines, der als Erwachsener getauft wurde, und des
Taufspenders ein ernsthafter Grund, an der Gültigkeit der Taufe zu zweifeln.
§ 3. Wenn in den Fällen nach §§ 1 und 2 die Spendung
‚oder die Gültigkeit der Taufe zweifelhaft bleibt, darf die Taufe erst
gespendet werden, nachdem dem Täufling, sofern es sich um einen Erwachsenen
handelt, die Lehre über das Taufsakrament dargelegt wurde und ihm bzw., falls
es sich um ein Kind handelt, seinen Eltern die Gründe für die Zweifel an der
Gültigkeit der gespendeten Taufe erklärt wurden.
Can. 870 — Ein ausgesetztes Kind oder ein Findelkind ist
zu taufen, wenn nicht nach sorgfältiger Prüfung der Angelegenheit seine Taufe
Can. 871 — Bei vorzeitiger Geburt ist das Kind, wenn es
lebt, zu taufen, soweit dies möglich ist.
Can. 872 — Einem Täufling ist, soweit dies geschehen
kann, ein Pate zu geben; dessen Aufgabe ist es, dem erwachsenen Täufling bei
der christlichen Initiation ‚beizustehen bzw. das zu taufende Kind zusammen
mit den Eltern zur Taufe zu bringen und auch mitzuhelfen, daß der Getaufte ein
Pflichten getreu erfüllt.
Can. 873 — Es sind nur ein Pate oder eine Patin oder
auch ein Pate und eine Patin beizuziehen.
Can. 874 — § 1. Damit jemand zur Übernahme des
Patendienstes zugelassen wird, ist erforderlich:
1° er muß vom Täufling selbst bzw. von dessen Eltern
oder dem, der deren Stelle vertritt, oder, wenn diese fehlen, vom Pfarrer oder
von dem Spender der Taufe dazu bestimmt sein; er muß zudem geeignet und bereit
sein, diesen Dienst zu leisten;
2° er muß das sechzehnte Lebensjahr vollendet haben,
außer vom Diözesanbischof ist eine andere Altersgrenze festgesetzt oder dem
Pfarrer oder dem Spender der Taufe scheint aus gerechtem Grund eine Ausnahme
3° er muß katholisch und gefirmt sein sowie das
heiligste Sakrament der Eucharistie bereits empfangen haben; auch muß er ein
Leben führen, das dem Glauben und dem zu übernehmenden Dienst entspricht;
4° er darf mit keiner rechtmäßig verhängten oder
festgestellten kanonischen Strafe behaftet sein;
§ 2. Ein Getaufter, der einer nichtkatholischen
kirchlichen Gemeinschaft angehört, darf nur zusammen mit einem katholischen
Paten, und zwar nur als Taufzeuge, zugelassen werden.
Can. 875 — Wer die Taufe spendet, hat dafür zu sorgen,
daß, wenn kein Pate zugegen ist, wenigstens ein Zeuge zur Verfügung steht,
durch den die Spendung der Taufe bewiesen werden kann.
Can. 876 — Zum Nachweis der Taufspendung genügt, falls
niemand daraus ein Nachteil erwächst, die Erklärung eines einzigen
einwandfreien Zeugen oder der Eid des Getauften selbst, wenn dieser im
Erwachsenenalter die Taufe empfangen hat.
Can. 877 — § 1. Der Pfarrer des Ortes, an dem die Taufe
gefeiert wird, muß die Namen der Getauften unter Angabe des Spenders, der
Eltern, der Paten und, soweit vorhanden, der Zeugen sowie des Ortes und des
Tages der Taufspendung gewissenhaft und unverzüglich in das Taufbuch eintragen;
dabei sind zugleich auch Tag und Ort der Geburt zu vermerken.
§ 2. Falls es sich um das Kind einer nicht verheirateten
Mutter handelt, ist der Name der Mutter einzutragen, wenn ihre Mutterschaft
öffentlich feststeht oder wenn sie selbst dies von sich aus schriftlich oder
vor zwei Zeugen verlangt; desgleichen ist der Name des Vaters einzutragen, wenn
seine Vaterschaft durch irgendeine öffentliche Urkunde oder durch seine eigene
vor dem Pfarrer und zwei Zeugen abgegebene Erklärung nachgewiesen ist; in den
übrigen Fällen ist der Getaufte ohne Angabe der Namen des Vaters bzw. der
Eltern einzutragen.
§ 3. Falls es sich um ein Adoptivkind handelt, sind die
Namen der Adoptiveltern und, wenigstens wenn es im weltlichen Bereich der Gegend
so gehandhabt wird, auch der leiblichen Eltern nach Maßgabe der §§ 1 und 2
einzutragen; dabei sind die Vorschriften der Bischofskonferenz zu beachten.
Can. 878 — Wenn die Taufe weder vom Pfarrer noch' in
seiner Anwesenheit gespendet wurde, muß der Taufspender, wer auch immer er ist,
den Pfarrer der Pfarrei, in der die Taufe gespendet wurde, über die Spendung
der Taufe verständigen, damit dieser die Taufe nach Maßgabe des can. 877, § 1
Can. 879 — Das Sakrament der Firmung, das ein Prägemal
eindrückt, beschenkt die Getauften, die auf dem Weg der christlichen Initiation
voranschreiten, mit der Gabe des Heiligen Geistes und verbindet sie vollkommener
mit der Kirche; es stärkt sie und verpflichtet sie noch mehr dazu, sich in Wort
und Tat als Zeugen Christi zu erweisen sowie den Glauben auszubreiten und zu
Can. 880 — § 1. Das Sakrament der Firmung wird
gespendet durch die mit Chrisam auf der Stirn erfolgende Salbung, die unter
Auflegung der Hand vollzogen wird, und durch die in den gebilligten liturgischen
Büchern vorgeschriebenen Worte.
§ 2. Das Chrisam, das beim Sakrament der Firmung zu
verwenden ist, muß vom Bischof geweiht sein, auch wenn das Sakrament von einem
Priester gespendet wird.
Can. 881 — Es empfiehlt sich, daß das Sakrament der
Firmung in der Kirche, und zwar während der Messe gefeiert wird; aus gerechtem
und vernünftigem Grund darf es jedoch außerhalb der Messe und an jedem
würdigen Ort gefeiert werden.
Can. 882 — Der ordentliche Spender der Firmung ist der
Bischof; gültig spendet dieses Sakrament auch der Priester, der mit dieser
Befugnis kraft allgemeinen Rechts oder durch besondere Verleihung der
zuständigen Autorität ausgestattet ist.
Can. 883 — Von Rechts wegen haben die Befugnis, die
Firmung zu spenden:
1° innerhalb der Grenzen ihres Bereichs jene, die vom
Recht dem Diözesanbischof gleichgestellt sind;
2° für die betreffende Person der Priester, der kraft
seines Amtes oder im Auftrag des Diözesanbischofs jemand, der dem Kindesalter
entwachsen ist, tauft oder als bereits Getauften in die volle Gemeinschaft der
katholischen Kirche aufnimmt;
3° für jene, die sich in Todesgefahr befinden, der
Pfarrer und sogar jeder Priester
Can. 884 — § 1. Der Diözesanbischof hat die Firmung
persönlich zu spenden oder dafür zu sorgen, daß sie durch einen anderen
Bischof gespendet wird; wenn eine Notlage es erfordert, kann er einem oder
mehreren bestimmten Priestern die Befugnis verleihen, die dieses Sakrament zu
spenden haben.
§ 2. Aus schwerwiegendem Grund können der Bischof und
ebenso der Priester, der von Rechts wegen oder durch besondere Verleihung der
zuständigen Autorität die Befugnis zu firmen besitzt, in einzelnen Fällen
Priester hinzuziehen, damit auch diese das Sakrament spenden.
Can. 885 — § 1. Der Diözesanbischof ist verpflichtet,
dafür zu sorgen, daß das Sakrament der Firmung den Untergebenen gespendet
wird, die in rechter und 'vernünftiger Weise darum bitten.
§ 2; Der Priester, der diese Befugnis besitzt, muß sie
denen gegenüber ausüben, zu deren Gunsten die Befugnis verliehen ist.
Can. 886 — § 1. Der Bischof spendet in seiner Diözese
das Sakrament der Firmung rechtmäßig auch den Gläubigen, die ihm nicht
untergeben sind, außer es steht dem ein ausdrückliches Verbot ihres eigenen
Ordinarius entgegen.
§ 2. Damit er in einer fremden Diözese die Firmung
erlaubt spendet, bedarf der Bischof, wenn es sich nicht um seine Untergebenen
handelt, der wenigstens vernünftigerweise vermuteten Erlaubnis des
Diözesanbischofs.
Can. 887 — Der Priester, der die Befugnis zur
Firmspendung besitzt, spendet in dem ihm zugewiesenen Gebiet dieses Sakrament
erlaubt auch Auswärtigen, wenn dem nicht ein Verbot ihres eigenen Ordinarius
entgegensteht; er spendet jedoch dieses Sakrament in einem fremden Gebiet
niemandem gültig, unbeschadet der Bestimmung des can. 883, n. 3.
Can. 888 — Innerhalb des Gebietes, in dem sie die
Firmung zu spenden vermögen, können die Spender sie auch an exemten Orten
Can. 889 — § 1. Fähig zum Empfang der Firmung ist
jeder Getaufte, der noch nicht gefirmt ist, und allein dieser.
§ 2. Außerhalb von Todesgefahr ist zum erlaubten Empfang
der Firmung erforderlich, daß jemand, falls er über den Vernunftgebrauch
verfügt, gehörig unterrichtet und recht disponiert ist und die Tauf
versprechen zu erneuern vermag.
Can. 890 — Die Gläubigen sind verpflichtet, dieses
Sakrament rechtzeitig zu empfangen; die Eltern und die Seelsorger, vor allem die
Pfarrer, haben dafür zu sorgen, daß die Gläubigen für seinen Empfang
gebührend unterrichtet werden und zur rechten Zeit darauf zugehen.
Can. 891 — Das Sakrament der Firmung ist den Gläubigen
um das Unterscheidungsalter zu spenden, wenn nicht die Bischofskonferenz ein
anderes Alter festgesetzt hat oder Todesgefahr besteht oder nach dem Urteil des
Spenders ein schwerwiegender Grund etwas anderes anrät.
Can. 892 — Dem Firmling soll, soweit dies geschehen
kann, ein Pate zur Seite stehen; dessen Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, daß
der Gefirmte sich wie ein wahrer Zeuge Christi verhält und die Verpflichtungen,
die mit diesem Sakrament verbunden sind, getreu erfüllt.
Can. 893 — § 1. Damit jemand den Patendienst ausüben
darf, muß er die in can. 874 genannten Voraussetzungen erfüllen.
§ 2. Es empfiehlt sich, daß als Pate herangezogen wird,
wer denselben Dienst bei der Taufe übernommen hat.
NACHWEIS UND EINTRAGUNG DER
Can. 894 — Für den Nachweis der Firmspendung sind die
Vorschriften des can. 876 zu beachten.
Can. 895 — Die Namen der Gefirmten sind unter Angabe des
Spenders, der Eltern und der Paten sowie des Ortes und Tages der Firmspendung in
das Firmbuch der Diözesankurie einzutragen oder, wo dies die Bischofskonferenz
oder der Diözesanbischof vorgeschrieben hat, in ein Buch, das im Pfarrarchiv zu
verwahren ist; der Pfarrer muß den Pfarrer des Taufortes von der Firmspendung
in Kenntnis setzen, damit nach Maßgabe des can. 535, § 2 der Vermerk im
Taufbuch erfolgt.
Can. 896 — Wenn der Ortspfarrer nicht anwesend war, hat
ihn der Spender persönlich oder durch jemand anderen möglichst bald von der
Firmspendung zu unterrichten.
HEILIGSTE EUCHARISTIE
Can. 897 — Das erhabenste Sakrament ist die heiligste
Eucharistie, in der Christus der Herr selber enthalten ist, als Opfer
dargebracht und genossen wird; durch sie lebt und wächst die Kirche beständig.
Das eucharistische Opfer, die Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung
des Herrn, in dem das Kreuzesopfer immerdar fortdauert, ist für den gesamten
Gottesdienst und das gesamte christliche Leben Gipfelpunkt und Quelle; durch
dieses Opfer wird die Einheit des Volkes Gottes bezeichnet und bewirkt sowie der
Aufbau des Leibes Christi vollendet. Die übrigen Sakramente und alle
kirchlichen Werke des Apostolats hängen nämlich mit der heiligsten Eucharistie
zusammen und sind auf sie hingeordnet.
Can. 898 — Die Gläubigen sind zu größter
Wertschätzung der heiligsten Eucharistie gehalten, indem sie tätigen Anteil an
der Feier des erhabensten Opfers nehmen, in tiefer Andacht und häufig dieses
Sakrament empfangen und es mit höchster Anbetung verehren; die Seelsorger,
welche die Lehre über dieses Sakrament darlegen, haben die Gläubigen
gewissenhaft über diese Verpflichtung zu belehren.
Can. 899 — § 1. Die Feier der Eucharistie ist eine
Handlung Christi selbst und der Kirche; in ihr bringt Christus der Herr durch
den Dienst des Priesters sich selbst, unter den Gestalten von Brot und Wein
wesenhaft gegenwärtig, Gott dem Vater dar und gibt sich den Gläubigen, die in
seinem Opfer vereint sind, als geistliche Speise.
§ 2. In der eucharistischen Versammlung wird das Volk
Gottes unter der Leitung des Bischofs oder des unter seiner Autorität stehenden
Priesters, die in der Person Christi handeln, zur Einheit zusammengerufen; alle
anwesenden Gläubigen, seien es Kleriker oder Laien, wirken zusammen, indem
jeder auf seine Weise gemäß der Verschiedenheit der Weihen und der
liturgischen Dienste teilnimmt.
§ 3. Die Feier der Eucharistie ist so zu ordnen, daß
alle Teilnehmer daraus die reichsten Früchte erlangen, zu deren Empfang
Christus der Herr das eucharistische Opfer eingesetzt hat.
ZELEBRANT UND SPENDER DER HEILIGSTEN
Can. 900 — § 1. Zelebrant, der in der Person Christi
das Sakrament der Eucharistie zu vollziehen vermag, ist nur der gültig geweihte
§ 2. Erlaubt feiert die Eucharistie ein Priester, der
nicht durch kanonisches Gesetz daran gehindert ist; dabei sind die Vorschriften
der folgenden Canones zu beachten.
Can. 901 — Der Priester kann die Messe für jedermann,
für Lebende wie für Verstorbene, applizieren.
Can. 902 — Wenn nicht der Nutzen für die Gläubigen
etwas anderes erfordert oder geraten sein laßt, können Priester die
Eucharistie in Konzelebration feiern; den einzelnen aber bleibt die Freiheit
unbenommen, die Eucharistie einzeln zu feiern, allerdings nicht zu der Zeit, zu
der in derselben Kirche oder Kapelle eine Konzelebration stattfindet.
Can. 903 — Ein Priester ist zur Zelebration zuzulassen,
auch wenn er dem Rektor der Kirche nicht bekannt ist, sofern er ein
Empfehlungsschreiben seines Ordinarius bzw. seines Oberen vorlegt, das
höchstens vor einem Jahr ausgestellt wurde, oder wenn vernünftigerweise
anzunehmen ist, daß er bezüglich der Zelebration keinem Hindernis unterliegt.
Can. 904 — Immer dessen eingedenk, daß sich im
Geheimnis des eucharistischen Opfers das Werk der Erlösung fortwährend
vollzieht, haben die Priester häufig zu zelebrieren; ja die tägliche
Zelebration wird eindringlich empfohlen, die, auch wenn eine Teilnahme von
Gläubigen nicht möglich ist eine Handlung Christi und der Kirche ist, durch
deren Vollzug die Priester ihre vornehmste Aufgabe erfüllen.
Can. 905 — § 1. Mit Ausnahme der Fälle, in denen es
nach Maßgabe des Rechts erlaubt ist, mehrmals am selben Tag die Eucharistie zu
zelebrieren oder zu konzelebrieren, ist es dem Priester nicht erlaubt, mehr als
einmal am Tag zu zelebrieren.
§ 2. Wenn Priestermangel besteht, kann der Ortsordinarius
zugestehen, daß Priester aus gerechtem Grund zweimal am Tag, ja sogar, wenn
eine seelsorgliche Notlage dies erfordert, an Sonntagen und gebotenen Feiertagen
auch dreimal zelebrieren.
Can. 906 — Ohne gerechten und vernünftigen Grund darf
der Priester das eucharistische Opfer nicht ohne die Teilnahme wenigstens
irgendeines Gläubigen feiern.
Can. 907 — Bei der Feier der Eucharistie ist es Diakonen
und Laien nicht erlaubt, Gebete, besonders das eucharistische Hochgebet,
vorzutragen oder Funktionen zu verrichten, die dem zelebrierenden Priester eigen
Can. 908 — Katholischen Priestern ist es verboten,
zusammen mit Priestern oder Amtsträgern von Kirchen oder kirchlichen
Gemeinschaften, die nicht in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche
stehen, die Eucharistie zu konzelebrieren.
Can. 909 — Der Priester darf es nicht versäumen, sich
durch Gebet auf die Feier des eucharistischen Opfers geziemend vorzubereiten
sowie nach der Feier Gott Dank zu sagen.
Can. 910* — § 1. Ordentlicher Spender der heiligen
Kommunion ist der Bischof, der Priester und der Diakon.
§ 2. Außerordentlicher Spender der heiligen Kommunion
ist der Akolyth wie auch ein anderer Gläubiger, der nach Maßgabe des can. 230,
§ 3 dazu beauftragt ist.
Can. 911 — § 1. Die Pflicht und das Recht, die
heiligste Eucharistie als Wegzehrung zu den Kranken zu bringen; haben der
Pfarrer, die Pfarrvikare, die Kapläne und der Obere einer Gemeinschaft in
klerikalen Ordensinstituten oder Gesellschaften des apostolischen Lebens für
alle, die sich im Haus aufhalten.
§ 2. Im Notfall oder mit der wenigstens vermuteten
Erlaubnis des Pfarrers, des Kaplans oder des Oberen, die nachher davon in
Kenntnis zu setzen sind, ist dazu jeder Priester oder andere Spender der
heiligen Kommunion verpflichtet.
Can. 912 — Jeder Getaufte, der rechtlich nicht daran
gehindert ist, kann und muß zur heiligen Kommunion zugelassen werden.
Can. 913 — § 1. Damit die heiligste Eucharistie Kindern
gespendet werden darf, ist erforderlich, daß sie eine hinreichende Kenntnis und
eine sorgfältige Vorbereitung erhalten haben, so daß sie das Geheimnis Christi
gemäß ihrer Fassungskraft begreifen und den Leib des Herrn gläubig und
andächtig zu empfangen in der Lage sind.
§ 2. Kindern jedoch, die sich in Todesgefahr befinden,
darf die heiligste Eucharistie gespendet werden, wenn sie den Leib Christi von
gewöhnlicher Speise unterscheiden und die Kommunion ehrfürchtig empfangen
Can. 914 — Pflicht vor allem der Eltern und derer, die
an Stelle der Eltern stehen, sowie des Pfarrers ist es, dafür zu sorgen, daß
die Kinder, die zum Vernunftgebrauch gelangt sind, gehörig vorbereitet werden
und möglichst bald, nach vorheriger sakramentaler Beichte, mit dieser
göttlichen Speise gestärkt werden. Der Pfarrer hat auch darüber zu wachen,
daß nicht Kinder zur heiligen Kommunion hinzutreten, die den Vernunftgebrauch
noch nicht erlangt haben oder die nach seinem Urteil nicht ausreichend darauf
Can. 915 — Zur heiligen Kommunion dürfen nicht
schweren Sünde verharren,
Can. 916 — Wer sich einer schweren Sünde bewußt ist,
darf ohne vorherige sakramentale Beichte die Messe nicht feiern und nicht den
Leib des Herrn empfangen, außer es liegt ein schwerwiegender Grund vor und es
besteht keine Gelegenheit zur Beichte; in diesem Fall muß er sich der
Verpflichtung bewußt sein, einen Akt der vollkommenen Reue zu erwecken, der den
Vorsatz miteinschließt, sobald wie möglich zu beichten.
Can. 917* — Wer die heiligste Eucharistie schon
empfangen hat, darf sie am selben Tag nur innerhalb einer Feier der Eucharistie,
an der er teilnimmt, ein zweites Mal empfangen, unbeschadet der Vorschrift des
can. 921, § 2.
Can. 918 — Es wird mit Nachdruck empfohlen, daß die
Gläubigen in der Feier der Eucharistie selbst die heilige Kommunion empfangen;
wenn sie jedoch aus gerechtem Grund darum bitten, ist sie ihnen außerhalb der
Messe zu spenden; dabei sind die liturgischen Riten zu beachten.
Can. 919 — § 1. Wer die heiligste Eucharistie empfangen
will, hat sich innerhalb eines Zeitraumes von wenigstens einer Stunde vor der
heiligen Kommunion aller Speisen und Getränke mit alleiniger Ausnahme von
Wasser und Arznei zu enthalten.
§ 2. Ein Priester, der am selben Tag zweimal oder dreimal
die heiligste Eucharistie feiert, darf vor der zweiten oder dritten Zelebration
etwas zu sich nehmen, auch wenn nicht ein Zeitraum von einer Stunde
dazwischenliegt.
§ 3. Ältere Leute oder wer an irgendeiner Krankheit
leidet sowie deren Pflegepersonen dürfen die heiligste Eucharistie empfangen,
auch wenn sie innerhalb der vorangehenden Stunde etwas genossen haben.
Can. 920 — § 1. Jeder Gläubige ist, nachdem er zur
heiligsten Eucharistie geführt worden ist, verpflichtet, wenigstens einmal im
Jahr die heilige Kommunion zu empfangen.
§ 2. Dieses Gebot muß in der österlichen Zeit erfüllt
werden, wenn ihm nicht aus gerechtem Grund zu einer anderen Zeit innerhalb des
Jahres Genüge getan wird.
Can. 921 — § 1. Gläubige, die sich, gleich aus welchem
Grund, in Todesgefahr befinden, sind mit der heiligen Kommunion als Wegzehrung
§ 2. Auch wenn sie am selben Tag durch die heilige
Kommunion gestärkt worden sind, ist es trotzdem sehr ratsam, daß jene, die in
Lebensgefahr geraten sind, nochmals kommunizieren.
§ 3. Bei andauernder Todesgefahr wird empfohlen, daß die
heilige Kommunion mehrmals, an verschiedenen Tagen, gespendet wird.
Can. 922 — Die heilige Wegzehrung für Kranke darf nicht
allzu lange aufgeschoben werden; wer mit der Seelsorge betraut ist, hat
sorgfältig darauf zu achten, daß die Kranken damit gestärkt werden, solange
sie noch voll bei Bewußtsein sind.
Can. 923 — Die Gläubigen können in jedwedem
katholischen Ritus am eucharistischen Opfer teilnehmen und die heilige Kommunion
empfangen, unbeschadet der Vorschrift des can. 844.
DER FEIER DER EUCHARISTIE
Can. 924 — § 1. Das hochheilige eucharistische Opfer
muß mit Brot und Wein, dem ein wenig Wasser beizumischen ist, dargebracht
§ 2. Das Brot muß aus reinem Weizenmehl bereitet und
noch frisch sein, so daß keine Gefahr der Verderbnis besteht.
§ 3. Der Wein muß naturrein und aus Weintrauben gewonnen
sein und darf nicht verdorben sein.
Can. 925 — Die heilige Kommunion ist allein unter der
Gestalt des Brotes zu reichen oder, nach Maßgabe der liturgischen Gesetze,
unter beiderlei Gestalt, jedoch im Notfall auch allein unter der Gestalt des
Can. 926 — Bei der Feier der Eucharistie hat der
Priester gemäß der alten Überlieferung der lateinischen Kirche ungesäuertes
Brot zu verwenden, wo immer er das Opfer darbringt.
Can. 927 — Auch im äußersten Notfall ist es streng
verboten, die eine Gestalt ohne die andere oder auch beide Gestalten außerhalb
der. Feier der Eucharistie zu konsekrieren.
Can. 928 — Die Feier der Eucharistie ist in lateinischer
Sprache oder in einer anderen Sprache zu vollziehen, sofern nur die liturgischen
Texte rechtmäßig genehmigt sind.
Can. 929 — Die Priester und die Diakone haben bei der
Feier der Eucharistie die in den Rubriken vorgeschriebenen liturgischen
Gewänder zu tragen.
Can. 930 § 1. Ein kranker oder älterer Priester darf,
wenn er nicht zu stehen vermag, das eucharistische Opfer unter Beachtung der
liturgischen Gesetze sitzend feiern, in der Öffentlichkeit jedoch nur mit
Erlaubnis des Ortsordinarius.
§ 2. Ein blinder oder an einer anderen Schwäche
leidender Priester feiert das eucharistische Opfer erlaubt, indem er irgendeinen
aus den gebilligten Meßtexten verwendet, falls erforderlich unter Assistenz
eines anderen Priesters oder eines Diakons oder auch eines hinreichend
unterwiesenen Laien, der ihn unterstützt.
Can. 931 — Die Feier und die Austeilung der Eucharistie
darf an jedem beliebigen Tag und zu jeder Stunde erfolgen, soweit dies nicht
nach den liturgischen Normen ausgeschlossen ist h
Can. 932 — § 1. Die Feier der Eucharistie ist an einem
geheiligten Ort zu vollziehen, wenn nicht in einem besonderen Fall zwingende
Umstände etwas anderes erfordern; in diesem Fall muß die Feier an einem
geziemenden Ort stattfinden.
§ 2. Das eucharistische Opfer ist auf einem geweihten
oder gesegneten Altar zu vollziehen; außerhalb eines geheiligten Ortes kann ein
geeigneter Tisch dazu verwendet werden, wobei immer Altartuch und Korporale
beizubehalten sind.
Can. 933 — Aus gerechtem Grund und mit ausdrücklicher
Erlaubnis des Ortsordinarius darf ein Priester die Eucharistie in einem
Gotteshaus irgendeiner Kirche oder kirchlichen Gemeinschaft feiern, die nicht
die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche haben; ein Ärgernis muß
dabei ausgeschlossen sein.
AUFBEWAHRUNG UND VEREHRUNG DER
1° muß aufbewahrt werden in der Kathedralkirche oder
einer dieser gleichgestellten Kirche, in jeder Pfarrkirche und in der Kirche
oder Kapelle, die mit dem Haus eines Ordensinstituts oder einer Gesellschaft des
apostolischen Lebens verbunden ist;
2° kann aufbewahrt werden in der Privatkapelle des
Bischofs und, mit Erlaubnis des Ortsordinarius, in anderen Kirchen, Kapellen und
Privatkapellen.
§ 2. An geheiligten Orten, wo die heiligste Eucharistie
aufbewahrt wird, muß ständig jemand da sein, der sie in seiner Obhut hat;
soweit es möglich ist, soll wenigstens zweimal im Monat ein Priester dort die
Messe feiern.
Can. 935 — Niemandem ist es erlaubt, die heiligste
Eucharistie bei sich aufzubewahren oder auf der Reise mit sich zu führen,
außer aufgrund einer dringenden seelsorglichen Notlage und unter Beachtung der
Vorschriften des Diözesanbischofs.
Can. 936 — Im Haus eines Ordensinstituts oder in einem
anderen frommen Haus darf die heiligste Eucharistie nur in der Kirche oder der
mit dem Haus verbundenen Hauptkapelle aufbewahrt werden; aus gerechtem Grund
kann jedoch der Ordinarius erlauben, daß sie auch in einer anderen Kapelle
desselben Hauses aufbewahrt wird.
Can. 937 — Wenn kein schwerwiegender Grund dem
entgegensteht, ist eine Kirche, in der die heiligste Eucharistie aufbewahrt
wird, täglich wenigstens einige Stunden für die Gläubigen offenzuhalten,
damit sie vor dem heiligsten Sakrament dem Gebet obliegen können.
Can. 938 — § 1. Die heiligste Eucharistie darf nur in
einem einzigen Tabernakel einer Kirche oder Kapelle ständig aufbewahrt werden.
§ 2. Der Tabernakel, in dem die heiligste Eucharistie
aufbewahrt wird, muß sich an irgendeinem hervorragenden Platz der Kirche oder
Kapelle befinden, der gut sichtbar, kunstvoll ausgestattet und zum Gebet
§ 3. Der Tabernakel, in dem ständig die heiligste
Eucharistie aufbewahrt wird, darf nicht beweglich sein; er muß aus festem,
undurchsichtigem Material gefertigt und so verschlossen sein, daß, soweit
irgend möglich, die Gefahr der Profanierung vermieden wird.
§ 4. Aus schwerwiegendem Grund ist es erlaubt, die
heiligste Eucharistie vor allem zur Nachtzeit an einem anderen, sichereren und
geziemenden Platz aufzubewahren.
§ 5. Wer für eine Kirche oder Kapelle zu sorgen hat, hat
Vorkehrungen zu treffen, daß der Schlüssel des Tabernakels, in dem die
heiligste Eucharistie aufbewahrt wird, mit größter Sorgfalt gehütet wird.
Can. 939 — In einem Ziborium, d.h. einem Gefäß, sind
für die Erfordernisse der Gläubigen genügend konsekrierte Hostien
aufzubewahren; sie sind häufig zu erneuern, nachdem die alten in gebotener
Weise konsumiert wurden.
Can. 940 — Vor dem Tabernakel, in dem die heiligste
Eucharistie aufbewahrt wird, muß ununterbrochen ein besonderes Licht brennen,
durch das Christi Gegenwart angezeigt und verehrt wird.
Can. 941 — § 1. In Kirchen oder Kapellen, denen die
Aufbewahrung der heiligsten Eucharistie zusteht, können Aussetzungen mit dem
Ziborium oder mit der Monstranz vorgenommen werden; dabei sind die in den
liturgischen Büchern vorgeschriebenen Normen zu beachten.
§ 2. Während der Meßfeier darf im selben Raum der
Kirche oder Kapelle keine Aussetzung des Allerheiligsten stattfinden.
Can. 942 — Es wird empfohlen, daß in diesen Kirchen und
Kapellen all jährlich eine feierliche Aussetzung des Allerheiligsten erfolgt,
die eine angemessene, wenn auch nicht zusammenhängende Zeit dauert, damit die
örtliche Gemeinde das Geheimnis der Eucharistie tiefer bedenkt und verehrt;
eine Aussetzung dieser Art darf aber nur vorgenommen werden, wenn die
Versammlung einer angemessenen Zahl von Gläubigen zu erwarten ist; auch sind
dabei die ergangenen Vorschriften zu beachten.
Can. 943 — Es ist Aufgabe des Priesters oder des
Diakons, das Allerheiligste auszusetzen und den eucharistischen Segen zu
erteilen; unter besonderen Umständen sind allein die Aussetzung und die
Einsetzung, jedoch ohne Segen, Sache des Akolythen, des außerordentlichen
Spenders der heiligen Kommunion oder eines anderen vom Ortsordinarius dazu
Beauftragten, wobei die Vorschriften des Diözesanbischofs zu beachten sind.
Can. 944 — § 1. Wo es nach dem Urteil des
Diözesanbischofs möglich ist, soll zum öffentlichen Zeugnis der Verehrung
gegenüber der heiligsten Eucharistie, vor allem am Hochfest Fronleichnam, eine
Prozession stattfinden, die durch die öffentlichen Straßen führt.
§ 2. Dem Diözesanbischof kommt es zu, Ordnungen für die
Prozessionen zu erlassen; durch diese ist für die Teilnahme an ihnen und ihre
würdige Durchführung Vorsorge zu treffen.
Can. 945 — § 1. Gemäß bewährtem Brauch der Kirche
ist es jedem Priester, der eine Messe zelebriert oder konzelebriert, erlaubt,
ein Meßstipendium anzunehmen, damit er die Messe in einer bestimmten Meinung
§ 2. Den Priestern wird eindringlich empfohlen, die
Messe, auch wenn sie kein Meßstipendium erhalten haben, nach Meinung der
Gläubigen, vor allem der Bedürftigen zu feiern.
Can. 946 — Die Gläubigen, die ein Stipendium geben;
damit eine Messe nach ihrer Meinung appliziert wird, tragen zum Wohl der Kirche
bei und beteiligen sich durch dieses Stipendium an deren Sorge für den
Unterhalt von Amtsträgern und Werken.
Can. 947 — Von dem Meßstipendium ist selbst jeglicher
Schein von Geschäft oder Handel gänzlich fernzuhalten.
Can. 948 — Es sind gesonderte Messen nach den Meinungen
zu applizieren, für die je ein, wenn auch geringes, Stipendium gegeben und
angenommen worden ist.
Can. 949 — Wer verpflichtet ist, eine Messe zu feiern
und zu applizieren nach Meinung derer, die ein Stipendium gegeben haben, bleibt
dazu verpflichtet, auch wenn ohne seine Schuld empfangene Stipendien
verlorengegangen sind.
Can. 950 — Wenn eine Geldsumme für die Applikation von
Messen ohne Angabe der Zahl der zu feiernden Messen gespendet wird, ist die Zahl
nach der am Aufenthaltsort des Gebers geltenden Stipendienordnung zu berechnen,
außer es ist eine andere Absicht des Gebers rechtmäßig zu vermuten.
Can. 951* — § 1. Ein Priester, der mehrere Messen am
selben Tag feiert, kann jede einzelne nach der Meinung applizieren, für die ein
Stipendium gegeben worden ist; dabei gilt jedoch, daß er, außer an
Weihnachten, nur das Stipendium für eine einzige Messe zu eigen erwirbt, die
übrigen aber den vom Ordinarius vorgeschriebenen Zwecken zuzuführen hat;
irgendeine Vergütung aus einem außerhalb der Applikation liegenden Grund ist
dagegen zulässig.
§ 2. Ein Priester, der am selben Tag eine weitere Messe
konzelebriert, kann aus keinem Rechtsgrund dafür ein Stipendium annehmen.
Can. 952 — § 1. Dem Provinzialkonzil oder dem Konvent
der Bischöfe einer Provinz obliegt es, für die gesamte Provinz durch Dekret
festzulegen, welches Stipendium für die Feier und die Applikation einer Messe
zu geben ist; es ist keinem Priester erlaubt, eine höhere Summe zu verlangen;
er darf jedoch ein freiwillig gegebenes Stipendium, das höher ist als
festgesetzt, für die Applikation einer Messe annehmen, ebenso auch ein
geringeres.
§ 2. Wo ein derartiges Dekret fehlt, ist das in der
Diözese geltende Gewohnheitsrecht zu beachten.
§ 3. Auch die Mitglieder jedweder Ordensinstitute müssen
sich an dieses Dekret bzw. das am Ort geltende Gewohnheitsrecht gemäß den §§
1 und 2 halten.
Can. 953 — Niemand darf mehr Stipendien für persönlich
zu applizierende Messen annehmen, als er innerhalb eines Jahres applizieren
Can. 954 — Wenn in bestimmten Kirchen oder Kapellen die
Feier von mehr Messen erbeten wird, als dort gefeiert werden können, darf deren
Feier anderswo erfolgen, soweit nicht die Spender ausdrücklich ihren
gegenteiligen Willen bekundet haben.
Can. 955 — § 1. Wer die Feier von Messen, die zu
applizieren sind, anderen überlassen möchte, hat baldmöglichst ihre Feier ihm
genehmen Priestern anzuvertrauen, sofern für ihn nur feststeht, daß diese
über jeden Einwand erhaben sind; er muß das empfangene Stipendium ohne Abzug
weitergeben, wenn nicht mit Sicherheit feststeht, daß der die in der Diözese
gebotene Summe übersteigende Betrag mit Rücksicht auf seine Person gegeben
wurde; er ist auch verpflichtet, für die Feier der Messen Sorge zu tragen, bis
er eine Bestätigung sowohl über die Übernahme der Verpflichtung als auch
über den Empfang des Stipendiums erhalten hat.
§ 2. Die Zeit, in der die Messen zu feiern sind, beginnt
mit dem Tag, an dem der Priester sie zur Feier angenommen hat, sofern nicht
etwas anderes feststeht.
§ 3. Wer Messen anderen zur Feier anvertraut, hat
unverzüglich die empfangenen Messen wie auch jene, die er anderen weitergegeben
hat, in ein Buch einzutragen und dabei auch die Stipendien dafür anzugeben.
§ 4. Jeder Priester muß genau aufzeichnen, welche Messen
er zu feiern angenommen und welche er gefeiert hat.
Can. 956 — Alle Verwalter frommer Stiftungen bzw. zur
Sorge um die Feier von Messen irgendwie Verpflichteten, und zwar jeder einzelne
von ihnen, seien sie Kleriker oder Laien, haben die Meßverpflichtungen, die
nicht innerhalb eines Jahres erfüllt worden sind, an ihre Ordinarien in der von
diesen festzulegenden Weise weiterzugeben.
Can. 957 — Die Pflicht und das Recht, darüber zu
wachen, daß die Meßverpflichtungen erfüllt werden, haben in den Kirchen des
Weltklerus der Ortsordinarius und in den Kirchen der Ordensinstitute bzw. der
Gesellschaften des apostolischen Lebens deren Obere.
Can. 958 — § 1. Der Pfarrer und der Rektor einer Kirche
oder einer anderen heiligen Stätte, in denen gewöhnlich Meßstipendien
entgegengenommen werden, haben ein besonderes Buch zu führen, in dem sie genau
die Zahl der zu feiernden Messen, die Meinung, das gegebene Stipendium und die
vollzogene Feier aufzuzeichnen haben.
§ 2. Der Ordinarius ist verpflichtet, jedes Jahr diese
Bücher selbst oder durch andere zu überprüfen.
Can. 959 — Im Sakrament der Buße erlangen die
Gläubigen, die ihre Sünden bereuen und mit dem Vorsatz zur Besserung dem
rechtmäßigen Spender bekennen, durch die von diesem erteilte Absolution von
Gott die Verzeihung ihrer Sünden, die sie nach der Taufe begangen haben;
zugleich werden sie mit der Kirche versöhnt, die sie durch ihr Sündigen
FEIER DES SAKRAMENTES
Can. 960 — Das persönliche und vollständige Bekenntnis
und die Absolution bilden den einzigen ordentlichen Weg, auf dem ein Gläubiger,
der sich einer schweren Sünde bewußt ist, mit Gott und der Kirche versöhnt
wird; allein physische oder moralische Unmöglichkeit entschuldigt von einem
solchen Bekenntnis; in diesem Fall kann die Versöhnung auch auf andere Weisen
Can. 961 — § 1. Mehreren Pönitenten gleichzeitig kann
ohne vorangegangenes persönliches Bekenntnis die Absolution in allgemeiner
Weise nur erteilt werden:
1° wenn Todesgefahr besteht und für den oder die
Priester die Zeit, die Bekenntnisse der einzelnen Pönitenten zu hören, nicht
ausreicht;
2° wenn eine schwere Notlage besteht, das heißt, wenn
unter Berücksichtigung der Zahl der Pönitenten nicht genügend Beichtväter
vorhanden sind, um die Bekenntnisse der einzelnen innerhalb einer angemessenen
Zeit ordnungsgemäß zu hören, so daß die Pönitenten ohne eigene Schuld
gezwungen wären, die sakramentale Gnade oder die heilige Kommunion längere
Zeit zu entbehren; als ausreichend begründete Notlage gilt aber nicht, wenn
allein aufgrund eines großen Andrangs von Pönitenten, wie er bei einem großen
Fest oder einer Wallfahrt vorkommen kann, nicht genügend Beichtväter zur
Verfügung stehen können.
§ 2. Das Urteil darüber, ob die gemäß § 1, n. 2
erforderlichen Voraussetzungen gegeben sind, steht dem Diözesanbischof zu;
dieser kann unter Berücksichtigung der Kriterien, die mit den übrigen
Mitgliedern der Bischofskonferenz abgestimmt sind, feststellen, wann solche
Notfälle gegeben sind.
Can. 962 — § 1. Damit ein Gläubiger die sakramentale
Absolution, die gleichzeitig mehreren erteilt wird, gültig empfängt, ist nicht
nur erforderlich, daß er recht disponiert ist; er muß sich vielmehr
gleichzeitig auch vornehmen, seine schweren Sünden, die er gegenwärtig nicht
auf diese Weise bekennen kann, zu gebotener Zeit einzeln zu beichten.
§ 2. Die Gläubigen sind, soweit möglich auch beim
Empfang der Generalabsolution, über die Erfordernisse gemäß § 1 zu belehren;
der Generalabsolution ist, selbst bei Todesgefahr, wenn die Zeit dafür
ausreicht, die Aufforderung voranzuschicken, daß sich jeder bemüht, einen Akt
der Reue zu erwecken.
Can. 963 — Unbeschadet der Verpflichtung nach can. 989
hat der, dem durch Generalabsolution schwere Sünden vergeben werden, bei
nächstmöglicher Gelegenheit, sofern nicht ein gerechter Grund dem
entgegensteht, ein persönliches Bekenntnis abzulegen, bevor er eine weitere
Generalabsolution empfängt.
Can. 964 — § 1. Der für die Entgegennahme
sakramentaler Beichten eigene Ort ist eine Kirche oder eine Kapelle.
§ 2. Was den Beichtstuhl anbelangt, sind von der
Bischofskonferenz Normen zu erlassen, dabei ist jedoch sicherzustellen, daß
sich immer an offen zugänglichem Ort Beichtstühle befinden, die mit einem
festen Gitter zwischen Pönitent und Beichtvater versehen sind, damit die
Gläubigen, die dies wünschen, frei davon Gebrauch machen können.
§ 3. Außerhalb des Beichtstuhls dürfen Beichten nur aus
gerechtem Grund entgegengenommen werden.
SPENDER DES BUSSSAKRAMENTES
Can. 965 — Spender des Bußsakramentes ist allein der
Can. 966 — § 1. Zur gültigen Absolution von Sünden
ist erforderlich, daß der Spender außer der Weihegewalt die Befugnis besitzt,
sie gegenüber den Gläubigen, denen er die Absolution erteilt, auszuüben.
§ 2. Diese Befugnis kann ein Priester von Rechts wegen
oder durch Verleihung von der zuständigen Autorität nach Maßgabe des can. 969
Can. 967 — § 1. Außer dem Papst haben die Kardinäle
von Rechts wegen die Befugnis, überall in der ganzen Welt die Beichten der
Gläubigen entgegenzunehmen, ebenso die Bischöfe, die davon auch erlaubt
überall Gebrauch machen, soweit nicht der Diözesanbischof in einem Einzelfall
dies verwehrt hat.
§ 2. Wer die Befugnis, ständig Beichten
entgegenzunehmen, besitzt, sei es kraft Amtes, sei es aufgrund der Verleihung
durch den Ordinarius des Ortes, an dem er inkardiniert ist oder an dem er seinen
Wohnsitz hat, kann diese Befugnis überall ausüben, soweit nicht der
Ortsordinarius in einem Einzelfall dies verwehrt hat, unbeschadet der
Vorschriften des can. 974, §§ 2 und 3.
§ 3. Wer kraft Amtes oder aufgrund der Verleihung durch
den zuständigen Oberen nach Maßgabe der cann. 968, § 2 und 969, § 2 mit der
Befugnis, Beichten entgegenzunehmen, ausgestattet ist, besitzt diese Befugnis
von Rechts wegen überall gegenüber den Mitgliedern des Instituts bzw. der
Gesellschaft und gegenüber anderen, die Tag und Nacht in deren Häusern leben,
er macht auch erlaubt davon Gebrauch, soweit nicht irgendein höherer Oberer
für seine eigenen Untergebenen in einem Einzelfall dies verwehrt hat.
Can. 968 — § 1. Kraft Amtes besitzen jeweils für ihren
Bereich der Ortsordinarius, der Bußkanoniker und ebenso der Pfarrer und andere,
die an Stelle des Pfarrers stehen, die Befugnis, Beichten entgegenzunehmen.
§ 2. Kraft Amtes besitzen die Oberen eines klerikalen
Ordensinstituts bzw. einer klerikalen Gesellschaft des apostolischen Lebens
päpstlichen Rechts, denen nach Maßgabe der Konstitutionen ausführende Gewalt
zukommt, die Befugnis, die Beichten ihrer Untergebenen und anderer, die Tag und
Nacht in ihrem Haus leben, entgegenzunehmen, jedoch unbeschadet der Vorschriften
des can. 630, § 4.
Can. 969 — § 1. Allein der Ortsordinarius ist
zuständig, jeglichen Priestern die Befugnis zur Entgegennahme der Beichten
jedweder Gläubigen zu verleihen, Priester aber, die Mitglieder eines
Ordensinstituts sind, dürfen von dieser Befugnis nicht ohne die wenigstens
vermutete Erlaubnis ihres Oberen Gebrauch machen.
§ 2. Der in can. 968, § 2 genannte Obere eines
Ordensinstituts bzw. einer Gesellschaft des apostolischen Lebens ist zuständig,
jeglichen Priestern die Befugnis zur Entgegennahme der Beichten seiner
Untergebenen und anderer, die Tag und Nacht in einem Haus des Instituts bzw. der
Gesellschaft leben, zu verleihen.
Can. 970 — Die Befugnis zur Entgegennahme von Beichten
darf nur Priestern verliehen werden, die in einer Prüfung für geeignet
befunden wurden oder deren Eignung auf andere Weise feststeht.
Can. 971 — Die Befugnis, ständig Beichten
entgegenzunehmen, darf der Ortsordinarius einem Priester, auch wenn dieser
seinen Wohnsitz oder Neben Wohnsitz in seinem Amtsbereich hat, nur verleihen,
wenn er vorher, soweit möglich, den Ordinarius dieses Priesters gehört hat.
Can. 972 — Die Befugnis zur Entgegennahme von Beichten
kann von der zuständigen Autorität nach can. 969 auf unbestimmte oder auf
bestimmte Zeit verliehen werden.
Can. 973 — Die Befugnis, ständig Beichten
entgegenzunehmen, ist schriftlich zu erteilen.
Can. 974 — § 1. Der Ortsordinarius und ebenso der
zuständige Obere dürfen die auf Dauer verliehene Befugnis zur Entgegennahme
von Beichten nur aus schwerwiegendem Grund widerrufen.
§ 2. Wurde die Befugnis zur Entgegennahme von Beichten
von dem in can. 967, § 2 genannten Ortsordinarius, der sie verliehen hat,
widerrufen, so verliert der Priester diese Befugnis überall, wurde diese
Befugnis von einem anderen Ortsordinarius widerrufen, so verliert er sie nur in
dessen Gebiet.
§ 3. Jeder Ortsordinarius, der die Befugnis irgendeines
Priesters zur Entgegennahme von Beichten widerrufen hat, hat dies dem aufgrund
der Inkardination eigenen Ordinarius des Priesters bzw., wenn es sich um ein
Mitglied eines Ordensinstituts handelt, dessen zuständigem Oberen mitzuteilen.
§ 4. Wurde die Befugnis zur Entgegennahme von Beichten
von dem eigenen höheren Oberen widerrufen, so verliert der Priester überall
gegenüber den Mitgliedern des Instituts die Befugnis zur Entgegennahme von
Beichten; wurde diese Befugnis aber von einem anderen zuständigen Oberen
widerrufen, so verliert er sie nur gegenüber Untergebenen in dessen
Amtsbereich.
Can. 975 — Außer durch Widerruf erlischt die Befugnis
nach can. 967, § 2 durch den Verlust des Amtes bzw. durch die Exkardination
oder den Verlust des Wohnsitzes.
Can. 976 — Jeder Priester absolviert, auch wenn er die
Befugnis zur Entgegennahme von Beichten nicht besitzt, jegliche Pönitenten, die
sich in Todesgefahr befinden, gültig und erlaubt von jedweden Beugestrafen und
Sünden, auch wenn ein Priester mit entsprechender Befugnis zugegen ist.
Can. 977 — Die Absolution des Mitschuldigen an einer
Sünde gegen das sechste Gebot des Dekalogs ist ungültig, außer in
Todesgefahr.
Can. 978 — § 1. Der Priester soll beim Beichthören
dessen eingedenk sein, daß er in gleicher Weise die Stelle eines Richters wie
die eines Arztes einnimmt und von Gott zugleich zum Diener der göttlichen
Gerechtigkeit wie auch Barmherzigkeit bestellt ist, der der Ehre Gottes und dem
Heil der Seelen dient.
§ 2. Der Beichtvater hat sich als Diener der Kirche bei
der Spendung des Sakramentes getreu an die Aussagen des Lehramtes und an die von
der zuständigen Autorität erlassenen Normen zu halten.
Can. 979 — Der Priester hat, sofern Fragen zu stellen
sind, mit Klugheit und Behutsamkeit vorzugehen, dabei sind Verfassung und Alter
des Pönitenten zu berücksichtigen, nach dem Namen eines Mitschuldigen darf er
Can. 980 — Wenn der Beichtvater keinen Zweifel an der
Disposition des Pönitenten hat und dieser um die Absolution bittet, darf diese
weder verweigert noch aufgeschoben werden.
Can. 981 — Je nach Art und Zahl der Sünden hat der
Beichtvater unter Berücksichtigung der Verfassung des Pönitenten heilsame und
angemessene Bußen aufzuerlegen; der Pönitent ist verpflichtet, diese
persönlich zu verrichten.
Can. 982 — Wer bekennt, fälschlich einen unschuldigen
Beichtvater bei der kirchlichen Autorität des Vergehens der im Zusammenhang mit
der Beichte geschehenen Verführung zu einer Sünde gegen das sechste Gebot des
Dekalogs bezichtigt zu haben, darf erst absolviert werden, wenn er vorher in
aller Form die falsche Anzeige zurückgezogen hat und bereit ist, angerichteten
Schaden wiedergutzumachen.
dem Beichtvater ist es daher streng verboten, den Pönitenten durch Worte oder
auf irgendeine andere Weise und aus irgendeinem Grund irgendwie zu verraten.
§ 2. Zur Wahrung des Geheimnisses sind auch, falls
beteiligt, der Dolmetscher und alle anderen verpflichtet, die auf irgendeine
Weise aus der Beichte zur Kenntnis von Sünden gelangt sind.
Can. 984 — § 1. Ein Gebrauch des aus der Beichte
gewonnenen Wissens, der für den Pönitenten belastend wäre, ist dem
Beichtvater streng verboten, auch wenn jede Gefahr, daß etwas bekannt werden
könnte, ausgeschlossen ist.
§ 2. Wer eine leitende Stellung einnimmt, darf die
Kenntnis von Sünden, die er zu irgendeiner Zeit aus der Entgegennahme einer
Beichte erlangte, auf keine Weise bei der äußeren Leitung gebrauchen.
Can. 985 — Der Novizenmeister und sein Gehilfe sowie der
Rektor eines Seminars oder einer anderen Erziehungseinrichtung dürfen
sakramentale Beichten ihrer Alumnen, die sich im selben Haus aufhalten, nur
hören, wenn die Alumnen in Einzelfällen von sich aus darum bitten.
Can. 986 — § 1. Jeder, dem von Amts wegen die Seelsorge
aufgetragen ist, ist zur Vorsorge dafür verpflichtet, daß die Beichten der ihm
anvertrauten Gläubigen gehört werden, die in vernünftiger Weise darum bitten;
des weiteren, daß ihnen an festgesetzten Tagen und Stunden, die ihnen genehm
sind, Gelegenheit geboten wird, zu einer persönlichen Beichte zu kommen.
§ 2. In einer dringenden Notlage ist jeder Beichtvater
verpflichtet, die Beichten von Gläubigen entgegenzunehmen, und in Todesgefahr
jeder Priester.
Can. 987 — Damit ein Gläubiger die heilbringende Hilfe
des Bußsakraments empfängt, muß er so disponiert sein, daß er sich unter
Reue über seine begangenen Sünden und mit dem Vorsatz zur Besserung Gott
Can. 988 — § 1. Der Gläubige ist verpflichtet, alle
nach der Taufe begangenen schweren Sünden, deren er sich nach einer
sorgfältigen Gewissenserforschung bewußt ist, nach Art und Zahl zu bekennen,
sofern sie noch nicht durch die Schlüsselgewalt der Kirche direkt nachgelassen
sind und er sich ihrer noch nicht in einem persönlichen Bekenntnis angeklagt
§ 2. Den Gläubigen wird empfohlen, auch ihre läßlichen
Sünden zu bekennen.
Can. 989 — Jeder Gläubige ist nach Erreichen des
Unterscheidungsalters verpflichtet, seine schweren Sünden wenigstens einmal im
Jahr aufrichtig zu bekennen.
Can. 990 — Niemand darf daran gehindert werden, mit
Hilfe eines Dolmetschers zu beichten; dabei sind aber Mißbräuche und
Ärgernisse zu vermeiden und die Vorschrift des can. 983, § 2 zu beachten.
Can. 991 — Jedem Gläubigen steht es frei, die Sünden
einem rechtmäßig bestellten, auch einem anderen Ritus zugehörigen,
Beichtvater seiner Wahl zu bekennen.
Can. 992 — Ablaß ist der Nachlaß zeitlicher Strafe vor
Gott für Sünden, deren Schuld schon getilgt ist; ihn erlangt der entsprechend
disponierte Gläubige unter bestimmten festgelegten Voraussetzungen durch die
Hilfe der Kirche, die im Dienst an der Erlösung den Schatz der Sühneleistungen
Christi und der Heiligen autoritativ verwaltet und zuwendet.
Can. 993 — Ein Ablaß ist Teilablaß oder vollkommener
Ablaß, je nachdem er von der zeitlichen Strafe, die für die Sünden zu
verbüßen ist, teilweise oder ganz befreit.
Can. 994 — Jeder Gläubige kann Teilablässe oder
vollkommene Ablässe für sich selbst gewinnen oder fürbittweise Verstorbenen
Can. 995 — § 1. Außer der höchsten Autorität der
Kirche können nur diejenigen Ablässe gewähren, denen diese Vollmacht durch
die Rechtsordnung zuerkannt oder vom Papst verliehen wird.
§ 2. Keine Autorität unterhalb des Papstes kann die
Vollmacht zur Gewährung von Ablässen anderen übertragen, wenn ihr dies nicht
vom Apostolischen Stuhl ausdrücklich zugestanden worden ist.
Can. 996 — § 1. Damit jemand fähig ist, Ablässe zu
gewinnen, muß er getauft sein; er darf nicht exkommuniziert sein und muß sich
wenigstens beim Abschluß der vorgeschriebenen Werke im Stand der Gnade
§ 2. Damit aber jemand, der dazu fähig ist, Ablässe
gewinnt, muß er zumindest die allgemeine Absicht haben, sie zu gewinnen, er
muß auch die auf erlegten Werke gemäß den Bestimmungen der Ablaßgewährung
in der festgesetzten Zeit und in der gebotenen Weise erfüllen.
Can. 997 — Für die Gewährung und den Gebrauch von
Ablässen sind darüber hinaus auch die übrigen Vorschriften zu beachten, die
in besonderen Gesetzen der Kirche enthalten sind.
Can. 998 — Durch die Krankensalbung empfiehlt die Kirche
gefährlich erkrankte Gläubige dem leidenden und verherrlichten Herrn an, damit
er sie aufrichte und rette; sie wird gespendet, indem die Kranken mit Öl
gesalbt und die in den liturgischen Büchern vorgeschriebenen Worte gesprochen
Can. 999 — Außer dem Bischof kann das bei der
Krankensalbung zu verwendende Öl segnen:
1° wer vom Recht dem Diözesanbischof gleichgestellt ist;
2° im Notfall jeder Priester, jedoch nur bei der Feier
des Sakramentes selbst.
Can. 1000 — § 1. Die Salbungen sind genau mit den
Worten, in der Ordnung und auf die Weise, wie sie in den liturgischen Büchern
vorgeschrieben sind, zu vollziehen; im Notfall genügt jedoch eine einzige
Salbung auf der Stirn oder an einem anderen Körperteil, wobei die vollständige
Formel zu sprechen ist.
§ 2. Der Spender hat die Salbungen mit der eigenen Hand
zu vollziehen, wenn nicht ein schwerwiegender Grund den Gebrauch eines
Instruments geraten sein läßt.
Can. 1001 — Die Seelsorger und die Angehörigen der
Kranken haben dafür zu sorgen, daß die Kranken zur rechten Zeit die Hilfe
dieses Sakraments erfahren.
Can. 1002 — Eine gemeinsame Feier der Krankensalbung
für mehrere Kranke zugleich kann, wenn diese ausreichend vorbereitet und in der
rechten Weise disponiert sind, nach den Vorschriften des Diözesanbischofs
Can. 1003 — § 1. Die Krankensalbung spendet gültig
jeder Priester und nur er.
§ 2. Die Pflicht und das Recht, die Krankensalbung zu
spenden, haben alle Priester, denen die Seelsorge aufgetragen ist, gegenüber
den Gläubigen, die ihrer pflichtmäßigen Sorge anvertraut sind; aus
vernünftigem Grund darf jeder andere Priester mit der wenigstens vermuteten
Zustimmung des vorgenannten Priesters dieses Sakrament spenden.
§ 3. Jedem Priester ist es erlaubt, das gesegnete Öl mit
sich zu führen, um im Notfall das Sakrament der Krankensalbung spenden zu
Can. 1004 — § 1. Die Krankensalbung kann dem Gläubigen
gespendet werden, der nach Erlangung des Vernunftgebrauchs aufgrund von
Krankheit oder Altersschwäche in Gefahr gerät.
§ 2. Dieses Sakrament kann wiederholt werden, wenn der
Kranke nach seiner Genesung neuerdings schwer erkrankt oder wenn bei Fortdauer
derselben Krankheit die Gefahr bedrohlicher geworden ist.
Can. 1005 — Im Fall eines Zweifels darüber, ob der
Kranke den Vernunftgebrauch erlangt hat, ob er gefährlich erkrankt ist oder ob
der Tod schon eingetreten ist, ist dieses Sakrament zu spenden.
Can. 1006 — Kranken, die wenigstens einschlußweise um
dieses Sakrament gebeten haben, als sie noch bei Bewußtsein waren, ist es zu
Can. 1007 — Die Krankensalbung darf jenen nicht
gespendet werden, die in einer offenkundigen schweren Sünde hartnäckig
Can. 1008 — Durch das Sakrament der Weihe werden kraft göttlicher Weisung aus dem Kreis der Gläubigen einige mittels eines untilgbaren Prägemals, mit dem sie gezeichnet werden, zu geistlichen Amtsträgern bestellt; sie werden ja dazu geweiht und bestimmt, entsprechend ihrer jeweiligen Weihestufe unter einem neuen und besonderen Titel dem Volk Gottes zu dienen.
Can. 1009 — § 1. Die Weihen sind Episkopat, Presbyterat
und Diakonat.
§ 2. Sie werden erteilt durch die Handauflegung und das
Weihegebet, welches die liturgischen Bücher für die einzelnen Weihestufen
§ 3. Die die Bischofsweihe oder die Priesterweihe empfangen haben, erhalten die Sendung und die Vollmacht, in der Person Christi, des Hauptes, zu handeln; die Diakone hingegen die Kraft, dem Volk Gottes in der Diakonie der Liturgie, des Wortes und der Liebe zu dienen.
WEIHESPENDUNGSFEIER UND WEIHESPENDER
Can. 1010 — Die Weihespendung hat innerhalb der
Meßfeier an einem Sonntag oder gebotenen Feiertag zu erfolgen, sie kann aber
aus seelsorglichen Gründen auch an anderen Tagen vorgenommen werden, Wochentage
Can. 1011 — § 1. Die Weihespendung hat im allgemeinen
in der Kathedralkirche zu geschehen; aus seelsorglichen Gründen jedoch kann sie
in einer anderen Kirche oder Kapelle vorgenommen werden.
§ 2. Zur Weihespendung sind die Kleriker und die anderen
Gläubigen einzuladen, damit sie in möglichst großer Zahl an der Feier
Can. 1012 — Spender der heiligen Weihe ist der geweihte
Can. 1013 — Keinem Bischof ist es gestattet, jemanden
zum Bischof zu weihen, wenn nicht zuvor der päpstliche Auftrag feststeht.
Can. 1014 — Wenn nicht eine Dispens des Apostolischen
Stuhles erteilt worden ist, hat der Bischof, der bei einer Bischofsweihe
Hauptkonsekrator ist, wenigstens zwei Bischöfe als Mitkonsekratoren
hinzuzuziehen; es empfiehlt sich aber sehr, daß zusammen mit diesen alle
anwesenden Bischöfe den Erwählten weihen.
Can. 1015 — § 1. Jeder Weihebewerber zum Presbyterat
und zum Diakonat ist vom eigenen Bischof oder aufgrund von dessen rechtmäßigem
Weiheentlaßschreiben zu weihen.
§ 2. Seine Untergebenen hat der eigene Bischof
persönlich zu weihen, wenn er nicht aus gerechtem Grund daran gehindert ist;
einen untergebenen Angehörigen eines orientalischen Ritus aber kann er ohne
apostolisches Indult erlaubt nicht weihen.
§ 3. Wer Entlaßschreiben für den Empfang von Weihen
ausstellen kann, darf diese Weihen auch persönlich erteilen, sofern er
geweihter Bischof ist.
Can. 1016 — Eigener Bischof im Hinblick auf die
Erteilung der Diakonenweihe ist für diejenigen, die dem Weltklerus angehören
wollen, der Bischof der Diözese, in der der Weihebewerber seinen Wohnsitz hat,
oder jener Diözese, in deren Dienst der Weihebewerber treten will, hinsichtlich
der Erteilung der Priesterweihe von Weltklerikern ist es der Bischof der
Diözese, in die der Weihebewerber durch den Diakonat inkardiniert ist.
Can. 1017 — Ein Bischof darf außerhalb des eigenen
Bereiches Weihen nur mit Erlaubnis des Diözesanbischofs erteilen.
Can. 1018 — § 1. Entlaßschreiben für Weltkleriker
können ausstellen:
1° der eigene Bischof nach can. 1016,
2° der Apostolische Administrator und, mit Zustimmung des
Konsultorenkollegiums, der Diözesanadministrator, mit Zustimmung des Rates nach
can. 495, § 2 der Apostolische Provikar und Propräfekt.
§ 2. Der Diözesanadministrator, der Apostolische
Provikar und Propräfekt dürfen Entlaßschreiben nicht für die ausstellen,
denen vom Diözesanbischof oder vom Apostolischen Vikar bzw. Präfekten der
Zugang zu den Weihen verwehrt worden ist.
Can. 1019 — § 1. Dem höheren Oberen eines klerikalen
Ordensinstitutes päpstlichen Rechtes oder einer klerikalen Gesellschaft des
apostolischen Lebens päpstlichen Rechtes steht es zu, für seine Untergebenen,
sofern sie gemäß den Konstitutionen auf Dauer oder endgültig dem Institut
bzw. der Gesellschaft eingegliedert sind, Weiheentlaßschreiben zum Diakonat und
zum Presbyterat auszustellen.
§ 2. Die Weihespendung an alle übrigen Alumnen jedweden
Institutes oder jeglicher Gesellschaft richtet sich nach dem Recht der
Weltkleriker, jedwedes den Oberen erteilte Indult ist widerrufen.
Can. 1020 — Weiheentlaßschreiben dürfen erst nach
Vorliegen aller Zeugnisse und Dokumente ausgestellt werden, die im Recht nach
Maßgabe der cann. 1050 und 1051 verlangt sind.
Can. 1021 — Weiheentlaßschreiben können an jeden
Bischof gerichtet werden, der in Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl steht,
abgesehen von einem apostolischen Indult ist hiervon nur der Bischof eines von
dem Ritus des Weihebewerbers verschiedenen Ritus ausgenommen.
Can. 1022 — Der weihende Bischof darf nach Erhalt des
rechtmäßigen Weiheentlaßschreibens erst zur Weihespendung schreiten, wenn
die Echtheit des Entlaßschreibens sicher feststeht.
Can. 1023 — Weiheentlaßschreiben können vom Aussteller
selbst oder von seinem Nachfolger begrenzt erteilt oder widerrufen werden; wenn
sie aber einmal ausgestellt sind, verlieren sie ihre Gültigkeit nicht dadurch,
daß das Recht des Ausstellers erloschen ist.
WEIHEBEWERBER
Can. 1024 — Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein
getaufter Mann.
Can. 1025 — § 1. Zur erlaubten Erteilung der Weihen des
Presbyterates oder des Diakonates ist erforderlich, daß der Kandidat nach
Durchführung der rechtlich vorgeschriebenen Prüfung gemäß dem Urteil des
eigenen Bischofs bzw. des zuständigen höheren Oberen über die notwendigen
Eigenschaften verfügt, mit keinerlei Irregularität und keinem Hindernis
behaftet ist und die Voraussetzungen gemäß den cann. 1033—1039 erfüllt,
außerdem müssen die Dokumente nach can. 1050 vorliegen und das Skrutinium nach
can. 1051 durchgeführt sein.
§ 2. Darüber hinaus wird verlangt, daß der Kandidat
nach dem Urteil desselben rechtmäßigen Oberen für den Dienst der Kirche als
nützlich anzusehen ist.
§ 3. Der Bischof, der einen eigenen Untergebenen weiht,
welcher für den Dienst einer anderen Diözese vorgesehen ist, muß Gewißheit
darüber haben, daß der Weihebewerber dieser Diözese zugehören wird.
ANFORDERUNGEN AN DIE WEIHEBEWERBER
Can. 1026 — Für den Weiheempfang muß jeder über die
notwendige Freiheit verfügen, es ist streng verboten, jemanden, auf welche
Weise und aus welchem Grunde auch immer, zum Empfang von Weihen zu zwingen oder
einen kanonisch Geeigneten von ihrem Empfang abzuhalten.
Can. 1027 — Die den Diakonat und den Presbyterat
anstreben, sind durch eine sorgfältige Vorbereitung nach Maßgabe des Rechtes
Can. 1028 — Der Diözesanbischof bzw. der zuständige
Obere hat dafür Sorge zu tragen, daß die Kandidaten, bevor ihnen eine Weihe
erteilt wird, gehörig über die Weihe und die mit ihr zusammenhängenden
Verpflichtungen unterrichtet werden.
Can. 1029 — Weihen sind nur jenen zu erteilen, die nach
dem klugen Urteil des eigenen Bischofs bzw. des zuständigen höheren Oberen bei
umfassender Würdigung einen ungeschmälerten Glauben haben, von der rechten
Absicht geleitet sind, über die erforderlichen Kenntnisse verfügen, sich guter
Wertschätzung erfreuen, über einen untadeligen Lebenswandel und erwiesene
Charakterstärke sowie über andere der zu empfangenden Weihe entsprechende
physische und psychische Eigenschaften verfügen.
Can. 1030 — Der eigene Bischof bzw. der zuständige
höhere Obere kann ihm untergebenen Diakonen, die für den Presbyterat
vorgesehen sind, den Zugang zum Presbyterat nur aus einem, wenn auch geheimen,
kanonischen Grund verwehren, die Beschwerde nach Maßgabe des Rechtes bleibt
Can. 1031 — § 1. Der Presbyterat darf nur jenen erteilt
werden, die das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet haben und über eine
ausreichende Reife verfügen, darüber hinaus ist zwischen der Erteilung des
Diakonates und des Presbyterates ein zeitlicher Abstand von wenigstens sechs
Monaten einzuhalten; die für den Presbyterat vorgesehen sind, dürfen zur
Diakonenweihe erst nach Vollendung des dreiundzwanzigsten Lebensjahres
§ 2. Ein unverheirateter Kandidat für den ständigen
Diakonat darf zu diesem Diakonat frühestens nach Vollendung des
fünfundzwanzigsten Lebensjahres zugelassen werden, ein verheirateter Kandidat
frühestens nach Vollendung des fünfunddreißigsten Lebensjahres und mit
Zustimmung der Ehefrau.
§ 3. Die Bischofskonferenzen können rechtlich festlegen,
daß ein höheres Alter für Presbyterat und ständigen Diakonat verlangt ist.
§ 4. Die Erteilung einer Dispens von dem nach Vorschrift
der §§ 1 und 2 verlangten Alter über ein Jahr hinaus ist dem Apostolischen
Stuhl vorbehalten.
Can. 1032 — § 1. Denen, die den Presbyterat anstreben,
darf der Diakonat erst nach Abschluß des fünften Jahres im
philosophisch-theologischen Studiengang erteilt werden.
§ 2. Nach Abschluß des Studienganges muß der Diakon
für eine angemessene, von dem Bischof bzw. dem zuständigen höheren Oberen
festzulegende Zeit in Ausübung der Diakonenweihe an der Seelsorge teilhaben,
bevor ihm der Presbyterat erteilt wird.
§ 3. Demjenigen, der den ständigen Diakonat anstrebt,
darf diese Weihe nicht vor Abschluß der Ausbildungszeit erteilt werden.
VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE WEIHESPENDUNG
Can. 1033 — Erlaubt werden Weihen nur jemandem erteilt,
der das Sakrament der heiligen Firmung empfangen hat.
Can. 1034 — § 1. Wer den Diakonat öder den Presbyterat
anstrebt, darf erst geweiht werden, wenn er zuvor von der in den cann. 1016 und
1019 genannten Autorität durch den liturgischen Zulassungsritus unter die
Kandidaten aufgenommen worden ist, der Aufnahme muß die eigenhändig abgefaßte
und unterschriebene Bitte des Betreffenden und die schriftlich ausgefertigte
Annahme von seiten derselben Autorität voraufgehen.
§ 2. Diese Zulassung braucht nicht zu erhalten, wer durch
Gelübde einem klerikalen Institut eingegliedert ist.
Can. 1035 — § 1. Bevor jemandem der ständige Diakonat
oder der Diakonat als Vorstufe erteilt wird, muß er die Dienste des Lektors und
des Akolythen übernommen und eine angemessene Zeit lang ausgeübt haben.
§ 2. Zwischen der Übertragung des Akolythates und der
Erteilung des Diakonates ist eine Zwischenzeit von wenigstens sechs Monaten
Can. 1036 — Damit einem Kandidaten die Diakonen- oder
Priesterweihe erteilt werden darf, hat er dem eigenen Bischof bzw. dem
zuständigen höheren Oberen eine eigenhändig abgefaßte und unterschriebene
Erklärung zu übergeben, durch die er zu bekunden hat, daß er von sich aus und
frei die heilige Weihe empfangen und sich dem kirchlichen Dienst für immer
widmen wird; zugleich hat er um Zulassung zum Weiheempfang zu bitten.
Can. 1037 — Ein unverheirateter Weihebewerber für den
ständigen Diakonat und ebenso ein Weihebewerber für den Presbyterat dürfen
zur Diakonenweihe erst zugelassen werden, wenn sie nach dem vorgeschriebenen
Ritus öffentlich vor Gott und der Kirche die Zölibatsverpflichtung übernommen
Can. 1038 — Ein Diakon, der den Empfang des
Presbyterates verweigert, darf an der Ausübung der empfangenen Weihe nicht
gehindert werden, es sei denn, er ist mit einem kanonischen Hindernis behaftet
oder es liegt ein anderer, nach dem Urteil des Diözesanbischofs bzw. des
zuständigen höheren Oberen als schwerwiegend zu wertender Grund vor.
Can. 1039 — Alle Bewerber für jedwede Weihe haben sich
geistlichen Exerzitien von wenigstens fünf Tagen zu unterziehen, wobei Ort und
Weise vom Ordinarius bestimmt werden; bevor der Bischof zur Weiheerteilung
schreitet, muß er darüber unterrichtet sein, daß die Kandidaten sich diesen
Exerzitien ordnungsgemäß unterzogen haben.
Can. 1040 — Vom Empfang der Weihen sind fernzuhalten,
die mit irgendeinem Hindernis behaftet sind, sei das Hindernis ein dauerndes,
das als Irregularität bezeichnet wird, sei es ein einfaches; es wird jedoch
kein Hindernis zugezogen, das in den folgenden Canones nicht enthalten ist.
1° wer an irgendeiner Form von Geisteskrankheit oder an
einer anderen psychischen Erkrankung leidet, aufgrund derer er nach dem Rat von
Sachverständigen als unfähig für die ordnungsgemäße Erfüllung des Dienstes
beurteilt wird,
2° wer die Straftat der Apostasie, der Häresie oder des
Schismas begangen hat,
3° wer eine Eheschließung, sei es auch nur eine
bürgerliche, versucht hat, obwohl entweder er selbst durch ein bestehendes
Eheband oder die heilige Weihe oder das öffentliche ewige Gelübde der
Keuschheit an einer Eheschließung gehindert war oder die Frau in gültiger Ehe
verheiratet oder an das gleiche Gelübde gebunden war;
4° wer vorsätzlich einen Menschen getötet oder eine
vollendete Abtreibung vorgenommen hat, sowie alle, die positiv daran mitgewirkt
5° wer sich selbst oder einen anderen schwerwiegend und
vorsätzlich verstümmelt oder wer einen Selbstmordversuch unternommen hat,
6° wer eine Bischöfen oder Priestern vorbehaltene
Weihehandlung vorgenommen hat, obwohl er entweder die betreffende Weihe nicht
empfangen hat oder an deren Ausübung durch eine festgestellte oder verhängte
kanonische Strafe gehindert war.
1° ein verheirateter Mann, sofern er nicht rechtmäßig
für den ständigen Diakonat ausersehen ist;
2° wer ein Amt versieht oder einer Verwaltertätigkeit
nachgeht, die Klerikern nach Maßgabe der cann. 285 und 286 verboten sind und
mit denen die Pflicht der Rechenschaftsablage verknüpft ist, so lange, bis er
nach Aufgabe des Amtes oder der Verwaltertätigkeit Rechenschaft abgelegt hat
und frei geworden ist;
3° ein Neugetaufter, sofern er sich nach dem Urteil des
Ordinarius nicht ausreichend bewährt hat.
Can. 1043 — Gläubige, die von Weihehindernissen
Kenntnis haben, sind verpflichtet, sie vor der Weihespendung dem Ordinarius oder
dem Pfarrer zu eröffnen.
Can. 1044 — § 1. Für die Ausübung empfangener Weihen
ist irregulär:
1° wer, beim Weiheempfang mit einer Irregularität
behaftet, die Weihen unrechtmäßig empfangen hat;
2° wer eine in can. 1041, n. 2 genannte Straftat begangen
hat, sofern die Straftat öffentlich bekannt ist,
3° wer eine der in can. 1041, nn. 3, 4, 5, 6 genannten
Straftaten begangen hat.
1° wer, beim Weiheempfang mit einem Hindernis behaftet,
die Weihen unrechtmäßig empfangen hat,
2° wer an Geisteskrankheit oder einer anderen psychischen
Erkrankung nach can. 1041, n. 1 leidet, bis der Ordinarius nach Konsultation
eines Sachverständigen die Ausübung dieser Weihe erlaubt hat.
Can. 1045 — Unkenntnis von Irregularitäten und
Hindernissen befreit nicht von ihnen.
Can. 1046 — Irregularitäten und Hindernisse werden bei
Zusammentreffen verschiedener Tatbestände vermehrfacht, nicht jedoch infolge
der Wiederholung desselben Tatbestandes, sofern es sich nicht um die
Irregularität aufgrund der vorsätzlichen Tötung eines Menschen oder der
vollendeten Abtreibung handelt.
Can. 1047 — § 1. Die Dispens von allen Irregularitäten
ist allein dem Apostolischen Stuhl vorbehalten, wenn die Tatsache, auf der sie
gründen, gerichtshängig geworden ist.
§ 2. Ebenfalls dem Apostolischen Stuhl vorbehalten ist
die Dispens von folgenden Irregularitäten und Hindernissen für den
Weiheempfang:
1° von Irregularitäten aufgrund öffentlich bekannter
Straftaten nach can. 1041, nn. 2 und 3;
2° von der Irregularität aufgrund einer öffentlich
bekannten oder geheimen Straftat nach can. 1041, n. 4;
3° von dem Hindernis nach can. 1042, n. 1.
§ 3. Die Dispens von Irregularitäten für die Ausübung
der empfangenen Weihe ist, soweit sie in can. 1041, n. 3 genannt sind, nur in
öffentlich bekanntgewordenen Fällen und, soweit sie in n. 4 desselben Canons
genannt sind, auch in geheimen Fällen ebenfalls dem Apostolischen Stuhl
§ 4. Von den nicht dem Heiligen Stuhl vorbehaltenen
Irregularitäten und Hindernissen kann der Ordinarius dispensieren.
Can. 1048 — In dringenderen geheimen Fällen kann der
mit einer Irregularität für die Ausübung der Weihe Behaftete die Weihe
ausüben, wenn der Ordinarius bzw., im Falle einer Irregularität nach can.
1041, nn. 3 und 4, die Pönitentiarie nicht angegangen werden kann und Gefahr
eines schweren Schadens oder einer Rufschädigung droht; hiervon bleibt jedoch
die Pflicht unberührt, sich so bald wie möglich unter verdecktem Namen und
durch den Beichtvater an den Ordinarius bzw. an die Pönitentiarie zu wenden.
Can. 1049 — § 1. In dem Bittgesuch zur Erlangung der
Dispens von Irregularitäten und Hindernissen sind alle Irregularitäten und
Hindernisse aufzuführen; eine allgemeine Dispens gilt jedoch auch für solche,
die gutgläubig ungenannt geblieben sind, mit Ausnahme der Irregularitäten nach
can. 1041, n. 4 sowie anderer, die gerichtshängig geworden sind, sie gilt aber
nicht für böswillig verschwiegene Irregularitäten und Hindernisse.
§ 2. Wenn es sich um eine Irregularität aufgrund
vorsätzlicher Tötung eines Menschen oder aufgrund einer herbeigeführten
Abtreibung handelt, ist zur Gültigkeit der Dispens auch die Zahl der Straftaten
§ 3. Eine allgemeine Dispens von Irregularitäten und
Hindernissen für den Empfang der Weihen gilt für alle Weihen.
ERFORDERLICHE DOKUMENTE UND SKRUTINIUM
Can. 1050 — Damit jemandem die heiligen Weihen erteilt
werden dürfen, sind folgende Dokumente erforderlich:
1° ein Zeugnis über den ordnungsgemäßen Abschluß der
Studien nach Maßgabe von can. 1032,
2° sofern es sich um Weihebewerber für den Presbyterat
handelt, ein Zeugnis über den Empfang des Diakonates;
3° sofern es sich um Bewerber für den Diakonat handelt,
ein Zeugnis über den Empfang der Taufe und der Firmung sowie die Übernahme der
Dienste nach can. 1035; ebenso ein Zeugnis über die abgegebene Erklärung nach
can. 1036 sowie, wenn der Weihebewerber, dem der ständige Diakonat übertragen
werden soll, verheiratet ist, Zeugnisse über die Eheschließung und die
Can. 1051 — Für das Skrutinium über die erforderlichen
Eigenschaften eines Weihebewerbers sind die folgenden Vorschriften zu beachten:
1° es muß ein Zeugnis des Rektors des Seminars bzw. der
Ausbildungsstätte vorliegen über die für den Weiheempfang erforderlichen
Eigenschaften, näherhin über die Rechtgläubigkeit des Kandidaten, seine echte
Frömmigkeit, seinen guten Lebenswandel, seine Eignung für die Ausübung des
Dienstes und ebenso, aufgrund einer gehörigen Untersuchung, über seinen
physischen und psychischen Gesundheitszustand,
2° der Diözesanbischof bzw. der höhere Obere kann sich
zur ordnungsgemäßen Durchführung des Skrutiniums noch anderer Mittel
bedienen, die ihm, je nach den zeitlichen und örtlichen Verhältnissen,
zweckdienlich erscheinen, wie beispielsweise Führungszeugnisse,
Bekanntmachungen oder andere Erkundigungen.
Can. 1052 — § 1. Damit der Bischof zu einer
Weihespendung, die er aus eigenem Recht vornimmt, schreiten darf, muß er
Sicherheit darüber gewonnen haben, daß die Dokumente nach can. 1050 vorliegen
und daß nach vorschriftsmäßiger Durchführung des Skrutiniums die Eignung des
Kandidaten aufgrund positiver Argumente erwiesen ist.
§ 2. Damit ein Bischof einem, der jemand anders
unterstellt ist, eine Weihe erteilen darf, genügt es, daß das
Weiheentlaßschreiben das Vorliegen der betreffenden Dokumente, die
vorschriftsmäßige Durchführung des Skrutiniums und die erwiesene Eignung des
Kandidaten zum Ausdruck bringt; wenn aber der Bewerber Mitglied eines
Ordensinstitutes oder einer Gesellschaft des apostolischen Lebens ist, muß das
Entlaßschreiben außerdem bekunden, daß dieser endgültig in das Institut bzw.
die Gesellschaft aufgenommen und Untergebener des Oberen ist, der das
Entlaßschreiben aussteht.
§ 3. Wenn ungeachtet all dessen der Bischof aus
bestimmten Gründen an der Eignung des Kandidaten für den Empfang der Weihen
zweifelt, darf er ihm die Weihe nicht erteilen.
EINTRAGUNG UND ZEUGNIS
ÜBER DIE VOLLZOGENE WEIHESPENDUNG
Can. 1053 — § 1. Nach der Weihespendung sind die Namen
der einzelnen Geweihten und des Weihespenders sowie Ort und Zeit der
Weihespendung in ein besonderes, bei der Kurie des Weiheortes gewissenhaft
aufzubewahrendes Buch einzutragen, alle Dokumente der einzelnen Weihespendungen
sind sorgfältig aufzubewahren.
§ 2. Den einzelnen Geweihten hat der weihende Bischof ein
authentisches Zeugnis über den Weiheempfang auszustellen; falls ihnen die Weihe
aufgrund von Weiheentlaßschreiben von einem fremden Bischof erteilt worden ist,
haben sie dieses Zeugnis ihrem eigenen Ordinarius für die Eintragung der
Weihespendung in das besondere im Archiv aufzubewahrende Buch vorzulegen.
Can. 1054 — Eine Mitteilung über jede einzelne erfolgte
Weihespendung hat der Ortsordinarius im Falle von Weltklerikern bzw. der
zuständige höhere Obere im Falle eigener Untergebener an den Pfarrer des
Taufortes zu senden, der dies nach Maßgabe von can. 535, § 2 in sein Taufbuch
Can. 1055 — § 1. Der Ehebund, durch den Mann und Frau
unter sich die Gemeinschaft des ganzen Lebens begründen, welche durch ihre
natürliche Eigenart auf das Wohl der Ehegatten und auf die Zeugung und die
Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet ist, wurde zwischen Getauften von
Christus dem Herrn zur Würde eines Sakramentes erhoben.
§ 2. Deshalb kann es zwischen Getauften keinen gültigen
Ehevertrag geben, ohne daß er zugleich Sakrament ist.
Can. 1056 — Die Wesenseigenschaften der Ehe sind die
Einheit und die Unauflöslichkeit, die in der christlichen Ehe im Hinblick auf
das Sakrament eine besondere Festigkeit erlangen.
Can. 1057 — § 1. Die Ehe kommt durch den Konsens der
Partner zustande, der zwischen rechtlich dazu befähigten Personen in
rechtmäßiger Weise kundgetan wird; der Konsens kann durch keine menschliche
Macht ersetzt werden.
§ 2. Der Ehekonsens ist der Willensakt, durch den Mann
und Frau sich in einem unwiderruflichen Bund gegenseitig schenken und annehmen,
um eine Ehe zu gründen.
Can. 1058 — Alle können die Ehe schließen, die
rechtlich nicht daran gehindert werden.
Can. 1059 — Die Ehe von Katholiken, auch wenn nur ein
Partner katholisch ist, richtet sich nicht allein nach dem göttlichen, sondern
auch nach dem kirchlichen Recht, unbeschadet der Zuständigkeit der weltlichen
Gewalt hinsichtlich der rein bürgerlichen Wirkungen dieser Ehe.
Can. 1060 — Die Ehe erfreut sich der Rechtsgunst,
deshalb ist im Zweifelsfall an der Gültigkeit der Ehe so lange festzuhalten,
Can. 1061 — § 1. Eine gültige Ehe zwischen Getauften
wird als lediglich gültige Ehe bezeichnet, wenn sie nicht vollzogen worden ist;
als gültige und vollzogene Ehe, wenn die Ehegatten auf menschliche Weise
miteinander einen ehelichen Akt vollzogen haben, der aus sich heraus zur Zeugung
von Nachkommenschaft geeignet ist, auf den die Ehe ihrer Natur nach hingeordnet
ist und durch den die Ehegatten ein Fleisch werden.
§ 2. Haben die Ehegatten nach der Eheschließung
zusammengewohnt, so wird der Vollzug der Ehe so lange vermutet, bis das
Gegenteil bewiesen wird.
§ 3. Eine ungültige Ehe heißt Putativehe, wenn sie
wenigstens von einem Partner im guten Glauben geschlossen wurde, und zwar so
lange, bis beide Partner Gewißheit über deren Ungültigkeit erlangt haben.
Can. 1062 — § 1. Das Eheversprechen, sei es einseitig
oder zweiseitig, das man Verlöbnis nennt, richtet sich nach dem
Partikularrecht, das von der Bischofskonferenz unter Berücksichtigung von
Gewohnheiten und weltlichen Gesetzen, soweit es welche gibt, erlassen worden
§ 2. Aufgrund eines Eheversprechens kann nicht auf
Eheschließung, wohl aber auf Wiedergutmachung etwa entstandener Schäden
SEELSORGE UND VORBEREITUNG
ZUR EHESCHLIESSUNG
Can. 1063 — Die Seelsorger sind verpflichtet, dafür zu
sorgen, daß die eigene kirchliche Gemeinde den Gläubigen die Hilfe bietet,
durch die der Ehestand im christlichen Geist bewahrt wird und in der
Vollkommenheit vorankommt. Dieser Beistand ist besonders zu leisten:
1° durch Predigt, durch Katechese, die den Kindern, den
Jugendlichen und den Erwachsenen angepaßt ist, sogar durch den Einsatz von
sozialen Kommunikationsmitteln, durch die die Gläubigen über die Bedeutung der
christlichen Ehe und über die Aufgabe der christlichen Ehegatten und Eltern
unterwiesen werden;
2° durch persönliche Vorbereitung auf die
Eheschließung, durch welche die Brautleute in die Heiligkeit und in die
Pflichten ihres neuen Standes eingeführt werden;
3° durch eine fruchtbringende liturgische Feier der
Eheschließung, durch die zum Ausdruck kommen soll, daß die Ehegatten das
Geheimnis der Einheit und der fruchtbaren Liebe zwischen Christus und der Kirche
darstellen und daran teilnehmen;
4° durch eine den Ehegatten gewährte Hilfe, damit sie
den Ehebund treu halten und schützen und so zu einer von Tag zu Tag heiligeren
und vollkommeneren Lebensführung in der Familie gelangen.
Can. 1064 — Aufgabe des Ortsordinarius ist es, dafür zu
sorgen, daß dieser Beistand gebührend geordnet wird; wenn es angebracht
scheint, soll er auch Männer und Frauen hören, die sich durch Erfahrung und
Sachkunde bewährt haben.
Can. 1065 — § 1. Katholiken, die das Sakrament der
Firmung noch nicht empfangen haben, sollen es noch vor der Zulassung zur
Eheschließung empfangen, wenn dies ohne große Beschwernis geschehen kann.
§ 2. Damit die Brautleute das Sakrament der Ehe
fruchtbringend empfangen, wird ihnen dringend empfohlen, zur Beichte und zur
Kommunion zu gehen.
Can 1066* — Bevor die Ehe geschlossen wird, muß
feststehen, daß der gültigen und erlaubten Eheschließung nichts im Wege
Can. 1067* — Die Bischofskonferenz hat für das
Brautexamen, ferner für das Aufgebot oder für andere geeignete Mittel zu
Nachforschungen, die vor der Eheschließung notwendigerweise durchzuführen
sind, Normen zu erlassen; wenn diese sorgfältig beachtet sind, kann der Pfarrer
zur Assistenz der Eheschließung übergehen
Can. 1068 — In Todesgefahr genügt, wenn keine anderen
Beweise zu haben sind und keine gegenteiligen Anhaltspunkte vorliegen, die,
gegebenenfalls auch eidliche, Versicherung der Partner, daß sie getauft und
frei von Hindernissen sind
Can. 1069 — Alle Gläubigen haben die Pflicht, ihnen
bekannte Hindernisse dem Pfarrer oder Ortsordinarius vor der Eheschließung
Can. 1070 — Hat ein anderer als der für die
Eheschließungsassistenz zuständige Pfarrer Nachforschungen vorgenommen, so hat
er über deren Ausgang möglichst bald durch eine authentische Urkunde jenen
Pfarrer zu benachrichtigen.
Can. 1071 — § 1. Abgesehen vom Notfall darf niemand
ohne Erlaubnis des Ortsordinarius assistieren:
2° bei der Eheschließung, die nach Vorschrift des
weltlichen Gesetzes nicht anerkannt oder vorgenommen werden kann;
3° bei der Eheschließung einer Person, die natürliche
Verpflichtungen gegenüber einem anderen Partner oder gegenüber Kindern aus
einer früheren Verbindung hat;
4° bei der Eheschließung dessen, der offenkundig vom
katholischen Glauben abgefallen ist;
5° bei der Eheschließung eines mit einer Beugestrafe
Belegten;
6° bei der Eheschließung eines Minderjährigen, der ohne
Wissen oder gegen den begründeten Widerspruch der Eltern die Ehe schließen
7° bei der Eheschließung, die gemäß can. 1105 durch
einen Stellvertreter erfolgen soll.
§ 2. Der Ortsordinarius darf die Erlaubnis zur Assistenz
bei der Eheschließung eines offenkundig vom katholischen Glauben Abgefallenen
nur geben, wenn die Vorschriften des can. 1125 sinngemäß erfüllt sind.
Can. 1072 — Die Seelsorger haben darum besorgt zu sein,
daß Jugendliche von der Eheschließung abgehalten werden, solange sie nicht
jenes Alter erreicht haben, in welchem die Ehe nach Landessitte geschlossen zu
werden pflegt.
DIE TRENNENDEN HINDERNISSE IM ALLGEMEINEN
Can. 1073 — Das trennende Hindernis macht eine Person
unfähig, eine Ehe gültig einzugehen.
Can. 1074 — Als öffentlich gilt ein Hindernis, das im
äußeren Bereich bewiesen werden kann; andernfalls ist es geheim.
Can. 1075 — § 1. Es ist Sache allein der höchsten
kirchlichen Autorität, authentisch zu erklären, wann das göttliche Recht eine
Ehe verbietet oder ungültig macht.
§ 2. Allein auch die höchste kirchliche Autorität hat
das Recht, andere Ehehindernisse für die Getauften aufzustellen.
Can. 1076 — Eine Gewohnheit, die ein neues Hindernis
einführt oder zu bestehenden Hindernissen im Gegensatz steht, wird verworfen.
Can. 1077 — § 1. Der Ortsordinarius kann den eigenen
Untergebenen, wo immer sie sich aufhalten, wie auch allen Personen, die sich
augenblicklich in Seinem Gebiet aufhalten, die Eheschließung im Einzelfall,
jedoch nur zeitlich befristet, aus schwerwiegendem Grund verbieten, solange
dieser fortbesteht.
§ 2. Allein die höchste kirchliche Autorität kann einem
Eheverbot eine Nichtigkeitsklausel beifügen.
Can. 1078 — § 1. Der Ortsordinarius kann die eigenen
Untergebenen, wo immer sie sich aufhalten, sowie alle Personen, die sich
augenblicklich in seinem Gebiet aufhalten, von allen Hindernissen des
kirchlichen Rechtes dispensieren; ausgenommen sind nur jene Hindernisse, deren
Dispens dem Apostolischen Stuhl vorbehalten ist.
§ 2. Die Hindernisse, deren Dispens dem Apostolischen
Stuhl vorbehalten ist, sind:
1° das Hindernis, das aus den heiligen Weihen oder aus
dem öffentlichen und ewigen Gelübde der Keuschheit in einem Ordensinstitut
päpstlichen Rechtes entstanden ist;
2° das Hindernis des Verbrechens nach can. 1090.
§ 3. Vom Hindernis der Blutsverwandtschaft in der geraden
Linie oder im zweiten Grad der Seitenlinie gibt es niemals Dispens.
Can. 1079 — § 1. Bei drohender Todesgefahr kann der
Ortsordinarius die eigenen Untergebenen, wo immer sie sich aufhalten, sowie alle
Personen, die sich augenblicklich in seinem Gebiet aufhalten, sowohl von der
Einhaltung der Eheschließungsform als auch von jedweden öffentlichen und
geheimen Hindernissen des kirchlichen Rechts dispensieren; ausgenommen bleibt
das Hindernis, das aus der Priesterweihe entstanden ist.
§ 2. Unter den gleichen Umständen wie in § 1, aber nur
in jenen Fällen, in denen nicht einmal der Ortsordinarius angegangen werden
kann, besitzen dieselbe Dispensvollmacht der Pfarrer, der ordnungsgemäß
delegierte geistliche Amtsträger sowie der Priester oder Diakon, der bei einer
Eheschließung gemäß can. 1116, § 2 anwesend ist.
§ 3. In Todesgefahr besitzt der Beichtvater die
Vollmacht, von geheimen Hindernissen für den inneren Bereich, sei es innerhalb
oder außerhalb der sakramentalen Beichte, zu dispensieren.
§ 4. Im Fall des § 2 gilt der Ortsordinarius als nicht
erreichbar, wenn er nur telegraphisch oder telefonisch angegangen werden kann.
Can. 1080 — § 1. Sooft ein Hindernis zu einem Zeitpunkt
entdeckt wird, an dem schon alles zur Hochzeit vorbereitet ist und die
Eheschließung nicht ohne wahrscheinliche Gefahr eines schweren Nachteils
aufgeschoben werden kann, bis die Dispens von der zuständigen Autorität
erlangt wird, hat der Ortsordinarius die Vollmacht, von allen Hindernissen zu
dispensieren mit Ausnahme der in can. 1078, § 2, n. 1 erwähnten; unter der
Voraussetzung, daß der Tatbestand geheim ist, haben dieselbe Vollmacht auch
alle, die in can. 1079, §§ 2—3 genannt sind, unter Wahrung der dort
vorgeschriebenen Bedingungen.
§ 2. Diese Vollmacht gilt auch für die Konvalidation
einer Ehe, wenn dieselbe Gefahr im Verzug ist und die Zeit für einen Rekurs an
den Apostolischen Stuhl oder an den Ortsordinarius bezüglich der Hindernisse,
von denen er dispensieren kann, nicht ausreicht.
Can. 1081 — Der Pfarrer oder der Priester oder der
Diakon, von denen in can. 1079, § 2 die Rede ist, haben den Ortsordinarius
über die für den äußeren Bereich erteilte Dispens sofort zu benachrichtigen;
diese ist im Ehebuch zu vermerken.
Can. 1082 — Falls nicht ein Reskript der Pönitentiarie
anderes vorschreibt, ist die für den inneren nichtsakramentalen Bereich von
einem geheimen Hindernis erteilte Dispens in einem Buch zu vermerken, das im
Geheimarchiv der Kurie aufzubewahren ist; eine weitere Dispens ist für den
äußeren Bereich nicht notwendig, wenn das geheime Hindernis nachträglich
DIE TRENNENDEN HINDERNISSE IM EINZELNEN
Can. 1083 — § 1. Der Mann kann vor Vollendung des
sechzehnten, die Frau vor Vollendung des vierzehnten Lebensjahres keine gültige
Ehe schließen.
§ 2. Es bleibt der Bischofskonferenz unbenommen, zur
erlaubten Eheschließung ein höheres Alter festzulegen.
Can. 1084 — § 1. Die der Ehe vorausgehende und dauernde
Unfähigkeit zum Beischlaf, sei sie auf seiten des Mannes oder der Frau, sei sie
absolut oder relativ, macht die Ehe aus ihrem Wesen heraus ungültig.
§ 2. Besteht hinsichtlich des Hindernisses der
Unfähigkeit ein Rechts- oder Tatsachenzweifel, so darf die Eheschließung nicht
verhindert und auch nicht die Ehe, solange der Zweifel bleibt, für ungültig
§ 3. Unfruchtbarkeit macht die Eheschließung weder
unerlaubt noch ungültig, unbeschadet der Vorschrift des can. 1098.
Can. 1085 — § 1. Ungültig schließt eine Ehe, wer
durch das Band einer früheren Ehe gebunden ist, auch wenn diese nicht vollzogen
§ 2. Mag auch eine frühere Ehe aus irgendeinem Grund
nichtig oder aufgelöst worden sein, so ist deshalb eine neue Eheschließung
noch nicht erlaubt, bevor die Nichtigkeit bzw. die Auflösung der früheren Ehe
rechtmäßig und sicher feststeht.
Can. 1086 — § 1. Ungültig ist eine Ehe zwischen zwei
Personen, von denen eine in der katholischen Kirche getauft oder in sie
aufgenommen wurde, die
andere aber ungetauft ist.
§ 2. Von diesem Hindernis darf nur dispensiert werden,
wenn die Bedingungen der cann. 1125 und 1126 erfüllt sind.
§ 3. Galt ein Partner zur Zeit der Eheschließung gemeinhin
als getauft oder war seine Taufe zweifelhaft, so ist gemäß can. 1060 die
Gültigkeit der Ehe so lange zu vermuten, bis der sichere Beweis erbracht wird,
daß der eine Partner getauft, der andere aber nicht getauft ist.
Can. 1087 — Ungültig schließen die Ehe, die eine
heilige Weihe empfangen haben.
Can. 1088 — Ungültig schließen die Ehe, die durch das
öffentliche und ewige Gelübde der Keuschheit in einem Ordensinstitut gebunden
Can. 1089 — Zwischen einem Mann und einer Frau, die im
Hinblick auf eine Eheschließung mit ihr entführt oder wenigstens
gefangengehalten wird, kann es eine gültige Ehe nicht geben, außer die Frau
wählt, nachdem sie von dem Entführer getrennt und an einen sicheren und freien
Ort gebracht wurde, von sich aus die Ehe.
Can. 1090 — § 1. Wer im Hinblick auf die Eheschließung
mit einer bestimmten Person deren oder seinen eigenen Gatten getötet hat,
schließt diese Ehe nicht gültig.
§ 2. Ungültig schließen auch jene miteinander die Ehe,
die durch physisch oder moralisch gemeinsames Betreiben den Tod eines Gatten
Can. 1091 — § 1. In der geraden Linie der
Blutsverwandtschaft ist die Ehe ungültig zwischen allen Vorfahren und
Nachkommen, ob ehelichen oder nichtehelichen.
§ 2. In der Seitenlinie ist die Ehe ungültig bis zum
vierten Grad einschließlich.
§ 3. Das Hindernis der Blutsverwandtschaft wird nicht
vermehrfacht.
§ 4. Eine Eheschließung darf niemals gestattet werden,
wenn ein Zweifel darüber besteht, ob die Partner in irgendeinem Grad der
geraden oder im zweiten Grad der Seitenlinie blutsverwandt sind.
Can. 1092 — Die Schwägerschaft in der geraden Linie
verungültigt die Ehe in allen Graden.
Can. 1093 — Das Hindernis der öffentlichen Ehrbarkeit
entsteht aus einer ungültigen Ehe nach Aufnahme des gemeinsamen Lebens oder aus
einem offenkundigen oder öffentlichen Konkubinat; das Hindernis macht die Ehe
nichtig im ersten Grad der geraden Linie zwischen dem Mann und den
Blutsverwandten der Frau und umgekehrt.
Can. 1094 — Personen, die durch Adoption in der geraden
Linie oder im zweiten Grad der Seitenlinie gesetzlich miteinander verwandt sind,
können keine gültige Ehe miteinander schließen.
Can. 1095 — Unfähig, eine Ehe zu schließen, sind jene:
2° die an einem schweren Mangel des Urteilsvermögens
leiden hinsichtlich der wesentlichen ehelichen Rechte und Pflichten, die
gegenseitig zu übertragen und zu übernehmen sind;
3° die aus Gründen der psychischen Beschaffenheit
wesentliche Verpflichtungen der Ehe zu übernehmen nicht imstande sind.
Can. 1096 — § 1. Damit der Ehekonsens geleistet werden
kann, ist erforderlich, daß die Eheschließenden zumindest nicht in Unkenntnis
darüber sind, daß die Ehe eine zwischen einem Mann und einer Frau auf Dauer
angelegte Gemeinschaft ist, darauf hingeordnet, durch geschlechtliches
Zusammenwirken Nachkommenschaft zu zeugen.
§ 2. Diese Unkenntnis wird nach der Pubertät nicht
Can. 1097 — § 1. Ein Irrtum in der Person macht die
Eheschließung ungültig.
§ 2. Ein Irrtum über eine Eigenschaft der Person macht
die Eheschließung nicht ungültig, selbst wenn er für die Eheschließung
ursächlich war, außer diese Eigenschaft wird direkt und hauptsächlich
Can. 1098 — Ungültig schließt eine Ehe, wer sie
eingeht infolge einer zur Erlangung des Konsenses gegen ihn angewandten
arglistigen Täuschung über eine Eigenschaft des anderen Partners, die ihrer
Natur nach die Gemeinschaft des ehelichen Lebens schwer stören kann.
Can. 1099 — Ein Irrtum über die Einheit oder die
Unauflöslichkeit oder die sakramentale Würde der Ehe beeinträchtigt den
Ehekonsens nicht, sofern er nicht den Willen bestimmt.
Can. 1100 — Das Wissen oder die Meinung, die
Eheschließung sei ungültig, schließt einen Ehekonsens nicht notwendig aus.
Can. 1101 — § 1. Es wird vermutet, daß der innere
Ehekonsens mit den bei der Eheschließung gebrauchten Worten oder Zeichen
§ 2. Wenn aber ein oder beide Partner durch positiven
Willensakt die Ehe selbst oder ein Wesenselement der Ehe oder eine
Wesenseigenschaft der Ehe ausschließen, ist ihre Eheschließung ungültig.
Can. 1102 — § 1. Eine Ehe kann unter einer Bedingung,
die sich auf die Zukunft bezieht, nicht gültig geschlossen werden.
§ 2. Wurde eine Ehe geschlossen unter einer Bedingung,
die sich auf die Vergangenheit oder auf die Gegenwart bezieht, so ist sie
gültig oder ungültig, je nachdem das Ausbedungene besteht oder nicht.
§ 3. Die Bedingung aber, von der in § 2 die Rede ist,
kann erlaubt nur beigefügt werden mit der schriftlichen Erlaubnis des
Ortsordinarius.
Can. 1103* — Ungültig ist eine Ehe, die geschlossen
wurde aufgrund von Zwang oder infolge von außen, wenn auch ohne Absicht,
eingeflößter schwerer Furcht, die jemandem, um sich davon zu befreien, die
Wahl der Ehe aufzwingt.
Can. 1104 — § 1. Zum gültigen Abschluß einer Ehe ist
notwendig, daß die Eheschließenden gleichzeitig anwesend sind, entweder
persönlich oder durch einen Stellvertreter.
§ 2. Die Eheschließenden haben ihren Ehewillen durch
Worte zum Ausdruck zu bringen; wenn sie aber nicht sprechen können, dann durch
gleichbedeutende Zeichen.
Can. 1105 — § 1. Zur gültigen Eheschließung durch
einen Stellvertreter ist erforderlich:
1° daß ein besonderer Auftrag zur Eheschließung mit
einer bestimmten Person vorliegt;
2° daß der Stellvertreter vom Auftraggeber selbst
bestimmt wird und seinen Auftrag persönlich ausführt.
§ 2. Damit der Auftrag gültig ist, muß er
unterschrieben sein vom Auftraggeber und außerdem entweder vom Pfarrer oder vom
Ordinarius des Ortes, an dem der Auftrag ausgestellt wird, oder von einem
Priester, der von einem dieser beiden delegiert worden ist, oder aber von
wenigstens zwei Zeugen; oder der Auftrag muß in der Form einer nach den
Vorschriften des weltlichen Rechts authentischen Urkunde erteilt werden.
§ 3. Wenn der Auftraggeber nicht schreiben kann, ist dies
in dem Auftrag selbst zu vermerken und ein weiterer Zeuge beizuziehen, der das
Schriftstück auch persönlich unterzeichnet; andernfalls ist der Auftrag
§ 4. Wenn der Auftraggeber den Auftrag widerruft oder in
Geisteskrankheit fällt, bevor der Stellvertreter in seinem Namen die Ehe
schließt, ist die Ehe ungültig, auch wenn der Stellvertreter oder der andere
Partner nichts davon gewußt hat.
Can. 1106 — Eine Ehe kann mit Hilfe eines Dolmetschers
geschlossen werden; ihr darf der Pfarrer jedoch nur assistieren, wenn die
Zuverlässigkeit des Dolmetschers für ihn feststeht.
Can. 1107 — Auch wenn eine Ehe wegen eines bestehenden
Hindernisses oder eines Formmangels ungültig geschlossen wurde, wird so lange
vermutet, daß der geleistete Ehekonsens fortdauert, bis sein Widerruf
Can. 1108 — § 1. Nur jene Ehen sind gültig, die
geschlossen werden unter Assistenz des Ortsordinarius oder des Ortspfarrers oder
eines von einem der beiden delegierten Priesters oder Diakons sowie vor zwei
Zeugen, jedoch nach den Regeln der folgenden Canones und unbeschadet der in den
cann. 144, 1112, § 1, 1116 und 1127, §§ 1—2 genannten Ausnahmen.
§ 2. Als der einer Eheschließung Assistierende wird nur
verstanden, wer in persönlicher Anwesenheit die Kundgabe des Ehekonsenses der
Eheschließenden erfragt und im Namen der Kirche entgegennimmt.
§ 3. Nur ein Priester assistiert gültig einer Eheschließung zwischen orientalischen Partnern oder zwischen einem lateinischen und einem orientalischen Partner, sei er katholisch oder nichtkatholisch. Can. 1109 — Der Ortsordinarius und der Ortspfarrer assistieren, sofern sie nicht durch Urteil oder Dekret exkommuniziert, interdiziert oder vom Amt suspendiert worden sind bzw. als solche erklärt worden sind, innerhalb der Grenzen ihres Gebietes kraft ihres Amtes gültig den Eheschließungen nicht nur ihrer Untergebenen, sondern auch der Fremden, sofern wenigstens einer von ihnen der lateinischen Kirche angehört. Can. 1110 — Ein Personalordinarius und ein
Personalpfarrer assistieren kraft ihres Amtes gültig der Eheschließung nur von
solchen, von denen wenigstens einer ihnen untersteht, innerhalb der Grenzen
ihres Bereichs.
Can. 1111 — § 1. Solange der Ortsordinarius und der Ortspfarrer ihr Amt gültig ausüben, können sie die Befugnis, innerhalb der Grenzen ihres Gebietes den Eheschließungen zu assistieren, auch allgemein an Priester und Diakone delegieren, jedoch unbeschadet dessen, was can. 1108 § 3 vorschreibt. § 2. Damit die Delegation der Befugnis zur
Eheschließungsassistenz gültig ist, muß sie ausdrücklich bestimmten Personen
gegeben werden; handelt es sich um eine besondere Delegation, so muß sie für
eine bestimmte Eheschließung erteilt werden; handelt es sich aber um eine
allgemeine Delegation, so muß sie schriftlich erteilt werden.
Can. 1112 — § 1. Wo Priester und Diakone fehlen, kann der Diözesanbischof aufgrund einer vorgängigen empfehlenden Stellungnahme der Bischofskonferenz und nach Erhalt der Erlaubnis des Heiligen Stuhles Laien zur Eheschließungsassistenz delegieren, unbeschadet der Vorschrift von can. 1108 § 3. § 2. Es ist ein geeigneter Laie auszuwählen, der in der
Lage ist, die Brautbelehrung zu halten und die Liturgie der Eheschließung in
rechter Weise zu feiern.
Can. 1113 — Bevor eine besondere Delegation erteilt
wird, sind alle Vorkehrungen zu treffen, die das Recht für den Nachweis des
Ledigenstandes vorschreibt.
Can. 1114 — Der einer Eheschließung Assistierende
handelt unerlaubt, wenn nicht für ihn der Ledigenstand der Partner nach
Maßgabe des Rechts feststeht und nach Möglichkeit die Erlaubnis des Pfarrers,
wann immer jener kraft allgemeiner Delegation assistiert.
Can. 1115 — Die Ehen sind in der Pfarrei zu schließen,
in der einer der Eheschließenden Wohnsitz oder Nebenwohnsitz hat oder sich seit
einem Monat ständig aufgehalten hat, oder, wenn es sich um Wohnsitzlose
handelt, in der Pfarrei, in der sie sich gegenwärtig aufhalten; mit Erlaubnis
des eigenen Ordinarius oder des eigenen Pfarrers können Ehen anderswo
Can. 1116 — § 1. Wenn ohne schweren Nachteil niemand
herbeigeholt oder angegangen werden kann, der nach Maßgabe des Rechts für die
Eheschließungsassistenz zuständig ist, können jene, die eine wahre Ehe
eingehen wollen, diese gültig und erlaubt allein vor den Zeugen schließen:
2° außerhalb von Todesgefahr, sofern vernünftigerweise
vorauszusehen ist, daß der Zustand dieser Verhältnisse einen Monat andauern
§ 2. In beiden Fällen muß, wenn ein anderer Priester
oder Diakon anwesend sein kann, dieser gerufen werden und zusammen mit den
Zeugen bei der Eheschließung dabeisein, unbeschadet der Gültigkeit der
Eheschließung allein vor den Zeugen.
§ 3. Unter denselben Umständen, von denen § 1 nn. 1 und 2 handelt, kann der Ortsordinarius jedem katholischen Priester die Befugnis erteilen, die Eheschließung von Christgläubigen orientalischer Kirchen zu benedizieren, die nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, wenn diese von sich aus darum bitten und sofern der gültigen und erlaubten Eheschließungsfeier nichts im Wege steht. Derselbe Priester soll - immer mit der notwendigen Umsicht - die zuständige Autorität der betreffenden nichtkatholischen Kirche darüber informieren. Can. 1117 — Die oben vorgeschriebene Eheschließungsform
muß unbeschadet der Vorschriften des can. 1127, § 2 eingehalten werden, wenn
wenigstens einer der Eheschließenden in der katholischen Kirche getauft oder in
Can. 1118 — § 1. Eine Ehe zwischen zwei Katholiken oder
zwischen einem katholischen und einem nichtkatholischen, aber getauften Partner
ist in der Pfarrkirche zu schließen; mit Erlaubnis des Ortsordinarius oder des
Pfarrers kann die Ehe in einer anderen Kirche oder Kapelle geschlossen werden.
§ 2. Der Ortsordinarius kann erlauben, daß eine Ehe an
einem anderen passenden Ort geschlossen wird.
§ 3. Eine Ehe zwischen einem katholischen und einem
ungetauften Partner kann in einer Kirche oder an einem anderen passenden Ort
Can. 1119 — Vom Notfall abgesehen, sind bei der
Eheschließung die Riten zu beachten, wie sie in den von der Kirche gebilligten
liturgischen Büchern vorgeschrieben oder durch rechtmäßige Gewohnheiten
Can. 1120 — Die Bischofskonferenz kann einen eigenen vom
Heiligen Stuhl zu prüfenden Eheschließungsritus erstellen, der den
christlichem Geist angepaßten Gebräuchen der betreffenden Gebiete und Völker
entspricht; dabei muß aber die Vorschrift sichergestellt bleiben, daß
derjenige, welcher der Eheschließung assistiert, in persönlicher Anwesenheit
die Kundgabe des Ehekonsenses der Eheschließenden erfragt und entgegennimmt.
Can. 1121 — § 1. Nach der Eheschließung hat der
Pfarrer des Eheschließungsortes oder sein Vertreter, auch wenn keiner von
beiden ihr assistiert hat, möglichst bald die Namen der Eheleute, des
Assistierenden und der Zeugen sowie Ort und Tag der Eheschließung in der von
der Bischofskonferenz oder vom Diözesanbischof vorgeschriebenen Weise in das
Ehebuch einzutragen.
§ 2. Sooft eine Ehe nach Maßgabe von can. 1116
geschlossen wird, sind der Priester bzw. der Diakon, wenn er bei der
Eheschließung zugegen war, sonst die Zeugen in gleicher Weise wie die
Eheschließenden verpflichtet, möglichst bald den Ortspfarrer oder den
Ortsordinarius über die erfolgte Eheschließung in Kenntnis zu setzen.
§ 3. Bei einer Ehe, die mit Dispens von der kanonischen
Formpflicht geschlossen wurde, hat der Ortsordinarius, der die Dispens erteilt
hat, dafür zu sorgen, daß die Dispens und die Eheschließung im Ehebuch sowohl
der bischöflichen Kurie als auch der eigenen Pfarrei des katholischen Partners,
deren Pfarrer die Nachforschungen über den Ledigenstand durchgeführt hat,
eingetragen werden; der katholische Ehepartner hat die Pflicht, jenen Ordinarius
und Pfarrer möglichst bald über die erfolgte Eheschließung in Kenntnis zu
setzen und dabei auch den Ort der Eheschließung und die eingehaltene
öffentliche Form anzugeben.
Can. 1122 — § 1. Die erfolgte Eheschließung ist auch
in den Taufbüchern zu vermerken, in denen die Taufe der Ehegatten eingetragen
§ 2. Wenn ein Gatte die Ehe nicht in der Pfarrei
geschlossen hat, in der er getauft worden ist, hat der Pfarrer des
Eheschließungsortes eine Nachricht über die Eheschließung möglichst bald an
den Pfarrer der Taufpfarrei zu senden.
Can. 1123 — Sooft eine Ehe im äußeren Bereich gültig
gemacht wird oder wenn sie für nichtig erklärt wird oder wenn sie, außer
durch Tod, rechtmäßig aufgelöst wird, muß der Pfarrer des
Eheschließungsortes davon in Kenntnis gesetzt werden, damit ein Eintrag im Ehe-
und Taufbuch ordnungsgemäß erfolgt.
Can. 1124 — Die Eheschließung zwischen zwei Getauften,
von denen der eine in der katholischen Kirche getauft oder nach der Taufe in sie
aufgenommen worden ist, der andere Partner aber einer Kirche oder kirchlichen Gemeinschaft
zugezählt wird, die nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche
steht, ist ohne ausdrückliche Erlaubnis der zuständigen Autorität verboten.
Can. 1125 — Eine solche Erlaubnis kann der
Ortsordinarius gewähren, wenn ein gerechter und vernünftiger Grund vorliegt;
er darf sie nur erteilen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
1° der katholische Partner hat sich bereitzuerklären,
Gefahren des Glaubensabfalls zu beseitigen, und er hat das aufrichtige
Versprechen abzugeben, nach Kräften alles zu tun, daß alle seine Kinder in der
katholischen Kirche getauft und erzogen werden;
2° von diesen Versprechen, die der katholische Partner
abgeben muß, ist der andere Partner rechtzeitig zu unterrichten, so daß
feststeht, daß er wirklich um das Versprechen und die Verpflichtung des
katholischen Partners weiß;
3° beiden Partnern sind die Zwecke und die
Wesenseigenschaften der Ehe darzulegen, die von keinem der beiden
Eheschließenden ausgeschlossen werden dürfen.
Can. 1126 — Aufgabe der Bischofskonferenz ist es, sowohl
die Art und Weise festzulegen, in der diese Erklärungen und Versprechen, die in
jedem Falle erforderlich sind, abgegeben werden müssen, als auch zu bestimmen,
auf welche Weise diese sowohl im äußeren Bereich feststehen als auch dem
nichtkatholischen Partner zur Kenntnis gebracht werden sollen.
Can. 1127 — § 1. Was die Eheschließungsform bei einer Mischehe betrifft, sind die Vorschriften des can. 1108 zu beachten; wenn jedoch ein Katholik eine Ehe mit einem Nichtkatholiken eines orientalischen Ritus schließt, ist die kanonische Eheschließungsform nur zur Erlaubtheit einzuhalten; zur Gültigkeit aber ist unter Wahrung der sonstigen Rechtsvorschriften die Mitwirkung eines Priesters erforderlich. § 2. Wenn erhebliche Schwierigkeiten der Einhaltung der
kanonischen Form entgegenstehen, hat der Ortsordinarius des katholischen
Partners das Recht, davon in Einzelfällen zu dispensieren, jedoch erst nach
Befragen des Ordinarius des Eheschließungsortes und unbeschadet der zur
Gültigkeit erforderlichen Einhaltung irgendeiner öffentlichen
Eheschließungsform; es ist Aufgabe der Bischofskonferenz, Vorschriften zu
erlassen, nach denen die genannte Dispens in einheitlicher Weise zu erteilen
§ 3. Es ist verboten, vor oder nach der kanonischen
Eheschließung gemäß § 1 eine andere religiöse Trauungsfeier zur Abgabe oder
Erneuerung des Ehekonsenses vorzunehmen; gleichfalls darf keine religiöse Feier
stattfinden, bei welcher der katholische Assistierende und der nichtkatholische
Amtsträger zugleich, jeder in seinem Ritus, den Konsens der Partner erfragen.
Can. 1128 — Die Ortsordinarien und die anderen
Seelsorger haben dafür zu sorgen, daß es dem katholischen Ehegatten und den
Kindern aus einer Mischehe nicht an geistlicher Hilfe zur Erfüllung ihrer
Pflichten fehlt; sie sollen den Ehegatten helfen, die Einheit im Ehe- und
Familienleben zu pflegen.
Can. 1129 — Die Vorschriften der cann. 1127 und 1128
sind auch anzuwenden auf Ehen, denen das Hindernis der Religionsverschiedenheit
nach can. 1086, § 1 entgegensteht.
GEHEIME EHESCHLIESSUNG
Can. 1130 — Der Ortsordinarius kann aus einem
schwerwiegenden und dringenden Grund gestatten, daß eine Ehe geheim geschlossen
Can. 1131 — Die Erlaubnis zur geheimen Eheschließung
1° daß die Nachforschungen, die vor der Eheschließung
durchzuführen sind, geheim erfolgen;
2° daß die erfolgte Eheschließung vom Ortsordinarius,
vom Assistierenden, von den Trauzeugen und von den Ehegatten geheimzuhalten ist.
Can. 1132 — Die Pflicht zur Geheimhaltung gemäß can.
1131, n. 2 hört für den Ortsordinarius auf, wenn aus der Wahrung des
Geheimnisses schweres Ärgernis oder großer Schaden für die Heiligkeit der Ehe
droht; dies ist den Partnern vor der Eheschließung bekanntzugeben.
Can. 1133 — Eine geheim geschlossene Ehe ist nur in
einem besonderen Buch einzutragen, das im Geheimarchiv der bischöflichen Kurie
aufzubewahren ist.
Can. 1134 — Aus einer gültigen Ehe entsteht zwischen
den Ehegatten ein Band, das seiner Natur nach lebenslang und ausschließlich
ist; in einer christlichen Ehe werden zudem die Ehegatten durch ein besonderes
Sakrament gestärkt und gleichsam geweiht für die Pflichten und die Würde
ihres Standes.
Can. 1135 — Beide Ehegatten haben gleiche Pflicht und
gleiches Recht bezüglich der Gemeinschaft des ehelichen Lebens.
Can. 1136 — Die Eltern haben die sehr strenge Pflicht
und das erstrangige Recht, nach Kräften sowohl für die leibliche, soziale und
kulturelle als auch für die sittliche und religiöse Erziehung der Kinder zu
Can. 1137 — Ehelich sind die in einer gültigen Ehe oder
in einer Putativehe empfangenen oder geborenen Kinder.
Can. 1138 — § 1. Vater ist jener, den die rechtmäßige
Eheschließung als solchen ausweist, sofern nicht das Gegenteil aufgrund
überzeugender Argumente bewiesen wird.
§ 2. Als ehelich vermutet werden jene Kinder, die
mindestens 180 Tage nach dem Tag der Eheschließung oder innerhalb von 300 Tagen
nach dem Tag der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft geboren sind.
Can. 1139 — Nichteheliche Kinder werden legitimiert
durch nachfolgende Eheschließung der Eltern, sei es eine gültige Ehe oder eine
Putativehe, oder durch Reskript des Heiligen Stuhles.
Can. 1140 — Die legitimierten Kinder werden hinsichtlich
der kanonischen Wirkungen in allem den ehelichen Kindern gleichgestellt, wenn
nicht vom Recht etwas anderes ausdrücklich vorgesehen ist.
Can. 1141 — Die gültige und vollzogene Ehe kann durch
keine menschliche Gewalt und aus keinem Grunde, außer durch den Tod, aufgelöst
Can. 1142 — Die nicht vollzogene Ehe zwischen Getauften
oder zwischen einem getauften und einem ungetauften Partner kann aus einem
gerechten Grund auf Bitten beider Partner oder eines Partners, selbst wenn der
andere dem widerstrebt, vom Papst aufgelöst werden.
Can. 1143 — § 1. Die von zwei Ungetauften geschlossene
Ehe wird auf Grund des Paulinischen Privilegs zugunsten des Glaubens jenes
Partners, der die Taufe empfangen hat, dadurch von selbst aufgelöst, daß von
jenem Partner eine neue Ehe geschlossen wird, sofern der ungetaufte Partner sich
§ 2. Die Trennung des ungetauften Partners wird
angenommen, wenn er nicht mit dem getauften Partner zusammenleben bzw. friedlich
ohne Schmähung des Schöpfers zusammenleben will, sofern nicht der getaufte
Partner nach Empfang der Taufe ihm berechtigten Anlaß zur Trennung gegeben hat.
Can. 1144 — § 1. Damit der getaufte Partner eine neue
Ehe gültig schließt, muß der ungetaufte Partner immer befragt werden, ob er:
2° mit dem getauften Partner wenigstens friedlich ohne
Schmähung des Schöpfers zusammenleben will.
§ 2. Diese Befragung muß nach der Taufe vorgenommen
werden; jedoch kann der Ortsordinarius aus einem schwerwiegenden Grund erlauben,
daß die Befragung vor der Taufe geschieht; er kann sogar auch von der Befragung
vor oder nach der Taufe dispensieren, vorausgesetzt, durch ein wenigstens
summarisches und außergerichtliches Verfahren steht fest, daß die Befragung
nicht durchgeführt werden kann oder zwecklos ist.
Can. 1145 — § 1. Die Befragung ist in der Regel kraft
der Autorität des Ortsordinarius des gläubig gewordenen Partners vorzunehmen;
von diesem Ordinarius muß dem anderen Gatten Bedenkzeit für die Antwort
gegeben werden, falls dieser darum bittet, jedoch mit dem Hinweis, daß nach
fruchtlosem Ablauf der Frist sein Schweigen als negative Antwort verstanden
§ 2. Auch die privat von dem gläubig gewordenen Partner
vorgenommene Befragung ist gültig, ja sogar erlaubt, wenn die oben
vorgeschriebene Form der Befragung nicht eingehalten werden kann.
§ 3. In beiden Fällen muß die erfolgte Befragung und
ihr Ergebnis im äußeren Bereich rechtmäßig feststehen.
Can. 1146 — Der getaufte Partner hat das Recht, eine
neue Ehe mit einem katholischen Partner einzugehen:
1° wenn der andere Partner negativ auf die Befragung
geantwortet hat oder wenn die Befragung rechtmäßig unterlassen wurde;
2° wenn der ungetaufte Partner, gleich ob er bereits
befragt wurde oder nicht, zunächst in einem friedlichen Zusammenleben ohne
Schmähung des' Schöpfers verharrt, nachher aber ohne gerechten Grund weggeht,
unter Wahrung der Vorschriften der cann. 1144 und 1145.
Can. 1147 — Der Ortsordinarius kann gleichwohl aus einem
schwerwiegenden Grund erlauben, daß der getaufte Partner, der vom Paulinischen
Privileg Gebrauch macht, eine Ehe mit einem getauften oder einem ungetauften
nichtkatholischen Partner eingeht, unter Wahrung auch der Vorschriften der
Canones über die Mischehen.
Can. 1148 — § 1. Ein Ungetaufter, der mehrere
ungetaufte Ehefrauen gleichzeitig hat, kann nach Empfang der Taufe in der
katholischen Kirche, sofern es ihm schwerfällt, bei der ersten von ihnen zu
bleiben, eine dieser Frauen behalten, nachdem er die übrigen entlassen hat.
Dasselbe gilt für eine ungetaufte Frau, die gleichzeitig mehrere ungetaufte
Ehemänner hat.
§ 2. In den Fällen des § 1 ist die Ehe nach Empfang der
Taufe in rechtmäßiger Form zu schließen; dabei müssen erforderlichenfalls
auch die Vorschriften über die Mischehen und die anderen Rechtsvorschriften
§ 3. Der Ortsordinarius hat unter Würdigung der
sittlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Gegenden
und der Personen dafür zu sorgen, daß den Bedürfnissen der ersten und der
anderen entlassenen Ehefrauen gemäß den Grundsätzen der Gerechtigkeit, der
christlichen Nächstenliebe und der natürlichen Billigkeit hinreichend Rechnung
Can. 1149 — Ein Ungetaufter, der nach dem Empfang der
Taufe in der katholischen Kirche mit dem ungetauften Gatten wegen Gefangenschaft
oder Verfolgung das Zusammenleben wiederaufzunehmen nicht in der Lage ist, kann
eine andere Ehe eingehen, selbst wenn der andere Partner inzwischen die Taufe
empfangen hat, unbeschadet der Vorschrift des can. 1141.
Can. 1150 — Im Zweifelsfall erfreut sich das
Glaubensprivileg der Rechtsgunst.
Can. 1151 — Die Ehegatten haben die Pflicht und das
Recht, das eheliche Zusammenleben zu wahren, außer ein rechtmäßiger Grund
entschuldigt sie davon.
Can. 1152 — § 1. Mag es auch nachdrücklich empfohlen
sein, daß ein Ehegatte, bewogen von christlicher Nächstenliebe und aus Sorge
um das Wohl der Familie, dem ehebrecherischen Partner Verzeihung nicht
verweigert und das eheliche Zusammenleben nicht abbricht, so hat er doch das
Recht, wenn er dessen Schuld nicht ausdrücklich oder stillschweigend verziehen
hat, das eheliche Zusammenleben aufzuheben, außer er hat dem Ehebruch
zugestimmt oder dazu Anlaß gegeben oder auch selbst Ehebruch begangen.
§ 2. Als stillschweigende Verzeihung gilt, wenn der
unschuldige Gatte in Kenntnis des Ehebruchs freiwillig mit seinem Gatten ehelich
verkehrt hat; die Verzeihung wird aber vermutet, wenn der unschuldige Gatte
sechs Monate lang das eheliche Zusammenleben aufrechterhalten und keine
rechtlichen Schritte bei der kirchlichen oder weltlichen Autorität unternommen
§ 3. Wenn der unschuldige Gatte von sich aus das eheliche
Zusammenleben aufgehoben hat, soll er innerhalb von sechs Monaten der
zuständigen kirchlichen Autorität den Trennungsgrund mitteilen; sie hat nach
Prüfung aller Umstände zu erwägen, ob der unschuldige Gatte bewogen werden
kann, die Schuld zu vergeben und die Trennung nicht auf immer fortzusetzen
Can 1153 — § 1 Wenn einer der Gatten eine schwere
Gefahr für Seele oder Leib des anderen Gatten oder der Kinder herbeiführt oder
auf andere Weise das gemeinschaftliche Leben unerträglich macht, gibt er dem
anderen einen rechtmäßigen Grund, sich zu trennen, und zwar auf Grund eines
Dekrets des Orts Ordinarius und, wenn Gefahr im Verzug ist, auch kraft eigener
§ 2. In allen Fällen ist nach Wegfall des
Trennungsgrundes das eheliche Zusammenleben wiederherzustellen, wenn nicht von
der kirchlichen Autorität etwas anderes verfügt ist.
Can. 1154 — Nach erfolgter Trennung der Ehegatten muß
immer in geeigneter Weise für den nötigen Unterhalt und die Erziehung der
Kinder gesorgt werden.
Can. 1155 — Der unschuldige Gatte kann den anderen
Gatten lobenswerterweise wieder zum ehelichen Leben zulassen; in diesem Fall
verzichtet er auf das Recht zur Trennung.
GÜLTIGMACHUNG DER EHE
EINFACHE GÜLTIGMACHUNG
Can. 1156 — § 1. Für die Gültigmachung einer wegen
eines trennenden Hindernisses nichtigen Ehe ist erforderlich, daß das Hindernis
entfällt oder durch Dispens behoben wird und daß wenigstens jener Partner, der
von dem Hindernis Kenntnis hat, den Konsens erneuert.
§ 2. Diese Konsenserneuerung wird vom kirchlichen Recht
zur Gültigkeit der Gültigmachung verlangt, auch wenn beide Partner
ursprünglich den Konsens geleistet und später nicht widerrufen haben.
Can. 1157 — Die Konsenserneuerung muß ein neuer
Willensakt sein, der auf jene Ehe gerichtet ist, von der jener Partner, welcher
den Konsens erneuert, weiß oder meint, daß sie von Anfang an nichtig war.
Can. 1158 — § 1. Ist das Hindernis öffentlich, so muß
der Konsens von beiden Partnern in der kanonischen Form erneuert werden, unter
Wahrung der Vorschrift des can. 1127, § 2.
§ 2. Kann das Hindernis nicht bewiesen werden, so genügt
es, daß der Konsens privat und geheim erneuert wird, und zwar von dem Partner,
der um das Hindernis weiß, vorausgesetzt, daß der Ehewille des anderen
Partners fortdauert, oder von beiden Partnern, wenn das Hindernis beiden
Partnern bekannt ist.
Can. 1159 — § 1. Eine wegen Konsensmangels ungültige
Ehe wird gültig gemacht, wenn der Partner, der keinen Konsens geleistet hat,
nunmehr den Konsens leistet, vorausgesetzt, der vom anderen Partner geleistete
Konsens dauert fort.
§ 2. Wenn der Konsensmangel nicht bewiesen werden kann,
genügt es, daß der Partner, der keinen Konsens geleistet hatte, privat und
geheim den Konsens leistet.
§ 3. Kann der Konsensmangel bewiesen werden, so muß der
Konsens in der kanonischen Form geleistet werden.
Can. 1160 — Eine wegen Formmangels ungültige Ehe muß
zur Gültigmachung von neuem in der kanonischen Form geschlossen werden, unter
Can. 1161 — § 1. Die Heilung einer ungültigen Ehe in
der Wurzel ist ihre ohne Konsenserneuerung von der zuständigen Autorität
gewährte Gültigmachung; sie bringt mit sich die Dispens von einem etwa
vorhandenen Hindernis und von der kanonischen Form, wenn diese nicht eingehalten
worden ist, sowie die Rückverlegung der kanonischen Wirkungen auf die
§ 2. Die Gültigmachung erfolgt im Zeitpunkt der
Gewährung des Gnadenaktes; die rückwirkende Kraft aber ist so zu verstehen,
daß sie vom Zeitpunkt der Eheschließung an gilt, wenn nicht etwas anderes
ausdrücklich vorgesehen wird.
§ 3. Die Heilung der Ehe in der Wurzel darf nur gewährt
werden, wenn es wahrscheinlich ist, daß die Partner das eheliche Leben
Can. 1162 — § 1. Wenn bei beiden Partnern oder bei
einem Partner der Konsens fehlt, sei es, daß er von Anfang an gefehlt hat, sei
es, daß er anfangs geleistet später widerrufen wurde, kann die Ehe nicht in
der Wurzel geheilt werden
§ 2. Wenn der Konsens von Anfang an zwar gefehlt hat,
aber später geleistet worden ist, kann die Heilung in der Wurzel von jenem
Zeitpunkt an gewährt werden, zu dem der Konsens geleistet wurde.
Can. 1163 — § 1. Eine wegen eines Hindernisses oder
wegen eines Mangels der rechtmäßigen Form ungültige Ehe kann unter der
Voraussetzung geheilt werden, daß der Ehewille bei beiden Partnern fortdauert.
§ 2. Eine Ehe, die wegen eines Hindernisses des
Naturrechts oder des positiven göttlichen Rechts ungültig ist, kann nur nach
Wegfall des Hindernisses geheilt werden.
Can. 1164 — Die Heilung kann auch ohne Kenntnis eines
oder beider Partner gültig gewährt werden; sie darf aber nur aus
schwerwiegendem Grund gewährt werden.
Can. 1165 — § 1. Die Heilung in der Wurzel kann vom
Apostolischen Stuhl gewährt werden.
§ 2. Sie kann vom Diözesanbischof in einzelnen Fällen
gewährt werden, auch wenn mehrere Nichtigkeitsgründe in derselben Ehe
zusammentreffen; dabei müssen für die Heilung einer Mischehe die Bedingungen
des can. 1125 erfüllt sein; die Heilung in der Wurzel kann aber vom
Diözesanbischof nicht gewährt werden, wenn ein Hindernis vorliegt, dessen
Dispens gemäß can. 1078, § 2 dem Apostolischen Stuhl vorbehalten ist, oder
wenn es sich um ein Hindernis des Naturrechts oder des positiven göttlichen
Rechts handelt, das schon weggefallen ist.
Can. 1166 — Sakramentalien sind heilige Zeichen, durch
die in einer gewissen Nachahmung der Sakramente Wirkungen, besonders geistlicher
Art, bezeichnet und kraft der Fürbitte der Kirche erlangt werden.
Can. 1167 — § 1. Neue Sakramentalien einführen oder
anerkannte verbindlich auslegen, einzelne von ihnen abschaffen oder verändern,
kann allein der Apostolische Stuhl.
§ 2. Bei der Vornahme bzw. der Spendung der
Sakramentalien sind die von der kirchlichen Autorität gebilligten Riten und
Formeln genau einzuhalten.
Can. 1168 — Spender der Sakramentalien ist der Kleriker,
der mit der erforderlichen Vollmacht ausgestattet ist; einige Sakramentalien
können gemäß den liturgischen Büchern nach dem Ermessen des Ortsordinarius
auch von Laien gespendet werden, welche die entsprechenden Eigenschaften haben.
Can. 1169 — § 1. Weihen und Weihungen können gültig
diejenigen vornehmen, welche die Bischofsweihe empfangen haben, sowie Priester,
denen es von Rechts wegen oder durch rechtmäßige Ermächtigung gestattet wird.
§ 2. Segnungen kann, mit Ausnahme der dem Papst oder den
Bischöfen vorbehaltenen, jeder Priester vornehmen.
§ 3. Der Diakon kann nur jene Segnungen vornehmen, die
ihm von Rechts wegen ausdrücklich gestattet werden.
Can. 1170 — Segnungen sind vornehmlich Katholiken zu
erteilen; sie können auch Katechumenen erteilt werden, und, wenn dem nicht ein
Verbot der Kirche entgegensteht, sogar Nichtkatholiken.
Can. 1171 — Heilige Sachen, die durch Weihung oder
Segnung für den Gottesdienst bestimmt sind, sind ehrfürchtig zu behandeln und
dürfen nicht zu profanem oder ihnen fremdem Gebrauch verwendet werden, selbst
dann nicht, wenn sie Eigentum von Privatpersonen sind.
Can. 1172 — § 1. Niemand kann rechtmäßig Exorzismen
über Besessene aussprechen, wenn er nicht vom Ortsordinarius eine besondere und
ausdrückliche Erlaubnis erhalten hat.
§ 2. Diese Erlaubnis darf der Ortsordinarius nur einem
Priester geben, der sich durch Frömmigkeit, Wissen, Klugheit und untadeligen
Lebenswandel auszeichnet.
Can. 1173 — In Erfüllung des priesterlichen Dienstes
Christi feiert die Kirche das Stundengebet; sie hört dabei auf Gott, der zu
seinem Volk spricht, und begeht das Gedächtnis des Heilsmysteriums; sie lobt
ihn ohne Unterlaß in Gesang und Gebet und tritt bei ihm ein für das Heil der
Can. 1174 — § 1. Die Kleriker sind nach Maßgabe von
can. 276, § 2, n. 3 verpflichtet, das Stundengebet zu verrichten, die
Mitglieder aber der Institute des geweihten Lebens und der Gesellschaften des
apostolischen Lebens nach Maßgabe ihrer Konstitutionen.
§ 2. Zur Teilnahme am Stundengebet als einem Handeln der
Kirche werden auch die übrigen Gläubigen je nach den Umständen nachdrücklich
Can. 1175 — Bei der Feier des Stundengebets soll nach
Möglichkeit die wirkliche Zeit der einzelnen Hore eingehalten werden.
Can. 1176 — § 1. Den verstorbenen Gläubigen ist nach
Maßgabe des Rechts ein kirchliches Begräbnis zu gewähren.
§ 2. Das kirchliche Begräbnis, bei dem die Kirche für
die Verstorbenen geistlichen Beistand erfleht, ihren Leib ehrt und zugleich den
Lebenden den Trost der Hoffnung gibt, ist nach Maßgabe der liturgischen Gesetze
§ 3. Nachdrücklich empfiehlt die Kirche, daß die fromme
Gewohnheit beibehalten wird, den Leichnam Verstorbener zu beerdigen; sie
verbietet indessen die Feuerbestattung nicht, es sei denn, sie ist aus Gründen
gewählt worden, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen.
Can. 1177 — § 1. Die Exequien müssen für jeden
verstorbenen Gläubigen im allgemeinen in der Kirche der eigenen Pfarrei
§ 2. Es ist aber das Recht eines jeden Gläubigen oder
derjenigen, die für das Begräbnis des verstorbenen Gläubigen zu sorgen haben,
eine andere Kirche für die Exequien zu wählen, wenn der Rektor dieser Kirche
zustimmt und der eigene Pfarrer des Verstorbenen verständigt worden ist.
§ 3. Wenn der Todesfall sich außerhalb der eigenen
Pfarrei ereignet hat und der Leichnam nicht zu ihr überführt und auch keine
andere Kirche für die Exequien rechtmäßig bestimmt worden ist, sind die
Exequien in der Kirche der Pfarrei zu feiern, in der sich der Todesfall ereignet
hat, sofern das Partikularrecht nicht etwas anderes bestimmt.
Can. 1178 — Die Exequien für den Diözesanbischof sind
in der eigenen Kathedralkirche zu feiern, wenn er nicht selbst eine andere
Kirche bestimmt hat.
Can. 1179 — Die Exequien für die Ordensleute bzw. für
die Mitglieder einer Gesellschaft des apostolischen Lebens sind im allgemeinen
in der eigenen Kirche oder Kapelle vom Oberen, wenn es sich um ein klerikales
Institut oder eine klerikale Gesellschaft handelt, sonst vom Kaplan zu feiern.
Can. 1180 — § 1. Wenn die Pfarrei einen eigenen
Friedhof hat, sind die verstorbenen Gläubigen auf ihm zu beerdigen, wenn nicht
vom Verstorbenen selbst oder von denen, die für das Begräbnis des Verstorbenen
zu sorgen haben, rechtmäßig ein anderer Friedhof bestimmt wurde.
§ 2. Allen aber ist es erlaubt, wenn es nicht durch das
Recht untersagt ist, den Friedhof für ihr Begräbnis zu wählen.
Can. 1181 — Was die Stolgebühren anläßlich des
Begräbnisses betrifft, sind die Vorschriften des can. 1264 zu beachten, wobei
aber sichergestellt sein muß, daß die Begräbnisfeier ohne Ansehen der Person
gehalten und den Armen nicht die gebührende Begräbnisfeier vorenthalten wird.
Can. 1182 — Nach dem Begräbnis hat die Eintragung in
das Totenbuch nach Maßgabe des Partikularrechts zu erfolgen.
GEWÄHRUNG UND VERWEIGERUNG
DES KIRCHLICHEN BEGRÄBNISSES
Can. 1183 — § 1. Hinsichtlich des Begräbnisses sind
die Katechumenen den Gläubigen gleichzustellen.
§ 2. Wenn Eltern vorhatten, ihre Kinder taufen zu lassen,
diese aber vor der Taufe verstorben sind, kann der Ortsordinarius gestatten,
daß sie ein kirchliches Begräbnis erhalten.
§ 3. Getauften, die einer nichtkatholischen Kirche oder
kirchlichen Gemeinschaft zugezählt werden, kann das kirchliche Begräbnis nach
klugem Ermessen des Ortsordinarius gewährt werden, wenn nicht ihr gegenteiliger
Wille feststeht, und unter der Voraussetzung, daß ein eigener Amtsträger nicht
Can. 1184 — § 1. Das kirchliche Begräbnis ist zu
verweigern, wenn sie nicht vor dem Tod irgendwelche Zeichen der Reue gegeben
1° offenkundigen Apostaten, Häretikern und
Schismatikern;
2° denjenigen, die sich aus Gründen, die der
christlichen Glaubenslehre widersprechen, für die Feuerbestattung entschieden
3° anderen öffentlichen Sündern, denen das kirchliche
Begräbnis nicht ohne öffentliches Ärgernis bei den Gläubigen gewährt werden
§ 2. Wenn irgendein Zweifel auf kommt, ist der
Ortsordinarius zu befragen, dessen Entscheidung befolgt werden muß.
Can. 1185 — Dem vom kirchlichen Begräbnis
Ausgeschlossenen muß auch jegliche Begräbnismesse verweigert werden.
HEILIGEN-, BILDER- UND
Can. 1186 — Um die Heiligung des Gottesvolkes zu
pflegen, empfiehlt die Kirche der besonderen und kindlichen Verehrung der
Gläubigen die selige, immerwährende Jungfrau und Gottesmutter Maria, die
Christus zur Mutter aller Menschen bestimmt hat, und fördert sie die wahre und
echte Verehrung der anderen Heiligen, durch deren Vorbild die Gläubigen auferbaut und durch deren Fürsprache sie gestützt werden.
Can. 1187 — Öffentlich verehrt werden dürfen nur die
Diener Gottes, die durch die Autorität der Kirche in das Verzeichnis der
Heiligen und Seligen aufgenommen worden sind.
Can. 1188 — Der Brauch, in Kirchen heilige Bilder für
die Verehrung durch die Gläubigen anzubringen, ist beizubehalten; sie sind
jedoch in mäßiger Zahl und in angemessener Ordnung aufzustellen, damit beim
christlichen Volk nicht Verwunderung entsteht und kein Anlaß für eine weniger
rechte Verehrung gegeben wird.
Can. 1189 — Wenn die in Kirchen oder Kapellen zur
Verehrung durch die Gläubigen ausgestellten wertvollen Bilder, also solche, die
sich durch Alter, Kunstwert oder Verehrung auszeichnen, restauriert werden
müssen, darf dies niemals ohne schriftlich erteilte Erlaubnis des Ordinarius
geschehen; dieser hat, bevor er die Erlaubnis erteilt, den Rat von
Sachverständigen einzuholen.
Can. 1190 — § 1. Es ist verboten, heilige Reliquien zu
§ 2. Bedeutende Reliquien und ebenso andere, die beim
Volk große Verehrung erfahren, können ohne Erlaubnis des Apostolischen Stuhls
auf keine Weise gültig veräußert oder für immer an einen anderen Ort
§ 3. Die Vorschrift des § 2 gilt auch für Bilder, die
in einer Kirche große Verehrung beim Volk erfahren.
GELÜBDE UND EID
Can. 1191 — § 1. Ein Gelübde, das ist ein Gott
überlegt und frei gegebenes Versprechen, das sich auf ein mögliches und
besseres Gut bezieht, muß kraft der Tugend der Gottesverehrung erfüllt werden.
§ 2. Wenn es nicht vom Recht verboten ist, sind alle
fähig, Gelübde abzulegen, die den entsprechenden Vernunftgebrauch besitzen.
§ 3. Ein Gelübde, das aufgrund schwerer und
unrechtmäßig eingeflößter Furcht oder aufgrund arglistiger Täuschung
abgelegt wurde, ist von Rechts wegen nichtig.
Can. 1192 — § 1. Ein Gelübde ist öffentlich, wenn es
im Namen der Kirche von einem rechtmäßigen Oberen entgegengenommen wird,
anderenfalls ist es privat.
§ 2. Feierlich ist ein Gelübde, wenn es als solches von
der Kirche anerkannt worden ist, anderenfalls ist es einfach.
§ 3. Persönlich ist ein Gelübde, wenn eine Leistung des
Gelobenden versprochen wird; es ist dinglich, wenn irgendeine Sachleistung
versprochen wird; gemischt ist es, wenn es sowohl persönlicher wie dinglicher
Can. 1193 — Das Gelübde verpflichtet aufgrund seiner
Natur nur denjenigen, der es ablegt.
Can. 1194 — Ein Gelübde erlischt durch Ablauf der Zeit,
die als Endpunkt der Verpflichtung festgesetzt wurde, durch wesentliche
Veränderung des versprochenen Gegenstandes, durch Wegfall bzw. Nichteintritt
der Bedingung, von der das Gelübde abhängt, oder seines Beweggrundes, durch
Dispens und durch Umwandlung.
Can. 1195 — Wer die Gewalt über den Gegenstand des
Gelübdes hat, kann die Erfüllung der Verpflichtung so lange aufschieben, wie
die Erfüllung des Gelübdes ihm zum Nachteil gereicht.
Can. 1196 — Außer dem Papst können aus gerechtem Grund
von privaten Gelübden dispensieren, unter der Voraussetzung, daß die Dispens
nicht wohlerworbene Rechte Dritter verletzt:
1° der Ortsordinarius und der Pfarrer alle ihnen
Untergebenen wie auch die Fremden;
2° der Obere eines Ordensinstituts bzw. einer
Gesellschaft des apostolischen Lebens, wenn sie klerikale Verbände päpstlichen
Rechts sind, die Mitglieder, die Novizen und die Personen, die Tag und Nacht in
der Niederlassung des Instituts bzw. der Gesellschaft leben;
3° diejenigen, denen der Apostolische Stuhl oder der
Ortsordinarius die Dispensvollmacht übertragen hat.
Can. 1197 — Die durch ein privates Gelübde versprochene
Leistung kann vom Gelobenden selbst in ein besseres oder gleichwertiges Gut
umgewandelt werden; in eine mindere Leistung aber von dem, der die
Dispensvollmacht nach Maßgabe des can. 1196 hat.
Can. 1198 — Die vor einer Ordensprofeß abgelegten
Gelübde bleiben so lange in der Schwebe, wie der Gelobende in dem
Ordensinstitut bleibt.
Can. 1199 — § 1. Ein Eid, das ist die Anrufung des
göttlichen Namens als Zeugen für die Wahrheit, darf nur geleistet werden in
Wahrheit, Überlegung und Gerechtigkeit.
§ 2. Der Eid, den die Canones vorschreiben oder zulassen,
kann durch einen Vertreter nicht gültig geleistet werden.
Can. 1200 — § 1. Wer freiwillig schwört, etwas tun zu
wollen, ist aufgrund der besonderen Pflicht der Gottesverehrung gehalten zu
erfüllen, was er durch den Eid bekräftigt hat.
§ 2. Ein aufgrund von arglistiger Täuschung, Zwang oder
schwerer Furcht geleisteter Eid ist von Rechts wegen nichtig.
Can. 1201 — § 1. Der Versprechenseid folgt der Natur
und den Bedingungen des Aktes, dem er beigefügt ist.
§ 2. Wenn der Eid einem Akt beigefügt wird, der
unmittelbar zum Schaden anderer, zum Nachteil des öffentlichen Wohls oder des
ewigen Heils führt, erfährt der Akt dadurch keine Bekräftigung.
Can. 1202 — Die durch Versprechenseid entstandene
Verpflichtung entfällt:
1° wenn derjenige verzichtet, zu dessen Gunsten der Eid
geleistet wurde;
2° wenn die beschworene Sache sich wesentlich ändert
oder infolge veränderter Umstände entweder schlecht oder völlig indifferent
wird oder schließlich einem höheren Gut entgegensteht;
3° wenn der Beweggrund oder die Bedingung, unter der der
Eid etwa geleistet wurde, weggefallen bzw. nicht eingetreten ist;
4° durch Dispens oder Umwandlung nach Maßgabe des can.
Can. 1203 — Diejenigen, die ein Gelübde aufschieben,
von ihm dispensieren oder es umwandeln können, haben diese Gewalt in gleicher
Weise auch hinsichtlich des Versprechenseides; wenn aber die Dispens vom Eid
anderen zum Nachteil gereicht und diese es ablehnen, auf die Einhaltung der
Verbindlichkeit zu verzichten, kann allein der Apostolische Stuhl vom Eid
Can. 1204 — Der Eid ist eng auszulegen gemäß dem Recht
und gemäß der Absicht des Schwörenden bzw., wenn dieser arglistig handelt,
gemäß der Absicht dessen, dem der Eid geleistet wird.
Can. 1205 — Heilige Orte sind solche, die für den
Gottesdienst oder das Begräbnis der Gläubigen bestimmt sind durch Weihung oder
Segnung, wie sie die liturgischen Bücher dazu vorschreiben.
Can. 1206 — Die Weihung eines Ortes steht dem
Diözesanbischof zu und jenen, die ihm von Rechts wegen gleichgestellt sind; sie
können jedem Bischof oder, in Ausnahmefällen, einem Priester die Aufgabe
übertragen, die Weihung in ihrem Gebiet vorzunehmen.
Can. 1207 — Heilige Orte werden vom Ordinarius gesegnet;
die Segnung von Kirchen jedoch ist dem Diözesanbischof vorbehalten; jeder von
ihnen aber kann einen anderen Priester dazu delegieren.
Can. 1208 — Über die vollzogene Weihung oder Segnung
einer Kirche, ebenso über die Segnung eines Friedhofs ist eine Urkunde
auszustellen, von der ein Exemplar in der Diözesankurie, ein zweites im Archiv
der Kirche aufzubewahren ist.
Can. 1209 — Die Weihung oder die Segnung eines Ortes
wird, sofern dadurch niemand geschädigt wird, auch durch einen einzigen
einwandfreien Zeugen hinreichend bewiesen.
Can. 1210 — An einem heiligen Ort darf nur das
zugelassen werden, was der Ausübung oder Förderung von Gottesdienst,
Frömmigkeit und Gottesverehrung dient, und ist das verboten, was mit der
Heiligkeit des Ortes unvereinbar ist. Der Ordinarius kann aber im Einzelfall
einen anderen, der Heiligkeit des Ortes jedoch nicht entgegenstehenden Gebrauch
Can. 1211 — Heilige Orte werden geschändet durch dort
geschehene, schwer verletzende, mit Ärgernis für die Gläubigen verbundene
Handlungen, die nach dem Urteil des Ortsordinarius so schwer und der Heiligkeit
des Ortes entgegen sind, daß es nicht mehr erlaubt ist, an ihnen Gottesdienst
zu halten, bis die Schändung durch einen Bußritus nach Maßgabe der
liturgischen Bücher behoben ist.
Can. 1212 — Heilige Orte verlieren ihre Weihung oder
Segnung, wenn sie zu einem großen Teil zerstört oder profanem Gebrauch für
dauernd durch Dekret des zuständigen Ordinarius oder tatsächlich zugeführt
Can. 1213 — Ihre Vollmachten und Aufgaben übt die
kirchliche Autorität an heiligen Orten frei aus.
Can. 1214 — Unter Kirche versteht man ein heiliges, für
den Gottesdienst bestimmtes Gebäude, zu dem die Gläubigen das Recht freien
Zugangs haben, um Gottesdienst vornehmlich öffentlich auszuüben.
Can. 1215 — § 1. Keine Kirche darf ohne ausdrücklich
und schriftlich erteilte Zustimmung des Diözesanbischofs erbaut werden.
§ 2. Der Diözesanbischof darf seine Zustimmung nur
erteilen, wenn er nach Anhören des Priesterrates und der Rektoren der
benachbarten Kirchen der Auffassung ist, daß die neue Kirche dem Heil der
Seelen dienen kann und daß die für den Bau der Kirche und für den
Gottesdienst notwendigen Mittel nicht fehlen.
§ 3. Auch Ordensinstitute müssen, selbst wenn sie die
Zustimmung zur Errichtung einer neuen Niederlassung in der Diözese oder der
Stadt vom Diözesanbischof erhalten haben, dessen Erlaubnis einholen, bevor sie
eine Kirche an einem bestimmten Ort bauen.
Can. 1216 — Bei Bau und Wiederherstellung von Kirchen
sind die Grundsätze und Normen der Liturgie und der sakralen Kunst unter
Beiziehung des Rates von Sachverständigen zu beachten.
Can. 1217 — § 1. Nach ordnungsmäßiger Vollendung des
Baues ist die neue Kirche unter Einhaltung der liturgischen Gesetze
baldmöglichst zu weihen oder wenigstens zu segnen.
§ 2. Vor allem die Kathedral- und die Pfarrkirchen sind
in feierlichem Ritus zu weihen.
Can. 1218 — Jede Kirche muß ihren Titel haben, der nach
vollzogener Weihe nicht geändert werden kann.
Can. 1219 — In einer rechtmäßig geweihten oder
gesegneten Kirche können alle gottesdienstlichen Handlungen vorgenommen werden,
unter Wahrung der pfarrlichen Rechte.
Can. 1220 — § 1. Alle, die es angeht, haben dafür zu
sorgen, daß in den Kirchen jene Sauberkeit und Zierde gewahrt werden, die einem
Gotteshaus ziemen, und daß von ihm ferngehalten wird, was mit der Heiligkeit
des Ortes unvereinbar ist.
§ 2. Zum Schutz von heiligen und kostbaren Sachen ist in
ordentlicher Weise für die Erhaltung zu sorgen und sind geeignete
Sicherungsmaßnahmen anzuwenden.
Can. 1221 — Der Zugang zu einer Kirche muß zur Zeit
gottesdienstlicher Feiern frei und kostenlos sein.
Can. 1222 — § 1. Wenn eine Kirche in keiner Weise mehr
zum Gottesdienst verwendet werden kann und keine Möglichkeit besteht, sie
wiederherzustellen, kann sie vom Diözesanbischof profanem, aber nicht
unwürdigem Gebrauch zurückgegeben werden.
§ 2. Wo andere schwerwiegende Gründe es nahelegen, eine
Kirche nicht mehr zum Gottesdienst zu verwenden, kann sie der Diözesanbischof
nach Anhören des Priesterrates profanem, aber nicht unwürdigem Gebrauch
zurückgeben, vorausgesetzt, daß diejenigen, die rechtmäßig Rechte an der
Kirche beanspruchen, zustimmen und das Heil der Seelen dadurch keinen Schaden
KAPELLEN UND PRIVATKAPELLEN
Can. 1223 — Unter Kapelle versteht man einen Ort, der
mit Erlaubnis des Ordinarius für den Gottesdienst zugunsten einer Gemeinschaft
oder eines dort zusammenkommenden Kreises von Gläubigen bestimmt ist, zu dem
mit Zustimmung des zuständigen Oberen auch andere Gläubige Zugang erhalten
Can. 1224 — § 1. Der Ordinarius darf die erforderliche
Erlaubnis zur Einrichtung einer Kapelle nur erteilen, wenn er den für die
Kapelle bestimmten Ort zuvor selbst oder durch einen Beauftragten besichtigt und
als geziemend ausgestattet befunden hat.
§ 2. Nach Erteilung der Erlaubnis darf die Kapelle nicht
ohne die Ermächtigung desselben Ordinarius profanem Gebrauch zugeführt werden.
Can. 1225 — In rechtmäßig eingerichteten Kapellen
können alle gottesdienstlichen Feiern vollzogen werden, wenn nicht von Rechts
wegen oder durch Vorschrift des Ortsordinarius Einschränkungen gemacht werden
oder liturgische Normen entgegenstehen.
Can. 1226 — Unter Privatkapelle versteht man einen Ort,
der mit Erlaubnis des Ortsordinarius dem Gottesdienst zugunsten einer einzelnen
oder mehrerer physischer Personen bestimmt ist.
Can. 1227 — Bischöfe können sich eine Privatkapelle
einrichten; sie hat dieselben Rechte wie eine Kapelle.
Can. 1228 — Unter Wahrung von can. 1227, ist zur
Meßfeier oder zu anderen gottesdienstlichen Feiern in einer Privatkapelle die
Erlaubnis des Ortsordinarius erforderlich.
Can. 1229 — Es ist angemessen, daß Kapellen und
Privatkapellen nach dem in den liturgischen Büchern vorgeschriebenen Ritus
gesegnet werden; sie müssen jedoch allein dem Gottesdienst vorbehalten und von
allem häuslichen Gebrauch frei bleiben.
Can. 1230 — Unter Heiligtum versteht man eine Kirche
oder einen anderen heiligen Ort, zu dem aus besonderem Frömmigkeitsgrund
zahlreiche Gläubige mit Gutheißung des Ortsordinarius pilgern.
Can. 1231 — Damit ein Heiligtum Nationalheiligtum
genannt werden kann, muß die Anerkennung der Bischofskonferenz hinzukommen;
damit es internationales Heiligtum genannt werden kann, ist die Anerkennung des
Heiligen Stuhls erforderlich.
Can. 1232 — § 1. Zuständig zur Genehmigung der
Statuten eines Diözesanheiligtums ist der Ortsordinarius, eines
Nationalheiligtums die Bischofskonferenz, eines internationalen Heiligtums
allein der Heilige Stuhl.
§ 2. In den Statuten sind besonders der Zweck, die
Autorität des Rektors, die Eigentumsverhältnisse und die Vermögensverwaltung
Can. 1233 — Heiligtümern können einige Privilegien
gewährt werden, sooft das die örtlichen Gegebenheiten, die Zahl der Pilger und
besonders das Heil der Gläubigen anzuraten scheinen.
Can. 1234 — § 1. In Heiligtümern sind den Gläubigen
reichlicher die Heilsmittel anzubieten durch eifrige Verkündigung des
Gotteswortes, durch geeignete Pflege des liturgischen Lebens, besonders der
Feier der Eucharistie und des Bußsakramentes, wie auch der gutgeheißenen
Formen der Volksfrömmigkeit.
§ 2. Volkskünstlerische Votivgaben und
Frömmigkeitsdokumente sind in den Heiligtümern oder in deren Nähe sichtbar
aufzustellen und sicher aufzubewahren.
Can. 1235 — § 1. Ein Altar, d.h. ein Tisch, auf dem das
eucharistische Opfer gefeiert wird, wird feststehender Altar genannt, wenn er so
gebaut ist, daß er mit dem Boden verbunden ist und deshalb nicht wegbewegt
werden kann; Tragaltar hingegen, wenn er wegbewegt werden kann.
§ 2. Es empfiehlt sich, daß in jeder Kirche ein
feststehender Altar vorhanden ist, an den übrigen, für gottesdienstliche
Feiern bestimmten Orten ein feststehender Altar oder ein Tragaltar.
Can. 1236 — § 1. Nach überkommenem kirchlichen Brauch
hat die Tischplatte eines feststehenden Altars steinern zu sein, und zwar aus
einem einzigen Naturstein; nach dem Urteil der Bischofskonferenz kann jedoch
auch anderes würdiges und haltbares Material verwendet werden. Der Altarsockel,
d.h. der Unterbau, kann aus jedem beliebigen Material angefertigt werden.
§ 2. Ein Tragaltar kann aus jedem beliebigen haltbaren,
dem liturgischen Gebrauch entsprechenden Material angefertigt werden.
Can. 1237 — § 1. Feststehende Altäre sind zu weihen,
Tragaltäre zu weihen oder zu segnen, nach den in den liturgischen Büchern
vorgeschriebenen Riten.
§ 2. Die alte Tradition, unter einem feststehenden Altar
Reliquien von Märtyrern oder anderen Heiligen beizusetzen, ist nach den
überlieferten Normen der liturgischen Bücher beizubehalten.
Can. 1238 — § 1. Ein Altar verliert seine Weihung oder
Segnung nach Maßgabe von can. 1212.
§ 2. Durch die Rückführung einer Kirche oder eines
anderen heiligen Ortes zu profanem Gebrauch verlieren weder ein feststehender
Altar noch ein Tragaltar ihre Weihung oder Segnung.
Can. 1239 — § 1. Ein feststehender Altar wie ein
Tragaltar ist unter Ausschluß jedweden profanen Gebrauchs allein dem
Gottesdienst vorbehalten.
§ 2. Unter einem Altar darf kein Leichnam bestattet sein;
andernfalls ist es nicht erlaubt, auf ihm die Messe zu feiern.
Can. 1240 — § 1. Wo es möglich ist, soll es
kircheneigene Friedhöfe geben oder auf weltlichen Friedhöfen wenigstens
Bereiche, die für das Begräbnis der verstorbenen Gläubigen bestimmt sind; sie
sind ordnungsgemäß zu segnen.
§ 2. Wenn das jedoch nicht erreicht werden kann, sind
jeweils die einzelnen Gräber ordnungsgemäß zu segnen.
Can. 1241 — § 1. Pfarreien und Ordensinstitute können
einen eigenen Friedhof besitzen.
§ 2. Auch andere juristische Personen oder Familien
können einen besonderen Friedhof, d.h. eine Grabanlage haben, die nach dem
Urteil des Ortsordinarius zu segnen ist.
Can. 1242 — In Kirchen dürfen Leichname nicht begraben
werden, sofern es sich nicht um die Beerdigung des Papstes, der Kardinäle oder
der Diözesanbischöfe, auch emeritierter, in ihrer eigenen Kirche handelt.
Can. 1243 — Zur Wahrung der Friedhofsordnung, besonders
hinsichtlich Schutz und Pflege des heiligen Charakters des Friedhofs, sind durch
Partikularrecht geeignete Normen zu erlassen.
Can. 1244 — § 1. Für die ganze Kirche gemeinsame
Feiertage und Bußtage einzuführen, zu verlegen und aufzuheben, ist allein
Sache der höchsten kirchlichen Autorität, unbeschadet der Norm von can. 1246
§ 2. Die Diözesanbischöfe können für ihre Diözesen
oder für einzelne Orte besondere Feiertage oder Bußtage im Einzelfall
Can. 1245 — Unbeschadet des Rechtes der
Diözesanbischöfe nach can. 87, kann der Pfarrer aus gerechtem Grund und nach
den Vorschriften des Diözesanbischofs in einzelnen Fällen von der Pflicht zur
Beachtung eines Feiertages oder Bußtages dispensieren oder diese Pflicht in
andere fromme Werke umwandeln; das gleiche kann auch der Obere eines
Ordensinstituts oder einer Gesellschaft des apostolischen Lebens, sofern es sich
um einen klerikalen Verband päpstlichen Rechtes handelt, hinsichtlich der
eigenen Untergebenen und anderer Personen, die Tag und Nacht im Hause leben.
Can. 1246 — § 1. Der Sonntag, an dem das österliche
Geheimnis gefeiert wird, ist aus apostolischer Tradition in der ganzen Kirche
als der gebotene ursprüngliche Feiertag zu halten. Ebenso müssen gehalten
werden die Tage der Geburt unseres Herrn Jesus Christus, der Erscheinung des
Herrn, der Himmelfahrt und des heiligsten Leibes und Blutes Christi, der
heiligen Gottesmutter Maria, ihrer Unbefleckten Empfängnis und ihrer Aufnahme
in den Himmel, des heiligen Joseph, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und
schließlich Allerheiligen.
§ 2. Die Bischofskonferenz kann jedoch, nach vorheriger
Genehmigung des Apostolischen Stuhles, einige der gebotenen Feiertage aufheben
oder auf einen Sonntag verlegen.
Can. 1247 — Am Sonntag und an den anderen gebotenen
Feiertagen sind die Gläubigen zur Teilnahme an der Meßfeier verpflichtet; sie
haben sich darüber hinaus jener Werke und Tätigkeiten zu enthalten, die den
Gottesdienst, die dem Sonntag eigene Freude oder die Geist und Körper
geschuldete Erholung hindern.
Can. 1248 — § 1. Dem Gebot zur Teilnahme an der
Meßfeier genügt, wer an einer Messe teilnimmt, wo immer sie in katholischem
Ritus am Feiertag selbst oder am Vorabend gefeiert wird.
§ 2. Wenn wegen Fehlens eines geistlichen Amtsträgers
oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund die Teilnahme an einer
Eucharistiefeier unmöglich ist, wird sehr empfohlen, daß die Gläubigen an
einem Wortgottesdienst teilnehmen, wenn ein solcher in der Pfarrkirche oder an
einem anderen heiligen Ort gemäß den Vorschriften des Diözesanbischofs
gefeiert wird, oder daß sie sich eine entsprechende Zeit lang dem persönlichen
Gebet oder dem Gebet in der Familie oder gegebenenfalls in Familienkreisen
Can. 1249 — Alle Gläubigen sind, jeder auf seine Weise,
aufgrund göttlichen Gesetzes gehalten, Buße zu tun; damit sich aber alle durch
eine bestimmte gemeinsame Beachtung der Buße miteinander verbinden, werden
Bußtage vorgeschrieben, an welchen die Gläubigen sich in besonderer Weise dem
Gebet widmen, Werke der Frömmigkeit und der Caritas verrichten, sich selbst
verleugnen, indem sie die ihnen eigenen Pflichten getreuer erfüllen und nach
Maßgabe der folgenden Canones besonders Fasten und Abstinenz halten.
Can. 1250 — Bußtage und Bußzeiten für die ganze
Kirche sind alle Freitage des ganzen Jahres und die österliche Bußzeit.
Can. 1251 — Abstinenz von Fleischspeisen oder von einer
anderen Speise entsprechend den Vorschriften der Bischofskonferenz ist zu halten
an allen Freitagen des Jahres, wenn nicht auf einen Freitag ein Hochfest fällt:
Abstinenz aber und Fasten ist zu halten an Aschermittwoch und Karfreitag.
Can. 1252 — Das Abstinenzgebot verpflichtet alle, die
das vierzehnte Lebensjahr vollendet haben; das Fastengebot verpflichtet alle
Volljährigen bis Zum Beginn des sechzigsten Lebensjahres. Die Seelsorger und
die Eltern sollen aber dafür sorgen, daß auch diejenigen, die wegen ihres
jugendlichen Alters zu Fasten und Abstinenz nicht verpflichtet sind, zu einem
echten Verständnis der Buße geführt werden.
Can. 1253 — Die Bischofskonferenz kann die Beobachtung
von Fasten und Abstinenz näher bestimmen und andere Bußformen, besonders Werke
der Caritas und Frömmigkeitsübungen, ganz oder teilweise an Stelle von Fasten
und Abstinenz festlegen.

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