Source: http://private-krankenversicherung-2.de/
Timestamp: 2016-05-29 11:30:45+00:00

Document:
Private Krankenversicherung — private-krankenversicherung-2.de
private-krankenversicherung-2.de
Mehr Informationen anzeigen Private Krankenversicherung
Unternehmen der Privaten Krankenversicherung in Deutschland
Die Private Krankenversicherung (PKV) wird von privatrechtlichen Unternehmen in Form von Aktiengesellschaften, zurzeit 24 Unternehmen, und Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit, zurzeit 19 Unternehmen, betrieben. Deren Rechtsgrundlage bilden das Unternehmensrecht, das § 193 Versicherungsvertragsgesetz und das Versicherungsaufsichtsgesetz. Damit kommt in der PKV die Krankenversicherung durch einen privatrechtlichen Vertrag zustande, worauf auch die Bezeichnung private Krankenversicherung basiert. Es entsteht ein freiwilliges Rechtsverhältnis, das für den Versicherungsnehmer die Pflicht zur Zahlung der vereinbarten Beiträge sowie das Recht auf die Vertragsleistungen bei Eintritt des Versicherungsfalls beinhaltet. Alle Unternehmen der PKV mit Sitz in Deutschland unterstehen dabei der Rechts- und Finanzaufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. (Die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung hingegen sind ausschließlich Körperschaften des öffentlichen Rechts, die der staatlichen Rechtsaufsicht durch das Bundesversicherungsamt oder durch die länderspezifischen Aufsichtsbehörden unterliegen.) Der Begriff steht auch als Überbegriff für die Gesamtheit der Versicherungsunternehmen, die eine solche Versicherung anbieten.
Größte Unternehmen nach Vollversichertenzahl
Die allgemeinen Interessen der PKV sowie der Privaten Pflegeversicherung werden vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. vertreten. Der PKV-Verband ist erster Ansprechpartner bei sozial- und ordnungspolitischen Fragen, er nimmt an parlamentarischen Anhörungen teil und bringt die PKV-Positionen in die nationale und europäische Gesetzgebung ein. Er berät bei Grundsatzfragen der Tarifgestaltung und bei der Einführung neuer Tarife. Die Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten und die Postbeamtenkrankenkasse als Körperschaften des öffentlichen Rechts sind Sozialeinrichtungen der jeweiligen Unternehmen und gehören dem PKV-Verband als "verbundene Einrichtungen" an. Der PKV-Verband sitzt in Köln und in Berlin.
Im Jahr 2014 hatten in Deutschland etwa 8,83 Mio. Menschen bzw. 11 Prozent der Bevölkerung eine private Krankenvollversicherung und wendeten hierfür 36 Milliarden Euro auf. Im Jahr 2002 waren es noch 7,9 Millionen Menschen gewesen. Private Krankenzusatzversicherung
Mit 13,6 Millionen machen die Zahntarife 2012 den größten Anteil unter den Zusatzversicherungen aus. Rund 7,7 Millionen Versicherungen bestanden überdies für Tarife im ambulanten Bereich, fast 6,4 Millionen Versicherungen für Wahltarife im Krankenhaus. Überdies gab es 8,2 Millionen Krankenhaustagegeldversicherungen, 3,6 Millionen Krankentagegeldversicherungen und 2,2 Millionen Pflege-Zusatzversicherungen. Insbesondere bei den Pflege-Zusatzversicherunggen ist ein hohes Wachstum zu erkennen: 2014 gab es bereits über 3 Millionen Verträge, davon fast 550.000 staatlich geförderte Pflege-Zusatzversicherungen ("Pflege-Bahr").
Eine private Krankenvollversicherung kommt für alle Personen in Betracht, die nicht bereits nach § 5 SGB V in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind. Dies sind in der Regel:
Arbeiter, Angestellte sowie freiberuflich tätige Künstler1 und Journalisten1 mit einem Bruttoeinkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2015: 54.900 Euro)
Erstmals Beihilfeberechtigte (Beamte auf Probe und Lebenszeit, aber nicht Beamte auf Widerruf/ Beamtenanwärter) können sich zudem im Rahmen der sogenannten "Öffnungsaktion" bei teilnehmenden privaten Krankenversicherungen unabhängig von Vorerkrankungen (damit auch Behinderungen) und mit einem Risikozuschlag von maximal 30 Prozent versichern.
Erhält eine versicherte Person z.B. nach dem Ende eines Studiums oder nach Aufgabe der Selbständigkeit direkt Arbeitslosengeld II (Hartz IV), bleibt der private Krankenversicherungsschutz bestehen (§ 5 Abs. 5a SGB V). Bei Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II oder SGB XII wird von dem zuständigen Sozialleistungsträger jedoch nur der Beitrag zu einer Versicherung im Basistarif übernommen.
Unabhängig vom Versicherungsstatus der Eltern können Kinder privat oder auch gesetzlich versichert werden (manche Unternehmen versichern Kinder auch alleine). Allerdings ist in der PKV für jedes Kind ein eigener Beitrag zu zahlen (es gibt keine Familienversicherung wie in der GKV). Ist der Elternteil mit dem höheren Einkommen in der PKV versichert, die Eltern miteinander verheiratet und liegt das Gesamteinkommen regelmäßig im Monat über einem Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze, ist jedoch ohnehin keine kostenlose Familienversicherung in der GKV möglich (§ 10 Abs. 3 SGB V). Es besteht dann Wahlmöglichkeit zwischen der Beitragspflicht in der GKV (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 SGB V) oder in der PKV. Privatversicherte Eltern müssen ihr Kind nicht zwangsläufig beim gleichen Anbieter versichern, weil manche Unternehmen Kinder auch alleine versichern. Wenn Eltern jedoch schon mindestens drei Monate bei ihrem Unternehmen versichert sind und das Kind spätestens zwei Monate nach der Geburt beim gleichen Unternehmen versichern, ist dieses ohne die sonst übliche Gesundheitsprüfung möglich.www.pkv.de(§ 198 Abs. 1 VVG) Der Geburt eines Kindes steht die Adoption gleich, sofern das Kind zum Zeitpunkt der Adoption noch minderjährig ist, allerdings kann bei Adoption ein Risikozuschlag von bis zu 100 Prozent des Beitrags gefordert werden (§ 198 Abs. 2 VVG).
Nach §192 Abs. 1 VVG leistet die Private Krankenversicherung im vereinbarten Umfang, d. h. tarifabhängig, für medizinisch notwendige Heilbehandlungen und sonstige vereinbarte Leistungen sowie für ambulante Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten nach gesetzlich eingeführten Programmen. PKV-Versicherte haben damit (anders als gesetzlich Versicherte) eine lebenslange, rechtlich gesicherte Garantie über den einmal abgeschlossenen Versicherungsschutz, sofern sie ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen.
Die Höhe des Beitrags zum Basistarif ist gemäß § 12 Abs. 1c VAG auf den Höchstbeitrag der GKV begrenzt. Dieser ergibt sich aus der Multiplikation des allgemeinen Beitragssatzes mit der jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung, zuzüglich des durchschnittlichen Zusatzbeitrags gemäß § 242a Abs. 2 SGB V. Der Höchstbeitrag liegt 2014 bei 627,75 Euro (4.050,00 Euro x 15,5 % zzgl. 0 Euro). Der individuelle Beitrag zum Basistarif kann aber je nach Versicherungsunternehmen niedriger ausfallen als der Höchstbeitrag. Kann ein Versicherter nachweisen, dass durch den zu zahlenden Krankenversicherungsbeitrag Hilfebedürftigkeit nach § 12 Abs. 1c VAG entsteht, wird der Beitrag halbiert. Bei Beziehern von Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II, Sozialgeld) oder dem SGB XII (Sozialhilfe) wird der Beitrag ebenfalls auf die Hälfte reduziert und von den Grundsicherungsträgern übernommen.
Durch die in der privaten Krankenversicherung gebildeten Rücklagen und die Überzinsen der Alterungsrückstellungen (s.o.) hat die private Krankenversicherung Einnahmen, die nicht aus Beiträgen resultieren. Sind die Annahmen über die zu bildenden Rückstellungen korrekt, bleiben die Beiträge stabil. Sind die Annahmen von den tatsächlich eingetretenen Kosten, Zinsen, Zu- und Abgängen im Versicherungskollektiv abgewichen, ergibt sich eine Beitragsveränderung. Eine Beitragserhöhung in der PKV löst ein Sonderkündigungsrecht aus, das allerdings seit 2009 durch die allgemeine Krankenversicherungspflicht eingeschränkt wird. Kann der Versicherte keine Folgeversicherung nachweisen, bleibt eine Kündigung wirkungslos. Folgende Faktoren sind nach §12 VAG ausschlaggebend:
Eine Unabhängige Expertenkommission im Auftrag der Bundesregierung kam 2007 zu dem Ergebnis, die Alterungsdeckungrückstellungen seien durch die in der Vergangenheit eingetretene steigende Lebenserwartung und Ausweitung der medizinischen Möglichkeiten tendenziell zu gering kalkuliert worden. Deshalb seien die Beiträge gestiegen.
Befragungen im Rahmen des Sozio-oekonomischen Panels des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Zeitschrift Finanztest stellten voneinander unabhängig einen durchschnittlichen Anstieg der Beiträge für private Krankenversicherungen von inflationsbereinigt 3,8 % bis 4,0 % pro Jahr im Zeitraum von 1985 bis 2005 fest. Das DIW folgert in diesem Zusammenhang einen fast doppelt so starken Anstieg der Prämien der privaten Krankenversicherer im Vergleich zu den Beiträgen der gesetzlichen Kassen in diesem Zeitraum. Bei Betrachtung der absoluten Prämien haben diese sich laut FAZ zwischen 1985 und 2005 mehr als verdreifacht, wenngleich die durchschnittliche Prämie, die ein Kunde an seine private Versicherung überweise, immer noch deutlich unter dem Krankenversicherungsbeitrag vergleichbarer freiwillig Versicherter der gesetzlichen Krankenversicherung liege.
Einem Urteil des Bundesgerichtshofs zufolge dürfen Ärzte und Zahnärzte bei durchschnittlich schwierigen und/oder durchschnittlich zeitaufwändigen Leistungen den „Regelhöchstsatz“, also den durchschnittlichen Steigerungssatz (Faktor 2,3) der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bzw. Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) liquidieren. Mit der Novellierung der GOZ zum 1. Januar 2012 wurde dies auch in dieser Verordnung klargestellt. Eine Abweichung des Multiplikators nach oben muss begründet werden. Wird der 3,5-fache Satz überschritten, ist dafür vor Beginn der Behandlung eine schriftliche Vereinbarung mit dem Patienten notwendig. Die Erstattungshöhe der PKV kann jedoch durch die Regelungen des Versicherungstarifs auf einen bestimmten Multiplikator (meist 3,5-fach) begrenzt sein.
Übersteigen die Kosten einer Behandlung voraussichtlich 2.000 Euro, haben Privatversicherte nach § 192 VVG Anspruch darauf, vor Beginn von ihrer Versicherung verbindlich Auskunft darüber zu erhalten, welche Leistungen die Versicherung übernimmt. Bei Beihilfeberechtigten gilt der Auskunftsanspruch bereits ab erwarteten Kosten von 1.000 Euro. In dringenden Fällen muss die Versicherung die Auskunft innerhalb von zwei Wochen erteilen, sonst in vier Wochen. Wird die Frist versäumt, darf der Versicherte davon ausgehen, dass die Behandlung medizinisch notwendig war und damit erstattet wird. Verweigert ein Kostenerstatter seine Zusage, muss der Versicherte die Kosten bei ordnungsgemäßer Rechnung selbst übernehmen.
Siehe: Gesetzliche Krankenversicherung#Unterschiede zwischen GKV und PKV
COMPASS-Pflegeberatung der Privaten Krankenversicherung
MEDICPROOF - Medizinischer Dienst der Privaten Krankenversicherung
Zentrum für Qualität in der Pflege – Stiftung der Privaten Krankenversicherung
www.derprivatpatient.de - Serviceportal des PKV-Verbandes für Privatversicherte
www.pflegeberatung.de - Verbraucherportal des PKV-Verbandes zum Thema Pflege
↑ Bruttobeiträge des Geschäftsjahres 2012 bezogen auf die Krankenversicherungssparten der Unternehmen
↑ Zahlenberichte des PKV-Verbandes. Abgerufen am 17. März 2015. ↑ PKV-Zahlen 2014. Abgerufen am 17. März 2015. ↑ PKV-Zahlen 2014. Abgerufen am 17. März 2015. ↑ PKV-Rechenschaftsbericht 2012
↑ Seit dem 21. Dezember 2012 dürfen in Deutschland nur noch sogenannte "Unisex-Tarife" angeboten werden, nach dem Geschlecht wird seitdem nicht mehr differenziert.GDV-Information vom 20. September 2012
↑ Bundesregierung: Schuldenfalle wird beseitigt, zuletzt abgerufen am 30. Juli 2013.
↑ Catherine Hoffmann: "Die Privaten schlagen zu" FAZ vom 17. Dezember 2007
↑ Die Bedeutung von Wettbewerb im Bereich der privaten Krankenversicherungen vor dem Hintergrund der erwarteten demografischen Entwicklung (PDF; 1,4 MB) IGES-Institut. 25. Januar 2010. Abgerufen am 17. Oktober 2013.
↑ DAV zur Beitragsentwicklung in der PKV. Deutsche Aktuarvereinigung. 30. Juni 2011. Abgerufen am 17. Oktober 2013.
↑ Argumentationspapier des PKV-Verbands zum Thema „Alterungsrückstellungen“
↑ BGH, Az: III ZR 54/07 vom 8. November 2007. Juris.bundesgerichtshof.de. 8. November 2007. Abgerufen am 25. Juni 2010.
↑ Landeszahnärztekammer: GOZ-Fibel. Kommentar zur Berechnung ausgewählter Leistungen S. 35.
Füllen Sie dieses Formular aus und wir werden uns mit weiteren Informationen zum Thema Private Krankenversicherung bei Ihnen melden.*
*Ihre Daten sind bei uns sicher! Wir verwenden Ihre Mailadresse lediglich zum Versand unseres Newsletters und werden Sie nicht an Dritte weitergeben. Weitere Informationen zum Datenschutz und der Sicherheit Ihrer persönlichen Daten können Sie unserer Datenschutzrichtlinie entnehmen, die Sie hinter dem folgenden Link finden: Datenschutzrichtline von private-krankenversicherung-2.de
Web: http://private-krankenversicherung-2.de
Auf private-krankenversicherung-2.de erhalten Sie detaillierte Informationen zum Thema Private Krankenversicherung.
Copyright © 2016 private-krankenversicherung-2.de
Diese Datenschutzerklärung klärt Nutzer über die Art, den Umfang und Zwecke der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten durch den verantwortlichen Anbieter private-krankenversicherung-2.de - Jakob Filtzer, Wolbeckerstraße 31, 48145 Münster | Telefon: +49-251-13402357 | E-Mail: anylegend@nym.hush.com auf dieser Website (im folgenden “Angebot”) auf.

References: § 193
 § 5
 §192
 § 12
 § 242
 § 12
 §12
 § 192