Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.11.1997&Aktenzeichen=XII%20ZR%20281/95
Timestamp: 2019-07-19 07:24:02+00:00

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BGH, 19.11.1997 - XII ZR 281/95 - dejure.org
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BGH, 19.11.1997 - XII ZR 281/95 (https://dejure.org/1997,760)
BGH, Entscheidung vom 19.11.1997 - XII ZR 281/95 (https://dejure.org/1997,760)
BGH, Entscheidung vom 19. November 1997 - XII ZR 281/95 (https://dejure.org/1997,760)
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Schadensersatz wegen Mietausfalls und nicht ausgeführter Reparaturen - Verletzung der vertraglich vereinbarten Verpflichtung zur Instandhaltung und Rückgabe der Sache in einwandfreiem Zustand - Selbstvornahmerecht des Vermieters - Verjährung von Ersatzansprüchen des Vermieters wegen Veränderungen oder Verschlechterungen der Mietsache - Einheitlicher Fristbeginn für alle voraussehbaren künftigen Mietausfälle - Grundsatz der Schadenseinheit - Unterbrechung der Verjährung für künftige Mietausfälle selbst bei einheitlichem Verzugsschaden - Unterbrechung der Verjährung nur hinsichtlich des rechtshängig gemachten Teils des entstandenen Schadens
Keine Verjährungsunterbrechung für künftige Mietausfälle durch Leistungsklage trotz einheitlichen Verzugsschadens (Klarstellung zu BGH ZIP 1995, 388)
Verjährung künftiger Mietausfälle; Einheitlichkeit des Verzugsschadens; keine Verjährungshemmung durch Beweisverfahren
BGB § 326 Abs. 1 S. 2, § 558 Abs. 1
Zur Unterbrechung und Hemmung der Verjährung bei einheitlichem Verzugsschaden
NJW 1998, 1303
ZIP 1998, 428
MDR 1998, 272
NZM 1998, 147
ZMR 1998, 208
WM 1998, 566
DB 1998, 815
Denn der Beginn der Verjährungsfrist gilt einheitlich für alle voraussehbaren künftigen Mietausfälle, die aus der Verletzung der vertraglichen Instandsetzungspflichten folgen, ohne daß es auf den jeweiligen monatlichen Entstehungszeitpunkt der Mietausfälle ankommt (vgl. BGHZ 50, 21, 23 f.; Senatsurteil vom 19. November 1997 - XII ZR 281/95 -, zur Veröffentlichung bestimmt).
Die Hemmung der Verjährung ist allein auf den rechtshängig gemachten Teil des entstandenen Schadens beschränkt (BGH; Urteil vom 19.11.1997, XII ZR 281/9, NJW 1998, 1303; OLG Düsseldorf, Urteil vom 20.09.2007, I-6 U 122/06, WM 2008, 66/70).
a) Derartige Ansprüche verjähren gemäß § 558 Abs. 1 BGB in sechs Monaten (vgl. BGH NJW 1998, 1303; NJW 1995, 252).
b) Die Verjährungsfrist beginnt nach § 558 Abs. 2 1. Alt. BGB mit der Rückgabe der Mietsache, frühestens jedoch mit dem Eintreten der Voraussetzungen des § 326 Abs. 1 S. 2 BGB, d.h. mit der Umwandlung des ursprünglichen Erfüllungsanspruchs in den Anspruch auf Schadensersatz wegen Nichterfüllung (vgl. BGH NJW 1998, 1303 unter II.1.c)).
e) Mangels einer § 477 Abs. 2 BGB entsprechenden Vorschrift im Mietrecht blieb das selbständige Beweisverfahren als solches ohne verjährungsrechtliche Folgen (vgl. BGH NJW 1995, 252 unter II.2.b), bestätigt durch BGH NJW 1998, 1303 unter II.1.c)).
Die Absprachen sind des weiteren nicht als Verhandlungen im Sinne des § 852 Abs. 2 BGB anzusehen (zur Anwendbarkeit dieser Vorschrift auf die Verjährungsfrist des § 558 BGB s. BGH NJW 1985, 798, bestätigt durch BGH NJW 1998, 1303 unter II.1.c)).
b) Die Kläger könnten ihre Ansprüche vielmehr nur als Schadensersatz wegen Verzuges der Beklagten mit der Renovierung der Räume (sogenannter Mietausfallschaden, vgl. BGH NJW 1995, 252; NJW 1998, 1303) geltend machen.
Auch soweit sie ursprünglich rechtzeitig innerhalb der Verjährungsfrist gerichtlich geltend gemacht worden waren (insoweit gilt § 224 BGB nur eingeschränkt, vgl. BGH NJW 1995, 252 unter II.3.), sind diese Ansprüche selbständig verjährt: Die kurze Verjährungsvorschrift des § 558 Abs. 1 BGB gilt auch für Ansprüche auf Ersatz von Mietausfallschäden (BGH NJW 1995, 252; NJW 1998, 1303), die Ausführungen unter 1.f), g) gelten entsprechend.
Die Rechtshängigkeit von Mietausfallschäden für den Zeitraum 1994 unterbrach nicht die Verjährung für die Folgezeiträume (vgl. BGH NJW 1998, 1303).
Das gilt auch für Verzugsschäden (vgl. zum alten Recht BGH, Urteil vom 28. Oktober 1968 - VII ZR 35/66, VersR 1969, 60, 61; Urteil vom 19. November 1997 - XII ZR 281/95, NJW 1998, 1303, 1304).
Wird - erkennbar oder nicht erkennbar (Staudinger-Peters/Jakoby, BGB Bearb. 2009 § 204 RN 17) - eine Teilklage geltend gemacht, beschränkt sich die Hemmung der Verjährung nur auf den eingeklagten Teil des Anspruchs (…Staudinger-Peters / Jakoby a.a.O. RN 20; BGHZ 66, 142 Juris RN 19; BGH NJW 1998, 1303, Juris RN 22).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist nämlich eine Fristsetzung mit Ablehnungsandrohung entbehrlich, wenn der Schuldner die Erfüllung des Anspruchs ernsthaft und endgültig verweigert hat und wenn deshalb eine Fristsetzung eine reine Förmelei wäre (BGHZ 49, 56, 59; Senatsurteil vom 19. November 1997 - XII ZR 281/95 - NJW 1998, 1303, 1304 m.w.N.).
a) Zwar gehört auch der hier umstrittene Mietausfall zu den gemäß § 548 Abs. 1 BGB binnen sechs Monaten nach Rückgabe der Mietsache verjährenden Ersatzansprüchen des Vermieters, wenn der Mietausfall, wie der Kläger behauptet, darauf beruht, dass die Räume wegen des bis zum Ablauf des Monats November 2007 andauernden vertragswidrigen Zustands nicht weiter vermietbar waren, obwohl sie bei intaktem Zustand hätten vermietet werden können (vgl. BGH NJW 1998, 1303 f sub II.1; BGHZ 104, 6, 12).
AG Wetzlar, 08.01.2013 - 38 C 1389/12
Intensive Geruchsbeeinträchtigung durch Mieter ist Kündigungsgrund!
KG, 23.07.2001 - 20 U 487/00
Anforderungen an die Darlegung eines Schadensersatzanspruchs des Vermieters wegen …

References: BGH 
 § 326
 § 558
 § 558
 BGH 
 § 558
 § 326
 BGH 
 § 477
 BGH 
 BGH 
 § 852
 § 558
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 224
 BGH 
 § 558
 BGH 
 § 204
 BGH 
 § 548
 BGH