Source: https://www.pnhr.de/faq-umsatzsteuer
Timestamp: 2018-05-27 10:33:55+00:00

Document:
Wie hoch ist der umsatzsteuerliche Steuersatz?
Der Regelsteuersatz der Umsatzsteuer beträgt seit dem 01.01.2007 19%. Der ermäßigte Steuersatz der Umsatzsteuer beträgt 7%.
Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in § 12 UStG.
Welche Fristen sind bei der Abgabe von Umsatzsteuererklärungen zu beachten?
Besteuerungszeitraum der Umsatzsteuer ist grundsätzlich das Kalenderjahr. Daher ist im Folgejahr bis zum 31.05. eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung einzureichen. Erfolgt die Abgabe der Umsatzsteuer-Jahreserklärung durch einen steuerlichen Berater, gilt automatisch eine verlängerte Abgabefrist bis zum 31.12. des Folgejahrs.
Ungeachtet der Umsatzsteuer-Jahreserklärung sind unterjährig sog. Umsatzsteuer-Voranmeldungen abzugeben. Diese sind bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums einzureichen. Der Voranmeldungszeitraum ist grundsätzlich das Kalendervierteljahr. Beträgt die Steuerzahllast für das vorangegangene Jahr mehr als EUR 7.500, so ist Voranmeldungszeitraum der Kalendermonat. Bei Neugründungen ist der Voranmeldungszeitraum für das Jahr der Aufnahme der Tätigkeit und das Folgejahr der Kalendermonat. Ergibt sich für das vorangegangene Kalenderjahr für den Unternehmer eine Erstattung von mehr als EUR 7.500, kann der Unternehmer den Kalendermonat als Voranmeldungszeitraum wählen. Der Unternehmer kann auch beantragen, von der Abgabe von Voranmeldungen befreit zu werden und lediglich Jahreserklärungen abzugeben, wenn die Steuerzahllast für das vorangegangene Kalenderjahr nicht mehr als EUR 1.000 betragen hat.
Zur Verlängerung der Abgabefrist kann ein Antrag auf Dauerfristverlängerung gestellt werden. Die Abgabefrist verschiebt sich damit um einen Monat nach hinten.
Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in § 16 und § 18 UStG.
Wie erfolgt die Abgabe von Umsatzsteuererklärungen?
Die Abgabe der Umsatzsteuer-Jahreserklärung und der Umsatzsteuer-Voranmeldung erfolgt über elektronischem Wege nach amtlich vorgeschriebenen Datensäten. Die zu entrichtende Steuer oder der sich zugunsten des Unternehmers ergebende Überschuss ist selbst zu berechnen.
Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in § 18 UStG.
Wann ist die Steuer zu entrichten?
Verbleibt nach der Berechnung in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung eine Zahllast, ist diese innerhalb eines Monats nach Abgabe der Umsatzsteuer-Jahreserklärung zu entrichten. Verbleibt hingegen nach der Berechnung in der Umsatzsteuer-Voranmeldungen eine Zahllast, ist diese als sog. Umsatzsteuervorauszahlung bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums zu entrichten. Sofern eine Dauerfristverlängerung gewährt wurde, ist die Umsatzsteuer einen Monat später fällig.
Ordnungsgemäße Rechnung – Welche Angaben müssen enthalten sein?
Eine ordnungsgemäß ausgestellte Rechnung enthält stets:
den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers (Ausnahme: Kleinbetragsrechnungen unter EUR 150);
Zudem muss je nach Fallgestaltung enthalten sein:
im Fall des Übergangs der Steuerschuld den Hinweis "Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers";
im Fall der Abrechnung von Reiseleistungen den Hinweis "Sonderregelung für Reisebüros";
im Fall der Differenzbesteuerung den Hinweis "Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung" oder "Kunstgegenstände/Sonderregelung" oder "Sammlungsstücke und Antiquitäten/Sonderregelung";
falls die Rechnung vom Leistungsempfänger und nicht vom Leistenden ausgestellt wird die Bezeichnung "Gutschrift".
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer – Was ist das? Woher bekomme ich sie?
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (abgekürzt „USt-IDNr.“) dient der Kennzeichnung eines Unternehmens innerhalb des Gebiets der Europäischen Union. Sie wird benötigt, wenn das Unternehmen am innergemeinschaftlichen Waren- und Dienstleistungsverkehr – also dem Verkehr zwischen den Mitgliedsstaaten der EU – teilnimmt.
In Deutschland erfassten Unternehmern wird die USt-IDNr. auf Antrag vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in Saarlouis erteilt. Sie tritt neben die vom Finanzamt vergebene Steuernummer; ersetzt diese also nicht. Zur Abgabe von zusammenfassenden Meldungen (Deklaration innergemeinschaftlicher Lieferungen und sonstigen Leistungen) wird die USt-IDNr. zwingend benötigt. Die USt-IDNr. eignet sich als Nachweis für die Unternehmereigenschaft und kann zudem auf Rechnungen anstelle der Steuernummer des leistenden Unternehmers angegeben werden.
Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in § 27a UStG.
Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in § 14 und § 14a UStG sowie § 33 UStDV.
Innergemeinschaftliche Lieferungen, innergemeinschaftliche Dienstleistungen mit Übergang der Steuerschuldnerschaft (Reverse-Charge) sowie innergemeinschaftliche Dreiecksgeschäfte müssen von jedem Unternehmer in einer Zusammenfassenden Meldung (ZM) erklärt werden. Die ZM dient der Prüfung, ob eine auf Seiten des leistenden Unternehmers steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung oder eine innergemeinschaftliche Dienstleistung vom Empfänger im Bestimmungsland der Umsatzbesteuerung unterworfen wird.
Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in § 18a UStG.
Welche Frist ist bei der Abgabe einer zusammenfassenden Meldung zu beachten?
Die zusammenfassende Meldung ist bis zum 25. Tag nach Ablauf des jeweiligen Meldezeitraums via elektronischer Übermittlung abzugeben.
Der Meldezeitraum bei innergemeinschaftlichen Lieferungen und innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften ist grundsätzlich der Kalendermonat. Soweit die Summe der Bemessungsgrundlagen für die innergemeinschaftlichen Lieferungen und innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäfte jeweils im laufenden und in den vier vorangegangenen Kalendervierteljahren EUR 50.000 nicht übersteigt, ist die zusammenfassende Meldung bis zum 25. Tag nach Ablauf des Kalendervierteljahrs abzugeben. Wahlweise kann der Unternehmer aber die monatlich Abgabe der zusammenfassenden Meldung beibehalten. Achtung: Die Beibehaltung des Kalendermonats als Meldezeitraum ist dem Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) anzuzeigen!
Der Meldezeitraum bei innergemeinschaftlichen Dienstleistungen mit Übergang der Steuerschuldnerschaft (Reverse-Charge) ist grundsätzlich das Kalendervierteljahr. Der Unternehmer kann aber, wenn er bereits wegen innergemeinschaftlicher Lieferungen und innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften zur monatlichen Meldung verpflichtet ist, die Bemessungsgrundlagen bezüglich der innergemeinschaftlichen Dienstleistungen auch monatlich abgeben. Achtung: Die Abweichung vom Kalendervierteljahr als Meldezeitraum ist dem Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) anzuzeigen!
Ist der Unternehmer von der Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldungen befreit, kann er die zusammenfassende Meldung bis zum 25. Tag nach Ablauf des Kalenderjahres abgeben. Dies setzt jedoch voraus, dass (1) im vorangegangenen Kalenderjahr und laufenden Kalenderjahr die Gesamtumsätze insgesamt EUR 200.000 nicht übersteigen, (2) die im Rahmen der zusammenfassenden Meldung zu erklärenden Umsätze im vorangegangenen Kalenderjahr und im laufenden Kalenderjahr EUR 15.000 nicht übersteigen und (3) es sich bei den Warenlieferungen nicht um die Lieferung neuer Fahrzeuge mit Abnehmer mit USt-IdNr. handelt.
Was ist eine Intrastat-Meldung?
Die Intrastat-Meldung bezeichnet eine vorgeschriebene Meldepflicht zur Erhebung von Statistiken über die innergemeinschaftlichen Warenbewegungen mit "Gemeinschaftswaren" in der sog. Intrahandelsstatistik. Mit den Meldungen wird der tatsächliche Warenverkehr von Gemeinschaftswaren zwischen Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft (Versendungen und Eingänge) durch das Statistische Bundesamt statistisch erfasst. Die Intrastat-Meldung ist nicht zu verwechseln mit der Zusammenfassenden Meldung (ZM), mit der jeder Unternehmer seine innergemeinschaftlichen Lieferungen und Leistungen an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden hat. Die Meldeschwelle für die Intrastat-Meldung in Deutschland beträgt sowohl für Wareneingänge als auch für Warenausgänge jeweils EUR 500.000,00.
Anmeldezeitraum der Intrastat-Meldung ist der Kalendermonat. Die Meldung muss bis zum 10. Werktag nach Ablauf des Anmeldezeitraums unmittelbar an das Statistische Bundesamt erfolgen. Fristverlängerungen sind nicht möglich.
Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in der EG Verordnung Nr. 638/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31.03.2004.
Nach der allgemeinen Regel ist Steuerschuldner der Umsatzsteuer grundsätzlich der leistende Unternehmer. Dieser muss die Umsatzsteuer in seiner Rechnung offen Ausweisen und an das Finanzamt abführen. Zur Missbrauchsbekämpfung ist der Gesetzgeber aber insbesondere in betrugsanfälligen Bereichen dazu übergangen, die Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempfänger zu verlagern. Dies bezeichnet man als Reverse-Charge.
Die Voraussetzungen für das Reverse-Charge-Verfahren sind von Land zu Land unterschiedlich. Für Umsätze in Deutschland geht z. B. die Steuerschuld für alle Werklieferungen und sonstigen Leistungen auf den Leistungsempfänger (dieser muss Unternehmer oder juristische Person sein) über, wenn der leistende Unternehmer im Ausland ansässig ist.
Folge des Übergangs der Steuerschuldnerschaft: Der leistende Unternehmer stellt keine Umsatzsteuer in Rechnung. Stattdessen hat der Leistungsempfänger in diesen Fällen die Umsatzsteuer gegenüber dem Finanzamt zu deklarieren und abzuführen. Ist der Leistungsempfänger zum Vorsteuerabzug aus der jeweiligen Leistung berechtigt, kann er zugleich diesen geltend machen. Wirtschaftlich betrachtet bleibt er damit unbelastet.
Weiter Fälle, in das Reverse-Charge-Verfahren anzuwenden ist, sind:
Werklieferungen und sonstige Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung;
Übertragung von Treibhausgas-Emissionszertifikaten;
Lieferungen von Schrott und Abfällen gemäß Anlage 3 zum Umsatzsteuergesetz;
Lieferungen von Gold;
Lieferungen von Mobilfunkgeräten, Tablet-Computern und Spielekonsolen sowie von integrierten Schaltkreisen, wenn die Summe der für sie in Rechnung zu stellenden Entgelte im Rahmen eines wirtschaftlichen Vorgangs mindestens 5.000 Euro beträgt;
Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in § 13b UStG.
Besteht eine Pflicht zur Registrierung ausländischer Unternehmer in Deutschland?
Erbringen ausländische Unternehmen in Deutschland steuerbare Umsätze und ist für diese Leistungen nicht das Reverse-Charge-Verfahren anzuwenden, müssen sich diese in Deutschland registrieren lassen. Dies gilt grundsätzlich auch dann, wenn die Umsätze steuerfrei sind. Eine Registrierungspflicht ergibt sich zudem für Leistungsempfänger, die Leistungen beziehen, für die die Steuerschuld auf sie übergeht.
Für deutsche Unternehmer ist hinsichtlich der Umsatzsteuer – mit Ausnahme der Einfuhrumsatzsteuer – das Finanzamt zuständig, von dessen Bezirk aus das Unternehmen betrieben wird. Bei ausländischen Unternehmern richtet sich die Zuständigkeit nach dem jeweiligen Ansässigkeitsstaat:
Italien: Finanzamt München II
Polen I: Finanzamt Oranienburg (für Unternehmer mit den Anfangsbuchstaben des Nachnamens oder bei Personen- und Kapitalgesellschaften des Firmennamens A bis M)
Polen II: Finanzamt Cottbus (für Unternehmer mit den Anfangsbuchstaben des Nachnamens oder des Firmennamens N bis Z)
Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in § 21 AO sowie in § 1 UStZustV.
Quelle: www.pnhr.de/faq-umsatzsteuer, Datum: 27.05.2018

References: § 12
 § 16
 § 18
 § 18
 § 27
 § 14
 § 14
 § 33
 § 18
 § 13
 § 21
 § 1