Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4257.htm
Timestamp: 2018-11-21 08:45:12+00:00

Document:
4.257 Laubener Brunnen
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet »Laubener Brunnen« vom 16. März 1995 (GBl. v. 26.05.1995, S. 373).
Auf Grund von §§ 21, 58 und § 64 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz
- NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 7. Februar 1994 (GBl. S. 73), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs.2 Nr.4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
(1) Die in § 2 Abs.2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Leutkirch, Gemarkung Wuchzenhofen, und der Gemeinde Aichstetten, Gemarkung Altmannshofen, Landkreis Ravensburg, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Die in § 2 Abs. 3 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Leutkirch, Gemarkung Wuchzenhofen, und der Gemeinde Aichstetten, Gemarkung Altmannshofen, Landkreis Ravensburg, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.
(3) Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung »Laubener Brunnen«.
(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 90,1 ha. Das Naturschutzgebiet ist 50,1 ha und das Landschaftsschutzgebiet ist 40,0 ha groß.
(2) Das Naturschutzgebiet umfaßt im wesentlichen folgende Wege, Gewässer und Grundstücke:
· auf Gemarkung Wuchzenhofen: Flurstücke 43/1, 49 teilweise (tw, Weg), 51, 52/1, 52/8, 53-61, 62/1-/3, 63-66, 67 (Bach), 67/1, 67/2, 67/3 (Bach), 68-93, 94/1, 94/2, 95-99, 100/1, 100/2, 101-106, 117 (Bach), 117/1 tw, 117/2 tw, 118 tw, 120 tw,
· auf Gemarkung Altmannshofen: Flurstücke 59/2, 61, 68 tw, 69, 314/2 sowie die Altarmflächen 33, 70 tw, 73 tw und 113.
(3) Das Landschaftsschutzgebiet umfaßt im wesentlichen folgende Wege, Gewässer und Grundstücke:
· auf Gemarkung Wuchzenhofen: Flurstücke 33 (Aitrach), 40, 41, 43/2-5, 49 (Weg), 49/1, 49/2, 50, 52/2-/7, 52/9-/13, 107, 109 tw, 110-116, 117/1 tw, 121, 124 tw, 127/1 tw,
· auf Gemarkung Altmannshofen: Flurstücke 314/3 und 59/4 (Aitrach), 59/3 tw, 62-67, 70 tw, 76 tw sowie 79 (Bach).
(4) Im Falle eines Widerspruchs zwischen den in den Karten eingetragenen Grundstücksflächen des Natur- und des Landschaftsschutzgebietes mit der textlichen Beschreibung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen.
(5) Die Grenzen des Natur- und Landschaftsschutzgebietes sind in der Flurkarte im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 des Regierungspräsidiums Tübingen vom 10.Dezember 1993 dargestellt. Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind rot und die des Landschaftsschutzgebietes grün angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Ravensburg in Ravensburg und bei der Stadt Leutkirch auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck für das Naturschutzgebiet Laubener Brunnen sind Schutz, Erhaltung und in Teilen Wiederherstellung eines Landschaftsteiles mit sehr seltenen hydrologischen Verhältnissen sowie des daraus resultierenden hochwertigen Feuchtgebietsmosaiks als Lebensraum einer außerordentlich artenreichen Flora und Fauna. Grundlage dafür ist die qualitative (= Gewässergüte) und quantitative (= Verhinderung weiterer Auffüllungen) Erhaltung des Gewässersystems.
(2) Wesentlicher Schutzzweck für das Landschaftsschutzgebiet sind Schutz, Erhaltung und Wiederherstellung von möglichst extensiv genutzten Grünlandflächen und Gewässerläufen im Auebereich und am Hangfuß, die das innere Naturschutzgebiet gegen schädliche Einwirkungen abpuffern.
2. Sport, Spiel‑ oder Erholungseinrichtungen zu schaffen;
7. Plakate, Bild‑ oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen. Neue Wanderwege und Loipen dürfen nur mit Zustimmung des Regierungspräsidiums ausgewiesen und gekennzeichnet werden;
12. das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten oder das Schutzgebiet zu befahren;
20. Brach- oder Grünland in Äcker oder zur Neueinsaat umzubrechen;
21. Fließgewässer mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren.
a) Hochsitze nur dort aufgestellt werden, wo weder Feuchtgebiete, wertvolle Pflanzenstandorte oder das Landschaftsbild beeinträchtigt werden,
b) die Neuanlage von Futterstellen oder Wildäckern nicht zulässig ist,
c) Kirrungen für Wasserwild nicht zulässig sind und
d) Hochsitze nur als einfache Ansitzleitern aus naturbelassenen Rundhölzern errichtet werden dürfen;
2. für die ordnungsgemäße Ausübung der Angelfischerei mit der Maßgabe, daß ein Besatz nur mit standortheimischen Fischarten zulässig ist; Regenbogenforelle, Bachsaibling und Aal gehören hierzu beispielsweise nicht;
3. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß die Fichtenreinbestockung des Niedermoorkerns langfristig in einen plenterartig genutzten Moorwald aus standortheimischen Gehölzen überführt wird. § 4 Abs. 2 Nr. 5 bleibt unberührt;
4. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Grünlandnutzung in bisheriger Art, Intensität und Umfang mit der Maßgabe, daß
a) in einem Streifen von 10 m Breite entlang von ausgemarkten Fließgewässern oder Quellaufbrüchen nicht gedüngt werden darf;
b) die in der Karte schraffiert dargestellten Flächen zweimähdig und ohne Düngung bewirtschaftet werden, wobei der erste Mahdtermin nicht vor dem 15. Juni liegen darf und
c) die als Feuchtgebiet kartierten Flächen streuwiesenartig mit einem Mähtermin nicht vor dem 4.
1. September bewirtschaftet werden.
§ 4 Abs. 2 Nr. 5 dieser Verordnung und § 4 der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung in der jeweils geltenden Fassung bleiben unberührt;
5. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung. Die bestehenden Wassergräben dürfen nicht vertieft werden;
6. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde -im Wald im Einvernehmen mit dem Forstamt- veranlaßt werden;
6. Anlage oder Veränderung von Wegen oder anderen Verkehrsanlagen;
7. Anlage von Stätten für Sport und Spiel einschließlich Loipen;
8. Anlage von Start- und Landeplätzen für Fluggeräte aller Art;
13. Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten, Schmuckreisigkulturen oder Vorratspflanzungen von Bäumen oder Sträuchern sowie die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;
14. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Feldgehölze, Hecken, Bäumen oder Gebüschen;
15. Grünland oder Brachflächen zu Acker oder zur Neueinsaat umzubrechen.
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang; § 7 Abs. 2 Ziff. 15 bleibt unberührt;
5. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde ‑im Wald im Einvernehmen mit dem Forstamt‑ veranlaßt werden;
Schutz‑, Pflege‑ und Entwicklungsmaßnahmen können für das Natur‑ und Landschaftsschutzgebiet von der höheren Naturschutzbehörde durch Einzelanordnung oder in einem Pflegeplan ‑für den Wald jeweils einvernehmlich mit der Forstverwaltung- festgelegt werden. Die Durchführung der naturschutzwirksamen Ausgleichsmaßnahmen aus dem Planfeststellungsbeschluß A 96 bleibt unberührt.
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung durch die höhere Naturschutzbehörde erteilt werden.
TÜBINGEN, den 16. März 1995

References: § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 2
 § 4

§ 4
 § 4
 § 7
 § 63