Source: https://www.strafrechtsiegen.de/verjaehrung-strafrecht/
Timestamp: 2019-06-16 08:49:22+00:00

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Wann verjähren Straftatbestände in ihrer Verfolgung und in der Vollstreckung? – Symbolfoto: Flynt/Bigstock
Der Zeitpunkt der Verjährung ist wesentlich für die Verfolgung und Vollstreckung einer Straftat. Es wird dabei zwischen der Verfolgungsverjährung in § 78 StGB (Strafgesetzbuch) und der Vollstreckungsverjährung in § 79 StGB unterschieden. Symbolfoto: digitalista/Bigstock
Mit einer der häufigsten Fälle sind Sexualdelikte gegenüber Minderjährigen. Für diese Fälle ordnet § 78b Abs. 1 Nr. 1 StGB an, dass die Verfolgungsverjährung bei Sexualdelikten wie z.B. Vergewaltigung oder sexuellem Missbrauch von Kindern erst beginnt, wenn das Opfer das 30. Lebensjahr vollendet hat. Dies soll nach Ansicht des Gesetzgebers die Opfer von Sexualstraftaten schützen, indem es länger eine Verfolgung der Täter ermöglicht. Bis zu diesem Zeitpunkt ruht also die Verjährung.
Allerdings verliert der bis zum Ruhen bereits abgelaufene Teil der Verjährung nicht seine Bedeutung, sodass nach dem Ruhen die Verjährungsfrist weiterläuft und nicht etwa wieder von vorne beginnt. Wesentlich praxisrelevanter ist jedoch die Regelung des § 78c StGB: die Unterbrechung der Verjährung. Die Besonderheit des § 78c StGB liegt u.a. darin begründet, dass in den dort geregelten Fällen die Verfolgungsverjährung mit dem Tag der Unterbrechungshandlung von neuem beginnen. Um zu verdeutlichen, was das im Einzelfall bedeuten kann: sollte beispielsweise nur noch ein Tag bis zur Verjährung fehlen und wird diese durch eine der in § 78c StGB enthaltenen Handlungen unterbrochen, so beginnt die gesamte Verjährung von vorne! Dies kann jedoch nicht unbegrenzt geschehen, da § 78c Abs. 3 S. 2 StGB eine Höchstgrenze für die Unterbrechung vorsieht. Diese liegt bei dem Doppelten der gesetzlichen Verjährungsfrist.

References: § 78
 § 79
 § 78
 § 78
 § 78
 § 78
 § 78