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Timestamp: 2019-07-19 18:33:53+00:00

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H. melancholicus besiedelt in Berlin Ruderalfluren und Trockenrasen auf Sandflächen mit schutthaltigem Boden auf. Durch die Wiederbebauung von Stadtbrachen ist die Art in Berlin vom Aussterben bedroht.
Unter den im Untersuchungsgebiet nachgewiesenen Laufkäfern befindet sich eine in Berlin vom Aussterben bedrohte Art, Harpalus melancholicus. In der Roten Liste Deutschlands wird sie als stark gefährdet eingestuft.
Der Dünen-Sandlaufkäfer gehört nach Anhang I der BArtSchV zu den besonders geschützten Arten gemäß § 7 BNatSchG. Tagfalter
Die Tagfalterfauna des Gebiets wurde bei drei Begehungen im August 2008 untersucht.
Dazu wurden Nektarpflanzen der Falter, Entwicklungspflanzen sowie Säume und Böschungen abgesucht. Dabei wurden sechs Tagfalterarten festgestellt. Es handelt sich um weit verbreitete Arten des Offenlands und der Gehölzsäume. Das Artenspektrum ist typisch für die Fläche.
Die festgestellten Arten sind regional als auch überregional nicht gefährdet. Der HauhechelBläuling gehört jedoch nach Anhang I der BArtSchV zu den besonders geschützten Arten gemäß § 7 BNatSchG. Heuschrecken
Die Heuschrecken wurden bei drei Begehungen untersucht. Es wurden Sichtfänge durchgeführt und die Heuschreckengesänge verhört. Daneben wurden auch Beifänge aus den Bodenfallen zur Erfassung der Laufkäfer ausgewertet.
Im Plangebiet wurden acht Heuschreckenarten festgestellt, davon drei Langfühler- und fünf Kurzfühlerschrecken. Der Nachweis von acht Heuschreckenarten entspricht in Relation zur kleinen Fläche dem Erwartungswert.
Die nachgewiesenen Arten sind regional als auch überregional überwiegend nicht gefährdet.
Zwei Arten sind in Berlin der Vorwarnstufe zugeordnet (Westliche Beißschrecke, Blauflügelige Ödlandschrecke). Bundesweit gilt die Blauflügelige Ödlandschrecke als gefährdet. Sie gehört zudem nach Anhang I der BArtSchV zu den besonders geschützten Arten gemäß § 7 BNatSchG. Stechimmen
Zur Erfassung der Stechimmen wurde das Plangebiet zwischen Mitte August und Mitte September 2008 an drei Tagen aufgesucht. Der Nachweis der Arten erfolgte überwiegend durch die Sichtfangmethode mit Hilfe eines Insektennetzes.
Im Verlauf der drei Begehungen wurden 41 Hautflüglerarten (20 Wespen- und 21 Bienenarten) im Plangebiet nachgewiesen. Auch in Anbetracht des kurzen und jahreszeitlich späten Bearbeitungszeitraumes von Mitte August bis Mitte September ist die Anzahl der nachgewiesenen Hautflüglerarten überraschend niedrig.
Die Anzahl der gefährdeten Arten ist gering. Nach der Roten Liste für Berlin gilt nur eine Art als gefährdet (eine Sandbienenart). Hinzu kommen vier Arten der Vorwarnliste. Nach den Roten Listen der Bienen und Wespen Brandenburgs ist keine Art gefährdet. Gemäß den Roten Listen Deutschlands sind zwei Arten gefährdet (eine Wegwespenart und eine Furchenbienenart).
Nach der Bundesartenschutzverordnung gelten alle in Deutschland wildlebenden Bienen als besonders geschützt gemäß § 7 BNatSchG. Das trifft somit auf alle im Planungsgebiet nachgewiesenen 21 Wildbienenarten zu. Unter den bisher festgestellten Wespen befinden sich ebenfalls eine gesetzlich besonders geschützte Art, nämlich die Hornisse Vespa crabro.
Sonstige faunistische Artengruppen
Trotz des vorhandenen Gewässeranschlusses wird dem Plangebiet keine Bedeutung für Libellen beigemessen, da die vorhandenen Uferabschnitte, ebenso wie flussauf- und -abwärts, mit ihrem kanalartig gebautem Ufer ohne Ufervegetation und dem hohen Verkehrsaufkommen wenig Entwicklungsmöglichkeiten für diese Artengruppe bieten.
Weiterhin bieten die Gehölzbestände im Plangebiet Lebensraum für verschiedene Kleinsäuger. Es ist davon auszugehen, dass ein Teil der im Großen Tiergarten vorkommenden und nicht an bestimmte Biotoptypen gebundene Arten auch auf den Flächen des Moabiter Werders vorkommen können. Hierzu zählen Waldmaus und Gelbhalsmaus, Brandmaus, Feldmaus, Igel, Maulwurf, Kaninchen und evtl. Fuchs. Alle genannten Arten, bis aus die Feldmaus gehören nach Anhang I der BArtSchV zu den besonders geschützten Arten gemäß § 7 BNatSchG.
Die intensive Nutzung des Geländes als Hundeauslaufgebiet führt jedoch zu einer stetigen Störung bodennaher Lebensräume im Plangebiet.
Grundlagen Landschaftsprogramm einschließlich Artenschutzprogramm (SenStadt, 2006); Landschaftsplanerischer Fachbeitrag zum Bebauungsplan II-200 „Innerer Spreebogen" (Seebauer, Wefers und Partner, 1996); Pflanzensoziologische Karte von Groß-Berlin (Hueck, undatiert); Ökologisch-landschaftsplanerische Grundlagenermittlung Stadtnatur Moabiter Werder (Öcocon, 1990); Kartierung der Biotoptypen und Vegetationsstrukturen (Seebauer, Wefers und Partner, 2008); Faunistische Untersuchung auf der Fläche „Moabiter Werder", Naturschutzfachliche Stellungnahmen zum B-Plan II-200g (Büro für Tierökologische Studien, 2008); Verordnung zum Schutz von Naturdenkmalen in Berlin, Anlage 1 mit Liste der eingetragenen Naturdenkmale (SenStadt, 2002)
Hinweise auf Schwierigkeiten und Kenntnislücken Aktuelle Erhebungen zu Flora und Vegetation liegen für das Plangebiet nicht vor. Die Aussagen zu den faunistischen Artengruppen basieren auf einer eingeschränkten Erhebung im August / September 2008, was nicht für alle Artengruppen den entwicklungsbedingt optimalen Zeitraum darstellt. Es musste zudem auf Potenzialeinschätzungen zurück gegriffen werden. Diese sind jedoch als hinreichend aussagekräftig bewertet worden, um die Belange des Biotop- und Artenschutzes beurteilen zu können.
Gemäß § 1 Abs. 1 ff. Bundesnaturschutzgesetz ist zur Sicherung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts die biologische Vielfalt zu erhalten und zu entwickeln. Sie umfasst die Vielfalt an Lebensräumen und Lebensgemeinschaften, an Arten sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten.
Weiterhin sind die wild lebenden Tiere und Pflanzen und ihre Lebensgemeinschaften als Teil des Naturhaushalts in ihrer natürlichen und historisch gewachsenen Artenvielfalt zu schützen. Ihre Biotope und ihre sonstigen Lebensbedingungen sind zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln oder wiederherzustellen.
Eine solche Nutzung würde die Wertigkeit heute unversiegelter und mit Vegetation bestandener Flächen für den Biotop- und Artenschutz herabsetzten. Insbesondere im Bereich der Böschung zur Straße Alt-Moabit und im Vorgarten der Polizei- und Feuerwache käme es zu Verlusten von nach Baumschutzverordnung geschütztem Baumbestand und zusammenhängendem jüngeren Robinienvorwald mit negativen Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und die biologische Vielfalt. Allein die in diesem Bereich als Naturdenkmal festgesetzten Bäume Begründung zum Bebauungsplan Senatsverwaltung für Stadtentwicklung II-200g
(Buche und Platane) sowie unmittelbar benachbarte Bäume, deren Verlust Beeinträchtigungen der Naturdenkmale darstellen könnten, würden auf Grund des gesetzlichen Schutzes erhalten bleiben.
Die übrigen Flächen des Geltungsbereiches blieben ohne Durchführung der Planung mangels rechtlicher Grundlage unbebaut und voraussichtlich auch ungenutzt. Negative Auswirkungen auf das Schutzgut Pflanzen, Tiere, biologische Vielfalt sind nicht zu erwarten. Im Rahmen der Weiterentwicklung von Vegetationsbeständen und Biotopen kann davon ausgegangen werden, dass sich das Artenspektrum auf der Fläche weiter in Richtung gehölzbewohnende und -nutzende Arten verschieben würde.
Entwicklungsprognose und Bewertung bei Durchführung der Planung Biotope, Biotopverbund
Durch die Umsetzung der Planungen kommt es zu Verlusten oder Veränderungen von Biotopen und Lebensräumen. Davon sind überwiegend Biotope ohne oder mit allgemeiner bzw. allgemeiner bis mittlerer ökologischer Bedeutung betroffen.
In Bereichen, in den Gehölzflächen, Baumgruppen oder Einzelbäume mittleren bis höheren Alter in Anspruch genommen werden, werden auch Biotope von mittlerem und hohem Wert vernichtet, die einen schützenswerten Lebensraum für die heimische Tierwelt darstellen.
Insgesamt ist von einem Verlust von ca. 0,7 ha ruderalen Gehölzbeständen, von 0,4 ha Ruderalflächen mit teilweisen Gehölzbeständen und von 2,0 ha Ruderalflächen ohne Gehölzbestände auszugehen. Während die zusätzliche Versiegelung neben dem unmittelbaren Verlust an Pflanzenbeständen auch einen langfristigen Verlust des Lebensraumes für Pflanzen und Tiere darstellt, wirkt sich die Umwandlung der bestehenden Bestände in Freiflächen der Baugebiete mit einer Verschiebung des Artenspektrums auf den betroffenen Flächen aus.
Mit den genannten Veränderungen sind trotz der bestehenden Vorbelastungen durch Bebauung, Versiegelung, Nutzung als Busparkplatz und Hundeauslaufgebiet, erhebliche negative Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere sowie die biologische Vielfalt verbunden.
Die geringen Flurabstände des Grundwassers in Verbindung mit der sehr geringen nutzbaren Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes im sandigen Boden (vergl. Bestand Boden und Bestand Wasser) bewirken eine sehr hohe Empfindlichkeit gegenüber Grundwasserschwankungen für die Vegetation und hier insbesondere die Baumbestände. Im Zuge von Grundwasserabsenkungen im Rahmen der Bauphase könnte es daher zu erheblichen Auswirkungen auf Vegetationsbestände im Plangebiet und in der Umgebung kommen. Die im Rahmen des hierfür vorgesehenen Genehmigungsverfahrens erforderliche Prüfung der Betroffenheit von Umweltbelangen in Form eine Umweltverträglichkeitsvorprüfung und ggf. Umweltverträglichkeitsprüfung schließt entweder entsprechende negative Umweltfolgen auf Vegetationsbestände aus oder definiert Maßnahmen, die diese vermeiden bzw. minimieren.
Gemäß der gutachterlichen Stellungnahme zur erlaubnisbedürftigen Grundwasserabsenkung im geplanten Sondergebiet befinden sich jedoch keine Flächen innerhalb der durch die Grundwasserabsenkungsmaßnahmen betroffenen Bereiche, die einer sogenannten sensiblen Nutzung (z.B. Parkanlagen mit einem besonders schützenswerten Baumbestand) unterliegen. Nur im Absenktrichter der Grundwasserabsenkungen von 0,5 m bis 0,3 m befinden sich Grünflächen mit Baumbestand. Diese betrifft im Plangebiet den Bereich der Kastanienrampe. Schädliche Auswirkungen auf Fauna und Flora sind hier jedoch gemäß gutachterlicher Stellungnahme unter Beachtung des relativ großen Flurabstandes des Grundwassers von rund 3 m bei sachgemäßer Ausführung der Grundwasserabsenkungen nicht zu erwarten.
Erhebliche Auswirkungen auf den Biotopverbund sind nicht zu erwarten. Biotopverbundfunktion erfüllen im Bestand die Grünflächen und Vegetationsbestände entlang der Spree, die durch die Ausweisung einer öffentlichen Parkanlage langfristig gesichert werden. Die angrenzende Spree als potenzielles Vernetzungselement für wassergebundene Arten ist durch die Planung nicht betroffen. Dies gilt auch für die im Rahmen der Fortschreibung des Landschaftsprogramms, Programmplan Biotop- und Artenschutz erkannte potenzielle Verbindungsfunktion für den Europäischen Biber (Castor fiber) und die Heuschreckenart KiesbankGrashüpfer (Chorthippus pullus).

References: § 7
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