Source: http://www.gefaehrdungsbeurteilung.de/de/gefaehrdungsfaktoren/elektrisch/elektrischer_schlag
Timestamp: 2017-03-22 21:58:03+00:00

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GFB Portal — Expertenwissen — Elektrische Gefährdungen — Elektrischer Schlag und Störlichtbogen
Elektrischer Schlag und Störlichtbogen Einführung
Mit einer Gefährdung durch elektrischen Schlag oder Störlichtbogeneinwirkung ist zu rechnen, wenn aktive Teile berührt oder unterschiedliche Potentiale überbrückt werden können, oder bei einer Annäherung an aktive Teile die Isolationsfestigkeit unterschritten werden kann.
Pflichten des Arbeitgebers bei Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln
Der Unternehmer hat unter Berücksichtigung des § 4 ArbSchG und § 8 BetrSichV dafür zu sorgen, dass elektrische Gefährdungen, denen Beschäftigte bei der Bereitstellung und Benutzung von elektrischen Betriebsmitteln, beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen sowie bei der Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln ausgesetzt sind, ausgeschlossen oder hinreichend begrenzt werden.
Nach DGUV Vorschrift 3 hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln (Herstellen, Errichten, Ändern und Instandsetzen) nur von der Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht der Elektrofachkraft durchgeführt werden.
Der Unternehmer kann zu den Arbeitsaufgaben und den Arbeitsbereichen eine Pflichtenübertragung nach § 13 DGUV Vorschrift 1 durchführen.
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden (§ 14 BetrSichV). Die Prüfungen nach § 14 BetrSichV dürfen nur von hierzu befähigten Personen (TRBS 1203) durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Prüfungen nach § 14 BetrSichV sind aufzuzeichnen und über einen angemessenen Zeitraum aufzubewahren.
Arbeitsschutzmaßnahmen im Rahmen der Fach- und Aufsichtsverantwortung der Elektrofachkraft
Sicherstellen des spannungsfreien Zustands durch Einhaltung der fünf Sicherheitsregeln (DGUV Vorschrift 3, DIN VDE 0105-100):
In der Nähe unter Spannung stehender Teile, die nicht gegen direktes Berühren geschützt sind (zum Beispiel Stromschienen, Freileitungen, Verteiler), darf gearbeitet werden, wenn der Schutz gegen zufälliges Berühren durch isolierende Schutzeinrichtungen (zum Beispiel Abdeckungen) sichergestellt oder die zulässige Annäherung durch zum Beispiel Personen, Werkzeuge, Maschinen nicht unterschritten werden. Als zulässige Schutzabstände gelten:
die äußere Grenze der Annäherungszone für nicht elektrotechnische Arbeiten (DV), siehe Anlage 1
die äußere Grenze der Annäherungszone, für spezielle Arbeiten (Ausführung der Arbeiten durch Elektrofachkräfte oder unter deren Aufsichtsführung), siehe Anlage 2
Abbildung 2.1-1. Abstände für Luft und Zonen für Arbeiten.
In Fällen, in denen der spannungsfreie Zustand der aktiven Teile nicht sichergestellt werden kann oder die äußere Grenze der Gefahrenzone unterschritten wird, kann die Arbeitsmethode "Arbeiten unter Spannung" für die Durchführung von notwendigen Arbeiten angewendet werden. Innerhalb der Gefahrenzone (DL) besteht akute Lebensgefahr, wenn keine speziellen Arbeitsschutzmaßnahmen angewendet werden, siehe Anlage 3.
Arbeiten unter Spannung müssen nach national erprobten sicheren Verfahren ausgeführt werden. Bedingungen und Regelungen dazu sind in DGUV Regel 103-011 (bisher BGR A3) und DIN VDE 0105-100 angegeben.
Beim Betätigen von Spannung führenden NH-Sicherungen sollte der Sicherungsaufsteckgriff mit Stulpe und Gesichtsschutz verwendet werden, wenn kein Berührungsschutz und keine Schottungen zwischen den NH-Sicherungsunterteilen vorhanden sind. Unterweisungen und Training für das Betätigen von NH-Sicherungen werden empfohlen.
Die Pflicht für die Durchführung von Erst- und Wiederholungsprüfungen folgt aus den §§ 3 und 14 BetrSichV sowie DIN EN 50110-1 (DIN VDE 0105-100). Regelungen für die Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel (Erst- und Wiederholungsprüfungen) sind in TRBS 1201 sowie in DIN VDE 0100-600, DIN VDE 0701-0702 angegeben. Weitere spezielle Prüfungen sind im Technischen Regelwerk enthalten.
Gemäß § 14 BetrSichV sind elektrische Anlagen und Betriebsmittel in ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten. Der ordnungsgemäße Zustand ist nach der Montage und vor der ersten Inbetriebnahme beziehungsweise nach Änderungen oder Instandsetzungen vor der Wiederinbetriebnahme durch Prüfungen nachzuweisen.
Die Beispiele für die Ermittlung der Fristen für Wiederholungsprüfungen an elektrischen Betriebsmitteln sind in der TRBS 1201 Punkt 3.5.2 gegeben.
Maßnahmen zum Erhalten des ordnungsgemäßen Zustandes
unzureichenden oder beschädigten Isolierungen,
defekten Isolierplatten, Abdeckungen, Gehäusen oder Kapselungen,
beschädigten oder unzulässigen Steckverbindungen,
Anschluss- oder Verlängerungsleitungen ohne Zugentlastung
beziehungsweise Beseitigung äußerlich erkennbarer Schäden und Mängel.
Überprüfen, ob die in DIN VDE 0100-410 beschriebenen Schutzmaßnahmen vorhanden beziehungsweise wirksam sind
Durchführung von wiederkehrenden Prüfungen nach § 14 BetrSichV (TRBS 1201) durch befähigte Person (TRBS 1203)
Auswahl und Einsatz von lichtbogengeprüften Schalt- und Verteilungsanlagen,
Bescheinigung des Errichters der Anlage zur Gewährleistung des Lichtbogenschutzes,
Durchführen von Funktionsprüfungen der Lichtbogenschutzeinrichtungen nach Angaben des Herstellers,
Realisieren der technischen Maßnahmen nach DIN VDE 0101, siehe Abschnitt "Vorschriften, Regelwerk, Literatur"
Benutzung von geeigneten geeigneten persönlichen Schutzausrüstungen (PSA),
Einhalten der vorgeschriebenen klimatischen Bedingungen
Ist gewährleistet, dass betriebsmäßig unter Spannung stehende Teile nicht berührt werden können?
Werden elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur von Elektrofachkräften oder unter deren Leitung und Aufsicht von elektrotechnisch unterwiesenen Personen errichtet und betrieben?
Werden in regelmäßigen Abständen Wiederholungsprüfungen zum Erhalten des ordnungsgemäßen Zustands durchgeführt (TRBS 1201)?
Werden besonders vor Arbeitsbeginn Unterweisungen über mögliche Gefährdungen durch elektrischen Strom durchgeführt, einschließlich für elektrotechnische Laien (Bagger-, Kranführer und Bauarbeiter)?
Wie wird abgesichert, dass die vorgeschriebenen Schutzabstände nicht unterschritten werden?
Werden defekte elektrische Betriebsmittel (zum Beispiel handgeführte Elektrowerkzeuge, Kabelroller, Verlängerungsleitungen, Steckvorrichtungen) unverzüglich außer Betrieb genommen?
Arbeiten oder Eingriff an elektrischen Anlagen durch Fachunkundige (Laien)
Durchführung von Arbeiten unter Spannung von ungeschulten Personen (DGUV Regel 103-011, bisher BGR A3)
sichtbare Schäden an elektrischen Betriebsmitteln ... (zum Beispiel beschädigte Isolierungen, unzulässige Steckverbindungen oder Verlängerungsleitungen)
Unterschreiten von vorgeschriebenen Schutzabständen durch Unkenntnis
Fehlender Berührungsschutz ... (Abstand, Abdeckung, Umhüllung, Kapselung)
nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch von elektrischen Betriebsmitteln ... (zum Beispiel elektrische Handwerkzeuge für Innen bei Regen im Freien)
Nichtbeachten der fünf Sicherheitsregeln ... (zum Beispiel unterlassene Erdung an der Arbeitsstelle)
Arbeiten an elektrischen Anlagen nur durch Elektrofachkräfte und elektrotechnisch unterwiesene Personen
Mängel durch die Elektrofachkraft beseitigen
über Schutzabstände, Schutzmaßnahmen und bestimmungsgemäßen Gebrauch elektrischer Betriebsmittel unterweisen
Fünf-Sicherheitsregeln konsequent einhalten
elektrische Anlagen und Betriebsmittel entsprechend den elektrotechnischen Regeln betreiben (Anhang DGUV Vorschrift 3, bisher BGV A3)

References: § 4
 § 8
 § 13
 § 14
 § 14
 § 14
 § 14