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Timestamp: 2017-07-23 02:41:40+00:00

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RE: ... G R U N D E I N K O M M E N - 3
... B G E
#31 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
Ich habe vor 5 Jahren mich einmal sehr mit dem BGE befasst. Hintergrund war, dass ich jemandem im ZDF-Forum begegnete, der eine Partei gründen wollte. Vorab sei gesagt, dass es dazu nicht kam. Ich war damals stv. Vorsitzende in dieser Initiative, die eben in genau dieses Anliegen vieler stoßen wollte, was gerade "in" war und durch die Medien ging. Unter "New Deal" sollte das nun verkauft werden, dieses bedingungslose Grundeinkommen. Ich habe aus einem damaligen Text, den ich schrieb, eine Passage herausgeholt, wie die derzeitigen Vorstellungen waren:<<Ein solcher New Deal ist finanzierbar und würde viele Probleme unseres Landes lösen, denn er gilt ausnahmslos für alle 82 Millionen Menschen: z.B. durch ein Existenzminimum vom Staat!Jeder Erwachsene erhält 800 € zuzüglich 150-175 € für eine Krankenversicherung, Kinder 500 Euro plus 150-175 € für Krankenversicherung. Die gesetzliche Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung bleiben erhalten! Der Arbeitnehmer zahlt allerhöchstens 12,5% Sozialversicherungsbeiträge(möglichst sollten die Beiträge deutlich darunter bleiben). Dafür erhalten sie eine stabile, also sichere und verlässliche Rentenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung. Die Arbeitgeber werden von diesen Abgaben befreit!<<Später dann war ich nicht mehr der Meinung, dass dies überhaupt so machbar sein würde. Ich hatte dann Rechnungen aufgemacht, die davon ausgingen, dass alles an den wirklich Erwerbstätigen hängen würde. Und es keinesfalls sicher wäre, wie weisgemacht werden sollte, dass die Menschen alle unbedingt doch arbeiten würden und wollten. Weil sie natürlich dadurch sich den "Wohlstand" erarbeiten könnten über eben diese Grundsicherung hinaus. Also wenn viele sagen würden "mit dieser Grundsicherung habe ich genug" und keine Steuereinnahmen mehr hereinkämen, dann bräche das System über kurz oder lang zusammen.
#32 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
Zitat von marietta im Beitrag #14... mal ne Frage!!... warum geht ihr eigentlich immer davon aus, dass niemand bei Einführung des BGE`s arbeiten würde... ich käme nicht auf die Idee, mir diese Form von Erfüllung, von Bestätigung nehmen zu lassen... ich bin im ersten halben Jahr bei meinen Großen schon fast quirlend rotiert... weil ich es nicht ertragen habe, nur über Windeln, Zahnen und die Auswahl des Sportwagens bei Spaziergängen zu diskutieren... ich kann mir auch kaum vorstellen bei Pensionsantritt nischt mehr zu tun... meine Aufgaben danach sind schon fest gelegt... nur mit dem Unterschied, ich kann, ich muss aber nicht mehr!!... und dann macht es noch mehr Spaß!!... es würde einfach nur ein wenig mehr Sicherheit und auch Freiheit gebenWarum? Weil es der Natur des Menschen entspricht nur dann arbeiten zu gehen, wenn es sich für ihn persönlich lohnt. Dabei legt jeder Mensch selbst die Grenze fest, wann es sich lohnt und was nicht. Gerade im Niedriglohnsektor, wo der Lohn in etwa Hartz IV + Nebenleistungen (freie Wohnung, Krankenkassen, Wohngeld für Möbel usw.) entspricht. Entsprechend gross ist die (verständliche) Unlust auf Arbeit. Kommt das BGE, dann steigt damit eher die Abneigung zu arbeiten.Du hast nämlich grundsätzlich folgendes Problem:- bei 80 Mio EW benötigst du 80 Mrd Euro pro Monat (!), um jedem das entsprechende Einkommen zu garantieren. Aus Steuergelder ist das nicht mehr stemmbar. Also wird das Einkommen auf deinen Lohn angerechnet und nur das, was über deinem Lohn ist, darfst du behalten. Abzgl. Steuern etc.pp..- hier kommt das nächste Problem: Du wirst die deutschen Firmen zwingen müssen, in Vollbeschäftigung mindestens das Grundeinkommen zu zahlen. Gesetzlich. Ansonsten hast du ein Finanzierungsproblem.- aber auch das ist noch nicht alles: erklär mal jemanden, warum er 40 Stunden arbeiten gehen soll, aber sein Zusatzverdienst liegt bei 0,0 Euro? In DE sind heute nicht gerade wenige Jobs im Niedriglohnsektor. Tendenz steigend. D.h. du nimmst vielen Leuten die letzten Motivation, überhaupt arbeiten zu gehen. Denn die Mehrheit wird nicht solidarisch denken: "gut, dann leiste ich meinen Beitrag für die Gesellschaft", sondern "warum sollte ich für nichts arbeiten gehen?"
#33 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
# 19 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N... mag ja alles stimmen... nur die ursprünglichen Finanzierungspläne sahen ja ein klein wenig anders aus!! ... das von Götz Werner wird immer ausgereifter
#34 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
Warum eigentlich beisst ihr euch an etwas fest, was jeglicher Möglichkeit entbehrt? Die Phantasieen haben schon etliche Leute versucht durchzurechnen-mit 0 Ergebnisssen. Solange sich WIRKLICH ALLES an GEwinn und Verlust orientiert, wird es einfach unmöglich, diese Idee jemals aus dem Reich der Utopie zu holen. Und wie man sehen und lesen kann, sind diese beiden genannten Eigenschaften mit zunehmender Tendenz zu beobachten. Ich bleibe dabei der MEinung, dass Wachstum endlich ist; das wird nirgends wahrgenommen, der Knall kommt-früher oder später. Wir haben allerdings den Vorteil, das nicht mehr erleben zu müssen.Und noch was: das ist kein Pessimismus, sondern einfach eine Folge der Gier, die nicht in vernünftige BAhnen gelenkt werden KANN.
#35 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
http://www.unternimm-die-zukunft.de/de/z...n/kurz-gefasst/Sorry, aber das ist ein schlechter Scherz. Er beantwortet mit keinem Wort die Frage nach der Finanzierung sondern haut einfach mal nen Satz hin.Zwar ist das BIP tatsächlich 2.5 Bio, nur ist der geringste Teil davon in Bar. Für die Finanzierung über 12 Monate benötigen sie aber 1 Bio in cash.Der aktuelle Steueranteil am BIP liegt bei 22.7% Sie müssten die Steuern also massiv erhöhen, um das Grundeinkommen sicher zu stellen. Und zwar alle. Sie benötigen einen Steueranteil am BIP von knapp 40%, um allein das Grundeinkommen sicher zu stellen. Noch weiter 15%, um den Staatshaushalt am laufen zu halten. Da das Grundeinkommen steuerbefreit wäre, müssten also der Rest die Steuerbelastung tragen. Das ginge nur bei Mehrwertsteuersätzen um die 40%, dazu Einkommenssteuern bis 90% bei den oberen 10.000 und ebenso eine Unternehmensbesteuerung in etwa der gleichen Höhe. Nur zur Erinnerung. Die Mehrwertsteuer betrifft nur das Endprodukt, die Zwischenschritte sind steuerbefreit. Die müsste ebenso abgeschafft werden. => Effektiv würden die Preise für Produkte in Deutschland expoldieren, die 1000 Euro hätten einen Gegenwert nach heutigen Massstäben von 300 bis 400 Euro und so ziemlich alle Firmen und vermögenden Einwohner hätten das weite gesucht. Inklusive Arbeitsplätze. Das nenn ich mal ne intelligente Zukunftsperspektive....
#36 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
08.05.2015 20:43 (zuletzt bearbeitet: 08.05.2015 20:44) ctulhu
Zitat von marietta im Beitrag #20# 19 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N... mag ja alles stimmen... nur die ursprünglichen Finanzierungspläne sahen ja ein klein wenig anders aus!! ... das von Götz Werner wird immer ausgereifter...warum jemand mit 800 Euro Arbeitseinkommen arbeiten sollte, wenn er vom Staat sowieso 1000 garantiert bekommt, erklärt der Artikel nicht.Grundsätzlich bleibt das Problem. Auch bei der Polizistin. Es ist ein Unterschied, ob sie für ihre gefährliche Arbeit mit 1500 Euro oder mit 500 Euro entlohnt wird. Denn real sind die 1000 Euro ein arbeitsvertragunbahängiger Lohnbestandteil. Ergo ist ihr realer Lohn nur 500 Euro. Warum sollte sie dafür arbeiten gehen? Konsequenz auch hier: die Löhne werden massiv steigen müssen, um die Mitarbeiter motiviert zu bekommen. Ob dadurch auch die Beschäftigungszahlen in DE steigen, sei mal dahingestellt...=> Und damit bleibt dies genauso eine nette Spinnerei wie die kommunistische Idee an sich. Beide scheitern an ihrem schwächsten Teil: dem Menschen.
#37 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
ctulhu,ich teile deine Einschätzung-und ich denke, dass das in etwa dem entspricht, was alle,die des Rechnens kundig sind, denken und WISSEN.
#38 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
Das Problem geht fröhlich weiter - sie könnten nicht mal eben die 1000 Euro bedinungsloses Grundeinkommen auf ein reguläres Einkommen anrechnen. Es wäre ja dann nicht mehr bedingungslos. Die Bedinung wäre dann nämlich, dass sie nicht 1) arbeiten2) nicht genug verdienen.Womit die Kette der Probleme weiter geht: warum sollen Arbeitgeber aus dem Niedriglohnsektor überhaupt Löhne zahlen, wenn der Staat eh Einkommen garantiert? Motivierte Mitarbeiter werden sie für einen Lohn, der dem BGE gleichkommt, eh nicht finden. D.h. der Niedriglohnsektor ist auf einen Schlag tot. Eine deutliche Lohnsteigerung jenseits der 1000 Euro (also mindestens 1500 Euro) werden viele dieser Firmen nicht verkraften können, weil deren Einkommen eh schon knapp bemessen sind. D.h. diese Arbeitsplätze wären definitiv hopps. Und damit ein ziemlich beträchtiger Teil des BIPs. Womit die steuerliche Belastung der anderen, arbeitenden weiter steigt....Ich hau mich gleich weg. Hab den Punkt der Finanziernug über die Steuer gefunden - es soll nur noch die Mehrwertsteuer geben, die alles schultert. Alle anderen Steuerarten werden abgeschafft (das nenn ich mal "sozial" - das die Mehrwersteuer überdurchschnittlich die Niedrigverdiener belastet, sollte auch dem Herrn Götz Werner bekannt sein). 19% Mehrwetsteuer ist heute nur ein Teil der Steuereinnahmen - und da soll diese Steuer in Zukunft alle Ausgaben schultern inklusive Grundeinkommen? Mit welchem Steuersatz? 40%? 50%?Sorry, aber das ist nicht nur gefährlicher Unsinn, sondern würde ins glatte Gegenteil führen - die reichen würden noch schneller reich werden, weil ihre Hauptbelastung nicht die Mehrwertsteuer ist... Jesus... wenn man sich die Details so durch liesst, dann ist das BGE wie vorgeschlagen ein Rückschritt selbt ggü Hartz IV !!!!
#39 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
Und jetzt eine kleine Denkübung: wenn ein Grundeinkommen unter Wegfall sämtlicher sozialer Zuschüsse und Hartz IV sowie aller anderer Steuerarten bei Finanzierung sämtlicher staatlicher Aufgaben bei einem Mehrwersteuersatz von 19% möglich wäre, warum ist es noch nicht eingeführt? Deutschland würde auf einen Schlag zum Steuerparadis für die ganze Welt werden, die Schweiz würde vor Neid erblassen. Warum ist dies nicht geschehen? Weil alle so gerne so hohe und viele Steuern zahlen? Oder weil der Herr einfach nur populistisch und sinnlos daher redet?
#40 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
Ctulhu,Das mit dem Durchdenken ist das Problem. Und ausgerechnet D als Steuerparadies, einfach unvorstellbar....weil dieohnehin nie genug sein können, damit wir Anderen helfen können und im eigenen Land einiges ddn Bach runter geht. Dafür werden dann neue Abgaben generiert, die zweckentfremdet in anderen Kassen landen....Grundeinkommen, dass ich nicht lache
#41 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
09.05.2015 02:51 (zuletzt bearbeitet: 09.05.2015 02:54) marietta
#19 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N... in keinem der Konzepte zum Thema BGE wird davon ausgegangen, dass die Firmen/ Arbeitgeber das BGE übernehmen... ganz schlüssig zum Thema Finanzierung fand ich immer dieshttps://www.youtube.com/watch?v=BZEssMbnGFE
#42 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
Dabei wird immer wieder vom Fleiß aller Menschen ausgegangen. Solche Vorstellungen sind längerfristig zum Tode verurteilt weil der übergroße Egoismus des Menschen und auch seine Faulheit nicht Rechnung getragen wird.Die sozialste Komponente wäre Arbeit für ALLE.
#43 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
# 29 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N... natürlich wäre Arbeit für alle die richtige Grundlage... aber die, die nicht arbeiten wollen, die nicht fleissig und strebsam sind, beziehen heute ja auch schon ihr **Grundeinkommen**, bw. ihre Grundsicherung... und die Frage, die von den Befürwortern des BGE im Raum steht, heißt Arbeit für alle auch gleich Vollbeschäftigung für alle??... am 15.06.2011 reagierte ich auf diese Frage soZitatWürde Marietta bei z.B. 1000,00 € Grundeinkommen arbeiten??...ja, natürlich würde ich arbeiten!!...ich habe immer gearbeitet, warum sollte ich damit aufhören??...ja, natürlich würde ich auch in meinem, für andere sicherlich unverständlich, Beruf arbeiten....das kann ich, das wollte ich, da bin ich gut drin, bekomme meine kleine tägliche Bestätigung, meine Anerkennung....ja, ich würde arbeiten, denn ich habe ja Wünsche, die ich mir erfüllen möchte:°sei es die Erweiterung der eh schon zu großen, aber heiß geliebten Schuhsammlung!°sei es mein Hang, weiterhin ins Kino gehen zu wollen, und mir anschließend diesen Film, der mir gefallen hat, auch als DVD zu zu legen.°sei es andere Länder kennen lernen zu wollen und auch andere Menschen.°sei es, wieder einmal ein anderes Auto fahren zu wollen.°sei es, öfter mal ins Restaurant zu gehen, und mir die Sachen zu gönnen, die ich selber nicht gerne zubereite.°ich würde öfter zum Friseur gehen *lach*Ich könnte diese Liste meiner Wünsche über das Limit eines bedingungslosen Grundeinkommens hinaus fortführen, ergänzen, neue Wünsche entwickeln....was würde sich für mich persönlich unter der Voraussetzung bedingungsloses Grundeinkommen wirklich ändern?- und ich glaube, das wäre der kritische Punkt, den Entscheider wirklich fürchten.°ich würde erheblich weniger faule Kompromisse machen, denn ich wäre ja existenziell abgesichert.°ich würde offener diskutieren mit Vorgesetzten.°ich würde öfter *nein* sagen können.°ich würde versuchen, Ideen zu verwirklichen, im beruflichen, wie im privaten Bereich.°ich würde lernen.°ich würde mir weniger Sorgen machen, um mich um meine Kinder. ... der Punkt ist aktuell keine Thema mehr, ich muss mich nicht mehr sorgen, alle stehen mit beiden Beinen im Leben!!°ich würde mich mehr um mich selber kümmern können, denn jetzt investiere ich ja Energie für diese kleinen/ großen Sorgen, suche nach Lösungen.°ich würde mich sicherer fühlen.Ich glaube, wenn sich jeder mit diesen Gedanken auseinander setzt, dann kommt er zu ganz ähnlichen Ergebnissen.... also kurzum, ich denke, ein BGE würde meine Bedürfnisse in keiner Form befriedigen... und zum großen Teil meines Lebens habe ich mich über meinen Beruf definiert... gehe ich davon aus, meine zukünftige Rente als Grundeinkommen zu betrachten... bleibe die nächsten Jahre in etwa so fit, wie jetzt, wird Arbeit auch in meiner weiteren Lebensplanung durchaus eine Rolle spielen... immer unter der Option, ich kann, wenn ich will, brauche doch aber nicht!! _______________________________________________________________________ ... von mehreren möglichen Erklärungen desselben Sachverhalts ist die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen!! Ockhams Rasiermesser _______________________________________________________________________
#44 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
Zitat von marietta im Beitrag #28#19 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N... in keinem der Konzepte zum Thema BGE wird davon ausgegangen, dass die Firmen/ Arbeitgeber das BGE übernehmen... ganz schlüssig zum Thema Finanzierung fand ich immer dieshttps://www.youtube.com/watch?v=BZEssMbnGFENette Zahl: Sozialausgaben = 1000 Mrd. Umverteilt. Voila. Passt. Und nun schauen wir uns mal die Details an (seine Hauptgrafik):- Kindergeld liegt heute bei knapp 200 Euro. Differenz sind 800 Euro. Für jedes Kind. Muss irgendwo herkommen. Aus dem Topf für Kindergeld sicherlich nicht. - Wohngeld: im tiefsten MackPom liegt es bei vielleicht 200 Euro, in München eher bei 2000 Euro. Da wohl schwer ein BGE nach Regionen eingeführt werden kann, führt das automatisch dazu, dass Menschen auf dem Land die Gewinner, in den Städten die Verlierer sein werden... Die Aussage, das genug Geld für Wohnraum existiert, ist grottenfalsch. Es wird eher zu einer massiven Ghettoisierung der Städte führen. In Städten wie München, Düsseldorf, Frankfurt oder Hamburg werden die Menschen mit niedrigem Grundeinkommen komplett aus den Städten fliegen, weil damit auch der soziale Wohnungsbau überflüssig wird. Ist ja genug Geld für Wohnraum da....- Rentenversicherung: auch hier ist es eine Milchmädchenrechnung. Aktuell ist es so, dass jeder entsprechend seinen Einzahlungen seine Rente bekommt. Eine kostendeckende Rente ist nur möglich, wenn alle die gleiche Rente bekommen würden. 1000 Euro z.b. Mehr wäre im Rententopf nicht enthalten. Preisfrage: warum sollten Besserverdiener in einen Rententopf einzahlen aus dem sie kaum etwas bekommen? Konsequenz: hochqualifizierte (und bezahlte) Arbeit wird aus Deutschland schneller verschwinden als wir bis 3 zählen können...- Arbeitslosenversicherung: auch hier ist eine kostendeckende Lösung nur möglich, wenn alle Arbeitslosen ausschliesslich das BGE bekommen würden. D.h. die Mehrzahl der Angestellten mit gutem Lohn würde tief, sehr tief fallen. Wieder ein Grund, auszuwandern....=> Allein diese 4 genannten Punkte sind völlig unglaubwürdig in ihrer Art der Finanzierung, weil dies einen totalen Bruch des Leistungsprinzip mit sich bringen würde. Alle, die mehr einzahlen, würden genauso wenig zurückbekommen, wie jemand der nie gearbeitet hat. Der Rest ist schlichtweg nciht finanzierbar (übrigens sind ALV und RV bereits heute ein Zuschussgeschäft...).Schauen wir weiter:-> diverseste Institutionen bräuchte es nicht: Sozialämter, Arbeitsämter, Rentenbehörden usw. Das wären 100.000nde von gut bezahlten und weniger gut gebezahlten Jobs. Diese Menschen würden über Nacht arbeitslos werden. Mit Ausnahme der IT-Spezialisten vermutlich für immer. Deren hochdotierten Beiträge werden logischerweise auf der Einnahmenseite fehlen. Auch die Gebäude muss man erstmal verhökern. Im Idealfall ein Nullsummenspiel.-> dummerweise wird es die Behörden aber trotzdem benötigen. Durch die Reform entstehen ja nicht mehr Jobs. Dazu wird es Härtefälle wird es auch mit BGE geben. D.h. das "Einsparpotential" ist deutlich niedriger als suggeriert.Alternative Finanzierung Mehrwertsteuer (und er sagt es direkt, den Rest kann man abschaffen):1) wir haben heute in DE 2 Mehrwertsteuersätze - ermässigt und Normal. Beide Steuern werden vom 1 cent an bezahlt. Anheben kann man also nur den regulären, um das ganze zu finanzieren.2) Abschaffung aller anderen Steuern, darunter Miniralölsteuer (die den grössten Teil des Benzinpreises ausmacht - d.h. Benzin würde massiv billiger werden), sämtliche Unternehmenssteuern, Grunderwerbssteuern, Abgeltungssteuer usw.=> D.h. sein Vorschlag ist, dass alle EW unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit, vom ersten Cent der Konsumausgaben an Steuern zahlen - sonst nichts. DAS wäre ein wahrhaft grosszügiges Angebot an alle Reichen dieses Landes. Die Schere zwischen arm und reich würde regelrecht explodieren. Etwas, was in dem Ausmass niemand mit hohem Einkommen wirklich will. 3) Bei sehr hohen Mehrwertsteuersätzen würden die Einkäufe ins Internet und grenznahe Ausland abwandern. Dank Zollunion in der EU alles kein Problem. Der deutsche Fiskus würde dumm aus der Wäsche schauen. Zusammen mit dem deutschen Einzelhandel. Auch hier würde es zu einem regelrechten Massaker in der deutschen Handelslandschaft führen. Und die reichen würden eben zum Shoppen erst Recht nach Paris, London, Mailand usw. ausweichen. Schliesslich zahlen die auch ungern mehr als nötig....Mit einem Wort: Schwachsinn. Er hat mit nichten die Finanzierung erklärt, sondern genau das Gegenteil. Er hat erklärt, warum das Konzept scheitern muss. Denn er hat nicht erklärt, wie er das Kunststück hinbekommen will, ohne die Leute zu "enteigenen", die bei der ALV oder Renteversicherung heute mehr als das BGE bekommen würden - und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland massiv schwächen?Und das Problem ist nicht nur bei den Angestellten aus der freien Wirtschaften vorhanden, sondern erst Recht bei den Angestellten des öffentlichen Dienstes (bzw. Beamten) - also dort, wo der Staat nur Finanzierungszusagen liefert, aber keine Beiträge. Erklär mal nem Lehrer, warum er nach 40 Jahren im Beruf statt 2000 Euro Rente plötzlich nur noch 1000 bekommen soll. Oder einem Polizisten. Oder einem Richter. Oder einem Professor (wobei die Lücken bei den letzten genannten immer grösser würden... Professoren bekommen z.B. die maximale Rente. Richter vermutlich ebenso). da freue ich mich schon auf die Konsequenzen für den Bildungsstandort Deutschland. Oder den Rechtsstandort Deutschland. Die Korruption wird sicherlich verschwinden bei den frohlockenden Aussichten....Sorry, aber das von ihm vorgestellte Finanzierungskonzept basiert nicht nur auf einer Umverteilung zwischen Besserverdienenden und Schlechterverdienenden. Es basiert rein rechtlich auf einer Enteignung von Renten-etc. -ansprüchen der Besserverdienenden. Oder anders formuliert: es wäre Verfassungswidrig. das ist übrigens auch der Grund, warum er die Mehrwertsteuer ins Spiel gebracht hat - man kann die ALV, RV usw. zwar abschaffen - aber alle bis anhin angefallenen Ansprüche müssen rein rechtlich trotzdem bedient werden. D.h. auch hier gilt mitnichten: Mitarbeiter werden überflüssig. genau das Gegenteil wird der Fall sein: es wird sehr viele Mitarbeiter benötigen, die die alten Systeme - dann "sinnlos" - am Laufen halten. D.h. der Einspareffekt sinkt nochmals massiv. Ein weiteres Problem bleibt: da rein rechtlich man nicht an die Renten- oder AL-Versicherungsbeiträge ran kommt, ohne Deutschland zu einer Bananenrepublik werden zu lassen (Rechtssicherheit sollte uns allen wichtig sein, schliesslich basiert darauf unser wirtschaftliche Überlegenheit), ist das Finanzierungskonzept hinfällig und nur über andere Steuerarten wie eben die Mehrwertsteuer finanzierbar. Wobei finanzierbar eine krasse Lüge ist. Das Geld würde in anderen Bereichen: Infrastruktur, Bildung usw. einfach fehlen. Irgendwo muss ja gespart werden. Da der gute Herr alle Steuern abschaffen will - ausser die Mehrwertsteuer - würde ich mir die Frage als nächstes Stellen, womit er eigentlich der service publique bezahlen möchte. Die komplette Mehrwertsteuer ginge ja fürs Grundeinkommen drauf - und weitere Steuern will er ja nicht erheben....Jetzt kannst du selbst entscheiden, ob dieses Konzept realistisch ist oder nicht....
#45 | RE: ... G R U N D E I N K O M M E N
Kleine Anmerkung am Rande: - als Student musste ich mit 600 Euro auskommen. Das hat trotzdem gereicht, um durch halb Europa zu reisen. - mit 1000 euro Grundeinkommen würde ich in Deutschland einen Wohnsitz haben und ansonsten die Welt bereisen. Aber sicherlich nicht für 1200 Euro arbeiten gehen. Ich kenn deutlich bessere Hobbies als "Arbeit" mit der ich mich fit halten kann und mich auch deutlich (auch geistig) fitter halten kann als mit Arbeit. - oder nehmen wir das Beispiel familie mit 2 Kindern. 4000 euro netto - davon dürften nicht gerade wenige Familien heutzutage regelrecht träumen. Und das ohne zu arbeiten. Ich hab das Glück, seit einem Jahr homeoffice arbeiten zu können. Und das Privileg als Mann, mein Kind aufwachsen zu sehen. selbst wenn ich 500 Euro mehr verdienen würde - ich schau lieber meinen Kind beim entwickeln und wachsen zu (bzw. beschäftige mich aktiv mit meinem Kind), als das ich einer Arbeit nachgehe, die mir nur unwesentlich finanziell weiterhilft, aber mich massivst an Lebensqualität kostet. Und meine Tochter ist für mich unbezahlbare Lebensqualität....=> Gerade junge Eltern sind selten auf Rosen gebettet - und daher dürfte ihnen die Wahl: eigene Familie oder Arbeit - nicht sonderlich schwer fallen....

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