Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Schleswig&Datum=02.12.2004&Aktenzeichen=5%20U%20108/03
Timestamp: 2020-07-03 16:58:47+00:00

Document:
OLG Schleswig, 02.12.2004 - 5 U 108/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,1864
OLG Schleswig, 02.12.2004 - 5 U 108/03 (https://dejure.org/2004,1864)
OLG Schleswig, Entscheidung vom 02.12.2004 - 5 U 108/03 (https://dejure.org/2004,1864)
OLG Schleswig, Entscheidung vom 02. Dezember 2004 - 5 U 108/03 (https://dejure.org/2004,1864)
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§ 1 Abs 2 Nr 1 HTürGG, § 2 HTürGG, § 3 HTürGG, § 3 Abs 2 Nr 2 VerbrKrG, § 9 VerbrKrG
Grundpfandrechtlich besicherter Bankkreditvertrag: Realkredit im Sinne des VerbrKrG; Widerrufsrecht nach dem HWiG bei Verabredung eines "Hausbesuchs" des Kreditvermittlers in gemeinsamer "Stammkneipe"
Haustürwiderrufsgesetz; Verbraucherkreditgesetz; Haustürsituation; Realkredit; Bankenhaftung; Aufklärungspflichten; "Realkredit" im Sinne des § 3 Abs. 2 Nr. 2 VerbrkrG; Widerrufsrecht nach dem Haustürwiderrufsgesetz bei Verabredung des Hausbesuchs in gemeinsamer
"Realkredit" im Sinne des § 3 Abs. 2 Nr. 2 VerbrKrG; Widerrufsrecht nach dem Haustürwiderrufsgesetz bei Verabredung des Hausbesuchs in gemeinsamer Stammkneipe
"Realkredit" im Sinne des § 3 Abs. 2 Nr. 2 VerbrkrG; Widerrufsrecht nach dem Haustürwiderrufsgesetz bei Verabredung des Hausbesuchs in gemeinsamer "Stammkneipe"
Wirksamkeit einer auf den Abschluss eines Darlehnsvertrages gerichteten Willenserklärung; Vorliegen einer Haustürsituation; Recht zum Widerruf als Darlehnsnehmer; Rechtzeitige Absendung des Widerrufs; Planung und Vertrieb von Appartements; Tätigkeit auf Grund von Angaben ...
HWiG §§ 1, 2, 3 a. F.; VerbrKrG §§ 3, 9
"Realkredit" i. S. d. § 3 Abs. 2 Nr. 2 VerbrKrG; Widerrufsrecht nach dem HWiG bei Verabredung des Hausbesuchs in gemeinsamer Stammkneipe
Haustürsituation; Hypothekarkredit zu üblichen Bedingungen
LG Lübeck, 30.07.2003 - 5 O 25/01
MDR 2005, 740
WM 2005, 607
Die bevorstehende Insolvenz hat grundsätzlich nur dann Bedeutung, wenn die Vertragsdurchführung durch sie gefährdet wird (OLG Schleswig, MDR 2005, 740, 742 f).
Die Enderwerberfinanzierung hätte dann dem Hinausschieben der Insolvenz und damit der Verschiebung des Insolvenzrisikos auf den Enderwerber gedient (OLG Schleswig, MDR 2005, 740, 743).
Eine Aufklärungspflicht der den Kaufpreis der Immobilie finanzierenden Bank über die Unangemessenheit des Kaufpreises wird zwar angenommen, wenn der Bank ausnahmsweise bekannt ist, dass bei einem steuersparenden Erwerbermodell der Kaufpreis mindestens knapp doppelt so hoch ist wie der tatsächliche Wert der Immobilie (Brandenburgisches OLG vom 6. September 2006, Az.. 4 U 175/05, Seite 31; OLG Celle vom 24. Mai 2006, Az.: 3 U 245/06, Seite 9; OLG Celle vom 24. Mai 2006, Az.: 3 U 252/05, Seite 13;… OLG Celle vom 12. Mai 2005, Az.: 19 U 5596/04, zitiert nach juris Rn. 15; OLG Schleswig, MDR 2005, 740 ).
Nebenkosten wie die Grunderwerbssteuer, Notar- und Grundbuchkosten, Provisionen und Gebühren für die Mietgarantie sind dabei herauszurechnen (OLG Schleswig, MDR 2005, 740 f).
Darin liegt ein weiterer Umstand, der eine Kausalitätsvermutung erschüttern muss (vgl. dazu OLG Schleswig MDR 2005, 740; WM 2005, 2218; OLG Jena OLGR 2005, 238 und nachfolgend Beschluss des BGH vom 23.11.2004 XI ZR 27/04 DNotl-Report 2005, 14).
Hinzu kommt, dass die Unterzeichnung des Darlehensvertrags durch die Beklagten erst nach dem Notartermin stattgefunden hat, einem weiteren Umstand, der die Kausalitätsvermutung erschüttern muss (vgl. dazu OLG Schleswig MDR 2005, 740; WM 2005, 2218; OLG Jena OLGR 2005, 238 und nachfolgend Beschluss des BGH vom 23.11.2004 XI ZR 27/04 DNotl-Report 2005, 14).
Hinzu tritt hier, dass die Unterzeichnung des Darlehensvertrags durch die Beklagten erst nach dem Notartermin erfolgte, was einen weiteren Umstand bildet, der eine Kausalitätsvermutung unterbinden muss (vgl. dazu OLG Schleswig MDR 2005, 740; WM 2005, 2218; OLG Jena OLGR 2005, 238 und nachfolgend Beschluss des BGH vom 23.11.2004 - XI ZR 27/04 - DNotl-Report 2005, 14).
Darin liegt ein weiterer Umstand, der eine Kausalitätsvermutung erschüttern muss (vgl. dazu OLG Schleswig MDR 2005, 740; WM 2005, 2218; OLG Jena OLGR 2005, 238 f und nachfolgend Beschluss des BGH vom 23.11.2005, Az.: XI ZR 27/04, DNotl-Report 2005, 14).
Dazu kommt, dass die Unterzeichnung der Darlehensverträge durch die Beklagte erst nach dem Notartermin vom 27.5.1992 neben dem Zeitablauf einen weiteren Umstand bildet, der Zweifel an einer Fortwirkung des Überraschungsmoments bzw. an einer Kausalitätsvermutung rechtfertigt (vgl. dazu OLG Schleswig MDR 2005, 740; WM 2005, 2218; OLG Jena OLGR 2005, 238 und nachfolgend Beschluss des BGH vom 23.11.2004 XI ZR 27/04 DNotl-Report 2005, 14).
Das Entfallen des Überraschungsmoments bezieht sich dabei zwangsläufig auch auf die später abgegebene Willenserklärung in Form der Unterzeichnung des Darlehensvertrags (vgl. dazu OLG Schleswig MDR 2005, 740; WM 2005, 2218; OLG Jena OLGR 2005, 238, und nachfolgend Beschluss des BGH v. 23.11.2004 XI ZR 27/04 DNotl-Report 2005, 14).
BGH, 24.01.2006 - XI ZR 45/05
Nobbe Müller Joeres Mayen Ellenberger OLG Frankfurt/Main - Az. 5 U 108/03 vom 18.01.2005;.
Außerdem ist es so, dass der Verbraucher, also hier die Kläger, den Zurechnungszusammenhang zwischen Haustürsituation und Vertragsschluss jedenfalls dann darzulegen und auch zu beweisen haben, wenn die aus der Typizität der Haustürsituation resultierende Zurechnungsvermutung durch die Umstände des Einzelfalles widerlegt ist (vgl. Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, Urteil vom 02.12.2004, MDR 2005, 740 bis 741).

References: § 1
 § 2
 § 3
 § 3
 § 9
 § 3
 § 3
 § 3
 § 3
 BGH 
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