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Timestamp: 2020-02-17 19:46:26+00:00

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Aufbau und Instrumente der Europäischen Zentralbank und des ...
Eingehende Analyse der unkonventionellen Maßnahmen nach der Finanzkrise 2007
2.2 Geldmengenkonzept
2.3 Geldangebot und Geldschöpfung
2.4 Geldnachfrage und Inflationstheorien
2.4.1 Die älteren Quantitätstheorien
2.4.2 Die Keynesianische Liquiditätspräferenztheorie
2.4.3 Neoquantitätstheorie
3 Entstehung, Aufbau und Ziele der EZB und der Fed
3.1.2 Organisationsstruktur
3.1.3 Grundsätze und Ziele
3.2 Das Federal Reserve System
3.2.3 Grundsätze und Ziele
4 Geldpolitische Instrumente der EZB und der Fed
4.1 Mindestreserven
4.2 Offenmarktgeschäfte
5 Transmissionsmechanismen der Geldpolitik
5.1 Zinskanal
5.2 Vermögenspreiskanäle
5.2.1 Wechselkurskanal
5.2.2 Aktienkurskanal
5.2.3 Immobilienpreiskanal
5.3 Kreditkanäle
5.3.1 Bankkreditkanal
5.3.2 Bilanzkanal
6 Unkonventionelle Maßnahmen seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007
6.2 Mindestreserve
6.3 Ständige Fazilitäten
6.4 Forward Guidance
7 Analyse der unkonventionellen Maßnahmen
Abbildung 1: Auswirkungen der Zentralbankinterventionen auf Interbankenspreads
Abbildung 2: Entwicklung der Assets von EZB und Fed
Tabelle 1: Auflistung der verschiedenen Geldmengenaggregate
Tabelle 2: Vereinfachte Zentralbankenbilanz
Tabelle 3: Bilanzielle Auswirkungen der Primärgeldschöpfung
Nachfolgende Arbeit beschäftigt sich mit den zwei größten Zentralbanken der Welt- der europäischen Zentralbank einerseits und der amerikanischen Notenbank andererseits. Vor der geschichtlichen Entwicklung dieser beiden Zentralbanken wird zunächst auf die grundlegende Geldtheorie näher eingegangen. Zu Beginn werden die essentiellen Funktionen des Geldes vorgestellt, gefolgt von der Darstellung verschiedener Geldmengenkonzepte. Nach einer ausführlichen Darlegung über Geldangebot und –schöpfung, beschäftigt sich diese Arbeit mit der Entstehung der Geldnachfrage und den damit verbundenen Inflationstheorien.
Im nächsten Kapitel wird dann ein Einblick in die Entstehungsgeschichte von EZB und Fed gegeben, gefolgt von einem umfassenden Überblick über die jeweilige Organisationsstruktur wie auch ihre Grundsätze und Ziele.
Daraufhin folgt eine ausführliche Darstellung der geldpolitischen Instrumente, die den beiden Zentralbanken für die Erreichung ihrer Ziele zur Verfügung stehen. Neben der Mindestreserve zählen dazu die Offenmarktgeschäfte sowie die ständigen Fazilitäten. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werden zudem die geldpolitischen Übertragungswege genauer analysiert, deren Funktionieren für einen reibungslosen Transmissionsmechanismus der geldpolitischen Instrumente unabdingbar ist. Die einzelnen Übertragungskanäle werden untersucht und der Frage nachgegangen, ob der Einsatz „unkonventioneller“ Maßnahmen notwendig wurde. Unter diesem Begriff ist lediglich der Einsatz der üblichen Geldinstrumente, jedoch auf eine neue Art und Weise, zu verstehen.
Seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 greifen sowohl die EZB als auch die Fed auf diese sogenannten „unkonventionellen“ Maßnahmen zurück, um die Erreichung ihrer festgelegten Ziele zu gewährleisten. Diese werden im Kapitel über die unkonventionellen Maßnahmen vorgestellt und näher erläutert. Dabei setzten beide Notenbanken auf eine sehr expansive Geldpolitik, wobei die Federal Reserve mit Quantitative Easing und die Europäische Zentralbank mit Credit Easing versuchen, einen Weg aus der Krise zu finden. Experten und Medien warnten zu Beginn, dass diese Geldpolitik und die damit einhergehende Geldschwemme der Märkte zu enormen Inflationsraten und somit zu einer Verschärfung der Krise führen würden.
Die abschließende Analyse widmet sich den erzielten Erfolgen, aber auch Risiken, die durch diese Zentralbankeninterventionen hervorgerufen wurden. Außerdem wird der Frage nachgegangen, inwieweit diese Instrumente Einfluss auf die Geldmenge hatten und ob es tatsächlich zu einer gefürchteten Hyperinflation kommen wird.
Für diese Arbeit wurden alle aktuellen und relevanten Informationen berücksichtigt, die bis zum 31.07.2014 veröffentlicht wurden.
Im Allgemeinen wird unter Geld jegliches Zahlungsmittel verstanden, welches in einer Volkswirtschaft zur Bezahlung von Waren, Dienstleistungen oder sonstigen Zahlungsverpflichtungen genutzt werden kann. Aus ökonomischer Sicht wird Geld anhand seiner Funktionen definiert, sodass alle Zahlungsmittel, die diese erfüllen, als solches bezeichnet werden können. Die drei traditionellen Funktionen des Geldes umfassen die Tauschmittel-, Rechen- sowie Wertaufbewahrungsfunktion. Diese von Hicks als „Triade des Geldes“[1] bezeichneten Funktionen werden nachfolgend näher erläutert.[2]
Der Erwerb von Gütern oder Dienstleistungen wird durch Geld erheblich vereinfacht. Während man beim Naturaltausch noch Ware gegen Ware tauschen musste, ermöglicht Geld einem die Beschaffung von Gütern, ohne dabei gleichzeitig ein anderes Gut verkaufen zu müssen. Zahlungsvorgänge können somit durch Geld wesentlich einfacher abgewickelt werden. Zudem können die durch den Naturaltausch entstehenden Transaktions- und Informationskosten (Transport der Ware, Verhandlungen über das Tauschverhältnis, etc.) durch die Zahlungsmittelfunktion des Geldes vermieden werden.[3]
Die Voraussetzung dafür, dass Geld als allgemeines Zahlungsmittel einer nationalen Volkswirtschaft akzeptiert wird, ist zum einen eine implizite Akzeptanz der Wirtschaftssubjekte hinsichtlich der Zahlungsmittelfunktion und zum anderen eine sachliche Tauschfreiheit. In einer kapitalistischen Marktwirtschaft muss eine freie Preisbildung auf den Märkten herrschen, damit es zu einem Ausgleich von Angebot und Nachfrage kommt. Ist dies nicht der Fall, wie beispielsweise in einem sozialistischen Wirtschaftssystem, werden die Verkäufer zu den festgelegten Preisen entweder nicht liefern oder die Kunden nicht kaufen. Es kommt zu einer Hortung von Gütern und in weiterer Folge zur Entstehung von Schwarzmärkten, da Geld seine Tausch- und Zahlungsmittelfunktion eingebüßt hat.[4]
Geld stellt eine Bezugseinheit (numéraire) dar, sodass der Wert aller Güter einer Volkswirtschaft durch eine einzige Größe ausgedrückt werden kann. Dieser Wertmaßstab macht einen direkten Vergleich unterschiedlicher Güter möglich.[5] Die Verhältnisse, in denen Waren gegen Waren getauscht werden können, werden als Tauschrelationen bezeichnet. Der Preis eines Gutes ist nichts anderes als ein solches realwirtschaftliches Tauschverhältnis in Bezug auf eine Geldeinheit. Ohne Bezugseinheit ist die Anzahl der Tauschrelationen außerordentlich hoch und verursacht zudem enorme Kosten im Hinblick auf die Informationsbeschaffung. Führt man nun eine allgemeine Bezugseinheit ein, so kann die Zahl der Tauschrelationen von (n2-n)/2 auf (n-1) reduziert werden. [Ein Rechenbeispiel hierzu findet sich zur Veranschaulichung im Anhang.] Das Ergebnis ist eine erhebliche Senkung der Informationskosten.[6]
Unter der Bedingung, dass der Wert des Geldes über einen längeren Zeitraum keinen starken Schwankungen unterliegt, wird es den Wirtschaftssubjekten durch die Wertaufbewahrungsfunktion ermöglicht, ihre Kaufkraft in die Zukunft zu übertragen. Sind die ausreichende Stabilität des Geldes und eine zeitliche Tauschfreiheit sichergestellt, können Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen von den Marktakteuren zeitunabhängig getroffen werden. Zudem kann aufgrund der Wertstabilität mittels der Anhäufung von Geld ein Vermögen akkumuliert werden, welches im Gegensatz zu anderen Wertaufbewahrungsmitteln (z.B.: Haus, Schmuck) den Vorteil bietet, dass es liquide ist. Der ökonomische Nutzen dieser Geldfunktion liegt in der Vielzahl an Konsum- bzw. Investitionsentscheidungen, die sie den Marktteilnehmern eröffnet.[7]
Damit ein Zwischenzahlungsmittel die zuvor beschriebenen Funktionen erfüllen kann, muss es zudem bestimmte ökonomische und technische Eigenschaften besitzen. Ökonomisch gesehen besitzt ein Gut nur dann einen Wert, wenn es knapp ist. Ist das Angebot nicht auf natürliche Weise begrenzt, wie beispielsweise bei Gold oder anderen Edelmetallen, so muss eine künstliche Knappheit erzeugt werden. Bei den technisch zu erfüllenden Merkmalen handelt es sich um Homogenität, Teilbarkeit, Haltbarkeit, Seltenheit, aber auch Fälschungssicherheit und geringe Herstellkosten. Selbst wenn all diese Eigenschaften von einem Zahlungsmittel erfüllt werden, ist die Funktionsfähigkeit aber erst dann garantiert, wenn sein Tauschwert bzw. seine Kaufkraft über einen längeren Zeitraum stabil bleibt.[8]
Geld kann seine grundlegenden Funktionen in unterschiedlichen Erscheinungsformen ausüben. Zu den bekanntesten Formen zählt das Bargeld, entweder in der Form von Münzen oder vorzugsweise als Banknoten. Diese national festgelegten, gesetzlichen Zahlungsmittel müssen von jedermann zur Tilgung von Zahlungsverpflichtungen akzeptiert werden. Die in den Industrieländern am meisten verbreitete Erscheinungsform ist jene des Buch- oder Giralgeldes, die im Allgemeinen auch als Sichteinlagen bezeichnet wird. Darunter versteht man Einlagen bei Banken, die jederzeit fällig sind und dem Zahlungsverkehr dienen. Sie stellen nicht verbriefte Forderungen der Kunden (Nichtbanken[9] ) gegenüber der Bank dar und können zu jedem Zeitpunkt in ein gesetzliches Zahlungsmittel umgetauscht werden. Die Bezeichnung Buchgeld resultiert daraus, dass es lediglich durch eine Eintragung in den Büchern der Bank existiert. Dieses Giralgeld ermöglicht einen bargeldlosen Zahlungsverkehr zwischen Kreditinstituten. Sowohl das Bargeld als auch die Sichteinlagen erfüllen alle Merkmale des Geldes und können deshalb eindeutig als solches bezeichnet werden.[10]
Schwieriger gestaltet sich die Abgrenzung bei geldnahen Anlagen, die annähernd gleiche Eigenschaften wie Geld besitzen, jedoch aufgrund ihrer eingeschränkten Zahlungsmittelfähigkeit nicht als solches eingestuft werden können. Zu solchen Geldsurrogaten zählen unter anderem Termin- und Spareinlagen, welche für Zahlungszwecke erst in Bar- oder Buchgeld umgetauscht werden müssen. Während bei den Termingeldern erst nach einer bestimmten Laufzeit (Festgelder) bzw. nach Ablauf einer zuvor festgelegten Kündigungsfrist (Kündigungsgelder) über das Geld verfügt werden kann, sind Spareinlagen nicht von vornherein als befristete Geldanlagen zu sehen, sondern bedürfen immer einer Kündigung.[11] Abhängig davon, wie gut die verschiedenen Erscheinungsformen des Geldes ihre Tauschmittelfunktion erfüllen, lassen sie sich in unterschiedliche monetäre Aggregate (M1, M2, M3) einteilen. Tabelle 1 zeigt übersichtlich, aus welchen Vermögenswerten sich die einzelnen Geldmengenaggregate zusammensetzen. Die exakte Definition der einzelnen Geldmengen kann je nach Land variieren.
Tabelle 1: Auflistung der verschiedenen Geldmengenaggregate [12]
Quelle: Darstellung in Anlehnung an Kampmann/Walter (2011), S. 49.
Das Geldmengenaggregat M1 orientiert sich am stärksten an der Zahlungsmittelfunktion, weshalb es jenes Geldvolumen darstellt, das direkt für die Durchführung des Tauschverkehrs genutzt werden kann. Die Geldbestände von Banken sowie ihre Sichteinlagen bei den Zentralbanken zählen jedoch nicht zur engeren Geldmenge und werden vielmehr aus technischen Überlegungen gehalten. Das Bargeld brauchen die Banken, um die täglichen Umwandlungen von Giral- in Bargeld abwickeln zu können, ohne dabei in Zahlungsschwierigkeiten zu kommen, Sichtgeld wird hingegen für Geschäfte am Interbankenmarkt sowie zum Verrechnungsverkehr mit der Zentralbank benötigt. Die mittlere Geldmenge M2 umfasst mit kurzfristigen Termingeldern bereits weniger liquide Vermögenswerte, die sich als Kaufkraftaufbewahrungsmittel eignen. M3 stellt die weit gefasste Geldmengendefinition dar und betont vor allem die Wertaufbewahrungsfunktion.[13]
Die Schaffung von Geld hat einen elementaren Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft. Aus diesem Grund ist es essentiell, dass der Geldschöpfungsprozess in ausreichendem Umfang von den Zentralbanken kontrolliert und gesteuert werden kann. Das Schöpfen von Zentralbankengeld obliegt den Notenbanken und wird als primäre Geldschöpfung bezeichnet, während das Vervielfachen dieses Geldes, auch Sekundärgeldschöpfung genannt, durch die Geschäftsbanken erfolgt.[14] Nachfolgend werden die Primär- und Sekundärgeldschöpfung sowie der Geldschöpfungsmultiplikator näher erläutert.
Um die Kontrolle der Zentralbanken über die Geldmenge sicherzustellen, besitzt sie das Notenemissionsmonopol. Sie ist somit also als einzige Institution einer Volkswirtschaft dazu berechtigt, Banknoten und Münzen auszugeben. Das von der Zentralbank bereitgestellte Geld setzt sich zum einen aus dem Bargeldumlauf (Banknoten und Münzen) und zum anderen aus den Sichteinlagen der Geschäftsbanken bei der Notenbank zusammen. Es bildet die monetäre Basis, auch als Geldbasis oder „high powered money“ bekannt, und entspricht hinsichtlich der zuvor erläuterten Geldmengenabgrenzung der Bezeichnung M0. Die Herstellung von Zentralbankengeld erfolgt, indem die Zentralbank bei Tausch- bzw. Kreditgeschäften, wie beispielsweise dem Erwerb von Aktiva (z.B.: Vermögensanteile wie Wertpapiere oder Devisen) oder der Gewährung von Krediten an Geschäftsbanken, mit selbst geschaffenem Geld bezahlt. Dies geschieht entweder in Form von Banknoten oder indem sie den Kreditinstituten Sichtguthaben einräumt. Für diesen Vorgang, der auch als „Monetisierung von Aktiva“[15] bezeichnet wird, verlangt die Notenbank eine Leihgebühr, besser bekannt als Leitzins, über welchen die Geldnachfrage gesteuert werden kann. Der umgekehrte Vorgang der Zentralbankgeldvernichtung erfolgt, indem die Geschäftsbanken ihre Schulden bei der Zentralbank begleichen oder sie von der Notenbank Vermögensanteile erwerben. Dadurch wird dem Markt Liquidität entzogen und es kommt zur Primärgeldvernichtung.[16] Um den Vorgang der Geldschöpfung besser veranschaulichen zu können, wird dieser anhand der nachfolgend angeführten, vereinfachten Notenbankbilanz erläutert.
Quelle : Eigene Darstellung in Anlehnung an Issing (2011), S. 54.
Angenommen die Notenbank möchte Zentralbankengeld schaffen, so erwirbt sie beispielsweise Wertpapiere bei einer Geschäftsbank. Da sich durch diesen Ankauf sowohl die Aktivseite, also die Entstehungsseite der monetären Basis, als auch die Passivseite, bzw. die Verwendungsseite, um den gleichen Betrag erhöhen, kommt es zu einer Bilanzverlängerung. Im umgekehrten Fall des Verkaufes ändern sich die Vorzeichen, resultierend in einer Bilanzverkürzung. Im ersten Fall wird somit Geld geschaffen, im zweiten vernichtet. Grundsätzlich beruht die Schaffung von Geld also auf einer Kreditgewährung seitens der Zentralbank. Den Ausnahmefall stellt die nicht-kreditweise Entstehung von Geld durch den Devisenankauf dar, bei welchem die Geschäftsbanken nicht zur Rückzahlung verpflichtet sind. Auf Seiten der Geschäftsbanken kommt es sowohl bei der Geldentstehung als auch –vernichtung stets zum Aktivtausch. [17] Für ein besseres Verständnis werden die Auswirkungen des zuvor beschriebenen Wertpapieraufkaufs auf die Bilanz der Zentralbank wie auch auf die der Geschäftsbank dargestellt.
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Issing (2011), S. 54-55.
Während bis zur Auflösung des Bretton-Woods-Systems die Geldschöpfung noch durch die Deckung der Banknoten und Münzen mit Gold eingeschränkt war, könnte heute theoretisch beliebig viel Zentralbankengeld geschaffen werden. In der Realität ist dies jedoch nicht der Fall, da sich die Notenbanken an bestimmte Vorschriften halten müssen, um die Geldwertstabilität einer Volkswirtschaft zu sichern. Die Zentralbank kann demzufolge zwar soviel Geld zur Verfügung stellen, wie sie gemäß ihren Zielen und Vorgaben für angemessen hält, ist hierbei jedoch auf das Geschäftsbankensystem angewiesen, um die Geldmengen M1-M3 tatsächlich erhöhen oder senken zu können. Denn wenn die Kreditinstitute die dafür notwendigen Geschäfte mit der Zentralbank nicht eingehen wollen, sind die Möglichkeiten der primären Geldschaffung begrenzt. Erst wenn die Geschäftsbanken das in Anspruch genommene Geld mittels Krediten an Nichtbanken weiterreichen, kann die umlaufende Geldmenge wesentlich erhöht werden.[18]
Giralgeld entsteht analog dazu, indem Banken[19] Aktiva von Nichtbanken erwerben (z.B.: Wertpapiere) oder Kredite an diese gewähren. Durch die Einräumung der daraus resultierenden Sichtguthaben kommt es zur Sekundärgeldschöpfung, mit deren Hilfe die ursprüngliche Geldbasis erheblich vergrößert werden kann.[20] Inwieweit die Geschäftsbanken die Geldmenge ausweiten können, hängt unter anderem von der sogenannten Mindestreserve ab. Die Mindestreserve stellt eine Liquiditätsreserve in Höhe eines gesetzlich vorgeschriebenen Prozentsatzes der Nichtbanken-Einlagen dar, welche die Geschäftsbanken bei der Notenbank halten müssen. Um die tägliche Umwandlung von Sichtguthaben in Bargeld sicherstellen zu können, benötigen Banken zudem eine gewisse Barreserve. Die Höhe des Kassabestandes wird von den Zahlungsgewohnheiten einer Volkswirtschaft beeinflusst. In der heutigen Zeit scheinen Noten und Münzen gegenüber dem bargeldlosen Zahlen mittels Bankomat- oder Kreditkarte zunehmend an Bedeutung zu verlieren.[21] Die Vervielfachung der Geldmenge innerhalb des Geschäftsbankensystems trägt wesentlich zur Geldschöpfung bei, da die gewährten Kredite Einlagen bei anderen Banken darstellen, welche wiederum zur Kreditvergabe genutzt werden können. Ohne die zuvor erwähnten Mindest- und Barreserven könnte somit eine theoretisch unbegrenzte Geldmenge erzeugt werden. Inwieweit sich nun eine Änderung der Zentralbankengeldmenge (ZM) auf die Geldmenge (M) einer Volkswirtschaft auswirkt, kann mit Hilfe des Geldschöpfungsmultiplikators ermittelt werden. Er stellt den tatsächlich erzielbaren Vergrößerungsfaktor (Multiplikator) der Geldmenge unter Berücksichtigung der Mindestreservequote (r) und der Bargeldquote (b) dar.[22]
[Ein Praxisbeispiel dazu findet sich im Anhang.]
Damit die Notenbanken das Geldangebot richtig steuern können, müssen sie in Erfahrung bringen, welchen Bedarf an Geld die Haushalte und Unternehmen haben. Die Theorie der Geldnachfrage versucht Antworten auf diese Frage zu finden und widmet sich deshalb der Untersuchung, aus welchen Gründen und in welchem Umfang die Menschen Geld halten.[23] Nachfolgend sollen die bekanntesten Ansätze der Quantitätstheorie, welche die Geldmengenausdehnung als Ursache für Inflation sieht, näher erläutert werden und auf ihre wirtschaftspolitische Relevanz hinsichtlich einer Geldmengenregulierung eingegangen werden.
Einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Quantitätstheorie leistete Irving Fisher mit der von ihm aufgestellten Verkehrsgleichung. Dabei handelt es sich um „eine in mathematischer Form ausgedrückte Darlegung der gesamten Transaktionen, die in einer gewissen Periode in einem bestimmten Gemeinwesen vollzogen werden“[24]. Für die klassischen Vertreter wurde Geld nur aufgrund der Tausch- bzw. Zahlungsmittelfunktion gehalten, das dazu diente, sämtliche Transaktionen abwickeln zu können. Der Zusammenhang zwischen Geld und Transaktionen wird durch die Verkehrsgleichung deutlich:[25]
(2) M × V = P × NIPr
Die rechte Seite stellt hierbei das nominale Nettoinlandsprodukt bzw. annäherungsweise das nominale Transaktionsvolumen einer Volkswirtschaft dar. Es ergibt sich durch Multiplikation des Preisniveaus (P) mit dem realen Nettoinlandsprodukt (NIPr). Die linke Seite wiederum beschreibt die nominale Geldmenge (M), die in der festgelegten Periode zur Verfügung steht und mit einer gewissen Umlaufgeschwindigkeit (V) in der Volkswirtschaft zirkuliert. Diese Identitätsgleichung ist eine Tautologie, da sie aufgrund der Definition der einzelnen Variablen im Nachhinein immer erfüllt sein muss. Damit diese Gleichung zu einer aussagekräftigen Theorie wird, müssen Annahmen bezüglich der Veränderungen der einzelnen Variablen und der dahinterstehenden Ursachen getroffen werden.[26]
Die klassische Quantitätstheorie trifft diesbezüglich folgende Annahmen:[27]
Das NIPr wird exogen durch die Realsphäre bestimmt und unterliegt deshalb keinen Veränderungen durch monetäre Prozesse.
V ist determiniert durch die Zahlungsgewohnheiten und Zahlungsmöglichkeiten, welche mittel- bis langfristig als stabil anzusehen sind.
M wird exogen durch die Zentralbank bestimmt.
Somit resultiert bei gegebenem NIPr und konstantem V eine Erhöhung der Geldmenge in einer proportionalen Erhöhung des Preisniveaus. Demzufolge ist Inflation eine Reaktion auf eine zu starke Ausdehnung der Geldmenge. Die Zentralbank kann somit durch gezielte Geldmengensteuerung Einfluss auf das Preisniveau und somit die Inflation nehmen. Da die exogene Geldmengensteuerung gemäß dieser Theorie keinen Einfluss auf das reale Transaktionsvolumen hat, spricht man auch von der „Neutralität des Geldes“. Alfred Marshall setzte an der Verkehrsgleichung an und entwickelte sie weiter zur sogenannten Cambridge Gleichung. Während sich Fisher der Frage widmete, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte für ihre Transaktionen benötigen, liegt der Fokus in diesem Fall auf ihrer freiwilligen Geldhaltung. Aus diesem Grund wird die Umlaufgeschwindigkeit durch den Kassenhaltungskoeffizienten k (=1/V) ersetzt. Zudem entspricht das reale Nettoinlandsprodukt, bei Vernachlässigung des Auslandes, dem realen Volkseinkommen Yr, sodass sich die Gleichung nun folgendermaßen darstellt:[28]
(3) M = k × P × Yr
Der Kassenhaltungskoeffizient drückt den prozentuellen Anteil am Einkommen aus, den die privaten Haushalte und Unternehmen an Geld halten möchten. Aus diesem Grund ist es plausibler, die Bindung der Geldhaltung an das Einkommen zu binden als an das Nettoinlandsprodukt. Für Marshall ist k konstant, da es auf verhaltenstheoretischen Gesichtspunkten basiert. Weiters nimmt er in seiner Gleichung Yr als gegeben an, während M exogen durch die Zentralbank bestimmt wird. Basierend auf diesen Annahmen kann auf eine Geldmengenänderung nur eine proportionale Preisniveauanpassung folgen. Die klassischen Quantitätstheorien kommen also zu dem Schluss, dass Inflation bzw. Deflation durch eine dementsprechende Änderung der Geldmenge von Seiten der Zentralbank hervorgerufen wird.[29]
Im Gegensatz zur Klassik sind bei John Maynard Keynes drei Motive ausschlaggebend für die Geldhaltung. Er erweitert das klassische Transaktionsmotiv um ein Vorsichts- sowie Spekulationsmotiv. Während die Vorsichtskasse dem Zweck dient, unvorhersehbare zukünftige Zahlungen bezahlen zu können, sollen beim Spekulationsmotiv durch Investitionen in alternative Anlageformen Erträge generiert werden, die das Ziel der Wertaufbewahrung erfüllen.[30] Hierbei wird nach der keynesianischen Theorie jedoch lediglich zwischen der risikolosen, unverzinslichen Geldhaltung einerseits und der riskanten Haltung festverzinslicher Wertpapiere mit unendlicher Laufzeit andererseits unterschieden. Wieviel Geld für spekulative Zwecke übrig bleibt, hängt von der Höhe der Transaktions- und Vorsichtskasse ab, die durch die Determinanten Einkommensverteilung und Zinssatz bestimmt wird. Die Unterschiede zur älteren Quantitätstheorie sind zum einen die Berücksichtigung der Unsicherheit über zukünftige Erwartungen und zum anderen die zinsabhängige Spekulationskasse.[31] Die Struktur des gehaltenen Vermögens wird somit durch den Zinssatz bzw. die Rendite der Anlage bestimmt. Bei niedriger Effektivverzinsung ziehen die Wirtschaftssubjekte die risikolose Geldhaltung der riskanten Wertpapierhaltung vor und vice versa.[32]
Die Cambridge Gleichung und die keynesianischen Theorien bilden das Fundament für die Neoquantitätstheorie, bei der es gemäß Milton Friedman essentiell ist, zwischen einer nominalen und einer realen Kassenhaltung der Wirtschaftssubjekte zu unterscheiden. Während erstere durch bestimmte Währungseinheiten wie z.B. Euro oder Doller definiert wird, steht die reale Geldmenge für die Verfügungsgewalt, die durch ihren Besitz über Güter und Dienstleistungen ausgeübt werden kann. Die Nachfrage nach Geld wird von verschiedenen Schlüsselvariablen, wie beispielsweise dem Einkommen oder den Renditen für alternative Anlageformen[33], beeinflusst. Somit führen Geldmengenänderungen zu einem erheblich komplexeren Anpassungsprozess als in den früheren Theorien. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass der Adaptionsvorgang der Bargeldhaltung viel Zeit braucht, weshalb der Kassenhaltungskoeffizient als ausreichend stabil antizipiert werden kann.[34] Im Zusammenhang mit einer ebenfalls als stabil angenommenen Nachfrage kommt die Neoquantitätstheorie zum selben Ergebnis wie die Klassiker, nämlich, dass eine proportionale Beziehung zwischen der Geldmengen- und Preisniveauänderung herrscht. Die Annahme von der Neutralität des Geldes wird jedoch verworfen.[35]
Anhand all dieser Erkenntnisse kann die Quantitätstheorie als Grundlage für die Entwicklung einer Geldmengensteuerung herangezogen werden. So scheint etwa der Schluss nahe, dass bei einer jährlichen Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (entspricht Yr) und dem Ziel einer vergleichsweise stabilen Inflationsrate die Geldmenge dementsprechend wachsen muss.
Da die Steuerung der Geldmenge, wie bereits zuvor erläutert, den Zentralbanken obliegt, sollen nun die beiden größten Zentralbanken der Welt - die Europäische Zentralbank (EZB) und das Federal Reserve System (FED) - vorgestellt werden. Zunächst wird ihre historische Entwicklung beleuchtet, gefolgt von einer Ausführung über die jeweilige Organisationsstruktur sowie ihre wichtigsten Grundsätze und Ziele.
Der Weg von der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) hin zu einer gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) vollzog sich über mehrere Jahrzehnte. Nachfolgend sollen die wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung der EZB aufgezeigt sowie deren Struktur und Ziele eingehend analysiert werden.
Der Grundstein für die Schaffung einer gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsunion, und somit auch der EZB als überstaatliches Währungsinstitut, wurde im Jahr 1962 gelegt. Zu diesem Zeitpunkt berieten sich die damaligen sechs Mitgliedsstaaten[36] der EWG erstmals über eine Zusammenarbeit im Bereich der Währungspolitik.[37] Die Basis hierfür bildete das sogenannte „Marjolin-Memorandum“, in dem unter anderem die mögliche Gestaltung einer langfristigen, einheitlichen Währungspolitik ausgeführt wird.[38] Aufgrund des Bretton-Woods-Systems war jedoch eine ausreichende Währungsstabilität gegeben, sodass die Pläne dieses Memorandums nicht weiter aufgegriffen wurden. Erst als sich eine gewisse Anspannung des Systems aufgrund von Zahlungsbilanzkrisen bemerkbar machte, entschloss man sich zur Planung einer Wirtschafts- und Währungsunion. Das Ergebnis der damit beauftragten Expertenkommission war der sogenannte „Werner Bericht“.[39] In diesem Bericht wurde die Ausarbeitung eines dreistufigen Plans zur Verwirklichung dieses Vorhabens vorgestellt. Es wurde darauf hingewiesen, dass für eine Währungsunion die vollständige Konvertibilität der Währungen, die Liberalisierung des Kapitalverkehrs sowie eine irreversible Festsetzung der Wechselkurse als notwendig erachtet wurden.[40] Das ehrgeizige Vorhaben wurde jedoch wieder auf Eis gelegt, sodass die tatsächliche Umsetzung der Währungsunion erst im Jahr 1989 begann. Der „Delors-Bericht“, der sich in vielen Teilen an den Werner-Bericht anlehnt und ebenfalls drei Stufen umfasst, diente hierfür als konkreter Leitfaden. Zunächst sollte der gemeinsame Binnenmarkt vollständig ausgestaltet und die verschiedenen Wirtschaftspolitiken der einzelnen Mitgliedstaaten aufeinander abgestimmt werden. Innerhalb der zweiten Stufe sollten dann die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Konvergenz auf institutioneller und organisatorischer Ebene geschaffen werden. Abschließend müsste eine unwiderrufliche Festlegung der Wechselkurse erfolgen und den neu geschaffenen Organen ihre wirtschaftspolitische Verantwortung übertragen werden.[41] Mit der ersten Stufe wurde am 1.Juli 1990 begonnen, gefolgt von der zweiten Stufe, die durch die Errichtung des Europäischen Währungsinstituts (EWI) am 1. Jänner 1994 eingeläutet wurde. Diese Übergangsinstitution bereitete den Weg für die letzte Stufe, in der die Wechselkurse irreversibel festgelegt, der Euro als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt und die EZB als supranationales Währungsinstitut eingesetzt wurde. Seitdem ist die EZB als überstaatliche Behörde für die einheitliche Geldpolitik des Euroraumes, der derzeit 18 von 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) umfasst, verantwortlich.[42]
Innerhalb des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) und des Eurosystems stellt die EZB, als EU-Organ mit eigener Rechtspersönlichkeit, die zentrale Schaltstelle der einheitlichen Geldpolitik dar. Während zum ESZB die EZB sowie sämtliche nationalen Zentralbanken (NZB) zählen, umfasst das Eurosystem neben der EZB nur jene nationalen Zentralbanken, deren gesetzliche Währung der Euro ist. Die EZB, mit Sitz in Frankfurt am Main, ist die entscheidende Akteurin, wenn es um die Festlegung der Geldpolitik bzw. die Bestimmung der dafür einzusetzenden Instrumente geht. Zu den Beschlussorganen der EZB zählen der EZB-Rat, das Direktorium und der Erweiterte Rat, deren Aufgaben nachfolgend erklärt werden.[43]
Der EZB-Rat umfasst die Mitglieder des Direktoriums sowie die Präsidenten der nationalen Zentralbanken aus dem Euroraum. Zu den Hauptaufgaben des Rates gehören unter anderem die Festlegung der Geldpolitik des gemeinsamen Währungsraumes sowie die Erlassung von Leitlinien und Beschlüssen, die zur Erfüllung der übertragenen Aufgaben benötigt werden. Zudem werden dem EZB-Rat in absehbarer Zeit neue Aufgaben, im Zusammenhang mit der Bankenaufsicht, gestellt werden. Die Mitglieder des Rates treffen sich zwei Mal im Monat in Frankfurt am Main. Einen wichtigen Aspekt stellen die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Mitglieder da, die bei sämtlichen Aufgaben und Beschlussfassungen gegeben sein müssen. Wenn sich die Mitglieder des Rates in Frankfurt am Main treffen (ca. zwei Mal im Monat), dann agieren sie nicht als Vertreter ihres Landes, sondern des ESZB.[44]
Das Direktorium umfasst neben dem Präsidenten und Vizepräsidenten der EZB vier weitere Mitglieder, welche für eine begrenzte Amtszeit von acht Jahren in dieser Funktion tätig sind. Anhand von Empfehlungen der Wirtschafts- und Finanzminister sowie Beratungen mit dem Europäischen Parlament werden die Vertreter dieses Beschlussorganes vom Europäischen Rat mit qualifizierter Mehrheit bestimmt. Da in der ersten Periode die Dauer der Amtszeiten gestaffelt wurde, müssen nicht alle Mitglieder zum selben Zeitpunkt ausgewechselt werden. Einmal wöchentlich tritt das Direktorium zusammen, um die ihm übertragenen Aufgaben zu erfüllen. Es sind dies unter anderem die Durchführung, der vom EZB-Rat beschlossenen Geldpolitik, Leitlinien und Beschlüsse, sowie das Vorbereiten von EZB-Ratssitzungen und die Leitung der laufenden Geschäfte der EZB.[45]
Der erweiterte Rat schließt neben dem Präsidenten und Vizepräsidenten der EZB auch die Vertreter der Nationalbanken aller 28 EU-Mitgliedstaaten ein. Dieses Gremium, das die Aufgaben des ehemaligen EWI übernommen hat, trägt beispielsweise zur Stärkung der Kooperation unter den Nationalbanken bei. Des Weiteren hilft es bei der Abwicklung amp; Harmonisierung der Geldpolitik und überprüft, inwieweit Mitglieder die Voraussetzung zum Beitritt in das Eurosystem erfüllen. Überdies steht der Erweiterte Rat, der vierteljährlich tagt, dem EZB-Rat beratend zur Seite.[46] [Eine Grafik über den organisatorischen Aufbau der EZB findet sich im Anhang.]
Das Leitbild der EZB wird vor allem durch die Grundsätze der Unabhängigkeit, der Transparenz und der Rechenschaftspflicht geprägt, welche im Vertrag der Europäischen Gemeinschaft (EG-Vertrag) sowie in den ESZB-Satzungen manifestiert sind. Den wichtigsten Eckpfeiler stellt wahrscheinlich die Unabhängigkeit dar, die die Eigenständigkeit der EZB garantieren und somit das Vertrauen in diese Institution stärken soll. So ist im EG-Vertrag geregelt, dass weder die Mitglieder der EZB noch die Gouverneure der nationalen Notenbanken dazu berechtigt sind, Weisungen von dritter Seite einzuholen oder entgegenzunehmen.[47] Neben dieser institutionellen Unabhängigkeit ist die personelle durch die zuvor erwähnte Begrenzung der Amtszeit des Direktoriums sowie eine fünfjährige Mindestdauer der Notenbankpräsidentschaften gegeben.[48] Die finanzielle Unabhängigkeit wird durch die Erfüllung der Aufgaben mit eigenen monetären Mitteln garantiert. Das Kapital der EZB wird hierzu anteilsmäßig von den Nationalbanken bereitgestellt, wobei ihr Budget nicht zu jenem des allgemeinen Haushaltes der Gemeinschaft zählt. Weiters wird durch die Instrumentenunabhängigkeit, welche in den Art.17-24 des Protokolls über Satzungen des ESZB geregelt ist, die funktionelle und operationelle Selbstständigkeit gewährleistet. Um einen Druck öffentlicher Haushalte auf die EZB zu vermeiden, regelt Art. 123 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) zudem das Verbot der Kreditvergabe an diesen Sektor bzw. an diesen Sektor zugehörige Einrichtungen.[49] Um die Glaubwürdigkeit bei einem solchen Maß an Unabhängigkeit sicherzustellen sind Transparenz und Rechenschaftspflicht unerlässlich. So muss die EZB im Zuge ihrer Berichtspflichten zumindest quartalsweise einen Bericht über die Tätigkeiten des ESZB sowie wöchentlich einen konsolidierten Ausweis des ESZB veröffentlichen. Zudem erfolgt eine jährliche Berichterstattung über die Geld- und Währungspolitik an die EU-Organe[50].[51] Im Sinne der Transparenz wird von Seiten der EZB vor allem die Vermittlung ihrer geldpolitischen Ziele und Strategien fokussiert. Die dahinterstehenden Prozesse werden allerdings in geringerem, wenn nicht unzureichendem Ausmaß offengelegt. Beispielsweise werden keine Sitzungsprotokolle veröffentlicht oder etwaige Abstimmungsverhalten bekanntgegeben. Diese Verschlossenheit ist nicht bei allen Zentralbanken üblich, wie im Anschluss bei dem Federal Reserve System gezeigt werden kann.[52]
Unter dem Aspekt der Neutralität des Geldes (siehe dazu Abschnitt 1.4) sind sich die Makroökonomen einig, dass eine langfristige Preisentwicklung über eine adäquate Geldmengenanpassung der Zentralbank ausgeglichen werden kann.[53] Um inflationäre oder gar deflationäre Prozesse und damit negative Auswirkungen auf die Wirtschaft zu vermeiden, hat die EZB als oberstes Ziel die Preisstabilität festgelegt. Außerdem soll sie, sofern sie dadurch nicht ihr vorrangiges Ziel beeinträchtigt, die allgemeine Wirtschaftspolitik der EU unterstützen.[54] Was genau unter dem Begriff „Preisstabilität“ zu verstehen ist, wurde separat in einer Pressemitteilung verlautbart. Sie wird definiert als „ Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro-Währungssystem von unter 2% gegenüber dem Vorjahr“[55], wobei auch die Notwendigkeit ihrer Beibehaltung auf mittlere Sicht betont wurde, da die Auswirkungen der Geldpolitik nicht sofort spürbar sind. Diese quantitative Festlegung trägt zum besseren Verständnis und zur Transparenz der geldpolitischen Tätigkeiten bei. Weiters stellt es für sämtliche Bürger und Bürgerinnen einen Orientierungspunkt dar, an dem sie die Arbeit der EZB messen können. Abweichungen müssen der Bevölkerung begründet und dementsprechende Verbesserungsvorschläge dargelegt werden.[56] In der Pressemitteilung vom Oktober 1998 wurde zudem die Zwei-Säulen Strategie der EZB vorgestellt, die sich von den üblichen einseitigen Strategien anderer Zentralbanken abhebt. Um eine vorrausschauende Geldpolitik im Hinblick auf die Zielerreichung betreiben zu können, bedarf es einer eingehenden Analyse und Interpretation einer Bandbreite von volkswirtschaftlichen Daten, weshalb die erste Säule die eingehende Analyse der Geldmenge umfasst.[57] Durch die Festlegung eines Referenzwertes für das Wachstum des Geldmengenaggregats M3 in der Höhe von viereinhalb Prozent ist der EZB-Rat zur gründlich Analyse der Geldmengenentwicklung sowie ihrer Auswirkungen auf das Preisniveau verpflichtet.[58] Die zweite Säule sieht die Analyse von wirtschaftlichen und finanziellen Indikatoren vor. Diese beiden Säulen stellen jedoch nicht wie oftmals angenommen das „Inflations- bzw. Geldmengenziel“ dar, sondern dienen lediglich als Hilfsmittel bei der Beurteilung von Risiken, die die Preisstabilität gefährden könnten.[59]
Die Vorteile der Preisstabilität reichen von einem geringeren, inflationsbedingten Risikoaufschlag bei Zinssätzen bis hin zur Vermeidung von Verzerrungen im Steuersystem. Die Anvisierung einer niedrigen Inflationsrate trägt erwiesenermaßen zum wirtschaftlichen Wohlstands- und Wachstumspotenzial bei.[60] Allerdings war die Strategie der EZB nicht immer unumstritten. Vor allem die im Jahr 1998 verkündete Definition der Preisstabilität, aber auch ihre Messung wurden von Fachleuten kritisiert. Es wurde diskutiert, ob die zweiprozentige Höchstgrenze nicht zu ehrgeizig gesteckt wurde, der HVPI Messfehler enthält und die Effektivität der Geldpolitik durch eine untere Zinsschranke von null Prozent gehemmt werden könnte.[61] Für Svensson und viele weitere Experten war vor allem die asymmetrische Abgrenzung, die zwar eine Inflation von maximal zwei Prozent vorsah, aber keine Auskunft über eine untere Grenze lieferte, problematisch. Er schlägt vor, einen festen Bereich, beispielsweise zwischen einem und zwei Prozent, festzulegen.[62] Für andere hingegen ist die Obergrenze zu restriktiv gewählt. Es wird eine zumindest einprozentige Sicherheits-Margin vorgeschlagen, die bei negativen Schocks helfen soll, ein Versagen der Geldpolitik zu verhindern.[63] Die EZB hat auf diese Kritik reagiert, weshalb derzeit vom EZB-Rat eine mittelfristige Inflationsrate von unter, aber nahe zwei Prozent angestrebt wird.[64]
Das Federal Reserve System, nachfolgend als die Federal Reserve bzw. die Fed bezeichnet, stellt das Zentralbankensystem der United States of America (USA) dar. Zu ihren wichtigsten Aufgaben zählen die Leitung der nationalen Geldpolitik, die Überwachung und Regulierung der Bankinstitute sowie die Gewährleistung eines stabilen Finanzsystems.[65] In diesem Abschnitt wird parallel zur EZB näher auf den historischen Ursprung, die Organisationsstruktur und die Grundsätze und Ziele der Fed eingegangen.
Die erste amerikanische Notenbank wurde im Jahr 1791 gegründet, wobei der Einführung heftige Debatten vorausgingen. Diskutiert wurde vor allem, ob der Kongress überhaupt zur Schaffung einer Zentralbank ermächtigt war. Befürworter Alexander Hamilton überzeugte die Kritiker, indem er argumentierte, dass der Kongress dermaßen viel monetäre und finanzpolitische Macht besitzt, dass es nur richtig wäre, eine Bank zu gründen, um diese auch tatsächlich auszuüben.[66] Die erste Zentralbank der USA, mit Hauptsitz in Philadelphia, war zum damaligen Zeitpunkt nicht nur die größte Bank mit einem Kapital von rund zehn Millionen US-Dollar, sondern auch das größte Unternehmen. Sie war verantwortlich für die Annahme von Einlagen, die Ausgabe von Banknoten, für die Kreditgewährung und den Ankauf von Sicherheiten. Die Angst vor dem mächtigen Einfluss dieser Bank war sicherlich mitverantwortlich dafür, dass ihr Chartervertrag nach 20 Jahren auslief und nicht verlängert wurde, wenngleich der Vorschlag zur Erneuerung nur wegen einer Stimme scheiterte. Fünf Jahre später verschlechterte sich jedoch die wirtschaftliche Situation dermaßen, dass dem Kongress im Jahr 1816 ein Gesetzesentwurf für die Gründung der „Second Bank of the United States“ vorgelegt wurde, der von einer knappen Mehrheit abgesegnet wurde. Die zweite amerikanische Notenbank war der ersten hinsichtlich Aufgaben und Funktionen sehr ähnlich, übertraf diese jedoch, was die Kapitalisierung in der Höhe von 35 Millionen US-Dollar betraf. Da sie aufgrund ihrer immensen Einflussnahme allerdings von großen Teilen der Bevölkerung, Politikern sowie Geschäftsmännern als Bedrohung für die Demokratie gesehen wurde, kam es auch hier im Jahr 1836 zu keiner Verlängerung des Vertrages.[67] Das anschließende Bankwesen war geprägt durch eine Unzahl von Banken, ohne jegliche bundesstaatliche Regulierung. Der „National Banking Act of 1863“ versuchte die entstandenen Unsicherheiten im Bankensystem durch staatlich zugelassene Banken in den Griff zu bekommen und brachte zudem eine Einheitswährung hervor. Ohne eine einheitliche Zentralbankenleitung erwies sich dieser Versuch jedoch als unzulänglich. Der industrielle Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts machte eine Reform des Bankensystems notwendig und ebnete somit den Weg für die Gründung des Federal Reserve System. Im Jahr 1908 wurde die kürzlich gegründete „National Monetary Commission“, unter der Führung von Nelson Aldrich, beauftragt, eine umfassende Studie über erforderliche Anpassungen des amerikanischen Bankensystems durchzuführen.[68] Die Ergebnisse mündeten in einen Gesetzesvorschlag, der die Gründung einer „National Reserve Association“ (NRA), also einer Zentralbank mit Zweigstellen überall in Amerika, vorsah, die von einem Gremium kontrolliert wurde, welchem vor allem Banker angehören sollten.[69] Gemäß Abschnitt 2 des Gesetzesentwurfes sollten der NRA umfassende Rechte zugesichert werden. Außerdem wurde ihr in den Abschnitten 30-36 die Autorität bei der Zinssatzfestlegung übertragen sowie die Erlaubnis für die Durchführung von Offenmarktgeschäften und Wechselkursinterventionen erteilt. Aufgrund der eingeräumten Rechte erntete dieses Gesetz jedoch hauptsächlich Misstrauen und wurde vom Kongress abgelehnt. Unter der Leitung von Carter Glass und mit Unterstützung von H. Parker Willis wurde erneut ein Gesetzesentwurf vorgelegt, der unter dem Namen „Federal Reserve Act“ zur Gründung der Fed führte. Der Vorschlag war beinahe ident mit dem Aldrich Plan, wurde jedoch auf Wunsch des damaligen Präsidenten Woodrow Wilson dahingehend adaptiert, dass der Einfluss der Regierung bei der Aufsicht dieses Systems erhöht wurde.[70] Durch die Schaffung einer zentralen Aufsicht, bei der die privaten Mitglieder durch staatliche Beauftragte ersetzt wurden, und die Etablierung von zwölf teilautonomen regionalen Zentralbanken, konnte Wilson glaubhaft vermitteln, dass eine Dominanz der Banken über den Staat nicht möglich war.[71]
Durch die Einbindung von Bank-, Industrie-, Agrar- und Handelsakteuren erhält das Federal Reserve System einen weitreichenden Einblick in die Wirtschaft. Drei Hauptkomponenten dieses bundesstaatlichen Systems werden im Anschluss näher erläutert.
Board of Governors (FRB)
Das Board of Governors ist die Bundesbehörde der Fed. Es setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen, die vom Präsidenten vorgeschlagen werden und der Bestätigung durch den U.S. Senat bedürfen. Die Amtszeit der Mitglieder ist auf 14 Jahre begrenzt, wobei eine Wiederernennung ausgeschlossen ist. Auch der Vorstandsvorsitzende dieses Gremiums sowie der stellvertretende Vorsitzende werden vom Präsidenten ausgewählt und bedürfen der Zustimmung des Senats – vorausgesetzt, es handelt sich bei den Nominierten um derzeitige Mitglieder bzw. gleichzeitig auch für das FRB auserwählte Personen. Ihre Amtszeit ist allerdings auf vier Jahre limitiert. Das FRB, mit Sitz in Washington D.C., wird von ca.1800 Mitarbeitern bei seinen Tätigkeiten im Hinblick auf die sorgfältige Analyse von nationalen und internationalen finanziellen und wirtschaftlichen Entwicklungen unterstützt. Das Board of Governors koordiniert und kontrolliert die Operationen der Federal Reserve Banken, übernimmt weitreichende Verantwortung in Bezug auf das Zahlungssystem der Vereinigten Staaten und ist allein dazu berechtigt Mindestreserveanforderungen zu ändern. Außerdem bedürfen die einzelnen Federal Reserve Banken der Zustimmung des FRB, wenn sie die Diskontrate in einem Distrikt ändern wollen. Darüber hinaus übernimmt das Board of Governors eine zentrale Rolle bei der Aufsicht und Regulierung des U.S.Bankensystems.[72] Bei der Auswahl der Gouverneure ist der Präsident der Vereinigten Staaten gesetzlich dazu verpflichtet, ein breites Spektrum der Wirtschaft zu repräsentieren. Zudem sind die Amtszeiten der Mitglieder, wie im Falle des EZB Direktoriums, gestaffelt. Dies soll den Einfluss der Politik auf die Fed begrenzen. Zusätzlich gilt zu berücksichtigen, dass pro Distrikt nur ein Gouverneur gewählt werden kann.[73]
Federal Reserve Banken
Das System der Federal Reserve erstreckt sich über zwölf Distrikte, wovon jeder über eine Zentralbankenstelle (Federal Reserve Banken) verfügt, welche wiederum Zweigstellen in anderen Städten oder Distrikten führen können. Jede dieser Federal Reserve Banken stellt eine öffentliche Institution dar, die sich durch den Kauf von Aktienanteilen im Besitz von privaten Geschäftsbanken dieses Distrikts befindet, wobei diese Mitglieder des Federal Reserve Systems sein müssen.[74] Bildlich gesprochen können die Zentralbankenstellen, die der Aufsicht des Kongresses unterliegen, als „Arm“ des zentralen Bankensystems gesehen werden. Jede Federal Reserve Bank hat neun eigene Direktoren, deren Ernennung jedoch außerhalb der Bank erfolgt. Für jede der drei Klassen (A, B, C) werden drei Direktoren bestimmt. Klasse A repräsentiert den Bankensektor, die Klassen B und C die Öffentlichkeit. Die Mitglieder der Klassen A und B werden durch die Member Banken bestimmt, während das Board of Governors jene für Klasse C auswählt. Essentiell ist das Verbot für Repräsentanten der Klassen B und C, während der Amtszeit als Direktor, Funktionär oder Angestellter einer Bank oder eines bankhaltenden Unternehmens tätig zu sein. Direktoren der Klasse C wird sogar der Besitz von Aktien an einer Bank oder einem bankhaltenden Unternehmen verboten. Die neun Direktoren wählen wiederum den Präsidenten und seinen Stellvertreter, wobei das Ergebnis vom Board of Governors abgesegnet werden muss.[75] Die Zentralbankenstellen übernehmen neben einer Vielzahl an Aufgaben im Bankwesen wie beispielsweise der Ausgabe neuer Geldnoten, der Scheckabrechnung etc. auch einen wichtigen Part bei der Geldpolitik. So können die Direktoren die Diskontrate in ihrem Distrikt festlegen[76] sowie einen Geschäftsbanker von jedem Distrikt für das Federal Advisory Council benennen. Zudem haben jeweils fünf der zwölf Präsidenten eine Stimme beim Federal Open Market Committee, das die Offenmarktgeschäfte leitet. [77]
Dieses Komitee besteht aus den Mitgliedern des Board of Governors und fünf der zwölf Präsidenten der Federal Reserve Banken, die jährlich rotieren. Die Ausnahme stellt hierbei die New Yorker Zentralbankenstelle dar, deren Präsident ein permanentes Mitglied ist. Aufgrund des Standortes im globalen Finanzzentrum ist sie die größte der zwölf Banken und verantwortlich für die Ausführung der vom FOMC festgelegten Offenmarktgeschäfte und Fremdwährungsinterventionen. Bei den Treffen, die ca. acht Mal im Jahr stattfinden, sind alle Präsidenten der Federal Reserve Banken anwesend, wenngleich nur fünf davon ein Stimmrecht besitzen.[78] In diesen Sitzungen werden die Entscheidungen über die Handhabung der Offenmarktgeschäfte beschlossen. Auch wenn das FOMC die Mindestreserveanforderungen und die Zinssätze nicht direkt festsetzen kann, so werden sie dennoch stark von den Entscheidungen des Komitees beeinflusst.[79] Neben diesen drei Kernelementen des Federal Reserve Systems sind auch die Member Banks und das Advisory Council von zentraler Bedeutung. Zu den Member Banks zählen alle nationalen Banken sowie sämtliche amtlich zugelassenen Geschäftsbanken, die sich für eine Mitgliedschaft im System entscheiden. Das Advisory Council steht dem FRB beratend zur Seite. [Eine Grafik im Anhang gibt einen klaren Überblick über das gesamte Federal Reserve System.]
Von vielen wird die Fed als unabhängigste Zentralbank der Welt angesehen, da sie gemäß Debelle und Fischer sowohl über die Instrumenten- als auch die Zielunabhängigkeit verfügt. Erstere befähigt die Zentralbank, die Wahl der Instrumente zur Zielerreichung selbst festzusetzen, letztere erlaubt ihr die eigenhändige Festlegung ihrer Ziele.[80] Vor allem die finanzielle Eigenständigkeit gewährleistet ein hohes Maß an Selbstständigkeit, auch wenn der Großteil der Nettoerlöse an das U.S. Treasury Institut abgegeben werden muss. Während die einen davon überzeugt sind, dass die amerikanische Notenbank kaum politischem Druck ausgesetzt ist (vor allem durch die 14-jährige Amtszeit des FRB garantiert), ist für andere der Grundsatz der Unabhängigkeit wesentlich schwächer ausgeprägt als im Falle der EZB.[81] Dies ist auf die Einflussnahme des Kongresses zurückzuführen, der den Federal Reserve Act verabschiedete und deshalb auch dazu befähigt ist, die darin enthaltenen rechtlichen Rahmenbedingungen jederzeit zu ändern. Aus diesem Grund ist es angebrachter davon zu sprechen, dass die Fed „independent within the government“[82] ist.[83] Der trotzdem sehr hohe Grad an Unabhängigkeit macht es aufgrund der demokratischen Grundprinzipien notwendig, dass die Fed für seine Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden kann. Weiters werden die zu erreichenden Ziele von der Regierung vorgegeben, wobei die Federal Reserve eindeutig darlegen muss, dass es gemäß den Vorgaben agiert. Dies führt zum nächsten Grundsatz der Transparenz, mit dessen Hilfe die Redlichkeit des Systems sichergestellt werden soll. Dementsprechend ist die amerikanische Notenbank dazu verpflichtet, über den wirtschaftlichen Ausblick und ihre politischen Strategien zu berichten. So muss die Zentralbank dem Kongress unter anderem zweimal im Jahr einen ausführlichen Bericht über die Wirtschafts- und Geldpolitik vorlegen (Monetary Policy Report to the Congress). Außerdem veröffentlicht das FOMC nach jeder Sitzung eine Stellungnahme über die getroffenen Entscheidungen sowie das zugrundeliegende Abstimmungsverhalten. Darüber hinaus werden die Sitzungsprotokolle drei Wochen nach den Treffen auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das sogenannte „Beige Book“, welches acht Mal im Jahr publiziert wird, fasst Informationen über die wirtschaftlichen Gegebenheiten aller zwölf Distrikte zusammen und trägt somit zusätzlich zu einem erheblichen Maß an Transparenz bei. Durch diese Veröffentlichungen können Unsicherheiten stark reduziert und die positiven Effekte der Geldpolitik auf den langfristigen Zinssatz verstärkt werden.[84]
Im Gegensatz zur EZB strebt die Fed mehrere gleichberechtigte Ziele an, die im Abschnitt 2A des Federal Reserve Aktes angeführt sind als „the goals of maximum employment, stable prices, and moderate long-term interest rates“[85]. Der Grund für den Multi-Indikatoren-Ansatz lässt sich auf die Veränderung des Geldnachfrageverhaltens zu Beginn der 90er Jahre zurückführen. Die Deregulierung der Märkte sowie Finanzinnovationen und Änderungen im Verhalten der privaten Anleger führten zu einer Aufweichung des Zusammenhangs zwischen steigenden Zinssätzen und sinkender Geldnachfrage bzw. sinkender Umlaufgeschwindigkeit. Warum sich die Fed auf eine geldpolitische Strategie mit mehreren Zielen festlegte, anstatt eine direkte Inflationssteuerung zu betreiben, erklärte der damalige Präsident Ben Bernanke ausführlich in einer Rede.[86] Zum einen kritisierte er die technischen Mängel an einer reinen Inflationsorientierung. So müsste ein Modell entwickelt werden, welches alle für relevant empfundenen Informationen beurteilt, um das vorgegebene Ziel zu erreichen. Diese „look at everything“[87] Strategie erfordert es, alle vorhandenen Daten zu betrachten, wenngleich damit ein zentrales Ziel angestrebt wird. Zudem überträgt es den Verantwortlichen ein erhebliches Maß an Entscheidungsfreiheit. Jene Banken, die dieses Ziel verfolgen, haben sich einen wesentlichen Spielraum freigehalten, um auf Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Wechselkursänderungen oder kurzfristige ökonomische Schocks reagieren zu können. Aus diesem Grund wird „Inflation targeting“ nur als Rahmenwerk, nicht aber als Hauptziel verstanden. Langfristig soll die Inflation somit innerhalb bestimmter Grenzen liegen und dadurch für eine gewisse Diszipliniertheit und Rechenschaftspflicht bei der Gestaltung der Geldpolitik sorgen.[88] An den Mehrfachzielen wird vor allem die fehlende Transparenz hinsichtlich der momentanen Zielfokussierung sowie das Fehlen einer nominalen Orientierungsgröße kritisiert. Aufgrund der hohen Glaubwürdigkeit gelingt es der Fed jedoch, diese Schwächen zu kompensieren.
Um die festgelegten Ziele zu erreichen, greifen weder das Eurosystem noch die Fed auf eine direkte Geldbasissteuerung zurück. Vielmehr wird anstatt einer quantitativen Steuerung der monetären Basis der Tagesgeldzinssatz als Ansatzpunkt für die Implementierung der geldpolitischen Ziele herangezogen. Dabei handelt es sich um jenen Zinssatz am Tagesgeldmarkt, zu welchem Banken Guthaben bei der Zentralbank handeln. Den kurzfristigen Geldmarktzinssätzen kommt hinsichtlich der Übertragung geldpolitscher Impulse eine außerordentliche Rolle zu, da sie über die im nächsten Kapitel erläuterten Transmissionskanäle Einfluss auf das Konsumverhalten von Privaten und auch Unternehmen haben und sich somit auch auf die monetäre Entwicklung und letztendlich das Preisniveau auswirken.[89] In diesem Kapitel erfolgt eine Vorstellung der geldpolitischen Instrumente, die der EZB und der Fed zur Erreichung ihrer operativen Ziele zur Verfügung stehen. Die besondere Betonung liegt hierbei auf deren Einsatz in wirtschaftlich stabilen Zeiten, wobei in diesem Zusammenhang auch oftmals von den „konventionellen“ Maßnahmen gesprochen wird.
Damit die Zentralbanken den Tagesgeldsatz tatsächlich kontrollieren können, muss eine angemessene Nachfrage nach Guthaben bei den Notenbanken vorhanden sein. Diese wird beispielsweise durch eine Mindestreserveverpflichtung der Kreditinstitute bzw. eine freiwillige Haltung sogenannter „Working Balances“ erzielt.
Gemäß den Mindestreservevorschriften der EZB müssen die Kreditinstitute entsprechende Guthaben auf den Konten der nationalen Zentralbanken halten.[90] Die Mindestreservebasis wird hierfür anhand bestimmter Positionen aus der Bilanz der jeweiligen Geschäftsbank ermittelt, wobei sich die reservepflichtigen Verbindlichkeiten in drei Kategorien einteilen lassen. Zu Kategorie A zählen täglich fällige Einlagen, Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bzw. Kündigungsfrist von bis zu zwei Jahren und Schuldverschreibungen mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu zwei Jahren. Auf diese Kategorie findet ein positiver Reservesatz Anwendung, der derzeit ein Prozent beträgt. In der EU Verordnung (EG) Nr. 2531/98 ist zudem geregelt, dass der Mindestreservesatz zwischen null und zehn Prozent liegen muss. Zu Kategorie B gehören Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bzw. Kündigungsfrist von mehr als zwei Jahren, Repogeschäfte sowie Schuldverschreibungen mit einer Ursprungslaufzeit von über zwei Jahren. Diese Verbindlichkeiten unterliegen derzeit einem Reservesatz von null Prozent und sollen im Notfall als Puffer dienen, falls die Reservebasis aufgrund der Kategorie A-Positionen zu gering ausfällt. Von einer nahenden Änderung dieses Reservesatzes ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht auszugehen. Kategorie C listet jene Verbindlichkeiten auf, die nicht in die Mindestreservebasis einbezogen werden. Darunter fallen Verbindlichkeiten gegenüber der EZB, den teilnehmenden nationalen Zentralbanken sowie den Geschäftsbanken des Eurosystems, die selbst zur Haltung von Mindestreserven verpflichtet sind.[91] Als Basis für die Berechnung des Mindestreservesolls werden die Monatsendstände der entsprechenden Bilanzpositionen herangezogen und mit dem vorgeschriebenen Reservesatz multipliziert. Um kleinere Finanzinstitute nicht zu benachteiligen, gilt einheitlich ein Freibetrag von 100.000 Euro, welcher vom Mindestreserve-Soll abgezogen wird. Die Höhe des Mindestreserve-Solls wird dem Eurosystem innerhalb der monatlichen Bilanzstatistik bekannt gegeben, sodass keine explizite Meldung diesbezüglich erfolgen muss.[92] Ein Kalender über die Erfüllungsperioden, innerhalb derer das Mindestreserve-Soll im Durchschnitt erreicht werden muss, wird von der EZB maximal drei Monate vor Jahresbeginn bekannt gegeben. Grundsätzlich beginnt die Erfüllungsperiode mit dem Valutierungstag jenes Hauptrefinanzierungsgeschäftes, welches auf die erste EZB-Ratssitzung des Monats folgt, und endet einen Tag vor Abwicklung des Hauptrefinanzierungsgeschäftes, das nach der ersten EZB-Ratssitzung im darauffolgenden Monat durchgeführt wird. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Kreditinstitute des Eurosystems zu gewährleisten, werden die Guthaben bis zur Höhe des Mindestreserve-Solls verzinst, wobei hierfür der gewichtete Durchschnittszinssatz aus den durchgeführten Hauptrefinanzierungsgeschäften während der entsprechenden Erfüllungsperiode herangezogen wird.[93]
Die Nachfrage nach Guthaben bei der Federal Reserve lässt sich in drei Komponenten zerlegen: uum einen in die verpflichtende Mindestreserve (Required Reserve Balances), zum anderen in die vertraglich vereinbarte, freiwillige Haltung von Guthaben (Contractual Clearing Balances), sowie in die darüber hinausgehenden Überschussreserven (Excess Reserve Balances). Wie auch im Eurosystem verlangt die Fed von den Kreditinstituten der USA, für gewisse Verbindlichkeiten Guthaben bei ihr zu unterhalten. Im Gegensatz zur EZB sind allerdings nur Guthaben auf Transaktionskonten (also scheckfähige Konten) mindestreservepflichtig, womit ein wesentlich engerer Rahmen für die Mindestreserve gesteckt wurde. Zudem können sich amerikanische Kreditinstitute ihre Kassabestände auf die Mindestreserve anrechnen lassen, während sie den restlichen Teil auf Konten der Fed halten müssen. Bei der amerikanischen Notenbank gliedern sich die reservepflichtigen Verbindlichkeiten in drei Kategorien: die Nettotransaktionskonten, die Festgeldkonten sowie die Euro-Währungsverbindlichkeiten. Seit Dezember 1990 betrug der Reservesatz für die letzten beiden Gruppen jedoch durchgehend null Prozent. Zudem wurde im Garn- St Germain Act von 1982 ein Freibetrag für die reservepflichtigen Verbindlichkeiten von zwei Millionen USD festgelegt. Dieser Betrag, welcher auch als „exemption amount“ bezeichnet wird, unterliegt einer jährlichen Anpassung gemäß einer speziellen Berechnungsformel. Zudem wurde im Monetary Control Act aus dem Jahr 1980 eine „low-reserve-tranche“ beschlossen, welche für Verbindlichkeiten unter 25 Millionen USD lediglich einen geringeren Mindestreservesatz von drei Prozent vorsieht, um kleinere Kreditinstitute vor schwerwiegenden Wettbewerbsnachteilen zu schützen. Auch hier erfolgt eine jährliche Anpassung bei der Höhe des Betrages. Sobald die Nettotransaktionskonten diesen übersteigen, fällt ein Reservesatz von zehn Prozent an. Im Jahr 2006 betrug der exemption amount 8,5 Millionen USD und die Schwelle der low-reserve-tranche lag bei 45,8 Millionen USD.[94] Während die EZB allerdings Zinsen auf die Mindestreserve bezahlt, führte die Nichtverzinsung der Fed zu massiven Ausweichreaktionen der Banken, hin zu jenen Anlageformen, die keinem Mindestreservesatz unterliegen.[95] Die jeweiligen Mindestreservesätze werden vom FRB innerhalb der im Federal Reserve Act vorgegebenen Grenzen (max. 14 Prozent)festgelegt.[96]
In den USA können die Kreditinstitute zudem auch auf freiwilliger Basis Verträge zur Haltung von Guthaben bei der Fed abschließen. Mit diesen „Clearing-Balance-Contracts“ verpflichten sie sich, bestimmte Beträge auf Konten der Fed zu hinterlegen. Diese werden indirekt verzinst, da die Geschäftsbanken dafür sogenannte „earning-credits“ erhalten, mit denen Dienstleistungen der Federal Reserve bezahlt werden können. Diese freiwillige Haltung von Reserven reduziert das Risiko der Kreditinstitute vor Übernachtüberziehungen und dient als Absicherung gegenüber unvorhersehbaren Lastschriften. Bei Nichteinhaltung werden Gebühren in Rechnung gestellt. Eine zusätzliche Sicherheit zum Ausgleich von unerwarteten Fehlbeträgen der Mindestreserve oder der freiwilligen Guthabenhaltung bieten die Excess Reserve Balances der Kreditinstitute.
[1] Hicks (1979), S. 1.
[2] Vgl. Moritz (2012), S. 5.
[3] Vgl. Moritz (2012), S. 6.
[5] Vgl. Moritz (2012), S. 7.
[6] Vgl. Borchert (2001), S. 28-29.
[7] Vgl. Gerdesmeier (2004), S. 2.
[8] Vgl. Jarchow (2010), S. 1-4.
[9] Nichtbanken : private Haushalte, Unternehmen (sofern sie keine Banken sind), der Staat.
[10] Vgl. Engelkamp/Sell (2013), S. 164-165.
[11] Vgl. Jarchow (2010), S. 4-7.
[12] Repogeschäfte: Geschäfte mit Rückkaufsvereinbarung (z.B.: Pensionsgeschäft).
[13] Vgl. Wohltmann (2012), S. 133-134.
[14] Vgl. Bofinger/Reischle/Schächter (1996), S. 509.
[15] Issing (2011), S. 55.
[16] Vgl. Kampmann/Walter (2011), S. 55.
[17] Vgl. Issing (2011), S. 54-56.
[18] Vgl. Walter/Kampmann (2011), S. 56.
[19] Unter dem Begriff der Banken sind stets die Geschäftsbanken zu verstehen.
[20] Vgl. Walter/Kampmann (2011), S. 56.
[21] Vgl. Wohltmann (2012), S. 136.
[22] Vgl. Walter/Kampmann (2011), S. 57-59.
[23] Vgl. Borchert (2001), S. 111.
[24] Fisher (1922), S. 13.
[25] Vgl. Heine/Herr (2013), S. 272.
[26] Vgl. Mankiw (2011), S. 110.
[27] Vgl. Heine/Herr (2013), S. 273-274.
[28] Vgl. Heine/Herr (2013), S. 272-275.
[29] Vgl. Heine/Herr (2013), S. 275-276.
[30] Vgl. Keynes (1935), S. 195-197.
[31] Vgl. Duwendag et al (1993), S. 90-93.
[32] Vgl. Mussel (2009), S. 132.
[33] Im Gegensatz zur Keynes’schen Liquiditätspräferenztheorie stehen in der Neoquantitätstheorie mehr als nur zwei Anlageformen zur Verfügung.
[34] Vgl. Friedman (1976), S. 107-109.
[35] Die neoklassische Quantitätstheorie ist hinsichtlich dieser Masterarbeit nicht von wesentlicher Bedeutung. Es wird hierzu auf Heine/Herr (2013), S. 306-310, verwiesen.
[36] Zu den sechs Mitgliedstaaten zählten Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande.
[37] Vgl. Europäische Zentralbank (2008), S. 8.
[38] Vgl. Europäische Wirtschaftsgemeinschaft - Kommission (1962), S. 73-78.
[39] Vgl. Scheller (2006), S. 18.
[40] Vgl. o.V. (1970), S. 28-29.
[41] Vgl. Delors (1989), S. 30-36.
[42] Vgl. Scheller (2006), S. 21-31.
[43] Vgl. Europäische Zentralbank (2014), S. 187.
[44] Vgl. Europäische Zentralbank (2014), S. 188.
[45] Vgl. Europäische Zentralbank (2014), S. 191.
[46] Vgl. Europäische Zentralbank (2014), S. 193.
[47] Vgl. Art. 130 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union.
[48] Vgl. Art. 11.2 und Art. 14.2 des Protokolls über die Satzung der ESZB und EZB.
[49] Vgl. Scheller (2006), S. 138.
[50] In diesem Fall sind dies der Europäische Rat, das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und der Rat der Europäischen Union. Der Europäische Gerichtshof wird hiervon ausgenommen.
[51] Vgl. Art.15 des Protokolls über die Satzung der ESZB und EZB.
[52] Vgl. Heine/Herr (2006), S. 54-57.
[53] Vgl. Europäische Zentralbank (2011a), S. 59.
[54] Vgl. Art. 127 AEUV.
[55] EZB Pressemitteilung (1998/11/13).
[56] Vgl. Europäische Zentralbank (2011a), S. 69.
[57] Vgl. Europäische Zentralbank (2000b), S. 41-43.
[58] Vgl. ECB Press Release (1998/12/01).
[59] Vgl. Europäische Zentralbank (2000b), S. 44-45.
[60] Vgl. Europäische Zentralbank (2011a), S. 60-61.
[61] Vgl. Issing (2003), S. 11.
[62] Vgl. Svensson (2003), S. 2.
[63] Vgl. Fitoussi/Creel (2002), S. 42.
[64] Vgl. EZB Pressemitteilung (2003/05/08).
[65] Vgl. http://www.frbsf.org/education/teacher-resources/what-is-the-fed, abgerufen am 02.05.2014.
[66] Vgl. Johnson (2010), S. 7-8.
[67] Vgl. http://www.newyorkfed.org/aboutthefed/history_article.html, abgerufen am 02.05.2014.
[68] Vgl. Johnson (2010), S. 11-13.
[69] Vgl. Bordo/Wheelock (2013), S. 70.
[70] Vgl. Bordo/Wheelock (2013), S. 71.
[71] Vgl. Broz (1997), S. 201-204.
[72] Vgl. Board of Governors of the Federal Reserve System (2005), S. 4.
[73] Vgl. Smale (2010), S. 1-2.
[74] Vgl. Mishkin/Eakins (2006), S. 154.
[75] Vgl. Board of Governors of the Federal Reserve System (2005), S. 10-11.
[76] Dies bedarf, wie bereits erwähnt, jedoch der Zustimmung des Board of Governors.
[77] Vgl. Mishkin/Eakins (2006), S. 155-156.
[78] Vgl. Board of Governors of the Federal Reserve System (2005), S. 11-14.
[79] Vgl. Mishkin/Eakins (2006), S. 158-159.
[80] Vgl. Debelle/Fischer (1994), S. 197.
[81] Vgl. Mishkin/Eakins (2006), S. 163-164.
[82] Board of Governors of the Federal Reserve System (2005), S. 3.
[83] Vgl. Ruckriegel/Seitz (2002), S. 8-9.
[84] Vgl. Bernanke (2010), S. 5-6 11-12.
[85] http://www.federalreserve.gov/aboutthefed/section2a.htm, abgerufen am 07.05.2014.
[86] Vgl. Ruckriegel/Seitz (2006), S. 15-16.
[87] Bernanke et al (2001), S. 22.
[88] Vgl. Bernanke et al (2001), S. 22-23.
[89] Vgl. Europäische Zentralbank (2011b), S. 101.
[90] Die genauen Mindestreservevorschriften sind in Artikel 19 der ESZB-Satzungen, der Verordnung (EG) Nr. 2531/98 und der Verordnung EZB/2003/9 nachzulesen.
[91] Vgl. Europäische Zentralbank (2011b), Kapitel 7 Mindestreserven.
[92] Vgl. Görgens/Ruckriegel/Seitz (2013), S. 213-214.
[93] Vgl. Europäische Zentralbank (2011b), Kapitel 7 Mindestreserven.
[94] Vgl. http://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/reservereq.htm#table1, abgerufen am 19.08.2014.
[95] Vgl. Ruckriegel/Seitz (2006), S. 542.
[96] Vgl. Board of Governors of the Federal Reserve System (2005), S. 30-31 S. 42.
9783656885696
9783656885702
v288350
EZB Fed Unkonventionell Finanzkrise Quantitative Easing Credit Easing Transmissionsmechanismen; Geldpolitik Notenbanken Zentralbanken

References: Art.17
 Art. 123
 Art. 130
 Art. 11
 Art. 14
 Art.15
 Art. 127