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Dr. Peter BRAUNER Steuerberater Stand: Oktober 2016
Veröffentlicht von:Gretel Siegel Geändert vor etwa einem Jahr
Präsentation zum Thema: "Dr. Peter BRAUNER Steuerberater Stand: Oktober 2016"— Präsentation transkript:
1 Dr. Peter BRAUNER Steuerberater Stand: Oktober 2016
Steuerlehre mit besonderer Berücksichtigung der Landwirtschaft WS 2016/17 Dr. Peter BRAUNER Steuerberater Stand: Oktober 2016
2 STEUERRECHT Art 18 B-VG, § 5 F-VG
Funktionen Finanzierung, Umverteilung, Lenkung Personensteuern Einkommensteuer, Körperschaftsteuer Objektsteuer Grundsteuer, Bodenwertabgabe Verkehrsteuern Umsatzsteuer, Grunderwerbsteuer, (Erbschaftssteuer) Verbrauchsteuern Biersteuer, Tabaksteuer, Mineralölsteuer, Zoll Dzt. Aufkommen (ca. in Euro; Voranschlag 2016): UST 28 Mrd.; LSt 25 Mrd.; ESt 4,2 Mrd.; KöSt 6 Mrd.; KESt 3 Mrd.; MineralölSt 4,2 Mrd.; VersSt (+ Kfz) 3,5 Mrd.;EnergieAbg 0,8 Mrd.; TabakSt 1,9 Mrd.; GrESt 0,6 Mrd Abgabenquote: rd. 45% Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
3 I.	EINKOMMENSTEUER
4 EINKOMMENSTEUER Für natürliche Personen Prinzipien Leistungsfähigkeit
Nettoprinzip – objektives und subjektives Periodenprinzip (technische Umsetzung) Verlustausgleich als Gebot der Umsetzung des Leistungsfähigkeitsprinzips Individualbesteuerung unbeschränkte Steuerpflicht:	zu besteuern ist das gesamte Welteinkommen diese richtet sich nach dem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt beschränkte Steuerpflicht:	zu besteuern ist nur das Inlandseinkommen bei mehreren Wohnsitzen besteht Problem der Mehrfachbesteuerung: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den Staaten verhindern dies Anknüpfungspunkt: Mittelpunkt der Lebensinteressen Anrechnungsmethode Befreiungsmethode mit Progressionsvorbehalt Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
5 nicht steuerbar sind zB Spiel- und Lotteriegewinne, Schenkungen
Einkommen Nur die im Gesetz aufgezählten Einkünfte unterliegen der Steuerpflicht Einkunftsarten Land- und Forstwirtschaft Selbständige Arbeit	betrieblich Gewerbebetrieb Nichtselbständige Arbeit Kapitalvermögen außerbetrieblich Vermietung und Verpachtung Sonstige Einkünfte (u.A. ab „Immo-ESt“) nicht steuerbar sind zB Spiel- und Lotteriegewinne, Schenkungen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
6 EINKUNFTSARTEN Betrieblich Außerbetrieblich
Reinvermögenszugangstheorie Quellentheorie auch Einkunftsquelle unterliegt der Einkommensteuer Einkunftsquelle (Wirtschaftsgut) unterliegt nicht der Einkommensteuer urspr. nur für Betriebsvermögen gilt im Privatvermögen ab auch für Kapitalvermögen und Grundvermögen Ausnahme: Spekulation Subsidiarität der Einkunftsarten Liebhaberei – nur Tätigkeiten, die auf Dauer positive Ergebnisse erzielen, kommen als Einkunftsquelle in Betracht (Liebhaberei-VO, BGBl 1993/33). Aufwendungen für Hobbies, Luxus und Privatvergnügen sollen nicht die Bemessungsgrundlage des Einkommens mindern Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
7 EINKOMMENSTEUER-ERMITTLUNG
Einkünfte: Land- und Forstwirtschaft selbständige Arbeit Gewerbebetrieb nichtselbständige Arbeit Kapitalvermögen Vermietung und Verpachtung sonstige Einkünfte Gesamtbetrag der Einkünfte (wobei negative Einkünfte mit mit positiven ausgeglichen werden: Verlustausgleich) Sonderausgaben (§ 18) außergewöhnliche Belastungen (§§ 34, 35) bestimmte Freibeträge (zB: Kinderfreibetrag) Einkommen gemäß § 2 (2) EStG Einkommensteuer - § 33 Absetzbeträge (Alleinverdiener-AB; Verkehrs-AB,Unterhalts-AB,Pensionisten-AB) Einkommensteuerschuld bezahlte Lohnsteuer, Vorauszahlung Last-/ Gutschrift des Jahres Neue Vorauszahlung für das nächste Jahr Einnahmen = positive Zuflüsse Einkünfte positives oder negatives Ergebnis je Einkunftsart Einkommen Summe der Einkünfte nach Ausgleich mit Verlusten, ag. Belastung Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
8 EINKOMMENSTEUER-TARIF (§§ 33, 37 EStG) 2015 2016
Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
9 EINKOMMENSTEUER-TARIF (§§ 33, 37 EStG)
ABSETZBETRÄGE: Alleinverdienerabsetzbetrag EUR 494 (ein Kind), 669 (2 Kinder), dann je 220; Eink. max Alleinerzieherabsetzbetrag EUR 494, 669, ab 3.Kind je 220 Kinderabsetzbetrag EUR 58,40 / Monat+Kind (zusätzl. zur Familienbeihilfe) Mehrkindzuschlag EUR / Monat ab 3.Kind pro Kind; Fameink max Verkehrsabsetzbetrag EUR 400; + erhöhter Absetzbetrag Arbeitnehmerabsetzbetrag EUR ,-- Pensionistenabsetzbetrag EUR 400,-- / 764 (Pension max Partner max ) Unterhaltsabsetzbetrag EUR ,20 / 43,80, 58,40 pro Monat und Kind Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
10 EINKOMMENSTEUER-TARIF (§§ 33, 37 EStG)
Feste Steuersätze: Lohnsteuer 1/6 der Bezüge (13./14. Bezug) 6% Einkünfte aus Kapitalvermögen Geldeinlagen	25% Andere Einkünfte 27,5% Veräußerungen von Grundstücken 30% Ermäßigte Steuersätze: Veräußerungs- und Aufgabegewinne außerordentliche Waldnutzungen Verwertung von Patentrechten Die Hälfte des Durchschnittssteuersatzes Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
11 Betriebsvermögensvergleich Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
GEWINNERMITTLUNGEN § 4/1 § 4/3 Betriebsvermögensvergleich Einnahmen-Ausgaben-Rechnung daher auch Ansatz von Warenvorrat Forderungen Verbindlichkeiten Rückstellungen „Zufluss-Abfluss-Prinzip“ Wareneinkauf sofort Betriebsausgabe Forderungen und Verbindlichkeiten erst mit Zahlungseingang oder –ausgang gewinnwirksam Vorauszahlungen (Abfluss) sind nur maximal für das laufende und Folgejahr sofort abzugsfähig Das Anlagevermögen wird gleich behandelt § 5 EStG: Rechnungslegungspflicht gemäß § 189 UGB UND Einkünfte aus Gewerbebetrieb Pauschalierungen: z.B.: für Land- und Forstwirte, Künstler/Sportler, Allgemein Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
12 BUCHFÜHRUNGSGRENZEN §§ 124 ff BAO
EINHEITSWERT: EUR (gilt nur für Land- und Forstwirte) De facto 2xiges Überschreiten notwendig, weil Eintritt mit Beginn des zweitfolgenden Jahres; Erlöschen aber bereits mit Folgejahr > Buchführungspflicht per < KEINE PFLICHT per Keine Pauschalierung gemäß VO ab € UMSATZ: EUR (LuF); (Unternehmer lt. UGB) Jedenfalls 2maliges Überschreiten notwendig für Eintritt und Erlöschen 2011, 2012 > pflichtig 2013, 2014 < ab 2015 wieder pauschalierungsfähig Kapitalgesellschaften:	immer buchführungspflichtig Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
13 Gewinnermittlung Land- und Forstwirtschaft
14 BETRIEBSVERMÖGEN Alle Wirtschaftsgüter, die dem Betrieb zuzuordnen sind (= selbständig bewertbare Güter; eigener Kaufpreis) Alle Einnahmen und Ausgaben mit diesem Wirtschaftsgut sind zu erfassen Unterscheide: Notwendiges Betriebsvermögen – objektiv zum Einsatz im Betrieb bestimmt (zB: Betriebsausstattung, Betriebsgrundstück, Waren, Beteiligung eines Landwirtes an Milchgenossenschaft) Notwendiges Privatvermögen – dienen objektiv den privaten Bedürfnissen (zB: Einfamilienhaus, privater PKW – bei Nutzung über 50% aber betrieblich) Bei 1. und 2. ist buchmäßige Behandlung unbeachtlich Gewillkürtes Betriebsvermögen – weder 1. noch 2.; nur durch Aufnahme in die Bücher erkennbar (subjektive Absicht). Nur bei § 5–Gewinnermittlung: liegt vor bei Rechnungslegungspflicht UND Einkünfte aus Gewerbebetrieb Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
15 Gemischt genutzte Wirtschaftsgüter
überwiegende betriebliche Nutzung – 100% Betriebsausgaben und Entnahme des Privatanteils überwiegende private Nutzung – betrieblicher Teil ist Aufwand Sonderfall Grundstück: grundsätzlich aliquote Aufteilung; Wesentlichkeitsgrenze aber bei 20 % Einkünftezurechnung Wirtschaftliches Eigentum (§ 24 BAO) ist entscheidend „Wirtschaftsgüter, über die jemand die Herrschaft gleich einem Eigentümer ausübt, sind diesem zuzurechnen.“ zB: Übergabe unter Fruchtgenussvorbehalt; Veräußerungs- und Belastungsverbot zugunsten des Fruchtgenussnehmers; Auftreten nach außen; Wertrisiko Zurechnungsfiktion bei Künstler, Schriftsteller, Wissenschaftler, Sportler oder Vortragenden, Organ einer Körperschaft (§ 2 Abs 4a ) Treugeber Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
16 BETRIEBSEINNAHMEN / BETRIEBSAUSGABEN „durch den Betrieb veranlasst“
Keine Aufzählung im Gesetz, aber Klarstellungen in § 4 EStG (Rz 1234ff EStR) z.B: Gesetzliche Pflichtversicherungen; Aufwendungen für das stehende Holz; Reisekosten („Reise“ bei mehr als 25 km); Geld- und Sachzuwendungen iZm Katastrophen; Behandlung von Vorauszahlungen (§ 19 für EAR); Ausgaben-Ausschluss in § 20 EStG z.B: Aufwendungen für die Lebensführung („Seminar-Reise“); Unangemessenheitsprüfung insbesondere bei PKW (Anschaffungs-Obergrenze EUR ,--brutto); Antiquitäten (Preisvergleich Normalausstattung: Anerkennung bis 125%); Repräsentationsaufwendungen („Bewirtung“); Personensteuern; Arbeitszimmer; Entgeltbestandteile, die den Betrag von EUR /Jahr übersteigen; Barzahlung für Bauleistungen, die den Betrag von EUR 500/Leistung übersteigt Aufwendungen im Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen oder mit endbesteuerten Einkünften Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
17 BETRIEBSEINNAHMEN / BETRIEBSAUSGABEN „durch den Betrieb veranlasst“
Steuerbefreiungen in § 3 EStG z.B: Beihilfen aus öffentlichen Mitteln wegen Hilfsbedürftigkeit; Arbeitslosengeld; Subventionen für Anlagevermögen; Zukunftssicherungen für Arbeitnehmer ( EUR 300,/J) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
18 Einlagen und Entnahmen
sind alle nicht betrieblich veranlassten Wertzu- und abgänge Vermögensveränderungen, die durch die Privatsphäre verursacht sind, beeinflussen nicht das steuerliche Ergebnis Entnahmen aus Bank und Kassa beeinflussen nicht das Ergebnis; Wirtschaftsgutentnahmen oder Nutzungsentnahmen sind in Höhe der Wertsteigerungen in der jeweiligen Sphäre (Betrieb oder Privat) zu erfassen Beispiele: PKW befindet sich im Betriebsvermögen (BV) und wird für Privatfahrten genutzt. Die Zuordnung zum BV ändert sich nicht; der anteilige Aufwand für die Privatfahrt ist allerdings nicht abzugsfähig Wohnhaus wird betrieblich um € ,- im Jahr 1990 angeschafft; im Jahr wird daraus ein Privathaus; Wert 2012: ,--. Die Wertsteigerung von € ,- (nur Gebäude) ist im BV entstanden und erhöht deshalb den Gewinn (fester Steuersatz 30%) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
19 Betriebsausgaben – Beispiele
Für das Unternehmen fallen folgende Ausgaben an: A) ein 2 Jahre alter PKW wird um € (Neupreis ) angeschafft; B) ein antiker Büroschrank um € ( ein neuer Edelholzschrank würde € kosten) C) für Geschäftsessen mit potenziellen Kunden sowie für eine Produktpräsentation samt Bewirtung sind Kosten von € angefallen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
20 BEWERTUNG Eigene Vorschriften in § 6 EStG ; allgemeine Bestimmungen im Bewertungsgesetz Ansatz mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten (Kaufpreis + Nebenkosten) Abschreibung für abnutzbare Wirtschaftsgüter (§§ 7,8): Lineare Abschreibung auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer; 6-Monats-Regel Geringwertige Wirtschaftsgüter EUR 400,-- netto sofort abschreibbar Teilwertabschreibung bei dauerndem Wertverfall Wirtschaftsgüter mit biologischem Wachstum – Teilwertansatz möglich Fiktive Nutzungsdauer: bei Gebäuden: 2,5% = 40 Jahre PKW : 12,5% 8 Jahre Maschinen, Geräte: 10-20% 5 – 10 Jahre Firmenwert: 6,67% 15 Jahre Homepage: 3,33% 3 Jahre Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
21 Entnahmen: werden mit Teilwert angesetzt (Grund + Boden mit Buchwert)
Einlagen: mit Teilwert; mit den Anschaffungs- Herstellungskosten bei Kapitalvermögen und Grundstücken (Teilwert, wenn Grundstück am nicht steuerverfangen war) TEILWERT: „ist der Betrag, den der Erwerber des ganzen Betriebes im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut ansetzen würde.“(§ 6 Z1; § 12 BewG). Gegensatz: Zerschlagungswert Fiktionen: nichtabnutzbar: Anschaffungskosten abnutzbar: Anschaffungskosten minus AfA Umlaufvermögen: Wiederbeschaffungskosten Bei außerbetrieblichen Einkunftsarten (4.-7.) gelten im Wesentlichen die gleiche Bestimmungen; diese sind in §§ 15, 16 EStG geregelt Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
22 SONDERVORSCHRIFTEN I § 10 Gewinnfreibetrag
Kann von natürlichen Personen mit betrieblichen Einkünften, unabhängig von der Gewinnermittlung geltend gemacht werden Grundfreibetrag in Höhe von 13% von ,- = steht immer zu (auch für pauschalierte Gewinnermittlung, zB: Land- und Forstwirtschaft) investitionsbedingter Freibetrag für Investitionen, die eine Nutzungsdauer von mindestens 4 Jahren haben, ab Gewinn über € gestaffelt 7%, von – ,5%, darüber Null auch Erwerb von österr. Wohnbauanleihen ist begünstigt Für den investitionsbegünstigten Freibetrag muss ein Betrag in Höhe des Freibetrages investiert werden Nachversteuerung bei vorzeitigem Ausscheiden Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
23 SONDERVORSCHRIFTEN II
§ 12 Übertragung stiller Reserven gilt nur für natürliche Personen mit betrieblichen Einkünften Bei Veräußerung von Anlagevermögen können stille Reserven auf Neuanschaffungen übertragen werden, wenn sich veräußertes Wirtschaftsgut bereits 7 Jahre (Grundstück 15 Jahre) im Betriebsvermögen befunden hat. Übertragung nur möglich von a) körperliches auf körperliches Wirtschaftsgut b) unkörperliches auf unkörperliches Wirtschaftsgut c) Grund + Boden auf Grund und Gebäude; Gebäude auf Gebäude Eine Übertragung ist möglich binnen 12 Monaten binnen 24 Monaten bei Ausscheiden infolge höherer Gewalt Nicht möglich ist die Übertragung von Beteiligungen auf Beteiligungen von Betrieben und Personengesellschaften Auch die Hälfte der Einkünfte aus Waldnutzungen infolge höherer Gewalt (insbes. Schnee-, Windbruch) kann im Sinne § 12 verwendet werden Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
24 SONDERVORSCHRIFTEN III
§ 23a Beschränkung des Verlustausgleichs bei „kapitalistischen Mitunternehmern“ gegenüber Dritten eingeschränkte Haftung insbes Kommandititst, atyp. stiller Gesellschafter UND keine ausgeprägte MU-Initiative lt. ErlB: mehr als Ausübung bloßer Kontrollrechte Arbeitsgesellschafter idR nicht betroffen Orientierung an ASVG/GSVG – Pflichtversicherung Mehr als 10 Wochenstunden idR ausreichend Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
25 mit Gewinnen späterer Wirtschaftsjahre
Verluste bleiben auf Wartetaste, soweit ein steuerlich negatives Kapitalkonto entsteht bzw. sich erhöht Sonderbetriebsvermögen ist dabei nicht zu berücksichtigen, Dh derartige Verluste (zB: Abschreibung) können sofort geltend gemacht werden Die Verluste sind zu verrechnen mit Gewinnen späterer Wirtschaftsjahre soweit später Einlagen geleistet werden, die Entnahmen übersteigen mit dem Jahr der Übernahme der unbeschränkten Haftung Gilt für WJ, die nach dem beginnen; nur für natürliche Personen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
26 GRUNDSTÜCKSBESTEUERUNG (§ 4 Abs 3a; §§ 30 – 30c)
Ab werden generell Grundstücksveräußerungen steuerpflichtig (vorher nur im Rahmen der Spekulationseinkünfte) Fixer Steuersatz von 30% (ab ) Dies gilt sowohl für den privaten als auch für den betrieblichen Bereich Grundstücksbegriff gemäß §30 Abs.1 (Rz 5038ff) Grund und Boden, Gebäude, grundstücksgleiche Rechte: z.B. Superädifikate, Eigentumswohnungen, Baurecht, Jagdrecht, Fischereirecht Kein Grundstück im steuerlichen Sinn: Stehendes Holz, persönliche Dienstbarkeiten, Bodenschatz Unterscheidung, ob entgeltlich: auch Tausch (nicht: eheliches Gebrauchsvermögen) unentgeltlich: abstellen auf § 20 Abs 1 Z 4 EStG wenn die Verpflichtung > = 50% des gemeinen Wertes = entgeltlich Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
27 steuerverfangen = Neugrundstücke
ob zum steuerverfangen = Neugrundstücke nicht steuerverfangen = Altgrundstücke maßgeblicher Stichtag ist idR der Bemessungsgrundlage: Kein weiterer Abzug von Werbungskosten möglich (§20 Abs.2) Veräußerungserlös § 30 Abs 3 - Anschaffungskosten (inkl. Nebenkosten); + AK von Abtretung an Gemeinde MINUS geltend gemachte Abschreibungsbeträge Herstellungsaufwendungen Instandsetzungsaufwendungen = Einkünfte (Zwischensumme) Kosten der Mitteilung / Selbstberechnung gem. § 30c; Vorsteuerberichtigungen Einkünfte aus privaten Grundstücksveräußerungen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
28 Regelfall: 86%, daher Gewinn 14% = 4,2% Steuer vom Veräußerungserlös
Bei „Altgrundstücken“, ds Grundstücke, die am nicht steuerverfangen waren, werden die AK fingiert: Regelfall: 86%, daher Gewinn 14% = 4,2% Steuer vom Veräußerungserlös Bei Umwidmungen ab 1988: 60% Gewinn = 18% Steuer vom Veräußerungserlös In diesen Fällen ist auf Antrag auch der Nachweis der tatsächlichen AK möglich Der besondere Steuersatz von 30% gilt nicht bei Grundstücken im Umlaufvermögen Unternehmensschwerpunkt in der Überlassung / Veräußerung von Grundstücken Soweit stille Reserven auf das Grundstück übertragen worden ist Verkauf gegen Rente Verluste aus Grundstücksveräußerungen sind nicht ausgleichs- und vortragsfähig Saldierte Verluste aus privaten Grundstücksveräußerungen eines Kalenderjahres (auf die der besondere Steuersatz anwendbar ist) können aber im Ausmaß von 60% mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung ausgeglichen werden. Verteilung auf 14 Jahre oder auf Antrag sofort im Jahr der Verlustentstehung. Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
29 (am 31.3.2012 steuerverfangen oder neu erworben)
§ 6 Z 5 EStG Einlagen ab Altgrundstück (am nicht steuerverfangen bzw. ohne Einlage nicht steuerverfangen) Neugrundstück (am steuerverfangen oder neu erworben) Grund und Boden Einlage zu AK (TW, wenn niedriger) Bei Veräußerung stellt gesamte Wertsteigerung betriebliche Einkünfte dar; § 30 Abs. 4 steht für gesamte Wertsteigerung zu Entnahme zu BW Evidenz von Auf-/Abwertungsbeiträgen nach § 4 Abs. 10 Z 3 lit. a EStG; Einlage zu AK (TW, wenn niedriger) Bei Veräußerung steht § 30 Abs. 4 nicht zu Gebäude Einlage zum TW Bei Veräußerung „Nacherfassung“ des Einlageteilwerts als private Grundstückseinkünfte; § 30 Abs. 4 steht nur für „Nacherfassung“ zu Entnahme zum TW Einlage zu adaptierten AK (TW, wenn niedriger) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
30 Einlage Grund AK, Altgrundstück zum TW Verkauf am 1.12.2016 70.000
Beispiel: Einlage eines bebauten Grundstücks (Altgrundstück) zum ins betriebliche Anlagevermögen Anschaffungskosten Grund = € , Gebäude € Teilwert im Zeitpunkt der Einlage Grund = € , Gebäude € Veräußerung am : (G = , Gebäude ) Grund Gebäude Einlage am 40.000 Einlage Grund AK, Altgrundstück zum TW Verkauf am 70.000 BW Geb = (Abschreibung 3* 6.000) Gewinn I % im betr. Bereich Gewinn II (Altgrundstück) Splitting *4,2% * 4,2% Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
31 Befreiungen: Hauptwohnsitzbefreiung Ab Anschaffung durchgehend mindestens 2 Jahre als HWS genutzt Innerhalb der letzten 10 Jahre mind. 5 Jahre durchgehend genutzt Befreiung für selbst hergestellte Gebäude Nur Teil des Gebäudes ist befreit; darf innerhalb der letzten 10 Jahre nicht zur Erzielung von Einkünften genutzt worden sein Die Erfordernisse bei a) + b) müssen persönlich erfüllt sein (nicht: Erbe) Befreiung bei behördlichem Eingriff Befreiung bei Zusammenlegungs- oder Flurbereinigungsverfahren sowie im Rahmen behördlicher Maßnahmen zur besseren Gestaltung von Bauland Befreiung von Abgeltungen für Wertminderungen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
32 VERÄUSSERUNGSGEWINNE ( §§ 24, 37)
Bei betrieblichen Einkunftsarten wird die Veräußerung von Betriebsvermögen und des Gesamtbetriebes der Einkommensteuer unterworfen. Dabei kommt es zur schlagartigen Aufdeckung der stillen Reserven, die sich in den Jahren der Tätigkeit gebildet haben. Stille Reserve = Unterschied zwischen Buchwert und Veräußerungserlös / gemeiner Wert Betrieb, Teilbetrieb, Mitunternehmeranteil Halber Durchschnittssteuersatz nur, wenn der Steuerpflichtige gestorben ist und deshalb die Betriebsaufgabe erfolgt erwerbsunfähig ist (für den Betrieb) oder das 60.Lebensjahr vollendet hat und seine Erwerbstätigkeit einstellt keine Erwerbstätigkeit, wenn Umsatz max und Einkünfte max. 730 / Jahr seit letztem entgeltlichen Erwerbsvorgang müssen sieben Jahre verstrichen sein Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
33 Stille Reserven im Gebäude (§ 24 Abs 6)
Möglichkeit der gleichmäßigen Verteilung auf drei Jahre, wenn seit letztem entgeltlichen Erwerbsvorgang sieben Jahre verstrichen sind oder Besteuerung in einem Jahr mit Freibetrag von EUR 7.300,-- (kein halber Steuersatz) Stille Reserven im Gebäude (§ 24 Abs 6) müssen bei Aufgabe nicht versteuert werden (Antrag), wenn Voraussetzungen wie oben UND Gebäude war Hauptwohnsitz Wird das Gebäude nach Aufgabe zur Erzielung von Einkünften verwendet, gilt nur der Buchwert als steuerlicher Wertansatz Wird das Gebäude innerhalb von 5 Jahren veräußert, wird die Besteuerung der stillen Reserven nachgeholt Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
34 Beteiligung an Körperschaft
laufende Erträge und Veräußerungserlöse von Beteiligungen an Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, Investmentfonds unterliegen einem fixen Steuersatz von 27,5%, unabhängig von Behaltedauer und Beteiligungsausmaß (bis :25%) Ein Verlustausgleich ist nur eingeschränkt möglich nicht gegen Kapitalerträge aus Geldeinlagen bei Banken nicht gegen Zuwendungen aus Stiftungen nicht gegen Erträge, bei denen der Sondersteuersatz nicht anwendbar ist (zB: Zinserträge aus Privatdarlehen; Einkünfte als stiller Gesellschafter) Für Anschaffungen vor ist zu unterscheiden, wo sich der Anteil befindet: im Betrieb	steuerpflichtig im Privatvermögen	steuerfrei (früher Spekulationsfrist von 1 Jahr) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
35 VERMIETUNG UND VERPACHTUNG (§ 28 EStG)
Subsidiäre Einkunftsart Einkünfte aus Vermietung von unbeweglichem Vermögen, von Rechten (zB: Einkünfte aus Abbauverträgen von Bodensubstanz, Handymasten). Unterscheide Instandhaltungsarbeiten - sofort absetzbar Instandsetzungsaufwendungen - Aufwendungen, die den Nutzungswert des Gebäudes wesentlich erhöhen oder die Nutzungsdauer wesentlich verlängern. Aufwand ist auf 15 Jahre zu verteilen bei entgeltlicher Übertragung unter Lebenden geht Absetzung verloren Verbesserungs-, Sanierungsaufwand - kann auf 15 Jahre verteilt werden Abschreibung – 1,5 %	a) von tatsächlichen Anschaffungskosten (AK) b) von fiktiven AK bei erstmaliger Nutzung 2 % AfA wenn Baujahr vor 1915 Verluste sind ausgleichsfähig, aber nicht vortragsfähig ! Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
36 Änderungen durch Steuerreform 2016
Abschreibung von Gebäuden: lt. EStG: 40 % Grund, 60 % Gebäudeanteil aber: Grundanteil-Verordnung 2016: baureifes Land: voll aufgeschlossenes unbebautes Baugrundstück Diese pauschale Ermittlung des Grundanteils ist nicht zulässig, wenn tatsächliche Verhältnisse erheblich von den pauschalen Ansätzen abweichen! Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
37 Beispiel Kaufpreis der Liegenschaft lt. Kaufvertrag ,00 zzgl. Kaufnebenkosten: 3,5 % Grunderwerbsteuer ,00 1,1 % Eintragungsgebühr ,00 2,0 % Vermittlungsprovision ,00 Kaufvertragserstellung 4.180,00 Unterschriftsbeglaubigung 500,00 Anschaffungskosten gesamt ,00 abzgl. 20 % Grundanteil gem. RZ 6447 EStR ,00 Gebäudeanteil ,00 davon 1,5 % AfA p.a. (Nutzungsdauer: 67 Jahre) ,00 Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
38 AfA-Umrechnung 2016 Reduktion: 2.437,50
80 % Gebäudeanteil bei Erwerb ,00 abzgl. bereits abgesetzte AfA: 2 x , ,00 „Restbuchwert“ Gebäudeanteil ,00 Reduktion Gebäudeanteil von 80 % auf 70 %! -> KÜRZUNG UM 12,50 % ,00 Fortgeschriebene AK Gebäude zum ,00 davon 1,5 % AfA p.a. (bzw. auf Restnutzungsdauer 65 Jahre) ,50 Reduktion: 2.437,50 Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
39 Sanierungsaufwand Herstellung: Restnutzungsdauer oder 15 Jahre
Instandsetzung: Verteilung auf 15 Jahre (statt 10 Jahre) Instandhaltung: Sofortabsetzung; mit Antrag Verteilung auf 15 Jahre (statt 10 Jahre) EINNAHMEN (netto): Hauptmietzins , ,- WERBUNGSKOSTEN (netto): Absetzung für Abnutzung lt. Neuberechnung , ,- Offene Instandsetzung 2014: abzgl. 2 x = Umverteilung auf 13 Jahre: ,- / 13 = 1.600,- 3. / 15tel aus Instandsetzung , ,- Offene Instandsetzung 2015: abzgl. 1 x = Umverteilung auf 14 Jahre: ,- / 14 = ,- 2. / 15tel aus Instandsetzung , ,- 2. / 10tel aus Instandhaltung , ,- Instandhaltungsaufwand , ,- Sonstige Werbungskosten , ,- EINNAHMENÜBERSCHUSS (netto): , Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
40 SPEKULATIONSGESCHÄFT § 31 EStG
Ebenfalls subsidiäre Einkunftsart Durch Wegfall Spekulation bei Grundstücken, nur noch eingeschränkte Anwendbarkeit Zwischen Anschaffung und Veräußerung eines Wirtschaftsgutes des Privatvermögens liegt nicht mehr als 1 Jahr Spekulationsfrist beginnt mit der Anschaffung (Tagesfrist !) Bei unentgeltlichem Erwerb zählt der Anschaffungszeitpunkt des Rechtsvorgängers Steuerfreigrenze von EUR 440 / Jahr Verluste aus Spekulationsgeschäften sind nur mit Spekulationsgewinnen ausgleichsfähig Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
41 SONDERAUSGABEN § 18 EStG grundsätzlich PRIVATE Ausgaben, werden aber ausdrücklich zum Abzug zugelassen Renten, die auf besonderen Verpflichtungsgründen beruhen (gerichtl. Urteil) Renten als Gegenleistungen ( Versorgungsrenten sofort, Kaufpreisrenten erst ab Übersteigen des kapitalisierten Wertes) „Topf – Sonderausgaben“ Zusatzversicherungen; Wohnraumschaffung, -sanierung (auch Darlehen), wenn Vertrag vor dem abgeschlossen (noch 5 Jahre); nur zu 25% absetzbar; Maximale Ausgabe: EUR ,-- ,-- (Alleinverdiener, Alleinerzieher) ,-- ( mindestens drei Kinder) Einschleifregelung ab EUR (ab EUR ,-- Null !) Kirchenbeiträge bis maximal EUR 400/Jahr; Steuerberatungskosten Spenden an bestimmte begünstigte Vereine bis max. 10% der Einkünfte Nachversteuerung: besonderer Steuersatz von 30 % Verluste:	unbegrenzter Verlustvortrag auch bei § 4 Abs 3 (ab 2016) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
42 AUSSERGEWÖHNLICHE BELASTUNG § 34 EStG ebenfalls private Ausgaben
Voraussetzungen: Außergewöhnlich – höher als bei Mehrzahl gleicher Steuerpflichtiger Zwangsläufig – tatsächlicher, rechtlicher, sittlicher Grund Wesentliche Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Selbstbehalt abhängig vom Einkommen bis	EUR 7.300,--	6 % EUR ,--	8 % EUR ,--	10 % >	EUR ,--	12 %; jeweils Verminderung um 1% je Kind zB: Krankheitskosten; Pflegeheim Ohne Selbstbehalt: Aufwendungen zur Beseitigung von Katastrophenschäden Kosten einer auswärtigen Berufsausbildung – EUR 110,--/Monat Kosten aufgrund einer Behinderung (§ 35 EStG) – zB: Tuberkulose, Leberkrankheit, Gehbehinderung Kinderbetreuungskosten bis zu EUR 2.300/Kind (max. 10 Jahre) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
43 ABZUGSTEUERN Lohnsteuer (§§ 47-92)	=	ESt bei nichtselbständigen Einkünften; wird sofort abgezogen Kapitalertragsteuer (§§ 93-97)	Zinseinkünfte bei Bankeinlagen Ausschüttungen bei GesmbH, AG, Genossenschaft Zuwendungen von Privatstiftungen Einkünfte als stiller Gesellschafter Abfuhr durch Schuldner der Kapitalerträge KESt % Geldeinlagen und verbriefte Forderungen KESt 27,5% ……..in allen anderen Fällen endbesteuert bei natürlichen Personen (nicht als st. Gesellschafter) (= Vermögensübergang ist auch nicht erbschaftsteuerpflichtig) Aber: Möglichkeit der Veranlagung (§ 97 Abs 4) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
44 beschränkt Steuerpflichtige (§§ 98-102)
haben in Österreich weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt sind mit ihren Inlandseinkünften steuerpflichtig gilt bspw. für: LuF; selbständige Tätigkeit (Vortragende, Künstler); inländische Betriebsstätten; inländische Vermietung Abzugsteuer: 20% der (Brutto-) Einnahmen (bei Fonds + stiller Beteiligung 27,5%) Im Falle einer Veranlagung wird dem Einkommen ein Betrag von € hinzugerechnet (§ 102 Abs 3 EStG); Ein Steuerpflichtiger (aus EU, EWR) hat die Möglichkeit gem. § 1 Abs 4 EStG auf eine Veranlagung als unbeschränkt Steuerpflichtiger zu optieren Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
45 WECHSEL DER GEWINNERMITTLUNG
Bilanzierung nach § 5, § 4(1) EStG.	=	Sollprinzip Einnahmen- Ausgabenrechnung § 4(3) EStG.	=	Istprinzip Beim Wechsel von Sollverrechnung auf Istverrechnung ergibt sich idR ein Übergangsgewinn	=	im nächsten Jahr steuerpflichtig Übergangsverlust	=	auf die nächsten 7 Jahre zu verteilen Entsprechend dem Wechsel der Gewinnermittlung werden die Bestände des Betriebes bewertet: Bilanzierung  E/A-Rechnung Vorräte, Forderungen = Übergangsverlust Verbindlichkeiten Übergangsgewinn Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
46 ERMITTLUNG ÜBERGANGSERGEBNIS
von Bilanzierung = Sollprinzip zu	E/A-Rechnung = Istprinzip Übergangsverlust	Übergangsgewinn Vorräte	- Lieferantenverbindlichkeiten Frucht, Viehbestand	- Sonstige Verbindlichkeiten Saatgut (ohne Geldkonten) Dünger Pflanzenschutzmittel Treibstoff u.a. Kundenforderungen Getreidehändler, Agrana u.a. Sonstige Forderungen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
47 Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
48 LAND – und FORSTWIRTSCHAFT Abgrenzung der Einkunftsart
§ 21 EStG – beispielhafte Aufzählung Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau, Weinbau, Tierzucht- und Tierhaltung Nebenbetrieb = Gewerbebetrieb, der nach Zweck und Bedeutung untergeordnet ist (ident: § 30 BewG, § 22 UStG); 5150, 4202 EStR Nebentätigkeit = untergeordnete Dienstleistung (zB: VwGH , 84/14/0125 Umsatz unter 25%), Pausch-VO 2015, II 2013/125: Einnahmen kleiner EUR ,-- brutto; Gewerbebetrieb Nebenbetrieb / Nebentätigkeit, der nicht mehr untergeordnet ist (4203 EStR); Anlage II BSVG, Pkte 6 – 9 (4204a EStR) Privatzimmervermietung bei mehr als 10 Betten Grundstückshandel: planmäßige Parzellierung und Aufschließung mit anschließendem Abverkauf; Ansatz mit dem Teilwert (vgl. VwGH , 92/14/0064; ,95/14/0115) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
49 Vermietung und Verpachtung
Grundstücke, die nicht im Verhältnis einer Hilfstätigkeit stehen ( VwGH , 92/15/0009, Fußballplatz) Die nicht landwirtschaftliche Nutzungsüberlassung von Grund und Boden (Parkplätze; Handymasten (4245a EStR; VwGH ; 2006/15/0062) Substanzbetriebe (zB: Schotterabbau durch Dritte, VwGH , 89/14/0067) weitere Beispiele Einkünfte aus der entgeltlichen Übernahme von Bioabfall zur Kompostierung sind nur bei Unterordnung luf Nebenerwerb (UFS RV/0215-W/08, ; Rz 4229) bei längerfristigen Nutzungsüberlassungen von Grundstücken zu anderen als luf Zwecken liegen Einkünfte aus VuV vor (UFS RV/0678-I/09, ; Rz 4245) Dienstleistungen an Nichtlandwirte unterliegen bei keiner Unterordnung den Einkünften aus Gewerbebetrieb (UFS RV/0391-F/10, ) Nützen im Falle einer Maschinengemeinschaft hauptsächlich die Miteigentümer diese, dann liegen keine eigenständigen Einkünfte aus Gewerbetrieb vor (VwGH , 2011/15/0082) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
50 GEWINNERMITTLUNGEN IN DER LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT
§ 5 EStG – inländische Kapitalgesellschaften, Erwerbs- und Wirtschafts-genossenschaften (§ 7/3 KStG); Befreiungen gemäß § 5 Z 9 KStG NICHT natürl. Personen - § 189 UGB UND Einkünfte aus Gewerbebetrieb Gem. § 189 UGB allerdings Rechnungslegungspflicht für GmbH & Co OG/KG § 4 Abs 1 EStG – buchführungspflichtige Betriebe, EHW > EUR ,-- ; Umsatz > ; USt: Regelbesteuerung § 4 Abs 3 EStG - Einnahmen/Ausgaben-Rechnung EHW > EUR ,-- ; Umsatz > ; USt: Regelbesteuerung § 17 EStG - verschiedene Pauschalierungen EHW zwischen EUR ,-- und EUR ,-- : Teilpauschalierung E/A-Rechnung; wahlweise § 4 (1) auch möglich; USt: Pauschalierung § 22 UStG; wahlweise Regelbesteuerung Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
51 VOLLPAUSCHALIERUNG Bei EHW < EUR 75.000,-- UND
reduzierte landwirtschaftliche Nutzfläche max. 60 ha (dh ohne Forst, Wein- und Gartenbau; Almen + Bergmähder werden mit 1/5, Hutweiden + Streuwiesen mit 1/3 der Fläche angesetzt) max. 120 tatsächlich erzeugte bzw. gehaltene Vieheinheiten Keine Vollpauschalierung bei Weinbau über 60 Ar keine Vollpauschalierung für Obstbau über 10 ha (§ 17 Abs 5a EStG) Vieheinheiten (Beispiele auch lt. EStR. Rz 4148ff) Rindermast: ca. 230 Stellplätze Schweinemast: ca 2000 Schweine (665 Plätze + 3 Umtriebe) Masthühner: Hühner ( Plätze + 6,5 Umtriebe) Legehennen: 9230 Hennen aus zugekauften Junghühnern Berechnung gem. § 30 Abs 7 BewG: Maßgeblich ist der Bestand bzw. die Jahresproduktion, dh die Summe der verkauften Tiere; dabei ist auf die durchschnittliche Zahl an Umtrieben abzustellen; wahlweise E/A-Rechnung, § 4 (1) EStG USt: Pauschalierung § 22 UStG; wahlweise Regelbesteuerung Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
52 land- und forstwirtschaftliche Pauschalierung – PauschVO 2015
anwendbar, sofern keine Buchführungspflicht; EHW < ; Umsatz < ; nur zur Gänze, nicht auf einzelne Betriebszweige einschränkbar Vollpauschalierung Gewinn(grundbetrag) beträgt 42% vom EHW Teilpauschalierung 1. Gesamt-EHW zwischen € und 2. Forst-EHW über € 3. Große Beitragsgrundlagenoption bei SV d Bauern 4. Antrag (Bindung auf 5 Jahre) Einnahmen müssen aufgezeichnet werden Ausgaben sind bestimmter %-Satz der Einnahmen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
53 Maßgeblicher Einheitswert
Eigenbesitz plus Zupachtungen; minus Verpachtungen gerechnet mit dem eigenen ha-Satz = selbstbewirtschaftete Fläche unterjährige Verpachtung Regel: „Wer die Ernte hat, der hat die Zurechnung“ Unterjährige Grundstücksverkäufe bzw –käufe Zurechnung beim Käufer erst zum folgenden 1.1. EHW der verkauften Fläche wird im lfd Jahr noch dem Verkäufer zugerechnet (bei Vollpauschalierung) Ausnahme: Gesamter Betrieb oder Teilbetrieb wird übertragen; dann: Aliquotierung des Gewinnes Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
54 DURCHSCHNITTSSATZERMITTLUNG (LANDWIRTSCHAFT)
EHW < EUR ,-- EHW > ,-- und < ; RLN > 60 ha “Vollpauschalierung” “Teilpauschalierung” EW ( +/ - Zu-/Verpacht.) Einnahmen (Brutto) 42 % - 70% pauschale Ausgaben Sonderfälle: 80% + Einkünfte aus landw. Nebenerwerb (§§ VO) +/- Pachtzahlungen SV-Beiträge (SVB) Schuldzinsen Ausgedinge = Einkünfte aus Landwirtschaft Der Abzug von Pachtzahlungen ist auf 25% des Einheitswertes der zugepachteten Flächen beschränkt Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
55 Wechsel zwischen Voll- und Teilpauschalierung
LuF PauschVO 2015: bereits ab Folgejahr zwingende Teilpauschalierung, wenn durch unterjährige Zukäufe, Zupachtungen oder unentgeltliche Erwerbe der für die Vollpauschalierung maßgebende Einheitswert am eines Jahres überschritten wird (§ 1 Abs 3 PauschVO) dabei Heranziehung des eigenen Hektarsatzes freiwilliger Wechsel auf Antrag möglich; Bindung für 5 Jahre Bei Wechsel zwischen Voll- und Teilpauschalierung im Rahmen der Pausch-VO werden Übergangsergebnisse nicht festgestellt Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
56 DURCHSCHNITTSSATZERMITTLUNG (FORSTWIRTSCHAFT)
EW bis EUR ,-- : Grundbetrag 42% EW > ,-- , < ,-- : Einnahmen-Ausgaben-Rechnung; Ausgaben pauschaliert : Minderungszahl höchstens 61 62 – 68 69 – 100 Holzverkauf am Stock 30% der Einnahmen (brutto) (MZ: ; Bringungslage 3 20% der Einnahmen (brutto) (MZ: 64 – 100; Bringungslage 2) Selbst-schlägerung 70% der Einnahmen (brutto) 60 % der Einnahmen (brutto) 50% der Einnahmen (brutto) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
57 DURCHSCHNITTSSATZERMITTLUNG (GARTENBAU)
Wiederverkäufer (Grenze EUR 2.000,--): Flächenpauschalierung Andere:	Einnahmen-Ausgaben-Rechnung; Ausgabenpauschalierung:	70% der Einnahmen (brutto) Lohn- und Lohnnebenkosten Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
58 Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
59 Beispiel 2015 Ausgaben: Weingartenfläche 7 ha x 5.000 35.000
Weingartenfläche 7 ha x 5.000 35.000 Durchschnittspreis EUR 3,-/ Liter Vergleich zu 70 % 98.000 Differenz (Vorteil) Pauschal Ausgabennachweis Umsatz abzüglich Zukauf, Flaschen, etc. 57.000 Abschreibung 12.700 Instandhaltung, Energie % 10.000 Diverses (Verwaltung, KFZ, etc.) 13.000 Abgaben 5.000 Sozialversicherung 6.000 Zinsen 3.600 Überschuss 42.000 32.700 - Zinsen - SV 32.400 Beispiel 2015 Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
60 Inkrafttreten der neuen Pausch-VO (u.a. Rz 4141c EStR Neu)
Die neue Einheitsbewertung per unabhängig von der Bescheidzustellung – hat steuerliche Wirkung zum (§ 20c iVm § 20 Abs 3 BewG) Dies gilt insbesondere für den Gewinngrundbetrag: 42% statt 39% Beispiel: im Jahr 2017 ergeht der neue Einheitswertbescheid: die Einkommensteuer-bescheide für 2015 werden berichtigt und die Veranlagung auf Basis von zB € EHW x 42 % statt € EW x 39% erfolgen. Für die Frage der Gewinnermittlungsart sind jedoch nur am Stichtag bzw. 1. Jänner 2016 bereits zugestellte EHW-Bescheide heranzuziehen. Beispiel: beträgt der EHW am auf Basis der HF € und wird im Rahmen der HF 2014 im Jahr 2016 ein EHW-Bescheid mit € EHW zugestellt, bleibt es auch für 2016 bei der Vollpauschalierung, obwohl nachträglich betrachtet die Grenze überschritten wurde; die Veranlagung 2016 erfolgt aber mit € (* 42%). Ab ist dann allerdings die Teilpauschalierung erforderlich. Diese Beurteilung gilt auch für die (neue) Pauschalierungsgrenze von € ,-- Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
61 Wechsel der Gewinnermittlung
Sperrfrist von 5 Jahren nach einem Wechsel in allgemeine Gewinnermittlung Übergangsgewinn/-verlust: ja Vollpauschalierung <===> Einnahmen-Ausgaben-Rechnung Buchführung <===> Einnahmen-Ausgaben-Rechnung Übergangsgewinn/-verlust: nein Vollpauschalierung <===> Buchführung Teilpauschalierung <===> Einnahmen-Ausgaben-Rechnung Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
62 NEBENERWERBE I (§ 7 LuF Pausch-VO)
Nebentätigkeiten zu Selbstkosten in Pauschalierung erfasst (ÖKL-Satz ) Dienstleistungen gegenüber Nichtlandwirten unter Verwendung eigener land- und forstwirtschaftlicher Geräte, sofern das Entgelt für die Bereitstellung von Maschinen und Geräte das Dienstleistungsentgelt überwiegt (auch wenn dieses Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit sind) % pauschale Ausgaben Be- / verarbeitete Produkte immer zu erfassen; 70% Ausgabenpauschale Urproduktekatalog lt. VO (4220 EStR) Zimmervermietung ist bis 10 Betten zusätzlich zu erklären - 50% pauschale Ausgaben; mehr als 10 Betten: Gewerbebetrieb Abgrenzung: Appartement und Zimmervermietung iZm Nebenleistungen, erhöhter Aufwand kein Verlust aus luf Nebenerwerb möglich Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
63 NEBENERWERBE II Einnahmengrenze von EUR 33.000,-- brutto
Zusammenrechnung von a) Nebentätigkeit und c) Be- und Verarbeitung, wenn bei a) auch eigene Arbeitsleistung verrechnet wird Nichtanrechnung der Einnahmen aus der Privatzimmervermietung und bei Verrechnung (nur) der Selbstkosten Bei Überschreiten der Grenze liegen für das gesamte Kalenderjahr Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor Photovoltaik (BMF /0488-VI/4/2013) Neue Rechtslage, wenn Photovoltaikanlage nach in Betrieb genommen und Kaufvertragsabschluss nach erfolgte. Volleinspeisung: grundsätzlich Gewerbebetrieb Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
64 Ertragsteuer: Einnahmen - Ausgaben - Rechnung
Umsatzsteuer: Betrieb unterliegt allgemeinen Bestimmungen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
65 NEBENERWERB Beispiel:
pauschalierter Landwirt erbringt über Maschinenring-Service Gen Schneeräumung für eine Gemeinde Arbeitsleistung: Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit; brutto Euro; Vermietung des Traktors und Schneepflugs: brutto (incl. 12 % USt) Lösung: von den Euro können 50 % der gesamten Einnahmen (7.000 Euro) als pauschale Betriebsausgaben in Abzug gebracht werden, sodass Euro als Einkünfte aus landwirtschaftlichem Nebenerwerb im Rahmen der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft zu versteuern sind. Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
66 weitere Einnahmen, die nicht von Pauschalierung erfasst sind
Verkauf von Rechten ( Milchkontingent, Wegerecht, Quellrecht, Fischereirecht) Entschädigungen für Ertragsausfälle und Wirtschaftserschwernisse, soweit nicht ein Abschlag vom Einheitswert erfolgt ist (bei Vollpauschalierung) Verkauf einer Waldparzelle – 4194, 5684 EStR Veräußerungserlös für stehendes Holz abzüglich seinerzeitige AK/HK; Reduzierung um zwischenzeitliche Schlägerungen (VwGH , 86/14/0021). Gem. § 1 Abs 5 Pausch-VO gelten 35% des Veräußerungserlöses als Gewinn, wenn der Erlös nicht mehr als EUR im Kalenderjahr überschreitet. Zusätzlich ist der Gewinn aus dem anteiligen Grund + Boden zu erfassen; dabei sind pauschal 50% des Erlöses den Regelungen des § 30 EStG zu unterziehen (Immo-ESt). Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
67 Gewinnerhöhende und – mindernde Beträge
Neben den angeführten Pauschalsätzen sind noch zu erfassen / abzusetzen: Pachtentgelte (+ Jagdpacht); bei den Pachtzinsen ist der Abzug auf 25% des auf die zugepachteten Flächen entfallenden Einheitswert beschränkt Sozialversicherungsbeiträge des Steuerpflichtigen Schuldzinsen Ausschüttungen aus Beteiligungen (§ 30 Abs 2 Z 6 BewG) Ausgedingsleistungen (Sachleistungen pauschal mit € 700) Alle nicht im Einheitswert erfassten Vorgänge (= außerordentliche Geschäftsvorfälle) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
68 Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
69 Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
70 Sonderfragen LuF - BILANZ
§ 4 Abs 1 EStG nur notwendiges Betriebsvermögen; neutrale Teile eines Schlosses gehören nicht dazu (VwGH ,86/14/0129) abweichendes Wirtschaftsjahr (§ 2 Abs 5 EStG) Grund und Boden „nackter Grund und Boden“ = steuerrechtlicher Begriff; nicht dazu gehören zB: Holzbezugsrecht, VwGH ,113/60; Jagdrecht, ,90/14/0199; Teilwaldrecht, ,92/14/0005; stehende Ernte; stehendes Holz; Milchkontingent; Fischereirechte Probleme bei Verkauf; Entschädigungszahlungen Schottervorkommen „unter der Erde“ Immo-ESt ab Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
71 Sonderfragen Forstwirtschaft
Ansatz stehendes Holz (Anlagevermögen) Kauf, Erstaufforstungskosten – Anschaffungskosten Möglichkeit des Ansatzes des Teilwertes ( § 6 Z 2b EStG); sonst Aufwendungen für Pflege und Wiederaufforstung Betriebsausgaben (§ 4 Abs 8) Außerordentliche Waldnutzung Überhieb, aus wirtschaftlichen Gründen geboten Kalamitätsnutzung Nutzungen infolge höherer Gewalt Berechnung (§ 37 Abs EStG; 7327ff EStR) Übertragung stiller Reserven § 12 EStG / Rücklagenbildung (3889 EStR) Veräußerung von Teilflächen Gewinnermittlung: 1. Fiktion – 35% bis EUR (lt. § 1 Abs 5 P-VO) 2. Genaue Ermittlung (Gutachten); Immo-ESt Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
72 II. KÖRPERSCHAFTSTEUER
73 KÖRPERSCHAFTSTEUER I steuerpflichtig sind:
a) Juristische Personen des privaten Rechtes (GmbH, AG, Genossenschaften, Vereine) b) Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften öffentlichen Rechts (zB Versorgungsbetriebe, Schwimmbäder, Verpachtung von Grundstücken) Privatstiftungen Unbeschränkte Steuerpflicht: Körperschaften, die im Inland a) ihre Geschäftsleitung oder b) Sitz haben Gewinnermittlung: Betriebsvermögensvergleich gemäß § 5 EStG tw. Sonderbestimmungen zu EStG Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
74 KÖRPERSCHAFTSTEUER II
Möglichkeit einer Gruppenbesteuerung (§ 9 KStG) Verbundene Unternehmen können mittels Gruppenvertrag ihre steuerlichen Ergebnisse einem Gruppenträger zurechnen Voraussetzungen: Beteiligung mehr als 50%; Gruppenvertrag mind. für 3 Jahre Trennungsprinzip Anerkennung der fremdüblichen Leistungsbeziehung zwischen Gesellschaft : Gesellschafter Problem der verdeckten Gewinnausschüttung (Mietvertrag, Darlehen, Kaufvertrag) – Fremdvergleich ! Einlagen und Einlagenrückzahlungen sind steuerlich nicht relevant Verluste nur in der Gesellschaft selbst ausgleichsfähig Doppelbesteuerung bei den Ertragsteuern (KöSt+KESt) Beteiligungsertragsbefreiung / Schachtelbefreiung Ausschüttungen an andere Körperschaften werden steuerfrei gestellt Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
75 KÖRPERSCHAFTSTEUER III
Steuersatz: 25% Mindest-KöSt: EUR 1.750,-- (GmbH); (AG) Ausschüttungen: 27,5 % KESt (endbesteuert) bei natürlichen Personen; steuerfrei bei einer Beteiligung an einer inländ. Tochtergesellschaft; im Ausland (nicht EU) von mindestens 10% und Behaltedauer mind. 1 Jahr Liquidation: Gesellschaft – Besteuerung eines evtl. Liquidationsgewinnes Gesellschafter – Besteuerung, wenn Abwicklungsguthaben höher als Anschaffungskosten der Beteiligung ( Betriebseinnahme oder Sondersteuersatz 27,5% gem. § 27a EStG) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
76 PRIvatstiftung (PSG; § 13 KöStG)
die Privatstiftung ist ein Zweckvermögen mit eigener Rechtspersönlichkeit Mindestvermögen: EUR ,- Stiftungsvorstand (mindestens 3 Mitglieder) und Stiftungsprüfung obligatorisch Stiftungseingangssteuer: jede Zuwendung an privatrechtliche PS unterliegt der StiftESt in Höhe von 2,5% (25%, wenn ausländ. Stiftung der österr. PS nicht vergleichbar ist oder der Staat keine umfassende Amts- und Vollstreckungshilfe leistet) GrESt: 3,5% vom gemeinen Wert Einkünfte aus betrieblichen Tätigkeiten (LuF; Mitunternehmerschaft) sowie aus Vermietung und Verpachtung und Spekulation unterliegen 25% KöSt. Zuwendungen aus der PS: 27,5% KESt (wie bei GmbH) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
77 Finanzerträge aus Bankeinlagen und Wertpapieren sowie Veräußerungen von Beteiligungen unterliegen einer „Zwischensteuer“ von 25%. Im Falle von Zuwendungen aus der PS ist 25% KESt zu bezahlen, die Zwischensteuer ist in diesem Fall im Zuge der Veranlagung gutzuschreiben Weitere Besonderheit: Gewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen können innerhalb von 12 Monaten auf eine andere Beteiligung (mind. 10%) übertragen werden Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
78 RECHTSFORMEN - STEUERPFLICHT
1. Einzelunternehmer ……… Einkommensteuer (ESt) 2. GesbR, OG, KG Gesellschafter:………ESt Gesellschaft:	………...USt Progressive ESt, Verlustausgleich mit anderen Einkunftsarten; Möglichkeit der Nutzung begünstigter Steuersätze (zB: nicht entnommene Gewinne, Aufgabe, Kalamität) 3. Körperschaften (GesmbH, AG, Genossenschaft, Verein) …………… Gesellschaft:	KöSt, USt Fixer Steuersatz von 25 %; Verlustausgleich nur in Gesellschaft; keine begünstigten Steuersätze Für Ausschüttungen: KESt 27,5 % Möglichkeit der Gruppenbesteuerung Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
79 Personengesellschaft
Vergleich: Besteuerung von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften Personengesellschaft Kapitalgesellschaft Durchgriffsprinzip Direkte Gewinnzurechnung beim Gesellschafter Trennungsprinzip Gewinnzurechnung bei der Gesellschaft; dem Gesellschafter werden nur ausgeschüttete Gewinne zugerechnet Dienstleistungen an die Gesellschaft, Darlehenshingabe an die Gesellschaft, Vermietung an die Gesellschaft = betriebliche Einkünfte des Gesellschafters aus der Gesellschaft Nur zwischenbetrieblicher Leistungsaustausch zu fremdüblichen Preisen wird anerkannt Dienstverträge, Darlehensverträge, Mietverträge = Einkünfte aus nichtselbständiger bzw. selbständiger Tätigkeit, Einkünfte aus Kapitalvermögen, bzw Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung Vermögen des Gesellschafters im Dienste der Gesellschaft: Sonderbetriebsvermögen Bleibt Privatvermögen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre WS 2016/2017
80 Personengesellschaft
Kapitalgesellschaft Verluste werden dem Gesellschafter direkt zugerechnet (steuerlich beim Gesellschafter verwertbar) Verluste bleiben in der Gesellschaft (steuerlich beim Gesellschafter nicht verwertbar) Progressiver Steuersatz (0-55%); Begünstigung § 10 Gewinnfreibetrag Fixer Steuersatz: 25% ; Ausschüttung: 27,5% KESt Summe: 45,625% Veräußerung: wie Betriebsveräußerung (§§ 24, 37 EStG) Beteiligungsveräußerung als Einkünfte aus Kapitalvermögen (27,5%) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
81 KOOPERATIONEN IM RAHMEN DER LANDWIRTSCHAFT
Art der Tätigkeit und Umfang entscheidend Maschinengemeinschaften Gebäude (Stall)gemeinschaften Gemeinsame Führung eines luf Betriebes Einkünfte aus  Land- und Forstwirtschaft	§ 21  Gewerbebetrieb	§ 23 EStG Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
82 FOLGEN DER EINKÜNFTEZURECHNUNG
Landwirtschaft Möglichkeit der landwirtschaftlichen Pauschalierung (EHW bis / bis ) Einkommensteuer / Umsatzsteuer Gewerbebetrieb Möglichkeit der gewerblichen Pauschalierung (Umsatz < ) IMMER: Gewinn- / Verlustanteile von Personengesellschaften sind zusätzlich zu erklären Beispiel: Landwirte A und B betreiben je einen landwirtschaftlichen Betrieb. Gemeinsam (je 50:50) eine gewerbliche Kompostieranlage in Form einer Gesellschaft nach bürgerlichem Recht (GesnbR). Umsatzsteuer: GesnbR eigenes Steuersubjekt; muss Umsatzsteuer in Rechnung stellen, kann sich Vorsteuer abziehen. Einkommensteuer: Gewinnanteil ist neben den (pauschalierten) landwirtschaftlichen Einkünften dem Finanzamt zu erklären. Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
83 MASCHINENGEMEINSCHAFTEN
Gemeinsamer Kauf von landwirtschaftlichen Geräten zur Nutzung innerhalb der landwirtschaftlichen Betriebe der Gesellschafter zu Selbstkosten (ÖKL) Einkommensteuer: In diesem Fall wird steuerlich kein eigener Betrieb unterstellt – gewinnneutral Umsatzsteuer: Es liegt ein eigener Unternehmer vor, es ist daher umsatz-steuerlich abzurechnen (aus verwaltungsökonomischen Gründen wird in diesen Fällen meistens davon abgesehen – dann KEINE Vorsteuer) Geräte werden bei Nichtgesellschaftern eingesetzt oder Verrechnung erfolgt über den Selbstkosten Einkommensteuer: Es liegen Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor Umsatzsteuer: eigener Unternehmer mit Verrechnung – 20% Steuersatz Gebäudegemeinschaften werden steuerlich nach den gleichen Grundsätzen behandelt. Evtl. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
84 WIE ERFOLGT EIN ZUSAMMENSCHLUSS?
Steuerlich darf es nicht zu einer Verschiebung von stillen Reserven kommen Außergewöhnliche Geschäftsfälle sind nicht durch die Pauschalierung abgegolten Zwingende Anwendung des Umgründungssteuergesetzes (UmgrStG) – Art IV Im Gesellschafts-/ Zusammenschlussvertrag muss auf Art IV UmgrStG hingewiesen werden Eingebrachtes Vermögen muss Betrieb/Teilbetrieb sein Er muss einen positiven Verkehrswert aufweisen Es darf zu keiner Anteilsverschiebung kommen Verkehrswert des Gesellschaftsanteils entspricht dem Wert des Betriebes des Gesellschafters vor Fusion Es wird eine Bilanz zum Zusammenschlussstichtag erstellt Wenn keine Anwendung des UmgrStG, dann wird steuerlich eine Betriebsveräußerung unterstellt ! Aufdeckung der stillen Reserven = Differenz zwischen Verkehrswert und Buchwert unterliegt der Einkommensteuer Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
85 Beispiel für Zusammenschluss:
Landwirt A besitzt 20 ha Acker, Stall, diverse landw. Maschinen und Geräte; EHW ,-- Landwirt B 30 ha Acker, div. Maschinen; EHW ,-- Ziel: Zusammenschluss zu einer Offenen Erwerbs­gesellschaft, die eine Schweinemast betreibt; Beteiligung 50 : 50 gemäß Art IV UmgrStG. VORGANG: Alle Maschinen und Geräte werden eingebracht, die Werte entsprechen den Gesellschaftsanteilen (u.U. Einlage/Entnahme von Bargeld). Die Liegenschaften werden der Gesellschaft nur zur Verfügung gestellt (entgeltlich oder unentgeltlich). Werden Liegenschaften ebenfalls in die Gesellschaft eingebracht, sind 3,5% Grunderwerbsteuer vom 1fachen EW zu bezahlen (33.000,-- x 3,5% = EUR ,--) Zukünftige Gewinnermittlung: EW x 42% ,-- anteiliger Gewinn beträgt EUR 6.930,--. Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
86 Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
87 III. UMSATZSTEUER
88 UMSATZSTEUER – UStG 1994 = Verkehrsteuer; neben Lohnsteuer höchstes Aufkommen: ca. 28 Mrd. EURO Vorsteuerabzug als wesentliches Element Im Verkehr zwischen Unternehmern ist die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten Ausnahme: „reverse Charge-Umsätze“; Umsatzsteuerschuld geht auf Erwerber über Steuerschuldner = Unternehmer; Steuerträger = privater Letztverbraucher Unternehmer Einkauf Verkauf Entgelt/USt Entgelt/USt USt vom Verkauf minus USt vom Einkauf (Vorsteuerabzug) Zahllast/Gutschrift Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
89 Steuertatbestände § 1 UStG
Lieferungen und sonstige Leistungen eines Unternehmers (selbständig, nachhaltig, Einnahmenerzielung) im Rahmen seines Unternehmens im Inland gegen Entgelt Eigenverbrauch – Verwendung und Leistungen für private Zwecke Einfuhr aus dem Drittland Erwerb aus EU-Staaten (= innergemeinschaftlicher Erwerb) Unternehmer muss nach außen in Erscheinung treten Innengesellschafter unterliegen nicht der USt Ladengemeinschaften:	eigenes Unternehmen, wenn nicht eindeutig im Namen und auf Rechnung des einzelnen verkauft wird Liebhaberei nur bei „klassischem Privatvergnügen“ (Jagd, Hobby) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
90 STEUERPFLICHT GRUNDSÄTZE Unternehmens-Einheit Entgeltlichkeit
Unterscheide: nicht steuerbar steuerbar – Territorialitätsprinzip (Umsätze im Inland = Bundesgebiet) steuerpflichtig steuerbefreit echt befreit (mit Vorsteuerabzug) § 6 Z 1 – 7 unecht befreit (ohne Vorsteuerabzug) § 6 Z GRUNDSÄTZE Unternehmens-Einheit Entgeltlichkeit Einheitlichkeit Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
91 I. Grundsatz der Unternehmens-Einheit
„Das Unternehmen umfasst die gesamte gewerbliche oder berufliche Tätigkeit des Unternehmers.“ z.B: Rechtsanwalt besitzt ein Forstgut; veröffentlicht Artikel in einer Jagdzeitschrift; gemeinsam mit seiner Frau besitzt er ein Mietobjekt Innenumsatz –	Leistungsaustausch zwischen mehreren Betrieben eines Unternehmens ist nicht möglich zB: Landwirt betreibt zusätzlich ein Gasthaus; Be- und Verarbeitung Umsätze aller Betriebe sind zusammenzurechnen = EINE Umsatzsteuererklärung pausch. LW: Schätzung des Umsatzes mit 150% des Einheitswertes Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
92 II. Grundsatz des entgeltlichen Leistungsaustausches
Die Leistung muss jeweils um der Gegenleistung willen erbracht werden („do ut des – Prinzip“). D.h.: 2 Beteiligte, ein kausaler Zusammenhang zwischen Leistung und Gegenleistung Entgelt (plus freiwillige Leistungen, zB: Trinkgeld) und Tausch Kein Leistungsaustausch: Schenkung, echte Subventionen, echte Mitgliedsbeiträge; Schadenersatz, Gutscheinausgabe III. Grundsatz der Einheitlichkeit der Leistung Nebenleistungen teilen das Schicksal der Hauptleistung Gleicher Steuersatz für Haupt- und Nebenleistung zB: Wohnungsmiete + Betriebskosten (Wohnung 10%; Geschäftsraum 0% oder 20%); Holzlieferung: Brennholz und Transportkosten werden getrennt in Rechnung gestellt – einheitliche Leistung, Lieferung von Brennholz ist Hauptleistung; die Beförderung der Ware Nebenleistung: Gesamthonorar unterliegt Steuersatz von 13% Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
93 Lieferung, Sonstige Leistung Ort der Lieferung (§ 3 UStG)
Lieferung	=	Verschaffung der Verfügungsmacht über einen Gegenstand einer Lieferung gleichgestellt ist die Entnahme eines	Gegenstandes; auch die Schenkung des ganzen Unternehmens Sonstige Leistung	= jedes positive oder negative Verhalten (Dienstleistungen, Dulden, Unterlassen) Ort der Lieferung (§ 3 UStG) Verschaffung der Verfügungsmacht = Ort der rechtlichen Übergabe, d.h. durch körperliche Übergabe oder Übergabe von kaufmänn. Papieren (Ladeschein) Beginn der Beförderung / Versendung (Ausnahme: bei igErwerb aus EU am Ende der Beförderung) Besonderheit bei Reihengeschäft: mehrere Unternehmer schließen über denselben Gegenstand Geschäfte ab, die durch eine einzige Warenbewegung erfüllt werden. Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
94 Sonstige Leistungen § 3 a UStG
Für den Ort der Leistungserbringung wird differenziert nach der Art der Leistung und ob der Empfänger ein Unternehmer ist oder nicht (Vorliegen einer UID – UmsatzsteuerIdentifikationsnummer): Dienstleistungen in der Unternehmerkette (B2B): Empfängerortprinzip Dienstleistungen an Nichtunternehmer (B2C): Ursprungslandprinzip Sonderregeln (bspw.): Vermittlung an Nichtunternehmer	- Ort der vermittelten Leistung Grundstück	- Lage des Grundstücks Personenbeförderung	- dort, wo gefahren wird („Streckenbesteuerung“) Künstler, Unterricht, Sport	- Tätigkeitsort Vermietung von Beförderungsmittel (zB: PKW, Yacht) kurzfristig - Ort der Übergabe; langfristig - gemäß Grundregel Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
95 Eigenverbrauch notwendig zur Gleichbehandlung mit Privaten
im Unternehmen Berechtigung zum Vorsteuerabzug – Privater hat diesen nicht; bei privater Verwendung daher Ersatzbesteuerung 1) Entnahme- und	gilt als Lieferung oder sonstige Leistung; Verwendungstatbestand (zB: private Nutzung für Raum, Gegenstand) auch für Bedarf des Personals, sofern keine „Aufmerksamkeit“ 2) Aufwandstatbestand	Ausgaben (Aufwendungen), die zwar Zwecken des	Unternehmens dienen aber nach § 20 EStG nicht abzugsfähig sind (Angemessenheit, Repräsentation) Besteuerung erfolgt nur, soweit ein Vorsteuerabzug möglich war z.B.: PKW gehört nicht zum Unternehmen, daher Entnahme nicht möglich Gilt auch bei der unentgeltlichen Übergabe des gesamten Betriebes Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
96 BEMESSUNGSGRUNDLAGE Lieferungen Sonstige Leistungen Tausch Eigenverbrauch Einfuhr aus Drittland  Entgelt = alles, was man aufwendet Gemeiner Wert der Gegenleistung Einkaufspreis + Nebenkosten (Normalwert) Zollwert (Kaufpreis) = EinfuhrUSt Die USt selbst gehört nicht zur Bemessungsgrundlage Änderung des Entgelts = Berichtigung gemäß § 16 UStG Insolvenz: Verkäufer berichtigt – er erhält bereits bezahlte USt vom FA zurück Käufer zahlt nicht; Vorsteuer wird berichtigt und ist an FA zu zahlen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
97 Steuerfreiheit § 6 UStG Kleinunternehmer
unechte Befreiung echte Befreiung Wegfall Vorsteuerabzug Vorsteuerabzug bleibt Die wichtigsten: Kleinunternehmer (< EUR ,-- netto; Optionsrecht) Ausfuhrlieferungen Grundstückslieferungen (Verkauf, Pacht) ins Drittland Miete (NICHT: Grdstk für Wohnzwecke, Camping, Maschinen) Ärzteleistungen Geld- und Bankumsätze Umsätze von Gesellschaftsanteilen Optionsrecht bei Grundstücken a)	Veräußerung  20% (sinnvoll, wenn sonst Vorsteuerberichtigung erfolgen muss) b)	Vermietung/Verpachtung zu Geschäftszwecken  20%; kann bei Neuvermietungen ab nur noch ausgeübt werden, wenn der Mieter die Räumlichkeiten nahezu ausschließlich für Umsätze verwendet, die zum Vorsteuerabzug berechtigen … Optionsrecht gilt nicht für umsatzsteuerpauschalierte Landwirte gemäß § 22 UStG Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
98 Steuersätze § 10 UStG Normalsteuersatz: 20%
Begünstigter Satz :	10% (lt. Anlage 1 zu UStG = Speisen und Getränke; Nahrungsmittel, Fleisch, Gemüse; Getreide; Bücher, Vermietung für Wohnzwecke); 13% (lt. Anlage 2 zu UStG = Beherbergung; Kunstgegenstände; Theater; Museum; Saatgut; Pflanzen; Brennholz 13% für Wein und andere gegorene Getränke (Apfel-, Birnenmost, Met), wenn im Rahmen ldw. Betrieb erzeugt und Ab Hof verkauft; nicht im Rahmen eines Buschenschanks 19% für Jungholz + Mittelberg pauschalierter Landwirt: % bei Verkauf an Private 13 % bei Verkauf an Unternehmer Im Falle des Verkaufes von Wein (siehe oben) Abfuhr einer Zusatzsteuer von 10 oder 7% Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
99 RECHNUNGEN § 11 UStG Wichtig für den Vorsteuerabzug (§ 12 ) – nur möglich, wenn Rechnung iS § 11 vorliegt (gilt auch für Gutschriften) Inhalt:	-	Name und Anschrift des leistenden Unternehmers -	Name und Anschrift des Empfängers -	Menge und handelsübliche Bezeichnung der Ware / Leistung -	Tag / Zeitraum der Lieferung / Leistung - das Entgelt -	der Steuerbetrag + Steuersatz; allenfalls Hinweis auf Steuerbefreiung -	das Ausstellungsdatum - eine fortlaufende Nummer -	die UID- Nr. des leistenden Unternehmers die UID- Nr. des Empfängers bei Entgelt > ,- (inkl. USt) Rechnungen bis EUR 400,-- (inkl. USt): -	Es genügt Angabe des Steuersatzes; Steuerbetrag muss nicht gesondert angegeben sein -	Name und Anschrift des Empfängers können entfallen Wird ein Steuerbetrag, der nicht richtig ist, auf der Rechnung ausgewiesen, so wird dieser „aufgrund der Rechnung“ geschuldet !  Berichtigungsmöglichkeit Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
100 VORSTEUERABZUG § 12 UStG Unternehmer kann die ihm in Rechnung gestellte USt als Vorsteuer abziehen, wenn Leistung für das Unternehmen erbracht (mind. 10% untern. Nutzung) UND eine ordnungsgemäße Rechnung im Inland vorliegt kein Ausschluss von Vorsteuern gegeben ist (§ 20 EStG – Ausgaben der privaten Lebensführung) Gilt auch für ausländische Unternehmer, selbst dann, wenn diese im Inland keine Leistung erbringen – entweder Veranlagung beim Finanzamt Graz-Stadt oder System der Vorsteuer-Erstattung. Bei EAR (Umsatz unter 2 Mio) und bei Anzahlungen erst dann, wenn auch bezahlt wurde PKW gilt nicht für das Unternehmen geliefert (gilt auch für Miete und Betriebskosten) Ausnahmen: LKW, Pritschenwagen, Taxi, Kleinbus für mindestens 7 Personen (VO zu § 12 UStG; eigene Liste auf bmf.gv.at) bei teilweiser Privatnutzung: Eigenverbrauch Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
101 Vorsteuerrückrechnung § 12 Abs 10 + 12 UStG
Bei Änderung der Verhältnisse, die für den Vorsteuerabzug maßgeblich sind, ist der vorgenommene Vorsteuerabzug zu berichtigen. Dies liegt vor, wenn zB Gegenstände ursprünglich iZm vorsteuerabzugsfähigen Umsätzen verwendet wurden und später iZm mit unecht befreiten Umsätzen verwendet werden oder umgekehrt. Beobachtungsfrist bei Anlagevermögen: 5 Jahre (inkl. Jahr der Anschaffung), d.h jedes Jahr 1/5 bei Grundstücken:	10 Jahre / ab Anschaffungen oder Vermietungen 20 Jahre (ab ); Berichtigung jeweils 1/10; 1/20 Beispiel: Veräußerung (Übergabe) eines Gebäudes 2016; 2013 errichtet um EUR netto 2013: VSt = ; 2013 – 2016 = 4 Jahre betrieblich genutzt; daher sind 16 /20 zu berichtigen = /20x16 = EUR ,-- Rückzahlung Eine Rechnung an den Erwerber ist nur im Falle einer Option auf eine umsatzsteuerpflichtige Lieferung möglich ! Gem. § 12 Abs 11 gilt die Berichtigung auch für Umlaufvermögen Für USt-pauschalierte Landwirte gibt es keine Optionsmöglichkeit ! Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
102 STEUERSCHULD SOLL-Besteuerung IST-Besteuerung (§ 17)
Ablauf des Kalendermonats in dem Lieferung/Leistung ausgeführt ist 1 Monat später, wenn Rechnung nicht im gleichen Monat (NICHT bei RevCharge) Mindest-Istbesteuerung für Anzahlungen Ablauf des Kalendermonats in dem Entgelt vereinnahmt wurde Freiberufliche Tätigkeit iS § 22 Z 1 EStG nicht buchführungspflichtig § 21 + § 23 Umsätze < EUR § 28 Antrag auf Sollversteuerung möglich Bei einem Wechsel der Besteuerungsart dürfen Umsätze nicht doppelt erfasst werden oder unversteuert bleiben. Übergangsergebnis	IST -> SOLL :	erbrachte, nicht vereinnahmte Leistungen sind in 1. Voranmeldung zu versteuern SOLL -> IST :	Offene Forderungen sind in 1. Voranmeldung abzusetzen Die Geschäftsveräußerung im Ganzen ist stets nach vereinbarten Entgelten zu besteuern (auch bei Ratenvereinbarungen) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
103 STEUERERKLÄRUNGEN Reverse-Charge-System (Zahllastumkehr)
Empfänger der Leistung (wenn Unternehmer) schuldet die Umsatzsteuer für sonstige Leistungen gem. § 3a wenn leistender Unternehmer im Inland keine Betriebsstätte oder Wohnsitz hat wenn er Bau- und Baunebenleistungen durch Subunternehmer erbringen lässt Rechnung:	UID-Nr des Empfängers; Hinweis auf dessen Schuldnerschaft kein Ausweis der Umsatzsteuer STEUERERKLÄRUNGEN USt-Voranmeldung: 1 Monat + 15 Tage nach Ablauf des Kalendermonats der Leistung  Verkauf + Rechnung 10. Jänner  USt-Schuld Kalendervierteljahr, wenn Umsätze < EUR ,-- Keine Voranmeldung, aber Zahlung, Umsatz max ,-- Jahreserklärung:	bis 30. April des Folgejahres / elektronisch: 30.6. Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
104 USt-Pauschalierte Land- und Forstwirte § 22 UStG
Möglich, wenn nicht buchführungspflichtig UND Umsatz unter EUR Beachte: Pauschalierung ist nicht möglich, wenn Umsatzgrenze überschritten, obwohl BF-Pflicht noch nicht eingetreten ist. für landwirtschaftliche Lieferungen + Leistungen 10% gegenüber Nichtunternehmern 13% gegenüber Unternehmern die Vorsteuer wird fiktiv in gleicher Höhe festgesetzt daher: keine Zahllast, aber auch kein Vorsteuerguthaben wichtig: Rechnungshinweis „Lieferung unterliegt Durchschnittssteuersatz von 13%“ Besondere Abfuhrverpflichtungen (beispielsweise): (Zusatzsteuer) für Getränke 10% / 7% (Getränke im Rahmen Buschenschank; Apfelsaft und Schnaps) Bei Gesamtumsatz unter : Option und Wirkung der Kleinunternehmergrenze Reverse charge Fälle Erwerbsteuer iZm Erwerben aus der EU Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
105 Wirksamkeit der unechten Befreiungen (z. B: Pacht von lw
Wirksamkeit der unechten Befreiungen (z.B: Pacht von lw. Flächen); nicht aber der Optionsregeln: d.h. IMMER ohne Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen ! ABER: Abgrenzung zu Einkunftsart Vermietung Bei Übergang von Pauschalierung zu Regelbesteuerung und umgekehrt liegt eine Änderung der Verhältnisse gemäß § 12 Abs 10 UStG vor ! gilt bei Anschaffung oder Nutzungsbeginn ab und auch für Umlaufvermögen. D.h.: für Gebäude, die ab in Betrieb genommen wurden, und für die ein Vorsteuerabzug erfolgte (Option), gilt eine 20jährige Berichtigungspflicht Optionsmöglichkeit Antrag die allgemeinen Bestimmungen des UStG anzuwenden bis Ende des Kalenderjahres (Bindungsfrist 5 Jahre - Widerruf bis 31. Jänner) bei Umsätzen unter € auch Verzicht auf Kleinunternehmerregelung nötig! abhängig von Investitionsplan, Erfolgsplan für die nächsten 5 Jahre Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
106 Pferdeeinsteller: Exkurs:
Nebenbetriebe sind eigens zu betrachten (Umsatzgrenze: € ) Unternehmeridentität; daher keine USt/VSt-Verrechnung zwischen Landwirtschaft und Nebenbetrieb (zB: Be- und Verarbeitung; Überschusseinspeisung von Energie) Pferdeeinsteller: unterliegen ab ebenfalls der Umsatzsteuerpflicht (20%) Möglichkeit eines besonderen VSt-Pauschales iHv 24,-/Monat je Pferd (Bindung für 2 Jahre), zusätzlich VSt für Gebäudeanlagen Bei pauschalierten Betrieben können die Einnahmen allerdings innerhalb der estlichen Pauschalierung (auch Vollpauschalierung) erklärt werden Exkurs: bei Teilpauschalierung gilt Bruttomethode, daher ist bei Regelbesteuerung ein Vorsteuerüberhang als Einnahme zu erfassen (+70% Ausgabenpauschale); eine Zahllast ist im 70%igen Pauschale enthalten Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
107 Export in EU Import aus EU
Österr. Pauschalierte Umsatzsteuer (12%) ist in Re zu stellen; Landwirt braucht UID-Nr.; UID-Nr. des Kunden ebenfalls auf Re angeben; Kunde kann sich USt von der Finanzverwaltung rückerstatten lassen, Antrag erfolgt elektronisch im jeweiligen Ansässigkeitsstaat (EU-RL; Fallfristen) An Private: Grundsatz des Ursprungslandprinzips – österr. USt (Lieferschwelle beachten) Bei verbrauchsteuerpflichtige Waren: Bestimmungsland! Import aus EU Erwerbsschwelle (€ ) beachten: Über € braucht Landwirt UID-Nr.; Erwerbssteuer ist beim zust. FA abzuführen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
108 EU – BINNENMARKT Grundsatz: wenn Empfänger der Lieferung ist Privater:	URSPRUNGSLANDPRINZIP	–	dort, wo Ware gekauft wird Unternehmer:	BESTIMMUNGSLANDPRINZIP	– Ausfuhr steuerfrei Ausnahme:	Lieferung verbrauchsteuerpflichtiger Waren (Wein, Tabak) = immer Bestimmungslandprinzip Innergemeinschaftlicher Erwerb der Gegenstand einer Lieferung gelangt von einem Mitgliedsstaat in einen anderen; der Erwerber ist ein Unternehmer der Lieferant kein Kleinunternehmer In diesen Fällen (Bestimmungslandprinzip) erhält der Erwerber eine Rechnung mit Hinweis auf die Steuerfreiheit; Die Einfuhr unterliegt der „Erwerbssteuer“, die jeweils der Leistungsempfänger zu erbringen hat; Bemessungsgrundlage ist das Entgelt; der entsprechende inländische Steuersatz ist anzuwenden Verwendung der Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer (UID) : AT-U Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
109 Sonderfälle des innergemeinschaftlichen Erwerbs:
Erwerbsschwelle für steuerbefreite Unternehmer (pausch. Lw, KöR) KEINE Erwerbsbesteuerung, wenn Zukauf geringer als EUR ,-- im Vorjahr und im laufenden Jahr Versandhandel / Lieferschwelle wenn Lieferungen in andere EU-Staaten, wenn der Abnehmer eine Person ist, die den Erwerb nicht zu versteuern hat UND die Lieferschwelle von EUR ,-- im Vorjahr und im laufenden Jahr überschritten wird, ist der Umsatz im Bestimmungsland pflichtig Erwerb neuer Fahrzeuge Diese unterliegen immer der Erwerbsteuer Landfahrzeuge < 6 Monate,< 6000km Wasserfahrzeuge < 3 Monate, < 100 Betriebsstunden Abgabe einer „Zusammenfassenden Meldung (ZM)“ Unternehmer mit einer UID die igLieferungen ausführen oder sonstige Leistungen erbringen haben diese monatlich/vierteljährlich mit Ablauf des Monats/Quartals abzugeben. Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
110 Beispiele Der Arbeitnehmer A veräußert in Graz seinen PKW an den Gebrauchtwagenhändler G für € Ein Taxiunternehmer entnimmt ein Fahrzeug, welches bis zuletzt zu 100% unternehmerisch genutzt hat. Das Fahrzeug wurde seinerzeit von einer Privatperson genutzt (von den Treibstoffrechnungen wird Vorsteuer geltend gemacht). Eine Putzfrau in einem gewerblichen Unternehmen putzt jede Woche beim Unternehmer privat in seinem Haus ( 10% ihrer Arbeitszeit) A bestellt beim deutschen Verlagshaus K Spielsachen zum Preis von € 150. K versendet die Spielsachen von Deutschland. Der Gesamtumsatz von K aus Lieferungen an Kunden in Österreich betrug im Kalenderjahr , im Jahr ein Weinhändler I aus Italien versendet 10 Karton Wein per Bahn an a) einen Privaten, b) ein Restaurant Das Unternehmen D in Deutschland nimmt im Zuge eines Rechtsstreits die Beratungsleistungen eines österreichischen Anwaltes in Anspruch. HN € Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
111 IV. BEWERTUNGSGESETZ
112 EINHEITSBEWERTUNG Vereinheitlichung der Bewertungsgrundlagen
Allgemeine Vorschriften – Einschränkungen durch Spezialgesetze Wirtschaftliche Einheit je Vermögensart Land- und forstwirtschaftliches Vermögen Grundvermögen Betriebsvermögen Sonstiges Vermögen Grundsatz der Eigentümeridentität Zivilrecht; wirtschaftliches Eigentum / § 24 BewG Alle Wirtschaftsgüter dienen dauernd einem einheitlichen Zweck Zuordnung maßgeblich für die Bewertung Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
113 Bewertungsgesetz Bewertungsgrundsätze
Gemeiner Wert – Preis des gewöhnlichen Geschäftsverkehrs („Verkehrswert“) Teilwert – Preis für Wirtschaftsgut im Rahmen eines Gesamtkaufpreises Kapitalforderungen und Schulden – Nennwert/Abzinsung 5,5 % Wiederkehrende Nutzungen und Leistungen max. 18facher Jahreswert Ansatz des Barwertes nach Renten-Erlass gemäß Sterbetafel 2000 Rentenrechner auf bmf.gv.at Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
114 Einheitsbewertung Hauptfeststellung alle 9 Jahre Fortschreibung
(LuF: ; per gleiche Werte; Grundvermögen: – Erhöhung 35%) Derzeit luf Hauptfeststellung zum Fortschreibung Wertfortschreibung: lw - 1/20 oder mind. € 1.000; sonst: 1/10 oder € 7.300 Artfortschreibung Zurechnungsfortschreibung Landwirtschaftliches Vermögen Alle Teile, die dauernd dem landwirtschaftlichen Hauptzweck dienen: Grund, Wohn- und Wirtschaftsgebäude; Betriebsmittel Wohnwert nur unter € 2.180,18 im lw EHW enthalten Wirtschaftsgüter, die nicht zum landwirtschaftlichen Vermögen gehören, sind i.d.R. als „Grundvermögen“ zu bewerten Sonderproblem: § 52 Abs 2 „zu anderen als lw Zwecke verwendet..“ Ertragswert = 18facher erzielbarer Jahresertrag (objektiv) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
115 Ertragswert § 32 Anwendung einer vergleichenden Bewertung = 18facher Reinertrag, den der Betrieb nachhaltig erzielt Weitere Prämisse: Einsatz von fremden Arbeitskräften) Bodenschätzung	=	Grundzahl multipliziert mit der Grundstücksfläche	=	Ertragsmesszahl Summe der EMZ dividiert durch Fläche	=	Bodenklimazahl Ab-u.Zuschläge durch wirtschaftl. Ertragsbedingungen	= Betriebszahl (BZ) BZ wird mit Ha-Höchstsatz multipliziert; dividiert d. 100	= Hektarsatz Ha-Satz mal Fläche + Zu-Abschläge	=	EINHEITSWERT + Zuschläge für öffentliche Gelder (33%) + Zuschläge für überdurchschnittliche Viehhaltung, Sonderkulturen, … Hektarhöchstsatz (BZ 100): landwirtschaftliche Fläche	EUR je ha (vorher 2.289) Weinbau	EUR je ha (vorher 8.357) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
116 EMZ (Ertragsmesszahl)  BKZ (Bodenklimazahl)
BEISPIEL EMZ (Ertragsmesszahl)  BKZ (Bodenklimazahl) wirtschaftliche Einheit umfasst 3 Grundstücke 12 ha,	AZ 50 EMZ = 60.000 10 ha,	AZ 20 20.000 8 ha,	AZ 50 40.000 30 ha BKZ = 40 Wirtschaftl. Verhältnisse des Standorts - 1 Entfernung Fläche zu Hof + 2 Größe + Hangneigung der Flächen - 2 Betriebsgröße + 3 ; + 2% = 41 BZ 2.400/100 * 41 = EUR 984 Hektarsatz Einheitswert: 984 * 30 = Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
117 Es gelten nicht als Teile der Landwirtschaft
Zahlungsmittel, Geldforderungen und Wertpapiere Geldschulden Gebäude (Räume), die anderen Zwecken dienen Der übersteigende Teil des Wohnungswertes Der Überbestand an Betriebsmitteln Beteiligungen, Anteile an Agrargemeinschaften, Ansprüche auf Entgelte aus nichtlandwirtschaftl. Nutzungsüberlassungen von Grund und Boden Öffentliche Gelder: wiederkehrende Direktzahlungen der 1.Stufe (Betriebs-, Tierprämien) sind jeweils mit 33% des im Vorjahr bezogenen Betrages anzusetzen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
118 Abgrenzung Tierhaltung zu Gewerbe
Die Zucht und das Halten von Tieren ist landwirtschaftlich, wenn überwiegend eigene Futtermittel verwendet werden wenn die entsprechenden Vieheinheiten je Nutzfläche eingehalten werden Viehzucht Vieheinheiten/Hektar maßgebend Für die ersten	10 ha	nicht mehr als	8 Die nächsten	10 ha	nicht mehr als	6 Die nächsten	10 ha	nicht mehr als	4 Die nächsten	10 ha	nicht mehr als	3 Die nächsten	10 ha	nicht mehr als	2 Rest	nicht mehr als	1,5 Vieheinheiten Wird dieser Höchstbestand nachhaltig überschritten: Gewerbebetrieb Normalbestand: bis 20 ha RLN 2 VE; darüber je 1VE je ha Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
119 Beispiel Vieheinheit Mastschwein aus zugek. Ferkeln Faktor 0,06 Betrieb hat 530 Schweine bei 12 ha entspricht 32 VE (530 x 0,06) Maximalbestand : 1533 Schweine 10 x x 6 = 92 VE : 0,06 = 1.533 Zuschlag, wenn Bestand über Normalbestand (für 20 ha: 2 VE/ha; Rest 1 VE/ha) Bei 12 ha entspricht dies 22 VE/366 Mastschweine Betrieb hat 530 Schweine/32 VE – er überschreitet daher um 10 VE den NB Zuschlag von EUR ,-- (10 x 280,--) lt. Erlass BMF vom Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
120 Landwirtschaftliche Nebenbetriebe
Grundsätzlich Gewerbebetriebe Innerer betrieblicher Zusammenhang mit Land- und Forstwirtschaft Regelungen ident mit EStG und UStG Verarbeitungsbetriebe Substanzbetriebe Unterordnung Fiktion EUR ,-- Einnahmen (Brutto); Einkaufswert 25 % des Umsatzes (nachhaltig) Weinbau: 2000 kg Trauben/1.500 l Wein je Ha Beispiel:	Weinbau 3 Ha + Buschenschank; Umsatz: EUR ,-- erlaubter Zukauf 4.500 l; zusätzliche Waren in Summe bis maximal EUR 7.500,-- (inkl. Weinzukauf) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
121 Landwirtschaftlicher Einheitswert: was hängt von diesem ab ?
Grundsteuer Grundsteuerzuschläge (Unfallversicherungsbeitrag, Kammerumlage, Abgabe von luf Betrieben, Beitrag zum Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen) Einkommensteuer bei vollpauschalierten Betrieben Alleinverdienerabsetzbetrag – Rückerstattung Buchführungspflicht (und damit Umsatzsteuerpauschalierung) Grunderwerbsteuer bei bäuerlichen Betriebsübergaben Beiträge zur bäuerlichen Sozialversicherung Kirchenbeitrag Bodenwertabgabe bestimmte Gebühren (zB Grundbucheintragungsgebühr) Arbeitslosengeld Schul- und Heimbeihilfe Studienbeihilfe Pendlerhilfe Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
122 Grundvermögen Bewertung mit dem „Gemeinen Wert“
maßgeblich ist der Hauptfeststellungszeitpunkt ( !) bisher pauschale Erhöhungen – insgesamt 35% Berücksichtigung von Abschlägen Abschreibung; zusätzlich zB bei Einfamilienhaus	30% Schloss	50% Grundstückshauptgruppen Mietwohngrundstück – mehr als 80% Wohnzweck Geschäftsgrundstück – mehr als 80% Geschäftszweck Gemischt genutztes Grundstück Einfamilienhaus Sonstiges bebautes Grundstück Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
123 Betriebsvermögen Sonstiges Vermögen
Betriebsgrundstück – mehr als 50 % dient Gewerbebetrieb Bewertung erfolgt nach Grund- oder Landwirtschaftsvermögen Sonstiges Vermögen Für spezielle Verfahren (Vermögensteuer, Erbschaftssteuer) z.B.: Kapitalforderungen Aktien, GmbH-Anteile Fruchtgenussrecht Kraftfahrzeuge, Motor- und Segelboote Schmuckgegenstände Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
124 GRUNDSTEUER Gemeindeabgabe Inländischer Grundbesitz
Steuerschuldner = Grundeigentümer (Gesamtschuld) Berechnung: Einheitswert x Steuermesszahl x Hebesatz Steuermesszahl bei luf: 1,6 v.T. für ersten EUR 3.650,--; Rest 2.v.T. Hebesatz lt. FAG maximal 500 % (Gemeinderatsbeschluss) Beispiel: EHW	EUR x 0,0016	=	5,84 x 0,002	=	52,70 GMB	58,54 x 500%	= 293,-- Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
125 V. SCHENKUNGSMELDUNG GRUNDERWERBSTEUER
126 SchenkungsMELDUNG Der VfGH hat sowohl den Grundtatbestand der Erbschafts- als auch der Schenkungssteuer mit Wirkung als verfassungswidrig aufgehoben. Mit dem Schenkungsmeldegesetz wurde auch der letzte Tatbestand, die Zweckzuwendung, aus dem ErbStG gestrichen. Das ErbStG bleibt aber formal im Rechtsbestand. Andere Gesetze verweisen noch auf Detailregelungen Unentgeltliche Erwerbe (Schenkung, Erbschaft) sind ab dem daher schenkungssteuerfrei ! Die unentgeltliche Übertragung von inländischen Grundstücken unterliegt der Grunderwerbsteuer Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
127 Meldepflicht für Schenkungen
Schenkungen unter Lebenden sind dem Finanzamt anzuzeigen (§ 121a BAO), wenn Erwerber/Geschenkgeber im Zeitpunkt der Übergabe Wohnsitz / Sitz in Österreich haben Nicht meldepflichtig sind: Grundstücke Erbschaften Erwerbe zwischen nahen Angehörigen bis zu EUR innerhalb der letzten 12 Monate Erwerbe bis zu EUR binnen 60 Monaten bei anderen Personen Gelegenheitsgeschenke, wenn Wert max. € 1.000 Die Meldung hat binnen 3 Monaten ab Erwerb zu erfolgen Wird keine Meldung abgegeben, kommt es zur Beweislastumkehr, d.h. der Abgabe-pflichtige trägt die Beweislast für das Vorliegen einer Schenkung Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
128 Meldepflicht für Schenkungen II
ACHTUNG: wird die Anzeige der Schenkung vorsätzlich unterlassen, liegt eine Finanzordnungswidrigkeit vor, die zu einer Strafe bis zu einer Höhe von 10% des Wertes der Schenkung führen kann Verjährung idR erst nach 10 Jahren Eine Selbstanzeige ( „Nachmeldung“) ist innerhalb eines Jahres ab Ablauf der Meldefrist möglich Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
129 Grunderwerbsteuer NEU –Steuerreformgesetz 2015/2016
• Einheitliche Bemessungsgrundlage (§4 Abs. 1) – Grundsatz der Gegenleistung (Kaufpreis) unverändert – Neue Mindestbemessungsgrundlage: „Grundstückswert“ – Immer Grundstückswert, wenn: Keine Gegenleistung vorhanden (unentgeltliche Erwerbe) Die Gegenleistung ist geringer als der Grundstückswert (!) Bei Anteilsübertragungen, Anteilsvereinigungen und Umgründungen nach dem UmgrStG Wenn Gegenleistung vorhanden, aber nicht ermittelbar – Nachweismöglichkeit eines geringeren gemeinen Wertes • Grundstückswert = Mindest-und Ersatzbemessungsgrundlage Ist nur für GrESt-Bemessung relevant Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
130 Zu (1) Pauschalwertmodell
Zur Ermittlung des Grundstückswertes bestehen drei Möglichkeiten (Details in VO): (1) Summe des hochgerechneten (anteiligen) dreifachen Bodenwertes zuzüglich Gebäudewert (Pauschalwertmodell) (2) Höhe eines von einem geeigneten Immobilienpreisspiegel abgeleiteten Wertes (3) Nachweis des (geringeren) gemeinen Wertes. Bei Nachweis durch Schätzungsgutachten eines allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Immobiliensachverständigen hat dieser Wert die Vermutung der Richtigkeit für sich (dh Umkehr der Beweislast) Zu (1) Pauschalwertmodell Ableitung aus letztgültigem Einheitswertbescheid „Indexierung“ mit Faktor lt. GW-VO, da Einheitswerte auf Wertansätzen zum 1. Januar 1973 basieren 3-facher Bodenwert pro m² x (anteilige) Grundfläche x Faktor (lt. GW-VO) = Grundwert Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
131 Baukostenfaktor = durchschnittliche Baukosten/m²
Bodenwert pro m² = ungekürzter, nicht angepasster, durchschnittlicher ursprünglicher Wert laut EW-Bescheid Hochrechnungsfaktor = Relation zwischen dem durchschnittlichem Bodenwert pro m² pro Gemeinde (zum ) und dem aktuellen Verkehrswert GEBÄUDE: (Anteilige) Nutzfläche = Anteil, der entsprechend der Zweckbestimmung genutzt wird (bei Wohngebäuden lt. Landeswohnbauförderungsgesetzen) Ersatzwert = Bruttogrundfläche = pauschalierte annäherungsweise Nutzflächen-Ermittlung (Summe der Grundflächen aller Grundrissebenen minus Abschlag für Nicht-Nutzflächenteile) Baukostenfaktor = durchschnittliche Baukosten/m² Differenzierung nach: Baukosten pro Bundesland, Art des Gebäudes, Zeitpunkt der Fertigstellung, Sanierungszustand Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
132 Ermittlung Gebäudewert:
Wie viele der folgenden Maßnahmen wurden in den letzten 20 Jahren umgesetzt?: Erneuerung des Außenverputzes mit Erhöhung des Wärmeschutzes Erstmaliger Einbau oder Austausch von Heizungsanlagen Erstmaliger Einbau oder Austausch von Elektro-, Gas-, Wasser- oder Heizungsinstallationen Erstmaliger Einbau oder Austausch von Badezimmern Austausch von mindestens 75 % der Fenster UNSANIERT: bei 0 oder 1 TEILSANIERT: bei 2 oder 3 UMFASSEND SANIERT: bei 4 oder 5 der oben angeführten Massnahmen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
133 Zu (2) Immobilienpreisspiegel nur Verwendung der zuletzt veröffentlichten Immobiliendurchschnittspreise der Statistik Österreich ist zulässig für 2016 gilt der Immobilienpreisspiegel 2015 der WKO 28,75 % Bewertungsabschlag ist abzuziehen nur möglich, wenn Preisspiegel eine entsprechende Objektkategorie aufweist - daher nicht bei Zinshäusern! Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
134 Steuertarif (§7 Abs. 1 Z 2 lit. a)
Im Rahmen der Neuregelung des Steuersatzes (§ 7) Unterteilung in entgeltliche, unentgeltliche und „teilentgeltliche“ Grundstückserwerbe: * Unentgeltlich, soweit Gegenleistung < 30% des Grundstückswert * Teilentgeltlich, soweit Gegenleistung zwischen 30% und 70%  Aufteilung * Entgeltlich, soweit Gegenleistung mehr als 70% des Grundstückswertes UNENTGELTICHKEIT jedenfalls gegeben bei Erwerb nach Tod (unabhängig vom Verwandtschafts-verhältnis zwischen Erblasser & Erwerber Innerhalb des Familienverbandes gem. § 26 GGG (weiter als bisher: Ehegatte / eingetragener Partner (bis inkl. Scheidung) Lebensgefährten mit gemeinsamem Hauptwohnsitz; Verwandten / Verschwägerten in gerader Linie; Stief-, Wahl- / Pflegekinder & deren Kinder, Ehegatten / eingetragene Partner; Geschwister, Nichten & Neffen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
135 Steuertarif Zusammenrechnung gilt nur für Übergaben ab 1.1.2016
Konsequenz der Unterscheidung: Entgeltliche Erwerbe: 3,5% Unentgeltliche Erwerbe: Stufentarif vom Grundstückswert für die ersten (0 bis )– 0,5% (€1.250) für die nächsten ( bis ) – 2%(€3.000) darüber hinaus (ab ) – 3,5% Zusammenrechnung mehrerer Erwerbe innerhalb von fünf Jahren bei Erwerb zwischen denselben Personen (Schenkungen und Erbschaft) Ebenfalls Zusammenrechnung, wenn eine wirtschaftliche Einheit innerhalb der Fünfjahresfrist an dieselbe Person fällt (auch wenn verschiedene Übergeber) Zusammenrechnung gilt nur für Übergaben ab Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
136 Beispiel: : Mutter schenkt Einfamilienhaus (Grundstückswert ) an Tochter und deren Lebensgefährten: Tochter + Lebensgefährte erwerben je Anteil von , GrESt je 0,5% = je : Mutter schenkt Tochter eine Eigentumswohnung (GW ) ist zweiter Erwerbsvorgang zwischen denselben Personen („gleiche Richtung“), daher Zusammenrechnung GrESt: 0,5% von % von = 2.500 Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
137 GrESt: Grundstücksgesellschaften
Bis : Erwerb von 100% der Anteile an Kapitalgesellschaft pflichtig Ab Neu: bei Kapital – und Personengesellschaften Erwerb von 95% der Anteile „in einer Hand“ (= eines Erwerbers, einer Unternehmensgruppe iS § 9 KStG)) Personengesellschaft  innerhalb von fünf Jahren Gesellschafterbestand um mindestens 95% geändert, – auf neue Gesellschafter Bsp: In 2016 erwirbt X 48% der Anteile von A; in 2019 vererbt B seine 48% an Y. Treuhändig gehaltene Anteile werden in beiden Varianten dem Treugeber zugerechnet – setzt ab 2016 zusätzlichen Rechtsvorgang voraus KEIN Durchgriff auf mittelbar gehaltene Anteile BMG: Grundstückswert; Steuersatz 0,5%; Verteilung auf 5 Jahre möglich, 2% Erhöhung/Jahr Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
138 GrESt: Umgründungen Derzeit: Bemessung der GrESt vom zweifachen Einheitswert; 3,5% Ab 2016: nicht mehr im UmgrStG geregelt; BMG: Grundstückswert ; Steuersatz 0,5% LuF: Einheitswert; 3,5% Stichtag: Änderung ab Umgründungsstichtag nach dem Einlage eines Grundstücks in Gesellschaft außerhalb des UmgrStG  3,5% vom gemeinen Wert (da Tausch/entgeltlich) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
139 GrESt: Betriebsübergaben
Freibetrag wird auf erhöht (bisher ) für Unentgeltliche Übertragungen (= generell im Familienverband) bei Vorliegen der Voraussetzungen beim Übergeber (55 J. usw.) Vorliegen eines Betriebs/Teilbetriebs/MU-Anteils (SBV) nur im Ausmaß des Anteils am erworbenen Betrieb/MU-Anteil Nacherhebung bei „zweckwidriger Verwendung“ innerhalb von 5 Jahren Unentgeltlicher Teil eines teilentgeltlichen Erwerbes Deckelung bei Unternehmensübergaben mit 0,5% vom Grundstückswert für den unentgeltlichen Teil (§ 7 Abs1 Z 2b) Deckel greift rechnerisch ab Wert von T€ Beispiel: Betriebsgrundstück mit GW 2 Mio wird übertragen; mitübernommene Schulden von entfallen auf dieses Grundstück = Teilentgeltlichkeit im Ausmaß von 40% Unentgeltlicher Teil = 1,2 Mio; aliquoter BFB (60%)-BMG Entgeltlicher Teil = Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
140 GrESt: Betriebsübergaben
Beispiel – Fortsetzung: Stufentarif für unentgeltlichen Teil ( ) = Deckelung: 0,5% von 1,2 Mio = Normaltarif von (3,5%) = GrESt gesamt L&F - Betriebsübertragung: Erwerb im Familienverband gem. GGG wenn Gegenleistung nicht vorhanden, nicht ermittelbar, oder geringer als einfacher EHW Freibetrag: EUR ,- (unverändert) Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
141 GrESt: Land- und Forstwirtschaft
Keine Änderung der Rechtslage (einfacher) Einheitswert ist Bemessungsgrundlage Bei Übertragung an Personen, die in §26a Abs. 1 Z 1 GGG genannt sind Bei Erwerb von Todes wegen durch genannte Personen (Erbanfall, Legat, Erfüllung des Pflichtteilanspruches vor Einantwortung) In diesen Fällen: Steuersatz: 2% Bei Änderung des Gesellschafterbestandes einer Personengesellschaft, bei Anteilsvereinigung und bei Umgründungen iSd UmgrStG; Steuersatz 3,5% – Bei Übertragungen außerhalb des Familienverbandes Gegenleistung oder Grundstückswert als Bemessungsgrundlage Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
142 GrESt: Sonstiges Zuwendung an Privatstiftungen
Derzeit: Stiftungseingangssteueräquivalent: unentgeltlich (<50%): 2,5% vom gemeinen Wert Ab 2016: für unentgeltlichen Teil (Diff GW : Gegenleistung) 3,5% Befreiung für Ehewohnung: Bisherige Freigrenze von 150 m2 bei Schenkung unter Lebenden wird zu Freibetrag - nur der übersteigende Wert ist steuerpflichtig; auch Ausdehnung der Befreiung auf Erwerbe von Todes wegen Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
143 Univ. Lekt. Dr. iur. BRAUNER Peter
Steuer- und Unternehmensberater, Mitglied des Fachsenats für Steuerrecht der Kammer der Wirtschaftstreuhänder Vorsitzender des Steuerausschuss Land-Forstbetriebe Österreich ALLAUDIT & Partner Steuerberatung OG Univ.Bodenkultur – Allgemeine Steuerlehre	WS 2016/2017
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 § 189
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 § 10
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