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Timestamp: 2018-07-19 02:35:10+00:00

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1 2 beiträge beiträge Die Liechtensteinischen Doppelbesteuerungsabkommen Mag. Thomas Hosp, LL.M. (International Tax Law), Dipl.-Kfm. Matthias Langer, LL.M. 1 I. Überblick Mit Stand zum verfügt das Fürstentum Liechtenstein insgesamt über fünf Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) sowie ein sogenanntes Rumpfabkommen über einzelne Steuerfragen mit der Schweiz 2. 3 Die DBA mit Luxemburg 4, San Marino 5, Hong Kong 6 und Uruguay 7 sind Ausfluss der Liechtenstein Deklaration 8 und orientieren sich am OECD Musterabkommen von Das DBA mit Österreich von orientiert sich grundsätzlich am damals aktuellen OECD-Musterabkommen von Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die liechtensteinischen DBA zum Stand : 10 Land Abschlussdatum Inkrafttreten Zeitraum ab Hong Kong * * Luxemburg Österreich San Marino * * Schweiz Uruguay * * Im folgenden werden ausgewählte Aspekte der liechtensteinischen DBA analysiert und aufgezeigt, inwieweit diese vom OECD-Musterabkommen (OECD-MA) abweichen. I. Persönlicher und Sachlicher Anwendungsbereich 1. Persönlicher Anwendungsbereich Der persönliche Anwendungsbereich ist in den neuen 11 liechtensteinischen DBA grundsätzlich einheitlich geregelt und entspricht dem OECD-MA Eine Ausnahme hiervon bildet das DBA mit Hong Kong. Daher wird im folgenden zuerst exemplarisch der persönliche Anwendungsbereich des DBA mit Luxemburg (DBA FL/LU) und anschliessend die Regelung im DBA mit Hong Kong (DBA FL/HK) aufgezeigt Mag. Thomas Hosp, LL.M. (International Tax Law) ist Wirtschaftsprüfer im Fürstentum Liechtenstein, Wirtschaftstreuhänder Steuerberater in Österreich, Präsident der IFA Landesgruppe Liechtenstein und Mitglied der Arbeitsgruppe «Doppelbesteuerungsabkommen» des Fürstentums Liechtenstein; Dipl.-Kfm. Matthias Langer, LL.M. ist Mitarbeiter bei der Kanzlei Thomas Hosp. Sie sind zudem die Verfasser des Buches «Steuerstandort Liechtenstein». Abkommen vom zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über verschiedene Steuerfragen, LGBl Nr. 87. Ausführlich zu den einzelnen DBAs siehe Hosp/Langer, Steuerstandort Liechtenstein, S Das Abkommen vom zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und dem Grossherzogtum Luxemburg zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und Verhinderung der Steuerhinterziehung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen, LGBl Nr Abkommen vom zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Republik San Marino zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen. Abkommen vom zwischen der Regierung des Fürstentums Liechtenstein und der Regierung der Sonderverwaltungsregion Hongkong der Volksrepublik China zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und Verhinderung der Steuerhinterziehung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen. Das Abkommen vom zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und Uruguay zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und Verhinderung der Steuerhinterziehung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen. Ausführlich zur Liechtenstein-Deklaration siehe Hosp/Langer, Steuerstandort Liechtenstein, S Abkommen vom zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Republik Österreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen, LGBl Nr. 37., S. 5 ff., verwiesen. Hosp/Langer, Steuerstandort Liechtenstein, S Hierunter werden die DBA mit Luxemburg, San Marino, Hong Kong und Uruguay verstanden.
2 beiträge 3 Nach Art. 1 DBA FL/LUX gilt dieses Abkommen für Personen, die nach Art. 4 DBA FL/LUX in einem der beiden Vertragsstaaten ansässig sind. Gemäss Art. 4 DBA FL/LUX gilt eine Person als ansässig, die nach dem Recht dieses Staates dort auf Grund ihres Wohnsitzes, ihres ständigen Aufenthalts, des Ortes ihrer Geschäftsleitung oder eines anderen ähnlichen Merkmals steuerpflichtig ist, und umfasst auch diesen Staat und seine Gebietskörperschaften. Der Ausdruck umfasst jedoch nicht eine Person, die in diesem Staat nur mit Einkünften aus Quellen in diesem Staat oder mit in diesem Staat gelegenem Vermögen steuerpflichtig ist. Im Vergleich zu dieser Bestimmung der Ansässigkeit einer Person weicht das DBA FL/HK sehr stark ab. Nach Art. 1 DBA FL/HK gilt dieses Abkommen für Personen, die nach Art. 4 DBA FL/HK in einem der beiden Vertragsstaaten ansässig sind. Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. a DBA FL/HK gilt eine natürliche Person in der Sonderverwaltungsregion Hong Kong als ansässig, wenn eine natürliche Person ihren ordentlichen Wohnsitz in der Sonderverwaltungsregion Hong Kong hat; oder eine natürliche Person, die sich in der Sonderverwaltungsregion Hong Kong länger als 180 Tage während eines Veranlagungsjahres oder länger als 300 Tage in zwei aufeinander folgenden Veranlagungsjahren, wovon eines das betreffende Veranlagungsjahr ist, aufhält. Diese weite Ansässigkeitsdefinition führt folglich dazu, dass die steuerliche Behandlung der entsprechenden Person im Ansässigkeitsstaat zur Klärung der Abkommensberechtigung nicht massgeblich ist. Somit kann beispielsweise auch eine juristische Person, die den Status als Privatvermögensstruktur (PVS) 12 hat, abkommensberechtigt im Sinne des DBA FL/HK sein und entsprechend von dem Abkommen profitieren. 2. Sachlicher Anwendungsbereich Der sachliche Anwendungsbereich eines DBA normiert, welche Steuern durch das jeweilige DBA erfasst werden. Hier orientiert sich Liechtenstein in seinen neuen DBA an dem OECD MA Entsprechend gelten diese Abkommen, ohne Rücksicht auf die Art der Erhebung, für Steuern vom Einkommen und vom Vermögen, die für Rechnung eines Vertragsstaats oder seiner Gebietskörperschaften erhoben werden. Als Steuern vom Einkommen und vom Vermögen gelten alle Steuern, die vom Gesamteinkommen, vom Gesamtvermögen oder von Teilen des Einkommens oder des Vermögens erhoben werden, einschliesslich der Steuern vom Gewinn aus der Veräusserung beweglichen oder unbeweglichen Vermögens, der Lohnsummensteuern sowie der Steuern vom Vermögenszuwachs. Zu den bestehenden Steuern, für die diese Abkommen gelten, gehören insbesondere in Bezug auf das Fürstentum Liechtenstein: Eine Gesellschaft gilt in der Sonderverwaltungsregion Hong Kong als ansässig, wenn diese eingetragen ist oder diese ausserhalb der Sonderverwaltungsregion Hong Kong eingetragen ist und in der Sonderverwaltungsregion Hong Kong geleitet oder beherrscht wird. Ferner gilt in der Sonderverwaltungsregion Hong Kong als ansässig, jede andere nach dem Recht der Sonderverwaltungsregion Hong Kong errichtete Person oder, wenn diese ausserhalb der Sonderverwaltungsregion Hong Kong errichtet wurde, wenn sich der Ort der tatsächlichen Verwaltung in der Sonderverwaltungsregion Hong Kong befindet. Nach Art. 4 Abs. 1 lit. b DBA FL/HK bedeutet der Ausdruck «eine in einem Vertragsstaat ansässige Person» in Liechtenstein jede natürliche Person, die nach dem liechtensteinischen Recht in Liechtenstein ansässig ist sowie eine Gesellschaft, die in Liechtenstein eingetragen ist oder, wenn diese ausserhalb Liechtensteins eingetragen ist, in Liechtenstein geleitet oder beherrscht wird. Ferner jede Person ausser einer natürlichen Person, die nach liechtensteinischem Recht errichtet und in Liechtenstein gegründet wurde oder, wenn diese ausserhalb Liechtensteins errichtet und gegründet wurde, in Liechtenstein geleitet oder beherrscht wird. die Erwerbssteuer, die Ertragssteuer, die Gesellschaftssteuern, die Grundstücksgewinnsteuer, die Vermögenssteuer, und die Couponsteuer. Diese Abkommen gelten auch für alle Steuern gleicher oder im wesentlichen ähnlicher Art, die nach der Unterzeichnung der Abkommen neben den bestehenden Steuern oder an deren Stelle erhoben werden. III. Unternehmensgewinne Auch im Hinblick auf die Unternehmensgewinne orientiert sich Liechtenstein am OECD-MA So normiert beispielsweise Art. 7 DBA FL/LUX, dass Unternehmensgewinne grundsätzlich nur vom Ansässigkeitsstaat besteuert werden dürfen. Eine Aus- 12 Ausführlich zur PVS siehe Hosp/Langer, Steuerstandort Liechtenstein, S. 122.
3 4 beiträge Die DBA mit Luxemburg, San Marino und Hong Kong sehen einen Ausschluss des Besteuerungsrechtes des Quellenstaates bei Zinsen vor. In Hinblick auf den 10%igen Quellensteuersatz im DBA mit Österreich ist zu beachten, dass diese Regelung keine Auswirkung hat, da man grundsätzlich sowohl in Östernahme hiervon besteht, wenn das Unternehmen seine Tätigkeit im anderen Vertragsstaat durch eine dort gelegene Betriebsstätte ausübt. In diesen Fällen können die Betriebsstättengewinne von beiden Staaten besteuert werden und somit ist in diesen Fällen der Methodenartikel zu prüfen. Das DBA mit Luxemburg sieht bei Dividenden drei verschiedene Quellensteuersätze vor. Nach Art. 10 Abs. 2 DBA FL/LUX dürfen Dividenden auch in dem Vertragsstaat, aus dem sie stammen, nach dem Recht dieses Staates besteuert werden. Die Steuer darf aber nicht übersteigen: Zu beachten ist hierbei, dass Liechtenstein ausländische Betriebsstättenergebnisse unabhängig von den Regelungen im jeweiligen DBA bereits unilateral freistellt. 13 Daher überrascht es nicht, dass Liechtenstein stets die Freistellungsmethode in seinen DBAs vorsieht. Dies bedeutet jedoch nicht, dass auch der andere Vertragspartner entsprechende Betriebsstättenergebnisse freistellt. Konkret nehmen Österreich, Luxemburg, Hong Kong und Uruguay nur eine Anrechnung der liechtensteinischen Steuern vor. Folglich kommt hier immer die höhere Steuerbelastung zu tragen. IV. Dividenden, Zinsen und Lizenzen 1. Dividenden für Dividenden in den liechtensteinischen DBA: 14 0% des Bruttobetrages der Dividenden, wenn der Nutzungsberechtigte eine Gesellschaft (jedoch keine Personengesellschaft) ist, die im Zeitpunkt des Zufliessens der Dividenden, während eines ununterbrochenen Zeitraums von mindestens 12 Monaten, eine unmittelbare Beteiligung von mindestens 10% oder von einem Anschaffungspreis von mindestens Euro am Kapital der die Dividenden zahlenden Gesellschaft hält; 5% des Bruttobetrages der Dividenden, wenn der Nutzungsberechtigte eine Gesellschaft (jedoch keine Personengesellschaft) ist, die unmittelbar über mindestens 10% des Kapitals der die Dividenden zahlenden Gesellschaft verfügt und die Dividenden nicht unter den vorherigen Punkt fallen; 15% des Bruttobetrages der Dividenden in allen anderen Fällen. Staat Artikel Quellensteuersatz Quellensteuersatz bei Besonderheiten Schachteldividenden Österreich % 15 % Keine weitere Reduktion bei Schachteldividenden Schweiz Luxemburg % 0 % / 5 % San Marino 10 5 % 0 % Hong Kong 10 0 % 0 % Grundsätzlich 0 % Uruguay % 5 % Zu beachten ist, dass das DBA mit Österreich (DBA FL/AT) grundsätzlich nur eine Quellensteuerreduktion auf 15% vorsieht und keine weitere Begünstigung für Konzerndividenden beinhaltet, wohingegen das DBA mit Hong Kong ein Besteuerungsrecht des Quellenstaates ausschliesst. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass sowohl Liechtenstein, als auch Hong Kong bereits unilateral keine Quellensteuern auf Dividenden erheben. Somit ist diese Regelung lediglich ein Spiegelbild der unilateralen Regelungen und führt zu keiner weiteren Vermeidung einer möglichen Doppelbesteuerung. Die Striche bei der Schweiz signalisieren, dass in dem entsprechend Rumpfabkommen Dividendeneinkünfte nicht behandelt werden und somit auch keine Reduktion der entsprechenden Quellensteuern vorgenommen wird. 2. Zinsen für Zinsen in den liechtensteinischen DBA Hosp/Langer, Steuerstandort Liechtenstein, S. 93. Hosp/Langer, Steuerstandort Liechtenstein, S Hosp/Langer, Steuerstandort Liechtenstein, S. 237.
4 beiträge 5 Staat Artikel Quellensteuersatz Besonderheiten Österreich % Schweiz 4 0 % Gilt für Grundpfandforderung Luxemburg 11 0 % San Marino 11 0 % Hong Kong 11 0 % Uruguay 11 0 % / 10 % reich als auch in Liechtenstein mit Zinseinkünften nicht der beschränkten Steuerpflicht unterliegt. Das DBA mit Uruguay (DBA FL/ROU) sieht bei Zinseinkünften zwei verschiedene Quellensteuerreduktionen vor, wobei nur besonders förderungswürdige Investitionen von einer Quellensteuerbelastung befreit werden. So dürfen nach Art. 11 Abs. 2 DBA FL/ROU Zinsen auch in dem Vertragsstaat, aus dem sie stammen, nach dem Recht dieses Staates besteuert werden. Die Steuer darf aber 10% des Bruttobetrages der Zinsen nicht übersteigen. Art. 11 Abs. 3 DBA FL/ROU sieht jedoch für bestimmte Fälle ein ausschliesslich Besteuerungsrecht beim Ansässigkeitsstaat vor. Das Besteuerungsrecht des Quellenstaats wird somit in den folgenden Fällen auf null reduziert: Für ein Darlehen das von der Zentralbank oder einer anderen offiziellen Einrichtung gewährt wurde; für ein Darlehen das in Verbindung mit dem Kauf von Industrie, Handels- oder wissenschaftlichen Ausrüstungen gewährt wurde; für ein Bankdarlehen, dass zur Finanzierung eines Investitionsprojektes mit einer mindestens dreijährigen Laufzeit verwendet wurde. 3. Lizenzen für Lizenzgebühren in den liechtensteinischen DBA: 16 Staat Artikel Quellensteuersatz Österreich 12 5 % / 10 % Schweiz Luxemburg 12 0 % San Marino 12 0 % Hong Kong 12 3 % Uruguay % Die DBA mit Luxemburg und mit San Marino sehen grundsätzlich einen Ausschluss des Besteuerungsrechts des Quellenstaats bei Lizenzgebühren vor, wohin gegen das DBA mit Hong Kong einen Quellensatz in Höhe von 3% und das DBA mit Uruguay einen Quellensatz in Höhe von 10% beinhaltet. In Bezug auf Österreich ist bei der Höhe des Quellensteuersatz wie folgt zu differenzieren: Nach Art. 12 Abs. 2 DBA FL/AT dürfen Lizenzgebühren auch in dem Vertragsstaat, aus dem sie stammen, nach dem Recht dieses Staates besteuert werden. Die Steuer darf aber nicht übersteigen: 5% des Betrages der Lizenzgebühren, wenn sie von einem Unternehmen des anderen Vertragsstaates, das dort einen industriellen Produktionsbetrieb besitzt, sei es unmittelbar oder über eine in diesem anderen Staat ansässige Patentverwertungsgesellschaft, bezogen werden; 10% des Betrages der Lizenzgebühren in allen anderen Fällen. Unter «Lizenzgebühren» werden Vergütungen jeder Art verstanden, die für die Benutzung oder für das Recht auf Benutzung von Urheberrechten an literarischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Werken, einschliesslich kinematographischer Filme, von Patenten, Marken, Mustern oder Modellen, Plänen, geheimen Formeln oder Verfahren oder für die Benutzung oder das Recht auf Benutzung gewerblicher, kaufmännischer oder wissenschaftlicher Ausrüstungen oder für die Mitteilung gewerblicher, kaufmännischer oder wissenschaftlicher Erfahrungen gezahlt werden. Zu beachten ist, nicht jede «Lizenz» im gewöhnlichen Sprachgebrauch ist auch eine Lizenz im Sinne des Doppelbesteuerungsabkommens. Erlangt beispielsweise ein österreichischer Internetkunde von einer liechtensteinischen Kapitalgesellschaft das Recht, Planungs- und Zeiterfassungssoftware von dem liechtensteinischen Server der Gesellschaft für seinen eigenen 16 Hosp/Langer, Steuerstandort Liechtenstein, S. 238.
5 6 beiträge Gebrauch herunterzuladen, dann fällt das dafür zu leistende Entgelt nicht unter den Begriff der Lizenzgebühren im Sinn von Artikel 12 des DBA. Diese Beurteilung gründet sich auf die in Ziffer 14 sowie Ziffer 17.2 und 17.3 des OECD-Kommentars zu Artikel 12 OECD-MA vertretene Auffassung. Nur dann, wenn der österreichische Kunde Zahlungen dafür leistet, dass er die erworbene Software selbst vervielfältigen und gewinnbringend verwerten kann, wären solche Zahlungen als von Artikel 12 erfasste Lizenzgebühren zu werten (Ziffer 17.4 des OECD-Kommentars). 17 V. Aufsichtsratsbezüge In den DBA mit Luxemburg, San Marino, Hong Kong und Uruguay normiert jeweils Art. 15 in Verbindung mit dem Methodenartikel, dass Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsvergütungen und ähnliche Zahlungen, die eine in einem Vertragsstaat ansässige Person in ihrer Eigenschaft als Mitglied des Aufsichtsoder Verwaltungsrates einer Gesellschaft bezieht, auch im entsprechenden Tätigkeitsstaat besteuert werden dürfen. Um eine mögliche Doppelbesteuerung zu vermeiden, sehen die DBA mit Luxemburg und San Marino die Freistellungsmethode vor und die DBA mit Hong Kong und Uruguay beinhalten die Anrechnungsmethode. Das DBA mit Österreich stellt insofern eine Besonderheit dar, da hier die beiden Vertragsparteien unterschiedliche Methoden zur Vermeidung der Doppelbesteuerung vorsehen. Um eine mögliche Doppelbesteuerung zu vermeiden, wendet Liechtenstein als Ansässigkeitsstaat gemäss Art. 23 DBA FL/AT die Freistellungsmethode an, wohingegen Österreich als Ansässigkeitsstaat die Anrechnungsmethode normiert hat. VI. Informationsaustausch und Beitreibung 1. Informationsaustausch Während das DBA mit Österreich und das Rumpfabkommen mit der Schweiz entsprechend der damaligen Abkommenspolitk überhaupt keinen Informationstausch zwischen den Vertragspartnern vorsehen, normieren die neuen Doppelbesteuerungsabkommen in Übereinstimmung mit der Liechtenstein-Erklärung einen steuerlichen Informationsaustausch. Art. 25 DBA FL/LUX normiert beispielsweise den Informationsaustausch zwischen Liechtenstein und Luxemburg. Im wesentlichen entspricht Art. 25 DBA FL/LUX dem Art. 26 OECD-Mus terabkommen Er beinhaltet einen Informationsaustausch auf Ersuchen. Dieser ist nicht auf den Austausch von Informa- tionen zur Durchführung des Abkommens beschränkt, sondern umfasst auch den Austausch von Informationen die zur Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts der beiden Vertragsstaaten voraussichtlich erheblich sind. In den DBA mit Hong Kong und Uruguay wurden darüber hinaus die Anforderungen an den Informationsaustausch im Protokoll konkretisiert. Die darin normierten Spezifikationen eines Ersuchens und die dargelegten Ablehnungsgründe entsprechen der liechtensteinischen Praxis zum Abschluss von Steuerinformationsabkommen (TIEA). 18 Es kann somit davon gesprochen werden, dass im Protokoll zu diesem beiden DBA ein Mini-TIEA den Informationsaustausch spezifiziert. 2. Beitreibung Derzeit enthält kein liechtensteinisches DBA eine Bestimmung über die gegenseitige Hilfe bei der Beitreibung von Steuerforderungen. VII. Fazit Die Analyse der liechtensteinischen DBA zeigt, dass diese im wesentlichen dem jeweils aktuellen OECD-Musterabkommen unter Berücksichtigung der Abkommenspolitik des Verhandlungspartners entsprechen. So ist Hong Kongs Abkommenspolitik beispielsweise durch die angelsächsische Rechtstradition geprägt und sieht daher nur die Anrechnungsmethode zur Vermeidung der Doppelbesteuerung vor. Uruguay als aufstrebendes Land hat im Gegensatz zu einem Industrieland ein hohes Interesse an Quellensteuern, um entsprechendes Steuersubstrat zu sichern und folglich sieht das DBA mit Uruguay auch Quellensteuern für Zins- und Lizenzzahlungen vor. Ziel von Liechtenstein sollte es in Zukunft insbesondere sein, dass den Steuerinformationsabkommen mit den wesentlichen Wirtschaftspartnern nun auch entsprechende DBA folgen. So erklärte der Regierungschef Dr. Klaus Tschütscher im Rahmen der Beantwortung einer kleinen Anfrage, 19 dass die Ab Express Antwort Service des österreichischen BMF vom , EAS. Ausführlich zur den liechtensteinischen Steuerinformationsabkommen siehe Hosp/Langer, Steuerstandort Liechtenstein, S Die Mitglieder des liechtensteinischen Landtages können gemäss Geschäftsordnung für den Landtag des Fürstentums Liechtenstein an jeder Sitzung des Landtages kurze mündliche Anfragen an die Regierung richten, die sich auf einen konkret umschriebenen Vorgang beziehen. Gemäss Gesetz über den Geschäftsverkehr des Landtages und die Kontrolle der
liechtenstein Recht in Liechtenstein 9. Ausgabe, 3. Jahrgang redaktion@liechtenstein-journal.li, www.liechtenstein-journal.
liechtenstein Recht in Liechtenstein 9. Ausgabe, 3. Jahrgang redaktion@liechtenstein-journal.li, www.liechtenstein-journal.li 1/2011 1 editorial Jürgen Wagner 2 beiträge Mag. Thomas Hosp und Matthias Langer

References: Art. 1
 Art. 4
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 Art. 7
 Art. 10
 Art. 11
 Art. 11
 Art. 12
 Art. 15
 Art. 23
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 26