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Timestamp: 2018-03-25 05:03:38+00:00

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Testament | Formulare zu Testamentarten mit Tipps & Infos
Testament verhindert Erbstreitigkeiten
Ihr Testament vermeidet Unmut und Streitereien unter den Erben sowie Kosten für langwierige Prozesse. Denn oft führt die gesetzliche Erbfolge nicht zu gerechten Ergebnissen und ein Verwandter kommt in den Genuß einer Erbschaft, obwohl er dem Erblasser gegenüber nicht gerade ein Muster an Redlichkeit war. Mit einem Testament sorgen Sie dafür, dass nur die Personen von Ihrem Nachlass profitieren, zu denen Sie eine persönliche Bindung haben. Ob Berliner Testament, Einfaches Testament oder Unternehmertestament - es gibt viele verschiedene Arten von Testamenten. Finden Sie für sich die angemessene Form und sorgen Sie für die richtige Verteilung Ihres Nachlasses.
Datum und Unterschrift dürfen nicht fehlen
Ergänzungen sollten unbedingt unterschrieben und mit Datum versehen werden
Bei Ergänzungen ist es auch wichtig auf das bisherige Testament Bezug zu nehmen
Das Pflichtteilsrecht schränkt die Testierfähigkeit ein
So testieren Sie wirksam
Auf die Wirksamkeit des letzten Willens kommt es an
Ein Testament muss klar und präzise formuliert werden. Wie man seine letztwillige Verfügung so verfasst, dass man seinen Nachlass tatsächlich wie geplant vererben kann, muss im Einzelfall geprüft werden. Wird beispielsweise die Vor- und Nacherbschaft nicht klar ausgestaltet, kann es zu ungewollten Folgen kommen. Dabei sollten Sie den Fall im Auge behalten, dass möglicherweise weitere Erbberechtigte hinzukommen z.B. Enkelkinder. Ein nicht eindeutiges Testament kann nicht vollstreckt werden und muss von Rechtsanwälten und Richtern ausgelegt werden. Bereits dadurch kann Ihre letztwillige Verfügung komplett verdreht werden. Statt Tante Herta erbt dann plötzlich Hertha BSC. Kommen die Juristen nicht zu einer einheitlichen Auslegung, so ist Ihr Testament schlichtweg unwirksam. Was bleibt, ist die gesetzliche Erbfolge. Diese nimmt aber keine Rücksicht auf zwischenmenschliche Beziehungen, sondern richtet sich einzig und allein nach der Abstammung.
Was nach dem Tod kommt, ist nach wie vor eines der größten Rätsel unseres Daseins. Zumindest was mit den “irdischen Gütern“, also dem eigenen Vermögen passiert, kann jeder selbst entscheiden. Die so genannte Testierfreiheit wird in Artikel 14 des Grundgesetzes verfassungsrechtlich garantiert. Tatsächlich gibt es aber für den Erblasser eine Vielzahl von Einschränkungen durch den deutschen Gesetzgeber: Zunächst stellt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) strenge Voraussetzungen dafür auf, wie man sein Testament aufsetzen muss. Und auch das Pflichtteilsrecht stellt eine erhebliche Beschränkung der Testierfreiheit dar. Dazu kommt die eigene Sprache der Rechtswissenschaften: Ein Vermächtnis ist keine Erbschaft und eine Auflage ist keine Bedingung. Man kann die eigenen Kinder zwar enterben, aber sie behalten dennoch den Pflichtteil. Auf die richtige Begrifflichkeit kommt es an, wenn man den letzten Willen verfasst. Um trotz der vielen gesetzlichen Regelungen wirksam testieren zu können, ist es ratsam, sich vorher gründlich über das Erbrecht zu informieren. Nur wer weiß, wer als gesetzlicher Erbe in Frage kommt, kann die gesetzliche Erbfolge zugunsten eines anderen abwandeln und ein sinnvolles Testament formulieren. Verwenden Sie beim Aufsetzen Ihres Testaments ein vorformuliertes Muster sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass es nicht reicht, die Vorlage einfach zu unterschreiben. Es ist notwendig, dass Sie den Text der Vorlage nach dem Download persönlich abschreiben und auf diese Weise ein handschriftliches Testament erstellen. Außerdem sollten Sie aus den im Muster vorgeschlagenen Möglichkeiten des Erbrechts, die für sich passende wählen. Soll ein gemeinschaftliches Testament eine Wiederverheiratungsklausel enthalten? Soll ein Vermächtnis ausgesprochen werden? Soll die Erbschaft aufgeteilt oder soll das Vermögen zusammengehalten werden? Zur Klärung dieser Fragen bieten Vordrucke eine sehr gute Orientierung. Eine Alternative wäre auch, einen Notar aufzusuchen und den letzten Willen von einem Experten verfassen zu lassen. Dieser Schritt ist jedoch mit Kosten verbunden, die Sie sich durch den Download eines Muster-Testamentes ersparen.
"Was soll nur aus meinem Partner werden, wenn ich einmal nicht mehr da bin?" Stellen Sie sich diese Frage nicht nur, sondern treffen Sie durch die Formulierung eines Testamentes Vorkehrungen für den Fall der Fälle. Um Ihren Ehegatten wirtschaftlich abzusichern, reicht es nicht immer aus, ihn zum Alleinerben einzusetzen. Pflichtteilsansprüche naher Verwandter können dazu führen, dass der Begünstigte dennoch “das Tafelsilber“ veräußern muss, um alle Nachlassverbindlichkeiten zu begleichen und den Pflichtteil auszuzahlen. Durch die Anordnung von Vor- und Nacherbschaft verbunden mit einer Pflichtteilsklausel können Sie dies einfach vermeiden. Und durch ein gemeinschaftliches Testament erzeugen Sie eine Bindung, die durch eine Wiederverheiratungsklausel noch erheblich verstärkt werden kann. So zum Beispiel im Wege eines Berliner Testaments. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie Ihren letzten Willen in Ihrem Sinne aufsetzen, zeigen Ihnen diverse Muster korrekte Formulierungen und mögliche Optionen bei Testamentsgestaltung.
Alles was Sie haben, steckt sowieso in Ihrer Firma? Das ist noch lange kein Grund, auf ein Testament zu verzichten. Auch Firmen lassen sich ohne weiteres vererben. Entscheiden Sie selbst, bei wem Ihr Unternehmen in besten Händen ist und setzten Sie ihn in einem rechtssicheren Unternehmertestament zum Alleinerben ein. Durch Bedingungen, Auflagen und andere Beschränkungen erhalten Erblasser außerdem die Möglichkeit, Ihrem Nachfolger die Marschroute vorzugeben und so die Unternehmensführung über Ihr Ableben hinaus zu beeinflussen. Und wenn Sie Ihren Nachfolger bereits selbst einarbeiten und an Ihre Firmenphilosophie binden wollen, hat das Erbrecht auch dafür eine Lösung: Schließen Sie mit Ihrem Nachfolger einfach einen Erbvertrag. Ähnlich wie bei der Erstellung eines Testamentes, können Sie beim Aufsetzen eines solchen Vertrages auf eine Vorlage zurückgreifen.
Schenken Sie dem Staat kein Geld. Dieser streicht pro Jahr mehr als drei Milliarden Euro an Erbschaftssteuer ein. Damit Ihre Angehörigen von Ihrem Erbe auch etwas haben, gilt es, möglichst viel Erbschaftssteuer einzusparen. Dafür gibt es verschiedene, absolut legale Möglichkeiten: In vielen Fällen ist es ratsam, Nachlassgegenstände bereits zu Lebzeiten auf die nächste Generation zu übertragen und nicht erst durch ein Testament. Insbesondere entstehen Steuerfreibeträge alle zehn Jahre erneut. Keine Angst: Dass Sie als Senior am Ende ohne wirtschaftliche Grundlage dastehen, lässt sich durch Nutzungsrechte, Widerrufsvorbehalte und Bedingungen leicht vermeiden. Auch für Schenkungen zu Lebzeiten oder auf den Todesfall gibt es rechtssichere Schenkungsverträge. Bei größeren Vermögen kann auch die Gründung einer Stiftung sinnvoll sein.
Das Besondere am Berliner Testament ist, dass diese letztwillige Verfügung Ehepartnern eine gegenseitige Absicherung im Falle des Todes eines der Ehegatten bietet. Denn bei dieser Art des Erbes wird das gesamte Vermögen dem längerlebenden Ehegatten zur Verfügung gestellt. Die Kinder erben beim Berliner Testament vorerst nicht und werden somit von der gesetzlichen Erbfolge zunächst ausgeschlossen. Voraussetzung ist jedoch, dass diese auf ihren Pflichtteil verzichten. In der Regel wird dieser nicht verlangt, denn möchte ein Kind bereits nach dem Tode des ersten Elternteils seinen Pflichtteil ausgezahlt bekommen, so erhält es nach dem Versterben des Längerlebenden auch nur einen Pflichtteil. Eheleute, die einen Ehevertrag abgeschlossen haben, sollten gleichzeitig einen Erbvertrag verfassen. In der Regel sehen Muster dies auch so vor. Wer sicherstellen will, dass das Familienvermögen dennoch für die Kinder erhalten bleibt, sollte die Vor- und Nacherbschaft anordnen. Auch einen Fall der erneuten Heirat des überlebenden Ehepartners muss man denken und gegebenenfalls eine Wiederverheiratungsklausel einfügen.
Zu bedenken ist, dass es beim Berliner Testament zu zwei mal zu zahlenden Erbschaftssteuern kommen kann, abhängig davon in welcher Höhe das vererbte Vermögen liegt. Zum einen ist das Erbe vom verstorbenen Ehepartner an den überlebenden Gatten zu versteuern. Zum anderen wird nach dem Ableben des 2. Ehegatten, wenn das Erbe per Erbfolge an die Kinder übergeht, eine erneute Steuerzahlung fällig. In manchen Fällen kann es daher günstiger sein, auf ein Berliner Testament zu verzichten und stattdessen beispielsweise Immobilien bereits zu Lebzeiten seinen Kindern zu überschreiben.
Wenn die Eheleute wünschen, dass die Kinder auch nach dem Tod des überlebenden Ehepartners gar nicht erben und auch keinen gesetzlichen Pflichtteil erhalten, dann lässt sich dies im Wege eine Erb- und Pflichtteilsverzichts zu Lebzeiten regeln. Das Kind wird quasi ausgezahlt und kann dann im Erbfall keine Ansprüche mehr stellen. Ein solcher Vertrag muss aber bei einem Notar abgeschlossen werden.
EU-Erbrechtsverordnung ändert Erbrecht
In der EU-Erbrechtsverordnung ist geregelt, dass bei Erbfällen nach dem 17.08.2015 das Erbrecht des Ortes gilt, an dem der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Betroffen sind also Deutsche, die überwiegend im Ausland leben. Problematisch ist die neue Verordnung, weil das Erbrecht und die Erbfolge innerhalb Europas teilweise völlig unterschiedlich geregelt ist. In vielen europäischen Ländern, darunter auch das bei Rentnern beliebte Spanien, ist die Testamentsform des Berliner Testaments beispielsweise unbekannt. Ehepaare können sich nicht gegenseitig zu Alleinerben bestimmen. Wer also in Spanien wohnt und ein Berliner Testament verfasst hat, muss fürchten, dass der Ehepartner nicht mehr wie gewünscht abgesichert ist. Denn in Spanien, wie auch in anderen europäischen Ländern, haben Pflichtteilsberechtigte nicht nur einen gesetzlichen Zahlungsanspruch, sondern ein eigenes "Noterbrecht". Der Enterbte wird damit Miteigentümer, wenn auch zu einem geringeren Anteil als ein Vollerbe.
Für die Erben bedeutet dies eine große Einschränkung der Entscheidungsfreiheit, mit der man in der Regel nicht gerechnet hat. Die Erbrechtsverordnung lässt allerdings zu, dass man sich im Testament auf das Erbrecht des Heimatlandes festlegt. Durch die Rechtswahlklausel wird sichergestellt, dass der Nachlass nach dem Tod tatsächlich nach Wunsch verteilt wird. Unser Formular enthält standardmäßig eine Rechtswahlklausel. Die neue Verordnung kann allerdings auch Vorteile bringen: Unter Umständen ist das ausländische Erbrecht vorteilhafter. In dem Fall kann der Erblasser auch das Erbrecht des Landes wählen, in dem er seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. So gibt es Länder, in denen es gar kein Pflichtteil für bestimmte Angehörige gibt. Der Pflichtteilsentzug, der in Deutschland nur in Extremfällen möglich ist, wäre damit per Umzug durchsetzbar. In jedem Fall sollte man sich aber im Vorfeld beraten lassen, bevor man die Rechtswahl trifft.
Mein Mann und ich leben in Scheidung, das rechtskräftige Scheidungsurteil wird noch in 2018 vollzogen. Aus der Ehe sind zwei gemeinsame Kinder (geb. 2007 und 2010) hervorgegangen. Im Falle meines Ablebens, ist es mein Wunsch, dass ausschließlich die Kinder begünstigt werden und ihnen die finanziellen Mittel zum Zeitpunkt ihrer Volljährigkeit zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren besteht noch ein Vertrag über eine verbundene Risikolebensversicherung, dessen Beitrag ich allein zahle. Auch dieses Geld soll meinen Kindern und nicht dem Kindesvater zufließen, der laut Versicherungsvertrag begünstigt wäre. Was ist von mir zu veranlassen? Welche Schriftstücke müssen verfasst werden? Danke für Ihre Hilfe. LG Ines Speidel
Ines Speidel (21.02.2018)
Bezüglich der Versicherung, sollten Sie sich direkt an den Versicherer wenden. Ansonsten können Sie ein entsprechendes Einzeltestament erstellen sowie eine Sorgerechtsverfügung, falls Sie nicht wünschen, dass der Vater im Falle Ihres Ablebens das Sorgerecht erhält. Wir empfehlen Ihnen, sich im Zweifel rechtlich beraten zu lassen.
Ich lebe nach dem Tode meiner Frau als deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz in der Schweiz. mein Sohn soll als Alleinerbe meine Immobilie in Spanien und mein Vermögen erben. Wo erstelle ich ein gültiges Testament?
Jetstar2000 (06.02.2018)
Für Deutsche mit Wohnsitz in der Schweiz gilt Art. 90 IPRG. Danach ist das schweizerische Erbrecht anwendbar. Sie können in der Schweiz ein Testament erstellen und für sich das Recht Ihres Heimatlandes wählen. Wir empfehlen Ihnen eine persönliche Beratung bei einem schweizerischen Notar.
Wir sind Kinderlos und möchten uns gegenseitig als Erben einsetzen und mach Ableben des letzten Erben unser ehemaliges Pflegekind als Erben einsetzen. Was müsten wir alles Beachten und welches Testament müssen wir machen?
Erich Schneiders (13.01.2018)
Eine umfassende individuelle Beratung ist im Rahmen dieses Forums leider nicht möglich. Falls Sie verheiratet sind, kommt ein Berliner Testament (Einheitslösung) in Betracht. Dieses kann handschriftlich verfasst werden (von einem der Ehepartner, unterschrieben von beiden Ehepartnern). Falls Sie nicht verheiratet sind, wäre ein Erbvertrag erforderlich, der beim Notar beurkundet werden müsste.
Mein Onkel hat uns in einem handschriftlichen Testament als Erben eingesetzt um hat man mir gesagt das ein solches Testament nicht die Immobilien einbeziehen würde. Der Onkel hat nicht explizit irgendwelche Dinge benannt wer was bekommen soll sondern sein Wunsch ist das die Erbengemeinschaft alles zu gleichenTeilen erbt.
Meinhardt Gerd (02.09.2017)
Ein handschriftliches Testament kann über den gesamten Nachlass abgegeben werden. Beim Vererben von Immobilien gibt es keine Besonderheiten. Zur Änderung des Grundbuches müsste man allerdings einen Erbschein beantragen, sofern kein notarielles Testament vorliegt. Bitte beachten Sie jedoch, dass wir an dieser Stelle Ihren Einzelfall nicht prüfen können und daher auch keine individuelle Auskunft erteilen können.
Hallo, mein Mann war bereits einmal verheiratet und hat 2 Kinder aus erster Ehe. Wir sind seit 1990 verheiratet (mit Ehevertrag) und haben eine Eigentumswohnung (jeder steht mit 50% im Grundbuch). Wir wollen uns gegenseitig als Erbe einsetzen und erst nach unseren Tod sollen seine Kinder alles erben. Zieht hierfür ein Berliner- Testament ode rsollen wir besser kein gemeinsames Testamen machen?t
Herta Stoll (10.07.2017)
Wir empfehlen Ihnen, sich rechtlich beraten zu lassen, ggf. bei einem Notar. Unsere Mustervorlagen eignen sich für Standardfälle, bei denen es sich um gemeinsame Kinder handelt. Wenn Sie nicht wissen, ob Sie überhaupt ein gemeinsames Testament errichten wollen, sollten Sie sich in jedem Fall genauer beraten lassen.
Hallo, mein Mann und ich in zweiter Ehe. Zwei Kinder aus meiner ersten Ehe. Mann, kinderlos jedoch sechs Geschwister . Nun haben wir schriftlich festgehalten das wir uns gegenseitig als universalerben einsetzen. Wie verhält sich das nun , falls mein Mann vor mir stirbt ? eine Eigentumswohnung wo nur er im Grundbuch steht . Ein Einfamilienhaus in dem wir wohnen und beide im Grundbuch eingetragen sind. Müssen die Geschwister enterbt werden, bleibt immer ein Pflichtteil für sie bestehen? Was tun?
Anke Schmitt (28.01.2017)
Wenn Sie sich gegenseitig zu Alleinerben einsetzen, dann sind damit die Geschwister enterbt. Die Geschwister zählen nicht zum Kreis der Pflichtteilsberechtigten. Wir empfehlen Ihnen, sich im Zweifel bei der Testamentsgestaltung beraten zu lassen, da im umgekehrten Fall (sollten Sie früher versterben), Ihre Kinder pflichtteilsberechtigt wären. Im Falle von "Patchworkfamilien" ist in der Regel eine individuelle Testamentsgestaltung empfehlenswert.
Mein Mann und ich sind seit 2 1/2 Jahren verheiratet. Wir haben keine Kinder. Meine Mutter lebt noch. Die Eltern meines Mannes sind bereits verstorben. Mein Mann hat noch zwei Geschwister und 4 Nichten. Ich habe noch eine Schwester und einen Neffen. Wenn wir kein Testament haben, wer ist erbberechtigt? Kann im Berliner Testament erbberechtigte ausgeschlossen werden? Im Voraus besten Dank.
Regina Scherzinger (25.11.2016)
Durch ein Berliner Testament wird der Ehepartner zum Alleinerben bestimmt. Weitere eventuell erbberechtigte Personen sind dann von der Erbfolge ausgeschlossen. Zu den Erbberechtigten in Ihrem Einzelfall können wir an dieser Stelle leider keine Aussagen machen, da man hierzu weitere Angaben prüfen müsste. Grundsätzlich sind Eltern und Geschwister Erben zweiter Ordnung, wobei die Geschwister nicht erben, wenn die Eltern noch leben (§ 1925 BGB). Nur die Eltern könnten im Übrigen einen Pflichtteil geltend machen. Wir empfehlen Ihnen, sich im im Zweifel anwaltlich beraten zu lassen. Eine individuelle Rechtsberatung ist an dieser Stelle nicht möglich, da man hierzu den Sachverhalt näher prüfen müsste.
Wir sind seit 27 Jahren verheiratet und es ist unsere 2. Ehe. Mein Mann hat eine Tochter mit in die Ehe gebracht, ich einen Sohn. Beide waren damals erwachsen. Ich habe mit meinem Sohn einen lockeren Kontakt, mein Mann hat mit seiner Tochter seit 10 Jahren keinen Kontakt (sie hat ihn unterbrochen und uns untersagt, die Enkel zu sehen usw). Wie setzen wir unser Testament auf, es steht ja immer unsere Kinder in den Vorlagen, aber bei uns sind es es eben "meine Tochter und deinSohn". Wir wollen ein Ehepartnertestament erstellen, wo wir uns erst gegenseitig beerben und die Kinder erst an ihr Erbe kommen, wenn der Letztlebende verstorben ist. Die Klausel mit dem Pflichtteil wollen wir auch einstellen.Nur wie bekommen wir das mit nicht gemeinsamen Kindern hin? Mein Mann möchte seine Tochter gern enterben, aber ein Pflichtteil steht ihr ja wohl zu. Ich würde meinen Sohn gern als Schlusserben einsetzen, denn ich glaube nicht, dass er seinen Pflichtteil eher einklagt. Was sollen wir tun? Vielen Dank im vorraus für Ihre Mühe. Maren-Susanne Zeidler
Maren-Susanne Zeidler (31.10.2016)
Grundsätzlich ist eine "Standard-Vorlage" für Ihren Fall nicht vollständig geeignet, eben weil die Pflichtteilsklausel nicht greift. Sollte Ihr Mann zuerst versterben, könnte die Tochter durch einen Pflichtteilsklausel nicht davon abgehalten werden, den Pflichtteil geltend zu machen, da sie ja enterbt wird und ohnehin nur gegenüber dem leiblichen Vater einen Pflichtteilsanspruch hätte. Insofern muss damit gerechnet werden, dass Sie den Pfichtteil geltend macht. Sollten Sie zuerst versterben, hätte die Tochter zunächst keinerlei Ansprüche, nur Ihr Sohn könnte den Pflichtteil geltend machen. Wir empfehlen Ihnen, sich bei einem Notar oder Fachanwalt für Erbrecht individuell beraten zu lassen. Möglich wäre es etwa, der Tochter vorzeitig den Pflichtteil auszuzahlen. Sie hätte dann im Todesfall keinerlei Ansprüche mehr. Zu prüfen wäre auch, ob eventuell das Enkelkind erben soll. Nach unserer Einschätzung ist in Ihrem Fall eine umfassende erbrechtliche Beratung erforderlich.
Hallo, war in 2ter Ehe über 25 Jahre verheiratet und ich bin jetzt seit 2 Jahren Witwer. Meine Frau hat aus 1. Ehe einen Sohn und ich aus 1.Ehe eine Tochter. In einem gemeinschaftlichen Testament haben wir uns gegenseitig als Erbe eingesetzt. Den Sohn meiner verstorbenen Ehefrau als Alleinerbe. 1/4 des Erbteil seiner Mutter wurde an ihm ausgezahlt. Meine Tochter wurde nicht benannt weil seit über 25 Jahren keine Beziehungen mehr bestehen. Da ich keine gute Beziehung zum Stiefsohn habe, denke ich doch lieber an meine Tochter. Steht meiner Tochter auch ein Erbteil zu obwohl sie nicht im Testament erwähnt ist. Wie kann das geregelt werden. Muss sie ihr Erbe etwa vom Stiefsohn einklagen? Oder ist dieses Testament überhaupt so gültig. Vielen Dank im voraus Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Opitz (14.10.2016)
Zunächst empfehlen wir Ihnen, das Testament unbedingt von einem Anwalt prüfen zu lassen. Grundsätzlich ist es so, dass ein Berliner Testament nach dem Tod des ersten Ehegatten nicht mehr geändert werden darf. Ihre Tochter könnte dann "nur" den gesetzlichen Pflichtteil beanspruchen, also die Hälfte des eigentlichen Erbteils. Da - so wie Sie die Sache schildern - Ihre Tochter die einzige gesetzliche Erbin wäre (und durch das Testament enterbt wurde), wäre der Pflichtteil die Hälfte des Nachlasses. Der Pflichtteil ist ein Zahlungsanspruch, der gegen den testamentarischen Erben geltend gemacht werden und eingeklagt werden muss. Wir können Sie aber an dieser Stelle nicht umfassend beraten. Möglich ist, dass das Testament Fehler enthält und anfechtbar ist. Wenn Sie die Sache regeln wollen, sollten Sie daher einen Anwalt oder Notar einschalten.
Hallo, mein Mann ( 73 ) und ich ( 65 ) haben vor 6 Jahren geheiratet.Mein Mann war Witwer,ich geschieden. Mein Mann hat aus erster Ehe 3 Kinder (50 ,46 ,42 ) und ich 2 Kinder ( 43 und 32 ) Die Kinder meines Mannes ,akzeptieren mich nicht. Wir wollen ein Berliner Testament machen,worin drin stehen soll,das seine Kinder von mir nichts erben,So auch meine Kinder nicht von ihm, bzw. erbberechtigt sind.Mein Mann meint,das bräuchte man nicht im Testament erwähnen,weil es keine gemeinsame Kinder sind. Was muss ich dabei beachten,wenn wir das Berliner Testament aufsetzen? Vielen Dank im voraus Mit freundlichen Grüßen Edda Dortmund
Edda Dortmund (18.09.2016)
Grundsätzlich hat Ihr Mann Recht: Wenn Sie ein Berliner Testament aufsetzen, dann wird der längerlebende Ehepartner Alleinerbe. Ist zu der weiteren Erbfolge nichts geregelt, erben im Fall dessen Todes dessen gesetzliche Erben (also die Kinder des Längerlebenden). Nach dem Todesfall des ersten Ehepartners haben dessen leibliche Kinder jeweils nur den Anspruch auf den Pflichtteil. Folge wäre also, dass ggf. die Kinder des Längerlebenden "bevorzugt" werden – je nachdem wieviel Nachlass nach dem Tod des längerlebenden Ehepartners noch vorhanden ist. Wenn diese Folge nicht gewünscht ist, wäre zu klären, wen Sie als Schlusserben einsetzen wollen (alle Kinder gemeinsam oder nur die Kinder des jeweils länger lebenden oder einen Dritten). Da es sich in Ihrem Fall nicht um eine Standardsituation handelt, empfehlen wir Ihnen, sich im Zweifel individuell rechtlich beraten zu lassen.
Berliner Testament 1997, Überschreibung des Hauses auf mich 2006. Ehepartner 2009 verstorben. Mein Sohn hat im Juni 2016 geheiratet. Schwiegertochter hat ein Kind in die Ehe mitgebracht. Schwiegertochter hat noch nie gearbeitet. Gütertrennung auch nicht vorhanden bis jetzt. Was kann ich tun, damit mein Haus nicht später in die Zugewinngemeinschaft fällt und mein Sohn sie auszahlen muss. Zweites Kind am 17.9.16 geboren (ehelich).
Baustian, Ute (18.09.2016)
Grundsätzlich handelt es sich bei Erbschaften um persönliche Zuwendungen an den erbenden Ehepartner. Diese Zuwendung ist nicht im Wege des Zugewinnausgleichs ausgleichspflichtig. Erlangt allerdings das Erbe nach Erbantritt im Laufe der Ehe an Wertsteigerung oder wird es zinsbringend, dann kann dieser nachträglich hinzugewonnene Teil unter den Zugewinnausgleich fallen. Also nicht – bezugnehmend auf Ihre Beispiel – das gesamte Wert der Immobilie, sondern nur die Differenz zwischen Wert am Tag des Erbfalls und Wert am Stichtag für den Zugewinnausgleich. Als Erblasser können Sie dies im Prinzip nicht direkt verhindern. Sie könnten aber ggf. das Erbe unter die Auflage stellen, dass der Zugewinn per Ehevertrag ausgeschlossen wird. In dem Fall sollten Sie sich aber direkt von einem Notar beraten lassen, da hier eine umfassende Beratung erforderlich wäre.
Die Lebensgefährtin von meinem Vater möchte auf ihr zugesagtes Erbanteil verzichten. Was muß sie tun? Reicht da ein Erbschaftsverzicht in Form einer Eidesstattlichen Erklärung oder muß sie zum Notar gehen, wo das Testament hinterlegt ist?
Axel Bierfreund (13.09.2016)
Der Erbverzicht muss notariell erklärt werden (§ 2348 BGB). Es handelt sich um einen Vertrag mit dem Erblasser. Es muss aber nicht der Notar sein, bei dem das Testament hinterlegt wurde. Sollten sich allerdings aus dem Erbverzicht Änderungen am Testament ergeben, wäre zu empfehlen, das Testament zu ändern.
hallo, ich kümmere mich um eine ältere Dame (83 Jahre ), sie hat keine Kinder, ausser einen Neffen, der weiter weg wohnt und sich auch nicht verpflichtet fühlt sich um sie zu kümmern. Die Dame ist nicht wohlhabend, möchte aber mir für meine Hilfe ihren gesamten Hausrat vererben. Ich muss mich dabei verpflichten, nach ihrem Tod die Wohnung zu räumen und dem Vermieter ordentlich zu übergeben. Dies ist für mich dann kein Problem, doch muss ich dann für die Dame die Beerdigungskosten übernehmen? Bargeld ist nicht vorhanden. Im Voraus herzlichen Dank für die Aufklärung Freundliche Grüsse Barbara
Barbara f (06.08.2016)
Die Dame sollte sich bei der Gestaltung des Testaments von einem Notar unterstützen lassen. Es wäre zu klären, ob es nicht besser wäre, Ihnen den Hausrat im Wege eines Vermächtnisses zu überlassen. Wenn Sie Erbin sind, dann müssten Sie auch die Beerdigungskosten übernehmen und eventuelle weitere Schulden.
Ich benötige für meinen Vater, verheiratet, ein Testament. Weiss aber nicht welches ich hier nehmen muß. Lebt mit seiner Ehefrau gemeinsam zur Miete, kein Auto mehr.
Nelleßen Gregor (21.06.2016)
Es käme darauf an, was Ihr Vater regeln möchte, insbesondere, ob er gemeinsam mit der Ehefrau ein Testament verfassen will oder allein. Er sollte sich besser direkt beraten lassen.
Hallo, ich bin seit mehr als 30 Jahren verheiratet. Wir leben in gesetzlicher Gütergemeinschaft. Meine Frau bekommt jetzt ihr Elternhaus überschrieben. Vor 20 Jahren haben wir uns gegenseitig als Alleinerben eingesetzt. Wenn meine Frau jetzt vor mir verstreben würde, geht dann das Haus das sie von ihren Eltern bekommen hat auf mich über? Ich bin im Grundbuch nicht eingetragen. Vielen Dank!
Jürgen Stark (13.05.2016)
Ein Alleinerbe tritt in alle Rechte und Pflichten des Erblassers ein. Befindet sich im Nachlass ein Grundstück, dann kann der Erbe mit Erbschein die Umschreibung im Grundbuch beantragen. Zu beachten ist ggf., dass gesetzliche Erben (z.B. gemeinsame Kinder), die durch das Testament enterbt wurden, Ihren Pflichtteil geltend machen könnten. Dieser Pflichtteilsanspruch ist jedoch ein reiner Zahlungsanspruch. Man kann damit nicht als (Mit-)Eigentümer im Grundbuch eingetragen werden. Der Alleinerbe wäre also der alleinige neue Eigentümer des Grundstücks. Bitte beachten Sie, dass wir an dieser Stelle keine Einzelfallberatung vornehmen können. Im Zweifel sollten Sie sich anwaltlich beraten lassen, insbesondere im Hinblick auf die wirksame Formulierung des Testaments.
1. Frage : Ist das Erbrechtgesetz in Tschechien analog geregelt wie das Deutsche oder Schweizerische? 2.Frage : Kann man an stelle eines Erbvertages einen Schenkungsvertrag schreiben. Sind dann die Pflicherben ausgeschlossen?
A.Bell (11.04.2016)
Wir können Ihnen leider keine Auskunft zum tschechischem Erbrecht geben. Im Falle einer Schenkung kann ggf. ein Pflichtteilsergänzungsanspruch des Pflichtteilsberechtigten bestehen. Das kommt darauf an, wie lange die Schenkung zurückliegt. Wir empfehlen Ihnen sich im Zweifel notariell beraten zu lassen. Im Zuge einer individuellen Beratung lassen sich ggf. weitere Gestaltungsmöglichkeiten finden, um den Pflichtteil zu mindern.
Ist mit nachstehendem,handschriflichen Text mein letzter Wille umsetzbar: Ehegattentestament vom März 2016 Entsprechend Urkundenrolle xxxx hat der Unterzeichnende sein Alleintestament vom September 2010 geändert. Meine Frau xxx ist jetzt Miteigentümerin entsprechend Schenkungsurkunde. Wir setzen uns gegenseitig als Alleinerbe ein. Nach dem Versterben des Längstlebenden wird meine Tochter xxxx in Berlin Alleinerbe des im Wohnungsgrundbuch vom Amtsgericht xxx beschriebenen Eigentums. Eine gesetzliche Erbfolge wird ausgeschlossen Diese Verfügung wird als letzter Wille durch unsere Unterschriften wirksam. Heinz-Jürgen Gxxx
Heinz-Jürgen Gust (27.03.2016)
Das können wir leider nicht beurteilen, da es hier auf den Text der zitierten Urkunde ankommt. Wir empfehlen Ihnen dringend, Rücksprache mit dem Notar zu halten. Grundsätzlich muss ein gemeinschaftliches Testament von beiden verfasst werden, auch wenn einer der Eheleute den Text schreibt.
Pflichtteilsansprüche Passus Berliner Testament: andere Erben, die Pflichtteilsansprüche nicht geltend machen erhalten zusätzlich Vermächtnisse in Höhe ihrer gesetzlichen Erbteile. Wie ist dies zu verstehen und zu handhaben.
Werner (14.03.2016)
Diese Passus wird die Jastrow'sche Klausel genannt und sollte sich auf den ersten Erbfall beziehen, also wenn der erste Ehegatte verstirbt. Diejeinigen Erben, die keinen Pflichtteil geltend machen erhalten bereits nach dem ersten Erbfall ein Vermächtnis. Dieses wird also vom Erbe des überlebenden Ehepartners abgezogen. Zur Auszahlung gelangt es aber erst nach dem Tode des längerlebenden Ehepartners. Der Nachlass, den der längerlebende Ehepartner hinterlässt ist also entsprechend kleiner und der Pflichtteilsberechtigte erhält entsprechend weniger. Wichtig ist: Das Vermächtnis fällt bereits im Erbfall an. Im Detail kann man die Klausel nur nach Prüfung des gesamten Testaments erläutern. Im Zweifel sollte also ein Notar oder ein Anwalt befragt werden.
Ich bin in zweiter Ehe verheiratet. Jeder hat zwei Kinder aus erster Ehe. Für meine Eigentumswohnung ist meine Tochter Alleinerbe. Jetzt möchte Vorsorge treffen und habe meiner Frau die Hälfte der Wohnung geschenkt. Als Enderbe des Letztverbliebenen soll meiner Tochter die Wohnung überschrieben werden. Genügt ein Berliner Testament um diese Verfügung rechtskräftig umzusetzen ?
Heinz-Jürgen Gust (08.03.2016)
Grundsätzlich ist die Lösung so möglich. Je nachdem, ob die anderen Kinder auch etwas erben sollen, müsste eine entsprechende Teilungsanordnung getrofffen werden. Allerdings ist das Pflichtteilsrecht der weiteren Kinder zu bedenken. Dieses kann durch ein Testament in der Regel nicht entzogen werden. Gerade weil es sich nicht um gemeinsame Kinder handelt, greift die übliche Pflichtteilsklausel, mit der die Kinder von der Geltendmachung des Pflichtteils abgeschreckt werden sollen, nicht unbedingt. Wir empfehlen Ihnen daher, Ihr Testament lieber bei einem Notar zu erstellen oder sich in jedem Fall vorher bei einem Anwalt beraten zu lassen. Die Nutzung einer Vorlage eignet sich für Standardfälle (Ehepaar mit gemeinsamen Kindern). Da die Situation bei Ihnen anders ist, sehen wir Beratungsbedarf, den man nur im Rahmen eines persönlichen Gesprächs abdecken kann. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass Sie einen wichtigen Aspekt übersehen.
Hallo, meine Ehefrau hat Sparbücher mit in unsere Ehe gebracht, diese laufen immer noch auf ihren Namen, ich besitze nur Vollmacht, gehören diese Sparbücher zur Erbmasse ! Danke Mit freudl. Gruss W.Schnepf
W. Schnepf (01.03.2016)
Ja, die Sparbücher gehören zur Erbmasse, soweit sie auf den Namen Ihrer Frau laufen. Entscheidend ist, wer der Kontoinhaber ist. Nur wenn im Rahmen der Ehe vereinbart war, dass das Geld auf dem Sparbuch beiden Eheleuten zu Gute kommen soll, kann von einer Bruchteilsberechtigung an dem Kontoguthaben gesprochen werden. Die bloße Vollmacht reicht aber in der Regel nicht aus, um eine solche Vereinbarung nachzuweisen. Es müssten weitere Umstände vorliegen. Ansonsten wäre auch noch der Inhalt der Vollmacht zu prüfen. Soll diese über den Tod hinaus gelten, dann kann der Ehemann weiterhin über das Konto verfügen, solange der Erbe die Vollmacht nicht widerruft. Er muss dabei aber die schutzwürdigen Interessen des Erben beachten.
Bin 88 jahre alt. Habe zwei Söhne möchte ich aber nur mein einen Sohn in meinen Handgeschrieben Testament zu erbe machen. Mein andere Sohn habe ich schon ausbezahlt. Muss ich dass in meinen Testament auch erwähnen. Annette(06.02.2016)
Jolanta Kazanowska-Döttlaff (06.02.2016)
Eine wirksame "Auszahlung" mit der Folge, dass der Pflichtteilsberechtigte keine Ansprüche mehr geltend machen kann, muss über einen Notar erfolgen. Wurde diese Form nicht eingehalten, kann es zu Schwierigkeiten kommen, wenn der zweite Sohn den Pflichtteil noch einmal fordert. Falls die Formalien eingehalten wurden, ist der zweite Sohn an diese Vereinbarung gebunden und kann keine weiteren Ansprüche stellen. Wir empfehlen Ihnen dringend, sich im Zweifel rechtlich beraten zu lassen, ob die Auszahlung rechtlich korrekt geregelt wurde. In jedem Fall kann es nicht schaden, wenn Sie die Hintergründe ins Testament schreiben, also wieviel Geld der zweite Sohn wann bekommen hat. Wichtig ist, dass Sie deutlich machen, dass der erste Sohn Alleinerbe werden soll.
Sachverhalt: wie kann man sicherstellen, dass der Stiefsohn eine Haushälfte und das Vermögen erbt, obwohl die leibliche Mutter schon verstorben ist. Der Stiefvater (86 J.) hat keine leiblichen Kinder und von den noch verbliebenen Verwandten kümmert sich niemand um ihn?
Irmgard Janke (14.01.2016)
Der Stiefvater müsste ein entsprechendes Testament aufsetzen. Ansonsten erben die nächsten Verwandten, auch wenn es keinen Kontakt gab. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters, empfehlen wir, sich an einen Notar zu wenden und das Testament dort zu erstellen.
Ich habe eine Frage zum Erbrecht,darf eine Pflegeperson erben,sie ist im handgeschriebenen Testament begünstigt ist und braucht mann einen Erbschein wenn ein Testament vorliegt
Kerstin (12.01.2016)
Die Frage kann man pauschal nicht beantworten. Es kommt zunächst darauf an, was mit "Pflegeperson" genau gemeint ist. Wenn es um einen Pfleger oder einer Pflegerin in einem Heim geht, dann wäre § 14 Abs. 5 Heimgesetz (HeimG) zu prüfen. Danach dürfen sich Mitarbeiter eines Heims keine Leistungen von den Bewohnern des Heims versprechen lassen, auch nicht in Form einer Erbschaft. Es kommt in dem Fall sehr darauf an, ob der Mitarbeiter überhaupt Kenntnis von dem Testament hatte oder ob es sich um ein stilles Testament gehandelt hat. Wenn also der Begünstigte keinerlei Kenntnis hatte, dann ist das Testament wirksam. In anderen Fällen muss jeweils individuell geprüft werden, ob das Testament vielleicht als sittenwidrig zu werten sein könnte. In der Regel kommt das nur in Betracht, wenn der Begünstigte Kenntnis vom Testament hatte. Einen Erbschein braucht man in der Regel nur dann, wenn das Testament privat erstellt wurde, also nicht notariell verfasst wurde.
Testament zur Absicherung der Lebensgefährtin, nicht verheiratet, in Miete
Merz Martin (10.01.2016)
Es käme darauf an, was Sie genau unter Absicherung verstehen. Falls die Lebensgefährtin Alleinerbin werden soll, bieten wir eine Vorlage für ein [Testament mit dem Lebensgefährten als Alleinerbe|/products/testament-lebensgefaehrte-alleinerbe.html] an.
Ehepaar mit Kind. Frage: Ist folgende Regelungen im Gemeinschaftlichen Testament ohne wenn und aber möglich? Der Erstversterbende setzt den Überlebenden als unbeschränkten Alleinerbe ein. Der Überlebende kann nach Annahme der Alleinerbschaft frei verfügen und er kann ein Testament nach seinem Belieben errichten. Bernd (07.01.2016) Danke
B. Rusniak (07.01.2016)
Ja, diese Regelung wäre möglich. Sie setzen sich einfach gegenseitig zum Alleinerben ein und benennen keinen Schlusserben. Der Längerlebende kann dann frei testieren. Verfasst er kein Testament, dann gilt die gesetzliche Erbfolge.
Hallo, Wir, getrennt lebend seit 8 Jahren möchten unsere Erbschaft regeln.Wir haben 2 Kinder,von denen mein Ehemann nicht der leibliche Vater war,die aber in der Ehe geboren wurden.Die Eltern meines Mannes leben noch und er hat eine Schwester.Wir haben zusammen ein Haus und stehen gemeinsam im Grundbuch.Sollte er der Erstversterbende sein, soll seine Haushälfte an mich und anschließend an meine Kinder fallen.Sollte ich die Erstversterbende sein,soll er das Haus bis zu seinem Tode nutzen können und dann an meine Kinder vererben können.Wie können wir das am besten regeln und Pflichtteilsansprüche seiner Eltern und Schwester ausschließen? Elisabeth (15.11.2015)
Elisabeth (15.11.2015)
Es müsste zunächst geklärt werden, ob der Ehemann der rechtliche Vater der Kinder ist. Sollte dies nicht der Fall sein, erben diese nur, wenn Sie durch ein Testament als Erben eingesetzt wurden. Davon hinge ab, ob die Eltern überhaupt Pflichtteilsansprüche hätten. Die Schwester hätte in jedem Fall keinen Pflichtteilsanpruch. Da es sich in Ihrem Fall um einen Konstellation handelt, die nicht dem Standard entspricht, empfehlen wir Ihnen dringend, sich anwaltlich beraten zu lassen.
Muss bei einem berlinertestament der letzte Satz, das ist auch mein wille von dem zweten Partner handschriftlich geschrieben werde?Oder reicht die Unterschrift?
bonsei (07.09.2015)
Aus dem Text muss hervorgehen, dass beide Eheleute ihn verfasst haben. Das wird bereits aus der Formulierung " wir, die Eheleute ...." ersichtlich. Beide Eheleute müssen das von einem der Eheleute handschriftlich vertasste Testament eigenhändig unterschreiben. Der mitunterzeichnende Ehegatte soll laut § 2267 BGB angeben, zu welcher Zeit (Tag, Monat und Jahr) und an welchem Ort er seine Unterschrift beigefügt hat.Weitere Formerfordernisse gibt es nicht.
Mein sohn hat von seinem opa ein haus erhalten unter der bedingung er schaut nach ihm nun möchte er mir das haus überschreiben geht das ?
thomas t (15.07.2015)
Wenn der Sohn als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist, dann kann er das Grundstück übertragen, also verkaufen oder verschenken. Allerdings wäre zu prüfen, ob im Grundbuch eine Grunddienstbarkeit, wie beispielsweise ein Wohnrecht eingetragen ist. Auch wäre zu prüfen, ob die Schenkung nicht an die Bedingung geknüpft wurde, dass das Haus nicht an Dritte übertragen wird. Sollte dies der Fall sein, könnte Ihr Sohn sich schadensersatzpflichtig machen. Ansonsten wäre die vereinbarte Leistung ("nach ihm schauen") weiterhin zu erbrigen.
Wir möchten ein Testament zu Gunsten unseres Sohnes aufsetzen. Meine Frau ist Deutsche ich Italienischer Staatsbürger und lebe seit über 50 Jahren in Deutschland. Wir möchten unserer gesamten Vermögen unser Sohn hinterlassen. Welche Art von Testament empfehlen Sie? Wäre vielleicht eine Lösung Zwei Einzeltestamente mit gleichen Wortlaut zu verfassen? Gibt es bei Ihnen ein Vordruck zu erwerben? Für eine baldige Antwort wären wir Ihnen sehr dankbar. Margot und Salvatore Gibiino (13.07.2015)
Salvatore Gibiino (13.07.2015)
Ab Inkraftreten der EU-Erbrechtsreform im August dieses Jahres wird es so sein, dass das Erbrecht des Landes gilt, in dem der Verstorbene seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hat, solange der Erblasser nichts anderes bestimmt hat. Sie können also ein Berliner Testament (gemeinsames Testament) nach deutschem Recht verfassen. Darin setzen sich die Ehegatten zunächst gegenseitig zum Alleinerben ein. Nach Tod des längerlebenden Ehegatten erbt dann die im Testament bestimmte Person. Ein Testament ist nur rechtswirksam, wenn Sie es komplett mit der Hand schreiben. Unsere Vordrucke dienen daher als Schreibvorlage für Ihr handschriftiches Testament. Ob das Berliner Testament in Ihrem Falle empfehlenswert ist, können wir leider aus der Ferne nicht beurteilen. Es ist auch möglich, dass das italienische Erbrecht in Ihrem Fall günstiger ist. Das käme auf die genauen Umstände an, etwa darauf, ob es außer dem Sohn noch weitere gesetzliche Erben gibt. Wichtig wäre auch die Frage, ob es noch Eigentum in Italien gibt. Wir würden Ihnen daher empfehlen, sich zunächst individuell beraten zu lassen, bei einem Anwalt oder Notar.
Ich möchte ein Testament zu Gunsten meines Enkels (7Jahre alt) machen. Mein Mann (wir sind im November 46 Jahre verheiratet) hat seit einem Jahr eine neue Partnerin und wird vorraussichtlich im März nächsten Jahres mit ihr zusammen ziehen. Wir haben gemeinsam 2 Kinder (Sohn wird 46 und Tochter wird 37) mein Enkel ist der Sohn von meiner Tochter und ich möchte nicht das meine Tochter das Testament in Verwahrung nimmt, denn ich traue ihr nicht über den Weg. Deshalb habe ich mit meiner Tante und Onkel gesprochen und die würden das Testament bei sich im Tresor aufbewahren. Sollte ich sterben bekommt mein Mann dann auch seinen Pflichteil? Rentnerin (18.06.2015)
b.m. (18.06.2015)
Hallo, wir haben Ihre Frage bereits beantwortet, Sie müssten bereits eine E-Mail erhalten haben. Ihr Mann erhält einen Pflichtteil, wenn Sie nicht vorher einen Scheidungsantrag stellen bzw. die Scheidung durchgeführt haben. Das Testament können Sie gegen eine geringe Gebühr direkt beim Nachlassgericht verwahren lassen. Dieses befindet sich beim Amtsgericht, das für Ihren Wohnort zuständig ist. So gehen Sie sicher, dass das Testament gefunden wird.
Ich bin deutsche Staatsbürgerin und sei 20 Jahren mit festem Wohnsitz in Österreich. Welche Art von Testament mus ich schreiben? Glichzeiti mochte ich meinen Sohn vom Pflichtteil ausschließen, da er sehr viele Schulden bei mir hat.Kann ich ihm anstatt des Pflichtteils die Schulden im Testament erlassen?
Barbara Görze (18.06.2015)
Leider können wir bezüglich des österreichischen Erbrechts keine Auskünfte geben. Als deutsche Staatsangehörige können Sie ein Testament nach deutschem Erbrecht erstellen. Hierzu müssten Sie die Rechtswahlerklärung abgeben, dass Sie ausdrücklich die Anwendung deutschen Rechts wünschen, ansonsten wäre österreichisches Recht wegen der neuen EU-Verordnung anwendbar. In Deutschland ist es nicht möglich den Pflichtteil ohne Weiteres zu entziehen, man kann das Kind lediglich von der Erbfolge ausschließen. Möglich wäre aber eventuell ein notarieller Vertrag über den Verzicht auf den Pflichtteil gegen Erlass der Schulden, wenn der Erbe einverstanden ist. Sollte dies nicht der Fall sein, wäre es in der Praxis so, dass die Erben gegen den Sohn ja weiterhin den Anspruch auf Rückzahlung der Schulden behalten würden und dann selbst mit dem Pflichtteilsanspruch aufrechnen könnten, wenn sich die Summe ungefähr deckt. Am besten wäre es für Sie vielleicht, wenn Sie sich bei einem Notar oder Anwalt beraten lassen, entweder in Österreich oder in Deutschland.
Hallo, ein Ehepaar hat je zu gleichen Teilen ein Wohnhaus als Eigentum. Ein Partner davon schenkt Ihre/Seine Haushälfte 50% der/dem Tochter/Sohn mittels Schenkungsvertrag und hat sich dabei ein Wohnrecht im Schenkungsvertrag nieder schreiben lassen. Der andere Partner wurde über diese Schenkung nicht informiert und kennt auch den Inhalt des Schenkungsvertrags nicht. Dazu die Frage: Kann die/der Tochter/Sohn ohne Zustimmung des jeweils anderen Partners als Eigentümerin im Grundbuch eingetragen werden. Es zählt nur dass was im Grundbuch steht. Danke für eine Antwort.
Techniker (04.05.2015)
Abschließend prüfen kann man die Sache an dieser Stelle leider nicht, da es auf ggf. bestehende Vereinbarungen zwischen den Parteien bzw. die Art des Erwerbs ankäme. Es stellt sich die Frage, in welcher Form das Miteigentum begründet wurde. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, dass sogenanntes Bruchteilseigentum besteht, über das jeder Eigentümer frei verfügen kann. Es gibt aber auch Konstellationen, in denen das Grundstück als sogenanntes Gesamthandseigentum erworben wird, über das nur jeder einzeln verfügen kann. Der Schenkungsvertrag muss notariell beurkundet werden, um wirksam zu werden. Der Notar müsste den Bestand des Grundbuchs prüfen und Ihnen Auskunft darüber geben können, ob das Vorhaben ohne Zustimmung des Miteigentümers durchgesetzt werden kann. Aus der Ferne ist dies leider nicht möglich.
Wir sind verheiratet und haben zwei kleine Kinder. Wir besitzen ein Haus und werden in die USA für einige Jahre beruflich gehen. Wir möchten gerne mit einem Testament einen möglichen Todesfall eines Partners oder beider Elternteile für die Kinder regeln. Welches Testament ist hier sinnvoll?
Patrick W. (03.05.2015)
Sie meinen wahrscheinlich eine Sorgerechtsverfügung beider Elternteile, wo es darum geht, dass geregelt werden soll, wer im Todesfall beider Eltern das Sorgerecht übernimmt. Verstirbt nur ein Elternteil erhält automatisch der andere das alleinige Sorgerecht. Ein Muster finden Sie bei uns. Bitte beachten Sie die Hinweise in dem Dokument.
In meiner ersten Ehe wurden 2 Kinder gezeugt. Die Ehe wurde geschieden. Ich lebe jetzt mit einer Frau zusammen ohne Trauschein und ohne Kinder. Kann ich ein Testament aufsetzen und meine jetzige Freundin als allein Erbin ein setzen?
W Bernhard (01.05.2015)
Ja, das ist möglich. Sie können frei testieren und jede beliebige Person zum Alleinerben einsetzen. Allerdings bleibt den leiblichen Kindern immer der Anspruch auf den gesetzlichen Pflichtteil. Dieser lässt sich in der Regel nicht entziehen, sondern nur wenn wichtige Gründe dafür vorliegen (beispielsweise Straftaten gegen den Erblasser). Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
Bei der Änderung desTestaments gibt der Erblasser eine gewisse Summe an, die der Erbe bereits erhalten haben soll. Meine Frage: kann der Erblasser eine bestimmte Geldsumme angeben ohne dies gegeüber dem Notar zu belegen?
JAKOB; Helmut (29.04.2015)
In dem Fall wäre es wohl gut, eine schriftliche Bestätigung des Erben über den Erhalt des Geldes anzufügen, da er ansonsten ja jederzeit das Testament anfechten könnte. Falls es keinen Beleg dafür gibt, dass die Summe tatschächlich geflossen ist, hätte er gute Chancen. Es stellt sich noch die Frage, was mit der Änderung des Testaments genau bezweckt wird. Soll der Erbe enterbt werden und es geht um einen Pflichtteilsanspruch? Oder einen Erbverzicht? Wir würden empfehlen, sich beim Notar beraten zu lassen, was die richtige Gestaltung des Testaments angeht. Generell muss der Notar aber nicht prüfen, ob das, was Sie im Testament angeben auch der Wahrheit entspricht.
Wir habenuns bei Ihnen das Berliner Testament - Einheitslösung heruntergeladen. Es wird jetzt von uns handschriftlich abgefasst und unterschrieben. Muss jeder Ehepartner ein eigenes handgeschriebenes Exemplar fertigen oder reich tein Exemplar mit beiden Unterschriften!
Es reicht wenn ein Ehepartner den Text handschriftlich verfasst. Beide müssen aber unterschreiben. Das Testament gilt dann für beide Ehepartner.
Ich lebe seit 10 Jahren von meinem Mann getrennt (Wohnung, Finanzen), wir sind jedoch noch verheiratet. Ich habe eine Tochter, mein Mann ist nicht ihr leiblicher Vater und hat sie auch nicht adoptiert. Was passiert bei meinem Ableben mit meinem Vermögen, was kann ich tun, dass er nichts erbt, sollte ich vor ihm versterben.
Pelikan (16.04.2015)
Wenn Sie noch verheiratet sind, dann wäre Ihr Ehemann gesetzlicher Erbe, es sein denn zu diesem Zeitpunkt würde bereits ein Scheidungsverfahren laufen (Ausschluss des Ehegattenerbrechts, § 1933 BGB). Insofern müssten Sie ein Testament aufsetzen, um ihn zu enterben. Da der Ehepartner laut § 2303 BGB zum Kreis der Pflichtteilsberechtigten zählt, hätte er allerdings dann immernoch einen Anspruch auf den Pflichtteil. Falls Sie nicht wollen, dass er den Pflichtteil erhält, wäre es möglich, dass er im Vorfeld notariell auf Erb- und Pflichtteil verzichtet. Ansonsten wäre natürlich auch die Scheidung einer Alternative.
kann ein testament maschinell geschrieben sein und zu hause aufbewahrt werden
dieter schmidt (16.03.2015)
Nein. Ein Testament, das nicht bei einem Notar erstellt wurde, muss komplett handgeschrieben und unterschrieben sein. Ansonsten ist es es nicht wirksam und findet im Erbfall keine Beachtung. Bei einem Berliner Testament kann einer der Ehepartner den Text mit der Hand schreiben, sofern beide unterzeichnen. Auch sollte nicht vergessen werden, das Testament zu datieren. Unsere Muster dienen insofern der Vorbereitung einer Vorlage für Ihr handschriftliches Testament. Da es ja immer unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten ist, ist es sinnvoll, sich zunächst eine passende Vorlage zusammenzustellen, die man dann mit der Hand nur noch abschreiben muss. Sie können ein handgeschriebenes Testament zu Hause aufbewahren oder aber beim Nachlassgericht in Verwahrung geben, gegen eine geringe Gebühr.
Vater von 3 Kindern ist verstorben. Nun muss die Ehefrau (ist nicht die Mutter der Kinder) eine Aufstellung vom Vermögen machen. Das Girokonto und Tagesgeldkonto etc laufen Namentlich auf die Ehefrau (Rente etc vom Vater lief auf das Konto der Ehefrau). Muss dies in der Vermögensaufstellung angegeben werden? Und wie ist es mit der Lebensversicherung? Da ist nutznießerin die Ehefrau.
Ute (08.03.2015)
Grundsätzlich fällt der Anspruch aus einem Lebensversicherungsvertrag nicht in den Nachlass, wenn ein Begünstigten ausdrücklich als Bezugsberechtigten benannt wurde und das Versicherungsunternehmen zur direkten Leistung an den Begünstigten verpflichtet ist. Allerdings kann sich aus den näheren Umständen ergeben, dass hierin eine Schenkung zu sehen ist und den Pflichteilsberechtigten ein Pflichtteilsergänzungsanspruch zusteht. Gleiches gilt im Prinzip auch für das Konto. Falls es keinen Ehevertrag gab, gilt die Zugewinngemeinschaft. Das Geld auf dem Konto wäre also zunächst Alleineigentum der Ehefrau. Auch hier könnten aber die Pflichtteilsberechtigten unter Umständen eine Schenkung sehen. Zu berücksichtigen und in das Nachlassverzeichnis aufzunehmen wären diese Beträge also unter Umständen als sogenannter fiktiver Nachlass gemäß § 2325 BGB (Schenkungen innerhalb der letzten zehn Jahre). Wichtig: Es kommt hier sehr auf den Einzelfall an. Wir würden Ihnen dringend raten, sich bei der Aufstellung von einem Fachanwalt für Erbrecht unterstützen zu lassen. Eine abschließende Beratung, ob Sie das Konto und die Lebensversicherung aufnehmen müssen, können wir an dieser Stelle nicht geben. Aus den Umständen kann sich beispielsweise ergeben, dass hier eben keine Schenkung gegeben war, sondern von der Ehefrau eine Gegenleistung erbracht wurde.
Folgender Fall: Ehepaar hat ein Berliner Testament gemacht.Er hat 3 Kinder und sie hat keine kinder mit in die Ehe gebracht. Nachträglich wurden 2 Kinder enterbt und das 3.Kind bekommt alles,im Falle wenn die Ehefrau zuerst stirbt. Nun ist aber der Fall,das der Ehemann zuerst gestorben ist. Klar ist, das die Ehefrau nun alles erbt. Aber wer erbt was,wenn diese stirbt?
Ute (06.03.2015)
Es käme hier auf die genaue Formulierung an. So wie Sie es schildern, wäre das eine Kind dann Alleinerbe. Es könnte aber jetzt schon einen Pflichtteil geltend machen. Die anderen beiden können ausschließlich den Pflichtteil geltend machen. Der Pflichtteilsanspruch verjä Pflichtteilsanspruch verjährt allerdings innerhalb von drei Jahren, gerechnet vom Schluss des Jahres, in dem man davon erfahren hat, dass durch ein Testament oder Erbvertrag enterbt wurde. Je nach dem, ob das Testament eine Pflichtteilsklausel enthält, würde das erbende Kind durch die Geltendmachung des Pflchtteils eventuell auch enterbt. Nach Ihrem Tod haben die beiden enterbten Kinder keinerlei Ansprüche mehr, es sei denn, sie wurden adoptiert. Ansonsten erben nur Blutsverwandte bzw. stehen nur Blutsverwandten die Pflcihtteilsansprüche zu.
ersteinmal Danke, für die schnelle Info. Also das Berliner Testament ist so geschrieben, dass der überlebende Ehepartner als Allein- und Gesamterbe eingesetzt wird. Nachträglich wurde vom Vater der Kinder verfügt, das falls er die Ehefrau überlebt, die Tochter als seine Gesamterbin eingesetzt ist und die Söhne enterbt sind. Ich vermute, das sich dieses Testamend durch den Tod des Vaters erledigt hat. Allerdings wurde von der Ehefrau, die nicht die Mutter der Kinder ist, kein weiteres Testament geschrieben. Die Tochter möchte aber vorab kein Pflichtteil beanspruchen. Würde ihr nach dem Tod der Ehefrau trotzdem das Erbe ihres Vaters zustehen?
Es wäre zunächst zu prüfen, ob durch die nachträgliche Errichtung des Einzeltestaments das Berliner Testament wirksam widerrufen wurde. Dies geht in der Regel nicht so einfach, sondern nur durch notarielle Beurkundung. Der beurkundete Widerruf müsste der Ehefrau dann zugestellt worden sein. In dem von Ihnen geschilderten Fall sprechen die Umstände wohl ohnhin gegen einen gewollten Widerruf. Der Vater hatte ja formuliert, dass die Tochter nur Alleinerbin werden soll, falls er selbst seine Ehefrau überlebt. Er hat also eine Bedingung formuliert. Dieser Fall ist aber nicht eingetreten, die Bedingung wurde nicht erfüllt. Durch das Berliner Testament sind also alle drei Kinder enterbt und haben nur einen Anspruch auf den Pflichtteil. Falls im Berliner Testament noch kein Schlusserbe bestimmt wurde und auch keine weiteren Bestimmungen getroffen wurden, kann die Ehefrau frei darüber verfügen, wem das Vermögen vererbt werden soll. Die Kinder hätten jeweils nur Anspruch auf den Pflichtteil am Nachlass des Vaters. Nach dem Tod der Ehefrau ergibt sich nichts anderes, außer, wenn die Ehefrau ein Testament zugunsten der Tochter errichtet. Um eine verbindliche Auskunft geben zu können, müsste man aber die Unterlagen und Umstände genau prüfen. Wir können insofern nur eine erste Einschätzung abgeben. Falls die Tochter nun tatsächlich den vollen Erbteil fordert, sollte die Ehefrau sich anwaltlich beraten lassen.
Meine Großeltern haben ein Berliner Testament. Mein Opa hat einen Sohn aus erster Ehe. Beide haben eine gemeinsame Tochter (meine Mutter). Mein Opa ist bereits 1991 verstorben, meine Oma war gemäß Testament die Erbin. Nun ist meine Oma verstorben und das vorhandene Guthaben wurde hälftig auf den Sohn meines Opas sowie meine Mutter übertragen. Nun möchte mein Onkel einen Nachweis, was in den vergangenen 10 Jahren an Schenkungen von meiner Oma an meine Mutter geflossen ist und dieser Betrag soll seiner Meinung nach beim Erbe berücksichtig werden. Ist es richtig, dass eventuelle Schenkungen berücksichtig werden müssen obwohl er kein leiblicher Sohn meiner Oma ist?
Präses (27.02.2015)
Wenn ich Sie richtig verstehe, dann ist Ihr Onkel der Sohn Ihres Opas aus erster Ehe. Ihrer Schilderung zufolge sind Ihre Mutter und Ihr Onkel Miterben. Das Gesetzt sieht in den §§ 2050 - 2053BGB eine Ausgleichspflicht für Miterben vor. Diese Ausgleichspflicht hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist z.B. ob in dem Testament eine Regelung zum Ausgleich getroffen wurde, wie die Aufteilung des Erbes durch den Erblasser bestimmt war und um was für Zuwendungen es sich handelt. Zuwendungen die zum Zwecke der Ausbildung gemacht werden sind z.B. meist nicht auszugleichen. Besteht eine Ausgleichspflicht, so ist der Miterbe verpflichtet Auskunft darüber zu erteilen. Ihr Onkel ist der leibliche Sohn Ihres Opas und im Berliner Testament wird durch beide Ehepartner eine Regelung getroffen. Deshalb spielt es zunächst keine Rolle, ob Ihr Onkel nicht leibliches Kind der Oma ist. Da die Ausgleichspflicht aber von so vielen Faktoren abhängt und wir diese so nicht beurteilen können, würden wir Ihnen empfehlen sich an einen Rechtsanwalt zu wenden.
Kann der Längerlebende das Berliner Testament ändern - oder kann er ein anderes Testament aufsetzen?
K. D. Schwedt (16.02.2015)
Der Längerlebende kann das Testament nach dem Tod des Erstversterbenden nicht mehr abändern. Eine Ausnahme gilt, wenn der Längerlebende das Erbe ausschlägt. Dann kann er über seinen eigenen Teil wieder frei verfügen. Das ausgeschlagene Erbe geht in diesem Fall direkt an den bereits bestimmten Schlusserben. Man kann im Testament aber Regelungen treffen und festlegen dass der Letztversterbende unter bestimmten Umständen das Testament abändern darf. Solche Regelungen werden insbesondere getroffen, um dem Längerlebenden z.B. bei Eingehung einer neuen Ehe oder bei einem Zerwürfnis mit den Kindern die Möglichkeit zu geben ein neues Testament zu erstellen und nicht an die bereits vor Jahren getroffenen Regelungen gebunden zu sein.
Wo kann ich mich schlau machen ob nach dem Tod meines Vaters im Oktober 2013 ein Erbe besteht , wenn man mit der Familie keinen Kontakt mehr hat?
O. Kirsch (05.02.2015)
Hallo Herr Kirsch, über ein Erbe wird man vom Nachlassgericht informiert. Personen die ein legitimes Interesse am Erbfall geltend machen, können auch beim Nachlassgericht die Nachlassakte einsehen. Zuständiges Nachlassgericht ist das Nachlassgericht am Wohnsitz, den der Erblasser zum Zeitpunkt des Erbfalls hatte.
Hallo und guten Tag. Unsere Tochter ist verstorben und es sind keine weiteren Kinder vorhanden.Meine Frau und ich wollen unseren verwitweten Schwiegersohn nach unserem Tod zum alleinigen Erben einsetzen. Meine Frau hat keine Verwandten mehr und ich habe eine verheiratete Schwester mit zwei Kindern . Meine Mutter ist 90 Jahre alt.Mein Vater ist verstorben. Kann ich meine komplette Verwandtschaft von dem Erbe ausschliessen und nur meinen Schwiegersohn einsetzen? Kann ich dafür das Berliner Testament benutzen und dementsprechend formulieren? Mit freundlichen Gruss
Hallo Herr Kirsch Sie und Ihre Frau können natürlich Ihren Schwiegersohn als Alleinerben einsetzen. Damit der Nachlass zunächst an den Erstversterbenden (Sie oder ihre Frau) geht, wäre dies am besten in einem Berliner Testament zu regeln. In diesem Testament können Sie dann einen Schlusserben bestimmen. Also Ihren Schwiegersohn. Dieser erbt dann nach dem Letztversterbenden. Ihre ganze Verwandtschaft können Sie vom Erbe durch das Testament ausschließen. Lediglich Ihre Mutter hätte einen Anspruch auf Ihren Pflichtteil. Ihre Schwester dagegen hat keinen Anspruch auf einen Pflichtteil.
Hallo Ich habe 3 Kinder aus meiner ersten Ehe. Mein jetziger Lebenspartner und ich haben keine gemeinsamen Kinder. Wir haben eine Eigentumswohnung. Bekommen meine Kinder von meinem Erbanteil die Hälfte oder wie wird das Erbe aufgeteilt?
Y. Schmid (02.02.2015)
Hallo Frau Schmidt, wenn Sie kein Testament aufsetzen, dann kommt es zur gesetzlichen Erbfolge. Danach erben Ihre drei Kinder aus erster Ehe zu gleichen Teilen. Jedes von Ihren Kindern bekommt also gleich viel. Sie können natürlich auch ein Testament aufsetzen und Ihr Erbe verteilen wie Sie das möchten. Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen!
Guten Tag, Betr.: Berliner Testament: Sachverhalt: Eltern verheiratet, 1 Kind (Alleinerbe), 1 Einfamilienhaus. 1. Kann dieses eine Kind nach dem Tod des ersten Elternteils auch seinen Pflichtteil fordern oder kommt "Pflichtteil" nur bei mehreren Kindern zur Anwendung? 2. Was ist bei gleichzeitigem Tod der Eltern z.B. durch Flugzeugabsturz o.ä.
B. Hanowski (01.02.2015)
Hallo Herr Hanowski! Auch wenn es nur ein Kind gib hat dieses Anspruch auf einen Pflichtteil. Der Pflichtteil soll den nächsten Angehörigen gewährleisten einen Mindestteil aus dem Nachlass zu erhalten. Hinsichtlich Ihrer zweiten Frage ist es so, dass das Kind gleich Alleinerbe wird, wenn die Eltern gleichzeitig sterben.
Kann man noch einen Nachtrag zum Testament machen?
U. Erdmann (01.02.2015)
Beim eigenhändigen Testament ist ein Nachtrag grundsätzlich möglich. Um sicher zu gehen, sollten Sie den Nachtrag nochmals unterschreiben und klar stellen, dass es sich um eine Ergänzung handelt. Am besten verwahren Sie den Nachtrag natürlich gemeinsam mit dem eigentlichen Testament. Haben Sie ihr Testament beim Amtsgericht zur Verwahrung abgegeben, können Sie dieses jeder Zeit herausverlangen und auch hier Änderungen vornehmen. An einem notariellen Testament können nicht einfach Änderungen vorgenommen werden. Dieses wird nach dem Verfassen in die amtliche Verwahrung beim Amtsgericht gegeben. Natürlich können Sie auch in diesem Fall das Testament herausverlangen, allerdings wird es in diesem Moment unwirksam. Es besteht dann die Möglichkeit ein neues Testament zu verfassen. Entweder ein handschriftliches oder erneut ein notarielles.
Gibt es ein Mustertestament? Wie gliedere ich ein Testament? Wo hinterlege ich das geschriebene Testament? Muss ich das notarisch beglaubigen lassen und wo hinterlegen? Wer öffnet das Testamen nach meinem Tode? Grundstücksvererbung: Muss jede Parzelle mit Nr. einzeln aufgeführt werden oder kann ich auch schreiben" Der gesamte Grundbesitz"? Ich habe im März 2014 das große Vorlagenpacket Testamente Archiv Nr. 3203 gekauft, aber diese Fragen sind noch offen.
Marx Anita (25.01.2015)
Hallo Frau Marx, in Ihrem Testament müssen Sie Ihre einzelnen Besitztümer in der Regel nicht aufführen. Es reicht, wenn Sie aufführen, wer erben soll. Anders wäre es nur, wenn Sie einzelne Grundstücke einzelnen Personen vermachen wollen oder das Erbe in bestimmter Weise aufteilen wollen. Wenn Sie das Testament komplett mit der Hand schreiben und unterschreiben, müssen Sie es nicht vom Notar beurkunden lassen. Sie können das fertige Testament beim Nachlassgericht an Ihrem Wohnsitz (am Amtsgericht) hinterlegen lassen, gegen eine Gebühr. In dem Fall stellen Sie sicher, dass es gefunden wird. Das Testament wird dann nach Ihrem Tode vom Nachlassgericht eröffnet. Ein Testament, das nicht hinterlegt ist, muss vom Finder dem Gericht übergeben werden. Leider besteht hier immer die Unsicherheit, dass möglicherweise der Finder seiner Pflicht nicht nachkommt. Im Vorlagen-Paket sind mehrere Muster enthalten. Es kommt darauf an, was Sie regeln wollen. Falls Sie nur einen oder mehrere Erben bestimmten wollen, benötigen Sie das einfache Testament. Möchten Sie zusammen mit einem Ehepartner ein Testament errichten, benötigen Sie das Berliner Testament. Bitte lassen Sie sich im Zweifel rechtlich beraten. Da wir nicht wissen, was Sie genau regeln wollen, können wir keine näheren Auskünfte geben. Es gibt eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten für ein Testament.
Wie kann ich testamentarisch eine Person absichern, welche nicht erbberechtigt ist, mein Vermögen zu verwalten, um gemeinsame Schulden begleichen zu können
Ordowsky, Andreas (22.01.2015)
Sie können jede Person Ihrer Wahl zum Erben einsetzen. Pflichtteilsansprüche gesetzlicher Erben können dadurch allerdings in der Regel nicht ausgeschlossen werden.
wie verhält es sich testamentarisch , wenn ein Kind nicht erben soll mit der Abfindung durch den Pflichtteil?
englaender (04.01.2015)
Im Testament muss der Pflichtteil nicht erwähnt werden, der Anspruch besteht kraft Gesetzes. Wenn ein gesetzlicher Erbe enterbt werden soll, reicht es, wenn er im Testament nicht aufgeführt ist. Zur Klarstellung kann man die Enterbung auch ausdrücklich im Testament aufführen.
Ich möchte in meinem Testament meinen Sohn (notarieller Pflichtteilsverzicht) als Vorerbe für meine Eigentumswohnung einsetzen und als Nacherben, nicht meine Enkel, sondern die Hochschule von Stift Heiligenkreuz, Wienerwald, Österreich, mit Wohnung und Geldsumme bedenken. Ist das ohne Schwierigkeiten möglich? Ich denke, das ist eine Stiftungseinbringung - ist das ins Ausland komplikationsfrei möglich? Danke! E. Spitzenberger
Elisabeth Spitzenberger (30.12.2014)
Bitte lassen Sie sich in dem Fall rechtlich beraten. Eine genaue Beurteilung ist an dieser Stelle leider nicht möglich, da es sich um eine ausländische Stiftung handelt.
Wo muß ich mich hinwenden, wenn ich über jede Angelegenheit einer anderen Person entscheiden muß auch bis nach dem Tod?
Frau Junak (29.12.2014)
Falls eine andere Person Sie mit der Entscheidung über gesundheitliche und finanzielle Angelegenheiten betrauen möchte, müsste diese Person eine [Vorsorgevollmacht|/products/vorsorgevollmacht.html] für Sie ausstellen. Diese Vollmacht müssten Sie dann bei den entsprechenden Stellen vorlegen, also beispielsweise im Krankenhaus. Falls es um Bankangelegenheiten gehen soll, müssten Sie sich am besten direkt an die Bank wenden, da dort häufig noch weitere Formalien verlangt werden. Falls die Person nicht mehr in der Lage ist eine Vollmacht auszustellen, müssten Sie sich an das Betreuungsgericht (Familiengericht) wenden. Dort wird dann ein Betreuer bestellt. Wir hoffen, dass Ihnen diese Information erst einmal weiterhilft.
Eheleute haben ein Berliner Testament vor 50 Jahren abgeschlossen. Ein Ehepartner ist verstorben. Der überlebende Ehepartner ist nach dem Tod des anderen Ehepartners nach vielen Jahren Alleinerbe nach dem vorverstorbenen gemeinsamen Sohn geworden. Kann der überlebende Ehegatten über diesen Nachlass frei verfügen oder fällt dieser auch unter die Regelung des vor 50 Jahren abgeschlossenen Berliner Testamentes?
Gertrud Zauner (20.12.2014)
Es käme hier auf den genauen Inhalt des Berliner Testaments an. Wenn ein verbindlicher Erbe für den Fall des Todes des zweiten Ehepartners bestimmt wurde, bezieht sich dies in der Regel auf das gesamte Vermögen, also auch auf das, was nach dem Tod des Erstverstorbenen hinzugekommen ist. Bitte lassen Sie das Testament am besten von einem Anwalt oder Notar prüfen, nur so erhalten Sie eine verbindliche Einschätzung.
Wie kann ich erreichen, wenn wir mit unserer Tochter z.B. auf einer Flugreise gemeinsam verunglücken, dass dann unser Vermögen nicht an meine 91 Jahre alte Mutter und damit nach deren Tod im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge an meine Cousine fällt? Wir möchten lieber die Geschwister meiner Frau für diesen Fall als Erben einsetzen.
Bernhard Grams (08.12.2014)
Sie können ein Berliner Testament erstellen und eine beliebige Person zum Ersatzerben bestimmen. Allerdings wäre zu beachten, dass die Eltern laut Paragraph 2303 Abs. 2 BGB pflichtteilsberechtigt sind. Bitte lassen Sie sich im Zweifel rechtlich beraten, bevor Sie das Testament aufsetzen, um sicher zu stellen, dass das Testament nach Ihren Wünschen gestaltet wird.
hallo, ich bin verheiratet ohne Ehevertrag, mein Mann hat einen Sohn aus 1. Ehe. Wir haben getrennte Konten, das Auto läuft auf meinen Mann. Meine Frage was würde der Sohn meines Mannes erben? Würde er auch was von meinem Geld bekommen? Wäre es ratsam Gütertrennung, oder Testament zu machen.
Sylvia Seubert (06.12.2014)
Der Sohn erbt grundsätzlich nur das was dem Vater gehört nach der gesetzlichen Erbfolge. Falls kein Ehevertrag besteht, würden Sie die Hälfte des Nachlasses erben und der Sohn die andere (falls keine weiteren Kinder vorhanden sind). In einem Testament können Sie andere Regelungen bestimmen.
beabsichtige in nächster Zeit ein Testament zu verfassen. Nun ist der aktuelle Stand so, dass ich über div. Geldanlagen verfüge, welche auf verschiedene Stellen verteilt sind. Es handelt sich z. B. um Banken u. Fondgesellschaften. Wie finde ich nun das richtige Formular, um diese einzelnen Positionen zu vermerken; sodass der Erbe auch problemlos die Guthaben beanspruchen kann?
Helmut Mayer (27.11.2014)
Wir empfehlen, für den Erben einen Ordner anzulegen, wo die wichtigen Unterlagen abgeheftet sind. In das Tesament selbst müssen Sie keine Details zum vorhandenen Vermögen schreiben, wenn Sie es nicht im Wege einer Teilungsanordnung auf einzelne Erben verteilen wollen. Ein Muster für eine [Verzeichnis|/products/nachlassverzeichnis-nach-einem-erbfall-28194.html] haben wir leider nur für den Erbfall. Sie können aber einfach eine formlose Aufstellung machen und dahinter die jeweiligen Unterlagen (ggf. in Kopie) heften.
Kann man ein Berliner Testament so formulieren, dass der überlebende Ehegatte berechtigt bleibt die getroffenen Verfügungen zu ändern?
Josef Merfels (13.11.2014)
Ja, das ist grundsätzlich möglich. Man muss allerdings eine Änderungsklausel (auch Öffnungsklausel) in das Berliner Testament einfügen. Man damit bestimmen, dass der länger lebende Ehegatte den Schlusserben frei bestimmen kann. Fehlt eine solche Klausel und ist ein Schlusserbe festgelegt, dann bleibt der länger lebende Ehegatte daran gebunden.
Vertrag zur Anerkennung eines ungültigen Testamentes
Renate Teichmüller (12.11.2014)
Ein Testament ist formbedürftig. Wenn die gesetzlichen Erben sich nun anderweitig einigen, benötigen Sie einen [Erbauseinandersetzungsvertrag|/products/erbauseinandersetzungsvertrag.html].
Zwei ledige Geschwister haben bei Notar gegenseitig einen Erbvertrag abgeschlossen. Nun möchten die beiden Damen, dass zwei entfernte Verwandten ihr Vermögen mal erben sollen. Wie kann man das am besten regeln ? Mit handgeschriebenen Testament ?
Schmidt (12.11.2014)
Es käme hier auf den Inhalt des Erbvertrages an, inwieweit hierin weitere Verfügungen von Todes wegen erlaubt sind. Wir empfehlen, sich bei dem Notar zu erkundigen, der den Erbvertrag beurkundet hatte. Generell könnte - wenn überhaupt - nur jede Dame für sich ein eigenes Testament aufsetzen.
Hallo, wie setzt sich der Pflichtteil zusammen? Werden hier alle Vermögenswerte als Summe ermittelt und daraus der Pflichtteil festgelegt und dann in Bargeld ausgezahlt? Bitte um Info. Danke im Vorraus
Leonhardt (11.11.2014)
Ja. Allerdings sind die sogenannten Nachlassverbindlichkeiten zunächst abzuziehen. Hierzu gehören die Beerdigungskosten, aber auch Schulden des Erblassers.
frage zum berliner testament: kann der pflichtteilanspruch von kindern aus erster ehe ausgehebelt werden?
dipl.ing.horst hommel (09.11.2014)
Die Kinder aus erster Ehe haben ja nur nach dem Tod des leiblichen Elternteils einen Pflichtteilsanspruch. Insofern ist die sogenannte Pflichtteilsklausel in der Regel wenig passend, denn diese Kinder können nicht so "bestraft" werden, wie gemeinsame Kinder. Da diese Kinder ja ohne Testament (neben dem Ehepartner) alleinige Erben wären, ist der Pflichtteil ist in dem Fall verhältnismäßig hoch. Nach dem Tode des längerlebenden, erhielten sie dagegen keinen Pflichtteil. Wir empfehlen Ihnen, sich juristisch bei der Erstellung Ihres Testaments unterstützen zu lassen. Es gibt hier eine Vielzahl von Möglichkeiten der Gestaltung, die indivuell erarbeitet werden müssen.
Zwei alte Damen,Geschwister,ledig,keine Kinder,wollen ihr Vermögen nach dem Tode zwei weitläufigen Verwandten vererben. Ein gegenseitiges Testament haben sie schon beim Notar gemacht. Wie muss das Testament aufgestellt sein,wenn sie es handschriftlich machen.Könnten sie uns bitte ein Muster schicken,vielen Dank
Müller (07.11.2014)
Hallo, ein gemeinsames Testament können nur Eheleute und eingetragene Lebenspartner erstellen. Insofern haben die Schwestern vermutlich einen Erbvertrag erstellt. Dieser kann ohne weiteres nicht mehr durch ein Testament geändert werden. Sie sollten sich daher am besten an den Notar wenden, der damals die Beurkundung vorgenommen hat, um herauszufinden, was genau geregelt wurde.
Hallo,unklar ist mir noch,wenn das gegenseitige Testament vom Notar erfüllt wurde,und die zweite Dame gestorben ist,greift dann nicht das handschriftliche Testament,das die beiden jetzt schreiben für den Fall nach dem Tode?Muss trotzdem ein Notar aufgesucht werden?Danke
Ein gemeinsames Testament können nur Eheleute verfassen. Es muss also entweder einen Erbvertrag geben oder zwei getrennte Testamente wurden aufgesetzt. Einen Erbvertrag kann man nicht so einfach durch ein Testament aufheben, das käme auf den Inhalt an. Falls jede Dame ein eigenes Testament verfasst hat, kann dieses durch ein neueres Testament aufgehoben werden. Jede Dame müsste das dann für sich selbst machen. Es ist aber nicht möglich ein gemeinsames Schriftstück zu verfassen.
Testament von Eheleuten mit Kindern nur eines Ehepartners (Kind lebt nicht im Haushalt).
Leonhardt (07.11.2014)
Bei der Testamentsgestaltung ist zu beachten, dass die "übliche" Gestaltung des Berliner Testaments mit Pflichtteilsklausel nicht passt, weil das Kind des einen Ehepartners nur gegenüber dem leiblichen Elternteil pflichtteilsberechtigt ist. Insofern ist das Risiko, dass das leibliche Kind beim Tod seines Elternteils den Pflichtteil geltend macht höher. In jedem Fall wäre es trotzdem möglich, sich gegenseitig zum Alleinerben einzusetzen. Das leibliche Kind würde dann nicht erben, sondern hätte eben nur den Pflichtteilsanspruch. Wir würden Ihnen empfehlen, sich an einen Notar oder Anwalt zu wenden, damit sichergestellt ist, dass das Testament auch wirklich nach Ihren Wünschen gestaltet ist. Unsere Muster eignen sich insofern nur für die Fallgestaltung, dass die Eltern ausschließlich gemeinsame Kinder haben.
Gibt es eine Vorlage für einen Nachfolge-Generationenvertrag
Hansjörg Frey (06.11.2014)
Leider bietet sich diese Vertragsform nicht für eine Mustervorlage an, da die möglichen Konstellationen sehr unterschiedlich sind und im Wesentlichen vom gewünschten Zweck der Vertragsparteien abhängen. In der Regel wird Teil einer solchen Vereinbarung ein Erbverzicht sein. Dieser bedarf laut § 2348 BGB der notariellen Beurkundung. Insofern würden wir Ihnen empfehlen, sich an einen Notar zu wenden.
Wir sind beide in zweiter Ehe verheiratet und haben beide zwei Kinder aus der Vorehe. Wir möchten, dass der letzte der stirbt alles bekommt. Wie ist es mit Stiefkindern?
Baerbel Gutzkow (04.11.2014)
Sie können sich zwar gegenseitig zu Alleinerben bestimmen, allerdings greift die übliche Regelung des Berliner Tesaments mit Pflichtteilsklausel für die Stiefkinder nicht. Insofern können Sie nicht durch Testamentsgestaltung bestimmen, dass ein Kind, dass seinen Pflichtteil nach dem Tod des leiblichen Elternteils einfodert, später (nach dem Tod des Ehepartners) benachteiligt wird. Wir würden empfehlen, dass Sie sich in der Sache rechtlich beraten lassen. Es gibt noch andere Wege den Nachlass zu regeln, wobei aber jeder Fall individuell zu prüfen ist. Wenn Sie sich gegenseitig zu Alleinerben einsetzen müssen Sie in jedem Fall damit rechnen, dass die Stiefkinder den Pflichtteil einfordern.
Hallo, mein Mann und ich möchten uns gegenseitig absichern, denn er hat drei Kinder. Ich keines. Nun sollen aber 2 Kinder vom Erbe ausgeschlossen werden. Wie sichert man sich da m Besten ab? Und wie sieht es aus, wenn einer von uns als Hinterbliebener das haus verkaufen möchte, um sich eine altersgerechte Wohnung zu kaufen oder das Geld anderweitig auszugeben. Geht das? Danke
Gabriele Opitz (03.11.2014)
Wir empfehlen Ihnen, sich von einem Notar bei der Testamentsgestaltung unterstützen zu lassen. Unsere Testamentsvorlagen sind auf Standardfälle zugeschnitten. Wenn es voreheliche Kinder gibt, passt das Standard-Berliner Testament leider nicht. Grundsätzlich können gesetzliche Erben ohne Angabe von Gründen enterbt werden. Der Pflichtteil darf aber nur in Ausnahmefällen entzogen werden. Da es eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten gibt, kann man hier ohne individuelle Beratung leider keine Empfehlung aussprechen.
Hallo, kann ich einem notariell erstellten Testament handschriftlich etwas hinzu fügen? ist das dann wieder kostenpflichtig?
Karola Meißner (16.10.2014)
Nein, das geht nicht. In dem Fall wäre das Testament formungültig. Denn der private handschriftliche Zusatz führt dazu, dass die notarielle Form nicht mehr gewährt ist. Sie sollten sich daher an den Notar wenden. Alternativ könnten Sie zwar das komplette Testament abschreiben, datieren und unterschreiben und damit ein neues Testament errichten, welches das notarielle ungültig macht. Es besteht aber die Gefahr, dass Sie durch den Zusatz ungewollt den Inhalt so verändern, dass auch andere Stelle anzupassen wären. Wir empfehlen daher dringende eine Rücksprache mit dem Notar oder eine anwaltliche Beratung.
Ist dies ein Berliner Testament, bzw. kann nach dem Tode des ersten Ehepartners der Lebende an diesem Testament noch etwas ändern?: "....Wir setzen uns gegenseitig als Alleinerben ein. Der Überlebende von uns soll sowohl unter Lebenden als auch von Todes wegen über das gesamte Vermögen frei verfügen können, wenn und soweit dies zur Bestreitung des eigenen Lebensunterhaltes erforderlich erscheint. Nachdem Tode des Letztlebenden geht das gesamte Vermögen an unsere Kinder über....... Die Grundbesitzung XXX entfällt unter sich zu gleichen Anteilen auf unsere beiden Töchter U. und A. Die Grundbesitzung YYY erhält unser Sohn R. (Der Sohn R. ist inzwischen vor unserer Mutter verstorben nach Tod des Vaters. R. hat kein Testament hinterlassen und sein Erbe ist per Gericht bereits verteilt.) Der Sohn K. ist leider geistig behindert. Er soll daher den Pflichtteil erhalten. Über die Verwaltung und die Auszahlung des Pflichtteils behalten wir uns noch weitere Anordnungen vor..... Eine Ausgleichung unter unseren Kindern soll nicht erfolgen. Die auf den Grundbesitz ruhenden Lasten gehen auf unsere Kinder über. (Ich erkundige mich gerade beim Grundbuchamt.) Unser gesamtes sonstiges Vermögen geht zu gleichen Teilen auf unsere Kinder R., U., und A. über....."
Tochter (13.10.2014)
Leider dürfen wir an dieser Stelle keine Einzelfallberatung geben. Allgemein ist es so, dass ein gemeinsames Testament sich nur gemeinsam ändern lässt. Sofern im Testament nichts ausdrücklich vereinbart wurde, tritt mit dem Tod eines Ehegatten die Bindungswirkung des Testaments ein. In dem von Ihnen zitierten Text finden sich einige Unstimmigkeiten, so dass wir empfehlen würden, sich im Zweifel an einen Anwalt zu wenden.
Meine Mutter war nicht verheiratet, hat aber mit ihrem Lebenspartner ein Haus gekauft und es gemeinsam mit ihm bezahlt. Leider steht sie nicht im Grundbuch. Nun ist meine Mama gestorben und ihr Partner sagt nun, dass alles seins ist. Kann ich überhaupt irgendeinen Anspruch geltend machen?
Markus (07.10.2014)
Hallo Markus, zunächst gilt tatsächlich das, was im Grundbuch steht. Allerdings würden wir Ihnen empfehlen, sich an einen Anwalt zu wenden. Es gäbe vielleicht die Möglichkeit hier als Pflichtteilsberechtigter über den Pflichtteilsergänzungsanspruch einen Ausgleich zu bekommen, denn letztlich könnte man in der teilweisen Bezahlung des Hauses eine Schenkung an den Lebensgefährten sehen. Das lässt sich alles aber aus der Ferne nicht beurteilen. Insofern kann nur ein Anwalt in einer persönlichen Beratung weiterhelfen.
Ich lebe seit mehreren Jahren in Scheidung, habe aber mit meinem neuen Lebenspartner 2 Kinder. Sowohl meinen Lebenspartner als auch meine Kinder aus zweiter Ehe möchte ich entsprechend absichern - gleichzeitig meine Ex-Frau und Kinder aus erster Ehe enterben - welche Testamentsform ist dafür am besten geeignet ?
Anonym (06.10.2014)
Wenn Sie bereits geschieden sind, hat Ihre Ex-Frau keinerlei gesetzliche Erbansprüche. Falls Sie vorher noch kein Testament hatten, müssten Sie also diesbezüglich nichts unternehmen. Ansonsten können Sie einfach das alte Testament widerrufen oder vernichten. Die Kinder aus erster Ehe können Sie durch ein Testament enterben, wobei aber der Entzug des Pflichtteils nur in Ausnahmefällen möglich ist. Ein gemeinsames Testament können Sie aber nur erstellen, wenn Sie verheiratet sind. Ansonsten müssten Sie einen Erbvertrag aufsetzen, beim Notar. Wir empfehlen Ihnen dringend, sich bei einem Anwalt oder Notar genau beraten zu lassen. Einen verbindlichen Rat können Sie nur bekommen, wenn die Möglichkeit besteht alle Umstände genau zu prüfen.
Zwei Kinder sind Erbberechtigt. Wie können wir ausschließen daß von dem einen Kind die Frau was erbt da er in Trennung lebt und lt. Anwalt Gütertrennung vereinbaren soll wo seine Frau aber Ihr Einverständnis geben muß, falls sie dies nicht tut. Mein Sohn hat keine Kinder. Wir wollen deshalb ein neues Testament verfügen wo mein Mann und ich als Gegenseitigen Erben eintragen und Kinder Nacherben sind. Oder ist da ein Berliner Testament besser?
Eddy (06.10.2014)
Eine rechtliche Beratung können wir an dieser Stelle nicht geben. Bitte wenden Sie sich an einen Anwalt oder Notar, der Ihnen sagen kann, welche Testamentsgestaltung für Sie passt. Rechtlich gesehen ist es so, dass die Ehefrau Ihres Sohnes nicht zum Kreis der gesetzlichen Erben zählt. Das hat nichts mit einer Gütertrennung zu tun. Welche Art von Berliner Testament Sie wünschen, sollten Sie nach einer rechtlichen Beratung entscheiden.
Meine Bekannte hat über einen langen Zeitraum ein älteres Ehepaar gepflegt. Im Frühjahr ist der Mann verstorben nun geht es der alten Dame sehr schlecht. Meine Bekannte hat für alles eine Generalvollmacht, in welcher auch steht das Sie alles bekommen soll (das Ehepaar hatte keine Kinder gemeinsamen Kinder) nur der Mann hat eine uneheliche Tochter, zu welcher kein Kontakt besteht. Das Ehepaar hat ein Berliner Testament verfasst, wo steht das der Überlebende zu entscheiden hat was mit allem passiert. Meine Bekannte fragt sich nun ob die Tochter einen Anspruch hat.
Sandra Wolf (05.09.2014)
Hallo Frau Wolf, es käme auf den genauen Inhalt des Schriftstücks an. Ein Testament muss komplett handgeschrieben und unterschrieben sein. Es muss klar und deutlich daraus hervorgehen, dass es sich um eine letztwillige Verfügung handeln soll. Ob die Vollmacht diesen Voraussetzungen genügt, ist zweifelhaft. Die uneheliche Tochter ist gesetzliche Erbin. Ein Unterschied zwischen ehelichen und unehelichen Kindern wird nicht gemacht. Sollte sie tatsächlich durch ein Testament enterbt worden sein, dann behält sie trotzdem den Pflichtteil. Wir würden Ihrer Bekannten empfehlen, die Sache noch einmal zu besprechen. Wenn er bereits pflegebedürftig ist, sollte in jedem Fall ein notarielles Testament aufgesetzt werden, da der Notar bescheinigen muss, dass er noch testierfähig ist.
Hallo, habe wahrscheinlich eine komplexere Frage!!! Ich bin 52 Jahre, geschieden und habe 3 Kinder, bin in zweiter Ehe wieder verheiratet und meine Frau hat auch zwei Kinder aus erster Ehe. (unser Kinder sind alle erwachsen) Ich besitze eine Doppelhaushälfte und meine Eltern auch, Sie sind neben an. Die beiden Häuser haben eine gemeinsame Heizungsanlage, die bei mir im Haus untergebracht ist, sowie der Heizöltank im Hause meiner Eltern. Wir beide Parteien haben das Nutzungs- und betretungsrecht in einem Übergabevertrag geregelt. Jetzt da ich wieder verheiratet bin, haben meine Eltern bedenken wegen meiner neuen Frau und ihren Kindern. Sie glauben, wenn mir was passiert Unfall, Tot haben auch die Kinder meiner Frau Anspruch auf mein Haus und Sie baten mich dieses zu regeln. Wie kann ich dieses in einem Testament machen ohne einen Notar zu bemühen? Was für Möglichkeiten habe ich? Klaus 10.08.14
Klaus Hanich (11.08.2014)
Hallo Klaus, die Kinder Ihrer neuen Frau sind nach Ihrem Tode zunächst nicht erbberechtigt. Allerdings hätte Ihre Ehefrau einen Erbanspruch. Falls Sie keinen Ehevertrag haben, erbt die Frau 1/4 des Nachlasses und erhält 1/4 Zugewinnausgleich. Falls die Frau später verstirbt, erben nach ihr deren Kinder. Insofern gibt es keinen direkten Anspruch, falls Sie und Ihre Frau aber beispielsweise kurz nacheinander durch einen Unfall versterben, könnte es so kommen, dass die Kinder der Ehefrau zusammen mit Ihren Kindern um die Ansprüche an dem Haus streiten. Vermeiden kann man dies letztlich nur durch testamentarische Regelungen. Wobei ein Pflichtteil der Ehefrau nicht ausgeschlossen werden kann. Wir empfehlen Ihnen dringend, sich an einen Notar zu wenden. Denn in Ihrem Fall könnte man auch daran denken bereits zu Lebzeiten dingliche Rechte der Eltern ins Grundbuch einzutragen, um diese abzusichern. Allerdings wäre dies ohnehin beurkundungspflichtig. Nur ein Notar oder Rechtsanwalt kann Ihnen im Übrigen eine verbindliche Beratung gewährleisten. Es kommt immer auf die Gesamtumstände an. Wir können an dieser Stelle nur allgemeine Auskünfte geben.
Hallo, ich bin verheiratet und mein Mann hat einen volljährigen Sohn aus erster Ehe. Wir haben zwei Dauerpflegekinder (beide behindert) - der Sohn aus erster Ehe wurde bereits seit 7 Jahren freiwiliig von mir unterstützt, da mein Mann kein Vermögen/Einkomemn hat. Dem will ich jetzt ein Ende bereiten und auch gleichzeitig dafür sorgen, dass der Nachlass zugunsten primär meines Mannes und der beiden Pflegekinder geregelt wird. Wie mache ich das? Ich habe ein Haus finanziert (läuft auf meinen Namen),was fast abbezahlt ist und mehrere Lebensversicherungen. Wir haben keine Gütertrennung.
andrea s. (30.07.2014)
In Ihrem Fall würden wir empfehlen einen Notar aufzusuchen, da unsere Musterdokumente nur für Regelfälle erstellt sind. Einen Anspruch an Ihrem Nachlass hat der Sohn Ihres Mannes zwar nicht, allerdings sollte man klären, was passieren soll, falls Sie vorversterben. Denn dann wäre Ihr Ehemann ggf. der Alleinerbe. Auch ist zu bedenken, wie eventuelle Pflege der Kinder geregelt werden soll. Diesbezüglich kann es sinnvoll sein eine Vor- und Nacherbschaft anzuordnen. Die Testamentsgestaltung sollte daher individuell vorgenommen werden.
Hallo, ich bin verheiratet und habe 3 Kinder. Zwei aus meiner jetzigen Ehe und eine uneheliche Tochter, mit der wenig Kontakt besteht. Eigentlich bekommt sie nur Unterhalt von mir. Ich habe diese uneheliche Tochter nun in unserem Berliner Testament enterbt. Somit würde sie nur den Pflichtteil bekommen. Frage: Kann ich das im Berliner Testament so für MEINE uneheliche Tochter festschreiben, da das Berliner Testament ja von beiden Ehepartnern aufgesetzt wird. Oder muss ich vielleicht den Satz "meine uneheliche Tochter/die uneheliche Tochter meines Mannes...(Name), (Geb.)" hinzufügen? Danke und Gruß SB
Stefan B. (29.07.2014)
Hallo Herr B., Ihre Frage ist berechtigt. Dadurch, dass Sie sich im Berliner Testament gegenseitig zu Alleinerben einsetzen, werden die Kinder von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen, wenn ein Partner verstirbt. Durch die Benennung eines Alleinerben werden also alle übrigen Erben von der Erbfolge ausgeschlossen. Gibt es uneheliche Kinder, sollte man trotzdem genau festlegen, was für diese gelten soll, wenn deren leiblicher Elternteil als erster stirbt. Insofern ist zunächst wichtig, dass die Person eindeutig identifizierbar ist und das aus der Formulierung klar hervorgeht, dass der Fall geregelt werden soll. Sie könnten daher etwa schreiben "Wir stellen klar, dass die unehelicher Tochter von Herrn Stefan B., Frau xy, geboren am ....., nach dessen Tod nur den Pflichtteil erhalten soll." Dennoch empfehlen wir Ihnen, sich im Zweifel rechtlich beraten zu lassen, etwa bei einem Fachanwalt für Erbrecht, der das Testament im ganzen noch einmal durchsehen kann. Eine spezielle Vorlagen für Eheleute mit Kindern die nicht aus der Ehe stammen bieten wir nicht an, eben weil es hier vielfältige Konstellationen gibt.
Guten Tag Ich habe die Testamenten Voraussetzungen einigermassen verstanden - aber: wenn ich mein handgeschriebenes Testament bereit habe, wo kann ich das 'offiziell' (bzw. geschützt) aufbewahren? Beim Notar? Irgendeinem Amt? In Prinzip möchte ich bekannt geben wo es zu finden ist, aber nicht unbedingt vor meinem Tod zum lesen ist. Ist leider so. Mit freundlichen Grüßen
Anthony Healey (16.05.2014)
Hallo Herr Healy, wenn Sie sicherstellen möchten, dass Ihr Testament im Ernstfall gefunden wird, aber eben nicht schon vorher in fremde Hände geraten kann, können Sie es beim Nachlassgericht (das Amtsgericht, das für Ihren Wohnsitz zuständig ist) verwahren lassen. Dort kann man auch Testamente verwahren lassen, die nicht bei einem Notar erstellt wurden. Es wird für die Verwahrung eine Gebühr erhoben und Sie erhalten einen Hinterlegungsschein, auf dem der Hinterlegungsort bezeichnet ist. Von dort werden die Verwahrungsdaten dann an das zentrale Testamentsregister weitergeleitet. Sie bekommen einen Hinterlegungsschein, auf dem steht, wo das Testament verwahrt ist. Für die Verwahrung wird eine Gebühr erhoben. Die genaue Höhe können Sie beim Gericht erfragen. Falls Sie Ihren letzten Willen ändern wollen, können Sie das Testament übrigens jederzeit zurück verlangen.
Wo wird, wenn man Gütertrennung vor dem Notar beurkunden lässt, dies für den Scheidungs oder Sterbefall gespeichert
ankes (25.04.2014)
Die Gütertrennung wird im Güterrechtsregister verzeichnet, das bei den Amtsgerichten geführt wird. Die Eintragung erfolgt durch Antrag, der vom Notar beglaubigt werden muss. Häufig ist dies in der Urkunde enthalten. Fragen Sie am besten beim beurkundenden Notar nach. Der Originalvertrag wird beim Notar verwahrt.
Unsere Tochter lebt mit einem Partner. Sie haben ein Haus gebaut. Eigentümer im Grundbuch ist unsere Tochter, weil das Geld (beträchtlich) von ihr und uns (Vorgriff auf Erbe) ist.Der Kredit läuft auch auf ihren Namen. Inzwischen sind Kinder geboren (gemeinsame Sorgerecht). Jetzt will sie ein Testament machen, damit der Partner im Todefall abgesichert ist. Erben sind ihre Kinder. Der Freund und Vater der Kinder soll Wohnrecht erhalten. Als Erbe kann sie ihn nicht einsetzen, wegen Erbschaftssteuer. Was ist dabei zu beachten? Muss erwomöglich auf das Wohnrecht steuern zahlen?
Tina (07.04.2014)
Hallo Tina, das Wohnrecht wäre in diesem Fall wohl tatsächlich zu versteuern. Denn konkret bedeutet das Wohnrecht ja, dass die damit bedachte Person für eine unbestimmte Zeit Miete spart. Die Berechnung des Kapitalwerts eines Wohnrechts, der der Besteuerung zugrunde liegt, ist sehr kompliziert. Hier sollte man sich im Zweifel bei einem Steuerberater genau erkundigen. Vielleicht wäre es sogar vorteilhafter, wenn der Partner neben den Kindern erbt, je nach Wert des Grundstückes. Da man hier ja über Grundstücks- und Wohnwerte, die in der Zukunft liegen spekuliert, wird es wohl nicht so leicht werden eine verbindliche Berechnung aufzustellen. Vielleicht aber eine grobe Orientierung. Eine verbindliche Auskunft können wir an dieser Stelle leider nicht geben, da wir die Umstände des Einzelfalls nicht kennen. Wie gesagt: Ihre Tochter sollte sich an einen Rechtsanwalt oder/ und Steuerberater wenden, der berechnen kann, ob das Wohnrecht tatsächlich sinnvoll ist.
Hallo, meine Oma möchte, das der Betrag von einem vorhandenes Sparkonto, zu je gleichen teilen nach ihrem Tod nur an ihre zwei Enkel zu gute kommt. Sie hat einen Sohn, (er hat noch ein Kind aus 2. Ehe, also 3.Enkel ). der von den genannten Konto nichts bekommen soll. Wie sollte man das schriftlich festlegen?
Roland.D. (08.03.2014)
Hallo Herr D., es hört sich so an, als sei das Vermächtnis hier der richtige Weg. Der Sohn (und ggf. weitere Kinder/ Pflichtteilsberechtigte) werden Erben und müssen das Vermächtnis erfüllen. Gut wäre es festzulegen, dass Stichtag für den Kontostand der Todestag ist. Falls der Sohn gar nicht erben soll, dann müsste das Testament anders gestaltet werden und die Enkel ggf. als Erben eingesetzt werden. Dann hätte der Sohn jedoch im Zweifel einen Pflichtteilsanspruch. Da wir aus der Ferne die Situation nicht individuell prüfen und beurteilen können, empfehlen wir, sich an einen Rechtsanwalt oder Notar zu wenden. Vielleicht kann auch der Kundenberater bei der Bank Ihnen weiterhelfen, denn es gäbe ja auch die Option eine Vollmacht für das Konto zu erteilen.
Wir als Ehepartner wollen ein Testament aufsetzen in welchem wir uns gegenseitig als Erben benennen. Auch für den Fall, dass wir beide gleichzeitig bei einem Unfall ums Leben kommen, soll das Testament unverändert bleiben. Was können wir da am besten nehmen? Herzlichen Dank!
Elsa & Martin F (25.02.2014)
Hier würde sich das [Berliner Testament|/p/798/index.php?form_id=31858&search=berliner testament] als gemeinsames Testament anbieten. Die Eheleute bestimmen sich gegenseitig zu Alleinerben. Für den Fall, dass beide gleichzeitig versterben oder der Längerlebende verstirbt, wird ein Erbe eingesetzt. Damit können Sie sicher gehen, wer Ihr Erbe erhält. Alles Gute!
Hallo, meine Eltern haben ein Berliner Testament gemacht. Es sind drei leibliche Kinder vorhanden, die Verhältnisse der Geschwister nicht besonders gut. Wenn in dem Testament eines der drei Kinder nach dem Ableben der Eltern zusätzlich als Alleinerbe eingesetzt worden ist, erhalten die beiden anderen Kinder dann einen Pflichtteil, oder sind die beiden Geschwister dann vom Erbe ausgeschlossen? Was für Fristen müssen wir ggf. beachten? Vielen Dank für Ihre Antwort.
Zimmermann (24.02.2014)
Um hier eine verbindliche Aussage geben zu können, müsste man den Wortlaut des Testaments genau kennen. Grundsätzlich ist es so, dass die Eltern nur eines der Kinder als Alleinerben, nach dem Tod des letztverstorbenen Ehepartners einsetzen können. Allerdings behalten die anderen dann trotzdem ihren Pflichtteil (die Hälfte des gesetzlichen Erbteils). Die Ansprüche der Pflichtteilsberechtigten verjähren nach drei Jahren. Die Frist beginnt in dem Moment, in dem die Pflichtteilsberechtigten davon erfahren haben, dass sie enterbt sind. Sie können vom Erben eine Aufstellung über den Nachlass verlangen, um ihre Pflichtteilsansprüche zu beziffern.
Hallo! Leider ist vor einigen Wochen mein einziger Onkel verstorben. Laut Testament bin ich der einzige Erbe. Da mein Onkel verheiratet im gesetzlichen Güterstand (Zugewinngemeinschaft) war, nehme ich an, dass seine Witwe ihren Pflichtteilsanspruch mir gegenüber geltend machen wird. Deshalb habe ich nun die Frage, wie sich der Pflichtteil errechnen lässt? Vielen Dank im Voraus!
Helmut B. (20.02.2014)
Hallo Herr Breuer! Erst einmal unser herzlichstes Beileid! Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Der gesetzliche Erbteil des Ehegatten hängt davon ab, ob es noch weitere Verwandte der ersten oder zweiten Ordnung gab. In Ihrem Fall gab es nach Ihrer Schilderung ja zumindest Erben zweiter Ordnung (Abkömmlinge der Eltern). Insofern wäre der Erbteil gemäß §1931 BGB die Hälfte des Nachlasses. Der Pflichtteil wäre damit 1/4. Hinzu käme im Fall der Gütergemeinschaft der Zugewinnausgleich nach §§ 1371 ff. BGB. Bitte beachten Sie, dass wir hier keine verbindliche Auskunft geben können, da auch der Wortlaut des Testament ggf. noch Auswirkungen haben kann. Alles Gute!
Habe eine geschidene Frau mit zwei Kindern geheiratet.Aus unserer Ehe kommen Drei Kinder.Meine Frau ist vor zehn Jahren verstorben.Die zwei Kinder aus Erster Ehe kümmern sich nicht um mich.Meine Frage:Sind sie Erbberechtigt.Mit Besten Dank k.
Kaufmann Karl (12.02.2014)
Hallo Herr Kaufmann, falls Sie keinerlei Testament aufgesetzt haben, sind die Kinder nicht erbberechtigt. Ausnahme: Sie wurden von Ihnen adoptiert. Nach dem Tod der Mutter hätten Sie allerdings einen Erbanspruch gehabt. Die Ansprüche wären wohl noch nicht verjährt, da hier noch die alte Verjährungsfrist von 30 Jahren gelten müsste. Die Kinder könnten also noch ihren Erbteil nach dem Tod der Mutter einfordern. Bitte beachten Sie, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung ist, da wir die näheren Umstände im Einzelfall nicht kennen. Im Zweifel sollten Sie zu einem Anwalt gehen.
Hallo. Mein Mann und ich haben beide Kinder aus erster Ehe. Wir wohnen in meinem Eigenheim. Desweiteren gehört mir noch ein Haus, welches zur Zeit vermietet ist. Mein Mann besitzt auch ein Haus. Dies wird allerdings verkauft. Alle Kinder sind erwachsen und leben nicht mehr bei uns. Wir wollten ein "Berliner Testament" machen. Haben die Kinder meines Mannes einen Pflichtteilsanspruch auf mein Vermögen, wenn ich zuerst versterbe? Wenn ja, wie kann ich das verhindern, da sie auch noch überschuldet und Hartz IV-Empfänger sind? MfG, M.
M. (10.02.2014)
Hallo, die Kinder Ihres Mannes sind im Falle Ihres Ablebens nicht pflichtteilsberechtigt, sie gehören auch nicht zu den gesetzlichen Erben. Nur Ihre eigenen Abkömmlinge bzw. deren Kinder und Ihr Mann sind in dem Fall, wie Sie ihn schildern, erb- und pflichtteilsberechtigt. Verstirbt ihr Mann zuerst, haben seine Kinder allerdings - trotz Berliner Testament - die Möglichkeit, einen Pflichtteil zu verlangen. Dieser liegt bei der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Mit freundlichen Grüßen!
Beriner Testament: Ich bin 1940 geboren mein Frau ist 1936 geboren und wir haben keine Kinder. Meine Frage ist: Hat meine Schwester Anspruch auf ein Pflichtteil?
Han Willy Meyhoff (07.02.2014)
Sehr geehrter Herr Meyhoff, pflichtteilsberechtigt sind immer nur Abkömmlinge, Ehegatten oder Eltern. Eine Schwester hat keinen Anspruch auf einen Pflichtteil und kann diesen daher auch nicht wirksam einfordern. Mit besten Grüßen!
Kann ein Pflichtteilsverzicht auch in einer Vorsorgevollmacht erklärt werden? Was ist wenn der Verzichtende unter Betreuung steht?
Alexander M. (16.01.2014)
Hallo Herr M., laut § 2346 BGB ist ein Pflichtteilsverzicht möglich. Zu unterscheiden ist zwischen Pflichtteilsverzicht und Erbverzicht (beides möglich). Denn wenn der Erbverzicht nicht erklärt wird, kann der Pflichtteilsverzichtende immernoch Erbe werden (wenn beispielsweise ein anders lautendes Testament formunwirksam wäre). Insofern wäre zunächst zu überlegen, was genau gewollt ist. Der Pflichtteilsverzicht kann jedoch (zu Lebzeiten des Erblassers) nicht einseitig und formfrei erklärt werden. Der Pflichtteilsverzichtsvertrag bedarf der notariellen Beurkundung (§ 2348 BGB analog). Sie können ihn also nicht einfach in eine Vorsorgevollmacht einbauen, sondern müssen sich an einen Notar wenden. Bezüglich der weiteren Formalitäten käme es auf den genauen Umfang der Betreuung an. Wahrscheinlich müsste der Betreuer in dem Fall zustimmen und beim Termin anwesend sein, jedenfalls wenn das Gericht einen Einwilligungsvorbehalt vorgeschrieben hat. Die genauen Anforderungen kann Ihnen der Notar nennen, wenn er die Unterlagen bezüglich der Betreuung geprüft hat. Nach dem Tod des Erblassers könnte der Pflichtteilsberechtigt allerdings formlos gegenüber den Erben auf seinen Pflichtteil verzichten. Falls er dann immernoch unter Betreuung steht, müsste der Betreuuer ggf. hier auch einwilligen.
Hallo, ich habe einen Sohn aus erster Ehe sowie eine Tochter mit meiner jetzigen Lebensgefährtin. Nun habe ich gehört, dass im Falle eines tragischen Ablebens meines geliebten Sohnes seine Mutter, sprich meine Ex Frau, Anspruch auf den Pflichtteil meines geliebten verstorbenen Sohnes hätte. Ist das richtig???
Ronny (05.01.2014)
Hallo, die Erbfolge ist in Deutschland so geregelt, dass zu den Erben erster Ordnung nur die Abkömmlinge bzw. deren Stämme (Abkömmlinge der Kinder, sprich: Ihre Enkel oder Urenkel) gehören (§ 1924). In dem Fall, dass ihr Sohn vor Ihnen verstirbt, ist Ihre Ex-Frau nicht erbberechtigt. Sein Erbteil könnte höchstens auf seine Abkömmlinge übergehen. Gibt es keine Abkömmlinge, so fällt für Ihren Sohn auch kein Erbe an. Der erste denkbare Fall, in dem Ihre Ex-Frau Zugang zum Erbteil Ihres Sohnes bekäme, wäre der, dass Ihre Ex-Frau nach dem Tod Ihres Sohnes gesetzlicher Vormund (und Vermögensverwalter) für dessen minderjährige Kinder, also Ihrer Enkel, wird. Dieser Fall ist jedoch recht unwahrscheinlich. Der zweite denkbare Fall: Wenn erst Sie versterben und das Erbe auf Ihren Sohn übergeht und er daraufhin stirbt, ohne Abkömmlinge zu hinterlassen, würde das Vermögen Ihres Sohnes (inklusive Ihres Erbes) auf seine Mutter, d.h. Ihre Ex-Frau übergehen. Wir würden Ihnen raten, in Ihrem Testament Ihre gewünschten Erben eindeutig zu vermerken. Ein gesonderter Ausschluss Ihrer Ex-Frau ist nicht erforderlich. Wir hoffen, wir konnten Ihnen helfen. Mit freundlichen Grüßen!
Hallo, ich habe mal eine Frage. Meine Oma und Opa möchten gerne ein Berliner Testament verfassen. Sie hatten 3 Söhne, wovon einer verstorben ist. Dieser hat eine Tochter zur Welt gebracht. Meine Großeltern möchten jedoch, dass ihre anderen beiden Söhne nach deren Ableben die einzigen Erben sind. Formuliert man es so, dass deren zwei Söhne die Alleinerben sein sollen und die Enkeltochter vom Erbe ausgeschlossen wird oder sollte man es so formulieren, dass sie nur ihren Pflichtteil bekommen soll. Was ist sinnvoller? Pflichtteilsberechtigt ist sie doch in jedem Fall oder? Vielen lieben Dank für die Antwort! Mit freundlichen Grüßen
Christina (16.12.2013)
Hallo, meine Frau besitzt ein Mehrfamilienhaus. Um uns beide abzusichern haben wir ein handschriftliches Berliner Testament aufgesetzt. Eine Kollegin meinte jedoch, dass ein Berliner Testament bei Grundstücksangelegenheiten nur gültig ist, wenn es von einem Notar aufgesetzt wurde. Stimmt das? Vielen Dank für Ihre Antwort Mit freundlichen Grüßen
Christian (22.11.2013)
Hallo Christian, das stimmt nicht. Es ist unerheblich worauf sich das Testament bezieht. Einen Notar benötigen Sie für ein Testament nicht. Dies ergibt sich schon aus dem Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung: Der Gesetzgeber will sicherstellen, dass Nachlassfragen von jedem Bürger ohne große Hürden geregelt werden können. Wichtig ist dabei nur, dass der wahre Wille des Erblassers deutlich wird und dass man erkennen kann, das er persönlich die Erklärung abgegeben hat. Daher das Erfordernis der kompletten Handschriftlichkeit. Wenn der Erbe die Umschreibung im Grundbuch erwirken will, muss er dann allerdings einen Erbschein beantragen. Bei einem notariellen Testament, reicht in der Regel die Vorlage des Testaments beim Grundbuchamt aus, um das Grundbuch berichtigen zu lassen. Mit der Gültigkeit eines handschriftlichen Testaments hat dies allerdings nichts zu tun. Möglicherweise meinte Ihre Kollegin einen Erbvertrag, der grundsätzlich immer notariell zu beurkunden ist?
Hallo, mein Mann und ich sind seit 1994 verheiratet, mein Mann hat 2 Kinder aus der 1.Ehe und ich 3 aus der ersten Ehe. Wir sind beide noch nicht 60 Jahre alt,haben vor ca.18 Jahren ein Ehevertrag abgeschlossen den möchten wir widerrufenen und ein Berliner Testament verfassen. Da wir kein Kind ausschließen möchten haben wir die Absicht, dass alle 5 das gleiche erben. Ich möchte Sie bitten meine Fragen zu beantworten. Meine 1. Frage- Kann/muss man den Ehevertrag widerrufenen? Wenn ja wie? 2. Frage- Ist es möglich alle 5 Kinder zu gleichen Teil erben lassen, und wie soll es korrekt erfolgen? Vielen Dank für Ihre Antworten Mit freundlichen Grüßen Lang Margarete
Margarete und Josef Lang (07.11.2013)
Hallo Frau Lang, es kommt ein wenig darauf an, was genau Sie im Ehevertrag geregelt haben. In der Regel wird wohl ein Widerruf nötig sein, der bei einem Notar zu erstellen wäre. Wir empfehlen Ihnen diesbezüglich bei dem Notar nachzufragen, der den Ehevertrag damals beurkundet hat. Ein Berliner Testament können Sie aufsetzen. Als Eheleute setzen Sie sich gegenseitig als Alleinerben ein, dann bestimmen Sie die Erben, die nach dem Tod des längerlebenden erben sollen. Es ist allerdings so, dass die Kinder immer die Möglichkeit behalten, den Pflichtteil geltend zu machen, wenn der leibliche Elternteil verstirbt. Da dieser die Hälfte des eigentlichen Erbteils beträgt könnte es hier zu Problemen kommen. Da die Stiefkinder ja im Falle des Todes des Stiefelternteils gar keinen Erbanspruch haben, wäre also unter Umständen der Pflichtteil des leiblichen Kindes entsprechend höher. Hier wäre es in jedem Fall zu empfehlen, dass Testament notariell aufzusetzen, um eben solche ungewollten Folgen zu vermeiden. Unsere Muster-Testamente sind auf Fälle zugeschnitten, in denen es um leibliche Kinder geht. Für spezielle Fälle sollten Sie daher immer eine Rechtsberatung aufsuchen.
Guten Abend. Mein Mann und ich sind seid 8 Jahren zusammen und seit einem Jahr verheiratet. Nun möchen wir ein gemeinsames Testament, das sogenante Berliner Testament schreiben. Wir haben beide Kinder, mein Mann 4 Kinder und ich 2. Mein Mann möchte seine Kinder in unserem Testament nicht berücksichten, was ich auch unterstütze, denn keiner seiner Kinder war für ihn da, auch nicht als er ein paar mal sehr krank war. Sie wolten nichts mehr mit ihm zu tun haben. Wir möchten das mein Sohn nach unserem Tod der alleinige Erbe ist. Er ist immer für uns da verrichtet alle Arbeiten im und um das Haus, wie mit ihm besprochen sollen auch die Kinder meiner Nichte, Susanna und Jamin Andres die bei uns als Pflegekinder lange Zeit wohnten einen Anteil bekommen, aber nur dann wenn sie Volljährig, sind oder zur Ausbildung. Ich hoffe das Sie uns helfen könne vielen Dank im Vorraus .
Rosemarie Eymann (28.10.2013)
Hallo, wir (meine Ehefrau und ich) erstellen ein Berliner Testament. Wir haben 2 gemeinsamen Kinder, die nach dem Tod des zweites Elternteils jeweils zu Hälfte erben - also klassisch. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich noch ein aussereheliches Kind(er) habe. Falls das Kind sich meldet und als mein leibliches Kind (z. B. mit genetischer Expertise) bewiesen lässt, wird die Person ein Erbenanspruch haben können ggbf. wie viel. Danke. Gosch.
Gosch (09.10.2013)
Hallo, auch aussereheliche Kinder haben grundsätzlich einen Erbanspruch. Aber: Wenn es ein Testament gibt und sie darin nicht bedacht sind, dann erhalten sie den Pflichtteil (die Hälfte des gesetzlichen Erbteils). Die Berechnung des Erbteils hängt von der Anzahl der gesetzlichen Erben ab. Würden Sie vor Ihrer Ehefrau sterben, wäre deren Anteil 50%. Der restliche Teil wird unter den Kinder verteilt (eheliche und nichteheliche). Problematisch könnte in Ihrem Fall werden, dass sich die außerehelichen Kinder eventuell darauf berufen, dass Sie im Testament nur "vergessen" wurden, weil Ihnen die Existenz der Kinder nicht bekannt war. Mit diesem Argument könnten sie versuchen das Testament anzufechten, um den vollen Erbteil (und nicht nur den Pflichtteil) zu erhalten. Hier könnte man eventuell eine spezielle Formulierung in das Testament einbauen. Wir empfehlen Ihnen dringend, sich im Zweifel an einen Notar zu wenden, um eine korrekte Formulierung zu gewährleisten. Für so spezielle Fälle haben wir keinerlei Muster.
Guten Tag, wie verfassen wir am besten ein Testament. Folgendes: Wir leben in einer Lebensgemeinschaft, wobei mein Partner ein Haus hat. Das Haus soll seinem Sohn vererbt werden. Das Inventar soll mir als Lebenspartnerin vererbt werden. Außerdem soll mir noch ein einjähriges Wohnrecht eingeräumt werden. Danach werde ich wahrscheinlich in die Nähe meiner eigenen Kinder ziehen.
Lieselotte Neebuhr (06.10.2013)
Hallo Frau Neebuhr, Ihr Lebenspartner kann sein Testament mit Auflagen versehen. Hierzu haben wir ein Muster, welches Sie hier finden. Ein gemeinsames Testament können Sie nicht verfassen, da Sie nicht verheiratet sind. Möglich wäre jedoch ein Erbvertrag, der aber bei einem Notar aufgesetzt werden muss.
Ich bin zum dritten Mal verheiratet. Aus erster und zweiter Ehe habe ich jeweils ein Kind. Mit meiner jetzigen Frau habe ich keine Kinder. Wir wollen nun ein Berliner Testament erstellen. Was ist dabei zu beachten? Ist es richtig das meine jetzige Ehefrau von unserem Vermögen die Hälfte erbt und die andere Hälfte durch drei geteilt wird (Ehefrau und meine beiden Kinder erben jeweils ein Drittel)? Möchte hinzufügen, dass meine Ehefrau voll berufstätig ist.
Jakob (27.09.2013)
Hallo Jakob, grundsätzlich ist es richtig, sofern es keinerlei alte testamentarische Verfügungen gibt. Wenn Sie ein Berliner Testament aufsetzen, können Sie die Erbfolge ändern. Dies beinhaltet in der Regel, dass die Kinder erst dann erben, wenn der Ehepartner verstorben ist. Hier müssen Sie überlegen was gewollt ist: Sollen die Kinder nach dem Tod der Ehefrau auch von dieser erben? Oder sollen die Ehefrau nur als Vorerbin für den Erbteil nach Ihrem Tode eingesetzt werden? Sie müsste dann diesen Anteil für die Kinder verwalten und wäre in der Verfügungsgewalt entsprechend beschränkt. Wir empfehlen Ihnen, sich an einen Notar zu wenden, da es sich in Ihrem Fall nicht um eine alltägliche Konstellation handelt. Unsere Vorlage ist auf gemeinsame Kinder ausgerichtet. Die Nutzung einer Standard-Vorlage kann daher schnell zu Lücken im Testament führen.
Wenn in ein Testament Bedingungen an den Erben enthält, z. B. den Erblasser bis an sein Lebensende zu pflegen, und der Erbe diese Bedingungen nicht erfüllt, bleibt das Testament dann trotzdem gültig?
Heinz Kollau (03.09.2013)
Sehr geehrter Herr Kollau, in der Regel beziehen sich testamentarische Auflagen auf ein bestimmtes Verhalten des potentiellen Erben nach der Eröffnung des Testaments. Denn das Testament wird dem Erben ja erst nach dem Tod des Erblassers überhaupt bekannt. Dennoch kann auch die Erbeinsetzung an die Bedingung geknüpft werden, dass der Erbe den Erblasser im Vorfeld gepflegt hat. Sie sollten sich allerdings vor Augen halten, dass es hier im Nachhinein vielleicht Probleme bei der Auslegung geben kann, was genau die Pflegeleistungen beinhalten sollen etc. Der eingesetzte Testamentsvollstrecker kommt ja erst nach dem Todesfall zum Einsatz und hat vielleicht nicht die Möglichkeit zu überprüfen, ob die Pflege tatsächlich geleistet wurde. Es ist also möglich die Bedingung zu erstellen, in der Praxis können sich aber Probleme ergeben, wenn es um die Feststellung der Pflegeleistung geht. Es sollte also möglichst genau definiert werden, welche Vorstellungen der Erblasser von der Pflegeleistung hatte. Steht jedenfalls fest, dass die Bedingung nicht erfüllt ist, tritt der Erbfall nicht ein. Es sollte daher im Testament eine andere Person als Ersatzerbe genannt werden. Wichtig: Die Heimgesetze der Bundesländer verbieten in der Regel, dass "professionelle Pflegepersonen", also Angestellte in Heimen oder in der häuslichen Pflege als Erben eingesetzt werden. Grund: Die starke Abhängigkeit des Erblassers vom Pfleger. Es ist aber in vielen Bundesländern möglich hier eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten. Und: Es ist nicht möglich eine namentlich noch nicht bekannte Person im Testament einzusetzen, falls beispielsweise noch nicht feststeht, wer die Pflege übernimmt. Zulässig wäre es aber einen Erben zu bestimmen, der die Auflage erhält, der Pflegeperson eine bestimmte Summe zukommen zu lassen. Wie Sie sehen gibt es eine Vielzahl von Konstellationen. Im Zweifel sollten Sie sich bei einem Notar darüber beraten lassen, welche Lösung in Ihrem Einzelfall die beste ist.
Hallo, ich bin Witwe und habe eine Eigentumswohnung. Meinen 2 Kindern würde ich gerne vererben, aber lieber wäre es mir den 2 Enkeln direkt zu vererben, möglich wäre auch ein Nutzrecht meiner Kinder. Ist das sinnvoll? Kann ich das im Testament ohne Probleme festlegen? Vielen Dank, Maria
MSCHK (17.07.2013)
Hallo Maria, ja, sie können das so im Testament festlegen. Aber: Da Ihre Kinder Pflichtteilsberechtigte sind, können sie auch dann die Hälfte ihres gesetzlichen Erbteils einfordern, wenn sie durch Testament von der Erbfolge ausgeschlossen wurden. Das sollte bedacht werden, wenn die Enkel direkt in einem Testament bedacht werden. Es wäre auch möglich, die Kinder zu Vorerben für die Enkel zu bestimmen und sie in der Verfügungsgewalt über die Wohnung damit zu beschränken. Die Enkel erben dann erst nach dem Tod der Kinder. Auch ist es möglich, das Eigentum bereits zu Lebzeiten zu übertragen und sich ein Wohnrecht zu sichern. Dabei sind auch steuerliche Aspekte zu bedenken. Wenn Sie sich noch nicht im Klaren darüber sind, welche Lösung für Sie die passende ist, empfehlen wir Ihnen, sich noch einmal bei einem Notar oder Anwalt beraten zu lassen. Dieser kann für Sie die unterschiedlichen Möglichkeiten für Sie individuell prüfen.
Guten Morgen, mein Bruder und seine Frau, verheiratet, wollen sich gegenseitig alles vererben. Mein Bruder besitzt 1 Haus und 2 Wohnungen, sie haben keine Kinder. Im Todesfall von Beiden möchten sie meinen Kindern, also ihren 2 Neffen, alles vererben. Ist das möglich? Es gibt von der Ehefrau noch einen Bruder mit 2 Kindern, die eigentlich nichts erben sollen. Vielen Dank, Moni
Hallo, diese Regelung wäre möglich über ein gemeinsames Testament. Geklärt werden müsste noch die Frage, ob der längerlebende Ehegatte noch die Möglichkeit bekommen soll, eine andere Person testamentarisch zum Erben zu bestimmen. Da der Bruder der Ehefrau und seine Kinder nicht pflichtteilsberechtigt sind, können diese Personen auch keinen Pflichtteil geltend machen. Testamentarisch können sie ganz aus der Erbfolge ausgeschlossen werden. Wir empfehlen jedoch, sich in der Frage noch einmal bei einem Notar oder Anwalt beraten zu lassen. Im Einzelfall kann sich nach vollständiger Sichtung der Sachlage immer noch eine andere Beurteilung ergeben. Insofern können wir hier keine verbindlichen Rechtsauskünfte geben.
Hallo, mein Lebensgefährte und ich wollen im nächsten Jahr heiraten. Er ist Witwer und hat 2 Kinder, die von ihm je ein Eigenheim geschenkt erhalten hatten. Das Haus, in dem er jetzt wohnt, werden auch seine beiden Söhne von ihm erben. Mein zukünftiger Ehemann und ich wollen jetzt in den nächsten Tagen zusammen eine Wohnung für mich kaufen. Wir werden beide im Grundbuch eingetragen. Wie kann ich mich absichern das mein Teil der Wohnung, im Falle meines Todes an meine beiden Kindern aus erster Ehe geht? Schließlich werde ich mich auch finanziell an der Wohnung beteiligen. Wie soll ich vorgehen? Auf was soll ich unbedingt achten? Herzlichen Dank, Elisabeth
Elisabeth (21.06.2013)
Hallo Elisabeth, da Sie schon in den nächsten Tagen eine Wohnung zusammen kaufen wollen aber erst im nächsten Jahr heiraten, ist dies unter erbrechtlichen Gesichtspunkten eine andere Situation, als wenn Sie die Wohnung als Ehepaar kaufen würden. Es muss hier der eheliche Zugewinn, das voreheliche Vermögen und vieles mehr beachtet werden. Wenn Sie verheiratet sind, legt das Gesetz die Erbquote folgendermaßen fest: Ihr Ehepartner (und damit später auch dessen Kinder) erhält im Falle Ihres Ablebens nicht den gesamten Nachlass, sondern nur ein Viertel. Drei Viertel Ihres Vermögens würden an Ihre Verwandten erster Ordnung (das sind Ihre Kinder) gehen. Neben Verwandten der zweiten Ordnung (das sind die Eltern, Geschwister, Neffen, Nichten und Großeltern des Erblassers) liegt die Erbquote des Ehegatten bei 50 Prozent. Wenn Sie als Ehepaar im gesetzlichen Güterstand lebten, muss der überlebende Ehegatte außerdem noch seinen Anteil am Vermögenszuwachs während der Ehe erhalten. Das Gesetz sieht dafür eine recht pragmatische Regelung vor: Es erhöht den gesetzlichen Erbteil um ein weiteres Viertel. Wie Sie sehen, ist die Erbfolge und -Quote ein sehr komplexes Thema. Wir raten Ihnen deshalb für Ihren individuellen Einzelfall einen zugelassenen Fachanwalt für Erbrecht hinzu zu ziehen, um Ihr Testament einwandfrei in Ihrem Sinne zu gestalten.
Wenn mein Ehefrau und ich beide unser Berliner Testament unterschreiben, ist dann wirklich keine notarielle Beurkundung notwendig?
Alwin Emmerich (21.06.2013)
Sehr geehrter Herr Emmerich, für ein formell einwandfreies Testament gibt es laut Gesetz zwei verschiedene Möglichkeiten: Das handschriftliche Testament oder das notarielle Testament (auch öffentliches Testament genannt). Beim handschriftlichen Testament ist die formelle Wirksamkeit dann gegeben, wenn das gesamte Testament – von der ersten bis zur letzten Zeile – von Hand geschrieben und unterschrieben ist. Die Unterschrift hat bei einem Testament Identitäts- und Abschlussfunktion. Zur Identifikation ist es ratsam, Vor- und Nachnamen zu verwenden. Der Abschlussfunktion werden Sie in jedem Fall gerecht, wenn Sie die einzelnen Seiten durchnummerieren und auf der letzten Seite unter dem Text unterschreiben. Das öffentliche Testament setzt nur voraus, dass sie ein Dokument an den Notar übergeben und ihm gegenüber erklären, es handele sich um Ihr Testament. Ob es ein handschriftlich oder maschinell verfasstes Schriftstück ist und ob es von Ihnen selbst oder von einem Dritten verfasst wurde, ist dabei vollkommen unerheblich. Nur die Erklärung, es handele sich um Ihren letzten Willen ist von Bedeutung. Sie können Ihren letzten Willen aber auch gegenüber dem Notar erklären, er schreibt diesen dann nieder und nimmt ihn in öffentliche Verwahrung. Im Zweifelsfall und für Ihren individuellen Einzelfall fragen Sie bitte immer einen zugelassenen Rechtsanwalt. Wir von der Redaktion sind nur berechtigt, allgemein gültige Informationen an unsere Kunden weiterzugeben.
Hallo Mein bester Freund hat einen letzten Wille aufgesetzt. Er ist im März verstorben. Der Wille ist per Hand geschrieben, aber nicht beglaubigt nur so hat er geschrieben, dass wenn das Geld von der Versicherung kommt alles beglichen wird Schulden, Beerdigung und den Rest verteilt wird. Sein Sohn 50%, seine Tochter 20% und ich 20% und sein Pate 10%. Und das habe ich getan. Jetzt meinte seine Schwester, sie hätte auch ein Anrecht auf dieses Geld, obwohl sie nicht im letzen willen erwähnt würde. Es wurde nur erwähnt, dass wir uns zusammen setzten und alles regeln für die Beerdigung. Jetzt meine Frage: Kann sie gegen den letzten Willen, den er handschriftlich hinterlegt hatte und nicht beglaubigt vom Notar was machen ????
Kubatta Markus (04.06.2013)
Hallo Herr Kubatta, grundsätzlich ist ein Testament formgültig, wenn es mit der Hand geschrieben und unterschrieben wurde. Ein Notar ist nicht nötig. Es kommt nun darauf an, weshalb die Schwester der Meinung ist, dass Sie auch ein Anrecht auf das Geld haben soll. Zweifelt Sie an, dass ihr Bruder das Testament selbst geschrieben hat? Gibt es noch ein anderes Testament? Selbst wenn es kein Testament gegeben hätte, käme die Schwester nicht als gesetzliche Erbin in Betracht, sofern der Sohn und die Tochter die leiblichen oder adoptieren Kinder Ihres Freundes waren. Wäre das Testament also ungültig, dann würden die gesetzlichen Erben (nach Ihrer Schilderung Tochter und Sohn) als Abkömmlinge und Erben erster Ordnung (§ 1924 BGB) zu jeweils 50% erben. Jeweils vorausgesetzt, dass keine weiteren Kinder existieren und auch keine Ehefrau. Sie sollten daher vielleicht noch einmal das Gespräch mit der Schwester suchen und ihr klar machen, dass die Frage der Beerdigung nichts mit der Verteilung des Nachlasses zu tun hat. Bitte beachten Sie jedoch, dass wir hier keine individuelle Rechtsberatung leisten können. Lassen Sie sich im Zweifel von einem Anwalt beraten, der alle Details des Falls prüfen kann.
Guten Tag, ich habe von meiner Mutter ein Haus mit Grundstück per Schenkung übertragen bekommen. Meine Nacherben sind unsere beiden Kinder. Wie kann ich meinen Mann absichern? Viele Grüsse
A. Jung (30.05.2013)
Hallo Frau Jung, grundsätzlich wäre ein Berliner Testament möglich, wenn Sie und Ihr Mann sich gegenseitig als Alleinerben einsetzen und die Kinder erst nach dem Tode des letztversterbenden Partner erben. Bei der Frage der Formulierung käme es aber darauf an, ob die Kinder aus der Ehe stammen oder nicht. Falls nicht wäre ein Testament mit Vor- und Nacherbschaft möglich. Bei diesen testamentarischen Lösungen ist zu bedenken, dass der Pflichtteil den Kindern dennoch zustehen würde. Theoretisch wäre also immer zu befürchten, dass diese den Pflichtteil geltend machen und dieser ausgezahlt werden würde. Möglich wäre vielleicht die Eintragung eines lebenslangen Wohnrechts im Grundbuch für Ihren Mann. Hier kommt es aber darauf an, was genau im Schenkungsvertrag stand. Ob Sie überhaupt uneingeschränkt über das Grundstück verfügen können. Es ist nämlich möglich, die Schenkung mit bestimmten Auflagen zu versehen. Wir empfehlen Ihnen daher dringend, sich bei einem Notar oder Rechtsanwalt beraten zu lassen. Dieser kann Ihren Einzelfall prüfen und so herausfinden, welche Herangehensweise bei Ihnen am besten wäre, um Ihren Mann abzusichern. Wir können hier keine verbindlichen Ratschläge erteilen.
Hallo, mein Mann und ich haben jeweils zur Hälfte eine Eigentumswohnung. Nun hat mein Mann ein Testament gemacht, in dem unser gemeinsamer Sohn Alleinerbe ist. Als Testamentsvollstrecker hat er seinen Bruder eingesetzt. Falls mein Mann und mein Sohn sterben, würde sein Bruder erben. Ist so etwas Recht, kann nicht ich als Mutter das Erbe meines Sohnes verwalten? Steht mir ein Pflichtteil zu? Viele Grüße
Rhea (13.05.2013)
Hallo Rhea, als Ehefrau haben Sie natürlich Anspruch auf einen Pflichtteil des Erbe Ihres Mannes. Es scheint zumindest ungewöhnlich, dass Ihr Mann Sie bei seinem möglichen Ableben nicht bedacht hat. Meine Empfehlung ist, dass Sie sich noch einmal mit Ihrem Mann und einen neutralen Erbrechtsanwalt hinsetzen und all Ihre Fragen dazu in Ruhe durchsprechen. Das ist auch Ihr gutes Recht. Wir als Redaktion können keine verbindliche Rechtsauskunft geben sondern nur eine Einschätzung aufgrund Ihrer Nachfrage.
Hallo, mein Lebenspartner und ich sind nicht verheiratet, wir leben in meinem Haus, ich trage die Kosten. Ich habe ein Kind aus einer alten Beziehung mit alleinigem Sorgerecht. Sicher ist es so, dass mein Sohn im Falle meines Todes das Haus erbt. Mein Partner hat 2 Kinder aus erster Ehe und ist geschieden. Er lebte damals mit seiner Frau in einem Haus, es gehörte beiden, sie hat ihn mit seinem Einverständnis aus dem Grundbuch gestrichen, er ist aber noch im Kreditvertrag ohne seinen Anteil zu zahlen. Sie haben sich gütig geeinigt, jedoch nichts Schriftliches hinterlegt. Wenn seine Exfrau nun in finanzielle Schwierigkeiten kommt und die Kreditsumme nicht mehr aufbringen kann, muss er dann trotzdem zahlen, obwohl ihm das Haus nicht gehört. Was kann man machen um die Situation zu entschärfen, wie kommt mein Lebensgafährte aus diesem Kreditvertrag und wie können wir uns für den Todesfall absichern. Wäre es von Vorteil zu heiraten, oder wird es dann noch komplizierter? Liebe Grüße
Helen Schneider (26.04.2013)
Hallo Frau Schneider, Ihr Lebensgefährte kommt aus dem Kreditvertrag möglicherweise heraus, wenn er sich mit seiner Ex-Frau und der Bank hinsetzt und über die Möglichkeiten spricht. Falls dies die Bank nicht möglich macht, wäre es ja nur fair, wenn Ihr Partner wieder ins Grundbuch eingetragen wird. Im Falle des Ablebens seiner Ex-Frau säße er tatsächlich auf den Kosten, jedoch ohne Eigentumsanspruch auf sein ehemaliges Haus. Hier sollten Sie alsbald eine Klärung herbeiführen. Wenn Sie und Ihr Lebensgefährte heiraten, würde dies im Fall Ihre Ablebens bedeuten, dass auch die seine Kinder einen Pflichteilsanspruch an Ihrem Haus haben. Das heisst, Ihrem leiblichen Kind würde dadurch automatisch weniger Erbe zustehen. Pflichtteilsansprüche könnten dazu führen, dass beispielsweise Ihr Kind “das Tafelsilber“ veräußern muss, um alle Nachlassverbindlichkeiten seiner Stiefgeschwister zu begleichen. Durch die Anordnung von Vor- und Nacherbschaft verbunden mit einer Pflichtteilsklausel können Sie dies vermeiden. Und durch ein gemeinschaftliches Testament erzeugen Sie eine Verknüpfung zwischen Ihrem Testament und dem Ihres Partners, die durch eine Wiederverheiratungsklausel noch erheblich verstärkt werden kann. So zum Beispiel durch das sogenannte "Berliner Testament"s. Bitte beachten Sie immer, dass wir keine verbindliche Rechtsauskunft geben können sondern immer nur eine Einschätzung aufgrund Ihrer Anfrage. Für Ihren individuellen komplexen Fall empfehle ich Ihnen deshalb, auch einen Rechtsanwalt zu befragen.
Meine Frau wird in kürze sterben.Hirntumor.Sie kann nicht mehr sprechen und sich nicht mehr verständlich machen.Wir haben es versäumt und es nicht mehr geschafft das sie ein Testament macht.Ich bin ihr Vertrauter,Betreuer und Bevollmächtigter.Ich habe eine Patientenverfügung und eine Generalvollmacht. Wir sind 43 Jahre verheiratet und haben 10 Kinder großgezogen.Bis auf unser Haus Bj.1986 haben wir kein Geldvermögen.Sollte ich jetzt noch zum Notar und für sie ein Testament machen.?Geht das überhaupt.?Abgesehen davon hat sie mir vor einem Jahr gesagt das ich ihren Anteil des Hauses bekommen würde da es auf Eheleute läuft.Was kann oder sollte ich jetzt noch machen. Mit freundlichen Grüßen
Heinz Harter (15.04.2013)
Sehr geehrter Herr Harter, wir empfehlen Ihnen dringend, sich an einen Rechtsanwalt oder Notar zu wenden. Die Angelegenheit ist ziemlich problematisch, wenn kein schriftliches Testament vorliegt. Die Errichtung eines Testaments ist ein höchstpersönliches Geschäft, das nicht vom Betreuer übernommen werden darf. Je nach Zustand Ihrer Frau wäre es allerdings eventuell noch möglich, ein notarielles Testament zu verfassen. Sofern Sie eine notarielle Vollmacht haben, die sich auch auf Grundstücksgeschäfte bezieht, können Sie eventuell den Grundstücksteil Ihrer Frau auf sich übertragen. Ansonsten würde der Anteil an die Erbengemeinschaft gehen (Ehemann und leibliche Kinder). Auch wenn ein Testament existiert hätten die Kinder Recht auf Ihren Pflichtteil. Wegen des sehr heikelen Sachverhalts wäre es also gut, sich ausführlich rechtlich beraten zu lassen. Wir können an dieser Stelle nur eine sehr oberflächliche Einschätzung geben und keine Rechtsberatung.
Guten Tag. Darf mein Ehegatte in meinem eigens geschriebenen Testament eine eigene Erklärung/Bestätigung zu meinen Ausführungen einfügen oder anfügen. Damit könnte man ein gemeinsames Testament umgehen. Mit dem gemeinsamen Testament wird es schwierig, weil wir beide jeweils ein eigenes Mietshaus haben und diese getrennt jeweils an eines der beiden Kinder vererbt werden sollen. Die einzelnen Testamente müssen deshalb die/den Einlassung/Zusatz des anderen Elternteils enthalten, dass er an der gemeinsam vereinbarten Erbfolge nicht anderes nach dem Tode des zuerst Versterbenden formuliert und damit ein Kind benachteiligt wird. Die Notare haben an uns Zeit unseres Lebens überdurchschnittlich profitiert, sie können sich über uns nicht beklagen. Im Übrigen gibt es mit Sicherheit tausende Fälle, die in einer ähnlichen Situation gelöst werden sollen. Ein Jurist muss bei uns nicht etwas Neues erfinden. Davon abgesehen, falls die angebliche Haftung angesprochen wird, warum werden dann später trotzdem noch Rechtsstreitigkeiten geführt, bei denen man u. U. unterliegen kann? Wenn ich Zugang zu den entsprechenden Textbausteinen hätte, würde ich meine Anfragen nicht stellen. Der Vorteil unserer eigenständigen Testamente wäre auch, dass man sie -solange wir noch gemeinsam leben und zwischenzeitlich eine andere Situation entsteht- kostenlos geringfügig noch ändern bzw. neu schreiben kann, ohne das gewünschte Endziel aus dem Auge zu verlieren. Wie ist die Rechtslage?
Coy (17.03.2013)
Guten Tag, es gibt viele verschiedene Arten von Testamenten. Wir bieten mit unseren Muster-Vorlagen einige an, die selbstverständlich auf dem neuesten rechtlichen Stand sind. Wenn es hierbei nur um den Austausch von bestimmten Textbausteinen ginge, würden sich wahrscheinlich nicht tausende von Juristen mit dem Thema Erbrecht beschäftigen. Grundsätzlich kann man in Deutschland jeden Vertrag und jedes Dokument anfechten. Jedoch verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer gerichtlichen Auseinandersetzung, wenn Verträge, Testamente etc. professionell abgefasst sind. Der letzte Wille ist ein persönlich abgefasstes Dokument. Desahlb muss es ausschliesslich von demjenigen verfasst und geschrieben werden, der sein Geld und seine Güter vererben will. Bei der Erstellung eines Testaments ist Voraussetzung für die Formgültigkeit, dass es komplett eigenhändig unterschrieben wurde. Einfügungen und Ergänzungen Dritter können verständlicherweise den perfekten Boden für Streitigkeiten und Anfechtungen der Erben bieten. Alternativ käme das Berliner Testament in Betracht. Hier können Sie gemeinsam verbindlich die Erbfolge festlegen und in Form eines Vermächtnisses aufteilen, wer welches Haus erhalten soll. Der Längerlebende bleibt daran nach dem Tode des Erstversterbenden gebunden. Auch ein Berliner Testament darf ohne Notar abgeschlossen werden. Ein Ehegatte verfasst den Text handschriftlich und beide unterschreiben. Den Pflichtteil können Sie allerdings durch ein Testament nicht ausschließen. Falls der Wert der Häuser also nicht genau gleich ist, kann es dazu kommen, dass eines der Kinder Forderungen stellt. Für speziellen Einzelfragen empfehlen wir daher den direkten Weg zum Rechts-Profi. Wir von der Redaktion können immer nur eine Einschätzung abgeben, jedoch keine verbindliche Rechtsauskunft. Möglicherweise ist es ja auch günstiger, den Kindern die Häuser zu Lebzeiten zu überschreiben. Im Zweifelsfall sind die Kosten für ein Notar/Rechtsanwalt weitaus niedriger als ein möglicher Rechtsstreit über das Erbe. Und Ihre Erben werden froh darüber sein, wenn Sie alles klar und eindeutig geregelt haben.
Anonym (15.03.2013)
Hallo, wenn Sie nicht verheiratet sind, kommt ein Berliner Testament nicht in Betracht. Wenn Sie zusammen eine letztwillige Verfügung verfassen wollen, die sie gegenseitig bindet, dann benötigen Sie einen Erbvertrag. Dieser muss aber zwingend bei einem Notar erstellt werden. Alternativ kann natürlich jeder für sich ein Einzeltestament aufsetzen und den Lebenspartner als Alleinerben bestimmen. Die Vorlage für ein handschriftliches Testament finden Sie auf den Seiten von Formblitz. Hiermit können Sie die Geschwister enterben. Allerdings kann natürlich jeder für sich sein Testament auch noch ändern. Falls Sie diese Option nicht wünschen, bleibt nur der Gang zum Notar. Bitte bedenken Sie, dass wir hier keine individuelle Rechtsberatung geben können. Möglicherweise gibt es nach Sichtung aller Fakten in Ihrem Fall noch andere Optionen. Bitte wenden Sie sich an einen Notar oder Rechtsanwalt, um das verbindlich zu klären.
ist ein Berliner Testament,was man in der Ehe vereinbart hat auch nach der Scheidung noch gültig, wenn es noch vorhanden ist?
H. Neumann (12.03.2013)
Hallo, hierzu gibt es eine gesetzliche Regelung. In § 2077 BGB steht, dass die Verfügung nicht mehr gültig ist. Das gleich gilt, wenn zum Zeitpunkt des Todes der Scheidungsantrag gesestellt wurde und alle Voraussetzungen für eine Scheidung vorlagen. Ausnahme: Im Testament wurde ausdrücklich vereinbart, dass es auch im Fall der Scheidung weiter gültig bleiben soll. Bitte fragen Sie im Zweifel einen Anwalt, der das Dokument genau durchsehen muss. Denn auch bei einem Berliner Testament gibt es unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten.
Zwei Kinder sind erbberechtigt. Ein Kind hat einen höheren Bargeld Anteil als Vorleistung vor 18 Jahren erhalten. Wie muß das im Berliner Testament zum Tragen kommen?
Rainer Kudanek (17.02.2013)
Sehr geehrter Herr Kudanek, was den Erbteil der Kinder angeht, so sind Sie in der Testamentsgestaltung frei. Sie können auch ein Kind z.B. auch ganz enterben, ohne eine Begründung nennen zu müssen. Nur der Pflichtteil lässt sich so leicht nicht ausschließen. Wenn die Schenkung an das eine Kind bereits so lange Zeit her ist, sollte diese unbedingt im Testament vermerkt werden. Denn gesetzlich ist eine Schenkung die über 10 Jahre her ist für das Erbrecht nicht mehr relevant. Es gibt Möglichkeiten das Testament entsprechend auszugestalten, beispielsweise durch eine Pflichtteilsanrechnungsklausel. Da es hier sehr auf die Einzelheiten ankommt, sollten Sie sich von einem Anwalt oder Notar beraten lassen, bevor Sie das Testament verfassen.

References: Art. 90
 § 14
 § 2267
 § 1933
 § 2303
 § 2325
 § 2348
 §1931
 § 2346
 § 2077