Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/?hl=martins-ga%CD%A4n%C5%BFe&p=374
Timestamp: 2019-12-08 16:08:01+00:00

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woher die zins-
sen geleitet
worin sie beste-
Die zinssen und abgiften der bauern haben
nicht einerlei urquellen; sondern mancherlei ursa-
chen, auch benennungen (§ 461, § 1994, des
Iten th.). Sie rüren her: bald aus der leibeigen-
schaft (§ 428, § 1980, des Iten th.), bald aus
den gedingen, gesäzen, gewonheiten, auch andern
gründen, und sind teils ordentliche, teils ausser-
ordentliche, so wohl ständige, unständige, aufer-
legete, als auch vorbehaltene, ablößliche, und un-
ablößliche, Freiherr von Cramer obs. 271, 273,
332, weltliche, und geistliche, u. d. gl. (§ 1976,
1992 des Iten th.). Sie haben vilfältige benen-
nungen, entweder von der zeit, da sie entrichtet
werden müssen, z. e. johannes gelt etc, erndte-
hüner, kreuz eier, kreuz-pfennige, fastnachtshü-
ner, oster-gründonnerstags etc eier, pfingst-käse,
michel-hane, martins-gänse, peter-oder martins-
hüner etc, welche öfters zu gelt angeschlagen sind;
oder von der sache, worin, oder wovon sie zu lei-
sten stehen, z. e. der rott-zinß, das rott-oder röder-
gelt vom gerotteten lande, wisen-land-gelt, will-
komm-oder auftrittgelt, von Engelbrecht obs.
86, s. 489 fg.; das kuhgelt, dergleichen die hisi-
ge universitaet in der vogtei Homberg, in Hessen,
erhebet; das gatter-gelt, den gatter-zinß; der
rauch-auch bet-wein in der stadt Dürkheim, Lei-
ningen, Hartenburgischer hoheit, besage des
Dürkheimer morgenbuches; weichfasten für die
kirchen; das herd-und gönne-gelt bei den von Kö-
nizischen adelichen gütern, im Coburgischen; vom
rauchfange, das ist, einem wonhause, wird in
Pommern etc die rauchganß, oder sonst, die rauch-
hun entrichtet, auch städte sind jeweilen disem zins-
se vom feder-vihe unterworfen, Schweder von
anschlagung der güter, cap. XII, m. 16, §, Dreyer
woher die zinſ-
ſen geleitet
worin ſie beſte-
Die zinſſen und abgiften der bauern haben
nicht einerlei urquellen; ſondern mancherlei urſa-
Iten th.). Sie ruͤren her: bald aus der leibeigen-
ſchaft (§ 428, § 1980, des Iten th.), bald aus
den gedingen, geſaͤzen, gewonheiten, auch andern
gruͤnden, und ſind teils ordentliche, teils auſſer-
ordentliche, ſo wohl ſtaͤndige, unſtaͤndige, aufer-
legete, als auch vorbehaltene, abloͤßliche, und un-
abloͤßliche, Freiherr von Cramer obſ. 271, 273,
332, weltliche, und geiſtliche, u. d. gl. (§ 1976,
1992 des Iten th.). Sie haben vilfaͤltige benen-
nungen, entweder von der zeit, da ſie entrichtet
werden muͤſſen, z. e. johannes gelt ꝛc, erndte-
huͤner, kreuz eier, kreuz-pfennige, faſtnachtshuͤ-
ner, oſter-gruͤndonnerstags ꝛc eier, pfingſt-kaͤſe,
michel-hane, martins-gaͤnſe, peter-oder martins-
huͤner ꝛc, welche oͤfters zu gelt angeſchlagen ſind;
oder von der ſache, worin, oder wovon ſie zu lei-
ſten ſtehen, z. e. der rott-zinß, das rott-oder roͤder-
gelt vom gerotteten lande, wiſen-land-gelt, will-
komm-oder auftrittgelt, von Engelbrecht obſ.
86, ſ. 489 fg.; das kuhgelt, dergleichen die hiſi-
ge univerſitaet in der vogtei Homberg, in Heſſen,
rauch-auch bet-wein in der ſtadt Duͤrkheim, Lei-
ningen, Hartenburgiſcher hoheit, beſage des
Duͤrkheimer morgenbuches; weichfaſten fuͤr die
kirchen; das herd-und goͤnne-gelt bei den von Koͤ-
niziſchen adelichen guͤtern, im Coburgiſchen; vom
rauchfange, das iſt, einem wonhauſe, wird in
Pommern ꝛc die rauchganß, oder ſonſt, die rauch-
hun entrichtet, auch ſtaͤdte ſind jeweilen diſem zinſ-
ſe vom feder-vihe unterworfen, Schweder von
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[350/0374] LVII haubtſtuͤck, § 424 Die zinſſen und abgiften der bauern haben nicht einerlei urquellen; ſondern mancherlei urſa- chen, auch benennungen (§ 461, § 1994, des Iten th.). Sie ruͤren her: bald aus der leibeigen- ſchaft (§ 428, § 1980, des Iten th.), bald aus den gedingen, geſaͤzen, gewonheiten, auch andern gruͤnden, und ſind teils ordentliche, teils auſſer- ordentliche, ſo wohl ſtaͤndige, unſtaͤndige, aufer- legete, als auch vorbehaltene, abloͤßliche, und un- abloͤßliche, Freiherr von Cramer obſ. 271, 273, 332, weltliche, und geiſtliche, u. d. gl. (§ 1976, 1992 des Iten th.). Sie haben vilfaͤltige benen- nungen, entweder von der zeit, da ſie entrichtet werden muͤſſen, z. e. johannes gelt ꝛc, erndte- huͤner, kreuz eier, kreuz-pfennige, faſtnachtshuͤ- ner, oſter-gruͤndonnerstags ꝛc eier, pfingſt-kaͤſe, michel-hane, martins-gaͤnſe, peter-oder martins- huͤner ꝛc, welche oͤfters zu gelt angeſchlagen ſind; oder von der ſache, worin, oder wovon ſie zu lei- ſten ſtehen, z. e. der rott-zinß, das rott-oder roͤder- gelt vom gerotteten lande, wiſen-land-gelt, will- komm-oder auftrittgelt, von Engelbrecht obſ. 86, ſ. 489 fg.; das kuhgelt, dergleichen die hiſi- ge univerſitaet in der vogtei Homberg, in Heſſen, erhebet; das gatter-gelt, den gatter-zinß; der rauch-auch bet-wein in der ſtadt Duͤrkheim, Lei- ningen, Hartenburgiſcher hoheit, beſage des Duͤrkheimer morgenbuches; weichfaſten fuͤr die kirchen; das herd-und goͤnne-gelt bei den von Koͤ- niziſchen adelichen guͤtern, im Coburgiſchen; vom rauchfange, das iſt, einem wonhauſe, wird in Pommern ꝛc die rauchganß, oder ſonſt, die rauch- hun entrichtet, auch ſtaͤdte ſind jeweilen diſem zinſ- ſe vom feder-vihe unterworfen, Schweder von anſchlagung der guͤter, cap. XII, m. 16, §, Dreyer im
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 350. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/374>, abgerufen am 08.12.2019.

References: § 1994
 § 1980
 § 1980
 § 1994
 § 1980
 § 424
 § 1994
 § 1980