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Timestamp: 2018-06-19 08:15:16+00:00

Document:
HENSCHE Arbeitsrecht: 14 TaBV 24/10
Akten­zeichen: 14 TaBV 24/10
Ent­scheid­ungs­datum: 20.12.2010
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Düsseldorf, Beschluss vom 15.01.2010, 13 BV 97/09
13 BV 97/09
Verkündet am 20. De­zem­ber 2010
1. des Be­triebs­rats der B. Part­ner GmbH, Nie­der­las­sung E., und der B. Part­ner Düssel­dorf GmbH, ver­tre­ten durch den Vor­sit­zen­den I. Z., G. Str. 120, E.,
- An­trag­stel­ler und An­schluss­be­schwer­deführer-
Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwältin C.,
X. Str. 16, N.;
Rechts­anwälte Dr. T. u.a.,
H. Str. 17, E.,
2. der B. Part­ner GmbH, Nie­der­las­sung E., ver­tre­ten durch die Geschäftsführer L. C., L. H. und M. M., G. str. 120, E.,
3. der B. Part­ner E. GmbH, ver­tre­ten durch den Geschäftsführer S. U., G. Str. 10, E.,
- Be­schwer­deführe­rin­nen -
4. der B. Part­ner Ser­vices GmbH, ver­tre­ten durch den Geschäftsführer N. C., G. Str. 120, E.,
Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­te zu 2.- 4.: Rechts­anwälte O.,
W. platz 2, E.,
hat die 14. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf auf die münd­li­che Anhörung vom 20.12.2010
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Sau­er­land als Vor­sit­zen­den so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Smoch und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Han­sen
Auf die Be­schwer­de der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. wird der Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 15.01.2010 - 13 BV 97/09 - ab­geändert.
Der An­trag des Be­triebs­rats vom 30.05.2009 wird zurück­ge­wie­sen.
Die An­schluss­be­schwer­de des Be­triebs­rats wird eben­falls zurück­ge­wie­sen.
A. Die Be­tei­lig­ten strei­ten darüber, ob die zu 2. und 3. be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­be­rin­nen am Flug­ha­fen F. ei­nen ge­mein­sa­men Be­trieb un­ter­hal­ten. Mit der An­schluss­be­schwer­de des Be­triebs­rats macht die­ser im Rah­men ei­nes Hilfs­an­trags gel­tend, die Be­tei­lig­ten zu 2. bis 4. verfügten dort über ei­nen Ge­mein­schafts­be­trieb.
Be­tei­lig­ter zu 1. war zunächst der für die Nie­der­las­sung der Be­tei­lig­ten zu 2. in E. gewähl­te Be­triebs­rat. Die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. sind eben­so wie die im zwei­ten Rechts­zug ein­be­zo­ge­ne Be­tei­lig­te zu 4. Un­ter­neh­men des B. Part­ner-Kon­zerns. Die drei Un­ter­neh­men hat­ten zeit­wei­se ei­ne iden­ti­sche Geschäftsführung. Der da­ma­li­ge Per­so­nal­lei­ter der Be­tei­lig­ten zu 2., N., hat­te Ge­samt­pro­ku­ra für die ein­zel­nen Un­ter­neh­men. Er war anfäng­lich so­gar zum Geschäftsführer der Be­tei­lig­ten zu 4. be­stellt. Die Zen­tra­le der bel­gi­schen Mut­ter­ge­sell­schaft be­fin­det sich in C..
Die Be­tei­lig­te zu 2., die ih­ren Sitz in G. hat, verfügt am Flug­ha­fen in E. über ei­ne Nie­der­las­sung, die sich mit der Ab­fer­ti­gung von Ver­kehrs­flug­zeu­gen be­fasst. Es han­delt sich um Flug­zeu­ge der KLM, Air Fran­ce, Aer Lin­gus, Ibe­ria, Alita­lia, SAS, Swiss Air, Czech Air­lines und ei­ni­ger Char­ter­ge­sell­schaf­ten. Sie ist In­ha-
be­rin der für Bo­den­ab­fer­ti­gungs­dienst­leis­tun­gen er­for­der­li­chen behörd­li­chen Li­zenz und beschäftigt in E. ca.120 Ar­beit­neh­mer, da­von 34 in Voll­zeit. Die Be­tei­lig­te zu 2. hat wei­te­re Nie­der­las­sun­gen in N. und I..
Die Be­tei­lig­te zu 3. wur­de nach Ver­hand­lun­gen der Be­tei­lig­ten zu 2. mit der Deut­schen Luft­han­sa AG (im Fol­gen­den: Luft­han­sa) mit Ge­sell­schafts­ver­trag vom 28.10.2008 als 100%ige Toch­ter­ge­sell­schaft der Be­tei­lig­ten zu 2. mit Sitz in E. ge­gründet. Zwi­schen den Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. be­stand ein Be­herr­schungs- und Ge­winn­abführungs­ver­trag. Nach dem ak­tu­el­len Han­dels­re­gis­ter­aus­zug wur­de der mit der Be­tei­lig­ten zu 2. ab­ge­schlos­se­ne Ver­trag zum 22.11.2010 gekündigt; seit dem 20.10.2010 be­steht mit der B. part­ner Hol­ding Deutsch­land GmbH als herr­schen­dem Un­ter­neh­men ein Be­herr­schungs- und Ge­winn­abführungs­ver­trag. Al­lei­ni­ger Geschäftsführer der Be­tei­lig­ten zu 3. ist seit dem 14.12.2009 Herr U., der früher als stell­ver­tre­ten­der Sta­ti­ons­lei­ter der Be­tei­lig­ten zu 2. in de­ren E. Nie­der­las­sung beschäftigt war. Die Be­tei­lig­te zu 3. über­nahm nach ih­rer Gründung auf dem Flug­ha­fen in E. als Su­b­un­ter­neh­me­rin für die Be­tei­lig­te zu 2. die Bo­den­ab­fer­ti­gung von Flug­zeu­gen der Luft­han­sa und mit ihr ver­bun­de­ner Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men (z.B. Eu­ro­wings, Luft­han­sa Ci­ty Li­ne, Con­tact Air). Sie beschäftigt der­zeit ca. 260 Ar­beit­neh­mer, dar­un­ter sind ca. 245 Leih­ar­beit­neh­mer. Die Leih­ar­beit­neh­mer wer­den von der Be­tei­lig­ten zu 4. ent­sandt. Bis zur Gründung der Be­tei­lig­ten zu 3. hat­te auch die Be­tei­lig­te zu 2. über­g­angs­wei­se Flug­zeu­ge der Luft­han­sa ab­ge­fer­tigt und da­bei Leih­ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 4. ein­ge­setzt.
Die Be­tei­lig­te zu 4. wur­de mit Ge­sell­schafts­ver­trag vom 19.06.2008 als 100%ige Toch­ter­ge­sell­schaft der Be­tei­lig­ten zu 2. ge­gründet. Auch zwi­schen die­sen Un­ter­neh­men be­stand ein Be­herr­schungs- und Ge­winn­abführungs­ver­trag. Nach dem ak­tu­el­len Han­dels­re­gis­ter­aus­zug wur­de die­ser Ver­trag eben­falls zum 22.11.2010 gekündigt; seit dem 20.10.2010 be­steht mit der B. part­ner Hol­ding Deutsch­land GmbH als herr­schen­dem Un­ter­neh­men ein Be-herr­schungs- und Ge­winn­abführungs­ver­trag. Geschäftsführer der Be­tei­lig­ten zu 4. ist seit dem 21.09.2010 der bei der Mut­ter­ge­sell­schaft in C./Bel­gi­en täti­ge
Herr C.. Die Be­tei­lig­te zu 4. verfügt über ei­ne bis zum 15.10.2011 be­fris­te­te Er­laub­nis zur ge­werbsmäßigen Ar­beit­neh­merüber­las­sung. Die Ein­stel­lungs­gespräche mit Ar­beit­neh­mern, die bei der Be­tei­lig­ten zu 3. ein­ge­setzt wer­den, führt der Geschäftsführer U. der Be­tei­lig­ten zu 3. ge­mein­sam mit ei­nem per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen Mit­ar­bei­ter. Dies war zunächst Frau E., später Herr T.. Die Lohn­ab­rech­nun­gen der Leih­ar­beit­neh­mer er­fol­gen über ei­nen ex­ter­nen Dienst­leis­ter. Die Per­so­nal­ak­ten der Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 4. be­fan­den sich je­den­falls zunächst in der Per­so­nal­ab­tei­lung der Be­tei­lig­ten zu 2. in G.. Für Per­so­nal­fra­gen bei der Be­tei­lig­ten zu 4. war zu­letzt Frau H. zuständig, die ihr Büro in C. bei der Hol­ding hat und von dort den Ein­satz der Leih­ar­beit­neh­mer in Ab­stim­mung mit dem Geschäftsführer U. der Be­tei­lig­ten zu 3. und des­sen Mit­ar­bei­ter T. ko­or­di­niert.
Die Nie­der­las­sung der Be­tei­lig­ten zu 2. be­fin­det sich mit ih­ren ca. 400 qm großen Räum­lich­kei­ten hin­ter dem Ter­mi­nal C des Flug­ha­fens E.. In ei­nem Auf­ent­halts­raum von ca. 300 qm war­ten die Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 2. auf ih­re Einsätze, die von ei­nem Dis­patcher an­ge­ord­net wer­den. Die Ar­beitseinsätze wer­den ma­nu­ell in ei­nen Bild­schirm ein­ge­ge­ben. Die Ein­satz­zen­tra­le mit ei­nem of­fe­nen Schal­ter be­fin­det sich mit­ten im Auf­ent­halts­raum. Es gibt ei­nen Aus­hang mit Ar­beits­an­wei­sun­gen und ei­nen Schau­kas­ten mit Dienst­plänen. Die Ver­wal­tung der Nie­der­las­sung u.a. mit dem Lei­ter der Flug­zeug­ab­fer­ti­gung ist in ei­nem Ne­ben­raum un­ter­ge­bracht. Das ope­ra­ti­ve Geschäft un­ter­steht dem Sta­ti­ons­lei­ter G.. Die­ser wird mit zwei wei­te­ren Mit­ar­bei­tern von ei­nem Büro im Ter­mi­nal B des Flug­ha­fens aus tätig. Die Per­so­nal­ak­ten der Ar­beit­neh­mer be­fin­den sich in der Per­so­nal­ab­tei­lung der Be­tei­lig­ten zu 2. in G.. Der dort ansässi­ge Per­so­nal­lei­ter S. ist auch zen­tral zuständig für die Herrn G. nicht über­tra­ge­nen Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten. In der Nach­bar­schaft der Räum­lich­kei­ten der Be­tei­lig­ten zu 2. hin­ter dem Ter­mi­nal C be­fin­den sich die Toi­let­ten­an­la­gen so­wie die Dusch- und Um­klei­deräume für de­ren Ar­beit­neh­mer.
Die Räum­lich­kei­ten der Be­tei­lig­ten zu 3. be­fin­den sich ca. 3 km ent­fernt von
de­nen der Be­tei­lig­ten zu 2. in der Nähe des Ter­mi­nals A des Flug­ha­fens. Sie ha­ben ei­ne Größe von ca. 200 qm. Den größten Teil nimmt ein Auf­ent­halts­raum ein, in dem die von der Be­tei­lig­ten zu 4. ent­sand­ten Leih­ar­beit­neh­mer auf ih­re Einsätze bei der Ab­fer­ti­gung von Flug­zeu­gen war­ten. Dort hängen auch die Ar­beitspläne für die­se Ar­beit­neh­mer aus. Ein Bild­schirm im Auf­ent­halts­raum in­for­miert über ei­ne frei­wil­li­ge Bo­nus­zah­lung. Die Ar­beits­abläufe wer­den in ei­nem ge­trenn­ten Ne­ben­raum von Dis­patchern auf Bild­schir­men im Rah­men ei­nes sog. Real­ti­me-Sys­tems ge­steu­ert und über­wacht. Es han­delt sich um ein ab­ge­schlos­se­nes Sys­tem, in das sich Mit­ar­bei­ter der Be­tei­lig­ten zu 2. nicht ein­log­gen können. Die Dis­patcher, de­nen ein „Team­lea­der“ vor­steht, sind über­wie­gend bei der Be­tei­lig­ten zu 3. an­ge­stellt, zum Teil aber auch von der Be­tei­lig­ten zu 4. als Leih­ar­beit­neh­mer ent­sandt. In ei­nem be­nach­bar­ten Ver­wal­tungs­raum sind der Geschäftsführer U. und Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter un­ter­ge­bracht. Hier be­fin­den sich auch die Per­so­nal­ak­ten der Mit­ar­bei­ter der Be­tei­lig­ten zu 3. so­wie Per­so­nal­stammblätter der von der Be­tei­lig­ten zu 4. ab­ge­stell­ten Leih­ar­beit­neh­mer. Un­ter den Räum­lich­kei­ten der Be­tei­lig­ten zu 3. be­fin­den sich in ei­nem Kel­lertrakt noch die Toi­let­ten­an­la­gen und Duschräume für die Ar­beit­neh­mer. Es be­steht zwi­schen den Be­tei­lig­ten Streit darüber, ob der Geschäftsführer U. bei Durchführung sei­ner Auf­ga­ben für die Be­tei­lig­ten zu 3. An­wei­sun­gen von Herrn G. und/oder aus der zen­tra­len Per­so­nal­ab­tei­lung in G. erhält.
Die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. nut­zen das sog. Pro­veo-Sys­tem, mit des­sen Hil­fe der Ein­satz von Be­triebs­mit­teln auf dem Flug­ha­fen­gelände über­wacht wer­den kann. Es exis­tie­ren für die Un­ter­neh­men ge­son­der­te Ac­counts mit ei­ge­nem Pass­wort. Die Un­ter­neh­men verfügen über gleich­ar­ti­ge EDV-Pro­gram­me, die Sys­tem­kreisläufe sind je­doch ins­be­son­de­re für die Buch­hal­tung und Ab­rech­nung von­ein­an­der ge­trennt. Die Be­tei­lig­te zu 2. und die Luft­han­sa ha­ben für die Geschäfte der Be­tei­lig­ten zu 3. ei­ne „open book po­li­cy“ ver­ein­bart, in de­ren Rah­men der Luft­han­sa Ein­blicks- und Kon­troll­rech­te gewährt sind. Die Dienst­pläne für die Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. wur­den zunächst durch ei­ne Per­so­nal­be­treue­rin der Be­tei­lig­ten zu 2. er­stellt. Seit Be­ginn des
Jah­res 2010 er­folgt je­doch ei­ne ge­trenn­te Auf­stel­lung der Dienst- und Ein­satz­pläne durch ei­ge­ne Mit­ar­bei­ter der Be­tei­lig­ten zu 2. (Herr N.) und zu 3. (Frau E.). Die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. verfügen je­weils über ei­nen ei­ge­nen Fahr­zeug- und Geräte­park. Die Fahr­zeu­ge und Gerätschaf­ten der Be­tei­lig­ten zu 2. tra­gen die Auf­schrift „B. part­ner“, die der Be­tei­lig­ten zu 3. „B. part­ner E.“ mit dem Zu­satz „Part­ner of Luft­han­sa“. Bei Engpässen kommt es wech­sel­sei­tig zum Aus­tausch von Be­triebs­mit­teln (z.B. Was­ser­fahr­zeug, Fäka­li­en­fahr­zeug, Airstar­ter) und bis­wei­len – der Um­fang ist zwi­schen den Be­tei­lig­ten um­strit­ten - auch zum Ein­satz von Ar­beit­neh­mern der Be­tei­lig­ten zu 2. bei der Be­tei­lig­ten zu 3. und um­ge­kehrt. In die­sen Fällen wer­den die Dienst­leis­tun­gen dem je­weils an­de­ren Un­ter­neh­men in Rech­nung ge­stellt. Ei­ne Be­reit­stel­lung von Fahr­zeu­gen und Gerätschaf­ten fin­det im Be­darfs­fall zu­dem durch die G. E. Ground Hand­ling GmbH, ei­ner 100%igen Toch­ter der Be­trei­be­rin des Flug­ha­fens, statt. Die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. nut­zen wie an­de­re Un­ter­neh­men auf dem Flug­ha­fen­gelände die zen­tra­len Ein­rich­tun­gen des Flug­ha­fens E. (u.a. Was­ser- und Fäkal­an­la­gen, Tank­stel­le, Parkplätze).
Der zunächst al­lein für die Nie­der­las­sung der Be­tei­lig­ten zu 2. in E. gewähl­te Be­triebs­rat hat be­an­tragt fest­zu­stel­len, dass die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. über ei­nen Ge­mein­schafts­be­trieb verfügen. Er hat gel­tend ge­macht, es ge­be ei­ne ge­mein­sa­me Be­triebsstätte der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. auf dem Flug­ha­fen E., in der die Ar­beit­neh­mer für ei­nen ein­heit­li­chen ar­beits­tech­ni­schen Zweck ein­ge­setzt würden. Es be­ste­he auch ei­ne in­sti­tu­tio­na­li­sier­te Lei­tung in per­so­nel­len und so­zia­len An­ge­le­gen­hei­ten. Die Be­tei­lig­te zu 3. sei aus ei­ner Spal­tung der Be­tei­lig­ten zu 2. her­vor­ge­gan­gen, so­dass ein ge­mein­sa­mer Be­trieb der bei­den Un­ter­neh­men man­gels we­sent­li­cher Ände­rung der Or­ga­ni­sa­ti­on oh­ne­hin gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 2 Be­trVG zu ver­mu­ten sei. Es sei da­bei zu berück­sich­ti­gen, dass die Be­tei­lig­te zu 3. ih­re ar­beits­tech­ni­schen Zwe­cke nur im Rah­men der behörd­li­chen Li­zenz der Be­tei­lig­ten zu 2. ver­fol­gen könne.
Das Ar­beits­ge­richt hat dem Fest­stel­lungs­an­trag des Be­triebs­rats durch
Be­schluss vom 15.01.2010, auf des­sen Ein­zel­hei­ten Be­zug ge­nom­men wird, ent­spro­chen. Die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. ha­ben ge­gen den ih­nen am 23.02.2010 zu­ge­stell­ten Be­schluss am 10.03.2010 Be­schwer­de ein­ge­legt und die­se am 19.03.2010 be­gründet.
Nach Ein­le­gung der Be­schwer­de ha­ben die Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. am 21.05.2010 während der Zeit der re­gelmäßigen Be­triebs­rats­wah­len am Flug­ha­fen E. ei­nen ge­mein­sa­men Be­triebs­rat gewählt. Die­ser hat nach sei­ner Kon­sti­tu­ie­rung am 28.05.2010 be­schlos­sen, das Ver­fah­ren an Stel­le des bis­he­ri­gen Be­triebs­rats wei­ter­zuführen. Die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. ha­ben die Wahl des neu gewähl­ten Be­triebs­rats vor dem Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf an­ge­foch­ten. Ei­ne Ent­schei­dung liegt in die­sem Be­schluss­ver­fah­ren bis­her nicht vor.
Die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3 ma­chen gel­tend, die Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen ge­mein­sa­men Be­trieb lägen am Flug­ha­fen E. nicht vor. Es be­ste­he kei­ne Per­so­nen­iden­tität auf Geschäftsführe­r­e­be­ne, das Ar­beits­ge­richt sei in­so­weit in sei­ner Ent­schei­dung von fal­schen Tat­sa­chen aus­ge­gan­gen. Es ge­be auch kei­ne ge­mein­sa­me Per­so­nal­lei­tung. Die vor­han­de­nen Be­triebsstätten sei­en deut­lich räum­lich ge­trennt. Die Un­ter­neh­men ver­folg­ten we­gen des un­ter­schied­li­chen Kun­den­stamms auch kei­nen ein­heit­li­chen ar­beits­tech­ni­schen Zweck, da die Ab­fer­ti­gung von Flug­zeu­gen je nach Flug­zeug­typ und Air­line spe­zi­fi­sche Kennt­nis­se und un­ter­schied­li­che Stan­dards er­for­de­re. Sie setz­ten fer­ner auch nicht Ar­beit­neh­mer und Be­triebs­mit­tel ge­mein­schaft­lich ein. Die Dienst­pläne würden je­weils ei­genständig er­stellt. Auch der Außen­auf­tritt der Un­ter­neh­men sei un­ter­schied­lich. Ent­ge­gen der An­sicht des Ar­beits­ge­richts grei­fe auch der Ver­mu­tungs­tat­be­stand des § 1 Abs. 2 Nr. 2 Be­trVG nicht ein, da die Be­tei­lig­te zu 3. nicht aus ei­ner Spal­tung der Be­tei­lig­ten zu 2. her­vor­ge­gan­gen sei.
Die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. be­an­tra­gen,
den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf ab­zuändern und den
An­trag des Be­triebs­rats zurück­zu­wei­sen
Der Be­tei­lig­te zu 1. be­an­tragt,
hilfs­wei­se fest­zu­stel­len, dass zwi­schen den Be­tei­lig­ten zu 2. bis 4. ein Ge­mein­schafts­be­trieb be­steht.
Der Be­tei­lig­te zu 1. ver­tei­digt die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung. Er macht gel­tend, so­weit im Lau­fe des Ver­fah­rens or­ga­ni­sa­to­ri­sche und/oder per­so­nel­le Verände­run­gen vor­ge­nom­men wor­den sei­en, han­de­le es sich um ein for­ma­les „Win­dow Dres­sing“. Der Geschäftsführer U. der Be­tei­lig­ten zu 3. sei ein „Dum­my“, des­sen sich die Be­klag­te zu 2. über ih­ren Sta­ti­ons­lei­ter G. als verlänger­ter Arm der Per­so­nal­ab­tei­lung in G. be­die­ne. Die Be­triebs­sys­te­me und EDV-An­la­gen lie­fen der­zeit nur aus pro­zesstak­ti­schen Gründen ge­trennt.
Die Be­tei­lig­ten zu 2. bis 4 be­an­tra­gen,
die mit dem Hilfs­an­trag des Be­triebs­rats vor­lie­gen­de An­schluss­be­schwer­de zurück­zu­wei­sen
Sie ha­ben der An­trags­er­wei­te­rung aus­drück­lich wi­der­spro­chen und be­ru­fen sich ins­be­son­de­re auf ver­fah­rens­recht­li­che Erwägun­gen.
Die Be­schwer­de­kam­mer hat gemäß ei­nem vor­aus­ge­gan­ge­nen Be­schluss durch ih­ren Vor­sit­zen­den am 07.07.2010 auf dem Gelände des Flug­ha­fens E. ei­ne Orts­be­sich­ti­gung durch­geführt. Es wird auf das in die­sem Zu­sam­men­hang er­stell­te Pro­to­koll ver­wie­sen (Bl. 616 ff. d.A.). Die Be­schwer­de­kam­mer hat fer­ner Be­weis er­ho­ben durch Ver­neh­mung der Zeu­gen S. und G.. Es wird in­so­weit auf das Sit­zungs­pro­to­koll vom 20.12.2010 ver­wie­sen (Bl. 1165 ff. d.A.).
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf die in bei­den Rechtszügen ge­wech­sel­ten Schriftsätze der Be­tei­lig­ten so­wie auf die
von ih­nen zu den Ak­ten ge­reich­ten Un­ter­la­gen, die Ge­gen­stand der Anhörung vor der Be­schwer­de­kam­mer wa­ren, Be­zug ge­nom­men.
B. Die Be­schwer­de der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. ist be­gründet. Ent­ge­gen der An­sicht des Ar­beits­ge­richts be­steht zwi­schen den vor­ge­nann­ten Ar­beit­ge­be­rin­nen kein Ge­mein­schafts­be­trieb im Sin­ne des § 1 Abs. 1 Satz 2 Be­trVG. Die An­schluss­be­schwer­de des Be­triebs­rats ist un­zulässig.
I. Der von den Ar­beit­neh­mern der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. am E. Flug­ha­fen während des Be­schwer­de­ver­fah­rens neu gewähl­te Be­tei­lig­te zu 1. ist an­trags­be­rech­tigt und da­mit auch Be­tei­lig­ter im vor­lie­gen­den Be­schluss­ver­fah­ren.
Der Be­tei­lig­te zu 1. hat zwar das Ver­fah­ren in ers­ter In­stanz nicht ein­ge­lei­tet, dies ist durch den aus­sch­ließlich für die Nie­der­las­sung der Be­tei­lig­ten zu 2. gewähl­ten Be­triebs­rat ge­sche­hen. Da die­ser aber nach Be­en­di­gung sei­ner Amts­zeit die An­trags­be­fug­nis ver­lo­ren hat, ist der Be­tei­lig­te zu 1. an des­sen Stel­le ge­tre­ten. Der Be­tei­lig­te zu 1. hat in sei­ner Ei­gen­schaft als für die Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. auf dem E. Flug­ha­fen neu gewähl­ter Be­triebs­rat das Ver­fah­ren fort­geführt. Ge­gen ei­nen sol­chen Be­tei­lig­ten­wech­sel auf An­trag­stel­ler­sei­te be­ste­hen kei­ne Be­den­ken, auch wenn er erst in der Be­schwer­de­instanz er­folgt (vgl. BAG, Be­schluss vom 18.10.1988, AP Nr. 10 zu § 81 ArbGG 1979; BAG, Be­schluss vom 25.09.1996, AP Nr. 4 zu § 97 ArbGG 1979, BAG, Be­schluss vom 22.06.2005 – 7 ABR 30/04 - ju­ris). Es ist ver­fah­rens­recht­lich un­er­heb­lich, dass die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. die Wahl des Be­tei­lig­ten zu 1. vor dem Ar­beits­ge­richt gemäß § 19 Be­trVG an­ge­foch­ten ha­ben. Ei­ne Ent­schei­dung in die­sem Ver­fah­ren liegt bis­her nicht vor. Ei­ne er­folg­rei­che An­fech­tung würde nur für die Zu­kunft wir­ken (vgl. BAG, Be­schluss vom 13.03.1991, AP Nr. 20 zu § 19 Be­trVG 1972; Fit­ting, Be­trVG, 25. Aufl., § 19 Rn. 49).
II. Der Fest­stel­lungs­an­trag ist zulässig. Die Vor­aus­set­zun­gen des § 256
Abs. 1 ZPO lie­gen vor.
1. Nach § 18 Abs. 2 Be­trVG kann bei Zwei­feln darüber, ob ei­ne be­triebs­ratsfähi­ge Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­heit vor­liegt, je­der be­tei­lig­te Be­triebs­rat ei­ne Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts be­an­tra­gen. Die Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts kann außer­halb und oh­ne Zu­sam­men­hang mit ei­ner Be­triebs­rats­wahl her­bei­geführt wer­den. Ge­gen­stand und Ziel des Ver­fah­rens nach § 18 Abs. 2 Be­trVG be­ste­hen nicht nur dar­in, Strei­tig­kei­ten über die Zuständig­keit ei­nes gewähl­ten oder noch zu wählen­den Be­triebs­rats oder Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten über den Um­fang von Mit­wir­kungs- und Mit­be­stim­mungs­rech­ten des Be­triebs­rats, die zum Teil von der An­zahl der in dem Be­trieb beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer abhängen, zu ent­schei­den. Das Ver­fah­ren nach § 18 Abs. 2 Be­trVG dient ge­ra­de auch da­zu, die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne (künf­ti­ge) ord­nungs­gemäße Be­triebs­rats­wahl zu schaf­fen. Die ge­richt­li­che Ent­schei­dung in ei­nem Ver­fah­ren nach § 18 Abs. 2 Be­trVG klärt da­her ei­ne für die ge­sam­te Be­triebs­ver­fas­sung grundsätz­li­che Vor­fra­ge, in­dem sie be­zo­gen auf den Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Anhörung in der Tat­sa­chen­in­stanz ver­bind­lich fest­legt, wel­che Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­heit als der Be­trieb an­zu­se­hen ist, in dem ein Be­triebs­rat gewählt wird und in dem er sei­ne Be­tei­li­gungs­rech­te wahr­neh­men kann (BAG, Be­schluss vom 17.01.2007, AP Nr. 18 zu § 4 Be­trVG 1972; BAG, Be­schluss vom 07.05.2008, NZA 2009, 328 ff.). Für die Zulässig­keit ei­nes An­trags nach § 18 Abs. 2 Be­trVG kommt es nicht dar­auf an, in wel­chen Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten be­reits Be­triebsräte gewählt sind.
2. Der Be­tei­lig­te zu 1. hat auch das er­for­der­li­che In­ter­es­se an ei­ner Fest­stel­lung nach § 18 Abs. 2 Be­trVG, weil auch nach der Neu­wahl des Be­triebs­rats wei­ter Streit darüber be­steht, ob die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. am Flug­ha­fen in E. ei­nen Ge­mein­schafts­be­trieb bil­den.
III. Der von dem nun­meh­ri­gen Be­tei­lig­ten zu 1. wei­ter­ver­folg­te
Fest­stel­lungs­an­trag ist aber nicht be­gründet. Es be­steht kein Ge­mein­schafts­be­trieb der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. am G. in E.. Die Vor­aus­set­zun­gen des § 1 Abs. 1 Satz 2 Be­trVG lie­gen je­den­falls in dem hier maßgeb­li­chen Zeit­punkt der letz­ten Anhörung vor der Be­schwer­de­kam­mer nicht vor.
1. Ein Be­trieb ist die or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ein­heit, in­ner­halb de­rer ein Ar­beit­ge­ber al­lein oder mit sei­nen Ar­beit­neh­mern mit Hil­fe tech­ni­scher und im­ma­te­ri­el­ler Mit­tel be­stimm­te ar­beits­tech­ni­sche Zwe­cke fort­ge­setzt ver­folgt (vgl. BAG, Ur­teil vom 11.02.2004, AP Nr. 22 zu § 1 Be­trVG 1972 Ge­mein­sa­mer Be­trieb; Fit­ting, a.a.O., § 1 Rn. 63 m.w.N). Ein Be­trieb kann auch von meh­re­ren Ar­beit­ge­bern als ge­mein­sa­mer Be­trieb geführt wer­den. Von ei­nem ge­mein­sa­men Be­trieb meh­re­rer Un­ter­neh­men ist aus­zu­ge­hen, wenn die in ei­ner Be­triebsstätte vor­han­de­nen ma­te­ri­el­len und im­ma­te­ri­el­len Be­triebs­mit­tel für ei­nen ein­heit­li­chen ar­beits­tech­ni­schen Zweck zu­sam­men­ge­fasst, ge­ord­net und ge­zielt ein­ge­setzt wer­den und der Ein­satz der men­sch­li­chen Ar­beits­kraft von ei­nem ein­heit­li­chen Lei­tungs­ap­pa­rat ge­steu­ert wird. Die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men müssen sich zu­min­dest still­schwei­gend zu ei­ner ge­mein­sa­men Führung recht­lich ver­bun­den ha­ben. Die ein­heit­li­che Lei­tung muss sich auf die we­sent­li­chen Funk­tio­nen des Ar­beit­ge­bers in per­so­nel­len und so­zia­len An­ge­le­gen­hei­ten er­stre­cken. Ei­ne bloße un­ter­neh­me­ri­sche Zu­sam­men­ar­beit genügt nicht. Viel­mehr müssen die Funk­tio­nen des Ar­beit­ge­bers in­sti­tu­tio­nell ein­heit­lich für die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men wahr­ge­nom­men wer­den. (vgl. BAG, Ur­teil vom 18.10.2000, AP Nr. 49 zu § 15 KSchG 1969; BAG, Be­schluss vom 22.06.2005, AP Nr. 23 zu § 1 Be­trVG 1972 Ge­mein­sa­mer Be­trieb; BAG, Be­schluss vom 13.08.2008, NZA-RR 2009, 255 ff. m.w.N.). Die mit ei­nem Kon­zern­verhält­nis ver­bun­de­ne Be­herr­schung ei­nes Un­ter­neh­mens durch ein an­de­res genügt für das Vor­lie­gen ei­nes ge­mein­sa­men Be­triebs nicht. Dies gilt auch, wenn das herr­schen­de Un­ter­neh­men dem be­herrsch­ten Un­ter­neh­men Wei­sun­gen er­teilt. Das herr­schen­de Un­ter­neh­men wird da­durch nicht zu­sam­men mit dem be­herrsch­ten Un­ter­neh­men In­ha­ber ei­nes ge­mein­sa­men Be­triebs. Den ge­mein­sa­men Be­trieb kenn­zeich­net die für ei­nen Ge­samt­zweck zu­sam­men­ge­fass­te Ein­brin­gung von Be­triebs­mit­teln und Ar­beit­neh­mern der
ver­schie­de­nen Un­ter­neh­men. Für die Fra­ge, ob der Kern der Ar­beit­ge­ber­funk­tio­nen in so­zia­len und per­so­nel­len An­ge­le­gen­hei­ten von der­sel­ben in­sti­tu­tio­na­li­sier­ten Lei­tung aus­geübt wird, ist vor al­lem ent­schei­dend, ob ein ar­beit­ge­berüberg­rei­fen­der Per­so­nal­ein­satz prak­ti­ziert wird, der cha­rak­te­ris­tisch für den nor­ma­len Be­triebs­ab­lauf ist (vgl. BAG, Be­schluss vom 24.01.1996, AP Nr. 8 zu § 1 Be­trVG 1972 Ge­mein­sa­mer Be­trieb; BAG, Be­schluss vom 22.06.2005, a.a.O.). Die von der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ent­wi­ckel­te Rechts­fi­gur des ge­mein­sa­men Be­triebs meh­re­rer Un­ter­neh­men wur­de durch das Ge­setz zur Re­form der Be­triebs­ver­fas­sung vom 23.07.2001 in § 1 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 Be­trVG an­er­kannt. Die Vor­schrift nimmt kei­ne ei­genständi­ge Be­triebs­be­stim­mung vor, son­dern re­gelt le­dig­lich Vor­aus­set­zun­gen, un­ter de­nen ein Ge­mein­schafts­be­trieb wi­der­leg­bar ver­mu­tet wird. Sie legt da­bei den von der Recht­spre­chung ent­wi­ckel­ten Be­griff zu­grun­de, der da­mit wei­ter­hin gültig ist (vgl. BAG, Be­schluss vom 11.02.2004, a.a.O.; ErfK/Kiel, 11. Aufl., § 23 KSchG Rn. 5).
2. Bei An­wen­dung die­ser Grundsätze kommt die Be­schwer­de­kam­mer zu dem Er­geb­nis, dass kein ge­mein­sa­mer Be­trieb der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. am G. in E. be­steht. Maßgeb­lich sind in­so­weit die Verhält­nis­se zum Zeit­punkt der letz­ten Anhörung vor der Be­schwer­de­kam­mer. Ob das Ar­beits­ge­richt bei sei­ner Ent­schei­dung nach dem da­ma­li­gen Sach­stand zu Recht noch vom Vor­lie­gen ei­nes Ge­mein­schafts­be­triebs aus­ge­hen konn­te, be­darf kei­ner Prüfung.
a) Es fehlt nach Auf­fas­sung der Be­schwer­de­kam­mer für die An­nah­me ei­nes ge­mein­sa­men Be­triebs be­reits an ei­ner zu­sam­men­ge­fass­ten Ein­brin­gung von Be­triebs­mit­teln und Ar­beit­neh­mern der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. in ei­ne ge­mein­sa­me Be­triebsstätte. Die bei­den Be­tei­lig­ten verfügen auf dem Gelände des Flug­ha­fens E., wie der von der Be­schwer­de­kam­mer durch­geführ­te Orts­ter­min klar er­ge­ben hat, je­weils über ei­ge­ne Räum­lich­kei­ten, von de­nen sie aus ih­re Bo­den­ab­fer­ti­gungs­dienst­leis­tun­gen für un­ter­schied­li­che Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men er­brin­gen. Es exis­tie­ren kei­ne ge­mein­sa­men Pau­sen- und So­zi­alräume. Die Be­triebsräume der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. sind auch auf dem
großräum­i­gen Gelände des Flug­ha­fens so weit von­ein­an­der ent­fernt, dass sie nicht oh­ne wei­te­res fußläufig er­reicht wer­den können. Es han­delt sich je­weils um ab­ge­schlos­se­ne Ein­hei­ten mit ei­ner ei­genständi­gen be­trieb­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­on. Die Ar­beitseinsätze der Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. auf der Ram­pe, dem Roll­feld und am Gepäck­band wer­den nach den im Orts­ter­min ge­won­ne­nen Fest­stel­lun­gen ge­trennt von­ein­an­der ge­steu­ert und über­wacht. Es gibt kei­ne ins Ge­wicht fal­len­den tech­ni­schen oder or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ver­flech­tun­gen. Auch die Dienst- und Ein­satz­pläne wer­den bei den Be­tei­lig­ten je­den­falls seit An­fang des Jah­res 2010 durch ei­ne ei­ge­ne Mit­ar­bei­te­rin bzw. ei­nen ei­ge­nen Mit­ar­bei­ter er­stellt. Die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. verfügen fer­ner über ei­ge­ne Fahr­zeu­ge und Gerätschaf­ten, die sie für ih­re je­wei­li­gen ar­beits­tech­ni­schen Zwe­cke ver­wen­den. Aus der ge­mein­sa­men Nut­zung der In­fra­struk­tur­ein­rich­tun­gen des Flug­ha­fens E. lässt sich ent­ge­gen der An­sicht des Be­tei­lig­ten zu 1. nichts für ei­nen ge­mein­sa­men Be­trieb her­lei­ten, da die­se auch von an­de­ren auf dem Gelände ansässi­gen Un­ter­neh­men - z.B. der G. E. Ground Hand­ling GmbH - in An­spruch ge­nom­men wer­den. Es fin­det vor al­lem aber auch kein ar­beit­ge­berüberg­rei­fen­der Per­so­nal­aus­tausch statt. Es be­steht we­der ei­ne ge­mein­sa­me Dienst­ein­satz-oder Ur­laubs­pla­nung noch er­folgt er­kenn­bar ei­ne ar­beit­ge­berüberg­rei­fen­de Ver­tre­tung während der Ur­laubs- und Krank­heits­zei­ten. So­weit zwi­schen den Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. bei Engpässen nicht nur Fahr­zeu­ge und Gerätschaf­ten ge­gen Rech­nungs­stel­lung zur Verfügung ge­stellt, son­dern – das wohl eher im Aus­nah­me­fall - auch Ar­beit­neh­mer wech­sel­sei­tig ein­ge­setzt wer­den, er­scheint dies an­ge­sichts der großen Zahl der je­weils im Mo­nat ab­zu­fer­ti­gen­den Flug­zeu­ge vom zeit­li­chen Um­fang her mar­gi­nal. Ein sol­cher Ein­satz von Ar­beits­kräften im je­weils an­de­ren Un­ter­neh­men ist auch nach den Dar­stel­lun­gen des Be­tei­lig­ten zu 1. für den ak­tu­el­len Be­triebs­ab­lauf kei­nes­falls prägend. Es han­delt sich im Kern le­dig­lich um ei­ne un­ter­neh­me­ri­sche Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen Ar­beit­ge­bern, bei der sich im Be­darfs­fall die Be­tei­li­gung ei­nes Ar­beit­ge­bers auf das Zur-Verfügung-Stel­len sei­ner Ar­beit­neh­mer an ei­nen an­de­ren Ar­beit­ge­ber be­schränkt (vgl. BAG, Be­schluss vom 13.08.2008, a.a.O.). Für die Be­ur­tei­lung un­er­heb­lich ist, ob sich die Be­tei­lig­ten zu 2. und 3.
des­sel­ben Be­triebs­arz­tes be­die­nen oder die Ar­beit­neh­mer un­ter Berück­sich­ti­gung kon­zern­ein­heit­li­cher Stan­dards ge­mein­sam schu­len. Dies geht über die nor­ma­le Zu­sam­men­ar­beit von Un­ter­neh­men des­sel­ben Kon­zerns nicht hin­aus. Es ist vor­lie­gend schließlich auch oh­ne recht­li­che Be­deu­tung, dass die Be­tei­lig­te zu 3. im Verhält­nis zur Luft­han­sa als Su­b­un­ter­neh­me­rin der Be­tei­lig­ten zu 2. tätig wird. Ab­grenz­ba­re Teil­auf­ga­ben können an­de­ren Un­ter­neh­men und Be­trie­ben zur selbständi­gen Er­le­di­gung über­tra­gen wer­den. We­der Be­trie­be noch Un­ter­neh­men ver­lie­ren da­durch ih­re or­ga­ni­sa­to­ri­sche Un­abhängig­keit, dass ih­re Pro­duk­te und Leis­tun­gen ei­nem über­ge­ord­ne­ten Zweck die­nen. Dar­an ändert auch der Um­stand nichts, dass die Be­tei­lig­te zu 2. in der Ver­ein­ba­rung mit der Luft­han­sa, wie sich dem zu den Ak­ten ge­reich­ten Ver­trags­aus­zug er­gibt, bei der Ein­schal­tung ei­nes Su­b­un­ter­neh­mens die Ver­ant­wor­tung für die ord­nungs- und ver­trags­gemäße Er­brin­gung der Bo­den­ver­kehrs­dienst­leis­tun­gen über­nimmt. Dies hat im Streit­fall nicht zum Ver­lust der or­ga­ni­sa­to­ri­schen Un­abhängig­keit geführt. Die Ab­wick­lung ei­nes Su­b­un­ter­neh­mer­auf­trags er­folgt nicht zwin­gend in ei­nem ge­mein­sa­men Be­trieb mit dem Auf­trag­ge­ber (vgl.: BAG, Be­schluss vom 15.01.1992 – 7 ABR 36/91 – ju­ris). Für die be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Fra­ge­stel­lung un­er­heb­lich ist letzt­lich, ob die der Be­tei­lig­ten zu 2. er­teil­te behörd­li­che Li­zenz zur Ausführung von Bo­den­ab­fer­ti­gungs­dienst­leis­tun­gen die Ein­schal­tung der Be­tei­lig­ten zu 3. als Su­b­un­ter­neh­me­rin ge­stat­tet.
b) Nach dem Er­geb­nis der von der Be­schwer­de­kam­mer durch­geführ­ten Be­weis­auf­nah­me wer­den zu­dem bei den Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. die we­sent­li­chen Funk­tio­nen des Ar­beit­ge­bers in den so­zia­len und per­so­nel­len An­ge­le­gen­hei­ten nicht in­sti­tu­tio­nell ein­heit­lich für ei­nen ge­mein­sa­men Be­trieb wahr­ge­nom­men.
aa) Bei der Be­tei­lig­ten zu 2. ob­lie­gen die we­sent­li­chen Be­fug­nis­se al­lein dem für al­le Nie­der­las­sun­gen in Deutsch­land zuständi­gen Per­so­nal­lei­ter in G.. Dies er­gibt sich ein­deu­tig aus den Aus­sa­gen der Zeu­gen G. und S.. Der Zeu­ge G. hat bei sei­ner Ver­neh­mung glaub­haft be­kun­det, dass der Schwer­punkt sei­ner
Ar­beits­auf­ga­ben dar­in lie­ge, das ope­ra­ti­ve Geschäft für die Be­tei­lig­te zu 2. auf dem Flug­ha­fen in E. wahr­zu­neh­men. In per­so­nel­ler Hin­sicht ist der Zeu­ge als Sta­ti­ons­lei­ter zwar für den Ein­satz der Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 2. vor Ort ver­ant­wort­lich. Er hat aber nach sei­ner Aus­sa­ge kei­ne Ein­stel­lungs- und Ent­las­sungs­be­fug­nis, son­dern ist le­dig­lich für die Ur­laubs­anträge und Krank­mel­dun­gen zuständig und hat für die zen­tra­le Per­so­nal­ab­tei­lung in G. sons­ti­ge per­so­nel­le Din­ge al­len­falls vor­zu­be­rei­ten. Die An­ga­ben des Zeu­gen G. wer­den durch die Dar­stel­lung des Zeu­gen S. in vol­lem Um­fang bestätigt. Der Zeu­ge S. hat bei sei­ner Ver­neh­mung klar­ge­stellt, dass er als für sämt­li­che Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 2. in Deutsch­land zuständi­ger Per­so­nal­lei­ter außer­halb des ope­ra­ti­ven Geschäfts die maßge­ben­den Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und ins­be­son­de­re über Ein­stel­lung und Ent­las­sung von Ar­beit­neh­mern zu be­fin­den hat. Die in­ter­nen Be­richts­pflich­ten des Zeu­gen ge­genüber dem Geschäftsführer C., der sich über­wie­gend in der Kon­zern­zen­tra­le in C. aufhält, sind nicht ge­eig­net, die Kom­pe­ten­zen des Zeu­gen S. als be­schränkt zu be­trach­ten. Die Rich­tig­keit der An­ga­ben der Zeu­gen wird da­durch un­ter­stri­chen, dass die Per­so­nal­ak­ten der Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 2. nicht in der Nie­der­las­sung in E. vor­ge­hal­ten wer­den, son­dern sich in der zen­tra­len Per­so­nal­ab­tei­lung in G. be­fin­den. Auch der Be­tei­lig­te zu 1. hat letzt­lich nicht in Ab­re­de ge­stellt, dass hier die grund­le­gen­den Ent­schei­dun­gen für die Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 2. in den so­zia­len und per­so­nel­len An­ge­le­gen­hei­ten ge­trof­fen wer­den.
bb) Die maßgeb­li­chen so­zia­len und per­so­nel­len Ent­schei­dun­gen für die Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 3. am Flug­ha­fen E. trifft da­ge­gen nicht die zen­tra­le Per­so­nal­ab­tei­lung in G. mit dem Per­so­nal­lei­ter S. an der Spit­ze, son­dern al­lein der Geschäftsführer der Be­tei­lig­ten zu 3. U.. Dies gilt je­den­falls in­so­weit, als es sich um die bei der Be­tei­lig­ten zu 3. an­ge­stell­ten Ar­beits­kräfte han­delt. Der Geschäftsführer U. hat bei sei­ner Anhörung vor der Be­schwer­de­kam­mer im Ein­zel­nen sei­ne seit De­zem­ber 2009 be­ste­hen­den Be­fug­nis­se im Rah­men des ihm ein­geräum­ten Jah­res­bud­gets dar­ge­legt. Er hat ins­be­son­de­re dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ihm al­lein die Ein­stel­lungs- und
Ent­las­sungs­be­fug­nis ob­liegt und er sei­ne per­so­nel­len An­ge­le­gen­hei­ten über ei­ge­ne Ver­wal­tungs­kräfte in E. ab­wi­ckelt. Hier be­fin­den sich, wie beim Orts­ter­min der Be­schwer­de­kam­mer fest­ge­stellt, zu­dem die für die Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 3. an­ge­leg­ten Per­so­nal­ak­ten. Nach den übe­rein­stim­men­den Aus­sa­gen der Zeu­gen G. und S. kann kei­ne Re­de da­von sein, dass die Be­fug­nis­se des Geschäftsführers U. nur auf dem Pa­pier be­ste­hen. So­weit der Be­tei­lig­te zu 1. den Geschäftsführer U. als „Dum­my“ (At­trap­pe) be­zeich­net, der in sei­nem Han­deln für die Be­tei­lig­te zu 3. über den Zeu­gen G. von der Per­so­nal­ab­tei­lung der Be­tei­lig­ten zu 2. in G. ge­steu­ert wer­de, gibt es dafür kei­nen greif­ba­ren An­halts­punkt. Der Zeu­ge G. hat viel­mehr be­kun­det, dass er kei­ner­lei Wei­sungs­rech­te ge­genüber Herrn U. oder auch des­sen Mit­ar­bei­ter ha­be. Der Zeu­ge S. hat bei sei­ner Ver­neh­mung darüber hin­aus bestätigt, dass er als Per­so­nal­lei­ter nichts mit den bei der Be­tei­lig­ten zu 3. beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer zu tun ha­be und in per­so­nel­len und so­zia­len An­ge­le­gen­hei­ten kei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen ihm und dem Geschäftsführer U. statt­fin­de. Es lie­gen kei­ne Umstände vor, die es recht­fer­ti­gen könn­ten, die im Er­geb­nis übe­rein­stim­men­den An­ga­ben der Zeu­gen G. und S. in Zwei­fel zu zie­hen. Die Be­fug­nis­se des Geschäftsführers U. in den grund­le­gen­den per­so­nel­len und so­zia­len An­ge­le­gen­hei­ten be­schränken sich zwar nur auf die ei­ge­nen Ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 3. und nicht auf die von der Be­tei­lig­ten zu 4. ent­sand­ten Leih­ar­beit­neh­mer, die prak­tisch die Stamm­be­leg­schaft der Be­tei­lig­ten zu 3. dar­stel­len. Dies­bezüglich kommt dem Geschäftsführer nur das Wei­sungs­recht bei der Ausführung der Ar­bei­ten zu. Dies ist für die hier zu be­ant­wor­ten­de Fra­ge nach dem Vor­lie­gen ei­nes ge­mein­sa­men Lei­tungs­ap­pa­ra­tes der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. am G. in E. aber un­er­heb­lich. Denn nach dem Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me kann nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass die für die Ar­beit­neh­mer der Nie­der­las­sung der Be­tei­lig­ten zu 2. maßgeb­lich zuständi­ge Per­so­nal­ab­tei­lung in G. auch hin­sicht­lich der Leih­ar­beit­neh­mer der Be­tei­lig­ten zu 4. die we­sent­li­chen Ent­schei­dun­gen in den per­so­nel­len und so­zia­len An­ge­le­gen­hei­ten trifft. Es be­steht viel­mehr auch hin­sicht­lich der Leih­ar­beit­neh­mer ei­ne ei­genständi­ge Lei­tung. Der Zeu­ge S. hat in die­sem Zu­sam­men­hang dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sich die Per­so­nal­ak­ten
der von der Be­tei­lig­ten zu 4. ent­sand­ten Leih­ar­beit­neh­mer nicht mehr in G., son­dern bei der Kon­zern­mut­ter­ge­sell­schaft in C. be­fin­den und er die­se Ar­beit­neh­mer gar nicht ken­ne. Die Be­tei­lig­te zu 3. ar­bei­tet da­nach mit ei­nem ei­ge­nen und ar­beits­or­ga­ni­sa­to­risch von dem der Be­tei­lig­ten zu 2. vollständig ab­ge­grenz­ten Per­so­nalkörper. Ei­ne Ko­or­di­na­ti­on auf­grund ein­heit­li­cher Lei­tung war für die Be­schwer­de­kam­mer nicht fest­stell­bar. Dies wird ge­ra­de dar­an deut­lich, dass kein ar­beit­ge­berüberg­rei­fen­der Per­so­nal­ein­satz exis­tiert, der cha­rak­te­ris­tisch für den nor­ma­len Be­triebs­ab­lauf wäre.
c) Die Be­schwer­de­kam­mer über­sieht nicht, dass sich im Ver­lauf des Be­schluss­ver­fah­rens die Verhält­nis­se vor al­lem hin­sicht­lich der Or­ga­ni­sa­ti­on und Führung der Be­triebsstätten auf dem E. Flug­ha­fen teil­wei­se gra­vie­rend geändert ha­ben. Ent­ge­gen der An­sicht des Be­tei­lig­ten zu 1. kann dar­aus aber nicht der Schluss ge­zo­gen, dass da­mit das Be­ste­hen ei­nes ge­mein­sa­men Be­trieb der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. nach außen hin nur ver­schlei­ert wer­den soll­te („Win­dow Dres­sing“). Nach Über­zeu­gung der Be­schwer­de­kam­mer ist die der­zeit vor­han­de­ne Tren­nung der Ar­beits­be­rei­che und Per­so­nalführung der Be­tei­lig­ten zu 2. und 3. auf dem Flug­ha­fen E. ernst ge­meint und nach­hal­tig. Sie ent­spricht zu­dem den zu den Ak­ten ge­reich­ten Be­schlüssen der Geschäftsführun­gen vom 21.04. und 22.04.2010 (vgl. Bl. 493 ff. d.A.). Der Be­tei­lig­te zu 1. ver­kennt bei sei­nen Einwänden, dass die Or­ga­ni­sa­ti­on der be­trieb­li­chen Abläufe letzt­lich Sa­che der be­trof­fe­nen Ar­beit­ge­be­rin­nen ist. Kon­kre­te Umstände, die für ein rechts­miss­bräuch­li­ches Ver­hal­ten spre­chen könn­ten, sind nicht er­sicht­lich.
3. Die Prüfung der Ver­mu­tungs­tat­bestände des § 1 Abs. 2 Be­trVG ist vor­lie­gend ent­behr­lich, da fest­steht, dass die or­ga­ni­sa­to­ri­schen Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen Ge­mein­schafts­be­trieb nicht vor­lie­gen (vgl. BAG, Be­schluss vom 22.06.2005, a.a.O.).
IV. Der erst im zwei­ten Rechts­zug ge­stell­te Hilfs­an­trag des Be­triebs­rats auf Fest­stel­lung, dass zwi­schen den Be­tei­lig­ten zu 2. bis 4. ein Ge­mein­schafts­be-
trieb be­steht, kann eben­falls kei­nen Er­folg ha­ben.
1. Der Hilfs­an­trag des Be­tei­lig­ten zu 1. be­inhal­tet ei­ne Er­wei­te­rung bzw. Ände­rung des ursprüng­li­chen Be­geh­rens, da nun­mehr im zwei­ten Rechts­zug für die Fest­stel­lung ei­nes Ge­mein­schafts­be­triebs die Be­tei­lig­te zu 4. als wei­te­re Ar­beit­ge­be­rin ein­be­zo­gen wird. Ein sol­cher An­trag ist als un­selbständi­ge An­schluss­be­schwer­de ana­log § 524 ZPO zu qua­li­fi­zie­ren. Es war pro­zes­su­al nicht er­for­der­lich, die An­schluss­be­schwer­de aus­drück­lich als sol­che zu be­zeich­nen (vgl. BAG, Be­schluss vom 30.05.2006, AP Nr. 23 zu § 77 Be­trVG 1972 Ta­rif­vor­be­halt: zur An­schluss­be­ru­fung; BAG, Be­schluss vom 10.03.2009, AP Nr. 127 zu § 99 Be­trVG 1972: zur An­schluss­be­schwer­de).
2. Die An­schluss­be­schwer­de des Be­triebs­rats schei­tert nicht dar­an, dass sie ver­spätet ein­ge­legt ist. Ei­ne An­schluss­be­ru­fung kann zwar gemäß § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO nur bis zum Ab­lauf der dem Be­ru­fungs­be­klag­ten ge­setz­ten Frist zur Be­ru­fungs­er­wi­de­rung ein­ge­legt wer­den. Das Be­schluss­ver­fah­ren kennt je­doch an­ders als das ar­beits­recht­li­che Ur­teils­ver­fah­ren kei­ne Frist für ei­ne Rechts­mit­te­ler­wi­de­rung, so­dass die An­schluss­be­schwer­de grundsätz­lich zeit­lich un­be­fris­tet bis zum Anhörungs­ter­min vor der Kam­mer ein­ge­legt wer­den kann. Nur wenn durch den Vor­sit­zen­den ei­ne Frist zur Äußerung auf die Be­schwer­de ge­setzt wor­den wäre, müss­te die An­schluss­be­schwer­de in­ner­halb die­ser Frist ein­ge­legt wer­den (vgl. Ger­mel­mann/Mat­tes, ArbGG, 7. Aufl., § 89 Rn. 36; GK-ArbGG/Dörner, § 89 Rn. 41). Ei­ne sol­che Frist­set­zung ist hier je­doch nicht er­folgt.
3. Die Un­zulässig­keit der An­schluss­be­schwer­de des Be­triebs­rats folgt aber dar­aus, dass mit ihr im We­ge ei­ner An­trags­er­wei­te­rung ei­ne im ers­ten Rechts­zug nicht be­tei­lig­te Ar­beit­ge­be­rin ein­be­zo­gen wird. Ei­ne sol­che Möglich­keit steht im Rah­men ei­ner An­schluss­be­schwer­de nicht zur Verfügung. Ei­ne An­sch­ließung stellt nicht selbst ein Rechts­mit­tel dar, son­dern wie die An­schluss­be­ru­fung, de­ren Vor­schrif­ten ent­spre­chen­de An­wen­dung fin­den, le­dig­lich ei­ne An­trag­stel­lung in­ner­halb ei­nes frem­den Rechts­mit­tels (vgl. BGH,
Be­schluss vom 14.05.1991, NJW 1991, 2569; Zöller/Heßler, ZPO, 28. Aufl., § 524 Rn. 18 m.w.N.). Sie ist nur statt­haft, wenn ge­gen den Rechts­mitt­elführer als sol­chen mehr als die Zurück­wei­sung sei­nes Rechts­mit­tels er­reicht wer­den soll. Die An­schluss­be­schwer­de kann hin­ge­gen wie auch die An­schluss­be­ru­fung nicht ein­ge­setzt wer­den, um den ge­gen den Rechts­mitt­elführer in ers­ter In­stanz er­folg­rei­chen An­trag er­wei­ternd auf ei­nen am Ver­fah­ren bis­her nicht be­tei­lig­ten Drit­ten zu er­stre­cken und auch ge­gen ihn ei­nen An­trag zu stel­len (vgl. BGH, Ur­teil vom 04.04.2000, NJW-RR 2000, 1114 f. m.w.N.).
C. Die Be­schwer­de­kam­mer hat die Rechts­be­schwer­de gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. § 92 Abs. 1 Satz 2 ArbGG zu­ge­las­sen.
Ge­gen die­sen Be­schluss kann von dem Be­tei­lig­ten zu 1.
Sau­er­land
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References: § 1
 § 1
 § 1
 § 81
 § 97
 § 19
 § 19
 § 19
 § 256
 § 18
 § 18
 § 18
 § 18
 § 4
 § 18
 § 18
 § 1
 § 1
 § 1
 § 15
 § 1
 § 1
 § 1
 § 23
 § 1
 § 524
 § 77
 § 99
 § 524
 § 89
 § 89
 § 524
 § 72
 § 92