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Timestamp: 2019-05-19 22:19:01+00:00

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Pausen bei Bildschirmarbeit – die Bildschirmpause
Pausen bei Bild­schirm­arbeit – die Bildschirmpause
§ 87 (1) Nr. 2 Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit einschließlich der Pausen
§ 87 (1) Nr. 7 Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie Regelungen des Gesundheitschutzes
◊ Bundes-Personalvertretungsgesetz (BPersVG)
§ 75 (3) Nr. 11 Maßnahmen zur Verhütung von Dienst- und Arbeitsunfällen und sonstigen Gesundheitsschädigungen
Bildschirmarbeitsverordnung - Auslegungshinweise zu den unbestimmten Rechtsbegriffen
Bildschirmarbeitsverordnung Kurzkommentar (Text und Kommentar)
Bundesverwaltungsgericht 8.1.2001, AZ: 6 P 6.00, mitbestimmungspflichtig ist die Regelung von bezahlten Kurzpausen zur Verhütung von Gesundheitsschädigungen nicht nach § 75 (3) Nr. 1 sondern nach Nr. 11 BPersVG, weil Pausen als unbezahlte Ruhepausen entsprechend ArbZG verstanden werden.
Bundsarbeitsgericht 2. April 1996, AZ: 1 ABR 47/95, mitbestimmungspflichtig sind bezahlte Kurzpausen nach BildscharbV § 5 auf der Grundlage des § 87 (1) Nr. 7 BetrVG
Oppolzer, Dr. Alfred: Kurzpausen. Nie waren sie so wertvoll wie heute. In: Arbeitsrecht im Betrieb 10/2011, Bund-Verlag.
Kiper, Manuel: Mischarbeit oder Erholungspausen bei Bildschirmarbeit? In: Computer und Arbeit 12/2011, Bund-Verlag.
Oppolzer, Alfred: Gesundheitsmanagement im Betrieb. Integration und Koordination menschengerechter Gestaltung von Arbeit. Hamburg (VSA-Verlag) 2006; darin das Kapitel Menschengerechte Gestaltung der Arbeit durch Kurzpausen (Erholzeiten).
DGB Index Gute Arbeit (Hrsg.): Wie die Beschäftigten die Arbeitsbedingungen beurteilen. Mit dem Themenschwerpunkt: Arbeitszeitgestaltung. Einflussmöglichkeiten der Beschäftigten, die Verlässlichkeit von Verträgen. Ergebnisse der Repräsentativumfrage Gute Arbeit GmbH Berlin 2014.
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (Hrsg.): Kurzpausensysteme im Call Center. Call Center Report 18.
Praxishilfe: Anleitung Bildschirmpausen
Anleitung Bildschirmpausen: Wie schaffe ich es, regelmäßig Pausen einzulegen?
von Jutta Weber-Bensch
Jede/r weiß, dass es für unsere Gesundheit wichtig ist, nicht pausenlos vor dem Bildschirm zu sitzen. Der Körper braucht Bewegung, die Augen brauchen Erholung. Bei ununterbrochen bildschirmgebundener Arbeit haben wir das Recht auf bezahlte regelmäßige Arbeitsunterbrechungen. Trotzdem scheint es im Arbeitsalltag oft schwierig, den guten Vorsatz, Bildschirmpausen einzulegen, auch in die Praxis umzusetzen.
Bildschirmpausen - was muss ich dazu wissen?
Kurzinfo 1: Welche Wirkung haben Bildschirmpausen?
Bildschirmpausen sind wichtig als Erholung für die Augen.
Sie beugen Schäden durch einseitige Arbeitshaltung vor.
Sie ermöglichen Kommunikation und Austausch mit Kollegen und Kolleginnen.
Sie dienen der Konzentrationsfähigkeit, fördern effektives und effizientes Arbeiten und erhöhen die Leistungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft.
Kurzinfo 2: Darf ich Bildschirmpausen machen?
Einen gesetzlichen Anspruch auf kurze und bezahlte Bildschirmpausen haben Sie, wenn die Bildschirmarbeit nicht regelmäßig durch andere Arbeiten unterbrochen ist nach Arbeitsstättenverordnung Anhang 6.1.
Kein Recht auf Bildschirmpausen haben Sie, wenn Sie Tätigkeitswechsel haben, die ausreichende Erholung für die Augen bieten.
Ein kurzes Telefonat oder ein Blick auf Arbeitsvorlagen o.ä. ist keine ausreichend erholungswirksame Unterbrechung der Bildschirmarbeit.
Kurzinfo 3: Wann und wie lange soll ich Bildschirmpausen machen?
Den größten Effekt für die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit haben Kurzpausen von ca. 10 Minuten pro Stunde.
Länger als 2 Stunden sollten Sie keinesfalls ununterbrochen vor dem Bildschirm sitzen.
Zwei Arbeitsunterbrechungen können Sie zu einer etwas längeren Pause (15 bis 20 Minuten) zusammenfassen.
Die Arbeitsunterbrechungen sollten nicht an den Beginn oder das Ende der Arbeitszeit gelegt werden, der Erholungseffekt entfällt dann.
Ebenso wenig sinnvoll wäre es, sie mit den unbezahlten Erholungspausen zusammenzufassen.
Je nach Tätigkeit ist eine starre oder flexiblere Pausenregelung sinnvoll. Wenn Sie vorwiegend mit Dateneingaben beschäftigt sind, können Sie feste Zeiten einplanen. Bei komplexen Aufgaben, die sich nicht leicht unterbrechen lassen, ist eine flexiblere Handhabung nötig.
Überlassen Sie Pausenzeiten nicht dem Zufall, sondern planen Sie die Arbeitsunterbrechungen systematisch ein. Erfahrungen zeigen, dass die Pausen erst genommen werden, wenn bereits Ermüdung eingetreten ist. Zweck ist jedoch das Vorbeugen.
Evtl. ist für Ihr Unternehmen Näheres zu Bildschirmpausen in einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung geregelt.
Kurzinfo 4: Wofür kann ich die Bildschirmpausen sinnvoll nutzen?
Gezielte Bewegungs-, Entspannungs- oder Augenübungen – mindestens jedoch mal aufstehen, sich bewegen, aus dem Fenster schauen.
Gang zur Kantine, Kaffeeküche, Pausenecke etc.
Mal ein persönliches Gespräch führen oder einen Erfahrungsaustausch mit Kolleg/innen machen – das kommt auch dem Betriebsklima zugute.
Was Sie in der Bildschirmpause nicht machen sollten: Mails lesen und verschicken oder im Internet surfen, das bringt Ihnen keine Erholung für Ihren von der Bildschirmarbeit geplagten Kopf.
Wie schaffe ich es, regelmäßig Pausen einzulegen?
Reflexion: Was hat mich bisher daran gehindert, Bildschirmpausen zu machen?
Oft sind die Umstände im Betrieb nicht förderlich für Bildschirmpausen.
Wir haben zu viel Arbeit und Zeitdruck.
Andere machen auch keine Bildschirmpausen.
Kolleg/innen und Vorgesetzte haben (vermutlich) kein Verständnis.
Es gibt keine Pausen- und Vertretungsregelung für unser Team.
Weitere Hemmnisse liegen darin,
dass wir vielleicht selbst zu hohe Ansprüche an die eigene Arbeit haben – wir wollen unsere Aufgaben vollständig, gut und rasch erledigen,
dass es nicht einfach ist, unsere alten Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu ändern,
dass wir zum Glück (noch) keine gesundheitlichen Beschwerden haben oder nicht wollen, dass andere unsere Beschwerden bemerken.
Tipp 1: Wie kann ich damit anfangen, Bildschirmpausen zu machen?
Wenn wir einen guten Vorsatz verwirklichen wollen, brauchen wir zunächst ein klares Ziel, von dem wir selbst überzeugt sind. Wir müssen wissen, wozu wir etwas wollen, welches Interesse uns dabei leitet und welche Rechte wir haben.
Hierzu brauchen wir ausreichende Informationen.
Beschaffen Sie sich Informationen, etwa aus ergo-online. Erkundigen Sie sich beim Betriebs- oder Personalrat, ob es im Unternehmen betriebliche Regelungen zu Bildschirmpausen gibt.
Stellen Sie sich die Fragen, welche Vor- und Nachteile Sie davon erwarten, Bildschirmpausen zu machen.
Sind die erwarteten Nachteile durch Kurzpausen so schwerwiegend, dass Sie dafür Ihre Gesundheit aufs Spiel setzen wollen?
Wie wichtig ist mir meine Gesundheit?
Wenn wir uns bewusst für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit entscheiden, hilft es uns wenig, widrige Umstände oder andere Personen dafür verantwortlich zu machen, dass wir keine Bildschirmpausen machen. Unsere Arbeitshilfe "Bildschirmpausen machen" hilft, Bildschirmpausen zu planen.
Übernehmen Sie Verantwortung, für das was Sie selbst beeinflussen können und zeigen Sie sich selbst und anderen, dass Sie diese Verantwortung wahrnehmen.
Wir sind für unser eigenes Verhalten selbst verantwortlich. Aber auch die Umstände, unter denen wir arbeiten, die Arbeitsbedingungen, können wir ein Stück weit beeinflussen. Dazu sind allerdings Gespräche mit Vorgesetzten und Kooperation mit Kolleg/innen erforderlich.
Tipp 2: Wann kann ich Bildschirmpausen selbstständig machen, wann muss ich mich absprechen?
Am einfachsten können Sie die Bildschirmarbeit nach eigener Einteilung unterbrechen, wenn Sie bei Ihrer Arbeit nicht komplett auf die Zusammenarbeit mit anderen angewiesen sind. Abhängig davon, ob Sie in einem Einzel-, Gruppen- oder Großraumbüro sitzen, fallen Sie mit den Pausen mehr oder weniger auf.
Ist Ihre Arbeit in hohem Maße teamgebunden und/oder durch Kontakte mit Kunden, Lieferanten oder anderen Personen geprägt, dann müssen Sie sich mit den Vorgesetzten und den Kolleg/innen abstimmen. Regen Sie an, eine gemeinsame Pausen- und Vertretungsregelung zu erarbeiten.
Tipp 3: Was hilft mir, das eigene Verhalten zu ändern?
Alte Gewohnheiten abzulegen und das eigene Verhalten zu ändern, erfordert neben einer bewussten Entscheidung auch stetes Training. Zur Erleichterung hier einige Empfehlungen:
Überlegen Sie, was Sie bislang daran gehindert hat, Pausen zu machen und was Sie künftig dabei fördern kann.
Eine realistische Arbeits- und Zeitplanung unterstützt sie dabei, die Pausen systematisch einzuplanen und nicht dem Zufall zu überlassen.
Verschiedene Hilfsmittel können Sie zur Erinnerung an die Pausen einsetzen.
Oft hilft es uns, wenn wir wichtige Dinge aufschreiben und im Auge behalten. Beispielsweise kann Sie ein gut sichtbarer Selbstklebezettel am Bildschirm oder die Frage "Schon Pause gemacht?" an die Pausenzeiten erinnern.
Je nach Gegebenheit im Büro können Sie auch eine Sanduhr oder einen Wecker zur Erinnerung benutzen.
Eine App zur Erinnerung an Bildschirmpausen kann helfen. Einzelne Programme bieten auch Bewegungs- oder Augenübungen an.
Führen Sie ein Selbstcontrolling ein, beobachten Sie Ihr Pausenverhalten bewusst und haken Sie auf Ihrem Zeitplan eingelegte Pausen ab. Das zeigt, wo Sie stehen und verdeutlicht Ihren Erfolg.
Verfolgen Sie Ihre Fortschritte und belohnen Sie sich für eingelegte Pausen mit einer Kleinigkeit, die Ihnen Freude macht.
Verzeihen Sie sich Rückfälle. Halten Sie an Ihrem Vorsatz, Pausen einzulegen, fest und bedenken Sie, dass eine nachhaltige Verhaltensänderung oft in vielen kleinen Schritten erfolgt.
Überlegen, was Sie verbessern können und welche zusätzliche Unterstützung Sie benötigen, damit Sie leichter Ihre Pausen machen können. Sprechen Sie darüber mit Vorgesetzten und Kolleg/innen.
Gibt es in Ihrer Abteilung Kolleg/innen, die bereits Bildschirmpausen machen? Fragen Sie nach ihren Erfahrungen, nach Anregungen und Tipps.
Tipp 4: Wie kann ich Verbündete gewinnen?
Wenn Sie bei Ihren Kolleg/innen Verständnis, Unterstützung oder Mitstreiter finden, haben Sie es leichter. Sie können sich gezielt Unterstützung organisieren.
Geben Sie Informationen über Bildschirmpausen an Vorgesetzte und Kolleg/innen weiter. Sprechen Sie mit Ihnen über die Bereitschaft, sich gegenseitig an die Pausen zu erinnern und über Möglichkeiten, eine gemeinsame Pausen- und Vertretungsregelung zu finden.
Fragen Sie Ihren Vorgesetzten nach einer Unterweisung zu Bildschirmpausen für die Abteilung oder das Team. Ziehen Sie bei Bedarf auch den Betriebs- oder Personalrat, den Betriebsarzt/die Betriebsärztin, die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Sicherheitsbeauftragten zu Rate.
Überlegen Sie gemeinsam, welche Veränderungen evtl. in der Arbeitsorganisation hilfreich oder notwendig sind, um Pausen besser realisieren zu können.
Machen Sie selbst Vorschläge für eine Pausenregelung und stellen Sie diese zur Diskussion.
Eventuell können Sie sich sogar darauf einigen, kurze Bewegungs- und/oder Entspannungsübungen gemeinsam zu machen.
Sollten Sie zunächst niemandem zum Mitmachen gewinnen, so haben Sie zumindest für das Thema Bildschirmpausen sensibilisiert.
Vielleicht können Sie Kolleg/innen später zum Mitmachen animieren, wenn Sie Ihre eigenen Erfahrungen und Erfolge mit Bildschirmpausen mitteilen.
Diese Arbeitshilfe hilft Ihnen, Bildschirmpausen selbst zu organisieren und Probleme bei der Organisation anzugehen und zu beseitigen.
Praxishilfe: Selbstcheck "Bildschirmpausen machen"
Selbstcheck "Bildschirmpausen machen"
Ermüdung und Leistungsfähigkeit

References: § 87

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§ 75
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