Source: https://www.opferperspektive.de/verein
Timestamp: 2020-01-24 08:30:16+00:00

Document:
Verein – BERATUNG FÜR BETROFFENE RECHTER GEWALT
Verein Opferperspektive e.V.
Satzung des Opferperspektive e.V.
Opferperspektive – Solidarisch gegen Rassismus,
Diskriminierung und rechte Gewalt e.V.
Opferperspektive – Solidarisch gegen Rassismus, Diskriminierung und rechte Gewalt e.V. ist ein im Land Brandenburg tätiger Verein, der Betroffene rechter Gewalt und rassistischer Diskriminierung, deren Angehörige oder Freund*innen und Zeug*innen solcher Taten in Brandenburg berät. Die Beratung ist kostenlos, erfolgt an einem Ort, den die Ratsuchenden auswählen. Die Arbeit des Vereins zielt, neben der direkten Unterstützung der Betroffenen, auch darauf ab, diejenigen gesellschaftlichen Prozesse, die zu rechter Gewalt und rassistischer Diskriminierung führen, sichtbar zu machen und ihnen entgegenzutreten. Die Beratung und Unterstützung bei rechter Gewalt sowie die Antidiskriminierungsberatung bilden die Kernbereiche des Vereins.
Opferperspektive – Beratung für Betroffene rechter Gewalt
Die Mitarbeiter*innen der Beratung und Unterstützung bei rechter Gewalt werden seit 1998 tätig, wenn Menschen von rechtsmotivierten Gewalttaten im Land Brandenburg betroffen sind. Dazu zählen körperliche Gewalt, Nötigung sowie Sachbeschädigung und Brandstiftung, wenn sich diese erkennbar gegen die soziale und wirtschaftliche Existenz eines Menschen richten. Ausgangspunkt ist die subjektive Interpretation des Angriffs durch die betroffene(n) Person(en). Die Mitarbeiter*innen helfen schnell und direkt. Sie begleiten die Betroffenen zur Polizei und zu anderen Behörden, geben rechtliche Hinweise auf das Straf- und Zivilverfahren, vermitteln Rechtsanwälte für eine Nebenklage und begleiten sie in Strafprozessen. Außerdem helfen sie beim Stellen von Entschädigungsanträgen und im Kontakt mit Medien. Die Berater*innen recherchieren rechte Gewalttaten und erfassen diese systematisch in Form einer Chronologie, die kontinuierlich Auskunft darüber gibt, wie sich das Ausmaß der Gewalt im Land Brandenburg entwickelt.
Antidiskriminierungsberatung (ADB)
Rassismus und Ausgrenzung sind zwar geächtet, aber keineswegs verschwunden. Menschen werden aus rassistischen oder antisemitischen Gründen, wegen ihrer Herkunft, ihrer Sprache, ihrer Hautfarbe, ihres Namens oder ihrer Religion beleidigt, benachteiligt oder diskriminiert. So erhalten Menschen mit nicht-deutsch klingendem Namen seltener eine Wohnung oder Schülerinnen, die Kopftuch tragen schlechtere Noten. Seit 2009 unterstützt und stärkt die Antidiskriminierungsberatung Brandenburg Betroffene von rassistischer Diskriminierung, berät Angehörige, Unterstützer*innen oder Beratungsstellen und informiert zu Rechten und verschiedenen Handlungsmöglichkeiten. In den Beratungsgesprächen kann gemeinsam geklärt werden, welche Schritte sinnvoll und möglich sind, um sich gegen eine erlebte Ungleichbehandlung zu wehren. Die Mitarbeiter*innen dokumentieren Diskriminierungsvorkommnisse in Brandenburg, thematisieren deren Ausmaß und Muster in Politik und Öffentlichkeit und fordern einen besseren Schutz für Betroffene von Diskriminierung.
Der Verein Opferperspektive ist Mitglied im bundesweiten Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG), im bundesweiten Arbeitskreis der Opferhilfen (ado), im Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) und im Brandenburger Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Darüber hinaus betreibt der Verein die bundesweite Wanderausstellung “Opfer rechter Gewalt seit 1990” sowie das Webportal und die Ausstellung “[Kein Schöner Land] – Todesopfern rechter Gewalt im Land Brandenburg”.
In Anbetracht der Gefahren, die rechte und insbesondere rassistische Tendenzen in unserer Gesellschaft darstellen und der existentiellen Bedrohung, die von rassistischer Diskriminierung und rechter Gewalt für die Betroffenen und für die Gesamtgesellschaft ausgeht, begreifen die Mitglieder des Vereins Opferperspektive ihre Aufgabe in der Schaffung von gesellschaftlichen Verhältnissen, in der sich jeder Mensch frei, gleichberechtigt und ohne Angst bewegen kann – gleich welcher (zugeschriebenen) ethnischen Herkunft, Nationaliätt oder Sprache, unabhängig von Aufenthaltsstatus, Hautfarbe oder äußerer Erscheinung, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, sozialen Status, Familienstand, Handycap, Alter oder sexueller Identität.
Die Mitglieder des Vereins Opferperspektive treten für die Achtung der Menschenrechte, für die Demokratisierung gesellschaftlicher Entscheidungsprozesse und für gewaltlose Konfliktbewältigung ein. Sie wenden sich gegen nationalistische, rassistische, antisemitische, antiziganistische, militaristische und antidemokratische Tendenzen.
Die Verfolgung parteipolitischer Ziele ist ausgeschlossen.
Der Verein führt den Namen »Opferperspektive – Solidarisch gegen Rassismus, Diskriminierung und rechte Gewalt e.V«. Er soll in das Vereinsregister eingetragen werden.
Sitz des Vereins ist Potsdam.
Zweck des Vereins ist die Förderung von Demokratie, indem er sich vor allem für einen Schutz von Minderheiten gegenüber allen Formen der Diskriminierung und rechter Gewalt engagiert. Der Verein wirkt im Bereich Kriminalprävention, bei der Hilfe für Opfer von Straftaten und unterstützt Personen, die angegriffen wurden und infolge dessen auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Er fördert und unterstützt Maßnahmen im Bereich Bildung und Jugendhilfe. Darüber hinaus unterstützt und fördert der Verein Gerichts- und Beschwerdeverfahren zur Durchsetzung der Rechte der Betroffenen, insbesondere im Bereich des Diskriminierungsschutzes im Sinne des § 23 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Davon umfasst sind auch verbraucherschutzrechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Benachteiligungen von Betroffenen. Ziel des Vereins ist ferner, jede Benachteiligung, Belästigung und Diskriminierung im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) sowie der EURichtlinien 2000/43/EG (Antirassismusrichtlinie), 2000/78/EG 27 (RahmenrichtlinieBeschäftigung), 2002/73/EG (GenderRichtlinie) und 2004/113/EG (Gleichbehandlungsrichtlinie öffentliche Güter und Dienstleistungen) zu verhindern oder zu beseitigen und die Weiterentwicklung des Diskriminierungsschutzes.
Der Verein »Opferperspektive« macht sich zur Aufgabe, Betroffene rassistischer Diskriminierung sowie anderer Formen der Diskriminierung und Opfer von rechter Gewalt zu unterstützen. Das beinhaltet
die Organisierung einer direkten Unterstützung und Beratung sowie eine Gewährleistung von längerfristigen Hilfeleistungen für Betroffene von rechter Gewalt und rassistischer Diskriminierung. Diese Hilfen können finanzieller, materieller, logistischer oder ideeller Natur sein. Finanzielle und materielle Hilfen können nur dann gewährt werden, wenn eine Bedürftigkeit im Sinne des § 53 Nr. 1 oder 2 Abgabenordnung (Mildtätige Zwecke) vorliegt.
Dokumentation und Veröffentlichung von Diskriminierungsfällen, von rechten Straftaten und ihren Folgen für die Betroffenen.
Aufbau eines landesweiten Kooperationsnetzwerks zur Etablierung einer Antidiskriminierungskultur, Beförderung der Beratung, Begleitung und Empowerment der von Diskriminierung Betroffenen sowie Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz vor Diskriminierung.
Das politische und soziale Umfeld der Betroffenen wird in die Unterstützung mit einbezogen,
um damit eine gesellschaftliche Sensibilisierung gegenüber rassistischer Diskriminierung, rechter Gewalt und dahinter stehenden Ideologemen zu erhöhen,
um Lernprozesse auszulösen, deren Ergebnisse wiederum in kommunale Aktivitäten gegen Rechtsextremismus und Rassismus eingebracht werden können,
um Entsolidarisierungsprozesse mit den Verursachern, Tätern und ihrem Umfeld zu fördern, um die Anliegen von Betroffenen rechter Gewalt und rassistischer Diskriminierung in der Öffentlichkeit zu vertreten.
Weiterhin soll zum Aufgabenbereich des Vereins Opferperspektive gehören:
eine Unterstützung von anderen Opferberatungsstellen,
eine Beratungstätigkeit von Initiativen, Verbänden, Jugendeinrichtungen, kommunalen Entscheidungsträgern und zivilgesellschaftlichen Netzwerken,
die Durchführung von Bildungsveranstaltungen, Seminaren und Projekttagen zu den Themenbereichen Demokratie, Rechtsextremismus, Rassismus, Antidiskriminierung, rechte Gewalt und Toleranz,
die Förderung und Mitgestaltung gesellschaftlicher Bedingungen zur umfassenden Förderung von Projekten und Initiativen der Kinder- und Jugendhilfe und -selbsthilfe,
die Förderung und Unterstützung von gesellschaftlichen Minderheiten.
Der Schwerpunkt der Tätigkeit für die in Absatz 1 und 2 genannten Aufgaben soll im Land
Brandenburg und im Land Berlin liegen. Für die in Absatz 3 benannten Aufgaben wird eine Tätigkeit
auch außerhalb des Landes Brandenburg und des Landes Berlin angestrebt.
§ 4 Mildtätigkeit und Gemeinnützigkeit
Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar mildtätige und gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts »Steuerbegünstigte Zwecke« der Abgabenordnung. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten als solche keine Zuwendung aus Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Vereinszweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
Geschäftsjahr des Vereins ist das Kalenderjahr. Das erste Rumpfgeschäftsjahr endet am 31.12.2000.
Über den schriftlichen Antrag entscheidet der Vorstand. Die Mitgliedschaft wird erworben mit Zugang eines Schreibens über die Mitgliedschaft.
mit dem Tod eines Mitgliedes,
Ein Antrag auf Ausschluss eines oder mehrerer Mitglieder aus dem Verein ist bei schwerwiegenden
Verstößen gegen die Vereinsinteressen möglich. Ein Antrag auf Ausschluss kann von jedem Mitglied unter Darlegung der Gründe schriftlich gestellt werden. Über den Antrag entscheidet die Mitgliederversammlung. Für einen Ausschluss ist eine 2/3 Mehrheit erforderlich. Das oder die betroffene(n) Mitglied(er) sind vorher persönlich oder schriftlich zu hören.
Die Mitglieder haben die Möglichkeit, ihre Mitgliedschaft ruhen zu lassen.
§ 7 Fördermitgliedschaft
Fördermitglieder des Vereins können natürliche und juristische Personen werden, wenn sie einen erhöhten, durch die Mitgliederversammlung bestimmten Jahresbeitrag in das Vereinsvermögen einzahlen. Für den Erwerb der Fördermitgliedschaft gilt § 6 Absatz 2 bis 5 entsprechend.
Natürliche Personen können Ehrenmitglieder werden, wenn sie sich um die Förderung des Vereins oder seiner Ziele in besonderer Weise verdient gemacht haben. Vorschläge über eine Ehrenmitgliedschaft unterbreitet der Vorstand und trägt dies dem/der Betreffenden an. Mit schriftlicher Annahme wird eine Ehrenmitgliedschaft wirksam.
§ 8a Arbeitsgruppen
Mitglieder können sich in Arbeitsgruppen zusammenschließen.
Jede Gruppe bestimmt selbst, welche Mitglieder zu ihr gehören. Eine Ablehnung ist durch die Gruppe zu begründen.
Arbeitsgruppen haben auf der Mitgliederversammlung Rede- und Antragsrecht, aber kein Stimmrecht und kein aktives und passives Wahlrecht.
Der Vorstand des Vereins besteht aus mindestens zwei und höchstens vier Personen. Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich durch zwei Vorstandsmitglieder vertreten.
Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung auf die Dauer von 2 Jahren gewählt. Er bleibt solange im Amt, bis eine Neuwahl erfolgt. Scheidet ein Mitglied des Vorstands aus, wählt der Vorstand ein Ersatzmitglied für den Rest der Amtsdauer des ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes.
Der Vorstand kann eine Person zur Erledigung der laufenden Verwaltungsangelegenheiten als Geschäftsführer einsetzen. Dieser unterliegt der Weisung und Aufsicht des Vorstandes.
Der Vorstand kann einen Beirat berufen, der den Vorstand und die Angestellten des Vereins berät und unterstützt.
Die Mitgliederversammlung ist jährlich vom Vorstand unter Einhaltung einer Einladungsfrist durch persönliche Einladung mittels Brief oder E-Mail an die letzte dem Verein bekannt gegebene Adresse einzuberufen. Dabei ist die vom Vorstand festgesetzte Tagesordnung mitzuteilen.
Bestätigung des Haushaltsplanes und der Projektberichte,
Festsetzung der Höhe der Mitgliedsbeiträge,
Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn sie satzungsgemäß einberufen wurde. Bei der Beschlussfassung entscheidet die Mehrheit der erschienenen Mitglieder. Satzungsänderungen bedürfen der Zustimmung von 2/3 der Mitglieder.
Die Höhe und Fälligkeit von Mitgliedsbeiträgen wird von der Mitgliederversammlung festgelegt. Die Mitgliederversammlung kann eine Beitragsordnung beschließen. Der Vorstand kann auf Antrag in Härtefällen Ermäßigung oder Erlass gewähren.
Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an eine Körperschaft des öffentlichen Rechts oder eine anderere steuerbegünstigte Körperschaft zwecks Verwendung für die Förderung der Kriminalprävention oder Hilfe für Opfer von Straftaten oder Förderung der Bildung oder Jugendhilfe.
Festgestellt am 17. März 2000
Letzte Änderungen am 03. Juni 2019

References: § 23
 § 53

§ 4

§ 7
 § 6

§ 8