Source: https://www.akademie.de/wissen/gruendungszuschuss-antrag
Timestamp: 2018-11-15 20:09:04+00:00

Document:
Nach GZ-Antragsabholung vom ALG abmelden
Verfasst von Gast am 21. Oktober 2016 - 7:59.
nachdem ich bereits viele wertvolle Informationen aus Ihren Antworten an andere Nutzer ziehen konnte, muss ich dennoch eine spezifische Frage für meinen Fall stellen:
Ich beziehe seit Juli ALG I und habe vor ca. zwei Monaten endgültig beschlossen mich selbstständig zu machen. Auf Anraten eines Beraters habe ich den Antrag auf Gründungszuschuss bereits frühzeitig angefordert. Überraschenderweise wurde mir dieser bei telefonischem Kontakt mit der Arbeitsagentur zwecks Terminvereinbarung direkt zugesendet. Das Feld "Antragsstellung" enthält nun bereits das Datum des Versands.
Meine 150 Tage laufen aufgrund Sperre bereits Anfang November ab, deshalb überlege ich - da ich den Start nicht überstürzen will und die Vorbereitungen doch sehr umfangreich sind - mich vor November wieder vom ALG abzumelden und mich für einige Monate selbst zu finanzieren, um mich dann wieder arbeitslos zu melden und dann direkt den Antrag auf GZ zu stellen.
Meine Frage ist, ob dies so machbar ist oder ob es hierbei zu Problemen kommen kann (auch hinsichtlich des GZ-Antragsdatums).
Antwort: Nach GZ-Antragsabholung vom ALG abmelden
Verfasst von Robert Chromow am 21. Oktober 2016 - 9:50.
Guten Tag, Herr / Frau Wiese,
Das Datum der Antragstellung hat mit dem Ablauf 150-Tagesfrist m. E. nichts zu tun.
Ja, eine Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit unter Erhalt des Restanspruchs auf ALG I ist grundsätzlich möglich.
Wenn Sie Ihren Antrag später (neu) stellen, dürfen Ihnen daraus keine Nachteile erwachsen. Allerdings haben Sie, wie Sie bestimmt wissen, so oder so keinen Rechtsanspruch auf den Gründungszuschuss. Die "Ermessensleistung" Ihrer Arbeitsagentur muss allerdings die konkreten Bedingungen Ihres Einzelfalls würdigen. Wenn Sie für den verschobenen Startzeitpunkt Ihrer Gründung später plausible Gründe ins Feld führen können, sollte Ihr Vorhaben daran nicht scheitern.
Allerdings frage ich mich, ob das eine gute Idee ist: Wenn Sie den Antrag bereits in Händen halten und die übrigen Voraussetzungen erfüllen, können Sie doch auch gleich in die Selbstständigkeit starten. Nach meinen Erfahrungen werden Gründungsvorhaben durch verlängerte Überlegungs- und Planungsphasen meistens nicht besser. Praktische Erfahrungen sind wichtiger als Perfektionismus.
Wenn Sie gleich starten, bekommen Sie (wenn alles gut geht) sofort den Gründungszuschuss und überbrücken notfalls eine anschließende Flaute aus eigenen Mitteln. Finanziell ändert das für Sie im Prinzip nichts - sieht man einmal von den möglicherweise schlechteren Chancen einer Gründungszuschuss-Verlängerung ab (9 x 300 Euro während der zweiten Phase).
Alles Gute, freundliche Grüße - und lassen Sie uns Wissen, was aus Ihrem Vorhaben geworden ist!
Verfasst von Gast am 16. Oktober 2016 - 20:11.
ich soll für den Gründerzuschuss einen fachlichen Qualifikationsnachweis liefern und an einem Existensgründungsseminar teilnehmen.
Nun habe ich mir die Frage gestellt, ob ich dieses Existensgründungsseminar frei wählen kann - unter der Voraussetzung, dass es von der Arbeitsagentur anerkann ist - oder ob ich das von meiner Vermittlerin vorgegebene besuchen muss.
Ich wäre sehr erfreut, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.
Ich bedanke mich herzlich und sende freundliche Grüße
Es gibt kostenlose
Verfasst von Gast am 5. Mai 2017 - 7:32.
Es gibt kostenlose existenzgründerseminare bei der ihk
Antwort: Existensgründerseminar
Verfasst von Robert Chromow am 17. Oktober 2016 - 8:29.
Guten Tag, Herr / Frau Kummer,
Versicherte können den Anbieter von Qualifizierungsmaßnahmen normalerweise frei wählen. Üblicherweise fördern die Arbeitsagenturen die Teilnahme an Gründerseminaren durch Bildungsgutscheine, die nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden sind. Am besten gehen Sie mit Ihrem Bildungsgutschein direkt zu einem Anbieter Ihres Vertrauens, vorausgesetzt natürlich, die Bildungseinrichtung ist von der Arbeitsagentur anerkannt.
Kein Antrag bekommen
Verfasst von Gast am 4. Juli 2016 - 13:15.
bin seit dem 18.06.2016 Arbeitslos (Alleinerziehende mit einem Kind) und bekomme ALG 1.
Heute hatte ich mit meinen Betreuer bei der Arbeitsagentur meinen Termin.
Ich hatte mein Business-Plan dabei, Sie schaute nur kurz trüber und sagte sogleich" das die Arbeitsagentur keine Fördermittel mehr für Existenzgründer gibt, da das Geld für andere Personen verwendet wird", also habe ich auch kein Antrag mit bekommen. Auch auf der Seite der Arbeitsagentur gibt es keine Vorlage dieses Dokumentes, das Sie als Muster haben.
Mein Projekt/Konzept ist wirklich sehr gut durchdacht, doch leider habe ich keine finanzielle Mittel um teure Berater etc. zu bezahlen.
Helga Klumpp
Antwort: Kein Antrag bekommen
Verfasst von Robert Chromow am 5. Juli 2016 - 9:31.
Sehr geehrte Frau Klumpp,
Ihr Arbeitsberater liegt definitiv falsch: Den Gründungszuschuss gibt es nach wie vor. Die Rechtsgrundlage findet sich in § 93 SGB III
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__93.html
Einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es seit 2011 zwar nicht mehr. Ihr Berater kann und darf Sie jedoch nicht daran hindern, einen Antrag zu stellen.
Obwohl es sich nur noch um eine "Kann"-Bestimmung handelt, ist eine pauschale Ablehnung (z. B. mit Verweis auf die guten Vermittlungsaussichten in einem bestimmten Beruf) rechtswidrig: Vielmehr muss die Arbeitsagentur einen ablehnenden Bescheid in jedem Einzelfall mit den konkreten Bedingungen des Einzelfalls begründen.
Am besten wenden Sie sich an einen erfahrenen Gründungsberater in Ihrer Nähe, der oder die weiß, wie die Arbeitsagentur vor Ort "tickt". Info-Gespräche bzw. Erstberatungen für Gründungswillige sind in der Regel kostenlos oder sehr kostengünstig. Außerdem gibt es Beratungsförderungen, die von den BeraterInnen erfahrungsgemäß (aus eigenem Interesse) genannt werden.
Wenn Sie vor Ort keinen bezahlbaren Gründungsberater finden, können Sie sich an die erfahrenen und seriösen Beratungpartner von gruendungszuschuss.de wenden:
http://www.gruendungszuschuss.de/index.php?id=1057
Deren Infogespräche sind auf jeden Fall kostenlos.
Alles Gute - und lassen Sie uns bitte wissen, was aus Ihrem Vorhaben geworden ist.
Verfasst von Gast am 5. Juli 2016 - 10:46.
Leider sind die Beratungsgespräche bei gründerzuschuss.de, kostenpflichtig
(ein Auszug aus deren Seite):
"Wir beantworten Ihre Fragen zu Förderung, Businessplan, Recht und Finanzen direkt am Telefon. Hinterlassen Sie bitte Ihre Kontaktdaten - wir vereinbaren dann einen Telefontermin mit Ihnen.
Sie erhalten per Mail die Kontaktdaten des Beraters. So können Sie ihm oder ihr vorab zusätzliche Unterlagen zumailen. Der Stundensatz beträgt 107,10 Euro (90 Euro zzgl. MwSt.), die Experten rechnen minutengenau ab. Dabei beträgt der Mindestumfang 30 Minuten, also 53,55 Euro (45 Euro zzgl. MwSt.)."
Habe heute auch mit einem Steuerbüro der auch für Existenzgründung Beratung zuständig ist gesprochen (das Gespräch war kostenlos) er fand mein Businessplan sehr gut und ich sollte sofort der Agentur für Arbeit schriftlich darum bitten, mir den Antrag zukommen zu lassen. Dies habe ich jetzt getan, mal sehn wann die Antworten.
Antwort: Sehr geehrter Herr
Verfasst von Robert Chromow am 5. Juli 2016 - 11:43.
vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Dass _Beratungs_gespräche bei gründerzuschuss.de kostenpflichtig sind, hatte ich nicht geschrieben. Ich bezog mich auf folgendes Angebot:
Bitte lassen Sie mich wissen, ob es die Erst- und Infogespräche bei gründerzuschuss.de gar nicht mehr gibt: Dann werde ich den (von mir persönlich sehr geschätzten) Betreiber der Website damit konfrontieren und ggf. keine Empfehlungen mehr aussprechen.
Abgesehen davon freue ich mich, dass Ihnen das Steuerbüro weiterhelfen konnte! Ich freue mich, wenn Sie uns weiter auf dem Laufenden halten.
Frage zur Anlage Begründung der Forderung
Verfasst von Gast am 10. Mai 2016 - 9:29.
danke, für Ihre tollen Tipps.
Ich werde meinen Antrag bis Ende des Monats abgeben und habe eine Frage zur Anlage "Begründung der Forderung"
Soll man hier nur auf berufliche Punkte eingehen (sprich der Zuschuss wird genutzt für Akquise, Erstausstattung Büro...) oder auch darauf dass damit der private Lebensunterhalt für mich und anteilig für meine Familie gesichert wird?
Antwort: Frage zur Anlage Begründung der Forderung
Verfasst von Robert Chromow am 10. Mai 2016 - 12:46.
Hallo Fra Müller,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Bitte beachten Sie, dass eine Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich ist. Daher nur ganz allgemein:
Der Gründungszuschuss dient _nicht_ primär zur Deckung betrieblicher Anlaufkosten. Vielmehr steht die Deckung des privaten Lebensunterhaltes und der sozialen Absicherung im Mittelpunkt der Förderung, die in § 93 SGB III
zu finden ist. Dort heißt es:
Am besten lassen Sie sich bei der Antragstellung vor Ort von einem Gründungsberater unterstützen, der weiß, wie die für Sie zuständige Arbeitsagentur "tickt". Die Vergabepraxis beim Gründungszuschuss ist regional sehr unterschiedlich. Das gilt insbesondere für den Vermittlungsvorrang und die sogenannte Eigenleistungsfähigkeit.
Ablehnungsgrund durch das Arbeitsamt
Verfasst von Gast am 9. April 2016 - 8:42.
mir liegt doch noch eine Frage auf der Seele, ich hoffe, Sie können mir wieder helfen.
Ich habe den Businessplan erstellt, ich habe seit dem ersten Monat der Gründung Einnahmen und durch einen hohen Gründungszuschuss in den ersten Monaten sogar Geld übrig, was ich spare. Meine Gesamtkapitalrentabilität ist vom 7. bis 12. Monat zwar negativ durch hohe private Kosten, aber ich kann bis zum Ende des 12. Monats von den Überschüssen aus dem Existenzgründungszuschuss leben.
ΣΣΣ Gesamtrentabilität und Liquiditätsüberschuss!:
1. Monat 555
2. Monat 1.045
3. Monat 1.045
4. Monat 1.045
5. Monat 1.545
6. Monat 1.545
7. Monat -560
8. Monat -1.060
9. Monat -610
10. Monat -610
11. Monat -110
12. Monat -260
Gesamtrentabilität Ende des Jahres ist positiv: 3.570 Liquiditäsüberschuss!
Das Amt für Wirtschaftsförderung sagt, es ist ok so. Wissen Sie, ob dies eine Ablehnung durch die Agentur für Arbeit bedeuten könnte? Denn ich habe gelesen, dass das Arbeitsamt darauf achtet, dass ab dem 7. Monat Gewinne erwirtschaftet werden.
Antwort: Ablehnungsgrund durch das Arbeitsamt
Verfasst von Robert Chromow am 9. April 2016 - 20:10.
Die Tragfähigkeit eines freiberuflichen Vorhabens wird nicht anhand von Bilanz-Kennziffern wie "Gesamtkapitalrentabilität" beurteilt. Schon gar nicht, wenn dabei betriebliche und private Ausgaben in einen Topf geworfen werden. Bei Selbstständigen und Kleingewerbetreibenden genügt normalerweise eine schlichte Gewinnprognose (= geplante Einnahmen minus erwartete Ausgaben) sowie eine komplette und realistische Einschätzung der Steuern, Vorsorgeaufwendungen und privaten Lebenshaltungskosten.
Der "Liquiditätsüberschuss" ist zunächst einmal ebenfalls eine betriebliche Größe. Dass Sie den Gründungszuschuss in die Liquiditätsbetrachtung einbezogen haben, leuchtet mir schon gar nicht ein.
Das muss aber nichts heißen: Wenn das "Amt für Wirtschaftsförderung" Ihrem Vorhaben die Tragfähigkeit bescheinigt hat (?), wird das Ihren o. g. kumulierten Zahlen zugrunde liegende Zahlenwerk ja überzeugend sein.
Außerdem erwirtschaften Sie im ersten Geschäftsjahr ja offenbar bereits betriebliche Gewinne - dass die am Ende des Jahres noch nicht ganz ausreichen, um sämtliche privaten Lebenshaltungskosten und Vorsorgeaufwendungen zu decken, spricht aus meiner Sicht noch lange nicht gegen die Erfolgsaussichten Ihres Vorhabens: Entscheidend ist aus meiner Sicht die Markt- und Tragfähigkeit des Gesamtvorhabens sowie die Plausibilität und der Trend Ihrer Umsatzerwartungen.
Dass die Arbeitsagentur Ihren Antrag allein aufgrund der von Ihnen genannten Zahlen ablehnt, kann ich mir nicht vorstellen. Aber wie gesagt: Das ist nur meine völlig unmaßgebliche persönliche Einschätzung.
Dringende Frage zum Gründungszuschuss
Verfasst von Gast am 4. April 2016 - 13:28.
ich bin sehr begeistert von Ihrer Seite und ihren wertvollen Kommentaren! Ich hoffe so sehr, Sie können mir auch einen Ratschlag geben, denn ich empfinde es als äußerst schwierig, verlässliche Informationen vom Arbeitsamt zu erhalten.
Seit dem 1.4. bin ich arbeitslos und habe diese Woche Freitag einen Termin bei meinem Vermittler, der mir den Antrag auf Existenzgründungszuschuss übergeben möchte. Ich bekomme 6 Monate ALG I, daher wurde mir gesagt, muss ich spätestens zum 1.5. gründen. Ich möchte mich als Coach selbständig machen. Falls der Zuschuss mir nicht genehmigt wird, was mein Vermittler mir schon prophezeite, möchte ich die freiberufliche Tätigkeit nebenberuflich ausüben und mich weiter arbeitslos melden, da ich keine finanziellen Mittel für den hauptberuflichen Aufbau der Selbständigkeit habe.
Zudem habe ich schon seit 15 Jahren eine nebenberufliche Selbständigkeit auf Gewerbeschein (Promotiontätigkeiten), die ich neben meinen Angestelltenjobs ausführte, die aber die Lebenhaltungskosten nicht abdeckt, sondern immer ein netter Zuverdienst war.
1. Meine wichtigste Frage dazu ist: Ich befürchte, dass der Antrag erst nach dem 1.5. abgelehnt wird, ich aber bereits die Selbständigkeit begonnen habe, die ich dann abbrechen muss. Bekomme ich dann kein ALG I mehr, da ich selbstständig war? Wie kann ich dem vorbeugen?
2. Kann ich einen Gründungszuschuss beantragen wenn ich schon einen Gewerbeschein habe, der nebenberuflich genutzt wurde? Sollte ich das Gewerbe besser sofort abmelden um die Chance des Gründungszuschusses zu erhöhen?
3. Ist es richtig, dass ich meine zukünftige freiberufliche Tätigkeit als Coach VOR der Abgabe des Antrags beim Finanzamt anmelden muss?
und freundliche Grüße aus Köln!
Mischa Weber
Antwort: Dringende Frage zum Gründungszuschuss
Verfasst von Robert Chromow am 5. April 2016 - 9:00.
vielen Dank für die freundliche Rückmeldung und Ihre vertrauensvollen Fragen zum Thema Gründungszuschuss. Eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:
Wenn Sie Anfang April den Antrag auf Gründungszuschuss stellen und darin die Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit auf den 1.5. legen, um die Fördervoraussetzungen zu erfüllen (= mindestens 150 Tage Anspruch auf ALG I zum Zeitpunkt der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit), dann ist die Arbeitsagentur ja über Ihr Vorhaben informiert. Falls der Antrag nach dem 1.5. abgelehnt werden sollte und Sie sich deshalb gegen die Selbstständigkeit entscheiden, dürfen Ihnen daraus keine Nachteile entstehen. Am besten besprechen Sie das Timing am Freitag mit Ihrem Arbeitsberater.
Eine frühere nebenberufliche Tätigkeit ist grundsätzlich nicht "förderschädlich" - auch und gerade dann nicht, wenn die Neugründung in einem ganz anderen Geschäftsfeld erfolgt. Abmelden müssen Sie das Nebengewerbe nicht (es sei denn, Sie haben die Promotiontätigkeiten endgültig beendet).
Wichtig: Entscheidend für die Erfolgsaussichten Ihres Antrags auf Gründungszuschuss ist die Tragfähigkeit Ihres Coaching-Vorhabens. Darin sehe ich das eigentliche Problem: Hier sollten Sie sich kurzfristig einen Gründungsberater ins Boot holen, der sich mit dem geplanten Geschäftsfeld und der Verwaltungspraxis der Arbeitsagentur vor Ort auskennt. Ein fundierter und plausibler Geschäftsplan ist die entscheidende Voraussetzung erfolgreicher Förderanträge!
Mit der Anmeldung der geplanten selbstständigen Tätigkeit beim Finanzamt können Sie sich aus meiner Sicht bis nach der Entscheidung über Ihren Antrag Zeit lassen. Falls Sie vorher Rechnungen schreiben müssen / wollen / dürfen :-), verwenden Sie einfach Ihre bisherige Steuernummer (die vermutlich Ihre persönliche Steuernummer ist - und bleibt). Durch Ihr bisheriges Nebengewerbe ist dem Finanzamt ja ohnehin bekannt, dass Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind. Ausführliche Informationen zur Anmeldung selbstständiger Tätigkeiten beim Finanzamt finden Sie im Beitrag
http://www.akademie.de/wissen/fragebogen-steuerliche-erfassung
Alles Gute und herzliche Grüße ins Rheinland
Antrag abholen - wann möglich
Verfasst von Gast am 22. November 2015 - 17:06.
erst einmal Danke für den guten und sehr übersichtlichen Beitrag hier!
Mein Situation ist die Folgende:
- ich wurde zum 30.08. gekündigt
- ich bin noch bis zum 30.11. krank geschrieben
- ich hatte meinen ersten Termin bei den Agentur für Arbeit, habe dort signalisiert, dass ich überlege mich selbstständig zu machen, da hieß es, ich solle wiederkommen wenn ich genau wüsste wann ich wieder arbeitsfähig wäre, das weiß ich nun und habe mich letzte Woche dann für ab dem 1.12 arbeitslos gemeldet bzw. auch schon ALG 1 beantragt
- ich habe schon für den 2.12 eine Projektzusage bekommen, so dass ich meine Selbstständigkeit jetzt beim Finanzamt für ab dem 2.12 angemeldet habe (sprich einen Tag ALG 1)
--> Jetzt hat mir die Agentur allerdings, trotz meinen Hinweisen darauf und frühzeitigen melden, erst für den 10.12. einen Termin bei meiner Betreuerin gegeben, erst dann soll ich den Antrag bekommen.. und wenn ich aber schon am 2.12 wieder arbeite, fällt der Termin ganz aus..
Meine Frage nun: Wie erreiche ich, dass ich den Antrag noch vor dem 2.12. ausgehändigt bekomme? Ich habe ansonsten alle Unterlagen schon fertig..
Kann ich den Antrag einfach abholen bei den Agentur, auch ohne Termin bzw. darauf bestehen vor dem 2.12 noch einen Termin zu bekommen?
Antwort: Antrag abholen - wann möglich
Verfasst von Robert Chromow am 22. November 2015 - 18:19.
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:
Selbstverständlich können Sie versuchen, den Antrag noch im November abzuholen. Einen Anspruch auf bevorzugte Terminvergabe gibt es m. W. nicht. Die Behandlung solcher kurzfristigen Terminangelegenheiten ist außerdem von Arbeitsagentur zu Arbeitsagentur verschieden.
Am besten lassen Sie sich bei der Antragstellung von einem Unternehmensberater aus Ihrer Gegend unterstützen, der weiß, wie die Arbeitsagentur vor Ort "tickt".
Die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit _vor_ Antragstellung ist definitiv keine gute Idee (bereits die Anmeldung beim Finanzamt war m. E. unnötig und unter Umständen "förderschädlich"): Wenn Sie kurzfristig keinen Berater finden, sollten Sie die Arbeit an dem Projekt offiziell keinesfalls vor dem 10.12. aufnehmen!
Viel Erfolg - und lassen Sie uns bitte wissen, was aus Ihrem "Fall" geworden ist.
Verfasst von Gast am 22. November 2015 - 18:15.
Es heißt ja, der Antrag auf Gründerzuschuss muss VOR der Anmeldung beim Finanzamt abgeholt werden.
Gilt hierbei das Gründungsdatum oder die Antragsstellung beim Finanzamt?
Ich habe den Antrag ja schon beim Finanzamt gestellt, allerdings zum Gründungsdatum 02.12.. also muss der Antrag auf Gründerzuschuss VOR dem 02.12. abgeholt werden oder ist eh alles schon zu spät?
Antwort: Zusätzliche Frage
Verfasst von Robert Chromow am 22. November 2015 - 18:25.
entscheidend für den Gründungszuschuss ist die Antragstellung bei der Arbeitsagentur. Die Anmeldung beim Finanzamt kann als Hinweis darauf gewertet werden, dass Sie Ihre Selbstständigkeit schon vor dem (Abholen des) Antrags auf Gründungszuschuss aufgenommen haben.
Letztlich entscheidend ist aber der tatsächliche Zeitpunkt der "Aufnahme einer selbständigen, hauptberuflichen Tätigkeit". Nachzulesen in § 93 SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__93.html
Verfasst von Gast am 22. November 2015 - 18:50.
Also ist es egal, ob ich den Antrag beim Finanzamt schon vor dem Antrag bei der Agentur eingereicht habe, da das Gründungsdatum (02.12.) entscheidend ist. Richtig verstanden soweit?
Ein Warten bis 10.12. kommt leider nicht in Frage, da es sich um ein großes Projekt handelt für ca. 6-12 Monate und ich dann riskieren würde es zu verlieren.
Verfasst von Gast am 23. November 2015 - 8:50.
schon einmal als Hinweis: Ich kann den Antrag schon heute abholen, der Termin gilt dann als Abgabe aller Unterlagen. Soweit hat also alles geklappt.
Jetzt steht nur noch die Frage wegen dem Antrag beim Finanzamt im Raum.
Antwort: Antwort der Agentur
Verfasst von Robert Chromow am 23. November 2015 - 10:21.
und danke für die Rückmeldung: Das ist doch schon einmal eine gute Nachricht. Was die Anmeldung beim Finanzamt betrifft, kann ich nur noch einmal (s. u.) sagen: Die Anmeldung einer selbstständigen Tätigkeit vor der Antragstellung _kann_ von Nachteil sein.
Machen Sie sich darum aber erst einmal keine Gedanken. (Das "Kind" wäre ja eh in den Brunnen gefallen.) Grundsätzlich kann die Anmeldung beim Finanzamt ja auch wegen einer _nebenberuflichen_ Selbstständigkeit erfolgt sein. Die ist neben der Arbeitslosigkeit zulässig, solange die Wochenarbeitszeit insgesamt nicht 15 Stunden übersteigt.)
Letztlich entscheidend für die Vorschrift "Antrag vor Leistung"
(vgl. § 324 SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__324.html)
... ist aber der tatsächliche Zeitpunkt der "Aufnahme einer selbständigen, hauptberuflichen Tätigkeit". Nachzulesen in § 93 SGB III
Verfasst von Gast am 23. November 2015 - 14:27.
Das Finanzamt war so nett, meinen Antrag einfach zurückzunehmen und meinte ich solle mich einfach wieder melden, wenn alles passen würde - somit ist das Thema final erledigt.
Bei der Agentur war es dann doch nicht so einfach, ich konnte den Antrag natürlich nicht abholen, weil meine Betreuerin sich immer noch nicht gemeldet hat und nur sie mir den aushändigen dürfte. Man hat mir aber versichert, dass ich durch meine Anwesenheit heute den Termin für die Antragsstellung auf heute gesagt hätte, unabhängig davon, ob ich den Antrag schon physisch hätte. Nun muss ich auf den Anruf der Betreuerin warten, die sich leider bisher nie um etwas gekümmert hat oder gemeldet..
Verfasst von Gast am 26. November 2015 - 17:15.
Inzwischen habe ich den Antrag ausgehändigt bekommen, auch ohne große Nachfragen oder Anmerkungen..
Beim Antrag auf GZ mindestens 1 Tag arbeitslos gemeldet sein?
Verfasst von Gast am 17. November 2015 - 1:34.
ich habe gelesen, dass ich als Antragsteller ALG I beziehen muss und zwar mindestens einen Tag, bevor gegründet wird. Erst nach Ausschöpfung des Arbeitslosengelds zu gründen ist auch nicht zulässig, der Restanspruch von 150 Tagen muss eingehalten werden.
Ich habe am Mittwoch einen Termin bei meinem Arbeitsvermittler um den Antrag auf GZ abzuholen. Im Moment beziehe ich kein ALG1, da ich mich aber freiwillig abgemeldet hatte um nicht unter die 150 Tage zu fallen (ich habe nur noch 159 Tage Leistungsanspruch).
Wenn ich am Mittwoch zur AA gehe, bekomme ich dann überhaupt das Formular zur Beantragung des GZ ausgehändigt, da ich ja gegenwärtig kein ALG beziehe? Ich dachte ich stelle einfach am gleichen Tag wieder einen Wiederbewilligungsantrag, oder sollte ich bereits heute am Dienstag diesen Wiederbewilligungsantrag stellen, damit ich am Mittwoch dann bei dem Termin mit meinem Arbeitsvermittler auch den Antrag auf GZ überhaupt erst ausgehändigt bekomme?
Vielen Dank bereits im voraus für Ihre Antwort!
Antwort: Beim Antrag auf GZ mindestens 1 Tag arbeitslos gemeldet
Verfasst von Robert Chromow am 17. November 2015 - 9:36.
einen Antrag auf Gründungszuschuss können tatsächlich nur Arbeitslose stellen. Da Sie sich aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet haben, gelten Sie zurzeit nicht als arbeitslos. Andererseits gibt es die sogenannten Zwischenbeschäftigungen von bis zu 6 Wochen, bei denen die erneute persönliche Arbeitslosmeldung entbehrlich ist.
Informationen über "Zwischenbeschäftigungen" und anderen Formen der "Unterbrechung der Arbeitslosigkeit" finden Sie z. B. im "Merkblatt 1 für Arbeitslose"
(S. 22ff).
Rechtsgrundlage ist § 141 SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__141.html,
in dem die "Persönliche Arbeitslosmeldung" geregelt ist.
Ob und wie eng Ihr Arbeitsvermittler die Rechtslage in Ihrem Fall auslegt, kann ich nicht beurteilen. Es kann aber nicht schaden, wenn Sie sich heute sicherheitshalber wieder arbeitslos melden. Sofern die Unterbrechung Ihrer Arbeitslosigkeit kürzer als 6 Wochen war, können Sie das ja vielleicht sogar telefonisch regeln.
Viel Erfolg und lassen Sie uns wissen, was dabei herausgekommen ist.
Verfasst von Gast am 23. November 2015 - 21:10.
vielen Dank für ihre freundliche Antwort und die Informationen. Nun kurz die Rückmeldung nach meinem Gespräch mit dem Arbeitsvermittler: Am Tag der Antragsabholung war ich nicht arbeitslos gemeldet und wurde auch nicht verlangt. Was wichtig ist, dass am Tag der Aufnahme der Selbstständigkeit noch 150 Tage Anspruch bestehen.
Wir sind nun so verblieben, dass ich mich ab morgen arbeitslos melde und den Antrag auf GZ in dieser Woche abgebe mit voraussichtlichem Gründungsdatum zum 01.12. Dann liege ich noch über den 150 Tagen. Der Arbeitsvermittler hat mich allerdings gleich im Vorfeld eine Änderungsmitteilung zum 01.12. unterschreiben lassen. Nach dem Gespräch (bei dem ich keine große Bereitschaft verspürt hatte, dass mein Anliegen unterstützt wird) dachte ich, dass diese unterschriebene Veränderungsmitteilung mir zum Verhängnis werden könnte und der Antrag abgelehnt wird mit der Begründung, dass ich nicht auf den GZ angewiesen sei, weil ich ja bereits entschlossen bin ab dem 01.09. meine Selbstständigkeit zu beginnen und die Veränderungsmitteilung dies belegt. Wie schätzen sie diese Interpretation ein? Welches Vorgehen raten sie?
Vielen Dank bereits im voraus und freundliche Grüße
Antwort: Keine Einzelfallberatung möglich
Verfasst von Robert Chromow am 24. November 2015 - 9:39.
und vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht. Zu Ihrer Frage: Wie bereits mehrfach erwähnt, ist eine Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich. Zu dem von Ihnen zuletzt skizzierten Sachverhalt kann ich auf leider noch nicht einmal eine allgemeine Einschätzung abgeben.
Vielen Dank für Ihr Verständnis - alles Gute und freundliche Grüße
Gründungszuschüss rückwirkend gewährt?
Verfasst von Gast am 26. August 2015 - 13:36.
ich bin gerade in großer Angst, ob ich meine zukünftigen Ausgaben bezahlt bekomme- egal ob private oder betriebliche Ausgaben.
Ich war bereits mit fertigem Businessplan vor ca. 6 Wochen bei meinem Berater. Er schickte mich ohne Antrag nach Hause. Bis heute warte ich noch immer auf den Antrag, obwohl der Berater in einer E-Mail die Zusendung per Post bestätigte.
Die Eröffnung meines Kosmetikinstitutes steht in nicht mal mehr 14 Tagen vor der Tür.
1. Muss ich mich zum Datum meiner Eröffnung von der Arbeitslosigkeit abmelden?
2. Wird mir denn rückwirkend zum Beginn meiner Selbstständigkeit der Antrag gewährt?
Ich weiß nicht so recht wie es weiter geht, außer, dass die Eröffnung bald ist!
Vielen Dank schon jetzt für die Antwort!!
Antwort: Gründungszuschüss rückwirkend gewährt?
Verfasst von Robert Chromow am 26. August 2015 - 22:21.
normalerweise gilt der Tag der Antrags-Abholung als Datum der Antragstellung. Da Ihr Berater den Versand der Unterlagen schriftlich bestätigt hat, dürfte der Zeitpunkt aber auch so nicht strittig sein. Ein Rechtsanspruch auf die Gründungsförderung ist damit aber keinesfalls verbunden: Nachdem Sie den Antrag ausgefüllt, eingereicht und die erforderlichen Unterlagen beigebracht haben (insbes. Businessplan, Stellungnahme einer fachkundigen Stellungnahme) muss der Antrag ja noch geprüft und ggf. bewilligt werden.
Wenn der Gründungszuschuss bewilligt wird, sorgt die Arbeitsagentur automatisch für die Beendigung des Arbeitslosengeld-Bezugs und die Zahlung des Gründungszuschusses. Ist der Antrag bis zur Geschäftseröffnung noch nicht bewilligt, müssen Sie sich selbst abmelden: Da Sie vermutlich mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten, gelten Sie nicht mehr als arbeitslos.

References: § 93
 § 93
 § 93
 § 324
 § 93
 § 141