Source: https://www.schroederundpartner.berlin/category/steuereck
Timestamp: 2019-08-25 12:56:15+00:00

Document:
steuereck Archive | Schröder & Partner
Archiv der Kategorie: steuereck
Lohn-Vorerfassung führt zu mehr Qualität – Teil 4
Juni 28, 2018 steuereckDennis
Heutzutage nutzen Sie schon häufig die im Unternehmen vorhandenen EDV-Systeme zur Lohn-Vorerfassung. Leider werden diese von Ihnen erfassten Daten nur selten als Grundlage für die eigentliche Lohnabrechnung genutzt. So kommt es immer wieder zu lästigen und fehleranfälligen Doppelerfassungen.
Diese Prozessfehler können wir vermeiden, in dem Sie als Mandant standardisierte Excel-Vorlagen oder eine gesicherte Online-Plattform der DATEV zur Vorerfassung der Lohndaten nutzen. Auf beiden Wegen können Sie uns alle abrechnungsrelevanten Daten auf digitalem Weg zur Verfügung stellen. In den gemeinsamen Stammdaten können Sie Adressdaten, persönliche Daten Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie neue Bankverbindungen direkt selbst ändern.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überprüfen im Anschluss Ihre Änderungen und übernehmen diese über einen Import in das Abrechnungsprogramm. Alle Änderungen, durch Sie oder durch uns, werden protokolliert. Es ist eine rechtssichere Archivierung und Aufbewahrung gewährleistet
Für lohn- und gehaltsrelevante Änderungen stellen wir Ihnen Vorlagen zur Verfügung, die durch uns ebenfalls geprüft sowie im Anschluss eingespielt und unter höchsten Datensicherheitsmaßnahmen im DATEV Rechenzentrum archiviert werden.
Durch die Lohn-Vorerfassung, die digitalen Auswertungen, DATEV Arbeitnehmer online und die digitale Personalakte ist gewährleistet, dass die Informationen stets auf dem aktuellen Stand sind und der Kenntnisstand im Unternehmen und in der Kanzlei gleich ist. Das erleichtert die Kommunikation, spart Papier, Zeit und Geld. Das alles sind Komponenten, die in den Erfolg Ihres Unternehmens investiert werden können und unsere Zusammenarbeit weiter verbessert.
Bei der Einführung, Umsetzung und Schulung stehen wir Ihnen gern unterstützend zur Seite. Auch zur Vereinbarkeit, der bei Ihnen benutzten System stehen wir Ihnen beratend zur Verfügung.
Vorteile der Digitalisierung in der Lohnabrechnung
Originale verbleiben im Unternehmen und somit jederzeit greifbar; Unterlagen müssen nach Einreichung durch die MA nicht vervielfältigt oder weiter aufbereitet werden (Datensicherheit wird erhöht, weil der Zugriffskreis klein gehalten wird)
Zeitersparnis bei der Dokumentensuche durch Volltextsuche
Einheitlicher Informationsstand bei Unternehmen und Steuerberater durch zentrale Ablage
Erleichterung der Kommunikation durch Zugriff auf gleiche Dokumentenbasis, weniger und gezieltere Nachfragen sind auf beiden Seiten möglich
Optimierung der Prozesse durch Verkürzung der Wege (Einreichung, Bearbeitung, Auswertung, Bereitstellung von Daten und Dokumenten)
Lohnauswertungen online anschauen – Teil 1
Juni 7, 2018 steuereckDennis
Alles wird digital, warum sollten Sie sich nicht auch Ihre Lohnauswertungen online anschauen? In den vier Teilen der Serie „Wie digitalisiere ich meine Lohnbuchhaltung?“ zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten der digitalen Lohnbearbeitung. Lassen Sie sich inspirieren und treiben Sie mit uns Ihre Digitalisierung voran. Wir beraten Sie und zeigen Ihnen innovative Wege auf, um Ihr Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.
Die meisten Belege und Dokumente erreichen Sie mittlerweile digital und so müssen sie auch aufbewahrt werden. Sowohl in der Finanzbuchführung als auch bei der Lohnabrechnung unterstützen wir Sie dabei mit DATEV Unternehmen online. Über das gesicherte Internetportal der DATEV stellen wir Ihnen sämtliche Lohnauswertungen online zur Verfügung. Sie haben jederzeit und von überall Zugriff auf die relevanten Daten der Gehaltsabrechnung.
Sie wollen nicht, dass Ihre Sekretärin Ihre Gehaltsabrechnung sehen kann, wobei sie weiterhin die Gehaltsabrechnungen an die Mitarbeiter verteilen soll? Es ist kein Problem, unterschiedliche Zugriffsrechte für verschiedene Mitarbeiter zu definieren.
Mit diesem Weg reduzieren Sie die Akten- und Papierberge. Sie drucken nur noch das aus, was Sie für die weitere Bearbeitung benötigen oder Ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Außerdem dient die Online-Plattform als Langzeit-Archiv. Sie haben über den kompletten Zeitraum der Aufbewahrungspflichten einen Zugriff auf Ihre Lohnauswertungen.
Der Informationsstand bei uns und Ihnen ist stets derselbe, was die Kommunikation verbessert und beschleunigt. Fehlerquellen werden so von Anfang an vermieden. Protokoll- und Nachweisfunktionen für Steuer, Versicherung und ggf. Prüfungen sind gesetzeskonform gewährleistet und die Aufbewahrungsfristen mit größtmöglicher Datensicherheit garantiert.
Warum also noch länger warten? Wir helfen Ihnen gern bei der Umsetzung Ihrer Ziele in der digitalen Personalwirtschaft.
Lohnauswertungen online anschauen – Ihr Nutzen
Jederzeit Zugriff auf die aktuellen Lohnauswertungen und Meldungen
Keine Papier- und Aktenberge und langes Suchen nach Auswertungen
Gesetzeskonforme Speicherung der Daten im Rechenzentrum der DATEV; größtmögliche Datensicherheit wird für die vorgeschriebenen Aufbewahrungsfristen gewährleistet
Protokoll- und Nachweisfunktionen für Steuer, Versicherungen und ggf. Betriebsprüfungen jederzeit möglich
>> Video der DATEV zu Auswertungen online Personalwirtschaft
Wie digitalisiere ich meine Buchführung?
September 19, 2017 steuereckDennis
Alle Welt redet aktuell von Digitalisierung und Automatisierung, doch viele Unternehmen bringen jeden Monat ihre Buchführungsbelege in einem Pendelordner zum Steuerberater. Selbst PDF-Rechnungen werden häufig noch ausgedruckt und in Papier in die Kanzlei geschickt. Das ist weder digital noch automatisiert. Und obendrein entspricht das auch nicht den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff – kurz GoBD.
Die Technik ist deutlich weiter als viele Unternehmerinnen und Unternehmer vermuten. Eine interne Buchhaltung ist – abgesehen von der Vorbereitung – in vielen Unternehmen nicht mehr notwendig. Der für Sie als Mandant vollkommen automatisierte Buchführungsprozess sieht bei uns so aus: Scannen und fertig – alle weiteren Schritte übernehmen wir! Und selbst das Scannen können wir für Sie übernehmen, bei Ihnen im Unternehmen oder bei uns in der Kanzlei.
Einen richtigen Nutzen ziehen Sie aus Ihrer digitalisierten Buchführung, wenn wir im Wochenrhythmus die Belege verarbeiten. Dann können Sie nicht nur online auf Ihre Belege zugreifen, sondern auch Ihr Online-Banking von uns vorbereiten lassen. Ab dem Zeitpunkt müssen Sie nie wieder eine IBAN oder Rechnungsnummer eintippen oder auf die Skontofrist achten – das alles übernehmen wir. Sie haken lediglich die Überweisung an und lösen diese mit einer TAN bzw. dem Sicherheitsverfahren Ihrer Bank aus.
Wenn wir für Sie im Unternehmen scannen oder Sie regelmäßig selbst scannen, verlassen Ihre Belege nie wieder Ihr Haus. Zusätzlich haben Sie über das von der DATEV gesicherte Unternehmen online jederzeit Zugriff auf Ihre Belege. Und mit Hilfe der OCR-Volltext-Suche sind Sie auch viel schneller, wenn Sie mal einen Beleg suchen.
Darüber hinaus haben Sie so jederzeit Zugriff auf Ihre aktuellen Auswertungen. Diese sind nicht mehr fünf Wochen alt, sondern spiegeln die Zahlen von vor sieben Tagen wider. Klicken Sie sich bis auf die einzelne Kontoebene hinunter, um Ihr Unternehmen mit den aktuellsten Zahlen zu steuern. Unser Ziel ist es, dass sie keine Excel-Listen mehr führen müssen, um den Überblick zu wahren.
Spezialisten für digitale Buchhaltung
Wir digitalisieren Ihre Buchhaltung mit Ihnen. Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung und unserer flächendeckenden Digitalisierung.
Teil 4: Die Stolpersteine beim Anteilstausch
Juli 29, 2016 steuereckDennis
Wie bereits in den Teilen 1 bis 3 ausführlich aufgezeigt, werden im Zuge des Anteilstausches Anteile an einer Kapitalgesellschaft (A-GmbH) in eine Kapitalgesellschaft (B-GmbH) gegen Gewährung neuer Anteile an dieser eingebracht. Und auch der 4. Teil liefert zwar einen Einblick in die Vorgänge, kann aber eine individuelle Beratung nicht ersetzen. Für rechtssichere Aussagen in Ihrem speziellen Fall kontaktieren Sie uns bitte persönlich.
Nachfolgend möchten wir Ihnen die sechs Stolpersteine beim Anteilstausch zusammenfassend und im Überblick aufzeigen.
Grundsätzlich ist der Anteilstausch dabei als ein steuerwirksamer Realisierungsvorgang zu bewerten. Wird jedoch ein sogenannter qualifizierter Anteilstausch vorgenommen, handelt es sich folglich
bei den Anteilen um Anteile an einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft,
die in eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft eingebracht werden und
erhält der Einbringende hierfür neue Anteile an der übernehmenden Gesellschaft und
hält die übernehmende Gesellschaft nach dem Tausch nachweisbar unmittelbar die Mehrheit an der eingebrachten Gesellschaft,
kann der Anteilstausch auf Antrag steuerneutral vollzogen werden.
Nacharbeit leisten
Die Übertragung der Anteile zum Buchwert bzw. zu den Anschaffungskosten (steuerneutral) erfolgt dabei ausschließlich über die Stellung eines Antrages. Folglich nicht von Amtswegen, sondern hier muss der Steuerpflichtige entsprechend tätig werden. Der Antrag ist von der übernehmenden Gesellschaft spätestens bis zur erstmaligen Abgabe ihrer steuerlichen Schlussbilanz bei dem für sie für die Besteuerung örtlich zuständigem Finanzamt zu stellen.
Gelingt der qualifizierte Anteilstausch erfolgreich, ist zu beachten, dass die Veräußerung der eingebrachten Anteile durch die übernehmende Gesellschaft innerhalb einer Sperrfrist von sieben Jahren für den Einbringenden zu einem rückwirkenden Einbringungsgewinn führt. Um Festzustellen, ob ein entsprechender Verkauf stattgefunden hat, hat der Einbringende jährliche Nachweispflichten zu erfüllen.
Der Einbringende hat im Zuge dessen nachzuweisen, dass mit Ablauf des Tages, der dem maßgebenden Einbringungszeitpunkt entspricht, die eingebrachten Anteile und die auf diesen Anteilen beruhenden Anteile weiterhin der übernehmenden Gesellschaft zuzurechnen sind. Der Nachweis ist in den dem Einbringungszeitpunkt folgenden sieben Jahren jährlich bis spätestens zum 31.5. beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt des Einbringenden zu erbringen.
Vorsicht ist grundsätzlich geboten in Fällen, in denen Verlustvorträge nach § 8c KStG vorhanden sind. Können diese weder durch die stille-Reserven-Klausel noch durch die Konzernklausel geschützt werden, droht ein entsprechender Untergang der nicht genutzten Verluste.
Die sechs Stolpersteine beim Anteilstausch im Überblick
Als Stolpersteine des qualifizierten Anteilstausches können zusammenfassend folgende festgehalten werden:
Sowohl bei dem übernehmenden als auch bei dem übertragenden Rechtsträger muss es sich um eine Körperschaft handeln. Grundsätzlich können auch ausländische Gesellschaften übertragende bzw. übernehmende Rechtsträger sein. (s. Teil 2)
Es müssen neue Anteile gewährt werden. (s. Teil 2)
Die B-GmbH muss nach der Einbringung einschließlich der eingebrachten Anteile nachweisbar unmittelbar die Mehrheit der Stimmrechte an der erworbenen A-GmbH halten (qualifizierter Anteilstausch). (s. Teil 2)
Für die Fortführung der Buchwerte muss ein Antrag gestellt werden. (s. Teil 3).
Der Einbringende hat sieben Jahre lang jährlich bis spätestens zum 31.05. eines Jahres nachzuweisen, wem mit Ablauf des Tages, der dem maßgebenden Einbringungszeitpunkt entspricht, die eingebrachten Anteile und die auf diesen Anteilen beruhenden Anteile weiterhin zuzurechnen sind.
Sind Verlustvorträge nach § 8c KStG vorhanden, ist zunächst eingehend zu prüfen, ob diese durch die stille-Reserven-Klausel oder ggf. die Konzernklausel erhalten werden können, da im Zuge des qualifizierten Anteilstausches andernfalls ein anteiliger oder gänzlicher Untergang droht.
Teil 3: Ablauf eines Anteilstausches
Juli 15, 2016 steuereckDennis
Im Teil 2 unserer Serie „Der steuerneutrale Anteilstausch“ sind wir auf die Grundvoraussetzungen des steuerneutralen Anteilstausches im Detail eingegangen. Nun möchten wir Ihnen gerne erläutern, wie so ein Anteilstausch abläuft und worauf Sie zu achten haben.
Die Übertragung der Anteile zum Buchwert bzw. zu den Anschaffungskosten (steuerneutral) erfolgt nicht von Amtswegen sondern ausschließlich über die Stellung eines formlosen Antrages. Dabei ist zu beachten, dass der Antrag nicht wiederrufen werden kann. Der Antrag ist von der übernehmenden Gesellschaft spätestens bis zur erstmaligen Abgabe ihrer steuerlichen Schlussbilanz bei dem für sie für die Besteuerung örtlich zuständigem Finanzamt zu stellen.[1]
Der Antrag kann auch konkludent durch Abgabe der Steuererklärung mit einer Bilanz, die der Steuerfestsetzung zu Grunde gelegt wird, erfolgen.
Sperrfrist von sieben Jahren
Werden im Anschluss an einen qualifizierten Anteilstausch die erhaltenen Anteile oder ein Teil der erhaltenen Anteile an der A-GmbH durch die B-GmbH unmittelbar oder mittelbar binnen einer Sperrfrist von sieben Jahren veräußert, kommt es zu einer nachträglichen Versteuerung eines Einbringungsgewinns der Anteile an der A-GmbH. Dieser Einbringungsgewinn II ist von dem Einbringenden voll zu besteuern. Der Einbringungsgewinn reduziert sich dabei linear um ein Siebtel für jedes seit dem Einbringungszeitpunkt abgelaufene Zeitjahr. Die Siebenjahresfrist beginnt mit dem Zeitpunkt der Einbringung zu laufen. Nach Ablauf von 84 Monaten können die Anteile ohne Entstehung eines Einbringungsgewinns für den Einbringenden veräußert werden.
Die jährliche Nachweisfrist
Um der Finanzverwaltung die Möglichkeit zu geben, die Voraussetzungen für das Entstehen eines Einbringungsgewinns festzustellen, hat der Einbringende festgelegte Nachweispflichten zu erfüllen. Im Zuge dessen hat er nachzuweisen, das mit Ablauf des Tages, der dem maßgebenden Einbringungszeitpunkt entspricht, die eingebrachten Anteile an der A-GmbH und die auf diesen Anteilen beruhenden Anteile weiterhin zu 100 % der B-GmbH zuzurechnen sind. Der Nachweis ist in den dem Einbringungszeitpunkt folgenden sieben Jahren jährlich bis spätestens zum 31.5. beim zuständigen Wohnsitz-/Betriebsstättenfinanzamt des Einbringenden zu erbringen.
Nehmen wir an, Sie haben am 01.01.2014 Ihre an der A-GmbH gehaltenen Anteile in die B-GmbH im Rahmen eines qualifizierten Anteilstausches erfolgreich eingebracht. Der erste Jahreszeitraum läuft dann vom 02.01.2014 bis 01.01.2015. Das in diesem Zeitraum kein Verkauf der eingebrachten Anteile stattgefunden hat, ist frühestens am 02.01.2015 bis spätestens zum 31.05.2015 nachzuweisen. Dieser Nachweis ist jährlich in den folgenden 6 Jahren, letztmalig somit am 02.01.2020, ebenfalls zu erbringen.
Wird der Nachweis nicht rechtzeitig erbracht, die Nachweisfrist folglich versäumt, wird eine Veräußerung der eingebrachten Anteile an der A-GmbH fingiert. Im Zuge dessen entsteht ebenfalls der sogenannte Einbringungsgewinn II.
Der Einbringungsgewinn II
Für die Ermittlung des Einbringungsgewinns II und somit für die Ermittlung der Besteuerungsgrundlage ist dabei rückwirkend zum Zeitpunkt der Einbringung der gemeine Wert der eingebrachten Anteile an der A-GmbH zu ermitteln.
Beispiel: Sie haben 100 % der Anteile an der A-GmbH zum 01.01.2014 im Rahmen eines qualifizierten Anteilstausches in die B-GmbH eingebracht. Der gemeine Wert der Anteile an der A-GmbH belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 340.000,00 EUR, der Buchwert auf 200.000,00 EUR. Die B-GmbH veräußert 50 % dieser Anteile am 01.07.2015.
Der Einbringungsgewinn ist der Einkunftsart zuzuordnen, zu der die eingebrachten Anteile gehörten. Bei der Ermittlung der Höhe des zu versteuernden Einbringungsgewinns ist darauf zu achten, das gem. § 22 Abs. 2 UmwStG die Steuerbegünstigungen des § 16 Abs. 4 EStG sowie des § 34 EStG nicht angewandt werden. Befanden sich die Anteile im Privatvermögen, so ist auf den Einbringungsgewinn II das Teileinkünfteverfahren gem. § 3 Nr. 40c EStG anzuwenden.
Verlustvorträge nach § 8c KStG
Vorsicht ist geboten in Fällen, in denen Verlustvorträge nach § 8c KStG vorhanden sind. Denn der qualifizierte Anteilstausch verlangt die Übertragung der Mehrheit der Stimmrechte. Wie in Teil 3 unserer Serie bereits erläutert, ist die Voraussetzung auch dann erfüllt, wenn eine bereits bestehende Beteiligung aufgestockt wird, bzw. mehrere Personen Anteile einbringen, die insgesamt die Voraussetzung erfüllen.
8c KStG hingegen lässt bei einer Übertragung von mehr als 25 % der Beteiligungsrecht bestehende Verlustvorträge anteilig untergehen. Werden mehr als 50 % der Beteiligungsrechte übertragen, gehen hingegen sämtliche Verlustvorträge unter. Die Verluste können nur gerettet werden, wenn die stille-Reserven-Klausel oder die Konzernklausel Anwendung findet. In entsprechenden Fällen sollte daher unbedingt eine vorherige Analyse des drohenden Verlustuntergangs vorgenommen und unter Umständen Alternativen abgewägt werden.
Am 29. Juli 2016 erscheint dann der vierte und letzte Teil unserer Serie „Der steuerneutrale Anteilstausch“. Wir werden Ihnen zusammenfassend und im Überblick die sechs Stolpersteine des qualifizierten Anteilstauschs aufzeigen. Für eine rechtssichere Aussage in Ihrem speziellen Fall kontaktieren Sie uns bitte direkt.
[1] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.12, 20.21, 3.29.
Teil 2: Der Anteilstausch im Detail
Juli 1, 2016 steuereckDennis
Im ersten Teil unserer Serie „Der steuerneutrale Anteilstausch“ haben wir aufgezeigt, dass der Anteilstausch selbst eine Form der Umwandlung ist. Im Zuge dessen werden Anteile an einer Kapitalgesellschaft (A-GmbH) in eine Kapitalgesellschaft (B-GmbH) gegen Gewährung neuer Anteile an der übernehmenden Gesellschaft (B-GmbH) eingebracht. Wie dieser Fall speziell bei Ihnen rechtssicher abläuft, können wir Ihnen allerdings nur in einer individuellen Beratung vermitteln.
Solch ein Prozess steht meistens dann an, wenn Differenzen zwischen den Gesellschaftern existieren oder eine Umgestaltung im Rahmen eines Generationswechselns ansteht. Durch eine solche Umwandlung können auch etwaige Risiken auf verschiedene Rechtsträger aufgeteitl werden.
Der Anteilstausch ist dabei dann steuerneutral möglich, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
Es handelt sich um Anteile an einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft (erworbene Gesellschaft, A-GmbH).
Die Anteile werden in eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft eingebracht (übernehmende Gesellschaft, B-GmbH)
Der Tausch erfolgt gegen neue Anteile an der übernehmenden Gesellschaft (B-GmbH).
Die B-GmbH hält nach der Einbringung einschließlich der eingebrachten Anteile nachweisbar unmittelbar die Mehrheit der Stimmrechte an der erworbenen A-GmbH (sog. qualifizierter Anteilstausch).
Anteile an einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft
Unter Anteilen an einer Kapitalgesellschaft bzw. Genossenschaft im Sinne des § 21 UmwStG sind nicht nur im Betriebsvermögen gehaltene Anteile zu verstehen. Umfasst sind darüber hinaus auch solche, die sich im Privatvermögen befinden sowie für aufgrund einer vorherigen Einbringung erhaltene Anteile (sog. einbringungsgeborene Anteile).[1]
Einbringende Gesellschaft (A-GmbH) kann jede – auch ausländische – Gesellschaft sein, soweit diese nach den Wertungen des deutschen Steuerrechts als Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft anzusehen ist.[2]
Als deutsche Gesellschaft kommt damit jede unter § 1 Abs. 1 Nummer 1 und 2 KStG genannte Kapitalgesellschaft bzw. Genossenschaft in Frage. Für ausländische Rechtsträger gilt, dass diese im Rahmen eines Rechtstypenvergleichs einem vergleichbaren Rechtsträger inländischen Rechts entsprechen müssen. Auf die steuerliche Einordnung als Körperschaft oder Personalgesellschaft kommt es dabei allein nicht an. Vielmehr hat die Beurteilung anhand des gesetzlichen Leitbilds zu erfolgen.[3]
Einbringung in eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft
Hinsichtlich der Person des Einbringenden bestehen keine Beschränkungen.[4]
Eine weitere Voraussetzung für die steuerneutrale Einbringung der Anteile an der A-GmbH in die B-GmbH ist jedoch, dass es sich bei der übernehmenden B-GmbH um nach den Vorschriften eines Mitgliedstaates der EU oder des EWR gegründete Gesellschaft handelt und sie ihren Sitz und ihre Geschäftsleitung in einem Mitgliedstaat der EU oder des EWR hat. Handelt es sich bei der B-GmbH um eine GmbH nach deutschem Recht, ist die Voraussetzung stets erfüllt.
Gewährung neuer Anteile
Der qualifizierte Anteilstausch ist nur dann möglich, wenn dem Einbringenden für den Tausch seiner Anteile neue Anteile an der übernehmenden Gesellschaft (B-GmbH) gewährt werden. Die neuen Anteile stellen die Gegenleistung für die an der A-GmbH eingebrachten Anteile dar. Neue Anteile entstehen nur im Fall der Gesellschaftsgründung oder einer Kapitalerhöhung.
Mangels Gewährung neuer Anteile stellen daher insbesondere
die verdeckte Einlage,
die verschleierte Sachgründung,
die Einräumung einer typischen oder atypischen stillen Beteiligung,
die Gewährung von Genussrechten sowie
die Einräumung einer Darlehensforderung
keine Gewährung neuer Anteile dar.[5]
Grundsätzlich können dem Einbringenden neben den neuen Anteilen auch weitere Gegenleistungen gewährt werden. Für den qualifizierten Anteilstausch ist dabei entscheidend, dass diese sonstigen Gegenleistungen entweder
nicht mehr als 25 % des Buchwertes der eingebrachten Anteile oder
500.00,00 EUR, höchstens jedoch den Buchwert der eingebrachten Anteile
betragen. Andernfalls sind die an der A-GmbH eingebrachten Anteile entsprechend § 21 Abs. 1 Satz 4 UmwStG mit dem gemeinen Wert der sonstigen Gegenleistung anzusetzen. Ein steuerneutraler Anteilstausch ist folglich ausgeschlossen.
Die unmittelbare Mehrheit der Stimmrechte
Weitere Voraussetzung ist, dass die B-GmbH im Rahmen des Anteilstausches unmittelbar die Mehrheit der Stimmen an der A-GmbH erhält, mithin mehr als 50 % (50,01 % würden folglich ausreichen). Nicht erforderlich ist, dass die B-GmbH bereits vor der Einbringung an der A-GmbH beteiligt war.
Es wird hier nicht auf die Kapitalmehrheit sondern ausschließlich auf die Stimmenmehrheit abgestellt. Dies wird als qualifizierter Anteilstausch bezeichnet. Die Voraussetzung ist auch dann erfüllt, wenn mehrere Personen Anteile einbringen, die zwar nicht einzeln, jedoch insgesamt die Voraussetzung erfüllen. In diesem Fall muss die Einbringung auf einen einheitlichen Vorgang beruhen.
Begünstigt ist weiterhin der Fall, dass eine zum Übertragungsstichtag bereits bestehende mehrheitsvermittelnde Beteiligung aufgestockt wird.[6]
Nur wenn all diese Voraussetzungen erfüllt sind, hat die B-GmbH die Möglichkeit, die im Rahmen des Anteilstausches erworbenen Anteile an der A-GmbH auf Antrag mit dem Buchwert anzusetzen. Befinden sich die an der A-GmbH gehaltenen Anteile im Privatvermögen, treten an die Stelle des Buchwertes die Anschaffungskosten. Der Ansatz des Buchwertes bzw. der Anschaffungskosten bewirkt die steuerneutrale Einbringung. In diesem Fall sind keine stillen Reserven aufzudecken.
Lesen in am 15. Juli 2016 Teil 3 unserer Serie „Der steuerneutrale Anteilstausch“. Wir werden dann aufzeigen, worauf Sie unbedingt im Nachgang des qualifizierten Anteilstausches zu achten haben, um keinen nachträglichen Einbringungsgewinn auszulösen.
[1] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.02.
[2] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.06 i.V.m. Rd.-Nr. 1.54.
[3] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.06 i.V.m. Rd.-Nr. 1.27.
[4] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.03.
[5] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. E20.10; Schmitt in Schmitt/Hörtnagl/Stratz, UmwG, UmwStG, § 21, Rd.-Nr. 32.
[6] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.09.
Teil 1: Was ist ein steuerneutraler Anteilstausch?
Juni 17, 2016 steuereckDennis
Im Bereich der Umwandlung von bestehenden Unternehmen bieten sowohl das Umwandlungsgesetz (UmwG) als auch das Umwandlungssteuergesetz (UmwStG) zahlreiche Möglichkeiten. Eine in der Praxis häufig vorkommende Umwandlungsmöglichkeit ist dabei der steuerneutrale Anteilstausch.
Ist ein steuerneutraler Anteilstausch für mich interessant?
Gründe für einen solchen Prozess können unter anderem Differenzen zwischen den Gesellschaftern aber auch die Umgestaltung aufgrund eines Generationenwechsels sein. Nicht zuletzt können durch eine Umwandlung etwaige unternehmerische Risiken auf verschiedene Rechtsträger verteilt werden.
Begriffsbestimmung „Umwandlung“
Unter einer Umwandlung ist zunächst einmal die Umstrukturierung der bestehenden Unternehmensform insbesondere im Rahmen der Verschmelzung, Spaltung (Abspaltung, Aufspaltung, Ausgliederung), der Wechsel der Rechtsform und die Vermögensübertragung zu verstehen.
Der steuerneutrale Anteilstausch ist dabei eine Form der Umwandlung. Im Zuge dessen werden Anteile an einer Kapitalgesellschaft (A-GmbH) in eine Kapitalgesellschaft (B-GmbH) gegen Gewährung neuer Anteile an der übernehmenden Gesellschaft (B-GmbH) eingebracht. So in etwa lautet der Gesetzestext in vereinfachter Form.
Beispiel einer Holdinggesellschaft
Für die Praxis könnte das folgendermaßen aussehen:
Sie betreiben eine sehr gut laufende A-GmbH. Die Anteile hieran halten Sie im Privatvermögen. Für die nähere Zukunft ist geplant, eine weitere B-GmbH zu gründen. Es ist bereits jetzt absehbar, dass die B-GmbH in der Anfangszeit Kapital benötigen wird. Da die A-GmbH Kapitalreserven hat, möchten Sie diese gern auf die B-GmbH transferieren, möglichst ohne Verluste durch etwaige Steuerzahlungen.
Eine Lösung könnte in der Übertragung der Anteile an der A-GmbH auf eine Holding-Gesellschaft im Wege des steuerneutralen Anteilstausches sein. Im Zuge dessen tauschen Sie Ihre Anteile an der A-GmbH gegen Anteile an der Holding-GmbH.
Diese Gestaltung erlaubt es Ihnen, die Gewinne der A-GmbH zu 95 % steuerfrei an die Holding-GmbH auszuschütten. Diese kann dann das Kapital entweder steuerpflichtig an Sie ausschütten oder aber der B-GmbH zur Verfügung stellen. Des Weiteren haben Sie den noch im Aufbau befindlichen und möglicherweise riskanten Geschäftsbetrieb der B-GmbH von der A-GmbH ausgelagert.
Grundsätzlich ist der Tausch von Anteilen als ein Realisierungsvorgang zu bewerten und damit zwingend steuerwirksam. Werden jedoch die Voraussetzungen des § 21 Abs. 1 Satz 2 UmwStG erfüllt, findet mithin ein mehrheitsvermittelnder Anteilstausch statt, sind die Normen des Umwandlungsteuergesetzes einschlägig. In diesem Fall handelt es sich um einen sogenannten qualifizierten Anteilstausch. Unter Einhaltung der weiteren Voraussetzungen kann der Tausch dann auf Antrag steuerneutral vollzogen werden. Diese sind im Einzelnen:
Bei den Anteilen handelt es sich um Anteile an einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft (erworbene Gesellschaft, A-GmbH).
Diese werden in eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft eingebracht (übernehmende Gesellschaft, „Holding-GmbH“).
Der Anteilstausch erfolgt gegen Gewährung neuer Anteile an der übernehmenden Gesellschaft (B-GmbH).
Die „Holding-GmbH“ muss nach der Einbringung einschließlich der eingebrachten Anteile nachweisbar unmittelbar die Mehrheit der Stimmrechte an der erworbenen A-GmbH halten.
Gelingt der qualifizierte Anteilstausch erfolgreich, ist zu beachten, dass die Veräußerung der Anteile an der eingebrachten A-GmbH durch die B-GmbH innerhalb einer Sperrfrist von sieben Jahren für den Einbringenden zu einem rückwirkenden Einbringungsgewinn führt. Um Festzustellen, ob ein entsprechender Verkauf stattgefunden hat, hat der Einbringende jährliche Nachweispflichten zu erfüllen. Rechtssicher können wir Ihnen Ihren Fall nur dann aufbereiten, wenn Sie uns persönlich kontaktieren.
Lesen Sie am 1. Juli 2016 Teil 2 unserer Serie „Der steuerneutrale Anteilstausch“. Wir werden dann auf die Voraussetzungen im Detail eingehen.

References: § 8
 § 8
 § 22
 § 16
 § 34
 § 3
 § 8
 § 8
 § 21
 § 1
 § 21
 § 21
 § 21