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Timestamp: 2020-05-25 10:33:20+00:00

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Iran-Embargo - Embargoverstoß und Verwendungszweck | Außenwirtschaftslupe
Iran-Embargo - Embargoverstoß und Verwendungszweck
Den Iran-Embar­go-Ver­ord­nun­gen — VO (EG) Nr. 423⁄2007 bzw. VO (EU) Nr. 961⁄2010 — liegt zwar der prä­ven­ti­ve Zweck zugrun­de, pro­li­fe­ra­ti­ons­re­le­van­te nuklea­re Tätig­kei­ten im Iran zu ver­hin­dern1. Bereits die Mög­lich­keit, dass der eine wirt­schaft­li­che Res­sour­ce dar­stel­len­de Ver­mö­gens­wert für den Erwerb von Gel­dern, Waren oder Dienst­leis­tun­gen ver­wen­det wird, die zur Ver­brei­tung von Kern­waf­fen im Iran bei­tra­gen kön­nen, wür­de indes die­sem Zweck wider­strei­ten2.
Über Güter des täg­li­chen Lebens oder Leis­tun­gen mit Ver­brauchs­cha­rak­ter hin­aus begrün­det das Bereit­stel­lungs­ver­bot daher ein gene­rel­les Ver­bot der Aus­fuhr von Waren an gelis­te­te Orga­ni­sa­tio­nen3.
Es ist dem­nach für den Schuld­spruch inso­weit irrele­vant, ob die gelie­fer­ten Güter (hier: Ven­ti­le) im nukle­ar­spe­zi­fi­schen oder einem sons­ti­gen Bereich des Reak­tors Ver­wen­dung fin­den konn­ten und soll­ten.
Der genaue Ver­wen­dungs­zweck ist auch für die Ver­ur­tei­lung wegen eines Ver­sto­ßes gegen ein Aus­fuhr­ver­bot ohne Bedeu­tung. Sowohl § 5d Abs. 1 AWV aF als auch § 9 Abs. 1 AWV nF stel­len allein auf die mög­li­che Bestim­mung für eine kern­tech­ni­sche Anla­ge ins­ge­samt ab. Mit Blick auf § 34 AWG aF wür­de schließ­lich selbst bei einem Ein­satz der Ven­ti­le außer­halb des Pri­mär­kreis­lau­fes deren Aus­fuhr geeig­net sein, die aus­wär­ti­gen Bezie­hun­gen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land erheb­lich zu gefähr­den — sei es im Rah­men des Grund­de­lik­tes (§ 34 Abs. 2 Nr. 3 AWG aF), sei es im Rah­men des Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stan­des (§ 34 Abs. 6 Nr. 4 Buchst. c) AWG aF)). Maß­geb­lich sind inso­weit die Han­dels­tä­tig­keit mit dem Iran mit Bezug auf des­sen Schwer­was­ser­re­ak­tor sowie das Ver­sa­gen des BAFA bei der Aus­fuhr­kon­trol­le.
Soweit die Eig­nung der Ven­ti­le zum Ein­satz in einem Kern­kraft­werk und damit die Nähe des gehan­del­ten Gutes zu der letzt­end­li­chen Ver­wen­dung, die mit den Embar­go­vor­schrif­ten ver­mie­den wer­den soll, für die Straf­zu­mes­sung von Bedeu­tung ist, hat das Gericht die­sem Umstand bereits dadurch umfas­send Rech­nung getra­gen, dass es in erheb­li­chem Maße straf­mil­dernd berück­sich­tigt hat, dass auf­grund der feh­len­den nukle­ar­spe­zi­fi­schen Qua­li­tät der Stell­an­trie­be die Kom­bi­na­ti­on aus Ven­til und Stell­an­trieb für eine Ver­wen­dung im Inne­ren Sicher­heits­be­reich des Reak­tors ohne­hin fehl­te. Der Bun­des­ge­richts­hof schließt ange­sichts des­sen aus, dass es wegen der Beschaf­fen­heit der Ven­ti­le als sol­che nied­ri­ge­re Stra­fen ver­hängt hät­te.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Okto­ber 2014 — 3 StR 167⁄14
Han­del mit dem Iran Am 26. Juli 2010 hat der Rat der Euro­päi­schen Uni­on weit­rei­chen­de zusätz­li­che Sank­tio­nen gegen Iran beschlos­sen4. Der Beschluss ist am glei­chen Tag in Kraft getre­ten und tritt an die Stel­le des bis­he­ri­gen Gemein­sa­men Stand­punkts…
Straf­bar­keit von Iran-Expor­ten und Kon­troll­de­fi­zi­te deut­scher Zoll­be­hör­den Der Bun­des­ge­richts­hof hat wegen des unge­neh­mig­ten Exports von für die mili­tä­ri­sche Ver­wen­dung geeig­ne­ten Gütern in den Iran ein Haupt­ver­fah­ren wegen unge­neh­mig­ter Expor­te in den Iran vor dem Land­ge­richt Mün­chen II eröff­net. Der Gene­ral­bun­des­an­walt hat gegen…
Das Iran-Embar­go und die Fol­gen eines Ver­sto­ßes Wel­che Fol­gen der Ver­stoß gegen ein Embar­go haben kann, zeigt der Fall eines Wes­ter­wäl­der Unter­neh­mers, der trotz der bestehen­den Iran-Embar­go-Ver­ord­nung über eine tür­ki­sche Tarn­fir­ma Gra­phit, wie es für den Rake­ten­bau Ver­wen­dung fin­den kann, in den…
Aus­set­zung der Voll­zie­hung im Zoll­recht Mit der Aus­set­zung der Voll­zie­hung im Zoll­recht hat­te sich aktu­ell das Finanz­ge­richt Ham­burg zu befas­sen. Kon­kret ging es um die Mög­lich­keit eines uner­setz­ba­ren Scha­dens gemäß Art. 244 ZK für ein im EU-Aus­land ansäs­si­ges Unter­neh­men im…
Lie­fe­rung von Sin­t­er­öfen in den Iran Es ist, wie jetzt der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on ent­schied, ver­bo­ten, einen funk­ti­ons­tüch­ti­gen, aber noch nicht ver­wen­dungs­be­rei­ten Sin­ter­ofen in den Iran zu lie­fern. Genau­so unter­liegt es dem Ver­bot, den Sin­ter­ofen dort zuguns­ten eines Drit­ten auf­zu­stel­len,…
Ver­kauf und Aus­fuhr von Embar­go­gü­tern — und das Straf­recht Der Ver­kauf und die Aus­fuhr von Gütern des Teils — I Abschnitt A der Aus­fuhr­lis­te in Embar­go­län­der, straf­bar gemäß § 17 Abs. 1 Nr. 2 AWG in Ver­bin­dung mit § 4 Abs. 1 AWG, §…
EuGH aaO, Rn. 46; Urteil vom 29.04.2010 — C340/​08, NVwZ 2010, 1018, 1020 [↩]
vgl. Mor­wei­ser in Wolffgang/​Simonsen, AWR-Kom­men­tar, § 34 Abs. 4 AWG Rn. 89 [Stand: Juni 2012] [↩]
2010/​413/​GASP [↩]

References: § 5
 § 9
 § 34
 Art. 244
 § 17
 § 4

EuGH 
 § 34