Source: http://palikanon.com/khuddaka/jataka/j493.htm
Timestamp: 2018-01-18 21:25:52+00:00

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﻿ 493 Mahavanija-Jataka
493. Die Erzählung von dem großen Kaufmann (Mahavanija-Jātaka)
§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf Kaufleute, die zu Savatthi wohnten. Als diese nämlich einmal fortziehen wollten, um Handel zu treiben, spendeten sie dem Meister ein großes Geschenk, nahmen die Zufluchten [1] und die Gebote an und sprachen: „Herr, wenn wir gesund zurückkehren, werden wir wieder deine Füße verehren.“ Darauf zogen sie mit fünfhundert Wagen fort. Da kamen sie in eine Wildnis. Sie kannten nicht mehr den Weg, verirrten sich und schweiften in dem Walde umher, der ohne Wasser und ohne Nahrung war. Da sahen sie einen Nigrodha-Baum, der von Nagas behütet wurde; sie schirrten die Wagen los und ließen sich am Fuße des Baumes nieder.
§B. Ehedem befand sich in der Nähe der Stadt Benares ebendieselbe Wildnis und auch derselbe Nigrodha-Baum. Kaufleute hatten sich verirrt und sahen ebendiesen Nigrodha-Baum.
§1. Zusammen kamen die Kaufleute
§2. Als sie nun an die Wildnis kamen,
sah'n sie 'nen großen Feigenbaum
§3. Dort ließen sie sich darauf nieder
§4. „Voll Flüssigkeit ist dieser Baum
§5. Der abgeschlagne sprudelt' Wasser
§6. Zum zweiten dachten sie gemeinsam
§7. Der abgeschlagne sprudelte
§8. Als nun davon genossen hatten
§9. „Auf, Kaufleute, wir wollen ihm
§10. die bunte Kleider an sich trugen,
§11. Zusammen ließen sie sich nieder
§12. zum vierten Male sie bedachten
§13. Der abgeschlagne sprudelte
§14. Kleider aus Kasi-Baumwolle
§15. da dachten sie zum fünften Male
§16. Da stand der Karawanenführer
ihr Kaufleute? Heil sei euch allen [4]!
§17. Der Zweig nach Osten gab uns Wasser,
§18. In welches Baumes Schatten man
§19. Doch sie, die vielen, hörten nicht
den Baum sie an der Wurzel an.“ —
§20. Darauf kamen hervor von Schlangen
in voller Rüstung fünfundzwanzig,
dazu dreihundert Bogenschützen
und noch sechstausend Waffenträger.
§21. „Tötet und fesselt diese Leute
und schenket ihnen nicht das Leben;
außer dem Karawanenführer
verwandelt alle sie zu Asche!“
§A2. Da der Meister diesen Sachverhalt erkannte, sprach er zum Zwecke der Ermahnung folgendes Strophenpaar:
§22. „Darum soll auch der weise Mann,
der seinen eignen Nutzen kennt,
nicht in der Habgier Macht gelangen;
er töte diesen Feindesgeist [6].
§23. Wenn er den Nachteil davon merkt,
und dass aus Gier nur Leid entsteht,
so soll von Lust frei und Begierde
weise der Mönch die Weltflucht üben.“
§C. Hierauf verkündigte er die Wahrheiten (am Ende der Verkündigung der Wahrheiten aber gelangten jene Kaufleute zur Frucht der Bekehrung) und verband dann das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war der Naga-König Sāriputta, der Karawanenführer aber war ich.“
[1] Vgl. oben Jātaka 486 Anm. 1. [Die drei Dinge, zu denen die Laienbruder ihre Zuflucht nahmen: der Buddha, die Lehre und die Gemeinde.]
[2] Trotzdem sie die fünf Gebote angenommen hatten.
[3] Diese kann dadurch zu einer höheren Existenz gelangen.
[4] Hier ohne besondere Bedeutung, nur als respektvolle Anrede an die anderen Kaufleute gedacht. Für seine Stellung als Karawanenführer ist diese Achtungsbezeigung (auch das Händefalten) eigentlich auffallend.
[5] Das Heer des Naga-Königs besteht natürlich aus Nagas, d. h. Schlangen, die hier bewaffnet gedacht sind.
[6] D. h. er möge diese habgierige Gesinnung in sich ertöten, die ihm schädlich ist wie ein Feind.

References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§7

§8

§9

§10

§11

§12

§13

§14

§15

§16

§17

§18

§19

§20

§21

§22

§23