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Timestamp: 2019-04-22 13:01:25+00:00

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Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist im Arbeitsleben ist im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt.
Als Kind wird jeder behandelt, der noch nicht das 15. Lebensjahr erreicht hat. Bis zum 18. Lebensjahr gelten Jugendliche als Kinder im Sinne dieses Gesetzes, wenn diese vollzeitschulpflichtig sind. Jugendliche im Sinne dieses Gesetzes ist, wer 15, aber noch nicht 18 Jahre alt ist. Dieses Gesetzes insbesondere bei gelegentlicher Gefälligkeit nicht anzuwenden. Arbeitgeber ist nach § 3 dieses Gesetzes jeder, der ein Kind oder Jugendlichen beschäftigt.
Grundsätzlich dürfen Kinder gemäß § 5 JArbSchG nicht beschäftigt werden. Ausnahmen hierfür bestehen für Beschäftigung – und Arbeitstherapie, im Rahmen des Betriebspraktikums während der Vollzeitschulpflicht sowie in Erfüllung einer richterlichen Weisung (Sozialstunden).
Kinder ab Vollendung des 13. Lebensjahr dürfen mit Einwilligung der Sorgeberechtigten beschäftigt werden, soweit die Beschäftigung leicht und für Kinder geeignet ist. Insbesondere dürfen nicht die Sicherheit, Gesundheit und Entwicklung der Kinder, deren Schulbesuch, ihre Beteiligung an Maßnahmen zur Berufswahlvorbereitung oder Berufsausbildung durch die Beschäftigung beeinträchtigt werden. Eine Beschäftigung ist lediglich bis zu 2 Stunden täglich, nicht vor dem Schulunterricht und nicht zwischen 18:00 und 8:00 Uhr möglich. Eine Beschäftigung während des Schulunterrichts ist strengstens untersagt. Für die Dauer von höchstens vier Wochen dürfen Kinder während den Schulferien beschäftigt werden, § 5 Abs. 3 JArbSchG,
Welche Beschäftigung kindgerecht ist, ist in der Verordnung über Kinderarbeitsschutz geregelt. Gemäß § 2 dieser Verordnung sind folgende Tätigkeiten erlaubt, wenn die Beschäftigung leicht und für die Kinder geeignet ist:
1. Austragen von Zeitungen, Zeitschriften, Anzeigenblätter und Werbeprospekten,
2. in privaten und landwirtschaftlichen haushalten
a. Tätigkeiten in Haushalt und Garten,
b. Botengängen,
c. Betreuung von Kindern und anderen zum Haushalt gehörender Personen,
d. Nachhilfeunterricht,
e. Betreuung von Haustieren
f. Einkaufstätigkeiten mit Ausnahme des Einkaufs von alkoholischen Getränken und Tabakwaren,
a. der Ernte und der Feldbestellung,
b. der Selbstvermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse,
c. der Versorgung von Tieren,
4. Handrecihung beim Sport,
5. Tätigkeiten bei nichtgewerblichen Aktionen und Veranstaltungen der Kirchen, Religionsgemeinschaften, Verbände, Vereine und Parteien.
Diese Regelung ist zurecht zu kritisieren. Eine Bürotätigkeit ist nach dieser Regelung verboten. Jedoch ist die erheblichen Anstrengungen der körperliche Tätigkeit das Austragen von Zeitungen und ähnlichen, die Tätigkeit bei Ernte und Feldbestellung, bei der Versorgung von Tieren und die Betreuung von zum Haushalt gehörenden Personen, sowie Haushaltsarbeiten Gartenarbeiten erlaubt. Da diese Tätigkeiten wesentlich körperlich anstrengender ungeeigneter sind für Kinder wie eine Bürotätigkeit, ist der Gesetzgeber aufgefordert, diese Regelung endlich zum Wohle der Kinder zu ändern.
An die verfehlte Schutzregelung ändert § 2 Abs. 2 dieser Verordnung nicht. Nach dieser Regelung sind Tätigkeiten für Kinder ungeeignet, wenn diese regelmäßig das maximale Lastgewicht von 7,5 kg oder gelegentlich das maximale Lastgewicht von 10 kg Heben, Absetzen, Schieben, Ziehen, Tragen und Bewegen müssen oder infolge einer ungünstigen Körperhaltung psychisch belastet sind oder mit Unfallgefahren, die diese Kinder nicht einschätzen können, verbunden sind.
Ein Kind darf daher Zeitungen bis zu 2 Stunden mit einem Lastgewicht von 7,5 kg schleppen, ohne dass dies rechtswidrig wäre. Das Abheben eines Telefonhörers in dieser Zeit in einem Büro ist hingegen unter Strafandrohung untersagt.
Sind Kinder nicht Vollzeitschulpflichtig, dürfen diese gemäß § 7 JArbSchG in einem Berufsausbildungsverhältnis oder mit leichten und für die Kinder geeigneten Tätigkeit bis zu sieben Stunden täglich und 35 Stunden wächentlich beschäftgt werden, § 7 JArbSchG.
Jugendliche dürfen bis zu acht Stunden täglich und 40 Stunden pro Woche beschäftigt werden, § 8.
Während der Berufsausbildung müssen Auszubildende für den Besuch der Berufsschule bezahlt freigestellt werden, § 9 JArbSchG. Eine Beschäftigung von Auszubildenden ist untersagt,
1. vor dem Schuldbesuch, wenn der Unterricht vor 9 Uhr beginnt und der Auszubildende noch berufsschulpflichtig ist,
2. an einem Schultag mit mehr als 5 Unterrichtstunden,
3. in Berufsschulwochen mit einem Unterricht von 25 Stunden an mindestens 5 Tagen. Betriebliche zusätzliche Ausbildungsveranstaltungen (Nachhilfe) darf zusätzlich bis zu zwei Stunden in der Woche vom Ausbilder angeordnet werden.
Jugendliche müssen Pausen von 30 Minuten bei einer Arbeitszeit zwischen 4,5 und 6 Stunden, von 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden einhalten. Die jeweilige Pause muss mindestens 15 Minuten betragen. Eine ununterbrochene Freizeit pro Tag muss mindestens 12 Stunden betragen. Akkorarbeit und Arbeiten mit gesteigerten Arbeitstempo sind gemäß § 23 JArbSchG verboten. Eine Ausnahme besteht für Berufsauszubildende.
Jugendliche haben dürfen grundsätzlich keine Nacht-, Samstag- oder Feiertagbeschäftigung nachgehen. Gefährliche Arbeiten nach § 22 JArbSchG dürfen mit Ausnahme einer Ausbildung nicht durch Jugendliche vorgenommen werden.
Die Jugendliche sind ärztlich bei Aufnahme einer Tätigkeit und nach jeden weiteren Beschäftigungjahr zu untersuchen, § 32ff.
Ein Verstoß gegen diese Schutzbestimmungen kann mit einer Geldbuße bis zu 15.000,00 € oder mit einer Freiheitsstrafe bei Gefährdung der Gesundheit oder Arbeitskraft des Jugenlichen geahndet werden.
Letzte Änderung am Freitag, 29. März 2019 um 21:40:44 Uhr.

References: § 3
 § 5
 § 5
 § 2
 § 2
 § 7
 § 7
 § 8
 § 9
 § 23
 § 22
 § 32