Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211991
Timestamp: 2019-09-22 18:06:58+00:00

Document:
Verordnung über das Naturschutzgebiet „Harenzacken“
(GVBl.II/03, [Nr. 21], S.454)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Oberhavel wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Harenzacken“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 823 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Löwenberger Land Grieben 1, 4;
Linde 1;
Hoppenrade-Großmutz 1, 2;
Großmutz 2, 3;
Glambeck 2, 3.
Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das einen der größten Feuchtwaldkomplexe in der naturräumlichen Einheit der Granseer Platte im nordbrandenburgischen Platten- und Hügelland mit einem Mosaik verschiedenster Biotoptypen umfasst, ist
die Erhaltung und Entwicklung als Lebensraum seltener wild wachsender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Erlen-Bruchwäldern, Erlen-Eschenwäldern, Groß- und Kleinseggensumpfge- sellschaften, Feuchtwiesen und Moorgesellschaften;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum, insbesondere für Groß-, Wat-, Wasser-, Greif- und Singvögel sowie für an aquatische Lebensräume gebundene Säuger, Amphibien und Reptilien, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Tierarten, wie beispielsweise Fledermäuse (Chiroptera), Schwarzstorch (Ciconia nigra), Kranich (Grus grus), Schreiadler (Aqulia pomarina), Eisvogel (Alcedo atthis), Waldwasserläufer (Tringa ochropus), Rotbauchunke (Bombina bombina) und Moorfrosch (Rana arvalis);
die Erhaltung und Entwicklung aus ökologischen Gründen
als wesentlicher Bestandteil des überregionalen Biotopverbundsytems innerhalb des nordbrandenburgischen Platten- und Hügellandes,
zur langfristigen Sicherung von Sukzessionsprozessen auf den dafür geeigneten Flächen;
die Erhaltung und Entwicklung aus landeskundlichen Gründen.
die im Sinne des § 11 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass § 4 Abs. 2 Nr. 22 gilt;
Kahlschläge über einen Hektar verboten sind,
bei der Wiederaufforstung Baumarten der potenziell natürlichen Vegetation verwendet werden;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2 des Fischereigesetzes für das Land Brandenburg ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher dafür genutzten Flächen;
die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, dass die Jagd in der Zeit vom 15. März bis 30. Juni eines Jahres ausschließlich vom Ansitz aus erfolgt,
die Anlage ortsunveränderlicher jagdlicher Einrichtungen zur Ansitzjagd mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird,
Die Anlage von Wildäckern und Wildwiesen bleibt unzulässig;
um den Wasserhaushalt des Waldgebietes „Harenzacken“ zu verbessern, sollen Vorfluter und Entwässerungsgräben möglichst zurückgebaut werden;
das Grünland soll extensiv, den Belangen des Artenschutzes angepasst, bewirtschaftet werden;
die Anlage von Pufferzonen um Sölle und Kleingewässer wird angestrebt;
die Forstflächen sollen möglichst durch Naturverjüngung und Zulassen natürlicher Sukzessionsprozesse in naturnahe, strukturierte Waldbestände überführt werden.
Potsdam, den 23. Juni 2003
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Harenzacken“ vom 23. Juni 2003
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 823 Hektar. Es umfasst folgende Flächen in den Gemarkungen:
Grieben 1 598, 602, 604 bis 606, 765, 766/1, 766/2, 767/1, 767/2, 768 bis 780, 782 bis 784, 785/1, 785/2, 786, 790, 1041 bis 1049, 1099; anteilig im NSG: 791 (Grünland), 792 (Weg), 1110 (Weg);
Grieben 4 1 bis 3, 5, 8, 10, 12, 14 bis 16, 18/1, 26, 27, 28/1 bis 28/3, 29/1, 29/2, 30, 31/1 bis 31/5, 32 bis 34, 35/1, 35/2, 36/2, 42/1 bis 42/3, 49, 50, 59, 73 bis 147;
Linde 1 1, 2, 5, 10, 11, 13 bis 15, 25, 26, 30 bis 32, 34, 51, 52, 69 bis 76, 235 bis 263, 265, 267, 268, 320, 321; anteilig im NSG: 27 (Grünland), 35 (Grünland), 36 (Weg), 45/2 (Weg), 46 (Grünland fällt raus), 98 (Weg), 264 (nur Grünland), 266 (nur Grünland);
Hoppenrade 1 71/1, 71/2, 72 bis 74, 76 bis 81, 82/1, 82/2, 83 bis 88, 89/2, 89/3, 91 bis 95, 96/1, 96/2, 97, 99, 100, 101/1, 102/1, 102/2, 103 bis 107, 108/1, 110 bis 113; anteilig im NSG: 75 (Weg);
Hoppenrade 2 1 bis 19, 22/1, 24 bis 53, 55/1, 56 bis 63, 64/1, 68/1, 70 bis 91, 93/2, 94 bis 103, 104/1, 105, 106, 108 bis 182, 184/1, 186 bis 192, 193/1, 197 bis 206;
Großmutz 2 104, 105, 107; anteilig im NSG: 103, 106 (jeweils nur Grünland);
Großmutz 3 93, 94, 95/1, 95/2, 96 bis 125, 127, 133, 134/1, 134/4; anteilig im NSG: 92, 126, 132 (Weg), 134/5 (Grünland);
Glambeck 2 89, 90;
Glambeck 3 33/1, 33/2, 34, 35, 37, 39/1, 39/2, 39/4 bis 39/9, 40, 41/1, 41/2, 42/2, 43 bis 45, 46/1, 46/3 bis 46/5, 47/3 bis 47/6, 48, 49, 51/1 bis 51/3, 54 bis 56, 58/1 bis 58/5, 59, 62, 63, 69/2, 69/3, 69/5 bis 69/7, 85 bis 111, 113 bis 116; anteilig im NSG: 84 (Weg).

References: § 2
 § 10
 § 11
 § 4
 § 11
 § 1