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Timestamp: 2016-10-24 01:49:13+00:00

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1B_251/2015 � � Urteil vom 12. August 2015
Beschwerde gegen die Verf�gung vom 6. Juli 2015
Mit Urteil vom 12. September 2014 sprach das Bezirksgericht Zofingen, Abteilung Strafgericht, A.________ schuldig der mehrfachen versuchten schweren K�rperverletzung, der mehrfachen einfachen K�rperverletzung, des mehrfachen Angriffs, des Raubes, des versuchten Raubes, der Drohung, N�tigung und Sachbesch�digung, des Hausfriedensbruchs, der Geldf�lschung, des In-Umlaufsetzens von Falschgeld und der mehrfachen �bertretung des Bet�ubungsmittelgesetzes. Es bestrafte ihn deswegen mit sieben Jahren Freiheitsstrafe. Ausserdem widerrief es den bedingten Strafvollzug einer fr�her ausgef�llten Geldstrafe. Sowohl die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm als auch der Beschuldigte erkl�rten gegen das Urteil vom 12. September 2014 Berufung. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von 11 Jahren, der Beschuldigte einen Freispruch.
Wegen eines weiteren Vorfalls (vom 26. April 2014) er�ffnete die Staatsanwaltschaft gegen den Beschuldigten eine separate Strafuntersuchung wegen einfacher (eventuell schwerer) K�rperverletzung und Drohung.
Im Anschluss an die m�ndliche Urteilser�ffnung vom 12. September 2014 beantragte die Staatsanwaltschaft beim Bezirksgericht (gest�tzt auf Art. 231 Abs. 1 StPO) die Anordnung von Sicherheitshaft gegen den Beschuldigten. Mit Beschluss vom 12. September 2014 wies das Bezirksgericht den Antrag auf Anordnung von Sicherheitshaft ab. Diesen Beschluss er�ffnete es (unmittelbar danach) ebenfalls m�ndlich. Im Anschluss daran meldete die Staatsanwaltschaft beim Bezirksgericht die Berufung an. Gleichzeitig beantragte sie (erneut, diesmal gest�tzt auf Art. 231 Abs. 2 StPO) die Anordnung von Sicherheitshaft gegen den Beschuldigten. Mit separatem Beschluss vom 12. September 2014 wies das Bezirksgericht den Antrag auf Anordnung von Sicherheitshaft (nach Anmeldung der Berufung) erneut ab. Auch diesen (zweiten) Beschluss er�ffnete es sogleich m�ndlich.
Gegen die Beschl�sse des Bezirksgerichtes vom 12. September 2014 (nach Urteilser�ffnung bzw. nach Berufungsanmeldung) erhob die Staatsanwaltschaft am 16. September 2014 je Beschwerde beim Obergericht des Kantons Aargau. Sie beantragte, der Beschuldigte sei (gest�tzt auf Art. 231 Abs. 1 bzw. Abs. 2 StPO) in Sicherheitshaft zu setzen.
Im Rahmen der noch h�ngigen Strafuntersuchung (wegen K�rperverletzung und Drohung) stellte die Staatsanwaltschaft am 14. September 2014 beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau auch noch separat den Antrag, es sei gegen den Beschuldigten die Untersuchungshaft (Art. 226 StPO) anzuordnen. Mit Verf�gung vom 16. September 2014 wies das Zwangsmassnahmengericht den Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft ab.
Auch gegen die Verf�gung vom 16. September 2014 des Zwangsmassnahmengerichtes erhob die Staatsanwaltschaft am 16. September 2014 Beschwerde beim Obergericht des Kantons Aargau. Sie beantragte, der Beschuldigte sei (gest�tzt auf Art. 226 StPO) vorl�ufig f�r drei Monate in Untersuchungshaft zu setzen. Mit Verf�gung vom 16. September 2014 versetzte der Verfahrensleiter der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichtes des Kantons Aargau den Beschuldigten vorsorglich (f�r die Dauer des Beschwerdeverfahrens) in Untersuchungshaft. Mit Entscheid vom 13. Oktober 2014 (SBK.2014.323) schrieb das Obergericht des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, die Beschwerde gegen die Verf�gung des Zwangsmassnahmengerichts (betreffend Untersuchungshaft) mangels aktuellen Rechtsschutzinteresses bzw. zufolge Gegenstandslosigkeit von der Gesch�ftskontrolle ab.
Mit separatem Entscheid vom 13. Oktober 2014 (SBK.2014.324) hiess das Obergericht des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen den Beschluss des Bezirksgerichtes vom 12. September 2014 ("nach Urteilser�ffnung") gut. Es hob den Beschluss auf und versetzte den Beschuldigten (vorl�ufig bis am 12. Dezember 2014) in Sicherheitshaft. Am 11. Dezember 2014 verl�ngerte das Zwangsmassnahmengericht die Sicherheitshaft bis zum 12. M�rz 2015.
Eine vom Beschuldigten gegen den Entscheid des Obergerichtes vom 13. Oktober 2014 betreffend Sicherheitshaft (SBK.2014.324) erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom 1. Dezember 2014 ab (Verfahren 1B_377/2014). D as Bundesgericht erwog, dass nach diesem Urteil betreffend Sicherheitshaft kein aktuelles Rechtsschutzinteresse mehr an der (damals allenfalls noch h�ngigen) konnexen kantonalen Haftbeschwerde der Staatsanwaltschaft mehr bestand. Nach erfolgter Rechtsh�ngigkeit der Berufung (Akten�bergang an die Berufungsinstanz) richte sich das Haftverfahren k�nftig nach Art. 232-233 StPO.
Mit Verf�gung vom 12. M�rz 2015 ordnete die Verfahrensleitung des kantonalen Obergerichtes die Sicherheitshaft bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens an. Am 9. Juni 2015 stellte der Beschuldigte ein Haftentlassungsgesuch. Er beantragte seine Haftentlassung gegen eine Sicherheitsleistung von mindestens Fr. 50'000.-- bis 75'000.--; eventualiter seien noch zus�tzliche Ersatzmassnahmen f�r Haft anzuordnen. Mit Verf�gung vom 6. Juli 2015 wies der Verfahrensleiter des Obergerichtes des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, das Gesuch ab.
Gegen den Haftpr�fungsentscheid vom 6. Juli 2015 gelangte der Beschuldigte mit Beschwerde vom 22. Juli 2015 erneut an das Bundesgericht. Er beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und seine Haftentlassung. Eventualiter sei (als Ersatzmassnahme f�r Haft) eine Sicherheitsleistung von mindestens Fr. 50'000.-- bis 75'000.-- anzuordnen, n�tigenfalls verbunden mit zus�tzlichen geeigneten Ersatzmassnahmen.
Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Stellungnahme vom 27. Juli 2015 die Abweisung der Beschwerde. Das Obergericht hat mit Schreiben vom 24. Juli (Posteingang: 29. Juli) 2015 auf eine Vernehmlassung verzichtet. Der Beschwerdef�hrer replizierte am 4. August 2015.
�ber Haftentlassungsgesuche w�hrend eines Verfahrens vor dem Berufungsgericht entscheidet dessen Verfahrensleitung innert 5 Tagen. Dieser Entscheid ist nicht mit StPO-Beschwerde anfechtbar (Art. 233 i.V.m. Art. 222 Satz 2 und Art. 380 StPO). Da die Vorinstanz als einzige kantonale Instanz entschieden hat, ist die Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht gegeben und besteht eine zul�ssige gesetzliche Ausnahme vom Grundsatz des doppelten kantonalen Instanzenzuges (Art. 80 Abs. 2 Satz 3 BGG; Urteile des Bundesgerichtes 1B_157/2015 vom 27. Mai 2015 E. 1.2; 1B_179/2014 vom 5. Juni 2014 E. 2; 1B_174/2014 vom 27. Mai 2014 E. 2).
Auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen von Art. 78 ff. BGG sind erf�llt.
Der Beschwerdef�hrer macht zusammengefasst geltend, er bestreite weder den (dringenden) Tatverdacht von Vergehen oder Verbrechen noch (grunds�tzlich) das Bestehen von Fluchtgefahr. Diese sei jedoch nicht derart ausgepr�gt, dass sie mit wirksamen Ersatzmassnahmen f�r Haft nicht ausreichend gebannt werden k�nnte. Vorliegend habe er die Leistung einer Haftkaution angeboten. Diese m�sse nicht zwingend durch ihn selbst erbracht werden. Der blosse Umstand, dass er finanziell bed�rftig und nicht in der Lage sei, selbst eine Sicherheit zu leisten, schliesse die Haftentlassung gegen Kaution nicht aus. Seine Eltern seien bereit, Fr. 50'000.--, allenfalls sogar Fr. 75'000.--, als Sicherheit zu leisten. Bei deren Bemessung sei der H�he der zu erwartenden Strafe und den finanziellen M�glichkeiten der Eltern Rechnung zu tragen. Sie h�tten kein steuerbares Reinverm�gen, bes�ssen jedoch (zur Kreditsicherung) eine Liegenschaft, welche offiziell einen Wert von ca. Fr. 300'000.-- habe. Da sich ein Kautionsverlust geradezu ruin�s f�r seine Eltern auswirken w�rde, werde er es nicht zulassen, dass die Sicherheitsleistung verf�llt. Dar�ber hinaus k�nne die Haftkaution, soweit dies als n�tig angesehen w�rde, mit weiteren geeigneten Ersatzmassnahmen (Rayonverbot, Meldepflicht, Auflage, einer geregelten Arbeit nachzugehen, Ausweis- und Schriftensperre, Abstinenzkontrolle, Kontaktverbot, elektronische Fussfessel) kombiniert werden. Neben einer unrichtigen Anwendung von Art. 237 ff. StPO r�gt der Beschwerdef�hrer eine Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatzes und der richterlichen Begr�ndungspflicht.
3.1.�Die Annahme von Fluchtgefahr setzt ernsthafte Anhaltspunkte daf�r voraus, dass die beschuldigte Person sich dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion durch Flucht entziehen k�nnte (Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes darf die Schwere der drohenden Sanktion zwar als ein Indiz f�r Fluchtgefahr gewertet werden. Sie gen�gt jedoch f�r sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Vielmehr m�ssen die konkreten Umst�nde des betreffenden Falles, insbesondere die gesamten Lebensverh�ltnisse der beschuldigten Person, in Betracht gezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62; 117 Ia 69 E. 4a S. 70, je mit Hinweisen). So ist es zul�ssig, die famili�ren und sozialen Bindungen des H�ftlings, dessen berufliche Situation und Schulden sowie Kontakte ins Ausland und �hnliches mitzuber�cksichtigen. Auch bei einer bef�rchteten Ausreise in ein Land, das die beschuldigte Person grunds�tzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen k�nnte, w�re die Annahme von Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen (BGE 123 I 31 E. 3d S. 36 f.). Eine gewisse Erh�hung bzw. Konkretisierung der Fluchtneigung kann sich im Einzelfall auch aus dem Umstand ergeben, dass eine erstinstanzliche Verurteilung zu einer langj�hrigen unbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe erfolgt ist (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 1B_157/2015 vom 27. Mai 2015 E. 3.1; 1B_108/2015 vom 27. April 2015 E. 5.1; 1B_377/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 3.1; 1B_88/2014 vom 2. April 2014 E. 4.3; je mit weiteren Hinweisen).
3.2.�Strafprozessuale Haft darf allerdings nur als "ultima ratio" angeordnet oder aufrechterhalten werden. Wo sie durch mildere Massnahmen ersetzt werden kann, muss von ihrer Anordnung oder Fortdauer abgesehen und an ihrer Stelle eine solche Ersatzmassnahme verf�gt werden (Art. 212 Abs. 2 lit. c i.V.m. Art. 237 f. StPO; vgl. BGE 140 IV 74 E. 2.2 S. 78; 137 IV 122 E. 6 S. 131 f.; 135 I 71 E. 2.3 S. 73, E. 2.16 S. 78 f.; 133 I 270 E. 3.3.1 S. 279). Gem�ss Art. 237 StPO ordnet das zust�ndige Gericht anstelle der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erf�llen (Abs. 1). M�gliche Ersatzmassnahmen sind unter anderen eine Ausweis- und Schriftensperre (Abs. 2 lit. b) und die Auflage, sich regelm�ssig bei einer Amtsstelle zu melden (Abs. 2 lit. d). Bei Fluchtgefahr kommt ferner die Leistung einer Sicherheit gem�ss Art. 238 StPO in Betracht. Nach der bundesgerichtlichen Praxis ist bei blossen Ersatzmassnahmen f�r Haft grunds�tzlich ein weniger strenger Massstab an die erforderliche Intensit�t des besonderen Haftgrunds der Fluchtgefahr anzulegen als bei strafprozessualem Freiheitsentzug, denn dieser stellt eine deutlich sch�rfere Zwangsmassnahme dar als blosse Ersatzmassnahmen (BGE 133 I 27 E. 3.3 S. 31). Zwar k�nnen mildere Ersatzmassnahmen f�r Haft geeignet sein, einer gewissen (niederschwelligen) Fluchtneigung ausreichend Rechnung zu tragen. Bei ausgepr�gter Fluchtgefahr erweisen sie sich nach der einschl�gigen Praxis des Bundesgerichtes jedoch regelm�ssig als nicht ausreichend (vgl. Urteile 1B_157/2015 vom 27. Mai 2015 E. 3.2; 1B_108/2015 vom 27. April 2015 E. 5.2; 1B_400/ 2014 vom 8. Januar 2015 E. 2.2.2; 1B_325/2014 vom 16. Oktober 2014 E. 3.5; 1B_61/2014 vom 21. Februar 2014 E. 3.4-3.5; 1B_181/ 2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.2.2; je mit weiteren Hinweisen).
3.3.�Bei Beschwerden, die gest�tzt auf das Recht der pers�nlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2, Art. 31 BV) wegen strafprozessualer Haft erhoben werden, pr�ft das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffes die Auslegung und Anwendung der StPO frei. Art. 98 BGG gelangt bei strafprozessualen Zwangsmassnahmen nicht zur Anwendung (BGE 140 IV 57 E. 2.2 S. 60; 138 IV 186 E. 1.2 S. 189; 137 IV 122 E. 2 S. 125; 340 E. 2.4 S. 346). Soweit jedoch reine Sachverhaltsfragen und damit Fragen der Beweisw�rdigung zu beurteilen sind, greift das Bundesgericht nur ein, wenn die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Art. 97 Abs. 1 i.V.m. Art. 105 Abs. 2 BGG; BGE 135 I 71 E. 2.5 S. 73 f.).
4.1.�In seinem Urteil 1B_377/2014 vom 1. Dezember 2014 (E. 4) hat das Bundesgericht den Haftgrund der Fluchtgefahr bejaht und die Ablehnung einer Haftentlassung des Beschwerdef�hrers (auch gegen Ersatzmassnahmen) als bundesrechtskonform erkannt. Es erwog dabei, dass der 25 Jahre alte Beschwerdef�hrer aus der T�rkei stamme, wo noch Verwandte von ihm wohnten. Seine Aussagen zu seinen Kenntnissen der t�rkischen Sprache seien schwankend; jedenfalls k�nne er sich auf t�rkisch verst�ndigen. Angesichts der Anzahl und Schwere der ihm vorgeworfenen Delikte m�sse er mit einer langj�hrigen Freiheitsstrafe und einer anschliessenden ausl�nderrechtlichen Entfernungsmassnahme (bzw. mit dem Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung) rechnen. Zudem verf�ge er weder �ber eine Berufsausbildung, noch �ber eine Arbeitsstelle bzw. ein geregeltes Erwerbseinkommen. Seit seinem Schulabschluss sei er im Wesentlichen bloss Gelegenheits- bzw. Tempor�rarbeiten nachgegangen. Nach eigenen Aussagen lebte er bei seinen Eltern und bezog er Krankentaggelder.
Angesichts des Strafurteils vom 12. September 2014 m�sse der Beschwerdef�hrer mit der Ausf�llung einer mehrj�hrigen Freiheitsstrafe ernsthaft rechnen. Hinzu komme eine drohende Zusatzstrafe wegen des neu untersuchten K�rperverletzungsdeliktes. Die Umst�nde, dass er bisher nicht gefl�chtet sei, dass er seit dem 3. Januar 2011 (und bis zur Anklageerhebung) keine l�nger dauernde Untersuchungshaft mehr absolviert habe und dass die Staatsanwaltschaft am 12. September 2014 (erstmals) die Sicherheitshaft beantragte, liessen die Annahme von Fluchtgefahr nicht als bundesrechtswidrig erscheinen. Wie sich aus den Akten ergebe, habe der Beschwerdef�hrer (vor der Anklageerhebung) insgesamt 93 Tage Untersuchungshaft erstanden. In ihrer Anklageschrift vom 16. Juli 2012 habe die Staatsanwaltschaft zum Strafpunkt noch keine Antr�ge gestellt. Noch an der Hauptverhandlung vom 11. September 2014 (bei der die Staatsanwaltschaft eine langj�hrige Freiheitsstrafe beantragte) habe der Beschwerdef�hrer auf Freispr�che bei den schwersten ihm zur Last gelegten Anklagepunkten bzw. h�chstens auf eine bedingte Freiheitsstrafe pl�diert. Seit seiner erstinstanzlichen Verurteilung am 12. September 2014 habe sich die Wahrscheinlichkeit, dass er (im Falle einer rechtskr�ftigen Verurteilung) eine mehrj�hrige Freiheitsstrafe zu vollziehen haben k�nnte, somit deutlich konkretisiert. Die Ansicht der Verfahrensleitung des Berufungsgerichtes, damit habe sich die Fluchtneigung beim Beschwerdef�hrer unterdessen erh�rtet, halte vor dem Bundesrecht stand. Auch die dargelegten pers�nlichen Verh�ltnisse (schlechte berufliche Integration, angespannte finanzielle Situation, Wurzeln bzw. Kontakte in seinem Herkunftsland usw.) habe die Vorinstanz willk�rfrei als Indizien f�r eine Fluchtneigung mitber�cksichtigen d�rfen.
Bundesrechtskonform und sachlich vertretbar sei auch die Ansicht der Staatsanwaltschaft und des Obergerichtes, es seien momentan keine Ersatzmassnahmen f�r strafprozessuale Haft ersichtlich, mit denen die dargelegte Fluchtgefahr ausreichend gebannt werden k�nnte. Es k�nne offen bleiben, ob (neben der Fluchtgefahr) auch noch ein weiterer besonderer Haftgrund, etwa Wiederholungsgefahr (Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO), erf�llt w�re (Erw�gung 4 des Urteils 1B_377/2014 vom 1. Dezember 2014).
4.2.�Im angefochtenen Entscheid wird erwogen, der Haftgrund der Fluchtgefahr sei schon mehrfach gerichtlich festgestellt und vom Beschwerdef�hrer im kantonalen Haftpr�fungsverfahren nicht bestritten worden. Die Fluchtneigung erscheine im vorliegenden Fall ausgepr�gt, und es habe sich daran seit den letzten Haftpr�fungen nichts ge�ndert (drohende langj�hrige Freiheitsstrafe, m�gliche ausl�nderrechtliche Folgen, insbes. Entfernungsmassnahmen, Auslandsbezug sowie pers�nliche und finanzielle Situation des Beschwerdef�hrers in der Schweiz). Die angebotene Haftkaution, welche von seinen Eltern geleistet w�rde, sei nicht geeignet, den Beschwerdef�hrer von einer Flucht abzuhalten. Ebenso wenig stelle eine Ausweis- und Schriftensperre eine ausreichend wirksame Ersatzmassnahme dar. Die schweizerischen Beh�rden k�nnten den ausl�ndischen nicht verbieten, deren Staatsangeh�rigen neue Reisepapiere auszustellen. Zudem w�rden an den Landesgrenzen der Schweiz (seit ihrem Beitritt zum Schengen-Abkommen) grunds�tzlich keine Personenkontrollen mehr durchgef�hrt. Auch eine Meldepflicht oder das Tragen einer elektronischen Fussfessel k�nnten die drohende Flucht nicht verhindern; diese Ersatzmassnahmen erm�glichten es der Polizei nur, nach einer Flucht m�glichst rasch Fahndungsmassnahmen einzuleiten. Die richterliche Auflage, einer geregelten Arbeit nachzugehen, verm�ge ebenfalls kein Fluchthindernis zu begr�nden.
4.3.�Die vom Beschwerdef�hrer beil�ufig erhobene R�ge der Verletzung der richterlichen Begr�ndungspflicht (bzw. von Art. 29 Abs. 2 BV) erweist sich als unbegr�ndet. Den Erw�gungen des angefochtenen Entscheides lassen sich die wesentlichen �berlegungen entnehmen, weshalb die Vorinstanz die Voraussetzungen der beantragten Haftentlassung gegen mildere Ersatzmassnahmen als nicht erf�llt erachtet. Es ist auch nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdef�hrer nicht dargetan, inwiefern ihre Urteilsbegr�ndung es ihm verunm�glicht h�tte, den Rechtsweg an das Bundesgericht wirksam zu beschreiten.
4.4.�In der Sache macht der Beschwerdef�hrer geltend, seine Eltern h�tten sich bereit erkl�rt, eine Kaution f�r ihn zu leisten. Sie verf�gten zwar �ber kein steuerbares Reinverm�gen, bes�ssen jedoch eine Liegenschaft, welche einen Wert von ca. Fr. 300'000.-- habe. Sein Vater verdiene monatlich Fr. 5'200.-- brutto. Nach den Abkl�rungen der Eltern k�nnten diese einen Kredit von Fr. 50'000.-- bis 75'000.-- erh�ltlich machen. Seine Eltern st�nden ihm sehr nahe. Unter keinen Umst�nden werde er zulassen, dass die Sicherheitsleistung verf�llt, was sich geradezu ruin�s f�r die Eltern auswirken w�rde. Ein Kautionsverlust w�rde ihn selbst "erheblich h�rter treffen, als wenn es nur sein eigenes Geld w�re". Die Sicherheitsleistung k�nne ausserdem mit weiteren Ersatzmassnahmen kombiniert werden, etwa einem Rayonverbot, einer Meldepflicht, einem Electronic Monitoring oder der Auflage, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Eine entsprechende Arbeitsstelle habe er bereits in Aussicht.
4.5.�Im vorliegend zu beurteilenden Fall besteht nach wie vor eine ausgepr�gte Fluchtgefahr (im Sinne der in E. 3.2 dargelegten Rechtsprechung; drohende mehrj�hrige Freiheitsstrafe, schlechte berufliche Integration, angespannte finanzielle Situation, Wurzeln bzw. Kontakte in seinem Herkunftsland usw.). Das Angebot einer Sicherheitsleistung vermag daran nichts zu �ndern. Eine Haftentlassung gegen Kaution k�me nur in Frage, wenn die Sicherheitsleistung tats�chlich geeignet w�re, den Beschwerdef�hrer von einer Flucht abzuhalten. Bei mittellosen Beschuldigten f�llt eine Haftkaution als wirksame Ersatzmassnahme in der Regel ausser Betracht (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 1B_400/2014 vom 8. Januar 2015 E. 2.5.2; 1B_325/2014 vom 16. Oktober 2014 E. 3.5; 1B_61/2014 vom 21. Februar 2014 E. 3.5; 1B_148/ 2013 vom 2. Mai 2013 E. 5.3; s.a. Matthias H�rri, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 238 N. 4). Nach Einsch�tzung der kantonalen Strafbeh�rden reicht die vom Beschwerdef�hrer angeregte Kautionsleistung als Ersatzmassnahme f�r Sicherheitshaft hier nicht aus. Diese Ansicht h�lt umso mehr vor dem Bundesrecht stand, als er wegen Gewaltdelikten zu einer siebenj�hrigen Freiheitsstrafe erstinstanzlich verurteilt wurde und die angebotene Sicherheitsleitung nicht von ihm selbst geleistet w�rde, sondern von seinen Eltern. Er bestreitet nicht, dass er �ber keine Berufsausbildung verf�gt und vor seiner Verhaftung weder eine Arbeitsstelle hatte, noch ein geregeltes Erwerbseinkommen erzielte. Nach den Darlegungen der kantonalen Instanzen ist er seit seinem Schulabschluss im Wesentlichen bloss Gelegenheits- bzw. Tempor�rarbeiten nachgegangen. Nach eigenen Aussagen lebte er vor seiner Verhaftung bei seinen Eltern und bezog er Krankentaggelder. Bei dieser Sachlage scheint es fraglich, ob ein drohender Verfall der Sicherheitsleistung die dargelegten erheblichen Fluchtanreize beim Beschwerdef�hrer entscheidend mindern k�nnte. Auch die von ihm angeregten zus�tzlichen Ersatzmassnahmen (Rayonverbot, elektronische Fussfessel usw.) sind derzeit weder einzeln noch in Kombination geeignet, der dargelegten ausgepr�gten Fluchtneigung hinreichend zu begegnen.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG) und ist keine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 68 BGG).

References: Art. 231
 Art. 231
 Art. 231
 Art. 226
 Art. 232
 Art. 222
 Art. 380
 Art. 78
 Art. 237
 Art. 237
 BGE 
 Art. 237
 Art. 238
 Art. 31
 Art. 98
 Art. 95
 Art. 105
 BGE 
 Art. 29
 Art. 238