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Timestamp: 2020-02-18 16:03:41+00:00

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Rechtsprechung: FamRZ 1999, 780 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BVerwG, 18.12.1998 | BVerwG, 29.09.1998
https://dejure.org/1998,223
BVerwG, 26.11.1998 - 5 C 37.97 (https://dejure.org/1998,223)
BVerwG, Entscheidung vom 26.11.1998 - 5 C 37.97 (https://dejure.org/1998,223)
BVerwG, Entscheidung vom 26. November 1998 - 5 C 37.97 (https://dejure.org/1998,223)
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Sozialhilfe, keine Einsatzgemeinschaft zwischen in,Haushaltsgemeinschaft lebenden hilfebedürftigen Stiefkindern und ihren Stiefeltern Einsatzgemeinschaft, keine - zwischen in Hausgemeinschaft, lebenden hilfebedürftigen Stiefkindern und ihren Stiefeltern,
Erforderlichkeit der Reise des Prozessbevollmächtigten
Sozialhilfe - Einsatzgemeinschaft - Haushaltsgemeinschaft - Hilfebedürftige Stiefkinder - Stiefeltern - Stiefvater - Hausgemeinschaft - Berücksichtigung des Einkommens
BSHG § 11 Abs. 1 S. 2 § 16
Sozialhilferecht - Sozialhilfe, keine Einsatzgemeinschaft zwischen in Haushaltsgemeinschaft lebenden hilfebedürftigen Stiefkindern und ihren Stiefeltern Einsatzgemeinschaft, keine - zwischen in Hausgemeinschaft lebenden hilfebedürftigen Stiefkindern und ihren Stiefeltern ...
shgt.de , S. 7 (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Unberechtigte Belastung der Kommunen durch die Hintertür?
VG Osnabrück, 25.04.1996 - 4 A 26/95
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Hilfebedürftigkeit - Haushaltsgemeinschaft - …
Diese anderweitige Bedarfsdeckung schließe im Sozialhilferecht Leistungen auf Grund des Nachranggrundsatzes in § 2 Abs. 1 Bundessozialhilfegesetz (BSHG) aus (Hinweis auf Bundesverwaltungsgericht , BVerwGE 108, 36 und BVerwGE 122, 317) .
Auch insoweit war entscheidend, ob Einkommen im Sinne des § 11 BSHG tatsächlich zufließt (so etwa ausdrücklich die vom LSG herangezogene Entscheidung BVerwGE 108, 36, 39 = juris RdNr 13).
Ihr liegt in verfassungsrechtlicher Hinsicht der Gedanke zugrunde, dass der Unterhaltspflichtige im Hinblick auf Achtung und Schutz seiner Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) und das Sozialstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 1 GG) durch den Rückgriff des Staates auf die Unterhaltsforderung des Leistungsempfängers nicht selbst zum Empfänger staatlicher Leistungen werden soll (vgl. auch Senatsurteil BGHZ 111, 194, 198 = FamRZ 1990, 849, 850; BSG FamRZ 1985, 379, 380; BVerwG FamRZ 1999, 780, 781).
Der Einkommenseinsatz nach § 88 SGB XII ist ausgeschlossen, wenn durch ihn ein Herabsinken unter das Niveau der Sozialhilfe einträte und der Nachfragende in seiner Lebenshaltung auf ein Niveau heruntergedrückt würde, das unterhalb dessen liegt, was ihm als Hilfe zum Lebensunterhalt zur Verfügung stehen könnte (…Wahrendorf, in: Grube/Wahrendorf, SGB XII, 2. Aufl. 2008, § 88 Rn. 2, 16; vgl. auch BVerwGE 108, 36;… Hohm, in: Schellhorn/Schellhorn/Hohm, SGB XII, 18. Aufl. 2010, § 88 Rn. 18;… Lippert, in: Mergler/Zink, SGB XII, § 88 Rn. 4;… Schoch, in: LPK-SGB XII, 7. Aufl. 2005, § 88 Rn. 10).
Jedenfalls für die Einsatzgemeinschaft nach § 19 Abs. 2 SGB XII ist - wie nach dem bisherigen Recht unter Geltung des Bundessozialhilfegesetzes (BVerwG, Urteil vom 30.11.1966 - V C 29.66 - BVerwGE 25, 307, 310; Urteil vom 15.12.1977 - V C 35.77 - BVerwGE 55, 148, 150 mwN; Urteil vom 22.10.1992 - 5 C 65.88 - FEVS 43, 268, 271 ff; Urteil vom 26.11.1998 - 5 C 37.97 - BVerwGE 108, 36, 38;… vgl auch Schoch in LPK-BSHG, 6. Aufl 2003, § 11 RdNr 7; ders NDV 2002, 8 f) - hinsichtlich ihrer einzelnen Mitglieder von einem individuellen Sozialhilfeanspruch auszugehen, bei dem unter Zugrundelegung eines individuellen Bedarfs sowie unter Berücksichtigung anzurechnender Mittel ein individueller Leistungsbetrag zu ermitteln ist: Einkommen eines Mitglieds der Einsatzgemeinschaft ist nur insofern bei der Bedürftigkeit der übrigen Mitglieder zu berücksichtigen, als dieses den eigenen sozialhilferechtlich anzuerkennenden Bedarf des Einkommensbeziehers übersteigt; der Einkommensbezieher, der mit seinem Einkommen seinen eigenen sozialhilferechtlichen Bedarf zu decken vermag, wird selbst nicht zum Leistungsbezieher (…Neumann in: Hauck/Noftz, Sozialgesetzbuch, Stand: September 2007, 11. Erg-Lfg IX/07, K § 19 SGB XII RdNr 21; Seidel in: Oestreicher, SGB XII/SGB II, Sozialhilfe und Grundsicherung für Arbeitssuchende, Stand: Dezember 2005, § 19 SGB XII RdNr 42; für das Recht des BSHG ua BVerwG, Urteil vom 30.4.1992 - 5 C 29.88 - NDV 1992, 340, 341).
Teilweise wird in Frage gestellt, dass § 9 Abs. 2 Satz 3 SGB II mit dem dargestellten Ergebnis angewandt werden kann, dies mit der Begründung, eine "gemeinsame Veranlagung" verstoße gegen das Grundrecht auf Achtung und Schutz der Menschenwürde, Art. 1 Abs. 1 GG, weil sie denjenigen, der sich selbst helfen kann, verpflichten würde, seine Mittel für andere mit der Folge einzusetzen, dass er selbst dadurch mittellos wird und auf öffentliche Hilfe angewiesen ist (Brühl in LPK - SGB II, § 9 RdNr 24 unter Bezugnahme auf BVerwG, Urteil vom 26. November 1998 - 5 C 37.97= BVerwGE 108, 36; weitere Nachw bei Mecke in Eicher/Spellbrink, SGB II, § 9 RdNr 30).
vgl. BVerwG, Urteil vom 26. November 1998 - 5 C 37.97 -, BVerwGE 108, 36 = FEVS 49, 307; VGH Baden- Württemberg, Urteil vom 27. November 1991 - 6 S 1220/91 -, FEVS 42, 284, 287, und OVG Lüneburg, Beschluss vom 29. August 1988 - 4 B 202/88 -, FEVS 38, 145.
vgl. BVerwG, Urteil vom 26. November 1998 - 5 C 37.97 -, und OVG Lüneburg, Beschluss vom 29. August 1988 - 4 B 202/88 -, jeweils a.a.O.
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts - vgl. Urteil vom 26. November 1998 - 5 C 37.97 -, a.a.O. - verstößt es gegen das in Art. 1 Abs. 1 GG garantierte Grundrecht auf Achtung und Schutz der Menschenwürde, wenn derjenige, der sich im Sinne des § 2 Abs. 1 BSHG selbst helfen kann, verpflichtet würde, seine Mittel für andere einzusetzen mit der Folge, dass er dadurch selbst mittellos und auf Sozialhilfe angewiesen ist.
Jedenfalls in Fällen wie dem vorliegenden ist deshalb die verschiedentlich im Schrifttum vor dem Hintergrund der noch zum Bundessozialhilfegesetz (BSHG) ergangenen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) und des BVerfG zum steuerlichen Grundfreibetrag (BVerwG, Urt. v. 26.11.1998, Az. 5 C 37/97, BVerwGE 108, 36 ff.; BVerfG, Beschl. v. 25.09.1992, Az. 2 BvL 5/91, 2 BvL 8/91, 2 BvL 14/91, BVerfGE 87, 153 ff.) vorgeschlagene verfassungskonforme, einschränkende Auslegung des § 9 Abs. 2 Satz 3 SGB II geboten.
LSG Baden-Württemberg, 20.05.2010 - L 7 AS 5263/08
Sozialgeldanspruch - minderjähriges Kind in Vollzeitpflege - zeitweise …
Anknüpfungspunkt für die Sozialhilfe ist nach ständiger Rechtsprechung die tatsächliche Lage des Hilfebedürftigen, also sein - tatsächliches - Unvermögen, sich die Mittel zu beschaffen, die eine Lebensführung ermöglichen, die der Würde des Menschen entspricht (Faktizitätsprinzip; vgl. Bundesverwaltungsgericht BVerwGE 21, 208 ; 55, 148 ; 67, 163 ; 108, 36; Buchholz 436.0 § 2 BSHG Nr. 20;… ebenso BSG SozR 4-3500 § 82 Nr. 3 zum SGB XII;… Mecke in Eicher/Spellbrink, SGB 11, 2. Aufl., § 11 Rdnr. 14).
Soweit der Beklagte gegenüber diesem Vorbringen der Klägerin darauf verweist, dass für den genannten Bedarf einmalige Leistungen im Rahmen der Hilfe zum Lebensunterhalt gewährt werden könnten und es zu seiner Finanzierung des Kindergeldes daher nicht bedürfe, übersieht er, dass der Klägerin nicht für ihren Lebensunterhalt benötigte Einkünfte zunächst entzogen werden dürfen, um sie anschließend auf die Inanspruchnahme von Sozialhilfe zu verweisen (vgl. BVerwG, Urt. v. 26.11.1998 - 5 C 37/97 - BVerwGE 108, 36, 38;… Senat, Urt. v. heutigen Tage - 12 LB 259/04 - VG Hamburg, Urt. 17.2.2003 - 2 VG 42/99 -, V.n.b.).
Anknüpfungspunkt für die Sozialhilfe ist nach ständiger Rechtsprechung die tatsächliche Lage des Hilfebedürftigen, also sein - tatsächliches - Unvermögen, sich die Mittel zu beschaffen, die eine Lebensführung ermöglichen, die der Würde des Menschen entspricht (Faktizitätsprinzip; vgl. Bundesverwaltungsgericht BVerwGE 21, 208 ; 55, 148 ; 67, 163 ; 108, 36; Buchholz 436.0 § 2 BSHG Nr. 20;… ebenso BSG SozR 4-3500 § 82 Nr. 3 zum Zwölften Buch Sozialgesetzbuch;… Mecke in Eicher/Spellbrink, SGB 11, 2. Aufl., § 11 Rdnr. 14).
OVG Niedersachsen, 21.09.1999 - 4 M 3318/99
Einsatz von Einkommen des Lebensgefährten; Kindergeld als Einkommen; Wirtschaften …
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Hilfebedürftigkeit - Unterstützung durch …
LSG Nordrhein-Westfalen, 12.05.2005 - L 9 B 12/05
LSG Thüringen, 08.03.2005 - L 7 AS 112/05
Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch - Zweites Buch (SGB II); …
OVG Nordrhein-Westfalen, 28.01.2000 - 16 B 2008/99
Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt; Ablehnung der Leistung von Sozialhilfe ; …
LSG Hamburg, 02.08.2005 - L 5 B 186/05
Anspruch auf Grundsicherung für Arbeitsuchende, Einkommensanrechnung bei Kindern …
SG Detmold, 01.04.2009 - S 23 AS 22/07
LSG Nordrhein-Westfalen, 19.07.2005 - L 19 B 31/05
Anspruch auf Grundsicherung für Arbeitsuchende, Hilfebedürftigkeit, …
OVG Niedersachsen, 19.02.1999 - 12 M 731/99
Einstandsgemeinschaft; Bedarf;; Absetzbeträge; Bedarf; Darlehnsrate; …
LSG Niedersachsen-Bremen, 12.05.2005 - L 8 AS 51/05
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Bedarfsgemeinschaft - Nichtberücksichtigung …
SG Hamburg, 10.03.2005 - S 52 AS 40/05
LSG Niedersachsen-Bremen, 29.11.2005 - L 8 AS 37/05
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Bedarfsgemeinschaft -Berücksichtigung des …
LSG Nordrhein-Westfalen, 13.06.2007 - L 20 B 6/07
SG Augsburg, 24.10.2006 - S 6 AS 214/05
OVG Niedersachsen, 16.10.2003 - 12 ME 342/03
Die Bedarfs- oder Einstandsgemeinschaft knüpft nicht an das Unterhaltsrecht an; …
LSG Niedersachsen-Bremen, 19.05.2005 - L 8 AS 51/05
Zur Unterhaltsverpflichtung gegenüber Kindern des Partners in einer …
OVG Saarland, 13.07.2000 - 3 Q 273/99
Umfang der Obliegenheit der Verfahrensbeteiligten, in der ersten Instanz …
VG Mainz, 14.05.2004 - 2 L 464/04
Eheähnliche Gemeinschaft der Mutter - trotzdem Sozialhilfe für das Kind
LSG Hamburg, 02.08.2005 - L 5 B 187/05
Geltendmachung von Ansprüchen auf Leistungen zum Lebensunterhalt und Sozialgeld …
VG Münster, 28.07.2003 - 5 K 1410/01
Rechtmäßigkeitsvoraussetzungen der verwaltungsrechtlichen Durchsetzung des …
VG Kassel, 22.08.2003 - 7 G 1914/03
§ 2 Abs 1 BSHG, § 11 Abs 1 BSHG, § 122 BSHG
OVG Schleswig-Holstein, 18.12.2006 - 2 O 70/06
VG Münster, 25.11.2003 - 5 K 2204/99
Sozialhilferechtliche Anforderungen an das Vorliegen eines Anspruchs auf …
VG Braunschweig, 05.03.2003 - 3 B 195/03
Einsatzgemeinschaft bei Familien mit Stiefkindern
OVG Schleswig-Holstein, 24.07.2003 - 2 MB 78/03
https://dejure.org/1998,1857
BVerwG, 18.12.1998 - 1 C 2.98 (https://dejure.org/1998,1857)
BVerwG, Entscheidung vom 18.12.1998 - 1 C 2.98 (https://dejure.org/1998,1857)
BVerwG, Entscheidung vom 18. Dezember 1998 - 1 C 2.98 (https://dejure.org/1998,1857)
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Adoption; Annahme als Kind; Annahmeantrag; Annahmeverfahren; Erwachsenenadoption; Gleichheitssatz; minderjährige Ausländer; notarielle Beurkundung; Staatsangehörigkeitserwerb; Volljährigenadoption; Vormundschaftsgericht.
Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung - Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Adoption - Annahme als Kind durch einen Deutschen - Verstoß gegen den Gleichheitssatz
VG München, 25.11.1996 - M 25 K 96.520
VGH Bayern, 30.10.1997 - 5 B 97.560
BVerwGE 108, 216
NJW 1999, 1347
DVBl 1999, 560 (Ls.)
DÖV 1999, 475
Zu Recht hat das Oberverwaltungsgericht auch angenommen, dass der Gesetzgeber bei der Einführung dieser Vorschrift (durch das Adoptionsgesetz vom 2. Juli 1976, BGBl I S. 1749) und bei deren Änderung (durch das Gesetz zur Neuregelung des Internationalen Privatrechts vom 25. Juli 1986) an dem Grundsatz festgehalten hat, dass volljährige Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit aufgrund einer Adoption nicht wie minderjährige Ausländer kraft Gesetzes erwerben sollen, um jeden Anreiz zu vermeiden, durch eine Adoption die für Ausländer bestehenden aufenthaltsrechtlichen, berufsrechtlichen und sonstigen Beschränkungen zu umgehen (vgl. Urteil des Senats vom 18. Dezember 1998 BVerwG 1 C 2.98 BVerwGE 108, 216 ).
Diese noch auf weitere Gründe wie insbesondere die Vermeidung von Mehrfachstaatsangehörigkeit bei Erwachsenen gestützte Entscheidung des Gesetzgebers ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, auch nicht im Hinblick auf die Ungleichbehandlung des von einem Deutschen adoptierten minderjährigen Ausländers, der nach § 6 Satz 1 StAG ohne weiteres die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, und des von einem Deutschen adoptierten volljährigen Ausländers, der grundsätzlich nur gemäß § 8 RuStAG/StAG aufgrund einer Ermessensentscheidung eingebürgert werden kann (vgl. Urteil vom 18. Dezember 1998 a.a.O., S. 219 ff., 220 f.).
3 Der Senat ist bereits in dem genannten Urteil vom 18. Dezember 1998 a.a.O. der in der Literatur (vgl. Makarov/von Mangoldt, Deutsches Staatsangehörigkeitsrecht, § 6 StAG S. 56 b) vertretenen Auffassung entgegengetreten, unter dem Gesichtspunkt des Art. 3 Abs. 1 GG bestünden erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken gegen § 6 Satz 1 StAG, weil die in dieser Vorschrift vorgesehene Anknüpfung an das Alter des Kindes im Zeitpunkt des Annahmeantrags zu willkürlichen Ergebnissen führe.
Außerdem liegt es nahe, im Abstellen auf den Zeitpunkt der Antragstellung eine Entscheidung des Gesetzgebers im Interesse der Minderjährigen zu sehen, denen die ihnen gewährten Rechtsvorteile ohne Rücksicht auf Gestaltung und Dauer von Verfahren erhalten bleiben sollen (vgl. außer Urteil vom 18. Dezember 1998 a.a.O., S. 221 etwa: Urteil vom 17. Dezember 2002 BVerwG 1 C 10.02 BVerwGE 117, 283 zum maßgeblichen Zeitpunkt für die Minderjährigkeit beim Folgeantrag auf Familienasyl; Urteil vom 30. April 1998 - BVerwG 1 C 12.96 Buchholz 402.240 § 23 AuslG Nr. 7 = NVwZ-RR 1998, 677 zur Stellung des Antrags auf Aufenthaltserlaubnis als maßgeblichen Zeitpunkt für das Merkmal der Minderjährigkeit beim Familiennachzug nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 AuslG; Urteil vom 18. November 1997 BVerwG 1 C 22.96 Buchholz 402.240 § 20 AuslG 1990 Nr. 4 = NVwZ-RR 1998, 517 zur Altersgrenze des § 20 Abs. 2 Nr. 2 AuslG; Urteil vom 3. Juni 1997 BVerwG 1 C 23.96 Buchholz 402.240 § 47 AuslG Nr. 14 = NVwZ 1997, 1126 zur Auslegung des § 47 Abs. 3 Satz 4 AuslG).
9 a) Wie der Senat im Urteil vom 18. Dezember 1998 BVerwG 1 C 2.98 a.a.O. ausgeführt hat, setzt ein im Sinne des § 6 Satz 1 StAG berücksichtigungsfähiger Adoptionsantrag zunächst dessen Einreichung beim Vormundschaftsgericht vor der Vollendung des 18. Lebensjahres voraus.
2.3 Verwaltungsgericht und Verwaltungsgerichtshof sind im rechtlichen Ansatz zutreffend davon ausgegangen, dass für einen Staatsangehörigkeitserwerb nach § 6 Satz 1 StAG erforderlich ist, dass ein Annahmeantrag zu einem Zeitpunkt bei dem Familiengericht gestellt worden ist, zu dem das Kind das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hatte (s.a. BVerwG, Urteil vom 18. Dezember 1998 - 1 C 2.98 - BVerwGE 108, 216), und dass dieser Annahmeantrag verfahrensrechtlich nicht dadurch "verbraucht" worden sein darf, dass er im Zeitpunkt der Vollendung des achtzehnten Lebensjahres abschließend negativ beschieden oder wirksam zurückgenommen worden ist (BVerwG, Urteil vom 14. Oktober 2003 - 1 C 20.02 - BVerwGE 119, 111 ).
Dies modifiziert die bei Einfügung des § 6 StAG (Adoptionsgesetz vom 2. Juli 1976, BGBl. I S. 1749) getroffene Grundentscheidung, dass nur die Adoption Minderjähriger staatsangehörigkeitsrechtliche Folgen haben soll, um jeden Anreiz zu vermeiden, durch eine Adoption die für Ausländer bestehenden aufenthaltsrechtlichen, berufsrechtlichen und sonstigen Beschränkungen zu umgehen (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. Dezember 1998 - 1 C 2.98 - BVerwGE 108, 216 ; s.a. BT-Drs. 7/3061; S. 65), für Fälle im Grenzbereich zwischen Minderjährigen- und Volljährigenadoption.
BVerwG, 21.11.2006 - 5 C 19.05
Adoptivkinder, kein Erwerb der Eigenschaft als Deutsche im Sinne des …
Aus der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, gemäß der an der Verfassungsmäßigkeit dieser Regelung keine Zweifel bestehen und insbesondere kein Verstoß gegen Art. 3 Abs. 1 GG vorliegt (vgl. Beschluss vom 10. März 1998 - BVerwG 1 B 249.97 - InfAuslR 1998, 401 sowie Urteile vom 18. Dezember 1998 - BVerwG 1 C 2.98 - BVerwGE 108, 216 und vom 14. Oktober 2003 - BVerwG 1 C 20.02 - BVerwGE 119, 111), folgt aber zugleich, dass es von Verfassungs wegen auch nach Art. 6 Abs. 1 GG nicht geboten ist, einer durch eine Erwachsenenadoption begründeten familienrechtlichen Bindung stets auch statusrechtliche Konsequenzen beizumessen oder solche Wirkungen zu ermöglichen.
In der Regelung des § 6 StAG (und früher des § 6 RuStAG), nach der im Staatsangehörigkeitsrecht (anders als z. B. im Bürgerlichen Recht) zwischen der Adoption Minderjähriger und Volljähriger zu unterscheiden ist, kommt ein allgemeiner Grundsatz zum Ausdruck, der sich auch aus der Entstehungsgeschichte der Vorschrift ergibt (BT-Drs. 7/3061, 65, und 10/504, 96; vgl. hierzu auch BVerwG, Urt. v. 18.12.1999, NJW 1999, 1347;… Makarov/v.Mangoldt, a.a.O., § 6 RuStAG RdNr. 2).
Darüber hinaus soll der bei der Adoption Volljähriger bestehenden größeren Missbrauchsgefahr begegnet werden und es sollen gerade bei Volljährigen doppelte Staatsangehörigkeiten möglichst vermieden werden (vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 18.12.1999, a.a.O.;…Hailbronner/Renner,a.a.O., § 6 StAG RdNr. 15).
Daher verstößt die in § 6 StAG enthaltene Differenzierung auch nicht gegen das Gleichbehandlungsgebot (BVerwG, Urt. v. 18.12.1999, a.a.O.).
OVG Berlin-Brandenburg, 18.09.2008 - 5 B 7.07
Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft durch Minderjährigenadoption: Anerkennung …
Zeitpunkt des Annahmeantrags ist der Zeitpunkt, in dem der Annahmeantrag beim Vormundschaftsgericht eingereicht wird (Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 18. Dezember 1998 - BVerwG 1 C 2.98 - juris Rn. 15).
Die Regelung soll "ersichtlich verhindern, dass der zu adoptierende Minderjährige seine staatsangehörigkeitsrechtliche Position durch ein langwieriges vormundschaftsgerichtliches Verfahren verliert" (Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 18. Dezember 1998 - BVerwG 1 C 2.98 - juris Rn. 23); dem Minderjährigen soll mit dem Abstellen auf den Zeitpunkt der Antragstellung der ihm gewährte Rechtsvorteil ohne Rücksicht auf Gestaltung und Dauer von Verfahren erhalten bleiben (vgl. Bundesverwaltungsgericht…, Urteil vom 14. Oktober 2003 - BVerwG 1 C 20.02 - juris Rn. 19).
Die bezüglich des Vorliegens dieser Voraussetzung abweichende Rechtsauffassung des Vormundschaftsgerichts hat für den vorliegenden Rechtsstreit jedoch keine Bindungswirkung (vgl. Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 18. Dezember 1998 - BVerwG 1 C 2.98 - juris Rn. 19).
VG Freiburg, 23.06.2010 - 1 K 424/09
Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweis; Staatsangehörigkeitserwerb; …
Diese - noch auf weitere Gründe wie insbesondere die Vermeidung von Mehrfachstaatsangehörigkeit bei Erwachsenen gestützte - Entscheidung des Gesetzgebers ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, auch nicht im Hinblick auf die Ungleichbehandlung des von einem Deutschen adoptierten minderjährigen Ausländers, der nach § 6 Satz 1 StAG ohne weiteres die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, und des von einem Deutschen adoptierten volljährigen Ausländers, der grundsätzlich nur gemäß § 8 StAG aufgrund einer Ermessensentscheidung eingebürgert werden kann (BVerwG, Urt. v. 18.12.1998 - 1 C 2/98 -, NJW 1999, 1347;… Urt. v. 14.10.2003 - 1 C 20/02 -, NJW 2004, 1401).
Zeitpunkt des Annahmeantrags i.S. von § 6 Satz 1 StAG ist der Zeitpunkt, in dem der Annahmeantrag beim Vormundschaftsgericht eingereicht wird (BVerwG, Urt. v. 18.12.1998, a.a.O.).
Die Gründe für die in § 1772 erfolgte Regelung sind familienrechtlicher, nicht staatsangehörigkeitsrechtlicher Natur (BVerwG, Urt. v. 18.12.1998, a.a.O.; Bay. VGH, Beschl. v. 3.3.1999 - 10 CS 98.2903 -, juris; Hamb. OVG, Beschl. v. 26.11.1996 - Bs IV 352/96 -, juris).
VGH Baden-Württemberg, 30.05.2005 - 13 S 2125/03
Keine deutsche Staatsangehörigkeit bei Adoption durch einen vertriebenen …
Es besteht keine Veranlassung, an der Verfassungsmäßigkeit dieser Vorschrift zu zweifeln; insbesondere liegt kein Verstoß gegen Art. 3 Abs. 1 GG vor (dazu ausführlich BVerwG, Urt. v. 18.12.1998 - 1 C 2.98 - E 108, 216 = NJW 1999, 1347; Beschl. v. 10.03.1998 - 1 B 249.97 -, InfAuslR 1998, 401;… bestätigend BVerwG, Urt. v. 14.10.2003, E 119, 11 = NJW 2004, 1401).
KG, 17.06.2003 - 1 W 302/01
Minderjährigenadoption: Eintritt der Volljährigkeit beim Anzunehmendem während …
Insofern ist der bei Gericht eingereichte Annahmeantrag Verfahrensvoraussetzung, ohne den das Gericht nicht tätig werden und in der Sache entscheiden darf (BVerwGE 108, 216, 218;… Keidel/Schmidt, FGG, 15. Aufl., § 12 Rn. 22).
Dementsprechend stellt die Verwaltungsgerichtsbarkeit bei der Anwendung dieser Norm auch nur auf den verfahrenseinleitenden Antrag beim Vormundschaftsgericht ab und misst einem im Lauf des Verfahrens erneut gestellten Annahmeantrag, der sich nach den materiell-rechtlichen Vorschriften der Volljährigenadoption richtet, keine eigenständige Bedeutung bei (VG Stuttgart, FamRZ 1997, 1144; vgl. auch BVerwGE 108, 216, 218).
VG München, 30.10.2013 - M 25 K 12.3360
Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit; Staatsangehörigkeitserwerb durch …
Diese Entscheidung des Gesetzgebers ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, auch nicht im Hinblick auf die Ungleichbehandlung des von einem Deutschen adoptierten minderjährigen Ausländers, der nach § 6 Satz 1 StAG ohne weiteres die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, und des von einem Deutschen adoptierten volljährigen Ausländers, der sich grundsätzlich auf den Weg der Einbürgerung verweisen lassen muss (vgl. BVerwG, U.v. 18.12.1998 - 1 C 2/98 - BVerwGE 108, 216 ff.; U.v. 14.10.2003 - 1 C 20/02 - BVerwGE 119, 111 ff.).
Ein im Sinne des § 6 Satz 1 StAG berücksichtigungsfähiger Adoptionsantrag setzt zunächst dessen Einreichung beim Vormundschaftsgericht vor der Vollendung des 18. Lebensjahrs voraus (vgl. BVerwG, U.v. 18.12.1998 a. a. O.;… U.v. 14.10.2003 a. a. O.).
VGH Bayern, 30.06.2014 - 5 BV 14.173
Die Rechtsfolgen des § 6 Satz 1 StAG treten ohne Rücksicht auf Gestaltung und …
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist für den Eintritt der Rechtsfolge des gesetzlichen Staatsangehörigkeitserwerbs entscheidend, dass im Zeitpunkt der Vollendung des 18. Lebensjahres des Kindes noch der auf Minderjährigenadoption gerichtete Antrag anhängig und bis zu diesem Zeitpunkt weder abschließend negativ beschieden noch wirksam zurückgenommen ist (vgl. BVerwG, U.v. 14.10.2003 - 1 C 20/02 - BVerwGE 119, 111 ff.; U.v. 18.12.1998 - 1 C 2/98 - BVerwGE 108, 216 ff.; VG Freiburg, U.v. 23.6.2010 - 1 K 424/09 - juris).
BVerwG, 29.09.1998 - 1 C 20.96
https://dejure.org/1998,1517
BVerwG, 29.09.1998 - 1 C 20.96 (https://dejure.org/1998,1517)
BVerwG, Entscheidung vom 29.09.1998 - 1 C 20.96 (https://dejure.org/1998,1517)
BVerwG, Entscheidung vom 29. September 1998 - 1 C 20.96 (https://dejure.org/1998,1517)
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Befreiung; dauernder Aufenthalt; doppelte Staatsangehörigkeit; Gegenseitigkeit; italienische Staatsangehörigkeit; mehrfache Staatsangehörigkeit; Mehrstaatigkeit; Verlust der Staatsangehörigkeit; völkerrechtliche Verpflichtung; völkerrechtliche Verträge; Vorbehalt.
Befreiung - Dauernder Aufenthalt - Doppelte Staatsangehörigkeit - Gegenseitigkeit - Italienische Staatsangehörigkeit - Mehrfache Staatsangehörigkeit - Mehrstaatigkeit - Verlust - Völkerrechtliche Verpflichtung - Vorbehalt
Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit bei Erwerb der italienischen Staatsangehörigkeit
VG Hannover, 14.03.1994 - 10 A 4882/93
OVG Niedersachsen, 16.08.1995 - 13 L 3429/94
BVerwGE 107, 223
NJW 1999, 963
NVwZ 1999, 425 (Ls.)
DVBl 1999, 535
DÖV 1999, 473
BVerwG, 20.04.2004 - 1 C 13.03
Staatsangehörigkeit; Einbürgerung; doppelte Staatsangehörigkeit; Hinnahme von …
Gegenseitigkeit im Sinne von § 87 Abs. 2 AuslG besteht, wenn und soweit nach dem Einbürgerungsrecht und der Einbürgerungspraxis eines Mitgliedstaats der Europäischen Union bei der Einbürgerung eines deutschen Staatsangehörigen Mehrstaatigkeit generell oder in Bezug auf bestimmte Personengruppen hingenommen wird (…vgl. auch zur Bedeutung der Staatenpraxis hinsichtlich des völkerrechtlichen Grundsatzes der Gegenseitigkeit Verdross/Simma, Universelles Völkerrecht, 3. Aufl., S. 48 ff.; vgl. ferner Urteil vom 29. September 1998 - BVerwG 1 C 20.96 - BVerwGE 107, 223 ).
Nachdem die Klägerin nach ihren Angaben im Mai 2001 von dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) vom 29. September 1998 1 C 20/96 (BVerwGE 107, 223) erfahren hatte, wonach diese Rechtsauffassung unzutreffend ist, gab sie eine Verzichtserklärung ab und verlor die deutsche Staatsbürgerschaft durch Aushändigung der Verzichtsurkunde am 13. November 2001.
Zwar hatte sie im Jahr 1991 die italienische Staatsangehörigkeit durch Antrag erworben; da sie aber ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland beibehalten hatte, hat sie dadurch nach der seinerzeitigen Rechtslage nicht "automatisch", d.h. ohne ausdrücklichen Verzicht, die deutsche Staatsangehörigkeit verloren (vgl. BVerwG-Urteil in BVerwGE 107, 223).
Das Verbot, wesensverändernde Gründe nachzuschieben, vgl. BVerwG, Urteile vom 1. Juli 1999 - 4 C 23.97 -, NVwZ 2000, 195, vom 29. September 1998 - 1 C 20.96 -, NVwZ 1999, 425, und vom 5. Mai 1998 - 1 C 17.97 -,DVBl. 1998, 1023; Brischke, DVBL.
VGH Hessen, 28.05.2001 - 12 UE 3734/00
Damit behält sich Italien das Recht vor, den in Art. 1 Abs. 1 MstÜbk vorgesehenen Verlust der italienischen Staatsangehörigkeit von der Voraussetzung abhängig zu machen, dass die betreffende Person sich gewöhnlich außerhalb des italienischen Hoheitsgebiets aufhält oder dort zu irgend einem Zeitpunkt ihren gewöhnlichen Aufenthalt nimmt, es sei denn, dass beim Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit kraft ausdrücklicher Willenserklärung die betreffende Person durch die zuständige Behörde von der Voraussetzung des gewöhnlichen Aufenthalts im Ausland befreit wird (vgl. dazu und zu den Folgen für den Fall des § 25 StAG BVerwG, 29.09.1998 - 1 C 20.96 -, BVerwGE 107, 223 = EZAR 272 Nr. 8;… vgl. auch Makarov/v. Mangoldt, a.a.O., § 25 RuStAG Rdnr. 23).
Diese Rechtsauffassung sei erst durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. September 1998 1 C 20/96, Neue Juristische Wochenschrift - NJW - 1999, 963 revidiert worden.

References: § 11
 § 16
 § 2
 § 11
 § 88
 § 88
 § 88
 § 88
 § 88
 § 19
 § 11
 § 19
 § 19
 § 9
 Art. 1
 § 9
 § 9
 Art. 1
 § 2
 § 9
 § 2
 § 82
 § 11
 § 2
 § 82
 § 11

§ 2
 § 11
 § 122
 § 6
 § 8
 § 6
 Art. 3
 § 6
 § 23
 § 23
 § 20
 § 20
 § 47
 § 47
 § 6
 § 6
 § 6
 Art. 3
 Art. 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 8
 § 6
 § 1772
 Art. 3
 § 12
 § 6
 § 6
 § 6
 § 87
 Art. 1
 § 25
 § 25