Source: http://www.nachbarschaftliche.de/Neurungen%20des%20Pflegest%C3%A4rkunggesetzes%202015
Timestamp: 2018-03-18 05:49:15+00:00

Document:
Pflegereform 2015 | NHK Bochum
Pflegereform – 1. Pflegestärkungsgesetz
Am 1.1.2015 tritt das 1. Pflegestärkungsgesetz in Kraft. Die Leistungen werden erhöht und der Beitragssatz der Pflegeversicherung steigt um 0,3 %.
3. Leistungen in Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen
4. Wohngruppenzuschlag, Ausbau der Leistungen
5. Wohnraumanpassung in der Häuslichkeit, Anschubfinanzierung für Wohngruppen
6. Betrag für Pflegehilfsmittel
7. Ausbau Betreuungs- und Entlastungsleistungen
1. Erhöhung der ambulanten Pflegesach-und Geldleistungen
1. Erhöhung der ambulanten Pflegesachleistungen
Für Pflegesachleistungen des Pflegedienstes können zukünftig folgende Leistungen beansprucht werden:
Erhöhte Pflegesachleistungen
(§ 123 DGB XI)
in Stufe 0 bis zu -
Alt 225€
in Stufe I bis zu
Alt 450€
Alt 665€
in Stufe II bis zu
Alt 1.100€
Alt 1.250€
in Stufe III bis zu
Alt 1.550€
in besonderen Härtefällen sind es bis zu
Alt 1.918€
1. Erhöhung der ambulanten Pflegegeldleistungen
Die Geldleistungsbeträge nach § 37 SGB XI für die ambulante Pflege durch Angehörige erhöhen sich ebenfalls.
Erhöhte Pflegegeldleistungen
(§ 123 SGB XI)
In Stufe 0 auf bis zu -
Alt 120€
In Stufe I auf bis zu
Alt 235€
Alt 305€
In Stufe II auf bis zu
Alt 440€
Alt 525€
In Stufe III auf bis zu
Alt 700€
Kombination von Pflegesach- und Geldleistungen
Pflegesachleistungen und Pflegegeld können auch miteinander kombiniert werden. Die Leistungen werden dann gegeneinander angerechnet:
Verbrauchte Sachleistung Rest-Sachleistung Pflegegeld
Pflegebedürftige haben einen Anspruch auf Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI) für bis zu 6 Wochen in Höhe von bia zu 1.612 Euro jährlich (bisher 1.550 Euro).
Vorraussetzung: die Pflegeperson (Angehörige) ist verhindert und seit mindestens 6 Monaten tätig.
Sofern der Betrag der Kurzzeitpflege noch nicht ausgeschöpft ist wurde, können noch bis zu 50% des Leistungsanspruches zusätzlich als Verhinderungspflege in Ansprich genommen werden nur als Leistung des Pflegedienstes. Damit erhöht sich die Verhinderungspflege um bis zu 806 Euro auf insgesamt bis zu 2.418 Euro.
3. Leistungen der Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen, § 41 SGB XI
Verdoppelt sich der Leistungsanspruch in Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen. Der ambulante Pflegesachleistungsbetrag steht einmal als häusliche Leistung und
einmal in vollem Umfang als Tages- oder Nachtpflegeleistung zur Verfügung. Der Betrag kann nur für die Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen eingesetzt werden oder er verfällt.
nach § 123 SGB XI)
0 - 231€ -
1 468€ 689€ 450€
2 1.144€ 1.298€ 1.100€
3 1.612€ 1.612€ 1.550€
Ab 2015: Die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in Tages- und
Nachtpflegeeinrichtungen wird erhöht. Künftig steht jedem
Gast, bisher nur an Demenz erkrankten Gästen (§ 45 a SGB XI),
zusätzliche Betreuung ohne Anrechnung auf seine übrigen
Leistungsansprüche zu. Dabei kommt auf 20 Gäste eine
zusätzliche Betreuungskraft.
Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, wie beispielsweise ein bodenebene Dusche oder Türverbreiterung, können Umbaukosten pro Maßnahme bis zu 4.000 Euro bei der Pflegekasse beantragt werden.
6. Betrag für Pflegehilfsmittel § 40 Abs. 2 SGB XI
Pflegebedürftige haben einen Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel, beispielsweise Handschuhe oder Bettunterlagen.
Hierfür gewähren die Pflegekassen ab 2015 monatlich 40 Euro auf Antrag.
Die bisherigen zusätzlichen Betreuungsleistungen für pflegebedürftige Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz nach § 45a SGB XI (100 € oder 200 €) werden ab 2015 angehoben auf:
104 € und 208 €
Den Grundbetrag von 104 € erhält zukünftig jeder Pflegebedürftige ohne Einstufung nach § 45a SGB XI („Demenz“).
Die Beträge (104 € oder 208 €) werden von den Pflegekassen gegen Vorlage einer Rechnung erstattet. Voraussetzung ist, es handelt sich um:
Leistungen zugelassener Pflegedienste für Angebote der
Betreuung oder allgemeinen Anleitung sowie Hauswirtschaft,
Leistungen der Tages-, Nacht sowie Kurzzeitpflege,
(Hier können die Beträge weiterhin auch für die Kosten der
Unterkunft und Verpflegung eingesetzt werden.)
Leistungen nach Landesrecht anerkannter, förderfähiger oder
geförderter Betreuungs- und Entlastungsangebote.
Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpft, kann künftig bis zu 40 % des Betrages für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote verwenden.
Es handelt sich hierbei um Erstattungsleistungen. Der Pflegebedürftige muss die Leistungen der anerkannten Leistungserbringer zunächst selbst bezahlen und reicht die Rechnung anschließend bei seiner Pflegekasse ein.
Die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung muss sichergestellt sein. Es muss Pflegeberatung (nach § 37 Abs. 3 SGB XI) in Anspruch genommen werden. Die Vergütungen für die ambulante Pflegesachleistungen wurde bereits vorrangig abgerechnet.
Die Leistungsverbesserungen werden durch eine Erhöhung des Beitragssatzes in der Pflegeversicherung finanziert.
Zum 1. Januar 2015 steigt der Beitragssatz um 0,3 % auf 2,35 % bzw. 2,6 % für Kinderlose.
8. Weitere Regelungen / Familien-/Pflegezeitgesetz
Wenn Sie Fragen zur Pflegebedürftigkeit oder zur Pflegeversicherung haben, unterstützen wir Sie gerne. Sie sind uns immer willkommen.
Kostenlose Telefonnummer: 0800 9418314

References: § 37
 § 41
 § 123
 § 40
 § 45
 § 45
 § 37