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Timestamp: 2020-02-25 06:31:28+00:00

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BAG, 23.01.1990 - 3 AZR 58/88 - dejure.org
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BAG, 23.01.1990 - 3 AZR 58/88 (https://dejure.org/1990,379)
BAG, Entscheidung vom 23.01.1990 - 3 AZR 58/88 (https://dejure.org/1990,379)
BAG, Entscheidung vom 23. Januar 1990 - 3 AZR 58/88 (https://dejure.org/1990,379)
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Anwartschaft auf betriebliche Altersversorgung - Ablauf der Wartezeit - Wirksamkeit einer betrieblichen Versorgungsordnung - Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes - Mittelbare Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten - Einhaltung des Lohngleichheitsgebotes - ...
Versorgungsordnung vom 23/12/1970 in der Ergänzung vom 30/05/1975
ArbG Wuppertal, 19.05.1987 - 1 (3) Ca 822/87
LAG Düsseldorf, 22.09.1987 - 8 (16) Sa 1035/87
NZA 1990, 778
VersR 1990, 1033
BB 1990, 1202
DB 1990, 1620
Die betreffenden Arbeitnehmer haben einen Anspruch darauf, daß ihre Arbeitgeber das Lohngleichheitsgebot befolgen (BAG, Urteil vom 23.1.1990 - 3 AZR 58/88 - zu B II 1 a der Entscheidungsgründe unter Hinweis auf die Urteile des Europäischen Gerichtshofes vom 8.4.1976 - RS 43/75 - Defrenne II - EuGHE 1976, 1. Teil, S. 455 = NJW 1976, 2068 ff, vom 31.3.1981 - RS 96/80 - = AP Nr. 2 zu Art. 119 EWG-Vertrag und vom 13.5.1986 - RS 170/84 - = AP Nr. 10 zu Art. 119 EWG-Vertrag).
Dieses Lohngleichheitsgebot gilt sowohl nach dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgebot des nationalen Rechts (vgl. hierzu Heither, DB 1991, 165 ff ) als auch nach Art. 119 EWG-Vertrag für betriebliche Versorgungsleistungen (BAG, Urteil vom 23.1.1990, aaO, zu B II 1 b der Gründe u. Hinw. auf das Urteil des EuGH vom 13.5.1986 - RS 170/84 - = AP Nr. 10 zu Art. 119 EWG-Vertrag und BAG 46, 71 = AP Nr. 3 zu Art. 119 EWG-Vertrag zu II 1 der Gründe und BAG, AP Nr. 11 zu Art. 119 EWG-Vertrag zu II 1 der Gründe).
Vielmehr ist auch eine mittelbare Diskriminierung verboten (BAG, Urteil vom 23.1.1990, aaO, zu B II 2 der Gründe m.w.N.; Heither, DB 1991, 167).
Ein die unterschiedliche Behandlung der Geschlechter rechtfertigender Grund ist nur dann gegeben, wenn die unterschiedliche Behandlung einem wirklichen Bedürfnis des Unternehmens dient, für die Erreichung der unternehmerischen Ziele geeignet und nach den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit erforderlich ist (BAG, Urteil vom 23.1.1990, aaO, zu B II 3 a der Gründe unter Hinw. auf BAG, AP Nr. 1 zu § 1 BetrAVG Gleichbehandlung zu III 2 a der Gründe u. BAG, AP Nr. 11 zu Art. 119 EWG-Vertrag zu II 3 b der Gründe).
Insoweit wird unter Absehen von einer nochmaligen Darstellung auf die zutreffenden Ausführungen des Arbeitsgerichts gemäß S. 7 u. B seines Urteils vom 22.12.1989 (ABl 125 u. 126) gem. § 543 Abs. 1 ZPO Bezug genommen (zu den objektiv rechtfertigenden Gründen vgl. auch BAG, Urteil vom 23.1.1990, aaO, zu B II 3 b u. c der Gründe m.w.N.; Heither, DB 1991, 168).
Diese Vorschrift ist aber dann nicht anwendbar, wenn es sich um Arbeitnehmerschutzvorschriften handelt (BAG, Urteil vom 23.1.1990, aaO, zu B III 1 der Gründe u. Hinw. auf BAG, AP Nr. 1 zu § 1 BetrAVG Gleichbehandlung zu III 3 der Gründe und BAG, Urteil vom 4.10.1978 - 5 AZR 886/77 - = AP Nr. 11 zu § 611 BGB Anwesenheitsprämie zu 4 der Gründe).
Ist die Ausnahme vor einer Grundregel unwirksam, so gilt die Grundregel (BAG, Urteil vom 23.1.1990, aaO, zu B III 1 der Gründe).
Das Bundesarbeitsgericht weist in seinem Urteil vom 23.1.1990 (a.a.O. unter B III 2 a der Gründe) zu Recht auf folgendes hin: "Der Grundsatz der Gleichbehandlung der Geschlechter ( Art. 3 Abs. 2 GG ) gilt bereits seit 23.5.1949.
Bei dieser Rechtsprechung ist das BAG auch in der Folgezeit verblieben (BAG, Urteil vom 2.3.1955 - 1 AZR 246/54 - AP Nr. 6 zu Art. 3 GG; vgl. auch die weiteren Nachweise in dem Urteil des BAG vom 23.1.1990, aaO, zu B III 2 a der Gründe).
So ist zunächst vom Soziallohn gesprochen worden (BAG, Urteil vom 23.1.1990, aaO, u. Hinw. auf RAG , ARS 40, 151;… Hueck, Lehrbuch des Arbeitsrechts, 7. Aufl., Bd. 1 S. 280 zu § 40, III 5 c) und später der Versorgungs- und Entgeltcharakter betont worden (BAG, Urteil vom 3.4.1970 - 3 AZR 230/69 - = AP Nr. 141 zu § 242 BGB Ruhegehalt; BAG, Urteil vom 12.2.1971 - 3 AZR 83/70 - = AP Nr. 3 zu § 242 BGB Ruhegehalt-Unterstützungskassen zu 2 b der Gründe).
Folglich bestand damals - worauf das BAG in seinem Urteil vom 23.1.1990 (a.a.O. zu B III 2 c der Gründe) zu Recht hinweist - kein Grund, die unmittelbare oder mittelbare diskriminierende Wirkung der Regelung zu untersuchen.
Im übrigen lassen sich die rechtsstaatlichen Grundsätze über die rückwirkende Änderung von Gesetzen nicht ohne weiteres auf die Änderung der höchstrichterlichen Rechtsprechung übertragen (vgl. hierzu BAG, Urteil vom 23.1.1990, aaO, zu B 111, 2 c der Gründe; Heither, DB 1991, 169).
Vielmehr müssen erheblichen Kostenvor- oder -nachteile die differenzierende Regelung erfordern (Bestätigung der ständigen Rechtsprechung des Senats, vgl. zuletzt Urteil vom 23. Januar 1990 - 3 AZR 58/88, zur Veröffentlichung in der Fachpresse vorgesehen).
Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs ist diese Bestimmung, die zu den Grundlagen der Gemeinschaft gehört, unmittelbar geltendes Recht in den Mitgliedstaaten (EuGH Urteil vom 8. April 1976 - Rs 43/75 - Defrenne II - EuGHE 1976, 1. Teil, 455 f. und 472 ff.; seitdem ständige Rechtsprechung; vgl. auch Urteil des Senats Vom 23, Januar 1990 - 3 AZR 58/88 -, zur Veröffentlichung vorgesehen, mit weiteren Nachweisen).
Diese Entscheidung bindet die Gerichte der Mitgliedstaaten (ständige Rechtsprechung, zuletzt BAG Urteil vom 23. Januar 1990, a.a.O., mit weiteren Nachweisen).
Auch eine Versorgungsregelung, die eine Teilzeitarbeit für die Rentenhöhe unberücksichtigt läßt, kann diskriminierend wirken (vgl. BAGE 53, 161, 168 = AP Nr. 11 zu Art. 119 EWG-Vertrag, zu II 3 a (1) der Gründe; Urteil vom 23. Januar 1990 - 3 AZR 58/88 - zur Veröffentlichung vorgesehen).
Die unterschiedliche Behandlung der Geschlechter muß einem wirklichen Bedürfnis des Unternehmens dienen, für die Erreichung dieses Ziel geeignet und nach den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit erforderlich sein (Urteil vom 23. Januar 1990, a.a.O., mit weiteren Nachweisen).
Abgesehen davon, daß sich dem Sachvortrag der Beklagten das Ausmaß der bei Teilzeitbeschäftigungen zu erwartenden zusätzlichen Kosten nicht entnehmen läßt, können die Kostenfaktoren nicht isoliert betrachtet werden (BAG Urteil vom 23. Januar 1990 - 3 AZR 58/88 -, a.a.O., zu B II 3 b der Gründe).
§ 139 BGB ist nicht anwendbar, wenn ein Teil eines Rechtsgeschäftes wegen Verstoßes gegen Arbeitnehmerschutzvorschriften nichtig ist (vgl. BAGE 31, 67, 75 = AP Nr. 1 zu § 1 BetrAVG Gleichberechtigung, zu III 3 a der Gründe; BAG Urteil vom 4. Oktober 1978 - 5 AZR 886/77 - AP Nr. 11 zu § 611 BGB Anwesenheitsprämie, zu 4 der Gründe;… BAGE 53, 161, 174 = AP, a.a.O., zu III 1 a der Gründe; Urteil vom 23. Januar 1990 - 3 AZR 58/88 a.a.O., zu B III 1 der Gründe; EuGH Urteil vom 27. Juni 1990 - Rs C-33/89 - DB 1991, 100;… Wiedemann/Stumpf, TVG, 5. Aufl., § 4 Rz 202).
Eine Diskriminierung besteht auch hier nicht, wenn objektive Gründe bestehen, die nichts mit einer Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu tun haben (EuGH 3. Oktober 2006 - C-17/05 - EuGHE I 2006, 9583; BAG 18. Oktober 2005 - 3 AZR 506/04 - BAGE 116, 152; 23. Januar 1990 - 3 AZR 58/88 - AP BetrAVG § 1 Gleichberechtigung Nr. 7 = EzA BetrAVG § 1 Gleichberechtigung Nr. 6).
Objektiv rechtfertigende Gründe sind auch nicht schon sachliche Gründe, die zum Ausschluss des Willkürverbotes bei dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz ausreichen (vgl. BAG, 23.01.1990 - 3 AZR 58/88, Rn. 31, juris).
Einen geminderten Rückwirkungsschutz gibt es für Tarifverträge schon gegenüber rückwirkender Rechtsprechung (BAG [07.03.1995] - 3 AZR 282/94 - NZA 1996, 48 (52); BAG [23.01.1990] - 3 AZR 58/58 - NZA 1990, 778 = juris [Rn. 39]; BAG [20.11.1990] - 3 AZR 613/89 - NZA 1991, 635 (637); BVerfG [19.05.1999] - 1 BvR 263/98 - NZA 1999, 815).
Ein Vertrauensschutz setzt "einen verfassungsrechtlich geschützten Vertrauenstatbestand voraus" (BAG [23.01.1990] - 3 AZR 58/58 - NZA 1990, 778 = juris [Rn. 39]).
Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs ist diese Bestimmung, die zu den Grundlagen der Gemeinschaft gehört, unmittelbar geltendes Recht in den Mitgliedstaaten (EuGH Urteil vom 8. April 1976 - Rs 43/75 - Defrenne II - EuGHE 1976, 455 ff.; seitdem ständige Rechtsprechung; vgl. auch Urteil des Senats vom 23. Januar 1990 - 3 AZR 58/88 - AP Nr. 7 zu § 1 BetrAVG Gleichberechtigung, m.w.N., auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung des Gerichts vorgesehen).
Diese Entscheidung bindet die Gerichte der Mitgliedstaaten (ständige Rechtsprechung, zuletzt BAG Urteil vom 23. Januar 1990, aaO., m.w.N.).
Die unterschiedliche Behandlung der Geschlechter muß einem wirklichen Bedürfnis des Unternehmens dienen und sie muß für die Erreichung dieses Zieles geeignet und nach den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit erforderlich sein (BAG Urteil vom 23. Januar 1990, aaO., m.w.N.).
Art. 119 Abs. 1 EWG-Vertrag gehört zu den Grundlagen der Europäischen Gemeinschaft und ist in den Mitgliedstaaten unmittelbar geltendes Recht (ständige Rechtsprechung des EuGH seit dem Urteil vom 8. April 1976 - Rs 43/75 - Defrenne II, EuGHE 1976, 455 f. und 472 ff.; vgl. auch BAG Urteil vom 23. Januar 1990 - 3 AZR 58/88 - AP Nr. 7 zu § 1 BetrAVG Gleichberechtigung, zu B II 1 a der Gründe, m.w.N. und BAGE 66, 264, 270 = AP Nr. 8 zu § 1 BetrAVG Gleichberechtigung, zu II 1 der Gründe).
Dann wird zu prüfen sein, ob die genannten Vorschriften auch im Hinblick auf die vorliegende Fallgestaltung strengere Anforderungen an die Rechtfertigung einer Ungleichbehandlung als § 2 Abs. 1 BeschFG stellen (vgl. BAG Urteil vom 20. November 1990 - 3 AZR 613/89 - EzA Art. 119 EWG-Vertrag Nr. 2, zu II 4 b aa der Gründe, BAGE 61, 226 = AP Nr. 5 zu § 1 BetrAVG Gleichberechtigung; BAG Urteil vom 23.Januar 1990 - 3 AZR 58/88 - AP Nr. 7 zu § 1 BetrAVG Gleichberechtigung , auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen).
Insoweit kann sich der betroffene Arbeitnehmer vor den nationalen Gerichten unmittelbar auf Art. 119 Abs. 1 EWG-Vertrag berufen (vgl. EuGHE 1976, 455 = NJW 1976, 2068; EuGHE 1980, 1275 = NJW 1980, 2014; EuGH Urteil vom 11. März 1981 - Rs 69/80 - NJW 1981, 2637; EuGH Urteil vom 31. März 1981 - Rs 96/80 - AP Nr. 2 zu Art. 119 EWG-Vertrag; vgl. auch BAG Urteil vom 14. Oktober 1986, BAGE 53, 161 = AP Nr. 11 zu Art. 119 EWG-Vertrag; BAG Urteil vom 14. September 1988 - 4 AZR 351/88 - AP Nr. 24 zu § 23 a BAT; BAG Urteil vom 23. Januar 1990 - 3 AZR 58/88 - DB 1990, 1620;… vgl. auch Dauses, a.a.O., S. 9; Schaub, NZA 1984, 73, 74).

References: Art. 119
 Art. 119
 Art. 119
 EuGH 
 Art. 119
 Art. 119
 Art. 119
 § 1
 Art. 119
 § 543
 § 1
 § 611
 Art. 3
 Art. 3
 § 40
 § 242
 § 242
 Art. 119

§ 139
 § 1
 § 611
 EuGH 
 § 4
 § 1
 § 1
 § 1

Art. 119
 EuGH 
 § 1
 § 1
 § 2
 Art. 119
 § 1
 § 1
 Art. 119
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 119
 Art. 119
 § 23