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Timestamp: 2016-10-26 21:10:35+00:00

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9C_354/2015 (29.02.2016)
9C_354/2015 � � Urteil vom 29. Februar 2016
Der 1969 geborene A.________, zuletzt bis 31. M�rz 2002 als Lastwagenchauffeur bei der B.________ AG angestellt gewesen (letzter effektiver Arbeitstag: 13. Dezember 2000), bezog mit Wirkung ab 1. Dezember 2001 eine ganze Invalidenrente (Invalidit�tsgrad von 100 %; Verf�gung der IV-Stelle des Kantons Aargau [fortan: IV-Stelle] vom 27. November 2002). Der Anspruch auf eine ganze Rente wurde mit Mitteilungen 17. Februar 2006 und 27. April 2007 best�tigt.�
Im Rahmen einer �berpr�fung des Rentenanspruchs gest�tzt auf die per 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen der �nderung vom 18. M�rz 2011 des IVG (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket [AS 2011 5659]; nachfolgend: SchlBest. IVG) liess die IV-Stelle A.________ durch das Zentrum f�r Medizinische Begutachtung (ZMB), Basel, polydisziplin�r untersuchen (Expertise vom 24. Oktober 2013). Hiernach nahm sie R�cksprache mit dem Regionalen �rztlichen Dienst (Stellungnahme vom 31. Oktober 2013) und unterbreitete dem ZMB Erg�nzungsfragen (Antwort vom 3. Februar 2014). Nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens hob die IV-Stelle mit Verf�gung vom 23. Juni 2014 die Invalidenrente per Ende Juli 2014 auf (Invalidit�tsgrad von 30 %). Ferner verf�gte sie am 11. September 2014, mangels Interesse des Versicherten w�rden keine Wiedereingliederungsmassnahmen gem�ss Art. 8a IVG durchgef�hrt. Letztere Verf�gung wurde nicht angefochten.
Die gegen die Verf�gung vom 23. Juni 2014 erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 8. April 2015 ab.
A.________ erhebt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und beantragt, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids und der Verf�gung der IV-Stelle vom 23. Juni 2014 sei ihm auch f�r die Zeit ab August 2014 eine ganze Invalidenrente auszurichten.
Das kantonale Gericht hat die f�r die Beurteilung der Streitsache massgeblichen materiell- und beweisrechtlichen Grundlagen gem�ss Gesetz und Rechtsprechung zutreffend dargelegt. Dies betrifft namentlich die Bestimmungen und Grunds�tze zur Rentenrevision (Art. 17 ATSG; BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 f. und 133 V 108), zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3 S. 352 ff. mit Hinweisen) sowie zur Ermittlung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG). Darauf wird verwiesen.
Zu wiederholen ist, dass gem�ss lit. a Abs. 1 SchlBest. IVG Renten, die "bei" ("en raison de", "sulla base di") pathogenetisch-�tiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der �nderung �berpr�ft werden. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erf�llt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erf�llt sind. Abs. 1 findet keine Anwendung auf Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der �nderung das 55. Altersjahr zur�ckgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die �berpr�fung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen (Abs. 4).
Vorweg stellte das kantonale Gericht zutreffend fest, dass keiner der Ausschlussgr�nde nach lit. a Abs. 4 SchlBest. IVG gegeben ist (zum massgeblichen Ankn�pfungspunkt f�r die 15-j�hrige Bezugsdauer: BGE 139 V 442 E. 3 und 4 S. 444 ff.). Des Weiteren lag nach den f�r das Bundesgericht grunds�tzlich verbindlichen (E. 1 hievor) und unbestritten gebliebenen Feststellungen des kantonalen Gerichts der urspr�nglichen Rentenzusprechung (allein) ein unklares Beschwerdebild zugrunde, womit die SchlBest. IVG grunds�tzlich anwendbar sind. Ferner scheitert eine Revision unter dem Titel der SchlBest. IVG nicht daran, dass die Rentenzusprache (vom 27. November 2002; vgl. Sachverhalt lit. A hievor) bereits auf der Grundlage der �berwindbarkeitsrechtsprechung (betreffend anhaltende somatoforme Schmerzst�rung: BGE 130 V 352 [Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 683/03 vom 12. M�rz 2004]) erfolgt ist (BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3 S. 13 f.). Schliesslich liegt kein "Mischsachverhalt" vor, bei dem es unm�glich w�re festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der Rentenzusprechung war (Urteile 9C_121/2014 vom 3. September 2014 E. 2.6, in: SVR 2014 IV Nr. 39 S. 137; 9C_308/2013 vom 26. August 2013 E. 5.1), attestierten die �rzte der Rehabilitationsklinik C.________ im Bericht vom 5. April 2001 doch aus somatischer Sicht eine Arbeitsf�higkeit von 100 % in einer adaptierten T�tigkeit.
4.1.�Die Vorinstanz erwog, gem�ss dem beweiskr�ftigen ZMB-Gutachten vom 24. Oktober 2013 sei der Beschwerdef�hrer in k�rperlich schweren T�tigkeiten, d.h. auch in der zuletzt ausge�bten T�tigkeit als Lastwagenchauffeur, nicht mehr einsetzbar, wogegen ihm eine adaptierte (k�rperlich leichte, r�ckenadaptierte) T�tigkeit zu 50 % zumutbar sei. Aus rein somatischer Sicht gingen die Gutachter von einer Verminderung des Rendements von 30 % aus. Zur psychiatrischen Diagnose einer chronischen Schmerzst�rung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) f�hrte die Vorinstanz aus, eine schwere psychische Komorbidit�t liege gem�ss dem psychiatrischen Experten der ZMB nicht vor, bestehe doch eine h�chstens als mittelgradig einzusch�tzende depressive St�rung, die keine andauernd schwere Beeintr�chtigung darstelle. Sodann seien die Foerster-Kriterien nicht geh�uft oder in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt, womit eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit aufgrund der Schmerzst�rung nicht ausgewiesen sei. In der Folge ber�cksichtigte die Vorinstanz einzig die somatisch begr�ndete Einschr�nkung von 30 % und gelangte nach Durchf�hrung der Invalidit�tsbemessung zu einem rentenausschliessenden Invalidit�tsgrad von 32 %.
4.2.�Hiegegen wendet der Beschwerdef�hrer im Wesentlichen ein, die psychische Problematik sei entgegen dem kantonalen Gericht nicht als �berwindbar einzustufen. Damit sei ihm auch eine teilweise Erwerbst�tigkeit nicht zumutbar.
4.3.�Die Beschwerdegegnerin macht geltend, eine psychiatrisch bedingte Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit sei auch im Lichte der massgeblichen Indikatoren gem�ss BGE 141 V 281 nicht erstellt, womit einzig die rheumatologisch bedingte Arbeitsunf�higkeit von 30 % zu ber�cksichtigen sei.
Im Streit liegt einzig der psychische Gesundheitszustand (chronische Schmerzst�rung mit somatischen und psychischen Faktoren F45.41) und die daraus allenfalls resultierende Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit. Nachdem das Bundesgericht mit BGE 141 V 281 seine Rechtsprechung zu den Voraussetzungen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzst�rungen und vergleichbare psychosomatische Leiden eine rentenbegr�ndende Invalidit�t zu bewirken verm�gen, grundlegend �berdacht und teilweise ge�ndert hat, ist - soweit psychosomatische Leiden zu beurteilen sind - zu pr�fen, was dies f�r den hier zu beurteilenden Fall bedeutet, wobei sich vorab die Frage nach der Anwendbarkeit der neuen Rechtsprechung stellt.
Grunds�tzlich sind Rechtsprechungs�nderungen, so auch jene von BGE 141 V 281, auf alle im Zeitpunkt der Praxis�nderung noch nicht erledigten F�lle anzuwenden (statt vieler: Urteile 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.1; 9C_769/2013 vom 1. April 2014 E. 2; I 55/89 vom 11. August 1989 E. 3b, in: ZAK 1990 S. 255; je mit Hinweisen). Was die SchlBest. IVG betrifft, ist zu beachten, dass in der Botschaft vom 24. Februar 2010 zur �nderung des Bundesgesetzes �ber die Invalidenversicherung (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; BBl 2010 1817) zu einer Rentenaufhebung oder -herabsetzung (gest�tzt auf die SchlBest. IVG) explizit festgehalten wird, in jedem Fall seien "f�r die Beurteilung der Zumutbarkeit die in BGE 130 V 352 formulierten Kriterien (Foerster-Kriterien) zu pr�fen" (BBl 2010 1817, 1911 zu Abs. 1). Folglich dr�ngt sich die Frage auf, ob mit der ausdr�cklichen Bezugnahme auf BGE 130 V 352 die inzwischen aufgegebene �berwindbarkeitsrechtsprechung auf Revisionen gest�tzt auf die SchlBest. IVG weiterhin anwendbar ist resp. die Rechtsprechungs�nderung von BGE 141 V 281 ausnahmsweise unber�cksichtigt zu bleiben hat.
Wie aus der erw�hnten Botschaft erhellt, st�rte sich der Gesetzgeber am Umstand, dass nach der Praxis des Bundesgerichts (BGE 135 V 201; 135 V 215) weder die Rechtsprechung gem�ss BGE 130 V 352 noch der im Rahmen der 5. IV-Revision geschaffene Art. 7 Abs. 2 ATSG ein R�ckkommenstitel bildete, mittels welchem laufende - gest�tzt auf somatoforme Schmerzst�rungen und �hnliche Beschwerdebilder gesprochene - Invalidenrenten �berpr�ft werden konnten. Mit den SchlBest. IVG sollte deshalb die entsprechende rechtliche Grundlage f�r die �berpr�fung solcher Renten geschaffen werden (BBl 2010 1817, 1841 unten, 1911 zu Abs. 1). Mit anderen Worten lag die�
�berpr�fbarkeit�derjenigen Renten im Vordergrund, die vor dem 1. Januar 2008 wegen unklaren Beschwerdebildern gesprochen worden waren (vgl. BBl 2010 1817, 1911 zu Abs. 1). Dass die in BGE 130 V 352 formulierten Kriterien explizit erw�hnt wurden, widerspiegelte (lediglich) die damals geltende Rechtsprechung und kann - mangels gegenteiliger Anhaltspunkte - nicht dergestalt verstanden werden, dass f�r die Anwendungsf�lle der SchlBest. IVG die �berwindbarkeitsrechtsprechung unab�nderlich festgelegt bzw. vor einer allf�lligen Praxis�nderung ausgenommen werden sollte (a.M. offenbar G�CHTER/MEIER, Einordnung von BGE 141 V 281 aus rechtswissenschaftlicher Sicht, in: HAVE 2015 S. 436 drittes Lemma). In diesem Sinne ist das Bundesgericht denn auch schon verschiedentlich - indes ohne auf diese Frage n�her einzugehen - von der Anwendbarkeit der neuen Rechtsprechung ausgegangen (bspw. Urteile 8C_634/2015 vom 22. Januar 2016 E. 4.1; 9C_885/2015 vom 13. Januar 2016 E. 2; 9C_80/2015 vom 11. Dezember 2015 E. 5.2.6 und 8C_286/2015 vom 26. Oktober 2015 E. 6). Zusammenfassend gelangt die Rechtsprechung von BGE 141 V 281 auch auf Renten�berpr�fungen gem�ss SchlBest. IVG zur Anwendung.
Nach dem hievor Gesagten hat die Beurteilung des tats�chlich erreichbaren Leistungsverm�gens des Beschwerdef�hrers anhand des Kataloges von Indikatoren (BGE 141 V 281 E. 4 S. 296 ff.) zu erfolgen. Wie nachfolgend gezeigt wird, erlauben die medizinischen Akten, insbesondere das ZMB-Gutachten vom 24. Oktober 2013 - welches seinen Beweiswert nicht per se verliert (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309 mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6 S. 266) -, eine schl�ssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren, weshalb sich eine Erg�nzung des medizinischen Sachverhalts er�brigt.
6.1.�Zun�chst sind die Indikatoren zum Komplex "Gesundheitssch�digung" n�her zu betrachten. Massgeblich sind demnach die Auspr�gung der diagnoserelevanten Befunde, der Behandlungs- und Eingliederungserfolg resp. die -resistenz und allf�llige Komorbidit�ten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298 ff.).
6.1.1.�Was die Auspr�gung der diagnoserelevanten Befunde betrifft, beschrieb der psychiatrische Experte, das Verhalten des Beschwerdef�hrers w�hrend der Untersuchung sei gekennzeichnet gewesen vom Gefangensein im eigenen Leiden. Gem�ss AMDP finde sich ein �ngstlich-depressives Zustandsbild, es zeigten sich neben den ganz erheblichen Schmerzklagen eine depressive Verstimmung, ein Verlust von Interesse und Freude, subjektiv auch eine Verminderung des Antriebes. Objektivierbar sei eine deutliche Belastung mit einer Affektlabilit�t, einem Gefangensein im eigenen Schmerzerleben und einer verminderten Schwingungsf�higkeit. Im Rahmen der Untersuchung sei der Antrieb jedoch kaum vermindert erschienen, auch seien keine kognitiven oder mnestischen St�rungen von Relevanz eruierbar. Ferner zeige sich der Beschwerdef�hrer �ngstlich, insbesondere bez�glich der Zukunft, er klage �ber vegetative Symptome (Herzklopfen, Schlafst�rungen), zeige auch eine �ngstliche Erwartungshaltung und ein absolut somatisch fixiertes Krankheitskonzept. Weiter berichtete der Gutachter, es bestehe ein ausgesprochenes Mass an Somatisierung, w�rden doch multiple Schmerzen und Sensibilit�tsst�rungen angegeben, welche nur teilweise somatisch begr�ndbar seien. Der Beschwerdef�hrer sei in seiner Emotionalit�t leicht bis mittelgradig eingeschr�nkt, was zu einem doch ausgepr�gten sozialen R�ckzug gef�hrt habe. Aufgrund seiner Symptomatik sei er in k�rperlichen Aktivit�ten (funktionell) eingeschr�nkt, er sei vermindert flexibel, vor allem aber bestehe eine erheblich verminderte Durchhaltef�higkeit. Anhaltspunkte f�r eine Aggravation oder gar Simulation best�nden nicht. Gegen�ber den Experten schilderte der Beschwerdef�hrer, die Ehefrau und seine zwei T�chter seien seit 2003 wieder in Portugal wohnhaft, da er "der Familie nicht mehr habe helfen k�nnen". Die Familie besuche er vier bis f�nfmal im Jahr f�r jeweils maximal zwei Wochen. Er lebe bei einer ihm bekannten portugiesischen Familie, wo er ein Zimmer miete. Abgesehen vom Kontakt zu seinen Eltern und zu der "Gastfamilie" best�nden keine sozialen Kontakte. Freunde habe er keine. Tags�ber versuche er oftmals zu spazieren, wobei dies maximal eine halbe Stunde m�glich sei, manchmal auch nur 100 Meter. Danach lege er sich hin oder halte sich im Garten des Hauses auf. Ab und zu schaue er fern. Hobbys habe er keine, Aktivit�ten im Haushalt best�nden nicht.
Nach seinen von den Experten als glaubhaft eingestuften Angaben ist der Beschwerdef�hrer durch die multiplen Schmerzen in k�rperlichen Aktivit�ten (funktionell) eingeschr�nkt und insoweit in seinen Alltagsfunktionen beeintr�chtigt. Zusammen mit dem doch recht passiven Leben des Beschwerdef�hrers, welcher von den Gutachtern als "in seinem Schmerzerleben gefangen" beschrieben wird, ist ein Leiden von erheblicher Auspr�gung ausgewiesen.
6.1.2.�Hinsichtlich des Indikators "Behandlungs- und Eingliederungserfolg resp. -resistenz" stellte der psychiatrische Gutachter fest, der Beschwerdef�hrer sei 2002/2003 fach�rztlich behandelt worden, wobei man offenbar resigniert habe. Seit Jahren bestehe nun keine psychiatrische Behandlung mehr, soweit bekannt nehme der Beschwerdef�hrer auch keine Psychopharmaka ein. Heute m�sse man von einem verfestigten, therapeutisch kaum mehr beeinflussbaren innerseelischen Verlauf ausgegangen werden. Die ZMB-Gutachter gelangten zum Schluss, die Prognose sei insgesamt schlecht. Einerseits best�nden somatische Leiden, welche m�glicherweise in Zukunft progredient verliefen, andererseits bestehe ein chronifiziertes psychisches Leiden mit erheblicher Regression, Dekonditionierung und wesentlich somatischem Krankheitsverst�ndnis. Die fr�heren Therapien seien offenbar ohne grossen Erfolg geblieben, und es best�nden wenig Ressourcen im intellektuellen Bereich.
Ob 2002/2003 eine lege artis und mit optimaler Kooperation des Versicherten durchgef�hrte Therapie stattfand, ist aufgrund der Akten nicht erstellt. Insbesondere fehlen Angaben, ob eine ad�quate medikament�se Therapie durchgef�hrt wurde. Nachvollziehbar und einleuchtend ist jedoch die Einsch�tzung der Experten betreffend die langj�hrige Chronifizierung des Leidens bei einem absolut somatisch fixierten Krankheitskonzept und wenig intellektuellen Ressourcen, was zu einer insgesamt schlechten Prognose mit "�usserst geringen" Erfolgsaussichten f�hrte. Damit ist von der Behandlungsresistenz des Leidens auszugehen, soweit es die Arbeitsf�higkeit einschr�nkt.
6.1.3.�Psychische Komorbidit�ten - ein eigentliches depressives Leiden wurde vom psychiatrischen Experten verneint - liegen keine vor, wogegen somatisch begr�ndete Komorbidit�ten in Form eines chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndroms und einem chronischen Thoracovertebralsyndrom mit damit korrelierenden rheumatologischen Befunden gegeben sind, aus welchen die Gutachter eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit von 30 % ableiteten.
6.2.�Was den Komplex "Pers�nlichkeit" (Pers�nlichkeitsdiagnostik, pers�nliche Ressourcen) und "Sozialer Kontext" (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 und 4.3.3 S. 302 f.) anbelangt, so konnte der psychiatrische Experte keine strukturellen Defizite im Sinne einer Pers�nlichkeitsproblematik eruieren, welche im Rahmen der umfassenden Ressourcenpr�fung negativ ins Gewicht fallen k�nnte. Immerhin ging der Gutachter von einer "eher einfachen Pers�nlichkeitsstruktur" des Beschwerdef�hrers bzw. von wenig Ressourcen im intellektuellen Bereich aus. Weiter legte er dar, es liege ein doch ausgepr�gter sozialer R�ckzug vor. Erw�hnenswert sei aber, dass der Beschwerdef�hrer vier- bis f�nfmal pro Jahr seine Familie in Portugal besuche. Zu ber�cksichtigen ist ferner, dass der Beschwerdef�hrer durch die Einbettung in die portugiesische "Gastfamilie", mit welcher er das Mittag- und Abendessen einnimmt, eine gewisse Tagesstruktur und einen minimalen sozialen Kontakt - nebst dem Kontakt zu seinen Eltern - aufrecht erh�lt. Damit enth�lt der soziale Lebenskontext, namentlich die Einbettung in die "Gastfamilie", gewisse best�tigende, sich potenziell g�nstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
6.3.�In der Kategorie "Konsistenz" ist in Bezug auf die Einschr�nkung des Aktivit�tenniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) keine Ungleichm�ssigkeit ersichtlich. Die ZMB-Gutachter erkannten keine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit, sondern eine Einschr�nkung von 50 %. Die Schilderungen zum Tagesablauf und zum Sozialen stehen mit der attestierten Restarbeitsf�higkeit im Einklang. Was den Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) angeht, l�sst die seit 2003 fehlende Inanspruchnahme einer psychiatrischen Behandlung - entgegen den Ausf�hrungen der Beschwerdegegnerin - nicht auf fehlenden Leidensdruck schliessen, ist diese doch offensichtlich auf das somatisch fixierte Krankheitskonzept und die diesbez�glich fehlende Einsichtsf�higkeit zur�ckzuf�hren.
6.4.�Aus der Gesamtbetrachtung ergibt sich, dass im ZMB-Gutachten sowohl eine gesundheitliche Beeintr�chtigung von erheblichem Schweregrad als auch deren funktionelle Auswirkungen in erwerblicher Sicht objektiv (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG), koh�rent und widerspruchsfrei mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sind. Mithin kann der gutachterlichen Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit (Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit von 50 %) gefolgt werden. Soweit der Beschwerdef�hrer eine teilweise Arbeitsf�higkeit ausschliesst, ist er noch in der aufgegebenen �berwindbarkeitsvermutung verhaftet, welche die Auffassung beg�nstigte, die �berwindbarkeit sei unteilbar (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.2 S. 294).
Die Vorinstanzliche Invalidit�tsbemessung und dabei die Festsetzung der hypothetischen Vergleichseinkommen (Valideneinkommen von Fr. 67'350.95; Invalideneinkommen von Fr. 65'239.70 bei einem vollen Pensum, bzw. von Fr. 32'619.85 bei einem halben Pensum) sind unbestritten geblieben und geben keinen Anlass f�r eine n�here Pr�fung von Amtes wegen. Damit resultiert bei einer Restarbeitsf�higkeit von 50 % - ungeachtet der vorinstanzlich nicht behandelten (Rechts-) Frage, ob ein Abzug vom Tabellenlohn wegen Teilzeitarbeit zu gew�hren ist (vgl. Urteil 9C_721/2010 vom 15. November 2010 E. 4.2, in: SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109) - ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise begr�ndet.
Die Gerichtskosten sind nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens auf die Parteien aufzuteilen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdef�hrer ist mit seinem Antrag auf Zusprechung einer ganzen Invalidenrente in einem Umfang durchgedrungen, welcher einem h�lftigen Obsiegen entspricht. Die Kosten sind deshalb zu gleichen Teilen den Parteien aufzuerlegen. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdef�hrer �berdies eine (reduzierte) Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 8. April 2015 und die Verf�gung der IV-Stelle des Kantons Aargau vom 23. Juni 2014 werden aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdef�hrer ab 1. August 2014 eine halbe Invalidenrente auszurichten. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdef�hrer und der Beschwerdegegnerin je zur H�lfte, ausmachend je Fr. 400.-, auferlegt.

References: Art. 8
 BGE 
 Art. 7
 Art. 17
 BGE 
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 BGE 
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 Art. 7
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 Art. 7