Source: https://www.forum-institut.de/seminar/1909320-d-o-versicherung-haftung-bei-krise-insolvenz
Timestamp: 2019-05-19 20:35:24+00:00

Document:
Seminar D&O-Versicherung - Praxis- und Insolvenzfragen
Haftung bei Krise & Insolvenz
2019-09-27 2019-09-27 Jumeirah Hotel Thurn-und-Taxis-Platz 2 60313 Frankfurt JFReservations@jumeirah.com +49 69 297 237 4444
Schutzbereich und Grundlagen der D&O-Versicherung
Haftung aus § 64 GmbHG für Zahlungen nach Insolvenzreife: Was "geht noch" und was "nicht mehr"?
"Privilegierte" Zahlungen (Bargeschäft)
Verhalten in der Krise und Empfehlungen zur Absicherung
Klagen wegen Schadensersatz gegen Geschäftsführer, Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder nehmen zu. Managerhaftung (inkl. D&O-Versicherungen) gerät immer mehr als Masseressource in den Fokus der Insolvenzverwalter.
Im Rahmen dieses Seminars erfahren Sie alles, was Sie rund um die D&O-Versicherung an der Schnittstelle Schadensfall, Krise und Insolvenz wissen müssen.
Nach dem Seminar sind Sie in der Lage, Risiken bei Haftungs- und Deckungsprozessen richtig einzuschätzen und zu begrenzen sowie unberechtigte Ansprüche seitens des Insolvenzverwalters abzuwehren. Vertiefen und erweitern Sie Ihre Kenntnisse - stets mit dem Blick auf aktuellste Entwicklungen in Praxis und Rechtsprechung.
Das Seminar richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Versicherungen sowie Rechtsanwälte für Versicherungsrecht, die Ihr Wissen in Bezug auf praxisrelevante und insolvenzspezifische Fragen bei D&O-Versicherungen vertiefen möchten. Darüber hinaus sind Insolvenzverwalter und Rechtsanwälte für Arbeitsrecht angesprochen, die Ihre Kenntnisse erweitern möchten.
Neubeherrschungsklausel ? Kostenanrechnungsklauseln ? Kürzungs- und Verteilungsverfahren ? Gravierende Pflichtverletzung i. S. von § 266 StGB ? Kenntniszurechnung
Nachweis der Zahlungsunfähigkeit mit Buchhaltungsdaten des insolventen Unternehmens
Abschied von der sogenannten Bugwellentheorie
Privilegierte Zahlungen bei Insolvenzreife (sogenanntes Bargeschäft)
Darlegungs- und Beweislasterleichterungen bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung
Haftung des (eigenverwaltenden) Geschäftsführers analog §§ 60, 61 InsO
Dr. Thomas Kluth, CCM https://www.forum-institut.de/seminar/1909320-d-o-versicherung-haftung-bei-krise-insolvenz/referenten/19/19_09/1909320-seminar-do-versicherung--praxis-und-insolvenzfragen_kluth,-ccm.jpg
Der Referent ist auf die insolvenzstrategische Beratung von Unternehmen und Gläubigern spezialisiert. Zusätzlich übernimmt er Spezialaufgaben als Chief Restructuring Officer (CRO). Ferner berät er seit ca. 15 Jahren an der Schnittstelle Versicherungsrecht und Insolvenz. Er ist Mitautor des im C.H. Beck-Verlag erscheinenden Standardwerkes Insolvenzrechts-Handbuch (Gottwald, 2. und 3. Auflage) und Autor zahlreicher Publikationen im Themengebiet Insolvenzrecht und Unternehmenssanierungen. Herr Kluth wird von den Teilnehmern für seine Fachkompetenz und didaktischen Fähigkeiten regelmäßig hervorragend beurteilt.
Lücke im Schutz?
Welchen Sinn macht eine Versicherung, die im Ernstfall nicht zahlt? Diese Frage müssen sich Manager und Gesellschafter stellen, die für ihre Entscheidungen als Organ eines Unternehmens nach Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf im Falle einer Insolvenz haftbar gemacht werden können und selbst bezahlen müssen. Bislang wurde von Gesellschaften eine D&O-Versicherung abgeschlossen, um gerade im Insolvenzfall das Privatvermögen der Entscheider zu schützen. Denn abhängig von der Unternehmensgröße und der Dauer der Krise können hohe Millionenbeträge im Raum stehen. Doch der jüngste Beschluss des OLG Düsseldorf reißt eine Lücke in den Risikoschutz: Sofern CFOs, Manager, Gesellschafter und andere entscheidenden Organe Zahlungen tätigen, obwohl das eigene Unternehmen bereits insolvenzreif ist, muss die D&O-Versicherung des Unternehmens nicht einspringen, wenn ein Insolvenzverwalter diese Zahlungen später von den Entscheidern zurückverlangt. Betroffen sind keineswegs nur Einzelfälle: Die Erstattung verbotener Zahlungen ist eine der häufigsten Forderungen von Insolvenzverwaltern gegen entscheidende Organe von Unternehmen. Ob ein Unternehmen kurz vor der Insolvenz steht, ist in Krisenphasen oftmals nur schwer zu erkennen. Hier die korrekte Entscheidung zu treffen und dabei haftungsfrei zu bleiben stellt nun eine gewaltige Herausforderung dar. Aber auch für die Versicherungsbranche besteht ein Risiko, auch wenn es auf den ersten Blick danach aussieht, als würde die Versicherungsbranche von der Entscheidung der Richter des Oberlandesgerichts Düsseldorf profitieren. Greift der Versicherungsschutz an dieser Stelle tatsächlich nicht mehr, dürfte die Nachfrage nach D&O-Versicherungen eklatant zurückgehen. Dieses Seminar bietet für alle Beteiligten das notwendige Praxis-Know-how um für die aktuelle Gemengelage die richtige Herangehensweise zu finden.
Grundsatzurteil des OLG Düsseldorf:
Durch Urteil vom 20. Juli 2018 (Az.: 4 U 93/16) hat das OLG Düsseldorf entschieden, dass der Versicherungsschutz einer D&O-Versicherung nicht den Anspruch einer insolvent gewordenen Gesellschaft gegen ihren versicherten Geschäftsführer auf Ersatz insolvenzrechtswidrig geleisteter Zahlungen der Gesellschaft gemäß § 64 GmbH-Gesetz deckt.
Praxisfolgen: Deutlich verschärftes Haftungsrisiko! Die Entscheidung des OLG Düsseldorf hat für Führungskräfte von Unternehmen, Insolvenzverwalter, Versicherungsmakler und Industrieversicherer große praktische Bedeutung, denn es kommt in Insolvenzverfahren oft vor, dass Insolvenzverwalter wegen der Regelung in § 64 GmbH-Gesetz die Geschäftsführer oder Vorstände von Unternehmen in Anspruch nehmen. § 64 GmbH-Gesetz ist das schärfste Haftungsschwert bei Nichtbeachtung der Insolvenzreife einer Gesellschaft. Im Ergebnis kann sie zu einer persönlichen Haftung jedes einzelnen Geschäftsführers für alle Zahlungen nach Eintritt der Insolvenzreife der Gesellschaft führen. Gerade bei großen Unternehmen mit hohem Umsatz und hohen Auszahlungen ist dies sehr gefährlich, weil ein Insolvenzverwalter nur darlegen muss, welche Auszahlung nach Eintritt der Insolvenzreife noch getätigt wurde. Geschäftsführer und Vorstände müssen deshalb in einer Krise des Unternehmens die finanzielle Lage der Gesellschaft ständig beobachten. Von ihnen wird erwartet, dass sie sich gegebenenfalls sofort sachkundigen Rat einholen. Tun sie dies nicht, kann es infolge des Urteils des OLG Düsseldorf dazu kommen, dass sie in einer Insolvenz ohne Versicherungsschutz dastehen und mit ihrem Privatvermögen voll haften.
BGH-Urteil: CFOs haften in Eigenverwaltung wie Insolvenzverwalter
Der BGH hat entschieden, dass Geschäftsführer bei einer Sanierung in Eigenverwaltung wie Insolvenzverwalter zu handeln haben. Konkret bedeutet das: CFOs und andere Manager mit Organhaftung haften künftig auch gegenüber den Gläubigern des Unternehmens für etwaige Pflichtverletzungen. Das persönliche Risiko für die betroffenen Geschäftsführer in Eigenverwaltungen steigt durch das Urteil also deutlich.
Eine D&O-Versicherung kann hier einen wirksamen Schutz bieten. Viele große Versicherer haben mit der Einführung der Insolvenz in Eigenverwaltung im Rahmen der ESUG-Reformen vor sechs Jahren ihre Policen angepasst. Trotzdem gibt es zahlreiche verdeckte Fallstricke: Möglicherweise ist die D&O-Versicherung bereits durch unerkannte Verfehlungen im Vorfeld ausgeschöpft, etwa bei zu später Insolvenzantragstellung.
In diesem Seminar erfahren Sie, worauf Sie als Versicherer/Versicherter achten sollten!
Das bietet Ihnen die Seminarteilnahme!
Im Rahmen dieses Seminars erarbeiten Sie, Lösungsansätze für praxisrelevante Fragestellungen, die bei der Gestaltung und Verbesserung von Produkten sowie von Versicherungsbedingungen auftreten können. Dabei lernen Sie, wie Sie Haftungsansprüche effektiv durchsetzen können.
"Referent brennt für das Vortragen, sehr angenehm!"
Nummer: 1909320
Experte mit TOP Branchen-Know-how
Einzigartig: Schnittstelle Versicherungsrecht/Insolvenz

References: § 64
 § 266
 § 64
 § 64
 § 64
 BGH