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Timestamp: 2020-02-22 00:34:18+00:00

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Wann wird ein Urteil zum Urteil? | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Ein Urteil wird erst durch sei­ne förm­li­che Ver­laut­ba­rung mit allen pro­zes­sua­len und mate­ri­ell-recht­li­chen Wir­kun­gen exis­tent. Ver­kün­dungs­män­gel ste­hen dem wirk­sa­men Erlass eines Urteils nur ent­ge­gen, wenn gegen ele­men­ta­re, zum Wesen der Ver­laut­ba­rung gehö­ren­de Form­erfor­der­nis­se ver­sto­ßen wur­de, so dass von einer Ver­laut­ba­rung im Rechts­sin­ne nicht mehr gespro­chen wer­den kann. Zu den Min­dest­an­for­de­run­gen gehört, dass die Ver­laut­ba­rung von dem Gericht beab­sich­tigt war oder von den Par­tei­en der­art ver­stan­den wer­den durf­te und die Par­tei­en von Erlass und Inhalt der Ent­schei­dung förm­lich unter­rich­tet wur­den 1.
Ein Urteil wird erst durch sei­ne förm­li­che Ver­laut­ba­rung mit allen pro­zes­sua­len und mate­ri­ell­recht­li­chen Wir­kun­gen exis­tent. Vor­her liegt nur ein – allen­falls den Rechts­schein eines Urteils erzeu­gen­der – Ent­schei­dungs­ent­wurf vor 2. Die Ver­laut­ba­rung eines Urteils erfolgt grund­sätz­lich öffent­lich im Anschluss an die münd­li­che Ver­hand­lung oder in einem hier­für anbe­raum­ten Ter­min durch das Ver­le­sen der Urteils­for­mel (§§ 310 Abs. 1 Satz 1, 311 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 173 Abs. 1 GVG). Im schrift­li­chen Ver­fah­ren sind Urtei­le in einem nach § 128 Abs. 2 Satz 2 ZPO zu bestim­men­den Ter­min zu ver­kün­den 3.
Nach § 165 Satz 1 ZPO kann die Beach­tung der für die münd­li­che Ver­hand­lung vor­ge­schrie­be­nen Förm­lich­kei­ten nur durch das Pro­to­koll bewie­sen wer­den. Zu die­sen Förm­lich­kei­ten gehört gemäß § 160 Abs. 3 Nr. 7 ZPO auch die Ver­kün­dung des Urteils. Die­se erfolgt nach § 311 Abs. 2 Satz 1 ZPO durch Vor­le­sung der Urteils­for­mel, die durch Bezug­nah­me auf die Urteils­for­mel ersetzt wer­den kann, wenn bei der Ver­kün­dung kei­ne der Par­tei­en anwe­send ist (§ 311 Abs. 2 Satz 2 ZPO). Die Anga­be, wel­che die­ser bei­den Arten der Ver­kün­dung erfolgt ist, schreibt das Gesetz nicht vor. Dem Erfor­der­nis des § 160 Abs. 3 Nr. 7 ZPO ist des­halb Genü­ge getan, wenn der Rich­ter ledig­lich pro­to­kol­liert, dass die anlie­gen­de Ent­schei­dung ver­kün­det wor­den ist, selbst wenn dies zu Zwei­feln über die gewähl­te Form der Ver­laut­ba­rung Anlass geben könn­te 4.
Auch im Übri­gen ste­hen Ver­kün­dungs­män­gel nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs dem wirk­sa­men Erlass eines Urteils nur ent­ge­gen, wenn gegen ele­men­ta­re, zum Wesen der Ver­laut­ba­rung gehö­ren­de Form­erfor­der­nis­se ver­sto­ßen wur­de, so dass von einer Ver­laut­ba­rung im Rechts­sin­ne nicht mehr gespro­chen wer­den kann. Sind deren Min­dest­an­for­de­run­gen hin­ge­gen gewahrt, hin­dern auch Ver­stö­ße gegen zwin­gen­de Form­erfor­der­nis­se das Ent­ste­hen eines wirk­sa­men Urteils nicht 5. Zu den Min­dest­an­for­de­run­gen gehört, dass die Ver­laut­ba­rung von dem Gericht beab­sich­tigt war oder von den Par­tei­en der­art ver­stan­den wer­den durf­te und die Par­tei­en von Erlass und Inhalt der Ent­schei­dung förm­lich unter­rich­tet wur­den 6.
Nach die­sen Grund­sät­zen liegt im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall ein wirk­sa­mes Urteil vor. Unab­hän­gig von den im Ein­zel­nen gerüg­ten Ver­stö­ßen gegen den not­wen­di­gen Inhalt des Ver­kün­dungs­pro­to­kolls nach § 160 ZPO liegt hier zwei­fels­frei eine Ver­laut­ba­rung des Gerichts vor.
Dies muss­te von den Par­tei­en auch so ver­stan­den wer­den. Das Amts­ge­richt hat­te mit Ver­fü­gung vom 1. Novem­ber 2010 ein schrift­li­ches Ver­fah­ren ange­ord­net und Ver­kün­dungs­ter­min auf den 29. Novem­ber 2010 bestimmt. Das vor­lie­gen­de Urteil ist vom Abtei­lungs­rich­ter unter­zeich­net und aus­weis­lich sei­nes Ver­merks am 29. Novem­ber 2010 ver­kün­det wor­den. Weil sich der Ver­merk auf der Rück­sei­te des Ori­gi­nal­ur­teils befin­det, kann trotz der fal­schen Bezeich­nung als Beschluss auch kein Zwei­fel auf­kom­men, wel­che Ent­schei­dung ver­kün­det wor­den ist. Ent­spre­chend hat auch die Geschäfts­stel­le die Ver­kün­dung des Urteils am 29. Novem­ber 2010 ver­merkt. Auf der Grund­la­ge die­ser Ver­kün­dung hat die Geschäfts­stel­le die Zustel­lung des Urteils an die Par­tei­ver­tre­ter ver­fügt. Dem Beklag­ten­ver­tre­ter ist das "Urteil vom 29. Novem­ber 2010" sodann am 6. Dezem­ber 2010 zuge­stellt wor­den. Die Zustel­lung des Urteils hat er mit Emp­fangs­be­kennt­nis bestä­tigt.
Danach konn­te für den Beklag­ten kein Zwei­fel dar­an bestehen, dass am 29. Novem­ber 2010 – wie im Beschluss vom 01. Novem­ber 2010 ange­kün­digt – das Urteil ver­kün­det wor­den war, das ihm am 6. Dezem­ber 2010 zuge­stellt wur­de. Die wei­te­ren Ver­kün­dungs­män­gel sind mit der Ver­laut­ba­rung der Ent­schei­dung nicht unver­ein­bar und ste­hen einem wirk­sa­men Urteil des­we­gen nicht ent­ge­gen 7.
Weil somit nach der Ver­kün­dung ein wirk­sa­mes Urteil vor­lag, kommt es auf die Fra­ge einer Ver­laut­ba­rung durch Zustel­lung des Urteils an Ver­kün­dungs statt nach § 310 Abs. 3 ZPO nicht an. Nur in die­sen Fäl­len, in denen die Ver­laut­ba­rung der Ent­schei­dung durch Zustel­lung erfolgt, beginnt die Rechts­mit­tel­frist erst mit der Zustel­lung an alle Par­tei­en 8. Wird hin­ge­gen – wie hier – ein bereits durch Ver­kün­dung ver­laut­bar­tes Urteil zuge­stellt, beginnt die Rechts­mit­tel­frist für jede Par­tei mit der Zustel­lung an sie. Weil das Urteil dem Beklag­ten am 6. Dezem­ber 2010 zuge­stellt wur­de, lief die ein­mo­na­ti­ge Beru­fungs­frist des § 517 ZPO mit­hin am 6. Janu­ar 2011 ab.
Das beschränkt ein­ge­leg­te Rechts­mit­tel – und der… Der Wert der Gerichts­kos­ten rich­tet sich auch in Fäl­len, in denen zunächst unbe­schränkt Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt und die­se nach­träg­lich beschränkt wur­de, gemäß § 47 Abs. 3,…
im Anschluss an BGHZ GSZ 14, 39, 44 ff.[↩]
BGHZ GSZ 14, 39, 44[↩]
BGH Urteil vom 12.03.2004 – XII ZR 37/​03, Fam­RZ 2004, 1187 f.[↩]
BGH Urtei­le vom 16.10.1984 – VI ZR 205/​83, NJW 1985, 1782, 1783; und BGHZ 10, 327, 329[↩]
BGHZ GSZ 14, 39, 44 ff.; BGH Urteil vom 16.10.1984 – VI ZR 205/​83, NJW 1985, 1782, 1783[↩]
BGH Urteil vom 12.03.2004 – V ZR 37/​03, Fam­RZ 2004, 1187, 1188 mwN[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 19.10.2011 – XII ZB 250/​11, NJW-RR 2012, 1 Rn. 14; BGH Urtei­le vom 12.03.2004 – V ZR 37/​03, Fam­RZ 2004, 1187, 1188 und vom 16.10.1984 – VI ZR 205/​83, NJW 1985, 1782, 1783; BGHZ GSZ 14, 39, 44 ff.; BFHE 140, 514[↩]
BGH, Beschluss vom 05.10.1994 – XII ZB 90/​94, NJW 1994, 3359, 3360[↩]
UrteilUrteilsverkündungVerkündungsmängelZivilprozess

References: § 173
 § 128
 § 165
 § 160
 § 311
 § 160
 § 160
 § 310
 § 517
 § 47

BGH 

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