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Timestamp: 2017-08-19 14:59:44+00:00

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Abgeltungsteuer - Einkommensteuer - Online-Kurse
Einkommensteuer - Abgeltungsteuer
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Mit der Abgeltungsteuer, die ab dem Veranlagungszeitraum 2009 gilt, ist ein Systemwechsel im Rahmen der Einkommenbesteuerung verbunden. Es werden nun nicht mehr alle sieben Einkunftsarten getrennt ermittelt, dann zusammengeführt und mit einem einheitlichen Einkommensteuersatz belegt, sondern vielmehr werden die Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 EStG getrennt behandelt und mit einem pauschalen Einkommensteuersatz von 25 % belegt.
Die hierauf gezahlte Einkommensteuer (= Abgeltungsteuer) ist eine endgültige Steuer und nicht mehr, wie in der Vergangenheit, lediglich eine Steuervorauszahlung. Man erhält somit eine eigenständige Bemessungsgrundlage für die betroffenen Einkünfte aus Kapitalvermögen und, getrennt hiervon, für die restlichen sechs Einkunftsarten. Hieraus erfolgt eine ungleichmäßige Belastung einzelner Einkommensteile, insgesamt betrachtet zerfällt die Einkommensteuer damit in ein synthetisches Einkommensteuersystem und ein Schedulensystem. Die Abgeltungsteuer wird durch den Kapitalertragsteuerabzug realisiert, hierauf wird noch zusätzlich der Solidaritätszuschlag erhoben und ggf. Kirchensteuer.
Ein weiterer Punkt ist durch die Einführung der Abgeltungsteuer neu ins Einkommensteuerrecht einbezogen worden, nämlich die Besteuerung von Substanzzuwächsen nach § 20 II EStG. Hiermit werden nicht mehr nur laufende Einkünfte aus Kapitalvermögen, so wie in der Vergangenheit, sondern zusätzlich noch hierzu die Wertzuwächse des Vermögensstamms besteuert. Folgende Veräußerungsgewinne werden neu einbezogen:
Dividendenpapiere (§ 20 II 1 Nr. 1 EStG)
Termingeschäfte (§ 20 II 1 Nr. 3 EStG)
partiarische Darlehen und typische stille Beteiligungen (§ 20 II Nr. 4 EStG)
Veräußerungen von Ansprüchen aus bestimmten Kapitallebensversicherungen (§ 20 II 1 Nr. 6 EStG)
sonstige Kapitalforderungen (§ 20 II 1 Nr. 7 EStG) und
Gewinne aus der Übertragung oder Aufgabe einer die Einnahmen im Sinne des Absatzes 1 Nummer 9 vermittelnden Rechtsposition.
Die tatsächlich entstandenen Werbungskosten dürfen nicht angesetzt werden (§ 20 IX EStG). Das objektive Nettoprinzip wird hiermit durchbrochen, im Rahmen der Abgeltungsteuer kommt es damit zu einer Bruttobesteuerung.
Wichtig ist außerdem noch zu sagen, dass im betrieblichen Bereich der Steuerabzug unabhängig von der Anwendung des Teileinkünfteverfahrens nach § 3 Nr. 40 EStG funktioniert (§ 43 I 3 EStG).
1. eine juristische Person hält Anteile an einer anderen juristischen Person
a) Beteiligung mindestens 10 %:
das Dividendenprivileg gilt, d.h. Steuerfreiheit der Dividende (§ 8b I 1 KStG), aber Hinzurechnung zu 5 % (§ 8b III KStG)
b) Beteiligung unter 10 %:
volle Besteuerung mit Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag
2. eine natürliche Person hält Anteile an einer anderen juristische Person
a) im Betriebsvermögen:
das Teileinkünfteverfahren wird angewendet
b) im Privatvermögen:
dann greift die Abgeltungsteuer.
Der Steuerpflichtige Bernd hält 100 % an der Trulla-GmbH und erhält eine Dividende von 1.000 €. Seine Beteiligung hält er im Privatvermögen. Ihm entstehen Depotgebühren von 400 €.
Da Bernd als natürliche Person Anteile an einer Kapitalgesellschaft hält, unterliegen seine Dividenden der Abgeltungsteuer. Zunächst werden seine Einkünfte aus Kapitalvermögen berechnet als
EKKap.verm. = Einnahme – Werbungskosten = 1.000 – 801 = 199 €.
Die tatsächlich angefallenen Depotgebühren von 400 € sind uninteressant, es werden stets die 801 € abgezogen – also auch, wenn der tatsächlich angefallene Betrag größer sein sollte als der Betrag von 801 €. Schließlich multipliziert man mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 % und erhält eine Einkommensteuer (hier in Form der Abgeltungsteuer) von: Steuer = 199·0,25 = 49,75 €.
Wie im vorigen Beispiel, aber Bernd hält seine Beteiligung im Betriebsvermögen. Rechne vereinfachend mit einem Grenzsteuersatz für die Einkommensteuer von 30 %.
Da Bernd als natürliche Person Anteile an einer Kapitalgesellschaft hält, unterliegt seine Dividende dem Teileinkünfteverfahren. Damit unterliegen lediglich 0,6·1.000 = 600 € der Besteuerung, 0,4·1.000 = 400 € sind steuerfrei. Allerdings sind auch lediglich 400·0,6 = 240 € abzugsfähig. Also muss Bernd 600 – 240 = 360 € der Einkommensteuer unterwerfen. Er bezahlt mithin 360·0,3 = 108 € an Einkommensteuer.
Die Bernd-AG hält 100 % an der Trulla-GmbH und erhält eine Dividende von 1.000 €. Diese wird handelsrechtlich als Ertrag gebucht. Der Jahresüberschuss insgesamt lag im Kalenderjahr 2016 bei 120.000 €. Berechne die Körperschaftsteuer.
Die Tiefe der Körperschaftsteuerberechnung lernen Sie übrigens im Kurs „Körperschaftsteuer “ im Kapitel „Steuerfreie Ergebnisse aus Beteiligungen “.
Man rechnet die 1.000 € aus dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss raus (§ 8b I 1 KStG). Wichtig ist, dass die Beteiligung mit 100 % über der Mindestbeteiligung von 10 % für die Anwendung des Dividendenprivilegs liegt (§ 8b IV 1 KStG). Außerdem sind die 1.000 € an Dividende allerdings nicht komplett steuerfrei, denn 5 % hiervon werden als nichtabzugsfähige Betriebsausgaben wieder hinzugerechnet (§ 8b III KStG). Also:
Jahresüberschuss 120.000 €
abzgl. Dividende, die steuerfrei ist 1.000 €
zzgl. nichtabzugsfähige Betriebsausgabe 50 €
zu versteuerndes Einkommen 119.050 €
Körperschaftsteuer 17.857,50 €.
Beachten Sie bitte folgendes: es gibt eine Ausnahmeregelung nach § 32d II EStG, nach welcher (auf Antrag) die Abgeltungsteuer nicht anzuwenden ist und folglich der persönliche Einkommensteuersatz nach § 32a EStG wiederum greift. Diese Ausnahmeregelung ist folgende. Wenn der Steuerpflichtige ...
zu mindestens 1 % an ihr beteiligt ist und beruflich für diese tätig,
so kann er die Nichtgültigkeit der Abgeltungsteuer beantragen (§ 32d II Nr. 3 S. 1 EStG).
Fritz aus Erkenschwick ist an der Franz-AG zu 5 % beteiligt und für diese beruflich tätig. Er unterliegt einem persönlichen Einkommensteuersatz von 20 %.
Die Ausnahmeregelung des § 32d II Nr. 3 S. 1 EStG greift, weswegen das lex generalis des § 32d I 1 EStG, also die Abgeltungsteuer, nicht anwendbar ist. Mögliche Dividenden aus der Beteiligung würden daher mit 20 % besteuert, ein Antrag wäre dem Steuerpflichtigen anzuraten, weil die Besteuerung mit 20 % besser wäre als die Abgeltungsteuer mit 25 %.).
Fritz aus Erkenschwick ist an der Franz-AG zu 5 % beteiligt. Er unterliegt einem persönlichen Einkommensteuersatz von 20 %.
Die Ausnahmeregelung des § 32d II Nr. 3 S. 1 EStG greift nicht, denn über eine berufliche Tätigkeit des Steuerpflichtigen für die Franz-AG ist nichts bekannt. Folglich wäre lediglich die Anwendbarkeit des Ausnahmetatbestands § 32d II Nr. 3 S. 1 Buchst. a) EStG zu überprüfen. Diese ist allerdings zu verneinen, denn die Beteiligung liegt mit 5 % unterhalb der kritischen Marge von 25 %. Folglich würde eine mögliche Dividende nach der Abgeltungsteuer mit 25 % besteuert, was für den Steuerpflichtigen ungünstiger wäre als sein persönlicher Einkommensteuersatz von 20 %, der auf die anderen sechs Einkunftsarten entfällt.
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Steuerfreie Ergebnisse aus Beteiligungen
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Der Steuerpflichtige Fritz Zock (ledig) erhält für sein Festgeld Zinsen in Höhe von 12.000 €. Er kann keine individuellen Werbungskosten geltend machen und ordnet die Zinsen seinem Privatvermögen zu. Wie sind die ertragsteuerlichen Auswirkungen?
Die zu zahlende Einkommensteuer beträgt 2.799,75 €. (Begründung: Es ist die Abgeltungsteuer anzuwenden, der Sparerpauschbetrag von 801 € muss von den 12.000 € abgezogen werden, bevor der Steuersatz anzuwenden ist.)
Die persönliche Einkommensteuer beträgt 3.000 €. (Begründung: Den Sparerpauschbetrag von 801 € wegzulassen und 0,25*12.000 = 3.000 € zu rechnen, ist falsch, weil der Sparerpauschbetrag von 801 € unabhängig von den tatsächlich anfallenden Werbungskosten anzuwenden ist.)
Ohne weitere Informationen ist die persönliche Einkommensteuer nicht kalkulierbar, da der individuelle Steuersatz nach § 32a EStG zu verwenden ist.
Ludwig Steuerschlau (ledig) hält in einem Betriebsvermögen eine Beteiligung an der Zock-AG. Durch diese Beteiligung sind ihm Finanzierungskosten in Höhe von 2.000 € angefallen. Er erhält eine Bruttodividende in Höhe von 12.000 €. Wie hoch ist die zu zahlende Einkommensteuer? Welche der folgenden Aussagen kommt der Wahrheit am nächsten?
Ohne weitere Informationen ist die Aufgabe nicht lösbar. (Begründung: Da die Beteiligung in einem Betriebsvermögen liegt, ist das Teileinkünfteverfahren anzuwenden. Man erhält folgende Einkünfte:
Bruttodividende 12.000 €
abzüglich steuerfreie Einnahmen (40 %): 4.800 € (§ 3 Nr. 40 EStG)
= steuerpflichtige Einnahmen: 7.200 €
abzüglich Betriebsausgaben (60 % von 2.000 €): 1.200 €
= Einkünfte nach § 15 EStG: 6.000 €.
Diese Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind dem persönlichen Einkommensteuersatz nach § 32a EStG zu unterwerfen. Da man diesen nicht kennt, ist die Aufgabe ohne weitere Informationen nicht lösbar.)
Die zu zahlende Einkommensteuer beträgt als Abgeltungsteuer 2.799,75 €.
Die zu zahlende Einkommensteuer beträgt als Abgeltungsteuer 2.500 €.
Ludwig Steuerschlau (ledig) hält im Privatvermögen eine Beteiligung an der Zock-AG. Durch diese Beteiligung sind ihm Finanzierungskosten in Höhe von 2.000 € angefallen. Er erhält eine Bruttodividende in Höhe von 12.000 €. Wie hoch ist die zu zahlende Einkommensteuer? Welche der folgenden Aussagen kommt der Wahrheit am nächsten?
Die zu zahlende Einkommensteuer beträgt 2.500 €. (Begründung: Bei der Abgeltungssteuer dürfen nicht etwa die tatsächlich angefallenen Kosten abgezogen werden, sondern muss ein Pauschbetrag von 801 € in Abzug gebracht werden. Deshalb ist die Rechnung von 0,25*(12.000 - 2000) = 2.500 € nicht korrekt.)
Die zu zahlende Einkommensteuer bemisst sich nach dem persönlichen Steuersatz nach § 32a EStG, weshalb ohne weitere Information die persönliche Einkommensteuer nicht ausrechenbar ist.
Die zu zahlende Einkommensteuer beträgt 2.799,75 €. (Begründung: Weil die Beteiligung im Privatvermögen liegt, ist die Abgeltungsteuer anzuwenden. Von der Bruttodividende in Höhe von 12.000 € ist der Sparerpauschbetrag von 801 € (§ 20 IX EStG) abzuziehen. Tatsächlich angefallene Kosten in Höhe von 2000 € dürfen nicht abgezogen werden. Die Abgeltungsteuer beträgt also 0,25*(12.000 - 801) = 2.799,75 €.)

References: § 20
 § 20
 § 3
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 15
 § 32
 § 32