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Timestamp: 2016-10-22 08:57:01+00:00

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Bericht zur Neuorganisation des Stadt- und Ortsbildschutzes so- wie
Bericht zur Neuorganisation des Stadt- und Ortsbildschutzes so- wieEinbettenintegration code for your site or blogWidth: (Auto)
13.1892.01
09.5267.03
09.5110.04
11.5143.03
BVD/P131892/P095267/P095110/PP115143
Regierungsratsbeschluss vom 3. Dezember 2013
Bericht zur Neuorganisation des Stadt- und Ortsbildschutzes sowie zur Neuregelung der Bewilligungspflicht und Bewilligungsf&auml;higkeit von Solaranlagen
Anzug Tobit Sch&auml;fer und Konsorten betreffend Entlastung der Stadtbildkommission
Anzug Mirjam Ballmer und Konsorten betreffend Ber&uuml;cksichtigung von energetischen Sanierungen bei der Beurteilung von Bauten und Anlagen
Anzug Guido Vogel und Konsorten betreffend mehr Rechtssicherheit beim Erstellen von Photovoltaik- und Solar-Anlagen auf Hausd&auml;chern und an Hausfassaden
Den Mitgliedern des Grossen Rates des Kantons Basel-Stadt zugestellt am 6. Dezember 2013.
Begehren....................................................................................................................3
Anzugstexte ...............................................................................................................3
2.1 Anzug Mirjam Ballmer und Konsorten betreffend Ber&uuml;cksichtigung von energetischen
Sanierungen bei der Beurteilung von Bauten und Anlagen .................................................................... 3
2.2 Anzug Tobit Sch&auml;fer und Konsorten betreffend Entlastung der Stadtbildkom mission ................ 4
2.3 Anzug Guido Vogel und Konsorten betreffend mehr Rechtssicherheit beim Erstellen von
Photovoltaik- und Solar-Anlagen auf Hausd&auml;chern und an Haus fassaden ........................................... 4
Der vorliegende Bericht ............................................................................................5
Neuorganisation des Stadt- und Ortsbildschutzes ................................................5
Vorgeschichte ............................................................................................................................... 5
Vernehmlassungsentwurf in K&uuml;rze ............................................................................................... 5
Grob&uuml;bersicht &uuml;ber das Vernehmlassungsresultat....................................................................... 6
Grundz&uuml;ge der &Uuml;berarbeitung des Vernehmlassungsentwurfs.................................................... 6
Die Neuregelung im Detail ............................................................................................................ 7
Organisation des Stadt- und Ortsbildschutzes.............................................................................. 7
Zusammensetzung der Stadtbildkommission ............................................................................... 8
Wirkung der Stellungnahme im Baubewilligungsverfahren .......................................................... 8
Fazit zur Neuorganisation des Stadtbild- und Ortsbildschutzes ................................................... 9
5. Neuregelung der Bewilligungspflicht und Bewilligungsf&auml;higkeit von
Solaranlagen.....................................................................................................................9
5.1 Solaranlagen in den Nummernzonen (inkl. Schonzone), der Zone f&uuml;r Nutzungen im
&ouml;ffentlichen Interesse und der Landwirtschaftszone ............................................................................. 10
5.1.1 Regelung gem&auml;ss revidiertem Bundesrecht ............................................................................... 10
5.1.2 Spielraum f&uuml;r Kantone ................................................................................................................ 11
5.2 Solaranlagen in der Stadt- und Dorfbildschutzzone ................................................................... 13
5.3 Solaranlagen auf eingetragenen Denkm&auml;lern ............................................................................ 13
5.4 Fazit zur Neuregelung der Bewilligungspflicht und Bewilligungsf&auml;higkeit von Solaranlagen .... 14
Bericht zu den h&auml;ngigen politischen Anz&uuml;gen.....................................................14
6.1 Anzug Tobit Sch&auml;fer und Konsorten betreffend Entlastung der Stadtbildkommission ............ 14
6.2 Anzug Guido Vogel und Konsorten betreffend mehr Rechtssicherheit beim Erstellen von
Photovoltaik- und Solar-Anlagen auf Hausd&auml;chern und an Hausfassaden ......................................... 15
6.3 Anzug Mirjam Ballmer und Konsorten betreffend Ber&uuml;cksichtigung von energetischen
Sanierungen bei der Beurteilung von Bauten und Anlagen .................................................................. 16
Antrag.......................................................................................................................18
Die Motion Mirjam Ballmer und Konsorten betreffend Ber&uuml;cksichtigung von energetischen Sanierungen bei der Beurteilung von Bauten und Anlagen wurde dem Regierungsrat – nach der Umwandlung in einen Anzug - im Juni 2009 zur Berichterstattung &uuml;berwiesen, der Anzug Tobit Sch&auml;fer und Konsorten betreffend Entlastung der Stadtbildkommission im November 2009 und die
Motion Guido Vogel und Konsorten betreffend mehr Rechtssicherheit beim Erstellen von Photovoltaik- und Solar-Anlagen auf Hausd&auml;chern und an Hausfassaden – ebenfalls nach der Umwandlung in einen Anzug - im September 2011.
Da die Anz&uuml;ge &Uuml;berschneidungen aufweisen, ist es aus unserer Sicht sinnvoll, sie in einem gemeinsamen Bericht zu behandeln. Dementsprechend informieren wir den Grossen Rat vorliegend
umfassend &uuml;ber die Neuorganisation des Stadt- und Ortsbildschutzes und die Neuregelung der
Bewilligungspflicht und Bewilligungsf&auml;higkeit von Solaranlagen und berichten gest&uuml;tzt darauf abschliessend zu den drei obgenannten Anz&uuml;gen, wobei beantragt wird, diese als erledigt abzuschreiben.
Anzugstexte
2.1 Anzug Mirjam Ballmer und Konsorten betreffend Ber&uuml;cksichtigung von
energetischen Sanierungen bei der Beurteilung von Bauten und Anlagen
Der Anzug Mirjam Ballmer und Konsorten betreffend Ber&uuml;cksichtigung von energetischen Sanierungen bei der Beurteilung von Bauten und Anlagen lautet wie folgt:
„Das baselst&auml;dtische Bau- und Planungsgesetz (BPG) beinhaltet eine generelle &Auml;sthetik-Klausel, die
wie folgt lautet: Bauten, Anlagen, Reklamen, Aufschriften und Bemalungen sind mit Bezug auf die Umgebung so zu gestalten, dass eine gute Gesamtwirkung entsteht (&sect; 58 Abs. 1 BPG).
Der Vollzug dieser Regelung obliegt weitgehend der Stadtbildkommission. Die Stadtbildkommission ist
eine st&auml;ndige Kommission des Baudepartements, die administrativ beim Hochbau- und Planungsamt
angesiedelt ist. Sie beurteilt Baubegehren, die ihr das Bauinspektorat unterbreitet im Sinne des Schutzes des Strassen-, Platz-, St&auml;dte-, Landschafts- und Aussichtsbildes. Das Bauinspektorat unterbreitet
alle Baubegehren, die in der Stadt- oder Dorfbild-Schutzzone und Stadt- oder Dorfbild -Schonzone gelegene oder in das Denkmalverzeichnis eingetragene Bauten oder Anlagen betreffen. Ausserhalb dieser Zonen ist die Stadtbildkommission zur Einsprache gegen Baubegehren berechtigt, wenn von seiner
Ausf&uuml;hrung erhebliche Verunstaltung des Strassen-, Platz-, St&auml;dte-, Landschafts- und Aussichtsbildes
zu erwarten ist. Der Antrag der Kommission ist f&uuml;r das Bauinspektorat verbindlich und kann nicht von
Dritten umgestossen werden.
Der Regierungsrat hat sich die Erreichung der 2000-Watt-Gesellschaft im Politikplan 2009 -2012 als
Ziel gesetzt. Gem&auml;ss Bundesamt f&uuml;r Energie besteht im Geb&auml;udebereich ein enormes Potential zur
Reduktion des Energieverbrauchs. Aus diesem Grund hat auch der Nationalrat k&uuml;rzlich einer Teilzweckbindung der C02-Abgabe, welche f&uuml;r energetische Geb&auml;udesanierungen eingesetzt werden soll,
In Basel werden Bestrebungen, Geb&auml;ude energetisch zu sanieren, immer wieder aus Gr&uuml;nden des
Ortsbildschutzes verhindert oder erschwert. Es stellt sich die Frage, ob sich der Kanton eine solch restriktive Politik noch leisten kann, wenn er gleichzeitig das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft verfolgt.
Die Unterzeichneten bitten daher den Regierungsrat, dem Grossen Rat eine Vorlage zur &Auml;nderung des
Bau- und Planungsgesetzes (BPG) in dem Sinne vorzulegen, dass bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung im Sinne von &sect; 58 BPG den Bed&uuml;rfnissen einer energiesparenden und nachhaltigen
Bauweise geb&uuml;hrend Rechnung zu tragen ist.
Mirjam Ballmer, Beat Jans, J&uuml;rg St&ouml;cklin, Loretta M&uuml;ller, Guido Vogel, David W&uuml;est-Rudin, Christoph
Wydler, Elisabeth Ackermann, Urs M&uuml;ller-Walz, Christoph Haller, Heiner Vischer, Patrizia Bernasconi“
2.2 Anzug Tobit Sch&auml;fer und Konsorten betreffend Entlastung der Stadtbildkom
Der Anzug Tobit Sch&auml;fer und Konsorten betreffend Entlastung der Stadtbildkommission enth&auml;lt
„Gem&auml;ss &sect; 58 des Bau- und Planungsgesetzes (BPG) sind Bauten, Anlagen, Reklamen, Aufschriften
und Bemalungen mit Bezug auf die Umgebung so zu gestalten, dass eine gute Gesamtwirkung entsteht. Die Beurteilung obliegt gem&auml;ss der Bau- und Planungsverordnung (BPV) der Stadtbildkommission. Diese besch&auml;ftigt sich heute mit einer Unzahl von - in der Auswirkung auf das Stadtbild oft unwesentlichen - Baubewilligungsverfahren, was bewirkt, dass die Bearbeitung lange dauert und die
Ergebnisse der Beurteilung oft wenig &uuml;berzeugend sind. Insbesondere ist es f&uuml;r Bauwillige oft schwer
oder gar nicht nachvollziehbar, wieso die Stadtbildkommission gewisse Vorhaben ablehnt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Entscheide der Stadtbildkommission gem&auml;ss &sect; 17 der BPV f&uuml;r die
Bewilligungsbeh&ouml;rden verbindlich sind. Eine Interessenabw&auml;gung findet somit nicht statt und eine f&uuml;r
Aussenstehende nachvollziehbare Begr&uuml;ndung des Entscheids fehlt in der Regel. Um zu erfahren,
weshalb die Stadtbildkommission ein bestimmtes Projekt ablehnt, sehen sich unzufriedene Bauwillige
daher gezwungen, an die Baurekurskommission zu gelangen. Dieser Umstand kann nicht befriedigen,
w&auml;re es doch sinnvoll zu gew&auml;hrleisten, dass bereits die Bewilligungsinstanz eine Interessenabw&auml;gung
vornehmen kann und nicht erst die Rekursinstanz.
Vor diesem Hintergrund bitten die Anzugstellenden den Regierungsrat zu pr&uuml;fen und zu berichten, ob
- die Stadtbildkommission von unwesentlichen Aufgaben entlastet werden kann, damit sie sich auf
diejenigen Aufgaben konzentrieren kann, die sich tats&auml;chlich auf das Stadtbild auswirken
die Beurteilung der Stadtbildkommission nur noch empfehlenden Charakter erhalten soll, damit bereits die Bewilligungsinstanz eine Interessenabw&auml;gung vornehmen kann
die Stadtbildkommission eine st&auml;ndige Ansprechperson gew&auml;hrleisten kann, die - &auml;hnlich wie das
Bauinspektorat - Sprechstunden anbietet, um Bauwillige bei der Projektierung zu beraten.
Tobit Sch&auml;fer, Francisca Schiess, Christian Egeler, Urs Schweizer, Andr&eacute; Weissen, Heinrich Ueberwasser, Conradin Cramer, Roland Lindner, Daniel Stolz, J&ouml;rg Vitelli, Mirjam Ballmer, Lorenz N&auml;gelin,
Markus Lehmann, Patricia von Falkenstein, Philippe Pierre Macherel, Thomas Grossenbacher, David
W&uuml;est-Rudin, B&uuml;lent Pekerman, Peter Bochsler, Christoph Wydler.“
2.3 Anzug Guido Vogel und Konsorten betreffend mehr Rechtssicherheit beim
Erstellen von Photovoltaik- und Solar-Anlagen auf Hausd&auml;chern und an Haus
Dieser Anzug lautet folgendermassen:
„Der Kanton Basel-Stadt verzichtet seit vielen Jahren auf die Verwendung von Atomenergie, ist
schweizweit f&uuml;hrend bei der F&ouml;rderung der Produktion und des Einsatzes erneuerbarer Energieformen
und unterst&uuml;tzt tatkr&auml;ftig private und gewerbliche Geb&auml;udebesitzer beim Umsetzen von Energieeffizienzmassnahmen.
Im Wissen um diese vorbildliche Haltung in der Energiepolitik, war es f&uuml;r viele absolut unverst&auml;ndlich,
in der Tagespresse &uuml;ber einen Ablehnungsentscheid der Stadtbildkommission zu einer geplanten Photovoltaikanlage an der Fassade des Lonza Hochhauses zu lesen. Dieser Entscheid wurde zwar inzwischen durch den zust&auml;ndigen Regierungsrat r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht. Nichtsdestotrotz finden die Motion&auml;re, dass die Zeit reif w&auml;re f&uuml;r eine gesetzliche Klarstellung bez&uuml;glich der Voraussetzungen, welche ein
Geb&auml;ude erf&uuml;llen muss, damit es ohne staatliche H&uuml;rden und zeitliche Verz&ouml;gerungen mit einer Photovoltaik- und/oder Solar-Anlage erg&auml;nzt werden kann.
Die Motion&auml;re verlangen daher, dass der Regierungsrat dem Grossen Rat binnen eines Jahres die um
folgende Punkte erg&auml;nzten relevanten gesetzlichen Vorgaben (u.a. Raumplanungsgesetz Art.18a) vorlegt:
- Photovoltaik- und Solaranlagen sind grunds&auml;tzlich zu bewilligen.
- Alle Ausnahmen, welche zu einer Nichtbewilligung f&uuml;hren k&ouml;nnen, m&uuml;ssen klar definiert und anhand
von Beispielen beschrieben werden.
- Energietechnische Einrichtungen (z.B. Solarziegel), welche das Stadtbild nicht wesentlich
beeintr&auml;chti
gen, sind auch in der Schutz- und Schonzone zuzulassen.
Guido Vogel, Stephan Luethi-Br&uuml;derlin, Brigitta Gerber, Christoph Wydler, Remo Gallacchi, Tobit Sch&auml;fer, Eduard Rutschmann, Annemarie Pfeifer, J&uuml;rg St&ouml;cklin, J&ouml;rg Vitelli, Oswald Inglin, Aeneas Wanner“
Im vorliegenden Bericht legen wir dem Grossen Rat dar, wie die Stadtbildkommission neu organisiert worden ist (Ziffer 4) und welche Neuerungen – auch und insbesondere auf Bundesebene –
im Bereich der Solaranlagen beschlossen worden sind (Ziffer 5). Gest&uuml;tzt auf diese Ausf&uuml;hrungen &auml;ussern wir uns anschliessend detailliert zu den Anliegen der Anzugstellenden (Ziffer 6), wobei bei der Beantwortung des Anzugs Ballmer &uuml;ber die Solaranlagen hinausgehend in allgemeiner Weise auf die F&ouml;rderung von energetischen Sanierungen eingegangen wird.
Neuorganisation des Stadt- und Ortsbildschutzes
Im Zwischenbericht vom 26. Oktober 2011 zum Anzug Tobit Sch&auml;fer und im Zwischenbericht vom
11. Januar 2012 zum Anzug Mirjam Ballmer wurde darauf hingewiesen, dass der Regierungsrat
seit einiger Zeit eine grunds&auml;tzliche &Uuml;berpr&uuml;fung der Organisation und der Aufgaben der Stadtbildkommission anstrebe und aus diesem Grund Mitte 2011 eine entsprechende &Auml;nderung der
Bau- und Planungsverordnung vom 19. Dezember 2000 (BPV) in die Vernehmlassung gegeben
habe. Da die Stossrichtung der geplanten Neuorganisation den in den Anz&uuml;gen ge&auml;usserten Anliegen weitgehend entsprach, wurde dem Grossen Rat beantragt, die Anz&uuml;ge vorl&auml;ufig stehen zu
Nach Auswertung des Vernehmlassungsverfahrens und &Uuml;berarbeitung des Vernehmlassungsentwurfs hat der Regierungsrat Ende Februar 2013 eine entsprechende &Auml;nderung der BPV beschlossen. Die &Auml;nderung wurde im Kantonsblatt vom 2. M&auml;rz 2013 publiziert und ist seit dem
1. Juli 2013 wirksam.
Nachfolgend legen wir kurz dar, welche &Auml;nderungen der Vernehmlassungsentwurf vorsah, welche R&uuml;ckmeldungen im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens dazu eingegangen sind und
welche &Auml;nderungen an der Organisation des Stadtbildschutzes der Regierungsrat gest&uuml;tzt auf
diese R&uuml;ckmeldungen beschlossen hat.
4.2 Vernehmlassungsentwurf in K&uuml;rze
Der Vernehmlassungsentwurf sah vor, den Bereich Stadtbildschutz wie folgt neu zu organisieren:
Konzentration der Stadtbildkommission auf die Begutachtung von Baugesuchen mit Fragestellungen von grosser Tragweite und grunds&auml;tzlicher Natur;
Begutachtung der &uuml;brigen Baugesuche durch eine neue, der Verwaltung angegliederte
Fachstelle f&uuml;r Stadtbild und Bau&auml;sthetik;
Durchf&uuml;hrung von Sprechstunden durch die Fachstelle;
M&ouml;glichkeit zu Abweichungen von den Begutachtungen der Stadtbildkommission und der
Fachstelle im Rahmen einer G&uuml;terabw&auml;gung im Einzelfall;
Breitere Abst&uuml;tzung der Stadtbildkommission durch Erh&ouml;hung der externen Mitgliederzahl
von vier auf sieben Personen aus den Fachbereichen St&auml;dtebau, Baugestaltung und Freiraumgestaltung; sowie
Vorsitz der Stadtbildkommission durch externe Fachperson.
4.3 Grob&uuml;bersicht &uuml;ber das Vernehmlassungsresultat
Der Vernehmlassungsentwurf stiess auf reges Interesse, l&ouml;ste bei den Vernommenen jedoch
deutlich mehr Kritik aus, als Zustimmung zu finden. Es hat sich gezeigt, dass die Vorstellungen,
wie die Stadtbildkommission geregelt werden soll, weit auseinandergehen. Aus der Auswertung
der Vernehmlassung liessen sich folgende vier Schl&uuml;sse ziehen:
Die Wahrung des Stadtbilds als „normale“ Verwaltungst&auml;tigkeit zu regeln, wird abgelehnt.
Es besteht zwar der Wunsch, dass die Stadtbildkommission f&uuml;r Bauherrschaften greifbarer wird. Die Vernommenen erachten es aber als richtig und wichtig, die Wahrung des
Stadtbildes einer verwaltungsunabh&auml;ngigen Kommission anzuvertrauen.
Die Verbindlichkeit der Beurteilung der Stadtbildkommission wird als wichtiges Instrument
zur Wahrung der Qualit&auml;t des Stadtbildes angesehen, auf welches nicht verzichtet werden
soll. Dass die Bewilligungsbeh&ouml;rde &uuml;ber die Stellungnahmen der Stadtbildkommission wie
&uuml;ber andere Stellungnahmen mitwirkender Beh&ouml;rden aufgrund einer umfassenden Interessenabw&auml;gung entscheidet, wird deshalb abgelehnt. Im Rahmen der Wahrung des
Stadtbildes sollen aber L&ouml;sungen erm&ouml;glicht werden, welche den Interessenlagen des
Einzelfalls gerecht werden.
Es wird eine breit gef&auml;cherte Zusammensetzung der Stadtbildkommission gew&uuml;nscht, in
welcher unterschiedliche Interessen wahrgenommen werden k&ouml;nnen.
Im Hinblick auf die Gemeindeautonomie wurde gefordert, die Zust&auml;ndigkeiten in erster Linie geographisch zu regeln.
4.4 Grundz&uuml;ge der &Uuml;berarbeitung des Vernehmlassungsentwurfs
Gest&uuml;tzt auf die erhaltenen R&uuml;ckmeldungen hat der Regierungsrat sein Bild von den unterschiedlichen Anforderungen an die Stadtbildkommission und Bed&uuml;rfnissen der Vernommenen vervollst&auml;ndigt und eine Verordnungs&auml;nderung beschlossen, welche die genannten – teils gegens&auml;tzlichen - Bed&uuml;rfnisse m&ouml;glichst umfassend umsetzt. Die Grundz&uuml;ge der Verordnungs&auml;nderung sind
Auf Gemeindegebiet sind neu ausschliesslich die Dorf- bzw. Ortsbildkommission der Gemeinden Bettingen und Riehen zust&auml;ndig.
Auf Stadtgebiet wird nach Bedeutung der F&auml;lle f&uuml;r das Stadtbild unterschieden. F&auml;lle von
grosser Tragweite oder grunds&auml;tzlicher Natur werden von der Stadtbildkommission, F&auml;lle
von kleinerer Tragweite von einem Fachsekretariat der Stadtbildkommission beurteilt. Das
Fachsekretariat ist fachlich der Stadtbildkommission unterstellt, administrativ aber beim
Bau- und Verkehrsdepartement angegliedert. In seinem B&uuml;ro beim Bau- und Verkehrsdepartement bietet das Fachsekretariat regelm&auml;ssig Sprechstunden an.
In F&auml;llen grosser Tragweite oder grunds&auml;tzlicher Natur haben die verantwortlichen Fachpersonen oder Bauherrschaften die M&ouml;glichkeit, ihr Projekt der Stadtbildkommission
m&uuml;ndlich vorzustellen. In allen F&auml;llen, gr&ouml;sseren und kleineren, erfolgt eine umfassende
schriftliche Begr&uuml;ndung des Entscheids, der mit Rekurs anfechtbar ist.
Um eine m&ouml;glichst ausgewogene Beurteilung der Einzelf&auml;lle sicherzustellen, wurde die
Aufz&auml;hlung der Fachbereiche, welche in der Stadtbildkommission vertreten sein k&ouml;nnen
und sollen, erweitert.
4.5 Die Neuregelung im Detail
Gest&uuml;tzt auf die dargelegten vorangegangenen Arbeiten hat der Regierungsrat Ende Februar
2013 eine entsprechende &Auml;nderung der BPV beschlossen; diese ist seit Mitte 2013 wirksam. Die
Neuregelung betrifft die Organisation des Stadt- und Ortsbildschutzes, insbesondere die geographischen und sachlichen Zust&auml;ndigkeiten, die Zusammensetzung der Kommission sowie die Wirkung der Stellungnahmen der Kommission im Baubewilligungsverfahren. Nachfolgend wird in
Bezug auf diese drei Punkte jeweils dargelegt, wie die neue Regelung im Detail lautet.
Organisation des Stadt- und Ortsbildschutzes
Aus der Auswertung der Vernehmlassung liess sich der Schluss ziehen, dass zwar der Wunsch
besteht, die Stadtbildkommission f&uuml;r Bauherrschaften greifbarer zu machen; die Wahrung des
Stadtbilds teilweise als „normale“ Verwaltungst&auml;tigkeit zu regeln, aber abgelehnt wird. Die Vernommenen erachten es als wichtig, die Wahrung des Stadtbildes einer verwaltungsunabh&auml;ngigen
Kommission anzuvertrauen. Im Hinblick auf die Gemeindeautonomie wurde zudem gefordert, die
Zust&auml;ndigkeiten in erster Linie geographisch zu regeln und nicht die sachlichen Zust&auml;ndigkeiten
Im Sinne des letztgenannten Anliegens sind neu f&uuml;r s&auml;mtliche F&auml;lle auf Gemeindegebiet die Ortsbzw. Dorfbildkommission zust&auml;ndig; dies unabh&auml;ngig von der Tragweite des jeweiligen Einzelfalls. Praxisgem&auml;ss wurden F&auml;lle auf Gemeindegebiet bereits vor der Verordnungs&auml;nderung
durch die zust&auml;ndigen kommunalen &Auml;sthetikkommissionen beurteilt. Angesichts der Vertrautheit
der Gemeindestellen mit den &ouml;rtlichen Verh&auml;ltnissen machte dies aus fachlicher Sicht Sinn und
wurde nie bem&auml;ngelt. Diese Praxis wurde deshalb in der BPV entsprechend festgeschrieben.
In Umsetzung des Bed&uuml;rfnisses, die Unabh&auml;ngigkeit der Stadtbildkommission zu wahren, ihre
Ansprechbarkeit aber gleichzeitig zu verbessern, wurde ein Fachsekretariat der Stadtbildkommission geschaffen. Dieses steht unter der Aufsicht der Stadtbildkommission und ist demnach verwaltungsunabh&auml;ngig; rein administrativ ist es beim Bau- und Verkehrsdepartement angegliedert.
Auf diese Weise ist die Unabh&auml;ngigkeit des f&uuml;r die Beurteilung von Stadtbildfragen zust&auml;ndigen
Organs weiterhin gewahrt; gleichzeitig f&uuml;hrt das Sekretariat der Stadtbildkommission in seinem
B&uuml;ro beim Bau- und Verkehrsdepartement aber regelm&auml;ssig Sprechstunden durch und ist direkt
&uuml;ber E-Mail und Telefon ansprechbar. Dadurch k&ouml;nnen Bauwillige k&uuml;nftig mit der Stadtbildkommission wie mit allen anderen bei der Beurteilung eines Baubegehrens mitwirkenden Fachstellen
ohne Weiteres in Kontakt treten.
Die Aufgabenteilung zwischen der Stadtbildkommission und ihrem Sekretariat wurde wie folgt
ausgestaltet: Die Stadtbildkommission ist f&uuml;r alle F&auml;lle von grosser Tragweite oder grunds&auml;tzlicher Natur auf Stadtgebiet zust&auml;ndig; das Fachsekretariat erledigt alle &uuml;brigen F&auml;lle auf Stadtgebiet. Zu beachten ist, dass das Sekretariat auch jene F&auml;lle, in denen die Stadtbildkommission
zust&auml;ndig ist, vorbereitet und die Kommissionsbeschl&uuml;sse schriftlich nachvollziehbar begr&uuml;ndet.
Zwei Mechanismen stellen sicher, dass die Zuteilung der F&auml;lle zuverl&auml;ssig vorgenommen wird
und trotz unterschiedlicher Zust&auml;ndigkeiten die Koordination aller F&auml;lle auf Stadtgebiet gew&auml;hrleistet ist:
Erstens spricht das Fachsekretariat die Zuweisung der F&auml;lle mit der oder dem Vorsitzenden der Stadtbildkommission ab. Auf diese Weise wird die Stadtbildkommission von kleineren F&auml;llen entlastet, ohne Gefahr zu laufen, dass der Kommission F&auml;lle vorenthalten
werden, welche in ihre Kompetenz fallen.
Zudem werden die Entscheide des Sekretariats vom Kommissionspr&auml;sidium visiert, bevor
sie an die Bewilligungsbeh&ouml;rde weitergeleitet werden. Mit diesem Vieraugenprinzip wird
sichergestellt, dass die Praxis des Fachsekretariats und der Stadtbildkommission &uuml;bereinstimmen und die Gleichbehandlung der Bauherrschaften gew&auml;hrleistet ist.
Damit im Rahmen des Stadtbildschutzes m&ouml;glichst ausgewogene Entscheide auf m&ouml;glichst
transparente Weise gef&auml;llt werden, wurde auch das Verfahren neu geregelt. Neu wurde in der
BPV eine ausdr&uuml;ckliche Begr&uuml;ndungspflicht f&uuml;r die Beurteilungen des Stadt- und Ortsbildschutzes festgeschrieben. Die Stadtbildkommission, ihr Fachsekretariat sowie die Dorf- und Ortsbildkommission sollen ihre Entscheide schriftlich nachvollziehbar begr&uuml;nden und er&ouml;ffnen, wobei die
Er&ouml;ffnung weiterhin in der Regel im Bauentscheid stattfindet. Bei F&auml;llen von grosser Tragweite
haben die verantwortlichen Fachpersonen ausserdem die M&ouml;glichkeit, der Kommission das Projekt m&uuml;ndlich vorzustellen. Dadurch ist die Gew&auml;hrung des rechtlichen Geh&ouml;rs der Bauherrschaften bedeutend verbessert worden.
Zusammensetzung der Stadtbildkommission
Wie die Auswertung der Vernehmlassung gezeigt hat, wird von den Vernommenen eine breit gef&auml;cherte Zusammensetzung der Stadtbildkommission gew&uuml;nscht, in welcher unterschiedliche
Interessen wahrgenommen werden k&ouml;nnen.
Neu wird die Stadtbildkommission deshalb aus Fachleuten aus den Bereichen St&auml;dtebau, Architektur, Landschaftsarchitektur, Gestaltung, Wirtschaft und Geb&auml;ude- &amp; Energietechnik zusammengesetzt. Fachleute aus den genannten Bereichen sind aus Sicht des Regierungsrates am
besten geeignet, eine ausgewogene Beurteilung der &Auml;sthetik vorzunehmen. Die Aufz&auml;hlung ist
indes nicht abschliessend, weshalb auch aus anderen Bereichen Fachleute gew&auml;hlt werden k&ouml;nnen, sollte eine Fachperson aus einem anderen Bereich als geeigneter Kandidat oder geeignete
Kandidatin zur Verf&uuml;gung stehen.
Im &Uuml;brigen wird die Kommission neu mit sieben durch den Regierungsrat gew&auml;hlten Kommissionsmitgliedern besetzt; der Regierungsrat bestimmt die oder den Vorsitzenden. Von Amtes wegen geh&ouml;ren die Kantonsbaumeisterin oder den Kantonsbaumeister und die Denkmalpflegerin
oder der Denkmalpfleger mit beratender Stimme in die Stadtbildkommission.
Die Besetzung des Fachsekretariats der Stadtbildkommission wird von der Stadtbildkommission
und vom Bau- und Verkehrsdepartement einvernehmlich vorgenommen. Die Mitglieder der Dorfbzw. Ortsbildkommission werden wie anhin von den Gemeinder&auml;ten gew&auml;hlt.
Wirkung der Stellungnahme im Baubewilligungsverfahren
Die Auswertung der Vernehmlassung hat gezeigt, dass gew&uuml;nscht wird, im Rahmen der Wahrung des Stadtbildes L&ouml;sungen zu erm&ouml;glichen, welche den Interessenlagen des Einzelfalls gerecht werden. Dass die Bewilligungsbeh&ouml;rde &uuml;ber die Stellungnahmen der Stadtbildkommission
wie &uuml;ber andere Stellungnahmen mitwirkender Beh&ouml;rden aufgrund einer umfassenden Interessenabw&auml;gung entscheidet, wird jedoch abgelehnt. Die Verbindlichkeit der Beurteilung der Stadt-
bildkommission wird als wichtiges Instrument zur Wahrung der Qualit&auml;t des Stadtbildes angeschaut, auf welches nicht verzichtet werden soll.
Gest&uuml;tzt auf die klaren R&uuml;ckmeldungen hat der Regierungsrat entschieden, die Verbindlichkeit
der Stellungnahmen der Stadtbildkommission und der Dorf- bzw. Ortsbildkommission beizubehalten. Ausgenommen von der Verbindlichkeit sind weiterhin Entscheide &uuml;ber Objekte wie Bauinstallationen und Vergn&uuml;gungsbetriebe, f&uuml;r die die Bewilligung aus besonderem Anlass f&uuml;r eine von
vornherein beschr&auml;nkte Zeit beantragt wird.
Auch die Stellungnahmen des Fachsekretariats der Stadtbildkommission sind verbindlich. Die
Bewilligungsbeh&ouml;rde hat zudem die M&ouml;glichkeit, Beurteilungen des Sekretariats der Stadtbildkommission zur &Uuml;berpr&uuml;fung vorzulegen. So kann in F&auml;llen, in denen die Beurteilung des Fachsekretariats grosse Auswirkungen auf ein Projekt hat, bereits auf Bewilligungsstufe eine fachliche
&Uuml;berpr&uuml;fung durch die ganze Stadtbildkommission erfolgen.
4.6 Fazit zur Neuorganisation des Stadtbild- und Ortsbildschutzes
Die neuen Mitglieder der Stadtbildkommission sind unterdessen gew&auml;hlt und das Fachsekretariat
wurde k&uuml;rzlich besetzt. Die ersten gesammelten Erfahrungen sind positiv. Insbesondere die Tatsache, dass die Mitarbeitenden des Fachsekretariats „ganz normal“ zu B&uuml;rozeiten telefonisch
erreichbar sind, wird von den Bauherrschaften als grosse Verbesserung wahrgenommen. Auch
die M&ouml;glichkeit, Projekte von gr&ouml;sserer Tragweite der Kommission m&uuml;ndlich vorstellen zu k&ouml;nnen, und die dadurch verbesserte Transparenz werden positiv gewertet. Insgesamt ist der Regierungsrat zuversichtlich, dass mit der BPV-&Auml;nderung eine gute gesetzliche Grundlage gelegt wurde, um die in den vergangenen Jahren georteten Probleme zu l&ouml;sen.
Neuregelung der Bewilligungspflicht und Bewilligungsf&auml;higkeit
Im Bericht vom 14. Dezember 2011 zum Anzug Guido Vogel wurde ausgef&uuml;hrt, dass Sonnenkollektoren in den Nummernzonen und in der Zone f&uuml;r Nutzungen im &ouml;ffentlichen Interesse ohne
Baubewilligung oder Meldung an die Baubewilligungsbeh&ouml;rde zul&auml;ssig seien, wenn sie der Richtlinie f&uuml;r Sonnenkollektoren im Kanton Basel-Stadt entspr&auml;chen. Da die Richtlinie aus dem Jahre
2006 stamme und sich die Solartechnik seither rasant entwickelt habe, werde die Richtlinie &uuml;berarbeitet und aktualisiert. Zudem wurde auf eine im Rahmen der Revision des Denkmalschutzgesetzes geplante &Auml;nderung des Bau- und Planungsgesetzes vom 17. November 1999 (BPG) hingewiesen, welche sich damals in der Vernehmlassung befand und die Bewilligungsf&auml;higkeit von
Solaranlagen in der Stadt- und Dorfbildschutzzone neu regelte.
Die Revision des Denkmalschutzgesetzes ist mittlerweile abgeschlossen; das &uuml;berarbeitete Gesetz sowie die damit zusammenh&auml;ngende BPG-&Auml;nderung traten r&uuml;ckwirkend auf den 1. Januar
2013 in Kraft. Die Richtlinie f&uuml;r Sonnenkollektoren im Kanton Basel-Stadt wurde aktualisiert und
durch eine neue, liberale Richtlinie ersetzt, welche ebenfalls seit Januar 2013 wirksam ist. Zudem
hat sich im Bereich Solaranlagen auch auf Bundesebene einiges getan. So hat das Stimmvolk im
M&auml;rz 2013 einer &Auml;nderung des Bundesgesetzes &uuml;ber die Raumplanung vom 22. Juni 1979
(RPG) zugestimmt, wonach gewisse Solaranlagen k&uuml;nftig von Bundesrechts wegen bewilligungsfrei zul&auml;ssig sind. Ein damit zusammenh&auml;ngender Entwurf einer &Auml;nderung der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV) befindet sich zurzeit in der Vernehmlassung. Die revidierten
Gesetzesgrundlagen auf Bundesebene sollen voraussichtlich im Fr&uuml;hjahr 2014 in Kraft treten und
werden sich stark auf die Bedeutung der basel-st&auml;dtischen Richtlinie f&uuml;r Solaranlagen auswirken.
Nachfolgend legen wir Ihnen dar, wie die Bewilligungspflicht und –f&auml;higkeit von Solaranlagen in
den jeweiligen Zonen und in Bezug auf eingetragene Denkm&auml;ler heute bzw. in naher Zukunft geregelt sind, welcher Spielraum nach Inkrafttreten des neuen Bundesrechts f&uuml;r eine abweichende
oder erg&auml;nzende kantonale Regelungen besteht und wie der Regierungsrat diesen Spielraum
zum heutigen Zeitpunkt zu nutzen gedenkt.
5.1 Solaranlagen in den Nummernzonen (inkl. Schonzone), der Zone f&uuml;r
Nutzungen im &ouml;ffentlichen Interesse und der Landwirtschaftszone
Regelung gem&auml;ss revidiertem Bundesrecht
Gem&auml;ss Art. 18a des revidierten RPG bed&uuml;rfen in Bau- und Landwirtschaftszonen auf D&auml;chern
gen&uuml;gend angepasste Solaranlagen keiner Baubewilligung, sondern sind lediglich der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde zu melden.
Diese Regelung bringt im Vergleich zum heute geltenden kantonalen Recht folgende drei Neuerungen:
Ausdehnung der Befreiung von der Bewilligungspflicht auf die Landwirtschaftszone
Die Richtlinie f&uuml;r Solaranlagen im Kanton Basel-Stadt vom Januar 2013 sieht die Befreiung von
der Bewilligungspflicht f&uuml;r die Nummernzonen, die Zone f&uuml;r Nutzungen im &ouml;ffentlichen Interesse
und die Schonzone vor, nicht aber f&uuml;r die Landwirtschaftszone. Von Bundesrechts wegen gilt die
Befreiung von der Bewilligungspflicht f&uuml;r Bau- und Landwirtschaftszonen. Im Kanton Basel-Stadt
wird demnach durch das revidierte Bundesrecht die Befreiung von der Bewilligungspflicht auf die
Landwirtschaftszone ausgedehnt. Da es sich bei der Landwirtschaftszone in unserem Stadtkanton nicht um ausgedehnte Fl&auml;chen handelt und die aus anderen Kantonen bekannten Bauernh&auml;user mit grossen, f&uuml;r Solaranlagen bestens geeigneten Dachfl&auml;chen kaum vorhanden sind,
d&uuml;rfte diese Ausdehnung jedoch eher von geringer Bedeutung sein.
Neue Gestaltungskriterien
W&auml;hrend die aktuelle Richtlinie f&uuml;r Solaranlagen im Kanton Basel-Stadt Gestaltungskriterien enth&auml;lt, welche im Sinne des &sect; 58 BPG eine gute Gesamtwirkung sicherstellen, m&uuml;ssen Solaranlagen gem&auml;ss revidiertem Bundesrecht „gen&uuml;gend angepasst“ sein. F&uuml;r Solaranlagen werden
demnach k&uuml;nftig neue Gestaltungskriterien gelten. Ende August 2013 hat der Bund einen Entwurf
einer &Auml;nderung der RPV in die Vernehmlassung gegeben, in welchem vorgeschlagen wird, mittels vier Kriterien zu definieren, was unter „gen&uuml;gend angepasst“ zu verstehen ist. So gelten gem&auml;ss Vernehmlassungsentwurf Solaranlagen auf einem Dach als „gen&uuml;gend angepasst“, wenn
die Dachfl&auml;che im rechten Winkel h&ouml;chstens 20 cm &uuml;berragen;
von vorne und von oben gesehen nicht &uuml;ber die Dachfl&auml;che hinausragen;
nach dem Stand der Technik reflexionsarm ausgef&uuml;hrt werden; und
als kompakte Fl&auml;che zusammenh&auml;ngen.
Die vorgeschlagene Regelung im Detail, insbesondere den erl&auml;uternden Bericht, finden Sie bei
Interesse auf der Homepage des Bundesamtes f&uuml;r Raumentwicklung ARE*.
Die vom Bund vorgeschlagene Regelung wurde von einer kantonalen Arbeitsgruppe aus Fachleuten der Bereiche &Auml;sthetik, Denkmalschutz, Umwelt und Energie und Baubewilligungspraxis
sowie von Juristinnen &uuml;berpr&uuml;ft. Besonderes Augenmerk lag hierbei darauf, ob die vom Bund
vorgeschlagenen Kriterien zu einem vern&uuml;nftigen, praxisnahen Resultat f&uuml;hren und f&uuml;r Laien verst&auml;ndlich und problemlos umsetzbar sind. Diesbez&uuml;glich konnte der Bundesvorschlag nicht in
allen Punkten &uuml;berzeugen. Beispielsweise wird auch aus dem erl&auml;uternden Bericht nicht deutlich,
was der Bund unter dem im vierten Kriterium zentralen Begriff „kompakt“ versteht; solche unbe*
http://www.are.admin.ch/themen/recht/04651
stimmten Rechtsbegriffe sind jedoch genauer zu umschreiben, soll f&uuml;r die Bauherrschaften
Rechtssicherheit geschaffen werden. Der Regierungsrat hat dem Bund deshalb in einer Vernehmlassungsantwort gewisse Pr&auml;zisierungen und Erg&auml;nzungen vorgeschlagen.
In den kommenden Wochen wird der Bund die im Rahmen der Vernehmlassung erhaltenen
R&uuml;ckmeldungen pr&uuml;fen und gegebenenfalls den Entwurf der RPV-&Auml;nderung &uuml;berarbeiten. Welche Gestaltungskriterien auf Bundesebene schlussendlich erlassen werden, kann nicht vorhergesagt werden. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Gestaltungskriterien des Bundes weniger
streng sein werden als die heute im Kanton Basel-Stadt geltenden Gestaltungskriterien; so ist
beispielsweise damit zu rechnen, dass k&uuml;nftig nicht nur rechteckige Anlagen, sondern auch solche mit Aussparungen bewilligungsfrei zul&auml;ssig sein werden. Angesichts der Pr&auml;zisierung auf
Bundesebene, was als „gen&uuml;gend angepasst“ im Sinne des RPG gilt, wird eine kantonale Regelung in diesem Bereich unzul&auml;ssig sein. Die kantonale Solarrichtlinie wird deshalb in der heutigen
Form l&auml;ngstens bis Inkrafttreten des revidierten Bundesrechts zur Anwendung kommen.
Einf&uuml;hrung einer Meldepflicht
Gem&auml;ss kantonalem Recht sind Solaranlagen, welche der Richtlinie entsprechen, von der Bewilligungs- und der Meldepflicht befreit. Das revidierte RPG sieht demgegen&uuml;ber vor, dass bewilligungsfrei zul&auml;ssige Anlagen der Baubewilligungsbeh&ouml;rde zu melden sind. Das revidierte Bundesrecht f&uuml;hrt demnach im Kanton Basel-Stadt zur Einf&uuml;hrung einer Meldepflicht f&uuml;r bisher ohne
Bewilligung oder Meldung zul&auml;ssige Solaranlagen.
Die Einf&uuml;hrung einer Meldepflicht mag auf den ersten Blick als R&uuml;ckschritt erscheinen; im Hinblick auf die Rechtssicherheit der Bauherrschaften ist sie jedoch zu bef&uuml;rworten, k&ouml;nnen dadurch
doch F&auml;lle vermieden werden, in denen bereits erstellte Anlagen entfernt werden m&uuml;ssen, welche
mangels &Uuml;bereinstimmung mit den Gestaltungskriterien nachtr&auml;glich nicht bewilligt werden k&ouml;nnen.
Selbst wenn die Einf&uuml;hrung der Meldepflicht als R&uuml;ckschritt empfunden w&uuml;rde, muss festgestellt
werden, dass das revidierte RPG in Bezug auf die Meldepflicht nicht als Kann- sondern als MussVorschrift formuliert ist. Auch im Kanton Basel-Stadt wird deshalb nach Inkrafttreten des neuen
Bundesrechts nicht auf die Durchf&uuml;hrung eines Meldeverfahrens verzichtet werden k&ouml;nnen.
Spielraum f&uuml;r Kantone
Das revidierte Bundesrecht l&auml;sst den Kantonen in Bezug auf Solaranlagen in Bau- und Landwirtschaftszonen nur noch wenig Spielraum. Folgende zwei M&ouml;glichkeiten f&uuml;r eine zus&auml;tzliche kantonale Regelung bestehen:
M&ouml;glichkeit zum Erlass alternativer Gestaltungskriterien
Gem&auml;ss Art. 32a Abs. 2 des Entwurfs einer RPV-&Auml;nderung sind konkrete Gestaltungskriterien
des kantonalen Rechts anwendbar, wenn sie zur Wahrung berechtigter Schutzanliegen erforderlich sind und die Nutzung der Sonnenenergie nicht st&auml;rker einschr&auml;nken als die vom Bund erlassenen Gestaltungskriterien.
Im erl&auml;uternden Bericht wird hierzu ausgef&uuml;hrt, es sei ambiti&ouml;s, f&uuml;r s&auml;mtliche Situationen in der
ganzen Schweiz abzusch&auml;tzen, wann eine Solaranlage auf einem Dach gen&uuml;gend angepasst sei.
Es liege deshalb nahe, dass f&uuml;r bestimmte Siedlungsstrukturen Vorgaben gemacht werden k&ouml;nnen, die &auml;sthetisch zu befriedigenderen Ergebnissen f&uuml;hren, ohne die Nutzung der Solarenergie
mehr einzuschr&auml;nken. Insbesondere in Gebieten, deren &Uuml;berbauung eine gewisse Einheitlichkeit
aufweise, k&ouml;nnten solche auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnittenen Gestaltungsvorschriften hilfreich und wichtig sein.
In Bezug auf den Kanton Basel-Stadt erm&ouml;glicht diese Bestimmung nach unserem Verst&auml;ndnis
die Festlegung alternativer Gestaltungsvorschriften insbesondere f&uuml;r Gebiete in der Bauzone, f&uuml;r
die Bebauungspl&auml;ne mit Schutzcharakter existieren, und f&uuml;r Liegenschaften im Denkmalinventar.
F&uuml;r diese Gebiete bzw. Liegenschaften k&ouml;nnten demnach kantonale Bestimmungen erlassen
werden. Die Tragweite solcher kantonalen Bestimmungen w&auml;re indes eingeschr&auml;nkt. Erstens
k&ouml;nnte dadurch nicht eine Bewilligungspflicht eingef&uuml;hrt werden, da Solaranlagen in Bauzonen –
auch in besonders sensiblen Bereichen der Bauzone – von Bundesrechts wegen im Meldeverfahren zu behandeln sind. Auch w&auml;re es nicht zul&auml;ssig, Gestaltungskriterien zu erlassen, welche
eine gute Gesamtwirkung im Sinne des &sect; 58 BPG forderten. Die kantonalen Bestimmungen k&ouml;nnten einzig definieren, wie der Begriff „gen&uuml;gend angepasst“ in den kantonal geregelten Gebieten
zu verstehen ist. In Betracht kommen demnach nicht strengere, sondern lediglich alternative Gestaltungskriterien.
Ob der Erlass alternativer kantonaler Gestaltungskriterien notwendig oder sinnvoll ist, kann zurzeit nicht entschieden werden. Einerseits wird ausschlaggebend sein, welche Gestaltungskriterien der Bund schlussendlich in der RPV erl&auml;sst. Sind diese umsichtig genug formuliert, um auch
in sensiblen Bereichen der Bauzone angewandt zu werden, ohne eine Verunstaltung zu bef&uuml;rchten, ist der Erlass alternativer Kriterien nicht notwendig. Ebenfalls wird eine Rolle spielen, f&uuml;r welche Regelung sich der Bund in Bezug auf das Bundesinventar der sch&uuml;tzenswerten Ortsbilder
der Schweiz (ISOS) entscheidet. Im Entwurf einer RPV-&Auml;nderung ist diesbez&uuml;glich vorgesehen,
dass Solaranlagen auf ISOS-Objekten mit Erhaltungsziel A bewilligungspflichtig sein sollen. Die
Liegenschaften in Gebieten, f&uuml;r welche Bebauungspl&auml;ne mit Schutzcharakter existieren, und im
Denkmalinventar stellen weitgehend ISOS-Objekte oder -Baugruppen mit Erhaltungsziel A dar.
H&auml;lt der Bund an der vorgeschlagenen Regelung fest, w&uuml;rde sich der Erlass von baselst&auml;dtischen Gestaltungskriterien f&uuml;r die sensiblen Bereiche in der Bauzone wohl er&uuml;brigen, da
dort Solaranlagen von Bundesrechts wegen baubewilligungspflichtig w&auml;ren.
Der Vollst&auml;ndigkeit halber ist zu erw&auml;hnen, dass der Regierungsrat beim Bund beantragt hat,
darauf zu verzichten, Solaranlagen auf ISOS-Objekten mit Erhaltungsziel A f&uuml;r bewilligungspflichtig zu erkl&auml;ren. Die Befreiung von der Bewilligungspflicht soll m&ouml;glichst umfassend gelten. Die
M&ouml;glichkeit, f&uuml;r sensible Gebiete in der Bauzone alternative Gestaltungskriterien zu erlassen, ist
ein weitaus verh&auml;ltnism&auml;ssigerer Weg, um der Sensibilit&auml;t dieser Gebiete Rechnung zu tragen,
als die Einf&uuml;hrung einer Bewilligungspflicht.
M&ouml;glichkeit zur zus&auml;tzlichen Befreiung von der Bewilligungspflicht
Art. 18a Abs. 2 lit. a des revidierten RPG sieht vor, dass das kantonale Recht bestimmte, &auml;sthetisch wenig empfindliche Typen von Bauzonen festlegen k&ouml;nne, in denen „auch andere“ Solaranlagen ohne Bewilligung erstellt werden k&ouml;nnen.
Aus Sicht des Regierungsrates kommt als solche &auml;sthetisch wenig empfindliche Bauzone im Kanton Basel-Stadt die Industrie- und Gewerbezone in Betracht. Mit „auch andere“ Solaranlagen sind
nach unserem Verst&auml;ndnis Solaranlagen gemeint, welche nicht gen&uuml;gend angepasst im Sinne
des revidierten RPG sind. Ebenfalls denkbar ist, die Befreiung von der Bewilligungspflicht auf
Anlagen auszudehnen, die sich nicht auf D&auml;chern befinden.
Zum heutigen Zeitpunkt bef&uuml;rwortet der Regierungsrat die Idee, in der Industrie- und Gewerbezone das Erstellen von Solaranlagen &uuml;ber die bundesrechtliche L&ouml;sung hinaus zu liberalisieren.
Dazu wird, angesichts der Tatsache, dass die Bewilligungspflicht von Bauten und Anlagen in der
BPV geregelt ist, voraussichtlich eine Verordnungs&auml;nderung ausreichen.
5.2 Solaranlagen in der Stadt- und Dorfbildschutzzone
Gem&auml;ss Art. 18a Abs. 2 lit. b des revidierten RPG kann das kantonale Recht in klar umschriebenen Typen von Schutzzonen eine Baubewilligungspflicht vorsehen. Bei der Stadt- und Dorfbildschutzzone handelt es sich um eine solche Schutzzone gem&auml;ss RPG.
Der Umgang mit Solaranlagen in der Stadt- und Dorfbildschutzzone wurde im Rahmen der Revision des Denkmalschutzgesetzes thematisiert und durch eine &Auml;nderung des &sect; 37 BPG neu geregelt. Gem&auml;ss dieser Bestimmung wird neu zwischen der Schutzzone in den historischen Ortskernen und der Schutzzone ausserhalb der historischen Ortskerne unterschieden. Innerhalb der
historischen Ortskerne werden Solaranlagen nur bewilligt, wenn sie im Nahbereich des Geb&auml;udes, vor allem von der Strassenallmend und von den umgebenden G&auml;rten und Innenh&ouml;fen aus,
oder im Fernbild nicht als Beeintr&auml;chtigung in Erscheinung treten. Ausserhalb der historischen
Ortskerne sind Solaranlagen ex lege zu bewilligen, wenn sie sorgf&auml;ltig in die D&auml;cher resp. Fassaden integriert sind. Mit der Neuregelung wurde die Motion Andreas C. Albrecht und Konsorten
betreffend Zulassung von Sonnenkollektoren auf Hausd&auml;chern in der Stadt- und Dorfbildschutzzone als erledigt abgeschrieben.
Das revidierte Denkmalschutzgesetz und der damit abge&auml;nderte &sect; 37 BPG sind erst seit dem
1. Januar 2013 in Kraft. Weder in der damaligen Diskussion noch in den diesbez&uuml;glichen politischen Vorst&ouml;ssen wurde in Frage gestellt, dass Solaranlagen in der Schutzzone bewilligungspflichtig bleiben sollen. Der Regierungsrat geht deshalb davon aus, dass die Bewilligungspflicht
von Solaranlagen in der Schutzzone auch unter revidiertem Bundesrecht beibehalten werden soll.
Eine Anpassung des kantonalen Rechts ist hierzu nicht notwendig. &sect; 26 BPV statuiert eine allgemeine Baubewilligungspflicht f&uuml;r ober- und unterirdischer Bauten und Anlagen. Davon ausgenommen sind unter anderem Bauten und Anlagen, f&uuml;r die nach Bundesrecht kein kantonales Bewilligungsverfahren erforderlich ist (&sect; 28 Abs. 1 lit. a BPV). Durch die Revision des RPG hat der
Bund einzig auf D&auml;chern gen&uuml;gend angepasste Solaranlagen in den Bau- und Landwirtschaftszonen von der Bewilligungspflicht befreit. Alle anderen Anlagen sind demnach weiterhin gem&auml;ss
&sect; 26 BPV bewilligungspflichtig.
5.3 Solaranlagen auf eingetragenen Denkm&auml;lern
Gem&auml;ss Art. 18a Abs. 3 des revidierten RPG bed&uuml;rfen Solaranlagen auf Kultur- und Naturdenkm&auml;lern von kantonaler oder nationaler Bedeutung stets einer Baubewilligung.
Der bereits erw&auml;hnte Entwurf einer &Auml;nderung der Raumplanungsverordnung, welchen der Bund
im August 2013 in die Vernehmlassung gegeben hat, sieht vor, den Begriff des Kulturdenkmals
von kantonaler oder nationaler Bedeutung auf Verordnungsstufe abschliessend zu regeln. Soweit
hier von Interesse, sollen als solche auch Objekte gelten, die im vom Bund genehmigten Richtplan als Kulturdenkm&auml;ler von kantonaler Bedeutung bezeichnet werden. Im erl&auml;uternden Bericht
wird hierzu pr&auml;zisiert, seitens des Bundes werde nicht erwartet, dass in den kantonalen Richtplan
eine Liste s&auml;mtlicher Kulturdenkm&auml;ler von kantonaler Bedeutung, auf die der neue Art. 18a RPG
anwendbar sein soll, aufgenommen werde; die Kantone k&ouml;nnten auf bestehende kantonale Verzeichnisse verweisen.
Der Regierungsrat hat in seiner Vernehmlassungsantwort darauf hingewiesen, dass f&uuml;r den Natur- und Heimatschutz von Verfassungs wegen die Kantone zust&auml;ndig seien und es deshalb aus
rechtlicher und fachlicher Sicht schwer vorstellbar sei, dass der Bund im Rahmen der Richtplangenehmigung Einfluss auf die kantonalen Denkmalverzeichnisse nehme. Dem Bund wurde dementsprechend vorgeschlagen, dass die jeweilige Kantonsregierung die Liste der Kulturdenkm&auml;ler
von kantonaler Bedeutung durch Beschluss festlegen soll, ohne dass die Objekte in den Richtplan aufgenommen werden m&uuml;ssten. Ob der Bund an seinem urspr&uuml;nglichen Entwurf festh&auml;lt,
den Vorschlag Basel-Stadt &uuml;bernimmt, oder sich f&uuml;r eine dritte L&ouml;sung entscheidet, kann nicht
vorausgesagt werden. Die Regelung, wonach die in kantonalen Verzeichnissen enthaltenen
Denkm&auml;ler Kulturdenkm&auml;ler im Sinne des Art. 18a des revidierten RPG darstellen, wird aber mit
grosser Wahrscheinlichkeit in der einen oder anderen Form Eingang in die RPV finden. Wir gehen deshalb davon aus, dass die im basel-st&auml;dtischen Denkmalverzeichnis vom 23. Juni 1981
enthaltenen Denkm&auml;ler unter Art. 18a Abs. 3 des revidierten RPG fallen werden.
F&uuml;r Solaranlagen auf eingetragenen Denkm&auml;lern bedeutet dies, dass diese weiterhin bewilligungspflichtig sein werden und ihre Bewilligungsf&auml;higkeit im Einzelfall beurteilt wird. Hierbei hat
sich die Kantonale Denkmalpflege an &sect; 10b der Verordnung betreffend die Denkmalpflege vom 9.
Dezember 2008 (Denkmalpflegeverordnung) zu halten, wonach bei der Beurteilung einer Ver&auml;nderung an einem eingetragenen Denkmal unter anderem das Interesse der Eigent&uuml;merschaft
sowie ein allf&auml;lliges &ouml;ffentliches Interesse an der beantragten Ver&auml;nderung, beispielsweise bei
Energiesparmassnahmen, zu ber&uuml;cksichtigen sind.
5.4 Fazit zur Neuregelung der Bewilligungspflicht und Bewilligungsf&auml;higkeit von
In Basel-Stadt wurde die Befreiung von der Bewilligungspflicht f&uuml;r einen Grossteil der Solaranlagen eingef&uuml;hrt, lange bevor andere Kantone oder der Bund sich dieses Themas angenommen
haben. Dementsprechend wird das revidierte Bundesrecht &ouml;rtlich kaum zu einer weiteren Befreiung von der Bewilligungspflicht f&uuml;hren. Es wird sich jedoch inhaltlich bei der Frage auswirken, wie
Solaranlagen zu gestalten sind, um bewilligungsfrei erstellt werden zu d&uuml;rfen. In diesem Punkt
werden von Bundesrechts wegen voraussichtlich Gestaltungskriterien zur Anwendung kommen,
welche weniger weit gehen als die in der kantonalen Richtlinie f&uuml;r Solaranlagen vorgesehenen
Kriterien. Keine &Auml;nderungen aufgrund des Bundesrechts sind in der Schutzzone und in Bezug auf
eingetragene Denkm&auml;ler zu erwarten. Da die diesbez&uuml;glichen Regelungen erst seit anfangs Jahr
in Kraft und demnach aktuell sind, besteht diesbez&uuml;glich aus Sicht des Regierungsrates kein
Bericht zu den h&auml;ngigen politischen Anz&uuml;gen
6.1 Anzug Tobit Sch&auml;fer und Konsorten betreffend Entlastung der
Die Anzugstellenden bitten den Regierungsrat zu pr&uuml;fen und zu berichten, ob und wie
• die Stadtbildkommission von unwesentlichen Aufgaben entlastet werden kann, damit sie
sich auf diejenigen Aufgaben konzentrieren kann, die sich tats&auml;chlich auf das Stadtbild
• die Beurteilung der Stadtbildkommission nur noch empfehlenden Charakter erhalten soll,
damit bereits die Bewilligungsinstanz eine Interessenabw&auml;gung vornehmen kann;
• die Stadtbildkommission eine st&auml;ndige Ansprechperson gew&auml;hrleisten kann, die - &auml;hnlich
wie das Bau- und Gastgewerbeinspektorat - Sprechstunden anbietet, um Bauwillige bei
der Projektierung zu beraten.
Wie den obigen Ausf&uuml;hrungen unter Ziffer 4 entnommen werden kann, wurden zwei dieser Anliegen – die Entlastung und die Verbesserung der Ansprechbarkeit der Stadtbildkommission - mit
der Neuorganisation des Stadt- und Ortsbildschutzes vollst&auml;ndig umgesetzt.
Die M&ouml;glichkeit, die Verbindlichkeit der Beurteilungen der Stadtbildkommission aufzuheben, wurde eingehend gepr&uuml;ft. Ein entsprechender Vorschlag konnte in der Vernehmlassung jedoch keine
Mehrheit finden. Die LDP k&uuml;ndigte gar an, f&uuml;r den Fall, dass die Stadtbildkommission zu einem
materiell irrelevanten Beratungsorgan werde, durch eine Initiative im Grossen Rat oder durch
eine Volksinitiative sicherzustellen, dass die Beurteilung des Stadtbildes weiterhin durch eine
qualifizierte Beh&ouml;rde vorgenommen werde. Aufgrund des deutlichen Vernehmlassungsresultats
hat der Regierungsrat darauf verzichtet, die Wirkung der Beurteilung der Stadtbildkommission
abzuschw&auml;chen. Er hat jedoch die Zusammensetzung der Kommission erweitert, indem neu sieben Fachleute aus den Bereichen Architektur, St&auml;dtebau, Landschaftsarchitektur, Gestaltung,
Wirtschaft und Geb&auml;ude- &amp; Energietechnik gew&auml;hlt werden. Auf diese Weise wird sichergestellt,
dass die Stadtbildkommission auf ein breites Fachwissen auch, aber nicht nur im Bereich der
&Auml;sthetik zur&uuml;ckgreifen kann und dadurch ausgewogene Entscheide gef&auml;llt werden, welche mehrere Interessen ber&uuml;cksichtigen.
Gest&uuml;tzt auf diese Ausf&uuml;hrungen bzw. auf den vorliegenden Bericht beantragt der Regierungsrat,
den Anzug Tobit Sch&auml;fer und Konsorten betreffend Entlastung der Stadtbildkommission als erledigt abzuschreiben.
6.2 Anzug Guido Vogel und Konsorten betreffend mehr Rechtssicherheit beim
Erstellen von Photovoltaik- und Solar-Anlagen auf Hausd&auml;chern und an
Die Anzugstellenden sind der Auffassung, die Zeit sei reif f&uuml;r eine gesetzliche Klarstellung bez&uuml;glich der Voraussetzungen, welche ein Geb&auml;ude erf&uuml;llen m&uuml;sse, damit es ohne staatliche H&uuml;rden
und zeitliche Verz&ouml;gerungen mit einer Photovoltaik- und/oder Solar-Anlage erg&auml;nzt werden k&ouml;nne. Der Regierungsrat solle dem Grossen Rat deshalb die um folgende Punkte erg&auml;nzten relevanten gesetzlichen Vorgaben vorlegen:
• Photovoltaik- und Solaranlagen sind grunds&auml;tzlich zu bewilligen.
• Alle Ausnahmen, welche zu einer Nichtbewilligung f&uuml;hren k&ouml;nnen, m&uuml;ssen klar definiert
und anhand von Beispielen beschrieben werden.
• Energietechnische Einrichtungen (z.B. Solarziegel), welche das Stadtbild nicht wesentlich
beeintr&auml;chtigen, sind auch in der Schutz- und Schonzone zuzulassen.
Wie im Bericht vom 14. Dezember 2011 festgehalten, waren schon zum Zeitpunkt der &Uuml;berweisung des Anzugs viele Solaranlagen bewilligungsfrei zul&auml;ssig und es bestand weitgehend
Rechtssicherheit. Im Nachgang zur &Uuml;berweisung wurde die Rechtssicherheit beim Erstellen von
Photovoltaik- und Solaranlagen zus&auml;tzlich verbessert, indem die damals geltenden Gestaltungskriterien auf ihre Aktualit&auml;t und Verst&auml;ndlichkeit hin &uuml;berpr&uuml;ft und entsprechend angepasst worden sind. Zudem wurde mit Erlass der neuen Richtlinie f&uuml;r Solaranlagen die Befreiung von der
Bewilligungspflicht auf die Schonzone ausgedehnt.
Wie Ziffer 5 des vorliegenden Berichts entnommen werden kann, wurde die Befreiung von der
Bewilligungspflicht f&uuml;r Solaranlagen mittlerweile auf Bundesebene geregelt. W&auml;hrend auf die
Formulierungen im RPG kein Einfluss mehr genommen werden kann, hat sich der Regierungsrat
zu den vom Bund vorgeschlagenen Pr&auml;zisierung auf Verordnungsstufe ausf&uuml;hrlich ge&auml;ussert und
dem Bund detaillierte Erg&auml;nzungs- und &Auml;nderungsvorschl&auml;ge unterbreitet. Das Augenmerk lag
hierbei darauf, die Gestaltungskriterien so zu formulieren, dass sie f&uuml;r Laien gut verst&auml;ndlich und
m&ouml;glichst einfach umsetzbar sind. Ebenfalls hat sich der Regierungsrat durch entsprechende
Streichungsantr&auml;ge daf&uuml;r eingesetzt, dass die Befreiung von der Bewilligungspflicht m&ouml;glichst
umfassend gelten soll, beispielsweise auch bei ISOS-Objekten in Bauzonen.
In Bezug auf Solaranlagen in der Schutzzone hat der Grosse Rat im Rahmen der Revision des
Denkmalschutzgesetzes eine &Auml;nderung des BPG dahingehend beschlossen, dass ausserhalb
der historischen Ortskerne Solaranlagen ex lege zu bewilligen sind, wenn sie sorgf&auml;ltig in die D&auml;cher resp. Fassaden integriert sind, w&auml;hrend innerhalb der historischen Ortskerne Solaranlagen
weiterhin unter der Voraussetzung bewilligt werden, wenn keine nach aussen sichtbare historisch
oder k&uuml;nstlerisch wertvolle Substanz beeintr&auml;chtigt wird.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht abschliessend bekannt, wie der Bund die Befreiung von der Bewilligungspflicht f&uuml;r Solaranlagen im Detail regeln wird und welcher Spielraum f&uuml;r eine allf&auml;llige
kantonale Regelung verbleibt. Wir sind jedoch der Auffassung, dass die Anliegen des Anzugs
Guido Vogel bereits heute umgesetzt sind und die absehbaren &Auml;nderungen in diesem Bereich
alle im Sinne dieses Anzuges ausfallen werden. Aus diesem Grund beantragt der Regierungsrat,
den Anzug Guido Vogel und Konsorten betreffend mehr Rechtssicherheit beim Erstellen von Photovoltaik- und Solar-Anlagen auf Hausd&auml;chern und an Hausfassaden als erledigt abzuschreiben.
6.3 Anzug Mirjam Ballmer und Konsorten betreffend Ber&uuml;cksichtigung von
Die Anzugstellenden umreissen zun&auml;chst das T&auml;tigkeitsgebiet der Stadtbildkommission, wobei
sie hervorheben, dass ihre Entscheide f&uuml;r das Bau- und Gastgewerbeinspektorat verbindlich seien und nicht von Dritten umgestossen werden k&ouml;nnten. Weiter f&uuml;hren sie aus, in Basel w&uuml;rden
Bestrebungen, Geb&auml;ude energetisch zu sanieren, immer wieder aus Gr&uuml;nden des Ortsbildschutzes verhindert oder erschwert. Mit Hinweis darauf, dass gerade im Geb&auml;udebereich ein enormes
Potential zur Reduktion des Energieverbrauchs bestehe, bitten sie den Regierungsrat, dem Grossen Rat eine Vorlage zur &Auml;nderung des BPG in dem Sinne vorzulegen, dass bei der Beurteilung
der guten Gesamtwirkung im Sinne von &sect; 58 BPG den Bed&uuml;rfnissen einer energiesparenden und
nachhaltigen Bauweise geb&uuml;hrend Rechnung zu tragen sei.
In Bezug auf die &Auml;usserungen zur Stadtbildkommission verweisen wir auf die Ausf&uuml;hrungen unter
Ziffer 4 und den oben stehenden Bericht zum Anzug Tobit Sch&auml;fer und Konsorten betreffend Entlastung der Stadtbildkommission.
Im Bereich der energetischen Sanierungen ist u. E. zwischen der Erstellung von Solaranlagen
und anderen energetischen Massnahmen zu unterscheiden:
In Bezug auf Solaranlagen kann auf die obigen Ausf&uuml;hrungen unter Ziffer 5 sowie zum Anzug
Guido Vogel und Konsorten betreffend mehr Rechtssicherheit beim Erstellen von Photovoltaikund Solar-Anlagen auf Hausd&auml;chern und an Hausfassaden verwiesen werden.
Andere energetische Massnahmen
In Bezug auf andere energetische Massnahmen ist nach Zone, bzw. nach Liegenschaft zu unterscheiden:
Um energetische Massnahmen in der Schutzzone zu f&ouml;rdern, hat der Grossen Rat im Rahmen
der Revision des Denkmalschutzgesetzes den in &sect; 37 Abs. 4 BPG enthaltenen Ausnahmekatalog
erweitert. Neu werden explizit auch Massnahmen genannt, die zur Gew&auml;hrleistung eines zeitgem&auml;ssen Wohnstandards oder zur Einhaltung umweltrechtlicher und energetischer Standards erforderlich sind. F&uuml;r solche Massnahmen kann die Beh&ouml;rde Ausnahmen von den Schutzvorschriften zulassen. Die &Auml;nderung ist seit 1. Januar 2013 in Kraft; sie st&uuml;tzt und f&ouml;rdert die bestehende
Praxis, wonach bei Bauten in der Schutzzone Erneuerungsmassnahmen genehmigt werden,
wenn diese etwa f&uuml;r eine W&auml;rme- oder L&auml;rmschutzd&auml;mmung oder zur Erreichung eines den heutigen Anforderungen entsprechenden Ausbaustandards - beispielsweise beheizte Zimmer, warmes Wasser, elektrische Leitungen oder dichte Fenster - erforderlich sind.
F&uuml;r energetische Massnahmen auf eingetragenen Denkm&auml;lern existiert bereits seit Mitte 2010
eine spezielle Regelung. Gem&auml;ss damals eingef&uuml;hrtem &sect; 10b der Denkmalpflegeverordnung ber&uuml;cksichtigt die Denkmalpflege bei der Beurteilung von Ver&auml;nderungen unter anderem das Interesse der Eigent&uuml;merschaft, ein allf&auml;lliges &ouml;ffentliches Interesse an der beantragten Ver&auml;nderung
– wobei Energiesparmassnahmen explizit als Beispiel im Verordnungstext genannt sind – sowie
die Bedeutung der beantragten Ver&auml;nderung f&uuml;r die Weiternutzung des Denkmals. Auch dieses
letztgenannte Kriterium ist betreffend energetischer Massnahmen von Bedeutung, ist es doch ein
Anliegen der Kantonalen Denkmalpflege, dass Denkm&auml;ler weiterhin genutzt werden, was nur
m&ouml;glich ist, wenn auch ein gewisser energetischer Standard erreicht werden kann. Zudem hat im
Rahmen der Revision des Denkmalschutzgesetzes ein Wechsel von der Schutzverf&uuml;gen zu den
vertraglichen Unterschutzstellungen stattgefunden. So k&ouml;nnen die Eigent&uuml;mer neu bereits im
Moment der Unterschutzstellung im Vertrag festhalten, welche energetischen Massnahmen sie in
den n&auml;chsten Jahren realisieren m&ouml;chten.
Dem Regierungsrat ist nicht bekannt, dass in den &uuml;brigen Zonen energetische Sanierungen aufgrund der &Auml;sthetikvorschrift verhindert oder &uuml;ber Geb&uuml;hr erschwert worden w&auml;ren. Sollte es zu
Konflikten zwischen den Bed&uuml;rfnissen einer energiesparenden und nachhaltigen Bauweise und
den &auml;sthetischen Anliegen gekommen sein, kann es sich nur um Einzelf&auml;lle handeln, welche eine
Gesetzes&auml;nderung kaum rechtfertigen k&ouml;nnen. Zudem wurde die Zusammensetzung der Stadtbildkommission dahingehend ver&auml;ndert, dass nebst Fachleuten aus den Bereichen Architektur
und Gestaltung auch solche aus Wirtschaft und Geb&auml;ude- &amp; Energietechnik vertreten sind. Auf
diese Weise wird sichergestellt, dass die Interessen an der Durchf&uuml;hrung von energetischen Sanierungen bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung gen&uuml;gend ber&uuml;cksichtigt werden.
Weiter ist zu bedenken, dass energetische Sanierungen eine Vielzahl von baurechtlichen Bestimmungen einhalten m&uuml;ssen, nicht nur &sect; 58 BPG. Um die gr&ouml;ssten Hemmnisse zu beseitigen,
wurde in den vergangenen Jahren einiges getan. Speziell zu erw&auml;hnen ist die mit Erlass des
Wohnraumf&ouml;rdergesetzes zusammenh&auml;ngende Aufhebung des Gesetzes &uuml;ber Abbruch und
Zweckentfremdung von Wohnh&auml;usern vom 20. November 1975. Unter dem neuen Gesetz wird
der Abbruch von &uuml;beraltertem Wohnraum und damit das Erstellen von neuem, dem aktuellen
energetischen Standard entsprechenden Wohnraum deutlich einfacher m&ouml;glich sein als unter
dem Gesetz aus den 1970er-Jahren. Ebenfalls zu erw&auml;hnen ist der letztmals 2009 ge&auml;nderte
&sect; 78 BPG. W&auml;hrend im Rahmen des Bestandesschutzes bestehende Bauten normalerweise nur
unter der Voraussetzung umgebaut werden d&uuml;rfen, dass dadurch nicht st&auml;rker vom geltenden
Recht abgewichen wird, d&uuml;rfen zur W&auml;rme- oder Schalld&auml;mmung Strassen- und Weglinien, Baulinien und Baugrenzen sowie Begrenzungen der H&ouml;he, der Tiefe und der L&auml;nge von Geb&auml;uden
&uuml;berschritten werden. Durch diese Regelung wird das Erstellen von nachtr&auml;glichen D&auml;mmungen
gegen&uuml;ber anderen Arten von Sanierungsmassnahmen deutlich privilegiert.
Diesbez&uuml;glich ist auch eine &Auml;nderung auf Bundesebene relevant. So wurde im Rahmen der Revision des RPG eine &Auml;nderung des Energiegesetzes vom 26. Juni 1998 beschlossen, wonach bei
beheizten Geb&auml;uden, welche mindestens den Minergie-, MuKEn*-Standard oder einen vergleichbaren Baustandard erreichen, die &Uuml;berschreitung von maximal 20 cm f&uuml;r die W&auml;rmed&auml;mmung
oder Anlage zur besseren Nutzung einheimischer erneuerbarer Energien bei der Berechnung
insbesondere der Geb&auml;udeh&ouml;he, der Geb&auml;ude-, Grenz-, Gew&auml;sser-, Strassen- oder Parkplatzabst&auml;nde und bei den Baulinien nicht mitgez&auml;hlt wird.
Diese Bestimmung ist noch nicht in Kraft; sie wird mit dem revidierten RPG wirksam werden. F&uuml;r
Basel-Stadt f&uuml;hrt diese Bestimmung dazu, dass &sect; 78 BPG in zweifacher Hinsicht anzupassen
• Einerseits d&uuml;rfen die diversen Linien und Abst&auml;nde k&uuml;nftig nicht nur zur W&auml;rme- oder
Schalld&auml;mmung &uuml;berschritten werden, sondern auch um „Anlagen zur besseren Nutzung
einheimischer erneuerbarer Energien“ zu erstellen.
• Andererseits wird das heute variable Mass der &Uuml;berschreitung – sie ist erlaubt soweit n&ouml;tig, um den W&auml;rmedurchgang auf die f&uuml;r Neubauten geltenden Werte zu begrenzen –
durch ein absolutes Mass von 20 cm ersetzt werden.
Der Regierungsrat wird dem Grossen Rat nach Inkrafttreten der Bestimmung auf Bundesebene
eine entsprechende &Auml;nderung des BPG vorlegen, in welchem die im Bundesrecht vorgesehene
Regelung den kantonalen Gegebenheiten, insbesondere der in Basel-Stadt verwendeten Terminologie, angepasst wird.
• In jenen Bereichen, in denen ein hohes Konfliktpotential zwischen den &auml;sthetischen oder
denkmalsch&uuml;tzerischen Anliegen und den Interessen an der Durchf&uuml;hrung von energetischen Sanierungen besteht, existieren bereits spezielle Regeln, welche die Ber&uuml;cksichtigung des &ouml;ffentlichen Interesses am Energiesparen und an der Nutzung erneuerbarer
Energien bei der Beurteilung von Gestaltungsfragen sicherstellen.
• Die Durchf&uuml;hrung energetischer Sanierungen steht nicht in erster Linie im Konflikt mit der
&Auml;sthetikvorschrift des &sect; 58 BPG, sondern mit anderen baurechtlichen Bestimmungen, beispielsweise betreffend Schutz von altem, preisg&uuml;nstigem Wohnraum oder betreffend Einhaltung von Strassen- und Baulinien sowie Beschr&auml;nkung der Geb&auml;udemasse. In diesen
Bereichen wurden Massnahmen getroffen, um energetische Sanierungen zu privilegieren
• In Bezug auf Solaranlagen wie auch betreffend die F&ouml;rderung von W&auml;rmed&auml;mmungen
und Anlagen zur besseren Nutzung einheimischer erneuerbarer Energien wurden auf
Bundesebene neue Regeln erlassen. Diese sind f&uuml;r die Kantone verbindlich. Die existierenden kantonalen Regelungen werden nach Inkrafttreten des neuen Bundesrechts entsprechend anzupassen sein.
Gest&uuml;tzt auf diese Ausf&uuml;hrungen beantragt der Regierungsrat, den Anzug Mirjam Ballmer und
Konsorten betreffend Ber&uuml;cksichtigung von energetischen Sanierungen bei der Beurteilung von
Bauten und Anlagen als erledigt abzuschreiben.
Gest&uuml;tzt auf unsere Ausf&uuml;hrungen beantragen wir dem Grossen Rat, den Anzug Tobit Sch&auml;fer
und Konsorten betreffend Entlastung der Stadtbildkommission, den Anzug Mirjam Ballmer und
Bauten und Anlagen und den Anzug Guido Vogel und Konsorten betreffend mehr Rechtssicherheit beim Erstellen von Photovoltaik- und Solar-Anlagen auf Hausd&auml;chern und an Hausfassaden
als erledigt abzuschreiben.

References: Art.18
 Art. 18
 Art. 32

Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18