Source: http://www.konrad-fischer-info.de/7enevbak.htm
Timestamp: 2019-06-17 06:44:01+00:00

Document:
Paul Bosserts Kommentar zur BAK-EnEV-Stellungnahme
Dipl.-Ing. Architekt Gerhard Bolten: "Wärmedämmverbundsysteme - Ein Konflikt zwischen Aesthetik, Bauphysik und Ökologie?" - Eine sachverständige Streitschrift
Zum Referentenentwurf der Energieeinsparverordnung EnEV 2000
(20.7.06)
Abschrift: Architekt Konrad Fischer, Hochstadt a. Main, Schreibfehler des Originals korrigiert
Kommentar: Architekt und Bauingenieur Paul Bossert, CH - Dietikon (eingerückt in Kursivschrift)
Bauleute aufgepaßt: Hier gibt es auch saftige Polemik zum Aufwachen!
-Signet der Bundesarchitektenkammer
Stellungnahme der BAK zum Referentenentwurf der Energieeinsparverordnung EnEV
Der heutige Präsident der BundesArchitektenKammer (BAK) befürwortete seinerzeit als "Energie-Fachmann" innerhalb der SPD die am 1. 1. 1984 in Kraft getretene zweite Wärmeschutzverordnung. Anlässlich einer Anhörung am 21. Oktober 1985 in Bonn zu Energiefragen, liess sich Peter Conradi - als Gastgeber - in Anwesenheit von Prof. Ehm, Ministerialdirektor im BMBau heute BMVBW, von den Professoren Gertis und Hauser anlügen. Obwohl Gertis und Hauser schon damals Kenntnis davon hatten, dass die Wärmespeicherung den k-Wert positiv beaufschlagt, stellten diese Beiden die unter ihrer Obhut gemessenen Fakten in Wort und Schrift in Abrede. Dass Ehm den Schwindel von Gertis schluckte verwundert nicht, denn die Beiden vertrauten einander offensichtlich bedingungslos. Sie hatten ja schon 1974 in der "Allgemeinen Bauzeitung" unter dem Titel: "Heizungsenergieverbrauch im Hochbau" zusammen publiziert.
Wenn nun Peter Conradi für die BAK schreibt, dass er das Energiebilanzverfahren gutheisst, kann das nur bedeuten, dass er noch immer nicht weiss, um was es eigentlich geht, oder, dass er versucht die Architekten der Bundesrepublik Deutschland erneut über den Tisch zu ziehen. Das ist ja eigentlich logisch, denn Conradi kann ja kein Interesse daran haben, dass sein damaliges Fehlverhalten durch Offenlegung der tatsächlichen Fakten bekannt wird. Hätte Conradi seinerzeit und auch zwischenzeitlich in Sachen Wärmespeicherlüge bei Gertis und Hauser nachgehakt, müsste er nicht den in 4. vermuteten Glaubenskrieg herbeibeschwören.
Merke: Eher würde der Papst Empfängnisverhütung befürworten, als dass Peter Conradi die k-Wert-Theorie leugnet.
Genau das, was oben verlangt wird, fordern Professor Claus Meier, Nürnberg, Karl-Wilhelm Ohrendorf aus Hagen und ich seit Jahren von dem im Bundesministerium Bau (BMVBW) Verantwortlichen Prof. H. Ehm sowie von dem Normenverantwortlichen Prof. H. Werner aus dem Hause DIN. Ehm verfasste selbst das X-te und auch unnötigste k-Wert Buch, das bereits vor der Drucklegung Makulatur war und Kollege Werner hat nach über zwei Jahrzehnten noch immer nicht neben einem Ziegelstein geschlafen, um wenigstens aus esoterischer Sicht erleben zu können, was in dem Stein vorgeht, wenn der nass und kalt wird.
Die vierte Messung initiierte ich selbst an der Eidgenössischen Materialprüfungs Anstalt (EMPA) in Dübendorf im Jahr 1991/92 als Vorversuchsmessung. Der vollständige Datensatz über 9 Monate ist gesichert. Der offizielle Bericht erschien im Dezember 1994 und ein paar Kollegen und ich arbeiten heute noch immer an der Auswertung.
Zu § 3 "Gebäude mit normalen Innentemperaturen" Absatz (4) 3. Satz:
Das hier angesprochene sogenannte "Vereinfachte Verfahren" sollte nochmals überdacht werden, zumal die unter dieses Verfahren zuzuordnenden Reihen- und Doppelhäuser einen Großteil des Neubauvolumens innerhalb des Wohnungsbaus ausmachen. Nicht nur für diese Gebäude, sondern für alle Vorhaben gilt, dass immer komplizierter werdende Berechnungsvorgänge, die mehrere parallel zu lesende Grundlagen erfordern, Anwendung und Einhaltung dieser Verordnung so erschweren können, dass das eigentliche Ziel der CO2-Einsparung auch durch Ausnahmeregelungen nur bedingt erreicht werden kann.
Zu § 7 "Änderung von bestehenden Gebäuden":
Zu § 8 "Nachrüstung bei bestehenden Gebäuden und Anlagen":
Die Bundesarchitektenkammer bezweifelt, ob die hier geforderten Massnahmen bis zum genannten Zeitpunkt durchführbar sind und ob diese organisatorisch mit einem noch zu vertretenden Aufwand kontrolliert werden können. Aus diesen genannten Gründen lehnt die Bundesarchitektenkammer diese Fristsetzung ab. (Insoweit erscheint der Absatz (4) insgesamt unlogisch.)
Zu den §§ 10/11 "Inbetriebnahme von Heizkesseln/Verteilungseinrichtungen und Warmwasseranlagen":
Zu § 13 "Ausweise über Energie- und Wärmebedarf, Energieverbrauchszahlen":
Ausweise mit Energiebedarfswerten nach § 13 EnEV sind somit Ettikettenschwindel.
Zu § 15 "Regeln der Technik": Das notwendige Normenwerk für das vorgesehene Berechnungsverfahren wird voraussichtlich erst einige Zelt nach der Verabschiedung der Novelle vorliegen. Aus diesem Grunde ist die Frist gem. § 20 für das Inkrafttreten der Novelle mit dem Inkrafttreten der heranzuziehenden Normen zu koppeln.
Zu § 16 "Ausnahmen" Absatz (2):
Und was sagt Conradi zu § 17 Härtefälle? Wortlos schluckt er den Passus über den unangemessenen Aufwand. Ist es doch nicht so, dass alle nach der EnEV hergestellten Gebäude unangemessene Härtefälle darstellen, weil sie sich nicht auszahlen bzw. nicht amortisierbar sind?
Zu § 19 "Übergangsregelungen" 2. Satz:
Und wo steht oben der Hinweis von Conradi, dass Isolierverglasungen mit Edelgas und Metalloxydbeschichtungen an den Süd- und Westseiten eines Gebäudes nur 12 bis 15 Jahre halten werden und damit die anerkannten Regeln der Baukunst nicht erfüllen? Warum lässt Conradi zu, dass das Volk mit einem nur vorübergehend tauglichen EnEV-Wert von 1,4 W/m2K zur Kasse gebeten und abgezockt wird?
"Zu Deiner "SchiPiBi"-Untersuchung merke ich an:
Zuerst terrorisierst Du mit Deinen "Seilschaftskollegen " Ehm und Hauser eine ganze Nation mit schizoiden Wärmeschutzverordnungen, indem Du mit Ehm zusammen unwissende Menschen nötigst ihre Häuser zu verkleben und abzudichten. Weil Du die systemimmanenten Werk-Stoff-Probleme nicht verstehst, noch nie verstanden hast und sie auch nie verstehen wirst, entstehen - basierend auf Deinem propagierten k-Wert-Wahn - Feuchtigkeitsprobleme die folgerichtig im Schimmelpilz enden. Anstatt Dir über die fragwürdigen Thesen Gedanken zu machen - und zwar bevor die ganze BRD im Kondensat ersäuft - schreibst Du wörtlich: "Es bedarf auf jeden Fall einer Anhebung des Mindestwärmeschutzes, um zuverlässig Schimmelpilz zu verhindern." Wie willst Du denn das machen, wenn eh keine Werkstoffe vorhanden sind, die das leisten was Du initiierst?"
Zu Anhang 5 "Begrenzung der Wärmeverluste von Rohrleitungen und Armaturen"
Einen Vorteil habt ihr Bauleute in Germanien: wäret ihr in der Schweiz, so müsstet ihr Euch noch mit einem weit dümmeren Energiegesetz befassen, weil nämlich das dümmste Energiegesetz der Welt - dasjenige des Kantons Zürich - unter dem Codenamen MINERGIE für die ganze Schweiz künftig angewendet werden soll.
Hier im Kanton Zürich müssen wir U-Werte (alt k-Werte) von 0,2 W/m2K für die opaken Aussenbauteile beachten. Professor Claus Meier hat zwar schon X-mal nachgewiesen, dass U-Werte unter 0,5 W/m2K infolge der Hyperbeltragik nichts mehr bringen - falls die U-Wert-Theorie in Abhängigkeit der vorhandenen Baumaterialien überhaupt je funktioniert.
Doch in meinem Heimatland Schweiz scheint man in Hochschulkreisen vergessen zu haben, was eine Hyperbelfunktion ist.
Resultat: Vom Bundesamt für Energie wurde kürzlich ein Wettbewerb ausgeschrieben über hinterlüftete Konstruktionen mit Dämmstarken von über 20 cm! Ziel U-Wert 0,1 W/m2K!!!
Euer Physiker Wolfgang Feist vom Passiv-Haus-Institut Darmstadt propagiert zwar auch Polystyroldämmstärken von 30 cm für die Aussenwand und 40 cm für das Dach doch denke ich, dass mit der oben vorgeschlagenen Auflösung der EnEV, dem irren Ansinnen von Nichtbaufachleuten wie Wolfgang Feist begegnet werden kann.
Seid also wachsam, liebe Kolleginnen und Kollegen in Germanien!
Euer Paul Bossert, CH-8953 Dietikon
Berlin, den 28.9.1999

References: § 3
 § 7
 § 8
 § 13
 § 13
 § 15
 § 20
 § 16
 § 17
 § 19