Source: http://vlbs-saar.de/index.php/146-stellungnahme-zur-pflichtstundenvo
Timestamp: 2018-10-20 19:55:56+00:00

Document:
Die Pflichtstundenzahlerhöhung, die einst umgesetzt wurde, als es nicht genügend Lehrkräfte gab und um mit dieser Maßnahme den strukturellen Unterrichtsausfall zu verringern, ist nicht mehr vertretbar. Deshalb ist eine Verringerung der Pflichtstundenzahl dringend erforderlich. Wir appellieren hier an die Fürsorgepflicht des Dienstherrn. Wenn er möchte, dass die Lehrkräfte an beruflichen Schulen mit Freude ihre Arbeit bis zum Erreichen der (nach hinten verschobenen) Altersgrenze verrichten können, darf er nicht ständig die Belastungen unserer Kolleginnen und Kollegen erhöhen, er muss sich auch um sie kümmern, damit Projekte wie die „Gesunde Schule“ nicht nur „leere Worte“ sind!
Im Einzelnen fordern wir eine Änderung der Pflichtstundenverordnung in folgenden Punkten:
Zu §3 der PVO:
Wir fordern eine Absenkung der Regelstundenzahl an beruflichen Schulen auf 23,5 Stunden.
Zu den §4 und §6 der PVO; Änderung der Gewichtungsfaktoren:
In der Anlage zur Pflichtstundenverordnung wird für die einzelnen Schulformen geregelt, welche Basiszahlen und Gewichtungsfaktoren für die Anrechnungsstunden gewährt werden.
Die Gewichtungsfaktoren bzgl. §6 für die beruflichen Vollzeit- und Teilzeitschulen müssen erhöht werden. Es ist nicht nachvollziehbar, dass allgemein bildende Schulen im Sek. II-Bereich hier einen Faktor g (§6) von 0,06 haben und die beruflichen Vollzeitschulformen von nur 0,03 und die Teilzeitschulformen sogar nur einen Faktor von 0,012. Jedes BBZ hat eine Vielzahl verschiedener Schulformen zu organisieren. Jede allgemein bildende Schule hat nur eine (!) Schulform zu verwalten. Bei einer angenommenen Größe von 1000 Schülerinnen und Schülern bekommt ein Gymnasium bis zu 62 Anrechnungsstunden für die Schule (was auch absolut notwendig ist), ein BBZ jedoch nur zwischen 14 und 32. Wir fordern hier eine Erhöhung des Faktors g, §6; für die beruflichen Vollzeitschulformen von 0,03 auf 0,05. Das Ungleichgewicht zu den allgemein bildenden Schulen ist nicht nachvollziehbar und muss unbedingt beseitigt werden, indem die Zahl der Anrechnungsstunden für die beruflichen Vollzeitschulformen erhöht wird. Es ist für uns ebenso nicht zu verstehen, warum die beruflichen Teilzeitschulformen in dieser Anlage der Pflichtstundenverordnung seit Jahren deutlich schlechter gestellt werden als andere Schulformen. Aus folgenden Gründen sind die Gewichtungsfaktoren unserer Meinung nach für die beruflichen Teilzeitschulformen auf das gleiche Niveau wie die für die beruflichen Vollzeitschulformen zu erhöhen:
Ø Jeder Teilzeitschüler bzw. jede Teilzeitschülerin wird genau wie jeder Vollzeitschüler bzw. -schülerin im Verwaltungsprogramm erfasst und geführt, es erhalten alle Schülerinnen und Schüler zwei Zeugnisse im Jahr. Somit ist der Verwaltungsaufwand gleich.
Ø Es findet eine intensive Kommunikation mit den Betrieben und den Eltern statt, vergleichbar der Kommunikation mit den Eltern in den Vollzeitschulformen.
Ø Viele Schülerinnen und Schüler absolvieren im Laufe von zwei bis drei Jahren Schulzeit mehrere Prüfungen.
Ø Im kaufmännischen Bereich plant die Schulleitung in jedem Schuljahr für die Kammern vier schriftliche Prüfungen für die Berufsschüler/-innen und führt sie durch (2 Zwischenprüfungen, 2 Abschlussprüfungen). Hinzu kommen die mündlichen Prüfungen zweimal im Jahr.
Ø Die Lehrkräfte werden teilweise mit der Erstellung von Prüfungsaufgaben betraut.
Ø Die Schulleitungsmitglieder bzw. die Lehrkräfte müssen zudem an den Sitzungen der jeweiligen Berufsbildungsausschüsse teilnehmen.
Ø Das Organisieren der neuen Klassen dauert oft bis zu den Herbstferien, da sich viele Schüler erst verspätet einfinden.
All diese Gründe zeigen, dass der Faktor G, §4, von 0,006 auf mindestens 0,015 und der Faktor g, §6, von 0,012 auf mindestens 0,05, analog zu den beruflichen Vollzeitschulen erhöht werden muss.
Zum §5 der PVO:
Die weiteren Anrechnungsstunden für die Schulleitung sind nicht ausreichend. Gerade im Bereich der erweiterten Schulleitung sind die möglichen Anrechnungsstunden zu knapp bemessen. Wir fordern daher eine Erhöhung des Prozentsatzes von 90% auf 100%. Gerade für die Abteilungsleiter sind in den letzten Jahren sehr viele organisatorische Aufgaben hinzugekommen, so dass die momentane Unterrichtsverpflichtung deutlich zu hoch ist. Wir fordern eindringlich, dass diese längst überfälligen Anpassungen der Pflichtstundenverordnung an die Realität der schulischen Gegebenheiten an den Berufsbildungszentren im Zuge der Überarbeitung der Pflichtstundenverordnung vorgenommen werden.
Bernd Haupenthal Pascal Koch
Stv. Vorsitzender VLBS Vorsitzender VLW
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References: §3
 §4
 §6
 §6
 §6
 §4
 §6
 §5