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Timestamp: 2020-04-07 10:02:39+00:00

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BGH, 26.04.1990 - I ZR 79/88 - dejure.org
https://dejure.org/1990,534
BGH, 26.04.1990 - I ZR 79/88 (https://dejure.org/1990,534)
BGH, Entscheidung vom 26.04.1990 - I ZR 79/88 (https://dejure.org/1990,534)
BGH, Entscheidung vom 26. April 1990 - I ZR 79/88 (https://dejure.org/1990,534)
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§ 5 UrhG, privat ausgearbeitete Regelwerke haben keinen Urheberrechtsschutz bei Bezugnahme in ministeriellen Erlassen (vgl. § 3 Abs. 3 LBO) (hier: aufgrund einer Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Institut für Normung und den deutschen Ländern);
(Hinweis: Verfassungsbeschwerde gegen diese Entscheidung erfolglos: «DIN-Normen [BVerfG]»)
UrhG § 5 Abs. 1
Landesbauordnung - Technische Baubestimmung - DIN-Normen - Urheberrechtsschutz - Allgemeine Zugänglichkeit
DIN-Normen / DIN Normen
"DIN-Normen"; Umfang des Urheberrechtsschutzes
Urheberschutz von DIN-Normen (IBR 1991, 105)
NJW-RR 1990, 1452
GRUR 1990, 1003
ZUM 1990, 576
BauR 1990, 765
ZfBR 1990, 284
Auch DIN-Normen - obgleich weder "Gesetze", "Verordnungen", "amtliche Erlasse" oder "Bekanntmachungen", sondern private Normenwerke - hat der Bundesgerichtshof (BGH, Urt. v. 26.4.1990 - I ZR 79/88 - NJW-RR 1990, 1452) mit Billigung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG, Beschl. v. 29.7.1998 - 1 BvR 1143/90 - NJW 1999, 414, 415 f.) als "amtliche Werke" vom Urheberrechtsschutz auf Grund des § 5 Abs. 1 UrhG ausgeschlossen, soweit diese im Bauordnungsrecht durch amtliche Erlasse oder Bekanntmachungen als technische Baubestimmungen bauaufsichtlich eingeführt sind; dies gelte selbst dann, wenn der Text der DIN-Normen in den Erlassen bzw. Bekanntmachungen nicht inkorporiert sei, sondern auf jenen Text lediglich Bezug genommen werde.
So habe bereits der BGH erkannt (GRUR 1990, 1003 - DIN-Normen).
Die Regelung geht darauf zurück, dass der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung vom 26.04.1990 geurteilt hat, dass DIN-Normen nach § 5 Abs. 1 UrhG vom Urheberrechtsschutz auch dann freigestellt sind, wenn ihr Text nicht in amtlichen Erlassen oder Bekanntmachungen wörtlich inkorporiert ist, sondern wenn er lediglich im Anhang oder einer allgemein zugänglichen Quelle abgedruckt ist, jedoch auf ihn als maßgebende technische Baubestimmung Bezug genommen wird (BGH, GRUR 1990, 1003 - DIN-Normen).
Für den Kläger sei es vor 2003 nicht entscheidend gewesen, dass die Nutzungsrechte wirksam übertragen werden, weil DIN-Normen nach der Rechtssprechung des BGH (DIN-Norm, GRUR 1990, 1003) unter § 5 Abs. 1 UrhG fielen und daher keinen urheberrechtlichen Schutz genossen.
Soweit der Bundesgerichtshof in der Entscheidung DIN-Norm (GRUR 1990, 1003 - DIN-Norm) den Ausnahmetatbestand des § 5 Abs. 1 UrhG aF auf DIN-Normen erstreckt hat, lassen sich daraus keine Anhaltspunkte für die Frage der Schutzbegründung nach § 2 Abs. 2 UrhG ableiten.
Da das Berufungsgericht keinerlei Feststellungen zur Schutzfähigkeit der dort streitgegenständlichen Normen getroffen hatte, war insoweit bereits aus revisionsrechtlichen Gründen von deren Schutzfähigkeit auszugehen (vgl. BGH GRUR 1990, 1003 - DIN-Norm; ebenfalls Prüfung der Schutzfähigkeit nach § 2 UrhG: BGH GRUR 1984, 117 - VOB/C;… daher missverständlich Loewenheim in Schricker/Loewenheim, Urheberrecht, 4. Aufl. § 2 Rn. 103, Bullinger in Wandkte/Bullinger, Praxiskommentar zum Urheberrecht, 4. Aufl. 2014, § 2 Rn. 146, wo zur Begründung des Urheberrechtschutzes dieser Werktypen apodiktisch auf die genannten Entscheidungen Bezug genommen wird).
Die Einführung der Regelung des Absatzes 3 erfolgte ausweislich der Gesetzesbegründung (Bundestagsdrucksache 15/38, Seite 16) zu dem Zweck, die Folgen der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Auslegung des § 5 Abs. 1 UrhG aF abzuändern, nach welcher die bloße Bezugnahme auf DIN-Normen in Gesetzen und Verordnungen (dort Landesbauordnungen) zu einer Freistellung vom Urheberrechtsschutz nach § 5 Abs. 1 UrhG führen konnte (vgl. BGH, GRUR 1990, 1003 DIN-Norm).
Nach der im Jahre 1990 ergangenen DIN-Normen- Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH GRUR 1990, 1003) kann der Verlust des Urheberrechtsschutzes auch für private Normen eintreten, wenn Gesetze oder amtliche Verlautbarungen sich diese durch Bezugnahme in einer Weise zu Eigen machen, dass eine gewisse Außenwirkung entsteht.
Das Allgemeininteresse an der Publizität amtlicher Äußerungen bezieht sich auch auf allgemeine Regelungen, die zwar formal nur an andere Behörden gerichtet sind, denen aber zumindest eine gewisse Außenwirkung zukommt (vgl. auch BGH, Urt. v. 26.4.1990 - I ZR 79/88, GRUR 1990, 1003, 1004 - DIN-Normen;… Schricker/Katzenberger aaO § 5 UrhG Rdn. 30;… Möhring/Nicolini/Ahlberg, UrhG, 2. Aufl., § 5 Rdn. 13).
Nach dem Regelungszweck der Vorschrift kommt es auch nicht darauf an, ob die von dem Hoheitsträger als amtlicher Erlass getroffene Regelung rechtlich zulässig und wirksam ist, sofern sie nur nach seinem Willen die Verwaltungspraxis bestimmen soll (vgl. auch BGH GRUR 1990, 1003, 1005 - DIN-Normen;… Schricker/Katzenberger aaO § 5 UrhG Rdn. 30).
Grund für die Gesetzesänderung war eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs, dass § 5 Abs. 1 UrhG unter bestimmten Voraussetzungen auch auf technische Normen Privater anwendbar sein kann, auf die in einer staatlichen Regelung verwiesen wird (BGH, Urteil vom 26. April 1990 - I ZR 79/88 - VkBl 1991, 607); nach § 5 Abs. 1 UrhG genießen Gesetze, Verordnungen, amtliche Erlasse und Bekanntmachungen sowie Entscheidungen und amtlich verfasste Leitsätze zu Entscheidungen keinen urheberrechtlichen Schutz.
Denn die Beurteilung, ob die Verlautbarung eines Amtes - sei es eines Gerichtes oder einer Verwaltungsbehörde - als amtlich verfaßt einzustufen ist, richtet sich nicht danach, ob für den Träger der öffentlichen Gewalt eine Verpflichtung besteht, sich in bestimmter Weise zu äußern, sondern, wie auch bei der Beurteilung der amtlichen Werke im Sinne des § 5 Abs. 2 UrhG, allein danach, ob der Inhalt der Verlautbarung dem Amt zuzurechnen ist, also vom Träger der öffentlichen Gewalt herrührt (…BGH, Urt. v. 28.4. 1972 - I ZR 108/70, GRUR 1972, 713, 714 - Im Rhythmus der Jahrhunderte;… Urt. v. 12.6.1981 - I ZR 95/79, GRUR 1982, 37, 40 - WK-Dokumentation;… Urt. v. 30.6.1983 - I ZR 129/81, GRUR 1984, 117, 118 f. - VOB/C; Urt. v. 26.4.1990 - I ZR 79/88, GRUR 1990, 1003, 1004 - DIN-Normen; Goose, Die urheberrechtliche Beurteilung von elektronischen und Mikrofilm-Datenbanken - Schriftenreihe UFITA Heft 53 -, S. 17; Katzenberger, GRUR 1972, 686 f.).
Sie stehen insbesondere im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Ausschluß des Urheberrechtsschutzes bei amtlichen Werken nach § 5 UrhG (…vgl. BGH, Urt. v. 30.6.1983 - I ZR 129/81, GRUR 1984, 117 - VOB/C; Urt. v. 26.4.1990 - I ZR 79/88, GRUR 1990, 1003 - DIN-Normen).
das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 26. April 1990 - I ZR 79/88 -.
Dies sei aber nicht zwingende Folge, sondern setze wie die Entscheidung "DIN-Normen" des BGH (GRUR 1990, 1003) zeige voraus, dass auf das Werk als verbindliche Regelung Bezug genommen werde.
Maßgeblich ist hierfür insbesondere, dass es sich dabei um konkrete Verweisungen in amtlichen Verlautbarungen handelte, durch welche unmittelbar unbestimmte Rechtbegriffe (in BGH GRUR 1990, 1003 - DIN-Normen - die unbestimmten Rechtsbegriffe "allgemein anerkannte Regeln der Baukunst (und Technik)") konkretisiert wurden (LGU S. 24 unter II. 6. c) dd) (4) der Entscheidungsgründe).
Eine solche Normen spiegelt den Stand der für die betroffenen, bei der Erarbeitung der Norm beteiligten Kreise geltenden anerkannten Regeln der Technik wieder (vgl. BGHZ 103, 338, 342 [BGH 01.03.1988 - VI ZR 190/87];… BGH, Urt. v. 19.4.1991 V ZR 349/89, BB 1991, 1149; BVerwG BB 1984, 563;… vgl. auch BGH, Urt. v. 24.1.1985 - I ZR 22/83, GRUR 1985, 973, 974 DIN 2093; Urt. v. 26.4.1990 - I ZR 79/88, GRUR 1990, 1003 [BGH 26.04.1990 - I ZR 79/88] DIN-Normen; Marburger in BB 1985, Beilage 4 - Rechtsfragen der technischen Normung -, S. 20 ff.).
OLG Köln, 19.12.1997 - 6 U 146/97
OVG Nordrhein-Westfalen, 20.07.2010 - 2 A 62/08
Zulässigkeit einer Anfechtungsklage bei fehlender Verwaltungsaktqualität der …
OVG Nordrhein-Westfalen, 20.07.2010 - 2 A 61/08
Eintragung eines Prüfverfahrens in die Bauregelliste als Allgemeinverfügung; …

References: § 5
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 BGH 
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 § 2
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