Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=22.03.2018&Aktenzeichen=7%20C%2030.15
Timestamp: 2019-07-18 16:49:45+00:00

Document:
BVerwG, 22.03.2018 - 7 C 30.15 - dejure.org
https://dejure.org/2018,21576
BVerwG, 22.03.2018 - 7 C 30.15 (https://dejure.org/2018,21576)
BVerwG, Entscheidung vom 22.03.2018 - 7 C 30.15 (https://dejure.org/2018,21576)
BVerwG, Entscheidung vom 22. März 2018 - 7 C 30.15 (https://dejure.org/2018,21576)
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GG Art. 5 Abs. 1 und 2, Art. 76 Abs. 1; VwGO § 86 Abs. 1 und § 108 Abs. 1 Satz 1; BHO § 96 Abs. 4; IFG § 1 Abs. 3, § 3 Nr. 1 Buchst. e und § 6 Satz 2; GO-BT § 62 Abs. 1 Satz 2 und § 76 Abs. 1;
Auskunft durch den Bundesrechnungshof | Anschlussrevision; Ausgestaltung; Bundesrechnungshof; Bundestag; Denaturierungsverbot; Gesetzesinitiative; Haushaltsausschuss; Informationsfreiheitsrecht; Informationsquelle; Omnibusverfahren; Prüfungs- und Beratungstätigkeit; Sachverhaltswürdigung; Untersuchungsgrundsatz; echte Rückwirkung; formelle Verfassungswidrigkeit; unechte Rückwirkung
Kurznachricht zu "Auskunft durch den Bundesrechnungshof - Anmerkung zum Urteil des BVerwG vom 22.03.2018" von Andreas Hofmann, original erschienen in: NVwZ 2018, 1401 - 1408.
NVwZ 2018, 1401
vgl. BVerwG, Urteil vom 22. März 2018 - 7 C 30.15 -, juris Rn. 17.
17/13931, S. 4; vergleiche auch BVerwG, Urteil vom 22.03.2018 - 7 C 30.15 -, juris, Rz. 17.
Zu dem Erfordernis der Überzeugung von der Verfassungswidrigkeit vgl. BVerfG, Beschluss vom 18.12.1984 - 2 BvL 22/82 -, juris, Rz. 25 ff.; ohne Überzeugung von der Verfassungswidrigkeit des § 96 Abs. 4 BHO: BVerwG, Urteil vom 22.03.2018 - 7 C 30.15 -, juris, Rz. 21 ff.
So auch BVerwG, Urteil vom 22.03.2018 , a.a.O., Rz. 22 ff.
Zudem wäre ein - unterstellter - Verfassungsverstoß angesichts der im verfassungsrechtlichen Schrifttum vertretenen unterschiedlichen Auffassungen, vgl. dazu die Nachweise bei BVerwG, Urteil vom 22.03.2018 , a.a.O., sowie in Ermangelung einschlägiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts jedenfalls nicht evident.
Allerdings ist im Lichte der konstituierenden Grundentscheidung des demokratischen Rechtsstaats für die freie Meinungsbildung und -äußerung sowie die ungehinderte Information aus frei zugänglichen Quellen (Art. 5 Abs. 1 GG) zu berücksichtigen, dass ein von der Rechtsordnung missbilligtes Verhalten nur jenseits der Grenzen dieses Grundrechts angenommen werden und der Staat eine Überschreitung erst bei einer seinen Bestand gefährdenden Funktionsbeeinträchtigung seiner Einrichtungen annehmen kann, wenn er selbst einen gesetzlich voraussetzungslosen Anspruch auf Informationszugang einräumt und damit eine allgemein zugängliche Informationsquelle eröffnet (vgl. zu Bedeutung und Reichweite des Grundrechts: BVerwG, Urteil vom 22. März 2018 - 7 C 30.15 - juris Rn. 33).
Dem verfassungsrechtlich geschützten Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung steht aber im Anwendungsbereich des Informationsfreiheitsgesetzes nur ein einfachgesetzlicher Informationsanspruch gegenüber, der weder über Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG noch sonst - etwa über das Demokratieprinzip - verfassungsrechtlich geboten ist (…vgl. BVerwG, Urteile vom 28. Juli 2016 - 7 C 3.15 - Buchholz 404 IFG Nr. 19 Rn. 14 und vom 22. März 2018 - 7 C 30.15 - NVwZ 2018, 1401 Rn. 32 m.w.N.).

References: Art. 5
 Art. 76
 § 86
 § 108
 § 96
 § 1
 § 3
 § 6
 § 62
 § 76
 § 96
 Art. 5