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Timestamp: 2017-02-20 13:24:11+00:00

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chapter 53 Raphael Kühner, Friedrich Blass, Ausführliche Grammatik der Griechischen Sprache
[*] 53. D. Elision.
Elision (ἔκθλιψις）
wird die Abwerfung eines der kurzen Vokale (ausser υ), sowie in gewissen Fällen eines Diphthongen am Ende eines
Wortes vor einem mit einem Vokale anlautenden Worte genannt. Das Zeichen der Elision
ist dem des Spiritus lenis gegenwärtig gleich und wird Apostroph genannt;
dass der Apostroph (ἡ ἀπόστροφος νῦν καλουμένη
Arkad. p. 189) mit der Koronis von Haus aus identisch und Zeichen der συναλοιφή überhaupt war, haben wir § 51
Anm. 1 gesehen. Die Elision findet gewöhnlich in der Anreihung der
Wörter statt, oft aber auch in der Zusammensetzung, wobei jedoch der
Apostroph weggelassen wird. Die Alten fassten die
Elision als eine Art der Verschmelzung (συναλοιφή）
der Vokale auf, und lehrten auch eine mit der κρᾶσις oder der συναίρεσις verbundene
Elision, wie in κἀγώ, wo ι elidiert, α und ε zu α gemischt sind, ἐμοὐποδύνει, wo ebenfalls Elision des ι von ἐμοί, ο und
υ aber sich zum Diphthonge verbunden haben (Cramer
Anecd. Ox. IV, 343 f.). Hier nun ist völlige Ausstossung; dagegen durch die
gewöhnlich so genannte Elision wird der Endvokal nicht stets
gänzlich vernichtet, sondern oft nur abgeschwächt, so dass er
keine volle Silbe mehr bildet.1）
Denn verschwände er gänzlich, so würde entweder der dem
elidierten Vokale vorangehende Vokal das Wort schliessen und einen Hiatus bewirken,
was aber nicht der Fall ist (s. § 47, 2), oder es würden
Konsonanten das Wort schliessen, welche die Wohllautsgesetze der griechischen
Sprache am Ende des Wortes nicht dulden, als: ἔσθλ᾽
ἀγορεύων. Und spräche man, mit völliger
Verschmelzung, ἔ-σθλαγορεύων, so ginge die
Interpunktion, die oftmals nach dem von der Elision betroffenen Worte ist (s. u.),
gänzlich verloren, und es wäre gar kein Unterschied zwischen
ἀπ᾽ ὀρῶν und ἀπορῶν,
ἐπέδησε von ἐπιδέω und ἐπέδησε von πεδάω.
Obgleich nun aber durch die Elision zwei Wörter von einander gehalten
werden und nicht, wie es bei der Krasis der Fall ist, in Ein Wort verschmelzen; so
findet gleichwohl insofern eine gewisse Verschmelzung statt, als der
abgeschwächte und gleichsam nur wie ein Hauch gehörte Vokal erst
durch den Anschluss an das folgende Wort eine Stütze erhält. Eine
ähnliche Erscheinung findet im Lateinischen bei den
auslautenden Vokalen (sowie bei den auf m schliessenden Endsilben) statt, und Cicero
(Orat. § 150. 152) nennt dies vocales coniungere, und das Gegenteil, die
getrennte Aussprache in zwei Silben, welche auch in gewöhnlicher Rede nach
ihm nicht urban war, distrahere voces (i. e. vocales). Wie sorgfältig die
Alten auf eine solche Aussprache achteten, sieht man daraus, dass, als der
Schauspieler Hegelochos in dem Verse des Euripides im Orestes (279): ἐκ κυμάτων γὰρ αὖθις αὖ γαλήν᾽ ὁρῶ, das Wort
γαλήν̓, indem ihm der Atem ausging, für
sich aussprach, er von den Zuschauern ausgelacht wurde, als hätte er
γαλῆν gesagt. S. d. Schol. u. Porson zu dieser
Stelle (273). Daher zieht Aristarch (Schol. Venet. ad Il. ω, 331) Il. q, 206.
c, 265. ω, 331 in: (Τρῶας ἀπώσασθαι καὶ ἐρυκέμεν) εὐρύοπα Ζῆν̓ das ν zu dem folgenden
Verse, also: Ζῆ | ν̓ αὐτοῦ. Dieselbe Elision am Ende des Verses (ἐπισυναλοιφή, Schol. Hephaest. p. 144 Westph.) findet sich Hesiod.
Th. 884 (ebenfalls Ζῆν̓), und in einem Epigramme
des Kallimachos (41 Mein.): ἥμισυ δ̓ οὐκ οἶδ̓
| Εἴτ̓; sonst aber nirgends im
Hexameter; Vergilius hat diese Freiheit öfter nachgeahmt (G. 1, 295. A. 5,
422). Bei Homer schreibt Hermann Ζῆν, s. auch G.
Meyer 314^{2}; doch kann es nicht wohl Zufall sein, dass in allen 4 Bsp. der
folgende Vers mit einem Vokale beginnt. S. noch Spitzner ad ξ, 265. La Roche, Hom. Unters. 165. Bei Pindar ist die Elision am Ende
des Verses jetzt beseitigt, nachdem Mommsen Ol. 3, 25 ὥρμα statt ὥρμαιν̓ hergestellt hat,
welches sogar am Ende der Strophe stand, ferner P. 4, 9 ἀγκομίσαι st. ἀγκομίσαιθ̓, N. 8, 38
καλύψαιν st. καλύψαιμ̓. Dagegen kommt sie vor im Dialoge der Tragiker, doch fast nur
bei δέ, τε (b. Arist. zweimal: Eccl. 351 ἐμοὶ δ̓ Ὥρα. Av. 1716 θυμιαμάτων δ̓ Αὖραι, Reisig ad Soph. O. C. p. XXIX), sonst selten,
als: τί ταῦτ᾽ Ἄλλως
OR. 332, s. Hermann Elem. metr. p. 36 und Opusc. Vol. I, p.
143 sq., wo er diese Elision dadurch entschuldigt, dass kurz vor derselben eine
Interpunktion stattfindet; doch ohne Interpunktion S.
OC. 1164
“σοί φασιν αὐτὸν ἐς λόγους ἐλθεῖν μολόντ᾽
Αἰτεῖν”
, was er vergebens zu ändern sucht. Vgl. über diese, schon
den Alten auffällige Licenz bei Sophokles (εἶδος
Σοφόκλειον) Athen. X, 453 e, Schol. Hephaest. a. a. O. Auch bei
δέ, τε kann eine solche Elision nur dann
stattfinden, wenn der elidierten Silbe eine lange Silbe vorangeht (Porson ad Eurip.
Med. 510), d. h. es werden die betreffenden Verse dann zu engerer Einheit verbunden.
Doch muss auch hier Aristarchs Weise befolgt und der Konsonant zu dem folgenden
Verse gezogen werden, als: S.
OC. 17: πυκνόπτεροι
| δ̓ ἔσω, wie auch der Laur. hier
thatsächlich hat. — Auch steht der Elision weder die
Interpunktion, noch der Wechsel der Personen im dramatischen Dialoge
entgegen, als: στρατὸς δ̓ ὁ λοιπὸς . . διώλλυθ̓, οἱ
μέν Aesch. P. 482; Silen.: ἐγώ; κακῶς γὰρ
ἐξόλοἰ. Odyss.: εἰ ψεύδομαι Eur.
Cycl. 261, σώθηθ̓, ὅσον γε τοὐπ᾽ ἔμ̓. El.
ὦ κατὰ στέγας φίλοι Or. 1345; Od. m, 439 ὄψ̓: ἦμος δ̓ ἐπὶ
δόρπον ἀνὴρ ἀγορῆθεν ἀνέστη. — Aus dem oben
erwähnten Grunde darf man, wenn dem elidierten Vokale ein anderer Vokal
vorangeht, das folgende Wort nicht mit neuer Anhebung der Stimme aussprechen und
dadurch von dem vorhergehenden trennen, sondern muss beide in einander schleifen; so
muss man z. B. δάκρυ᾽ ἀναπρήσας Il. ι, 433 so aussprechen: δάκρυαναπρήσας, während man bei δάκρυ
ἀναπρήσας das zweite Wort durch neue Anhebung der Stimme von dem
ersteren trennt; vgl. δάκρυ᾽ ἀπ᾽ ὀφθαλμῶν βαλεῖν
Hel. 951 (d. i. Thränen) mit δάκρυ ἀπ᾽ ὀ. (d. i. eine Thräne), δίκαι᾽ ἡγούμεθα 959 mit δίκαι
ἡγοῦνται. Ist aber Interpunktion dazwischen, so lasse man den elidierten
Vokal schwach hören: ὄψ̓: ἦμος wie
ops(e) êmos, διώλλυθ̓, οἱ
diōllyt(o), hoi; es steht zu vermuten, dass Aeschylus hier plene ΔΙΟΛΛΥΤΟ schrieb, gleichwie Il. λ, 441 Aristarch ἆ δειλέ
vor der Interpunktion statt ἆ δείλ̓ oder ἆ δεῖλ̓, um nicht den Anschein eines Barbarismus zu
geben. La Roche, Hom. Textkr. 396. — Von der Krasis unterscheidet sich die
Elision deutlich dadurch, dass aus jener stets ein langer Laut hervorgeht,
während durch diese zwar zwei Wörter in einander gezogen werden,
der vorhergehende Vokal aber ohne Wirkung auf den anderen verschwindet, als:
τὰ ἄλλα = τἆλλα, aber: ἀλλὰ ἄγε = ἀλλ᾽ ῎α^γε; der Unterschied verschwindet jedoch zumeist,
wenn das zweite Wort mit einem langen Vokale oder Diphthongen anhebt, als: τὸ αὐτό = ταὐτό, τε
αὐτό = τ᾽ αὐτό. Die Silben, die die Elision erfahren, sind sämtlich nur
solche, welche wenig Gewicht haben, daher namentlich die Flexionsendungen, und zwar
am häufigsten die auf einen kurzen Vokal anlautenden. Der Gebrauch der Elision ist wohl zu unterscheiden von ihrer
Schreibung. Wir zwar schreiben die Elision bei den Dichtern da, wo sie stattfindet,
regelmässig; die Alten aber, wie Handschriften, metrische Inschriften,
für die Aristarchische Homerausgabe auch bestimmte Zeugnisse beweisen,2) waren darin
gänzlich ungebunden. So findet sich auf attischen Inschriften: νεῖσθε ἐπὶ πρᾶγμ᾽ ἀγαθόν; οἵας χάριτας μοι
ἀπέδωκαν.3）
Demgemäss ist auch in der Prosa ein δέ
εἰμι, was sich etwa überliefert findet, als ganz gleichwertig
mit δ̓ εἰμί anzusehen. Wir betrachten nun zuerst
den regelmässigen Gebrauch der Elision, demnächst
die besonderen Fälle hauptsächlich dichterischer Freiheit.
A) α^ wird elidiert:
α) im S. u. Pl. der Neutra, als: εὕρημα, ἀδίκημα, ἀδικήματα, βῆμα, γράμματα, μέγα, πρᾶγμα,
πράγματα, σῶμα, σώματα, χρήματα u. s. w., die Pron. ταῦτα, τοιαῦτα, τοσαῦτα, ἐκεῖνα, ἕτερα, θἄτερα, οὐδέτερα,
ἀμφότερα, τηλικαῦτα, τινά u. τίνα, ἄλλα,
ἡμέτερα, ὑμέτερα, πάντα, ἅπαντα, αὐτά, ἄττα, οἷα, ὅσα, ποῖα,
ὁποῖα, πότερα u. s. w., bei den Zahlwörtern auf α, als: τρία, διακόσια, δέκα,
πεντήκοντα u. s. w., bei dem Akk. S. III. Dekl., als: ἐλπίδα, πατέρα u. s. w., τινά,
οὐδένα, μηδένα, ἥντινα, Partic. ἔχοντα,
λέγοντα, ἀπιόντα, δοθέντα, δόντα, δόξαντα, ἐροῦντα, κατεγνωκότα,
ὄντα, im Nominat. d. I. Deklination, wofern derselbe auf α^ ausgeht (desgl. im Vokat.), als γλῶσσα, βραχεῖα, οὐδεμία, οὖσα, χηρεύουσα, δέσποτα. So:
πάντ̓ ἀγαθά, Soph. Ph. 1429 ἀριστεῖ᾽ ἐκλαβών, γυναῖχ᾽ ὁρῶ, νὴ Δἴ, ἔφη
(sehr oft), δέχ᾽ ἡμερῶν X. Cyr. 3. 3, 24;
ταχεῖ᾽ ἀπέρχεται
Phil. 808; — β) in
den auf α^ auslautenden Adverbien, Konjunktionen und
Präpositionen: μάλα, μάλιστα, ἄριστα, σφόδρα,
κάρτα, τάχα, ἥδιστα, εἶτα, ἔπειτα, ἐνταῦθα, ἅμα, αὐτίκα u.
s. w.; ἀλλά, ἄρα, ἆρα, ἵνα, ὄφρα ep.,
ἡνίκα oft b. Demosth., παραχρῆμα Dem. Ph. 2 § 36., πότερα,
δῆτα Dem. Cor. § 324; διά, ἀνά,
κατά, μετά, παρά, ἕνεκα, als: μάλιστ᾽ ἄν,
ἵν᾽ εἴπῃς, ἡ παραυτίχ̓ ἡδονή Dem. Ph. 2, § 27,
δι᾽ οἶκον; μηδεμιᾶς ἕνεχ᾽ ἥκειν Dem. c.
Aristocr. § 1; — γ) in der
Verbalendung α des Pf. A. und des Aor. I. A., als:
δέδοικα, ἔπαυσα, ἔδωκα u. s. w., οἶδ᾽ ὅτι, οἶδ᾽ εἰ, οἶδ᾽ ὅπως, οἶδ᾽ ὅστις, so
auch οἶσθ᾽ ὅτι (Alles b. Xen. u. A., οἶσθ᾽ ἀκριβῶς Isokr. Panath. § 235); ἔδοξ᾽ ἐμαυτῷ
Vesp. 1265; — δ）
in der Verbalendung μεθα, als: ἀφικόμεθα, δεόμεθα, ἐποιησάμεθα, ἐπαυσάμεθα, καθήμεθα,
παυσαίμεθα, z. B. αἰσχυνοίμεθ᾽ ἄν;
— ε) in der Zusammensetzung der
Zahlwörter auf α: ἑπτέτιν
Thesm. 480, ἑπτέτης
Ran. 418; δεκέτει
Phil. 715, δεκέτεις
Andr. 306; in der Prosa findet man auch ἑπταετής, δεκαετής geschrieben.4) B) ε: α) in den Vokativen II. Dekl., als ὦ δαιμόνι᾽
ἀνδρῶν, ὦ ξέν̓
Phil. 358; — β) in
den Pronominalformen auf ε, als: ἐμέ (μέ), σέ; — γ) in den
Adverbien und Konjunktionen auf ε, als: τότε, δέ, οὐδέ, μηδέ, τέ, οὔτε, μήτε, εἴτε, γέ, ποτέ,
πώποτε, οὔποτε, μήποτε, οὐδέποτε, μηδέποτε, οὐδεπώποτε, τότε, ἐνθένδε,
οἴκαδε Dem. Ph. 1, § 47, ὅτε,
ὁπότε, ὥστε; in πέντε (Dem. Onet.
1, § 7); — δ) in den Suffixen
τε und δε, als:
ὅστε, οἵτε, ὅδε, τόνδε; —
ε) in den Verbalformen auf ε, wie πεποίηκε (πεποίηχ᾽ ὑμῖν Dem. Phil. 2, § 35, συμβέβηχ᾽ ἡμῖν Plat. Phileb. 35, c), ἐποιήσατε, εἰλήφατε, ἐθίζετε, χειροτονεῖτε, νομίζητε, σωφρονῆτε,
νομίζοιτε, οἴεσθε, γνώσεσθε, ἠπίστασθε, σκέψασθε, ψηφιεῖσθε. Von
den Formen, die ein ν annehmen können,
finden sich bei Demosthenes noch folgende mit Elision: εἴληφ᾽ οὗτος 19, 245; παρελήλυθ᾽ ἐκεῖνος das. 187,
ἀπείληφ̓ ἐκεῖνος 34, 47, ἔοικ᾽ 21, 120,
ἠδίκηχ̓ 19, 334 in r P, also stets im Perfektum. C) ι: α) in den
Präpositionen auf ι: ἀντί, ἀμφί, ἐπί (aber nicht περί), als: ἐφ᾽ ἑαυτοῦ; aber immer
ἐπιορκεῖν und dessen Komposita, nicht ἐφορκεῖν (Corp. Inscr. n. 1688, Z. 9 findet sich ΕΦΙΟΡΚΕΜΙΟΙ, was Böckh in ἐφιορκέοιμι verbessert, s. p. 808, b, so auch sonst in
Inschr. hellenistischer Zeit ἐφιορκεῖν
[Dittenberger, Syll. nr. 171, 69. 78; 388, 6; nicht ganz sicher ἐφορκ. Kreta C. I. Gr. 2554]; vgl. Phryn. p. 308 Lob.,
oben § 33, Giese, Aeol. Dial. S. 402, was nach Curtius, Etym.^{5} S. 517
aus einer Hauchversetzung zu erklären ist); ferner ἐπιόψομαι, werde besehen, Od. β, 294
u. ἐπιώψατο Suid. s. v. Etymol. M. p. 362, 39 (s.
Pierson ad Moerid. p. 142, Kock Com. I, 666); ἐπιόψωνται Plat. Leg. 12, 947, c; ἐπιώψατο und ἐπιοφθέντας att.
Inschr.; — ἀμφί verschmäht in
einigen Kompositis die Elision; s. d. Lexika; so auch Hom. ἀντιάνειρα; bei demselben kommt nach den Alten ἀντ̓ als besonderes Wort nicht vor, sondern es ist an solchen Stellen
(Il. ο, 415 u. a.) ἄντ̓ = ἄντα zu lesen, La Roche, Hom.
Unters. 120; — β) in dem Adverb. ἔτι (οὐκέτι, μηκέτι,
προσέτι); — γ) in ἐστί und dessen Kompositis, in φημί, in der Optativform auf μι, als:
ἔχοιμι, βουλεύσαιμι, ὀκνήσαιμι, φήμ̓ ἐγώ, ἔχοιμ᾽
ἄν, ἔσθ᾽ ὅπως, ἔσθ᾽ ὅπῃ, ἔσθ᾽ ὅτε; βελτίων ἔσθ᾽ ὁ
νόμος Dem. Lept. § 145. Τοῦτο γὰρ
ἔστ᾽ ἐπ᾽ ἐκείνῳ ib. § 156. Ἔνεστ᾽ εὐορκεῖν 159. Ει᾽ δέ τις ἔστ᾽ ἀνάξιος 164.
Elisionsfähig ist auch das sonstige ι der
Verbalformen: τίθημ̓, φής᾿, στείχῃς᾿, οἴσους᾿,
φοιτῶς᾿, bei Homer und den folgenden Dichtern; auch bei Demosthenes ist
z. B. Olynth. 3, 31 nach Ausweis des oratorischen Numerus ἐπάγουσ᾽ ἐπὶ ταῦτα zu sprechen und mindestens ἐπάγουσι zu schreiben. D)
ο: α) in den
Präpositionen auf ο: ἀπό und ὑπό (aber nicht πρό), als: ἀπ᾽ οἴκου, ὑφ᾽
ἑαυτοῦ; vereinzelt steht Pl. Rp. 548, e ὑποαμουσότερον, wofür Lobeck Phryn. p. 675 ὑπαμ. will; — β）
in den Pronomina αὐτό, ἐκεῖνο, τοῦτο, ἄλλο u.
s. w. (aber nicht τό), in δύο, δεῦρο (öfter b. Demosth.); — γ) in der Verbalendung ο,
als: ἕλοιο, δύναιο, βούλοιντο, δύναιτο, γένοιτο,
λυμήναιντο, ἐπειρῶντο, ἐργάσαιτο, ἡγοῦντο, φαίνοιτο, εἵλετο, γίγνοιο,
ἐποιήσαντο u. s. w., ἀνίστατο, ἀπέδοντο,
εὕρηντο, als: γένοιτ᾽ ἄν, ἐλέγετ᾽ ἄν,
ἐτύπτοντ̓ ἄν, μεθεῖ᾽ ἄν (Eur.
Med. 736), πίθοι᾽ ἄν (Or.
92). Anmerk. 1. In οὐδείς
und μηδείς aus οὐδὲ εἷς,
μηδὲ εἶς, ferner in ὅταν, ὁπόταν,
γοῦν sind beide Wörter in Eines verschmolzen; doch ist das Sache
der Schreibung, wiewohl wenigstens in ὅταν,
ὁπόταν kein anderes Wort zwischen ὅτ̓
(ὁπότ̓) und ἄν
treten kann; dagegen bei οὐδείς, μηδείς ist dies
allerdings der Fall: οὐδ᾽ ἂν εἷς, οὐδὲ περὶ
ἑνός, s. § 186, Anm. 1. Über die Unterlassung der
Elision vor digammierten Wörtern s. § 17, vgl. § 19, Anm.
5. Anmerk. 2. Elision ist auch vor dem untrennbaren
demonstrativen ί, wenn ein kurzer Vokal vorhergeht:
τουτί, ταυτί, ὁδί, τοδί, ἐνταυθί, δευρί
von δεῦρο. Geht ein langer Vokal oder
Diphthong vorher, so wird dieser verkürzt: αὑτη^ί,
τουτουί, τουτῳί, ταυτῃί, οὑτοιί, αὑταιί, alle
¯˘¯. Anmerk. 3. Da die
neuionische Mundart den Hiatus vermeintlich nicht meidet, so findet sich bei Herodot
der Gebrauch der Elision ungleich seltener als bei den Attikern;5) doch ist auch bei ihm die
Elision der Präp. ἀνά, διά, κατά, μετά, παρά,
ἀμφί, ἀντί, ἐπί, ἀπό, ὑπό weit häufiger als die volle
Form, als: ἀντ̓ ἀνδρός, ἀπ᾽ ἑσπέρης, δι᾽
ἁρπαγῆς, und zwar regelmässig, wenn das Relativ darauf folgt,
als: ἀπ᾽ οὗ, δι᾽ οὗ, ἐπ᾽ ὧν, κατ᾽ ἅ, μετ᾽
ἧς u. s. w.;6) ferner
mit Elision fast ohne Ausnahme ἀλλά, dann sehr
häufig δέ, oft μηδέ und οὐδέ, selten τόδε, ὧδε, seltener τε, οὔτε,
μήτε; auch εὖτε, ἔστε, selten
εἴτε, aber ὥστε nur 3, 104, nie ἔπειτε, τότε,
sehr selten γε, zuweilen ἅμα als Präp., aber nie als Adverb; ἆρα, ἄρα nur 9, 27 ἆρ᾽ οὐ u. 48
ἄρ᾽ ἦν; μέγα 7, 159 in epischer Formel
ἦ κε μέγ᾽ οἰμώξειε, höchst selten
τοῦτο, ταῦτα; von Verbalendungen die auf
το nur vor ἄν,
als: γίνοιτ̓ ἄν, dann ἔχοιμ᾽ ἄν 5, 72 und ἔχ᾽ ἥσυχος
8, 65. Natürlich folgt für die eigene Schreibung Herodots hieraus
nicht das Mindeste. Inschriftlich findet sich z. B. πέντ᾽
ὴμέρηισιν, μ̓ ἀνέθηκε, τότ᾽ εἶχον. Erman, Curt. Stud. V, 298 ff.
Besondere und seltenere Fälle der Elision
sind folgende: A) α: a) das
Pronomen σά in der Verbindung τὰ σά, bei Homer nur in der Verbindung τὰ ς᾿
αὐτῆς st. des späteren σαυτῆς Il. z, 490
τὰ ς᾿ αὐτῆς ἔργα. Ebenso Od. a, 356. φ, 350. S.
OR. 405
καὶ τὰ ς᾿, Οἰδίπου (sc. ἔπη); — b) b. Homer auch das einsilb. ῥα gewöhnlich; — c) 1. Pers. Aor. I. A. bei Homer
sehr selten. Od. m, 200
ἄλειψ̓, ἐμέ. c, 351 χερσὶ διήρεσσ᾽
ἀμφοτέρῃσιν, Andere διήρεσα, mit
Hiat in der bukolischen Cäsur. (Od. ξ, 222
ist st. τοῖος ἔ᾽ ἐν andere Lesart: τοῖος ἔα ἐν πολέμῳ, mit einsilbigem ἔα; Hartel will ἔᾶ ᾿ν
gesprochen haben, Hom. Stud. I^{2} 73); — d) über d. Vokativ
ἄνα s. Nr. 6, a). B)
ε: a) nur sehr selten die Adverbien auf ζε, als: αἷμ᾽ ἀπελείβετ̓ ἔραζ̓,
οἱ Hes. Sc. 174; die 3. Pers. S. Opt. Aor. 1. A. auf ειε bei Homer ziemlich oft, wie Od. λ, 585. 591, sonst aber höchst selten, als: ἴσως ἂν ἐκπνεύσεἰ: ὅταν δ̓ ἀνῇ πνοάς
Or. 700 (cod. C, die anderen ἐκπνεύσειεν; die Neueren suchen anderweitig den Vers richtig zu
machen); üb. d. Komiker v. Bamberg, Progr. Gotha 1885, S. 20. Auch die
Endung ε vor ἄν
wird nur selten elidiert, als: Eur.
Ion 353
σοὶ ταὐτὸν ἥβης, εἴπερ ἦν, εἶχ᾽ ἂν
μέτρον. Ar.
Plut. 1013
ᾔτησ᾽ ἄν. Elmsley ad Eur. Med. 416, 7. not. p)
möchte diese Elision möglichst fernhalten; aber der Sinn verlangt
sie auch S.
El. 914 (ἐλάνθανεν, Heath
ἐλάνθαν᾽ ἄν), Eur.
Hec. 1090 (παρέσχεν, doch
AB παρέσχεν ἄν). Kühlstädt Obs.
de trag. Gr. dial. 13 ff. C) ι: a) Dat. S. III. Dekl., wenn der Zusammenhang der Rede eine
Verwechslung mit dem Akkusative nicht zulässt, als: οὐκ ἂν ἐν αὐχέν᾽ ὄπισθε πέσοι βέλος Il. n, 289. ἀστέρ᾽ ὀπωρινῷ
ἐναλίγκιος Il. e, 5.
χαῖρε δὲ τῷ ὄρνιθ᾽ Ὀδυσεύς Il. κ, 277. (Mehr Homerische Stellen s. b. Spitzner de versu Gr. her. p. 172
u. ad Il. excurs. VII. K. Lehrs Quaestiones epic. p. 47—50. Matth. S. 138
f. La Roche, Hom. Unters. 126 f., u. Hom. Textkritik 397 f. Sehr weit
geht in der Annahme von elidiertem ι des Dat. v.
Leeuwen, Mnemos. N. S. XIII, 188 ff.) St. δέπἀ,
γήρἀ Od. k, 316.
l, 136. ψ, 283, muss man δέπαι, γήραι oder δέπᾳ,
γήρᾳ lesen und αι (ᾳ) als in der Senkung verkürzten Diphthongen ansehen, Bekker,
Hom. Bl. I, 139, La Roche Textkr. 297. In solchen Beispielen nach der Weise einiger
Alten das ι zu schreiben und mit dem folgenden
Vokale durch Synizese zu verbinden (s. Eustath. Il. p. 514), als: ἀστέρι ὀπωρινῷ, ist nicht zu billigen; die scriptio
plena wäre an sich wohl zulässig und der Deutlichkeit dienend, ist
aber gegen unsern Gebrauch. Bei den nachhomerischen Dichtern ist diese Elision
selten. Pind. Ol. 8, 52 (68) δειράδ᾽ ἐποψόμενος?
(s. Schneidewin und Mommsen ad h. l.). Ib. 9, 112 (166) ἐν
δαίθ᾽ ὅς nur Schneidewin; andere Bsp. b. Pind. mangeln. Aesch. Pers.
846 ὑπαντιάζειν παίδ᾽ ἐμῷ πειράσομαι
unsicher, da der Med. ἐμῷ παιδὶ hat; auch bei
Aesch. mangeln sonstige Beispiele. S.
OC. 1435
τελεῖτέ μοι θανόντ̓, ἐπεί. Id. Trach. 674
ἀργῆτ᾽ οἰὸς εὐείρῳ πόκῳ. Eur.
Alc. 1118
Γοργόν᾽ ὡς καρατόμῳ wird als einziges Beispiel
aus Euripides angeführt, ist aber sehr zweifelhalfter Erklärung
und Lesung. Bei Aristophanes findet sich kein Beispiel. Mit Unrecht sucht indes
Lobeck de usu apostr. p. 10 sqq. u. ad Aj. 802 alle solche Elisionen zu beseitigen;
denn sie finden sich mehrfach auf metrischen Inschriften vom 6.—2. Jahrh.
v. Chr., s. Allen, Archaeol. Inst. of America vol. IV, 153. 157, wenn auch der
Deutlichkeit wegen mit scriptio plena. — b) Dat. Pl. III. Dekl. bei den
attischen Dichtern nie, s. Lobeck de usu apostr. p. 16, ad Aj. 802. p. 355
(294^{3}), bei den Epikern ziemlich oft. Il. a, 71 νήεσσ᾽ ἡγήσατ᾽ Ἀχαιῶν. Od.
r, 103 δάκρυσ᾽
ἐμοῖσι. Il. z, 221
ἐν δώμασ᾽ ἐμοῖσιν. f, 208 χέρσ᾽
ὑπό. Hes. Th. 3 πόσσ᾽ ἁπαλοῖσι. Vgl.
Spitzner ad Il. excurs. VII, La Roche, Hom. Unters. 125. Pind. P. 1, 92 (178)
κέρδεσς᾿: ὀπιθόμβροτον, einziges Beispiel.
Inschriftlich in lyrischer Poesie ἔρνεσι ἐλαίας,
Allen, a. a. O. 153. — c) ἄμμι, ὔμμι,
σφί, vgl. Il. h, 76.
k, 551. q, 412.
ξ, 205. Od. γ, 440 u. s. w., La Roche,
a. a. O. — d) ἄγχι c. gen. b. Homer (s.
La Roche 121), περί als Präposition und in
Zusammensetzungen im äolischen Dialekte, so πέῤῥοχος Sapph. 92, wo jedoch das weggefallene ι durch ρ ersetzt worden ist, s.
Ahrens, dial. I, p. 56, Meister, Gr. Dial. I, 142; doch wird die
Präposition in diesem Dial. auch vor Konsonanten apokopiert, § 42,
3; im Dorismus bei Pindar Ol. 6, 38 ταύτας περ᾽ ἀτλάτου
πάθας, ubi v. Schneidew.; Pyth. 4, 265 διδοῖ
ψᾶφον πεῤ αὐτᾶς, ibid. 3, 52 περάπτων. Nem. 11, 40 περόδοις; (Hesiod
Th. 678 περίαχε, 733 περοίχεται); auch in dem
decr. Amphict. C. I. Gr. 1688 neben περιιεῖεν
πέροδος; lokrisch aber und thessalisch πέρ, eleisch πάρ auch vor Konsonanten,
also mit Apokope; Elision bei den Att. nur vor ι,
namentlich in περ-ιέναι περ-ιών u. s. w. von
περίειμι; so ist bei Demosthenes
die Schreibung mit einem ι massenhaft in den Hdschr.
erhalten, auch περιστάναι pr. S Dem. 21.123; bei attischen Komikern vergl.
Pherekr. 186 Kock περιών, Plat. com. 193 dass.,
Phrynich. 3 περιόντες, Antiphan. 279 περιόντα (Porson u. Dobree zu Ar.
Vesp. 1020). — e) ποτί (πορτί) bei den Doriern: Pind. Ol.
7, 94 (165) ποτ ἀστῶν. Theokr. 5, 23 ποτ᾽ Ἀθαναίαν, vgl. 15, 10; ποταμέλγω, ποτάγω, ποτερίσδω u. a. bei Theokr. — f)
ὅττι, was: nur Od. o, 317 ὅττ᾽ ἐθέλοιεν nach Aristarch st.
ὅττι θέλοιεν; ὅτι in der Bedeutung dass bei
Homer, doch selten und bestritten. Il. e, 331 γιγνώσκων, ὅτ᾽ ἄναλκις ἔην
θεός, Bekker ὅ τ̓, d. i. ὅ dass mit dem zu Relativen tretenden τε. Vgl. Il. a, 244, 412. d, 32. z, 126. π, 274. Od. q, 78. ξ, 366 u. a. St., La Roche a.
a. O. 124, Capelle, Philolog. 1877, S. 193 ff. Bei Attikern findet sich kein
Beispiel. — g) Das epische ἐσσί nur Od.
ρ, 273 ἐσσ᾽ ἀνοήμων, es wird aber ἐσς᾿ für εἶς
häufig herzustellen sein. — h) die von Pronomina oder anderen
Adverbien abgeleiteten Ortsadverbien auf θι zuweilen
bei Homer, als: ἄλλοθι, αὐτόθι, τηλόθι, ὅθι;
nicht aber die von Nomina abgeleiteten, als: ἠῶθι,
Ἰλιόθι, nur einmal οἴκοθ̓ (Od.
τ, 237). Νόσφι
elidiert nur Il. υ, 7, das Suffix φι bei Nomina nie. — i) das Zahlwort εἴκοσι Od. b, 212; d, 669; k, 208; ι, 241. D)
ο: a) bei Homer die Genetivendung auf ειο: ἐμεῖ（ο), σεῖ（ο), die neuere Kritiker auch an den wenigen Stellen, wo sie
elidiert überliefert ist, in ευ
verändern wollen (so La Roche, Oest. Gymn. 1871, 500). Il. y, 789 ἐμεῖ᾽ ὀλίγον. z, 454 σεῖ᾽ ὅτε. Od. q, 462 ἐμεῖ᾽ ὅτι; aber
die Endungen auf αο, οιο finden sich nicht
elidiert;7) — b) die Verbalendungen εο und
αο, die gleichfalls neuere Kritiker gegen die
Codd. in ευ und ω
haben verändern wollen. Il. d, 404 μὴ ψεύδε᾽ ἐπιστάμενος. Od. a, 340 ἀποπαύε᾽ ἀοιδῆς. d, 752 εὔχε᾽ Ἀθηναίῃ (es geht hier
überall αυ oder ευ vorher, also die Form auf ἐ steht aus
euphonischem Grunde). w, 33
ἤρα᾽ ὀπίσσω. E) Der Diphthong αι ist elisionsfähig in den Endungen, in welchen
er in Beziehung auf den Accent als kurz gilt; also in der 1., 2. und 3. Pers. Ind.
u. Konj. Praes., Ind. Fut., Konj. Aor., Ind. Perf. Med., im Infinitivus auf σθαι. Sehr häufig bei Homer (s. Spitzner, Excurs.
XIII, ad Iliad. de diphthongorum elisione Homero usitata). Il. a, 117 βούλομ᾽ ἐγώ. So αἰνίζομαι, λίσσομαι, ἔρχομαι, δύναμαι u. s. w.; Konj. λίσσωμ᾽ ἀνέρα Il. χ, 418; Il. i, 397 ποιήσομ᾽ ἄκοιτιν, so κείσομαι, φθέγξομαι, μεμνήσομαι, πείσομαι, ἔσσομαι; Konj. Aor. I.
Med. Od. g, 419 ὄφρ᾽ ἤτοι
. . ἱλάσσομ᾽ Ἀθήνην. 2. Pers. Praes. nur Il. o, 245 ἧσ᾽ ὀλιγηπελέων. 3. Pers.
Sing. u. Pl. 2 g, 457 φαίνετ᾽
Ἀρηϊφίλου; so ἕπεται, βούλεται, ποιεῖται,
κεῖται, τέρπονται, βόσκονται, ψεύδονται; Il. z, 458 ἐπικείσετ̓ ἀνάγκη, so
γνώσεται, δείσεται, ἵξεται, ἀρήσεται, κείσονται,
μαχήσονται. Perf. nur Il. r, 164 πέφατ᾽ ἀνέρος. Inf. ἔρχεσθαι, μάρνασθαι, λείπεσθαι, δαίνυσθαι, ζεύγνυσθαι,
ἄντεσθαι, στρωφᾶσθαι u. s. w.; φεύξεσθαι,
στρέψεσθαι, στήσεσθαι, σχήσεσθαι u. s. w.; δέξασθαι, γήμασθαι, λύσασθαι; ἀρέσθαι, λελαθέσθαι, ἱκέσθαι.
(Aber nicht der Inf. Aor. I. Akt.; Il. φ, 323 las
zwar Aristarch τυμβοχοῆς᾿, aber Krates τυμβοχόης; τυμβοχοῆς Ahrens, Btr. 55.) Bei Pindar wird
αι elidiert in der 1. Pers. Praes. und Fut. Med.,
3. Pers. Sing. und Plur., auch im Perf. S. Hermann, Opusc. Vol. I, p. 254. Bei den
attischen Dichtern kommt die Elision von αι in der
1. und 3. Pers., im Inf. und in der 2. Pers. Imp. Med. oft bei Aristophanes vor. Pax
393 χάρισ᾽ ὦ. 906 θέασ᾽ ὡς. Thesm. 1178
ἔρχεθ᾽ ὡς. Nub. 7 κολάσ᾽
ἔξεστι. 43 γῆμ᾽ ἐπῆρε. 523 ἀναγεῦσ᾽ ὑμᾶς. 550 ἐπεμπηδῆσ᾽
αὐτῷ. Thesm. 916 κλαύσετ̓ ἄρα, vgl.
§ 51, Anm. 3. Nub. 988 ἀπάγχεσθ᾽ ὅταν.
S. Fritzsche ad Thesm. 234. v. Bamberg, Progr. Gotha 1885, S. 12 (-ναι). Bei den Tragikern dagegen ist sie so selten, dass
die wenigen Beispiele, zumal im Dialog, mit Recht beanstandet werden. Eur. Iph. T.
662 προδούς σε σῴζεσθ̓ αὐτὸς εἰς οἴκους
μόνος. Soph. Ph. 1071 λειφθήσομ᾽ ἤδη,
Wakefield λειφθήσομαι δὴ. Eur. Iph. A. 1141
πέπυσμ᾽ ἃ σὺ (σύ
γε) μέλλεις με δρᾶν verdorben und mit
Sicherheit in πεπείσμεθ̓ emendiert. Aesch.
καὶ δὴ πέπεμπτ᾽ οὐ, wo οὐ zu tilgen. S. Lobeck de usu apostr. p. 23 sqq. und ad Aj. 191.
Kühlstädt, Obs. 26 ff. In lyrischen Stellen Soph. Tr. 216 ἀείρομ̓, aber Eur.
H. F. 418
σῴζετ᾽ ἐν Μυκήναις von Pflugk in σῴζεται Μ. verbessert; verdorben auch Ion 1067. In Prosa
findet sich ψεύδεθ᾽ ὁ Plat. Lys. 212 e, γίγνεθ᾽ ἑκάστοτε Phileb. 38 b (γίγνεσθ̓ fehlerhaft der Bodl.), οἴονθ᾽
ὑπὸ Epist. XI, 359 a, dann viele Beispiele bei Philodem in den Voll.
Herculan., s. Krüger, § 13, 3, A. 3, gleichwie auch inschriftliche
in hellenistischer Zeit vorkommen (Blass, Ausspr. d. Griech.^{3}, 54).
Demgemäss sind bei Demosthenes geschriebene und in der Aussprache zu
tilgende Hiaten mit diesem αι nicht ganz selten, z.
B. Chers. 22 sq., 36, 42, 72; andererseits indes auch nicht so häufig, wie
das bei einer völlig legitimen Sache der Fall sein würde, zumal da
diese Wortausgänge sehr häufig vorkommen und etwa den vierten Teil
aller Ausgänge auf langen Vokal oder Diphthong ausmachen, wenn man die
kleinen Wörter wie καί, ἤ, τοῦ ausser
Rechnung lässt. — Die Elision von αι in einem Adjektive findet sich nur Il. l, 272 ὣς ὀξεἶ ὀδύναι δῦνον μένος
Ἀτρείδαο. (Auch hier hat man durch verschiedene Konjekturen diese
Elision zu beseitigen gesucht. S. Spitzner ad h. l.; Cobet, Misc.
crit., p. 375.) — Καί wird in der Regel
nicht elidiert, sondern macht mit dem folgenden Vokale eine Krasis, § 51,
5, b), vgl. indes das. 9 b) und S. 220, Anm. 1. F) Der
Diphthong οι wird bei Homer, doch nicht sehr oft,
elidiert im Dat. der enklitischen Personalpronomina μοι,
σοι oder τοι. S. Spitzner ad Il. Exc.
XIII, p. XXXIX sqq.; Cobet, Misc. crit. 345; van Leeuwen, Mnem. N. S. XIII, 190, der
dies bei Homer weiter ausdehnen und auch den Attikern (vgl. unten) reichlicher
beilegen will, so in μ̓ ἀρέσκει (irrig). Il.
z, 165 ὅς μ̓ ἔθελεν
φιλότητι μιγήμεναι. n, 481 καί μ̓ οἴῳ
ἀμύνετε. a, 170 οὐδέ ς᾿ ὀΐω πλοῦτον
ἀφύξειν (und ich glaube nicht dir Reichtum zu schöpfen, zu
sammeln). Od. a, 60 οὔ νύ τ᾽
Ὀδυσσεὺς . . χαρίζετο ἱερὰ ῥέζων n. Cobet (τ̓ = τοι, σοι). Attisches Epigramm bei
Kaibel, Epigr. nr. 95: χάριτας μοι ἀπέδωκαν.
— Die Elision von μέντοι darf bei Homer
nicht angenommen werden, sondern wo μέντ̓ vorkommt,
steht es für μέν τε. S. Spitzner ad Il.
Exc. VIII, § 2. — Bei den lesbischen Dichtern wird nach
Apollonius auch ἐμοί elidiert. Alc. 72 ἐμ᾽ αὔτῳ. Sapph. 15 ἔμ᾽
αὔτᾳ. S. Ahrens, dial. I, p. 126, Meister, Gr. Dial. I, 167; es ist
freilich kein Grund ersichtlich, hier nicht das zusammengerückte ἐμαύτᾳ, ἐμαύτῳ anzunehmen. Bei attischen Dichtern
findet sich die Elision von οι nur bei οἴμοι vor ω. S.
Aj. 587
οἴμ̓ ὡς ἀθυμῶ. Τοι und μέντοι lassen bei denselben zwar die Krasis zu, s. § 51, 5,
f), aber nicht die Elision; die Stellen, in denen μοι und σοι bei ihnen die Elision zu
erleiden scheinen, werden mit Kritik oder anderweitiger Erklärung
bestritten. S. Lobeck de usu apostrophi p. 29 sqq. und ad Aj. 191, p. 150 sq.
[125^{3}]; sicher scheint am ersten Eur.
Med. 57
ἵμερός μ̓ ὑπῆλθε . . μολούσῃ; so auch
parodierend der Komiker Philemon b. Athen. 7, p. 288 d ἵμερός μ̓ ὑπῆλθε . . μολόντι. Doch s.
Kühlstädt, Observ. 39 f., der Iph. A. 487 f. (μ̓ . . ἐννοουμένῳ) vergleicht. Verdächtig Eur.
Bacch. 820 τοῦ χρόνου δέ ς᾿ οὐ φθονῶ (σοι φθ. Nauck; δ̓ οὔ σοι
φθ. Dobree, γὰρ οὐ φθ. Kirchhoff).
Theodosius Alex., p. 35, 16 führt an: οἱ ἅγι᾽
ἔλεγον (st. ἅγιοι), wo
Göttling mit Recht sagt: Mira elisio, quae christiani alicujus poetae esse
videtur. Der Elision sind sowohl in der Prosa, als bei
den Dichtern unfähig: a) τά,
ἄνα als Vokativ v. ἄναξ, doch Hymn.
in Apoll. Pyth. 348 ὦ ἄν̓, ἐπειδή, dann als
Imper. st. ἀνάστηθι, das Adv. μά; — b) das ep. ἰδέ = et; — c) τὶ, τί,
ὅτι (oben Nr. 5, C f), περί (s. indes
Nr. 5, C d), ἄχρι, μέχρι; — d) τό und πρό (doch s.
über letzteres § 51, 5, h); — e) der Vokal υ, ausser Herod. 7, 220 in einem Orakelspruche ἄστυ ἐρικυδές, wo aber leichter mit Aphärese
ἄστυ ᾿ρικ. gelesen wird, Christ, Metr.^{2} 35.
— Wohl aber sind τό, τά, πρό der Krasis
fähig. Anmerk. Für die Prosa ist zu bemerken, dass sie
nach üblicher Schreibung in den Verbalformen, welche das ν ἐφελκυστικὸν annehmen, nie die Elision anwendet ausser
bei ἐστί [s. Nr. 4, C)]; die Dichter aber wenden
die Elision oder das ν ἐφ. nach Bedarf des Verses
an. — Über die Verwandlung der Tenuis vor dem Sp. asper s. 60, 5;
über die Betonung bei der Elision § 85, 4; über die
Silbenabteilung bei eingetretener Elision § 91.(Smyth 70)
1 S. Ahrens de crasi et
aphaeresi, p. 1 sq. Es wird indes von Allen (On Greek versification in
inscriptions, Archaeol. Inst. of America IV, 155 f.) auf Grund inschriftlicher
Schreibungen wie σώμαθ᾽ ἑλών mit Recht
hervorgehoben, dass unter Umständen der Vokal auch ganz verschwand; denn
ohne Verschwinden des α hätte sich in dem
angeführten Beispiele nicht das τ mit dem
Spiritus zu θ verbinden können.2 S. La Roche, Hom. Textkr. 396 ff.3 S. Allen, On Greek versification
in inscriptions (Archaeol. Institute of America, Vol. IV, Boston 1888), p. 126
ff.; kurz Meisterhans, Gramm. d. att. Inschr., S. 54^{2}.4 S. Maetzner ad Lycurg. in Leocr. § 102, p. 255; Lobeck, Phryn. p.
406 sqq. Der Hiat könnte nur durch das alte Digamma von ἔτος gerechtfertigt werden; es scheint aber bei
attischen Schriftstellern auch hier Elision herzustellen.5 S. Bredov, dial. Herod., p. 202 sqq.6 S. Struve a. a. O.7 S. Hermann ad Orph., p. 724 sq. Doch Il.
λ, 36 bessere Variante λευκοἶ für λευκοί, Pind.
P. 1.2, 13 Φόρκοι᾽
ἀμαύρωσεν codd. (Φόρκοιο μαύρωσεν
Herm. Böckh); über andere Pindarische St. s. Mommsen zu Ol. 13,
34, p. 167; über Διωνύσοι᾽ ἄνακτος
Archil. 77 s. Bergk z. St., Flach, Bzz. Btr. II, 54. In weitem Umfange sucht
Lugebil Fleckeis. Jahrb. Suppl. XII, 212 ff. οἰ
für ου bei Hom. herzustellen und so
Hiaten zu beseitigen, als Il. a,
381 εὐξαμένοι᾽ ἤκουσεν (591 βηλοῖ᾽
ἀπὸ nach der v. l. βηλοῦ ἀπὸ,
vulg. ἀπὸ βηλοῦ), b, 134 μεγάλοι᾽ ἐνιαυτοί, u. s.

References: § 51
 § 47
 § 150
 § 36
 § 324
 § 27
 § 1
 § 235
 § 47
 § 7
 § 35
 § 33
 § 145
 § 156
 § 186
 § 17
 § 19
 § 42

§ 51
 § 13
 § 51
 § 2
 § 51
 § 51
 § 85
 § 91
 § 102