Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201980,%20528
Timestamp: 2019-07-19 11:25:36+00:00

Document:
BFH, 28.02.1980 - IV R 19/78 - dejure.org
BFH, 28.02.1980 - IV R 19/78
https://dejure.org/1980,511
BFH, 28.02.1980 - IV R 19/78 (https://dejure.org/1980,511)
BFH, Entscheidung vom 28.02.1980 - IV R 19/78 (https://dejure.org/1980,511)
BFH, Entscheidung vom 28. Februar 1980 - IV R 19/78 (https://dejure.org/1980,511)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1980,511) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
ZRFG § 3; AO 1977 § 163, § 348 Abs. 1 Nr. 2
Gewährung von Sonderabschreibungen - Steuerfestsetzungsverfahren - Gewinnfeststellungsverfahren
AO (1977) § 163, § 348 Abs. 1 Nr. 2; ZRFG § 3
Die Rechtslage hat sich durch das Inkrafttreten der Abgabenordnung dadurch wesentlich geändert, daß Steuerbescheide einerseits und Entscheidungen über abweichende Steuerfestsetzungen aus Billigkeitsgründen nach § 163 AO 1977 andererseits gemäß den Ausführungen des BFH in den Urteilen vom 21. Dezember 1977 I R 247/74 (BFHE 124, 199, BStBl II 1978, 305) und vom 28. Februar 1980 IV R 19/78 (BFHE 130, 244, BStBl II 1980, 528) sowie der herrschenden Meinung in der Literatur (…vgl. z. B. Tipke/Kruse, Kommentar zur Abgabenordnung/Finanzgerichtsordnung, 9. Aufl., § 163 AO Anm. 7), denen der Senat sich anschließt, nunmehr selbständige, mit unterschiedlichen Rechtsbehelfen anfechtbare Verwaltungsakte sind, auch wenn sie nach § 163 Abs. 1 Satz 3 AO 1977 äußerlich miteinander verbunden werden können.
Der Abzug eines derartigen Schuldpostens, für den ein Wahlrecht eingeräumt wird, kann nur als Billigkeitsmaßnahme i. S. von § 163 Abs. 1 Satz 2 der Abgabenordnung (AO 1977) verstanden werden; über sie ist durch gesonderten Verwaltungsakt zu entscheiden, der ggf. äußerlich mit der Steuerfestsetzung verbunden werden kann (BFH-Urteile vom 10. Juli 1979 VII R 72/78, BFHE 128, 429, BStBl II 1979, 698; vom 28. Februar 1980 IV R 19/78, BFHE 130, 244, BStBl II 1980, 528).
Von diesen Grundsätzen ist die Rechtsprechung auch ausgegangen bei der Gewährung von Sonderabschreibungen aus Billigkeitsgründen nach § 3 des Zonenrandförderungsgesetzes (ZRFG) im Rahmen von Steuerfestsetzungen und Gewinnfeststellungen (BFH-Urteil vom 28. Februar 1980 IV R 19/78, BFHE 130, 244, BStBl II 1980, 528), bei der Berücksichtigung einer Billigkeitsmaßnahme aufgrund des Schreibens des Bundesministers der Finanzen (BMF) vom 28. Juni 1979 (IV B 2 - S 2160 - 2/79) bei der Festsetzung von Körperschaftsteuer 1975 und 1976 (…BFH-Urteil vom 24. März 1987 I R 144-145/83, BFH/NV 1987, 581) und bei der Gewährung von Billigkeitsmaßnahmen nach § 26 Abs. 4 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) 1977 und der dazu ergangenen Verwaltungsanweisung vom 16. Mai 1973 bei der Festsetzung von Umsatzsteuer 1983 (nicht veröffentlichtes BFH-Urteil vom 19. Juli 1984 V R 84/80).
BFH, 24.07.1980 - IV R 117/77
ZonenrandförderungsG - Eigentumswohnung - Sonderabschreibung
a) Der erkennende Senat hat auf der Grundlage der am 1. Januar 1977 in Kraft getretenen Abgabenordnung mit Urteil vom 28. Februar 1980 IV R 19/78 (BFHE 130, 244, BStBl II 1980, 528) entschieden, daß die Ablehnung eines Antrags auf Gewährung der Sonderabschreibung nach dem Zonenrandförderungsgesetz ein selbständiger Verwaltungsakt ist, auch wenn diese Ablehnung äußerlich mit der Steuerfestsetzung verbunden wird.
Ein Einspruch gegen einen vor dem 1. Januar 1977 wirksam gewordenen Einkommensteuerbescheid, in dem auch eine Entscheidung über eine beantragte Vergünstigungsmaßnahme nach § 3 ZRFG enthalten ist, mußte hiernach insoweit, als er sich gegen die Entscheidung über die Vergünstigungsmaßnahme richtete, nunmehr als Beschwerde angesehen werden; dagegen mußte das Rechtsbehelfsvorbringen, das sich gegen den übrigen Inhalt des Einkommensteuerbescheids richtete, auch weiterhin als Einspruch behandelt werden (BFHE 130, 244, BStBl II 1980, 528).
Nach Inkrafttreten der AO 1977 bilden die Steuerfestsetzung einerseits und der Erlaß einer Billigkeitsmaßnahme andererseits selbständige Verfahren, die zwar äußerlich verbunden werden können, jedoch nicht verbunden werden müssen (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 10. Juli 1979 VII R 72/78, BFHE 128, 429, BStBl II 1979, 698; vom 28. Februar 1980 IV R 19/78, BFHE 130, 244, BStBl II 1980, 528; vom 28. November 1980 VI R 226/77, BFHE 132, 264, BStBl II 1981, 319).
Denn eine Billigkeitsmaßnahme nach § 163 Abs. 1 AO 1977 ist nach der ständigen Rechtsprechung des BFH ein selbständiger Verwaltungsakt, dessen Ablehnung in einem gesonderten Verfahren angefochten werden muß (Urteile vom 28. Februar 1980 IV R 19/78, BFHE 130, 244, BStBl II 1980, 528; vom 28. November 1980 VI R 226/77, BFHE 132, 264, BStBl II 1981, 319; vom 4. Februar 1987 I R 252/83, BFHE 149, 50, BStBl II 1987, 682; vom 13. April 1989 IV R 196/85, BFHE 156, 489, BStBl II 1989, 614).
Der BFH hat lediglich für den Fall, daß das Einspruchsverfahren am 1. Januar 1977 noch nicht abgeschlossen war, entschieden, daß der gemäß Art. 97 § 18 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Abgabenordnung (EGAO 1977) zulässigerweise als Einspruch eingelegte Rechtsbehelf als Beschwerde im Sinne der AO 1977 unter Beachtung des § 163 Abs. 1 Satz 3 AO 1977 (Zweigleisigkeit des Verfahrens) fortgeführt werden mußte (BFH-Urteil vom 28. Februar 1980 IV R 19/78, BFHE 130, 244, BStBl II 1980, 528).
BFH, 28.10.1981 - I R 156/78
Steuervergünstigung - Ermessensentscheidung des FA - Sonderabschreibung - …

References: § 3
 § 163
 § 348
 § 163
 § 348
 § 3
 § 163
 § 163
 § 163
 § 163
 § 3
 § 26
 § 3
 § 163
 Art. 97
 § 18
 § 163