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Timestamp: 2019-04-21 00:21:39+00:00

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Probearbeiten - Bilanz nach Handelsrecht - Online-Kurse
Bilanz nach Handelsrecht - Probearbeiten
Die Größenmerkmale
Zeitliche Aufeinanderfolge
Listung an einer Wertpapierbörse
Beispiele und Bedeutung der Einteilung
Video zur Größe einer Kapitalgesellschaft
Kursangebot | Bilanz nach Handelsrecht | Probearbeiten
Video: Probearbeiten
Für die Größe einer Kapitalgesellschaft (§ 267 HGB) sind unterschiedliche Dinge wichtig:
Höhe der Bilanzsumme
Höhe der Umsatzerlöse
zeitliche Aufeinanderfolge,
Listung an einer Wertpapierbörse.
Die Größenmerkmale, anhand derer die Einteilung vorgenommen wird, listet die folgende Übersicht auf (§ 267 I,II,III HGB).
Höhe der Bilanzsumme (#) (BS)
Höhe Umsatzerlöse (UE)
durchn. Arbeiteranzahl (AN)
BS ≤ 6 Mill. €
UE ≤ 12 Mill. €
AN ≤ 50
6 Mill. € < BS ≤ 20 Mill. €
12 Mill. € < UE ≤ 40 Mill. €
50 < AN ≤ 250
BS > 20 Mill. €
UE > 40 Mill. €
AN > 250
(#) nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags.
* Diese Beträge richten sich nach dem Rechtsstand von Januar 2016.
Es ist allerdings zusätzlich wichtig, dass die Merkmale an jeweils zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen vorliegen müssen (zeitliche Aufeinanderfolge).
Hier klicken zum AusklappenDie Dietrich AG hat im Jahre 2014 eine Bilanzsumme von 25.000.000 €, 45.000.000 € Umsatzerlöse und durchschnittlich 300 Mitarbeiter. Im Jahre 2015 haben sich Bilanzsumme und Umsatzerlöse nicht verändert, wohl aber ist die Anzahl der Mitarbeiter auf im Jahresdurchschnitt 200 Arbeitnehmer gesunken.
Die Dietrich AG erfüllt die Anforderungen an große Kapitalgesellschaften im Jahre 2014, denn alle drei Grenzwerte aus § 267 II HGB sind überschritten. Im Jahr darauf, also in 2015, ist jedoch eines dieser Merkmale nicht mehr erfüllt, nämlich die Mitarbeiterzahl. Trotzdem ist die Dietrich AG in 2015 eine große Kapitalgesellschaft, da sie zwei der drei bezeichneten Merkmale überschreitet und damit insgesamt groß ist.
Zusätzlich geht es bei der Anzahl der Arbeitnehmer um die durchschnittliche Anzahl. Hierunter ist das arithmetische Mittel der vier Bestände der Arbeitnehmer am 31.3., 30.6., 30.9. und 31.12. eines jeden Jahres zu verstehen (§ 267 V HGB). Mitarbeiter, die im Ausland beschäftigt werden, zählen zur Anzahl der Arbeitnehmer hinzu. Schließlich werden Beschäftigte nicht mit gerechnet, die in ihrer Berufsausbildung stehen (§ 267 V, letzter HS HGB).
Hier klicken zum AusklappenDie Müller-AG hat im Jahre 2014 eine Bilanzsumme von 15.000.000 €, 45.000.000 € Umsatzerlöse und durchschnittlich 300 Mitarbeiter. Im Jahre 2015 haben sich Bilanzsumme und Umsatzerlöse nicht verändert, die Mitarbeiterzahlen der Müller-AG ließen sich allerdings folgendermaßen aufschlüsseln:
Die Auszubildenden werden nicht mitgezählt, die Mitarbeiter im Ausland jedoch schon. Deswegen lässt sich die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter so berechnen: (230 + 250 + 270 + 290)/ 4 = 260 Mitarbeiter. Diese Zahl ist größer als 250. Zusätzlich überschreitet die Höhe der Umsatzerlöse den Grenzwert von 40.000.000 € in zwei aufeinander folgenden Jahren. Insgesamt ist die Müller AG also eine große Kapitalgesellschaft.
Bzgl. der Listung an einer Wertpapierbörse ist zu sagen, dass eine Kapitalgesellschaft stets dann als groß gilt (§ 267 III 2 HGB), wenn sie die Voraussetzungen des § 264d HGB erfüllt. Danach gilt eine Kapitalgesellschaft dann als kapitalmarktorientiert, wenn
sie einen organisierten Markt i.S.d. § 2 V WpHG durch von ihr ausgegebene Wertpapiere i.S.d. § 2 I 1 WpHG in Anspruch nimmt oder
die Zulassung zum Handel an einem organisierten Markt beantragt worden ist.
Hier klicken zum AusklappenDie Mayer AG hat im Jahre 2014 eine Bilanzsumme von 12.000.000 €, 33.000.000 € Umsatzerlöse und durchschnittlich 300 Mitarbeiter. Im Jahre 2015 hat sich aufgrund einer rückläufigen Geschäftsentwicklung die Bilanzsumme halbiert, die Umsatzerlöse sind auf 5.000.000 € gefallen, die Anzahl der Arbeitnehmer ist gleich geblieben. Am Ende des Jahres 2015 wird die Mayer AG an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet.
Aufgrund der Zahlen wäre die Mayer AG nicht als groß zu beurteilen. Trotzdem ist die Mayer AG groß, weil sie an einem organisierten Markt im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes gelistet wird. Die Größe ist in diesem Falle unbedeutend (§ 267 III 2 HGB).
Hier klicken zum AusklappenDie Lars AG aus Wurzen hat folgende Bilanz:
Beträge (Mill. €)
Was kann über die Größe der Lars AG gesagt werden?
Die zu berücksichtigende Bilanzsumme ist nur 6.000.000 € – 2.000.000 €= 4.000.000 €, denn der Fehlbetrag muss zunächst abgezogen werden. Ausgehend von der Bilanzsumme tendiert die Lars AG also dazu, eine kleine Kapitalgesellschaft zu sein.
Hier klicken zum AusklappenWofür ist die Größe einer Kapitalgesellschaft wichtig? Eine große Kapitalgesellschaft hat u.a. strengere Ausweisregeln. Sie muss die Bilanzgliederung des § 266 HGB bis auf die arabischen Zahlen übernehmen. Eine kleine hingegen darf auf diese verzichten (§ 266 I 3 HGB).
Die Bilanz „aller“ Kaufleute sieht daher folgendermaßen aus:
Immaterielle Vermögensgegen-
Forderungen und sonstige Vermögensgegen-
Bilanzgliederung für alle Kaufleute
Große Kapitalgesellschaften müssen die einzelnen Punkte noch genauer spezifizieren, d.h. unterteilen. Dies führt dann zu deutlich mehr Unterpunkten, siehe § 266 II, III HGB.
Unter den sog. Kleinstkapitalgesellschaften verstehen wir kleine Kapitalgesellschaften, welche mindestens zwei der folgenden drei nachstehenden Grenzwerte nicht überschreiten:
eine Bilanzsumme von höchstens 350.000 €
Umsatzerlöse von höchstens 700.000 € in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag und
höchstens zehn Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt.
Wichtig ist also, dass wir eine Unterteilung von Kapitalgesellschaften in folgende Größen haben:
klein, aber nicht Kleinstkapitalgesellschaft
klein und Kleinstkapitalgesellschaft
Hier klicken zum AusklappenZu der Sven-GmbH aus Frankfurt haben wir folgende Informationen:
Jahr Bilanzsumme (Mio. €) Umsatzerlöse (Mio. €) Anzahl Arbeitnehmer
01 4 11 40
02 2 13 30
03 3 14 60
04 4 0,5 8
05 5 0,6 7
Fraglich ist nun, ob die betrachtete Kapitalgesellschaft klein (vielleicht sogar Kleinstkapitalgesellschaft), mittelgroß oder sogar groß ist.
Im Jahr 02 ist die beschriebene Kapitalgesellschaft klein, denn die beiden Grenzwerte für die Bilanzsumme und die Mitarbeiteranzahl werden im zweiten Jahr zum zweitenmal (hintereinander) unterschritten. Sie ist allerdings keine Kleinstkapitalgesellschaft, denn die Grenzwerte aus § 267a I HGB sind überschritten.
Im Jahr 03 könnte man annehmen, dass die Kapitalgesellschaft nicht mehr eine kleine Kapitalgesellschaft ist, denn sowohl die Umsatzerlöse als auch die Mitarbeiteranzahl übersteigt die Grenzwerte aus § 267 I HGB. Rechtsfolgentechnisch ist dies aber unbeachtlich, da diese Merkmale nicht auf zwei aufeinanderfolgende Jahre zutreffen. Demnach liegt auch im Jahr 03 eine kleine Kapitalgesellschaft vor.
Im Jahr 04 liegt keine Kleinstkapitalgesellschaft vor, denn die Grenzwerte sind zwar unterschritten, allerdings noch nicht im zweiten Jahr hintereinander.
Im Jahr 05 wiederum ist die Kapitalgesellschaft klein, denn alle relevanten Grenzwerte des § 267 I HGB werden zum zweitenmal hintereinander unterschritten. Darüber hinaus ist die kleine Kapitalgesellschaft sogar eine Kleinstkapitalgesellschaft, denn die Grenzwerte für die Umsatzerlöse und die Anzahl der Mitarbeiter werden zum zweitenmal hintereinander im Jahre 05 unterschritten.
In dem folgendem Video schauen wir uns die gelernten Grundsätze erneut an:
Hinweis: Die Beträge sind nicht aktuell. Bitte entnehmen Sie die aktuellen Beträge der Tabelle zu den Größenmerkmalen.
Vielleicht ist für Sie auch das Thema	Grenzwerte für Größe einer Kapitalgesellschaft	(Grundlegendes)	aus unserem Online-Kurs	Bilanz nach Handelsrecht interessant.
Kapitalgesellschaften mit einer Bilanzsumme von 5 Mill. € gehören schon zu den Mittelgroßen.
Kapitalgesellschaften lassen sich nur in große, mittelgroße und kleine Kapitalgesellschaften einteilen.
Um die Größe der Kapitalgesellschaft beurteilen zu können, müssen die Merkmale von zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen vorliegen.
Für die Größeneinteilung einer Kapitalgesellschaft sind nur Informationen über die zeitliche Aufeinanderfolge und die Listung an einer Wertpapierbörse relevant.
Der Fehlbetrag wird bei der Bestimmung der Bilanzsumme außer Acht gelassen.
Eine Kapitalgesellschaft mit einer Bilanzsumme von 300.000 €, Umsatzerlöse von 500.000 € und 25 Mitarbeitern im Jahresdurchschnitt zählt schon zu den Kleinstkapitalgesellschaften.
Bei großen Kapitalgesellschaften müssen einzelne Bilanzposten noch weiter spezifiziert werden.
Bei den Größenmerkmalen ist unter anderem die durchschnittliche Arbeitnehmeranzahl zu berücksichtigen. Diese errechnet sich durch das geometrischearithmetische harmonische Mittel.
300 Arbeitnehmer
30 Mill. € Umsatzerlöse
25 Mill.€ Bilanzsumme
60 Mill. € Umsatzerlöse
20 Mill. € Bilanzsumme
21 Mill. € Bilanzsumme

References: § 267
 § 264
 § 2
 § 2
 § 266
 § 266
 § 267
 § 267
 § 267