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Timestamp: 2019-12-06 20:12:36+00:00

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Chirurgie | Die Zystostomie als selbstständiger Eingriff oder neben anderen chirurgischen Leistungen, Teil 2
02.12.2013 ·Fachbeitrag ·Chirurgie
| Im Oktober-Heft hat PA die Berechnungsmöglichkeiten der Zystektomie vorgestellt. Anders als bei der Zystektomie wird bei der Zystostomie der Zystenbalg zum Teil belassen und die Zyste zur Nebenbucht der Mundhöhle gemacht. In der neuen GOZ ist die Zystostomie als Abrechnungsposition nicht mehr aufgenommen worden. Dessen ungeachtet wird es in der zahnärztlichen Chirurgie bisweilen kleinere Zysten geben, die aufgrund der Lage zum Nervus alveolaris inferior oder benachbarter Zähne nicht in toto entfernt werden können und trotz der zum Teil langen Nachbehandlung in Einzelfällen Anwendung finden. Damit befassen wir uns nachfolgend. |
Welche Analogziffern kommen infrage?
Unter Umständen wird nach erfolgter röntgenologischer Untersuchung mittels einer Panoramaschichtaufnahme (PSA) und diagnostischer Befundung eine digitale Volumen-Tomografie ( DVT) zur eigentlichen Zystenausdehnung angefertigt werden müssen. In beiden Fällen - Zystostomie in Verbindung mit einer Wurzelspitzenresektion oder Osteotomie bzw. als selbstständige Leistung - muss bei kleineren Zysten eine Analogposition gemäß § 6 Abs. 1 GOZ ausgewählt werden.
Hinweis | Die GOZ‘88 hatte 230 Punkte für die Zystostomie in Verbindung mit einer WSR oder Osteotomie angesetzt, die Zystektomie als selbstständige Leistung mit 400 Punkten besetzt. Wenn man sich in diesem Punktsegment weiterhin bewegen möchte, kämen folgende Analogpositionen in Betracht:
Operation einer Zyste durch Zystostomie in Verbindung mit einer Osteotomie oder Wurzelspitzenresektion, je Zyste - entsprechend (gemäß § 6 Abs. 1 GOZ) Plastische Deckung im Rahmen einer Wundversorgung ...
Operation einer Zyste durch Zystostomie als selbstständige Leistung ?- entsprechend (gemäß § 6 Abs. 1 GOZ) Knochenresektion am Aleovarfortsatz ...
Für große Zysten stehen die GOÄ-Abrechnungspositionen zur Verfügung. Die Größe der Zyste muss sich über mehr als drei Zähne oder vergleichbarer Größe im unbezahnten Kiefer erstrecken. Dies ist weiterhin über die GOÄ-Nrn. 2657 und 2658 berechnungsfähig.
Operation einer ausgedehnten Kieferzyste - über mehr als drei Zähne oder vergleichbarer Größe im unbezahnten Kiefer - durch Zystostomie
Operation einer ausgedehnten Kieferzyste - über mehr als drei Zähne oder vergleichbarer Größe im unbezahnten Kiefer - durch Zystostomie in Verbindung mit der Entfernung retinierter oder verlagerter Zähne und/oder Wurzelspitzenresektion ….
Nach dem operativen Eingriff erfolgt das postoperative Offenhalten der Wundedurch Tamponieren und später - je nach Größe des vorhandenen Hohlraums - wird ein Obturator aus Kunststoff zum temporären Verbleib angefertigt. Durch diese Art des Verschlusses soll zum einen der Zystenhohlraum offen gehalten werden und zum anderen durch eine regelmäßige Verkleinerung des Obturators am Zystenboden die Wunde allmählich reossifizieren.
Operative Entfernung eines extrem retinierten Zahnes 38 mit Zystostomie bei direkter Lagebeziehung der Zyste zum Nervus alveolaris inferior
Panoramaschichtaufnahme beider Kiefer
Infiltrationsanästhesie (Begründung: chirurgischer Eingriff - Schmerzausschaltung)
Anästhesielösung § 4 Abs. 3 GOZ
Operative Entfernung eines extrem verlagerten und/oder retinierten Zahnes durch umfangreiche Osteotomie
OP-Zuschlag nach GOZ
Atraumatisches Nahtmaterial § 4 Abs. 3 GOZ
Nachbehandlung nach chirurgischem Eingriff, ?Tamponadenwechsel
Nach einem individuell zu bestimmenden Zeitraum wird die Abformung des Zystenhohlraums vorgenommen und nach Anfertigung des Obturators in den Kiefer eingepasst. Es erfolgt eine regelmäßige Kürzung des Obturators und ein Ausspülen des verbliebenen Hohlraums.
Abformmaterial § 4 Abs. 3 GOZ
Laborkosten § 9 GOZ
Anlegen eines Verschlussobturators nach Zystostomie - entsprechend ?(gemäß § 6 Abs. 1 GOZ) Anlegen einer Verbandsplatte ...
Subtraktive Maßnahmen am Zystenobturator - entsprechend ?(gemäß § 6 Abs. 1 GOZ) Änderungen an einer Verbandsplatte ...
Operative Entfernung einer Residualzyste durch Zystostomie regio 35 bis 38 mit Lagebeziehung zum Nervus alveolaris inferior im unbezahnten Kiefer
OP-Zuschlag GOÄ
Atraumatisches Nahtmaterial § 10 GOÄ
In diesem Beispiel kann bei einer vorhandenen Unterkieferprothese eine Umarbeitung erfolgen und der Obturator durch das Labor direkt an die Prothesenbasis angebracht werden. Für die Abrechnung gibt es keine eigene Position. Die Möglichkeit ergibt sich also auch hier nur über eine Analogposition, die je nach Schwierigkeit und Umfang der Anfertigung gewählt werden kann. Die Abrechnung erfolgt wie oben über die GOÄ-Nr. 2700 analog oder über die folgende Analogziffer:
Umarbeitung einer Prothese zur Obturatorprothese - entsprechend ?(gemäß § 6 Abs. 1 GOZ) Eingliederung eines Obturators ....
Auch dieser individuell angefertigte Verschluss ist nur für den Zeitraum des Heilungsverlaufs gedacht und wird permanent mit fortschreitender Epithelisation bzw. Reossifikation in seiner Ausdehnung reduziert und angepasst. Die BZÄK kommentiert die GOZ-Nr. 5320 wie folgt: „Obturatoren, die ohne vorangegangene gewebeabtragende Operation dem Verschluss unphysiologischer Verbindungen ohne Beteiligung des Gaumens dienen oder knöcherne Defizite der Kiefer ausgleichen, werden von dieser Gebührennummer nicht erfasst und sind ebenso wie Obturatoren, die dem Offenhalten eines Zystenlumens nach Zystostomie dienen, im Wege der Analogie zu bewerten.“
Eine histologische Untersuchung ist auch bei teilweiser Entfernung des Zystenbalges möglich bzw. obligat.
Quelle: Ausgabe 12 / 2013 | Seite 12 | ID 42362153
26.09.2013 · Chirurgie

References: § 6
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 § 9
 § 6
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 § 10
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