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Timestamp: 2016-10-21 13:13:11+00:00

Document:
8C_181/2010 (20.05.2010)
8C_181/2010
J.________, vertreten durch Rechtsanw�ltin
Doris Farner-Schmidhauser,
Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 13. Januar 2010.
J.________ (Jg. 1955) war seit dem 1. Dezember 1996 als angelernte Hilfskraft in der Firma X.________ angestellt. Am 24. Dezember 2006 fuhr sie �ber eine Br�cke, wobei ein nachfolgendes Auto mit offenbar ungebremster, �berh�hter Geschwindigkeit auf ihren Wagen auffuhr. In der Notfallstation des Spitals A.________ wurde gleichentags eine Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) diagnostiziert. Ab 15. Januar 2007 konnte sie ihre Arbeit zwar trotz anhaltender Kopf- und Nackenschmerzen mit einem reduzierten Pensum wieder aufnehmen, musste sich am 8. M�rz 2007 jedoch wegen auf einer Fahrt nach Deutschland aufgetretenen starken Schmerzen im HWS-Bereich erneut notfallm�ssig ins Spital A.________ begeben. Nach einem ambulanten Assessment in der Klinik C.________ hielt sie sich dort ab 14. Mai bis 15. Juni 2007 zu einer station�ren arbeitsorientierten Rehabilitation auf, worauf sie ihre Arbeit zumindest teilweise wieder aufnehmen konnte. Nach einer kreis�rztlichen Untersuchung durch Dr. med. B.________ am 20. November 2007 und einem weiteren, vom 15. bis 24. Januar 2008 dauernden, vorzeitig abgebrochenen station�ren Aufenthalt in der Klinik D.________ stellte die SUVA ihre bis anhin erbrachten Leistungen (Taggelder und Heilungskosten) mit Verf�gung vom 31. M�rz 2008 - bei Fehlen organisch nachweisbarer Beschwerden - mangels ad�quater Unfallkausalit�t auf den 30. April 2008 hin ein und verneinte gleichzeitig auch einen Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integrit�tsentsch�digung. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 22. Juli 2009 fest.
Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau wies die hiegegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 13. Januar 2010 ab, wobei es wegen ab 30. April 2008 fehlender unfallbedingter Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit von einer �berpr�fung der von der SUVA verneinten Ad�quanzfrage absah.
J.________ l�sst beschwerdeweise beantragen, in Aufhebung des kantonalen Entscheids seien ihr die gesetzlichen Leistungen �ber den 30. April 2008 hinaus zu gew�hren.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss den Art. 95 f. BGG erhoben werden. Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder der Unfallversicherung ist das Bundesgericht - anders als in den �brigen Sozialversicherungsbereichen (Art. 97 Abs. 1, Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG) - nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG). Im �brigen wendet es das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG) und muss sich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz halten (BGE 134 V 250 E. 1.2 S. 252 mit Hinweisen). Es pr�ft indessen - unter Beachtung der Begr�ndungspflicht in Beschwerdeverfahren (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) - grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind, und ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr aufgegriffen werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Die Beschwerdef�hrerin reicht mit ihrer Rechtsschrift letztinstanzlich eine Best�tigung der Frau Dr. med. E.________ vom 26. August 2008 ein, gem�ss welcher die Patientin nicht in der Lage sei, einer kontinuierlichen Besch�ftigung nachzugehen. Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen indessen im Beschwerdeverfahren - auch im Rahmen von Art. 105 Abs. 3 BGG (vgl. E. 1 hievor) - nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 135 V 194 E. 2 f. S. 196 ff. ). Letzteres ist von der ein Novum einbringenden Partei n�her darzulegen (Urteil 8C_684/2009 vom 23. April 2010 E. 2 mit Hinweisen), was die Beschwerdef�hrerin nicht getan hat. Das neu beigebrachte Dokument ist daher als Beweismittel unzul�ssig und muss vor Bundesgericht unbeachtet bleiben.
Die Beschwerdef�hrerin wehrt sich dagegen, dass das kantonale Gericht davon ausgegangen ist, dass sie sp�testens ab 30. April 2008 wieder zu 100 % arbeitsf�hig gewesen sei und ab diesem Zeitpunkt von weiteren �rztlichen Behandlungen keine namhafte Besserung ihres Zustandes mehr h�tte erwartet werden k�nnen. Dabei beruft sie sich zur Begr�ndung ihres Standpunktes auf im Einspracheverfahren beigebrachte Stellungnahmen des Dr. med. F.________, Facharzt f�r Otorinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 2. Mai 2008, und der Neuropsychologin Frau Dr. phil. G.________ vom 7. Juli 2008. Zudem verweist sie auf eine im kantonalen Rechtsmittelverfahren eingereichte, seinerzeit im Auftrag der Basler Versicherungs-Gesellschaft erstellte Expertise vom 22. Dezember 2008 �ber eine am 10./11. November 2008 im Zentrum H.________ durchgef�hrte funktionsorientierte medizinische Abkl�rung (FOMA).
3.1 Die f�r die Beurteilung der streitigen Leistungsanspr�che massgebenden gesetzlichen Grundlagen und die in diesem Zusammenhang ergangene Rechtsprechung hat das kantonale Gericht sowohl in materiell- als auch in beweisrechtlicher Hinsicht richtig dargelegt. Es kann darauf verwiesen werden.
3.2 Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Entscheid vom 13. Januar 2010 eingehend mit der vorhandenen medizinischen Dokumentation befasst und ist gest�tzt auf im Einzelnen angef�hrte �rztliche Berichte und Gutachten zum Schluss gelangt, dass Ende April 2008 keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr m�glich war, sodass die SUVA den Fall auf den 30. April 2008 hin abschliessen konnte. Weiter hielt sie fest, weil die Beschwerdef�hrerin sp�testens ab diesem Zeitpunkt in ihrer angestammten T�tigkeit wieder vollumf�nglich arbeitsf�hig war, er�brige sich eine Pr�fung der �brigen umstrittenen Fragen, namentlich des Anspruchs auf eine Rente und eine Integrit�tsentsch�digung.
3.3 Gegen den Zeitpunkt des verf�gten Abschlusses des Versicherungsfalles l�sst sich nichts einwenden, sofern der Beschwerdef�hrerin damals tats�chlich ein Einsatz in ihrem fr�heren T�tigkeitsbereich wieder vollumf�nglich zumutbar war. In BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115 hat das Bundesgericht ausgef�hrt, mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf erwerbst�tige Personen ausgerichtet ist, werde sich die in Art. 19 Abs. 1 UVG erw�hnte "namhafte Besserung des Gesundheitszustandes" nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsf�higkeit, soweit unfallbedingt beeintr�chtigt, bestimmen. Daraus ist zu folgern, dass - wie die Vorinstanz richtig erkannt hat - eine Besserung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG nicht denkbar ist, wenn schon vor einer allenfalls noch in Betracht fallenden �rztlichen Massnahme wieder eine volle Arbeitsf�higkeit in der fr�her ausge�bten T�tigkeit erreicht worden ist. Verh�lt es sich so, steht einem Fallabschluss nichts im Wege. Auch die im Falle der Beschwerdef�hrerin von verschiedenen involvierten Stellen ausgegangene Empfehlung �rztlicher und/oder therapeutischer Vorkehren, welche m�glicherweise der F�rderung der Befindlichkeit dienlich sein m�gen, �ndert daran nichts.
3.4 Damit stellt sich die Frage, ob die Vorinstanz tats�chlich von einem ab 30. April 2008 vollst�ndig wiederhergestellten Leistungsverm�gen ausgehen durfte. Dies ist unter Hinweis auf die Darstellung im angefochtenen Entscheid mit der dort angef�hrten Begr�ndung zu bejahen.
3.4.1 Auch unter Ber�cksichtigung der Vorbringen in der Beschwerdeschrift ist jedenfalls kein triftiger Grund ersichtlich, welcher Zweifel an der Zuverl�ssigkeit der Arbeitsf�higkeitssch�tzung durch Dr. med. B.________ anl�sslich der kreis�rztlichen Untersuchung vom 20. November 2007 aufkommen lassen k�nnte. Dies umso weniger, als diese Einsch�tzung in den - wenn teils auch bloss prognostischen - Beurteilungen durch die �rzte der Kliniken C.________ und D.________, aber auch durch den SUVA-Arzt Dr. med. I.________ - dessen Angaben der Beweiswert entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrerin nicht wegen Voreingenommenheit und Befangenheit abzusprechen ist - ihre Best�tigung findet. Selbst die Spezialisten des Zentrums H.________, auf deren �usserungen sich die Beschwerdef�hrerin beruft und welche am 22. Dezember 2008 die Beibehaltung einer 50%igen Arbeitsf�higkeit w�hrend der n�chsten drei Monate empfahlen, sahen eine anschliessend stufenweise zu bewerkstelligende Steigerung auf ein volles Pensum vor. Dass auch schon fr�her eine h�here Leistung m�glich und zumutbar gewesen w�re, wird dadurch nicht ausgeschlossen.
3.4.2 Was den audio-neurootologischen Bericht des Dr. med. F.________ vom 2. Mai 2008 anbelangt, ist zun�chst mit der Vorinstanz festzuhalten, dass sich dieser Spezialist nicht ausdr�cklich zur Arbeitsf�higkeit der Beschwerdef�hrerin �ussert und �berdies von Schwindelerscheinungen spricht, die in der ganzen bisherigen Entwicklung des Gesundheitszustandes seit dem Unfall vom 24. Dezember 2006 kaum je zur Sprache gekommen sind. Schon deren effektives Vorhandensein in der geschilderten Intensit�t erscheint deshalb als fragw�rdig. Abgesehen davon ist nach der Rechtsprechung der Aussagewert von Erkenntnissen, welche mit der auch von Dr. med. F.________ zur Abkl�rung nicht fassbarer Gleichgewichtsst�rungen angewandten Untersuchungsmethode der dynamischen Posturographie gewonnen wurden, ohnehin insofern begrenzt, als sie keine Informationen zur �tiologie solcher St�rungen und damit zu einer allf�lligen (nat�rlichen) Unfallkausalit�t liefern. Mehrfach schon hat sich das Bundesgericht zu dieser Methode ge�ussert und dabei festgehalten, dass sich eine Unfallfolge mittels Posturographie nicht organisch objektiv nachweisen l�sst. Zwar k�nnten bestimmte Informationen gewonnen und sonst nicht fassbare Gleichgewichtsst�rungen objektiviert werden, direkte Aussagen zur �tiologie und damit zur Unfallkausalit�t eines Leidens seien jedoch ausgeschlossen (Urteil 8C_75/2010 vom 1. April 2010 E. 4 mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Schon mangels verwertbaren Nachweises der Unfallkausalit�t der von Dr. med. Marincic thematisierten Schwindelsensationen ist daher auf die diesbez�glichen Vorbringen in der Beschwerdeschrift nicht weiter einzugehen.
3.4.3 Nichts anderes gilt hinsichtlich der Feststellung der Neuropsychologin Frau Dr. phil. G.________ vom 7. Juli 2008, wonach dank rehabilitiver Massnahmen eine 50%ige Arbeitsf�higkeit habe erreicht werden k�nnen. Diese Aussage vermag schon zufolge fehlender zeitlicher Bezugnahme auf die streitige Leistungseinstellung auf den 30. April 2008 hin keine zuverl�ssigen Aufschl�sse �ber die damals effektiv zumutbar gewesenen Einsatzm�glichkeiten zu vermitteln. Zudem geht auch Frau Dr. phil. G.________ von kaum hinreichend erstellten Gesundheitssch�den aus. �berdies hat die Rechtsprechung den Erkenntnissen aus neuropsychologischer Sicht regelm�ssig die Eignung abgesprochen, f�r sich allein unfallbedingte hirnorganische Funktionsst�rungen nachzuweisen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341). Daran ist auch hier festzuhalten, zumal sich aus den Akten ohnehin keine konkreten Anzeichen f�r eine hirnorganische Sch�digung ergeben, welche allf�llige organisch nicht objektivierbare Beschwerden erkl�ren und in den Resultaten einer neuropsychologischen Testung eine St�tze finden k�nnte. Lediglich zusammen mit Erkenntissen anderer medizinischer Disziplinen h�tte eine neuropsychologische Untersuchung zur Kl�rung der Frage nach der (nat�rlichen) Unfallkausalit�t von auf Hirnleistungsst�rungen hinweisenden Symptomen, die sich organisch nicht klar zuordnen lassen, allenfalls beitragen k�nnen.
Nachdem die Vorinstanz eine �ber den 30. April 2008 hinaus andauernde Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit verneint hat, konnte sie von einer �berpr�fung der von der SUVA noch verneinten Ad�quanzfrage absehen, stand doch ohnehin fest, dass der Beschwerdef�hrerin mangels unfallbedingter Beeintr�chtigung des Leistungsverm�gens und damit verbundener Erwerbseinbusse kein Anspruch auf Taggelder oder eine Invalidenrente zustand. Ebenso wenig bestand eine erfolgversprechende medizinische Behandlungsbed�rftigkeit, welche einen Leistungsanspruch gegen�ber dem Unfallversicherer h�tte ausl�sen k�nnen. Ein entsch�digungsberechtigender Integrit�tsschaden wurde schliesslich vor Bundesgericht nicht geltend gemacht. Soweit in der Beschwerdeschrift abschliessend organisch nachweisbare Sch�digungen behauptet werden, ist darauf nicht n�her einzugehen, fehlen doch n�here Ausf�hrungen dazu.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau, 4. Kammer, und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 95
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 105
 BGE 
 BGE 
 Art. 19
 Art. 19