Source: https://www.anwalt.org/verleumdung/
Timestamp: 2020-02-27 13:37:43+00:00

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Straftaten gibt es vielzählige. Das Strafgesetzbuch (kurz: StGB) kennt verschiedene Delikte, die jeweils unterschiedliche Tathandlungen und Rechtsfolgen vorsehen. Einige von ihnen richten sich gegen das Vermögen einer Person, andere gegen deren körperliche Integrität und wieder andere gegen die persönliche Ehre. So manchem Täter droht eine Geldstrafe, während anderen sogar eine Freiheitsstrafe blüht.
Im folgenden Ratgeber widmen wir uns dem Tatbestand der Verleumdung. Dabei wollen wir für Sie klären, welcher Paragraph die Verleumdung regelt, welche Strafe Tätern in Deutschland droht, wann Verjährung eintritt, ob im Falle einer Anzeige ein Anwalt für Strafrecht konsultiert werden sollte und vieles mehr. Hier bekommen Sie die Antworten auf diese und weitere Fragen.
Gesetzliche Regelung und Strafmaß der Verleumdung
Was bedeutet Verleumdung gemäß Strafrecht?
Verleumdung: Beispiel zur Veranschaulichung
Ist ein Strafantrag bei Verleumdung notwendig?
Verleumdung: Wann tritt Verjährung ein?
Verleumdungsanzeige und/oder Verleumdungsklage: Was nun?
Was tun bei Verleumdung nach Paragraph 187 StGB?
Im Strafgesetzbuch findet die Verleumdung ihre gesetzliche Grundlage in § 187. Die Norm ist Teil des 14. Abschnitts des StGB, welcher den Titel „Beleidigung“ trägt und die Delikte umfasst, die sich gegen die persönliche Ehre einer Person richten.
Neben der Verleumdung sind hier auch die Beleidigung und die üble Nachrede verankert. In § 187 StGB heißt es:
Die Strafe, die bei Verleumdung in Betracht kommt, kann zum einen eine Geldstrafe und zum anderen eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren sein.
Der Tatbestand ist somit, wie auch die üble Nachrede und die Beleidigung, ein Vergehen. Hierbei handelt es sich um eine Straftat, die – anders als ein Verbrechen – mit einer Geldstrafe bedroht ist oder aber mit einer Freiheitstrafe, die nicht in ihrem Mindestmaß ein Jahr beträgt.
Laut Definition bedeutet Verleumdung, dass jemand über eine andere Person ehrverletzende Behauptungen aufstellt und dabei weiß, dass diese nicht der Wahrheit entsprechen. Bei jener Behauptung muss es sich um die Kundgabe einer Tatsache handeln und nicht etwa um ein persönliches Werturteil.
§ 187 StGB: Was heißt Verleumdung?
Eine Tatsache ist jeder Zustand und Umstand, der sich theoretisch beweisen ließe. Im Gegensatz dazu stellt sich ein Werturteil als Äußerung eines persönlichen Dafür- oder Dagegenhaltens, also einer Meinung, dar.
Die Tatsachenbehauptung muss im Rahmen des Vergehens der Verleumdung unwahr sein und sich zudem gegen einen Dritten richten. Dies bedeutet, dass derjenige, gegenüber dem sie geäußert wird, nicht derjenige sein darf, gegen den sich die Behauptung richtet. Die Tatsache muss ferner mittels Behaupten oder Verbreiten kundgetan werden.
Behaupten bedeutet dabei, dass jemand eine Tatsache als nach eigenem Wissen zutreffend darstellt. Verbreiten meint die Darstellung der Tatsache als fremdes Wissen.
Gerade in der heutigen Zeit ist eine Verleumdung im Internet keine Seltenheit. Hier lassen sich Tatsachen leicht und zudem schnell und weitreichend verbreiten.
Damit die Verleumdung ihrer Bedeutung nach richtig erfasst werden kann, wollen wir Ihnen ein kleines Beispiel aufzeigen:
Person A trifft auf Person B und erzählt ihr, dass Person C es grundsätzlich mit ihrer Steuererklärung nicht allzu ernst nehmen würde und dem Staat hierdurch schadet. Tatsächlich weiß A jedoch, dass dies nicht stimmt und C stattdessen seine Steuererklärung stets gewissenhaft einreicht.
Verleumdung gemäß StGB: Strafantrag muss binnen drei Monaten gestellt werden.
Manche gesetzlich normierten Straftaten sind nur auf Antrag verfolgbar. Dies gilt auch für den Tatbestand des § 187 StGB. Eine Strafanzeige wegen Verleumdung reicht also nicht aus, um ein Verfahren in Gang zu setzen.
Bei einer Anzeige handelt es sich nämlich lediglich um die Mittelung eines verdachtsbegründenden Sachverhaltes, wohingegen bei einem Strafantrag der ernsthafte Wille zum Ausdruck gelangt, dass gegen den Betroffenen ermittelt werden soll. Das Antragserfordernis ergibt sich für sämtliche Beleidigungsdelikte, also auch für die Beleidigung und die üble Nachrede, aus § 194 StGB.
Wie bei sämtlichen Antragsdelikten kann bei Verleumdung ein Strafantrag binnen drei Monaten gestellt werden.
Grundsätzlich unterliegen nach deutschem Strafrecht die meisten Delikte einer Verjährung, auch die Verleumdung. Zum einen gibt es die Verfolgungsverjährung, welche in § 78 StGB gesetzlich normiert ist. Sie besagt, dass nach dem Ablauf einer gewissen Frist eine Tat nicht mehr behördlich verfolgbar ist. Polizei und Staatsanwaltschaft können sodann nicht gegen eine in Verdacht stehende Person ermitteln.
Zum anderen existiert eine Frist zur Vollstreckungsverjährung, welche ihre gesetzliche Grundlage in § 79 StGB findet. Um diese Frist für eine Straftat zu ermitteln, kommt es stets auf die jeweils verhängte Strafe an. Beginn der Frist ist hierbei der Zeitpunkt, in dem die gerichtliche Entscheidung in Rechtskraft erwächst.
Die Frist zur Verfolgungsverjährung richtet sich nach dem jeweiligen Höchstmaß und beträgt gemäß § 78 Absatz 3 Nummer 4 StGB fünf Jahre. Sie beginnt ab Beendigung der Tat zu laufen.
Eine Klage wegen Verleumdung kann somit nicht unbegrenzt erhoben und eine Verurteilung nicht bis in alle Ewigkeit vollstreckt werden.
Verleumdung: Bei einer Anzeige wegen § 187 StGB hilft Ihnen ein Anwalt für Strafrecht.
Personen, gegen die Anzeige wegen Verleumdung erstattet wurde, stellen sich in der Regel die Frage, wie sie sich nunmehr zu verhalten haben. Der Weg zu einem erfahrenen Anwalt mit Schwerpunkt Strafrecht ist hierbei zu empfehlen. Er weiß, Ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, kann für Sie Akteneinsicht nehmen und daraus die notwendigen Schlüsse für die ideale Verteidigungsstrategie in Ihrem Fall ziehen.
Dabei geraten Beschuldigte, die sich im Rahmen ihrer Vernehmung zum Vorwurf der Verleumdung äußern sollen, oftmals in die Situation, unbedacht Aussagen zu tätigen. Ein Rechtsanwalt hingegen kann für Sie ausloten, ob und in welchem Umfang es sinnvoll ist, sich überhaupt zu den Vorwürfen zu äußern.
Jeder Beschuldigte hat nämlich auch das Recht, zu schweigen, ohne dass dies durch den Richter negativ gewertet werden darf. Nicht Sie müssen vor Gericht Ihre Unschuld beweisen. Der Staat muss stattdessen die Begehung einer Tat, in dem Fall einer Verleumdung, beweisen. Dieses wichtige Prinzip sollten sich Beschuldigte stets vor Augen halten.
Ein Anwalt kümmert sich um sämtliche rechtliche Schritte, die eine Verleumdung erfordert. Auf die leichte Schulter genommen sollte der Vorwurf indes nicht. Je nach Schwere der Verleumdung können hier empfindliche Strafen drohen, nicht zuletzt auch eine Freiheitsstrafe.
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Dieter R. says
Ich fühle mich von einem Professor verleumdet, der im Internet über meine Person behauptet hat, ich sei ein “stadtbekannter Patient”.
Wie hoch sind die Erfolgsaussichten, wenn ich gegen den Professor Strafanzeige wegen Verleumdung erstatte? Ich würde auch Strafantrag gegen den Professor stellen.
die Erfolgsaussichten einer Strafanzeige oder eines Strafantrags können wir nicht beurteilen. Hier sollten Sie sich im Zweifel von einem Anwalt beraten lassen. Eine rechtliche Beratung bieten wir nicht an.
Ann- Christin S says
13. Dezember 2019 at 10:24
Ich hatte eine langjährige Beziehung nachdem
Sich mein Partner
Von mir getrennt hatte erführ ich erst
Im Nachhinein von ihm die Gründe der
Trennung seine
Mutter behauptete hinter meinem Rücken einfach ich hätte mehrfach 5 mal in einem geschlossenen Innenhof ihren faradreifen zerstochen und das Auto des Bruders zerkratzt sie hat mich nie daraufhin bis heute angesprochen es wurde nur hinter
Meinem Rücken gegen mich Stimmung gemacht
Giebt es die Möglichkeit sie zur Rechenschaft zu ziehen
Özlem P. says
Vorfall auf der Arbeit: Ich bin Gesundheits-und Krankenpfleger 2 KTW – Fahrer brachten ein Patient. Es gab eine verbale Diskussion die auch lautstark war. Ich wurde Aufgrund meine Hautfarbe abwertend Behandelt ,, so was darf hier nicht Arbeiten“ war der Wortlaut. Im Nachhinein gab es eine Beschwerde das ich einen körperlich Attackiert habe. Musste bei der Pflegedienstleitung eine Aussage treffen. Obwohl der Fall nicht geklärt ist wurde mir ,, zum Schutz “ Nachdienst verbot ausgesprochen. Ich war nie körperl. aggressiv gegenüber jemanden. Die Beiden Herren werden noch vorgeladen um deren Aussage zu hören. Meine Frage ist wie ich vorgehen soll?
23. April 2018 at 13:19
Hallo Özlem P.,
wir können keine rechtliche Beratung anbieten und empfehlen Ihnen sich an einen Anwalt zu wenden. Darüber hinaus kann eventuell auch die zuständige Gewerkschaft hier unterstützen und wichtige Hinweise geben.
6. Mai 2018 at 2:51
Guten Abend, Mich verleumdet ein Nachbar, indem er Lügen über mich verbreitet. Er behauptet, daß ich mit ihm geschlafen hätte. Dies ist eine Lüge. Ich hatte nie was mit ihm, aber Er behauptet es gegenüber meinem Freund und der Nachbarschaft. Er schädigt dadurch meinen Ruf. Was kann ich tun? Soll ich Strafanzeige wegen Verleumdung stellen?
Hallo Andrea U.,
da wir keine rechtliche Beratung anbieten dürfen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Anwalt bzw. an eine Polizeidienststelle zu wenden. Dort können die Beamten Sie bezüglich der Vorgehensweise informieren.
Uli K says
Eine Person reicht bei verschiedenen Ämtern anonyme Schreiben ein. Diese Schreiben beinhalten bewusst Unwahrheiten.
Durch einen Tip ist uns diese Person nun bekannt und es kann bewiesen werden, dass diese Person der Verfasser der Schreiben ist.
Ist dies Verleumdung? Kann Schmerzensgeld gefordert werden, da es zu erheblichen Eingriffen in die Privatsphäre durch verschiedene Ämter kam?
20. September 2018 at 16:24
ich bin durch mein ehemaliger Arbeitgeber ( Vater ) krank geworden und mein Vater erzählt jetzt rum dass ich in einer Psychiatrie war was nicht stimmt da ich in einer Reha war. Was könnte ich da machen.
Unsere Nachbarin ist Ärztin und wird von ihrem Ex-Mann und seiner neuen Freundin verleumdet. Diese ist inzwischen angezeigt und sie wird zudem von einem Anwalt für Strafrecht betreut. Ich befürchte, dass es tatsächlich sehr schwer werden wird, das Vergehen vor Gericht zu beweisen. Sämtliche Social Media Einträge sind inzwischen gelöscht.
24. Januar 2019 at 11:26
wenn ich so darüber nachdenke hatte ich in der Vergangenheit schon so einige Verleumdungsfälle die ich aber nie zu einer Anklage gebracht hatte. Sollte man das denn tuen wenn Unwahrheiten über einem verbreitet werden? Das nächste mal gehe ich wohl zu meinem Fachanwalt für das Strafrecht.
Theogiannis says
9. März 2019 at 9:29
Mein Nachbar bezichtigt mich der Verleumdung, weil Ich ,durch Dritte, die Erkenntnis erlangte, das Er unsere Deutschlandfahne am Auto, aus Wut über Mich abgebrochen hat.Ich habe Ihn schriftlich darauf hingewiesen das ich es weiss obwohl ich es selber nicht gesehen habe mehr nicht.Sowohl vorstellen kann Ich Mir das schon und vertraue dehn Anderen da mehr als Ihm auf Grund vieler anderen Vorkomnisse die bezeugt werden könnten.Was sollte Ich vorsorglich machen?Was sollte Ich machen um dieser Person endlich Einhalt zu gebieten?
26. April 2019 at 14:58
Hallo Theogiannis,
lassen Sie sich am besten rechtliche von einem Anwalt beraten. Wir können eine solche Beratung nicht anbieten.
25. März 2019 at 15:21
Ich finde es richtig , dass man wegen Verleumdung ins Gefängnis kommen kann. Schließlich kann Rufschädigung durchaus üble Folgen nach sich ziehen. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten bevor man irgendwelche Halbwahrheiten über jemanden verbreitet.
Zum Glück bin ich noch nie Opfer von Verleumdung geworden. Es ist trotzdem wirklich gut darüber informiert zu sein. Gerade in dem Fall der Fälle vielleicht doch mal davon betroffen zu sein.
Wehler says
Guten Abend, ich bräuchte mal ne rechtliche Einordnung.
Wenn Pächter wiederholt über mich sagt, dass ich seine Tiere vergiften würde und die Tiere gezielt mit Absicht mit Silvesterraketen beschießen würde, was ist das strafrechtlich?
Ich möchte gegen diese unwahre Behauptung schützen
Ich kenne Verleumdungsfälle bislang immer nur aus den Medien – wenn es um Promis geht beispielsweise. Nun aber selbst damit konfrontiert zu werden fühlt sich etwas unwirklich an, vielen Dank daher für den kompakten Ratgeber. Ich bin froh hier noch einmal nachlesen zu können, dass die üble Nachrede vor allem als Verleumdung zählt, wenn sie die Kreditwürdigkeit negativ beeinflusst – damit sollte mein Anwalt einen guten Ansatzpunkt finden können.
8. Oktober 2019 at 8:33
Meine Frage: Ab wann gilt die Verleumdung als begangene Tat (Vollendung der Tat) und ab wann fängt die Verjährungsfrist an zu zählen? Bei der Äußerung der falschen Aussagen oder ab dem Moment wo dritte diese falschen Aussagen erhalten und wo sich die negativen Auswirkungen anfangen einzuwirken?
Ynnor says
27. November 2019 at 9:21
Ich bin unbefristet in Vollzeit im öffentlichen Dienst angestellt, 50% Schwerbehindert und crohnisch krank, falle häufig und lange durch meine Erkrankungen aus. Kollegen behaupten hinter meinem Rücken das ich das “KRANK SEIN” nur spiele. Wie kann ich mich dagegen wären?
13. Dezember 2019 at 11:48
meine Nachbarin erzählt herum, dass meine Kinder von einem anderen Mann sei. Dies habe ich Jahre lang ignoriert. Aber jetzt erzählt sie es schon Freunde meine Kinder. Kann ich diese Person denn anzeigen?
*Natürlich stimmt diese Lüge nicht. Mein Mann und ich wären sogar bereit für eine DNA test.

References: § 187
 § 187

§ 187
 § 187
 § 194
 § 78
 § 79
 § 78
 § 187