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Timestamp: 2016-10-28 23:43:30+00:00

Document:
1C_267/2014 � � Urteil vom 18. November 2014
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Michael S. Tremp,
Gemeinderat Ober�geri,
Denkmalschutz (Unterschutzstellung des Gasthauses Ochsen in Ober�geri),
Beschwerde gegen das Urteil vom 31. M�rz 2014
2002 erwarben A.A.________ und B.A.________ das im Inventar der sch�tzenswerten Denkm�ler eingetragene Gasthaus Ochsen (im Folgenden: Ochsen) an der Hauptstrasse 2 in Ober�geri.
�Am 28. September 2010 stellte die Direktion des Innern des Kantons Zug den Ochsen als Baudenkmal von lokaler Bedeutung in Bezug auf den Standort des Geb�udes, seine �ussere Erscheinung und die historische Baustruktur unter kantonalen Schutz.
�Am 15. Mai 2012 wies der Regierungsrat des Kantons Zug die Beschwerde von A.A.________ und B.A.________ gegen diese Unterschutzstellungsverf�gung ab.
�Am 31. M�rz 2014 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zug die Beschwerde von A.A.________ und B.A.________ gegen diesen Regierungsratsentscheid ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragen A.A.________ und B.A.________, dieses Urteil des Verwaltungsgerichts und die mitangefochtenen, vorausgegangenen Unterschutzstellungsentscheide aufzuheben und von einer Unterschutzstellung des Ochsen abzusehen, unter Entlassung aus dem Inventar sch�tzenswerter Denkm�ler. Eventuell sei der Schutzumfang auf den Standort des Geb�udes zu beschr�nken, subeventuell die Sache zwecks weiterer Abkl�rung und neuem Entscheid ans Verwaltungsgericht oder eventuell den Regierungsrat zur�ckzuweisen. Zudem seien ihre Expertenkosten von 30'000 Franken zu ersetzen.
Der Regierungsrat verzichtet auf Vernehmlassung. Die Gemeinde Ober�geri beantragt, die Beschwerde abzuweisen und das Urteil des Verwaltungsgerichts sowie die vorausgegangenen Entscheide der Direktion des Innern und des Regierungsrates zu best�tigen. Das Verwaltungsgericht beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
A.A.________ und B.A.________ halten in ihrer Replik an der Beschwerde fest.
�Die Gemeinde Ober�geri verzichtet auf weitere Stellungnahme.
Beim angefochtenen Urteil, mit welchem das Verwaltungsgericht die denkmalschutzrechtliche Unterschutzstellung des Ochsen best�tigte, handelt es sich um einen letztinstanzlichen kantonalen Endentscheid in einer �ffentlich-rechtlichen Angelegenheit, gegen den die Beschwerde ans Bundesgericht zul�ssig ist (vgl. Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 sowie Art. 90 BGG). Als Adressaten des angefochtenen Urteils und Gesamteigent�mer des Ochsen sind die Beschwerdef�hrer zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 89 Abs. 1 BGG). Unzul�ssig sind allerdings die Antr�ge, die Entscheide der Direktion des Innern und des Regierungsrats aufzuheben. Diese sind durch das Urteil des Verwaltungsgerichts ersetzt worden (Devolutiveffekt) und gelten als inhaltlich mitangefochten (BGE 134 II 142 E. 1.4 S. 144 mit Hinweis). Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, sodass auf die Beschwerde grunds�tzlich einzutreten ist.
Die Beschwerdef�hrer machen geltend, die Direktion des Innern sei f�r Unterschutzstellungen nur zust�ndig, wenn der mutmassliche Kantonsbeitrag an das Schutzobjekt 200'000 Franken nicht �bersteige. Sie h�tten nachgewiesen, dass die mutmasslichen Kosten f�r die Substanzerhaltung und den bedeutenden Unterhalt mehr als 1,33 Mio. Franken betr�gen, womit der Kantonsbeitrag den Schwellenwert von 200'000 Franken �bersteige. Die Direktion des Innern sei damit f�r die Unterschutzstellungsverf�gung vom 28. September 2010 nicht zust�ndig gewesen, weshalb diese nichtig sei.
2.1.�Fehlerhafte Entscheide sind nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nichtig, wenn der ihnen anhaftende Mangel besonders schwer ist, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gef�hrdet wird. Inhaltliche M�ngel einer Entscheidung f�hren nur ausnahmsweise zur Nichtigkeit. Als Nichtigkeitsgr�nde fallen vorab funktionelle und sachliche Unzust�ndigkeit der entscheidenden Beh�rde sowie krasse Verfahrensfehler in Betracht. Die Nichtigkeit eines Entscheids ist von s�mtlichen rechtsanwendenden Beh�rden jederzeit von Amtes wegen zu beachten (BGE 137 I 273 E. 3.1; 133 II 366 E. 3.1 und 3.2; 132 II 342 E. 2.1; 129 I 361 E. 2; je mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).
2.2.�Nach � 10 Abs. 1 i.V.m. � 11 Abs. 1 und 3 des Denkmalschutzgesetzes des Kantons Zug vom 26. April 1990 (DMSG) ist die Direktion des Innern zust�ndig f�r die Unterschutzstellung von Denkm�lern, bei denen der mutmassliche erstmalige Kantonsbeitrag an die Restaurierung in Folge der Unterschutzstellung den Betrag von Fr. 200'000.-- nicht �bersteigen wird und die Standortgemeinde einverstanden ist. Sind diese Voraussetzungen nicht erf�llt, beschliesst der Regierungsrat.
�Nach � 34 Abs. 1 DMSG leisten Kanton und Gemeinde je gleich hohe Beitr�ge an die Kosten der Restaurierung von gesch�tzten Denkm�lern und an bedeutendere Unterhaltsarbeiten. Die Beitr�ge gelten in der Regel den substanzerhaltenden Aufwendungen. Der Beitragssatz bei Objekten von lokaler Bedeutung betr�gt 30 %. Daraus ergibt sich, dass der Kanton an ein Objekt lokaler Bedeutung, das voraussichtlich einen Sanierungsaufwand von �ber 1,33 Mio. Franken erfordert, grunds�tzlich einen Beitrag von �ber 200'000 Franken (15 % von 1,33 Mio.) zu leisten hat. F�r die Unterschutzstellung eines solchen Objekts ist nach der dargestellten Regelung der Regierungsrat, nicht die Direktion des Innern zust�ndig.
2.3.�Mangels eines konkreten Umbauprojekts bzw. Sanierungskonzepts f�r den Ochsen war indessen im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Unterschutzstellungsverf�gung offen, ob und wenn ja welche Sanierungs- und Unterhaltsarbeiten dringlich sind und sinnvollerweise in einem ersten Schritt gemacht werden m�ssen, um die Substanz der Liegenschaft und deren Nutzbarkeit f�r die Eigent�mer zu erhalten bzw. herzustellen. Dementsprechend stand in diesem Zeitpunkt auch nicht fest, ob ein solcher erster Sanierungsschritt effektiv Kosten von �ber 1,33 Mio. Franken verursachen w�rde, an die der Kanton einen erstmaligen Beitrag von �ber 200'000 Franken zu leisten h�tte. Insofern ist nicht zu beanstanden, dass die Direktion des Innern ihre Zust�ndigkeit bejahte. Aber selbst wenn sie dies aufgrund einer unrealistischen Kostensch�tzung zu Unrecht getan haben sollte, l�ge darin, wie sich bereits aus den Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts (E. 6 S. 51 f.) ergibt, jedenfalls kein besonders schwerer Zust�ndigkeitsfehler, der die Nichtigkeit des Direktionsentscheids zu Folge h�tte. Die R�ge ist unbegr�ndet.
3.1.�Die Unterschutzstellungsverf�gung st�tzt sich auf das Denkmalschutzgesetz, mithin auf kantonales Recht. Dessen Auslegung und Anwendung pr�ft das Bundesgericht grunds�tzlich nur unter dem Blickwinkel des Verfassungsrechts, namentlich der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) und des Willk�rverbots (Art. 9 BV).
�Eigentumsbeschr�nkungen sind nur zul�ssig, wenn sie auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen, im �berwiegenden �ffentlichen Interesse liegen und sich unter den gegebenen Umst�nden als verh�ltnism�ssig erweisen (Art. 36 BV). Liegt ein schwerer Eingriff in die Eigentumsrechte vor, pr�ft das Bundesgericht die Auslegung des kantonalen Rechts frei, ansonsten nur auf Willk�r hin (BGE 119 Ia 362 E. 3a S. 366; 116 Ia 181 E. 3c S. 185); dagegen pr�ft es frei, ob die angefochtene Unterschutzstellung einem hinreichenden �ffentlichen Interesse entspricht und ob die Massnahme in Abw�gung der entgegenstehenden Interessen verh�ltnism�ssig ist. Es auferlegt sich indes Zur�ckhaltung, soweit die Beurteilung von der W�rdigung der �rtlichen Verh�ltnisse abh�ngt, welche die kantonalen Beh�rden besser kennen (vgl. BGE 132 II 408 E. 4.3 S. 416; 129 I 337 E. 4.1 S. 344 mit Hinweisen). Dies gilt namentlich auf dem Gebiete des Denkmalschutzes. Es ist in erster Linie Sache der Kantone, dar�ber zu befinden, welche Objekte sie als sch�tzenswert erachten (BGE 135 II 176 E. 6.1 S. 181; 120 Ia 270 E. 3b S. 275; 109 Ia 257 E. 4 S. 259; Urteil 1P.7/2005 vom 13. September 2005 E. 3, in: ZBl 108/2007 S. 83).
3.2.�Nach � 2 Abs. 1 DMSG sind Denkm�ler "Siedlungsteile, Geb�udegruppen, gestaltete Freir�ume, Verkehrsanlagen, Einzelbauten, arch�ologische St�tten und Funde sowie in einer engen Beziehung hiezu stehende bewegliche Objekte, die einen sehr hohen wissenschaftlichen, kulturellen oder heimatkundlichen Wert aufweisen". Nach � 25 Abs. 1 und 3 DMSG beschliessen die Direktion des Innern oder der Regierungsrat die Unterschutzstellung, wenn "a) das Denkmal von sehr hohem wissenschaftlichen, kulturellen oder heimatkundlichem Wert ist; b) das �ffentliche Interesse an dessen Erhaltung allf�llige entgegenstehende Privatinteressen �berwiegt; c) die Massnahme verh�ltnism�ssig ist; d) die dem Gemeinwesen entstehenden Kosten auf die Dauer tragbar erscheinen."
3.3.�F�r die mit dem Fall befassten kantonalen Instanzen sowie den Gemeinderat Ober�geri sind die Voraussetzungen f�r eine Unterschutzstellung des Ochsen erf�llt. Die Beschwerdef�hrer machen dagegen geltend, sie beruhe auf einer offensichtlich unrichtigen und unvollst�ndigen Feststellung des Sachverhalts, einer willk�rlichen Beweisw�rdigung und der Verletzung von Bundesrecht, insbesondere der Eigentumsgarantie.
4.1.�Die Eidgen�ssische Kommission f�r Denkmalpflege (EKD) kommt in ihrem Gutachten vom 4. Juli 2013 zu folgenden Schlussfolgerungen (S. 11) :
�"Beim ehemaligen Gasthaus Ochsen handelt es sich um ein aus der b�uerlichen Tradition hervorgegangenes Bauwerk, in dem w�hrend gut 400 Jahren eine Gaststube betrieben wurde. In seiner �usseren Form mit dem sehr selten gewordenen T�tschdach und den im Innern erhaltenen Konstruktionsdetails ist es stilistisch der ersten H�lfte des 16. Jahrhunderts zuzuordnen. Damit handelt es sich beim Haus Hauptstrasse 2 wahrscheinlich um das �lteste profane Geb�ude von Ober�geri. Seine �ussere Erscheinung als typisches Gasthaus der Belle Epoque weist ihrerseits eine �ber hundertj�hrige Kontinuit�t auf. Als einer der wenigen verbliebenen historischen Bauten im Ortskern von Ober�geri, die zusammen eine seltene historische Baugruppe im Bereich der Pfarrkirche bilden, ist das Haus ein sehr wertvolles Zeugnis. Aussagen zur Entwicklung und Geschichte des Dorfes, der d�rflichen Gesellschaft sowie der Bau- und Handwerkskunst sind mit dem in seinen wesentlichen Teilen erhaltenen Geb�ude gesichert.
�Sekund�re Ver�nderungen am und im Haus verm�gen die Bedeutung der Schutzw�rdigkeit der Baute nicht wesentlich zu schm�lern. Aus bautypologischer Sicht sowie f�r das Verst�ndnis der Ortsgeschichte des Dorfes Ober�geri, seiner Siedlungsentwicklung und -struktur ist das Haus Hauptstrasse 2 in seiner heutigen Auspr�gung einschliesslich seiner baulichen Zeitspuren unverzichtbar."
�Gest�tzt darauf empfahl die EKD "mit Nachdruck", den Ochsen als Denkmal von lokaler Bedeutung unter Schutz zu stellen.
4.2.�Der von den Beschwerdef�hrern beauftragte Gutachter C.________ kommt in seinem Gutachten vom 20. Juni 2012 dagegen zum Schluss, dem Ochsen komme hinsichtlich des Eigenwerts der Baute keine wichtige Bedeutung im Sinne des Denkmalschutzgesetzes zu, da es an Eigenwert begr�ndender, wichtiger Bausubstanz im Inneren des Geb�udes fehle. Hingegen ist auch er Auffassung, dass der Situationswert des Ochsen am alten �bergang �ber den Dorfbach gegen�ber der Kirche bedeutend sei; insbesondere, weil er mit der gegen�berliegenden Geb�udegruppe Bachweg 5 eine Torsituation bilde. F�r den Ortsbildschutz sei das in der Kernzonenbestimmung formulierte Ziel - Wahrung der Volumetrie, der Ausrichtung und der Materialisierung - zur Wahrung des Situationswerts ausreichend (Gutachten C.________ S. 11).
4.3.�Das Verwaltungsgericht ist, nach der Durchf�hrung von zwei Augenscheinen am 19. Dezember 2012 und am 18. April 2013 und einer einl�sslichen und sorgf�ltigen Auseinandersetzung sowohl mit dem Gutachten der EKD als auch mit dem Gutachten C.________, zum Schluss gekommen (Urteil S. 17 ff.), dass der Ochsen die drei Voraussetzungen von � 25 Abs. 1 lit. a DMSG erf�lle. Wissenschaftlich wertvoll sei das Geb�ude, weil sich daran die 450-j�hrige Baugeschichte eines stattlichen b�uerlichen Wohnhauses, das seit Jahrhunderten gleichzeitig als Gasthaus genutzt worden sei, geradezu exemplarisch ablesen lasse. Nicht entscheidend sei, wieviel historische Bausubstanz aus der Anfangszeit der Baute noch vorhanden sei; aus wissenschaftlicher, etwa bauhistorischer Sicht seien die �ber die Jahrhunderte erfolgten, dem jeweiligen Zeitgeschmack entsprechenden Eingriffe und Erweiterungen besonders wertvoll. Da im Kanton Zug kaum noch Bausubstanz aus dem 16. Jahrhundert vorhanden sei, sei der Ochsen auch aus bauarch�ologischer Sicht besonders wertvoll; viele Fragen - etwa das genaue Alter der Baute - bed�rften noch der wissenschaftlichen Abkl�rung.
�Ein sehr hoher kultureller und heimatkundlicher Wert ergibt sich f�r das Verwaltungsgericht somit bereits aus dem f�r den Kanton Zug seltenen Umstand, dass im Ochsen noch Bausubstanz aus dem 16. Jahrhundert vorhanden ist und es zu den �ltesten noch vorhandenen Geb�uden im Zentrum von Ober�geri z�hlt. Dazu kommt seine identit�tsstiftende Wirkung, die sich in r�umlicher Hinsicht aus der markanten, torbildenden Situation mit dem gegen�berliegenden Doppelhaus ergibt, in zeitlicher Hinsicht aus dem Umstand, dass das Geb�ude seit rund 450 Jahre das Ortsbild pr�gt und in funktioneller Hinsicht aus der �ber Jahrhunderte anhaltenden, �usserlich erkennbaren Nutzung des Geb�udes als Gasthof.
4.4.�Aus diesen Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts ergibt sich, dass der Ochsen Qualit�ten aufweist, die eine Unterschutzstellung als Denkmal zu rechtfertigen verm�gen. In Bezug auf den besonderen heimatkundlichen Wert der Baute, die an ortsbaulich sensibler Lage neben dem Br�cken�bergang �ber den Dorfbach steht und zusammen mit der gegen�berliegenden Geb�udegruppe eine das Ortsbild stark pr�gende, torartige Situation bildet, sind sich die beiden Gutachten sogar im Wesentlichen einig. Kommt aber dem Ochsen aufgrund dieser �rtlichen Gegebenheiten ein sehr hoher heimatkundlicher Wert zu, so l�sst allein schon dieser Aspekt seine Unterschutzstellung grunds�tzlich als rechtens erscheinen, da die drei Voraussetzungen von � 25 Abs. 1 lit. a DMSG nach klarem Wortlaut nicht kumulativ, sondern alternativ zu erf�llen sind.
�Dar�ber hinaus ist auch die Einsch�tzung des Verwaltungsgerichts nachvollziehbar und plausibel, dass dem Ochsen neben dem sehr hohen Situationswert auch ein entsprechender Eigenwert zukommt. Dass die originale Bausubstanz nur noch in (aber immerhin erheblichen) Teilen vorhanden ist, steht dem nicht entgegen. Die im Laufe der Jahrhunderte entsprechend den sich �ndernden Bed�rfnissen und dem jeweiligen Zeitgeschmack erfolgten Um- und Ausbauten sind klarerweise von besonderem baugeschichtlichen Interesse und damit geeignet, einen bedeutenden Eigenwert zu begr�nden. Vorliegend trifft das insbesondere auf die um ca. 1900 entstandene Fassadengestaltung ("neoklassische �berformung") zu, die den damaligen Zeitgeist der "Belle Epoque" widerspiegelt, der Ober�geri als modernen, aufstrebenden Touristenort sah, dem die alte Blockbaufassade nicht mehr zu gen�gen vermochte.
4.5.�In Bezug auf das erforderliche �berwiegende �ffentliche Interesse an der Unterschutzstellung des Ochsen (� 25 Abs. 1 lit. b DMSG) hat das Verwaltungsgericht einerseits ausgef�hrt, dass das konkurrierende �ffentliche Interesse der Verkehrssicherheit - die Lage des Geb�udes l�sst die Erstellung eines Fussg�ngerstreifens nicht zu - vorliegend zur�ckzutreten habe. Dies insbesondere auch deshalb, weil der Gemeinderat �berzeugend dargelegt habe, dass er mit geeigneten Massnahmen sicherstellen wolle, dass sich die Gestaltung des Strassenraums in Zukunft den historischen Bauten im Dorfkern unterzuordnen habe und ein Nebeneinander von Fussg�nger- und Fahrzeugverkehr erm�glichen solle. Im Erl�uternden Bericht zur Richtplanung 2010 habe er aufgezeigt, dass im Bereich der Hauptstrasse verkehrsberuhigende Massnahmen - namentlich Geschwindigkeitsbeschr�nkungen - vorgesehen seien (angefochtener Entscheid E. 3c/bb S. 38 f.).
�Die Beschwerdef�hrer f�hren dazu im Wesentlichen bloss aus, es sei schwer verst�ndlich, dass die Verkehrssicherheit bzw. deren Verbesserung nicht st�rker zu gewichten sei. Bei einem Neubau st�nden alle M�glichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit - und damit zur Einhaltung der neuen Baulinie - offen.
�Es liegt auf der Hand, dass der Ochsen nach einem Abriss ohne denkmalpflegerische Auflagen nicht an der gleichen Stelle wiederaufgebaut werden k�nnte, sondern entsprechend der neuen Baulinie zur�ckversetzt werden m�sste, um den Bau eines Trottoirs zu erm�glichen. Selbst die Beschwerdef�hrer (und ihr Gutachter) sprechen dem Geb�ude indessen eine Standortqualit�t zu, welche durch das in der Kernzonenbestimmung formulierte Ziel - die Wahrung der Volumetrie, der Ausrichtung und der Materialisierung - ausreichend gesch�tzt sei. Mit diesem Ziel offensichtlich nicht vereinbar w�re ein von der Strasse zur�ckversetzter Neubau, da dadurch die den sehr hohen Situationswert begr�ndende tor�hnliche Wirkung, die der Ochsen mit der gegen�berliegenden Geb�udegruppe erzeugt, zerst�rt w�rde. Dessen Unterschutzstellung liegt damit im �ffentlichen Interesse. Dieses ist grunds�tzlich geeignet, die entgegenstehenden privaten, insbesondere finanziellen Interessen zu �berwiegen; ob es das effektiv tut, ist eine Frage der Verh�ltnism�ssigkeit.
4.6.�In Bezug auf die Verh�ltnism�ssigkeit (� 25 Abs. 1 lit. c DMSG) f�llt in Betracht, dass der Ochsen 2002, als ihn die Beschwerdef�hrer kauften, im Inventar der sch�tzenswerten Denkm�ler eingetragen war. Sie wussten damit bereits beim Erwerb der Liegenschaft, dass sie f�r bauliche Ver�nderungen mit denkmalpflegerischen Auflagen w�rden rechnen m�ssen und konnten diesen Umstand bei der Gestaltung des nach der unbestrittenen Auffassung des Verwaltungsgerichts g�nstigen Kaufpreises von Fr. 950'000.-- entsprechend ber�cksichtigen.
�Die Auswirkungen der Unterschutzstellung sind nicht abschliessend klar, da sie nicht aus Anlass eines konkreten Umbauprojekts erfolgte. Immerhin steht fest, dass der Ochsen nicht durch einen Neubau ersetzt werden darf und die �ussere Erscheinung sowie die historische Bausubstanz erhalten bleiben muss. Nach den nicht bzw. jedenfalls nicht substantiiert bestrittenen Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts befindet sich das zuletzt 1978 und 1991 renovierte Geb�ude (abgesehen vom Kellergeschoss) in einem baulich guten Zustand; es k�nne ohne bauliche Ver�nderungen weiterhin wie bisher zu Wohnzwecken und als Basis f�r einen Cateringbetrieb genutzt werden. Bei einer allf�lligen Renovation h�tten die Beschwerdef�hrer im Innern des Geb�udes viel Freiraum, da sich die Unterschutzstellung nur auf die erhaltenswerten Teile bezieht; insbesondere im Erdgeschoss in den heutigen Gastr�umen seien in der zweiten H�lfte des 20. Jahrhunderts die meisten baulichen Eingriffe in die historische Substanz erfolgt, sodass eine allf�llige Umnutzung ohne weiteres machbar sei. Es k�nnte z.B. Wohnraum geschaffen werden, der im boomenden Ober�geri, wo solcher notorisch knapp sei, auch an dieser nicht besonders attraktiven Wohnlage vermietet werden k�nne. In Bezug auf die Feuchtigkeitsproblematik im Kellergew�lbe f�hrt das Verwaltungsgericht aus, diese lasse sich wohl entgegen der Auffassung der EKD nicht einfach durch die Entfernung des 1978 angebrachten, zu dichten Verputzes l�sen, sondern erfordere tats�chlich eine umfassende Sanierung mit einer Freilegung des Kellergeschosses und einer entsprechenden statischen Abst�tzung. Dies w�rde betr�chtliche finanzielle Mittel erfordern. Allerdings m�sste das Kellergeschoss nicht nur bei einer Unterschutzstellung des Ochsen saniert werden, sondern auch bei einem Ersatzneubau, und die Schwierigkeiten - die Lage am Dorfbach und die beengten Platzverh�ltnisse um das Geb�ude herum - w�ren in etwa die Gleichen. Sollte sich allerdings ergeben, dass die Sanierung des Kellergeschosses wegen des Feuchtigkeitseintritts weit h�here Kosten verursache, als dies bei einem g�nzlichen Abbruch mit Ersatzneubau der Fall w�re, so w�rde sich dannzumal die Frage stellen, ob diese Zusatzkosten nicht im gesetzlich vorgesehenen Rahmen von der �ffentlichen Hand �bernommen werden m�ssten.
�Aus diesen unwiderlegten Ausf�hrungen ergibt sich, dass die Beschwerdef�hrer 2002 f�r knapp eine Million Franken ein denkmalgesch�tztes Gasthaus erwarben, dessen baulicher Zustand eine Nutzung des Geb�udes als Restaurationsbetrieb (Erdgeschoss) sowie Wohnhaus (Obergeschoss) grunds�tzlich erlaubte und auch weiterhin erlaubt. Nach der Darstellung der Beschwerdef�hrer verunm�glichen allerdings die baulichen Gegebenheiten den rationellen Betrieb eines Restaurants, weshalb sie diesen eingestellt und die gastronomischen Einrichtungen nunmehr zum Betrieb eines Cateringbetriebs nutzen. Zudem finden in der ehemaligen Gastst�tte gelegentlich Anl�sse statt. Die Weiterf�hrung dieser Nutzung bleibt durch die Unterschutzstellung m�glich, und auch gewisse Nutzungs�nderungen sind weiterhin realisierbar, soweit sie das �ussere Erscheinungsbild des Ochsen und die schutzw�rdigen Bauteile im Innern nicht beeintr�chtigen. Das Kellergeschoss muss (irgendwann) saniert werden, und zwar unabh�ngig davon, ob der Ochsen bestehen bleibt oder einem Ersatzneubau weichen w�rde, wobei sich im ersten Fall aller Voraussicht nach die �ffentliche Hand an den Sanierungskosten zu beteiligen h�tte.
�Auch wenn sich die Kosten einer allf�lligen Sanierung des denkmalgesch�tzten Ochsen und die daran zu leistenden Beitr�ge der �ffentlichen Hand mangels eines konkreten Bauprojekts naturgem�ss ebenso wenig zuverl�ssig beziffern lassen wie diejenigen eines Ersatzneubaus, so trifft die Unterschutzstellung die Beschwerdef�hrer jedenfalls nicht unverh�ltnism�ssig hart, da sie die bisherige Nutzung unbeschr�nkt weiterf�hren k�nnen und ihnen auch gewisse Umbau- und Umnutzungsm�glichkeiten verbleiben, an deren Realisierung sich voraussichtlich die �ffentliche Hand in substantiellem Ausmass beteiligen m�sste.
4.7.�Steht aber damit fest, dass die Unterschutzstellung des Ochsen auf einer formellen gesetzlichen Grundlage beruht, im �berwiegenden �ffentlichen Interesse liegt und verh�ltnism�ssig ist, so ist sie auch unter dem Gesichtspunkt der Eigentumsgarantie nicht zu beanstanden.
4.8.�Die Beschwerdef�hrer machen geltend, die Unterschutzstellung des Ochsen verletze das Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 BV). Was sie in der Beschwerdeschrift selber (S. 29) dazu vorbringen - nur darauf ist abzustellen (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 II 244 E. 2) - reicht indessen nicht aus, diese Verfassungsr�ge, f�r die eine qualifizierte Begr�ndungspflicht gilt (BGE 133 III 393 E. 6; 133 II 249 E. 1.4.2 und 1.4.3), in einer den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Weise zu begr�nden. Auch wenn sie immerhin nachvollziehbar behaupten, dass in der (auch noch j�ngeren) Vergangenheit gewisse Objekte mit �hnlicher oder gar h�herer Schutzw�rdigkeit als der Ochsen nicht unter Schutz gestellt worden seien, so legen sie mit keinem Wort dar, dass - was unabdingbare Voraussetzung f�r eine Gleichbehandlung im Unrecht w�re (BGE 139 II 39 E. 7.1; 127 I 1 E. 3a; 116 Ia 345 E. 6a/aa; 114 Ib 238 E. 4c; 120 Ib 64 nicht publ. E. 3d) - die Direktion des Innern und der Regierungsrat auch in Zukunft nicht gewillt sind, das Denkmalschutzgesetz gleichm�ssig anzuwenden und schutzw�rdige Objekte ausnahmslos unter Schutz zu stellen. Auf die R�ge ist nicht einzutreten.
4.9.�Die Beschwerdef�hrer machen weiter geltend, sie h�tten aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes von � 12 des kantonalen Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 1. April 1976 Anspruch auf Ersatz der von ihnen f�r das Gutachten C.________ aufgewendeten Fr. 30'000.--. Auf die R�ge ist nicht einzutreten, da die Verletzung von kantonalem Gesetzesrecht - abgesehen von dessen willk�rlicher Anwendung, was nicht geltend gemacht wird - vor Bundesgericht nicht ger�gt werden kann (Art. 95 BGG e contrario).
Die Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdef�hrer kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Parteientsch�digungen sind keine zuzusprechen (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern, dem Gemeinderat Ober�geri, dem Regierungsrat des Kantons Zug und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Verwaltungsrechtliche Kammer, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 82
 Art. 86
 Art. 90
 Art. 89
 BGE 
 BGE 
e contrario