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Timestamp: 2020-06-07 10:45:14+00:00

Document:
Landesgesetz über Verleihung und Entzug der Körperschaftsrechte...
§ 1 - Verleihungsvoraussetzungen
§ 2 - Rechtsform der Verleihung
§ 3 - Verlust der Körperschaftsrechte bei Teilgliederungen
§ 4 - Entzug der Körperschaftsrechte
§ 5 - Zuständigkeit, Bekanntmachung, Rechtsweg, Ausnahmen
§ 6 - Aufhebungsbestimmung
juris-Abkürzung: KStatG RP
Gliederungs-Nr: 222-10
Landesgesetz über Verleihung und Entzug der Körperschaftsrechte an Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften
(Körperschaftsstatusgesetz Rheinland-Pfalz)
Vom 18. Juni 2019 *
(1) Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften werden auf Antrag die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (Körperschaftsrechte) verliehen, wenn sie
durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten, wobei sie generationsübergreifend bestehen sollen und zur Ausübung der Körperschaftsrechte imstande sein müssen,
rechtstreu sind, was sich insbesondere durch ihre Satzung und ihr tatsächliches Verhalten ausdrückt, und
ihren Sitz in Rheinland-Pfalz oder in einem anderen Land der Bundesrepublik Deutschland haben, sofern ihnen dort die Körperschaftsrechte bereits verliehen worden sind (Zweitverleihung).
(2) Zum Nachweis einer ordnungsgemäßen Verfassung nach Absatz 1 Nr. 1 und der Rechtstreue nach Absatz 1 Nr. 2 gehört auch eine Satzung, die Bestimmungen enthalten soll über
die Abgrenzung der Zuständigkeitsbezirke, soweit gebietsförmig untergliedert,
den Erwerb und den Verlust der Mitgliedschaft,
die Organe der Gemeinschaft und ihre Befugnisse,
die Art und Weise der Finanzierung,
die Auflösung der Gemeinschaft.
Die Mitgliedschaft ist in geeigneter Form nachzuweisen. Die Gewähr der Dauer nach Absatz 1 Nr. 1 setzt zudem voraus, dass die Gemeinschaft in der Lage ist, ihren finanziellen Verpflichtungen auf Dauer nachzukommen. Die Satzung sowie Satzungsänderungen sind dem fachlich zuständigen Ministerium anzuzeigen und werden nach der Verleihung der Körperschaftsrechte im Staatsanzeiger für Rheinland-Pfalz veröffentlicht.
(3) Die Antragsteller haben das Vorliegen der Verleihungsvoraussetzungen nachzuweisen.
(4) Örtlichen Gliederungen und sonstigen Untergliederungen von im Land Rheinland-Pfalz als Körperschaften des öffentlichen Rechts bestehenden Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften (Teilgliederungen) werden auf Antrag der Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft die Körperschaftsrechte verliehen. Die Antragsteller sichern rechtsverbindlich zu, dass die körperschaftsspezifischen Verpflichtungen eingehalten werden.
Verkündet als Artikel 1 des Landesgesetzes zum Erlass eines Körperschaftsstatusgesetzes sowie zur Änderung des Landesgesetzes über den Austritt aus Religionsgemeinschaften, des Kirchensteuergesetzes und des Hochschulgesetzes vom 18. Juni 2019 (GVBl. S. 101).

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6