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Timestamp: 2020-07-14 20:37:46+00:00

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SIEBTER Offener Brief an Frau Sabine Tillmann! - Pressemitteilung - Presseportal - Pressemeldungen kostenlos veröffentlichen. - 10. August 2012
BERLIN, IM JULI 1935
MITTEILUNGSBLATr AMTLICHER
Das Deutsche Luftschutzgesetz
hat .das
beschlossen, ·das hiermit verkündet wird:
Der Luftschutz ist Aufgabe des Reichs, er
(2) Der Reichsminister ·der Luft~ahrt bedient $lieh <bei der Durchführung des Lu<ftsohutzes neben den Dienststellen .der Reichsluftfahrtverwaltung der o~dentlioh en Polizei< und Polizeiaufsichtls< behönden; auch kann er andere D~enstJstellen und Einrichtungen der Länder, Gemeinden, Gemeinde< verbiinde und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts in Anspruch nehmen. Der R~chsminister der Luftfahrt handelt hierbei in Fällen grundsätzlicher Art im Einvernehmen mit den zu\Ständigen Reichsministern. (3) Falls den Ländern, Gemeinden, Gemeinde< verbänden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Reohts durch die Inanspruchnahme für Zwecke des Luftschutzes besondere Kosten
trägt si ·e der Reichsminister Ider Luft<
Reiohsminister
cntst Cl hen, fahrt.
Alle DeutJschen sind zu Dienst< und Sach<
Unterlassungen verpflichtet, die :rur
Durchführung des Luftschutzes erfonde rlich 'Sind
(LuftschutzpfLicht).
Deut<
sehen Reich Wohnsitz, A ufenthalt oder Vermö< gen haben, s ind luftschutzpflichtig, \Soweit niaht
Staatsverträge oder allgemein anerkannte Regeln des Völkerrechts entgegenstehen. (3) Luftschutzpfliohtig sind ferner alle juristi< sehen Personen, nicht rechtsfähigen Personenver; ein igungen, Ans talten und Einrichtungen öffent< lichen und privaten Rechts, soweit sie im Deut< sehen Reich Sitz, Niederlassung oder Vermögen haben.
Personen, die infolge ilhres Lebensalters oder ihres Gesundheitszustandes ungeeignet erschoi< nen, dürfen zu persönlichen Diensten im Luft< schutz nioht herangezogen werden. Das gJ.ciche gilt für Personen, deren Heranzdchung mit ihren Berufspflichten gegen üb er der Vol~sgemeinschah,
öffentlich<
Dienstverhältnisses,
baren ist.
der Luftschutzpflicht
\ver<
Durchführung bestimmungen
En tClignung·sg.esetzen .
Die dauernde Entziehung oder Beschrän<
nach ·den
Die Heranziehung zur Luftsc'hutzpflicht erfolgt,
Durohführungsbestimmungen
poliwiliche
Ob und in welchem Umfange bei Erfüllung der LuHschutzpflicht Vergütung oder Entschädigung zu gewähren ist, wjrd in den Durchführungs< bestimmungen geregelt. Für die Ledstung persön; licher Dienste wir.d grundsätzlich keine Vergütun·g gewährt.
Die im Luftschutz tätigen Personen dürfen Ge; schäfts< und Betriebsverhältnisse, die sie bei Waihrnehmung ihres Dienstes erfahren, nicht un< befugt verwert.en ader an andere mittenlen; über andere T,atsachen, an deren NichtbelJmnntwerden die Betroffenen ein berechtigtes Interesse haben. ist Verschwiegenheit zu bewahren.
Wer Gerät oder Mittel für den Luftschutz ver< treiben oder über Fragen des Luftschutzes Unter; richt erteilen, Vorträge halten, Druckschriften ver,
Flilme
stellun~en ve ranstalten will, bedarf der Genehmi ;
gung von ihm bestimmten Stellen.
Luiftschutzaus;
des Reiahsministers .der Luftfahrt oder der
(1) Wer den Bestimmungen der §§ 2 oder 8 oder den clarauf beruhenclen Rechtsverordnungen und Verfügungen zuwLderhandelt, wird, wenn nicht andere Gesetze schwerere Strafen androhen , mit Haft odcr mit Geldstrafe bis zu einhund ert, fünfzLg Reichsmark bestraft.
(2) Wer die Tat be.geht, nachd<:m er bereits wc. gen Zuwiderhandlung gegen §§ 2 oder 8 rechts. kräftig bestraft wOI1den ist, oder wer gegen die Bestimmung ,des § 7 verstößt, wird mit Gefängnis und Geldstrafe oder einer dieser Strafen bestraft.
Wer die Erfüllung der einem anderen nach den §§ 2, 7 oder 8 obliegenden Pflichten hindert oder zu hindern Sluaht oder zu einer Zuwiderhandlung nach § 9 öffentlich auffordert oder anreizt, wird, wenn nicht andere Gesetze schwererc Strafen an. drohen, mit Gefängnis und Geldstrafe odcr e,incr dieser Strafcn bestraft. In besonders schwe ren Fällen kann auf Zuchth aus erkannt werden.
Die Reichsversieherungsordnung wird wie folgt geändert:
5 di e Worte
2. Im § 537 Abs. 1 wird hinter der r. 5 fol. gendo Nummer eingefügt:
,,5a) die Betriebe im Gesehä ftsbereiClh des
Reichsluftfahrtm~nisteriums einschließ.
lich der hoheitlichen Betriebe ,des Luft. schutzes und die vom Reichsminister der Luftfahrt anerkannten Luftschutz. i.ibung<:n oder Betriebe zur Luftschutz. aus bildung."
3. Als § 545 d wird nach § 545 c eingefügt:
"Bei den naoh § 537 Abs. 1 N r. 5 a ver. sicherten, vom Reichsminister der Luft. faihrt anerkannten Luftschutzübungen gilt der Versicherungsschutz nur, soweit Personen ,du reh eine Aufforderung der hierzu berufenen Stellen zu besonderen Tätigkeiten herangezogen werden."
§ 537 Arbs.
fallen 'in
4. Im § 554 c treten ,hinter ,,(537 Abs. 1 Nr. 4a)" ,die Worte:
"bei einem hoheitlichen Betriebe des Luft. schutzes und be,i den vom Reichsminister
der Luftfahrt anel'kannten LuftschutzübUlv
gen oder Betrieben zur Luftschutzausbildung
(§ 537 Abs.
sung':
" Is Jahresarbeitsverdienst ,gilt bei Vep sicherten, die im Feuerwehrdienst, in Betrie. ben zur Hilfoloistung bei Unglücksfällen, in hoheWichen Betrieben des Luftschutzes und in Jen vom Reichsminister der Luftfahrt an. erkannten Luftschutzübungen oder Betrie. ben zur Luftschutzausbildung bosehäftigt sind, ohne daß ,diese BoschäFtigung ihr Be. ruf ist, sowie bei Lebensrettern ,das Erwerbs. einkommen, das sie in dem Kalenderjahre vor ,dem Unfall gehabt haben."
5 a). "
erhält 'tier Abs.
1 folgende
§ 624 eingdügt:
"Das Reioh ist ferner Träger der Versiche. rung für 'LHe vom Reichsminister der Luft. Fahrt anerkannten Luftschutzübungen oder Betriebe zur Luftschutzausbildung, auch wenn sie nicht für Rechnung dos Rcichs gehen. Dies gilt nicht für Betriebe und Tä. ügkeiten, die Bestandtoile cines anderen der
unterliegenden Betriebes
Der Reichsminister der Luftfahrt wiI1d ermäch , tigt, im Einvernehm<:n mit den zuständigen Reichsministern zur Durchführung ,dieses Geset' zes Rechtsverordnungen und allgemeine Verwal,
tJungsvorsehriften zu erlassen. Darin kann
geoI1dnet werden, daß der Reichsm~nister der
nach diesem Gesetz zustehen'
den Befugnisse auf eine andere Behörde über.
Luftfah rt d~e ihm
tragen kann. Berlin, den 26. Juni 1935.
a L u f t f a h r t.
F ü h r e run
R e ich s k
n z I er.
R e ich s m i n ist erd
Zum neuen Luftschutzgesetz
Ministerialrat Dr. -Ing. e. h. K n i p f er, Abte ilungsleiter im Reichsluftfahrtmi nisteri um
ministers der Luftfahrt, Ministerpräsidenten Her. mann Gör i n ,g, dem Sicherheitsbedürfnis des deutschen Volkes entsprechend gefördert wonden. Auch auf diesem Gebiete hat ,das deutsche Volk mit dem ihm eigenen Idealismus und Opfermut durch freiwillige Aroeit Hervorragendes geleistet. Nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die be, rufenen Behörden und Verbände haben ihr Bestes hergegeben. Mit der Entwicklung des zivilen Luftschutzes wuchs das Bedürfnis nach seiner ,gesetzlichen Re. ,gelung. Diese greift so stark in das Leben des Staates wie ,des einzelnen ein, ,daß bei ihrer Vor' bereitung entsprechende Schwierigkeiten zu be' seitig en waren. Am 26. Juni 1935 hat nunmehr ,das Reichskabinett das vom Reichsminister der Luft, fahrt vorgelegte Luftschut:agesetz veralbschiedet. Der Umfang der Luftschutzmaterie gestattete es nicht, die einzelnen Gebiete in dem Gesetz er' schöpfend zu behanddn. Das Luftsohutzgesetz ist daher ein Rah m eng es e t z, das im einzelnen n~iherer Ausführungsbestimmungen bedarf.
Machtübernahme Adolf Hit I er s
des Reichs.
Der § 1 des Gesetzes bestimmt, daß ,der ReIchs. minister dcr Luftfahrt bei der Durehführun<1 cks Luftschutzes sich neben den Dienststellen s~iner Verwaltung vor allem der ordentlichen Polizei, beh~l'den bedient, eine Regelung, die wegen der
verttkalen Gliederung der Polizeiverwaltung zweckmäßig ist. Ferner gibt das Gesetz dem Reichsminister der Lu'ftfahrt die Befugnis, auch andere Dienststell en und Einriohtungen der Län .
stigen Körperschaften ,des öffe n t li ch en
Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus b leibt die Mithilfe der einzelnen Ressorts, ihrer Dienst. stellen und Einrichtungen sowie die Mithilfe der den Ressorts unmittelbar oder mittelbar untep stellten Organisationen, Anstalten und Einrich. tun gen erforderlich. Es seien hier nur die Tech <
zwei unter staatlicher Aufsicht stehende
sationen, ,die dem Luftschutz wertvollste Di;nstc
othilfe und das Rote Kreuz
Ordani;
auch in Zukunft leisten
Im § 1, Absa tz 3, befaßt sich das Gesetz mi t den
Kosten ,der
Verwaltungshilfe und
der Reichsminister der Luftfahrt die den Lindern,
sons ti gen
Körperschaften des öHent li ehen Rechts ,durch die Verwaltungshilfe entstohenden "b es 0 n der 0 n Kosten" zu tragen hat. Dabei geht der Gesetz" g~ber ,davon aus, daß die genann ten Stellen ,grund" sätzlich un .::ntgdtliche Verwaltungshilfo leisten;
Gemeinde n,
Gemeindeve rbän den
nur Kosten, die in dcm normalen Etat keinen Ausgleich finden, so ll d as Reich tragen. \ "'e lch e Kosten hierzu gehö ren, wir,d im einzeln en in den Durchführungsbestimmungen gesagt werden.
behörd .
Eing li eder un g
lichen Luftschutzorganisation in den Staat regelt, b ofassen s ich die §§ 2 bis 11 mit den Pflichten und Rechten der Bevölkerung. Die praktische Luftschutzarbeit hat gele hrt, daß ,den Behörden wegen ,der stäntc\~gen En twi cklung der Technik und ,der ,du reh sie bedingten fortgesetzten Ä11rde. rung der Luftschutzmaßnahmen weite Ermächti. gungen zur Verfügung stehen müssen. Die Vor. schrift des § 2 hat daher auch eine dementspre.
ehende Fassung erh alten. Danaoh kann der ei n ze ln e zu a ll en Dienst. und Sachleistungen so " wie zu so nst ige n f-Iandlungen, Duldungen und Unterlass un gen herangezogen werden , die für ,die
erfo rderlich sind . folgende Arbeits"
Durchführung des Luftschutzes Der Luftschutz um faßt zur Zeit gebiete:
die Feststellung, Beobachtung und Meldung von Luftfahrzeugen (F lug m e id e die n s t) , die 'Warnung der Bevölkerung, der Behörden
(L u f t •
s c hut z war n ,cl i e n s t),
dio Beseitigung
ge ru fenen Störungen und Schäd en sowie die Hilfeleistung an Verletzten (S ich 0 r hc i t s .
und H i I f s die n s t),
(S el b s t .
sc hut z) sow ie von gewerb li chen Betrieben
die Vorbereitung und Schu lu ng der Bevölke.
Luftangriffe hervor.
Se,hut z
A nl agen
('vVer k lu
f t s c hut z),
(L u f t s c hut z s e h u I e nun
• ü b u n •
Diese A uf zä hlung gi bt den Rahmen der Pflichten wioder, die der einz elne zu erfü ll en hat. Soweit
per s ö nl ich 0 Dienstl eis tun gen in
men, sei nur an den SicheI'heits. und Hilfsdienst mit sei nen verschiedenartigen Formationen und an dio A ufgaben der Bevölkerung im Selbstschutz (Luftschutzhauswart, Hausfeuerwehr, Laienhelfer usw.) e rinn er t. Bei s ac h 1ich e n A ufwendun gen werden unmittelb a re Sachleistungen (Stellung ein es Kraftwagens) und luftsc hut zmäßiges Ver. halten (Bau eines Luftschutzraumes) zu unter. scheiden sein. Umfang und Inhalt der von dem
einzelnen zu erfüll ende n Luftschutzpflicht wer,den gemäß § 4 des Gesetzes in ,den Durohführungsbe.
s timmunge n ge regelt. Das Gesetz
darauf, klarzustellen, daß etwai,ge notwendig wer.
dendo ,dauernde Beschränkun gen ge n von Grundeigentum sich bis
Reichsenteignungsgese tzes nach den Enteignungs. gesetzen der Länder richten. Die res tlose Durchführung der Luftschutzmaß. nahmen erfordert auch die Luftschutzpflicht ,der Ausländer, Staatenlosen, juristischen Personen und nicht reohtsfäh~ge n Personenvereinigungen öffentlichen und privaten Rechts (§ 2 Abs. 2 u. 3). Lände I', Gemeinden, Gemeindeverbände und son. stigo Körperschaften des öffentlichen Rechts er. scheinen hier nicht, wie in § 1 Abs.2, als V erwal. tungsbehöI1den, sondern als Fiskus; insoweit sind
Frage kom.
oder Entziehun. zum Erlaß eines
Volksgenosse. Grundsätzlich wird die Heranziehung zur Luft. schutzpf li cht durch polizeilioho Verfügung erfol. gen (§ 5). Damit ist gleichzeitig gesagt, daß es gegen die Luftschutzpflicht die gleichen Rechts. mittel gibt wie gagen die polizeilichen Verfügun. gen. Diese richten sich daher bis zum Er\.aß eines Reiehspo li zeiverwa ltungsgesetzes nach den Vor " sehrHten der Landespolizeigesetze. In Preußen kommt ,das Beschwerde'verfahren mit ansch li e ßen . der Klage im Verwaltungsstreitverfahren in Frage. über Beschwerden gegen Verfügungen der Orts. polizeilbehörden in kreisangehörigen Städten und Landgemeinden entscheidet grundsätzlich der Landrat, über Beschwerden gegcn Verfügungen der Ortspolizeibehörden in Stadtkrcisen der Re. gierungspräsident (§ 47 PVG.).
Vergütungen und Entschä,digungen wcrden auf den einzeln en Gebieten voneinander abweichen; diese Frage konnte somit nie h t gen e r e 11 ge . regelt wCl,den. Das Gesetz bctont nur, daß für die [-Ieranziehun g der Bevölkerung zu Diensten per " s ö n li ehe r Art grundsätzlich keine Entsehädi. gung gewä,hrt wird. Dieser Grundsatz entspricht dem Wesen des Luftschutzes als einer von allen Volksgenossen zu erfü ll enden vaterländischen Pflicht. Bei Aufwendungen sachlicher Art wird sich das Maß etwaiger Vergütungen oder Ent. sehä'digungen vorwiegend danach richten, in wel" ehem Umfange ,die Luftschutzmaßnahmen ZU ln Schutze derjenigen dienen, die ,dio Luftschutz. pflicht erfü llen. Der Kreis der ,für den Luftschutz im Ernstfalle zur Verfügung stehenden Kräho wird durch son. stige im Jnteressc der Landcsverteidtgung erfor. derlicho E rfassung stark geschmälert sein. Aus diesem Grunde müssen möglichst weite Kreise für Luftschutzzwecke zur Verfügung stehen. Das Gesetz schließt daher grundsätz li ch nur diejeni . gen Personen von der Leistung persönlicher
Dienste aus, die in folge ihrcs Lebensalters oder ihres Gesundheitszustandes ungeeignet erscheinen oder deren Heranziehung mit ihren Berufspflich. ten gegenüber der Vollksgemeinsoha ft, besonders mit den Pflichten ei nes öffentlieh . reehtliehen Dienstverhältnisses, un ve rei nb ar ist. Auch hierzu wird eine Durchführungsb es timmung ,das Nähere regeln. Wichtig ist, daß Männer und Frauen luftsehutzpfliehtig sind. Bei der Durchführung der Luftschutzmaß. nahmen wird cs sich nicht vermdden lassen, daß der ein zeln e Einblick in Betriebs. und Geschäfts. verhältnisse erhä lt, di-c im Interesse der Be. troffenen geheim zuhalten sind. Aus diesem Gru nd e schreib t ,der § 7 des Gesetzes eine G ,e .
h eim h a ltun gs pflicht ,dieser Tatsachen
ergänzt ,damit die Bestimmungen ,des Ge"
se tzes gcgen den unlauteren WeUbewerb. D a die
Luftschutzmaßnahm e n außerdem m ehr a ls all e an.
deren b ehö rdlichen Maßnahmen in das Privatleben des einzelnen Einblick ,gewähren, ist im § 7 auch Geheimhaltung derjenigen Tatsachen vorge.
luftschutzpfliehtig
,,,,ie
vo r und
schri Clben, an deren
troffenen ein berechtigtes Interesse haben. Die Erfahrung hat g,elehrt, daß die Propaganda im Luftschutz und der Vertrieb von Luftschutz. ge rät oder . mitteln einer K 0 n t roll e bedarf. Nach § 8 des Gesetzes ist daher derjenige, der Gerät oder Mittel für den Luftsohutz vertreiben oder über Fragen des Luftschutzes Unterricht erteilen, Vorträge halten, Druokschriften vep öffentlichen oder sonst verbreiten, Bilder oder
Niehnbekanntwerden
die Be.
Filme öffentlich vorführen oder Luftschutzaussteb lungen veranstalten will, verpflichtet, die Ge~ nehmigung des Reichsministers der Luftfahrt oder der von ihm bestimmten Stellen einzuholen. Die Durchführungsbestimmungen werden vorsehrei< ben , welche Stellen für die Erteilung dieser Ge< nehmigung zuständig sind. Die §§ 9 und 10 ,des Gesetzes, neben ,denen der § 360 Ziffer 10 des Reichsstrafgesetzbuches An< wendung findet, bringen die sich aus den Pflich< t en der Bevölkerung ergeIbenden S t r a f b e < s tim m u n gen. Danach werden Zuwiderhand< lun ge n gege n die Luftschut zp'flicht aus §§ 2 und 8 grundsätzlich als ü bertretung bestraft. Bruch der Verschwiegenheitspflicht, Rückfall und Luft< schutzsabotage wel'den als Vergehen gesühnt. In besonders schweren Fällen Sieht ·der § 9 für Lufb schutzsabotage Zuchthaus.vor.
D e r § 11 des Gesetzes regelt die U n fall < ver sie her u n g im Luftschutz, ein Gebiet, an dem der einzelne wie auch die im Luftschutz t ä ti < gen Behörden und Betriebe stark interessiert sind. Durch Änderung der Bestimmungen der Reichs< versicherungsordnung unterstellt das Gesetz grundsätz lich den gesa mten hoh ei tlich en Luft< schutz (F lu gmeJ.de< und Luftschutzwa rndi enst, Sicher h e it s< und Hilfsdienst) der Unfallversiehe < rung, ebenso die im übrigen Luftschutz (Selbst< schutz) vom Reichsminister der Luftfahrt aner~ kannten Luftschutzübungen oder Betriebe zur
Luftschutzausbildung
sicherungsträger vor überspannten Forderungen zu schützen , ist b ei Luftschut zü bun gen der Kreis der Versicherten auf diejenigen Personen be< schränkt, die zu besonderer Tätigkeit im Lufb schutz herangezogen werden (Ziffer 3). Hiernach würde also nioht schon ,derjenige unfallv·ersichert sein, der sich bei einer Se1bstschutzübung aus seiner \Vohnung in den Luftschutzraum beg~bt, dagegen würde der den Versicherungsschutz genießen, ·der im uftrag e des Luftschut zhauswartes e in e b e< stimmto TätLgkeit ausübt.
(Ziffer 2) . Um den Ver<
Der W erkluftschutz ist nach allgemeinen Grundsätzen in vollem Umfange versicherungs~ rechtlich dem Betriebe des Werkes angeschlossen. Die Gefolgschaft genießt den Versiche rungs<
schutz bei Luftschutzausbildung und ~übung in < nerhalb und außerhalb des Werkes.
Gemäß § 624 RVO. ist das Reich Träger der Unfallversicherung, soweit es sich um Betriebe hand elt, die auf seine Rechnun g gehen. Diese Vorschrift wil'd durch das Gesetz dahin erweitert, ·daß das Reich bei den vom Reichsminister der Luftfahrt anerkannten Luftschutzübun gen oder Betrieben zur Luftschutzausbildung auch dann Versicherungsträger sein soll, wenn sie nicht auf
se in e Rechnung ge h en. Hi e rzu würden
Schulen des Reichsluftschut zbund es zu rechn en se in . D as R eich soll allerdings nicht Träger der
Unfallversicherung sein, soweit es s ich um B e< triobe hand elt. die bereits Bestandteil eines an<
deren der Unfallversicherung
triebes sind (Ziffer 6). Diese Bestimmung wirkt s ich vor a lle m a uf ,dem Gebiete des W e rkluft < schutzes aus; hier sind die Berufsgenossensehaf< ten Träger der Unfallversicherung:
unterliegenden B e<
der Reichsminister der Luftfahrt ermächtigt, im Einvernehmen mit den zuständig·en R eic h s< ministern die zur Durchführun g des Gese tzes er< forderlichen Rechtsverol'dnungen und Verwal< tungsvorschriften zu erlassen. Die Zusammen < arbei t mit den ande ren Ressorts ist eine ve rw al< tungsmäßige Selbstve rs t änd lichkeit; sie ist jedoch wegen der Bedeutung, die die Luftschutzmaß< nahmen auch für andere Ressorts hab en, beson < ders betont worden. ;\1it dem Erlaß der Durchfüh< rungsbestimmungen. in denen nach ~ 12 des Ge< setzes eier R eich6mini s ter der Luftfahrt seine Befu g ni sso auch auf n ac h geo rdnete Beh ö rd en üb ertragen k ann , kann in nächskr Zeit gerechn et werden. Auch hi er werden große Schwierigkeiten, be so nd ers in finanzi ell e r und t eohniseh e r Hin <
sicht, zu beseitigen sein.
Da s Luftschutzg ese t z gi bt danach
- und das ist sein großer Erfolg - die re C h t < li c h o G rundla ge für a ll e diejenigen
Maßnahmen, die für
tun ,g d es Luftschutze s im Frieden
und damit für di e Sicherheit des
die Vorbcrei <
d e u tun g
s i n ,d.
L 1I f t f a h r t
gi bt folgendes
G 'a s s ich e r e
Auf Grund meines Erlasses vom 8. Juni 1934 - ZL 5 b 3240/34 - sind weitere Schutzraumtüren von den Staatlichen Materialprüfungsanstalten Berlin und Dres-
nac hstehenden Prüfungs-
R e ich s m i n ist erd bekannt:
Rau m a b s chI ü s s e.
ausgesteIJt worden.
S taatliche s
B e r I i n - D a h lern.
l. Prüfungszeugnis vom 9. Mai 1935, Aktenzeichen
breiten und 191 cm hohen Tür mit Zarge der
Firma Sta hlfensterwerk R. Zirn m e r man n G.
140 0i4,
Bautzen , Strehlaer
2. Prüfung szeugnis vom 9. Mai 1935, Aktenzeichen
A 140008 a, über die Prüfung einer etwa 83 cm
breiten und 189 cm hohen Tür mit Zarge der
Firma Erich Ha a c k , Hazet-Werkstätten, BerJin
N 65, Reinickendorfer Str. 41.
3. Prüfun gszeug nis vom
1935 , Aktenzeichen
140028,
Prüfun g
breiten und 177 cm
Firma C. H. J u c h 0 w, Dortmund , Po st sc hließ-
fach 717 bis 718.
4. Prüfung sze ugnis vom 9. Mai 1935. Aktenzeichen
h ohen Fensterblende mit Zarge
Hazet-Werkstätten,
140008 b , üb er
e tw a
br ei ten und 74 cm
Ha a c k,
Versuchs - und Materialprüfungsamt an der Te c h n i s c h e n Hoc h s c h u I e . D res den.
5. Prüfung sze ugnis von ] 2. April 1935 , Prfg. -J.-1'!! ' 35/18585, über die Prüfung einer einflügeligen Tur mit de m Kennwort "Exakt" der Firma E. Wilhelm
Sc he i be , Leipzig
3, Lößnit zer
6. Prüfun gsze ugn is vom ] 8. April 1935, Prf g.-J.-N r. 34/18327, üb er die Prüfung ein e r einflügeli ge n Tür,
P f ei f -
"Kompakt".
Hard enbergstr .
Die Prüfungen haben ergeben, daß die genannten Raumabschlüsse den von mir gestellten Ar.forderun- gen an gassichere Raumabschlüsse für Schutzräume ent- sprechen und als amtlich geprüft bezeichnet werden können.
Erkenntnisse aus der Luftschutzübung Berlin im März 1935
Präsident i. R. Heinrich
P a e t s c h
Einleitung. Die Besprcchungen dcr bisher abgehaltenen Luftschutzübungen in dicser Zeitschrift verfolg. ten. den Zweck, neben dcm in großen Zügen ge. schIlderten Verlauf der Übungen Einzelheiten der Organisation, der Ausbildung sowie ,der Aus. rüstung kritisch zu beleuchten. Ein derartiges Verfahrcn erschien jn den ersten Jahren der Luft. schutzbewegung erforderlich und durchaus zwcok. dienlich. achdem nun aber der größte Teil der einschlägigen Vorschriften ,durch den Herrn Reichsminister der Luftfahrt erlassen und den
Luftsehutzdienststellcn zugcstellt wurde, ist eine
nderungen nur
durch die höchs~e Dienststelle sclbst vorgcnom. mcn werdcn dürfen. Hicraus crgibt sich die Not. wendigkeit, die Übungen in dicser Zeitschrift
~.ünftig andcrs zu behandeln, und wic bereits die
dieser Arbeit zeigt, so ll nunmehr vep
"E r •
Die Betätigung im zivilen Luftschutz ist noch so jung, daß bei j e cl e r Übung immer wieder von neuem Probleme auftauchen, dic erst allmählich ihren ,endgültigen Lösungen entgcgengeführt wer . den könncn. Hierbei helfend und fördernd mit. zuwirkcn und zu gemcinsamem Gedankenaus. tausch anzurcgen, soll der Zweok der künftigen Abhandlungen über die stattgchabten Luftschutz. übungen in dieser Zeitschrift sein. Nur aus einer Zusammenfassung der praktischcn und wissen. schaftlichen Erkenntnisse wcrden sich Gesichts. punkto ergcben, die eincr Weiterentwicklung dcr Lehre vom Luftschutz dienen können.
Norm gcschaffcn wor,den, an der
e n n t n iss e U
solchcn
herauszuschälen.
1. O rga n isati on s fragen.
Bei den im verflossenen Jahre abgehaltenen L1;lftschutzübungen hatte es sich bereits gezeigt, wIe ausschlaggebend für das Gelingen aller Luft. schutzmaßnahmen eine zweokmäßige U n t er . teilung der einzelnen Luftschutz . ort e ist. Die ,erste Übung in diesem Jahre hat
Zur Zeit be.
steht In fast tallen Luftschutzorten zwischen der Luftschutzeinteilung im Frieden und der erwünsch. ten Luftschutzeinteilung im Ernstfalle eine Dis. krepanz. Diese Tatsache ist historisch verständ. lich. Die polizeiliche Einteilung hat sich im all> gemeinen an die Einteilung der betreffenden Stadtverwaltungen angelehnt, um die vielen Wechselbeziehungen zwischen Stadtverwaltund und Polizei möglichst einfach zu gestalten. In aIl den Orten, in denen wir eine kommunale Polizei. verwaltung haben, ergab sich eine solche über. einstimmung automatisch. A'ber auch in den Or. ten, die .eine staatliche Polizeiverwaltung besitzen.
hat~e SIch auf Grund der Erfahrungen eine <?lelchsc.halt.ung der städtischen und der polizei. h~he~ EinteIlung als zweckmäßig erwiesen. Diese EmteIlung stammt aus einer Zeit, in der die Luft. schutzfrage noch nicht akut war. Betrachtet man jedoch d.as BHd größerer Städte lediglich unter
de~n GeSIChtspunkt .besonders objekte und unte rmmm t man
einem übersicht li chen Stadtplan farbig darzustel.
wichtiger Angriffs. es, diese Ziele auf
~rk .enntnis erneut bestätigt.
len, und vergleicht man dann schließlich diese Ziele mit den Grenzen der augenblioklich noch bestehenden regionalen Luftschutzgliederung, so wird man in vielen Fällen zu der Erkenntnis kom. men, daß Ziele und Abschnittsgrenzen für die Durchführung von Luftschutzmaßnahmen unrich. tig zueinander liegen. Da man die voraussicht. lichen Angrififsziele nicht verändern kann, bleibt als Lösung lediglich die Änderung der Grenzen übrig. Es ist zuzugeben, daß derartige Änderun. gen mit außerordentlich großen verwaltungstech. nischen Schwierigkeiten, ja auch mit Kosten ver. bunden. sein werden. Sind doch z. B. die Amts. räume dcr DicnststeIJ.en, die Telephonanlagen, die karteimäßIge Erfassung der Einwohnerschaft und viele andere Dinge scit Jahrzehnten auf der bis. heri ge n Einteilung au fgebaut. Aus diesen Tat. sachen erhellt, daß eine Änderung der Grenzen etwa erst beim Aufruf des Luftschutzes zu einem Durcheinander führen müßte, das gerade in die. sem Augenblick zu vermeiden eine Lebensfrage ist. Es bedarf daher bei einer Änderung der Grenzziehung einer seh r sorgfältigen Abwägung der verschiedenen Belange und einer Vorberei. tung von langer Hand.
Führung im Luftschutz.
Immer wieder zeigt sich, daß eine wichtige Frage im Rahmen der Führung innerhalb des zi. vilen Luftschutzes einer grundsätzlichen Erörte. l'ung bedarf, nämlich, welche Stellung der Te c h • ni k im Lu f t s c hut z zugewiesen wird. Die Zusammcnsetzung des Sicherheits. und Hilfs" dienstes erweist mit Deutlichkeit, daß technische Formationen mit Sonderkenntnissen und Sonder, ausbildung in der überzahl sind. Bedenkt man noch, daß materielle Lu'ftschutzeinrichtungen, wie Schutzraumbauten, Umstellung der Dachböden auf Feuersicherheit, ferner Meldetechnik und Sicherung der Nachrichtenübermittlung, Verwen. dung und Nutzbarmachung aller modernen Ver. kehrseinrichtung,en, hinzukommen, so ergibt sich hieraus die otwcndigkeit, der Technik einen breiten und führenden Platz einzuräumen. Gewiß ist es schwierig, bei Planspielen und auch bei Übungen die technische Tätigkeit zur Darstellung zu bringen. An die Notwendigkeit, ihr den ge. nügenden Einfluß zuzugestehen, muß aber stets gedacht werden, weil sonst allzuleicht der Ein. druck entsteht, daß mit der Anwendung der Grundsätze für die Führung im Luftschutz sich die Luftschutztätigkeit erschöpft oder zumindest dieser Tätigkeit eine allzugroße und überragende Bedeutung zugemessen wird.
F ü h run g der ver.
schiedenen Fachsparten des Sicherheits. und Hilfsdienstes bereitet noch immer gewisse Schwie. rigkeiten. Unterordnung der einen Fachsparte unter 'Clie andere oder übernahme des einheit. lichen Befehls eines Fachspartenführers über Teile einer anderen Sparte, die nicht zu seinem unmit. telbaren Dienstbereich gehört, bereiten Hemmun. g,en und ergeben Reibungen. I-lier müssen zu. nächst grundsätzlich alle Prestigefragen ausge.
schaltet werden. Ein e r kann nur befehlen, und
ein h ei tl ich e
dieser ein e ist nach den ergangene n Organisations~ richtlinien der für den Ort zuständige Polizeiver~ walter, der seine Befugnisse wohl fast immer auf den Kommandeur der uniformierten Polizei über~ tragen wird. Dieser ist dann unumschränkter Be~ fehlshaber aller Kräfte, die im zivilen Luftschutz des Bereichs, ,der seiner Befehlsgewalt unterstellt ,ist, vorhanden sind. Hieraus ergibt sich, daß überall dort, wo ve rschiedenartige Kräfte zusam~ meITWiIlken, die Polizei die Gesamtführung h at, es sei denn, daß die betreffenden Polizeibefehls; haber eine andere Regelung Platz greifen lassen. Bei einem Zusammenwirk,en kleinerer Teile des Sicherheits~ und Hilfsdienstes erfo lgt die einheit~ liehe Leitung nach den amtlichen, hierfür ~ege~ benen Richtlinien. Im entscheidenden Augenblick aber wird ge rade hier die Persönliehkeitsfra.:Jc eine ausschlaggebende Rolle spielen. Die Berlina Übungen haben dies an verschiedenen Punkten mit drastischer D eutlichkeit gezeigt. Der geborene Führer war mit einem Male da und verschaffte sich unter Beiseiteschieben aller Prcstigcfragen und papiernen Anordnungen durch sein e Pcrsön~ lichkeit den nötigen Respekt und die sclbstver~ ständliehe Anerkennung seiner führenden Betäti~ gung. Solche Fälle werden sich in -der Wir'klieh~ keit immer wieder zeigen. Sehr lehrreich war es, bei der Durchführung des Berliner Planspiels zu
sehen, wie sachgemäß
den teilen, auch wenn sie an den schwierigen [ ahb stellen entstanden, die Bildung von örtlichen Be ~ fehlstdlcn durchgeführt wurde.
und schne ll bei G roßsc'ha ~
PI ans pie I e dienen der A u sbi ldun g a ll er ~m Luftschutz tätigen Führer. Über die mannigfal~ tiga Fonn der Abhaltung solcher Planspiele wurde in dieser Zeitschrift bereits verschiedentlich ge~ schri ben!). Wichtig ist bei einem Planspiel, die Mitspieler in einer der Wirklichkeit möglichst nahe kommenden Form so in Spannung zu h aI ; ten, daß Urteilsbildung, Entschlußfassung und Befehlsgebung annähernd unter den gleichen Ver~ hältnissen vor sich gehen wie in Wil'kliehkeit. Eine solche Wil'kliehikeitsnähe im Planspiel dap
zust,e ll en, ist Bel e hr u
a ll geme in en nur für die Ausbildung der Reviervor; steher, a ll en fall noch der Abschnittsführer. Wird ein größerer Rahmen angenommen und dargc~ stellt, so empfieh lt es sich, die Belehrungsspielc bei eite zu la en und zu eine r anderen Form überzugehen. Das Beleh rungsplanspiel kann sich ja nur so abwickeln, daß Meldung hinter Meldun g durchgenommen, Einzdpersönliehkeiten zu En t~ schlußfassung und Befehlsgebung ,gebracht und dabei auftretende Fehler besprochen werden . Findet ein solches Belehrun gsspiel in sehr großem Rahmen statt, dann sitzen erhebliche Teile der Mitwirkenden beschäftigungslos da, und es wird auch b ei geschicktes t e r Lei tun g nicht ge lingen, die nicht beteiligten Kräfte zur Mitwirkung zu brin~ gen. Das i t in der atur des Belehrungsplanspiels begründet. Für große Verhältnisse, in denen die LuftschutzdienststelJen einer Großstadt zu einem einh eitlich en Planspiel heran gezogen werden, gibt es eigentlich nur zwei Formen, die die Forderung nach Wil1kliehkeitsnäheerfüllen: die Planübung und die R ahmenÜ'bung.
schwierig. n g s p I ans pie I e eignen sich im
PI an üb u n g
Anord~
nung verstanden sein: Die einzelnen mitwirkenden BefehlsteIlen werden unter Verzicht auf eine
kriegsgemäf)o Unterbringung in nebeneinander~
liegendo Räume
ver tei lt, wobei
deriseh umzugehen - bei den Abschnittsleitungen verb leib en. Der Übersicht lic hkeit halber kann man sie get rennt etzen. Die mit der Aush~indigung
der Ein lagen beauftragten Schiedsrichter geben nun in einem ve rhältnismäßig kurzen Zeitraum die ivleldungen an die Reviere, und zwar bewußt derart, daß hier eine Häufung ein tritt, so wie es auch in Wirklichkeit zu erwar ten steht. Dabei ist es erforderlich, die J\1eldungen nicht - wie es meist bisher geschah - formgerecht abgefaßt, sondern I.ai enhaft zu halten, auch manche Unrieh~ tigkeiten sowie verwor rene Angaben einzufleeh~ ten, da unter dom Eindruck des Luftangriffes die zum Teil aus dem Publikum stam menden Mit~ teilungen in Wirklichkeit solehe Mängel aufweisen werden. Die Reviervorsteher müssen nun ihre Maßnahmen der Wirklichkeit entsprechend trcf~ fen, schr eib en alle Anforderungen von Bereib schaftskräften, die sie sonst telephonisch an den Abschnitt geben würden, nieder und übergeben diese Anforderungen dem Abschnittsführer, der im gleichen Raume sitzt. Die schriftliche ieder~ leg un g wird etwa dem Zeitraum ent spreche n, der notwendig ist, um in Wirklichkeit die Fernspreeh~ verbindung herzustellen und die Meldung dureh~ zugoben . Es wird Icdiglieh Aufgabe des Se hi cds ~ richters sein, bei der Abschnittsleitung zu verhin~ dern, daß diese in die Anordnungen der einzcl~ nen Reviervorsteher eingreift. Der bsehnitt muß alsdann auf Grund der einlaufenden Meldungen seine Maßnahmen treffen. Zu ·diesem Zeitpunkt
kann dann auch eine in vVirklichkeit t elcp honi seh e, nunm ehr VO ll Mund zu Mund sta ttfind ende
zw ischen Abschn ittsleitung und
Luftschutzrevier zugebi lli gt werden. Dio Anfor~ derungen und Meldungen der bsehnittsleitung an höhere LuftschutzsteIlen erfolgen grundsätz~ lieh nach sc hriftlich er Festlegung durch üb er~ bringung mittels Melder von ei nem Raum in den and ern. Der Verkehr zwische n den höheren Luft~ schutzsteIlen und den Abschnitten findet nicht mündli ch sta tt , so nd e rn i st nur auf die sehrift~ li ehe Form zu beschränken. Die hiermit vcr~
geh end e Zeit wird elen Schwi erigkei ten, die bei cler Benutzung cl es Fernmeldenet~es durch Ü b cr~ l ast un g, u sfa ll einze ln er Leitungen u sw. e nt ~ stehen, wenigstens annäh ernd wirklichkeitsgetreu ent sp rech en. Bei e in e r derartigen Planübun g von
Unterha ltu ng
legen, empfieh lt sich ni cht. Ein solch es Fcrn~
melden"tz kann ni ema ls der 'Wi rklichkeit auch nur eini ge rm aße n nahokommen und würde Vep
Fernsprechleitungen zu vc p
an lassung
Schlü ssen sein
D e r Vorteil dieser Art des Plan s pi els Ii eqt darin, daß das Zusammentreffen zahlreich er Mcl~
wie es der Wirk lichkeit
entspricht -
nungsve rhältnis setzt. nen , ob die einzelnen
stung ertra gen können, und es b est ht für den Ab~ schnittsführer, bei dCiTll der Schwerpunkt für den Einsatz und auch di e Ausbildung im Luftschutz liegt, die Möglichkeit, unte r kri egsmä ßig ,darge~ stellten Verhältnissen die anvertraute Führer~ schaft ge nau k ennenzul e rn en. Für die höh e re n Luftschutzd ie nstst ellen entsteht bei dieser Art der Durchführun g die Z eitspann e der nagenden Un~
Führer unt e r ei n ge wi sses Span~
Jetzt erst wird man erken~ Führer eine derartige Bela~
I) V~1. " Gasschutz und Luftschutz"
1934, S.
gewißheit und Ungeduld mit all ihren Erscheinun. gen, wie nervöse Rückfragen, unzweckmäßige Eingriffe usw. Zwar ergibt sich aus dieser Art der Plan. übung für die Leitung eine vermehrte Schwierig. keit im Behalten der Übersicht. Durch die Ein. teilung gewandter und tüchtiger Schiedsrichter und das Bereithalten gut eingespielter Führer. gehilfen kann man aber dieser Schwierigkeiten Herr werden. Allerdings wird bei einem derartigen Planspiel die Zahl der Zuschauer auf ein Mindestmaß zu beschränken sein und ihnen zur Pflicht gemacht werden müssen, den Wechsel von dem einen in den anderen Raum möglichst geräuschlos zu voll. ziehen. Zu stören brauchen die Zuschauer hierbei nicht, da man sie, ähnlich wie bei Gerichtsver. handlungen, hinter Barrieren halten kann. Die Rah m e n ü b u n g geht einen Schritt weiter. Sie setzt zur zweckmäßigen Durchführung dio Besetzung aller Dienststellen in den kriegs> mäßig hierfür vorgesehenen Räumen voraus. Selbst, wenn die Schutzräume bautechnisch noch nicht fertiggestellt sind, können doch die räum> lieh sich ergebenden Schwierigkeiten ohne großen Kostenaufwand zur Darstellung kommen. Auch ein noch nicht der Wirklichkeit entsprechend verlegtes Fernsprechnetz läßt sich mit verhältnis> mäßig geringen Kosten für eine solche Rahmen> übung einrichten. Irgendwelche Ausführungen von gegebenen Anweisungen auf der Straße erfolgen selbstverständlich bei einer solchen Rahmenübung nicht. \Vie weit man die Übung nach unten hin verästeln und an einer bestimmten Stelle aus> laufen lassen will, spielt eine untergeordnete Rolle und ist von dem Leiter der Rahmenübung zu bestimmen. Um den Schiedsrichtern, die b.;i dieser Form noch weiter an Bedeutung gewinnen, ihr Amt zu erleichtern und die Leitung über alle Vorkommnisse schnell zu unterrichten, wird ein direkt geschaltetes Sehiedsrichter.N ach rieh tennetz einzurichten sein. Entwickelt man die cben angeregten Gedank e n> gänge noch cinen Schritt weiter, so kann man an
Lult sch utzübun g
Kenntlichmacbung
diese Rahmenübung einen sehr wichtigen und bis. her wenig beachteten Zweig im Rahmen aller Luftschutztätigkeit anhängen, nämlich die Na c h. r ich t e n ü b u n g. Hierbei unterscheide ich scharf zwischen achrichten. und Fernmelde. übung. Unter Nachrichtenübung verstehe ich die ge sam te Tätigkeit, die von den verschiedenen Organen ausgeübt wird, um die Luftschutzreviere über die Vorgänge im Revier bei und kurz nach dem Luftangriff zu unterrichten. Wie eine solche Organisation gedacht ist, habe ich im Heft 12
(1934) dieser
Eine solche Nachrichtenübung kann zunächst auch völlig selbständig ohne Verbindung mit einer planspielartigen Rahmenübung stattfinden. Dies wird sich sogar bei den erstmaligen Versuchen, eine solche Übung abzuhalten, empfehlen. Werden aber derartige Übungen durchgeführt, so wird sich zeigen, daß gerade Verbindungen zwischen Luft. schutzrevier und Außendienst bei und kurz nach dem Luftangriff eine große Fülle von Schwierig. keiten zu Tage bringen werden. Daraus läßt sich erkennen, wie leicht es sich alle, die im Luftschutz tätig sind, mit zu guter und zu planmäßig ver> laufender Meldetätigkeit durch die Schiedsrichter machen.
IV. Verdunkelung.
eingeschränkten Be.
noch ein d e •
sc h r ä n k t e Bel eu eh tun g wird nach Auf. ruf des Luftschutzes Dauerzustand, muß also so durchgeführt werden, daß auch unter ungünstigen Witterungsverhältnissen, z. B. bei Neumond, bei Regen. und Schneefall, das Verkehrsleben in Großstädten und auch der Zwischenortverkehr, wenn auch unter Inkaufnahme einer gewissen Verlangsamung, keinesfalls zum Erliegen ,kommen. Den Hauptzweck der eingeschränkten Beleuchtung sehe ich dal'in, die Lichtfülle der Großstädte, die
wie ein senkrecht nach oben strahlender Schein.
Zeitschrift, Seite 282 /83 , dargelegt.
Die Ver dun k el u n g in
gesamt gesehen, ein voller Erfolg.
der mit dem Zustand
leuchtung verfolgt wird, wurde -
euartigkeit nicht anders
nicht überall richtig erkannt.
Bordschwellen.
ph ot. AtJ a ntic
viele Hunderte von Kilo. metern gibt, zur Erschwo> rung ,der Ortung fortzu> nehmen. Bei der Berliner übung wurde schon während des Stadiums ·der eing,e. schränkten Beleuchtung die Straßenbeleuchtung von ganzen traßenzügen ausgeschaltet; desgleichen verlangten die Aufsichts. organe von Kraftwagen beim Fahren Pal'klioht mit Abblendkappen. Diese Anordnungen entsprechen nicht den Vorschriften und können zu einer so starken Herabsetzung der Verkeh rsgesehwindigkeit führen, daß Produktions. verzögerung eintritt. Die voll e Ver dun. k e I u n g klappte. Was die H ä uso r anbetrifft, so darf man sich aller. dings keinen trügerischen I-Toffnung(m hingeben, daß
Richtpunkte
eine einwandfreie Verdunkelung nach Aufruf
des Luftschutzes nun tatsächli ch üb erall der Fall sein wird. In der Begeisterung, mitzumachen
und keinen Fehler zu
halben in Berlin innerhalb der Häuser das Licht einfach ausgeschaltet. In Wirklichkeit muß jedoch die Lebenshaltung in den Häu se rn weitergehen. Also, Licht wird brennen, jedoch müssen Fenster und Türen nach außen hin verdunkelt werden. Die Abwioklung ,des Ver k eh r s ging in der verdunkelten Reichshauptstadt Berlin erstaunlich glatt vor sich. Mag auch der h e rrlich vom Him ~ mel scheinende Vollmond geholfen haben, diesc
erstmalige Verdunkelung der Reichshauptstadt in mildem Licht erschein en zu lassen, so werden sich auch bei Neumond die angewandten Maßnahmen bewähren. Die Kenntlichmachung der Bordschweb
100 durch weißen Anstrich (vgl.
sehr zweckmäßige und unfallv erhütende Maß~ nahrne. Die Abblendung der Straßenbahnen und Omnibusse im Innern bedarf noch einer Ver' besserung und Ergänzung. S~ und U~Bahnzüge war en gut abgeblendet. Das die öffent li chen Ver ' kehrsmittel bedienende Personal muß sich daran gewöhnen, Liniennummern an den Haltestellen sowie Straßen wie in früherer Zeit auszurufen :
das besehleun~gt die Verk ehr sabwi oklun g. Di e Beleuchtungskapp en a ll e r Art für Kraftfahrzeug e
haben sich bewährt. Auffallend stark war die Wirkung der roten und grünen Schluß, und Signal, lampen, die b ei den verschiedenen Verkehrsmit,
tein Anwendung
bei ge nügend
Blaulicht dar. Interessant war auch, zu sehen, wie in großen, Tag und Nacht arbeitenden Be tri e ben , di e sonst innen und außen in Lichtfüll e erstrahlen, di e weitgehend durchgeführte Abblendung und die Erleuchtung nur der Arbeitsplätze zu vollem Er' folg führten. Namentlich eingearbeitetes Personal zur Bedienung von Maschinen und Schaltanlagen versah die Tätigkeit gewissermaßen automatisch. Es wird notwen dig sein, wichtige P ersonen an ihrem Al'beitsplatz zu belassen. Besondere Aufmerksamkeit muß noch der Kenntlichmaehung der öffentlichen Sam me I , sc hut z r ä urn e gewidmet werden; sie müssen auch bei Ver,dunkelung leicht auffindbar sein.
Für die mit der Abschaltung der öHentliehen S t ra ß e nb eie u c h tun g beauftragten Stellen
ergibt sich für den Ernstfall insofern eine Sehwie;
b egehen, hatte man a ll enb
Bild 1) ist ein e
dunk les
weiter Sichtbarkei t
rigkeit, als
her angesagten Z eit die Verdunkelung einsetzt, sondern das Auslösen der Verdunkelung von dem Entschluß des Führers der Warn ze ntrale auf Grund der bei ihm vorliegenden Meldungen ab,
hängt. Z entrale Abschaltungsanlagen s owohl
die elektrisohe Straßenb eleuchtung als auch für di e Gasbeleuchtung 2 ) sind in den Großstädten kaum vorhanden. Wenn auch vielleicht große Gebiete zentral abgeschaltet werden können, bedarf es doch einer sehr sorgfältig durchdachten Melde,
organisation, um die verschiedenen Zentralst e lI en schnell von dem Eintritt der Verdunkelung zu verständigen. Ferner ist mit der Abschaltung ein, zelncr Lampen , die während des Zus tandes der eingeschränkten Beleuchtung brennen, durch Per' sonen, die zu diesen Lampen sich b egeben müssen, in erheblichem Umfange zu rechn en. Auch dic Organisation dieser Arbeiten muß wohlweislich
überlegt sein,
gelan gen.
Zustand e
dann nicht n ach ein er bes timmten, vor~
Z cit
ZU l ll
Verdunk elung
Interessant war die Feststellung, daß auch weit, gehend abgeblendet e Positionslampen von 'vV a s' se r f a h r z eu gen sowie die vo rschriftsmäßige Abblendung dcr Kr a f t f a h r z e u g e auf dem glatten Asphalt weithin sichtbare Spiegelungs, erscheinungcn hervorriefen. Die Beschickung der Retortcn in den Gas wer k e n sow ie vor a ll em das Löschcn des glühenden Kokscs verursachten eincn erheblichen Lichtschcin, dCT' auße rordent< lich ve rräterisch wirkt. Ob cs möglich sein wird, w~ihr cnd des Zustandcs der Verdunkelung a u f dio Beschiokung von Koksöfen oder Gasretorten zu verzichten oder den Abstic h so lange zu ver< zögern, bis wieder der Zustand der einge< schränktcn Belcuchtung angeordnet wird, muß von den Gasbchlc ut en entsc hi cdcn werdcn. D es, glcichen strahlt der 'vViderschein der Kcsselfeuer aus den Lokomotiven der Eis e nb ahn c n stark nach oben. Eine weitgehende Abblcndung der
L e u c h t sä u I e n zur Kenntlichmachung der
hut z ins e i n wurde durch Einlage von
blau e m Papier, Z e ll on oder Stoff g ut e rreicht , in ~
deHl sich
Die öffentlich en Fe rn ;
s p r e c hz 0 lI e n der Reil:hspost aus Glas hatten
durch Bl a ulicht eb e nfall s eine weit gc h e nd e und
Farbe vermischten.
Gelb zu cine r dunkel~rünen
nü ge nde Abblendung e rhalten. Zahlreich c
roß gas t s t ä t t e n, in denen de r Zuspruch
zwecks Überdauerns der Verdunkelung ein bc' sonders starker war, hatten zum Teil recht gute und wcitgehende Abblenuungsmaßnahmen durch Verdunkclung der Fenster sowie durch Anord~ nun g von Lichtschleusen an den Ein gängen ein,
ge richtct .
V. Vollübung. Die gezeigte Voll ü b u n g war sehr sorgfältig
bi s in s kl einste vorbereitet und klappt e im großen
Ganzen vorzüglich. Allerdings hatte man durch die weitgeh ende Vorb ercitung und auch VOl" übung einen großen Teil dcr bei unerwartetem Eintreten dcs Fliegeralarms und des Einsatzes des Sicherheits, und Hilfsdiens tes zu erwartenden
R eibun gsflächen von vornhcrein ausgeschaltet.
D agegc n ist b ei der e rs tmali gc n Abha ltun g einer solchcn Übung in der Reichshauptstadt sicherlich nichts ein zuwcnden . Man muß ab c r bei künfti gen Ü bun gc n, besond ers in solch en St ä dt en, die e rste Übun gc n bereits hint e r sich hab en, zu einem Fort,
schritt dadurch komm e n, daß ei e r Fliegera l arm, die Räumung von Straßen, Wegcn und Plätzen sowie der Einsatz des Sicherheits, und Hilfsdienstes un< vo rbcrcitct auf Grund des Entsch lu sses des Füh < rers der W arnzentrale ausgelöst werden. In Groß, städ ten bedcuten nämlich das Anhaltcn des V er< k ehrs und di c Räumun g d e r Straßen und Plät.zc
früh e r abgehaltenen T eilübun gen gewonnen en Er< fahrungen ergibt sich hi er für dic Pol i z e i cin se hr w eitgeh endes Feld dcr B e t ä tigun g. Um nänv li ch die Stillegung des Verkehrs und die Räumung
schwicrige Maßnahmen . Aus dcn bei b ereIts
Poliz ei. sic h e r
fc stg eleg<
t cn· Plan au f di<7 Straßen zu bringen , um die Räumung, falls erforderlich, mit Zwangsmitteln durchzusetzcn. Die hierfür aus de r Hand gegeb e' ncn Kräfte dann noch rechtzeitig vor Beginn des Fliegerangriffs wieder in den hierfür planmäßig vorgesehenen Schutzräumen vollz ähli g zu ve rsam '
Bcreitschaftskräfte, nach eincm vorher
umhin können, große Tcile der \'vohl a ll e Einsatzkräfte. v iell oicht
St raßen schnell zu errc ich en, wird man ni cht
a uch T e il e
di e a nschließ end e Arb e it
AAi. D. Schri!tlt~.
Be rlin e r Stä dt ischen
mein, ist ein großes Kunststück, das in der zur Verfügung stehenden Zeit außerordentlich schnelles und energisches Handeln der Polizei zur Voraussetzung hat. Die Rücksichtnahme auf die Erwerbstätigen, auf die öffentlichen Verkehrs~ unternehmungen sowie auf die Privatfahrer wird es notwendig machen. das Stillegen des Verkehrs
und das Räumen der Stra~ ßen zeitlich von dem Wei;
terspiel der übung
dem Einsatz des Sicher~ heits~ und Hilfsdienstes abzusetzen, da man ein stundenlanges Verweilen zufällig in den übungs~ bereich geratender Per~ sonen kaum verlangen kann. Eino einhalb~ bis einstündigeUntet'breehung der gewohnten Berllfs~ tätigkeit, selbst unter
Aufgabo wiohtiger Ab ~ sichten, muß man jedoch dem einzelnen Staatsbürger im Interesse desverteidigung zumuten.
B,ld 2.
phot. Allanlic
Luftschulzübuni B"rlin.
der Lan~
Künstlicher Spren~tricbter im Bezirk Krellzberg.
.i\ \ aßnahllle ist in 'vVirklichkeit nicht durchführbar. Anbringen von Stahlblenden für Fenster, eine völlige Zumauerung bzw. Abblendung durch Holzbohlen sind beim Aufrufen des Luftschutzes nicht mehr zu bewirken. Es bleibt hier nur übrig, diese Personen in den Arbeitsräumen zu belassen wobei sie sich so verteilen, daß sie vor Splitter; wirkung geschützt sind; allenfalls kommt noch die Ausnutzung von ·in unmittelbarer Niiho gelegenen Korridoren, die keine Fenster nach außen haben, in Frage. Dem Vorhandensein einer genügend starken I-I aus f 0 u e r weh r mit ausreichendem Feuer. löschgerät muß besondere Aufmerksamkeit gewid. met werden. Auch die übrigen, nach Vorschrift zu bildenden Trupps müssen in genügender Stärk e bereitstehen, um die Wirksamkeit des Selbst~ schutzes zu gewährleisten.
VII. We r kluftschutz.
VI. Selbstschutz. Der R eie h s lu f t s eh u t z b und, zu dessen Aufgabengebiet der Selbstschutz und der er~ weiter te Selbstschutz gehören, hatte in unermüd~ licher, wochenlanger Vor~ und Kleinstarbcit eine mustergültigo und entsagungsvolle Tätigkeit ent~ faltet. Gerade, weil diese Arbeit nur wenig in Erscheinung trat, bedarf sie nachträglich einer besonderen Hervorhebung. Unzählige Menschen, die im übungsgeländo wohnen und sich mit dem Problem des Luftschutzes kaum befaßt hatten, zu einem sinnvollen Mitgehen während der übung zu bringen, ist eine sehr schwere Aufgabe, die nur der richtig würdigen kann, dem die Widerstände, die im Publikum aus Unkenntnis und Behar~ rungsvermögen au ftreten, am eigenen Leibe ken~
nengelernt hat. Um so größer ist der Erfolg, den die beteiligten Ste ll en des Reichsluftschutzbundes für sich in Anspruch nehmen können. Alles, was wiihrend der Vollübung nach dieser Richtung hin gezeigt wurde, war gut und bewies die Richtig;
keit der Organisation.
. Der er w e i te r te Sei b s t s eh u tz wurde an einem großen Gebäudekomplex in der Innen~ stadt vorgeführt. Gerade bei derartigen Gebäuden wird vielfach die Erscheinung zu Tage treten, daß während der Geschäftszeit die Gebäude über~ mäßig mit Menschen belegt sind, deren Unter~ bringung in Sehutzräumen nicht möglich sein wird, während in den ruhigen Stunden, besonders während der Nachtzeit, es besonderer organi~ satoriseher Maßnahmen bedarf, um die nötigen Trupps bereitzuhalten. Bei der Vorführung han:
delte es sich um einen großen Gebäudekomplex, der während der Arbeitsstunden etwa 4200 Men~ sehen faßt. In Schutzräumen konnten etwa 2000 Menschen untergebracht werden. Für die übrig~ bleibenden 2000 hatte man in den Etagen beson ' dero Räume, unter Annahme der Abblendung der Fenster. als Schutzräume vorgesehen. Eine solche
ass i e run g von I n d u s tri e a n ~
lag e n ist für die verantwortlichen Luftsehut.z~ dienststellen ein stetes Sorgenkind. l\1an hüte sich bei der Einrichtung des Luftschutzes in sol~ ehen massiert gelagerten Industrievierteln davor, dio Einteilung zu kompliziert zu machen. Es ist zweifelhaft, ob der Luftschutzleiter eines größeren Konzernes, dessen Werke dicht nebenoinander liegen, mit einer Unzahl von Gruppen, die
wiederum in sehr zahlreiche Abschnitte zerfal~ len. wird arbeiten können. Die Einschaltung weiterer Zwischenstellen wird den Befehl. und Meldemeehan~smus noch weiter komplizieren. Die Bildung weniger Gruppen, die in eine übersicht. licho Zahl von Abschnitten zerfallen, die Aus~ rüstung der Gruppen mit genügendem Personal und Material unter weitgehender Verselbständi~ gung werden vielleicht eher zum Ziel führen. Eine besondere Sorge bietet die Schaffung von hinreichendem Schutz für die Bel e g s e ha f t während eines Luftangriffes. In Fabrikhoch. häusern, die in Stahlbetonbauweise ausgeführt sind, wird man Yiclleicht, besonders. wenn die
Kellergeschosse für Schutzräume ungeeignet sind und auch das Anlegen von Schutzgräben wegen zu hohen Grundwasserstandes oder aus räum. I,ichen Gründen nicht möglich ist, sich damit ab. finden können, die Leute unter Ausnutzung schutzbietender Maschinen oder durch Anord. nung von Schutzblenden an der Arbeit zu be. lassen. Eine solche Lösung setzt aber eine beson. ders straff geführte, mit zahlreichen Unterführern durchsetzte und zweckmäßig eingeteilte Gefolg. schaft voraus. Eine sich immer mehr erweiternde Ausrüstung der so geschützten Gefolgschaft mit Gasmasken wird anzustreben sein. Vorteile bei dieser Art von Schutzmaßnahmen sind die Auf. rechterhaltung der Produktion bis zum allerletzten Augenblick sowie die schnelle Wiederaufnahme der Arbeit nach dem Luftangriff. Der Sc h ich t. w e c h sei bei zu starker Massierung von In. dustrieunternehmungen, der schon ,in Friedens. zeiten aus Verkehrsgründen gestaffelt durch. geführt wird, muß gegebenenfalls noch weiter aus. einandergezogen werden, um die Zusammen. ballung von Menschen während des Schicht. wechsels zu vermindern.
VIII. Räumung von Krankenhäusern. Die Räumung von K r a n k e n h ä u s ern, di e ihrer Lage nach als besonders gefährdet anzu. sehen sind, beim Aufruf des Luftschutzes und ihre Verlegung nach außerhalb unter Einrichtung von Hilfskrankenhäusern ist in den bezüglichen Vor. schriften vorgesehen. Daß sich gegen eine solche Maßnahme vom ärztlichen Standpunkt aus immer wieder Widerstände geltend machen, ist durch. aus verständlich. Hervorragende sanitäre Ein. richtungen müssen aufgegeben werden, um be. helfsmäßigen und schlechten Platz zu machen. Und doeh wird sich die Ärzteschaft, die ja auch unter primitiven Verhältnissen im Felde Hervor. ragendes geleistet hat, mit einer solchen Maß.
nahme abfinden müssen. Während die allgemei.
nen Schutzmaßnahmen darin gipfeln, möglichst jedem Einwohner einen gas. und splittersicheren Schutzraum zur Verfügung zu stellen, wird man
Luftangriff ohne jeden Schutz über sich ergehen
zu lassen. Allerdings wird man die lediglich nach örtlichen Gesichtspunkten durchzuführende Aus. wahl der Krankenhäuser, die zu räumen sind, mit größter Zurückhaltung vornehmen und auf ein Mindestmaß beschränken. Die gezeigte Räumung, bei der die abzutransportierenden Kranken mittels Schiffen, auf Straßenbahnen mit Anhängern, in Omnibussen, in besonders hergerichteten Drosch. ken sowie in Möbelwagen mit Traktorzug beför. dert wurden, zeigte, daß eine derartige Verlegung von Krankenhäusern durchaus möglich ist. Manche
ergeben. Die durchgeführte erste Verlegung kann naturgemäß in den Hilfskrankenhäusern zunächst nur die allernötigsten Einrichtungen schaffen.
Schlußbetrachtung. Die Berliner übung hat gezeigt, daß sich auch unter schwierigen Umständen der Schutz einer Weltstadt durch zivile Luftschutzmaßnahmen ep reichen läßt. Sicherlich sind die hierbei zu über- windenden Schwierigkeiten erheblich, jedoch wird bei einem unbeugsamen Willen aller mit der Durchführung des Luftschutzes betrauten Stellen und unter MHwirkung ,der gesamten Bevölkerung auch diese Aufgabe zu lösen sein. Die sorgsame Vorbereitung der amtlichen Stellen, die muster- hafte Disziplin der Bevölkerung und die umsich- tige Arbeit aller an ,der Luftschutzübung Betei. ligten zeitigten ein Ergebnis, das auf die sach. lichen Beobachter, zu denen diesmal auch eine größere Zahl Ausländer gehörte, einen tiefen und nachhaltigen Eindruck gemacht hat.
Räumung wird sich auf
Personen nicht
zumuten können,
Grund ,der übung
Die Verdunkelungsübung
März 1935 in Berlin
Mitteilungen der Berliner Städtischen Gaswerke A.-G.
Den nachfolgenden, sehr interessanten Ausfüh- rungen geben wir gern Raum, betonen jedoch, daß es sich bei der übung lediglich um einen ersten Versuch handelte, um zu Erkenntnissen zu gelangen, in welcher Weise künftig die zu treffenden Verdunkelungsmaßnahmen am zweck- vollsten durchgeführt werden müssen. D. Schriftltg.
Allgemeines. Die Berliner Bevölkerung hatte mit großem Interesse den 19. März 1935 erwartet, wo zum ersten Male eine so große Stadt in vollkommenes Dunkel gehüllt werden sollte. Schon Wochen vor. her konnte man an den Anschlagsäulen und in Bekanntmachungen des Reichsluftschutzbundes auf großen Plakaten lesen, wie sich der Berliner Bür ge r bei der angesetzten Verdunkelungsübung zu verhalten habe. Die vorzunehmenden Maßnah. men in den Wohnungen und Häusern waren dem Ermessen bzw. der mehr oder weniger großen Geschicklichkeit der Häuserverwalter und der Wohnungsinhaber überlassen. Maßgebend für ein Gelingen dieser Übung war eine vollkommene Ab.
blendung sämtlicher Beleuchtungsstellen in den Häusern nach außen. Auch der geringste ver. räterische Lichtschein sollte vermieden werden. Das Ergebnis war für einen ersten Versuch sehr zufriedenstellend. Sehr viele aber, die für ihren kleinen Bereich eine sie befriedigende Lösung der g,estellten Auf. gabe gefunden hatten, mögen sich die Frage vor- gelegt haben, wie die Straßenbeleuchtung sich die- ser Aufgabe entledigen würde.
Schilderung der gegebenen Verhältnisse. Während die Häuser bis zum Ende der Übung vollkommen abgeblendet bleiben sollten, mußten bei der Straßenbeleuchtung besondere Maßnah- men getroffen werden. Nach den vorerwähnten Anschlägen war vom Polizeipräsidium für die Straßenbeleuchtung für die Zeit von 22-23 Uhr eine ein g e s ehr ä n k t e Bel eu c h tun g , von 23-24 Uhr eine völlige Ver dun k e 1u n g mit Ausnahme der von der Polizei festgelegten Richt. lampen gefordert. Diese Richtlampen waren an
besonders wichtigen Brennpunkten des Verkehrs vorgesehen.
Für den Versorgungsbereich der Berliner Städti~
Verhältnisse vor:
Gaswerke Akt.~Ges. (Gasag) lagen fo lgende
Im Bereich ·dieser Werke ist die
Gas~Straßenbeleuchtung an der gesamten Straßen~
beleuchtung mit etwa 90 % beteiligt. Zur Zeit sind in diesem Versorgungsgebiet 33000 Laternen, 21 700 Lampen für Niederdruck und 5 300 Preß~ gaslampen im Betrieb. Di e Preßgaslampen arbei~ ten bei einem durch besondere Mas chin en erze u g~ ten Gasdruck von e t wa 1400 mm W. S. und wer~ den durch ein besonderes Rohrnetz mit Gas ver~ sorgt. In der Zeit vo n 22- 23 Uhr, also während der festgesetzten ei ngeschr änk t e n Beleuchtung, sollten nach polizeilichen Festlegungen nur noch 1100 La~ ternen, 1200 Lampen, 1700 Preßgaslampen und die Richtlampen für die nachfolgende Verdunke~ lung brennen bleiben. Alle übrigen Leuchten muß~ ten um 22 Uhr schlagartig abgelöscht werden. In der Zeit von 23-24 Uhr, also während der festgesetzten Verdunkelung, durften nur noch die Richtlampen brennen, also auch die während der ei ngeschränk t en Beleuchtung noch br ennenden Leuchten mußten 'Um 23 Uhr ausgelöscht sein.
A ls Richtlampen
durften von ·der gesamten
Straß enb eleuchtung nur 240 Lat ern en , 420 Lampen
und 250 Preßgasla:mpen brennen. Diese wenigen noch brennenden Leuchten mußten aber völlig ahgeblende t werden, um eine vollkommene Ver~ dunkelung gegen Fliegersicht zu erreiohen.
diesem Zweck wurden nach eingehenden
Vorversuchen die Lampen durch blaue glocken, die Laternen durch lose eingeset zte und
au f der Spitze stehende Kegel aus blauer Cellon~
Richtlampen vorgesehen waren, wurden sie durch
Petroleum~Sturmlaternen mit Blau glaszy lind er er~
setzt, weil in der Kürze der zur Verfügung ste~ henden Zeit die notwendigen Al'Ibeit,en zur Durch~ führung -dieser technischen Aufgabe nicht erfob gen konnten. Die Preßgasbeleuchtung mußte des~ h a lb um 23 Uhr völlig abgelöscht werden . Aus de n gleichen Gründen mußte auch b ei der Nie~ derdruckbeleuchtung teilweise noch von H and geschaltet werden. In beiden Fällen ,dürfte es nur eine Frage der
Preßgaslampen
Z ei t und des Geldes sein, sämtliche notwendigen
Schaltungen rein mechanisch zu betätigen.
Beleuch~
tung und die Verdunkelung durchgeführt? Mittels eingebauter Gasdruckschalter wird
h eut·e die gesamte Gas~Straßenbeleuchtung von
einigen wenigen Stationen aus durch einen ein~ fach en Handgriff ein~ und ausgeschaltet. Durch Erhöhung des Gasdruckes (Druckwelle genannt) in diesen Stationen werden in den Druokschaltern der Straßenlampen mittels geeigneter Vorrichtun, gen V entile geöffnet, so daß das Gas zu den Glühkörpern gelangt. An den sog. Zündflammen. die unabhängig von diesen Druckschaltern sind und bei Tag und Nacht brennen, entzündet sich das ausströmende Gas und bringt die Glühkörper zum Leuch ten. Um eine gleichmäßige Betätigung der gesamten
eine besondere Einrichtung, die sogenannte Licht~
warte, vorhanden, die bei einem bestimmten Min~
Groß~Berlin zu gewährleisten, ist
desthelligkeitsgrad ein Signal an alle Drucksta~ tionen gibt. Mit ·dem Eintreffen dieses Signals wird in allen Stationen gleichzeitig der Druck erhöht. Im gewöhnlichen Betrieb der Straßenbeleuch~ tung haben diese Druckschalter 3 Schaltungen auszuführen. Für die eingeschränkte Beleuchtung und die Verdunkelung waren aber noch 3 weitere Schaltungen nötig, die ebenfalls durch die Gas~ druckerhöhung auf den verschiedenen Stationen veran laßt werden mußten. Die vorhandenen Ein~ richtungen gestatteten dies jedoch nicht ohne wei~ t,eres, es mußten daher zur Zeit einige Hilfsmaß~ nahmen noch von Hand durchgeführt werden. Jn ähnlicher Weise, wie oben geschildert, wur. den auch die Schaltungen während der Verdunke~ lungsübung :durchgeführt
Nie d e r d r u c k b ·e leu c h tun g :
Bei Beginn der Dunkelheit wUl'lde am 19. März wie üblich auf das Zeichen der Lichtwarte die Zündwelle (1. Welle) gegeben, wodurch sämtliohe Niederdruckleuchten in Betrieb gesetzt wurden. Nach dieser Welle wurden die Zünder der Richt~ lampen, also der Lampen, die die ganze Zeit über brennen sollten, unwirksam gemacht, so daß die nachfolgenden Druckwellen Für diese Richtlampen keine Bedeutung mehr hatten. Um 20 Uhr wurden durch die ers t e Löschwelle (2. Welle), wie sonst täglich, die Abendflamm en~ grupp en ge löscht, weil der abnehmende Verkehr
eine derartige Ersparnis zuläßt. Nach dieser ersten Löschwelle wurden die Zünder der 2300 Leuchten für die eingeschränkte Niederdruokbeleuchtung zweimal von Hand geschaltet, so daß ,diese Leuch~
ten b ei wio sie
hätten. Sie mußten ja um 22 Uhr weiter brennen.
der zweiten Löschwelle nicht verlöschten, es sonst b ei der üblichen Schaltung ge t an
zwe ite
Lösch~
welle (3. Welle) gegeben. Es brannten jetzt nur noch die 2300 Leuchten der eingeschränkten Be. leuohtung und die 660 Richtl ampen . Ab 22 % Uhr
wurden die Leucht e n ·der eingeschränk ten B e~
leuchtun g von Hand ahgelöscht, so daß ab 23 Uhr nur noch die 660 Ri ohtl am p e n brannten. In Zu ~ kunft werden, wie schon erwähnt, auch diese
2300 Leuchten schl aga rti g mechanisch gelösch t .
weitere Zündwelle
(4. Welle), woduroh die gesam te Niederdruck~
beleuchtung wieder in Behieb gesetzt wurde.
Di e dritte Lö schw ell e (5. Welle) in dieser Nacht
zur Ablöschung der gleich ze itig wieder aufge~
anschließend gegeben.
üblich nach dem Brennkalender um 5,25 Uhr.
Die dritte und vierte Löschwelle nach der Wie. derinbetriebsetZllng d er Beleuchtung um 24 Uhr ent·sprechen der üblichen ersten und zweiten Löschwelle. Naoh Beendigung der Luftschutzübung um
AbendHammengruppen
vierte . Löschwell e
Uhr wurden die Abblendungen entfernt und
unwirksam gemachten Zünder wieder in B e~
triebsstellung gebracht.
für die Preßgasbeleuchtung :
Für die Preßgasbeleuchtung, welche bis um
22 Uhr in der üblichen Weise brennen sollte,
konnte eine mechanische Abschaltung auf einge.
schränkte Beleuchtung bis um 23 Uhr und auf
Richtlampen
I-Iane! gelöscht, so daß ab 22 Uhr nur noch jede
dritte Preßgasleuchte brannte. Die völlige Verdunkelung
beleuchtung von je
betriebswi rtschaftlichen
Preßgas~
der Preßgasbeleuch~
tung erfolgte um 23 Uhr durch Außerbctricbset~ zung der Preßgasmaschinenanlagen.
montierten 250 Sturmlaternen mit blauen Glas~ glocken. Um 24 Uhr mit der Inbetriebsetzung der Preß~ gasmaschinen brannte zunächst jede dritte Preß~ gasleuchte. Die abgeschalteten Preßgasleuchten wurden ab 24 Uhr von Hand in Betrieb gesetzt, so daß der Normalzustand wieder hergestellt war.
Schlußbetrachtung. Daß die Verdunkelungsübung für die Gas~ Straßenbeleuchtung unter den gegebenen schwie< rigen Bedingungen verhältnismäßig einwandfrei durchgeführt werden konnte, ist nur dem Zusam< menwirken aller daran Beteiligten zu danken. Insbesondere haben auch die Laternenwärter der öffentlichen Beleuchtung der Gasag durch ihre weit über das übliche Maß hinausgehende Mehp arbeit in dieser Nacht dazu beigetragen. Zum Schluß muß aber nachdrückliehst 110ch~ mals darauf hingewiesen werden, daß im Laufe der nächsten Zeit alle die oben schon gestreiften technischen Einrichtungen geschaffen werden müssen, die es zu jedem beliebigen Zeitpunkt gestatten, die notwendigen Schaltungen von den vorhandenen Druckstationen aus schlagartig zu betätigen. Eine Bedienung von Hand muß aus~ geschlossen sein, weil die hierfür notwendige Zeit im Ernstfalle nicht vorhanden ist. Technische Schwierigkeiten für die Durchführung dieser Maßnahmen bestehen nicht.
Versc/Jiedenes
Luftschutz-Preisaufgaben
Zeitler-Stiftung.
Das ,.K u rat 0 r i u m der Z usa tz s t i f tun g z u Zeitlers Studienhaus-Stiftung" hat be- schlossen, 3 Luftschutz-Preisaufgaben zu ste ll en . Die Stiftung beruht auf einem Vermächtnis des im Jahre
1910 verstorbenen Rentiers Kar! Ludwig Z e i t I e r. Die
einzelnen Aufgaben lauten:
Die 1. Luf!schufz=Preisaufgabe:
Er f 0
r s c h u n g
internationalen Standes der Arbeiten zum Schwcrentfl:!lmmbarmachen von Holz.
Die Arbeit muß eine Beurteilung der verschiedenen Feuerschutzmittel hinsichtlich ihrer Wirkung, Lebens-
halten. Ferner müssen eine Zusammenstellung der ver- schiedenen Prüfverfahren und ihre Beurteilung gebracht
werden. Als Preis für die beste Lösung dieser Aufgabe
ausgesetzt. E r f 0 r s c h u n g von
dauerhaften Dichtungsstoffen und Kon - s truktionen von Dichtungsvorrichtun- gen für den gassicheren Abschluß von Sc hut z r ä u me n (Fenster und Türen).
Diese Preisaufgabe zerfällt in einen technologischen und einen konstruktiven Teil. Für den konstruktiven Teil wird besonders gefordert, daß die Lösung keine große Kompliziertheit und eine ausreichende Festigkeit gegen mechanische Beanspruchung aufweist. Für diesen Teil sind Konstruktionszeichnungen, unter Umständen auch Modelle erforderlich, soweit eine schriftliche bzw. zeichnerische Darstellung nicht ausreichend ist. Als Preis für die beste Lösung dieser Aufgabe werden aus- gesetzt:
Wirtschaftlichkeit. aber auch mit Rücksicht
wird ein Betrag von 2000 RM.
Luffschufz = Preisaufgabe:
a) technologischen
]500 RM .
b) konstruktiven Tei l
Lu (!schu{z • Preisaufgabe:
]000 RM . E r f 0 r s c h 11 n g von
Sc hutzmö g lichkeiten für die Glasschei- ben gesc hlossener Fenster gege n die Ein- wirkung de s Luftstoßes von Sprengbom- ben. Für diese Preisaufgabe wird gefordert, daß die Schutz- maßnahmen sehr billi g sind. um auch tatsächlich fLir Millionen von Fenstern angewendet werden zu können. Konstruktionszeichnun gen bzw. Modelle sind erforder- lich, soweit eine schriftliche bzw. zeichnerische Dar- stellung für das Verständnis nicht ausreichend ist. Als
Preis für die beste Lösung dieser Aufgabe wird ein Be- trag von 1500 RM. ausgesetzt. Die Lösungen zu vorstehenden Preisaufgaben sind bis "pätestens l. April 1936 in deutscher Sprache an das Kuratorium der Zusatzstiftung zu Zeitlers Studienhaus-
0 27, Schicklerstr. 5, II, einz ureichen .
S tiftung. Berlin
Dcutsche
zuge lasse n.
Einsender~ im
Am Sonnino-Platz, einem der Hauptverkehrspunkte in Rom , wurden als Folge eines Verkehrsunfalls 200 Personen durch ausströmendes Chlor gas betroffen. Ein Lastkraftwagen, der eine Anzahl von Chlorflaschen zu einer Munitionsfabrik bringen sollte, stieß beim Aus- weichen vor einem anderen Fahrzeug gegen ein Hinder- nis und überschlug sich. Dadurch wurde eine größere Anzahl von Chlorflaschen beschädigt, so daß große Mengen Chlorgas inmitten des dichten Verkehrs aus- strömten. Fußgänger, Insassen eines vorüberfahrenden Omnibusses und Kinder eines in der Nähe befindlichen Erzi e hun gs institutes wurden gasvergiftet. Nach amt- licher Darstellung sind diese Gasvergiftungen durchweg leichterer Natur; es sei bisher kein Todesfall zu ver- zeichnen. Nach Räumung der UnfallsteIle durch die Polizei wurden die Entgasungsarbeiten von der Feuer- wehr in aufgesetzten Gasmasken durch geführt.
Eine Lösung der innerpolitischen Krise, die innerhalb der Vereinigten Staaten infolge der Ungültigkeitserklä- rung der NIRA. durch den Obersten Gerichtshof her- vorgerufen wurde, wurde von Gewerkschaftseite im Juni d. J. dlM'ch einen umfangreichen Streik versucht. In vier Industriezentren der USA . gingen Zehntausende von Streikenden von der passiven Haltung zur Gewalt- anwendung über. Die dadurch entstandenen Unruhen, deren die örtlichen Polizeibehörden nicht Herr werden konnten, führten dazu, daß man Nationalgardisten ein- setzte und den Belagerungszustand verhängte. Im Staate Nebraska wurde die gesamte Nationalgarde un- ter Führung des Generals T horn a s mobilisiert und, in gleicher Weise wie die örtliche Polizei, mit Tränen- gashandgranaten und -kerzen ausgerüstet. Bis jetzt ist es geglückt, mit Hilfe von Tränengas die Ordnung auf- rechtzuerhalten. General Thomas erließ jedoch am 16 . Juni eine Bekanntmachung , wonach die National- garde künftig "kriegsmäßige Gase" einsetzen würde, da sich das Tränengas als unzureichend herausgestellt habe.
Der Luftschutz auf der Dresdner Jahresschau 1935 "Der Rote Hahn"
Oberstleutnant der Schutzpolizei Ba s set , Dresden
Unter dem K. e nnw or t ,, 0 c r Rot e Ha h n " h at das Verkehrsamt de r sächsischen Landeshaupt~ stadt 0 res den eine Ausstellung errichtet, die
fü r alle Kreise der Bevölkerun g außerordentlich
viel Wissenswertes und Interessantes enthält. In überaus anscha uli cher und eindringlicher Weise gibt die Auss tellung über alle Gobiete des FeueT' seh ut z~ und Rettungswes e ns Aufschluß und ist da~ mit ein wichtiges und wertvolles Volkserziehungs~ werk, eine Volksschau im wahrsten Sinne des Wor~
tes. Di.::se hohe Bedeutung der Auss tellun g ist
a uch von den h öc h s t en Ste ll en des Reiches da ~ durch anerkannt worden, daß ein erseits der Herr Reichsminister der Luftfahrt und P reußische Mi. nisterpräsident, Ge n era l Gör in g, die Se hirm ~ herrschaft über die A usstellung übernommen hat und and~rerse it s die Reiehsleitun g der NSDAP., Hauptamt für Volkswohlfahrt, un d mehrere
höchste Reichsbehörd e n, dar unter das Reichsluft .
sind. An einem Straßenzug sicht man die durch einen Luftang ri ff hervorgerufenen Schäden: hier brennt ein Dachstuhl, dort ist Kampfstoff auf das Straßenpfl aster und an eine I-Iauswand verspritzt, überall sind dio Fenster zertrümmert; hier wieder sind ein Haus eingestürzt und die Straße durch einen Bombenvolltreffer aufgerissen, -dort steckt ein Bombenblindgänger im Erdreich. Aber schon sind die Kräfte des Sie her h e i t s ~ und
[-I i I f s die n s te s unter Werk , um die Sehä,den zu
man einen En tgiftungstrupp, dann einen Feuer~
wehr~ und Bergungstrupp und schließlich Mann~
sehaften e in es Sani tätstr upp s an der Arbeit. Hier
e rstattet ein Luftschutzhauswart einem Polizei~ beamten eine Schadensme l dung, dort sind In~
Führung der Polizei am beheben: zunächst sieht
s tandsetzungs trupp s des
dienstes beschäftigt, -das
[{auses
s tützen
Sicherheits. und Hilfs~
Dach eines
ge troffenen
Spreng tri chter
fah rtmin
is t erium, A bt. Z iv il er Luftschut z, a n dem
A uf ei n e r derar ti gen A u sste llun g darf in h euti .
ger Zeit naturgemäß der zivile Luftschutz nicht
feh l e n . D es h a lb
ren Abteilun g "Ziviler Luftschu tz", sondern auch erfre ulich e rw eise in fast a ll en Abteilungen der
A usstellung dem Luftschutz in weitgehendem
Maße Rechnun g ge tragen, so daß sich der Luft~ schutz,ge danke gewiss ermaßen wie ein roter Faden
die ganze Ausstellung hindurch zieht. A bt e il u n g " Z i v i I e r Lu f t s c hut z",
w ird nicht nur in einer besond c~
di e in der H a ll e 25 /23 (vgl. Bild 1) unt ergeb r acht
i s t, wurd e unter L e itun g der Luftschut zs ach ~
b eaI' b e iter
n e rn und des Po li zeipräsidiums Dr es d en 'VOll e in e r Arbeitsgemeinschaft - Polizeipräsidium Dresden,
Landesgruppe Sachsen des Reichsluftschutzbun~ des, Bezirksg ruppe Sa chsen der "Reiehs-gruppe Industrie" - errichtet. Unter dem Motto "Luft~ schutz tut not" wird in dieser Abteilung außer~ orden tlich wirkun gsvoll auf di e hohe Bedeutung des zivi l en Luft s chutzes hing ew iesen . D e m Cha ~ rakter der Gesamtausstellung entsprechend, wer~ den dem Beschauer eindringlich, packend und wirklichkeitsnahe Zweck, W esen und Aufgaben des zivilen Luftschutzes sowie di e Täti.gkeit und die Zusammenarb e it a ll e r an ihm bet eili gt e n Kräfte gezeigt. Durch eine Vorhalle, die mit der sy mbolischen Figur eines Luftschutzkämpfers und den Büsten des Führe rs und R eichska nzlers und des Reiehs~ ministers der Luftfahrt geschmückt ist, tritt man in den I-Iauptausstellungsraum, in dem in einem
Stadt nach d -e m n g riff " (vgl. Bild 2 u . 3) in natürlicher Größe die b ei ei nem Luftangriff en tstehenden Schäden und die Tätigkeit der Luft~ sc hutzkräft e m a hnend und lebensyo ll dargestellt
d es Sächsischen Minist e riums d es In ~
fortlaufenden Bilde ,,0 i e lu
f t g es eh ü tz
\'erfü ll en. Eine Werkfeuerwehr , -d ie an der Scha~ clenbckämpfung mitgearbeitet hat und nun zu neuen Aufgaben in ihre Fabrik zurückkehrt, ver~
daß die gesam ten Kräfte
des Sie h e rh eits~ und H ilf sdienstes, des Selbs t~ sc hut zes und des Werk luft schutzes dem Be~ schauer eindrucksvoll vor Augen geführt werden.
7'Jach Du fch sch reiten der Haup th alle führ t der Rundgang den Besucher in einen Nebenraum, in dem a n einigen wenigen Bild ern und Modell en in knapp er Form die Tätigkeit des Reichsluftsehutz~ bundes und des W erkluftschutzes (Reichsgruppe Tndustrie), der Luftschutz auf dem Lande, die
\'ollstämligt das Bild , so
Lu fts chutz
al s Mustel'bau mit Mitteln d es Hau sb es itze rver.
Reiehslu ftschu tzbund ausgeführt
bandes vom
Häusel'bloeks, wie er zur Zeit in Leipzig
Schumann, Dresden
Bild 1. Ansicbt der Halle 2:; der Dresdner Volksscbau "Der Role Habn".
wird. Statistisches Material berichtet über die Entwicklung des zivilen Luftschutzes im In. und Ausland. Auch die Löschwasserversorgung, die
- von großer Bedeutung ist, wird an einem Mo. deli und an Bildern, die von der Schleswig.Hol. steinischen Landesbrandkasse ausgestellt sind, er.
läutert. Die Rückwand ist mit Großaufnahmen aus der Tätigkeit des Reiehsluftschutzbundes be. deckt. Der Rückweg führt den Beschauer durch ein Fabrikgeb äude und durch die Häuser der zuerst durchschrittenen, vom Luftangriff betroffenen Straße: Zunächst lernt man - wieder in sehr
anschauliche r, wirklichkeitsnaher Darstellung - den vielseitigen Aufbau des Wer k I 'lJ f t sc hut .
z e s kennen; man sieht einen künstlerisch vollen.
det dargestellten Kesselraum mit dem Maschini. sten, der hinter Splitterschutz am Dampfkessel ausharren muß, um den für die Kriegführung so außerordentlich wichtigen Fortgang der Produk. tion zu .gewährleisten, einen Werksanitätsraum, die Schutzräume für die aktive und die passive Gefolgschaft und die Befehlstelle eines Werkluft. schutzleiters. Daran schließen sich verschiedene Räume, in denen die vielseitigen Schutzmaßnah. men des Sie her h e i t s. und H i I f s die n •
s t e s zu sehen sind: ein Sammelschutzraum, der ,
unter einem eingestürzten Hause liegend, den An. griff überstanden hat; eine Hilfsrettungsstelle mit Entgiftungseinrichtung, eine Gasschleuse und der Befehlsraum eines Luftschutzreviers. Der Be.
schauer gelangt dann in die Räume, in denen der
Re ich si u f t s c hut z b und in überzeugender Weise alle die Maßnahmen vorführt, die der
z zu treffen hat: Auf einer Bo.
dentreppe steht die Hausfeuerwehr mit Hand. feuerspritze und Feuerpatscher zum Eingreifen be- reit; eine Gasschleuse und verschiedenartig aus. gebaute Schutzräume zeigen die vom Selbstschutz
durchzuführenden Schutzmaßnahmen und been. den damit die sehr wirkungsvolle Sonderschau. In einer Nebenhalle befindet sich dann noch eine Filmschau, in der der Reichsluftschutzbund in einem gut zusammengestellten Film einen Über.
blick über das gesamte umfangreiche Gebiet des zivilen Luftschutzes ,gibt und so die in der Haupt. halle gewonnenen Eindrücke noch vertieft. Von den übrigen Abteilungen, die den zivilen Luftschutz Betreffendes ausstellen, verdienen vor allem die Ausstellung der Bautechnischen A'btei. lung des Versuchs. und MateriabPrüfungsarr,tes der Technischen Hochschule Dresden Beachtung:
In Halle 9 und dem anschließenden Freigelände wird, dem Gedanken des zivilen Luftschutzes Rechnung tragend, der "v 0 r be u gen d e Fe u er sc hut z" durch zweckentsprechende Auswahl und sachgemäße Verwendung der Bau. stoffe, insbesondere die Wirkung von Schutz. anstrichen auf Holz, dargestellt. Durch Gegen. übersteIlung zweier Holzdachstühle im Freien wird anschaulich gemacht, in welcher Weise die bisherige Ausführung zukünftig im Sinne des zivilen Luftschutzes verbessert werden kann. Be. merkenswert ist vor allem der Hinweis auf die "falsche" und "richtige" Verkleidung der Dach. sparren durch feuerhemmende Bauplatten. Die Wirkung von Schutzanstrichen auf Holz wird im Feuergitter vorgeführt; außerdem soll in einem eigens dafür aufgebauten Versuchshaus gelegent. lieh die "Prüfung von feuerhemmenden Bauteilen" gezeigt werden. Im Anschluß an diese Teilaus. stellung des Versuchs. und Materialprüfungs. amtes weist das Seminar für Luftschutz an der Technischen Hochschule zu Dresden auf seine be. ratende Tätigkeit hin und bringt mehrere aus· gearbeitete Vorschläge für bauliche Maßnahmen des Luftschutzes, insbesondere des Werkluft. schutzes. Gezeigt werden unter anderem auch aushängbare Drahtgitter für Trennwände auf Dachböden, versteifende Branddeoken und ~aus. wände aus feuerhemmenden Siemensglasstemen. Außer diesen sich besonders mit dem zivilen Luftschutz befassenden Abteilungen finden wir noch für den Luftschutz sehr wertvolle Hin. weise in den Abteilungen "Abwehrender Feuer. schutz" und "Gasschutzindustrie". In der Abtei. lung "A b weh ren der Fe u e r s eh u t z" wird vom Feuerwehr.Fachnormenausschuß sehr ein. dringlich auf .die für den Luftschutz so wichtige Normung der Feuer. weh r. Ger ä t e hingewiesen. Durch sie sollen ,die F-euerweh. ren in die Lage gesetzt werden, nicht nur in ihrem Heimatort, sondern in allen Orten des Rei. ehes in Täügkeit treten zu kÖn. nen - ein für den Luftschutz außerordentlich wichtiger Ge. sichtspunkt. Unter ·den ausge. stellten Feuerwehr.Fahrzeugen verdienen mehrere vornehmlich dem Luftschutz dienende Lösch.
den Luftschutz -
besonders auf dem Lande
Sei b s t s c hut
neuartiges Einachs • Löschfahr- zeug, das für die Ausrüstung der Feuerwehr. und Bergungs. trupps bestimmt ist, Beachtung. In der "G ass eh u t z i n cl u • s tri e" halben die wichtigsten Firmen ·dieser Branche nicht nur die verschiedensten Einzelgas. schutzgeräte, wie Masken und Sauerstoffgeräte, sondern auch Einrichtungen zur Rarumbelüf. tung (Schutzraumbelüftung) so' wie Gummi> und Asbestanzüge ausgestellt.
phot. Osksr Sehumann, Dresden
dem AD,rlB.
Btld 2.
,,Der Rote HabD". Die luftielcb6tzle Stadt Dacb
Weiterhin zeigen Teilausstel. lungen des Rot e n K re uze s
Te c h n i s c h c n
schutzeinrichtungen und dic von
diesen 0 r g a n isa t ion e n
getroffenen Lu ftschutzvoflberei~
tungen. Als bcsonders intcp essant ist das von der Techni. sehen Nothilfe ausgestellte Mo. deli "Ein Tropfen Gelbkreuz und seine Folgen" zu erwähnen. Endlich tragen auch ,die an ver~ schiedenen Stellen ,der Ausstel~ lung ausgeste llten Luftsehutz~ Apotheken und die mehrfach gezeigte Luftschutz ~Literatur zur Förderung des Luftschutz~ gedankcns bei. Zusammenfassend kann mit hoher Befriedigung festgeste\1 t werden, daß die Ausstellung " Der Rote Hahn" in sehr weit~
Not h i I fe
Umfange Forderun~
gen des Luftschut zes zur Dar~ stellung bringt. Es wird nicht nur gezeigt, was der Luftschutz
ist, wie e r a rb eite t und was a ll es ge t an we rd en muß, um den im Ernstfall zu erwartenden Gefahren wirkun gsvoll entg ege ntrete n zu können, sond e rn die Ausstellung gibt dem Besucher auch die Ge.
ge tan wird, und daß wir somit in dieser Bezie~ hung vertrauensvoll in d ie Zukunft blicken können.
phot , Oskar
Schumann. Dresden
Bild 3. "Der Rote Bahn " . Die lultlleschülzte Stadt Dach dem AngriH .
Nac h G es e ll , Dr e sd en .
besuchern gerade der sehr gelungenen Sonder~ a,bteilung "Ziviler Luftschutz" sowie auch allen anderen Stellen, an denen etwas vom Luftschutz ausges tellt ist, größtes Interesse entgegengebracht, so daß die Dresdner Volksschau "Der Rote
wesentlich zur Durchdringung der
Bevölkerung mit dem Luftschutzgedanken b ei ~
tragen dü rft e.
wißheit, daß für den Luftschutz b erei t s sehr
Hahn" ga nz
Erfreulicherweise wird von den Ausstellungs~
S-Maske und Sauerstoffschutzgerät
Dr. Wal t her Mi eIe n z, Referent im Reichsluftfahrtministerium
An ei n Ei nh e i t s gerät müssen wesentlich an~ dere Anfoflderungen gestellt werden als an ähn ~ liche Geräte, die nur bestimmten Sonderzwecken dienen. So muß auch die S~Maske, die als Ein~ heitsmaske für den zivilen Luftschutz bes timmt worden ist, vielseitigen Ansprüchen ge nügen. Während sie auf ,ihrem Hauptanwendungsgebiet
in Verbindung mit dem S~Filter eine Maske für Zweiwegatmung ist, ergibt sich die Notwendig~ keit, das Ausatemventil durch ein hierfür gesehaf~ fenes Verschlußstück 1 ) zu v,erschließen und das als Einatemventil dien end e Gummiplättchen zu
entfernen, wenn die S~Ma ske Sauerstoffschutzgerätes an di e
det werden soll. Das Diohtse tzen des Ausatem~ ventils gestattet weiterhin eine Verwendung der S~Maske auch für solche industriellen Zweoke, bei denen die Einwegatmung den Vorzug vor der Zweiwegatmung v ,erdient, zur Ausnutzung des genannten Spüleffekts. Hierbei werden durch die Ausatemluft Atemgifte, ,die bei der Einatmung durch die Füllstoffe des Filtereinsatzes gebunden
wurden, zum Teil wieder hinausgespült, was zu ein er wesentlichen Verlängerung der Benutzungs. dauer der Atemfilter führen kann. Voraussetzung für die wahlweise Verwendung der S~Maske mit Filter oder mit SauerstoHschutz. gerät b zw. als Maske mit Einwegatmung ist die Möglichkeit ,der sc h n e 11 e n Umstellung von
einem Zweck auf den anderen. Eine UnfaUmög. lichkeit bei Außerachtlassen der hierzu erforder. lichcn Vorbereitungen würde besonders dann ein.
treten können, wenn b eim
mit Sauerstoffschutzgerät ver,gessen würde, ,das AusatemvenW zu verschließen. In diesem Falle würde die Ausatemluft ins Freie entweichen, was zu einer vorzeitigen Erschöpfung des Sauerstoff. vorrates führen würde. Um diese Gefahr auszu. schließen, ist vorgesehen worden, daß künftig bei allen für den Luftschutz bestimmten Sauerstoff. schutzgeräten das Anschlußstück der Atem. schläuche mit dem Verschlußstück verschlossen
G ebrauch der S~Maske
zum Anschluß des Atemweg e verwen~
"Gasschutz und Luftschut z"
einc Verbin.
ers t nach EnHernen des Verschlußstückes möglich
dung des Sauerstoffschutzgerätes mit der
erreicht, daß
Schnitt durch den Geräteanschluß der S-Maske. Das Gummiplättchen des Ein-
afemventils ist herausgenommen, das Aus-
dichtgesetzt.
des Verschlußstückes dieses in der Hand, so wird er auch bei mangelhafter Ausbildung zwangsläufig daran erinnert werden, mit diesem Verschluß- stück das Ausatemventil der Maske dichtzu- setzen. Nach Beendigung des Gebrauchs des Sauerstoffschutzgerätes ist dieses wieder mit dem Verschlußstück zu versehen. Da für das Gummiplättch en eine ähnli che Dop- pelverwendung wie für das Verschlußstück des Ausatemventils nicht geschaffen werden kann, wird es zweifellos häufig vo rkomm en. daß es ver- lorengeht. Das Fehlen des Einatemventils hat aber für den Gebrauchswert der Maske praktisch
I Tat der Cerä teträger aber nach dem Lösen
Die großpazifischen Flotten- und Luftmanöver der Vereinigten Staaten
Die sch ut z"
samten See- und Luftflotte der Vereinigten Staaten im Pazifik haben nunmehr in der Zeit vom 29. April bis
Pu get Sound ,
Alaska und Hawai stattgefunden. Die Aufgabe dieser großangelegten üb unge n wa r nach Regierungsstimmen
aus Washington ledig lich e in e Nachprüfung der F rage,
sei, einen Flankenstützpunkt de r
amerikanischen Kü s tenverteidi gung zu bild en. J e d oc h
da s Ziel
der amerikanischen Wehrpolitik dahin geht, die erste
Verteidi gungs- und Operationslinie seiner Westküste
2000 Meilen weiter westlich in den Pa zifik vorzu schie-
ben , und die prakti sch e Erpro bung dieser militäri sch en
Die man öv rierend e Flotte setzte sich aus 14 Schlacht- schiffen, 22 schweren und leichten Kreuzern, 56 Zer- störern, 32 Unterseebooten , 9 Min enle ge rn, 39 Hilfs- fahrzeu ge n und 4 F lu gze ugträgern zusammen. Auf diesen letzteren sowie an Bord einer Reihe von größe- ren Kreu ze rn wurden insgesamt etwa 500 Flugze uge in das Manöver mitgeführt.
Das Hauptgeschwader "W eiß" wurde von dem Oberkommandierenden der amerikanischen Flotte, Ad- miral Re e v es, der gleichzeitig als oberster Schieds- richter fungierte, geführt und bestand aus dem Gros der amerikanischen Schlachtflotte, 12 Krie gssc hiffen mit dem Flaggschiff "Pennsylvania", dem Flugzeugträger "Saratoga", einem Kreuzergeschwader und zahlreichen Zerstörern. Diesem Geschwader war die defensive Aufgabe übertragen. Der Angreifer ,.S c h war z", unter dem Kommando des Vizeadmirals He p bur n ,
26. Mai in dem riesigen Dreieck zwischen
Jan uarh eft
"Gasschutz
Ma nö ver
ob A laska geeignet
gilt es a ls ein ö ff e ntliches Geheimnis, d aß
der Kernpunkt der dies-
keine Bedeutung. Es würde sich neben einer ge- wissen Erhöhung des Totraums lediglich in der Richtung auswirken, daß durch die Feuchtigkeit der A usat em luft die ak ti ve Kohle des Filters be- anspruch t wird, was zu einer geringfügigen Ver. ringerung ,der Gebrauchsdauer des Fi lters führen wür·de. Der ü bergang von der S.Maske mit Filter zur S-Maske mit Saue rstoffschutzgeriit beschrtinkt sich daher auf die Vo rnahme von zwei außer- orden tlich einfachen Tätigkciten:
1. Entfernung des a ls Einatemve ntil dienenden G ummipl ä ttchen s, ') Absc hrauben des Verschl uß stüc k s vo n den Atemschläuchen des Sauerstoffschutzgerätes und Dichtsetzen dcs Ausa temventils der S. Maske mit diesem Versch lu ßstück. Di e r ich ti ge Handhabung des Sa u e r s toff sc hut z- gerätes erfordert eine so so rgfä lti ge Ausbildung, daß die vorstehend erwähnten zusätzlichen Hand- gri ffe nicht als Ersch werung des Gebra uchs des Sauerstoffschutzge rätes bezeichnet werden können. Die Sicherheit der Geräte wird dadurch nicht herabgesetzt. Wird ein solches Gerät im Ernstfa ll von unzureichend ausgebi l de t en Leuten benutzt, so sind sehr viel größere Stö run gsmög- lichkeiten vorhanden, als sie in der Notwendigkeit dcs Dichtsetzens des A usatemventils und dcr Enb fernung des Gummip lättchens li c!1en.
ve rf ügte außer Schl achtsch iffen, schwere n Kreuzern
U n terseebootflot till e. Bei ihm befand sich ferner der
F lu gzeugtr äger
Fl ugzeuge h ervorgeht , war der Hauptanteil der Ver- teidigung in die Hände der Lu f t w a f fe ge legt. Hierzu
In einer Kct te vo n A laska üb er di e Hawaischen In- se ln bis na ch P a nam a h a be n die USA. 6 Flugzeug- stützpunkte vorgesehen. In Hamilton Field bei San Franzisko wurde soeben mit ei nem Kostenaufwa nd von
eine neue Flugzeugbasis geschaffen,
die der a merik ani schen Fliegerei an der Westkü ste als
Zentrum dienen soll. Zum weiteren Programm ge- hört der Ausbau der Flottenflugzeugstützpunkte in Dutch Harb our in Alaska, Pearl Harbour auf Hawai, Coco -Solo in der K analzon e sow ie in Westindien. Erhebliches Befremden erregte nun in J a pan die Tat-
sache, daß di e g rößt e amerikanische Luftfahrt gese~l­ schaft "Pan American Airways" im Begriff steht, dIe zwischen Hawai und den Philippinen liegen den , im Besitz Amerikas befindlichen Inseln, die inmitten ja-
sind , zu Flu gze ugs tatio-
nen auszubauen. Es sind dies die Inseln Midway
Tsland s, etwa 1200
Wake Js land. da s weitere 1200 Meilen westlich li eg t,
und schließlich Guam, zwischen Wake Jsland und
Manila auf den Philippin en, um weitere 1500 Meilen
e ntfe rnt.
maßen als Sprun gbretter auf dem Flugwege zwi sc hen
Amerika und den Philippinen bezeichnen kann. wer-
den zunächst nur Radiostationen errichtet. Die Easte r -
in sel, di e zur
nur un ge fä hr
ist winzig k lein, vö lli g unbewohnt und ragt nur 7 h
aus dem Meere heraus. Die Brücke von Amerika naC Asien wird also nur auf recht bescheidenen Pfeilern
"Lexin g ton ".
Erlä uter un ge n
mitgefü hrten
pani sc hen Gebietes verstreut
Meil en von Hawai entfernt, fe rner
di esen
Inse ln
, die man gew isser-
Gruppe der Midway Isla nd s ge h ört. ist
e in e Quadratmeile groß. Wake Island
KANAD~
ENTF"ERNUNC-
~~<h .J
~'"'wAii
~ost dOS DOPPE LTE
der Stre cke
HAWAli- S,FRA~lISKO
tJber den Ver lau f der Man ö ver wurde von
den amerikanischen Stellen strengste Geheimhaltung
hatte Admiral Re e v e s
jede Mitteilung über Bewegung und Standort der Ma- növereinheiten untersagt und eine "Periode des Schwei-
gens" auf 6 Wochen festgesetzt. Dieses Schweigegebot wurde auch über diesen Zeitraum hinaus aufrechter-
halten und insofern unterstrichen, als sich Präsident
R 0 0 s e v e I tinfolge einer Indiskretion aus dem Mi-
litärausschuß des Repräsentantenhauses bewogen ge- füh lt hat, die Veröffentlichung von Mitteilungen, die in Geheimsitzungen gemacht werden, grundsätzlich zu verbieten. Dieses für Amerika ungewöhnlich scharfe Vorgehen hat allergrößtes Aufsehen erregt.
geübt. Bereits am 3. Mai
dort die Flugzeuggeschwader
Bekannt wurde ferner, daß der Verlust von 2 großen Bombenflugzeugen und 2 Zerstörern zu beklagen war. In Marine- und Flieger- kreisen der Vereinigten Staaten soll erneut die Ansicht vorherrschen, daß die Verteidi- gungsmöglichkeiten der pazifischen Küste für Amerika alles andere denn günstig seien.
A bessinien. In der Stockholmer Tageszeitung "Dagens Nyheter" vom 3. Juni 1935 nimmt General d e Vi r gin, der frühere Chef der schwedi- schen Luftstreitkräfte und derzeitiger militäri- scher Ratgeber des Kaisers von Abessinien, Stellung zu der M ö g li c h k e i t ein e s Lu f t k r i e ge s gegen Abessinien: Das Land hicte einem Luftangreifer überhaupt keine loh- nenden Ziele, da Industrieanlagen, wichtige Eisenbahnknotenpunkte und Militärbauten völlig fehlten. Zudem könne, was heute in den Städten zerstört würde, bereits morgen wieder primitiv aufgebaut sein. Daher sei die Einrichtung einer besonderen Luftschutzorga- nisation für Abessinien nicht erforderlich, wohl aber moderne Flakwaffen mit geschulter Bcdienungsmannschaft, die im übrigen vor- handcn seien. Die Luftflotte Abessiniens sei unbedeutend: sie zähle zur Zeit nur 8, größ- tenteils ältere Maschinen 1 ) . Die in Europa vielfach geäußerte Ansicht, daß die Luftwaffe in einem Konflikt mit Abessinien die Ent- scheidung bringen werde, sei irrig. - Vorstehendes Urte il des Generals de Virgin hat insofern bcson- dere Bedeutung, als sich der General bereits früh- zeitig mit Luftschutzfragen befaßt hat; so war er u. a. im .Jahre 1928 schwedischer Delegierter auf der Inter- nationalen Gasschutzkonferenz in Brüssel.
Parteien mit Ausnahme der Kommunistcn angenom- men. Der Redner der Konservativen beton te jedoch,
Luftschutzes erforderlich seien; er forderte u. a. De-
zentralisierung der Heeres- und Marineanlagen sowie
akt iv e n
v i I e n Lu f t s c hut Z2) . Die Vorlage wurde
Manöververlauf
Die bei den Geschwader verließen am 3. Mai ihre Ausgangsstationen, und zwar "Weiß" San Franzisko, "Schwarz" Puget Sound. Nach ihrer Vereinigung dampfte die gesamte Flotte zun ächst nach Hawai, wo sie noch einmal ankerte, und nahm alsdann nach einer leichten Schwenkung nach Westen nördlichen Kurs, um ihre eigent li che Manöverstell un g gegenüber der Küste Alaskas einzunehmen.
Erfo lg für "Weiß", als es "Schwarz" nicht gelang, das Gros von "Weiß" an der Erreichung des Hafens
zu Die z w e i te Phase galt der Verteidigung von Hawai gegen einen Flieger- und Flottenangriff von Westen her. In diesem Zusammenhange ve rli eßen am 8. Ma i,
U hr nachmittags amerikanischer Zeit, 42 Großflug-
uge im Geschwaderfl ug Honolulu, um nach den 1200
Meilen entfern ten Midway-Inseln zu fliegen, wo sie am 10. Mai eintrafen. Die d r i t t e Phase (Hauptp hase) begann am 16. Mai und galt der Abwehr eines Generalangriffs auf die
gesamt e Hawaische Inselgruppe. 60 Kriegssc hiffe und
18000 Mann Landtruppen wu rd en zur Abwchr einge-
setzt; aue h die Z iv i I b e v ö I k e run g von Ho-
nolu lu war in den Luftschutz miteinbe- zog e n. Der Höhepunkt dieser Kämpfe sollte etwa am 27. Mai
erreicht sein. Jedoch wurde bereits am 24. Mai der Ausgang des Manövers von der Leitung als "Unent- schiede n" bezeichnet. d. h. mit anderen Worten, der
noch der sc h" 'a rzen Ang riffsflotte den Sieg bringen,
16" kon nt e weder der weißen Verteidigungs-
In der Wehrdebatte des Oberhauses (Mitte Mai) gab der Luftfahrtminister Lord L 0 n- cl 0 n der r y, der inzwischen bei der Anfang Juni erfolgten Kabinettsumbi ldung durch Sir Philipp Cu n- li f f e - L ist e r ersetzt wurde, einige Zahlen über den derzeitigen Stand der Royal Air Force sowie über de- ren geplanten Ausbau bekannt. Die Luftstreitkräfte der Kriegsmarine besäßen zur Zeit 580 Frontflugzeuge, die bis zum Ende des nächsten Haushaltsjahres auf 1500 vermeh rt, also verdreifacht würden. Die Heimat- luftwaffe verfüge zur Zeit über 2700 aktive und 1200 Reserve-Flugzeugführer. Die vorgesehene Erweiterung der Royal Air Force mache die Neueinstellung von weiteren 2500 Flugzcugführern sowie 20000 Mann zu- sätzlichen Personals erforderlich, so daß die Mann- schaftstä rke im Frühjahr 1937 etwa 50000 Mann be-
litärfl ugplätzen notwendig, bis zu deren Fertigstellung Verke hr sflu gp lätze für Zwecke der Militärluftfahrt mit- benutzt werden müßten. Sollte sich der vorgesehene Ausbau der Luftstreitkräfte als unzureichend erweisen. so werde er verstärkt werden . Ferner sei es nunmehr das Bestreben des Luftfahrtministeriums, auch das Ma- terial der zivilen Luftflotte als militärische Reserve zu sichern.
In der gleichen Debatte berichtete der Kriegsminister, Lord Hai I s h am , über eine Sitzung des Aus- schusses für chemische Kriegführung,
1) Nach neuercn Meldun~en soll die Zahl der abessinischen Flug-
sei n. D.
Schdtltg .
2) Vgl. "Gasschutz und Lultschutz". Junihclt lQ35, S. 161.
Pr ess e-Bild-Zentral e .
Gauchulzkursus des Britllcben Roten Kreuzes für Frauen und Mädcben.
don eine Luftschutz-Schau- übung, der sich weitere Vor- führungen in ganz England anschließen sollen. Einem Bericht des Unter-
staatssekretärs der Finanzen im englischen Unterhaus ist zu entnehmen, daß für den Ausbau des Luft- sc hut z e s im Haushaltsplan des Jahres 1936 450000 PFund vorgesehen sind. Gleichzeitig wird bekannt, daß Lady H 0 u s ton dem Luftfahrt-
Regierungsjubiläums Königs
tracht der gegenwärtigen Lage Englands" ein Geschenk
Luftschutz der Stadt London angeboten hat. das jedoch abgelehnt wurde. In einigen luftstrategisch wichtigen Städten und Ha- fenplätzen wurden kürzlich größere Luftschutzübungen durchgeführt. Im Raume von Rochester , Chatham, Gi I I i n g h a m (Grafschaft Kent), wo sich u. a. Dockan-
dem namhaFte englische Chemiker und Physiker ange- hören. Derzeitiger Gegenstand der Beratungen seien die Vorarbeiten zur Herstellung einer guten Gasmaske zu mäßigem Preise. um nicht nur das Militär und die aktiven Luftschutztrupps, sondern im gegebenen Falle auch die gesamte Zivilbevölkerung damit ausrüsten zu können. Unter der Voraussetzung, daß etwa 40 Millionen Masken hergestellt würden, solle der Stück- preis ungefähr 1,5 bis 2,5 sh (gegenüber jetzt üblichen Preisen von 1 bis 4 Pfund) betragen. In kriegschemischer Richtung wird ferner bekannt. daß auf dem Truppenübungsplatz S a I i s bur y P lai n
kürzlich größere übungen stattfanden,
einer Tnfanterieabteilung die Aufgabe gestellt war, em kampfstoffbelegtes Gelände zu überwinden. Weiter
wurden die Wirkungen verschiedener Kampfstoffe ge- zeigt sowie die entsprechenden Schutzmaßnahmen vor- geführt. Die im vergangenen Jahre gebildete Abteilung "L u f t- sc hut ZOO im englischen Tn n e n m i n ist e r i um') hat ihren ersten Erlaß an die Gemeindeverwaltungen herausgegeben; über seinen Inhalt sind Einzelheiten bisher nicht bekanntgeworden.
In einer Konferenz der Abteilung "L u f t s c hut ZOO des Lu f t f a h r t m i n ist e r i ums wurden folgende Richtlinien für den beschleunigten Ausbau des Luft- schutzes beschlossen: 1. Wirksame aktive Luftverteidi- gung durch Flugzeuge und Erdwaffen. Abschreckung durch Vergeltungsangriffe. 2. Völlige Verdunkelung der Städte und Industriegebiete bei acht. Tarnung durch Rauch und Nebel bei Tage. 3. Wissenschaft- liche Erforschung des Gasschutzes und Herstellung eines absolut zuverlässigen Gasschutzgerätes. - Zu Punkt 1 sei bemerkt. daß für die Hauptstadt L 0 n - don aus 8 Einheiten der Territorialarmee eine be- so n der e Lu f tab weh r t r u p p e gebildet wird, die ständig in höherer Bereitschaft als die übrige Armee liegen soll.
gun g hat sich in den Dienst des zivilen Gasschutzes
sehutz-Spezialkursus" für ihre Mitglieder abgehalten.
und Luftschutzes gestellt und kürzlich einen
Der Vereinigung sollen im Rahmen des zivilen Luft- schutzes die Geländeentgiftung. die überwachung der Schutzräume sowie der Ordnungsdienst auf den Stra- ßen übertragen werden. Am 19. Mai veranstaltete die Frontkämpfer-Vereinigung gemeinsam mit der St. 10hn's Ambulance Brigade') im Hydepark in Lon-
B r i t i s ehe
F r 0 n t k ä m p f e r -Ver ein
lagen der britischen Flotte befinden. wurde ein Gebiet vOn etwa 100 km" mit einer Bevölkerungszahl von
Re ich s f lug tag
Day)")
Militär- und Zivilflugplätzen wurden insgesamt 200000 zahlende Besucher gezählt, wozu noch Hunderttausende kamen. die sich die Vorführungen außerhalb der flug-
Das B r i t i s ehe Rot e K r e u z führt neuerdings Gasschutzlehrgänge in großem Maßstabe durch. Im Ausbildungslager Northwood Park bei Win- ehe s t e r werden zur Zeit allwöchentlich etwa 750 Frauen und Mädchen aller Berufe aus ganz England zusammengezogen und im Gasschutz unterwiesen (vgl. obiges Bild).
Der durch seine Veröffentlichungen über die künftige Gestaltung des Luftkrieges bekannte General Arm e n - gau d'), bisher Befehlshaber des Luftwehrkreises 5 (Nordafrika) und Tnspekteur der übersee-Luftstr~i!­ kräfte, ist zum "Tnspekteur der heimischen Luftverteld!- gung" ernannt worden. Daneben übt er die Tätigkeit des "Tnspekteurs des Luftschulwesens" sowie des ,.Lei- ters der höheren Führerausbildung" aus. Zur Verminderung der Arbeitslosigkeit will der Luft- fahrtminister Fa c h a rb ei t erd e r F lug z e u g- in du s tri e zum freiwilligen Eintritt in die Luftarmee, vornehmlich als Spezialarbeiter auf Flugplätzen usw., veranlassen. Ein Entwurf des Kriegsministers sieht für die An- gehörigen der zweiten Reserve") die Verpflichtung zu einer zwölftägigen Res e r v ist e n ü b u n g im Lu f t-
Gesamtdauer der von den
Reservisten abzuleistenden übungen angerechnet wer-
sc hut z vor, die auf die
Der Staatsrat genehmigte eine Verordnung, die vor- schreibt, daß Beamte, Angestellte und Arbeiter des Staates und der Gemeinden zu akt i v e m Lu f t-
sc hut z die n s t
freiwiIliger
Meldung können die Dienstpflichtigen sich die Art ihrer Verwendung selbst wählen und dürfen dann auch nicht anderweitig eingesetzt werden.
1) V~1. "Ga.schutz llnd Luftschutz",
Lultschutz".
"Gasschutz und Luhschutz",
chutz und
Vgl. "Gasschutz und Lultschlltz"
Januarhelt 1935, S.
135/136.
V~1. das
Lufbschutzgesetz
schul z' . Junihdt
Die Par i s e r Stadtverwaltung bewilligte einen Kr e d i t von 100 Millionen Franken (etwa 16 Millionen Reichsmark) für den Ausbau des zivilen Luftschutzes.
Sammelschutzräumen auszubaueni), nimmt nunmehr feste Gestalt an. Dem Pariser Stadtrat wurde bereits ein entsprechender Vorschlag unterbreitet; als Vor- bereitung wurde zunächst beschlossen, die gesamten unterirdischen Gänge, von denen bisher nur ein ver- schwindend kleiner Teil bekannt ist, genauestens zu vermessen und kartographisch aufzunehmen. Man schätzt, daß etwa 600000 Menschen in diesen Räumen Zuflucht finden können.
Kat a kom ben
Die "Commission departementale de defense pas- sive" hielt am 22. Mai in der Pariser Polizei-Präfektur eine Sitzung ab, in der über die Erg e b n iss e der
a k u s t i-
Pariser Luftschutzübung vom
M a F)
sc h e n \Va rn ger ä t e müsse noch vermehrt und die Lautstärke erhöht werden; auch sei die Frequenz
so zu wählen, daß der Ton sich vom Straßenlärm
hätten vorzüglich gearbeitet, müßten jedoch ebenfalls vermehrt werden. Die Ver dun k el u n g habe rest- los befriedigt. - Demnächst werde der erste Ver- s u c h s - M ass e n s c hut z rau m in den Tunnels der Untergrundbahnen fertiggestellt sein; dem Pariser Generalrat werde ferner in kürzester Frist ein Plan unterbreitet werden, der den Bau einer größeren Anzahl von Sammelschutzräumen vorsieht, die über Paris verteilt werden sollen. - Der Kommission sei ferner von einigen Maskenfabrikanten ein brauchbarer Vorschlag zur Beschaffung billiger Gasmasken für die Zivilbevölkerung gemacht worden. Die Mas- ken sollten in Lagern, die von den Fabriken beaufsich- tigt würden, bereitgestellt und erst im Bedarfsfalle an die Bevölkerung ausgegeben werden.
Anläßlich einer L u f t s c hut z ü b u n g in der Pa- riser Vorstadt Mon t r 0 u g e wurden neuartige Brand- schutzmaßnahmen vorgeführt. U . a. wurde gezeigt, daß mit Ka lkmilch imprägniertes Stroh durch Brandbomben nicht entflammbar ist. Bei einer Luftschutzübung in L y 0 n verweigerten kürzlich 22 Straßenkehrer die Teilnahme unter Hinweis auf ihre antimilitaristische Einstellung und mit der Begründung, daß sie auf Grund ihres Arbeitsvertrages nicht zur Teilnahme an militärischen Übungen ver- pflichtet seien. Wegen dieser Gehorsamsverweigerung hat der Bürgermeister Her rio t einige von ihnen so- fort entlassen und gegen die übrigen Disziplinarver- fahren eingelei.tet. Die "Union nationale pour la defense aerienne
Grenzgebieten, besonders im Elsaß, eine rege Tätigkeit. So wurde kürzlich in S t ra ß bur g die örtliche Glie-
derung der U. N. D. A. aufgestellt. Balloningenieur Kap f er e r hat einen Gas- sc hut zr a u mau s Ballon s t 0 f f entworfen, da letzterer unbedingt gasdicht ist. Der zusammengefal- tete Schutzraum soll jahrelang lagerfähig sein, ohne an Gassicherheit zu verlieren. Er ist für die Ver- wendung innerhalb vorhandener einsturz -, jedoch nicht gassicherer Kellerräume, Unterstände usw. gedacht und wird im Bedarfsfalle mit Hilfe eines von Hand betrie· benen Ventilators in kürzester Zeit aufgeblasen. Die Beschaffungskosten sollen gering sein, die Herstellung ka nn in verschiedenen Größen mit einem Fassungs- vermöge n bis zu mehreren hundert Personen erfolgen.
Die .,Societe Gaz et Protection" stellt eine neue GE P -V 0 ll bl i c k m a s k e her. Der Rahmen ist aus ei nem Stück Boxkalfleder gepreßt, also nicht zusam- mengenäht, und innen mit Ziegenleder ausgelegt. Das Gewicht der Maske wird mit 250 gangegeben.
San i t ä t sei n r ich tun gen
N. D . A.)".
Etablissements Graveraux haben in Paris . Bou-
Angers, Lilie,
Rouen, Straßburg, Toulon
eingerichtet, denen
ratungsstellen für
Französisch-Marokko. In Ca s abi a n c a fanden kürzlich große Luftschutz- übungen statt. Die Stadt wurde vom Meere und aus
der Luft angegriffen . Anläßlich der Cbung war die
1(üste
Italien. Auf dem Flugplatz Ce n t 0 c e 11 e bei Rom fanden große k r i c g s ehe m i s ehe Man ö ver statt, an denen der Duce persönlich teilnahm und sein besonde- res Interesse dadurch bekundete, daß er sich selbst am Werfen von Gashandgranaten beteiligte. Die Übungen waren öffentlich. Die Truppen zeigten u. a. Gelände- begiftung, Überwindung von Gelbkreuzsperren, Ge- ländeentgiftung mit Chlorkalk und durch Abbrennen, ferner Werfen von Thermit- und Gashandgranaten und Auslegen von Brandbomben mit Zeitzündung. Zur An- lage von Kampfstoffsperren beim Rückzuge dienten mit "Yperit" gefüllte Kannen, die in Bäume, Gebüsch usw. gehängt wurden und sich erst nach einiger Zeit ent- leerten. Weiterhin wurde ein Angriff auf eine Graben- stellung unter Einsatz von künstlichem Nebel, Flam- menwerfern und Brandhandgranaten gezeigt. Unter den Zuschauern wurden aufklärende Schriften über den Schutz gegen chemische Kampfstoffe verteilt. Dieser "Chemische Tag" ist ein Teil der seit einigen Wochen in Italien durchgeführten Gasschutzpropaganda, die der Forderung "J e dem I tal i e n e r sei n e Gas- m a s k e '" zur Verwirklichung verhelfen soll.
Nach Mi.tteilung des Kriegsministeriums werden in Tokio, Osaka und Kokura L u f t ver t eid i gun g s-
S t ü tz P unk
Nach engli ehen Meldungen wurden im Jahre 1933
rund 308 t Akt i v k 0 h I e a ) erzeugt gegenüber 52 t im Jahre 1931. Außer der unseren Lesern bereits bekann- ten Dai Nippon Kasseitan K. K. (Großjapanische Aktiv-
Herstellung folgende Firmen
beteiligt: Taimei Shokai in Tokio, T. Fujisawa in Osaka,
Shimopato Seiyaku K. K. (Shimopato, pharmazeutische
A. G.). In folge der ständig steigenden Nachfrage, vor
kohle A . G.) sind an der
allem für Heereszwecke, genügt die Inlanderzeugung jedoch nicht zur Bedarfsdeckung; vielmehr ist noch eine beträchtliche Einfuhr erforderlich.
Der Ministerrat nahm Anfang April d. J. das Lu f t-
an. Das Gesetz sieht u. a. Bau von
Schutzräumen, Ausstattung der Zivilbevölkerung mit Gasmasken, ferner Gasschutz- und Luftschutzunterricht in den Schulen vor. Der Luftschutz untersteht dem Kriegsminister, der bereits im ganzen Lande Luftschutz-
komitees organisiert. Am 15. Mai fand in Kau n a s die erste Luftschutz- lInd Verdunkelungsübung Litauens statt. Für Nichtbe- folgung der zu dieser Übung erlassenen Vorschriften wurden Geldstrafen bis zu 300 Lit (120 RM.) angedroht.
sc hut z g e set z
Gas m a s k e n 4 )
von nächst aufgenommen werden.
Der Bundesrat nahm am 7. Mai d. J. Ausführungs- bestimmungen zu der im Bundesbeschluß vom 29. Sep- tember 1934 5 ), Art. 2, Ziff. d , vorgesehenen Übe r- wachung der Herstellung und der Ein-
L u f t s c hut z m a t e r i a I an. Sämtliche
Geräte für Einzel- und Sammelgasschutz, einschl. aller Einzelteile, ferner Inhalations- (Sauerstoffbehandlungs-) und Wiederbelebungsgeräte, Vorführungsmaterial usw.
unterliegen danach der Bundesaufsicht. Die genannten Gegenstände dürfen nur in den Handel gebrach t wer- den, wenn sie vom Eidgenössischen Departement des Innern (Eidgen. Materialprüfungsanstalt in Zürich bzw. Eidgen. Gesundheitsamt in Bern) geprüft und für den Verkauf freigegeben worden sind. Für die Einfuhr von Luftschutzgeräten ist eine besondere Bewilligung der gleichen Amtsstellen erforderlich. - Geräte, für die
f uhr von
"Inkaras"
1) V~1. "Gasschutz und Lultschutz", Maiheft 1935,
"Gasschu tz
und Luftschutz",
Juniheft 1935 ,
Lufts c hutz", Aprilhelt 1935.
Vgl . "Ga.sochutz
Lufts c hutz", Mä rzh e lt
Vg1. "Gass,;hutz
Lultschutz ' , Mä rzh c lt
eine Einfuhrgenehmigung nicht erteilt worden ist. wer-
den von den Zollämtern
Absender bzw. der Empfänger in diesem Falle einen besonderen Entscheid der Eidgen. Materialprüfungs- anstalt beantragen. - Die mit der Dur c h f ü h run g der übe r w ach u n g beauftragten Organe haben das Recht des un gehinderten Zutritts zu allen Räumen und örtlichkeiten, in denen Luftschutzgeräte herge- stellt, gelagert oder verkauft werden, und können be- anstandetes Material jederzeit beschlagnahmen. Diese Vorschriften gelten jedoch nicht Für das vom Bundes- heer beschaffte Material. - Für Geräte, die bereits im
angehalten ; jedoch kann der
Handel sind, ist die erforderliche Zulassungsgenehmi- gung nachträglich innerhalb einer noch zu bestimmen- den Frist einzuholen. - Zuwiderhandlungen gegen die- sen Beschluß des Bundesrats werden mit Gefängnis bis zu 3 Monaten oder bzw. und mit Geldstrafen bis zu 5000 Schweizer Franken bestraft. Die Strafverfo l- gung von Zuwiderhandlungen ist Aufgabe der Kan- tonalbehörden.
M a t e-
Am r i alb
e s c h a f fun
g s k red
"Korps- und Schul material" 9,5 Millionen Schweizer
Franken gegenüber 7,9 Millionen im Vorjahre. Die Er-
höhung beruht hauptsächlich auf vermehrter Be-
allein für Gasmasken eine Mehrbeschaffung von 10000
auch die Fliegertruppe aktiv mitwirkte. Die Eisen- bahnen waren in die übung, die als voller Erfolg be-
zeichnet wird, einbezogen.
Tschechoslowakei. Die Luftschutzpropaganda in der Tschechoslowakei nimmt merkwürdige Formen an: So werden in einer Tageszeitung patentierte Kinderwagen, die gasdicht verschließbar und mit Sauerstoff-Flaschen ausgestattet sind. angeboten. - Dieses "Gasschutzgerät" erinnert im übril!en an den "Baby-Koffer", der vor etwa zwei Jahren in 'Frankreich und Belgien als Handkoffer mit Fenster, Reißverschluß und vollständiger Sauerstoff- kreislauFanlage gezeigt wurde.
Ga s s c hut z mit tel n;
D übe n d 0
dun k e I u n g s ü b u n g
Technik des Lu/lschufJes
Normung der Bezeichnungsschilder
tte il un g
De utsc h e n
Norme n aussc h usses .
Die nachstehenden Normenentwürfe für Bezeich- Ilungsschilder sollen die Möglichkeit geben, daß auch nicht zu einer bestimmten Verwaltung gehörende Stellen derartige Schilder lesen und richtig verstehen können. Die ursprüngliche Absicht, nur Richtlinien
für die Ausfü h rung dieser Schilder aufzustellen , sc hien nicht zweckmäßig, weil dadurch nicht immer gewähr-
leistet ist, Schi lder zu erhalten,
gebung und Bezeichnungsweise genau übereinstimmen. Die Normung soll sich zunächst auf Schilder für Wasserversorgungsleitungen - eingeschlossen Feuer- wehr - , Gasleitungen und Entwässerungsleitungen be- ziehen. Elektrische und Postleitungen, für die Sonder- bedürfnisse vorliegen. sollen nicht erfaßt werden. Ob diese Regelung aufrechterbalten wird, muß die nächste Ausschußsitzung erweisen, nachdem das in der letzten
Zeit reichlich eingegangene Schildermaterial gesichtet und geprüft worden ist. Gleichzeitig muß l!eprüft wer- den, ob den Wünschen der Feuerwehr, größere als im abgebildeten Entwurf vorgesehene Schilder zu erhalten.
gen einwandfrei zu lesen sind . Rechnung getragen wer- den soll. Die Bauart der Schilder und auch der Werkstoff. ob Gußeisen oder Blech usw., ebenso die BeFestigungs- art der Schilder an der ·Wand. sei es durch 2 odcr 4 Schrauben, wurden normenmäßig nicht festgelegt. Nur die Anordnung der einzelnen Bezeichnungen auf dem Schild und die Größe und Farbe des Schildes sollen er- faßt werden. Die Anordnung der einzelnen Bezeich- nungen ist aus der Abbildung zu ersehen. Die PFeil- anordnung wurde als zweckmäßig und sinnfällig an- gesehen. Sie hat bereits bei vielen Verwaltungen Ein- gang gefunden. Als Schildgröße wird das Maß von 15/20 cm ge- wählt , da diese Größe sich nach Angabe der Herste ll er ohne viel Verschnitt anfertigen läßt.
Entfernun-
die in Größe. Farb-
Fe u e r weh r.
Die Schilder für Hydranten:
rote Grundfarbe, weiße
Schrift, Schi ld hochgestellt;
Flachspiegelbrunnen:
Grundfarbe, weiße Schrift. Schild quergestellt:
Tiefspiegelbrllnnen :
unten links quer geteilt, obere linke Ecke rote Grund- farbe, weiße Schrift, untere rechte Ecke weiße Grund-
farbe. sch"'arze Schrift, Schi ld quergestel lt.
eine Diagonale von oben
endgültigf
B e z e ichnungsschilder
Schi e bors l' hiId für Ga.sleitungen
Scb' ldes,
B"schriltung
im Erliiut.rungsb . :icht
aD~egeben. -
(]3,~
11,71~ ------.----'J
*"----- --
--- 15()
Bestellun~ sind
Ausführung uoo
Workstofr,
DurchllI esser
La~e der
Befestigungsloche r .
a ls fe tte
MitteischrIft
au szulü1lren.
\ V ass e r ver s 0 r gun g. .Alle anderen Schilder der Wasserversorgung erhalten emc blaue Grundfarbe und weiße Schrift mit Aus- nahme der Bezeichnungsschilder für Schieber, die stets geschlossen sind. Bei diesen ist die Grundfarbe zwar ebenfalls eine blaue, doch wird die rechte untere Hälfte, die unterhalb der von oben rechts nach unten links gezogenen Diagonale liegt, schwarz a usgeführt. Die Be- schriftung bleibt auch hier weiß. Als Kurzzeichen für die Gegenstände der \Vasser leitun gcn werden gewä hlt :
Hy')
Entw,isserungsschicber
Lüftungsschicbcr
Lüftungshahn
Von se iten der feuerwehr \\ ird angegeben, daß in ~erlin noch eine Reihe Großfeuerhydranten eingebaut 1St. Eine besondere Bezeichnung dafür normenmäßig festzulegen, empfiehlt sich aber nicht, da derartige Hy- dranten voraussichtlich wieder fallen ge la sse n werden. In der ü bergangszeit beabsichtigt man, sich so zu helfen , daß bei der Bezeichnung derartiger Hydranten
.Gr'· an<le-
Gas ver s 0 r gun g.
beibe-
halten. Die Schrift soll schwarz ausgeführt werden.
Als Kurzzeichen
noch vor der Bezcichnung das Kurzzeichen '
vorgesehenc
ge lb e
Die spanische Monatsschrift "Revista de Aeronautica" bringt im Märzheft 1934 einen Aufsatz des General- stabshauptmanns und Flugzeugbeobachters Rafael d e R u e da: "A b b las e n von Rau c h und N e bel n aus F lug z eu gen." Wer die Arbeit zur Hand nimmt in der Hoffnung, über dieses bisher im Schrifttum wenig behandelte Gebiet neue Aufschlüsse zu erhalten, wird sie enttäuscht beiseite legen. Verf. berichtet nicht aus eigener praktischer Erfahrung, sondern benutzt Angaben der ihm bekannten Fachliteratur zu rcin theoretischen Betrachtungen und Berechnungcn, die nicht zu richtigen Vorstellungen führen können. Nach kurzen einführenden Bemerkungen über die Ver wen dun g des künstlichen ebels zur Blendung des Feindes und zum Verbergen eigener Truppen wendet er sich zu der Frage, unter welchen Voraus- setzungen Flieger durch ihre Nebelmittel größeren Er- folg erzielen könnten als durch ihre anderen Kampf- mittel. Er versucht auszurechnen, ob gleiche Gewichts- mengen von Sprengbomben. Gasbomben oder abge- blasenem Nebel bei einem Angriff auf einen Flugplatz bessere Wirkung ergeben würden. Er ermittelt, daß 6 Sprengbomben zu je 50 kg auf eincr Fläche von etwa 6 ha wirksam sein werden. daß die Kampfstoffüllung von 6 glei ch schweren Gasbomben eine Wolke bildet, die 11 ha bedeckt. und daß 300 kg Nebelstoff, die von einem Flugzeug abgeblasen werden, sich über 27 ha ausbreiten. Wir brauchen uns nicht damit aufzuhalten, die Richtigkeit dieser Zahlen nachzuprüfen . weil es un- verständlich bleibt, was der Verfasser mit ihnen be- weisen will. Zur Begründung des auf die Rechnung folgenden Absatzes sind sie belanglos. Es ist ohnehin klar, daß Sprengbomben "an sich zerstörend" wirken
- vorausgesetzt, daß sie treffen -, und daß Gasbomben
nur dann eine große Wirkung haben. wenn die über- ra schung des Feindes gelingt. Daß abe r die Wirkung des Nebels ,.gl eichmäßig und von län gerer Dauer"
wäre. ist einc Behauptung des Verf
fechtbar ist und auch nicht begri.indet wird.
die durchaus an-
Abspcrrtopf
Schiebcr
.\b spcrrha hn
(Gashahn)
.V\.eßrohr
Riechrohr
(Gasfinderohr)
Sch ieber, die in Hochdrucklcitungcn liegen, sollen mit einem Schild bezeichnet wcrden, das in waage- rechter Richtung gcteilt wird. Die Grundfarbe ist wiedcr gclb, nur der obere Teil wird rot ausgeführt, dic Beschriftung bleibt schwarz. E n t w ä s s e run
Für di e Leitungen, die Abwasser führen. wird eine grünc Grundfarbe mit weißer Beschriftung gewählt. Als Bezeichnungen kommen für Schieber
I~ntleerungsschieber der Druckrohre ES
bis zu ll1 15. Au g u s t d. J. an den Deutschen Normen- ausschuß e. v., Bcrlin N\V 7, Dorotheenstr. 40, in doppclter Ausfertigung einzusenden.
1) Für den Ausd ru c k "Hvdrant", ist vorlä uli g das i n der Sitzung vor' $!csch lagcne Zcoichcn "Hy" eingese tzt worden. Von verschiedenen Sei-
ten bestand der Wllnsch, an Stelle dos Wortes "Hyd rant" den beim Deutschen Verband technisch-wissenschaftlicher Vereine e. V. im Ver- ei n Deutscher In ge ni eure (VDI.) l est>!elegte n d eu t sche n Ausdruck zu
Einsprüc hc
den vorgesehenen
o rmen
sctzP
Leider konnte diesem Wunsch nicht mehr Rechnung )!etragcn
weil der Fac hnormenausschuCl für FeucrwehT~eräte, der die
über Unterflurhydranten usw. bearb e itet, bereits vor Jahres·
deuts " hen
"W,s5 e rrlosten "
und da~ in we i te Krcisl- ci n~eführt c \YJort
"Hydn . nt"
Zapf" ab~elehnt
hcihf'haltcn
Es folgt eine Besprechung der Ei gen s c h a f te n der wichtigsten Nebelstoffe, deren "Tarnungsvermögen in cbm erzeugten Rauches oder Nebels je kg" nach mehreren Literaturquellen angegeben wird. Diese im Laboratorium ermittelten Zahlen mögen zwar für den Vergleich der Ergiebigkeit verschiedener Nebelstoffe brauchbar sein; sie dürfen aber nicht für die Berech- nung der Leistungsfähigkeit von ebelgeräten und -munition benutzt werden, wie Rueda dies tut, ohne dabei zu bedenken, daß die Wirkung des Nebels im Freien von den unberechenbaren Einflüssen des Wetters und Geländes abhängt, und zwar bei verschiedenen Einsatzverfahren in verschiedenem Maße. Ein ganz kurzer Absatz befaßt sich mit den Ab-
F li e ger.
tion bringt er keine neuen Angaben. Stark betont er, daß die ausströmenden Nebelstoffe die Bespannungen und Metallteile des Flugzeuges angreifen. Die Be- satzungen müßten Gasmasken anlegen, "weil die Wol- ken giftig seien". Sollte Verf. bei diesem Stltz an Ge- räte gedacht haben, die zum Abregnen ätzender Kampf- stoffe benutzt werden? Oder hält er die Reizwirkung der bekanntlich unschädlichen Nebelstoffe für so stark, daß sie den Maskenschutz notwendig machtt)? Im zweiten Teil des Aufsatzes vergleicht Rueda die an die Erde gebundenen Nebelmittel mit denen der Flieger. Er geht von der Voraussetzung aus, daß auf jedes cbm einer Nebelwolke, die genügend decken soll. eine bestimmte, dem theoretischen "Tarnungsvermögen" des verwendeten Nebelstoffes entsprechende Menge desselben kommen müsse. Er versucht alsdann zu be- rechnen, welchen Rauminhalt die zur Blendung des Feindes notwendige Wolke habcn muß, wieviel kg Nebelstoff demnach ins Zielgelände gebracht werden müsscn. und welcher Aufwand hierzu bei verschiedenen Einsatzverfahren erforderlich ist. Verf. scheint jedoch die Zuverlässigkeit dieser Art der Berechnung selbst zu bezweifeln, denn er führt sie nicht immer zu Ende. Statt dessen schaltet er nach Gutdünken einmal ge-
b las ger ä t end e r
V~J. darü'ber
Arh e it von
Sind Phosphorn ebel
~iftig? in
"Ga<sc hut z
Luftschutz"
S. 326. D. SehriItJt~.
schätzte Zahlen ein, ein andermal nimmt er seine Zu- flucht zu den Angaben einer Dienstvorschrift. Es lohnt sich nicht, die Einwendungen gegen sein Verfahren im einzelnen darzulegen. Um festzustellen, daß es verfehlt ist, genügt eine kurze Betrachtung seiner Ergebnisse. Vergleichbar sind die Zahlen, die Verf. für verschiedene Nebelverfahren ausrechnet, nur, wenn er bei allen die- selben Wetter- und Geländeverhältnisse voraussetzt. Wir wollen es annehmen, obwohl er uns nichts dar- über mitteilt als die Windgeschwindigkeit, mit der er
sollen, um
3 km der feindlichen Front während einer Stunde zu
blenden, folgende Mittel erforderlich sein:

References: § 7
 § 9
 § 537
 § 545
 § 545
 § 537

§ 537
 § 554

§ 624
 § 1
 § 1
 § 2
 § 4
 § 1
 § 7
 § 7
 § 8
 § 360
 § 9
 § 11
 § 624
 Art. 2