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Timestamp: 2020-01-18 15:17:08+00:00

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Post­mor­ta­le Pro­zess­kos­ten­hil­fe | Rechtslupe
Postmortale Prozesskostenhilfe
Post­mor­ta­le Pro­zess­kos­ten­hil­fe
Die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe zu Guns­ten eines ver­stor­be­nen Betei­lig­ten kommt nicht in Betracht. Dies gilt auch dann, wenn das Gericht bei ord­nungs­ge­mä­ßer und zügi­ger Bear­bei­tung des Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­tra­ges noch zu Leb­zei­ten des Antrag­stel­lers hät­te ent­schei­den und sei­nen Beschluss dem Antrag­stel­ler hät­te zuge­hen las­sen kön­nen.
Pro­zess­kos­ten­hil­fe, für deren Bewil­li­gung es gemäß § 114 ZPO auf die per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se der Antrag stel­len­den Par­tei ankommt, ist per­so­nen­ge­bun­den und nicht ver­erb­lich. Sie kann des­halb nach all­ge­mei­ner Ansicht einem ver­stor­be­nen Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten nicht bewil­ligt wer­den 1. Mit dem Tod erle­digt sich mit­hin das bis­he­ri­ge Bewil­li­gungs­ver­fah­ren 2. Eine nach­träg­li­che Bewil­li­gung zuguns­ten der ver­stor­be­nen Par­tei ist aus­ge­schlos­sen. Denn maß­ge­bend für die Bewil­li­gung ist stets, ob der Antrag­stel­ler der Hil­fe – noch – aktu­ell bedarf 3. Es ist aller­dings umstrit­ten, ob die­ser Grund­satz dann eine Aus­nah­me erfährt und eine rück­wir­ken­de Bewil­li­gung in Betracht kommt, wenn das ange­ru­fe­ne Gericht den – voll­stän­di­gen und auch sonst ord­nungs­ge­mä­ßen – Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­trag des ver­stor­be­nen Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten zöger­lich oder nicht ord­nungs­ge­mäß bear­bei­tet hat­te 4. Eine der­ar­ti­ge Aus­nah­me wür­de, so das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, dem Sinn und Zweck der Pro­zess­kos­ten­hil­fe zuwi­der­lau­fen wür­de und damit nicht in Betracht kommt 5. Denn die Pro­zess­kos­ten­hil­fe kann die zen­tra­le Funk­ti­on, der hil­fe­be­dürf­ti­gen Par­tei die beab­sich­tig­te Rechts­ver­fol­gung zu ermög­li­chen, nicht mehr errei­chen. sie käme nicht mehr dem gesetz­li­chen Adres­sa­ten zu Gute, son­dern den Erben oder dem Rechts­an­walt und wür­de dadurch ihre gesetz­li­che Bestim­mung ver­lie­ren.
Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, Beschluss vom 27. Janu­ar 2010 – 8 W 4/​10
vgl. Kalthoener/​Büttner/​WrobelSachs, Pro­zess und Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe, Bera­tungs­hil­fe, 5. Aufl. 2010, RdNr. 76 m.w.N.[↩]
Stein/​JonasBork, ZPO, 22. Aufl., § 114, Rn. 14. Musiel­ak­Fi­scher, ZPO, 7. Aufl., § 119, Rn. 15 m.w.N.. OLG Frank­furt Fam­RZ 2007, 1995. OLG Bran­den­burg Fam­RZ 2002, 1199[↩]
Zöl­ler­Phil­ip­pi, ZPO, 28. Aufl., § 114, Rn. 12[↩]
so: BSG MDR 1988, 610 f.. ThürLSG, Beschluss vom 21.09.2004 – L 6 RJ 964.02, Beschluss vom 25.11.2002 – 4 Ta 180/​02[↩]
so auch: LSG NRW, Beschluss vom 29.02.2008 – L 20 B 9/​08 SO; OVG Baut­zen NVwZ 2002, 492 (493). OLG Hamm MDR 1977, 409. Münch­Komm­Mot­zer, ZPO, 3. Aufl., § 119, Rn. 55. Baumbach/​Lauterbach/​Albers/​Hartmann, ZPO, 69. Aufl., § 119, Rn. 26[↩]

References: § 114
 § 114
 § 119
 § 114
 § 119
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