Source: https://www.atommuellreport.de/daten/akw-philippsburg-1.html
Timestamp: 2018-05-24 21:21:52+00:00

Document:
AKW Philippsburg 1
Foto: Michael Kauffmann, Karlsruhe
Rubriken: Philippsburg, Atomkraftwerk, Nachbetriebsphase, EnBw
KKP 1 – Kernkraftwerk Philippsburg 1
In beiden Blöcken zusammen ca. 800 [1]
Siedewasserreaktor, Baulinie 69
926 MW brutto, 890 MW netto
Kommerzieller Leistungsbetrieb ab 26.03.1980
Kraftwerksinterne Zwischenlagerung, Endlagerung in der ASSE II, „in dem die Abfälle in Zementblöcke eingeschlossen unter ständiger Aufsicht und ohne Gefahr für die Umgebung gelagert werden können“. (1. TEG vom 09.10.1970)
Am 25.7.2012 konstituierte der baden-württembergische Umweltminister Untersteller die Informationskommission zum AKW Philippsburg. Sie besteht aus Kommunal- und LandespolitikerInnen sowie VertreterInnen von Bürgerinitiativen, BUND, Kreisbauernverband, ver.di und der Wirtschaft. [2]
Der Reaktor liegt in einem Erdbebengebiet, im Bereich des Oberrheingrabens und im natürlichen Überflutungsgebiet des Rheins. [3]
371 (Stand 28.02.2017) [4]
17.03.2011 (laut Moratorium der Bundesregierung)
Stilllegungsanträge:
24.04.2013: Antrag nach § 7 Abs.3 AtG (1. SAG) auf vollständigen Rückbau. Der Antrag zur 1. SAG umfasst, den Restbetrieb, die Ableitung radioaktiver Abwasser und Abluft, den Abbau der Anlagenteile inklusive Reaktordruckbehälter (RDB) und RDB-Einbauten, die Änderung der Anlage und die Herausgabe nicht belasteter Materialien.
19.01.-18.03.2015 Auslegung der Stilllegungsunterlagen.
Die vorgelegte Umweltverträglichkeitsuntersuchung umfasst auch die vorgesehene Errichtung und Betrieb eines Reststoffbearbeitungszentrums (KKP-RBZ) sowie eines Standortabfalllagers (SAL-P), die jeweils Gegenstand eines separaten Bescheids nach §7 Strahlenschutzverordnung werden sollen. [5]
Der BUND Mittlerer Oberrhein Karlsruhe hat dazu eine Sammeleinwendung verfasst [6]
Der Abbau weiterer Anlagenteilen wie des biologischen Schilds, des Brennelement-Lagerbeckens und des Flutraums wird Gegenstand weiterer Abbauanträge nach § 7 Abs. 3 AtG sein.
Die Freigabe radioaktiver Abfälle soll nach §29 Strahlenschutzverordnung genehmigt werden.
18.06. und 03.06.2014: Anträge für die Errichtung eines Reststoffbearbeitungszentrums und eines Standortabfalllagers nach §7 StrlSchV
07.04.2017: 1. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung [7]
Die EnBW geht im Normalfall von 15 – 20 Jahren Rückbauzeit ab Erteilung der 1. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung (geplant 2017) aus.
Allein für die Errichtung der beiden Reststoffbearbeitungszentren und Abfalllager in Philippsburg und Neckarwestheim rechnet EnBW mit Kosten in Höhe eines „oberen zweistelligen bis unteren dreistelligen Millionenbetrages.“ Deshalb plant EnBW, über die neu gegründete Gesellschaft für nukleares Reststoffrecycling mbH ihr Rückbaukonzept und Know-How weltweit zu vermarkten. [8]
EnBW will die überwiegende Menge der radioaktiven Abfälle freimessen und damit unkontrolliert auf Hausmülldeponien lagern oder in den Wirtschaftskreislauf geben.
Es wurde kein Strahlenkataster vorgelegt, wie es für die Erstellung eines strahlungsminimierenden Rückbaukonzepts dringend geboten wäre.
Uran-Brennelemente, Uran-Hochabbrand-Brennelemente; Philippsburg 1 hatte keine Genehmigung für den Einsatz von MOX-Brennelementen.
Insgesamt sind 646 t SM angefallen. [9]
112 Brennelemente haben wegen der ungeplanten Stilllegung einen deutlich niedrigeren Abbrand. [10]
Für die Umlagerung der Brennelemente aus dem Nasslager in das SZL sind
18 Behälter CASTOR® V/52 notwendig. [11]
16.12.2016: KKP 1 Brennelementfrei. Alle Brennelemente wurden in das SZL Philippsburg gebracht [12]
Gemeinsames Standort-Zwischenlager mit Philippsburg 2
Betriebsabfälle: [13]
Gemeinsame Lagerung der Betriebsabfälle mit Philippsburg 2
Genehmigung nach §7 für ein Volumen von 3.775 m³
KKP 1 Feststofflager und Dekontaminationsgebäude (genehmigt in der 1. TEG vom 09.10.1970)
KKP 2 Lagerbehälter für kontaminierte Flüssigkeiten (genehmigt in der 4. ÄG vom 23.10.1991)
Inventar KKP I und II (31.12.2014): [14]
Rohabfälle und vorbehandelte Abfälle:
Feste Abfälle, anorganisch: 90,4 Mg
Feste Abfälle, organisch: 43,7 Mg
Flüssige Abfälle, anorganisch: 1,9 Mg
Flüssige Abfälle, organisch: 0,2 Mg
Mischabfälle: 31,9 Mg
Konditionierte Abfälle:
200-l-Fässer: 3.142 (848 m³)
400-l-Fässer: 79 (41 m³)
Abfälle in Endlagergebinden:
Betonbehälter Typ I: 44 (53 m³)
Betonbehälter Typ II: 18 (23 m³)
Gussbehälter Typ II: 29 (38 m³)
08.02.1988: Leichte Deckenwölbung an endkonditionierten 200-l-Fässern mit hochdruckverpressten Mischabfällen
Abrissabfälle:
Gesamtmasse 397.400 t, davon 222.500 t im Kontrollbereich NW 4.300 t werden als radioaktive Abfälle behandelt, der Rest soll freigegeben werden. [7]
"Da die Turbine eines Siedewasserreaktors mit Dampf aus dem Reaktordruckbehälter angetrieben wird, ist das Maschinenhaus beim Siedewasserreaktor im Gegensatz zu einem Druckwasserreaktor zusätzlich Kontrollbereich. Dementsprechend fallen [...] mehr betriebliche Abfälle an." [12]
Konditionierungs-anlage Neues Zwischenlager:
Mit dem Stilllegungsantrag wurde die Errichtung und der Betrieb einer Konditionierungsanlage (Reststoffbearbeitungszentrum RBZ-P) sowie eines Standortabfalllagers (SAL-P) nach §7 StrlSchV auf dem Gelände beantragt. Im RBZ-P sollen Abfälle aus KKP 1 und KKP 2 sowie aus anderen Anlagen der EnKK bearbeitet werden. Im SAL-P sollen die Abfälle aus KKP 1 und KKP 2 sowie aus anderen Anlagen der EnKK längerfristig bis zur Verbringung in ein „Bundesendlager“ (geplant Schacht KONRAD) gelagert werden. Die Abfälle können aber auch in anderen Anlagen der EnKK oder bei externen Einrichtungen konditioniert und gelagert werden.
Wiederaufarbeitung: 391 t SM wurden nach La Hague (F) verbracht. [9]
TBL Gorleben: 1 Behälter 4,7 t SM CASTOR® IIa [15]
Fasslager Gorleben: Philippsburg 1 und 2 zusammen (Stand 31.12.2012) [16]
200-l-Fässer: 22 Container Typ III: 29
280-l-Fässer: 13
400-l-Fässer: 3
Betonbehälter Typ I: 1
Betonbehälter Typ II: 15
Gussbehälter Typ II: 25
Container Typ IV: 9
Container Typ V: 17
Morsleben: Philippsburg 1 und 2 zusammen 2.197 m³ [17]
Extern konditionierte schwach- und mittelradioaktive Abfälle, Abfäll aus anderen Anlagen der EnKK, Strahlenquellen
EnBW Kernkraft GmbH, Rheinschanzinsel, 76661 Philippsburg, Tel.: 07265 / 95-0, Fax: 07265 / 95-12029, poststelle-kkp(at)kk.enbw.com, www.enbw.com
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Kernerplatz 9, 70182 Stuttgart, Postfach 103439, 70029 Stuttgart, Tel.: 0711 / 126-0, Fax: 0711 / 126-2881, poststelle(at)um.bwl.de, www.um.baden-wuerttemberg.de
Südwestdeutsche Anti-Atom-Initiativen, mail(at)atomausstieg-sofort.de, www.atomausstieg-sofort.de und www.philippsburg-abschalten.de
[1] „Die EnBW will „zügig und effizient“ vorgehen“ stuttgarter-zeitung.de, 31.03.2014
[2] infokommission-kkp.de: Startseite
[3] BUND Landesverband Baden-Württemberg e.V.: „Atomkraftwerk Philippsburg – Atomrisiko bis 2019?“, März 2012
[4] bfe.bund.de: Kernkraftwerke in Deutschland: Meldepflichtige Ereignisse in Deutschland
[5] um.baden-württemberg.de: Genehmigungsverfahren des Kernkraftwerks Philippsburg
[6] Sammeleinwendung AKW Abriss Philippsburg 1
[7] Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg: Genehmigungsbescheid für das Kernkraftwerk Philippsburg, Block 1 (KKP 1) der EnBW Kernkraft GmbH (EnKK), Stilllegungs- und erste Abbaugenehmigung (1. SAG), 07.04.2017
[8] „EnBW will Demontage von Atommeilern weltweit vermarkten“ Südwestpresse, 10.04.2014
[10] ESK-Stellungnahme: Anforderungen an bestrahlte Brennelemente aus entsorgungstechnischer Sicht, 27.05.2011
[11] Deutscher Bundestag: Antwort auf die Kleine Anfrage (Grüne): „Rückbau von Atomkraftwerken - Sachstand und Marksituation“ Drucksache 17/11944, 19.12.2012
[12] Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg: Bericht über die Entsorgung von radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen auf Baden-Württemberg, April 2017
[13] Deutscher Bundestag: Antwort auf die Kleine Anfrage (Grüne): „Atommüll – Fragen zur Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen und diesbezüglichen Korrosionsproblemen (verrostete Atommüllfässer)“ Drucksache 17/9592, 09.05.2012
[14] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: „Verzeichnis radioaktiver Abfälle – Bestand zum 31. Dezember 2014 und Prognose“
[15] Deutscher Bundestag: Antwort auf die Kleine Anfrage (Linke): „Zwischenlager und Landessammelstellen für radioaktive Abfälle in Deutschland“ Drucksache 17/4329, 17.12.2010
[16] Deutscher Bundestag: Antwort auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten Lötzer, Drucksache 17/14270, 28.06.2013, S. 62 ff.
[17] Bundestag: Antwort auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten Kotting-Uhl, Drucksache 16/12182, 06.03.2012, S. 60 ff.

References: § 7
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 §29
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