Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=11.11.1960&Aktenzeichen=4%20AZR%20361%2F58
Timestamp: 2020-08-08 07:27:47+00:00

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BAG, 11.11.1960 - 4 AZR 361/58 - dejure.org
BAG, 11.11.1960 - 4 AZR 361/58
https://dejure.org/1960,487
BAG, 11.11.1960 - 4 AZR 361/58 (https://dejure.org/1960,487)
BAG, Entscheidung vom 11.11.1960 - 4 AZR 361/58 (https://dejure.org/1960,487)
BAG, Entscheidung vom 11. November 1960 - 4 AZR 361/58 (https://dejure.org/1960,487)
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Bereicherungsschuldner - Haftung - Allgemeine Vorschriften - Regeln des Schuldrechts - Gattungsschuld - Unvermögen zur Leistung - Verschulden - Mahnung
BAGE 10, 176
NJW 1961, 622
MDR 1961, 355
Das Reichsgericht (JW 1928, 2444, 2445) und das Bundesarbeitsgericht (BAGE 10, 176, 181; 11, 202, 205) sowie eine im Schrifttum weitverbreitete Meinung (…Erman/H.P. Westermann, BGB, 7. Aufl., § 818 Rdn. 50;… Jauernig-Schlechtriem, BGB, 2. Aufl., § 818 Anm. 8;… Emmerich in MünchKomm, BGB, § 279 Rdn. 4;… Palandt/Thomas, aaO, § 818 Anm. 7 c;… Staudinger/Lorenz, aaO, § 818 Rdn. 50;… Fikentscher, Schuldrecht, 6. Aufl., § 100 VII 1 b; Canaris, JZ 1971, 560, 562 [BGH 07.01.1971 - VII ZR 9/70]; Frank, JuS 1981, 102, 105; Flessner, Wegfall der Bereicherung, S. 22) halten § 279 BGB für anwendbar, weil die in § 818 Abs. 4 BGB in Bezug genommenen "allgemeinen Vorschriften" alle allgemeinen Regeln des Schuldrechts umfassen, d.h. die Bestimmungen, die im 2. Buch, 1. bis 6. Abschnitt des BGB enthalten sind (so BAGE 10, 176, 181).
Der Schuldner hat nach Rechtshängigkeit gem. § 279 BGB aF stets für seine finanzielle Leistungsfähigkeit einzustehen (BGH 25. März 1982 - VII ZR 60/81 - BGHZ 83, 293; BAG 11. November 1960 - 4 AZR 361/58 - BAGE 10, 176).
Der Schuldner hatte nach Rechtshängigkeit gemäß § 279 BGB aF stets für seine finanzielle Leistungsfähigkeit einzustehen (BGH 25. März 1982 - VII ZR 60/81 - BGHZ 83, 293; BAG 11. November 1960 - 4 AZR 361/58 - BAGE 10, 176).
§ 166 Abs. 1 BGB ist nämlich auch auf den vollmachtlosen Vertreter anzuwenden, wenn der Vertretene das Geschäft genehmigt (RGZ 68, 374, 376; 131, 343, 357; BAG 10, 176, 179;… BGB-RGRK/Steffen 12. Aufl. § 166 Rdn. 3;… Staudinger/Dilcher, BGB 12. Aufl. § 166 Rdn. 3;… MünchKomm/Thiele, BGB 2. Aufl. § 166 Rdn. 13, 22;… Palandt/Heinrichs, BGB 49. Aufl. § 166 Anm. 2 a).
Denn die Beklagte hat sein Handeln später genehmigt (RGZ 68, 374, 376 f; 76, 107, 109; BAG Urt. v. 11. November 1960, 4 AZR 361/58, Der Betrieb 1961, 310; auch BGHZ 40, 42, 45 f) [BGH 26.06.1963 - VIII ZR 61/62].
Insoweit kann dahinstehen, ob für die Kenntnis auf den tatsächlich Anweisenden oder auf das satzungsmäßige Vertretungsorgan abzustellen ist (vgl. BAG, Urt. v. 11. November 1960 - 4 AZR 361/58, BAGE 10, 176).
Soweit nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 31. März 1960 (AP Nr. 5 zu § 394 BGB; siehe auch BAG vom 11.11.1960 NJW 1961, 622) die Verpflichtung des Arbeitnehmers, eine zuviel erhaltene Vergütung dem Arbeitgeber zu erstatten, sich dem Grunde nach aus der Treuepflicht des Arbeitnehmers ergeben soll (so auch noch Groß, ZIP 1987, 5 [6]), hat schon Alfred Hueck (Anmerkung zu BAG AP Nr. 5 zu § 394 BGB) zutreffend darauf hingewiesen, daß es an einer ausreichenden Begründung dafür fehle, weshalb der Treuegedanke unabhängig von einer Bereicherung für den Arbeitnehmer eine Pflicht zur Zurückzahlung zuviel erhaltener Beträge begründen soll, während das bei anderen durch Vertrag begründeten Forderungen, etwa gegenüber dem Verkäufer und dem Darlehensgeber, nicht zutreffe.

References: § 818
 § 818
 § 279
 § 818
 § 818
 § 100
 § 279
 § 818
 § 279
 § 279

§ 166
 § 166
 § 166
 § 166
 § 166
 § 394
 § 394