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⭐KAMMER 4/11 AKTUELL FRANKFURT AM MAIN
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1 Mitteilung der Rechtsanwaltskammer KAMMER 4/11 AKTUELL FRANKFURT AM MAIN Aus dem Inhalt Editorial S. 2 In eigener Sache S. 4 Zur anwaltlichen Arbeit S. 20 Ausbildung S. 23 Mitteilungen S. 24 Veranstaltungen S. 28 Fortbildung S. 29 Personalia S. 31 Sehr verehrte Frau Kollegin/ sehr geehrter Herr Kollege, da die Adventszeit beginnt und es bis Weihnachten und dem Abschluss des Jahres nicht mehr weit ist, kann man sich auch mal mit dem Stand der Anwaltschaft näher beschäftigen. Glaubt man denjenigen der Berufsvertretung im DAV, BRAK und der Satzungsversammlung, dass unser Berufsstand in der Öffentlichkeit in den letzten Jahrzehnten, vor allem aber in den letzten Jahren erheblich gelitten hat und Anwälte nicht in erster Linie den Mandanten, sein Recht, das Streben nach Gerechtigkeit im Auge haben, sondern hauptsächlich wirtschaftliche Interessen, - so muss - so meinen Viele etwas getan werden. Dabei wird angeführt, dass die Moral auf der Strecke geblieben ist. Es wird deshalb die Einführung einer anwaltlichen Ethik in Deutschland von allen entscheidenden Gremien gefordert. Zunächst stellt sich die Frage, ist Ethik teilbar, unterscheidbar in Sparten, in Berufsarten; ist sie in China anders gestaltet als in Südafrika, ist sie in Europa anders als in den USA? Will Ethik, die lebbar ist, eine völlige Hinwendung zum altruistischen Handeln? Soll das eigene Wohl ausscheiden oder nur der Vor - teil ausgewogen sein? Wie das Wort Vorteil schon sagt, ist eine Seite der Sieger im Wettstreit. Wenn die These zutrifft, dass Ethik bzw. ethische Grundnormen je nach Gebiet, Zeitalter und Personenkreis unterschiedlich sind, dann gelten sie nicht objektiv, sondern nur intersubjektiv oder sogar nur subjektiv. Sie ändern sich nach Belieben des Personenkreises, haben für unterschiedliche Zeiträume eine andere Ausgestaltung und je nach Sachgebiet also dem Gebiet der Ethik, ausgedrückt durch das Attribut medizinisch, biologisch oder wirtschaftlich oder je nach der Präposition also z. B. Architektenethik, Anwaltsethik, Politikerethik eine völlig andere Ausgestaltung. Wie steht es nun mit der Frage, ob es eine eigene Wirtschaftsethik und eine Anwaltsethik gibt? Zunächst ist festzustellen, dass, falls es die Allklassen Anwalts- und Wirtschafts- ethik gibt, diese Klassen Unterklassen der über ihr stehenden Allklasse Ethik sind. Daraus2 2 EDITORIAL ergibt sich aber die Folge, dass allgemeine ethische Normen in allen Unterklassen, also in der Wirtschaft und im Anwaltsberuf in gleicher Weise gelten. Eventuelle Widersprüche sind nicht denkbar bzw. zu beseitigen. Die oberste Allkategorie muss demnach in beiden Bereichen gleich sein, d. h. ethische Normen können, wenn sie den gleichen Inhalt haben, in dem jeweils anderen Gebiet nicht anders gedeutet werden. Durch das Präfix Anwalt bzw. Wirtschaft ändert sich dies nicht. Es gibt auch keine besonderen Normen in der jeweiligen Unterklasse, die nicht bereits in der jeweiligen Oberklasse ethische Normen enthalten sind. Warum wird aber die Differenzierung getroffen? Doch wohl deshalb, weil wirtschaftliche Unternehmen und der einzelne Anwalt oder das anwaltliche Unternehmen glauben, dass in jeweils ihrem Bereich grundsätzlich andere Normen gelten und unterschiedliche Konfrontationen zwischen ethischen Grundsätzen auf der einen Seite und wirtschaftlichem Handeln auf der anderen Seite aufgetreten sind oder eine Konfrontation von ethischen Normen untereinander möglich ist. Dabei fragen wir an dieser Stelle nicht nach der Ethik des einzelnen Unternehmens, sondern nach Wirtschaftsethik im Allgemeinen, nicht nach Ethik des einzelnen Anwalts, sondern der Anwaltschaft im Ganzen. Es wird nicht ein Katalog von sittlichen Verhaltensnormen aufgestellt, die für den einzelnen Unternehmer oder Anwalt zu befolgen sein soll. Anwaltliche Ethik kann nur sittliche Grundsätze unterhalb der Grundsätze, der allgemeinen (ich will sie so nennen) Ethik aufstellen, die die Disziplin Ethik der Anwaltschaft einzuhalten hat. Anwaltliche Ethik kann keine Richtsetzung oder etwa Einzelanweisung aufstellen, die jeder Anwalt in Konfliktsituationen zu beachten hat. Normen der anwaltlichen Ethik sind eine Unterkategorie eines Katalogs von Normen, die folgendermaßen bestimmbar sind: Sie genügen dem allgemeinen Normenbegriff, sie sind der Allkategorie ethischer Normen zuzuordnen und eine Untergruppe der Allkategorie. Ähnlich verhält es sich bei der Wirtschaftsethik, derartige Normen genügen dem allgemeinen Normenbegriff und sind der Allkategorie ethische Normen als Untergruppe zugeordnet. Das bedeutet aber auch, dass sowohl Normen der anwaltlichen als auch Normen der wirtschaftlichen Ethik den ethischen Normen genügen müssen. Gleich hier aber eine ganz wichtige Differenzierung: Es handelt sich bei den Normen, der Anwaltsethik und der Wirtschaftsethik um ethische nicht um rechtliche Normen. Das bedeutet aber, dass alle Argumente, die Ethik mit Recht vergleichen oder sogar gleichsetzen, schon vom Ansatz her unbrauchbar sind. Sie betreffen eine andere, als z. B. die rechtliche Allkategorie. Da das so ist, sind auch Argumentationen auf der Subebene von Anwaltsethik, also Normen für die Verhaltensweise des einzelnen Anwalts in Konfliktsituationen, dann keine Fragen der anwaltlichen Ethik, sondern Fragen bezüglich des Zusammentreffens von ethischen Normen mit nicht identischen möglicherweise widersprechenden rechtlichen bzw. wirtschaftlichen Normen. Die Wesenseigenschaft von ethischen Normen ist im Übrigen, dass sie keinerlei Sanktionsmöglichkeiten beinhalten. Es stellt sich nun die Frage: Wie charakterisiere ich Normen in der Anwaltsethik, wie unterscheiden sich diese Normen von denen der Wirtschaftsethik? Dabei muss zunächst zwischen anwaltlicher Berufsausübung und Anwaltsethik differenziert werden. Die allgemeinen Berufsgrundsätze des Anwalts, d. h. Sinn und Zweck des Berufsbildes, die Aufgaben des Rechtsanwaltes müssen von ethischen Grundsätzen losgelöst werden. Ein Installateur, - ich hoffe, sie verzeihen mir diesen Vergleich, er hinkt natürlich - soll eine defekte Heizung reparieren, so dass sie wieder ordnungsgemäß läuft. Die anwaltliche Tätigkeit und die sie ausübenden Anwälte haben als Sinn des Berufs, dem Mandanten - soweit möglich - zu seinem Recht zu verhelfen. Berufsregeln zu befolgen, dass gilt für jede Berufsausübung und ist sittlich nicht hochstehend. Nur wenn berufliche Normen, die den Beruf, das Berufsbild, die Ausübung des Berufs betreffen, als berufswesensimmanent unberücksichtigt bleiben, dann kommt man zu Normen der Ethik. Es besteht die Gefahr, dass in der heutigen Diskussion Berufsregeln und ethische Grundsätze gleichgesetzt oder vermischt werden. So sind die Grundsätze von Vorsicht und Gewissenhaftigkeit bei der Berufsausübung keine ethischen Grundsätze, sie gelten für die Ausübung eines jeden Berufs. So müssen z.b. auch Chirurgen oder Installateure gewissenhaft und vorsichtig agieren. Außerdem droht bei schlechter Arbeit der Regress. Will man aber detaillierte Berufsregeln aufstellen, so sollte dies deutlich werden und man kann nicht von Anwaltsethik reden. Rechtsanwaltskammer Kammer Aktuell 4/20113 3 Sicherlich ist es angebracht, Menschen allgemein und die Anwaltschaft im Besonderen auf die Einhaltung moralischer Normen hinzuweisen, es fragt sich aber grundsätzlich, ob bei der Diskussion über Ethik nicht so sehr die Frage im Vordergrund steht, ob etwas moralisch gut oder schlecht ist, sondern vielmehr, ob etwas der Gesellschaft nützlich oder schädlich ist. Wenn dies aber im Vordergrund der Erwägung stehen würde, Anhaltspunkte könnten sich aus der verminderten Achtung des Anwaltsberufes in der Öffentlichkeit ergeben dann wäre dies nicht eine Frage der Ethik, sondern das Ziel bzw. der Zweck wäre die Förderung eines reibungslosen Ablaufs des Soziallebens, ohne dass es auf das Motiv bzw. die Beweggründe für die Verhaltensweisen des Einzelnen ankommt. Bei aller Wertschätzung, die denen gehört, die sich für die Einhaltung moralischer Grundsätze einsetzen, sollten falls es wirklich Tendenzen der Vermehrung unethischem Verhaltens gibt auch etwaige Ursachen näher ins Auge gefasst werden. So wird z.b. die objektive Geltung ethischer Normen zunehmend zu Gunsten intersubjektiver Geltung in Frage gestellt. Nach der intersubjektiven Theorie entfällt das zeitlose für alle Menschen geltende Wertsystem. Werte gelten nur innerhalb der jeweiligen Gemeinschaft, sie sind vom Bestand der Gemeinschaft abhängig, also relativ. Die Werte werden von den Einzelnen, der Gemeinschaft zugehörigen Subjekten anerkannt. Es besteht also eine Verobjektivierungstendenz, diese ist aber in ihrer Wirkung, auf die Gemeinschaft beschränkt. Die Konkurrenz unter den Berufsträgen wird bei der wachsenden Zahl größer und damit der Überlebenskampf der Anwälte. Viele Bereiche der anwaltlichen Tätigkeit sind ohne große Gegenwehr der Anwaltschaft abhanden gekommen und an andere Dienstleister (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Banken, Versicherungen) übergegangen. Zurzeit droht auch die Mediation dem Anwalt zugunsten der billigeren, weil kostenlosen, gerichtlichen Mediation verloren zu gehen. Ein Vorgang, der in Europa von Kollegen nicht einmal verstanden, geschweige denn in anderen Ländern möglich ist. Schließlich wird der Anwalt im europäischen und nationalen Raum immer häufiger als Dienstleister unter Dienstleistern eingeordnet, so dass er von dem Selbstverständnis eines Dienstleisters mit deren Regeln ausgeht. Wenn es heute eine zunehmende Zahl von notleidenden Anwälten gibt, wird man diesen keine überhöhten Honorarforderungen nachsagen können. Die Anwälte, die besonders lukrative Mandate haben, werden sich auf die Grundsätze der ethischen Regeln neminem laedere und suum cuique berufen. Einen reichen Mandanten kann man durchaus mit hohen Gebühren belasten, man schadet ihm nicht. Außerdem gilt der Grundsatz des Dienstleisters, der Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Bisher gibt es nach Angaben von Experten nur 5%, die dem Anwaltsansehen schaden könnten. Ihnen werden Ermahnungen gleich sein. Wenn sie sich nicht an Vorschriften der Berufsausübung halten, werden sie möglicherweise durch Regresse vernünftiger. Vielleicht ist es gut, Ihnen zu sagen, sie schaden sich in Zukunft auch selbst, wenn Anwälte nur wie jeder andere Dienstleister behandelt werden. Moral setzt Einsicht voraus, wo diese fehlt, können auch gut gemeinte Anleitungen nichts ändern. Kollegen zu ermahnen, ist sicher gut. Wenn sie sich nicht daran halten, kann man sie als moralisch schlecht bezeichnen oder falls sie an Gott glauben-prophezeien, sie kämen nicht in den Himmel. Aber selbst darauf haben die Organe der Anwaltschaft keinen Einfluss. Für das bevorstehende Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen namens des Präsidiums, des Vorstands und der Geschäftsführung alles Gute und für das Jahr 2012 Gesundheit und Erfolg. Mit freundlichen kollegialen Grüßen Rechtsanwaltskammer (Prof. Dr. Dr. Dr. Lutz Simon) Präsident Dezember 2011 Kammer Aktuell 4/2011 Rechtsanwaltskammer4 4 Ordentliche Kammerversammlung 2011 Die Kammerversammlung 2011 fand am in den Räumen des Akademischen Zentrums Haus am Dom in Frankfurt statt. Der Präsident Prof. Dr. Dr. Dr. Simon ehrte zunächst die seit mehr als 50 Jahren zugelassenen Rechtsanwälte und Übergab ihnen zusammen mit einer Urkunde und einem Buchpräsent die goldene Ehrennadel der Rechtsanwaltskammer Frankfurt. Anschließend berichtete er über die Ereig- IN EIGENER SACHE nisse im lokalen, nationalen und auch internationalen Bereich. Er hob die gut gelungene Renovierung des Kammergebäudes hervor, berichtete über das Vorgehen der Kammer gegen Verstöße gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz, die auf der Homepage aufgeführte Pflichtverteidigerliste, die eingeführte Schlichtungsabteilung und über die Bürgersprechstunde. Der Präsident wies auf die unverändert hohe Zahl der zugelassenen Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen hin, teilt aber mit, dass der Zuwachs der Neuzugänge im Vergleich zu den Vorjahren abnimmt. Er berichtete weiter über die täglich in der Geschäftsstelle zu bewältigenden Anfragen, Beschwerde und Vermittlungsverfahren, über die Verfahren des Zulassungswiderrufs, über die Zahl der erteilten Fachanwaltstitel und das amtliche Prüfsiegel der Rechtsanwaltskammer Frankfurt, sowie das Fortbildungszertifikat der BRAK. Weiter berichtete der Präsident über das seit Anfang 2008 bestehende Projekt der Ausbildungsplatzentwicklung, in dem die Rechtsanwaltskammer zum einen verstärkt für den Ausbildungsberuf zum Rechtsanwaltsund Notarfachangestellten sowie zum anderen um neue Ausbildungsplätze wirbt. Das Projekt wird überwiegend gefördert durch Gelder des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung und der Europäischen Union. Bedauerlicherweise konnten in diesem Jahr nur 251 neue Ausbildungsverträge eintragen werden. In den Medien wird seit längerem über den drohenden Fachkräftemangel und über die rückläufigen Geburtenzahlen berichtet und auch für unseren Ausbildungsberuf müssen wir eine rückläufige Tendenz bei den Ausbildungszahlen feststellen. Die Kollegenschaft ist daher aufgerufen, sich zu engagieren und Auszubildende einzustellen und entsprechend zu betreuen. Mit einer Ausbildungsstelle investieren wir nicht nur in die Zukunft der jungen Menschen, sondern auch in die Qualität unserer eigenen Arbeit. Der Präsident schilderte die Tätigkeit im Bereich der Juristenausbildung. Die mit der Universität Frankfurt seit 2007 bestehende Kooperation wurde im Jahre 2010 verlängert. Neben dem zum Thema Schlüsselqualifikationen in der universitären Juristenausbildung durchgeführten Symposium ist insbesondere auf die Vortragsreihe zum Thema Anwaltliche Berufsbilder hinzuweisen. Der mit der Universität Gießen seit 2008 bestehende Kooperationsvertrag soll noch in diesem Jahr verlängert werden. Ebenso soll das Projekt Anwaltlicher Klausurenersteller im Justizprüfungsamt fortgeführt werden um eine stärkere Anwaltsorientierung im zweiten juristischen Examen zu erzielen. Die Rechtsanwaltskammer veranstaltet auch in diesem Jahr wieder einen Aufsatzwettbewerb unter dem Titel Im Namen der Medien ergeht folgendes Urteil - Pressefreiheit vs. Persönlichkeitsrecht. Der Präsident hob sodann die guten Beziehungen zu den anderen Kammern im Bundesgebiet hervor, sowie zur Notarkammer Frankfurt, zur Steuerberaterkammer, zur IHK und den örtlichen Anwaltsvereinen. Der Präsident erinnert an die jährlich stattfindende Auftaktveranstaltung für die neu zugelassenen Rechtsanwälte, den Gesprächskreis beim Oberlandesgericht Frankfurt, dem Kommunikationsforum für Richter und Anwälte sowie dem Engagement der Kammer für eine Erhöhung der Anwaltsgebühren. Auf internationaler Ebene hob der Präsident die europäische Präsidentenkonferenz in Wien, eine gemeinsame Veranstaltung mit der Rechtsanwaltskammer der Mongolei, Gespräche in Israel mit der Rechtsanwaltskammer Nazareth, Kooperationsvereinbarungen mit den Rechtsanwaltskammern Portugals, Serbiens und Vietnams hervor.er erwähnte auch die Teilnahme an der FBE Konferenz in Florenz und der World City Bar Leaders Conference in Montreal sowie dem FBE Kongress in Breslau. Abschließend bedankt sich der Präsident bei den Präsidiumsmitgliedern und den Mitgliedern des Vorstandes sowie bei den Mitarbeitern der Geschäftstelle. Nach dem Bericht des Präsidenten erläuterte Schatzmeister Dr. Griem den Kassenbericht für das Geschäftsjahr Für die Einnahmen ist eine Abweichung von weniger als 1% festzustellen; diese resultiert daraus, dass Rechtsanwaltskammer Kammer Aktuell 4/20115 5 IN EIGENER SACHE der Mitgliederzuwachs deutlicher als prognostiziert zurückgegangen ist. Es wurden etwa ,00 weniger ausgegeben als geplant. Der Schatzmeister dankte den Rechnungsprüfern für ihre Arbeit. Herr Rechtsanwalt Samstag stellte als Rechnungsprüfer eine korrekte Buchführung sowie eine sparsame und wirtschaftliche Haushaltsführung fest. Der Kassenbericht für das Geschäftsjahr 2010 gemäß Anhang I auf Seiten 6 ff. Kammer Aktuell 3/11 wurde genehmigt. Der Präsident der Notarkammer, Dr. Schäfer, beantragte die Entlastung des Vorstandes. Die Entlastung des Vorstandes wurde ohne Gegenstimmen bei 26 Enthaltungen beschlossen. Die Versammlung beschloss einstimmig, von der Erhebung von Zulassungs- und Prüfungsgebühren für Auszubildende im Jahr 2012 abzusehen. Der Schatzmeister stellte sodann die vorgeschlagene Beitragsordnung gemäß Anhang II zur Tagesordnung (Seite 10 Kammer Aktuell 3/11) sowie den als Anhang III (Seiten 11 ff. in Kammer Aktuell 3/11) abgedruckten Haushaltsplan 2012 vor. Der Haushaltsplan basiert auf der vorgeschlagenen Erhöhung des Jahresbeitrages von 225,00 auf 260,00. Er sieht eine Zuführung zu den Rücklagen in Höhe von ,00 vor (Ziffer 25 der Ausgaben). Im Vergleich zum Haushaltsplan 2011 ist eine Ausgabenerhöhung von etwa 3% vorgesehen, wobei 1,5% auf allgemeine Kostensteigerungen und 1,5% auf die höheren an die Bundesrechtsanwaltskammer abzuführenden Beiträge zurückzuführen sind. Im Hinblick auf die vorgesehene Beitragserhöhung wies der Schatzmeister darauf hin, dass die Beiträge letztmals im Jahr 1994 erhöht wurden und es seitdem eine Inflation von ca. 30% gab. Bislang konnten die Kostensteigerungen durch die Steigerung der Mitgliedszahlen aufgefangen werden, was aufgrund des nur noch geringen Mitgliederzuwachses nicht mehr möglich ist. Die Rücklagen seien bereits von etwa einem Jahreshaushalt auf ca. 2,5 Mio. abgeschmolzen worden. Nach Haushaltsrecht müsse eine Rücklage in Höhe von mindestens etwa einem halben Haushalt vorgehalten werden. Die vom Vorstand vorgeschlagene Beitragsordnung wurde bei vier Gegenstimmen ohne Enthaltungen, der vom Vorstand vorgeschlagene Haushaltsplan wurde bei vier Enthaltungen ohne Gegenstimmen beschlossen. Damit ergeben sich gegenüber der bisherigen Beitragsordnung folgende Änderungen: Erhöhung des Jahresbeitrages von 225,00 auf 260,00 Senkung der Mahngebühr von 10% auf 5% Erhöhung des Verwaltungskostenbeitrages für Fachanwaltsanträge von 256,00 auf 350,00. Die bisherigen Rechnungsprüfer Ullrich Samstag und Ekkart von Nussbaum wurden ebenso ohne Gegenstimmen wieder gewählt wie die stellvertretenden Rechnungsprüfer Hagen Trenkner und Dr. Sven Zeller. Turnusmäßige Wahlen zum Vorstand fanden für die Landgerichtsbezirke Darmstadt, Frankfurt und Limburg statt. Daneben war für den Landgerichtsbezirk Gießen aufgrund des vorzeitigen Ausscheidens von Herrn Rechtsanwalt Peter Gefeller aus dem Vorstand eine Ersatzwahl erforderlich. Das Ergebnis der Wahl entnehmen Sie bitte dem Artikel Wahlen zum Vorstand der Rechtsanwaltskammer auf Seite 6 in diesem Heft. Anschließend trugen Dr. Griem und Prof. Dr. Eiding zur Thematik der überprüfbaren und sanktionierbaren Fortbildungspflicht für alle Rechtsanwälte vor, deren Einführung auf Initiative der Bundesrechtsanwaltskammer diskutiert wird. Während Dr. Griem den Diskussionsstand und die für und gegen eine entsprechende Fortbildungspflicht sprechenden Argumente darlegte, widmete sich Prof. Dr. Eiding der Frage der Verfassungskonformität einer solchen Fortbildungspflicht. Am Schluss der Versammlung dankte der Präsident den Teilnehmern für ihr Kommen und entließ sie mit den besten Wünschen für die kommenden Weihnachtsfeiertage und das Neue Jahr. Kammer Aktuell 4/2011 Rechtsanwaltskammer6 6 IN EIGENER SACHE Wahlen zum Vorstand der Rechtsanwaltskammer Die Kammerversammlung der Rechtsanwaltskammer Frankfurt/Main hat am 5. November der 38 Mitglieder des Vorstands gewählt. Dabei wurden alle Kandidaten, die bereits in der vergangenen Amtsperiode dem Vorstand angehörten und sich erneut zur Wahl gestellt hatten, für eine weitere Amtszeit von 4 Jahren wiedergewählt. Für ausgeschiedene Mitglieder wurden neu in den Vorstand gewählt, Frau Kollegin Slabon, Darmstadt, Frau Kollegin Gigliotti, Gießen, und Herr Kollege Laux, Limburg. Frau Kollegin Gigliotti, die im Wege der Ersatzwahl von Herrn Rechtsanwalt Gefeller gewählt wurde, ist für die Restlaufzeit von 2 Jahren gewählt. Damit setzt sich die in der Kammerversammlung vom neu gewählte Hälfte des Vorstandes wie folgt zusammen: LG-Bezirk Darmstadt Dr. Wulf Albach Fachanwalt für Arbeitsrecht und Rechtsanwalt Handels- und Gesellschaftsrecht Notar geb. am zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Mitglied des Präsidiums seit Rechtsanwälte Dr. Ebner, Falk, Berghäuser Rheinstr Darmstadt Dr. Matthias Conradi Fachanwalt für Steuerrecht, Erbrecht und Rechtsanwalt Bank- und Kapitalmarktrecht Notar geb. am zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Rechtsanwälte Knarr & Knopp Reitzlein Hammergasse Ober-Ramstadt Dr. Tilman Körner Rechtsanwalt Fachanwalt für Arbeitsrecht und Familienrecht geb. am zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Ludwigstr Offenbach Franz-Josef Seidler Fachanwalt für Arbeitsrecht Rechtsanwalt geb. am zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Rechtsanwälte Knapp Lanio Gesser und Partner RAG Herrnstraße Offenbach Rechtsanwaltskammer Kammer Aktuell 4/20117 7 Kristina Slabon Fachanwältin für Familienrecht Rechtsanwältin geb. am Karlstr Darmstadt LG-Bezirk Dr. Dr. Petra Albrecht geb. am Rechtsanwältin zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit de-bary-str Frankfurt Peter Ellefret Fachanwalt für Miet- und Rechtsanwalt Wohnungseigentumsrecht Notar geb. am zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Notare E & S Rechtsanwälte Gutenbergstraße Kriftel Walther Grundstein Fachanwalt für Arbeitsrecht Rechtsanwalt geb. am zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Rechtsanwälte Grundstein & Thieme Gutleutstraße Frankfurt Hans-Christian Hauck geb. am Rechtsanwalt zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit HauckSchuchardt Niedenau Frankfurt Eckart C. Hild Fachanwalt für Strafrecht Rechtsanwalt Notar geb. am zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Mitglied des Präsidiums seit Wicker Hanf Rechtsanwälte Goethestraße Frankfurt Kammer Aktuell 4/2011 Rechtsanwaltskammer8 8 Jost Peter Nüßlein Fachanwalt für Medizinrecht Rechtsanwalt geb. am zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Petterweilstraße Dr. Dietrich Rethorn geb. am Rechtsanwalt zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit c/o Helaba Neue Mainzer Str Frankfurt Frank G. Siebicke geb. am Rechtsanwalt zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Rechtsanwälte Fuhrmann Wallenfels Schaumainkai Frankfurt Dr. Jens-Arne Thömel geb. am Rechtsanwalt zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Börsenplatz Frankfurt Axel Weber Fachanwalt für Arbeitsrecht Rechtsanwalt geb. am zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Hansaallee Frankfurt Dr. Michael Weigel geb. am Rechtsanwalt zugelassen seit Mitglied des Kammervorstandes seit Rechtsanwälte Kaye Scholer (Germany) LLP Schillerstraße Frankfurt Dr. Corrado Wohlwend, geb. am LL.M. (USD) zugelassen seit Rechtsanwalt wissenschaftlicher Mitarbeiter der Beschwerdeabteilung I des Vorstandes seit 2003 c/o DLA Piper UK LLP Westhafenplatz Frankfurt Rechtsanwaltskammer Kammer Aktuell 4/20119 9 LG-Bezirk Gießen Ezia Gigliotti Fachanwältin für Familienrecht Rechtsanwältin geb. am zugelassen seit Rechtsanwälte Möller Theobald Jung Zenger Lahnstr Gießen LG-Bezirk Limburg Andreas Laux Fachanwalt für Arbeitsrecht und Medizinrecht Rechtsanwalt geb. am zugelassen seit Rechtsanwälte SLP Dr. Schmitt Rosbach & Partner Holzheimer Str Limburg Wahlen zum Präsidium der Rechtsanwaltskammer In seiner konstituierenden Sitzung nach den Vorstandswahlen in der Kammerversammlung am hat der neu zusammengesetzte Vorstand ebenfalls am gemäß 78 BRAO aus seiner Mitte das Präsidium neu gewählt. Durch die Wahl bestätigt wurde für die nächsten zwei Jahre bis zur nächsten Vorstandswahl das bisherige Präsidium in der Zusammensetzung: Prof. Dr. Dr. Dr. Lutz Simon, Frankfurt Präsident Dr. Michael Griem, Frankfurt Schatzmeister und Vizepräsident Dr. Wulf Albach, Darmstadt Schriftführer und Vizepräsident Hans-Peter Benckendorff, Frankfurt Vizepräsident Götz-Peter Fünfrock, Wiesbaden Vizepräsident Eckart Hild, Frankfurt Vizepräsident Kammer Aktuell 4/2011 Rechtsanwaltskammer10 10 Abteilungen des Vorstandes der Rechtsanwaltskammer Frankfurt IN EIGENER SACHE Der neugewählte Vorstand der Rechtsanwaltskammer setzte in seiner konstituierenden Sitzung am gem. 77 BRAO die Zahl der Abteilungen, deren Mitglieder und ihre Zuständigkeit für das Geschäftsjahr 2011/2012 wie folgt fest: Abteilung I: Zuständig für Beschwerden gegen Rechtsanwälte mit den Buchstaben: A - E Rechtsanwalt Dr. Matthias Conradi Rechtsanwalt Dr. Jens-Arne Thömel Rechtsanwalt John Traubner Rechtsanwalt Dr. Corrado Wohlwend Ober-Ramstadt Abteilung II: Zuständig für Beschwerden gegen Rechtsanwälte mit den Buchstaben: F - J Rechtsanwalt Dr. Michael Griem Rechtsanwalt Andreas Laux Rechtsanwalt Peter Schirmer Limburg Wiesbaden Abteilung III: Zuständig für Beschwerden gegen Rechtsanwälte mit den Buchstaben: K - M Rechtsanwalt und Notar Jürgen R. Hirschmann Rechtsanwältin Dr. Regina Michalke Rechtsanwältin Kornelia Wahl-Schneiders Gießen Wiesbaden Abteilung IV: Zuständig für Beschwerden gegen Rechtsanwälte mit den Buchstaben: N S, St Rechtsanwalt Hans-Rüdiger Dierks Rechtsanwältin Ezia Gigliotti Rechtsanwalt Dr. Georg Hüllen Gießen Abteilung V: Zuständig für Beschwerden gegen Rechtsanwälte mit den Buchstaben: Sch, T - Z Rechtsanwalt Walther Grundstein Rechtsanwalt Franz-Josef Seidler Rechtsanwalt Lothar Thür Offenbach Abteilung VI: Zuständig für Einsprüche gegen Rügebescheide ( 74 Abs. 5 BRAO) Rechtsanwalt Götz-Peter Fünfrock Rechtsanwalt Hans-Christian Hauck Rechtsanwalt Dr. Klaus Werding Wiesbaden Wetzlar Rechtsanwaltskammer Kammer Aktuell 4/201111 11 Abteilung VII: Zuständig für die nach 224 a BRAO übertragenen Aufgaben und Befugnisse bei Zulassung auch von Rechtsanwaltsgesellschaften, soweit das Zulassungsverfahren damit geregelt wird, sowie Widerspruchsverfahren. Rechtsanwalt Dr. Wulf Albach Rechtsanwalt Peter Ellefret Rechtsanwalt Hans-Christian Hauck Rechtsanwalt Dr. Dietrich Rethorn Rechtsanwalt Frank G. Siebicke Rechtsanwalt Dr. Michael Weigel Darmstadt Kriftel Abteilung VIII: Zuständig für Festsetzungen von Zwangsgeldern ( 57 BRAO), Entscheidungen in den Fällen der 17, 29 Abs. 1, 55 Abs. 1, 161 BRAO, Prüfung des Antrags auf Entscheidung des Anwaltsgerichtshofes ( 57 Abs. 3 BRAO), Gegenerklärung gem. 74 a Abs. 2 BRAO Rechtsanwalt Hans-Peter Benckendorff Rechtsanwalt Eckart C. Hild Rechtsanwalt Dr. Georg Hüllen Abteilung IX: Zuständig für Ausbildung Rechtsanwalt und Notar Jürgen R. Hirschmann Rechtsanwalt Dr. Jens-Arne Thömel Rechtsanwältin Kornelia Wahl-Schneiders Gießen Wiesbaden Abteilung X: Zuständig für alle Gebührenangelegenheiten, insbesondere Erstattung von Kostengutachten Unterabteilung A: Zuständig für alle Streitigkeiten betreffend die Kostennoten von Rechtsanwälten mit ungeraden Aktenzeichen Rechtsanwalt Dirk Großkopf Rechtsanwalt Wolfgang Kirch Rechtsanwalt Jost Nüßlein Rechtsanwältin Kristina Slabon Rechtsanwalt Lothar Thür Rechtsanwalt Dr. Klaus Werding Hanau Wiesbaden Darmstadt Wetzlar Unterabteilung B: Zuständig für alle Streitigkeiten betreffend die Kostennoten von Rechtsanwälten mit geraden Aktenzeichen Rechtsanwalt Dr. Wulf Albach Rechtsanwalt Prof. Dr. Lutz Eiding Rechtsanwalt Hans-Christian Hauck Rechtsanwalt Dr. Henrik Jacoby Rechtsanwalt Dr. Tilman Körner Rechtsanwalt Kay Schulz Rechtsanwalt Axel Weber Darmstadt Hanau Darmstadt Offenbach am Main Gießen Kammer Aktuell 4/2011 Rechtsanwaltskammer12 12 Abteilung XI: Zuständig für Innovation und Fortentwicklung Rechtsanwalt Hans-Peter Benckendorff Rechtsanwalt Hans-Rüdiger Dierks Rechtsanwalt Peter Ellefret Rechtsanwalt Dr. Dietrich Rethorn Rechtsanwalt Frank G. Siebicke Rechtsanwalt Prof.Dr.Dr.Dr. Lutz Simon Rechtsanwalt Dr. Michael Weigel Kriftel/Ts. Abteilung XII: Zuständig für Fachanwaltsangelegenheiten sowie das Widerspruchsverfahren in Fachanwaltsangelegenheiten Rechtsanwältin Dr. Dr. Petra Albrecht (InsoR/VerwR/MietR/UrMedR/AgrarR) Rechtsanwalt Hans-P.Benckendorff (SozR/ArbR/ TranspR/Gew.RS/Bank- u. Kapitalmarktrecht/MedR) Rechtsanwalt Hans-Rüdiger Dierks (FamR/ErbR/IT-Recht/ Hand.u.Ges.R) Rechtsanwalt Dr. Michael Griem (VersR/BauR) Rechtsanwalt Eckart Hild (StrafR/VerkR/StR) Abteilung XIII: Zuständig für die Juristenausbildungsangelegenheiten Rechtsanwalt Peter Ellefret Rechtsanwalt Dr. Georg Hüllen Rechtsanwalt John Traubner Rechtsanwalt Dr. Michael Weigel Kriftel Abt. XIV Zuständig für die Schlichtung zwischen Rechtsanwalt und Mandant sowie das Widerspruchsverfahren bei Anträgen gemäß 51 Abs. 6 S. 2 BRAO. Rechtsanwalt Götz-Peter Fünfrock Rechtsanwalt Dr. Tilman Körner Rechtsanwalt Lothar Thür Rechtsanwalt Franz-Josef Seidler Wiesbaden Offenbach Offenbach Abt. XV Zuständig für OWi-Verfahren nach DLInfoVO Rechtsanwältin Dr. Dr. Petra Albrecht stellvertr. Mitglied Rechtsanwalt Götz-Peter Fünfrock Rechtsanwalt Eckart Hild Rechtsanwältin Dr. Regina Michalke Rechtsanwalt Dr. Klaus Werding stellvertr. Mitglied Wiesbaden Wetzlar Gemäß 77 Abs. 5 BRAO besitzen die Abteilungen innerhalb ihrer Zuständigkeit die Rechte und Pflichten des Vorstandes. Rechtsanwaltskammer Kammer Aktuell 4/201113 13 Beschluss über die Beitragsordnung für das Haushaltsjahr 2012 IN EIGENER SACHE Die Kammerversammlung der Rechtsanwaltskammer hat am folgende Beitragsordnung für das Haushaltsjahr 2012 beschlossen: Beitragsordnung 2012 a) Der von jedem Mitglied zu zahlende Beitrag für das Geschäftsjahr 2012 beträgt 260,00 und ist bis spätestens 30. April 2012 zu zahlen. Wird der Beitrag nicht bis zum 30. April 2012 gezahlt, wird eine Mahngebühr in Höhe von 5 % des fälligen Beitrages erhoben. Der anteilig zu entrichtende Jahresbeitrag beläuft sich auf 21,67 pro Monat. Für Mitglieder, die erstmals beitragspflichtig werden, entfällt im laufenden Geschäftsjahr die Mahngebühr. b) Während des Geschäftsjahres neu zugelassene oder ausscheidende Mitglieder entrichten den Beitrag anteilig, und zwar die neu zugelassenen von dem 1. des auf die Zulassung folgenden Monats an, die ausgeschiedenen bis zum Ende des Monats, in dem die Löschung erfolgt. c) Der Schatzmeister kann auf Antrag im Einzelfall aus Billigkeitsgründen den von der Kammerversammlung beschlossenen Beitrag ganz oder teilweise stunden, ermäßigen oder erlassen. Billigkeitsgründe liegen insbesondere vor, wenn sich aus den Einkommensnachweisen des Antragstellers ergibt, dass er aufgrund seiner gesamten Lebensumstände den Beitrag nicht oder nur teilweise aufbringen kann. Der Antrag ist schriftlich an den Vorstand der Rechtsanwaltskammer bis spätestens zum 30. September 2012 (Ausschlussfrist) zu stellen und zu begründen. d) Für die Bearbeitung von Anträgen auf Gestattung von Fachanwaltsbezeichnungen sind mit Antragstellung 350,00 als Verwaltungskostenbeitrag zu zahlen. e) Für die Bearbeitung von Anträgen auf Erteilung oder Verlängerung eines Amtlichen Prüfsiegels der Rechtsanwaltskammer und/oder des Fortbildungszertifikates der Bundesrechtsanwaltskammer sind mit Antragstellung 75,00 als Verwaltungskostenbeitrag zu zahlen. f) Die Rechtsanwaltskammer kann gemäß 192 Abs. 1 BRAO, 39 EuRAG für Amtshandlungen Verwaltungsgebühren erheben. Die Höhe der Gebühren für den Zulassungsbereich und die Bestellung eines Vertreters werden wie folgt festgesetzt: Zulassung eines Einzelmitgliedes 160,00, Aufnahme nach Kammerwechsel 60,00, Aufnahme bzw. Zulassung eines ausländischen Mitglieds 160,00, Zulassung einer Rechtsanwaltsgesellschaft 500,00, Bearbeitungsgebühr für eine Zweigstelle einer RA-Gesellschaft 250,00, Bearbeitungsgebühr für eine Sitzverlegung einer RA-Gesellschaft 150,00 Rücknahme des Antrages auf Zulassung/Versagung durch RAK 30,00, Rücknahme des Antrages auf Zulassung einer RA-Gesellschaft/Versagung durch RAK 150,00, Bestellung einer Vertreterin/eines Vertreters 25,00. Die Gebühr ist mit Antragstellung fällig. Rechtsanwaltskammer Prof. Dr. Dr. Dr. Simon Präsident Kammer Aktuell 4/2011 Rechtsanwaltskammer14 14 Neubestellung Fachanwaltsausschüsse Bei verschiedenen Fachanwaltsauschüssen war wegen des Ablaufs der 4-jährigen Bestellungszeit eine Neubestellung der Mitglieder erforderlich. Es handelt sich dabei um die Fachanwaltsausschüsse Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Versicherungsrecht und Verwaltungsrecht. Der Vorstand der Rechtsanwaltskammer hat IN EIGENER SACHE daher in seiner letzten Sitzung vom die genannten Ausschüsse bzw. deren Mitglieder neubestellt. Veränderungen gab es insoweit, dass Herr Kollege Dr. Thomas Gasteyer nach langen Jahren als Ausschussvorsitzender im Steuerrecht und Herr Kollege Dr. Gran für das Versicherungsrecht nicht mehr zur Verfügung standen. Beide Ausschüsse werden zunächst in der kleineren Besetzung weiter arbeiten. Ab dem wird der Fachausschuss darüber hinaus nicht mehr gemeinsam mit der Rechtsanwaltskammer Hamm unterhalten werden, da diese zukünftig einen eigenen Fachausschuss in ihrem Kammerbezirk unterhält und die Vereinbarung mit der Rechtsanwaltskammer am gekündigt hat. Aus persönlichen Gründen scheiden wunschgemäß zum Ende diesen Jahres aus dem Fachausschuss Handelsund Gesellschaftsrecht der Kollege Olaf Meister und aus dem Fachausschuss Gewerblicher Rechtsschutz der Kollege Dr. Hans-Joachim Leonard aus, nachdem sie seit Bestehen der beiden Ausschüsse den Vorsitz geführt hatten. Außerdem schied zum nach vielen Jahren der Kollege Ulrich Fischer aus dem Fachausschuss Arbeitsrecht aus. Eine gleichzeitige Neubestellung wurde nicht vorgenommen. Die Fachausschüsse werden ihre Tätigkeit zunächst mit den verbleibenden Fachausschussmitgliedern fortsetzen. Weitere Einzelheit zu den 20 Fachausschüssen entnehmen Sie bitte unserer Homepage unter Über uns/fachanwalt/fachausschüsse. Tag des Ehrenamtes Am 20. September diesen Jahres hatte die Rechtsanwaltskammer zum Tag des Ehrenamtes eingeladen. Nach der überaus positiven Resonanz im Jahr 2008 sollte diese Veranstaltung alle drei Jahre stattfinden und als Dank und Anerkennung für die über 400 Personen gedacht sein, die sich ehrenamtlich außerhalb der Vorstandstätigkeit engagieren und die Kammer auf diese Weise bei der Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben unterstützen. Die gelungene Veranstaltung wurde durch den Präsidenten Prof. Dr. Dr. Dr. Simon in den ansprechend gestalteten Räumlichkeiten des neuen Campus Westend der Goethe-Universität eröffnet. Staatssekretär Dr. Kriszeleit führte in seinem Grußwort die zahlreichen Betätigungsfelder von der Anwaltsgerichtsbarkeit, über die Aufgaben innerhalb der Fachanwaltschaften, der Betätigung in der anwaltsorientierten Juristenausbildung bis hin zur Aus- und Fortbildung der nichtjuristischen Fachkräfte an, in denen die Anwesenden nicht nur ein allgemein bürgerschaftliches Engagement zeigen, sondern auch die Selbstverwaltung der Anwaltschaft an sich stärken. Es folgte als einer der Höhepunkte der Veranstaltung die Übereichung der Ehrenurkunden und silbernen Anstecknadeln der Rechtsanwaltskammer für eine mehr als zwanzigjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Dienste der Anwaltschaft durch den Präsidenten an die u. a. Personen. In diesem Jahr wurden darüber hinaus vier ehemalige Vorstandsmitglieder mit einer Laudatio und der Übergabe eines Präsentes für ihre Verdienste um die Anwaltschaft besonders geehrt. Rechtsanwalt und Notar a. D. Dr. Rüdiger Volhard hob in seiner Laudatio auf Rechtsanwältin und Notarin a. D. Karla Köhler neben ihrer über zwanzigjährigen Tätigkeit in Vorstand und Präsidium der Kammer, in Rechtsanwaltskammer Kammer Aktuell 4/201115 15 denen sie den Vorsitz in der Zulassungsabteilung und dem Ausschuss für die Zulassung der Fachanwälte für Arbeitsrecht sowie dem Güteausschuss inne hatte, insbesondere die Tatsache hervor, dass sie dieses ehrenamtliche Engagement immer mit Beruf und Familie zu verbinden wusste. Rechtsanwalt und Notar a. D. Dr. Henning Hübner wies in seiner Laudatio auf Rechtsanwalt und Notar a. D. Theodor Weigel auf dessen dreißigjährige Vorstandstätigkeit, Vizepräsidentschaft sowie Mitarbeit in der Beschwerde,- Zulassungs- und Einspruchsabteilung der Kammer hin. Intensiv würdigte er darüber hinaus die bundesweite Bedeutung der jahrzehntelangen Arbeit von Theodor Weigel im Richtlinienausschuss der Bundesrechtsanwaltskammer, dessen langjähriger Vorsitzender er war. Rechtsanwalt und Notar a. D. Dr. Hansjörg Plewnia wurde neben seiner Tätigkeit im Vorstand der Rechtsanwaltskammer und dortigen Mitarbeit in der Gebührenabteilung von Vizepräsident Hans-Peter Benckendorff insbesondere für den Aufbau und die Organisation des Versorgungswerkes der Rechtsanwälte im Lande Hessen gewürdigt. Schließlich hob der Präsident in seiner Laudatio auf Rechtsanwalt und Notar a. D. Dr. Hans-Jürgen Sterner seine mehr als dreißigjährige Mitarbeit im Vorstand und Präsidium der Kammer hervor. Dr. Sterner war in der Gebühren-, Beschwerde- sowie in der Abteilung für Fortbildung und Innovation tätig und darüber hinaus maßgeblich an der Gründung des Versorgungswerkes der Rechtsanwälte im Lande Hessen beteiligt. Die Veranstaltung wurde musikalisch begleitet von der Wiesbadener Juristenband, die in diesem Jahr ihr vierzigstes Bühnenjubiläum begehen konnte. Der sich anschließende Stehimbiss bot langjährig Tätigen sowie jüngeren Kolleginnen und Kollegen Gelegenheit zum Kennenlernen und zum geselligen Austausch. Eine Ehrenurkunde sowie die silberne Nadel der Rechtsanwaltskammer erhielten folgende Ehrenamtler: Rechtsanwalt und Notar Dr. Dieter Lefèvre, (Anwaltsgericht) Rechtsanwalt und Notar Dr. Karl-Adolf Günther, (Prüfer für das 2. Staatsexamen) Rechtsanwältin Beatrix Egler, (Berufsbildung) Rechtsanwältin Sabine Häuser, (Berufsbildung) Rechtsanwältin Marianne Hehlke, (Berufsbildung) Rechtsanwalt Jürgen Hirschmann, (Berufsbildung) Bürovorsteher Peter Jeckel, (Berufsbildung) Studiendirektor Tony Knobloch, (Berufsbildung) Frau Roselinde Martin, (Berufsbildung) Oberstudienrat Manfred Marx, (Berufsbildung) Rechtsanwalt Hans-Joachim Matthei, (Berufsbildung) Rechtsanwalt Manfred Rühl, (Berufsbildung) Frau Jutta Scheibel, (Berufsbildung) Bürovorsteherin Regina Schwalb-Gwosc, (Berufsbildung) Rechtsanwalt Alois Simrock, (Berufsbildung) Rechtsanwalt Achim Stamm, (Berufsbildung) Rechtsanwalt Björn Vogel, (Berufsbildung) Rechtsanwältin Kornelia Wahl-Schneiders, (Berufsbildung) Oberstudienrätin Helga Weiss, (Berufsbildung) Frau Helga Wölfinger, (Berufsbildung) Rechtsanwalt Karl A. Zenger, (Berufsbildung) Kammer Aktuell 4/2011 Rechtsanwaltskammer16 16 Praktikanten Shanghai Die Rechtsanwaltskammer Frankfurt unterhält seit einiger Zeit ein besonderes Kooperationsabkommen mit der Rechtsanwaltskammer Shanghai. Zur Stärkung der Qualifikationen im internationalen Bereich wurde im Rahmen dieses Abkommens eine Austauschvereinbarung getroffen, die IN EIGENER SACHE es jungen Anwälten aus beiden Rechtsanwaltskammern ermöglichen soll, für ein halbes Jahr ein Praktikum in einer Kanzlei im Bezirk der jeweils anderen Kammer durchzuführen. Hierfür suchen wir Kanzleien, die bereit sind junge Anwälte aus Shanghai für ca. 6 Monate aufzunehmen. Die chinesischen Kollegen, mit entsprechend guter Sprachkompetenz in der englischen Sprache, haben alle bereits in China anwaltlich Erfahrungen gesammelt. Wünschenswert wäre es, wenn wir der Rechtsanwaltskammer Shanghai zusammen mit einer Kurzbeschreibung eine Liste der interessierten Kanzleien zukommen lassen könnten. Die Rechtsanwaltskammer Shanghai würde dann geeignete Kolleginnen und Kollegen aussuchen und Lebensläufe zur Verfügung stellen, um den Kanzleien die Auswahl zu ermöglichen und einen Kontakt herzustellen. Bei Interesse und für weitere Informationen melden Sie sich bitte bei Frau Karmelita Bese, Internationale Beziehungen, Tel. 069/ oder World City Bar Leaders Conference 2011 Die World City Bar Leaders Conference ist eine 2001 in New York gegründete Vereinigung von regionalen Anwaltorganisationen aus den großen Finanzzentren der Welt. Dazu gehört auch die Rechtsanwaltskammer. Sie tagt alle 1 ½ bis 2 Jahre und bespricht wesentliche gemeinschaftliche Anliegen der in diesen Zentren tätigen Kollegen. Einen Überblick über die Tätigkeit dieser Vereinigung in dieser Zeit erhalten Sie auf Die letzte Sitzung fand am in Montreal statt. Die Dokumentation zu dieser Tagung wird in Kürze ebenfalls auf dieser Website nachzulesen sein. Die Vereinigung hat beschlossen, die nächste Tagung Ende Mai 2013 in abzuhalten. Rechtsanwaltskammer Kammer Aktuell 4/201117 17 Zusammenarbeit für bilaterale Kooperationsvereinbarungen gesucht! Die Kammer hat zwischenzeitlich drei weitere Kooperationsvereinbarungen mit ausländischen Anwaltskammern abgeschlossen. Am wurde mit dem Ordem dos Advogados Portugueses, am mit der Vietnam Bar Federation und am mit der Advokatska Komora Serbiens eine Zusammenarbeitserklärung unterzeichnet. Um diese Vereinbarungen nachhaltig mit Leben zu füllen, ist es erforderlich, dass Kollegen, die auf Grund ihrer eigenen Tätigkeit an einem solchen bilateralen Verhältnis interessiert sind, an der Zusammenarbeit beteiligt werden. Wer sich aus diesen Gründen vorstellen kann, im portugiesischen, vietnamesischen oder serbischen Verhältnis mitzuarbeiten und bereit ist, in gemeinsamen Gremien gestalterisch tätig zu werden, kann sich gerne in der Geschäftsstelle bei Frau Karmelita Bese, Tel. 069/ oder melden. Kanzleimarketing und Mandantengewinnung für Anwälte Am Freitag, dem 09. September 2011 fand im besonderen Ambiente des Barocksaals des Grand Hotel Europa in Innsbruck das Fachseminar zum Thema Kanzleimarketing und Mandantengewinnung statt. Die Tiroler Rechtsanwaltskammer und die Rechtsanwaltskammer hatten zu dieser gemeinsamen Veranstaltung geladen, um Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten aus Italien, Deutschland und Österreich praktische Anleitungen im Bereich Marketing und Mandantenmanagement an die Hand zu geben. Als Fachexperten gaben Rechtsanwalt Prof. Dr. Benno Heussen aus Berlin, Rechtsanwalt Dr. Jose Campos Nave aus Eschborn/Frankfurt a. M. und Rechtsanwalt Dr. Ivo Greiter aus Innsbruck dem interessierten Publikum umfassende Einblicke in die Welt des Marketings und der Mandantengewinnung. Rechtsanwälte stehen vor einem härter werdenden Wettbewerb um Klienten. Damit rücken nachhaltige Marketing- und Mandantengewinnungsstrategien immer mehr in den Focus unternehmerischen Denkens und Handelns. Durch dieses Seminar möchten wir unseren Kolleginnen und Kollegen praktische Tipps mit auf den Weg geben, damit sie auf diese Herausforderung der Zukunft vorbereitet sind. Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, ein junges internationales Publikum nach Innsbruck zu holen und dieses für den Anwaltsstand wichtige Thema zu diskutieren, betonte Rechtsanwalt Dr. Harald Burmann, Präsident der Tiroler Rechtanwaltskammer. Er (v.l.n.r.: RA Dr. Harald Burmann, Präsident der Tiroler RAK; RA Dr. Ivo Greiter, Innsbruck; RA Prof. Dr. Benno Heussen, Berlin; RAin Dr. Christine Hofmann, Geschäftsführerin der RAK ; RA Dr. Gerhard Benn-Ibler, Österreichischer Rechtsanwaltskammertag, Präsident; RA Dr. Jose Campos Nave, Eschborn/Frankfurt a. M.) verwies in diesem Zusammenhang zudem auf die gelungene Kooperation zwischen der Tiroler Rechtsanwaltskammer und der Rechtsanwaltskammer, die im Herbst 2009 geschlossen wurde und u.a. die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen zum Ziel hat. Für das Seminar hatten sich ca. 60 Teilnehmer angemeldet, die auch nach den Vorträgen bei einem kleinen Imbiss Gelegenheit hatten, ihre Erfahrungen und Eindrücke auszutauschen. Kammer Aktuell 4/2011 Rechtsanwaltskammer18 18 Die Rechte des Beschuldigten im Ermittlungsverfahren Am fand auf Einladung der Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main die internationale Tagung zu dem Titel Die Rechte des Beschuldigten im Ermittlungsverfahren statt. Die Rechtsanwaltskammer Frankfurt hatte zu diesem hochspannenden Thema Kolleginnen und Kollegen befreundeter Kammern aus Brügge, Innsbruck, Nazareth und IN EIGENER SACHE Verona sowie interessierte Kolleginnen und Kollegen aus dem Kammerbezirk eingeladen. Ziel der Veranstaltung war das Spannungsverhältnis, in dem die betroffenen Grundrechte stehen, zu beleuchten. Gleichzeitig sollten Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern herausgearbeitet werden. Im Rahmen eines ca. 30-minütigen Vortrags stellten die Referentinnen und Referenten in ihren Ländervorträgen die jeweiligen Rechte des Beschuldigten im Ermittlungsverfahren dar. Dabei wurde der Schwerpunkt insbesondere auf das Recht auf anwaltlichen Beistand, das Schweigerecht, das Recht auf ein zügiges Verfahren sowie die Möglichkeiten, ein bereits eingeleitetes Verfahren zu erledigen, gelegt. Die Unterschiede in der Ausgestaltung der dem Beschuldigten und dem Rechtsanwalt zustehenden Rechte waren teilweise größer als erwartet. So mussten die Teilnehmer im Rahmen der Konferenz beispielsweise feststellen, dass die Rechte des Beschuldigten in Belgien, insbesondere das Recht auf Beiziehung eines Rechtsanwalts bei der ersten Vernehmung im Vergleich zu den anderen Ländern stärker eingeschränkt und die Einschnitte in die Grundrechte gravierend sind. Die sich anschließende lebhafte Diskussion mit den Teilnehmern und Referenten wurde unter der fundierten Moderation von Vizepräsident Eckart Hild, der den Länderbericht Deutschland gehalten hatte, geführt. Neu gewonnene Erkenntnisse und ein reger Austausch zum Strafprozessrecht machten das Seminar zu einer gelungenen Veranstaltung. Zeitpunkt der letzten Behördenentscheidung maßgeblich für Beurteilung der Rechtmäßigkeit des Widerrufs der Zulassung zur Anwaltschaft Mit seinem Beschluss vom [AnwZ (Brfg) 11/10] hat der Bundesgerichtshof die Umstellung des Verfahrensrechts in Anwaltssachen nunmehr auch durch Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung im Hinblick auf den maßgeblichen Zeitpunkt für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit des Widerrufs der Zulassung zur Anwaltschaft vollzogen. Konkret hatte der BGH über einen Antrag auf Zulassung der Berufung gemäß 112e Satz 2 BRAO, 124a Abs. 4 VwGO zu entscheiden, mit dem sich der Kläger gegen den Widerruf seiner Zulassung wegen Vermögensverfalls gemäß 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO durch die beklagte Rechtsanwaltskammer wendete. In der Vorinstanz hatte der AGH die Anfechtungsklage des Klägers abgewiesen und dabei offen gelassen, ob im gerichtlichen Verfahren eine nach Abschluss des Verwaltungsverfahrens eingetretene Konsolidierung der Vermögensverhältnisse des Klägers zu berücksichtigen sei. Dass sich der Kläger im Zeitpunkt des Erlasses der Widerrufsverfügung im Vermögensverfall befunden hat, stand nicht in Streit. Die ebenfalls unstrittige Konsolidierung der Vermögensverhältnisse nach Abschluss des Verwaltungsverfahrens war nach Auffassung des BGH im gerichtlichen Verfahren jedoch nicht mehr zu berücksichtigen. Unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung legt der BGH dar, dass es für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit der Widerrufsverfügung ausschließlich auf den Zeitpunkt des Abschlusses des behördlichen Widerrufsverfahren ankomme, also auf den Erlass des Widerspruchsbescheides oder, wenn das Landesrecht die Durchführung eines Widerspruchsverfahrens nicht vorsieht, auf die Widerrufsverfügung. Der bei Anfechtungsklagen für die gerichtliche Nachprüfung maßgebliche Beurteilungszeitraum bestimme sich allein nach dem materiellen Recht. Dieses gebe für verwaltungsbehördliche Rücknahme- und Widerrufsverfügungen in berufsrechtlichen Zulassungsverfahren als maßgeblichen Zeitpunkt den Abschluss des behördlichen Verfahrens bereits insoweit vor, als ein eigenständiges Wiederzulassungsverfahren bereitgehalten werde. Außerhalb des in 6, 7 BRAO geregelten Zulassungsverfahrens dürfe eine Wieder- Rechtsanwaltskammer Kammer Aktuell 4/201119 19 zulassung nicht erfolgen. Ausschließlich aufgrund des flexibel gestalteten Rechts der Freiwilligen Gerichtsbarkeit habe der BGH vor Inkrafttreten der BRAO-Novelle am , aus prozessökonomischen Erwägungen einen zweifelsfrei feststehenden nachträglichen Wegfall des Widerrufsgrundes noch im laufenden Gerichtsprozess berücksichtigen können. Mit der Integration der verwaltungsrechtlichen Anwaltssachen in die Verwaltungsgerichtsordnung bestehe diese Flexibilität nicht mehr. Der Gesetzgeber habe sich insoweit bewusst für die strikteren Strukturen des Verwaltungsprozessrechts entschieden, da die weitgehende Formlosigkeit des Verfahrens der Freiwilligen Gerichtsbarkeit nicht zum streitigen Verfahren der Bundesrechtsanwaltsordnung passe. MITTEILUNGEN Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist ausdrücklich zu begrüßen. Die konsequente Trennung von Widerrufs- und Wiederzulassungsverfahren dürfte zu einer zeitlichen Verkürzung der gerichtlichen Verfahren führen. Sie trägt zudem dem Charakter der Rechtsanwaltszulassung als gestaltendem Verwaltungsakt hinreichend Rechnung und führt zu mehr Rechtssicherheit. Eine andere Entscheidung des BGH wäre insbesondere auch im Vergleich mit den Zulassungsverfahren anderer reglementierter Berufe, die ebenfalls in die Regelungen des VwVfG und der VwGO eingebettet sind, nicht nachvollziehbar gewesen. Niedersächsischer AGH: 5 Abs. 4 FAO ist verfassungswidrig Die Regelung des 5 Abs 4 FAO, die den Rechtsanwaltskammern ermöglicht, von einem Fachanwaltsanwärter vorgelegte Fälle höher bzw. niedriger zu gewichten, verstößt gegen Art. 12 Abs. 1, 3 Abs. 1 und 20 Abs. 3 GG und ist deshalb nichtig. Das Gericht begründete seine Auffassung damit, dass eine Norm, die wie 5 Abs. 4 FAO das Grundrecht des Rechtsanwaltes aus Art. 12 Abs. 1 GG einschränkt, Mindestanforderungen an das rechtstaatliche Bestimmtheitsgebot erfüllen müsse. Dieses Erfordernis sieht der AGH Celle als nicht erfüllt an. Hinreichend konkrete Anhaltspunkte dafür, wann und in welchem Umfang eine Minder- oder Höhergewichtung vorzunehmen sei, enthalte 5 Abs. 4 FAO nicht. Hier werde nur allgemein vorgesehen, dass "Bedeutung, Umfang und Schwierigkeit einzelner Fälle" zu einer abweichenden Gewichtung führen könne. Bei einer solchen Anwendung sei für den Antragsteller in keiner Weise vorhersehbar, ob die von ihm in dem vorgegebenen Zeitraum bearbeiteten und eingereichten Fälle ausreichten, um seine besonderen praktischen Erfahrungen im Sinne des 5 FAO nachzuweisen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung und wegen der Abweichung von der bisherigen Rechtsprechung des BGH ist die Berufung zugelassen worden. Legal Links Auch eine Stadtführung zum Thema Frankfurt als Euround Bankenmetropole stand beim Besuch von etwa 20 Kolleginnen und Kollegen aus Barcelona am 6. und 7. Oktober 2011 auf dem vielseitigen Programm. Der Besuch basiert auf dem zwischen den Anwaltskammern Barcelona und Frankfurt geschlossenen Freundschaftsvertrag und ermöglichte es deutschen wie spanischen Kolleginnen und Kollegen mit Bezug zum jeweils anderen Land und seiner Rechtsordnung, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Kontakte zu pflegen. Die wechselseitigen Besuche ermöglichen Einblicke in das Rechtssystem und die anwaltliche Arbeit im jeweils anderen Land, die geknüpften Kontakte können bei der Bearbeitung von Mandaten mit Bezug zum anderen Land nutzbar gemacht werden. Das Programm läuft unter der Arbeitsbezeichnung Legal Links und wird im jährlichen Rhythmus abwechselnd von der Kammer Barcelona und der Kammer Frankfurt organisiert. Es wäre schön, wenn am für nächstes Jahr vorgesehenen Besuch in Barcelona zahlreiche Mitglieder der Rechtsanwaltskammer Frankfurt teilnehmen. Kammer Aktuell 4/2011 Rechtsanwaltskammer20 20 ZUR ANWALTLICHEN ARBEIT Bundesrechtsanwaltskammer begrüßt Änderung des 522 ZPO Sicherung der Rechtsweggarantie Die Bundesrechtsanwaltskammer begrüßt das am vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Einführung eines Rechtsmittels gegen Zurückweisungsbeschlüsse von Berufungsgerichten. Die bisherige Regelung des 522 Abs. 2 ZPO wurde im Rahmen der Reform der Zivilprozessordnung (ZPO) 2001 eingeführt. Danach können Berufungsgerichte die Berufung durch unanfechtbaren Beschluss zurückweisen, wenn sie nach Ansicht des Gerichtes keine Aussicht auf Erfolg hat, die Rechtssache keine grundlegende Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Berufungsgerichts nicht erfordert. Das jetzt beschlossene Gesetz gibt die Möglichkeit gegen diesen bisher unanfechtbaren Zurückweisungsbeschluss eine Nichtzulassungsbeschwerde einzulegen. Darüber hinaus wurde festgeschrieben, dass eine Zurückweisung erfordert, dass die Berufung offensichtlich ohne Aussicht auf Erfolg ist. Die BRAK hatte sich bereits bei der Einführung des nichtanfechtbaren Zurückweisungsbeschlusses gegen eine solche Verkürzung des Rechtsweges gewandt. "Wir halten zwar auch weiterhin eine komplette Abschaffung der Möglichkeit, die Berufung durch Beschluss ohne mündliche Verhandlung zurückzuweisen, für die beste Lösung, die jetzt beschlossene Möglichkeit eines Rechtsmittels ist jedoch bereits ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Rechtsweggarantie für den Bürger.", erläutert Hansjörg Staehle, Vizepräsident der BRAK die Position der Kammern. Gesetz zum Rechtsschutz bei überlangen Verfahren verabschiedet Der Bundestag hat Ende September das Gesetz über den Rechtsschutz bei überlangen Gerichtsverfahren und strafrechtlichen Ermittlungsverfahren in der Fassung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Rechtsausschusses beschlossen. Der Bundesrat hat dem neuen Gesetz am zugestimmt und ist damit dem Rechtsausschuss nicht gefolgt, der den Vermittlungsausschuss anrufen wollte. Die Neuregelung sieht für überlange Gerichtsverfahren einen Entschädigungsanspruch vor und versucht, den Gedanken einer Prävention mit der Einführung einer so genannten Verzögerungsrüge Rechnung zu tragen. Dadurch soll die Vorgabe des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte erfüllt werden, der die Bundesrepublik aufgefordert hatte, einen wirksamen innerstaatlichen Rechtsbehelf zu schaffen. Der Bundestag hat darüber hinaus eine Entschließung verabschiedet, in der die Bundesregierung aufgefordert wird, die Erfahrungen mit der Anwendung des Gesetzes nach Ablauf von zwei Jahren nach dem Inkrafttreten zu evaluieren. Insbesondere soll geprüft werden, ob der Umfang des Entschädigungsanspruchs für materielle Nachteile sowie die Anforderungen an den Nachweis der Kausalität bei materiellen Schäden dem Haftungsgrund sowie den Belangen der Betroffenen angemessen Rechnung tragen. Lastschrifteinzugsverfahren jetzt auch bei den Staatsanwaltschaften und der Amtsanwaltschaft Das Lastschrifteinzugsverfahren, das nun mehr als zwei Jahre bei allen hessischen Gerichten erfolgreich im Einsatz ist, ist seit einigen Wochen auch bei den hessischen Staatsanwaltschaften und der Amtsanwaltschaft möglich. Insbesondere für die Einziehung der Aktenversendungspauschale ist das Lastschrifteinzugsverfahren die denkbar einfachste, schnellste und kostengünstigste Zahlungsweise. Liegt die Einzugsermächtigung vor, erfolgt die weitere Bearbeitung des Antrags unmittelbar nach Versendung der Kostenrechnung. Der Nachweis des Zahlungseingangs ist grundsätzlich nicht erforderlich. Im Vollstreckungsverfahren der Staatsanwaltschaften ist das Lastschriftverfahren allerdings nicht zulässig. Rechtsanwaltskammer Kammer Aktuell 4/2011 Mehr anzeigen
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 EUGH