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Timestamp: 2018-10-23 00:11:51+00:00

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Rechtsprechung: NJW 2010, 3718 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 22.09.2010
BGH, 15.03.2010 - II ZR 4/09
GG Art. 103 Abs. 1; ZPO § 544 Abs. 7; BGB § 328
Art 103 Abs 1 GG, § 544 Abs 7 ZPO, § 242 BGB, § 328 BGB
GmbH: Schuldrechtliche Nebenabrede über eine geringere, als die satzungsgemäß bestimmte Abfindung im Falle des Ausscheidens aus der Gesellschaft
Abfindungsbeschränkung in schuldrechtlicher Nebenabrede zur Satzung
Vereinbarung einer geringeren Abfindungshöhe für den Fall des Ausscheidens eines Gesellschafters aus der Gesellschaft abweichend von einer Satzungsbestimmung im Wege einer schuldrechtlichen Nebenabrede im Interesse der Gesellschaft; Entgegenhalten einer schuldrechtlichen Nebenabrede gem. § 328 BGB durch die Gesellschaft hinsichtlich eines auf die in der Satzung festgelegten höheren Abfindung klagenden Gesellschafters
Zulässigkeit einer schuldrechtlichen Nebenabrede über die Abfindungsbeschränkung eines ausscheidenden GmbH-Gesellschafters zur Aufrechterhaltung eines Mitarbeiterbeteiligungsmodells
Zur Befugnis der Gesellschafter einer GmbH, im Interesse der Gesellschaft abweichend von einer Satzungsbestimmung eine geringere Abfindungshöhe für den Fall des Ausscheidens aus der Gesellschaft zu vereinbaren
Vereinbarung geringerer Abfindungshöhe für den Fall des Ausscheidens aus einer GmbH
Vereinbarung von geringerer Abfindungshöhe in Nebenabrede
Vertraglich reduzierte Abfindung für GmbH-Gesellschafter
Zulässigkeit einer schuldrechtlichen Nebenabrede über die Abfindungsbeschränkung eines ausscheidenden Gesellschafters zur Aufrechterhaltung eines Mitarbeiterbeteiligungsmodells
Vereinbarung einer von der Satzungsbestimmung abweichenden geringeren Abfindungshöhe bei Ausscheiden eines GmbH-Gesellschafters
Abweichung von der Satzung durch schuldrechtliche Nebenabreden
duslaw.eu (Kurzinformation)
Ein Satzungsverstoß ist kein Anfechtungsgrund
Änderungen des Gesellschaftsvertrags durch mündliche Nebenabreden oder ständige Übung
Gesellschaftervereinbarung zur Abfindungshöhe auch bei Abweichung von der Satzung zulässig
GmbHG § 3; BGB §§ 140, 328
Wirksamkeit eines formlosen Gesellschafterbeschlusses zur Beschränkung der satzungsmäßigen Abfindung (Dr. Michael Sommer)
Wirksamkeit eines formlosen Gesellschafterbeschlusses zur Beschränkung der satzungsmäßigen Abfindung
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH v. 15.3.2010 - II ZR 4/09 (Höhe der Abfindung eines GmbH-Gesellschafters)" von OStA Reimund Weyand, original erschienen in: StuB 2010, 683.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 15.03.2010, Az.: II ZR 4/09 (Gesellschafter: Vereinbarung einer geringeren Abfindungshöhe für den Fall des Ausscheidens im Wege einer schuldrechtlichen Nebenabrede" von RA Dr. Felix Podewils, original erschienen in: GmbHR 2010, 980 - 983.
Kurznachricht zu "Der allseitige Gesellschafterbeschluss als "schuldrechtliche Abrede" und dessen korporationsrechtliche Folgen" von Prof. Dr. Ulrich Noack, original erschienen in: NZG 2010, 1017 - 1018.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 15.03.2010, Az.: II ZR 4/09 (Wirksamkeit satzungsabweichender Vereinbarungen der Gesellschafter einer GmbH)" von Notar Dr. Roland Suppliet, original erschienen in: NotBZ 2011, 37 - 38.
LG Potsdam, 31.08.2007 - 52 O 110/06
OLG Brandenburg, 03.12.2008 - 7 U 186/07
NJW 2010, 3718
ZIP 2010, 1541
MDR 2010, 1127
DNotZ 2011, 135
WM 2010, 1559
BB 2010, 2772
DB 2010, 1749
NZG 2010, 988
BGH, 03.07.2018 - II ZR 452/17
Befugnis zur Änderung des Dienstvertrags eines GmbH-Geschäftsführers
Wie der Senat bereits entschieden hat, kann die Gesellschaft gemäß § 328 Abs. 1 BGB als Dritte aus einer Vereinbarung ihrer Gesellschafter eigene Rechte herleiten und auf ihrer Grundlage Ansprüche eines an der Vereinbarung beteiligten Gesellschafters abwehren (vgl. BGH, Beschluss vom 15. März 2010 - II ZR 4/09, ZIP 2010, 1541 Rn. 8).
BGH, 22.01.2013 - II ZR 80/10
Aktiengesellschaft: Wirksamkeit einer schuldrechtlichen Abrede über die …
a) In Rechtsprechung und Schrifttum ist allerdings anerkannt, dass die Aktionäre aufgrund der allgemeinen Vertragsfreiheit schuldrechtliche Nebenabreden treffen und darin Regelungen vorsehen können, die in der Satzung der Aktiengesellschaft nicht zulässig wären (BGH, Urteil vom 25. September 1986 - II ZR 272/85, ZIP 1987, 103, 104; Urteil vom 13. Juni 1994 - II ZR 38/93, BGHZ 126, 226, 234 f.;… Urteil vom 24. November 2008 - II ZR 116/08, ZIP 2009, 216 Rn. 12 - Schutzgemeinschaftsvertrag II; OLG Karlsruhe, WM 1990, 725 ff.;… Röhricht in Großkomm.AktG, 4. Aufl., § 23 Rn. 238 ff.;… Hüffer, AktG, 10. Aufl., § 23 Rn. 45 ff.;… Seibt in K. Schmidt/Lutter, AktG, 2. Aufl., § 23 Rn. 64 ff.;… MünchKommAktG/Pentz, 3. Aufl., § 23 Rn. 187 ff.;… Limmer in Spindler/Stilz, AktG, 2. Aufl., § 23 Rn. 41 ff.;… Arnd Arnold in KK-AktG, 3. Aufl., § 23 Rn. 172 ff.; Mayer, MittBayNot 2006, 281, 285;… Noack, Gesellschaftervereinbarungen bei Kapitalgesellschaften, 1994, S. 113 ff.; ebenso für die GmbH BGH, Urteil vom 29. Mai 1967 - II ZR 105/66, BGHZ 48, 163, 166; 20. Januar 1983 - II ZR 243/81, ZIP 1983, 297, 298; Urteil vom 7. Februar 1983 - II ZR 25/82, ZIP 1983, 432 f.; Urteil vom 27. Oktober 1986 - II ZR 240/85, ZIP 1987, 293, 295;… Urteil vom 15. Oktober 2007 - II ZR 216/06, ZIP 2007, 2416 Rn. 13 ff.; Beschluss vom 15. März 2010 - II ZR 4/09, ZIP 2010, 1541 Rn. 7).
BGH Urt. v. 27.10.1986 - II ZR 240/85, NJW 1987, 1890; s. auch BGH Beschl. v. 15.03.2010 II ZR 4/09, juris-Rn. 8; ebenso unter Verweis auf die BGH-Rspr.: OLG Hamm Urt. v.
So hat der BGH in seinem Beschluss vom 15. März 2010 (veröffentlicht in MDR 2010, 1127 f.) den Fall der schuldrechtlichen Vereinbarung geringerer Abfindung zwischen den Gesellschaftern einer GmbH bei Vorliegen eines "Mitarbeiterbeteiligungsmodelles" zu beurteilen gehabt und Folgendes ausgeführt:.
Ein Auseinanderfallen von GmbH-Vertrag und schuldrechtlicher Nebenabrede, das für die Wirksamkeit der jeweiligen Vereinbarung grundsätzlich ohne Belang ist (vergleiche BGH MDR 2010, 1127), ist vorliegend daher nicht gegeben.
a) Mit diesen Ausführungen hat das Berufungsgericht unter Verstoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG den wesentlichen Kern des Vorbringens der Beklagten nicht erfasst (vgl. nur BGH…, Beschluss vom 17. Januar 2008 - V ZR 92/07, juris Rn. 7;… Beschluss vom 9. Februar 2009 - II ZR 77/08, WM 2009, 1154 Rn. 3 f.; Beschluss vom 15. März 2010 - II ZR 4/09, ZIP 2010, 1541 Rn. 4).
Mit Beschluss vom 15. März 2010 (II ZR 4/09, ZIP 2010, 1541 Rn. 7 ff.) hat der Senat auch die Frage entschieden, dass nicht nur die Satzungsregelungen über die Abfindung, sondern auch schuldrechtliche Nebenabreden eine zulässige oder unzulässige - Abfindungsbeschränkung enthalten können.
aa) Bei dem Gesellschafterbeschluss vom 22.12.2007 handelt es sich um eine außerhalb des Gesellschaftsvertrages stehende schuldrechtliche Nebenabrede, die grundsätzlich als Gesellschafterbeschluss getroffen werden kann, soweit nicht zwingendes Recht entgegensteht (BGH, Beschluss vom 15.03.2010, II ZR 4/09, DB 2010, 1749;… Baumbach/Hueck, GmbHG, 19. Aufl., § 3 Rdnr. 56).
Grundsätzlich anerkannt ist lediglich, dass ein Gesellschafterbeschluss bzw. eine schuldrechtliche Nebenabrede der Gesellschafter eine Anspruchsgrundlage nach § 328 BGB zugunsten der Gesellschaft selbst, also der Beklagten als GmbH, ergeben kann (vgl. BGH, Beschluss vom 15.03.2010 aaO).
Gemäß § 328 Abs. 1 BGB kann sich jedoch auch die Beklagte als Dritte auf die zwischen den Aktionären abgeschlossene Vereinbarung berufen (BGH, Beschluss vom 15.03.2010, II ZR 4/09, juris Tz. 8).
Aber selbst dann, wenn man - mit der Klägerin - in dem Beschluss vom 8.3.2008 einen Vertrag zwischen den Gesellschaftern sehen würde, könnte man allenfalls einen Vertrag zugunsten Dritter (dazu im Gesellschaftsrecht: BGH Urteil vom 15.3.2010 - II ZR 4/09 - [NJW 2010, 3718f.]) annehmen, der wiederum nur der Gesellschaft ein Forderungsrecht geben würde.
OLG München, 26.09.2012 - 7 U 2565/11
Beschlussmängelklage gegen Gesellschafterbeschlüsse einer Kommanditgesellschaft: …
Entscheidendes Indiz hierfür ist, wenn der Gesellschaftsvertrag die konkrete Gesellschaft in ihrer Organisation und Entscheidungsfindungsstruktur an das kapitalgesellschaftsrechtliche System, etwa an die Regeln des GmbH-Gesetzes angenähert hat (vgl. dazu BGH, Urteil vom 24.3.2003 - II ZR 4/09 - NJW 2003, 820 f.; Urteil vom 1.3.2011 - II ZR 83/09 - NJW 2011, 2578 ff., jeweils m.w.Nachw.).
BGH, 22.09.2010 - XII ZB 135/10
Betreuung: Genehmigung einer Zwangsmedikation bei Unterbringung des Betreuten
Genehmigung einer Zwangsmedikation eines Betroffenen bei der Unterbringung in einer Nervenheilanstalt aufgrund der Gefahr der Selbstzufügung von erheblichen gesundheitlichen Schaden sowie Notwendigkeit der Unterbringungung für eine längerfristige Heilbehandlung mangels Einsichtsfähigkeit des Betroffenen
Zwangsmedikation - Voraussetzungen
Familienrecht - Zwangsmedikation eines Betreuten
Zur Zwangsmedikamentation
Betreuungsrecht - Genehmigung einer Zwangsmedikation bei der Unterbringung des Betroffenen
Strenge Voraussetzungen für Zwangsmedikation
Zwangsmedikation kann nur allerletztes Mittel sein
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 22.09.2010, Az.: XII ZB 135/10 (Zwangsmedikation mittels Depotspritze)" von RiOLG Dr. Matthias Locher, original erschienen in: FamRB 2010, 79 - 80.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 22.09.2010, Az.: XII ZB 135/10 (Zu den Voraussetzungen der Genehmigung einer Zwangsmedikation bei der Unterbringung des Betroffenen gemäß § 1906 Abs. 1 Nr. 2 BGB)" von RA Prof. Robert Roßbruch, original erschienen in: PflR 2011, 86.
AG Radolfzell, 01.10.2009 - 1 XVII 72/94
LG Konstanz, 11.03.2010 - 12 T 230/09
MDR 2010, 1393
FGPrax 2010, 317
FGPrax 2011, 317
Ob dies der Fall sei, bedürfe im Hinblick auf die Schwere des Eingriffs einer besonders sorgfältigen Prüfung (Senatsbeschluss vom 22. September 2010 - XII ZB 135/10 - FamRZ 2010, 1976 Rn. 8).
Schließlich sei ein Vorratsbeschluss für den Fall, dass der Betroffene sich gegen die Verabreichung von Medikamenten durch Spritzen wehren werde, im Hinblick auf die Schwere des Eingriffs unzulässig (Senatsbeschluss vom 22. September 2010 - XII ZB 135/10 - FamRZ 2010, 1976 Rn. 11).
Denn der Senat hat bereits entschieden, dass ein Vorratsbeschluss für den Fall, dass der Betroffene sich gegen die Verabreichung von Medikamenten durch Spritzen wehren werde, im Hinblick auf die Schwere des Eingriffs unzulässig ist (Senatsbeschluss vom 22. September 2010 - XII ZB 135/10 - FamRZ 2010, 1976 Rn. 11).
Damit handelte es sich bei der vom Amtsgericht ausgesprochenen Genehmigung aber um einen unzulässigen Vorratsbeschluss (…vgl. Senatsbeschlüsse BGHZ 193, 337 = FamRZ 2012, 1366 Rn. 38 und vom 22. September 2010 - XII ZB 135/10 - FamRZ 2010, 1976 Rn. 11).
Die Anordnung einer geschlossenen Unterbringung "auf Vorrat" für den Fall, dass später eine solche Einrichtung bereit steht, wäre angesichts des erheblichen Eingriffs in das grundrechtlich geschützte Freiheitsrecht des Betroffenen aber rechtswidrig (vgl. BGH, Beschluss vom 22.09.2010 - XII ZB 135/10 - zitiert nach Juris, Rn. 11;… Beschluss vom 23.01.2008 - XII ZB 185/07 - zitiert nach Juris, Rn. 29).
Dies entspricht der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (grundlegend Beschluss vom 01.02.2006 - XII ZB 236/05; ferner Beschluss vom 22.09.2010 - XII ZB 135/10), der sich die vorlegende Kammer insoweit anschließt.
(a) Soweit der BGH - XII ZB 135/10 - in seinem Beschluss vom 22. September 2010 (= NJW 2010, 3718) die Auffassung vertreten hat, eine innerhalb einer Unterbringung beabsichtigte Zwangsbehandlung bedürfe einer gesonderten betreuungsgerichtlichen Genehmigung, ist dem nicht zu folgen.

References: Art. 103
 § 544
 § 328
 § 544
 § 242
 § 328
 § 328
 § 3
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 328
 § 23
 § 23
 § 23
 § 23
 § 23
 § 23

BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 Art. 103
 § 3
 § 328
 § 328
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 1906
 BGH