Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_aktuell_ArbeitszeitG_Umsetzung_Richtlinie.html
Timestamp: 2017-03-30 10:46:05+00:00

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1. Mindestruhezeit von 11 Stunden pro 24-Stunden-Zeitraum Mit § 5 Abs.1 Arb­ZG be­ab­sich­tig­te der Ge­setz­ge­ber, die in Art.3 der Richt­li­nie ent­hal­te­ne Vor­ga­be ei­ner Min­destru­he­zeit von 11 zu­sam­menhängen­den St­un­den pro 24-St­un­den-Zeit­raum um­zu­set­zen. Nach § 5 Abs.1 Arb­ZG müssen Ar­beit­neh­mer "nach Be­en­di­gung der tägli­chen Ar­beits­zeit" ei­ne un­un­ter­bro­che­ne Ru­he­zeit von min­des­tens 11 St­un­den ha­ben. a) Elfstündi­ge Ru­he­zeit und tägli­che Höchst­ar­beits­zeit Wie auch in Be­zug auf Art.3 der Richt­li­nie fragt sich auch in be­zug auf § 5 Abs.1 Arb­ZG, ob sich aus die­ser Vor­schrift mit­tel­bar ei­ne Höchst­gren­ze der tägli­chen Ar­beits­zeit von (24 - 11 =) 13 St­un­den er­gibt. Die­se Mei­nung wird in der Li­te­ra­tur ver­ein­zelt ver­tre­ten (vgl. Neu­mann/Biebl, Arb­ZG, 13.Aufl. 2001, § 5, Rn.3). Nach vor­herr­schen­der Mei­nung läßt sich aus § 5 Abs.1 Arb­ZG le­dig­lich die Pflicht zur Gewährung ei­ner elfstündi­gen Ru­he­zeit im An­schluß an die tägli­che Ar­beits­zeit her­lei­ten. De­ren Dau­er wer­de je­doch nicht durch § 5 Abs.1 Arb­ZG, son­dern aus­sch­ließlich durch an­de­re Vor­schrif­ten, nämlich durch § 3 Arb­ZG so­wie durch die ver­schie­de­nen Aus­nah­men zu § 3, d.h. zum Bei­spiel durch § 7 Arb­ZG be­stimmt. Be­tra­ge die tägli­che Ar­beits­zeit auf­grund von sol­chen (Aus­nah­me-)Re­ge­lun­gen im Ex­trem­fall 24 St­un­den, so sei es mit § 5 Abs.1 Arb­ZG ver­ein­bar, wenn die elfstündi­ge Ru­he­zeit erst im An­schluß an die­se 24stündi­ge Ar­beit gewährt wird (Kas­se­ler Hand­buch zum Ar­beits­recht, Bd.1, 2. Aufl., Stich­wort "Ar­beits­zeit" [Schlie­mann], Rn.279; Schlie­mann/Mey­er, Ar­beits­zeit­recht, 2. Aufl. 2002, Rn.337; Zmarz­lik/Anz­in­ger, Kom­men­tar zum Arb­ZG, Hei­del­berg 1995, § 5 Rn.16, 17; wohl auch Ba­eck/Deutsch, Arb­ZG, München 1999, § 5 Rn.10). Für die herr­schen­de An­sicht spricht der ein­deu­ti­ge Wort­laut der Re­ge­lung, da hier nämlich "nach Be­en­di­gung der tägli­chen Ar­beits­zeit" steht und nicht et­wa "in­ner­halb von 24 St­un­den". Außer­dem hat der Ge­setz­ge­ber durch ei­ne Rei­he an­de­rer Vor­schrif­ten hin­rei­chend klar­ge­stellt, daß er die Höchst­gren­ze der tägli­chen Ar­beits­zeit auf an­de­re Wei­se bzw. in an­de­ren Vor­schrif­ten (ins­be­son­de­re in §§ 3 und 7) re­geln möch­te. In die­se Rich­tung weist auch der neu ge­schaf­fe­ne § 7 Abs.9 Arb­ZG. Da­nach muß, wenn die werktägli­che Ar­beits­zeit auf über 12 St­un­den hin­aus verlängert wird, im un­mit­tel­ba­ren An­schluß an die Be­en­di­gung der Ar­beits­zeit ei­ne Ru­he­zeit von min­des­tens elf St­un­den gewährt wer­den. Die­se Vor­schrift lie­fe weit­ge­hend leer bzw. hätte nur ei­nen mi­ni­ma­len An­wen­dungs­be­reich, wäre be­reits aus § 5 Abs.1 Arb­ZG zu fol­gern, daß die werktägli­che Ar­beits­zeit ma­xi­mal 13 St­un­den be­tra­gen könne. Un­abhängig von § 7 Abs.9 Arb­ZG folgt aus § 5 Abs.1 Arb­ZG aber wohl ei­ne ab­so­lu­te Ober­gren­ze der werktägli­chen Ar­beits­zeit von 24 St­un­den, da an­de­ren­falls die Vor­ga­be ei­ner im An­schluß an die "tägli­che" Ar­beits­zeit zu gewähren­den Ru­he­zeit nicht ein­ge­hal­ten wer­den würde. Mit "täglich" ist der in­di­vi­du­el­le, mit der Ar­beits­auf­nah­me des Ar­beit­neh­mers be­gin­nen­de 24-St­un­den­zeit­raum ge­meint und nicht et­wa der Ka­len­der­tag. b) Ver­ein­bar­keit von § 5 Abs.1 Arb­ZG mit Art.3 der Ar­beits­zeit­richt­li­nie Wenn § 5 Abs.1 Arb­ZG, wo­von nach dem Obi­gen aus­zu­ge­hen ist, mit ei­ner 24 St­un­den be­tra­gen­den Ar­beits­zeit ver­ein­bar ist, so drängt sich die Fra­ge auf, ob mit die­ser Norm die Vor­ga­be des Art.3 der Ar­beits­zeit­richt­li­nie aus­rei­chend um­ge­setzt wur­de. Ei­ne sol­che Fra­ge wäre aber falsch ge­stellt, da die Länge der oh­ne Ru­he­zeit mögli­chen Ar­beits­zeit eben nicht (nur) aus § 5 Abs.1 Arb­ZG, son­dern viel­mehr in ers­ter Li­nie aus an­de­ren Vor­schrif­ten des Arb­ZG folgt, wie ins­be­son­de­re aus den in § 7 Arb­ZG ge­re­gel­ten Möglich­kei­ten ei­ner Ab­wei­chung von § 3 und § 5. So er­laubt zum Bei­spiel der durch die No­vel­lie­rung nicht geänder­te § 7 Abs.2 Nr.3 Arb­ZG, bei der Be­hand­lung, Pfle­ge und Be­treu­ung von Per­so­nen durch Ta­rif­ver­trag oder Be­triebs­ver­ein­ba­rung von § 5 Abs.1 und zu­gleich von § 3 Arb­ZG ab­zu­wei­chen, so­fern der Ge­sund­heits­schutz der Ar­beit­neh­mer durch ei­nen ent­spre­chen­den Zeit­aus­gleich gewähr­leis­tet wird. Wenn die­se Vor­schrift, wor­an kaum zu zwei­feln ist, ei­ne durch Art.17 Abs.2.1 c) (i) und zu­gleich durch Art.17 Abs.3 der Ar­beits­zeit­richt­li­nie er­laub­te Aus­nah­me von der Ru­he­zei­ten­vor­schrift bzw. von Art.3 der Richt­li­nie dar­stellt, dann ist auch die Um­set­zung der Grund­satz­norm (Art.3 der Richt­li­nie) in Ge­stalt von § 5 Abs.1 Arb­ZG eu­ro­pa­recht­lich nicht zu be­an­stan­den. Teil­wei­se wird in die­ser Fra­ge ei­ne an­de­re Mei­nung ver­tre­ten (so et­wa von Oet­ker/Preis, Eu­ropäisches Ar­beits- und So­zi­al­recht EAS, Teil B, 79. Erg.-Lfg. Okt. 2002, Stich­wort "Ar­beits­zeit", Rn.45 [Bal­ze]), d.h. man nimmt an, daß das Arb­ZG mit § 5 Abs.1 und § 7 ge­gen die Ar­beits­zeit­richt­li­nie ver­s­toße, da die in der Richt­li­nie de­fi­nier­ten Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Aus­nah­me von Art.3 nicht ge­ge­ben sei­en. Dies hätte für die­je­ni­gen Kli­ni­ken, die vom "Staat" be­trie­ben wer­den, un­an­ge­neh­me Kon­se­quen­zen. Ent­spre­chend der herr­schen­den Mei­nung im Eu­ro­pa­recht und un­ter Berück­sich­ti­gung des Ur­teils des BAG vom 18.02.2003 (1 ABR 2/02, NZA 2003, S.742 ff., S.749 f.) müßte man dann nämlich auf­grund der seit am 03.09.1997 ab­ge­lau­fe­nen Um­set­zungs­frist da­von aus­ge­hen, daß die in Art.3 der Richt­li­nie ent­hal­te­ne Ru­he­zeit-Vor­ga­be für staat­lich be­trie­be­ne Kli­ni­ken un­mit­tel­ba­re Gel­tung be­sit­zen. 2. Ruhepause bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden
Die in Art.4 der Richt­li­nie ent­hal­te­ne Vor­ga­be ei­ner Ar­beits­pau­se bei ei­ner tägli­chen Ar­beits­zeit von mehr als 6 St­un­den hat der deut­sche Ge­setz­ge­ber durch § 4 Arb­ZG um­ge­setzt. Da­nach müssen Ar­beit­neh­mern bei ei­ner Ar­beits­zeit von mehr als 6 bis 9 St­un­den ei­ne im vor­aus fest­ge­leg­te Pau­se von 30 Mi­nu­ten er­hal­ten und bei ei­ner Ar­beits­zeit von mehr als 9 St­un­den (min­des­tens) ei­ne im vor­aus fest­ge­leg­te Pau­se von (ins­ge­samt) 45 Mi­nu­ten. 3. Mindestruhezeit von 24 Stunden pro Siebentageszeitraum Die in Art.5 der Richt­li­nie ent­hal­te­ne Ver­pflich­tung der Mit­glied­staa­ten, ei­ne 24stündi­ge Ru­he­zeit pro Sie­ben­ta­ges­zeit­raum zu gewähr­leis­ten, hat das Arb­ZG in Ge­stalt der Re­ge­lun­gen über die Sonn­tags­ru­he (§§ 9 ff.) um­ge­setzt (Oet­ker/Preis, Eu­ropäisches Ar­beits- und So­zi­al­recht EAS, Teil B, 79. Erg.-Lfg. Okt. 2002, Stich­wort "Ar­beits­zeit", Rn.56 [Bal­ze]). § 9 Abs.1 Arb­ZG be­stimmt, daß Ar­beit­neh­mer an Sonn- und ge­setz­li­chen Fei­er­ta­gen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt wer­den dürfen. 4. Wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden Gemäß Art.6 der Richt­li­nie müssen die Mit­glied­staa­ten gewähr­leis­ten, daß die durch­schnitt­li­che Ar­beits­zeit pro Sie­ben­ta­ges­zeit­raum 48 St­un­den nicht über­schrei­tet. Die­se Vor­ga­be hat der deut­sche Ge­setz­ge­ber durch die An­ord­nung des Acht­stun­den­tags als ge­setz­li­cher Re­gel in § 3 Satz 1 Arb­ZG grundsätz­lich erfüllt, da sich bei ei­ner Sechs­ta­ge­wo­che ei­ne re­gelmäßige Höchst­ar­beits­zeit von (6 x 8=) 48 St­un­den er­gibt. Durch die von der Ar­beits­zeit­richt­li­nie nicht oder zu­min­dest nicht un­mit­tel­bar ge­for­der­te Be­schränkung der tägli­chen Ar­beits­zeit ist er so­gar über die Richt­li­nie hin­aus­ge­gan­gen. Ob die in § 3 Satz 2 Arb­ZG ent­hal­te­ne Verlänge­rungsmöglich­keit (10 St­un­den bei ei­nem Aus­gleich bin­nen 6 Mo­na­ten oder 24 Wo­chen) und ob die Ab­wei­chungsmöglich­kei­ten des § 7 Abs.1 Arb­ZG den An­for­de­run­gen der Richt­li­nie ent­spre­chen, ist strei­tig (vgl. die Dis­kus­si­on bei Oet­ker/Preis, Eu­ropäisches Ar­beits- und So­zi­al­recht EAS, Teil B, 79. Erg.-Lfg. Okt. 2002, Stich­wort "Ar­beits­zeit", Rn.64 ff. [Bal­ze]). 5. Normale Arbeitszeit von höchstens 8 Stunden bei Nachtarbeit Die Mit­glied­staa­ten müssen gemäß Art.8 gewähr­leis­ten, daß die "nor­ma­le Ar­beits­zeit" der Nacht­ar­bei­ter im Durch­schnitt 8 St­un­den pro 24-St­un­den-Zeit­raum nicht über­schrei­tet. Die­se Ver­pflich­tung hat die Bun­des­re­pu­blik in § 6 Abs.2 Satz 1 Arb­ZG um­ge­setzt. Da­nach darf die werktägli­che Ar­beits­zeit der Nacht­ar­bei­ter 8 St­un­den nicht über­schrei­ten. Wird sie, was grundsätz­lich zulässig ist, auf 10 St­un­den verlängert, muß in­ner­halb ei­nes Mo­nats oder in­ner­halb von 4 Wo­chen der Durch­schnitt von höchs­tens 8 St­un­den ein­ge­hal­ten wer­den (§ 6 Abs.2 Satz 2 Arb­ZG). 6. Überblick
Ins­ge­samt ent­spre­chen sich die o.g. Re­ge­lun­gen der Ar­beits­zeit­richt­li­nie und des Arb­ZG wie folgt: In­halt der Vor­schrift

References: § 5
 Art.3
 § 5
 Art.3
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 3
 § 3
 § 7
 § 5
 § 5
 § 5
 § 7
 § 5
 § 7
 § 5
 § 5
 Art.3
 § 5
 Art.3
 § 5
 § 7
 § 3
 § 5
 § 7
 § 5
 § 3
 Art.17
 Art.17
 Art.3
 § 5
 § 5
 § 7
 Art.3
 Art.3
 Art.4
 § 4
 Art.5
 § 9
 Art.6
 § 3
 § 3
 § 7
 Art.8
 § 6