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Timestamp: 2020-04-06 12:49:17+00:00

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BVerwG, 24.02.1982 - VI C 8.77 - dejure.org
BVerwG, 24.02.1982 - VI C 8.77
https://dejure.org/1982,326
BVerwG, 24.02.1982 - VI C 8.77 (https://dejure.org/1982,326)
BVerwG, Entscheidung vom 24.02.1982 - VI C 8.77 (https://dejure.org/1982,326)
BVerwG, Entscheidung vom 24. Februar 1982 - VI C 8.77 (https://dejure.org/1982,326)
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Heilbehandlung - Ehemann der Erkrankten - Beihilfefähigkeit - Heilfürsorge - Truppenärztliche Versorgung - Erneute Schwangerschaft - Gesundheitliches Risiko - Krankheitsfall - Sterilisation des Ehemannes
VG Stuttgart, 21.05.1973 - IV 49/72
VGH Baden-Württemberg, 18.02.1976 - IV 815/73
BVerwG, 04.02.1977 - 6 B 23.76
BVerwGE 65, 87
DÖV 1982, 51
ZBR 1982, 157
a) Für die Verpflichtungsklage ist anerkannt, dass ihre Zulässigkeit grundsätzlich von einem vorher im Verwaltungsverfahren erfolglos gestellten Antrag auf Vornahme des eingeklagten Verwaltungsakts abhängt (Urteile vom 30. August 1973 - BVerwG 2 C 10.73 - Buchholz 232 § 181 BBG Nr. 6 S. 12, vom 17. April 1975 - BVerwG 2 C 30.73 - Buchholz 235 § 1 BBesG Nr. 1 S. 7 f., vom 14. Dezember 1978 - BVerwG 5 C 1.78 - BVerwGE 57, 204 und vom 24. Februar 1982 - BVerwG 6 C 8.77 - Buchholz 238.4 § 30 SG Nr. 5; Beschluss vom 6. Mai 1993 - BVerwG 1 B 201.92 - juris; Urteil vom 31. August 1995 - BVerwG 5 C 11.94 - BVerwGE 99, 158 = Buchholz 436.0 § 119 BSHG Nr. 2 S. 2 f.;… Sodan, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 2. Aufl. 2006, § 42 Rn. 37 m.w.N.).
Für den Krankheitsbegriff im Sinne des § 6 Abs. 1 HBeihVO ist mangels einer eigenständigen Begriffsbestimmung in der Beihilfenverordnung grundsätzlich auf den sozialversicherungsrechtlichen Krankheitsbegriff nach § 27 Abs. 1 Satz 1 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) zurückzugreifen, wie er insbesondere in der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts entwickelt worden ist (stRspr, vgl. BVerwG, Urteile vom 24. Februar 1982 - 6 C 8.77 - BVerwGE 65, 87 …und vom 10. Oktober 2013 - 5 C 32.12 - BVerwGE 148, 106 Rn. 11 m.w.N.).
Für das Beihilferecht hat das Bundesverwaltungsgericht bereits in ähnlicher Weise entschieden, dass nach den besonderen Umständen des Einzelfalls schon die konkrete Gefahr einer künftigen Erkrankung ausreichend sein kann, um das Vorliegen einer Krankheit zu bejahen (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Februar 1982 - 6 C 8.77 - BVerwGE 65, 87 ).
Wie aber das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 24. Februar 1982 - IV C 8.77 - (BVerwGE 65, 87 f.) entschieden habe, würden im Hinblick auf den Regelungszusammenhang der Beihilfevorschriften Heilbehandlungen auch dann für den Erkrankten erbracht, wenn er seine Gesundheit ausnahmsweise nur dadurch wieder erlangen könne, dass die Behandlung an seinem Ehepartner vorgenommen werde.
Soweit das Verwaltungsgericht sich auf die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Februar 1982 (AZ -VI C 8.77 -, BVerwGE 65, 87 f.) beziehe, sei dies nicht zutreffend.
Der Begriff Krankheit in dieser Vorschrift ist in Ermangelung einer eigenständigen Definition in der Hessischen Beihilfenverordnung in Anlehnung an den sozialversicherungsrechtlichen Krankheitsbegriff als ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand zu verstehen, der die Notwendigkeit einer Heilbehandlung zur Folge hat (BVerwG, Urteil vom 24. Februar 1982 - VI C 8.77 - Juris-Umdruck Rn. 30).
Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sind auch die Grundsätze, die das Bundesverwaltungsgericht zur sog. vikariierenden Behandlung (BVerwG, Urteil vom 24. Februar 1982 - VI C 8.77 - Juris-Umdruck Rz. 31) entwickelt hat, nicht auf den vorliegenden Fall zur Anwendung zu bringen.
Überdies ist der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Februar 1982 (a. a. O.) entgegen der Auffassung des Verwaltungsgerichts zu entnehmen, dass dort die durch die Behandlung des Ehemannes ersetzte Behandlung der Ehefrau ebenfalls beihilfefähig gewesen wäre.
Zudem ist, wie eingangs schon erwähnt wurde, darauf hinzuweisen, dass medizinische Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft (künstliche Befruchtung) nach der sozialversicherungsrechtlichen Betrachtungsweise, die auch für die Beihilfegewährung maßgeblich ist (BVerwG, Urteil vom 24. Februar 1982 - VI C 8.77 - Juris-Umdruck Rz. 30; Hess. VGH, Beschluss vom 27. Januar 2006 - 1 UZ 1896/05 -) gerade nicht als Behandlung einer Krankheit anzusehen sind (vgl. BVerfG…, Urteil vom 28. Februar 2007 - 1 BvL 5/03 - Juris- Umdruck Rn. 34 …sowie Beschluss vom 27. Februar 2009 - 1 BvR 2982/07 - Juris-Umdruck Rn. 10).
Sie stellt insoweit die dem Wehrdienst gemäße Form der Heilfürsorge dar, die der Erfüllung der Fürsorgepflicht des Dienstherrn gegenüber den Soldatinnen und Soldaten dient (Urteile vom 24. Februar 1982 - BVerwG 6 C 8.77 - BVerwGE 65, 87 = Buchholz 238.4 § 30 SG Nr. 5 S. 1 …und vom 27. November 2003 a.a.O. S. 267).
Zwar ist die frühere Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts davon ausgegangen, dass die truppenärztliche Versorgung nur solche ärztlichen Maßnahmen umfasse, die zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Wehrdienstfähigkeit des Soldaten selbst erforderlich seien (vgl. Urteil vom 24. Februar 1982 a.a.O.).
Die Zulässigkeit der Verpflichtungsklage setzt zwar nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts regelmäßig einen vor Klageerhebung an die Behörde zu stellenden Antrag voraus, der, weil es sich um eine Klage-, nicht um eine bloße Sachurteilsvoraussetzung handelt, nicht im Prozess nachgeholt werden kann (vgl. BVerwG, Urteile vom 30.08.1973 - 2 C 10.73 -, Buchholz 232 § 181 BBG Nr. 6, vom 24.02.1982 - 6 C 8.77 -, juris…, vom 16.01.1985 - 5 C 36.84 -, juris, Rn. 9 ff., …und vom 31.08.1995 - 5 C 11.94 -, juris, Rn. 14 ff.;… VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 19.04.1999 - 6 S 420/97 -, juris, Rn. 3 f.).
23 a) Für die Verpflichtungsklage ist anerkannt, dass ihre Zulässigkeit grundsätzlich von einem vorher im Verwaltungsverfahren erfolglos gestellten Antrag auf Vornahme des eingeklagten Verwaltungsakts abhängt (Urteile vom 30. August 1973 BVerwG 2 C 10.73 Buchholz 232 § 181 BBG Nr. 6 S. 12, vom 17. April 1975 BVerwG 2 C 30.73 Buchholz 235 § 1 BBesG Nr. 1 S. 7 f., vom 14. Dezember 1978 BVerwG 5 C 1.78 BVerwGE 57, 204 und vom 24. Februar 1982 BVerwG 6 C 8.77 Buchholz 238.4 § 30 SG Nr. 5; Beschluss vom 6. Mai 1993 BVerwG 1 B 201.92 juris; Urteil vom 31. August 1995 BVerwG 5 C 11.94 BVerwGE 99, 158 = Buchholz 436.0 § 119 BSHG Nr. 2 S. 2 f.;… Sodan, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 2. Aufl. 2006, § 42 Rn. 37 m.w.N.).
Da die Beihilfevorschriften keinen eigenständigen Krankheitsbegriff statuieren, ist grundsätzlich auf den sozialversicherungsrechtlichen Krankheitsbegriff nach § 27 Abs. 1 Satz 1 SGB V und die dazu ergangene Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zurückzugreifen (Urteil vom 24. Februar 1982 - BVerwG 6 C 8.77 - BVerwGE 65, 87 = Buchholz 238.4 § 30 SG Nr. 5 S. 5;… Beschluss vom 4. November 2008 - BVerwG 2 B 19.08 - Buchholz 310 § 86 Abs. 1 VwGO Nr. 370 Rn. 4).
Jemand ist krank, wenn er in seiner Körperfunktion beeinträchtigt ist oder an einer anatomischen Abweichung leidet, die entstellend wirkt (Urteile vom 24. Februar 1982 a.a.O. …und Beschluss vom 4. November 2008 a.a.O.; BSG, Urteile vom 10. Februar 1993 - 1 RK 14/92 - BSGE 72, 96 ;… vom 19. Oktober 2004 - B 1 KR 3/03 R - BSGE 93, 252 Rn. 4 f.;… vom 28. Februar 2008 - B 1 KR 19/07 R - BSGE 100, 119 Rn. 11 …und vom 28. September 2010 - B 1 KR 5/10 R - NJW 2011, 1899 Rn. 10).
Zu den zusätzlichen, durch die Besoldung nicht in voller Höhe gedeckten Aufwendungen aus Anlaß von Krankheitsfällen gehört auch die wegen chronischen Alkoholismus mit Krankheitswert notwendige stationäre Unterbringung und Entwöhnungsbehandlung; daß chronischer Alkoholismus mit Kontrollverlust und zwanghafter Abhängigkeit vom Alkohol als Krankheit im vorstehenden Sinne anzusehen ist, hat das Berufungsgericht unter Hinweis auf die zum Sozialversicherungsrecht ergangenen Entscheidungen des Bundessozialgerichts vom 18. Juni 1968 - 3 RK 63/66 - (BSGE 28, 114) und vom 15. Februar 1978 - 3 RK 29/77 - (BSGE 46, 41) sowie auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Februar 1982 - BVerwG 6 C 8.77 - (BVerwGE 65, 87 ) zutreffend ausgeführt.
VGH Baden-Württemberg, 10.03.2005 - 4 S 2222/03
Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für ein Präparat gegen Haarausfall
OVG Saarland, 23.11.2005 - 1 R 22/05
Beihilfeanspruch im Falle einer nicht rechtswidrigen Sterilisation
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.03.2000 - 12 A 5545/98
Anspruch eines Soldaten auf Zeit auf Übernahme von Kosten für die Durchführung …
OVG Hamburg, 18.02.2009 - 1 Bf 108/08
Beihilfe; Ohrfehlstellung - Segelohr -; Krankheitscharakter
VGH Bayern, 11.06.2010 - 14 ZB 09.830
Zulassungsantrag; ernstliche Zweifel; grundsätzliche Bedeutung; unentgeltliche …
VG Augsburg, 09.12.2008 - Au 3 K 07.1176
Anspruchskonkurrenz zwischen Bayerischem Schulfinanzierungsgesetz und Leistungen …
VG Göttingen, 20.03.2002 - 3 A 3392/99
(Zulässige) pauschale Anrechnung von 1,3 v. H. des Grundgehalts für …
VG Schleswig, 12.05.1997 - 11 A 13/95
Antrag auf Beihilfe für die durchgeführte Sterilisation eines Beamten ; …

References: § 181
 § 1
 § 30
 § 119
 § 42
 § 6
 § 27
 § 30
 § 181
 § 181
 § 1
 § 30
 § 119
 § 42
 § 27
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 § 86