Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F12-03-2002-1A-84-2001
Timestamp: 2016-10-25 21:04:23+00:00

Document:
Bundesgerichtsvizepr�sident Aemisegger,
Nordostschweizerische Kraftwerke (NOK), Parkstrasse 23, Postfach, 5401 Baden, Beschwerdef�hrerin,
World Wide Fund for Nature WWF Schweiz, 8010 Z�rich-M�lligen Postzentrum, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Andreas Brauchli, Hermannstrasse 8, 8570 Weinfelden,
Eidgen�ssisches Starkstrominspektorat (EStI), Luppmenstrasse 1, 8320 Fehraltorf,
Plangenehmigung (110 kV-Leitungen Hasli - T�gerwilen/ Bernrain - T�gerwilen; Teilstrecke Mast Nr. 88 bis zum UW T�gerwilen [Verf�gung des EStl vom 22. Dezember 1999])
(Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid der Rekurskommission des Eidgen�ssischen Departementes f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation vom 5. April 2001)
Die Nordostschweizerische Kraftwerke AG (NOK) baut seit einiger Zeit ihr 50 kV-Netz auf eine Spannung von 110 kV aus. Von dieser Umstellung betroffen sind auch die Hochspannungsleitungen Hasli - Unterwerk T�gerwilen (TG) und Bernrain - Unterwerk T�gerwilen, die auf der Teilstrecke Schreckenmoos - Unterwerk T�gerwilen (Mast Nr. 88 bis Mast Nr. 108 B) gemeinsam gef�hrt werden. Am 1. November 1996 reichte die NOK beim Eidgen�ssischen Starkstrominspektorat f�r diese rund 3,4 km lange Teilstrecke ein Plangenehmigungsgesuch ein. Nach diesem soll die neue Leitung, die mit h�heren Masten und teils l�ngeren Auslegern ausger�stet werden muss, weitgehend auf dem Trassee der bestehenden erstellt werden. Die Freileitung soll demnach vom Schreckenmoos, wo sie das Gebiet der Nationalstrasse A 7 verl�sst, in allgemein n�rdlicher Richtung bis zum Weiler Nagelshusen und von da aus in gerader Linie den Seer�cken hinunter �ber das T�germoos bis zum Unterwerk T�gerwilen f�hren.
Gegen das Vorhaben der NOK gingen zahlreiche Einsprachen ein. Verschiedene Private und der World Wide Fund for Nature WWF Schweiz sprachen sich f�r eine Verkabelung aus. Dieses Begehren wurde vom Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), vom Kanton Thurgau sowie von der Gemeinde T�gerwilen und der Stadt Kreuzlingen unterst�tzt. Mit Verf�gung vom 22. Dezember 1999 wies das Eidgen�ssische Starkstrominspektorat jedoch die Einsprache des WWF und die �brigen Verkabelungsbegehren ab und genehmigte das inzwischen noch leicht �berarbeitete Projekt f�r eine Freileitung.
Gegen die Plangenehmigung des Eidgen�ssischen Starkstrominspektorates erhob der WWF Schweiz am 19. Januar 2000 Beschwerde und verlangte, dass die Hochspannungsleitung der NOK zwischen dem Mast Nr. 42 und dem Unterwerk T�gerwilen als unterirdische Kabelstrecke ausgef�hrt werde. Das Eidgen�ssische Departement f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) �berwies die bei ihm eingereichte Beschwerde der Rekurskommission UVEK zur Behandlung. Diese hiess die Beschwerde nach einem einl�sslichen Instruktionsverfahren mit Entscheid vom 5. April 2001 gut, soweit darauf einzutreten war, und hob die angefochtene Verf�gung des Eidgen�ssischen Starkstrominspektorates auf.
Die Rekurskommission UVEK erwog im Wesentlichen, dass sich die Beschwerde nicht auch noch gegen bereits rechtskr�ftig genehmigte Teilstrecken der Hochspannungsleitung, sondern nur gegen die Strecke von Mast Nr. 88 bis zum Unterwerk T�gerwilen richten k�nne. Der Beschwerdef�hrer und das BUWAL beantragten die Verkabelung dieses Leitungsabschnitts, da die als besonders schutzw�rdig geltende Landschaft des Seer�ckens integrale Schonung verdiene und die Hochspannungsleitung ein wichtiges Brut-, Winter- und Durchzugsgebiet verschiedener Vogelarten tangiere. Die NOK und das Eidgen�ssische Starkstrominspektorat vertr�ten demgegen�ber die Ansicht, dass gem�ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Verkabelung einer Leitung von �ber 50 kV nur in Frage komme, wenn - was hier nicht der Fall sei - ein besonders sch�tzenswertes Objekt im Sinne von Art. 6 NHG beeintr�chtigt werde. Es treffe zu, dass der umstrittene Leitungsabschnitt das BLN-Objekt Nr. 1411 Untersee-Hochrhein nicht ber�hre. Dieses erstrecke sich insbesondere �ber das linke Ufer des Untersees bis zum dahinter liegenden Abhang des Seer�ckens; die �stliche Grenze des BLN-Objekts verlaufe 300 m bis 625 m von der Hochspannungsleitung entfernt. Der Perimeter erfasse das Schloss Chastel, nicht aber die Schl�sser und Gutsanlagen Nagelshusen, Ebersb�rg, Girsb�rg und Brunegg, in deren N�he die Leitung verlaufe. Nach Auffassung der Eidgen�ssischen Natur- und Heimatschutzkommission und der Eidgen�ssischen Kommission f�r Denkmalpflege werde die weitere Umgebung der Schlossanlage Chastel durch die Leitung zwar betroffen. Gem�ss den Erkenntnissen der Augenscheinsverhandlung k�nne jedoch eine massgebende Beeintr�chtigung des BLN-Objekts ausgeschlossen werden. Art. 6 NHG finde daher hier keine Anwendung. �hnliches gelte hinsichtlich des Schutzbereiches des im ISOS enthaltenen Objekts "Schlossbereich Untersee Ost (T�gerwilen, Salenstein) als Spezialfall". Der Schlossbereich Untersee Ost bilde gem�ss Objektbeschrieb kein eigentliches Ortsbild im Sinne des ISOS, sondern sei Teil der seezugewandten Hangflanke des Seer�ckens am Untersee, auf dessen Anh�he im Laufe der Jahrhunderte eine Abfolge von Herrschaftssitzen entstanden sei. Gefordert werde die Erhaltung der im Schlossbereich erfassten Herrschaftssitze als Kulturlandschaft, wobei sich der Schutz nicht nur auf die Bauten selber, sondern ebenfalls auf die Park- bzw. Gartenanlagen und die unverbaute Umgebung beziehe. Die geplante Hochspannungsfreileitung mit ihren 20 m bis 30 m hohen Masten werde das Chastel von den �brigen Herrschaftssitzen trennen und insbesondere die n�here Umgebung von Nagelshusen ber�hren. Nach Meinung der Fachkommissionen werde sich die Leitung jedoch optisch unterordnen, weshalb eine wesentliche Beeintr�chtigung des Schlossbereiches nicht zu erwarten sei. Die Rekurskommission habe keine Veranlassung, von dieser Meinung der Fachbeh�rden abzuweichen. Weiter falle in Betracht, dass sich in n�chster N�he des n�rdlichsten Abschnitts des Leitungstrassees das im Bundesinventar der Wasser- und Zugvogelreservate von nationaler und internationaler Bedeutung enthaltene Ermatingerbecken befinde. Diesem komme internationale Bedeutung zu. Die Leitung f�hre zwar nicht durch das Schutzgebiet, doch seien Auswirkungen auf die im Ermatingerbecken heimischen V�gel nicht auszuschliessen. Da es sich beim Bundesinventar der Wasser- und Zugvogelreservate jedoch nicht um ein Bundesinventar im Sinne von Art. 5 NHG handle, liege auch mit Blick auf das Vogelschutzgebiet kein Anwendungsfall von Art. 6 Abs. 1 NHG vor. Es bleibe daher nur zu pr�fen, ob sich die verlangte Verkabelung aufgrund von Art. 3 NHG aufdr�nge.
Die betroffene Kulturlandschaft im Bereiche der Schl�sser sei, so legte die Rekurskommission weiter dar, als schutzw�rdig im Sinne von Art. 3 NHG zu bezeichnen, obschon sie (noch) nicht in einem kantonalen oder regionalen Inventar figuriere. Sowohl die Gemeinde T�gerwilen als auch der Kanton Thurgau seien offenbar bestrebt, diese Landschaft in Zukunft unter Schutz zu stellen. Im Gemeinderichtplan Landschaft und Umwelt vom 13. Juli 1999 werde ein Grossteil des Abhangs s�dlich des Siedlungsgebietes von T�gerwilen der Landschaftsschutzzone zugeordnet. Gem�ss dem Landschaftsentwicklungsprojekt des Kantons Thurgau, das in die Richtplanung einfliessen solle, werde der ganze obere Teil des Seer�ckens als Vorranggebiet Landschaft ausgeschieden. Das neu unter Schutz gestellte Gebiet w�rde nahtlos an das BLN-Objekt Nr. 1411 Untersee-Hochrhein anschliessen und �ber das Schutzgebiet des Schlossbereichs gem�ss ISOS hinaus die gesamte weitere Umgebung der Herrschaftssitze umfassen. Allerdings verlange Art. 3 NHG keinen absoluten Schutz der Landschaft. Vielmehr seien die sich gegen�ber stehenden Interessen frei abzuw�gen. Was den Kostenpunkt anbelange, so sei der Bau der vom Beschwerdef�hrer beantragten Kabell�sung (nur) rund 1,8 Mal teurer als das genehmigte Projekt mit sp�terer Ankn�pfung an das Unterwerk Kreuzlingen. Die angestellten �berlegungen w�ren allerdings auch g�ltig, falls der Mehrkostenfaktor, wie die NOK anzunehmen scheine, 2,6 betrage. Die Verkabelung der Leitung sei technisch machbar, wenn auch der Kabelschacht voraussichtlich zweimal das Bahntrassee sowie mindestens zwei Strassen unterqueren m�sste. Ein Nachteil der Kabell�sung bestehe darin, dass St�rungen nicht umgehend behoben werden k�nnten. Ausserdem schienen Kabelleitungen auf �berlastungen und auf Blitzschlag empfindlicher zu reagieren als die durch die Luft gek�hlten und isolierten Freileitungen. Die Kabel m�ssten nach ca. dreissig Jahren erneuert werden, w�hrend eine Freileitung eine doppelt so lange Lebensdauer aufweise. Immerhin seien diese Probleme bei einer Spannung von 110 kV geringer als bei noch h�heren Spannungen. Es frage sich somit, ob diese Nachteile durch die mit der Verkabelung verbundenen Vorteile f�r Natur und Landschaft aufgewogen w�rden. Diese Frage sei - was die Rekurskommission noch weiter ausf�hrte - zu bejahen. Wohl handle es sich beim fraglichen Gebiet nicht um eine unber�hrte Landschaft. Insbesondere fielen einzelne st�rende landwirtschaftliche Bauten auf und ziehe sich das Trassee der Bahnlinie Frauenfeld-Kreuzlingen - allerdings gut in die Umgebung eingebettet - im fraglichen Gebiet den Hang hinunter. Das heisse jedoch nicht, dass eine solche Landschaft keine Schonung verdienen w�rde. Dem betroffenen Gebiet komme ein hoher Wert als Naherholungsgebiet zu. Die Bestrebungen des Kantons Thurgau und der Gemeinde T�gerwilen, die Landschaft zu schonen und aufzuwerten, erschienen deshalb als sinnvoll. Auch von Seiten des Bundes sei die besondere Schutzw�rdigkeit der Landschaft anerkannt worden. Die momentan im Bau befindliche Autobahn A 7 werde nicht wie vorerst geplant in einer weiten Schlaufe den Seer�cken hinunter nach Konstanz und Kreuzlingen gef�hrt, sondern im Gebiet Schreckenmoos in einen Tunnel gelegt, der unter dem Schlossbereich hindurch bis zur Kantonsstrasse T�gerwilen-Kreuzlingen f�hre. Beim Ausbau der Eisenbahnlinie Frauenfeld-Kreuzlingen seien ebenfalls Mehrkosten f�r eine Absenkung des Trassees in Kauf genommen worden. Demgegen�ber sei offensichtlich, dass die geplante neue Leitung die Landschaft wesentlich st�rker belasten werde als die heutige. Die k�nftigen Masten w�ren bis zu 8 m h�her als die bestehenden. Die sechs seitlichen Ausleger m�ssten zum Teil verl�ngert werden. Neben dem Eingriff in das Landschaftsbild falle schliesslich in Betracht, dass die Freileitung den Tod von V�geln verursachen k�nne. Da sich in der N�he der Leitung grosse Vogelschutzgebiete bef�nden, d�rfe die Gefahr des Aufpralls nicht als marginal beurteilt werden. Durch die h�heren Masten w�rde dieses Problem noch versch�rft. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass das genehmigte Projekt zwar auf der bestm�glichen Linienwahl beruhe, die Beeintr�chtigung der exponierten und damit sensiblen Landschaft in Siedlungsn�he durch das Bauvorhaben aber voraussichtlich erheblich w�re. Eine Verkabelung der Leitung bzw. die Gutheissung der Beschwerde dr�nge sich daher aus Gr�nden des Landschafts- und des Vogelschutzes auf.
Dieses Ergebnis - schloss die Rekurskommission UVEK ihre �berlegungen ab - stehe entgegen der Meinung der NOK und der Vorinstanz auch nicht im Widerspruch zur Rechtsprechung des Bundesgerichts. Der betroffenen Landschaft komme gem�ss den angestellten Erw�gungen nicht bloss eine mittlere, sondern eine besondere Schutzw�rdigkeit zu. Dies belegten auch die koordinierten Bem�hungen um deren Aufwertung und Schonung von Bund, Kanton und Gemeinde. Weiter zeichne sich das fragliche Gebiet durch seine Lage in unmittelbarer N�he von drei in Bundesinventaren verzeichneten Objekten aus. Die Bef�rchtung der NOK, die Gutheissung der Beschwerde w�rde ein Pr�judiz f�r eine Vielzahl �hnlich gelagerter F�lle darstellen, erscheine als unbegr�ndet. Wegen der F�lle der vorliegend f�r eine Verkabelung sprechenden Argumente m�sse hier von einem ausgesprochenen Einzelfall ausgegangen werden. Zusammenfassend ergebe sich, dass die Interessen des Landschafts- und Vogelschutzes im vorliegenden Fall die Interessen an einer m�glichst kosteng�nstigen und sicheren Energieversorgung �berw�gen. Die Verkabelung eines mit 3,4 km relativ kurzen Teilst�cks einer Freileitung bringe f�r die hier betroffene Landschaft einen �beraus grossen Gewinn. Die Beschwerde sei daher gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werden k�nne, und die angefochtene Plangenehmigung sei aufzuheben.
Die NOK hat gegen den Entscheid der Rekurskommission UVEK vom 5. April 2001 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben und verlangt, dass dieser aufgehoben und die Verf�gung des Eidgen�ssischen Starkstrominspektorates vom 23. Dezember 1999 best�tigt werde.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, gem�ss der Rechtsprechung des Bundesgerichts komme die Verkabelung einer Leitung ab 50 kV nur dann in Frage, wenn ein besonders sch�tzenswertes Objekt im Sinne von Art. 6 NHG beeintr�chtigt werden k�nnte. Die Vorinstanz habe richtigerweise festgestellt, dass hier kein solches Projekt vom Vorhaben betroffen sei, und trotzdem - in Widerspruch zur Praxis des Bundesgerichts und damit bundesrechtswidrig - die Verkabelungspflicht bejaht. Zudem habe sie in ihrer freien Interessenabw�gung nach Art. 3 NHG das ihr zustehende Ermessen �berschritten und das Gleichbehandlungsgebot verletzt. Einerseits habe sie einger�umt, dass die fragliche Landschaft nicht unber�hrt, sondern durch st�rende landwirtschaftliche Bauten und die erst k�rzlich ausgebaute Bahnlinie belastet sei, den Umbau der Freileitung aber verweigert und damit ungleiche Massst�be angesetzt. Andererseits habe sie bei der Interessenabw�gung den Mehrkosten einer Verkabelung (Mehrkostenfaktor 2,4) zu wenig Gewicht und dem Vogelschutz zu viel Bedeutung zugemessen. Soweit die Rekurskommission UVEK im �brigen durchblicken lasse, die NOK h�tte bei einer besser koordinierten Planung die Leitung in den Autobahntunnel verlegen k�nnen, sei darauf hinzuweisen, dass eine derartige Verlegung der Leitung wegen v�llig unverh�ltnism�ssiger Mehrkosten in der Gr�ssenordnung von 5 Mio. Franken nie ernsthaft zur Diskussion gestanden habe. Schliesslich sei die pr�judizierende Wirkung des angefochtenen Entscheides zu unterstreichen. Falls wie im vorliegenden Fall einer nicht besonders gesch�tzten Landschaft insk�nftig auch Freileitungen ab 50 kV verkabelt werden m�ssten, sei, nebst den �brigen Nachteilen von Kabelleitungen, mit unabsehbaren Mehrkosten zu rechnen.
Das Eidgen�ssische Starkstrominspektorat stellt keinen formellen Antrag, spricht sich aber im Sinne der Beschwerde aus. Die Rekurskommission UVEK beantragt unter Hinweis auf den angefochtenen Entscheid die Abweisung der Beschwerde. Das Eidgen�ssische Departement, f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation hat dem Bundesgericht mit Schreiben vom 3. Oktober 2001 mitgeteilt, dass es den Entscheid der Rekurskommission UVEK st�tze und somit auf die Einreichung einer Vernehmlassung verzichte. Das Departement f�r Bau und Umwelt des Kantons Thurgau hat auf eine Vernehmlassung ebenfalls verzichtet.
1.1 Beschwerdeentscheide der Rekurskommission des Eidgen�ssischen Departementes f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), die im Plangenehmigungsverfahren f�r elektrische Anlagen gef�llt werden, unterstehen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (Art. 99 Abs. 2 lit. d OG in der Fassung vom 18. Juni 1999; vgl. auch Art. 23 des Elektrizit�tsgesetzes vom 24. Juni 1902 in der Fassung vom 18. Juni 1999 [EleG; SR 734.0]). Die Nordostschweizerische Kraftwerke AG (NOK), die als Gesuchstellerin im Plangenehmigungsverfahren vor der Beschwerdeinstanz unterlegen ist, ist zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde ohne weiteres befugt. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten.
1.2 Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie unrichtige oder unvollst�ndige Feststellung des Sachverhaltes beanstandet werden (Art. 104 lit. a und b OG). Die von der Rekurskommission UVEK vorgenommene Feststellung des Sachverhaltes bindet das Bundesgericht, soweit die Vorinstanz diesen nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen umschrieben hat (Art. 105 Abs. 2 OG). �ber die Angemessenheit des Beschwerdeentscheides ist nicht zu befinden, da das einschl�gige Bundesrecht die R�ge der Unangemessenheit nicht vorsieht (vgl. Art. 104 lit. c Ziff. 3 OG).
Die Beschwerdef�hrerin macht in erster Linie geltend, gem�ss der Praxis des Bundesgerichts k�nne die Verkabelung einer Hochspannungsleitung �ber 50 kV allein zum Schutz eines Objektes von nationaler Bedeutung im Sinne von Art. 6 des Bundesgesetzes �ber den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 (NHG; SR 451) angeordnet werden. Derart ausschliesslich hat sich jedoch das Bundesgericht nie ge�ussert:
Bereits in BGE 99 Ib 70 E. 2b S. 78 hat das Bundesgericht betont, dass nicht nur die Gebiete, die in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkm�ler von nationaler Bedeutung aufgenommen worden seien (oder aufgenommen werden sollten), schutzw�rdig seien, sondern auch in der Nachbarschaft der Objekte von nationaler Bedeutung auf diese R�cksicht genommen werden m�sse. Weiter verdienten in kommunale Schutzzonen einbezogene lokale und regionale Erholungsgebiete ebenfalls gr�sstm�glichen Schutz und seien nach Art. 3 NHG Eingriffe nur gestattet, wo ein �berwiegendes "allgemeines" Interesse es erfordere. Zwar hat das Bundesgericht zu bedenken gegeben, falls der Bund �berall dort, wo eine Leitung eine sch�tzenswerte Landschaft im Sinne von Art. 3 NHG durchziehe, die Verkabelung fordern m�sste, erg�be sich die Notwendigkeit der Verlegung in den Boden sehr h�ufig (E. 3 S. 81). Dennoch ist im konkreten Fall nicht von vornherein ausgeschlossen worden, dass eine rund 8 km lange Leitung verkabelt werden m�sse, obschon die durch das nationale Schutzgebiet f�hrende Strecke nur knapp 1 km mass. Da dem ausserhalb der Schutzzone liegenden Gebiet indes nur eine mittlere und nicht eine hohe Schutzw�rdigkeit zuerkannt wurde, was das Bundesgericht im Einzelnen begr�ndete (E. 6 S. 84 f.), ist das Verkabelungsbegehren schliesslich im Hinblick auf die - auf das ganze Leitungsnetz bezogenen - wirtschaftlichen Auswirkungen sowie auf die technischen Schwierigkeiten abgewiesen worden.
In BGE 100 Ib 404, auf den die Beschwerdef�hrerin ebenfalls verweist, hat das Bundesgericht wiederum im Einzelnen gepr�ft, ob eine 150 kV-Leitung, die zwar kein Schutzobjekt von nationaler Bedeutung im Sinne von Art. 6 NHG tangiere, aber eine reizvolle und im Sinne von Art. 3 NHG schonensw�rdige Landschaft durchquere, verkabelt werden m�sse. Die Verkabelungspflicht ist erneut deshalb verneint worden, weil es sich beim betroffenen Gebiet nur um ein solches von "mittlerer Schutzw�rdigkeit" handle und bei einer Gutheissung der Beschwerde insk�nftig etwa 70 % bis 80 % aller neu zu erstellenden 50 kV-Leitungen verkabelt werden m�ssten, was gem�ss Expertise beim Verbraucher (unter Ber�cksichtigung s�mtlicher Mehrkosten) zu einer Erh�hung des Strompreises von 20 % bis 30 % f�hrte. Diese finanziellen Auswirkungen d�rften und m�ssten bei einer bundesrechtskonformen Abw�gung der �ffentlichen Interessen des Landschaftsschutzes einerseits und einer m�glichst sicheren und preisg�nstigen Energieversorgung andererseits in die Waagschale geworfen werden (E. 4b S. 414 ff.).
In BGE 115 Ib 311 E. 5e S. 322 hat das Bundesgericht erneut unterstrichen, dass ein Schutzobjekt auch durch Anlagen, die an seiner Grenze realisiert werden, erheblichen Schaden erleiden k�nne. Und schliesslich ist in BGE 124 II 219 E. 5a S. 227 nochmals ausgef�hrt worden, dass gem�ss Art. 2 lit. a und b sowie Art. 3 NHG bei der Erteilung von Baubewilligungen von Starkstromanlagen das heimatliche Ortsbild zu schonen und, wo das allgemeine Interesse an ihm �berwiege, ungeschm�lert zu erhalten sei. Sofern ein Objekt betroffen sei, das in ein Bundesinventar aufgenommen worden sei, verdiene es die ungeschm�lerte Erhaltung in besonderem Masse.
Dieser Rechtsprechung kann offensichtlich nicht entnommen werden, dass eine Verkabelung von Leitungen �ber 50 kV von vornherein nur dort angeordnet werden k�nne, wo Schutzobjekte im Sinne von Art. 6 NHG beeintr�chtigt werden k�nnten. Auch f�r schutzw�rdige Gebiete im Sinne von Art. 3 NHG ist anhand einer umfassenden Interessenabw�gung abzukl�ren, ob das Interesse an der ungeschm�lerten Erhaltung von Natur und Landschaft das Interesse an einer preisg�nstigen und technisch weniger aufwendigen Energieversorgung �berwiege, wobei nach bisheriger Praxis an die Schutzw�rdigkeit eines solchen Gebietes hohe Anforderungen zu stellen sind.
In diesem Zusammenhang ist allerdings im vorliegenden Fall sachverhaltsm�ssig zu erg�nzen, dass wohl der gr�sste Teil der umstrittenen Leitung in einer Distanz von ca. 300 m bis 600 m an der Grenze des BLN-Objektes Nr. 1411 Untersee-Hochrhein vorbeif�hrt. Das Unterwerk T�gerwilen liegt jedoch im Schutzgebiet selbst und die neuen Masten Nr. 108A und 108B sollen ebenfalls in diesem erstellt werden. Dadurch wird zwar der landschaftliche sensible Bereich des Seer�ckens mit seinen Schl�ssern nicht betroffen, doch besteht eines der Schutzziele des Objekts Nr. 1411 in der Erhaltung des international bedeutenden Rast- und Durchzugsgebietes f�r verschiedene Vogelarten in der Uferzone. Diese wird durch die neuen Masten zwar nur am Rande, aber doch direkt ber�hrt. Die Argumentation der Beschwerdef�hrerin geht auch insofern an der Sache vorbei.
Die Kritik, die die Beschwerdef�hrerin an der von der Rekurskommission UVEK vorgenommenen Interessenabw�gung �bt, erweist sich ebenfalls als unberechtigt.
Die Rekurskommission hat eine Augenscheins- und Parteiverhandlung durchgef�hrt, zus�tzliche Akten beigezogen und s�mtliche in Betracht fallenden Gesichtspunkte eingehend gepr�ft. Sie betont im angefochtenen Entscheid mit gutem Grund, dass sowohl der Kanton Thurgau wie auch die betroffenen Gemeinden den Schutz des fraglichen Gebietes durch raumplanerische Massnahmen verbessern wollen. Sie misst auch richtigerweise der Tatsache, dass f�r die Eingliederung anderer Infrastrukturanlagen - f�r die Tieferlegung des Bahntrassees und f�r den Tunnelbau f�r die A 7 - erheblicher Aufwand betrieben worden ist, grosses Gewicht bei. Wohl h�tte der offene Autobahnbau den Seer�cken viel st�rker beeintr�chtigt als der Ausbau einer Hochspannungs-Freileitung, doch sind auch die Kosten f�r die unterirdische F�hrung der Nationalstrasse betr�chtlich h�her als jene f�r die Leitungs-Verkabelung. Haben die kantonalen und Bundesbeh�rden diesen Mehraufwand f�r den Strassenbau zu Gunsten des Landschaftsschutzes nicht gescheut, so d�rfen auch der Energiewirtschaft die Mehrkosten der Verkabelung zugemutet werden, die sich �brigens im Vergleich mit den in den zitierten Entscheiden genannten Zahlen in bescheidenem Rahmen halten. Dass im vorliegenden Fall der Verkabelung der 110 kV-Leitung besondere technische Schwierigkeiten entgegenst�nden, macht die Beschwerdef�hrerin selbst nicht geltend. Zu Unrecht wirft sie der Rekurskommission UVEK insofern Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes vor, als diese einger�umt hat, dass das fragliche Gebiet nicht v�llig frei von st�renden Elementen, insbesondere von st�renden landwirtschaftlichen Bauten, sei. Von ungleicher Behandlung k�nnte von vornherein nur dann die Rede sein, wenn die gleiche Beh�rde diese st�renden Bauten bewilligt und die Freileitung dagegen abgelehnt h�tte (vgl. BGE 121 I 49 E. 3c S. 51 mit Hinweisen). Im �brigen darf erwartet werden, dass im Zuge der bereits ergriffenen und noch geplanten Schutzmassnahmen auch Bestrebungen eingeleitet werden, um die bestehenden st�renden Elemente so weit als m�glich auszumerzen. Schliesslich fallen die von der Beschwerdef�hrerin ge�usserten Bef�rchtungen, die Anordnung der Verkabelung einer Leitung in einem bloss nach Art. 3 NHG sch�tzenswerten Gebiet k�nne pr�judizierend wirken, schon deshalb dahin, weil die umstrittene Leitung wie dargelegt nicht nur solches Gebiet betrifft, sondern auch ein BLN-Objekt ber�hrt.
Die Gerichtsgeb�hr ist dem Ausgang des Verfahrens gem�ss der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Diese hat dem WWF Schweiz als privatem Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung zu entrichten (Art. 159 Abs. 2 OG).
Die Beschwerdef�hrerin hat dem World Wide Fund for Nature WWF Schweiz f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 3'000.-- zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Eidgen�ssischen Starkstrominspektorat (EStl), der Rekurskommission des Eidgen�ssischen Departementes f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, dem Generalsekretariat des Eidgen�ssischen Departementes f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, dem Departement f�r Bau und Umwelt des Kantons Thurgau sowie der Gemeinde T�gerwilen schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 6
 Art. 6
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 6
 Art. 3
 Art. 23
 Art. 104
 Art. 6
 BGE 
 Art. 3
 Art. 3
 BGE 
 Art. 6
 Art. 3
 BGE 
 BGE 
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 6
 Art. 3
 BGE 
 Art. 3