Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=26.11.2015&Aktenzeichen=I%20ZR%203/14
Timestamp: 2020-07-09 18:43:47+00:00

Document:
BGH, 26.11.2015 - I ZR 3/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,35101
BGH, 26.11.2015 - I ZR 3/14 (https://dejure.org/2015,35101)
BGH, Entscheidung vom 26.11.2015 - I ZR 3/14 (https://dejure.org/2015,35101)
BGH, Entscheidung vom 26. November 2015 - I ZR 3/14 (https://dejure.org/2015,35101)
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§ 1004 BGB, § ... 97 Abs. 1, § 19a UrhG, § 2 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 UrhG, §§ 8 bis 10 TMG, § 7 Abs. 2 Satz 1 TMG, Art. 15 Abs. 1 der Richtlinie 2000/31/EG, Richtlinie 2000/31/EG, Art. 8 Abs. 3 der Richtlinie 2001/29/EG, Richtlinie 2001/29/EG, Art. 11 Satz 3 der Richtlinie 2004/48/EG, § 2 Nr. 1, § 8 Abs. 1 Satz 1 TMG, Art. 10 GG, § 88 Abs. 1 Satz 1 TKG, Art. 5 Abs. 1, Art. 12 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1 GG, Art. 12 Abs. 1 GG, Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG, Art. 10 Abs. 1 GG, Art. 10 des Grundgesetzes, § 88 Abs. 3 Satz 1 TKG, Art. 20 Abs. 3 GG, § 823 Abs. 1 BGB, § 97 UrhG, Art. 1, 2 Abs. 1 GG, § 95 TKG, §§ 91 ff. TKG, § 3 Abs. 1 BDSG, § 3 Nr. 3 TKG, § 3 Nr. 30 TKG, § 96 Abs. 1 TKG, § 96 Abs. 1 Satz 2 TKG, § 95 Abs. 1 TKG, § 561 ZPO, § 563 Abs. 3 ZPO, Art. 267 AEUV, § 97 Abs. 1 ZPO
Art 1 Abs 1 GG, Art 2 Abs 1 GG, Art 5 Abs 1 S 1 GG, Art 10 Abs 1 GG, Art 12 Abs 1 GG
Urheberrechtsverletzung im Internet: Öffentliche Zugänglichmachung urheberrechtlich geschützter Werke über illegale Tauschbörsen; DNS- oder IP-Adressen-Sperre durch Accessprovider
Geltendmachung von urheberrechtlichen Unterlassungsansprüchen gegenüber einem AccessProvider; Urheberrechtsverletzendes öffentliches Zugänglichmachen von Musikwerken; Störerhaftung bei der Verletzung absoluter Rechte
Parallel-Entscheidung des BGH zu BGH, Störerhaftung des Access-Providers
Kurzfassungen/Presse (45)
Access Provider können in Zukunft zur Sperrung von Webseiten verpflichtet werden
In Ausnahmefällen kann auch der Access-Provider verpflichtet werden, den Zugang zu urheberrechtswidrigen Inhalten zu sperren
Access-Provider kann als ultima ratio als Störer für Urheberrechtsverletzungen Dritter haften und zur Sperrung des Zugangs zu Webseiten verpflichtet sein
Domainsperrung wegen Urheberrechtsverletzungen
Urheberrecht - Störerhaftung
heise.de (Pressebericht, 26.11.2015)
Internet-Zugangsanbieter können zur Sperrung von Websites verpflichtet werden
Urheberrecht - Haftung von Access-Providern für Urheberrechtsverletzungen Dritter
archive.org (Pressebericht, 26.11.2015)
Access-Provider-Haftung: Ja zu Sperren - aber als allerletzter Schritt
Kein Anspruch der GEMA gegen Access-Provider auf Sperrung von Webseiten mit urheberrechtsverletzendem Inhalt
sueddeutsche.de (Pressebericht, 26.11.2015)
Bedingungen für Netzsperren bei illegalen Downloads
Telepolis (Pressebericht, 26.11.2015)
Urheberrechts-Netzsperren möglich
taz.de (Pressebericht, 26.11.2015)
Internetsperren sind "zumutbar"
Nur subsidiäre Haftung für Zugangsvermittler
Nach illegalen Downloads - Forderung nach Netzsperren abgewiesen
ra-staemmler.de (Kurzinformation und Auszüge)
Access-Provider kann Sperranordnung drohen
aerztezeitung.de (Pressemeldung, 20.08.2015)
Haftung: illegalen Web-Inhalte
Access-Provider: Haftung für fremde Urheberrechtsverletzungen?
Wann haften Access-Provider für Urheberrechtsverletzungen Dritter?
Gesellschaftsrecht: Geringere Anforderungen an Schiedsklauseln bei einfachen Feststellungsklagen
Haftung von Access-Providern
Netzsperren: Telekom und Telefónica recht bekommen - mit Abstrichen
Access-Provider haftet subsidiär für Rechtsverletzungen Dritter
Telekommunikationsunternehmen können bei illegalen Musikdownloads haften
Access-Provider haften für Urheberrechtsverletzungen Dritter
Sperrpflicht von Webseiten möglich
Nachrangige Haftung von Access-Providern
Haftung eines Access-Providers für Urheberrechtsverletzungen Dritter
lto.de (Pressemeldung zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
BGH prüft Pflicht von Online-Anbietern zur Internetsperre - Wer haftet für illegale Musik?
taz.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 30.07.2015)
BGH tendiert zu Internetsperren
wvr-law.de (Kurzinformation zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
Pflicht von Online-Anbietern zur Internetsperre?
Netzsperren-Entscheidung
Immer wieder Netzsperren, diesmal auf zivilrechtlicher Basis
offenenetze.de (Entscheidungsbesprechung, auf der Grundlage der Pressemitteilung)
Access Provider und Netzsperren
Websperrenurteil: Etappensieg für die Musikindustrie
Haftung von Access-Providern - Hohe Hürden für Netzsperren
archive.is (Entscheidungsanmerkung, 26.11.2015)
"Ein sehr bedeutendes Urteil"
Netzsperren durch Telekommunikationsunternehmen
Access-Provider sind störende Nichtstörer
Haftung Access Provider Urheberrechtsverletzungen
Zu Netzsperren durch Telekommunikationsunternehmen
NJW 2015, 28
MMR 2016, 188
Schließlich hat der Bundesgerichtshof die Grundsätze der Störerhaftung auch für einen Access-Provider (Urt. v. 26.11.2015 - I ZR 3/14 und I ZR 174/14, NJW 2016, 794) für anwendbar erklärt.
Zudem sind die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zur reaktiven Prüfpflicht von Access-Providern zu berücksichtigen (Urt. v. 26.11.2015, a.a.O.), deren Beitrag zur Veröffentlichung eines persönlichkeitsrechtsverletzenden Inhalts im Internet noch schwächer ist und die vom Inhalt der jeweiligen Äußerung noch weiter entfernt sind, als die Beklagte in ihrer Eigenschaft als Suchmaschine.
Schließlich hat der Bundesgerichtshof selbst für einen - gemäß § 2 Nr. 1, § 8 Abs. 1 S. 1 TMG privilegierten - Access-Provider in seinen Entscheidungen vom 26.11.2015 (I ZR 3/14, MMR 2016, 188 und I ZR 174/14, NJW 2016, 794) eine reaktive Prüfpflicht grundsätzlich bejaht.
Die Haftungsprivilegien des TMG seien nicht einschlägig, da die Beklagte nicht (nur) Access-Provider sei, sondern die Suchergebnisse organisiere und personalisiere; im Übrigen bestehe selbst bei einer Privilegierung eine Haftung bei Untätigkeit trotz Kenntnis von Rechtsverletzungen, wie sich insbesondere aus der Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 26.11.2015 (I ZR 3/14 und 147/14) zur Haftung von Access-Providern ergebe.
Schließlich hat der Bundesgerichtshof die Grundsätze der Störerhaftung auch für einen Access-Provider (Urt. v. 26.11.2015 - I ZR 3/14 und I ZR 174/14, NJW 2016, 794 = MMR 2016, 188) für anwendbar erklärt.
Schließlich hat der Bundesgerichtshof selbst für einen - gemäß § 2 Nr. 1, § 8 Abs. 1 Satz 1 TMG privilegierten - Access-Provider in seinen Entscheidungen vom 26.11.2015 (I ZR 3/14, MMR 2016, 188, juris Tz. 26 und I ZR 174/14, NJW 2016, 794, juris Tz. 27) eine reaktive Prüfpflicht grundsätzlich bejaht.
Deren Umfang bestimmt sich danach, ob und inwieweit dem als Störer Inanspruchgenommenen nach den Umständen eine Prüfung zuzumuten ist (BGH, Urteil vom 26.11.2015, Az. I ZR 3/14, juris, Tz. 20).
Soweit der Senat bisher unter Berücksichtigung der Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zur Haftung mittelbarer Störer bei Internetveröffentlichungen (…vgl. BGH, Urt. v. 30.6.2009 - VI ZR 210/08, juris Rn. 21 ff.;… BGH, Urt. v. 29.4.2010 - I ZR 69/08, juris Rn. 39;… BGH, Urt. v. 25.10.2011 - VI ZR 93/10, juris Rn. 24;… BGH, Urt. v. 14.5.2013 - VI ZR 269/12, juris Rn. 20;… BGH, Urt. v. 18.6.2015 - I ZR 74/14, BGHZ 206, 103; BGH, Urt. v. 26.11.2015 - I ZR 3/14 und I ZR 174/14, NJW 2016, 794) eine Haftung des Suchmaschinenbetreibers nur als mittelbarer Störer wegen Verletzung reaktiver Prüf- und Sperrpflichten bejaht hat (…vgl. Urt. v. 19.10.2017 - 15 U 33/17;… Urt. v. 19.10.2017 - 15 U 42/17;… Urt. v. 10.8.2017 - 188/16;… Urt. v. 23.3.2017 - 15 U 172/16;… Urt. v. 13.10.2016 - 15 U 173/15;… Urt. v. 31.5.2016 - 15 U 197/15), ist dies auf den vorliegenden Fall nicht unmittelbar übertragbar.
Vor dem Hintergrund, dass der Bundesgerichtshof selbst für einen - gemäß § 2 Nr. 1, § 8 Abs. 1 S. 1 TMG privilegierten - Access-Provider eine reaktive Prüfpflicht grundsätzlich bejaht hat (vgl. Urt. v. 26.11.2015 - I ZR 3/14, MMR 2016, 188 und I ZR 174/14, NJW 2016, 794), kann für die Beklagte, die vorliegend wegen einer rechtsverletzenden Zusammenstellung von Informationen durch den von ihr programmierten Algorithmus in Anspruch genommen wird, nichts anderes gelten.
Zudem sind die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zur reaktiven Prüfpflicht von Access-Providern zu berücksichtigen (Urt. v. 26.11.2015, a.a.O.), deren Beitrag zur Veröffentlichung eines persönlichkeitsrechtsverletzenden Inhalts im Internet noch schwächer ist und die vom Inhalt der jeweiligen Äußerung noch weiter entfernt sind, als die Beklagte zu 1) in ihrer Eigenschaft als Suchmaschine.
Sofern die Beklagte in diesem Zusammenhang auf Urteile des BGH (Urteil vom 26.11.2015 - I ZR 3/14 und Urteil vom 26.11.2015 - I ZR 174/14) verweist, vermag auch dies nicht zu überzeugen, da sich diese Urteile mit der subsidiären Haftung des Access-Providers befassen.
LG Hamburg, 20.02.2019 - 324 O 468/18
Anspruch auf Unterlassung der Veröffentlichung wegen Verletzung des allgemeinen …
Soweit der Bundesgerichtshof demgegenüber eine vorrangige Inanspruchnahme des unmittelbaren Verletzers annimmt, auch wenn dieser nicht ohne weiteres erreichbar ist, ging es in jenen Entscheidungen (Urteil vom 26. November 2015 - I ZR 174/14 -, BGHZ 208, 82-118; Urteil vom 26. November 2015 - I ZR 3/14 -, juris) jeweils um die Haftung eines Telekommunikationsunternehmens, das Dritten den Zugang zum Internet bereitstellt (Access-Provider), mit dessen Tätigkeit und Verletzungsferne das Handeln der Antragsgegner nicht vergleichbar ist.
Die jüngste Rechtsprechung geht dabei soweit, dass auch von gewerblichen Anbietern Sperren verlangt werden können, wenn diese zumutbar sind und der Verletzte zunächst erfolglos gegen den Verletzer oder Host Provider vorgegangen ist (vgl. BGH vom 26.11.2015 - I ZR 3/14).
EGMR, 23.06.2020 - 10795/14
VLADIMIR KHARITONOV v. RUSSIA
The interveners cited judgments from European high courts, which concurred that blocking websites by IP address carried a greater risk of undesirable effects on third parties and of "over-blocking" (they cited the Antwerp Court of Appeals judgment of 26 September 2011 in VZW Belgian Anti-Piracy Federation v. NV Telenet, 2010/AR/2541; two United Kingdom High Court judgments, Dramatico Entertainment Limited & Ors v. British Sky Broadcasting Ltd & Ors (No. 2) [2012] EWHC 1152 (Ch), and Cartier International AG & Ors v. British Sky Broadcasting Ltd & Ors [2014] EWHC 3354 (Ch); and the Federal Court of Justice judgment of 26 November 2015 in the 3dl.am case, (BGH) I ZR 3/14).

References: § 1004
 § 19
 § 2
 § 7
 Art. 15
 Art. 8
 Art. 11
 § 2
 § 8
 Art. 10
 § 88
 Art. 5
 Art. 12
 Art. 14
 Art. 12
 Art. 5
 Art. 10
 Art. 10
 § 88
 Art. 20
 § 823
 § 97
 Art. 1
 § 95
 § 3
 § 3
 § 3
 § 96
 § 96
 § 95
 § 561
 § 563
 Art. 267
 § 97
 BGH 

BGH 

BGH 
 § 2
 § 8
 § 2
 § 8
 § 2
 § 8
 BGH 
 BGH