Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20AZR%20431/15
Timestamp: 2018-01-21 22:04:30+00:00

Document:
BAG, 15.12.2016 - 2 AZR 431/15 - dejure.org
§ 563 Abs. 3 ZPO, § 1 Abs. 2 Satz 1 KSchG, § 1 Abs. 1, § 23 Abs. 1 KSchG, § 626 Abs. 1 BGB, § 91 Abs. 1, § 97 Abs. 1 ZPO
Das ultima-ratio-Prinzip bei der Druckkündigung; Reaktionsmöglichkeiten des Arbeitgebers bei Drohungen der Belegschaft; Fürsorgepflicht des Arbeitgebers auch bei außerdienstlicher Straftat des Arbeitnehmers
KSchG § 1 Abs. 2 S. 1; BGB § 626 Abs. 1
Kündigung - Druckkündigung nach außerdienstlicher Straftat
welt.de (Pressemeldung, 28.03.2017)
Arbeitgeber darf Sexualstraftäter nach Haftstrafe nicht kündigen
Sexualtäter darf nicht wegen Belegschaftsdrucks gekündigt werden
BAG zur "Druckkündigung": Rechtswidrige Arbeitsniederlegung von Beschäftigten zwecks Erreichens einer unberechtigten Kündigung eines Arbeitnehmers kann dessen Kündigung rechtfertigen - Arbeitgeber muss aber Belegschaft durch zumutbare Maßnahmen von Arbeitsniederlegung abbringen
Anforderungen an eine Druckkündigung
Druckkündigung nur unter engen Voraussetzungen
zeitschrift-jse.de , S. 58 (Fallmäßige Aufbereitung - für Studienzwecke)
BB 2017, 1086
Das ernstliche Verlangen eines Dritten, der unter Androhung von Nachteilen vom Arbeitgeber die Entlassung eines bestimmten Arbeitnehmers fordert, kann zwar auch dann einen Grund zur Kündigung iSd. § 1 Abs. 2 Satz 1 KSchG bilden, wenn es an einer objektiven Rechtfertigung der Drohung fehlt; allerdings unterliegt eine solche "echte" Druckkündigung strengen Anforderungen; insbesondere darf der Arbeitgeber einem Kündigungsverlangen seitens der Belegschaft oder eines Teils seiner Mitarbeiter nicht ohne Weiteres nachgeben, sondern hat sich vielmehr schützend vor den Betroffenen zu stellen und alles Zumutbare im Sinne eines aktiven Handelns zu versuchen, um die Belegschaft von ihrer Drohung abzubringen; nur wenn trotz solcher Bemühungen die Verwirklichung der Drohung in Aussicht gestellt wird und dem Arbeitgeber dadurch schwere wirtschaftliche Nachteile drohen, kann eine Kündigung gerechtfertigt sein, wenn die Kündigung das einzig praktisch in Betracht kommende Mittel ist, um die Schäden abzuwenden (BAG 15. Dezember 2016 - 2 AZR 431/15 - Rn. 11, mwN;… 19. Juli 2016 - 2 AZR 637/15 - Rn. 28;…18. Juli 2013 - 6 AZR 420/12 - Rn. 39, jeweils zitiert nach juris).

References: § 563
 § 1
 § 1
 § 23
 § 626
 § 91
 § 97
 § 1
 § 626
 § 1