Source: http://bvka.de/newsarchiv.html
Timestamp: 2019-02-18 04:00:36+00:00

Document:
BVKA - Aktuelles - Archiv
Dr. Klaus Peterseim bleibt BVKA- Vorsitzender
Verband will unter klinik- und heimversorgenden Apotheken neue Mitglieder gewinnen
Text anzeigen/ausblenden
Dr. Klaus Peterseim, Inhaber der Dom-Apotheke in Essen, ist für zwei weitere Jahre an die Spitze des Bundesverbandes klinik- und heimversorgender Apotheker gewählt worden. Die BVKA-Mitgliederversammlung bestätigte den 58-Jährigen, der seit 12 Jahren an der Spitze des BVKA steht, am Dienstagnachmittag (5. Mai) in Bad Homburg einstimmig.
Neben dem Vorsitzenden gehören dem Vorstand vier weitere Apothekeninhaber an: Karl-Heinrich Reinert (Marien-Apotheke, Göttingen) als erster stellvertretender Vorsitzender, Andreas Willmann (Rathaus-Apotheke, Wilnsdorf) als zweiter stellvertretender Vorsitzender, Michael Marxen (Kronen-Apotheke, Wesseling) als Schatzmeister und Christian Suter (Falken-Apotheke, Gründau) als Schriftführer. Die Berliner BVKA-Geschäftsstelle leitet der Volljurist Dr. Rötger von Dellingshausen.
Peterseim kündigte verstärkte Anstrengungen beim Thema Heimversorgung mit Arzneimitteln und neue Initiativen des seit 32 Jahren bestehenden BVKA in Spezialgebieten wie der Palliativversorgung an. In den kommenden Wochen startet eine Kampagne zum Gewinn neuer BVKA-Mitglieder unter Apotheken, die Krankenhäuser und Heime versorgen. "Inhaltlich und strukturell ist der Verband sauber aufgestellt, aber wir wollen mehr Nachwuchs und Durchschlagskraft für den BVKA", sagte Peterseim.
Bundesverband klinik- und heimversorgender Apotheker e.V. BVKA
Dr. Rötger v. Dellingshausen, Geschäftsführer
10117 Berlin (Mitte), Reinhardtstraße 18
Telefon: 030 - 847 121 62
Telefax: 030 - 847 121 63
E-Mail: dellingshausen@bvka.de
Ministerin Steffens: Beratung zur Arzneimitteltherapiesicherheit muss Standard sein und Apothekern honoriert werden
BVKA-Tagung: Geringe Einnahmetreue größtes Risiko für hohe Morbidität und Mortalität
Die Apotheken in der Schweiz erhalten für den "Polymedikations-Check" bei multimorbiden Patienten, der im Durchschnitt 31 Minuten dauert, eine Vergütung von etwa 40 Euro. Das berichtete Prof. Dr. Kurt Hersberger von der Universität Basel am Montag (23. Februar) auf einer Veranstaltung des Bundesverbandes klinik- und heimversorgender Apotheker (BVKA) in Düsseldorf zum Thema "Umsetzungsstrategien einer verbesserten Arzneimitteltherapiesicherheit in Heimen". Allerdings haben die Krankenkassen den insgesamt dafür bereitgestellten Betrag gedeckelt.
Für Barbara Steffens, nordrhein-westfälische Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, ist eine solche Begrenzung nicht sinnvoll. Die Beratungsleistung der öffentlichen Apotheken bei der Arzneimitteltherapiesicherheit muss "automatischer Standard sein und entsprechend honoriert werden". Wenn Apotheker als Heilberufler konsequenterweise auch gegen ihre wirtschaftlichen Interessen beraten müssten, dann liege darin ein Mehrwert für die Gesellschaft, der eine angemessene Entlohnung verdiene. Dies zu regeln fällt allerdings in die Bundes-, nicht in die Länderkompetenz.
Ausdrückliche Unterstützung bei der Ministerin fand auch die BVKA-Forderung nach mehr Miteinander von Apothekern, Ärzten und Pflegefachkräften bei der Medikation einer älter werdenden Gesellschaft. Im größten Bundesland NRW gibt es nach ihren Worten derzeit 550.000 Pflegebedürftige, von denen ein Drittel stationär betreut werde. Schon in wenigen Jahren werde sich die Zahl auf 1,6 Millionen mehr als verdoppeln, während die Zahl der Erwerbspersonen um ein Viertel schrumpfe. Bei steigendem Pflegebedarf und geringer werdenden Ressourcen würden neue Konzepte zur Arzneimitteltherapiesicherheit gebraucht.
Die Apotheker seien dazu hinlänglich qualifiziert, sagte Frau Steffens auf die Frage des BVKA-Vorsitzenden Dr. Klaus Peterseim, ob die Apotheker besondere Voraussetzungen zu erfüllen hätten. Peterseim setzte sich ebenso wie Frau Steffens dafür ein, den ab Oktober 2016 vorgesehenen ärztlichen Medikationsplan dem Patienten im persönlichen Gespräch verständlich zu machen. "Deshalb muss er auch ausgedruckt und den Menschen in die Hand gegeben werden", so Steffens. Peterseim: "Dabei geht es um die Würde des Menschen, ihm die Lebensqualität zu geben, die noch möglich ist".
Wissenschaft und Praxis, Politik und BVKA waren sich bei der Tagung einig, dass eine verbesserte Arzneimitteltherapiesicherheit bei Menschen, die viele Arzneimittel gleichzeitig einnehmen müssen, ein zuverlässiges Medikationsmanagement braucht, um arzneimittelbezogene Probleme routinemäßig zu erkennen und zu lösen. So bezeichnete Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker, geringe Einnahmetreue als das größte Risiko für hohe Morbidität und Mortalität. Mangelnde Medikamenten-Therapiebereitschaft der Patienten bei sei allerdings "unheilbar". Es komme auf die dauerhafte Intervention durch die Apotheke an, wie Untersuchungen gezeigt hätten.
Für die engere Zusammenarbeit beim Medikationsmanagement rät Ministerin Steffens zu regelmäßigen Schulungen für Pflegekräfte, um dem oft vorherrschenden Zeitmangel entgegen zu wirken. Für den BVKA bietet die Verankerung des Medikationsmanagements als Apotheker-Aufgabe zugleich die Chance, das Stellen und Verblistern als Ergänzung pharmazeutischer Patientenbetreuung anzubieten. Gleichzeitig will der Verband den juristisch fragwürdigen Versuch abwehren, Blistern als individuelles Sonderangebot an Heimen misszuverstehen.
Wort für Wort - von der BVKA-Tagung zur Arzneimitteltherapiesicherheit in Heimen
„Wir investieren viel in neue Wirkstoffe und wenig in den Prozess der Zusammenarbeit. Die Ausbildung ist segmentiert statt interdisziplinär, und deswegen stockt die berufliche Kooperation von Apothekern, Ärzten und Pflegern.“
Prof. Dr. Kurt Hersberger, Apotheker, Universität Basel
„Verblisterung führt zu 15 Prozent Mengen- und Kostenvorteilen bei Arzneimitteln und bedeutet auch einen positiven Gesundheitseffekt.“
Dr. Uwe Kehrel, Betriebswirt, Universität Münster
„Unzureichende Kommunikation zwischen Altenheim, Krankenhaus, Arzt und Apotheker ist die Hauptursache für unerwünschte Arzneimittelereignisse.“
Dr. Simone Bernard, Apothekerin, Universität Witten/Herdecke
BVKA kritisiert falsche Interpretation von Rechtsnormen
Peterseim: Unterschiedliche Auslegung von Gesetzen und Verordnungen beenden
Der Bundesverband klinik- und heimversorgender Apotheker hält die ausufernden Reaktionen auf das Saarbrücker Urteil zur Rezeptweiterleitung eines Arztes an einen Apotheker für dringend korrekturbedürftig. BVKA-Vorsitzender Dr. Klaus Peterseim kritisierte auf der Jahrestagung seines Verbandes (am 6. und 7. Mai in Bad Homburg), dass Ärzteverbände und Fachpresse die Zusammenarbeit zwischen vertraglich gebundenen heimversorgenden Apotheken und Ärzten generell für unzulässig erklärten und damit die kontinuierliche Arzneimittelversorgung der Heimbewohner gefährdeten. Im wettbewerbsrechtlichen Urteil des OLG Saarbrücken war es um die verbotene Rezeptsammlung und -zuweisung an einen Apotheker durch einen niedergelassenen Arzt gegangen, bei der die Heimversorgung nur ein Nebenaspekt war.
Peterseim nannte es "dummes Zeug", dass Rezepte derjenigen Heimbewohner, die nicht von ihrem Apothekenwahlrecht Gebrauch machen, nicht mehr der zuständigen heimversorgenden Apotheke zugefaxt werden dürften. Der apothekenrechtlich vorgeschriebene Heimversorgungsvertrag weise diese Rezepte nicht nur der Vertragsapotheke zu, sondern verpflichte sie sogar, für die ordnungsgemäße Anschlussversorgung zu sorgen. Im Übrigen sei die Zusammenarbeit von Pflegeheim, Arzt und Apotheker bei der Gesundheitsversorgung der Heimbewohner erst jüngst vom Gesetzgeber weiter forciert worden. So müssten Heime künftig die Kooperation mit Ärzten und Apothekern nachweisen und könnten sogar eigene Heimärzte einstellen, die mit den übrigen Leistungserbringern eng zusammenarbeiten sollen.
Beim Thema Ausstattung der Laborräume zur Zytostatika-Herstellung erinnerte der BVKA-Vorsitzende daran, dass die Apothekenbetriebsordnung keineswegs industrielle Standards von den Apotheken verlange. Die Praxis sehe aber leider teilweise anders aus, weil einige Aufsichtsbehörden überstrenge und unnötige Maßstäbe anlegten. Als ein weiteres wichtiges Anliegen bezeichnete es Peterseim, die Ausschreibungen von Krankenkassen in der Versorgung mit individuell hergestellten Zytostatika zu beenden. Nur so könne das Apothekenwahlrecht der Patienten ebenso geschützt und erhalten werden wie die zuverlässige Versorgung in der Fläche.
In Zukunft will der BVKA die pharmazeutische Betreuung der Patienten in Krankenhäusern und Heimen als Kernkompetenz der öffentlichen Apotheke weiter ausbauen. In der Heimversorgung besteht hier ein großes Potential. In der Krankenhausversorgung erleben die BVKA-Apotheker, dass die intensive Zusammenarbeit mit den Ärzten auch von Seiten der Verwaltung mehr und mehr geschätzt (und bezahlt) wird. Die Rolle der Apotheken nehme vor allem dank ihrer Spezialisierung und klaren Profilierung bei der Arzneimittelversorgung zu und sei längst unverzichtbar. Nicht hinnehmbar ist allerdings aus Sicht des Verbandes, dass insbesondere heimversorgende Apotheken immer öfter zu kostenfreien Zusatzdienstleistungen aufgefordert würden, die mit Pharmazie nichts zu tun hätten.
Als Meilenstein für die künftige Rolle der Apotheken sieht der BVKA die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2012 zur Fernversorgung an, demzufolge die räumliche Nähe zwischen dem Krankenhaus und der versorgenden Apotheke so eng sein muss, dass die Entfernung in maximal einer Stunde überwunden werden kann. Die persönliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Krankenhausärzten, Pflegern und Apothekern in Heimen und Krankenhäusern bezeichnete Peterseim als Fundament einer effizienten Versorgungsleistung bei der pharmazeutischen Betreuung der Patienten.
Dem BVKA vertritt die Apotheken, die sich im Bereich Klinikversorgung und Heimversorgung spezialisiert haben. In der gemeinsam mit dem VZA Verband der Zytostatika herstellenden Apothekerinnen und Apotheker in Berlin betriebenen Geschäftsstelle arbeiten Dr. Rötger von Dellingshausen als Geschäftsführer, eine Fach-Apothekerin und eine Sekretärin. Von dort werden die Kontakte zu Politik und anderen Verbänden unterhalten.
Arzneimittelversorgung in Heimen und Kliniken auf hohem Niveau
BVKA blickt zum 30. Jubiläum zurück und nach vorn - Honorarfreies Verblistern beenden
Der Bundesverband der klinik- und heimversorgenden Apotheker hat in den 30 Jahren seines Bestehens das Informations- und Leistungsangebot für seine Mitglieder erheblich ausgebaut, politische und juristische Erfolge errungen und an der Spitze große Kontinuität gewahrt. In Zukunft will sich der BVKA wieder mehr um die fachlichen Aspekte der pharmazeutischen Betreuung der Patienten in Krankenhäusern und Heimen aus der Offizin-Apotheke kümmern, wobei in der Heimversorgung die größten Zuwächse erwartet werden, wie der wiedergewählte BVKA-Vorsitzende Dr. Klaus Peterseim auf der 30. Jahrestagung in Bad Homburg (am 23. und 24. April) deutlich machte.
Der Essener Apotheker führt den BVKA seit zehn Jahren. In den zwei Jahrzehnten zuvor seit der Verbandsgründung im Jahr 1983 lag der Vorsitz bei Walter Schneider, unter dessen Leitung jetzt auch die stellvertretenden Vorsitzenden Karl-Heinrich Reimert und Detlef Steinweg, Schatzmeister Michael Marxen und Schriftführer Christian Suter in ihren Vorstandsämtern einstimmig bestätigt wurden.
Welchen Stellenwert die Heimversorgung in den Verbandsaktivitäten einnimmt, macht auch ein Entschließungsantrag deutlich, der sich zwar in erster Linie an die Politik wendet, aber auch an Vertragsversäumnisse seitens der Apothekerschaft erinnert, so dass der BVKA über den Abschluss eigener Verträge nachdenkt. In dem Antrag heißt es:
"Heimversorgende Apotheken werden immer häufiger von Heimträgern aufgefordert, das Stellen/Verblisten für die Pflege zu übernehmen. Vielfach wird diese Aufforderung mit der klaren Erwartungshaltung verknüpft, dass diese Dienstleistung kostenlos erbracht werden soll. Die versorgende Apotheke steht damit vor der Entscheidung, die Heimversorgung komplett zu verlieren oder aber unrecht zu handeln und ihre Erträge deutlichst zu reduzieren.
Die Mitglieder des BVKA fordern daher den Gesetzgeber und die Aufsichtsbehörden auf, dafür zu sorgen, dass ein kostenloses Verblistern nicht stattfinden kann. Versorgungsverträge, die die Aufgabe des Stellens/Verblisterns enthalten, dürfen nur genehmigt werden, wenn auch ein Honorar für diese Dienstleistung vereinbart ist und auch tatsächlich Zahlungen stattfinden. Des Weiteren hat der Gesetzgeber für klare Regelungen der Honorierung für das blistergestützte Medikationsmanagement in der Arzneimittelpreisverordnung zu sorgen."
Als Meilenstein für die künftige Rolle der Apotheken sieht der BVKA die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. August 2012 zur Fernversorgung an, demzufolge die räumliche Nähe zwischen dem Krankenhaus und der versorgenden Apotheke so eng sein muss, dass die Entfernung in maximal einer Stunde überwunden werden kann. "Dafür haben wir zehn Jahre gekämpft", sagte Peterseim, "ich bin glücklich, dass wir dies erreicht haben." Die Aufsichtsbehörden in den Ländern forderte Peterseim allerdings auf, die Maßstäbe dieser Rechtsprechung auch in die Versorgungspraxis umzusetzen und das Verbot der Trennung von Versorgung und Logistik nicht durch die Hintertür wieder zu beseitigen.
Die zeit- und ortsnahe, die persönliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Krankenhausärzten, Pflegern und Apothekern bei der pharmazeutischen Betreuung der Patienten in Heimen und Krankenhäusern zog sich wie ein roter Faden durch die Jahrestagung. Heute sei nach dreißig Jahren BVKA die Arzneimittelversorgung in den Einrichtungen stets auf gleich hohem Niveau. "Die Apotheken sind hier vom Händler zum Versorger mutiert. Die Versorgungsverträge haben zu erheblichen Verbesserungen geführt", sagte etwa Prof. Dr. Johannes Güsgen, Geschäftsführer der Dernbacher Gruppe Katharina Kaspar Maria-Hilf NRW gGmbH, vor den BVKA-Mitgliedern.
Vortragsunterlagen Jahrestagung 2013
Das Feld nicht den industriellen Verblisterern überlassen
BVKA fordert generelle Honorarregelung und politische Korrektur beim Medikationsmanagement in der Heimversorgung
Der Bundesverband der klinik- und heimversorgenden Apotheker sieht die Apotheken beim blistergestützten Medikationsmanagement in der Heimversorgung zwar gut aufgestellt, aber deren Leistungen unzureichend honoriert. Die bisherige Regelung (§ 1 Abs. 3 S. 1 Nr. 7 AMPreisV) ist missglückt und ohne praktische Relevanz. Der BVKA fordert deshalb eine verbindliche Honorarregelung für das Medikationsmanagement und eine Änderung der Arzneimittelpreisverordnung.
Auf einer Fachtagung seines Verbandes unter dem Titel "Heimversorgung reloaded" wies der BVKA-Vorsitzende Dr. Peterseim darauf hin, dass "ohne ordnendes Eingreifen bei den Preisvereinbarungen der Apotheken mit den Kassen ein Wildwuchs an den Apotheken vorbei droht, wenn die Heime nach neuen Lösungen suchen." Einerseits müssten die Qualitätsanforderungen für Heim und Apotheke gleich sein. Andererseits verfüge niemand beim Medikationsmanagement in der Heimversorgung zum Nutzen und Wohl der Patienten über mehr Kompetenz und Erfahrung als die Apotheken.
Die Honorarfrage gehört auch zum ABDA-KBV-Modell für das Medikationsmanagement. Früher war bei der Honorierung des patientenindividuellen Verblisterns die Befürchtung groß, dass die in der Arzneimittelpreisverordnung vorgesehenen Vereinbarungen mit Kostenträgern über die Berechnung der Apothekenabgabepreise der aus Fertigarzneimitteln entnommenen
Teilmengen den einheitlichen Apothekenabgabepreis gefährden und den Markt für industrielle Verblisterer öffnen. Deshalb haben sich die Apothekerverbände damit nicht befasst, konnten aber gleichwohl nicht verhindern, dass die Politik in den vergangenen Jahren auf Betreiben industrieller Verblisterer immer neue arzneimittelrechtliche Ausnahmeregelungen geschaffen hat. Zudem muss, wie bei einem juristischen Vortrag auf der Tagung dargestellt, die Verblisterung ohnehin vergütet werden, weil eine kostenlose Verblisterung rechtswidrig wäre.
Zugleich hat sich das Stellen und Verblistern durch engagierte heimversorgende Apothekerinnen und Apotheker einen anerkannten Platz in der Heimversorgung erobert. Deshalb forderte der Stellvertretende Vorsitzende des BVKA, Detlef Steinweg, die ABDA und den DAV auf, "die Blockadehaltung aufzugeben und den industriellen Blisterzentren nicht das gesundheitspolitische Feld zu überlassen sowie die Gefahr direkter Verträge zwischen Kostenträgern und Blisterzentren heraufzubeschwören."
Ein ordnendes Eingreifen des DAV im Hinblick auf die Honorierung wird aktuell durch eine weitere Rechtsentwicklung erforderlich, die zu einer völlig neuen Rolle der Apotheke im Hinblick auf das Stellen und Verblistern in der stationären und ambulanten Pflege führen könnte. Aufgrund einer Änderung des arzneimittelrechtlichen Herstellungsbegriffs fällt inzwischen auch das Stellen im Heim unter das erlaubnispflichtige Herstellen, wofür die Heime eine Herstellungserlaubnis nach § 13 AMG benötigen, die sie in der Regel nicht haben. Die Heimträger werden daher nach neuen Wegen suchen müssen, wie sie künftig die arzneimittelrechtlichen Standards bei der Arzneimittelversorgung pflegebedürftiger Menschen sicherstellen können. Peterseim: "Hier sind die Apotheker als für die Arzneimittelversorgung originär zuständige Berufsgruppe gefordert, Lösungen anzubieten und dieses Feld vor berufsfremden Anbietern zu schützen."
Vortragsunterlagen "Heimversorgung 'reloaded'"
Versorgung muss durch räumliche Apothekennähe gesichert werden
Wichtige Grundsatzentscheidung für die Arzneimittelversorgung von Krankenhauspatienten
Der Bundesverband der klinik- und heimversorgenden Apotheker (BVKA) begrüßt das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur räumlichen Nähe zwischen Krankenhaus und versorgender Apotheke. „Das ist eine wichtige Grundsatzentscheidung für das Wohl der Patienten im Krankenhaus“, erklärte Dr. Klaus Peterseim, Vorsitzender des BVKA. „Mit dieser Klarstellung durch das Bundesverwaltungsgericht ist die sichere und zuverlässige Versorgung von Krankenhauspatienten mit Arzneimitteln auch weiterhin jederzeit gewährleistet. Dem durchsichtigen Versuch, wegen vermeintlicher wirtschaftlicher Vorteile die Arzneimittelbelieferung ohne Rücksicht auf eine notwendige Akutversorgung über Hunderte von Kilometern durchzuführen, wurde damit ein Riegel vorgeschoben.“
Peterseim dankte dem Kreis Warendorf und dem nordrheinwestfälischen Gesundheitsministerium für die konsequente Durchsetzung der gesetzlichen Vorgaben und forderte andere Bundesländer auf, diesem Beispiel zu folgen. „Leider gibt es bundesweit noch weitere Fälle, in denen Krankenhäuser, darunter sogar einige mit öffentlichen Trägern, entgegen der nun vom Bundesverwaltungsgericht bestätigten Rechtslage über große Distanzen beliefert werden. Jetzt ist es an der Zeit, diese untragbaren Zustände zu beenden und zu einer ordnungsgemäßen Krankenhausversorgung zurückzukehren“, forderte der BVKA-Vorsitzende. Hier seien die zuständigen Verwaltungsbehörden, aber auch die Apothekerkammern gefordert, auf eine Bereinigung derart rechtswidriger Sachverhalte hinzuwirken.
Das Bundesverwaltungsgericht hatte am Donnerstag (30. August) entschieden, dass ein Versorgungsvertrag nur genehmigt werden kann, wenn die Apotheke in angemessener Nähe zum Krankenhaus liegt. Es kassierte damit das entgegenstehende Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster, das in Verkennung der Rechtslage gemeint hatte, das Erfordernis der Ortsnähe sei durch ein Notfalldepot im Krankenhaus zu kompensieren. Das Gericht stellte nun in letzter Instanz klar, dass ein solches Depot von Gesetzes wegen eine Apotheke nicht ersetzen darf und bei einem plötzlich auftretenden, nicht absehbaren Bedarf die zeitnahe Bereitstellung dringend benötigter Arzneimittel durch die Apotheke nicht sicherstellen kann.
Der BVKA vertritt die öffentlichen Apotheken, die aufgrund eines Versorgungsvertrages die Komplettversorgung von Krankenhäusern oder Heimen mit Arzneimitteln sicherstellen. Er tritt für hohe Standards für Qualität, Sicherheit und Verfügbarkeit von Arzneimitteln in der der Krankenhaus- und Heimversorgung ein, die unabhängig vom Versorgungsweg für alle Patienten gelten müssen.
Telefon: 030 – 847 121 62
Telefax: 030 – 847 121 63
BVKA mit eigenen Vorschlägen zum Arzneimittelrecht
Konkrete Initiativen zu Heim-, Krankenhausversorgung und Preisverordnung
Der Bundesverband klinik- und heimversorgender Apotheker hat sich mit detaillierten Anregungen und Vorschlägen in die Debatte über die Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften eingeschaltet. Für die Anhörung zum entsprechenden Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums am Dienstag (10. Januar) hat der BVKA eine umfangreiche Stellungnahme vorgelegt. Sie bezieht sich vor allem auf die Versorgung von Krankenhäusern, Heimen und pflegebedürftigen Menschen mit Arzneimitteln und Medizinprodukten durch öffentliche Apotheken.
Heimversorgung: Hier schlägt der BVKA die Änderung des § 12a Apothekengesetz vor, der den Wegfall des bundeseinheitlichen Heimbegriffs infolge der Föderalismusreform berücksichtigt und die ambulante Pflege einbezieht.
Krankenhausversorgung: In § 14 Apothekengesetz soll eine Klarstellung im Hinblick auf gleiche Anforderungen an die interne und externe Krankenhausversorgung erfolgen.
Vergütung und Abgabe patienten-individuell neuverblisterter Fertigarzneimittel: Was die Vergütung für patienten-individuelle neuverblisterte Fertigarzneimittel betrifft, wird eine an den einheitlichen Apothekenabgabepreis gebundene Auffangregelung in § 1 Arzneimittelpreisverordnung vorgeschlagen. Der Abschluss abweichender Vereinbarungen soll möglich bleiben. Zugleich wird eine Klarstellung im Hinblick auf die Abgabe des verordneten Fertigarzneimittels in gestellter oder neuverblisterter Form in § 17 Apothekenbetriebsordnung gefordert.
Der BVKA greift in seiner Stellungnahme grundlegende Fragen ungleicher Wettbewerbsbedingungen beim grenzüberschreitenden Versand von Arzneimitteln auf und fordert dringend klarstellende Rechtsregelungen. So wird ein Formulierungsvorschlag für ein arzneimittelrechtliches Verbot von Pickup-Stellen vorgelegt. Außerdem soll § 78 AMG im Hinblick auf Preise für grenzüberschreitende Verkäufe in einer Weise geändert werden, die EU-rechtlich unbedenklich ist und sich am Gesetz zur Buchpreisbindung orientiert.
Anhörung zur Änderung der Apothekenbetriebsordnung
BVKA-Forderungen ausführlich erläutert - BMG sagt Prüfung zu
Heute fand im Bundesgesundheitsministerium in Bonn die Anhörung zum Referentenentwurf einer Änderungsverordnung zur Apothekenbetriebsordnung statt, den das Ministerium nach mehrjährigen Vorbereitungen im Oktober 2011 vorgelegt hatte. Die Anhörung unter der Leitung von Ministerialrat Hans-Peter Hofmann, Leiter der Unterabteilung 11 – Arzneimittel, Apotheken, und Ministerialrätin Dr. Dagmar Krüger, Leiterin des Referats 114 – Arzneimittelzulassung und -qualität, Klinische Prüfung, Apothekenbetrieb, fand in bemerkenswert konstruktiver Atmosphäre statt. Obwohl sich nicht alle Teilnehmer der zahlreich vertretenen Verbände zu Wort meldeten, musste die auf drei Stunden angesetzte Anhörungszeit schließlich um fast eine Stunde überzogen werden.
Der BVKA, der durch den stellvertretenden Vorsitzenden Detlef Steinweg und Prof. Dr. Hilko Meyer als juristischen Berater vertreten wurde, konnte in der mündlichen Anhörung eine Vielzahl seiner Forderungen darlegen und erläutern. Dazu zählten insbesondere die in der schriftlichen Stellungnahme vorgelegten Forderungen nach einer Präzisierung der Regelungen zum Stellen und Verblistern, nach einer Begrenzung der Delegationsmöglichkeiten pharmazeutischer Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten auf nicht-pharmazeutisches Personal und externe Betriebe sowie nach Rückführung der Defekturvorschriften auf die einer verlängerten Rezeptur. Diese Darlegungen wurden ergänzt durch Dr. Klaus Peterseim, der in seiner Eigenschaft als VZA-Vorsitzender geladen war.
Das Ministerium war offenkundig mit der schriftlichen Stellungnahme des BVKA gut vertraut und kündigte eine Reihe von Detailregelungen an, die den BVKA-Forderungen entsprechen. Dies galt allerdings nicht für die politisch im Mittelpunkt stehenden Einwände gegen die Senkung der Anforderungen an Filialapotheken. Die ABDA und zahlreiche Verbänden der Apothekerschaft und der pharmazeutischen Wissenschaft begründeten ihre Ablehnung vor allem mit negativen Folgen für die Rezeptur- und Notdienstversorgung und die Ausbildungssituation des Berufsnachwuchses. Vom BVKA wurde auf die systemsprengende Kraft unterschiedlicher Kostenbelastungen für Haupt- und Filialapotheken hingewiesen und vor „Blauäugigkeit“ des Verordnungsgebers im Hinblick auf die Einhaltung der Standards bei gegenteiligem Wettbewerbsdruck gewarnt.
Das Ministerium nahm die vorgetragenen Argumente zur Kenntnis, machte aber deutlich, dass es seine Position zur Liberalisierung der Filialapotheken nach wie vor für wohlbegründet hält. Auch die Frage der Pickup-Stellen, zu der die ABDA eine Teilforderung im Zusammenhang mit den Rezeptsammelstellen vorgelegt hatte, wurde nicht inhaltlich erörtert. Das Ministerium verwies vielmehr darauf, dass derzeit eine ganzheitliche Lösung hierzu erarbeitet werde, die jedoch eine Gesetzesänderung erforderlich mache und daher aus dem laufenden Verfahren ausgeklammert werde. Für die Änderung der Apothekenbetriebsordnung kündigte das Ministerium einen ehrgeizigen Zeitplan an. Im Dezember werde eine gründlich überarbeitete Fassung des Verordnungsentwurfs erstellt, mit den Ressorts und dem Kanzleramt abgestimmt und bereits am 20. Dezember 2011 dem Kabinett vorgelegt. Nachdem sich Mitte Januar 2012 der Gesundheitsausschuss des Bundesrates mit dem Entwurf befasst habe, solle am 10. Februar 2012 der Bundesrat darüber entscheiden. Je nachdem, welche Änderungen sich daraus ergeben, strebt das Ministerium an, die Änderungsverordnung bis Ende Februar/Anfang März 2012 zu verabschieden und in Kraft zu setzen.
BVKA: Verantwortung des Apothekenleiters stärken
Auslagerung als Ausnahme bestimmen – „Kein Handlanger industrieller Vorfertigung“
Bevor das politische Tauziehen um die Apothekenbetriebsordnung in die nächste politische Runde geht, hat der Bundesverband klinik- und heimversorgender Apotheker seine Stellungnahme zum Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums abgegeben. Der BVKA begrüßt darin eine Reihe von Veränderungen, sieht aber erheblichen Nachbesserungs- und Präzisierungsbedarf.
„Die Auslagerung von Tätigkeiten außerhalb der Apotheke muss deutlich als Ausnahme definiert werden und darf die Verantwortlichkeit des Apothekenleiters nicht aushöhlen“, warnte BVKA-Vorsitzender Dr. Klaus Peterseim bei der Vorlage der umfangreichen Stellungnahme. „Es gibt einen Unterschied zwischen pharmazeutischen Tätigkeiten im üblichen Apothekenbetrieb und in der Industrie, der in der persönlichen Verantwortung des Apothekenleiters und des von ihm beaufsichtigten pharmazeutischen Personals zum Ausdruck kommt.“ Der BVKA lehnt deshalb die schematische Übertragung industrieller Normen auf den Apothekenbetrieb ebenso ab wie die vorgesehene Ausweitung der Delegationsmöglichkeiten auf nicht-pharmazeutisches Personal. Gerade bei der Zytostatikaherstellung und bei der patientenindividuellen Verblisterung dürfe die Apotheke schon aus rechtlichen Gründen nicht zum „Handlanger“ industrieller Vorlieferanten herabgesetzt werden.
Auch das patientenindividuelle Stellen und Verblistern von Arzneimitteln, das nun ausdrücklich als pharmazeutische Tätigkeit der Apotheke anerkannt wird, soll nach BVKA-Auffassung präzisiert werden. Insbesondere seien beide Tätigkeiten gleichermaßen dadurch bestimmt, dass dabei Teilmengen aus Fertigarzneimitteln unverändert portioniert und neu verpackt werden. Wesentliche Voraussetzung sei in beiden Fällen, dass ein patientenbezogener Medikationsplan vorliege, aus dem sich der Einnahmezeitpunkt der neu zusammengestellten Arzneimittel ergibt. „Für beide Tätigkeiten müssen deshalb die gleichen, an den konkreten Anforderungen in der Apotheke orientierte Qualitäts- und Sicherheitsmaßstäbe angelegt werden“, so der stellvertretende Vorsitzende Detlef Steinweg. Die BVKA-Stellungnahme enthält dazu die konkrete Forderung, die stellende oder verblisternde Apotheke zur patientenindividuellen Erhebung, Prüfung und Dokumentation der Einnahmezeitpunkte und Mengen im Rahmen eines qualitätsgesicherten Medikationsmanagements zu verpflichten.
Der BVKA teilt die ablehnende Stellungnahme der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) vor allem bei den gesenkten Anforderungen an Filialapotheken und Pickup-Stellen. Auch die ABDA-Forderung nach einem funktionierenden Qualitätsmanagementsystem für alle Apotheken wird vom BVKA unterstützt. Weitere Forderungen beziehen sich auf die Vereinheitlichung der Anforderungen an die Krankenhausversorgung durch interne und externe Apotheken und die patientenindividuelle parenterale Arzneimittelherstellung.
Vorteile für Heimbewohner klar, aber weitere Schritte erforderlich
Beim Medikations­management Verblistern durch Apotheken generell ermöglichen
Das Verblistern von Medikamenten schafft viele Vorteile und ist ein effizientes Instrument für das professionelle Medikationsmanagement durch die Apotheke. „Angesichts der Vorteile bei Arzneimittelsicherheit, Therapietreue, Entlastung der Pflegekräfte und Wirtschaftlichkeit brauchen wir endlich den Durchbruch, um das Verblistern in der Heimversorgung auch in Deutschland zu ermöglichen“, so Dr. Klaus Peterseim.
Der Vorsitzende des Bundesverbandes klinik- und heimversorgender Apotheker äußerte sich auf einer Veranstaltung des BVKA in Berlin unter dem Motto „Von der Arzneimittelsicherheit zur Patientensicherheit“. Unter den teilnehmenden Experten aus Politik, Wissenschaft, Pflege und Pharmazie blieb nur umstritten, wer den nächsten Schritt tun müsse, damit die Sichtverpackung mit individuell zusammengestellten Arzneimitteln für Heimbewohner auf breiter Front Wirklichkeit wird.
Die vom BVKA im Mai 2011 vorgelegten Überlegungen („Homburger Erklärung“) sollen nun vorangetrieben werden, um sie in die anstehenden Novellierungen des Apotheken- und Arzneimittelrechts einzubringen. Die von dem Gesundheitsrechtler Prof. Hilko Meyer erläuterten BVKA-Vorschläge knüpfen an die bereits erlassenen Ausnahmeregelungen für das patientenindividuelle Verblistern durch und für die Apotheke an. Sie zielen nicht auf eine Systemänderung, sondern auf die konsequente Einbindung dieser Ausnahmeregelungen in die apotheken- und preisrechtlichen Vorschriften.
So soll nach den von Fachleuten jetzt auf breiter Front unterstützten BVKA-Plänen in der Betriebsordnung klargestellt werden, dass die Abgabe von Fertigarzneimitteln in patientenindividuell verblisterten oder gestellten Teilmengen der ärztlichen Verordnung entspricht, wenn Identität und Menge stimmen. Auch soll in diesen Fällen der Apothekenabgabepreis des verordneten Fertigarzneimittels als gesetzlicher Preisanker festgeschrieben werden, um einen Anreiz für künftige Preis- und Honorarverhandlungen zu schaffen und „Flaschenhälse“ zu beseitigen. Das alles solle jedoch nur für die vertraglich vereinbarte Versorgung pflegebedürftiger Menschen gelten und kein Verhandlungsmandat für industrielle Verblisterer schaffen.
Apotheker: Kreis Warendorf soll zum Bundesverwaltungsgericht gehen
BVKA: „Krasses Fehlurteil“ des OVG Münster zur Fernversorgung von Krankenhäusern
Die Fernversorgung von Krankenhäusern mit Arzneimitteln bleibt auch nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster umstritten. Der Bundesverband der klinik- und heimversorgenden Apotheker (BVKA) hat den Kreis Warendorf aufgefordert, Rechtsmittel beim Bundesverwaltungsgericht einzulegen. „Das Münsteraner Urteil ist ein Schlag gegen die Patienten in Krankenhäusern“, sagte BVKA-Vorsitzender Dr. Klaus Peterseim.
Das OVG hat in zweiter Instanz eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts kassiert. Dort hatte die Arzneimittelaufsicht des Kreises Warendorf zunächst in einem Rechtsstreit gegen die Versorgung einer mehr als 200 Kilometer entfernten Bremer Klinik durch eine Apotheke in Ahlen (Kreis Warendorf) obsiegt. Die Oberrichter kamen Mitte Mai zu dem Schluss, dass eine räumliche Nähe nicht der ausschlaggebende Faktor für die unverzügliche Belieferung ist.
Nach Ansicht des BVKA steht die OVG-Entscheidung im krassen Gegensatz zu Wortlaut und Zielen des Apothekengesetzes. „Wer die Entscheidung über Umfang und Qualität von Notfallversorgung und Arzneimittelsicherheit allein in die Hände der Krankenhausträger legt, führt den gesetzlichen Genehmigungsvorbehalt für die Versorgungsverträge ad absurdum und gefährdet das Wohl der Krankenhauspatienten.“ Dr. Peterseim, Apotheker in Essen, plädierte an die zuständige Warendorfer Behörde, aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung des Falles gegen das Urteil Revision beim Bundesverwaltungsgericht einzulegen.
Nach Auffassung des BVKA droht die Entscheidung als „Freibrief zur Reduzierung der Krankenhausversorgung mit Arzneimitteln auf die reine Logistikleistung“ missbraucht zu werden. Peterseim: „Genau das will der Gesetzgeber mit der Pflicht zur unverzüglichen Notfallversorgung und zur persönlichen Beratung verhindern.“ Aufgabe der zuständigen Behörden sei es, die Einhaltung dieser Pflichten im Genehmigungsverfahren zu prüfen. Angesichts der immer schärferen Ökonomisierung der Krankenhäuser sei es gefährlich, den Behörden faktisch die Kontrollfunktion bei der zuverlässigen Arzneimittelversorgung zu nehmen.

References: § 13
 § 12
 § 14
 § 1
 § 17
 § 78