Source: https://wirkungsmonitoring.gv.at/2019-vorhaben-wfa-311.html
Timestamp: 2020-07-13 16:41:56+00:00

Document:
Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die frühe sprachliche Förderung in institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen 2015/16-2017/18
teilweise eingetreten: Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die frühe sprachliche Förderung in institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen für die Kindergartenjahre 2015/16 bis 2017/18, mit der die Zweckzuschüsse des Bundes angehoben sowie der Kofinanzierungsschlüssel geändert wird und die Fördermöglichkeiten bei Kindern mit festgestelltem Sprachförderbedarf um die gesamtheitliche Entwicklung erweitert werden. BKA UG 10 2015 2015 -60.000 Vereinbarung gem. Art. 15a B-VG
nicht erreicht: 12.3 12.3 Beurteilung seitens der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund betreffend des Integrationsklimas in der Gesellschaft (BVA 2019 – Evaluierung des Vorhabens)
nicht erreicht: 02.4 02.4 Förderung der sprachlichen (Deutsch als Fundament), der beruflichen und der gesellschaftlichen Integration (Werte und Engagement für Ö.) (Evaluierungsjahr des Vorhabens: 2019)
Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die frühe sprachliche Förderung in institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen für die Kindergartenjahre 2015/16 bis 2017/18, StF: BGBl. II Nr. 234/2015
Der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit anderer Erstsprache als Deutsch steigt kontinuierlich an. In den Kindergärten kam es über die vergangenen sechs Jahre zu einer Zunahme von 10 % (in Wien sogar um rund 15 %) und in den Schulen um 5 % (vgl. Kindertagesheim- und Schulstatistik 2007/08 und 2013/14). Die 2012 im Zuge der Art. 15a B-VG Vereinbarung über die frühe sprachliche Förderung durchgeführten Sprachstandsfeststellungen zeigten, dass fast ein Viertel (21.351) der 85.873 getesteten Kinder in Kinderbetreuungseinrichtungen Sprachfördermaßnahmen benötigte, um zu ihren AltersgenossInnen aufschließen zu können.
Im Jahr 2013 wiesen 22.764 der 57.248 getesteten Kinder Sprachförderbedarf auf. Für das Förderjahr 2014 liegen derzeit noch keine Zahlen vor.
Die zwischen dem Bund und den Ländern abgeschlossene Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die frühe sprachliche Förderung von 2012 – 2014 lief mit 31. Dezember 2014 aus. Um die Sprachfördermaßnahmen in den Kindergärten fortsetzen zu können, wird mit dem Kindergartenjahr 2015/16 die Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die frühe sprachliche Förderung in institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen bis zum Ende des Kindergartenjahres 2017/18 verlängert und die Zweckzuschüsse des Bundes auf maximal 20 Millionen Euro pro Kindergartenjahr angehoben. Das bedeutet eine Gesamtkostenbeteiligung des Bundes in der Höhe von maximal 60 Millionen Euro. Die Kofinanzierung zwischen Bund und Ländern soll im Verhältnis 2:1 erfolgen.
Der Spracherwerb ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration und stellt eine unumgängliche Voraussetzung für die Teilhabe an der Gesellschaft und am Arbeitsmarkt dar. Das Beherrschen der deutschen Sprache bildet damit die Grundlage für alle weiteren Integrationsprozesse. Die Bundesregierung hat sich daher im Nationalen Aktionsplan Integration zum Ausbau der frühen sprachlichen Förderung vor Schuleintritt bekannt. Mit diesem im Regierungsprogramm 2013 – 2018 verankerten Vorhaben wurde die im Nationalen Aktionsplan Integration vorgesehene frühe sprachliche Förderung in institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen in den Kindergartenjahren 2015/16 bis 2017/18 umgesetzt.
nicht eingetreten: 1 1 Verbesserung der Kenntnisse der Unterrichtssprache Deutsch Sprache zu Beginn der Schulpflicht
zur Gänze eingetreten: 1 1 Verlängerung der bestehenden Vereinbarung und Erhöhung des Zweckzuschusses
überplanmäßig eingetreten: 2 2 Durchführung von Sprachstandsfeststellung bei drei- bis sechsjährigen Kindern in Kindergärten
10.000 10.000 0 20.000 20.000 0 20.000 20.000 0 10.000 10.000 0 0 0 0 60.000 60.000 0
-10.000 -10.000 -20.000 -20.000 -20.000 -20.000 -10.000 -10.000 0 0 -60.000 -60.000
Die Zweckzuschüsse des Bundes wurden in den Kindergartenjahren 2015/16, 2016/17 und 2017/18 wie budgetiert entsprechend dem Verteilungsschlüssel an die Bundesländer überwiesen. Die nicht abgerechneten Bundeszuschüsse wurden von den Bundesländern gemäß Art 6 Abs. 2 der Vereinbarung im darauffolgenden Kindergartenjahr verwendet. Eine Rückerstattung von innerhalb der Laufzeit nicht verwendeten Bundesmitteln erfolgt nach Abschluss der Prüfung der von den Bundesländern vorgelegten Endabrechnungen.
Das vorliegende WFA-Vorhaben entfaltet keine wesentlichen Auswirkungen in der Wirkungsdimension Soziales. Die gesellschaftliche Teilhabe von Knaben und Mädchen mit Behinderung wurde im Rahmen dieses Vorhabens jedenfalls sichergestellt. Allerdings liegen keine TeilnehmerInnenzahlen behinderter Menschen im Zusammenhang mit diesem Vorhaben vor.
Es ist unbestritten, dass das Beherrschen der deutschen Sprache beim Schuleintritt eine wichtige Grundlage für die spätere Schul- und Bildungslaufbahn ist. Bei der Planung der 15a-Vereinbarung ging man von einer Zielgruppe mit der Größe von 70.000 Kindern aus (siehe Kennzahl Sprachstandfeststellungen bei drei- bis sechsjährigen Kindern). Im Rahmen der Umsetzung der Vereinbarung konnten 97.621 Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung gefördert werden, somit wurde ihr Start in die Schullaufbahn erleichtert.
Die Gesamtbeurteilung der Wirkung dieses Vorhabens mit "teilweise eingetreten" ist insofern gerechtfertigt, als dass das Ziel 1 nicht erreicht wurde und das Ziel 2 überplanmäßig erreicht wurde.
Das Ziel 1, Verbesserung der Kenntnisse der Unterrichtssprache Deutsch zu Beginn der Schulpflicht, wurde nicht erreicht. Der Zielzustand, also die Quote der drei- bis sechsjährigen Kinder mit Sprachförderbedarf auf 30 % zu senken, wurde verfehlt.
Die Gründe dafür sind einerseits die erhöhte Anzahl der Testungen, andererseits vermutete Abweichungen in der Methodik bei Erfassung des Ausgangszustands im Kindergartenjahr 2012/13 und bei Erfassung des Ist-Zustands im Kindergartenjahr 2017/18. Aus heutiger Sicht lässt sich das bei der Ermittlung des Ausgangszustands 2012/13 angewandte Messsystem nicht rekonstruieren. Somit kann heute nicht nachvollzogen werden, ob die Tests, auf denen der Ausgangszustand beruhte, flächendeckend (z.B. auch in Problemkindergärten) und anhand kohärenter Kriterien durchgeführt wurden.
Mit der erhöhten Anzahl an Testungen im Vergleich zum Ausganszustand wurde eine Datenlage geschaffen, welche die Realität besser abbildet. Der Ist-Zustand wurde anhand jener Wirkungskennzahl erfasst, die in der 15a-Vereinbarung festgeschrieben ist. Diese Wirkungskennzahl entspricht dem Zahlenwert, um welchen sich der Sprachförderbedarf nach den durchgeführten Fördermaßnahmen im Zeitraum eines Kindergartenjahres, gemessen an der Anzahl der Kinder, verringert hat. Maßgeblich hierfür sind die beiden Testzeitpunkte zu Beginn und am Ende eines Förderjahres/Kindergartenjahres. Die Berechnungsmethode des Istwerts 2017/18 gibt daher konkrete Auskünfte darüber, in welchem prozentuellen Ausmaß sich der Sprachstand bei demselben Personenkreis nach der Durchführung von Fördermaßnahmen derart gebessert hat, dass nach Abschluss des Förderjahres kein weiterer Förderbedarf mehr gegeben war. Der angestrebte Zielzustand 2017/18 von 30 % beruhte auf dem aus heutigen Sicht nicht mehr rekonstruierbaren Messsystem des Ausgangszustandes 2012/13. Der Istzustand 2017/18 besagt somit, dass 32 % der Kinder keinen Sprachförderbedarf mehr aufweisen. Verbesserungen des Sprachstandes bei den restlichen geförderten Kindern sind zwar nachgewiesen, werden aber über die Wirkungskennzahl nicht ausgedrückt.
Hinsichtlich des Ziels 2 war geplant, im Zuge der Umsetzung der 15a-Vereinbarung 70.000 Sprachstandsfestellungen pro Kindergartenjahr durchzuführen. Das Ziel konnte insofern überplanmäßig erreicht werden, als dass im Zielzustand der Evaluierung, nämlich im Kindergartenjahr 2017/18, 109.114 Kinder einer Sprachstandsfeststellung unterzogen werden konnten. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Bundesländer aufbauend auf den Erfahrungen der vorangegangenen Vereinbarungen ihre Testungskapazitäten ausgebaut haben.
Im Weiteren soll positiv hervorgehoben werden, dass bei der Umsetzung der Vereinbarung der Sprachstand von bis zu 70 % der Kinder eines Kindergartenjahrgangs getestet werden konnten. Außerdem wurden bis zu 93 % der Kinder mit festgestelltem Sprachförderbedarf entsprechend gefördert. Über die gesamte Laufzeit der Vereinbarung konnten so rd. 100.000 Förderplätze im Rahmen der Vereinbarung über die frühe sprachliche Förderung angeboten werden. Auf Grund der genaueren und zuverlässigeren Datenlage konnten die Kinder zielgerichteter gefördert werden.
Ergänzend wird festgehalten, dass die gewonnenen Erfahrungswerte in die Nachfolgevereinbarung eingeflossen sind, um auch beim Vollzug der nachfolgenden Vereinbarung über die Elementarpädagogik für die Kindergartenjahre 2018/19 bis 2021/22 ein bedarfsgerechtes und zielgruppenorientiertes Angebot an Sprachfördermaßnahmen sicherzustellen.
Verbesserungspotentiale, die im Rahmen der Durchführung ersichtlich wurden, sind bereits in die Ausgestaltung der Folgevereinbarung eingeflossen.
Evaluationsschlussberichte des ÖIF

References: Art. 15
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 15