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Timestamp: 2016-10-26 02:30:15+00:00

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8C_1075/2009 (30.03.2010)
8C_1075/2009
Der 1955 geborene D.________ war als Schreiner in der Firma Z.________ AG t�tig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Gem�ss Bagatellunfall-Meldung vom 19. Dezember 2002 fiel ihm am 8. Oktober 2002 (in den Akten finden sich auch andere Unfalldaten) bei der Arbeit eine Platte auf den Kopf, was jedoch weder eine �rztliche Behandlung erforderte noch zu einer unmittelbaren Arbeitsunf�higkeit f�hrte. Nachdem �ber die Arbeitgeberin am 3. Dezember 2002 der Konkurs er�ffnet worden war, bezog D.________ Arbeitslosenentsch�digung. Ab 9. Januar 2003 wurde von �rztlicher Seite wegen R�cken- und Nackenschmerzen eine volle Arbeitsunf�higkeit best�tigt. Ab 28. April 2003 war D.________ im Zwischenverdienst in verschiedenen Arbeitsverh�ltnissen t�tig. Am 20. Mai 2003 erlitt er einen Verkehrsunfall. Ein aus einer Stoppstrasse fahrender Honda Shuttle prallte in die rechte Seite des von D.________ gelenkten Mitsubishi Galant. Der Mitsubishi wurde dadurch abgedreht und kam am Strassenrand mit der Front gegen die Fahrrichtung zum Stillstand. D.________ suchte gleichentags das Spital E.________ auf, wo ein Wirbels�ulenschmerz mit Ausstrahlung in den linken Arm und das rechte Bein nach Autounfall mit/bei bekannter Lumboischialgie mit Ausstrahlung ins rechte Bein (bis in die Grosszehe) und Cervikalsyndrom diagnostiziert wurde. Die SUVA als zust�ndiger obligatorischer Unfallversicherer gew�hrte Heilbehandlung und richtete Taggeld aus. Nach Abkl�rungen zum Unfallhergang und zum medizinischen Sachverhalt stellte sie mit Verf�gung vom 11. September 2007 die Leistungen r�ckwirkend per 3. Juli 2003 ein und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integrit�tsentsch�digung. Begr�ndet wurde dies mit der fehlenden ad�quaten Unfallkausalit�t der �ber den 3. Juli 2003 hinaus geklagten Beschwerden. Daran hielt der Versicherer auf die von D.________ erhobene Einsprache hin fest (Entscheid vom 4. Dezember 2007).
D.________ reichte hiegegen Beschwerde ein. Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern hiess diese teilweise gut, indem es erkannte, die SUVA habe bis 31. Juli 2007 Heilbehandlung zu gew�hren und Taggeld auszurichten. Im �brigen, d.h. bez�glich der geltend gemachten Leistungen �ber diesen Zeitpunkt hinaus, wies es die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat (Entscheid vom 16. Dezember 2009).
D.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die SUVA zu verpflichten, aus den Unf�llen von 2002 und 2003 �ber den 31. Juli 2007 hinaus die gesetzlichen Leistungen sowie eine Invalidenrente entsprechend einer vollen Erwerbsunf�higkeit und eine Integrit�tsentsch�digung bei einem Integrit�tsschaden von mindestens 30 % auszurichten.
Die SUVA beantragt die Abweisung der Beschwerde, ohne sich weiter zur Sache zu �ussern. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht grunds�tzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Trotzdem obliegt es der Beschwerde f�hrenden Partei, sich in der Beschwerde sachbezogen mit den Darlegungen im angefochtenen Entscheid auseinanderzusetzen (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG). Das Bundesgericht pr�ft unter Ber�cksichtigung der allgemeinen R�ge- und Begr�ndungspflicht - vorbeh�ltlich offensichtlicher Fehler - nur die in seinem Verfahren geltend gemachten Rechtswidrigkeiten. Es ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389 mit Hinweisen).
Das kantonale Gericht hat einen Anspruch auf Heilbehandlung und Taggeld �ber den im Einspracheentscheid vom 4. Dezember 2007 festgelegten Zeitpunkt (3. Juli 2003) hinaus bis 31. Juli 2007 bejaht. Die SUVA hat dies nicht angefochten. Da das Bundesgericht nicht �ber die Begehren der Parteien hinausgehen darf (Art. 107 Abs. 1 BGG), hat es diesbez�glich sein Bewenden.
Streitig und zu pr�fen ist , ob aus den Unf�llen von 2002 und 2003 �ber den 31. Juli 2007 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung besteht.
Die Rechtsgrundlagen f�r die Beurteilung dieser Streitfrage sind im angefochtenen Entscheid, auf den verwiesen wird, dargelegt. Das betrifft nebst den massgeblichen Gesetzesbestimmungen namentlich auch die Rechtsprechung �ber den f�r einen Leistungsanspruch erforderlichen nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang im Allgemeinen (BGE 129 V 179 E. 3.1 und 3.2 S. 181) sowie bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111; 127 V 102 E. 5b/bb S. 103), nach den f�r psychische Fehlentwicklungen nach Unfall entwickelten Grunds�tzen (sog. Psycho-Praxis; BGE 115 V 133) und bei nicht organisch objektiv ausgewiesenen Schleudertraumen, �quivalenten Verletzungen der Halswirbels�ule (HWS) und Sch�del-Hirntraumen (sog. Schleudertrauma-Praxis; BGE 134 V 109) im Besonderen mit den sich jeweils stellenden Beweisfragen. Hervorzuheben ist, dass nach der Psycho-Praxis die abh�ngig von der Unfallschwere in die Ad�quanzbeurteilung einzubeziehenden Kriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte gepr�ft werden, w�hrend nach der Schleudertrauma-Praxis auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen).
Das kantonale Gericht ist zum Ergebnis gelangt, die noch geklagten Beschwerden seien nicht mit einer organisch objektiv ausgewiesenen Folge der Unf�lle von 2002 und 2003 zu erkl�ren. Diese Beurteilung beruht auf einer sorgf�ltigen W�rdigung der medizinischen Akten. Sie ist zu Recht nicht umstritten.
Liegt keine solche Unfallfolge vor, l�sst sich der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen den noch geklagten Beschwerden und den Unf�llen von 2002 und 2003 nicht ohne besondere Pr�fung bejahen (vgl. BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112). Dabei braucht auf die Frage der nat�rlichen Unfallkausalit�t mit der Vorinstanz nicht weiter eingegangen zu werden, wenn es ohnehin an der - kumulativ erforderlichen - Ad�quanz fehlt (vgl. BGE 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 5.1). Das gilt es zu pr�fen.
5.1 Der Beschwerdef�hrer erneuert sein Vorbringen, die Ad�quanz sei f�r beide Unf�lle von 2002 und 2003 gesamthaft zu beurteilen. Praxisgem�ss ist indessen bei mehreren versicherten Unf�llen die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs in der Regel f�r jeden Unfall gesondert zu beurteilen (vgl., auch zum Folgenden: SVR 2009 UV Nr. 30 S. 105, 8C_413/2008 E. 2.3 mit Hinweis; Urteil 8C_477/2008 vom 19. Dezember 2008 E. 6.1). Die Voraussetzungen, um die wiederholte Betroffenheit desselben K�rperteils bei der Ad�quanzbeurteilung zu ber�cksichtigen, sind hier nicht erf�llt. Dies hat das kantonale Gericht in �berzeugender W�rdigung der Sach- und Rechtslage, mit der sich die Beschwerde nicht auseinandersetzt, dargelegt. Es bleibt damit bei einer gesonderten Ad�quanzpr�fung f�r beide Unf�lle. Dabei kann immerhin festgehalten werden, dass ohnehin keine Gesichtspunkte erkennbar sind, welche bei einer gesamthaften Betrachtung beider Ereignisse - abweichend von den nachfolgenden Erw�gungen - zu einer Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhang f�hren w�rden.
5.2 Die SUVA hat den ad�quaten Kausalzusammenhang nach der Psycho-Praxis gepr�ft. Der Beschwerdef�hrer erachtet die Schleudertrauma-Praxis f�r massgebend.
Es erscheint nach Lage der Akten beim ersten Unfall zweifelhaft und bed�rfte auch beim zweiten Unfall n�herer Betrachtung, ob eine Verletzung vorliegt, welche die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis rechtfertigt. Dies kann aber, wie das kantonale Gericht zutreffend erwogen hat, offen bleiben, wenn die Ad�quanz bei beiden Unf�llen auch nach der in der Regel (vgl. aus j�ngerer Zeit: SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11, 8C_283/2009 E. 9 Ingress) und jedenfalls hier f�r den Versicherten vorteilhafteren Schleudertrauma-Rechtsprechung zu verneinen ist. Zu letzterem Ergebnis ist die Vorinstanz gelangt, was es nachfolgend zu pr�fen gilt.
5.3 Den Ausgangspunkt der Ad�quanzpr�fung bildet das (objektiv erfassbare) Unfallereignis. Das kantonale Gericht hat den Unfall von 2002 den mittelschweren Ereignissen im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen und den Unfall von 2003 den mittelschweren Unf�llen im eigentlichen Sinn zugerechnet. Diese Beurteilung ist im Rahmen der von der Rechtsprechung erarbeiteten Grunds�tze (vgl. SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11, 8C_283/2009 E. 9.1; 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1) nicht zu bestanden und auch nicht umstritten.
5.4 Von den weiteren massgeblichen Kriterien (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130) m�ssten demnach f�r eine Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgepr�gter Weise oder aber mehrere in geh�ufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f. mit Hinweis).
5.4.1 Das kantonale Gericht hat in Bezug auf den Unfall von 2002 s�mtliche Kriterien - und damit den ad�quaten Kausalzusammenhang zu den noch geklagten Beschwerden - verneint. Diese Beurteilung, mit der sich die Beschwerde nicht auseinandersetzt, �berzeugt in allen Teilen.
5.4.2 Bez�glich des Unfalls von 2003 ist das Kriterium der �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, unbestrittenermassen nicht erf�llt. Von den weiteren sechs Kriterien ist gem�ss dem angefochtenen Entscheid einzig - und nicht in besonders ausgepr�gter Weise - das Kriterium der erheblichen Beschwerden gegeben. Das w�rde f�r die Bejahung der Ad�quanz nicht gen�gen. Nach Auffassung des Versicherten liegen diese sechs Kriterien alle vor, drei davon sogar besonders ausgepr�gt.
Im Einzelnen ergibt sich hiezu Folgendes:
Worauf es beim Kriterium der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalles ankommt, ist im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt (vgl. auch SVR 2009 UV Nr. 41 S. 42, 8C_1020/2008 E. 5.2 mit Hinweisen). Mit dem kantonalen Gericht sind diese Voraussetzungen hier zu verneinen. Relevante Begleitumst�nde lagen nicht vor und der erlittene Schrecken hielt sich im Rahmen des bei Unf�llen �blichen. Das Ereignis von 2003 unterscheidet sich bez�glich Eindr�cklichkeit und Begleitumst�nden denn auch klar von den Unf�llen, bei welchen gem�ss den von der Vorinstanz erw�hnten Pr�judizien das Kriterium bejaht wurde (vgl. auch die �bersicht �ber die Rechtsprechung im Urteil 8C_786/2009 vom 4. Januar 2010 E. 5.2).
Von den Aspekten, welche f�r das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen sprechen k�nnten, steht vorliegend einzig eine allf�llige erhebliche Vorsch�digung an der Wirbels�ule zur Diskussion (vgl. SVR 2009 UV Nr. 30 S. 105, 8C_413/2008 E. 6.3.2 mit Hinweisen). Der vom Versicherten geltend gemachte und auch im angefochtenen Entscheid erw�hnte Vorzustand an der Lendenwirbels�ule l�sst eine HWS-Verletzung indessen nicht als besonders im Sinne des besagten Kriteriums erscheinen (Urteil 8C_915/2009 vom 10. Februar 2010 E. 4.5.1). Eine erhebliche Vorsch�digung im Bereich der HWS ist nicht ausgewiesen. Das Kriterium ist daher mit der Vorinstanz schon in der einfachen Form zu verneinen. Es liegt erst recht nicht in besonders ausgepr�gter Weise vor.
Nach dem Unfall fanden nebst fach�rztlichen Abkl�rungen periodisch ambulante haus�rztliche Behandlungen und Kontrollen mit Verschreibung von Analgetika und Physiotherapie sowie Psychotherapiesitzungen statt. Eine station�re Behandlung/Rehabilitation wurde nicht durchgef�hrt. Von einer fortgesetzt spezifischen, belastenden �rztlichen Behandlung im Sinne des entsprechenden Kriteriums kann mit der Vorinstanz nicht gesprochen werden (vgl. SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80, 8C_209/2008 E. 5.4; Urteile 8C_623/2009 vom 2. M�rz 2009 E. 4.3.2 und 8C_488/2009 vom 30. Oktober 2009 E. 5.2.2 mit Hinweisen.).
Die beiden Teilaspekte des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen m�ssen nicht kumulativ erf�llt sein. Es bedarf aber besonderer Gr�nde, welche die Heilung beeintr�chtigt haben (vgl., auch zum Folgenden: SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142, 8C_1020/2008 E. 5.7 mit Hinweisen). Solche Gr�nde sind hier nicht erkennbar. Dass die SUVA Heilbehandlung bis Ende Juli 2007 zu gew�hren hat und allenfalls Beschwerden �ber diesen Zeitpunkt hinaus persistieren, gen�gt entgegen der vom Versicherten vertretenen Auffassung nicht.
Es verbleiben die Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. Selbst wenn beide als erf�llt zu betrachten w�ren, l�ge noch keine H�ufung von Kriterien vor, welche die Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhangs gestatten w�rde (vgl. Urteil 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5). Hief�r m�sste demnach mindestens eines dieser Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise vorliegen. Das trifft nicht zu, wie das kantonale Gericht �berzeugend dargelegt hat. Die Einw�nde des Versicherten f�hren zu keiner anderen Betrachtungsweise. Den glaubhaften Beschwerden hat das kantonale Gericht in schl�ssiger Weise Rechnung getragen, indem es das Kriterium der erheblichen Beschwerden in der einfachen Form bejaht hat. Es liegen keine Anhaltspunkte f�r, welche das Kriterium als besonders ausgepr�gt erscheinen lassen. Sodann trifft entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung nicht zu, dass eine dauernde Arbeitsunf�higkeit zwischen 20 % und 30 % gen�gen w�rde, um das entsprechende Kriterium in besonders ausgepr�gter Weise zu bejahen. Es kann offen bleiben, ob das Kriterium �berhaupt in der einfachen Form als erf�llt zu betrachten w�re. Denn auch wenn dies zutr�fe, w�rde dies f�r die Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhangs nicht gen�gen.
5.5 Unfallversicherer und Vorinstanz haben demnach einen Leistungsanspruch �ber den 31. Juli 2007 hinaus zu Recht mangels ad�quaten Kausalzusammenhangs der noch geklagten Beschwerden zu einem oder beiden Unf�llen von 2002 und 2003 verneint.
Luzern, 30. M�rz 2010

References: Art. 95
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