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Timestamp: 2020-08-11 07:58:07+00:00

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Vorsatzanfechtung - und die erforderliche Kenntnis des Gläubigers | Rechtslupe
Vorsatzanfechtung - und die erforderliche Kenntnis des Gläubigers
Vor­satz­an­fech­tung – und die erfor­der­li­che Kennt­nis des Gläu­bi­gers
Eine Vor­satz­an­fech­tung (§ 133 Abs. 1 InsO) schei­det aus, wenn der Anfech­tungs­geg­ner die gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gen­de Rechts­hand­lung des Schuld­ners im Zeit­punkt der Vor­nah­me (§ 140 InsO) nicht erkannt hat.
Der von § 133 Abs. 1 Satz 1 InsO ver­lang­te Benach­tei­li­gungs­vor­satz des Schuld­ners knüpft an die von ihm vor­ge­nom­me­ne, eine Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gung her­vor­ru­fen­de Rechts­hand­lung an. Spie­gel­bild­lich muss der Anfech­tungs­geg­ner erkannt haben, dass die Rechts­hand­lung des Schuld­ners des­sen Gläu­bi­ger benach­tei­ligt und dass der Schuld­ner dies auch woll­te. Der Benach­tei­li­gungs­vor­satz des Schuld­ners und sei­ne Kennt­nis bei dem Anfech­tungs­geg­ner sind mit­hin auf die gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gen­de Rechts­hand­lung des Schuld­ners bezo­gen [1].
Der Anfech­tungs­geg­ner muss zum Zeit­punkt ihrer Vor­nah­me (§ 140 InsO) gewusst haben, dass die Rechts­hand­lung des Schuld­ners des­sen Gläu­bi­ger benach­tei­ligt und dass der Schuld­ner dies auch woll­te [2]. Maß­geb­li­cher Beur­tei­lungs­zeit­punkt ist der­je­ni­ge der Voll­endung des Rechts­er­werbs [3], also der Akt, durch den die Mas­se end­gül­tig geschmä­lert wor­den ist [4].
Die anfech­tungs­recht­li­che Schwä­che des Rechts­er­werbs wird dadurch gerecht­fer­tigt, dass wenigs­tens im abschlie­ßen­den Erwerbs­zeit­punkt ein Benach­tei­li­gungs­vor­satz des Schuld­ners vor­liegt und der Leis­tungs­emp­fän­ger das auch weiß [5]. Die­se Auf­fas­sung wird im Schrift­tum – soweit ersicht­lich – ein­hel­lig geteilt [6].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss des IX. Zivil­se­nats vom 6. Febru­ar 2014 – IX ZR 148/​13
BGH, Urteil vom 19.09.2013 – IX ZR 4/​13, WM 2013, 2074 Rn. 18; vom 24.10.2013 – IX ZR 104/​13, WM 2013, 2231 Rn. 13[↩]
BGH, Urteil vom 17.07.2003 – IX ZR 272/​02, ZIP 2003, 1799, 1800[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 09.01.1997 – IX ZR 47/​96, ZIP 1997, 423, 426[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.11.1992 – IX ZR 237/​91, ZIP 1993, 271, 274 f[↩]
BGH, Urteil vom 21.01.1999 – IX ZR 329/​97, NZI 1999, 152, 153[↩]
Münch­Komm-InsO/­Kay­ser, 3. Aufl., § 133 Rn.20; HKIn­sO-/Kreft, 6. Aufl., § 133 Rn. 21; Bork in Kübler/​Prütting/​Bork, InsO, 2012, § 133 Rn. 54; Uhlenbruck/​Hirte, InsO, 13. Aufl., § 133 Rn. 26; Hmb­Komm-InsO/­Rog­ge/Lep­ti­en, 4. Aufl., § 133 Rn.20[↩]
Die Befrie­di­gung eines ein­zel­nen Gläu­bi­gers – und die… Der Schuld­ner han­delt dann mit Benach­tei­li­gungs­vor­satz im Sin­ne des § 133 Abs. 1 InsO, wenn er die Benach­tei­li­gung der Gläu­bi­ger im All­ge­mei­nen als Erfolg sei­ner…
GläubigerbenachteiligungGläubigerwissenInsolvenzanfechtungVorsatzanfechtung

References: § 133
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