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Timestamp: 2016-10-27 07:15:28+00:00

Document:
H.________, 1952, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Advokat Dominik Zehntner, Spalenberg 20, 4051 Basel,
Z�rich Versicherungs-Gesellschaft, Alfred-Escher-Strasse 50, 8022 Z�rich, Beschwerdegegnerin
(Entscheid vom 29. M�rz 2000)
Die 1952 geborene H.________ war seit 1980 bei der Einwohnergemeinde X.________ als Busfahrerin angestellt und bei der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: "Z�rich") obligatorisch gegen Unf�lle versichert. Am 15. Dezember 1994 wurde sie als Lenkerin eines Schulbusses in eine Auffahrkollision verwickelt, als ihr beim Linksabbiegen zum Stehen gebrachter Kleinbus vom Fahrzeug eines andern Verkehrsteilnehmers von hinten gerammt wurde. W�hrend die im Schulbus mitfahrenden Kinder unverletzt blieben, musste die Versicherte wegen der noch am Unfalltag einsetzenden Kopf- und Nackenschmerzen am 16. Dezember 1994 ihren Hausarzt Dr. P._______ aufsuchen, welcher ein Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) diagnostizierte (Arztzeugnis vom 20. Dezember 1994). In der Folge richtete die "Z�rich" der vollst�ndig arbeitsunf�higen H.________ Taggelder aus und �bernahm die Heilbehandlung, so auch die station�ren Aufenthalte in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y._______ (vom 22. Juni bis 20. Juli 1995) und in der Rehaklinik Z._______ (vom 27. M�rz bis 22. Mai 1996 sowie vom 20. August bis 2. Oktober 1997). Mit Verf�gung vom 20. November 1997 - best�tigt mit undatiertem, am 7. April 1998 versandtem Einspracheentscheid - stellte die "Z�rich" ihre Leistungen auf den 30. November 1997 hin ein, weil der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den noch vorhandenen gesundheitlichen Beschwerden verneint werden m�sse.
Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau wies die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 29. M�rz 2000 ab.
H.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag auf Weiterausrichtung der gesetzlichen Leistungen (namentlich Heilbehandlung und Taggelder, allenfalls Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung) �ber Ende November 1997 hinaus.
Die "Z�rich" schliesst auf Abweisung, w�hrend das Bundesamt f�r Sozialversicherung und die als Mitinteressierte beigeladene Wincare Versicherungen auf eine Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde verzichten.
In formellrechtlicher Hinsicht beantragt die "Z�rich" in ihrer Eingabe vom 16. Juni 2000, die seitens der Beschwerdef�hrerin nachgereichte "Urteilskommentierung" des behandelnden Psychiaters und Psychotherapeuten Dr. M._______ vom 29. Mai 2000 sei aus dem Recht zu weisen, weil diese erst nach Ablauf der Verwaltungsgerichtsbeschwerdefrist und nach Erstattung der Vernehmlassung des Unfallversicherers eingereicht worden sei. Wie es sich bez�glich dieser Einwendung verh�lt (vgl. BGE 127 V 353), kann offen bleiben, weil der erw�hnten �rztlichen Stellungnahme in keinem Fall entscheidwesentliche Bedeutung beizumessen ist.
Unter s�mtlichen Verfahrensbeteiligten ist zu Recht unbestritten, dass vorliegend der f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers zun�chst vorausgesetzte na t�rliche Kausalzusammenhang (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) zwischen dem am 15. Dezember 1994 erlittenen Verkehrsunfall und den �ber den 30. November 1997 hinaus anhaltenden Beschwerden (u.a. dauernde Kopf-/Nacken- und Schulterg�rtelschmerzen, Schwindel, neuropsychologische Defizite, rezidivierende �belkeit, Schlafst�rungen, rasche Erm�dbarkeit, Visusst�rungen, schwere depressive Entwicklung mit Suizidalit�t) gegeben ist.
Die Vorinstanz hat sodann im angefochtenen Entscheid die Rechtsprechung zum f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers weiter vorausgesetzten ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der HWS ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle und den hernach andauernden Beschwerden mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit (BGE 117 V 359) zutreffend wiedergegeben. Das kantonale Gericht hat �berdies richtig dargelegt, dass die Beurteilung der Ad�quanz in denjenigen F�llen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden ausgepr�gten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, nach der f�r psychische Fehlentwicklungen nach Unf�llen geltenden Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vorzunehmen ist (BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
3.1 Der Rechtsprechung gem�ss BGE 123 V 99 Erw. 2a liegt der Sachverhalt zu Grunde, dass sehr bald nach einem Unfall mit Schleudertrauma der HWS oder �quivalenten Verletzungen, gleichsam an diesen anschliessend, die psychische Problematik derart �berwiegt, dass die mit dem Schleudertrauma einhergehenden gesundheitlichen Beeintr�chtigungen (buntes Beschwerdebild) v�llig in den Hintergrund treten. Mit andern Worten muss die psychische Problematik un mittelbar nach dem Unfall eindeutige Dominanz aufweisen, damit anstelle von BGE 117 V 359 die zur Ad�quanz bei Unf�llen mit anschliessend einsetzender psychischer Fehlentwicklung geltende Rechtsprechung Anwendung findet. W�rde auf das Erfordernis eines nahen zeitlichen Zusammenhangs zwischen Unfall und �berwiegender psychischer Problematik verzichtet, h�tte dies zur Folge, dass der ad�quate Kausalzusammenhang bei den meisten Versicherten, die ein Schleu dertrauma der HWS oder eine �quivalente Verletzung erlitten haben und im Zusammenhang mit diesem Unfall auch an psychogenen Beschwerden leiden, nach BGE 115 V 133 zu beurteilen w�re. Denn bei Opfern eines Schleudertraumas der HWS, bei welchen keine organischen Befunde vorliegen, steht mit zunehmender zeitlicher Distanz zum Unfall immer h�ufiger die psychische Problematik im Vordergrund. Damit w�rde jedoch die Rechtsprechung zum ad�quaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS ohne organisch nachweisbare Befunde (BGE 117 V 359) unterlaufen, f�r deren Anwendung eben gerade nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (zum Ganzen: Urteil W. vom 18. Juni 2002, U 164/01).
3.2 Soll die Rechtsprechung gem�ss BGE 123 V 99 Erw. 2a auch in einem sp�teren Zeitpunkt angewendet werden, ist die Frage, ob die psychische Problematik die �brigen Beschwerden nach einem Unfall mit Schleudertrauma der HWS ganz in den Hintergrund treten l�sst, nicht auf Grund einer Momentaufnahme zu entscheiden. So ist es nicht zul�ssig, l�ngere Zeit nach einem solchen Unfall, wenn die zum typischen Beschwerdebild geh�renden physischen Beschwerden weitgehend abgeklungen sind, die psychische Problematik aber fortbesteht, diese fortan nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen, w�hrend sie in einem fr�heren Stadium, als das typische Beschwerdebild noch ausgepr�gt war, nach der Schleudertrauma-Praxis beurteilt worden w�re. Vielmehr ist in einem solchen Fall zu pr�fen, ob im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Nur wenn dies zutrifft, ist die Ad�quanz nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen (Urteil W. vom 18. Juni 2002, U 164/01).
4.1 Die "Z�rich" und das kantonale Gericht haben die Ad�quanz anhand der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen gepr�ft. Im angefochtenen Entscheid wurde diesbez�glich ausgef�hrt, die bei der Beschwerdef�hrerin nach dem Schleudertrauma der HWS aufgetretenen, f�r eine solche Verletzung typischen Beschwerden h�tten sich schon bald durchwegs therapieresistent gezeigt und bereits in den Berichten der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y._______ vom 31. Juli 1995 sowie des Hausarztes Dr. P._______ vom 11. August 1995 sei (u.a.) eine (schwere) reaktive Depression diagnostiziert worden. In der Folge sei die Beschwerdef�hrerin denn auch insbesondere auf psychotherapeutischer Ebene weiterbehandelt worden, w�hrend die somatischen Folgen des Unfalls weitgehend in den Hintergrund getreten seien. Entsprechend den erw�hnten �rztlichen Berichten sei davon auszugehen, dass das nach dem Unfall durch die Schleuderverletzung gepr�gte Beschwerdebild bereits nach einigen Monaten in eine psychische �berlagerung umgeschlagen habe, welche schliesslich eindeutige Dominanz aufgewiesen habe. Unter diesen Umst�nden sei die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs nicht auf Grund der Kriterien, wie sie f�r Schleudertraumen der HWS entwickelt wurden, sondern unter dem Ge sichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung zu pr�fen.
4.2 Der vorinstanzlichen Betrachtungsweise kann nicht gefolgt werden. Abgesehen davon, dass eine Depression rechtsprechungsgem�ss ebenfalls zum typischen ("bunten") Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS zu z�hlen ist (BGE 117 V 360 Erw. 4b), wurde dieses Leiden bei der Beschwerdef�hrerin erst rund ein halbes Jahr nach dem versicherten Unfall vom 15. Dezember 1994 erstmals diagnostiziert, somit nicht "unmittelbar" nach diesem Ereignis im Sinne der unter Erw. 3.1 hievor dargelegten Rechtsprechung. Von einer eindeutigen Dominanz der psychischen Problematik gegen�ber den �brigen Beschwerden kann ebenfalls nicht die Rede sein. Wenn im Bericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y._______ vom 31. Juli 1995 ausgef�hrt wurde, die Ungewissheit, ob die bisherige Erwerbst�tigkeit wieder aufgenommen werden k�nne, trage nebst der Schmerzsymptomatik ebenfalls zur Verst�rkung der Depression bei, kommt das bei der Versicherten (damals) nach wie vor bestehende, vielschichtige somatisch-psychische Beschwerdebild, welches einer Differenzierung an sich kaum zug�nglich ist, deutlich zum Ausdruck.
Die (eher) somatischen Beeintr�chtigungen spielten denn auch im Vergleich zur psychischen Problematik zu keinem Zeitpunkt eine v�llig untergeordnete Rolle. So besuchte die Beschwerdef�hrerin w�hrend ihres vom 22. Juni bis 20. Juli 1995 dauernden Aufenthaltes in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y._______ lediglich vier Gespr�chstherapie-Sitzungen bei einem Psychologen; der weit �berwiegende Teil des Klinikaufenthaltes war der intensiven Physiotherapie gewidmet. Auch in der Folge unterzog sich die Versicherte neben der regelm�ssigen ambulanten Psychotherapie immer wieder ausgedehnten physikalischen Behandlungen, die sich in erster Linie gegen die schmerzbedingten Bewegungseinschr�nkungen der HWS richteten. Vom 27. M�rz bis 22. Mai 1996 sowie vom 20. August bis 2. Oktober 1997 absolvierte sie in der Rehaklinik Z._______ interdisziplin�re Therapieprogramme, welche einerseits aus Physiotherapie mit Schwergewicht Entspannung der hypertonen Nackenmuskulatur und Haltungsschulung sowie analgesierenden physikalischen Therapien bestanden und anderseits psychotherapeutische Gespr�che zur Verbesserung der Schmerzverarbeitung und zur Entwicklung von Coping-Strategien umfassten (Klinikberichte vom 19. April und 17. Juni 1996 sowie 12. September 1997). Anl�sslich der erstgenannten Hospitalisation wurde �berdies ein kognitives Aufbautraining durchgef�hrt. Unter diesen Umst�nden l�sst sich die vom kantonalen Gericht sinngem�ss vertretene Auffassung nicht halten, wonach sich die weitere medizinische Behandlung im Anschluss an die im Sommer 1995 erfolgte Diagnose einer schweren reaktiven Depression zur Hauptsache auf dieses psychische Leiden beschr�nkt habe. Kann demnach auch mit Blick auf den gesamten Entwicklungsverlauf vom Unfall bis zum Einspracheentscheid vom April 1998 keineswegs von einem g�nzlichen In-den-Hintergrund-Treten der physischen Beschwerden im Sinne von Erw. 3.2 hievor gesprochen werden, ist die Ad�quanzbeurteilung anhand der in BGE 117 V 359 entwickelten Grunds�tze vorzunehmen.
Die �nderung der Beurteilungskriterien gegen�ber den im angefochtenen Entscheid herangezogenen wirkt sich insofern aus, als vorliegend bei dem im unteren Bereich der mittelschweren Unf�lle liegenden Ereignis vom 15. Dezember 1994 eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten der unfallbezogenen Merkmale entf�llt (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine). Die vorinstanzliche (unter dem engeren Blickwinkel gem�ss BGE 115 V 133 erfolgte) Bejahung der Kriterien des schwierigen Heilungsverlaufs und der Dauerbeschwerden erweist sich als rechtens. Ferner ist, weil hier eben nicht zwischen organischen und psychischen Beschwerden unterschieden werden darf, klarerweise auch eine ungew�hnlich lange Dauer der �rztlichen Behandlung anzunehmen, musste diese doch �ber den Zeitpunkt des Einspracheentscheids hinaus, d.h. l�nger als drei Jahre nach dem Unfallereignis, weitergef�hrt werden. Schliesslich ist das unfallbezogene Kriterium einer langen und erheblichen Ar beitsunf�higkeit ebenfalls zu bejahen, ist doch - abgesehen von den kurzen Zeitr�umen stets misslungener Arbeitsversuche - von einer vollst�ndigen Leistungseinbusse auszugehen.
Sind somit die zu ber�cksichtigenden unfallbezogenen Merkmale in geh�ufter Weise erf�llt, kommt dem Unfallereignis vom 15. Dezember 1994 praxisgem�ss massgebende Bedeutung f�r die �ber Ende November 1997 hinaus andauernden Beschwerden mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit zu. Entgegen der Auffassung von "Z�rich" und Vorinstanz ist demnach die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zu bejahen mit der Folge, dass die Beschwerdef�hrerin weiterhin Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen hat.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Der obsiegenden, anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrerin steht eine Parteientsch�digung zu Lasten der "Z�rich" zu (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG).
In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 29. M�rz 2000 und der undatierte, am 7. April 1998 versandte Einspracheentscheid aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Z�rich Versicherungs-Gesellschaft �ber Ende November 1997 hinaus weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen hat.
Die Z�rich Versicherungs-Gesellschaft hat der Beschwerdef�hrerin f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau, dem Bundesamt f�r Sozialversicherung und der Wincare Versicherungen zugestellt.

References: BGE 
 BGE 
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 BGE 
 BGE 
in fine
 BGE 
 Art. 135