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Timestamp: 2018-12-11 06:13:28+00:00

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Abrechnung Aufwandsentschädigung und ALG II - Seite 4 - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
Abrechnung Aufwandsentschädigung und ALG II
02.12.2012, 15:23 #76
ich denke auch nicht, dass die sich bei dem Verein so super auskennen bei den Berechnungen. Das ist eine Vermutung von mir, weil als meine Tochter sich dort vorstellte, hatte sie ursprünglich nach einem Nebenjob gefragt (sie macht in dem Bereich eine schulische Ausbildung).
Dort war man sofort erfreut, da immer Betreuer gesucht werden. Als meine Tochter dann erzählte, dass wir ergänzendes ALG II bekommen, bot man ihr sofort an, die Tätigkeit als Ehrenamt auszuüben. Bis zu diesem Zeitpunkt wußte noch niemand von uns, dass das eine Vergünstigung mit sich bringt.
Ich habe jetzt mal unsere Bescheide von vor und nach dem 18 Geburtstag meiner Tochter eingescannt und geschwärzt. Wäre wirklich super nett wenn du da mal drüber schauen könntest. Bin mir nämlich auch nie sicher ob alles korrekt ist.
Also hier erstmal die drei Seiten vor dem 18 Geburtstag. Dort bin ich an erster Stelle aufgeführt und meine Tochter an zweiter:
Dann folgen 3 Seiten nach dem Geburtstag. Dort steht dann meine Tochter an erster Stelle und ich an zweiter Stelle.
02.12.2012, 17:38 #77
Ich hab' jetzt nur auf die 30 € Einkommensbereinigung/Versicherungspauschale Deiner Tochter geachtet und das ist korrekt gelaufen.
Auch das Bafög - die 216 € nach § 12 Abs. 1 Nr. 1 BAföG - wurde richtig um 93 € ausbildungsbedingtem Absetzbetrag bereinigt.
Also wie gesagt: Meines Erachtens alles ok.
02.12.2012, 17:45 #78
vielen Dank, das ist ja schön das offensichtlich alles richtig ist.
Dann hoffe ich mal, dass das mit dem Ehrenamt auch richtig berechnet wird.
Um die doppelte Auszahlung irgendwie zu vermeiden, werde ich morgen nochmal beim Verein anrufen und um eine Alternative bitten. Habe da zwar nicht viel Hoffnung, aber versuchen kann man es ja mal.
04.12.2012, 14:55 #79
Ich habe die Beiträge verfolgt und sie helfen auch mir weiter. Nur bei einem blicke ich noch nicht so richtig durch, das sind die Berechnungen, wenn man AE und Minijob hat. Das obige Beispiel hat recht hohe Beträge und mich würde interessieren, wie es bei sehr niedrigen Beträgen aussieht.
Daher möchte ich gern Dich, biddy, fragen, ob Du mir angesichts vier unterschiedlichen Rechenbeispielen auf die Sprünge helfen könntest? Ich glaube, dann blick ich durch.
1) 175 ,- AE und 150 Minijob
2) 200 AW und 150 Minijob
3) 50 AW und 100 Minijob
4) 100 AW und 50 Minijob
04.12.2012, 17:19 #80
Mit Aufwandsentschädigung meinst Du die Einnahme als "Übungsleiter", also Einnahmen nach § 3 Nr. 26 EStG - davon gehe ich aus:
Von der Übungsleiterpauschale profitieren nebenberufliche Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbare Tätigkeiten. Darunter fallen auch Übungsleiter in Sportvereinen oder nebenberufliche Dozenten an Volkshochschulen, Fachhochschulen und Universitäten. Ebenfalls begünstigt sind künstlerische
Tätigkeiten und die Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen.
Einnahmen aus solchen Tätigkeiten sind wie Erwerbseinkommen zu berücksichtigen, d. h. die Freibeträge nach § 11b Absatz 3 sind abzusetzen. Für die Absetzbeträge nach § 11b Absatz 1 Satz 1 Nummern 3 bis 5 ist die Vorschrift des § 11b Absatz 2 Satz 3 zu beachten (siehe auch Rz. 11.166). Vor der Berechnung des Freibetrages ist zu prüfen, ob Teile des Einkommens nicht nach § 11a Abs. 3 Satz 1 zu privilegieren sind, weil sie zu einem ausdrücklich genannten Zweck erbracht werden (s. Beispiele Rz. 11.18).
Quelle: Randziffer 11.17 hier: http://www.harald-thome.de/media/fil...20.09.2012.pdf
Ich orientiere mich bei den Berechnung an den 4 Beispielrechnungen unter Randziffer 11.166 in in den FH der BA zu §§ 11, 11a, 11b SGB II (Link wie oben):
325 € Erwerbseinkommen gesamt
175 € erhöhter Grundfreibetrag (§ 11b Abs. 2 SGB II)
+ 45 € frei (= 20 % ab 100 bis 325 €, also 20 % von 225 € ... § 11b Abs. 3 SGB II)
= 220 € Gesamtfreibetrag
325-220= 105 € werden angerechnet
350 € Erwerbseinkommen gesamt
+ 50 € (= 20 % ab 100 bis 350 €, also 20 % von 250 € ... § 11b Abs. 3)
= 225 € Gesamtfreibetrag
350-225= 125 € werden angerechnet
150 € Erwerbseinkommen gesamt
Nach dem letzten Beispiel unter Randziffer 11.166 oben gibt es bei nur 50 € AW nicht den Grundfreibetrag in Höhe von 175 €, sondern von pauschal 100 € ... würde die AW 105 € betragen, gäbe es einen Grundfreibetrag von 105 €, da die AW über 100 € liegt.
+ 10 € (= 20 % ab 100 bis 150 €, also 20 % von 50 € ... § 11b Abs. 3)
150-110= 40 € werden angerechnet
Hier dann genauso wie unter 3) oben:
Gesamteinkommen 150 €.
Freibetrag 110 € (mit 100 € Grundfreibetrag + 10 € weiterer Freibetrag nach Abs. 3)
Anrechenbares Einkommen: 40 €
Wie gesagt: Würde der Übungsleiterverdienst 120 € betragen und dazu käme ein Minijobverdienst von 50 €, dann:
Gesamteinkommen 170 €
120 € erhöhter Grundfreibetrag nach § 11b Abs. 2 SGB II
+ 14 € Freibetrag nach § 11b Abs. 3 SGB II (20 % von 70 €)
= 134 € frei, 36 € werden angerechnet
Auch hier gilt dann wie immer: Kommst Du mit Deinen gesamten Aufwendungen über den Grundfreibetrag, muss der tatsächliche Betrag statt des GFB angesetzt werden.
Erhältst Du also den erhöhten Grundfreibetrag von 175 €, musst Du mit Deinen gesamten Aufwendungen (Vers.pauschale, Werbungskostenpauschale, Fahrtkosten, Riester, Kfz-Haftpflicht u. a.) über diese 175 € kommen, damit Dein Gesamtfreibetrag sich erhöht.
Erhält man 120 € erhöhten Grundfreibetrag, müssen die Aufwendungen über 120 € liegen ... usw. usf. ...
04.12.2012, 21:24 #81
Tausend Dank, biddy. Ja jetzt kapier ich das viel besser.
06.12.2012, 10:17 #82
ich muss Dich dazu noch was fragen:
Ich hatte bisher im vergangenen Jahr alle Monate je Monat Aufwandsentschädigung unterschiedlich zwischen 189 und 193,50
, und einmal waren es nur 184 und einmal 173.
Gilt das nun mit dem monatlichen Zufluss, wo nach Deiner Berechnung bis zu 194 frei sind, oder wird das gesamt für 1 Jahr abgerechnet, und ich muss für den Überschuss, der über die 2100,--/Jahr hinausgeht, eine Nachzahlung ans JC machen?
Ich habe nämlich gerade die Aufforderung zur Mitwirkung erhalten, dass ich die ganzen Kontoauszüge von 12/11 bis 11/12 noch nachreichen soll, es würden nur drei vorliegen fürs gesamte Jahr (derweil habe ich jeden Monat pünktlich die Zahlungseingänge kopiert und in den Briefkasten des JC geworfen, frage mich, wo die andern geblieben sind und welche schlamperei die da haben).
06.12.2012, 10:24 #83
Nein, wenn innerhalb eines Jahrs mehr als 2.100 € AE/"Übungsleitereinahme" zusammenkommen, musst Du nicht das, was über 2.100 € hinausgeht, dem JC zurückzahlen.
Das ist nur wichtig für's Finanzamt (Einnahmen nach § 3 Nr. 26 EStG steuerbefreit bis 2.100 €). Ich z.B. rechne per Honorarrechnung ab, bin also selbstständig und muss das, was ich jährlich durch die Übungsleitereinnahme über 2.100 € erhalte, dann bei der Steuererklärung (lästig, weil bei der Höhe meines gesamten Erwerbseinkommens - habe noch einen sozialvers.pfl. Job - eh keine Steuern gezahlt werden müssen) berücksichtigen ... bzw. in ein bestimmtes Feld schreiben, den anderen Betrag in ein anderes.
06.12.2012, 16:33 #84
danke biddy. Das gilt dann aber nur für Beträge monatlich bis zu 194 Euro AE, oder? von der AE , die über 194 liegt, werden 80% einbehalten. Ist das richtig?
06.12.2012, 16:44 #85
Nein ... bzw. verstehe ich jetzt nicht genau, was Du meinst.
Das hat mit "194 €" nichts zu tun. Die 80 %, die angerechnet werden (bzw. die zusätzlichen "freien" 20 %), errechnen sich aus dem Betrag, der 100 € übersteigt (siehe § 11b Abs. 3 SGB II) und nicht aus dem Betrag, der 175 € übersteigt ... oder 194 €.
Die 194 € waren ja nur ein Gesamtfreibetrag, den wir aus 195 € AE-Gesamteinnahmen errechnet hatten:
175 € erhöhter Grundfreibetrag sind frei und nochmal nach § 11b Abs. 3 SGB II (siehe dort) 20 % des Einkommens von 100 bis 195 €, also 20 % von 95 = 19 € ... 195 € AE - 194 € frei = 1 € wird angerechnet.
Hast Du eine AE von über 194 €, z. B. 205 €, rechnest Du wieder:
175 € Grundfreibetrag + 20 % des Einkommens von 100 bis 205 €, also 20 % von 105 € (= 21 €) sind frei; gesamt also 196 € frei.
205 € AE - 196 € frei = 9 € werden angerechnet.
06.12.2012, 20:23 #86
22.12.2012, 10:13 #87
biddy, ich habe noch eine Frage. Bei irgendwas blicke ich immer noch nicht recht durch. Und zwar bei der Einkommensbereinigung von 30 Euro.
Wenn jemand aus Aufwandsentschädigung oder Minijob Einkommen hat, welches mehr als 30 Euro im Monat beträgt, und zusätzlich wird das überschüssige Kindergeld des Kindes übertragen, das heißt dann, dass die 30 Euro nicht mehr gutgeschrieben werden. Ist das richtig?
Zumindest in meinem Bescheid stehen die 30 Euro zwar noch drin, werden aber eine Zeile drunter im zu berücksichtigendem weiteren Einkommen bzw. Gesamteinkommen nicht gutgeschrieben, d.h. die Summe ist dieselbe wie zuvor, als die 30 Euro noch nicht berücksichtigt worden sind.
Wie sieht es aber aus, wenn man entweder als Einkommen nur Kindergeldüberschuss oder nur Minijobeinkommen oder nur Aufwandsentschädigung hat?
so ganz verstehe ich das alles noch nicht.
Bei mir sieht es so aus, dass ich im Frühjahr den Job, für den ich AE erhalte, verlieren werde und was neues erst mal nicht in Sicht ist, d.h. ich hätte als Einkommen nur den Kindergeldüberschuss. Wie sieht es dann aus mit den 30 EuroEinkommensbereinigung?
Oder es kann auch sein, dass ich ab frühjahr an AE nur 40-50 Euro plus Kindergeldüberschuss als Einkommen haben werde. Heißt das dann, dass die 30 Euro nicht mehr gutgeschrieben werden und eigentlich von den 40-50 Euro AE nur noch 10-20 AE übrig bleiben?
22.12.2012, 13:27 #88
Ja, weil die 30 € Versicherungspauschale bereits im Grundfreibetrag der AE/des Minijobs enthalten ist. Sie wird also sehr wohl gewährt, ist aber eben Bestandteil des Grundfreibetrags.
Da die Berechnungsbögen meiner Erfahrung nach sehr unterschiedlich ausfallen bzw. ausgefüllt werden, kann ich das jetzt nicht so klar beantworten. Wenn der Gesamtfreibetrag (inkl. Versicherungspauschale) korrekt berechnet wurde (AE bzw. Minijob) und an anderer Stelle korrekt eingetragen ist, dann ist das möglich, ja.
Nur Kindergeldüberschuss: Abzug Versicherungspauschale 30 €
Nur AE bzw. Minijobeinkommen: Grundfreibetrag plus Freibetrag nach § 11b Abs. 3 SGB II (20 % von x € usw.)
Siehe oben: Die 30 € Versicherungspauschale/Einkommensbereinigung bekommst Du dann auf's Kindergeldeinkommen.
Hättest Du nur 12 € Kindergeldeinkommen aus Übertrag als einziges Einkommen, werden dann halt die 12 € abgezogen; anrechenbar: 0 € Kindergeld.
Du hättest dann ja kein Erwerbseinkommen, also wären die 30 € Versicherungspauschale nicht schon beim Grundfreibetrag "verbraucht" sozusagen.
Jetzt wird's ein bisschen komplizierter, wenn man dies hier mitberücksichtigt:
Zitat von FH zu §§ 11, 11a, 11b SGB II
• Nr. 3 Buchstabe a): 15,33 EUR für notwendige Ausgaben bei der Erzielung von Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit [...]
Ist das Erwerbseinkommen niedriger als der Grundfreibetrag und wird weiteres Einkommen erzielt, ist zunächst die Spezialregelung anzuwenden. Daneben können nach § 11b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 und 4 SGB II zulässige Absetzungen, die durch den nur teilweise realisierten Grundfreibetrag nicht abgedeckt sind, bei dem weiteren Einkommen berücksichtigt werden. Absetzungen nach § 11b Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB II dürfen nur von dem Einkommen vorgenommen werden, bei dessen Erzielung die Ausgaben angefallen sind.
Aufwendungen für Kfz-Versicherung monatlich 35 EUR, Pauschale für private Versicherungen 30 EUR (von jedem Einkommen absetzbar, im Grundfreibetrag enthalten - biddy), Pauschale für notwendige Ausgaben 15,33 EUR (nur von Erwerbseinkommen absetzbar, im GFB enthalten - biddy).
Die tatsächlichen Gesamtaufwendungen betragen 80,33 EUR. Der beim Erwerbseinkommen nicht berücksichtigte Betrag von 40,33 EUR (80,33-40) ist beim Unterhalt zu berücksichtigen. In diesem Restbetrag ist die Pauschale für notwendige Ausgaben nicht enthalten.
Quelle: 6.6.3.1. Grundfreibetrag: http://www.harald-thome.de/media/fil...20.09.2012.pdf
40 € AE plus z.B. 50 € Kindergeldübertrag:
Deine Aufwendungen (Erwerbseinkommen bzw. AE): Auf jeden Fall die 30 € Vers.pauschale + 15,33 € Werbungskostenpauschale = 45,33 € (Kfz-Haftpflicht hast Du ja nicht, ja?).
Dein Grundfreibetrag beträgt 100 €. Du kannst ihn also nicht komplett nutzen, da Du nur 40 € Erwerbseinkommen hast.
Deine Aufwendungen betragen mindestens 45,33 €, sind also höher als Dein Erwerbseinkommen.
Somit müssen 45,33-40= 5,33 € beim Einkommen aus Kindergeldübertrag (sonstiges Einkommen) berücksichtigt werden.
Von 40 € AE und 50 € Kindergeld werden also 44,67 € angerechnet (40AE-45,33Aufwendg.+50KiGeld).
Hast Du 50 € AE + 50 € Kindergeldeinkommen:
Deine Aufwendungen (30+15,33) für das Erwerbseinkommen/AE sind hier aber nicht höher als der Dir zu gewährende Grundfreibetrag (50 € reichen ja, um die AE komplett anrechnungsfrei zu lassen und 30 € Vers.pauschale + 15,33 € Werbungskostenpauschale sind mit drin). Kindergeld wird dann komplett angerechnet.
Von 50 € AE und 50 € Kindergeld werden also in diesem Fall 50 € Kindergeld angerechnet.
Um was die Versicherungspauschale angeht: In beiden diesen Fällen wurde sie gewährt.
25.12.2012, 13:39 #89
Vielen Dank biddy. Mein Gott, ist das alles kompliziert mit den Berechnungen. Das mit der Werbungskostenpauschale von 15,33 ist mir neu. Gilt das generell so, oder muss man diese Pauschale nachweisen, bzw. dass man diese Kosten tatsächlich hat?
25.12.2012, 22:56 #90
Die Werbungskostenpauschale ist im Grundfreibetrag enthalten, da muss also nichts nachgewiesen werden.
(1) Ein Betrag in Höhe von 100 EUR ist grundsätzlich frei. Dieser Grundfreibetrag (GFB) wird an Stelle der Beträge nach § 11b Abs. 1 Satz 1 SGB II Nummern 3 – 5 gewährt.
(2) In dem Grundfreibetrag sind auch folgende Pauschalen gemäß § 6 Absatz 1 ALG II-Verordnung enthalten:
(3) Höhere Ausgaben müssen nachgewiesen werden, sofern sie nicht in den Pauschalbeträgen nach § 6 Abs. 1 ALG II-VO enthalten sind; sie dürfen nur bei einem Bruttoeinkommen über 400 EUR berücksichtigt werden.
(4) Erhält eine leistungsberechtigte Person mindestens aus einer Tätigkeit steuerfreie Einnahmen nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b EStG (z. B. Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer, Tätigkeit im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich) ist an Stelle der Beträge nach § 11b Absatz 1 Satz 1 Nr. 3 – 5 SGB II ein Betrag von (bis zu) 175 EUR abzusetzen. Höhere Aufwendungen können abgesetzt werden, wenn die Einnahmen einen Betrag von 175 EUR übersteigen und die Aufwendungen nachgewiesen werden.
Beispiel 1: [...]
26.12.2012, 01:49 #91
Eine Pauschale bekommt man immer ohne Nachweis, z.B. die Versicherungspauschale, Fahrtkostenpauschale.
Wenn man dagegegen höhere Fahrtkosten geltend machen will, dann muss man die tatsächlichen Kosten nachweisen. z.B. nachweisen, dass die Bezinkosten höher sind als die Fahrtkostenpauschale. Dann werden die nachgewiesenen tatsächlichen Benzinkosten als Ausgaben anerkannt (und nicht die Pauschale).
02.01.2013, 09:08 #92
Ich habe noch eine wichtige Frage. Bei mir sieht es derzeit nämlich ganz anders aus, hatte ich vergessen. Der Kindergeldübertrag ist weggefallen, da das betreffende Kind nun viel weniger Kindesunterhalt bekommt, daher fällt kein Kindergeldüberschuss mehr an. D.h ich habe als Einkommen nur noch die AE.
Wie verhält es sich da mit den 30 Euro Einkommensbereinigung, wie muss es in dem Fall im Berechnungsbogen stehen?
a) bei AE von mehr als 30 Euro
b) bei AE unter 30 Euro?
02.01.2013, 12:02 #93
Hier ist die betreffende Seite vom Berechnungsbogen.
daraus geht hervor an Einkommen: Kind 1: 184 Kindergeld + 100 Kindesunterhalt
Kind 2: 184 Kindergeld
also kein Kindergeldüberschuss mehr
Die Aufwandsentschädigung die ich jeden Monat erhalte, also das einzige Einkommen, das meine Person betrifft, ist im Berechnungsbogen nicht aufgeführt (war noch nie der Fall).
die 30 Euro stehen zwar drin, werden aber nicht einberechnet.
Bild ansehen » Dokument (2).jpg » µ
02.01.2013, 18:21 #94
Meines Erachtens müsste die AE irgendwo unter "Einkommen" aufgeführt werden.
Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass wohl jeder SB das anders handhabt, vor allen Dingen mit der Freibetragsberechnung, also auch mit der Einkommensbereinigung (hier 30 € Versicherungspauschale). Dein SB wird festgestellt haben, dass Deine AE aufgrund der Höhe nicht anrechenbar ist und dass Du auch keine weiteren Absetzungen vornehmen lassen kannst, da Deine gesamten Aufwendungen (mindestens 15,33 € Werb.kostenpauschale + 30 € Vers.pauschale) höher sind als Deine AE, wenn diese nur 30 € oder weniger beträgt.
Sonstiges Einkommen hast Du nicht, so dass Du auch keine höheren Aufwendungen über 30 € AE hinaus davon absetzen könntest.
Und wenn Du mehr als 30 € AE erhältst, z.B. 40 €, dann sind sie ja eh frei durch den Grundfreibetrag.
Es kann sein, dass sich die Darstellung im Berechnungsbogen ab 2013 etwas ändert, weil's ja neue Formulare von der BA gibt - ich hatte solche schon Ende 2012.
Kann aber auch sein, dass sich bei Dir nichts ändert.
Korrekt ist jedenfalls, dass Deine AE bis 175 € frei/nicht anrechenbar ist - wird sie ja auch lt. Berechnungsbogen nicht - und die Versicherungspauschale, die dort im Berechnungsbogen genannt wird, dann natürlich nicht greift (im Grundfeibetrag de AE bereits enthalten). Ich habe schon viele Berechnungsbögen gesehen, in denen die 30 € so rumstehen und auf "Einkommen warten".
Richtiger zum Verständnis bzw. Überprüfen des Bescheids wäre m. E. aber die Nennung de AE im Berechnungsbogen als Einkommen und den Abzug des Freibetrags, was dann 0 Euro zu beücksichtigendes Einkommen ausmachen würde (hast Du aber ja jetzt nach diesem Berechnungsbogen ebenfalls).
100 € Einkommen AE
- 70 € Freibetrag
= 0 € zu berücksichtigendes Einkommen
Oder andere SB schreiben (ohne separate Zeile Versicherungspauschale):
- 100 € Freibetrag
02.01.2013, 18:51 #95
Ich verstehe eins ímmer noch nicht. Früher gab es Zeiten, da hatte ich nur Kindergeldübertrag auf mich (ca. 60-70 Euro Übertrag) und kein sonstiges Einkommen, und der KG-Überschuss war dann sozusagen mein Einkommen. Davon wurden dann 30 Euro VP einberechnet, dh. am Ende erhíelt ich 30 Euro mehr raus. Bei den 30 Euro VP war dann im Berechnungsbnogen ein Minuszeichen davor, und in der Zeile drunter waren die 30 Euro beim zu berücksichtigenden Gesamteinkommen abgezogen, daher kamen die 30 Euro mehr raus, die wir dann zur Verfügung hatten.
Und nun ist es statt Kindergeldüberschuss AE als Einkommen, warum werden da die 30 Euro nicht abgezogen bzw. am Ende gutgeschrieben??
Ist es deshalb,weil es bei dem KG Überschuss keinen Freibetrag gibt,aber beim anderen Einkommen?
02.01.2013, 19:30 #96
- 30,00 € Vers.pauschale/Einkommensbereinigung
+ 70,00 € Einkommen aus Kindergeldübertrag
= 40,00 € zu berücksichtigendes Einkommen
Ich sag' ja, der/die SB hätte auch schreiben können:
- 10,00 € Freibetrag (mehr sind ja nicht nötig, also muss der SB nicht 145 € (175-30) schreiben)
= 0,00 € zu berücksichtigendes Einkommen
Der Freibetag steht dann in der Regel weiter oben, weil es als Erwebseinkommen gilt (Freibetrag nach § 11b Abs. 2 und 3 SGB II).
140 € Erwebseinkommen (Einnahmen nach § 3 Nr. 26 EStG oder AE)
- 110 € Freibetrag
= 30 € Erwebseinkommen
+ 30 € Erwerbseinkommen
Wie gesagt, das macht jeder SB anders. Deiner hat es vermutlich "zu Fuß" ausgerechnet, dass kein zu berücksichtigendes Einkommen übrigbleibt und es deshalb nicht mit aufgenommen.
Ich meine aber, jedes Einkommen sollte aufgelistet werden - egal, ob es nun aufgrund der Freibetragsberechnung angerechnet wird oder nicht.
warum werden da die 30 Euro nicht abgezogen bzw. am Ende gutgeschrieben??
Du hast jetzt hier keinen Nachteil. Deine AE wird nicht angerechnet; im Freibetrag der AE ist die Vers.pauschale (30 €) bereits enthalten.
Wenn Du weniger als 30 € AE hast, z.B. 25 €, dann kannst Du nicht mehr absetzen (die fehlenden 5 € unter anderem), weil Du sonst kein weiteres Einkommen hast. Deine komplette AE (Dein einziges Einkommen) ist freigestellt - mehr geht ja nicht.
Für jedes Einkommen, egal, ob Erwerbs- oder sonstiges Einkommen (z.B. aus Kindergeldübertag), gibt's die 30 € Vers.pauschale. Nur ist diese Vers.pauschale bei Ewebseinkommen eben schon im Grundfreibetrag enthalten.
03.01.2013, 19:55 #97
danke biddy !!

References: § 12
 § 3
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