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Timestamp: 2019-08-20 10:56:52+00:00

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BFH, 06.10.1995 - III R 52/90 - dejure.org
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BFH, 06.10.1995 - III R 52/90 (https://dejure.org/1995,591)
BFH, Entscheidung vom 06.10.1995 - III R 52/90 (https://dejure.org/1995,591)
BFH, Entscheidung vom 06. Januar 1995 - III R 52/90 (https://dejure.org/1995,591)
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GG Art. 19 Abs. 4; BVerfGG § 34 a Abs. 3; AO 1977 §§ 165, 363 Abs. 2; FGO §§ 74, 102, 118, 135 Abs. 2, 137 Satz 2, 138 Abs. 2 Satz 1, 145, 155; ZPO § 251
Verfassungsbeschwerde - Musterverfahren
§§ 165, 363 Abs. 2 AO; §§ 74, 102, 118, 135 Abs. 2, 137 Abs. 2, 138 Abs. 2 Satz 1, 145, 155 FGO
Finanzgerichtsordnung; Auferlegung der Kosten finanzgerichtlicher Verfahren bei verfassungswidrig erklärter gesetzlicher Regelung
Auch Art. 19 Abs. 4 GG gebietet es nicht, Einspruchsverfahren möglichst lange offen zu halten, damit der Steuerpflichtige an künftigen Änderungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu derzeit nicht streitigen Rechtsfragen teilhaben kann (z.B. BFH-Urteile vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BFHE 178, 559, BStBl II 1996, 20; vom 26. September 2006 X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, unter 6.;… BFH-Beschluss vom 6. Juli 1999 IV B 14/99, BFH/NV 1999, 1587).
Art. 19 Abs. 4 GG verpflichtet nicht dazu, Einspruchsverfahren möglichst lange offenhalten zu können, damit der Steuerpflichtige an künftigen Änderungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu derzeit nicht streitigen Rechtsfragen teilhaben kann (ständige BFH-Rechtsprechung, z.B. Urteile vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BFHE 178, 559, BStBl II 1996, 20; in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, unter II.6.;… Beschluss vom 6. Juli 1999 IV B 14/99, BFH/NV 1999, 1587).
Denn auch die Regelung des § 363 Abs. 2 Satz 2 AO 1977 dient nicht dem Zweck, den Steuerfall möglichst lange offenzulassen (BFH-Urteil vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BFHE 178, 559, BStBl II 1996, 20).
a) Die Aussetzung des Klageverfahrens nach § 74 FGO wegen sog. Musterverfahren beim BFH schied von vornherein aus (vgl. dazu BFH-Urteil vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BFHE 178, 559, BStBl II 1996, 20, unter 2. a).
Eine Aussetzung des Klageverfahrens wegen eines beim BVerfG anhängigen Musterverfahrens war nur dann geboten, wenn Letzteres nicht aussichtslos erschien und eine im Streitfall anzuwendende Norm betraf und wenn den FG zahlreiche Parallelverfahren vorlagen und keiner der Beteiligten des Klageverfahrens ein besonderes berechtigtes Interesse an einer Entscheidung seines Streitfalls trotz des beim BVerfG anhängigen Verfahrens hatte (so BFH in BFHE 178, 559, BStBl II 1996, 20).
Denn auch die Regelung des § 363 Abs. 2 Satz 2 AO dient nicht dem Zweck, den Steuerfall möglichst lange offenzulassen (BFH-Urteil vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BFHE 178, 559, BStBl II 1996, 20).
Andererseits liegt es im Interesse einer ordentlichen Rechtspflege, dass anstehende Rechtsfragen innerhalb angemessener Zeit entschieden werden (BFH-Urteil vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BFHE 178, 559, BStBl II 1996, 20).
Keine Pflicht zur Aussetzung des Verfahrens besteht, wenn ein Musterverfahren nicht beim BVerfG, sondern beim BFH anhängig ist (BFH-Urteil vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BFHE 178, 559, BStBl II 1996, 20, m.w.N.;… a.A. Tipke/Kruse, a.a.O., § 74 FGO Tz. 21).
Es entspricht der ständigen Rechtsprechung, dass Rechtsmittelverfahren nicht dazu da sind, um Steuerfälle ohne jedes Risiko kostenpflichtiger ablehnender Entscheidungen offenzuhalten (BFH-Beschluss vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BStBl II 1996, 20;… vom 6. Juli 1999 IV B 14/99, BFH/NV 1999, 1587; ebenso Niedersächsisches Finanzgericht, Urteil vom 24. Juni 2010 6 K 12181/08, EFG 2010, 1562).
Umso weniger besteht ein derartiger Anspruch, wenn lediglich ein Verfahren bei einem dort nicht aufgeführten Gericht herangezogen werden soll (so BFH- Beschluss vom 6. Oktober 1995, aaO. und Niedersächsisches Finanzgericht…, Urteil vom 24. Juni 2010, aaO.).
Hierfür stützte sich die Behörde insbesondere auf die vorgenannte Dienstanweisung der OFD Karlsruhe und ferner auf das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 06. Oktober 1995 (BStBl II 1996, 20).
Aus dem vom FA in diesem Zusammenhang zitierten Urteil des BFH vom 6. Oktober 1995 III R 52/90 (BStBl II 1996, 20) lässt sich allerdings nicht ableiten, dass ein Antrag auf Erteilung eines punktuell vorläufigen Steuerbescheids unter Berücksichtigung der Besonderheiten der vorliegend zu beurteilenden Verfahrenskonstellation stets zurückgewiesen werden müsste.
Bei der Anordnung des Ruhens nach § 363 Abs. 2 Satz 1 AO handelt es sich um eine Ermessensentscheidung (Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BStBl II 1996, 20;… BFH-Beschluss vom 6. Juli 1999 IV B 14/99, BFH/NV 1999, 1587), bei der in die Zweckmäßigkeitserwägungen die materiellen Interessen des Einspruchsführers und die Interessen der Finanzverwaltung an einem ökonomischen Verfahren einzubeziehen sind.
Das FA handelt deshalb nicht ermessensfehlerhaft, wenn es in einem derartigen Fall den Einspruch nicht ruhen lässt, sondern über ihn entscheidet (vgl. BFH-Urteil vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BStBl II 1996, 20; die dagegen gerichtete Verfassungsbeschwerde wurde nicht zur Entscheidung angenommen, BVerfG-Beschluss vom 16. Oktober 1996 2 BvR 2956/95, Steuer-Eildienst 1996, 798).
BFH, 27.04.2009 - I R 55/05
Kostentragung bei rückwirkender Gesetzesänderung
OVG Nordrhein-Westfalen, 08.01.1997 - 25 E 1401/96
Anhängigkeit einer Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht; Ruhen des …
BFH, 30.01.2004 - XI S 21/03
Einschränkung des Klageantrags; keine AdV bei Wegfall des …
FG Hessen, 28.04.1999 - 2 K 2872/98
Antrag auf Gewährung von Kindergeld für die Zeit vor der Geburt eines Kindes; …

References: Art. 19
 § 34
 § 251
 Art. 19

Art. 19
 § 363
 § 74
 § 363
 § 74
 § 363