Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.09.1959&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20189/58
Timestamp: 2019-10-19 01:07:08+00:00

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BGH, 24.09.1959 - VIII ZR 189/58 - dejure.org
BGH, 24.09.1959 - VIII ZR 189/58
https://dejure.org/1959,515
BGH, 24.09.1959 - VIII ZR 189/58 (https://dejure.org/1959,515)
BGH, Entscheidung vom 24.09.1959 - VIII ZR 189/58 (https://dejure.org/1959,515)
BGH, Entscheidung vom 24. September 1959 - VIII ZR 189/58 (https://dejure.org/1959,515)
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NJW 1959, 2109
MDR 1959, 1005
WM 1959, 1319
Der Bundesgerichtshof hat den reinen Rechtsirrtum im Rahmen des § 779 Abs. 1 BGB nicht als erheblichen, die Unwirksamkeit des Vergleichs begründenden Irrtum angesehen (Urteile vom 24. September 1959 - VIII ZR 189/58, NJW 1959, 2109 und vom 7. Juni 1961 - VIII ZR 69/60, NJW 1961, 1460).
Die Grundsätze über den Wegfall der Geschäftsgrundlage sind nicht anwendbar, wenn bereits der Vertrag Regeln für das Fehlen, den Wegfall oder die Veränderung bestimmter Umstände enthält (Senatsurteile vom 24. September 1959 - VIII ZR 189/58 = NJW 1959, 2109 = WM 1959, 1319; vom 16. Juni 1971 - VIII ZR 56/70 = WM 1971, 1120 = BB 1971, 1173;… Palandt/Heinrichs, BGB, 42. Aufl. § 242 Anm. 6 B d).
Die Revision meint, die Parteien hätten sich lediglich über eine Rechtsfrage geirrt, nicht jedoch einen bestimmten Sachverhalt im Sinne des § 779 BGB zugrunde gelegt, und verweist auf ältere höchstrichterliche Urteile, wonach ein reiner Rechtsirrtum nicht zur Unwirksamkeit des Vergleichs nach § 779 BGB führt (vgl. RGZ 157, 266, 269 ff;… BGH, Urt. v. 28. Mai 1952 - II ZR 146/51, LM BGB § 779 Nr. 3; v. 24. September 1959 - VIII ZR 189/58, NJW 1959, 2109; v. 7. Juni 1961 - VIII ZR 69/60, NJW 1961, 1460).
a) Nach der älteren höchstrichterlichen Rechtsprechung führt ein bloßer Rechtsirrtum nicht zur Unwirksamkeit eines Vergleichs nach § 779 Abs. 1 BGB (RGZ 157, 266, 269 ff; BGH, Urteile vom 7. Juni 1961 - VIII ZR 69/60 - NJW 1961, 1460 und vom 24. September 1959 - VIII ZR 189/58 - NJW 1959, 2109; vgl. auch BGHZ 25, 390, 394).
Auch die Revision verkennt nicht, daß ein Vergleich der Prüfung sowohl unter dem Gesichtspunkt des § 779 BGB als auch demjenigen des § 242 BGB unterzogen werden kann (Senatsurteil vom 24. September 1959 - VIII ZR 189/58 = WM 1959, 1319, 1322; BGH Urteil vom 21. Februar 1952 - IV ZR 103/51 = NJW 1952, 778).
Dagegen ist ein reiner Rechtsirrtum ohne jeden Irrtum über Tatsachen einschließlich solcher, die eine Grundlage eines Rechtsverhältnisses bilden können, kein gemäß § 779 BGB erheblicher Irrtum (vgl. Urt. des erkennenden Senate vom 24. September 1959 - VIII ZR 189/58 - NJW 1959, 2109 mit weiteren Nachweisen).
Das kommt namentlich dann in Betracht, wenn sich die Beteiligten aber einen tatsächlichen Umstand geirrt haben, der zwar Grundlage des Vergleichs geworden, aber ihm nicht ale feststehend zugrunde gelegt worden ist, oder wenn eine übereinstimmende, aber irrige Rechtsauffassung der Parteien als Geschäftsgrundlage anzuerkennen ist (vgl. die angeführte Entscheidung des erkennenden Senats in NJW 1959, 2109, 2110).
Auf einen Irrtum über streitige oder ungewisse Umstände oder Rechtslagen, die der Vergleich beheben soll, findet die Unwirksamkeitsregel des § 779 Abs. 1 BGB jedoch von vornherein keine Anwendung (vgl. BGH Urteile vom 24. September 1959 - VIII ZR 189/58 - LM § 779 BGB Nr. 14 Bl. 2 und vom 23. Oktober 1975 - II ZR 109/74 - WM 1975, 1279, 1281).
Zu diesem Sachverhalt kann auch ein dem Vergleich als feststehend zugrunde gelegtes Rechtsverhältnis gehören (BGH Urteil vom 24. September 1959, VIII ZR 189/58, NJW 1959, 2109;… BGB-RGRK/Steffen, 12. Aufl. § 779 Rdn. 42).
Auch im Fall eines Vergleichs sind, soweit es sich nicht um den in § 779 BGB geregelten Sonderfall handelt, die Grundsätze jenes Rechtsinstituts anwendbar (BGH, Urt. v. 21. Februar 1952 - IV ZR 103/51, LM BGB § 779 Nr. 2, v. 29. September 1959 - VIII ZR 189/58, LM BGB § 779 Nr. 14 u. v. 20. Dezember 1961 - IV ZR 119/61, JZ 1962, 360, 361).
Es ist anerkannt, dass bei einem Vergleich über die engen Grenzen des § 779 BGB hinaus, der lediglich einen Sonderfall des Fehlens der Geschäftsgrundlage und als Rechtsfolge nur die Unwirksamkeit des Vergleichs regelt und eine Anpassung des Vergleiches an die gegebenen Umstände nicht ermöglicht (…vgl. nur statt vieler Erman-Seiler, BGB , 9. Aufl., § 779 Rdnr. 27), auch die Anwendung der allgemeinen Grundsätze des Wegfalls oder des Fehlens der Geschäftsgrundlage gemäß § 242 BGB mit einer Anpassung des Vergleichs an die gegebenen Umstände möglich ist (vgl. BGH NJW 1984, 1746 f.; WM 1959, 1319, 1322; MDR 1968, 225).
BGH, 05.12.1975 - V ZR 64/74
Anspruch auf Anpassung der vertraglichen Vergütung bezüglich des Verzichts auf …
LAG Nürnberg, 14.01.1997 - 6 Sa 507/95
Prozeßvergleich; Wirksamkeit; Rechtsstreit; Beendigung; Vergleich; …
BGH, 20.02.1975 - IX ZR 112/73
BGH, 16.06.1971 - VIII ZR 56/70
Anspruch aus Forderungen aus Schuldanerkenntnissen - Haftung für den Bestand und …
BGH, 17.03.1975 - VIII ZR 98/73
Abschluss eines Pachtvertrages über eine Gaststätte "nebst Dienstwohnung" - …
BVerwG, 24.10.1969 - VII C 106.67
Einwilligung in eine stille Liquidation
BVerwG, 24.10.1969 - VII C 107.67
Vergleichsweiser Verzicht auf einen Anspruch aus einer Margarinesubvention - …
BGH, 10.07.1974 - IV ZR 111/71
Voraussetzungen für die Nichtigkeit eines Vergleichs - Anforderungen an den …
BGH, 16.05.1968 - IX ZB 40/68
BGH, 03.03.1960 - VIII ZR 93/59

References: § 779
 § 242
 § 779
 § 779
 § 779
 § 779
 § 779
 § 242
 BGH 
 § 779
 § 779
 BGH 
 § 779
 § 779
 § 779
 § 779
 § 779
 § 779
 § 779
 § 242
 BGH