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Timestamp: 2019-11-17 14:31:22+00:00

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Hinweise zum Dispositionsjahr: Grundlegendes | Der Privatier
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Kap. 9.3.2.1: Hinweise zum Dispositionsjahr: Grundlegendes
Der Privatier Veröffentlicht am 17.Feb.2017 von Privatier 26.Apr.2019
Der Beitrag über „Das Dispojahr“ ist einer der meist gelesenen und ebenfalls der meist kommentierten Beiträge hier auf „Der-Privatier“.
Das ist natürlich ein Hinweis auf das große Interesse, aber auch ein Hinweis auf das Bedürfnis, Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen.
Oder – um es einmal anders auszudrücken: Der Beitrag lässt eine ganze Reihe von Fragen offen.
Seit der Veröffentlichung des ersten Beitrages über das Dispojahr ist nun schon eine ganze Zeit vergangen und jeder könnte jetzt anhand der vielfältigen Kommentare für die meisten Fragen wohl eine Antwort bekommen. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung mit anderen Foren, dass dies äußerst mühselig und unerquicklich ist und deshalb habe ich mir zwei Dinge vorgenommen:
Ich werde versuchen, die wichtigsten Kernfragen aus den bisherigen Kommentaren herauszugreifen und in lockerer Folge dazu gesonderte Beiträge veröffentlichen.
Anschließend werde ich den usrpünglichen Beitrag über das Dispojahr für neue Kommentare sperren, da die Handhabung inzwischen auch an praktische Grenzen stösst. Die alten Kommentare werden dabei aber selbstverständlich weiterhin zugänglich bleiben.
Aktuell habe ich folgende erläuternde Beiträge zum Dispojahr geplant:
Grundlegendes zum Begriff des Dispojahres (beginnt im nächsten Abschnitt)
Hintergrund und Folgen des Dispojahres (Motive, Risiken, Vorteile)
Vorgehensweise (Absprachen, Begriffe, Ablauf ohne Dispojahr)
Arbeitslosmeldung beim Dispojahr
Arbeitsuchendmeldung beim Dispojahr
Umgang mit der Agentur
Auswirkungen auf die Krankenversicherung (Familienversicherung, Abfindung, Kündigungsfristen)
Auswirkungen auf die Rentenversicherung (freiwillige Einzahlungen, Erwerbsminderungsrente)
Verlängerte Rahmenfrist (ab 1.1.2020: 30 Monate)
Beginnen werde ich also heute mit ein paar grundlegenden Vorbemerkungen zum Dispojahr, die für dass allgemeine Verständnis wichtig sind:
Erläuterung zum Begriff des Dispojahres
Bei dem Begriff „Dispojahr“ handelt es sich um keine offizielle Bezeichnung, die man in irgendeiner Verordnung, einem Gesetz oder einer Broschüre der Arbeitsagentur finden könnte. Es handelt sich vielmehr um eine frei erfundene Abkürzung für eine Vorgehensweise, die sich aufgrund mehrerer Gesetze ergibt (welche dies sind und wie diese zusammenhängen, ist im Beitrag „Das Dispojahr“ ausführlich erläutert). Um diese teilweise komplexen Zusammenhänge nicht immer im Detail aufführen zu müssen, wurde eben der Begriff „Dispojahr“ geprägt.
Aus dieser Tatsache ergeben sich gleich mehrere Konsequenzen:
Auch wenn es durchaus Agenturen gibt, denen der Begriff „Dispojahr“ bekannt ist, darf man sich nicht wundern, wenn dies bei anderen Mitarbeitern von Arbeitsagenturen nicht der Fall ist!
Kennt ein Agentur-Mitarbeiter den Begriff nicht, sollte man ihm daher keine Unfähigkeit unterstellen, sondern darauf vorbereitet sein, ihm dass Vorhaben erklären zu können.
Man kann/muss ein Dispojahr nicht beantragen. Es gibt keine Formulare zur Beantragung eines Dispojahres. Es mag hier allerdings Ausnahmen geben, in denen einzelne Agenturen selbständig ein Formschreiben aufgesetzt haben, in denen Vor- und Nachteile aufgeführt sind.
Es gibt keinen offiziellen Status eines Dispojahres bei der Arbeitsagentur. Im Grunde ist jemand, der sich im Dispojahr befindet, für die Agentur gar nicht existent. Er gilt weder als arbeitsuchend, noch als arbeitslos. Es bestehen weder Rechte noch Pflichten gegenüber der Agentur.
Auch zu diesem letzten Punkt gibt es sicher wieder die Ausnahme, dass sich eine Agentur sehr wohl einen internen Aktenvermerk machen wird, wenn das Vorhaben im Vorfeld abgesprochen wurde. Dies hat dann aber auch eher inoffiziellen Charakter und dient nur der Erleichterung der Schritte nach dem Dispojahr.
Soweit diese Vorab-Erläuterung. Im nächsten Beitrag wird es dann um Motive, Risiken und Vorteile eines Dispojahres gehen.
Kap. 9.3.2.2: Hinweise zum Dispositionsjahr: Vor- und Nachteile Kap. 9.3.2.3: Hinweise zum Dispositionsjahr: Vorgehensweise Kap. 9.3.2.5: Hinweise zum Dispositionsjahr: Arbeitssuchendmeldung Kap. 9.3.1: Anmelden und wieder abmelden
Veröffentlicht unter Aktuelles,Kap. 9 - Agentur für Arbeit	Verschlagwortet mit Abfindung,Absprachen,Agentur für Arbeit,Arbeitslos,Arbeitsuchend,Begriff des Dispojahres,Dispositionsjahr,Erwerbsminderungsrente,Familienversicherung,Formulare zur Beantragung,freiwillige Einzahlungen,Grundlegendes zum Dispojahr,Kommentare zum Dispojahr,Kündigungsfristen,Meldefristen,Mitarbeiter von Arbeitsagenturen,Motive,Pflichten gegenüber der Agentur,Probleme,Risiken,Vorteile	permalink
Kap. 9.3.2.1: Hinweise zum Dispositionsjahr: Grundlegendes — 96 Kommentare
Bankenmärchen sagte am 17.Feb.2017 um 12:11 :
Der Begriff „Dispojahr“ ist wirklich wenig bekannt und nicht jeder Mitarbeiter bei einer Firma kann ihn wissen. Das Thema ist spannend und interessant und es wäre nutzbar auch die nächsten geplanten Beiträge darüber zu lesen.
Mr. Excel sagte am 17.Feb.2017 um 13:34 :
der Begriff ist nicht offiziell und somit weder bei Behörden noch bei Firmen gängig.
Ich hatte ihn damals (zu meiner Planungszeit) geprägt um dem Themenkomplex, der in vielen vielen Sätzen und Bestimmungen ausformuliert ist, mit einem Wort zu umschreiben bzw. zu betiteln. Mehr ist das nicht – nur eine Überschrift.
Privatier sagte am 17.Feb.2017 um 18:33 :
Tja… nun habe ich doch tatsächlich vergessen, den Urheber des Begriffes zu erwähnen. Auch wenn es vielleicht nicht so ganz zweifelsfrei bewiesen ist, wer den Begriff und die Hintergründe ausgetüftelt hat, so ist es aber eindeutig Mr. Excels Verdienst, dass das Thema hier beim Privatier überhaupt Beachtung gefunden hat.
Und ich denke im Namen aller, die inzwischen von dieser Idee profitieren konnten, möchte ich mich hier einmal bei Mr. Excel ganz herzlich bedanken!!
Caro sagte am 23.Feb.2017 um 20:47 :
Von mir auch noch eine Rückmeldung zum „Dispojahr“. Vielen Dank für die Infos hier, hat mir sehr geholfen. Habe meinen gut bezahlten Job gekündigt (zum 30 September 2015), um ein Jahr ins Ausland zu gehen und auch einfach mal völlig was anderes zu machen. Nach einem Jahr wieder zurück, habe ich knapp einige Tage vor Ablauf des Jahres das Arbeitsamt besucht und ALG1 auf genau 1. Oktober 2016 beantragt, kein Wort über „Dispojahr“. Der Antrag lief anstandslos durch, keine 3-Monatssperre wegen Eigenkündigung, keine Sperre wegen zu später Meldung, keine Nachfragen. Das hat mir den Start hier finanziell sehr erleichtert.
Privatier sagte am 24.Feb.2017 um 11:17 :
Hallo Caro und vielen Dank für die Schilderung Deiner Vorgehensweise.
Auch wenn ich eigentlich immer empfehle, im Vorfeld das geplante Vorhaben mit der Agentur abzusprechen, zeigt Dein Beispiel, dass es eben auch ganz einfach funktionieren kann: Einfach vorher gar nichts machen oder sagen, keine Meldung, kein nichts. Einfach nach einem Jahr arbeitslos melden. Fertig. Geht auch.
Es hängt aber auch immer alles ein wenig von der jeweiligen Agentur (oder den Mitarbeitern) ab. Man hat nie die Garantie, dass alles so reibungslos abläuft. Auch wenn man sich ganz sicher im Recht weiß.
Andrea Paulus sagte am 14.Okt.2017 um 11:10 :
verstehe ich das richtig? Ich werde zum 01.09.2018 arbeitslos (Aufhebungsvertrag).Wenn ich zum frühst möglichen Termin Alg 1 haben möchte,optimal zum 01.09.2018,droht mir eine maximal 6 monatige Sperre/Ruhezeit.Bekomme also statt 24 Monate (bin 58) nur 18 Monate Alg.Wenn ich aber erst zum 01.09.2019 Leistungen haben möchte kann ich diese Sperre vermeiden (Dispositionsjahr).Könnte ich auch sofort bei meiner Meldung, um keinen Termin zu verpassen,die Leistung erst zum 01.09.2018 beantragen? Einen Vertrag,z.B. über 1 Jahr, kann ich ja auch direkt nach Abschluss schon kündigen damit ich die Kündigungsfrist nicht vergesse und er sich so wieder um 1 Jahr verlängert?
Privatier sagte am 14.Okt.2017 um 13:22 :
Zunächst einmal haben Sie die Wirkungen von Sperre und Dispojahr richtig verstanden. Genau DAS ist der Effekt eines Dispojahres.
Ich glaube jedoch nicht, dass Sie Ihren ALG-Antrag bereits ein Jahr im Voraus stellen können. Soweit mir bekannt, ist dies nur einige Wochen vorher möglich.
Ich würde Ihnen aber (wie immer) empfehlen, dass geplante Vorgehen mit Ihrer zuständigen Agentur abzustimmen. Das gibt Ihnen eine zusätzliche Sicherheit und die genaue Handhabung ist auch immer ein wenig von der jeweiligen Agentur abhängig. Es gibt Agenturen, denen müssen Sie das Konzept des Dispojahres erst erklären, andere dagegen halten vorbereitete Formulare parat, in denen u.a. auch Termine festgelegt werden.
Andrea Paulus sagte am 15.Okt.2017 um 09:39 :
Vielen Dank auch habe mich heute auch noch ein bisschen weiter durch die Thematik gelesen.Werde mich dann auf jeden Fall wieder über meine Erfahrung berichten
Herderlein sagte am 12.Nov.2017 um 16:15 :
Hallo und danke für diese geniale Seite, die ich spät, aber nicht zu spät entdeckt habe (morgen gehe ich zur Arbeitagentur). Ich möchte dem Thema „Dispositionsjahr“ einen Aspekt hinzufügen, über den ich nichts finden konnte: Einfluß eines Wettbewerbsverbotes mit Karenzzahlung, das sich weitere 2 Jahre nach Beendigung meines Dienstvertrages durch Aufhebungsvertrag anschließt. Wäre diese Kommentarfunktion der richtige Weg, darüber zu diskutieren und die Gemeinde an meinen zu erwartenden Erfahrungen/Lehren teilhaben zu lassen? BG
Privatier sagte am 12.Nov.2017 um 16:38 :
Ja, natürlich – immer gerne!
Ich muss allerdings gleich einräumen, dass ich selber zu den Themen Wettbewerbsverbot und Karenzzahlung kaum etwas beitragen kann. 🙁
Vor ein paar Monaten hatten wir hier schon einmal einen Fragesteller, dem ich leider auch nicht weiterhelfen konnte.
Aber insofern sind hier natürlich erwartende Erfahrungen/Lehren sehr hilfreich. Vielleicht können wir ja auf diese Weise gemeinsam etwas lernen.
Mr. Excel sagte am 12.Nov.2017 um 18:20 :
ganz wichtig wäre hier der Mittelzufluß. Wann wird wieviel als Karenzzahlung gezahlt ?
Herderlein sagte am 12.Nov.2017 um 18:52 :
Vielen Dank erstmal für die schnellen Antworten und das Interesse. Eigentlich wollte ich warten, bis Näheres von der AA vorliegt. Aber nun schon mal meine Details: Aufhebung des Dienstvertrages nach Ablauf der zweijährigen Kündigungsfrist zum 31.12.2017. In dem Zeitraum Zahlung meines monatlichen Gehaltes mit allen Sozialversicherungsbestandteilen. Englischer Aufhebungsvertrag enthält für erste 6 Monate „revocable“ Freistellung, danach unwiderruflich (sicher auch interessantes juristisches Detailproblem i.B.a. neue „Dienstanweisung“). Wettbewerbsverbot gilt für zwei Jahre und wird monatlich erstattet durch 50 % Lohnzahlung abzgl. ESt ohne Sozialversicherungsbeiträge. muss mich also selbst krankenversichern. Ich werde in 2018 58 und deshalb wäre die Ausnutzung des Dispositionsjahres richtig. Dann könnte ich ab Jan. 2019 immer noch ALG1 anmelden und direkt abmelden und somit meinen Anspruch auf ALG1 nach 2020 „retten“, da ja sonst wg. der Karenzzahlung sowieso kein Arbeitslosengeld fließt. oder????
Privatier sagte am 13.Nov.2017 um 11:06 :
Eigentlich haben wir es hier dann wohl mit (mindestens) zwei verschiedenen Punkten zu tun:
* Einmal die Freistellung: Wie lange war diese denn in der Summe?
Wie sich die Kombination aus teilweise widerruflich und unwiderruflich auswirkt, kann ich auch nicht sagen. Fest steht aber, dass es in Kombination mit einem Dispojahr dazu führen könnte, dass eine fiktive Einstufung vorgenommen wird. Bedeutet: Weniger Anspruch.
* Und die Karenzzahlung: Hier sehe ich weniger Probleme, denn ein Anspruch auf ALG besteht auch parallel zur Karenzzahlung. Und angerechnet wird (wenn überhaupt) andersherum: Eine Karenzzahlung kann dann reduziert werden, wenn andere (nicht wettbewerbs relevante) Einkünfte erzielt werden. Dies aber nur dann, wenn inkl. der Karenzzahlung mehr als 110% der letzten Einkünfte anfallen. Im Prinziü zählt auch das ALG zu diesen Einkünften, man erreicht jedoch nie die 110% Marke.
Herderlein sagte am 15.Nov.2017 um 16:49 :
So, da bin ich wieder mit viel Klärung durch eine nette und kompetente Dame von der „Leistungsabteilung“. Grundsätzlich bestätigte sie die Strategie mit „Dispojahr“ und „an-/abmelden“, um die Arbeitslosigkeit bis nach der Karenzzahlung zu schieben. Ich gab ihr auch noch die Info, dass mein Aufhebungsvertrag für die ersten 6 Monate widerruflich war. Quintessenz: Bei Arbeitslosmeldung genau 1 Jahr nach dem Termin „beschäftigungslos“ (bei mir der 01.01.18) soll ich mich zum 01.01.19 arbeitslos melden. Das geht auch vorher mit genauer Terminierung beim Amt (also zB im November hin und für den 01.01. melden). Am/für den 02.01.19 kann ich mich wieder abmelden und voila die 4 Jahresfrist läuft. Nur bei Arbeitslosmeldung an dem genauen Tag (01.01.19; das geht ja wegen Feiertag also nur vorher!) erfolgt keine Sperrzeitprüfung. Wenn ich mich vorher AL melde, muss ich mit einer Reduzierung meiner Ansprüche um 25 % rechnen. Was genau dazu meine 6-monatige Widerrufsfrist beiträgt kann ich nur vermuten: es war wichtig. Nach Angabe der Dame wird sie alles protokolliert hinterlegen, will mir diese Einschätzung aber nicht schriftlich geben.
Beim Thema Karenzzahlung war sie nicht 100 % sicher, aber ich hatte Ihren (Privatier) Hinweis auf Nicht-Berücksichtigung im Internet bestätigt gefunden. Die Anrechnungsmöglichkeit vice versa gegen die Karenzzahlung ist nicht relevant wegen der hohen Zuverdienstmöglichkeit (110 % vom letzten Brutto). Auch beim Thema fiktive Einstufung habe ich die Dame nicht weiter gelöchert, weil dazu ja wohl alle Details der Leistungsabteilung vorliegen müssen. Aber ist das wirklich eine relevante Gefahr für mein ALG? Meine Bezüge liegen deutlich über BBG und für das ALG würde doch sowieso bei der BBG gedeckelt? Dass für einen fiktiven Verdienst dann noch darunter geschätzt wird, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Da mir die 6 Monate mehr Leistungszeitraum unter Ausnutzung des Dispojahres als höhere Priorität gelten, werde ich dann in 2019 sehen, was die Leistungsabteilung ausrechnet; da gibt es dann ja eh keinen Gestaltungsspielraum mehr. Ich lege mir das auf Wiedervorlage und werde dann in gut einem Jahr hier berichten.
Vielen Dank nochmal für Ihre super Internetseite. Fast wäre es schief gegangen! Trotz meiner beruflichen Prägung (Ingenieur und GF) bin ich etwas zu unbedarft mit meinen eigenen Ansprüchen umgegangen. Ich glaube, die von Ihnen thematisierte moralische Frage hat hiermit zu tun. Man fühlt sich nicht „bedürftig“ und hat auch sowieso finanziell nicht das schlechte Ende der Wurst. Aber es geht eben nicht um Bedürftigkeit sondern um erworbenen (Versicherungs-) Anspruch. Ich fand es übrigens positiv, dass die MA der AA, mit denen ich Kontakt hatte, das auch so sehen. Also für alle die noch zögern: Hin zum „Arbeitsamt“!
Privatier sagte am 15.Nov.2017 um 20:24 :
Das hört sich ja erst mal alles recht gut an. Dennoch ein paar Anmerkungen dazu:
* „…die Info, dass mein Aufhebungsvertrag für die ersten 6 Monate widerruflich war“ Hmmm… wirklich? Zu Beginn hieß es, die Freistellung sei widerruflich gewesen. Das ist nun schon ein Unterschied!
* „…muss ich mit einer Reduzierung meiner Ansprüche um 25 % rechnen. Was genau dazu meine 6-monatige Widerrufsfrist beiträgt kann ich nur vermuten.“
Nein. Eine Reduzierung um 25% erfolgt immer, wenn eine Sperrfrist wg. Aufgabe des Arbeitsplatzes verhängt wird.
* „… wegen der hohen Zuverdienstmöglichkeit (110 % vom letzten Brutto)“ .
Nur zur Klarstellung: Man kann nicht 110% hinzuverdienen! Die Summe aus Karenzzahlung und Hinzuverdienst dürfen nicht mehr als 110% betragen.
* Fiktive Einstufung: Die BBG spielt dabei keine Rolle. Eine fiktive Einstufung erfolgt immer dann, wenn in den letzten zwei Jahren vor ALG-Antrag keine 150 Tage versicherungspflichtige Tätigkeit vorzuweisen sind. Das Gehalt spielt dann überhaupt keine Rolle mehr, sondern es zählt nur die Ausbildung in verschiedenen Stufen. Aber selbst die höchste Ausbildung (Universitätsabschluss) führt in der Regel zu einer bedeutend niedrigeren Einstufung als „übliche“ Gehälter.
Herderlein sagte am 22.Feb.2019 um 16:38 :
So, jetzt nach Eingang meines Bewilligungsbescheids möchte ich den Diskurs wie versprochen um die Fakten ergänzen:
Ich habe mich im November 2018 beim AA exakt für den 01.01.2019 arbeitssuchend gemeldet und gleichzeitig für den 02.01.2019 wieder abgemeldet. Danach (bereits in 2019) wurde ich noch aufgefordert, das Formblatt „Gesellschafter/Geschäftsführer“ auszufüllen. Im wesentlichen wird hierbei geprüft, ob eine GF-Position wirklich der Position „abhängig beschäftigt“ entspricht, was bei mir der Fall war. Der Bewilligungsbescheid hat keinen Sperrvermerk und ich habe die Hürde zum 24monatigen Bezug (720 Tage) des ALG1 genommen (ich wurde im Oktober 55). Karenzzahlungen waren wie vorausgesagt auch nicht relevant. Allerdings verstehe ich die Höhe des Bemessungsentgeltes mit 208,77 €/Tag (=76.201 €/Jahr) nicht, weil die BBG in 2019 doch 80.400 € beträgt? Alles andere wie hier beim Privatier vorausgesagt! Vielen Dank nochmals für die Hilfe.
Privatier sagte am 22.Feb.2019 um 20:45 :
Etwas irritiert bin ich über die Aussage, dass der Anspruch auf ALG 24 Monate betragen soll bei einem Alter von 55 Jahren. Das kann nicht sein!
Mit 55 Jahren erreicht man gerade die Grenze von 18 Monaten.
Ich habe zwar die Höhe des Bemessungsentgeltes nicht nachgerechnet, sie wird aber wahrscheinlich stimmen.
Denn Ihre Annahme beruht auf einem weit verbreitetem Irrtum!
Das Bemessungsentgelt wird nicht nach irgendwelchen aktuellen Werten/Größen/Grenzen berechnet, sondern richtet sich ausschließlich nach Ihren Beiträgen. Konkret nach den letzten 12 zu berücksichtigenden Monatsbeiträgen. Diese dürften bei Ihnen aus dem Jahre 2017 stammen und sind seinerzeit durch die in 2017 geltende BBG gedeckelt worden.
Herderlein sagte am 23.Feb.2019 um 09:53 :
Sie haben Recht! BBG 2017 war 76200 € und ich wurde letztes Jahr 58 Jahre alt.
Andrea Paulus sagte am 6.Jun.2018 um 17:20 :
seit meinem letzten Kommentar vom 14.11.2017 ist einige Zeit vergangen. Aber jetzt ist es schon soweit, ab dem 01.09.2018 bin ich „Beschäftigungslos“ Ich war wie empfohlen also jetzt beim Arbeitsamt und habe mein Vorhaben mit dem Dispositionsjahr erläutert. Man war dort gar nicht besonders erstaunt und wusste Bescheid. Es gibt dort sogar einen Vordruck zur Unterschrift auf dem auch die Nachteile noch einmal erläutert werden. Es wurden bereits die wichtigsten Daten von mir aufgenommen, außerdem hat der Sachbearbeiter ein Vermerk zum Dispositionsjahr eingetragen. Auf meine Frage warum die erstaunliche Antwort: Damit wir Sie rechtzeitig Informieren können. Auf meine Frage wann ich mich denn frühestens Arbeitslos melden muss lautete die Antwort: 14 Tage vorher reicht ich kann aber auch schon 3 Monate vorher meine Ansprüche anmelden damit nichts schiefgeht.
Also es läuft.
Privatier sagte am 7.Jun.2018 um 10:31 :
“ Man war dort gar nicht besonders erstaunt und wusste Bescheid.“
Es gibt eben durchaus gravierende Unterschiede zwischen den Agenturen (und Mitarbeitern). In Ihrem Fall habe ich den Eindruck, dass das sehr gut abgewickelt wird, denn auch die Aussagen zu den Meldefristen sind völlig korrekt. Von daher: Alles bestens!
Vielen Dank für die Rückmeldung und die Schilderung der Erfahrungen. Weiterhin alles Gute.
Kim sagte am 3.Jul.2018 um 20:39 :
es ist noch nicht soweit bei mir, aber ein wenig Licht am Ende des Tunnels ist zu sehen.
Bei all den Kommentaren zum Dispojahr (zugegeben nicht alles gelesen) taucht bei mir immer wieder die Frage auf: was macht Mann/Frau in diesem Jahr ?
Bin gespannt auf Ihre/Eure Rückmeldungen.
BigMac sagte am 4.Jul.2018 um 12:19 :
Ich verstehe die Frage nicht. Was unterscheidet die freie Zeit im „Dispojahr“ von der gesamten Zeit „ohne Arbeitsverhältnis“, also von der gesamten Zeit zwischen dem Ende des Arbeitslebens und dem Ableben?
Privatier sagte am 4.Jul.2018 um 12:30 :
Genau das habe ich einigen meiner EX-Arbeitskollegen auch gesagt, die mich verständnislos gefragt haben, was ich denn die ganze Zeit machen wolle…?
Ich denke, die Antwort ist einfach: Das, was man schon immer einmal machen wollte.
Was das im Einzelnen ist, ist natürlich individuell verschieden:
Der eine möchte gerne ein (weiteres) Studium beginnen, der andere sich in einer gemeinnützigen Organisation oder in der kommunalen Politik betätigen. Verhinderte Künstler werden zu Malern, Bildhauern, Schriftstellern oder ziehen als Mitglied einer Rockband durch die Lande. Oder kaufen sich ein Wohnmobil oder eine Harley und segeln um die Welt…
Wer in dieser Richtung aber fragen muss, der sollte sich die Entscheidung noch einmal überlegen. Und dabei noch einmal über die Frage von BigMac nachdenken!
Kim sagte am 4.Jul.2018 um 14:14 :
Sie haben Recht. Dumme Frage 🙂
Evelin sagte am 12.Jul.2018 um 15:11 :
ich habe hier schon ein paarmal reingeschaut und interessiert gelesen.
Ich bin seit August 2017 krankgeschrieben, habe selbst gekündigt im September 2017.
Da mein Krankengeldbezug im Juli 2018 endet, müsste ich mich nun bei der Arbeitsagentur melden. Eine Sperrfrist werde ich nicht erhalten, da ein Attest vom Arzt vorhanden ist. Ich bin 56 Jahre alt, will nach Beendigung der Krankschreibung vorerst nicht mehr arbeiten, möchte meinen ALG Anspruch aber nicht verfallen lassen.
Kann mir jemand sagen, bis wann ich mich spätestens beim Amt melden muss, zwecks Dispositionsjahr. Oder wäre es besser einen Anspruch anzumelden um mich gleich wieder abzumelden? Versichert bin ich über eine Witwenrente.
Privatier sagte am 12.Jul.2018 um 21:44 :
Fangen wir einmal mit der letzten Frage an: Dispojahr oder An-/Abmelden?
Wenn Sie sich einmal den Beitrag über die Vor- und Nachteile eines Dispojahres ansehen, so sind dort drei Motive aufgeführt, die für ein Dispojahr sprechen. Keines dieser drei Motive sehe ich bei Ihnen gegeben und von daher sehe ich auch keinen Sinn in einem Dispojahr.
Wenn Sie daher momentan nicht arbeiten wollen, wäre es sinnvoll, der Anspruch auf ALG feststellen zu lassen und sich anschließend wieder abzumelden. Und das kann man mit der Vorgeschichte auch plausibel begründen.
Es könnte allerdings sein, dass Sie trotzdem eine Sperrfirst wg. verspäteter Meldung bekommen (1 Woche). Eine Arbeitsuchendmeldung hat nämlich bereits 3 Monate vor dem voraussichtlichen Termin der Arbeitslosigkeit zu erfolgen. Die eigentliche Arbeitslosmeldung selber kann dann mit dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit gemacht werden (aber auch schon früher).
Ob diese Fristen auch im Anschluss an einen Krankengeldbezug so gehandhabt wird, kann ich leider nicht sagen. Wird man dann sehen. Eine Sperre von einer Woche ist zu verschmerzen (finde ich).
Privatier sagte am 13.Jul.2018 um 10:31 :
Nachtrag: Bei einer Vorgeschichte mit einer langen Krankheit sollte man immer auch den Anspruch auf eine evtl. Erwerbsminderungsrente im Auge behalten. Was oftmals dabei übersehen wird: Wenn man ansonsten die Bedinungen erfüllt, muß man außerdem noch in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 36 Monate mit Pflichtbeiträgen nachweisen!
Wer sich hier für längere Zeit eine „Auszeit“ gönnt, könnte mit dieser Regel ein Problem bekommen.
Evelin sagte am 13.Jul.2018 um 11:46 :
Ich werde nun wohl meinen Anspruch auf ALG feststellen lassen und mich dann abmelden. Muss ich da eigentlich auf den Bescheid warten, oder geht das schon vorher? Dieser Bescheid gilt dann 4 Jahre, heißt das ich muss in dieser Zeit
den Anspruch voll geltend machen, oder reicht der Beginn des ALG innerhalb der 4 Jahre aus?
Auf den ersten Blick sieht alles ganz einfach aus, aber wenn man sich näher damit befasst tauchen doch einige Fragen auf.
Privatier sagte am 14.Jul.2018 um 09:37 :
Um die 4-Jahresfrist einzuhalten, reicht es aus, vor Ablauf der Frist den Anspruch wieder anzumelden. Er kann dann noch vollständig aufgebraucht werden. Nur Abmelden darf man sich dann nicht mehr. Dann ist es vorbei.
Und den obigen Hinweis zur Erwerbsminderungsrente beachten! Wer die 4-Jahresfrist vollständig ausnutzt, hat seinen Anspruch auf die EM-Rente definitiv verloren.
Entrepreneur2Privatier sagte am 22.Okt.2018 um 10:05 :
Hallo Herr Privatier, Liebe Experten Commmunity,
Hier meinen Fall:
1) Zum 28.02.18 mit Abfindung freiwillig aus dem AN Verhätltniss ausgeschieben
2) Dispojahr bis zum 28.02.19 und ALG1 beginn zum 01.03.2019 – Meldung plane ich dann ca. 3 Monate Vorher in Dezember dieses Jahres – Habe mich nach den Hinweisen in diesem Blog weder AL noch zum ALG1 gemeldet – Ich hatte mich auch vor dem Beginn des Dispojahres mit der AfA unterhalten was schädlich für das Dispojahr wäre und die Antwort war nur wenn ich ein neue AN Tätigkeit aufnehmen würde.
3) Ich habe nach dem Ausscheiden einen Anspruch auf Outplacement Beratung (in dem Aufhebungsvertrag enthalten) in Anspruch genommen im Wesentlichen um eine Freiberufliche Tätigkeit vorzubereiten was ich nach einem möglichen Existenzgründungszuschuss beabischtige oder sollte das nicht klappen würde ich das ALG1 als Lückenfüller (Zeiten ohne Projekte) für die Zeiten nach ALG1 Meldung nutzen.
Nun stelle ich mich die Frage können Stellenbewerbungen für ein neues Arbeitnehmer-Beschäftigung im Dispojahr schädlich für das Dispojahr angesehen werden?
Ich freue mich die Gedanken,
Privatier sagte am 22.Okt.2018 um 12:41 :
„können Stellenbewerbungen…im Dispojahr schädlich für das Dispojahr angesehen werden?“
Ernsthafte Frage?? Nein – Stellenbewerbungen sind nicht schädlich für das Dispojahr.
Entrepreneur2Privatier sagte am 22.Okt.2018 um 13:12 :
Ok Besten Dank Herr Privatier!
Lutz sagte am 22.Nov.2018 um 14:43 :
erstmal, ein 3mal hoch für die super Informationen hier.
Ich hätte folgendes Anliegen bzw. mögliche Variante
1.Ausstieg am 30.09.2019 mit Abfindung ( werde Ende Januar 2020 57 Jahre alt )
2.Krankmeldung von Ende August 2019 – bis ca. Ende Januar 2020, dann bin ich 57 J.
Ich beziehe in diesen Zeitraum Krankentagegeld von der PKV,welche laut Gesetz in die Arbeitslosenversicherung einzahlen muss. Nach meinem Verständnis, ist das so als hätte ich eine versicherungspflichtige Beschäftigung.
3.Nach der Genesung z.B. am 01.02.2020 melde ich mich arbeitssuchend und gehe in das Dispojahr, weil meine versicherungspflichtige Beschäftigung ( inkl. krank ) endet zum 01.02.2020 und dann müßten die Voraussetzungen für ein Dispojahr gegeben sein.
Wäre dies so möglich ?
Ich weiss hier gab es schon mal diesbezüglich ähnliche Kommentare von Timmy und Ralf, aber in anderer Konstellation.
Privatier sagte am 22.Nov.2018 um 18:19 :
Das ist im Wesentlichen alles richtig verstanden.
Insbesondere ist es richtg, dass auch die Zeiten von Krankengeldbezug zu den versicherungspflichtigen Zeiten gehören und daher bei der Prüfung, ob und wie viel Anspruch auf ALG1 besteht, gleichwertig mit „normaler“ Beschäftigungszeit berücksichtigt wird. Der Terminplan ist von daher in Ordnung.
Es wäre noch zu beachten, dass die Zeiten von Krankengeldbezug allerdings keine Berücksichtung finden bei der Berechnung der ALG-Höhe! Hier müssen vom ersten Tag der Arbeitslosigkeit zwei Jahre zurück noch mindestens 150 Tage mit normalem Arbeitsentgelt liegen, sonst droht eine fiktive Bemessung.
Sollte im vorliegeneden Fall eigentlich auch passen – aber rechnen Sie lieber selber noch einmal nach! Auch für den Fall, dass Sie Ihren Plan noch einmal ändern müssen.
Lutz sagte am 23.Nov.2018 um 07:10 :
ja, nach meiner Rechnung sollte das auch passen. 24 Monate…12 Monate…150 Tage usw.
Ich war mir nur ein bisschen unsicher, ob Anwartschafts- und Rahmenfristzeit sowie für die ALG Berechnung auch wirklich alles eingehalten ist und das Dispojahr auch im Anschluß der Krankheit gestartet werden kann.
D.H. dies ist auch eine mögliche Variante um in die nächsthöhere Alterstufe zu rutschen und in meinem Fall für 24 Monate ALG1 zu beziehen.
Joe sagte am 2.Dez.2018 um 11:42 :
Habe heute der Tageszeitung entnommen dass einige Veränderungen bezüglich des Bezuges vom ALG1 geplant sind. Und zum 1.1.2019 schon in Kraft treten sollen. U.a. soll der Anspruch auf ALG1 schon entstehen , wenn man in den letzten 30 Monaten 12 Monate lang beitragspflichtig beschäftigt war. Bisher waren die Zeitspanne 24 Monate. Das wäre für das Dispojahr natürlich eine gravierende Erleichterung. Den nun hat man bei der Arbeitslosmeldung nach dem Dispojahr noch 6 Monate Zeit, ohne dass der Anspruch auf ALG1 verloren geht. Es kommt nicht mehr darauf an, dass man sich taggenau arbeitslos meldet und dann auch arbeitsfähig ist. Oder man macht aus dem Dispojahr mal kurz 1 1/2 Jahre wenn man möchte. So habe ich das auf jeden Fall verstanden. Voraussetzung dafür ist natürlich dass die Sperrfrist nach wie vor nach einem Jahr verjährt. Manchmal werden ja auch Gesetze geändert, die in einem direkten Zusammenhang mit einem anderen stehen. Deshalb meine Frage an den Privatier und alle anderen Teilnehmer des Blogs: Hat jemand schon gehört ob sich bei der Verjährungsfrist etwas ändert ? Bzw. wo könnte man sich informieren ?Zeitungsartikel sind ja manchmal recht oberflächlich und beleuchten oft nur einen Teil des Themas.
Privatier sagte am 2.Dez.2018 um 12:05 :
Wir haben das Qualifizierungschancen-Gesetz und die möglichen Folgen bereits an anderer Stelle (ab hier) diskutiert. Dort gibt es ggfs. weitere Informationen und wir sollten die Diskussion (falls erforderlich) nach Möglichkeit dort fortsetzen.
Karl sagte am 7.Jan.2019 um 22:02 :
entgegen meiner Planung vom 29.04.17:
– Ende Beschäftigung zum 28.02.2018 und Auszahlung Abfindung
– Dispojahr vom 01.03.2018 – 28.02.2019
– im Jan/Febr. 2019 >ALG1 beantragen zum 01.03.2019
– max. Bezug von ALG1 dann 18 Monate ab 01.03.2019
Musste ich mich im Feb. 2018 noch einer Not-OP unterziehen und bin daher bis heute
krank geschrieben. Daher meine Frage, wie verhält es sich mit den Bezug von ALG 1 wenn ich über den 01.03.2019 auch noch krank geschrieben bin d.h. ich mich nicht bei der AfA als Arbeitslos melden kann?
Privatier sagte am 8.Jan.2019 um 14:30 :
Der Bezug von Krankengeld hat auf die Prüfung des ALG1-Anspruches eine ähnliche Wirkung wie eine versicherungspflichtige Beschäftigung. D.h., solange in den 2 Jahren vor Beginn des Arbeitslosigkeit mind. 12 Monate entweder mit Beschäftigung ODER Krankengeldbezug vorliegen, gibt es keine Probleme.
Zu diesen Ersatzzeiten zählen übrigens auch: Wehrdienst, Mutterschaft und Kindererziehung, sowie Jugendfreiwilligen- oder Bundesfreiwilligendienst.
Karl sagte am 9.Jan.2019 um 18:40 :
Danke ihnen für die schnelle Beantwortung meiner Frage.
Echt ein tolles Forum hier, Glückwunsch.
Tim Ralf Cronenberg sagte am 13.Jan.2019 um 13:21 :
Durch das Qualifizierungschancengesetz vom 18.12.18 (Art 6 Zuffer 2 und Art. 2) hat sich zum 1.1.2020 die Rahmenfrist gemäss § 143 SGB III von 2 Jahren auf 30 Monate verlängert. Verstehe ich das jetzt so richtig, dass jetzt eine taggenaue Meldung bei der AfA nicht mehr so wichtig ist? Aus dem Dispojahr können jetzt auch bis zu 18 Dispomonate werden. Mindestens 12 Monate um ALG 1 sanktionsfrei erhalten zu können und max. 18 Monate um die Anspruchsvoraussetzung 12 Monate ALV-pflichtige Beschäftigung innerhalb der 30-monatigen Rahmenfrist §142 SGB III noch zu erfüllen?
ratatosk sagte am 13.Jan.2019 um 14:56 :
Hallo, Ralf
Es WIRD DANN fuer alle diejenigen so machbar sein, die am 01.01.2020 noch in einem Versicherungspflichtverhaeltnis stehen (d.h. 1. Tag der Beschäftigungslosigkeit frühestens am 02.01.2020).
https://der-privatier.com/kap-9-3-2-4-hinweise-zum-dispositionsjahr-arbeitslosmeldung/#comment-18331
Ein 58jähriger benötigt also nach wie vor 48m Versicherungsverh. für 24m Alg1-Anspruch…
Privatier sagte am 13.Jan.2019 um 15:20 :
Danke an ratatosk für den Hinweis auf die beiden auch aus meiner Sicht wichtigen Punkten, die zu berücksichtigen sind.
Für den Moment soll das erst einmal genügen, ich habe aber vor, in nächster Zeit noch einmal ausführlicher auf das Gesetz und die Auswirkungen einzugehen.
Ist ja noch ein bisschen Zeit, denn die entsprechenden Teile des Gesetzes treten ja erst 2020 in Kraft.
Robben sagte am 5.Mrz.2019 um 09:09 :
Ja, und folgendes beachten:
„1) Für Personen, die nach dem 31. Dezember 2019 nicht in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden haben, finden die §§ 142, 143 und 147 in der bis zum 31. Dezember 2019 geltenden Fassung Anwendung.“
Porti sagte am 3.Feb.2019 um 15:33 :
Hallo Privatier und Interessierte,
ich hoffe meine Frage ist hier gut aufgehoben (und falls schonmal an anderer Stelle beantwortet wurde, bitte ich um Entschuldigung und gern den link auf die stelle:-)
Trotz eifriger Suche habe ich nichts gefunden.
Ich habe bei Recherchen den u.a., zugegebenermaßen schon älteren Artikel gefunden:
https://www.sueddeutsche.de/karriere/ausstieg-mit-jahren-erleichterung-fuer-aeltere-arbeitslose-1.506247
Demnach können Arbeitslose ab 58 sich von vermittlung,etc. Unter bestimmten Voraussetzungen befreien und trotzdem ALG I beziehen.
Gibt es dazu Erfahrungen? Ist das überhaupt noch aktuell? Oder Hinweise auf Änderungen? Ich werde etwaige Ergebnisse natürlich auch gern kundtun.
Mit freundlichen Grüßen an dieses tolle Forum,
Privatier sagte am 3.Feb.2019 um 18:33 :
Ich kann jetzt zwar nicht exakt sagen, seit wann es diese 58er-Regel nicht mehr gibt – aber es gibt sie schon lange nicht mehr (ich denke, so ca. 10 Jahre).
Also: Es gibt keine Erleichterungen mehr. Egal für welches Alter. Die Bedingungen sind für alle gleich.
Porti sagte am 17.Feb.2019 um 15:21 :
Oh,ich sehe gerade dass meine Antwort irgendwie nicht angekommen ist. Vielen dank für die Info. Das habe ich vermutet, das wäre ansonsten wahrscheinlich auch öfter thematisiert.
VG Porti
Joe sagte am 18.Feb.2019 um 19:34 :
Hallo Ratatosk
Eine Frage: ich beginne zum 01.03.19 mein Dispojahr. Bisher bin ich davon ausgegangen das man, um ALG 1 zu beziehen, 12 Monate innerhalb der letzten 24 Monate versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein muss. Aber hin und wieder ist von 48 Monaten innerhalb der letzten 5 Jahre die Rede. Wann greift nun welche Regelung? Ich bin 59 und eigentlich kann es mir wurscht sein;ich erfülle beide Bedingungen. Interessiert mich aber trotzdem.
ratatosk sagte am 18.Feb.2019 um 20:25 :
Guten Abend, Joe
Eigentlich ganz einfach, 12m (Anwartschaftszeit)innerhalb der 24m (Rahmenfrist, wird ab 02.01.2020 auf 30m verlängert) benötigt JEDER um UEBERHAUPT ALG1 zu bekommen, Ausnahme gibt es nur unter besonderen Bedingungen bei der „verkürzten Anwartschaftszeit“.
WIE LANGE nun maximal ALG1 bezogen werden kann, richtet sich neben dem Lebensalter eben auch nach der Versicherungszeit innerhalb der letzten 5 Jahre vor der Arbeitslosigkeit.
Wer also ab 58 die maximal mögliche Bezugsdauer von 24m erreichen will, braucht dazu 48m Versicherungszeit in den 5 Jahren davor.
Joe sagte am 18.Feb.2019 um 20:48 :
Hast du das Dispojahr auch gemacht?
ratatosk sagte am 18.Feb.2019 um 20:58 :
Ja, Joe, hab ich, hat alles wunderbar geklappt.
Gleiches wuensche ich Dir natürlich auch.
Joe sagte am 19.Feb.2019 um 19:08 :
gut zu hören. Macht Mut:-) Auf der anderen Seite hat mich das auch etwas verunsichert. Ich dachte ich hätte alle wichtigen Fakten recherchiert und dann stößt man doch immer wieder auf neue Dinge. Jetzt hab ich so ein bisschen die Angstvorstellung dass ich am Tag X beim Arbeitsamt sitze und der MA desselbigen erklärt mir : „Ätsch, haut bei Ihnen nicht hin, weil……….“ Kann ich mir zwar nicht so richtig vorstellen, aber trotzdem. Wenn Du also irgendwelche Einzelheiten kennst die so zum Thema “ Beliebte Fallen und Irrtümer“ fallen; ich bin ein dankbarer Leser. In diesem Sinne noch einen schönen Abend
ratatosk sagte am 20.Feb.2019 um 13:27 :
Hallo, Joe
Naja, zu „Fallen und Irrtümern“ hat Der Privatier in den diversen Beiträgen zum Dispojahr ja bereits ausführlich vorgelegt…
Zur Vorbereitung auf den „Tag X“ verlinke ich einfach mal den Bericht von Hannilein, meine Vorgehensweise findest Du im uebernaechsten Kommentar darunter.
https://der-privatier.com/kap-9-3-2-6-hinweise-zum-dispositionsjahr-umgang-mit-der-agentur/#comment-19434
Um ein fuer DICH möglichst entspanntes Dispojahr zu gewährleisten, kannst Du ja dann entscheiden, WANN und auf welchem WEG Du Dein geplantes Vorgehen durch DEINE Agentur bestätigt haben moechtest, bzw. in welcher FORM.
Durch die exzellenten Informationen in diesem blog bleibst Du jedenfalls „Herr des Verfahrens“ und besitzt u.U. gegenüber dem „normalen“ SB der Agentur einen erheblichen Wissensvorsprung in der Sache.
Diese „innere Linie“ muss man zwar nicht unbedingt nach aussen tragen- sind ja auch alles nur Menschen, trotzdem ist ggf. eine gewisse „verbindliche Hartnäckigkeit“ erforderlich.
Jede lokale Agentur spielt halt ihr eigenes Spiel, nicht unfair, aber manchmal etwas „bockbeinig“ bzw. bürokratisch…
Joe sagte am 21.Feb.2019 um 20:47 :
Danke vielmals für Infos und die Links. Habe die Berichte mit grossem Interesse gelesen. Waren sehr informativ. Ich glaube auch nicht wirklich daß ich etwas übersehen habe ;aber bei solch wichtigen Dingen bin ich detailversessen. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist hast du ja nach ein paar Tagen wieder angefangen zu arbeiten. Dann hat sich das ja gar nicht gelohnt. 😊(war ein Witz)
Gianni sagte am 17.Mai.2019 um 10:32 :
erst einmal möchte ich ein riesen Lob aussprechen. Diese Seite und die darin enthaltenen Informationen sind der Wahnsinn. Wirklich Spitze.
So, jetzt komme ich zu meinem Fall.
Ich, 42 jähriger, 4 facher Vater, verheiratet, noch 200.000 Euro Schulden (Haus) mit Aufhebungsvertrag zum 31.12.2019 (nach 26 Jahren im Arbeitsverhältnis) mit Abfindungsauszahlung von 100.000 Euro im Januar.
Möchte das Jahr 2020 ein Dispojahr einlegen.
Ich habe soweit alles gut verstanden(ist sehr gut beschrieben, Danke dafür an Alle).
Meine Frage ist nun… was ist mit der Sozialversicherung, Krankenversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung???
Man(n) spricht davon, dass man das alles selbst zahlen muss, stimmt das?
Wenn ja, gibt es eine Formel oder ähnliches, wie man ungefähr ausrechnen kann, wie Hoch die jeweiligen Beiträge sind?
Und letzte Frage, wenn ich das alles selbst tragen muss, wie muss ich mir das vorstellen, überweise ich manuell monatlich den Beitrag an die Institutionen ( mit Kontonummer und Verwendungszweck)???
Ganz liebe und viele Grüße an alle.
Privatier sagte am 17.Mai.2019 um 11:52 :
Bevor ich zu den Fragen komme, möchte ich kurz darauf hinweisen, dass die Vorschläge und Ideen dieser Internetseite sich an angehende Privatiers wenden, also an Leser, die ihre Berufstätigkeit endgültig aufgeben wollen!
Insofern würde ich es mir sehr gut überlegen, ob ein Dispojahr für einen 42jährigen Familienvater mit 4 Kindern und Schulden wirklich die richtige Entscheidung ist?! Hängt natürlich von vielen anderen Dingen ab und das muss am Ende jeder selber wissen.
* Die einzige Versicherung, die man wirklich haben MUSS, ist eine Krankenversicherung. Was dabei zu beachten ist, steht im Beitrag „Dispojahr und Krankenkasse“ .
* Die Rentenversicherung KANN man freiwillig weiterführen. Auf Antrag bei DRV. Mehr dazu im Beitrag über „Freiwillige Rentenzahlungen“ . Die Beitragshöhe kann man selber wählen.
* Die Höhe der Beiträge ergibt sich aus dem Beitragssatz und der jeweiligen Berechnungsgrundlage. Ein paar Daten dazu finden sich unter „Aktuelle Rechenwerte“ .
* Zur Abwicklung sollte vorher immer ein Kontakt mit der jeweiligen Versicherung aufgenommen werden. Diese wird dann die Zahlungsmodalitäten festlegen. In der Regel wird dies eine Einzugsermächtigung sein, einzelne Überweisungen sind aber auch möglich.
Gianni sagte am 17.Mai.2019 um 12:58 :
Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung und die Verlinkungen.
Ich lese mich mal durch und vielleicht entscheide ich mich um.
George sagte am 22.Mai.2019 um 16:41 :
ich habe dieses tolle Forum hoch interessiert passiv vor einger Zeit verfolgt, und dachte eigentlich, dass du es geschlossen hast. Um so erfreuter bin ich, dass es nun wieder aktiv ist, da ich nun meinen Ausstieg aus dem Job mit Einlage eines Dispositionsjahres plane.
Ich plane folgende Variante:
1. Ausstieg am 31.08.2019 (wahrscheinlich) ohne Abfindung (ich kündige selbst, nach über 17 Jahren in der Fa., aber das ist aber ein anderes Thema)
2. Ich werde am 14.12.2019 55 Jahre alt
3. Krankmeldung Mitte Mai 2019 ist erfolgt – geplant bis Mai 2020
4. Ich beziehe in diesen Zeitraum ab dem 43. Tag der Krankheit Krankentagegeld (KTG=3.150 € p.m) von der PKV, welche laut Gesetz in die Arbeitslosenversicherung einzahlen muss, wie ich hier heute im Forum gelesen habe (dein Dialog mit Lutz aus Nov. 2018), behandelt die AA das so, als hätte ich eine versicherungspflichtige Beschäftigung gehabt.
5. AG stockt bis Ende August 2019 das KTG auf 100% vom letzten Netto (ca. 7.000 € p.m.) auf (Regel stammt aus Manteltarifvertrag der IGM, gilt ab 10 Jahre in der Firma)
6. Nach meiner Genesung am 30.05.2020 melde ich mich zum 01.06.2020 arbeitssuchend und gehe in das Dispojahr, weil meine versicherungspflichtige Beschäftigung (inkl. krank mit KTG-Bezug) zum 30.05.2020 endet. Wie ich es bisher verstehe, sind dann die Voraussetzungen für ein Dispojahr gegeben.
1. Liege ich richtig?
2. Welche sind in diesem Fall die Berechnungsgrundlagen zur Ermittlung der Höhe des ALG I?
George sagte am 22.Mai.2019 um 16:54 :
Hallo Privater,
habe mich bei Punkt 6 vertan. Der muss wie folgt heißen:
6. Nach meiner Genesung am Mitte 2020 melde ich mich zum 01.09.2020 arbeitssuchend und gehe in das Dispojahr, weil meine versicherungspflichtige Beschäftigung (inkl. krank mit KTG-Bezug) zum 31.08.2020 endet. Wie ich es bisher verstehe, sind dann die Voraussetzungen für ein Dispojahr gegeben.
Privatier sagte am 22.Mai.2019 um 22:24 :
Der Nachtrag verwirrt die Sache jetzt ein wenig…
Richtig ist auf jeden Fall, dass auch Zeiten mit Bezug von Krankengeld als versicherungspflichtige Zeit zählen. Und im Anschluss daran kann man ein Dispojahr beginnen. Normalerweise exakt 12 Monate, ab 2020 können es aber bis zu 18 Monate sein. (siehe dazu: Dispojahr – Verlängerte Rahmenfrist).
Diese Vorgehensweise wird sich allerdings negativ auf die Höhe des ALG auswirken, denn für dessen Berechnung werden ausschliesslich Zeiten mit Arbeitsentgelt (kein Krankengeld!) herangezogen. Liegen aber innerhalb der zwei Jahre vor Beginn der Arbeitslosigkeit weniger als 150 Tage mit Arbeitsentgelt vor, so kommt es zu einer fiktiven Einstufung, die in der Regel mit deutlich weniger ALG verbunden ist.
Die Zusammenhänge zur Berechnung des ALG habe ich im Beitrag „Alles im Rahmen“ näher erläutert.
LongAL sagte am 23.Mai.2019 um 22:35 :
Hallo George, bei mir ist es ähnlich. Würde w/Krankheit und einem Dispojahr keine 150 Tage zusammen bekommen. Aufgrund des dann sehr geringen ALG habe ich für mich entschieden, mich direkt nach meinem letzten Arbeitstag arbeitslos zu melden. Dann Bescheid abgewartet und wieder abgemeldet, damit im Jahr der Abfindung kein weiteres Einkommen entsteht. Der Bescheid ist 4 Jahre gültig. Nachteil ist die verkürzte Bezugsdauer des ALG. Aber 18 Monate volles ALG ergeben mehr als 24 Monate gekürztes ALG.
Reiner sagte am 11.Jun.2019 um 01:46 :
Ich (Alter 62) wollte mal von meinen bisherigen Erfahrungen berichten.
Mein Dispositionsjahr vom 01.06.18 bis 31.05.19 ist nun beendet.
Antrag auf Arbeitslosengeld wurde von mir, eine Woche vorher , mit Datum 01.06.19 gestellt.
Somit genau nach einem Jahr.
Bescheid über Anspruch von 24 Monate Arbeitslosengeld nun erhalten und alles erscheint positiv.
Habe nun jedoch 2 Formulare über Sperrzeitprüfung erhalten und soll diese ausgefüllt zurück senden.
Ich soll angeben, warum ich mich verspätet gemeldet habe und im zweiten Schreiben, wichtige Gründe angeben, warum ich
gekündigt habe.
Daraufhin werden dann Sperrzeiten von der AA geprüft.
Ich frage mich, warum die Arbeitsagentur mir diese Formulare zur Prüfung der Sperrzeiten sendet.
Die Sperrzeiten werden doch nach genau einem Jahr Auszeit nicht mehr geprüft, oder?
Hat jemand hier im Forum diese Formulare auch ausfüllen müssen, oder hat Erfahrung hierzu?
Thomas sagte am 11.Jun.2019 um 14:33 :
ich glaube das Thema wurde von Privatier hier schon mal beschrieben.
Soweit ich das verstanden habe, macht die AA einen Unterschied zwischen Sperre §159 und Minderung der Anspruchsdauer §148.
Die Minderung der Anspruchsdauer kann man durch das Dispojahr umgehen, was bei dir zutrifft.
Die Sperre gibt es bei Selbstkündigung immer, außer man hat z.B. ein ärztliches Attest.
Die Sperre läuft Kalendermäßig ab den ersten Tag deiner „Nichtbeschäftigung“ ab. Bei dir der 1.6.2018, ab da 12 Wochen. Da du aber in der Zeit ja sowieso kein ALG 1 bezogen hast -wegen deinem Dispojahr- kann die AA dir auch nichts abziehen.
ABER die AA kann dein Sperrzeitkonto schon mal mit 12 Wochen belasten.
Und womöglich noch 1 Woche für die verspätete ALG 1 Meldung. Macht zusammen 13 Wochen.
21 Wochen sind Maximum, dann verliert man sein ALG 1 Anspruch völlig. D.h. du hast noch 8 Wochen Reserve.
Ich denke, dass du deswegen die Formulare für die Sperrzeitprüfung bekommen hast.
Wenn du während deiner 24 Monate ALG 1 Zeit schön mitmachst und dir sonst nichts zu Schulden kommen lässt, kann es egal sein.
Mit einen ärztliches Attest könntest du evtl. vielleicht auch die 12 Wochen Sperre noch umgehen.
Privatier sagte am 11.Jun.2019 um 17:17 :
Thomas hat das hier schon ganz gut erklärt. Wir haben dies auch schon an anderen Stellen diskutiert. Erstmalig wohl hier im Kommentar von „mime“ . Dazu habe ich damals nach kurzer Recherche meine Einschätzung dazu abgegeben.
All das kann ein Grund für die Bitte um Erläuterungen sein. Es kann aber auch einfach sein, das jemand gedankenlos irgendwas verschickt hat, nur um dann hinterher zhu merken, dass es eigentlich überflüssig war.
ratatosk sagte am 11.Jun.2019 um 18:30 :
https://der-privatier.com/kap-9-3-2-5-hinweise-zum-dispositionsjahr-arbeitssuchendmeldung/
-wenn man bzgl. der „verspäteten ARBEITSUCHENDMELDUNG“ SO argumentiert, sollte zumindest deshalb keine 1-woechige Sperre verhängt werden (eigene Erfahrung v. 01/2019).
Bzgl. der 12 Wochen Sperre wg. Arbeitsaufgabe ohne „wichtigen Grund“ muss man wohl die Belastung des Sperrzeitkontos (OHNE Kuerzung der Anspruchdauer) nach der aktuellen GA der Agentur hinnehmen…
Wenn DEINE Agentur das halt so will…
Joachim Meixner sagte am 13.Jun.2019 um 16:13 :
genieße seit März mein Dispojahr in vollen Zügen; diese Feinheit, was die Sperrzeit angeht, ist mir allerdings seinerzeit auch entgangen. Ich hoffe dass das bei mir kein Thema wird; ist unangenehm mit 12 Wochen Sperrzeit in die Bezugsphase von ALG 1 zu gehen. Deshalb meine Frage: verjährt diese Sperrzeit vielleicht auch irgendwann ? Hintergrund: wenn ich die 2 Jahre ALG 1 hinter mir habe, habe ich noch 1 Jahr bis zur Rente. (63 mit Abschlägen) Diese Zeit muss ich sowieso überbrücken. Deshalb spiele ich mit dem Gedanken, mich nach der Bewilligung gleich wieder abzumelden, ein Jahr zu warten und dann übergangslos mit ALG 1 in die Rente zu gehen. Hilft das oder kommt die Sperrzeit automatisch, wenn mein Anspruch zuerst mal bewilligt wird ? (und das muss ja sein) Wenn es nicht hilft: Grundsätzlich müsste das mit dem An/Abmelden aber funktionieren, oder ? (macht natürlich nur Sinn wenn ich mich in dieser Zeit dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stellen muss.)
Danke schon mal für euren Input.
eSchorsch sagte am 13.Jun.2019 um 21:25 :
„…mich nach der Bewilligung gleich wieder abzumelden, ein Jahr zu warten und dann übergangslos mit ALG 1 in die Rente zu gehen. Hilft das…“
Eine längere Pause zwischen „Heute“ und letzter Arbeit hilft dem Vermittler sicherlich ausreichend viele Mittel für viele Qualifikation- und Trainingsmaßnahmen bereitzustellen. Der Proband muss dann ja erst wieder fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden. und nun zurück zum Studio, ähm Thema …
Auf die Entscheidung, ob nach einem Dispojahr die 12 Wochen Sperrzeit auf dem Konto auftauchen oder nicht, hat das m.W. keinen Einfluss. Für die Statistik: bei mir ist nix aufgetaucht.
Das An- und Abmelden funktioniert. Ich sehe aber zumindest einen Nachteile das ALG nach hinten zu schieben. Ich beraube mich dann einer anderen Möglichkeit, nämlich mich jederzeit vom ALG abmelden zu können wenn mir der Vermittler zu „bunt“ wird und mich ein paar Monate später wieder anzumelden um dann hoffentlich einen anderen Vermittler kennenzulernen.
Ich denke, dass man diese Karte nicht ziehen muss, es ist aber sehr, sehr beruhigend sie ziehen zu können.
ratatosk sagte am 13.Jun.2019 um 22:54 :
Guten Abend, Joachim u. eSchorsch
Die Belastung des Sperrzeitkontos AUCH nach dem Dispojahr ergibt sich eben aus der geänderten GA der Agentur, in der ALTEN Version wurde in diesem Fall explizit auf die SperrzeitPRUEFUNG verzichtet.
Die entsprechende Formulierung ist in der aktuellen Version ersatzlos weggefallen.
Wenn nun MANCHE Agenturen daraufhin zwar jetzt pruefen und das Konto belasten, andererseits nach dem unverändert gültigen & 148 Abs.2 SGB3 keine Kuerzung der Anspruchsdauer verhängen, ist das formal wohl nicht zu beanstanden.
Die gesetzlichen Regelungen zur Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe/Aufhebungsvertrag sind ja ebenfalls nach wie vor gueltig und „müssen“ mangels konkreter GA auch nicht interpretiert/bzw. in der Anwendung modifiziert werden.
Ohne jetzt recherchiert zu haben, denke ich, dass die Sperrzeit solange auf dem Konto bleibt, wie der „alte“ Anspruch besteht, also max.4 Jahre, ODER bis zum Entstehen eines NEUEN Anspruches (12 m vers.pfl. Beschäftigung)???
Im uebrigen sehe ich keinen Grund warum man nach dem Dispojahr nicht auch noch eine mehrfache An- und Abmeldung durchführen sollte, wenn das in die persönliche Planung passt und solange der Anspruch auf ALG besteht.
Nach dem Dispositionsjahr ist man im entsprechenden Alter und bei gefragter Qualifikation sowieso Weiterbildungs- und Qualifizierungskandidat.
Umsonst ist der Tod…
FÜR2012 sagte am 14.Jun.2019 um 11:57 :
könnten Sie bitte Ihren letzten Satz „Nach dem Dispositionsjahr ist man im entsprechenden Alter und bei gefragter Qualifikation sowieso Weiterbildungs- und Qualifizierungskandidat.“ etwas erläutern. Haben Sie diesbezüglich Erfahrungen im „60+ Bereich“ mit der AfA? Ich werde evtl. demnächst Erfahrungen sammeln.
Reiner sagte am 11.Jun.2019 um 20:36 :
Vielen Dank für die Antworten und ja, dass sehe ich leider nun bestätigt was ich vermutet hatte.
Die Arbeitsagenturen weichen untereinander in ihren Vorgehensweisen etwas ab und viel Zeitpuffer bleibt dann nicht mehr.
Ich habe in meiner Stellungnahme an die AA tatsächlich so argumentiert, wie oben erwähnt und „vom Privatier“ bereits dargelegt in Kap.9-3-2-5. Hat mir sehr geholfen.
Bei Neuigkeiten berichte ich wieder, bis dahin vielen Dank für Eure Antworten.
ratatosk sagte am 14.Jun.2019 um 14:11 :
Hallo, FUER2012
Nein, keine eigenen Erfahrungen, ist bei mir auch nicht geplant, solange nicht besondere Umstände/eintretende Risiken mich dazu zwingen, meinen Status als Privatier aufzugeben.
Ich habe aus dem naeheren Bekanntenkreis nur gerade in letzter Zeit mitbekommen, dass die „Gelassenheit“ der Agentur, auch bei relativ „rentennahen“ Jahrgängen, schnell enden kann.
Es gibt ja die verschiedensten, u.U auch „zwingenden“ persoenlichen Gruende warum man erst einige Zeit nach der Beendigung des letzten Arbeitsverhältnises den Weg zur Agentur findet…
Auch wenn dann alle Vereinbarungen hinsichtlich „Eigenbemuehungen“ eingehalten werden und trotzdem kein neues Beschäftigungsverhältnis zustande kommt, obwohl doch, zumindest nach Dafürhalten des SB, eine „nachgefragte“ Qualifikation vorhanden, und der Kunde „so alt“ auch noch nicht ist, kann es doch nur an einer mangelnden Fähigkeit zur Selbstdarstellung, oder auch an fehlenden, nicht unbedingt berufsspezifischen,“Zusatzqualifikationen“ liegen.
Die Vorstellungen der Agentur müssen da nicht unbedingt mit der Realität der Arbeitswelt uebereinstimmen.
Ich wuerde mich also über eine umfangreichere Unterstuetzung in Bezug auf Schulungen/Weiterbildung als erwartet nicht wundern.
Andererseits wird sich diese Unterstützung wohl auch nach erneutem Ab- und Anmelden nicht wesentlich intensivieren lassen.
Aber auch hier kommt es eben darauf an, SEINE Agentur einzuschätzen und sich entsprechend zu verhalten.
Joe sagte am 15.Jun.2019 um 11:42 :
Interessante Beiträge zum thema Umgang mit der Agentur und dem Thema An/Abmelden. Vor allem Ratatosk vielen Dank für die ungemein guten und qualifizierten Beiträge. Erfahrungsberichte von Für2012, Rainer und allen anderen wie es mit der Agentur läuft würden mich sehr interessieren. Dankbar wäre ich auch für eine Informationsquelle zum Thema “ Was muss ich an Eigenbemühungen leisten ? Oder anders ausgedrückt: Was darf man sagen wenn es zu einem Vorstellungsgespräch mit einem pot. AG kommt ? Nach meinem Empfinden kann man es mir nicht verwehren z.B zu sagen “ Ich werde zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Rente gehen und bis dahin möchte ich vor allem gesund bleiben“. Ein vernünftiger AG stellt einen da nicht ein wenn die Zeit bis zur Rente nur noch kurz ist.
FÜR2012 sagte am 15.Jun.2019 um 13:24 :
im Alter 60+ wird es vermutlich großer bis sehr großer Anstrengungen bedürfen um ÜBERHAUPT von einem potentiellen AG einen Interviewtermin zu erhalten; solange ca. 80-100% des letztes Einkommens gefordert werden.
Gehen Sie mit 40-70% „ins Rennen“ fallen Sie sehr leicht „durch das Raster“.
Wie bauen Sie so große Motivation auf, damit Sie bereit sind diese „sehr großen Anstrengungen“ auf sich zu nehmen, die vielleicht zu einem Interviewtermin führen? Wohl wissend, dass es bis „zur Rente“ nur noch ein bis drei Jahre sind!
Mr. Excel sagte am 15.Jun.2019 um 14:02 :
hier ein Erfahrungsbericht.
Rahmen : mit 57 den Arbeitsplatz „verloren“ und nicht mehr wiedergefundem 🙂
1 Jahr Dispojahr und 58 geworden. 2 Jahre ALG-1. Dann noch ohne Leistung angemeldet geblieben wegen Pfichtzeiten.
Mit dem Betreuer wurde vereinbart 3 Bewerbungen im Monat. Nachweisbar via Excelliste, Unterlagen nur auf Anforderung.
Damit eine „Super“-Bewerbung zur Verfügung staand, wurde eine Maßnahme vereinbart. 16 Wochen bei einem externen Partner. Gang ehrlich „Super-Zeit“. Pro Tag 3 Stunden. Excel und Word-Kurs, Powerpoint-Kurs habe ich nach 2 Tagen übernommen. „Philosofischer Debatierclub“ war auch interessant. Natürlich Bewerbertraining mit Video. Kannte ich aus meiner Arbeitszeit, war aber für andere hoch interessant sich mal so zu erleben. Eine tolle Bewerbermappe war auch ein Kurs. Photo wurde in einem professionellen Studio gemacht. usw usw. Viele nette Leute kennengelernt und so in probelematische Situationen reingeschaut was die eigene Situation relativiert.
Und alles kostenlos bzw. bezahlt bekommen wie Fahrgeld, Photostudio. Parallel lief aber das Gehalt sorry ALG-1 weiter. Und während der Maßnahme blieb keine Zeit für Bewerbungen, man war ja ausgelastet.
Ich glaube es kommt rüber wie ich diese Zeit empfunden habe.
Achso : Trotz „Super-Bewerbung“ keine Einladung zum Gespräch, größtenteils noch noch nichtmal eine Absage erhalten.
Volker Unckrich sagte am 16.Jun.2019 um 07:47 :
Dem Herrn Ranning machen wir schon wieder Unordnung in seine fantastischen Seiten, indem wir hier über „Erfahrungsberichte mit der AA“ bei „Grundlegendem zum Dispojahr“ schreiben. Ich möchte meine Erfahrungen, die ich bereits an anderer Stelle niedergeschrieben habe, hier noch einmal wiederholen:
Die freundliche Vermittlering der Arbeitsagentur stellte mich vor die Wahl zwischen 2 Varianten: 1. Ich sage, dass ich zurück auf den Arbeitsmarkt möchte und sie unterstützt mich mit all ihren Möglichkeien, wie Weiterbildung usw. oder 2. Ich sage, dass ich in der Arbeitslosenzeit einen gleitenden Übergang zur Rente sehe und sie fährt das Minimalprogramm. Dann meinte sie noch, dass sie stinksauer wird, wenn ich Var. 1 sage und dann aber nicht mitziehen. Also entschied ich mich für Var. 2, habe mein nächstes Gespräch in etwa einem halben Jahr und muss bis dahin 4 Bewerbungsaktivitäten in einer Liste dokumentieren, wobei neben klassischen Bewerbungen auch Anrufe oder Mailanfragen gelten. Das klingt doch machbar und fair – oder?
Joe sagte am 16.Jun.2019 um 15:39 :
Hallo Holger, ja das klingt fair. Dürfte aber kaum die übliche Reaktion des SB der Agentur sein. Ganz zufällig kam die GA dass Sperrzeiten trotz Dispojahr geprüft werden, sicher nicht zustande. Trotzdem vielen Dank für den Bericht, auch an Mr. Excel und Für2012 und alle anderen. Die Erkenntnis daraus, so kam es ja schon immer wieder rüber, dass es keine einheitliche Linie gibt und man halt ein bisschen Glück braucht mit seinem „Bewerbungsbegleiter“. Werde weiterhin jeden Beitrag dieses tollen Forums lesen.
Reiner sagte am 16.Jun.2019 um 16:01 :
Leider kann man die Frage des Vermittlungsdruckes nicht so leicht beantworten.
Es gibt verschiedene Faktoren die letztendlich das Ergebnis für den Arbeitslosen (angehenden Privatier bzw. Rentner) beeinflussen.(meiner Meinung nach)
1. wie alt bin ich bei Arbeitslosmeldung?,
2. wie lange noch bis zur eigenen Rente?
3. wie kannst ich dem Betreuer mitteilen, was für mich am Besten ist, ohne Bewerbungsunwillig sein ?
4. wie schätzt der Betreuer der Arbeitsagentur, beim Erstgespräch, die Lage ein?
Je älter umso besser.
Bedeutet, wenn ich 62 Jahre alt bin und vielleicht nur noch max.2 Jahre bis zur Rente habe, wird der Vermittlungsdruck des Betreuers nicht zu hoch sein.
Das beantwortet auch gleich 2.
Offenes und ehrliches Gespräch suchen und die eigenen Wünsche aufzeigen.
Zu 4. Der Betreuer hat genug Erfahrung zu erkennen, was man möchte und wird Vorschläge machen.
Klar, je jünger um so mehr Bewerbungsbemühungen werden gewünscht.
Natürlich auch Einladungen der AA und Bewerbungsangebote nicht ignorieren, sonst droht Sperre.
Also,Regelkonform bleiben.
Offen und ehrlich sein und alles wird gut.
Hatte Erstgespräch mit meinem Berater letzte Woche und alles wurde so, wie ich es mir erhofft habe.
Habe noch 2 Jahre bis Rentenbeginn, nach nun 46 Jahren Arbeitsleben.
Alles wird gut….
Joe sagte am 17.Jun.2019 um 11:25 :
danke für die ausführliche Schilderung; denke das ist ziemlich gut analysiert.
Reiner sagte am 24.Jun.2019 um 10:39 :
Ich möchte nun berichten wie es bei mir weiter ging.
Mein Dispositionsjahr ging ja zu Ende und ich hatte mich eine Woche vorher bei der Arbeitsagentur zum 1. des folgenden Monats arbeitslos gemeldet.
Arbeitslosengeld wurde für 24 Monate bewilligt, also soweit alles gut.
Habe nun aber zwei Sperrzeiten bekommen:
a) 12 Wochen für die Eigenkündigung.
Die Entscheidung zur Sperrzeit begründet sich hierbei auf § 159 SGB III und zusätzlich eine Sperrzeit von
b) 1 Woche, weil ich nach § 38 ABS.1 SGB III verpflichtet gewesen wäre, mich nach meiner Kündigung ,zu
Meine Meinung zu den beiden Sperrzeiten:
Der § 159 hat keinen Hinweis das eine Sperrzeit nach 12 Monaten entfällt.
Somit muß man damit rechnen 12 Wochen (beginnend im Anschluß nach dem Arbeitsverhälltnis) gesperrt zu werden.
Kann ich NICHT nachvollziehen, da ich ja nach meinem Kündigung keine Arbeit gesucht hatte.
Da folge ich der Meinung vom Privatier, wieso sollte ich mich arbeitslos melden, wenn ich doch keine Arbeit suche?
Die Begründung im Brief zu meinen Sperrzeiten lautet:
„Nach § 38 ABS. 1 SGB III waren Sie verpflichtet, sich
– drei Monate vor Beendigung Ihres Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsverhälltnisses,
– bei später Kenntnis, innerhalb von 3 Tagen
bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchende zu melden.“
Dieser Pflicht sei ich nicht nachgekommen.
Was mir hierbei jedoch auffällt ist, dass bei der Begründung nicht die Rede davon ist, dass sich ARBEITSSUCHENDE, wie im § 38 geschrieben, 3 Monate vorher melden müssen.
Das hat die AA im Text der Begründung vollkommen ignoriert.
Die AA geht davon aus, dass man sich auch 3 Monate vor der eigenen Kündigung arbeitssuchend melden muß, auch wenn man keine Arbeit möchte.
Ich starte nun mit 13 Wochen Sperrzeit (von möglichen 21 Wochen) in die letzten 2 Jahre meines Arbeitslebens vor der Rente.
Aktuell habe ich 46 Arbeitsjahre hinter mir.
Sperrzeiten von 13 Wochen bekommt ich, nach aktueller Lage, nun auch nach dem Dispositionsjahr.
Wie es ist, wenn man vor dem Dispositionsjahr sein Vorhaben mit der Arbeitsagentur bespricht, weiß ich nicht.
Vielleicht können Sperrzeiten dann vermieden werden, jedoch hat man dann kein volles Jahr Ruhe und muß sich 3 Monate vor Ende des Dispositionsjahres schon beim der AA melden.
Es bleibt für mich weiterhin spannend und ich muß versuchen die nächste Zeit, unbeschadet durch Sperrzeiten, zu überstehen.
2 Jahre können sich ganz schön ziehen……
ratatosk sagte am 24.Jun.2019 um 13:24 :
Hallo, Reiner
Bedauerlich, Deiner Beurteilung der Argumentation der Agentur kann ich mich da nur anschließen…
Wenn man nach Ende der Beschäftigung keine Arbeit SUCHT und am Ende der(selbstgewählten) Beschaeftigungslosigkeit kein Arbeitsverhältnis ENDET besteht keine Pflicht zur vorzeitigen Arbeitsuchendmeldung….
Offensichtlich ist Deine Agentur aber der Meinung, sie koennte die Sperrzeitbelastung wg. verspäteter SUCHEND-Meldung, – analog zur Belastung wg. ARBEITSAUFGABE- trotzdem durchführen.
Hier werden zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte „über einen Kamm geschoren“ ohne das die entspr. gesetzlichen Regelungen das hergeben wuerden !
Immerhin hat ja wohl weder die eine, noch die andere Sperrzeit eine Auswirkung auf DAUER Deines Anspruches (hoffentlich !!!).
Bleibt Dir nur noch zu entscheiden, ob es Dir die eine Woche wert ist, weitere Schritte zu unternehmen, oder im Hinblick auf eine (vielleicht !) etwas entspanntere Zeit mit der Agentur, es dabei zu belassen…
MIR schwillt ja bei sowas immer gleich der Kamm, – hat sich dann aber auch nicht immer als klug erwiesen…
Privatier sagte am 24.Jun.2019 um 13:56 :
Ich kann mich da ratatosk nur zu 100% anschliessen!
* Die eine Woche Sperre ist nicht gerechtfertigt.
* Ob sich ein Widerspruch lohnt, muss jeder selber entscheiden.
* Mich ärgern solche Entscheidungen ebenfalls.
* Eine grosse Gefahr sehe ich in dem Sperrzeitenkonten allerdings eher nicht.
Reiner sagte am 24.Jun.2019 um 15:03 :
Da sind wir uns ja einig und auf gleicher Linie.
Auch wenn wir denken uns im Recht zu fühlen, wäre es mir zu mühsam und stressig dies nun (mit ungewissem Ausgang) durchzusetzen.
Werde somit die 1 Woche zusätzliche Sperrzeit grummelnd annehmen und den Ball flach halten.
Wolperdinger sagte am 2.Aug.2019 um 16:18 :
ich habe mit großem Interesse die Hinweise zum Dispositionsjahr und viele Beiträge dazu (aber bei Weitem nicht alle) gelesen und möchte kurze über meine ersten Erfahrungen mit dem Arbeitsamt berichten.
Hintergrund: ich bin 58Jahre, lebe in einer bayerischen Kleinstadt und hab im Rahmen einer Stellenabbaumassnahme in meinem Unternehmen einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung zum 31.12.2019 unterschrieben und stehe nun vor der Frage: Dispositionsjahr oder nicht um Sperrzeiten/Leistungskürzungen möglichst zu minimieren.
Nachdem ich mich dann mit dem Thema näher befasst hatte (aber bevor ich begonnen hatte in diesem Blog zu lesen), habe ich die Servicehotline des AAs angerufen und die Situation erklärt. Eine freundliche Dame meinte, das Thema Dispositionsjahr müßte ich dann mit meinem persönlich Betreuer vor Ort besprechen der mit mir einen Termin vereinbaren würde, aber sie würde schon mal meine Daten aufnehmen. Die freudl. Dame wollte jede Menge Informationen von mir haben und eine paar Tage später habe ich Post vom AA bekommen aus denen ich entnommen habe, dass ich mich mit dem Telefonat bereits arbeitssuchend gemeldet hatte – das war mir nicht bewußt. Den Hinweisen und Beiträgen in diesem Blog habe ich aber auch entnommen, dass dadurch erstmal kein „Schaden“ entstanden ist.
Nachdem ich drei Wochen lange keine Post/Telefonat bezüglich Terminvereinbarung bekommen habe, habe ich nochmals bei der Hotline angerufen. Eine andere freundlich Dame hat dann veranlasst, dass mich meine Betreuerin vom lokalen AA zurückruft.
Der Dame habe ich dann nochmals die Situation erklärt. Als sie „Dispositionsjahr“ gehört hat, hat sie mir gesagt, dazu könne sie nichts sagen, sie vermittle nur Arbeit und würde einen Rückruf von einem dazu kompetenten Kollegen veranlassen.
Daraufhin hat mich ein Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit aus München angerufen. Nachdem ich auch ihm meine Situation geschildert habe, habe ich die Auskunft bekommen ich müsse mir bewußt sein, dass ich während des Dispositionsjahres denselben Pflichen unterliegen würde wie ein Arbeitssuchender (ich mich also um Arbeit bemühen müsste). Wenn ich das nicht wolle müßte ich meine „Arbeitssuchendmeldung“ wieder zurückziehen.
Da ich nun bezüglich Dispositionsjahr einigermaßen verunsichert bin, denke ich jetzt intensiver über die Varianten „An/Abmelde“ und „Rürup“ nach. Wobei mir dazu noch nicht ganz klar ist, ob bei der An/Abmelde Variante in meinem Fall grundsätzlich mit Sperrzeiten/Leistungskürzungen zu rechnen ist und statt der „Rürup Variante“ eine freiwillige Einzahlung in die DRV zum selben Ergebnis führen würde – laut DRV könnte ich bis zu 65.000€ freiwillig einzahlen um Rentenminderungen auszugleichen.
Ich bin für jeden Hinweis dankbar und werde von Zeit zu Zeit berichten wie es weitergeht.
eSchorsch sagte am 2.Aug.2019 um 22:40 :
Da Du zum Arbeitsplatzverlust beigetragen hast (Aufhebungsvertrag unterzeichnet) kriegst Du grundsätzlich eine Sperre mit grundsätzlich einem Viertel Anspruchsdauerverlust. Es bleiben also max. 18 Monate. Dagegen hilft weder Rürup noch An-Abmelden.
Aber das Dispojahr!
Privatier sagte am 3.Aug.2019 um 11:09 :
Es gibt ja hier bereits einige richtige Antworten, daher aus meiner Sicht noch einmal zusammenfassend:
* Wer sich direkt im Anschluss an das Ende eines Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos meldet, muss bei „Mitverschulden“ immer mit einer Sperre rechnen (Ausnahme: Belegbare gesundheitliche Gründe).
* Mit einem Dispojahr kann man dies verhindern.
* Pflichten gegenüber der Agentur bestehen immer nur, solange man dort auch gemeldet ist (arbeitsuchend oder arbeitslos).
* Andere Strategien wie z.B. das An-/Abmelden oder Einzahlungen in Basis-Altersvororge (Rürup oder DRV) zielen lediglich auf die steuerliche Belastung.
kurti sagte am 4.Aug.2019 um 14:29 :
Osram, Papierfabrik oder doch eine andere Firma 😉
Jedenfalls war es eine Betriebsbedingte Kündigung. Mit (wohl) Einhaltung der Kündigungsfrist zum 31.12.2019
Warum soll es da Sperrzeiten geben?
Holger sagte am 2.Aug.2019 um 19:07 :
Hallo Wolperdinger,
jeder sollte seinen eigenen individuellen Ausscheidungsplan schmieden, der abhängig ist von verschiedenen Faktoren, wie gemeinsame Steuerveranlagung, oder Single, einhergehend mit Möglichkeit der Familienmitversicherung bei der Krankenkasse, dem Einkommen des Partners, der Höhe der Abfindung und vielem mehr.
Nach Deinen ersten Angaben würde ich auf das Dispojahr und den vollen Alg1-Bezug von 24 Monaten nicht verzichten. Ich habe meiner Arbeitsagentur-Ansprechpartnerin mitgeteilt, dass ich während des Dispojahres keine Jobangebote erhalten möchte und habe dann auch keine bekommen.
Eine Abfindung ist sozialversicherungsfrei und wird Dank der Fünftelregelung auch nur relativ gering versteuert, siehe Abfindungsrechner, z.B. den von dem n-Heydorn.de. Allerdings führt zusätzliches zu versteuerndes Einkommen neben der Abfindung zu einer unverhältnismäßig hohen Besteuerung. Deshalb solltest Du, falls überhaupt notwendig, durch geeignete Maßnahmen Absetzbeträge generieren, um das zu versteuernde Einkommen neben der Abfindung auf Null zu reduzieren. Alles darüber hinaus macht in der Regel keinen Sinn, denn so gering wie im Abfindungsjahr, war Dein Steuersatz in der Vergangenheit wahrscheinlich nie zuvor. Geeignete Maßnahmen können z.B. bedeuten einen Rührupvertrag abzuschließen, um z.B. das Gehalt Deiner Frau aus der Steuer zu nehmen. Darüber hinaus ist die Einzahlung in Rührup oder gesetzliche Rente nicht zu empfehlen. Für einen Rentenpunkt musst Du rund 7000,-€ einzahlen, das rechnet sich nie und nimmer, es sei denn die Alternative lautet, das Geld dem Finanzamt zu überlassen.
Wolperdinger sagte am 4.Aug.2019 um 12:49 :
Herzlichen Dank für die Hinweise, die mir sehr geholfen haben. Wie versprochen werde ich später berichten was weiter passiert ist.
Wolperdinegr
ThomasH sagte am 6.Aug.2019 um 09:57 :
„Eine Abfindung ist sozialversicherungsfrei…“
Ist es nicht so, dass Abfindungen nur für Pflichtversicherte in der GKV und für privat Versicherte SV-frei sind? Für freiwillig versicherte in der GKV ist sie sehr wohl SV-pflichtig. Oder liege ich da falsch?
Privatier sagte am 6.Aug.2019 um 19:27 :
„Oder liege ich da falsch?“
Jein. 😉 Unter „SV-pflichtig“ wird ja verstanden, dass Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflege-, sowie zur Arbeitslosenversicherung fällig werden und (in den meisten Fällen) auch automatisch einbehalten werden. Das ist bei einer Abfindung definitiv nicht der Fall.
Es ist aber richtig, dass unter Umständen die Zahlung einer Abfindung dazu führen kann, dass für eine bestimmte Dauer (Ruhezeit) die Abfindung bei der Berechnung der Krankenkassenbeiträge berücksichtigt wird.
Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn die ordentlichen Kündigungsfristen des AGs eingehalten wurden. Dann sind keine KV-/PV-Beiträge auf die Abfindung zu zahlen.
Renten- und Arbeitslosenversicherung werden bei einer Abfindung nie fällig.
ThomasH sagte am 12.Aug.2019 um 11:30 :
Ja, da habe ich mich leider missverständlich ausgedrückt. Mir ging es nur um die KV-Beiträge. Hier nochmal die Frage richtig formuliert:
Ist es nicht so, dass Abfindungen nur für Pflichtversicherte in der GKV und für privat Versicherte KV/PV-frei sind? Für freiwillig versicherte in der GKV ist sie sehr wohl krankenversicherungspflichtig. Oder liege ich da falsch?
Das könnte also auf KV-Höchstsatz rauslaufen…
Privatier sagte am 12.Aug.2019 um 19:07 :
Vielleicht habe ich mich ja auch missverständlich ausgedrückt, aber die Antwort habe ich bereits oben gegeben:
Bei gesetzl. freiwillig Versicherten kann für die Dauer einer Ruhezeit die Abfindung bei der Berechnung der Krankenkassenbeiträge berücksichtigt werden. Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn die ordentlichen Kündigungsfristen des AGs eingehalten wurden. Dann sind keine KV-/PV-Beiträge auf die Abfindung zu zahlen.
Mehr zur Ruhezeit im Beitrag: https://der-privatier.com/kap-9-10-3-arbeitslosengeld-ruhezeit/
Nazim Korkmaz sagte am 18.Okt.2019 um 00:07 :
Hallo Privatier, danke vorerstmal für deine Interessante Hinweise Thema Dispojahr. Ich habe fast alle Beiträge für das Thema Dispojahr durchgelesen.
Ich möchte mich kurz fassen. Bin gerade im Dispojahr und werde mich zum 01.02.2020 Arbeitslos melden. Bin über meine Frau Krankenversichert und möchte gerne bis zum 01.02.2020 mit einem 450 Euro job was dazuverdienen!
Würde das gehen oder bekomme ich später Schwierigkeiten mit der Agentur?
Privatier sagte am 18.Okt.2019 um 09:10 :
Ich sehe keine Probleme mit der Agentur durch einen 450€ Job.
Kirsten Geis sagte am 7.Nov.2019 um 13:42 :
Was immer zu beachten ist, dass keine anderen Einkünfte vorliegen. Selbst geringe Einkünfte aus Kapitalvermögen würden einen weiteren Verbleib in der Familienversicherung verhindern.
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 §142
 §159
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 § 38
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