Source: http://flegel-g.de/Verfassung-GG.html
Timestamp: 2018-01-17 21:47:30+00:00

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Erstelldatum: 16.09.2008
In letzter Zeit bekomme ich massenweise Mails mit einem Grundtenor: "Seit dem 2 + 4-Vertrag hat die BRD aufgehört, zu existieren. Damit hat die Weimarer Verfassung wieder Gültigkeit. Alles was derzeit passiert, ist unrechtmäßig weil das GG nicht mehr gilt, somit Gerichte nicht mehr zuständig sind, weil ihnen durch die Aufhebung des Art. 23 GG anno 1990 die rechtliche Grundlage entzogen wurde, da mit der Aufhebung des Art. 23 GG " auch die Zuständigkeit des GG aufgehoben wurde. Wenn sich die gleichen Propheten dann auf Art. 146 des GG berufen, ist das ein Widerspruch in sich.
Kommen wir also wieder zu der gewünschten Verfassung. Rein rechtlich stimmt alles, was gesagt wird, aber wie will man es ändern? Durch eine Petition? Da kann ich nur grinsen. Durch Demonstrationen? Mein Grinsen wird breiter. Durch einen Aufstand? Das käme den Damen und Herren in Berlin sehr entgegen. Einen Aufstand können sie mit militärischer Macht bekämpfen und er wäre die Gelegenheit, die Bundeswehr im Innern einsetzen zu können. Sie könnten die bereits bestehende Diktatur vervollständigen und festzementieren. Das Grundgesetz? Mein Gott, das ändert man eben. schauen Sie einmal, wie viele Änderungen man an dem Prachtstück schon vorgenommen hat:
52 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 22, 23, 33, 52, 72, 73, 74, 74a, 75, 84, 85, 87c, 91a, 91b, 93, 98, 104a, 104b, 105, 107, 109, 125a, 125b, 125c, 143c)
BGBl. I 2034 22, 23, 33, 52, 72, 73, 74, 84, 85, 87c, 91a, 93, 98, 104a, 105, 107 und 109 geändert
91b und 125a neu gefasst
104b, 125b, 125c und 143c eingefügt
51 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 96) 26.07.2002 BGBl. I 2863 96 Abs. 5 neugefaßt
50 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Staatsziel Tierschutz) 26.07.2002 BGBl. I 2862 20a
49 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 108) 26.11.2001 BGBl. I 3219 108 Abs.1 Satz 3 und Abs.2 Satz 3 geändert
48 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 12a) 19.12.2000 BGBl. I. 1755 12a Abs.4 Satz 2 geändert
47 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 16) 29.11.2000 BGBl. I. 1633 16 Abs.2 Satz 2 eingefügt
46 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 39) 16.07.1998 BGBl. I. 1822 39 Abs.1 Sätze 1 und 3 geändert
45 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 13) 26.03.1998 BGBl. I. 610 13 Abs.3 bis 6 eingefügt, bish. Abs.3 wird Abs.7
44 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes
(Artikel 28 und 106) 20.10.1997 BGBl. I. 2470 28 Abs.2 Satz 3, 106 Abs.3 Satz 1, Abs. 6 Sätze 1 bis 3 und Satz 6 geändert; 106 Abs.5a eingefügt
43 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 03.11.1995 BGBl. I. 1492 106 Abs.4 Satz 1 geändert
106 Abs.3 Sätze 5 und 6 eingefügt
42 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 3, 20a, 28, 29, 72, 74, 75, 76, 77, 80, 87, 93, 118a und 125a) 27.10.1994 BGBl. I. 3146
29 Abs.7 Satz 1, 72, 74 Abs.1 Nr.18, 75, 76 Abs.2 und 3 geändert
3 Abs.2 Satz 2 und Abs.3 Satz 2, 20a, 28 Abs.2 Satz 3, 29 Abs.8, 74 Abs.1 Nrn. 25 und 26 und Abs.2, 77 Abs.2a, 80 Abs.3 und 4, 87 Abs.2 Satz 2, 93 Abs.1 Nr.2a, 118a, 125a eingefügt
74 Abs.1 Nrn.5 und 8 aufgehoben.
41 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 30.08.1994 BGBl. I. 2245 73 Nr.7, 80 Abs.2, 87 Abs.1 Satz 1 geändert
40 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 20.12.1993 BGBl. I. 2089 73 Nr.6, 74 Nr.23, 80 Abs.2, 87 Abs.1 Satz 1 geändert; 73 Nr.6a, 87e, 106a, 143a eingefügt
39 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 16 und 18) 28.06.1993 BGBl. I. 1002 18 Satz 1 geändert; 16a eingefügt;
16 Abs. 2 Satz 2 aufgehoben
Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 21.12.1992
50, 115e Abs.2 Satz 2 geändert
23, 24 Abs. 1a, 28 Abs. 1 Satz 3, 45, 52 Abs.3a, 88 Satz 2 eingefügt
37 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 14.07.1992 BGBl. I. 1254 87d Abs.1 geändert
36 Einigungsvertrag 31.08.1990 BGBl. II. 889 Präambel, 51 Abs.2, 146 geändert
35 Fünfunddreißigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes
(Artikel 21 Abs. 1) 21.12.1983 BGBl. I. 1481 21 Abs.1 Satz 4 geändert
34 Vierunddreißigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes
(Artikel 74 Nr. 4a) 23.08.1976 BGBl. I. 2383 74 Nr.4a geändert
33 Dreiunddreißigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes
(Artikel 29 und 39) 23.08.1976 BGBl. I. 2381 29, 39 Abs.1 und 2 geändert
45, 45a Abs. 1 Satz 2, 49 aufgehoben
32 Zweiunddreißigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes
(Artikel 45c) 15.07.1975 BGBl. I. 1901 45c eingefügt
31 Einunddreißigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 28.07.1972 BGBl. I. 1305 35 Abs.2, 73 Nr.10, 87 Abs. 1 Satz 2 geändert
74 Nr.4a eingefügt
30 Dreißigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes
(Artikel 74 GG - Umweltschutz) 12.04.1972 BGBl. I. 593 74 Nr.24 eingefügt
29 Neunundzwanzigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 18.03.1971 BGBl. I. 207 74 Nr. 20 geändert
28 Achtundzwanzigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes
(Artikel 74a) 18.03.1971 BGBl. I. 206 74a eingefügt
75, 98 Abs.3 geändert
27 Siebenundzwanzigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 31.07.1970 BGBl. I. 1161 38 Abs.2, 91a Abs.1 Nr.1 geändert
26 Sechsundzwanzigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 96) 26.08.1969 BGBl. I. 1357 96 Abs.5 eingefügt
25 Fünfundzwanzigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 19.08.1969 BGBl. I. 1241 29 geändert
24 Vierundzwanzigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 28.07.1969 BGBl. I. 985 120 Abs. 1 Satz 2 geändert
23 Dreiundzwanzigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 17.07.1969 BGBl. I. 817 76 Abs.3 Satz 1 geändert
22 Zweiundzwanzigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 12.05.1969 BGBl. I. 363 74 Nr.13 und 22, 96 Abs.4 geändert
74 Nr.19a, 75 Abs.1 Nr.1a, Abs.2 und 3 eingef.
Einundzwanzigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 12.05.1969
105 Abs.2, 106, 107, 108, 115c Abs.3, 115k Abs.3 geändert;
91a, 91b, 104a, 105 Abs.2a eingefügt
20 Zwanzigstes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 12.05.1969 BGBl. I. 357 109 Abs.3, 110, 112, 113, 114, 115 geänd.
19 Neunzehntes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 29.01.1969 BGBl. I. 97 93 Abs.1 Nr.4a und 4b, 94 Abs.2 Satz 2 eingefügt
18 Achtzehnte Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes
(Artikel 76 und 77) 15.11.1968 BGBl. I. 1177 76 Abs.2, 77 Abs.2 Satz1 und Abs.3 geänd.
17 Siebzehntes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 24.06.1968 BGBl. I. 709 10, 11 Abs.2, 12, 73 Nr.1, 87a, 91 geändert
9 Abs.3 Satz 3, 12a, 19 Abs.4 Satz 3, 20 Abs.4, 35 Abs.2 und 3, 52a, 80a, 115a bis 115l eingefügt
59a, 65a Abs.2, 142a, 143 aufgehoben
Sechzehntes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 18.06.1968
92, 95, 96a Abs.3, 99, 100 Abs.3 geändert
96a wurde zu Art. 96
15 Fünfzehntes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 08.06.1967 BGBl. I. 581 109 geändert
14 Vierzehntes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 30.07.1965 BGBl. I. 649 120 Abs.1 geändert
13 Dreizehntes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 16.06.1965 BGBl. I. 513 74 Nr.10 geändert; 74 Nr.10a eingefügt
12 Zwölftes Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 06.03.1961 BGBl. I. 141 96a geändert; 96 Abs.3 eingefügt
(11. Änderung des Grundgesetzes) 06.02.1961
10 Gesetz zur Ergänzung des Grundgesetzes 23.12.1959 BGBl. I. 813 74 Nr.11a, 87c eingefügt
9 Gesetz zur Einfügung eines Art. 135a in das Grundgesetz 20.10.1957 BGBl. I. 1745 135a eingefügt
8 Gesetz zur Änderung und Ergänzung des Art. 106 des Grundgesetzes 24.12.1956 BGBl. I. 1077 106 Abs.2 und 6-8 geändert
7 Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes 19.03.1956 BGBl. I. 111 1 Abs.3, 12, 36, 49, 60 Abs.1, 96 Abs.3, 137 Abs.1 geändert
6 Gesetz zur Änderung und Ergänzung der Finanzverfassung (Finanzverfassungsgesetz) 23.12.1955 BGBl. I. 817 106, 107 geändert
5 Zweites Gesetz zur Änderung des Art. 107 des Grundgesetzes 25.12.1954 BGBl. I. 517 107 Satz 1 geändert
4 Gesetz zur Ergänzung des Grundgesetzes 26.03.1954 BGBl. I. 45 73 Nr.1, 79 Abs.1 Satz 2 geändert
3 Gesetz zur Änderung des Art. 107 des Grundgesetzes 20.04.1953 BGBl. I. 130 107 Satz 1 geändert
2 Gesetz zur Einfügung des Art. 120a in das Grundgesetz 14.08.1952 BGBl. I. 445 120a eingefügt
1 Strafrechtsänderungsgesetz 30.08.1951 BGBl. I. 739 143 aufgehoben
Quellen: Schönfelder, Deutsche Gesetze, C.H.Beck
Nur über Wahlen lassen sich die geradezu einbetonierten Strukturen unserer so genannten Volksparteien aufbrechen. Welche primitiven Denkmuster dort vorherrschen, hat gerade wieder Altbundeskanzler Helmut Schmidt in der BILD von sich gegeben und die BILD räumt ihm gerne dicke Schlagzeilen ein, seine infamen Vorstellungen zu äußern. Solange mehr als 4 Millionen Menschen diese Blatt kaufen, damit zum Teil die Hetze gegen sich auch noch finanzieren, solange werden Leute wie Schmidt ihren Unflat verbreiten können. Solange wir immer noch diese so genannten Volksparteien wählen, ob durch Stimmabgabe oder Nichtwahl, ist gleichgültig, solange werden sie die Macht haben, jeden Versuch der Änderung abzuwehren. Machen Sie sich klar, Volksparteien gibt es schon lange nicht mehr. Es sind reine Kapitalparteien. Altkanzler Schmidt, den immer noch viele Ältere als einen der besten Kanzler der Vergangenheit betrachten, ist verantwortlich dafür, dass sich der Neoliberalismus einnisten konnte. In seiner Ägide hat die FDP mit Genscher dieses Virus freigesetzt, mit dem die heutigen Verhältnisse geschaffen wurden. Er findet die Reformen der Agenda 2010 gingen noch nicht weit genug, fordert den weiteren Ausbau der Billigjobs, die Deregulierung des Arbeitsmarktes, die Kürzung von Transferleistungen, wenn jemand einen Job nicht annehmen will usw. usf. Vor allem will er aber sein neues Buch verkaufen. Ich finde es immer wieder ungeheuerlich, wie Leute, die ausschließlich von Steuergeldern ein Leben in Saus und Braus führen, anderen den Lohn der Arbeit absprechen und vorenthalten wollen.
Aber ob er mit seinen Auswüchsen der SPD geholfen hat, wage ich zu bezweifeln. Nachdem jetzt sogar in der Presse zu lesen war, dass die, wie nannte man sie noch gleich; "Atypischen Beschäftigungsverhältnisse" von 17,5% vor 10 Jahren auf 25,5% 2007 angewachsen sind, kann man Parolen a la Schmidt wie "Deregulierung des Arbeitsmarktes, Annahme jedes Jobs, der einem angeboten wird etc." in weiten Kreisen der Bevölkerung keinen Blumentopf mehr gewinnen. Atypische Beschäftigungsverhältnisse sind die Niedriglohnjobs und Ein Euro Jobs, die einem zwar Arbeit, nicht aber den Lebensunterhalt sichern. Selbst in Arbeitnehmerkreisen wächst inzwischen die Furcht, es könne nicht nur die anderen, sondern auch einen selbst treffen und man selbst könnte sich plötzlich in einem Atypischen Beschäftigungsverhältnis wiederfinden. Mein Eindruck ist, Michel wird langsam wach, reißt sich die Zipfelmütze vom Kopf und bläst die Kerze aus. Nur hoffe ich, dass er nicht wieder, wie 1933, aufs falsche Pferd setzt, oder sich von Propheten, die den Aufstand predigen, verführen lässt. 1789, die französische Revolution ist Vergangenheit. Heute stellt man einem Aufruhr Panzer und Düsenjets entgegen, beendet den Aufruhr mit Blut und Terror und wechselt endgültig offen zur Diktatur. Man kann dieses politische Zerrbild nur von innen her bekämpfen, nicht Einzelne, sondern die Masse. Das Instrument dazu wird es rechtzeitig geben und es kommt nicht aus der EU, sondern es wächst aus der Bevölkerung, friedlich, aber unaufhaltsam und wirkungsvoll.

References: Art. 23
 Art. 23
 Art. 146
 Art. 96
 Art. 135
 Art. 106
 Art. 107
 Art. 107
 Art. 120