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Timestamp: 2019-04-22 14:16:35+00:00

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www.zeigen-verboten.de • Thema anzeigen - beim § 183 -Exhibitionismus - werden nur Männer bestraft -
Aktuelle Zeit: 22.04.2019, 15:16
beim § 183 -Exhibitionismus - werden nur Männer bestraft -
Betreff des Beitrags: beim § 183 -Exhibitionismus - werden nur Männer bestraft -
Verfasst: 22.10.2018, 17:27
https://www.lto.de/recht/hintergruende/ ... xualitaet/
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Der Begriff der sexuellen Handlung aber ist im Sexualstrafrecht wohl der diffuseste Rechtsbegriff, obgleich in § 184h sogar legal definiert. Dort heißt es aber nur, sexuelle Handlungen seien "solche, die im Hinblick auf das jeweils geschützte Rechtsgut von einiger Erheblichkeit sind". Und auch die Rechtsgelehrten helfen dem Anwender scheinbar kaum weiter: Jede körperliche Berührung, die nach ihrem äußeren Erscheinungsbild und ihrem sozialen Sinn sexualbezogen ist, soll demnach eine sexuelle Handlung sein, definiert ein Strafrechtskommentar (Frommel, Kindhäuser/Neumann/Paeffgen 2017, § 184h, Rn. 1).
Laut Verteidiger Stevens ist der Grund für diese noch immer so geltende Vorschrift ein überkommenes Verständnis von männlicher und weiblicher Sexualität.
Dazu verweist der Strafrechtler auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) aus 1999 (Az. 2 BvR 398/99). Ein männlicher Exhibitionist hatte Verfassungsbeschwerde gegen seine Verurteilung nach § 183 erhoben. Er hielt die Norm für nicht verfassungsgemäß - und scheiterte damit bei den Karlsruher Richtern.
In der Entscheidung von 1957 ließen Deutschlands oberste Richter sich zu Äußerungen verleiten wie: "Diese Verschiedenheiten des Geschlechtslebens machen sich bei der Gleichgeschlechtlichkeit womöglich noch stärker geltend als bei heterosexuellen Beziehungen, da der auf Mutterschaft angelegte Organismus der Frau unwillkürlich den Weg weist, auch dann in einem übertragenen sozialen Sinne fraulich-mütterlich zu wirken, wenn sie biologisch nicht Mutter ist, während eine entsprechende Kompensation beim Manne fehlt. So gelingt der lesbisch veranlagten Frau das Durchhalten sexueller Abstinenz leichter, während der homosexuelle Mann dazu neigt, einem hemmungslosen Sexualbedürfnis zu verfallen."
Am Ende zog man den Schluss, dass "die männliche (Homo)Sexualität unvergleichlich viel stärker als die weibliche in der Öffentlichkeit in Erscheinung tritt, was wesentlich durch das größere weibliche Schamgefühl und die größere Zurückhaltung der Frau in Geschlechtsfragen bedingt" sein dürfe. "Die Verschiedenheit des Sozialbildes", so das BVerfG, "zeigt sich schließlich darin, daß angesichts des auch bei der Lesbierin vorhandenen Überwiegens zärtlicher Empfindungen über das rein Geschlechtlich(e) zwischen einer lesbischen Beziehung und einer zärtlichen Frauenfreundschaft kaum eine Grenze zu ziehen ist."

References: § 183
 § 183
 § 183
 § 184
 § 184
 § 183