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Timestamp: 2019-09-15 23:10:13+00:00

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BGH, 30.11.1978 - II ZR 204/76 - dejure.org
https://dejure.org/1978,780
BGH, 30.11.1978 - II ZR 204/76 (https://dejure.org/1978,780)
BGH, Entscheidung vom 30.11.1978 - II ZR 204/76 (https://dejure.org/1978,780)
BGH, Entscheidung vom 30. November 1978 - II ZR 204/76 (https://dejure.org/1978,780)
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Haftung der Gesellschafter und Geschäftsführer einer Komplementär-Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) einer unterkapitalisierten GmbH & Commandit Kapital Gesellschaft (Co. KG) wegen sittenwidriger Schädigung gegenüber den Gesellschaftsgläubigern - Ausfallhaftung ...
Bereicherung auf Kosten der Gläubiger, Eventualvorsatz, Haftung nach § 826 BGB, Haftung wegen sittenwidriger Schädigung gemäß § 826 BGB, nachteiliges Rechtsgeschäft, Unterkapitalisierung, Verbot vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung, Verschiebung der Risiken auf ...
NJW 1979, 2104
MDR 1979, 559
WM 1979, 229
BB 1979, 339
DB 1979, 585
Da diese Haftung für den Fall der unzureichenden finanziellen Ausstattung des Verbandes von der Rechtsprechung letztlich aus § 826 BGB abgeleitet wird (BGH, Urt. v. 30. November 1978, II ZR 204/76, WM 1979, 229 f.;… BGH, Urt. v. 25. April 1988, II ZR 175/87, NJW-RR 1988, 1181 f., OLG Saarbrücken ZIP 1992, 1623, 1627;… Lutter/Hommelhoff, aaO, § 13 Rdn. 8;… Michalski/Michalski, aaO, § 13 Rdn. 340;… Scholz/Emmerich, aaO, § 13 Rdn. 89), ergibt sich aus § 840 BGB ebenfalls eine gesamtschuldnerische Haftung der Wohnungseigentümer.
Im Übrigen haben der VIII. Zivilsenat (BGHZ 68, 312, 322) und der I. Zivilsenat (…Urt. v. 3. November 1976 - I ZR 156/74, WM 1977, 73, 75) des Bundesgerichtshofs ebenso wie der erkennende II. Zivilsenat in seiner bisherigen Rechtsprechung (vgl. Sen.Urt. v. 30. November 1978 - II ZR 204/76, WM 1979, 229, 230; v. 1. Juli 1991 - II ZR 180/90, ZIP 1991, 1140, 1145) eine im Wege der Rechtsfortbildung zu entwickelnde Rechtsfigur einer gesellschaftsrechtlich fundierten, im Wege des Haftungsdurchgriffs zu realisierenden Haftung wegen materieller Unterkapitalisierung nicht anerkannt.
Eine entsprechende Beschränkung gilt zwar nicht für die von der Beklagten geltend gemachten Ansprüche aus § 826 BGB wegen angeblich sittenwidriger Spekulationsgeschäfte der G. zum Nachteil ihrer Gläubiger bei einem Mißverhältnis von Stammkapital und Geschäftsrisiko (vgl. dazu Senat, BGHZ 122, 333, 336; Urt. v. 30. November 1978 - II ZR 204/76, NJW 1979, 2104; v. 16. März 1992 - II ZR 152/91, WM 1992, 735 f.).
Hätte sie dieses angebliche Vorhaben tatsächlich so durchgeführt, daß infolge der Gestaltung des Gesellschaftsvertrages und der Vertragsbeziehungen der Gemeinschuldnerin zu dem Einzelunternehmen und zu ihr selbst als Hauptgläubigerin alle Gewinnchancen der Gesellschaft ihr hätten zugute kommen und alle Risiken sich zu Lasten der Gesellschaftsgläubiger hätten auswirken müssen, käme diesen gegenüber eine Haftung nach § 826 für den gesamten ihnen entstandenen Ausfallschaden in Betracht (vgl. Sen.Urt. vom 30. November 1978 - II ZR 204/76, WM 1979, 229 f.).
Für die Annahme eines Schädigungsvorsatzes genügt es, wenn sich nach den äußeren Umständen die Möglichkeit einer Schädigung der Gläubiger geradezu aufdrängen mußte (vgl. BGH Urteil vom 30. November 1978, aaO).
Drängt sich nach ihnen eine Schädigung der Gläubiger geradezu auf, kann von bedingtem Vorsatz ausgegangen werden (BGH Urteil vom 30. November 1978, aaO, S. 230).
Eine solche einseitige Risikoverlagerung auf die Gläubiger verstößt im allgemeinen gegen die guten Sitten (vgl. zu diesem Gesichtspunkt Sen.Urt. v. 30. November 1978 - II ZR 204/76 WM 1979, 229, 230).
Das vom Berufungsgericht herangezogene Urteil vom 30. November 1978 (II ZR 204/76, NJW 1979, 2104 = WM 1979, 229) betrifft eine mit dem vorliegenden Sachverhalt nicht vergleichbare Fallgestaltung: Dort hatten die Gesellschafter die Rechtsbeziehungen zu ihrer unterkapitalisierten GmbH & Co. KG so ausgestaltet, daß diese das außerordentlich hohe Risiko aus einem Bauvorhaben allein zu tragen hatte, während sie selbst sich die - nicht geringen - Gewinnchancen sicherten.
a) Wer als Gesellschafter oder Geschäftsführer das mit einem Bauvorhaben verbundene Risiko der Gesellschaft auferlegt, sich selbst aber die - nicht geringen - Gewinnchancen vorbehält, haftet nach höchstrichterlicher Rechtsprechung den Bauhandwerkern wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung aus § 826 BGB (vgl. BGH, NJW 1979, 2104, 2105; ZIP 1992, 694 f.).
Dies beruht darauf, dass eine deliktische Haftung der Beklagten nur dann in Betracht kommt, wenn feststeht, dass sie bereits bei Auftragserteilung zumindest billigend in Kauf nahm (vgl. BGH, NJW 1979, 2104, 2105), dass die GmbH die Forderungen des Zedenten nicht würde erfüllen können.
Mit Urteil vom 30. November 1978 (- II ZR 204/76 - LM GmbHG § 13 Nr. 11, zu 1, 11) vertrat der Bundesgerichtshof die Auffassung, es sei mit der Konsequenz einer Haftung gemäß § 826 BGB sittenwidrig, wenn Gesellschafter eine Gesellschaft hinsichtlich deren Haftungsmasse von vornherein so unzureichend ausstatten, dass dies unmittelbar eine Gläubigergefährdung bewirkt.

References: § 826
 § 826
 § 826
 § 13
 § 13
 § 13
 § 840
 § 826
 § 826
 BGH 
 § 826
 § 13
 § 826