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Timestamp: 2019-11-13 19:23:14+00:00

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BVerwG, 2 B 46.03: Rechtliches Gehör, Versetzung, Verwaltungsverfahren, Amt
Urteil des BVerwG vom 02.03.2004, 2 B 46.03
Aktenzeichen: 2 B 46.03
Rechtliches Gehör, Versetzung, Verwaltungsverfahren, Amt
BVerwG 2 B 46.03 VGH 4 S 626/02
würde sich in einem Revisionsverfahren nicht stellen, weil nicht erkennbar ist, dass
die Antwort irgendwelche Auswirkungen auf die Berufungsentscheidung gehabt hätte.
Das Berufungsgericht hat ausgeführt, die Beklagte sei zu Recht im maßgeblichen
Zeitpunkt der Versetzung des Klägers in den Ruhestand davon ausgegangen, der
dem mittleren Dienst angehörende Kläger habe auf Grund seiner Erkrankung auch
den gesundheitlichen Anforderungen eines Amtes des einfachen Dienstes nicht genügt. Auf der Grundlage dieser Feststellungen ist es unerheblich, ob der Kläger, wäre
er frühzeitiger beraten worden, den Antrag auf Versetzung in ein Amt des einfachen
Dienstes schon im Verwaltungsverfahren und nicht erst im gerichtlichen Verfahren
gestellt hätte. Davon abgesehen könnte die aufgeworfene Frage nur im Einzelfall beantwortet werden und ist daher nicht verallgemeinerungsfähig.
2. Auch die von der Beschwerde gerügte Divergenz der angegriffenen Entscheidung
vom Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. Oktober 1964 - BVerwG 2 C
10.63 - (Buchholz 232 § 44 BBG Nr. 4; ebenso: Urteil vom 22. Februar 1990
- BVerwG 2 C 15.89 - Buchholz 232 § 44 BBG Nr. 22) liegt nicht vor. Die Entscheidung enthält zwar den Rechtssatz, in dem der Zwangspensionierung vorausgehenden Ermittlungsverfahren müsse der Ermittlungsbeamte vor der Versetzung in den
Ruhestand den Beamten zu dem Ergebnis der Ermittlungen hören, um ihm die Möglichkeit zu geben, sachgerechte Einwendungen gegen alle Umstände anzubringen,
aus denen für die spätere Versetzung in den Ruhestand hergeleitet werde, der Betroffene sei wegen körperlicher oder geistiger Mängel zur Erfüllung seiner Amtspflichten dauernd unfähig. Die Beschwerde legt nicht dar, dass das Berufungsgericht einen
diesem Rechtssatz widersprechenden Rechtssatz aufgestellt hat; dies ergibt sich
auch nicht aus der Entscheidung. Das Berufungsgericht hat durchaus gesehen, dass
der Kläger im Verwaltungsverfahren nicht auf die kurz zuvor gesetzlich eingeführte
Möglichkeit hingewiesen worden ist, von sich aus die Versetzung in ein Amt des einfachen Dienstes zu beantragen. Das Berufungsgericht hat diesem dem Verwaltungsverfahren möglicherweise anhaftenden Mangel jedoch keine kausale Bedeutung beigemessen, weil einer Versetzung in ein Amt des einfachen Dienstes nicht nur der
Mangel des Antrages entgegengestanden habe, sondern auch die für eine solche
Maßnahme vorauszusetzende Erwartung nicht gerechtfertigt sei, dass der Beamte
den gesundheitlichen Anforderungen des neuen Amtes genügen werde. Hierin liegt
keine Divergenz im Sinne des § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO. Ebenso wenig stellt es eine
Divergenz in dem genannten Sinne dar, wenn das Verwaltungsverfahren an einem in
einem Rechtssatz des Bundesverwaltungsgerichts bezeichneten Verfahrensmangel
3. Die angegriffene Entscheidung leidet auch nicht unter dem von der Beschwerde
gerügten Verstoß gegen das Gebot, rechtliches Gehör zu gewähren (Art. 103 Abs. 1
GG, § 138 Nr. 3 VwGO). In diesem Zusammenhang beanstandet die Beschwerde,
das Berufungsgericht sei von einer dauernden Unfähigkeit des Klägers ausgegangen,
einfache Tätigkeiten auszuüben, obwohl der Amtsarzt lediglich ausgeführt habe, der
Kläger solle "zunächst nur mit einfachen Tätigkeiten betraut werden". Das Berufungsgericht hat sich mit diesen Ausführungen des Amtsarztes auseinander gesetzt
(s. S. 5/6 des Beschlusses), diese also zur Kenntnis genommen und in Erwägung
gezogen. Letztlich hat es andere Umstände den Ausschlag geben lassen. Mit seinem
Beschwerdevorbringen rügt der Kläger somit in Wahrheit, das Berufungsgericht habe
den Sachverhalt anders bewertet als es der Kläger für geboten hält. Dasselbe gilt von
der Rüge, das Berufungsgericht habe nicht dargelegt, inwiefern bestimmte vom Verwaltungsgericht erwähnte einfache Beamtentätigkeiten für den Kläger nicht möglich
sein sollten. Die Beschwerde behauptet selbst nicht, das Berufungsgericht sei hierauf
im Sinne einer Gehörsverletzung nicht eingegangen, was auch den Ausführungen auf
S. 6 des Beschlusses widerspräche, sondern beanstandet lediglich dessen Rechts-
auffassung, dass diese Tätigkeiten den Anforderungen eines Amtes des einfachen
Dienstes nicht genügten. Darin liegt kein Gehörverstoß. Hiervon abgesehen wird der
Beschluss des Berufungsgerichts maßgeblich von der Erwägung getragen, dass es
bei jeder Tätigkeit des Beamten "ständiger Überwachung bedurft hätte", was einer
gesundheitlichen Eignung für ein entsprechendes Amt entgegenstehe.
Die Nebenentscheidungen beruhen auf § 154 Abs. 2 VwGO und § 13 Abs. 4 Satz 1
Buchst. a GKG.
2 B 46.03
Rechtliches Gehör, Versetzung, Verwaltungsverfahren, Amt, Fürsorgepflicht, Rüge, Überwachung, Erfüllung, Ermittlungsverfahren, Verfahrensmangel

References: § 44
 § 44
 § 132
 § 138
 § 154
 § 13