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Timestamp: 2017-08-22 03:37:55+00:00

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Schenkung an ein befreundetes Ehepaar - frag-einen-anwalt.de
| 20.04.2017 11:21 |
ich habe mich im Vorfeld schon informiert, wollte von Ihnen aber noch mal lesen, ob ich richtig informiert bin.
Mein Vater ist vor einigen Monaten verstorben und hinterlässt mir als einzige Tochter und Alleinerbin allerhand, u.a. eine Eigentumswohnung, Aktien usw.
Da es unglaublich viel zu organisieren gab und ich das auf Grund der Entfernung gar nicht alleine bewältigen konnte, hat sich glücklicherweise seine zweite Ex-Frau (also meine Ex-Stiefmutter) dazu bereiterklärt, fast alles Organisatorisches zu übernehmen (Wohnung ausräumen, Kündigungen, Wohnungsverkauf usw. usw).
Sie ist mittlerweile wieder verheiratet, der Ehemann war auch intensiv eingebunden.
Nachdem nun fast alles geregelt ist und weil es auch ein gewaltiger Aufwand war, wollte ich ihr und ihrem Mann jeweils einmalig 20.000 Euro schenken. Es sind auch viele Reisekosten angefallen.
Da wir alle nicht (mehr) miteinander verwandt sind, also Steuerklasse III, gehe ich davon aus, dass sie und ihr Mann von der Schenkungssteuer befreit sind, da die 20.000 Euro pro Person ja den Freibetrag darstellen.
Ich möchte alles richtig machen und natürlich dafür sorgen, dass niemand deswegen Schenkungssteuer zahlen muss.
- Handle ich also korrekt, wenn ich entweder jeweils jedem 20.000 Euro auf das eigene Konto überweise bzw. 2x20.000 Euro bzw. 40.000 Euro auf ein gemeinsames Oder-Konto?
- Ich mache außerdem eine Anzeige beim Finanzamt über die Schenkungen, trenne deutlich sie und ihn.
- Ich hoffe, das kann ohne Notar geregelt werden?! (die haben an diesem Erbfall eh schon genug verdient...)
- Wenn ich ihnen z.B. noch eine Reise oder z.B. Zubehör für das Wohnmobil o.ä. schenken würde, würde das als Sachleistung gelten, müsste ich dies auch anzeigen?
- Handle ich also korrekt, wenn ich entweder jeweils jedem 20.000 Euro auf das eigene Konto überweise bzw. 2 x 20.000 Euro bzw. 40.000 Euro auf ein gemeinsames Oder-Konto?
Ja, diese Vorgehensweise wäre richtig. Wenn es sich um die geschiedene Ehefrau handelt, wäre der Freibetrag TEUR 20 und die Steuerklasse II (vgl. § 15 Absatz 1 StK II Nr. 7 ErbStG).
Der Freibetrages des Mannes läge ebenfalls bei TEUR 20 und die Steuerklasse wäre aber III (vgl. § 15 Absatz 1 StK III ErbStG).
Ja, richtig. Dazu sind Sie nach § 30 Absatz 2 ErbStG verpflichtet.
Ja, das geht. Zwar ist nach § 518 Absatz 1 BGB zur Gültigkeit eines Vertrags, durch den eine Leistung schenkweise versprochen wird, die notarielle Beurkundung des Versprechens erforderlich.
Der Mangel dieser Form wird aber durch die Bewirkung der versprochenen Leistung geheilt, vgl. § 518 Absatz 2 BGB.
Das bedeutet, dass bei Geld die Übertragung mit Ausführung des Überweisungsauftrages durch die Bank vollzogen ist und die Heilung im Sinne des § 518 Absatz 2 BGB bewirkt.
Ja, auch hier besteht eine Anzeigepflicht. Sie entsteht mit Ausführung der Schenkung nach § 9 Absatz 1 Nr. 2 ErbStG.
Nachfrage vom Fragesteller	20.04.2017 | 14:22
Vielen Dank, dann bin ich schon schlauer.
Die eine Nachfrage: Soll ich ein kurzes Schreiben an MEIN Finanzamt machen oder an das der Beschenkten? Wir wohnen in verschiedenen Bundesländern. In meinem (SH) gibt es keinerlei Formular (online). Auch nicht für die Erbschaftssteuer.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.04.2017 | 14:34
Die Anzeige erfolgt nach § 30 Absatz 1 ErbStG schriftlich gegenüber dem für die Verwaltung der Erbschaftsteuer zuständigen Finanzamt.
Bewertung des Fragestellers 20.04.2017 | 14:50
"Sehr schnelle und kompetente Antwort! Ergänzung: Die Antwort der Nachfrage beantwortet meine Frage leider nicht."
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References: § 15
 § 15
 § 30
 § 518
 § 518
 § 518
 § 9
 § 30