Source: https://blog.lapid.de/topic/fahrzeugpr%C3%BCfung/unterschiede-uvv-pruefung-vs.-hauptuntersuchung-hu
Timestamp: 2020-07-16 17:20:41+00:00

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Unterschiede: UVV Prüfung vs. Hauptuntersuchung (HU)
Die in § 57 DGUV Vorschrift 70 vorgeschriebene Fahrzeugprüfung nach UVV ist regelmäßig im Fuhrpark durchzuführen und gehört zu einer der gesetzlichen Hauptpflichten im Fuhrparkmanagement. Auch die Hauptuntersuchung (HU) ist in regelmäßigen Abständen bei Fahrzeugen fällig. Doch wo liegt der Unterschied zwischen der UVV Prüfung und der Hauptuntersuchung?
Fahrzeugprüfung nach UVV
Bei der UVV Prüfung handelt es sich um eine Kontrolle, die sich aus § 57 DGUV Vorschrift 70 ergibt. Demnach sind alle Fahrzeuge mindestens einmal im Jahr durch einen Sachkundigen prüfen zu lassen. Die Prüfung erfolgt unter Berücksichtigung der Betriebssicherheit, die sich aus Arbeitssicherheit und Verkehrssicherheit zusammensetzt und folgende Prüfpunkte beinhaltet:
Vorhandensein von Warnkleidung wie z. B. Warnwesten
Kontrolle der Vorrichtungen zur Ladungssicherung
Kontrolle des Fahrzeugs innen und außen (Verkehrssicherheit), z. B.
Airbags, Gurte, Beleuchtung, Signalhorn, Anzeigen
Scheibenwischer, Spiegel, Warndreieck, Erste-Hilfe-Kasten
Scheiben und Schlösser
Bremsfunktionalitäten
Die Durchführung der Fahrzeugprüfung nach UVV wird mit einer Prüfplakette dokumentiert.
Bei der Kontrolle durch das Fahrpersonal, welche auch zur UVV Prüfung gehört, wird der allgemeine Zustand des Fahrzeugs vor und während der Fahrt überprüft. Hierzu zählen insbesondere:
Allgemeine Schadenfreiheit des Fahrzeugs
Vorhandensein von Pannen- und Hilfsmitteln wie Warnweste, Warndreieck und Erste-Hilfe-Kasten
Funktionstüchtigkeit von Bremsen und Beleuchtung
Korrekte Ladungssicherung sowie
Bereifung des Fahrzeugs
Die Notwendigkeit zur Durchführung der Hauptuntersuchung ergibt sich aus § 29 StVZO. Demnach muss der Halter zulassungspflichtige Fahrzeuge in regelmäßigen Zeitabständen untersuchen lassen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Verkehrssicherheit. Entspricht das Fahrzeug nicht mehr den Anforderungen der Verkehrssicherheit, kann entweder nachgebessert werden oder das Fahrzeug muss im schlimmsten Fall aus dem Verkehr gezogen werden. Die Hauptuntersuchung, umgangssprachlich auch als TÜV-Prüfung genannt, ist in regelmäßigen Abständen nach 12 bzw. 24 Monaten zu wiederholen. Bei neuen Fahrzeugen ist die erste Hauptuntersuchung erst nach 36 Monaten fällig.
Der Monat der Hauptuntersuchung wird ebenso wie bei der UVV Prüfung durch eine Prüfplakette gekennzeichnet, die auf dem Kennzeichen angebracht ist. Die Prüfplakette wird mit Ablauf des angegebenen Monats ungültig. Nach Abs. 9 ist die Durchführung der Hauptuntersuchung von der verantwortlichen Person zu dokumentieren und an den Fahrzeughalter auszuhändigen. Gleiches gilt für eine Sicherheitsprüfung. Diese Berichte müssen bis zur nächsten Hauptuntersuchung bzw. Sicherheitsprüfung aufbewahrt werden. Eine Sicherheitsprüfung ist beispielsweise bei Kraftomnibussen und anderen Kraftfahrzeugen mit mehr als acht Fahrgastplätzen, Kraftfahrzeugen, die zur Güterbeförderung bestimmt sind und Anhängern durchzuführen.
Eine Übersicht der Zeiträume für Hauptuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen ist in Anlage VIII StVZO unter Punkt 2.1. zu finden.
Aufgrund der vielen Anbieter sind die Preise für eine HU nicht ganz einheitlich. Sie können jedoch für einen Pkw bis 3,5 t mit ca. 110 Euro rechnen, darin ist auch die Abgasuntersuchung (AU) integriert.
Im Rahmen der Hauptuntersuchung und Überprüfung auf Verkehrssicherheit werden folgende Punkte geprüft:
Sichtverhältnisse (Scheiben etc.)
Lichttechnische Einrichtungen (Scheinwerfer etc.) und andere Teile der elektrischen Anlage (Batterie etc.)
Fahrgestell, Rahmen, Aufbau; daran befestigte Teile
Sonstige Ausstattungen (Sicherheitsgurte, Diebstahlsicherung etc.)
Umweltbelastung (Geräusche, Abgase etc.)
Untersuchung von Bauteilen und Systemen nach:
Zusätzliche Untersuchungen an Kraftfahrzeugen, die zur Personenbeförderung eingesetzt werden:
Kraftfahrzeuge mit mehr als acht Fahrgastplätzen (Ein-/Ausstiege, Notausstiege, Bodenbelag und Trittstufen, Platz für Fahrer und Begleitpersonal, Sitz-/Steh-/Liegeplätze, Durchgänge, Festhalteeinrichtungen, Rückhalteeinrichtungen, Fahrgastverständigungssystem, Innenbeleuchtung, Ziel-/Streckenschild, Liniennummer, Feuerlöscher und Erste-Hilfe-Material)
Taxen (Taxischild/Beleuchtungseinrichtung, Fahrzeugfarbe, Fahrpreisanzeiger, Alarmeinrichtung)
Krankenkraftwagen (Kennzeichnung, Inneneinrichtung)
Es wurden Mängel bei der HU festgestellt, was nun?
Sollten Mängel bei der HU festgestellt werden, müssen diese innerhalb eines Monats bereinigt werden, ansonsten wird die Prüfplakette entfernt und das Fahrzeug darf nicht am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, bis alle Mängel behoben sind. Wenn die Frist verstreicht, ohne dass die Mängel behoben sind, muss eine neue, gebührenpflichtige HU durchgeführt werden. Sollte die Polizei Sie anhalten und feststellen, dass die Frist überzogen wurde, müssen Sie mit einem Verwarngeld in Höhe von 15 Euro rechnen.
Festgestellte Mängel werden in drei Stufen eingeordnet, die anhand der Schwere des Mangels eingestuft werden. Es gibt:
Geringe Mängel à Plakette wird erteilt, eine Nachbesserung ist allerdings unverzüglich vorzunehmen.
Erhebliche Mängel à Plakette wird nicht erteilt, es ist eine Nachprüfung nach Behebung des Mangels notwendig.
Verkehrsunsicher à Das Fahrzeug ist für den Straßenverkehr nicht mehr zulässig.
Als Nachweis der HU dient eine Prüfungsbescheinigung beziehungsweise ein Untersuchungsbericht, welchen der Halter bekommt. Wenn keine Mängel festgestellt worden sind, wird dies mittels Prüfstempel sowie einem Namenszeichen im Fahrzeugschein vermerkt.
Die Hauptuntersuchung bezieht sich - wie bereits beschrieben - auf die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs. Bei der UVV Prüfung wird die Arbeitssicherheit des Fahrzeugs überprüft. Hier gibt es in Teilen Überschneidungen. Für Fahrzeuge und Krafträder kann nach § 57 Abs. 1 DGUV Vorschrift 70 auf eine Prüfung durch einen Sachkundigen verzichtet werden, wenn die vom Hersteller vorgeschriebenen Inspektionsintervalle ordnungsgemäß durchgeführt wurden und mängelfreie Ergebnisse vorliegen und wenn die Nachweise der durchführenden Fachwerkstatt auch den mängelfreien arbeitssicheren Zustand ausweist. Hierfür ist ausdrücklich auf die Prüfung nach § 57 Abs. 1 der DGUV Vorschrift 70 auf der Inspektionsrechnung hinzuweisen. Ist dies auf dem Prüfbericht nicht der Fall, muss die Fahrzeugprüfung trotz durchgeführter mängelfreier Inspektionen durchgeführt werden.
Findet parallel eine Sachverständigenprüfung nach § 29 StVZO statt, kann die Fahrzeugprüfung nach UVV auf den Bereich der Arbeitssicherheit begrenzt werden, da die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs im Rahmen der Hauptuntersuchung kontrolliert wird.
Die regelmäßige Kontrolle des Fahrzeugs durch das Fahrpersonal hingegen entfällt zu keinem Zeitpunkt. Vor und während der Fahrt hat der Dienstwagennutzer stets darauf zu achten, ob das Fahrzeug in mängelfreiem Zustand ist. Ist dies nicht der Fall,, hat umgehend eine Meldung an den Fahrzeughalter zu erfolgen.
Fahrzeugprüfung nach Unfallverhütungsvorschrift (UVV) Fahrzeuge

References: § 57
 § 57
 § 29
 § 57
 § 57
 § 29