Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=26.11.1997&Aktenzeichen=I%20R%20104/95
Timestamp: 2020-01-27 02:34:19+00:00

Document:
BFH, 26.11.1997 - I R 104/95 - dejure.org
https://dejure.org/1997,2733
BFH, 26.11.1997 - I R 104/95 (https://dejure.org/1997,2733)
BFH, Entscheidung vom 26.11.1997 - I R 104/95 (https://dejure.org/1997,2733)
BFH, Entscheidung vom 26. November 1997 - I R 104/95 (https://dejure.org/1997,2733)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1997,2733) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Mangelnde Beschwer auf Grund eines ersetzenden Körperschaftsteueränderungsbescheids während des Klageverfahrens
EStG § 5 Abs 4 S 1 Nr 2, EStG § 5 Abs 5 S 1 Nr 2
Bank; Passivierung; Rechnungsabgrenzung; Zinsausfallentschädigung; Zufluß
Die Klägerin hat jedoch lediglich gerügt, es sei --entgegen dem tatsächlichen Geschehen-- keine Übersendung der Änderungsbescheide an das FG erfolgt, und damit die Verletzung einer bloßen Ordnungsvorschrift geltend gemacht (BFH-Beschluss vom 26. November 1997 I R 104/95, BFH/NV 1998, 1102;… Gräber/von Groll, a.a.O., 5. Aufl., § 68 Rz. 100 zu § 68 Satz 3 FGO n.F.).
c) Soweit die Klägerin meint, das FG hätte ihr zumindest gemäß § 56 Abs. 1 FGO Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewähren müssen, verkennt sie, dass eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand analog § 55 Abs. 2 FGO aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen ist (vgl. Senatsurteil in BFH/NV 2004, 971, BFH-Urteil vom 24. Oktober 2004 IX R 65/97, BFH/NV 2001, 785, und BFH-Beschluss in BFH/NV 1998, 1102).
Er ist wegen seines eingeschränkten Regelungsgehalts nicht ändernder oder ersetzender Bescheid im Sinne dieser Vorschrift, auch nicht als wiederholende Verfügung (zur Anwendbarkeit von § 68 FGO auf wiederholende Verfügungen vgl. BFH-Urteil vom 26. November 1997 I R 104/95, BFH/NV 1998, 1102, und BFH-Beschluss vom 17. November 1999 XI B 4/99, BFH/NV 2000, 586).
§ 77 Abs. 3 FGO a.F. (§ 77 Abs. 2 FGO n.F.) sah für den Fall, dass ein Änderungsbescheid dem FG nicht vorgelegt wird, keine Sanktionen vor (Senatsurteil vom 26. November 1997 I R 104/95, BFH/NV 1998, 1102).
Wurde ein Steuerbescheid wiederholt geändert, so wurde der zuletzt ergangene Änderungsbescheid nur dann Gegenstand des Klageverfahrens, wenn sämtliche vorangegangenen Änderungsbescheide wirksam zum Gegenstand des Verfahrens gemacht worden waren (ständige BFH-Rechtsprechung, vgl. Urteile vom 15.5.1997 XI R 53/88, BStBl. II 1997, 514; 26.11.1997 I R 104/95, BFH/NV 1998, 1102 ;… 3.8.2000 III R 22/96, BFH/NV 2001, 602 ; Beschluss vom 19.5.1998 X S 4/98, n. v., JURIS).
Da die Kl. - wie sich aus den vorstehenden Ausführungen zu Nr. 1 ergibt - die Antragsfrist des § 68 Satz 2 FGO a. F. im Hinblick auf den vorangegangenen Änderungsbescheid vom 19.6.2000 versäumt hatten, war die Klage unzulässig geworden (ständige BFH-Rechtsprechung, vgl. Beschluss vom 25.10.1972 GrS 1/72, BStBl II 1973, 231; Urteil vom 26.11.1997 I R 104/95, BFH/NV 1998, 1102 ).
Es entspricht ständiger Rechtsprechung des BFH, jeden formellen Verwaltungsakt als Verwaltungsakt i.S. des § 68 FGO zu beurteilen, ohne darauf abzustellen, wieweit der Bescheid eine materielle Änderung enthält (…BFH-Beschluss vom 14. März 1996 XI B 121/91, BFH/NV 1996, 630, m.w.N.); auch eine sog. wiederholende Verfügung ist --jedenfalls im Bereich der Steuerfestsetzung-- ein Änderungsbescheid i.S. des § 68 Satz 1 FGO (vgl. BFH-Urteile vom 29. Mai 1974 II 53/64, BFHE 113, 69, BStBl II 1974, 697; vom 26. November 1997 I R 104/95, BFH/NV 1998, 1102).
Wurde ein Steuerbescheid wiederholt geändert, so wurde der zuletzt ergangene Änderungsbescheid nur dann Gegenstand des Klageverfahrens, wenn sämtliche vorangegangenen Änderungsbescheide wirksam zum Gegenstand des Verfahrens gemacht worden waren (ständige BFH-Rechtsprechung, vgl. Urteile vom 15.5.1997 XI R 53/88, BStBl. II 1997, 514; 26.11.1997 I R 104/95, BFH/NV 1998, 1102;… 3.8.2000 III R 22/96, BFH/NV 2001, 602; Beschluss vom 19.5.1998 X S 4/98, n. v., JURIS).
Da die Kl. - wie sich aus den vorstehenden Ausführungen zu Nr. 1 ergibt - die Antragsfrist des § 68 Satz 2 FGO a. F. im Hinblick auf den vorangegangenen Änderungsbescheid vom 19.6.2000 versäumt hatten, war die Klage unzulässig geworden (ständige BFH-Rechtsprechung, vgl. Beschluss vom 25.10.1972 GrS 1/72, BStBl. II 1973, 231; Urteil vom 26.11.1997 I R 104/95, BFH/NV 1998, 1102).
Unerheblich ist, wenn es sich bei dem zeitlich später erlassenen Bescheid lediglich um eine wiederholende Verfügung handelt (BFH Urteil vom 26. November 1997 I R 104/95, BFH/NV 1998, 1102 ).
Das gilt ausdrücklich gleichermaßen im Bereich der Ertragsteuerfestsetzung (…BFH vom 17. November 1999 XI B 4/990, BFH/NV 2000, 586) unabhängig von einer Steuerherauf- oder -herabsetzung (…BFH vom 8. März 1993 VIII B 96/92, BFH/NV 1993, 711) und für die Körperschaftsteuer bei unverändertem zu versteuerndem Einkommen (BFH vom 26. November 1997 I R 104/97, HFR 1998, 659, BFH/NV 1998, 1102 zu II 2, Juris Rd. 17); ebenso speziell bei einer bloßen Zweitentscheidung nach Einspruchsentscheidung (vgl. insoweit FG des Saarlandes vom 29. April 2004 2 K 305/00, Entscheidungen der Finanzgerichte -- EFG-- 2004, 1060, Juris Rd. 18).
Bei wiederholten Änderungen durch das Finanzamt wird der zuletzt ergangene Änderungsbescheid nur dann Gegenstand des Verfahrens, wenn auch sämtliche vorangegangenen Änderungsbescheide wirksam Gegenstand des Verfahrens geworden sind (BFH-Urteil vom 26.11.1997, I R 104/95, BFH/NV 1998, 1102 ).

References: § 5
 § 5
 § 68
 § 68
 § 56
 § 55
 § 68

§ 77
 § 68
 § 68
 § 68
 § 68