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Timestamp: 2016-10-22 08:58:02+00:00

Document:
9C_538/2010 (30.12.2010)
9C_538/2010
V.________, Portugal,
(Invalidenleistungen; �berentsch�digung),
Der 1961 geborene V.________ bezog ab 1. Februar 1998 eine ganze Rente (Invalidit�tsgrad: 75 %) samt Zusatzrente f�r die Ehefrau und zwei Kinderrenten (Verf�gung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 29. November 2001). Ebenfalls richtete ihm die Winterthur Columna, Stiftung f�r berufliche Vorsorge (heute: AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur) - ab 1. Januar 2005 wegen �berentsch�digung gek�rzte - Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge aus. 2002 kehrte V.________ in sein Heimatland Portugal zur�ck. Als Ergebnis des im Juli 2005 eingeleiteten Revisionsverfahrens sprach ihm die IV-Stelle f�r Versicherte im Ausland mit Verf�gung vom 12. November 2008 f�r die Zeit vom 1. April 2007 bis 30. Juni 2008 eine ganze Rente (Invalidit�tsgrad: 100 %) samt Zusatzrente f�r die Ehefrau und zwei Kinderrenten und ab 1. Juli 2008 eine Dreiviertelsrente (Invalidit�tsgrad: 65 %) samt zwei Kinderrenten zu. Die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge richtete weiterhin Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge aus. Dabei ber�cksichtigte sie in der �berentsch�digungsberechnung ab 1. Juli 2008 neu ein "zumutbarerweise erzielbares Erwerbseinkommen" von j�hrlich Fr. 22'344.-, was zu einer K�rzung der Leistungen um 30,39 % f�hrte. In der Folge kam es zwischen V.________ und der Vorsorgeeinrichtung zum Disput dar�ber, ob dieses Einkommen bezogen auf den schweizerischen oder den portugiesischen Arbeitsmarkt zu ermitteln sei.
Am 6. August 2009 liess V.________ beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, Klage gegen die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge einreichen und beantragen, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm ab 1. April 2009 eine pers�nliche Invalidenrente von j�hrlich Fr. 26'321.- und zwei Invalidenkinderrenten von j�hrlich Fr. 3'714.- und f�r den Zeitraum vom 1. Juli 2008 bis 31. M�rz 2009 den Betrag von Fr. 6'775.55 nebst 5 % Zins seit Klageeinreichung zu bezahlen. Nach Durchf�hrung eines doppelten Schriftenwechsels wies das angerufene Gericht mit Entscheid vom 26. M�rz 2010 die Klage ab.
V.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid vom 26. M�rz 2010 sei aufzuheben und die "Beschwerdebeklagte" zu verpflichten, ihm ab 1. April 2009 eine pers�nliche Invalidenrente von j�hrlich Fr. 26'321.- und zwei Invalidenkinderrenten von j�hrlich Fr. 3'714.- und f�r den Zeitraum vom 1. Juli 2008 bis 31. M�rz 2009 den Betrag von Fr. 6'775.55 nebst 5 % Zins seit Klageeinreichung zu bezahlen.
Die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge beantragt die Abweisung der Beschwerde. Das kantonale Gericht und das Bundesamt f�r Sozialversicherungen haben auf eine Vernehmlassung verzichtet.
2.1 Gem�ss dem vom Bundesrat gest�tzt auf Art. 34a Abs. 1 BVG (bis 31. Dezember 2002: Art. 34 Abs. 2 BVG) erlassenen Art. 24 BVV 2 kann die Vorsorgeeinrichtung die Hinterlassenen- und Invalidenleistungen k�rzen, soweit sie zusammen mit anderen anrechenbaren Eink�nften 90 Prozent des mutmasslich entgangenen Verdienstes �bersteigen (Abs. 1). Als anrechenbare Eink�nfte gelten bei Bez�gern von Invalidenleistungen u.a. das weiterhin erzielte oder zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbs- oder Ersatzeinkommen (Abs. 2 Satz 2). Ziffer 35 des Reglements der Beschwerdegegnerin, in der ab 1. Januar 2008 g�ltigen, hier anwendbaren Fassung (BGE 134 V 64 E. 2.3.1 S. 67) enth�lt unter dem Titel "Verh�ltnis zu anderen Versicherungsleistungen" eine praktisch wortw�rtlich damit �bereinstimmende Vorschrift. Art. 24 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 2 BVV 2 gelten vorliegend somit auch im �berobligatorischen Bereich (SVR 2009 BVG Nr. 23 S. 83, 9C_711/2008 E. 3.3, nicht publiziert in BGE 135 V 33, in Verbindung mit SVR 2010 BVG Nr. 40 S. 153, 9C_863/2009 E. 4).
2.2 In BGE 134 V 64 hat das Bundesgericht entschieden, dass der Grundsatz der Kongruenz von Invalideneinkommen (Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) und zumutbarerweise noch erzielbarem Erwerbseinkommen (Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2) gilt. Im gleichen Verh�ltnis stehen Valideneinkommen (Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) und mutmasslich entgangener Verdienst (Art. 24 Abs. 1 BVV 2). Damit ist im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, dass das im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren ermittelte Invalideneinkommen dem in der �berentsch�digungsberechnung der beruflichen Vorsorge zu ber�cksichtigenden zumutbarerweise noch erzielbaren Erwerbseinkommen entspricht (E. 4.1.3 S. 70). Im Unterschied zu dem bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu bestimmenden Invalideneinkommen (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276) ist das �berentsch�digungsrechtlich relevante hypothetische Erwerbseinkommen in Ber�cksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Umst�nde, auch in arbeitsmarktlicher Hinsicht, festzulegen. Massgebend sind die effektiven Chancen, auf dem jeweiligen tats�chlichen Arbeitsmarkt eine geeignete und zumutbare Arbeitsstelle zu finden (E. 4.2.1 S. 71). Dabei hat die teilinvalide Person die Umst�nde, welche in ihrem konkreten Fall der Erzielung eines mit dem Invalideneinkommen �quivalenten Resterwerbseinkommens entgegenstehen, zu behaupten, zu substantiieren und hief�r soweit m�glich Beweise anzubieten, namentlich durch den Nachweis erfolglos gebliebener Stellenbem�hungen (E. 4.2.2 S. 72).
Die Beschwerdegegnerin ber�cksichtigte bei der �berentsch�digungsberechnung ab 1. Juli 2008 ein zumutbarerweise erzielbares Erwerbseinkommen von Fr. 22'344.-. Dieser Betrag liegt unterhalb des von der IV-Stelle f�r Versicherte im Ausland im Rahmen des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30) auf der Grundlage der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2006 des Bundesamtes f�r Statistik ermittelten Invalideneinkommens (vgl. dazu BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475 f.) von Fr. 24'495.- (Berechnung vom 18. Juni 2008). In der vorinstanzlichen Klageantwort hatte die Vorsorgeeinrichtung ausgef�hrt, die IV-Stelle sei von schweizerischen Verh�ltnissen ausgegangen. Das angerechnete zumutbarerweise erzielbare Erwerbseinkommen von Fr. 22'344.- liege deutlich unter dem Invalideneinkommen von Fr. 24'495.-, womit den Verdienstm�glichkeiten am ausl�ndischen Wohnort des Kl�gers ausreichend Rechnung getragen werde. Im �brigen seien in Portugal nicht nur die L�hne, sondern auch die Lebenskosten tiefer. In der Duplik hielt sie zudem fest, sie w�re gar nicht in der Lage, das im Ausland zumutbarerweise erzielbare Erwerbseinkommen zu ermitteln. Als mutmasslich entgangenen Verdienst (Art. 24 Abs. 1 BVV 2) setzte die Beschwerdegegnerin in der �berentsch�digungsberechnung das von der IV-Stelle ermittelte Valideneinkommen, entsprechend dem zuletzt als Gesunder erzielten, an die Nominallohnentwicklung angepassten Verdienst (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325; inklusive Kinderzulagen) von Fr. 74'416.- ein, was unbestritten blieb.
4.1 Das kantonale Gericht hat - nach Darlegung und Er�rterung von BGE 134 V 64 E. 4 S. 69 ff. - erwogen, es gelte bei der berufsvorsorgerechtlichen �berentsch�digungsberechnung die Vermutung der Richtigkeit der Feststellungen der Invalidenversicherung. Diese Vermutung k�nne umgestossen werden, und zwar in Bezug auf das zumutbarerweise erzielbare Erwerbseinkommen durch den Nachweis der Nichtverwertbarkeit der Restarbeitsf�higkeit. Die Parallelit�t von Validen- und Invalideneinkommen gelte auch im Verh�ltnis zwischen mutmasslich entgangenem Verdienst und zumutbarerweise erzielbarem Erwerbseinkommen. Bei Wohnsitz im Ausland habe der Vergleich von Validen- und Invalideneinkommen auf ein und demselben Arbeitsmarkt zu erfolgen (BGE 110 V 273). Aufgrund des funktionalen Zusammenhangs zwischen der ersten und zweiten S�ule in Bezug auf Leistungen bei Invalidit�t (BGE 133 V 67 E. 4.3.2 S. 69) habe dasselbe auch bei der Ermittlung des mutmasslich entgangenen Verdienstes und des zumutbarerweise erzielbaren Erwerbseinkommens zu gelten. Es sei deshalb und auch aus Gr�nden der Gleichbehandlung nicht zul�ssig, f�r die Bestimmung dieser f�r die �berentsch�digungsberechnung massgebenden Gr�ssen auf die Verh�ltnisse von verschiedenen L�ndern abzustellen. Die vom Kl�ger beantragte Ermittlung des mutmasslich entgangenen Verdienstes (Art. 24 Abs. 1 BVV 2) bezogen auf den schweizerischen und des zumutbarerweise erzielbaren Erwerbseinkommens (Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2) bezogen auf den portugiesischen Arbeitsmarkt k�nne dazu f�hren, dass der Bez�ger einer Invalidenrente bei Wohnsitz in der Schweiz eine K�rzung der Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge hinnehmen m�sste, bei Wohnsitz in Portugal mit tieferen Lebenshaltungskosten hingegen nicht. Auch aus Praktikabilit�tsgr�nden und zur Vermeidung eines hohen Administrativaufwandes rechtfertige es sich, die �berentsch�digungsberechnung aufgrund des Arbeitsmarktes in der Schweiz vorzunehmen. Der Kl�ger habe bez�glich des einzig streitigen zumutbarerweise noch erzielbaren Erwerbseinkommens den ihm obliegenden Nachweis der Nichtverwertbarkeit der Restarbeitsf�higkeit nicht erbracht.
4.2 Der Beschwerdef�hrer h�lt dagegen, im Zusammenhang mit der �berentsch�digungsberechnung gehe es um die Frage, ob der teilinvalide Versicherte an seinem Wohnsitz in Portugal das von der Invalidenversicherung festgelegte "schweizerische" Invalideneinkommen erzielen k�nne. Dies sei nicht m�glich, da das Lohnniveau dort niedriger sei. Gem�ss der vom Europ�ischen Statistischen Amt herausgegebenen Brosch�re "Europa in Zahlen - Eurostat Jahrbuch 2009" sei das durchschnittliche Bruttoeinkommen im Industrie- und Dienstleistungssektor 2006 in Portugal um 65,4 % niedriger gewesen als in der Schweiz. Die Ermittlung des zumutbarerweise noch erzielbaren Erwerbseinkommens bezogen auf den Arbeitsmarkt am Wohnsitz sodann stelle keine Ungleichbehandlung gegen�ber in der Schweiz wohnhaften Rentenbez�gern dar. Gegenteils werde die teilinvalide Person im Ausland niemals ihre zumutbaren Anstrengungen in der Schweiz und damit das hier erzielbare Einkommen darlegen k�nnen, was eine deutliche Ungleichheit zu hier wohnhaften Rentenbez�gern bedeute. Das auf dem portugiesischen Arbeitsmarkt zumutbarerweise erzielbare Erwerbseinkommen k�nne aufgrund der Daten des Europ�ischen Statistischen Amtes ermittelt werden. Von einem zu hohen Administrativaufwand k�nne somit nicht gesprochen werden. Schliesslich bringt der Beschwerdef�hrer vor, die ebenfalls denkbare L�sung, bei der Bemessung des mutmasslich entgangenen Verdienstes und des zumutbarerweise noch erzielbaren Erwerbseinkommens auf denselben portugiesischen Arbeitsmarkt abzustellen, scheitere daran, dass die Renten der Invalidenversicherung und gegebenenfalls der Unfallversicherung in "'schweizerischer' H�he" anrechenbar w�ren und in Niedriglohnl�ndern m�glicherweise allein schon den mutmasslich entgangenen Verdienst �bersteigen w�rden.
Die Beschwerdegegnerin schliesst sich in ihrer Vernehmlassung im Wesentlichen der Argumentation der Vorinstanz an. In formeller Hinsicht kann ihr nicht beigepflichtet werden, soweit sie geltend macht, in der Beschwerde werde nicht dargelegt, inwiefern der vorinstanzliche Entscheid Recht verletze (Art. 41 Abs. 2 und Art. 95 BGG), weshalb das Rechtsmittel abzuweisen sei (recte: darauf nicht eingetreten werden k�nne), und die in diesem Verfahren eingereichte Brosch�re "Europa in Zahlen - Eurostat Jahrbuch 2009" stelle ein unzul�ssiges Novum dar (Art. 99 Abs. 1 BGG; SVR 2009 KV Nr. 1 S. 1, 9C_56/2008 E. 3.4).
5.1 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut. Ist der Text nicht klar und sind verschiedene Interpretationen m�glich, muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden unter Ber�cksichtigung aller Auslegungselemente. Abzustellen ist dabei namentlich auf die Entstehungsgeschichte, auf den Zweck der Norm, die ihr zugrunde liegenden Wertungen und ihre Bedeutung im Kontext mit anderen Bestimmungen. Die Materialien sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, dienen aber als Hilfsmittel, um den Sinn der Norm zu erkennen. Das Bundesgericht hat sich bei der Auslegung von Erlassen stets von einem Methodenpluralismus leiten lassen und nur dann allein auf das grammatische Element abgestellt, wenn sich daraus zweifelsfrei die sachlich richtige L�sung ergab (BGE 135 II 78 E. 2.2 S. 81; 135 V 153 E. 4.1 S. 157, 249 E. 4.1 S. 252; 134 I 184 E. 5.1 S. 193; 134 II 249 E. 2.3 S. 252).
Verordnungsrecht ist gesetzeskonform auszulegen. Es sind die gesetzgeberischen Anordnungen, Wertungen und der in der Delegationsnorm er�ffnete Gestaltungsspielraum mit seinen Grenzen zu ber�cksichtigen (BGE 131 V 263 E. 5.1 S. 266 mit Hinweisen). Ebenfalls ist den Grundrechten und verfassungsm�ssigen Grunds�tzen Rechnung zu tragen und zwar in dem Sinne, dass - sofern durch den Wortlaut (und die weiteren massgeblichen normunmittelbaren Auslegungselemente) nicht klar ausgeschlossen - der Verordnungsbestimmung jener Rechtssinn beizumessen ist, welcher im Rahmen des Gesetzes mit der Verfassung (am besten) �bereinstimmt (verfassungskonforme oder verfassungsbezogene Interpretation; BGE 135 I 161 E. 2.3 S. 163 mit Hinweis).
5.2.1 Der Wortlaut von Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2 l�sst offen resp. differenziert nicht danach, ob das zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbseinkommen ("le revenu que le b�n�ficiaire de prestations d'invalidit� pourrait encore raisonnablement r�aliser" bzw. "il reddito che pu� presumibilmente essere ancora conseguito" in der franz�sischen und italienischen Textfassung) bei im Ausland wohnhaften Bez�gern einer Rente der Invalidenversicherung bezogen auf den dortigen Arbeitsmarkt zu ermitteln ist oder ob die Verh�ltnisse in der Schweiz massgebend sind. Die Zumutbarkeitsfrage l�sst sich bei ausl�ndischem Wohnsitz auch bez�glich des schweizerischen Arbeitsmarktes stellen.
5.2.2 Sinn und Zweck der Anrechenbarkeit des zumutbarerweise noch erzielbaren Erwerbseinkommens ist, invalide Versicherte, welche die verbliebene Restarbeitsf�higkeit nicht verwerten, ohne nachzuweisen, inwiefern objektive und subjektive Umst�nde, auch in arbeitsmarktlicher Hinsicht, dem entgegenstehen (vorne E. 2.2), finanziell denjenigen gleichzustellen, die - in Erf�llung der Schadenminderungspflicht - das ihnen zumutbare Invalideneinkommen tats�chlich erzielen (BGE 134 V 64 E. 4.1.1 S. 69; Hans-Ulrich Stauffer, Berufliche Vorsorge, 2005, S. 326 Rz. 874; Isabelle Vetter-Schreiber, Anrechnung von Resterwerbseinkommen und Ersatzeinkommen in der beruflichen Vorsorge, in: BVG-Tagung 2006, S. 65 ff., 81). Auch aus dem Normzweck von Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2 l�sst sich nicht mit letzter Bestimmtheit ableiten, dass bei Wohnsitz im Ausland die dortigen Verh�ltnisse massgebend daf�r sein sollen, ob die invalide Person noch ein Erwerbseinkommen realisieren k�nnte (anders offenbar Mitteilungen �ber die berufliche Vorsorge Nr. 82 vom 24. Mai 2005 Ziffer 478; vgl. zur Verbindlichkeit von Weisungen der Aufsichtsbeh�rde BGE 132 V 321 E. 3.3 S. 324 mit Hinweisen).
5.2.3.1 Unter gesetzessystematischem Blickwinkel ist von Bedeutung, dass sich eine allf�llige �berentsch�digung am mutmasslich entgangenen Verdienst ("gain annuel dont on peut pr�sumer que l'int�ress� est priv�" resp. "guadagno presumibilmente perso dall'assicurato" in der franz�sischen und italienischen Textfassung) misst. Die Rechtsprechung versteht darunter das hypothetische Einkommen, das die versicherte Person ohne Invalidit�t im Zeitpunkt, in welchem sich die K�rzungsfrage stellt, erzielen w�rde (BGE 129 V 150 E. 2.3 S. 154; 125 V 163 E. 3b S. 164; Urteil B 119/06 vom 7. November 2007 E. 3.3) resp. k�nnte (BGE 126 V 93 E. 3 S. 96; 123 V 193 E. 5a S. 197; Urteil B 83/06 vom 26. Januar 2007 E. 6). In den nicht in der Amtlichen Sammlung publ. Urteilen wurde auf die weitgehende Parallelit�t zum resp. die fehlende Kongruenz mit dem Valideneinkommen nach Art. 16 ATSG hingewiesen, d.h. es ist den spezifischen Gegebenheiten und tats�chlichen Chancen der versicherten Person auf dem jeweiligen Arbeitsmarkt Rechnung zu tragen (vgl. auch Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts B 54/03 vom 6. Februar 2006 E. 3.2). Ausgehend vom zuletzt vor Eintritt der gesundheitlichen Beeintr�chtigung (mit Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit) erzielten Verdienst (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts B 98/03 vom 22. M�rz 2004 E. 4.2) sind alle einkommensrelevanten Ver�nderungen (Teuerung, Reallohnerh�hungen, Karriereschritte etc.) zu ber�cksichtigen, welche ohne Invalidit�t �berwiegend wahrscheinlich eingetreten w�ren (Marc H�rzeler, in: BVG und FZG, Handkommentar, 2010, N. 17 ff. zu Art. 34a BVG; Hans-Michael Riemer/ Gabriela Riemer-Kafka, Das Recht der beruflichen Vorsorge in der Schweiz, 2. Aufl. 2006, S. 126 Rz. 80; Stauffer, a.a.O., S. 321 Rz. 862; BGE 129 V 150 E. 2.3 S. 155 [Statuswechsel von Teil- auf Vollerwerbst�tigkeit]; Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts B 21/04 vom 29. November 2004 E. 3.2 und B 55/02 vom 9. April 2003). Der Wegzug ins Ausland resp. die R�ckkehr ins Heimatland f�hrt somit nur dann allenfalls zur Anpassung des mutmasslich entgangenen Verdienstes - und zwar bezogen auf den dortigen Arbeitsmarkt -, wenn der Wohnsitzwechsel �berwiegend wahrscheinlich auch ohne Eintritt der Invalidit�t im betreffenden Zeitpunkt stattgefunden h�tte und demzufolge die rentenbeziehende Person nicht mehr hier arbeiten w�rde.
5.2.3.2 F�r die Invalidit�tsbemessung in der Invalidenversicherung bei Erwerbst�tigen mit Wohnsitz im Ausland sind die beiden Vergleichseinkommen, Validen- und Invalideneinkommen, grunds�tzlich bezogen auf denselben Arbeitsmarkt zu ermitteln. Aufgrund der theoretischen und abstrakten Natur des Begriffs der ausgeglichenen Arbeitsmarktlage im Sinne von Art. 16 ATSG ist es bedeutungslos, dass die versicherte Person im Ausland wohnt. Anderseits gestatten die Unterschiede in den Lohnniveaus und den Lebenshaltungskosten zwischen den L�ndern nicht einen objektiven Vergleich der in Frage stehenden Einkommen �ber die Grenzen hinweg (BGE 110 V 273; Urteile 8C_1043/2009 vom 15. April 2010 E. 4.2 und 9C_335/2007 vom 8. Mai 2008 E. 3.3.2 mit Hinweisen). Daraus kann indessen nicht ein zwingendes Argument daf�r abgeleitet werden, dass dasselbe auch im Verh�ltnis mutmasslich entgangener Verdienst (Art. 24 Abs. 1 BVV 2) und zumutbarerweise noch erzielbares Erwerbseinkommen (Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2) gelten muss. Denn im Unterschied zum Invalideneinkommen ist dem �berentsch�digungsrechtlich relevanten hypothetischen Erwerbseinkommen gerade nicht ein ausgeglichener Arbeitsmarkt zugrunde zu legen (vorne E. 2.2). Immerhin spricht f�r eine Ermittlung von mutmasslich entgangenem Verdienst und zumutbarerweise noch erzielbarem Erwerbseinkommen bezogen auf denselben Arbeitsmarkt, dass bei beiden Einkommen die konkrete Arbeitsmarktlage massgebend ist (in diesem Sinne wohl auch Vetter-Schreiber, a.a.O., S. 84).
5.2.4 Die berufliche Vorsorge soll zusammen mit der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise erm�glichen (Art. 113 Abs. 2 lit. a BV und Art. 1 Abs. 1 BVG; BGE 135 I 28 E. 5.3.2 S. 38 mit Hinweisen). Die Kumulation von Leistungen verschiedener Sozialversicherungen kann nicht nur zu einer mit dieser Zielsetzung der Zweiten S�ule nicht vereinbaren �berversicherung f�hren, sondern auch die Kosten des Sozialversicherungswesens noch weiter erh�hen und zudem ein Hindernis f�r die Wiedereingliederung darstellen, was es zu vermeiden gilt (Botschaft vom 19. Dezember 1975 zum Bundesgesetz �ber die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BBl 1976 I 149 ff., 246). Nach Art. 34a Abs. 1 BVG und der �berschrift zu Art. 24 BVV 2 geht es beim Verbot der �berentsch�digung darum, ungerechtfertigte Vorteile zu verhindern. Die versicherte Person soll finanziell nicht besser-, sondern h�chstens so gestellt werden, wie wenn sich das Risiko Invalidit�t nicht verwirklicht h�tte (BGE 126 V 97 E. 4e S. 99 f.; H�rzeler, a.a.O., N. 2 zu Art. 34a BVG; Riemer/Riemer-Kafka, a.a.O., S. 124 Rz. 74).
Bei der Frage, welcher Arbeitsmarkt bei Wohnsitz im Ausland f�r die Ermittlung des zumutbarerweise noch erzielbaren Einkommens im Sinne von Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2 massgebend ist, soll und darf somit auch die gewohnte Lebenshaltung vor und nach Eintritt der Invalidit�t ber�cksichtigt werden. Der Mittelbedarf f�r eine Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise ist aber in einem Land mit bedeutend niedrigeren solchen Kosten verglichen mit der Schweiz entsprechend geringer. Es liefe der verfassungsm�ssigen Zielsetzung der Zweiten S�ule und auch dem Normzweck der Gleichbehandlung invalider Personen unter dem Gesichtspunkt der Schadenminderungspflicht (vorne E. 5.2.2) zuwider, bei Wohnsitz in einem solchen Land das zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbseinkommen nach den dortigen Verh�ltnissen zu ermitteln, jedenfalls wenn f�r die Festlegung des mutmasslich entgangenen Verdienstes auf den schweizerischen Arbeitsmarkt abzustellen ist. Dies hat zumindest solange zu gelten, als die ins Ausland gehenden, nach Art. 24 Abs. 2 BVV 2 anrechenbaren Sozialversicherungsleistungen, insbesondere die Renten der Invaliden- und Unfallversicherung, nicht an die Kaufkraft am Wohnsitz des Bez�gers oder der Bez�gerin angepasst werden.
F�r den Regelfall einer ohne Gesundheitsschaden weiterhin in der Schweiz ausge�bten Erwerbst�tigkeit spricht eine verfassungsorientierte Auslegung somit daf�r, auch bei Wohnsitznahme im Ausland das zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbseinkommen im Sinne von Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2 weiterhin bezogen auf den schweizerischen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wie den mutmasslich entgangenen Verdienst (Art. 24 Abs. 1 BVV 2).
5.3 Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdef�hrer ohne gesundheitliche Beeintr�chtigung heute noch in der Schweiz erwerbst�tig und nicht bereits 2002, erst 41-j�hrig, wieder in sein Heimatland Portugal zur�ckgekehrt w�re. Er hat jedenfalls den von der Beschwerdegegnerin in der �berentsch�digungsberechnung als mutmasslich entgangenen Verdienst eingesetzten Betrag von Fr. 74'416.-, entsprechend dem von der IV-Stelle ermittelten, an die Nominallohnentwicklung angepassten Valideneinkommen nicht bestritten (vorne E. 3). Somit ist in der �berentsch�digungsberechnung ab 1. Juli 2008 das zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbseinkommen nach Art. 24 Abs. 2 Satz 2 BVV 2 auf den schweizerischen Arbeitsmarkt bezogen zu ermitteln.
In tats�chlicher Hinsicht steht fest, dass bereits vor Klageeinreichung unter den Parteien umstritten war, ob das zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbseinkommen bezogen auf den schweizerischen oder den portugiesischen Arbeitsmarkt zu ermitteln sei. In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz festgestellt, die Vorsorgeeinrichtung habe den Kl�ger nicht ausdr�cklich darauf hingewiesen, dass er arbeitsmarktbezogene und pers�nliche Umst�nde, welche die Erzielung eines Resterwerbseinkommens in der H�he von Fr. 22'344.- erschwerten oder verunm�glichten, geltend machen k�nne und darzulegen habe. Ob darin eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs zu erblicken sei, hat die Vorinstanz offengelassen, da ein allf�lliger solcher Mangel als geheilt gelten k�nne. Der anwaltlich vertretene Kl�ger h�tte im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht in der Klage und Replik detailliert erl�utern k�nnen, weshalb ihm die Erzielung eines Einkommens von Fr. 22'344.- nicht zuzumuten sei. Dies habe er nicht getan, weshalb er die Folgen des fehlenden Nachweises der Nichtverwertbarkeit seiner Restarbeitsf�higkeit selber zu tragen habe.
Diese Erw�gungen sind unbestritten geblieben; sie sind auch nicht ins Auge springend rechtsfehlerhaft (Art. 95 BGG; Urteile 9C_1079/2009 vom 31. August 2010 E. 4.6 und 9C_707/2009 vom 18. Dezember 2009 E. 2.3). Es hat daher in der �berentsch�digungsberechnung der Beschwerdegegnerin beim vorinstanzlich best�tigten zumutbarerweise noch erzielbaren Erwerbseinkommen von Fr. 22'344.- sein Bewenden. Die Beschwerde ist unbegr�ndet.

References: Art. 34
 Art. 34
 Art. 24
 Art. 24
 BGE 
 BGE 
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 95
 BGE 
 Art. 24
 Art. 24
 BGE 
 Art. 16
 Art. 34
 BGE 
 Art. 16
 Art. 1
 BGE 
 Art. 34
 Art. 24
 Art. 34
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 24