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Timestamp: 2017-03-23 12:09:28+00:00

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Ortenberg in Oberhessen - Baugebiet Wippenbach -Textliche Festsetzungen
Ortenberger Tafel
B-Plan Festsetzungen
Gewerbegutscheine
Fulltext: Leben in Ortenberg
Baugebiet Wippenbach -Textliche Festsetzungen-
I. Planungsrechtliche Festsetzungen (§9 BauGB und BauNVO)
1. Art und Maß der baulichen Nutzung (§9 (1) Nr. 1 BauGB und §§ 1-21 BauNVO)
1.1 Die Art des Baugebietes ist gem. § 4 BauNVO als allgemeines Wohngebiet (WA) und nach § 5 BauGB als Dorfgebiet (MD) festgesetzt.
Innerhalb des WA-Gebietes sind die ausnahmsweise zulässigen Nutzungen
- Betriebe des Beherbergungsgewerbes
- sonstige nicht störende Gewerbebetriebe
- Anlagen für Verwaltungen
- Gartenbaubetriebe und
- Tankstellen nicht zulässig.
Innerhalb des MD-Gebietes ist die ausnahmsweise zulässige Nutzung
- Vergnügungsstätten nicht zulässig.
1.2 Gem. §19 (4) BauNVO wird bestimmt, daß die zulässige Grundflächenzahl (GRZ) durch die Grundflächen von Garagen und Stellplätzen mit ihren Zufahrten, Nebenanlagen i.S. des §14 BauNVO und baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird, bis zu 50 v.H. überschritten werden darf. Eine weitere Überschreitung ist unzulässig.
Bauliche Anlagen, wie Garagen, Nebengebäude etc. durch die die zulässige GRZ überschritten wird, sind mit Dachbegrünungen zu versehen. Sonstige Flächen, wie Wege, Zufahrten etc., die eine Überschreitung der GRZ nach sich ziehen, sind in wasserdurchlässiger Bauweise herzustellen.
1.3 Gem. §20 (3) BauNVO sind die Flächen von Aufenthaltsräumen in Nichtvollgeschossen einschließlich der zu ihnen gehörenden Treppenräume und einschl. ihrer Umfassungswände bei der Ermittlung der Geschoßfläche mitzurechnen.
1.4 Gem. §9 (1) Nr. 4 BauGB sind Stellplätze, Carports und Garagen sowohl auf den überbaubaren als auch auf den nichtüberbaubaren Grundstücksflächen zulässig.
1.5 Gem. §31 (1) BauGB darf ausnahmsweise das Kellergeschoss als zusätzliches Vollgeschoss ermittelt werden, wenn die Entwässerung des Kellergeschosses im Freispiegel keine andere Höheneinstellung des Gebäudes zulässt.
2. Flächen für das Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern (§9 (1) Nr. 25A BauGB)
2.1 Für die Pflanzung von Einzelbäumen sind standortgerechte heimische Laubbäume gem. Pflanzliste (Artenauswahl) oder hochstämmige Obstbäume an den im Plan eingezeichneten Baumstandorten zu pflanzen und zu unterhalten.
3. Nutzungsregelungen und Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft (§9 (1) Nr. 20 BauGB)
3.1 Auf der externen Maßnahmenfläche A1 (Gemarkung Wippenbach, Flur 4) unweit des Baugebietes ist im nordwestlichen Teil die Neuanlage einer Streuobstwiese durchzuführen. Die Bäume sind in einem Pflanzabstand von ca.10 m und einem Reihenabstand von ebenfalls ca. 10m zu pflanzen, hierbei sind die schon auf der Fläche befindlichen Gehölze zu schonen und ein ausreichender Abstand zu diesen einzuhalten. Es sind hochstämmige, heimische Obstsorten zu verwenden. Die Bäume sind mit Dreiböcken und Rindenschutz gegen Verbiss auszurüsten. In der ersten Vegetationsperiode ist eine Fertigstellungspflege durchzuführen, in den sechs darauf folgenden Vegetationsperioden hat eine Entwicklungspflege zu folgen. In diesem Zeitraum auftretende Ausfälle sind zu ersetzen. Das Grünland unter den Obstbäumen ist einer extensiven Nutzung zu unterziehen, die erste Mahd hat erst nach dem 15. Juni statt zu finden, das Mähgut ist von der Fläche zu entfernen, eine Düngung hat zu unterbleiben. Die südliche Hälfte der Fläche ist bereits mit Gehölzen bestockt. Diese sind zu erhalten und der freien Sukzession zu überlassen.
3..2 Auf der externen Maßnahmenfläche A2 (Gemarkung Bleichenbach, Flur 2) ist die Renaturierung eines naturfern ausgebauten Grabens durch die Anlage einer Grabentasche und die Verlegung des an der Straße befindlichen Weges zum Schutz der dort befindlichen Sickerquellen durchzuführen. Des Weiteren sind die in einem Kleingarten befindlichen Fichten zu fällen, Gartenhütte und Zäune sind zu entfernen, um so Raum für die Ausbreitung der vorhandenen standortgerechten Gehölze zu geben. Darüber hinaus ist in dem an den Garten angrenzenden Röhricht und Nasswiesenbereich ein min.1000m² großer Teich mit wechselnden Böschungsneigungen und einer frostfreien Maximaltiefe anzulegen. Das Grünland ist im Verbund mit den angrenzenden Flächen zu bewirtschaften. Eine Mahd findet hier erst nach dem 15. Juni statt, das Mähgut ist von der Fläche zu entfernen. Eine Düngung der Flächen unterbleibt.
3.3 Zur Gliederung der Fassaden sind über 30 m² große, fensterlose, ohne Vor- und Rücksprünge gestaltete Außenwände mit Kletterpflanzen oder Rankern gem.Pflanzliste zu begrünen.
3.4 Die Grundstücksstreifen entlang der öffentlichen Verkehrsflächen sind bis zu den Gebäuden gärtnerisch anzulegen und zu unterhalten, soweit sie nicht als Zufahrten, Stellplatzflächen, Zugänge oder Sitzplätze genutzt werden. Insgesamt sind 70% der nicht überbaubaren Grundstücksflächen gärtnerisch zu gestalten, wobei 50% dieser Flächen mit Gehölzen gem. Pflanzliste zu versehen sind. Je Grundstück ist mindestens ein firstüberschreitender, standortgerechter Laubbaum (gem. Pflanzliste), oder alternativ dazu ein hochstämmiger, regionaltypischer Obstbaum anzupflanzen.
3.5 Private Fußwege, Pkw-Stellplätze, Garagenzufahrten, Hofflächen, Müllcontainerplätze und Terrassen sind in wasserdurchlässiger Bauweise herzustellen, z.B. Öko-Pflaster, fugenreiches Pflaster oder Natursteinpflaster.
3.6 Im rückwärtigen Grundstücksbereich sind Einfriedigungen aus Maschendraht oder Holz mit Kletterpflanzen und Rankern zu begrünen oder als natürliche, standorttypische Hecken auszubilden. Der Bodenabstand der Zäune muss mindestens 15 cm betragen.
3.7 Als Straßen- und Wegebeleuchtung sind ausschließlich Natriumdampfhochdrucklampen od. Typen mit vergleichbarem Lichtspektrum und Lichtdichte zu verwenden.
3.8 Auf öffentlichen und privaten Stellplätzen ist für je 4 Stellplätze ein großkroniger heimischer Laubbaum zu pflanzen.
4. Zuordnung der Ausgleichsmaßnahmen gem. §9 (1a) BauGB
Die Maßnahmen auf der Fläche A1 werden den öffentlichen Erschließungsmaßnahmen zugeordnet. Die Maßnahmen auf der Fläche A2 werden den privaten Eingriffen im WAGebiet zugeordnet.
II. Bauordnungsrechtliche Festsetzungen (§81 HBO i.V.m. mit §9 Abs. 4 BauGB)
1. Dachform und Dachneigung
1.1 Für Haupt- und Nebengebäude sind ausschließlich Sattel-, Pult-, Walm- und Krüppelwalmdächer mit der durch Planeinschrieb festgesetzten Dachneigung zulässig. Eine Unterschreitung der Dachneigung (Flach- und flachgeneigte Dächer) ist nur dann zulässig, wenn diese Dächer mit einer extensiven Dachbegrünung versehen werden.
1.2 Gauben müssen mind. einen Abstand von 1,50 m von der Giebelwand haben und dürfen nicht breiter als 3,50 m sein. Die Gesamtbreite mehrerer Gauben darf 50 v.H. der jeweiligen Trauflänge nicht überschreiten.
2. Gebäudehöhen gem. §2 (4) HBO
2.1 Die Traufhöhe (Schnittpunkt aufgehende Außenwand mit Dachhaut) und die Firsthöhe ist jeweils vom Anschnitt des bergseitigen natürlichen Geländes (höchst angeschnittener Geländepunkt) zu ermitteln (§ 18 BauNVO).
3. Versorgungsleitungen
3.1 Alle Versorgungsleitungen sind unterirdisch zu verlegen.
III. Pflanzliste (Artenauswahl)
Für Bereiche mit Pflanzgeboten wird folgender Rahmen für Bepflanzungen festgesetzt:
1. Hochstämmige Obstbäume (heimische Sorten)
2. Laubbäume:
Vogelbeere - Sorbus aucuparia
Bergahorn -Acer pseudoplatanus
Traubeneiche- Quercus petraea
3. Sträucher:
Hasel - Corylus avellana
Hundsrose - Rosa canina
Schlehe - Prunus spinosa
Rote Heckenkirsche - Lonicera xylosteum
Hartriegel - Cornus sanguinea
Echte Brombeere - Rubus fruticosus
Schwarzer Holunder -Sambucus nigra
4. Schnitthecken:
Liguster - Ligustrum vulgare
5. Fassadengrün:
Efeu - Hedera helix
Jelängerjelieber - Lonicera caprifolium
Hopfen - Humulus lupulus
Immergrünes Geißblatt - Lonicera henryi
Duft-Geißblatt - Lonicera heckrotii
Blauregen - Wisteria sinesis
Kletter-Knöterich - Polygonum aubertii
Wilder Wein - Parthenocissus quinquefolia
Dreilappige Zaunrebe - Parthenocissus triscuspidata
1. Bodendenkmäler gem. § 20 HDSchG
Wenn bei Erdarbeiten Bodendenkmäler bekannt werden, so ist dies dem Landesamt für Denkmalpflege, Archäologische Denkmalpflege, oder der Unteren Denkmalschutzbehörde unverzüglich anzuzeigen.
2. Zur Schonung der Trinkwasserreserven ist das anfallende Dachflächenwasser in Zisternen aufzufangen und als Brauchwasser zu nutzen. Das Zisternenvolumen ist mit mindestens 25 l/m² projizierter Dachfläche zu berechnen. Der Überlauf der Zisterne ist ebenso wie die Straßenentwässerung an die öffentliche Kanalisation anzuschließen.
3. Werden innerhalb des Geltungsbereiches im Rahmen von Baumaßnahmen Bodenkontaminationen oder sonstige Beeinträchtigungen festgestellt, von denen eine Gefährdung für Mensch und Umwelt ausgehen kann, ist umgehend das Regierungspräsidium Darmstadt, Abt. Staatliches Umweltamt Frankfurt, der Magistrat der Stadt Ortenberg, die nächste Polizeidienststelle oder der Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises zu benachrichtigen um die weitere Vorgehensweise abzustimmen. Die Baumaßnahmen sind bis zu einer Entscheidung einzustellen.
4. Zur Sicherung der ordnungsgemäßen Behandlung und Verwertung von Erdaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch sind folgende Vorschriften zu beachten, bzw. anzuwenden:
Gemeinsame Richtlinie für die Verwertung von Bodenmaterial, Bauschutt und Straßenaufbruch in Tagebauen und im Rahmen sonstiger Abgrabungen, veröffentlicht im Staatsanzeiger für das Land Hessen vom 14.10.2002, ab Seite 3844,
Hinweise und Empfehlungen zur Berücksichtigung von Flächen mit Bodenbelastungen, insbesondere Altlasten bei der Bauleitplanung und im Baugenehmigungsverfahren, veröffentlicht im Staatsanzeiger für das Land Hessen am 13. Mai 2002 ab Seite 1753.
Publiziert am: Freitag, 23. Oktober 2009 (9789 mal gelesen)
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References: § 4
 § 5
 §19
 §14
 §20
 §9
 §31
 §9
 §9
 §2
 § 20