Source: https://www.wko.at/service/steuern/steuerliche-massnahmen-zum-jahreswechsel.html
Timestamp: 2019-02-18 08:08:30+00:00

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Steuerliche Maßnahmen zum Jahreswechsel - WKO.at
Alle Jahre wieder empfiehlt es sich, rechtzeitig alle Möglichkeiten steuerlicher Gestaltungen vor dem Jahreswechsel zu überprüfen. Was ist vor dem 31.12. noch unbedingt zu erledigen? Mit der nachfolgenden Aufzählung möchten wir Sie, ohne Anspruch auf Vollständigkeit auf einige Steuerthemen hinweisen, die für Ihr Unternehmen relevant sein könnten.
Steuertipps im Rahmen der betrieblichen Einkünfte
Halbjahresabschreibung:
Erfolgt die tatsächliche Nutzung eines im zweiten Halbjahr angeschafften Wirtschaftsgutes noch vor dem Jahresende, steht die Halbjahres-AfA zu, auch wenn die Bezahlung erst im nächsten Jahr erfolgt.
Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis € 400,- (Betrag ohne USt, wenn ein Vorsteuerabzug möglich ist, sonst inklusive USt) können im Jahr der Anschaffung sofort abgesetzt werden.
Die Ertragsteuerbelastung für 2018 kann durch das Vorziehen von Aufwendungen bei Bilanzierern bzw. durch Vorziehen von Ausgaben und Verschieben von Einnahmen bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern noch beeinflusst werden.
Zum Beispiel können Zahlungen für heuer durchgeführte Instandhaltungen bzw. Reparaturen von Betriebsgebäuden oder Maschinen etc. 2018 zur Gänze als Betriebsausgabe abgesetzt werden, wenn sie heuer noch geleistet werden.
Als Betriebsausgabe anerkannt werden auch Vorauszahlungen auf GSVG-Beiträge, wenn sie das laufende Jahr betreffen und der voraussichtlichen GSVG-Nachforderung entsprechen.
Einnahmen-Ausgaben-Rechner müssen aber bei bestimmten Ausgaben (z.B. Beratungs-, Miet-, Vertriebs-, Verwaltungs-, Zinskosten etc.) beachten, dass lediglich eine Vorauszahlung für das laufende und maximal das folgende Jahr steuerlich sofort abzugsfähig ist. Darüber hinaus ist eine Verteilung erforderlich.
Regelmäßig wiederkeh­rende Einnahmen oder Ausgaben, sind aber jenem Kalenderjahr zuzurechnen, welches sie wirtschaftlich betreffen, wenn sie innerhalb von 15 Tagen vor oder nach dem 31.12. zu- oder abfließen.
Gewinnfreibetrag (GFB):
Dieser steht allen natürlichen Personen unabhängig von der Gewinnermittlungsart zu und beträgt bis zu 13% des Gewinnes. Ein GFB kann bis zu einem Gewinn von € 580.000,- geltend gemacht werden. Durch die Staffelung des Prozentsatzes für Gewinne ab € 175.000.-beträgt der maximale GFB € 45.350,- pro Jahr.
Bis € 30.000,- Gewinn steht der GFB jedem Steuerpflichtigen automatisch zu, das ist der sogenannte Grundfreibetrag in Höhe von maximal € 3.900,-. Ist der Gewinn höher als € 30.000,-, steht ein über den Grundfreibetrag hinausgehender investitionsbedingter GFB zu, wenn noch vor Jahresende Investitionen in bestimmte körperliche Wirtschaftsgüter (ungebrauchte, abnutzbare Wirtschaftsgüter mit einer Abschreibungsdauer von zumindest vier Jahren, keine PKWs etc) oder bestimmte Wertpapiere getätigt werden.
Bei Inanspruchnahme einer Betriebsausgabenpauschalierung steht nur der Grundfreibetrag zu; in diesem Fall sind die Investitionen irrelevant.
Die Einschränkung begünstigungsfähigen Wertpapiere auf Wohnbauanleihen war bis zum Jahr 2016 befristet. Somit kommen für Wirtschaftsjahre, die ab 1.1.2017 beginnen wieder alle begünstigten Wertpapiere als Investition in Betracht (Wertpapiere, die gem § 14 Abs 7 Z 4 EStG auch zur Deckung von Personalrückstellungen verwendet werden dürfen).
Details finden Sie auf unserer Infoseite zum Gewinnfreibetrag 2018 bzw. auf unserer allgemeinen Infoseite zum Gewinnfreibetrag.
Stille Reserven aus der Veräußerung von mindestens sieben Jahre alten Anlagegütern können unter bestimmten Voraussetzungen auf Ersatzbeschaffungen übertragen oder einer Übertragungsrücklage zugeführt werden, wenn der Unternehmer eine bei natürliche Personen ist.
Ein Vergütungsantrag ist spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren zustellen. Das heißt für das Jahr 2013 kann ein Antrag noch bis 31.12.2018 gestellt werden.
Die Entscheidung im VwGH-Verfahren über den Ausschluss der Dienstleistungsbetriebe auf Rückvergütung der Energieabgaben ab 2011 wird weiterhin auf sich warten lassen, da der VwGH beschlossen hat, dem EuGH neuerlich mehrere Fragen zur unionsrechtlichen Deckung der Einschränkung der Energieabgabenvergütung auf Produktionsbetriebe vorzulegen.
Dienstleistungsbetriebe mit potentiellen Vergütungsansprüchen sollten dennoch überlegen, vorsorglich einen zeitgerechten Antrag zumindest für 2013 einbringen.
Aufbewahrungsfrist für Bücher und Aufzeichnungen:
Die 7-jährige steuerliche Aufbewahrungsfrist für Bücher, Aufzeichnungen, Belege und Geschäftspapiere des Jahres 2011 läuft zum 31.12.2018 aus. Allerdings müssen Unterlagen, die in einem offenen Rechtsmittelverfahren von Bedeutung sind oder noch Grundlage für Eintragungen im Jahr 2018 sind (zB Afa) weiterhin aufbewahrt werden. Aufzeichnungen und Unterlagen, die Grundstücke betreffen, sind wegen allfälliger Vorsteuerrückverrechnungen jedenfalls bis zu 22 Jahre aufzubewahren. Auch gemäß Unternehmensgesetzbuch (UGB) sind Unterlagen dann weiter aufzubewahren, wenn sie für ein anhängiges gerichtliches oder behördliches Verfahren von Bedeutung sind.
Spenden aus dem Betriebsvermögen zur Durchführung von Forschungs- und Lehraufgaben an bestimmte Institutionen sowie Spenden für mildtätige Zwecke sind bis zu maximal 10% des Gewinnes vor Berücksichtigung eines GFB steuerlich absetzbar. Eine Liste der begünstigten Empfänger ist auf der Homepage des BMF unter www.bmf.gv.at abrufbar. Geld- und Sachspenden bei Katastrophenfällen sind betraglich unbegrenzt als Betriebsausgaben absetzbar, wenn damit ein entsprechender Werbeeffekt verbunden ist z.B. Spenden im Zusammenhang mit einem Hochwasser. Die Zahlung muss in dem Jahr erfolgen, in welchem sich der Betrag steuermindernd auswirken soll.
Rechnungslegungsvorschriften § 189 UGB i.V.m. § 5 EStG:
Bei Überschreiten eines Jahresumsatzes von € 700.000,- (2x überschreiten und ein „Pufferjahr“) oder eines Jahresumsatzes von € 1.000.000,- (1x überschreiten) muss auf eine Doppelte Buchhaltung nach § 5 EStG umgestellt werden.
Umgekehrt entfällt die Verpflichtung zur Führung einer doppleten Buchhaltung, wenn diese Grenze in zwei aufeinanderfolgenden Jahren unterschritten wird, ab dem Folgejahr. Um damit eventuell verbundene Nachteile (z.B. Entnahme des gewillkürten Betriebsvermögens, Umstellung der Gewinnermittlung auf Kalenderjahr bei abweichendem Wirtschaftsjahr) zu vermeiden, kann in der Steuererklärung ein Antrag auf Beibehaltung der Gewinnermittlung nach § 5 EStG gestellt werden (Fortführungsoption).
Registrierkassenjahresbeleg:
Für die Registrierkasse ist mit Ende des Jahres ein signierter Jahresbeleg (Monatsbeleg vom Dezember) auszudrucken, zu prüfen und aufzubewahren. Die verpflichtende Überprüfung des Jahresbelegs kann manuell mittels der entsprechenden BMF-App oder automatisiert durch die Registrierkasse durchgeführt werden (laut BMF-Info bis spätestens 15. Februar des Folgejahres) Zu beachten ist auch, dass das vollständige Datenerfassungsprotokoll zumindest quartalsweise extern zu speichern und aufzubewahren ist.
Verlustvorträge von Einnahmen-Ausgaben-Rechnern:
Infolge der Steuerreform 2015/16 ist die Verlustvortragsbeschränkung für Einnahmen-Ausgaben-Rechner auf 3 Jahre entfallen. Verluste, welche ab 2013 entstanden sind, können nunmehr unbeschränkt vorgetragen werden.
Bei natürlichen Personen als kapitalistischen Mitunternehmern sind Verluste ab 2016 nicht mehr ausgleichsfähig, soweit dadurch ein negatives steuerliches Kapitalkonto entsteht. Derartige Verluste sind nur mehr als Wartetastenverluste für künftige Gewinne (oder Einlagen) aus derselben Einkunftsquelle vortragsfähig.
Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und private Spenden:
Zahlungen für Sonderausgaben (bestimmte Personenversicherungen, Wohnraumschaffung bzw. –sanierung, Kirchenbeitrag etc.), außergewöhnliche Belastungen (z.B. selbst zu tragende Krankheitskosten oder Kosten für die Kinderbetreuung) sowie private Spenden können für 2018 steuermindernd geltend gemacht werden, wenn sie noch heuer bezahlt werden. Infolge der Steuerreform 2015/2016 können Ausgaben für sogenannte Topfsonderausgaben (insb. Personenversicherungen und Wohnraumschaffung) ab 2016 (bis 2020) aber nur mehr dann abgesetzt werden, wenn der der Zahlung zugrundeliegende Vertrag vor dem 1.1. 2016 abgeschlossen wurde bzw. mit der Bauausführung oder Sanierung vor dem 1.1.2016 begonnen wurde.
Maßnahmen im Bereich der Lohnverrechnung
Zukunftssicherung für Dienstnehmer durch Bezahlung von Prämien für Lebens-/Kranken-/Unfallversicherungen für Arbeitnehmer sind bis € 300,- p.a. steuerfrei
Zuwendungen von Mitarbeiterbeteiligungen bis € 3.000,- p.a. sind steuerfrei, Sachzuwendungen an Mitarbeiter anlässlich eines Dienst- oder Firmenjubiläums bleiben seit heuer bis € 186,- steuerfrei. Zusätzliche Sachzuwendungen, bleiben wie bisher bis zu einem Betrag von € 186,- steuerfrei (z.B. Weihnachtsgeschenke)
Kosten für Betriebsveranstaltungen (z.B. Weihnachts- bzw. Betriebsfeiern, Betriebsausflüge) bleiben bis € 365,- p.a. pro Arbeitnehmer steuerfrei
Sollte das Jahressechstels 2018 noch nicht zur Gänze ausgeschöpft sein, könnten noch z.B. Prämien noch mit 6% versteuert ausbezahlt werden.
Ein Zuschuss des Arbeitgebers zu den Kinderbetreuungskosten für Kinder der Mitarbeiter bis 10 Jahre ist bis maximal € 1.000,- p.a. steuerfrei.
Die Kosten für ein öffentliches Verkehrsmittel („Jobticket“) können durch den Dienstgeber auch dann steuerfrei übernommen werden, wenn kein Anspruch auf das Pendlerpauschale besteht (insb im Stadtgebiet von Wien). Wird das Jobticket allerdings anstatt von bisher steuerpflichtigen Arbeitslohn bezahlt (Gehaltsumwandlung), besteht dennoch Steuerpflicht.
Der Sachbezug für die Privatnutzung von Firmenfahrzeugen beträgt 2% der Anschaffungskosten- max. € 960,-. Bei geringerem CO2-Ausstoß des Fahrzeuges kann ein verminderter Sachbezug von 1,5%- max. € 720,- angesetzt werden. Der CO2- Grenzwert beträgt für 2019 angeschaffte Fahrzeuge 121 g/km. Sollte das Auto noch 2018 angeschafft werden, gilt noch die Grenze von 124g/km für den verminderten Sachbezug.
Die Aufrollung der Personalverrechnung 2018 ist unter bestimmten Voraussetzungen bis 15.2.2019 zulässig.

References: § 14
 EuGH 
 § 189
 § 5
 § 5
 § 5