Source: http://www.steuerlinks.de/richtlinie/esth-2006/hin15a.html
Timestamp: 2018-09-21 03:00:44+00:00

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[ Hinweis 15.10 EStH 2006 ]
Die eingetragene Hafteinlage des Kommanditisten beträgt 200.000 EUR.
tatsächlich geleistete Einlage (= KapKto 01.01.01) 110.000 EUR
Verlustanteil des Kommanditisten 01 300.000 EUR
Kapitalkonto 31.12.01 - 190.000 EUR
ausgleichs-fähig nach § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG 110.000 EUR
nach § 15a Abs. 1 Sätze 2 und 3 EStG 90.000 EUR
verrechenbar nach § 15a Abs. 2 EStG 100.000 EUR
(= KapKto 01.01.01) 100.000 EUR
Verlustanteil 01 250.000 EUR
ausgleichs-fähig nach § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG 100.000 EUR
nach § 15a Abs. 1 Sätze 2 und 3 EStG 100.000 EUR
verrechenbar nach § 15a Abs. 2 EStG 50.000 EUR
Jahr 02 Resteinzahlung Haftkapital 100.000 EUR
Verlustanteil 02 50.000 EUR
ausgleichsfähig (R 15a Abs. 3 Satz 8) 0 EUR
Jahr 03: Rückzahlung Kommanditeinlage 60.000 EUR
Verlustanteil 03 40.000 EUR
ausgleichsfähig (R 15a Abs. 3 Satz 9) 0 EUR
verrechenbar nach § 15a Abs. 2 EStG 40.000 EUR
Keine Gewinnzurechnung nach § 15a Abs. 3 Satz 1 EStG, weil die Außenhaftung auf Grund der Einlageminderung in Höhe von 60.000 EUR wieder auflebt.
(= KapKto 01.01.01) 200.000 EUR
Verlustanteil 01 220.000 EUR
Kapitalkonto 31.12.01 - 20.000 EUR
ausgleichsfähig nach § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG 200.000 EUR
verrechenbar nach § 15a Abs. 2 EStG 20.000 EUR
Jahr 02: Entnahme 02 60.000 EUR
Gewinnanteil 02 40.000 EUR
Kapitalkonto 31.12.02 - 40.000 EUR
Gewinnanteil (vor § 15a Abs. 2 EStG) 40.000 EUR
abzgl. verrechenbarer Verlust 01 - 20.000 EUR
in 02 zu versteuern 20.000 EUR
Gewinnzurechnung nach § 15a Abs. 3 Satz 1 EStG 0 EUR
Keine Gewinnzurechnung nach § 15a Abs. 3 Satz 1 EStG, weil durch die Einlageminderung in 02 die Außenhaftung des Kommanditisten i. S. d. § 15a Abs. 1 Satz 2 EStG in Höhe von 60.000 EUR wieder auflebt.
bis zum Zeitpunkt der Liquidation tatsächlich geleistete Einlage 100.000 EUR
bis zum Zeitpunkt der Liquidation ausgleichsfähige Verluste 200.000 EUR
negatives Kapitalkonto im Zeitpunkt der Liquidation - 100.000 EUR
anteiliger Liquidationsgewinn a) 50.000 EUR
b) 110.000 EUR
Im Fall b) erhält der Kommanditist nach Auffüllung seines negativen Kapitalkontos noch 10.000 EUR ausbezahlt.
Fall a) Liquidationsgewinn 50.000 EUR
Wegfall des negativen Kapitalkontos 50.000 EUR
Veräußerungsgewinn i. S. d. § 16 EStG 100.000 EUR
Fall b) Veräußerungsgewinn i. S. d. § 16 EStG 110.000 EUR
Verluste des nicht nach außen auftretenden Gesellschafters einer BGB-Innengesellschaft, die zu einem negativen Kapitalkonto geführt haben, sind nicht ausgleichsfähig, sondern nur nach § 15a EStG verrechenbar. Das gilt auch dann, wenn sich der Gesellschafter gegenüber dem tätigen Gesellschafter zum Verlustausgleich verpflichtet hat (>BFH vom 10.7.2001 - BStBl 2002 II S. 339).
Die im Interesse des gemeinsamen Unternehmens eingegangenen Verpflichtungen eines BGB-Innengesellschafters gegenüber Gläubigern des Geschäftsinhabers begründen keinen erweiterten Verlustausgleich. Die Inanspruchnahme aus solchen Verpflichtungen ist als Einlage zu behandeln, die für frühere Jahre festgestellte verrechenbare Verluste nicht ausgleichsfähig macht (>BFH vom 5.2.2002 - BStBl II S. 464).
Die Übernahme einer Bürgschaft für Schulden der KG führt beim Kommanditisten jedenfalls dann nicht zu einem erweiterten Verlustausgleich nach § 15a Abs. 1 Satz 2 EStG , wenn sie nicht kapitalersetzenden Charakter hat (>BFH vom 13.11.1997 - BStBl 1998 II S. 109).
Nachträgliche Einlagen lassen festgestellte verrechenbare Verluste früherer VZ unberührt; sie bewirken jedoch den Ausgleich laufender Verluste trotz negativen Kapitalkontos im Wirtschaftsjahr der Einlage (>BFH vom 14.12.1995 - BStBl 1996 II S. 226), soweit im Falle einer haftungsbeendenden Einlageleistung R 15a Abs. 3 Satz 8 nicht entgegensteht.
Einlagen, die zum Ausgleich eines negativen Kapitalkontos geleistet und im Wirtschaftsjahr der Einlage nicht durch ausgleichsfähige Verluste verbraucht werden, schaffen entgegen BFH vom 14.10.2003 (BStBl 2004 II S. 359) kein Verlustausgleichspotenzial für spätere Wirtschaftsjahre (>BMF vom 14.4.2004 - BStBl I S. 463).
Beteiligungskonto/Forderungskonto >BMF vom 30.5.1997 (BStBl I S. 627) und BFH vom 23.1.2001 (BStBl II S. 621).
Kapitalersetzende Darlehen sind nicht Teil des Kapitalkontos i. S. d. § 15a EStG (>BMF vom 30.5.1997 - BStBl I S. 627 und BFH vom 28.3.2000 - BStBl II S. 347).
Ertragsteuerliche Behandlung von Sanierungsgewinnen; Steuerstundung und Steuererlass aus sachlichen Billigkeitsgründen ( §§ 163 , 222 , 227 AO ) >BMF vom 27.3.2003 (BStBl I S. 240), Rn. 8.
Im Veräußerungs- bzw. Liquidationsfall noch verbliebene verrechenbare Verluste mindern einen etwaigen Veräußerungs- bzw. Aufgabegewinn (>BFH vom 26.1.1995 - BStBl II S. 467).
Der erweiterte Verlustausgleich kommt nicht in Betracht, wenn sich die Haftung des Kommanditisten aus anderen Vorschriften als § 171 Abs. 1 HGB ergibt (>BFH vom 14.12.1999 - BStBl 2000 II S. 265). Kapitalersetzende Darlehen begründen keine Außenhaftung nach § 171 Abs. 1 HGB (>BFH vom 28.3.2000 - BStBl II S. 347).
Die im Interesse des gemeinsamen Unternehmens eingegangenen Verpflichtungen eines BGB-Innengesellschafters oder eines atypisch stillen Gesellschafters gegenüber Gläubigern des Geschäftsinhabers begründen keinen erweiterten Verlustausgleich (>BFH vom 5.2.2002 - BStBl II S. 464 und BFH vom 11.3.2003 - BStBl II S. 705).
>H 21.2 (Sinngemäße Anwendung des § 15a EStG )

References: § 15
 § 15
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 § 16
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 § 171
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