Source: https://www.lecturio.de/jura/zpo-10-ref.vortrag
Timestamp: 2017-07-24 02:36:07+00:00

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ZPO Ref: § 10 – Praktische Umsetzung, Teil 1 | Lecturio
ZPO Ref: § 10 – Praktische Umsetzung, Teil 1 Erstellen Sie jetzt ein Profil, um Ihre Inhalte und Ihren Fortschritt zu behalten und weitere Funktionen freizuschalten. Profil erstellen ZPO Ref: § 10 – Praktische Umsetzung, Teil 1
Der Vortrag „ZPO Ref: § 10 – Praktische Umsetzung, Teil 1“ von Dr. Rainer Oberheim ist Bestandteil des Kurses „Zivilprozessuale Arbeitstechniken und Darstellungsformen“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt: § 10: Praktische Umsetzung1. Das Urteil - a) Gerichtliche Entscheidungenb) Urteilsarten2. Die Entscheidung über die Hauptsache3. Die Entscheidung über die Kosten des Rechtsstreitsa) Prozesskostenb) Kostenerstattungsansprüchec) Kosteneinheitd) Kostentragungspflichte) Prozesskostenhilfe
Welche praktischen Arbeiten werden auf Gerichtsseite typischerweise von Examenskandidaten im 2. Staatsexamen erwartet? Urteil
Drittschreiben
Welche praktischen Arbeiten werden auf Anwaltsseite typischerweise von Examenskandidaten im 2. Staatsexamen erwartet? Alle Antworten treffen zu.
Außerprozessuales Schreiben
Sonstiges prozessuales Schreiben
Verfahrenseinleitendes Schreiben
In welche Grobstruktur sind alle praktischen schriftlichen Ausarbeitungen zu untergliedern? Formalia, Ergebnis, Begründung in tatsächlicher Hinsicht, Begründung in rechtlicher Hinsicht
Formalia, Begründung in tatsächlicher Hinsicht, Begründung in rechtlicher Hinsicht, Ergebnis
Formalia, Begründung in rechtlicher Hinsicht, Begründung in tatsächlicher Hinsicht, Ergebnis
Formalia, Ergebnis, Begründung in rechtlicher Hinsicht, Begründung in tatsächlicher Hinsicht
Es gibt keine Grobstruktur, jede praktische Arbeit ist völlig individuell.
Welche Aussagen bezüglich Urteilen, Beschlüsse und Verfügungen treffen zu? Urteile sind streng formbedürftig, Beschlüsse bedingt und Verfügungen in der Regel formlos möglich.
In der Regel entfalten Urteile Bindungswirkung, Beschlüsse allenfalls mittelbar und Verfügungen keine Bindungswirkung.
In der Regel entscheidet das Urteil über die Hauptsache, Beschlüsse über Vorfragen und Verfügungen über rein organisatorische Fragen.
Urteile sind streng formbedürftig, Beschlüsse und Verfügungen sind grundsätzlich formlos möglich.
In der Regel entfalten Urteile und Beschlüsse Bindungswirkung und Verfügungen keine Bindungswirkung.
Von was sollten Sie in einer Klausur die Entscheidung abhängig machen, ob Sie ein Urteil oder ein Beschluss anzufertigen haben? Sie sollten immer nach dem Gesetz gehen, da es keine tauglichen allgemeinen Abgrenzungskriterien gibt.
Hat eine mündliche Verhandlung stattgefunden, dann machen Sie ein Urteil, sonst einen Beschluss.
Steht im Bearbeitungsvermerk nicht drin, dass Sie ein Beschluss anzufertigen haben, dann machen Sie immer ein Urteil.
Steht im Bearbeitungsvermerk nicht drin, dass Sie ein Urteil anzufertigen haben, dann machen Sie immer einen Beschluss.
Nach welchen Kriterien lassen sich welche unterschiedliche Urteilsarten bestimmen? Je nach Gegenstand des Prozesses kann ein Leistungs-, Feststellungs-, oder Gestaltungsurteil vorliegen.
Je nach Umfang kann ein Voll- oder Teilurteil vorliegen.
Je nach Umfang der Prüfung kann ein Sach- oder Prozessurteil vorliegen.
Je nach Wirkung für die Instanz kann ein Vorbehalts-, Zwischen- oder Endurteil vorliegen.
Je nach Wirkung für die Instanz kann ein Leistungs-, Feststellungs-, oder Gestaltungsurteil vorliegen.
In welchem der folgenden Fälle liegt ein Dispositionsurteil vor? Anerkenntnisurteil
Bei welchen Urteilen muss zwingend aus der Überschrift erkennbar sein, um welche Art von Urteil es sich handelt? Versäumnisurteil
Welche Rechtswirkungen kann die Rechtshängigkeit einer Klage u.a. haben? Verzinsungspflicht
Verbot anderweitiger Rechtshängigkeit
Welche Aussagen zur Rechtskraft sind richtig? Formelle Rechtskraft tritt dann ein, wenn wenn die Frist für Rechtsmittel verstrichen ist.
Materielle Rechtskraft bedeutet Bindungswirkung der Parteien nach Eintritt der formellen Rechtskraft.
Die formelle Rechtskraft führt dazu, dass die Wirkung der Klage aufhört.
Die materielle Rechtskraft kann unter keinen Umständen durchbrochen werden.
Welche Grenzen gelten grundsätzlich für den Umfang der materiellen Rechtskraft? Subjektiv wirken die Urteile grundsätzlich nur zwischen den Parteien.
Objektiv erwächst grundsätzlich nur die tenorierte Rechtsfolge in Rechtskraft.
Zeitlich erwachsen nur Umstände in Rechtskraft, die bis zum Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung vorlagen.
Objektiv erwächst nur in Rechtskraft, was für das Urteil entscheidungserheblich war.
Subjektiv gelten deutsche Urteile nur zwischen den Parteien und deutschen Staatsangehörigen.
Wie kann ausnahmsweise die Rechtskraft eines Urteils durchbrochen werden? Durch Klage aus § 826 BGB
Durch Wiedereinsetzung in den vorigen Stand
Durch Wiederaufnahme des Verfahrens
Durch Klage aus § 823 II BGB i.V.m § 263 StGB
In welchen Fällen kann ein Urteil neben der materiellen Rechtskraft auch noch sonstige Bindungswirkungen entfalten? Interventionswirkung für Streithelfer/Streitverkündete
Rechtskrafterstreckung für Dritte nach § 325 ZPO
Innerprozessuale Bindungswirkung für das Gericht nach § 318 ZPO
Bindungswirkungen in besonderen Verhältnissen wie Ehe, Gesellschaften etc.
Wo ist die Berechnung der im Prozess entstandenen Gerichtskosten geregelt? Im GKG
Wie wird vor deutschen Gerichten berechnet, welche Kosten in einem Prozess entstanden sind? Gerichts- und Anwaltskosten sind dem Grunde und der Höhe nach pauschalisiert
Genaue Berechnung der angefallenen Arbeitsstunden
Vor Prozessbeginn werden immer feste Beträge vereinbart
Wer hat die Gerichtskosten zunächst zu tragen, bevor geklärt wurde, wer am Ende des Prozesses schließlich die Kosten trägt? Der Kläger muss zu Prozessbeginn eine dreifache Gerichtsgebühr als Vorschuss einzahlen
Das Gericht bekommt seine Kosten erst nach Beendigung des Verfahrens erstattet
Kläger und Beklagter teilen sich die Gerichtskosten zunächst
Der Kläger zahlt bei Klageerhebung eine Gerichtsgebühr, der Rest wird später beglichen
Der Rechtspfleger entscheidet in einem summarischen Verfahren, ob Kläger oder Beklagter den Prozess wahrscheinlich verlieren, derjenige muss die Gerichtsgebühren als Vorschuss zahlen
Welche Aussagen sind richtig? Gebühren sind das Entgelt für das Tätigwerden
Auslagen sind die Aufwendungen, die jemand hatte
Auslagen sind das Entgelt für das Tätigwerden
Gebühren sind die Aufwendungen, die jemand hatte
Von wem kann ein Anwalt die Anwaltskosten verlangen? Originär nur vom eigenen Mandanten aus dem Geschäftsbesorgungsvertrag. Von der anderen unterlegenen Partei kann er Ansprüche nur geltend machen, wenn er sich diese zuvor von seinem Mandanten hat abtreten lassen.
Vom Mandanten und ggf. auch von der anderen unterlegenen Partei. Gewinnt der Anwalt den Prozess haftet Mandant und Gegner für seine Kosten als Gesamtschuldner.
Nur vom Mandanten, wenn er den Prozess verliert und und nur vom Gegner, wenn er den Prozess gewinnt.
Vom Mandanten und ggf. auch von der anderen unterlegenen Partei. Gewinnt der Anwalt den Prozess muss er sich zunächst an den Gegner halten, kann dann aber, falls dieser ihn nicht befriedigen kann auch subsidiär gegen seinen Mandanten vorgehen.
Wie beschafft sich ein Anwalt grundsätzlich einen Titel, wenn sein Mandant ohne Grund zahlungsunwillig ist? Auf Antrag werden beim Gericht des ersten Rechtszuges die Kosten festgesetzt.
Durch Leistungsklage gegen den Mandanten.
Der Anwalt darf erst tätig werden, wenn er einen kostendeckenden Vorschuss verlangt hat, weshalb sich dieses Problem faktisch nicht stellen kann.
Der Anwalt bekommt automatisch mit dem Urteil einen Titel vom Gericht des ersten Rechtszuges ausgestellt; § 11 RVG.
Was macht grundsätzlich eine Partei, die gewonnen hat, wenn die unterlege Partei ihr die verauslagten Kosten des Verfahrens nicht erstattet, obwohl im Urteil steht, dass die andere Partei die Kosten des Rechtsstreites zu tragen hat? Sie lässt auf Grund ihres prozessualen Kostenerstattungsanspruches die Kosten nach § 103 ZPO festsetzen.
Sie kann direkt aus dem Urteil die Kosten bei der anderen Partei vollstrecken.
Sie muss erneut Leistungsklage gegen die andere Partei erheben, um den materiellen Kostenerstattungsanspruch durchzusetzen.
Sie muss erneut Leistungsklage gegen die andere Partei erheben, um den prozessualen Kostenerstattungsanspruch durchzusetzen.
Was ist grundsätzlich in einem PKH Antrag zu prüfen? Bedürftigkeit des Antragsstellers
Besondere Erfolgsaussichten (keine hohen Anforderungen; aber Schlüssigkeit)
Prognose der Beweisaufnahme durch vorherige Anhörung der Zeugen
Ob der Anwalt ggf für einen PKH Antrag zugelassen ist.
Welches Kostenrisiko hat eine Partei, die nach erfolgreichem PKH Antrag Klage erhebt? Soweit sie verliert besteht ein Kostenerstattungsanspruch des Gegners, was dazu führen kann, dass sie sowohl die Anwaltskosten des Gegners, als auch die Gerichtskosten, die dieser erstattet hat, tragen muss.
Soweit sie verliert besteht ein Kostenerstattungsanspruch des Gegners, was lediglich dazu führen kann, dass sie die Anwaltskosten des Gegners tragen muss.
Soweit sie verliert muss Sie alle Kosten des Rechtsstreites, inklusive eigene Rechtsanwaltskosten tragen.
Eine Partei die PKH bekommt hat kein Prozessrisiko, weil das gegen das Sozialstaatsprinzip verstoßen würde.
Dozent des Vortrages ZPO Ref: § 10 – Praktische Umsetzung, Teil 1
... Auch hier muss indes belehrt werden über die Möglichkeiten eines Einspruchs, Widerspruchs oder eines Rechtsbehelfs für Zeugen oder Sachverständigen. Unerheblich ist, ob die Partei tatsächlich anwaltlich vertreten war. Belehrt werden muss über das mögliche Rechtsmittel (Berufung, Revision, sofortige Beschwerde, Rechtsbeschwerde) bzw. den möglichen Einspruch, Widerspruch oder die Erinnerung. Nicht belehrt werden muss über die Möglichkeit der Sprungrevision und sonstiger Rechtsbehelfe (Ablehnung, Wiedereinsetzung, Gegenvorstellung, Dienstaufsichtsbeschwerde, Verfassungsbeschwerde), die Möglichkeit der Beseitigung von Entscheidungen in einem neuen Verfahren (Abänderungsklage, Vollstreckungsgegenklage) und die Möglichkeiten zur Beseitigung formeller Entscheidungsfehler (Berichtigung, Ergänzung). Examensrelevant ist die erstinstanzlich erforderliche Belehrung. Gegen Entscheidungen des Amts- oder Landgerichts in Form eines Arrest- (bzw. einstweiligen Verfügungs-)beschlusses (Widerspruch) oder in Form eines Versäumnisurteils (Einspruch) ...
... Dies führt praktisch dazu, dass das Fehlen einer Rechtsmittelbelehrung folgenlos bleibt, wenn die Partei anwaltlich vertreten ist. Auf eine vorhandene Belehrung darf der Anwalt aber grundsätzlich vertrauen, sodass es hier an der Ursächlichkeit zwischen Belehrungsmangel und Fristversäumung nur fehlt, wenn die erteilte Rechtsbehelfsbelehrung offenkundig falsch war und beim Anwalt nicht einmal den Anschein der Richtigkeit zu erwecken vermochte (BGH FamRZ 2012, 1287). ...

References: § 10
 § 10
 § 10
 § 10
 § 10
 § 826
 § 823
 § 263
 § 325
 § 318
 § 11
 § 103
 § 10