Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81170000069.htm
Timestamp: 2018-12-15 02:53:06+00:00

Document:
1.17.069 Schurwaldrand bei Ebersbach
Verordnung des Landratsamtes Göppingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Schurwaldrand bei Ebersbach" vom 30. Juni 1994 (Ebersbacher Mitteilungen vom 15.07.1994).
Auf Grund von §§ 22 und 58 Abs. 3 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19.11.1991 (GBl. S. 701) und das Gesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung vom 12.12.1991 (GBl. S. 848), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Ebersbach an der Fils werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Schur­waldrand bei Ebersbach".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 721 ha.
(2) Es umfaßt im wesentlichen den nördlich des bebauten Bereiches von Ebersbach befindlichen Landschaftsraum um Büchenbronn, westlich und südlich von Krapfenreut samt den umgebenden Waldflächen sowie das Kirnbachtal bis zur Gemarkungs- und Landkreisgrenze. Ausgenommen sind die bebaute Ortslage sowie die angrenzenden, im wesentlichen intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen um Büchenbronn.
Bei den geschützten Flächen handelt es sich um folgende Landschaftsteile (Gewannbezeichnungen von Norden nach Süden):
· Birkhau, Äußere und Innere Solwiesen, Steighau, Wöhnung, Wenninger Wasen, Löcher, Erlenäcker, Hochäcker, Mauersäcker, Locherwald, Hintere Wiesen, Rauhe Wiesen, Brand, Halde, Fülleshalde, Maienwiesen, Renneswiesen, Dinkelbeet, Kläffer, Breite Wiesen, Kreuzwiesen, Schmiedenäcker, Reute, Himmelreich, Hegnach, Hart, Hartäcker, Untere Reute, Ebersbacher Hau, Kirnberg, Salzreute, Am Ebersbach, Hegnachwiesen, Hegnachäcker, Brandhalde, Benfing, Engelsbach, Am Kirnbach, Diebshalde und Benfingbächle.
(3) Das Landschaftsschutzgebiet ist in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1 : 5 000, Stand: je 25.04.1994, schwarz umgrenzt und grün angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Göppingen als untere Naturschutzbehörde in Göppingen, Lorcher Straße 6 und bei der Stadtverwaltung Ebersbach an der Fils zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
1. der Erhalt des landschaftlich vielgestaltigen südlichen Schurwaldrandes in seiner natürlichen Eigenart und Schönheit mit den ökologisch wertvollen Bachtälern des Ebersbaches, des Kirnbaches sowie der Bachklinge Schweiz samt ihren Zuläufen;
1. die Sicherung der ausgedehnten landschaftsprägenden Streuobstwiesen mit ihrer besonderen Bedeutung für den Naturhaushalt;
2. die Bewahrung des Schutzgebietes als reizvolles Naherholungsgebiet im Verdichtungsraum für die Allgemeinheit.
3. Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art, einschließlich Drainagen-Neuverlegung; ausgenommen sind Fernmeldeanlagen der Deutschen Bundespost Telekom;
6. Anlegung oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen mit Ausnahme von Waldwegen und Holzlagerplätzen im Sinne der ordnungsgemäßen forstwirtschaftlichen Nutzung;
10. Entwässerung von Grundstücken;
11. Anlegung, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern oder die Veränderung der Gewässerböschungen;
17. Errichtung von intensiv bewirtschafteten Obstanlagen (z. B. Niederstamm-, Halbstamm- oder Spindelanlagen);
18. Umbruch von Wiesen zu Äckern, mit Ausnahme der in § 2 Abs. 3 der Verordnung genannten Karten durch schwarz gestrichelte Umgrenzung braun angeschummert gekennzeichneten Bereiche (Abgrenzung s. § 6 Nr. 2).
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke mit Ausnahme von Handlungen nach § 5 Abs. 2 Nrn 3, 4, 6, 10, 11, 13 - 18;
2. für den Umbruch von Wiesen zu Äckern in den Bereichen, wie sie in den Karten (vgl. § 2 Abs. 3 dieser Verordnung) braun angelegt bzw. umrandet worden sind; diese Bereiche umfassen folgende Grundstücke:
a)im Gewann Benfing:
Flst. Nrn 1367/2, 1368 - 1370, 1372 - 1379, 1381 - 1384/1, 1385 - 1388, 1390, 1391, 1393 - 1397, 1399, 1400, 1405, 1406, 1408 - 1411, 1413 - 1418, 1419/1 - /3, 1420/1 und /2, 1421 - 1423, 1424/2 und 1425/1;
b)südlich von Krapfenreut:
Flst. Nrn 4156 - 4166, 4169 - 4174, 4176 - 4182, 4184 - 4193;
unberührt bleiben die Vorschriften der Rechtsverordnung des Landratsamtes Göppingen zum Schutz der Grundwasserfassungen Gentenried I und II (Wasserschutzgebiet) vom 14.07.1993;
3. für die Rodung abgestorbener Obstbäume (Hochstämme); ferner für die Beseitigung von höchstens 3 Obstbäumen (Hochstämme) pro Jahr und Grundstück, wenn anstelle eines beseitigten Baumes auf demselben Grundstück unverzüglich, spätestens in der folgenden Pflanzperiode, ein Obstbaum (Hochstamm) nachgepflanzt wird;
5. für die im Schutzgebiet gelegenen Naturdenkmale;
6. für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 15 und 16;
9. für die ordnungsgemäße Unterhaltung, Erneuerung und Nutzung der bestehenden Fernwasserleitungen samt Steuerkabel.
Göppingen, den 30.06.1994

References: § 64
 § 2
 § 2
 § 6
 § 5
 § 2
 § 5