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Timestamp: 2019-06-16 09:43:13+00:00

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BAG, 15.07.1987 - 5 AZR 215/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,307
BAG, 15.07.1987 - 5 AZR 215/86 (https://dejure.org/1987,307)
BAG, Entscheidung vom 15.07.1987 - 5 AZR 215/86 (https://dejure.org/1987,307)
BAG, Entscheidung vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 (https://dejure.org/1987,307)
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Zum Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Arbeitnehmers bei der Führung von Personalakten
TarVertrG § 4
ArbG Bonn, 02.10.1985 - 3 Ca 1097/85
LAG Köln, 31.01.1986 - 4 Sa 1245/85
BAGE 54, 365
NJW 1988, 791
MDR 1988, 256
NZA 1988, 53
BB 1987, 2300
DB 1987, 2571
afp 1988, 405
AP BGB § 611 Persönlichkeitsrecht Nr. 14
Das durch Art. 1 und 2 GG gewährleistete allgemeine Persönlichkeitsrecht ist auch im beruflichen Bereich zu beachten (BAG, ständige Rspr., z.B. Urteile vom 29.10.1997, NZA 1998 S. 307 ff; 4.4.1990, NZA 1990 S. 933 f; 15.7.1987, NZA 1988 S. 53 ff; 8.2.1984, NZA 1984 S. 225 f;… Blomeyer in Münchener Handbuch Arbeitsrecht, 2. Aufl. Bd. 1, § 97;… ErfK-Dieterich, Art. 2 GG Rn. 77 ff jeweils mit weiteren Nachweisen).
Es ist als "Ausfluss" des fortlaufend zu beachtenden Persönlichkeitsrechts auch keiner Ausschlussfrist unterstellt (vgl. BAG 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - zu A III der Gründe, BAGE 54, 365) .
Außerdem muss der Kreis der mit Personalakten befassten Beschäftigten möglichst eng gehalten werden (BAG Urteil vom 04.04.1990 - 5 AZR 299/89, BAGE 64, 308-315 =AP Nr. 21 zu § 611 BGB Persönlichkeitsrecht = EzA § 611 BGB Persönlichkeitsrecht Nr. 9 m.w.N.) Es ist deshalb anerkannt, dass der Arbeitnehmer vor der Kenntnisnahme seiner Personal- und der Krankenakte durch beliebige Dritte und unzuständige Sachbearbeiter geschützt werden muss (BAG Urteil vom 15.07.1987 - 5 AZR 215/86, BAGE 54, 365-374 NZA 1988, 53-55 = EzA § 611 BGB Persönlichkeitsrecht Nr. 5).
Daher bedarf es zur Konkretisierung der Rechte und Pflichten stets einer Güter- und Interessenabwägung um zu klären, ob dem Persönlichkeitsrecht des einen gleichwertige und schutzwürdige Interessen anderer gegenüberstehen (BAG 27. März 2003 - 2 AZR 51/02 - BAGE 105, 356; 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - BAGE 54, 365 mwN).
Die Beklagte beruft sich ohne Erfolg darauf, der vorliegende Sachverhalt lasse sich nicht mit dem der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 15. Juli 1987 (- 5 AZR 215/86 - BAGE 54, 365) zugrunde liegenden Sachverhalt vergleichen.
Der von Art. 1 und Art. 2 GG garantierte Persönlichkeitsschutz hat auch für das Arbeitsverhältnis und die sich daraus ergebenden Rechte und Pflichten Bedeutung (vgl. BAGE (GS) 48, 122, 136, 139 = AP Nr. 14 zu § 611 BGB Beschäftigungspflicht, zu C I 2 b der Gründe, mit Hinweis auf BVerfGE 34, 269, 280 = AP Nr. 21 zu Art. 2 GG; Senatsurteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - AP Nr. 14 zu § 611 BGB Persönlichkeitsrecht, zu A I 1 der Gründe).
Verletzt der Arbeitgeber innerhalb des Arbeitsverhältnisses das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers, so liegt darin zugleich ein Verstoß gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten (vgl. Senatsurteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - AP Nr. 14, a.a.O., zu A I 1 a der Gründe).
Bei objektiv rechtswidrigen Eingriffen in sein Persönlichkeitsrecht hat der Arbeitnehmer entsprechend den §§ 12, 862, 1004 BGB Anspruch auf Unterlassung weiterer Eingriffe (vgl. u.a. Senatsurteil vom 21. Februar 1979 - 5 AZR 568/77 - AP Nr. 13 zu § 847 BGB, zu B I 1 der Gründe, mit zustimmender Anm. von Wiese; BAGE 45, 111, 117 = AP Nr. 5 zu § 611 BGB Persönlichkeitsrecht, zu I 5 der Gründe; Senatsurteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - AP Nr. 14, a.a.O., zu A I 1 a der Gründe).
Das durch Art. 1 und 2 GG gewährleistete allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt den Arbeitnehmer nicht nur vor einer zu weitgehenden Kontrolle und Ausforschung seiner Persönlichkeit, sondern es umfaßt ebenfalls den Schutz vor der Offenlegung personenbezogener Daten, und zwar auch solcher, von denen der Arbeitgeber in zulässiger Weise Kenntnis erlangt hat (vgl. BAGE 46, 98 = AP Nr. 7 zu § 611 BGB Persönlichkeitsrecht; Senatsurteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - AP Nr. 14, a.a.O., zu A I 1 b der Gründe).
Insoweit bedarf es im Einzelfall einer Güter- und Interessenabwägung um zu klären, ob dem Persönlichkeitsrecht des einen gleichwertige und schutzwürdige Interessen anderer gegenüberstehen (so BAGE 45, 111, 118 = AP Nr. 5 zu § 611 BGB Persönlichkeitsrecht, zu II 1 der Gründe; BAG Urteil vom 18. Dezember 1984 - 3 AZR 389/83 - AP Nr. 8 zu § 611 BGB Persönlichkeitsrecht, zu II 1 der Gründe; Senatsurteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - AP Nr. 14, a.a.O., zu A I 1 b der Gründe; BGHZ 13, 334, 338; 24, 72, 80; 30, 77, 82).
Außerdem muß der Kreis der mit Personalakten befaßten Beschäftigten möglichst eng gehalten werden (Senatsurteil vom 15. Juli. 1987 - 5 AZR 215/86 - AP Nr. 14, a.a.O., zu A I 2 der Gründe; in Übereinstimmung mit BVerwG Urteil vom 28. August 1986 - BVerwG 2 C 51.84 - ZTR 1987, 152, 153).
So kann es unter Umständen notwendig sein, solche Vorgänge in geschlossenen Umschlägen oder außerhalb der Personalakte in besonders gesicherten Schränken aufzubewahren (Senatsurteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - AP Nr. 14, a.a.O., zu A I 2 der Gründe).
Für privatrechtlich Beschäftigte hat die Rechtsprechung vor dem Hintergrund des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung entsprechende Vorgaben entwickelt (siehe BAG, Urteile vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - NJW 1988, 791 …und vom 16. November 2010 - 9 AZR 573/09 - NJW 2011, 1306 Rn. 37 ff.;… Gola/Wronka, Handbuch Arbeitnehmerdatenschutz, 6. Aufl. 2013, Kapitel 4.5).
LAG Hessen, 15.11.2005 - 15 Sa 1235/04
Anspruch auf Entfernung von Schriftstücken betreffend den Gesundheitszustand des …
Bei objektiv rechtswidrigen Eingriffen in sein Persönlichkeitsrecht hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Beseitigung von fortwirkenden Beeinträchtigungen (BAG Urteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - AP Nr. 14 zu § 611 BGB Persönlichkeitsrecht), gestützt auf die §§ 12, 862, 1004 BGB in entsprechender Anwendung (zu weiteren potentiellen Anspruchsgrundlagen Wiese in der gemeinsamen Anmerkung zu BAG Urteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 -EzA § 611 BGB Persönlichkeitsrecht Nr. 5 und BAG Urteil vom 07. Oktober 1987 - 5 AZR 116/86 - EzA § 611 BGB Persönlichkeitsrecht Nr. 6, unter III.).
Das durch Art. 1 und 2 GG gewährleistete allgemeine Persönlichkeitsrecht (vgl. dazu etwas abweichend Wiese in der gemeinsamen Anmerkung zu BAG Urteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 -EzA § 611 BGB Persönlichkeitsrecht Nr. 5 und BAG Urteil vom 07. Oktober 1987 - 5 AZR 116/86 - EzA § 611 BGB Persönlichkeitsrecht Nr. 6, unter II.) schützt den Arbeitnehmer auch vor der Offenlegung personenbezogener Daten, und zwar auch von solchen, von denen der Arbeitgeber in zulässiger Weise Kenntnis erlangt hat.
Daher bedarf es zur Konkretisierung des Persönlichkeitsrechts stets einer Güter- und Interessenabwägung (BAG Urteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - AP Nr. 14 zu § 611 BGB Persönlichkeitsrecht).
Für die Führung von Personalakten entwickelt das Bundesarbeitsgericht aus dem Dargestellten in dem bereits zitierten Urteil vom 15. Juli 1987 (a.a.O., zu A. I. 2. der Gründe) folgende spezielle Grundsätze, denen sich das Berufungsgericht anschließt:.
Damit sind Schutzmaßnahmen geboten, da die drei Schreiben den Gesundheitszustand des Klägers betreffen, und diese Schutzmaßnahmen können wie bereits vom Bundesarbeitsgericht dargestellt (BAG Urteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - AP Nr. 14 zu § 611 BGB Persönlichkeitsrecht, zu A. I. 2. und zu B. I. der Gründe) darin bestehen, dass die sensiblen Daten/Schriftstücke in einem geschlossenen Umschlag innerhalb de Personalakte aufbewahrt werden, wie dies der Kläger mit seinem Hilfsantrag beantragt.
Im Übrigen stellt sich diese Maßnahme im Rahmen der vom Bundesarbeitsgericht erörterten besonderen Schutzmaßnahmen (BAG Urteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - AP Nr. 14 zu § 611 BGB Persönlichkeitsrecht, zu A. I. 2. und zu B. I. der Gründe) ohnedies als die den Arbeitgeber am wenigsten belastende Maßnahme dar (ebenso Wiese in der gemeinsamen Anmerkung zu BAG Urteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 -EzA § 611 BGB Persönlichkeitsrecht Nr. 5 und BAG Urteil vom 07. Oktober 1987 - 5 AZR 116/86 - EzA § 611 BGB Persönlichkeitsrecht Nr. 6, unter IV.).
Der Arbeitgeber kann dennoch im Ausnahmefall verpflichtet sein, auch solche Vorgänge aus den Personalakten zu entfernen, die auf einem wahren Sachverhalt beruhen, wenn eine Interessenabwägung ergibt, daß eine weitere Aufbewahrung des Vermerks zu unzumutbaren beruflichen Nachteilen für den Arbeitnehmer führt, andererseits aber der beurkundete Vorgang für das Arbeitsverhältnis rechtlich bedeutungslos geworden ist ä(vgl. BAG Urteil vom 9. Februar 1977 - 5 AZR 2/76 - AP Nr. 83 zu § 611 BGB Fürsorgepflicht (betreffend die Entfernung eines gegen den Arbeitnehmer ergangenen Strafurteils, das ein strafbares Verhalten im außerdienstlichen Bereich betraf) sowie BAG Urteil vom 15. Juli 1987 - 5 AZR 215/86 - DB 19.07.2571 (zur Entfernung eines durch die Ereignisse überholten amtsärztlichen Gutachtens, das den Arbeitnehmer in seiner beruflichen Entwicklungsmöglichkeit belastet) und BAG Urteil vom 13. April 1988 - 5 AZR 537/86 - (betreffend die Entfernung eines Schriftwechsels wegen eines Gehaltsabzugs für vier Stunden wegen Teilnahme an einem Warnstreik, ohne daß der Arbeitnehmer sich gegen die Gehaltskürzung gewandt hatte) .
BAG, 27.02.2002 - 9 AZR 543/00
Einzelvertragliche Ausschlußfrist
BAG, 21.08.1990 - 1 AZR 567/89
Aufenthalt während der Pausen
LAG Rheinland-Pfalz, 08.02.2017 - 1 Sa 490/16
Darlegungslast bei Vergütungsklage - Zurückbehaltungsrecht an Arbeitsmitteln - …
BVerwG, 19.10.2005 - 1 D 14.04
Handschriftliche negative Bemerkungen über Mitarbeiter in einer Tagebuchkladde …
LAG Niedersachsen, 04.11.2003 - 13 Sa 423/03
Anspruch eines Arbeitgebers auf Herausgabe eines am Wohnsitz des …
LAG Hamburg, 19.05.1989 - 1 Sa 5/89
Rechtsstreitigkeit über die Weitergabe persönlicher Daten an eine Prüfstelle, die …
LAG Hamm, 22.07.2011 - 10 Sa 747/11
Verletzung des Persönlichkeitsrechts; Unterlassung; Schmerzensgeld; Auskunft; …
LAG Hamm, 31.05.1999 - 19 Sa 1243/98
Verfallfrist bei Ansprüchen wegen "schöpferischer Sonderleistung"
LAG Düsseldorf, 23.11.1987 - 17 Sa 1153/87
LAG Hamm, 21.12.1993 - 4 Sa 1077/93
Anspruch tariflicher Verfallfristen für den Anspruch auf Zeugnisausstellung oder …
LAG Hamm, 02.05.1991 - 4 (18) Sa 1389/90
Unabdingbarkeit eines Zeugnisanspruchs; Schriftliche Fixierung von …

References: § 4
 § 611
 Art. 1
 § 97
 Art. 2
 § 611
 § 611
 § 611
 Art. 1
 Art. 2
 § 611
 Art. 2
 § 611
 § 847
 § 611
 Art. 1
 § 611
 § 611
 § 611
 § 611
 § 611
 § 611
 Art. 1
 § 611
 § 611
 § 611
 § 611
 § 611
 § 611
 § 611
 § 611