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Timestamp: 2019-07-23 16:42:12+00:00

Document:
BFH, 17.01.1968 - I B 67/67 - dejure.org
https://dejure.org/1968,892
BFH, 17.01.1968 - I B 67/67 (https://dejure.org/1968,892)
BFH, Entscheidung vom 17.01.1968 - I B 67/67 (https://dejure.org/1968,892)
BFH, Entscheidung vom 17. Januar 1968 - I B 67/67 (https://dejure.org/1968,892)
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Steuerrechtliches Leistungsgebot - Freiwillige Zahlungen - Vollziehung - Rechtsschutz
BFHE 91, 301
BStBl II 1968, 311
Wenn der I. Senat des BFH (im Beschluß vom 17. Januar 1968 I B 67/67, BFHE 91, 301, BStBl II 1968, 311) als besondere Einwirkung die Mahnung, die Postnachnahme und Beitreibungsmaßnahmen erwähne, so sei das, wie das Wort "wie" zeige, lediglich eine beispielhafte Aufzählung, die andere Maßnahmen nicht ausschließe.
Nach der Rechtsprechung des I. Senats des BFH bedarf der Steuerpflichtige, der ein gegen ihn ergangenes und von ihm für rechtswidrig gehaltenes Leistungsgebot ohne jede besondere Einwirkung seitens der Finanzbehörde erfüllt, angesichts seiner freiwilligen Zahlung nicht des Rechtsschutzes, den § 242 AO und § 69 FGO gewähren (vgl. Beschluß I B 67/67).
Im Beschluß I B 67/67 hat er dies noch durch die Erklärung verdeutlicht, eine freiwillige Zahlung liege vor, wenn der Steuerpflichtige das Leistungsgebot "ohne jede besondere Einwirkung" erfülle.
Der Große Senat ist schon deshalb nicht gemäß § 11 Abs. 3 FGO anzurufen, weil der I. Senat neuerdings in seinem Beschluß I B 67/67 vom 17. Januar 1968 (BFH 91, 301, BStBl II 1968, 311), an der früheren Auffassung festhaltend, als tragenden Grund seiner Ablehnung angeführt hat: "Wer ein gegen ihn ergangenes, von ihm für rechtswidrig gehaltenes Leistungsgebot ohne jede besondere Einwirkung seitens der Finanzbehörde (wie Mahnung, Postnachnahme, Beitreibungsmaßnahmen) erfüllt, bedarf angesichts seines eigenen Verhaltens des Rechtschutzes nicht, ...".
Das beschwerdeführende FA meint unter Berufung auf Entscheidungen des I. Senats des Bundesfinanzhofs - BFH - (I B 3/66 vom 9. August 1966, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Bd. 86 S. 723 - BFH 86, 723 -, BStBl III 1966, 646; I B 30/66 vom 15. Februar 1967, BFH 88, 76, BStBl III 1967, 293; I B 67/67 vom 17. Januar 1968, BFH 91, 301, BStBl II 1968, 311; vgl. noch Beschluß des BFH VII B 13/66 vom 28. November 1967, BFH 91, 323), das FG habe nicht anordnen dürfen, die Vollziehung werde aufgehoben; die Beschwerdegegnerin habe die umstrittene Steuerschuld freiwillig getilgt.
Wer ein gegen ihn ergangenes, von ihm für rechtswidrig gehaltenes Leistungsgebot ohne besondere Einwirkung der Finanzbehörde (wie Mahnung, Postnachnahme, Beitreibungsmaßnahmen) erfülle, begebe sich des Rechtsschutzes des § 242 AO und des § 69 FGO (BFH-Beschluß I B 67/67, a.a.O.).
Nach der im Schrifttum bestrittenen Auffassung des I. Senats des BFH (Beschlüsse I B 3/66 vom 9. August 1966, BFH 86, 723, BStBl III 1966, 646; I B 30/66 vom 15. Februar 1967, BFH 88, 76, BStBl III 1967, 293; I B 67/67 vom 17. Januar 1968, BFH 91, 301, BStBl II 1968, 311) ist unter "Vollziehung" im Sinne des § 69 FGO nicht die freiwillige Steuerzahlung einzuordnen.
Das ist aber nach der im Schrifttum bestrittenen Auffassung des I. Senats des BFH (Entscheidungen I B 3/66 vom 9. August 1966, BFH 86, 723, BStBl III 1966, 646; I B 30/66 vom 15. Februar 1967, BFH 88, 76, BStBl III 1967, 293, und I B 67/67 vom 17. Januar 1968, BFH 91, 301, BStBl II 1968, 311) nur angängig, wenn der Steuerpflichtige die Rückstände nicht freiwillig gezahlt hat.

References: § 242
 § 69
 § 11
 § 242
 § 69
 § 69