Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.01.1991&Aktenzeichen=XI%20ZR%20151/89
Timestamp: 2019-08-23 08:21:19+00:00

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BGH, 22.01.1991 - XI ZR 151/89 - dejure.org
https://dejure.org/1991,605
BGH, 22.01.1991 - XI ZR 151/89 (https://dejure.org/1991,605)
BGH, Entscheidung vom 22.01.1991 - XI ZR 151/89 (https://dejure.org/1991,605)
BGH, Entscheidung vom 22. Januar 1991 - XI ZR 151/89 (https://dejure.org/1991,605)
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Anlagevermittler - Penny Stocks - Risikoaufklärung - Aufklärungspflichten
Schadensersatzpflicht des Vermittlers von Penny Stocks bei unzureichender Aufklärung über die besonderen Anlagerisiken
BGH, 05.03.1991 - XI ZR 151/89
NJW 1991, 1108
NJW-RR 1991, 1008 (Ls.)
ZIP 1991, 297
MDR 1991, 624
WM 1991, 315
BB 1991, 929
DB 1991, 1768
Insbesondere gehört dazu die ausdrückliche Information, dass ohne Zulassung der Aktie zu einem Markt, der von staatlich anerkannten Stellen geregelt und überwacht wird (§ 2 Abs. 5 WpHG), die Unternehmensbeteiligung ein über das übliche Kursrisiko hinausgehendes zusätzliche Risiko birgt, wirtschaftlich nicht verwertet werden zu können (LG Hamburg 4. Dezember 1997 - 327 O 143/97 - NJW-RR 1999, 556; OLG Oldenburg 6. September 2002 - 6 U 66/02 - NJW-RR 2003, 179; LG Berlin 15. Oktober 2003 - 28 O 588/02 - VuR 2004, 20; Hanseatisches OLG Hamburg 16. Januar 2004 - 14 U 135/03 - OLGR Hamburg 2005, 109; KG Berlin 20. Dezember 2004 - 8 U 126/04 - KGR Berlin 2005, 424; zur Vermittlung von sog. Penny Stocks BGH 22. Januar 1991 - XI ZR 151/89 - WM 1991, 315).
Deshalb ist über die besonderen Gefahren der Spekulation in Penny Stocks umfassend aufzuklären, was angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Zusammenhänge schriftlich zu geschehen hat (BGH, Versäumnisurteil vom 22. Januar 1991 und Urteil vom 5. März 1991 - XI ZR 151/89 - NJW 1991, 1108 f; 1947 f).
Daher geht es nicht an, den Liquiditätsaspekt bei der Festlegung der von einem Vermögensverwalter gegenüber einem durchschnittlichen Kapitalanleger geschuldeten Aufklärung und Beratung zu vernachlässigen (…s. zu diesem Aspekt Schade, in: Vortmann, Prospekthaftung und Anlageberatung, 2000, § 7 Rn. 128 ff; vgl. BGH, Urteil vom 22. Januar 1991 aaO S. 1109).
Dies bringt schon im Vorfeld der vertraglichen Beziehung der Parteien die Verpflichtung mit sich, dem Kläger ein zutreffendes Bild von den Chancen und Gefahren der vermittelten Geschäfte zu verschaffen, so dass er sachgerechte Entschlüsse fassen konnte (BGHZ 80, 80 (82); BGH NJW 1991, 1108).
Die für die meisten OTC-Titel typische Marktenge begünstigt im Gegenteil Kursmanipulationen durch Broker und Inhaber größerer Aktienpakete (BGH NJW 1991, 1108 (1109 mwN)).
Dies bedeutet für den Anleger ein unkontrollierbares zusätzliches Risiko, welches in keinem Zusammenhang mit der Ungewissheit über den wirtschaftlichen Erfolg der emittierenden Aktiengesellschaft steht (BGH NJW 1991, 1108 (1109)).
Die Darlegungs- und Beweislast für das Gegenteil trägt die Beklagte zu 1. (BGH NJW-RR 1988, 831; NJW 1991, 1108 (1109)).
Der Anbieter und der Vermittler müssen dem Interessenten ein zutreffendes Bild von den Chancen und Gefahren des Geschäfts verschaffen, so dass dieser selbst einen sachgerechten Entschluss fassen kann (vgl. BGH NJW 1991, 1108-1109 [juris Tz. 10]).
Der Kläger ist danach so zu stellen, wie er ohne das mit der Beklagten abgeschlossene Geschäfte gestanden hätte (vgl. BGH NJW 1991, 1108-1109 [juris Tz. 22]).
Eine solche Inanspruchnahme von Vertrauen begründet bereits im Vorfeld vertraglicher Beziehungen die Verpflichtung, dem potentiellen Kunden ein zutreffendes Bild von Termingeschäften zu verschaffen, so daß er sachgerechte Entschlüsse fassen kann (vgl. BGHZ 80, 80, 82 f [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80]ür Warenterminoptionen; Senatsurteil vom 22. Januar 1991 - XI ZR 151/89, WM 1991, 315, 316 für penny stocks).
Dies bringt schon im Vorfeld die Verpflichtung mit sich, dem Anleger ein zutreffendes Bild von den Chancen und Gefahren der vermittelten Geschäfte zu verschaffen, so dass er sachgerechte Entschlüsse fassen kann (BGH, NJW 1981, 1266; NJW 1991, 1108; OLG Düsseldorf NJW-RR 2002, 1051).
Die Darlegungs- und Beweislast für das Gegenteil tragen die Beklagten, wenn wie hier nur ein aufklärungsrichtiges Verhalten in Betracht kommt (BGH, NJW-RR 1988, 831; NJW 1991, 1108 [1109]; OLG Düsseldorf, NJW-RR 2002, 1051).
geschlossenen Geschäfte gestanden hätte (BGH NJW 1991, 1108, 1109).
Dadurch sind die als Kurse bezeichneten Preise manipulierbare, letztlich in das Belieben des Händlers gestellte Rechengrößen, wobei nicht einmal feststellbar ist, ob überhaupt erworben werden oder das Depot nicht möglicherweise fingiert ist (vgl. BGH WM 91, 315 f., Schwarz, BGH EWIR, § 276 , BGB 3/91, 437 f.; Graf WuB I GG 4.91, 985 f.; Kapferer, Die Jagd nach ihrem Geld, Haufe-Verlag Freiburg 1990 Nr. 1.1.14).
Sie hat deshalb für die Unrichtigkeit aufgrund ihrer besonderen Aufklärungspflicht einzustehen (vgl. BGH WM 91, 315 f).
Aus Anlage AST 8 ergibt sich, daß der Beklagte zu 3) persönlich den Kontoeröffnungsantrag des Klägers entgegengenommen hat, ohne ihn auf die besonderen Risiken der -Anlage hinzuweisen, was seine Pflicht gewesen wäre (vgl. BGH WM 91, 315 ff.).
Das gilt sowohl für Börsentermingeschäfte als auch für die Vermittlung von hochspekulativen Aktien (vgl. BGH, Urteil vom 22.01.1991, XI ZR 151/89, NJW 1991, 1108 - 1109; BGH, Urteil vom 27.11.1990, XI ZR 115/89, WM 1991, 127 - 130; BGH, Urteil vom 06.06.1991, III ZR 116/90, WM 1991, 1410 - 1412; BGH, Urteil vom 17.03.1992, XI ZR 204/91, NJW 1992, 1879 - 1881; BGH, Urteil vom 16.11.1993, XI ZR 214/92, WM 1994, 149 - 153).
Die Situation hinsichtlich der Risiken der Kapitalanlage für den Anleger, der vorbörsliche Aktien und damit ein nicht börsennotiertes Papier erwirbt, entspricht nämlich derjenigen bei dem Erwerb von sog. Penny Stocks, in denen es nach der Rechtsprechung des BGH und des OLG Düsseldorf einer schriftlichen Aufklärung über die sich aus diesen Anlagegeschäften ergebenden besonderen Risiken bedarf (vgl. hierzu BGH NJW 1991, 1108 f.; 1947 f.; OLG Düsseldorf NJW-RR 2002, 1051; OLGR Düsseldorf 1997, 175 (1761).
Liegt hierin bereits eine besondere Gefahr, die dem Durchschnittsanleger ohne besondere Aufklärung nicht ohne Weiteres deutlich sein muss, so kommt als weiteres Risiko hinzu, dass der Preis der vorbörslichen Aktie sich außerhalb des Börsenhandels nicht durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage und damit aufgrund einer Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage und des Unternehmenswertes bildet und dass er - anders als an der Börse - auch nicht offengelegt wird (vgl. hierzu BGH, Urt. v. 22.1.1991, XI ZR 151/89, NJW 1991, 1108 ff. im Zusammenhang mit Penny Stocks).
Anspruch auf Schadensersatz wegen unzureichender Aufklärung - Aufklärungspflicht …

References: BGH 
 § 7
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 276
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH