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Timestamp: 2018-04-22 03:30:44+00:00

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Zumutbarkeit Fahrzeiten? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
Post #863036 (1)
11.03.2011, 03:13 #1
Zumutbarkeit Fahrzeiten?
ich habe gehoert, dass 2.5h am Tag als Fahrzeit zumutbar sein sollen - gelten die je Weg (also 5h insgesamt) oder insgesamt?
Und was ist (deswegen schreibe ich in diesem Forum) bei einem Job mit nur 3-4 Stunden am Tag? Die Haelfte als Fahrzeit ist doch wohl zuviel, oder?
11.03.2011, 09:17 #2
Ist unterschiedlich, je nachdem, um was es geht:
Wobei vorsichtshalber einzufügen wäre: wenn in der jeweiligen Gegend bei Arbeitnehmern längere Pendelzeiten üblich sind, wären auch diese zumutbar. Ich weiß aber nicht, inwieweit dies praktisch bedeutsam ist.
11.03.2011, 09:51 #3
Bespielsweise in HH sind längere Pendelzeiten aber nicht üblich.
11.03.2011, 17:32 #4
Unter 6 Stunden am Tag ist meines Wissens 1,5 Stunden zumutbar.
das waere schon gut, widerspricht nur leider dem hier:
und wenn's nur 3 Stunden taeglich waeren? 2.5h Pendelei stehen ja in keinem Verhaeltnis zu 3h Arbeit... Wenn ich da wieder auf die eineinhalb runterrechne.......
Na, mal schaun, was ueberhaupt draus wird...
11.03.2011, 18:28 #5
Analoge Berechnung bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende.
13.03.2011, 12:03 #6
Zumutbar erscheint eine Fahrzeit von höchstens zwei Sechstel (= zwei Stunden bezogen auf auf sechs Stunden der Teilzeitarbeit
Sehr interessant. Offenbar stammt dies aus einem Kommentar zu § 121 SGB III. Wo genau ist dies veröffentlicht?
Mich würde auch interessieren, ob die Gerichte diesem Kommentar folgen. Das Problem dürfte sein, daß gesetzlich (Bereich SGB III) nur eine Unterscheidung mit der Grenze von 6 Stunden Arbeitszeit festgelegt ist. Gibt es entsprechende Urteile?
29.03.2011, 16:08 #7
so, nun haben wir den Salat *lecker* ;) - Einladung zur Massnahme (vgl. AktivCenter) bekommen (Details dazu hatte ich ja anderweitig schon kundgetan) - Fahrzeit mit Oeffis ab Wohnung bis Massnahme ca. 1,5 - 2 Stunden je Weg!
Mal gucken, wie lange das ganze gehen soll, ich hoerte was von 2x die Woche, dann aber Vollzeit?
Gilt die Zeitregelung eigentlich auch fuer Massnahmen?
29.03.2011, 19:11 #8
Und dann noch eine weitere Frage von mir zu dem Thema:
Wie sieht es mit 1 Euro Jobs aus (Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung nach § 16d)
Muss man für einen Ein-Euro-Job tatsächlich auch solche Fahrtzeiten in Kauf nehmen? Das wäre ja ein Witz. Früher mussten doch Ein-Euro-Job Ortsnah sein und nicht ewig weit weg.
25.05.2011, 15:57 #9
Wie sieht es denn in diesem Fall aus? Zählt die Wartezeit auf den Bus auch als Pendelzeit.
Denn ich habe 2 Stundenwartezeit, morgens 1 Stunde und Abends. Bis ich in den Anschlußbus umsteigen kann. Und die reine Fahrzeit sind 40 Minuten.
Und wenn Ferien sind, ist die Verbindung noch viel schlechter.
Wobei ich denke, die wenigsten haben schon um 16.30 Uhr Feierabend.
25.05.2011, 16:30 #10
Die Wegezeit zählt ab der Haustür. Die Wartezeiten gehören dazu.
Eine Fahrt zählt also mit 1:40 Std. Das ergibt eine Pendelzeit von 3 Std. und 20 min. am Tag.
Falls es um eine 'richtige Arbeit' geht, könnte man über Umzug oder Zweitwohnung am Arbeitsort (auswärtige Unterbringung) nachdenken.
25.05.2011, 16:52 #11
Ich habe mit meinem Vermittler gesprochen, gerade da wegen der Zumutbarkeit. Und mir wurde es schon Angst und Bange weil dieser Vermittlungsvorschlag war mit Rechtsbelehrung. Das dies zumutbar sei. Aber ich habe meinem Vermittler erklärt, dass diese Verbindung einfach schlecht ist.
Und er hatte für dies auch Verständnis und meinte es hätte keine Konsequenzen.
25.05.2011, 17:37 #12
naja dashat keine wirkung
dasist nur eine dienstanweisung und die hat bei gericht kein bestand
§ 10 SGB2 ist nicht festgelegt wieviel stunden zumubar sind an fahrtweg
denke da wird rübergesprungen werden zu 121 sgb3 da stehts drin
würde mich nicht auf dienstanweisungen verlassen
schon garnicht was das JC oder arbeitsamt veröffentlicht
da steht viel mist drin
ich würd mich auf § 121 SGB3 berufen
weil es da klip und klar drin steht mit werten
25.05.2011, 18:28 #13
Da richte deinen Blick doch mal genauer auf den Abs. 4.
Dort geht es um die Pendelzeiten die "üblich" sind.
Innerhalb Berlins z.B., wo man ggf. problemlos bis zu sogar 3 Stunden benötigen kann, ist JEDER Arbeitsweg zumutbar.
Außerdem reisen viele pendler aus dem Umland nach Berlin jeden Tag zur Arbeit und von daher gibt es in und um Berlin keinerlei zeitliche Wegebegrenzung.
Wer Berlin kennt, u.a. auch die "Qualität" der Öffentlichen VBetriebe und deren Fahrzeiten, - der weiß das Berlin nicht nur sehr groß ist, sondern oft genug jeder Weg zur Odyssee werden kann.
Der Knackpunkt ist eben immer "üblich" und schon ist der obere Gesetzesteil nicht mehr die Bohne wert.
25.05.2011, 18:36 #14
alles eine frage der auslegungssache
mehr ist dasnicht mit dem gesetz
wer besser argumentieren kann gewinnt^^
25.05.2011, 18:51 #15
Nicht immer und nicht in jedem Fall.
Hier ist das Gesetz sehr eindeutig und nicht auslegbar.
25.05.2011, 19:28 #16
Im § 10 SGB II kommen keine Pendelzeiten vor, sondern nur im § 121 SGB III. Also gilt letztere Regelung für alle jobsuchenden Erwerbslosen und Diejenigen, die einen Hinzuverdienst- oder Aufstockerjob erledigen.
Die Pendelei ist also nicht entfernungsabhängig und nicht abhängig von den Kosten des gewählten Verkehrsmittels, sondern nur von der aufgewendeten Zeit. Daran sollte man auch denken, wenn man zu wechselnden Einsatzorten bei einer Leih- oder Einsatzbude oder bei anderen Jahreszeiten zum AG muß.
Die Pendelzeit als einziges Zumutbarkeitkriterium zu nehmen, ist nicht mehr zeitgemäß in dieser Arbeitslosenbürokratenwelt, wenn ich so an die steigenden Fahr-, Energie- und Kraftstoffpreise denke. Da sollte sich die Bundesagentur für Arbeit und von der Leyen (Teilhabe am soziokultuellem Existenzminimum) mit ihren Kostenerstattungen für Mobilitätsbeihilfen und Fahrten zu Vorstellungsgesprächen auch einmal bewegen. Die Kostenerstattung von 0,20 Euro je gefahrenen Kilometer ist ein schlechter Witz bei steigenden Kraftstoffpreisen.
Deshalb wird es auch Zeit, daß das Bundeskartellamt aufhört der Mineralölwirtschaft nur zu drohen, sondern tatsächlich mal kräftig in den Hintern zu treten. Aber da müssten auch endlich mal die Lobbyisten ein Abgeordnetenverbot in den Parlamenten bekommen, denn die verhindern die Durchsetzung solcher Sanktionen.
Keine Handhabe gegen teure Tankstellen - Frontal21 - ZDFmediathek - ZDF Mediathek
http://frontal21.zdf.de/ZDFde/downlo...7021693,00.pdf
Keine Handhabe gegen teure Tankstellen
25.05.2011, 19:45 #17
Eine Arbeit ist nicht allein deshalb unzumutbar, weil ...
Punkt 4. SGB II ... die Arbeitsbedingungen ungünstiger sind als bei den bisherigen Beschäftigungen der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person, ...
Ist typisch zusammengerührter juristischer Quark der Hartzkommission - dehnbar und auslegbar, ganz nach willkürlichen Gutdünken eines Sachbearbeiters oder Fallmanagers. Nichts handfest Konkretes mit Adresse und Hausnummer.
Seit wann kann man Arbeitslose nach Güteklassen bisheriger Beschäftigungen unterscheiden?
Wenn man einmal so blöd war und sich in Unkenntnis der exisierenden Arbeitsbedingungen auf einen erheblich längeren Pendelweg jenseits der 2 oder 2,5 Std. in einer Eingliederungsvereinbarung einließ, dann gilt wohl dieser letzte Zustand auf immer und ewig?
Probependeln, um die realen Pendelverhältnisse auszutesten, bezahlt kein Amt.
25.05.2011, 22:29 #18
Also... ist es denn Zumutbar das mein Freund 18 KM mit Fahrrad und wieder 18 KM zurückfahren müsste?
Es ist eine Maßnahme mit Aufwandsentschädigung.
Ist es zumutbar tut er wenigstens was für seine Figur
26.05.2011, 00:35 #19
Deswegen sage ich immer wieder: Unternehmer haben gesellschaftspolitische und volkswirtschaftliche Pflichten zu erfüllen - dort dauerhaft Arbeit zu schaffen, wo die Menschen leben und wohnen!
Wozu brauchen Unternehmer globale Geschäfte, wenn es nicht einmal in den Regionen funktionierende Arbeits- und Sozialstrukturen gibt.
Damit wären zumutbare Arbeitswege auf kurze Distanzen durchaus machbar.
Ich habe bei einem in meiner Region tätigen Unternehmer eine Einstellung zur Geschäftsführung auf seiner Internetseite gelesen, die ich für vernünfig ansehe:
- Brückner Weinböhla Containerdienst, Baustoffe, Abbruch, Recycling in Weinböhla, Meißen, Radebeul, Dresden, Radeburg...
Auf dieser Unterseite findet man seine Ansicht:
Geschichte - Brückner Weinböhla Containerdienst, Baustoffe, Abbruch, Recycling in Weinböhla, Meißen, Radebeul, Dresden, Radeburg...
Trotz unserer über hundertjährigen Geschichte, war und ist unser Ziel, nie die übermäßige Expansion. Bei uns steht das vertrauensvolle und persönliche Verhältnis zum Kunden im Vordergrund.
Mit anderen Worten: Bleib mit beiden Beinen auf dem Teppich und im Lande, nähre dich redlich.
26.05.2011, 15:00 #20
Das wird nicht zumutbar sein.
27.05.2011, 17:34 #21
18 Km mit dem Radel? Derjenige müsste dann aber schon sehr fitt sein, und auch dann würde er total müde an seinem Arbeitsplatz ankommen. Und was ist im Winter?
Ich glaube, mehr als 5 - 6 km dürften mit dem Rad wohl nicht zumutbar sein.
01.06.2011, 13:48 #22
Wie kann ich etwa ausrechnen, wie lange man braucht von einer Straße bis zur Bushaltestelle zu laufen? Also reine Laufzeit.
Ausprobieren wäre das aller beste, aber wenn man sich nicht auskennt.
Kann ich dies auch mit dem Routenplaner machen. Da rechnet es allerdings aus, wie lange man mit einem Fahrzeug braucht?
01.06.2011, 14:50 #23
Bei meinem Verkehrsverbund zeigt die Online-Fahrplanauskunft auch die Gehwegzeiten an. Die Auskunft geht von 4 Kilometer die Stunde aus.
welchen Verkehrbund ist es bei dir auch Ding??ß
01.06.2011, 16:10 #24
Und sollte wieder Erwarten doch paar Krümel Schnee fallen, dann schnall'n mer uns de Brettl a.
YouTube - &#x202a;Anton Günther - Schneeschuhfahrermarsch&#x202c;&rlm;
01.06.2011, 16:50 #25
Bei Navigationsgeräten kann man auch Strecken als Fußgänger eingeben. Auch Google Maps biete so was an:
Google Maps auf's Fußgängersymbol klicken.
Man klickt mit der rechten Maustaste in der Google-Maps-Karte eine Startposition an und als zweites wieder mit der rechten Maustaste eine Zielposition und dann Route berechnen.
Ein gesunder Fußgänger schafft im ebenen Gelände ca. 5 km/h. Also Entfernung s in km : Geschwindigkeit v in km/h = Zeit t in h
7,5 km : 5 km/h = 1,5 h
Will man statt der Stunden die Minuten haben, multipliziert man Wert mit 60, z.B. 1,5 h * 60 = 90 min.
anderer Wert:
1,7 h * 60 = 102 min

References: § 121
 § 16

§ 10
 § 121
 § 10
 § 121