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Timestamp: 2019-10-22 20:19:19+00:00

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Rechtsprechung: GmbHR 1999, 715 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Zweibrücken, 22.12.1998
BGH, 08.03.1999 - II ZR 159/98
https://dejure.org/1999,740
BGH, 08.03.1999 - II ZR 159/98 (https://dejure.org/1999,740)
BGH, Entscheidung vom 08.03.1999 - II ZR 159/98 (https://dejure.org/1999,740)
BGH, Entscheidung vom 08. März 1999 - II ZR 159/98 (https://dejure.org/1999,740)
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BGB § 823 Bf Abs. 2; GmbHG § 64 Abs. 1
Ansprüche eines Sozialversicherungsträgers auf Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen gegen eine insolvente Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - Schadensersatz wegen nicht abgeführter Gesamtsozialversicherungsbeiträge - Neugläubigerstellung - Schaden wegen ...
Keine "Neugläubigerhaftung" des GmbH-Geschäftsführers nach Konkursverschleppung für nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge
BGB § 823 Abs. 2; GmbHG § 64 Abs. 1
Beitragsvorenthaltung, Geschäftsführer, Gesellschaftsrecht, Haftung, Insolvenzverfahrensverschleppung, Leistungen an Sozialkassen, Schadensersatzanspruch
Gesellschaftsrecht; Haftung des Geschäftsführers für die Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen im Insolvenzfall
GmbHG § 64 Abs. 1; BGB § 823 Abs. 2, § 826; StGB § 266a
Konkursverschleppung; Ansprüche der Sozialversicherungsträger gegen Geschäfts-führer
Persönliche Haftung von Gesellschaftern und Geschäftsführern einer insolventen GmbH
NJW 1999, 2182
ZIP 1999, 967
MDR 1999, 1011
NZI 1999, 269
NZS 1999, 392
VersR 1999, 867
WM 1999, 1117
BB 1999, 1290
DB 1999, 1209
GmbHR 1999, 715
NZG 1999, 718
Auszugleichen ist vielmehr in der Regel lediglich das negative Interesse, z.B. in Form von Aufwendungen für Waren- und Lohnkosten, die der Neugläubiger wegen des Vertragsschlusses mit der Schuldnerin erbracht hat (…Sen. Urt. v. 12. März 2007 - II ZR 315/05, ZIP 2007, 1060 Tz. 23; v. 8. März 1999 - II ZR 159/98, ZIP 1999, 967).
Haftung des Geschäftsführers einer Bau-GmbH wegen Verletzung der …
Auszugleichen ist vielmehr lediglich das negative Interesse, z.B. in Form von Waren- und Lohnkosten, die der Neugläubiger wegen des Vertragsschlusses mit der Schuldnerin erbracht hat (vgl. BGH, Urteil vom 6. Juni 1994 - II ZR 292/91, BGHZ 126, 181, 201; Urteil vom 25. Juli 2005 - II ZR 390/03, BGHZ 164, 50, 60; Urteil vom 8. März 1999 - II ZR 159/98, ZIP 1999, 967;… Urteil vom 5. Februar 2007 - II ZR 234/05, BGHZ 171, 46 Rn. 21;… Urteil vom 12. März 2007 - II ZR 315/05, ZIP 2007, 1060 Rn. 23;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 20, 40), und das nur ausnahmsweise auch einen entgangenen Gewinn umfassen kann (BGH…, Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 15).
b) Ebenfalls noch zutreffend hat das Berufungsgericht die Klägerin hinsichtlich der nach Eintritt der Konkursreife mit der Schuldnerin geschlossenen Verträge als Neugläubigerin angesehen und sie für berechtigt gehalten, ihren Vertrauensschaden geltend zu machen (BGHZ 126, 181, 201; 164, 50, 60; Sen.Urt. v. 8. März 1999 - II ZR 159/98, GmbHR 1999, 715, 716).
Der Schadensersatzanspruch wegen Insolvenzverschleppung ist vielmehr auf Ersatz des negativen Interesses gerichtet (BGH, Urteil vom 8. März 1999 - II ZR 159/98, ZIP 1999, 967; Urteil vom 6. Juni 1994 - II ZR 292/91, BGHZ 126, 181, 194 ff.;… Urteil vom 5. Februar 2007 - II ZR 234/05, BGHZ 171, 46 Rn. 13;… Urteil vom 12. März 2007 - II ZR 315/05, ZIP 2007, 1060 Rn. 23; Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07;… ZIP 2009, 1220 Rn. 15;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 40;… Urteil vom 14. Mai 2012 - II ZR 130/10, ZIP 2012, 1455 Rn. 13, 15;… Urteil vom 22. Oktober 2013 - II ZR 394/12, ZIP 2014, 23 Rn. 7).
Nach der Senatsrechtsprechung ist unter Berücksichtigung dieses Schutzzwecks der Insolvenzantragspflicht in aller Regel nur der Schaden ersatzfähig, der dadurch entsteht, dass der vertragliche Neugläubiger infolge des Vertragsschlusses mit der insolvenzreifen Gesellschaft im Vertrauen auf deren Solvenz dieser noch Geld- oder Sachmittel als Vorleistungen zur Verfügung stellt und dadurch Kredit gewährt, ohne einen entsprechend werthaltigen Gegenanspruch oder eine entsprechende Gegenleistung zu erlangen, oder er infolge des Vertragsschlusses Aufwendungen erbracht hat (vgl. BGH, Urteil vom 8. März 1999 - II ZR 159/98, ZIP 1999, 967; Urteil vom 25. Juli 2005 - II ZR 390/03, BGHZ 164, 50, 60;… Urteil vom 5. Februar 2007 - II ZR 234/05, BGHZ 171, 46 Rn. 13;… Urteil vom 12. März 2007 - II ZR 315/05, ZIP 2007, 1060 Rn. 23;… Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 15;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 40;… Urteil vom 14. Mai 2012 - II ZR 130/10, ZIP 2012, 1455 Rn. 13;… Urteil vom 22. Oktober 2013 - II ZR 394/12, ZIP 2014, 23 Rn. 7).
So führe der BGH explizit in seiner Grundsatzentscheidung vom 06.06.1994 (in Deutsches Steuerrecht - DStR - 1994, 1054) aus, dass der Schaden ersetzt werden solle, der den vertraglichen Neugläubigern dadurch entstehe, dass sie bereits im Zeitpunkt des Vertrages mit der schon insolvenzreifen GmbH einen nicht werthaltigen Gegenanspruch erlangen und im Vertrauen auf die Solvenz der Gesellschaft Leistungen erbringen, die am Ende nicht vergütet werden (Hinweis auf BGH-Urteile vom 08.03.1999 in DStR 1999, 988 ; vom 07.07.2003 in DStR 2003, 1672 ).
Ersetzt werden müsse im Rahmen dieser Haftung nur das negative Interesse (Hinweis auf BGH-Urteile in DStR 1999, 988 ; in DStR 2003, 1672 ).
Hinsichtlich der Haftung nach § 191 AO i.V.m. §§ 64, GmbHG, 823 BGB führt der Beklagte an, dass die Rechtsprechung des BGH (in DStR 1999, 988 ; in DStR 2003, 1672 ) einer Haftung nicht entgegenstehe.
Der Haftungsanspruch nach diesen Normen ist nach gefestigter Rechtsprechung (BGH-Urteile vom 8.3.1999 II ZR 159/98, DStR 1999, 988;…vom 07.07.2003 II ZR 241/02, a.a.O.) lediglich auf das negative Interesse gerichtet.
Denn der Umsatzsteueranspruch wäre bei früherer Antragstellung und damit ggf. verbundener früherer Einstellung der Geschäftstätigkeit gar nicht erst entstanden (vgl. entsprechend BGH-Urteil in DStR 1999, 988 ).
BGH, 07.07.2003 - II ZR 241/02
Umfang der Schadensersatzpflicht wegen Insolvenzverschleppung
Der Senat hat hierzu bisher nicht abschließend Stellung nehmen müssen (vgl. Sen.Urt. v. 8. März 1999 - II ZR 159/98, ZIP 1999, 967 = WM 1999, 1117); die Frage bedarf auch hier keiner Entscheidung.
Die Klägerin verkennt selbst nicht, daß sie wegen der Beitragsausfälle, die durch die Insolvenz der G. GmbH entstanden sind, den Beklagten nicht unter dem Gesichtspunkt der Insolvenzverschleppung belangen kann; denn ein solcher Anspruch richtete sich auf Ersatz des positiven Interesses, das im Rahmen des § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 64 Abs. 1 GmbHG nicht geschützt wird (Sen.Urt. v. 8. März 1999 aaO).
KG, 03.04.2001 - 9 U 725/00
Haftung eines nicht zum Geschäftsführer bestellten Bevollmächtigten einer GmbH …
Zum anderen können Sozialversicherungsträger, die Ansprüche auf Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen gegen eine insolvente GmbH nach dem Zeitpunkt erworben haben, in dem ihr Geschäftsführer hätte Konkursantrag stellen müssen, von diesem nicht im Wege des Schadensersatzes nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 64 Abs. 1 GmbHG Erfüllung der Beitragsschuld der GmbH verlangen (BGH NJW 1999, 2182, 2183).
Dennoch sind auch diese Ansprüche nicht in den Schutzbereich des § 64 Abs. 1 GmbHG einbezogen, weil die betreffende Gläubigerstellung im Rechtsinne nicht -- wie bei den sogenannten Neugläubigem -- auf der Versäumung der Konkursantragspflicht beruht, sondern auf dem Bestehen eines versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses (BGH NJW 1999, 2182, 2183).
Ein solches (positives) Interesse der Sozialversicherungsträger wird im Rahmen der §§ 823 Abs. 2 BGB, 64 Abs. 1 GmbHG nicht geschützt (BGH NJW 1999, 2182, 2183) und vermag deshalb auch im Rahmen eines Schadensersatzbegehrens wegen sittenwidriger Schädigung, gestützt auf vorsätzliche Konkursverschleppung, den Anspruch nicht zu begründen.
Insoweit besteht allein die Pflicht, fristgerecht Konkursantrag zu stellen (BGH NJW 1999, 2182, 2183).
Auszugleichen ist vielmehr lediglich das negative Interesse, zum Beispiel in Form von Waren- und Lohnkosten, die der Neugläubiger wegen des Vertragsschlusses mit dem Schuldner aufgewendet hat (BGHZ 126, 181 (201); 164, 50 (60); BGH ZIP 1999, 967;… ZIP 2009, 1220 ff., Rz. 15;… NJW 2012, 3510 ff., Rz. 15 m.w.N.).
In den Beitragsausfällen für den Zeitraum April bis Juli 2004 kann indes keine durch die Insolvenzverschleppung bedingte Vermögenseinbuße der Klägerin gesehen werden; in der bloßen Entstehung eines - wertlosen - Anspruches liegt kein Schaden des Gläubigers (BGH ZIP 1999, 967).
Hinsichtlich der Haftung nach § 191 AO i.V.m. §§ 64 GmbHG, 823 BGB führt der Beklagte ergänzend an, dass die Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 08.03.1999 in DStR 1999, 988 ) der Haftung nicht entgegenstehe.
OLG Hamm, 13.09.1999 - 13 U 61/99
OLG Hamm, 10.01.2000 - 13 U 114/99
OLG Hamm, 09.01.2000 - 13 U 114/99
Voraussetzungen eines Schadenersatzanspruchs gegen den Vereinsvorstand wegen …
OLG Zweibrücken, 22.12.1998 - 8 U 98/98
https://dejure.org/1998,12847
OLG Zweibrücken, 22.12.1998 - 8 U 98/98 (https://dejure.org/1998,12847)
OLG Zweibrücken, Entscheidung vom 22.12.1998 - 8 U 98/98 (https://dejure.org/1998,12847)
OLG Zweibrücken, Entscheidung vom 22. Dezember 1998 - 8 U 98/98 (https://dejure.org/1998,12847)
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Geschäftsleiterpflichten, Haftung nach § 43 GmbHG, Innenhaftung, Pflichtverletzung nach § 43 Abs. 2 GmbHG, Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns, unternehmerische Entscheidungen
GmbHR 1999, 715 (Ls.)
NZG 1999, 506
Der Sorgfaltsstandard hat sich dabei an der Person eines selbständigen, treuhänderischen Verwalters fremder Vermögensinteressen zu orientieren (vgl. OLG Zweibrücken NZG 1999, 506;… Baumbach/Hueck/Zöllner/Noack, § 43 GmbHG, Rn. 9).
OLG Nürnberg, 16.07.2014 - 12 U 2267/12
GmbH: Bestellung eines gemeinsamen Vertreters durch die Mitberechtigten an einem …
aa) Die Sorgfalt, die der Geschäftsführer einer GmbH zu beachten hat, ist zu bemessen an der Sorgfalt eines selbständigen, treuhänderischen Verwalters fremder Vermögensinteressen in verantwortlicher leitender Position (…Scholz/Schneider, a.a.O., § 43 GmbHG Rdnr. 33; RGZ 64, 257; OLG Koblenz, GmbHR 1991, 417; OLG Zweibrücken, GmbHR 1999, 715; OLG Bremen, GmbHR 1964, 8).
Die Sorgfaltspflichten des GmbH-Geschäftsführers gehen über diejenigen eines ordentlichen Kaufmanns hinaus; verlangt wird diejenige Sorgfalt, die ein ordentlicher Geschäftsmann in leitender Position bei selbstständiger treuhänderischer Wahrnehmung fremder Vermögensinteressen zu beachten hat, wobei der Vorteil für die GmbH zu wahren und Schaden von ihr abzuwenden ist (vgl. OLG Zweibrücken NZG 1999, 506 ff.; OLG Rostock, OLGR Rostock 2006, 106 ff.).
Die Sorgfalt, die der Geschäftsführer einer GmbH zu beachten hat, ist zu bemessen an der Sorgfalt eines selbständigen, treuhänderischen Verwalters fremder Vermögensinteressen in verantwortlicher leitender Position (vgl. nur: OLG Koblenz GmbHR 1991, 417; OLG Zweibrücken GmbHR 1999, 715).
So wird die Stellung des Geschäftsführers einerseits geprägt durch die Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen und andererseits durch das Vertrauen, das die Gesellschafter dem Geschäftsführer durch die Übertragung der Verantwortung für das Unternehmen entgegenbringen (OLG Zweibrücken NZG 1999, 506 Rn. 61).

References: § 823
 § 64
 § 823
 § 64
 § 64
 § 823
 § 826
 § 266
 BGH 
 § 191
 BGH 
 § 823
 § 64
 § 823
 § 64
 § 64
 BGH 
 § 191
 BGH 
 § 43
 § 43
 § 43
 § 43