Source: https://datenreport.bibb.de/html/22.htm
Timestamp: 2020-07-10 00:40:40+00:00

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BIBB / Datenreport 2009 / A1.1 Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage
Im Zeitraum vom 01.10.2007 bis 30.09.2008 wurden bundesweit 616.259 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, 9.626 bzw. 1,5 % weniger als im Jahr zuvor.5 Das ist das Ergebnis der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30.09.2008. Dabei verlief die Entwicklung in West und Ost unterschiedlich. Denn während im Osten die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse stark sank (-11.280 bzw. -9,0 %) und mit insgesamt 113.818 auf den drittniedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung fiel, stieg in den alten Ländern die Zahl der neuen Verträge noch einmal an (+1.654 bzw. +0,3 % gegenüber 2007) und erreichte mit 502.441 den höchsten Stand seit 1992.
Die BIBB-Erhebung zum 30. September wird jährlich auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) in Zusammenarbeit mit den für die Berufsausbildung zuständigen Stellen durchgeführt. Berücksichtigt werden alle Ausbildungsverträge, die zwischen dem 1. Oktober des Vorjahres und dem 30. September des laufenden Jahres neu abgeschlossen und nicht vorzeitig wieder gelöst wurden. Die Meldungen über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge werden bis Ende November von den zuständigen Stellen an das BIBB übermittelt. Erste Auswertungsergebnisse liegen bereits Mitte Dezember vor. Die Daten sind in tabellarischer Form auf den Internetseiten des BIBB 6 abrufbar und fließen in den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung ein.
Entwicklung in den Ländern und Regionen
Wie eine weitere regionale Differenzierung nach Ländern und Arbeitsagenturbezirken zeigt, kam es 2008 jedoch nicht in allen Teilen Westdeutschlands zu Zuwächsen bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. So wurden in den Ländern Hamburg (+4,4 %), Bremen (+3,1 %), Niedersachsen (+1,8 %), Baden-Württemberg (+1,1 %), Bayern (+0,8 %) und Schleswig-Holstein (+0,3 %) Steigerungen der Vertragszahlen erzielt. In den Ländern Rheinland-Pfalz (-3,6 %), Hessen (-1,6 %), im Saarland (-0,3 %) und in Nordrhein-Westfalen (-0,1 %) wurden dagegen Rückgänge verbucht. Im Osten Deutschlands verringerte sich die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in allen 6 Ländern, am stärksten in Sachsen (-15,3 %), Mecklenburg-Vorpommern (-10,9 %), Thüringen (-9,4 %) und Sachsen- Anhalt (-8,7 %). Die Rückgänge in Berlin (-2,5 %) und Brandenburg (-4,2 %) fielen dagegen relativ mäßig aus Tabelle A1.1-1 (mit nach Ländern unterteilten Zeitreihen von 1992 bis 2008). Zuwächse bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen gab es im Osten Deutschlands nur in 3 Teilregionen, in den Arbeitsagenturbezirken Eberswalde, Sangerhausen und Oschatz.
Dagegen wurden in 70 der insgesamt 141 westdeutschen Regionen Steigerungen bei den Neuabschlüssen registriert, wobei in 25 Regionen die Zuwachsraten sogar die Vier-Prozent-Marke übertrafen.
E Arbeitsagenturbezirke
Neben den 16 Ländern lässt sich die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bis auf die Ebene der Arbeitsagenturen herunterbrechen. Eine Ausnahme bildet Berlin, für das ein differenzierter Nachweis der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nach den Arbeitsagenturbezirken nicht möglich ist. Insgesamt liegen für 176 Regionen Deutschlands (35 ost- und 141 westdeutsche Regionen) gesonderte Ergebnisse vor. Da 2008 die 3 bisherigen Arbeitsagenturbezirke des Saarlandes (Saarbrücken, Saarlouis und Neunkirchen) im neuen Arbeitsagenturbezirk Saarland zusammengefasst wurden, wird sich die Zahl der unterscheidbaren Regionen in Zukunft auf 174 reduzieren.
Entwicklung nach Zuständigkeitsbereichen
Übersicht A1.1-1
Übersicht A1.1-1: Entwicklung der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nach Zuständigkeitsbereichen von 1992 bis 2008
Ähnlich uneinheitlich wie in den alten und neuen Ländern verlief die Vertragsentwicklung auch in den verschiedenen Zuständigkeitsbereichen. Als einziger Zuständigkeitsbereich konnten Industrie und Handel 2008 bundesweit ein Plus von insgesamt 1.710 bzw. +0,5 % zusätzlichen Neuabschlüssen vermelden. Sie registrierten damit insgesamt 369.194 neue Ausbildungsverträge. Dies waren so viele wie noch nie seit 1992 Übersicht A1.1-1. Damit bauten Industrie und Handel ihre Stellung als den mit Abstand größten Ausbildungsbereich weiter aus. 2008 wurden bundesweit bereits 60 von 100 neuen Verträgen bei den Industrie- und Handelskammern eingetragen.7 Der erneute Zuwachs bei Industrie und Handel resultierte 2008 aber allein aus der Entwicklung in den alten Ländern. Dort stieg die Zahl der bei Industrie und Handel verbuchten Neuabschlüsse um +7.561 bzw. +2,6 %. Größere absolute Zuwächse gab es dabei in den Berufen Verkäufer/-in (+999), Industriemechaniker/-in (+960), Fachinformatiker/-in (+911), Zerspanungsmechaniker/- in (+809), Bankkaufmann/frau (+659) und Fachkraft für Lagerlogistik (+551). Im Osten Deutschlands schlug sich der starke Abbau der außerbetrieblichen Ausbildungsplätze dagegen auch in einem merklichen Rückgang der bei Industrie und Handel registrierten Ausbildungsverträge nieder (-5.851 bzw. -7,5 %). Stark betroffen waren davon die Berufe Koch/Köchin (-1.093), Kaufmann/frau im Einzelhandel (-571), Fachkraft im Gastgewerbe (-486), Verkäufer/-in (-446), Restaurantfachmann/ frau (-428) und Bürokaufmann/frau (-420).
Die absolut und relativ stärksten Einbußen aller Zuständigkeitsbereiche musste 2008 das Handwerk hinnehmen. Im zweitgrößten Zuständigkeitsbereich wurden bundesweit 170.159 neue Lehrverträge eingetragen, 9.539 bzw. 5,3 % weniger als ein Jahr zuvor. Insbesondere im Osten sank die Zahl der Neuabschlüsse (-4.459 bzw. -13,9 %), während der Rückgang im Westen (-5.080 bzw. -3,4 %) zumindest in relativer Hinsicht vergleichsweise moderat ausfiel. Die absolut größten Rückgänge im Handwerk verzeichneten bundesweit die Berufe Kraftfahrzeugmechatroniker/- in (-1.787), Friseur/-in (-1.200), Tischler/-in (-740), Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungsund Klimatechnik (-679), Maler/-in und Lackierer/-in (-675), Metallbauer/-in (-534), Dachdecker/-in (-527) und Maurer/-in (-521). Allein die Veränderungen in diesen 8 Berufen summieren sich auf ein Minus von 6.663, dies sind knapp 70 % des Gesamtrückgangs.
Bei den für den öffentlichen Dienst zuständigen Stellen wurden bundesweit 13.165 Ausbildungsverträge registriert. Das entspricht einem Rückgang um 247 Verträge (-1,8 %). Die zuständigen Stellen für die Landwirtschaft meldeten bundesweit 15.218 neue Ausbildungsverhältnisse (2007: 15.902 Abschlüsse, -4,3 %). Das Minus resultierte hier insbesondere aus der Entwicklung in den zwei Berufen Gärtner/-in (-511) und Landwirt/-in (-238). Insbesondere im Osten sank die Vertragszahl in den beiden Berufen (-256 bzw. -211). Beim Gärtnerberuf dürfte dabei vor allem der Abbau außerbetrieblicher Ausbildung eine bedeutende Rolle gespielt haben (siehe unten).
Die freien Berufe verzeichneten bei einem bundesweit nur mäßigen Rückgang von 609 Verträgen bzw. -1,4 % die nach Industrie und Handel zweitbeste Entwicklung aller 7 Zuständigkeitsbereiche. Die Ärzte- (+42 bzw. +0,3 %), Apotheker- (+67 bzw. +3,3 %) und Steuerberaterkammern (+70 bzw. +1,1 %) meldeten sogar Zuwächse; lediglich bei den Anwalts- (-347 bzw. -4,7 %), Tierärzte- (-30 bzw. -1,6 %) und Zahnärztekammern (-411 bzw. -3,4 %) wurden Rückgänge registriert. Insgesamt wurden von den freien Berufen im Berichtsjahr 2008 43.947 neue Ausbildungsverträge verbucht (Erhebung 2007: 44.556). Im Bereich Hauswirtschaft wurde mit bundesweit 4.271 Ausbildungsverträgen ebenfalls ein Minus verzeichnet; dieses lag bei -203 bzw. -4,5 %. In der Seeschifffahrt, dem kleinsten Zuständigkeitsbereich, wurden 305 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen (-54 bzw. -15,0 %).
Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in neuen und neu geordneten Berufen
Von 1996 bis 2008 wurden mehr als 70 Ausbildungsberufe neu entwickelt und über 200 weitere modernisiert (neu geordnet) vgl. Kapitel A5.1.2. Im Jahr 2008 konnte erstmalig in 7 neuen Berufen ausgebildet werden; 3 weitere Berufe kamen zu den modernisierten hinzu (vgl. Bundesinstitut für Berufsbildung 2008). Die Zahl der erstmalig abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den 7 neuen Berufen bezifferte sich auf insgesamt 1.400, darunter 842 (60,1 %), die mit jungen Frauen vereinbart wurden:
Automatenfachmann/frau: 34 (darunter 4 mit weiblichen Auszubildenden)
Fachkraft für Automatenservice: 58 (weiblich: 23)
Fotomedienfachmann/frau: 89 (weiblich: 57)
Personaldienstleistungskaufmann/frau: 1.028 (weiblich: 712)
Produktionstechnologe/Produktionstechnologin: 22 (weiblich: 4)
Servicekraft für Schutz und Sicherheit: 153 (weiblich: 37)
Speiseeishersteller/-in: 16 (weiblich: 5)
In den 3 modernisierten Berufen wurden 17.831 neue Verträge registriert (-1.293 gegenüber 2007), darunter:
Fachkraft für Schutz und Sicherheit: 970 (-93 gegenüber 2007)
Friseur/Friseurin: 16.847 (-1.200)
Seiler/Seilerin: 14 (± 0).
In der Regel benötigt es etwas Zeit, bis sich alle Betriebe, Verwaltungen, Praxen und sonstigen Ausbildungseinrichtungen auf die Ausbildungsmöglichkeiten und -modalitäten in neu geschaffenen Ausbildungsberufen eingestellt haben. Dies führt dazu, dass im zweiten und dritten Jahr nach ihrer Einführung nochmals deutliche Steigerungen der Vertragszahlen in den neuen Berufen zu verzeichnen sind. Dies war auch 2008 der Fall. So wurden in den 3 neuen Berufen aus dem Jahr 2007 (Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten, Holz- und Bautenschützer/-in, Sportfachmann/ frau) insgesamt 224 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, dies waren +89 bzw. +65,9 % mehr als 2007. Die Zahl der Neuabschlüsse in den 4 neuen Berufen des Jahres 2006 (Fachangestellte/-r für Markt- und Sozialforschung, Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice, Kaufmann/frau für Dialogmarketing, Servicefachkraft für Dialogmarketing) betrug 2008 2.871 und lag damit um +167 bzw. +6,2 % höher als ein Jahr zuvor Tabelle A1.1-2 (mit nach dem Geschlecht differenzierten Angaben für die Jahre 2006 bis 2008).
Betriebliche und außerbetriebliche Ausbildungsverträge
Ausgehend von dem Wunsch des BIBB-Hauptausschusses, die Datenbasis für die Analyse des überwiegend öffentlich finanzierten („außerbetrieblichen“) Ausbildungsvolumens öffentlich finanierte Ausbildung zu verbessern, hat das BIBB im Auftrag des BMBF am 15.04.2008 ein Expertengespräch mit Vertreter/-innen der Spitzenverbände aus Industrie/Handel, Handwerk und den freien Berufen geführt. Als Ergebnis dieses Gesprächs wurde vereinbart, das seit der Erhebung 2005 fakultative Merkmal „Finanzierungsform“ mit der Erhebung 2008 als reguläres Merkmal einzuführen. Grundlage für die Entscheidung war u. a. eine Änderung des Berufsbildungsgesetzes. Nach § 88 BBiG (2005) wird das Merkmal Finanzierungsform seit dem 01.04.2007 für die Bundesstatistik erhoben. Diese neu hinzugekommenen Informationen für die Bundesstatistik sollten auch dem BIBB für die Erhebung zum 30.09. zur Verfügung gestellt werden.
Allerdings fiel die Entscheidung bereits mitten in den Erhebungszeitraum (01.10.2007 bis 30.09.2008). Deshalb war es nicht mehr allen zuständigen westdeutschen Stellen möglich gewesen, ihre Ausgaberoutinen für den 30.09. an die geänderten Anforderungen anzupassen. In den neuen Ländern, wo die Kammern aufgrund von Ländervereinbarungen die Finanzierungsform bereits seit längerer Zeit miterfassen, konnten dagegen die zuständigen Stellen für alle Regionen (Arbeitsagenturbezirke) Daten zur Zahl der Verträge liefern, die überwiegend öffentlich finanziert sind. Demnach dürfte hier die Erhebung bereits in 2008 zu einem weitgehend vollständigen Ergebnis geführt haben.8
E Überwiegend öffentlich finanzierte Ausbildung („außerbetriebliche“ Ausbildung)
Mit „außerbetrieblicher Ausbildung“ wird jene Form der Berufsausbildung bezeichnet, die „überwiegend öffentlich finanziert“ wird und der Versorgung von Jugendlichen mit Marktbenachteiligungen, mit sozialen Benachteiligungen, mit Lernschwächen bzw. mit Behinderungen dient. Außerbetriebliche Ausbildung wird nach dem Sozialgesetzbuch (SGB II und III), im Rahmen der Bund-Länder-Programme Ost sowie über (ergänzende) Länderprogramme durchgeführt. Maßgeblich für die Zurechnung zum außerbetrieblichen Vertragsvolumen ist die Finanzierungsform und nicht der Lernort. Überwiegend öffentlich finanzierte Ausbildung, die in Betrieben stattfindet, zählt demnach zur außerbetrieblichen Ausbildung.
In der BIBB-Erhebung zum 30. September werden aber nur jene überwiegend öffentlich finanzierten Ausbildungsverhältnisse erfasst, die mit einem Ausbildungsvertrag verbunden sind. Schulische Ausbildungsplätze, die in den außerbetrieblichen Stellenmeldungen der BA enthalten sind, bleiben unberücksichtigt, da die entsprechenden Teilnehmenden nicht den rechtlichen Status eines „Auszubildenden“ haben.
Betriebliche Ausbildungsplätze, die mit einer staatlichen Prämie bezuschusst werden, zählen in der Regel nicht zu den „überwiegend öffentlich finanzierten“ Ausbildungsplätzen. Auch die regulären Ausbildungsverhältnisse des öffentlichen Dienstes werden nicht der außerbetrieblichen Ausbildung zugerechnet. Sie sind zwar öffentlich finanziert, richten sich aber nicht an die oben genannten Zielgruppen. Stammen die Ausbildungsverhältnisse des öffentlichen Dienstes aber aus speziellen Programmen (zum Beispiel zur Versorgung marktbenachteiligter Jugendlicher), werden sie ebenfalls zum außerbetrieblichen Vertragsvolumen hinzugerechnet vgl. Kapitel A5.3.2 (mit differenzierten Angaben zur Gesamtzahl der überwiegend öffentlich geförderten Ausbildungsplätze).
Demnach waren in den neuen Ländern und Berlin von den insgesamt 113.818 neuen Ausbildungsverträgen 25.722 überwiegend öffentlich finanziert. Dies entspricht einem Anteil von 22,6 %. Besonders hoch waren die Anteile in den Berufen, für die die Hauswirtschaft zuständig ist (94,0 %), in den Ausbildungsgängen für Menschen mit Behinderungen (84,0 %), in den zweijährigen Berufen Bauten- und Objektbeschichter/-in (84,0 %), Kraftfahrzeugservicemechaniker/- in (68,4 %), Ausbaufacharbeiter/-in (65,4 %), Fachlagerist/-in (58,4 %), Fahrradmonteur/-in (58,2 %), Änderungsschneider/- in (55,4 %), Fachkraft im Gastgewerbe (52,5 %), Hochbaufacharbeiter/-in (51,9 %) und Verkäufer/-in (46,7 %) sowie darüber hinaus in den Berufen Kosmetiker/-in (49,4 %), Maler/-in und Lackierer/-in (49,1 %) und Tischler/-in (43,4 %). Keine oder nur geringe Anteile an überwiegend öffentlich finanzierter Berufsausbildung waren in den Ausbildungsgängen der freien Berufe (5,8 %), aber z. B. auch in den Berufen Bankkaufmann/frau (0,1 %), Kaufmann/ frau für Versicherungen und Finanzen (0,4 %), Industriekaufmann/frau (1,5 %), Mechatroniker/-in (2,2 %), Kaufmann/frau im Groß- und Außenhandel (3,2 %), Fleischer/-in (3,6 %), Dachdecker/-in (5,5 %) oder Bäcker/-in (5,5 %) zu finden.
Da das Attribut „überwiegend öffentlich finanziert“ erstmalig in 2008 ein reguläres Merkmal der BIBB-Erhebung zum 30. September wurde, können noch keine Vorjahresvergleiche vorgenommen werden. Indirekte Hinweise zur Entwicklung des außerbetrieblichen Vertragsvolumens lassen sich aber der Ausbildungsmarktstatistik der BA entnehmen. Sie registrierte im Berichtsjahr 2007/2008 in Ostdeutschland 38.043 außerbetriebliche Stellenmeldungen und damit 10.879 weniger als 2006/2007. Die Zahl der ostdeutschen Ausbildungsstellenbewerber/-innen, die bei der BA gemeldet waren und in eine geförderte Ausbildungsstelle einmündeten, lag bei 12.816 und damit um 5.166 niedriger als ein Jahr zuvor. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der im Rahmen der BIBB-Erhebung zum 30. September festgestellte Rückgang bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in den neuen Ländern um -11.280 bzw. -9,0 % zu großen Teilen durch den Abbau an überwiegend öffentlich finanzierter Ausbildung zu erklären ist. Dafür spricht auch, dass die Zahl der Neuabschlüsse in den Berufen, in denen nach den Ergebnissen der BIBB-Erhebung zum 30. September 2008 nur zu geringen Anteilen (0 % bis unter 5 %) außerbetrieblich ausgebildet wird, lediglich um 3,3 % sank, während der Rückgang in den Berufen mit überdurchschnittlich hohem außerbetrieblichem Anteil (mehr als 30 %) bei 13,2 % lag. In den alten Ländern registrierte die BA im Berichtsjahr 2007/2008 40.490 außerbetriebliche Ausbildungsstellen und damit 1.685 mehr als 2006/2007. Die Zahl der westdeutschen Ausbildungsstellenbewerber/- innen, die bei der BA gemeldet waren und in eine geförderte Ausbildungsstelle einmündeten, lag bei 20.370 und damit um 5.246 niedriger als ein Jahr zuvor. Aus den Daten der BA ergibt sich somit kein einheitliches Bild, inwieweit der Vertragszuwachs in den alten Ländern um insgesamt 1.654 Neuabschlüsse auf die Veränderung des außerbetrieblichen Ausbildungsvolumens zurückzuführen ist. Die Stellenmeldungen deuten darauf hin, dass der Zuwachs Folge einer leicht zunehmenden außerbetrieblichen Ausbildung gewesen sein könnte, die Einmündungszahlen sprechen dagegen. Allerdings richten sich viele außerbetriebliche Ausbildungsplätze an benachteiligte Jugendliche, die formell nicht als Ausbildungsstellenbewerber/- innen registriert sein müssen. Insofern ist es nicht auszuschließen, dass die leichte Zunahme bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in den alten Ländern die Folge einer mäßigen Ausweitung überwiegend öffentlich finanzierter Ausbildung ist.
Schaubild A1.1-1 Entwicklung der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nach Geschlecht (2002 = 100)
Quelle: BIBB-Erhebung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30. September
Vom Rückgang der neuen Ausbildungsverträge im Berichtsjahr 2008 (um insgesamt -9.626 Abschlüsse) waren allein männliche Jugendliche betroffen, denn die Zahl der mit weiblichen Jugendlichen abgeschlossenen Verträge blieb mit einer leichten Steigerung (+52) nahezu konstant. Allerdings hatten in den Jahren zuvor vor allem die jungen Männer von der positiven Vertragsentwicklung profitiert Schaubild A1.1-1. Insgesamt wurden 258.921 bzw. 42,0 % aller neuen Ausbildungsverhältnisse mit jungen Frauen begründet. Die Zahl der jungen Männer, die einen Ausbildungsvertrag unterschrieben, lag 2008 bei 357.338 und damit um 9.678 (-2,6 %) niedriger als im Jahr zuvor.
Die geschlechtsspezifische Veränderung der Ausbildungszahlen ist insofern bemerkenswert, als sie insbesondere die Berufe des Fertigungsbereichs – mit einem Anteil von rund 90 % bislang eine Domäne der jungen Männer – betraf. Denn während die Zahl der mit männlichen Jugendlichen abgeschlossenen Ausbildungsverträge deutlich zurückging (-7.954 bzw. -3,6 %), schlossen die jungen Frauen in diesen Berufen insgesamt 903 bzw. 3,7 % Ausbildungsverträge mehr ab Tabelle A1.1-3. In den Metallberufen nahm die Zahl der weiblichen Ausbildungsanfänger um +11,2 % (von 5.886 auf nunmehr 6.545) und in den Elektroberufen sogar um +15,9 % (von 1.751 auf 2.030) zu. Die deutlichen Steigerungen wurden sowohl in den alten als auch in den neuen Ländern registriert.
Das starke Minus bei den mit jungen Männern in Fertigungsberufen abgeschlossenen Ausbildungsverträgen resultierte insbesondere aus der Entwicklung in den neuen Ländern. Dort begannen 6.404 junge Männer weniger (-13,6 %) eine entsprechende Ausbildung als im Jahr 2007. Zu vermuten ist, dass dieser Rückgang zu einem größeren Teil mit dem Abbau an außerbetrieblichen Plätzen verbunden war (siehe oben). In der außerbetrieblichen Ausbildung ist der Anteil der jungen Männer besonders hoch; dabei werden viele dieser jungen Männer in Fertigungsberufen ausgebildet.9 So nahm beispielsweise die Zahl der mit ostdeutschen jungen Männern vereinbarten Ausbildungsverträge allein in den Berufen Teilezurichter, Metallbauer, Fahrzeuglackierer, Bauten- und Objektbeschichter, Maler und Lackierer, Tiefbaufacharbeiter, Hochbaufacharbeiter, Ausbaufacharbeiter, Fertigungsmechaniker, Holzmechaniker, Tischler und Fachlagerist um 2.503 Abschlüsse ab. In all diesen Berufen wird überdurchschnittlich stark außerbetrieblich ausgebildet (die Anteile variierten 2008 immer noch zwischen 30,2 % und 84,0 %). Die Zahl der Verträge, die in diesen Berufen mit jungen Frauen abgeschlossen wurden, stieg dagegen um 25. Der geschlechtsspezifische Effekt bei der Veränderung der Neuabschlüsse in den Fertigungsberufen ist gleichwohl nicht allein auf den Abbau außerbetrieblicher Ausbildung zurückzuführen. Ein Beispiel ist der/die Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, ein Beruf, in dem der Anteil außerbetrieblicher Ausbildung auch im Osten relativ gering ist (unter 10 %). Sowohl in den alten (-1.108) als auch in den neuen Ländern (-689) sank die Zahl der neuen Lehrverträge mit den männlichen Jugendlichen, während die mit den jungen Frauen in diesem Beruf vereinbarten Ausbildungsverhältnisse sowohl im Westen (+56) als auch im Osten (+20) anstieg.
Ungeachtet der leicht gestiegenen Ausbildungsbeteiligung der jungen Frauen in den Fertigungsberufen schwächte sich die Konzentration der weiblichen Jugendlichen auf eine relativ geringe Anzahl von Dienstleistungsberufen (vgl. dazu auch Puhlmann, 2006) kaum ab. 2008 fanden sich 75,8 % aller weiblichen Ausbildungsanfänger in nur 25 Berufen wieder. Zu diesen 25 Berufen gehörten gerade einmal 2 Fertigungsberufe (Köchin, Mediengestalterin Digital und Print). Am häufigsten starteten junge Frauen eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel, Bürokauffrau, Verkäuferin, Friseurin und Medizinischen Fachangestellten. Bei den jungen Männern war die Verteilung auf die verschiedenen Berufe des dualen Systems gleichmäßiger. Auf die 25 am häufigsten von männlichen Jugendlichen gewählten Berufe entfielen nur 59,6 % aller männlichen Ausbildungsanfänger, und unter diesen Berufen waren neben stark besetzten Dienstleistungsberufen wie Kaufmann im Einzelhandel, Verkäufer, Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Bankkaufmann, Industriekaufmann und Fachinformatiker auch 16 Fertigungsberufe zu finden Tabelle A1.1-4.
Übersicht A1.1-2
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Übersicht A1.1-2: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2008 nach strukturellen Merkmalen
Im Berichtsjahr 2008 wurde bei insgesamt 97.833 bzw. 15,9 % der 625.259 neuen Ausbildungsverträge eine Verkürzung der Ausbildungszeit vereinbart. Gegenüber der Erhebung 2007 wuchs die Zahl der Verträge mit verkürzter Laufzeit um 3.509 bzw. 3,7 %, und ihr relativer Anteil an allen Neuabschlüssen stieg um 0,8 Prozentpunkte Übersicht A1.1-2.10
Verkürzungen kamen wie bereits in den Vorjahren insbesondere im Handwerk (hier betrug 2008 der Anteil 22,3 %) und in der Landwirtschaft (21,4 %) vor. In Industrie und Handel begannen 14,4 % aller Lehranfänger/-innen eine Ausbildung mit reduzierter Dauer, im öffentlichen Dienst 7,3 %, in den freien Berufen 4,8 %, in der Hauswirtschaft 10,5 % und in der Seeschifffahrt 2,3 %.
In den neuen Ländern und Berlin spielten „verkürzte“ Verträge weiterhin eine deutlich geringere Rolle als in den alten Ländern. Ihr Anteil erreichte hier 11,2 %, während er im Westen 16,9 % betrug. Diese Differenz ergibt sich im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Bedeutung des Berufsgrundbildungsjahres und der berufsvorbereitenden Berufsfachschulen, deren Besuch in den alten Ländern vielfach zur Verkürzung der Ausbildungszeit führt. In den Ländern mit einem relativ hohen Anteil von Absolventen/ Absolventinnen dieser berufsbildenden Schulen war auch der Anteil der Verträge mit verkürzten Laufzeiten entsprechend hoch. 2008 lag er in Niedersachsen bei 24,0 % und im Saarland bei 21,8 %. In Baden- Württemberg betrug er 23,2 %.
Insbesondere Abiturienten und Abiturientinnen wird des Öfteren eine Verkürzung der Ausbildungszeit zugestanden. Dies erklärt die hohen Anteile in bestimmten kaufmännischen Berufen wie z. B. Bankkaufmann/ frau (2008: 40,4 %) oder Kaufmann/frau für Marketingkommunikation (34,5 %). Sehr häufig wurde eine reduzierte Ausbildungszeit aber auch mit angehenden Zimmerern/Zimmererinnen (59,7 %) sowie Tischlern/Tischlerinnen (48,0 %) sowie im öffentlichen Dienst mit zukünftigen Justizfachangestellten (41,9 %) vereinbart.
E Verkürzung der Ausbildungsdauer
Eine Verkürzung der Ausbildungsdauer ist bei Anrechnung oder Anerkennung bestimmter (Aus-)Bildungsabschlüsse (z. B. Berufsgrundbildungsjahr, Besuch einer Berufsfachschule, mittlere oder höhere Bildungsabschlüsse) möglich. Bei den BIBB-Erhebungen über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30.09. werden als verkürzte Verträge nur diejenigen berücksichtigt, bei denen die Verkürzung der Ausbildungsdauer mindestens 6 Monate beträgt und bereits bei Vertragsabschluss feststeht. Auch Verträge von Jugendlichen, die ihren Ausbildungsbetrieb (in Verbindung mit einem neuen Vertrag) während der Ausbildung wechseln (z. B. durch Konkurs), zählen als verkürzter Vertrag.
Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Berufen mit regulär zweijähriger Ausbildungsdauer
Von 2004 (als erstmalig im Rahmen der BIBB-Erhebung zum 30. September hierzu Daten vorlagen) bis 2007 hat sich die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Berufen mit regulär zweijähriger Ausbildungsdauer kontinuierlich erhöht (2004: 36.048; 2005: 39.744; 2006: 46.525; 2007: 54.035). Einen Zuwachs gab es selbst im Krisenjahr 2005, als die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge auf den niedrigsten Wert seit Anfang der 1990er-Jahre fiel Schaubild 1.1-2. Der relative Anteil der neuen Ausbildungsverträge in den „zweijährigen Berufen“ stieg zwischen 2004 und 2007 von 6,3 % auf 8,6 %. In den Berufen mit regulär zweijähriger Ausbildungsdauer gibt es überdurchschnittlich viele Ausbildungsanfänger/-innen mit Hauptschulabschluss. Die positive Vertragsentwicklung in diesen Berufen hatte deshalb dazu beigetragen, die Ausbildungschancen der Ausbildungsstellenbewerber/ -innen mit Hauptschulabschluss zu verbessern (vgl. Ulrich 2007).
2008 ging die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in den „zweijährigen Berufen“ jedoch erstmalig zurück. Mit 53.071 Neuabschlüssen vgl. Übersicht A1.1-2 wurden bundesweit 964 Verträge (-1,8 %) weniger registriert als im Vorjahr. Die negative Veränderung war jedoch ausschließlich durch die Entwicklung in den neuen Ländern verursacht, wo 2008 mit insgesamt 14.497 Ausbildungsanfängern und -anfängerinnen in den „zweijährigen Berufen“ 2.187 neue Auszubildende weniger (-13,1 %) gezählt wurden als noch ein Jahr zuvor. Damit fiel das Vertragsvolumen in den neuen Ländern und Berlin in etwa auf den Stand von 2004 (2004: 14.158; 2005: 15.360; 2006: 17.297; 2007: 16.684). Die überdurchschnittlich starke Abnahme dürfte dem deutlichen Abbau der außerbetrieblichen Ausbildung geschuldet sein. In den „zweijährigen Berufen“ wird in Ostdeutschland besonders oft außerbetrieblich ausgebildet (siehe oben).
In den alten Ländern nahm die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in den „zweijährigen Berufen“ 2008 nochmals zu und erreichte mit 38.574 ein Plus von 1.223 bzw. +3,3 % gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber 2004 wurde sogar eine Steigerung von +16.684 bzw. +76,2 % erzielt (2004: 21.890; 2005: 24.384; 2006: 29.228; 2007: 37.351). Offen ist allerdings, welchen Anteil die außerbetriebliche Ausbildung an der kontinuierlichen Steigerung des Vertragsvolumens in den alten Ländern hatte. Da die vorliegenden Daten nicht vollständig sind, lassen sich 2008 für Westdeutschland noch keine verlässlichen Angaben zum Ausmaß der überwiegend öffentlich finanzierten Verträge machen (siehe oben). Die vorhandenen Angaben deuten aber darauf hin, dass auch in den alten Ländern in vielen „zweijährigen Berufen“ besonders oft außerbetrieblich ausgebildet wird, wenn auch die Anteile nicht so hoch sein dürften wie bislang in den neuen Ländern und Berlin.
Die „zweijährigen Berufe“ mit den bundesweit höchsten Vertragszahlen in 2008 waren die Ausbildungsgänge Verkäufer/-in (20.207 Neuabschlüsse), Fachlagerist/-in (4.564), Fachkraft im Gastgewerbe (2.449), Kraftfahrzeugservicemechaniker/-in (1.240), Teilezurichter/-in (1.394), Bauten- und Objektbeschichter/- in (1.017), Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen (957) und Hochbaufacharbeiter/-in (838). Allein auf diese 8 Berufe entfielen 32.666 bzw. 84,7 % aller Ausbildungsverträge in den Ausbildungsgängen mit regulär zweijähriger Laufzeit.
Schaubild A1.1-2 Entwicklung der Zahl der Neuabschlüsse in den Berufen mit regulär zweijähriger Laufzeit und in den sonstigen Berufen (2004 = 100)
Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge mit Jugendlichen mit Behinderungen
Bundesweit 14.293 neue Ausbildungsverträge wurden im Zeitraum vom 01.10.2007 bis zum 30.09.2008 im Rahmen der Ausbildung von Menschen mit Behinderungen nach § 66 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) bzw. § 42m der Handwerksordnung (HwO) abgeschlossen vgl. Kapitel A5.1.4. Dies waren 217 bzw. +1,5 % mehr als im Jahr zuvor (2007: 14.076; 2006: 13.811; 2005: 13.292). Auf das Handwerk entfielen 3.862 Verträge (2007: 4.002; 2006: 3.716; 2005: 3.856), auf die Hauswirtschaft 2.455 (2007: 2.351; 2006: 2.358; 2005: 2.236), auf die Landwirtschaft 1.918 (2007: 1.943; 2006: 1.821; 2005: 1.642) und auf Industrie und Handel 6.035 (2007: 5.780; 2006: 5.916; 2005: 5.558).
Die höchsten Anteile an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in Ausbildungsgängen für Jugendliche mit Behinderungen fanden sich im Zuständigkeitsbereich der Hauswirtschaft (Anteil: 57,5 %) und in der Landwirtschaft (Anteil: 12,6 %). Im Handwerk lag der Anteil der Neuabschlüsse, denen Ausbildungsregelungen der zuständigen Stellen zugrunde liegen, bei 2,3 %, in Industrie und Handel bei 1,6 %. Im öffentlichen Dienst und bei den freien Berufen spielt die Ausbildung für Personen mit Behinderungen in Berufen nach § 66 BBiG keine Rolle, ebenso nicht in der Seeschifffahrt vgl. Übersicht A1.1-2.
9.176 bzw. 64,2 % der Jugendlichen mit Behinderungen, mit denen Verträge nach § 66 BBiG/§ 42m HwO abgeschlossen wurden, waren männlichen Geschlechts. Dies bedeutet, dass 2,6 % der Ausbildungsverträge, die mit männlichen Jugendlichen vereinbart wurden, auf Berufe für Personen mit Behinderungen entfielen; bei den weiblichen Jugendlichen lag der Anteil lediglich bei 2,0 %. Darüber hinaus ließen sich wie bereits in den Vorjahren deutliche regionale Differenzen ausmachen. Denn in den neuen Ländern fielen die Anteile der Ausbildungsverträge nach § 66 BBiG/§ 42m HwO mit Werten zwischen 4,8 % (Sachsen-Anhalt, Thüringen) und 7,7 % (Brandenburg) merklich höher aus als im Westen (1,7 %).
Durch die vermehrte Schaffung von zweijährigen Berufsausbildungen (mit der Möglichkeit, nach erfolgreichem Abschluss eine weitere, darauf aufbauende zwölfmonatige Ausbildung zu beginnen) gewinnen Anschlussverträge eine wachsende Bedeutung. Im Jahr 2008 wurden insgesamt 4.033 Anschlussverträge gemeldet, 537 bzw. 15,4 % mehr als im Vorjahr (2007: 3.496; 2006: 2.630; 2005: 2.173; 2004: 1.481).
Von den 4.033 Anschlussverträgen entfielen 3.094 auf den Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel (2007: 2.812; 2006: 2.151; 2005: 1.832; 2004: 1.333) und 938 auf das Handwerk (2007: 684; 2006: 479; 2005: 341; 2004: 148).
E Anschlussverträge
Als „Anschlussverträge“ werden Ausbildungsverträge bezeichnet, die im Anschluss an eine vorausgegangene und abgeschlossene Berufsausbildung neu abgeschlossen werden und zu einem weiteren Abschluss führen. Dabei sind jedoch nur die Verträge für Berufsausbildungen zu berücksichtigen, die in den Ausbildungsordnungen als aufbauende Ausbildungsberufe definiert wurden (i. d. R. Einstieg in das dritte Ausbildungsjahr) oder die unter „Fortführung der Berufsausbildung“ genannt werden. Ein Beispiel ist die Weiterführung einer erfolgreich beendeten zweijährigen Ausbildung zum Bauten- und Objektbeschichter durch eine einjährige Anschlussausbildung zum/zur Maler/-in und Lackierer/-in.
Anschlussverträge werden im Rahmen der BIBB-Erhebung zum 30. September nicht als neu abgeschlossene Ausbildungsverträge gezählt, sondern gesondert ausgewiesen, da die reguläre Ausbildungsdauer für die Anschlussausbildung in der Regel unter 24 Monaten liegt.11
Übersicht A1.1-3
Zusammen mit den Ausbildungsmarktzahlen der BA lassen sich die Daten der BIBB-Erhebung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zu Marktdaten verbinden, die darüber Auskunft geben, in welchem rechnerischen Verhältnis sich Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage zum Stichtag 30. September befanden. Dabei werden die BA-Daten zu den Ende September unbesetzten Ausbildungsplätzen (= unbesetztes Ausbildungsangebot) und zu den noch suchenden Ausbildungsstellenbewerbern (= erfolglose Ausbildungsplatznachfrage) mit den BIBB-Daten zu den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen (= erfolgreich besetztes Ausbildungsangebot bzw. erfolgreiche Ausbildungsplatznachfrage) verbunden.12
Die Zahl der bei der BA registrierten, nicht besetzten Ausbildungsplätze betrug Ende September 2008 19.416 (2007: 18.143). Zusammen mit den 616.259 neu abgeschlossenen Verträgen errechnet sich daraus ein Ausbildungsplatzangebot von 635.675, dies sind 8.353 Angebote weniger (-1,3 %) als im Vorjahr.
Nicht einheitlich gehandhabt wird bislang, wer zu den „bei der BA gemeldeten Ausbildungsplätze suchenden Personen“ zu zählen ist, um in Verbindung mit der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge die Nachfrage zu errechnen.
Bislang war es üblich, lediglich diejenigen gemeldeten Ausbildungsstellenbewerber/-innen zu berücksichtigen, die bis zum 30. September weder in eine Berufsausbildungsstelle noch in eine Alternative eingemündet waren. Dies waren im Berichtsjahr 2008 14.469 Personen. Zusammen mit den 616.259 neu abgeschlossenen Verträgen errechnet sich daraus eine Ausbildungsplatznachfrage für 2008 von 630.728, dies waren 27.744 Nachfrager/-innen weniger (-4,2 %) als im Vorjahr.
Bei dieser Berechnung sind Ausbildungsstellenbewerber/- innen ausgeschlossen, die in einer Alternative verblieben waren (z. B. erneuter Schulbesuch, Berufsvorbereitung, Praktikum), aber von dort aus weiter nach einer Ausbildungsstelle suchten und für die die Vermittlungsbemühungen der BA auch am 30. September weiterliefen. Seit 2007 werden diese Bewerber/-innen in der Verbleibsstatistik der BA ausgewiesen. Ihre Zahl belief sich im Berichtsjahr 2008 auf 81.777. Rechnet man diese Bewerber/ -innen mit ein, gelangt man zu einer erweiterten Nachfragedefinition, die vom BIBB bereits vor längerer Zeit vorgeschlagen (vgl. Ulrich/Troltsch 2003) und inzwischen sowohl für den Nationalen Bildungsbericht (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2008) als auch vom BMBF für den Berufsbildungsbericht übernommen wurde (vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung 2009, Kapitel 4.2). Nach dieser erweiterten Definition betrug die Ausbildungsplatznachfrage 712.505 (= 616.259 erfolgreiche Nachfrager/-innen plus 96.246 noch suchende Ausbildungsstellenbewerber/ -innen); gegenüber 2007 war die Nachfrage damit um 43.981 (-5,8 %) gesunken Übersicht A1.1-3.
Eine Gegenüberstellung von Angebot und Nachfrage auf Basis der bisherigen Nachfragedefinition ergibt für 2008 ein rechnerisches Verhältnis von 100,8 Ausbildungsplatzangeboten je 100 Nachfrager/ -innen (West: 101,3; Ost: 98,7). Unter Zugrundelegung der erweiterten Nachfragemessung verringert sich die Angebots-Nachfrage-Relation (ANR) auf 89,2 (West: 88,8; Ost: 91,3).
Letztlich dürfte die zuletzt genannte Größe den tatsächlichen Verhältnissen auf dem Ausbildungsmarkt deutlich näher kommen (vgl. dazu auch Ulrich 2005; Ulrich/Eberhard 2008). Interessanterweise führt sie auch zu einem anderen Ergebnis, was den Ost-West-Vergleich betrifft. Denn im Gegensatz zur bisherigen Berechnungsweise deutet sich auf Basis der erweiterten Nachfragemessung an, dass die Angebots-Nachfrage-Relation 2008 in den neuen Ländern einen höheren Wert erreichte als in den alten. Dieses Ergebnis korrespondiert wiederum mit den Ost-West-Differenzen bei den rechnerischen Einmündungsquoten. Denn auch ein Vergleich der Höhe der rechnerischen Einmündungsquoten (siehe oben) fiel in 2008 zugunsten der neuen Länder aus vgl. Kapitel A2.
Übersicht A1.1-3 Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage 1992 bis 2008
1 Nur Bewerber/-innen für eine Ausbildung im dualen System und ohne Bewerber/-innen mit Wohnsitz im Ausland
2 Nur Ausbildung im dualen System und ohne jene unbesetzten Ausbildungsstellen, die für die BA regional nicht zuzuordnen sind
3 Durch eine geänderte regionale Zuordnung sind Vergleiche mit Zeiträumen vor 2005 nur eingeschränkt möglich
4 Zum Beispiel Praktikum, Einstiegsqualifizierung, erneuter Schulbesuch, Erwerbstätigkeit, Jobben
Quellen: BIBB-Erhebung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30. September; Bundesagentur für Arbeit, Ergebnisse der Ausbildungsmarktstatistik
E Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage
In Anlehnung an § 86 des Berufsbildungsgesetzes wird das Ausbildungsplatzangebot als rechnerische Summe der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zuzüglich der „Zahl der am 30. September (...) nicht besetzten (und) der BA zur Vermittlung angebotenen Ausbildungsplätze“ definiert.
Die Ausbildungsplatznachfrage bestimmt sich spiegelbildlich als rechnerische Summe der Zahlen der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge und der am 30. September „bei der BA gemeldeten Ausbildungsplätze suchenden Personen“.
Berufliche Disparitäten zwischen Ausbildungsplatzangebot und Ausbildungsplatznachfrage
Der Ausbildungsmarkt in Deutschland untergliedert sich in Abhängigkeit von den Berufen und Regionen in zahlreiche Teilmärkte mit sehr unterschiedlichen Verhältnissen zwischen Angebot und Nachfrage. Starke Disparitäten führen dazu, dass entweder die Jugendlichen oder aber die Betriebe größere Probleme haben, ihre Ausbildungswünsche zu realisieren. Dabei korrespondieren wachsende Schwierigkeiten auf der einen mit Erleichterungen auf der anderen Seite.
Tabelle A1.1-5 enthält im oberen Teil eine Übersicht über stark nachgefragte Berufe (absolute Zahl der Nachfrager/-innen bundesweit jeweils über 1.000), in denen relativ viele Ausbildungsplatznachfragende (mehr als 20 %) ihren Ausbildungswunsch nicht realisieren konnten.13 Anschließend sind spiegelbildlich Ausbildungsberufe aufgeführt, in denen überdurchschnittlich viele Ausbildungsangebote (gemessen an einem Anteil von über 5 %) nicht besetzt werden konnten.
Demnach zählten insbesondere folgende Berufe zu den stark nachgefragten Ausbildungsgängen14 mit einer hohen Quote an erfolglosen Nachfragenden: Tierpfleger/-in (59,1 % der Nachfragenden blieben erfolglos), Gestalter/-in für visuelles Marketing (49,2 %), Mediengestalter/-in Bild und Ton (34,4 %), Fotograf/-in (34,2 %) und Zweiradmechaniker/-in (31,9 %). Zu den oft angebotenen15 Ausbildungsgängen, in denen ein überdurchschnittlich hoher Anteil des Angebots nicht besetzt werden konnte, zählen dagegen die Berufe Fachmann/frau für Systemgastronomie (14,5 %), Restaurantfachmann/frau (11,7 %), Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk (10,1 %), Fleischer/-in (9,3 %), Fachkraft für Schutz und Sicherheit (8,9 %), Bäcker/-in (8,5 %) und Gebäudereiniger/-in (8,2 %). Bei der Interpretation dieser Quoten ist zu beachten, dass es sich bei den unbesetzten Plätzen stets um betriebliche (und nicht um außerbetriebliche) Ausbildungsstellenangebote handelt.
Regionale Disparitäten zwischen Ausbildungsplatzangebot und Ausbildungsplatznachfrage
Die Heterogenität der regionalen Ausbildungsmärkte lässt sich sehr gut veranschaulichen in Abhängigkeit von der Arbeitsmarktlage vor Ort (vgl. dazu auch Troltsch/Walden 2007), widergespiegelt an der Arbeitslosenquote für abhängig Beschäftigte im September 2008. Denn zwischen dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gibt es deutliche Zusammenhänge. In Übersicht A1.1-4 sind verschiedene Ausbildungsmarktkennziffern aufgeführt und mit der Arbeitslosenquote für abhängig Beschäftigte in Beziehung gesetzt, jeweils getrennt für die westdeutschen und ostdeutschen Regionen. Dabei wurden auch weitere Kennwerte aus der Ausbildungsmarktstatistik der BA mit einbezogen.
Auf der Angebotsseite in den alten Ländern variierte zum Beispiel der Anteil des außerbetrieblichen Ausbildungsstellenangebots am Gesamtangebot je nach Arbeitsmarktlage vor Ort zwischen lediglich 3,9 % in Regionen mit einer Arbeitslosenquote von unter 4 % und 12,9 % in Regionen mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 12 %. Während in den 19 westdeutschen Regionen mit guter Arbeitsmarktlage lediglich 40,9 % der gemeldeten Bewerber/-innen die Schule bereits vor mehr als einem Jahr verlassen hatten (sogenannter „Altbewerberanteil“), waren es in den 5 Regionen mit sehr hoher Arbeitslosenquote 58,9 % vgl. Kapitel A3.3. In den zuletzt genannten Regionen waren lediglich 31,8 % der gemeldeten Bewerber/-innen in einer ungeförderten Berufsausbildungsstelle verblieben, während es in den Regionen mit niedriger Arbeitslosenquote im Schnitt 51,0 % waren. Die betriebliche Angebots-Nachfrage- Relation (unter Verwendung der erweiterten Nachfragedefinition) betrug in den angespannten Arbeitsmarktregionen durchschnittlich lediglich 71,1 (Zahl der betrieblichen Angebote je 100 Nachfrager/ -innen), in den entspannten Arbeitsmarktregionen dagegen im Mittel 88,7.
In den neuen Ländern und Berlin, in denen sich die Arbeitslosenquote im Schnitt auf einem deutlich höheren Niveau als in Westdeutschland bewegte, ließen sich zum Teil ähnliche Zusammenhänge zwischen der Arbeitsmarkt- und der Ausbildungsmarktlage nachweisen. So betrug die betriebliche Angebots- Nachfrage-Relation in den 4 Regionen mit einer Arbeitslosenquote von unter 10 % durchschnittlich 75,4, während sie in den 6 Arbeitsagenturen mit einer Arbeitslosenquote über 16 % im Mittel lediglich 67,9 erreichte. Unter Einschluss der außerbetrieblichen Angebote fielen die Angebots-Nachfrage-Relationen in den ostdeutschen Regionen aber in der Regel deutlich günstiger aus als in den Regionen der alten Länder (siehe oben).
Übersicht A1.1-4 Zusammenhänge zwischen der regionalen Arbeits- und der Ausbildungsmarktsituation im Jahr 2008
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Bundesinstitut für Berufsbildung
Schaubild A1.1-3 Entwicklung des Ausbildungsangebots in den Dienstleistungs- und Fertigungsberufen 1994 bis 2008
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt, Bundesinstitut für Berufsbildung
Langfristige Entwicklung des Ausbildungsplatzangebots nach Berufsbereichen
Das Ausbildungsplatzangebot im Berufsbildungssystem wird seit den letzten 15 Jahren in wachsendem Maße von den Berufen des tertiären Sektors dominiert vgl. Kapitel A5.2 und Troltsch 2007. Während 1994 das Verhältnis zwischen den Dienstleistungs- und Fertigungsberufen noch ausgeglichen war, wurden 2008 in den Dienstleistungsberufen 101.767 Ausbildungsplätze mehr angeboten als in den Fertigungsberufen Schaubild A1.1-3.16 Damit entfielen bereits 55,0 % aller Ausbildungsplatzangebote auf Berufe des tertiären Sektors, während die Fertigungsberufe nur noch einen Anteil von 39,0 % erreichten. Das duale Berufsbildungssystem folgt offenbar nicht nur in quantitativer, sondern auch in struktureller Hinsicht dem Wandel im Beschäftigungssystem.
Innerhalb des Fertigungsbereichs ging die Zahl der Ausbildungsplätze insbesondere in den Bauberufen zurück. Von 1994 bis 2008 halbierte sich ihr Umfang Tabelle A1.1-6. In den Metall- und Elektroberufen war die Entwicklung weniger dramatisch, zumal durch einen weiteren Angebotszuwachs in 2008 (+443 bzw. +0,3 % gegenüber dem Vorjahr) annähernd wieder die Zahlen aus den 1990er-Jahren erreicht wurden. In den Dienstleistungsberufen fiel das Ausbildungsplatzangebot selbst im Krisenjahr 2005 höher aus als 1994; dies galt sowohl für die kaufmännischen Waren- und Dienstleistungs- als auch für die Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufe.
(Joachim Gerd Ulrich, Simone Flemming, Ralf-Olaf Granath)
5 Die Daten aus der BIBB-Erhebung zum 30.09.2008 weisen den Stand vom 13.01.2009 aus.
6 Siehe http://www.bibb.de/de/wlk8238.htm.
7 Bei der Interpretation der Ergebnisse nach den verschiedenen Zuständigkeitsbereichen ist allerdings zu berücksichtigen, dass die tatsächliche Ausbildungsleistung in einzelnen Bereichen nicht mit den Zählergebnissen nach Zuständigkeiten übereinstimmen muss. So sind z. B. in den Ländern Schleswig-Holstein und Hessen die Industrie- und Handelskammern auch die zuständige Stelle für den Ausbildungsbereich Hauswirtschaft, und eine klare Aufteilung nach Ausbildungsbereichen ist nicht immer möglich. Zudem fallen Ausbildungsverträge, die der öffentliche Dienst oder die freien Berufe in den Ausbildungsberufen von Industrie, Handel oder Handwerk abschließen, nicht in ihren eigenen Zuständigkeitsbereich, sondern werden von Industrie, Handel oder Handwerk mitgezählt. Schätzungen gehen davon aus, dass die tatsächliche Ausbildungsleistung des öffentlichen Dienstes in anerkannten Ausbildungsberufen etwa doppelt so hoch ausfällt wie in den Berufen, für die er selbst zuständig ist.
8 Bislang wurde der Umfang der „betrieblichen“ und „außerbetrieblichen“ Ausbildungsverhältnisse über ein Subtraktionsverfahren geschätzt. Dieses Verfahren führte jedoch zu nur sehr ungenauen Ergebnissen (vgl. zu den methodischen Problemen ausführlich Berufsbildungsbericht 2001, S. 22 ff. sowie Berufsbildungsbericht 2008, S. 51 ff.).
9 Von den insgesamt 17.467 ostdeutschen Jugendlichen, die Ende September im Rahmen der Benachteiligtenausbildung außerbetrieblich ausgebildet wurden, waren 10.652 (61,0 %) männlichen Geschlechts. Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2008): Arbeitsmarkt in Zahlen. Förderstatistik. Förderung der Berufsausbildung in Ostdeutschland. Berichtsmonat: September 2008. Nürnberg.
10 Ausgewiesen werden in die absoluten und relativen Anteile der Ausbildungsverträge, die mit verkürzter Ausbildungsdauer vereinbart wurden, darüber hinaus die absoluten und relativen Anteile der Ausbildungsverhältnisse, die mit weiblichen Auszubildenden, die in Berufen mit regulär zweijähriger Ausbildungsdauer und die in Ausbildungsgängen für Personen mit Behinderungen begründet wurden. Die Angaben werden nach Ländern und Zuständigkeitsbereichen differenziert.
11 Vgl. dazu auch § 5 (2) des Berufsbildungsgesetzes (BBiG): „... die Ausbildungsdauer; sie soll nicht mehr als 3 und nicht weniger als 2 Jahre betragen.“
12 Allerdings können nur jene Daten aus beiden Quellen miteinander verbunden werden, für die differenzierte Zahlen auf der niedrigsten regionalen und beruflichen Ebene vorliegen. Da für einen sehr geringen Teil der BA-Daten eine regionale Zuordnung nicht möglich ist, weichen die an dieser Stelle verwendeten Zahlen zu den unbesetzten Plätzen (bundesweit: 19.416) und zu den noch suchenden Bewerbern (bundesweit: 96.246) marginal von den in den BA-Veröffentlichungen genannten Ergebnissen zu den unbesetzten Plätzen (19.507) und den noch suchenden Bewerbern (96.325) ab.
13 Die Zahl der Ausbildungsnachfrager/-innen ist dabei auf der Grundlage der erweiterten Nachfragedefinition errechnet worden.
14 Definiert über eine bundesweite Zahl der Ausbildungsplatznachfrager/-innen von n > 1.000.
15 Spiegelbildlich definiert über eine bundesweite Zahl der Ausbildungsplatzangebote von n > 1.000.
16 Die Angebotsstruktur von 1994 bis 2005 wurde unter Zuhilfenahme der Ausbildungsmarktdaten des Statistischen Bundesamtes mit Stichtag 31.12. geschätzt. – Unter den Dienstleistungsberufen sind hier zusammengefasst die Berufsgruppen 66 bis 93 nach der Berufsklassifikation des Statistischen Bundesamtes (1992). Die Fertigungsberufe umfassen die Gruppen 10 bis 55. Die sonstigen Berufe außerhalb der Dienstleistungs- und Fertigungsberufe schließen die technischen Berufe (60 bis 65), die Berufe in der Land-, Tier-, Forstwirtschaft und im Gartenbau (01 bis 06), Berufe im Bergbau und in der Mineralgewinnung (07 bis 08) und nicht eindeutig zuzuordnende Berufe (98 bis 99) mit ein.

References: § 88
 § 66
 § 42
 § 66
 § 66
 § 66
 § 86
 § 5