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Timestamp: 2019-07-21 21:47:06+00:00

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GmbH Gründung / von e. K. auf GmbH - frag-einen-anwalt.de
13.11.2008 10:46 |
der Zeit firmieren wir als Einzelunternehmen (e. K.) und möchten nun in eine GmbH umfirmieren.
Wir sind seit vier Jahren als Handelsvertretung einer amerikanischen Firma in D, A, CH tätig. Unsere Tätigkeit umfasst den Verkauf, Service (Reparaturen, Ersatzteilverkauf) und Support.
Wie wir bereits recherchiert haben, benötigt eine GmbH ein Stammkapital von 25.000 EUR.
Dieses Stammkapital kann entweder in bar eingezahlt werden oder in Form einer Sacheinlage erbracht werden.
Wir haben ein umfangreiches Ersatzteillager im Wert von 36.000 EUR. Den Wert haben wir mit der aktuellen Preisliste des Herstellers ermittelt. Alle Ersatzteile sind aktuell und werden für Maschinereparaturen benötigt oder für den allgemeinen Ersatzteilverkauf.
Nun komme ich zu unserer eigentlichen Frage:
Ist es möglich unser Ersatzteillager als Sacheinlage einzubringen?
Und wenn ja, ist es möglich dieses auf die Mindesteinlage von 25.000 EUR zu begrenzen?
GmbH GmbH GmbHG
1.) Kann Ersatzteillager als Sacheinlage dienen?
Wie Sie bereits richtig recherchiert haben, muss das Stammkapital nicht zwingend in Bar auf ein Gesellschaftskonto eingezahlt werden, sondern es ist vom Gesetz her auch möglich, die Stammeinlage durch Einbringung einer Sacheinlage zu erbringen.
Die Möglichkeit eine Sacheinlage einzubringen ergibt sich primär aus § 5 Abs.4 GmbHG.
Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass der Gegenstand der Sacheinlage und der Nennbetrag des Geschäftsanteils, auf den sich die Sacheinlage bezieht, im Gesellschaftsvertrag festgesetzt werden. Weiterhin haben die Gesellschafter in einem sog. Sachgründungsbericht die für die Angemessenheit der Leistungen für Sacheinlagen wesentlichen Umstände darzulegen und beim Übergang eines Unternehmens auf die Gesellschaft die Jahresergebnisse der beiden letzten Geschäftsjahre anzugeben.
Ob aber ein Warenlager als Sacheinlage dienen kann, verschweigt das Gesetz.
Problematisch könnte in diesem Zusammenhand durchaus sein, dass der Lagerbestand
Sich ständig ändert, da Waren verkauft und neue Waren eingelagert werden.
§ 5 Abs. 4 GmbHG schreibt insoweit lediglich vor, dass der Gegenstand der Sacheinlage und der Betrag der Stammeinlage, auf die sich die Sacheinlage bezieht, im Gesellschaftsvertrag festgesetzt werden müssen.
Hieraus resultiert, dass bereits im Gesellschaftsvertrag der Wert des Warenlagers angegeben werden muss. Insoweit reicht eine grobe Schätzung nicht aus, Sie werden nicht daran herumkommen, jeden einzelnen Gegenstand, der sich zum Bewertungszeitpunkt im Warenlager befindet, aufzunehmen.
Für diese Bewertung ist der objektive Wert der Sacheinlagen also der tatsächliche Zeitwert im Zeitpunkt der Anmeldung der Gesellschaft zum Handelsregister maßgeblich, was sich aus § 9 Abs.1 GmbHG ergibt.
Weiterhin müssen Sie nachweisen, dass der Wert der Gegenstände auch genügt, um den Wert der für die Sacheinlage übernommenen Stammeinlage (in der Regel 25.000 €) erreicht.
Dies wird von § 8 Abs.1 Nr.5 GmbHG vorgeschrieben. Insoweit kommen die Kaufverträge über die im Warenlager befindlichen Gegenstände in Betracht.
2.) Kann Sacheinlage auf Mindeststammkapital von 25.000 € begrenzt werden?
Eine solche Begrenzung ist legitim.
§ 5 Abs. 1 GmbH Gesetz schreibt lediglich vor, dass das Mindeststammkapital 25.000 € betragen muss. Ob es sich dabei um eine Bar- oder wie bei Ihnen geplant um eine Sacheinlage handelt, ist nicht entscheidend, da das Gesetz insoweit keine Differenzierung vorsieht. Diese Wertung ergibt sich indirekt auch aus § 9 Abs.1 GmbHG. In diesem Fall sollten Sie also gegebenenfalls nicht alle Gegenstände einbringen, sondern nur bis die gewünschte Höhe von 25.000 € erreicht ist.
Erreicht der Wert der einzubringenden Gegenstände also mindestens 25.000 € (nachweislich, s.o.), so steht einer GmbH-Gründung aus diesem Gesichtspunkt nichts mehr im Wege.
§ 5 GmbHG , Stammkapital; Geschäftsanteil
§ 8 GmbHG , Inhalt der Anmeldung
wenn Sacheinlagen vereinbart sind, Unterlagen darüber, daß der Wert der Sacheinlagen den Nennbetrag der dafür übernommenen Geschäftsanteile erreicht,
§ 9 GmbHG , Überbewertung der Sacheinlagen

References: § 5

§ 5
 § 9
 § 8

§ 5
 § 9

§ 5

§ 8

§ 9