Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VRS%20100,%2061
Timestamp: 2020-01-19 15:54:56+00:00

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OLG Hamm, 15.11.2000 - 2 Ss OWi 1057/2000, 2 Ss OWi 1057/00 - dejure.org
OLG Hamm, 15.11.2000 - 2 Ss OWi 1057/2000, 2 Ss OWi 1057/00
https://dejure.org/2000,1491
OLG Hamm, 15.11.2000 - 2 Ss OWi 1057/2000, 2 Ss OWi 1057/00 (https://dejure.org/2000,1491)
OLG Hamm, Entscheidung vom 15.11.2000 - 2 Ss OWi 1057/2000, 2 Ss OWi 1057/00 (https://dejure.org/2000,1491)
OLG Hamm, Entscheidung vom 15. November 2000 - 2 Ss OWi 1057/2000, 2 Ss OWi 1057/00 (https://dejure.org/2000,1491)
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Geschwindigkeitsüberschreitung, Geschwindigkeitsmessung mittels PPS, Police-Pilot-System, erforderliche Feststellungen, Toleranzabzug, Nässe, Augenblicksversagen, Fahrverbot, Selbständiger,
Geschwindigkeitsüberschreitung, Geschwindigkeitsmessung mittels PPS, Police-Pilot-System, erforderliche Feststellungen, Toleranzabzug, Nässe, Augenblicksversagen, Fahrverbot, Selbständiger
Zu Schnell bei Nässe - Wann ist es nass?
Geschwindigkeitsüberschreitung - Definition "Nässe"
Wann ist die Straße nass
AG Recklinghausen - 25 OWi 173/00
AG Recklinghausen, 02.08.2000 - 25 OWi 58 Js 386/00
NZV 2001, 90
VRS 100, 61
Die dieser Rechtsprechung zugrunde liegenden Überlegungen gelten entsprechend auch für selbständig Tätige, und zwar insbesondere nach Einführung des § 25 Abs. 2 a StVG (vgl. dazu Senat in ZAP EN-Nr. 865/98 = MDR 1999, 92 = DAR 1999, 84 = VRS 96, 231 = NZV 1999, 214; NZV 2001, 90 = DAR 2001, 85).
Bei einer Messung der hier vorliegenden Art mit dem ProViDa/PPS-System ist es, um möglichen Fehlern Rechnung zu tragen, ausreichend, wenn bei Fehlen besonderer Umstände ein Toleranzabzug von 5 % der ermittelten Geschwindigkeit bei Werten über 100 km/h berücksichtigt wird (…vgl. hierzu Burhoff (Hrsg.)/Böttger, Handbuch für das straßenverkehrsrechtliche OWi-Verfahren, 2005, Rdn. 1137 mit zahlreichen Nachweisen; vgl. auch OLG Hamm VRS 100, 61).
Das Amtsgericht hat auch nicht die neuere Rechtsprechung des BGH (vgl. u.a. BGHSt 43, 214) übersehen, der sich der Senat angeschlossen hat (vgl. zuletzt u.a. Senat in NZV 2001, 90 = DAR 2001, 85; siehe auch NZV 1999, 215 = VRS 96, 382 = zfs 1999, 311 mit zahlreichen weiteren Nachweisen zur Rechtsprechung des Senats).
Das hat der Senat in der Vergangenheit schon wiederholt für Berufskraftfahrer entschieden und die seiner Rechtsprechung zugrunde liegenden Überlegungen auch für selbständig Tätige angewendet, und zwar insbesondere nach Einführung des § 25 Abs. 2 a StVG (vgl. dazu zuletzt Senat in NZV 2001, 90 = DAR 2001, 85 mit weiteren Nachweisen).
Um dem Rechtsbeschwerdegericht auch insoweit eine hinreichende Kontrolle der Beweiswürdigung zu ermöglichen, reichte es vielmehr aus, in den Urteilsgründen das angewendete Messverfahren, den Messwert und den vorgenommenen Toleranzabzug mitzuteilen (vgl. dazu Senatsbeschluss vom 15. November 2000 -2 Ss OWi 1057/2000- m.w.N.; BGHSt 39, 219; OLG Celle NZV 1997, 188; OLG Köln DAR 1999, 516;… OWiG, 12. Aufl., § 71 Rdnr. 43 f).
Umstände, die das Amtsgericht hätten veranlassen müssen, sich mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshof zum sogenannten "Augenblicksversagen" (vgl. u.a. BGHSt 43, 214), der sich der Senat angeschlossen hat (vgl. zuletzt u.a. Senat in NZV 2001, 90 = DAR 2001, 85; siehe auch NZV 1999, 215 = VRS 96, 382 = zfs 1999, 311 mit zahlreichen weiteren Nachweisen zur Rechtsprechung des Senats) sind nicht dargetan.
Der Betroffene wird zwar möglicherweise durch die Verhängung des Fahrverbotes in der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit vorübergehend beeinträchtigt, diese Schwierigkeiten hat er jedoch als selbstverschuldet hinzunehmen (vgl. dazu u.a. Senat in NZV 2001, 90 = DAR 2001, 85 mit weiteren Nachweisen).
Die Geschwindigkeitsermittlung auf der Grundlage des vorliegend verwendeten des ProViDa-Systems ist in der obergerichtlichen Rechtsprechung als sog. standardisiertes Messverfahren im Sinne der Rechtsprechung des BGH (BGHSt 39, 291 = DAR 1993, 474; BGH NJW 1998, 321, 322 = DAR 1998, 110) anerkannt (vgl. dazu u.a. Beschluss des Senats in 2 Ss OWi 1057/00, NZV 2001, 90 = DAR 2001, 85 = VRS 100, 61 = VM 2001, 11 (Nr. 13) = http://www.burhoff.de; OLG Celle, NZV 1997, 188; OLG Köln, DAR 1999, 516).
Diese Besonderheiten im Tatsächlichen sind allerdings längst beseitigt (vgl. bereits klarstellend OLG Hamm Beschluss v. 15.11.2000 - 2 Ss OWi 1057/00; OLG Düsseldorf Beschluss v. 13.06.2000 - 2b Ss (Owi) 125/00; OLG Köln DAR 1999, 516;… etwas missverständlich als obiter dictum OLG Bamberg DAR 2012, 154 Rn. 18).

References: § 25
 BGH 
 § 25
 § 71
 BGH 
 BGH