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Timestamp: 2020-05-28 02:45:01+00:00

Document:
DFR - BGer 8 vom 60.10.20c4
Grobe Verletzung von Verkehrsregeln durch unvorsichtiges Überholen in einem Tunnel.
2. Wer Verkehrsregeln grob verletzt und dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder
BGE 106 IV 48 S. 49
in Kauf nimmt, wird nach Art. 90 Ziff. 2 SVG mit Gefängnis oder Busse bestraft. Die beiden Strafen können verbunden werden (Art. 50 Abs. 2 StGB).
b) Subjektiv ist nicht Vorsatz nötig, doch verlangt Art. 90 Ziff. 2 SVG ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit (BGE 99 IV 280, BGE 95 IV 2, BGE 92 IV 145 f.). Diese Voraussetzung trifft immer dann zu, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt (SCHULTZ, Strafrechtliche Rechtsprechung zum Strassenverkehrsgesetz 1968 - 1972, S. 160). In solchen Fällen bedarf
BGE 106 IV 48 S. 50
jedoch die Annahme grober Fahrlässigkeit einer sorgfältigen Prüfung.
BGE: 95 IV 2, 99 IV 280, 92 IV 145
Artikel: Art. 90 Ziff. 2 SVG, Art. 39 Abs. 1 VRV, Art. 35 Abs. 2 SVG, Art. 50 Abs. 2 StGB

References: BGer 

BGE 
 Art. 90
 Art. 90
 BGE 
 BGE 

BGE 
 Art. 90
 Art. 39
 Art. 35
 Art. 50