Source: http://www.juralit.com/2018/09/23/der-exzellente-handkommentar-zum-urheberrecht/
Timestamp: 2019-04-26 01:52:11+00:00

Document:
Dreier/Schulze, UrhG, 6. Aufl., 2018, C.H.Beck
München: C.H.Beck, 2018, 2625 S., 179 Euro
Das Urheberrecht stellt in der digitalisierten Informationsgesellschaft, deren Vernetzung maßgeblich auf mobiler und leitungsgebundener Telekommunikation beruhen, den entscheidenden Rechtsrahmen für die Schaffung, Verbreitung und Nutzung des “Rohstoffes ” Information dar, wenn und soweit es sich um urheberrechtlich schutzfähige Werke und Leistungen handelt. Dieser Rechtsrahmen regelt - nicht in jeder Hinsicht abschließend und aufgrund technischer Entwicklungen immer wieder lückenhaft - das Verhältnis zwischen Urhebern und Rechteverwertern, betrifft aber auch das Verhältnis von Verlegern und Produzenten untereinander. Darüber hinaus bestimmt es, wie die Gesellschaft mit geschützten Werken und Leistungen umgehen muss. Die hier bestehenden nationalen Regeleungen geraten immer mehr unter den Einfluss des europäischen und des internationalen Rechts und fügen sich nicht bruchlos ineinander.
Seit der letzten Auflage aus dem Jahr 2015 war das Urheberrecht erneut in erheblicher Bewegung. Zu verzeichnen waren erhebliche Gesetzesänderungen, die in der Neuauflage alle berücksichtigt werden, so u.a.
- das am 1.3.2018 in Kraft getretene Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft mit den Erleichterungen der digitalen Nutzung geschützter Werke in Wissenschaft und Lehre
- die Grundzüge zur Portabilitätsverordnung nach der EU-VO 2017/1128.
- das Gesetz zur verbesserten Durchsetzung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung und zur Regelung von Fragen der Verlegerbeteiligung vom 20.12.2016.
- Neu kommentiert wirdwird das am 01.03.2018 in Kraft getretene Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG), das an die Stelle des Urheberrechtswahrnehmungsgesetzes getreten ist und deutliche Modernisierungen der Materie aufweist, insbesondere was die Schrankenregelungen angeht.
- Darüber hinaus war eine Fülle an Entscheidungen des EuGH sowie des BGH zur Bemessung von Schadensersatz, zur öffentlichen Wiedergabe von Fernsehsendungen, zum Gerichtsstand für die urheberrechtliche Leerkassettenvergütung zu berücksichtigen.
- Vertiefter wird auf urheberrechtliche Regelungen eingegangen, die außerhalb des UrhG zu finden sind.
Darüber hinaus sind etwa auf europäischer Ebene weitere Rechtsänderungen in Arbeit, die soweit möglich in der Kommentierung auch bereits angesprochen werden. Der Kommentar weist eine zuverlässige und umfassende Auswertung der Rechtsprechung auf und bietet dem Praktiker lösungsorientierte Modelle.
Darüber hinaus war eine Fülle an Entscheidungen insbesondere des EuGH einzuarbeiten, der sich zunehmend mit Vorlagebeschlüssen zu diesen Themenbereichen auseinandersetzen muss, so etwa zum Recht der öffentlichen Wiedergabe und zur Kopierabgabe. Selbstredend wird auch die neuere Rspr. des BGH eingehend berücksichtigt, wie etwa die weitere Präzisierung der Störerhaftung. Völlig neu gefasst wurde die Kommentierung des § 97 UrhG mit neuen Randnummern.
Nach wie vor liegt der Schwerpunkt des Kommentars auf der pointierten Auswertung der Rechtsprechung. Das gesamte Urheberrecht wird in diesem Kommentar knapp, sehr präzise und stets hochaktuell kommentiert.
Da die Rechtsprechung sich seit der Vorauflage - wie gezeigt - erheblich weiter entwickelt hat, wird diese Entwicklung entsprechend dokumentiert. Dies gilt in immer bedeuterenden Ausmaß insbesondere für die Rspr. des EuGH für das Urheberrecht, wobei die Vorlagenfragen aus allen Mitgliedsstaaten der EU kommen, ohne das von einem einheitlichen Urheberrecht der EU gesprochen werden kann. Vielmehr finden sich europarechtliche Prägungen und Überlagerungen, die mit dem nicht vergemeinschafteten Urheberrecht in Einklang gebracht werden müssen, was ein besonderes Anliegen dieses Kommentars ist, der an den geeigneten Stellen stets auf die europarechtlichen Vorlagen zurückgreift und die Umsetzungen bei Bedarf auch kritisch problematisiert.
Diese Entwicklung hat nicht nur dogmatische Auswirkungen, sondern führt zu erheblichen rechtspolitischen Kontroversen - sie schlagen sich unter anderem in allen maßgeblichen Blogs nieder - rund um die zukünftige Ausgestaltung des Urheberrechts, die in dieser Kommentierung auch aufgegriffen werden, da es sich beim Urheberrecht um ein Rechtsgebiet handelt, das zwangsläufig mit zukünftigen gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen konfrontiert wird, wobei mit Kritik nicht gespart wird. Die ausgezeichnete und sehr detaillierte Kommentierung des Kunsturhebergesetzes hat nunmehr Frau Dr. Louisa Specht neben der Kommentierung des §§ 97 - 97 a UrhG allein übernommen.
Dieser seit der ersten Auflage ganz exzellente Kommentar zum Urheberrecht bietet dem Leser stets jene Informationen, die es erlauben, urheberrechtliche Problemfälle präzise und schnell einer praxisorientierten Lösung zuzuführen.
September 23rd, 2018 Posted by admin | Medienrecht, Wirtschaftsrecht, IT - Recht | no comments

References: EuGH 
 BGH 
 EuGH 
 BGH 
 § 97
 EuGH