Source: https://mwsteuerberatung.de/steuerberatung/jahresabschluss/
Timestamp: 2018-01-23 05:30:55+00:00

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Jahresabschluss | MW Steuerberatung und Wirtschaftsberatung in Essen
Der Jahresabschluss verliert als finales Instrument der Unternehmenssteuerung immer mehr an Bedeutung. Dies ist auf die fortschreitende Technisierung der Arbeitsprozesse und die hiermit einhergehende Beschleunigung unseres Arbeitslebens zurückzuführen; Informationen müssen jederzeit in geeigneter Form verfügbar sein.
Als Reaktion auf diese Veränderungen haben wir unsere eigenen internen Prozesse und Arbeitsweisen angepasst und erstellen die laufende Buchführung für unsere Mandanten ordnungsgemäß, zeitnah und so weit es eben geht abschlussreif. Schon unmittelbar nach Ablauf eines Buchungszeitraumes, – falls dies geboten ist – sogar tagesaktuell, sollen alle entscheidenden Personen wissen, wo das Unternehmen steht und inwieweit Ziele erreicht wurden oder nicht. Eine von uns erstellte Buchführung erfüllt mit ihren aussagefähigen Auswertungen das Informationsbedürfnis eines Unternehmers, der sein Unternehmen unterjährig optimal führen will, der Jahresabschluss gibt ihm darauf nach Ablauf eines Wirtschaftsjahres „Brief und Siegel“.
Der Jahresabschluss im Fokus des öffentlichen Interesses
Gestiegen ist jedoch die Bedeutung eines rechtzeitig erstellten und mit den richtigen Auswertungen hinterlegten Jahresabschlusses sowie der parallel hierzu entwickelten betrieblichen Jahressteuererklärungen hinsichtlich ihrer Wirkung nach außen. Der Jahresabschluss erfüllt eine wichtige Informationsfunktion für Gesellschafter, Kapitalgeber oder potentielle Investoren, Gläubiger und Lieferanten, aber auch Arbeitnehmer, die wissen möchten, „wo ihr Unternehmen steht“. Außerdem erfüllt der Jahresabschluss eine Zahlungsbemessungsfunktion, in dem er z.B. als Bemessungsgrundlage für die Gewinnverteilung bei Personengesellschaften oder die Gewinnausschüttung bei Kapitalgesellschaften dient.
Es kann durchaus von besonderer Bedeutung für ein Unternehmen sein, wie bestimmte Geschäftsvorfälle in der Bilanz erfasst und dargestellt sind. Die Fragen nach den zutreffenden Bewertungsansätzen und bilanzpolitischen Maßnahmen spielen eine wichtige Rolle bei der Jahresabschlusserstellung; hierbei spielt die vorherige Abstimmung, welche bilanzpolitischen Ziele verfolgt werden sollen, eine besondere Rolle.
Es ist dringend geboten, den Jahresabschluss nicht nur mit buchhalterischer Sorgfalt aus der Buchführung abzuleiten und – wie es leider immer noch viele Kollegen machen – erst dann mit der unterjährig unterbliebenen Klärung einzelner Sachverhalten oder der Suche nach fehlenden Belegen zu beginnen. Im Gegenteil!
Ihr Vorteil: Unsere Nähe zu Ihrem Unternehmen
Wir tragen der Komplexität der Materie insofern Rechnung, als dass wir mit viel Nähe zu dem von uns laufend betreuten Unternehmen und dem nötigen gesellschaftsrechtlichen und bilanzsteuerrechtlichen Sachverstand den Jahresabschluss auf Basis einer „fertigen“ Buchführung erstellen.
Es ist bestimmt nicht in allen Fällen erforderlich, bilanzpolitische Akrobatik zu betreiben, aber wir halten es für unerlässlich, dass der Jahresabschluss für unseren Mandanten und in enger Abstimmung mit diesem gefertigt wird; dass die Jahresabschlusserstellung zeitnah nach Abschluss eines Wirtschaftsjahres erfolgt und damit auch Aussagekraft für die strategische Ausrichtung des Unternehmens entwickeln kann, versteht sich für uns von selbst.
Unternehmer-Fahrplan: Den Kalender im Blick!
Unsere Mandanten sollen dem Jahresabschluss „entgegenfiebern“! Damit der Unternehmer sich Jahr für Jahr auf den Moment der Überreichung seines Jahresabschlusses freuen kann, klären wir im Vorfeld der Einrichtung seines Rechnungswesen, welche Auswertungsumfänge der Unternehmer aufgrund welcher gesetzlicher bzw. gesellschaftsrechtlicher Vorgaben laufend, regelmäßig und im Rahmen des Jahresabschlusses benötigt und was er eventuell – aufgrund besonderer Ereignisse – darüber hinaus noch zusätzlich wünscht.
Wenn es gewünscht ist, bereiten wir Gesellschafterversammlungen vor, moderieren diese oder begleiten den Unternehmer zu wichtigen Gesellschafterversammlungen ; in jedem Fall achten wir darauf, dass sämtliche gesetzliche oder gesellschaftsrechtliche Vorgaben eingehalten und z.B. im Falle von Beschlussfassungen diese ordentlich dokumentiert werden. Diese Leistung hat mit der Jahresabschlusserstellung nur mittelbar zu tun und ist insoweit Gegenstand einer zusätzlichen gesellschaftsrechtlichen Beratung; ein Hinweis hierauf soll an dieser Stelle genügen.
Was versteht man unter dem Jahresabschluss?
Der Jahresabschluss besteht für Einzelkaufleute und Personengesellschaften aus der Handelsbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, für Kapitalgesellschaften und der GmbH & Co. KG aus der Handelsbilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und einem Anhang sowie einem Lagebericht.
Die Verpflichtung, eine Gewinn- und Verlustrechnung aufzustellen, besagt, dass an das Rechnungswesen höhere Anforderungen gestellt werden und eine einfache Buchführung nicht ausreicht. Die doppelte Buchführung ist für Kaufleute zwingend, aber aufgrund der im Einsatz befindlichen handelsüblichen EDV-Systeme bzw. Buchführungssoftware gängiger Standard.
Der gesetzliche Jahresabschluss besteht als Einheit aus einer Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und Lagebericht. Die Verpflichtung zur Aufstellung, Prüfung, Unterzeichnung, Feststellung oder zur Offenlegung (Offenlegungspflicht) des Jahresabschlusses ist grundsätzlich erst dann erfüllt, wenn die betreffenden Handlungen aller ihrer Bestandteile erfolgt sind. Nur, wenn der Gesetzgeber größenabhängige Erleichterungen vorsieht, kann z.B. auf den Anhang oder Lagebericht verzichtet werden.
Für Kleinstkapitalgesellschaften und Kleine Kapitalgesellschaften hat der Gesetzgeber einige Erleichterungen bei der Aufstellung ihres Jahresabschlusses vorgesehen, allerdings müssen auch sie mit Hilfe zusätzlicher Angaben unter ihrer Bilanz Aufschluss über die jeweilige Vermögenssituation ihrer Gesellschaft geben.
Größenabhängige Erleichterungen für Kapitalgesellschaften
Größenmerkmal
Bilanzsumme (€) Umsatzerlöse (€) Arbeitnehmer (Anzahl)
Große KapG > 19,25 Mio > 38,50 Mio > 250
Mittelgroße KapG > 4,84 ≤ 19,25 Mio > 9,68 ≤ 38,5 Mio > 50 ≤ 250
Kleine KapG > 0,35 ≤ 4,84 Mio > 0,7 ≤ 9,68 Mio > 10 ≤ 50
KleinstKapG ≤ 0,350 Mio ≤ 0,7 Mio ≤ 10
Größenabhängige Erleichterungen für Einzelkaufleute
Für Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht mehr als 500.000 € Umsatzerlöse und 50.000 € Jahresüberschuss aufweisen, hat der Gesetzgeber Erleichterungen vorgesehen; sie brauchen die §§ 238 – 241 HGB nicht anzuwenden; d.h. sie sind von der Buchführungspflicht befreit, sie brauchen keine Handelsbücher zu führen und auch kein Inventar aufzustellen. Im Fall der Neugründung treten diese Rechtsfolgen schon ein, wenn die genannten Werte am ersten Abschlussstichtag nach der Neugründung nicht überschritten werden. Der steuergesetzliche Jahresabschluss wird als Einnahme-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG erstellt. Allerdings bleiben umfangreichen Aufzeichnungspflichten bestehen, so dass die Erfassung aller Geschäftsvorfälle im Rahmen einer doppelten Buchführung in vielen Fällen empfehlenswert bleibt, wenn auch die Jahresabschlusserstellung tatsächlich schlichter ausfällt.
Wozu dient der Jahresabschluss?
Grundsätzlich bildet die laufende Buchhaltung die vermögensmäßigen Konsequenzen einzelner Geschäftsvorfälle ab. Darauf aufbauend zeigt die Bilanz die Vermögenssituation am Bilanzstichtag und die Gewinn- und Verlustrechnung die Vermögensentwicklung der zurückliegenden Periode.
In jedem Fall sollte der Jahresabschluss als Zusammenfassung einer hoffentlich erfolgreichen kaufmännischen Unternehmensführung während des abgelaufenen Wirtschaftsjahres verstanden und gewürdigt werden. Denn aus dem Ergebnis der abgelaufenen Periode lassen sich wichtige strategische Unternehmensentscheidungen ableiten.
Der handelsrechtliche Jahresabschluss ist
Gegenstand bilanzpolitischer Maßnahmen
Berechnungsgrundlage für die Gewinnausschüttung bei Kapitalgesellschaften (Zahlungsbemessungsfunktion)
Berechnungsgrundlage für die Gewinnverteilung sowie die Kapitalkontenentwicklung bei Personengesellschaften (Zahlungsbemessungsfunktion)
Gegenstand der (mindestens) jährlich stattfindenden Gesellschafterversammlung zur Entlastung der von ihr eingesetzten Geschäftsführung (Rechenschaftsfunktion)
Informationsquelle für Gläubiger, potentielle Investoren und Gesellschafter (Informationsfunktion)
Informationsquelle für Aufsichtsbehörden und sonstige Interessenten (Informationsfunktion)
Informationsquelle für Dritte, z.B. Ratingagenturen oder Kreditinstitute (Informationsfunktion)
Erfüllung der wichtigen Dokumentationsaufgaben (Vollständige Aufzeichnung aller Geschäftsvorfälle in allen Rechenwerken erfüllt wichtige Dokumentations- und Beweisfunktion durch Sammlung und Erstellung wichtiger Urkundenbeweise)
Ausgangspunkt für eine Unternehmensbewertung
Ausgangsbasis für die Aufstellung des steuergesetzlichen Jahresabschlusses
Der steuergesetzliche Jahresabschluss ist
Besteuerungsgrundlage für die Ertragsbesteuerung (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer)
Mittel zur Erfüllung fiskal- und wirtschaftspolitischer Zwecke
Bestimmungsgrundlage für die Bemessung der Umsatzsteuer aus steuerbaren, steuerpflichtigen, steuerfreien Umsätzen, Ermittlung der abzugsfähigen Vorsteuern und Abrechnung mit bereits gezahlten und verrechneten Umsatzssteuern
Untersuchungsgegenstand jeder Betriebsprüfung / Außenprüfung nach § 193 AO
Ausgangspunkt für weitere strategische Überlegungen, z.B. für eine anstehende Umstrukturierung im Unternehmen (Umwandlung, Verschmelzung, Teilung, Spaltung)
BilanzierungEinnahme-Überschuss-Rechnung
Wir möchten Ihnen an dieser Stelle ein Verständnis für die gesetzlichen Regelungen zur Aufstellung, Prüfung und Veröffentlichung von Jahresabschlüssen vermitteln. Dies gelingt am ehesten, wenn Sie sich die Zwecke, die der Gesetzgeber mit seinen Vorschriften zur Bilanzierung zu erreichen sucht, vor Augen führen.
Alle Kaufleute[1], also Einzelkaufleute, Personenhandels- und Kapitalgesellschaften, die ein Handelsgewerbe betreiben, sind gesetzlich verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen ihre Handelsgeschäfte und die Lage ihres Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Außerdem fordert der Gesetzgeber, dass die Geschäftsvorfälle sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen können[2].
Zu Beginn seines Handelsgewerbes und für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs hat jeder Kaufmann einen das Verhältnis seines Vermögens und seiner Schulden darstellenden Abschluss zu erstellen. Er hat zudem für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres eine Gegenüberstellung seiner Aufwendungen und Erträge dieses Geschäftsjahrs, also eine Gewinn- und Verlustrechnung, aufzustellen. Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung bilden den Jahresabschluss[3].
Für Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht mehr als 500.000 € Umsatzerlöse und 50.000 € Jahresüberschuss aufweisen, hat der Gesetzgeber Erleichterungen vorgesehen; sie brauchen die §§ 238 – 241 HGB nicht anzuwenden; d.h. sie sind von der Buchführungspflicht[4] befreit, sie brauchen keine Handelsbücher[5] zu führen und auch kein Inventar[6] aufzustellen. Im Fall der Neugründung treten diese Rechtsfolgen schon ein, wenn die genannten Werte am ersten Abschlussstichtag nach der Neugründung nicht überschritten werden[7].
Für Kapitalgesellschaften sind deren gesetzliche Vertreter verpflichtet, einen Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung aufzustellen. Die gesetzlichen Vertreter einer Kapitalgesellschaft haben den Jahresabschluss[8] um einen Anhang zu erweitern, der mit der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung eine Einheit bildet, sowie einen Lagebericht aufzustellen Auch dieser Jahresabschluss muss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kapitalgesellschaft vermitteln[9]. Führen besondere Umstände dazu, dass der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild nicht vermittelt, so sind im Anhang zusätzliche Angaben zu machen.
Auch für Kleinstkapitalgesellschaften[10] und Kleine Kapitalgesellschaften[11] hat der Gesetzgeber einige Erleichterungen bei der Aufstellung ihres Jahresabschlusses vorgesehen[12]. Allerdings müssen auch sie mit Hilfe zusätzlicher Angaben unter ihrer Bilanz Aufschluss über die jeweilige Vermögenssituation ihrer Gesellschaft geben[13].
Bestandteile eines ordnungsgemäßen Jahresabschlusses
Der Jahresabschluss besteht für Einzelkaufleute und Personengesellschaften aus der Handelsbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, für Kapitalgesellschaften aus der Handelsbilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und einem Anhang sowie einem Lagebericht.
Der gesetzliche Jahresabschluss besteht als Einheit aus einer Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und Lagebericht. Die Verpflichtung zur Aufstellung, Prüfung, Unterzeichnung, Feststellung oder zur Offenlegung (Offenlegungspflicht) des Jahresabschluss ist grundsätzlich erst dann erfüllt, wenn die betreffenden Handlungen aller ihrer Bestandteile erfolgt sind. Nur, wenn der Gesetzgeber größenabhängige Erleichterungen vorsieht, kann z.B. auf den Anhang oder Lagebericht verzichtet werden.
Die Bilanz dient der Darstellung des Betriebsvermögens und als jährlich aufzustellende Erfolgsbilanz auch der Errechnung des im abgelaufenen Wirtschaftsjahr erzielten Gewinns. In der Bilanz müssen das Anlage- und Umlaufvermögen auf der Aktivseite und das Eigenkapital und die Schulden auf der Passivseite der Bilanz dargestellt werden. Die Werte in der Bilanz ergeben sich zum einen aus dem Zahlenmaterial der Inventur und zum anderen aus der Buchführung.
Die Gewinn- und Verlustrechnung dient wie die Bilanz der Ermittlung des jährlichen Erfolgs. Sie hat die Aufgabe, Aufwendungen und Erträge eines Wirtschaftsjahres zusammenfassend aufzuzeigen. Der Unterschiedsbetrag zwischen Aufwendungen und Erträgen ist dabei der Gewinn oder Verlust, der der durch Betriebsvermögensvergleich gewonnenen Endsumme entsprechen muss.
In der Gewinn- und Verlustrechnung wird der Jahreserfolg nicht nur summarisch ermittelt, sondern auch aus den im Einzelnen aufgeführten Erträgen und Aufwendungen gezeigt, wie der Gewinn entstanden ist. Sie hat für den Unternehmer einen größeren Erkenntniswert als die Bilanz, die den Gewinn nur in einer Summe angibt, ohne zu zeigen, aus welchen Erfolgsposten er sich zusammensetzt.
Der Anhang dient der Erläuterung sowohl der Bilanz als auch der Gewinn- und Verlustrechnung. Insgesamt soll durch die einzelnen Bestandteile des Jahresabschluss ein zutreffendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt werden. Ferner soll der Anhang Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung entlasten. Die Gleichstellung des Anhangs erlaubt es, ohne Informationsverlust Angaben in den Anhang zu übernehmen, die sonst in der Bilanz oder der Gewinn- und Verlustrechnung zu machen wären. Der Anhang soll somit zusätzlich Klarheit über die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft bringen.
Daneben ist für Kapitalgesellschaften und Personenhandelsgesellschaften ein Lagebericht aufzustellen, der gleichwertig neben dem Jahresabschluss steht. Die Berichterstattung im Lagebericht hat verschiedene Zwecke: So ist der Lagebericht ein eigenständiger Teil im Rahmen der jährlichen Rechenschaftslegung, der neben dem Jahresabschluss einer Kapitalgesellschaft bzw. KapCoGes (Personengesellschaften, KapCo-Gesellschaft) steht. Er hat sowohl eine Informations- als auch einen Rechenschaftsfunktion. Der Lagebericht soll den Jahresabschluss durch allgemeine Informationen ergänzen. Die herausragende Aufgabenstellung des Lageberichts liegt darin, alle Vorgänge so darzustellen, dass die wirtschaftliche Gesamtbeurteilung des Unternehmens möglich wird. Der Jahresabschluss einschließlich der Erläuterungen im Anhang ermöglicht den Adressaten nur begrenzt, die tatsächliche Lage der Gesellschaft zu erkennen bzw. einzuschätzen. Die Ergänzungsfunktion wird darin deutlich, dass der Jahresabschluss der Darstellung und der Lagebericht mehr der Analyse und Kommentierung der relevanten Kennzahlen und Sachverhalte dient. Grundsätzlich sind im Lagebericht alle Vorgänge anzugeben, die die wirtschaftliche Gesamtbeurteilung des Unternehmens berühren. Im Lagebericht geben die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft auch ein persönliches Urteil über den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis, die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens ab. Diese Prognose sollte wirtschaftliche, technische, rechtliche, sozialpolitische und volkswirtschaftliche Aspekte gleichermaßen umfassen.
Die Bestandsaufnahme (Inventur) eines Unternehmens findet ihren schriftlichen Niederschlag in einem Bestandsverzeichnis, das als Inventar bezeichnet wird. Jeder Kaufmann ist verpflichtet[14], zu Beginn seines Handelsgewerbes und für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres seine Grundstücke, seine Forderungen und Schulden (Verbindlichkeiten), sein Bargeld sowie seine sonstigen Vermögensgegenstände (Wirtschaftsgut) genau zu verzeichnen und dabei den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden anzugeben. Die Wirtschaftsgüter sind selbst dann aufzuführen, wenn sie bereits in voller Höhe abgeschrieben sind. Durch Gegenüberstellung des Vermögens und der Schulden errechnet sich das Reinvermögen. Dies wird als Eigenkapital oder auch Betriebsvermögen bezeichnet. Vom Kaufmann braucht das Inventar nicht unterschrieben zu werden. Die Aufbewahrungsfrist beträgt sowohl für das Inventar als auch für die dem Inventar zugrunde liegenden Belege, z.B. Zähllisten, zehn Jahre.
Die Verpflichtung, eine Gewinn- und Verlustrechnung aufzustellen, besagt, dass an das Rechnungswesen höhere Anforderungen gestellt werden und eine einfache Buchführung nicht ausreicht. Die doppelte Buchführung ist für Kaufleute zwingend. Ein Jahresabschluss ist immer nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung aufzustellen, die hier nur der Vollständigkeit halber Erwähnung finden sollen:
Darstellungsstetigkeit (gilt nur für Kapitalgesellschaften)
Erleichterungen für Kleinstkaufleute
Bisher war jeder im Handelsregister eingetragene bzw. eintragungspflichtige Kaufmann buchführungspflichtig. Nun wurde mit dem BilMoG eine Befreiungsregelung für bestimmte Einzelkaufleute[15] eingeführt. Für Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht mehr als 500.000 € Umsatzerlöse und 50.000 € Jahresüberschuss aufweisen, hat der Gesetzgeber Erleichterungen vorgesehen; sie brauchen die §§ 238 – 241 HGB nicht anzuwenden; d.h. sie sind von der Buchführungspflicht[16] befreit, sie brauchen keine Handelsbücher[17] zu führen und auch kein Inventar[18] aufzustellen. Im Fall der Neugründung treten diese Rechtsfolgen schon ein, wenn die genannten Werte am ersten Abschlussstichtag nach der Neugründung nicht überschritten werden[19]. Einzelkaufleute und Personengesellschaften, die die größenabhängige Befreiung in Anspruch nehmen dürfen, können ihre Rechnungslegung auf eine Einnahmen-Überschussrechnung nach Maßgabe des § 4 Abs. 3 EStG beschränken. Aufgrund der bestehenden Vorschrift der Bilanzrichtlinie ist diese Erleichterung für Kapitalgesellschaften derzeit nicht möglich.
Der Jahresabschluss ist innerhalb der einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entsprechenden Zeit in deutscher Sprache und in Euro aufzustellen. Dies bedeutet nach der Rechtsprechung des BFH, dass der Jahresabschluss innerhalb eines Jahres nach dem Bilanzstichtag aufgestellt werden muss. Für Kapitalgesellschaften besteht dagegen eine gesetzliche Frist: Große und mittelgroße Kapitalgesellschaften müssen den Jahresabschluss in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres für das vergangene Geschäftsjahr aufstellen, kleine Kapitalgesellschaften innerhalb der ersten sechs Monate[20].
Der Jahresabschluss ist vom Kaufmann und bei Personengesellschaften von allen persönlich haftenden Gesellschaftern unter Angabe des Datums zu unterzeichnen[21].
Die gesetzlichen Vertreter von Kapitalgesellschaften haben für diese den Jahresabschluss beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch einzureichen. Er ist unverzüglich nach seiner Vorlage an die Gesellschafter, jedoch spätestens vor Ablauf des zwölften Monats des dem Abschlussstichtag nachfolgenden Geschäftsjahrs, mit dem Bestätigungsvermerk oder dem Vermerk über dessen Versagung einzureichen[22]. Der Gesetzgeber hat korrespondierend zu den größenabhängigen Erleichterungen für die Aufstellung der Jahresabschlüsse Erleichterungen bei deren Offenlegung zugelassen.
Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG), das seit dem 29.05.2009 in Kraft getreten ist, wurden die Bilanzierungsvorschriften für die Bundesrepublik Deutschland neu gefasst. Ziel dieses Gesetzes ist es, Unternehmern ein handelsrechtliches Bilanzrecht zu schaffen, das ihnen im Hinblick auf die internationale Rechnungslegung nach IFRS eine gleichwertige, aber kostengünstigere und praxisgerechtere Alternative bietet. Diese handelsrechtliche Bilanz soll auch weiterhin Grundlage sowohl für die Ausschüttungsbemessung als auch für die steuerliche Gewinnermittlung bleiben. Ebenso bleiben die Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung erhalten.
Die handelsrechtlichen Vorschriften für die Erstellung von Jahresabschlüssen wurden durch das BilMoG in erheblichem Umfang geändert, so dass für Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften insbesondere beim Übergang vom bisherigen Handelsrecht zu den geänderten Vorschriften nach BilMoG grundlegende Änderungen in Ausweis und Bewertung der Bilanzposten der Handelsbilanz vorgenommen werden müssen. Diese Änderungen sind in der Steuerbilanz nicht durchzuführen. Damit ergibt sich, dass in den meisten Jahresabschlüssen, auch für Klein- und Kleinstunternehmen, zunächst eine Handelsbilanz zu erstellen ist.
Diese ist auch nach Einführung des BilMoG für die Ermittlung der Einkünfte aus Gewerbebetrieb durch Betriebsvermögensvergleich[23] entweder durch die Erstellung einer Steuerbilanz (wenn die Abweichungen erheblich sind) oder durch eine Übergangsrechnung[24] vom Handelsbilanzergebnis zum steuerlichen Gewinn maßgeblich[25].
Im Rahmen der Steuerveranlagung müssen alle Kaufleute, die gem. § 4 Abs. 1 bzw. §§ 5, 5a EStG den Gewinn ermitteln, die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung an die Finanzverwaltung übermitteln (vgl. § 60 EStDV). Dies geschah bisher, indem Bilanz und GuV im Papierformat als Anlagen zu den Jahressteuererklärungen eingereicht wurden.
Mit dem Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Besteuerungsverfahrens (Steuerbürokratieabbaugesetz) vom 19.12.2008 wurde der Rahmen für die Kommunikation besteuerungsrelevanter Informationen zwischen Finanzverwaltung und Steuerpflichtigem grundlegend neu geordnet. Demnach müssen, neben der elektronischen Übermittlung der Steuererklärungen, auch alle dazugehörigen Anlagen auf diesem Weg übermittelt werden. Die Übermittlung von Bilanz und GuV ist daher zukünftig nicht mehr im Papierformat zulässig. Die elektronische Übermittlung von Jahresabschlüssen ist für Wirtschaftsjahre nach 31.12.2011 möglich. Von der Finanzverwaltung wird allerdings nicht beanstandet, wenn für das erste Wirtschaftsjahr nach dem 31.12.2011 die Bilanz und GuV noch im Papierformat eingereicht wird.
Jahresabschlüsse für Wirtschaftsjahr nach dem 31.12.2012 müssen elektronisch übermittelt werden.
Bücher und Aufzeichnungen müssen sowohl nach Handelsrecht (§ 257 HGB) als auch nach Steuerrecht (§ 147 AO) aufbewahrt werden. Eine auch Jahre spätere Nachprüfung soll so gewährleistet werden.
Bücher und Aufzeichnungen, Inventar, Eröffnungsbilanzen, Jahresabschlüsse, Lageberichte sowie die zu ihrem Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen und sonstigen Organisationsunterlagen sowie Buchungsbelege müssen zehn Jahre, die empfangenen Handelsbriefe, die Wiedergaben der abgesandten Handelsbriefe und die sonstigen Unterlagen, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, müssen sechs Jahre aufbewahrt werden. Die Aufbewahrungsfrist läuft jedoch nicht ab, soweit und solange die Unterlagen für Steuern von Bedeutung sind, für welche die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen ist (§ 147 Abs. 3 AO).
Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahrs, in dem die letzte Eintragung in das Buch gemacht, das Inventar, die Eröffnungsbilanz, der Jahresabschluss und der Lagebericht aufgestellt, der Handelsbrief empfangen oder abgesandt worden oder der Buchungsbeleg entstanden ist (§ 257 Abs. 5 HGB; § 147 Abs. 4 AO).
[1] § 1 HGB
[2] § 238 Abs. 1 HGB
[3] § 242 HGB
[4] § 238 HGB
[5] § 239 HGB
[6] §§ 240, 241 HGB
[7] § 241a HGB
[8] § 242 HGB
[9] § 264 Abs. 2 Satz 1HGB
[10] § 267a HGB
[11] § 267 Abs. 1 HGB
[12] § 264 Abs. 1 Satz 5 HGB
[13] § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB
[14] § 240 HGB
[15] § 241a Abs. 1 HGB
[16] § 238 HGB
[17] § 239 HGB
[18] §§ 240, 241 HGB
[19] § 241a HGB
[20] § 264 Abs. 1 HGB
[21] § 245 HGB
[22] § 325 HGB
[23] § 4 Abs. 1 EStG
[24] § 60 Abs. 2 EStDV
[25] § 5 I S. 1 EStG
Der jährliche Gewinn aus einer gewerblichen oder selbständigen Tätigkeit kann unter bestimmten Voraussetzungen nach § 4 Abs. 3 EStG durch den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ermittelt werden.
Es handelt sich hierbei um eine der beiden möglichen Gewinnermittlungsarten, die der Gesetzgeber für die Gewinneinkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG), Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) und Selbständige (§ 18 EStG) vorgesehen hat und nur dann in Frage kommt, wenn der Steuerpflichtige nicht verpflichtet ist, den Gewinn durch Bestandsvergleich nach § 4 Abs. 1 bzw. § 5 EStG zu ermitteln.
Standardisierte Vorgaben der Finanzverwaltung
Diese Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ist grundsätzlich nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung nach § 60 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. § 84 Abs. 3d EStDV zu übermitteln. Nur bei Betriebseinnahmen unter 17.500 € im Wirtschaftsjahr wird es nicht beanstandet, wenn der Steuererklärung anstelle des offiziell bekanntgegebenen Vordrucks eine formlose Gewinnermittlung beigefügt wird. Insoweit wird auch auf die elektronische Übermittlung einer standardisierten Einnahmenüberschussrechnung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung verzichtet. Die Verpflichtungen, den Gewinn nach den geltenden gesetzlichen Vorschriften zu ermitteln sowie die sonstigen gesetzlichen Aufzeichnungspflichten zu erfüllen, bleiben hiervon unberührt. Übersteigen die im Wirtschaftsjahr angefallenen Schuldzinsen, ohne die Berücksichtigung der Schuldzinsen für Darlehen zur Finanzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, den Betrag von 2.050 €, sind bei Einzelunternehmen weitere Angaben an die Finanzverwaltung zu übermitteln.
Damit Sie alle Unterlagen und Nachweise, die wir für Erstellung Ihrer Einkommensteuererklärung benötigen, vollständig zusammentragen können, überreichen wir Ihnen jeweils unsere aktuelle Checkliste zur Einkommensteuerveranlagung sowie die Checkliste zur EÜR. Sollte sich bei der laufenden Bearbeitung herausstellen, dass wir von Ihnen noch weitere Unterlagen, Nachweise oder Angaben benötigen, werden wir Sie hierüber rechtzeitig informieren.
In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass Sie nicht verpflichtet sind, eine Buchführung nach § 238 HGB bzw. §§ 140, 141 ff AO zu erstellen, um daraus einen Jahresabschluss auf Basis einer Einnahmenüberschussrechnung zu entwickeln.
Da jedoch Umfang und Schwierigkeitsgrad Ihrer Geschäftstätigkeit einerseits sowie gesetzliche Anforderungen an Form und Inhalt einer Einnahmenüberschussrechnung differenzierte und gut nachvollziehbare Aufzeichnungen erfordern, ist die Erfassung Ihrer Geschäftsvorfälle im Rahmen einer EDV-Buchführung geboten. Auch Anschlussauswertungen, wie z.B. Einkommensnachweis, betriebswirtschaftliche Auswertung, Steuerprognose oder auch Umsatzsteuervoranmeldungen lassen sich ohne eine laufende Buchführung nicht effizient und kostengünstig erstellen. Gerne greifen wir dabei auf Ihre Grundaufzeichnungen zurück, für die wir Ihnen vorbereitete Erfassungstools zur Verfügung stellen.
Um den Vorgaben von Gesetz, Rechtsprechung, Berufsaufsicht und Haftpflichtversicherung an eine ordentliche und vollumfängliche Beschreibung des zwischen uns vereinbarten Auftragsumfanges zu genügen, werden wir immer den Auftrag zur Erstellung Ihrer „freiwilligen“ Buchführung zusätzlich zum Auftrag zur Erstellung der gesetzlich geforderten Einnahmenüberschussrechnung, der Fertigung der obligatorischen Steuererklärungen sowie der Prüfung aller eingehenden Steuerbescheide aufnehmen.
Da wir unsere Leistungen ohnehin nach dem tatsächlich verursachten zeitlichen und fachlichen Aufwand mit sachgerechten Kostensätzen nachkalkulieren, wird sich für Sie keine auf die geänderte Gesetzeszitierung beruhende Änderung unseres gewohnten Abrechnungsverhaltens ergeben.

References: § 4
 § 193
 § 4
 § 4
 § 60
 § 147
 § 1
 § 238
 § 242
 § 238
 § 239
 § 241
 § 242
 § 264
 § 267
 § 267
 § 264
 § 264
 § 240
 § 241
 § 238
 § 239
 § 241
 § 264
 § 245
 § 325
 § 4
 § 60
 § 5
 § 4
 § 4
 § 5
 § 60
 § 84
 § 238