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Timestamp: 2019-03-19 07:41:28+00:00

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§ 70 StPO: Folgen unberechtigter Zeugnis- oder Eidesverweigerung
Folgen unberechtigter Zeugnis- oder Eidesverweigerung
OLG Nürnberg, Beschluss vom 3.1.2013, Az. 2 Ws 80/13 Die wiederholte Anordnung von Beugehaft gegen einen Zeugen in mehreren Strafverfahren, in denen der Zeuge jeweils Angaben zur selben Tat machen soll, ist bis zu der sechsmonatigen Höchstgrenze des § 70 IV StPO zulässig (Anschluss an OLG Köln, NStZ-RR 2007, 232).
OLG Nürnberg, Beschluss vom 3.1.2013, Az. 2 Ws 80/13 Nach allgemeiner Auffassung, der sich auch der Senat anschließt, ist die wiederholte Verhängung von Beugehaft - anders als die wiederholte Verhängung von Ordnungsgeld gemäß § 70 Abs. 1 StPO - bis zu der sechsmonatigen Höchstgrenze des § 70 Abs.4 StPO zulässig (OLG Köln, NStZ-RR 2007, 232; Meyer-Goßner, StPO, 55. Auflage, § 70 Rn. 16; Senge in Karlsruher Kommentar, StPO, 6. Auflage, § 70 Rn. 13; Neubeck in KMR StPO, § 70 Rn. 16; Rogall in SK StPO, § 70 Rn. 30).
OLG Nürnberg, Beschluss vom 3.1.2013, Az. 2 Ws 80/13 Die Maßregel der Beugehaft ist gemäß § 70 Abs. 2 StPO erst mit Ablauf der sechsmonatigen Höchstdauer erschöpft (OLG Köln, NStZ-RR 2007, 232; Meyer-Goßner, StPO, 55. Auflage, § 70 Rn. 16; Senge in Karlsruher Kommentar, StPO, 6. Auflage, § 70 Rn. 12; Neubeck in KMR StPO, § 70 Rn. 16; Rogall in SK StPO, § 70 Rn. 30).
BVerfG, , Az. 2 BvR 75/71 § 70 Abs. 1 StPO ist deshalb verfassungskonform so auszulegen, daß als 'gesetzlicher Grund', der zur Verweigerung des Eides berechtigt, nicht nur die in der Strafprozeßordnung aufgezählten Fälle (§§ 60 bis 63, 66e StPO) in Betracht zu ziehen sind, sondern daß auch das Grundrecht des Art. 4 Abs. 1 GG im Einzelfall von der Pflicht zur Beeidigung einer Aussage befreit (vgl. BVerfGE 25, 296 (305) für ein unmittelbar aus Art. 5 Abs. 1 GG abzuleitendes Zeugnisverweigerungsrecht).
BVerfG, , Az. 2 BvR 75/71 Hierdurch tritt weder ein Widerspruch zu dem Wortlaut und objektiven Sinngehalt des § 70 Abs. 1 StPO auf, noch wird der normative Regelungsinhalt der Bestimmungen über die Eidespflicht und ihre Durchsetzung (§§ 59, 70 StPO) generell neu bestimmt (vgl. BVerfGE 2, 266 (282); 8, 71 (78 f.); 18, 97 (111)).
BVerfG, vom 1.8.2006, Az. 2 BvR 224/07 Danach muss die grundlose Zeugnisverweigerung schuldhaft sein, um die Verhängung eines Ordnungsgelds nach § 70 Abs. 1 Satz 2 StPO zu rechtfertigen (vgl. BGHSt 28, 240 <259>).
BVerfG, vom 3.7.1961, Az. 1 BvR 385/82 § 70 Abs. 1 StPO läßt jedoch, wie das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, eine Auslegung der Wendung 'ohne gesetzlichen Grund' dahin zu, daß im Einzelfall die Verweigerung des Zeugnisses auch dann zulässig sein kann, wenn keiner der einfachrechtlich geregelten Tatbestände erfüllt ist, wenn sich aber die Einschränkung des Zeugniszwangs unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit unmittelbar aus Grundrechten ergibt (vgl. BVerfGE 25, 296 (304 f.); 33, 367 (374 f.); 38, 312 (325); ferner BVerfGE 20, 162 (189); 33, 23 (33 f.)).
BVerfG, vom 3.5.1994, Az. 2 BvR 1565/94 Dies hat das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich mit Blick auf die in § 70 StPO enthaltenen, im Rahmen parlamentarischer Untersuchungsausschüsse des Bundestags gemäß Art. 44 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 1 GG sinngemäß für anwendbar erklärten Maßnahmen der Anordnung von Ordnungsgeld und Beugehaft gegen einen grundlos das Zeugnis verweigernden Zeugen festgestellt (BVerfGE 76, 363 <383 ff.>).

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 Art. 4
 Art. 5
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 Art. 44