Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20213/11
Timestamp: 2020-01-21 01:50:35+00:00

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BGH, 01.03.2012 - III ZR 213/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,7537
BGH, 01.03.2012 - III ZR 213/11 (https://dejure.org/2012,7537)
BGH, Entscheidung vom 01.03.2012 - III ZR 213/11 (https://dejure.org/2012,7537)
BGH, Entscheidung vom 01. März 2012 - III ZR 213/11 (https://dejure.org/2012,7537)
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Provisionsanspruch des Versicherungsmaklers: "Unechte Verflechtung" zwischen dem Makler und einem Lebensversicherungsunternehmen
Voraussetzungen für das Vorliegen einer "unechten Verflechtung" zwischen einem Versicherungsmakler und dem Partner des vermittelten Hauptvertrags (hier: Lebensversicherer) bei langfristiger Kooperation
Zur "unechten Verflechtung" zwischen einem Versicherungsmakler und dem Partner des vermittelten Hauptvertrags (hier: Lebensversicherer), wenn der - mit der Konzernmutter des Versicherers langfristig kooperierende - Makler Fondspolicen und Anlagestrategien des ...
"Verflechtung" zwischen Makler und Versicherer
Verflechtung zwischen Versicherungsmakler und Versicherung
Zur unechten Verflechtung zwischen einem Versicherungsmakler und dem Partner des vermittelten Hauptvertrags (hier: Lebensversicherer)
Wenn Makler mit der Versicherung kooperiert, bekommt er keine Provision
Unechte Verflechtung: Nicht bei qualifiziertem Alleinauftrag
ATLANTICLUX: Vergütungsvereinbarung zumeist unwirksam - Lebensversicherungen und Maklervergütungen
Makler hat keinen Provisionsanspruch bei einer unechten Verflechtung bei vermutetem Eigeninteresse // BGH bringt einen Versicherungsmakler um seinen Lohn
AG München, 25.10.2010 - 231 C 16238/10
LG Hamburg, 10.03.2011 - 319 O 216/10
LG München I, 09.08.2011 - 13 S 22419/10
OLG Hamburg, 23.11.2011 - 14 U 78/11
NJW 2012, 1504
MDR 2012, 449
NZM 2012, 468
VersR 2012, 619
WM 2012, 643
Wie der Bundesgerichtshof wiederholt ausgeführt hat, kann sich ein Unternehmer auf die Schutzwirkung des § 14 Abs. 1 BGB-InfoV aber von vornherein nur dann berufen, wenn er gegenüber dem Verbraucher ein Formular verwendet hat, das dem Muster der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV in der jeweils maßgeblichen Fassung sowohl inhaltlich als auch in der äußeren Gestaltung vollständig entspricht (…vgl. nur Urteile vom 9. Dezember 2009, aaO Rn. 20;… vom 1. Dezember 2010, aaO Rn. 15;… vom 2. Februar 2011, aaO Rn. 22;… vom 28. Juni 2011, aaO Rn. 37; vom 1. März 2012, aaO Rn. 16 f).
Insoweit reichte die im Streitfall verwandte Widerrufsbelehrung nicht aus (vgl. auch bereits Senatsurteil vom 1. März 2012, aaO Rn. 18 zu einer inhaltsgleichen Belehrung).
Die Kündigung des Versicherungsvertrags stellt daher nicht nur bei Wirksamkeit des Maklervertrags die verdiente Provision nicht in Frage (vgl. dazu nur Senatsurteile vom 14. Dezember 2000 - III ZR 3/00, NJW 2001, 966, 967 und 20. Januar 2005 - III ZR 251/04, BGHZ 162, 67, 74 f), sondern beeinflusst grundsätzlich auch nicht im Fall des Widerrufs die Höhe des Wertersatzanspruchs (vgl. Senatsurteil vom 1. März 2012, aaO Rn. 19).
Dem ist jedoch entgegenzuhalten, dass sich der Rückgewährschuldner - anders als der Bereicherungsschuldner (vgl. § 818 Abs. 3 BGB) - gegenüber Wertersatzansprüchen nicht auf eine Entreicherung berufen kann (vgl. BT-Drucks. 14/6040 S. 195; Senatsurteil vom 1. März 2012, aaO).
Das von der Revisionserwiderung in Bezug genommene Senatsurteil vom 1. März 2012 (III ZR 213/11, NJW 2012, 1504), das ebenfalls die Vermittlung einer fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung für die A. Lebensversicherung S.A. betraf und in dem der Senat die tatrichterliche Würdigung einer unechten Verflechtung zwischen der Handelsmaklerin und dem Versicherer nicht beanstandet hat, ist nicht einschlägig.
Die vom Berufungsgericht angeführte Rechtsprechung bezieht sich jedoch auf Fälle, in denen der Makler zugleich mit dem Vertragspartner seines Auftraggebers gesellschaftsrechtlich oder auf andere Weise "verflochten" ist und es im Hinblick auf diese Interessenkollision an einer Maklerleistung im Sinne des § 652 BGB fehlt (vgl. Senatsurteile vom 12. März 1998 - III ZR 14/97, BGHZ 138, 170, 174 f;… vom 19. Februar 2009 - III ZR 91/08, NJW 2009, 1809 Rn. 9, 12 und vom 1. März 2012 - III ZR 213/11, NJW 2012, 1504 Rn. 9 f; BGH, Urteil vom 12. Mai 1971 - IV ZR 82/70, NJW 1971, 1839, 1840).
Auch ist die von der Klägerin angeführte Entscheidung des BGH vom 01.03.2012 (III ZR 213/11) für den vorliegenden Rechtsstreit ohne Bedeutung.
Die Interessenbindung auf Seiten des als Makler Auftretenden muss vielmehr so institutionalisiert sein, das heißt durch Übernahme einer tendenziell dauerhaften Funktion gefestigt sein, dass sie ihn - unabhängig von seinem Verhalten im Einzelfall - als ungeeignet für die dem gesetzlichen Leitbild entsprechende Tätigkeit des Maklers erscheinen lässt (BGH NJW 2012, 1504 m.w.N.).

References: BGH 
 § 14
 § 14
 § 818
 § 652
 BGH