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Timestamp: 2020-08-11 19:00:35+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 15.11.2007 - 1 S 1471/07 - dejure.org
https://dejure.org/2007,3229
VGH Baden-Württemberg, 15.11.2007 - 1 S 1471/07 (https://dejure.org/2007,3229)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 15.11.2007 - 1 S 1471/07 (https://dejure.org/2007,3229)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 15. November 2007 - 1 S 1471/07 (https://dejure.org/2007,3229)
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§ 31 Abs 2 BestattG BW, § 21 Abs 1 BestattG BW, § 21 Abs 3 BestattG BW, § 8 Abs 2 PolG BW
Bestattungspflicht; unmittelbare Ausführung; Kostenerstattung; Mehrheit von Pflichtigen; Ermessensentscheidung; Ausgleichsanspruch; Gesamtschuld; Geschäftsführung ohne Auftrag; Trauerfeier
Kostenerstattungsanspruch für die Heranziehung eines Sohnes zur Erstattung der Kosten für die Beerdigung seines Vaters bei Vorhandensein mehrerer Geschwister; Voraussetzungen für die behördliche Anordnung einer Bestattung; Grundsatz der Subsidiarität der unmittelbaren ...
Angehöriger muss angemessene Kosten für Beerdigung tragen - Trauerfeier muss nicht übernommen werden
VG Stuttgart, 14.02.2006 - 6 K 2949/04
ESVGH 58, 114
FamRZ 2008, 1625 (Ls.)
VBlBW 2008, 137
Danach ist die Klägerin - gleichrangig mit ihren drei Geschwistern (dazu Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Urteil vom 15. November 2007 - 1 S 1471/07 - juris Rdnr. 19) - als "volljähriges Kind" bestattungspflichtig.
Auf die Entscheidung des VGH Baden-Württemberg (Urteil vom 15.11.2007 - 1 S 1471/07 -) werde verwiesen.
Die zweite Alternative stellt eine sonderpolizeiliche Regelung einer unmittelbaren Ausführung dar (vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 15.11.2007 - 1 S 1471/07 -, VBlBW 2008, 137 f.).
Unter gleichrangig Verpflichteten, wie dies hier der Fall ist und von dem Beklagten in der abfallrechtlichen Anordnung selbst zum Ausdruck gebracht worden ist, muss die Auswahl des bzw. der Kostenpflichtigen nach dem Gebot der gerechten Lastenverteilung erfolgen, falls keine speziellen Ermessensdirektiven zum Tragen kommen (VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.11.2007 - 1 S 1471/07 - VBlBW 2008, 137, 138).
Dass allein diese höchstrichterliche Rechtsprechung in Bezug auf einen vermeintlichen Ausgleichsanspruch entscheidend ist - und nicht etwa bestimmte, von der Rechtsprechung abweichende Stimmen im Schrifttum (vgl. z. B. R. Enders, NVwZ 2005, 381, 384 f.) -, hat der Verwaltungsgerichtshof in einer früheren Entscheidung ausdrücklich hervorgehoben (VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.11.2007 - 1 S 1471/07 - VBlBW 2008, 137, 138).
Angehörige nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 BestattG BW (ebenfalls in der Fassung des Gesetzes vom 24. März 2009) sind indessen nur die Ehegattin oder der Ehegatte, die Lebenspartnerin oder der Lebenspartner, die volljährigen Kinder, die Eltern, die Großeltern, die volljährigen Geschwister und Enkelkinder des Verstorbenen (vgl. dazu etwa Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Urteile vom 15. November 2007 - 1 S 1471/07 - und vom 19. Oktober 2004 - 1 S 681/04 - ).
Angehörige nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 BestG BW (ebenfalls in der Fassung des Gesetzes vom 21. Juli 1970) sind aber nur der Ehegatte, die volljährigen Kinder, die Eltern, die Großeltern, die volljährigen Geschwister und Enkelkinder des Verstorbenen (vgl. hierzu etwa Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Urteile vom 19. Oktober 2004 - 1 S 681/04 - und vom 15. November 2007 - 1 S 1471/07 - ).
Denn dieser könnte auf einen Innenausgleich verwiesen werden (vgl. VGH Baden-Württemberg, VBlBW 2008, 137).
Die öffentlich-rechtliche Pflicht, für die Bestattung zu sorgen, besteht damit nur, wenn eine in der Reihenfolge zuvor genannte Person nicht vorhanden oder verhindert ist (…Faiß/Ruf, Bestattungsrecht Baden-Württemberg Kommentar, 2012, S. 95; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 15. November 2007 - 1 S 1471/07 - zitiert nach Juris Rdnr. 18).
Eine Unbilligkeit kann auch dann in Betracht kommen, wenn bei gleichgewichtigen Verursachungsbeiträgen ein Kostenausgleich unter den materiell Kostenpflichtigen, der im Interesse der materiellen Lastengleichheit geboten sein kann, erschwert ist (vgl. hierzu etwa Urteil des erk. Senats vom 15.11.2007 - 1 S 1471/07 -, VBlBW 2008, 137 m.w.N.).
Diese unbeschränkte öffentlich-rechtliche Bestattungspflicht verstößt nach mittlerweile gefestigter Rechtsprechung (so ausdrücklich Stelkens/Seifert, DVBl. 2008, 1537 [1539] mit umfangreichen Nachweisen aus der Rechtsprechung) auch in Härtefällen, in denen die Durchführung der Bestattung für den Pflichtigen wegen des persönlichen Verhaltens des Verstorbenen als grob unbillig erscheint, weder gegen die allgemeine Handlungsfreiheit des Bestattungspflichtigen nach Art. 2 Abs. 1 GG noch gegen das rechtsstaatliche Verhältnismäßigkeitsgebot (VGH München, Beschl. v. 09.06.2008, BayVBl. 2009, 537;… OVG Saarlouis, Urt. v. 27.12.2007 - 1 A 40/07 - [...], RdNr. 48; VGH Mannheim, Urt. v. 15.11.2007, VBlBW 2008, 137 [139];… VGH Mannheim, Urt. v. 19.10.2004, VBlBW 2005, 141 [142 f.]; OVG Münster, Beschl. v. 15.10.2001, NVwZ 2002, 996 [997 f.];… VG Chemnitz, Urt. v. 30.07.2008 - 1 K 1629/04 - S. 6 ff. UA;… VG Dresden, Urt. v. 24.02.2010 - 4 K 1946/06 - S. 7 ff. UA;… VG Ansbach, Urt. v. 06.09.2007 - AN 4 K 06.03544 - [...], RdNr. 19 ff. m.w.N.;… VG Düsseldorf, Urt. v. 18.02.2009 - 23 K 1676/08 - [...], RdNr. 16;… VG Karlsruhe, Urt. v. 10.07.2001 - 11K 2827/00 - [...], RdNr. 17; Stelkens/Seifert, DVBl. 2008, 1537 [1539] m.w.N.; Repkewitz, VBlBW 2010, 228 [232]).
Die Beklagte hat die Bestattung in einfacher, ortsüblicher und würdiger Form vornehmen lassen (s. dazu VGH Mannheim, Urt. v. 15.11.2007, VBlBW 2008, 137 [139 f.] m.w.N.; OVG Lüneburg, Beschl. v. 13.07.2005 - 8 PA 37/05 - [...], RdNr. 9;… Gaedke, Handbuch des Friedhofs- und Bestattungsrechts, 9. Aufl. 2005, S. 116 f.).
Die so getroffene Ermessensentscheidung ist mit dem von der Beklagten auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren gegebenen Hinweis auf die Möglichkeit des internen Ausgleichs zwischen den Gesamtschuldnern regelmäßig hinreichend begründet (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 15.11.2007 - 1 S 1471/07 -, juris Rn. 19).
VG Stuttgart, 22.05.2012 - 6 K 1263/12
Friedhofs- und Bestattungskosten: Heranziehung eines volljährigen Kindes des …

References: § 31
 § 21
 § 21
 § 8
 § 21
 § 21
 Art. 2