Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ%201993,%20234
Timestamp: 2020-01-20 11:59:00+00:00

Document:
BGH, 25.11.1992 - 3 StR 520/92 - dejure.org
https://dejure.org/1992,2377
BGH, 25.11.1992 - 3 StR 520/92 (https://dejure.org/1992,2377)
BGH, Entscheidung vom 25.11.1992 - 3 StR 520/92 (https://dejure.org/1992,2377)
BGH, Entscheidung vom 25. November 1992 - 3 StR 520/92 (https://dejure.org/1992,2377)
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Nichtdurchführbarkeit der Tat auf Grund der Hilferufe der überfallenen Verkäuferin - Voraussetzungen für das Vorliegen einer natürlichen Handlungseinheit - Unterbrechung des Täters beim Versuch die Tatzeugin zu töten durch einen anderen Zeugen
StGB §§ 52, 53
NStZ 1993, 234
Eine solche ist dadurch gekennzeichnet, daß zwischen einer Mehrheit gleichgearteter, strafrechtlich erheblicher Betätigungen ein derart enger Zusammenhang besteht, daß sich das gesamte Handeln des Täters objektiv als ein einheitlich zusammengehöriges Tun darstellt und die einzelnen Handlungen durch ein gemeinsames subjektives Element miteinander verbunden sind (st. Rspr.; BGHR StGB vor § 1/natürliche Handlungseinheit Entschluß, einheitlicher 4, 7).
Der in Tötungsabsicht geführte Angriff auf das zweite Opfer beruhte mithin auf einem selbständigen, aufgrund veränderter Tatsituation gefaßten Entschluß, der die Wertung als einheitliches, zusammengehöriges Tun unter den gegebenen Umständen nicht zuläßt (vgl. BGH NStZ 1993, 234, 235).
Diese Handlungen sind bei der gebotenen natürlichen Betrachtungsweise jeweils als einheitliches zusammengehöriges Tun und damit rechtlich als eine Tat anzusehen; denn eine natürliche Handlungseinheit ist anzunehmen, wenn zwischen einer Mehrheit gleichartiger strafrechtlich bedeutsamer Betätigungen ein derart unmittelbarer räumlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht, dass das gesamte Handeln des Täters objektiv auch für einen Dritten als ein einheitliches zusammengehöriges Tun erscheint und die einzelnen Betätigungsakte auch durch ein gemeinsames subjektives Element miteinander verbunden sind (vgl. BGH, Beschluss vom 25. November 1992 - 3 StR 520/92, BGHR StGB vor § 1 natürliche Handlungseinheit, Entschluss, einheitlicher 7; Urteil vom 27. Juni 1996 - 4 StR 166/96, NStZ 1996, 493 f.).
BGH, 04.03.1996 - 4 StR 634/95
Betrug - Zinsdifferenzgeschäft - Vermittlung ohne Depotbank
Beide Betrugsfälle bilden hiernach eine natürliche Handlungseinheit; denn dafür genügt es, daß das gesamte Tätigwerden objektiv für einen Dritten bei natürlicher Betrachtungsweise als einheitliches, zusammengehöriges Tun erscheint (st. Rspr.; BGH NStZ 1993, 234).
"Davon" - so der Generalbundesanwalt, dem sich der Senat auch insoweit anschließt - "ist auszugehen, wenn ein unmittelbarer räumlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen mehreren strafrechtlich erheblichen Verhaltensweisen besteht und wenn sie auf einer einzigen Willensentscheidung beruhen (vgl. BGHSt 4, 219, 220; 10, 230, 231; 16, 397; BGH NJW 1977, 2321;… BGHR StGB vor § 1 natürliche Handlungseinheit, Entschluß einheitlicher 3 und 4;… BGH, Urt. v. 21. September 1983 - 2 StR 19/83; BGH, Beschl. v. 25. November 1992 - 3 StR 520/92).

References: § 1
 BGH 
 § 1
 BGH 
 BGH 
 § 1