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Timestamp: 2018-12-14 21:28:04+00:00

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Klärwerk.info - Für Sie gelesen 2010
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Wirtschaftlichkeit der Gasverwertung auf kommunalen Kläranlagen
Modifikation eines Belebungsbeckens zur Elimination von Stickstoff und Phosphor
19.12.2010 Instandhaltung von Kanalisationen Lindauer Seminar bricht Rekorde
Die Ermittlung der relevanten Niederschlagscharakteristik für die Siedlungsentwässerung im Klimawandel
Rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Dichtheit von privaten Abwasserleitungen
Aktivkohle in der Abwasserreinigung - vom Versuch zum technischen Maßstab
Niederschlagswasser bewirtschaften statt beseitigen - ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll
Dienstleistung kommunale Abwasserentsorgung
Zur Anwendung des § 11 Abs. 1 HOAI bei einer Entwässerung im Trennsystem
Betoninstandsetzung von Faulbehältern
22. DWA-Leistungsvergleich kommunaler Kläranlagen 2009
Regenwasserbewirtschaftung auf Grundstücken nach DIN 1986-100:2008-05 unter Einbeziehung von Versickerungsmaßnahmen
Benchmarking Wasserwirtschaft in Baden-Württemberg
Klärschlammfaulung und -verbrennung: das Behandlungskonzept der Zukunft?
Wirtschaftsdaten der Abwasserbeseitigung 2009
Dezentrale Konzepte und Technologien in der Siedlungswasserwirtschaft
Auswirkungen des Klimawandels auf das Hamburger Kanalnetz
Zukunftsfähige Klärschlammverwertung
Der Frischwassermaßstab im Gebührenrecht
Energieeffiziente Stickstoffelimination im Verfahren der einstufigen Deammonifikation auf dem Klärwerk Fulda-Gläserzell
Nachhaltige Abwassertechnik
REACH und Abfall - Wo ist der Anfang, wo das Ende?
Gewässerschutz und Gewässergestaltung- von der Idee zur konkreten Maßnahme
Stand der Klärschlamm-Desinfektion im Jahr 2010
Abwasserwärmenutzung - Erfahrungsbericht über Planung und Bau der Anlage in Bretten
Abwasserbewirtschaftung im Spannungsfeld politischer, klimatischer und technischer Entwicklungen
Hygienisierung von Mischwasser in Retentionsbodenfiltern
Schwermetalle in versickerndem Abwasser. Sind undichte Abwasserkanäle eine Gefahr für Boden und Grundwasser?
Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die Gebührenkalkulation und die Gebührenentwicklung
Generalsanierungsplanung Kanal der Stadt Solingen
Ganzheitliche Wasserwirtschaft
Die Neuregelung des Wasserrechts -§ 39 Gewässerunterhaltung
Pflanzenkläranlagen im Mischsystem nach dem Konzept des Entsorgungsverbands Saar
Semizentrales und dezentrales Abwassermanagement
Kanalnetzbewirtschaftung durch Regenüberlaufbecken mit autarken Mess-, Regel- und Erfassungssystemen
Aufbau eines strukturierten, redundanten PLS-Netzwerks mit einheitlichem Kommunikationsprotokoll für die Leittechnik einer Kläranlage und die Sonderbauwerke im Kanalsystem
Alternative Klärschlammbehandlung
Die Bewirtschaftung des Grundwassers nach dem neuen Wasserhaushaltsgesetz
Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung in der ehemaligen DDR
Einladung zur IFAT ENTSORGA 2010 - freier Eintritt für DWA-Mitglieder
KOMPLETT - ein innovatives System zur Schließung von Wasser- und Stoffkreisläufen
Nachbarn im Kanalnetz
Richtig aufgestellt - Kompetenzmanagement bei hanseWasser Bremen
15. Internationales Symposium im Rahmen der IFAT
Eine multikriterielle Analyse der Vulnerabilität der deutschen Regenwasserwirtschaft
20. Magdeburger Abwassertage
Praktischer Hochwasserschutz in Kommunen
Dachbegrünung als Modul der Siedlungswasserwirtschaft
Bodenfilter zur Reinigung belasteter Regenabflüsse
Neue Wege des Phosphorrecyclings aus Klärschlammaschen
Das neue Wasserhaushaltsgesetz - ein Überblick
Ein neues Wasserhaushaltsgesetz -und mehr
50 Jahre Weber-Ingenieure GmbH - Festveranstaltung in Pforzheim
Wasser 2009: Jahrestagung der Wasserchemischen Gesellschaft 2009
Heizenergie aus Abwasser
Private Grundstücksleitungen rücken in den Fokus
Klärschlammfaulung und -verbrennung: das Behandlungskonzept der Zukunft? Ergebnisse einer Grundsatzstudie zum Stand der Klärschlammbehandlung
Untersuchungen zur Korrosionsbeständigkeit von selbstverdichtendem Beton unter Schwefelsäureexposition
Hinweise zur Bemessung von Unterdruckentwässerungssystemen nach Arbeitsblatt DWA-A 116-1
Berücksichtigung von Umweltgesichtspunkten bei der Vergabe von Aufträgen
Projekt zur Teilstrombehandlung mit Pulveraktivkohle im Klärwerk Mannheim*)
Ökotoxikologische Studien zu erweiterten Abwasseraufbereitungsmethoden
Mikroschadstoffe in der aquatischen Umwelt
Spurenstoffe im Wasser aus Sicht der Humanmedizin
Ozonung von gereinigtem Abwasser zur Elimination von organischen Spurenstoffen
Einfluss organischer Dünger auf Böden und Grundwasser
Anthropogene Spurenstoffe aus Kläranlagen
Abgrenzung des Technischen Sicherheitsmanagements zu Managementsystemen nach DIN-EN-ISO-Normen
Behandlung von hoch belastetem Straßenabwasser
20 Jahre Retentionsbodenfilter - Bilanz eines Verfahrens zur Regenwasserbehandlung
Nachweis der Effizienz von immissionsbezogenen Maßnahmen zur Niederschlagswasserbehandlung mittels Makrozoobenthos
Klärschlammtrocknung mit regenerativer Energie
Untersuchungen hochkonzentrierter Eisenhydroxidsuspensionen im Hinblick auf ein optimiertes Sulfidbindevermögen
Mit dem Beitrag wird die Wirtschaftlichkeit der Verwertung von
Faulgas auf kommunalen Kläranlagen untersucht. Die Ausarbeitung
wird für die Anlagensysteme „aerobe und anaerobe
Schlammstabilisierung" für verschiedene Ausbaugrößen in konventioneller
Bauweise durchgeführt. Auf Grundlage der Anlagenbemessung
erfolgen eine Ermittlung von Investitionskosten
und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unter Einbeziehung der
Kostendifferenzen und Erlöse aus der Faulgasverwertung.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 12-2010 ab Seite
Dipl.-Ing. Wolfgang Grägel
Betriebserfahrungen auf der Kläranlage von Kazan/Tatarstan
In dem Beitrag wird eine technische Modifikation an einem Belebungsbecken
der Kläranlage der Stadt Kazan (Tatarstan) für
die weitgehende Elimination von Kohlenstoff, Stickstoff und
Phosphor beschrieben. Erste Betriebserfahrungen anhand der
entsprechenden Analysen auf der Kläranlage zeigen, dass durch
diese technische Maßnahme die geforderten Grenzwerte („normative
Werte") für die Konzentrationen von Stickstoffverbindungen
sowie Phosphor und organische Stoffe (BSB5) im Ablauf
eingehalten werden können. Die Modifikation der herkömmlichen
Belebungsanlage besteht darin, dass das früher als „Regenerationsgang"
für den belebten Schlamm vorgesehene mittlere
Drittel eines Belebungsbeckens nun als Denitrifikationsraum genutzt
wird. Der Ablauf des „Denitrifikationsgangs" wird im Gegenstrom
gleichmäßig auf zwei gleichgroße, dem Denitrifikationsraum
benachbarte „Nitrifikationsräume" im dreigeteilten
Belebungsbecken verteilt.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 12-2010 ab Seite 1213
Universität für Technologie Kazan
420015 Kazan, Russland
Gabdel Schakirov
Städtisches Amt für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung
Prof. Dr. Josef Winter, Priv.-Doz. Dr. Claudia Gallert
Instandhaltung von Kanalisationen Lindauer Seminar bricht Rekorde
Bereits zum 23. Mal fand am 4./5. März 2010 in Lindau das Seminar „Praktische Kanalisationstechnik –Instandhaltung von Kanalisationen“ statt. Mit einem Besucherrekord von knapp 550 Teilnehmern hat sich diese Veranstaltungsreihe als europaweit größtes Forum für einen Erfahrungsaustausch im Bereich Kanalisationstechnik bestätigt. In insgesamt 26 Fachvorträgen wurden neue Regelungen im Wasserrecht und vor allem bauliche und betriebliche Erfahrungen sowie strategische Ansätze bei der Kanalinstandhaltung angesprochen und diskutiert.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 12-2010 ab Seite 1197
Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen e. V.
Für die Identifizierung geeigneter Maßnahmen zur Anpassung
urbaner Räume an den Klimawandel ist es nötig, die Eingangsbedingungen
quantitativ zu beschreiben. Für die Dimensionierung
der Siedlungsentwässerung kommt der Niederschlagscharakteristik
eine besondere Bedeutung zu. Für die meisten Einzugsgebiete
sind Dauerstufen von weniger als 120 min relevant.
Daher wurde eine Vorgehensweise entwickelt, mit der probabilistisch
und diskret die zukünftige Extremwertverteilung für ein
Beispiel ermittelt werden kann. Im vorliegenden anonymisierten
Rasterfeld ergibt sich beispielsweise, dass ein dreijahrliches einstündiges
Ereignis in Zukunft die Intensität eines heutigen sechsjährlichen
Ereignisses hat.
Dipl.-Ing. Philipp Staufer
Priv.-Doz. Dr. Gregor C. Leckebusch
Die am 1. März 2010 in Kraft getretene Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes
wurde bezüglich der Dichtheit von Grundstücksentwässerungsleitungen
in der Fachöffentlichkeit unterschiedlich
interpretiert. Diese Thematik aus rechtlicher Sicht zu
beleuchten, ist Ziel des Beitrags. Der Schwerpunkt der Betrachtung
liegt dabei im Bereich des häuslichen Abwassers. Als wesentliche
Ergebnisse sind festzustellen: Eine gesetzliche Regelung
zur Anordnung und Durchführung von Dichtheitsprüfungen privater
Abwasserleitungen ist aus Gründen der Rechtssicherheit
wünschenswert. Gibt es keine landesrechtliche Regelung, können
Dichtheitsprüfungen auch in kommunalen Entwässerungssatzungen
geregelt werden. Gibt es keine Spezialvorschriften, kann
die Wasserbehörde im Einzelfall Dichtheitsprüfungen im Rahmen
der Gewässeraufsicht bzw. der Gefahrenabwehr anordnen,
wenn Anhaltspunkte für eine Undichtigkeit vorliegen.
Symposium in Mannheim
Am 23. Juni 2010 fand im Stadthaus N1 in Mannheim das Symposium „Aktivkohle in der Abwasserreinigung – vom Versuch zum technischen Maßstab“ statt, das vom DWA-Landesverband Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit der Hochschule Biberach und dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg veranstaltet wurde. Etwa 200 Teilnehmer konnten sich anhand von Vorträgen ein Bild vom derzeitigen Stand der Forschungen und Anwendungen im Bereich der Abwasserreinigung mit Aktivkohle machen. Die 15 Aussteller, wie Planungsbüros, Systemhersteller oder ausführende Firmen, rundeten das große Angebot an Informationen ab. Am Darauf folgenden Tag stand die Besichtigung der neuen Adsorptionsstufe auf dem Klärwerk Mannheim auf dem Programm, die knapp 120 Teilnehmer in Anspruch nahmen, um die großtechnische Umsetzung der Verfahrenstechnik in Augenschein zu nehmen.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 12-2010 ab Seite 1193
Der Tagungsband kann beim DWA-Landesverband
Baden-Württemberg per Fax
(07 11/89 66 31-111) oder via Internet
(www.dwa-bw.de, dort: Publikationen)
Dipl.-Vww. (FH) André Hildebrand
Eine Ergebnisbetrachtung zu durchgeführten Energieanalysen
Systematische Energieanalysen sind heute ein anerkanntes
Werkzeug für die Optimierung der verfahrenstechnischen Prozesse
und zur Senkung der betrieblichen Aufwendungen auf
kommunalen wie auch auf industriellen Kläranlagen. Die Ergebnisse
von über 50 Energieanalysen, die von den Autoren an
Kläranlagen aller Größenklassen durchgeführt wurden, bestätigen
eine mögliche gesteigerte Energieeffizienz der Abwasserreinigung
ohne Beeinträchtigung der Reinigungsleistung bei den
untersuchten Kläranlagen. Die abgeleiteten energetischen Maßnahmen
sind überwiegend wirtschaftlich und helfen, die vorhandenen
Anlagen prozessoptimiert und betriebswirtschaftlich
günstig zu betreiben. Die Umsetzung der Maßnahmen hilft, den
CO2-Ausstoß der Abwasserreinigung zu verringern.
Energieanalysen sind ein seit zehn Jahren in der Praxis eingeführtes
und bewährtes Werkzeug zur Optimierung des Energieverbrauchs
von kommunalen und industriellen Kläranlagen.
Sie erfordern stets eine detaillierte verfahrenstechnische Überprüfung
der Prozesse der Abwasser- und Schlammbehandlung
sowie der eingesetzten technischen Aggregate. Die durchgeführten
Untersuchungen zeigen ein energetisches Einsparpotenzial
von 20 bis 30 % des aktuellen Elektrizitätsverbrauchs
unabhängig von der Ausbaugröße der betrachteten Kläranlagen.
In Bezug auf die Richtwerte ist festzustellen, dass diese bei
der biologischen Stufe bereits heute von zahlreichen Kläranlagenerreicht oder unterschritten werden. Aufgrund des vielfach
trotzdem festgestellten Optimierungspotenzials erscheint eine
Anpassung der Referenzwerte an die weiterentwickelte Aggregatetechnik
für diesen Bereich sinnvoll.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 10-2010 ab Seite 1028
Dr.-Ing. Gerd Kolisch, Dr.-Ing. Inka Hobus,
Dipl.-Ing. Thomas Osthoff
Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands bzw.
des ökologischen Potenzials von Fließgewässern zielen mit dem
heute erreichten Ausbaugrad der Kläranlagen vornehmlich auf
die Reduzierung nachteiliger Auswirkungen von Regenentlastungen.
Die hierzu üblichen zentralen Behandlungsmaßnahmen
am Ende des Systems sind ein relevanter Kostenfaktor der Siedlungsentwässerung.
Eine stufenweise Abkehr vom strikten Ableitungsprinzip
ist daher sowohl aus ökologischen als auch aus
ökonomischen Gründen sinnvoll. Hierzu gilt es, dezentrale Maßnahmen
zum Rückhalt und zur ortsnahen Bewirtschaftung von
Regenwasser sukzessive an die Seite bestehender konventioneller
Ableitungssysteme zu setzen und sie in einer ganzheitlichen
Betrachtung in puncto Gewässerökologie und Zukunftsfähigkeit
zu ertüchtigen. Solche kombinierten Systeme stehen im Einklang
mit den Forderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie
nach der kombinierten Betrachtung des Gewässers.
Für das Emschergebiet zielt deshalb die Zukunftsvereinbarung
Regenwasser auf eine situationsangepasst optimierte Siedlungswasserwirtschaft,
deren gestalterisches Potenzial zudem den in
der Region stattfindenden Strukturwandel auf dem Weg zu attraktiven
Stadtgebieten unterstützt.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 10-2010 ab Seite
Dipl.-Ökol. Ulrike Raasch
Das „dbfo-Modell" (design, build, finance, operate) hat sich
trotz der in der Öffentlichkeit geführten Diskussionen um die
Privatisierung kommunaler Aufgaben zu einer für beide Seiten
vorteilhaften Möglichkeit der Zusammenarbeit entwickelt. Die
Kommunen können bei diesem Modell weiter ihren hoheitlichen
Verpflichtungen nachkommen und behalten dabei die Gebührenhoheit.
Der private Partner erbringt klar definierte Leistungen
und erhält dafür ein im Wettbewerb ermitteltes Entgelt. Basis
dieser Kooperation zwischen Kommunen und privaten Fachunternehmen
ist der funktional gestaltete öffentliche Wettbewerb,
der gezielt Ideen- und Preiswettbewerb verbindet. Auf der einen
Seite erhält die Kommune die am Markt verfügbare wirtschaftlichste
Lösung und auf der anderen Seite können die privaten
Unternehmen durch ihr Fachwissen und nicht durch ruinöse
Preise den Wettbewerb für sich entscheiden. Gerade zu Zeiten
der Finanzkrise und der Erweiterung der EU lassen sich so auch
Gesamtlösungen im Bereich der kommunalen Abwasserentsorgung
Zwischen Eigenlösung und Privatisierung liegen in der kommunalen
Abwasserentsorgung noch viele Chancen für eine für beide
Seiten sinnvolle Zusammenarbeit. Vielleicht können gerade
die aktuelle Finanzkrise und die EU-Erweiterung ein Auslöser
für Kommunen und Förderstellen sein, über diese Möglichkeiten
gezielt nachzudenken. Der Erfolg wird sich jedoch nur
dann einstellen, wenn man das Ziel ausdauernd und gezielt
Die EU-Kommission hat dies bereits erkannt und deshalb
ihre Haltung gegenüber den PPP-Modellen überdacht [KOM
(2009) 615].
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 10-2010 ab Seite 1043
Bereich Wasserver- und Abwasserentsorgung
von 2009 wirft in der Anwendung immer wieder Fragen auf. Gerade
bei einem Auftrag über mehrere Objekte, wie sie im Bereich
der Siedlungswasserwirtschaft eher die Regel als die Ausnahme
sind, treten erhebliche Unsicherheiten bei der richtigen Anwendung
des § 11 HOAI („Auftrag für mehrere Objekte") auf. Am
Beispiel einer Kanalauswechslung in einem Trennsystem wird
für Klarstellung gesorgt.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 10-2010 ab Seite 1040
Dipl.-Ing. (FH) Heinz Simmendinger
, 70806 Kornwestheim
Die anaerobe Schlammstabilisierung ist bei vielen Kläranlagen
ein unverzichtbarer Bestandteil der Schlammbehandlung. Bedingt
durch das Alter der Bausubstanz und Schädigungen der
Wandflächen durch Temperatureinflüsse oder biogene Schwefelkorrosion
besteht auf einer Reihe von Anlagen inzwischen erheblicher
Sanierungsbedarf an den Faulbehältern und deren peripheren
Anlagen. Eine sachgerechte Sanierungsplanung, Ausführung
und Bauüberwachung sowie die sorgfältige Beurteilung der
verfahrenstechnischen Aspekte einer temporären Außerbetriebnahme
des Faulbehälters sind hier unabdingbar. Als häufige Ursache
von Problemen bei der Sanierung von Faulbehältern können
die ungenügende Erkundung der Situation sowie fehlende
Anforderungsprofile an die verwendeten Materialien beziehungsweise
das Beschichtungssystem als Ganzes genannt werden.
Die Kosten der Sanierung selbst sind abhängig vom Schadensbild
und können nur auf Basis ausreichender Untersuchungen
und In-situ-Prüfungen sachgerecht ermittelt werden.
Die meisten Faulbehälter auf kommunalen Kläranlagen weisen
ein Alter von deutlich über 20 Jahren auf. Auf vielen Kläranlagen
werden aus Kostengründen und wegen des verfahrenstechnischen
Aufwands so gut wie keine Revisionskontrollen
im Inneren der Faulbehälter durchgeführt. Erst bei Gasaustritt
und deutlicher, von außen sichtbarer Rissbildung wird
reagiert. Damit ist über den Schädigungsgrad infolge BSK jedoch
keinerlei Aussage möglich. Um Schädigungen besser zu
erkennen, sollten im Abstand von ca. fünf Jahren nach der
Erst untersuchung weitere Untersuchungen durchgeführt werden.
Mittlerweile stehen Untersuchungsmethoden zur Verfügung,
die ohne den früheren hohen Aufwand an Kosten und
Zeit für die Außerbetriebnahme durchgeführt werden können.
Die notwendigen Untersuchungen können innerhalb eines
Tages durchgeführt werden; dazu kommt der anlagenspezifische
Zeitbedarf für Entleerung und Entgasung wie Wiederbefüllung.
Als häufige Ursache von Problemen bei der Sanierung von
Faulbehältern können die ungenügende Erkundung der Situation
sowie fehlende Anforderungsprofile der verwendeten Materialien
beziehungsweise ganze Beschichtungssysteme genannt
werden. Wichtig ist ebenfalls die frühzeitige Einbindung
des Betriebspersonals in die Sanierungsplanung zur Aufrechterhaltung
einer ausreichenden Schlammstabilisation (auf Basis
des Bauzeitenplans). Verzögerungen der Sanierung aufgrund
mangelnder Voruntersuchungen und nachträglicher Korrektur
des Sanierungsablaufs können die verfahrenstechnischen Probleme
der Schlammbehandlung während der temporären Außerbetriebnahme
der anaeroben Stabilisation dramatisch verschärfen
und zusätzlich kostentreibend wirken. Die Kosten der
Sanierung selbst sind abhängig vom Schadensbild und können
nur auf Basis ausreichender Untersuchungen und Planungen
sachgerecht dargestellt werden. Pauschale Kostenannahmen je
m² Sanierungsfläche sind daher abzulehnen.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 10-2010 ab Seite 1033
Dr.-Ing. Peter Baumann
Dipl.-Ing. Dieter Wolz
Rolf König, Master of Eng.
Dipl.-Ing. Falk Künzel
Die Erarbeitung und Umsetzung von
Anpassungsstrategien an die Auswirkungen
des regionalen Klimawandels -
mit dieser Zielrichtung wurde das Klimzug-
Programm des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung in sieben
Regionen Deutschlands gestartet. Die
offizielle Auftaktveranstaltung zum
Netzwerk- und Forschungsprojekt
dynaklim fand am 4. Dezember 2009
in Oberhausen statt. Über 250 Teilnehmer
zeigten ihr großes Interesse an einer
vorausschauenden Anpassung in
der Emscher-Lippe-Region.
Wasserforschung gemeinnützige GmbH
Gesamtprojektkoordinator dynaklim
Dem großen Engagement des Betriebspersonals in der Nachbarschaftsarbeit
ist es zu verdanken, dass auch am 22. bundesweiten Leistungsvergleich
die Beteiligung sehr hoch ist. Die Ergebnisse geben damit ein repräsentatives
Bild der Situation in Deutschland wieder. 2009 beteiligten sich
6.060 kommunale Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von 138 Mio. Einwohnerwerten
(EW). Bezogen auf die Gesamtausbaugröße von rund
151 Mio. EW aller Kläranlagen bedeutet dies eine Beteiligung von 91 %.
Grundlage sind die Einzelmessungen aus der Selbstüberwachung, die als
Jahresmittelwerte in die Bewertung einfließen. Aussagen über die jahreszeitlichen
Schwankungen und zur Betriebsstabilität sind an Hand der
Mittelwerte nicht möglich.
Die Auswertungen der Zu- und Ablauffrachten und damit der Abbaugrade
nach Kläranlagen-Größenklassen zeigen, dass der CSB-Abbau
bei allen Größenklassen nur geringe Unterschiede aufweist. Beim Stickstoff
weisen die Anlagen der Größenklasse 3 die besten Ergebnisse
auf. Bei der P-Elimination werden in der Größenklasse 5 die besten
Detailauswertungen zum Parameter Phosphor zeigen auch bei Kläranlagen
der Größenklasse 1 - 3 im Mittel Abbaugrade von 67 % bis knapp
80 %. Bei einem erhöhten spezifischen Abwasseranfall sinkt der Eliminationsgrad.
Der 22. bundesweite Leistungsvergleich der kommunalen Kläranlagen
konnte mit Hilfe der DWA-Kläranlagen-Nachbarschaften erfolgreich durchgeführt
werden. Insgesamt verringerte sich die im Leistungsvergleich
erfasste Kläranlagen-Kapazität gegenüber dem Vorjahr um etwa 4 Mio.
EW. Die Gesamtzahl der zentralen Kläranlagen nahm geringfügig ab
(Stilllegung älterer Kläranlagen, Anschluss an zentrale Anlagen). Derzeit
sind etwa 78 Mio. E an zentrale kommunale Kläranlagen angeschlossen.
Die gemessene mittlere Gesamtbelastung der Anlagen zeigt, dass in den
erfassten kommunalen Anlagen derzeit auch etwa 35 Mio. EW aus den
Bereichen Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft mitgereinigt werden. Die detaillierten Auswertungen zum Phosphor zeigten, dass auch bei Kläranlagen
der Größenklassen 1 - 3, für welche keine generellen Mindestanforderungen
für den Pges-Gehalt im Ablauf gelten, im Mittel Abbaugrade von
67 % bis knapp 80 % erreicht werden. Die höchsten Eliminationsgrade erzielen
Anlagen der Größenklasse 5. Die Phosphorelimination wird wesentlich
von der spezifischen Abwassermenge (Verdünnung) beeinflusst. Bei
einem höheren spezifischen Abwasseranfall kann eine weitgehende PFrachtreduktion
nur durch Herabsetzung der Grenzwerte (z.B. auf 0,3 - 0,5
mg/l Pges) und einer dadurch erforderlichen optimierten Fällung bzw. Abwasserfiltration
erreicht werden (z.B. Bodensee). Mit weitergehenden P-Eliminationsverfahren (Abwasserfiltration) können
auch sehr niedrige Pges-Ablaufwerte bei hoher Prozessstabilität erzielt werden.
Zudem wird dabei bedingt durch den fast vollständigen Rückhalt
ungelöster Feststoffe der CSB im Ablauf um ca. 15 % reduziert.
Erneut wurde entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie auch eine Auswertung
nach Flusseinzugsgebieten vorgenommen. Auch hier zeigte sich ein
hoher Wirkungsgrad der Kläranlagen, wodurch 95 % der CSB-Fracht, 81 %
der N-Fracht und 91 % der P-Fracht in den Kläranlagen entfernt werden
konnte. Signifikante Unterschiede in der Ablaufqualität (vor allem beim
CSB) zwischen den einzelnen Landesverbänden sind nunmehr vor allem auf
die vorwiegend eingesetzten Kanalisationssysteme (Misch- und Trennverfahren),
den unterschiedlich hohen Fremdwasseranfall und die dadurch bedingte
Verdünnung des Abwassers zurückzuführen. Dies zeigen auch dieAbbaugrade. Insgesamt konnten auch im Jahre 2009 die Anforderungen
der EU-Kommunalabwasserrichtlinie im bundesweiten Mittel erfüllt bzw.
deutlich übertroffen werden. Dennoch besteht bei einigen Anlagen diesbezüglich
noch ein gewisser Anpassungsbedarf (Kanalnetz und Kläranlage).
Die DWA-Arbeitsgruppe BIZ-1.1 Kläranlagen-Nachbarschaften bedankt
sich bei allen Teilnehmern, Obleuten und LehrerInnen der Kläranlagen-
Nachbarschaften für die Unterstützung bei der Erhebung und Auswertung
der Daten, ohne die dieser bundesweite Leistungsvergleich nicht möglich
wäre. Der Leistungsvergleich 2009 ist auch von der DWA-Internetseite
(www.dwa.de) unter den Menüpunkten „Fachthemen - Kommunale
Abwasserbehandlung - Aus der Facharbeit" kostenfrei abrufbar.
DIN 1986-100:2008-05 führt in Abschnitt 14.9 den Nachweis
von Rückhalteräumen bei Einleitungsbeschränkungen und in
Anlehnung an DIN EN 752 den Überflutungsnachweis für extreme
Regenereignisse ein. Damit wird dem Fachgebiet Grundstücksentwässerung
neben der ordnungsgemäßen Schmutz- und
Regenwasserentsorgung der Gebäude und Grundstücke auch die
Aufgabe zugewiesen, die Regenwasserabflüsse bereits auf den
Grundstücken zu dämpfen. Dieses betrifft nicht nur den Nachweis
von Rückhalteräumen bei Einleitungsbeschränkungen, sondern
auch „grundstückseigene" Regenabflüsse mit einer Jährlichkeit
bis zu T _ 30 Jahre. Die in Abschnitt 14.9 vorgegebenen
Berechnungsgleichungen berücksichtigen allerdings noch
nicht die Möglichkeit, die Regenabflüsse durch grundstücksbezogene
Versickerungsmaßnahmen in Bezug auf das abzuleitende
Volumen zu reduzieren und damit nicht nur einen Beitrag zur
Abflussdämpfung, sondern auch zum Erhalt des natürlichen
Wasserhaushalts der Siedlungsgebiete gemäß § 5 Wasserhaushaltsgesetz
zu leisten. DIN 1986-100 verweist dazu auf das Arbeitsblatt
DWA-A 138. Dieses sollte im Rahmen einer Überarbeitung
mit der DIN-Vorschrift verknüpft werden. Der vorliegende
Beitrag soll dazu einen Weg zeigen.
Dr.-Ing. Heiko Sieker
Kennzahlenprojekte Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung
Die dritte gemeinsame Runde der als
Verbändemodelle initiierten Benchmarkingprojekte
von Städtetag, Gemeindetag
und DWA-Landesverband Baden-
Württemberg für den „Kennzahlenvergleich
Abwasserbeseitigung" sowie vfew,
VKU und DVGW Baden-Württemberg
für den „Kennzahlenvergleich Wasserversorgung"
des Erhebungsjahres 2008
wurde mit Abschluss des Jahres 2009
erfolgreich beendet. Die Präsentation
und detaillierte Vorstellung der projektbezogenen
Ergebnisse der beiden Kennzahlenvergleiche
fand auf einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung
mit mehr als 100 Teilnehmern
am 16. März 2010 im Kongress-
und KulturCentrum Filderhalle
in Leinfelden-Echterdingen statt.
Der vollständige Ergebnisbericht für das
Erhebungsjahr 2008 steht im Internet
www.roedl-benchmarking.de/downloads/
berichtbw2008.pdf
www.benchmarking-bw.de
85. Darmstädter Seminar Abwassertechnik
Am 13. April 2010 veranstaltete der
Förderverein des Instituts IWAR der TU
Darmstadt das 85. Darmstädter Seminar
Abwassertechnik zum Thema „Klärschlammfaulung
und -verbrennung:
Das Behandlungskonzept der Zukunft?".
Im Mittelpunkt stand eine
Grundsatzstudie mehrerer Großkläranlagenbetreiber.
Prof. Dr.-Ing. Peter Cornel,
IWAR, konnte hierzu über 170
Vertreter von Forschungsinstituten, Ingenieurbüros
und Kommunen sowie
zahlreiche Anlagenbetreiber begrüßen,
was die praktische Relevanz der Ergebnisse
der Grundsatzstudie zur Klärschlammbehandlung
der Städte Augsburg,
Frankfurt am Main, Karlsruhe,
Mannheim, München, Stuttgart und
Zürich unterstreicht.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 9-2010 ab Seite 890
Der Tagungsband zum 85. Darmstädter
Seminar Abwassertechnik kann für 35,00
Euro beim Institut IWAR bestellt werden:
Fax (0 61 51) 16-37 58, E-Mail:
k.legarda@iwar.tu-darmstadt.de
apl. Prof. Dr.-Ing. habil. Martin Wagner
Dipl.-Ing. Nadine Scheyer
17. Tagung Rohrleitungsbau in Berlin
„Es wird Zeit für die Zukunft" lautete
die klare Botschaft von rbv-Präsident
Dipl.-Ing. Klaus Küsel, der am 26. und
27. Januar 2010 die 17. Tagung Rohrleitungsbau
von Rohrleitungsbauverband
e. V. (rbv) und Hauptverband der
Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB) in
Berlin moderierte. Aufgrund der aktuellen
Entwicklungen auf dem Versorgungsmarkt
müssen sich Verbände und
Unternehmen neu orientieren.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 9-2010 ab Seite
Ergebnisse einer gemeinsamen Umfrage
der DWA und des Deutschen Städtetages sowie
Die jährlichen Ausgaben der Bür gerinnen und Bürger für die Ableitung
und Behandlung von Ab wasser sind seit Jahren stabil.
Dies zeigen die im folgenden dargestellten Ergebnisse einer breit
angelegten Umfrage zu den Wirtschaftsdaten der Abwasserbeseitigung,
die die DWA gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag
und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund durchgeführt
hat. Danach zahlen die Deutschen pro Jahr knapp 116 Euro pro
Person, das entspricht 32 Cent täglich, für die sichere Entsorgung
ihres Abwassers. Verschiedene Rahmenbedingungen führen
jedoch dazu, dass sich die Kosten für den Bürger regional stark
Die durchschnittlichen Ausgaben der Bürger für die Abwasserbeseitigung
pro Jahr sind seit Jahren stabil. Die Veränderung
ist im Jahresvergleich beim Frischwassermaßstab prozentual
größer als beim Gebührensplitting. Regional unterscheiden
sich die Kosten für die Bürger aufgrund verschiedener Rahmenbedingungen
stark. Der Anteil der verbrauchs unabhängigen
Kosten in der Abwasserbeseitigung ist hoch, da es sich bei den
Anlagen der Abwasserbeseitigung im Wesentlichen um langlebige
Wirtschaftsgüter handelt. Der Vergleich der spezifischen
Abschreibungen mit den spezifischen Investitionen zeigt, dass
die Abwasserbeseitigung in Deutschland nachhaltig betrieben
wird. Die Abwasserbeseitigung wird in Deutschland zu einem
ganz überwiegenden Anteil von öffentlichen Unternehmen
durchgeführt. Die Aufgabenträger sind zu 100 Prozent öffentlich.
Die Investitionen der Kommunen und Abwasserbeseitigungsunternehmen
stellen einen erheblichen beschäftigungsund
umweltpolitischen Faktor der Mittelstandsförderung dar.
WP, Dipl.-Math. oec. Harald Breitenbach
Dipl.-Ing. Peter Graf, Pamela Meyer
Am 11./12. Februar 2010 lockte das
mit 3000 Besuchern trotz schwieriger
Verkehrsbedingungen und eisigen Wetters
so viele Fachleute wie nie zuvor in
den Standort Oldenburg der Jade Hochschule,
die sich dort mit den „Lebensadern
der Gesellschaft" anhand der
Ausführungen von 110 Referenten auseinandersetzten.
Integrierte Modellierung von Kanalnetz, Kläranlage und Gewässer
Leitfaden der Hochschulsimulationsgruppe (HSG)*)
Die systemübergreifende Analyse, Beurteilung und Optimierung
von Abwassersystemen unter Einbeziehung von Kläranlage, Kanalnetze
und Oberflächengewässer nimmt stetig an Bedeutung
zu. Die Simulation des gesamten Systems ist hierbei ein wesentlicher
Bestandteil. Während die integrierte Modellierung seit
längerer Zeit Beachtung in der Wissenschaft findet, fehlt für die
Ingenieurpraxis eine prägnante Beschreibung zur Durchführung
solcher Modellierungsstudien. Die Hochschulsimulationsgruppe
(HSG) hat daher einen Leitfaden zur integrierten Modellierung
von Kanalnetz, Kläranlage und Gewässer entwickelt. Neben einer
Darstellung bisheriger Anwendungen, der legislativen Situation
und verfügbarer Modellansätze liegt ein Schwerpunkt auf
der Einführung einer sechs Schritte umfassenden standardisierten
Vorgehensweise zur integrierten Modellierung. Diese startet
mit einer Systemanalyse und der Definition von Zielen und Kriterien,
deckt die Auswahl von Modellansätzen sowie Aspekte der
Datenverfügbarkeit, Kalibrierung und Validierung ab und beinhaltet
darüber hinaus Hinweise zur Szenarienanalyse und Berichterstattung.
Abschließend wird die vorgeschlagene Vorgehensweise
anhand von drei Fallbeispielen illustriert.
52 274 Aachen
Ausgangslage am Beispiel Nepal und Ergebnisse einer IWA-Konferenz
Die UN Millennium Development Goals,
im Jahr 2000 mit Zielhorizont 2015
formuliert, werden in ihrer Gesamtheit
wahrscheinlich nicht erreicht werden.
Grundlage zur Zielerreichung wäre oftmals
eine funktionierende Siedlungswasserwirtschaft,
vor allem in peripheren
Lagen. Nepal, mit einem hohen Bevölkerungswachstum,
einer komplizierten
Topographie, einem geringen
Bruttoinlandprodukt pro Kopf, einer
Konzentration der Bevölkerung in der
ländlichen Peripherie und einem allgemeinen
Infrastrukturmangel steht stellvertretend
für Länder mit nur teilweise
vorhandener Wasserver- und Abwasserentsorgung.
fand im November 2009 die IWA-Konferenz
„DEWASIN - Decentralised Water &
Wastewater International Network" zur
Diskussion dezentraler Konzepte und
Technologien in der Siedlungswasserwirtschaft
in Kathmandu statt. Die Konferenzbeiträge
reichten von hochentwickelten
teilstromorientierten Abwasserkonzepten
bis hin zu angepassten Methoden
der Wasseraufbereitung unter
schwierigen Bedingungen, wobei der
Großteil der vorgestellten Arbeiten aus
hochentwickelten Ländern stammte.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 9-2010 ab Seite 846
Dipl.-Ing. Mag. Wolfgang Kurt Walter
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Ralf Otterpohl
Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Quantifizierung der
hydraulischen Auswirkungen des Klimawandels auf die innerstädtische
Mischkanalisation der Stadt Hamburg. Die Niederschlagsdaten
des regionalen Klimamodells REMO auf Basis des
IPCC-Szenarios A1B wurden zunächst für einen Vergleichszeitraum
mit gemessenen Niederschlagsdaten validiert und anschließend
einer umfassenden Trendanalyse unterzogen. Gleiches
geschah mit den Ergebnissen der Langzeitseriensimulation
des Kanalnetzes bei Verwendung der REMO-Niederschlagsdaten.
Auf der Niederschlagsseite wurde für die ein- und zweijährlichen
Bemessungsregen eine deutliche Steigerung der Niederschlagshöhen
ermittelt, während die Bemessungsregen T ≥ 5 a keine
signifikante Niederschlagszunahme aufwiesen. Auf der Abflussseite
zeigten die Simulationsergebnisse eine nachweislich klimainduzierte
Zunahme der Mischwasserüberläufe. Eine signifikante
Zunahme der Schachtüberstauungen konnte hingegen
Die vorliegenden Untersuchungen erlauben eine erste Abschätzung
der möglichen hydraulischen Auswirkungen des Klimawandels
auf das innerstädtische Hamburger Mischkanalnetz.
Demnach kann für die kommenden Jahrzehnte von einer signifikanten
klimainduzierten Steigerung der Mischwasserüberläufe
ausgegangen werden. Eine Veränderung der Schachtüberstauungen
konnte auf Basis der verwendeten Klimadaten
nicht nachgewiesen werden. Die Rückschlüsse aus der Trendanalyse
Niederschlag lassen jedoch diesbezüglich keine wesentliche
Veränderung erwarten.
Aufgrund der dargestellten Unsicherheiten hinsichtlich der
verwendeten Klimadaten sowie der angewandten Disaggregation
der Daten erscheint es für Hamburg vorerst nicht sinnvoll,
den möglichen Auswirkungen des Klimawandels mit pauschalen
Bemessungszuschlägen zu begegnen, vergleiche [8]. Vergleichbare
Untersuchungen anderer Autoren auf Basis regionaler
Klimamodelle kommen dabei durchaus zu abweichenden
Schlussfolgerungen [9, 10]. Dabei ist zu beachten, dass die
Auswirkungen des Klimawandels stark von der betrachteten
Region, den zugrunde gelegten Klimamodellen und Szenarien
sowie den verwendeten Auswerteverfahren abhängen. Daher
sind für den Raum Hamburg weitergehende Untersuchungen
auf Basis verfeinerter Klimamodelle mit höherer zeitlicher und
räumlicher Auflösung erforderlich. Parallel sollten weitere Klimaszenarien
untersucht werden, um die Bandbreite der möglichen
Auswirkungen des Klimawandels abzuschätzen.
Dennoch erscheint es bereits heute sinnvoll, bei zukünftigen
Erweiterungen bzw. maßgeblichen Veränderungen des Kanalnetzes
fallbezogen die potenziellen Auswirkungen veränderter
Niederschlagsintensitäten im Rahmen von Sensitivitätsuntersuchungen
unter Abwägung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses
zu berücksichtigen. Dies ist auch mit Blick auf die Novellierung
des Wasserhaushaltsgesetzes empfehlenswert, in der erstmalig
eine gesetzliche Verpflichtung zur Berücksichtigung der Folgen
des Klimawandels im Rahmen der allgemeinen Sorgfaltspflicht
festgeschrieben wird [11].
Grundsätzlich wird den klimabedingten Veränderungen des
Abflussgeschehens jedoch nicht primär mit einer Erweiterung
der Kanalkapazitäten zu begegnen sein, da diese mit immensen
Kosten verbunden und in innerstädtischen Gebieten bautechnisch
oftmals nur schwer umzusetzen ist. Die Folgen des
Klimawandels können - ebenso wie die Folgen der stetig zunehmenden
Flächenversiegelung in der Metropole - nur als
kommunale Gemeinschaftsaufgabe bewältigt werden [12]. Dabei
stellt die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung einen
wesentlichen Baustein der (Hamburger) Anpassungsstrategie
[13] dar, die durch eine optimierte Bewirtschaftung der bestehenden
Ableitungs- und Speicherkapazitäten des Kanalnetzessowie lokale Maßnahmen des Überflutungsschutzes ergänzt
Im Rahmen des vom BMBF geförderten Verbundprojektes
KLIMZUG-Nord wird HAMBURG WASSER in diesem Zusammenhang
für ein Pilotgebiet im Osten Hamburgs erstmalig eine systematische
Entwicklung und Monetarisierung von Anpassungsstrategien
an die Auswirkungen des Klimawandels unter Berücksichtigung
verschiedener Klima- und Stadtentwicklungsszenarien
Dipl.-Ing. Andreas Kuchenbecker, Dipl.-Ing. Gerrit Bischoff
Dipl.-Ing. Juliane Ziegler, Dipl.-Ing. Klaus Krieger
Konzeption des Ver- und Entsorgungssystems
Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Reinhard Verworn
Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und
landwirt schaftlichen Wasserbau
Die bekannten Konzepte zur Entsorgung und zur Verwertung
von Klärschlamm müssen zunehmend kritisch betrachtet werden,
weil die energetischen und stofflichen Potenziale dieses „Abfallstoffs"
nur ungenügend genutzt werden. Es wird ein neues
Konzept vorgestellt, das die Kriterien Wirtschaftlichkeit, Energie-
und Rohstoffeffizienz sowie Umweltverträglichkeit aus der
Sicht eines Klärwerksbetreibers erfüllt. Anhand einer Machbarkeitsstudie
wird unter den aktuellen Betriebsbedingungen im
Klärwerk einer deutschen Großstadt gezeigt, dass die Entsorgungskosten
für den entwässerten Klärschlamm bereits dann
sinken, wenn das im Klärschlamm enthaltene energetische Potenzial
zur Stromerzeugung für den Eigenbedarf genutzt wird.
Hierzu wird eine innovative einstufige Technologie eingesetzt,
das heißt das P-Recycling und die Energiegewinnung aus Klärschlamm
werden in einem einzigen Verfahrensschritt vollzogen.
Eine Beispielrechnung zeigt, dass die Summe aller Kosten für die
Errichtung und den Betrieb der hier diskutierten Mephrec®-
Anlage (Mephrec® als Abkürzung für „Metallurgisches Phosphor-
Recycling") bereits durch die damit eingesparten Klärschlammentsorgungskosten
und durch die Erlöse aus der Eigenstromerzeugung
gedeckt werden. Die gleichzeitige Erzeugung eines
P-Recyclingdüngers sichert in Abhängigkeit von der
Marktlage zusätzliche Erlöse aus dem Düngerverkauf. Dabei
können wettbewerbsfähige Preise kalkuliert werden, da diese Erlöse
nicht zur Kostendeckung des Recyclingprozesses beitragen
Mit der Machbarkeitsstudie zur Anwendung des Mephrec®-
Verfahrens im Klärwerk einer deutschen Großstadt konnte
nachgewiesen werden, dass die externe Klärschlammentsorgung
ersetzt werden kann durch eine zukunftsfähige interne
Verwertung, die durch folgende Kriterien gekennzeichnet
● gesicherte Wirtschaftlichkeit und hoher ökologischer Anspruch
beim Phosphorrecycling durch gleichzeitige stoffliche
und energetische Verwertung des Klärschlamms in einem
einzigen Prozessschritt.
● Nutzung des im Klärschlamm enthaltenen energetischen
Potenzials als Beitrag zur Deckung des Energiebedarfs der
Kläranlage durch Stromerzeugung für den Eigenbedarf und
die prozessinterne Abwärmenutzung.
● Senkung der spezifischen Klärschlammentsorgungskosten
von 60 €/t KS auf 30-50 €/t KS (27 % TS) in Abhängigkeit
von den internationalen Düngemittelpreisen.
● Nutzung des im Klärschlamm enthaltenen stofflichen Potenzials
zur Erzeugung eines P-Düngers, der sich auszeichnet
- durch eine hohe Pflanzenverfügbarkeit des im Dünger
enthaltenen Phosphats,
- durch extrem niedrige Schwermetallgehalte, insbesondere
sehr niedrige Gehalte an Cd, Hg und U sowie
- dadurch, dass er frei von organischen Schadstoffen ist.
Beratender Ingenieur VDI, VDEh, DWA
Dipl.-Phys. Joachim Mallon, Dipl.-Krist. Michael Schaaf
Ingenieurbüro für Gießereitechnik GmbH ingitec® Leipzig
Bilanzierung von Kanalsanierungsmaßnahmen im Inlinerverfahren*)
Da sich ein Großteil der Abwasserbeseitigungsunternehmen in
Rechtsformen organisiert hat, die nach handelsrechtlichen Vorschriften
Rechnung legen, stellt sich immer häufiger die Frage
nach der bilanziellen Behandlung von Sanierungsmaßnahmen.
Zu beachten sind Handelsrecht, Steuerrecht, das Kommunalabgabengesetz,
internationale Standards und andere mehr. Der
Beitrag gibt für unterschiedliche Fälle, das heißt Restnutzungsdauern,
Empfehlungen zur bilanziellen Behandlung von Kanalsanierungsmaßnahmen
im Inlinerverfahren.
Dipl.-Volksw. Jürgen Becker
Dipl.-Kfm. Eric Biermann
Dipl.-Ing. Gregor Chrobot
Der viele Jahre im Abwasser-Gebührenrecht
praktizierte und von der Rechtsprechung
akzeptierte einheitliche Frischwassermaßstab
für die Schmutz- und Niederschlagswasserentsorgung
wird mehr und
mehr in Frage gestellt. Das Oberverwaltungsgericht
Nordrhein-Westfalen hat
hierzu eine grundsätzliche Entscheidung
im Jahr 2007 (vom 18. Dezember 2007 -
Az. 9 A 3648/04 _ KStZ 2008, 74 ff.) getroffen.
Danach hat auch der hessische
Verwaltungsgerichtshof (Urteil vom 2.
September 2009 - Az. 5 A 631/08) ein für
das Land Hessen wichtiges Urteil gesprochen.
Aus den Urteilsgründen ergeben
sich interessante Details zur Ermittlung
der Kosten für die Leistungen Schmutzwasserbeseitigung
einerseits und Niederschlagswasserbeseitigung
zur Ermittlung der Homogenität eines
Entsorgungsgebiets. Diese Ausführungen
können nicht nur im hessischen Raum
brauchbare Hilfsmittel und Anregung
sein, um einen rechtswirksamen Gebührenmaßstab
Das Urteil hat folgenden Leitsatz:
„Die Erhebung einer nach dem Frischwassermaßstab
berechneten einheitlichen
Entwässerungsgebühr für die
Schmutz- und Niederschlagsableitung
setzt ein annähernd gleichbleibendes
Verhältnis zwischen der überbauten/versiegelten
Grundstücksfläche und der
Frischwasserbezugsmenge auf den
Grundstücken des Entsorgungsgebiets
voraus. Hiervon kann aufgrund der heutigen
Wohn- und Lebensgewohnheiten,
die durch deutliche Unterschiede in der
Wohnstruktur auf den einzelnen Grundstücken
gekennzeichnet sind, auch für
die Städte und Gemeinden in Hessen
kaum noch ausgegangen werden."
Aus dem - hier verkürzten - Sachverhalt
„Die Klägerin ist Miteigentümerin des
bebauten Grundstücks A-Straße im
Stadtgebiet der Beklagten, das an die
öffentliche Kanalisation für Schmutzund
Niederschlagswasser angeschlossen
ist. Nach § 24 Abs. 1 der Entwässerungssatzung
der Beklagten vom 13. November
2000 ist Gebührenmaßstab für das
Einleiten häuslichen Abwassers der
Frischwasserverbrauch auf den angeschlossenen
Grundstücken. Die Gebühr
belief sich im Jahr 2002 auf 2,43 € pro
Kubikmeter Frischwasserverbrauch und
im Jahr 2003 - nach Anhebung des Gebührensatzes
durch die erste Änderungssatzung...mehr:
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 7-2010 ab Seite 947
Unerwünscht hohe Fremdwasserabflüsse können zu hydraulischen
und betrieblichen Problemen bei Kanalnetz, Sonderbauwerken
und Kläranlagen führen und verursachen einen erheblichen
Kostenanteil bei der Behandlung auf der Kläranlage. Die
Lokalisierung von Fremdwassereintragsquellen ist oftmals mühsam
und gestaltet sich insbesondere bei größeren Einzugsgebieten
schwierig. Der vorliegende Beitrag beschreibt die Herangehensweise
der Stadt Bielefeld bei der Erkennung, Bewertung und
Klassifizierung von Fremdwasser. Die systematisierte Vorgehensweise
mit Einordnung des Fremdwasseranfalls in vier Fremdwasserstufen
ermöglicht eine einheitliche Beurteilung und bessere
Vergleichbarkeit verschiedener Teileinzugsgebiete mit dem
Ziel der Priorisierung weitergehender Untersuchungen. Das eigens
entwickelte Berechnungsprogramm erlaubt eine komfortable
und schnelle Datenauswertung.
Mit dem Verfahren zur Bewertung und Klassifizierung des
Fremdwasseranfalls wurde für Bielefeld eine Methodik entwickelt,
die es erlaubt, auch in größeren Einzugsgebieten Fremdwasserschwerpunktgebiete
mit einer relativ geringen Anzahl
an Messstellen zu erkennen und Fremdwassereintragsquellen
einzugrenzen. Die Ermittlung geeigneter Fremdwasserparameter
für grundwasserbürtigen und niederschlagsbedingten
Fremdwasseranfall und deren Einordnung in vier Fremdwasserstufen
ermöglicht eine einheitliche Beurteilung auch bei einer
Vielzahl von zu untersuchenden Entwässerungsgebieten. Dabei ist zu beachten, dass es für den Bereich des niederschlagsbedingten
Fremdwassers in Abhängigkeit von den
Regen ereignissen durchaus zu einer etwas breiteren Streuung
der Ergebnisse kommen kann.
Die automatisierte Vorgehensweise unter Zuhilfenahme des
vom Umweltbetrieb entwickelten Berechnungsprogramms gestattet
eine schnelle und komfortable Datenauswertung auch
längerer Messzeiträume mit umfangreichen Datenmengen. Die
tabellarische Ergebnisausgabe lässt durch die Zuordnung in die
jeweilige Fremdwasserstufe mit entsprechender Farbgebung in
Form des Ampelprinzips schnell erkennen, bei welchen Messstellen
stark erhöhter Fremdwasseranfall vorliegt. Die anschließende
Darstellung in Form von Themenplänen weist konkret
Teileinzugsgebiete aus, die einer weitergehenden Überprüfung
der Örtlichkeit und des Kanalzustandes bedürfen, gegebenenfalls
auch unter Einbeziehung privater Grundstücke.
Mithilfe des entwickelten Verfahrens konnten in Bielefeld
sowohl grundwasserbürtige als auch niederschlagsbedingte
Fremdwasserquellen identifiziert werden. Die daraus resultierenden
Sanierungsmaßnahmen werden prioritätenabhängig
abgearbeitet. Nach erfolgter Sanierung soll durch nochmalige
Messungen mit anschließender Bewertung des Fremdwasseranfalls
nach demselben Schema der Erfolg der Sanierungsmaßnahmen
beurteilt und dokumentiert werden. Das Verfahren
wird zukünftig auch in weiteren Kläranlageneinzugsgebieten
angewendet. Ziel soll zudem sein, die derzeit festgelegten Wertebereiche
Dipl.-Ing. (FH) Lothar Dören
Ing. (grad.) Franz-Josef- Glomb
Dipl.-Ing. Andrea Hollenberg
Dipl.-Ing. Günter Stenzel
Die seit Mitte 2004 vom Abwasserverband Fulda betriebene Prozesswasserbehandlung
des Klärwerks Fulda-Gläserzell ist in der
nunmehr über fünfjährigen Bestandszeit in verschiedenen Betriebsvarianten
betrieben worden. Hierzu zählen die Nitrifikation/
Denitrifikation nach dem Terra-N®-Verfahren, die Nitritation/
Denitritation und die einstufige Deammonifikation im intervallbelüfteten
Betrieb. Neben der zu gewährleistenden Stickstoffelimination
steht eine möglichst energie- und kosteneffiziente
und daher ressourcenschonende Behandlung der internen Stickstofffrachten
im Fokus des Betreibers. In Zusammenarbeit mit
dem Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik
der Universität Hannover konnte der Betreiber seit Mai 2008
die Deammonifikation als wesentlichen Schritt für die energieeffiziente
Behandlung von Stickstofffrachten im Teilstrom großtechnisch
etablieren. Die Inbetriebnahme erfolgte ohne das Einbringen
von Impfschlamm. In Hessen ist dies die erste Prozesswasserbehandlung,
die nach dem neuen Verfahren der einstufigen
Deammonifikation mit belebtem Schlamm großtechnisch
Die Betriebsergebnisse der PWB Fulda-Gläserzell zeigen sehr
deutlich die Ausschöpfung des von Beier et al. [11] beschriebenen
Einsparpotenzials der Deammonifikation. Mit der Inbetriebnahme
der auf unterschiedlichen Sauerstoffniveaus betriebenen
Intervallbelüftung konnte der Umsatz von NOB stabil
unterdrückt werden. Diese Maßnahme führte zu einer Stabilisierung
der Deammonifikation aufgrund der reduzierten Substratkonkurrenz
um das anstehende Nitrit.
Die gegenwärtig im Ablauf der PWB vorhanden NH4-N-Konzentrationen
sind Folge der im Schlammwasser limitierten Säurekapazität.
Für eine möglichst energieeffiziente weitere Verringerung
der Ammoniumablauffrachten werden gegenwärtig
Betriebskonzepte entwickelt. Hierbei wird neben der anteiligen
Stützung der Säurekapazität durch die Dosierung von Betriebs-mitteln auch der Betrieb einer Teildenitrifikation des bei der
Deammonifikation gebildeten Nitrats mit anschließender Rückführung
der gewonnenen Säurekapazität untersucht.
Dipl.-Ing. Marian Sander
Dipl.-Ing. (FH) Glocker, M. Sc.
Nachhaltige Abwassertechnik:
5. Internationale AOP-Tagung mit
IWA und IOA zeigt Perspektiven
der oxidativen Verfahren
Vom 30. März bis 2. April 2009 fand
im Rahmen von „Wasser Berlin" die
fünfte internationale Konferenz „Oxidation
Technologies for Water and Wastewater
Treatment" statt. Sie zog 270
Teilnehmer aus 40 Ländern an.
Schnelles Bevölkerungswachstum und
erhöhte Lebenserwartung lassen den
Druck auf die begrenzte Ressource Wasser
ansteigen. Im Jahr 2025 werden es
rund um den Globus ca. acht Milliarden
Menschen sein, die Trinkwasser benötigen.
Zwar sinkt in Europa und Nordamerika
die Anzahl der Menschen, aber in
Afrika und Asien droht ein massiver Zuwachs
(Indien wird 2050 China als bevölkerungsreichstes
Land der Welt abgelöst
haben). Dabei tragen fast ausschließlich
die Entwicklungsländer die Hauptlast
dieses Wachstums.
Der zunehmende Trinkwasserbedarf
stellt die internationale Gemeinschaft
vor große Aufgaben: Die Zuverlässigkeit
von Wasserversorgung, Wasserverteilung
und Wasseraufbereitung ist dabei von
fundamentaler Bedeutung. Seit 1990 hat
sich zwar weltweit die Trinkwasser-Situation
deutlich verbessert, doch immer
noch haben - laut WHO und UNICEF -
derzeit 1,1 Milliarden Menschen keinen
sicheren Zugang zu sauberem Wasser;
2025 werden es entsprechend den Schätzungen
ca. 2 Milliarden sein. Infolge von
Industrialisierung und zunehmender Bewässerungsmaßnahmen
- beides verbraucht
ca. 90 % des verfügbaren Süßwassers,
lediglich 10 % werden
Dr.-Ing. Sven Schäfer
Die REACH-Verordnung hat Herstellern und Importeuren von
Stoffen umfangreiche Dokumentationspflichten auferlegt. Kommen
die Betroffenen diesen Verpflichtungen nicht nach, darf etwa
ein Stoffhersteller die von ihm produzierten Stoffe nicht
mehr in den Verkehr bringen. Trotz vermeintlich klarer Zuständigkeitsregelungen
in der REACH-Verordnung bestehen in der
Praxis immer noch Missverständnisse bezüglich der Auslegung
der Rechtslage.
Es kann daher den Betroffenen nur geraten werden, bei Vorliegen
der Voraussetzungen die Pflichten der REACH-Verordnung
zu beachten und größte Sorgfalt darauf zu verwenden, sich im
Einzelfall insbesondere über die richtige Abgrenzung von Abfallrecht
und REACH zu vergewissern.
Weitere, sehr detaillierte Informationen zum Bereich REACH
und Abfall sind einem Leitfaden der EU-Kommission zu entnehmen,
der sich unter folgendem Link findet: http://guidance.
echa.europa.eu/docs/guidance_document/waste_recovered_en.
Die DWA hat mit dem Merkblatt DWA-M 114 wichtige fachliche
Grundlagen für die Abwasserwärmenutzung geschaffen. Nachdem
in einem vorangegangenen Beitrag (KA 5/2010) ein Überblick
über das Thema vermittelt worden ist, wird jetzt die Anwendung
des Merkblatts in der Praxis gezeigt und ein Erfahrungsbericht
über die Planung und den Bau einer Anlage am
Beispiel Bretten geliefert. Daraus lassen sich auch zahlreiche
Hinweise für die Praxis gewinnen.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 7-2010 ab Seite
Am Campus Garching der TU München wurde eine Behandlungsanlage
für Metalldachabflüsse nach den „Prüfkriterien zur
vorläufigen Beurteilung von Versickerungsanlagen zum Rückhalt
von Metallionen aus Niederschlagsabflüssen von Metalldächern"
des Bayerischen Landesamts für Umwelt über den Zeitraum
von einem Jahr an einem Kupferdach geprüft. Zwanzig repräsentative
Regenereignisse, aufgeteilt in verschiedene Klassen
nach mittleren Regenspenden, wurden beprobt und ausgewertet.
Die Behandlungsanlage konnte den erforderlichen Grenzwert
von 50 μg/L Kupfer im Jahresmittelwert des Ablaufs sicher einhalten,
er lag bei 40,5 μg/L. Die Anlage zeigte keine hydraulischen
Probleme im Versuchszeitraum. Wartungsarbeiten wurden
routinemäßig zweimal mit der Reinigung des herausnehmbaren
Grobfilters durchgeführt. Nach Bestimmung der effektiven
Kationenaustauschkapazität wurde eine Standzeit von 25 Jahren
(inklusive eines Sicherheitsfaktors) ermittelt.
Priv.-Doz. Dr. habil. Brigitte Helmreich
27. Bochumer Workshop Siedlungswasserwirtschaft
Der 27. Bochumer Workshop Siedlungswasserwirtschaft
fand am 1. September
2009 unter dem Titel „Gewässerschutz
und Gewässergestaltung - von der Idee
zur konkreten Maßnahme" statt. Vertreter
verschiedener Fachgebiete beschäftigten
sich mit den Maßnahmen,
die aufgrund des Klimawandels und des
ökologischen und chemischen Zustands
der Gewässer für das wasserwirtschaftliche
Handeln nötig sind, sowie mit den
Beeinträchtigungen der Gewässer durch
siedlungswasserwirtschaftliche Einleitungen.
aus der Praxis wurde verdeutlicht, welche
dem Gewässerschutz und der Gewässergestaltung
förderlichen Maßnahmen
im Sinne eines nachhaltigen Umwelt-
und Verbraucherschutzes ergriffen
werden sollten. Mehr als 70 Teilnehmer
informierten sich auf dem nunmehr 27.
Bochumer Workshop umfassend zu dieser
vor dem Hintergrund der EU-Wasserrahmenrichtlinie
äußerst aktuellen
Dipl.-Ing. Ruben-Laurids Lange
Dipl.-Ing. Andreas Pahl
Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe AK-2.2 „Entseuchung"
Es wird die aktuelle Situation der Klärschlamm-Desinfektion
beschrieben. Nach der Erläuterung der rechtlichen Grundlagen
werden seuchen- und phytohygienische Aspekte erörtert. Anforderungen
an Verfahren und Anlagen werden vorgestellt.
Schließlich werden Verfahren zur Desinfektion von Klärschlamm
systematisch dargestellt und Hinweise zur Qualitätssicherung
Bauherr der Brettener Abwasserwärmenutzungsanlage sind die
Stadtwerke Bretten. In ihrem Auftrag wurden im Jahr 2009
Wärmetauscher im Regenüberlaufbecken (RÜB) Saarstraße im
Brettener Osten verlegt, das dem Abwasserverband Weissachund
oberes Saalbachtal gehört. Die dazugehörige Wärmepumpe
befindet sich in einer eigens dazu auf dem Gelände des RÜB
errichteten Heizzentrale. Das von dort aus verlaufende Nahwärmenetz
versorgt in einer Richtung mehrere Wohngebäude und
in der anderen Richtung eine Sporthalle und ein Gymnasium
Auslöser des Gesamtprojekts war die örtliche Firma Harsch,
die im Jahr 2007 mit dem Wunsch an die Stadtwerke Brettenherantrat, den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit regenerativen
Energien zu beheizen. Gemeinsam wurden im September
desselben Jahres das Ingenieurbüro Klinger und Partner
(Stuttgart) mit einer Machbarkeitsstudie zur Abwasserwärmenutzung
beauftragt. Für die Bearbeitung des heizungsseitigen
Teils der Aufgabenstellung wurde das Ingenieurbüro Schuler
(Bietigheim-Bissingen) hinzugezogen. Die damit vollzogene
Aufgabenteilung zwischen Abwasser- und Heizungsfachleuten
hat sich bewährt und kann generell für Projekte der Abwasserwärmenutzung
Nachdem die Machbarkeitsstudie im Januar 2008 übergeben
worden war, erfolgte im April 2008 der positive Projektentscheid.
Der Bau der Anlage war mit der ohnehin anstehenden Sanierung
des RÜB Saarstraße und der Sanierung der Wohnhäuser zeitlich
zu koordinieren. Die Versorgung der Sporthalle wurde erst nach
der Machbarkeitsstudie in die Planung aufgenommen, als die
dortige Heizungsanlage ausfiel.
Der erste Meilenstein der Umsetzung wurde mit dem Einbau
der Wärmetauscher im Mai 2009 erreicht. Fast zeitgleich
wurde das Gebäude der Heizzentrale errichtet. Unmittelbar im
Anschluss daran wurde der Gaskessel installiert. Die Wärmepumpe
wurde im Oktober 2009 geliefert und als letztes...
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 7-2010 ab Seite 765
Dr.-Ing. Jan A. Butz
Klinger und Partner Ingenieurbüro für Bauwesen
84. Siedlungswasserwirtschaftliches Kolloquium in Stuttgart
Am 8. Oktober 2009 fand an der Universität
Stuttgart das 84. Siedlungswasserwirtschaftliche
Kolloquium statt.
Das Forschungs- und Entwicklungsinstitut
für Industrie- und Siedlungswasserwirtschaft
sowie Abfallwirtschaft e. V.
in Stuttgart (FEI) bot in Zusammenarbeit
mit dem Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft
und Wasserrecycling
des Instituts für Siedlungswasserbau,
Wassergüte- und Abfallwirtschaft und
im Einvernehmen mit dem Umweltministerium
Baden-Württemberg ein umfangreiches
und vielseitiges Programm
und gab den rund 120 Teilnehmern die
Möglichkeit, sich über die aktuellsten
Neuerungen im Bereich der Abwasserbehandlung
Dipl.-Ing. Sebastian Tews
Neue Wege zum Umgang mit Abwasser
Am 3. und 4. März 2010 fand an der Bauhaus-Universität in Weimar die DWA-Ta gung „Neuartige Sanitärsysteme – Neue Wege zum Umgang mit Abwasser“ statt. Die Tagung wurde inhaltlich vom DWA-Fachausschuss KA-1 „Neuartige Sanitärsysteme“ und seinen Arbeitsgruppen getragen. Rund 50 Teilnehmer nahmen an der Ver anstaltung teil, die als Fortsetzung der Veranstaltung im Dezember 2008 die Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Neuartigen Sanitärsysteme vorgestellt hat. Thematisch spannte die Veranstaltung einen Bogen von „Was sind Neuartige Sanitärsysteme?“ bis „Welche praktischen Erfahrungen ließen sich schon heute nachahmen?“
Als Obmann des DWA-Fachausschusses „Neuartige Sanitärsysteme“ (KA-1) führte Prof. Jörg Londong (Bauhaus-Universität Weimar) die Teilnehmer in die Thematik ein. Neuartige Sanitärsysteme sind stoffstromorientierte und ressourcenökonomisch ausgerichtete Konzepte, die über die Siedlungswasserwirtschaft hinausgehen. Sie bieten Möglichkeiten zur Nutzung oder Wiederverwertung von Stoff- und Wasserströmen im betrachteten Einzugsgebiet, Alternativen zu bestehenden Systemen, Möglichkeiten zur Ergänzung der konventionellen Entwässerungssysteme sowie die Erweiterung der Verfahrenspalette auch zur Verwendung im Ausland. NASS vermindern den notwendigen Wassereinsatz, erleichtern die Wiederverwendung von Wasser durch Verringerung des notwendigen Aufbereitungsaufwandes von weniger verschmutzten Teilströmen (insbesondere Grauwasser und Regenwasser), tragen zur Deckung des innerstädtischen Wasserbedarfs in kleineren Kreisläufen bei und produzieren Substrate, die als Düngemittel eingesetzt werden könnten (das Potenzial zur Substituierung von mineralischen Düngemitteln liegt je nach Makroelement in Deutschland zwischen 17 und 25 Prozent). Zudem bietet sich eine energetische…
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Alle Teilnehmer erhielten als Tagungsunterlage
den 2008 erschienenen DWA-Themenband
„Neuartige Sanitärsysteme":
DWA (Hrsg.): Neuartige Sanitärsysteme
Themenband, Dezember 2008
326 Seiten, ISBN 978-3-941089-37-2
Ladenpreis: 85,00 Euro
Fördernde DWA-Mitglieder: 68,00 Euro
Im Rahmen einer Dissertation wurde die Hygienisierungsleistung von Retentionsbodenfilteranlagen (RBF-Anlagen) für die weitergehende Mischwasserbehandlung bezüglich hygienerelevanter Parameter frachtbezogen bestimmt und die Belastung von Mischwasserentlastungen mit Indikatorbakterien erfasst. Darüber hinaus wurden die maßgebenden Mechanismen des Hygienisierungsvorgangs in RBF und die Einflüsse auf die Hygienisierungsleistung von RBF erkannt. Auf Grundlage dieser Einflüsse werden Empfehlungen für die bauliche und betriebliche Praxis gegeben, mithilfe derer ein möglichst hoher Wirkungsgrad von RBF bezüglich der Hygienisierungsleistung in Abwägung der Erfordernisse für einen zuverlässigen Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorrückhalt sichergestellt wird. Die gewonnenen Erkenntnisse fanden Eingang in die „Empfehlungen für Bemessung, Bau und Betrieb von Retentionsbodenfiltern im Mischsystem in Hessen“ (www.hmulv.hessen.de). An drei großtechnischen RBF in Hessen, dem RBF Oberelsungen mit einer Filterfläche von AF _ 1275 m2, dem RBF Kleingladenbach mit einer Fläche von AF _ 524 m2 und dem RBF Fulda Fellenweg mit AF _ 627 m2 Filterfläche wurden Frachtbilanzen für die hygienerelevanten Indikatorbakterien Escherichia coli, gesamtcoliforme Bakterien und intestinale Enterokokken sowie für Feststoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor erstellt. Darüber hinaus wurden die Temperatur, der pH-Wert, die Sauerstoffkonzentration und die elektrische Leitfähigkeit in den Filterzuläufen und Filterabläufen mit Inline-Sonden aufgezeichnet. Insgesamt konnten alle Stoffströme von 75 Einstauereignissen mit einer Beschickungshöhe von insgesamt hFA _ 65,9 m in 40 Betriebsmonaten vollständig auf Indikatorbakterien hin untersucht werden. In Bezug auf standardisierte Abwasserparameter wurden insgesamt 165 Ereignisse (hFA _ 103,7 m, 85 Betriebsmonate) erfasst und untersucht. Die Frachtbilanzen wurden um biologische, chemische und physikalische Bodenuntersuchungen (auch extrazelluläre polymere Substanzen, EPS) ergänzt. Halbtechnische Untersuchungen wurden durchgeführt, um gezielt Einflüsse auf die Hygienisierung von Mischwasser in Bodenfiltern auf der Grundlage von statistischen Modellen zu untersuchen. Dazu wurde …
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Hygienisierung von Mischwasser in
Retentionsbodenfiltern (RBF), Dissertation
von Axel Waldhoff, Betreuer:
Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft der
Universität Kassel, veröffentlicht als Band
30 der Schriftenreihe des Fachgebiets
Siedlungswasserwirtschaft der Universität
Kassel (kassel university press GmbH
ISBN 978-3-89958-606-0
www.upress.uni-kassel.de/online/frei/
978-3-89958-606-0.volltext.frei.pdf)
Die Versickerung von kommunalem Abwasser aus undichten Kanälen
wurde in Sandsäulen simuliert. Dabei reicherte sich nach
kurzer Zeit eine Kolmationsschicht (Schmutzdecke) an, die zu
reduzierten und stark wechselnden Sickerraten führte. Die Sorption
von Metallionen aus Schwermetallsalzlösungen an der dem
Sand aufliegenden Schlammschicht oder an frischen oder mit einem
Biofilm bewachsenen Sandkörnern war unter anderem abhängig
von der Ausgangskonzentration, den Eigenschaften und
vom pH-Wert der Metallsalzlösungen. Der Rückhalt von gelösten
Metallsalzen war am höchsten in der Kolmationsschicht auf dem
Sand, weniger gut am mit einem Biofilm überzogenen Sand und
am schlechtesten am Sand einer frischen Sandsäule.
Die Adsorption von Schwermetallionen wurde zusätzlich in
neuen und in über längere Zeit mit Abwasserversickerung betriebenen
Sandsäulen untersucht, durch die mit Schwermetallsalzlösungen
dotiertes kommunales Abwasser, nur die lösliche Fraktion
von kommunalem Abwasser oder nur die resuspendierte
Partikelfraktion von kommunalem Abwasser versickert wurden.
Die in der Partikelsuspension bzw. im kommunalen Abwasser
gelösten Schwermetallionen wurden bei der Versickerung in
Sand stärker zurückgehalten als solche, die in der gelösten Fraktion
des kommunalen Abwassers vorhanden waren. Die Adsorption
erfolgte an anorganische und organische Substanzen und
an Mikroorganismen des Schlamms und des Biofilms. Die
Schwermetallionen wurden in unterschiedlicher Menge mit dem
Versickerungswasser aus den Sandsäulen eluiert.
Dr. Pinglin An
Prof. Dr. rer. nat. habil. Josef Winter
Priv.-Doz. Dr. Claudia Gallert
Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe WI-3.2 „Entgelte und Steuern"*)
Die DWA-Arbeitsgruppe WI-3.2 „Entgelte und Steuern" befasst
sich in einem Arbeitsbericht mit dem Einfluss der demographischen
Entwicklung auf die Gebühren der Abwasserentsorgung.
Nach einleitenden Betrachtungen über den Rückgang der Wasserverbräuche
werden die Kostenstrukturen der Wasserwirtschaft
erläutert. Daraus werden Auswirkungen auf kommunalen
Planungen und Investitionen abgeleitet. Ausführlich werden
Auswirkungen auf die Kosten der Abwasserbetriebe erörtert mit
einem Schwerpunkt auf Kostensenkungspotenzialen. Als Fazit
werden Empfehlungen für das Entgeltsystem gegeben.
Schlagwörter: Wirtschaft, Kosten, Gebühr, Entgelt, Demographie, Entwicklung,
Investition, Planung, Kostensenkung
Die Generalsanierungsplanung Kanal der Stadt Solingen (Nordrhein-
Westfalen) wird vorgestellt. Die EntsorgungsBetriebe Solingen
setzen bei der Prüfung und Sanierung privater Abwasserleitungen
auf enge Kooperation mit den Hauseigentümern.
Bezüglich des Fremdwasseranfalls wurden fünf Prioritätsstufen
eingeführt. Bei der Renovation mit Schlauchlinern ist in
Solingen die abschließende Qualitätskontrolle mit dynamischer
Differenzkalorimetrie ein wesentlicher Baustein des Konzepts.
Schlagwörter: Entwässerungssysteme, Kanalisation, Sanierung, Planung,
Fremdwasser, Grundstücksentwässerung, Dichtheitsprüfung,
Renovierung, Lining, Qualitätssicherung
Teilbetriebsleiter Stadtentwässerung
Kein Stein ist allein. Diesen Satz habe ich vor vielen Jahren von einem Ökologen gehört. Er erklärte, dass es für alles Belebte und Unbelebte in der Natur Wirkzusammenhänge gibt. Alles ist miteinander verbunden. Die Worte sind mir in Erinnerung geblieben, vielleicht weil sie das Prinzip der Ganzheitlichkeit in ungewöhnlicher Weise ausdrücken. Gleichwohl ist Ganzheitlichkeit für uns Wasserwirtschaftler etwas Alltägliches. In der Wasserwirtschaft hängen Hochwasserschutz, Biotopschutz und Ressourcenschutz mit der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung, dem Wasserbau und der Gewässerunterhaltung unmittelbar zusammen. Zum Beispiel: Ein renaturierter Fluss kann trotz zurückgewonnener Aue den heutigen Hochwasserschutzansprüchen oft nicht genügen, technische Maßnahmen müssen unterstützend helfen. Der renaturierte Fluss kann aber aufgrund seiner biologischen Leistungsfähigkeit höhere Stoßbelastungen aufnehmen, das Volumen von Regenbecken könnte folglich reduziert werden. Die Leistungsfähigkeit findet dagegen deutliche Grenzen, wenn schwer abbaubare Spurenstoffe das Gewässer belasten. Dient das Flusswasser direkt oder indirekt der Trinkwasserversorgung, stellt sich die Frage, wo es zielführend ist, problematische Spurenstoffe zu entfernen: an ihrer Quelle, in Kläranlagen oder in Wasserwerken? Oder können wir mit den geringen Konzentrationen auch ohne Bedenken gesund leben? DrBei der Lösung unserer Aufgaben hilft uns nicht alleine unser technisches und naturwissenschaftliches Wissen, sondern auch ein Quantum wirtschaftliches Denken. Und Augenmaß. An vielen Stellschrauben lässt sich drehen, um Positives für die Natur und unsere Gesellschaft zu erreichen. Technisch ist Vieles machbar, doch die Ingenieurkunst liegt im Ausgewogenen. Wasserwirtschaftlich ethisch klingende, aber kompromisslose Forderungen wie „Alle Gewässer müssen in einen natürlichen Zustand zurückversetzt werden!“, „Spurenstoffe dürfen nicht in die Gewässer gelangen!“ oder „Generell muss Niederschlagswasser zurückgehalten und aufbereitet werden!“ sind mit volkswirtschaftlich vertretbarem Aufwand nicht erfüllbar. Vielmehr müssen hier ganzheitliche Lösungen gefunden werden. Ein ganzheitlicher Ansatz, wie er beispielsweise beim Multibarrierensystem für den Trinkwasserschutz zum Ausdruck kommt, setzt ein profundes interdisziplinäres Wissen voraus. Gut zu wissen, dass die Ingenieurausbildung auch in den neuen Bachelor- und Master-Studiengängen fachlich umfassend ausgerichtet ist. Leistungsnachweise, sogenannte Credit Points, lassen sich auf wasserwirtschaftlichen, verfahrenstechnischen, naturwissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Gebieten erwerben – all das wird gebraucht. Zudem sind, da Beständigkeit im steten Wandel liegt, kontinuierliche berufliche Weiterbildung und technisch-wissenschaftlicher Erfahrungsaustausch ein Berufsleben lang notwendig, um à jour zu bleiben, aber auch um über den Tellerrand hinauszuschauen. Wir müssen uns auch die Zeit nehmen, Fachzeitschriften wie die vorliegende zu lesen, um unser Wissen zu bereichern! Ansonsten geht ganzheitliches Wissen verloren. Dies gilt übrigens auch für den Wissensverlust durch einen überzogenen Abbau von Wasserwirtschaftsverwaltungen, die zu einem Verlust an Fachkompetenz und ausgewogenem Urteilsvermögen führen. Verschlankungen können damit volkswirtschaftlich teuer werden. Wasserwirtschaft benötigt ganzheitliches Denken. Die Fähigkeit hierzu setzt die Bereitschaft voraus, umfassendes Wissen zu erwerben und weiter schöpferisch zu nutzen, also Ingenium, Ingenieurgeist. Kein Stein ist allein. Diesen Satz habe ich vor vielen Jahren von einem Ökologen gehört. Er erklärte, dass es für alles Belebte und Unbelebte in der Natur Wirkzusammenhänge gibt. Alles ist miteinander verbunden. Die Worte sind mir in Erinnerung geblieben, vielleicht weil sie das Prinzip der Ganzheitlichkeit in ungewöhnlicher Weise ausdrücken. Gleichwohl ist Ganzheitlichkeit für uns Wasserwirtschaftler etwas Alltägliches. In der Wasserwirtschaft hängen Hochwasserschutz, Biotopschutz und Ressourcenschutz mit der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung, dem Wasserbau und der Gewässerunterhaltung unmittelbar zusammen. Zum Beispiel: Ein renaturierter Fluss kann trotz zurückgewonnener Aue den heutigen Hochwasserschutzansprüchen oft nicht genügen, technische Maßnahmen müssen unterstützend helfen. Der renaturierte Fluss kann aber aufgrund seiner biologischen Leistungsfähigkeit höhere Stoßbelastungen aufnehmen, das Volumen von Regenbecken könnte folglich reduziert werden. Die Leistungsfähigkeit findet dagegen deutliche Grenzen, wenn schwer abbaubare Spurenstoffe das Gewässer belasten. Dient das Flusswasser direkt oder indirekt der Trinkwasserversorgung, stellt sich die Frage, wo es zielführend ist, problematische Spurenstoffe zu entfernen: an ihrer Quelle, in Kläranlagen oder in Wasserwerken? Oder können wir mit den geringen Konzentrationen auch ohne Bedenken gesund leben?
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 6-2010 ab Seite 625.
Dr.-Ing. Wulf Lindner
Vorstand des Erftverbands
Im neuen Wasserhaushaltsgesetz, das am 1. März 2010 in Kraft getreten ist, ist im neuen § 39 auf die Inhaltsbestimmung „ordnungsgemäßer Wasserabfluss“ als Teil der Gewässerunterhaltung verzichtet worden. In dem Beitrag wird dargelegt, dass § 39 Wasserhaushaltsgesetz nicht gut gelungen ist. Den Bundesländern bleibt nun nichts anderes übrig, als klarzustellen, dass auch im Jahr 2010 und darüber hinaus die Sicherung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses der Kerninhalt der Gewässerunterhaltung geblieben ist und bleiben wird. Schlagwörter: Recht, Wasserrecht, Wasserhaushaltsgesetz, Gewässerunterhaltung DOI: 10.3242/
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 6-2010 ab Seite 682
Rechtsanwältin Marion Meyer
Betriebsergebnisse zur Bewertung der Leistungsfähigkeit
Der Entsorgungsverband Saar hat ein eigenes Konzept für Pflanzenkläranlagen im Mischsystem mit Lavasand als Filtersubstrat und klaren Vorgaben hinsichtlich der Ausgestaltung und der Betriebsweise entwickelt. Der Trockenwetterzufluss und ein Teil des Mischwassers werden über zwei alternierend und intermittierend betriebene Hauptbodenfilter geführt, das restliche Mischwasser über einen Ausweichbodenfilter. Anhand von Betriebsergebnissen von acht Kläranlagen wird gezeigt, dass ein guter CSB-Abbau und eine fast vollständige Nitrifikation erreicht werden und eine hohe Betriebsstabilität besteht. Höhere hydraulische Belastungen als im Arbeitsblatt DWA-A 262 vorgegeben sind bei Pflanzenkläranlagen im Mischsystem möglich. Probleme mit Kolmation sind bislang nicht aufgetreten. Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 6-2010 ab Seite 670
Dipl.-Ing. Dietrich Drescher
vormals Entsorgungsverband Saar
Zur Vermeidung aufwendiger Investitionen bei der konventionellen Regenwasserbehandlung durch den Bau oder die Erweiterung von Regenüberlaufbecken wird auf der Kläranlage Rosenberg (3 000 E) im Mischwasserfall ein Volumenstrom von 10 l/s nach dem Sandfang direkt in den Zulauf zur Nachklärung geführt. Die biologische Stufe erhält den jetzt verminderten Mischwasserzufluss von 24 l/s. Diese Betriebsweise der Mischwasserbehandlung in der Nachklärung wurde bisher nur auf wenigen Anlagen in Mitteleuropa realisiert. Die Betriebsergebnisse auf Basis der Messwerte der verdichteten Eigenkontrolle sowie der eingesetzten Online-Messtechnik zeigen die hohe Leistungsfähigkeit der beschriebenen Verfahrenstechnik. Damit hat sich diese innovative Betriebsweise als wirtschaftlich und betrieblich problemlos erwiesen. Zur Realisierung auf anderen Anlagen wurden zudem umfängliche Hinweise erarbeitet.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 6-2010 ab Seite 664
Dr.-Ing. Ulla Leinweber
Ralf Rüttenauer
Kläranlage Rosenberg
Hauptstraße 26, 74749 Rosenberg/Baden
BMU-Sektorgespräch in Bonn
Rund 60 Teilnehmer aus Behörden,
Forschung, Planungsbüros und auch
aus in der Entwicklungszusammenarbeit
aktiven Organisationen besuchten
am 10. März 2010 das BMU-Sektorgespräch
„Semizentrales und dezentrales
Abwassermanagement" in Bonn. Ziel
der Veranstaltung war es, den Stand der
Technik sowie neuere Entwicklungen in
beiden Bereichen fokussiert auf den nationalen
Bereich darzustellen und in ihren
kurz-, mittel- und lang fristigen Auswirkungen
auf die Entwicklungszusammenarbeit
Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg (Urteil vom 10. Dezember 2008 – Aktenzeichen 13 LC 171/06) hatte sich mit der Rechtsfrage zu befassen, ob ein Gewässerunterhaltungsverband auch für die Unterhaltungsmaßnahmen zur Sanierung eines Stauwehrs zuständig ist. Die Aufsichtsbehörde über den Gewässerverband vertrat diese Auffassung und wies den Verband an, das Wehr zu sanieren. Dagegen klagte der Unterhaltungsverband. Er sei zwar für die Unterhaltung des Gewässers, der O., zuständig, nicht jedoch des Stauwehrs. Die Klage hatte Erfolg, und zwar aus folgenden Gründen: „Die Berufung des Beklagten ist nicht begründet. Das Verwaltungsgericht hat der Klage gegen die Verfügung des Beklagten vom 7. März 2001 im Ergebnis zu Recht stattgegeben. Dem Kläger obliegt als Unterhaltungsverband nach § 100 Abs. 1 NdsWG in dem hier streitbefangenen Bereich zwar die Unterhaltung der O., jedoch nicht die Unterhaltung des O.-Wehres in H. Der Beklagte ist gemäß § 1 Abs. 1 NdsAGWVG Aufsichtsbehörde über den klagenden Unterhaltungsverband nach § 72 Abs. 1 Satz 1 WVG, nimmt daneben aber auch die Aufgaben der unteren Wasserbehörde wahr (§ 168 NdsWG). Er ist hier als Aufsichtsbehörde im Rahmen der Verbandsaufsicht tätig geworden und hat die angefochtene Verfügung ausdrücklich als ‚Weisung’ auf § 72 Abs. 1 Satz 1 WVG gestützt. Die Aufsichtsbefugnis umfasst zwar auch das Recht der Aufsichtsbehörde, im Rahmen der ihr obliegenden Rechtsaufsicht dem Verband konkrete Anweisungen zu erteilen. Dies folgt schon aus § 76 WVG, wonach die Aufsichtsbehörde anstelle des Verbandes das Erforderliche anordnen kann, sofern der Verband einer Anweisung der Aufsichtsbehörde nicht nachkommt. Der Senat hat allerdings Bedenken, der allgemeinen Anordnungsbefugnis des Beklagten im Rahmen seiner Rechtsaufsicht ihm als Aufsichtsbehörde auch solche Anordnungen und Entscheidungen zu unterwerfen, für die das Niedersächsische Wassergesetz – gegebenenfalls unter besonderen, nach dem WVG nicht geforderten Voraussetzungen – spezielle Ermächtigungsgrundlagen bereitstellt. In diesem Zusammenhang wendet der Kläger zu Recht ein, dass ein rechtswidriges Verhalten und damit der maßgebliche Anlass für ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde das Bestehen der Unterhaltungspflicht an dem O.-Wehr voraussetzt, die er hier jedoch konkret bestreitet. In derartigen Streitfällen räumt § 118 Abs. 1 NdsWG der unteren Wasserbehörde die Möglichkeit einer Entscheidung ein. Danach kann sie nach pflichtgemäßem Ermessen bestimmen, wem und in welchem Umfang ihm die Unterhaltung, eine Kostenbeteili-gung oder eine besondere Pflicht im Interesse der Unterhaltung obliegt. Ein Streit i. S. von § 118 Abs. 1 NdsWG erfordert nicht, dass zwischen mehreren denkbaren Unterhaltungspflichtigen darüber gestritten wird, wer unterhaltungspflichtig ist. Die Vorschrift findet vielmehr bereits dann Anwendung, wenn – wie hier – der von der Wasserbehörde als unterhaltungspflichtig Angesehene die Unterhaltung ablehnt. § 118 NdsWG ist angesichts seines konkreten Regelungsinhalts gerade im Verhältnis zu § 72 WVG die speziellere Vorschrift, die entgegen der Auffassung des Beklagten vorrangig anzuwenden ist. Demgegenüber gibt es hier keinen Vorrang des Bundesrechts. Es ist auch ohne Bedeutung, ob in anderen Bundesländern vergleichbare landesrechtliche Ermächtigungen bestehen. Auf die Frage, ob die Entscheidung nach § 118 Abs. 1 NdsWG auch im Rahmen der Rechtsaufsicht durch die Aufsichtsbehörde nach § 72 Abs. 1 WVG getroffen werden kann, kommt es hier letztlich aber nicht mehr an, weil sich die Rechtswidrigkeit der Verfügung bereits aus der fehlenden Pflicht des Klägers zur ...
Das Urteil steht im Volltext zum
Download im Internet bereit:
www.dbovg.niedersachsen.de/index.asp
Reinhart Piens (Essen
Funktion von Regenüberlaufbecken
Das Maß der Verunreinigung seiner Umwelt beeinflusst maßgeblich die Lebensqualität des Menschen. Um die Lebensqualität zu verbessern und zu gewährleisten, ist es unabdingbar, gewisse Maßnahmen zu ergreifen. Zu diesen gehören unter anderem der Bau von Regenrückhaltebecken oder Regenüberlaufbecken. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen können Mischwasserkanalnetze nicht für alle auftretenden Regenereignisse und die Ableitung des gesamten Niederschlagswassers bemessen werden. Besonders die Ableitung des Niederschlags in großen Einzugsgebieten würde so zu sehr großen Rohrleitungen und Kanälen führen. Daher werden in Mischwasserkanalisationsnetzen regelmäßig Überläufe, Entlastungen, eingebaut. Sofern das Entlastungsbauwerk eine Kombination aus einem Speicherbecken mit Überlauf ist, bezeichnet man es als Regenüberlaufbecken (RÜB). Die Hauptfunktion eines RÜB besteht darin, bei einem Regenereignis Wasser zwischenzuspeichern, das von der Kläranlage nicht in der angefallenen Menge verarbeitet werden kann. Dieses Wasser wird dann verzögert an die Kläranlage zur Reinigung abgegeben. Laut Statistik entlasten RÜB in Deutschland ca. 30 bis 40 Mal im Jahr. Das bedeutet, dass überschüssiges Wasser nach kompletter Befüllung des Speicherbeckens über den Beckenüberlauf des RÜB an den Vorfluter (Bach, Fluss oder ähnlich) abgegeben wird. Dabei kann es sich je nach Größe des Einzugsgebietes um erhebliche Wassermengen handeln, die zuverlässig erfasst und berechnet werden müssen. Durch wiederholte Befüllung und Entleerung des RÜB kann es zu Sedimentationen kom- men, die sehr schnell Ausmaße erreichen, bei denen die einwandfreie Funktion des Regenbeckens nicht mehr gewährleistet ist Aus diesem Grund ist dafür Sorge zu tragen, dass eine automatische Reinigung des Regenüberlaufbeckens in Form eines „Turbulenzreinigungsverfahrens“ mit Strahlreinigern oder Rührwerken (zum Beispiel Wirbeljet) zum Einsatz kommt (Abbildungen 2 und 3). Wichtig ist, dass die Reinigungsaggregate nur bei fallendem Wasserstand im Regenbecken arbeiten, um durch Intervallbetrieb die Ablagerungen zu lösen, in der Schwebe zu halten und dadurch leichter aus dem Becken austragen zu können. 2 Mess-, Regelund Erfassungssystem Als weiterer wichtiger Baustein ist das Mess-, Regel- und Erfassungssystem zu betrachten. Es sollte einen Tendenzmelder bereits integriert haben, damit man diesen nicht zusätzlich als externes Gerät beistellen muss. Das System ist in der Lage, an seinem Analogeingang Zwei-Leiter- Messaufnehmer wie zum Beispiel hydrostatische Drucksonden oder auch Kompaktecholote zu betreiben und deren Signale auszuwerten. Durch die entsprechende ATEX-Zertifizierung des Systems
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 6-2010 ab Seite 585
E-Mail: uwe.koehler@nivus.com
Der Beitrag beschreibt die wesentlichen Gesichtspunkte, die bei
der Neustrukturierung eines Automatisierungsnetzwerks für die
Prozessanschaltung im LAN-/WAN-Bereich und der Anschaltung
von vernetzten Arbeitsplätzen als Operator-Stationen an
ein Prozessleitsystem im Hinblick auf standardisierte Kommunikation,
Verfügbarkeit, Sicherheit, Wartung und Kosten zu beachten
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 6-2010 ab Seite 558
Dr. Jan-U. Arnold
Dr. Arnold Technische Unternehmensberatung GmbH
In der Schweiz und Skandinavien sind schon mehr als 100 Anlagen zur Abwasserwärmenutzung in Betrieb, mit Leistungen zwischen 100 und 70 000 kW Wärme. Auch in Deutschland existieren realisierte Anlagen, in jüngster Zeit werden ständig neue Projekte gestartet. Der Beitrag vermittelt einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten und den neusten Stand der Abwasserwärmenutzung in Deutschland.
Die Abwasserwärmenutzung hat in den letzten Jahren in Deutschland eine starke Entwicklung erfahren. Die Technologie ist inzwischen erprobt, das Interesse der Öffentlichkeit und Fachwelt nimmt ständig zu. Die gesetzlich-administrativen Rahmenbedingungen haben sich stark verbessert, so dass auch ständig neue Projekte gestartet werden. Bei entsprechenden Voraussetzungen sind Anlagen zur Abwasserwärmenutzung bereits heute wirtschaftlich konkurrenzfähig. Förderungen, wiesie zum Beispiel vom Land Baden-Württemberg vorbildhaft geleistet werden, helfen die Realisierung von Demonstrationsbeispielen und damit auch die verbreitete Umsetzung voranzubringen. Damit kann nicht nur ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz erbracht, sondern auch ein Beitrag zur Stärkung der deutschen Wirtschaft und zur Erhaltung der regionalen Arbeitsplätze erzielt werden. Damit dies sichergestellt werden kann, müssen die Aus- und Weiterbildung sowie die Vermittlung von Know-how und Erfahrungen in Deutschland nochmals wesentlich erhöht werden, auf allen Stufen.
Ergebnisse einer Fallstudie für das untere Fils- und Körschtal
Unter Federführung der Stadt Wernau haben sieben Städte und Gemeinden aus den Landkreisen Esslingen und Göppingen zwei Ingenieurbüros aus Stuttgart mit einer Studie zur „Alternativen Klärschlammbehandlung im unteren Fils- und Körschtal“ beauftragt. Grundgedanke des neuartigen Entsorgungskonzeptes ist es, die Klärschlammbehandlung mehrerer Kläranlagen so zu zentralisieren, dass eine umweltgerechte und wirtschaftliche Entsorgung des Klärschlamms unter Ausnutzung seiner Energieund Wertstoffinhalte auf Dauer gewährleistet werden kann. Dazu soll eine insgesamt ca. 25 km lange Klärschlammdruckleitung die einzelnen Kläranlagen mit einer zentralen Klärschlammbehandlungsanlage verbinden. Diese Grundidee wurde in fünf Varianten untersucht.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 5-2010 ab Seite 452
Dipl.-Ing. Klaus Hofmann
Dipl.-Ing. Horst Klinger, Dr.-Ing. Jan Butz
Ingenieurbüro Klinger und Partner GmbH
Dr.-Ing. Werner Maier
Dipl.-Ing. Dietmar Wacker
Die Aufgabenträger der öffentlichen Abwasserbeseitigung haben ein Interesse daran, dass die notwendigen Bau- und Wartungsarbeiten an privaten Hausanschlussleitungen sach- und fachgerecht ausgeführt werden. Denn die Funktionstüchtigkeit der Anschlussleitungen hat Auswirkungen auf den Betrieb und die Funktion der öffentlichen Abwasseranlagen. Einzelne Gemeinden als Abwasserbeseitigungspflichtige regeln daher in ihrer Abwassersatzung, dass die Haus- und Grundstückseigentümer nur Fachfirmen mit Bau- und Wartungsarbeiten an ihren Hausanschlussleitungen beauftragen dürfen, die in einer kommunalen Liste von Fachfirmen eingetragen sind. Hiergegen klagte ein Unternehmer, der nicht auf der Liste stand, vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster (Beschluss vom 7. Mai 2009 – Az. 15 B 354/09). Er hatte keinen Erfolg. Das OVG NW entschied: Eine Gemeinde darf in ihrer Entwässerungssatzung den Anschlussnehmern auferlegen, für die von ihnen vorzunehmenden Arbeiten an Grundstücksanschlussleitungen nur von der Gemeinde zugelassene Unternehmen zu beauftragen. „Tatbestand: Die Antragsgegnerin, eine Gemeinde, betreibt eine öffentliche Entwässerungsanlage. Nach der Entwässerungssatzung obliegen die Herstellung, Unterhaltung und Erneuerung der Grundstücksanschlussleitungen den Anschlussnehmern, die für die baulichen Arbeiten an diesen Leitungen nur von der Antragsgegnerin zugelassene Unternehmer beauftragen dürfen. Die Antragstellerin wollte in die Liste der zugelassenen Unternehmer aufgenommen werden, wurde aber von der Antragsgegnerin dahin beschieden, dass sie sich zuerst mit einigen kraft angebotener Einzelzulassung vorgenommener Arbeiten an Grundstücksanschlussleitungen bewähren müsse. Die Antragstellerin bestand aber auf sofortiger genereller Zulassung und begehrte im Wege einer einstweiligen Anordnung die Aufnahme in die Liste der zugelassenen Unternehmer, hilfsweise die Feststellung, dass sie auch ohne Zulassung zu Arbeiten an Grundstücksanschlussleitungen berechtigt sei. Das Verwaltungsgericht lehnte die sich auf die Aufnahme in die Liste beziehenden Anträge ab und gab dem Hilfsantrag statt, da die satzungsrechtliche Bestimmung, dass die Anschlussnehmer nur von der Antragsgegnerin zugelassene Unternehmer beauftragen dürften, nichtig sei. Auf die Beschwerde der Antragsgegnerin lehnte das OVG auch den Hilfsantrag ab. Gründe: Die Antragstellerin hat keinen Anspruch darauf, festgestellt zu wissen, dass sie Arbeiten an Anschlussleitungen zur Entwässerungsanlage der Antragsgegnerin ohne deren Genehmigung durchführen darf. Entgegen der Meinung des Verwaltungsgerichts ergibt sich ein solcher Anspruch nicht daraus, dass § 9 Abs. 5 Satz 2 der Entwässerungssatzung der Antragsgegnerin (EWS), der die baulichen Arbeiten an Anschlussleitungen den von der Stadt zugelassenen Unternehmern vorbehält, nichtig wäre. Die Regelung stellt keinen Eingriff in die Grundrechte der Antragstellerin, hier die Berufsfreiheit gemäß Art. 19 Abs. 3, 12. Abs. 1 GG, dar und bedarf daher keiner grundrechtlichen Rechtfertigung. § 9 Abs. 5 Satz 2 EWS begründet mit dem Merkmal, dass Arbeiten an Anschlussleitungen nur durch einen ‚zugelassenen’ Unternehmer durchgeführt werden dürfen, keine Pflichten für die Unternehmer und damit auch nicht für die Antragstellerin. Die Vorschrift richtet sich vielmehr alleine an die Anschlussberechtigten als Benutzer der Einrichtung, denen nach Satz 1 der Vorschrift die Herstellung, Erneuerung, Veränderung, Beseitigung und laufende Unterhaltung von Anschlussleitungen obliegt und die bei der Auswahl der von ihnen zu beauftragenden Unternehmer auf die von der Stadt zugelassenen beschränkt sind. Daher liegt also allenfalls ein mittelbarer Eingriff in die Berufsfreiheit der Unternehmer vor. Um mittelbare Auswirkungen von Hoheitsakten auf die Berufsfreiheit als grundrechtsrelevante Eingriffe in die Berufsfreiheit qualifizieren zu können, müssen sie eine objektiv berufsregelnde Tendenz haben [BVerfGE 97, 228 (253 f.)] oder ihre tatsächlichen Auswirkungen müssen zu einer Beeinträchtigung der freien Berufsausübung führen [vgl. BVerfG, BVerfGE 110, 226 (254)]. Beides liegt nicht vor. Weder regelt die Norm die Berufstätigkeit von Tiefbauunternehmern, noch beeinträchtigt sie die freie Berufsausübung, vielmehr setzt sie allgemeine Rahmenbedingungen für Arbeiten im Zusammenhang mit der öffentlichen Entwässerungsanlage der Antragsgegnerin. Auch ist sie von ihren tatsächlichen Auswirkungen derart geringfügig, dass sie nicht als eine Beeinträchtigung der freien Berufsausübung angesehen werden kann. Somit bemisst sich die Regelung im Verhältnis zur Antragstellerin nicht nach freiheitsgrundrechtlichen Vorschriften, sondern danach, ob ihr nach Art 3 Abs. 1 GG gleicher Zugang zu den Arbeiten an den Anschlussleitungen gewährt wird und ob die drittschützenden einfachrechtlichen Vorgaben für die Ausgestaltung des Rechtsverhältnisses in Bezug…mehr:
Das Urteil steht im Internet zum Download bereit: www.nrwe.de
Reinhart Piens (Essen)
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 5-2010 ab Seite 483 Rechtsprechung
Der Beitrag befasst sich mit der Neuordnung der Bewirtschaftung
des Grundwassers nach dem neuen Wasserhaushaltsgesetz.
Auch wenn der Gesetzgeber umwälzende Novellierungen insoweit
nicht vorgenommen hat, ergeben sich doch durch strukturelle
Verschiebungen und insbesondere die noch nicht abgeschlossene
Umsetzung der Grundwasserrichtlinie 2006/118/EG
einige bedeutsame Änderungen.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 5-2010 ab Seite 464
Prof. Dr. Michael Reinhardt, LL. M. (Cantab.)
Universität Trier, Campus I,
Die Entwicklung der Abwasserwirtschaft und Trinkwasserversorgung in der ehemaligen DDR und deren Umstrukturierung Anfang der 1990er-Jahre werden geschildert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zeit nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung. Nicht oder nur kurz eingegangen wird auf die Arbeitsweise und die Aufgaben der Wasserwirtschaftsdirektionen, die für Oberflächengewässer und Grundwasser zuständig waren, und die Staatliche Gewässeraufsicht, zuständig für wasserrechtliche Genehmigungen.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 5-2010 ab Seite 443
Dipl.-Ing. Martin Döring
Was brauchen Sie als DWA-Mitglied und Experte der Wasser- und Abfallwirtschaft für einen Besuch der IFAT ENTSORGA vom 13. bis 17. September 2010 in München? Eine Eintrittskarte, das Programm des 15. Internationalen Symposiums Wasser, Abwasser, Abfall, Energie vom 13. bis 16. September 2010 sowie die Broschüre „DWA-Veranstaltungen und Aktivitäten während der IFAT ENTSORGA“. Alles das liegt diesem Heft bei, und in Zusammenarbeit mit der Messe München sind die Karten als besonderer Service für DWAMitglieder kostenlos, sogar drei, so dass Sie an drei Tagen Zugang zum Internationalen Symposium haben. Die Teilnahme am Internationalen Symposium ist dieses Jahr erstmalig ebenfalls kostenlos. Seit über 40 Jahren arbeiten die Messe München und die DWA im Rahmen der IFAT, seit kurzem IFAT ENTSORGA, zusammen. Die DWA ist einer der ideellen Träger der IFAT ENTSORGA, die IFAT ist ursprünglich aus einer Veranstaltung der ATV, eines Vorläufers der heutigen DWA, hervorgegangen. Die bedeutende Rolle, die die DWA vor allem in der Wasserwirtschaft einnimmt, und das Gewicht der IFAT ENTSORGA für die DWA spiegeln sich in dem umfangreichen Programm wider, das die Vereinigung zusammen mit zahlreichen nationalen und internationalen Partnern im Zusammenhang mit der IFAT ENTSORGA anbietet. Im Jahr 2010 findet das Internationale Symposium „Wasser, Abwasser, Abfall, Energie“, das die DWA und der VKS im VKU gemeinsam mit der European Water Association (EWA) und der International Solid Waste Association (ISWA) ausrichten, zum 15. Mal statt. Vorgesehen sind das „Symposium zur nachhaltigen Wasserwirtschaft“ sowie das „Symposium zur nachhaltigen Abfallwirtschaft“. Dabei geht es um Sanierung und Unterhalt von Kanalisationen, den Umgang mit Regenwasser, neue technische Herausforderungen bei der Abwasserbehandlung, Entsorgung von Klärschlamm, Abfalldeponien (unter Beteiligung der Arbeitsgemeinschaft zur Nutzbarmachung von Siedlungsabfällen, ANS), Bioabfall als Energieträger und Humuslieferant der Zukunft, aber auch um die Qualitätssicherung bei kommunalen Dienstleistungen sowie das Zukunftsthema „Urban Mining“: Abfall von gestern – Rohstoff von morgen. Wir haben in Deutschland einen hohen Standard im Umweltschutz erreicht. Dies ist insbesondere den Maßnahmen in der Wasser- und Abfallwirtschaft zu verdanken. Mit Blick auf den Klima- und Ressourcenschutz wird auf eine Deponierung unbehandelter Siedlungsabfälle verzichtet. Boden und Grundwasser werden geschützt. Mit Wasser wird sparsam umgegangen. Regenwasser wird genutzt und vielerorts versickert. Abwässer werden kontrolliert und gereinigt in Flüsse eingeleitet. Arbeitssicherheit und Anlagensicherheit werden groß geschrieben. Die Mitarbeiterqualifikation auf allen Ebenen hat einen hohen Stellenwert. Als eine führende Industrienation, die aufgrund technischer Innovationen und gesetzlicher Vorgaben eine Vorreiterrolle in Europa einnimmt, möchten wir anderen Ländern unser Know-how in all diesen Bereichen zeigen und zur Verfügung stellen. Die DWA organisiert im Rahmen der IFAT ENTSORGA „Specials“: zu Energie und Hochwasser, ein Innovationsforum, Länder- Specials über die arabischen Länder und Palästina, ein Forum zur deutschtürkischen Zusammenarbeit und zusätzlich den „UN Water Global Campus“. Besondere Praxisnähe bei einem stets aktuellen Thema verspricht das „ZKS-Berater- Forum ‚Kanalsanierung’“. Eine interessante Neuerung ist der erstmalig geplante Tag der Städte und Gemeinden, auf dem Bürgermeister und Kommunalbeamte aus Europa am 13. September 2010 Vorträge halten und diskutieren zum Thema „Städte passen sich an: kommunale Wasserstrategien im Klimawandel“. Ein inzwischen fester Punkt bei vielen Veranstaltungen und vor allem Messebeteiligungen der DWA ist das „Young Water Professionals Programme“, das in diesem Jahr bereits zum neunten Mal durchgeführt wird, jetzt in Zusammenarbeit mit der International Water Association (IWA) und der EWA. Ebenfalls in Richtung Internationalisierung im Berufsleben zielt das Treffen früherer Stipendiaten der Fachrichtungen Wasser und Abfall des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), das die DWA wesentlich mitorganisiert. Der „Recruitment Day“ schafft Kontakte zwischen Berufsanfängern, Unternehmen und Organisationen der internationalen technischen Zusammenarbeit. Besondere Spannung verspricht die erstmalige Durchführung des Berufswettkampfes „Sicheres Einsteigen und Arbeiten in der Kanalisation“. Abgerundet wird das Gesamtprogramm durch eine Reihe von Fachexkursionen zu wasserwirtschaftlichen Anlagen in und um München. Ein Punkt, der nicht an letzter Stelle genannt werden sollte, ist die Teilnahme der DWA mit Ständen im Ausstellungsbereich: Es gibt den gewohnten Stand im Eingangsbereich West, auf dem sich die DWA selber mit nationalen und internationalen Partnerverbänden präsentiert, und in Halle A4 treten Mitgliedsunternehmen gemeinsam unter dem Dach der DWA auf. Hier wird auch eine Speaker’s Corner für Firmenvorträge eingerichtet. Das Zusammenspiel von Messe, Kongress und weiteren Veranstaltungen der DWA hat sich bewährt: Einerseits durch die praktische Anschauung „am Objekt“ auf der Messe mit ihrer umfangreichen Ausstellung in den Hallen und im Freigelände. Andererseits durch Fortbildung und Auffrischung der Theorie sowie die Begegnung und den Erfahrungsaustausch unter Fachleuten während des Symposiums und der weiteren Veranstaltungen. So ergibt sich eine international wohl einmalige Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, zum Knüpfen von Kontakten sowie zur Kooperation über die engen Fachdisziplinen und Staatsgrenzen hinweg. Ich lade Sie herzlich nach München…mehr:
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 5-2010 ab Seite 411
Fachtagung zur 62. DWA-Mitgliederversammlung
Wasserkraft, Naturschutz, Energiefragen bei der Abwasserbehandlung sowie Energierecht und Wasserwirtschaft waren die Themen der vier Vorträge einer dreistündigen Fachtagung unmittelbar vor der 62. DWA-Mitgliederversammlung am 24. Februar 2010 in Frankfurt am Main.
Unter anderem mit Vorträgen zu folgenden Themen:
Die wirtschaftliche Seite der Wasserkraft
ESSM, BEST, PIUS - Energie- und Stoffströme
Rechtliche Rahmenbedingungen und Anreize
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 5-2010 ab Seite 418
Die Münchner Stadtentwässerung orientiert sich am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Erklärtes Ziel ist die Sanierung undichter und schadhafter Kanalleitungen. Mit einer differenzierten Sanierungsstrategie erfüllt die Stadt die technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Mindestanforderungen an den Unterhalt des Kanalnetzes. Die Zustandserfassung erfolgt grundsätzlich auf Grundlage der Anforderungen der in Bayern gültigen Eigenüberwachungsverordnung sowie ergänzend durch bedarfsorientierte Untersuchungen, beispielsweise im Zuge eines Bauwerks-Monitoring. Die optische Zustandserfassung wird bei begehbaren Kanalquerschnitten je nach Erfordernis durch bedarfsorientierte vertiefende Untersuchungen zur Standsicherheit ergänzt. Durch die Anwendung baustoffspezifischer Prognosemodelle aufgrund umfangreicher Untersuchungen ist eine Beschreibung des Alterungsprozesses der im Kanalnetz vorhandenen Baustoffe möglich; mit der Erstellung dieser Prognosemodelle sind die betriebswirtschaftlichen Teilziele zum Unterhalt des Kanalnetzes sichergestellt. Schäden im Netz infolge äußerer Einflüsse werden spätestens durch Wiederholungsbefahrungen festgestellt. Mit dieser Vorgehensweise ist eine zeitliche Optimierung eventuell erforderlicher Sanierungsmaßnahmen erreicht.
In Amtshilfe saniert die Münchner Stadtentwässerung 410 Meter Kanal der privaten Leitungen des durch den Fußballverein 1860 München bekannt gewordenen Grünwalder Stadions. Die Ausschreibung fand im Januar 2008 statt. Das Schadensbild in den rund um das Stadion verteilten 14 Kanalhaltungen bestand hauptsächlich aus undichten Muffenverbindungen der Nennweiten … Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 5-2010 ab Seite 470
Thomas Palaske,
Kanaltechnik Geiger & Kunz
Mathias Wünsch,
Abschlusstagung des BMBF-finanzierten Verbundprojekts in Kaiserslautern
Das Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft der Technischen Universität Kaiserslautern veranstaltete am 1. Dezember 2009 die Abschlusstagung des Projekts „KOMPLETT – Entwicklung und Kombination von innovativen Systemkomponenten aus Verfahrenstechnik, Informationstechnologie und Keramik zu einer nachhaltigen Schlüsseltechnologie für Wasser- und Stoffkreisläufe“.
Die Bereitstellung von hygienisch einwandfreiem Trinkwasser ist weltweit eine der großen Zukunftsaufgaben. Während der Trinkwasserverbrauch in einigen Ländern sehr hoch ist, haben ca. 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, doppelt so viele Menschen sind nicht an Abwasserentsorgungsanlagen angeschlossen. Darüber hinaus werden zunehmend mehr Menschen von Wasserknappheit betroffen sein. Aufgrund dieser Situation hat die UNO die Bedeutung des Wassers mit der Ausrufung der internationalen Aktionsdekade „Wasser – Quelle des Lebens“ von 2005 bis 2014 hervorgehoben. Ein neuartiger Ansatz zur Reduktion dieses Problems wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekts mit dem Titel „KOMPLETT – Entwicklung und Kombination von ...
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Ergebnisse einer Fragebogenaktion zur Rattenbekämpfung
Mit einer Fragebogenaktion wurden Daten gesammelt, wie Kommunen und Kanalnetzbetreiber Ratten in der Kanalisation bekämpfen. 88 Prozent der Kommunen, die geantwortet haben, bekämpfen Ratten. Regional uneinheitlich geregelt ist die Zuständigkeit für die Rattenbekämpfung in Deutschland. Im Weiteren soll ein optoelektronisches System zur Rattenzählung entwickelt werden, um die Aufenthaltsorte von Ratten besser feststellen und die Ratten dort gezielt töten zu können. Schlagwörter: Entwässerungssysteme, Kanalisation, Ratte, Bekämpfung
Ratten (Rattus norvegicus) zählen zu den erfolgreichsten Kulturfolgern. Nahezu alle durch den Menschen besiedelten Gebiete wurden von Ratten als neue Lebensräume erobert. Besonders in unmittelbarer Nähe des Menschen, also in stark bevölkerten Landesteilen, erreichen Rattenpopulationen hohe Individuenzahlen. Von den weltweit 56 Arten der Gattung Rattus haben sich etwa zehn dem Menschen weitgehend angeschlossen und leben zeitweilig oder dauernd als Kommensalen (Mitesser) in seiner Nähe. Diese „enge“ Beziehung zeigt sich zum Beispiel in einem direkten Einfluss des Menschen auf die Populationsdichte. So bewirken Abfälle des Menschen, besonders das Entsorgen von Nahrungsresten über die Kanalisation, einen Anstieg der Rattenpopulation in Abwasserkanälen. Neben der Nahrungsbasis werden für die Vermehrung jedoch noch weitere Randbedingungen benötigt. Als eine dieser Randbedingungen wurden das Kanalsystem und insbesondere nicht mehr genutzte Hausanschlussleitungen als ein Rückzugsbereich, der den Ratten Schutz bietet und in dem sich Ratten vermehren können, erkannt. Ratten werden zu einem Problem, da sie als Vektoren zahlreicher Infektionskrankheiten (Leptospirose, Salmonellen, Typhus usw.) eine ernst zu nehmende gesundheitliche Gefahr für den Menschen sind. Zudem richten Ratten erhebliche Schäden an Vorräten des Menschen an und verursachen nach Aussagen von Betreibern durch ihre Nageaktivität Schäden an Leitungssystemen und baulichen Anlagen und somit nicht unerhebliche Kosten.
Der von einem Arbeitskreiskreis entworfene und in den Umlauf gebrachte Fragebogen zur Rattenbekämpfung in den Kommunen unterschiedlicher Regionen enthielt wesentliche Fragen zur Art und Weise der Durchführung von Bekämpfungsmaßnahmen. Die Reaktion der Befragten war, im Gegensatz zu den Erwartungen, in den meisten Fällen positiv. Insgesamt gingen 508 Antworten ein, aus denen hervorging, dass 88 % der Kommunen eine Rattenbekämpfung durchführen. Die Art der Bekämpfung gestaltet sich dabei sehr unterschiedlich. Oft werden Schädlingsbekämpfer von den Kommunen beauftragt, so dass die Vertreter der Kommunen nur wenige Aussagen zu den Fragen machen konnten. Generell ist die Zuständigkeit für eine Rattenbekämpfung in den verschiedenen Regionen Deutschlands sehr unterschiedlich geregelt. Meldungen über Rattenbefall werden an die Ordnungs-, mitunter auch die Gesundheitsämter der Städte und Gemeinden herangetragen. Diese beauftragen dann entweder die zuständigen Abwasserzweckverbände und/oder Schädlingsbekämpfer mit der Bekämpfung der schädlichen Nager. Die große Beteiligung der Kommunen an der Umfrage zeigt, dass das Rattenproblem in den meisten Regionen existiert und oft sehr viel Geld in die Bekämpfung investiert wird. Die Be-kämpfungsmaßnahmen erfolgen oft allerdings nicht immer zielgerichtet und wirksam. So werden Aktionen nach einem vorgegebenen Schema turnusmäßig an Stellen, wo Ratten gesichtet wurden, oder in bestimmten Kanalabschnitten durchgeführt, ohne im Nachgang den Erfolg der Bekämpfungsaktion zu überprüfen. Das Wissen in den Kommunen über die Größe und die Lebensgewohnheiten der vorhandenen Rattenpopulation oberirdisch und auch in der vorhandenen Kanalisation ist nur sehr gering. Um eine vorhandene Rattenpopulation wirksam bekämpfen zu können, sind weitere Kenntnisse über deren Größe und Lebensweise unbedingt erforderlich. Ein weiterer Aspekt eröffnet sich in Bezug auf den Umweltschutz, da eine nicht unerhebliche Menge an Giften unkontrolliert über Schadstellen im Kanal in die Grund- und Trinkwasserhorizonte eingetragen wird oder durch Lösung im Abwasser und Einschwemmen der Tierkadaver in die offenen Vorfluter gelangen. Ziel der weiteren Arbeit des Expertenkreises …mehr:
Dipl.-Ing. Gabriele Krüger, Dipl.-Ing. Hartmut Solas
FITR - Forschungsinstitut für
Tief- und Rohrleitungsbau gGmbH
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Abwasserunternehmen sind in der Öffentlichkeit häufig nicht gerade diejenigen Unternehmen, welche als besonders innovativ oder modern gelten. Dabei müssen sie oft schon „von Natur aus“ mindestens hinsichtlich der Technik und der gesetzlichen Bestimmungen stets am Puls der Zeit sein. Dass es darüber weit hinaus geht und auch abseits der offensichtlichen Kernaufgaben Maßstäbe gesetzt werden können, zeigt der von hanseWasser Bremen GmbH eingeschlagene Weg: Im Verlauf von drei Jahren entwickelte die Gesellschaft eine ausführliche Personalstrategie, die die Umsetzung der Unternehmensstrategie sicherstellen soll, und definierte in dieser Personalstrategie die wesentlichen personalbezogenen Handlungsfelder. Außerdem wurde im Zuge dieser Personalstrategie ein systematisches Kompetenzmanagementinstrument als ein wesentlicher Part entwickelt und eingeführt
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Dr. Thomas Kleine, Nina Bergmann
Vom 13. bis 16. September 2010 findet im Rahmen der IFAT ENTSORGA in München das 15. Internationale Symposium „Wasser, Abwasser, Abfall, Energie“ statt, gemeinsam organisiert von der DWA, der European Water Association (EWA), dem Verband kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung im VKU (VKS im VKU) und der International Solid Waste Association (ISWA). Einen Teil des Symposiums am 14. und 15. September 2010 bildet das Internationale EWA-Symposium zur nachhaltigen Wasserwirtschaft mit dem Untertitel „Neue Strategien, Technologien und innovative Lösungen“. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos. Die internationale Wasserwirtschaft muss und wird sich den Herausforderungen des Wandels stellen. Besonders dem Klimawandel, aber auch demografischen Entwicklungen muss mit wirkungsvollen Strategien der Anpassung und der Schadensbegrenzung begegnet werden. Dies greift das EWA-Symposium auf. Es wird vier Themenblöcke geben: Herausforderungen an die Abwasserbehandlung, Klärschlammmanagement, Kanalsanierung und Industrieabwasserbehandlung sowie Regenwasser – Probleme und Lösungen. Die EWA ist einer der wichtigsten technisch-wissenschaftlichen Vereine in Europa im Bereich Wasser. Sie besteht aus mehr als 25 nationalen Organisationen, von denen die DWA Deutschland vertritt, sowie mehreren Firmen und Betrieben als fördernden Mitgliedern. Über die nationalen Mitgliedsverbände repräsentiert der Verein damit mehr als 50 000 europäische Experten aus dem gesamten Wasserbereich.
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(Weimar), DWA-Vertreter bei der EWA internationalen Programmkomitees
Leserbrief zum Beitrag von F. A. Schendel „Das neue Wasserhaushaltsgesetz – ein Überblick“ in KA 3/10 Dr. Frank Andreas Schendel schreibt in seinem Überblick zum neuen Wasserhaushaltsgesetz (WHG) unter Bezug auf § 57: „Diese Vorschrift greift den bisherigen § 7a im Wesentlichen auf und regelt das Einleiten von Abwässern in Gewässer als Direkteinleitung. § 57 schreibt dabei das Anforderungsniveau ‚Stand der Technik’ fest“ (KA 3/2010, S. 262–268). Bei vergleichendem Lesen fällt auf, dass in § 57 in dem ansonsten gegenüber § 7a wortgleichen Satz „Eine Erlaubnis für das Einleiten von Abwässern in Gewässer (Direkteinleitung) darf nur erteilt werden, wenn 1. die Menge undSchädlichkeit des Abwassers so gering gehalten wird, wie dies bei Einhaltung der jeweils in Betracht kommenden Verfahren nach dem Stand der Technik möglich ist,“ der Ausdruck „Menge und Schädlichkeit“ an die Stelle von „Schadstofffracht“ getreten ist. Ist diese neue Wortwahl nur eine Umschreibung der bisherigen Bezeichnung „Schadstofffracht“ oder verbirgt sich dahinter eine inhaltliche Erweiterung der bisherigen Anforderungen an die Abwassereinleitung? Diese Frage ist schon erlaubt, wenn man allein den Ausdruck „Schädlichkeit“ im Vergleich zu „Schadstofffracht“ betrachtet. Letzteres bezeichnet eindeutig die Summe der über einen bestimmten Zeitraum über die Abwassereinleitung in das Gewässer eingetragenen Schmutzstoffe. Der Ausdruck „Schädlichkeit“ kann sich jedoch sowohl auf die Schadstofffracht in Abwassereinleitungen wie auf kurzzeitige kritische stoffliche Konzentrationen im eingeleiteten Misch- und Regenwasser, wie auch auf eine schädliche hydraulische Belastung der Gewässer beziehen. Dieses wäre eine Spezifizierung und Erweiterung der Anforderungen in § 57 gegenüber § 7a. Wie ist nun der Begriff „Menge“ in § 57 zu interpretieren? Er könnte sich allein auf die stofflichen Einleitungen beziehen und wäre dann im Zusammenhang mit dem Begriff „Schädlichkeit“ in der Tat eine Umschreibung des bisherigen Begriffs „Schadstofffracht“. Er könnte sich jedoch auch sowohl auf die stofflichen Einleitungen wie auf die Wassermengen beziehen, was in Bezug auf die Vermeidung „hydraulischer Schädlichkeiten“ logisch wäre. Er könnte sich jedoch schließlich auch als bewusst gewählter Begriff insbesondere auf die Wassermengen beziehen. Diese Interpretation würde sich als Konkretisierung der allgemeinen Anforderungen des § 5 WHG (neu) begründen lassen. Man darf gespannt sein, wie diese Passage des neuen WHG, die möglicherweise große Auswirkungen auf die Formulierung einer Rechtsverordnung nach § 23 WHG über die Anforderungen insbesondere an Regen- und Mischwassereinleitungen hat, im Weiteren interpretiert wird.
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Univ.-Prof. i. R. Dr.-Ing.
Friedhelm Sieker (Hoppegarten)
Konzeption eines systemischen Nachhaltigkeitsmanagements
Dem interdisziplinär lautenden Thema mit seinem Schwerpunkt im Bereich der Wirtschaftswissenschaften folgend besteht die Dissertationsschrift hinsichtlich der begrifflichen Herleitungen und der theoretischen Konzeption eines systemischen Nachhaltigkeitsmanagements überwiegend aus wirtschaftswissenschaftlichen Betrachtungen. Der Doktorand wendet das von ihm theoretisch begründete Nachhaltigkeitsmanagement auf die Regenwasserbewirtschaftung der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland an und zwar in einer Gegenüberstellung der gegenwärtig dominierenden Verfahren, die dem Prinzip der möglichst vollständigen Ableitung des Regenwassers folgen und…
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Dipl.-Ök. Perry Scholltmann
Betreuer: Prof. Dr. Georg Meran
Fachgebiet Umweltökonomie und
Wirtschaftspolitik der TU Berlin
erschienen im Verlag mbv, Berlin, 2009
(ISBN 978-3-86664-615-5)
Umgang mit Baggergut gemäß der Regelung des § 32 Abs. 1 S. 2 WHG
Nach § 32 des am 1. März 2010 in Kraft getretenen neuen Wasserhaushaltsgesetzes
darf Sediment, das einem Gewässer entnommen
wurde, wieder in ein oberirdisches Gewässer eingebracht
werden. In dem Beitrag wird erörtert, ob der vom Gesetzgeber
gewählt Begriff des „Sediments" die in der amtlichen Begründung
des Gesetzes angesprochenen Fälle korrekt erfasst. Die
Diskussion zeigt, dass für den künftigen Vollzug des Gesetzes der
Begriff „Sediment" durch den Begriff „Baggergut" zu ersetzen
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Das Umweltministerium Baden-Württembergs
hat die Abwasserwärmenutzung
als umweltfreundliche Technologie
erkannt. Um diese weiter bekannt
zu machen, führte es in Zusammenarbeit
mit den kommunalen Landesverbänden
und dem DWA-Landesverband
Baden-Württemberg am 27. Januar
2010 im Stuttgarter Lindenmuseum
den Kongress „Wärmegewinnung aus
Abwasser" durch. Der Kongress war zugleich
Gelegenheit, eine Zwischenbilanz
für die gemeinsame Aktion des Ministeriums
mit dem Städtetag zu ziehen, in
der die Städte Baden-Württembergs zur
Initiierung von Studien zur Abwasserwärmenutzung
von Anlagen angeregt wurden.
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Dr.-Ing. Jan Butz
E-Mail: jan.butz@klinger-partner.de
Jubiläumstagung der Hach Lange GmbH
Den Fall der Mauer und die Aufbruchstimmung
in der damaligen DDR erlebte
die Dr. Bruno Lange GmbH, die 1989
noch in Berlin ansässig war, vor 20 Jahren
direkt und handelte spontan. Der bekannte
Hersteller für Mess- und Kontrollgeräte
auf dem Wasser- und Abwassersektor
brachte in Erfahrung, dass sich in
Magdeburg ein Zentrum der Wasserwirtschaft
befand, stattliche Aufsichtsbehörden
und die akademische Ausbildung für
die Wasserwirtschaftler. Die schon mehrmals
in Magdeburg durchgeführten
Abwassertage bekamen einen neuen
Sponsor und Organisator; und aus dem
ersten Symposium wurde mit wachsendem
Erfolg eine jährliche Tagung. Am
24./25. September 2009 fand die 20. Jubiläumsveranstaltung
statt. Ziele, Aufgaben
und selbst der Veranstalter, jetzt
Hach Lange GmbH, änderten sich in den
zwei Jahrzehnten, doch diese Abwassertage
sind inzwischen bundesweit eine
feste Größe und keinesfalls nur ein Treffen
der Fachleute aus Ostdeutschland.
Mit diesen Worten eröffnete Klaus-Dieter
Schmidt, langjähriger Organisator und
Leiter dieser Abwassertage, diese 20. Tagung,
und für Michael Kaczor, Mitglied
der Geschäftsleitung, war von Anbeginn
die Zusammenarbeit mit den Praktikern
und Geräteentwicklern in der ehemaligen
DDR eine wichtige Bereicherung und zugleich
damals wie heute die Bestätigung
für die Weiterführung dieser erfolgreichen
Neues Wasserrecht -
Traditionell werden im Eröffnungsvortrag
der rechtliche Rahmen und die neuen
geltenden Gesetze erläutert. Rechtsanwalt
(Bergisch Gladbach) übernahm in diesem
Jahr diese Aufgabe und informierte
über das neue Bundeswasserrecht, am
31. Juli 2009 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Es bildet einen politischen
Kompromiss Bund - Länder, ist dafür...
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Dr.-Ing. Günter Arndt
Georg-Palitzsch-Straße 55
E-Mail: drarndt@t-online
Erste DWA-HochwasserTage in Köln
Am 18. und 19. November 2009 wurden
im Technischen Rathhaus der Stadt
Köln die ersten Hoch wasserTage mit 85
Teilnehmern durchgeführt. Veranstalter
waren die DWA und das Hoch wasser
Kompetenz Centrum Köln e. V. (HKC) in
Zusammenarbeit mit RIMAX (Risikomanagement
extremer Hochwasserereignisse)
und Unterstützung der Fachgemeinschaft
in der DWA (FgHW), dem
Geoforschungszentrum Potsdam, der
Hochwasserzentrale Köln sowie der
Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR.
Neben dem Fachprogramm veranschaulichten
zwei Exkursionen in die Deutzer
Brücke und zum Rodenkirchener Pumpwerk
den Hochwasserschutz am Beispiel
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Wendtstraße 19
E-Mail: k.piroth@arcadis.de
Tel. (0 22 42) 872-156, Fax 872-135
Über ein Patent (Patentnummer
100 01 181) mit der Bezeichnung „Verfahren
und Anlage zur Sedimentation
und Denitrifikation von Abwasser nach
dem Belebtschlammverfahren" berichtet
Dipl.-Ing. Siegfried Kelm (Falkensee).
Das Patent wurde bislang nur einmal
angewendet. Im Folgenden wird
über Betriebserfahrungen berichtet.
Nach zehnjähriger Betriebserfahrung auf
einer Kläranlage (31 000 EW) wurden im
Sommer- und Winterbetrieb sehr gute
und stabile Ablaufwerte erreicht. Durch
zeitlich veränderbare Reaktionszeiten
der Nitrifikation, Deammonifikation, Denitrifikation
und Sedimentation kann
man einen hohen Schlammgehalt (9-15
g TS/l ) bei einem intermittierenden Betrieb
des Belebungsbeckens erreichen.
Mit einer Selektion des belebten
Schlamms mithilfe einer einfachen Sedimentation
werden die leichtabsetzbaren
kompakten Flocken (mit oder ohne Aufwuchsträger)
im System erhalten, und
die schwer absetzbaren Flocken (zum
Beispiel fadenbildende Bakterien) werden
ausgekreist.
Die Bemessung erfolgte nach der
tiefsten gemessenen...mehr:
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Dipl.-Ing. Siegfried Kelm
In den letzten Jahren hat in der Siedlungswasserwirtschaft ein
Umdenkungsprozess eingesetzt. Ein Ziel ist es, ökonomisch und
ökologisch orientiert mit Niederschlägen umzugehen. Das anfallende
Niederschlagswasser soll, soweit möglich, direkt versickern.
Hierzu werden unter anderem angepasste Rückhaltemaßnahmen
zur Abflussdämpfung eingesetzt. Das können Dachbegrünungen
sein, die Wasser speichern und Überschusswasser
zeitverzögert abgeben. Dachbegrünungen sind nur ein „Modul"
einer umweltschonenden Siedlungsentwässerung. Zielführend
sind der jeweiligen örtlichen und baulichen Situation angepasste
Lösungspakete, um optimale Konzepte zu realisieren. Maßnahmen
zur Wasserrückhaltung durch begrünte Dächer erfordern
keinen zusätzlichen Flächenbedarf und damit keine weiteren
Investitionen zum Ankauf von Grund und Boden. Zusätzlich
gelten begrünte Dächer als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme im
Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes. Durch die Begrünung von
Dächern können sowohl ökonomische als auch ökologische Zielsetzungen
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Fachbereich „Geisenheim"
Lehrgebiet „Vegetationstechnik"
Zweiter Bodenfilter-Workshop an der Hochschule Bremen
Am 26. August 2009 wurde der zweite
Workshop „Einsatz von Bodenfiltern
zur Reinigung belasteter Regenabflüsse"
an der Hochschule Bremen durchgeführt.
Veranstalter waren das Institut
für Umwelt- und Biotechnik der Hochschule
Bremen und das Institut für Umwelt-
und nachhaltige Technologien
(UFT) der Universität Bremen. Unter
der Moderation von Prof. Dr.-Ing. Dirk
Fries informierte der Workshop mit
Ausstellerforum rund 80 Fachleute aus
Ingenieurbüros, Bauwirtschaft, Behörden,
Abwasserentsorgung und Forschung
in acht Fachbeiträgen über ein
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Dr. Ingo Dobner
nachhaltige Technologien (UFT)
Institut für Umwelt und Biotechnik
Derzeit werden etwa 21 Prozent der jährlich in Deutschland anfallenden
2,1 Millionen Mg Trockenmasse kommunalen Klärschlamms
in Mono-Klärschlammverbrennungsanlagen thermisch
verwertet. Nur ein verschwindend geringer Anteil des darin
enthaltenen Phosphors wird genutzt. Je nach Aschezusammensetzung
stehen mittlerweile unterschiedliche Optionen zur
Phosphorrückgewinnung zur Verfügung. Eisenarme Klärschlammaschen
können direkt als Ersatz für Rohphosphat in der elektrothermischen
Phosphatindustrie verwertet werden. Aschen mit
niedrigen Schwermetallgehalten können ohne weitere Schwermetallabtrennung
gegebenenfalls mit Aufschluss direkt als Dünger
verwendet werden. Aschen, die nicht direkt verwertbar sind,
können durch das thermochemische Verfahren zu schwermetallarmen
P-Düngern aufbereitet werden. Kläranlagenbetreiber
können durch Wahl der Fällmittel und durch Einleiterkontrolle
die Aschezusammensetzung beeinflussen und den für sie günstigsten
Rückgewinnungspfad wählen. Für Klärschlämme, die in
Kraftwerken, Müllverbrennungsanlagen oder in der Zementindustrie
mitverbrannt werden, entfallen jegliche Phosphorrückgewinnungsoptionen.
Schlagwörter: Klärschlamm, Phosphor, Recycling, Klärschlammasche
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Dipl.-Ing. Sebastian Petzet, Prof. Dr.-Ing. Peter Cornel
Am 1. März 2010 tritt ein neues Wasserhaushaltsgesetz des
Bundes in Kraft. Dieses neue Gesetz beruht auf einer erweiterten
Gesetzgebungskompetenz des Bundes im Bereich Gewässerschutz.
Es ist eine Weiterentwicklung des bisherigen Wasserhaushaltsgesetzes
und nimmt gleichzeitig Vorschriften auf, die
bisher im Landeswasserrecht unterschiedlich verankert waren.
Mit diesem Beitrag wird ein Überblick über die neuen Regelungen
für die Praxis gegeben.
Schlagwörter: Recht, Wasserrecht, Wasserhaushaltsgesetz, Föderalismus
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Rechtsanwalt Dr. Frank Andreas Schendel
Vorsitzender des Hauptausschusses Recht der DWA
Sandbüchel 12a
E-Mail: schendel@berlin.dwa.de
„Alles bewegt sich fort und nichts bleibt“, so oder ähnlich werden antike griechische Philosophen zitiert. In Bewegung ist auch – weiterhin – die Wasserwirtschaft in Deutschland. Für viele das derzeitige Highlight: Am 1. März 2010 tritt ein neues Wasserhaushaltsgesetz (WHG) des Bundes in Kraft. Dieses löst das bisherige WHG ab, das seit dem 1. März 1960 galt und mehrfach novelliert wurde. Wesentliche Neuerung: Viele Sachverhalte, deren Regelung bisher den Ländern vorbehalten war, können nun bundeseinheitlich gestaltet werden. Dies bringt Vorteile für alle Akteure in der Wasserwirtschaft, erleichtert die Umsetzung europäischen Rechts in Deutschland und trägt zur Schaffung bundeseinheitlicher Standards im Umweltschutz bei. Einen Überblick über das neue WHG gibt der Vorsitzendes des DWA-Hauptausschusses „Recht“, Rechtsanwalt Dr. iur. Frank Andreas Schendel, in diesem Heft auf den Seiten 262 bis 268. In einem ersten Überblick können nicht alle Fragen geklärt werden. Nur zwei Punkte, die derzeit in der Fachwelt und von „besonders interessierten Kreisen“ kontrovers diskutiert werden: Kann man aus dem WHG eine bundesweite Pflicht für Hauseigentümer ableiten, die Abwasserleitungen auf ihren Grundstücken auf Dichtheit prüfen zu lassen? Wie wird künftig mit Regen- und Mischwasser umgegangen? Was bedeutet das WHG unter diesem Blickwinkel für den Bau neuer und den Betrieb bestehender Kanalisationen? Die DWA begrüßt, dass es nach intensiven Vorarbeiten gelungen ist, das Wasserrecht bundesweit zu vereinheitlichen. Ein großes, für die Wasserwirtschaft bedeutendes Rechtsgebiet wird damit auf den neuesten Stand gebracht. Daraus können Vorteile für die Praxis erwachsen. Die Länder sind jetzt aufgerufen, ihre Landeswassergesetze zu überprüfen. Sie müssen dabei untersuchen, welche Regelungen fortgeführt werden können, welche zu modifizieren und welche eventuell ganz aufzuheben sind. In einzelnen Bereichen dürfen die Länder auch vom Bundesgesetz abweichen (Artikel 72 Grundgesetz). Das gilt allerdings nicht bei stoff- und anlagebezogenen Regelungen. Dort ist der Bund alleine für Gesetze zuständig. Außerdem finden sich in einer Vielzahl von Vorschriften des neuen Bundeswasserrechts Öffnungsklauseln für die Länder, so dass landesspezifische Besonderheiten weiterhin im Wasserrecht berücksichtigt werden können. Es gilt nun für die Wasserwirtschaft, eine gute Balance zwischen den Vorgaben der Europäischen Union, dem neuen Wasserhaushaltsgesetz einschließlich der Rechtsverordnungen dazu sowie den landesrechtlichen Regelungen zu finden. Ein weiteres Thema, das laufend in Bewegung ist, ohne dass es freilich recht voranzugehen scheint: Mehrwertsteuer auf kommunale Entsorgungsleistungen. Klar, aber möglicherweise wenig bekannt ist die Antwort eines Parlamentarischen Staatssekretärs aus dem Bundesfinanzministerium auf die Frage eines Bundestagsabgeordneten: „Aufgaben der Daseinsvorsorge [sollen] nicht über die bestehenden Regelungen hinaus steuerlich belastet werden“ (Seite 202 in diesem Heft). Die Themenfelder „Recht“ und „Wirtschaft“ haben noch weitere Überraschungen bereit: Das Berliner Abgeordnetenhaus hat den Senat zu konkreten Verhandlungen mit den Anteilseignern der Berliner Wasserbetriebe aufgefordert, Ziel: Änderung und Offenlegung der Verträge (Seite 202). Gespannt gewartet wurde auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zu den Preisen des Wasserversorgers der Stadt Wetzlar, enwag. Der BGH hat nun am 2. Februar 2010 die Preissenkungsverfügung der hessischen Landeskartellbehörde bestätigt (Seite 203). Die Angelegenheit wurde lebhaft von der Tagesund Wirtschaftspresse aufgenommen. Die enwag will, in einer Pressemitteilung schreibt sie „muss“, nun ihr Versorgungskonzept überdenken. Fast eine Fußnote ist da, dass die Landeshauptstadt Stuttgart die US-Leasing- Verträge für ihre Klärwerke beenden konnte (Seite 202). Für die Kanalisation ist dies noch nicht gelungen, aber den Pressemitteilungen der Stadt ist zu entnehmen, dass man auch aus diesen Verträgen gerne aussteigen würde. Technik und Naturwissenschaften bleiben aber weder bei der DWA noch bei der KA auf der Strecke, stellen doch Mitglieder mit diesem fachlichen Hintergrund die überwiegende Mehrheit. Ein wichtiges Thema in diesem Heft ist die Klärschlammbehandlung: Die DWA-Arbeitsgruppe AK-13.4 stellt in einem Arbeitsbericht Konzepte zur Klärschlammentsorgung vor (Seite 245). Und im Anschluss, auf Seite 252, findet man einen Beitrag, der allein aufgrund seiner Vielzahl von Autoren aus einer Reihe von Großstädten ins Auge sticht: Sieben kommunale Großkläranlagenbetreiber – alle südlich des Mains gelegen – haben mit externer Begleitung eine Grundsatzstudie zum Stand der Technik der Klärschlammbehandlung erstellt, wobei der Fokus auf den Möglichkeiten einer thermischen Klärschlammentsorgung lag. Ein solches Projekt wird auch nicht viel öfter durchgeführt als die eingangs besprochene grundlegende Umgestaltung des deutschen Wasserrechts. Es tut sich also auch im kalten Winter 2009/2010 genug in der (Ab-)Wasserwirtschaft. Ich wünsche eine spannende Lektüre.
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Am 30. Juni 2009 feierte die Weber-
Ingenieure GmbH im Reuchlinhaus in
Pforzheim ihr 50-jähriges Firmenjubiläum.
Hier trafen sich rund 150 Mitarbeiter,
Kunden und Freunde des Unternehmens,
um gemeinsam aktuelle
Aufgabenstellungen zur Verbesserung
der kommunalen Infrastruktur zu diskutieren,
aber auch die Vergangenheit
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Die diesjährige Jahrestagung der Wasserchemischen
Gesellschaft, einer Fachgruppe
in der Gesellschaft Deutscher
Chemiker, mit dem Kurztitel „Wasser
2009" fand vom 18. bis zum 20. Mai
im Ozeaneum der Hansestadt Stralsund
statt. Das Vortragsprogramm umfasste
neben den traditionellen Bereichen
Analytik, Abwasser, Aufbereitung
und Trinkwasser erstmalig die Themenblöcke
Spurenstoffe und Kolloide. Um
regionale Bezüge zum Tagungsort herzustellen,
gab es einen speziellen Block
„Die Ostsee im Wandel". Insgesamt
wurden auf der Tagung 26 Vorträge gehalten
und 58 Poster präsentiert.
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Hans-Peter Böhm (Werne), Heinz-Jürgen Brauch (Karlsruhe), Ralf Klopp (Essen),
Thomas Knepper (Idstein), Rainer Köster (Karlsruhe) und Eckhard Worch (Dresden
Seminar der DWA an mehreren Orten
Dem Thema „Heizenergie aus Abwasser"
ist ein Seminar gewidmet, das die DWA
in den Jahren 2009 und 2010 an vier
unterschiedlichen Orten durchführt. Das
Seminar ist aufgebaut aus einem Tag
mit Vorträgen und einem Tag mit Workshops.
Ziel ist die Information über die
noch wenig genutzte Möglichkeit, Abwasser
als Wärmequelle zu nutzen. Leiter
der Veranstaltung ist an beiden Tagen
Dipl. Ing. Beat Kobel (Bern,
Schweiz). Im Folgenden wird über die
zweite Veranstaltung, am 24./25. November
2009 in Bochum, berichtet.
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Frauke Poblotzki
11. Dresdner Abwassertagung
Rund 200 kommunale Entscheider, Netzbetreiber
und Fachleute aus der Industrie
waren der Einladung des Ingenieur- und
Gutachterbüros Dipl.-Ing. (TU) Torsten
Schulz und der Dresdner Stadtentwässerung
gefolgt, um sich über innovative
Lösungswege für die anstehenden Aufgaben
im Kanalbereich auszutauschen. Dabei
stand erstmals nicht nur der kommunale
Kanal im Mittelpunkt, sondern private
Abwasserleitungen rückten näher in
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Im Jahr 2009 wurde in einem Gemeinschaftsprojekt kommunaler
Großkläranlagenbetreiber aus den Städten Frankfurt am
Main, Augsburg, Karlsruhe, Mannheim, München, Stuttgart
und Zürich eine Grundsatzstudie zum Stand der Technik bei der
Klärschlammbehandlung erstellt, wobei der Fokus auf den Möglichkeiten
einer thermischen Klärschlammentsorgung lag. Unabhängig
von örtlichen Randbedingungen erfolgte eine Variantenbetrachtung
zur Klärschlammbehandlung unter technischen,
ökonomischen, ökologischen und auch rechtlichen Aspekten. Die
im Rahmen der Grundsatzstudie durchgeführten Untersuchungen
zeigen die prinzipiellen Unterschiede der verschiedenen Varianten
der Rohschlamm-, Faulschlamm- und Mitverbrennung.
Insgesamt belegt die Studie die verfahrenstechnischen, ökonomischen
und auch ökologischen Vorteile für die Faulschlammvarianten.
Besonders durch das Potenzial der hohen Energieerzeugung
bieten die Faulschlammvarianten ein insgesamt zukunftsfähiges
Dr.-Ing. Christian Schaum, Dipl.-Ing. Lutz Schröder,
Dipl.-Ing. Josef Lux
Dr. Born - Dr. Ermel GmbH - Ingenieure -
Dipl.-Ing. Horst Fehrenbach, Dipl.-Ing. Joachim Reinhardt
Dipl.-Ing. Werner Kristeller, Dr. Susanne Schmid, Dr.-Ing. Rolf
Götz, Dipl.-Ing. Dirk Himmelein, Dipl.-Ing. Björn Scholl
Goldsteinstraße 160, 60528 Frankfurt a.M.
Dipl.-Ing. Klaus Stegmayer, Dipl.-Ing. Günter Wagner
Klärwerksstraße 10, 86154 Augsburg
Dipl.-Ing. Martin Maurer
An der Wässerung 2, 76187 Karlsruhe
Dipl.-Ing. Alexander Mauritz, Dipl.-Ing. Andreas Hein
Dipl.-Ing. Christian Berchtenbreiter, Dipl.-Ing. Ute Blotenberg
Dipl.-Ing. Thomas Haslwimmer
Schlossstraße 64, 70176 Stuttgart
Dipl.-Ing. Peter Wiederkehr, Dipl.-Ing. Michael Wehrli
ERZ Entsorgung und Recycling
Bändlistraße 108, Postfach
Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe AK-13.4
„Entsorgungskonzepte Klärschlamm"*)
Der vorliegende Arbeitsbericht ist eine Zusammenfassung des
„Leitfaden zur Klärschlammentsorgung", den die DWA-Arbeitsgruppe
AK-13.4 erstellt hat. In Deutschland werden die Rahmenbedingungen
für die stoffliche Verwertung kommunaler
Klärschlämme sowohl seitens des Abfall- als auch des Düngerechts
zurzeit neu definiert. Es zeichnet sich ab, dass die Einführung
zusätzlicher Qualitäts- und Hygieneanforderungen zu höheren
Anforderungen an die bodenbezogene stoffliche Klärschlammverwertung
führen wird. Darüber hinaus werden die
Reduzierung der Grenzwerte für Schwermetalle sowie die Untersuchung
der Schlämme auf weitere organische Schadstoffe ebenfalls
die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung erschweren.
Einige Entsorgungspflichtige werden je nach Schadstoffgehalt
ihrer Klärschlämme ihre Entsorgungswege zumindest in
Teilen neu orientieren müssen. Mit dem eingangs erwähnten
Leitfaden will die DWA-Arbeitsgruppe AK-13.4 eine Entscheidungshilfe
geben, um für die Zukunft die richtigen Weichen bezüglich
Entsorgungssicherheit und Preiswürdigkeit zu stellen.
Schlagwörter: Klärschlamm, Entsorgung, Konzept, Schlammbehandlung,
Stabilisierung, Trocknung, Lagerung, Verwertung, Landwirtschaft,
Verbrennung, Kosten, Vergabe, Wirtschaftlichkeit
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Der Beitrag beschreibt die Untersuchungen zur Korrosionsbeständigkeit
eines selbstverdichtenden Betons unter Schwefelsäureexposition
bei pH-Werten von 1 bis 4 über eine Einlagerungsdauer
von 56 Tagen. Zur Bestimmung des Widerstands gegen
den chemischen Angriff wurden die Proben wöchentlich visuell
bewertet und die Gewichtsveränderungen gemessen. Bei pHWert
1 konnte zu Beginn, auch bei abrasiver Beanspruchung der
Probekörper, eine Gewichtszunahme festgestellt werden. Im Gegensatz
zu pH-Wert 3 und 4 zeigten sich bei pH-Wert 1 und 2
erste erkennbare Schädigungen in der oberflächennahen Betonmatrix
vornehmlich an den Kanten der Probekörper. Nach 28
und 56 Tagen wurden die Druck- und Biegezugfestigkeiten bestimmt.
Bei pH-Wert ≥ 3 lagen die Ergebnisse im Bereich der Referenzfestigkeiten.
Die Ermittlung der Schädigungstiefen wurde
näherungsweise mit dem Abriebverfahren nach Böhme bestimmt.
Eine weitere Bestimmung erfolgte mittels Licht- und
Rasterelektronenmikroskop. Die maximale Schädigungstiefe, bei
abrasiver Beanspruchung, nach 56 Tagen betrug bei pH-Wert 1
über 2 mm und bei pH-Wert 4 etwa 0,2 mm.
Schlagwörter: Entwässerungssysteme, Beton, Korrosion, Schwefelsäure
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 3-2010
Dipl.-Ing. Daniel Ufermann-Wallmeier, M. Sc.
Prof. Dr.-Ing. Manfred Lohse,
Prof. Dr.-Ing. Jochen Müller-Rochholz
Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe ES-2.3
„Besondere Entwässerungsverfahren" *)
Seit der Veröffentlichung des Arbeitsblatts DWA-A 116-1 „Unterdruckentwässerungssysteme
außerhalb von Gebäuden" im Jahr
2005 hat die DWA-Arbeitsgruppe-2.3 „Besondere Entwässerungsverfahren"
neue Anregungen erhalten und Erkenntnisse
gesammelt, die sie veranlassen, diesen Arbeitsbericht zu veröffentlichen,
um auf mögliche Fehler und Einsparpotenziale bei
der Bemessung von Unterdruckentwässerungssystemen hinzuweisen.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 3-2010 ab Seite 222
Der früher zum Teil als vergabefremd bezeichnete Aspekt der
Umweltschutzanforderungen im Vergaberecht wird künftig stärker
zu beachten sein. In dem Beitrag werden Umweltschutzanforderungen
als Zuschlagskriterien dargestellt. Auswirkungen
davon werden erörtert. Besonders berücksichtigt wird die aktuelle
Schlagwörter: Recht, Vergaberecht, Umweltschutz, Rechtsprechung
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 3-2010 ab Seite 260
Rechtsanwältin Gritt Diercks-Oppler
Das Themenfeld der anthropogenen Spurenstoffe und deren Auswirkungen
auf die Gewässer haben in den letzten Jahren immer
mehr Aufmerksamkeit in der fachlichen und gesellschaftlichen
Diskussion erhalten. Fachlich stehen die Wahl der Verfahrenstechnik
zur Elimination der Spurenstoffe und deren Wirtschaftlichkeit
im Vordergrund. Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung
Mannheim hat sich entschieden, einen Beitrag zur Reduzierung
der organischen Restverschmutzung des Abwassers zu leisten,
und wendet hierzu im Klärwerk Mannheim eine Teilstrombehandlung
mit Pulveraktivkohle an. Das Verfahren besteht aus
einer Adsorptionsstufe mit einem Kontakt- und Absetzbecken sowie
anschließender Abtrennung der abfiltrierbaren Stoffe in einer
vorhandenen Flockungsfiltration. Unter weitgehender Nutzung
von vorhandener Bausubstanz wie zum Beispiel den bestehenden
Regenüberlaufbecken wird mit der geplanten Verfahrenstechnik
gezeigt, wie eine besonders wirtschaftliche Lösung
der weitergehenden Spurenstoffelimination auf einem großen
kommunalen Klärwerk umgesetzt werden kann. Im vorliegenden
Beitrag wird neben den wirtschaftlichen Aspekten des Spurenstoffprojekts
auch auf die Schlammbehandlung sowie das zukünftige
Energiekonzept des Klärwerks Mannheim eingegangen.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 2-2010 ab Seite
E-Mail: ka@hydro-ingenieure.de
Dipl.-Ing. Alexander Mauritz
E-Mail: alexander.mauritz@mannheim.de
Abwasserreinigungsanlagen eliminieren Spurenschadstoffe häufig
nicht vollständig und sind daher bedeutende Eintragsquellen
für solche Substanzen in die aquatische Umwelt. Da zahlreiche
Chemikalien selbst in Spurenkonzentrationen (ng/l oder darunter)
eine hohe biologische Aktivität aufweisen, sind negative Effekte
auf aquatische Organismen zu erwarten. Ozonierung und
Aktivkohlebehandlung stellen effektive Barrieren für solche
organischen Verbindungen dar und können daher beitragen, die
Umweltbelastung mit Mikroverunreinigungen zu reduzieren. Eine
ökotoxikologische Beurteilung ist allerdings erforderlich, um
die tatsächliche Reduktion der Abwassertoxizität abzuschätzen
und die mögliche Bildung toxischer Oxidationsprodukte bei der
Ozonierung zu untersuchen. In diesem Beitrag werden die
Chancen und mögliche Risiken der weitergehenden Abwasserreinigung
vor dem Hintergrund ökotoxikologischer Bewertungen
Schlagwörter: Abwasserreinigung, kommunal, weitergehende Reinigung
Dipl.-Biol. Daniel Stalter
Dipl.-Biol. Axel Magdeburg
Siesmayerstraße 70, 60054 Frankfurt a. M.
Fachkolloquium des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (MUNLV)
Am 21. Oktober 2009 fand in Berlin ein
Fachkolloquium des nordrhein-westfälischen
Ministeriums für Umwelt und Naturschutz,
(MUNLV) zu „Mikroschadstoffen
in der aquatischen Umwelt" statt.
Im Zuge der Veranstaltung kam auch die
längerfristige Strategie des Landes Nordrhein-
Westfalen zur Aufarbeitung des
Problemfeldes und Ableitung möglicher
politisch-administrativer, organisatorischer
und technisch-wirtschaftlicher
Handlungsoptionen zur Sprache. Bisherige
Meilensteine bei der Auseinandersetzung
mit diesem Thema waren unter anderem
der Abschluss der so genannten
„Arnsberger Vereinbarung" zwischen dem
MUNLV und der Arbeitsgemeinschaft der
Wasserwerke an der Ruhr [1] sowie die
Verabschiedung des Programms „Reine
Ruhr" [2]. Das Umweltministerium wird
in seinen Aktivitäten unterstützt durch
eine unabhängige Expertenkommmission.
Dieser gehören an: Prof. Martin Exner,
und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums
Bonn, Prof. Helmut Kroiss,
Vorstand des Instituts für Wassergüte,
und Prof. Klaus Kümmerer, Leiter der
Sektion für Angewandte Umweltforschung
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 2-2010 ab Seite 120
Dr.-Ing. Thomas Grünebaum
Anthropogene Spurenstoffe im Lebens raum Wasser haben in
letzter Zeit für Verunsicherung gesorgt, sowohl beim Verbraucher
als auch bei den Versorgern. Nachdem auch in diesem Bereich
der Grundsatz gilt, dass es ein Null-Risiko für die menschliche
Gesundheit nicht gibt, richtet sich die Aufmerksamkeit auf
mögliche Vorsorge prinzipien, die nach bisheriger Erfah rung
ausreichende Sicherheit auch in solchen Fällen gewährleisten,
wo eine umfassende Risikobewertung aufgrund unzureichender
Datenlage (noch) nicht möglich ist. Der gesundheitliche Orientierungswert
(GOW) des Umwelt bun des amtes (UBA) bietet hier
einen Aus weg für zahlreiche Spurenstoffe, deren Konzentration
0,1μg/L nicht über schreitet. Aus humanmedizinischer Sicht ist
der gesundheitliche Orien tierungswert als zu restriktiv kritisiert
worden. Konzepte wie das Schwellenwert-Konzept (_ threshold
of toxicological concern, TTC) verfolgen eine etwas andere Vorgehensweise,
aber mit ähnlichen Problemen. Solche Vorsorgestrategien
sind vor allem dienlich, wo eine Vielzahl problematischer
Stoff e im Trinkwasser beziehungsweise im
Lebensmittel bereich eine Priorisierung nötig macht, bis exaktere
Erkenntnisse eine bessere Einschätzung der Situation erlauben.
Privatdozent Dr. med. Dr. rer. nat. Harald Mückter
Walther-Straub-Institut für Pharmakologie und Toxikologie der
Großtechnischer Pilotversuch Regensdorf (Schweiz)
Auf der Kläranlage Regensdorf wurde im Rahmen des Projekts
„Strategie Micropoll" des Schweizerischen Bundesamts für Umwelt
während 16 Monaten die Eignung der Ozonung als zusätzliche
Reinigungsstufe für die Entfernung von organischen Spurenstoffen
getestet. Bereits mit einer Ozondosis von 0,60 g O3 /g
DOC konnte ein großer Teil der organischen Spurenstoffe im Ablauf
nicht mehr nachgewiesen werden. Nur einige wenige, sehr
persistente Verbindungen (wie iodierte Röntgenkontrastmittel
oder Atrazin) wurden selbst bei hohen Ozondosen (1,16 g O3 /g
DOC) nur zu rund 50 Prozent eliminiert. Mit ökotoxikologischen
Methoden konnte nachgewiesen werden, dass summarische
Wirkungen (wie beispielsweise östrogene Effekte oder die
Wirkung von Insektiziden) deutlich abnahmen. Bei zwei Tests
wurden direkt nach der Ozonung negative Effekte gemessen, die
aber nach dem abschliessenden Sandfilter wieder verschwanden.
Oxidationsnebenprodukte (wie assimilierbarer organischer Kohlenstoff
oder N-Nitrosodimethylamin [NDMA]) wurden ebenfalls
durch die Sandfiltration verringert. Dies unterstreicht die
Bedeutung einer biologisch aktiven Stufe nach einer Ozonungsstufe,
beispielsweise mittels einer Sandfiltration. Der Versuchsbetrieb
zeigte zudem, dass eine Ozonungsstufe auf einer kommunalen
Kläranlage technisch machbar und wirtschaftlich vertretbar
Dr. Christian Abegglen, Prof. Dr. Juliane Hollender,
Prof. Dr. Hansruedi Siegrist, Prof. Dr. Urs von Gunten,
8600 Dübendorf/Schweiz
Brisbane, QLD 4018/Australien
Dr. Andreas Häner
Brisbane, QLD 4072/Australien
Dr. Michael Schärer
Seminar der DWA in Bremen
Eine Arbeitsgruppe der DWA - bestehend
aus Vertretern zweier DWA-Fachausschüsse
- hat im April 2009 ein
Themenheft „Anwendung von Düngemitteln
Flächen aus Sicht der DWA" veröffentlicht.
Ziel der Studie war es, alle organischen
Düngemittel wie Gülle, Stallmist,
Klärschlämme, Komposte und
Gärrückstände, die in der Landwirtschaft
verwertet werden, einheitlich im
Hinblick auf Nähr- und Schadstoffe zu
bewerten und darauf aufbauend Düngeempfehlungen
zu geben zum nachhaltigen
Schutz des Bodens und des
Grundwassers. Das Seminar im Alten
Pumpwerk Findorff am 16. Juni 2009
in Bremen gab einen ausführlichen
Überblick über die gegenwärtige Diskussion
in der DWA zu diesem Themenbereich
unter den Aspekten des Kreislaufwirtschaftsgedankens,
der Umsetzungen
eines flächendeckenden vorsorgenden
Boden- und Gewässerschutzes
und des Ressourcenschutzes (zum Beispiel
sparsamer Umgang mit phosp
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 2-2010 ab Seite 124
Prof. Dr. Bernhard Scheffer
Schaphuser Dorfstraße 25, 28876 Oyten
E-Mail: Eliber.Scheffer@t-online.de
Teil 1: Herausforderungen für die Wasserwirtschaft
in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen*)
Durch den anhaltenden Fortschritt bei der immer feiner werdenden
Analysentechnik werden zunehmend Mikroverunreinigungen
im Wasserkreislauf entdeckt. Obwohl objektiv gesehen nicht von
einem allgemeinen Anstieg der Mikroverunreinigungskonzentrationen
ausgegan gen wird, stellt das Thema anthropogene Spurenstoffe
im Wasserkreislauf eine wachsende Heraus forderung für die
Wasserwirtschaft dar. Speziell dort, wo Oberflächenwasser direkt
oder indirekt zur Trinkwassergewinnung heran gezogen wird, gibt
es zunehmend Diskussionen über mögliche Maßnahmen bei der
kommu nalen Abwasserreinigung, obwohl Einträge aus diffusen
Quellen (zum Beispiel Pflanzenbehandlungs mittel) dadurch nicht
verringert werden und nur bei der Trinkwasseraufbereitung entfernt
werden können. Vor einer Entscheidung über eine Implementierung
einer „4. Reinigungsstufe" auf Kläranla gen (beispielsweise
Aktivkohleadsorbtion, Oxidation mit Ozon) müssen Leistungsfähigkeit
und Kosten von solchen zusätzlichen Behandlungsmaßnahmen
bekannt sein bzw. in großtechnischen Versuchen
ermittelt werden. Außerdem sind Aufwand und Nutzen stets mit
entsprechenden Maßnahmen auf Seiten der Trinkwasseraufbereitung
zu vergleichen. Bei der Diskussion des Themas „Mikroverunreinigungen
im Trinkwasser" darf die Bedeutung der Aufnahme
solcher Stoffe über andere Quellen, wie zum Beispiel Lebensmittel,
nicht außer Acht gelassen werden. Schließlich gilt es, der Bevölkerung
zu vermitteln, dass es eine „Nullemis sion" und eine
„Nullbelastung" nicht geben kann und es daher auch beim Trinkwasser
ein so genanntes Restrisiko gibt, dessen Tolerierung erwogen
werden muss, zumal es offensicht lich deutlich geringer ist als
viele Restrisiken aus anderen Lebensbereichen.
Prof. Dr. rer. nat. Ralf Klopp
Das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) Abwasser ist ein
branchenspezifisches Managementsystem und bietet insbesondere
kleinen und mittleren Abwasserentsorgungsunternehmen ein
erste Basis für rechtssicheres Handeln. Ein Qualität- und Umweltmanagement
(QUM) und/oder Integriertes Managementsystem
(IM) nach DIN-EN-ISO-Normen ist prozessorientiert und
erheblich aufwendiger als ein TSM. In dem Beitrag wird gezeigt,
dass Managementsysteme nach DIN-EN-ISO-Normen und nach
TSM je nach Aufgabenstellung ihre Berechtigung als selbständige
Systeme haben, aber auch sinnvoll „integrativ" eingeführt
werden können. Dazu werden die wesentlichen Unterschiede herausgearbeitet
und die Systeme einander gegenübergestellt.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 1-2010 ab Seite67
Bauass. Dipl.-Ing. Norbert Engelhardt
Ein mehrstufiges Verfahren aus der Schweiz
In diesem Artikel wird eine neue technische Verfahrenskombination
zur Behandlung von Straßenwasser beschrieben. Diese besteht
aus einem Lamellenabscheider und einer kombinierten
Sand/Adsorber-Schicht und wird erstmalig bei drei Straßenwasser-
Behandlungsanlagen (SABA) im Autobahnabschnitt Erstfeld
- Amsteg (N2, Kanton Uri, Schweiz) eingesetzt. Der Lamellenabscheider
und die Sandschicht dienen der Partikelabtrennung.
Die Adsorberschicht dient dem Rückhalt der gelösten Schwermetalle,
ist unterhalb der Sandschicht angeordnet und besteht in
einem Teil der SABA aus Ferrosorp (Eisenhydroxid), im anderen
aus Zeolith. Die Aufteilung in zwei Becken ist notwendig, da
Zeolithe im Winter nicht verwendet werden können, weil sie bei
erhöhten Salzgehalten im Straßenwasser die zuvor sorbierten
Schwermetalle wieder freisetzen. Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit
der einzelnen Verfahrensstufen wird bei einer der
drei typengleichen SABA ein ausführliches Monitoring durchgeführt.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 1-2010 ab Seite56
Eugen Hermann, dipl. Ing. HTL
Mario Dinger, Master of Engineering
André Rotzetter _ Partner AG
Michele Steiner, Dr. Sc. Techn. ETH
Eawag/Siedlungswasserwirtschaft
Vor 20 Jahren wurde in Baden-Württemberg
der erste Retentionsbodenfilter errichtet.
Er dient der weitergehenden Reinigung
von entlastetem Mischwasser und
ist auch heute noch ohne Probleme in
Betrieb. In Bayern entstanden seit dieser
Zeit etwa 250 Retentionsbodenfilter, der
größte Teil davon zur Behandlung von
Mischwasser und der Rest zur Behandlung
von Niederschlagswasser aus Trennsystemen
oder von Straßenabflüssen.
Auch in anderen Bundesländern wurden
zwischenzeitlich Retentionsbodenfilter
zur weitergehenden Regenwasserbehandlung
im Misch- und Trennsystem errichtet.
Die Veranstaltung „20 Jahre Retentionsbodenfilter"
fand in der Stadt Monheim
statt, einem Ort im bayerischen Jura.
Der Ablauf der Kläranlage Monheim
und das entlastete Mischwasser werden
in die Gailach eingeleitet, ein kleines Gewässer,
das etwa 5 km unterhalb der Ortschaft
im Karst vollständig versickert.
Das dortige Grundwasser hat eine Verbindung
zu einer Trinkwassergewinnungsanlage,
so dass das eingeleitete Abwasser
weitestgehend keimfrei sein
muss. Aus diesem Grund wird das Abwasser
der Stadt Monheim in einer neuartigen
Membrankläranlage gereinigt
und das entlastete Mischwasser vor der
Einleitung in die Gailach in einem Retentionsbodenfilter
weitergehend behandelt.
Die Filteranlage soll neben dem
Rückhalt von partikulären und gelösten
Stoffen auch eine wirksame Minderungvon Keimen bewirken. Zur Erreichung
dieses Ziels besteht bundesweit noch
Den Initiatoren der Informationsveranstaltung
war es ein besonderes Anliegen,
die Betriebserfahrungen und Messergebnisse
aus zwei Jahrzehnten erstmalig
zusammenzutragen, zu diskutieren
und Schlussfolgerungen für die zukünftige
Planung und den Betrieb von Retentionsbodenfiltern
zu ziehen. Ziel sollte
sein, den zukünftigen Optimierungsbedarf
benennen zu können. Im Folgenden
werden einige wesentliche Erkenntnisse
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 1-2010 ab Seite12
Dr. Erhard Meißner
Referat 66 „Siedlungsentwässerung"
Auf der Grundlage des jüngsten Datenmaterials des deutschen
Statistischen Bundesamtes, Berichtsjahr 2007, wird mithilfe
von Graphiken gezeigt, welchen Stand in Deutschland das öffentliche
Abwasserkanalnetz, die Regenwasserbehandlung und
-rückhaltung im Kanalnetz und die Anzahl der Kläranlagen in
den letzten Jahren erreicht haben. Dargestellt sind für alle Bundesländer
der Anschlussgrad der Bevölkerung an die öffentliche
Abwasserkanalisation, die Kanallängen pro Kopf, die räumliche
Verteilung von Misch- und Trennkanalisationen, die Anzahl der
Regenbecken und deren Volumen, die Zahl der Kläranlagen und
die dort im Jahresmittel angefallenen Fremdwasserströme sowie
die Entwicklung der Anzahl der Anlagen seit 1975.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 1-2010 ab Seite 28
Nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie wird zur Feststellung
der ökologischen Verträglichkeit von Regen- und Mischwassereinleitungen
ein immissionsbezogener Nachweis gefordert.
In Nordrhein-Westfalen erfolgt dieser überwiegend nach
den Merkblättern 3 und 7 des Bundes der Ingenieure für Wasserwirtschaft,
Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK). Im Ergebnis
dieser Bewertung werden allzu oft technische Lösungen zur
Rückhaltung der einzuleitenden Wassermassen postuliert. Dieser
Rückhalt wirkt allerdings nur bei Gewässern mit bereits gut
entwickelten Gewässerstrukturen und einem somit vorhandenen
ökologischen Potenzial. Trifft die behandelte Einleitung auf
stark degradierte Strukturen, so wird an diesen auch durch die
Rückhaltung keine ökologische Verbesserung erzielt. Im Beitrag
werden drei Beispiele zum Umgang mit Misch- und Niederschlagswassern
vorgestellt. Dabei zeigen die Untersuchungen
großräumig renaturierter Gewässerräume die Bedeutung der
Gewässerstrukturen, die, umfassend wiederhergestellt, technische
Lösungen zur Rückhaltung reduzieren oder überflüssig werden
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 1-2010 ab Seite 38
Prof. Dr.-Ing. Dietmar Schitthelm
Dipl.-Ing. Dipl.-Ökol. Kathrin Leithmann
32 Kommunen im Aargauer Reusstal (Schweiz) entsorgen ihren
Klärschlamm gemeinsam. In zentralen Anlagen wird der
Schlamm entwässert und getrocknet, bevor er als Brennstoff in
ein Zementwerk geliefert wird. Technisches Herzstück des Konzeptes
ist eine Niedertemperatur-Schlammtrocknungsanlage in
Kombination mit einer Abwasserwärmepumpe. Rund 70 Prozent
der Energie für die Schlammtrocknung werden als Abwärme
aus gereinigtem Abwasser gewonnen.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 1-2010 ab Seite 61
Felix Schmid, Ernst A. Müller
EnergieSchweiz für Infrastrukturanlagen
Eisenhydroxide adsorbieren und fällen im Abwasser gelöste Sulfide
und leisten damit einen Beitrag zur Verhinderung von Geruchsentstehung
und biogener Korrosion im Kanalsystem. Der
Eintrag von Eisenhydroxid in das Abwasser erfolgt zweckmäßigerweise
in suspendierter Form als flüssiges Reaktionsmittel. Die
Beschreibung hochkonzentrierter Eisenhydroxidsuspensionen im
Hinblick auf ihre Wirksamkeit setzt umfangreiche physikalischchemische
Untersuchungen der dispersen Phase und des gesamten
Stoffsystems voraus. Besonders die Untersuchungen und Ergebnisse
der qualitativen, quantitativen und mineralogischen
Feststoffzusammensetzungen sowie Partikelgrößenverteilungen
im partikulären Ausgangsmaterial werden dargestellt. Aus den
experimentellen Untersuchungen des Sedimentationsverhaltens,
der rheologischen Eigenschaften und des Sulfidbindevermögens
lassen sich wesentliche Erkenntnisse zur Lagerstabilität, Pumpfähigkeit
und Wirkung von Eisenhydroxidsuspensionen erzielen.
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Abt. Geotechnik
Dipl.-Ing. Patrik Böhmer
PD Dr. rer. nat. habil. Ralph Schöpke
Lehrstuhl Wassertechnik und Siedlungswasserbau

References: § 11
 § 11
 § 5
 § 24
 § 39
 § 39
 § 100
 § 1
 § 72
 § 72
 § 76
 § 118
 § 118
 § 118
 § 72
 § 118
 § 72
 § 9
 Art. 19
 § 9
 § 57
 § 7
 § 57
 § 57
 § 7
 § 57
 § 7
 § 57
 § 5
 § 23
 § 32
 § 32
 BGH