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Timestamp: 2019-05-26 14:27:25+00:00

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Freiheit verständlich für alle | arprin
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Freiheit verständlich für alle
Es braucht gute Argumente für Freiheit
Politische Debatten leiden oft daran, dass eine Person komplizierte Theorien aufstellt und daraus alle seine Schlussfolgerungen ableitet, was bedeutet: Wenn jemand die Theorie ganz am Anfang nicht teilt, sind alle nachfolgenden Schlussfolgerungen für die Katz. Rawls Theorie vom „Schleier des Nichtwissens“, vor allem bei Sozialdemokraten beliebt, ist ebenso ein Beispiel dafür wie die liberale Theorie vom Selbsteigentum und dem Nicht-Aggressionsprinzip und so gut wie alle anderen Theorien für die Rechtfertigung einer bestimmten Gesellschaftsordnung. Umso erfrischender ist es, wenn jemand aus einer anderen Position heraus argumentiert, die für alle verständlich ist.
Diese Aufgabe meistert der amerikanische Philosoph Michael Huemer. Ihm gelingt es, mit Anwendung von Alltagsmoral die Idee der Freiheit den Massen verständlich zu machen. In dem Buch „Wider die Anmaßung der Politik“ hat Thomas Leske fünf Essays von Huemer erstmals ins Deutsche übertragen. Um seine Ausführungen zu verstehen, muss man keine Theorie der Gerechtigkeit voraussetzen, die für jede einzelne Handlung gilt. Huemers Hauptaussage ist viel einfacher: Jeder Mensch hat ein Anscheinsrecht (prima facie) auf Handlungen, die anderen nicht schaden. Wer jemandem eine Handlung verbieten will, muss dafür nachweisen, dass diese Handlung im Konflikt mit anderen Handlungen steht (Ausnahme) oder extrem großen Schaden anrichtet (Verdrängung).
In den ausgewählten Essays geht es um die Fragen, ob es ein Recht auf Waffenbesitz, Drogenkonsum und Einwanderung gibt, und ob Politikverdrossenheit und Ungleichheit wirklich problematisch sind. Huemer benutzt Analogien, die es in sich haben und jedem zum Nachdenken bringen sollten, der wirklich offen für Argumente ist. Er setzt dabei keine liberale Grundhaltung voraus. So gut sind Huemers Argumente, dass es nach der Lektüre auch dem deutschen Durchschnittsleser schwer fallen sollte, gegen das Recht auf Waffenbesitz zu sein oder ein Problem mit Ungleichheit zu haben.
Das Unrecht von Waffen- und Drogenverboten
Um das Recht auf Waffenbesitz zu verteidigen, benutzt Huemer eine im metaphorischen Sinne „tödliche“ Analogie. Zuvor stellt er klar, dass der bloße Besitz einer Waffe nicht als „Konflikt mit anderen Handlungen“ durchgehen kann, da von den 77 Millionen privaten Waffen in den USA nur ein winziger Bruchteil für Straftaten benutzt wird und das Unfallrisiko geringer ist als bei anderen, nicht-verbotenen Aktivitäten (z.B. Autofahren), und dass dieses Recht nicht durch den potenziellen Schaden seines Gebrauchs „verdrängt“ wird, da es keinen Nachweis für höhere Kriminalitätsraten in Folge eines liberalen Waffenrechts gibt (in den USA ist das Gegenteil ist der Fall). Nachdem diese praktischen Argumente aus dem Weg geräumt sind, kommt die Analogie, die das Unrecht der Waffenverbote auf den Punkt bringt:
Ein Mörder bricht in ein Haus ein, indem sich das Opfer und ein Komplize, den der Mörder jedoch zuvor nicht kannte, aufhalten. Der Mörder tritt in das Schlafzimmer ein. Der Komplize hält das Opfer aus einem nicht bekannten Grund fest, so dass der Mörder das Opfer ersticht.
In dem Fall ist der „Komplize“ das Waffenverbot. Ein Waffenverbot bedeutet genau das: Der Bürger wird entwaffnet, ihm wird eine Gelegenheit zur Selbstverteidigung genommen. Deshalb sind Waffenverbote für Huemer eine erhebliche Verletzung eines äußerst schwerwiegenden Rechts. Das Gegenargument, wonach Waffen häufiger zu Verbrechen als zur Selbstverteidigung benutzt werden, lässt sich angesichts der statistischen Daten in den USA nicht aufrechterhalten. Die meisten Toten durch Schusswaffen in den USA sind Selbstmorde und defensiver Schusswaffengebrauch (der sehr selten tödlich endet, meistens wird nichtmal ein Schuss abgefeuert) kommt laut den Polizeistatistiken nicht seltener vor als der kriminelle Gebrauch.
Die Argumente für Amerikas Drogenkrieg seziert Huemer anhand der Fragen: Wäre es in Ordnung, jemandem ins Gefängnis zu sperren, weil er Tabak oder Alkohol zu sich nimmt, sich unhöflich gegenüber Mitmenschen verhält, falsche Lebensentscheidungen trifft (wie Schulabbruch oder den falschen Partner heiraten) oder sich vom gesellschaftlichen Leben zurückzieht? Die eindeutige Verneinung dieser Frage führt zu seiner Schlussfolgerung, der Drogenkrieg sei, wenn man bedenkt, dass 450.000 Menschen zu Unrecht hinter Gittern sitzen, das schlimmste Unrecht in den USA seit dem Ende der Sklaverei. Die Behauptung, Drogenkonsumenten würden sich gar nicht „frei“ entscheiden, sondern würden einem psychischen Zwang unterliegen, ändert daran nichts: Wenn (!) sie einem Zwang unterliegen würden, dürfte man sie erst Recht nicht bestrafen.
Auch das Essay zum Thema Einwanderung hat es in sich. Huemer bringt folgende Analogie: Marvin möchte einen Markt betreten, indem Menschen bereit sind, freiwillig mit ihm zu handeln. Ein Dritter, Sam, sieht das, und hält ihn mit Gewalt davon ab. Marvin ist der potenzielle Einwanderer, der Markt ist die USA, Sam ist die Grenzpolizei. Nach und nach geht Huemer die Argumente durch, die in den USA für Einwanderungsverbote benutzt werden. Wer würde es rechtfertigen, wenn Sam Marvin gewaltsam vom Markt abhält, weil er befürchtet, Sam würde ihm dort Konkurrenz machen? Oder weil er sagt, er muss zuerst an seine Familie denken, die durch Marvin Konkurrenz bekommen könnte? Nur weil man zuerst an seine Familie (in der Analogie: die Staatsbürger) denkt, heißt das nicht, man dürfte Gewalt gegen Menschen anwenden, die nicht zur Familie gehören. Huemer plädiert für eine schrittweise Lockerung der Einwanderungsbestimmungen.
Was ist das Problem an Politikverdrossenheit und Ungleichheit?
Die Themen Politikverdrossenheit und Ungleichheit werden in der Öffentlichkeit immer als etwas ganz Schlimmes angesehen. Es sei unglaublich wichtig, politisch aktiv zu werden und Ungleichheit zu bekämpfen. Huemer sieht die Sache lockerer. Für ihn sind die Wähler in der Situation eines Arztes, der ohne Fachwissen einen Patienten behandeln will. Tatsächlich leiden die meisten Wähler an überwältigender Unwissenheit. Der Grund ist laut Huemer, dass es als Erklärung für ein bestimmtes Phänomen potenziell unendlich viele falsche Theorien gibt, aber nur eine richtige. Um herauszufinden, welche politische Theorie die richtige ist, gibt es keine Möglichkeit eines „Feldexperiments“, denn im Gegensatz zu naturwissenschaftlichen Experimenten kann jedes Abweichen der Realität von den Theoretikern mit irgendwelchen „unerwarteten Umständen“ erklärt werden.
Darüber hinaus kosten Fehler den Wählern und Politikern in der Regel wenig bis gar nichts. Der Nutzen von politischem Wissenserwerb ist sehr gering, denn die eigene Stimme zählt kaum, es ist geradezu vernünftig, sich als Wähler nicht zu informieren und alle Art von erhältlichem Fachwissen zu ignorieren. Huemers Schlussfolgerungen mögen pessimistisch klingen: „Gehen Sie nicht wählen“, „Lassen Sie gesellschaftliche Probleme außer Acht“, „Schwächen Sie die Demokratie“ und „Kämpfen Sie nicht für Ihre Überzeugungen“. Aber er fordert letztlich nur einen verantwortungsvollen Umgang mit seinem Stimmrecht. Ahnungsloses Wählen ist schlimmer als ahnungslose Wegbeschreibungen zu geben. Nach Huemer hat ein nicht-informierter (!) Wähler sogar die Pflicht, nicht wählen zu gehen. Noch schlimmer urteilt er über ahnungslose politische Aktivisten: Der Versuch, die Welt zu verändern, ohne sie zu verstehen, kann so enden wie der von Karl Marx, dessen Einfluss auf das 20. Jahrhundert unvorstellbar bösartig war.
Schließlich bringt Huemer überzeugende Argumente dafür, dass Ungleichheit kein Problem darstellt. Er geht dabei vom Prinzip der zeitlichen Additivität aus: Wert sammelt sich über Zeit an. Nehmen wir an, es gäbe eine Welt, in der zwei Menschen ihr Leben lang ein Wohlbefinden in der Höhe von 75 haben, in einer anderen hat der eine sein Leben lang ein Wohlbefinden von 50, der andere ein Wohlbefinden von 100. Ist die zweite Welt im Sinne des Egalitarismus ungerechter? Anhand simpler mathematischer Berechnungen, die auch für die Egalitären verständlich sind, widerlegt Huemer diese Behauptung und stellt klar, dass die zweite Welt genauso gerecht ist wie die erste. Ein wahres Kunstwerk.
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58 Antworten to “Freiheit verständlich für alle”
miltonbGE Says:
Januar 9, 2016 um 07:37 | Antwort
Grds. geht jede Theorie von Axiomen aus. Sie ist nur real anwendbar, wenn ihre Axiome in der Realität nachweisbar sind.
Was sind nun die realen Grundaxiome für Freiheit ?
Nach Milton Friedman „Kapitalismus UND Freiheit“ sind es 2:
1. das gesellschaftliche Geldschöpfungsmonopol wegen
Geldumlauf * Geldmenge = Preisniveau * Gütermenge
d.h. Geld regiert die Welt, wer regiert das Geld ?
Wenn das Geldschöpfungsmonopol in privater Hand liegt, sind die Bürger als Gesellschaft unfreie kollektive Schuldner !
2. der gesellschaftliche Familienausgleich =
bGE * (Brutto/Prokopfeinkommen – Familienköpfe)
Der Bürger ist individuell nur frei, wenn jeder Bürger sein soziokulturelles Existenzminimum bGE hat !
Das erkannte schon der Urliberale Adam Smith 1776 und forderte deshalb die Einkommensteuer !
Beide Formeln hängen zusammen in
Preisniveau = Prokopfeinkommen/bGE = 1/Steuersatz
Es ist die physische Einschränkung der Zeitadditivität, die Güter des Grundbedarfes werden unmittelbar „verspeist“ und decken deshalb ihre Geldschöpfung gar nicht mehr.
Der Fehler der heutigen Geldsysteme ist, dass dieses Geld nicht „verbrannt“ wird und dann an alle neu ausgegeben wird !
Das Maß der Ungleichheit ist 1 – Steuersatz, eine gesellschaftlich frei bestimmbare Größe nach dem nötigen Grundbedarf !
David Huemer ist wissenschaftlich also völlig ungebildet, er spricht über Dinge, die er gar nicht versteht !
„Alltagsmoral“ gibt es NICHT als Axiom, sie ist erst eine von der Gesellschaft in Gesetze gefasste Ethik.
Januar 9, 2016 um 22:06 | Antwort
Er heißt Michael, nicht David.
Der Rest ist ja nicht wirklich neu, dein übliches BGE-Gerede. 🙂
Januar 10, 2016 um 07:05 | Antwort
arprin, Sie beweisen nur wie Michael Huemer Ihre unwissenschaftliche Denke.
Der neoliberale Milton Friedman leitete 1962 die 2 notwendigen Bedingungen für Freiheit in „Kapitalismus und Freiheit“ her:
1. das gesellschaftliche Geldschöpfungsmonopol.
In privater Hand werden die Bürger zu Schuldnern von Privatleuten, also Sklaverei !
2. der gesellschaftliche Familienausgleich durch steuerfreies Existenzminimum bGE !
Das verlangt in D die“Alltagsmoral“ des GG (Art. 1, 3, 6 und 20 GG) !
Das ist KEIN bGE-Gerede, sondern eine wissenschaftliche Prüfung und Herleitung der Axiome für Freiheit als Basis einer liberalen Gesellschaft.
Also beweisen Sie erst einmal das Gegenteil, Huemer scheitert daran, dass es verschiedene „Alltagsmoralen“ in den Völkern gibt, eine westlich-liberale, eine marxistische, eine islamische, ein chinesische.
„Ex falso quodlibet“ sagten schon die Scholastiker, mit Blödsinn als Annahme kann man logisch korrekt jeden Unfug beweisen !
Seine Ausführugen beweisen rein gar nichts, weil seine Annahme eben nachweisbar falsch ist !
Januar 10, 2016 um 23:05
Die “Alltagsmoral” sieht zwar unsystematisch aus, ist aber plausibel.
Wenn Sie von Axiomen ausgehen wollen, dann versuchen Sie ja auch von möglichst plausiblen Axiomen auszugehen. Und warum müssen es Axiome sein, die per Definition unumstößlich sind? Was ist wenn sie im konkreten Fall in Widerspruch zu anderen Axiomen stehen? Was ist wenn besondere Umstände vorliegen?
Huemer appelliert an die moralische Intuition in konkreten Fällen. Er versucht nicht eine geschlossene Theorie aufzustellen, die er dann auf alle Fälle anwendet getreu dem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht.“
Januar 11, 2016 um 08:38
Das ist das Problem, dass Huemer mit „normative premises“ hat, eine freie Gesellschaft setzt die Normen, nicht umgekehrt.
Abstrakte Normen vergewaltigen die Gesellschaft !
Das Letztere ist das Charakteristikum von Faschismus !
Gerade Hitler sprach vom gesunden Menschenverstand und meinte seinen kranken Geist !
„5. We should start from no normative premises at all.“
Wir sollten von der „Freiheit für Alle“ aus starten, die real aber nur dann gegeben ist, wenn die Gesellschaft
– das Geldschöpfungsmonopol innehat und
– jedem das soziokulturelle Existenzminimum gesichert hat.
Erst dann kann die Gesellschaft, d.h. Alle, frei über ihre Normen entscheiden !
Sie können mir gern beweisen, dass eine Gesellschaft noch frei ist, wenn eines der beiden Axiome nicht gilt. Nur sind sie dann abhängig von Geldbesitzern, also Schuldner !
Es gibt KEINE „Alltagsmoral“, sondern in D z.B. Art. 1 bis 20 GG als Grundrechte und Gewaltenteilung. Normen können mit Mehrheiten, einfach oder qualifiziert bei Verfassungen von der Gesellschaft geändert werden !
Aber alles, was im GG nicht drin steht, ist grds. erlaubt, das GG gebietet ein soziokulturelles Existenzminimum, aber es verbietet nicht eine Bedingungslosigkeit !
Hier liegt ein Gestaltungsspielraum vor !
Wenn jedem ein Grundfreibetrag ODER eine Grudsicherung zusteht, kann man beides zusammenlegen und jedem gleich VORAB auszahlen !
Der Art. 123 AEUV verbietet Staaten, sich bei ihrer Notenbank zu verschulden, und zwingt sie, zu Privatbanken zu gehen.
Hier liegt KEIN Gestaltungsspielraum vor !
Das ist aber die derzeitige „Alltagsmoral“, die die Bürger von Staaten zu Sklaven von privaten Banken macht, z.B. Griechenland !
Jetzt muss die EZB Griechenland durch Aufkauf von Staatsanleihen von den Gläubigern befreien. Da hätte sie das Geld auch Griecjnland gleich geben können.
Der Art. 123 AEUV ist so sinnig wie ein Verbot der Kreditaufnahme von Bankaktionären bei ihrer Bank.
Wäre die „Alltagsmoral“ normativ, gäbe es grds. keine politische Verfolgung und kein Asylrecht !
ArmerIrrer Says:
Januar 9, 2016 um 19:37 | Antwort
Die Alltagsmoral? Ich kann der Philosophie des Common Sense, die hier zum Ausdruck kommt, durchaus versehen.
Leider kann man auf dem Standpunkt der Alltagsmoral die Alltagsmoral nicht kritisieren und ein Standpunkt, der immer nur den Ist-Zustand verjahen kann, ist im Kern konservativ, nicht liberal!
Januar 9, 2016 um 22:05 | Antwort
Das sehe ich nicht so. Huemers Schlussfolgerungen sind nicht konservativ, er ist ein Erzliberaler, und er verjaht auch nicht immer den Ist-Zustand.
Januar 10, 2016 um 07:19 | Antwort
arprin, Huemers Schlussfolgerungen sind zwar formallogisch korrekt, aber dennoch falsch, weil sein Axiom EINER allgemeingültigen „Alltagsmoral“ eben falsch ist.
Wissenschaftler prüfen nicht die Schlussfolgerungen,sondern zuerst einmal die Annahmen als Basis.
Der Unterschied zwischen Newton und Einstein liegt darin, dass eben Einstein erkannte, dass bei Gleichzeitigkeit eben durch die Lichtgeschwindigkeit eine Zeitverschiebung eintritt !
Und Friedman erkannte im Gegensatz zu von Mises, dass die Zeitadditivität des Geldes bei den Gütern des Grundbedarfes falsch ist, die Güter des Grundbedarfes werden verspeist, das Geld aber nicht verbrannt !
So schafft die Zeitadditivität eine Geldblase, die regelmäßig eben platzt, wie z.Zt. eben auch.
Sind die Startkoordinaten falsch, so trifft eine Rakete auch nicht das Ziel, selbst wenn die Zielkoordinaten richtig sind.
Das ist elementare Aussagenlogik !
Januar 10, 2016 um 22:55 | Antwort
Die Forderung nach Drogenfreigabe und offene Grenzen (für Arbeitskräfte aus aller Welt) ist offensichtlich weit entfernt vom Ist-Zustand.
Huemer hat ein ganzes Buch geschriebne, in dem er moralische Intuition („Alltagsmoral“) verteidigt. In aller Kürze rechtfertigt er sie in „II. Intuition and Common Sense“:
http://www.cato-unbound.org/2013/03/14/michael-huemer/some-opening-replies-coordination-intuition-positive-rights
Januar 11, 2016 um 08:11 | Antwort
Abstrakte Normen vergewaltigen die Gesellschaft ! Das Letztere ist das Charakteristikum von Faschismus !
Es gibt KEINE „Alltagsmoral“, sondern in D z.B. Art. 1 bis 20 als Grundrechte und Gewaltenteilung. Normen können mit Mehrheiten, einfach oder qualifiziert bei Verfassungen von der Gesellschaft geändert werden !
Januar 9, 2016 um 22:56 | Antwort
Darf dann eine Gruppe auch nicht daran gehindert werden Massenvernichtungswaffen zu entwickeln oder zu kaufen, wenn das Recht auf Waffenbesitz gilt?
Januar 10, 2016 um 07:27 | Antwort
Richtig, Elphantxx, die Staaten können sich auflösen, JEDER bekommt zum Abschied einen Colt, die Massenvernichtungswaffen kann man privatisieren.
Freiheit ist dann ein Gesetz : Wer zu spät zieht, den bestraft das Leben.
Und die Rentenpobleme sind gelöst, der Organhandel auch !
Für Huemer und arprin ist die Endstufe des Liberalismus die Rückkehr zum Kannibalismus.
Januar 10, 2016 um 22:37 | Antwort
Huemer geht es nur um den Besitz von Schusswaffen, weil diese für Jagd/Sportschießen und Selbstverteidigung wichtig sind. Der Titel seines Fachaufsatzes lautet „Gibt es ein Recht, Schusswaffen zu besitzen?“
http://edition.leske.biz/waffen
Huemer behandelt aber auch Ihren Einwand. Er schreibt (Kapitel II Randnr. 323):
„Es wäre gelinde gesagt schwierig, die Bedeutung von Atomraketen zur Freizeitgestaltung oder zur Selbstverteidigung darzulegen, und zugleich wäre es einfach, für die Verdrängung irgendeines Anscheinsrechts auf den Besitz von Atomraketen zu argumentieren.“
Januar 11, 2016 um 10:03
Wem müsste man denn die Bedeutung von Atomraketen zur Freizeitgestaltung oder zur Selbstverteidigung darlegen? Reicht es nicht, dass ich mich einfach sicherer damit fühle?
Mir scheint, die Moral von Huemer lässt sich einfach so zusammenfassen:
Er allein will bestimmen, was erlaubt und was nicht erlaubt sein sollte.
Bei (Schuss)Waffenbesitz argumentiert er:
„Zuvor stellt er klar, dass der bloße Besitz einer Waffe nicht als “Konflikt mit anderen Handlungen” durchgehen kann, da von den 77 Millionen privaten Waffen in den USA nur ein winziger Bruchteil für Straftaten benutzt wird und das Unfallrisiko geringer ist als bei anderen, nicht-verbotenen Aktivitäten (z.B. Autofahren), und dass dieses Recht nicht durch den potenziellen Schaden seines Gebrauchs “verdrängt” wird, da es keinen Nachweis für höhere Kriminalitätsraten in Folge eines liberalen Waffenrechts gibt (in den USA ist das Gegenteil ist der Fall). “
Gibt es denn Untersuchungen, die beim Besitz von Massenvernichtungswaffen etwas davon abweichendes zeigen?
Januar 11, 2016 um 17:54
Elephantxx, Sie unterstellen Michael Huemer: „Er allein will bestimmen, was erlaubt und was nicht erlaubt sein sollte.“
Mit der Methode wäre Michael Huemer wohl weder Professor für Philosophie geworden, noch hätte sein Aufsatz zum Waffenrecht das Peer-Review überstanden.
„Gibt es denn Untersuchungen, die beim Besitz von Massenvernichtungswaffen etwas davon abweichendes zeigen?“
Huemer stellt ausdrücklich Kriterien für die Abwägung von Rechten auf, die er dann auf das Thema Waffenrecht anwendet.
Möglicherweise gibt es zunächst ein Anscheinsrecht, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Anscheinsrechte entsprechen in etwa dem Konzept der Allgemeinen Handlungsfreiheit. Ich darf meine Fäuste normalerweise frei bewegen, aber nicht in das Gesicht meines Gegenübers.
Einem Anscheinsrecht kommt um so mehr Gewicht zu, je bedeutender es „für die Pläne einer Person hinsichtlich ihres eigenen Lebens und anderer Zwecke“ ist, und um so schwerer lässt es sich verdrängen.
Niemand wird in seiner Freizeitgestaltung dadurch nennenswert eingeschränkt, dass er keine Massenvernichtungswaffen besitzen darf, im Unterschied zum sportlichen Schießen und zur Jagd.
Einem Anscheinsrecht kommt außerdem dadurch Gewicht zu, dass es andere Rechte sichert. Das Recht auf Selbstverteidigung sichert mit dem Recht auf Leben ein sehr wichtiges Recht. Das Recht, Schusswaffen zu besitzen, wiederum sichert das Recht auf Selbstverteidigung – und das nach den empirischen Belegen nicht nur theoretisch. Dagegen muss man eine Notwehrsituation, in der eine Privatperson Massenvernichtungswaffen benötigt, schon an den Haaren herbeiziehen.
Je weniger Gewicht ein Anscheinsrecht hat, um so leichter lässt es sich verdrängen. Die Freigabe von Schusswaffen fordert vergleichsweise wenig Todesopfer durch deren kriminielle Verwendung – wohl ganz im Gegensatz zu Massenvernichtungswaffen.
Natürlich kann Huemer beim Recht auf den Besitz von Schusswaffen keine genaue Trennlinie angeben, ab wievielen Todesopfern durch legale Schusswaffen, dieses verdrängt würde. Aber das ist auch nicht notwendig, da (1) die empirischen Belege dafür sprechen, dass legale Waffen mehr Menschenleben retten als vernichten (2) gegenüber den geretteten Menschenleben ein Vielfaches an Opfern erforderlich wäre, um das Anscheinsrecht zu verdrängen. Anderenfalls hätten Anscheinsrechte keine Bedeutung und man würde rein konsequentialistisch entscheiden (was der Intuition der meisten Menschen widerspricht).
Januar 11, 2016 um 21:05
„Mit der Methode wäre Michael Huemer wohl weder Professor für Philosophie geworden, noch hätte sein Aufsatz zum Waffenrecht das Peer-Review überstanden.“
Dazu kann ich nichts sagen, ich habe keine Ahnung warum er trotz solcher Aufsätze Professor wurde.
„Huemer stellt ausdrücklich Kriterien für die Abwägung von Rechten auf, die er dann auf das Thema Waffenrecht anwendet.“
Ja wie ich sagte, er will bestimmen und die Kriterien aufstellen.
„Möglicherweise gibt es zunächst ein Anscheinsrecht, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Anscheinsrechte entsprechen in etwa dem Konzept der Allgemeinen Handlungsfreiheit.“
Warum solte Huemer Ansichten denn überhaupt ein Gewicht haben?
„Niemand wird in seiner Freizeitgestaltung dadurch nennenswert eingeschränkt, dass er keine Massenvernichtungswaffen besitzen darf, im Unterschied zum sportlichen Schießen und zur Jagd“
Na und. Warum sollte Freizeitgestalltung das entscheidende Kriterium sein. Manche würden sich halt deutlich sicherer fühlen, zählt das nicht?
„Dagegen muss man eine Notwehrsituation, in der eine Privatperson Massenvernichtungswaffen benötigt, schon an den Haaren herbeiziehen.“
Wer entscheiden denn darüber was an den Haaren herbeigezogen ist?
„Die Freigabe von Schusswaffen fordert vergleichsweise wenig Todesopfer durch deren kriminielle Verwendung – wohl ganz im Gegensatz zu Massenvernichtungswaffen.“
Glaubst Du das oder gibt es empirische Belege? Mir ist kein einziges Opfer durch private Nuklearwaffen bekannt.
„Natürlich kann Huemer beim Recht auf den Besitz von Schusswaffen keine genaue Trennlinie angeben, ab wievielen Todesopfern durch legale Schusswaffen, dieses verdrängt würde.“
Dann ist seine Argumentation ja vollkommen sinnfrei.
„Anderenfalls hätten Anscheinsrechte keine Bedeutung und man würde rein konsequentialistisch entscheiden (was der Intuition der meisten Menschen widerspricht).“
Haben sie meiner Meinung ja auch nicht. Wie sollte mich Huemers Ansicht dann überzeugen, von wasserdicht will ich gar nicht reden?
Januar 12, 2016 um 18:23
“Ja wie ich sagte, er will bestimmen und die Kriterien aufstellen.”
Das ist Unsinn. In den Kriterien, formuliert er lediglich das aus, was die meisten Menschen ohnehin akzeptieren.
Es ist mir schleierhaft, was Sie am Konzept der allgemeinen Handlungsfreiheit für umstritten halten.
(Natürlich gibt es auch philosophische Standpunkte, die Ethik für eine Illusion halten, oder gar keinen rechte-basierten Ansatz verwenden.)
“Na und. Warum sollte Freizeitgestalltung das entscheidende Kriterium sein. Manche würden sich halt deutlich sicherer fühlen, zählt das nicht?”
Es lässt sich auf das Kriterium zurückführen, das ich oben erwähnt habe: Freizeitgestaltung ist wichtig „für die Pläne einer Person hinsichtlich ihres eigenen Lebens und anderer Zwecke“.
Nur wenige dürften dagegen Ihr Kriterium akzeptieren: Es gibt z. B. auch Leute, die fühlen sich deutlich sicherer, ohne Handystrahlung. Gefühle sind wohl kein tauglicher Ansatz, um Rechte abzuwägen.
“Mir ist kein einziges Opfer durch private Nuklearwaffen bekannt.”
So langsam wird’s seltsam: Sie führen Massenvernichtungswaffen als Beispiel an, um das Recht, Waffen zu besitzen, ad absurdum zu führen. Anschließend wollen Sie aber empirische Belege dafür haben, dass es überhaupt einen relevanten Unterschied zwischen Schuss- und Massenvernichtungswaffen gibt.
“Dann ist seine Argumentation ja vollkommen sinnfrei.”
Sein Ansatz reicht wie gesagt völlig aus, um ein Recht, Schusswaffen zu besitzen, zu begründen. Er muss dazu kein Verfahren entwickeln, das jedes ethische Frage der Welt löst. Ich verstehe nicht, Sie diesem bescheidenen Ansatz mit so extremem Misstrauen begegnen.
“Haben sie meiner Meinung ja auch nicht. Wie sollte mich Huemers Ansicht dann überzeugen, von wasserdicht will ich gar nicht reden?”
Je nachdem wie originell Ihr Standpunkt ist, wird Huemer Sie natürlich nicht überzeugen. Die meisten Menschen akzeptieren aber wie gesagt einen rechte-basierten Ansatz. Sie wollen die Waffenrechtsfrage innerhalb des „Rechts“-Staats lösen.
Januar 12, 2016 um 19:35
„Sein Ansatz reicht wie gesagt völlig aus, um ein Recht, Schusswaffen zu besitzen, zu begründen.“
Nein, nicht mindesten.
„Er muss dazu kein Verfahren entwickeln, das jedes ethische Frage der Welt löst. “
Nein, aber zumindest diese konkrete über den privaten Besitz von Schusswaffen.
„Ich verstehe nicht, Sie diesem bescheidenen Ansatz mit so extremem Misstrauen begegnen.“
Ich lehne ihn als willkürlich und untauglich ab, das ist etwas anderes
„Je nachdem wie originell Ihr Standpunkt ist, wird Huemer Sie natürlich nicht überzeugen.“
In Deutschland lehnt die Mehrheit seinen Standpunkt bzg. Waffenbesitz ab. Sind die alle originell?
„Sie wollen die Waffenrechtsfrage innerhalb des “Rechts”-Staats lösen.“
Das lehnt ja Huemer gerade ab. Sonst könnte die Bevölkerung oder das Parlament darüber entscheiden.
Januar 15, 2016 um 18:49
„In Deutschland lehnt die Mehrheit seinen Standpunkt bzg. Waffenbesitz ab. Sind die alle originell?“
Vielleicht hat die Mehrheit noch nicht ausreichend darüber nachgedacht. Man kann sich in verschiedenen ethischen Fragen auch unterschiedlich sicher sein. Z. B. „Die Morde von Fritz Haarmann waren ein schlimmes Verbrechen.“ ist weniger umstritten als „Man darf nie einen Menschen töten.“
Die Vorkämpfer gegen die Sklaverei sind auch nicht damit stehengeblieben, dass sie in den Südstaaten eine Minderheitsmeinung hatten. Sie mussten die Mehrheit überzeugen, dass Sklaverei gegen wichtigere Prinzipien verstößt, die man sonst hochhält.
„Das lehnt ja Huemer gerade ab. Sonst könnte die Bevölkerung oder das Parlament darüber entscheiden.“
Das Parlament kann durch seine Beschlüsse eben nicht Unrecht zu Recht machen. Wenn das Parlament Sklavenhandel befürwortet, zeigt das doch nicht, dass die Gegner der Sklaverei Unrecht haben.
Januar 15, 2016 um 19:00
„Das Parlament kann durch seine Beschlüsse eben nicht Unrecht zu Recht machen.“
Doch, es kann, sonst gebe es heute noch Nazi-Recht und DDR-Recht als Recht in der BRD !
Man kann eben Unrecht als Recht abschaffen !
Das Parlament ist an die Verfassung gebunden, kann diese bis auf die „Ewigkeitsklauseln“ aber qualifiziert ändern !
Januar 16, 2016 um 12:37
„Das Parlament kann durch seine Beschlüsse eben nicht Unrecht zu Recht machen. Wenn das Parlament Sklavenhandel befürwortet, zeigt das doch nicht, dass die Gegner der Sklaverei Unrecht haben.“
Merkst Du nicht einmal, wie du Deine eigene Position ad asurdum führt. Wenn die Mehrheit nicht darüber entscheiden kann, was Recht und Unrecht ist, warum spielt es dann denn eine Rolle ob man mit seiner Position die Mehrheit überzeugt?
Und warum soll dann überhaupt die ethische Intuition der Mehrheit relevant sein?
„Vielleicht hat die Mehrheit noch nicht ausreichend darüber nachgedacht.“
Das kommt schon nahe an einen wahren Schotten. Ist die eigene Meinung in der Minderheit, hat die Mehrheit nicht lange genug nachgedacht. Ist die eigene Meinung Mehrheitsmeinung, beweist das ihre Richtigkeit.
Und warum gilt dieses Prinzip nicht bei der ethischen Intuition. Hat da die Mehrheit vielleicht auch noch nicht lange genug nachgedacht?
Januar 11, 2016 um 08:05 | Antwort
Thomas Leske, es gibt NUR dann ein Recht auf Schusswaffen, wenn es die Gesellschaft als Gesetzgeber beschlossen hat.
Januar 11, 2016 um 16:54 | Antwort
miltonbGE, „die Gesellschaft“ hat Hitler die Macht übergeben – ganz nach den Buchstaben des Gesetzes. Der Rechtspositivismus, den Sie beim Waffenrecht propagieren, ist spätestens seit dem Dritten Reich erledigt.
Oder nehmen wir den Fall, dass sich vor dem amerikanischen Bürgerkrieg ein Sklave in den Südstaaten über das Unrecht beklagt, das ihm angetan wird. Hätten Sie ihm dann erklärt, dass Sklaverei rechtens ist, solange die Südstaatler es so wollen, und solange die Menschenrechte noch nicht beschlossen worden sind?
Unter einem Rechtsstaat versteht man auch nicht die Freiheit des Kollektivs (der Gesellschaft/des Volkskörpers) beliebige Gesetze aufzustellen, sondern dass der Staat die Rechte seiner Bürger achtet, welche diesen nicht erst durch die Gnade des Staates zuteil werden. Der Staat muss also auch das Recht der Bürger, Schusswaffen zu besitzen, achten.
Natürlich lässt sich Huemers Herleitung und Verteidigung dieses Rechts, die ich für wasserdicht halte, nicht mal eben auf eine Rezension oder einen Kommentar eindampfen. Im Buch braucht er dazu knapp 40 Seiten.
Januar 11, 2016 um 17:06 | Antwort
„Natürlich lässt sich Huemers Herleitung und Verteidigung dieses Rechts, die ich für wasserdicht halte, nicht mal eben auf eine Rezension oder einen Kommentar eindampfen. Im Buch braucht er dazu knapp 40 Seiten.“
Natürlich ist das möglich. Die Zusammenfassung scheint aber eher darauf hinzudeuten, dass seine Begründung willkürlich ist. Alle vorgebrachten Argumente sind imho sehr schwach, sie lassen lediglich die Möglichkeit offen, dass ein Waffenverbot nicht zwingend vom Staat eingeführt werden muss.
Während ich der Drogenfreigabe positiv gegenüber stehe, drifte ich beim Lesen solcher Verteidigungen immer mehr zur Position eines totalen Schusswaffenverbotes ab.
Januar 11, 2016 um 18:16 | Antwort
„Während ich der Drogenfreigabe positiv gegenüber stehe, drifte ich beim Lesen solcher Verteidigungen immer mehr zur Position eines totalen Schusswaffenverbotes ab.“
Mit einem Schusswaffenverbot macht sich der Staat zum Mordkomplizen! (Nicht indem er das Opfer festhält – das Beispiel aus der Rezension, sondern indem er ihm die Schusswaffe wegnimmt, die dieses zur Verteidigung bereitgelegt hat.)
Januar 11, 2016 um 19:38
Falls irgendjemand mit einer legal erworbenen Schusswaffe ermordet wurde, hat sich der Staat durch ein Nichtverbot auch zum Komplizen gemacht. Diese Argumantation ist also nicht zwingend und imho eher auf Grundschulniveau.
Januar 12, 2016 um 18:25
Elephantxx, langsam kann ich Sie nicht mehr ernst nehmen.
Lassen Sie sich einmal von einem Grundschüler erklären, was ein Komplize ist!
Januar 12, 2016 um 19:23
„Elephantxx, langsam kann ich Sie nicht mehr ernst nehmen.“
Das ist ok. Aber ihre Antwort macht mir deutlich, dass sie den Unterschied auch nicht erklären können und deshalb ablenken.
Januar 15, 2016 um 18:05
Irgendwo hakt’s!
Elephantxx, Sie stellen die Trollbehauptung auf, „der Staat“ würde sich durch sein „Nichtverbot … zum Komplizen“ machen, und verlangen dann eine Erklärung von mir.
Begründen Sie erstmal, was Sie behaupten!
Wenn Sie aber ohnehin rein konsequentialistisch denken, spielt es sowieso keine Rolle, ob der Staat bei gleichen Konsequenzen einer Handlung, die Rechte anderer verletzt (etwa als Komplize).
Thomas Leske, Huemer bleibt den Evidenzbeweis für seine Dogmen schuldig.
Im übrigen sind der Staat WIR ALLE, d.h. Huemer ist KEIN Demokrat ! 🙂
Januar 11, 2016 um 17:46 | Antwort
Thomas Leske, es ist gerade Huemer, der mit „Alltagsmoral“ einen überholten Rechtspositivismus predigt ! Und wenn er 40 Seiten braucht, hat er das Problem gar nicht verstanden, dann bräuchte er nur eine Seite.
Einen Rechtsstaat gibt es nur in einer Gesellschaft als Konvention der Verfassung und in verfassungskonformen Gesetzen.
Dazu müssen aber sowohl die Individuen frei sein, z.B.durch soziokulturelles garantiertes Existenzminmum bGE, als auch die Gesellschaft durch gesellschaftliches Geldschöpfungsmonopol.
Das Recht auf Unversehrtheit von Leib und Leben ist durch das Recht auf Waffentragen nicht mehr gewährleistet ! Dann regiert der Pöbel mit dem Colt wie in der Reichspogromnacht !
Januar 11, 2016 um 18:21 | Antwort
Das Recht, Schusswaffen zu besitzen, schützt das Recht auf Selbstverteidigung, welches wiederum das Recht auf Unversehrtheit von Leib und Leben schützt.
Wo regiert in den USA oder in unserem Nachbarland Tschechien (mit einem Recht auf die Erteilung eines Waffenscheins unter ganz wenigen Voraussetzungen) der Pöbel mit dem Colt?
Januar 12, 2016 um 07:40 | Antwort
Thomas Leske, ich diskutiere mit Ihnen nicht über das Schusswaffenrecht, sondern über die unwissenschaftliche Methodik von Huemer, seine „Alltagsmoral“ als Axiom bzw. Dogma ist das Endergebnis einer Rechtslogik, nicht der Ausgangspunkt.
Und damit sind alle Schlüsse von Huemer Zirkelschlüsse.
Die Menschenrechte wurden von der UN 1948 deklariert, weil diese „moralische Intuition“ eben KEINE Intuition Aller ist !
Das GG legt z.B.in Art.1 GG fest, dass die Würde des Menschen unantastbar ist als oberstes Staatsziel ! Damit ist die Abwägung der Rechtsgüter schon ohne Huemer in D definiert.
Dass nur „wenige“ Menschen durch Schusswaffen getötet werden, ist übler Faschismus, „wo gehobelt wird, da fallen Späne“.
Huemer beweist nur, dass in den USA auch Faschisten Professor werden können. 😉
Wir brauchen für Autos einen Führerschein, warum also nicht auch einn Waffenschein. Ein Amrikaner sagte mir lächelnd , „Wir brauchen Waffen, Ihr habt Autos“. Denn wir haben ja keine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung wie die USA. 🙂
Januar 12, 2016 um 18:32 | Antwort
Michael Huemers Ansatz, den er in seinem Buch „Ethical Intuitionism“ begründet, wird in der Fachwelt durchaus ernst genommen. Hier die Zitatliste:
https://scholar.google.de/scholar?cites=985598239964083172&as_sdt=2005&sciodt=0,5&hl=de
Auf ethische Intuition haben sich natürlich schon vor Huemer andere Philosophen berufen. Der Ansatz war aber außer Mode geraten und galt als naiv.
Januar 12, 2016 um 19:20
„Der Ansatz war aber außer Mode geraten und galt als naiv.“
Völlig zu Recht, und man sollte ihn auch wieder einmotten.
Januar 12, 2016 um 20:00 | Antwort
„Auf ethische Intuition haben sich natürlich schon vor Huemer andere Philosophen berufen. Der Ansatz war aber außer Mode geraten und galt als naiv.“
Schmunzel, Max Scheler hat sich auf die Liebe als „ethische Grundintention“ spezialisiert, „Liebe macht sehend.“
M.Huemer ist also blind, wenn er Menschen töten will, weil er diese Grundintention des Christentums NICHT teilen will !
Aber es ging um die Einleitung von arprin :
„Wenn jemand die Theorie ganz am Anfang nicht teilt, sind alle nachfolgenden Schlussfolgerungen für die Katz.“
Und das Problem löst Huemer nicht, weil er die Richtigkeit seiner Intuition nicht in der Realität beweisen kann ! Also sind alle seine Schlussfolgerungen wissenschaftlich für die Katz. 🙂
„Ex falso quodlibet“, damit lässt sich jeder Unsinn beweisen. Und selbst wenn die Realität das Ergebnis der Schlussfolgerung teilt, ist NICHT bewiesen, dass die Annahme richtig ist.
Das ist eben das Problem mit der Logik !
Mit dem Ergebnis einer Logik als Ansatz („Alltagsmoral“) die Richtigkeit des Ansatzes zu beweisen, ist ein bekannter Zirkelschluss. 🙂
Ihnen scheint nicht klar zu sein, dass jedes philosophische Argument sich auf Prämissen stützen muss, die sich nicht weiter begründen lassen. Sonst hat man einen endlosen Regress oder einen Zirkelschluss.
Huemer nimmt als moralische Prämissen das denkbar Plausibelste, nämlich das was dem gesunden Menschenverstand einleuchtet. (Ohne dass diese Prämissen gleich unfehlbar sein müssen. Genausowenig wie meine Wahrnehmung unfehlbar sein muss, die mir sagt, dass eine Tastatur vor mir liegt.)
Januar 15, 2016 um 18:45
Thomas Leske, eine Philosophie kann erst dann in der Realität angewandt werden, wenn ihre Prämisse in der Realität nachgewiesen wird. Sonst ist sie ein pseudoreligiöses unwissenschaftliches Dogma !
Der Zirkelschluss liegt ja bei Huemer, er beweist mit dem Dogma der Alltagsmoral die Alltagsmoral, dümmer gehts nimmer, oder wohl immer ! Ex falso quodlibet !
Januar 22, 2016 um 21:48 | Antwort
Huemers Argumentation krankt m.E. daran, dass er nur aus der individuellen Perspektive denkt. Wir Menschen sind aber nicht nur Individuen, sondern gleichermaßen gesellschaftliche bzw. Beziehungs-Wesen. Und wir sind nicht nur rationale, sondern auch emotionale und damit beeinflussbare Wesen. Am Beispiel des Waffenbesitzes: Wird eine große Anzahl von Waffenbesitzern durch (z.B. faschistische) Propaganda zu einer Miliz geformt, kann das gravierende Auswirkungen auf die Freiheit aller anderen haben. Das ist nun an und für sich kein Argument gegen Waffenbesitz, zeigt aber, dass die Angelegenheit doch komplizierter ist, als Huemer sie darstellt.
Januar 23, 2016 um 09:00 | Antwort
Timo, Huemer ist kein klar denkender Liberaler, sondern eine emotionale „Glatze“ Faschist, wie das Beispiel Waffenbesitz zeigt. Ein Vordenker der NSU. Es zählen nicht mehr die Argumente, sondern wer zuerst den Colt zieht !
Januar 23, 2016 um 14:07 | Antwort
Huemer begründet mit dem Recht auf Waffenbesitz ein individuelles Recht, was aber nicht bedeutet, dass andere Argumente nicht zählen. Es ist nämlich kein uneingeschränktes Recht sondern nur ein Anscheinsrecht (prima facie right).
Huemers Argument bezüglich der Selbstverteidigung stützt sich nicht darauf, dass sich Bürgerwehren oder Milizen gründen. Die Frage, ob „bewaffnete Gruppen“ verboten sein sollten (in Deutschland sind sie es), ist unabhängig von seinem Aufsatz.
Das man organisierten Anhängern menschenverachtender Ideologien, das Recht auf Waffenbesitz verwehrt, scheint nicht im Widerspruch zu Huemer zu stehen. Will er doch Vorbestraften dieses Recht verwehren.
Huemers Ethik stützt sich auch nicht nur auf die Ratio, wie das bei Kant der Fall ist. Kant kommt dann ja auch zu Schlüssen, die der moralischen Intuition widersprechen, z. B. dass man auch dann nicht lügen darf, wenn man dadurch das Versteck der Opfer an den Mörder verrät. Oder die libertäre Eigentum-über-alles-Fraktion würde einem verirrten Wanderer nicht zugestehen, dass er ein unbewohntes Blockhaus aufbricht, um sich Nahrung und Unterschlupf zu beschaffen („cabin in the woods“).
Januar 25, 2016 um 12:39
„Das man organisierten Anhängern menschenverachtender Ideologien, das Recht auf Waffenbesitz verwehrt, scheint nicht im Widerspruch zu Huemer zu stehen.“
So rum nicht – aber wenn sich haufenweise legale Waffenbesitzer mit einem Mal zu einer kriminellen Vereinigung zusammenschließen und die Regierung stürzen, ist es zu spät, da noch Schlimmes zu verhindern.
Und um sich vor so einem Fall zu schützen, wird dann sogar der Besitz von Maffenvernichtungswaffen vernünftig. Nur – wenn sich dann mehrere Besitzer von Massenvernichtungswarren zusammentun…
Wie ich schon sagte: So einfach, wie Huemer es darstellt, ist es dann doch nicht.
Januar 25, 2016 um 20:36
Das Problem ist doch weit hergeholt. Wer befürchtet denn, dass die Schweiz wegen des Milizsystems und der vielen Waffen in Privathand politisch instabil ist?
Und wenn die breite Masse die Regierung stürzt, dann hat das vielleicht auch mit der Politik der Regierung zu tun.
Januar 24, 2016 um 07:18 | Antwort
Thomas, Huemer begründet keine Rechte, denn dazu ist er gar nicht demokratisch legitimiert !
Er gehört zur libertären Eigentum-über-alles-Fraktion, für die der Schutz des Eigetumes schon das Töten erlaubt.
Er gehört also zu jener unzivilisierten perversen Art, denen das Eigentum, Recht auf WaffenBESITZ, über den Lebensrechten der Menschen steht !
Januar 24, 2016 um 20:19 | Antwort
Für den Schutz des Eigentums ist nach dem deutschen Notwehrrecht natürlich auch das Töten in Notwehr erlaubt, so wie für andere Schutzgüter auch; ganz einfach, weil bei Notwehr erst gar keine Rechtsgüterabwägung stattfindet.
Januar 25, 2016 um 08:41 | Antwort
„Für den Schutz des Eigentums ist nach dem deutschen Notwehrrecht natürlich auch das Töten in Notwehr erlaubt, so wie für andere Schutzgüter auch; ganz einfach, weil bei Notwehr erst gar keine Rechtsgüterabwägung stattfindet.“
Falsch, der Schütze hat sich hinterher einem Verfahren zur Rechtgüterabwägung zu stellen ! Notwehr greift NUR bei Gefahr für Leib und Leben ! Sonst ist eine Tötung unverhältmäßig, besonders wenn es nur um ersetzbares Eigentum geht !
Verdrehen Sie nicht das Recht mit einer wirren Auslegung eines verwirrten Huemer !
Topfen Says:
Januar 25, 2016 um 11:03 | Antwort
Da liegen Sie beim deutsch Recht falsch. Was Sie beschreiben ist eher die Situation bei den „schiesswütigen“ Amis. In D müssen sie in einer Notwehrsituation nicht die Verhältnismäßigkeit prüfen (ausser vielleicht in extremen Bagatellfällen). Ween es sich um einen substanziellen Eingriff in ihre Rechte handelt dürfen Sie prinzipiell jedes Mittel anwenden um den Angriff abzuwehren. Sie sind allerdings verpflichtet, das mildestmögliche Mittel zu wählen. Fehlen die Alternativen (ein Verzicht auf ihr Eigentum ist allerdings keine Alternative, die Sie berücksichtigen müssen), sind Sie berechtigt zu schiessen.
Januar 25, 2016 um 12:35
Ausführlicher Artikel von Bundesrichter Thomas Fischer über Notwehr: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-10/notwehr-strafrecht-fischer-im-recht
„Man darf zur Verteidigung seines Eigentums ein Menschenleben vernichten, wenn es „erforderlich“ ist.“
Januar 25, 2016 um 12:51 | Antwort
Noch mal ganz grundsätzlich: Die Überschrift lautet ja „Freiheit verständlich für alle“. Es geht also um Freiheit. Und Freiheit verträgt sich nicht mit Recht, welcher Art auch immer. Jedes Recht schränkt Freiheit (anderer) ein, und eingeschränkte Freiheit ist Unfreiheit. Deshalb sagte Crowley: Tu, was du willst, soll sein das ganze Gesetz.
Januar 25, 2016 um 20:26 | Antwort
Freiheit ist nicht einfach Willkür.
Z. B. bei Kant: „Das Recht ist Inbegriff der Bedingungen, unter denen die Willkür des einen mit der Willkür des anderen nach einem allgemeinen Gesetz der Freiheit in Einklang gebracht werden kann.“
Januar 25, 2016 um 14:45 | Antwort
Art.1 GG erklärt die Würde des Menschen für unantastbar und als oberstes Staatsziel. Seine Würde ist vor allem sein Recht auf Leben !
Die Tötung eines Menschen ist bei Eigentum grds. nicht erforderlich, man kann ja den Dieb auf dem Rechtweg verklagen, man muss also alle Rechtsmittel VORAB ausschöpfen !
Januar 25, 2016 um 15:22 | Antwort
Die Würde des Menschen ist ein weit interpretierbarer Begriff, es ist auch Teil der Würde eines Menschen kein Unrecht wehrlos erdulden zu müssen. Aber erst mal zurück zum Konkreten. Ihrer Meinung nach ist die Regelung der Notwehr im Strafgesetz also verfassungswidrig. Dem widersprechen bisher jedenfalls die Gerichte.
Die Tötung eines Menschen ist bei Eigentum grds. nicht erforderlich
Das stimmt, ein konkreter Fall in dem eine vorsätzliche Tötung Notwehr wäre, ist schwer vorstellbar, Schusswaffengebrauch, und damit ein Inkaufnehmen des Todes schon.
man kann ja den Dieb auf dem Rechtweg verklagen, man muss also alle Rechtsmittel VORAB ausschöpfen !
So betrachtet wäre Notwehr bei vielen Delikten vollkommen überflüssig, denn Rechtsmittel kann man immer ausschöpfen (NACH Ausschöpfen der Rechtsmittel gibt es eh keine Notwehr mehr).
Die Notwehr erstreckt sich aber weiter als gegen strafbare Handlungen. So kann es auch gegen eine nicht illegale Handlung durchaus ein Notwehrrecht geben – gegebenenfalls auch mit Körperverletzung. Eine verfolgung im Nachhinein ist allerdings nicht möglich.
Januar 25, 2016 um 17:04
Es gibt in D KEIN Notwehrrecht als Grundrecht im GG. Selbst das Widerstandsrecht nach Art. 20 (4) GG ist erst nach Ausschöpfung aller Rechtsmittel gegeben !
Auch die Todesstrafe ist rechtswidrig nach GG.
Und der Abschuss eines von Terroristen entführten Flugzeuges kann NICHT gesetzlich geregelt werden, der Einzelfall ist rechtlich zu überprüfen.
So hat das BVerfG nun einmal entschieden.
Sie können gern von mir aus den Schusswaffengebrauch beim BVerfG einklagen. In D liegt eben das Gewaltmonopol im Grundsatz beim Staat !
Januar 25, 2016 um 17:31
Bleiben Sie doch bei der Sache. Die Frage ist, ob Notwehr durch Schusswaffen in Deutschland legal ist oder nicht, nicht ob das ein Grundrecht ist. Todesstrafe, Flugzeigabschuss u. Widerstandstandsrecht haben allesamt nichts mit §32 StGb zu tun. insbesondere gibt es für Vertreter des Staates keine wie auch immer geartetes Notwehr aufgrund von Staatsinteressen.
Ich muss auch nichts einklagen, denn allenfalls werde ich bei berechtigter Notwehr verklagt und dann freigesprochen (wie der Rentner der den Einbrecher auf der Flucht erschoss, oder der Hells Angel, der den Polizsten erschoss).
Januar 26, 2016 um 07:48 | Antwort
Es geht im § 32 NUR um den Angriff auf eine Person, nicht um sonstige Rechtsgüter !
Und zudem muss diese Aktion erforderlich, also verhältnismäßig sein.
Das Notwehrrecht ist also KEIN Grundrecht, sondern nur einfaches Gesetz ! Und es greift nur, wenn anders keine Abhilfe möglich ist !
Januar 30, 2016 um 20:07 | Antwort
In der ganzen Diskussion hier scheint mir der Einwand von Elephantxx noch am ehesten diskutabel, dass man Utilitarismus anwenden soll statt einem rechte-basierten Ansatz, wie ihn Huemer verwendet.
Auch Huemer kann das letztlich nicht weiter begründen als mit einem Appell an moralische Intuition.
Ich glaube aber, dass ich einen Lackmustest für diejenigen Politiker gefunden habe, die das Waffenrecht angeblich aus utilitaristischen Gründen noch weiter verschärfen wollen: Was wäre, wenn es zu Terroranschlägen von Gegnern einer solchen Verschärfung kommt?
Der damalige MdB Winkler begründete seine Verschärfungsforderung utilitaristisch mit den Anschlägen auf Utøya, lehnte aber die Vorratsdatenspeicherung mit rechte-basierten Argumenten ab. Selbst wenn er nur speziell beim Thema Waffenrecht utilitaristisch denkt, wäre ein Einknicken vor Terror durch Verschärfungsgegner die logische Konsequenz: http://www.abgeordnetenwatch.de/josef_philip_winkler-575-38050–f326306.html#q326306
(Selbst Waffengegner kommen nur auf 5-10 Opfer durch legale Schusswaffen im Jahr in Deutschland – eine Zahl, die ein Terrorist unter den Verschärfungsgegnern leicht übertreffen könnte, vor allem weil er in der Wahl der Anschlagsziele völlig frei ist und auf keine Sympatisanten Rücksicht nehmen muss.)
Die normale Reaktion eines ultilitaristischen Politikers wäre doch: „Waffenrechtsverschärfungen haben also doch ungünstigere Folgen als gedacht, also lasse ich sie lieber sein. Danke für den Hinweis!“ (oder aber: „Ich gehe das Risiko von Terror ein, weil ich es als gering einschätze und knicke erst dann ein, wenn es wirklich zu Anschlägen kommt.“)
Wie auf meinem Blog http://parabellum.minimalstaat.de/ dokumentiert, habe ich noch zwei andere prominente Waffengegner mit dem Argument konfrontiert (Innenminister Gall und EU-Kommissar Malmström). Beide reagieren nicht so, wie man es von Utilitaristen erwarten würde, obwohl ihre Argumente für eine Verschärfung utilitaristisch waren.
Februar 1, 2016 um 10:04 | Antwort
„Auch Huemer kann das letztlich nicht weiter begründen als mit einem Appell an moralische Intuition.“
Nach der Ankündigung, wie überzeugend der Ansatz von Huemer auch für nicht der liberalen Ideologie anhängende Menschen sein soll, war das Ergebnis für mich eine große Enttäuschung.
Der Ansatz von Huemer ist noch inkonsequenter als Alles was er kritisiert. Wenn moralische Intuition entscheidend sein soll, warum wendet er sie nicht direkt auf die Fragen an: Ist es moralisch intuitiv einsichtig, dass privater Schusswaffenbesitz legal ist?
Aber das tut er nicht, er wendet sie nur auf seine (willkürlich gewählten ) Prämissen an und leitet dann seine bevorzugte Ansichten ab. Noch deutlicher wird das bei Frage ob der Staat Autorität beanspruchen darf? Jedem außerhalb des libertären Zirkels leuchtet das unmittelbar ein, aber da spielt die Intuition plötzlich keine Rolle mehr, wahrscheinlich weil ihm hier der Ergebnis nicht zusagt.
Daher auch meine Provokation mit den Massenvernichtungswaffen. Nach Huemers Argumentation stellen sie genauso ein Recht dar wie Schusswaffen und es gäbe keinen Grund sie zu verbieten.
Wenn das jemand lächerlich findet, sollte er auch wissen, was von Huemers Argumentation zu halten ist: Sie ist lächerlich.
Januar 31, 2016 um 08:22 | Antwort
„Was wäre, wenn es zu Terroranschlägen von Gegnern einer solchen Verschärfung kommt?“
Die Gegner einer Verschärfung des Waffenrechtes wollen nur die Legalisieung des Terrorismus wie die Anhänger von Free Money nur die Legalisierung des Falschgldes fordern.

References: bGE 
 bGE 
 bGE 
 Art. 1
 Art. 123
 Art. 123
 Art. 1
 Art.1

Art.1
 Art. 20
 §32
 § 32