Source: https://www.peterlang.com/view/9783631804995/html/ch10.xhtml
Timestamp: 2020-08-15 03:24:40+00:00

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F. Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch ein unzuständiges Gericht : Fehleinsch&#x00E4;tzungen bei der Er&#x00F6;ffnung von Insolvenzverfahren
F. Eröffnung des Insol...
Nach § 3 Abs. 1 S. 1 InsO ist für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ausschließlich das Gericht zuständig, bei dem der Schuldner seinen allgemeinen Gerichtsstand hat. Vorrangig hierzu ist jedoch die Regelung des § 3 Abs. 1 S. 2 InsO, wonach ausschließlich das Gericht zuständig ist, in dessen Bezirk der Schuldner den Mittelpunkt seiner wirtschaftlichen Interessen hat. Maßgeblicher Zeitpunkt für die Festlegung ist der Zeitpunkt der Antragstellung.236 Der Mittelpunkt der wirtschaftlichen Interessen des Schuldners im Sinne des § 3 Abs. 1 S. 2 InsO liegt dort, wo der Auftritt des Unternehmens nach außen erfolgt237 bzw. bei mehreren Filialen der Ort der zentralen Verwaltung.238
Aus der Regelung des § 3 Abs. 2 InsO folgt, dass die Zuständigkeit verschiedener Insolvenzgerichte gegeben sein kann. Dies kann insbesondere aufgrund einer selbständigen wirtschaftlichen Tätigkeit der Fall sein, die an verschiedenen Orten in gleichem Maße ausgeübt wird.239 Des Weiteren kommt das Vorhandensein mehrerer Wohnsitze in Betracht. Aufgrund der Regelung des § 35 ZPO in Verbindung mit § 4 InsO kann der einen Eigenantrag stellende Insolvenzschuldner durch die Wahl eines von mehreren zuständigen Insolvenzgerichten die ausschließliche Zuständigkeit festlegen.240
Soweit die selbständige wirtschaftliche Tätigkeit bei Antragstellung bereits eingestellt ist, kommt lediglich die örtliche Zuständigkeit nach § 3 Abs. 1 S. 1 InsO in Betracht.241 Es ist sodann der Gerichtsstand nach den §§ 13...

References: § 3
 § 3
 § 3
 § 3
 § 35
 § 4
 § 3