Source: https://www.lohn-info.de/index.html?fbclid=IwAR1re6w1MUn19UmimtugJC4hviQNusxmvMFgsYa1AMBaN_Gx9Y1L73DUVmk
Timestamp: 2020-07-14 12:36:06+00:00

Document:
Aktuelles zur Lohnabrechnung 2020
Das Bundesministerium der Finanzen hat am 03.07.2020 den Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur steuerlichen Entlastung von Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen (Zweites Familienentlastungsgesetz) vorgelegt.
Das Kindergeld soll zum 1. Januar 2021 um 15 Euro steigen.
Der Kinderfreibetrag soll ab dem Veranlagungszeitraum 2021 für jeden Elternteil von 2.586 auf 2.730 Euro erhöht werden. Der Betreuungsfreibetrag soll für jeden Elternteil von 1.320 auf 1.464 Euro steigen. Für 2021 ergibt sich damit insgesamt ein Freibetrag für jedes berücksichtigungsfähige Kind von 8.388 Euro (2 * 2.730 + 2 * 1.464).
Zur steuerlichen Freistellung des Existenzminimums und zum Ausgleich der kalten Progression werden außerdem der Grundfreibetrag angehoben und die Eckwerte des Einkommensteuertarifs für die Veranlagungszeiträume 2021 und 2022 nach rechts verschoben (Mehr....).
Der Bundesrat hat am 3. Juli 2020 dem Gesetzesbeschluss des Bundestages zur Übertragung der geänderten EU-Arbeitnehmer-Entsenderichtlinie ins deutsche Recht zugestimmt.
Der Bundesrat hat am 3. Juli 2020 der Grundrente zugestimmt. Im Gesetz zur Einführung der Grundrente steht im Artikel 6 eine wichtige Änderung.
Der BAV-Förderbetrag wird mit Wirkung ab 2020 von maximal 144 Euro auf maximal 288 Euro angehoben (§ 100 Absatz 2 Satz 1 EStG; Umsetzung des Koalitionsbeschluss vom 10.11.2019). Die Einkommensgrenze, bis zu der eine BAV-Förderung möglich ist, steigt von 2.200 Euro auf 2.575 Euro monatlich an (diese Änderung wurde zusätzlich zum Regierungsentwurf aufgenommen).
Im Referentenentwurf des Gesetzes vom 16.01.2020 stand noch eine weitere Änderung.
Dem § 8 EStG sollte der neue Absatz 4 hinzugefügt werden. Diese neue Vorschrift war eine Reaktion auf die geänderte Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zur Lohnsteuerpauschalierung bei zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers. Damit würde die alte Rechtslage wieder hergestellt und die geänderte Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ins Leere laufen.
Diese Änderung ist im Regierungsentwurf nicht mehr enthalten. Ob die Regelung noch Bestandteil eines anderen Gesetzgebungsverfahrens wird, bleibt abzuwarten.
Mit dem BMF-Schreiben vom 5. Februar 2020 reagiert die Finanzverwaltung im Vorgriff zum weiteren Gesetzgebungsverfahren.
Nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur wurde im April 2020 an 6,83 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 2,49 Millionen im März und 133.000 im Februar. Endgültige detaillierte Daten zur Kurzarbeit stehen für den Dezember 2019 zur Verfügung (Bestand an Kurzarbeitern).
Im April 2020 war nach vorläufigen Angaben jeder Fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in konjunktureller Kurzarbeit. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit lag damit weit über den Werten zur Zeit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009. Damals wurde im Mai 2009 ein Höchstwert von 1,44 Mio Personen in konjunktureller Kurzarbeit erreicht. Das entsprach damals einem Anteil von 5 Prozent an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Quelle: Monatsbericht Juni 2020 der Bundesagentur für Arbeit).
Empfehlung der Mindestlohnkommission: Der gesetzliche Mindestlohn soll in vier Stufen bis zum 1. Juli 2022 von derzeit 9,35 Euro auf 10,45 Euro steigen (Dritter Beschluss vom 30.06.2020).
Der Bundesrat hat in seiner 991. Sitzung (Sondersitzung) am 29.06.2020 dem Zweiten Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (Zweites Corona-Steuerhilfegesetz) zugestimmt. Das Gesetz wurde am 30.06.2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Unmittelbar nach dem Bundestag hat am 29. Juni 2020 auch der Bundesrat zahlreichen Steuererleichterungen im 2. Corona-Steuerhilfspaket zugestimmt.
Maßnahmen aus dem Gesetz:
Kinderbonus von 300 Euro für jedes im Jahr 2020 kindergeldberechtigte Kind.
Der Bundesrat hat in seiner 990. Sitzung am 5. Juni 2020 dem Corona-Steuerhilfegesetz zugestimmt. Das Gesetz wurde am 29.06.2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Das Gesetz wurde um eine gesetzliche Regelung der Steuerbefreiung von Corona-Sonderzahlungen bis zu 1.500 Euro ergänzt.
Erleichterungen bei Aufzeichnungspflichten von lohnsteuerfreien Bezügen - Der Bundesrat hat in seiner 990. Sitzung am 05.06.2020 der Fünften Verordnung zur Änderung steuerlicher Verordnungen zugestimmt.
Das Siebte Gesetzes zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze (7. SGB IV-ÄndG) stand auf der Tagesordnung der 990. Sitzung des Bundesrates am 05.06.2020. Der Bundesrat hat keinen Einspruch gegen das Gesetz eingelegt. Das Gesetz wurde am 23.06.2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Abschaffung des Kennzeichens "Mehrfachbeschäftigung" zum 1. Januar 2021
Klarstellung zur Haftungspflicht des Arbeitgebers gegenüber dem jeweiligen Sozialversicherungsträger oder einer berufsständischen Versorgungseinrichtung zum 1. Juli 2020
Einführung eines Steuerbausteins in der Entgeltmeldung bei geringfügig Beschäftigten zum 1. Januar 2021
Änderung des Betriebsrentengesetzes zum Insolvenzschutz bei Betriebsrenten über Pensionskassen
Die monatliche Entgeltgrenze von 450 Euro für geringfügig entlohnte beschäftigte Familienmitglieder wird mit Wirkung vom 1. Januar 2020 abgeschafft.
Die bestehenden Bescheinigungsverfahren BA-BEA und rvBEA sollen für Arbeitgeber verpflichtend werden.
Die bisher in Papierform ausgestellte Mitgliedsbescheinigung der neuen Krankenkasse soll durch eine maschinelle Meldung ersetzt werden.
Bestimmte Entgeltunterlagen sollen nur noch elektronisch vorgehalten werden.
Das papiergebundene Antragsverfahren zur Feststellung der Befreiung von der Rentenversicherungspflicht für Mitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen wird durch ein elektronisches Verfahren ersetzt.
Die Systemprüfung für Entgeltprogramme wird erstmalig gesetzlich geregelt.
Auszug aus der Presseinfo Nr. 32 der Bundesagentur für Arbeit vom 03.06.2020:
Das Bundeskabinett hat sich in seiner 97. Sitzung am 20. Mai 2020 unter anderem mit folgenden Themen beschäftigt:
Lohnfortzahlung für Eltern soll auf bis zu 20 Wochen verlängert werden (jeweils 10 Wochen für Mütter und 10 Wochen für Väter)
Formulierungshilfe für einen Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen zur Verlängerung des Anspruchs auf Entgeltfortzahlung nach dem Infektionsschutzgesetz im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie
Schärfere Auflagen für die Fleischindustrie - Eckpunkte eines Arbeitsschutzprogramms für die Fleischwirtschaft beschlossen
Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen - Vereinfachtes Stundungsverfahren bis Mai 2020 (GKV-Spitzenverband: Pressemitteilung vom 19. Mai 2020)
Der Bundesrat hat am 15. Mai 2020 dem Zweiten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite zugestimmt. Das Gesetz wurde am 22.05.2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Gestaffelte Erhöhung des Kurzarbeitergeldes bis zum 31.12.2020
Verbesserte Hinzuverdienstmöglichkeiten beim Kurzarbeitergeld bis zum 31.12.2020
Der Bundesrat hat am 15. Mai 2020 dem vom Bundestag beschlossenen Gesetz für Maßnahmen im Elterngeld aus Anlass der Covid-19-Pandemie zugestimmt (beschlossene Maßnahmen).
Werdende Eltern, denen Nachteile bei der späteren Elterngeldberechnung durch die Corona-bedingte Kurzarbeit oder Freistellung drohen, werden besser gestellt.
Konkret: Einkommensausfallleistungen, wie zum Beispiel das Kurzarbeitergeld reduzieren das Elterngeld nicht und fließen auch bei der späteren Berechnung des Elterngeldes für ein weiteres Kind nicht mit ein (Elterngeld bei vorheriger Kurzarbeit).
Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschuss im Gesundheitswesen (G-BA) vom 14.05.2020
Verlängerung der Erklärungsfrist für vierteljährliche und monatliche Lohnsteuer-Anmeldungen während der Corona-Krise (BMF-Schreiben vom 23.04.2020)
Die Bundesregierung hat einheitliche Standards zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus (China-Virus) am Arbeitsplatz beschlossen (SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard).
COVID-19-Arbeitszeitverordnung am 09.04.2020 im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Auf Grund des § 14 Absatz 4 des Arbeitszeitgesetzes, der durch Artikel 8 des Sozialschutz-Paket angefügt worden ist, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Gesundheit die COVID-19-Arbeitszeitverordnung erlassen.
Erstes Urteil deutscher Arbeitsgerichte nach dem Arbeitszeiterfassungsurteil des EuGH vom 14.05.2019 (C-55/18) - Arbeitsgericht Emden 2 Ca 94/19
Arbeitgeber sind damit evtl. schon seit Mai 2019 zur Einrichtung eines objektiven, verlässlichen und zugänglichen Systems zur Erfassung der täglichen Arbeitszeit verpflichtet.
Die Berufung war wegen grundsätzlicher Bedeutung der Frage nach der Darlegungs- und Beweislast im Stundenprozess im Sinne des § 64 Abs. 3 Nr. 1 ArbGG gesondert zuzulassen.
Pflegekräfte erhalten 1.500 Euro Sonderprämie mit dem Juli-Gehalt
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) haben sich auf Eckpunkte eines Tarifvertrages für eine Sonderprämie aufgrund der besonderen Belastung der Beschäftigten in der stationären Langzeitpflege und der ambulanten Pflege in der Corona-Krise geeinigt. Beschäftigte in Vollzeit erhalten danach mit dem Juli-Gehalt eine Sonderprämie von 1.500 Euro, Teilzeitbeschäftigte einen Anteil entsprechend ihren tatsächlich geleisteten Stunden. Die Prämie soll an Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und Pflegeleitungen gezahlt werden. Auch Alltagsbegleiterinnen und -begleiter, Betreuungskräfte und Assistenzkräfte sind einbezogen. Hierbei haben sich die Tarifvertragsparteien am Geltungsbereich des Pflegemindestlohnes orientiert. Auszubildende in der Pflege sollen eine Prämie von 900 Euro erhalten. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) will beantragen, dass der Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wird und alle Arbeitgeber diese Prämie zahlen müssen (Quelle: Pressemitteilung von ver.di vom 06.04.2020).
Die Bundesvereinigung Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) ist ein Zusammenschluss von Pflegeanbietern und Wohlfahrtsverbänden u.a. des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Diakonischen Dienstgeber in Niedersachsen, des Paritätischen Gesamtverbandes und der Volkssolidarität. Ziel des Verbandes ist ein repräsentativer Tarifvertrag in der Pflege.
Die Elfte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen im Baugewerbe wurde am 30.03.2020 im Bundesanzeiger veröffentlicht (neue Mindestlöhne Bau ab April 2020).
Aufgrund der zwei zeitlich befristeten Verordnungsermächtigungen für die Bundesregierung im "Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld" verordnet die Bundesregierung Erleichterungen bei der Kurzarbeit.
Das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht wurde am 27.03.2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Der Artikel 1 behandelt die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht.
Mit der Neuregelung des Arbeitszeitgesetzes wird eine Verordnungsermächtigung in das Gesetz eingefügt, um durch Rechtsverordnung in außergewöhnlichen Notfällen mit bundesweiten Auswirkungen, insbesondere in epidemischen Lagen von nationaler Tragweite nach § 5 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes, Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz erlassen zu können.
Auch der rentenrechtliche Rahmen für die Weiterarbeit oder Wiederaufnahme einer Beschäftigung nach Renteneintritt wird erleichtert. Durch die deutliche Anhebung der kalenderjährlichen Hinzuverdienstgrenze von 6 300 Euro auf 44 590 Euro werden Einkünfte bis zu dieser Höhe keine Kürzung der Rente bewirken. Die Anhebung ist bis zum 31. Dezember 2020 befristet.
Das Gesetz sieht zudem vor, bei während des Bezugs von Kurzarbeitergeld aufgenommenen Beschäftigungen in systemrelevanten Branchen und Berufen befristet auf die Anrechnung auf das Kurzarbeitergeld teilweise zu verzichten. Dadurch wird ein Anreiz geschaffen, auf freiwilliger Basis vorübergehend Tätigkeiten in systemrelevanten Bereichen, wie z. B. der Landwirtschaft, aufzunehmen (Informationen zur Aufnahme eines Nebenjob während der Kurzarbeit).
Der zeitliche Rahmen für kurzfristige sozialversicherungsfreie Beschäftigung wird insbesondere mit Blick auf die Saisonkräfte in der Landwirtschaft befristet ausgeweitet, da diese aufgrund der Corona-Pandemie in deutlich geringerer Anzahl zur Verfügung stehen.
Mit dem Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite, veröffentlicht im Bundesgesetzblatt am 27.03.2020, wurde ein Entschädigungsanspruch im Fall von Kita- oder Schulschließungen im Infektionsschutzgesetz aufgenommen (§ 56 Absatz 1a IfSG - Regelung ist bis zum 31.12.2020 befristet).
Krankheitskosten bei einem Wegeunfall zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sind als Werbungskosten abziehbar (Bundesfinanzhof Urteil vom 19.12.2019, VI R 8/18; veröffentlicht am 26.03.2020)
Eine Stundung der Zahlung der Lohnsteuer ist derzeit nocht nicht möglich.
Eine generelle Stundung der Beitragszahlung der Gesamtsozialversicherungsbeiträge ist nach den derzeitigen Erleichterungen für Unternehmen in Folge der Corona-Krise noch nicht vorgesehen.
GKV-Spitzenverband empfiehlt allen gesetzlichen Krankenkassen die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge vorübergehend zu erleichtern.
Der GKV-Spitzenverband hat in der Pressemitteilung vom 25.03.2020 zu Beitragsstundungen der Gesamtsozialversicherungsbeiträge Stellung genommen.
Auswirkungen auf die Arbeit der Betriebsräte - Meldung des Bundesministerium für Arbeit und Soziales vom 24. März 2020
Im Normalfall kommen die Betriebsratsmitglieder zu einer Sitzung zusammen. Das Betriebsverfassungsgesetz sieht keine virtuelle Betriebsratssitzung vor. Für die Dauer der Corona-Krise liegt nach Auffassung des Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Sondersituation vor, in der die Betriebsratssitzung mittels Video- oder Telefonkonferenz zulässig ist.
Arbeitgeber können Anzeigen für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen bis zum 30. Juni 2020 erstatten. Gleiches gilt für die Zahlung der Ausgleichsabgabe (Presseinformation Nr. 16 vom 24.03.2020 der Bundesagentur für Arbeit).
Um das geplante Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Corona-Krise rasch beraten zu können, kommt der Bundesrat am 25. und 27. März 2020 zu zwei Sondersitzungen zusammen.
Die Sitzung am 25. März beginnt um 10 Uhr. Einziger Tagesordnungspunkt ist die Beratung des Regierungsentwurfs für den Nachtragshaushalt, der die finanziellen Hilfsmaßnahmen absichert. Der Bundesrat kann dazu Stellung nehmen, bevor der Bundestag voraussichtlich am gleichen Tag den Nachtrag in erster, zweiter und dritter Lesung verabschiedet. Bundesrat hat keine Einwände gegen Corona-Nachtragshaushalt.
Die Sitzung am 27. März beginnt um 11 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen die Gesetze des Corona-Pakets, die vom Bundestag beschlossen wurden - zudem die Vorlagen, die eigentlich für die reguläre Sitzung am 3. April 2020 vorgesehen waren. Dieser Termin entfällt.
Auszug aus dem BMF-Schreiben vom 19.03.2020:
Die nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffenen Steuerpflichtigen können bis zum 31. Dezember 2020 unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fälligen oder fällig werdenden Steuern, die von den Landesfinanzbehörden im Auftrag des Bundes verwaltet werden, sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer stellen. Diese Anträge sind nicht deshalb abzulehnen, weil die Steuerpflichtigen die entstandenen Schäden wertmäßig nicht im Einzelnen nachweisen können. Bei der Nachprüfung der Voraussetzungen für Stundungen sind keine strengen Anforderungen zu stellen. Auf die Erhebung von Stundungszinsen kann in der Regel verzichtet werden.
Die Bundessteuerberaterkammer hat in ihrem FAQ-Katalog die Sache präzisiert und folgende Maßnahmen aufgezählt:
Der Bundesrat hat am 13. März 2020 das Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld gebilligt, das der Bundestag nur wenige Stunden zuvor verabschiedet hatte. Es ermöglicht der Bundesregierung, Betriebe während der Corona-Krise kurzfristig zu unterstützen.
Das Gesetz wurde am 14.03.2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die Regelungen treten rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft. Es wird auch rückwirkend ausgezahlt. Ansprechpartner ist die Agentur für Arbeit vor Ort.
Regelungen zur steuerlichen Behandlung von Erstausbildungskosten sind verfassungsgemäß - Kosten von Erststudium und Erstausbildung sind nicht als Werbungskosten absetzbar
Dass Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung oder für ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, nach dem Einkommensteuergesetz nicht als Werbungskosten abgesetzt werden können, verstößt nicht gegen das Grundgesetz. Dies hat der Zweite Senat mit am 10. Januar 2020 veröffentlichtem Beschluss auf Vorlagen des Bundesfinanzhofs hin entschieden (Beschluss vom 19. November 2019; Quelle: Pressemitteilung Nr. 2/2020 des Bundesverfassungsgerichts vom 10. Januar 2020).
Die Abfallwirtschaft hat ab 01.01.2020 wieder einen für allgemeinverbindlich erklärten Mindestlohn. Die Achte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für die Abfallwirtschaft einschließlich Straßenreinigung und Winterdienst wurde am 27.12.2019 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2020 in Kraft und am 30. September 2022 außer Kraft (Mehr....).
Bekanntmachung des Gesamtsozialversicherungsbeitragssatzes und des Faktors F für das Jahr 2020 im Bundesanzeiger am 20.12.2019
Der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz beträgt 39,75%. Der Faktor F beträgt 0,7547.
Der Vermittlungsausschuss erzielte am 18. Dezember 2019 einen Kompromiss zu den steuerrechtlichen Maßnahmen des Klimapakets. Am 20. Dezember 2019 hat auch der Bundesrat dem Kompromiss aus dem Vermittlungsausschuss zum Klimaschutzpaket zugestimmt. Das Gesetz wurde am 30.12.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Die vom Bundestag beschlossene Erhöhung der Pendlerpauschale ab 2021 bleibt bestehen, ebenso die entsprechende Mobilitätsprämie für Geringverdiener. Zusätzlich erhöht sich in den Jahren 2024 bis 2026 die Pauschale für Fernpendler ab dem 21. Entfernungskilometer um weitere 3 Cent auf insgesamt 38 Cent pro Kilometer (Mehr....).
Bundesrat billigt Entlastung für Betriebsrenten (984. Sitzung des Bundesrates am 20.12.2019). Das GKV-Betriebsrentenfreibetragsgesetz wurde am 30.12.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Der Bundestag hat am 12. Dezember 2019 den Gesetzentwurf zur Einführung eines Freibetrages in der gesetzlichen Krankenversicherung zur Förderung der betrieblichen Altersvorsorge in der vom Gesundheitsausschuss geänderten Fassung (19/15877) angenommen.
Pflichtversicherte Betriebsrentner werden ab 2020 bei der gesetzlichen Krankenversicherung entlastet (Gesetz zur Einführung eines Freibetrages in der gesetzlichen Krankenversicherung zur Förderung der betrieblichen Altersvorsorge).
Die geltende Freigrenze für Versorgungsbezüge (1/20 der monatlichen Bezugsgröße; 2020: 159,25 Euro monatlich) wird in einen Freibetrag umgewandelt. Ein Freibetrag schafft für alle pflichtversicherten Betriebsrentenempfänger Entlastung.
Der Tarifvertrag über ein Mindestentgelt in den Elektrohandwerken wurde am 11.12.2019 im Bundesanzeiger veröffentlicht und damit für allgemeinverbindlich erklärt. Der Mindestlohn im Elektrohandwerk wird damit 2020 fortgesetzt.
Ab dem 01.01.2020 beträgt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung 2,4 Prozent (Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt am 05.12.2019). Die Regelung gilt befristet bis zum 31.12.2022.
Der Beitragssatz für das Jahr 2020 beträgt weiterhin in der allgemeinen Rentenversicherung 18,6% und in der knappschaftlichen Rentenversicherung 24,7% (Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt am 05.12.2019).
Bundesrat billigt Sozialversicherungsrechengrößen 2020
Das Bundeskabinett hatte am 09.10.2019 die Verordnung über die Sozialversicherungsrechengrößen 2020 beschlossen. Die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020 stand auf der Tagesordnung der 983. Sitzung des Bundesrates am 29.11.2019. Der Bundesrat hat zugestimmt. Die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020 wurde am 20.12.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Beitragsbemessungsgrenzen für 2020
Jahresarbeitsentgeltgrenzen für 2020
Höchstzuschüsse des Arbeitgebers für Mitglieder der privaten Krankenversicherung im Jahr 2020
Der Bundesrat hat am 29. November 2019 zahlreichen Änderungen im Steuerrecht zugestimmt, die der Bundestag am 7. November verabschiedet hatte (Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften - Jahressteuergesetz 2019). Das Gesetz wurde am 17.12.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Die Verlängerung der Halbierung der Bemessungsgrundlage bei der Dienstwagenbesteuerung bei privater Nutzung eines betrieblichen Elektro- oder extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugs. Für bestimmte Fahrzeuge ist sogar eine Herabsetzung der Bemessungsgrundlage auf ein Viertel vorgesehen.
Einführung eines neuen Pauschbetrages für Berufskraftfahrer ab 01.01.2020.
Anhebung der Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen ab 01.01.2020.
Unterbleiben des Ansatzes eines Sachbezuges für vom Arbeitgeber überlassenen Wohnraum, wenn der Arbeitnehmer mindestens 2/3 des ortsüblichen Mietpreises zahlt.
Im Referentenentwurf des Bundesministerium der Finanzen waren noch 20 Euro je Quadratmeter als Mietobergrenze vorgesehen. Der Regierungsentwurf enthält jetzt 25 Euro je Quadratmeter.
Die neue Fassung des Gesetzes sieht vor, den Begriff der Geldleistung in Abgrenzung zum Begriff des Sachbezugs klar zu definieren. Der § 8 Absatz 1 EStG soll ergänzt werden. Diese Änderung war im Regierungsentwurf entfallen, nachdem sie im Referentenentwurf des Bundesministerium der Finanzen schon enthalten war.
Änderung bei der Lohnsteueranmeldung ab 2021 - Trennung nach den Kalenderjahren in denen der Arbeitslohn bezogen wird oder als bezogen gilt
Änderungen im Bereich der Finanzbuchhaltung
Der Großteil aller Steuerzahler muss den Solidaritätszuschlag ab 2021 nicht mehr zahlen.
Durch den neuen § 3 Absatz 4a Satz 1 Solidaritätszuschlaggesetz 1995 wird die Anwendung der jährlichen Freigrenze auch bei sonstigen Bezügen sichergestellt.
Der Bundesrat hat das Gesetz zur Rückführung des Solidaritätszuschlags am 29. November 2019 gebilligt. Es gab bei diesem Einspruchsgesetz keinen Antrag auf Einberufung des Vermittlungsausschusses. Das Gesetz wurde am 12.12.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
MDK-Reformgesetz mit Regelungen zur Krankenversicherung der Studenten
Der Bundesrat hat in seiner 983. Sitzung am 29. November 2019 beschlossen, zu dem vom Deutschen Bundestag am 7. November 2019 verabschiedeten Gesetz keinen Antrag auf Einberufung des Vermittlungsausschusses zu stellen. Der Bundesrat hat aber eine Entschließung gefasst. Das Gesetz wurde am 20.12.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Das Gesetz für bessere und unabhängigere Prüfungen (MDK-Reformgesetz) enthält auch Regelungen zur Krankenversicherung der Studenten. Diese wird weiterentwickelt und modernisiert.
Bundesrat stimmt Mindestvergütung für Azubis zu - Gesetz zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung
Der Bundesrat hat am 29. November 2019 der vom Bundestag beschlossenen Reform der beruflichen Bildung für höher Qualifizierte zugestimmt. Das Gesetz wurde am 17.12.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Elektronischer Krankenkassenbeitritt - Bundesrat billigt Digitale-Versorgung-Gesetz
Verwaltungsprozesse werden durch Digitalisierung vereinfacht: Der freiwillige Beitritt zu einer gesetzlichen Krankenkasse kann elektronisch erfolgen.
Unternehmen wie Zalando und Amazon nutzen seit geraumer Zeit Systeme zur gegenseitigen Mitarbeiterbewertung. Dabei handelt es sich um Formen der digital gestützten Leistungskontrolle. Im Kern geht es darum, Beschäftigte permanent zu bewerten, zu kontrollieren und zu sanktionieren. Manche Betroffene vergleichen das Prozedere mit Stasi-Methoden (Quelle: Ratings als arbeitspolitisches Konfliktfeld. Das Beispiel ZONAR - Studie der Hans-Böckler-Stiftung Nr 429, September 2019).
Am 11.11.2019 wurden die Programmablaufpläne für den Lohnsteuerabzug 2020 bekannt gemacht. Die für 2019 vorgesehenen Anpassungen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht mit Auswirkung auf die Programmablaufpläne wurden berücksichtigt (Stand: 7.11.2019; Quelle: Bundesministerium der Finanzen).
Ergebnisse des Koalitionsausschusses vom 10.11.2019:
Die Spitzen der großen Koalition haben sich am 10.11.2019 auf eine Grundrente geeinigt.
Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung soll befristet bis Ende 2022 auf 2,4 Prozent gesenkt werden.
Zugleich wurde eine Entlastung von Betriebsrentnern bei der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen.
Bei Mitarbeiterkapitalbeteiligungen (Vermögensbeteiligungen) wird der steuerfreie Höchstbetrag von derzeit 360 Euro auf 720 Euro angehoben.
Sachbezugswerte 2020 stehen endgültig fest
Der Sachbezugswert für Verpflegung steigt bundeseinheitlich auf 258 Euro monatlich (7 Euro mehr als 2019).
Der Sachbezugswert für freie Unterkunft steigt bundeseinheitlich auf 235 Euro monatlich (4 Euro mehr als 2019).
Der Pensions-Sicherungs-Verein hat seinen Beitragssatz für 2019 auf 3,1 Promille (0,31%) festgesetzt (Presse-Mitteilung des PSVaG vom 07. November 2019). Durch Multiplikation mit der Betragsbemessungsgrundlage der Versorgungsverpflichtungen ergibt sich der Jahresbeitrag des Arbeitgebers.
Paketboten-Schutz-Gesetz beschlossen - Noch vor dem Weihnachtsgeschäft: Mehr Schutz für Paketboten
Das Gesetz zur Einführung einer Nachunternehmerhaftung in der Kurier-, Express- und Paketbranche zum Schutz der Beschäftigten (Paketboten-Schutz-Gesetz) stand auf der Tagesordnung der 982. Sitzung des Bundesrates am 08.11.2019. Es gab keinen Antrag auf Einberufung des Vermittlungsausschusses.
Das Gesetz wurde am 22.11.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Ziel ist die Einführung der Nachunternehmerhaftung in der Paketbranche. Die Neuregelung soll künftig die korrekte Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge sicherstellen (Mehr....).
Das Bürokratieentlastungsgesetz III stand auf der Tagesordnung der 982. Sitzung des Bundesrates am 08.11.2019. Der Bundesrat hat zugestimmt. Das Gesetz wurde am 28.11.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Änderungen aus dem Bürokratieentlastungsgesetz III:
Anhebung der Grenzen zur Lohnsteuerpauschalierung bei kurzfristiger Beschäftigung. Die Änderungen sind erstmals für den Lohnsteuerabzug 2020 anzuwenden.
Erhöhung des durchschnittlichen Arbeitslohns je Arbeitstag von 72 Euro auf 120 Euro.
Erhöhung des pauschalierungsfähigen durchschnittlichen Stundenlohns von 12 Euro auf 15 Euro.
Regelung zur Vereinfachung der Lohnsteuererhebung bei beschränkt steuerpflichtigen Arbeitnehmern. Dabei geht es um die Lohnsteuerpauschalierung bei kurzfristig in Deutschland tätigen ausländischen Mitarbeitern (Pauschsteuersatz von 30%). Dazu wird im § 40a EStG der Abs. 7 neu eingefügt. Die neue Vorschrift ist erstmals für den Lohnsteuerabzug 2020 anzuwenden.
Anhebung der lohnsteuerlichen Pauschalierungsgrenze von 62 Euro auf 100 Euro für Beiträge zu einer Gruppenunfallversicherung. Die Änderung ist erstmals für den Lohnsteuerabzug 2020 anzuwenden.
Anhebung der Steuerbefreiung von 500 Euro auf 600 Euro für betriebliche Gesundheitsförderung je Arbeitnehmer im Kalenderjahr. Die Änderung ist erstmals für den Veranlagungszeitraum 2020 und den Lohnsteuerabzug 2020 anzuwenden.
Der Wechsel der Steuerklassenkombination bei Ehegatten ist ab 2020 nicht mehr auf einen Wechsel pro Kalenderjahr beschränkt.
Einführung der Textform anstelle der Schriftform für die Mitteilung einer Entscheidung des Arbeitgebers über einen Teilzeitwunsch nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz.
Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Damit wird die Einreichung des "gelben Zettels" ersetzt. Künftig sollen die Krankenkassen den Arbeitgeber auf Abruf elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit seines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers sowie über den Zeitpunkt des Auslaufens der Entgeltfortzahlung informieren. Losgehen soll es mit dem neuen Verfahren am 01.01.2022.
Der Bundesrat begrüßt die im Gesetz vorgesehenen Maßnahmen zur Entlastung der Wirtschaft von bürokratischen Belastungen. Der Umfang der erreichten Entlastungen bleibt aber deutlich hinter dem zurück, was im Interesse der Stärkung und der Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Wirtschaft wünschenswert wäre. Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, ihr Bemühen um Bürokratieentlastung entschieden fortzusetzen und zügig weitere Vorschläge dazu zu erarbeiten.
Der Bundesrat hat am 8. November 2019 das Pflegelöhneverbesserungsgesetz gebilligt. Das Gesetz wurde am 28.11.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Es tritt damit am 29.11.2019 in Kraft.
Damit sich die Entlohnung der Pflegekräfte verbessert, ermöglicht das Gesetz dem Bundesarbeitsministerium, eine Tarifvereinbarung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der Pflegebranche für allgemeinverbindlich zu erklären (Mehr....).
Abruf der Lohnsteuerabzugsmerkmale im ELStAM-Verfahren für beschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer ab dem 1. Januar 2020.
Das Bundesarbeitsgericht wird im Januar und Februar 2020 die ersten Revisionen betreffend Klagen von Beschäftigten gegen den Insolvenzverwalter über das Vermögen der Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG mündlich verhandeln (Quelle: Pressemitteilung Nr. 37/19 des Bundesarbeitsgerichts vom 05.11.2019).
Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt für das Jahr 2020 auf 1,1 Prozent. Das gibt das Bundesministerium für Gesundheit am 28. Oktober 2019 mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger bekannt.
Lohnsteuerpauschalierung bei zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers - Gehaltsumwandlung kein Ausschlusskriterium für Lohnsteuerpauschalierung
Der Bundesfinanzhof hat in drei Urteilen zur Lohnsteuerpauschalierung bei zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers Stellung bezogen (VI R 32/18, VI R 21/17 und VI R 40/17 vom 01.08.2019; veröffentlicht am 24.10.2019). Es kam zu einer Änderung der Rechtsprechung. Danach schließt eine vertraglich vereinbarte Gehaltsumwandlung die Lohnsteuerpauschalierung nicht mehr aus.
Mehrere Arbeitsgerichte stellen sich gegen die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 25.09.2018 (8 AZR 26/18) und befürworten die Verzugspauschale im Arbeitsrecht.
Sonntagsverkauf von Backwaren in Bäckereifilialen mit Cafébetrieb zulässig - Bundesgerichtshof Urteil vom 17. Oktober 2019 (I ZR 44/19)
Eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag, die darauf abzielt, Feiertage aus der Vergütungspflicht auszunehmen, ist wegen der Unabdingbarkeit des gesetzlichen Entgeltfortzahlungsanspruchs unwirksam (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16. Oktober 2019 - 5 AZR 352/18).
Auch fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung verdienen Beschäftigte in Ostdeutschland noch deutlich weniger als Arbeitnehmer in den alten Bundesländern. Insgesamt beträgt der Abstand rund 16,9 Prozent, wenn man Beschäftigte gleichen Geschlechts, im gleichen Beruf und mit vergleichbarer Berufserfahrung vergleicht. Besonders stark zurück liegen ostdeutsche Arbeitnehmer, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen oder eine weiterführende berufliche Qualifikation (z.B. als Techniker oder Meister) erworben haben. In akademisch geprägten Berufen und bei Helfertätigkeiten ist der Abstand zum Westen geringer. Dies ergibt eine Auswertung von annähernd 175.000 Datensätzen des Portals Lohnspiegel.de, das vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird (Quelle: Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung vom 01.10.2019).
Die Insolvenzgeldumlage 2020 bleibt bei 0,06 Prozent. Die Verordnung zur Festsetzung des Umlagesatzes für das Insolvenzgeld für das Kalenderjahr 2020 stand auf der Tagesordnung der 980. Sitzung des Bundesrates am 20.09.2019. Der Bundesrat hat zugestimmt. Die Verordnung wurde am 09.10.2019 im Bundesgesetzblatt verkündet.
Unbelegte Backwaren mit einem Heißgetränk sind kein Frühstück im lohnsteuerrechtlichen Sinne, wie der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 03.07.2019 (VI R 36/17; veröffentlicht am 19.09.2019) entschieden hat.
Die im Eckpunktepapier zum Bürokratieentlastungsgesetz III vorgesehene Anhebung auf 500 Euro monatlich ist im Referentenentwurf des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 09.09.2019 nicht mehr enthalten.
Unfallversicherungsschutz besteht auch an einem "Probetag" - Bundessozialgericht 20. August 2019 (B 2 U 1/18 R)
Bundesfinanzhof bestätigt neues Reisekostenrecht - Pressemitteilung Nr. 43 vom 18. Juli 2019
Das steuerliche Reisekostenrecht, das seit dem Jahr 2014 den Werbungskostenabzug für nicht ortsfest eingesetzte Arbeitnehmer und Beamte - wie z.B. Streifenpolizisten - einschränkt, ist verfassungsgemäß, wie der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 4. April 2019 VI R 27/17 entschieden hat. Zeitgleich hat der Bundesfinanzhof vier weitere Urteile veröffentlicht, die die Folgen der geänderten Rechtslage für andere Berufsgruppen - wie etwa Piloten, Luftsicherheitskontrollkräfte oder befristet Beschäftigte - verdeutlichen (Urteile vom 10. April 2019 VI R 6/17, vom 11. April 2019 VI R 36/16, vom 11. April 2019 VI R 40/16 und vom 11. April 2019 VI R 12/17).
Die Deutsche Rentenversicherung Bund ist berechtigt, Bescheide zur Versicherungspflicht einer als Einzugsstelle handelnden gesetzlichen Krankenkasse mit dem Argument anzufechten, ihre Alleinzuständigkeit im obligatorischen Clearingstellenverfahren sei verletzt. Dies hat der 12. Senat des Bundessozialgerichts am 16.07.2019 in zwei Urteilen entschieden und dadurch Revisionen der beklagten BKK24 zurückgewiesen (B 12 KR 6/18 R und B 12 KR 5/18 R).
Der Abgabesatz zur Künstlersozialversicherung bleibt im Jahr 2020 bei 4,2 Prozent.
Der Bundesrat hat in seiner 979. Sitzung am 28. Juni 2019 beschlossen, dem vom Deutschen Bundestag am 6. Juni 2019 verabschiedeten Gesetz zuzustimmen. Das Gesetz weitet die Befugnisse der Finanzkontrolle Schwarzarbeit aus, die beim Zoll angesiedelt ist. Sie soll Scheinarbeit oder vorgetäuschte Selbstständigkeit, Menschenhandel und Arbeitsausbeutung aufdecken - zudem missbräuchliches Anbieten von Schrottimmobilien oder Kindergeldmissbrauch (Mehr....).
Am 15.07.2019 ist das 26. BAföG-Änderungsgesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden.
Gehaltsnachzahlungen müssen beim Elterngeld berücksichtigt werden - Bundessozialgericht Urteil vom 27.06.2019, B 10 EG 1/18 R
Pflegekräfte in stationären Pflegeeinrichtungen sind regelmäßig sozialversicherungspflichtig - Bundessozialgericht Urteil vom 07.06.2019, B 12 R 6/18 R
Zur Abziehbarkeit von Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung hat der Bundesfinanzhof am 04.04.2019 ein Urteil (VI R 18/17) gesprochen. Danach fallen Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat für eine im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung genutzten Wohnung nicht unter die Höchstbetragsbegrenzung von 1.000 Euro und sind daher grundsätzlich in vollem Umfang als Werbungskosten abziehbar.
Honorarärzte im Krankenhaus sind regelmäßig sozialversicherungspflichtig - Bundessozialgericht Urteil vom 04.06.2019, B 12 R 11/18 R
Länderinitiative zur Stärkung der Tarifautonomie
Bremen, Brandenburg, Thüringen, Berlin und Hamburg wollen der zunehmenden Schwächung von Gewerkschaften und dem wachsenden Bedeutungsverlust von Arbeitgeberverbänden entgegenwirken. In einem Entschließungsantrag fordern sie eine Strategie zur Stärkung der tariflichen Ordnung. Der Bundesrat hat in seiner 978. Sitzung am 7. Juni 2019 die Entschließung gefasst (Sozialpartnerschaft, Tarifautonomie und Tarifbindung stärken - Verantwortungsvolle Unternehmen schützen und fairen Wettbewerb sichern).
Im Jahr 2018 arbeiteten 46 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit Branchentarifvertrag. Die Tarifabdeckung ist dabei im Westen deutlich höher als im Osten. Rund 49 Prozent der westdeutschen und etwa 35 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten arbeiteten in einem Betrieb, in dem ein Branchentarifvertrag galt (Quelle: Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 22.05.2019).
Unterschiedliche Entlohnung von regelmäßiger und unregelmäßiger Nachtarbeit rechtswidrig (LAG Bremen, Urteil vom 10.04.2019 - 3 Sa 12/18)
Ab 01.01.2020 soll die neue Personengruppe 117 für "Nicht berufsmäßig unständig Beschäftigte" eingeführt werden.
Ein seit Jahrzehnten privat krankenversicherter Arbeitnehmer, der seine Beschäftigung mit Vollendung des 63. Lebensjahres beendet und anschließend eine Altersrente vorzeitig in Anspruch nimmt, kann sich mit der Aufnahme einer mehr als geringfügigen Beschäftigung nicht in die gesetzliche Krankenversicherung zurückmogeln. Auch für diesen Personenkreis gilt die durch § 6 Abs. 3a SGB V angeordnete Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Krankenversicherung von Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres einen Versicherungspflichttatbestand erfüllen. Klarstellung im Besprechungsergebnis der Spitzenverbände der Krankenkassen vom 20.03.2019 unter Top 4 (Mehr....).
Der Bundesrat setzt sich dafür ein, Betriebsrentner zu entlasten und die sogenannte Doppelverbeitragung abzuschaffen. In einer am 12. April 2019 gefassten Entschließung fordert er die Bundesregierung auf, zu prüfen, wie die bisherige Praxis der Beitragserhebung in der Krankenversicherung beendet werden kann (Versorgungsbezüge).
Ab 1. Juli 2019 gelten höhere Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen.
Der monatlich unpfändbare Grundbetrag beträgt 1.178,59 Euro (bisher: 1.133,80 Euro). Dieser Betrag erhöht sich, wenn gesetzliche Unterhaltspflichten zu erfüllen sind, um monatlich 443,57 Euro (bisher: 426,71 Euro) für die erste und um monatlich jeweils weitere 247,12 Euro (bisher: 237,73 Euro) für die zweite bis fünfte Person. Die genauen Beträge ergeben sich aus der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2019 (am 11.04.2019 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht).
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat am 02.04.2019 das gemeinsam mit dem Bundesministerium der Finanzen in Auftrag gegebene Forschungsvorhaben "Konzeptionelle Grundlagen für die Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation" veröffentlicht.
Darstellung der bereits erreichten und der bis zum Renteneintritt erreichbaren Leistungen
Zusammenführung der erreichbaren Altersvorsorgeleistungen in einer Modellrechnung
Ermöglichung des Datenexports aus der Plattform
Ziel ist es, bis zum Herbst 2019 die erforderlichen Rahmenbedingungen für die Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation festzulegen (Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom 02.04.2019).
Die Fünfte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen nach dem SGB II oder SGB III wurde am 29.03.2019 im Bundesanzeiger veröffentlicht und damit für allgemeinverbindlich erklärt. Der Tarifvertrag enthält erstmals eine Differenzierung der Mindeststundenentgelte. Mit dem Inkrafttreten des Tarifvertrags am 1. April 2019 gilt damit für die Branche ein Mindestlohn 1 in Höhe von 15,72 Euro beziehungsweise ein Mindestlohns 2 in Höhe von 15,79 Euro je Zeitstunde (Mehr....).
Steuerliche Behandlung der Beiträge zu einer betrieblichen Krankenversicherung - Rechtslage ist umstritten
Der Bundesfinanzhof hat einem Steuersparmodell in Unternehmerehen einen Riegel vorgeschoben.
Die Überlassung eines Firmen-PKW zur uneingeschränkten Privatnutzung ohne Selbstbeteiligung ist bei einem "Minijob"-Beschäftigungsverhältnis unter Ehegatten fremdunüblich. Der Arbeitsvertrag ist daher steuerlich nicht anzuerkennen, wie der Bundesfinanzhof mit Urteil X R 44-45/17 entschieden hat (Mehr....).
Der Mindestlohn im Schornsteinfegerhandwerk steigt rückwirkend zum 1. Oktober 2018 auf 13,20 Euro brutto pro Stunde (Allgemeinverbindlich durch Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 06.02.2019).
Bekanntmachung des Gesamtsozialversicherungsbeitragssatzes und des Faktors F für das Jahr 2019 im Bundesanzeiger am 24. Dezember 2018
Der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz beträgt 39,65%. Der Faktor F beträgt 0,7566.
Beitragsberechnung in der Gleitzone für 2019 - Übergangsbereich ab Juli 2019 (Die Gleitzone wird ab 1. Juli 2019 auf 1.300 Euro angehoben.)
Gleitzonenrechner 1. Halbjahr 2019 (Es gelten noch die alten Grenzen aber auch die paritätische Tragung des Zusatzbeitragssatzes)
Gleitzonenrechner ab Juli 2019 (Es gelten die neuen Grenzen und die paritätische Tragung des Zusatzbeitragssatzes)
Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung haben die Geringfügigkeits-Richtlinien überarbeitet.
Die Geringfügigkeits-Richtlinien vom 21. November 2018 lösen die Geringfügigkeits-Richtlinien in der Fassung vom 12. November 2014 ab. Sie gelten grundsätzlich ab 1. Januar 2019.
Qualifizierungschancengesetz: Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung sinkt, Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen wird ausgeweitet, 70-Tage-Regelung für die kurzfristige Beschäftigung bleibt und Tarifeinheitsgesetz wird geändert
Das sind die Eckpunkte eines Gesetzentwurfs der Bundesregierung zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und für mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung.
Der Gesetzentwurf war am 26.11.2018 Gegenstand einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales. Der Bundestag hat am 30.11.2018 das Qualifizierungschancengesetz angenommen (2./3. Lesung). Das Gesetz bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrats. Es stand abschließend auf der Tagesordnung der 973. Sitzung des Bundesrates am 14.12.2018. Der Bundesrat hat keinen Antrag auf Einberufung des Vermittlungsausschusses gestellt. Es gab aber eine Entschließung.
Das Qualifizierungschancengesetz und die Beitragssatzverordnung wurden am 21.12.2018 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die wichtigsten Regelungen treten am 01.01.2019 in Kraft.
Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung sinkt ab dem 1. Januar 2019 von 3,0 auf 2,5 Prozent. Das Qualifizierungschancengesetz beinhaltet eine Senkung um 0,4 Prozentpunkte. Weitere 0,1 Prozentpunkte werden durch die Beitragssatzverordnung 2019 befristet bis 2022 reduziert.
Die Zeitgrenzen für eine sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung werden dauerhaft auf drei Monate oder 70 Arbeitstage angehoben.
Die Rahmenfrist, innerhalb derer die Mindestversicherungszeit für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zurückzulegen ist, wird auf 30 Monate erweitert.
Mit dem Qualifizierungschancengesetz wurde die im Tarifeinheitsgesetz enthaltene Regelung zur Tarifkollision verändert. Die Änderung war der Politik vom Bundesverfassungsgericht im Juli 2017 aufgegeben worden (Änderung Tarifeinheitsgesetz).
Die Weiterbildungsförderung für beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße ermöglicht.
§ 622 Absatz 2 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs aufgehoben. Die Aufhebung der Anrechnungsgrenze in Satz 2 hat zur Folge, dass bei der Berechnung der vom Arbeitgeber einzuhaltenden Kündigungsfrist die gesamte Dauer der Betriebs- oder Unternehmenszugehörigkeit des Arbeitnehmers zu berücksichtigen ist. Dies ist bereits heute die geltende Rechtslage. Satz 2 des § 622 Absatz 2 darf wegen Verstoßes gegen das unionsrechtliche Verbot der Diskriminierung wegen des Alters seit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 19.01.2010 nicht mehr angewendet werden.
Höhere Beiträge für die Pflegeversicherung beschlossen
Das Bundeskabinett hat am 10.10.2018 die Anhebung des Beitrags zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte beschlossen (Entwurf eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Elften Buches Sozialgesetzbuch - Beitragssatzanpassung). Der Gesetzentwurf stand auf der Tagesordnung der 972. Sitzung des Bundesrates am 23.11.2018. Der Bundesrat hat zugestimmt. Der Bundestag hat am 29.11.2018 die Beitragssatzänderung verabschiedet (2./3. Lesung). Das Gesetz stand abschließend auf der Tagesordnung der 973. Sitzung des Bundesrates am 14.12.2018. Der Bundesrat hat keinen Antrag auf Einberufung des Vermittlungsausschusses gestellt.
Das Gesetz wurde am 20.12.2018 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Es tritt am 01.01.2019 in Kraft.
Mit diesem Gesetz wird der Beitragssatz der sozialen Pflegeversicherung zum 01.01.2019 um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Damit ergibt sich ein Beitragssatz von 3,05 Prozent (Kinderlose 3,3 Prozent).
Der Bundesrat hat zahlreichen Änderungen im Steuerrecht zugestimmt - Steuerentlastung für E-Dienstwagen und Jobtickets kommt
Das Gesetz wurde am 14.12.2018 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht (Der Gesetzentwurf wurde im Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens von "Jahressteuergesetz 2018" in "Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften" umbenannt).
Änderungen im Bereich der Lohnsteuer:
Arbeitnehmer können Jobtickets ab 2019 einkommenssteuerfrei nutzen.
Änderungen bei der Dienstwagenbesteuerung von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen. Die private Nutzung eines Dienstwagens wird mit 1 Prozent des inländischen Listenpreises für jeden Kalendermonat versteuert. Für E-Autos, die nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 angeschafft werden, sind nur 1 Prozent vom halben Bruttolistenpreis anzusetzen.
Ab 2019 sind nur noch zertifizierte Gesundheitsleistungen steuerbefreit.
Der Bundestag hat am 18.10.2018 dem von der Bundesregierung eingebrachten "Entwurf eines Gesetzes zur Beitragsentlastung der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung" zugestimmt. Das Parlament ist dabei der Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschuss gefolgt. Das GKV-Versichertenentlastungsgesetz stand auf der Tagesordnung der 972. Sitzung des Bundesrates am 23.11.2018. Der Bundesrat hat den Vermittlungsausschuss nicht aufgerufen.
Dem § 229 Abs. 1 Nr. 5 SGB V wurde eine Bereichsausnahme zugefügt (Versorgungsbezüge als beitragspflichtige Einnahmen).
Die Mindestbemessungsgrundlage nach § 240 Abs. 4 Satz 1 SGB V findet nun für alle freiwillig Versicherten Anwendung. Durch die Aufhebung des Satzes 2 werden die freiwillig versicherten hauptberuflich Selbstständigen mit den übrigen freiwillig Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung in Bezug auf ihre Mindestbeiträge gleichgestellt (90. Teil der monatlichen Bezugsgröße; Freiwillige Krankenversicherung).
Mit dem Versichertenentlastungsgesetz werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung wieder zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Versicherten getragen. Für die Finanzreserven der Krankenkassen werden gesetzlich definierte Höchstgrenzen vorgesehen und Abbaumechanismen geschaffen, damit überschüssige Mittel der Gesundheitsversorgung zugeführt und die Zusatzbeiträge stabilisiert bzw. abgesenkt werden können (Mehr....).
Bisher ist der Zusatzbeitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen für den Beitragszuschuss des Arbeitgebers zur privaten Krankenversicherung des Arbeitnehmers ohne Bedeutung, da er allein von den gesetzlich versicherten Arbeitnehmern gezahlt wird. Mit dem Versichertenentlastungsgesetz werden ab 2019 die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung wieder zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Versicherten getragen. Der bisherige Zusatzbeitrag wird damit paritätisch finanziert. Damit wird die Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes auch beim maximalen Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung berücksichtigt (Mehr....).
Am 18.10.2018 hat der Bundestag den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts und zur Einführung einer Brückenteilzeit beschlossen. Das Gesetz stand auf der Tagesordnung der 972. Sitzung des Bundesrates am 23.11.2018. Der Bundesrat hat den Vermittlungsausschuss nicht aufgerufen.
Dieses Gesetz tritt am ersten Tag des auf die Verkündung folgenden Kalendermonats in Kraft. Es gilt damit ab 01.01.2019.
Das Teilzeit- und Befristungsgesetz wird um einen Rechtsanspruch auf zeitlich begrenzte Teilzeit ergänzt. Dieser Anspruch führt dazu, dass Arbeitnehmer nach einer Teilzeitphase wieder zu ihrer vorherigen Arbeitszeit zurückkehren können (Einführung einer Brückenteilzeit).
Der Gesetzentwurf sieht auch Änderungen bei der Arbeit auf Abruf vor.
Die Finanzverwaltung hat die Pauschalen für betrieblich und beruflich veranlasste Auslandsreisen ab 1. Januar 2019 bekannt gegeben.
Um Familien zu entlasten, wird das Kindergeld pro Kind ab 01.07.2019 um 10 Euro pro Monat erhöht (Mehr....).
Zudem steigt der steuerliche Kinderfreibetrag für 2019. Der Kinderfreibetrag wird für 2020 erneut erhöht, um der zum 01.07.2019 vorgenommenen Kindergelderhöhung zu entsprechen, die sich im Jahr 2020 mit insgesamt 120 Euro pro Kind erstmals auf das gesamte Jahr auswirkt (Mehr....).
Zur steuerlichen Freistellung des Existenzminimums und zum Ausgleich der kalten Progression werden außerdem der Grundfreibetrag angehoben und die Eckwerte des Einkommensteuertarifs für die Veranlagungszeiträume 2019 und 2020 nach rechts verschoben (Mehr....).
Länder billigen Rentenpaket
Der Bundestag hat mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung am 8. November 2018 den Weg für zahlreiche Änderungen innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung frei gemacht und angenommen.
Das Gesetz stand auf der Tagesordnung der 972. Sitzung des Bundesrates am 23.11.2018. Der Bundesrat hat den Vermittlungsausschuss nicht aufgerufen.
Das Gesetz wurde am 04.12.2018 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Mit diesem Gesetz wird für das Jahr 2019 der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung auf 18,6 Prozent und in der knappschaftlichen Rentenversicherung auf 24,7 Prozent festgesetzt.
Das Gesetz enthält auch die Ausweitung der Gleitzone auf 1.300 Euro. Die Gleitzone wird aber erst ab 1. Juli 2019 auf 1.300 Euro angehoben (Deutscher Bundestag 61. Sitzung am 8. November 2018).
Jahresarbeitsentgeltgrenzen für 2019
Höchstzuschüsse des Arbeitgebers für Mitglieder der privaten Krankenversicherung im Jahr 2019

References: § 8
 § 14
 EuGH 
 § 64
 § 5
 § 8
 § 3
 § 40
 § 6

§ 622
 § 622
 § 229
 § 240