Source: https://www.bundesanzeiger-verlag.de/betreuung/wiki/index.php?title=Rechtsanwalt&diff=13723&oldid=12018
Timestamp: 2020-03-30 10:38:19+00:00

Document:
Version vom 19. April 2017, 10:53 Uhr (Quelltext anzeigen)
==Anwalt als Bevollmächtigter==
Anwälte dürfen entgeltliche [[Vorsorgevollmacht]]en übernehmen, da sie vom Verbot des Rechtsdienstleistungsgesetzes (§ 6 RDG) ausdrücklich ausgenommen sind (§ 3 BRAO). Die kostenpflichtige Tätigkeit wird in der Regel im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrags (§ 675 BGB) übernommen.
==Anwalt als Verfahrensbevollmächtigter im Betreuungs- und Unterbringungsverfahren==
Betroffene sind im [[Betreuungsverfahren|Betreuungs-]] und [[Unterbringungsverfahren]] unabhängig von Ihrer [[Geschäftsfähigkeit]] stets verfahrensfähig, § 275 FamFG und § 316 FamFG. Dazu gehört auch, dass für solche Verfahren wirksam ein Anwalt als Verfahrensbevollmächtigter bestellt werden kann (§ 11 FamFG). Der Anwaltsvertrag wird als rechtswirksam betrachtet, einschl. des Honoraranspruchs. Und die Bestellung eines [[Verfahrenspfleger]]s (§§ 276 FamFG, § 317 FamFG) kann in solchen Fällen unterbleiben.
'''KG, Beschluss vom 13.09.2011, 1 W 462/10''', BtPrax 2011, 270 = FamRZ 2012, 63 = FGPrax 2011, 296 = HRA 2011, 19 = NZI 2011, 856 = ZInsO 2011, 2151
Der anwaltliche Berufsbetreuer, der für den Betroffenen Dienste erbringt, für die ein nichtanwaltlicher
Betreuer einen Rechtsanwalt hinzugezogen hätte, kann wählen, ob er insoweit Aufwendungsersatz
nach § 1835 Abs. 3 BGB verlangt oder eine Betreuervergütung geltend macht,
wenn sich die allgemeine und die berufsbezogen qualifizierte Amtsführung nicht klar voneinander
abgrenzen lässt. Bereitet der anwaltliche Berufsbetreuer für den bedürftigen Betroffenen
ein Regelinsolvenzverfahren vor, richtet sich der Aufwendungsersatzanspruch nach den
Gebührensätzen des Beratungshilfegesetzes.
'''BGH Beschl v 14.5.2014, XII ZB 683/11''', BeckRS 2014, 15337 = BtPrax 2014, 234 = FamRZ 2014, 1628 = FD-RVG 2014, 361000 = JurionRS 2014, 19089 = NJW 2014, 3238
# Ein Antrag des anwaltlichen Betreuers auf Festsetzung pauschaler Vergütung schließt die nachträgliche Geltendmachung von Aufwendungsersatz nach § 1835 III BGB für in dem betreffenden Zeitraum erbrachte anwaltliche Dienste nicht aus.
# Zur Abgrenzung von pauschal abzugeltender Betreuertätigkeit und anwaltsspezifischer Tätigkeit, für die nach § 1835 III BGB Aufwendungsersatz verlangt werden kann.
==Besonderheiten im Steuer- und Sozialversicherungsrecht==
'''FG Hamburg Urt v 17.11.2008, 6 K 159/06; BtMan 2009, 100 (Ls)''':
'''FG Hamburg Urt v 17.11.2008, 6 K 159/06'''; BtMan 2009, 100 (Ls):
Zeile 103: Zeile 120:
==Sozialversicherungsrecht==
In Bezug auf die gesetzliche [[Unfallversicherung]] ist für anwaltliche Berufsbetreuer abweichend von anderen Berufsbetreuern die Verwaltungsberufsgenossenschaft zuständig.
==Gewerbeanmeldung==
'''BVerwG, Urteile vom 27.02.2013, 8 C 7.12''', BeckRS 2013, 48687 und 8 C 8.12, BeckRS 2013, 50522 = FamFR 2013, 288:

References: § 275
 § 316
 § 317
 § 1835
 § 1835
 § 1835