Source: https://www.wiedel-training.de/meine-st%C3%A4rken-als-beraterin
Timestamp: 2018-11-15 08:33:01+00:00

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Meine Stärken als Beraterin, TRainerin und Coach
Als Juristin und Pädagogin bringe ich viele Stärken in meine Tätigkeit in Beratung, Organisationsentwicklung, Kommunikationstraining mit
Welche Kompetenzen bringe ich aus früheren Ausbildungen mit?
Vor meiner Tätigkeit als Beraterin, Trainerin und Coach habe ich Jura studiert und als Rechtsanwältin gearbeitet. Davor habe ich eine pädagogische Ausbildung absolviert, im sozialen Bereich und in der Jugend- und Erwachsenenbildung gearbeitet.
Kritiker könnten auf die Idee kommen, dass ich nicht weiß, was ich will. Richtig ist, dass mich meine Ausbildungen und meine Berufs- und Lebenserfahrung, zu dem machen, was ich bin: eine reife, vielfältige, interdisziplinäre Persönlichkeit mit vielen Stärken und Fähigkeiten, die für eine Tätigkeit in der Unternehmensberatung, Organisationsentwicklung, Konfliktmanagement, Kommunikationstraining und Coaching wichtig sind.
Welche Kompetenzen, Stärken und Fähigkeiten bringe ich in meine dritte Profession mit? Darum geht es in diesem Blog.
Juristen haben viele Stärken
Juristen erwerben während ihres Studiums - außer Rechtskenntnis - viele Fähigkeiten. Ich möchte das an einem stark vereinfachtem Beispiel zeigen und werde mich auch im Folgenden einer unjuristischen Darstellung und Ausdrucksweise bedienen, um die Verständlichkeit für Nicht-Juristen zu erhöhen:
Folgendes ist geschehen - Juristen sprechen von Sachverhalt:
Ein Mensch betritt eine Bank, zeigt den Bankangestellten eine Pistole und ruft: Geld her oder ich schieße.
Ein juristischer Laie sagt: ist doch ganz klar: ein Banküberfall.
Eine ausgebildete Juristin sagt: das kann man soooo einfach nicht sagen. Das muss man erst sorgfältig prüfen. Nach sorgfältiger Prüfung der Sach- und Rechtslage kommen Juristen zum Ergebnis: räuberische Erpressung, Hausfriedensbruch und Beleidigung.
Welche Fähigkeiten sind hierfür nötig?
Juristen ordnen einer konkreten Handlung mehrere abstrakte Paragrafen zu. Sie geben sich nicht mit dem ersten auf der Hand liegenden Paragrafen zufrieden, sondern prüfen alle in Frage kommenden Paragrafen umfassend und bis ins Detail. Diese Fähigkeit nennt man analytisches Denken.
Die Zuordnung von Paragrafen zu einer konkreten Handlung nennen Juristen Subsumption. Subsumption geschieht in einer bestimmten Reihenfolge: wichtigstes zuerst und nichts vergessen, alle Merkmale eines Paragrafen in einer bestimmten Reihenfolge. Wer das kann, darf von sich behaupten, dass er fähig ist, strukturiert zu arbeiten.
Es gibt Paragrafen, die schließen sich gegenseitig aus, z.B. Raub und Erpressung, also entweder das eine oder das andere. Es gibt Paragrafen, die bedingen einander: wenn §1 erfüllt ist, dann könnte auch § 2 erfüllt sein. Und wenn § 2 erfüllt ist, dann kann unmöglich § 6 erfüllt sein, wohl aber § 7, der aber wiederum § 3 ausschließt. Wem davon nicht schwindlig wird, darf mit Fug und Recht behaupten, zum vernetzten Denken fähig zu sein.
Das große Ganze und die Details zu sehen
Diebstahl liegt vor, wenn einer einem anderen eine fremde bewegliche Sache wegnimmt. Soweit kämen auch Laien-Juristen.
Was aber ist Wegnahme?
Was aber ist Gewahrsam?
Gewahrsam ist ein tatsächliches Herrschaftsverhältnis, von einem Herrschaftswillen getragen unter Berücksichtigung der Verkehrsanschauung.
Was aber ist Verkehrsanschauung?
Die Verkehrsanschauung ist die Auffassung und die Anschauung des Rechtsverkehrs.
Laien-Juristen und Mensch mit gesundem Menschenverstand sind draußen. Sie fragen sich: um was ging es jetzt eigentlich? Juristen behalten den Überblick und wissen - trotz Definition in der Definition - dass es bei der Verkehrsauffassung immer noch um Diebstahl geht.
Juristen finden stets die Nadel im Heuhaufen und sehen stets trotz vieler Bäume den Wald. Sie denken detailiert und gleichzeitig ganzheitlich.
Wenn in einem Paragrafen von Verwandtschaft die Rede ist, dann gibt es einen anderen Paragraphen, der genau festschreibt, was Verwandtschaft im Sinne unseres Rechtssystems ist. Das Gesetzbuch spricht nicht von Müttern, Großvätern, Kindern und Kindeskindern, sondern von Verwandten ersten, zweiten und dritten Grades. Und weil kein normal vernunftbegabter Mensch weiß, was das ist, gibt es einen Paragrafen, der beschreibt, was Verwandtschaft ersten, zweiten und dritten Grades ist. Obwohl in keinem Gesetzbuch je von Onkeln, Tanten, Neffen und Cousins die Rede ist, ist Verwandtschaft durch die Verwendung abstrakter Begriffe genau definiert. Juristen sind also fähig zur Abstraktion.
Sich innerhalb kürzester Zeit in komplexe Themen einzuarbeiten
Während des ca. 4 Jahre dauernden Studiums erarbeiten sich Studenten der Rechtswissenschaft ca. 16 Rechtsgebiete, vom allgemeinen bürgerlichen Recht, über Familien- und Erbrecht bis hin zu exotischeren Rechtsgebieten wie Europarecht, Polizeirecht und Ausländerrecht.
Juristen beherrschen nach ihrer Ausbildung Grundzüge verschiedener Rechtsgebiete - und darüber hinaus die Fähigkeit, sich innerhalb kürzester Zeit in neue Rechtsgebiete einzuarbeiten. Rechtsgebiete kann man mit komplexen Themen jeglicher Couleur gleich stellen. Juristen sind also Generalisten und egal, um welche komplexe Themen es sich handelt, sie können sich innerhalb kürzester Zeit gründlich, fundiert und umfassend einarbeiten. Sie sind prädestiniert dafür, die Zusammenhänge eines komplexes Systems zu begreifen.
Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass durch das Jura-Studium auch meine Fähigkeit, Sprachen zu lernen, zugenommen hat. Ich behaupte, dass es mir innerhalb kürzester Zeit - bei entsprechendem zeitlichen Einsatz - gelingen wird, eine neue Fremdsprache zu erlernen. Denn auch eine Fremdsprache ist ein komplexes System aus Regeln, Zuordnungen und Ausnahmen.
Dinge zu hinterfragen und eine eigene Meinung bilden
Wenn Jura eine exakte Wissenschaft wäre (wie z.B. Mathematik), dann gäbe es keine Rechtsverfahren und Gerichte. Dann würde man, hätte man einen juristischen Konflikt, zu einem Experten gehen und sich die Rechtslage eindeutig erklären lassen - so wie man sich von der Steuerberaterin die Steuern oder von der Mathelehrerin die richtige Lösung vorrechnen lassen würde.
Die juristische Wirklichkeit ist eine andere: Die Rechtsanwältin der einen Partei hat eine andere Meinung als die der gegnerischen Partei. Auch Richter haben unterschiedliche Ansichten: Das Amtsgericht entscheidet rechtsrum, das Landgericht linksrum und der BGH geradeaus. Deshalb lernen Juristen die Fähigkeit, Dinge zu hinterfragen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch argumentativ gut zu vertreten
Die hohe Kunst der Formulierung und Argumentation
Da Juristen die juristische Meinung als Studentin, als Anwältin oder auch als Richterin nachvollziehbar begründen müssen, um andere zu überzeugen, entwickeln sie ein hervorragendes Sprach- und Argumentationsvermögen. Nicht umsonst hatten bedeutende Dichter wie z.B. Cicero, Giovanni Boccaccio, Moliere, Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine, Franz Kafka und Kurt Tucholsky eine juristische Ausbildung.
Diese Fähigkeiten prädestinieren mich zu einer Tätigkeit in der Unternehmensberatung und Organisationsentwicklung. Ich fühle ich mich befugt, berechtigt und berufen Unternehmen, Organisationen und Systemen als Beraterin, Trainerin und Coach zur Verfügung zu stehen.
Unternehmen und Organisationen sind nichts anderes als “komplexe Themen” mit bestimmten geschriebenen und ungeschriebenen Regeln, Zuordnungen und Ausnahmen. Ich behalte den Überblick und erkenne Zusammenhänge, die anderen verborgen bleiben. Probleme analysiere ich sorgfältig und entwickle systematisch Lösungsvorschläge. Meine Ergebnisse kann ich sprachlich argumentativ gut begründen und Menschen überzeugen.
Sind Sie neugierig geworden? Dann freue ich mich auf den Kontakt mit Ihnen.
Peronal Coaching
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References: §1
 § 2
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 § 6
 § 7
 § 3
 BGH