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Timestamp: 2019-09-19 02:24:28+00:00

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Einbringung eines Teilbetriebs — und das zurückbehaltene Grundstück | Wirtschaftslupe
Einbringung eines Teilbetriebs — und das zurückbehaltene Grundstück
Ein Teil­be­trieb ist ein organ­isatorisch geschlossen­er, mit ein­er gewis­sen Selb­ständigkeit aus­ges­tat­teter Teil eines Gesamt­be­triebs, der ‑für sich betra­chtet- alle Merk­male eines Betriebs im Sinne des EStG aufweist und als solch­er lebens­fähig ist.
Ob ein Betrieb­steil die für die Annahme eines Teil­be­triebs erforder­liche Selb­ständigkeit besitzt, ist nach dem Gesamt­bild der Ver­hält­nisse ‑beim Veräußer­er- zu entschei­den. Den Abgren­zungsmerk­malen ‑z.B. räum­liche Tren­nung vom Haupt­be­trieb, geson­derte Buch­führung, eigenes Per­son­al, eigene Ver­wal­tung, selb­ständi­ge Organ­i­sa­tion, eigenes Anlagev­er­mö­gen, ungle­ichar­tige betriebliche Tätigkeit, eigen­er Kun­den­stamm- kommt je nach­dem, ob es sich um einen Fer­ti­gungs, Han­dels- oder Dien­stleis­tungs­be­trieb han­delt, unter­schiedlich­es Gewicht zu. Eine völ­lig selb­ständi­ge Organ­i­sa­tion mit eigen­er Buch­führung ist für die Annahme eines Teil­be­triebs nicht erforder­lich. Diese Merk­male kennze­ich­nen bere­its den eigen­ständi­gen Gesamt­be­trieb im Gegen­satz zum bloßen Teil­be­trieb1.
Aus Art. 2 Buchst. i der Richtlin­ie 90/434/EWG des Rates vom 23.07.1990 über das gemein­same Steuer­sys­tem für Fusio­nen, Spal­tun­gen, die Ein­bringung von Unternehmen­steilen und den Aus­tausch von Anteilen, die Gesellschaften ver­schieden­er Mit­glied­staat­en betr­e­f­fen (Fusion­srichtlin­ie) fol­gt jeden­falls für den Stre­it­fall kein abwe­ichen­der Begriff des Teil­be­triebs2.
Ein Teil­be­trieb set­zt einen Haupt­be­trieb (Gesamt­be­trieb) voraus, der ohne den Teil­be­trieb als Betrieb weit­erex­istiert3. Die Grund­stücksver­wal­tung im Rah­men eines Gewer­be­be­triebs ist Teil­be­trieb, wenn sie auch außer­halb des Gewer­be­be­triebs gewerblichen Charak­ter hätte und sich als geson­dert­er Ver­wal­tungskom­plex aus dem Gesamt­be­trieb des Besitzun­ternehmens her­aushebt4. Im Fall der Betrieb­sauf­s­pal­tung reicht es aus, dass die Ver­pach­tungstätigkeit infolge der für die Betrieb­sauf­s­pal­tung gel­tenden Grund­sätze als gewerblich qual­i­fiziert wird; sie nimmt dadurch einen gewerblichen Charak­ter an5.
Im Stre­it­fall würde nach der Über­tra­gung eines ‑unter­stell­ten- Teil­be­triebs “Maschi­nen­ver­mi­etung” kein Haupt­be­trieb weit­erex­istieren. Der von den Unternehmern behauptete Haupt­be­trieb bzw. weit­ere Teil­be­trieb “Grund­stücksver­mi­etung” wäre nach der Über­tra­gung des Teil­be­triebs “Maschi­nen­ver­mi­etung” nicht gewerblich und damit kein “Betrieb”, weil es insoweit an den Voraus­set­zun­gen (keine per­sön­liche Ver­flech­tung) ein­er Betrieb­sauf­s­pal­tung fehlen würde. Ein zurück­be­haltenes Grund­stück bildet keinen Teil­be­trieb “Grund­stücksver­wal­tung“6. Die Maschi­nen­ver­mi­etung kon­nte somit kein “zweit­er Teil­be­trieb“7 inner­halb eines Gesamt­be­triebs sein.
Darüber hin­aus umfasst im Falle ein­er Betrieb­sauf­s­pal­tung der Betrieb das gesamte Betrieb­sver­mö­gen der Besitzge­sellschaft8. Der Miteigen­tum­san­teil am Grund­stück gehörte danach zum ‑unter­stell­ten- Teil­be­trieb “Maschi­nen­ver­mi­etung” und hätte daher mitüber­tra­gen wer­den müssen. Das ist nicht geschehen.
BFH, Urteil vom 04.07.2007 — X R 49/06, BFHE 218, 316, BSt­Bl II 2007, 772 [↩]
vgl. BFH, Urteil vom 07.04.2010 — I R 96/08, BFHE 229, 179, BSt­Bl II 2011, 467 [↩]
vgl. BFH, Urteil vom 12.04.1989 — I R 105/85, BFHE 157, 93, BSt­Bl II 1989, 653; Geissler in Hermann/Heuer/Raupach, § 16 EStG Rz. 150; Schmidt/Wacker, EStG, 34. Aufl., 2015, § 16 Rz. 145 [↩]
BFH, Urteile vom 13.10.1972 — I R 213/69, BFHE 107, 418, BSt­Bl II 1973, 209; vom 12.11.1997 — XI R 24/97, BFH/NV 1998, 690; vom 20.01.2005 — IV R 14/03, BFHE 209, 95, BSt­Bl II 2005, 395; FG Köln, Urteil vom 15.06.2011 7 K 3773/08, EFG 2012, 108; Schmitt in Schmitt/Hörtnagl/Stratz, 6. Aufl., 2013, § 20 Umw­StG Rz. 114; Schmidt/Wacker, EStG, 34. Aufl.2015, § 16 Rz. 160, unter “Grund­stücksver­wal­tung” [↩]
BFH, Urteil vom 20.01.2005 — IV R 14/03, BFHE 209, 95, BSt­Bl II 2005, 395 [↩]
BFH, Urteil vom 21.05.1992 — X R 77–78/90, BFH/NV 1992, 659, unter 1. [↩]
so die For­mulierung im BFH, Urteil vom 20.01.2005 — IV R 14/03, BFHE 209, 95, BSt­Bl II 2005, 395 [↩]
Wid­mann in Widmann/Mayer, Umwand­lungss­teuer­recht, § 20 Umw­StG Rz. 8 a.E., Stand: Jan­u­ar 1992 [↩]

References: Art. 2
 § 16
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 § 20
 § 16
 § 20