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Timestamp: 2019-12-10 03:03:46+00:00

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BUNDESTAGSWAHL 2017 - Information
Bundestagswahl 2017 Information
19. Bundestag 2017 regulär 2021 →
﻿ Linke: 69
﻿ SPD: 153
﻿ Grüne: 67
﻿ Union: 246
﻿ FDP: 80
﻿ AfD: 94
Die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag fand am 24. September 2017 statt. [2] Die Wahlbeteiligung betrug 76,2 %, was etwa 5 Prozentpunkte über den Beteiligungen in den Jahren 2009 (70,8 %) und 2013 (71,5 %) liegt und dem Abwärtstrend, den es seit der bisherigen Höchstmarke von 1972 (91,1 %) gibt, entgegensteht. [3] [4]
Stärkste Gruppe im neuen Bundestag wurde mit einem Anteil von 32,9 % der gültigen Zweitstimmen bei einem Verlust von 8,6 Prozentpunkten die CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die damit ihr schlechtestes Ergebnis nach 1949 erzielte. Die nur in Bayern antretende CSU erzielte dort mit 38,8 % ihr schlechtestes Ergebnis seit der Wahl im Jahr 1949 (2013: 49,3 %). [5] Die SPD erreichte mit 20,5 % ihr bisher schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl überhaupt. Der AfD gelang mit 12,6 % der erstmalige Einzug in den Bundestag. Die FDP, 2013 ebenfalls an der 5-Prozent-Hürde gescheitert, schaffte mit 10,7 % die Rückkehr ins Parlament. Linke (9,2 %) und Grüne (8,9 %) gewannen leicht an Stimmen.
Stimmzettel zur Bundestagswahl im Wahlkreis 220 ( München-West/Mitte)
Termin und organisatorische Veränderungen
Nach Artikel 39 des Grundgesetzes findet die Wahl frühestens 46, spätestens 48 Monate nach dem Zusammentritt des 18. Deutschen Bundestages statt. Der 18. Deutsche Bundestag ist am 30. Tag nach der Bundestagswahl 2013 zusammengetreten, also am 22. Oktober 2013. Demzufolge hätte die Wahl, die gemäß § 16 Bundeswahlgesetz an einem Sonntag oder Feiertag durchgeführt werden muss, am 27. August, 3., 10., 17., 24. September, 1., 3. ( Tag der Deutschen Einheit), 8., 15. oder spätestens am 22. Oktober 2017 stattfinden können. [6] Auf Vorschlag des Bundeskabinetts vom 18. Januar 2017 fertigte Bundespräsident Joachim Gauck am 23. Januar 2017 die Anordnung über den 24. September 2017 als Tag der Bundestagswahl aus, am 26. Januar 2017 wurde sie im Bundesgesetzblatt verkündet ( BGBl. I S. 74).
Außerdem wurde im März 2017 die Bundeswahlordnung geändert, so dass erstmals das Fotografieren und Filmen in der Wahlkabine ausdrücklich verboten war ( § 56 Abs. 2 Satz 1 BWO). [7] [8]
Die Briefwahl vor dem eigentlichen Wahltermin war möglich durch persönliche oder schriftliche, teils auch online, Beantragung des Wahlscheins bei der jeweiligen Gemeinde bzw. Bezirk bis zum 22. September 2017. [9]
Das Bundesgebiet ist derzeit in 299 Wahlkreise eingeteilt. Die Einteilung des Wahlgebietes in Wahlkreise für die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag ist im Bundeswahlgesetz (BWG) vom 3. Mai 2016 geregelt. Für die Bundestagswahl 2017 hat der Gesetzgeber basierend auf dem Gebietsstand vom 29. Februar 2016 gegenüber der bisherigen Wahlkreiseinteilung insgesamt 34 Wahlkreise neu abgegrenzt. [10]
Laut dem Bundeswahlleiter waren am Wahltag im Bundesgebiet 61.688.485 Deutsche wahlberechtigt, davon 31,7 Millionen Frauen und 29,8 Millionen Männer. Circa 3,0 Millionen Personen waren Erstwähler. [11]
An der Bundestagswahl konnten Parteien mit Landeslisten und Direktkandidaten sowie einzelne Personen als Direktkandidaten teilnehmen. Parteien, die nicht im Bundestag (CDU, SPD, Linke, Grüne und CSU) oder in einem Landesparlament seit deren letzter Wahl aufgrund eigener Wahlvorschläge ununterbrochen mit mindestens fünf Abgeordneten (FDP, AfD, Freie Wähler) vertreten waren, mussten bis zum 19. Juni 2017 (97. Tag vor der Wahl) ihre Beteiligung beim Bundeswahlleiter anzeigen. Dies taten 63 Parteien und politische Vereinigungen. Neben den obigen acht Parteien wurden 40 weitere Vereinigungen als Parteien anerkannt. [12] Landeslisten und Direktkandidaten mussten bis zum 17. Juli 2017 eingereicht werden, wobei Parteien, die nicht im Bundestag oder in einem Landtag mit mindestens fünf Abgeordneten vertreten waren, für ihre Landeslisten und Direktkandidaten Unterstützungsunterschriften vorlegen mussten. Die Landeswahlausschüsse entschieden am 28. Juli 2017 über die Zulassung dieser Wahlvorschläge. Insgesamt wurden Landeslisten von 34 Parteien zur Wahl zugelassen.
Die zugelassenen Landeslisten in den einzelnen Ländern in der Reihenfolge auf den Stimmzetteln: [13]
Die ebenfalls eingereichten Landeslisten der Parteien Die Violetten – für spirituelle Politik (DIE VIOLETTEN) und UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie (UNABHÄNGIGE) wurden vom Landeswahlausschuss zurückgewiesen. [14]
Spitzenkandidaten und Listenführer
In Umfragen regelmäßig genannte Parteien
Die seit 2005 amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel gab am 20. November 2016 bekannt, dass sie 2017 für eine vierte Amtszeit kandidieren wolle. [15] Ende Januar 2017 stellte der CSU-Parteivorsitzende Horst Seehofer klar, dass Merkel gemeinsame Kanzlerkandidatin der CDU und der CSU werde. [16]
Listenführer [13]
Der damalige SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel gab am 24. Januar 2017 bekannt, dass er zugunsten von Martin Schulz auf die Kanzlerkandidatur und den Parteivorsitz verzichten werde. Schulz wurde am 29. Januar vom Parteivorstand als Kanzlerkandidat nominiert und am 19. März 2017 auf einem außerordentlichen Bundesparteitag mit 100 % der gültigen Stimmen zum Parteivorsitzenden und einstimmig zum Kanzlerkandidaten der SPD gewählt. [17]
Bei einer Ur- und Briefwahl des Spitzenduos standen vier Kandidaten zur Wahl. 58,96 % der ca. 60.000 Parteimitglieder beteiligten sich. Das Ergebnis wurde am 18. Januar 2017 bekannt gegeben: Auf den für Frauen reservierten Platz gab es mit Katrin Göring-Eckardt nur eine Anwärterin, sie erhielt 70,63 % der Stimmen. Auf Cem Özdemir entfielen 35,96 % der Stimmen und damit 75 Stimmen mehr als auf Robert Habeck mit 35,74 %. Anton Hofreiter konnte 26,19 % für sich gewinnen. [18] [19] Özdemir kam auf Listenplatz zwei in Baden-Württemberg, für den ersten Platz war eine Frau vorgesehen.
Im November 2016 wurde der Parteivorsitzende Christian Lindner zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 sowie für die Bundestagswahl gewählt. [20]
Der Bundesvorstand der AfD beschloss im November 2016, mit einer „Spitzenmannschaft“ statt eines Spitzenkandidaten in die Wahl zu gehen. [21] Darüber wurde am 23. April 2017 auf dem Kölner Bundesparteitag entschieden. 67,7 % der Delegierten stimmten für den Vorschlag, Alexander Gauland und Alice Weidel als Spitzenkandidaten zu nominieren. [22] [23]
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz stellte keine bundesweiten Spitzenkandidaten auf, da sie vordergründig ihr Bundestagswahlprogramm und ihre politischen Grundsatzforderungen wählbar machen möchte. Es kandidierten neben 69 Personen auf Landeslisten aber auch neun Personen in Wahlkreisen für die Erststimme. [24]
Bündnis Grundeinkommen (BGE) — Die Grundeinkommenspartei trat ohne Direktkandidaten mit Landeslisten für die Zweitstimme an. [25]
Kanzlerkandidat für Die PARTEI war Serdar Somuncu. [26]
Spitzenkandidaten der Piratenpartei waren Anja Hirschel, Sebastian Alscher und René Pickhardt. [27]
Das Berliner Bündnis Bergpartei, die Überpartei stellte mit Rhaffi Hadizadeh Kharazi erstmals eine Kanzlerkandidatin auf. [28]
Für die Partei der Humanisten trat Philipp Schaub als Spitzenkandidat an. [29]
Das gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU wurde am 3. Juli beschlossen. [30] Ein Programmentwurf wurde an demselben Tage veröffentlicht. [31]
Die Delegierten des Parteitags in Dortmund beschlossen am 25. Juni 2017 das Wahlprogramm mit dem Titel „Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit“. [32]
Das Wahlprogramm wurde vom 9. bis 11. Juni 2017 auf dem Parteitag in Hannover verabschiedet. [33]
Über das Wahlprogramm wurde vom 16. bis 18. Juni auf einem Programmparteitag in Berlin entschieden. Die Veröffentlichung des finalen Programmtextes fand am 26. Juni 2017 statt. [34]
Das Wahlprogramm wurde am 30. April auf dem Bundesparteitag in Berlin beschlossen. [35]
Das Wahlprogramm wurde am 23. April auf dem Bundesparteitag in Köln beschlossen. [36] [37] [38]
Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative ( Apronym: PARTEI) ist eine 2004 von Redakteuren des Satiremagazins Titanic gegründete deutsche politische Partei mit satirischem Charakter.
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz trat unter dem Titel „Ehrliche Politik für alle – Alternativen zur Alternativlosigkeit“ zur Bundestagswahl an. [39]
Die Piratenpartei Deutschland hat Ende Juni ihr Wahlprogramm veröffentlicht. [40] [41]
Das bundespolitische Programm der ÖDP wurde am 12. März 2017 auf dem Bundesparteitag in Frankfurt beschlossen und stand unter dem Leitmotto „Mensch vor Profit“. [42]
Das Bündnis Grundeinkommen setzt sich für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens ein. [43] [44]
Wahlkampf-Forderungen der DiB zur Bundestagswahl wurden auf dem 2. Bundesparteitag am 27. August 2017 in Köln verabschiedet. [45]
Die Partei für Gesundheitsforschung trat erstmals zur Bundestagswahl an. Sie fordert zielgerichtete Investitionen in die Forschung und Entwicklung von Kausaltherapien gegen altersbedingte Krankheiten. [46]
Die erst 2017 gegründete Partei Die Grauen – Für alle Generationen unterstrich in ihrem Wahlprogramm 2017 die Gefahr der Altersarmut und forderte politische Aufmerksamkeit für Familien. [47]
Die Partei der Humanisten trat bei der Bundestagswahl 2017 zum ersten Mal zur Wahl an und fordert in ihrem Grundsatzprogramm eine humanistische Politik mit den Schwerpunkten Bildung, Forschung, Säkularisierung und Selbstbestimmung. Darüber hinaus will die Partei ein stärkeres Europaparlament. [48]
Die Bergpartei, die Überpartei veröffentlichte ihr Bundestagswahlprogramm am 21. August. [49]
Sowohl Vertreter der CDU als auch der SPD sprachen sich zu Beginn des Wahljahres gegen eine Fortführung der Großen Koalition nach der Bundestagswahl aus. Der CDU-Politiker und parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Jens Spahn, sagte, eine Große Koalition werde nicht angestrebt. [50] Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann lehnte dies Ende Januar 2017 ab. [51] Die ehemalige SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sagte, niemand in der SPD wolle die Fortführung der Großen Koalition. [52] Eine Koalition mit der AfD lehnten alle in der 18. Legislaturperiode im Bundestag vertretenen Parteien und die FDP ab.
(Zweitstimmen) [53]
Bei dieser Bundestagswahl gab es erstmals im größeren Ausmaß journalistische und wissenschaftliche Angebote, die aus den aggregierten Umfragedaten und verschiedenen Rahmendaten Prognosen über den Wahlausgang auf statistischer Grundlage erstellten – nach dem Vorbild des Datenjournalismus in den Vereinigten Staaten, der insbesondere durch Nate Silver seit der Präsidentschaftswahl 2008 populär geworden ist. [54]
Nach der Bundestagswahl 2013–2014
Nachdem CDU-Chefin Angela Merkel Ende 2016 erklärte, erneut für das Amt der Bundeskanzlerin zu kandidieren, erholte sich die Union in der Folge von ihrem Umfragetief. Nach der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten Ende Januar 2017 legte die SPD in bundesweiten Umfragen um mehrere Prozentpunkte zu, während die Union ihre Gewinne wieder abgab. [55] Im Februar gelang es der SPD, mit der Union in mehreren Umfragen gleichzuziehen bzw. diese sogar zu überflügeln. Dies war zuletzt im Jahre 2010 der Fall gewesen. [56] Neben CDU/CSU verloren nach der Schulz-Nominierung auch Linke, Grüne und AfD mehrere Prozentpunkte, einzig die FDP hielt sich in den Umfragen stabil. Seit diesem Zeitpunkt war bis zur Wahl kein klarer Drittplatzierter mehr auszumachen, so dass in den folgenden Monaten alle vier Parteien häufig in den Umfragen gleichauf lagen.
Trotz des positiven Bundestrends verlor die SPD bei den Landtagswahlen 2017 im Saarland und in Schleswig-Holstein teils deutlich gegen die CDU, womit auch der erste Verlust eines Ministerpräsidentenamtes durch die SPD während der 12-jährigen Amtszeit Angela Merkels verbunden war. In der Folge erholten sich die Unionsparteien in deutschlandweiten Umfragen, während die SPD wieder deutlich an Wählergunst einbüßte. [57] Nach der Wahlniederlage der SPD um Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2017 setzte sich die Union im Bund noch deutlicher von den Sozialdemokraten ab. [58] Nach ihren deutlichen Zugewinnen bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen war die FDP darüber hinaus erstmals seit 2010 in einer Umfrage zweistellig; die Frage, ob sie wieder in den Bundestag einziehen würde, galt seitdem als geklärt und ungefährdet. [59]
Am 30. August 2017 strahlte Sat.1 eine Sendung mit Spitzenvertretern der Grünen, der Linken, der FDP und der AfD aus. [60]
Am 3. September 2017 fand das Fernsehduell zwischen der amtierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Martin Schulz statt. Es wurde von Das Erste, ZDF, RTL und Sat.1 gemeinsam ausgerichtet und übertragen. Moderatoren waren Sandra Maischberger, Maybrit Illner, Peter Kloeppel und Claus Strunz. Zunächst war im Unterschied zu 2013 geplant, dass die Moderatorenpaare Illner/Kloeppel und Maischberger/Strunz nacheinander jeweils 45 Minuten lang ihre Fragen stellen. [61] Merkels Team lehnte diese Regelung ab; daraufhin wurden die Kandidaten erneut von allen Moderatoren gemeinsam befragt. [60]
Das ZDF übertrug am 4. September 2017 eine Debatte zwischen Kandidaten der im Bundestag vertretenen kleineren Parteien ( CSU, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen). [62] Am 4. September 2017 richtete Das Erste eine Diskussionsrunde mit Spitzenkandidaten der nicht im Fernsehduell vertretenen, in Umfragen aussichtsreich platzierten Parteien ( CSU, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, AfD) aus. [63]
Das Erste und ZDF richteten am 21. September 2017 eine Diskussionsrunde mit den Spitzenkandidaten aller im Bundestag vertretenen Parteien sowie der FDP und der AfD aus. [64]
Auf Empfehlung der OSZE-Institution ODIHR wurde ein dreiköpfiges Expertenteam (Caetana de Zulueta, Marianna Skopa und Dragan Zelic) [65] zur Beobachtung der Bundestagswahl nach Deutschland geschickt. [66] Die Empfehlung beruhte auf Sorgen hinsichtlich der Chancengleichheit im Wahlkampf und auf einer vereinzelt als stigmatisierend empfundenen Berichterstattung der Medien gegenüber nicht im Bundestag vertretenen Parteien. [66]
Zudem gab es eine 56-köpfige Mission der Parlamentarischen Versammlung. [65] Sie bemängelte, dass es keine Vorschrift zur Zählung der angelieferten und übrig gebliebenen Stimmzettel gibt. [67] Kartons mit unausgefüllten Stimmzetteln seien häufig unbeobachtet herumgestanden. [67]
Insgesamt lief die Wahl laut OSZE transparent und ohne Manipulation ab. Die Beobachter machten aber auch Verbesserungsvorschläge: Da nur knapp 30 Prozent der Kandidaten Frauen seien, schlugen sie für eine fairere Geschlechterverteilung vor, eine gesetzliche Regelung in Betracht zu ziehen. [68] Insbesondere unter den gewählten AfD-Bundestagsabgeordneten lag der Frauenanteil bei 10,6 %, deutlich niedriger als bei allen anderen im 19. Bundestag vertretenen Parteien, was insgesamt zum niedrigsten Frauenanteil unter den Abgeordneten seit der Bundestagswahl 1998 führte. [69] In ihrem Abschlussbericht wiesen die Wahlbeobachter auf die Besonderheit hin, dass durch den Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten mit etwa 600.000 Exemplaren der Wochenzeitung Deutschland-Kurier sowie speziell für die Bundestagswahl konzipierten Plakaten und Online-Anzeigen für die AfD geworben wurde. Die OSZE empfahl daher in ihrem Abschlussbericht, zukünftig eine Regulierung von Wahlkampagnen durch Dritte zu erwägen, um Transparenz und Rechenschaftspflicht im Wahlprozess zu gewährleisten. [70]
Die Wahlbeteiligung betrug 76,2 %. 1,0 % der abgegebenen Zweitstimmen waren ungültig. [71]
Amtliches Endergebnis der Bundestagswahl 2017 Anm.
Zweitstimmenergebnisse in den einzelnen Bundesländern
Zweitstimmenergebnis in den neuen und alten Bundesländern
Erststimmenergebnis nach Wahlkreisen
Den höchsten Erststimmenanteil erreichte mit 57,7 % die CDU-Bewerberin im Wahlkreis Cloppenburg – Vechta, Silvia Breher. [72]
Mit dem knappsten Vorsprung hat sich Jens Torbjörn Kartes im Wahlkreis Ludwigshafen/Frankenthal durchgesetzt. Der CDU-Bewerber gewann mit 0,3 Prozentpunkten bzw. 444 Stimmen Differenz auf den SPD-Bewerber, im Gegensatz zu Stephan Mayer von der CSU, der in Altötting mit 41,4 Prozentpunkten bzw. 51.988 Stimmen Vorsprung auf den AfD-Kandidaten gewann, was den größten Vorsprung darstellt. [73]
Der größte Abstand zwischen Erst- und Zweitstimme lag mit 14,7 Prozentpunkten im Wahlkreis Berlin-Treptow – Köpenick. Gregor Gysi erhielt hier 39,9 % der Erststimmen, während seine Partei Die Linke hier nur 25,2 % der Zweitstimmen erhielt. [73]
Die größte Wahlbeteiligung war mit 84,3 % im Wahlkreis München-Land zu verzeichnen, die niedrigste mit 64,8 % in Duisburg II. [73]
Das Parlament muss innerhalb von 30 Tagen nach der Wahl zu einer konstituierenden Sitzung zusammentreffen. Der letztmögliche und schlussendlich gewählte Termin war der 24. Oktober 2017. [74] Mit dem Zusammentritt des neuen Bundestags endete die alte Wahlperiode ( Art. 39 Abs. 1 GG) und die Amtszeit der Bundesregierung ( Art. 69 Abs. 2 GG). Solange keine neue Regierung vereidigt ist, bleibt die bisherige geschäftsführend im Amt ( Art. 69 Abs. 3 GG).
Nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte der Parteivorsitzende der FDP, Christian Lindner, am 19. November 2017 die Verhandlungen für gescheitert. [75]
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier führte daraufhin intensive Gespräche mit den Parteispitzen und erinnerte die gewählten Bundestagsabgeordneten nachdrücklich an die Verpflichtung zum Gemeinwohl und zur Regierungsbildung. [76] Das Verfahren zur Wahl des Bundeskanzlers kann nach Art. 63 Abs. 1 GG nur mit einem Vorschlag des Bundespräsidenten begonnen werden.
Es kam in der Folge zu Sondierungsgesprächen zwischen CDU, CSU und SPD, die am 12. Januar 2018 mit Vorlage eines 28-seitigen Papiers abgeschlossen wurden. [77] [78] Am 21. Januar stimmten auf einem Sonder parteitag der SPD in Bonn 56,4 Prozent der Delegierten für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit den Unionsparteien. Die Befürworter kamen überwiegend aus der Parteispitze, unter den Gegnern waren der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert und seine Stellvertreterin Jessica Rosenthal. Nach Abschluss der Verhandlungen Anfang Februar wurde über das Verhandlungsergebnis mit einem rechtlich für die Bundestagsabgeordneten nicht verbindlichen Mitgliedervotum der SPD zum Koalitionsvertrag entschieden. [79] Am 7. Februar 2018 einigten sich Union und SPD auf einen Koalitionsvertrag. [80]
Am 26. Februar 2018 stimmte die CDU auf einem Parteitag für eine Neuauflage der Großen Koalition. [81]
Am 4. März 2018 wurde bekanntgegeben, dass 66 % der teilnehmenden SPD-Mitglieder dem Koalitionsvertrag der 19. Wahlperiode des Bundestages zustimmten. [82]
Bundeswahlleiter: Wahl zum 19. Deutschen Bundestag am 24. September 2017. Sonderheft Wahlbewerber ( → Herunterladen als PDF), Wiesbaden 2017.
Jürgen P. Lang: Abschied vom Osten? Die Linke nach der Bundestagswahl 2017, Sankt Augustin/Berlin 2018 ( Online), ISBN 978-3-95721-450-8.
↑ AfD wählt ungleiches Spitzenduo: Gauland und Weidel Parteitag in Köln. ( Memento vom 24. April 2017 im Internet Archive) In: zeit.de, 23. April 2017, abgerufen am 23. April 2017
↑ Themenvideos. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) In: afd.de. Ehemals im Original; abgerufen am 15. September 2017. @1 @2 Vorlage:Toter Link/www.afd.de ( Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
↑ Piratenpartei Deutschland: Wahlprogramm der Piratenpartei Deutschland zur Bundestagswahl 2017, 1. Auflage 2017, Berlin. piratenpartei.de ( Memento vom 9. Juli 2017 im Internet Archive)
↑ Dein Programm . ( online [abgerufen am 4. September 2017]). Dein Programm ( Memento vom 19. August 2017 im Internet Archive)
↑ Schlagabtausch - Der TV-Dreikampf von Linken, Grünen und CSU . ( zdf.de [abgerufen am 4. September 2017]).
↑ Lisa Caspari: Erste Bundestagssitzung: Langweilig wird es nicht . In: Die Zeit . 24. Oktober 2017, ISSN 0044-2070 ( zeit.de [abgerufen am 25. November 2017]).
Abgerufen von „ https://de.wikipedia.org/?title=Bundestagswahl_2017&oldid=194563637“

References: § 16
 § 56
 Art. 39
 Art. 69
 Art. 69
 Art. 63