Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%207/08
Timestamp: 2020-02-22 17:12:29+00:00

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BFH, 01.07.2010 - IV R 7/08 - dejure.org
https://dejure.org/2010,7891
BFH, 01.07.2010 - IV R 7/08 (https://dejure.org/2010,7891)
BFH, Entscheidung vom 01.07.2010 - IV R 7/08 (https://dejure.org/2010,7891)
BFH, Entscheidung vom 01. Juli 2010 - IV R 7/08 (https://dejure.org/2010,7891)
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§ 5 FlurbG, § 44 FlurbG, § 47 FlurbG, § 50 Abs 2 FlurbG, § 85 Nr 8 FlurbG
Keine Rücklagenübertragung auf Abfindungsgrundstücke im Flurbereinigungsverfahren mangels Anschaffung; Surrogationsprinzip
Übertragbarkeit einer Rücklage auf Forstflächen zugeteilt i.R.e. Flurbereinigungsverfahrens; Surrogationsprinzip als wesentliches Merkmal im Flurbereinigungsverfahren als auch im baurechtlichen Umlegungsverfahren
Vielmehr sind der in das Umlegungsverfahren eingebrachte Grundbesitz und der daraus im Zuteilungswege erlangte Grundbesitz, soweit insgesamt wertgleich, als wirtschaftlich identisch zu werten mit der einkommensteuerrechtlichen Folge, dass u.a. keine Gewinnrealisierung nach Tauschgrundsätzen eintritt (BFH-Urteile vom 13.03.1986 - IV R 1/84, BFHE 146, 538, BStBl II 1986, 711; vom 23.09.2009 - IV R 70/06, BFHE 226, 517, BStBl II 2010, 270, und vom 01.07.2010 - IV R 7/08).
Die zugeteilten Grundstücke sind "Surrogat" der eingebrachten Grundstücke (vgl. BFH-Urteile in BFHE 146, 538, BStBl II 1986, 711; in BFHE 226, 517, BStBl II 2010, 270, und vom 01.07.2010 - IV R 7/08).
bb) Neben der an den vorgenannten Tauschgrundsätzen orientierten Grundstücksverteilung eröffnen Umlegungsverfahren aber auch die Möglichkeit, Grundstücke gegen Geldleistung ohne gleichwertige Einbringung von Grundstücken zu erhalten, und lassen insoweit Raum für verschiedene Dispositionen der betroffenen Eigentümer (s. BFH-Urteile in BFHE 226, 517, BStBl II 2010, 270, Rz 28, für das Baulandumlegungsverfahren, sowie vom 01.07.2010 - IV R 7/08, Rz 25, für das Flurbereinigungsverfahren).
Bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise wird dem Steuerpflichtigen somit nicht sein Eigentum genommen, es bleibt nach Maßgabe des Surrogationsgedankens in bloß veränderter Gestalt (hereingetauschtes Grundstück) erhalten (vgl. BFH-Urteile vom 13.3.1986 IV R 1/84, BStBl II 1986, 711; vom 1.7.2010 IV R 7/08, BFH/NV 2010, 2250;… Weber-Grellet in Schmidt, EStG, 36. Aufl., § 5 Rdnr. 631;… Kanzler in Leingärtner, Besteuerung der Landwirte, § 29 Rdnr. 15;… Ehmcke in Blümich, § 6 EStG Rdnr. 1392;… Eckstein in Hermann/Heuer/Raupach, § 6 EStG Rdnr. 1716;… Felsmann, Einkommensbesteuerung der Land- und Forstwirte, Teil A Rdnr. 1275).
Soweit die Grundstücke durch die Flurbereinigung ausgetauscht wurden, hat sich die Zugehörigkeit zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen aufgrund des Surrogationsprinzips an den Austauschgrundstücken fortgesetzt (vgl. BFH-Urteile vom 29.03.1995 X R 3/92, BFHE 177, 418, HFR 1995 581 und vom 01.07.2010 IV R 7/08, BFH/NV 2010, 2250).
d) Für das Verfahren des freiwilligen Landtausches nach § 103a ff FlurbG gilt dies zur Überzeugung des Senats gleichfalls (offengelassen in BFH-Urteil vom 01.07.2010 IV R 7/08, BFH/NV 2010, 2250), denn der freiwillige Landtausch hat keine andere Zielsetzung als das Regelflurbereinigungsverfahren.
Es blieb in veränderter Gestalt - in dem Grundbesitz Gemarkung E., Flur ..., Flurstück 04 - erhalten (BFH, Urteile vom 13.03.1986 IV R 1/84, BStBl II 1986, 711; vom 01.07,2010 IV R 7/08, BFH/NV 2010, 2250, Finanzgericht Münster, Urteil vom 07.04.2017, 4 K 2406/16 F, EFG 2017, 902).

References: § 5
 § 44
 § 47
 § 50
 § 85
 § 5
 § 29
 § 6
 § 6
 § 103