Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.07.1977&Aktenzeichen=VI%20ZR%20136/76
Timestamp: 2020-04-10 06:03:43+00:00

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BGH, 12.07.1977 - VI ZR 136/76 - dejure.org
https://dejure.org/1977,135
BGH, 12.07.1977 - VI ZR 136/76 (https://dejure.org/1977,135)
BGH, Entscheidung vom 12.07.1977 - VI ZR 136/76 (https://dejure.org/1977,135)
BGH, Entscheidung vom 12. Juli 1977 - VI ZR 136/76 (https://dejure.org/1977,135)
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Stromkabel II
Vermögensschaden, Vertrag mit Schutzwirkung für Dritte (vgl. § 328 BGB)
Geltendmachung von Schadensersatz - Annahme eines Eingriffs in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb - Arbeitsstillstand wegen Beschädigung eines Stromkabels wegen Erdaushubarbeiten
BGB § 823 Abs. 1, § 328
Ansprüche eines Gewerbebetriebes bei Beschädigung von Stromkabel
NJW 1977, 2208
MDR 1978, 127
VersR 1977, 1006
BB 1977, 1419
DB 1977, 2440
BauR 1977, 435
Diese zunächst überwiegend Personenschäden betreffende Rechtsprechung bezieht Dritte in den Schutzbereich eines Vertrages dann ein, wenn sich die vertraglichen Schutzpflichten des Schuldners nach Inhalt und Zweck des Vertrages nicht nur auf seinen Vertragspartner beschränken, sondern - für den Schuldner erkennbar - auch solche Dritte einschließen, denen der Gläubiger aufgrund einer Rechtsbeziehung mit personenrechtlichem Einschlag, wie etwa ein familienrechtliches oder ein miet-, dienst- oder arbeitsvertragliches Verhältnis, seinerseits Schutz und Fürsorge schuldet (…st. Rspr., z.B. Senat aaO Rn. 16; RGZ 91, 21, 24; 102, 231, 232; 127, 218, 223 f; BGH, Urteile vom 15. Mai 1959 - VI ZR 109/58, NJW 1959, 1676, 1677;… vom 18. Juni 1968, aaO Rn. 24; vom 12. Juli 1977 - VI ZR 136/76, NJW 1977, 2208, 2209 und vom 20. April 2004 - X ZR 250/02, BGHZ 159, 1, 8).
Für solche Fallgestaltungen ist ein betriebsbezogener Eingriff in das Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb verneint worden (vgl. zu den Stromkabelfällen: Senat BGHZ 29, 65, 74 f.; 66, 388, 393 f., Urteil vom 12. Juli 1977 - VI ZR 136/76 - VersR 1977, 1006, 1007; zur Straßenbenutzung vgl. Senatsurteile vom 21. Juni 1977 - VI ZR 58/76 - …und vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02 - beide aaO; zum Fleetfall: BGHZ 55, 153, 161).
Ein Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter wird angenommen, wenn die Auslegung des Vertrages ergibt, dass nach seinem Sinn und Zweck und nach Treu und Glauben der Gläubiger den Dritten in die ihm obliegenden Schutzpflichten einbeziehen wollte, weil er für dessen Wohl und Wehe verantwortlich ist, und wenn dieses Interesse dem Gläubiger erkennbar oder bekannt ist (BGH Urt. v. 12.7.1977 - VI ZR 136/76, NJW 1977, 2208;… Werner/Pastor, Der Bauprozess, 15. Aufl., Rn. 2268).
Diese Voraussetzungen liegen hier nicht vor (vgl. auch BGH Urt. v. 12.7.1977 - VI ZR 136/76, NJW 1977, 2208, wonach ein durch die Beschädigung eines Stromkabels infolge Tiefbauarbeiten betroffener Gewerbebetrieb nicht in den Schutz des Bauvertrages über die Ausführung der Tiefbauarbeiten einbezogen ist).
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 349/87
Wegfall der bezahlten Mittagspause bei der Deutschen Bundespost
Dritte erwerben zwar nicht wie beim echten Vertrag zugunsten Dritter gemäß § 328 Abs. 1 BGB einen eigenen Leistungsanspruch, ihnen erwächst aber ein vertraglicher Schadenersatzanspruch, falls der Schuldner durch schuldhaftes vertragswidriges Handeln ihnen einen Schaden zufügt (vgl. u.a. BGHZ 49, 350, 353; BGHZ 51, 91, 96; BGH Urteil vom 12. Juli 1977 - VI ZR 136/76 - AP Nr. 8 zu § 328 BGB m.w.N.).
Die Einbeziehung Dritter muß sich aus Sinn und Zweck des jeweiligen Vertrages und einer nach den Grundsätzen von Treu und Glauben erfolgten Auslegung ableiten lassen (BGH Urteil vom 12. Juli 1977, aaO).
Ein Einbeziehungsinteresse des Gläubigers im vorgenannten Sinn ist in der Rechtsprechung des BGH (vgl. etwa BGH NJW 1977, 2208 ff, 2209 ) bejaht worden, wenn sich die Einbeziehung eines am Vertragsschluss selbst nicht beteiligten Dritten in den vertraglichen Schutzbereich aus Sinn und Zweck des jeweiligen Vertrages und dessen nach den Grundsätzen von Treu und Glauben erfolgter Auslegung (§ 157 BGB) ableiten ließ, wobei allein das Innenverhältnis zwischen Gläubiger und einbezogenem Dritten, nicht dagegen das Verhältnis der Vertragsparteien als ausschlaggebend angesehen wurde (… BGH aaO. m.w.N .).
Um eine uferlose Ausdehnung des Kreises der in den Schutzbereich des Vertrages einbezogenen Personen zu vermeiden, wird eine Erstreckung der Sorgfalts- und Obhutspflichten auf nicht am Vertrag beteiligte Dritte dabei nur unter eingeschränkten Voraussetzungen zugelassen, so etwa dann, wenn der berechtigte Gläubiger für Wohl und Wehe des Dritten mitverantwortlich ist ( BGH NJW 1977, 2208 ff, 2209 ) oder Obhutspflichten für fremde Sachen hat, die von der vertragsgemäßen Leistung betroffen werden (… Palandt-Grüneberg, aaO. § 328 Rn. 17a, 29 m.w.N. ).
Die allgemeine Verpflichtung, den Anwohnern deliktisch zum Schadensersatz verpflichtet zu sein, genügt zur Begründung des besonderen Interesses nicht, sondern stellt nur ein allgemeines Interesse dar (vgl. speziell für Kabel- und Rohrverlegungsarbeiten: BGH, VersR 1962, 86 ff; NJW 1977, 2208 ff; OLG Köln, VersR 1984, 340).
Die Erstreckung vertraglicher Schutzpflichten auf Dritte muß hier auf solche Personen beschränkt bleiben, denen der Vertragspartner, für den anderen Teil erkennbar, Schutz und Fürsorge zu gewähren hat (vgl. etwa Senatsurteil vom 12. Juli 1977 - VI ZR 136/76.- VersR 1977, 1006, 1007 m.w.N.).
Er ist in den Schutzbereich der zwischen der Beklagten zu 1) einerseits und den Beklagten zu 2) und 3) andererseits bestehenden Werkverträge nicht einbezogen, da es an der erforderlichen Leistungsnähe fehlt (BGH NJW 1977, 2208; VersR 1962, 86;… Palandt-Heinrichs, a.a.O., § 328 BGB Rdnrn. 16, 31).
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 496/87
Anrechnung der Mittagspause auf Arbeitszeit
Dritte erwerben zwar nicht wie beim echten Vertrag zugunsten Dritter gemäß § 328 Abs. 1 BGB einen eigenen Leistungsanspruch, ihnen erwächst aber ein vertraglicher Schadenersatzanspruch, falls der Schuldner durch schuldhaftes vertragswidriges Handeln ihnen einen Schaden zufügt (vgl. u.a. BGHZ 49, 350, 353; BGHZ 51, 91, 96 [BGH 26.11.1968 - VI ZR 212/66]; BGH Urteil vom 12. Juli 1977 - VI ZR 136/76 - AP Nr. 8 zu § 328 BGB m. w. N.).
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 391/87
Wegfall der bezahlten Mittagspause bei der Deutschen Bundespost - Bindung der …
OLG Oldenburg, 27.08.1996 - 5 U 16/96
Mietvertrag, Drittschutz, Vertrag zugunsten dritter, Werkvertrag, Ursache, …
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 396/87
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 497/87
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 390/87
Wegfall der bezahlten Mittagspause eines Arbeitnehmers - Anspruch auf Anrechnung …
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 392/87
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 394/87
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 393/87
Wegfall der bezahlten Mittagspause bei der Deutschen Bundespost - Anspruch auf …
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 508/85
Wegfall der bezahlten Mittagspause bei der Deutschen Bundespost - Anrechnung …
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 395/87
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 389/87
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 388/87
BGH, 25.01.1983 - VI ZR 24/82
Schutzgesetz - Wasserversorgungsanlage - Untersuchung - Schadstoffe - Grenzwerte …
BGH, 20.04.2004 - VI ZR 253/03
Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb durch Beschädigung …
BAG, 28.07.1988 - 6 AZR 350/87

References: § 328
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 BGH 
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