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Timestamp: 2018-01-21 06:52:41+00:00

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Universität Halle - Amtsblatt 1997, Nr. 8 vom 9. September 1997
7. Jahrgang, Nr. 8 vom 9. September 1997, S. 4
Studienordnung für den Diplom-Studiengang „Musikerziehung - Gesang“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
§ 3 Voraussetzungen für die Aufnahme des Studiums
§ 5 Studienabschnitte
§ 6 Aufbau des Grundstudiums
§ 7 Aufbau des Hauptstudiums
§ 9 Studienberatung
Aufgrund des § 11 Abs. 1 sowie der §§ 77 Abs. 3 Nr. 11 und 88 Abs. 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt vom 7. Oktober 1993 (GVBl. LSA S. 614), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt vom 13. Februar 1996 (GVBl. LSA S. 74) hat die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg folgende Satzung erlassen:
Diese Studienordnung beschreibt auf der Grundlage der Diplomprüfungsordnung unter Beachtung der aktuellen Anforderungen Ziel, Inhalte und Verlauf des Diplomstudiums „Musikerziehung - Gesang“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
(1) Ziel der Ausbildung ist es, neben der Befähigung der Absolventen zur selbständigen, kritischen und verantwortungsvollen Lehre im Fach Gesang die entsprechenden fachlichen Voraussetzungen auch für die eigenständige künstlerische Tätigkeit zu schaffen.
(2) In den künstlerisch-praktischen Disziplinen erwirbt die Studentin bzw. der Student neben der Qualifikation im stimmlichen, gesangstechnischen sowie klavierpraktischen Bereich die Fähigkeit zur eigenständigen Interpretation und künstlerischen Umsetzung von Werken der Gesangsliteratur. Um das Studienziel zu erreichen, muß die Studentin bzw. der Student außerdem grundlegende Fachkenntnisse in den Bereichen Musiktheorie, Musikgeschichte und Methodik des Hauptfaches erwerben. Desweiteren gilt es, sich die didaktischen Grundlagen zur Vermittlung der Unterrichtsinhalte anzueignen.
(3) Die große Vielfalt des Lehrstoffes wird in Vorlesungen, Seminaren, Übungen, künstlerischem Einzel- und Gruppenunterricht sowie Praktika angeboten, so daß die Studentin bzw. der Student ihre bzw. seine künstlerischen und methodischen Fähigkeiten und Fertigkeiten unter unterschiedlichen Bedingungen und Zielsetzungen erproben kann.
(4) Zusätzlich zu den pflichtgemäß zu absolvierenden Curriculumsfächern gibt es eine Reihe von wahlobligatorischen und fakultativen Angeboten, um fachübergreifende spezifische Interessensgebiete belegen zu können.
(5) Ergänzend zum grundständigen Curriculum muß ein Wahlpflichtfach belegt werden. Die Fächer:
Wahlpflichtfach Sprechwissenschaft in Verbindung mit dem Diplomstudiengang „Musikerziehung - Gesang“
Wahlpflichtfach Sport/Bewegungstherapie in Verbindung mit den Diplomstudiengängen Sprechwissenschaft und „Musikerziehung - Gesang“
sollen eine sinnvolle Komplettierung des Studienganges unter Berücksichtigung von sprecherzieherischen, sprech- und bewegungstherapeutischen Gesichtspunkten darstellen.
(6) Der Fachbereich Musik-, Sport- und Sprechwissenschaft verleiht nach bestandener Diplomprüfung gemäß der Diplomprüfungsordnung den akademischen Grad „Diplom-Musiklehrerin für Gesang“ bzw. „Diplom-Musiklehrer für Gesang“.
(1) Das Zeugnis der Hochschulreife (allgemeine oder einschlägige fachgebundene Hochschulreife) oder ein durch Rechtsvorschrift oder von der zuständigen staatlichen Stelle als gleichwertig anerkanntes Zeugnis.
(2) Ein anderer Qualifikationsnachweis nach § 34 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt, sofern kein Zeugnis gemäß Absatz 1 vorhanden ist.
(3) Das Bestehen der musikalischen Eignungsprüfung entsprechend § 3 der Diplomprüfungsordnung.
(4) Das Studium kann jeweils nur zum Wintersemester aufgenommen werden.
Die Regelstudienzeit beträgt einschließlich der Diplomarbeit 8 Fachsemester mit 154 Semesterwochenstunden. (Davon entfallen 20 Semesterwochenstunden auf das Wahlpflichtfach.) Die Studien- und Prüfungsordnung gewährleistet, daß diese Studienzeit einschließlich aller Prüfungen eingehalten werden kann.
(1) Das Studium gliedert sich in ein viersemestriges Grundstudium und in ein viersemestriges Hauptstudium.
(2) Im Grundstudium werden musikpraktische und sprecherische Fertigkeiten sowie die Fähigkeit zur selbständigen künstlerischen Gestaltung entwickelt. Außerdem werden musiktheoretische und musikwissenschaftliche Elementaria gelehrt. Das Grundstudium wird mit dem Vordiplom abgeschlossen.
(3) Im Hauptstudium werden aufbauend auf den Grundvoraussetzungen künstlerisch-individuelles Gestalten gefördert und in zunehmendem Maße improvisatorische und interpretatorische Leistungen perfektioniert. Akzentuierter Schwerpunkt im Hauptstudium ist das Erlernen der Gesangsmethodik, d.h. die Befähigung zum differenzierten und verantwortungsvollen Umgang mit der Gesangsstimme. Wichtig dabei ist vor allem die Entwicklung analytischer Hörfähigkeit, um daraus unterschiedliche methodische Lehransätze zu schlußfolgern. Dieser Studienabschnitt wird mit der Diplomprüfung abgeschlossen.
(4) Lehrformen
Die Ziele und Inhalte des Studiums werden in folgenden Lehrveranstaltungen bzw. Unterrichtsformen vermittelt:
Darstellung der jeweiligen Wissenschaftsdisziplin in ihrer Spezifik
Aufbereitung und Anwendung des Vorlesungsstoffes
Seminare (S)
Stoffvermittlung, verbunden mit Übungen
Einzelunterricht (E)
Schulung von technischem Können und stilgerechter Interpretation in Gesang, Instrumentalspiel und Sprechkunst
Gruppenunterricht (Gr)
Vermittlung und Anwendung musikpraktischer und musiktheoretischer Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Fächern Musiktheorie, Improvisation, Rhythmik und Tanz, szenische Darstellung
Training von Fertigkeiten und Integrationsfähigkeit innerhalb verschiedener Ensembles, Anwendung von Fachwissen, künstlerischen Fertigkeiten und didaktischem Können in praktischen Übungen
Erarbeiten künstlerischer Konzeptionen und deren praktische Umsetzung (z.B. Szenen aus Singspiel, Oper, Musical etc.)
Festigen didaktisch-methodischer Fertigkeiten im Unterrichtsprozeß, d.h. methodisches Training an unterschiedlichen Stimmgattungen und Stimmbefunden der individuellen Einzelstimme.
Aufbau des Grundstudiums
(1) Im Grundstudium sind zu absolvieren
(1.1) im Pflichtbereich:
künstlerisches Hauptfach Gesang 8 SWS1
Liedstudium 1 SWS
Darstellender Unterricht 4 SWS
Bewegungslehre / rhythmische Erziehung / Stiltanz 8 SWS
Sprecherziehung 4 SWS
Stimmphysiologie 2 SWS
Italienisch 4 SWS
Klavier 4 SWS
Musiktheorie/Tonsatz 4 SWS
Formenlehre 4 SWS
Gehörbildung 4 SWS
Blattsingen 2 SWS
Musikgeschichte 8 SWS
Akustik 2 SWS
Instrumentenkunde 2 SWS
Popularmusik/Medienkunde 2 SWS
Musikpädagogik 4 SWS
Musikpsychologie 4 SWS
Methodik des Hauptfaches 1 SWS,
(1.2) im Wahlbereich:
Musikästhetik oder Musiksoziologie 4 SWS.
(1.3) Das Wahlpflichtfach ist im Grundstudium mit 8 bis 10 SWS zu belegen.
(2) Die Anzahl der zu erbringenden Leistungsnachweise als Zugangsvoraussetzung für die Diplom-Vorprüfung richtet sich nach § 10 Abs. 1 der Diplomprüfungsordnung.
[1 Semesterwochenstunden]
Aufbau des Hauptstudiums
(1) Im Hauptstudium sind zu absolvieren
künstlerisches Hauptfach Gesang 8 SWS
Liedstudium 3 SWS
Partienstudium 4 SWS
Projektarbeit/Opernschule 4 SWS
Sprecherziehung 2 SWS
Klavier 3 SWS
Partiturkunde/-spiel 2 SWS
Musiktheorie/Tonsatz 2 SWS
Chor- und Ensemblesingen 4 SWS
chorische Stimmbildung 2 SWS
Musikanalyse 4 SWS
musikwissenschaftliches Spezialseminar „Vokalmusik“ 2 SWS
musikwissenschaftliches Spezialseminar „Aufführungspraxis“ 2 SWS
Methodik des Hauptfaches 3 SWS
methodisches Praktikum 7 SWS,
vokale Kammermusik oder vokale Improvisation oder Jazz-Gesang 2 SWS
Tonsatz-Spezialseminar 2 SWS
Arrangement/Popularmusik oder
Instrumentation oder
Kontrapunkt oder
zeitgenössische Techniken
Chorleitung 4 SWS.
(1.3) Das Wahlpflichtfach ist im Hauptstudium mit 10 bis 12 SWS zu belegen.
(2) Die Anzahl der zu erbringenden Leistungsnachweise als Zugangsvoraussetzung für die Diplom-Prüfung richtet sich nach § 19 Abs. 1 der Diplomprüfungsordnung.
(3) Fächerkanon/Stundentafel (Angaben in SWS, 1 = 45 Minuten)
Semester 1. 2 3 4 5 6 7 8
Gesang 2 2 2 2 2 1 1 1 E
Gesang mit Korrepetition 1 1 1 E
Liedstudium 1 1 1 1 E
Partienstudium (Singspiel, Oper, Oratorium) 1 1 1 1 E
Vokale Kammermusik )
Vokale Improvisation ) [wo.] 1 1 G
Jazz-Gesang )
Darstellender Unterricht 2 2 2 2 G
Projektarbeit/Opernschule 2 2 G
Bewegungslehre / rhythmische Erziehung / Stiltanz 2 2 2 2 G
Sprecherziehung 1 1 1 1 1 1 E
Stimmphysiologie 2 V
Italienisch 1 1 1 1 S
Klavier 1 1 1 1 1 1 1 E
Partiturkunde/-spiel 1 1 G
Chor- und Ensemblesingen 2 2 Ü
chorische Stimmbildung 1 1 G
Chorleitung [w.] [2] [2] G
Musiktheorie/Tonsatz 1 1 1 1 1 1 G
Tonsatz Spezialseminar (1)[w.] [1] [1] S
Formenlehre 2 2 V
Musikanalyse 2 2 V/S
Gehörbildung 1 1 1 1 G
Blattsingen 1 1 G
2 2 2 2 V
musikwissenschaftliche Spezialseminare
(2) 2 2 HS
Systematische Musikwissenschaft (3)[wo.] 2 2 VS
Akustik 2 V
Instrumentenkunde 1 1 V
Popularmusik/Medienkunde 2 S
Musikpädagogik 2 2 V
Musikpsychologie 2 2 V
Methodik des Hauptfaches 1 1 1 1 V/S
memethodisches Praktikum 1 2 2 2 Ü
(1) z.B.
Arrangement/Popularmusik
Instrumentation Kontrapunkt
(2) Je ein Spezialseminar befaßt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Vokalmusik“ bzw. „Aufführungspraxis“.
(3) z.B.
Musiksoziologie (Eines der wahlobligatorischen Fächer soll belegt werden.)
Zwischen dem fünften und sechsten Semester findet ein sechswöchiges Hospitationspraktikum (Opernhaus) statt.
Sprechwissenschaft in Verbindung mit dem Diplomstudiengang „Musikerziehung - Gesang“2
Grundlagen der sprech-künstlerischen Kommunikation 2 V
Sprechausdruck 1 Ü
Grundlagentraining 1 Ü
Probleme der physiologischen Phonetik 2 S
Sprach- und Sprechstörungen I 2 V
Sprach- und Sprechstörungen II 2 V
Stimmstörungen I 2 V
Körperstimmtraining 1 Ü
Entspannungstraining 1 Ü
Stimmstörungen II 2 V
Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen 2 S
Probleme der Normphonetik 2 S
2 Die Ausbildung berechtigt nicht zu einer therapeutischen Tätigkeit.
Sport/Bewegungstherapie in Verbindung mit dem Diplomstudiengang „Musikerziehung-Gesang“
Sporttherapeutische Orientierung:
Sozialwissenschaftlicher Bereich (Psychologie, Soziologie) 4 SWS
Naturwissenschaftlicher Bereich (Motorik, Biomechanik, Trainingslehre) 2 SWS
Motopädagogik 1 SWS
Allgemeine und spezielle Theorie und Didaktik von Bewegung, Sport und Spiel in Prävention, Rehabilitation und Therapie
Praktisch-methodische Veranstaltungen:
Bereich Therapie/Rehabilitation 8 SWS
Sportangebote nach Wahl 3 SWS
Bewegungs- und trainingswissenschaftliche Orientierung:
Sozialwissenschaftlicher Bereich (Psychologie, Soziologie) 2 SWS
Naturwissenschaftlicher Bereich (Motorik, Biomechanik, Trainingslehre) 4 SWS
Pädagogik/Didaktik 2 SWS
Praktisch-methodische Veranstaltungen (Sportangebote nach Wahl) 12 SWS
Die Studierenden können im Rahmen bestehender Studiengänge o.g. Schwerpunkte in einer Wahlpflichtausbildung wählen.
Die Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen, die von anderen Hochschulen und/oder in anderen Studiengängen erbracht wurden, regelt die Diplomprüfungsordnung.
(1) Eine Beratung in allgemeinen Studienangelegenheiten erfolgt durch das Dezernat II.3 - Allgemeine Studienberatung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie erstreckt sich auf Fragen der Studieneignung sowie insbesondere auf die Unterrichtung über Studienmöglichkeiten, Studieninhalte, Studienaufbau und Studienanforderungen. Die Allgemeine Studienberatung sollte insbesondere in folgenden Fällen in Anspruch genommen werden:
vor Studienbeginn,
bei Wahl der Fächerkombination.
(2) Neben der allgemeinen Studienberatung bietet das Institut für Musikpädagogik eine Fachstudienberatung durch eine ausgewiesene Mitarbeiterin bzw. einen ausgewiesenen Mitarbeiter an. Die studienbegleitende Fachberatung unterstützt die Studierenden insbesondere in Fragen der Studiengestaltung, der Studientechniken und der Wahl der Schwerpunkte des Studienganges. Die Inanspruchnahme der studienbegleitenden Fachberatung wird vor allem in folgenden Fällen empfohlen:
vor dem Ablegen der musikalischen Eignungsprüfung,
Diese Studienordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Halle (Saale), 15.07.1997
Vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt am 08.07.1997 zur Kenntnis genommen.

References: § 3

§ 5

§ 6

§ 7

§ 9
 § 11
 § 34
 § 3
 § 10
 § 19