Source: http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_01022007_Z3121447.htm
Timestamp: 2018-07-19 07:46:27+00:00

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Fundstelle: VkBl. 2007 Nr. 4, S. 54
Für die Abnahme von Abschlussprüfungen und Zwischenprüfungen errichtet das BMVBS als zuständige Stelle Prüfungsausschüsse.
Ein Prüfungsausschuss besteht aus drei Mitgliedern. Die Mitglieder müssen für die Prüfungsgebiete sachkundig und für die Mitwirkung im Prüfungswesen geeignet sein.
Dem Prüfungsausschuss müssen als Mitglieder je eine Beauftragte bzw. ein Beauftragter des Arbeitgebers und der Arbeitnehmer sowie eine Lehrkraft einer berufsbildenden Schule angehören. Die Mitglieder haben Stellvertreter oder Stellvertreterinnen.
Die Mitglieder und die stellvertretenden Mitglieder werden von der zuständigen Stelle für die Dauer von drei, höchstens fünf Jahren berufen.
Die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder des Prüfungsausschusses können nach Anhören der an ihrer Berufung Beteiligten aus wichtigem Grund abberufen werden.
Die Tätigkeit in den Prüfungsausschüssen ist ehrenamtlich. Für bare Auslagen und Zeitversäumnis ist, soweit eine Entschädigung nicht von anderer Seite gewährt wird, eine Entschädigung zu zahlen, deren Höhe von der zuständigen Stelle festgesetzt wird.
Wenn infolge von Ausschluss oder Besorgnis der Befangenheit eine ordnungsgemäße Besetzung des Prüfungsausschusses nicht möglich ist, kann die zuständige Stelle die Durchführung der Prüfung einem anderen Prüfungsausschuss, erforderlichenfalls einer anderen zuständigen Stelle übertragen. Das gleiche gilt, wenn eine objektive Durchführung der Prüfung nicht gewährleistet erscheint.
Der Prüfungsausschuss wählt aus seiner Mitte ein Mitglied, das den Vorsitz führt und ein weiteres Mitglied, das den Vorsitz stellvertretend übernimmt. Sie sollen nicht derselben Mitgliedergruppe angehören.
Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder mitwirken. Er beschließt mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des vorsitzenden Mitglieds den Ausschlag.
Die zuständige Stelle regelt im Einvernehmen mit jedem Prüfungsausschuss dessen Geschäftsführung, insbesondere Einladungen, Protokollführung und Durchführung der Beschlüsse.
Die Zwischenprüfung soll in der ersten Hälfte des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden. Die Abschlussprüfung soll am Ende der Ausbildungszeit, jedoch nicht mehr als zwei Monate vor bzw. nach der Ausbildungszeit durchgeführt werden.
Abschlussprüfungen finden in der Regel zweimal, Zwischenprüfungen einmal im Jahr statt.
Wird eine Prüfung mit einheitlichen überregionalen Prüfungsaufgaben durchgeführt, sind einheitliche Prüfungstage anzusetzen.
Die Auszubildenden werden von den Ausbildenden bei der Geschäftsstelle des Prüfungsausschusses zur Zwischenprüfung angemeldet.
wessen Berufsausbildungsverhältnis in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder Auszubildende noch deren gesetzliche Vertretung zu vertreten haben.
Auszubildende können nach Anhören von Ausbildenden und Berufsschule vor Ablauf der Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn die Leistungen dies rechtfertigen.
Zur Abschlussprüfung ist auch zugelassen, wer nachweist, dass sie bzw. er mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, als Verwaltungsfachangestellte bzw. Verwaltungsfachangestellter tätig gewesen ist. Hiervon kann abgesehen werden, wenn durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft dargetan wird, dass die Bewerberin bzw. der Bewerber die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigt. Ausländische Bildungsabschlüsse und Zeiten der Berufstätigkeit im Ausland sind dabei zu berücksichtigen.
Zur Abschlussprüfung ist ferner zuzulassen, wer in einer berufsbildenden Schule oder einer sonstigen Berufsbildungseinrichtung ausgebildet worden ist, wenn dieser Bildungsgang der Berufsausbildung zur bzw. zum Verwaltungsfachangestellten – Fachrichtung Bundesverwaltung - entspricht. Ein Bildungsgang entspricht dieser Berufsausbildung, wenn er
nach Inhalt, Anforderungen und zeitlichem Umfang der Verordnung über die Berufsausbildung zur bzw. zum Verwaltungsfachangestellten vom 19.09.1999 (BGBl. I S. 1029) gleichwertig ist,
Die Anmeldung zur Prüfung hat schriftlich innerhalb der Anmeldefristen (§ 7 Abs. 3) durch die Ausbildenden mit schriftlicher Zustimmung der bzw. des Auszubildenden bei der zuständigen Stelle oder der von ihr beauftragten Stelle zu erfolgen.
In besonderen Fällen kann die Prüfungsbewerberin bzw. der Prüfungsbewerber selbst bei der zuständigen Stelle oder der von ihr beauftragten Stelle den Antrag auf Zulassung zur Prüfung stellen. Dies gilt insbesondere in Fällen gem. § 10 und bei Wiederholungsprüfungen, falls ein Ausbildungsverhältnis nicht mehr besteht.
das letzte Zeugnis der berufsbildenden Schule,
ggf. weitere Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweise, in den Fällen des § 9 Abs. 2
einen entsprechenden Nachweis, in den Fällen des § 10
Tätigkeitsnachweise oder glaubhafte Darlegungen über den Erwerb von beruflichen Handlungsfähigkeiten i. S. des § 10 Abs. 2,
Die Entscheidung über die Zulassung zur Abschlussprüfung ist der Prüfungsbewerberin bzw. dem Prüfungsbewerber rechtzeitig unter Angabe des Prüfungstermins und des Prüfungsortes mitzuteilen.
Nicht zugelassene Prüfungsbewerberinnen und Prüfungsbewerber werden unverzüglich über die Entscheidung mit Angabe der Ablehnungsgründe schriftlich vom Prüfungsausschuss unterrichtet.
Die Zwischenprüfung ist entsprechend § 7 der Ausbildungsordnung durchzuführen.
Die Zwischenprüfung wird schriftlich anhand praxisbezogener Aufgaben oder Fälle in höchstens 180 Minuten in den Prüfungsbereichen
Wirtschafts- und Sozialkunde durchgeführt.
Gegenstand und Gliederung der Abschlussprüfung sowie ihre Dauer richten sich nach § 8 Abs. 1 bis 3 Ausbildungsordnung.
Die Abschlussprüfung wird schriftlich in den Prüfungsbereichen
Wirtschafts- und Sozialkunde (90 Minuten) und praktisch in dem Prüfungsbereich
Fallbezogene Rechtsanwendung (45 Minuten) durchgeführt.
Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu zwei Prüfungsbereichen mit mangelhaft und in den übrigen Prüfungsbereichen mit mindestens ausreichend bewertet worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit mangelhaft bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen.
Bei der Beratung des Prüfungsergebnisses dürfen nur die Mitglieder des Prüfungsausschusses anwesend sein.
Die Prüfung wird unter Leitung des vorsitzenden Mitgliedes vom Prüfungsausschuss abgenommen.
Die zuständige Stelle oder die von ihr beauftragte Stelle regelt im Benehmen mit dem Prüfungsausschuss die Aufsichtsführung, die sicherstellen soll, dass die Prüflinge die Arbeiten selbständig und nur mit den erlaubten Arbeits- und Hilfsmitteln ausführen. Über den Ablauf ist eine Niederschrift zu fertigen.
Schriftliche Arbeiten sind nicht mit dem Namen der Prüflinge, sondern mit Kennziffern zu versehen; diese werden zu Beginn der schriftlichen Prüfung ausgelost.
Täuscht ein Prüfling während der Prüfung oder versucht er bzw. sie zu täuschen, so teilt die Prüfungsaufsicht dies dem vorsitzenden Mitglied des Prüfungsausschusses mit und vermerkt diesen Verstoß in der Niederschrift über den Prüfungsablauf.
Der Prüfling darf jedoch an der Prüfung bis zu dessen Ende teilnehmen.
Stört ein Prüfling den Prüfungsablauf erheblich, ist der Prüfling von der weiteren Teilnahme an der Prüfungsaufgabe bzw. dem Prüfungsfach auszuschließen, in dem er bzw. sie gestört hat.
Stört der Prüfling im Verlauf der weiteren Prüfung erneut erheblich, so ist er bzw. sie von der restlichen Prüfung auszuschließen. Die Prüfungsaufsicht vermerkt die Art der Störung und den Störer bzw. die Störerin in der Niederschrift über den Prüfungsablauf.
Der Auszubildende, die gesetzliche Vertretung, die bzw. der Ausbildende und die Berufsschule erhalten eine schriftliche Bescheinigung über das Ergebnis der Prüfungsleistungen. Die Bescheinigung enthält:
die Bezeichnung „Bescheinigung über die Teilnahme an der Zwischenprüfung im Ausbildungsberuf Verwaltungsangestellte oder Verwaltungsangestellter“,
unter 75 bis 62,5 Punkte
Bei der Bewertung schriftlicher Prüfungsleistungen sind neben der fachlichen Leistung auch die Gliederung und Klarheit der Darstellung, die Gewandtheit des Ausdrucks sowie die äußere Form der Arbeit und die Rechtschreibung angemessen zu berücksichtigen.
Die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungsarbeiten sind dem Prüfling vor Beginn der Prüfung im Prüfungsbereich "Fallbezogene Rechtsanwendung" bekannt zu geben.
Der Prüfungsausschuss stellt gemeinsam die Ergebnisse der einzelnen Prüfungsleistungen sowie das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung fest (§ 8 Abs. 5 der Ausbildungsordnung).
Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses haben alle fünf Prüfungsbereiche das gleiche Gewicht (§ 8 Abs. 5 der Ausbildungsordnung).
Bei einer Ergänzungsprüfung sind die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungsarbeit und der mündlichen Ergänzungsprüfung nach § 8 Abs. 4 letzter Satz der Ausbildungsordnung im Verhältnis zwei zu eins zu gewichten.
Die Prüfung ist nach § 8 Abs. 6 der Ausbildungsordnung bestanden, wenn im Gesamtergebnis der Prüfung und in drei der schriftlichen Prüfungsbereiche mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. Werden die Prüfungsleistungen in einem schriftlichen oder dem praktischen Prüfungsbereich mit der Note ungenügend bewertet, ist die Prüfung nicht bestanden.
Über den Verlauf der Abschlussprüfung einschließlich der Feststellung der einzelnen Prüfungsergebnisse ist eine Niederschrift zu fertigen. Sie ist von den Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen.
Bei bestandener Abschlussprüfung erhält der Prüfling ein Zeugnis.
die Bezeichnung „Prüfungszeugnis nach § 37 Absatz 2 des Berufsbildungsgesetzes“,
den Ausbildungsberuf und die Fachrichtung,
Bei nicht bestandener Prüfung erhalten der Prüfling, seine gesetzliche Vertretung und die bzw. der Ausbildende einen schriftlichen Bescheid vom Prüfungsausschuss. Darin ist anzugeben, in welchen Prüfungsbereichen ausreichende Leistungen nicht erbracht worden sind und welche Prüfungsleistungen in einer Wiederholungsprüfung nicht mehr wiederholt zu werden brauchen.
In einer Wiederholungsprüfung ist der Prüfling auf seinen Antrag von der Prüfung in einzelnen Prüfungsbereichen zu befreien, wenn seine Leistungen mit mindestens ausreichend bewertet wurden und er spätestens innerhalb von zwei Jahren, gerechnet vom Tag nach Beendigung der nicht bestandenen Prüfung an, an der Wiederholungsprüfung teilnimmt.
Maßnahmen und Entscheidungen des Prüfungsausschusses sowie der zuständigen Stelle oder der von ihr beauftragten Stelle sind bei ihrer schriftlichen Bekanntgabe an die Prüfungsbewerberin bzw. den Prüfungsbewerber oder den Prüfling mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.
Nach Abschluss der Prüfung ist dem Prüfling auf Antrag Einsicht in seine Prüfungsunterlagen zu gewähren. Die schriftlichen Prüfungsarbeiten sind zwei Jahre, die Anmeldungen und Niederschriften gemäß § 24 Abs. 5 sind zehn Jahre aufzubewahren.
Zum gleichen Zeitpunkt tritt die Prüfungsordnung für die Durchführung von Zwischen- und Abschlussprüfungen für den Ausbildungsberuf Verwaltungsfachangestellter/ Verwaltungsfachangestellte vom 18. Juli 2000 außer Kraft.

References: § 10
 § 9
 § 10
 § 10
 § 7
 § 8
 § 8
 § 8
 § 37
 § 24