Source: http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/pinnwand/kmgnachr/137/index.htm?1cde7e290cde9a9e03662de906e90cf0=58uuauga03lcahkreu206j1rp5
Timestamp: 2013-06-19 16:52:01+00:00

Document:
Nr. 137 / September 2003
von Engelbert Botschen
Mitglieder der Karl-May-Gesellschaft!
mit dieser Ausgabe der KMG-Nach�richten laden
wir alle Mitglieder zum 17. Kongress der Karl-May-Gesellschaft vom 16. bis 19.
Oktober 2003 in die Vogtlandmetropole Plauen ein.
Damit empf�ngt nach Dresden und
Hohenstein-Ernsthal eine dritte Stadt in Karl Mays s�chsischer Heimat mit
herzlicher Gastfreundschaft die Mitglieder unserer Gesellschaft. Plauen ist ja
nicht nur durch die weltber�hmten �Plauener Spitzen� bekannt, sondern �
zumindest den Karl-May-Freunden � vor allem dadurch, dass Karl May hier seine
zweite Chance bekam, sein Lehrerstudium abzuschlie�en. Wie und mit welchen
Problemen das damals ablief, ist in zahlreichen, teils umfangreichen Aufs�tzen
in den Jahrb�chern der KMG dokumentiert.
Das vielseitige Programm wird � der Vorstand
hofft es jedenfalls � hohen Anspr�chen und unterschiedlichen Interessen gerecht.
Die wissenschaftlichen Vortr�ge ��
H�hepunkte eines jeden Kon�gresses � bieten ein breites Spektrum zu
Leben, Werk und Wirkung unseres Autors, angefangen von Karl Mays Umgang mit
Trauerr�ndern, Kamelexkrementen und Verwesungsgeruch �ber Buffalo Bill bis zu
Karl Mays Atheisten.
Zum besonderen Erlebnis des Kongresses werden
sicherlich die kulturellen Beitr�ge werden: Eine szenische Collage im
Stadttheater � ein Geschenk der Stadt und des Theaters Plauen an die
Karl-May-Gesell�schaft am Freitagabend sowie die konzertante Auff�hrung der
Othmar-Schoeck-Oper �Der Schatz im Silbersee� am Sonntag als Abschluss unseres
Kongresses. Die Buchauktion wird f�r alle Sammler mit
bibliophilen Ausgaben und vielen anderen interessanten Angeboten aufwarten, und
nat�rlich kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz: Mit dem traditionellen
�Geselligen Abend� wird der Sonnabend im Hotel Alexandra ausklingen. Vor dem Vergn�gen kommt aber bekanntlich
die Arbeit: Hiermit laden wir
gleichzeitig gem�� Satzung � 11 zur ordentlichen Mitgliederversammlung am
Sonnabend, dem 18. Oktober 2003, 9.30 Uhr in die Festhalle Plauen, �u�ere
Reichenbacher Stra�e 4, ein.
Die vorl�ufige Tagesordnung befindet sich
in diesem Heft. Sie ist in diesem Jahr besonders umfangreich, da Vorstandswahlen,
die Wahlen der Kassenpr�fer und auch die Abstimmung �ber die n�chsten
Kongressorte anstehen. Die Namen der Kandidaten bzw. der zur Auswahl stehenden
Orte sind bereits in den KMG-Nachrichten Nr. 136 ver�ffentlicht worden; weitere
Vorschl�ge oder Antr�ge wurden bisher nicht eingereicht.
Liebe Mitglieder und Karl-May-Freunde,
f�r die ereignisreichen Tage in Plauen freuen wir uns schon sehr auf eine rege
Beteiligung und gr��en Sie alle bis zum Wiedersehen oder Kennen lernen in herzlicher
Helmut Schmiedt����������� ��
Joachim Biermann��������� ��
M�ller-Haarmann� Uwe Richter
Die deutsche Sprache ist ja reich an Sprichw�rtern: �Was
lange w�hrt wird gut� oder �Gut Ding will Weile haben� hei�t es da zum
Beispiel. Wenn das so stimmt, erwartet uns in Plauen ein hochinteressanter Theaterabend.
Lange Zeit sah es gar nicht danach aus, in den letzten Nachrichten zweifelte
ich noch daran, ob es �berhaupt zu einer Auff�hrung kommt, aber in letzter Minute
vor Erscheinen dieses Heftes kam dann doch noch der gro�e Durchbruch. Dazu
vielleicht ein paar Zeilen zur Geschichte des Ganzen:
Die Idee, ein Karl-May-St�ck auf die B�hne zu bringen, stammte von dem
ehemaligen Intendanten des Plauener Theaters. Nachdem der urspr�ngliche Autor
Peter Henisch den Auftrag, ein May-Musical zu
schreiben, zur�ckgegeben hatte, war vom Theater in Plauen Dr. Helmut Schorlemmer
als neuer Autor verpflichtet worden und die Arbeitsgemeinschaft literarischer
Gesellschaften (ALG) konnte f�r eine Autorenf�rderung gewonnen werden.
Mittlerweile fand am Theater Plauen ein
Intendantenwechsel statt. Der neue Intendant erkl�rte seine Bereitschaft, das
Karl-May-Projekt grunds�tzlich weiterzuf�hren, allerdings mehr im Sinne einer
Festveranstaltung � sozusagen als Geschenk der Stadt und des Theaters Plauen an
die Karl-May-Gesellschaft in Form einer szenischen Collage. Da dieses Projekt
nicht mehr dem urspr�nglichen, zur F�rderung eingereichten entsprach, zog die
ALG ihre F�rderzusage zur�ck. Das war der Stand der Dinge im Juli 2003!
Schlie�lich konnte Herrn Schorlemmer doch noch eine Finanzierungszusage gegeben
werden. Das war am 23. Juli, und mit diesem Datum war auch der endg�ltige Redaktionsschlu� dieser Nachrichten erreicht. Und nun...
Vom 11. bis 13. Juli feierte der Karl-May-Verlag sein
90-j�hriges Bestehen mit einem Karl-May-Fest in Bamberg. 250 Karl-May-Freunde
aus halb Europa waren angereist und erlebten eine sch�ne und harmonische
Veranstaltung, die gemeinsam mit dem Karl-May-Archiv organisiert worden war.
Trotz mancher gegenteiligen Auffassungen zwischen Karl-May-Gesellschaft und Karl-May-Verlag
kann eines nicht geleugnet werden: Die Verdienste des Verlages, �ber 90 Jahre
das Werk unseres Autors pr�sent gehalten zu haben.
Anschlie�end gab es einen Anruf in der Gesch�ftsstelle
und einen Eintrag im G�stebuch unserer Internet-Seiten, warum sich die
Karl-May-Gesellschaft in Bamberg nicht mit Werbung, Verkaufsstand etc.,
pr�sentiert habe. So recht kann ich diese Ansicht nicht nachvollziehen, die
Podiumsdiskussion beispielsweise wurde von vier KMG-Mitgliedern,
darunter der stellvertretende Vorsitzende, bestritten. Der gr��te Teil der
angereisten G�ste bestand ohnehin aus Mitgliedern der Karl-May-Gesellschaft
oder solchen, die aus den verschiedensten Gr�nden aus ihr ausgetreten waren.
tiefer Trauer und Best�rzung erf�llte mich die Nachricht vom Tode Walther Ilmers. Unverge�lich f�r mich
werden seine Vortr�ge, aber auch seine Auftritte als �Karl May� bleiben. Die
Karl-May-Gesellschaft verliert mit ihm einen Mitstreiter, der sich mit ganzer
Person in der Gesellschaft engagierte; sein Tod ist f�r uns ein unersetzlicher
Nachtr�glich herzliche
Gl�ckw�nsche m�chte ich unserem Kassenpr�fer Karl Joachim Pagels
zum 65., unseren ausl�ndischen Mitglieder William E. Thomas in Australien zum
70. und Ivo Prokop in Tschechien zum 75., sowie unserem �ltesten Mitglied Erich
Dorner zum 98. Geburtstag �bermitteln. Ich w�nsche
ihnen und allen nichtgenannten Geburtstagskindern der
letzten drei Monate weiterhin alles Gute, Gesundheit und nat�rlich Freude und
Entspannung mit Karl May.
Liebe Mitglieder, ich freue
mich darauf, Sie in Plauen begr��en zu k�nnen und verbleibe bis dahin
mit herzlichen Gr��en Ihr Hans
Grunert�� Gesch�ftsf�hrer
Ulrich von Th�na
Das dreiunddrei�igste Jahrbuch
neue Jahrbuch beginnt mit einer sch�nen W�rdigung Erich Heinemanns aus der Feder
von Claus Roxin, dessen Freundschaft mit ihm zur�ckgeht auf jene denkw�rdige
Gr�ndungsversammlung an einem unfreundlichen M�rztag des Jahres 1969 in
Hannover. Heinemann war ein fester und absolut verl�sslicher Pfeiler der
Gesellschaft und zugleich ein behutsam formulierender Mensch, der wie May von
seinem Schreibtisch aus seine exotischen und historischen Reisen unternahm. Er
war kein Phantast, im Gegensatz zu
May, dessen Pathographie Otto Rubner mit �Der s�chsische
Phantast� �berschreibt. Hier spricht der Fachmann und es war keine geringe
Leistung der Redaktion, den Beitrag, den Rubner nicht
mehr endredigieren konnte, druckfertig zu machen. Rubner referiert zuerst � nach einem Glossar � psychiatrisch
relevante Einsch�tzungen von Wollschl�ger, Stolte, Roxin, Langer und Thomas,
er�rtert dann �beraus ausf�hrlich die einschl�gige Fachliteratur, wendet dann
sein psychiatrisches Handwerkszeug auf May an und kommt zum etwas verbl�ffenden,
weil kaum in Frage stehenden Ergebnis �Man muss Karl May f�r alle seine Taten
als uneingeschr�nkt schuldf�hig ansehen.� Und stellt weiter fest, dass bei May
keine Psychose, also keine Geisteskrankheit zu diagnostizieren sei. Es handele
sich um eine Gem�ts-, nicht um eine Geistesst�rung und zitiert den Meister:
�Ich war seelenkrank, aber nicht geisteskrank�.
betreten wir mit Ralf Junkerj�rgens dramaturgischer
Analyse des �Schatz im Silbersee�. Es geht ihm um den Begriff der Spannung, den
er schon am Beispiel von Jules Verne angewendet hat, und zwar innerhalb dieses
Begriffs um diejenige Spannung, die er als suspense
bezeichnet, n�mlich die Inszenierung von Gefahr und Anreiz. Als allgemeine
Merkmale der Spannungskonzeption nennt er Initialklima, blockbildendes
Erz�hlen und hohe Suspense-Dichte auf Kosten der
Schlusseffekte. Es w�re zweifellos interessant, die narratologische
Erforschung Mays auszuweiten auf einen Vergleich mit anderen Klassikern des
Genres wie Stevenson, Ridder Haggard
oder selbst Dumas.
gro�em Gewinn liest man au�erdem die beiden Beitr�ge von Hermann Wohlgschaft �ber Karl May und die Evolutionstheorie und den
Entwicklungsgedanken bei May und Teilhard de Chardin.
Dass der Theologe Wohlgschaft ein gr�ndlicher Kenner
Mays ist, wissen wir sp�testens seit seiner gro�en Biographie. In seinem
Aufsatz �ber Teilhard de Chardin und May skizziert er
zuerst beim fr�hen May der �Geogra�phischen Predigten� und dem �Buch der Liebe�
ein Verst�ndnis Mays der Evolution als Entwicklungsweg zu immer h�herem
Bewusstsein. In seinen Sp�twerken habe May dann die Evolutionstheorie in
Visionen und Tr�ume umgesetzt und versucht, Wissenschaft und Glaube in harmonische
Ber�hrung zu bringen. Da sieht Wohlgschaft Parallelen
zu Teilhard de Chardin. Beide versuchten auf �hnliche
Weise den scheinbaren Widerspruch zwischen naturwissenschaftlicher
Entwicklungslehre und biblischem Sch�pfungsglauben zu l�sen. In einem weiteren
l�ngeren Aufsatz geht Wohlgschaft auf den
geistesgeschichtlichen Hintergrund und das zeitgen�ssische Umfeld von Mays
Evolutionstheorie ein und schlie�t ab mit weiteren Ausf�hrungen zu May und
Nietzsche, �ber die im letzten Jahrbuch Hans R�diger Schwab geschrieben hatte.
beiden ebenso sorgf�ltig dokumentierten wie einleuchtend argumentierenden Aufs�tze
von Wohlgschaft sind f�r den Rezensenten
herausragende Beitr�ge des diesj�hrigen Jahrbuchs und zugleich wichtige
Bausteine zur seelischen Biographie Mays wie auch f�r seinen Platz in der
weltanschaulichen Landschaft seiner Zeit.
J�rgens besch�ftigt sich vor dem Hintergrund der heute so beliebten gender studies mit M�nnlichkeitskonstruktionen
in Mays Reiseerz�hlungen. J�rgens definiert M�nnlichkeit als eine �durch das Geschlechterverh�ltnis
strukturierte Konfiguration von Praxis.�, die also nicht bestimmt wird durch
das k�rperliche Geschlecht, sondern durch das soziale Geschlecht. Dass nun in
der Welt der Westm�nner das soziale Geschlecht des Mannes eine �berragende
Rolle spielt, versteht sich von selbst und dass May das patriarchalische
Verhalten einschlie�lich des schmalen, der Frau zugewiesenen Platzes nicht in
Frage stellt, bedarf keiner tiefsch�rfenden
sind anzuzeigen ein Aufsatz von Thomas Kramer �Lawrence von Arabien vs. Kara Ben Nemsi�, in dem f�r die
Darstellung des Medienidols Lawrence sehr stark auf den Film von David Lean verwiesen wird, w�hrend das Idol May im Wesentlichen
ein Produkt seiner B�cher ist. Johannes Zeilinger
schildert sehr farbig, aber auch sehr breit das faszinierende Leben von Emin Pascha. Emin Pascha war in
der Tat um die Jahrhundertwende au�erordentlich bekannt. Seine von Zeilinger postulierte Vorbildfunktion f�r den Dr. Emil
Schwarz in der �Skla�venkarawane� scheint mir doch eher fraglich zu sein. Der
brave deutsche Gelehrte Schwarz und der unberechenbare, schillernde, ja proteische Emin Pascha sind durch
Welten getrennt.
dann gibt es noch einen Aufsatz von Barbara Siebert �ber Pferde und Reitkunst
bei May. F�r diese Arbeit, die an das altbew�hrte Muster von �Goethe und ...�
erinnert, hat man ihr den Magistergrad in Bielefeld verliehen. Den Anmerkungen
entnehme ich, dass es 1985 im belgischen L�wen offenbar schon eine Dissertation
�ber dasselbe Thema gegeben hat. D�rfen wir demn�chst auch mit einer
Habilitationsschrift zu diesem offenbar zentralen Thema rechnen?
Monate nach dem verheerenden Brand in der Nacht zum 30.3.03 ist das Indian
Village in Bad Segeberg neu erstanden, das ist rekordverd�chtig. In frischem
Glanz erstrahlt das jetzt zweigeschossige Bauwerk, am Kalkbergtheater wurden
die Brandsch�den behoben; die Versicherung wird wohl f�r den etwa eine Million
Euro teuren Neubau aufkommen, Gesch�ftsf�hrerin Ute Thienel
geht von Brandstiftung aus. Architekturb�ro Klaus Eggers, B�hnenbildner Ulrich
Schr�der und viele andere haben meisterliches geleistet, und jetzt zur Premiere
der Karl-May-Spiele ist alles fertig, ge�ffnet w�hrend der gesamten Spielzeit
vom 30. Juni bis zum 7. September.
��Winnetou im Audimax�
Ein kleines Buch, fast nur ein schmales Heft im Umfang� unserer
�Mitteilungen� bereitete mir Vergn�gen und - wenn ich es denn so formulieren
darf - Erbauung. Wie h�tte ich denn erwarten d�rfen, in den Beitr�gen zu einer
akademischen Feier der altehrw�rdigen Ludwig-Maxi�milians-Univer�sit�t M�nchen
nicht nur Neues und Altbekanntes zu den Verdiensten des dort Gefeierten zu
lesen, sondern auch so manches zu Karl May und zu einem Leben mit seinem Werk.
Nat�rlich, der also gefeierte war unser Ehrenvorsitzende.
So m�chte ich zwei Ausschnitte aus einem Text, der sich nicht nur f�r Juristen
lohnt, herausgreifen. Es k�nnte eine Anekdote sein: �Bis sp�t in die siebziger, Anfang
achtziger Jahre hinein war an der Ludwig-Maximilians-Universit�t eine
�Marxistische Gruppe� (MG) aktiv. Sie organisierte Proteste und go-ins, vertrieb ein Kampfblatt und legte sich
leidenschaftlich mit Rektor Lobkowicz an. Doch
eines Tages hatte sie auch den Strafrechts-Grundkurs von Claus, Roxin im Visier. �Karl
May im Audimax� titelte sie ihre Reportage, geschm�ckt mit einem markanten
Winnetou-Foto aus den Segeberger Festspielen. �Prof. Dr. Claus Roxin im Audimax� lautete die Bezeichnung unter dem Bild von Karl Mays Helden. Die Universit�ts-Spitze
verlangte, die verantwortlichen Studenten disziplinarisch zu verfolgen. Claus Roxin wiegelte ab und erreichte es
schlie�lich, da� eine kleine Marxisten-Delegation ihn
pers�nlich aufsuchte. Man habe die Entgleisung g�tlich bereinigt, hie� es
hernach. Wie explizit und formell die Entschuldigung zustande kam, mag
dahinstehen; allzu pr�ventiv hatte der Ausgleich zwischen T�tern und Opfer anscheinend
aber nicht gewirkt. Denn in der n�chsten Ausgabe griff die MG das Thema wieder
auf, nur da� statt des Winnetou-Portr�ts diesmal ein
solches von Claus Roxin selber
prangte, und die Erl�uterung lautete: �Winnetou im Audimax�. �
Der Dekan der juristischen Fakult�t hob einen Wesenszug hervor,
den wir Insider immer besonders gesch�tzt haben: �Zahl�reiche Ehrungen hat
Claus Roxin im Laufe seines wissenschaftlichen Lebens erhalten, sie haben ihn
nicht ver�ndert. �Selten habe ich jemanden kennengelernt, den all der Erfolg und all die Ehren� [...] nicht
ver�ndert hat, sondern der zu allem noch jene ruhige und freundliche
Gelassenheit, jene rein an der Sache orientierte Interessiertheit ausstrahlt,
wie Claus Roxin. Gewi� ich denke, er genie�t all die
Ehren, nimmt sie auf Reisen entgegen wie ein Sammler, der sich �ber jeden neuen
Fund freut. Aber er w�re kein anderer, wenn es das alles nicht g�be, er w�re
ebenso Claus Roxin: souver�n, gelassen, pr�zise im Gedanken und bildhaft im
Ausdruck, jemand, der ein immenses Werk hervorzubringen vermag und der doch zu
leben wei�.��
Seine Werke sind in vielen anderen Sprachen erschienen; in
Spanisch fast alle und sogar einige, die noch nicht in Deutsch vorliegen. Trotz
Emeritierung ist er weiterhin sehr aktiv. So erschien im Mai dieses Jahres der
zweite Band seines gro�en Lehrbuchs zum �Allgemeinen Teil� des Strafrechts im
Umfang von 899 Seiten und vom 23.5. bis zum 7.6.03 weilte er in Paraguay, um
von der �Universidad del Norte�
in Asunci�n seinen 14. Ehrendoktorhut entgegenzunehmen; aber auch Vortr�ge vor
gro�em Publikum, Fernseh- und Zeitungsinterviews standen auf dem Programm.
Begreifen wir eigentlich, was Professor Roxin �so nebenbei� f�r May,� sein Werk und die
KMG geleistet hat?
Sch�nemann, Bernd [Hrsg.] Claus Roxin: Person,
Werk, Epoche - Herbolzheim:Centaurus-Verlag, 2003. 75
�VILLA�
�RADEBEUL-DRESDEN. ������1./9.
Karl-May-Freunde!
Jahren fand in Rathen die erste
Karl-May-Theaterauff�hrung unter freiem Himmel statt. Anl��lich
dieses Jubil�ums w�rdigt das Radebeuler Karl-May-Museum mit der
Sonderausstellung �Winnetou im Elbsandsteingebirge� die vielen Organisatoren
und Darsteller der Felsenb�hne Rathen, die als
sch�nste Naturb�hne Europas gilt.
Am 28. Mai 1938 konnten junge und jung gebliebene Zuschauer in dem
St�ck �Bilder und Gestalten um Winnetou� Karl Mays Helden auf der wildromantischen
Felsenb�hne reiten und f�r die Gerechtigkeit siegen sehen. Mit der Saison 1941
endeten die Auff�hrungen kriegsbedingt. Erst 1984 � nachdem es Anfang der
achtziger Jahre in der DDR zur Karl-May-Renaissance gekommen war � durften Karl
Mays unsterbliche Gestalten wieder im Schatten des Felsengebirges mit ihren
Abenteuern die Zuschauer begeistern. Die Landesb�hnen Sachsen, die ihren
Stammsitz in Radebeul haben, f�hlen sich auch weiterhin dem weltweit bekannten
Autor mit authentischen Inszenierungen auf der Felsenb�hne Rathen
Anhand von seltenen Dokumenten,
Plakaten und historischen Bildern gibt die Sonderausstellung dem Besucher einen
einmaligen Einblick in die Geschichte der Karl-May-St�cke der Felsenb�hne in Rathen von 1938 bis 2003. Die von Hartmut Schmidt (Berlin,
KMG) konzipierte Ausstellung ist bis zum 30. September 2003 zu sehen.
Freitag, 12. September 2002 Andr� Neubert (Hohenstein-Ernstthal)
Hohenstein-Ernstthal und sein �International Karl May Heritage
Museumsfest zum 75. Jubil�um und 15 Jahre
Freundes- und F�rderkreis Karl-May-Museum e.V.
Wilder Westen im Gro�en Garten Dresden
Buffalo Bill: Old Shatterhands Rivale, Herausforderer
oder Vorbild?
Ren� Wagner (Radebeul)
1928 - 2003: 75 Jahre Karl-May-Museum in
(Die Geschichte des Karl-May-Museums in
multimedialen Bildern)
Festveranstaltung zum 75. Geburtstag mit
Ausstellungser�ffnung im Museum
nach Sachsen und besuchen Sie das Karl-May-Museum Radebeul bei Dresden im S�chsischen
Elbland - wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Erwin M�ller Was macht Karl May so interessant? Vortragsabend �ber Karl May Der Freundeskreis der
Universit�t Koblenz e.V. hatte seine Mitglieder und die interessierte �ffentlichkeit
am 28. Mai 2003 zu einer der regelm��igen Vortragsveranstaltungen in den
historischen Rathaussaal der Stadt Koblenz eingeladen. Gastredner an diesem
Abend war Helmut Schmiedt, stellvertretender Vorsitzender der
Karl-May-Gesellschaft und Professor f�r Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
an der Universit�t Koblenz, der sich folgendes Thema gestellt hatte: �Was macht Karl May so
interessant? Die wissenschaftliche Besch�ftigung mit einem Abenteuerschriftsteller�.
Veranstaltung wurde vom Hauptgesch�ftsf�hrer der Koblenzer Handwerkskammer und
Vorsitzenden des Freundeskreises, Karl-J�rgen Wilbert, er�ffnet; anschlie�end
richtete Oberb�rgermeister Eberhard Schulte-Wissermann
ein Gru�wort an die Anwesenden. Der Abend klang aus mit einem zwanglosen Empfang,
bei dem noch lange - und aus vielfacher eigener Leseerfahrung
- �ber die Faszination Karl Mays diskutiert wurde. Der Vortag unseres stellvertretenden Vorsitzenden
besch�ftigte auch die Presse - hier einige Ausz�ge:
Die Rhein-Zeitung Koblenz berichtete am
2.6.03: <Gleich im ersten Satz Koblenz erw�hnt - Literaturwissenschaftler
Schmiedt: Karl May schrieb auch Roman, der an Rhein und Mosel spielt... Das
schriftstellerische Werk, Verbindungen zum Leben und die Hintergr�nde des
Schreibens waren das Thema. F�r die meisten Anwesenden bot der Abend R�ckblicke
in die Lekt�re ihrer Jugend, an die zahlreichen Stunden in Gefolgschaft von Old
Shatterhand und Winnetou... Schmiedt gab dem Publikum einen an Anekdoten reichen
Forschungs�berblick, wobei die unterschiedlichsten Seiten des Werks
hervortraten sowie die sp�tere Wirkung bei Lesern und anderen Autoren. Die
erste Doktorarbeit, die sich mit Karl May besch�ftigte, entstand ein
Vierteljahrhundert nach dem Tod des Autors 1912. Seither sind zahlreiche
weitere Arbeiten erschienen, Schmied selbst hat in Bonn zu May promoviert ...
Wahrscheinlich, so erl�uterte Schmied abschlie�end im Vortrag, ist Karl May
auch der einzige Autor, in dessen Werk in einem Roman im ersten Satz Koblenz
erw�hnt wird. In der �Die Liebe des Ulanen� beginnt May mit der Erw�hnung von Mosel,
Zell und auch Koblenz.>���������������������������������� -dSch ___________________________________________________________________________________________________________________________________
Das Handelsblatt D�sseldorf (Auflage
193. 500) berichtet unter �Profil - Der unerm�dliche Verk�ufer� �ber Reinfried
Pohl; das - mittlerweile �ber 75 Jahre alt - ist der Pionier unter den
Verm�gensberatern, er hat DVAG, den gr��ten Finanzvertrieb der Republik
aufgebaut. Wir g�nnen dem in Zwickau Geborenem seine Verdienste, hier ist
allerdings sein Hobby interessant. Das Blatt schreibt am 22.4.03: <Der begeisterte
Karl-May-Leser, der in all seinen Ferienh�usern eine Komplettausgabe besitzt,
hat auch zum Irak-Krieg eine Meinung: �Wer �Im Land der Skipetaren� gelesen
hat, h�tte wissen k�nnen, wie das dort abl�uft.� >
Bd. 7 der
�Karl-May-Studien�:
Karl Mays �Im Lande des Mahdi�
Broschur 2003; ISBN
3-89621-172-2; ca. 300 S.; 24� �
der Karl-May-Studien widmet sich mit
der Romantrilogie Im Lande des Mahdi einem
der d�stersten Werke des Schriftstellers, das wohl auch deshalb von Lesern und
Forschern weniger beachtet wurde als andere seiner mehrteiligen Reiseer�z�hlungen.
Wie zuvor bereits in seiner Jugenderz�hlung Die
Sklavenkarawane, nun aber weit unerbittlicher und bedr�ckender, ging May vor
dem Hintergrund j�ngster historischer Ereignisse um den sudanesischen Mahdi mit
dem Menschenhandel im Orient ins Gericht und versuchte, die aktuelle Sklavenfrage
in eine spannende Abenteuerhandlung einzubinden. Literarisch nicht immer
gelungen und in der Darstellung des Islam nicht frei von zeitgen�ssischen
Vorurteilen, erwecken seine eindringlichen Schilderungen der
menschenverachtenden Sklavenj�ger und ihrer schwarzen Opfer doch auch heute
noch Zorn und Mitleid: �Die Sklaverei ist eine Schande f�r die gegenw�rtige
Menschheit, und die Sklavenjagd ist ein Verbrechen, welches zum Himmel
schreit.�
Studienband analysiert Mays Sudan-Roman unter allen relevanten Aspekten, von
den zeitgeschichtlichen Hintergr�nden und literarischen Quellen �ber
erz�hltheoretische Befunde bis hin zu motivischen Einzel�untersuchungen.
Dieter Sudhoff /
�ber Karl Mays �Mahdi�
Im Lande des
Mahdi. - Karl Mays Roman zwischen Zeitgeschichte und Moderne
sudanesische Mahdi
�In meiner Heimat gibt es B�cher...�
Quilt. - Die Quellen der Sudanromane Karl Mays. Eine
Autor und Autorit�t. - Wie Karl May im �Mahdi� seine Leser beeindruckt
�Welch ein Sujet f�r einen Dichter!� Der Nil als Schauplatz in Karl Mays �Im Lande des Mahdi�
im �Mahdi�-Roman
Uhlhornsweg 99,
Die zweij�hrig erscheinende Reihe kann auch
abonniert werden. Abonnenten erhalten die B�nde f�r 20 � statt 24 �. Die Studienb�nde
1 (Karl Mays Orientzyklus) und 3 (Karl Mays �Old Surehand�)
Studienb�nde werden dem S�damerikaroman (Am
Rio de la Plata / In den Cordilleren), �Weihnacht!� und Am Jenseits gelten.
Erwin M�ller Winnetou und sein roter Bruder Indianerfilme als Spiegel deutsch-deutscher-Geschichte Indianische Helden sind sie schon seit langem: der Franzose
Pierre Brice (geb. 1929) im Westen und der Serbe Gojko Mitic (geb. 1940) im
Osten Deutschlands. Aber nun wurden sie endg�ltig in den Ruhmestempel der
Leinwandg�tter aufgenommen. Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt am Main widmete
den zwei: roten Br�dern deutscher Provenienz vom 4. M�rz bis 31. August 2003
eine gro�e Ausstellung und zeigte parallel dazu eine repr�sentative Schau
ausgew�hlter Spielfilme mit den beiden Protagonisten als Hauptdarstellern. In den 1960er und 1970er Jahren des vorigen Jahrhunderts
erreichten Indianerfilme in beiden deutschen Staaten eine enorme Popularit�t.
Sie zogen Besucherstr�me in bisher nicht gekannten Ausma�en an und lie�en die
Kinokassen fast zwei Jahrzehnte lang klingeln. Die in der BRD und DDR
produzierten und �berwiegend in Jugoslawien gedrehten Filme vereinten die
Deutschen im Geiste bereits lange vor der historischen Wende von 1989 als
begeisterte Kinobesucher und Konsumenten (pseudo-indianischer Leinwandwelten.
Das darin gezeichnete Indianerbild, das mehr oder weniger Karl Mays irrealen Wilden
Westen reproduzierte, wirkt bis heute im kollektiven Bewu�tsein
der Deutschen fort. Im Westen lieferten Karl Mays zahlreiche Amerikaromane den Stoff
f�r eine beispiellose Erfolgsstory des deutschen Films die �Der Schatz im
Silbersee� 1962 einleitete. Da zu dieser Zeit Karl May aus ideologischen
Gr�nden in der DDR aber noch verp�nt war, mu�ten die
Indianerfilme dort auf andere literarische Vorlagen zur�ckgreifen (Liselotte Welskopf-Hen�rich, Fritz Steuben,
James Fenimore Cooper u.a.m.).
Erst im Zuge der sogenannten �Aufarbeitung und Pflege
des kulturellen Erbes�, die von Luther �ber Friedrich den Gro�en bis Bismarck
reichte, kam es ab 1980 auch hinsichtlich Karl Mays zu einem radikalen
Umdenken, wodurch eine regelrechte May-Renaissance ausgel�st wurde. Die unterschiedlichen politischen Systeme und gesellschaftlichen
Ordnungen diesseits und jenseits der innerdeutschen Grenze spiegelten sich auch
in den jeweiligen Rollen- und Konfliktmustern der West- und Ostfilme.
Beispielhaft daf�r ist etwa die Darstellung der US-Armee: In den
bundesdeutschen Filmen tritt die Kavallerie h�ufig als Retter in gr��ter Not
auf, w�hrend ihr in den DEFA-Streifen die Rolle des Eroberers zuf�llt, der die
Indianer systematisch um ihr angestammtes Land
bringt. Die Filmemacher in der sozialistischen DDR waren zudem um mehr
historische Authentizit�t bem�ht, auch bei der Vermittlung indianischen Lebens
ging es ethnologisch etwas anspruchsvoller zu, und antiamerikanische Ressentiments
durf�ten nat�rlich auch nicht fehlen. Und selbstverst�ndlich interpretierten
sie den klassischen Kampf zwischen Gut und B�se, Rot und Wei� im Wilden Westen
als geschichtliches �Beipiel f�r die imperialistische
Ausbreitung der kapitalistischen Gesellschaft�, wie der Ausstellungskurator
Henning Engelke feststellte. Die Westfilme hingegen
zeigten vor allem spannende und aktionsreiche Unterhaltung vor exotischen
Kulissen, in denen ein idealisierter, geradezu �bernat�rlicher Winnetou mit
seinem wei�en Blutsbruder Old Shatterhand (Lex Barker) publikumswirksam
agierte. Aber gleichzeitig boten die abenteuerlichen und traumhaften
Kinobilder - trotz ideologischer Akzente auf der einen Seite - dennoch sehr
�hnliche, ja fast �bereinstimmende Phantasien von einer anderen (sch�neren?
besseren?) Welt. Und zu deren legend�ren Heroen stilisierten sowohl die
westdeutschen Karl-May-Verfil�mun�gen als auch die Babelsberger Indianerfilme
ihre edlen, tapferen und gerechten H�uptlinge, deren unsterbliche Namen
Winnetou, Chingachgook oder Tecumseh waren. Der Ruhm
dieser gro�en indianischen Gestalten �bertrug sich schlie�lich auf ihre
Darsteller Pierre Brice und Gojko Mitit, die dadurch
zu Stars wurden und bis heute immer noch, auch dank ihrer sp�teren Erfolge bei
den Freilichtauff�hrungen in Elspe und Bad Segeberg, als Kultfiguren von riesigen
Fangemeinden in West und Ost verehrt werden. Unter dem Titel �Winnetou und sein roter Bruder. Indianerfilme in
der BRD und der DDR� wurde jetzt im Deutschen Filmmuseum, das vor einigen
Jahren auch unser verstorbenes Mitglied Klaus Dill mit einer Pr�sentation
seiner viel ger�hmten Kino- und vor allem Westernplakate gew�rdigt hatte, diese
wichtige Epoche deutscher Filmgeschichte in einer ambitionierten Ausstellung -
lehrreich und unterhaltsam zugleich - dargestellt und unter verschiedenen
Aspekten beleuchtet. Dabei wurden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den
Produktionsarten und Wirkungsweisen der Indianerfilme made in Germany besonders
anschaulich herausgearbeitet. Beim Rundgang gab es etliche ber�hmte Filmsequenzen zu sehen;
originale Requisiten, Kost�me und Waffen (darunter Winnetous Silberb�chse!)
konnten bewundert werden; Drehb�cher, Standfotos, Filmplakate und bekannte
Dialogausschnitte weckten romantische Erinnerungen an unverge�liche
Kinostunden. So gewannen die Ausstellungsbesucher einen umfassenden Einblick in
Geschichte, Dreh�orte, Produktionsbedingungen, Dramaturgie, Darsteller und
Rezeption dieser Filme, f�r die es - au�erhalb der Vereinigten Staaten - nichts
Vergleichbares gibt. Die auf beiden Seiten des Eisernen Vorhanges immer
wiederkehrenden Grundmuster, Stereotypen, Motive, Figuren, Klischees, Szenen
und Dialoge wurden, wie in einem begehbaren Bilderbuch, wirkungsvoll
realisiert: spektakul�re Landschaften als Abenteuerkulissen, Westernstadt mit
Saloon, Indianerdorf mit Tipis, Totem- und
Marterpfahl, Siedlertreck am abendlichen Lagerfeuer, �berfall, Gefangennahme
und Befreiung, Friedenspfeife und Blutsbr�derschaft sowie der obligatorische
Ritt der Helden in den farbenpr�chtigen Sonnenuntergang. Auf diese Weise wurde
dem Betrachter eine multimediale Sicht auf zwei zwar getrennte, aber doch auch
aufeinander bezogene Abschnitte deutscher Filmhistorie wirkungsvoll vermittelt.
Die attraktiven Veranstaltungen im Deutschen Filmmuseum wurden
mit Hans-J�rgen Syberbergs biographischem
Karl-May-Monumentalfilm (187 Minuten!) von 1974 er�ffnet. Zum Begleitprogramm
geh�rten ferner �ffentliche Gespr�che mit Zeitzeugen, Filmkritikern,
Schauspielern und Produktionsmitarbeitern der Indianerfilme. Nat�rlich waren
auch Pierre Brice, Marie Versini (Winnetous Schwester Nscho-tschi)
und Gojko Mitic als Ehreng�ste ebenfalls eingeladen worden. Als besondere
cineastische Leckerbissen konnten einige fr�he deutsche Indianerfilme aus den
1920er Jahren als skurrile Vorl�ufer heutiger Produktionen bestaunt werden. Zeitgleich mit den Veranstaltungen im Deutschen Filmmuseum fanden
im Rhein-Main-Gebiet noch zwei weitere Ausstellungen zur Indianerthematik
statt. Das Museum der Weltkulturen in Frankfurt pr�sentierte die �u�erst
aufwendig gestaltete Exposition �Indian Times. Nachrichten aus dem roten Amerika�,
die einen realistischen Kontrapunkt zur klischeehaften Kunstwelt der
Indianerfilme setzte und sich auch ausf�hrlich mit der heutigen Situation der
Indianer in den USA und Kanada besch�ftigte (siehe dazu KMG-Nachrichten Nr.
135, M�rz 2003, S. 14-18). Und in Offenbach begab sich das Deutsche Ledermuseum
auf �Spuren�suche: Mokassins und Stiefel zwischen Alaska und dem Rio Grande del
Norte�, mit interessanten Sammlerrarit�ten �ber
�Schusters Rappen� im Wilden Westen. Am 16. M�rz 2003 berichtete der �Kul�turweltspiegel�
im 1. Fernsehprogramm ausf�hrlich �ber die Ausstellung und Filmreihe im
Deutschen Filmmuseum. In Deutschland, dem
Karl-May-Land par excellence, ist das seri�se
Indianerthema eben immer noch unersch�pflich, und der Indianermythos hat kaum etwas
von seiner Wirkungskraft eingeb��t. Das ist auch und nicht zuletzt der
erfolgreichen Arbeit unserer Karl-May-Gesellschaft zu verdanken. �Deutscher
sein, hei�t Indianer sein�, konstatierte einst der Berliner Dramatiker und
Regisseur Heiner M�ller. Und so gesehen, war der Besuch der Frankfurter Ausstellung
ein faszinierender Spaziergang durch die Ewigen Jagdgr�nde der deutschen
Filmgeschichte, wo Winnetou, der edle Apachenh�uptling, nie sterben wird. ___________________________________________________________________________________________________________________________________
W�re die folgende Besprechung einer � v�llig
�berfl�ssigen � Erz�hlung �ber die fiktive Begegnung Hitlers mit Karl May nicht
so kurz und zutreffend, h�tte sie besser ihren Platz unter �Neues um Karl May�
in den M-KMG gefunden. Aber da wir Ihnen die Erstver�ffentlichung im Magazin der S�ddeutschen Zeitung Nr. 74 vom
28./29. M�rz 2002� (Empor ins Reich
der Edelmenschen. Vor neunzig Jahren besuchte Adolf Hitler einen Vortrag von
Karl May. Eine Erz�hlung nach einer wahren Begebenheit. Von Hans-Christoph
Buch) bereits vorenthalten haben, m�chten wir hier wenigstens die Buchver�ffentlichung
erw�hnen. Besprechungen mit �hnlichem Tenor sind in der S�ddeutschen Zeitung
(21. M�rz 2003) und in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (11. April 2003)
erschienen. sis
Wie Karl May Adolf
Hitler traf ... Von
Kluge Idee eigentlich. Geschichte neu zu erfinden, auf da� sie zu erz�hlen sich lohnt.
Vielleicht h�tte Harry Rowohlt sich dranmachen sollen. Oder Grass, in Gottes
Namen. Walser lieber nicht, aber Hans Christoph Buch erst recht nicht. Hat er
aber getan und das Ganze �Wie Karl May Adolf Hitler traf und andere wahre
Geschichten� genannt. Womit der Witz der ganzen Sache schon wieder vorbei ist.
Der Titel verspricht einiges, der Erz�hler jedoch st��t an seine Grenzen,
worunter diese �berhaupt nicht wahren, aber deshalb noch nicht unbedingt guten
Geschichten leiden. Es liegt am Ton: gesucht, dr�ge und humorfrei. Wo eine
derartige Melange aus Fakten und Fiktion doch nur durch eine bei�ende Dosis Ironie
zum Schweben und in gr��ere Zusammenh�nge gebracht und dadurch erst interessant
gemacht werden kann. K�nnte. Bei Buch liest sich�s dann so: �Karl May machte
eine Kunstpause, nahm die Brille ab, beschattete die Augen mit der Hand und
sp�hte wie ein Apatsche auf dem Kriegspfad in die
Tiefe des Saals, aus dem eine Woge von Beifall antwortete.� Schade um die Idee,
wie auch um diese: Der Schriftsteller Bulgakow wird von einem Typen namens
Stalin angerufen, h�lt das ganze f�r einen Telefonscherz und merkt dann, da� er doch mit Stalin gesprochen hat. Die stramme
DDR-Sozialistin Lara verliebt sich in den sch�nen Che, macht aber wenig draus,
ungef�hr so wenig wie Buch aus dem Ganzen. Womit wieder mal ein charmanter
Gedanke an germanischer Tiefgr�ndelei verendet w�re. (Ohne Verfasser. H�rZu
Nr. 28 vom 4.7.2003)
Hans Christoph Buch: Wie Karl May Adolf Hitler traf und
andere wahre Geschichten. Frankfurt a.M.: Eichborn
Berlin Verl, 2003. 346 S.
Mays Indianer und der kritische Geist:
Ein Geburtstagsgru� f�r Marie Marcks
Marie Marcks, die
Zeichnerin, Graphikerin und Buchautorin, ist die erste Frau in Deutschland, die
erfolgreich das von M�nnern beherrschte Genre der Cartoons betreten hat. Ihre
rebellische und dabei selbstkritische Haltung, ihr antiautorit�rer Ansatz, der
immer auch am Machbaren festh�lt, pr�gen ihre Cartoons und ihre politischen
Karikaturen. Moderne Arbeitswelt und Schule, Atomkraft und Umwelt, Mief in der
Kultur und der Stress der Emanzipierten, die Angst der Kinder und die Verwilderung
der Sprache (das gr�ssliche Wort �Bezugsperson�!) � alles sind ihre Themen.
Ihre weiche Strichel-Technik, die l�ngst Nacheiferer gefunden hat, gibt ihren
Cartoons eine bizarre Eindringlichkeit. Sie war und ist f�r �Die
Zeit�, die �S�ddeutsche�, gewerkschaftliche und p�dagogische Bl�tter und viele
andere Periodika t�tig. Architektur war ihr Studienfach, 1958 hat sie auf der
Br�sseler Weltausstellung den deutschen Pavillon entscheidend
mitgestaltet.�� Marie Marcks, wohnhaft in
Heidelberg, ist am 25. 8. 1922 in Berlin geboren; sie ist die Nichte des Bildhauers
Gerhard Marcks. F�nf Kinder hat sie, die geschiedene Frau, gro�gezogen.
Diese gro�e K�nstlerin hat
ihre rebellische Haltung auch von Karl May gelernt, wie sie in einem Interview
des NDR (gesendet am 22. 7. 2002) und in privaten Gespr�chen bekannt hat. Sie
kennt alle May��schen Wildwestgeschichten. Mays Darstellung der Indianer und
ihres Untergangs hat sie von Anfang an ergriffen. F�r sie ist Karl May ein
gro�er Erzieher, weil er sich ausdr�cklich den Minderheiten, den Verachteten
zuwendet und sie in ihrem Anderssein gelten l�sst. (Dass allerdings Winnetou
als Christ stirbt, hat sie als einen literarischen Fehltritt empfunden.)
Gleichfalls beeindruckt haben sie Ideale wie Freundschaft und Treue, die Mays
Figuren vorleben. In dem genannten Interview hat sie berichtet, wie sie als
Kind einer j�dischen Schulkameradin beigestanden hat, als die beiden M�dchen
von einer Nazibande umringt wurden; sie habe treu sein wollen �wie Karl Mays
Indianer�. � Auch Sophie W�rish�ffer hat sie gern
gelesen, nicht aber Cooper. Schillers �Nadowessische
Totenklage� (�Seht! da sitzt er auf der Matte ... �)
kann sie heute noch auswendig.
In ihrem Werk �Marie, es
brennt! Eine gezeichnete Autobiographie� (M�nchen 1995) � ein wunderbares Buch,
das bei aller Privatheit der Darstellung die
wechselnden deutschen Zeitstimmungen erfasst � ist zu lesen, dass das M�dchen
Marie bei den Indianerspielen � la Karl May den Namen �B�ffelstirn� getragen
hat. Erinnern wir uns: In Karl Mays �Old Surehand II� steht: �Dieser
�B�ffelstirn� war kein Indianer nach Art der n�rdlichen Roten. Er war
gespr�chig und mitteilsam, und doch wohl trotzdem nicht minder furchtbar, als
einer jener schweigsamen Wilden (....).� Dies passt auch f�r die K�nstlerin Marcks,
die sich gern als �Berliner G�re� bezeichnet und die mit ihrem Schaffen
aufkl�ren und entlarven will.
Ihren Ehrentag, den �80.�, haben wir �bersehen; in
diesen Wochen, am 25. August 2003, feiert sie ihren 81. Geburtstag. Zu diesem
Tag, sehr verehrte, liebe Marie Marcks, ein herzlicher Gru� aus der
Karl-May-Szene! Wir w�nschen Ihnen und erwarten von Ihnen noch viele kreative
Jahre! ___________________________________________________________________________________________________________________________________
May und der
Das 32. Jahrbuch der
Karl May bleibt auch im 21. Jahrhundert auf breiter
Literatur-Front pr�sent.
Das vielb�ndige belletristische Werk des popul�ren
Volksschriftstellers aus dem 19. Jahrhundert stillt auch heute noch manchen
Lesehunger. Wem das nicht ausreicht, der kann sich an der inzwischen nahezu
un�berschaubaren Produktion der Literaturwissenschaft sowie des weiten
May-Verehrerkreises g�tlich tun.
Und da auf dem Laufenden zu bleiben, ist das Jahrbuch der
Karl-May-Gesellschaft unverzichtbar. Seine aktuelle, in bew�hrt solider
Ausstattung vom Husumer Hansa-Verlag herausgebrachte Ausgabe f�r das Jahr 2002
ist bereits die 32. und sie enth�lt � im Gegensatz zum weitestgehend
monothematischen Vorg�ngerband � dieses Mal gleich wieder 14 einzelne Aufs�tze,
Vortr�ge und Berichte.
Da werden Mays sp�te Gedichte als Zeugnisse der einst weit
verbreiteten Erbauungslyrik analysiert, die nicht eben kleinen Widerspr�che
zwischen seinen literarisch formulierten hohen Idealen und seinem praktischen
Lebenswandel unter die Lupe genommen oder die Sprichw�rter und Redensarten in
Mays Werken n�her betrachtet.
Der derzeitige Erkenntnisstand �ber die ph�nomenalen
juristischen H�ndel des Meisters, eine Untersuchung �ber das sein ganzes Werk
durchziehende Motiv des Zweikampfs, eine Abhandlung zum geschlechtsspezifischen
Rollenverst�ndnis im Sp�twerk oder die Nachzeichnung der Spuren von Mays Umgang
mit Friedrich Nietzsche geben eine schwache Ahnung davon, was hartgesottene May-Fans wirklich umtreibt.
Der j�hrliche Literaturbericht darf da nicht fehlen: er
zeigt einmal mehr, da� auch fast 100 Jahre nach dem
Tode Mays keineswegs alle Fragen zu seinem Leben und Werk, die sich an
Abenteuerlichkeit nichts nachstanden, gestellt oder gar beantwortet sind,
sondern sich st�ndig neue auftun. Und da� Karl May
keineswegs nur ein Thema f�r B�cherw�rmer ist, zeigt der neue �Medienbericht�.
Schlie�lich hat �Der Schuh des Manitou� bewiesen, wie
pr�sent die May�sche Abenteuerwelt selbst in leseferneren Zeiten als dem 19.
und 20. Jahrhundert sind. (Mindener
Tageblatt vom 7. Mai 2003)
Karl May auf
�ber die CD mit Werken von Karl May
wurde bereits berichtet, s. KMG.N 136 S. 51. Weitere Information ist unter www.digitale-bibliothek.de zu finden. Die Presse
nahm das Erscheinen der Platte zum Anlass f�r teilweise lange Artikel. Hier
einige Ausz�ge: �Schatz auf der Silberscheibe�, so
titelt die Evangelische Kirchen Zeitung
in Nr. 15 vom 13.4.2003, und im Untertitel: �Kampf im Orient: Karl May ist
erschreckend aktuell - Karl Mays Gesamtwerk ist auf CD-ROM erschienen. Die
Geschichten des Erz�hlers k�mpfen stets f�r den Frieden� - von Ralf-Andreas Gmelin.
Es wird - wen wundert�s - Mays �Und Friede auf Erden� als Beispiel
herangezogen, was man auf der CD finden kann, und auszugsweise wird Mays Friedensbotschaft
zitiert bis zum �Happy End�, denn �der missionierende Amerikaner sieht ein: �O
glaube mir, ich habe es nicht gedacht, dass Christi Wege andere Wege sind; der
fromme D�nkel hat mich irr gemacht; er ist der H�lle gr��tes Lieblingskind.� � Die
Allgemeine Zeitung Mainz am 1.3.03:
<Winnetou und Hadschi Halef Omar auf Silberfolie. Bildschirm statt Buch?>
Anerkannt wird, dass der �staubanf�llige Papierstapel� drastisch verkleinert
wird und selbst �mittelstarke Regalbretter� sich nicht mehr unter der Last
dickleibiger Buchb�nde biegen... <Wessen Herz aber an sorgsam sortierten,
linear ausgerichteten Buchr�cken h�ngt, wem das Rascheln von Papierseiten noch
etwas bedeutet und wer nach einem Leseabend gern den speckleibigen Buchdeckel
zuklappt statt ein liebloses Laufwerk abzuschalten, der wird wegsehen und die
digitale Karawane ihres Weges in die W�ste ziehen lassen.>
Badische Zeitung am 3.4.03:
<Winnetou
historisch-kritisch... Die Ausgabe st�tzt sich auf die historisch-kritische
Printversion, die 1987 begonnen und nach mehreren Verlagswechseln noch �l�ngst
nicht abgeschlossen� ist; der Bamberger Karl-May-Verlag h�tet die Findingholes
seines Archivs n�mlich eifers�chtig gegen Konkurrenz und germanische
Philologie. So harren noch zehn Nachlass- sowie je zwanzig Materialien- und
Briefb�nde der alten Schmetter- und Schreibhand einer stich- und hiebfesten
Publikation.>
Gie�ener/Alsfelder
Allgemeine am 29.3.03: <Auf den Spuren Old Shatterhands...
elektronische Ausgabe l�dt aber �ber die Volltextsuche dazu ein, verschlungene
Pfade durch den Karl-May-Dschungel zu schlagen. So findet sich auf diese Weise
in einer fr�heren Abenteuererz�hlung aus dem Jahr 1875 ein gewisser Josias Shatter, der das Vorbild zu Old Shatterhand abgab: �Ich sah
jetzt zum ersten Male, weshalb er �Shatter�, der
Zertr�mmerer, genannt wurde. Er schlug nicht mit der Schneide, sondern mit dem
Kopfe seiner f�rchterlichen Waffe.�
Echo am 26.2.03: Auf Old Shatterhands Spuren im Cyberspace ... Kaum ein
Schriftsteller eignet sich f�r die Lekt�re am Bildschirm so wenig wie Karl May.
Um mit Hadschi Halef Omar �Durch die W�ste� zu ziehen, sollte man sich mit dem
dunkel-gr�n gebundenen Schm�ker in eine stille Ecke zur�ckziehen. Wenn der
Verlag der �Digitalen Bibliothek� jetzt Karl Mays Werke auf CD-ROM ver�ffentlicht,
so l�dt er damit zu einer intensiveren Besch�ftigung mit einem Original der
deutschen Literaturgeschichte ein, das jenseits von Winnetou und wildem
Kurdistan erst noch entdeckt werden will.>
Th�ringische
Landeszeitung am 8.3.03: <Mit Karl May in das Abenteuer...Die Installation
der Software erwies sich als einfach. Nun wird es nicht jedermanns Sache sein,
die kompletten Romane am Bildschirm zu lesen. Jedoch die umfangreichen
Recherchem�glichkeiten, u.a. nach einem Stichwort,
lassen einen schnell eine gesuchte Textstelle finden...Und wer sich als Kind
unter dem Deckbett die Augen verdorben hat, der kann den Text sogar in den Vollbild-Modus
schalten.>
Wochenblatt Syke am 14.5.03: <Alle Werke von Karl May auf einer einzigen
CD-ROM... Ein Nachschlagewerk also, wie es zu Karl May noch keines gab, und in
dem man sich dann doch - Bildschirm hin oder her! - immer wieder festliest.
Dar�ber hinaus gibt es dann auch noch eine gr�ndlich gearbeitete Kurzbiografie,
zahlreiche Leserbriefe und ein zum Schreien komisches Leseralbum, das die Fotos
der Briefe schreibenden Fans enth�lt.>
In den KMG-Nachrichten Nr.
136, 2. Quartal/Juni 2003, erschien auf den Seiten 35f Till Hiddemanns
Artikel �Winnetou und seine roter Bruder im Frankfurter Filmmuseum�. Auf Seite 36 hei�t es in
Bezug auf die Ausstellungser�ffnung: �Erschienen ist allerdings nur Go(j)ko Mitic. Pierre Brice hatte offenbar Ber�hrungs�ngste und
wollte seinem roten Bruder nicht von Angesicht zu Angesicht gegen�bertreten.
Eine bedauerliche Geste, die Barrieren aufbaut, die bereits vor zwei Jahrzehnten
gefallen sind. Vielleicht war es aber schlichtweg der Neid darauf, da� der ehemalige DEFA-Chefindianer in Bad Segeberg mit
Erfolg in eben die Rolle geschl�pft ist, die Pierre Brice seit Jahrzehnten f�r
sich abonniert hat � da ist es mit dem Winnetou wie mit dem Highlander. Es kann
nur einen geben.�
Hierzu stelle ich folgendes
Richtig ist, da� ich zur Ausstellungser�ffnung eingeladen wurde. Ich
w�re auch sehr gerne gekommen, konnte aber leider aufgrund anderer Termine der
Einladung nicht folgen. Als Ausweichtermin haben die Museumsleitung und ich den
25. April vereinbart.
Es stimmt nicht, da� ich Ber�hrungs�ngste gegen�ber Gojko Mitic habe bzw.
hatte. Ansonsten h�tte ich wohl kaum 1999 die Regie bei den
Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg �bernommen, bei denen Gojko Mitic seit
1992 mit gro�em Erfolg die Rolle des Winnetou spielt. Ich h�tte mich im
Gegenteil gefreut, ihn wieder zu treffen � auch wenn unser letztes Treffen noch
nicht so lange zur�cklag: am 10. Dezember letzten Jahres waren Gojko Mitic und
ich in der ZDF-Talkshow von Johannes B. Kerner zu Gast, in der unter anderem
das Ost/West-Winnetou-Thema angesprochen wurde. Gojko
Mitic und ich haben uns gefreut, uns nach der gemeinsamen Arbeit 1999 in Bad
Segeberg wieder zu sehen. Wir haben uns lange und sehr nett unterhalten.
Pierre Brice Die Redaktion bedauert, die
Relevanz des beanstandeten Absatzes �bersehen und Pierre Brice durch seine
Ver�ffentlichung verletzt zu haben. Auf Seite 44 geben wir daher auch die
Reaktion einer aufmerksamen Leserin dazu wieder. ___________________________________________________________________________________________________________________________________
Der Bonner Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Peter
P�tz ist am 17. Juni 2003 im Alter von 68 Jahren gestorben.
P�tz, der zu den
herausragenden Germanisten seiner Generation geh�rte, befasste sich
insbesondere mit der Literatur des 18. Jahrhunderts � da vor allem mit Lessing
�, mit Nietzsche, Thomas Mann und, was neuere Autoren betrifft, Peter Handke;
seine Habilitationsschrift zur �Zeit im Drama� ist ein Standardwerk zur
Erforschung dieser Textgattung. P�tz wandte sich aber auch vielen anderen
Schriftstellern und Themen zu, und manchmal �u�erte er sich auch zu Karl May.
Am ausf�hrlichsten tat er das in einem Vortrag �W�ste und Prairie.
Zwei Spannungsfelder f�r Mays Helden� am 30.10.1992 auf einem Symposion der
Karl-May-Gesellschaft und des Germanistischen Seminars der Universit�t Bonn,
der in unserem Jahrbuch von 1993 nachzulesen ist. Der gelegentlich in Aussicht
gestellte Aufsatz �ber Komik und Humor bei May wird nun leider ungeschrieben
��Winnetou� als Marke und Werktitel
von RA Albrecht G�tz von Olenhusen
Der Bundesgerichtshof hat mit Beschlu� vom 05.12.2002 (I ZB 19/00, Bundespatentgericht)
dem Namen �Winnetou��
die Unterscheidungskraft als Marke f�r Druckereierzeugnisse und
Dienstleistungen im Medienbereich versagt. Die Marken-inhaberin
der Wortmarke Winnetou (Nr. 39619425) hatte sich gegen die teilweise L�schung
der Marke durch das Deutsche Patent- und Markenamt
gewendet. Die Ast. hatte die Teill�schung der
Wortmarke beantragt bzgl. �Druckereierzeug�nisse; Filmproduktion; Ver�ffentlichung
und Herausgabe von B�chern und Zeitschriften�. Das Bundespatentgericht hatte
ausgef�hrt: Die angegriffene Marke stelle eine beschreibende Angabe dar (� 8
Abs. 2 Nr. 2 MarkenG). Denn angesichts der
Bekanntheit der dahinterstehenden Romanfigur
erscheine die Marke geeignet, vom angesprochenen Verkehr als Sachhinweis auf
den Inhalt oder den Gegenstand der Dienstleistungen und Waren zu dienen, die
sich mit dem Leben und Sterben von �Winnetou� befa�ten.
�Winnetou� sei Gegenstand vielf�ltiger Publikationen in Druck, Film und Ton.
Au�erdem sei �Winnetou� im allgemeinen Bewu�tsein zur
Bezeichnung eines bestimmten Menschentypus, des edlen Indianer-H�upt�lings, geworden.
Das Freihaltungsbed�rfnis bezieht sich nach Auffassung des Bundespatentgerichts
nicht nur auf Druckereierzeugnisse, sondern erstrecke sich auch auf die
selbst�ndigen Dienstleistungen, Filmproduktion und Ver�ffentlichung und
Herausgabe von B�chern und Zeitschriften. Auch habe schon zum Zeitpunkt der Eintragung
der Marke die erforderliche Unterscheidungskraft gefehlt. Angesichts seiner
Bekanntheit als Romanfigur von Karl May sei der Name �Winnetou� nicht geeignet,
auf die Waren- oder Dienstleistungsherkunft hinzuweisen. F�r eine
Verkehrsdurchsetzung des Namens f�r die Inhaberin der Marke fehle ein Nachweis.
Bundesgerichtshof ist davon ausgegangen, da�
Unterscheidungskraft die Eignung ist, vom Verkehr als Unterscheidungsmittel f�r
die in Frage stehenden Waren und Dienstleistungen von solchen anderer
Unternehmen aufgefa�t zu werden (BGH GRUR 2002,
1070). Hauptfunktion der Marke sei es, die Ursprungsidentit�t der
gekennzeichneten Waren und Dienstleistungen zu gew�hrleisten. Der BGH geht
aufgrund von Feststellungen des Bundespatentgerichtes davon aus, der Name
�Winnetou� sei schon im Eintragungszeitpunkt aufgrund der Bekanntheit der
Romanfigur zum Synonym f�r einen rechtschaffenen Indianerh�uptling geworden.
Gerade darauf beruhe die Eignung des Namens, als Sachhinweis auf den Inhalt von
Waren oder Dienstleistungen dienen zu k�nnen, die sich mit dieser Romanfigur befa�ten. Der BGH greift hier zur�ck auf die Annahme, da� das Bundespatentgericht solche Feststellungen aus eigener
Sachkunde habe treffen k�nnen, wobei es eine �bereinstimmung �mit der
allgemeinen Lebenserfahrung� postuliert. In dem Verfahren war auch geltend
gemacht worden, da� die Unterscheidungskraft des
Namens kraft Verkehrsdurchsetzung aus der Bekanntheit der Romantrilogie von
Karl May folge. In der Tat w�re es auch zwanglos m�glich gewesen, aus der
Bekanntheit des Titels zu folgern, da� er vom Verkehr
auch als Hinweis auf die betriebliche Herkunft der Druckschrift verstanden
werde. Diesen Erfahrungssatz will der BGH nur auf Titel von periodisch erscheinenden
Werken wie Zeitungen und Zeitschriften anwenden. Hier k�nnten sich die Titel
wegen ihres regelm��igen Erscheinens zu einem Hinweis auf die betriebliche Herkunft
entwickeln, bei Einzelwerken sei f�r die Heranziehung dieses Erfahrenssatzes
kein Raum. (Vgl. dazu BGH WRP 1999, 519 Max; WRP 1999, 1279 SZENE; WRP 2000,
533 FACTS). Ohne hier auf Einzelheiten der dogmatischen Ableitung eingehen zu
k�nnen, w�re dem m�glicherweise entgegenzuhalten, da�
auch unter den gegenw�rtigen und schon lange existierenden Verh�ltnissen der
Buch-, Verlags- und Druckwerkbranche kaum ein relevanter Unterschied in der
Praxis feststellbar ist zwischen regelm��ig, d.h. periodisch erscheinenden
Einzelwerken und ihren Titeln wie den Titeln von Zeitschriften oder auch
Zeitungen. Insoweit erscheint die hier vorgenommene Differenzierung heute doch
als faktisch problematisch und entspricht im Grunde nicht oder nicht mehr den Gegebenheiten
des Marktes und der Wahrnehmung des Publikums. Auch die apodiktische Annahme
des BGH, der Verkehr werde den schlagwortartig der Romanfigur �Win�netou�
innewohnenden Aussagegehalt als allgemein verst�ndliche Beschreibung des
Inhalts der Produktion verstehen und ohne weitere �berlegung auf die
Dienstleistungen selbst beziehen, f�r die die Marke eingetragen ist, erscheint
als eine vergleichsweise theoretische und blo�e Annahme (vgl. dazu auch BGH WRP
2001, 1205 REICH UND SCHOEN). Entscheidend ist aber f�r den BGH der
beschreibende Begriffsinhalt des Namens Winnetou. Diese
vergleichsweise einseitige Feststellung, die auch au�er Acht l��t, da� die Vorstellungen des
Verkehrs �ber die Romanfigur sehr unterschiedlich ausgepr�gt sein k�nnen, hat
zu diesem m. E. h�chst problematischen Ergebnis gef�hrt. Im �brigen k�nnen auch beschreibende Angaben bei einer
eingetragenen Marke bei Verkehrsdurchsetzung eine Unterscheidungskraft
bewirken. Letztlich steht und f�llt die Entscheidung also mit relativ knapp
begr�ndeten Feststellungen und Annahmen, die f�r sich genommen als zweifelhaft
angesehen werden m�ssen. Zwar ist die BGH-Entscheidung nun einmal so ergangen.
Ob und inwieweit sie verfassungsrechtlich angegriffen worden ist, entzieht sich
unserer Kenntnis. Ob sie einer �berpr�fung durch den EuGH standhalten w�rde,
ist auch zweifelhaft. F�r die marken- und verlagsrechtliche Rechtspraxis wird
das Urteil freilich, wenn man einmal diese Prognose wagen darf, doch zu
erheblichen Rechtsunsicherheiten und wahrscheinlich zu neuen L�schungsanspr�chen
gegen�ber althergebrachten Markeneintragungen f�hren. Es mag sein, da� nach neuem Markenrecht (� 8 Abs. 3 MarkenG)
heute h�here Anforderungen an die Verkehrsdurchsetzung gestellt werden m�ssen.
Gleichwohl �berzeugt die Entscheidung letztlich nicht. Die Differenzierung zwischen
Buchtiteln, denen die betriebliche Herkunftsfunktion fehlen soll, w�hrend
Titeln von Buchreihen, Periodica, Nachschlage- und
Sammelwerken eintragungsf�hig sind, ist problematisch. Auch Titeln von B�chern repr�sentieren wie z.B. Zeitschriftentitel einen erheblichen
wirtschaftlichen Wert, zuweilen als bedeutendster Besitz eines Verlages. Im �brigen l��t sich dem neuen MarkenG auch eine Tendenz zur Abkehr von der betrieblichen
Herkunftsfunktion der Marke entnehmen. Legt man den Akzent auf andere
Markenfunktionen (z.B. Werbe-, Vertrauens- und Unterscheidungsfunktion), so
erscheint die Akzentuierung allein auf die betriebliche Herkunftsfunktion als
problematisch. II
einer weiteren Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 23.01.2003 (I ZR 171/00)
hat der BGH sich mit dem Urteil des OLG N�rnberg vom 23.05.2000 befa�t (WRP 2000, 1168, 1171). Mit diesem Urteil hat sich
der Verfasser in einem Beitrag �Winnetou� und �Winnetous R�ckkehr� bereits in
den Karl-May-Nachrichten befa�t. Darauf kann hier
zun�chst verwiesen werden. Der
Karl-May-Verlag machte in diesem Verfahren geltend, da�
die Verwendung des Filmtitels �Winnetou�s R�ckkehr�
eine Verletzung der Titelrechte an den Winnetou-Romanen Karl Mays sei. Beklagt
wurde eine Filmproduzentin. Sie hatte unter dem Titel �Winnetou�s
R�ckkehr� einen zweiteiligen Film produziert, inzwischen durch das ZDF
ausgestrahlt. Drehbuchautor und Hauptdarsteller des Films ist der Schauspieler
Pierre Brice. Nach der Handlung des Films ist Winnetou nicht gestorben, sondern
nach seinem Erwachen aus einem Koma sp�ter H�uptling eines Stammes von
Waldindianern geworden. Der
BGH hat ausgef�hrt, da� der Werktitelschutz nach den
� 5, 15 MarkenG auch weiterhin Bestand hat, wenn das
mit dem Titel bezeichnete urspr�nglich urheberrechtlich gesch�tzte Werk
gemeinfrei geworden ist, es komme allein darauf an, ob der Titel weiterhin
Unterscheidungskraft besitze und benutzt werde. Die Revision gegen das Urteil
des OLG N�rnberg hatte aber dennoch Erfolg. Die Aktivlegitimation f�r die
Geltendmachung der Anspr�che aus den Titeln �Winnetou I bis III�, sowie �Winnetou�s Erben� stehe dem Verlag zu. Diese Titel sind
nach Auffassung des BGH wegen urspr�nglicher Unterscheidungskraft der Werktitel
auch schutzf�hig. Die Tatsache, da� die fiktive Figur
Winnetou im Verkehr weithin bekannt ist, steht der Annahme der Unterscheidungskraft
des Namens als Romantitels nicht entgegen. Die Eignung zur
Werkindividualisierung k�nne f�r den Namen eines Romanheldens
nicht zweifelhaft sein. Bei Werktiteln sei der Verkehr daran gew�hnt, da� gerade auch beschreibende Angaben zur Kennzeichnung des
Werkes verwendet werden. 2.
Senat mu�te sich dann mit der Problematik
auseinandersetzen, da� er selbst in der oben
er�rterten Entscheidung einige Wochen zuvor der Bezeichnung �Winnetou� aber die
Unterscheidungskraft als Marke abgesprochen hatte, und zwar wegen der Tatsache,
da� die Marke als beschreibend verstanden werde und
nicht zur Herkunftsunterscheidung geeignet sei. Der Bundesgerichtshof macht
hier hinsichtlich der Unterscheidungskraft die rechtlich m�gliche, aber
faktisch und in ihrer Subtilit�t jedenfalls f�r den Laien schwer verst�ndliche
Unterscheidung zwischen dem Begriff der Unterscheidungskraft bei Marken (als
Herkunftshinweis) und der Unterscheidungskraft bei Werktiteln (als Individualisierungs�mittel
gegen�ber anderen Werken). Der Begriff habe also jeweils einen unterschiedlichen
Inhalt. Das f�hrt dann bei gleichen Fakten zu verschiedenen Rechtsfolgen.
der Gemeinfreiheit der Werke seit dem Jahre 1963 wird kein Argument
hergeleitet, weil mit dem Ablauf der Urheberrechte (ab 1963) nicht die Titelrechte
nach �� 5, 15 MarkenG entfallen sind. Diese Ansicht
ist zwar schon fr�her und auch neuerdings vertreten worden (vgl. Hertin WRP 2000, 889, 896). Der BGH macht hier jedoch einen
Unterschied zwischen dem Fall eines urheberrechtlich gesch�tzten Titels
einerseits und eines kennzeichenrechtlich gesch�tzten Titels andererseits. Der
urheberrechtlich gesch�tzte Titel verliert den Schutz mit dem Ablauf der
Schutzfrist (sog. Gemeinfreiheit). Der kennzeichenrechtlich gesch�tzte Titel,
gesch�tzt durch Unterscheidungskraft und Gebrauch, kann weiterhin markenrechtlichen
Schutz genie�en. �Jedermann darf zwar Nachdrucke des gemeinfreien Werks unter
seinem Titel ver�ffentlichen und vertreiben. Es entf�llt jedoch weder das Recht
des urspr�nglich Titelschutzberechtigten noch das eines sonstigen Verwenders
des Titels im Zusammenhang mit dem Werk.� (BGH Urteil vom 23.01.2003 I ZR
171/00). Der Titelschutzberechtigte darf also Rechte aus dem Titel geltend
machen, wenn der Titel f�r ein neues, ein anderes Werk benutzt wird. Das hat
das Reichsgericht bereits in der �Trotzkopf�-Entscheidung
best�tigt (RGZ 104, 88). Dies ist aber auch die Rechtsprechung des BGH, etwa im
Sherlock Holmes-Fall (BGHZ 26, 52).
hat �berraschender Weise der BGH das Urteil des OLG N�rnberg abge�ndert. Die
Bezeichnung �Winnetou�s� R�ckkehr� sei,
anders als das OLG angenommen hat, nicht verwechslungsf�hig. Die
Kennzeichnungskraft der kl�gerischen Titel des Verlages sei � so der BGH - �nur
unterdurchschnittlich�. Erfahrungsgem�� werde wenigstens ein Teil der
angesprochenen Verkehrskreise dem Namen �Winnetou� in den strittigen Filmtitel
ein Hinweis auf die Romane von Karl May entnehmen. Die �hnlichkeit der
Werktitel sei jedoch gering. Der Verkehr werde (angeblich) den zus�tzlichen
Bezeichnungen sein Augenmerk schenken, bei den Romanen der Bezifferung I, II
und III, ferner den Zusatz �Erben�, bei dem Filmtitel den Hinweis �R�ckkehr�.
Bei dieser Sachlage k�nne eine Verwechslungsgefahr nicht angenommen werden. Wer
diese Entscheidung des BGH genau betrachtet, wird auch hier �berrascht sein,
denn w�hrend sich der BGH in der vorangegangenen Markenentscheidung auf die
Feststellungen des Bundespatentgerichts beruft, diese aus Rechtsgr�nden nicht
beanstandet, also sich als Revisionsgericht darauf zur�ckzieht, da� mit der Rechtsbeschwerde die faktische Annahme des
Patentsenats nicht anzugreifen sei, weicht der gleiche Senat von den tats�chlichen
Feststellungen des OLG N�rnberg ab, welches eine unmittelbare Verwechslungsgefahr
gem. � 15 Abs. 2 MarkenG angenommen hatte. Das
Revisionsgericht hat also hier sich letztlich doch als Tatsachengericht
bet�tigt. Es hat er die Werkn�he nicht gering bewertet, zwar handle es sich
einerseits um Romane, andererseits um Filme, der BGH sieht aber die enge
Beziehung der verschiedenen Werkkategorien darin, da�
in Filmen h�ufig Romanvorlagen verwendet werden. Der BGH meint jedoch wiederum
faktisch, da� die Kennzeichnungskraft der Klagetitel
�unterdurchschnittlich� sei. Hier mu� er einerseits
faktisch in der Folge seiner vorangegangenen Entscheidung� mit einer Volte die angeblich
beschreibende Bezeichnung eines edlen Indianerh�uptlings zugrunde legen, dann
aber gleichwohl dennoch keinen vollst�ndigen
Verlust der Kennzeichnungskraft bejahen. Letztlich kommt der BGH zu einem
Erfolg der Revision deswegen, weil er auch wieder das k�hne Postulat aufstellt,
der Verkehr begegne Werktiteln mit der gebotenen Aufmerksamkeit, so da� die Bezifferungen, der Zusatz und der Hinweis
�R�ckkehr� angesichts der fehlenden klanglichen, schriftbildlichen oder
begrifflichen �bereinstimmungen keine Verwechslungsgefahr begr�nden w�rden.
Betrachtet man sich die sonst doch eher subtile Rechtsprechung zur direkten
oder insbesondere der erweiterten Verwechslungsgefahr im Titelschutz und
Markenrecht, dann ist diese Entscheidung schon mit einiger �berraschung zu
registrieren. Denn die Grunds�tze, die zu � 16 Abs. 1 UWG entwickelt worden
sind, haben doch jedenfalls, wenn schon keine Verwechslungsgefahr im engeren
Sinne angenommen wurde, eine solche Gefahr im weiteren Sinne bejaht, wenn der
Verkehr aufgrund der �hnlichkeit auf besondere Beziehungen gesch�ftlicher, wirtschaftlicher
oder organisatorischer Art geschlossen hat. Verwechslungsgefahr wurde traditionell
schon durch die blo�e M�glichkeit von Verwechslungen begr�ndet. Es wurde �ein
fl�chtiger Durchschnittsbetrachter� als Ma�stab angenommen. Bei Kombinationen
der Titel wurde ma�geblich auf den Gesamteindruck abgestellt. Ob also diese
Rechtsprechung des BGH letztlich vom EuGH gebilligt werden wird, steht noch
dahin. Gerade bei Werktiteln ist die Rechtsprechung bisher davon ausgegangen, da� der Titel eines Buches regelm��ig auch gegen die
Verwendung f�r einen Film gesch�tzt sei. Wenn jetzt schon derartig geringf�gige
Unterscheidungszus�tze die Verwechslungsgefahr ausschlie�en, obwohl doch der
Verkehr im Wesentlichen den Bestandteil �Winnetou� wahrnimmt, ist der erweiterten
Verwechslungsgefahr oft der Boden entzogen. F�r
den Urheberrechtler ist nat�rlich von Interesse, da�
mit der Gemeinfreiheit der Schutz nicht endet. Das bedeutet, da� der Verwerter eines Werkes �ber die normalen Investitions-
und Amortisationsfristen hinaus seine wirtschaftlichen Interessen �ber Marken-
und Titelrecht weiterhin sch�tzen kann. (Vgl. dazu Nils Beier, Die
urheberrechtliche Schutzfrist, M�nchen 2001, S. 123 ff.). Der Schutz einer
eingetragenen Marke ist ja zeitlich unbegrenzt m�glich, weil
Verl�ngerungsm�glichkeiten bestehen. Im
Ergebnis wird man also feststellen m�ssen, da�
unterschiedliche urheberrechtliche Schutzfristen im Vergleich zu den
gewerblichen Schutzrechten zu Differenzen f�hren, die sich aus der gegebenen
rechtlichen Situation herleiten lassen. Der zeitlich unbegrenzte Schutz �ber
das Markenrecht wird allerdings dogmatisch und nach der bisherigen allgemeinen
Auffassung durch Interessen begr�ndet, die sich aus der Funktion von Marken und
dem entsprechend auch Titeln ergeben. Von daher rechtfertigt sich, keine Gemeinfreiheit
von Marken und Titeln anzunehmen. Wenn allerdings der dargelegte
Schutz letztlich dadurch unterlaufen werden kann, da�
durch bestimmte strittige Annahmen noch in der Revisionsinstanz langj�hrige
kennzeichnungskr�ftige,� mit Verkehrsgeltung
ausgestattete Titel oder Titelbestandteile dadurch obsolet werden, da� ihnen entweder eine beschreibende Funktion zugesprochen
oder letztlich die Verwechslungsgefahr verneint wird, dann ist f�r die
rechtliche Prognose mit dieser Judikatur eine
erhebliche Rechtsunsicherheit f�r Titel- und Markeninhaber verbunden. ___________________________________________________________________________________________________________________________________
�... Seit langem �rgert es mich schon etwas,
wie abwertend in manchen Berichten mit dem Schauspieler Pierre Brice in
Gesellschafts-Nachrichten oder auch im Jahr�buch umgegangen wird. ... Den
H�hepunkt der Berichterstattungen fand ich in den letzten KMG-Nachrichten von
Till Hiddemann: �Winnetou und sein roter Bruder im
Frankfurter Filmmuseum�! Da lese ich von Neid, Ber�hrungs�ngsten und einen
Vergleich mit dem Highlander. Dazu kann ich nur bemerken, da�
Pierre Brice im Dezember 2002 in der Johannes B. Kerner-Sendung zusammen mit
Gojko Mitic aufgetreten ist, Von Antipathie war da nichts zu merken, und wie
versteht es sich denn �berhaupt, da� Pierre Brice im
Sommer 1999 die Regie zum St�ck �Halbblut� in Bad Segeberg gef�hrt hat mit
Gojko als Winnetou in der Hauptrolle??? ... Pierre Brice konnte aus
terminlichen Gr�nden die Er�ffnung der Ausstellung im Frankfurter Filmmuseum
nicht besuchen, er holte dies am 25. April 2003 zusammen mit seiner Ehefrau
nach und f�r Journalisten wie auch sonstige Besucher war es an diesem Tag
sicher ein Ereignis, ihn zwischen den Requisiten der preisgekr�nten
Karl-May-Filme hindurchschlendern zu sehen. �Der Tag war f�r mich ein nostalgisches
Erlebnis. Die Ausstellung erinnert an Zeiten, als ich mit meinen Freunden in
Harmonie all diese sch�nen Filme drehte�, sagte Pierre Brice zur Presse. Gojko
Mitic war schon zu dieser Zeit einer seiner Filmpartner.
Informationen zur Ausstellung findet man im Internet: www.deutsches-filmmuseum.de
und www.karl-may-film�stars.de.
Liebe Karl May-Gesellschaft, lassen Sie uns versuchen, etwas
mehr Toleranz zu �ben, wenn sie von anderen nicht ge�bt werden kann und
respektvoll zu sein, wenn es andere nicht sind!
Aufgespie�t: Erwin M�ller Arno Schmidt und Karl May In der �ALG-Umschau� (Nr. 30, Mai 2003,
S. 19/20) , der zweimal j�hrlich erscheinenden Zeitschrift der
Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkst�tten, wurde �ber
die 17. Jahrestagung der Gesellschaft der Arno-Schmidt-Leser berichtet, die im
Oktober 2002 im Kolpinghaus in Freiburg im Breisgau stattfand. Auch die
Karl-May-Gesellschaft war 1977 mit ihrem 4. Kongre�
schon einmal zu Gast in dieser beliebten Tagungsst�tte. �Nun gibt es ja in der Karl-May-Gemeinde ein durchaus gespaltenes
Verh�ltnis zu Arno Schmidt�, wie Hans Grunert k�rzlich in den KMG-Nachrichten
(Nr. 136, Juni 2003, S. 1) schrieb. Dennoch kann man durchaus annehmen, da� viele Arno-Schmidt-Leser - in der Nachfolge ihres
gro�en Meisters - auch Karl-May-Leser sind. Daher war es nicht verwunderlich,
in' dem Tagungsbericht folgende Passage zu entdecken: �Im Rahmenprogramm der Tagung fand auch ein Besuch der
Ausstellung �Karl May - Aspekte zu Leben und Werk� statt. Seit dem Jahr 1892
arbeitete Karl May mit dem Freiburger Verlag von Friedrich Ernst Fehsenfeld
zusammen. Noch heute gilt die Freiburger Ausgabe in den ber�hmten gr�nen B�nden
als bedeutendste Edition der Werke des 'Reiseschriftstellers' .Die Verbindung
Mays zu Freiburg war f�r das Freiburger Museum f�r Stadtgeschichte Anla� f�r diese Ausstellung. Arno Schmidts Auseinandersetzung
mit Mays Werk, 'Sitara und der Weg dorthin'
, hatte in den 60er Jahren f�r erhebliches Aufsehen und teilweise
Entr�stung unter den May-Lesern und -Forschern gesorgt. Viele von ihnen sind
aber trotzdem Schmidt-Leser geworden und bis heute geblieben.� Was auch umgekehrt gilt - siehe oben! ___________________________________________________________________________________________________________________________________
Gunter Cibis Karl May im Weltall Karl
May hat sich zu seiner Zeit auch mit Astronomie besch�ftigt, sei es belehrend
f�r die Leser der von ihm redigierten Zeitschriften, sei es indem er den Handlungsort
des Mir von Dschinnistan
auf den utopischen Planeten Sitara verlegte. Heute
w�rden wir den Roman zur Literaturgattung der Fantasy
rechnen. Der Verfasser des folgenden Beitrags aber besch�ftigt sich mit einem
realen (Klein)Planeten, dem Planetoiden (auch Asteroiden) May. �Asteroiden (Planetoiden), (sind) planeten�hnliche
Himmelsk�rper, die sich im Sonnensystem in gro�er Anzahl auf elliptischen
Bahnen um die Sonne bewegen, vorwiegend zwischen den Bahnen der Planeten Mars
und Jupiter. Nach j�ngsten Sch�tzungen befinden sich in diesem �G�rtel� etwa
1,5 Millionen Asteroiden mit einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer� [Microsoft�
Encarta� Enzyklop�die Professional 2003 � 1993-2002 Microsoft Corporation. Alle
Rechte vorbehalten.]
�(348) May (348 ist die laufende Nummer, die
man dem kleinen Kerl zugeteilt hat) wurde am 28.11.1892 von Auguste Charlois in Nizza (Frankreich) entdeckt und wahrscheinlich
nach dem Schriftsteller Karl May (1842-1912) benannt. Kleine
Planeten oder Planetoiden, zu denen May geh�rt, sind gewisserma�en �berreste
bei der Entstehung unseres Sonnensystems. In den Bereichen um die Sonne, in
denen sich die Mehrzahl der kleinen Planeten auch jetzt noch befindet, sind sie
vor etwa 5 Milliarden Jahren auch entstanden. In diesen Bereichen des
Sonnennebels hatte die Menge des f�r die Bildung fester
K�rper verf�gbaren Materials nicht einen einzigen gro�en K�rper, sondern eine
Vielzahl kleiner K�rper gebildet. Die meisten der bekannten kleinen Planeten
bewegen sich im Abstandsbereich von der Sonne von 2.2 AE bis 3.2 AE, [AE =
Astronomische Einheit. 1 AE = mittlere Entfernung Erde-Sonne = 149,6 Millionen
Kilometer.] dem Planetoideng�rtel, rechtl�ufig (also im Uhrzeigersinn)
um die Sonne. Die Umlaufszeiten liegen zwischen 3.2 Jahren und 5.8 Jahren. Die
kleinen Planeten bewegen sich auf elliptischen Bahnen, deshalb schwankt der
Abstand May - Sonne. Die
Durchmesser der kleinen Planeten sind generell unter 1.000 Kilometer, die
weitaus meisten haben Durchmesser von unter 50 Kilometer. Die Gesamtzahl der
kleinen Planeten kann man mit mehreren Millionen angeben einschlie�lich der
Objekte mit Durchmessern bis zu einigen hundert Meter. Entdeckt und numeriert wurden bisher etwa 60.000. Der erste kleine
Planet wurde am 1.1.1801 entdeckt.
Der kleine Planet May ist nicht rund, sondern kartoffelf�rmig.
Seine Oberfl�che d�rfte krater�bers�t sein, weil immer wieder kleinere
Gesteinsbrocken auf seine Oberfl�che gest�rzt sind. Die Planetoiden haben ja
keine sch�tzende Atmosph�re. Angaben zum Entdecker: Auguste Charlois (1864-1910) war
von 1881 bis 1910 Astronom an der Sternwarte Nizza. Er beobachtete Kometen und
kleine Planeten und entdeckte 99 kleine Planeten von 1887 bis 1904. Interessant
ist, da� auch nach Auguste Charlois,
dem Entdecker, ein kleiner Planet benannt wurde: (1510) Charlois.
B�ningen statt im Wilden Westen
�Berner Oberl�nder� (www.espace.ch) brachte am 1.7.03 diesen Bericht �ber einen
Vortrag, den Prof. Dr. Wilhelm Brauneder in B�ningen am Brienzersee
im Hotel Oberl�nderhof am 28.6.03 hielt. Die Schweizer Karl-May-Freunde
feierten das 110-Jahre-Jubil�um; Anfang Juli 1893 weilte der s�chsische Abenteuerschriftsteller
Karl May mit seinem Verleger Ernst Fehsenfeld f�r eine Woche in B�ningen im
damaligen Hotel Bellerive. Damals erschien �Winnetou
I�, und Mays Weltruhm begann, ein reicher Mann war er geworden. B�ningen
stand am Beginn der Reisefreudigkeit, es folgten �sterreich, Oberitalien, die
Schweiz; er war in Lugano und auf der Rigi und dann in S�dtirol auf dem
Mendelpass, wo es zur Trennung von Emma kam. �May auf Reisen� formulierte
Brauneder sein Referat sachlicher als die Zeitung und wies in B�ningen auf
Grund einer umfassenden May-For�schung nach, dass May seine �Reiseromane� oder
�Reise�erz�hlungen� mit dem Finger auf der Landkarte vollzogen hat. <Ist nun
May ein Genie oder ein Schwindler? Vermutlich ist er ein �genialer
Schwindler��. Und gem�� Experten Wilhelm Brauneder ist er eben auch ein
Dichter, da die Fantasie die Basis jeder Dichtkunst ist. Oder wie es eine
Literatin ausdr�ckte: �May hat Fantasie und Wirklichkeit anmutig verschmolzen.
� > Elmar Elbs schreibt in seinem regelm��igen Rundbrief: <Auch heute ist
B�ningen ein malerischer Ort am Westende des Brienzersees,
mit dem Bus oder Schiff von Interlaken in kurzer Zeit erreichbar. Wundersch�ne,
geschnitzte Fassaden, meist mit Spr�chen versehen, zieren die Holzh�user. Der
Blumenschmuck versch�nert diese �berdies. Das Dorf ist eine Oase der Ruhe.
Leider gibt es aber in der �ffentlichen Dorfbibliothek f�r die wenigen Karl-May-B�cher
kaum mehr Interessenten. Wer Lust und Internet hat, informiert sich auf der Webseite
von www.boeningen.ch >
Punkte f�r
Presse in Hohenstein-Ernstthal schreibt am 22.5.03: <Etliche Bahnh�fe
bleiben auf der Strecke. Bahn AG will mit Kommunen in Dialog �ber Bahnh�fe
treten - Brosch�re bewertet Empfangsgeb�ude - Viele Minuspunkte im Chemnitzer
Land... �ber die Zukunft des Bahnhofes Hohenstein-Ernstthal, der in einem
j�mmerlichen Zustand dahind�mmert, hatte OB Erich Homilius bereits im Sommer
2002 sinniert. Damals verwies er auf �berlegungen von privaten Investoren, den
Bahnhof touristisch zu n�tzen. Am Zustand des dominanten Bauwerks hat sich
seither nichts ge�ndert. Dabei hatte Homilius noch die historische Bedeutung
des Bahnhofs mit der Tatsache untermalt, dass Karl May etliche seiner Reisen
hier begonnen hat... Dass die Deutsche Bahn AG ganz genau wei�, wie es auf
ihren Bahnh�fen in der �s�chsischen Provinz� aussieht, beweist eine
detaillierte Bewertung des derzeitigen Zustandes nach acht Kriterien.>
N�mlich nach Kundeninformation, Erscheinungsbild, Reisebedarf und anderen
Merkmalen werden Punkte verteilt, Hohenstein-Ernstthal bekommt sechs rote,
einen grauen und einen gelben Punkt, schneidet also besonders schlecht ab. Rot
hei�t: Hoher Handlungsbedarf. Der Kommentar der Freien Presse: <Ganz falsch
liegt die Deutsche Bahn nicht: Der Bahnhof ist eine Visitenkarte f�r den Ort,
in dem er steht. Aber gleichzeitig ist er nat�rlich auch eine Visitenkarte f�r
die Bahn selbst... Die Ortschefs werden sich
bedanken, dass sie nun auch noch f�r die Bahnh�fe Mittel locker machen sollen.
Dabei hat so mancher B�rgermeister wom�glich seit Jahren keinen Zug mehr von
innen gesehen, den Bahnhof in seinem Ort fast vergessen.>
noch fragen, wann sie zum letzten Male einen Band von Karl May gelesen haben?
von Prof. Dr. Wilhelm Brauneder, Wien, in B�nigen am Brienzersee
lieben Andenken an Walther Ilmer)
erste Reise Karl Mays 1893 in die Schweiz vor exakt 110 Jahren war der
Aufh�nger f�r diese Veranstaltung. Dieser wundersch�nen Tourismusregion im
Berner Oberland entsprechend waren bei strahlendem Wetter 22 KM-Freundinnen und
KM-Freunde aus allen Himmelsrichtungen angereist. Aus dem benachbarten
Grenzgebiet und sogar aus Leipzig und Dresden kamen sie per Zug wie weiland
unser Dichter. Brauneder nahm aber nicht die reale Reise mit Fehsenfeld zum
Inhalt, sondern f�hrte die Zuh�rer zu den fiktiven Reiseschaupl�tzen des
Reiseschriftstellers Karl May. Dessen oftmalige Aussage: � ich habe dies alles selbst erlebt� belegte er mit vielen Textpassagen
aus des Dichters Werk. Nun sei aber die Folgerung von Mays Reisen aus der
Identit�t seiner Erz�hlungen mit echten Reisebeschreibungen gar nicht zwingend.
Logisch sei vielmehr die Folgerung, dass Mays Erz�hlungen deshalb echten
Reisebeschreibungen entsprechen, weil er diese benutzt hat. So zitierte er Hobble Frank aus dem �Sohn des B�renj�gers�, er werde eine
B�rengeschichte �im Stile von Gerschtecker� erz�hlen. Faszinierend waren des
Referenten Aussagen �ber die Handlungsorte in�
�Schatz im Silbersee�, �Weihnacht� oder das Zitat Mays aus der �Sklavenkarawanne� wo dieser den Old-Shatterhand�Sch�ler� Schwarz sagen l�sst, man lerne durch �B�cher
und Bilder� die �V�lker besser kennen als diejenigen, welche zu ihnen geh�ren!�
meinte der Vortragende: �Der Reiz von Mays Reiseerz�hlungen� liegt also gerade darin begr�ndet,
dass er nicht gereist ist � und daf�r m�ssen wir (ihm) dankbar sein�.
Alles in allem, die Zuh�rerschaft kam voll auf die
angestellten Erwartungen, wenn auch nicht jene der realen Reisen. Damit schuf� Professor Dr.
Wilhelm Brauneder die wichtige Br�cke zur Literatur die meines Erachtens
manchmal ob all dem Forschungsdrang �ber die Person des Autors etwas untergeht.
Diese Veranstaltung in B�nigen war
von bestem Wetter begleitet und so war auch der Rundgang durch dieses sch�nste
D�rfer des Berner Oberlandes ein beschauliches Erlebnis.� Beim gemeinsamen Mittagessen im
Gasthof B�ren unterhielt man sich in Hochdeutsch und weniger in alemannisch,
obwohl auch die neue CH-KMF-Publikation ein Gespr�chsthema
war. (Die Veranstaltung wurde auch
in der Tageszeitung� �Der
Berner Oberl�nder� tags darauf wohlwollend�
besprochen)
www.karlmayfreunde.ch N�chste Veranstaltung�
Im Wigwam von �Old
Shatterhand�
Bei CH-KMF Willi Olbrich, Wil, SG,
Kurzreferat: �Karl May
und die Technik�
Bilder und Erinnerungen an den KMG-Kongress
in Plauen.� Anmeldung
Karl May und der Irak-Krieg Der Krieg im Irak, das
Kurden-Problem und die Rolle der T�rkei in dieser Auseinandersetzung boten
vielen Medien einen willkommenen Anla�, in ihren
Reportagen und Kommentaren auf unterschiedliche Art und Weise auch auf Karl May
hinzuweisen. Zwei Beispiele aus einer ganzen Reihe �hnlicher - mehr oder
weniger geistreichen - Aper�us sollen hier genannt werden. Am 28. M�rz 2003
unterhielt sich Harald Schmidt in der nach ihm benannten Show von SAT.1 mit
seinem Redakteur Manuel Andrack vor dem vergr��erten
Deckelbild des Buches �Bei den Tr�mmern von BabyIon�
(d.i. �Im Reiche des silbernen L�wen�, Band 27 der
Bamberger Ausgabe). In ihrer bekannt-ironischen
Manier plauderten sie �ber die Krise im Nahen Osten, die Probleme mit Arabern,
Kurden und T�rken, erw�hnten und zitierten den �Orient- und Milit�rexperten�
Karl May - bis hin zu der von Albert Speer �berlieferten Bemerkung Adolf
Hitlers, �Winne�tou sei geradezu das Musterbeispiel eines Kompanief�hrers.� In �Frontal 21�, der
politischen Magazinsendung des ZDF, wurde dem amerikanischen Pr�sidenten George
W. Bush am 1. April 2003 vorgehalten, da� er wohl
noch nie eine Zeile von Karl May gelesen habe, sonst w��te
er gewi� besser Bescheid um die Auss�hnung von Gut
und B�se. Erwin M�ller ___________________________________________________________________________________________________________________________________
Gelnh�user Tagblatt 26.4.03:� Karl Mays
Winnetou: Umsetzung des Glaubens in die Tat. Zum Jahr der Bibel: Pfarrerin Dr.
Elke Seifert stellte Zusammenh�nge zwischen Karl Mays Werk und dem Buch der
B�cher her - N�chstenliebe Thema... Ihren ganz pers�nlichen Bibelzugang fand
Seifert in Karl Mays Werken, die sie durch ihre Kindheit begleiteten und an
deren Figuren bis heute ihr Herz h�ngt. Aber was nun ist christlich am
H�uptling der Apachen und seinen wei�en Freunden? Nach Textstellen, die diesen
Umstand bezeugen, braucht Seifert nicht lange zu suchen. Sie zitiert gleich
mehrere Ausz�ge aus Band eins, die Karl Mays Fr�mmigkeit und Glauben zu Tage
treten lassen... Im Kern des Christentums steht f�r Karl May der Reichtum an
die Gnade bei Gott und die Umsetzung des Glaubens in die Tat. Diese beiden
Elemente tauchen immer wieder auf. Tagesspiegel Berlin 29.4.03: Die W�ste lebt. Der Todeskult der
Schiiten, Leichenkarawanen, blutige Selbstkasteiung der Gl�ubigen: Das Wissen
um die Hintergr�nde der Ereignisse im Irak geh�rt in Deutschland zum
Bildungskanon. Wer als Kind �Von Bagdad nach Stambul� und das hochaktuelle Werk
�In den Tr�mmern von Babylon� gelesen hat, ist bestens informiert: Wie war das
noch gleich im Orient? �Bekanntlich zerfallen die Anh�nger des Islam in die
beiden Abteilungen der Sunniten und Schiiten�: Karl Mays Exkurs �ber die
Geschichte des Islam im �Turm von Babel� hat man als Junge geflissentlich �berlesen
- zu wenig Action. Heute sieht man genauer hin. Und ist angenehm �berrascht� von dem so
genannten Volksschriftsteller. Unterhaltsamer als br�sige Traktate �ber den �interreligi�sen
Dialog� ist Karl May allemal. Freie Presse 3.4.03: Hannibal gibt Anregungen f�r die optimale
Vermarktung... �berhaupt verfolgen die Museumsmitarbeiter viele Ideen, wie
Hohenstein-Ernstthal in Verbindung mit dem ber�hmten Schriftsteller besser
vermarktet werden kann... Vorbild ist f�r die Mitglieder des wissenschaftlichen
Beirates des Museums dabei beispielsweise die US-amerikanische Stadt Hannibal
am Mississippi, die ganz im Zeichen von Mark Twain steht. �Dort dreht sich einfach
alles um Mark Twain, das ist auch ein Anreiz f�r uns�, schw�rmt Neubert. �Der
Name Karl-May-Geburtsstadt war ein erster Schritt, aber es k�nnte noch viel
mehr getan werden.� Freie Presse 31.5./1.6.03: Sonderausstellung in Karl-May-Begegnungsst�tte
dokumentiert Methoden und Materialien der Arbeitsgruppe Stadtchronik. �Bad
Hohenstein-Ernst�thal� - fast h�tte die Karl-May-Ge�burtsstadt sich mit dem
edlen Namenszusatz schm�cken k�nnen. Bis 1913 jedenfalls, denn bis zu diesem
Tage galten die Mineralquellen an der heutigen Oberwaldsch�nke als �ber den
gesamten Ort hinaus als heilsam, geeignet zu einem Kuraufenthalt. Seinerzeit
nutzten Kaufleute, Firmenbosse und hohe Beamte den Aufenthalt in der Senke am
Oberwald ... Diese und andere Rarit�ten finden sich seit dem Wochenende und
noch bis zum Pfingstmontag in der Begegnungsst�tte. Der Titel der Sonderausstellung
beschreibt zugleich Inhalt einer f�rwahr akribischen Arbeit: �20 Jahre
Stadtchronik�. S�chsische Zeitung 12.5.03: Wer mit der Waffe zum Fest kommt, macht
sich strafbar. Wesentliche �nderungen sind von Waffenbesitzern im Kreis seit
der k�rzlichen Gesetzes�nderung zu beachten. So
d�rfen Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen au�erhalb der Wohnung und
des eigenen Grundst�cks nur gef�hrt werden, wenn der Besitzer einen Kleinen
Waffenschein besitzt... Dar�ber informierte jetzt Kreis-Ordnungsamtschef Rein�hard
Bennewitz. �Allerdings muss beachtet werden, dass
dieser Waffenschein nicht zum Tragen der Waffen in �ffentlichen Versammlungen,
Aufz�gen oder bei �ffentlichen Veranstaltungen berechtigt�, erl�utert der
Amtschef. Wer also beispielsweise zum Karl-May-Fest in Radebeul mit seiner
Waffe gl�nzen will, verst��t gegen das Gesetz und muss mit Entzug der Waffe und
strafrechtlichen Folgen rechnen, so Bennewitz.
Die Rheinische Post bringt am
11.6.03 einen langen Artikel mit der �berschrift: �Hat der alte Winnetou
ausgedient? Die (Buch-)Helden der Kids / �Harry Potter� verf�hrt Lesefaule zum
Schm�kern.� <Einmal an der Seite von Old
Shatterhand durch die Pr�rie reiten und den b�sen Goldr�ubern den Garaus machen
- in den 60er Jahren der Traum eines jeden Jungen. Das versichert jedenfalls
ein inzwischen 50-j�hriger Unternehmer.> Es werden die Helden der Jugend von
gestern und heute genannt: Robinson Cusoe und Huckleberry Finn, Odysseus und
Achilles, Moby Dick und Pinocchio, das kleine Gespenst, die kleine Hexe, Pippi
Langstrumpf und F�nf Freunde - und dann Harry Potter...<�berhaupt Harry
Potter... So etwas �hnliches wie die Potter-Manie hat
es noch nie gegeben... Fazit: Es gibt sie noch, die alten Helden, doch neue
sind hinzugekommen. Und wer den Einfluss der Medien beklagt, sollte den gererations�bergreifenden
Aspekt nicht vergessen. Denn als sich der Unternehmer in den 60er Jahren f�r
Winnetou begeisterte, ritt gerade Pierre Brice als Apachenh�uptling �ber die
Leinwand und Huck Finns Abenteuer erschienen als Comic... Und wenn die jungen
Leser heute �ber Video, Fernsehen oder Kino den Einstieg finden und sich nach
dem Genuss von �Der Schuh des Manitu� zum B�cherregal schleichen und Papas alte
Karl May-B�nde herausziehen - Hauptsache sie lesen!>���������������������������������������������������������� dSch
In Das Verm�chtnis des
Inka spricht Fritz�
Kiesewetter von seiner Heimat Stralau� (Stralau, als Fischerdorf 1288 erstmals urkundlich erw�hnt,
geh�rt heute zum Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg). Ein Sonderstempel
vom 22. 8. 1936 � auf den Olympia-Briefmarken � best�tigt seine Aussage vom �Stralauer Fischzug�.
�Wenn Sie gestatten, ja. Sie sprachen vorher von J�terbogk. Sollten Sie ein Deutscher sein?�
�Der bin ich
allerdings, wie auch mein Name Morgenstern beweist. W�re ich ein R�mer, so
w�rde ich lateinisch Jubar hei�en.�
�Das freut mich
ungeheuer, Se�or. Darf ich deutsch mit Ihnen reden?�
�Deutsch? Sind Sie
denn ein Deutscher?�
�Na, und war for einer! Ick bin in Stralau bei Berlin jeboren, also een n�herer Landsmann von SieSie,
Herr Doktor. Denn dat Sie ooch
Doktor sind, dat habe ick
vorhin jeh�rt.�
�Ein Stralauer! Wer h�tte das gedacht! Ich habe Sie f�r einen
Argentinier gehalten. Wie kommen Sie denn �ber die See her�ber?�
�Als jeborene Wasserjungfer, wat man so �ne Libelle nennt. Sie
wissen doch, von wejen dem Stralauer
Fischzug und dem Rummelsburger See. Da ist man dat Wasser jew�hnt und jeht dem Wasser nach. So bin ick
nach Hamburg jekommen und dann weiter ins
S�damerika.� (Union S.13-14). Am 23. Februar 1574
verf�gte Kurf�rst Johann Georg, da� auf allen
m�rkischen Fl�ssen und Seen von Gr�ndonnerstag bis zum Bartholom�ustag nicht
mit gro�en Garnz�gen gefischt werden durfte. So wurde der 24. August
(Bartholom�ustag) zum Tag des Anfischens und des Feierns.
Dies ist der Ursprung des
beliebten Volksfestes �Stralauer Fischzug�. Seit 1780
ist auch die Teilnahme von Berliner B�rgern am Stralauer
Fischzug urkundlich belegt. Am 23. Juli 1873 wurde das Fest vom Stralauer Ortsvorstand wegen des �orgiastischen Treibens
auf dem Friedhofe� verboten.
und der Stempel des Deutschen Reiches beweisen, da�
die Festivit�t trotz des �rtlichen Einspruches in den nachfolgenden Jahren
wieder aufgenommen wurde.
��� Quelle:
F�rderverein Stralauer Dorfkirche e.V.
1) �Zum
ersten Mal wurde durch ein Verbot der Fischerei mit dem �Gro�garn�, d. h. �mit dem Spannen von
Netzen zwischen �zwei
Booten, eine Schonzeit f�r Laich und Fischbrut eingef�hrt. (Stralauer
Fischzug in: www.luise-berlin.de/Strassen;
�www.garten-der-kuenste.de/Pages/Stralauer
Fischzug.)
Am Samstag 21.6.03 begann der
Verkauf von �Harry Potter� Band 5. Ein bisschen f�hlt man sich an Karl May
erinnert, wo seinerzeit und sp�ter gleich nach der Wende die B�cher in enormer
St�ckzahl K�ufer fanden. Eine Meldung im �Hamburger Abendblatt� vom 19.6.03
berichtet, dass die Autorin Joanne K. Rowling beim
�Mord� an einer ihrer Romanfiguren in Tr�nen ausgebrochen sei. In einem
BBC-Interview sagte sie, dass sie nach dem Schreiben der Szene unter Tr�nen in
die K�che zu ihrem Mann gelaufen sei und gerufen habe: �Ich habe gerade diese
Person get�tet. � Parallelen zu Karl May werden wach: In dem Buch �Karl May,
das Strafrecht und die Literatur� (Kl�pfer&Meyer
Verlag) schreibt Claus Roxin auf Seite 19: <Die momentane Identifizierung
seiner Gestalten ging so weit, dass May nicht nur seine b�rgerliche Erscheinung
mit den Ich-Sch�pfungen seiner Phantasie (Hadschi Halef Omar und Old Shatterhand)
vertauschte, sondern auch mit seinen �brigen Figuren wie mit Lebenden sprach
und lachte; es ist �berliefert, dass er beim Erz�hlen in der Erinnerung an den
Tod Winnetous tr�nen�berstr�mt und schluchzend innehalten musste.> Und Franz
Kandolf schreibt im Buch �Karl Mays Orientzyklus (Igel Verlag Wissenschaft) im
Kapitel �Von Hassan el Kebir bis Hadschi Halef Omar� auf Seite 167: <Sicher
hat keiner seiner Leser eine gr��ere Freude und ein innigeres Vergn�gen �ber
den kleinen Hadschi empfunden als der Dichter selbst, wenn er einsam an seinem
Schreibtisch sa� und mit seinem Halef weinte und scherzte, lachte und
schimpfte.> K�nnte es anders sein bei Autoren, die die Seele der Leser
ber�hren?����������� ���������������������������������� DSch
In Frankfurt gibt es (bis
31.8.03) eine Ausstellung im Filmmuseum am Schaumainkai
41, deren Titel �Winnetou und sein roter Bruder� schon darauf hinweist, dass
Old Shatterhand diesesmal nicht gemeint sein kann,
vielmehr sind die Winnetou-Darsteller in anderen Filmen z.B. der DDR im
Vordergrund, also etwa Gojko Mitic, der eine �hnliche Ber�hmtheit in seinem
Revier erlangte wie Pierre Brice bei uns im Westen. Wir haben in N-KMG 136
dar�ber berichtet. Im INTERNET unter www.deutsches-filmmuseum.de
weitere Infos. In der Presse erschienen einige lange und mit farbigen Bildern
versehene Gro�-Artikel, die das Interesse der Leser wecken. D�rfen wir in der
KMG von Karl-May-Filmen berichten? Auch wenn es immer wieder festzustellen
gilt, dass der originale Karl May doch etwas zu kurz kommt, ist die Bedeutung
von verfilmter May-Literatur nicht zu untersch�tzen. Es scheint, als h�tten
sich viele Journalisten mit Feuereifer auf die Berichterstattung gest�rzt,
sicher kamen auch eigene Jugenderlebnis wieder hoch. Auffallend ist, dass neben
einigen kleineren Hinweisen vor allem lange Artikel erschienen, jeweils mit
Szenenfotos aus Brice- und Mitic-Filmen angereichert.
Alle schildern fast liebevoll den Werdegang von West-Winnetou
und Ost-Indianer-Figur. Wir wollen hier eine
Zusammenfassung der wichtigsten Zeitungsmeldungen wagen, vorneweg der Artikel
in �Karl May&Co.
� vom Juni 2003, der �ber �Ein St�ck deutsch-deutsche Geschichte� schreibt.
Wir zitieren: <Aus dem sorgf�ltig gew�hlten Titel geht bereits hervor, dass
es sich nicht um eine reine Ausstellung �ber die Karl-May-Verfilmungen handeln
kann. Vielmehr geht es um einen Vergleich zwischen den westdeutschen
Karl-May-Filmen der 60-er Jahre und den fast zeitgleich entstandenen DEFA-India�nerfilmen
im damals sozialistischen Teil Deutschlands... Die mit viel Liebe zum Detail
gestaltete Ausstellung gibt einen guten Einblick in das Ph�nomen der deutschen
Karl-May- und Indianerfilme. Man sollte seine Erwartungen aber nicht zu hoch
schrauben, denn der Platz f�r Sonderausstellungen ist im Deutschen Filmmuseum
nicht allzu gro� bemessen, auch wenn jeder Winkel geschickt ausgenutzt wurde.
Au�erdem werden echte Fans und Sammler in der Ausstellung nicht unbedingt etwas
Neues entdecken, aber das kann auch niemand ernsthaft erwarten... Eine lange
Anreise lohnt die Ausstellung hingegen sicher nicht, denn man kann sie gut und
gerne in 30 Minuten ausf�hrlich betrachten.>
Der �Dreieich Spiegel� in seinen Ausgaben� Neu-Isenburg, Langen, M�hlheim, R�dermark,
Heusenstamm, Dietzenbach - also alle in der Umgebung von Frankfurt/Main,
schreibt am 15.5.03: <Rote Socken reiten westw�rts... W�hrend sich Winnetou
[in jenen elf Spielfilmen mit Pierre Brice] als Hauptakteur einer allgemein
verst�ndlichen Sprache beflei�igen darf, verstehen sich seine Kollegen von den
Komantschen, Sioux und Schoschonen allenfalls auf gebrochenes Deutsch, das
zumeist mit gro�em Pathos vorgetragen wird: �Ich Rothaut, du Bleichgesicht.�
Ganz anders ging es in den DDR-Western zur Sache, die offiziell unter der
politisch korrekten Titulierung �Abenteuerfilme im Milieu der Indianer�
firmierten. In den zwischen 1966 und 1985 entstandenen Produktionen aus der �Ostzone�
sprechen die Eingeborenen flie�end Hochdeutsch, wenn auch gelegentlich mit
s�chsischem Einschlag: �Nu jo, ich bin ne rode Sogge.� � Die Ausstellung m�chte einen �at�mosph�rischen
Rundgang� erschlie�en, dessen Inszenierung den Filmen nachempfunden ist. Und
das gelingt: In acht Abschnitten erfahren die Besucher Details �ber die Entstehungsgeschichte
der Streifen, die Produktionsbedingungen, die beteiligten Schauspieler und
nicht zuletzt �ber die Wirkung der Filme.>
Die Rhein-Zeitung (Koblenz, Ahrweiler, Diez,
Andernach, Betzdorf, Kreuznach) am 17.5.03 sieht das so: <Wildwest in Mainhattan... Die Schaupl�tze - ein einziges, wundersch�n
anzusehendes, wildro�mantisches Klischee. Bleichgesicht k�mpft gegen Rothaut um
Land. Attraktive Motive fanden Ost wie West, DEFA wie bundesdeutsche Produktionsfirmen
im damals noch tiefroten Jugoslawien...� �Dr�ben� wurde h�ufiger das einfache
Alltagsleben in Szene gesetzt; weniger Fantasie, weniger Action um der Action
willen, mehr Authentizit�t... Filmemacher kehrten den m�rchenhaften Mythos
westlicher Western um. Hier wurde also nicht - wie in unseren Filmen - die so
genannte Zivilisation durch amerikanische Helden-Pioniere gegen
fortschrittsfeindliche Indianer verbreitet, hier wurde gesagt, was Sache war:
Wei�e Siedler kamen, klauten, mordeten... Wild-West in Frankfurt City. Am Schaumainkai geht eine perfekt inszenierte Show zu Ende...
Doch Winnetou, das steht fest, er wird niemals in den ewigen Jagdgr�nden
verschwinden.>
Fuldaer Zeitung, Schlitzer Bote,
H�nfelder Zeitung, Kinzigtal-Nachrichten (alle Fulda und Umgebung) am 3.5.03:
<�Ich f�hlte, dass er ein guter Mensch sei...� Die Idealisierung auf der
einen Seite und das Bem�hen um Korrektheit auf der anderen: Der BRD-Indianer
Winnetou und sein roter DDR-Bruder... Nat�rlich gab es viele Unterschiede. Die
Bundesrepublik legte merklich Wert darauf, den Traum vom edlen Wilden, vom
geradlinigen Indianer bestm�glich zu verkaufen. Und wer kam dem n�her als Karl
Mays Held?... Den Kollegen aus dem Osten hingegen ging
es eher um historische Genauigkeit oder das, was sie darunter verstanden... Das
Bem�hen um die geschichtliche Korrektheit der DEFA-Produktionen beschr�nkte
sich allerdings nicht allein darauf, dass Gojko Mitic historisch verb�rgte
Personen spielte. Die Kleidung sah realistischer aus, die Bleichgesichter waren
vielmehr Landr�uber als friedliche Siedler, und der ganz normale Alltag der
Indianer erhielt viel breiteren Raum.>
Die Saarbr�cker Zeitung mit Ausgabe auch in St. Ingbert, V�lklingen-K�llertal, Neunkirchen, Zweibr�cken am 27.3.03:
<Eine gesamtdeutsche Illusion. Deutsch-deutsche Pr�rie im Zeichen
Hollywoods... Nicht nur im Westen hingen Millionen in den 60er und 70er Jahren
an den Lippen eines Indianer-H�uptlings. Auch der real existierende Sozialismus
hatte sein rotes Pendant. Nun sind beide museumsreif... Karl Mays �Winnetou�
war ein Idealbild, ein utopischer Gegenentwurf zum eigenen Leben, in dem die
Sehnsucht nach einer freien, nicht hierarchisch geordneten Gesellschaft genauso
zum Ausdruck kommt wie christliche Erl�ser-Mythen... All das ist im Frankfurter
Filmmuseum zu entdecken. Anhand vieler Filmsequenzen, originaler Kost�me, Szenenfotos,
Entwurfskizzen, Drehb�cher, Kinotransparente, Zeitungsausschnitte und
Requisiten ist zu sehen, wie aus Schauspielern �echte� Indianer wurden. Sogar
das Lederkost�m Winnetous, seine Silberb�chse und ein veritabler Saloon sind zu
bestaunen.>
Saarbr�cker Zeitung am 10.4.03: <Mach Dir mal ein Bild... Es ist
eine Filmausstellung, die kaum Hintergrund-Infor�ma�tionen bietet. Der Besucher
wird allein gelassen mit einer Flut von Szenebildern, immerhin thematisch
geordnet nach Szenen im Saloon, im Indianerdorf, beim Angriff, im Alltag... Es
ist wirklich eine Ausstellung f�r Nostalgiker, die ihre Jugenderinnerungen von
damals ohne theoretischen Krimskrams auffrischen wollen.>
Das Badisches Tagblatt am 3.5.03
schreibt: <Winnetou und seine roten DDR-Blutsbr�der. Filmmuseum dokumentiert
�Abenteuer aus dem Indianer-Milieu�> Die
Tageszeitung Frankfurt/Berlin am 8.4.03: <Die roten V�lker dieses
Kontinents... Den Epilog der Ausstellung bildet eines der sch�nsten Filmbilder
der ganzen Generation: Winnetou und sein Blutsbruder Lex Barker alias Old
Shatterhand reiten gemeinsam in den Sonnenuntergang. Doch auch dieses Bild ist
nicht neu: Schon ein durch den Indianerfotografen Joseph K. Dixon
ver�ffentlichtes Buch trug den Titel �The Vanishing Race�. Das bekannteste Bild in Dixons Buch zeigt einen
Indianer im Federschmuck, der in den Sonnenuntergang reitet - kurz davor, in
die ewigen Jagdgr�nde einzugehen: Die Fotografie k�ndet mit wohligem Schauer
vom bitters��en Ende einer ganzen Kultur - als Gesetz der Evolution, die
�Tragik einer sich im Todeskampf noch einmal aufb�umenden Rasse�, wie es in
einem Voice-Over-Kommentar des �Schatz im Silbersee�
hei�t. So erf�llt der Indianerfilm noch im sp�ten 20. Jahrhundert, was die
Indianerfotografie zur Zeit der Landnahme tat: Die Illusion eines
urspr�nglichen Bildes festzuhalten - als die Politik der physischen
Vernichtung, der Vertreibung und Zwangsassimilation schon lange Fakten
geschaffen hatte.>
Die S�chsische Zeitung in Dresdner am 5.4.03: <Br�derlich mit Herz
und Hand. So �hnlich, so verschieden: Das deutsche Filmmuseum erinnert an die Indianerfilme
aus DDR und BRD... Hierin kamen sich die Indianerfilmb�cher wieder sehr nahe,
im Bekenntnis: Die Indianer hatten in der Geschichte des Wilden Westens �keine
Chance mehr. Keine!� So sagt es stellvertretend der einzige gute Wei�e - und
davon gab es fast immer nur einen - in �Die Spur des Falken�. Winnetou,
Tecumseh, Osceola und Ulzana ahnten oder wussten es; ihr Volk w�rde untergehen.
Daf�r lieferten selbst die BRD-Filme trotz aller Ausblenderei keine
Entschuldigung.>
Die Freie Presse in Chemnitz am 7.4.03: <Unser Winnetou oder
Good bye, roter Bruder! Das Deutsche Filmmuseum dokumentiert Indianerfilme aus
Ost und West und kl�rt den Unterschied zwischen Datschen und Schreberg�rten...
Die Fotowand im Deutschen Filmmuseum Frankfurt am Main zeigt eine Szene und den
Original-Kopfputz aus dem Defa-Streifen �Die S�hne
der gro�en B�rin� (1966). Die Vorlage f�r diesen Film war ein Buch der
Althistorikerin Liselotte Welskopf-Hen�rich. Die
Romane des s�chsischen Geschichtenerfinders Karl May dagegen lieferten im
Westen von den 60er Jahren an den Stoff f�r zahlreiche Indianerfilme, in der
DDR war May zu dieser Zeit noch verp�nt... Da die Datschen, dort die
Schreberg�rten. So gro� waren die Unterschiede eben nicht.>
Mitteldeutsche Zeitung Halle und Saalkreis am 10.4.03: <Rote
Br�der reiten zur Freiheit... Es ist der Erfolg, der aus dem Gestern kam: Seit
dem Filmstart sorgt der Streifen �Good bye Lenin!� f�r Diskussionen.
Diskussionen zwischen Ost und West, zwischen Jung und Alt. In einer lockeren
Reihe geht die MZ der Frage nach: Ostalgie - jetzt
oder nie? Erinnerungen werden wach. Wehten nicht an den Feiertagen zur
sch�nsten Kaffeezeit das Streicherklagen der Winnetou-Melodie �ber die
gedeckten Tische in Ost und West? � Der deutsche Osten bekam seine eigenen
Indianer, die meist gerechter als die wei�en Besatzer waren. Edler sowieso...
Doch das wichtigste an den Defa-Indianern war am Ende
doch: Sie waren Br�der. Und rot.>
Gie�ener Allgemeine und Wetterauer Zeitung, Bad Nauheim, am 3.5.03:
<Winnetou und sein roter Bruder... Die Unterschiede wie auch die Gemeinsamkeiten
veranschaulicht die Ausstellung im Deutschen Filmmuseum. Die Besucher erhalten
einen Einblick in die Geschichte, Produktionsbedingungen, Stars, Dramaturgie
und Wirkung der Filme, die Ausstellung selbst folgt deren Atmosph�re.>
Die Rheinpfalz, Ludwigshafen,
mit Mittelhaardter Rundschau, Neustadt, und Pirmasenser
Rundschau am 3.5.03: <Gemeinsam in die sinkende Sonne reiten...>
Westdeutsche Allgemeine, Essen, am 10.4.03: <Abenteuer am
Lagerfeuer. Im Frankfurter Filmmuseum reiten bis 31. August �Winnetou und sein
roter Bruder� in einer Ausstellung �ber Indianenfilme
in beiden Teilen Deutschlands vereint in den Sonnenuntergang... Im Frankfurter
Filmmuseum geht man der Frage nach, was den Karl-May-Film made in BRD mit dem
Indianerfilm der DDR verbindet, und was beide voneinander trennt.>
Berliner Zeitung am 16.4.03:
<Winnetou sieht rot. Eine l�ckenhafte Ausstellung zu ost- und westdeutschen
Indianerfilmen ... Insgesamt wirkt die Schau allerdings wie mit hei�er Nadel
gen�ht. Auf den erkl�renden Schrifttafeln finden sich vor allem
Allgemeinpl�tze; ein Katalog kam nicht zustande. Wer Genaueres zur Geschichte
des Filmgenres und einzelner Projekte wissen will, erf�hrt wenig.>
General-Anzeiger Bonn am 3.5.03: <Die S�hne der gro�en B�rin...
Gedreht wurden die west- und ostdeutschen Indianerfilme im kosteng�nstigen, sozialistischen
Jugoslawien, da Au�enaufnahmen an Originalschaupl�tzen zu teuer waren. So
begegneten sich an den Drehorten und in den Hotels die Filmteams aus Ost und
West. Weil Karl May in der DDR verp�nt war, st�tzte man sich auf
ethnographische Stoffe. �Die S�hne der gro�en B�rin�, 1966 als erster Indianerfilm
der Defa entstanden, bem�hte sich um eine historisch
korrekte Darstellung der amerikanischen Ureinwohner, was sich auch in der
Ausstattung und Kost�mierung widerspiegelte.>
Westf�lische Rundschau, Dortmund,
am 29.3.03: <Als der deutsche Film den Wilden Westen entdeckte...Die
Ausstellung beginnt mit einem verdienstvollen Prolog, der fr�he deutsche
Indianerfilme vorstellt, die schon Anfang der zwanziger Jahre in S�ddeutschland
produziert wurden. Es folgen die Bereiche �Landschaften� mit spektakul�ren
Naturbildern, �Indianer�werdung� mit der Verwandlung dunkelh�utiger Europ�er in
Indianer.>
Leipziger Volkszeitung am
17.4.03: <Der ewige Indianer. Gojko Mitic schwingt sich mit 62 Jahren noch
ganz locker aufs Pferd, bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg nun schon das
zw�lfte Jahr in Folge.> Es folgt ein langes Interview.
Frankfurter Allgemeine Zeitung am 10.4.03: <Der Silbersee lag
einst bei Plitvice ... Neben zahlreichen Fotos und
Dokumenten zur Entstehungsgeschichte der Filme ist das Herzst�ck der
Ausstellung der unmittelbare Vergleich der Produktionen am Bildschirm. In
mehreren Stationen werden, nach Themen wie �Saloon�, �Indianerdorf� oder
�Sterben� geordnet, Filmszenen aus Ost und West gegeneinander geschnitten, und
es ist bezeichnend, dass man nur in wenigen F�llen auf Anhieb die Herkunft der
jeweiligen Szene erkennt. So dient in den Pr�gelszenen aus dem unvermeidlichen
Saloon vor allem das Grinsen des jungen G�tz George als Zeichen f�r eine
westdeutsche Produktion, gr��ere Unterschiede in der Dramaturgie oder in der
Ausstattung lassen sich dagegen nicht erkennen.>
Th�ringische Landeszeitung Weimar am 29.3.03: <Helden reiten zum
Sonnenuntergang.>
Zu den interessantesten St�cken
der Sonderausstellung im Erdgeschoss z�hlen einige gebundene Drehb�cher aus dem
Nachlass des Produzenten Horst Wendlandt. Daneben gibt es auch im Obergeschoss
Exponate mit Karl-May-Bezug zu sehen, so einen Verweis auf Pierre Brices �Winnetou�-Rolle in der Abteilung Maske/Kost�m; besonders
eindrucksvoll aber in der Abteilung Dekors/Effekte ein Modell von Karl Mays
Geburtsstadt Hohenstein-Ernstthal, wie sie im 19. Jahrhundert ausgesehen haben
k�nnte. Bei diesem Modell handelt es sich um eine Dauerleihgabe des Regisseurs
Hans-J�rgen Syberberg aus dessen Karl-May-Film von 1974.
Segeberger Zeitung 7.6.03: <Friedensbote im Wilden
Westen.>... Edel war dieser Mensch, hilfreich und gut. Er wird nicht �ber
Michael Herbig und seinen �Schuh des Manitu� die Nase ger�mpft haben. Wenn �ber
Herbigs Witzchen niemand mehr lacht, ist er immer noch da: Karl Mays Vision des
friedfertigen Musterindianers... ������������������������ ��������������������������������������������������������������������������������������������������������������������� ���������������������������������������������� dSch
Warum wird kein bisher
unbekannter Original-Karl-May gefunden! (Dieser Gedanke begleitete mich beim
Verfassen der Glosse im Heft�
KMG-N 136 S. 22). Wo es doch so viele seltene Funde gibt; der
Focus 25/2003 am 15.6.03 berichtet z.B. von einem Sensationsfund unter der
Bodenplatte im Dom von Siena, Bauarbeiter entdeckten exzellent erhaltene
Fresken von Sch�lern des Duccio di Boninsegna aus dem 13. Jahrhundert. Ach, kaum war das
vorige Heft im Entwurf fertig, kam die Meldung: Unbekannte Karl-May-Erz�hlung
von einem Hobby-Historiker auf dem Dresdner Tr�delmarkt entdeckt! Die Novelle
mit dem Titel �Friede auf Erden� habe er in der Wochenzeitschrift �Der
Beobachter an der Elbe� (Jahrgang 1874) gefunden. BILD am 10.4.03 textete: �Er
fand der Ur-Karl May... May-Forscher auf der ganzen
Welt jubeln... Es geht um einen geheimnisvollen Mord zur Weihnachtszeit... Das
Karl-May-Museum Radebeul, wo alle seine Manuskripte und Schriften gesammelt
werden, ist fasziniert�.
Die Dresdner Neueste Nachrichten am 12.4.03 melden n�chterner:
�Museum pr�ft vermeintliche Ur-Erz�hlung von Karl May. � Die S�dth�ringische Zeitung
am 16.4.03 ist schon skeptischer und sagt offen: �Aufgetauchte Novelle nicht
von Karl May. � Seither habe ich nichts mehr geh�rt. Es w�re auch zu sch�n
dSch� ___________________________________________________________________________________________________________________________________
Christian Heermann, Vorsitzender des Freundeskreises Karl May Leipzig e. V.,
stellt seine May-Biografie �Winnetous Blutsbruder� vor.
Sonntag, 26. Oktober 2003, 13 Uhr, Gastst�tte �Budde-Eck�, 13507 Berlin-Tegel,
Budde- Ecke Schlieperstra�e, (warm essen m�glich,
Kuchen etc.), nahe S-Bahnhof Tegel, U-Bahn Alt-Tegel, kostenloses Parkhaus
Tegel-Center.
Dr. Michael Zaremba, Gabelweihstra�e 4a, 13505
Berlin-Rei�nickendorf, Tel./Fax 030/431 29 70, Email: michael.zaremba@t-online.de
Karl-May-Freunde in/um M�nchen
Treff f�r st�ndige und neue Gespr�chsteilnehmer ist am 13.Okt.2003
um/ab 18:00
in dem Gasthof �Alt-M�nchner Gesellenhaus� in der Kolpingstr./ N�he
Stachus. G�ste sind herzlich willkommen.
S�d-West- Treffen Die Karl-May-Freunde aus dem Rhein-Neckar-Gebiet laden wieder zu
einer Begegnung ein, die am Samstag, den 25.10.2003 ab 17 Uhr im Lokal: Mamma Rosa, Dreik�nigstr.8 58723 Schwetzingen, Telefon: 06202-4335 stattfinden wird. G�ste und Interessenten sind herzlich
willkommen. Ausk�nfte
durch: Herbert
Kiefer Panoramaweg 1
Karlsruhe Tel.:
0721/502085 Treffen der Karl-May-Freunde aus dem Gro�raum Stuttgart
Den Teilnehmern an unserer Zusammenkunft
am 15.6.03 wurde wieder einmal verdeutlicht, wie angebracht es ist, beim �berschw�nglichen
Verteilen von Bestnoten etwas mehr Zur�ckhaltung zu �ben; man beraubt sich
sonst selbst einer Steigerungsm�glichkeit.
Gew�hnt, bei uns Au�erordentliches zu
h�ren, setzte diesmal unser Gast Michael Rudloff von
unseren Schweizer Karl-May-Freunden noch eines drauf mit seinem durch
Hellraumfolien garnierten Vortrag �Von Afrikaans bis Volap�k�
und fesselte damit seine Zuh�rer nicht weniger als der MAYster
seine Leser. Ein Vortrag der Extraklasse! Nochmals vielen Dank, lieber Michael Rudloff, wir waren alle begeistert, und niemand hat sein
Kommen bereut, auch die eigens aus W�rth in Rheinland-Pfalz angereiste junge
Karl-May-Freundin nicht. Offenbar werden die KMG-Nachrichten andernorts sorgf�ltiger
gelesen als in der heimischen Region!!!
Verwiesen sei noch mal auf unseren
n�chsten Termin am 14. 9. 2003 (s. KMG-N 135, S. 56.) Es wird uns, soviel sei
verraten, unser Freund Elmar Elbs in die �Faszinierende Karl-May-Bilderwelt�
entf�hren. Wir freuen uns darauf.
Ausk�nfte erteilt gern Hartmut Hendel, Tel.: 0711/840 11 26.
Fundstelle: Bei Dietmar
Grieser: Im D�mmerlicht, (To�desf�lle ber�hmter
Europ�er), Verlag Knaur, steht im Kapitel �ber Wilhelm Reichs: Der erste
dieser Hauslehrer - Wilhelm ist gerade sechs geworden - ist ein Jusstudent, der
dem Anforderungsprofil seines Brotgebers fast perfekt entspricht: Er ist auch
in der deutschen Literatur sattelfest, l��t seinen
Z�gling Karl May und Peter Rosegger lesen, f�hrt ihn in die Gedankenwelt von
Schiller und Kleist ein, begr�ndet dessen besondere Vorliebe f�r die
Zaubergestalten von Wilhelm Hauff. Da� er mit Wilhelm
auch Ausfl�ge in die Natur unternimmt, ihn in der Kunst des Schmetterlingfangens
und -sammelns un�terweist und mit ihm Gymnastik treibt, macht Lehrer und
Sch�ler beinah zu Freunden. Und gar die Lektionen in den klassischen alten
Sprachen! Allein der Wohlklang des Wortes �Latein� versetzt den wi�begierigen Halbw�chsigen in helles Entz�cken.
J�rgen Speh, Kleve
vergilbten Bl�ttern
Winnetou auf der B�hne und in der Villa B�renfett
Den Abschlu�
unserer Zitate aus historischen Zeitungsartikeln sollen zwei Betrachtungen zum
Ph�nomen Karl May bilden, die auf den ersten Blick so gar nicht zu den Daten
ihres Erscheinens passen wollen: Im ersten Jahr des Krieges galten nun schon
�die Zeiten des Sonnenauf- und �untergangs� als
�verbindlich f�r den Beginn und den Schlu� der Verdunkelung.�
Wie unromantisch � da konnte man mit einem R�ckblick auf die Leseabenteuer der
Jugendzeit doch versuchen, die jungen Leser nicht nur f�r die Heldentaten Old
Shatterhands sondern auch f�r die realen Heldentaten, die der Krieg von ihnen
forderte, zu begeistern. In den zw�lf Jahren des Nationalsozialismus pr�gten
leider nicht wenige Texte dieser Art das Karl May-Bild.
Karl Mays �Winnetou� auf der B�hne
von Wilhelm H�sener in der Chemnitzer Tageszeitung vom 14. M�rz 1940 nimmt eine
B�hnenauff�hrung von Winnetou nur zum
Anla�, die Mayschen Romanfiguren zum nationalsozialistischen
Heldenideal umzudeuten. Die bevorstehende Auff�hrung des Schauspiels Winnetou, das nach Karl Mays Reiseerz�hlungen
von Ludwig K�rner geschrieben wurde, soll uns Veranlassung sein, ... uns an der
Romantik Karl Mays zu erfreuen. Zum Gl�ck ist es heute in Deutschland und
besonders in Sachsen nicht mehr so, da� gewisse
Zeitgenossen die Nase r�mpfen, wenn sie h�ren, da�
man sich � auch noch in vorger�ckteren Jahren � an
den Werken des popul�rsten deutschen Jugendschriftstellers erfreut. ... Bei
Karl May gilt der Feigling nichts. Die Tugenden, die heute die deutsche Jugend
gelehrt werden, machen auch in den Werken Karl Mays erst den richtigen Mann
aus: Tapferkeit, Entschlu�kraft, Mut, Pflichtbewu�tsein, Edelsinn, Bereitschaft zu selbstloser
Hilfe, Heimatgef�hl, St�rke des Blutes, Vertrauen auf die eigene Kraft und
schlie�lich auch Treue und Gehorsam zu dem selbstgew�hlten
F�hrer. ... Einer der bekanntesten M�nner dieser Art aber ist Winnetou, der
gro�e H�uptling der Apatschen. Seine Gestalt steht
jedem deutschen Jungen und �berhaupt jedem Volksgenossen, ... so greifbar vor
Augen, als w�re er ein Recke unserer alten deutschen Heldensagen. Denn Karl May
hat ihn mit denselben Eigenschaften ausgestattet, die die stolzen Helden
deutscher Vergangenheit so vorbildlich f�r jeden deutschen Jungen werden lie�en.
... Es ist durchaus zu begreifen, da� sich der
legend�ren und doch so volkst�mlichen Gestalt Winnetous auch unsere B�hnen
bem�chtigt haben. Denn wieviel Stoff f�r ein wirkungsvolles
Drama bieten doch allein die drei Winnetou B�nde ...! Da� Karl May ein echter Sohn seiner s�chsischen Heimat war,
zeigen besonders die letzten B�nde seines umfangreichen Schaffens. ... Den
Schauplatz des Bandes 64 hat er nach dem Erzgebirge verlegt. So unheimlich der
Titel Das Buschgespenst ist, so
unheimlich ist auch die ganze Handlung. ... Bei aller Bewegtheit der Handlung
findet aber Karl May doch immer wieder Gelegenheit, das Los der armen Weber zu
schildern und das Mitgef�hl f�r sie bei seinen Lesern zu erwecken. ... (Gek�rzt. sis)
Villa B�renfett von Hans Heinz Stuckenschmidt (1901-1988),
dem Musikkritiker und sp�teren Professor f�r Musikwissenschaft in Der Neue Tag/ Prag vom 12. Oktober 1940. Mit
einem Anflug von Skepsis und Selbstironie angesichts drohender � und erfolgter
- Zwangsrekrutierung des Autors erscheint der Artikel wie ein romantisches
Abtauchen in den �Bann der Gestalten, die meine Knabentr�ume bev�lkert haben.�
Allzu vertraut leuchtet die Patina auf Dresdens
Barockd�chern. Hofkirche und Opernhaus haben mir nichts Neues zu bieten; das
sch�ne Geviert des Zwingers, auf dem die Ornamente sch�umen, wie kleine Wellen
eines chinesischen Ozeans, habe ich von Ost und West und von Nord nach S�d durchmessen.
Rubens� Herakles und die sch�nste Dresdnerin (sie stammt eigentlich aus Urbino), Raphaels Sixtina, sind zur Zeit
nicht zu sprechen. ... Da springt mich eine Intuition an: Dresden-Radebeul �
Old Shatterhand. ... Schon die Stra�enbahnfahrt ist nicht ohne Abenteuer. ...
Endlich, tief in der Gartenvorstadt Radebeul, halten wir an der Ecke Schildenstra�e. Alle meine Gedanken sind im Banne der Gestalten,
die meine Knabentr�ume bev�lkert haben. ... Da bin ich schon; zwei Schilder am
Gattertor des wei�en Hauses fordern zum Klingeln auf, �May� steht auf einem,
�Museum� auf dem anderen. Ich entscheide mich f�r den anderen, und alsbald
erscheint ein Knabe, �ffnet die T�r und bedeutet mich, in den Garten zu kommen.
... schon ersp�he ich ein Blockhaus ... Am Eingang prangt ein Name � wie k�nnte
er anders lauten � �Villa B�renfett�. Klopfenden Herzens trete ich ein. ...
Sieh dich um, Fremdling, und bewundere. ... Da liegen zierliche Mokassins,
daneben Frauengew�nder, auf die mit Stachelschweinborsten Perlen gestickt sind.
Hier h�ngt der Skalp eines Soldaten des siebenten Kavallerieregiments der USA,
... Auch die H�ute von Bisons und Hirschen sind sehenswert; ... Soweit ist
alles wie in einem ethnographischen Museum; nur die Unterschriften zeigen manchmal
die bl�hende Sprache des Abenteuerromans. ... Anderes freilich geh�rt mehr in
die Kategorie des Kunstgewerbes: da steht die Hau-Kola-Bronze, ein Geschenk des
Herrn Hans Stosch-Sarrasani. ... Der Kunstkenner
feiert hier Wiedersehen mit dem Maler Elk Eber, einem
der Prominenten aus dem M�nchner Haus der Deutschen Kunst. Von ihm stammen
mehrere Gem�lde im Karl-May-Museum, darunter die riesige Darstellung der Custerschlacht, bei der heldenm�tige Indianer sich gegen
amerikanische Truppen verteidigten.
All das ist nun keineswegs, wie man wohl glauben m�chte, von
Karl May gesammelt worden. Wir lernen den Herrn dieser Sch�tze gleich an der
Haust�r kennen; es ist Patty Frank, ein geborener
Wiener, der ... lebenslang im Banne Karl Mays gestanden hat. ... Tragisch an
solcher Heldenverehrung ist, da� Frank dem Helden nie
begegnet ist; ... Als Frank nach Radebeul kam, lebte nur Frau Klara May, die
auch heute noch den Nachla� verwaltet. Doch auch Erinnerungen
an Karl May selbst birgt die Villa B�renfett. ... Wir finden seine Zeugnisse
aus dem Plauener Lehrerseminar und freuen uns, da� er
bei der Musikpr�fung mit Auszeichnung f�r Theorie, Singen und Geigenspiel, mit
dem Pr�dikat gut f�r Orgel und Klavier abgeschnitten hat. Auch ein Notenblatt
von seiner Hand ist unter Glas zu sehen, neben den vielen Zeugnissen
schriftstellerischen Flei�es. ... Auf der T�r zum Notausgang ist ein Plakat angebracht,
das einen Wiener Vortrag Karl Mays �ber das Thema �Empor ins Reich der
Edelmenschen� ank�ndigt. �ffnet man diese T�r, so erschreckt einen die erhobene
Pranke eines gewaltigen, zum Gl�ck ausgestopften braunen B�ren. Soll damit
angedeutet werden, der Weg zum Edelmenschentum ist von Unholden bedroht? Karl
Mays Tod anno 1912 hat Hunderttausende von Lesern seiner (in f�nfzig Sprachen
�bersetzten) B�cher ger�hrt. Das Bild des Grabmals geh�rt zu den merkw�rdigsten
Eindr�cken der Sammlung: �berlebensgro�e Engel aus wei�em Marmor zieren es,
eine zarte Seele bewillkommend und ins Jenseits
geleitend Bevor man das Museum verl��t, �ffnet die
wei�e Squaw mit feierlicher Miene einen Glasschrank und spricht: �Hier sind
Karl Mays Gewehre, der Henrystutzen mit einem Magazin von 17 Schu�, die Silberb�chse und der B�rent�ter.� Mit fragender
Andacht betrachte ich die Waffen Old Shatterhands und Kara
ben Nemsis. Ob er sie
wachend oder tr�umend benutzt hat? ... Die 15 tr�gt mich aus der Peripherie zur�ck
und ich habe Etwas dazugelernt. Wenn die Welt sich in ein System von
Rationalismen aufzul�sen droht, wenn alles klar, logisch und gesichert
erscheint, dann schafft sich menschliche Phantasie ein Ventil. Sie flieht in
romantische Bezirke, in halb unterbewu�te
Traumreiche, in imagin�re Landschaften und Regionen, wo die Tugend dicht neben
der Bosheit lebt. Der Positivismus des 19. und 20. jahrhundert hat eine Reihe
solcher Reaktionen hervorgerufen; eine der reizvollsten davon ist die Reise-
und Abenteuerwelt Karl Mays. ... (Gek�rzt. sis)
Wolfgang S�mmer
den vergangenen Wochen wurde in der KMG-Mailingliste
auch �ber �May und Verne� diskutiert. Das Zeitungsarchiv der KMG ist in der
Lage, zu gerade diesem Thema eine zeitgen�ssische Stimme beizusteuern. In der
Nr. 7 des �Litteraturblattes f�r katholische
Erzieher� (Verlag Ludwig Auer, Donauw�rth) aus dem Jahr 1896 erschien n�mlich
Von den Einsendungen, die auf unsere Anfrage betreffs dieser
beiden Schriftsteller eintrafen und f�r welche wir hiermit unsern besten Dank
aussprechen, bringen wir zun�chst eine derselben vollst�ndig zum Abdruck.
Der hochw�rdige Herr Pfarrer J. Riotte
von Zemmer bei Trier schreibt uns: (1)
Die verehrl. Redaktion des Litteraturblattes f�r katholische Erzieher hat den Wunsch
ausgesprochen, aus dem Leserkreise Urteile �ber Karl May und Jules Verne zu
erhalten. Ich erlaube mir deshalb, im folgenden meine
pers�nliche Ansicht �ber beide Schriftsteller zu sagen.
Man nennt Karl May ja sehr oft den deutschen Jules Verne. Ob
ganz mit Recht? Es mag verh�ltnism��ig wenige Deutsche geben, die beide
Schriftsteller gelesen, wenigstens Jules Verne im franz�sischen Text. (Seine
Schriften sind ja in mehreren Uebersetzungen erschienen,
die aber zum Teil von nur geringem Werte sind.) Wenn ich bedenke, mit welcher
Begeisterung wir im College den Jules Verne lasen (ich bemerke, da� ich meine Studien zum Teil in Frankreich gemacht habe),
dann bezweifle ich, ob je ein deutscher Student seinen Karl May so hoch
gesch�tzt hat. Es war ein wahres Ungl�ck (...), wenn aus irgend
einem Grund unsere �brigens herrlich ausgestattete Sch�lerbibliothek
einmal nicht ge�ffnet wurde. Damals mag es allerdings blinde Begeisterung
gewesen sein, aber was will ein Schriftsteller� denn anderes erreichen?
Sp�ter habe ich s�mtliche bisher erschienenen Werke von Karl
May gelesen. Auch f�r mich war May der Hauptanziehungspunkt des Hausschatzes
und ich werde wohl einer der ersten gewesen sein, welche (sic) die ganze
Sammlung bei Fehsenfeld sich erstanden. Karl May hat auch mich in hohem Grade begeistert
und noch heute lese ich ihn mit gro�em Vergn�gen.
Was ich vor allen Dingen an May sch�tze, ist die
geographische Richtigkeit seiner Zeichnungen, sowie das tiefe Eindringen in
Sprache, Sitte und Leben der V�lker. Im verflossenen Jahre gab ich einem Oheim,
der 26 Jahre lang in Alexandrien lebt und als Gro�h�ndler ganz Aegypten kennt, einen Band von May (�ber Aegypten handelnd) zur Lekt�re. Was h�ltst du davon? frug ich dann. � �Das ist herrlich, der Mensch mu� dort gewesen sein!� und dann verfolgten wir beide
unsern Helden beinahe auf Schritt und Tritt auf einer vorz�glichen
Handelskarte. Mit Recht r�hmt man an May die lebendige Sprache, die bl�hende
Phantasie, die nie versiegende Findigkeit, auch die tiefe Religiosit�t, die oft
in seinen Werken hervortritt; in der That, Karl May
steht turmhoch �ber den meisten, ja den allermeisten Jugendschriften irgend
eines andern Verfassers.
Und doch finde ich manches, was ihn in meinen Augen unter
Jules Verne treten l��t. Trotz aller Phantasie, trotz
der gro�en Entfernungen, in welchen die verschiedenen Erlebnisse spielen, liegt
doch in allen Romanen Mays etwas, was Eint�nigkeit bei dem erzeugt, der sie
eben alle liest: es sind eben lauter Reiseerlebnisse, alles spielt sich
innerhalb geographischer Grenzen ab. Wie reich ist dagegen die Phantasie des
Franzosen: kein Land der Erde, das er nicht schildert, kein Meer, auf dem seine
Helden nicht Sturm und Wetter erleben; er f�hrt uns auf den tiefsten Grund des
Meeres, vom Nordpol zum S�dpol, viel schneller und leichter als Nansen es kann; ja, den Mond selber holt er uns herunter
oder besser gesagt, er f�hrt uns hinauf; sage keiner, das ist verr�ckte
Tr�umerei. Verne hat viel studiert f�r seine Werke; Astronomie und
Elektrotechnik, Physik und Chemie, Geschichte und Geographie, alle Gebiete des
Wissens hat er gr�ndlich durchgearbeitet, denn er wollte keinen puren Unsinn
schreiben. Einzelheiten hier anzuf�hren f�hrt zu weit; aber ich darf versichern,
da� wir als Sch�ler des College
auf allen Gebieten des Wissens etwas von Verne gelernt haben. Er hat es
verstanden, uns f�r sonst Fernerliegendes
zu gewinnen und zu begeistern. Insofern sind die Werke Jules Vernes sicherlich
viel mannigfaltiger als die Erlebnisse Karl Mays.
Dann glaube ich auch sagen zu d�rfen, da�
die ganze Anlage bei Verne mehr den feinen, gebildeten Ton einh�lt, als dies
bei May der Fall ist, oder auch nur sein k�nnte, denn die Helden des Karl May
sind alles andere eher als Salonherren; selbst Winnetou, der rote Gentleman,
kann manchmal sehr barbarisch roh sein und der Name �Schmetterhand�, den Karl
May in den Prairien Nord-Amerikas f�hrt, deutet auch
nicht auf die strenge Beobachtung der Etikette der feinern Gesellschaft. Ich
will gewi� unserm May keinen Vorwurf machen, da� es so ist; nein, seine Helden sollen so sein, wie sie
sind, oder sie sind �berhaupt nicht. Aber der Franzose ist eben feiner in allen
seinen Formen, eleganter in der Ausdrucksweise; das ist aber sicherlich kein
Sodann erlebt Karl May immer alles selber; er erfindet die
besten Pl�ne, teilt die wuchtigsten Hiebe aus, hat das beste Pferd, das beste
Reitkamel, immer ist er der Held. Bescheiden ist das gerade nicht, wenn es auch
die Schilderung belebt und das Interesse weckt. Jules Verne ist nirgends selbst
dabei; er erz�hlt nur von andern; das scheint uns nobler zu sein.
Ein Vorzug Karl Mays vor Jules Verne ist aber der Umstand, da� Karl May auch das religi�se Moment in seinen
Erlebnissen mitwirken l��t. Unzweifelhaft ist es von
nur g�nstigem, segensreichem Einflu� auf den Leser,
wenn Karl May immer und immer wieder darauf hinweist, da�
die Religion, und zwar die christlich-katholische, alle Lagen des Lebens
beherrschen soll. Da m�chte ich ganz besonders auf die Kalender-Erz�hlungen
Mays hinweisen.
Ich mag nicht mehr Einzelheiten anf�hren und vergleichen;
die Zeit fehlt mir dazu.
Wer von beiden ist der gr��ere? Jeder ist in seiner Art
Meister und zwar bis jetzt un�bertroffener Meister. Jeder hat Sch�nheiten,
durch die er �ber andere hervorragt. Freuen wir uns beider, und sorgen wir, da� unsere Jugend sich an ihnen erfreut, erbaut und bildet.
�brigen uns eingesandten Urteile sollen dann in n�chster Nummer an anderer
Stelle Ber�cksichtigung finden, in der auch bekannt gemacht wird, welchen von
den verehrten Einsendern das Los eines der in Aussicht gestellten B�cher
verschafft hat. (Das Zeitungsarchiv wird sich bem�hen, auch diese Stimmen
f�r die KMG-Nachrichten auszugraben)
Wollte Karl May �berhaupt mit Verne
verglichen werden? Ja und nein. So soll er dem
Schriftsteller Karl Storck
im Jahre 1892 geschrieben haben, �er betrachte als
h�chsten Ehrentitel den Namen des
�katholischen Jules Verne�, als den ihn ein Bischof bezeichnet habe�. 1899 dagegen
gab er dem s�ddeutschen Kritiker Recht,
der ge�u�ert hatte: �May mit Verne zu
vergleichen, ist barer Unsinn; sie stehen
einander ferner als je zwei andere
beliebige Autoren.�

References: BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 EuGH 
 BGH 

BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 EuGH