Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20R%2060/78
Timestamp: 2019-07-24 06:05:27+00:00

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BFH, 26.02.1980 - VII R 60/78 - dejure.org
BFH, 26.02.1980 - VII R 60/78
https://dejure.org/1980,161
BFH, 26.02.1980 - VII R 60/78 (https://dejure.org/1980,161)
BFH, Entscheidung vom 26.02.1980 - VII R 60/78 (https://dejure.org/1980,161)
BFH, Entscheidung vom 26. Februar 1980 - VII R 60/78 (https://dejure.org/1980,161)
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FGO §§ 63, 67
Klageänderung - Frist - Zulässigkeit der Klageänderung - Falsche Behörde - Falscher Klagegegner
FGO § 63, § 67
BFHE 130, 12
DB 1980, 1199
BStBl II 1980, 331
Richtet sich die Klage nicht gegen die nach § 63 FGO zu verklagende Behörde, führt dies entgegen der Ansicht der Klägerin nicht dazu, dass das FG die beklagte Behörde durch die passivlegitimierte zu ersetzen hat, sondern zur Abweisung der Klage als unzulässig (BFH-Urteil vom 26. Februar 1980 VII R 60/78, BFHE 130, 12, BStBl II 1980, 331;… BFH-Beschluss in BFH/NV 2007, 2322).
Die prozessual zu beurteilende Passivlegitimation ist von der materiell-rechtlich zu beurteilenden Sachlegitimation (sachliche und örtliche Zuständigkeit) zu unterscheiden (BFH-Urteil in BFHE 130, 12, BStBl II 1980, 331).
b) Nach ständiger Rechtsprechung des BFH, auf die sich das FG gestützt hat, kommt bei einer Klageschrift, in der ein Beklagter ausdrücklich und unmissverständlich benannt worden ist, eine berichtigende Auslegung nicht in Betracht, weil es an der Auslegungsbedürftigkeit einer Erklärung fehle, wenn sie nach Wortlaut und Zweck einen eindeutigen Inhalt hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 130, 12, BStBl II 1980, 331;… BFH-Beschlüsse vom 30. Januar 1997 I B 69/96, BFH/NV 1997, 588;… vom 11. März 1999 V B 154/98, BFH/NV 1999, 1226;… vom 27. August 2007 IV B 98/06, BFH/NV 2007, 2322;… s.a. BFH-Urteil vom 16. April 1985 VII K 17/84, BFH/NV 1985, 119;… dazu kritisch Brandis in Tipke/ Kruse, a.a.O., § 65 FGO Rz 10; Schallmoser in HHSp, § 65 FGO Rz 60).
Lediglich klarstellend sei angemerkt, dass dieser Begriff in diesem Zusammenhang ebenso wie seine Verwendung in dem Senatsurteil vom 26. Februar 1980 VII R 60/78 (BFHE 130, 12, BStBl II 1980, 1199) missverständlich ist (…wie hier z.B. BFH-Beschlüsse vom 27. August 2007 IV B 98/06, BFH/NV 2007, 2322;… vom 6. März 2000 II B 48/99, BFH/NV 2000, 1112).
b) Nach ständiger Rechtsprechung des BFH, auf die sich das FG gestützt hat, kommt bei einer Klageschrift, in der ein Beklagter ausdrücklich und unmissverständlich benannt worden ist, eine berichtigende Auslegung nicht in Betracht, weil es an der Auslegungsbedürftigkeit einer Erklärung fehle, wenn sie nach Wortlaut und Zweck einen eindeutigen Inhalt hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 130, 12 , BStBl II 1980, 331 ;… BFH-Beschlüsse vom 30. Januar 1997 I B 69/96, BFH/NV 1997, 588;… vom 11. März 1999 V B 154/98, BFH/NV 1999, 1226 ;… vom 27. August 2007 IV B 98/06, BFH/NV 2007, 2322 ;… s.a. BFH-Urteil vom 16. April 1985 VII K 17/84, BFH/NV 1985, 119;… dazu kritisch Brandis in Tipke/ Kruse, a.a.O., § 65 FGO Rz 10; Schallmoser in HHSp, § 65 FGO Rz 60).
c) Lässt sich hingegen einer Klageschrift nicht eindeutig entnehmen, gegen welche Finanzbehörde sich die Klage richtet, ist die Klageschrift auszulegen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 130, 12 , BStBl II 1980, 331 ; vom 15. Mai 1990 VII R 7/88, BFHE 161, 395 , BStBl II 1990, 1007 , [...] - Rz 5 f.; vom 26. Februar 1991 IX R 95/88, BFHE 163, 562, BStBl II 1991, 572 ), wobei als Auslegungshilfe der Gesichtspunkt dienen kann, dass die Klage im Zweifel nicht gegen den falschen, sondern gegen den nach dem Inhalt der Klage richtigen Beklagten gerichtet sein soll (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. November 1982 1 C 62/81, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 1983, 172;… BFH-Urteil in BFH/NV 2004, 792 ).
Dies widerspreche jedoch der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs - BFH - (Urteile vom 26. Februar 1980 VII R 60/78, BFHE 130, 12, BStBl II 1980, 331, und vom 28. Mai 1986 I R 75/83, BFHE 146, 573, BStBl II 1986, 753).
Dem Urteil in BFHE 130, 12, BStBl II 1980, 331 lag kein Fall der fehlenden Beklagtenbezeichnung, sondern der einer unzulässigen Klageänderung zugrunde; denn der Kläger hatte zunächst das Hauptzollamt B als Beklagten bezeichnet und erst nach Ablauf der Klagefrist mitgeteilt, er habe das Hauptzollamt A verklagen wollen.
c) Ist mithin das FA nicht die im Klageverfahren zu beteiligende Behörde, fehlt es an der als Sachurteilsvoraussetzung erforderlichen passiven Prozessführungsbefugnis des FA und ist die Klage deshalb unzulässig (vgl. BFH-Urteil vom 26. Februar 1980 VII R 60/78, BFHE 130, 12, BStBl II 1980, 331;… Gräber/ von Groll, a.a.O., § 63 Rz 1;… Tipke in Tipke/Kruse, a.a.O., § 63 FGO Rz 9).
Daraus folgt, dass bei fristgebundenen Anfechtungs- und Verpflichtungsklagen eine subjektive Klageänderung nur innerhalb der Klagefrist zulässig ist (z.B. Bundesfinanzhof --BFH--, Urteile vom 26. Februar 1980 VII R 60/78, BFHE 130, 12, BStBl II 1980, 331, …und vom 2. Oktober 1990 VIII R 118/85, BFH/NV 1991, 429).
Da auch die Wohnanschrift des Klägers aufgeführt ist, sich die Klage gegen Einkommensteuerbescheide richtet und hierfür das FA S zuständig ist, ist die Klageschrift vieldeutig (anders als im Fall in BFHE 130, 12, BStBl II 1980, 331).
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