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Timestamp: 2019-11-20 01:35:39+00:00

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BFH, 18.04.2000 - VIII R 68/98 - dejure.org
https://dejure.org/2000,292
BFH, 18.04.2000 - VIII R 68/98 (https://dejure.org/2000,292)
BFH, Entscheidung vom 18.04.2000 - VIII R 68/98 (https://dejure.org/2000,292)
BFH, Entscheidung vom 18. April 2000 - VIII R 68/98 (https://dejure.org/2000,292)
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GewStG § 9 Nr. 1 Satz 2; EStG § 15 Abs. 3 Nr. 1
Grundbesitzverwaltung - Unschädliche Hilfstätigkeit - Vermietung von Betriebsvorrichtungen - Partiarische Mietverträge - Gesellschaftsverträge - Automatenaufstellungsvertrag - Abfärbewirkung
GewStG § 9 Nr. 1 S. 2; EStG § 15 Abs. 3 Nr. 1
Gewerbesteuer; erweiterte Kürzung des Gewerbeertrags bei Grundbesitzverwaltung durch eine auch Hilfstätigkeiten ausführende Personengesellschaft
FG Baden-Württemberg, 30.06.1997 - 9 K 51/92
BFHE 192, 100
NZM 2001, 395
DB 2000, 1942
BStBl II 2001, 359
Eine unschädliche Hilfstätigkeit im Dienste der ("ausschließlichen") Grundbesitzverwaltung setze gemäß § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG jedenfalls voraus, dass diese Tätigkeit von untergeordneter Bedeutung sei (Urteil vom 18. April 2000 VIII R 68/98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359).
Die Vorschrift soll bestimmte Grundstücksunternehmen begünstigen, die nach der Art ihrer Tätigkeit nicht gewerbesteuerpflichtig wären und die es nur aufgrund ihrer Rechtsform sind (z.B. BFH-Urteile in BFHE 248, 354, BStBl II 2015, 606, Rz 30; vom 18. April 2000 VIII R 68/98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359; vom 28. Juni 1973 IV R 97/72, BFHE 109, 459, BStBl II 1973, 688).
Die Vermietung von Grundbesitz bleibt auch Vermögensverwaltung, wenn an eine Vielzahl von Mietern vermietet und zur Verwaltung ein in kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb unterhalten wird (…vgl. BFH-Urteile vom 6. März 1997 IV R 21/96, BFH/NV 1997, 762, unter 1., und vom 18. April 2000 VIII R 68/98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, unter II.6.).
Von einer gewerblichen Vermietungstätigkeit ist auszugehen, wenn der Vermieter bestimmte ins Gewicht fallende, bei der Vermietung von Räumen nicht übliche Sonderleistungen --wie z.B. die Übernahme der Reinigung der vermieteten Wohnungen oder der Bewachung des Gebäudes-- erbringt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 79, 366, BStBl III 1964, 364, unter B.1., und in BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, unter II.6., m.w.N.) oder wegen eines besonders schnellen, sich aus der Natur der Vermietung ergebenden Wechsels der Mieter oder Benutzer der Räume eine Unternehmensorganisation erforderlich ist (…BFH-Urteil vom 27. Februar 1987 III R 217/82, BFH/NV 1987, 441, zur gewerblichen Vermietung eines Wohnheims).
Das vereinbarte Umsatzentgelt wirkte im Streitfall nach Inhalt und Handhabung der Gesamtabrede auch nicht "wie eine Gewinnbeteiligung" (hierzu s. Senatsurteil vom 18. April 2000 VIII R 68/98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359).
Zweck der sog. erweiterten Kürzung ist es, die Erträge aus der bloßen Verwaltung und Nutzung eigenen Grundbesitzes der kraft ihrer Rechtsform gewerbesteuerpflichtigen Kapitalgesellschaften von der Gewerbesteuer aus Gründen der Gleichbehandlung mit Steuerpflichtigen freizustellen, die nur Grundstücksverwaltung betreiben (dazu grundlegend Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 18. April 2000 VIII R 68/98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, m.w.N.).
An dieser Rechtsprechung, der sich der VIII. Senat des BFH angeschlossen hat (…vgl. Beschluss vom 2. Februar 2001 VIII B 56/00, BFH/NV 2001, 817; s. auch BFH-Urteil in BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359), ist festzuhalten.
BFH, 17.05.2006 - VIII R 39/05
Zweck der erweiterten Kürzung ist es, die Erträge aus der bloßen Verwaltung und Nutzung eigenen Grundbesitzes von der Gewerbesteuer aus Gründen der Gleichbehandlung mit Steuerpflichtigen freizustellen, die nur Grundstücksverwaltung betreiben (vgl. BFH-Urteil vom 18. April 2000 VIII R 68/98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, m.w.N.).
Danach ist § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG grundsätzlich ausgeschlossen, wenn die Verwaltung oder Nutzung des eigenen Grundbesitzes die Grenzen der Gewerblichkeit überschreitet (BFH-Urteil in BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, unter II.3.b der Gründe, m.w.N.).
Eine gewerbliche Betätigung, die nicht zu den in § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG genannten unschädlichen Nebentätigkeiten zählt, schließt grundsätzlich die erweiterte Kürzung aus, auch wenn sie von sog. untergeordneter Bedeutung ist (BFH-Urteile in BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, unter II.3.a der Gründe, sowie in BFHE 200, 54, BStBl II 2003, 355, unter II.2.b der Gründe, jeweils m.w.N.).
Gegenüber § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG statuiert § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG gerade eine Ausnahme (vgl. auch BFH-Beschluss in BFHE 200, 54, BStBl II 2003, 355, unter II.2.b der Gründe;… Blümich/Gosch, § 9 GewStG Rz. 72;… Glanegger/Güroff, GewStG, 6. Aufl., § 9 Nr. 1 Anm. 23; Wendt, Finanz-Rundschau 2000, 1038; offen gelassen im BFH-Urteil in BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, unter II.3.c der Gründe, wie auch im BFH-Beschluss vom 27. Februar 2002 IV S 7-10/01, BFH/NV 2002, 1052).
Soweit sich der erkennende Senat einer anderen Auffassung zugeneigt hat (BFH-Urteil in BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, unter II.3.c der Gründe), hält er daran nicht mehr fest.
Unternehmen, die ausschließlich eigenen Grundbesitz oder neben eigenem Grundbesitz eigenes Kapitalvermögen verwalten und nutzen oder daneben Wohnungsbauten betreuen oder Kaufeigenheime, Kleinsiedlungen und Eigentumswohnungen errichten und veräußern, können stattdessen gemäß § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG auf Antrag die Summe des Gewinns und der Hinzurechnungen um den Teil des Gewerbeertrags kürzen, der auf die Verwaltung und Nutzung des eigenen Grundbesitzes entfällt (grundlegend Beschluss des Großen Senats des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 25. September 2018 - GrS 2/16, BFHE 263, 225, BStBl II 2019, 262; BFH-Urteil vom 18. April 2000 - VIII R 68/98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359).
Die Kürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG ist grundsätzlich ausgeschlossen, wenn die Verwaltung oder Nutzung des eigenen Grundbesitzes die Grenzen der Gewerblichkeit überschreitet (BFH-Urteil in BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, unter II.3.b der Gründe).
Auch andere Senate haben Zweifel an dieser Rechtsprechung erkennen lassen, wenn etwa das BFH-Urteil in BFH/NV 1994, 338, unter 3. schon bezweifelt, ob das Erfordernis der ausschließlichen Verwaltung eigenen Grundbesitzes überhaupt Ausnahmen gestattet und das BFH-Urteil in BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, unter II.4.aa und bb diese Bedenken im Grundsatz teilt.
Zweck der erweiterten Kürzung ist es, die Erträge aus der bloßen Verwaltung und Nutzung eigenen Grundbesitzes von der Gewerbesteuer aus Gründen der Gleichbehandlung mit Steuerpflichtigen freizustellen, die nur Grundstücksverwaltung betreiben (dazu grundlegend BFH-Urteil vom 18. April 2000 VIII R 68/98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, m.w.N.).
Danach ist § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG grundsätzlich ausgeschlossen, wenn die Verwaltung oder Nutzung des eigenen Grundbesitzes die Grenze zur Gewerblichkeit überschreitet (BFH-Urteil in BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, zu II.3.b, m.w.N.).
Eine gewerbliche Betätigung, die nicht zu den in § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG genannten unschädlichen Nebentätigkeiten zählt, schließt grundsätzlich die erweiterte Kürzung aus, auch wenn sie von sog. untergeordneter Bedeutung ist (BFH-Urteil in BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, zu II.3.a, m.w.N.).
Die Vorschrift belässt insoweit keinen Auslegungsspielraum (…vgl. dazu BFH-Beschluss vom 27. Februar 2002 IV S 7-10/01, BFH/NV 2002, 1052;… BFH-Urteile vom 26. August 1993 IV R 18/91, BFH/NV 1994, 338; in BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359, zu II.3.c; BFH-Beschluss in BFHE 200, 54, BStBl II 2003, 355; Wendt, Finanz-Rundschau 2000, 1038; Gosch, Steuerliche Betriebsprüfung 2000, 57 und 341).
f) Dementsprechend geht die finanzgerichtliche Rechtsprechung --soweit erkennbar ausnahmslos-- davon aus, dass auch der fiktive Gewerbebetrieb einer gewerblich geprägten Personengesellschaft Gewerbebetrieb i.S. des § 2 Abs. 1 GewStG ist (BFH-Urteile vom 26. Oktober 1995 IV R 35/94, BFHE 178, 572, BStBl II 1996, 76; vom 18. April 2000 VIII R 68/98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359; Urteile des FG Köln vom 11. März 1998 6 K 5903/93, EFG 1998, 969, und des FG München vom 27. Mai 1998 9 K 2400/95, EFG 1998, 1480).
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BFH, 19.10.2005 - I R 37/05
BFH, 03.06.2009 - I B 4/09
Ausschließlichkeitsgebot bei der sog. erweiterten Kürzung
FG Berlin-Brandenburg, 12.12.2012 - 12 K 12280/11
Gewerbesteuermessbetrag 2007
FG Berlin-Brandenburg, 07.01.2014 - 6 K 6207/11
Gewerbesteuermessbetrag 2008 und vortragsfähigen Gewerbeverlusts auf den …
FG München, 06.11.2003 - 5 K 3975/00
Mitunternehmerschaft; Mitunternehmerrisiko; Mitunternehmerinitiative; Treu und …
FG Hamburg, 11.12.2003 - VI 276/92
FG München, 06.11.2003 - 5 K 3976/00
Mitunternehmerschaft; Mitunternehmerrisiko; Mitunternehmerinitiative; …
FG Hamburg, 11.07.2003 - VI 14/03
Erweiterte Kürzung bei Grundstücksveräußerung

References: § 9
 § 15
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 § 9
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 § 2
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