Source: http://kondor-steuerberatung.de/mandanteninfos/info_Rechnungsmerkmale.html
Timestamp: 2019-05-21 03:56:27+00:00

Document:
Rechnungsmerkmale - Kondor Steuerberatungs GmbH - Offenburg
Damit eine Rechnung zum Vorsteuerabzug berechtigt und rechtlich gültig ist,
muss sie folgende Bestandteile nach § 14 UStG enthalten:
Entgelt für die Lieferung oder sonstige Leistung nach einzelnen Steuersätzen aufgeschlüsselt
steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung (EU) nach § 4 Nr. 1b UStG oder
steuerfreie Ausfuhrlieferung nach § 4 Nr. 1a UStG oder
Keine USt nach Kleinunternehmerregelung § 19 UStG oder
Differenzbesteuerung nach § 25a UStG Gebraucht-gegenstände/Sonderregelung
erteilte Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.)
Bei Ausführung einer sonstigen Leistung im Inland an einen Unternehmer für sein Unternehmen, bei der sich der Leistungsort im übrigen Gemeinschaftsgebiet (EU) befindet und der Leistungsempfänger die Steuer schuldet (§ 3a Abs. 2, § 13b UStG), ist neben der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des leistenden Unternehmers auch die des Leistungsempfängers anzugeben (§ 14a Abs. 1 und 3 UStG). Außerdem ist auf den Übergang der Steuerschuldnerschaft nach Art. 196 MwStSystRL hinzuweisen.
Bei einer innergemeinschaftlichen Lieferung nach § 4 Nr. 1b UStG ist in der Rechnung auch die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Unternehmers und die des Leistungsempfängers anzugeben.
fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die nur einmalig vergeben werden darf (Rechnungsnummer)
Verlagerung der Steuerschuldnerschaft bei Bauleistungen auf den Leistungsempfänger: z. B. „Als Leistungsempfänger schulden Sie die Umsatzsteuer nach § 13 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 UStG.“
Bei Lieferungen/Handwerkerleistungen an Privathaushalte oder Unternehmer in deren nicht unternehmerischen Bereich, den Hinweis: „Sie sind gesetzlich verpflichtet diese Rechnung 2 Jahre aufzubewahren. Die Frist beginnt mit Ende des Kalenderjahres, in dem die Rechnung ausgestellt worden ist.“
bei steuerlich absetzbaren Handwerkerleistungen nach §35a EStG ein seperater Ausweis der Arbeitskosten von den Materialkosten sowie Hinweis auf Absetzbarkeit
durch Email (Versand als schlichter Mailanhang ohne Signatur ausreichend)
Kleinbetragsrechnungen (Rechnungen bis 150 Euro)
Name und Anschrift des Ausstellers der Rechnung
Ausstellungsdatum (Rechnungsdatum)
Bruttobetrag der verrechneten Leistungen
Die Angabe des Empfängers, der Rechnungsnummer und Steuernummer sowie die separate Ausweisung des Umsatzsteuerbetrages ist bei Kleinbeträgen also kein verpflichtender Bestandteil der Rechnung.
Innergemeinschaftliche Lieferungen (EU)
Eine Verpflichtung zur Ausstellung einer Rechnung besteht auch bei Ausführung einer innergemeinschaftlichen Lieferung (§ 6a UStG). In diesem Fall hat der Rechnungsaussteller zusätzlich zu den obigen allgemeinen Angaben neben seiner Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (bzw. jene des leistenden Unternehmers) auch die USt-Identifikationsnummer des Leistungsempfängers anzugeben (§ 14a Abs. 3 Satz 1 UStG). Neben der Angabe der Identifikationsnummern besteht ferner die Pflicht zum Hinweis auf die Steuerbefreiung.
Formulierungsvorschlag: „Als innergemeinschaftliche Lieferung steuerfrei nach § 4 Nr. 1b UStG“
der Erwerb des Gegenstands der Lieferung unterliegt beim Abnehmer in einem anderen Mitgliedstaat den Vorschriften der Umsatzbesteuerung
Die Voraussetzungen für das Vorliegen einer innergemeinschaftlichen Lieferung muss der liefernde Unternehmer nachweisen. Die Voraussetzungen müssen eindeutig und leicht nachprüfbar aus der Buchführung zu ersehen sein (sog. Buchnachweis; § 17c Abs. 1 Satz 2 UStDV, vgl. Verwaltungsregelung zur Anwendung des UStG vom 1.10.2010).
Pflichtangaben auf der Rechnung:
Eigene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (kurz: USt-IdNr, Die Erteilung einer USt-IdNr. erfolgt grundsätzlich auf Antrag durch das Bundeszentralamt für Steuern.)
Pflicht zum Hinweis auf Steuerfreiheit z. B. „Steuerfreie Innergemeinschaftliche Lieferung §4 Nr. 1b UStG“
Da der Abholfall in § 17a Abs. 3 UStDV nicht mehr erwähnt ist, kann der Nachweis des Gelangens der Ware ins EU-Ausland nur durch Verwendung einer Gelangensbestätigung erfolgen.
Gelangensbestätigung sowie handelsrechtlicher Frachtbrief oder Konnossement
Schriftliche oder elektronische Auftragserteilung sowie das Protokoll des Kuriers, das den Warentransport lückenlos bis zur Ablieferung der Ware beim Empfänger nachweist
Empfangsbestätigung eines Postdienstleisters über die Entgegennahme der an den Abnehmer adressierten Postendungen und der Nachweis über die Bezahlung der Lieferung
Prüfung der Unternehmereigenschaft durch Handelsregisterauszug oder ähnliches
Gewerbezweig oder Beruf des Abnehmers
Qualifizierte Prüfung der Umsatzsteuer-IDNr über das Bundeszentralamt für Steuern (www.bzst.de)
Bestätigung, dass die Ware für unternehmerische Zwecke des Käufers genutzt wird
Doppel der Rechnung (§§ 14 und 14a des Gesetzes) und
Abholung durch Kunden oder Beförderung durch Verkäufer
Kopie des Personalausweises des Käufers
Vollmacht/Abholauftrag des Abholers (wenn nicht Käufer) mit Kopie des Personalausweises
Bestätigung der Abholung und Zahlung mit Datum, Versicherung zur Beförderung an den Bestimmungsort sowie
b) die Menge des Gegenstands der Lieferung und die handelsübliche Bezeichnung einschließlich der Fahrzeug-Identifikationsnummer bei Fahrzeugen im Sinne des § 1b Absatz 2 des Gesetzes,
c) im Fall der Beförderung
oder Versendung durch den Unternehmer
oder im Fall der Versendung durch den Abnehmer
den Ort und den Monat des Erhalts des Gegenstands im übrigen Gemeinschaftsgebiet
und im Fall der Beförderung des Gegenstands durch den Abnehmer
den Ort und den Monat des Endes der Beförderung des Gegenstands im übrigen Gemeinschaftsgebiet,
e) die Unterschrift des Abnehmers oder eines von ihm zur Abnahme Beauftragten. Bei einer elektronischen Übermittlung der Gelangensbestätigung ist eine Unterschrift nicht erforderlich, sofern erkennbar ist, dass die elektronische Übermittlung im Verfügungsbereich des Abnehmers oder des Beauftragten begonnen hat.
Die Gelangensbestätigung kann als Sammelbestätigung ausgestellt werden. In der Sammelbestätigung können Umsätze aus bis zu einem Quartal zusammengefasst werden. Es ist somit nicht erforderlich, die Gelangensbestätigung für jeden einzelnen Liefergegenstand auszustellen. Bei Lieferungen, die mehrere Gegenstände umfassen, oder bei Rechnungen, in denen einem Abnehmer gegenüber über mehrere Lieferungen abgerechnet wird, ist es regelmäßig ausreichend, wenn sich die Gelangensbestätigung auf die jeweilige Gesamtlieferung bzw. auf die Sammelrechnung bezieht. Die Sammelbestätigung nach einem Quartal ist auch bei der Pflicht zur monatlichen Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen zulässig.
Der deutsche Unternehmer U hat mit einem britischen Unternehmer K eine ständige Geschäftsbeziehung und liefert in den Monaten Juli bis September Waren, über die in insgesamt 150 Rechnungen abgerechnet wird. K kann in einer einzigen Gelangensbestätigung den Erhalt der Waren unter Bezugnahme auf die jeweiligen Rechnungsnummern bestätigen. Als Zeitpunkt des Warenerhalts kann der jeweilige Monat angegeben werden.
Die Gelangensbestätigung kann in jeder die erforderlichen Angaben enthaltenden Form erbracht werden
z. B. E-Mail, ggf. mit PDF- oder Textdateianhang, Fax, Web-Download und Brief. Eine auf elektronischem Weg erhaltene Gelangensbestätigung kann für Umsatzsteuerliche Zwecke auch in ausgedruckter Form aufbewahrt werden. Bei Übersendung per E-Mail soll um den Nachweis der Herkunft des Dokuments vollständig führen zu können, auch die E-Mail archiviert werden, die ebenfalls in ausgedruckter Form aufbewahrt werden kann.
Sie kann auch aus mehreren Dokumenten bestehen, aus denen sich die geforderten Angaben insgesamt ergeben.
Die Gelangensbestätigung kann auch in englischer oder französischer Sprache abgefasst werden. Nachweise in anderen Sprachfassungen bedürfen einer amtlich beglaubigten Übersetzung.
Alternativ bei Verkauf von Fahrzeugen
Bei der Lieferung von Fahrzeugen, die durch den Abnehmer befördert werden und für die eine Zulassung für den Straßenverkehr erforderlich ist, durch einen Nachweis über die Zulassung des Fahrzeugs auf den Erwerber im Bestimmungsmitgliedstaat der Lieferung. Der Beleg muss bei der Lieferung eines Fahrzeugs zusätzlich dessen Fahrzeug-Identifikationsnummer enthalten.
In folgenden Fällen kann der Unternehmer den Nachweis auch durch folgende andere Belege als die genannte Gelangensbestätigung führen:
1. bei der Versendung des Gegenstands der Lieferung durch den Unternehmer oder Abnehmer:
a) durch einen Versendungsbeleg, insbesondere durch
b) durch einen anderen handelsüblichen Beleg als den Belegen nach Buchstabe a, insbesondere mit einer Bescheinigung des beauftragten Spediteurs, der folgende Angaben zu enthalten hat:
2. bei der Versendung des Gegenstands der Lieferung durch den Abnehmer durch einen Nachweis über die Entrichtung der Gegenleistung für die Lieferung des Gegenstands von einem Bankkonto des Abnehmers sowie durch eine Bescheinigung des beauftragten Spediteurs, die folgende Angaben zu enthalten hat:
a) den Namen und die Anschrift des mit der Beförderung beauftragten Unternehmers sowie das Ausstellungsdatum,
b) den Namen und die Anschrift des liefernden Unternehmers sowie des Auftraggebers der Versendung,
c) die Menge des Gegenstands der Lieferung und die handelsübliche Bezeichnung,
d) den Empfänger des Gegenstands der Lieferung und den Bestimmungsort im übrigen Gemeinschaftsgebiet,
e) eine Versicherung des mit der Beförderung beauftragten Unternehmers, den Gegenstand der Lieferung an den Bestimmungsort im übrigen Gemeinschaftsgebiet zu befördern, sowie
f) die Unterschrift des mit der Beförderung beauftragten Unternehmers;
Folgende Angaben sind ausreichend:
Handelsübliche Bezeichnung und Menge der beförderten Gegenstände (Alternativ: Rechnungsnummer wenn auf der Rechnung, die Nummer des Versendungsbelegs ersichtlich ist)
Tag der Abholung bzw. Übernahme der beförderten Gegenstände durch den mit der Beförderung beauftragten Unternehmer
ein von dem mit der Beförderung Beauftragten erstelltes Protokoll, das den Transport lückenlos bis zur Ablieferung beim Empfänger nachweist
In den Fällen von Postsendungen, in denen eine Belegnachweisführung mit einem lückenlosen Transport-Protokoll nicht möglich ist: durch eine
Name und Anschrift des Empfängers (kann durch die Rechnungsnummer ersetzt werden)
den Nachweis über die Bezahlung der Lieferung (Kontoauszug oder Quittung bei Barzahlung)
Ausfuhrlieferungen (Lieferung ausserhalb der EU)
Wie bereits aus dem Wortlaut zu erkennen ist, muss eine Lieferung vorliegen, somit können sämtliche sonstigen Leistungen (z. B. Beratungsleistungen) niemals Ausfuhrlieferungen sein. Weiters muss eine Ausfuhr, also ein Befördern oder Versenden des Gegenstandes in ein Drittland erfolgen. Drittland im Sinne des Umsatzsteuergesetzes ist jeder Staat, der nicht der Europäischen Union (EU) angehört.
Formulierungsvorschlag: "Steuerfreie Ausfuhrlieferung nach § 4 Nr. 1a UStG"
Eine solche Ausfuhrlieferung ist nur unter folgenden Voraussetzungen umsatzsteuerfrei:
Der liefernde Unternehmer hat den Gegenstand in Erfüllung dieses
Umsatzgeschäftes in das Drittland befördert oder versendet, oder
der ausländische Abnehmer hat den Gegenstand in das Drittlandgebiet
versendet oder befördert,
die vorstehenden Voraussetzungen werden buchmäßig nachgewiesen
(Buchnachweis).
ein Abnehmer, der keinen Wohnsitz (Sitz) im Inland hat (Kopie des Personalausweises), oder
eine Zweigniederlassung eines im Inland ansässigen Unternehmens, die ihren
Sitz nicht im Inland hat, wenn sie das Umsatzgeschäft im eigenen Namen abgeschlossen hat.
1. bei Ausfuhranmeldung im elektronischen Ausfuhrverfahren nach Artikel 787 der Durchführungsverordnung zum Zollkodex mit der durch die zuständige Ausfuhrzollstelle auf elektronischem Weg übermittelten Bestätigung, dass der Gegenstand ausgeführt wurde (Ausgangsvermerk);
2. bei allen anderen Ausfuhranmeldungen durch einen Beleg, der folgende Angaben zu enthalten hat:
a) den Namen und die Anschrift des liefernden Unternehmers,
b) die Menge des ausgeführten Gegenstands und die handelsübliche Bezeichnung,
c) den Ort und den Tag der Ausfuhr sowie
d) eine Ausfuhrbestätigung der Grenzzollstelle eines Mitgliedstaates, die den Ausgang des Gegenstands aus dem Gemeinschaftsgebiet überwacht. Hat der Unternehmer statt des Ausgangsvermerks eine von der Ausfuhrzollstelle auf elektronischem Weg übermittelte alternative Bestätigung, dass der Gegenstand ausgeführt wurde (Alternativ-Ausgangsvermerk), gilt diese als Ausfuhrnachweis.
(2) Bei der Ausfuhr von Fahrzeugen im Sinne des § 1b Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 des Gesetzes, die zum bestimmungsmäßigen Gebrauch im Straßenverkehr einer Zulassung bedürfen, muss
1. der Beleg nach Absatz 1 auch die Fahrzeug-Identifikationsnummer im Sinne des § 6 Absatz 5 Nummer 5 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung enthalten und
2. der Unternehmer zusätzlich über eine Bescheinigung über die Zulassung, die Verzollung oder die Einfuhrbesteuerung im Drittland verfügen.
Drittschriften bzw. lediglich der Schriftwechsel mit dem Beförderungsunternehmer werden
von der Finanzverwaltung in aller Regel nicht anerkannt.
Folgen fehlender Ausfuhrnachweise
Können keine Ausfuhrnachweise vorgelegt werden, werden die Umsätze rückwirkend mit 19% Umsatzsteuer nachversteuert d.h. der Rechnungsbetrag wird zum Bruttobetrag und die Umsatzsteuer wird herausgerechnet!
Deshalb sollte immer vorerst die Umsatzsteuer als Kaution verlangt werden. Nach Erhalt der benötigten Nachweise kann die Kaution zurückgezahlt werden.
Für Bauleistungen gilt Folgendes: Der leistende Unternehmer darf nur den Nettobetrag ohne Umsatzsteuer in Rechnung stellen. In der Rechnung ist ein entsprechender Hinweis anzubringen, beispielsweise: „Auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers gemäß § 13b UStG wird hingewiesen".
Die Verlagerung der Steuerschuldnerschaft tritt nur dann ein, wenn der Leistungsempfänger im Zeitpunkt des Leistungsbezugs Unternehmer ist und selbst Bauleistungen im o. b. Sinne erbringt (vgl. § 13b Abs. 5 S. 2 UStG)
Dies gilt sogar dann, wenn eine Bauleistung für den Privatbereich eines Vertragspartners erbracht wird, beispielsweise für dessen selbst genutztes Einfamilienhaus. Auch Reparatur- und Wartungsarbeiten an Bauwerken fallen grundsätzlich unter diese Regelung.
Änderungen 2019 - Steuern
Änderungen 2019 - Lohn

References: § 14
 § 4
 § 4
 § 19
 § 25
 § 13
 Art. 196
 § 4
 § 13
 §35
 § 4
 § 17
 §4
 § 17
 § 1
 § 4
 § 1
 § 6
 § 13
 § 13