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Timestamp: 2019-04-18 13:34:39+00:00

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BGH, 12.04.2011 - VI ZR 158/10 - dejure.org
SGB X § 116; SGB XI §§ 36 ff.; BGB § 843
§ 53 SGB 5 vom 20.12.1988, §§ 53 ff SGB 5 vom 20.12.1988, § 116 Abs 1 SGB 10, § 36 SGB 11, §§ 36ff SGB 11
Gesetzlicher Forderungsübergang auf Sozialversicherungsträger: Zeitpunkt des Übergangs bei neu geschaffenen Leistungsberechtigungen nach dem Schadensereignis; Neuregelung des Anspruchs auf häusliche Pflegehilfe
Zum Zeitpunkt des gesetzlichen Übergangs auf den Sozialversicherungsträger bei neu geschaffenen Leistungsberechtigungen nach dem Schadensereignis
Der Übergang von Schadensersatzansprüchen nach § 116 Abs. 1 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB X) vollzieht sich grundsätzlich schon im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses; Ausnahme vom grundsätzlichen Übergang von Schadensersatzansprüchen bei Schaffung von neuen Leistungsberechtigungen erst nach dem Sachdensereignis aufgrund sogenannter "Systemänderungen"; Keine Systemänderung durch Neuregelung des Anspruchs auf häusliche Pflegehilfe in §§ 36 ff. Sozialgesetzbuch Elftes Buch (SGB XI)
Schadensersatzansprüche - Übergang auf Sozialversicherungsträger
Zeitpunkt des Übergangs von Schadensersatzansprüchen nach § 116 Abs. 1 SGB X; Ausnahme vom grundsätzlichen Übergang von Schadensersatzansprüchen bei Schaffung von neuen Leistungsberechtigungen erst nach dem Sachdensereignis aufgrund sog. "Systemänderungen"; Systemänderung durch Neuregelung des Anspruchs auf häusliche Pflegehilfe in §§ 36 ff. SGB XI
Forderungsübergang auf Pflegeversicherung nach Kunstfehler
Ärztlicher Kunstfehler und der Forderungsübergang an die Pflegeversicherung
Unwirksamkeit eines mit dem Geschädigten vor Inkrafttreten des PflegeVG (aber nach Einführung der §§ 53 ff. SGB V a. F.) geschlossenen Abfindungsvergleichs gegenüber dem Regress der Pflegekasse
Kurznachricht zu "Forderungsübergang nach § 116 SGB X und § 86 VVG" von Prof. Dr. Maximilian Fuchs, original erschienen in: JZ 2012, 134 - 139.
LG Lübeck, 16.12.2008 - 12 O 127/08
OLG Schleswig, 04.06.2010 - 4 U 13/09
BGHZ 189, 158
NJW 2011, 2357
MDR 2011, 656
NZS 2011, 779
VersR 2011, 775
Der Übergang auf einen Sozialversicherungsträger erfolgt dem Grunde nach bereits im Augenblick des schadenstiftenden Ereignisses, wenn eine Leistungspflicht des Versicherungsträgers gegenüber dem Verletzten irgendwie in Betracht kommt, also nicht völlig unwahrscheinlich ist (vgl. Senatsurteile vom 20. September 1994 - VI ZR 285/93, BGHZ 127, 120, 125; vom 8. Juli 2003 - VI ZR 274/02, BGHZ 155, 342, 346; vom 12. April 2011 - VI ZR 158/10, BGHZ 189, 158 Rn. 8; vom 17. April 1990 - VI ZR 276/89, VersR 1990, 1028, 1029;… vom 17. Juni 2008 - VI ZR 197/07, VersR 2008, 1350 Rn. 12).
Es handelt sich um einen Anspruchsübergang dem Grunde nach, der den Sozialversicherungsträger vor Verfügungen des Geschädigten schützt (vgl. Senatsurteile vom 30. November 1955 - VI ZR 211/54, BGHZ 19, 177, 178; vom 8. Juli 2003 - VI ZR 274/02, BGHZ 155, 342, 346;… vom 17. Juni 2008 - VI ZR 197/07, VersR 2008, 1350 Rn. 12; vom 12. April 2011 - VI ZR 158/10, BGHZ 189, 158 Rn. 8, 23;… vom 24. April 2012 - VI ZR 329/10, VersR 2012, 924 Rn. 9; BGH, Urteil vom 10. Juli 1967 - III ZR 78/66, BGHZ 48, 181, 184 ff.).
Nach der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats gehen bei einem Wechsel der versicherungsrechtlichen Leistungszuständigkeit nach dem Forderungsübergang die vom zuerst verpflichteten Sozialversicherungsträger gemäß § 116 Abs. 1 Satz 1 SGB X erworbenen Ersatzansprüche kraft Gesetzes auf den nun zuständigen Sozialversicherungsträger über, sofern die geschuldeten Versicherungsleistungen - wie im Streitfall - gleichartig sind (vgl. Senatsurteile vom 7. Dezember 1982 - VI ZR 9/81, VersR 1983, 262, 263; vom 4. November 1997 - VI ZR 375/96, VersR 1998, 124, 125; vom 8. Dezember 1998 - VI ZR 318/97, VersR 1999, 382, 383; vom 13. März 2001 - VI ZR 290/00, VersR 2001, 1005 f.; vom 3. Dezember 2002 - VI ZR 142/02, VersR 2003, 267, 268 f.; vom 12. April 2011 - VI ZR 158/10, BGHZ 189, 158 Rn. 26;… vom 24. April 2012 - VI ZR 329/10, VersR 2012, 924 Rn. 17;… KassKomm/Kater, Sozialversicherungsrecht, § 116 SGB X Rn. 155 [Stand: Juni 2013];… Wussow/Schneider, Unfallhaftpflichtrecht, 16. Aufl., Kap. 75 Rn. 2).
Bei Rechtsnachfolge erfolgt der Anspruchsübergang auf den zweiten Sozialleistungsträger, wenn dieser zuständig wird (…vgl. Wussow/Schneider, Unfallhaftpflichtrecht, 16. Aufl., Kap. 75 Rn. 6; Senatsurteile vom 19. März 1985 - VI ZR 163/83, VersR 1985, 732, 733; vom 12. April 2011 - VI ZR 158/10, BGHZ 189, 158 Rn. 26).
Es handelt sich um einen Anspruchsübergang dem Grunde nach, der den Sozialversicherungsträger vor Verfügungen des Geschädigten schützt (vgl. Senatsurteile vom 30. November 1955 - VI ZR 211/54, BGHZ 19, 177, 178; vom 8. Juli 2003 - VI ZR 274/02, BGHZ 155, 342, 346; vom 17. Juni 2008 - VI ZR 197/07, VersR 2008, 1350, 1351 und vom 12. April 2011 - VI ZR 150/10, BGHZ 189, 158 Rn. 8, 23; BGH, Urteil vom 10. Juli 1967 - III ZR 78/66, BGHZ 48, 181, 184 ff.).
Der gesetzliche Forderungsübergang auf den Sozialleistungsträger gem. § 116 SGB X erfolgt bereits im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses (BGH in st. Rspr., zuletzt BGHZ 189, 158 = NJW 2011, 2357 = VersR 2011, 775), womit dem Geschädigten insoweit die Aktivlegitimation fehlt.
Im Hinblick auf einen Anspruchsübergang nach 116 SGB X, der bereits zum Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses eintritt (vgl. BGH, st. Rspr., zuletzt NJW 2011, 2357 [BGH 12.04.2011 - VI ZR 158/10] ) fehlt es insoweit auch nicht an der Aktivlegitimation der Klägerin.
Insoweit handelt es sich um eine sogenannte Systemänderung, die dazu führt, dass sich der auf der Neuregelung beruhende Anspruchsübergang frühestens im Zeitpunkt des Inkrafttretens der gesetzlichen Neuregelung am 1.1.2001 vollziehen konnte (vgl. BGH NJW 2011, 2357, 2358;… Küppersbusch, a. a. O., Rz. 590).
Nach der Rechtsprechung des BGH vom 12.4.2011 (VI ZR 158/10 - VersR 2011, 775) gelte der Forderungsübergang gemäß § 116 Abs. 1 SGB X "auf Grund nachfolgender Systemänderungen" auch für Schadensereignisse vor dem og Datum.
Im Falle ihrer Entstehung wären Schadensersatzansprüche der Geschädigten gegen den Beklagten grundsätzlich schon im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses gem. § 116 SGB X auf die Klägerin übergegangen, soweit die Klägerin der Geschädigten möglicherweise in Zukunft Leistungen zu erbringen hatte, die sachlich und zeitlich mit den Erstattungsansprüchen der Geschädigten kongruent sind (BGH, Urteil vom 12.04.2011, VI ZR 158/10, juris Rn. 8).

References: § 116
 § 843

§ 53
 § 116
 § 36
 § 116
 § 116
 § 116
 § 86
 § 116
 § 116
 § 116
 BGH 
 BGH 
 § 116
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