Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2076/79
Timestamp: 2020-08-05 07:20:41+00:00

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BGH, 14.01.1980 - II ZR 76/79 - dejure.org
BGH, 14.01.1980 - II ZR 76/79
https://dejure.org/1980,824
BGH, 14.01.1980 - II ZR 76/79 (https://dejure.org/1980,824)
BGH, Entscheidung vom 14.01.1980 - II ZR 76/79 (https://dejure.org/1980,824)
BGH, Entscheidung vom 14. Januar 1980 - II ZR 76/79 (https://dejure.org/1980,824)
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Anspruch einer AG gegen einen Architekten auf Ausstellung einer eine Umsatzsteuer mit 11 % aus dem Bruttobetrag ausweisenden Rechnung - Überlassung bereits erarbeiteter Leistungen als Teil der freiberuflichen Tätigkeit eines Architekten - Anwendung des Normalsteuersatzes ...
Rechnung: Gesonderter Ausweis der Mehrwertsteuer
NJW 1980, 2710
ZIP 1980, 472
MDR 1980, 738
WM 1980, 872
BB 1980, 1444
DB 1980, 1840
BauR 1980, 471
Zutreffend ist der (stillschweigende) Ausgangspunkt des Berufungsurteils, daß für die vorliegende Klage auf Ausstellung einer Rechnung nach § 14 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes vom 26. November 1979 (BGBl 1, 1953; im folgenden: UStG) der Rechtsweg zu den ordentlichen Gerichten (§ 13 GVG) gegeben ist (Senatsurteil vom 11. Dezember 1974 - VIII ZR 186/73 = WM 1975, 77; BGH Urteil vom 14. Januar 1980 - II ZR 76/79 = WM 1980, 872 = UStR 1980, 247 m.Anm. Weiß).
aa) Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 14. Januar 1980 (II ZR 76/79 = WM 1980, 872 = UR 1980, 247 m.Anm. Weiß) ist im Streit um die Höhe des aus einem Bruttobetrag herauszurechnenden und in einer Rechnung nach § 14 Abs. 1 UStG auszuweisenden Steuerbetrages ein Anspruch auf Ausweis des verlangten höheren Steuerbetrages wegen Unzumutbarkeit der Anspruchserfüllung bereits dann abzulehnen, wenn der zugrundezulegende Steuersatz aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen zumindest ernstlich zweifelhaft ist (…aaO zu 2 b).
cc) Der dem Urteil des II. Zivilsenats vom 14. Januar 1980 (aaO) zugrunde liegenden Rechtsauffassung tritt der erkennende Senat trotz der dagegen geäußerten Kritik (Weiß UR 1980, 247 und BB 1980, 1433) bei.
Es ist mithin daran festzuhalten (vgl. BGH Urteil vom 14. Januar 1980 aaO), daß der Anspruch auf Ausstellung einer Rechnung im Sinne von § 14 Abs. 1 UStG mit Rücksicht auf die Rechtsfolgen des § 14 Abs. 2, 3 UStG materiell-rechtlich unter dem Vorbehalt der Zumutbarkeit seiner Erfüllung steht, woran es bei objektiv begründeten Zweifeln an der Steuerpflichtigkeit des Umsatzes so lange fehlt, als nicht feststeht, daß die zuständige Finanzbehörde den Vorgang bestandskräftig der Umsatzsteuer unterworfen hat.
aa) Es entspricht zwar ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, daß die Erteilung einer Rechnung mit gesondert ausgewiesener Steuer in den Fällen, in denen ernstliche Zweifel daran bestehen, ob eine Leistung der Umsatzsteuerpflicht unterliegt, nur verlangt werden kann, wenn die zuständige Finanzbehörde den Vorgang bestandskräftig der Umsatzsteuer unterworfen hat (vgl. BGH Urt. v. 14. Januar 1980, II ZR 76/79, NJW 1980, 2710; BGHZ 103, 284, 291 ff;… Urt. v. 10. November 1988, VII ZR 137/87, aaO).
Die Revision zieht in Zweifel, ob diese für den Fall der Vereinbarung eines Bruttopreises entwickelten Grundsätze (vgl. insbesondere BGH, Urt. v. 14. Januar 1980, II ZR 76/79, aaO) auch auf die vorliegende Kaufpreisabrede (Nettobetrag nebst Mehrwertsteuer) Anwendung finden.
bb) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes sind die steuerrechtlichen Vorfragen grundsätzlich von den Zivilgerichten selbständig zu beantworten (vgl. BGH, Urt. v. 14. Januar 1980, II ZR 76/79, aaO;… ferner Klein, aaO, 138).
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGHZ 103, 284 f; BGH, Urt. v. 14. Januar 1980 - II ZR 76/79, BB 1980, 1444; v. 10. November 1988 - VII ZR 137/87, NJW 1989, 302 f), wonach der Leistungsempfänger die Erteilung einer Rechnung mit gesondert ausgewiesener Steuer bei ernsthaften Zweifeln, ob eine Leistung der Umsatzsteuer unterliegt, nur verlangen kann, wenn die zuständige Finanzbehörde den Vorgang bestandskräftig der Umsatzsteuer unterworfen hat, hindert den Senat nicht, die durch den Streitfall aufgeworfenen steuerrechtlichen Fragen zu klären.
Um einen wirkungsvollen Rechtsschutz zu gewährleisten, sind steuerrechtliche Vorfragen dabei nicht der Beurteilung durch die Zivilgerichte entzogen, sondern grundsätzlich von diesen selbständig zu beantworten (BGH, Urteile vom 14. Januar 1980 - II ZR 76/79, NJW 1980, 2710 unter 1;… vom 2. November 2001 - V ZR 224/00, aaO unter II 2 b bb).
Für die gerichtliche Durchsetzung dieses Anspruchs ist der Rechtsweg zu den ordentlichen Gerichten gegeben (BGH NJW 1975, 310 [BGH 11.12.1974 - VIII ZR 186/73]; NJW 1980, 2710 = UStR 1980, 247 m. Anm. Weiss).
Ausgangspunkt für diese Rechtsprechung war die erwähnte Entscheidung des Bundesgerichtshofs NJW 1980, 2710.
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, nach der es sich bei dem Anspruch auf Ausstellung einer die Umsatzsteuer ausweisenden Rechnung um einen zivilrechtlichen Anspruch handelt, der vor den ordentlichen Gerichten geltend zu machen ist (Senatsurteil vom 11. Dezember 1974 - VIII ZR 186/73, WM 1975, 77, unter I 1; BGH, Urteil vom 14. Januar 1980 - II ZR 76/79, WM 1980, 872, unter 1; BGHZ 103, 284, 286 f.; vgl. auch BFHE 135, 118, 122 ff.), steht dem nicht entgegen.
Ein solcher Anspruch kann grundsätzlich bestehen und wird zivilrechtlich hergeleitet aus § 242 BGB (BGH NJW 1980, 2710 u. a.).

References: § 14
 BGH 
 § 14
 BGH 
 § 14
 § 14
 BGH 
 § 242