Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20M%C3%BCnchen&Datum=22.05.2003&Aktenzeichen=U%20(K)%204604/02
Timestamp: 2019-10-19 21:10:56+00:00

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OLG München, 22.05.2003 - U (K) 4604/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,9106
OLG München, 22.05.2003 - U (K) 4604/02 (https://dejure.org/2003,9106)
OLG München, Entscheidung vom 22.05.2003 - U (K) 4604/02 (https://dejure.org/2003,9106)
OLG München, Entscheidung vom 22. Mai 2003 - U (K) 4604/02 (https://dejure.org/2003,9106)
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Rückzahlungsansprüche und Schadensersatzansprüche im Zusammenhang mit der Lieferung von Strom; Schadensersatzanspruch aus positiver Vertragsverletzung wegen einer Mitteilungspflichtverletzung sowie Beratungspflichtverletzung seitens der Stadtwerke über die Möglichkeit ...
BGB § 197 (a.F.); BGB § 315
LG München I, 29.08.2002 - 4 HKO 3577/02
Da weder eine individuelle Parteivereinbarung über die Preise noch eine ausschließlich behördliche Festlegung derselben vorliegt, ist der Anwendungsbereich von § 315 BGB grundsätzlich eröffnet (vgl. BGH, Urteil v. 02.07.1998 - III ZR 287/97, NJW 1998, 3188; BGH, Urteil v. 10.05.1990 - VII ZR 209/89, NJW-RR 1990, 1204; OLG München, Urteil v. 22.05.2003 - U (K) 4604/02, RdE 2004, 52; OLG Köln, Urteil v. 18.05.1994 - 11 U 256/93, RdE 1995, 78; Markert RdE 2006, 137).
Für den hier relevanten Anspruch auf Rückzahlung zuviel gezahlter Leistungsentgelte, die aufgrund einer zwischen den Parteien getroffenen Vereinbarung regelmäßig zu bestimmten Zeitpunkten zu zahlen waren, war nach altem Rechts streitig, ob sich die Verjährung nach § 197 BGB a. F. (so BGH, Urteil vom 26.04.1989, VIII ZR 12/88; OLG München, Urteil vom 22.05.2003, U (K) 4604/02; LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 19.05.2006, ZIP 2006, 2318 ff.) oder nach § 195 BGB a. F. (vgl. Schwintowski, ZIP 2006, 2302, 2303) richtete.
Es geht also nicht um die Ermittlung eines nach den wirtschafts- oder sozialpolitischen Vorstellung des Gerichts "gerechten Preises" (vgl. BGH WM 1990, 1715, 1716; OLG München, RdE 2004, 52, 54; LG Magdeburg RdE 2005, 22, 23), sondern - vergleichbar der verwaltungsgerichtlichen Ermessensüberprüfung nach § 114 VwGO - nur um eine Korrektur eines Missbrauchs des einseitigen Gestaltungsrechts.
Die Verjährung beginnt daher bereits mit dem Ende des Jahres, in dem die Zahlungen geleistet wurden (vgl. BGH v. 26.04.1989 - VIII ZR 12/88 -, veröffentlicht in NJW-RR 1989, 1013 ff.; OLG München v. 22.05.2003 - U(K) 4604/02 -, veröffentlicht in RdE 2004, 52 ff., 53; LG Nürnberg-Fürth v. 19.05.2006 - 4 HK O 11647/05 -, Bl. 339 ff. d.A.).
LG Nürnberg-Fürth, 19.05.2006 - 4 HKO 11647/05
a) Die für diese Ansprüche maßgebende Verjährungsfrist bestimmt sich hier nach § 197 BGB a.F. Aus ungerechtfertigter Bereicherung abgeleitete Ansprüche auf Rückzahlung zuviel gezahlter Leistungsentgelte, die aufgrund Vertrages regelmäßig zu bestimmten Zeitpunkten als Vorschuss- oder Abschlusszahlungen zu entrichten sind, unterliegen nach altem Verjährungsrecht nicht der dreißigjährigen Verjährungsfrist des § 195 BGB a.F. Diese gilt nämlich nur dann, wenn keine kürzeren Verjährungsfristen eingreifen (BGH NJW-RR 1989, 1013, 1015; OLG München OLGR 2003, 326 ff. = RdE 2004, 52 ff.).

References: § 197
 § 315
 § 315
 § 197
 § 195
 BGH 
 § 114
 BGH 
 § 197
 § 195