Source: https://gdhk.org/gdhk/pruefungsordnung/hufpfleger/
Timestamp: 2020-01-21 06:40:58+00:00

Document:
Prüfungsordnung Hufpfleger - GdHK - Gesellschaft der Huf & Klauenpflege e.V.
GDHK -Prüfungsordnung zum Hufpfleger
1. Hufpflege ist Ausübung eines nicht ärztlichen Berufes im Dienst der Gesundheitsvorsorge. Sorgfältige und intensive Ausbildung sind daher unabdingbare Voraussetzung, um in diesem Beruf arbeiten zu können.
2. Die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Berufsausbildung ist vorrangige Aufgabe und Verpflichtung der GdHK. Sie erlässt daher die nachfolgenden Vorschriften zur Regelung der Prüfung einer nach dem Ausbildungsrahmenplan der GdHK erfolgten Ausbildung.
§1 Prüfungsausschuss (PA)
1.4: Der PA ist zuständig für die Zulassung zur Prüfung, Planung der Prüfung (Ort und Ablauf), die Ernennung der Mitglieder der Prüfergruppe (§3) und die Ausstellung von Zeugnissen und Urkunden. Er erlässt die Richtlinien für die praktische Prüfung zum ‚Hufpfleger GdHK’.
§2 Prüfungsberater (PB)
2.2: Die Eignung als PB setzt den Nachweis über die Zulassung zum Hufpfleger GdHK voraus. Die PB werden vom Vorstand der GdHK ernannt.
§3 Prüfergruppe (PG)
3.2: Die PG besteht aus ihrem Vorsitzenden, dessen Stellvertreter und mindestens einem weiteren Mitgliedern. Mitglieder der PG müssen eine der folgenden Qualifikationen aufweisen:
Qualifikation ‚Hufpfleger’: Zulassung als Hufpfleger oder Huftechniker GdHK mit beruflicher Praxis.
Jede Qualifikation muss mindestens einmal vertreten sein. Den Vorsitz führt ein Hufpfleger.
3.3: Die Ernennung erfolgt jeweils für eine Prüfung. Die Amtszeit endet mit dem Ende der Prüfung. Die Ernennung muß durch den Vorstand der GdHK bestätigt werden. Die Ernennung der PG muss spätestens sechs Wochen vor dem jeweiligen Prüfungstermin erfolgen.
§4 Prüfungstermin
§5 Prüfungsgebühren
5.1: Für die Ablegung der Prüfung werden Gebühren erhoben: Theoretische Prüfung 150,–€, Praktische Prüfung 150,–€.
5.2: Die Gebühren sind mit der Anmeldung zur Prüfung fällig. (Überweisung auf folgendes Konto: GdHK e.V., Postbank, IBAN DE30700100800022126807, BIC: PBNKDEFFXXX)
§6 Prüfungsanmeldung
§7 Zulassungsvoraussetzungen
7.1: Die Teilnahme an den im Folgenden aufgeführten Ausbildungsveranstaltungen a) – g) berechtigt zur Teilnahme an der theoretischen Prüfung.
Die Teilnahme an den im Folgenden aufgeführten Ausbildungsveranstaltungen h) – j) und die bestandene theoretische Prüfung berechtigen zur Teilnahme an der praktischen Prüfung.
Die Gesamtdauer der theoretischen Ausbildung muss mindestens 17 Tage betragen.
a) Theoriekurs: Der Huf (3 Tage)
Lehrinhalte: Anatomie der Gliedmaße, Aufbau und Funktion des Hufs, Beurteilung von Hufformen, Gliedmaßenstellungen und Laufverhalten
b) Theoriekurs: Basiswissen Pferd (3 Tage)
Lehrinhalte: Pferdehaltung und –ernährung, insbesondere im Zusammenhang mit der Hufgesundheit, Beurteilung von Körperbau und Bewegungsablauf, Pferdeausbildung
c) Theoriekurs: Pferdegesundheit (2 Tage)
Lehrinhalte: Anatomie und Physiologie, Allgemeine Erkrankungen, Impfungen
d) Theoriekurs: Huferkrankungen (3 Tage)
Lehrinhalte: Lahmheit, krankhafte Hufformen, Trennungen im Bereich der Hornkapsel, Fäulnisprobleme, Nageltritt, Huflederhautentzündungen, Hufrehe, Hufrollenentzündung, Hufknorpelverknöcherung, etc.
e) Theoriekurs: Hufschutz (3 Tage)
Lehrinhalte: Kenntnisse über die wichtigsten genagelten und geklebten Hufschutzarten. Hufschuhe: Eigenschaften der gängigsten Modelle und Auswahl des geeigneten Schuhs für das jeweilige Pferd
f) Theoriekurs: Allgemeine Berufskunde (2 Tage)
Lehrinhalte: Versicherungen, Gesetze und Unfallverhütungsvorschriften, Tierschutzgesetz, Haftpflicht des Hufpflegers (Betriebshaftpflicht), allgemeines Recht, Versicherungswesen, Steuerwesen, Gewerbeordnung, Berufsorganisation, Kalkulation, innerbetriebliche Organisation, Warenkunde
g) Theoriekurs: Erste Hilfe am Pferd (1 Tag)
Lehrinhalte: Anlegen von Verbänden, Notfallhilfe
h) Praktische Hufpflege (10 Tage)
Lehrinhalte: Beurteilung des Pferdes in der Bewegung und im Stand für die Hufbearbeitung, Beurteilung der Hufsituation, Ziele der Hufbearbeitung, Hufbearbeitung
i) Mitfahrpraktikum (50 Tage)
Die ersten 45 Tage werden bei einem GdHK-autorisierten Hufexperten absolviert. GdHK-autorisierte Hufexperten sind: Hufpfleger GdHK, Fachagrarwirte Hufpflege und vom PA der GdHK auf schriftlichen Antrag genehmigte Hufexperten.
Im Rahmen des Mitfahrpraktikums werden 20 Berichte über je ein bearbeitetes Pferd und zwei ausführlich dokumentierte Fallstudien angefertigt.
j) Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs (1Tag)
7.2: Die Ausbildungsteile a) – j) und die Prüfung müssen innerhalb von 3 Jahren nach Beginn der Ausbildung (1. Unterrichtstag des ersten belegten Theoriekurses) absolviert werden. Dies gilt nicht für eine eventuelle Prüfungswiederholung.
7.4: Der PA kann auf schriftlichen Antrag Externe zur Prüfung zulassen, die die Zulassungsvoraussetzungen nach Absatz 1. nicht erfüllen. Als Externer wird zur Prüfung zugelassen, wer eine abgeschlossene Prüfung zum Hufbeschlagsschmied oder eine 6-jährige Tätigkeit im Bereich ‘Hufpflege’ nachweisen kann.
a) Praktische Hufpflege (3 Tage)
Lehrinhalte: wie 7.1 h)
7.6: Bei Prüfungswiederholern Nachweise über die Erfüllung von Auflagen gemäß § 16.
7.7: Die Zulassungsvoraussetzungen werden vor Beginn der theoretischen Prüfung von einem PA-Mitglied überprüft.
§8 Versagung und Widerruf der Prüfungszulassung, Rechtsmittel gegen die Versagung der Zulassung
§9 Prüfungsteile
9.1: Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.
9.2: Der theoretische Teil der Prüfung erstreckt sich auf alle im Lehrplan aufgeführten Fächer. Die Fächer entsprechen den in § 7, 1, a) – f) bezeichneten Ausbildungsveranstaltungen.
9.3: Der praktische Teil der Prüfung erstreckt sich auf die Durchführung der Hufpflege und angrenzender praktischer Tätigkeiten. Der Prüfling hat bei der Prüfung seine praktische Tätigkeit zu erläutern.
§10 Die theoretische Prüfung
10.1: Erster Prüfungsteil ist die theoretische Prüfung.
10.2: Die theoretische Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.
10.3: Das Nichtbestehen der theoretischen Prüfung schließt die Teilnahme an der praktischen Prüfung aus.
10.4: Die theoretische Prüfung ist von mindestens zwei Prüfern durchzuführen. Von diesen muss einer die Qualifikation ‚Hufpfleger’ haben.
10.5: Alle Fächer sind schriftlich zu prüfen. Die Dauer der schriftlichen Prüfung beträgt pro Fach maximal 20 Minuten.
10.6: Alle Fächer, in denen die Note des schriftlichen Teils „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, sind zusätzlich mündlich zu prüfen. Die Fächer „Der Huf“ und „Huferkrankungen“ sind zusätzlich mündlich zu prüfen, wenn die Note des schriftlichen Teils „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist.
Die Dauer der mündlichen Prüfung beträgt pro Fach maximal 15 Minuten.
10.7: Die Note der Fächer, die schriftlich und mündlich geprüft werden, setzt sich zu gleichen Teilen aus den beiden Einzelnoten zusammen.
10.8: Die theoretische Prüfung ist nicht bestanden, wenn in einem Fach ein „mangelhaftes“ oder „ungenügendes“ Ergebnis erzielt wurde. Sie ist ebenfalls nicht bestanden, wenn in einem der Fächer ‚Der Huf’ oder ‚Huferkrankungen’ ein mindestens „befriedigendes“ Ergebnis nicht erzielt wurde.
§11 Die praktische Prüfung
11.1: Zweiter Prüfungsteil ist die praktische Prüfung.
11.2: Die praktische Prüfung wird von einer Prüfergruppe (PG) gem. § 3 durchgeführt.
11.3: In der praktischen Prüfung muss mindestens eine komplette Hufpflegebehandlung durchgeführt werden. In Zweifelsfällen kann eine weitere verlangt werden.
11.4: Die praktische Prüfung wird in folgenden Teilbereichen bewertet und gewichtet:
a) Hufzubereitung 60 %
11.5: Die Hufbearbeitung ist innerhalb von 60 Minuten durchzuführen. Wenn die Bearbeitung innerhalb der vorgeschriebenen Zeit nicht beendet werden kann, gilt die praktische Prüfung als nicht bestanden.
11.6: Die praktische Prüfung ist bestanden, wenn der Prüfling in jedem Teilbereich ein mindestens „ausreichendes“ Ergebnis erzielt hat.
§12 Anwesenheit der Prüfergruppe (PG) bei der Prüfung
Sollte ein Mitglied der PG, wie gem. §3, § 10 und § 11 gefordert, aus unabwendbaren Gründen an der Prüfung nicht teilnehmen können, wird es durch eine Person ersetzt, die eine der Qualifikationen gemäß §3 aufweist. Die Qualifikation „Hufpfleger“ und eine der beiden anderen Qualifikationen müssen in der PG vertreten sein.
§13 Prüfungsformalien und Benotung
§14 Prüfungsergebnis, Zeugnis und Urkunde
§15 Rechtsmittel gegen Entscheidungen des PA und der PG
16.3: Ist der praktische Teil der Prüfung nicht bestanden, so ist nur dieser Teil der Prüfung nachzuholen.
§17 Fortbildung und Aberkennung
17.1: Jeder Hufpfleger GdHK ist verpflichtet, jedes Jahr einen von der GdHK anerkannten Fortbildungskurs zu absolvieren. Die Kosten für die Fortbildung trägt der Hufpfleger GdHK selbst.
17.2: Hufpfleger, die der oben beschriebenen Verpflichtung zur Fortbildung nicht nachkommen, kann der Titel Hufpfleger GdHK aberkannt werden. Hierüber entscheidet der Vorstand.
§18 Sonstige Entscheidungen
Diese Prüfungsordnung tritt am 01.07.2018 in Kraft.

References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§7
 § 16

§8

§9
 § 7

§10

§11
 § 3

§12
 §3
 § 10
 § 11
 §3

§13

§14

§15

§17

§18