Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.11.1975&Aktenzeichen=II%20ZR%20104/73
Timestamp: 2019-10-18 10:17:28+00:00

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BGH, 24.11.1975 - II ZR 104/73 - dejure.org
https://dejure.org/1975,893
BGH, 24.11.1975 - II ZR 104/73 (https://dejure.org/1975,893)
BGH, Entscheidung vom 24.11.1975 - II ZR 104/73 (https://dejure.org/1975,893)
BGH, Entscheidung vom 24. November 1975 - II ZR 104/73 (https://dejure.org/1975,893)
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Errichtung von Tankstellen - Abschluss von Verwaltungsverträgen und Belieferungsverträgen - Abberufung eines Geschäftsführers - Kündigung eines Dienstverhältnisses aus wichtigem Grund
Haftung 43 GmbHG, Innenhaftung, Pflichtverletzung nach 43 Abs. 2 GmbHG, private Bauarbeiten, Treuepflicht
MDR 1976, 380
WM 1976, 77
DB 1976, 249
Eine sichere und umfassende Kenntnis der für die Kündigung maßgebenden Tatsachen liegt dann vor, wenn alles in Erfahrung gebracht worden ist, was als notwendige Grundlage für eine Entscheidung über Fortbestand oder Auflösung des Dienstverhältnisses anzusehen ist (BGH, Urteil vom 24. November 1975 - II ZR 104/73, WM 1976, 77, 78;… Urteil vom 9. April 2013 - II ZR 273/11, ZIP 2013, 971 Rn. 15).
Eine sichere und umfassende Kenntnis der für die Kündigung maßgebenden Tatsachen liegt dann vor, wenn alles in Erfahrung gebracht worden ist, was als notwendige Grundlage für eine Entscheidung über Fortbestand oder Auflösung des Dienstverhältnisses anzusehen ist (BGH, Urteil vom 24. November 1975 - II ZR 104/73, WM 1976, 77, 78).
Allerdings besteht für Ermittlungen dann kein Anlaß mehr, wenn der Sachverhalt bereits geklärt oder vom Gekündigten sogar zugestanden worden ist (BGH 25. November 1975 - II ZR 104/73 - LM BGB § 626 Nr. 18;… KR-Fischermeier aaO § 626 BGB Rn. 331;… Stahlhacke/Preis/Vossen aaO Rn. 846).
BGH, 23.09.1985 - II ZR 246/84
Zwar war dem Beklagten unter diesen Voraussetzungen die eigennützige Auswertung der Erfindung nicht auch unter dem Gesichtspunkt verboten, daß er im Geschäftsbereich der Klägerin keine Geschäfte für eigene Rechnung machen durfte (vgl. BGHZ 49, 30, 31; Sen. Urt. v. 26.10.1964 - II ZR 127/62, WM 1964, 1320, 1321, v. 24.11.1975 - II ZR 104/73, LM BGB § 626 Nr. 18).
Als Organ unterliegt der Geschäftsführer während der Dauer seines Amtes auch ohne dahingehende Vereinbarung oder Satzungsregelung einem Wettbewerbsverbot (vgl. BGH NJW 1984, 2366; BGH WM 1976, 77;… Scholz/Schneider, a.a.O., § 43 Rn. 153;… Baumbach/Hueck a.a.O. § 35 Rn. 41).
Deshalb besteht das Wettbewerbsverbot des Geschäftsführers unabhängig davon, ob durch die Wettbewerbstätigkeit die Gesellschaft im Einzelfall geschädigt wird oder nicht und ob die Gesellschaft selbst die Geschäfte betreiben konnte oder nicht (vgl. BGH WM 1976, 77;… Scholz/Schneider a.a.O.).
Denn anders als in der GmbH, in der das gesetzlich nicht niedergelegte Wettbewerbsverbot häufig auch als Ausfluss dienstvertraglicher Treuepflichten angesehen wird (z.B. BGH, Urteil vom 08.05.1967 - II ZR 126/65, WM 1967, 679; vom 09.11.1967 - II ZR 64/67, BGHZ 49, 30 ff, 31; vom 24.11.1975 - II ZR 104/73, WM 1976, 77;… siehe auch Goette, Die GmbH, 2. Auflage 2002, § 8 Rnr. 142 ff, der das Wettbewerbsverbot im Abschnitt "Anstellungsverhältnis" behandelt und nicht beim "Organverhältnis"), wurzelt das Wettbewerbsverbot des Vorstands aus § 88 AktG in der organschaftlichen Treuepflicht (Fleischer, AG 2005, 336, 337;… Hefermehl/Spindler in: MünchKomm. AktG , 2. Auflage 2004, § 76 Rnr. 14;… Hüffer, aaO., § 84 Rnr. 9), die zwar mit der durch das Anstellungsverhältnis erzeugten Pflicht kongruent gehen mag (so Fleischer, WM 2003, 1045, 1046), von dieser aber in ihrem Geltungsgrund zu unterscheiden ist (…Hopt in: Großkommentar AktG , 4. Auflage 1999, § 93 Rnr. 164, 225;… Möllers in: Hommelhoff/Hopt/v.Werder, Hdb. Corporate Governance, 2003, S. 405, 411; zum Unterschied zwischen Anstellungsverhältnis und Organstellung siehe auch BGH, Urteil vom 24.11.1980 - II ZR 182/79, BGHZ 79, 38 ff, 41 f; vom 14.11.1983 - II ZR 33/83, BGHZ 89, 48 ff, 52).
Behandlung eines fremden Geschäfts als eigenes - Anspruch auf Auskunftserteilung …
Denn der Geschäftsführer darf, auch wenn ihm das ausdrücklich nicht verboten ist, im Geschäftszweig der GmbH keine Geschäfte für eigene Rechnung machen (st. Rspr., vgl. u.a. BGHZ 49, 30, 31; Urt. d. Sen. v. 26.10.64 - II ZR 127/62, WM 1964, 1320, 1321 unter III 1 a; v. 24.11.75 - II ZR 104/73, WM 1976, 77 zu II 1), und erst recht darf er die Vollziehung bereits von der GmbH abgeschlossener Verträge weder durch Abwicklung auf eigene Rechnung noch sonst irgendwie beeinträchtigen oder vereiteln.
Solche Tatsachen liegen dann vor, wenn alles in Erfahrung gebracht ist, was als notwendige Grundlage für die Entscheidung über den Fortbestand oder die Auflösung des Dienstverhältnisses anzusehen ist (Sen.Urt. v. 24. November 1975 - II ZR 104/73, WM 1976, 77, 78).
Wirksamkeit einer außerordentlichen Kündigung - Umdeutung einer außerordentlichen …

References: § 626
 § 626
 § 626
 BGH 
 BGH 
 § 43
 § 35
 BGH 
 § 8
 § 88
 § 76
 § 84
 § 93