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Timestamp: 2020-02-21 15:46:48+00:00

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von Philipp Höhler (Autor)
Magisterarbeit 2005 97 Seiten
2. Wittgensteins „Philosophische Untersuchungen“
2.1. Wittgensteins Methode
2.2. Sprachspiele
2.3. Regeln, Lebensform und Familienähnlichkeit..
2.4. Aspekt
2.5. Institutionen
3. Politische Assoziationen
3.2. Sprachspiele
3.3. Regeln, Lebensform und Familienähnlichkeit
3.3.1. Regeln
3.3.2. Lebensform
3.3.3. Familienähnlichkeit
3.4. Aspekt
3.5. Institutionen
Jürgen Habermas gilt als einer derjenigen Philosophen, die der Möglichkeit einer fruchtbaren Verwertung der Wittgensteinschen (insbesondere Spät-)Philosophie für die politische Philosophie ablehnend gegenüberstehen. Er begründet dies damit, daß die über einige Werke Wittgensteins verteilten fragmentarischen möglichen (da so auslegbaren) Bemerkungen zum Politischen nicht für ein zeitgenössisches politisches Philosophieren geeignet seien. Diese Bemerkungen seien, so Habermas,
„[…] Versatzstücke einer sehr deutschen Ideologie, die ihn unvorteilhaft von seinem Lehrer Bertrand Russell unterscheiden – [sie] bleiben privates Rankenwerk, gewinnen jedenfalls keine strukturbildende Kraft für das unnachahmliche philosophische Werk selbst.“ (Habermas 1999: 100)
Unter anderem diesen Habermasschen Aussagen folgend blieb der Zugang zu einer möglichen Nutzbarkeit der Wittgensteinschen Philosophie für das Politische lange Zeit weitgehend versperrt. Vielmehr wurde Wittgensteins Philosophie, wenn sie denn überhaupt in das Spektrum der Politik miteinbezogen wurde, als relativistischer Skeptizismus mit einem stark konservativistischen Tenor gewertet. Nicht nur Habermas war für diese Kategorisierung verantwortlich, sondern auch ein großer Teil der späten Sprachphilosophie. Erst in jüngster Zeit wurden die Wittgensteinschen philosophischen Ausführungen von einigen wenigen Autoren für das Feld des Politischen extrapoliert und weiterentwickelt.
Nachdem in diesem Buch zunächst die für den politischen Teil relevanten Wittgensteinschen Begriffe eingeführt worden sind, soll im darauffolgenden Abschnitt Raum für die Interpretationen ebendieser Begriffe im Spektrum des Politischen geschaffen werden. Zudem soll grundsätzlich untersucht werden, wie die Vorwürfe des Konservatismus an Wittgensteins Philosophie zu behandeln sind. Anschließend wird die Frage behandelt, ob seine philosophischen Ausführungen als Grundlage einer politischen Philosophie verwertbar sind. Im abschließenden Kapitel werden die zentralen Punkte zusammenfassend hervorgehoben.
Wittgenstein entwickelte, nachdem er die im „Tractatus logico-philosophicus“ (TLP) - der sogenannten „Frühphilosophie“ - angeführten Ansichten zu großen Teilen verworfen hatte, eine bestimmte Ansicht über die Natur der philosophischen Methode, die sich von der des TLP im Kern unterscheidet. Die Einsicht in Wittgensteins Position in diesem Punkt läßt seine spätere philosophische Haltung insgesamt viel besser verstehen. Wittgenstein vertrat im TLP die Ansicht, daß philosophische Probleme auf einem Mißverständnis der Logik unserer Sprache beruhen. Diese These hat er auch später nicht aufgegeben. Verändert hat sich indessen, was er unter der „Logik unserer Sprache“ verstand. Aber nicht nur das; Wittgenstein war zu der Einsicht gelangt, daß sich die Probleme, die auf Mißverständnissen der Logik der Sprache beruhen, nicht durch die Konstruktion einer systematischen philosophischen Theorie lösen lassen, wie er sie im TLP selbst zu entwickeln versucht hatte. Statt zur Auseinandersetzung mit diesen Problemen Theorien zu ersinnen, sollten wir, sagt er nun, diese Probleme „auflösen“, indem wir die Mißverständnisse aus dem Weg räumen, der sie zuallererst ihre Entstehung verdanken. Es gibt für ihn nicht die oder nur eine Methode der Philosophie, „wohl aber gibt es Methoden, gleichsam verschiedene Therapien“ (Wittgenstein 1984c: 305, § 133). Wir haben uns demnach die Philosophie als ein therapeutisches Unternehmen zu denken, und zwar in einem recht buchstäblichen Sinn: „Der Philosoph behandelt eine Frage; wie eine Krankheit.“ (ebd.: 360, § 255) Die Philosophie als Therapie soll Irrtümer auflösen und nicht Erklärungssysteme errichten. Wittgensteins philosophischer Schreibstil ist dieser Absicht angepaßt - er soll Wittgensteins therapeutischer Wendung gegen den Irrtum der Theoretisierung dienen. Der erste Schritt zu einem Verständnis der Arbeitsweise unserer Sprache besteht darin, so Wittgenstein, uns von der verlockenden, aber irrigen Annahme freizumachen, daß eine einheitliche erklärende Darstellung der Sprache möglich sei, d.h. eine Darstellung, die die gesamte Arbeitsweise der Sprache in Begriffen eines einzigen theoretischen Modells erklären würde. Wittgenstein zielt damit auf den TLP. Indem er diesen kritisiert, kann er im Gegenzug die Auffassung der „Philosophischen Untersuchungen“ (PU) - bekannt als seine „Spätphilosophie“ - darlegen, nach der Sprache in einer Vielzahl verschiedener Tätigkeiten besteht. Er weist schon im Vorwort der PU auf seine Ablehnung der Sprachauffassung des TLP hin:
„Vor zwei Jahren aber hatte ich Veranlassung, mein erstes Buch [...] wieder zu lesen [...]. Seit ich nämlich [...] mich wieder mit Philosophie zu beschäftigen anfing, mußte ich schwere Irrtümer in dem erkennen, was ich in jenem ersten Buche niedergelegt hatte.“ (ebd.: 232)
Wittgenstein veranschaulicht diese schweren Irrtümer nicht durch bezug auf den TLP selbst, sondern durch einen Rückgriff auf Augustinus’ Darstellung des Spracherwerbs. Dessen Sprachauffassung und der des TLP zufolge sind die Regeln für die richtige Verwendung eines Wortes durch die Natur des vom Wort bezeichneten Gegenstandes festgelegt, denn nur so kann dieser Theorie nach die Bedeutung des Wortes (der bezeichnete Gegenstand) den Gebrauch des Wortes bestimmen. Wittgenstein verwirft in den PU die Theorie der Denotation oder Bezeichnung, und damit bleibt die Bedeutung eines Wortes ausschließlich eine Frage der Regeln seines Gebrauchs.
In sämtlichen Werken der Übergangsphase[1] gibt Wittgenstein entsprechend die streng systematische Methode des TLP auf und wählt ein Vorgehen, bei dem er immer wieder neu ansetzt und explizit zu keiner strukturierten Theorie gelangen will. Ausgedrückt finden sich diese unsystematischen, keine stringente Struktur aufweisenden Erscheinungsbilder zum Beispiel in Wittgensteins Darlegung der Sprache in den PU wieder. Melinda Kovács bezeichnet Wittgensteins Philosophie treffend als „method rather than a system“ (Kovács 2001: 3).
Der Gedanke der eigentümlich logischen Rolle gewisser Sätze findet Entsprechungen in anderen späten Äußerungen Wittgensteins in bezug auf die miteinander zusammenhängenden Tatsachen, daß Gründe haben und Begründungen geben irgendwo an ein Ende kommen müssen. Und zwar enden sie in der Lebensform, die das Sprachspiel ausmacht; dies ist der Rahmen, der unserem Handeln erst Verständlichkeit gibt. Unsere Überzeugungen können wir nur vor einem Hintergrund von Überzeugungen prüfen, die selber nicht zu überprüfen sind: „[…] die Fragen, die wir stellen, und unsre Zweifel beruhen darauf, daß gewisse Sätze vom Zweifel ausgenommen sind, gleichsam die Angeln, in welchen jene sich bewegen.“ (Wittgenstein 1989a: 186, § 341) Die ausgenommenen sind die „grammatischen“ Sätze, d.h. diejenigen Sätze, die den Rahmen unserer Sprache und unseres Verhaltens bilden, und sie bilden auch das System, innerhalb dessen sich jede Prüfung vollziehen muß (vgl. ebd.: 136, § 83; 138f., §§ 90-92; 141, § 105). Die in diesen Sätzen ausgedrückten Überzeugungen werden von Wittgenstein auf verschiedene Weisen beschrieben, um ihre grundlegende Rolle zu veranschaulichen. Unsere Bindung an sie, so Wittgenstein, gehöre zu unsrer Natur (vgl. ebd.: 191, § 359); ihre besondere Rolle in unserem „Bezugssystem“ (ebd.: 136, § 83) bestehe darin, daß sie ein „Substrat“ (ebd.: 153, § 162) oder ein „Gerüst“ (ebd.: 162, § 211) unserer gewöhnlichen, überprüfbaren Überzeugungen seien. Wittgenstein sagt zwar, daß diese Überzeugungen das „Fundament“ unserer Sprachspiele bilden (ebd.: 198, § 401; 200, § 411; 201, § 415), aber er meint mit diesem Ausdruck nicht das, was in der Philosophie gewöhnlich darunter verstanden wird: Die weitverbreitete Auffassung ist, daß „grundlegende Annahmen“ unveränderliche und dauerhafte sind; und daß es Annahmen gibt, die die logisch notwendige Voraussetzung für alles bilden, was als Gedanke oder Erfahrung gelten kann. Nach Wittgenstein jedoch sind die fundamentalen Annahmen nur relativ grundlegend; in seinem Spätwerk „Über Gewißheit“ (ÜG) schreibt er (vgl. ebd.: 140, §§ 96-99), sie seien einem Flußbett vergleichbar, das festlegt, welchen Verlauf das Wasser nimmt. Bett und Ufer des Flusses werden im Laufe der Zeit ausgewaschen und abgetragen und verlagern sich, aber das ist ein sehr langsamer Prozeß, und aus der Perspektive unseres gewöhnlichen Sprechens und Tuns sind die grundlegenden Überzeugungen durchaus „feststehend“ (ebd.: 151, § 151). Der entscheidende Punkt ist aber, daß die grundlegende Rolle der „grammatischen“ Sätze in ihrer Zweifellosigkeit in der Praxis, im Handeln liegt: „[E]s gehört zur Logik unsrer wissenschaftlichen Untersuchungen, daß Gewisses in der Tat nicht angezweifelt wird.“ (ebd.: 186, § 342)
Ein Ausdruck beruht auf dem ihn umgebenden Kontext in der Praxis, im Handeln. Eine Diskontextualisierung eines Ausdruckes hat zur Folge, daß die „Verwirrungen, die uns beschäftigen“, so Wittgenstein, dann entstehen, „wenn die Sprache leerläuft, nicht wenn sie arbeitet.“ (Wittgenstein 1984c: 304f., § 132) „Denn die philosophischen Probleme entstehen, wenn die Sprache feiert.“ (ebd.: 260, § 38) Dieser Ansicht nach verschwinden philosophische Probleme, wenn die Arbeitsweise der Sprache angemessen erfaßt wird.
Grundsätzlich betont Wittgenstein, daß die Philosophie den Sprachgebrauch nicht verändern darf. Daher ist jede Art von Philosophieren nur Deskription, denn „[…] sie kann ihn auch nicht begründen. Sie läßt alles, wie es ist.“ (ebd.: 302, § 124) Dieser oftmals als Quietismus bezeichnete Gedanke wird noch deutlicher im Paragraph 126 ausgeführt:
„Die Philosophie stellt eben alles bloß hin, und erklärt und folgert nichts. – Da alles offen daliegt, ist auch nichts zu erklären. Denn, was etwa verborgen ist, interessiert uns nicht. ‚Philosophie’ könnte man auch das nennen, was vor allen neuen Entdeckungen und Erfindungen möglich ist.“ (ebd.: 303, § 126)
In den „Bemerkungen über die Philosophie der Psychologie“ (BPP) spricht Wittgenstein über die Philosophie in sehr ähnlicher Weise: „Sie sagt: ‚Ist es nicht ebenso merkwürdig, daß… und läßt es damit bewenden.“ (Wittgenstein 1984d: 180, § 1000) Eine Aufgabe der Philosophie ist bei Wittgenstein dennoch klar erkennbar: So sei für sie zentral, eine Übersichtlichkeit im Sprachgebrauch zu erhalten. „ Wir führen die Wörter von ihrer metaphysischen, wieder auf ihre alltägliche Verwendung zurück.“ (ebd.: 300: § 116) Dies geschieht durch die sogenannte übersichtliche Darstellung. Diese bewirkt, daß wir in der Sprache den Gebrauch unserer Wörter verständlich überschauen können. Sie löst also die Unübersichtlichkeit der Grammatik zugunsten des Erkennens der Zusammenhänge im Gebrauch der Sprache auf. Das heißt jedoch nicht, wie schon oben erwähnt, daß die Philosophie den tatsächlichen Gebrauch der Sprache antastet. Allan Janik beschreibt Wittgensteins Absicht wie folgt: “His aim was to direct our attention away from how we think about ‘thinking’, ‘intending’, ‘expecting’, ‘knowing’ and the like and towards what we do when we engage in these activities.” (Janik 1985b: 150)
Besonders mit der Äußerung in den Paragraphen 124 und 126, in denen Wittgenstein die entscheidende Rolle der Philosophie (siehe oben) beschreibt, handelte sich Wittgenstein den Vorwurf des Quietismus ein – später wurde ihm deswegen sogar Konservatismus unterstellt.[2]
„Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.“ (Wittgenstein 1984c: 301, § 120) Die Sprache hat damit eine Begrenzung, und mit ihr auch sämtliche Erklärungen: „Und die Begründung hat ein Ende.“ (Wittgenstein 1989a: 233, § 563) Es gibt einfach Dinge, über die sich nicht sprechen lassen. Das ist die Position, die Wittgenstein für seine Methode aus dem TLP - hier war es der sogenannte „Mystizismus“ - aufrechterhalten und übernommen hat (vgl. Wittgenstein 2003: 111, 7.). In den PU kommt dieser quietistische Gedanke unter anderem in folgendem Gewand daher: „Habe ich die Begründungen erschöpft, so bin ich nun auf dem harten Felsen angelangt, und mein Spaten biegt sich zurück. Ich bin dann geneigt zu sagen: „So handle ich eben“.“ (Wittgenstein 1984c: 350, § 217) In ÜG formuliert er diesen Gedanken wie folgt: „Es gibt freilich Rechtfertigung; aber die Rechtfertigung hat ein Ende.“ (Wittgenstein 1989a: 158, § 192) Damit ist gemeint, daß man bei der Klärung der Frage „Was ist ‚rot’?“ irgendwann an ein Ende kommt und dem Anderen sagen muß: „So handle ich eben.“ Ein komplettes Bild ist nicht zu erreichen, wie man dann feststellen muß. Grundsätzlich will Wittgenstein mit dem Quietismus seine „[…] Ablehnung einer jeden konstruktiven oder doktrinären Ambition“ (McDowell 1998: 120) ausdrücken. Diese Interpretation McDowells ist eine adäquate Beschreibung von Wittgensteins Spätphilosophie - wenn man bedenkt, daß Wittgenstein diese Ambitionen nicht grundsätzlich zurückweist, sondern nur, nachdem er gezeigt hat, daß diese Ambitionen in bestimmten Kontexten dazu neigen, unangenehme Konsequenzen zu haben. McDowell ist der Ansicht, daß Wittgensteins zentrales philosophisches Anliegen der Quietismus sei: „Worum es ihm wirklich geht, ist der „Quietismus“, ist das Bestreben, jeder wirklichen Philosophie aus dem Weg zu gehen.“ (ebd.: 206) - Es stimmt zwar, daß Wittgenstein keine selbständige Philosophie betreiben will, wenn das das (im Wrightschen Sinne) Aufgreifen der Realismus-Anti-Realismus-Debatten bedeutet oder eine systematische Theorie der Bedeutung zu konstruieren. Die Vermeidung dieser Philosophie ist jedoch „[...] not due to a mere prejudice but a considered and justified refraining from taking part in efforts seen to lead to undesirable consequences”. (Schulte 2001: 40) Ein weiterer Einwand gegen McDowell ist, daß die oben genannte Wittgensteinsche Vermeidung einer systematischen Philosophie auf mehr als einem bloßen Vorurteil fußt: Sie basiert auf den Einsichten in die Fruchtlosigkeit der selbständigen Philosophie „and on having shown that doing such kinds of philosophy tends to give rise to undesired results” (ebd.). In dem Sinne, daß Wittgenstein es als einen philosophischen Erfolg hält, Ruhe erreicht zu haben als einen Geisteszustand, der nicht von quälenden Fragen verschlimmert wird[3], kann man Wittgenstein als Quietisten bezeichnen. Jedoch glaubt Wittgenstein nicht daran, daß es in der Philosophie möglich ist, „to make discoveries of the kind we know from geography or biology or physics.“ (ebd.: 49) Es sei nicht möglich, neue philosophische Kontinente oder Spezien zu entdecken; es geht um methodologische Entdeckungen. Solch eine Entdeckung „would have to involve one single method covering the whole or at any rate a large part of the field of philosophy” (ebd.: 50) - nach Wittgenstein gibt es so etwas aber nicht. Die eigentliche Entdeckung wäre, sich über unsere philosophischen Bedürfnisse bewußt zu werden und Ruhe zu finden, wie bereits oben erwähnt. Jedoch ist hier Ruhe nicht im traditionellen quietistischen Sinn (Trägheit, Untätigkeit, Gleichgültigkeit) gemeint. Wittgenstein ist ein Quietist im Sinne „that he advises us to refrain from walking all those philosophical paths which lead us to tormenting and constantly worrying or puzzling questions that we cannot hope to answer satisfactorily.” (ebd.) Wittgenstein ist kein Quietist in dem Sinne, daß er uns dazu auffordert, uns zu enthalten von der dahingehenden Erforschung dieser Wege, die uns ermöglicht zu sehen, was mit ihnen nicht stimmt (was falsch/verkehrt an ihnen ist).
Es geht Wittgenstein bei seiner Methode der Philosophie um Klarheit statt - wie im TLP - um Wahrheit. Dort sprach er noch davon, die wesentlichen Probleme der Philosophie gelöst zu haben (vgl. Wittgenstein 2003: 8). Die entscheidende Entdeckung in der Philosophie wäre für den späten Wittgenstein erreicht, wenn sie ihn befähigen würde, „[…] das Philosophieren abzubrechen, wann ich will.“ (Wittgenstein 1984c: 305, § 133) Eine vollkommene Klarheit in der Philosophie würde die philosophischen Probleme vollkommen verschwinden lassen. Er sucht eine Methode, die
„[…] die Philosophie zur Ruhe bringt, so daß sie nicht mehr von Fragen gepeitscht wird, die sie selbst in Frage stellen. – Sondern es wird nun an Beispielen eine Methode gezeigt, und die Reihe dieser Beispiele kann man abbrechen. – Es werden Probleme gelöst (Schwierigkeiten beseitigt), nicht ein Problem.“ (ebd.)
Die philosophischen Ziele Wittgensteins sind persönlich motiviert: Es geht ihm darum, für sich Ruhe - das Philosophieren abbrechen zu können, wann er will - und Klarheit zu finden:
„Mir dagegen ist die Klarheit, die Durchsichtigkeit, Selbstzweck. Es interessiert mich nicht, ein Gebäude aufzuführen, sondern die Grundlagen der möglichen Gebäude durchsichtig vor mir zu haben. Mein Ziel ist also ein anderes als das der Wissenschaftler, und meine Denkbewegung von der ihrigen verschieden.“ (Wittgenstein 1989b: 459)
Es ist entscheidend, so Hans-Johann Glock, „[...] to distinguish between Wittgenstein’s personal ideology, on the one hand, and his philosophical methodology, on the other.” (Glock 2001: 213) Wittgenstein hat in den Gesprächen im Wiener Kreis seine Ausführungen bezüglich des Quietismus wie folgt kommentiert:
“[...] I once wrote, ‘The only correct method of doing philosophy consists in not saying anything and leaving it to the other person to make a claim.’ [...] The only thing we can do is to tabulate rules. [...] Thus I simply draw the other person’s attention to what he is really doing and refrain from any assertion. Everything is then to go on within grammar.” (Waismann 1979: 183-186)
Die Sprache ist eine unsystematische Sammlung verschiedenartiger Aktivitätsformen - eine Sammlung von Sprachspielen. Sprachspiele können als Ausprägungen der Sprache in gewissen Situationen aufgefaßt werden.
„Unsere klaren und einfachen Sprachspiele sind nicht Vorstudien zu einer künftigen Reglementierung der Sprache [...]. Vielmehr stehen die Sprachspiele da als Vergleichsobjekte, die durch Ähnlichkeit und Unähnlichkeit ein Licht in die Verhältnisse unsrer Sprache werfen sollen.“ (Wittgenstein 1984c: 304, § 130)
Es hat daher keinen Sinn, nach dem Wesen der Sprache zu suchen, so Wittgenstein. Die Bedeutung der Sprachspiele besteht nicht in einer Bezeichnungsbeziehung zwischen Sätzen und Tatsachen; vielmehr ist die Bedeutung eines Ausdrucks sein Gebrauch in der Vielzahl von Praktiken, aus denen letztlich die Sprache besteht. „Ein Sprachspiel [...] ist also eine Menge von Regelmäßigkeiten im Zusammenhang von Äußerungen und Tätigkeiten.” (Von Savigny 1996: 49) In Wittgensteins Worten: „Das Wort ‘ Sprachspiel ’ soll hier hervorheben, daß das Sprechen der Sprache ein Teil ist einer Tätigkeit, oder einer Lebensform”. (Wittgenstein 1984c: 250, § 23). Sprachspiele stehen folglich in Praxiszusammenhängen, sind unlöslich mit nichtsprachlichen Aktivitäten verflochten. „Ich werde auch das Ganze: der Sprache und der Tätigkeiten, mit denen sie verwoben ist, das ‚Sprachspiel’ nennen.“ (ebd.: 241, § 7) Das bedeutet, daß die „Richtigkeit” der Anwendung der Sprache nur in Übereinstimmung der Menschen gründet. Zu diesem Zweck unterliegt die Sprache gewissen Regeln: „Das Wort „Übereinstimmung” und das Wort „Regel” sind miteinander verwandt, sie sind Vettern. Lehre ich Einen den Gebrauch des einen Wortes, so lernt er damit auch den Gebrauch des andern.” (ebd.: 352, § 224) Die Übereinstimmung in den Sprachspielen basiert auf etwas, auf das man sich verläßt: „Ich will eigentlich sagen, daß ein Sprachspiel nur möglich ist, wenn man sich auf etwas verläßt. (Ich habe nicht gesagt ‚auf etwas verlassen kann’.)“ (Wittgenstein 1989a: 221, § 509) In sofern ist das Sprachspiel sicherlich nichts Garantiertes, aber eine notwendige Prämisse, eine Art Arbeitshypothese. „Du mußt bedenken, daß das Sprachspiel sozusagen etwas Unvorhersehbares ist. Ich meine: Es ist nicht begründet. Nicht vernünftig (oder unvernünftig). Es steht da – wie unser Leben.“ (ebd.: 232, § 559) Beispiele für Sprachspiele wären: Befehlen, nach Befehlen handeln, Rätsel raten, einen Witz erzählen, Bitten, Danken, Fluchen, Grüßen, usw.[4] Das zeigt die Mannigfaltigkeit der Sprachspiele. Ebenso kann ein gleichzeitiges Zeigen auf (also eine die Sprache begleitende, nichtsprachliche Aktivität) einen Gegenstand während des Aussprechens des Ausdrucks für eben diesen Gegenstand als Sprachspiel verstanden werden. Doch bedarf es zum Verstehen dieses Sprachspiels dem Wissen um seine Verwendung: Denn „wenn man jemandem die Königsfigur im Schachspiel zeigt und sagt, „Das ist der Schachkönig“, so erklärt man ihm dadurch nicht den Gebrauch dieser Figur.“ (Wittgenstein 1984c: 254f., § 31) Es muß also eine Regel beherrscht werden, die einem sagt, daß das Zeigen auf die Königsfigur nur ein Zeigen, ein Hinweisen ist, und eben keine Erläuterung über die speziellen Eigenschaften oder Arten der Verwendung des Gegenstandes. Ebenso muß der Unterschied zwischen dem Definiendum und dem Definiens erkannt werden: bei der hinweisenden Definition gibt es das bezeichnete Objekt und das Bezeichnende, als die Geste des Hinweisens; es ist nicht immer eindeutig, was gemeint ist. Das Erkennen dieses Unterschieds bedeutet, das Sprachspiel verstanden zu haben.
Wittgenstein zeigt unter anderem anhand dieses Beispiels, weshalb die im TLP vertretene Bezeichnungstheorie der Bedeutung in sich fehlerhaft ist: Denn bestünde die Bedeutung von Worten in der Bezeichnungsverknüpfung mit Gegenständen, dann müßte diese Verknüpfung durch eine hinweisende Definition, d.h. durch eine hinweisende Erklärung belegt werden, dadurch also, daß ein Gegenstand angegeben wird, was normalerweise geschieht, indem man mit dem Finger auf einen solchen Gegenstand zeigt und dabei dessen Namen ausspricht. Diese Ansicht schreibt Wittgenstein Augustinus zu (vgl. Vorwort der PU). Aber dieses hinweisende Zeigen kann nicht als Grundlage des Spracherwerbs dienen, denn um zu verstehen, daß ein Gegenstand benannt wird, müßte der Lernende zumindest einen Teil der Sprache bereits beherrschen, nämlich das Sprachspiel der Benennung von Gegenständen. Um die Schwierigkeit, die in diesem Fall besteht, zu verdeutlichen, soll folgendes Beispiel helfen: Wenn ich einem der Sprache nicht Mächtigen das Wort „Tisch“ lehre, indem ich das Wort ausspreche, während ich auf einen Tisch zeige, so stellt sich doch folgende Frage: Weshalb sollte der Schüler mich so verstehen, daß ich einen Gegenstand benenne, und weshalb sollte er nicht etwa annehmen können, daß ich die Farbe, Form, Größe, Funktion, Standort etc. des Tisches beschreibe? Jemand, der zum allerersten Mal mit der Sprache konfrontiert wird, verfügt nicht über die Absicht von mir als Lehrer. In Wittgensteins Beispiel der „zwei Nüsse“ (ebd.: 252f., § 28) teilt er dem Leser mit, daß die hinweisende Definition „in jedem Fall so und anders gedeutet werden“ kann (ebd.). Doch zwei Paragraphen später kommt Wittgenstein zu der Feststellung, daß die hinweisende Definition den Gebrauch, also die Bedeutung des Wortes erklärt, „[…] wenn es schon klar ist, welche Rolle das Wort in der Sprache überhaupt spielen soll.“ (ebd.: 254, § 30) Wie ließe sich Sprache also überhaupt lernen (geschweige denn, lehren), wenn die Bedeutung in der Benennung bestünde und damit von hinweisenden Definitionen abhinge?
Wittgenstein läßt in den PU verlauten, daß der Leser als Resultat dieser Kritik der hinweisenden Definition folgendes erkennen soll: Zum einen, daß das Benennen nicht, wie Wittgenstein im TLP behauptet hatte, die Grundlage der Bedeutung ist, und zum anderen, daß die Bezeichnungsbeziehung selbst nicht einfach eine Frage hinweisend hergestellter Beziehungen zwischen Lauten (oder Zeichen) und Gegenständen ist, sondern in bezug auf die Art und Weise verstanden werden muß, in der wir die Namen und das Benennen in unsere sprachlichen Tätigkeiten aufnehmen.
Die hinweisende Definition ist nur dann nutz- und sinnvoll, wenn alle Beteiligten wissen, daß auch das ein Sprachspiel ist – also wenn sie wissen, wie man damit umgeht. „Nach der Benennung fragt nur der sinnvoll, der schon etwas mit ihr anzufangen weiß.“ (ebd.: 255, § 31) Jedoch muß auch die hinweisende Definition, wie jedes andere Sprachspiel, flexibel sein: „An ostensive definition must, as it were, be something dynamic, not static.“ (Hacker 2001: 257) Wittgenstein stellt seine grundsätzliche Haltung der hinweisenden Definition jedoch unmißverständlich klar dar: „Wenn man keine Verwirrung anrichten will, so ist es am besten, man sagt garnicht, daß diese Wörter [Anm.: Er meint in diesem Zusammenhang die deiktischen Wörter „dieses“, „das“ u.ä.] etwas benennen.“ (Wittgenstein 1984c: 259, § 38) (Warum Wittgenstein jedoch in den PU dem Leser keine systematische „Gebrauchstheorie der Bedeutung” anbietet, also keine genaue Definition, ist als Antwort auf den „systematischen” TLP und die damit verbundenen Schwierigkeiten[5] zu verstehen. Der Satz „die Bedeutung ist der Gebrauch” ist schließlich keine Definition.)
2.3. Regeln, Lebensform und Familienähnlichkeit
Um Sprachspiele zu verstehen, bedarf es dem Beherrschen der Regeln der entsprechenden Sprachspiele, also dem Erkennen, daß es sich zum Beispiel bei einem Witz um einen Witz, bei einem Befehl um einen Befehl und damit um ein Sprachspiel handelt. Allerdings weist Wittgenstein auf die unterschiedlichen Anwendungssituationen von sich der Bezeichnung nach ähnelnden Sprachspielen hin. So bedarf das Sprachspiel „etwas beschreiben“ einer Abstraktion: „Ich sage ‘Ich beschreibe meinen Seelenzustand‘ und ‘Ich beschreibe mein Zimmer‘. Man muß sich die Verschiedenheiten der Sprachspiele ins Gedächtnis rufen.“ (Wittgenstein 1984c: 372, § 290) In diesem Fall besitzen die beiden homonymen Sprachspiele („beschreiben“) unterschiedliche sogenannte „Tiefengrammatiken“. Im Vergleich einzelner Sprachspiele finden sich keine identischen Strukturen, sondern lediglich Gemeinsamkeiten, Verwandtschaften. Wittgenstein fordert dazu auf, nicht starr nach Identitäten der Sprachspiele zu suchen, sondern vielmehr darauf zu achten, was ihnen gemeinsam ist. Am Beispiel der Spiele verdeutlicht er diesen Gedankengang wie folgt:
„Sag nicht: ‚Es muß ihnen etwas gemeinsam sein, sonst hießen sie nicht ‚Spiele’’ – sondern schau, ob ihnen allen etwas gemeinsam ist. – Denn wenn du sie anschaust, wirst du zwar nicht etwas sehen, was allen gemeinsam wäre, aber du wirst Ähnlichkeiten, Verwandtschaften, sehen, und zwar eine ganze Reihe. Wie gesagt: denk nicht, sondern schau!“ (ebd.: 277, § 66)
Das Resultat einer solchen Betrachtung ist die Entdeckung eines Netzwerkes an Gemeinsamkeiten, „die einander übergreifen und kreuzen. Ähnlichkeiten im Großen und Kleinen.“ (ebd.: 278, § 66) Diese Ähnlichkeiten faßt Wittgenstein unter dem Begriff „Familienähnlichkeiten“ (ebd.: § 67) zusammen. Für das oben genannte Beispiel der Spiele heißt das, daß die Spiele eine Familie bilden. Wittgenstein will damit hervorheben, daß nicht allen Dingen, die wir unter einen Begriff fassen, etwas gemeinsam sein muß. Das ist deshalb wichtig, da wir uns – würden wir dieser Generalisierung folgen – den Weg für Unterschiede versperren würden. Er betont die Relevanz der Unterscheidung zwischen dem Allgemeinen – wonach wir für gewöhnlich, wie gesehen, streben (da es einfacher ist) – und dem Speziellen, dem Partikularen. So versucht er dieses anhand des Beispiels eines Blattes zu verdeutlichen: „[…] wir sind geneigt zu denken, daß die allgemeine Vorstellung von einem Blatt so etwas wie ein visuelles Vorstellungsbild ist, jedoch eines, das nur das enthält, das allen Blättern gemeinsam ist.“ (Wittgenstein 1984a: 38) „Das ist wiederum mit der Idee verbunden, daß die Bedeutung eines Wortes ein Vorstellungsbild ist, oder ein Ding, das mit dem Wort korreliert ist.“ (ebd.), fährt Wittgenstein fort. Die Betonung des Partikularen anstatt unserem „Streben nach Allgemeinheit“ (ebd.: 37) kommt einer Bereitschaft zum Hinterfragen von scheinbar allgemein gültigen Sachverhalten, Begriffen, Bedeutungen, Gebräuchen etc. gleich. In der blinden Akzeptanz der Allgemeinheit sieht Wittgenstein die Gefahr von „philosophischen Verwirrungen“ (ebd.). Darüber hinausgehend glaubt er, eine Tendenz in der Philosophie zu beobachten, wonach sich Philosophen an der normativen, allgemeinen naturwissenschaftlichen Methode orientieren, indem sie nach Art der Naturwissenschaft Fragen stellen und Antworten geben. „Diese Tendenz ist die eigentliche Quelle der Metaphysik und führt den Philosophen in vollständiges Dunkel.“ (ebd.) Mahnend ergänzt er: „Ich möchte hier sagen, daß es niemals unser Anliegen sein kann, irgendetwas zu erklären. Philosophie ist wirklich „rein deskriptiv“.“ (ebd.)
Jedes Sprachspiel „gehorcht“ einer gemeinsam vereinbarten Regel - es lebt im Gebrauch. Das bedeutet, daß ich schon wissen muß, wann - also in welchem Kontext - ich welches Sprachspiel oder welchen Begriff benutze. Ich muß aber nicht erst darüber nachdenken, ob ein jeweiliges Sprachspiel paßt oder nicht; mit dem Erlernen des Sprachspiels habe ich auch (die Regel) gelernt, in welchem Kontext eben dieses Sprachspiel (oder allgemein: Begriffe, Wörter, Sätze, usw.) „erlaubt“ ist. Das bedeutet, daß ich nicht erst überlegen oder auswählen muß, welches Sprachspiel „paßt“ oder zulässig ist: „Wenn ich der Regel folge, wähle ich nicht.“ (Wittgenstein 1984c: 351, § 219) Es ist also ein blindes, erlerntes Befolgen der Regel. Der Handelnde (oder Sprechende) zweifelt nicht, was er zu tun hat, er handelt völlig sicher; und oftmals auch, ohne Gründe angeben zu können (vgl. ebd.: 349, §§ 211-212). Er handelt des weiteren nicht aufgrund der Erkenntnis, daß eben so zu handeln sei; der Handelnde fühlt sich gezwungen, so zu handeln. Wittgenstein erkennt, so Saul A. Kripke, „daß wir schließlich eine Ebene erreichen, auf der wir ohne einen Grund handeln, durch den wir unsere Handlung rechtfertigen können“ (Kripke 1987: 111).
Ein Beispiel aus den PU soll an dieser Stelle eingefügt zeigen, wieso es sich nach Wittgenstein so verhält, daß ein blindes, automatisches Befolgen der Regel (also ohne Hinterfragung derselben) die gängige Praxis ist:
„Wenn Einer sagte, „Ich weiß nicht, ist das ein Schmerz, was ich habe, oder ist es etwas anderes?“, so dächten wir etwa, er wisse nicht, was das deutsche Wort ‘Schmerz‘ bedeute und würden’s ihm erklären. [...] Wenn er nun z.B. sagte: „O, ich weiß, was >Schmerz< heißt, aber ob das Schmerzen sind, was ich jetzt hier habe, das weiß ich nicht“ - da würden wir bloß die Köpfe schütteln und müßten seine Worte für eine seltsame Reaktion ansehen, mit der wir nichts anzufangen wissen.“ (Wittgenstein 1984c: 371f., § 288)
Die Äußerung dieses Skeptikers stößt auf Unverständnis und mißachtet klar die Regeln über Schmerzen: „Ich habe Deutsch gelernt.“ (ebd.: 400, § 381) Und: „Den Begriff >Schmerz< hast du mit der Sprache gelernt.“ (ebd.: § 384) Diese Art des Hinterfragens ist also regelwidrig, da die Anwendung des Begriffs Schmerz ja schon durch öffentliche Regeln festgelegt worden ist. „Jener Ausdruck des Zweifels gehört nicht zu dem Sprachspiel.“ (ebd.: 371, § 288) Das Sprechen und Handeln funktioniert durch die Praxis der Regelbefolgung. Also kann man nicht über Regeln sprechen oder versuchen, sie zu interpretieren. Es ist nicht möglich, über die Regeln der Sprache zu sprechen[6], da man im gleichen Moment bereits in Regeln sprechen würde. Die Sprache scheint demnach nur außerhalb des Zweifels und der skeptischen Fragen zu funktionieren, wenn sie sich also überprüfen läßt.
Regeln sind nicht als mathematisch axiomatische Gesetzmäßigkeiten und auch nicht als grammatische Regeln zu verstehen;
„Was ist eine grammatische Regel, und was für Arten von Regeln gibt es? Im Einklang mit seinem Vorurteil gegen Umfassendheit versucht Wittgenstein nie, grammatische Regeln zu klassifizieren oder uns wenigstens eine kanonische Form entsprechender Regeln angebender Sätze zu geben.” (Hacker 1978: 207)
Regeln sind als Gepflogenheiten, als etwas notwendig Soziales, eben als Gebrauch zu verstehen - einer Regel folgen, so Wittgenstein, ist eine Praxis. „Die Anwendung des Begriffs „einer Regel folgen” setzt eine Gepflogenheit voraus.” (Wittgenstein 1984b: 322) Eine Sprache zu verstehen wird daher von Wittgenstein auch verstanden als eine Technik zu beherrschen (vgl. Wittgenstein 1984c: 315, § 150; 344, § 199). Um den Sinn von Wörtern, Ausdrücken, Wendungen und Sätzen (das meint jetzt die Sprache und ihre Sprachspiele) zu reglementieren, sind diese durch Regeln für ihren Gebrauch bestimmt, deren Mißbrauch oder Abänderung Konsequenzen hat: „Jede Veränderung der Regeln impliziert eine Veränderung des Sinns.” (Hacker 1978: 207)
Wittgenstein erwähnt zum Thema Regeln das bereits erwähnte Beispiel des Schachspielens: Er sagt, daß jemand, der mit einem anderen Schach spielt, wissen muß, welche Figuren auf dem Schachbrett wie bezeichnet werden und welche Zugmöglichkeiten diese haben. So genügt es nicht, lediglich die Bezeichnung der Königsfigur zu kennen; das Wissen um die Fähigkeiten dieser Figur entspricht Wittgenstein zufolge der Beherrschung und - in der entsprechenden Ausführung - dem Anwenden einer Regel.
Aber, wie bereits oben erwähnt, haben die Regeln keine absolute mathematische Eindeutigkeit (wo das Ergebnis von 25 x 25 immer 625 ist): „Ich sagte von der Anwendung eines Wortes: sie sei nicht überall von Regeln begrenzt.” (Wittgenstein 1984c: 287f., § 84) Was wäre aber der Fall, wenn dem doch so wäre, wenn es also keinen Zweifel mehr gäbe? Dazu bemerkt Wittgenstein:
„Aber wie schaut denn ein Spiel aus, das überall von Regeln begrenzt ist? dessen Regeln keinen Zweifel eindringen lassen; ihm alle Löcher verstopfen. - Können wir uns nicht eine Regel denken, die die Anwendung der Regel regelt? Und einen Zweifel, den jene Regel behebt - und so fort?” (ebd.)
Im darauffolgenden Paragraphen nennt Wittgenstein den Wegweiser als genau solch eine Regel, die die Anwendung der Regel regelt - aber nicht unzweideutig vorschreibt (um noch einmal auf die Zurückweisung der mathematischen Eindeutigkeit hinzuweisen). Um zu verstehen, daß es sich beim Wegweiser nicht nur um einen Holz- oder Metallpflock handelt, auf dem etwas geschrieben steht, sondern um ein Symbol, daß in eine bestimmte Richtung zeigt, muß man eben diese Regel des Symbolhaften des Wegweisers beherrschen. Erst wenn man diese Regel anzuwenden gelernt hat, wird einem klar, daß der Wegweiser einem den Weg weist, in welche Richtung man nun gehen soll. Aber er schreibt es einem eben nicht zwangsläufig vor.
„Läßt er keinen Zweifel offen über den Weg, den ich zu gehen habe? Zeigt er, in welche Richtung ich gehen soll, wenn ich an ihm vorbei bin; ob der Straße nach, oder dem Feldweg, oder querfeldein?” (ebd.: 288, § 85)
Hier verdeutlicht Wittgenstein, was er noch im vorangegangenen Paragraphen den Leser gefragt hatte: Der Wegweiser ist zwar eine Regel, die die Anwendung einer Regel regelt; jedoch behebt diese Regel den Zweifel nicht. Daß uns die Regeln nicht zwangsläufig vorgeschrieben werden, heißt für Wittgenstein, daß oftmals die Praxis über den Umgang entscheiden muß: „Um eine Praxis festzulegen, genügen nicht Regeln, sondern man braucht auch Beispiele. Unsre Regeln lassen Hintertüren offen, und die Praxis muß für sich selbst sprechen.“ (Wittgenstein 1989a: 149, § 139)
Diese Gedankengänge finden auch bei dem französischen Soziologen, Ethnologen und Ethologen Pierre Bourdieu Gehör, dessen Vorstellung von Regeln im alltäglichen Gebrauch der Wittgensteinschen ähnelt: Bourdieu hebt die „irreduzible Bedeutung praktischer Schemata“ (Schulz-Schaeffer 2002: 9) als fundamental hervor; er will damit die Unmöglichkeit der strengen, allumfassenden Regeln für den Sprachgebrauch im Sinne Wittgensteins unendlichem Regelregreß (der Wegweiser) zum Ausdruck bringen:
„Es ist von Bedeutung, daß jeder Versuch [...] eine Praxis/Praktik auf der gehorsamen Erfüllung einer explizit formulierten Regel zu begründen, sich an der Frage nach den Regeln stößt, die die angemessenste Art und Weise [...] der Anwendung der Regel oder, wie man so schön sagt, der praktischen Umsetzung eines Repertoires an Vorschriften oder Techniken bestimmen, mit anderen Worten an der Frage nach der Kunst der Ausführung/Ausübung, worein sich, unausweichlich, der Habitus wieder einschleicht.“ (Bourdieu 1979: 203f.)
Ingo Schulz-Schaeffer betont verstärkt die Gemeinsamkeiten der beiden Autoren, die „regelhaft strukturierte Ressourcen prospektiven Handelns“ (Schulz-Schaeffer: 9) ausschließlich dann als möglich sehen, „wenn zugleich alle jene Gepflogenheiten der Praxis als selbstverständlich vorausgesetzt werden können, die die möglichen Zweifel zum Schweigen bringen, die hinter jeder Regelformulierung unweigerlich lauern.“ (ebd.) Einen „bestimmten Ausschnitt des gesellschaftlichen Handelns explizit zu regeln“, so Schulz-Schaeffer, ist nur aus dem Grund möglich, „weil alles übrige Handeln, das in der einen oder anderen Weise mit dem reglementierten Ausschnitt zusammenhängt und das sich auch mit beliebig hohem Reglementierungsaufwand nie vollständig verregeln lässt, der abgestimmten Improvisation gemeinsamer Dispositionen überlassen werden kann.“ (ebd.)
Überdies ist die Sprache nichts Abgeschlossenes und Autonomes, das sich unabhängig von anderen Erwägungen untersuchen läßt, denn sie ist in alles menschliche Handeln und Verhalten verwoben, und entsprechend erhalten ihre vielen Verwendungen Gehalt und Bedeutung erst in unserem Umgang miteinander und mit der Welt. Kurz gesagt ist die Sprache Teil des Gewebes einer umfassenden Lebensform. Der Begriff der Lebensform bezeichnet den zugrundeliegenden Konsens in sprachlichem und nichtsprachlichem Verhalten, in Annahmen, Praktiken, Traditionen und natürlichen Neigungen, die Menschen als soziale Wesen miteinander teilen, und dieser Konsens ist damit in der von ihnen gesprochenen Sprache bereits vorausgesetzt. Diese Voraussetzungen münden in übereinstimmendem Verhalten. „Und eine Sprache vorstellen heißt, sich eine Lebensform vorstellen“ (Wittgenstein 1984c: 246, § 19) Sprache und Lebensform sind deshalb so eng miteinander verwoben, „[…] because a language is a part of and cannot be distilled from a complex of embodied possibilities and tendencies” (Simpson 1998). David Simpson möchte jedoch klarstellen, daß eine Lebensform kein Sprachspiel ist. Statt dessen: „We would say that a form of life is, at least partly, constituted by its language games” (ebd.). Ein Sprachspiel ist, gemäß Wittgensteins Ausdruck dafür, daß „das Sprechen der Sprache ein Teil ist einer Tätigkeit, oder einer Lebensform“ (Wittgenstein 1984c: 250, § 23). Das Phänomen des Hoffens spielt in diesem Interpretationszusammenhang eine relevante Rolle. Wittgenstein sagt dazu in den PU:
„Kann nur hoffen, wer sprechen kann? Nur der, der die Verwendung einer Sprache beherrscht. D.h., die Erscheinungen des Hoffens sind Modifikationen dieser komplizierten Lebensform.“ (ebd.: 489)
Hoffen ist deswegen ein so wichtiger Aspekt in der Lebensform, da es zugleich etwas Individuelles und etwas Gemeinsames ist: „If I am a being that hopes I must take up and be taken up in this form of life, mastering a language (its language), experiencing its emotional tapestry [...]” (Simpson 1998).
Eingebettet und abhängig von der öffentlichen Korrespondenz ist auch die Bedeutung eines Ausdrucks einer Regel. Eine Theorie der Bedeutung (eines Ausdrucks) und des (entsprechenden) Verstehens (dieser Bedeutung) läßt sich wie folgt zusammenfassen: Die Bedeutung eines Ausdrucks ist das, was wir verstehen, wenn wir diesen Ausdruck verstehen. Verstehen heißt, den Gebrauch eines Ausdrucks über die Grenzen der verschiedenen Sprachspiele hinweg zu kennen, in denen er vorkommt. Seinen Gebrauch kennen heißt, über eine Fähigkeit zu verfügen, nämlich über die Fähigkeit, die Regeln für die Verwendung des Ausdrucks in diesen verschiedenen Sprachspielen zu befolgen. Regelbefolgung ist kein innerer Prozeß, in dem so etwas wie ein Kalkül (also private Regeln) begriffen wird, der objektive „Richtigkeitsstandards“ vorgibt; vielmehr ist sie eine soziale Praxis, die eingebettet ist in die Gebräuche und Übereinstimmungen innerhalb einer Gemeinschaft, und damit ist die Regelbefolgung eine im wesentlichen öffentliche Angelegenheit; das bedeutet auch, daß es so etwas wie eine private Befolgung einer Regel nicht geben kann. Regeln führen, und sie bieten uns auch gewisse Richtigkeitsstandards, aber möglich ist das nur, weil sie auf Übereinstimmung gründen; eine Regel korrekt befolgen heißt, sich an die vorgegebenen Praktiken der Gemeinschaft zu halten.
„Die genannten seelischen Sachverhalte liegen bei einer Person nur dann vor, wenn die Person in ihrem Verhalten ein jeweils zugehöriges Muster ausprägt, und das Verhalten prägt das jeweilige Muster nur dann aus, wenn die Reaktionen der sozialen Umgebung dazu passen.“ (Von Savigny 1996: 227)
Auch der Soziologe Anthony Giddens (wie bereits Bourdieu) ist bei der Charakterisierung von sozialen Regeln dem Wittgensteinschen Vorbild gefolgt: So sind Regeln für Giddens „generalizable procedures applied in the enactment/reproduction of social practices” (Giddens 1984: 21). Der Fokus liegt auch hier auf der Interaktivität.
Die Fähigkeit zur Verwendung von Ausdrücken - die Fähigkeit, den Regeln für ihre Verwendung zu folgen - erwerben wir, indem wir zu Mitgliedern dieser Gemeinschaft erzogen werden; Regelbeherrschung und Regelmäßigkeit gilt für Wittgenstein als etwas, das erlernbar ist (vgl. dazu Wittgenstein 1984c: 349, §§ 211-214). Dazu bemerkt Eike von Savigny:
„Regelmäßiges Verhalten mehrerer Leute ist regelfolgendes Verhalten dieser Leute, wenn es jedem jeweils für ihn selbst und für die anderen selbstverständlich ist und eine erlernbare (im allgemeinen erlernte) Leistung darstellt.“ (Von Savigny 1996: 53)
Folgendes Problem könnte sich aus dem oben Genannten an dieser Stelle ergeben: Wenn die Verwendungsregeln einer Sprache das Ergebnis der Übereinstimmung zwischen den Mitgliedern der Sprachgemeinschaft sind, und wenn keine äußeren Beschränkungen der Sprachverwendung in Form „der Tatsachen” oder „der Welt” gegeben sind - folgt daraus, daß auch Wahrheit nichts als ein Ergebnis unserer Übereinstimmung ist? Aus den PU läßt sich darauf folgende Antwort finden:
„’So sagst du also, daß die Übereinstimmung der Menschen entscheide, was richtig und was falsch ist?’ - Richtig und falsch ist, was Menschen sagen; und in der Sprache stimmen die Menschen überein. Dies ist keine Übereinstimmung der Meinungen, sondern der Lebensform.” (Wittgenstein 1984c: 356, § 241)
Was aber ist ein Ausdruck einer Regel? Eine Klärung dieser Frage findet sich zu Beginn der PU: In Wittgensteins Beispiel schickt eine Person eine andere zum Einkaufen, um fünf rote Äpfel zu besorgen. Die Person im Laden gibt den Zettel mit dem Einkaufswunsch dem Verkäufer. Dieser öffnet hierauf dasjenige Fach, auf dem das Zeichen „Äpfel” steht. Den Begriff „rot” findet er in einer Tabelle, in der dem Begriff gegenüber die Farbe oder das Farbmuster rot zu erkennen ist. Jetzt kann der Verkäufer mit diesen Hilfskonstruktionen einen Apfel nach dem anderen - bis er die Anzahl fünf erreicht hat (das Zählen hat er auswendig gelernt, wovon Wittgenstein in seinem Beispiel ausgeht) - aus dem Fach ziehen, in dem sich die roten Äpfel befinden. Die Hilfskonstruktion in Form der Farbtabelle bezeichnet Wittgenstein als „Ausdruck einer Regel des Sprachspiels“ (ebd.: 270, § 53). Daß der Verkäufer die Farbtabelle benutzt, soll nur verdeutlichen,
„was er können muß, um den Gebrauch von Farbwörtern (im Unterschied zu anderen Wörtern) zu beherrschen. [...] Daher ist das Verfügen über die Farbtabelle, sofern es typisch für das Befolgen der von ihr ausgedrückten Regel ist, ersetzbar durch das Ausüben erworbener Fähigkeiten, ohne daß man überhaupt über einen Ausdruck für die Regel verfügt.” (Von Savigny 1996: 97)
Wenn der Verkäufer die Tabelle jetzt allerdings nicht benutzt, etwa, weil er die Assoziationen von Farben und Bezeichnungen der selbigen zu beherrschen glaubt, wendet er genaugenommen eine Regel an, ohne einen Ausdruck dafür zu haben. Wie das funktionieren kann, zeigt Wittgenstein in § 54:
„Denken wir doch daran, in was für Fällen wir sagen, ein Spiel werde nach einer bestimmten Regel gespielt! Die Regel kann ein Behelf des Unterrichts im Spiel sein. Sie wird dem Lernenden mitgeteilt und ihre Anwendung eingeübt. - Oder sie ist ein Werkzeug des Spieles selbst. - Oder: Eine Regel findet weder im Unterricht noch im Spiel selbst Verwendung; noch ist sie in einem Regelverzeichnis niedergelegt. Man lernt das Spiel, indem man zusieht, wie Andere es spielen. Aber wir sagen, es werde nach den und den Regeln gespielt, weil ein Beobachter diese Regeln aus der Praxis des Spiels ablesen kann, - wie ein Naturgesetz, dem die Spielhandlungen folgen - Wie aber unterscheidet der Beobachter in diesem Fall zwischen einem Fehler der Spielenden und einer richtigen Spielhandlung? - Es gibt dafür Merkmale im Benehmen der Spieler. Denke an das charakteristische Benehmen dessen, der ein Versprechen korrigiert. Es wäre möglich, zu erkennen, daß Einer dies tut, auch wenn wir seine Sprache nicht verstehen.“ (Wittgenstein 1984c: 270f., § 54)
Daß es einem Außenstehenden schwer fallen wird, das Spiel ohne Ausdruck einer Regel seitens der Spieler - die zudem noch Fehler im Spiel machen können - zu erlernen (siehe oben), haben wir gesehen. Daß zudem jedoch noch die Möglichkeit besteht, die Regeln zu erfinden oder zu verändern - und zwar „as we go along“ (ebd.: 287, § 83) - macht die Sache für den Beobachter nicht leichter. Wittgenstein drückt damit aus, daß es keine Starrheit und absolute Eindeutigkeit der Regeln gibt, also daß es nicht ein kontingentes, systematisch angelegtes Regelwerk ist, das zum Erlernen und zur Anwendung der Sprache beherrscht werden muß. (In Wittgensteins Beispiel kann der am Spiel interessierte Mensch metaphorisch gesehen werden: als ein die Sprache Lernender.) Diese Uneindeutigkeit ist der Versuch Wittgensteins, sich von seiner Frühphilosophie abzugrenzen, in welcher er eine absolut eindeutige, atomistische Sprache mit einer ihr immanenten Logik - mit einem Absolutheitsanspruch - beschrieb.
Im Zuge der Abweisung des Absoluten ist eine der Wittgensteinschen Errungenschaften zu nennen. So bemerkt er, daß man beim Betrachten eines Objekts durchaus mehrere Objekte in einem entdecken kann, also verschiedene Variationen des einen Objekts. Er bezeichnet dieses Phänomen als das „Bemerken eines Aspekts“ (Wittgenstein 1984c: 518). Jedes Sehen eines Aspektes ist ein „Sehen als“ (ebd.: 524). „Wittgenstein’s insistance that all seeing is ‚seeing as’, ultimately rooted in the application of different rules, insures that the requisite relativism is indeed present in the later Wittgenstein.” (Janik 1985b: 154)
[1] Die Übergangsphase bezeichnet den Zeitraum nach Erscheinen der Frühphilosophie - dem TLP (1921) - und vor dem Erscheinen der spätphilosophischen PU (die jedoch erst posthum publiziert wurden (1951)).
[2] Dazu siehe Kapitel „3. Politische Assoziationen“, S.25ff. dieses Buches.
[3] Mehr dazu in Kapitel „3.1. Methode“, S.34 dieses Buches; vgl. Wittgenstein 1984c: 305, § 133.
[4] Eine Übersicht über das, was Wittgenstein alles als Sprachspiel auffaßt, findet sich in: Wittgenstein 1984c: 250, § 23.
[5] Vgl. hierzu Kapitel „2.1. Wittgensteins Methode“, S.3ff. dieses Buches.
[6] Dazu bedarf es einer Metasprache, also einer Sprache über die Sprache; doch wie diese funktionieren soll, bleibt dahingestellt.
9783836606950
Technische Universität Darmstadt – Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften, Philosophie
wittgenstein sprachspiel lebensform aspektblindheit philosophie
Philipp Höhler (Autor)

References: § 133
 § 255
 § 341
 § 83
 § 105
 § 359
 § 83
 § 162
 § 211
 § 401
 § 411
 § 415
 § 151
 § 342
 § 132
 § 38
 § 124
 § 126
 § 1000
 § 116
 § 120
 § 563
 § 217
 § 192
 § 133
 § 130
 § 23
 § 7
 § 224
 § 509
 § 559
 § 31
 § 28
 § 30
 § 31
 § 38
 § 290
 § 66
 § 66
 § 67
 § 219
 § 288
 § 381
 § 384
 § 288
 § 150
 § 199
 § 84
 § 85
 § 139
 § 19
 § 23
 § 241
 § 53
 § 54
 § 54
 § 83
 § 133
 § 23