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Timestamp: 2019-09-21 18:37:49+00:00

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BGH, 07.05.2004 - V ZR 77/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,628
BGH, 07.05.2004 - V ZR 77/03 (https://dejure.org/2004,628)
BGH, Entscheidung vom 07.05.2004 - V ZR 77/03 (https://dejure.org/2004,628)
BGH, Entscheidung vom 07. Mai 2004 - V ZR 77/03 (https://dejure.org/2004,628)
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ZPO § 304; BGB a. F. § 463, § 476; BGB § 249
ZPO § 304; BGB §§ 463, 476 a.F.; § 249 Bb, Cb
Schadensersatz durch Bodensanierung bei arglistigem Verschweigen nur einer von mehreren Bodenverunreinigungen
Feststellung, daß aus dem geltend gemachten Haftungsgrund ein Schaden entstanden sein kann - Berechnung des Schadens nach der Person des Zedenten oder des Zessionars - Arglistiges Verschweigen der Ereignisse, die zur Schadstoffbelastung führten - Kontaminierung eines ...
Grundstückskauf - Kontamination - Schadensersatzansprüche
Zur Bindungswirkung eines Grundurteils; zur Haftung des Grundstücksverkäufers für eine Bodenverunreinigung, die auf verschiedenen Ereignissen beruht
BGB § 463 § 476 (a.F.) § 249
Folgen einer Kontamination durch verschiedene Ereignisse
Beseitigung von Kontaminationsschäden: Kein Abzug "alt für neu"! (IBR 2004, 648)
NJW 2004, 2526
MDR 2004, 1051
NZBau 2004, 508 (Ls.)
WM 2005, 189
DB 2004, 2807 (Ls.)
BauR 2004, 1772
Dann sind beide Umstände als ursächlich zu behandeln (Senat, Urteil vom 7. Mai 2004 - V ZR 77/03, NJW 2004, 2526, 2528; BGH…, Urteil vom 20. Februar 2013 - VIII ZR 339/11, NJW 2013, 2018 Rn. 27 mwN).
Es genügt, wenn eine Person zwei Ursachen setzt, welche jede für sich den vollen Schaden herbeigeführt hätte (Senat, Urteil vom 7. Mai 2004 - V ZR 77/03, NJW 2004, 2526, 2528; BGH…, Urteil vom 20. Februar 2013 - VIII ZR 339/11, NJW 2013, 2018 Rn. 27).
Zur Frage der Doppelkausalität bei einer Schadensverursachung durch Mängel eng zusammengehöriger Arbeitsvorgänge zur Herstellung eines Bodenbelags (Bestätigung von BGH, Urteil vom 7. Mai 2004, V ZR 77/03, NJW 2004, 2526).
cc) Soweit die Revisionserwiderung in der fehlerhaften Verlegung der Fliesen eine die Haftung der Beklagten ausschließende Reserveursache sehen will, geht dies bereits deshalb fehl, weil die Verlegung den eingetretenen Schaden nicht nur hypothetisch, sondern real, wenn auch in Konkurrenz mit der Verfugung, herbeigeführt hat (vgl. BGH, Urteil vom 7. Mai 2004 - V ZR 77/03, aaO unter II 2 b).
Dies folgt - im Rahmen der Gesamtschuld - auch aus dem auch im (Werk-Vertragsrecht entsprechend anwendbaren § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB (vgl. BGH, Urteil vom 16.01.2001, X ZR 69/99, NJW 2001, 2538; BGH, Urteil vom 20.06.1989, VI ZR 320/88, NJW 1989, 2943; OLG Hamm, Urteil vom 23.10.2008, 21 U 62/08, NZBau 2009, 315;… Vygen/Joussen, a.a.O., Rn 1310 mwN;… Palandt-Sprau, a.a.O., § 830, Rn 13 mwN) bzw. den allgemeinen Grundsätzen zur sog. Doppelkausalität (vgl. BGH, Urteil vom 07.05.2004, V ZR 77/03, NJW 2004, 2526 mwN in Rn 12;… Palandt-Grüneberg, a.a.O., Vor § 249, Rn 33/34 mwN).
In diesen Fällen bedarf es einer entsprechenden Modifikation der Äquivalenztheorie, weil der eingetretene Schadenserfolg ansonsten auf keine der tatsächlich wirksam gewordenen Ursachen zurückgeführt werden könnte (BGH, Urteil vom 7. Mai 2004 - V ZR 77/03, BauR 2004, 1772 m.w.N.).
BGH, 16.11.2007 - V ZR 45/07
Ausgleich nur des mangelbedingten Minderwerts bei erheblichen Herstellungskosten
Daher ist die Klärung, welchen Schaden die Klägerin ersetzt verlangen kann - da hiervon nicht ausnahmsweise die für den Erlass eines Grundurteils notwendige Feststellung abhängt, dass der geltend gemachte Anspruch mit hoher Wahrscheinlichkeit besteht (vgl. dazu Senat, Urt. v. 7. Mai 2004, V ZR 77/03, NJW 2004, 2526, 2527) -, dem Betragsverfahren vorbehalten.
Im Übrigen reicht die Bindungswirkung eines Grundurteils nur so weit, wie das erkennende Gericht einen Streitpunkt tatsächlich entscheiden wollte (vgl. Senat, Urt. v. 7. Mai 2004, V ZR 77/03, aaO).
Dabei ist es zwar grundsätzlich zulässig, diese Differenz nach den Kosten für eine Herrichtung des verkauften Gegenstands in einen mangelfreien Zustand zu berechnen (vgl. Senat, BGHZ 108, 156, 160; Urt. v. 7. Mai 2004, V ZR 77/03, NJW 2004, 2526, 2528;… Urt. v. 10. Juni 1998, V ZR 324/97, NJW 1998, 2905;… Urt. v. 14. Juni 1996, V ZR 105/95, NJW-RR 1996, 1332, 1333;… Urt. v. 9. Oktober 1964, V ZR 109/62, NJW 1965, 34 f.;… BGH, Urt. v. 26. Januar 1983, VIII ZR 227/81, NJW 1983, 1424, 1425).
Bleibt die mangelbedingte Wertminderung der Sache - wie hier - deutlich hinter den Kosten für die Herstellung der zugesicherten Eigenschaft zurück und ist diese Abweichung, was zugunsten der Klägerin zu unterstellen ist, nicht nur mit einem fehlenden Abzug "neu für alt" bei den Herstellungskosten zu erklären (vgl. hierzu Senat, Urt. v. 7. Mai 2004, V ZR 77/03, NJW 2004, 2526, 2528), kann der Käufer daher nur Ersatz des Minderwerts der Sache verlangen.
In einem solchen Fall sind sämtliche Umstände als rechtlich ursächlich für den Schadenseintritt zu behandeln, obwohl keiner der Umstände als "conditio sine qua non" für den Schadenseintritt beurteilt werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 17. März 1988 - IX ZR 43/87, WM 1988, 905, 908; Urteil vom 7. Mai 2004 - V ZR 77/03, WM 2005, 189, 191).
Diese Rechtsauffassung ist zwar unzutreffend - sie verkennt, dass Vermögenseinbußen, die mit dem streitgegenständlichen Mangel in keinem ursächlichen Zusammenhang stehen, von der Ersatzpflicht nach § 463 Satz 2 BGB aF ausgenommen sind (Senat, Urteil vom 7. Mai 2004 - V ZR 77/03, NJW 2004, 2526, 2527; Urteil vom 3. März 1995 - V ZR 43/94, NJW 1995, 1549, 1550) - und hat das Landgericht möglicherweise von der Prüfung abgehalten, ob die Kläger ihren Klageantrag nachträglich auch auf das Verschweigen eines Altlastenverdachts stützen wollten.
Denn beim Zusammentreffen mehrerer Schadensursachen sind sämtliche - und damit auch die haftungsrelevanten - Umstände als rechtlich ursächlich zu behandeln (vgl. z.B. BGH, Urteil vom 7. Mai 2004 - V ZR 77/03 -, juris Rn. 12 m.w.N.).
Der Abzug neu für alt setzt daher zunächst eine messbare Vermögensmehrung voraus, die sich für den Geschädigten wirtschaftlich günstig auswirkt - etwa indem die Lebensdauer einer Sache verlängert oder künftige Aufwendungen erspart werden (…BeckOK/Schubert, BGB, Stand 01.03.2011, § 249 Rn. 141 ff. m.w.N.;… Staudinger/Schiemann, BGB, 2005, § 249 Rn. 176 m.w.N.;… Münchener Kommentar/Oetker, 2012, § 249 Rn. 348 ff. m.w.N.; BGH, Urteil vom 23.03.1959, VI ZR 90/58, NJW 1959, 1078 f.; BGH…, Urteil vom 08.12.1987, VI ZR 53/87, Rn. 25, 28, juris; BGH, Urteil vom 25.10.1996, V ZR 158/95, NJW 1997, 520; BGH, Urteil vom 07.05.2004, V ZR 77/03, Rn. 15, 17 m.w.N., juris; KG, Urteil vom 05.11.1970, 12 U 724/70, NJW 1971, 142, 144; KG Berlin, Urteil vom 05.11.1984, 12 U 1192/84, juris; Thüringer OLG…, Urteil vom 19.07.2007, 1 U 669/05, Rn. 133, 135, juris; OLG Dresden, Urteil vom 09.06.2009, 5 U 26/09, Ziffer 4. lit. b), juris; AG München, Urteil vom 27.11.2007, 315 C 37424/06, Rn. 14, 16, juris).
Wird eine gebrauchte Sache unter Einsatz von Neuteilen repariert und führt dies zu einer messbaren Vermögensmehrung, die sich für den Geschädigten günstig auswirkt, hat der Geschädigte einen dadurch erlangten Vorteil auszugleichen, soweit ihm dies zumutbar ist (vgl. BGH, Urteil vom 7. Mai 2004 - V ZR 77/03, NJW 2004, 2526, 2528; BGH, Urteil vom 22. Januar 2004 - VII ZR 426/02, MDR 2004, 626; BGH, Urteil vom 13. März 1990 - X ZR 12/89, NJW-RR 1990, 826; BGH, Urteil vom 24. März 1959 - VI ZR 90/58, BGHZ 30, 29; Pauge VersR 2007, 569 ff.).
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References: § 304
 § 463
 § 476
 § 249
 § 304
 § 249
 § 463
 § 476
 § 249
 § 830
 § 830
 § 249
 § 463
 § 249
 § 249
 § 249