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Timestamp: 2020-02-22 19:40:26+00:00

Document:
KomNet Dialog 42965
Welche Vorschriften und/oder Regeln gibt es beim Beladen von Wechselbrücken oder Trailern ohne Zugmaschine? Darf man sie mit Gabelstaplern befahren? Wenn ja, was ist dabei besonders zu beachten?
In der DGUV Vorschrift 70 "Fahrzeuge" ist in § 37 Absatz 2 folgendes nachzulesen:
"Beim Be- und Entladen von Fahrzeugen muss sichergestellt werden, dass diese nicht fortrollen, kippen oder umstürzen können."
Die Durchführungsanweisung der DGUV Vorschrift 70 sagt hierzu folgendes aus:
"Gegen Fortrollen sind Fahrzeuge entsprechend den Bestimmungen des § 55 Abs. 1 zu sichern.
- die Art und Weise des Be- und Entladevorganges
- die Benutzung von Stützeinrichtungen.
– die Sattelstützeinrichtungen nur für das Leergewicht des Sattelanhängers ausgelegt sind
– der Sattelanhänger durch das Be- und Entladen kippen kann.
Hinsichtlich des Be- und Entladens von Fahrzeugen mittels maschinell angetriebener Flurförderzeuge, z. B. Gabelstapler, siehe auch Durchführungsanweisungen zu § 55 Abs. 1.
Beim Beladen abgesetzter Sattelanhänger oder Wechselaufbauten ist auch die Tragfähigkeit des Untergrundes zu beachten. Siehe auch § 55 Abs. 3."
In § 55 "Anhalten und Abstellen von Fahrzeugen" DGUV Vorschrift 70 ist folgendes nachzulesen:
"(1) Der Fahrzeugführer darf ein mehrspuriges Fahrzeug erst verlassen, nachdem es gegen unbeabsichtigtes Bewegen gesichert ist. Insbesondere sind folgende Maßnahmen erforderlich:
- Betätigen der Feststellbremse,
- Einlegen des kleinsten Ganges bei maschinell angetriebenen Fahrzeugen
- Einlegen der Parksperre bei Fahrzeugen mit automatischem Getriebe,
- Betätigen der Feststellbremse und Benutzen der Unterlegkeile,
- Betätigen der Feststellbremse und Einlegen des kleinsten gegenläufigen Ganges
- Betätigen der Feststellbremse und Einlegen der Parksperre bei Fahrzeugen mit automatischem Getriebe,
3. beim Be- und Entladen von Fahrzeugen, wenn Gefahr bringende Kräfte in Längsrichtung auftreten können,
- Betätigen der Feststellbremse und Benutzen der Unterlegkeile.
(3) Sattelanhänger und Wechselaufbauten dürfen nur auf Untergrund mit ausreichender Tragfähigkeit abgesetzt werden. Erforderlichenfalls sind Stützen zur Vergrößerung der Aufstandsfläche - entsprechend der Tragfähigkeit des Untergrundes - zu unterlegen"
In der DA lässt sich zu § 55 folgendes nachlesen:
"Diese Forderung beinhaltet auch, dass beim Verlassen eines Fahrzeug-Zuges jedes der Fahrzeuge, z. B. Lastkraftwagen bzw. Sattelzugmaschine und Anhängefahrzeug, gegen unbeabsichtigtes Bewegen zu sichern ist.
Gefahr bringende Kräfte in Längsrichtung können beim Be- und Entladen z. B. auftreten durch Befahren der Ladeflächen mit Flurförderzeugen, Erdbaumaschinen oder anderen Fahrzeugen."
"Unbefugtes Benutzen wird durch Stillsetzen des Antriebes und Betätigen der nach § 12 vorgeschriebenen Einrichtungen und Abziehen des Schlüssels vermieden.
Das Aussteigen aus dem Fahrzeug und das Durchführen von Tätigkeiten am Fahrzeug stellen nicht zugleich ein Verlassen im Sinne dieser Bestimmung dar. Entscheidend ist, ob der Fahrzeugführer sich von dem Fahrzeug in einer Weise entfernt, die ihm die Verhinderung einer unbefugten Benutzung des Fahrzeuges durch sofortiges Eingreifen weiterhin ermöglicht oder nicht."
"Sollen abgesetzte Sattelanhänger oder Wechselaufbauten beladen werden, ist das Gewicht der Ladung mit zu berücksichtigen. Zum Be- und Entladen siehe insbesondere auch § 37 Abs. 2."
Auf den Fragebogen "Rangieren und Abstellen" des GDA Arbeitsprogramm "Transport", insbesondere die Frage 9 "Sind für das Abstellen von Sattelaufliegern geeignete Hilfsmittel (z. B. Stützrahmen oder Stützwinden) vorhanden?", möchten wir hinweisen.

References: § 37
 § 55
 § 55
 § 55
 § 55
 § 55
 § 12
 § 37