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Timestamp: 2016-10-21 00:42:57+00:00

Document:
U 348/05 (20.01.2006)
T.________, 1945, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Urs Rudolf, Ober-Emmenweid 46,
6021 Emmenbr�cke 1,
T.________, geboren 1945, arbeitete in der Firma R.________ und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Gem�ss Unfallmeldung der Arbeitgeberin vom 5. August 2003 traten bei T.________ am 15. Juni 2003 unvermittelt Schmerzen im rechten Knie auf. Jener f�hrte dies am 19. August 2003 auf einen Sturz w�hrend eines Spaziergangs Ende Mai 2003 zur�ck. Am 8. September 2003 wurde im Kantonsspital L.________ eine Meniskusoperation am rechten Knie durchgef�hrt. Die �rzte Dres. med. S.________ und W.________ diagnostizierten im Operationsbericht eine degenerative Innenmeniskusl�sion und nannten als Indikation ein Distorsionstrauma des rechten Kniegelenks im Mai 2003. Die Kniebeschwerden hielten jedoch an. Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH f�r Radiologie, gab in seinem Bericht vom 10. Dezember 2003 gegen�ber dem Hausarzt Dr. med. A.________, Facharzt FMH f�r Allgemeine Medizin, ebenfalls ein Distorsionstrauma des Knies an und stellte die Differenzialdiagnose einer Impressionsfraktur des medialen Femurcondylus. In der Beurteilung erw�hnte er zudem eine subchondrale Osteonekrose mit Einbruch. Nach Einholung des Untersuchungsberichts vom 16. M�rz 2004 des Kreisarztes Dr. med. B.________, Spezialarzt FMH f�r Chirurgie, und der Stellungnahme vom 19. M�rz 2004 ihres Versicherungsmediziners Dr. med. P.________, Spezialarzt FMH f�r Chirurgie, lehnte die SUVA mit Verf�gung vom 8. April 2004 und Einspracheentscheid vom 15. Juli 2004 die �bernahme von Versicherungsleistungen ab. Sie begr�ndete es damit, die Kniebeschwerden k�nnten nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Sturz vom 30. Mai 2003 zur�ckgef�hrt werden. Eine Kausalit�t zwischen dem Gesundheitsschaden und dem Unfallereignis sei nicht nachgewiesen.
T.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und beantragt, die Sache sei an die SUVA zur�ckzuweisen, und diese sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
Vorinstanz und Verwaltung schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf Vernehmlassung.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen �ber den Unfallbegriff (Art. 4 ATSG) sowie die Rechtsprechung zum Begriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit des �usseren Faktors (BGE 130 V 118 Erw. 2, 122 V 233 Erw. 1) zutreffend dargelegt. Dasselbe gilt f�r die vorinstanzlichen Erw�gungen betreffend den Begriff der unfall�hnlichen K�rpersch�digung (Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV; BGE 116 V 147 Erw. 2b). Zutreffend sind auch die vorinstanzlichen Erw�gungen zu dem im Sozialversicherungsrecht regelm�ssig massgebenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen; SVR 2003 IV Nr. 11 S. 32 Erw. 1), insbesondere hinsichtlich des Kausalzusammenhangs (BGE 119 V 338 Erw. 1, 117 V 360 Erw. 4a), zum Untersuchungsgrundsatz, zu den Beweisregeln im Sozialversicherungsprozess (BGE 117 V 264 Erw. 3b) und zum Grundsatz der freien Beweisw�rdigung (Art. 40 BZP in Verbindung mit Art. 19 VwVG; Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG; BGE 125 V 352 Erw. 3a). Darauf wird verwiesen.
Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die Vorinstanz erachte es als nicht erwiesen, dass er am 30. Mai 2003 einen Sturz erlitten habe. Auch habe sie den nat�rlichen Kausalzusammenhang zu Unrecht verneint, denn auf Grund der Berichte der Dres. med. M.________, A.________, W.________ und U.________ sei eine Oberschenkelfraktur ausgewiesen, welche Grund f�r die Kniebeschwerden sei. Eine Fraktur setze praktisch immer ein Unfallereignis als Ursache voraus. Deshalb sei die Schlussfolgerung falsch, er leide an einer krankheitsbedingten Gesundheitssch�digung.
Es trifft nicht zu, dass die Vorinstanz es als nicht erwiesen erachtet, dass der Beschwerdef�hrer am 30. Mai 2003 einen Sturz erlitten hat. Sie hat lediglich befunden, es sei nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der Beschwerdef�hrer auf die Knie gest�rzt sei (vorinstanzlicher Entscheid Erw. 3 in fine). Dieser Schluss ist jedoch richtig. In der Unfallmeldung vom 5. August 2003 war unter "Unfallbeschreibung" angegeben: "Kein konkretes Unfalldatum und Ereignis. Pl�tzliche Schmerzen." In der Erg�nzung zur Unfallmeldung berichtete er am 19. August 2003 von einem Sturz w�hrend eines Spaziergangs Ende Mai 2003 in Italien. Der Beschwerdegegnerin gab er am 12. Dezember 2003 im Gespr�ch an, er k�nne sich nicht daran erinnern, dabei auf die Knie gefallen zu sein, jedenfalls habe er absolut keine Kniebeschwerden gehabt und sei ohne zu humpeln in das Haus zur�ckgekehrt. Diese Aussage hat er sp�ter nie bestritten. Aus den Akten ergibt sich auch kein Anlass zu Zweifeln an deren Richtigkeit.
4.1 In medizinischer Hinsicht ist unter den �rzten weitgehend unbestritten, dass eine degenerative Meniskusver�nderung bestand. Gleiches gilt f�r das Vorliegen der Osteonekrose am medialen Femurcondylus. Umstritten ist aus �rztlicher Sicht, ob Sch�digungen vorliegen, die Folgen eines Unfalls sind.
4.2 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die Dres. med. M.________, A.________, W.________ und U.________ seien unabh�ngig voneinander zur �berzeugung gelangt, mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit seien die erlittenen Frakturen Grund der Beschwerden. Eine solche Interpretation der �rztlichen Aussagen ist nicht zutreffend. Von den vier genannten �rzten erwog dies nur Dr. med. U.________ in seinem Schreiben vom 20. Dezember 2004 an den Rechtsvertreter. Er ging dabei von einem falschen Sachverhalt aus, gibt er doch ein schweres Distorsionstrauma des Knies an. Ein solches ist nicht nachgewiesen. Wie das kantonale Gericht richtig festh�lt, hat der Beschwerdef�hrer selber in der vorinstanzlichen Replik bestritten, gegen�ber der Beschwerdegegnerin angegeben zu haben, er habe sich das Knie verdreht. Auch best�tigt Dr. med. U.________ ausdr�cklich nur das Vorhandensein der Meniskussch�digung und der Osteonekrose. Auf die Mikrofrakturen des medialen Femurcondylus schliesst er lediglich mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit und unter Annahme eines Sachverhaltes, der sich nicht zugetragen hat. Die anderen in diesem Zusammenhang genannten �rzte sind in ihren Berichten nie zu der vom Beschwerdef�hrer - wie bereits vor der kantonalen Instanz wiederum ohne n�here Hinweise - behaupteten �berzeugung gelangt oder gehen von einem - nicht nachgewiesenen - Sturz auf das Knie aus, ohne die beschwerdefreie Zeit von rund 2 Wochen nach dem Ereignis vom 30. Mai 2003 zu w�rdigen.
4.3 In den vorinstanzlichen Erw�gungen 3 und 4 sind die �rztlichen Aussagen und die dazu von den Parteien gemachten Hinweise und Einw�nde ausf�hrlich und richtig wiedergegeben und gew�rdigt worden. Da der Beschwerdef�hrer letztinstanzlich nichts Neues vorbringt, wird hier darauf verwiesen. Nach dem Gesagten ist zum Schluss zu kommen, dass nicht erwiesen ist, dass die Sch�digungen im rechten Knie des Beschwerdef�hrers mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit durch einen Unfall verursacht worden sind. Die Schmerzen sind vielmehr auf die degenerative Meniskusver�nderung und die krankheitsbedingte Osteonekrose im Femurcondylus zur�ckzuf�hren. Nach dem Gesagten ist zu Recht auch das Vorliegen einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung gem�ss Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV mangels eines kausalen �usseren Ereignisses (RKUV 2001 Nr. U 435 Erw. 2c) verneint worden.

References: Art. 9
 BGE 
 Art. 19
 Art. 95
 Art. 113
 BGE 
in fine
 Art. 6
 Art. 9