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Timestamp: 2019-12-10 07:55:44+00:00

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Existenzgründung mit Einstiegsgeld - Einstiegsgeld | akademie.de
Existenzgründung statt ArbeitslosigkeitExistenzgründung mit Einstiegsgeld
Beihilfen zum Lebensunterhalt und betriebliche Starthilfen
Betriebliche Starthilfen
Stand: 23. März 2011	(aktualisiert)
Hartz-IV-Empfänger erhalten keinen Gründungszuschuss. Als Notlösung bietet sich das weit weniger attraktive "Einstiegsgeld" an, das bei Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit als Leistung zur Eingliederung gezahlt werden kann. Im Vorjahr wurden gut 16.000 Gründungen mit Einstiegsgeld gefördert. Einen Rechtsanspruch gibt es aber nicht. Dafür können aber zusätzlich Zuschüsse und Darlehen für Sachmittelanschaffungen beantragt werden.
Eins gleich vorweg: Arbeitslose, die mit dem Gedanken an eine Gründung spielen und noch Ansprüche nach dem SGB III haben (z. B. Arbeitslosengeld I), sollten Sie sich ganz schnell den Gründungszuschuss sichern: Ganz abgesehen davon, dass Sie auf diese Beihilfe bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen einen Rechtsanspruch haben, liegt der Gesamtbetrag der Zuwendungen beim Gründungszuschuss unterm Strich fast immer höher. Hinzu kommt, dass das Einkommen aus der selbstständigen Tätigkeit - anders als beim Einstiegsgeld - nicht auf die Fördermittel angerechnet wird.
Hintergrund: Während der Gründungszuschuss eine Versicherungsleistung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III ist, stellt das Arbeitslosengeld II (= ALG II / "Hartz IV") eine Fürsorgeleistung nach dem SGB II dar. Dort sind zwar auch "Leistungen zur Eingliederung von Selbständigen" vorgesehen - es handelt sich dabei aber ausnahmslos um sogenannte Ermessensleistungen: Einen Rechtsanspruch auf die Gründungsförderung haben gründungswillige Langzeitarbeitslose also nicht.
Sonderfall: Einstiegsgeld statt Gründungszuschuss?
Der Antrag auf Gründungszuschuss ist nicht in jedem Fall vorteilhaft: Gründungswillige Arbeitslose und deren Angehörige, die ...
trotz Arbeitslosengeld I "hilfebedürftig" im Sinne des § 9 SGB II sind und
daher bereits "aufstockendes Arbeitslosengeld (ALG) II" bekommen (oder bekommen könnten) und die
auch während der Selbstständigkeit voraussichtlich noch über einen längeren Zeitraum hilfebedürftig bleiben werden,
... haben am Gründungszuschuss letztlich wenig Freude: Denn der Zuschuss "zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur sozialen Sicherung in der Zeit nach der Existenzgründung" wird bei der Berechnung des ALG II in voller Höhe als Einkommen berücksichtigt.
Das Einstiegsgeld hingegen zahlt die ARGE zusätzlich zum ALG II - vorausgesetzt die Gründungsbeihilfe wird vom Fallmanager bewilligt. Weiterer Vorteil: Einstiegsgeld-Empfänger können unter bestimmten Bedingungen Darlehen und Zuschüsse für betriebliche Anschaffungen beantragen.
Wenn die Aussicht besteht, dass die "Hilfebedürftigkeit" durch Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit auf Dauer überwunden wird, kann die zuständige "Integrationsfachkraft" der Grundsicherungsstelle (z. B. Arbeitsagentur, Jobcenter, ARGE) im Einzelfall die folgenden Leistungen zur Eingliederung von Selbstständigen bewilligen:
Einstiegsgeld gemäß Paragraf 16b SGB II: Das Einstiegsgeld ist eine Kann-Leistung für hilfebedürftige ALG-II-Empfänger im Rahmen einer individuellen Eingliederungsvereinbarung. Das Einstiegsgeld dient der Deckung der erhöhten Lebenshaltungskosten des Gründers und seiner Bedarfsgemeinschaft. Es wird maximal 24 Monate lang zusätzlich zum ALG II gezahlt. Bei längerer Laufzeit kann eine schrittweise Senkung des Einstiegsgelds festgelegt werden ("Zuschussdegression"). Das Einstiegsgeld kann auch dann noch gezahlt werden, wenn die Hilfebedürftigkeit durch Aufnahme der Erwerbstätigkeit oder danach entfällt.
Bitte beachten Sie: Das Einstiegsgeld ist keine spezielle Beihilfe für Selbstständige: Der Zuschuss wird auch bei Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen, abhängigen Beschäftigung gezahlt. Das ist sogar der Normalfall.
Darlehen und Zuschüsse für die Beschaffung betrieblich "notwendiger und angemessener" Sachgüter gemäß Paragraf 16c SGB II: Die Obergrenze möglicher Zuschüsse liegt bei 5.000 Euro.
Einstiegsgeld: Beihilfe zum Lebensunterhalt
In einer Arbeitshilfe (PDF, 180 KB) hat die Bundesagentur für Arbeit die wichtigsten Voraussetzungen und Rahmenbedingungen bei der Gewährung von Einstiegsgeld zusammengefasst:
Existenzgründung mit Einstiegsgeld auch in Insolvenz?
Verfasst von Gast am 10. Oktober 2017 - 14:10.
ich bin Selbstständig und betreibe ein Montage- und Dienstleistungsunternehmen und bin seid Septemeber
2016 in Verbraucherinsolvenz. Kann ich trotzdem Einstiegsgeld beantragen und bekomme dies auch?
Wie berechnen die Jobcenter das Einkommen für ein EKS Antrag für ein Selbstständigen
carstenskora40@gmail.com
Antwort: Existenzgründung mit Einstiegsgeld auch in Insolvenz?
Verfasst von Robert Chromow am 11. Oktober 2017 - 10:41.
einlaufendes Verbraucher-Insolvenzverfahren steht der Bewilligung von Einstiegsgeld grundsätzlich nicht im Wege. Beantragen können Sie es auf jeden Fall - einen Rechtsanspruch auf die Leistunge gibt es jedoch nicht - mit dem Verbraucher-Insolvenzverfahren hat das aber nichts zu tun.
Wie das Einkommen von Selbstständigen auf ALG-II-Zahlungen angerechnet wird, können Sie im Beitrag ...
"ALG II und Selbstständigkeit"
... nachlesen. Bitte beachten Sie, dass dort das Prinzip erläutert wird - die Zahlenwerte sind auf dem Stand bei Redaktionsschluss (2011).
Zuschuss Sachgüter
Verfasst von Gast am 28. Januar 2014 - 19:10.
Werden Steuererstattungen welche auf einem Zuschuss für Sachgüter §16c SGB2 als Betriebeinnahmen gewertet?
Antwort: Zuschuss Sachgüter
Verfasst von Robert Chromow am 29. Januar 2014 - 18:07.
laut § 3 Nr. 2b EStG
sind "Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur Eingliederung in Arbeit nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch" steuerfrei. Dazu gehören aus meiner Sicht auch die von Ihnen angesprochenen "Leistungen zur Eingliederung von Selbständigen" gemäß § 16c SGB II
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__16c.html. Wenn der Zuschuss steuerfrei ist, gilt er im Rahmen der steuerlichen EÜR auch nicht als Betriebseinnahme. Auf dem EKS-Formular zur Abrechnungen mit dem Jobcenter muss der Zuschuss aber auf jeden Fall angegeben werden.
Bitte beachten Sie, dass das nur meine ganz persönliche Ansicht ist. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich.
Verfasst von Robert Chromow am 5. Februar 2009 - 16:18.
Voraussetzung für die Bewilligung von Einstiegsgeld und betrieblichen Darlehen oder Zuschüssen ist die "Hilfebedürftigkeit" gemäß § 9 SGB II ...
... sowie der Abschluss einer Eingliederungsvereinbarung gemäß § 15 SGB II
http://bundesrecht.juris.de/sgb_2/__15.html
Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten direkt mit der Arbeitsagentur, dem Sozialamt oder der örtlichen ARGE.
Verfasst von Gast am 5. Februar 2009 - 16:03.
ist Existenzgründung mit Einstiegsgeld und Dahrlehn auch für Hartz-IV-Empfänger ohne Leistungsanspruch möglich?(Weil der Verdienst der Ehefrau angerechnet wird.)
Existenzgründung mit Einstiegsgeld(8 Seiten)
Zum Thema: Fördermittel für ALG II-Bezieher
Hartz-IV-Empfänger bekommen keinen Gründungszuschuss. Als Gründungs-Beihilfe für ALG II-Empfänger gibt es stattdessen das - wenn auch weit weniger attraktive - "Einstiegsgeld" sowie Unterstützung in Form von Zuschüssen und Darlehen. Wir sagen Ihnen, welche Fördermittel es gibt, wer sie bekommt und wie Sie sie beantragen.

References: § 9
 §16
 § 3
 § 16
 § 9
 § 15