Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1237.htm
Timestamp: 2018-12-11 21:23:09+00:00

Document:
1.237 Teck
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet "Teck" vom 9. November 1999 (GBl. v. 17.12.1999, S. 644).
Auf Grund von §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385) und § 28 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 1. Juni 1996 (GBI. S. 369) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Bissingen a.d.T., Dettingen u.T., Lenningen und der Stadt Owen, Landkreis Esslingen, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Teck".
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 386 ha. (Gde. Bissingen 161 ha, Gde. Dettingen 22 ha; Stadt Owen 121 ha, Gde. Lenningen 82 ha). Es umfasst nach dem Stand vom 30. Dezember 1997:
Auf dem Gebiet der Gemeinde Dettingen u.T., Gemarkung Dettingen, Gewann Hinterlohrn die Flurstücke Nr. 1520 tw, 1520/19 und 1520/20.
Auf dem Gebiet der Stadt Owen, Gemarkung Owen, Gewanne Hörnle, Hohenbol, Götzenbrühl, Unter der Teck, Teckberg und Weide unter der Teck die Flurstücke Nr. 1235, 1235/1, 1238/1, 1238/2, 1238/4 (tw, Weg), 1238/5 (Weg), 1239/1, 1240, 1241 (Straße. K 1248), 1292 (Straße K 1249), 1292/1 (Weg), 1292/2 (Weg), 1292/5 (Weg), 1953/2, 1954/2, 1956, 1959/3, 1959/4, 1960/3, 1960/4, 1961/2, 1962/2, 1963/2, 1964/2, 1965, 1966, 1967, 1968, 1969, 1970, 1971, 1972/1, 1972/2, 1972/3, 1972/4, 1972/5, 1973/1, 1973/2, 1974, 1975, 1976, 1977, 1978, 1979, 1980, 1981/1 und 1982/1.
Auf dem Gebiet der Gemeinde Bissingen, Gemarkung Bissingen, Gewanne Klingler (tw), Roßwasen, Teckberg, Melkersteich, Schoppenhau und Weide (tw) die Flurstücke Nr. 820, 821 tw, 821/2, 860, 861, 862, 976, 976/1, 976/2, 976/3, 1005 (tw, Weg), 1966, 1966/1, 5310, 5311/1, 5311/2, 5312/1, 5312/2, 5313, 5314, 5315/1, 5315/2, 5315/3, 5315/4, 5316/1, 5316/2, 5317/1, 5317/2, 5318, 5318/1 (Weg), 5318/2 (Weg), 5318/3 (Weg) und 5319.
Auf dem Gebiet der Gemeinde Lenningen, Gemarkung Unterlenningen, Gewanne Teckberg, Teckbergegert und Sattelbogen (tw) die Flurstücke Nr. 1414 (tw, Weg), 1465/1, 1465/2, 2216, 2217, 2219, 2220, 2226, 2227/1, 2227/2, 2228, 2229, 2230/1, 2230/2, 2231, 2232, 2233, 2234/1 (Weg), 2234/2, 2234/3, 2235, 4233, 4234, 4235, 4236, 4237, 4239, 4240, 4243, 4244, 5002 (tw, Weg), 5180 (tw) und 5261 (tw, Weg).
(2) Das Naturschutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 30.12.1997 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt sowie in einer Detailkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 30.12.1997 im Maßstab 1:5000 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart, bei der Stadt Kirchheim unter Teck in Kirchheim und beim Landratsamt Esslingen in Esslingen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· einer landschaftlich herausgehobenen, vielfältigen Kulturlandschaft mit großflächigen Heiden, Feucht- und Trockenwiesen, Streuobstwiesen, Hecken, Waldsäumen, Alleen, Hainen, Solitärbäumen, Felsen, Höhlen, Quellen und seltenen naturnahen Waldgesellschaften;
· der ökologisch hochwertigen Lebensräume für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten, darunter einer großen Anzahl bedrohter Arten der "Roten Listen" und einer außergewöhnlich hohen Artenzahl verschiedener Orchideen;
· von naturgeschichtlichen Erscheinungen;
· des besonders abwechslungsreichen, reizvollen und typischen Landschaftsbildes und eines für die Erholung hochwertigen, aber schutzbedürftigen Raumes, verbunden mit der Regelung von Sport-, Spiel- und Freizeitaktivitäten sowie
· eines aus landeskundlichen und kulturellen Gründen bedeutenden Gebiets.
3. fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu verändern, Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt verändern sowie Gewässer zu verunreinigen oder sonstige Maßnahmen durchzuführen, die die Wasserqualität nachteilig ändern;
2. die Gewässer und Feuchtgebiete zum Waschen oder Schöpfen zu benutzen oder zu verunreinigen, zu verändern, zu schädigen oder Gestalt und Erscheinungsbild der Gewässer und Feuchtgebiete zu verändern;
4. neu aufzuforsten oder Christbaum- und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;
6. Pflanzenschutzmittel und Düngemittel jeder Art auf Heiden zu verwenden;
7. Streusalz zu verwenden;
8. auf Heideflächen zu pferchen.
1. im Wald Wege und markierte Pfade zu verlassen;
3. zu lagern und zu grillen mit Ausnahme an den behördlich gekennzeichneten Feuerstellen sowie auf der in der Karte zur Verordnung und in der Natur markierten Spiel- und Liegewiese am Parkplatz Hörnle;
4. außerhalb von festen und behördlich gekennzeichneten Feuerstellen Feuer zu entzünden sowie Feuerstellen anzulegen;
5. das Gebiet außerhalb der Kreisstraßen 1248 und 1249 mit motorisierten Fahrzeugen zu befahren, ausgenommen Krankenfahrstühle;
6. zu zelten und außerhalb von Gebäuden zu übernachten;
7. Wohnmobile, Wohnwagen sowie Kraftfahrzeuge aller Art außerhalb der amtlich gekennzeichneten Parkplätze abzustellen;
8. Verkaufsstände aufzustellen;
9. Veranstaltungen außerhalb der Spielwiese "Hörnle" ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde durchzuführen;
10. Stätten oder Einrichtungen für Sport und Spiel oder sonstige Erholungseinrichtungen neu anzulegen;
12. Drachen steigen zu lassen außer in der Zeit vom 15. September bis 28. Februar unter Beachtung der in Anlage 1, II. zu dieser Verordnung genannten Bedingungen; die Anlage ist Bestandteil der Verordnung;
13. außerhalb der besonders ausgewiesenen Wege zu reiten;
14. an Felsen zu klettern oder abzuseilen sowie Felsen zu bearbeiten, beschriften, bemalen, Haken oder sonstige Sicherungsmittel anzubringen oder auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen; ausgenommen ist das Klettern am Gelben Fels (Hauptfels im Ostteil bis einschließlich Knödlerführe, Oberer und Unterer Nebenfels) sowie dort der Sicherheit dienende Maßnahmen wie Hakensanierungen oder das Setzen von Umlenkhaken;
15. Ski zu fahren und zu rodeln bei einer Schneehöhe von weniger als zehn Zentimetern;
16. Grasski zu fahren;
17. Höhlen mit Fackeln und anderen rauchenden Lichtquellen zu begehen, Gesteins- oder Tropfsteinbildungen zu entfernen oder zu beschädigen sowie die Höhlen zu bemalen oder zu verschmutzen;
18. Felsblöcke, Steine, Fossilien oder Mineralien zu entnehmen;
19. Funkanlagen außerhalb befestigter Flächen aufzustellen.
Abfälle oder sonstige Gegenstände zu hinterlassen. oder zu lagern;
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang und ordnungsgemäß erfolgt, dabei den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, Gewässerrandstreifen und Ufer, oberirdische Gewässer und Grundwasser nicht in ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wildlebenden Tieren und Pflanzen ausreichend Lebensraum erhält. Voraussetzung ist weiter, dass:
kein Grün- oder Brachland in Ackerland umgebrochen wird;
2. Heideflächen nicht gedüngt werden;
3. auf Heiden nicht gepfercht wird;
4. keine baulichen Anlagen errichtet werden; während der Beweidung ist die Verwendung von mobilen Weidezäunen zulässig;
5. Pflanzenschutzmittel nur auf Pferchäckern unter Beachtung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung verwendet werden;
6. Böschungen, ungenutztes Gelände, Hecken, Gebüsche, Bäume, Gewässer und Röhrichtbestände nicht beeinträchtigt werden;
7. durch Entwässerungs- oder andere Maßnahmen der Wasserhaushalt nicht verändert wird.
im Schonwald "Teckberg" entsprechend der Schonwalderklärung der Forstdirektion Stuttgart vom 09. Dezember 1974 die Bewirtschaftung mit der Maßgabe erfolgt, dass die natürliche Laubholzbestockung erhalten und erneuert wird, keine großflächigen Räumungen geschehen und, wo erforderlich, Eingriffe zugunsten der Bodenflora vorgenommen werden, ferner kein Anbau von Nadelhölzern (mit Ausnahme von Eibe) und fremdländischen Laubbaumarten stattfindet und keine Herbizide angewendet werden;
2. im übrigen Gebiet die Zusammensetzung der Baumarten überwiegend aus standortheimischen Arten der potentiell natürlichen Vegetation entsprechend den Standortvoraussetzungen gefördert wird;
3. Waldwege nur im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidium angelegt werden;
4. Erholungseinrichtungen nicht erstellt werden;
5. Tothölzer, Höhlenbäume und Horstbäume bis zu ihrem natürlichen Verfall erhalten werden, sofern hieraus weder eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht noch eine Erhöhung des Risikos durch Insektenkalamitäten zu erwarten ist.
Hochsitze nur landschaftsgerecht und aus naturbelassenen Hölzern im Wald, an Waldsäumen und auf Heiden in unmittelbarem Anschluß an größere hochwüchsige Gehölzgruppen errichtet werden, nicht jedoch auf freien Heideflächen;
2. geschlossene Kanzeln nur im Wald und aus naturbelassenen Hölzern erstellt werden;
3. auf Heiden keine sonstigen jagdlichen Einrichtungen und auf Wirtschaftsgrünland nur Kirrungen, nicht jedoch Wildäcker, Futterstellen und Ablenkungsfütterungen angelegt werden;
4. das Schutzgebiet nur in Zusammenhang mit der Ausübung der Jagd und nur auf befestigten Wegen mit Kraftfahrzeugen befahren wird;
(4) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gebäude, Straßen, Wege und Gewässer sowie der rechtmäßig bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde - im Wald im Einvernehmen mit dem Staatlichen Forstamt unter Berücksichtigung der Schonwaldbestimmungen- in einem Pflege- und Entwicklungsplan oder durch Einzelanordnung festgelegt.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Naturschutzgebiet nach § 4 in Verbindung mit § 5 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 LJagdG handelt, wer im Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 in Verbindung mit § 5 Abs. 3 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
(2) Mit In-Kraft-Treten dieser Verordnung treten die Verordnungen des Landratsamtes Esslingen über die Landschaftsschutzgebiete
"Unterlenningen" (LSG 8.33) vom 22. Dezember 1971, geändert durch VO vom 13. November 1974,
"Owen" (LSG 8.49) vom 05. Juni 1974,
"Dettingen unter Teck" (LSG 8.57) vom 17. Februar 1977 sowie
"Gebiete um Bissingen und Ochsenwang" (LSG 8.78) vom 01. Juli 1988
außer Kraft, soweit sie im Geltungsbereich dieser Verordnung liegen.
Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Esslingen zum Schutz von Felsnaturdenkmalen vom 03. April 1995 für die Naturdenkmale
"Felspartie der Teck mit Sibyllenhöhle" (ND 36/05) und
"Gelber Fels mit Veronikahöhle" (ND -24/15)
Stuttgart, den 9. November 1999
· für Segelmodellflugbetrieb und Steigenlassen von Drachen
· gültig für Hörnle und Hohenbol
· stets widerruflich
· in und außerhalb der erlaubnispflichtigen Zonen am Hörnle und Hohenbol.
I. Modellflug
Die luftverkehrsrechtlichen Bestimmungen sind zu beachten.
2. Es sind nur Segelflugmodelle bis 20 kg zulässig.
3. Das Betreiben von Segelflugmodellen ab 5 kg bedarf einer Haftpflichtversicherung.
4. Modelle ab 1 kg müssen sichtbar Namen und Anschrift des Eigentümers tragen.
5. Es darf nur mit Steuervorrichtung geflogen werden.
6. Es darf nur bis maximal 150 m Höhe über dem Startplatz geflogen werden.
7. Die öffentliche Sicherheit und Ordnung muß gewährleistet sein. Im Hinblick auf den Erholungswert für die Bevölkerung ist in den erlaubten Bereichen eine besondere Rücksichtnahme wie ausreichender Sicherheitsabstand erforderlich.
8. Der Sicherheitsabstand zu Segelflugzeugen bzw. bemannten Luftfahrzeugen ist einzuhalten.
9. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen muß ein sachkundiger Flugleiter anwesend sein, dessen Anweisungen Folge zu leisten ist. Die Namen der Flugleiter müssen dem Regierungspräsidium jährlich gemeldet werden.
10. Der Flugleiter muß ein Flugleiterbuch führen und eine Armbinde tragen.
11. Auflagen und Bedingungen müssen den Modellfliegern bekannt gemacht und durch Unterschrift bestätigt werden.
II. Steigenlassen von Drachen
Drachensteigenlassen ist nur erlaubt vom 15.September bis 28. Februar.
2. Es dürfen nur Drachen mit einer bespannten Oberfläche von maximal 1,5 Quadratmeter benutzt werden. Die maximale Seillänge beträgt 100 Meter.
3. Bei Gefahr von Zusammenstößen sind die Drachen einzuziehen.
4. Der Hangwindbereich soll von Drachen frei gehalten werden.
5. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen findet eine Koordinierung zwischen Drachen und Flugmodellen durch die Flugleiter statt.

References: § 28
 § 2
 § 4
 § 64
 § 4
 § 5
 § 40
 § 4
 § 5