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Timestamp: 2016-10-22 08:57:06+00:00

Document:
8C_851/2014 (14.04.2015)
8C_851/2014, 8C_852/2014 � � Urteil vom 14. April 2015
8C_851/2014
vertreten durch F�rsprecher Gerhard Lanz,
8C_852/2014
vom 14. Oktober 2014.
A.a.�Die 1960 geborene A.________ arbeitete zuletzt bis 31. August 2009 als Pflegeassistentin/Behindertenbetreuerin f�r die Stiftung B.________. Die K�ndigung erfolgte, weil sie nach Auftreten eines lumboradikul�ren Schmerzsyndroms mit rechtsseitiger Diskushernie L5 die angestammte T�tigkeit nicht mehr vollumf�nglich aufnehmen konnte. Am 30. Mai 2009 meldete sie sich unter Hinweis auf R�ckenprobleme bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Gest�tzt auf die eingeholten Arztberichte sowie eine interdisziplin�re Begutachtung der Dres. med. Frau C.________, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, und Frau D.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Expertise vom 27. Oktober 2010), gelangte die IV-Stelle Bern zur Auffassung, dass die Voraussetzungen nicht erf�llt seien, um die vorliegende somatoforme Schmerzst�rung als invalidisierend anzusehen. Dementsprechend lehnte sie einen Rentenanspruch am 16. Juli 2012 verf�gungsweise ab. Die Beschwerde der A.________ wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 18. Januar 2013 ab.
A.b.�Mit Urteil 8C_162/2013 vom 17. Juli 2013 hob das Bundesgericht den Entscheid vom 18. Januar 2013 auf und wies die Sache an die Vorinstanz zur�ck, damit sie, nach Einholung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens, �ber die Beschwerde neu entscheide.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern hiess mit Entscheid vom 14. Oktober 2014 die Beschwerde der A.________ gut. Es hob die Verf�gung der IV-Stelle Bern vom 16. Juli 2012 auf und sprach der Versicherten ab 1. Dezember 2009 eine halbe Invalidenrente zu. Zur Beurteilung des Rentenanspruchs f�r die Zeit nach dem 16. Juli 2012 wies es die Sache an die IV-Stelle zur�ck.
A.________ l�sst mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragen, der Entscheid vom 14. Oktober 2014 sei aufzuheben und ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an das kantonale Gericht zu weiteren medizinischen Abkl�rungen im Sinne von Erg�nzungsfragen an die Gerichtsgutachter zur�ckzuweisen.
Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Die IV-Stelle Bern f�hrt ihrerseits Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die Sache zur Einholung eines Obergutachtens an die Vorinstanz, eventualiter an die IV-Stelle, zur�ckzuweisen. Ferner ersucht sie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung des eingereichten Rechtsmittels.
A.________ l�sst beantragen, es sei die Beschwerde abzuweisen und dieser keine aufschiebende Wirkung zu erteilen. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Da den beiden Beschwerden derselbe Sachverhalt zugrunde liegt, sich die gleichen Rechtsfragen stellen und die Rechtsmittel den n�mlichen vorinstanzlichen Entscheid betreffen, rechtfertigt es sich, die beiden Verfahren zu vereinigen und in einem Urteil zu erledigen (BGE 128 V 124 E. 1 S. 126).
Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Dennoch pr�ft es - offensichtliche Fehler vorbehalten - nur die in seinem Verfahren beanstandeten Rechtsm�ngel (Art. 42 Abs. 1 f. BGG; BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann ihre Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1, Art. 105 Abs. 2 BGG). Rechtsfragen sind die vollst�ndige Feststellung erheblicher Tatsachen sowie die Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes bzw. der Beweisw�rdigungsregeln nach Art. 61 lit. c ATSG und der Anforderungen an den Beweiswert von Arztberichten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232). Die aufgrund dieser Berichte gerichtlich festgestellte Gesundheitslage bzw. Arbeitsf�higkeit und die konkrete Beweisw�rdigung sind Sachverhaltsfragen (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397; nicht publ. E. 4.1 des Urteils BGE 135 V 254, ver�ffentlicht in SVR 2009 IV Nr. 53 S. 164, 9C_204/2009).
3.1.�Zu pr�fen ist, ob die Versicherte ab 1. Dezember 2009 Anspruch auf eine Invalidenrente hat. In diesem Verfahren sind, wie die Vorinstanz richtig festgehalten hat, nur die Verh�ltnisse bis zum Zeitpunkt der strittigen Verf�gung vom 16. Juni 2012 zu betrachten (BGE 121 V 362 E. 1b S. 366). Im Raum steht die Frage, ob es sich bei der diagnostizierten depressiven Problematik um eine reaktive Begleitsymptomatik der in der Expertise vom 27. Oktober 2010 festgestellten somatoformen Schmerzst�rung handelt oder ob ein davon losgel�stes, selbstst�ndiges Leiden vorliegt. Die daf�r massgebenden Rechtsgrundlagen hat das kantonale Gericht zutreffend dargelegt, worauf verwiesen wird.
3.2.�Der Versicherungstr�ger und im Beschwerdeverfahren das Sozialversicherungsgericht haben im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Es gilt das Prinzip der freien Beweisw�rdigung. Danach haben Versicherungstr�ger und Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an f�rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgem�ss zu w�rdigen. F�r das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabh�ngig davon, von wem sie stammen, objektiv zu pr�fen und danach zu entscheiden hat, ob die verf�gbaren Unterlagen eine zuverl�ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu w�rdigen und die Gr�nde anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begr�ndet sind. Ausschlaggebend f�r den Beweiswert ist grunds�tzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 133 V 450 E. 11.1.3 S. 469). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweisw�rdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien f�r die Beweisw�rdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b Ingress S. 352).
3.3.�Die Vorinstanz erwog, im psychiatrischen Gerichtsgutachten der psychiatrischen Dienste E.________ vom 2. Mai 2014 seien eine posttraumatische Belastungsst�rung (ICD-10: F43.1) und eine rezidivierende depressive St�rung, gegenw�rtig schwere Episode, (ICD-10: F33.2) diagnostiziert worden. Die Gutachter h�tten trotz entsprechender Symptomatik die somatoforme Schmerzst�rung und die soziale Phobie nicht als separate, eigenst�ndige St�rungsbilder diagnostiziert, da sowohl eine posttraumatische Belastungsst�rung als auch eine schwere depressive Episode zu einem ausgepr�gten sozialen R�ckzug f�hren k�nnten. Die bestehenden Leiden seien gem�ss den Experten nicht nur als psychische Komorbidit�ten von erheblicher Schwere, Intensit�t und Dauer, sondern auch als eigenst�ndig invalidisierende Gesundheitsgebrechen anzusehen. Gest�tzt hierauf wertete das kantonale Gericht die depressive St�rung nicht als reaktive Begleiterkrankung der somatoformen Schmerzst�rung. Dass die Gutachter sich nicht mit den sog. "Foerster-Kriterien" gem�ss der Rechtsprechung zur willentlichen �berwindbarkeit von somatoformen Schmerzst�rungen (vgl. BGE 139 V 547 E. 9.1.1 S. 565) auseinandergesetzt h�tten, spiele keine Rolle. Die psychische Krankheit habe sich verselbstst�ndigt, weshalb sie inzwischen unabh�ngig vom Weiterbestehen oder Wegfallen der ung�nstigen psychosozialen und soziokulturellen Faktoren andaure. Die von der Psychiaterin Frau Dr. med. D.________ in der Expertise vom 27. Oktober 2010 festgestellte rezidivierende depressive St�rung habe somit invalidisierenden Charakter, wobei die vom Bundesgericht im Urteil 8C_162/2013 unbeanstandet gelassene gutachterliche Feststellung einer 50%igen Arbeitsf�higkeit zu ber�cksichtigen sei. Wie genau es sich mit der posttraumatischen Belastungsst�rung verhalte, k�nne angesichts des Umstands, dass sie erstmals im Gutachten der psychiatrischen Dienste E.________, mithin zwei Jahre nach Verf�gungserlass diagnostiziert worden sei, ebenso offen gelassen werden wie die Frage nach einer hierauf basierenden Verschlechterung des Gesundheitszustands nach dem hier massgebenden Zeitraum bis 16. Juli 2012 und damit einhergehender vollst�ndiger Arbeitsunf�higkeit.
3.4.�Die Versicherte wendet dagegen ein, indem das kantonale Gericht hinsichtlich der Arbeitsf�higkeitssch�tzung erneut auf das interdisziplin�re Gutachten vom 27. Oktober 2010 abgestellt habe, obwohl dieses gem�ss Urteil 8C_162/2013 nicht als schl�ssige Grundlage f�r die Festsetzung der Arbeitsf�higkeit gelte, habe es Bundesrecht verletzt. Es liege eine Rechtsverweigerung vor. Willk�rlich sei schliesslich die vorinstanzliche Annahme, die posttraumatische Belastungsst�rung habe sich erst nach Verf�gungserlass entwickelt. Im Gerichtsgutachten werde eine Arbeitsunf�higkeit von 100 % seit Mai 2009 best�tigt. Der Zeitpunkt der vollst�ndigen psychischen Dekompensation mit 100%iger Arbeitsunf�higkeit fiele zeitlich mit dem Arbeitsplatzverlust im Mai 2009 zusammen. Hieraus resultiere ein Anspruch auf eine ganze Rente seit Dezember 2009. Im Eventualstandpunkt wird vorgebracht, wenn die Vorinstanz hinsichtlich der Frage nach einer Arbeitsunf�higkeit bis zum Verf�gungszeitpunkt der Meinung gewesen sei, diese werde durch das Gerichtsgutachten nicht beantwortet, indem lediglich eine Arbeitsf�higkeitssch�tzung zum Gutachtenszeitpunkt vorliege, habe sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt, da sie diesfalls den Gutachtern Erg�nzungsfragen h�tte stellen m�ssen.
3.5.�Die Beschwerde der IV-Stelle richtet sich gegen den Beweiswert des Gerichtsgutachtens der psychiatrischen Dienste E.________ vom 2. Mai 2014. Es fehle nach wie vor an einer �berzeugenden Auseinandersetzung, ob es sich bei der depressiven Symptomatik um eine reaktive Begleiterscheinung der somatoformen Schmerzst�rung oder um ein davon losgel�stes Leiden handle, da sich die Gutachter nicht mit der gesundheitlichen Situation im massgebenden Zeitraum bis zum 16. Juli 2012 auseinandergesetzt h�tten, zumal zum damaligen Zeitpunkt lediglich eine mittelgradige depressive Episode im Raum gestanden habe. Weiter sei der Stellenwert der psychosozialen Faktoren nicht gekl�rt. Es fehle ein Einbezug der Vorakten, indem nirgends dargelegt werde, weshalb die Experten zu anderen Schlussfolgerungen als die bisher involvierten �rzte gelangt seien. Schliesslich h�tten die Experten mit Blick auf die zwischen den traumatisierenden Ereignissen und der psychischen Dekompensation liegende Zeitspanne von rund 20 Jahren, das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsst�rung nicht �berzeugend dargetan.
4.1.�Im Urteil 8C_162/2013 vom 17. Juli 2013 E. 4.2 erkannte das Bundesgericht, dass die interdisziplin�re rheumatologisch-psychiatrische Beurteilung vom 27. Oktober 2010 (einschliesslich der erg�nzenden Stellungnahme vom 29. Oktober 2011) nicht als Grundlage f�r die Festsetzung der Arbeitsf�higkeit dienen kann. Insoweit geht die vorinstanzliche Annahme einer damit unbeanstandet gebliebenen Arbeitsf�higkeitssch�tzung der Frau Dr. med. D.________ in der Expertise vom 27. Oktober 2010, wonach eine 50%ige Arbeitsf�higkeit best�nde, fehl. F�r die Arbeitsf�higkeitsbeurteilung ist diese Expertise gerade nicht beweiskr�ftig. Die daraus abgeleitete vorinstanzliche Feststellung einer im massgebenden Zeitraum bestehenden 50%igen Arbeitsf�higkeit ist daher offensichtlich unrichtig und f�r das Bundesgericht nicht bindend (E. 2).
4.2.�Das kantonale Gericht erachtete - ohne n�here Pr�fung der praxisgem�ssen Kriterien hierzu (E. 3.2) - das Gerichtsgutachten als beweiskr�ftig. Diese Beurteilung h�lt einer rechtskonformen Beweisw�rdigung nicht stand: Die vorinstanzlichen Schlussfolgerungen sind insbesondere insofern nicht nachvollziehbar und schl�ssig, als das Gericht die Frage nach einem eigenst�ndigen depressiven Leiden als hinreichend klar beantwortet sah und es im Umstand, dass sich die Gutachter hinsichtlich bestehender Beschwerden mit Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit nicht hinreichend mit den vorliegenden medizinischen Akten auseinandersetzten sowie sich nicht auf den zu beurteilenden Zeitraum bezogen, keinen Mangel erblickte, wie sich aus den nachstehenden Darlegungen ergibt:
5.1.�Die Gerichtsgutachter der psychiatrischen Dienste E.________ nahmen zu den abweichenden psychiatrischen Beurteilungen im Vorgutachten nicht eingehend Stellung. Sie f�hrten hinsichtlich ihrer Diagnosen lediglich aus, eine posttraumatische Belastungsst�rung k�nne zu einem abnorm gesteigerten Schmerzerleben f�hren. Sowohl eine posttraumatische Belastungsst�rung als auch eine schwere depressive Episode k�nnten einen ausgepr�gten sozialen R�ckzug bewirken, weshalb trotz entsprechender Symptomatik die somatoforme Schmerzst�rung und die soziale Phobie nicht als eigenst�ndige St�rungsbilder diagnostiziert w�rden. Eine somatoforme Schmerzst�rung nach ICD-10: F45.4 und eine posttraumatische Belastungsst�rung gem�ss ICD-10: F43.1 sind nicht identische Beschwerdebilder und k�nnen nebeneinander vorliegen. Es ist daher nicht einleuchtend, wenn die Gutachter einzig mit der Begr�ndung, dass eine posttraumatische Belastungsst�rung zu einem abnorm gesteigerten subjektiven Schmerzerleben f�hren k�nne und beide Diagnosen einen ausgepr�gten sozialen R�ckzug zu bewirken verm�chten, auf die Diagnose einer Schmerzst�rung verzichteten und nicht n�her darlegten, weshalb die Schmerzproblematik so weit in den Hintergrund getreten ist, dass sie keine eigenst�ndige Diagnose mehr bildete. Dementsprechend finden sich im Gutachten auch keine Darlegungen zur �berwindbarkeit der Schmerzproblematik. Zur posttraumatischen Belastungsst�rung und der depressiven Problematik gaben die Experten an, diese seien nicht nur als psychische Leiden von erheblicher Schwere, Intensit�t und Dauer, sondern auch als eigenst�ndige, invalidisierende Gesundheitsgebrechen zu betrachten. Sie f�hrten weiter aus, das depressive St�rungsbild stehe in engem Zusammenhang mit der posttraumatischen Belastungsst�rung. Der Verlauf und die therapeutische Beeinflussbarkeit entspr�chen nicht derjenigen einer isoliert auftretenden Depression. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung ist damit die Frage, ob eine eigenst�ndige depressive Symptomatik hinreichender Schwere besteht, gerade nicht gekl�rt, indem eine enge Verkn�pfung mit der posttraumatischen Belastungsst�rung bejaht wird. Hinsichtlich dieser Diagnose ist Folgendes festzuhalten: In der Schweiz absolvierte die Versicherte eine Ausbildung zur Pflegeassistentin SRK und arbeitete bis zum Auftreten einer Diskushernie im Dezember 2007 in einem Umfang von 100 %. Eine psychiatrische Behandlung erfolgte erstmals im Mai 2009. Gest�tzt auf die Angaben der Versicherten endeten die Traumatisierungen durch den gewaltt�tigen ersten Ehemann mit ihrer Einreise in die Schweiz im Jahre 1989, wobei, gem�ss den Experten, eine Retraumatisierung durch ihre von 1993 bis 2001 ausgef�hrte T�tigkeit als Pflegeassistentin auf einer Intensivstation stattfand, da sie dort mit dem Tod von Unfallopfern konfrontiert wurde. Mit Blick auf diese Gegebenheiten fehlt in der Expertise jede Auseinandersetzung mit der Frage, weshalb trotz langer zeitlicher Latenz (Dilling/Freyberger [Hrsg.], Taschenf�hrer zur ICD-10-Klassifikation psychischer St�rungen, 7. Aufl. 2014, S. 173-175; Urteil 9C_636/2013 vom 25. Februar 2014 E. 4.3.2 mit weiteren Hinweisen) mit fehlenden Symptomen einer posttraumatischen Belastungsst�rung und "hohem Funktionsniveau" ohne Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit, wie die Experten ausf�hrten, die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsst�rung zu stellen ist (vgl. zur �berwindbarkeit einer posttraumatischen Belastungsst�rung: Urteil 8C_538/2014 vom 6. Februar 2015 E. 4.2.3 mit Hinweis auf Urteil 8C_483/2012 vom 4. Dezember 2012 E. 4). Im Gutachten finden sich �berdies keine Hinweise �ber den Verlauf der depressiven Symptomatik, namentlich, ab wann die depressive Episode den postulierten Schweregrad gem�ss ihrer Einsch�tzung erreicht hat. Damit einhergehend bleibt im Gutachten unbeantwortet, zu welchem Zeitpunkt eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit eingetreten ist, indem einzig festgehalten wurde, es g�be zum aktuellen Zeitpunkt keine zumutbaren T�tigkeiten, womit eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit bestehe. Sollte eine diesbez�gliche r�ckblickende gutachterliche Einsch�tzung nicht m�glich sein, h�tte dies Eingang in die Expertise finden sollen.
5.2.�Entgegen der Auffassung der Versicherten kann nach dem Gesagten aus dem Gerichtsgutachten nicht geschlossen werden, dass die attestierte vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit bereits im hier zu beurteilenden Zeitraum bestanden hat, zumal Frau Dr. med. D.________ in der Expertise vom 27. Oktober 2010 von einer mittelschweren depressiven Episode ausging, weshalb - w�rde der Expertise der psychiatrischen Dienste E.________ vom 2. Mai 2014 gefolgt werden - im Verlauf eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation eingetreten sein muss. Da die Arbeits (un) f�higkeit bis zum Verf�gungszeitpunkt zu ermitteln ist, die Gutachter jedoch die Frage, seit wann sie von einer vollst�ndigen Arbeitsunf�higkeit ausgehen, nicht abhandelten, obwohl sie die Vorinstanz hierzu im entsprechenden Fragenkatalog gem�ss prozessleitender Verf�gung vom 19. September 2013 aufgefordert hatte, kann hierauf nicht abgestellt werden. Ein die Arbeitsf�higkeit f�r den gesamten massgeblichen Vergleichszeitraum grunds�tzlich erheblich und andauernd limitierender Gesundheitsschaden in Form der posttraumatischen Belastungsst�rung und der depressiven Episode l�sst sich dem Gutachten vom 2. Mai 2014 jedenfalls nicht entnehmen.
5.3.�Damit gen�gt das Gutachten der psychiatrischen Dienste E.________ den rechtsprechungsgem�ssen Anforderungen an die Beweiskraft nicht (E. 3.2). Im vorinstanzlichen Entscheid fehlt es an verbindlichen Feststellungen zur Arbeits (un) f�higkeit der Versicherten. Der angefochtene Entscheid beruht bundesrechtsverletzend auf einem ungen�gend abgekl�rten Sachverhalt bzw. auf unvollst�ndiger Beweisgrundlage (Art. 95 lit. a BGG; Urteil 8C_234/2013 vom 9. Oktober 2013 E. 3). Mithin ist die Sache erneut an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit sie die notwendigen erg�nzenden Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen mittels eines psychiatrischen Obergutachtens in die Wege leite und �ber den Rentenanspruch ab 1. Dezember 2009 neu befinde.
Mit dem Entscheid in der Sache wird das von der IV-Stelle mit der Beschwerde eingereichte Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos.
Bei beiden Verfahren wird auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet. Die IV-Stelle hat der Versicherten f�r das von ihr angehobene Verfahren (8C_851/2014) eine Parteientsch�digung von Fr. 2'800.- zu bezahlen, da sie im Sinne der eventualiter beantragten R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz obsiegt (Art. 66 Abs. 1, Art. 68 Abs. 2 BGG). Im von der IV-Stelle angestrengten Verfahren (8C_852/2014) hat die Versicherte keinen Anspruch auf Parteientsch�digung, da nicht von einem Obsiegen gesprochen werden kann. Die IV-Stelle hat ohnehin keinen Parteientsch�digungsanspruch (Art. 68 Abs. 3 BGG; SVR 2011 UV Nr. 7 S. 25 E. 6, 8C_443/2010).
Die Verfahren 8C_851/2014 und 8C_852/2014 werden vereinigt.
Die Beschwerde der A.________ wird teilweise gutgeheissen und der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Oktober 2014 wird aufgehoben. Die Sache wird zu erg�nzender Abkl�rung und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Die Beschwerde der IV-Stelle Bern wird gutgeheissen.
Die IV-Stelle Bern hat A.________ f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'800.- zu entsch�digen.
Luzern, 14. April 2015

References: Art. 95
 BGE 
 Art. 95
 Art. 105
 Art. 61
 BGE 
 Art. 61
 BGE 
 BGE 
 Art. 68