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Timestamp: 2019-02-18 11:51:36+00:00

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BFH > 2012 > BFH, 12.12.2012 - VI R 79/10 - Steuerliche Behandlung der Kosten einer Betriebsv...
Urt. v. 12.12.2012, Az.: VI R 79/10
110 € für ein Betriebsfest sind heute nicht mehr zeitgemäß
Der BFH hat der Finanzverwaltung aufgegeben, die Freigrenze von 110 € pro Beschäftigten für Betriebsveranstaltungen "alsbald auf der Grundlage von Erfahrungswissen neu zu bemessen". In dem Verfahren ging es um einen Unternehmer, der für ein Betriebsfest im Jahr 2007 pro Betriebsangehörigen 175 € ausgegeben hatte. Das Finanzamt berechnete ihm daraufhin Steuern nach, weil der seit 2002 geltende Freibetrag von 110 € überschritten war. Der BFH bestätigte dies, wies aber zugleich darauf hin, dass es nicht seine Aufgabe sei, von Zeit zu Zeit den Steuerfreibetrag für solche Betriebsveranstaltungen "an die Geldentwertung anzupassen". Dafür sei die Finanzverwaltung zuständig. Der BFH behalte sich im Übrigen vor, "seine bisherige Rechtsprechung zur Bestimmung einer Freigrenze als Ausfluss typisierender Gesetzesauslegung zu überprüfen". Im Klartext: Bei nächster Gelegenheit nach oben zu korrigieren.
Referenz: JurionRS 2012, 32182
Aktenzeichen: VI R 79/10
FG Hessen - 01.09.2010 - AZ: 10 K 381/08
BFHE 240, 44 - 50
ArbRB 2013, 371-372
BB 2013, 806-807
BBK 2013, 296
BFH/NV 2013, 637-639
BFH/PR 2013, 144
DB 2013, 376-379
DStR 2013, 397-400
DStRE 2013, 378
DStZ 2013, 211
EStB 2013, 87
FA 2013, 120
FR 2013, 520-522
GStB 2013, 22
HFR 2013, 305-307
KoR 2013, 218
LGP 2013, 49
NJW 2013, 1182-1184
NZA-RR 2013, 249-251
RdW 2013, 326-329
StBW 2013, 205
StBW 2013, 193-194
STFA 2013, 27-28
StX 2013, 132-133
1. Kosten eines Arbeitgebers aus Anlass einer Betriebsveranstaltung sind bei Überschreiten einer Freigrenze in vollem Umfang als Arbeitslohn zu werten. Die Freigrenze beträgt auch im Jahr 2007 noch 110 €.
Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt --FA--) vertrat die Auffassung, dass die Zuwendungen anlässlich des Sommerfestes lohnsteuerpflichtig seien. Das FA erhob daher mit Bescheid vom 9. Januar 2008 entsprechend § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) pauschal Lohnsteuer in Höhe von 11.005 € nach.
Die Revision ist begründet. Sie führt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zurückverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO).
Die Nachforderung von Lohnsteuer beim Arbeitgeber durch Steuerbescheid kommt in Betracht, wenn die Lohnsteuer vorschriftswidrig nicht angemeldet worden ist und es sich um eine eigene Steuerschuld des Arbeitgebers handelt. Eine eigene Steuerschuld des Arbeitgebers liegt auch vor, wenn die Voraussetzungen für eine Pauschalierung der Lohnsteuer nach § 40 EStG gegeben sind (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 30. April 2009 VI R 55/07, BFHE 225, 58, BStBl II 2009, 726 [BFH 30.04.2009 - VI R 55/07]).
Nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG gehören u.a. Bezüge und Vorteile, die für eine Beschäftigung im öffentlichen oder privaten Dienst gewährt werden, zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit. Dem Tatbestandsmerkmal "für" ist nach ständiger Rechtsprechung zu entnehmen, dass ein dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber zugewendeter Vorteil Entlohnungscharakter für das Zurverfügungstellen der Arbeitskraft haben muss, um als Arbeitslohn angesehen zu werden. Es ist allerdings nicht erforderlich, dass der Einnahme eine konkrete Dienstleistung des Arbeitnehmers zugeordnet werden kann (BFH-Urteile vom 21. Januar 2010 VI R 2/08, BFHE 228, 80, BStBl II 2010, 639 [BFH 21.01.2010 - VI R 2/08]; vom 22. März 1985 VI R 170/82, BFHE 143, 544, BStBl II 1985, 529 [BFH 22.03.1985 - VI R 170/82]; vom 21. Februar 1986 VI R 21/84, BFHE 146, 87, BStBl II 1986, 406 [BFH 21.02.1986 - VI R 21/84]).
Arbeitslohn liegt nach ständiger Rechtsprechung des BFH u.a. dann nicht vor, wenn die Arbeitnehmer durch Sachzuwendungen des Arbeitgebers bereichert werden, der Arbeitgeber jedoch mit seinen Leistungen ganz überwiegend ein eigenbetriebliches Interesse verfolgt (BFH-Urteile vom 22. Oktober 1976 VI R 26/74, BFHE 120, 379, BStBl II 1977, 99 [BFH 22.10.1976 - VI R 26/74]; vom 17. September 1982 VI R 75/79, BFHE 137, 13, BStBl II 1983, 39 [BFH 17.09.1982 - VI R 75/79]; in BFHE 228, 80, [BFH 21.01.2010 - VI R 2/08] BStBl II 2010, 639 [BFH 21.01.2010 - VI R 2/08]; vom 21. Januar 2010 VI R 51/08, BFHE 228, 85, BStBl II 2010, 700 [BFH 21.01.2010 - VI R 51/08]; jeweils m.w.N.; s. auch Drenseck in Festschrift für Lang, Köln 2010, 477, 482; Schmidt/Krüger, EStG, 31. Aufl., § 19 Rz 30 ff.; Eisgruber in Kirchhof, EStG, 11. Aufl., § 19 Rz 64 ff.; Pflüger in Herrmann/Heuer/Raupach, § 19 EStG Rz 225 ff.).
Ebenfalls in ständiger Rechtsprechung bejaht der Senat bei Zuwendungen aus Anlass von Betriebsveranstaltungen ein eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers, sofern er die Aufwendungen tätigt, um den Kontakt der Arbeitnehmer untereinander und damit das Betriebsklima zu fördern (BFH-Urteile in BFHE 143, 544, [BFH 22.03.1985 - VI R 170/82] BStBl II 1985, 529 [BFH 22.03.1985 - VI R 170/82]; in BFHE 146, 87, [BFH 21.02.1986 - VI R 21/84] BStBl II 1986, 406 [BFH 21.02.1986 - VI R 21/84]; vom 25. Mai 1992 VI R 85/90, BFHE 167, 542, BStBl II 1992, 655 [BFH 25.05.1992 - VI R 85/90]; vom 6. Dezember 1996 VI R 48/94, BFHE 182, 142, BStBl II 1997, 331 [BFH 06.12.1996 - VI R 48/94]; vom 16. November 2005 VI R 68/00, BFHE 212, 51, BStBl II 2006, 440 [BFH 16.11.2005 - VI R 68/00]; VI R 151/99, BFHE 211, 321, [BFH 16.11.2005 - VI R 151/99] BStBl II 2006, 439 [BFH 16.11.2005 - VI R 151/99]; VI R 157/98, BFHE 212, 48, [BFH 16.11.2005 - VI R 157/98] BStBl II 2006, 437 [BFH 16.11.2005 - VI R 157/98]; VI R 118/01, BFHE 212, 55, [BFH 16.11.2005 - VI R 118/01] BStBl II 2006, 444 [BFH 16.11.2005 - VI R 118/01]; VI R 151/00, BFHE 211, 325, [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00] BStBl II 2006, 442 [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00]; vom 15. Januar 2009 VI R 22/06, BFHE 224, 136, BStBl II 2009, 476 [BFH 15.01.2009 - VI R 22/06]; in BFHE 225, 58, [BFH 30.04.2009 - VI R 55/07] BStBl II 2009, 726 [BFH 30.04.2009 - VI R 55/07]). Maßgebend für diese Beurteilung ist, dass die fraglichen Zuwendungen der Belegschaft als ganzer angeboten und dass die Vorteile unabhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie der Stellung und Leistung im Betrieb gewährt werden. In diesem Fall fehlt es regelmäßig an einer Beziehung der Arbeitgeberleistung zur individuellen Arbeitsleistung der betroffenen Arbeitnehmer und damit an der Entlohnung (BFH-Urteil in BFHE 146, 87, [BFH 21.02.1986 - VI R 21/84] BStBl II 1986, 406 [BFH 21.02.1986 - VI R 21/84]).
Geldwerte Vorteile, die den Arbeitnehmern bei Betriebsveranstaltungen zufließen, können allerdings dann als Ertrag ihrer individuellen Dienstleistung angesehen werden, wenn eine Betriebsveranstaltung lediglich zum Anlass genommen wird, die Arbeitnehmer zusätzlich zu entgelten. Nach der früheren Rechtsprechung des Senats war dies der Fall, wenn bei solchen Veranstaltungen der "übliche Rahmen von Aufwendungen" der Höhe nach überschritten wird (BFH-Urteile in BFHE 143, 544, [BFH 22.03.1985 - VI R 170/82] BStBl II 1985, 529 [BFH 22.03.1985 - VI R 170/82]; vom 22. März 1985 VI R 82/83, BFHE 143, 550, BStBl II 1985, 532 [BFH 22.03.1985 - VI R 82/83]).
Später hat der Senat die lohnsteuerrechtliche Wertung derartiger Zuwendungen nicht mehr davon abhängig gemacht, ob die Vorteilsgewährung der Höhe nach üblich ist, sondern er hat eine Freigrenze angenommen, bei deren Überschreitung die Zuwendungen in vollem Umfang als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu qualifizieren sind (BFH-Urteile in BFHE 167, 542, [BFH 25.05.1992 - VI R 85/90] BStBl II 1992, 655 [BFH 25.05.1992 - VI R 85/90]; in BFHE 182, 142, [BFH 06.12.1996 - VI R 48/94] BStBl II 1997, 331 [BFH 06.12.1996 - VI R 48/94]; in BFHE 212, 51, [BFH 16.11.2005 - VI R 68/00] BStBl II 2006, 440 [BFH 16.11.2005 - VI R 68/00]; in BFHE 211, 321, [BFH 16.11.2005 - VI R 151/99] BStBl II 2006, 439 [BFH 16.11.2005 - VI R 151/99]; in BFHE 212, 48, [BFH 16.11.2005 - VI R 157/98] BStBl II 2006, 437 [BFH 16.11.2005 - VI R 157/98]; in BFHE 212, 55, [BFH 16.11.2005 - VI R 118/01] BStBl II 2006, 444 [BFH 16.11.2005 - VI R 118/01]; in BFHE 211, 325, [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00] BStBl II 2006, 442 [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00]; in BFHE 224, 136, [BFH 15.01.2009 - VI R 22/06] BStBl II 2009, 476 [BFH 15.01.2009 - VI R 22/06]; in BFHE 225, 58, [BFH 30.04.2009 - VI R 55/07] BStBl II 2009, 726 [BFH 30.04.2009 - VI R 55/07]; s. auch Küttner/Thomas, Personalbuch 2012, Stichwort Betriebsveranstaltung, Rz 3). Der Senat ging bisher davon aus, dass er mit der Festlegung der Freigrenze die Befugnisse richterlicher Rechtsanwendung nicht überschritten hat (BFH-Urteile in BFHE 167, 542, [BFH 25.05.1992 - VI R 85/90] BStBl II 1992, 655 [BFH 25.05.1992 - VI R 85/90]; in BFHE 211, 325, [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00] BStBl II 2006, 442 [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00]).
Für die Jahre 1983 bis 1992 hatte der BFH die Freigrenze auf 150 DM beziffert. Die Finanzverwaltung hatte bald nach dem Ergehen des Senatsurteils in BFHE 167, 542, [BFH 25.05.1992 - VI R 85/90] BStBl II 1992, 655 [BFH 25.05.1992 - VI R 85/90] mit Wirkung ab 1993 die Freigrenze auf 200 DM heraufgesetzt. Ab Veranlagungszeitraum 2002 legt die Finanzverwaltung eine Freigrenze von 110 € je Veranstaltung zugrunde (BFH-Urteil in BFHE 211, 325, [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00] BStBl II 2006, 442 [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00]; s. für das Streitjahr R 72 Abs. 4 Satz 2 der Lohnsteuer-Richtlinien --LStR-- 2005). Der BFH hatte seinerseits für die Jahre 1996 und 1997 die Freigrenze auf 200 DM festgelegt (BFH-Urteil in BFHE 211, 325, [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00] BStBl II 2006, 442 [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00]; zum Jahr 2001 s. BFH-Urteil in BFHE 225, 58, [BFH 30.04.2009 - VI R 55/07] BStBl II 2009, 726 [BFH 30.04.2009 - VI R 55/07]).
In die Ermittlung, ob die Freigrenze überschritten ist, sind grundsätzlich die den Arbeitgeber treffenden Gesamtkosten der Veranstaltung einzubeziehen und zu gleichen Teilen sämtlichen Teilnehmern zuzurechnen (BFH-Urteile in BFHE 167, 542, [BFH 25.05.1992 - VI R 85/90] BStBl II 1992, 655 [BFH 25.05.1992 - VI R 85/90] mit Hinweis auf Abschn. 72 Abs. 4 LStR 1990; in BFHE 212, 48, [BFH 16.11.2005 - VI R 157/98] BStBl II 2006, 437 [BFH 16.11.2005 - VI R 157/98]; in BFHE 212, 55, [BFH 16.11.2005 - VI R 118/01] BStBl II 2006, 444 [BFH 16.11.2005 - VI R 118/01]). Nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG sind Einnahmen, die nicht in Geld bestehen, mit den üblichen Endpreisen am Abgabeort anzusetzen. Bei diesem Wert, der im Schätzungsweg zu ermitteln ist, handelt es sich um den Betrag, den ein Fremder unter gewöhnlichen Verhältnissen für Güter gleicher Art im freien Verkehr aufwenden muss. Nach Auffassung des Senats ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, den Wert der dem Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber anlässlich einer Betriebsveranstaltung zugewandten Leistungen anhand der Kosten zu schätzen, die der Arbeitgeber dafür seinerseits aufgewendet hat. Denn es kann im Regelfall davon ausgegangen werden, dass auch ein Fremder diesen Betrag für die Veranstaltung hätte aufwenden müssen. Sofern sich ein Beteiligter für die Bewertung auf eine abweichende Wertbestimmung beruft, muss er konkret darlegen, dass eine Schätzung des üblichen Endpreises am Abgabeort anhand der vom Arbeitgeber aufgewandten Kosten dem objektiven Wert der Veranstaltung nicht entspricht (BFH-Urteil vom 18. August 2005 VI R 32/03, BFHE 210, 420, BStBl II 2006, 30, [BFH 18.08.2005 - VI R 32/03] zur Zuwendung einer Reise).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) sind Finanzgerichte im Steuerrecht zur Typisierung befugt, sofern es sich dabei um Gesetzesauslegung handelt (Entscheidungen des BVerfG vom 31. Mai 1988 1 BvR 520/83, BVerfGE 78, 214; vom 4. Februar 2005 2 BvR 1572/01, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 2005, 352; s. auch BFH-Urteile vom 21. September 2011 I R 7/11, BFHE 235, 273, BFH/NV 2012, 310; vom 27. Januar 2010 IX R 31/09, BFHE 229, 90, BStBl II 2011, 28 [BFH 27.01.2010 - IX R 31/09]; vom 15. März 2005 X R 39/03, BFHE 209, 320, BStBl II 2005, 817 [BFH 15.03.2005 - X R 39/03]; Sunder-Plassmann in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 1 FGO Rz 144; Kanzler, Finanz-Rundschau 2009, 527; Pahlke, Beiheft zum Deutschen Steuerrecht, Heft 31/2011, 66).
Es kann hier dahinstehen, ob an der, wie erwähnt, bisher vom Senat vertretenen Auffassung, dass sich die Rechtsprechung mit der Bildung der genannten Freigrenze noch im Rahmen ihrer Ermächtigung zur typisierenden Gesetzesauslegung bewegt, zukünftig uneingeschränkt festgehalten werden kann. Denn der Senat ist der Meinung, dass zumindest eine ständige Anpassung des Höchstbetrags an die Geldentwicklung nicht Aufgabe des Gerichts ist, zumal auch der Gesetz- und Verordnungsgeber Pauschbeträge nicht laufend, sondern allenfalls von Zeit zu Zeit korrigiert (BFH-Urteile in BFHE 182, 142, [BFH 06.12.1996 - VI R 48/94] BStBl II 1997, 331 [BFH 06.12.1996 - VI R 48/94]; in BFHE 211, 325, [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00] BStBl II 2006, 442 [BFH 16.11.2005 - VI R 151/00]). Der Senat hält auch zur Gewährleistung von Rechtsanwendungsgleichheit und Rechtssicherheit für den streitigen Zeitraum an dem Höchstbetrag von 110 € fest, zumal nach seiner Einschätzung der Betrag noch ausreicht, um im Rahmen einer Betriebsveranstaltung den Kontakt der Arbeitnehmer untereinander und damit das Betriebsklima zu fördern (gl.A. Zimmermann, EFG 2011, 446). Er ist jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass die Finanzverwaltung erwägen sollte, alsbald den Höchstbetrag, ab dem Zuwendungen des Arbeitgebers bei Betriebsveranstaltungen beim teilnehmenden Arbeitnehmer in vollem Umfang als lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn zu qualifizieren sind, neu und auf der Grundlage von Erfahrungswissen zu bemessen. Im Übrigen behält sich der Senat vor, ggf. seine bisherige Rechtsprechung zur Zulässigkeit typisierender Gesetzesauslegung im hier fraglichen Bereich zu überprüfen.
Es muss sich bei den Kosten des Arbeitgebers, die in die Ermittlung, ob die Freigrenze überschritten ist, einbezogen werden, um Arbeitslohn aus Anlass einer Betriebsveranstaltung handeln. Nach der Rechtsprechung des BFH sind nur solche Leistungen des Arbeitgebers, die den Rahmen und das Programm der Betriebsveranstaltung betreffen, zu berücksichtigen. Leistungen, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Betriebsveranstaltung stehen und durch die der Arbeitnehmer deshalb nicht bereichert ist (s. dazu BFH-Urteil vom 14. November 2012 VI R 56/11, zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt), sind kein Lohn und daher weder in die Ermittlung, ob die Freigrenze überschritten ist, einzubeziehen noch gemäß § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 EStG zu besteuern (BFH-Urteil vom 7. November 2006 VI R 58/04, BFHE 215, 249, BStBl II 2007, 128 [BFH 07.11.2006 - VI R 58/04]). Entsprechendes gilt für Aufwendungen des Arbeitgebers, die nicht direkt der Betriebsveranstaltung zuzuordnen sind (z.B. Kosten der Buchhaltung oder für die Beschäftigung eines "Event-Managers"). Zudem ist zu beachten, dass eine Betriebsveranstaltung Elemente einer sonstigen betrieblichen Veranstaltung enthalten kann, die nicht zur Lohnzuwendung führt (BFH-Urteil in BFHE 225, 58, [BFH 30.04.2009 - VI R 55/07] BStBl II 2009, 726, [BFH 30.04.2009 - VI R 55/07] m.w.N.).
BFH, 12.12.2012 - VI R 50/1...
BFH, 12.12.2012 - XI R 3/10...

References: § 40
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 § 19
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 § 8
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