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Timestamp: 2019-06-16 18:01:33+00:00

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BGH, 10.05.2011 - VI ZR 196/10 - dejure.org
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BGH, 10.05.2011 - VI ZR 196/10 (https://dejure.org/2011,1741)
BGH, Entscheidung vom 10.05.2011 - VI ZR 196/10 (https://dejure.org/2011,1741)
BGH, Entscheidung vom 10. Mai 2011 - VI ZR 196/10 (https://dejure.org/2011,1741)
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§ 67 aF VVG
Feuerversicherung: Verursachung eines Brandschadens durch Erhitzung von Fett als grobe Fahrlässigkeit
Die Verursachung eines Brandschadens durch einen Wohnungsmieter bei unbeaufsichtigter Erhitzung von Fett in einem offenen Kochtopf ist grob fahrlässig; Beurteilung des Vorliegens grober Fahrlässigkeit i.R.d. Verursachung eines Brandschadens durch Erhitzung von Fett auf einem Küchenherd
Brandschaden - Erhitzung von Küchenfett
Brandschaden - Erhitzung von Fett auf Küchenherd
"Augenblicksversagen"; Fahrlässigkeit; Brandschaden
VVG § 67 a. F.; BGB § 276 Abs. 2
Grobe Fahrlässigkeit bei Brandschaden
Augenblicksversagen im Rahmen der Verursachung eines Brandschadens durch Erhitzen von Fett auf einem Küchenherd
Brandschaden durch überhitztes Fett
Nachts Kartoffelröllchen fritiert und nicht aufgepasst: Muss der Mieter für den Brandschaden einstehen?
Brandschäden durch überhitztes Fett auf dem Küchenherd lassen nicht zwangsläufig auf grobe Fahrlässigkeit schließen
Unerfahrener Hausmann haftet nicht für Brandschaden
Wenn der Feuerversicherer zweimal klingelt
AG Nordhorn, 23.09.2009 - 3 C 445/09
LG Osnabrück, 30.06.2010 - 1 S 446/09
LG Osnabrück, 18.08.2010 - 1 S 446/09
Zwar hat das Berufungsgericht den aus dem Schadensrecht stammenden Ausdruck (zum dortigen Verständnis BGH 10. Mai 2011 - VI ZR 196/10 - Rn. 12) erkennbar in einem übertragenen Sinne gebraucht.
Nachgeprüft werden kann nur, ob in der Tatsacheninstanz der Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit verkannt worden ist oder ob beim Bewerten des Grades der Fahrlässigkeit wesentliche Umstände außer Betracht geblieben sind (Senatsurteil vom 10. Mai 2011 - VI ZR 196/10, VersR 2011, 916 Rn. 9 mwN; BGH…, Urteil vom 29. Januar 2003 - IV ZR 173/01, aaO).
a) Nach der seit langem gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der Mieter, der einen Brandschaden durch einfache Fahrlässigkeit verursacht hat, (regelmäßig) vor einem Rückgriff des Gebäudeversicherers (§ 86 Abs. 1 VVG) in der Weise geschützt, dass eine ergänzende Auslegung des Gebäudeversicherungsvertrages einen konkludenten Regressverzicht des Versicherers für die Fälle ergibt, in denen der Wohnungsmieter einen Brandschaden durch einfache Fahrlässigkeit verursacht hat (BGH, Urteil vom 8. November 2000 - IV ZR 298/99, BGHZ 145, 393, 397 ff.; BGH, Beschluss vom 12. Dezember 2001 - XII ZR 153/99, NJW-RR 2002, 1243; BGH, Urteile vom 3. November 2004 - VIII ZR 28/04, NJW-RR 2005, 381 unter II 2;… vom 13. September 2006 - IV ZR 273/05, BGHZ 169, 86 Rn. 8;… vom 10. November 2006 - V ZR 62/06, NJW 2007, 292 Rn. 7;… vom 20. Dezember 2006 - VIII ZR 67/06, NJW-RR 2007, 684 Rn. 8;… vom 27. Januar 2010 - IV ZR 129/09, BGHZ 184, 148 Rn. 8 f.; vom 10. Mai 2011 - VI ZR 196/10, NJW-RR 2011, 1055 Rn. 6; BGH…, Beschluss vom 15. November 2011 - II ZR 304/09, NJW-RR 2012, 280 Rn. 11).
Den Beweis für diesen Verschuldensmaßstab hat im Rahmen des § 81 Abs. 2 VVG der Versicherer zu führen (vgl. jeweils m. w. N. BGH, Urt. v. 10.05.2011, VI ZR 196/10, juris, Rn. 10, 6, VersR 2011, 916;… Senat, Urt. v. 20.05.2011, 20 U 234/11, juris, Rn. 52, RdTW 2015, 341;… Senat, Urt. v. 21.10.2011, 20 U 41/11, juris, Rn. 30, VersR 2012, 479;… Armbrüster, in: Prölss/Martin, VVG, 29. Aufl. 2015, § 81 VVG Rn. 67) .
Vielmehr müssen weitere subjektive Umstände hinzukommen, die es im konkreten Einzelfall gerechtfertigt erscheinen lassen, unter Abwägung aller Umstände den Schuldvorwurf geringer als grob fahrlässig zu bewerten (vgl. BGH, Urt. v. 10.05.2011, VI ZR 196/10, juris, Rn. 12 f. m. w. N., VersR 2011, 916;… Armbrüster, in: Prölss/Martin, VVG, 29. Aufl. 2015, § 81 VVG Rn. 40) .
Ebenso wenig kann vorliegend von einem Augenblicksversagen vor dem Hintergrund einer momentanen Ablenkung (vgl. BGH, Urt. v. 10.05.2011, VI ZR 196/10, juris, Rn. 12 ff., VersR 2011, 916;… Armbrüster, in: Prölss/Martin, VVG, 29. Aufl. 2015, § 81 VVG Rn. 44 m. w. N.) ausgegangen werden.
Vielmehr erscheint ein solcher Vorwurf nur dann als gerechtfertigt, wenn eine auch subjektiv schlechthin unentschuldbare Pflichtverletzung vorliegt, die das in § 276 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch - BGB - bestimmte Maß erheblich überschreitet (BGH, NJW-RR 2011, 1055;… vgl. auch Palandt, Bürgerliches Gesetzbuch, 70. Auflage 2011, § 277 BGB, Rn. 5).
Es gilt zwar keinen Anscheinsbeweis in dem Sinn, dass aus dem Vorliegen objektiv grob fahrlässigen Handelns als Regelfall geschlossen werden kann, dass auch in subjektiver Hinsicht grobe Fahrlässigkeit vorliegt (vgl. BGH, NJW-RR 2011, 1055).
Der Ausdruck "Augenblicksversagen" beschreibt zunächst nur den Umstand, dass der Handelnde für eine kurze Zeit die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt, etwa auf Grund einer kurzzeitigen Überforderung in der Bewältigung einer plötzlichen Gefahrensituation oder auf Grund der längerfristigen Überforderung in der zuverlässigen Überwachung einer ständigen Gefahrensituation (vgl. BGH, NJW-RR 2011, 1055).
Diese Sorgfalt muss in ungewöhnlich hohem Maß verletzt und es muss dasjenige unbeachtet geblieben sein, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen (BGH NJW-RR 2011, 1055 , Tz. 10 m.w.N.).
Vielmehr erscheint ein solcher Vorwurf nur dann als gerechtfertigt, wenn auch eine subjektiv auch schlechthin unentschuldbare Pflichtverletzung vorliegt, die das in § 276 Abs. 2 BGB bestimmte Maß erheblich überschreitet (BGH r + s 2011, 290).
Den Handelnden muss auch in subjektiver Hinsicht ein besonders schweres Verschulden treffen im Sinne einer schlechthin unentschuldbaren Pflichtverletzung, die das in § 276 Abs. 2 BGB bestimmte Maß erheblich überschreitet (vgl.. BGH, Urt. v. 10.05.2011, VI ZR 196/10, juris, OLG Hamm…, Beschluss vom 15.01.2016 - 20 U 219/15 -, Rn. 17, juris;… Palandt-Grüneberg, BGB, 76. Aufl., § 277, Rn. 4 m.w.N.).
In aller Regel ist es erforderlich, nicht nur zur objektiven Schwere der Pflichtverletzung, sondern auch zur subjektiven (personalen) Seite konkrete Feststellungen zu treffen (Senatsurteil vom 10. Mai 2011 - VI ZR 196/10, NJW-RR 2011, 1055 Rn. 10 mwN).
OLG Naumburg, 11.11.2013 - 6 U 21/13
Wohngebäudeversicherung: Regressanspruch des Versicherers wegen eines vom Mieter …

References: § 67
 § 67
 § 276
 BGH 
 § 81
 § 81
 § 81
 § 81
 § 276
 § 277
 § 276
 § 276
 § 277