Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.05.2014&Aktenzeichen=VII%20ZR%20199/13
Timestamp: 2020-04-10 20:20:41+00:00

Document:
BGH, 08.05.2014 - VII ZR 199/13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,11545
BGH, 08.05.2014 - VII ZR 199/13 (https://dejure.org/2014,11545)
BGH, Entscheidung vom 08.05.2014 - VII ZR 199/13 (https://dejure.org/2014,11545)
BGH, Entscheidung vom 08. Mai 2014 - VII ZR 199/13 (https://dejure.org/2014,11545)
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BGB § 286 Abs. 1 a. F., § 249; ZPO § 301
§ 249 BGB, § 286 Abs 1 aF BGB, § 301 ZPO
Bauleistungsvertrag über die Errichtung eines Holzblockhauses: Nutzungsausfallentschädigung bei Verzug des Unternehmers mit der Fertigstellung; Entbehrlichkeit der Aufhebung eines unzulässigen Teilurteils in der Berufungsinstanz
BGB §§ 249, 286 Abs. 1 a. F.; ZPO § 301
Nutzungsausfallentschädigung während Verzug des Unternehmers mit Fertigstellung eines Hauses; Aufhebung unzulässigen Teilurteils bei widersprüchlichen Entscheidungen
Nutzungsausfallentschädigung eines Bestellers während des Verzuges des Unternehmers mit der Fertigstellung eines Hauses ohne Zurverfügungstellen eines gleichwertigen Wohnraums; Möglichkeit der Aufhebung eines unzulässigen Teilurteils bei widersprüchlichen Entscheidungen
Nutzungsausfallschaden bei verspäteter Fertigstellung eines Hauses
Zahlung von Nutzungsausfallentschädigung bei verzögerter Baufertigstelllung durch Auftragnehmer
Zum Anspruch des Bestellers auf Nutzungsausfallentschädigung, wenn sich der Unternehmer mit der Fertigstellung eines Hauses in Verzug befindet; zu den Voraussetzungen, unter denen ein unzulässiges Teilurteil nicht aufgehoben werden muss
Mit Fertigstellung in Verzug: Besteller bekommt Nutzungsausfallentschädigung!
Nutzungsausfallentschädigung bei Verzug des Unternehmers mit Fertigstellung eines Hauses möglich
Verzug des Bauträgers mit Fertigstellung: Bekommt Käufer Ersatz aufgrund Vorenthaltung der Luxuswohnung?
Wenn der Unternehmer mit der geschuldeten Fertigstellung eines Hauses in Verzug gerät - Wann steht dem Besteller eine Nutzungsausfallentschädigung zu?
Verzug mit Fertigstellung: Anspruch auf Entschädigung für entgangenen Wohnkomfort! (IBR 2014, 404)
Prozessuale Entwicklung kann Teilurteil heilen! (IBR 2014, 583)
LG Rottweil, 17.12.2012 - 2 O 83/11
NJW-RR 2014, 979
MDR 2014, 769
DNotZ 2014, 759
NZBau 2014, 556
NZM 2014, 672
VersR 2014, 1264
WM 2014, 1647
BauR 2014, 1300
Ein unzulässiges Teilurteil muss jedoch nicht aufgehoben werden, wenn sich die prozessuale Situation so entwickelt hat, dass es nicht mehr zu widersprüchlichen Erkenntnissen kommen kann (BGH, Urteil vom 8. Mai 2014 - VII ZR 199/13, NJW-RR 2014, 979 Rn. 16).
b) Denn der von Amts wegen zu berücksichtigende (vgl. BGH…, Urteil vom 11. Mai 2011 - VIII ZR 42/10, BGHZ 189, 356 Rn. 19 m.w.N.) Verfahrensfehler der Vorinstanzen muss im Revisionsverfahren nicht mehr zur Aufhebung des Teilurteils führen, wenn sich die prozessuale Situation so entwickelt hat, dass es nicht mehr zu widersprüchlichen Erkenntnissen kommen kann (vgl. BGH…, Beschluss vom 14. April 2016 - IX ZR 161/15, WM 2016, 1087 Rn. 11; Urteile vom 8. Mai 2014 - VII ZR 199/13, NJW-RR 2014, 979 Rn. 16;… vom 10. Juli 1991 - XII ZR 109/90, NJW 1991, 3036 unter 1 [juris Rn. 10]).
a) Allerdings kann es zulässig sein, einen Hauptantrag durch Teilurteil abzuweisen und die Entscheidung über den Hilfsantrag zurückzustellen (BGH, Urteile vom 1. April 1971 - VII ZR 297/69, BGHZ 56, 79, 80 f., vom 13. Februar 1992 - III ZR 28/90, WM 1992, 1031, 1032 f., vom 12. Mai 1995 - V ZR 34/94, WM 1995, 1540 f. und vom 8. Mai 2014 - VII ZR 199/13, WM 2014, 1647 Rn. 12).
Kann sich eine in der Vorinstanz noch bestehende Gefahr einander widersprechender Entscheidungen auf Grund einer Entwicklung der Prozesslage nicht mehr verwirklichen, muss ein nach § 301 ZPO unzulässiges Teilurteil nicht mehr aufgehoben werden (BGH, Urteil v. 10. Juli 1991 - XII ZR 109/90 , NJW 1991, 3036 [unter 1.]; Urteil v. 8. Mai 2014 - VII ZR 199/13 , NJW-RR 2014, 979 Rz. 16).
Anerkannt ist, dass ein unzulässiges Teilurteil nicht aufgehoben werden muss, wenn sich die prozessuale Situation so entwickelt hat, dass es nicht mehr zu widersprüchlichen Entscheidungen kommen kann (BGH, Urteil vom 8. Mai 2014 - VII ZR 199/13, NJW-RR 2014, 979 Rn. 16 mwN).
Dies ist insbesondere der Fall, wenn sich die prozessuale Situation so entwickelt hat, dass es nicht mehr zu widersprüchlichen Entscheidungen kommen kann (BGH 8. Mai 2014 - VII ZR 199/13 - Rn. 16) .
Da die Wohnung ein Lebensgut ist, deren ständige Verfügbarkeit für die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung von zentraler Bedeutung ist, hat die Beklagte diesbezüglich auch den Verlust von Gebrauchsvorteilen zu ersetzen (…vgl. BGH, Urt. v. 20.02.2014 - VII ZR 172/13 = NJW 2014, 1374 Rz. 17; v. 08.05.2014 - VII ZR 199/13 = NJW-RR 2014, 979 Rz. 22).
Bei Ersatzanmietung eines deutlich minderwertigen Wohnraums kann die Nutzungsentschädigung nicht versagt werden (…BGH, Urt. v. 20.02.2014, a.a.O. Rz. 18; v. 08.05.2014, a.a.O. Rz. 23).
Rechtsmittel BGH - Az.: VII ZR 199/13.

References: § 286
 § 249
 § 301

§ 249
 § 286
 § 301
 § 301
 § 301
 BGH