Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/guerschingstenger-bewertungsrecht-bewg-148a-gebaeude-iii-entstehung-und-umfang-der-wirtschaftlichen-einheit_idesk_PI16039_HI8344832.html
Timestamp: 2020-01-19 09:45:38+00:00

Document:
Gürsching/Stenger, Bewertungsrecht, BewG § 148a Gebäude ... / III. Entstehung und Umfang der wirtschaftlichen Einheit | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Gürsching/Stenger, Bewertungsrecht, BewG § 148a Gebäude ... / III. Entstehung und Umfang der wirtschaftlichen Einheit
Das Gebäude auf fremdem Grund und Boden und der dazu gehörende Grund und Boden sind als selbstständige wirtschaftliche Einheiten zu bewerten (§ 138 Abs. 3 i.V.m. § 70 Abs. 3 BewG). Zu der wirtschaftlichen Einheit "Gebäude auf fremdem Grund und Boden" rechnen die von einem anderen als dem Grundstückseigentümer errichteten Gebäude bei Annahme von Scheinbestandteilen oder von wirtschaftlichem Eigentum (Ersatzanspruch), die dazugehörigen Außenanlagen, die sonstigen wesentlichen Bestandteile und das Zubehör.
Die wirtschaftliche Einheit "Gebäude auf fremdem Grund und Boden" entsteht mit der Fertigstellung des Gebäudes. Bei der Grundbesitzbewertung kann es allerdings auch ein Gebäude auf fremdem Grund und Boden im Zustand der Bebauung geben (§ 149 BewG). Im Gegensatz zu den Erbbaurechtsfällen ist es dementsprechend nicht möglich, dass eine wirtschaftliche Einheit "Gebäude auf fremdem Grund und Boden" existiert, bevor mit der Errichtung eines Gebäudes begonnen wurde. In Folge dessen kann eine Bewertung nach § 145 BewG für ein unbebautes Grundstück im Rahmen des § 148a BewG nicht in Betracht kommen.
Die wirtschaftliche Einheit "Grund und Boden mit fremdem Gebäude" umfasst die vertraglich überlassene Grundstücksfläche. Enthält der Vertrag hierzu keine Angaben, ist auf die tatsächlichen Verhältnisse des Einzelfalls abzustellen. Neben der bebauten Fläche rechnet hierzu auch die Fläche im Umgriff des Gebäudes. Lässt sich aufgrund der vertraglich getroffenen Vereinbarungen keine eindeutige Abgrenzung vornehmen, kann die zu dem Gebäude auf fremdem Grund und Boden gehörende Grundstücksfläche mit dem 5fachen der bebauten Fläche geschätzt werden. Ist ein einheitliches Gebäude auf mehreren unmittelbar nebeneinander liegenden Grundstücken errichtet worden, und gehören diese Grundstücke unterschiedlichen Grundstückseigentümern, ist das Gebäude anteilig den Grundstücken zuzurechnen. Jedes Grundstück ist mit dem auf ihn entfallenden Gebäudeanteil als Grundstück mit einem Gebäude auf fremdem Grund und Boden zu bewerten, wenn das Eigentum an dem Grundstück und das Gebäudeeigentum auseinander fallen. Sind der Grundstückseigentümer und der Gebäudeeigentümer identisch, so ist das Grundstück mit dem Gebäudeanteil als bebautes Grundstück im Ertragswertverfahren oder nach § 147 BewG zu bewerten.

References: § 148
 § 148
 § 70
 § 145
 § 148
 § 147