Source: https://www.atommuellreport.de/daten/forschungszentrum-geesthacht.html
Timestamp: 2020-04-06 21:04:39+00:00

Document:
Rubriken: Geesthacht, Forschungseinrichtung, Landessammelstelle, in Betrieb, staatlich
Name des Zentrums:
Helmholtz-Zentrum Geesthacht – Zentrum für Materialforschung und Küstenforschung GmbH (HZG)
Vormals GKSS – Forschungszentrum Geesthacht GmbH (bis 31.10.2010)
Gegründet 1956 als GKSS – Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt GmbH (bis 1979)
Forschungs_
Schlüsseltechnologien, Meeres-, Küsten- und Polarforschung, regenerative Medizin, Struktur der Materie-Forschung mit Photonen, Neutronen und Ionen.
Nukleare Forschungsaktivitäten ausgelagert, z.B. an den FRM-II in Garching
860 (Geesthacht und Teltow)
Das HZG hat zur Vorbereitung des Stilllegungsantrages eine Begleitgruppe eingerichtet. Mitglieder sind Geesthachter Bürgerinnen und Bürger, KommunalpolitikerInnen, die Elterninitiative Geesthacht sowie Vertreterinnen und Vertreter von Umweltorganisationen.
Nach der jetzt erfolgten Einreichung des Stilllegungsantrages bei der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde in Kiel werden von Seiten der Behörde externe Gutachter hinzugezogen und ebenfalls die Öffentlichkeit beteiligt. Dieser Prozess wird voraussichtlich zwei bis drei Jahre dauern. Die vom HZG freiwillig initiierte Veranstaltungsreihe „HZG im Dialog“ wird auch nach der Antragseinreichung und trotz der formellen Öffentlichkeitsbeteiligung durch die Behörden fortgeführt.
Forschungsreaktor FRG 1
Materialforschung mit Strahlrohrexperimenten sowie Isotopenproduktion und Durchführung von Neutronenaktivierungsanalysen
41 (Stand 30.06.2013)
Antrag nach §7 Abs. 3 AtG auf vollständigen Rückbau, gestellt am 21.03.2013
Laut Forschungszentrum Geesthacht geplant bis 2030
Kosten für den Rückbau: FRG-1 und FRG-2 zusammen 73 Mio. € - 90% Bund, 10% Länder
(Baukosten FRG-1 und FRG-2 zusammen ca. 3,15 Mio. € - 90% Bund, 10% Länder)
Experimentier-einrichtungen:
Die Experimentiereinrichtungen wurden bzw. werden in Container zur TU Delft (NL) und zum Petersburg Nuclear Physics Institute (RUS) transportiert.
Forschungsreaktor FRG 2
Bestrahlungsversuche für die Weiterentwicklung von Kernkraftwerkskomponenten und die Reaktorsicherheit
Genehmigung zur Außerbetriebnahme und zum Teilabbau vom 17.01.1995
Antrag nach §7 Abs. 3 AtG auf vollständigen Rückbau, gestellt am 21.03.2013; der restliche Rückbau ist nur zusammen mit FRG-1 möglich, da beide Reaktoren ein gemeinsames Reaktorbecken haben.
Heißes Labor
Genehmigung nach §9 AtG
Atomar-betriebenes Forschungsschiff mit Druckwasserreaktor
1979: spätere Umrüstung auf Dieselantrieb
Leistung, thermisch
Januar 1980: Aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes entlassen
Vakuumtrocknungsanlage für 200-l- bis 400-l-Fässer
Keine Brennelemente mehr vor Ort
Bereitstellungshalle:
Genehmigt nach §7 StrlSchV für max. 678 Gebinde mit konditionierten Abfällen
375 Gebinde eingelagert, 300 kommen aus der Konditionierung zurück, 3 Plätze frei (Stand 01.10.2012)
HAKONA:
Halle für Komponentennachuntersuchung (HAKONA)
Genehmigt nach §3 StrlSchV (alt) für max. 580 Gebinde mit konditionierten Abfällen
384 Gebinde eingelagert, 150 kommen aus der Konditionierung zurück, 46 Plätze frei (Stand 01.10.2012)
Lagerung des Reaktordruckbehälters der NS Otto-Hahn im eigens dafür hergestellten Betonschacht
Neue Versuchshalle:
Umwidmung der neuen Versuchshalle als Transportbereitstellungshalle für vorhandene und Stilllegungsabfälle beantragt
Prognostiziertes Volumen an gesamten radioaktiven Abfällen:
1.600 m³ gesamt:
740 m³ sind bereits vorhanden
760 m3 schwachradioaktive Abfälle aus dem Abriss der Reaktoren
100 m3 mittelradioaktive Abfälle aus dem Abriss der Reaktoren
Ca. 54.700 t Material (Bauschutt, Metalle, Kunststoffe, etc.) sollen freigemessen werden.
Landessammelstelle:
Genehmigung nach §3 StrlSchV (alt), für max. 336 Gebinde
Landessammelstelle der vier norddeutschen Küstenländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Bremen. Das niedersächsische Kontingent ist seit einigen Jahren ausgeschöpft.
275 Gebinde vorhanden, 61 Plätze frei (Stand 1.10.2012)
2000-2002 wurden Altabfälle im Rahmen von Sicherungsmaßnahmen vakuumgetrocknet und in 105 200-l-Edelstahlfässer und 27 korrosionsgeschützte Stahlfässer umgepackt. Diese Gebinde entsprechen den „vorläufigen“ Annahmebedingungen für Schacht KONRAD aus dem Jahr 1995.
In den 77 Abfallgebinden, die die Fa. Amersham Buchler (Nachfolger: Eckert & Ziegler Nuclitec) vor 1980 geliefert hatte, wurde im Jahr 2000 stark strahlendes Material gefunden, u.a. Cäsium 137 in flüssiger Form. Die Fässer sollten ursprünglich in das Endlager ASSE II verbracht werden.
FRG-1 zur Wiederaufarbeitung nach Dounreay (Schottland)
FRG-2 zur Wiederaufarbeitung nach Dounreay (Schottland) sowie zum Department of Energy (USA); letzter Transport 24.07.2012
NS Otto Hahn: 2,89 t SM in der WAK Karlsruhe, Sommer 2010 Abtransport von 52 Brennstäben nach Cadarache (F), Dezember 2010: Überführung des behandelten Materials in 4 CASTOR® KNK zum Zwischenlager Nord in Lubmin
In Dounreay lagern zementierte Abfälle zur Rücklieferung.
ASSE II: 1976 – 1978
19 Transporte mit 1.893 Gebinden schwachaktiver Abfälle
9 Transporte mit 21 Gebinden mittelradioaktiver Abfälle
06.04.1970: GSF an Oberbergamt „… Soweit wir unterrichtet sind, sind in der Sammelstelle (Geesthacht) große Mengen Radium-Abfälle der Fa. Buchler gelagert, die bereits vor mehreren Jahren eine erhebliche Kontamination hervorgerufen haben. Wir glauben nicht, dass die Asse der geeignete Lagerort für diese radioaktiven Abfälle sein wird…“ (siehe auch das Kapitel zu Leese).
Morsleben: 75 m³
Es steht seit vielen Jahren der Verdacht im Raum, dass bei der GKSS auch geheime Experimente für die Entwicklung von Atomwaffen durchgeführt worden sind. Zu den Gründern des Forschungszentrums gehören Kurt Diebner und Erich Bagge, die bereits im Nationalsozialismus an der Entwicklung der Atombombe gearbeitet haben. Bundeskanzler Adenauer machte gemeinsam mit seinem Bundesminister für Atomfragen Franz-Josef Strauß keinen Hehl aus seinem Wunsch, Atomwaffen zu besitzen.
Am 12. September 1986 soll es einen Unfall gegeben haben, bei dem Mikrokügelchen mit hochangereichertem Uran freigesetzt worden sind. Die Unterlagen zu dem Brand wurden bei einem Feuer in der Feuerwehrzentrale am 1.9.1991 alle vernichtet. In der Umgebung wurden später sogenannte PAC-Kügelchen gefunden, die laut kritischen WissenschaftlerInnen Kernbrennstoff enthalten.
Sollte dieser Verdacht begründet sein, hat dies Auswirkungen auf das Radioaktivitätsinventar der Anlage sowie der ASSE II. Behörden und GKSS weisen solche Vorwürfe zurück.

References: §7
 §7
 §9
 §7
 §3
 §3