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Timestamp: 2016-10-21 11:24:15+00:00

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1B_254/2012 (24.05.2012)
1B_254/2012
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Semela,
5405 D�ttwil,
Beschwerde gegen den Entscheid vom 11. April 2012 des Obergerichts des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen.
X.________ wurde am 26. August 2011 im Rahmen einer Strafuntersuchung inhaftiert und in der Folge vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau in Untersuchungshaft gesetzt. Er wird verd�chtigt, eine Frau in der Nacht vom 25. auf den 26. August 2011 geschlagen und ihr Fr. 1'900.-- Bargeld sowie ein Mobiltelefon abgenommen zu haben. Am 7. September 2011 verl�ngerte das Zwangsmassnahmengericht die Untersuchungshaft bis am 5. Dezember 2011. Eine von X.________ gegen die Haftverl�ngerung erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Aargau am 22. September 2011 ab.
Das Bundesgericht hiess eine von X.________ gegen den Entscheid des Obergerichts vom 22. September 2011 erhobene Beschwerde am 2. November 2011 gut und entschied, dieser sei unverz�glich aus der Untersuchungshaft zu entlassen (Urteil 1B_570/2011). Zur Begr�ndung f�hrte es aus, der Haftgrund der Ausf�hrungsgefahr sei nicht gegeben und den Haftgrund der Wiederholungsgefahr habe das Zwangsmassnahmengericht verneint, wogegen die Staatsanwaltschaft im Verfahren vor dem Obergericht und im bundesgerichtlichen Verfahren nichts vorgebracht habe.
Am 21. Dezember 2011 �bernahm die Staatsanwaltschaft Baden von der Staatsanwaltschaft Bern-Seeland ein weiteres Untersuchungsverfahren gegen X.________. In diesem Zusammenhang wird X.________ verd�chtigt, eine andere Frau dazu gebracht zu haben, zwischen dem 23. Dezember 2010 und dem 16. Februar 2011 mehrfach zu seinen Gunsten Geld von ihrem Konto abzuheben. Ausserdem solle er sie gen�tigt haben, eine Vollmacht zu unterschreiben, wonach ihr Gehalt von ihrem Arbeitgeber direkt auf sein Konto �berwiesen werden sollte. Am 16. Februar 2011 soll X.________ Fr. 2'000.-- vom Konto der Frau abgehoben und sie w�hrend eineinhalb Stunden in seiner Wohnung eingeschlossen haben. Anschliessend soll er ihr gegen�ber gewaltt�tig geworden sein und sie gen�tigt haben, mit einem Abschiedsbrief ihren Selbstmord anzuk�ndigen. Schliesslich habe er sie aufgefordert, sich die Pulsadern aufzuschneiden.
Die Staatsanwaltschaft Baden verd�chtigt X.________ �berdies, nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft erneut straff�llig geworden zu sein. Er habe eine weitere Frau veranlasst, einen Kredit �ber Fr. 40'000.-- aufzunehmen und ihm diesen Geldbetrag zu �bergeben. In der Folge habe er sie aufgefordert, ihm noch einmal Fr. 20'000.-- auszuh�ndigen, wenn sie den Betrag von Fr. 40'000.-- zur�ckerhalten wolle, woraufhin die Frau am 4. Februar 2012 bei der Stadtpolizei Z�rich Anzeige gegen ihn erstattet habe.
Am 27. M�rz 2012 wurde X.________ erneut festgenommen. Gleichentags beantragte die Staatsanwaltschaft Baden beim Zwangsmassnahmengericht, der Beschuldigte sei f�r die vorl�ufige Dauer von drei Monaten, d.h. bis zum 27. Juni 2012 in Untersuchungshaft zu versetzen. Das Zwangsmassnahmengericht wies diesen Antrag am 28. M�rz 2012 ab und verf�gte, X.________ sei aus der Haft zu entlassen. Der nicht an der Gerichtsverhandlung teilnehmenden Staatsanwaltschaft er�ffnete es diesen Entscheid unverz�glich telefonisch. Daraufhin erhob die Staatsanwaltschaft innerhalb von weniger als zwei Stunden Beschwerde ans Obergericht. Sie beantragte die Genehmigung der Untersuchungshaft und die Erteilung der aufschiebenden Wirkung ihrer Beschwerde bzw. die vorl�ufige Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft. Am 29. M�rz 2012 ordnete die Verfahrensleitung der Beschwerdeinstanz vorsorglich die vorl�ufige Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft an. Am 11. April 2012 hiess das Obergericht die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gut, hob die Verf�gung des Zwangsmassnahmengerichts vom 28. M�rz 2012 auf und ordnete �ber X.________ die Untersuchungshaft f�r die Dauer von drei Monaten, d.h. bis zum 27. Juni 2012 an.
Gegen diesen Entscheid hat X.________ am 30. April 2011 Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht erhoben. Er beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und er sofort aus der Haft zu entlassen.
Unter Hinweis auf die Ausf�hrungen im angefochtenen Entscheid verzichtet die Vorinstanz auf eine Stellungnahme. Die Staatsanwaltschaft beantragt sinngem�ss die Abweisung der Beschwerde. Das Zwangsmassnahmengericht liess sich nicht vernehmen. Mit Eingabe vom 15. Mai 2012 h�lt der Beschwerdef�hrer an der Beschwerde fest.
Angefochten ist ein letztinstanzlicher kantonaler Entscheid in einer Strafsache, gegen den gem�ss Art. 78 ff. BGG grunds�tzlich die Beschwerde in Strafsachen offen steht. Nach Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG ist die Beschwerde gegen den selbstst�ndig er�ffneten Zwischenentscheid zul�ssig, da die Anordnung von Untersuchungshaft einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann. Der Beschwerdef�hrer ist nach Art. 81 Abs. 1 BGG beschwerdebefugt. Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Der angefochtene Entscheid betrifft die Anordnung von Untersuchungshaft und damit eine Zwangsmassnahme im Sinne von Art. 196 ff. StPO (SR 312.0). Strafprozessuale Zwangsmassnahmen sind Verfahrenshandlungen der Strafbeh�rden, die in die Grundrechte der Betroffenen eingreifen und dazu dienen, Beweise zu sichern, die Anwesenheit von Personen im Verfahren sicherzustellen oder die Vollstreckung des Endentscheids zu gew�hrleisten (Art. 196 lit. a-c StPO). Die Auslegung und die Anwendung der im Bundesrecht geregelten Voraussetzungen f�r die Grundrechtsbeschr�nkungen pr�ft das Bundesgericht mit freier Kognition (Art. 95 lit. a BGG; vgl. BGE 128 II 259 E. 3.3 S. 269). Mit dem Entscheid �ber strafprozessuale Zwangsmassnahmen wird �ber die Grundrechtsbeschr�nkung definitiv entschieden. Somit stellen diese Zwangsmassnahmen keine vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG dar. Die nach dieser Bestimmung vorgeschriebene Beschr�nkung der R�gegr�nde ist demnach nicht anwendbar (vgl. Urteil 1B_277/2011 vom 28. Juni 2011 E. 1.2 mit Hinweisen).
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Staatsanwaltschaft sei nicht berechtigt gewesen, gegen die Verf�gung des Zwangsmassnahmengerichts vom 28. M�rz 2012 Beschwerde ans Obergericht zu erheben, weil sie nicht an der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht teilgenommen habe. Demzufolge h�tte die Vorinstanz auf die Beschwerde nicht eintreten d�rfen.
3.1 Nach Art. 222 StPO kann die verhaftete Person Entscheide �ber die Anordnung, die Verl�ngerung und die Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der Beschwerdeinstanz anfechten. Dasselbe Beschwerderecht steht nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Staatsanwaltschaft zu. Das Bundesgericht hat zusammenfassend erwogen, aufgrund der in Art. 111 BGG statuierten Einheit des Verfahrens m�sse derjenige, der zur Beschwerde ans Bundesgericht berechtigt sei, sich am Verfahren vor allen kantonalen Instanzen als Partei beteiligen k�nnen. Dazu verlange das �ffentliche Interesse an einer funktionierenden Strafjustiz, dass die Staatsanwaltschaft ein Beschwerderecht gegen einen die Haft aufhebenden Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts besitze (BGE 137 IV 230 E. 1 S. 232 mit Hinweisen).
3.2 Gem�ss Art. 226 Abs. 5 StPO ist die beschuldigte Person unverz�glich freizulassen, wenn das Zwangsmassnahmengericht die Untersuchungshaft nicht anordnet. Dieses Recht auf unverz�gliche Freilassung ergibt sich aus dem Grundrecht der pers�nlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV), welches gest�tzt auf die Art. 31 BV und Art. 5 EMRK in strafrechtlichen Verfahren unter bestimmten Voraussetzungen eingeschr�nkt werden kann (vgl. auch Art. 36 BV). Verf�gt das Zwangsmassnahmengericht die sofortige Freilassung, obwohl nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ein Haftgrund nach Art. 221 StPO besteht, kann das die Fortf�hrung des Strafverfahrens indessen erschweren oder gar vereiteln. Um dies zu verhindern, besteht ein Interesse, dass die Staatsanwaltschaft im Rahmen ihrer Beschwerde an die Beschwerdeinstanz nach Art. 393 StPO zumindest vor�bergehend die Freilassung verhindern kann (BGE 137 IV 230 E. 2.1 S. 233, 237 E. 2.1 S. 241). Zur Gew�hrleistung des Beschwerderechts der Staatsanwaltschaft ist erforderlich, die Freilassung des Beschuldigten aufzuschieben, bis die Beschwerdeinstanz �ber die Fortdauer der Haft w�hrend des Beschwerdeverfahrens im Sinne von Art. 388 lit. b StPO wenigstens superprovisorisch entscheiden kann (BGE 137 IV 237 E. 2.4 S. 244).
Vor dem Hintergrund des Anspruchs des Beschuldigten auf unverz�gliche Freilassung gem�ss Art. 226 Abs. 5 StPO muss die Staatsanwaltschaft ihre Beschwerde unmittelbar nach Kenntnis des Haftentlassungsentscheids und grunds�tzlich vor dem Zwangsmassnahmengericht ank�ndigen. Die Ank�ndigung hat zur Folge, dass die Haft nach dem Freilassungsentscheid des Zwangsmassnahmengerichts bis zur sofortigen Beschwerdeerhebung durch die Staatsanwaltschaft fortbesteht. Um dem Erfordernis der unverz�glichen Beschwerdeerhebung im Anschluss an die Ank�ndigung nachzukommen, muss die Staatsanwaltschaft sp�testens drei Stunden nach der Ank�ndigung beim Zwangsmassnahmengericht eine (wenigstens kurz) begr�ndete Beschwerdeschrift einreichen und darin die Aufrechterhaltung der Haft beantragen. Diesfalls ist das Zwangsmassnahmengericht gehalten, den Beschuldigten weiter in Haft zu belassen und die Beschwerde mit dem Dossier und seiner allf�lligen Stellungnahme verzugslos der Beschwerdeinstanz zu �bermitteln (BGE 138 IV 92 E. 3.3 S. 97).
Nach dem Eingang der Beschwerde bei der Beschwerdeinstanz hat deren Verfahrensleitung die erforderlichen Anordnungen im Sinne von Art. 388 StPO zu erlassen. Solche Anordnungen m�ssen aus Gr�nden der Dringlichkeit meist ohne Anh�rung der betroffenen Person als superprovisorische Verf�gung ergehen. Sie sind anschliessend nach Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs zu best�tigen oder zu �ndern. Eine von der Staatsanwaltschaft unmittelbar nach Kenntnis des Haftentlassungsentscheids, aber vor der tats�chlichen Entlassung des Beschuldigten eingereichte Beschwerde hat somit zur Folge, dass die Untersuchungshaft vorl�ufig weiterbesteht, bis die zust�ndige Verfahrensleitung der Beschwerdeinstanz (superprovisorisch) �ber weitere Massnahmen im Sinne von Art. 388 StPO entscheiden kann. Es handelt sich dabei in der Regel um eine Verl�ngerung der Haft um einige Stunden, was im Interesse der Erreichung des Untersuchungszwecks bei bestehenden Haftgr�nden und zur Gew�hrleistung eines wirksamen Beschwerderechts der Staatsanwaltschaft mit Art. 226 Abs. 5 StPO vereinbar erscheint (BGE 138 IV 92 E. 3.4 S. 98).
3.3 Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau teilt der Staatsanwaltschaft einen negativen Entscheid, n�mlich die Nichtanordnung der beantragten Untersuchungshaft, praxisgem�ss vorab telefonisch mit, wenn die Staatsanwaltschaft wie vorliegend nicht an der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht teilnimmt (vgl. Art. 225 Abs. 1 StPO). Dem Beschwerdef�hrer ist darin zuzustimmen, dass die StPO eine telefonische Er�ffnung des (negativen) Haftanordnungsentscheids nicht ausdr�cklich vorsieht. Die nicht an der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht teilnehmende Staatsanwaltschaft hat denn auch keinen gesetzlichen Anspruch darauf, dass ihr ein solcher Entscheid vorab telefonisch mitgeteilt wird. Dies schliesst allerdings nicht aus, dass sich die beteiligten Beh�rden hinsichtlich des Vorgehens in solchen F�llen untereinander absprechen. Sofern der Entscheid der nicht pers�nlich an der Verhandlung vertretenen Staatsanwaltschaft wie von Art. 226 Abs. 2 StPO vorgeschrieben (zus�tzlich) unverz�glich schriftlich er�ffnet wird, steht einer vorg�ngigen telefonischen Mitteilung nichts entgegen. Dieses Vorgehen erm�glicht es der Staatsanwaltschaft, ihre Beschwerde sofort anzuk�nden, selbst wenn sie nicht pers�nlich an der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht vertreten ist. Die vorl�ufige Fortdauer der Untersuchungshaft ist in einem solchen Fall mit Art. 226 Abs. 5 StPO vereinbar, sofern die Abwesenheit der Staatsanwaltschaft an der Verhandlung nicht zu Verz�gerungen f�hrt. Insbesondere muss die Staatsanwaltschaft auch bei einem solchen Vorgehen sp�testens drei Stunden nach der (m�ndlichen) Er�ffnung des Entscheids gegen�ber der beschuldigten Person beim Zwangsmassnahmengericht eine (wenigstens kurz) begr�ndete Beschwerdeschrift einreichen und darin die Aufrechterhaltung der Haft beantragen (vgl. E. 3.2 hiervor).
3.4 Vorliegend hat die nicht pers�nlich an der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht vertretene Staatsanwaltschaft, nachdem ihr die Nichtanordnung der Untersuchungshaft vorab telefonisch mitgeteilt worden ist, innerhalb von drei Stunden nach der (m�ndlichen) Er�ffnung des Entscheids gegen�ber dem Beschwerdef�hrer eine begr�ndete Beschwerdeschrift eingereicht und darin die Aufrechterhaltung der Haft beantragt. Dieses Vorgehen hat zu keinen weiteren Verz�gerungen gef�hrt und ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. Damit erweist sich die R�ge des Beschwerdef�hrers, die Vorinstanz h�tte nicht auf die Beschwerde eintreten d�rfen, als unbegr�ndet.
Nach Art. 221 Abs. 1 StPO sind Untersuchungs- und Sicherheitshaft nur zul�ssig, wenn die beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verd�chtig ist und ausserdem Flucht-, Kollusions- oder Wiederholungsgefahr vorliegt. Weiter ist Haft zul�ssig, wenn ernsthaft zu bef�rchten ist, eine Person werde ihre Drohung, ein schweres Verbrechen auszuf�hren, wahrmachen (Art. 221 Abs. 2 StPO). Das zust�ndige Gericht ordnet gem�ss Art. 237 Abs. 1 StPO an Stelle der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erf�llen.
Der Beschwerdef�hrer bestreitet zun�chst den allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts.
5.1 Das Bundesgericht hat bei der �berpr�fung des allgemeinen Haftgrunds des dringenden Tatverdachts keine ersch�pfende Abw�gung s�mtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in Untersuchungshaft, ist vielmehr zu pr�fen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse gen�gend konkrete Anhaltspunkte f�r eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdef�hrers an dieser Tat vorliegen, die Justizbeh�rden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gr�nden bejahen durften. Im Haftpr�fungsverfahren gen�gt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erf�llen k�nnte (vgl. BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146).
5.2 In ihrem Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft f�hrte die Staatsanwaltschaft aus, die Frau, welche den Beschwerdef�hrer am 4. Februar 2012 bei der Stadtpolizei Z�rich anzeigte, habe ausgesagt, Anfang August 2011 �ber eine Chat-Plattform einen Mann kennengelernt zu haben. Nachdem der Kontakt zun�chst abgebrochen sei, habe sich dieser Mann Anfang November 2011 wieder gemeldet, woraufhin sie sich in Z�rich getroffen h�tten. Er habe mit ihr als Gesch�ftspartnerin ein Restaurant in Luzern er�ffnen wollen, weshalb er sie gebeten habe, ihm Fr. 40'000.-- zu geben. Sie habe einen Kredit �ber diesen Betrag aufgenommen und ihm das Geld Ende November 2011 in bar ausgeh�ndigt. In der Folge sei sie von ihm aufgefordert worden, ihm nochmals Fr. 20'000.-- auszuh�ndigen, ansonsten sie den bereits ausgeh�ndigten Betrag nicht mehr zur�ckbekommen werde. Nachdem sie anf�nglich bereit gewesen sei, auf diese Forderung einzugehen, habe sie von einer Kollegin nach langem Zureden davon abgehalten werden k�nnen. Weiter f�hrte die Staatsanwaltschaft aus, die Anzeigeerstatterin habe den Beschwerdef�hrer anl�sslich einer polizeilichen Einvernahme anhand eines Fotowahlbogens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als diejenige Person identifiziert, die sie auf der Chat-Plattform kennengelernt habe. Der Beschwerdef�hrer habe anl�sslich der Er�ffnung der Festnahme best�tigt, dass er die Anzeigeerstatterin im August 2011 �ber eine Internet-Plattform kennengelernt und sie im November 2011 getroffen habe. Es h�tten lediglich zwei Treffen stattgefunden, wobei er nie Geld oder andere Verm�genswerte von ihr erhalten habe. S�mtliche Vorhalte betreffend ein n�tigendes Verhalten habe der Beschwerdef�hrer in Abrede gestellt. Aufgrund der Aussagen der am 4. Februar 2012 Anzeige erstattenden Frau und des Beschwerdef�hrers anl�sslich der Strafuntersuchung kam das Zwangsmassnahmengericht in seiner Verf�gung vom 28. M�rz 2012 zum Schluss, es bestehe ein dringender Tatverdacht zumindest hinsichtlich einer versuchten N�tigung (Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB).
Die Vorinstanz bezog bei der Pr�fung, ob ein dringender Tatverdacht im Sinne von Art. 221 Abs. 1 StPO bestehe, neben den vom Beschwerdef�hrer seit November 2011 mutmasslich begangenen Delikte diejenigen Straftaten mit ein, die er bereits zwischen dem 23. Dezember 2010 und dem 16. Februar 2011 sowie im August 2011 begangen haben soll. Das geschilderte Tatmuster stimme mit den unabh�ngig voneinander zur Anzeige gebrachten und untersuchten fr�heren Vorf�llen �berein. Der Beschwerdef�hrer habe jedesmal mit seinen Opfern unter falschem Namen in Chat-Foren Kontakt aufgenommen und sie anschliessend zu veranlassen versucht, ihm auf unterschiedliche Weise und unter falschen Angaben �ber den Verwendungszweck Geld zu beschaffen, sei es direkt von ihren Konten mit Bez�gen via Bancomat, mit der Erteilung einer Vollmacht zur Lohn�berweisung auf sein Konto oder durch Aufnahme eines Kredits zu seinen Gunsten. In allen F�llen stimmten die Schilderungen dahingehend �berein, dass der Beschwerdef�hrer vor Gewalt und Drohung nicht zur�ckgeschreckt habe.
5.3 Der Beschwerdef�hrer bringt diesbez�glich vor, die Vorinstanz habe mit unsubstanziierten Pauschalvorw�rfen die Begr�ndungspflicht und insofern sein Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt. Die Aussagen der Frau, welche gegen ihn am 4. Februar 2012 bei der Stadtpolizei Z�rich Anzeige erstattet habe, seien nicht glaubw�rdig. Der geschilderte Sachverhalt werde von ihm vollst�ndig bestritten. Ausserdem w�ren die geschilderten Handlungen auch gar nicht strafbar. Die Androhung, ein Darlehen nicht zur�ckzubezahlen, k�nne nicht als Androhung ernstlicher Nachteile im Sinne von Art. 181 StGB gelten.
5.4 Die von der Vorinstanz zum Vorliegen des dringenden Tatverdachts gemachten Ausf�hrungen gen�gen der beh�rdlichen Begr�ndungspflicht (vgl. dazu BGE 134 I 83 E. 4.1; 133 I 270 E. 3.1 S. 277; je mit Hinweisen). In der Sache ist festzuhalten, dass die Staatsanwaltschaft gegen den Beschwerdef�hrer eine Strafuntersuchung f�hrt wegen des Verdachts auf Raub, mehrfachen Diebstahl, Betrug, schwere K�rperverletzung, Verbreitung menschlicher Krankheiten, Veruntreuung, einfache K�rperverletzung, Drohung, N�tigung, grobe Verletzung der Verkehrsregeln, Fahren in fahrunf�higem Zustand sowie diverse weitere Vergehen. Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass bei der Beurteilung der Frage, ob ein dringender Tatverdacht bestehe, nicht nur auf die Taten abzustellen ist, die der Beschwerdef�hrer seit November 2011 begangen, sondern auch auf diejenigen, die er schon zwischen dem 23. Dezember 2010 und dem 16. Februar 2011 sowie im August 2011 ver�bt haben soll. Aus dem angefochtenen Entscheid und den weiteren Akten ergibt sich, dass der Beschwerdef�hrer von drei verschiedenen mutmasslich gesch�digten Frauen konkret und detailliert belastet worden ist, schwere strafbare Handlungen gegen Leib und Leben, gegen das Verm�gen und gegen die Freiheit begangen zu haben (vgl. Rapport der Kantonspolizei Bern vom 28. Februar 2011, Rapport der Kantonspolizei Aargau vom 13. November 2011, Rapport der Stadtpolizei Z�rich vom 20. Februar 2012 sowie diverse Einvernahmeprotokolle).
Zwar bestreitet der Beschwerdef�hrer die ihm vorgeworfenen Handlungen. Das Vorliegen eines dringenden Tatverdachts vermag er allerdings nicht glaubw�rdig zu widerlegen. Wie die Vorinstanz zu Recht dargelegt hat, lassen die Schilderungen der mutmasslich gesch�digten Frauen eine �bereinstimmende Vorgehensweise des Beschwerdef�hrers bzw. ein identisches Tatmuster erkennen. Verbunden mit dem Umstand, dass die drei mutmasslich gesch�digten Frauen die Handlungen des Beschwerdef�hrers v�llig unabh�ngig voneinander geschildert haben, spricht dies f�r die Annahme eines dringenden Tatverdachts. Die Vorinstanz hat kein Bundesrecht verletzt, wenn sie aufgrund der bisherigen Untersuchung im Ergebnis davon ausgegangen ist, dass insgesamt gen�gend Anhaltspunkte f�r die Erf�llung schwerer Straftaten im Sinne von Art. 221 Abs. 1 StPO bestehen.
Der Beschwerdef�hrer r�gt ausserdem, die Vorinstanz habe den Haftgrund der Wiederholungsgefahr zu Unrecht bejaht.
6.1 Der besondere Haftgrund der Wiederholungsgefahr ist gegeben, wenn ernsthaft zu bef�rchten ist, dass die beschuldigte Person durch Verbrechen oder schwere Vergehen (vgl. dazu BGE 137 IV 84 E. 3.2 S. 85 f.) die Sicherheit anderer erheblich gef�hrdet, nachdem sie bereits fr�her gleichartige Straftaten ver�bt hat (Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO). Nach der Praxis des Bundesgerichts kann die Anordnung bzw. Fortsetzung von strafprozessualer Haft wegen Wiederholungsgefahr dem Verfahrensziel der Beschleunigung dienen, indem verhindert wird, dass sich der Strafprozess durch immer neue Delikte kompliziert und in die L�nge zieht. Auch die Wahrung des Interesses an der Verh�tung weiterer schwerwiegender Delikte ist nicht verfassungs- und grundrechtswidrig. Vielmehr anerkennt Art. 5 Ziff. 1 lit. c EMRK ausdr�cklich die Notwendigkeit, Beschuldigte an der Begehung strafbarer Handlungen zu hindern, somit Spezialpr�vention, als Haftgrund (BGE 137 IV 84 E. 3.2 S. 85 mit Hinweis).
6.2 Bei den Vortaten muss es sich um Verbrechen oder schwere Vergehen gegen gleiche oder gleichartige Rechtsg�ter gehandelt haben. Die fr�her begangenen Straftaten k�nnen sich aus rechtskr�ftig abgeschlossenen Strafverfahren ergeben. Sie k�nnen jedoch auch Gegenstand eines noch h�ngigen Strafverfahrens bilden, in dem sich die Frage der Untersuchungs- und Sicherheitshaft stellt, sofern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die beschuldigte Person solche Straftaten begangen hat. Der Nachweis, dass die beschuldigte Person eine Straftat ver�bt hat, gilt bei einem glaubhaften Gest�ndnis oder einer erdr�ckenden Beweislage als erbracht (BGE 137 IV 84 E. 3.2 S. 86 mit Hinweisen). Der Haftgrund der Wiederholungsgefahr kann unter Umst�nden auch schon gegeben sein, wenn die beschuldigte Person fr�her nur eine gleichartige Straftat ver�bt hat (Urteil 1B_133/2011 vom 12. April 2011 E. 4.7). Bei akut drohenden Schwerverbrechen kann nach der Praxis des Bundesgerichtes unter bestimmten Voraussetzungen sogar ausnahmsweise auf das Vortatenerfordernis ganz verzichtet werden (vgl. BGE 137 IV 13 E. 3-4 S. 18 ff.).
Die Vorinstanz stellte im angefochtenen Entscheid in tats�chlicher Hinsicht fest, dass der Beschwerdef�hrer mit Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 27. Juli 2010 wegen versuchter schwerer K�rperverletzung, mehrfacher T�tlichkeit, mehrfachen (teilweise versuchten) Diebstahls, mehrfacher Sachbesch�digung, versuchter N�tigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie weiterer Delikte und am 28. Februar 2003 von der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau unter anderem wegen mehrfachen Diebstahls verurteilt worden ist. Dem in den Akten liegenden Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister ist zu entnehmen, dass er die Taten, f�r die er vom Kantonsgericht Basel-Landschaft verurteilt worden ist, �ber einen Zeitraum vom Januar 2006 bis Juni 2008 zu verschiedenen Zeitpunkten begangen hat. Die Verurteilung durch die Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau betreffen Taten aus dem Jahr 2002. Es handelt sich bei den fr�her ver�bten Taten mindestens teilweise um schwere und die Sicherheit anderer erheblich gef�hrdende Straftaten im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO. Die ver�bten Taten betreffen wie diejenigen, denen der Beschwerdef�hrer in der laufenden Strafuntersuchung dringend verd�chtig ist, die Rechtsg�ter Leib und Leben, Verm�gen und Freiheit. Damit ist das Erfordernis der ver�bten Vortaten gem�ss Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO erf�llt, ohne dabei auf die Gegenstand der laufenden Strafuntersuchung bildenden Straftaten abzustellen, hinsichtlich derer der Beschwerdef�hrer nicht gest�ndig ist.
6.3 Die Begehung der in Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO genannten Delikte muss ernsthaft zu bef�rchten sein. Erforderlich ist eine sehr ung�nstige R�ckfallprognose. Dabei sind insbesondere die H�ufigkeit und Intensit�t der untersuchten Delikte sowie die einschl�gigen Vorstrafen zu ber�cksichtigen (BGE 137 IV 84 E. 3.2 S. 86).
Das Zwangsmassnahmengericht in seiner Verf�gung vom 28. M�rz 2012 sowie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid stellten dem Beschwerdef�hrer unter anderem gest�tzt auf ein Kurzgutachten der Psychiatrischen Dienste Aargau vom 15. November 2011 eine ung�nstige R�ckfallprognose aus. Die Gutachter haben erkannt, dass der Beschwerdef�hrer an einer mittelschweren dissozialen Pers�nlichkeitsst�rung leide. Dar�ber hinaus sei ein problematischer Gebrauch von psychotropen Substanzen festzustellen. F�r Drogen- und verkehrsrechtliche Delikte sowie Eigentumsdelikte bestehe eine mittelgradige, f�r Gewaltdelikte eine mittelgradige bis hohe R�ckfallwahrscheinlichkeit. Bei der Beurteilung der R�ckfallgefahr w�rden insbesondere die psychiatrische St�rung, die persistierende Delinquenz und der Konsum von Drogen ins Gewicht fallen. Dar�ber hinaus seien Pers�nlichkeitsmerkmale festgestellt worden, die mit einem erh�hten Risiko f�r weitere Delinquenz korrelierten.
Angesichts der einschl�gigen Vorstrafen und des psychiatrischen Kurzgutachtens erweist sich die R�ckfallprognose f�r den Beschwerdef�hrer als sehr ung�nstig und es ist ernsthaft zu bef�rchten, dass er im Falle einer Haftentlassung erneut schwere Straftaten im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO begehen w�rde.
Die Beschwerde erweist sich als unbegr�ndet und ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdef�hrer grunds�tzlich kostenpflichtig. Er ersucht indes um unentgeltliche Rechtspflege. Da die Voraussetzungen von Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG erf�llt sind, kann dem Gesuch entsprochen werden.
2.2 Rechtsanwalt Stefan Semela wird aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 1'500.-- ausgerichtet.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Staatsanwaltschaft Baden, dem Zwangsmassnahmengericht und dem Obergericht des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 78
 Art. 93
 Art. 81
 Art. 196
 BGE 
 Art. 98
 Art. 222
 Art. 111
 Art. 226
 Art. 31
 Art. 5
 Art. 36
 Art. 221
 Art. 393
 Art. 388
 Art. 226
 Art. 388
 Art. 388
 Art. 226
 Art. 225
 Art. 226
 Art. 226
 Art. 221
 Art. 237
 BGE 
 Art. 22
 Art. 221
 Art. 181
 BGE 
 Art. 221
 BGE 
 Art. 5
 BGE 
 Art. 221
 Art. 221
 Art. 221
 Art. 221
 Art. 64