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Timestamp: 2019-06-16 18:12:55+00:00

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BFH, 13.08.1997 - I R 89/96 - dejure.org
BFH, 13.08.1997 - I R 89/96
https://dejure.org/1997,411
BFH, 13.08.1997 - I R 89/96 (https://dejure.org/1997,411)
BFH, Entscheidung vom 13.08.1997 - I R 89/96 (https://dejure.org/1997,411)
BFH, Entscheidung vom 13. August 1997 - I R 89/96 (https://dejure.org/1997,411)
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KStG § 8 Abs. 4; EStG § 10d; GewStG § 10a
Regelungsgehalt des § 8 KStG - Aufnahme eines neuen Geschäftsbetriebs - Sinn und Zweck der Norm - Anwendbarkeit
Körperschaftsteuer; Verlustabzug nach Mantelkauf gemäß § 8 Abs. 4 KStG
EStG § 10 d
Gesellschafter; Mantelkauf; Umwandlung; Verlustvortrag; Wirtschaftliche Identität
BFHE 183, 556
NJW 1998, 559
BB 1997, 2468
DB 1997, 2411
BStBl II 1997, 829
NZG 1998, 119
§ 8 Abs. 4 KStG 1996 in seinen hier streitigen Fassungen definiert die "wirtschaftliche Identität" einer Körperschaft nicht, sondern bestimmt in Satz 2 lediglich beispielhaft, wann eine wirtschaftliche Identität nicht mehr gegeben ist (BFH-Urteile vom 22. Oktober 2003 I R 18/02, BFHE 204, 273, BStBl II 2004, 468, und vom 13. August 1997 I R 89/96, BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829).
Zwar kann der Verlust der wirtschaftlichen Identität auch dann eintreten, wenn nicht mehr als 75 v.H. aller Geschäftsanteile übertragen werden, jedoch der Anteilserwerber eine Rechtsposition erhält, die mit der eines Gesellschafters wirtschaftlich vergleichbar ist, der mehr als 75 v.H. der Geschäftsanteile einer Kapitalgesellschaft hält (BFH-Urteil in BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829).
Dies ist anhand einer gegenständlichen Betrachtungsweise zu ermitteln; eine Verrechnung von Zu- und Abgängen zu einem betragsmäßigen Saldo ist nicht vorzunehmen (Bestätigung der Senatsurteile vom 13. August 1997 I R 89/96, BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829, und vom 8. August 2001 I R 29/00, BFHE 196, 178, BStBl II 2002, 392; Abweichung vom BMF-Schreiben vom 17. Juni 2002, BStBl I 2002, 629 i.V.m. BMF-Schreiben vom 16. April 1999, BStBl I 1999, 455 Tz. 09).
Während es bei § 12 Abs. 3 Satz 2 UmwStG 1995 a.F. auf eine Einstellung zum Zeitpunkt der Eintragung des Vermögensübergangs im Handelsregister ankommt, nennt § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1996 a.F. die Anteilsübertragung und verlangt eine "danach" erfolgende Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs; mit dieser letzteren Formulierung gibt das Gesetz die zeitliche Abfolge für die Verwirklichung der Merkmale vor (Senatsurteil in BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829; vgl. auch den Vorlagebeschluss des Senats in BFHE 214, 424).
Überwiegend neues Betriebsvermögen liegt vor, wenn das zugegangene Aktivvermögen den Bestand des vorher vorhandenen Restaktivvermögens übersteigt (vgl. Senatsurteil in BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829).
BFH, 01.10.2014 - I R 95/04
Übergangsregelung zum Verlustabzug nach § 8 Abs. 4 KStG a. F. nicht …
a) Die wirtschaftliche Identität i.S. des § 8 Abs. 4 Satz 1 KStG 1996 kann allerdings verlorengehen, wenn vor der Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs einer Kapitalgesellschaft nicht mehr als drei Viertel aller Geschäftsanteile übertragen werden, jedoch ein Anteilserwerber eine Rechtsposition erhält, die mit der eines Gesellschafters wirtschaftlich vergleichbar ist, der mehr als drei Viertel der Geschäftsanteile an der Kapitalgesellschaft hält (Senatsurteil vom 13. August 1997 I R 89/96, BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829).
Ein derartiger Sachverhalt, der im Senatsurteil in BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829 auf der Grundlage besonderer Umstände des Einzelfalls (insbesondere mit Blick auf eine Bürgschaftsübernahme) angenommen worden war, liegt hier indessen nicht vor.
Überwiegend neues Betriebsvermögen liegt vor, wenn das zugegangene Aktivvermögen den Bestand des vorher vorhandenen Restaktivvermögens übersteigt (vgl. Senatsurteil vom 13. August 1997 I R 89/96, BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829).
Darüber hinaus lässt es nicht die bloße Fortführung des Geschäftsbetriebs genügen, sondern verlangt dessen Wiederaufnahme nach vorheriger Einstellung (vgl. Senatsurteil in BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829).
Nach der Rechtsprechung des Senats ist im Falle eines Branchenwechsels jedenfalls bei einem gewissen, wenn auch nur geringen zeitlichen Abstand zwischen der bisherigen und der neuen Tätigkeit von einer Einstellung und Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs auszugehen (Senatsurteile in BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829; vom 14. März 2006 I R 8/05, BFHE 212, 517;… Senatsbeschluss vom 25. Januar 2005 I B 94/04, BFH/NV 2005, 1376).
BFH, 08.08.2001 - I R 29/00
Unter der Zuführung neuen Betriebsvermögens i.S. von § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1991 ist nur die Zuführung neuen Aktivvermögens zu verstehen (Bestätigung des Senatsurteils vom 13. August 1997 I R 89/96, BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829).
§ 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1991 beschreibt nur beispielhaft ("insbesondere"; vgl. Senatsurteil vom 13. August 1997 I R 89/96, BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829), wann eine wirtschaftliche Identität nicht mehr gegeben ist, setzt damit aber zugleich mittelbar einen Maßstab für die unter Satz 1 der Vorschrift zu fassenden Sachverhalte.
aa) Der Klägerin ist zwar einzuräumen, dass unter der Zuführung überwiegend neuen Betriebsvermögens i.S. von § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1991 (nur) die Zuführung neuen Aktivvermögens zu verstehen ist (Senatsurteil in BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829).
Wie der Senat in seinem Urteil in BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829 zum Ausdruck gebracht hat, handelt es sich um eine Zuführung überwiegend neuen Betriebsvermögens, die die wirtschaftliche Identität i.S. von § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1991 in Frage stellt, vielmehr auch dann, wenn die Neuzuführungen den Bestand des vor der Zuführung vorhandenen Restaktivvermögens übersteigen.
Dafür, dass eine derartige gegenständliche Zuführung neuen Betriebsvermögens i.S. von § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1991 vom Vorliegen einer wirtschaftlichen Umstrukturierung in Gestalt eines Branchenwechsels abhängig wäre und mit einem solchen einhergehen müsste (vgl. dazu Bundesministerium der Finanzen, Schreiben vom 16. April 1999, BStBl I 1999, 455 Tz. 10; Senatsurteil in BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829), ist nichts ersichtlich (anders offenbar Frey/Weißgerber, GmbHR 2000, 739, 740;… Frotscher in Frotscher/ Maas, Körperschaftsteuergesetz, Umwandlungssteuergesetz, § 8 KStG Rz. 189).
Zwar hat der Senat in seinem Urteil in BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829 --auf der Rechtsgrundlage des § 8 Abs. 4 Satz 1 KStG 1991-- eine Ausnahme von der in Satz 2 der Vorschrift angeordneten Reihenfolge der Tatbestandsverwirklichung im Sinne einer Umkehrung dieser Reihenfolge für den Fall zugelassen, dass der Anteilserwerber bereits im Zeitpunkt der Zuführung des neuen Betriebsvermögens eine Rechtsposition innehatte, welche mit der eines Gesellschafters wirtschaftlich vergleichbar war.
a) Nach der Rechtsprechung des Senats kann ein Branchenwechsel, verbunden mit der Zuführung überwiegend neuen Betriebsvermögens, zu einer Einstellung des Geschäftsbetriebes und Wiederaufnahme eines (neuen) Geschäftsbetriebes führen (Senatsurteil vom 13. August 1997 I R 89/96, BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829; zu den Voraussetzungen für die Einstellung eines Geschäftsbetriebes s. auch Senatsurteil vom 5. Juni 2003 I R 38/01, BFHE 202, 507, BStBl II 2003, 822).
§ 8 Abs. 4 KStG 1996 definiert die "wirtschaftliche Identität" einer Körperschaft nicht, sondern bestimmt in Satz 2 lediglich beispielhaft ("insbesondere"; vgl. Senatsurteile vom 13. August 1997 I R 89/96, BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829; vom 8. August 2001 I R 29/00, BFHE 196, 178, BStBl II 2002, 392; Senatsbeschluss vom 19. Dezember 2001 I R 58/01, BFHE 197, 248, BStBl II 2002, 395), wann eine wirtschaftliche Identität nicht mehr gegeben ist.
Mantelkauf und wirtschaftliche Identität einer Körperschaft nach § 8 Abs. 4 KStG …
Stelle eine Kapitalgesellschaft die bisher ausgeübte Tätigkeit ein und nehme zeitlich später eine neue Tätigkeit auf, sei nach den Grundsätzen des BFH-Urteils vom 13. August 1997 I R 89/96 Bundessteuerblatt - BStBl - II 1997, 829 von einer Wiederaufnahme eines neuen Geschäftsbetriebes i.S. des § 8 Abs. 4 KStG a.F. auszugehen.
Sie müssen Voraussetzungen erfüllen, die mit den in Satz 2 genannten wirtschaftlich vergleichbar sind (BFH-Urteile vom 13. August 1997 1 R 89/96, BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829; vom 8. August 2001 I R 29/00, BFHE 196, 178, BStBl II 2002, 392; BFH-Beschlüsse vom 19. Dezember 2001 I R 58/01, BFHE 197, 248, BStBl II 2002, 395;… vom 4. September 2002 I R 78/01, Sammlung der amtlich nicht veröffentlichten Entscheidungen des BFH -BFH/NV- 2003, 348).
Nach zwischenzeitlich ständiger Rechtsprechung ist nur die Zuführung neuen Aktivvermögens relevant (BFH-Urteile vom 13. August 1997 I R 89/96 a.a.O.;… vom 8. August 2001 I R 29/00 a.a.O.).
Die ganz herrschende Meinung und die Rechtsprechung des BFH versteht diesen Begriff im Sinn von Aktivvermögen (BFH-Urteil vom 13. August 1997 I R 89/96 a.a.O. …und vom 8. August 2001 I R 29/00 a.a.O.;… Frotscher a.a.O. S. 11).
Die Literatur vertritt im Anschluss an das BFH-Urteil vom 13. August 1997 I R 89/96 a.a.O. in weiten Teilen die Auffassung, dass es bei einem Branchenwechsel darauf ankommt, ob für die neue Tätigkeit überwiegend Wirtschaftsgüter verwendet werden, die vor diesem Zeitpunkt bereits vorhanden waren.
§ 8 Abs. 4 KStG 1991 definiert die "wirtschaftliche Identität" einer Körperschaft nicht, sondern bestimmt in Satz 2 lediglich beispielhaft ("insbesondere"; vgl. Senatsurteile vom 13. August 1997 I R 89/96, BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829; vom 8. August 2001 I R 29/00, BFHE 196, 178, BStBl II 2002, 392; Senatsbeschlüsse vom 19. Dezember 2001 I R 58/01, BFHE 197, 248, BStBl II 2002, 395;… vom 4. September 2002 I R 78/01, BFH/NV 2003, 348), wann eine wirtschaftliche Identität nicht mehr gegeben ist.
Nach Maßgabe der bisherigen Senatsrechtsprechung hat die XY-GmbH ihren Geschäftsbetrieb damit überwiegend mit neuem Betriebsvermögen i.S. des § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1991 wiederaufgenommen (Senatsurteile in BFHE 183, 556, BStBl II 1997, 829, und in BFHE 196, 178, BStBl II 2002, 392).
FG Bremen, 14.12.2004 - 1 K 88/04
Keine Zuführung "überwiegend neuen Betriebsvermögens" bei bloßer Umschichtung des …
BFH, 26.05.2004 - I R 112/03
Kein Verlust der wirtschaftlichen Identität i.S. des § 8 Abs. 4 KStG 1999 bei …
BFH, 22.10.2003 - I R 18/02
BFH, 19.12.2001 - I R 58/01
Beurteilung des Merkmals des "überwiegend neuen Betriebsvermögens" i. S. von § 8 …
BFH, 05.06.2003 - I R 38/01
Übergang des Verlustabzugs bei Verschmelzung von Unternehmen nach Einstellung des …
BFH, 09.11.1999 - VIII B 96/99
Verlust der wirtschaftlichen Identität auch bei mittelbarer Anteilsübertragung …
FG Berlin, 16.01.2006 - 8 K 8465/05
Verlustabzug gemäß § 8 Abs. 4KStG bei Zuführung neuen Betriebsvermögens …
FG Baden-Württemberg, 26.07.2001 - 6 K 358/00
Verlust der wirtschaftlichen Identität i.S.d. § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG i.d.F. v. …
FG Köln, 06.02.2001 - 8 K 1533/95
Berücksichtigung eines Verlustes nach Veräußerung von GmbH-Anteilen; Einstellung …
FG Berlin, 20.04.2006 - 8 K 8465/05
Voraussetzung des Fehlens der wirtschaftlichen Identität einer …
FG Berlin, 03.09.2002 - 7 K 7227/01
Verlust der wirtschaftlichen Identität einer Kapitalgesellschaft bei …
FG Berlin, 07.11.2005 - 8 K 8528/02
Zuführung neuen Betriebsvermögens beim Mantelkauf
FG Berlin, 21.03.2005 - 8 K 8302/01
Wirtschaftliche Identität einer Kapitalgesellschaft
FG Münster, 14.02.2000 - 9 K 7835/97

References: § 8
 § 10
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