Source: https://www.dws-institut.de/veranstaltungen/Symposium
Timestamp: 2019-06-25 03:54:01+00:00

Document:
„Veräußerungsgewinne und Gesellschafterdarlehen in der Krise -
die schwierige Abgrenzung der §§ 17, 20, 23 EStG“
Die Einführung der Abgeltungsteuer und die Änderung des GmbHG durch das MoMiG führten sowohl im Steuer- als auch im Gesellschaftsrecht zu einem Paradigmenwechsel. Mit der Einführung der Abgeltungsteuer sollte eine vollständige Erfassung von Wertveränderungen des Kapitalvermögens i.S.d. § 20 EStG im Privatvermögen erreicht werden. Das MoMiG führte zur Aufhebung des Begriffs des funktionalen Eigenkapitals durch den gesetzlichen Nachrang sämtlicher Gesellschafterfinanzierungen nach § 39 InsO im Insolvenzfall. Danach stellt sich die Frage neu, wie der Ausfall von Gesellschafterdarlehen in der Krise steuerlich einzuordnen ist.
Der BFH hat aktuell zwei Entscheidungen getroffen, die Auswirkungen auf die dogmatische Neueinordnung haben:
Nach dem BFH-Urteil vom 24. Oktober 2017 (VIII R 13/15) ist der endgültige Ausfall einer privaten Darlehensforderung, die nach der Einführung der Abgeltungsteuer erworben wurde, als Verlust bei den Kapiteleinkünften gemäß § 20 Abs. 2 EStG steuerlich zu berücksichtigen. Das BFH-Urteil vom 11. Juli 2017 (IX R 36/15) hat die Einschränkung der steuerlichen Anerkennung von krisenbestimmten Darlehen nach der Einführung des MoMiG zur Folge. Danach führen nur noch Aufwendungen des Gesellschafters zu nachträglichen Anschaffungskosten i.S.d. § 17 EStG, die handels- und bilanzsteuerrechtlich als offene oder verdeckte Einlage in die Gesellschaft zu qualifizieren sind.
Die Entscheidungen sind bislang nicht im Bundessteuerblatt veröffentlicht und werfen die Frage auf, wie der Ausfall von Gesellschafterdarlehen im Zusammenwirken von § 17, § 20 und § 23 künftig dogmatisch einzuordnen ist und welche Auswirkungen sie auf die Praxis haben.
Anmeldung: DWS-Symposium 2019

References: § 20
 § 39
 § 20
 § 17
 § 17
 § 20
 § 23