Source: https://www.ehescheidung24.de/blog/2010/08/27/tricks-beim-zugewinn/
Timestamp: 2020-02-23 23:07:28+00:00

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Tricks beim Zugewinn | Scheidung tut weh
« Wann wird eine Ehe trotz Zerrüttung nicht geschieden? Härteklausel § 1568 BGB
Kürzung oder Verwirkung des Trennungsunterhaltes »
die Ehe war gescheitert und das Scheidungsverfahren stand unmittelbar bevor. In dieser Situation erhielt der Ehemann von seinem Arbeitgeber das verbindliche Angebot, gegen eine erhebliche Abfindung (100.000,00 €) aus seiner beruflichen Position auszuscheiden. Im Hinblick auf den Zugewinnausgleich wollte der Ehemann die Auszahlung der Abfindung bis nach den Stichtag (Zustellung des Scheidungsantrags an die Gegenseite) hinauszögern. Entsprechend wurde die Abfindung auch erst im wesentlichen nach diesem Stichtag ausgezahlt.
Dieser vermeintliche Trick nutzte dem Ehemann aber nichts. Der BGH entschied letztlich, dass die Abfindung voll im Zugewinn und dort im Endvermögen zu bewerten ist, da zum Endvermögen auch alle „rechtlich geschützten Positionen von wirtschaftlichem Wert“ zu rechnen sind. Dazu gehört dann auch eine rechtsverbindlich zugesagte Abfindung des Arbeitgebers.
Der Beitrag wurde am Freitag, den 27. August 2010 um 11:31 Uhr veröffentlicht und wurde unter Zugewinnausgleich abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Deiner Seite einrichten.
10 Reaktionen zu “Tricks beim Zugewinn”
Am 15. September 2010 um 10:53 Uhr
ich hatte nach 13-jaehriger Ehe plus einem Trennungsjahr im Okt 2009 die Scheidung eingereicht. Der Versorgungsausgleich ist inzwischen erfolgt und ich warte auf den Gerichtstermin. Die Scheidung soll einvernehmlich erfolgen, nur ich habe einen Anwalt (der sich aber leider nicht besonders zu bemuehen scheint, meine Fragen zu klaeren). Aus der Ehe sind 3 Kinder (jetzt 6,8,10) hervorgegangen, mein Noch-Mann ist selbstaendiger Unternehmen. Etwa ein halbes Jahr vor unserer Trennung wurde das Unternehmen verkauft, welches wir gemeinsam aufgebaut hatten (=Zugewinn), mein Noch-Mann hat seit dem keine neue Taetigkeit aufgenommen und lebt im Wesentlichen vom Erloes durch den Firmenverkauf. Ich bin seit der Trennung berufstaetig mit sicherem EInkommen (A13), die Kinder leben bei mir und besuchen ihren Vater regelmaessig, ich erhalte das Kindergeld aber keine Unterhaltszahlungen von meinem Noch-Mann (weder fuer mich noch die Kinder). Ich weiss, dass sie keine Aussagen zu speziellen Faellen treffen koennen, daher versuche ich meine Antworten allgemein zu formulieren: 1. Wenn der Vater als Unternehmer kaum Einkuenfte hat (und bei Unternehmern laesst sich auch auch einiges in der Bilanz hin-und herschieben), wird dann bestehendes Vermoegen in Anrechnung gebracht? 2. Der Erloes durch den Verkauf der Firma im Ausland ist in das Firmenvermoegen seines deutschen Gewerbes geflossen, wie wird der Wert der Firma aufgeteilt und welcher Zeitpunkt ist da massgeblich. 3. Muessen diese finanziellen Fragen zum Scheidungstermin geklaert sein, wenn wir sich nicht im Antrag aufgenommen haben? Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Fragen einvernehmlich regeln koennen, weiss aber nicht ganz auf welcher Grundlage. 4. Wenn das jetzt noch in Deutschland bestehende Unternehmen nicht verkauft wird, ich aber daraus meinen Anteil erhalte (zB als Geldueberweisung auf mein Konto), wie wird das steuerlich und in der Bilanz dargestellt. Ich habe auch schon einen Steuerberater dazu gefragt, der mir aber nicht wirklich weiterhelfen konnte.
Ich hoffen Sie koennen mir ein wenig weiterhelfen. Mit freundlichen Gruessen, Mimi
Am 17. Februar 2011 um 16:20 Uhr
Hausrat als Zugewinn In einer gestern veröffentlichten Entscheidung hat der Bundesgerichtshof u.a. zum Verhältnis von Zugewinnausgleich und Hausratsverteilung nach dem seit 1.9.2009 geltenden Recht Stellung genommen (Urteil vom 17.11.2010, XII ZR 170/09).
Der Hausratsverteilung unterliegen nur noch im gemeinsamen Eigentum der Eheleute stehende Haushaltsgegenstände. Haushaltsgegenstände, die im Alleineigentum eines Ehegatten stehen, werden beim Zugewinnausgleich berücksichtigt.
Die Konsequenz: Wer Hausrat in die Ehe mit einbringt, kann diesen wertmäßig als Anfangsvermögen einstellen. Und wer – z.B. nach der Trennung – Hausrat allein erwirbt, hat diesen in sein Endvermögen einzustellen. Letzteres wird oft vergessen, obwohl nach einer Trennung oft der aus der gemeinsamen Wohnung ausziehende Ehepartner viel Geld für neue Möbel und sonstigen Hausrat ausgibt.
Also: bei der Zugewinnermittlung immer prüfen, welcher Hausrat im Alleineigentum im Alleineigentum der Eheleute steht, da dies erhebliche Auswirkung auf den Ausgleichanspruch haben kann.
Am 18. Februar 2011 um 10:22 Uhr
danke für den Hinweis auf die BGH-Entscheidung.
Am 18. Februar 2011 um 10:30 Uhr
Sollte das nicht mein Anwalt wissen?
Mein Anwalt weiss gar nichts weder OLG Urteil München ZPO § 407 noch diese Urteile Ich weiß gar nichts mehr.
Am 11. April 2011 um 13:38 Uhr
können Sie mir sagen, welche Frist nach Wegfall des § 1378 Absatz 4 BGB nun für die Geltendmachung des Zugewinns besteht? Wurde sie nun anderweitig geregelt?
Am 13. April 2011 um 12:53 Uhr
Die Ausgleichsforderung verjährt vom 1.1.10 an in der Regelverjährungsfrist des § 195 BGB (3 Jahre). Die bis dahin geltende in § 1378 Abs 4 enthaltene Sonderregelung ist durch das Gesetz zur Änderung des Erb- und Verjährungsrechts (BT-Drucks 16/13543) aufgehoben worden.
Am 14. April 2011 um 11:27 Uhr
Nach Berechnung und Unterlagen aus 86 Zugewinn Anspruch von mir ca 10000
Gegenseite legt immer noch nichts vor.
Immer noch nicht geschieden gestern Termin Trennungsunterhalt Nachehelicher Scheidung
alle Beschlusse ergehen Anfang Mai ohne Anwesenheit laut Gericht
Kann ich jetzt Klage einreichen auf Grund der Tatsache das ich Anspruch belegen kann?
Am 22. März 2012 um 12:33 Uhr
können die betrieblichen Darlehen eines Einzelunternehmers bei der Ermittlung des Endvermögens beim Zugewinnausgleich abgezogen werden, wenn der Firmenwert nach dem Ertragswertverfahren ermittelt wurde?
Ich habe nirgends finden können, ob der Abzug nur für private oder auch für betreibliche Svhulden gilt.
Am 23. Oktober 2012 um 23:41 Uhr
Ach das heißt jetzt er haut für 3 Jahre ab mit all dem Geld vor der Scheidung und danach kommt er wieder er hat also mein Geld verpulvert und ich habe kein Anspruch mehr darauf und wir sind dann geschieden .Ja das ist ganz toll echt muss ich schon sagen wär macht solche Gesetze ?
Mein Wissen hat auch nichts genutzt habe geblutet! Mein Anwalt wußte oder wollte nicht einmal wissen das der angebliche Trennungsunterhaltrückstand quasi zu meinen gunsten als negativ eingerechnet werden kann.
Nicht ein Beleg mußte die Gegenseite vorlegen.
Der Glaube an dieses System ist engültig weg!

References: § 1568
 BGH 
 § 407
 § 1378
 § 195
 § 1378