Source: http://www.steuerlex.de/albert/lexika.html?id=420&i=j&lexikon=S&no_body=0
Timestamp: 2018-06-19 10:45:05+00:00

Document:
Handy: 0151/46518922· xi5wa2juzE3YA8ge9@zetEzu4Jix.com
Maßgebender Gewerbeertrag:
Maßgebender Gewerbeertrag i.S.d. § 10 GewStG ist der Gewerbeertrag, der im Erhebungszeitraum bezogen wurde. Erhebungszeitraum ist nach § 14 Satz 2 GewStG das Kalenderjahr. Danach gilt wie bei der Einkommensteuer das Periodizitätsprinzip. Eine Abmilderung von Härten im Fall von Verlusten gewährleistet der Verlustvortrag nach § 10a GewStG. Ein abgekürzter Erhebungszeitraum besteht dann, wenn die Gewerbesteuerpflicht nur während eines Teils des Kalenderjahres bestand (§ 14 Satz 3 GewStG).
Vom Erhebungszeitraum ist der Ermittlungszeitraum zu unterscheiden. Dieser bestimmt sich aufgrund der Verweisung in § 7 Abs. 1 EStG nach dem Einkommensteuer- bzw. Körperschaftsteuerrecht. Daraus folgt, das der Gewerbeertrag nach dem Wirtschaftsjahr i.S.v. § 4a EStG bzw. § 7 Abs. 4 KStG zu ermitteln ist. Nach beiden Vorschriften kann bei Gewerbetreibenden, die in das Handelsregister eingetragen sind, das Wirtschaftsjahr vom Kalenderjahr abweichen. Hier ist die Ermittlung des Gewinns nach dem Wirtschaftsjahr zu bestimmen, für das regelmäßig Abschlüsse gemacht werden. Bei anderen Unternehmen ist zwingend das Wirtschaftsjahr mit dem Kalenderjahr deckungsgleich. Die Umstellung auf ein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr ist, um ggf. Missbrauchsfälle auszuschließen, nur mit Zustimmung des Finanzamts möglich.
Zuordnung des Gewerbeertrags: Entsprechend § 4a Abs. 2 Nr. 2 EStG, § 7 Abs. 4 KStG wird der Gewerbeertrag nicht anteilig, sondern dem Kalenderjahr (= Erhebungszeitraum) zugeordnet, in dem das Wirtschaftsjahr endet.
Auswirkung der Liquidationsbesteuerung nach § 11 Abs. 1 KStGauf die Gewerbesteuer: § 11 KStG soll sicherstellen, dass mit Beendigung der subjektiven und objektiven Körperschaftsteuerpflicht der Totalgewinn der Körperschaft einschließlich der stillen Reserven erfasst wird. Das KStG verzichtet im Fall der Liquidation von Kapitalgesellschaften auf die Erstellung und Vorlage von jährlichen Bilanzen, da dieser Vorgang sich erfahrungsgemäß über einen längeren Zeitraum hinzieht. Zu versteuern ist das Ergebnis des gesamten Abwicklungszeitraums auf einmal. Nach § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG ist für die Abwicklung einer aufgelösten Körperschaft ein Besteuerungszeitraum von 3 Jahren vorgesehen, um eine zeitgerechte Erfassung der Gewinne sicherzustellen. Nach Auffassung der Verwaltung setzt das Gesetz voraus, dass der genannte Zeitraum nicht überschritten wird. Andernfalls sind wieder jährliche Steuererklärungen abzugeben (R 51 Abs. 1 Satz 6 KStR).
Besteuerungszeitraum bei Zwischenveranlagungen zur Körperschaftsteuer nach § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG : Die Finanzverwaltung verweist allerdings darauf, dass § 16 GewStDV keine dem § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG entsprechende Festlegung des Sollabwicklungszeitraums enthält. Auch komme eine sinngemäße Anwendung des § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG ausweislich § 16 GewStDV und R 7.1 Abs. 8 Satz 2 GewStR 2009 nicht in Betracht. Ein anderes Ergebnis ergebe sich auch nicht aus § 7 Abs. 1 GewStG. Wenn danach an die Gewinnermittlungsvorschriften des KStG angeknüpft werde, läge eine solche mit § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG im Gegensatz zu § 11 Abs. 2 KStG nicht vor (BMF, 04.04.2008 - IV B 7 - S 2760/0, BStBl I 2008, 542 (Nichtanwendungserlass)).

References: § 10
 § 14
 § 10
 § 7
 § 4
 § 7
 § 4
 § 7
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 16
 § 11
 § 11
 § 16
 § 7
 § 11
 § 11