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Timestamp: 2019-08-26 09:47:33+00:00

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BAG – 10 AZR 308/09
Sonderzahlung gemäß § 2 MTV 13. Monatseinkommen – Verjährung – Tarifauslegung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.04.2010, 10 AZR 308/09
Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 22. Januar 2009 – 15 Sa 1022/08 – wird zurückgewiesen.
10 AZR 308/09 > Rn 1
10 AZR 308/09 > Rn 2
10 AZR 308/09 > Rn 3
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10 AZR 308/09 > Rn 5
10 AZR 308/09 > Rn 6
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10 AZR 308/09 > Rn 8
10 AZR 308/09 > Rn 9
10 AZR 308/09 > Rn 10
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10 AZR 308/09 > Rn 13
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10 AZR 308/09 > Rn 15
10 AZR 308/09 > Rn 16
(1) Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts sind tarifliche Vorschriften, die auf geltende ohnehin anwendbare Vorschriften verweisen, im Zweifel deklaratorisch und damit dynamisch(30. August 2000 – 5 AZR 19/99 – AP TVG § 1 Tarifverträge: Großhandel Nr. 15; 16. Juni 1998 – 5 AZR 67/97 – BAGE 89, 95; 14. Februar 1996 – 2 AZR 201/95 – AP BGB § 622 Nr. 50 = EzA BGB § 622 nF Nr. 53; 14. Februar 1996 – 2 AZR 166/95 – AP TVG § 1 Tarifverträge: Textilindustrie Nr. 21 = EzA BGB § 622 nF Nr. 54; 29. Januar 1997 – 2 AZR 370/96 – AP TVG § 1 Tarifverträge: Textilindustrie Nr. 22 = EzA TVG § 4 Textilindustrie Nr. 9). Mit einer Verweisung bringen die Tarifvertragsparteien regelmäßig zum Ausdruck, dass kein eigenes Regelwerk geschaffen werden, sondern das ohnehin geltende Gesetz in der jeweiligen Fassung maßgeblich sein soll (BAG 16. Juni 1998 – 5 AZR 67/97 – zu B III 5 der Gründe, aaO). Auch die wörtliche oder inhaltsgleiche Übernahme einschlägiger gesetzlicher Vorschriften kann beim Fehlen entgegenstehender Anhaltspunkte dafür sprechen, dass lediglich im Interesse der Klarheit und Übersichtlichkeit die vollständige Darstellung der geltenden Rechtslage im Tarifvertrag bezweckt wird (BAG 28. Januar 1988 – 2 AZR 296/87 – AP BGB § 622 Nr. 24 = EzA ZPO § 148 Nr. 15; vgl. auch 16. Juni 1998 – 5 AZR 67/97 – aaO). Aus dem tariflichen Gesamtzusammenhang kann sich aber der Wille zur Schaffung einer eigenständigen Regelung ergeben (BAG 30. August 2000 – 5 AZR 19/99 – zu II 2 der Gründe, aaO). Der Normsetzungswille muss im Tarifvertrag einen deutlichen Niederschlag gefunden haben (BAG 14. Februar 1996 – 2 AZR 201/95 – zu II 2 a der Gründe, aaO). Dies ist regelmäßig dann der Fall, wenn die Tarifvertragsparteien eine im Gesetz nicht enthaltene oder vom Gesetz abweichende Regelung treffen, oder eine gesetzliche Regelung übernehmen, die sonst nicht für die betroffenen Arbeitsverhältnisse gelten würde (BAG 28. Januar 1988 – 2 AZR 296/87 – zu II 2 c aa der Gründe, AP BGB § 622 Nr. 24).
10 AZR 308/09 > Rn 17
10 AZR 308/09 > Rn 18
10 AZR 308/09 > Rn 19
§ 19 Nr. 5 MTV betrifft zudem alle Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis und erleichtert damit die Verjährung einiger Ansprüche. Die Norm unterstellt Ansprüche der zweijährigen Verjährungsfrist, für die gesetzlich längere Verjährungsfristen in Betracht kamen. Nach 30 Jahren verjährten gemäß § 195 BGB aF Bereicherungsansprüche des Arbeitgebers wegen versehentlicher Lohnüberzahlung, Schadensersatzansprüche aus Vertragsverletzung(BAG 24. März 1961 – 1 AZR 477/59 – AP BGB § 195 Nr. 1) und Sozialplanansprüche (BAG 30. Oktober 2001 – 1 AZR 65/01 – BAGE 99, 266), nach drei Jahren gem. § 852 Abs. 1 BGB aF deliktische Ansprüche. Die Erleichterung der Verjährung war nach § 225 Satz 2 BGB aF zulässig (Hueck/Nipperdey 7. Aufl. Bd. II/1 § 32 Abschn. III Nr. 3; ErfK/Preis 2. Aufl. §§ 194 – 225 BGB Rn. 24; Schaub ArbR-Hdb. 9. Aufl. § 73 Rn. 3).
10 AZR 308/09 > Rn 20
(4) § 19 Nr. 5 MTV verweist auch nicht deklaratorisch allein auf die jeweils gültige gesetzliche Dauer der Verjährungsfrist. Eine teils konstitutiv und teils deklaratorisch wirkende tarifliche Regelung ist zwar denkbar(vgl. BAG 14. Februar 1996 – 2 AZR 166/95 – AP TVG § 1 Tarifverträge: Textilindustrie Nr. 21 = EzA BGB § 622 nF Nr. 54), liegt aber nicht vor. Die Verjährungserleichterung kann regelmäßig nur mit einer konstitutiv wirkenden tariflichen Regelung zur Verjährungsdauer umgesetzt werden. Ein Wille der Tarifvertragsparteien, bei einer gesetzlichen Neuregelung auf die „jeweils gültige Verjährungsfrist für gewerbliche Arbeitnehmer“ zu verweisen, hat keinen Niederschlag im Tarifwerk gefunden. Dazu hätte es einer eindeutigen Verweisung bedurft.
10 AZR 308/09 > Rn 21
bb) Die Verjährungsfrist begann, da die Geltendmachung erfolglos blieb, mit dem Schluss des Jahres 2004, § 19 Nr. 5 Satz 3 MTV. Durch Erhebung der Klage am 8. Februar 2005 wurde die Verjährung gem. § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB gehemmt.Diese Hemmung endete nach § 204 Abs. 2 Satz 1 und 2, § 187 Abs. 1, § 188 Abs. 2 BGB sechs Monate nach der letzten Verfahrenshandlung des Gerichts, dem am 20. April 2005 ergangenen Beschluss des Arbeitsgerichts, einen neuen Termin nur auf Antrag einer der Parteien anzuberaumen, mithin mit Ablauf des 20. Oktober 2005. Der Kläger hat erst am 16. Januar 2008 eine neue verjährungshemmende Handlung nach § 204 Abs. 2 Satz 3 BGB vorgenommen, indem er einen Antrag auf Anberaumung eines Kammertermins gestellt und damit das Verfahren weiter betrieben hat. Zu diesem Zeitpunkt war die Forderung bereits verjährt. Nach § 209 BGB wird der Zeitraum, in dem die Verjährung gehemmt war, in die Verjährungsfrist nicht eingerechnet. Die Verjährungsfrist ist in konkreter Berechnung um die Hemmungszeit zu verlängern (Palandt/Ellenberger 69. Aufl. § 209 BGB Rn. 1). Die Verjährung war im Zeitraum vom 28. Januar 2005 (§ 167 ZPO, vgl. BGH 6. März 2008 – III ZR 206/07 – NJW 2008, 1674) bis zum 20. Oktober 2005 an 266 Kalendertagen gehemmt. Die Verjährungsfrist wäre nach § 19 Nr. 5 MTV am 31. Dezember 2006 abgelaufen. Unter Berücksichtigung der Hemmungszeit trat die Verjährung mit Ablauf des 23. September 2007 ein.
10 AZR 308/09 > Rn 22
Schlegel Hintloglou
Sonderzahlung gemäß § 2 MTV 13. Monatseinkommen,
Das Urteil BAG – 10 AZR 308/09 wird zitiert in:

References: § 2
 § 1
 § 622
 § 622
 § 1
 § 622
 § 1
 § 4
 § 622
 § 148
 § 622

§ 19
 § 195
 § 195
 § 852
 § 225
 § 32
 § 73
 § 19
 § 1
 § 622
 § 19
 § 204
 § 204
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 § 188
 § 204
 § 209
 § 209
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 § 19
 § 2