Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=29.09.1981&Aktenzeichen=VIII%20R%208/77
Timestamp: 2020-02-20 06:41:29+00:00

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BFH, 29.09.1981 - VIII R 8/77 - dejure.org
BFH, 29.09.1981 - VIII R 8/77
https://dejure.org/1981,295
BFH, 29.09.1981 - VIII R 8/77 (https://dejure.org/1981,295)
BFH, Entscheidung vom 29.09.1981 - VIII R 8/77 (https://dejure.org/1981,295)
BFH, Entscheidung vom 29. September 1981 - VIII R 8/77 (https://dejure.org/1981,295)
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EStG § 20 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 Nr. 1
Kapitalgesellschaft - Verdeckte Gewinnausschüttung - Zustimmung des Gesellschafters
Der Tatbestand des beherrschenden Gesellschafters
Der »beherrschende Gesellschafter«
Tantieme beim beherrschenden Gesellschafter
BFHE 135, 31
BStBl II 1982, 248
Ob eine verdeckte Gewinnausschüttung, die einer einem Gesellschafter nahestehenden Person zufließt, dem Gesellschafter nur dann steuerrechtlich zugerechnet werden darf, wenn er selbst durch sie einen Vermögensvorteil erlangt, ist in dem die Besteuerung des Gesellschafters betreffenden Verfahren zu entscheiden und kann daher im Streitfall offenbleiben (s. zu dieser Streitfrage Döllerer, Betriebs-Berater - BB - 1989, 1175; Wassermeyer, Finanz-Rundschau - FR - 1989, 218, 221; Seeger, FR 1989, 466;… Streck, a. a. O., § 8 KStG Anm. 105, 106; s. a. BFH- Urteile vom 6. November 1991 XI R 12/87, BFHE 166, 206, BStBl II 1992, 415; vom 29. September 1981 VIII R 8/77, BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248 - zur Erzielung von Einkünften aus Kapitalvermögen aufgrund einer mittelbaren verdeckten Gewinnausschüttung, wenn unmittelbarer Empfänger der verdeckten Gewinnausschüttung ein nahestehender Mitgesellschafter ist - vom 24. Juli 1990 VIII R 304/84, BFH/NV 1991, 90;… vom 24. Juli 1990 VIII R 290/84, BFH/NV 1991, 191; Bundesverfassungsgericht - BVerfG - Beschluß vom 8. Dezember 1992 1 BvR 326/89, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung - HFR - 1993, 201).
FG Köln, 14.09.2016 - 9 K 1560/14
Dies hat seinen Grund bereits darin, dass nahezu jede Gewinnausschüttung, die verdeckt erfolgt (§ 8 Abs. 3 Satz 2 des Körperschaftsteuergesetzes - KStG), zugleich eine inkongruente Gewinnausschüttung darstellt (vgl. auch BFH-Urteile vom 29. September 1981 VIII R 8/77, BStBl II 1982, 248 und vom 19. Januar 1993 VIII R 128/84, BFHE 170, 511, BStBl II 1993, 594, 600).
Ist unmittelbarer Empfänger der Zuwendung ein nahestehender anderer Gesellschafter, so ist die vGA ausschließlich diesem zuzurechnen, soweit ihm nicht (auch) sein Mitgesellschafter etwas zuwenden wollte (BFH-Urteil vom 29. September 1981 VIII R 8/77, BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248).
Es kann im Streitfall offen bleiben, ob eine mittelbare vGA auch dann zu verneinen sein kann, wenn ein Gesellschafter von der Zuwendung wusste, sie duldete oder ihr zustimmte (so BFH-Urteil in BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248).
Vielmehr kann dem GmbH-Gesellschafter in derartigen Fällen nur dann eine mittelbare vGA als Einnahme zugerechnet werden, wenn angenommen werden kann, dass einmal die GmbH dem Gesellschafter und zum Zweiten der Gesellschafter dem Geschäftsführer einen Vermögensvorteil zuwenden wollte und beide Zuwendungen mittelbar dadurch erfolgt sind, dass die GmbH unmittelbar an ihren Geschäftsführer geleistet hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248).
Gestaltungsmißbrauch beim Schütt-aus-Hol-zurück-Verfahren
Nahezu jede Gewinnausschüttung, die verdeckt erfolgt (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG), stellt zugleich eine inkongruente dar (vgl. auch BFH-Urteile vom 29. September 1981 VIII R 8/77, BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248, und vom 19. Januar 1993 VIII R 128/84, BFHE 170, 511, BStBl II 1993, 594, 600).
Der I. Senat des BFH hat dies für die vGA i.S. von § 8 Abs. 3 Satz 2 des Körperschaftsteuergesetzes (KStG) angenommen (BFH-Urteil in BFHE 182, 184, BStBl II 1997, 301, II.A.1.b der Gründe); für die vGA i.S. von § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG gilt nichts anderes (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 20. Mai 1999, BStBl I 1999, 514; Gosch, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 1998, 1550, 1551; Frotscher, GmbH-Rundschau --GmbHR-- 1998, 23, 30; vgl. auch Senatsurteil vom 29. September 1981 VIII R 8/77, BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248;… zum Streitstand u.a. Streck, Körperschaftsteuergesetz, 6. Aufl., § 8 Rz. 106).
Der erkennende Senat hat es in dem vergleichbaren Fall der Zustimmung des Gesellschafters einer Kapitalgesellschaft zur verdeckten Gewinnausschüttung an einen Mitgesellschafter abgelehnt, in diesem Vorgang zugleich eine mittelbare verdeckte Gewinnausschüttung an den zustimmenden Gesellschafter zu sehen (vgl. Urteil vom 29. September 1981 VIII R 8/77, BFHE 135, 31, 35, BStBl II 1982, 248).
Sie ist deswegen prinzipiell und auch unter den spezifischen Gegebenheiten des Streitfalles steuerlich anzuerkennen, nach denen die Klägerin --neben den ihr fremden Altgesellschaftern-- in den Zeitpunkten der Sonderausschüttungen lediglich sog. Zwerganteile an den Beteiligungsgesellschaften hielt und kein Anlass für die Annahme besteht, dass die Altgesellschafter den Neugesellschaftern mittels der disquotalen Ausschüttung ohne angemessenen Ausgleich etwas verdeckt zuwenden wollten (vgl. Senatsurteil in BFHE 189, 342, BStBl II 2001, 43; BFH-Urteile vom 29. September 1981 VIII R 8/77, BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248; vom 19. Januar 1993 VIII R 128/84, BFHE 170, 511, BStBl II 1993, 594, 600;… Frotscher in Frotscher/Maas, KStG/UmwStG, § 8 KStG Rz. 113a;… Wassermeyer in Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 20 Rdnr. C 43a;… s. auch Dötsch in Dötsch/Jost/Pung/Witt, Die Körperschaftsteuer, § 27 KStG 1999 Rz. 130a; Blumers/Beinert/Witt, Deutsches Steuerrecht 2002, 565; anders wohl BMF-Schreiben in BStBl I 2001, 47; s. auch Groh, DB 2000, 1433).
Für die vom FA befürwortete weitergehende Korrektur einer "Gewinnverlagerung" nach den Grundsätzen des BFH-Urteils vom 29. September 1981 VIII R 8/77 (BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248, unter 4.) sieht der Senat auch in § 42 AO 1977 keine Rechtsgrundlage.
Nur in diesem Fall spricht der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass die nahe stehende Person den Vorteil ohne ihre Beziehung zum Gesellschafter nicht erhalten hätte (vgl. u.a. BFH-Urteile vom 27. November 1974 I R 250/72, BFHE 114, 236, BStBl II 1975, 306; vom 29. September 1981 VIII R 8/77, BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248; zur "indiziellen Wirkung" des Nahestehens vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 182, 184, BStBl II 1997, 301, unter II.A.1.b und 2. der Gründe; Döllerer, Betriebs-Berater --BB-- 1989, 1175, 1176).
Der erkennende Senat hat für den Fall, dass unmittelbarer Empfänger der vGA ein nahe stehender Mitgesellschafter ist, bereits ausgeführt, dass die vGA ausschließlich diesem zuzurechnen ist, soweit ihm nicht (auch) sein Mitgesellschafter etwas zuwenden wollte (BFH-Urteil in BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248).
Deshalb spricht einiges dafür, dass dem GmbH-Gesellschafter in derartigen Fällen nur dann eine mittelbare vGA als Einnahme zugerechnet werden kann, wenn --ohne Beweiserleichterung-- angenommen werden kann, dass einmal die GmbH dem Gesellschafter und zum Zweiten der Gesellschafter dem Geschäftsführer einen Vermögensvorteil zuwenden wollte und beide Zuwendungen mittelbar dadurch erfolgt sind, dass die GmbH unmittelbar an ihren Geschäftsführer geleistet hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248).
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References: § 20
 § 8
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 § 20
 § 8
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 § 20
 § 27
 § 42
 § 14