Source: https://www.interconnector.de/wissen/flexibilitaetspraemie/
Timestamp: 2020-07-15 05:05:56+00:00

Document:
Flexibilitätsprämie: Wissen & Details | Virtuelles Kraftwerk der EnBW
Startseite » Wissen » Flexibilitätsprämie
Flexi­bi­li­täts­prämie
1 Was ist die Flexi­bi­li­täts­prämie?
2 Was ist der Unter­schied zu dem Flexi­bi­li­täts­zu­schlag?
3 Wer ist für die Flexi­bi­li­täts­prämie verant­wort­lich?
4 Wer hat Anspruch auf die Flexi­bi­li­täts­prämie?
5 Wie wird die Flexi­bi­li­täts­prämie berechnet?
6 Wie ist die Flexi­bi­li­täts­prämie gedeckelt?
Was ist die Flexi­bi­li­täts­prämie?
Die Flexi­bi­li­täts­prämie (kurz „Flexprämie“) soll einen Anreiz für Betreiber von Biogas­an­lagen schaffen, den erzeugten Strom zum einen direkt zu vermarkten und zum anderen bedarfs­ori­en­tiert zu erzeugen bzw. einzu­speisen. Durch die finan­zi­elle Unter­stüt­zung der Anlagen­be­treiber soll der Anteil der regel­baren Strom­pro­duk­tion erhöht werden, um den Anteil erneu­er­barer Energien bei erhöhter Strom­nach­frage zu erhöhen.
Was ist der Unter­schied zu dem Flexi­bi­li­täts­zu­schlag?
Für alle Anlagen, die nach dem 1. August 2014 neu in Betrieb genommen wurden und werden, greift der Flexi­bi­li­täts­zu­schlag nach § 50 und § 50a EEG 2017. Die Flexi­bi­li­täts­prämie findet hingegen ledig­lich bei Anlagen, die vor dem 1. August 2014 in Betrieb genommen worden sind, Anwen­dung.
Wer ist für die Flexi­bi­li­täts­prämie verant­wort­lich?
Betreiber von Biogas-Bestands­an­lagen mit einer Inbetrieb­nahme vor dem 01. August 2014 können nach § 50, § 50b i.V.m. Anlage 3 EEG 2017 eine Flexi­bi­li­täts­prämie von dem Netzbe­treiber für die Bereit­stel­lung zusätz­lich instal­lierter Leistung für eine bedarfs­ori­en­tierte Strom­erzeu­gung verlangen.
Wer hat Anspruch auf die Flexi­bi­li­täts­prämie?
Anspruch auf die Flexi­bi­li­täts­prämie besteht gemäß § 50 Abs. 1 i.V.m. § 50b EEG 2017 nur, wenn der Strom aus Biogas erzeugt und direkt vermarktet wird. Darüber hinaus muss ein Förder­an­spruch nach der maßgeb­li­chen EEG-Fassung bestehen und der Anspruch für Bestands­an­lagen geltend gemacht werden. Weitere Anfor­de­rungen sind in der Anlage 3 Nr. I 1 EEG 2017 aufge­führt.
Wie wird die Flexi­bi­li­täts­prämie berechnet?
Bestands­an­lagen, die vor dem 01. August2014 in Betrieb genommen wurden, erhalten für jedes zusätz­lich instal­liertem Kilowatt Strom pro Jahr 130 Euro. Die Flexi­bi­li­täts­prämie wird ab dem Stichtag, an dem die Anlage bei der Bundes­netz­agentur und dem Netzbe­treiber angemeldet wurde, für eine Dauer von zehn Jahren gezahlt.
Bei einer flexi­blen Fahrweise der Biogas­an­lage darf die vorhe­rige jährliche Durch­schnitts­leis­tung nicht überschritten werden (Höchst­be­mes­sungs­leis­tung). Wenn Anlagen­be­treiber die Grenze der Höchst­be­mes­sungs­leis­tung überschreiten, verlieren sie für den zusätz­lich produ­zierten Strom oberhalb der Höchst­be­mes­sungs­leis­tung den Anspruch auf die Markt­prämie. Eine „negative“ Flexi­bi­li­täts­prämie bzw. ein Zahlungs­an­spruch des Netzbe­trei­bers ist hingegen ausge­schlossen.
Die Höhe der Flexprämie errechnet sich kalen­der­jähr­lich gemäß Anlage 3 Nr. II EEG 2017, wobei monat­liche Abschläge in angemes­senem Umfang zu leisten sind. Hinsicht­lich der Berech­nung der Bemes­sungs­leis­tung im ersten und zehnten Kalen­der­jahr sind nur die in den Kalen­der­mo­naten der Inanspruch­nahme der Flexi­bi­li­täts­prämie erzeugten Kilowatt­stunden und nur die vollen Zeitstunden dieser Kalen­der­mo­nate zu berück­sich­tigen.
„PBem“: die Bemes­sungs­leis­tung in Kilowatt
„Pinst“: die instal­lierte Leistung in Kilowatt
„PZusatz“: die zusätz­lich bereit­ge­stellte instal­lierte Leistung für die bedarfs­ori­en­tierte Strom­erzeu­gung in Kilowatt und dem jewei­ligen Kalen­der­jahr
„fKor“: der Korrek­tur­faktor für die Auslas­tung der Anlage (bei Biome­than: 1,6 und bei Biogas: 1,1)
„KK“: die Kapazi­täts­kom­po­nente für die Bereit­stel­lung der zusätz­lich instal­lierten Leistung in Euro und Kilowatt (130 Euro)
„FP“: die Flexi­bi­li­täts­prämie nach § 50b in Cent pro Kilowatt­stunde
FP = (PZusatz x KK x 100 Cent/Euro) / (PBem x 8760h)
PBemes­sung = Jahres­ar­beit / Jahres­stunden
PZusatz wird abwei­chend festge­setzt:
- mit dem Wert null, wenn die Bemes­sungs­leis­tung die 0,2‑fache instal­lierte Leistung unter­schreitet,
- mit dem 0,5‑fachen Wert der instal­lierten Leistung „Pinst“, wenn die Berech­nung ergibt, dass er größer als der 0,5‑fache Wert der instal­lierten Leistung ist.
Wie ist die Flexi­bi­li­täts­prämie gedeckelt?
Die Inanspruch­nahme der Flexi­bi­li­täts­prämie ist gedeckelt. Sobald der Zubau der zusätz­lich instal­lierten Leistung nach dem 31. Juli 2014 den Wert von 1.000 Megawatt (MW) erreicht, entfällt der Anspruch auf die Flexi­bi­li­täts­prämie für zusätz­lich instal­lierte Leistung, die als Erhöhung der instal­lierten Leistung der Anlage an das Markt­stamm­da­ten­re­gister übermit­telt wird.
Der Wert von 1.000 MW wurde am 31. August 2019 voll ausge­schöpft, wodurch eine Übergangs­frist von insge­samt 15 Monaten begonnen hat. Während dieser Frist kann die Flexprämie weiterhin beantragt werden, auch wenn der Deckel eigent­lich schon ausge­schöpft ist. Der aktuelle Stand der über die Flexi­bi­li­täts­prämie vergü­teten Leistung ist bei der Bundes­netz­agentur einzu­sehen.
Durch­schnitt­liche Bewer­tung 5 / 5. Anzahl Bewer­tungen: 17
Prevletzter ArtikelNetzre­serve
nächster ArtikelAbschalt­ver­ord­nungNächster

References: § 50
 § 50
 § 50
 § 50
 § 50
 § 50
 § 50