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Aussteuerung - wie geht es weiter? Sozialrecht und staatliche Leistungen Forum 123recht.net
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4.1.2010 Thema abonnieren Zum Thema: Aussteuerung geht
Frage vom 4.1.2010 | 11:26
Praktikant (531 Beiträge, 149x hilfreich)
Person A ist Mitte 2008 erkrankt und seitdem auch arbeitsunfähig krank geschrieben. Ursächlich für den üblen Verlauf Ihrer Krankheit ist fortgesetztes Mobbing am Arbeitsplatz.
Das Arbeitsverhältnis wird per Aufhebungsvertrag zum 30. Juni 2010 fristgerecht beendet. Eine Freistellung ist - allerdings widerruflich ! - erfolgt.
Nun hat sie von der Krankenkasse einen Bescheid erhalten, dass ihr Krankengeldbezug am 09. Januar 2010 endet und sie sich bei der Agentur für Arbeit melden soll.
Kann hier jemand freundlicherweise erklären, wie es nun weitergehen könnte?
Aussteuerung geht
Antwort vom 4.1.2010 | 18:36
@Gloegg
So wie die Kasse (GKV) schreibt: Meldung umgehend bei der Agentur für Arbeit (AfA).
Dort Antrag auf ALG1 nach SGB III, §125 falls die Arbeitsunfähigkeit besteht.
Die späte Mitteilung der GKV finde ich frech, also MORGEN zur AfA
Antwort vom 5.1.2010 | 06:34
Danke Sunbee!
Es ist noch nicht klar, ob die Arbeitsunfähigkeit weiterhin besteht. Krankmeldung ist bis einschließlich Freitag den 08.01. ausgestellt, Krankengeldbezug endet am Samstag den 09.01.
Reicht eine Meldung bei der Afa am 11.01.?
Antwort vom 5.1.2010 | 08:27
Ja, eine Meldung am 11.01.10 würde noch reichen. Allerdings keinen Tag später!!!!
Und falls die Arbeitsunfähigkeit ab 09.01.10 nicht weiter besteht, ist ab dem Tag der Arbeitgeber wieder zur Zahlung von Arbeitsentgelt verpflichtet....
Antwort vom 5.1.2010 | 08:42
da war @Schnebi früher wach
Antwort vom 5.1.2010 | 14:20
Antwort vom 9.1.2010 | 13:05
Hätte jetzt doch noch mal eine Frage.
Die AfA ist ja nicht gerade für "Kundenfreundlichkeit" berühmt.
Euren Erfahrungen nach:
Was sollte A unterschreiben und was nicht?
Sollte A noch auf etwas achten?
Antwort vom 9.1.2010 | 15:11
Wenn der Sachbearbeiter umsichtig ist, wird zum Termin in der Leistungsabteilung das Formular zur Schweigepflichtsentbindung der behandelnden Ärzte vorgelegt. Man sollte für jeden Arzt, jede Klinik, jede Reha KLinik, ein extra Blatt zur Entbindung der SP unterschreiben und darauf achten, dass es um die ärztliche SChweigepflicht geht.
Manchmal steht auf solchen Vordrucken auch die soziale Schweigepflicht, das sollte man streichen.
Ansonsten ist darauf zu achten, dass man unten KEINEN UMSTÄNDEN sich nötigen lässt eine Bereitschaft, zu 3 Stunden Arbeit u unterschreiben.
Das hääte zur Folge, dass ALG1 nicht nach §125 SGB III gezahlt würde und, noch schlimmer, man nur für 3 Stunden anteilig ALG1 erhalten würde.
Am Besten mit Beistand zur AfA, freundlich, sachlich und davon ausgehen, dass die Mehrheit der *Fälle* glatt geht. Die Horrorszenarien (hier und anderswo) sind übel, aber dennoch die Ausnahme(n).
Antwort vom 11.1.2010 | 00:03
Vielen Dank für Deine Hilfe, Sunbee!
A wird berichten, wie es ihr ergangen ist...
Antwort vom 12.1.2010 | 00:05
Was mich vor allem interessieren würde, warum Krankschreibung bzw. Arbeitslosmeldung wenn A. doch freigestellt ist? Denn eine reguläre Arbeitslosigkeit würde doch eigentlich erst am 01.07.2010 eintreten.
Der AG hätte bis zum 31.06.2010 den vollen Lohn zu zahlen und erst dann wäre ALG1 dran.
Antwort vom 12.1.2010 | 07:32
Der AN ist ja lfd. Krank. Das heisst er kann seine Arbeitsleistung dem Arbeitgeber nicht anbieten. Das heisst, der Arbeitgeber ist dem Arbeitnehmer auch nicht zu Lohnzahlung verpflichtet. Dies ist ja nur im Rahmen der Lohnfortzahlung innerhalb der ersten 6 Wochen der AU gegeben. Diese sind aber schon lange vorbei.
Das heisst in diesem Fall steht der Arbeitnehmer zwar noch in einem Arbeitsverhältnis, aber ist zur Zeit trotzdem Beschäftigungslos, da er aufgrund seiner Krankheit vom Arbeitgeber nicht beschäftigt werden kann. In diesem Fall tritt auch Arbeitslosigkeit nach §125SGBIII ein, auch wenn der Arbeitnehmer eigentlich noch in einem Arbeitsvertrag steht.
Wichtig ist in diesem Fall die Unterscheidung zwischen einem Arbeitsverhältnis, und einem Beschäftigungsverhältnis. Für die Beurteilung, ob ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht ist nämlich das Bestehen eines Beschäftigungsverhältnisses, und nicht das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses entscheidend.
Antwort vom 12.1.2010 | 12:48
Was Schnebi gerade ausgeführt hat, ist vollkommen richtig!
A war jetzt bei der AfA, um sich nach §125 SGB III zu melden. Sie war überrascht, dass sie nichts unterschreiben mußte. Hat nur haufenweise Papier zum Ausfüllen (u.a. Antrag auf ALG I und Unterlagen für die Arbeitsvermittlung) mitbekommen und hat gleich einen Termin zum "Gespräch über die berufliche Situation" mitbekommen.
Das war es erst einmal. Ist das normal?
Antwort vom 12.1.2010 | 13:24
Beim Gespräch zur berufl. Situation kommt dann das mit der Erkrankung und der Entbindung der Schweigepflicht. Allet schick wie es looft.
Antwort vom 12.1.2010 | 13:29
A wird weiterhin berichten...
Antwort vom 12.1.2010 | 17:37
was ist denn der Unterschied zwischen einem Beschäftigungsverhältnis und einem Arbeitsverhältnis?
Und was ich auch gleich noch frage: Warum müssen die gelben Scheine während ALG 1 bei §125 SGB III immer von unterschiedlichen Ärzten sein?
Ich hätte damit Schwierigkeiten, denn außer HA und Rheuma-Doc kommt bei mir keiner ran!
Antwort vom 12.1.2010 | 20:10
Ja, prima, wenn man den Verlauf mitbekommt. Das hilft anderen dann wieder
http://de.wikipedia.org/wiki/Beschäftigungsverhältnis
Gut erklärt, wie ich finde :-)
Zur zweiten Frage: Die gelben müssen nicht, sie können von unterschiedlichen Ärzten sein. Wichtig ist dabei, KEINE abzugeben und JEDE (weitere) Erkrankung zu dokumentieren.
Antwort vom 12.1.2010 | 21:04
Ich finde auch, dass man aus Verlaufsberichten viel "mitnehmen" kann.
Habe das mit den gelben Scheinen jedoch nicht verstanden.
Wann sollen KEINE gelben Scheine abgegeben werden und weitere Erkrankungen dokumentiert werden?
Antwort vom 12.1.2010 | 21:49
Wenn man ALG1 nach SGB III; §125 bekommt. Verlauf der Erkrankung für sich und einen möglichen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung.
Antwort vom 19.1.2010 | 08:49
Was gibt man den stattdessen als Nachweis ab?
Antwort vom 19.1.2010 | 09:48
Nichts. Paragraf 125 IST per se die Nicht Verfügbarkeit.
Antwort vom 19.1.2010 | 14:51
Okay, verstanden. Danke sunbee!
A hatte heute ihren Termin zum "1.Gespräch".
Die von ihrv zu diesem Termin verlangte Bewerbungsmappe wollte keiner mehr sehen. Stattdessen wurde im Computer ein Bewerberprofil erfaßt.
Dann wurde ein Formularsatz zur Schweigepfichtentbindung vorgelegt, der bis Freitag unterschrieben zurückgegeben werden soll. (Gesundheitsfragebogen zur Begutachtung durch den Ärztlichen DIenst)
Zum Schluss mußte A noch eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben. Ziel ist die Aufnahme einer Tätigkeit im erlernten Beruf durch regionale Stellensuche (Umkreis 30km) in Vollzeit.
A hat den Beruf vorher in Teilzeit ausgeübt, wäre aber auch bereit, eine Vollzeitstelle anzutreten, sofern dies die familiäre Situation erlaubt. Auf Rückfrage bestätigte der Arbeitsvermittler, das auch eine Teilzeitstelle angetreten werden darf.
Immer noch alles schick? Oder hat A bereits einen Fehler gemacht?
Antwort vom 19.1.2010 | 14:57
Die Leistung der AfA: sie schaltet den Ärztlichen Dienst ein, um die Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt zu klären.
Die Leistung von A: der Gesundheitsfragebogen wird vorgelegt und der Termin beim Ärztlichen Dienst wahrgenommen.
Antwort vom 19.1.2010 | 16:43
EGV? Was steht da drin?
Antwort vom 19.1.2010 | 22:20
Ziel ist die Aufnahme einer Tätigkeit im erlernten Beruf durch regionale Stellensuche (Umkreis 30km) in Vollzeit.
Leistung der AfA: sie schaltet den Ärztlichen Dienst ein, um die Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt zu klären.
Leistung von A: der Gesundheitsfragebogen wird vorgelegt und der Termin beim Ärztlichen Dienst wahrgenommen.
Antwort vom 20.1.2010 | 08:29
Klär mich bitte auf: ich bin bisher davon ausgegangen, dass hier die AU weiter besteht. Ist das nicht so?
Dann würde ich mich über §125 wundern...
Ein Zwang zur Unterschrift vor Ort besteht bei EGV nicht. Man hat das Recht, diese zu prüfen.
Antwort vom 20.1.2010 | 14:31
Ja, die AU besteht weiterhin. Warum wunderst Du Dich über §125?
Antwort vom 23.1.2010 | 11:00
A ist ab dem 22.01.2010 nicht mehr krank geschrieben. Gesund ist A aber auch nicht.
A hat den Gesundheitsfragebogen und eine Änderungsmitteilung bei der AfA abgegeben und wollte sich "abmelden".
Der Sachbearbeiter faselte nur irgend etwas von "arbeitssuchend" und das er das jetzt vermerken müßte - und hat A dann weggeschickt...
Antwort vom 25.1.2010 | 13:06
Antwort vom 25.1.2010 | 14:47
Hmpf, wieso liegt keine Arbeitsunfähigkeit vor wenn man krank ist?
Ich wundere mich über 125 weil der NUR für Arbeitsunfähige, Ausgesteuerte in Frage kommt.
Antwort vom 25.1.2010 | 16:57
A war sowohl arbeitsunfähig als auch ausgesteuert, als sie zur AfA ging und den Antrag stellte. A ist zwar immer noch krank, aber nicht mehr arbeitsunfähig geschrieben.
Warum? Das wissen wohl nur die Ärzte. Starke Medikamente nimmt A jedenfalls noch ein...
A ist am 22.01. zur AfA gegangen und hat per Veränderungsmitteilung gemeldet, dass keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorliegt.
Nun kommt der Aufhebungsvertrag zur Geltung, der eine Lohnfortzahlung bis Ende Juni 2010 bei gleichzeitiger Freistellung vorsieht A steht also der Arbeitsvermittlung frühestens ab dem 01.07.2010 zur Verfügung.
Zeit, um (hoffentlich !!!) wieder gesund zu werden - oder?
Wie wird es jetzt vermutlich weitergehen?
Antwort vom 25.1.2010 | 17:22
Kein ALG1 nach 125, das ist sicher.
Wieso wird die Person nicht mehr AU geschrieben? Darauf sollte sie drängen, notfalls Arztwechsel wenn noch man noch so krank ist.
Die Aufhebung kommt einer eigenen Kündigung gleich und zieht eine Sperre des ALG1 nach §117 nach sich. Sgb III, §144.
Solange Lohnfortzahlung besteht, sowieso kein ALG1
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References: §125
 §125
 §125
 §125
 §125
 §125
 §125
 §125
 §117
 §144