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Timestamp: 2019-08-25 20:17:46+00:00

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unternehmenssteuern.de > Buchhaltung > Abschreibung > Investitionsabzugsbetrag – Fiskus klärt Zweifelsfragen rund um den IAB nach § 7g EStG
erstellt am 27.06.18 von Redaktion unternehmenssteuern.de
Mit der Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags (IAB) haben Sie einen direkten Einfluss auf Ihre Steuerlast und Liquidität. Nutzen Sie die Spielräume geschickt, können Sie mit der Steuerersparnis die Anschaffung Ihres Investitionsguts finanzieren und gewinnen Liquidität. Für Sie habe ich das Schreiben des BMF zu Zweifelsfragen rund um den Investitionsabzugsbetrag ausgewertet (vgl. Schreiben Az. IV C 6 – S 2139-b/07/10002-02, DOK 2017/0202664 vom 20.3.2017).
Für diese Wirtschaftsgüter dürfen Sie einen Investitionsabzugsbetrag (IAB) bilden
Einen Investitionsabzugsbetrag können Sie für neue oder gebrauchte abnutzbare, bewegliche Wirtschaftsgüter Ihres Anlagevermögens bilden. Voraussetzung ist, dass diese mindestens bis zum Ende des Wirtschaftsjahres, das auf die Anschaffung folgt, zu mindestens 90 % betrieblich genutzt werden.
Beispiel 1: Sie bilden einen Investitionsabzugsbetrag für einen gebrauchten Lkw, den Sie im Jahr 2017 anschaffen. Den Lkw müssen Sie jetzt bis zum 31.12.2018 zu mindestens 90 % betrieblich nutzen.
Beispiel 2: Wie Beispiel 1, nur mit dem Unterschied, dass Sie einen Pkw anschaffen, für den Sie die private Nutzung auf der Grundlage der 1-Prozent-Methode ermitteln. Jetzt beträgt die Nutzung nicht mehr mindestens 90 %, sondern nur noch 88 % (FG Sachsen vom 28.7.2016, 8 K 1799/15), sodass Sie für einen Pkw, den Sie auch privat auf der Grundlage der 1-Prozent-Regelung nutzen möchten, keinen Investitionsabzugsbetrag bilden können.
Für immaterielle Wirtschaftsgüter, beispielsweise Software, kann § 7g EStG nicht in Anspruch genommen werden. Das gilt allerdings nicht für sogenannte Trivialprogramme (Word, Excel etc.). Diese gehören nach R 5.5 Abs. 1 EStR zu den abnutzbaren beweglichen und selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgütern. Daher ist es nur möglich, dass Sie für den Kauf von Trivialsoftware den Investitionsabzugsbetrag geltend machen.
In dieser Höhe dürfen Sie einen IAB bilden
Aufwendige und teure Spezialprogramme sind somit von der Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags ausgeschlossen, da es sich um immaterielle Wirtschaftsgüter handelt. In dieser Höhe dürfen Sie einen IAB bilden Sie dürfen höchstens 40 % der tatsächlichen Aufwendungen für begünstigte Wirtschaftsgüter als IAB bilden. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie das Wirtschaftsgut innerhalb der 3-jährigen Investitionsfrist anschaffen oder herstellen. Der Höchstbetrag für den Investitionsabzugsbetrag liegt im Jahr 2017 bei 200.000 €. Sofern Sie innerhalb des 3-jährigen Investitionszeitraums keine entsprechenden Wirtschaftsgüter anschaffen oder herstellen, wird der Investitionsabzugsbetrag im Bildungsjahr aufgelöst. Er erhöht dann Ihren Gewinn und führt zu einer Steuermehrbelastung.
Beispiel: Sie planen den Kauf eines neuen Lkw. Das Fahrzeug soll gebraucht 100.000 € zzgl. Umsatzsteuer kosten. Sie dürfen einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40.000 € (100.000 x 40 %) gewinnmindernd berücksichtigen.
Sie dürfen höchstens 40 % der voraussichtlichen Aufwendungen für begünstigte Wirtschaftsgüter als IAB bilden. Der Höchstbetrag für den Investitionsabzugsbetrag liegt im Jahr 2018 bei insgesamt 200.000 € für alle von einem Betrieb in Anspruch genommenen Investitionsabzugsbeträge zusammen. Sofern Sie innerhalb des 3-jährigen Investitionszeitraums keine entsprechenden Wirtschaftsgüter anschaffen oder herstellen, wird der Investitionsabzugsbetrag im Bildungsjahr aufgelöst. Er erhöht dann Ihren Gewinn und führt zu einer Steuermehrbelastung.
Beispiel: Sie planen den Kauf eines neuen Lkw. Das Fahrzeug soll gebraucht 100.000 € zzgl. Umsatzsteuer kosten. Sie dürfen einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40.000 € (100.000 x 40 %) gewinnmindernd berücksichtigen.
Diese Betriebsgrößenmerkmale gelten
Investitionsabzugsbeträge können nur berücksichtigt werden, wenn Ihr Betrieb am Schluss des jeweiligen Abzugsjahres die in § 7g Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG genannten Größenmerkmale nicht überschreitet. Diese sind:
bei Gewerbebetrieben oder der selbstständigen Arbeit dienenden Betrieben, die ihren Gewinn im Rahmen einer Bilanz ermitteln, ein Betriebsvermögen von 235.000 €.
Ermitteln Sie Ihren Gewinn im Rahmen einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung, darf Ihr Gewinn ohne Berücksichtigung des Investitionsabzugsbetrags 100.000 € nicht überschreiten.
So ermitteln Sie Ihr Betriebsvermögen [hier umschreiben oder den Abschnitt raus, da bereits auf nwb]
– steuerbilanzielle Rücklagen (z. B. § 6b EStG, Ersatzbeschaffung)
= Betriebsvermögen im Sinne des § 7g Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a EStG
Ziehen Sie alle Sonder- und Ergänzungsbilanzen in die Prüfung mit ein
Die in der steuerlichen Gewinnermittlung (inklusive etwaiger Sonder- und Ergänzungsbilanzen) ausgewiesenen o. g. Bilanzposten inklusive der Grundstücke setzen Sie mit ihren steuerlichen Werten an. Bei den Steuerrückstellungen können die Minderungen aufgrund in Anspruch genommener Investitionsabzugsbeträge unberücksichtigt bleiben. Überschreiten Sie die Betriebsvermögensgrenze nur deshalb nicht, weil Sie von dieser Option Gebrauch machen, sind Sie verpflichtet, Ihrem Finanzamt die maßgebende Steuerrückstellung darzulegen.
Auch für den IAB gilt die Datenübermittlung nach amtlich vorgeschriebenen Datensätzen
Die Abzugsbeträge, Hinzurechnungen und Rückgängigmachungen nach § 7g EStG sind bei einer Gewinnermittlung
nach § 4 Abs. 1 oder § 5 EStG im Rahmen der sogenannten E-Bilanz (§ 5b EStG),
nach § 4 Abs. 3 EStG mit der sogenannten Anlage EÜR nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung zu übermitteln (§ 7g Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 Satz 1 EStG).
Unterliegt Ihr Unternehmen der Körperschaftsteuer, geben Sie die Abzugsbeträge, Hinzurechnungen und Rückgängigmachungen nach § 7g EStG nicht in Ihrem E-Bilanz-Datensatz, sondern in der Körperschaftsteuererklärung (Anlage GK) an. Werden Investitionsabzugsbeträge rückgängig gemacht, nachträglich beansprucht oder geändert, übermitteln Sie jeweils eine berichtigte Körperschaftsteuererklärung für alle betroffenen Jahre.
Schädliche Verwendung einer Investition – so dürfen Sie das Wirtschaftsgut nicht nutzen
Eine schädliche Verwendung im Sinne des § 7g Abs. 4 EStG liegt insbesondere dann vor, wenn das betreffende Wirtschaftsgut vor dem Ende des dem Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung folgenden Wirtschaftsjahres
aus dem begünstigten Betrieb ausscheidet,
dort nicht mehr zu mindestens 90 % betrieblich genutzt oder
der Betrieb veräußert oder aufgegeben wird.
Ein Wirtschaftsgut wird ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt, wenn Sie es zu nicht mehr als 10 % privat nutzen. In begründeten Zweifelsfällen sind Sie verpflichtet, Ihrem Finanzamt glaubhaft darzulegen, dass der Umfang der betrieblichen Nutzung mindestens 90 % beträgt.
Anhaltspunkt für die betriebliche Nutzung des Wirtschaftsgutes in einer inländischen Betriebsstätte des begünstigten Betriebes im Verbleibens- und Nutzungszeitraum ist regelmäßig die Erfassung im Bestandsverzeichnis (Anlageverzeichnis). Ausnahme: Es handelt sich um ein geringwertiges Wirtschaftsgut oder um ein Wirtschaftsgut, das in einem Sammelposten erfasst wurde. Sie haben die Möglichkeit, die betriebliche Nutzung anderweitig nachzuweisen. Die Verbleibens- und Nutzungsvoraussetzung wird insbesondere dann nicht mehr erfüllt, wenn das Wirtschaftsgut innerhalb des Verbleibens- und Nutzungszeitraums
veräußert oder entnommen,
einem anderen für mehr als 3 Monate entgeltlich oder unentgeltlich zur Nutzung überlassen (z. B. längerfristige Vermietung) oder
Empfehlung: Nutzen Sie den Investitionsabzugsbetrag, wenn Sie die geplante Investition ernsthaft durchführen möchten. Sind Sie sich nicht sicher, verzichten Sie auf eine entsprechende Bildung des Investitionsabzugsbetrags, denn er wird Jahre später aufgelöst.

References: § 7
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 § 6
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