Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20149/08
Timestamp: 2019-05-20 13:46:21+00:00

Document:
BGH, 16.12.2010 - I ZR 149/08 - dejure.org
https://dejure.org/2010,775
BGH, 16.12.2010 - I ZR 149/08 (https://dejure.org/2010,775)
BGH, Entscheidung vom 16.12.2010 - I ZR 149/08 (https://dejure.org/2010,775)
BGH, Entscheidung vom 16. Dezember 2010 - I ZR 149/08 (https://dejure.org/2010,775)
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§ 4 Nr 11 UWG, § 5 Abs 1 GlüStVtr BY, § 5 Abs 2 GlüStVtr BY
Wettbewerbsverstoß: Ankündigung einer Jackpotausspielung durch staatliche Lotteriegesellschaft; Aufforderung zur Spielteilnahme in Kundenmagazin einer Lottogesellschaft - Spiel mit
Lottomagazin "Spiel mit" stellt unzulässige Werbung dar
Beschränkung von Lotteriewerbung
§ 5 Abs. 1 GlüStV
Lotteriegesellschaften ist es nicht schlechthin verboten, hohe Gewinne anzukündigen
"Spiel mit" - Hohe Jackpots dürfen beworben werden - Werbebeschränkungen für Lotterien konkretisiert
Zulässige Jackpot-Werbung von Lotterien
Zur Konkretisierung der Werbebeschränkungen für Lotterien
afp 2011, 152
Zwar stellt die sachliche Information über Art und Höhe der ausgelobten Preise eine zulässige Information über die Möglichkeit zum Glücksspiel gemäß § 5 Abs. 1 GlüStV dar, deren unvermeidliche Anreizwirkung zur Wahrung des ebenfalls verfolgten Schutzzwecks des GlüStV, den Spieltrieb zu kanalisieren, hingenommen werden muss, wenn der Anreizwirkung durch die nach dem GlüStV vorgesehenen Warnhinweise in hinreichender Weise entgegengewirkt wird (BGH GRUR 2011, 440 Tz. 111 14 - Spiel mit).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann sie nach einer Gesetzesänderung wegfallen, wenn der Schuldner die beanstandete Handlung nach der Gesetzesänderung nicht mehr wiederholt hat und die Unzulässigkeit der beanstandeten Handlung (dort: unlautere Werbung) im Zeitpunkt der Verletzungshandlung ernsthaft zweifelhaft gewesen ist (vgl. BGH, Urteil vom 16. Dezember 2010 - I ZR 149/08 - Spiel mit, GRUR 2011, 440, Tz. 39, u.H. auf BGH, GRUR 2002, 717, 719 = WRP 2002, 679 - Vertretung der Anwalts-GmbH).
d) Bei der Prüfung der Vereinbarkeit der vom Kläger beanstandeten Faltblattwerbung mit § 5 Abs. 1, 2 GlüStV wird das Berufungsgericht die inzwischen vom Senat und vom Bundesverwaltungsgericht entwickelten Grundsätze zur Beurteilung von Glücksspielwerbung nach § 5 GlüStV zu berücksichtigen haben (vgl. BGH, Urteil vom 16. Dezember 2010 - I ZR 149/08, GRUR 2011, 440 Rn. 11 ff. - Spiel mit; BVerwG…, Urteil vom 1. Juni 2011 - 8 C 4.10, ZfWG 2011, 341 Rn. 34 f.).
Insbesondere hat das Landgericht zu Recht bereits die Produktbezeichnung "D." als anhand der Maßstäbe aus § 5 Abs. 1 GlüStV zu prüfende Werbung angesehen (vgl. zu dem Titel eines Kundenmagazins BGH, Urteil vom 16.12.2010 - I ZR 149/08, zitiert nach juris).

References: § 4
 § 5
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