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Timestamp: 2019-03-19 23:57:46+00:00

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OLG Düsseldorf, 16.01.2003 - I-5 U 41/02 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 16.01.2003 - I-5 U 41/02
Auftrag oder Akquisition?
Beweispflicht bezüglich des Auftrags zur Erbringung von Architektenleistungen; Auftrag zur Ausführung der Grundlagenermittlung, sowie Vorplanung und Entwurfsplanung; Vermutung der vertraglichen Bindung durch Tätigwerden eines Architekten oder Ingenieurs; Architektenleistungen als Hoffnungsinvestitionen in einer Vertragsanbahnungssituation; Eintrittspflicht nach den Grundsätzen einer Rechtsscheinshaftung
Architekt plante für Rastanlage - Honorar gibt es dafür nur, wenn ein "Auftrag" erteilt wurde
Entwurfsplanung: Kann sie noch Akquisition sein?
Auch Entwurfsplanung kann noch Akquisition sein! (IBR 2003, 309)
LG Düsseldorf - 5 O 203/01 vom 16. 1. 2002
LG Düsseldorf, 16.01.2002 - 5 O 203/01
MDR 2003, 926
NZBau 2003, 442
BauR 2003, 1089 (Ls.)
BauR 2003, 1251
ZfBR 2003, 463 (Ls.)
Die Vermutung des § 632 Abs. 1 BGB, wonach eine Vergütung als vereinbart gilt, wenn die Herstellung des Werks den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist, bezieht sich nämlich nur auf die Entgeltlichkeit eines erteilten Auftrags, nicht aber auf die Auftragserteilung selbst (OLG Düsseldorf, NZBau 2003, Seite 442; OLG Celle, MDR 2007, Seite 86).
Da zahlreiche Architektenleistungen Hoffnungsinvestitionen in einer Vertragsanbahnungssituation sind, kann nicht ohne weiteres nach der Lebenserfahrung davon ausgegangen werden, dass ein Architekt nur aufgrund eines Auftrags plant (OLG Düsseldorf, Urteil vom 16.01.2003, 5 U 41/02, BauR 2003, 1251).
Die Anwendung dieser Vorschrift setzt daher voraus, dass es überhaupt zu einer schuldrechtlichen Bindung gekommen ist (BGH, Urteil vom 24.06.1999, VII ZR 196/98, NJW 1999, 3554; OLG Düsseldorf, 5. Senat, Urteil vom 16.01.2003 - 5 U 41/02, BauR 2003, 1251;… Senat, a.a.O.).
Der/die Initiator(en) bzw. Investor(en) und der Architekt bilden in dieser Projektentwicklungsphase regelmäßig eine Projektentwicklungsgemeinschaft und sitzen dann gemeinsam "in einem Boot" in der Hoffnung, bei einer Verwirklichung des Bauvorhabens einen interessanten Auftrag zu erhalten (OLG Düsseldorf, Urteil vom 16.01.2003, 5 U 41/02, BauR 2003, 1251; vgl. auch: Senat, Urteil vom 20.03.2007, I-23 U 145/06, n.V.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 29.06.1999, 21 U 192/98, NJW-RR 2000, 19; OLG Hamm, Urteil vom 29.01.2001, 17 U 181/98, BauR 2001, 1466; OLG München, Urteil vom 25.01.2005, 28 U 2235/03, BauR 2006, 1491).
Die Vermutung des § 632 Abs. 1 BGB, wonach eine Vergütung als vereinbart gilt, wenn die Herstellung des Werks den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist, bezieht sich nur auf die Entgeltlichkeit eines erteilten Auftrags, nicht auf die Auftragserteilung (vgl. OLG Düsseldorf, BauR 2003, 1251 = NZBau 2003, 442; Quack IBR 2003, 309;… Schwenker in Erman, BGB, 11. Aufl., Rdnr. 2 zu § 632).
Somit kann nach der Lebenserfahrung nicht davon ausgegangen werden, dass ein Architekt stets aufgrund eines Auftrages plant (OLG Düsseldorf, Urteile vom 16. Januar 2003 - 5 U 41/02 - Rn 26;… vom 29. Februar 2008, aaO, Rz. 17).
Denn es besteht die Hoffnung, bei einer Verwirklichung des Bauvorhabens einen interessanten Auftrag zu erhalten (vgl. OLG Düsseldorf, Urteile vom 16. Januar 2003, aaO; vom 20. März 2007 - I-23 U 145/06, n.v.;… vom 29. Februar 2008, aaO, Rz. 18 mwN).
Die Erbringung von Leistungen durch den Architekten genügt jedenfalls dann nicht für die Annahme eines konkludenten Vertragsschlusses, wenn, wie hier, der Auftraggeber einen rechtsgeschäftlichen Auftrag bestreitet und die Parteien später einen schriftlichen Vertrag noch abschließen wollten, bzw. Einigkeit zwischen den Parteien bestand, dass eine Honorarvereinbarung noch getroffen werden sollte, § 154 Abs. 2 BGB (Vgl. BGH BauR 1997, 1060 JURIS Rdnr 16; OLG Düsseldorf Urt. v. 16.01.2003, 5 U 41/02, BauR 2003, 1251, JURIS Rdnr 26; Kniffka/Koeble 12. Teil Rdnrn 10, 268;… Pott/Dahlhoff/Kniffka/Rath 7. Aufl. § 4 Rdnr 14).
Dessen Abschluss könnte sich hier in Ermangelung beweisbarer rechtsgeschäftlicher Abreden am 12.09.2003 also allenfalls aus den Umständen und nur dann ergeben, wenn die Beklagten für die S... GbR die Planungsleistungen des Klägers zumindest entgegengenommen und bestimmungsgemäß verwertet hätten (vgl.: BGH BauR 1997, 1060; BGH IBR 2000, 331; OLG Stuttgart BauR 2005, 1202; allgemein zu den Anforderungen an einen Vertragsschluss durch schlüssiges Verhalten: BGH BauR 1999, 1319, 1320), wohingegen die unaufgeforderte Erbringung von Architektenleistungen einen Honoraranspruch ohne das Hinzutreten weiterer Umstände in der Regel nicht zu begründen vermag (BGH BauR 1997, 1060; OLG Düsseldorf, BauR 2003, 1251; OLG Düsseldorf, BauR 2002, 117).
Eine gesetzliche oder tatsächliche Vermutung (im Sinne eines sogen. Anscheinsbeweises) dahin, dass umfangreiche Architektenleistungen nur im Rahmen eines Vertrages erbracht werden, gibt es dagegen nicht (vgl. BGH BauR 1997, 1060; OLG Düsseldorf BauR 2003, 1251;… Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 3. Aufl., 12. Teil Rdn. 10).
LG Trier, 07.02.2007 - 4 O 94/06
Honoraranspruch des „janusköpfigen“ Architekten

References: § 632
 § 632
 § 632
 § 154
 BGH 
 § 4
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH