Source: https://lesen.lexisnexis.at/news/europaeisches-nachlasszeugnis-richtervorbehalt-im-grundbuchverfa/zak/aktuelles/2017/40/lnat_news_024309.html
Timestamp: 2018-03-19 16:31:37+00:00

Document:
Rechtsnews Nr. 24309 vom 05.10.2017 – Europäisches Nachlasszeugnis – Richtervorbehalt im Grundbuchverfahren – LexisNexis Zeitschriften
Europäisches Nachlasszeugnis – Richtervorbehalt im Grundbuchverfahren
Da die Anwendung ausländischen Erbrechts in Betracht kommt, darf über die Verbücherung aufgrund eines Europäischen Nachlasszeugnisses nicht der Rechtspfleger entscheiden.
RpflG: § 16 Abs 2 Z 6
EuErbVO: Art 69
AußStrG: § 58 Abs 4 Z 2
GBG: § 75 Abs 2
Auch im Grundbuchverfahren ist die Entscheidung gem § 16 Abs 2 Z 6 RpflG dem Richter vorbehalten, wenn die Anwendung einer ausländischen Rechtsvorschrift zumindest in Betracht kommt. Beim EU-Recht handelt es sich um kein ausländisches Recht im Sinn dieser Bestimmung.
Wenn ein Erbe, dessen Erbrecht ausländischem (hier: deutschem) Recht unterliegt, mit einem Europäischen Nachlasszeugnis die Einverleibung seines Eigentums auf einer österreichischen Liegenschaft des Erblassers begehrt, greift der Richtervorbehalt nach § 16 Abs 2 Z 6 RpflG ein, weil bestimmte Fragen möglicherweise nach dem Erbstatut zu beurteilen sind.
Ein Beschluss, der im Außerstreitverfahren (hier: Grundbuchverfahren) trotz Richtervorbehalts vom Rechtspfleger gefasst wurde, ist im Rechtsmittelverfahren gem § 58 Abs 4 Z 2 AußStrG aufzuheben, auch wenn er im Rechtsmittel nicht geltend gemacht wurde.
OGH 29. 8. 2017, 5 Ob 108/17v
Rechtsnews Nr. 24309 vom 05.10.2017

References: § 16
 § 58
 § 75
 § 16
 § 16
 § 58

OGH