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Timestamp: 2017-11-21 19:15:07+00:00

Document:
Intensivpflegedienst: Arbeitsrecht / Dienstrecht - Seite 2
06.08.2016, 14:07 #11
Zitat von Blauracke
Thema Rauchen: Leider rauchen viele Pflegekräfte, m.E. zu viele und zu viel. Verbieten kann man es natürlich nicht, es handelt sich ja um eine Krankheit (Nikotinsucht).
Also im Strassenverkehr wird jedenfalls nicht zwischen krankheitsbedingten und sonstigem Alkoholkonsum unterschieden. Beides ist gleichermaßen verboten und Verstöße werden auch geahndet. D.h. natürlich nicht, dass man auf die Bedürfnisse eines Rauchers nicht Rücksicht nehmen darf. Umgekehrt gilt das für den Raucher erst recht. Auch bei einer Sucht ist der Willen ja nicht komplett ausgeschaltet.
Nach Arbeitsschutzgesetz stehen auch den Pflegekräften Pausen zu, in denen sie - theoretisch - machen können, was sie wollen.
Habe gerade mal gegoogelt und im Arbeitsschutzgesetz nichts gefunden. Aber im Arbeitszeitgesetz.
Arbeitszeit bis 6 Stunden -> keine Minute Pause;
bei 8 Stunden Arbeitszeit -> 30 Minuten Pause
jeweils im voraus und ggf. aufgeteilt in Abschnitte mit mindestens 15 Minuten
-> keine kurzen Raucherpausen
(und Pausen sind natürlich keine Arbeitszeiten, normalerweise)
siehe dazu auch http://www.marktundmittelstand.de/pe...laubt-1130081/
06.08.2016, 16:13 #12
Ich denke wir müssen verschiedene Problemlagen hier auseinanderhalten.
Das die PFK nicht indem fit sind, wofür sie von euch angestellt sind, ist eine Sache. Das ist in der Tat nicht zu tolerieren. Sprecht hier mit dem Pflegedienst, beschwert euch oder such einen neuen (hoffentlich dann besseren) Anbieter.
Wenn ihr Wissen über Arbeitszeitrecht haben wollt, schmeisst mal "Google" an oder noch besser: geht zu einem Fachanwalt der euch einen Beratungstermin anbieten wird. Eine solche Beratung kostet um die 150 € und ihr habt Gewissheit, nicht juristisches Halbwissen bzgl. Arbeitsrecht aus diesem Forum zu bekommen. Mit den Daten vom Fachanwalt könnt ihr auch belastbarer dem jetzigen Pflegedienst gegenüber Position beziehen.
Wie Du hier über die Krankenschwestern schreibst, und sie persönlich beleidigst, ist die andere Sache!
Da sitzt eines dieser "Schwergewicht" im hintersten Eck des Zimmers,
Wir hatten inzwischen 3 der schon als adipös zu bezeichneten Damen
Du selber bestehst darauf, "sachliche" Hinweise zu bekommen. Selber bist Du aber den Schwestern gegenüber hier im Forum äusserst unsachlich. Zwischen den Zeilen lese ich persönlich (!) eine subtile Menschenverachtung und Herabstufung. Immer wieder hackst Du auf dem Körpergewicht oder Nikotinsucht der Damen herum. Natürlich ist es ab einer bestimmten Höhe beim Pflegeberuf hinderlich. Ich kann Dir aber auch sagen, dass euch nicht unbedingt eine blonde 48 kg-Maus besser hilft, wenn es um Umlagern, Notfälle und allem wo Körperkraft benötigt wird, geht.
Wenn ihr dem Personal genauso herablassend und ohne Respekt gegenübertretet wie ihr hier über dieses schreibt, wundert es mich nicht, dass anscheinend häufiger die Chemie zwischen euch nicht stimmt. Je mehr in gängeln wollt ("Pausenzeiten", "zu fett", "zuviel rauchen", "können eh nichts", "spielen am Handy rum statt zu helfen" usw.), desto weniger werdet ihr loyale und richtig gute Mitarbeiter bekommen.
Zum Abschluss noch ein weiterer sachlicher Hinweis: Es gibt in größeren Städten Pflegedienste, welche besonders darauf achten, "optisch optimales Pesonal" anzubieten (kein Scherz). Ich möcht jetzt nicht von Escort-Pflegediensten reden, geht aber ansatzweise in die Richtung. Meist ist die Personal auch besonders gut ausgebildet. Eben ein Premium-Service zu aber auch Premium-Preisen. Also optisch und fachlich auf der Höhe der Zeit.
06.08.2016, 19:28 #13
Gute Idee, Dinge auseinanderzuhalten. Das soltest du aber auch tun. Und zwar unterscheiden zwischen dem, was du meinst zwischen den Zeilen zu lesen und dem, was tatsächlich geschrieben wurde. Du kannst ja gerne der Meinung sein, dass skyline grundsätzlich etwas gegen Übergewichtige und Raucher hat, ganz unabhängig davon, ob sie ihre Arbeit machen oder nicht. Und dass ihre Kritik quasi nur vorgeschoben ist. Wenn das aber alles nur deine Interpretation zwischen den Zeilen ist und im Widerspruch zum Geschriebenen steht, ist das ebenfalls nur ein Vorurteil.
Und du solltest auch unterscheiden, wenn unterschiedliche Personen schreiben.
Glaubst du das selber, was du da schreibst? Es ist ja komplett falsch bzw. sinnentstellend vor dir zusammengewürfelt.
"Pausenzeiten" - Die gesetzlichen Bestimmungen zu den Pausenzeiten habe ich genannt, damit man weiß, was überhaupt die Grundlage ist, von der man theoretisch auszugehen hat. Niemand hat zum Ausdruck gebracht, dass deren Durchsetzung auch nur Ansatzweise ein Ziel wäre.
"zu fett" und "können eh nichts - sind als Zitat komplette Erfindungen von dir.
"zuviel rauchen" - das war eine ganz allgemeine quasi gesundheitspolitische Bemerkung von Blauracke
"spielen am Handy rum statt zu helfen" - gemeint war: brauchen meist nicht helfen und beschäftigen sich dann selbst; das ist aber etwas ganz anderes als das, was du daraus gemacht hat
Wenn ihr Wissen über Arbeitszeitrecht haben wollt, schmeisst mal "Google" an oder noch besser: geht zu einem Fachanwalt der euch einen Beratungstermin anbieten wird. Eine solche Beratung kostet um die 150 € und ihr habt Gewissheit
2 Anwälte 3 Meinungen
Geändert von phb (06.08.2016 um 19:38 Uhr)
06.08.2016, 21:42 #14
Du hast recht: die Pausenregelung ist nicht Bestandteil des Arbeitsschutzgesetzes. Ändert an den Pausenregelungen zwar nichts, habe ich dennoch in meinem Beitrag entsprechend angepasst.
Ansonsten stehe ich zu dem, was ich geschrieben habe.
wenn Dich das hier ausgebreitete "Halbwissen" stört, dann wärst Du in einem Fach-Forum besser aufgehoben als hier, wo in erster Linie medizinische und juristische Laien Erfahrungen austauschen und andere Prioritäten haben, als ständig in Google unterwegs zu sein. Und die 150 € für eine anwaltliche Beratung hat auch nicht jeder in der Portokasse.
Geändert von Blaura
Geändert von Blauracke (07.08.2016 um 10:38 Uhr)
06.08.2016, 23:01 #15
Flanders - ähm - kann das sein, dass auch Sie ein gewisses Gewichtthema haben oder Probleme durch den Beruf den Krankenpflegers?
Ich weiß nur, dass Menschen, welche zu schwer wiegen gewisse Probleme haben.
Aber auch Menschen die untergewichtig sind haben gewisse Probleme.
Normalgewichtige können auch Probleme haben - andere eben.
Ansonsten - haben Sie, Herr Flanders, Intensivpflege nötig, sind 24 Stunden beatmet, sondenernährt und zu ca. 95% bewegungsunfähig, können nicht schlucken, fast nicht sprechen usw? Haben Sie schon mal einen nahestehenden geliebten Menschen seit 6 Jahren ohne Urlaub und Pausen gepflegt?
Bitte bleiben Sie meinem Thema hier mit Ihrer Meinung fern. Danke!
06.08.2016, 23:33 #16
Ich danke den phb und Blauracke für Ihre Beiträge.
Wir brauchen einfach Hilfe mit Informationen von Betroffenen, welche auch schon mal solch ein Thema hatten.
Was z.B. passiert,
- wenn mein Mann und ich spazierengehen - eben 5 km - die Krankenschwester unterwegs stehenbleibt, oder zu unserem Domizil zurückläuft und wir deshalb alleine weitergehen müssen. Wenn dann etwas passiert z.B. spontan die Maskenbeatmung nicht mehr ausreicht, wir zwar Ambubeutel dabei haben, aber dies für die Beatmung meines Mannes nicht ausreicht oder ich es vor Aufregung nicht schaffe, meinen Mann mit dem Ambubeutel ausreichend alleine, ohne Untersützung einer weiter Person (dieser "Intensivkrankenschwester") zu beatmen?
Wer wäre dann zuständig / verantwortlich? Wir selbst oder der Intensivpflegedienst oder die Krankenschwester?
Wir besuchten einen Bekannten, ebenfalls ALS Betroffenen.
Als wir das Beatmungsgerät (mit separaten Akkus) am Rollstuhl zuhause vom Strom nahmen (Stecker), gab dieses Gerät stetig Alarm "Akku leer". Und dies obwohl insgesamt 3 Akkus (1x im Beatmungsgerät und 2 x im sep. Akkupack). Zusätzlich schaltete sich das Beatmungsgerät beim Abkabeln von der Steckdose einfach aus.
Wir besuchten dennoch den Bekannten - nahmen ein anderes vollständiges Geräteset mit und tauschten vor Ort beim Bekannten mühevoll die Geräte um (raus aus Spezialrucksack, umstöpseln usw).
Die "Intensivkrankenschwester" welche heute anwesend war, hätte dies ohne mich nicht geschafft. Es ist aber eine attraktive, schlanke, nette.
Ich hätte dies alleine geschafft (mit Mühe und Aufwand), sie alleine hätte es kaum erledigen können. Zu zweit war es aber schneller und einfacher umgebaut (z.B. musste Akku aus einem Akku-Gerät aus- und in das andere umgebaut werden).
Die Hotline für Notfälle von Heinen und Löwenstein hätte viel zu lange gebraucht um zu uns zu kommen.
Also, was macht man dann, wenn man auf Spaziergängen vom Intensivpflegepersonal alleine gelassen wird, oder die Intensivkrankenschwester intensiv rauchen geht außerhalb des Wohnraumes?
Wer muss dies verantworten? Welche gesetzliche Regelungen? Oder welche nicht per Parapraph festgelegten, aber "handelsüblichen" Vorgehensweisen sind dann anzuwenden?
Liebe Leute, das ist ein Thema.
Wenn meinem Mann deswegen etwas schwerwiegendes passiert - hat er die Verantwortung definitiv nicht - aber die Folgen absolut zu tragen!!
Dr. Kai Oderwald - oder auch Kaihawai - kann auch ein Lied dazu singen!
07.08.2016, 10:23 #17
zwar ist schon fast alles gesagt zu Deinem Anliegen; ein Punkt würde mich aber noch interessieren, weil da vielleicht der Schlüssel für Eure Probleme liegen könnte.
Du schreibst, dass Du die Grundpflege alleine stemmst. Der Pflegedienst übernimmt nur die Behandlungspflege und hat dafür einen Vertrag mit der (gesetzlichen?) Krankenkasse.
Diese Konstruktion könnte problematisch sein (ich kenne auch sonst niemand, der das so macht). Wir haben einen "all inclusive"-Vertrag * mit dem Pflegedienst und rechnen monatsweise mit der (privaten) Kranken- und Pflegeversicherung ab.
Nachdem auch ich anfangs meine Frau alleine gepflegt habe, bin ich dadurch wesentlich entlastet (trotzdem habe ich noch genug zu tun). Das Pflegepersonal leistet Grund- und Behandlungspflege bunt gemischt, was eben gerade nötig ist. Unterschieden wird erst bei der Dokumentation, das muss halt sein für die Abrechnung.
* heißt: Wir zahlen 30,50 € pro Stunde, egal ob Grund- oder Behandlungspflege.
Geändert von Blauracke (07.08.2016 um 10:36 Uhr)
07.08.2016, 16:16 #18
Um hier mal mit dem Arbeitsrechtlichen Halbwissen aufzuräumen:
Grundsätzlich stimmt das hier geschriebene (§4 ArbZG).
Man sollte Gesetze aber auch zu ende lesen.
Für die Pflege gilt eine abweichende Regelung
§7 Abs. 2 Nr.3 ArbZG: "... kann... zugelassen werden die Regelungen der §§ 3, 4, 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 bei der Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen der Eigenart dieser Tätigkeit und dem Wohl dieser Personen entsprechend anzupassen."
Ruhepausen sind Zeiten in denen die KS frei über die Zeit verfügen kann, wo sie also nicht neben dem zu Pflegenden stehen muss und im Prinzip nicht einmal auf Abruf bereitstehen muss, auch wenn das in diesem Zusammenhang so eigentlich nicht gewünscht ist.
Die Arbeitszeit- und Pausenregelungen legt der PD im Arbeitsvertrag mit der KS fest. Darauf hat der Gepflegte keinen direkten Einfluss. Man kann allerdings verlangen, dass der PD seine Personalplanung so gestaltet, dass die vertraglich vereinbarte Leistung erbracht wird. Im Pflegevertrag wird meist auf gesetzliche Bestimmung und Rahmenverträge mit den Krankenkassen Bezug genommen, deren Inhalt dann Selbstverständlich auch Vertragsbestandteil ist.
Die Arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht des PD gegenüber der KS hatte ich schon angesprochen:
Das ist den Unfallverhütungsvorschriften (UVV) der Berufsgenossenschaft festgelegt und hat ebenfalls Gesetzesrang.
Hier gilt die DGUV 1, insbesondere §7:
"(2) Der Unternehmer darf Versicherte, die erkennbar nicht in der Lage sind, eine Arbeit ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen, mit dieser Arbeit nicht beschäftigen."
Geändert von KlausB (Heute um 13:19 Uhr)
Geändert von KlausB (07.08.2016 um 16:20 Uhr)
07.08.2016, 16:44 #19
Der Einwand ist formal richtig, inhaltlich aber irreführend. Das Arbeitszeitgesetz dient u.a. dem Schutz des AN und gibt zwingende Mindest-Pausenregelungen vor. D.h. weniger Pausen sind nicht erlaubt, aber mehr Pausen darf der AG natürlich immer gewähren. Dazu bedarf es keines Gesetzes und keiner Ausnahmeregelung von der Standardregelung in § 4. Und der AG kann die Pausen, ob zum Rauchen oder etwas anderes, auch vergüten. Verpflichtet ist er dazu nicht.
In § 7 Abs. 2 Nr. 3 ArbZG wird nun geregelt, dass von der zwingenden Mindest-Pausenregelenung in § 4 aus ganz gewichtigen Gründen abgewichen werden kann. Das ist also eindeutig eine "Schlechterstellung" des AN auf Grund der Eigenart einer bestimmten Tätigkeit. Nicht das Wohl des AN überwiegt hier, sondern das Wohl der Personen, die betreut werden. Ähnlich der Ausnahme vom allgemeinen Sonntagsarbeitsverbot, § 10 Abs. 1 Nr. 3 ArbZG.
Geändert von phb (07.08.2016 um 16:51 Uhr)
07.08.2016, 17:32 #20
Da bist Du mit der Rechtssystematik aber nicht so ganz vertraut.
Der Übersicht halber habe ich den einleitenden Satz gekürzt. Hier dann eben noch mal vollständig:
"(2) Sofern der Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer durch einen entsprechenden Zeitausgleich gewährleistet wird, kann in einem Tarifvertrag oder auf Grund eines Tarifvertrags in einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung ferner zugelassen werden"
Der §7 ist dem §4 untergeordnet. Der in §4 genannte Umfang der Pausen wird also nicht eingeschränkt. Lediglich die Verteilung der Ruhepausen kann angepasst werden. Nach dem einleitenden Satz darf der AN auch nicht schlechter gestellt werden. Außerdem sind die Abweichungen nur zulässig wenn der PD tarifgebunden ist.
Auch im §10 wird eine Schlechterstellung des AN nicht erlaubt, denn in §11 werden Ausgleichsregelungen vorgeschrieben.
Die einzig zwingenden Gründe in denen der AN schlechter gestellt werden darf sind in §14 aufgeführt.
Es lohnt sich also ein Gesetz vollständig zu lesen.
Die Vergütung ist im ArbZG nicht geregelt. Die Begriffsbestimmung stellt aber einen eindeutigen Bezug zum BGB her. Dort ist in den §§611 (Dienstrecht) in Verbindung mit dem Schuldrecht (§§241) die Vergütung geregelt.

References: §7
 § 6
 §7
 § 4
 § 7
 § 4
 § 10
 §7
 §4
 §4
 §10
 §11
 §14