Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/besorgnis-befangenheit-ermessen-3110062
Timestamp: 2020-08-03 23:31:54+00:00

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Besorgnis der Befangenheit - und kein Ermessen des Gerichts | Rechtslupe
Besorg­nis der Befan­gen­heit – und kein Ermes­sen des Gerichts
Ob die Besorg­nis der Befan­gen­heit berech­tigt ist, ist eine Rechts­fra­ge. Ein Ermes­sen steht dem Tat­ge­richt inso­weit nicht zu [1].
Dabei gel­ten für die Prü­fung, ob der Tatrich­ter den einen Sach­ver­stän­di­gen ableh­nen­den Antrag mit Recht zurück­ge­wie­sen hat, nicht die Grund­sät­ze der Beschwer­de, son­dern die der Revi­si­on. Da das Revi­si­ons­ge­richt mit­hin an die vom Instanz­ge­richt sei­ner Ent­schei­dung zugrun­de geleg­ten Tat­sa­chen gebun­den ist, ist es erfor­der­lich, dass das Tat­ge­richt in sei­nem Ableh­nungs­be­schluss dar­legt, von wel­chen Tat­sa­chen es aus­geht [2].
Dar­aus folgt indes nicht, dass das Tat­ge­richt gehal­ten wäre, selbst Umstän­de zu ermit­teln, die mög­li­cher­wei­se die Besorg­nis der Befan­gen­heit begrün­den könn­ten. Viel­mehr ist der Ableh­nungs­grund vom Antrag­stel­ler gemäß § 74 Abs. 3 StPO glaub­haft zu machen. Die­ser ist daher gehal­ten, Tat­sa­chen vor­zu­tra­gen und so weit zu bewei­sen, dass das Gericht sie für wahr­schein­lich hält [3]. Ins­be­son­de­re kann er sich auf das Zeug­nis des Abge­lehn­ten beru­fen [4].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Febru­ar 2016 – 3 StR 142/​15
BGH, Urteil vom 01.11.1955 – 5 StR 329/​55, BGHSt 8, 226, 233 f.; KK-Sen­ge, StPO, 7. Aufl., § 74 Rn. 18; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 58. Aufl., § 74 Rn. 21 mwN[↩]
BGH, Beschluss vom 22.07.2014 – 3 StR 302/​14, NStZ 2014, 663, 664[↩]
Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt aaO, § 26 Rn. 7 mwN[↩]
vgl. KK-Sen­ge aaO, Rn. 8[↩]
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BefangenheitStrafprozess

References: § 74
 § 74
 § 74
 § 26
 § 265
 § 321