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Timestamp: 2016-10-22 13:31:48+00:00

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123 II 25630. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung vom 16. April 1997 i.S. Schweizer Heimatschutz gegen Pilatus-Bahn-Gesellschaft und Gemeinderat Hergiswil sowie Regierungsrat und Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)
Art. 22 al. 1 LAT et 24 LAT; art. 6 LPN. Am�nagement du territoire et protection de l'environnement; autorisation pour une installation d'�clairage du sommet du Pilate (objet IFP no 1605). Les projecteurs constituent une installation soumise � autorisation au sens de l'art. 22 al. 1 LAT (consid. 3). La pose des projecteurs n'est pas une transformation mineure de la station sup�rieure; une autorisation selon l'art. 24 al. 2 LAT est partant exclue (consid. 4). Installation dont la localisation est impos�e par sa destination (consid. 5a). Pour d�terminer comment conserver intact un objet IFP, il faut se r�f�rer � la description du contenu de la protection (consid. 6a). Comme l'autorisation relative � l'�clairage est soumise � des charges et des conditions, on ne d�roge pas notablement au principe selon lequel l'objet m�rite d'�tre conserv� intact. L'inventaire tient aussi compte du caract�re l�gendaire de la r�gion du Pilate et du panorama � cet endroit; l'�clairage met ces �l�ments en �vidence (consid. 6d). Limitations suppl�mentaires des horaires d'�clairage impos�es par le Tribunal f�d�ral (consid. 6e). Ce jugement n'a pas valeur de pr�c�dent pour l'�clairage de parties importantes d'autres sommets dont les caract�ristiques seraient sensiblement diff�rentes, � divers �gards, de celles du Pilate (consid. 7). Faits � partir de page 258
Die Pilatus-Bahn-Gesellschaft beleuchtet seit 1991 zeitweise die beiden Pilatusgipfel "Esel" und "Oberhaupt" grossfl�chig mit neun Scheinwerfern. Aufgrund verschiedener Reaktionen sah sich die Baudirektion des Kantons Nidwalden veranlasst, ein ordentliches Baubewilligungsverfahren f�r diese Beleuchtungsanlage zu verlangen, in welchem u.a. der Schweizer Heimatschutz Einsprache erhob. Am 17. August 1993 erteilte die Baudirektion der Pilatus-Bahn-Gesellschaft unter den folgenden Bedingungen und Auflagen nachtr�glich die raumplanerische Ausnahmebewilligung f�r die Erstellung und den Betrieb der Anlage:
"Der Beginn der Beleuchtung ist der jeweiligen D�mmerungszeit anzupassen. Die Dauer der Beleuchtung ist auf maximal 2 Stunden pro Nacht zu begrenzen.
Zwischen der Betriebseinstellung der Zahnradbahn, sp�testens jedoch ab Ende November, und bis Mitte M�rz darf die Beleuchtung nur an Samstagen und Sonntagen sowie an einzelnen ausserordentlichen Anl�ssen betrieben werden.
Bei Nebel und tiefh�ngenden Wolken darf nicht beleuchtet werden. Der Beleuchtungsbeginn und das Ende haben in gestaffelter zeitlicher Reihenfolge innerhalb minimum 5 Minuten zu erfolgen.
Sollten wider Erwarten auf die Tierwelt negative Auswirkungen festgestellt werden, wird auf vorliegende Bewilligung zur�ckgekommen.
Ver�nderungen der Beleuchtung (Lichtst�rke, Farbe, Intensit�t, Zeitdauer, Fl�chenbestrahlung) sind nicht erlaubt resp. m�ssten wiederum raumplanerisch beurteilt werden.
Die Baudirektion beh�lt sich das Recht vor, bei Nichteinhaltung obiger Bedingungen und Auflagen vorliegende Bewilligung zu entziehen."
Gegen diese Bewilligung erhob der Schweizer Heimatschutz Beschwerde an den Nidwaldner Regierungsrat. Dieser wies am BGE 123 II 256 S. 25930. Mai 1994 die Beschwerde ab und f�hrte aus, die Beleuchtungsanlage beinhalte nur teilweise �nderungen in der nach kantonalem Richtplan als "touristische Kopfstation" ausgewiesenen Region der Pilatusgipfel, so dass eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 Abs. 2 RPG grunds�tzlich in Frage komme (Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 �ber die Raumplanung [RPG; SR 700]). Weiter entschied der Regierungsrat, die Voraussetzungen f�r eine solche Ausnahmebewilligung seien gegeben, da die Beleuchtung - angesichts der Auflagen und Bedingungen - mit den Bestimmungen der Natur- und Heimatschutzgesetzgebung vereinbar sei.
Gegen dieses Urteil reichte der Schweizer Heimatschutz am 14. Februar 1995 Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht ein. Er beantragt, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Beleuchtung des Pilatus sowie die dazu erforderliche Anlage seien als unzul�ssig zu bezeichnen.
3. Die Beschwerdegegnerin vertritt die Ansicht, bei der Beleuchtungsanlage handle es sich nicht um eine bewilligungspflichtige Anlage. Sie begr�ndet dies damit, die Beleuchtungsk�rper seien nicht fest mit dem Boden verbunden und liessen sich ohne weiteres kurzfristig entfernen.
Bauten und Anlagen im Sinne von Art. 22 Abs. 1 RPG sind jene k�nstlich geschaffenen und auf Dauer angelegten Einrichtungen, die in fester Beziehung zum Erdboden stehen und geeignet sind, die Vorstellung �ber die Nutzungsordnung zu beeinflussen, sei es, dass sie den Raum �usserlich erheblich ver�ndern, die Erschliessung belasten oder die Umwelt beeintr�chtigen (BGE 120 Ib 379 E. 3c mit Hinweisen). Dazu geh�ren gem�ss bundesgerichtlicher Praxis auch Fahrnisbauten, welche �ber nicht unerhebliche Zeitr�ume ortsfest verwendet werden (BGE 119 Ib 222 E. 3a; BGE 118 Ib 1 E. 2c je mit Hinweis[en]). Die Baubewilligungspflicht soll der Beh�rde erm�glichen, das Bauprojekt - in bezug auf seine r�umlichen Folgen - vor seiner Ausf�hrung auf die �bereinstimmung mit der raumplanerischen Nutzungsordnung und der �brigen einschl�gigen Gesetzgebung zu �berpr�fen (BGE 119 Ib 222 E. 3a). Obwohl die BGE 123 II 256 S. 260insgesamt neun Scheinwerfer nicht fest im Boden verankert, sondern auf Sockeln, an W�nden und Seilen mit Schrauben festgemacht und innert k�rzester Zeit demontierbar sind, ist die Beleuchtungsanlage auf Dauer angelegt. Sie ist daher sowohl mit Blick auf die bauliche Anlage (Scheinwerfer) wie auch mit Blick auf deren Einsatz als grossfl�chige Beleuchtung von wesentlicher r�umlicher Bedeutung. Die von der Anlage ausgehende zeitweise Beleuchtung ist geeignet, den angestrahlten Raum - insbesondere das Landschaftsbild - vor�bergehend zu ver�ndern. Die kantonalen Instanzen haben daher zu Recht die Bewilligungspflicht der Anlage bejaht.
4. Die Beleuchtungsanlage liegt ausserhalb einer Bauzone, weshalb eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG erforderlich ist. Daran �ndert nichts, dass der Richtplan des Kantons Nidwalden den Bereich der Pilatusgipfel als "touristische Kopfstation", d.h. als eng beschr�nkten Bereich f�r standortgebundene touristische Bauten ausweist. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin kann dieses Gebiet auch nicht als "weitgehend �berbautes Gebiet" im Sinne von Art. 15 lit. a bzw. Art. 36 Abs. 3 RPG gelten. Zu pr�fen ist zun�chst, ob die Anlage unter Art. 24 Abs. 1 oder Abs. 2 RPG f�llt. Gem�ss Art. 24 Abs. 1 RPG k�nnen abweichend von Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG Bewilligungen erteilt werden, Bauten und Anlagen zu errichten oder ihren Zweck zu �ndern, wenn der Zweck der Bauten und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert und keine �berwiegenden Interessen entgegenstehen. Nach Art. 24 Abs. 2 RPG kann das kantonale Recht gestatten, Bauten und Anlagen zu erneuern, teilweise zu �ndern oder wieder aufzubauen, wenn dies mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar ist. Wie der Regierungsrat festhielt, hat der Kanton Nidwalden in Art. 207 BauG von dieser Kompetenz Gebrauch gemacht. W�hrend die Baudirektion ihre Bewilligungserteilung auf Art. 24 Abs. 1 RPG gest�tzt hatte, vertrat der Regierungsrat die Ansicht, beim vorliegenden marginalen Beleuchtungsbau handle es sich um eine bloss teilweise �nderung der bestehenden Anlage, so dass eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 Abs. 2 RPG grunds�tzlich in Frage komme, deren Voraussetzungen erf�llt seien. Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerde gegen den Regierungsratsentscheid ab, ohne sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob die Bewilligung auf Abs. 1 oder Abs. 2 von Art. 24 RPG zu st�tzen sei.
F�nf Scheinwerfer der Beleuchtungsanlage sind an der Aussenfassade der Bergstation, zwei auf einer Felsrippe und zwei an einem Fliegermarkierseil montiert. Es mag zutreffen, dass diese BGE 123 II 256 S. 261Scheinwerfer baulich nicht besonders hervorstechen. Entgegen der Ansicht des Regierungsrats geht es dabei jedoch nicht um eine nur teilweise �nderung im Sinne von Art. 24 Abs. 2 RPG, bei welcher es sich um einen bundesrechtlichen Begriff handelt. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts werden als teilweise �nderungen nebst Um- und Anbauten auch Erweiterungen und Zweck�nderungen verstanden. Sie gelten als teilweise, wenn sie Umfang und Erscheinung, also die Identit�t der Baute, in den wesentlichen Z�gen wahren und keine wesentlich neuen Auswirkungen auf die Nutzungsordnung, die Erschliessung und die Umwelt verursachen. Gemessen an der bestehenden Anlage muss die �nderung von untergeordneter Bedeutung sein (BGE 118 Ib 497 E. 3a mit Hinweisen). Da es sich bei der Beleuchtungsanlage um etwas Neues handelt, das vom Zweck der Bergstation nicht erfasst wird und das wesentlich neue Auswirkungen auf die Umwelt hat, k�nnen die an der Aussenfassade der Bergstation montierten Scheinwerfer nicht als eine geringf�gige �nderung der Bergstation, bzw. als eine Art Beiwerk zu dieser betrachtet werden. F�r die an der Felsrippe und am Fliegermarkierseil angebrachten Scheinwerfer kommt dies - angesichts der we-sentlichen Zweck�nderung - ohnehin nicht in Betracht. Die Bewilligung kann daher nicht auf Art. 24 Abs. 2 RPG gest�tzt werden, sondern ist unter dem Gesichtspunkt von Art. 24 Abs. 1 RPG zu pr�fen.
5. Die umstrittene Beleuchtungsanlage und deren Betrieb d�rfen nach Art. 24 Abs. 1 RPG nur bewilligt werden, wenn der Zweck der Anlage einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert und keine �berwiegenden Interessen entgegenstehen.
a) Die Standortgebundenheit darf nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 24 Abs. 1 lit. a RPG nur dann bejaht werden, wenn eine Baute aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gr�nden oder wegen der Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist, oder wenn ein Werk aus bestimmten Gr�nden in einer Bauzone ausgeschlossen ist. Diese Voraussetzungen beurteilen sich nach objektiven Massst�ben, auf die subjektiven Vorstellungen und W�nsche des einzelnen kommt es dabei nicht an (BGE 119 Ib 442 E. 4a; BGE 118 Ib 17 E. 2b, je mit Hinweisen). Die umstrittenen Scheinwerfer sind standortgebunden, d.h. aus technischen Gr�nden auf einen Standort auf dem Pilatusgipfel und somit ausserhalb der Bauzone angewiesen (Art. 24 Abs. 1 lit. a RPG). Es liegt in der Natur der Sache, dass die Beleuchtung der Pilatusgipfel auf den Standort in und um die Installationen der in der touristischen BGE 123 II 256 S. 262Kopfstation der Pilatusgipfel bereits bestehenden Infrastrukturanlagen angewiesen ist. Die erste Voraussetzung f�r die Erteilung einer Bewilligung ist somit erf�llt.
b) aa) Zu pr�fen ist, ob der Beleuchtungsanlage �berwiegende Interessen im Sinne von Art. 24 Abs. 1 lit. b RPG entgegenstehen. Als solche kommen die vom Beschwerdef�hrer geltend gemachten Interessen des Naturschutzes in Betracht. Er r�gt, durch die Beleuchtung w�rden das Landschaftsbild und die Flora beeintr�chtigt. Abgesehen davon, dass der zweite Einwand den Begr�ndungsanforderungen gem�ss Art. 108 Abs. 3 OG kaum gen�gt, erweist er sich im �brigen als unbegr�ndet. Zum einen macht der Beschwerdef�hrer nicht geltend, die bereits seit 1991 betriebene Beleuchtung der beiden felsigen Gipfel habe zu Sch�den der Flora gef�hrt; solche ergeben sich auch nicht aus den Akten oder dem Augenschein. Zum andern insistiert auch das BUWAL in seiner Beschwerdevernehmlassung in diesem Punkt nicht, genausowenig wie hinsichtlich einer Beeintr�chtigung der Fauna.
bb) Der Beschwerdef�hrer beruft sich weiter auf die Schutzw�rdigkeit der Landschaft des Pilatusgipfels und macht geltend, diese werde durch die Abend- und D�mmerbeleuchtung vom fr�hen Fr�hlingsbeginn bis zum Sp�therbst beeintr�chtigt.
Da der Pilatus als Objekt Nr. 1605 im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkm�ler von nationaler Bedeutung (Verordnung vom 10. August 1977 �ber das BLN-Inventar [VBLN; SR 451.11], Anhang Ziffer 1605) verzeichnet ist, holte die Baudirektion gem�ss Art. 7 NHG (SR 451) ein Gutachten bei der ENHK ein. Diese beantragte, die Beleuchtung sei nicht zu bewilligen. Die Baudirektion setzte sich in ihrem Bewilligungsentscheid mit dem Gutachten auseinander und r�umte ein, die grossfl�chige Erhellung des Pilatus k�nne als Fremdk�rper in Erscheinung treten. Sie erachtete es auch als problematisch, wenn der Pilatus in Wintern�chten zwischen 22.00 Uhr und 24.00 Uhr beschienen werde, da dieses Konzept den nat�rlichen Gegebenheiten (jahreszeitlicher Verlauf; �bergang D�mmerung/Nacht usw.) und den Lebensgewohnheiten von Menschen und Tieren nicht gerecht werde. Anderseits anerkannte die Baudirektion den Pilatus als touristisches Wahrzeichen f�r die Stadt und Region Luzern, dessen Beleuchtung aus der Sicht des Tourismus eine Bereicherung darstelle. Um zwischen den sich widerstreitenden Interessen einen Ausgleich zu finden, kn�pfte sie die Bewilligung an verschiedene Auflagen und Bedingungen, wonach insbesondere der Beginn der Beleuchtung der jeweiligen D�mmerungszeit BGE 123 II 256 S. 263anzupassen und die Dauer der Beleuchtung auf maximal zwei Stunden pro Nacht zu begrenzen sei. Ferner d�rfe die Beleuchtung ab Ende November bis Mitte M�rz nur an Samstagen und Sonntagen sowie an einzelnen ausserordentlichen Anl�ssen betrieben werden. Bei Nebel und tiefh�ngenden Wolken d�rfe nicht beleuchtet werden.
6. a) Der Pilatus ist - wie gesagt - im BLN-Inventar aufgef�hrt. Gem�ss Art. 6 Abs. 1 NHG wird durch die Aufnahme eines Objekts von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes dargetan, dass es in besonderem Masse die ungeschm�lerte Erhaltung oder jedenfalls gr�sstm�gliche Schonung verdient. Nach der Botschaft zum NHG ist der Begriff der "ungeschm�lerten Erhaltung" so zu verstehen, "dass der im Inventar angestrebte Schutz vollumf�nglich zur Geltung gelangen und allf�lligen Bedrohungen begegnet werden soll. Die Aufnahme eines Objektes in ein Verzeichnis bedeutet anderseits nicht, dass sich am bestehenden Zustand �berhaupt nichts mehr �ndern darf. Der Zustand eines Objektes soll aber gesamthaft betrachtet unter dem Gesichtspunkt des Natur- und Heimatschutzes nicht verschlechtert werden. Allf�llige geringf�gige Nachteile einer Ver�nderung m�ssen durch anderweitige Vorteile mindestens ausgeglichen werden." (BBl 1965 III S. 103). Zur Beurteilung der Problematik der ungeschm�lerten Erhaltung eines BLN-Objekts ist von der jeweiligen Umschreibung des Schutzgehalts auszugehen (vgl. BGE 114 Ib 81 E. 2a), d.h. die m�glichen Beeintr�chtigungen sind an den verschiedenen Schutzzielen zu messen, die in den gesondert ver�ffentlichten Beschreibungen zu den Gebieten des Inventars umschrieben sind (vgl. BGE 115 Ib 472 E. 2e/dd mit Hinweisen). Die Bedeutung des BLN-Objekts Nr. 1605 "Pilatus" wird wie folgt dargelegt:
"Unvermittelt aus dem Flachland aufragende Felsbastion der n�rdlichen Kalkalpen. Vielf�ltige Pflanzenwelt verschiedener H�henstufen mit Hochmooren, Bergf�hrenw�ldern und reicher Felsflora. Sagenumwobenes Gebiet.
b) Das Bundesgericht hatte sich schon verschiedentlich mit dem f�r BLN-Objekte verlangten Schutz der ungeschm�lerten Erhaltung zu befassen. In BGE 114 Ib 81 ging es um eine Wasserskianlage mit Sprungschanze in der Chamer Bucht des Zugersees. Nach Ansicht des Bundesgerichts w�re mit der Bewilligung dieser Anlage von der von BGE 123 II 256 S. 264Art. 6 Abs. 1 NHG geforderten ungeschm�lerten Erhaltung abgewichen worden (E. 2a S. 85). In BGE 115 Ib 472 stand ein Projekt zur Sanierung der Thur in einem BLN-Gebiet in Frage. Das Bundesgericht gelangte zum Ergebnis, dass das durch das Vorhaben betroffene BLN-Objekt bei Ber�cksichtigung verschiedener Auflagen, Bedingungen und Anregungen insgesamt keine wesentliche Beeintr�chtigung erleiden werde, das Gebot der ungeschm�lerten Erhaltung somit gesamthaft betrachtet gewahrt sei. In BGE 115 Ib 131 erlaubte das Bundesgericht von der ungeschm�lerten Erhaltung des bewaldeten Kammes des H�hronens im Hinblick auf den Leistungsauftrag der PTT und dem nationalen Interesse an dessen Erf�llung abzuweichen, um eine Richtstrahlantenne zu erstellen (E. 5hc S. 145). In BGE 119 Ib 463 E. 4b erachtete es den Verzicht auf L�rmschutzw�nde und andere bauliche Massnahmen mit erheblichen Auswirkungen auf das Landschaftsbild bei der Sanierung der im BLN-Objekt "Zugersee" gelegenen Schiessanlage Risch im Hinblick auf die gebotene ungeschm�lerte Erhaltung des Gebiets f�r zul�ssig.
c) Allen diesen Entscheiden ist gemeinsam, dass es um bauliche Massnahmen ging, mit welchen in ein BLN-Objekt eingegriffen werden sollte. Einmal bewilligt, waren bzw. w�ren diese Landschaften mit dem betreffenden Eingriff nicht mehr in ihrem nat�rlichen Erscheinungsbild sicht- bzw. erlebbar. Eine n�chtliche Beleuchtung unterscheidet sich wesentlich von solchen baulichen Ver�nderungen. Einerseits wird in das gesch�tzte Objekt k�rperlich nicht eingegriffen und anderseits ist bei Tageslicht das Erscheinungsbild des gesch�tzten Objekts in keiner Weise tangiert. Durch die Beleuchtung wird nur das nat�rliche Landschaftsbild des Pilatusgipfels im Anschluss an die D�mmerung akzentuiert und in der Dunkelheit zeitweise sichtbar gemacht.
d) Die Beleuchtung der beiden Pilatusgipfel tritt, wie der Augenschein vom 30. September 1996 gezeigt hat, deutlich in Erscheinung. Es ist nachvollziehbar, dass das Licht, das sich von den vielen andern Beleuchtungen in der Luzerner Bucht und auf den umliegenden Bergen u.a. durch seine weisse, kalte Farbe unterscheidet, als st�rend empfunden, bzw. als "Verdinglichung der Natur" im Gegensatz zum Eigenwert der Landschaft betrachtet werden kann. Bei der Beurteilung der Beleuchtung ist der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die urspr�nglichen Konturen der Berggipfel w�hrend den Beleuchtungszeiten nicht mehr in ihrer urspr�nglichen Form hervortreten, sondern vielmehr als k�nstlich wirkende, etwas gespensterhafte BGE 123 II 256 S. 265Lichterscheinung aus der Dunkelheit herausleuchten. W�rde das k�nstliche Betonen der Gipfellandschaft generell bei sch�nem Wetter zugelassen, so w�re es kaum mehr m�glich, bei klaren Witterungsverh�ltnissen die n�chtliche Berglandschaft in ihrer nat�rlichen Ausstrahlung zu betrachten. Um eine solche Denaturierung der Landschaft zu verhindern, ist die Beleuchtung derart einzuschr�nken, dass eine Ansicht des urspr�nglichen Landschaftsbildes gew�hrleistet bleibt. Die Baudirektion verkannte als Bewilligungsbeh�rde nicht, dass die grossfl�chige Erhellung des Pilatus als Fremdk�rper empfunden werden k�nnte. Insbesondere stellte sie fest, die Beleuchtung k�nnte dann als problematisch empfunden werden, wenn sie ohne Bezug auf die D�mmerung in der Nacht pl�tzlich eingeschaltet w�rde. Aus diesen Gr�nden kn�pfte sie die Bewilligung an die genannten Bedingungen und Auflagen.
Wie die Beschwerdegegnerin am Augenschein darlegte, wurde im regenreichen Sommer 1996 die Beleuchtung von Mai bis 30. September nur ca. f�nfmal eingeschaltet. Als wesentlich erscheint, dass die Beleuchtung eher eine Ausnahme und nicht die Regel darstellen darf. Mit einer entsprechend restriktiven zeitlichen Beschr�nkung kann gew�hrleistet werden, dass auch im Sommer in sch�nen und (mond)klaren N�chten die Silhouette der Gipfellandschaft sowie die nat�rliche D�mmerung ohne Beleuchtung erlebbar bleiben. Wird diese M�glichkeit gewahrt, so wird von der ungeschm�lerten Erhaltung der Landschaft des Pilatus, insbesondere von dem auch zum nat�rlichen Landschaftsbild geh�renden Wechsel von Tag und Nacht, nicht wesentlich abgewichen. Bei klar eingeschr�nkten Betriebszeiten f�r die Beleuchtung kann somit nicht von einer gem�ss Art. 6 NHG massgeblichen Beeintr�chtigung des BLN-Schutzzwecks die Rede sein. Die zeitweise Beleuchtung der beiden Pilatusgipfel hat keinen nennenswerten Einfluss auf Fauna und Flora. Sie schm�lert auch weder die Aussichtsfunktion des Pilatus noch dessen Sagenumwobenheit. Die letzten beiden Aspekte des Inventarschutzes werden durch die Beleuchtung vielmehr noch hervorgehoben bzw. in Erinnerung gerufen. Abgesehen davon w�rden als allf�llige geringf�gige Nachteile betrachtete Ver�nderungen wohl ausgeglichen durch anderweitige Vorteile, vorliegend v.a. durch das Hervorheben der ebenfalls im Schutzziel genannten kulturgeschichtlich bedeutsamen Sagenhaftigkeit sowie der touristischen Bedeutung des Pilatus als Aussichtsberg und den mit dieser Attraktion verbundenen Impulsen f�r den Fremdenverkehr. Der Pilatus ist im �brigen seit Jahrzehnten dem Tourismus erschlossen BGE 123 II 256 S. 266und keineswegs mehr eine unber�hrte Naturlandschaft. Seit Jahrzehnten ist auf dem Pilatusgipfel auch bereits eine Beleuchtung in Form von f�nf Lampen vorhanden, welche den Fussweg auf dem Pilatus-Kulm beleuchten und von Luzern aus gut sichtbar sind. Wird jedoch gesamthaft betrachtet der Zustand des BLN-Objekts unter dem Gesichtspunkt des Natur- und Heimatschutzes nicht verschlechtert, liegt kein Abweichen von der ungeschm�lerten Erhaltung vor. Somit ist nicht erforderlich, dass gleich- oder h�herwertige Interessen von ebenfalls nationaler Bedeutung ins Feld gef�hrt werden k�nnen (Art. 6 Abs. 2 NHG), sondern es gen�gen anderweitige Vorteile.
e) Die bereits von der Bewilligungsbeh�rde vorgenommene In-teressenabw�gung ist aufgrund der obgenannten Argumente nicht grunds�tzlich anders zu gewichten: Hingegen ist durch eine zus�tzliche Beschr�nkung der H�ufigkeit der Beleuchtung eine t�gliche Beleuchtung zu verhindern. Dass die Beleuchtung nicht an jedem sch�nen Abend eingeschaltet und das unbeleuchtete Panorama weiterhin erlebbar sein soll, kann wie folgt gew�hrleistet werden: Zus�tzlich zu den bereits verf�gten Bedingungen und Auflagen wird angeordnet, dass w�hrend der Sommersaison nicht h�ufiger als an drei Abenden pro Woche beleuchtet werden darf, wobei sich nicht zwei Abende mit Beleuchtung folgen d�rfen. Bei zwei aufeinander folgenden sch�nen Abenden bleibt somit einmal die unbeleuchtete Silhouette des Pilatus sichtbar. Im �brigen ist klar festzulegen, dass die Scheinwerfer nur im Anschluss an die (abgeschlossene) D�mmerung und nur in gestaffelter Reihenfolge (innerhalb von minimal f�nf Minuten) eingeschaltet werden d�rfen. Mit diesen Auflagen wird gew�hrleistet, dass das Naturschauspiel der D�mmerung, insbesondere der farblichen Ver�nderungen der Berggipfel w�hrend den D�mmerungsphasen nicht beeintr�chtigt wird sowie dass es nicht zu einer st�renden schockartigen Erhellung des Pilatusgipfels kommt, die Beleuchtung vielmehr "sanft" an die D�mmerung anschliesst.
7. Entgegen der Auffassung der ENHK, des BUWAL und des Bundesamtes f�r Raumplanung hat eine Bewilligungserteilung keine pr�judizielle Wirkung f�r die grossfl�chige Beleuchtung anderer Berggipfel. Gen�gend Besonderheiten unterscheiden den Pilatus von anderen Bergen in ebenfalls touristisch erschlossenen Gebieten ganz erheblich. Dies ergibt sich vorab bereits aus dem Schutzzweck, der neben der sch�tzenswerten Flora und der besonderen Felsformation des Pilatus ebenso dessen Sagenumwobenheit sowie dessen touristische Bedeutung nennt (E. 6a hievor). Als besonderes weiteres Merkmal ist die N�he des Pilatus zur Stadt Luzern zu nennen.BGE 123 II 256 S. 267
Schon diese Eigenheiten grenzen den Pilatus von anderen charakteristischen Bergen (z.B. Rochers de Naye, Corvatsch, etc.) ab. Wie der Gutachter Dr. Andr� Meyer aufgezeigt hat, handelt es sich beim Pilatus um ein Naturobjekt mit ganz besonderer kulturgeschichtlicher Bedeutung innerhalb der "Tourismus-Landschaft" um den Vierwaldst�ttersee. Von dieser Epoche des Fr�htourismus in der Region zeugen noch heute zahlreiche Bauten (Hotels, Quaianlagen, Dampfschiffe mit ihren Salons, Tal- und Bergstationen der nahen Ausflugsziele, Bergrestaurants auf der Rigi, dem B�rgenstock und dem Stanserhorn, etc.). In dieses Gesamtbild der kulturgeschichtlich relevanten touristischen Erschliessungen geh�ren auch die Merkpunkte, die dieser besonderen Tourismus-Landschaft auch bei Dunkelheit ihr Gepr�ge verleihen. Deren zeitweise Hervorhebung durch die Beleuchtung des Luzerner "Hausbergs" kann in dem Sinne als Fortsetzung einer langen historischen Tradition betrachtet werden. Die Situation des Pilatusgipfels unterscheidet sich schliesslich von vielen andern Berggipfeln auch durch die in die Zeit der Anf�nge des Tourismus zur�ckgehende Zahnradbahn. Der Erteilung der Ausnahmebewilligung (Art. 24 Abs. 1 lit. b RPG) stehen somit - in Anbetracht der speziellen Situation des Pilatus sowie der genannten Auflagen und Bedingungen - keine �berwiegenden Interessen entgegen.
119 IB 442,
115 IB 131,
Art. 22 al. 1 LAT,

References: Art. 22
 art. 6
 BGE 
 Art. 24
 Art. 22
 BGE 
 BGE 
 Art. 24
 Art. 15
 Art. 36
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 22
 Art. 24
 Art. 207
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 24
 BGE 
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 24
 BGE 
 BGE 
 Art. 24
 Art. 108
 Art. 7
 BGE 
 Art. 6
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 6
 BGE 

Art. 22