Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201991,%20276
Timestamp: 2019-04-22 05:22:10+00:00

Document:
Rechtsprechung: WM 1991, 276 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Karlsruhe, 20.12.1989
Globalzession - Sittenwidrigkeit - Übersicherung
Sittenwidrigkeit einer Globalzession wegen fehlender Vorkehrungen gegen Übersicherung
BGB § 138, § 398
Eine Globalzession ist nichtig, wenn sie zu einer Übersicherung führt (IBR 1991, 118)
BGH, 20.06.1991 - VII ZR 334/89
NJW-RR 1991, 625
ZIP 1991, 152
MDR 1991, 626
WM 1991, 276
BB 1991, 296
BauR 1991, 222
ZfBR 1991, 99
Danach sind Globalabtretungen ohne ausdrückliche Deckungsgrenze gemäß § 138 Abs. 1 BGB nichtig (Urteile v. 26. April 1990 - VII ZR 39/89 und v. 6. Dezember 1990 - VII ZR 334/89, jeweils aaO).
Dem hat sich der VII. Zivilsenat (…BGH, Urt. v. 26. April 1990 VII ZR 39/89, WM 1990, 1326, 1327; v. 6. Dezember 1990 VII ZR 334/89, WM 1991, 276 ) mit der Maßgabe angeschlossen, daß eine formularmäßige Globalabtretung, die den genannten Anforderungen nicht entspricht, wegen Sittenwidrigkeit nichtig ist (§ 138 Abs. 1 BGB ).
Der VII. Zivilsenat hat bestätigt, seine Urteile vom 26. April 1990 (VII ZR 334/89, WM 1990, 1326 f.) und vom 6. Dezember 1990 (VII ZR 334/89, WM 1991, 276) beruhten nicht auf dieser Rechtsauffassung.
Dem hat sich der VII. Zivilsenat (…BGH, Urt. v. 26. April 1990 - VII ZR 39/89, WM 1990, 1326, 1327; v. 6. Dezember 1990 - VII ZR 334/89, WM 1991, 276) mit der Maßgabe angeschlossen, daß eine formularmäßige Globalabtretung, die den genannten Anforderungen nicht entspricht, wegen Sittenwidrigkeit nichtig ist (§ 138 Abs. 1 BGB).
Nach der Auffassung des vorlegenden Senates ist die vorgelegte Rechtsfrage zu bejahen, denn, wenn es bei einer formularmäßigen Globalzession oder einer formularmäßigen Sicherungsübereignung eines Warenlagers mit wechselndem Bestand zu einer nachträglichen Übersicherung des Sicherungsnehmers kommt, hat der Sicherungsgeber auch ohne ausdrückliche Regelung im Falle einer nicht nur vorübergehenden Überdeckung einen Anspruch auf Freigabe desjenigen Teils des Sicherungsgutes, der nicht mehr benötigt wird (Abweichung BGH, 6. Dezember 1920, VII ZR 334/89, WM IV 1991, 276).
Der VII. Zivilsenat hat ohne eigene Begründung unter Hinweis auf die Rechtsprechung des VIII. Zivilsenats formularmäßige Globalabtretungen in zwei Fällen als sittenwidrig im Sinne des § 138 Abs. 1 BGB angesehen (Urteile vom 26. April 1990 - VII ZR 39/89 = WM 1990, 1326, 1327 und vom 6. Dezember 1990 - VII ZR 334/89 = WM 1991, 276).
Nach dieser Rechtsprechung, der sich der VII. und der IX. Zivilsenat angeschlossen haben (BGHZ 117, 374, 377 ff. sowie Urteile vom 26. April 1990 - VII ZR 39/89 = WM 1990, 1326, 1327, vom 6. Dezember 1990 - VII ZR 334/89 = WM 1991, 276, vom 18. April 1991 - IX ZR 149/90 = WM 1991, 1273, 1278 und vom 13. Januar 1994 - IX ZR 2/93 = WM 1994, 419, 420 f. (für BGHZ vorgesehen) sowie IX ZR 79/93 = WM 1994, 414, 416 f. [BGH 13.01.1994 - IX ZR 79/93] (für BGHZ vorgesehen), schützt eine Freigabeklausel den Sicherungsgeber nur dann ausreichend, wenn darin eine konkrete Deckungsgrenze bestimmt ist, bei deren nicht nur vorübergehender Überschreitung der Sicherungsnehmer zur Freigabe der überschießenden Deckung verpflichtet ist.
Eine solche Regelung benachteiligt infolgedessen den Sicherungsgeber entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen und führt zur Unwirksamkeit der Sicherungszession nach § 9 Abs. 1 AGBG (BGHZ 109, 240, 246 [BGH 29.11.1989 - VIII ZR 228/88];… vgl. auch BGH, Urt. v. 26. April 1990 - VII ZR 39/89, ZIP 1990, 852, 853; v. 6. Dezember 1990 - VII ZR 334/89, ZIP 1991, 152, 153; v. 18. April 1991 - IX ZR 149/90, ZIP 1991, 807, 811; v. 19. Juni 1991 - VIII ZR 244/90I ZR 244/90, ZIP 1991, 997).
Der VII. Zivilsenat hat ohne eigene Begründung unter Hinweis auf die genannte Entscheidung des VIII. Zivilsenats formularmäßige Globalabtretungen in zwei Fällen als sittenwidrig im Sinne des § 138 Abs. 1 BGB angesehen (Urteile vom 26. April 1990 - VII ZR 39/89 = WM 1990, 1326, 1327 und vom 6. Dezember 1990 - VII ZR 334/89 = WM 1991, 276 ).
OLG Karlsruhe, 20.12.1989 - 1 U 103/89
Beratungs- und Treuhandspflichten einer Sparkasse aufgrund eines Depotvertrages; Überprüfung des wahren Bezugsverhältnisses der Bezugsrechte der Aktien als Pflicht der Sparkasse
LG Mannheim, 14.02.1989 - 2 O 247/88
NJW-RR 1990, 753
Von dieser Möglichkeit hat die Beklagte in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen Gebrauch gemacht, und zwar durch die Beschränkung auf die Auswertung der 'Wertpapier-Informationen' in einer nicht zu beanstandenden Weise (…vgl. Canaris, a. a. O., Rn. 2182 f.; OLG Frankfurt, WM 1977, 984, 986; OLG Karlsruhe, WM 1991, 276, 277 f.; NJW-RR 1992, 1074, 1075).

References: § 138
 § 398
 § 138
 § 138
 § 9
 § 138