Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=06.11.2002&Aktenzeichen=B%206%20KA%2021/02%20R
Timestamp: 2019-06-27 07:27:51+00:00

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BSG, 06.11.2002 - B 6 KA 21/02 R - dejure.org
https://dejure.org/2002,227
BSG, 06.11.2002 - B 6 KA 21/02 R (https://dejure.org/2002,227)
BSG, Entscheidung vom 06.11.2002 - B 6 KA 21/02 R (https://dejure.org/2002,227)
BSG, Entscheidung vom 06. November 2002 - B 6 KA 21/02 R (https://dejure.org/2002,227)
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Psychotherapeutische Leistung - Begrenzung des Ausgabenvolumens im Jahr 1999 - Verfassungsmäßigkeit des Art 11 PsychThG/SGB5uaÄndG
Zur Honorierung psychotherapeutischer Leistungen - Rechtmäßigkeit der Begrenzung des Honorarvolumens nach Art. 11 Psychotherapeutengesetz (PsychThG)
Honorierung Psychotherapie: Sonderfall 1999
Anwendbarkeit der Honorargrundsätze auf 1999 - Zulässigkeit der materiellen Nachprüfung der Approbation durch KV
BSGE 90, 111
Jede Arztgruppe muss die Chance haben, eine den anderen Arztgruppen vergleichbare Vergütung zu erhalten (vgl dazu BSGE 90, 111, 116 f = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49 S 420 mwN).
Damit war für diesen Zeitraum die Befugnis der KÄV aufgehoben, im Rahmen der Honorarverteilung den Anteil der Gesamtvergütung festzulegen, der für die Honorierung psychotherapeutischer Leistungen aufzuwenden ist (vgl BSGE 90, 111, 116 f = SozR 3-2500 S 85 Nr. 49 S 420 f).
Soweit Regelungen die finanzielle Stabilität und Funktionsfähigkeit des Systems der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten bzw verbessern sollen, dienen sie einem Gemeinwohlbelang von erheblicher Bedeutung (…stRspr des BVerfG und des BSG, vgl zB BVerfGE 103, 172, 184 f = SozR 3-5520 § 25 Nr. 4 S 27;… BSGE 82, 41, 45, 49 = SozR 3-2500 § 103 Nr. 2 S 15, 19; BSGE 90, 111, 114 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49 S 418; kritisch zuletzt Hufen, NJW 2004, 14).
Soweit sich der Kläger in diesem Zusammenhang auf das Berufsbild des Facharztes für Innere Medizin als eines internistischen Generalisten beruft, dem ein breites Leistungsspektrum eröffnet sein müsse, ist darauf hinzuweisen, dass der Normgeber bei der Neuordnung von Berufsfeldern sowie der Festlegung und Änderung von Berufsbildern eine besonders weite Gestaltungsfreiheit hat (vgl zB BSGE 90, 111, 114 u 116 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49 S 418 u 420 und BVerfGE 75, 246, 265 bis 267; 78, 179, 193; 106, 62, 116).
Dabei können auch Honorarvolumina aus zurückliegenden (Bemessungs-)Zeiträumen zu Grunde gelegt werden (…ebenso bei Honorartöpfen: BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 48 S 409 oben; - und bei einem gesetzlichen Ausgabenvolumen: BSGE 90, 111, 117 f = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49 S 421).
Dabei kann auch an die in einem früheren Zeitraum ausbezahlten Abrechnungsvolumina und die sich daraus errechnenden Vergütungsanteile der einzelnen Fachgruppen angeknüpft werden (…BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 48 S 409; BSGE 90, 111, 117 f = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49 S 421).
Bei der Bildung von Honorarkontingenten kann auch an die Verhältnisse in einem früheren Quartal angeknüpft werden (stRspr;… BSG SozR 4-2500 § 85 Nr. 40 RdNr 18;… BSG SozR 4-2500 § 85 Nr. 34 RdNr 24;… BSGE 94, 50 = SozR 4-2500 § 72 Nr. 2 RdNr 50;… BSGE 93, 258 = SozR 4-2500 § 85 Nr. 12 RdNr 15; BSGE 90, 111 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49 S 421;… BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 48 S 409;… zuletzt BSG SozR 4-2500 § 85 Nr. 63 RdNr 16).
Durch dessen Abs. 1 sei das Gesamtausgabenvolumen für psychotherapeutische Leistungen im Jahr 1999 kraft Gesetzes begrenzt; Honoraransprüche bestünden nur nach Maßgabe des Art. 11 Abs. 2 PsychThGEG, wie das BSG mit Urteil vom 6.11.2002 (BSGE 90, 111 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49) ausgeführt habe.
Wie der Senat bereits in seinem Urteil vom 6.11.2002 ausgeführt hat (BSGE 90, 111 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49), hat der Gesetzgeber mit dem PsychThGEG und dem als dessen Art. 1 geschaffenen Psychotherapeutengesetz (PsychThG) erstmals berufsrechtliche Voraussetzungen für die Ausübung der Psychotherapie durch Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten normiert und als Voraussetzung der Berufsausübung die Approbation eingeführt (siehe §§ 1, 2 und 12 PsychThG).
Der Senat hat nämlich in dem Urteil vom 6.11.2002 die Funktion des Art. 11 Abs. 2 PsychThGEG dahingehend beschrieben, dass damit ein "Mindesthonorarniveau" bestimmt wird, aus dem sich eine "Vergütungsuntergrenze" für die Honorierung psychotherapeutischer Leistungen im Sinne eines "Interventionspunktwertes" ergibt (BSGE 90, 111, 113, 115 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49 S 417, 418, 419;… ebenso BSG SozR 4-5500 Art. 11 Nr. 1 RdNr 13).
Diese Auslegung entspricht vor allem auch der Gesamtzielsetzung der Regelung, für psychotherapeutische Leistungen ein "Mindesthonorarniveau" zu bestimmen und dafür eine "Vergütungsuntergrenze" im Sinne eines "Interventionspunktwertes" festzulegen (BSGE 90, 111, 113, 115 f = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49 S 417, 418, 419).
Zur Ermittlung des Mindestpunktwertes zur angemessenen Vergütung der zeitgebundenen und genehmigungsbedürftigen Leistungen der Psychotherapeuten sind für die Zeit bis Ende 1998 die Vergleichsparameter hinsichtlich der Umsatzhöhe und der Praxiskosten der Arztgruppe der Allgemeinmediziner zu entnehmen (Klarstellung von BSG vom 6.11.2002 - B 6 KA 21/02 R = BSGE 90, 111 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49).
Soweit sie sich zur Rechtfertigung hierfür auf eine Wendung im Senatsurteil vom 6.11.2002 - B 6 KA 21/02 R -bezogen hat, trägt das die maßgeblichen Vorschriften im HVM nicht.
In diesem zur Vergütung psychotherapeutischer Leistungen im Jahre 1999 ergangenen Urteil hat der Senat formuliert, in der Vergangenheit "musste ihnen (den Psychotherapeuten) aus Gründen der Chancengleichheit die Möglichkeit gegeben werden, mit einer Vollzeittätigkeit ein Einkommen zu erzielen, das jedenfalls ungefähr an dasjenige der Arztgruppe mit dem niedrigsten durchschnittlichen Einkommen im KÄV-Bezirk heranreichte" (BSGE 90, 111, 116 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49 S 420).
Es entspricht ständiger Rechtsprechung, dass bei der Bildung von Honorarkontingenten auch an Verhältnisse in einem früheren Quartal angeknüpft werden kann (…BSG SozR 4-2500 § 85 Nr. 40 RdNr 18;… BSG SozR 4-2500 § 85 Nr. 34 RdNr 24;… BSGE 94, 50, 67 = SozR 4-2500 § 72 Nr. 2 RdNr 50;… BSGE 93, 258 = SozR 4-2500 § 85 Nr. 12 RdNr 15; BSGE 90, 111 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 49 S 421;… BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 48 S 409;… BSG SozR 4-2500 § 85 Nr. 63 RdNr 16) .
LSG Berlin-Brandenburg, 14.06.2006 - L 7 KA 77/06
LSG Berlin-Brandenburg, 14.06.2006 - L 7 KA 82/06

References: Art. 11
 § 85
 § 25
 § 103
 § 85
 § 85
 § 85
 § 85
 § 85
 § 85
 § 85
 § 85
 § 72
 § 85
 § 85
 § 85
 § 85
 Art. 11
 § 85
 § 85
 Art. 1
 Art. 11
 § 85
 Art. 11
 § 85
 § 85
 § 85
 § 85
 § 85
 § 72
 § 85
 § 85
 § 85
 § 85