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Timestamp: 2020-08-08 22:07:50+00:00

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SR 443.122 Verordnung des EDI vom 21. April 2016 über die Förderung der internationalen Präsenz des Schweizer Filmschaffens und die MEDIA-Ersatz-Massnahmen (IPFiV)
443.122 Verordnung des EDI vom 21. April 2016 über die Förderung der internationalen Präsenz des Schweizer Filmschaffens und die MEDIA-Ersatz-Massnahmen (IPFiV)
443.122
Verordnung des EDI über die Förderung der internationalen Präsenz des Schweizer Filmschaffens und die MEDIA-Ersatz-Massnahmen
(IPFiV)
vom 21. April 2016 (Stand am 15. Juni 2020)
gestützt auf die Artikel 8 Absatz 2 und 11 Absatz 1 des Filmgesetzes vom 14. Dezember 20011 (FiG) und auf Artikel 18a der Filmverordnung vom 3. Juli 20022,
Diese Verordnung regelt die Voraussetzungen und das Verfahren für die Gewährung von:
Finanzhilfen, die zur Förderung der internationalen Präsenz des schweizerischen Filmschaffens gewährt werden;
Finanzhilfen, die der Schweizer Filmbranche als Ersatz für die Nichtteilnahme am MEDIA-Programm der Europäischen Union im Hinblick auf den Wiedereinstieg der Schweiz ins MEDIA-Programm gewährt werden (MEDIA-Ersatz-Massnahmen).
Art. 2 MEDIA-Länder
1 MEDIA-Länder nach dieser Verordnung sind Staaten, die am Subprogramm MEDIA gemäss der Verordnung (EU) Nr. 1295/20131 teilnehmen.
2 Das Bundesamt für Kultur (BAK) publiziert eine Liste der MEDIA-Länder und hält sie aktuell.
1 Verordnung (EU) Nr. 1295/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 zur Einrichtung des Programms Kreatives Europa (2014–2020) und zur Aufhebung der Beschlüsse Nr. 1718/2006/EG, Nr. 1855/2006/EG und Nr. 1041/2009/EG, Fassung gemäss ABl. L. 347 vom 20.12.2013, S. 221–237.
Art. 3 Verhältnis zur Filmförderungsverordnung
1 Die Finanzhilfen nach dieser Verordnung ergänzen die Finanzhilfen nach der Verordnung des EDI vom 21. April 20161 über die Filmförderung (FiFV), soweit die Kumulierung von Förderungsmassnahmen nicht ausgeschlossen wird.
2 Die Bestimmungen der FiFV über die allgemeinen Förderungsvoraussetzungen, die Koordination der Förderungsinstrumente, die Bemessungsgrundsätze sowie die allgemeinen Verfahrensbestimmungen sind anwendbar, soweit die vorliegende Verordnung nichts anderes bestimmt.
1 SR 443.113
2. Kapitel: Förderung der internationalen Präsenz des schweizerischen Filmschaffens
Art. 4 Förderungsinstrumente
1 Die Präsenz des schweizerischen Filmschaffens kann gefördert werden durch Finanzhilfen der selektiven Filmförderung an:
den Verleih von Schweizer Filmen und schweizerisch-ausländischen Koproduktionen ins Ausland;
die Teilnahme von Schweizer Filmschaffenden und ihren Filmen an wichtigen internationalen Filmfestivals, Filmmärkten und Preisverleihungen;
die Weiterbildung von Schweizer Filmschaffenden.
2 Die Ziele und Indikatoren für die Evaluation der Förderungsinstrumente sind in Anhang 1 festgehalten.
1 Zuständig für die Bewilligung von Finanzhilfen im Rahmen der Massnahmen zur Förderung der internationalen Präsenz des Schweizer Filmschaffens ist das BAK.
2 Der Stiftung «Swiss Films» werden die folgenden Aufgaben übertragen:
die Information der Filmbranche über die Exportförderung und die Förderung der Teilnahme an Festivals, Filmmärkten und Preisverleihungen;
die Entgegennahme und Vorprüfung der Finanzhilfe-Gesuche;
die Organisation der Expertise für Gesuche um Exportförderung;
die Vorprüfung der Abrechnungen und der Einhaltung weiterer subventionsrechtlicher Verpflichtungen.
3 Der Umfang der Aufgaben, die Entschädigung sowie die Art und Weise der Zusammenarbeit und der staatlichen Kontrolle werden in einer Leistungsvereinbarung zwischen der Stiftung «Swiss Films» und dem BAK geregelt.
4 Zuständig für die Vorprüfung von Gesuchen um Finanzhilfen für die Weiterbildung von Schweizer Filmschaffenden ist der Verein «Creative Europe – MEDIA Desk Suisse».
2. Abschnitt: Verleih von Schweizer Filmen und Koproduktionen ins Ausland (Exportförderung)
Art. 6 Anforderungen an die gesuchstellende Firma
Ein Gesuch um Finanzhilfen für den Verleih eines Schweizer Films oder einer anerkannten schweizerisch-ausländischen Koproduktion ins Ausland kann eine unabhängige Schweizer Produktionsfirma stellen, die:
ihre Haupttätigkeit in der Filmherstellung hat;
die Mehrheit der Rechte für das Werk innehat, um dessen Förderung sie ersucht;
die von einer professionellen Verleihfirma im Ausland eine vertragliche Zusicherung für den Verleih ihres Filmes hat.
Art. 7 Förderbare Filme
Finanzhilfen können für Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme von mindestens 60 Minuten Länge gewährt werden:
deren erste öffentliche Vorführung in der Schweiz nicht länger als 18 Monate zurückliegt;
die als Schweizer Filme oder als anerkannte schweizerisch-ausländische Koproduktion mit Schweizer Regie und unter der Verantwortung des Schweizer Produktionsunternehmens hergestellt wurden;
die für die Erstauswertung im Kino bestimmt sind; und
die keinen Zugang zu Verleihmassnahmen des MEDIA-Programms der Europäischen Union haben.
Art. 8 Anrechenbare Kosten
Anrechenbar sind die Kosten für:
die Herstellung von Promotionsmaterial;
den Ankauf von Werbeflächen;
die Pressearbeit im Ausland;
weitere Promotionstätigkeiten;
Kopien oder elektronische Datenträger;
Synchronisation und Untertitelung.
Art. 9 Förderungskriterien und ihre Gewichtung
1 Im Gesuch sind die einzelnen Förderungskriterien aufzuführen und Angaben dazu zu machen.
2 Die Gewichtung der Förderungskriterien wird gemäss folgender Tabelle vorgenommen:
Vertriebspotenzial des Films im Ausland
Qualität und Umfang der beabsichtigten Kinoauswertung
Beitrag des Verleihunternehmens
Kohärenz des Verleihbudgets zur vorgesehenen Auswertung
Erfahrung des Verleihunternehmens
3 Förderbar sind Projekte, die mindestens 70 Punkte erreichen.
4 Projekte, die mindestens 70 Punkte erreichen, erhalten zusätzlich 5 Punkte, wenn sie in einem Land ausgewertet werden, mit dem die Schweiz ein Koproduktionsabkommen abgeschlossen hat.
5 Übersteigen die förderbaren Projekte die für einen Eingabetermin verfügbaren Kredite, so werde die Projekte mit der höchsten Punktezahl gefördert.
Art. 10 Gesuchseinreichung und Begutachtung
1 Das Gesuch muss spätestens zwei Monate vor Kinostart eingereicht werden.
2 Die Begutachtung erfolgt durch den Ausschuss «Auswertung und Vielfalt» (Art. 43 Bst. d FiFV1).
Art. 11 Bemessung der Finanzhilfen
Die Finanzhilfe darf höchstens 50 Prozent der anrechenbaren Kosten betragen. Das BAK publiziert jährlich im Rahmen des Verteilplans die Höchstbeiträge und den Kürzungsschlüssel.
Art. 12 Auszahlungsmodalitäten
1 Die erste Rate wird ausbezahlt, wenn der Kinostart gesichert und die Restfinanzierung nachgewiesen ist. Sie beträgt 50 Prozent.
2 Die zweite Rate wird ausbezahlt, nachdem die Abrechnung vorgelegt wurde.
3. Abschnitt: Teilnahme von Schweizer Filmschaffenden an internationalen Festivals, Filmmärkten und Preisverleihungen
Art. 13 Anforderungen an die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller
1 Ein Gesuch um Finanzhilfen für die Teilnahme an wichtigen internationalen Filmfestivals, Filmmärkten oder Preisverleihungen können die Produktionsfirmen oder die Regisseurinnen und Regisseure stellen, die mit ihrem Film an eine solche Veranstaltung eingeladen worden sind.1
2 Die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller muss nachweisen, dass:
sie oder er Sitz oder Wohnsitz in der Schweiz hat;
sie oder er die Rechte an dem Film innehat, um dessen Förderung ersucht wird;
sie oder er die Voraussetzungen der Unabhängigkeit und Professionalität erfüllt.
1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 8. Juni 2018, in Kraft seit 1. Juli 2018 (AS 2018 2353).
Art. 14 Förderbare Filme
1 Finanzhilfen können gewährt werden für:
lange Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme, die für die Erstauswertung im Kino oder an Festivals konzipiert sind;
2 Förderbar sind Schweizer Filme und anerkannte schweizerisch-ausländische Koproduktionen.1
Art. 151Förderbare Veranstaltungen
Das BAK veröffentlicht eine Liste mit den wichtigen internationalen Filmfestivals, Filmmärkten und Preisverleihungen, für die Finanzhilfen gewährt werden können, sowie den für die einzelnen Veranstaltungen und Sektionen anwendbaren Pauschal- oder Höchstbeiträgen.
Art. 161Anrechenbare Kosten
1 Anrechenbar sind die Kosten für folgende Budgetposten:
Kosten für Werbe- und Promotionsmassnahmen, insbesondere für die Teilnahme an Filmmärkten und Preisverleihungen;
Reisekosten sowie Kosten für Mahlzeiten und Übernachtung der beteiligten Personen;
Kosten der Untertitelung.
2 Für die Kosten für Mahlzeiten und Übernachtung nach Absatz 1 Buchstabe c sind die Richtwerte massgeblich, die für die Mitarbeitenden des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten gelten.
Art. 16a1Bemessung der Finanzhilfe
1 Die Finanzhilfe darf höchstens 70 Prozent der anrechenbaren Kosten betragen.
2 Finanzhilfen für Festivalteilnahmen werden bis 3000 Franken als Pauschale bemessen. Die Pauschale wird aufgrund der durchschnittlich für die Teilnahme am betreffenden Festival oder an der betreffenden Sektion anfallenden anrechenbaren Kosten bemessen.
1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 8. Juni 2018, in Kraft seit 1. Juli 2018 (AS 2018 2353).
Art. 17 Gesuchseinreichung und Priorisierung
1 Die Gesuche müssen spätestens zwei Wochen vor der Teilnahme eingereicht werden.
2 Im Gesuch müssen die folgenden Unterlagen enthalten sein:
das Gesuchsformular;
die Festivaleinladung;
die Filmografien der beteiligten Personen;
ein Budget, wenn die Finanzhilfe nicht als Pauschale bemessen wird.
3 Die Gesuche werden nach Datum des Gesuchseingangs behandelt. Die Auszahlung der Finanzhilfe erfolgt im Rahmen der bewilligten Kredite.2
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 8. Juni 2018, in Kraft seit 1. Juli 2018 (AS 2018 2353).
Art. 181Auszahlungsmodalitäten
1 Die Pauschalen für Festivalteilnahmen bis 3000 Franken werden ausbezahlt, wenn die entsprechenden Nachweise vorliegen. Innert zwei Monaten nach der Teilnahme ist ein kurzer Bericht vorzulegen.
2 Die übrigen Finanzhilfen werden nach Vorlage der erforderlichen Belege, einer Abrechnung sowie eines kurzen Berichts ausbezahlt. Diese Dokumente sind innert zwei Monaten nach der Teilnahme vorzulegen.
4. Abschnitt: Weiterbildung von Schweizer Filmschaffenden
Art. 19 Anforderungen an die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller
Ein Gesuch um Finanzhilfen an die Weiterbildung können natürliche Personen stellen, die:
Wohnsitz in der Schweiz haben;
hauptsächlich im audiovisuellen Bereich erwerbstätig sind; und
über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung im entsprechenden Bereich verfügen.
Art. 20 Förderbare Weiterbildungen
1 Finanzhilfen werden nur für die Teilnahme an internationalen Weiterbildungsprogrammen gewährt, die vom Filmförderungsprogramm MEDIA der Europäischen Union mitfinanziert sind.
2 Finanzhilfen können für die Teilnahme an Weiterbildungsprogrammen in folgenden Bereichen gewährt werden:
Publikumsgewinnung, Drehbuchschreiben, Marketing, Verleih und Auswertung;
finanzielles und wirtschaftliches Management mit einem besonderen Schwerpunkt «Erleichterung des Zugangs zu Finanzierungen»;
Entwicklung von Werken und ihre Produktion;
Chancen und Herausforderungen durch den digitalen Wandel.
3 Das BAK publiziert eine Liste der Weiterbildungsprogramme, für die Finanzhilfen gewährt werden können.
Anrechenbar sind die Kosten für folgende Budgetposten:
Kurs- oder Schulgebühren;
Reisekosten und Mehrkosten für den Aufenthalt im Ausland;
Übersetzungskosten, insbesondere für Treatments und Drehbücher.
Art. 22 Förderungskriterien und Priorisierung
1 Für die Gewährung der Finanzhilfe sind folgende Kriterien massgeblich:
die Eignung der Weiterbildung für die Gesuchstellerin oder den Gesuchsteller;
die Relevanz der Weiterbildung für die Berufsausübung und ihr Praxisbezug;
die Art und Höhe der budgetierten Kosten.
2 Die Gesuche werden im Rahmen der bewilligten Kredite nach Datum des Gesuchseingangs gewährt.
Art. 23 Gesuchseinreichung
2 Dem Gesuch müssen die folgenden Unterlagen beiliegen:
eine Filmografie;
ein Bestätigungsschreiben der Weiterbildungsinstitution über die Zulassung und die anfallenden Kosten.
Art. 24 Bemessung der Finanzhilfe
1 Die Finanzhilfe darf höchstens 50 Prozent der anrechenbaren Kosten betragen.
2 Der Höchstbetrag beträgt pro Person und Weiterbildung 15 000 Franken.
Art. 25 Auszahlungsmodalitäten
1 Die Finanzhilfe wird in zwei Raten ausbezahlt.
2 Die erste Rate wird ausbezahlt, wenn die Teilnahme an der Weiterbildung gesichert und die Restfinanzierung nachgewiesen ist. Sie beträgt höchstens 60 Prozent.
3 Die zweite Rate wird ausbezahlt, nachdem die Abrechnung und ein Abschlussbericht vorgelegt wurden. Diplome, Teilnahmebetätigungen und andere Leistungsnachweise sind der Abrechnung unaufgefordert beizulegen.
3. Kapitel: MEDIA-Ersatz-Massnahmen
Art. 26 Förderungsinstrumente
1 Als MEDIA-Ersatz-Massnahmen können im Rahmen des bewilligten Kredits gewährt werden:
Finanzhilfen der selektiven Filmförderung für die Entwicklung von audiovisuellen Werken mit europäischem Potenzial (Einzelprojekt- und Paketförderung);
Finanzhilfen der selektiven Filmförderung für den Verleih von europäischen Filmen in der Schweiz durch registrierte Verleihunternehmen;
Finanzhilfen der erfolgsabhängigen Förderung für den Verleih von europäischen Filmen in der Schweiz durch registrierte Verleihunternehmen;
Finanzhilfen für EWR-weite beziehungsweise internationale Weiterbildungsprojekte;
Finanzhilfen für den Marktzugang europäischer Filmschaffender und ihrer Werke;
Finanzhilfen für Filmfestivals, die europäische Filme vorführen.
2 Die Ziele und Indikatoren für die Evaluation der Förderungsinstrumente sind in Anhang 2 festgehalten.
Art. 27 Subsidiarität der MEDIA-Ersatz-Massnahmen
1 Finanzhilfen im Rahmen der MEDIA-Ersatz-Massnahmen werden nur gewährt, wenn für das entsprechende Vorhaben keine Beiträge aus dem MEDIA-Programm erhältlich sind.
2 Stellt sich heraus, dass ein Vorhaben nach dem MEDIA-Programm beitragsberechtigt ist oder dass ein Gesuch nicht gestellt wurde, obwohl das Vorhaben beitragsberechtigt wäre, so kann die Auszahlung von in Aussicht gestellten Finanzhilfen nach dieser Verordnung verweigert und bereits ausbezahlte Beiträge können zurückgefordert werden.
1 Zuständig für die Bewilligung von Finanzhilfen im Rahmen der MEDIA-Ersatz-Massnahmen ist das BAK.
2 Wenn es dem BAK an der nötigen Sachkenntnis fehlt, lässt es die Gesuche für MEDIA-Ersatz-Massnahmen von Experten und Expertinnen begutachten, die in dieser Funktion für das MEDIA-Programm tätig sind oder eine vergleichbare internationale Erfahrung aufweisen und sowohl die Anforderungen als auch die Praxis des MEDIA-Programms im jeweiligen Förderungsbereich kennen.
3 Dem Verein «Creative Europe – MEDIA Desk Suisse» werden die folgenden Aufgaben übertragen:
Information der Filmbranche über die MEDIA-Ersatz-Massnahmen und die Förderung der Weiterbildung nach den Artikeln 19–25;
Entgegennahme und Vorprüfung der Finanzhilfe-Gesuche;
Organisation der Expertise für die MEDIA-Ersatz-Massnahmen;
Vorprüfung der Abrechnung und der Einhaltung weiterer subventionsrechtlicher Verpflichtungen.
4 Der Umfang der Aufgaben, die Entschädigung sowie die Art und Weise der Zusammenarbeit und der staatlichen Kontrolle werden in einer Leistungsvereinbarung zwischen dem Verein «Creative Europe – MEDIA Desk Suisse» und dem BAK geregelt.1
2. Abschnitt: Entwicklung von audiovisuellen Werken mit europäischem Potenzial: Einzelprojektförderung
Art. 29 Anforderungen an die gesuchstellende Firma
Ein Gesuch um Finanzhilfen der selektiven Filmförderung in Form der Einzelprojektförderung kann eine unabhängige Schweizer Produktionsfirma stellen, die:
zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung seit mindestens zwölf Monaten existiert und dies mit Urkunden belegt;
in den fünf Kalenderjahren vor dem Jahr der Gesuchseinreichung mindestens ein Werk produziert hat, das:
die Kriterien der Einzelprojektförderung erfüllt, und
in den drei Kalenderjahren vor dem Jahr der Gesuchseinreichung in mindestens einem Land ausserhalb der Schweiz kommerziell ausgewertet wurde;
die Projekte aus einer allfälligen Paketförderung nach den Artikel 36–43 abgerechnet hat.
Art. 30 Förderbare Projekte
1 Förderbar sind Projekte, die voraussichtlich als Schweizer Filme oder als schweizerisch-ausländische Koproduktionen anerkannt werden können.
2 Koproduzierte Projekte müssen auf Initiative und unter der Verantwortung der Schweizer Produktionsfirma, die das Gesuch stellt, gemeinsam mit einer oder mehreren Produktionsfirmen aus Ländern, welche am Programm des Europarates «EURIMAGES» beteiligt sind, so konzipiert und entwickelt werden, dass sie als schweizerisch-ausländische Koproduktion anerkannt werden können.
3 Finanzhilfen können gewährt werden für:
Kinofilmprojekte von mindestens 60 Minuten Länge;
TV-Filmprojekte oder audiovisuelle Projekte, für die eine digitale Erstauswertung vorgesehen ist (z. B. Webserien), mit mindestens folgender Länge:
bei Spielfilmen: 90 Minuten,
bei Animationsfilmen: 24 Minuten,
bei kreativen Dokumentarfilmen: 50 Minuten;
nonlineare audiovisuelle Projekte wie Virtual-Reality-Projekte, wenn sie hinsichtlich der verwendeten narrativen Elemente vergleichbar sind mit Filmprojekten des jeweiligen Genres.
4 Der Drehbeginn darf frühestens acht Monate nach der Gesuchseinreichung erfolgen.
5 Für folgende Projekte werden keine Finanzhilfen gewährt:
Live-Aufnahmen, TV-Spielshows, -Talkshows und —Realityshows;
Nachrichtensendungen, Berichterstattungen, Reise-, Natur-, Landschafts- und Tierreportagen und «Doku-Soaps»;
Filme mit Auftrags- oder Werbecharakter, Filme mit vorwiegend didaktischer Zielsetzung und Filme, die die Menschenwürde verletzen, diskriminierend sind, Gewalt verherrlichen oder verharmlosen oder die pornografisch sind (Art. 16 FiG);
Projekte, die nach einer ersten Ablehnung nicht in den wesentlichen Punkten überarbeitet wurden;
Projekte, für die Gesuche um Finanzhilfen an die Projektentwicklung nach dieser Verordnung zweimal abgelehnt wurden;
Projekte, die eine Absichtserklärung des BAK für einen Herstellungsbeitrag haben, und Projekte, in deren Herstellung bereits Gutschriften der erfolgsabhängigen Filmförderungen reinvestiert wurden;
Projekte, für die Gesuche um einen selektiven Herstellungsbeitrag des BAK bereits zweimal abgelehnt wurden.
Art. 31 Besondere Anforderungen bei einer Kumulierung von Förderinstrumenten
Werden für ein Filmprojekt Förderinstrumente des BAK kumuliert, so ist zum Budget und zum Finanzierungsplan für die nach dieser Verordnung beantragte Projektentwicklung zusätzlich ein Gesamtbudget und ein Gesamtfinanzierungsplan einzureichen.
Art. 32 Anrechenbare Kosten
Anrechenbar sind die voraussichtlichen Kosten der Projektentwicklung ab Gesuchseinreichung bis zum ersten Drehtag für folgende Budgetposten:
Erwerb von Autorenrechten, einschliesslich der Kosten, die bereits angefallen sind und in den zwölf Monaten vor Gesuchseinreichung bezahlt wurden;
Recherchen;
Vorbereitungskosten für Budget und Finanzierungsplan;
Suche und Abklärungen von Businesspartnern, Koproduzenten und Finanzierern;
Vorbereitung des Drehplans;
Marketing und Vertriebsplan (Abklärung Vertriebsmärkte und Einkäufer, Präsentation bei Festivals);
höchstens 7 Prozent Handlungsunkosten, sofern die entsprechenden Aufwendungen nicht separat budgetiert sind.
Art. 33 Förderungskriterien und ihre Gewichtung
2 Die Gewichtung der Kriterien wird gemäss folgender Tabelle vorgenommen:
Qualität des Projekts und europäisches Vertriebspotenzial, insbesondere Relevanz und europäischer Mehrwert
Erfahrung, Potenzial, Kohärenz und Qualität des Kreativteams sowie Organisation des Projektteams
Qualität der Finanzierungsstrategie und Machbarkeit des Projekts
3 Förderbar sind Projekte, die mindestens 70 Punkte erreichen. Projekte, die mindestens 70 Punkte erreichen, erhalten zusätzlich 5 Punkte, wenn sie sich an ein Publikum unter 16 Jahren wenden, und 5 Punkte, wenn sie als schweizerisch-ausländische Koproduktion konzipiert werden und bei Gesuchstellung einen entsprechenden Vorvertrag mit einer unabhängigen Produktionsfirma aus einem EURIMAGES-Land vorweisen können. Animationsfilmprojekte, die sich an ein Publikum unter 16 Jahren wenden, erhalten hierfür keine zusätzlichen Punkte.2
4 Übersteigen die förderbaren Projekte die für einen Eingabetermin verfügbaren Kredite, so werden die Projekte mit der höchsten Punktzahl gefördert.
Art. 34 Bemessung der Finanzhilfe
1 Insgesamt darf der Bundesanteil höchstens 70 Prozent der anrechenbaren Kosten betragen.
2 Für die Einzelprojektförderung im Rahmen der MEDIA-Ersatz-Massnahme «Entwicklung von audiovisuellen Werken mit europäischem Potenzial» gelten folgende Höchstbeiträge:
für Animationsfilme: 66 000 Franken;
für Dokumentarfilme: 27 500 Franken;
bei Produktionsbudgets bis 1,65 Millionen Franken: 33 000 Franken,
bei Produktionsbudgets über 1,65 Millionen Franken: 55 000 Franken.
Art. 35 Auszahlungsmodalitäten
1 Die erste Rate wird ausbezahlt, wenn die Durchführung gesichert und die Restfinanzierung nachgewiesen ist. Sie beträgt höchstens 60 Prozent.
2 Die zweite Rate wird ausbezahlt, nachdem die Projektabrechnung und ein kurzer Projektbericht über den Stand und das weitere Vorgehen vorgelegt wurden.
3 Wird die Projektabrechnung nicht innerhalb von 12 Monaten nach Auszahlung der ersten Rate vorgelegt, so ist unaufgefordert ein Zwischenbericht mit einer Zwischenabrechnung einzureichen. Eine Verlängerung um 6 Monate ist in begründeten Fällen möglich.1
3. Abschnitt: Entwicklung von audiovisuellen Werken mit europäischem Potenzial: Paketförderung
Art. 36 Anforderungen an die gesuchstellende Firma
Ein Gesuch um Finanzhilfen der selektiven Filmförderung in Form der Paketförderung kann eine unabhängige Schweizer Produktionsfirma stellen, die:
zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung seit mindestens 36 Monaten existiert und dies mit Urkunden belegt;
in den fünf Jahren vor der Gesuchseinreichung mindestens ein Werk allein oder als verantwortliche Koproduzentin produziert hat, das:
die Kriterien der Einzelprojektentwicklungsförderung erfüllt, und
in den drei Kalenderjahren vor dem Jahr der Gesuchseinreichung ausserhalb der Schweiz in mindestens drei Ländern kommerziell vertrieben wurde;
die Mehrheit der Rechte für alle Werke innehat, um deren Förderung sie ersucht;
mindestens ein Projekt aus einer früheren Paketförderung abgerechnet hat und mit den Dreharbeiten begonnen hat.
Art. 37 Förderbare Pakete
1 Förderbar sind Pakete von mindestens drei und höchstens fünf Projekten. Alle Projekte müssen unter der Verantwortung der Produktionsfirma entwickelt werden, die das Gesuch einreicht.
2 Die Projekte müssen voraussichtlich als Schweizer Filme oder als schweizerisch-ausländische Koproduktionen anerkannt werden können.
3 Die Mehrzahl der Projekte muss gemeinsam mit einer oder mehreren Produktionsfirmen aus Ländern, welche am Programm des Europarates «EURIMAGES» beteiligt sind, konzipiert und entwickelt werden.
Art. 38 Förderbare Projekte
Die Projekte, aus denen das Paket zusammengesetzt ist, müssen nach Artikel 30 förderbar sein.
Art. 391Anrechenbare Kosten
1 Anrechenbar sind die voraussichtlichen Kosten der Projektentwicklung ab Gesuchseinreichung bis zum ersten Drehtag für die Budgetposten nach Artikel 32.
2 Nicht anrechenbar sind Autorenhonorare und Kosten für den Erwerb von Autorenrechte, die vor Gesuchseinreichung angefallen sind.
Art. 40 Förderungskriterien und ihre Gewichtung
1 Im Gesuch sind die einzelnen Förderungskriterien für jedes Projekt und für das Paket insgesamt aufzuführen und Angaben dazu zu machen.
Qualität der Herangehensweise, das Projektpaket auf europäischer und internationaler Ebene zu entwickeln, insbesondere Relevanz und europäischer Mehrwert des Projektpakets
Inhaltliche Qualität des Projektpakets, Qualität der Entwicklungsstrategie und der Finanzierungsstrategie sowie europäische Dimension
Machbarkeit des Pakets mit Bezug auf die Kapazität der Produktionsfirma
Innovationskapazität der Produktionsfirma, insbesondere Fähigkeit, sich an den Wandel im audiovisuellen Markt anzupassen und ihre Marktposition zu verbessern
3 Förderbar sind Projektpakete, die mindestens 70 Punkte erreichen.
4 Übersteigen die förderbaren Projekte die für einen Eingabetermin verfügbaren Kredite, so werden die Pakete mit der höchsten Punktzahl gefördert.
Art. 41 Abtretung und Übertragung von Finanzhilfen
In Aussicht gestellte Finanzhilfen für das Paket oder für die darin enthaltenen Projekte sind nicht übertragbar.
Art. 42 Bemessung der Finanzhilfe
2 Die Höchstbeiträge pro Film richten sich nach Artikel 34 und werden addiert; die Finanzhilfe der Paketförderung beträgt jedoch höchstens 220 000 Franken.
Art. 43 Auszahlungsmodalitäten
1 Die erste Rate wird ausbezahlt, wenn die Durchführung aller Projekte gesichert und deren Finanzierung nachgewiesen ist. Die erste Rate beträgt höchstens 60 Prozent.
2 Eine zweite Rate von höchstens 30 Prozent kann frühestens nach 12 Monaten ausbezahlt werden, wenn aufgrund eines Zwischenberichts mit Zwischenabrechnung nachgewiesen ist, dass entsprechende Kosten unmittelbar bevorstehen.
3 Ist das Paket innerhalb von 24 Monaten seit Auszahlung der ersten Rate nicht abgerechnet, so ist unaufgefordert ein Zwischenbericht mit einer Zwischenabrechnung einzureichen. Eine Verlängerung um 6 Monate ist in begründeten Fällen möglich.
4 Können nicht alle Projekte, wie im Auszahlungsgesuch angegeben, entwickelt werden, so ist das BAK unverzüglich zu informieren.
5 Die letzte Rate wird nach Vorliegen der Abrechnung über das Paket ausbezahlt. Die Abrechnung muss von einer nach dem Revisionsaufsichtsgesetz vom 16. Dezember 20051 zugelassenen Person oder Treuhandfirma geprüft sein.
4. Abschnitt: Finanzhilfen der selektiven Filmförderung für den Verleih von europäischen Filmen in der Schweiz
Art. 44 Anforderungen an die gesuchstellende Firma
Ein Gesuch um Finanzhilfen der selektiven Filmförderung für den Verleih von europäischen Filmen kann eine im Verleihregister eingetragene Schweizer Verleihfirma stellen, die nachweist, dass sie Inhaberin der Filmrechte für die Schweiz ist.
Art. 45 Zulassungsvoraussetzungen für die Filme
1 Finanzhilfen können für lange Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme gewährt werden:
die überwiegend von einer Produktionsfirma aus einem MEDIA-Land hergestellt wurden;
an deren Herstellung zu einem wesentlichen Teil künstlerische und technische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt waren, die aus MEDIA-Ländern stammen;
die in den drei der Gesuchseinreichung vorangehenden Kalenderjahren fertiggestellt wurden;
die nachweislich in sechs MEDIA-Ländern zur Kinovorführung verkauft wurden; und
für die eine Verleihförderung nach dieser Verordnung höchstens einmal abgelehnt wurde.
2 Der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Absatz 1 Buchstabe b gilt als wesentlich, wenn mehr als die Hälfte der möglichen Punkte gemäss folgender Tabelle erreicht werden:
Zweite Hauptrolle
Dritte Hauptrolle
Labor/Postproduktion
3 Keine Finanzhilfen werden gewährt für:
Filme, die überwiegend von einer Produktionsfirma aus der Schweiz hergestellt wurden;
Filme aus MEDIA-Ländern mit einer starken Filmproduktion wie Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien oder Spanien, deren Herstellungskosten 10 Millionen Franken übersteigen;
Filme, deren Schweizer Kinostart bereits mehr als zwei Monate vor Gesuchseinreichung stattfand oder erst nach dem nächsten Eingabetermin stattfinden soll;
Live-Aufnahmen oder Aufzeichnungen von Aufführungen von Werken wie Opern und Konzerte;
Filme, für die Gutschriften der erfolgsabhängigen Verleihförderung nach dieser Verordnung oder Gutschriften des MEDIA-Programms in die Promotionstätigkeit oder in den Ankauf von Kopien reinvestiert werden, es sei denn, es handle sich um Reinvestitionen in Form von Minimumgarantien oder Koproduktionsbeiträgen;
Filme, die als Referenzfilme zur erfolgsabhängigen Filmförderung nach Artikel 71 FiFV1 zugelassen sind oder deren Verleih vom BAK durch die Reinvestition von Gutschriften aus der erfolgsabhängigen Filmförderung nach den Artikeln 13 und 95 FiFV gefördert werden kann;
Filme, deren Verleih aus dem Filmförderungsfonds des Europarats «EURIMAGES»3 gefördert wurde, wenn der Finanzierungsanteil des Bundes zusammen mit dem Finanzierungsanteil aus dem Filmförderungsfond «EURIMAGES» 50 Prozent der Verleihkosten übersteigt;
Filme, deren Verleihförderung nach dieser Verordnung zweimal abgelehnt wurden.
3 Règles 2017–2018 – Programme de soutien à la distribution vom 13. März 2017, kann im Internet kostenlos abgerufen werden unter: www.coe.int/ > FR > Démocratie > Eurimages > Programmes > Distribution > Réglementation en vigueur
Art. 46 Anrechenbare Kosten
Promotionsmaterial;
Ankauf von Werbeflächen;
weitere Promotionskosten;
Art. 47 Förderungskriterien und ihre Gewichtung
1 Filme werden nach Massgabe ihrer Herstellungskosten in folgende Kategorien eingeteilt:
Herstellungskosten weniger als 3 Millionen Franken: kleine Filme;
Herstellungskosten ab 3 Millionen Franken: mittlere Filme.
2 Die Berechnung der Punkte wird pro Film gemäss folgender Tabelle vorgenommen:
Pro Verleih
Schweizer Verleihfirma, die im Vorjahr in der erfolgsabhängigen Ver- leihförderung nach dieser Verordnung Guthaben erzielt hat
Film, der aus einem MEDIA-Land stammt, aber nicht aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien oder Spanien
3 Förderbar ist der Verleih von Filmen, die 8 Punkte erreichen.
4 Gefördert wird der Verleih der Filme, die die meisten Punkte erzielen. Dabei wird in beiden Kategorien in erster Linie der Verleih des Kinder- oder Jugendfilms gefördert, der die höchste Punktzahl erzielt. Die Priorität für Kinder- und Jugendfilme findet auf Animationsfilme keine Anwendung.
Art. 48 Bemessung der Finanzhilfe
1 Werden die Gesuche im Jahr 2020 eingereicht, so darf die Finanzhilfe höchstens 70 Prozent der anrechenbaren Kosten betragen.1
2 Die Finanzhilfe wird aufgrund der Anzahl Leinwände begrenzt. Es gelten die folgenden Höchstbeiträge:
Höchstbeitrag in Franken
111 200.2
3 Pro Kino wird nur eine Leinwand gezählt.
4 Der Film muss mindestens zwei Vorstellungen pro Woche und Leinwand aufweisen. Angerechnet werden nur Vorstellungen mit normalen Eintrittspreisen in registrierten Kinos.
5 Massgebend für die Beitragsberechnung ist die Anzahl Leinwände in der Woche, in der am meisten Leinwände bespielt werden. Erfolgt der Kinostart in mehreren Sprachregionen der Schweiz innerhalb von zwölf Monaten, so werden die Wochen mit den meisten Leinwänden für jede Sprachregion separat eruiert und anschliessend zusammengezählt.
1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 8. Mai 2020 (Förderung des Filmverleihs in der Schweiz im Zusammenhang mit COVID-19), in Kraft vom 15. Juni 2020 bis zum 31. Dez. 2020 (AS 2020 2029).
Art. 49 Auszahlungsmodalitäten
1 Die erste Rate wird nach dem Kinostart ausbezahlt, sofern die Restfinanzierung nachgewiesen ist. Sie beträgt höchstens 60 Prozent.
2 Wird der Kinostart auf einen Zeitpunkt nach dem nächsten Eingabetermin verschoben, so verfällt die in Aussicht gestellte Finanzhilfe. Auf den nächsten Eingabetermin kann ein neues Gesuch eingereicht werden.
3 Die zweite Rate wird ausbezahlt, nachdem die Vorstellungen und Leinwände nachgewiesen und die Abrechnung vorgelegt wurde.
5. Abschnitt: Finanzhilfen der erfolgsabhängigen Förderung für den Verleih von europäischen Filmen in der Schweiz
Art. 50 Anforderungen an die gesuchstellende Firma
Ein Gesuch um Finanzhilfen der erfolgsabhängigen Verleihförderung für europäische Filme in der Schweiz kann eine im Verleihregister eingetragene Schweizer Verleihfirma stellen, die nachweist, dass sie für den entsprechenden Auswertungszeitraum Inhaberin der Filmrechte für die Schweiz ist.
Art. 51 Zulassungsvoraussetzungen für die Filme
1 Zur erfolgsabhängigen Verleihförderung zugelassen sind lange Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme:
die in den drei Kalenderjahren fertiggestellt wurden, die dem Jahr vorangehen, für das Kinoeintritte angerechnet werden.
2 Der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Absatz 1 Buchstabe b gilt als wesentlich, wenn mehr als die Hälfte der möglichen Punkte gemäss der Tabelle in Artikel 45 Absatz 2 erreicht werden.
3 Nicht zur Verleihförderung zugelassen sind:
Live-Aufnahmen oder Aufzeichnungen von Vorführungen von Werken wie Opern und Konzerte;
Filme mit Auftrags- oder Werbecharakter, Filme mit vorwiegend didaktischer Zielsetzung und Filme, die die Menschenwürde verletzten, diskriminierend sind, Gewalt verherrlichen oder verharmlosen oder die pornografisch sind (Art. 16 FiG);
Filme, die überwiegend von einer Produktionsfirma aus der Schweiz hergestellt wurden.
Art. 52 Berechnung der Gutschriften
1 Die Berechnung der Gutschriften erfolgt pro Kalenderjahr aufgrund der für einen zugelassenen Film bezahlten Eintritte in registrierten Kinos der Schweiz. Massgebend sind die vom Bundesamt für Statistik validierten Eintrittszahlen.
2 Die Eintritte in Liechtenstein werden in die Berechnung der Gutschriften einbezogen, wenn die Rechte für Liechtenstein nachweislich beim Schweizer Verleiher liegen und die Eintritte nachgewiesen sind.
3 Pro Film sind höchstens 200 000 Eintritte anrechenbar.
4 Je nach Herkunftsland des Films gelten folgende Ansätze:
1–25 000 Eintritte (150 % des Grundbetrags, in Franken)
5 Übersteigt der Gesamtbetrag aller Gutschriften eines Kalenderjahrs die zur Verfügung stehenden Mittel, so werden die Gutschriften proportional gekürzt.
6 Beträge unter 9000 Franken pro Verleihfirma werden nicht gutgeschrieben.
7 Pro Verleihfirma und Jahr werden nicht mehr als 350 000 Franken gutgeschrieben.
Art. 53 Reinvestitionsmöglichkeiten für Gutschriften
1 Gutschriften aus der erfolgsabhängigen Verleihförderung nach dieser Verordnung können reinvestiert werden in:
die Koproduktion von Filmen, die überwiegend von einer Produktionsfirma aus MEDIA-Ländern produziert werden;
Optionen auf Filmrechte oder den Ankauf von Filmrechten an ausländischen Filmen aus MEDIA-Ländern (Minimumgarantien);
die Promotionskosten von ausländischen Filmen aus MEDIA-Ländern.
2 Ausgeschlossen ist die Reinvestition in die Promotion von Filmen, deren Verleih vom BAK mit selektiver Verleihförderung nach dieser Verordnung oder nach Artikel 7 Absatz 2 Buchstabe e FiFV1 gefördert wird.
3 Anrechenbar für die Reinvestition sind:
Kosten, die den Betrag von 5000 Franken übersteigen und die nach Ablauf des für die Gutschriftenberechnung massgeblichen Kalenderjahrs bezahlt wurden; und
Verpflichtungen, die den Betrag von 5000 Franken übersteigen und die nach Ablauf des für die Gutschriftenberechnung massgeblichen Kalenderjahrs eingegangen wurden.
Art. 54 Zulässiger Anteil der Reinvestition an den anrechenbaren Kosten
Die Reinvestition der Gutschriften darf die folgenden Anteile an den anrechenbaren Kosten nicht überschreiten:
Art der Reinvestition
Zulässiger Anteil an den anrechenbaren Kosten nach Herkunftsland des Films
Andere MEDIA—Länder
Koproduktion von europäischen Filmen
Ankauf der Auswertungsrechte (Minimumgarantie) vor Abschluss der Dreharbeiten
Ankauf der Auswertungsrechte (Minimumgarantie) nach Abschluss der Dreharbeiten
Promotion europäischer Filme (Kosten für den Kinostart)
Art. 55 Auszahlungsmodalitäten
1 Trifft das Reinvestitionsgesuch nicht innert zwölf Monaten nach der Mitteilung über die Höhe der Gutschrift beim BAK ein, so verfällt die Gutschrift.
2 Eine erste Rate wird ausbezahlt, wenn die Durchführung gesichert und die Restfinanzierung nachgewiesen ist. Sie beträgt höchstens 60 Prozent des Reinvestitionsbetrags.
3 Die zweite Rate wird ausbezahlt, nachdem die Abrechnung vorgelegt wurde.
6. Abschnitt: Weiterbildungsprojekte mit europäischer beziehungsweise internationaler Ausrichtung
Art. 56 Anforderungen an die gesuchstellende Organisation
Ein Gesuch um Finanzhilfen für Weiterbildungsprojekte mit europäischer beziehungsweise internationaler Ausrichtung kann eine juristische Person mit Sitz in der Schweiz stellen:
die mehrheitlich im Besitz von Personen mit Wohnsitz in der Schweiz ist;
deren leitende Angestellte ihren Wohnsitz in der Schweiz haben; und
die im audiovisuellen Sektor tätig ist.
Art. 57 Förderbare Projekte
Finanzhilfen können gewährt werden für:
Weiterbildungsprojekte, die sich durch einen interdisziplinären Ansatz auszeichnen und dazu beitragen, dass die teilnehmenden Filmschaffenden bei ihrer Arbeit einen europäischen beziehungsweise internationalen Ansatz verfolgen;
Weiterbildungsprojekte in folgenden Bereichen:
Publikumsgewinnung, Drehbuchschreiben, Marketing, Verleih und Auswertung,
finanzielles und wirtschaftliches Management mit einem besonderen Schwerpunkt «Erleichterung des Zugangs zu Finanzierungen»,
Entwicklung von Werken und ihre Produktion,
Chancen und Herausforderungen durch den digitalen Wandel;
Weiterbildungsprojekte, die sich insbesondere an folgende Berufsgruppen richten:
Produzenten und Produzentinnen,
Regisseure und Regisseurinnen,
Autoren und Autorinnen,
Redakteure und Redakteurinnen,
Verleiher und Verleiherinnen,
Kinobetreiber und —betreiberinnen,
Weltvertriebe,
Personen, die neue digitale Inhalte anbieten,
Animationsfilmer und —filmerinnen,
Postproduktionsmitarbeiter und —mitarbeiterinnen,
Personen aus dem juristischen oder dem Finanzsektor, die im audiovisuellen Sektor tätig sind.
Art. 58 Besondere Anforderungen bei Kumulierung von Förderinstrumenten
Wird ein Projekt oder eine gesuchstellende Organisation vom BAK auch mit Finanzhilfen nach der FiFV1 gefördert, so ist zum Budget und zum Finanzierungsplan für das nach dieser Verordnung beantragte Projekt zusätzlich ein Gesamtbudget und ein Gesamtfinanzierungsplan einzureichen.
Art. 59 Anrechenbare Kosten
1 Anrechenbar sind folgende Kosten:
Personalkosten bis 25 Prozent der Gesamtkosten, wobei Personalkosten öffentlicher Einrichtungen nicht anrechenbar sind;
Kosten für die Auftragsvergabe an Dritte;
2 Für jedes Projekt, für das um Finanzhilfe ersucht wird, muss ein separates Budget eingereicht werden.
Art. 60 Förderungskriterien und ihre Gewichtung
Inhaltliche Relevanz in Bezug auf Trends und Bedürfnisse der Industrie, internationale Dimension, Innovation im Vergleich mit anderen europäischen Angeboten, Partnerschaften
Inhaltliche Qualität und Methodologie, insbesondere Format, Zielgruppe, Know-how, Effizienz des Angebots
Verbreitung der Resultate, Wirkung auf Teilnehmende, Projekte, Firmen und den audiovisuellen Sektor, Zugang für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu internationalen Netzwerken und zu Märkten, strukturierender Effekt, Nachhaltigkeit
Qualität des Teams bezüglich internationaler technischer und pädagogischer Expertise
3 Förderbar sind Projekte, die mindestens 50 Punkte erreichen.
Art. 61 Bemessung der Finanzhilfe
1 Die Finanzhilfe nach dieser Verordnung darf höchstens 60 Prozent der anrechenbaren Kosten betragen.
2 Insgesamt darf der Bundesanteil höchstens 80 Prozent der anrechenbaren Kosten betragen.
Art. 62 Auszahlungsmodalitäten
1 Die erste Rate wird ausbezahlt, wenn die Durchführung sichergestellt und die Restfinanzierung nachgewiesen ist. Sie beträgt höchstens 60 Prozent.
2 Die zweite Rate wird ausbezahlt, nachdem die Abrechnung und ein Abschlussbericht vorgelegt wurden.
7. Abschnitt: Marktzugang europäischer Filmschaffender und ihrer Werke
Art. 63 Anforderungen an die gesuchstellende Organisation
Ein Gesuch um Finanzhilfen zur Erleichterung des Marktzugangs kann eine im audiovisuellen Bereich aktive juristische Person mit Sitz in der Schweiz stellen:
die mehrheitlich im Besitz von Personen mit Wohnsitz in der Schweiz ist; und
deren leitende Angestellte ihren Wohnsitz in der Schweiz haben.
Art. 64 Förderbare Projekte und Massnahmen
1 Finanzhilfen können gewährt werden für Projekte, die bezwecken, dass:
berufliche Kontakte für europäische Filmschaffende ermöglicht oder verbessert werden; und
die weltweite Verbreitung europäischer Werke oder die Verbreitung internationaler Werke in der Schweiz gestärkt wird.
2 Finanzhilfen können gewährt werden für Massnahmen, die bewirken, dass:
der Marktzugang europäischer Filmschaffender und ihrer Werke innerhalb und ausserhalb der Landesgrenzen verbessert wird;
für Filmschaffende Online-Instrumente wie Datenbanken und Datennetzwerke zur Verfügung stehen; oder
gemeinsame Promotionsmittel zur Verfügung stehen, die die Information über audiovisuelle Werke und deren Verbreitung erleichtern.
3 Keine Finanzhilfen können gewährt werden für digitale Filmvertriebsplattformen.
Art. 65 Besondere Anforderungen bei einer Kumulierung von Förderungsinstrumenten
Art. 66 Anrechenbare Kosten
1 Anrechenbar sind folgende Kosten, sofern sie im Zeitraum von zehn Monaten vor bis zwei Monaten nach Projektabschluss anfallen:
höchstens 40 Prozent der Gesamtkosten für Personalkosten des Projekts;
Art. 67 Förderungskriterien und ihre Gewichtung
Inhaltliche Relevanz und internationale Dimension
Inhaltliche Qualität, Methodologie (Format, Zielgruppe, Auswahlmethode, Zusammenarbeit mit anderen Projekten, Effizienz, Machbarkeit)
Verbreitung der Resultate, Wirkung (auf Finanzierung, Verbreitung, Publikum der europäischen Werke), strukturierender Effekt, Nachhaltigkeit
Qualität und Kohärenz des Teams in Bezug auf die durchzuführende Aktivität
Art. 68 Bemessung der Finanzhilfe
Die Finanzhilfe darf höchstens 60 Prozent der anrechenbaren Kosten betragen.
Art. 69 Auszahlungsmodalitäten
2 Die zweite Rate wird ausbezahlt, nachdem die Projektabrechnung und ein Abschlussbericht vorgelegt wurden.
8. Abschnitt: Filmfestivals, die europäische Filme vorführen
Art. 70 Anforderungen an die gesuchstellende Organisation
Ein Gesuch um Finanzhilfen der Programmations- und Promotionsförderung kann eine juristische Person mit Sitz in der Schweiz stellen:
Art. 71 Förderbare Massnahmen und Projekte
Massnahmen vor, während und nach einem Festival, die dazu beitragen neue Publikumskreise, insbesondere ein junges Publikum zu gewinnen;
Initiativen, die der Medienerziehung dienen und in Kooperation mit Schulen organisiert werden;
Projekte, deren Schwerpunkt auf der Verbreitung audiovisueller Werke aus MEDIA-Ländern mit einer schwachen Filmproduktion liegt und die die geografische Vielfalt berücksichtigen;
Festivals, deren Programmation folgende Anforderungen erfüllt:
Mindestens 70 Prozent der am Festival im Programmkatalog genannten Filme oder mindestens 100 Langfilme beziehungsweise mindestens 400 Kurzfilme stammen aus MEDIA-Ländern oder der Schweiz.
Höchstens 50 Prozent der Filme nach Ziffer 1 wurden überwiegend von einer Produktionsfirma aus der Schweiz hergestellt.
Die im Programmkatalog genannten Filme stammen aus mindestens 14 MEDIA-Ländern und der Schweiz.
2 Keine Finanzhilfen können gewährt werden für Festivals, die:
auf ein bestimmtes Thema wie Medizin, Umwelt oder Wissenschaft fokussiert sind;
auf Werbefilme, Live-Aufnahmen, Videoclips, Computerspiele, Amateurfilme, Handyfilme oder künstlerische Werke ohne narrativen Charakter ausgerichtet sind.
Art. 72 Besondere Anforderungen bei einer Kumulation von Förderungsinstrumenten
Art. 73 Anrechenbare Kosten
1 Anrechenbar sind 70 Prozent der folgenden Projektkosten:
Kosten für die Filmvorführung (Transport, Untertitelung, Lizenzgebühren);
Tagespauschalen für Reise und Aufenthalt der den Film begleitenden Filmschaffenden;
Kosten für die Druckversionen von Katalog und Programm einschliesslich der Kosten für Redaktion und Übersetzung;
Mehrwertsteuer nach Vorsteuerabzug;
Promotionskosten;
Kosten für die Webseite.
2 Bei Initiativen für ein junges und neues Publikum sind zusätzlich anrechenbar die Kosten für:
Konzeption, Herstellung und Übersetzung von pädagogischem Material und Veranstaltungsmaterial;
Experten und Expertinnen sowie Betreuungspersonen.
3 Nicht anrechenbar sind:
Handlungsunkosten;
Kosten für Verbrauchsmaterial;
Kosten für Audit.
4 Für jedes Projekt, für das um Finanzhilfe ersucht wird, muss ein separates Budget eingereicht werden.
Art. 74 Förderungskriterien und ihre Gewichtung
Europäische Dimension der Programmation
Publikumszahlen, Wirkung auf die Verbreitung europäischer Filme
Art. 75 Bemessung der Finanzhilfe
1 Für die MEDIA-Ersatz-Massnahme «Förderung von Filmfestivals» gelten folgende Höchstbeiträge:
Festivals, die Langfilme zeigen
Anzahl europäische Filme
Höchstbeiträge in Franken
<40 Filme
40–60 Filme
61–80 Filme
81–100 Filme
101–120 Filme
121–200 Filme
>200 Filme
Festivals, die Kurzfilme zeigen
<150 Filme
150–250 Filme
>250 Filme
2 Für Festivals, die Lang- und Kurzfilme zeigen, werden jeweils vier Kurzfilme als ein Langfilm gerechnet.
Art. 76 Auszahlungsmodalitäten
Art. 771Übergangsbestimmung
Die Berechnung der Gutschriften der erfolgsabhängigen Verleihförderung (Art. 52 Abs. 4) für das Kalenderjahr 2018 erfolgt nach den Ansätzen des bisherigen Rechts.
1 Diese Verordnung tritt auf den 1. Juli 2016 in Kraft.
Förderungskonzept 2016–2020 für die Förderung der internationalen Präsenz des Schweizer Filmschaffens
1 Ziele und Indikatoren
1.1 Exportförderung
Mit der Exportförderung von Schweizer Filmen ins Ausland soll die internationale Marktpräsenz der Schweizer Filme insbesondere in denjenigen Ländern verstärkt werden, mit denen die Schweiz Koproduktionsabkommen abgeschlossen hat.
die Anzahl im Ausland geförderte Filme nach Genre und Land;
die Anzahl Kinoeintritte der geförderten Filme im Ausland;
die Anzahl geförderte Filmtitel pro Produktions- und Verleihunternehmen;
die Anzahl für die Auswertung ins Ausland verkauften Filmtitel und die Anzahl der davon geförderten Filmtitel;
die Anzahl für elektronische Abrufdienste verkaufte Rechte pro Filmtitel und Territorium.
1.2 Teilnahme an internationalen Festivals, Filmmärkten und Preisverleihungen
Schweizer Filme sollen Zugang zu internationalen Filmfestivals, Filmmärkten und ähnlichen Veranstaltungen finden.
die Anzahl Teilnahmen und Preise an internationalen Filmfestivals nach Sektionen, sprachregionaler Herkunft, Genre und Produktionsart der Filme;
die Anzahl Teilnahmen und Verkäufe für Kino-, Fernseh- und weitere Auswertung an internationalen Filmmärkten;
die Anzahl Schweizer Filme und anerkannte schweizerisch-ausländische Koproduktionen mit einem Weltvertrieb.
1.3 Weiterbildung von Schweizer Filmschaffenden im Ausland
Schweizer Filmschaffende sollen in gleichbleibender Zahl an europäischen Weiterbildungsprogrammen teilnehmen.
die Anzahl der Teilnehmenden nach Art der besuchten Veranstaltungen;
die Anzahl der besuchten Veranstaltungen;
die Höhe der Weiterbildungsbeiträge pro Jahr.
Die Evaluation der Massnahmen zur Förderung der internationalen Präsenz des schweizerischen Filmschaffens erfolgt jährlich durch Jahresberichterstattung der Stiftung «Swiss Films» an das BAK.
Das BAK führt eine globale Evaluation der Massnahmen nach dem Förderungskonzept 2016–2020 durch.
Die Auswirkungen der Massnahmen auf die übrigen Filmförderungsinstrumente des Bundes werden bei dieser Evaluation ebenfalls überprüft.
Förderungskonzept 2016–2020 für die MEDIA-Ersatz-Massnahmen
1.1 Allgemeine Ziele
Die MEDIA-Ersatz-Massnahmen sollen die Nachteile der Schweizer Nichtteilnahme am Filmförderungsprogramm der europäischen Union kompensieren und die internationale Präsenz des Schweizer Films sichern.
Die MEDIA-Ersatz-Massnahmen sollen Anreize setzen, um der Schweizer Filmbranche den Wiedereinstieg in die europäischen Filmförderungsprogramme zu erleichtern und die bestehenden Netzwerke zu pflegen.
1.2 Entwicklung von audiovisuellen Werken mit europäischem Potenzial
Schweizer Filmproduzenten sollen Filmprojekte gemeinsam mit europäischen Partnern entwickeln können.
die Anzahl beantragte und geförderte Projektentwicklungen nach Filmgenre;
die Anzahl und Herkunftsland der ausländischen Projektpartner;
die Anteil Koproduktionen unter den geförderten Projektentwicklungen;
die Anzahl der entwickelten oder hergestellten Projekte;
die sprachregionale Herkunft des Schweizer Filmproduzentinnen und Filmproduzenten.
1.3 Verleih von europäischen Filmen in der Schweiz
Die Angebotsvielfalt von europäischen Filmen in den Schweizer Kinos soll gestärkt werden. Den Schweizer Filmverleihunternehmen sollen dabei die gleichen Rahmenbedingungen angeboten werden wie im europäischen Markt.
die Anzahl der im Verleih geförderten Filme;
die Anzahl Kinoeintritte und Vorstellungen der geförderten Filme;
das Herkunftsland der geförderten Filme;
die Anteil der Förderung an den Kosten der Filmpromotion und an den Kosten für den Ankauf von Filmen.
1.4 Weiterbildungsprojekte mit europäischer beziehungsweise internationaler Ausrichtung
Europäische Weiterbildungsprogramme sollen aus der Schweiz heraus mitfinanziert werden können, um den internationalen Wissenstransfer zu stärken.
die Anzahl der international geförderten Weiterbildungsprogramme;
die Anzahl der teilnehmenden Berufsgruppen;
die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesen Programmen nach Herkunftsland;
die Anzahl und Beteiligungsgraddritter Partner an diesen Programmen.
1.5 Festivals, Märkte und Anlässe mit europäischer Ausrichtung
Schweizer Festivals sollen Märkte und vergleichbare Anlässe, die von Vertreterinnen und Vertretern der europäischen Filmindustrie besucht werden, anbieten sowie europäische Filme programmieren können.
die Anzahl der durchgeführten Märkte und vergleichbarer Anlässe;
die Anzahl ausländischer Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Herkunftsland und Berufsgruppen;
die Anzahl an Märkten angebotene Filme nach Herkunftsland;
die Anzahl Besucher von Filmprogrammen.
Die Evaluation der MEDIA-Ersatz-Massnahmen erfolgt jährlich durch die Jahresberichterstattung des Vereins «Creative Europe – MEDIA Desk Suisse» an das BAK.
AS 2016 1571
IPFiV
Verordnung des EDI vom 21. April 2016 über die Förderung der internationalen Präsenz des Schweizer Filmschaffens und die MEDIA-Ersatz-Massnahmen (IPFiV)
01.01.2014 - 01.07.2016

References: Art. 2

Art. 3

Art. 4

Art. 6

Art. 7

Art. 8

Art. 9

Art. 10

Art. 11

Art. 12

Art. 13

Art. 14

Art. 151

Art. 161

Art. 16

Art. 17

Art. 181

Art. 19

Art. 20

Art. 22

Art. 23

Art. 24

Art. 25

Art. 26

Art. 27

Art. 29

Art. 30

Art. 31

Art. 32

Art. 33

Art. 34

Art. 35

Art. 36

Art. 37

Art. 38

Art. 391

Art. 40

Art. 41

Art. 42

Art. 43

Art. 44

Art. 45

Art. 46

Art. 47

Art. 48

Art. 49

Art. 50

Art. 51

Art. 52

Art. 53

Art. 54

Art. 55

Art. 56

Art. 57

Art. 58

Art. 59

Art. 60

Art. 61

Art. 62

Art. 63

Art. 64

Art. 65

Art. 66

Art. 67

Art. 68

Art. 69

Art. 70

Art. 71

Art. 72

Art. 73

Art. 74

Art. 75

Art. 76

Art. 771