Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4196.htm
Timestamp: 2018-12-11 23:06:18+00:00

Document:
4.196 Markdorfer Eisweiher
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Natur‑ und Landschaftsschutzgebiet »Markdorfer Eisweiher« vom 11. Februar 1992 (GBl. v. 31.03.1992, S. 182).
Auf Grund von §§ 21, 22, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. November 1991 (GBl. S. 701), und der §§ 22 und 33 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979, S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dein Gebiet der Stadt Markdorf, Landkreis Bodenseekreis, werden zum Natur‑ und Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Schutzgebiet führt die Bezeichnung »Markdorfer Eisweiher«.
(1) Das 28,62 ha große Schutzgebiet besteht aus einem Naturschutzgebiet und einem dienenden Landschaftsschutzgebiet. Das Naturschutzgebiet ist 12,32 ha und das Landschaftsschutzgebiet ist 16,30 ha groß. Das Schutzgebiet umfaßt auf Gemarkung Markdorf folgende Grundstücke:
Flst. Nr. 2597 teilweise, 2600 teilweise, 2613 teilweise.
2. Landschaftsschutzgebiet
Flst. Nr. 2559, 2561/2, 2562, 2565, 2566, 2593, 2594, 2595, 2596, 2597 teilweise 2598, 2599, 2600 teilweise, 2613 teilweise.
(2) Die Grenzen des Natur‑ und Landschaftsschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 10. Juli 1991 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet. Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind rot und die des Landschaftsschutzgebietes grün angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Bodenseekreis in Friedrichshafen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung, im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist die Erhaltung und Entwicklung der Reste des Niedermoorkomplexes Markdorfer Weiher als Lebensraum seltener, zum Teil vom Aussterben bedrohter Tier‑ und Pflanzenarten sowie als Standort einer typischen, artenreichen Streuwiesenflora.
In der überwiegend landwirtschaftlich genutzten, strukturarmen Umgebung stellt der Markdorfer Weiher ein naturnahes Rückzugsgebiet für bedrohte Tierarten dar (vor allem Vögel, Amphibien und Insekten). Mit seinem reich strukturierten Mosaik verschiedener Feuchtgebietstypen ist er als Element im Biotopverbundsystem von besonderer Bedeutung. Daher gilt es vor allem. das Miteinander von Wasserflächen, Röhricht, Streuwiesen, anderen Wiesen und Gehölzbeständen zu erhalten und zu verbessern. Im Naturschutzgebiet hat die Biotopfunktion Vorrang. Abgesehen von der Streuwiesennutzung sollte keine landwirtschaftliche Nutzung stattfinden.
(2) Das Landschaftsschutzgebiet umfaßt die Randbereiche und dient der Vermeidung nachteiliger Einflüsse auf das Naturschutzgebiet durch störende oder den Naturhaushalt beeinträchtigende Veränderungen der Umgebung.
8. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut‑, Wohn‑ oder Zufluchtstitten dieser Tiere freizulegen, zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
10. zu zelten, zu grillen. zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;
11. das Schutzgebiet außerhalb der befestigten Wege und Wanderwege zu betreten oder zu befahren;
15. das Schutzgebiet zu beweiden;
18. Streuwiesen mehr als einmal im Jahr zu mähen. wobei der Schnitt nicht vor dem 1. Oktober erfolgen soll und das Mähgut entfernt und ordnungsgemäß verwertet werden muß;
19. auf Grünland weniger als einen Schnitt oder mehr als zwei Schnitte im Jahr vorzunehmen. wobei der erste Schnitt nicht vor dem 15. Juni erfolgen soll und das Mähgut jeweils entfernt und ordnungsgemäß verwertet werden muß;
20. Streu‑ und Feuchtwiesen sowie Schilfröhrichtbestände zu beseitigen oder zu zerstören.
2. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang außerhalb des in der Schutzgebietskarte (1:2500) als ökologische Vorrangfläche dargestellten Bereichs, ausgenommen § 4 Abs. 2 Nr. 3, 4, 5, 17 und 19;
§ 4 der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung) vom 27.Juli 1988 (BGBl. I S. 1196), geändert durch Verordnung vom 22. März 1991 (BGBl. 1 S. 796), bleibt unberührt;
3. für die bestimmungsgemäße Nutzung, Unterhaltung und Instandsetzung der öffentlichen Straßen und Wege, sonstiger Ver‑ und Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen mit der Maßgabe, daß keine chemischen oder biologischen Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen beeinflussen, angewendet werden dürfen;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen ‑ insbesondere Entwässerungseinrichtungen ‑ in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
4. das Landschaftsbild nachhaltig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt,
2. Errichtung von Einfriedungen, Geschirrhütten oder ähnlichen Kleinbauten;
6. Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen. Plätzen oder anderen Verkehrswegen;
8. Anlage von Flugplätzen einschließlich Modellflugplätzen;
9. Betrieb von Motorsport einschließlich Modellfahrzeugen;
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 6 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Nebenbestimmungen abwendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, so daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.
2. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
3. für die bestimmungsgemäße Nutzung, Unterhaltung, und Instandsetzung der öffentlichen Straßen und Wege, sonstiger Ver‑ und Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen mit der Maßgabe. daß keine chemischen oder biologischen Mittel zu Bekämpfung von Schadorganismen und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen beeinflussen, angewendet werden dürfen;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen ‑ insbesondere Entwässerungseinrichtungen ‑ in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
§ 9 (Befreiungen) * (eingefügt: LfU)
Befreiungen von den Vorschriften dieser Verordnung können nach § 63 NatSchG vom Regierungspräsidium erteilt werden.
(3) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer im Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig
Gemäß § 60 a NatSchG ist eine etwaige Verletzung der in § 59 NatSchG genannten Verfahrens‑ und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Erlaß dieser Verordnung gegenüber dem Regierungspräsidium Tübingen schriftlich geltend gemacht worden ist. der Sachverhalt, der die Verletzung begründen soll, ist darzulegen.
TÜBINGEN, den 11. Februar 1992

References: § 2
 § 4

§ 4
 § 6

§ 9
 § 63
 § 64
 § 60
 § 59