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Timestamp: 2016-10-25 10:35:38+00:00

Document:
8C_167/2015 (11.06.2015)
8C_167/2015 � � Urteil vom 11. Juni 2015
A.________, geboren 1977, war von 13. April bis 30. November 2012 bei der B.________ AG als Bauarbeiter und Maschinenf�hrer angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 4. Mai 2012 verletzte er sich bei der Arbeit am linken Oberschenkel. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Verf�gung vom 22. Oktober 2013, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 12. Februar 2014, stellte sie ihre Leistungen per 30. Oktober 2013 ein und verneinte einen Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Antrag, es sei ihm eine Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 100 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung bei einer Integrit�tseinbusse von mindestens 50 % zuzusprechen; eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Weiterbehandlung zur�ckzuweisen. Zudem ersucht er um einen zweiten Schriftenwechsel.
Von der Durchf�hrung des beantragten zweiten Schriftenwechsels ist abzusehen, da die SUVA mit Eingabe vom 13. April 2015 keine einl�ssliche Stellungnahme einreichte, sondern unter blossem Verweis auf den vorinstanzlichen Entscheid die Abweisung der Beschwerde beantragte, so dass weder prozessual zul�ssige, f�r den Verfahrensausgang wesentliche neue Aspekte, zu denen der Versicherte vor der Entscheidf�llung angeh�rt werden m�sste, vorliegen, noch ein zweiter Schriftenwechsel dazu dient, Antr�ge und R�gen vorzubringen, die bereits in der Beschwerde selbst h�tten gestellt oder vorgebracht werden k�nnen und m�ssen (Art. 102 BGG; vgl. Urteil 8C_117/2014 vom 3. Juli 2014 E. 2 mit Hinweis). Im �brigen w�re es dem Versicherten freigestellt gewesen, im Rahmen des rechtlichen Geh�rs auf die Eingabe der SUVA vom 13. April 2015 zu reagieren, worauf er jedoch verzichtete.
Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Leistungsvoraussetzungen des nat�rlichen (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) und des ad�quaten Kausalzusammenhangs (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181 mit Hinweis) zutreffend dargelegt. Dasselbe gilt f�r die Anforderungen an einen �rztlichen Bericht (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352) und die Einholung eines versicherungsexternen Gutachtens (Art. 44 ATSG; BGE 135 V 465 E. 4 S. 467). Darauf wird verwiesen.
Der Versicherte r�gt einerseits eine Verletzung des Prinzips der Waffengleichheit nach Art. 6 EMRK; andererseits macht er eine Verletzung von Art. 24 UVG geltend, da ihm keine Integrit�tsentsch�digung zugesprochen wurde. Schliesslich beanstandet er, die separate Betrachtung der physischen und psychischen Folgen stelle eine Verletzung von Art. 36 UVG dar.
Die Vorinstanz hat die massgeblichen medizinischen Berichte einl�sslich dargelegt. Darauf wird verwiesen.
6.1.�Der Versicherte st�tzt seine geltend gemachten Leistungsanspr�che (Rente sowie Integrit�tsentsch�digung) massgeblich auf den Bericht des Dr. med. C.________, Facharzt f�r Neurologie, vom 24. Januar 2014. Dieser schliesst darin auf schwere Unfallfolgen am Oberschenkel, welche einer partiellen Femoralisparese gleichk�men und zu einer Integrit�tsentsch�digung bei einer Integrit�tseinbusse von 20 % berechtigen w�rden. Dr. med. C.________ nimmt dabei weder Bezug auf einen anderen �rztlichen Bericht noch �ussert er sich zur Arbeitsf�higkeit in angestammter oder zumutbarer T�tigkeit. Die Behauptung des Versicherten, Dr. med. C.________ attestiere eine erhebliche Arbeitsunf�higkeit ist somit aktenwidrig. Die Einsch�tzung des Dr. med. C.________ steht im �brigen zu den anderen �rztlichen Beurteilungen derart in Widerspruch, dass sie nicht geeignet ist, auch nur geringe Zweifel an der Einsch�tzung der �brigen �rzte zu wecken. Namentlich ist seine Schlussfolgerung schwerer Unfallfolgen nicht mit der Tatsache vereinbar, dass der Versicherte im Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr. med. C.________ bereits wieder w�hrend neun Monaten seiner angestammten T�tigkeit im Strassenbau zu einem vollen Pensum nachging (vgl. dazu die Beurteilung durch den behandelnden Dr. med. D.________, Facharzt f�r Innere Medizin, vom 2. Mai 2013, welcher den Versicherten speziell bez�glich der Narbe behandelte und diesen mit Antritt der neuen Stelle als voll arbeitsf�hig erachtete, sowie die Angaben des Versicherten im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung bei Dr. med. E.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, Versicherungsmedizin, SUVA, am 8. Oktober 2013, wonach er Ende April 2013 eine Stelle bei der F.________ AG, seinem Arbeitgeber im Zeitpunkt des Unfalls von 2001, in der angestammten T�tigkeit angetreten habe; vgl. dazu auch den Arbeitsvertrag vom 3. Mai 2013). Bei Einstellung der Leistungen per Ende Oktober 2013 hatte der Versicherte bereits w�hrend einem halben Jahr wieder in der angestammten T�tigkeit im Strassenbau zu einem vollen Pensum gearbeitet. Unter Ber�cksichtigung dieser Tatsache ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz gest�tzt auf die �brigen �rztlichen Berichte, namentlich die Einsch�tzungen durch den Kreisarzt Dr. med. G.________, Facharzt f�r orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, sowie Dr. med. von H.________, Facharzt f�r Neurologie, Versicherungsmedizin, SUVA, im Zeitpunkt der Leistungseinstellung in somatischer Hinsicht von einer vollen Arbeitsf�higkeit in der angestammten T�tigkeit ausging.
6.2.�Der Versicherte war nach dem Unfall vom 4. Mai 2012 anf�nglich beim diplomierten Psychotherapeuten I.________ in Behandlung; dieser h�lt in seinem Bericht vom 4. Juni 2013 fest, er habe den Versicherten an das psychiatrische Ambulatorium J.________ zur Begutachtung bez�glich der Arbeitsf�higkeit �berwiesen, bei ihm sei der Versicherte jedoch nicht mehr erschienen. Anl�sslich der Untersuchung durch Dr. med. E.________ vom 8. Oktober 2013 berichtete der Versicherte, seit er Ende April 2013 die Stelle bei der F.________ AG in der angestammten T�tigkeit angetreten habe (vgl. dazu auch den Arbeitsvertrag vom 3. Mai 2013 sowie das Schreiben des Versicherten vom 17. Oktober 2013), seien die beiden Unfallerlebnisse (jenes vom 4. Mai 2012 sowie jenes von 2001, bei welchem er zwar nicht direkt beteiligt war, aber sein Onkel von der Maschine seines Vaters �berrollt und get�tet wurde, vgl. dazu den Polizeibericht vom 5. Juni 2001) abgeklungen. Hingegen beklagte sich der Versicherte �ber die entstellende Narbe, die fehlende �bernahme seiner Augenarztrechnungen, die fehlende Lohnentsch�digung f�r die Monate Oktober und November 2012 sowie �ber den Umstand, dass sich der Arbeitskollege, welcher den Unfall vom 4. Mai 2012 verursacht habe, nie nach seinem Befinden erkundigt habe. Das psychiatrische Ambulatorium J.________ habe ihn an jenes in K.________ verwiesen, welches er jedoch nicht aufgesucht habe, da er es vorgezogen habe, anstatt der Attestierung einer psychischen Arbeitsunf�higkeit nach Italien zu seinen Eltern zu fahren. Dr. med. E.________ kam zum Schluss, dass das psychische Beschwerdebild, welches zur Behandlung durch den Psychologen I.________ f�hrte, Doppelfolge der Unf�lle vom 4. Mai 2012 sowie vom 17. Mai 2001 sei; angesichts des positiven Verlaufs seit Arbeitsaufnahme im Fr�hling 2013 stehe einem Fallabschluss nichts entgegen, ein R�ckfall bei ung�nstigen Lebensumst�nden sei aber nicht ausgeschlossen. Bei den Akten finden sich keinerlei Hinweise, die im Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch auf massgebliche psychische Beschwerden schliessen liessen. Etwas anderes macht denn auch der Versicherte nicht geltend, beantragt er vor Bundesgericht doch lediglich eine Begutachtung durch eine Fachperson der Orthop�die resp. der Neurologie.
Beim Unfall vom 4. Mai 2012 hat sich der Versicherte unbestrittenermassen weder ein Schleudertrauma noch eine damit vergleichbare Verletzung zugezogen, so dass f�r die Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs von psychischen Beschwerden die Rechtsprechung von BGE 115 V 133 massgeblich ist. Bez�glich der Pr�fung der f�r den ad�quaten Kausalzusammenhang massgebenden Kriterien kann auf die vorinstanzlichen Ausf�hrungen verwiesen werden, zu welchen sich der Versicherte nicht �ussert. Demnach ist mit der Vorinstanz die Ad�quanz (allf�lliger) psychischer Beschwerden zu verneinen. Daran �ndert auch die Berufung auf Art. 36 UVG nichts: Bei Art. 36 UVG geht es - entgegen der Ansicht des Versicherten - nicht um die einheitliche Beurteilung von psychischen und physischen Beeintr�chtigungen, sondern um das Zusammentreffen von Schadensursachen, d.h. um die Beurteilung von (vorbestehenden) Leiden, welche durch ein Unfallgeschehen verst�rkt oder erst ausgel�st werden.
6.3.�Nachdem der Bericht des Dr. med. C.________ vorliegend nicht geeignet ist, die Einsch�tzungen der �brigen �rzte auch nur geringf�gig in Zweifel zu ziehen (vgl. BGE 135 V 465 unter Bezugnahme auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK), kann ihm auch bez�glich der Integrit�tseinbusse nicht gefolgt werden, so dass es bei der Verneinung des Anspruchs auf eine Integrit�tsentsch�digung mangels Erheblichkeit der Integrit�tsminderung sein Bewenden hat.

References: BGE 
 Art. 6
 Art. 24
 Art. 36
 BGE 
 Art. 36
 Art. 36
 BGE 
 Art. 6