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Timestamp: 2019-12-15 13:29:14+00:00

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BSG, 10.04.2008 - B 3 KR 20/07 R - dejure.org
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BSG, 10.04.2008 - B 3 KR 20/07 R (https://dejure.org/2008,3341)
BSG, Entscheidung vom 10.04.2008 - B 3 KR 20/07 R (https://dejure.org/2008,3341)
BSG, Entscheidung vom 10. April 2008 - B 3 KR 20/07 R (https://dejure.org/2008,3341)
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Krankenversicherung; Annahme einer Krankenhausbehandlung auf psychiatrischem Gebiet; Erforderlichkeit der Versorgung im Krankenhaus; Begriff der medizinischen Erfordernis; Überprüfung der Notwendigkeit durch das Gericht
Krankenversicherung - Annahme einer Krankenhausbehandlung auf psychiatrischem Gebiet - Erforderlichkeit der Versorgung im Krankenhaus - Begriff der medizinischen Erfordernis - Überprüfung der Notwendigkeit durch das Gericht
Voraussetzungen des Anspruches eines Krankenhauses auf Vergütung der für eine Behandlung eines Patienten wegen Schizophrenie schwerer Ausprägung angefallenen Kosten gegen die Krankenkasse; Begriff der Krankenhausbehandlung i.S.v. § 112 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V); ...
SG Münster, 25.03.2004 - S 11 KR 215/00
Ferner hat die Beklagte auf ein Urteil des BSG vom 10. April 2008 (B 3 KR 20/07 R) verwiesen.
Sie hat auf Rn. 34 der Entscheidung des BSG vom 10. April 2008 (a.a.O.) verwiesen.
Die rechtlichen Ausführungen der Beklagten unter Bezugnahme auf die Entscheidung des Großen Senats des BSG vom 25. September 2007 (…a.a.O.), des BSG vom 10. April 2008 (a.a.O.) und zuletzt auch vom 17. November 2015 (…a.a.O.) sind zwar zutreffend.
Soweit Zahlungsbegehren konkret beziffert werden können, was für abgeschlossene Zeiträume in aller Regel möglich ist, ist für die Tatsacheninstanzen eine Bezifferung der Forderung auch grundsätzlich erforderlich, um die Auseinandersetzung der Beteiligten über einen streitigen Zahlungsanspruch abschließend zu klären und einen denkbaren Folgeprozess über die Höhe des Anspruchs zu vermeiden (…BSGE 83, 254, 263 = SozR 3-2500 § 37 Nr. 1; BSG, Urteil vom 10.4. 2008 - B 3 KR 20/07 R -, RdNr 11, zur Veröffentlichung in SozR 4 vorgesehen).
Versicherten mit einem schweren psychiatrischen Leiden ist ein Anspruch auf stationäre Krankenhausbehandlung zuzubilligen, wenn nur auf diese Weise ein notwendiger komplexer Behandlungsansatz Erfolg versprechend verwirklicht werden kann, d.h. wenn es auf das Zusammenwirken eines multiprofessionellen Teams aus etwa Diplom-Psychologen, Sozialpädagogen, Ergo-, Bewegungs- und sonstigen Therapeuten sowie psychiatrischem Krankenpflegepersonal unter fachärztlicher Leitung ankommt (BSG, Urteil vom 10. April 2008 - B 3 KR 20/07 R -, SozR 4-2500 § 39 Nr. 15, SozR 4-2500 § 109 Nr. 12).
Im Vordergrund der Diskussion muss immer der Anspruch des Versicherten auf umfassende Krankenbehandlung stehen, wobei gerade auch den besonderen Bedürfnissen psychisch Kranker Rechnung zu tragen ist (§ 27 Abs. 1 Satz 3 SGB V; vgl. BSG, Urteil vom 10. April 2008, aaO).
Selbst in Fallgestaltungen, in denen eine medizinische Versorgung nach dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse (anders als im vorliegend zu beurteilenden Zusammenhang) in der Regel ambulant vorgenommen wird, kann gleichwohl auf Grund besonderer Gegebenheiten des Einzelfalles eine stationäre Krankenhausbehandlung erforderlich sein (BSG, Urteil vom 10. April 2008, aaO).
In diesem Rahmen muss der Krankenhausarzt eine (medizinische) Prognose abgeben und zukunftsorientiert beurteilen, ob die besonderen Mittel eines Krankenhauses erforderlich sind, um eine Krankheit zu erkennen, sie zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern (BSG, Urteil vom 10. April 2008, aaO).
Die Einhaltung einer Klagefrist war nicht geboten (…ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BSGE 90, 1 f. = SozR 3-2500 § 112 Nr. 3;… BSGE 100, 164 = SozR 4-2500 § 39 Nr. 12;… BSGE 102, 172 = SozR 4-2500 § 109 Nr. 13;… BSGE 104, 15 = SozR 4-2500 § 109 Nr. 17; BSG, Urteil vom 10.04.2008 - B 3 KR 20/07 R (juris Rn. 10)).
Bereits dieser Umstand führe dazu, dass eine Codierung nicht möglich sei, denn Lücken in der Dokumentation gingen zulasten des Krankenhauses (Hinweis auf BSG, Urteil vom 10.04.2008 - B 3 KR 20/07 R).
Einen solchen Rechtssatz vermag der Senat insbesondere der von der Klägerin zitierten Entscheidung des BSG vom 10.04.2008 - B 3 KR 20/07 R - nicht zu entnehmen.
Vielmehr können nach der Rechtsprechung des BSG im Grundsatz medizinische Feststellungen im Zusammenhang mit stationären Krankenhausbehandlungen auch auf Zeugenaussagen der behandelnden Krankenhausmitarbeiter gestützt werden (vgl. BSG, Urteile vom 16.12.2008 - B 1 KN 3/08 KR R - und vom 10.04.2008 - B 3 KR 14/07 R, B 3 KR 20/07 R, B 3 KR 19/05 R, alle unter juris).
Die Einhaltung einer Klagefrist war nicht geboten (ständige Rechtsprechung des BSG Urteil vom 10. April 2008 - B 3 KR 20/07 R; Urteil vom 8. November 2011 - B 1 KR 8/11 R, jeweils zitiert nach juris).
Anhand der als Anlage zum Schriftsatz vom 23. Januar 2009 übermittelten Aufstellung sei die Forderung ohne weiteres bezifferbar gewesen, was (grundsätzlich) erforderlich sei (BSG, Urteil vom 10. April 2008 - B 3 KR 20/07 R - SozR 4-2500 § 39 Nr. 15).
Insbesondere ist die Klage als (echte) Leistungsklage nach § 54 Abs. 5 SGG zulässig, denn es geht auch bei einer auf Rückzahlung von Behandlungskosten gerichteten Klage einer Krankenkasse gegen ein Krankenhaus um einen Parteienstreit im Gleichordnungsverhältnis, in dem eine Regelung durch Verwaltungsakt nicht in Betracht kommt (Bundessozialgericht - BSG -, Urteil vom 10.04.2008 - B 3 KR 20/07 R - m.w.N.).
Nach den von der Klägerin selbst erwähnten Entscheidungen des BSG vom 10.4.2008 (…BSGE 100, 164 [BSG 10.04.2008 - B 3 KR 19/05 R] = SozR 4-2500 § 39 Nr. 12, RdNr 18; BSG SozR 4-2500 § 39 Nr. 15 RdNr 18;… BSG SozR 4-2500 § 39 Nr. 14 RdNr 17) umfasst die Krankenhausbehandlung auch die "reine Grundpflege".

References: § 112
 § 37
 § 39
 § 109
 § 112
 § 39
 § 109
 § 109
 § 39
 § 54
 § 39
 § 39
 § 39