Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4204.htm
Timestamp: 2018-12-15 21:21:52+00:00

Document:
4.204 Umenlauh
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Umenlauh« vom 10.Juni 1992 (GBl. v. 04.09.1992, S. 617).
Auf Grund von §§ 21, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie des Rates vom 27. Juni 1985 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten (85/337JEWG) vom 12.Dezember 1991 (GBl. S. 848), und der §§ 22 und 33 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Allmendingen und der Großen Kreisstadt Ehingen, Alb-Donau-Kreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Umenlauh«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 36,29 ha. Es umfaßt im wesentlichen folgende Grundstücke:
· a) auf Gemarkung Allmendingen die Flurstücke Nrn. 597, 609 und 1801/3,
· b) auf Gemarkung Ehingen die Flurstücke Nrn. 4499, 4498, 4497, 4496, 4495, 4494/2, 4494/1, 4493, 4492/2, 4492/1, 4491/3, 4491/2, 4491/1, 4488, 4487, 4486/1, 4484/1, 4483, 4482, 4481, 4480, 4479, 4478, 4477/1 und 4476/1,
sowie die im Schutzgebiet verlaufenden Wege und Gewässer, soweit sie nicht bereits aufgeführt sind.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen, Stand 2. April 1991, im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung des Naturschutzgebietes und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm und beim Bürgermeisteramt der Großen Kreisstadt Ehingen in Ehingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck stellt die Erhaltung der letzten Reste intakter Biozönosen des ehemals ausgedehnten Allmendinger Riedes als Lebensraum für zahlreiche seltene, gefährdete und geschützte Tiere und Pflanzen dar. Von besonderer Bedeutung sind dabei die im Schutzgebiet vorkommenden Schilfflächen, Erlenbrüche und nassen Gräben als Reservate für die Teich-, Übergangs- und Niedermoorgesellschaften.
Der bestehende Wald soll in einen standortgerechten Erlen-Birkenwald umgewandelt werden. Störungen von Fauna und Flora durch Erholungsuchende sollen vermieden werden.
16. mit Luftfahrzeugen aller Art einschließlich Modellflugzeugen zu starten oder zu landen.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß keine Einrichtungen zur Wildfütterung errichtet und keine Wildäcker angelegt werden dürfen; Wildkirrungen sollten nur auf den trockeneren Bereichen stattfinden. Die Waldfläche soll möglichst wildfrei gehalten werden; hierzu ist erforderlichenfalls eine intensive Bejagung des Wildes zulässig;
2. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß auf Dauer ein standortgerechter Erlen-Birkenwald anzustreben ist;
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß das Offenhalten der Gräben für jeden Graben nur abschnittsweise und jeweils frühestens in dreijährigem Abstand erlaubt ist. § 4 Abs. 2 Nr. 4 dieser Verordnung und § 4 der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung) vom 27. Juli 1988 (BGBl. 1 S. 1196), geändert durch Verordnung vom 22. März 1991 (BGBl. 1 S. 796) bleiben unberührt;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Gewässer sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen (zum Beispiel Wasserversorgungsanlagen, Fernmeldeeinrichtungen usw.) in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
5. für Renaturierungsmaßnahmen an der Schmiech nach Abstimmung mit der höheren Naturschutzbehörde;
6. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt - veranlaßt werden;
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 2- 7 verbotenen Handlungen vornimmt.
TÜBINGEN, den 10. Juni 1992

References: § 2
 § 4
 § 4
 § 64
 § 4
 § 5