Source: http://blogfsv.blogspot.com/2015/04/
Timestamp: 2017-04-24 03:22:29+00:00

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Der amerikanische Linguist Noam Chomsky, bekannt für die Entwicklung der "Generativen Grammatik" hat sich kürzlich zum Grundeinkommen geäußert im Rahmen eines längeren Gesprächs über verschiedene Themen. Dass er dabei eine historische Verkürzung der Idee und eine Vermischung von Bedingungslosem Grundeinkommen und Negativer Einkommensteuer vornimmt, sei hier nur angemerkt. Siehe hier. Labels: Basic Income Guarantee, Noam Chomsky
¶ Dienstag, April 28, 2015
...so lautete der Titel eines Vortrags von Sascha Liebermann im Rahmen des Bildungsforums an der Universität Koblenz am 20. Mai 2014. Der Audio-Mitschnitt ist nun online verfügbar, die Tonqualität ist leider nicht so gut.Labels: Bildungsforum Universität Koblenz
¶ Sonntag, April 26, 2015
"Greffrath: Das ist der lange Atem der Historikerin. So, jetzt lassen Sie uns mal eine positive Variante erwägen, einen demokratischen Übergang in eine globale soziale, ökosoziale Marktwirtschaft, die auch noch irgendwie eine andere Art von Wachstum, inneres Wachstum, sagen wir mal, mehr Kultur und so weiter, immaterieller Wohlstand, Arbeitszeitverkürzung, die große Utopie von vielen, vielen, vielen durch die Jahrhunderte, von den Gewerkschaften aus Schwäche aufgegeben, mit Grundsicherung - damit könnte man ja politisch heute anfangen. Herrmann: Ja, aber das würde das Wachstum ja gar nicht bremsen. Nur mal zwei konkrete Beispiele, die Sie anführen: Arbeitszeitverkürzung. Wir hatten schon eine extreme Arbeitszeitverkürzung. Die Leute zu Bismarcks Zeiten, die haben 70 Stunden in der Woche gearbeitet, wir arbeiten nur noch 40. Wir haben alle sechs Wochen Urlaub, wir fangen überhaupt erst mit 30 an zu arbeiten, weil wir bis dahin eine Ausbildung machen. Viele haben dann, wenn sie Kinder kriegen, noch mal frei. Und wir gehen relativ früh in Rente, nämlich mit 60. Das heißt, da - Greffrath: Kann man doch unendlich weitermachen, den Prozess. So, wie Keynes gesagt hat, 15 Stunden die Woche, ...
"Greffrath: Man könnte die Beschleunigung des Wachstums bremsen dadurch. Herrmann: Nein! Weil die kapitalistische Mechanik ist dann, wenn etwas knapp wird, wird investiert, um das knappe Gut, in diesem Fall Arbeit, erst recht zu ersetzen. Das Gleiche ist jetzt mit dem Grundeinkommen. Nicht, dass Sie mich missverstehen. Ich bin für ein Grundeinkommen. Nur, der Witz am Grundeinkommen wäre - also anders, als viele der Befürworter das sehen -, es würde auch wieder das Wachstum beschleunigen. Denn Grundeinkommen hätte ja den Effekt, dass die Löhne steigen. Denn wenn die Leute sagen können, ach, ich arbeite gar nicht, denn ich habe ja ein Grundeinkommen, müsste man ihnen ja mehr bieten, damit sie arbeiten. Wenn die Löhne erst mal steigen, haben die Leute mehr Geld, um zu konsumieren. Prompt geht schon wieder das Wachstum los."
"Greffrath: Es sei denn, man fährt sozusagen alle Regler gleichzeitig runter. Man arbeitet weniger, man konsumiert weniger, es wird weniger produziert, jedenfalls in Europa. Woanders kann es ja noch weiter wachsen, sodass die Durchschnittswachstumsrate auf jeden Fall ein bisschen sinkt. Bei uns geht sie gegen Null, oder wir schrumpfen sogar ein bisschen. Die anderen holen nach. Damit hätten wir ja vielleicht noch ein, zwei Jahrhunderte gewonnen. Herrmann: Ja, theoretisch wäre das möglich, vielleicht, aber das Problem ist, dass man dann ja hat, wenn man jetzt das Wachstum in Europa vorsätzlich abwürgt, hätte man hier sofort eine Krise. Und zwar eine schwere, chaotische Schrumpfungskrise wie jetzt in Griechenland. Also, die Leute stellen sich das immer so vor, dass man irgendwie ein Volkseinkommen hat, das man verteilen kann, so, als sei das stabil. Aber das ist ein Prozess, und wenn man diesen Prozess stört, dann ist auch nichts mehr da, was man verteilen kann, sondern man hat die Krise
Sascha LiebermannLabels: Arbeitszeitverkürzung, Kapitalismus, Mathias Greffrath, Ulrike Herrmann, Wachstum
¶ Donnerstag, April 23, 2015
Sascha LiebermannLabels: Norbert Häring
¶ Mittwoch, April 22, 2015
Wie fährt er fort? "Gleichzeitig postuliert sie eine unbedingte Verpflichtung der Gemeinschaft, für alle Individuen großzügig zu sorgen. Da jedoch die Gemeinschaft wiederum aus Individuen besteht, beinhaltet das die Verpflichtung all derer, die mehr als das Grundeinkommen haben, einen Teil, wahrscheinlich einen beträchtlichen Teil, ihres Einkommens an andere Individuen abzugeben. Weil das jedoch eine Einschränkung der individuellen Freiheit ist, beißen sich an dieser Stelle extremer Individualismus und extremes Sozialstaatsdenken. Der Gegenentwurf sind die vielen Formen des unterschiedlich stark ausgeprägten Einer für alle – alle für Einen, die wir in realen Gesellschaften beobachten und die als Einzige funktionieren."
Das kommt einem doch bekannt vor und entspricht einer Haltung, die sich quer durch alle bekannten politischen Lager und zahlreiche intellektuelle Positionen findet. Es kann als Kostgänger-Argument bezeichnet werden. Für ungerecht hält Häring das BGE, weil diejenigen, die mehr als es beziehen, von ihrem Teil an die anderen, die nur BGE beziehen, abgeben müssen. Diese Betrachtung ist schon schief, denn nicht geben die einen an die anderen ab, sondern an das Gemeinwesen, das wiederum eine Aufgabe wahrnimmt, für die seine Bürger sich entschieden haben. Häring lässt in seiner Argumentation eine Prämisse mitlaufen, die nicht weiter ausgeführt wird: dass nämlich Leistung nur darin besteht, Wertschöpfung zu erzeugen, die dann in Gestalt von Geld als Einkommen verteilt werden kann. Dass Erwerbstätige wiederum von Leistungen anderer abhängen, die in nicht erwerbsförmigem Engagement erbracht werden, wird schlicht übergangen (Familie, Ehrenamt, Loyalität der Bürger). Einer für alle - alle für Einen, das ist für ihn die Logik der "Arbeitsgesellschaft", nicht jedoch der Gemeinschaft von Staatsbürgern, wie sie in unserer politischen Ordnung zum Ausdruck kommt. Wie fährt er fort?
Nun, das tut das BGE ja gerade, sofern der Blick von der "Arbeitsgesellschaft" auf das politische Gemeinwesen gerichtet wird, in dem sich jeder fragen muss, was er geben kann - auf einer Basis, die keinen Weg bevorzugt im Unterschied zu heute. "Zur Begründung, stellen Sie sich vor, eine Bootsbesatzung mit Passagieren strandet auf einer einsamen Insel. Material und Werkzeug sind auskömmlich vorhanden, Nahrungsmittel ebenfalls, aber es gibt durchaus Gefahren und Schwierigkeiten zu überwinden. Es ist leicht zu sehen, dass ein radikales Jeder-für-sich kein gutes Arrangement wäre, um aus dieser Situation das Beste zu machen."
Woher rührt der Unwille, die zwei Seiten des BGEs ins Auge zu fassen? Ein BGE vereint Individualförderung und Solidargemeinschaft, weil es ja gerade dem Individuum deutlich macht, dass es ohne die Gemeinschaft nicht bestehen kann. Dass also kollektive Herausforderungen gemeinsam nur bewältigt werden können, daran ändert ein BGE gar nichts, es macht sie umso deutlicher. Bei allen libertären Denktraditionen, die es gibt, ist es schlicht eine Diskussionsverweigerung, wenn Häring das BGE auf sie reduziert. Angesichts der zahlreichen, leicht auffindbaren Veröffentlichungen zur Sache muss man sich über diese Einseitigkeit wundern. "Aber auch das Pendant zum bedingungslosen Grundeinkommen wäre sicherlich das Letzte, worauf sich die Schiffbrüchigen ausdrücklich oder implizit einigen würden. Sie kennen sich kaum. Selbst wenn sie davon ausgehen, dass die meisten kooperativ und gutwillig sind. Warum sollen sie den Egomanen oder sonstigen Soziopathen, die in unbekannter Anzahl unter ihnen sind, das Signal geben: „Egal was ihr tut: alle anderen geben euch genug von dem ab, was sie haben, dass ihr davon gut leben könnt.“
Wer sagt, dass "die Probleme" damit erledigt seien? Etliche allerdings würden in anderem Licht erscheinen. "Deswegen wird es immer noch ungerecht sein, dass die Frauen, die Kinder in Kindergärten betreuen oder Alte und Kranke pflegen, nur einen Bruchteil dessen verdienen, was die Männer mit nach Hause nehmen, die Finanzgeschäfte von fragwürdigem gesellschaftlichen Wert einfädeln. Wenn man will, dass die Gesellschaft bestimmte Tätigkeiten und Leistungen besser honoriert, muss man dafür eintreten, dass die Gesellschaft diese Leistungen und Tätigkeiten besser honoriert. Daran führt kein bedingungsloses Grundeinkommen vorbei."
Was soll man dazu sagen? Das eine hat mit dem anderen nur mittelbar zu tun. Das BGE öffnet gerade den Blick auf die Tätigkeiten, von denen wir genauso leben, die wir aber in keiner Weise honorieren, gleichwohl jedoch in Anspruch nehmen. Dass mit einem BGE dann mittelbar die Verhandlungsbedingungen andere sind, um den von Häring aufgezeigten Missstand zu verändern, stimmt - das sieht er jedoch gar nicht. Sascha LiebermannLabels: Demokratie, Ehrenamt, Familie, individualistisch, Individuum, Kostgänger, libertär, Norbert Häring
¶ Montag, April 20, 2015
Das erste Interview mit Daniel Häni ist vor kurzem veröffentlicht worden.Labels: Daniel Häni, Netzwerk Grundeinkommen
¶ Sonntag, April 19, 2015
Die Erich-Fromm-Gesellschaft hat am 23. März Götz W. Werner im Neuen Schloß zu Stuttgart den Erich-Fromm-Preis verliehen. Auf der Website zur Preisverleihung sind die Reden zur Eröffnung von Rainer Funk, die Laudatio auf den Preisträger von Stephan Jansen sowie die Rede des Preisträgers sowohl als PDF- wie als Videoformat bereitgestellt worden.Labels: Erich-Fromm-Preis, Götz W. Werner
¶ Mittwoch, April 15, 2015
Sascha LiebermannLabels: Arbeitslosenhilfe, Frankfurter Rundschau, Langzeitarbeitslose, Menschenwürde, Verachtung
¶ Donnerstag, April 09, 2015
¶ Sonntag, April 05, 2015
...eine Serie im April über Arbeit in der Frankfurter Rundschau. Die ersten Beiträge sind schon erschienen. Das wäre Gelegenheit, über die Diskussion zum Bedingunglosen Grundeinkommen zu berichten und entsprechende Beiträge zu veröffentlichen. Die FR hat immer wieder einmal darüber berichtet. Siehe frühere Kommentare von uns dazu.Labels: Arbeit, Frankfurter Rundschau, Religion
¶ Mittwoch, April 01, 2015

References: BGE 
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