Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=30.03.2000&Aktenzeichen=IX%20ZR%2053/99
Timestamp: 2019-05-20 07:53:30+00:00

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BGH, 30.03.2000 - IX ZR 53/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,518
BGH, 30.03.2000 - IX ZR 53/99 (https://dejure.org/2000,518)
BGH, Entscheidung vom 30.03.2000 - IX ZR 53/99 (https://dejure.org/2000,518)
BGH, Entscheidung vom 30. März 2000 - IX ZR 53/99 (https://dejure.org/2000,518)
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BGB § 675; ZPO § 287
Steuerberater - Pflichtverletzung - Umsatzsteuerfreier Verkauf eines Grundstücks - Vorsteuerabzug
Beweiserleichterung für Schadensersatzanspruch des Mandanten gegen Steuerberater; umsatzsteuerfreier Grundstücksverkauf
Zur haftungsausfüllenden Kausalität, wenn ein Steuerberater seine Pflicht verletzt, den Mandanten auf die Folgen hinzuweisen, die sich aus dem umsatzsteuerfreien Verkauf eines Grundstücks für den Vorsteuerabzug ergeben
Auch der IX. Zivilsenat des BGH entschied mit Urteil vom 30.3.2000 - IX ZR 53/99 - zu § 287 ZPO.
Steuerberatung; Nachweis der Ursächlichkeit einer Pflichtverletzung
Haftungsausfüllende Kausalität bei der Steuerberaterhaftung; Beweiswürdigung; Umsatzsteuer
NJW 2000, 2814
MDR 2000, 913
VersR 2002, 108
WM 2000, 1351
BB 2000, 1005
aa) Die Ursächlichkeit einer von dem steuerlichen Berater begangenen Pflichtverletzung für einen dadurch angeblich entstandenen Schaden gehört zur haftungsausfüllenden Kausalität, für deren Nachweis die in § 287 ZPO vorgesehenen Beweiserleichterungen gelten (BGH, Urt. v. 30. März 2000 - IX ZR 59/99, WM 2000, 1351, 1352).
Denn ein Titel auf Freistellung von unbezifferten Schadensersatzansprüchen ist nicht vollstreckungsfähig (BGH, Urteil vom 30. März 2000 - IX ZR 53/99, NJW 2000, 2814).
Ihn trifft in einem solchen Fall die volle Beweislast, weil der Anscheinsbeweis bei der Möglichkeit alternativer Verhaltensweisen nicht durchgreift (BGHZ 123, 311, 319; BGH, Urt. v. 30. März 2000 - IX ZR 53/99, WM 2000, 1351 f;… Urt. v. 21. Juli 2005 aaO S. 2111).
Die Ursächlichkeit einer von dem anwaltlichen Berater begangenen Pflichtverletzung für einen dadurch angeblich entstandenen Schaden gehört zur haftungsausfüllenden Kausalität, für deren Nachweis die in § 287 ZPO vorgesehenen Beweiserleichterungen gelten (BGH, Urt. v. 30. März 2000 - IX ZR 59/99, WM 2000, 1351, 1352; v. 23. Oktober 2003 - IX ZR 249/02, NJW 2004, 444 f).
Dies ist anzunehmen, wenn bei zutreffender rechtlicher Beratung vom Standpunkt eines vernünftigen Betrachters aus allein eine Entscheidung nahegelegen hätte (BGH, Urteil vom 30. September 1993 - IX ZR 73/93, BGHZ 123, 311, 314.ff; vom 30. März 2000 - IX ZR 53/99, NJW 2000, 2814, 2815;… vom 20. März 2008 - IX ZR 104/05, NJW 2008, 2647 Rn. 12;… Beschluss vom 15. Mai 2014 - IX ZR 267/12, NJW 2014, 2795 Rn. 2).
Dies ist anzunehmen, wenn bei zutreffender rechtlicher Beratung vom Standpunkt eines vernünftigen Betrachters aus allein eine Entscheidung nahe gelegen hätte (BGH…, Urteil vom 30. September 1993, aaO S. 314 ff; vom 30. März 2000 - IX ZR 53/99, WM 2000, 1351, 1352;… vom 20. März 2008 - IX ZR 104/05, WM 2008, 1042 Rn. 12;… vom 5. Februar 2009 - IX ZR 6/06, WM 2009, 715 Rn. 8 ff; st.Rspr.).
OLG Oldenburg, 12.06.2009 - 6 U 58/09
Haftung des Notars: Schadensersatzpflicht bei fehlender Aufklärung über die …
Dass sich die Klägerin bei pflichtgemäßer notarieller Beratung vor der Beurkundung des Vertrages an einen Steuerberater gewandt hätte, kann auf Grund der für ein beratungsgemäßes Verhalten sprechenden Vermutung (vgl. BGH NJW 2000, 2814. NJW-RR 1999, 641) festgestellt werden.
Dementsprechend weist auch der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung beispielsweise bei Schadensersatzansprüchen aus Vertragsverletzung den Ursachenzusammenhang zwischen der Pflichtverletzung und dem Eintritt eines daraus erwachsenden allgemeinen Vermögensschadens der haftungs ausfüllenden Kausalität mit der Folge zu, dass die in § 287 ZPO vorgesehene Beweismaßerleichterung eingreift (vgl. BGH, Urteile v. 3.12.1999 -IX ZR 332/98, NJW 2000, 509 zu I.1. [Beratungspflichtverletzung durch Rechtsanwalt], v. 30.3.2000 -IX ZR 53/99, MDR 2000, 913, Rz. 9 bei juris und v. 6.6.2013 -IX ZR 204/12, NJW 2013, 2345 [2346], Rzn. 17 und 25 [jew. Hinweispflichtverletzung durch Steuerberater]).
Dass sich die Klägerin bei pflichtgemäßer notarieller Beratung dann vor der Beurkundung des Vertrages an ihren steuerlichen Berater gewandt hätte, kann wiederum aufgrund der für ein beratungsgemäßes Verhalten sprechenden Vermutung (vgl. BGH in NJW 2000, 2814 [2815]; NJW-RR 1999, 641 [642]; NJW 1998, 749 [750]; NJW 1994, 3295 [3298]; NJW 1993, 3259; NJW 1992, 1159 [1160, 1161];… siehe auch Fischer in "Handbuch der Anwaltshaftung" Rdn. 1053 ff.) festgestellt werden.
Da die Beantwortung solcher hypothetischen Fragen unter dem Eindruck zwischenzeitlicher Erfahrungen und Ereignisse Zeugen häufig überfordert, ist in der höchstrichterlichen Rechtsprechung anerkannt, dass die Angaben eines Zeugen in diesen Fällen nicht die einzige Entscheidungsgrundlage darstellen, sondern diese im Rahmen einer Gesamtwürdigung auch daran zu messen sind, was damals aus objektiver Sicht die vernünftigste Entscheidung gewesen wäre (vgl. BGH in NJW 2000, 2814 [2815]).
BGH, 19.03.2002 - XI ZR 183/01
OLG Hamburg, 04.07.2007 - 8 U 114/06
Haftung eines Steuerberaters wegen Beratungsfehlern im Hinblick auf die …
OLG Köln, 24.02.2016 - 16 U 50/15
Ansprüche des Bauherrn einer Wohnungseigentumsanlage gegen den Statiker wegen …
KG, 22.09.2010 - 14 W 63/10
Kosten der Zwangsvollstreckung: Vollstreckung einer Verurteilung zur Freistellung …
OLG Karlsruhe, 18.03.2010 - 12 U 218/09
Beratungs- und Hinweispflichten des Rechtsanwalts hinsichtlich …
LAG Nürnberg, 26.06.2007 - 2 Sa 163/07
Berufungsfrist - Empfangsbekenntnis - Verzögerung

References: § 675
 § 287
 BGH 
 § 287
 § 287
 § 287
 BGH 
 § 287
 BGH 
 BGH