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Timestamp: 2019-07-21 15:46:19+00:00

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Stel­lung­nah­me der GDD zum TMG: Tracking nach der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung in Gren­zen erlaubt | BUSCON Business- & IT-Consulting
Stel­lung­nah­me der GDD zum TMG: Tracking nach der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung in Gren­zen erlaubt
Zuläs­sig­keit des Tracking nach der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung – die GDD bezieht Stel­lung zur Posi­ti­on der Daten­schutz­kon­fe­renz
Am 26. April 2018 hat die Kon­fe­renz der unab­hän­gi­gen Daten­schutz­be­hör­den des Bun­des und der Län­der (DSK) ihre Posi­ti­on zur Anwend­bar­keit des Tele­me­di­en­ge­set­zes (TMG) als natio­na­les Gesetz neben der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DS-GVO) ver­öf­fent­licht. Nach Auf­fas­sung der DSK stellt der 4. Abschnitt des TMG kei­ne Umset­zung der ePri­va­cy-Richt­li­nie dar und genießt des­we­gen kei­nen Anwen­dungs­vor­rang als spe­zi­al­ge­setz­li­che Rege­lung für die Ver­ar­bei­tung in Ver­bin­dung mit der Bereit­stel­lung öffent­lich zugäng­li­cher elek­tro­ni­scher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­dien­ste auf Grund­la­ge des Art. 95 DS-GVO. Die GDD stimmt mit der DSK über­ein, dass für die Beur­tei­lung der Recht­mä­ßig­keit der Reich­wei­ten­mes­sung und des Ein­sat­zes von Tracking-Mecha­nis­men ab dem 25.05.2018 aus­schließ­lich die DS-GVO ein­schlä­gig ist. Folg­lich kom­men als Rechts­grund­la­ge für die Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten durch Dien­ste­an­bie­ter von Tele­me­di­en Art. 6 Abs. 1, ins­be­son­de­re lit. a, b und f DS-GVO in Betracht.
Tech­nisch not­wen­di­ge Ver­ar­bei­tun­gen für die Bereit­stel­lung eines Dien­stes sind unstrit­tig nach Art. 6 Abs. 1 lit. b oder f DS-GVO zuläs­sig. Diver­genz besteht hin­ge­gen hin­sicht­lich der Rechts­grund­la­ge beim Ein­satz von Tracking-Mecha­nis­men, die das Ver­hal­ten von betrof­fe­nen Per­so­nen im Inter­net nach­voll­zieh­bar machen und bei der Erstel­lung von Nut­zer­pro­fi­len. Der Auf­fas­sung der DSK nach ist das Tracking von Nut­zern wie z.B. durch Ana­ly­se­tools wie Goog­le Ana­ly­tics oder durch Wer­be­tracker nur noch durch eine expli­zi­te Ein­wil­li­gung des Nut­zers legi­ti­miert, auch wenn es ledig­lich in pseud­ony­mi­sier­ter Form erfolgt. Wer­bung stellt jedoch nach der DS-GVO grund­sätz­lich ein berech­tig­tes Inter­es­se im Rah­men der Inter­es­sen­ab­wä­gung nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DS-GVO dar, das dem Rege­lungs­ver­ständ­nis der DS-GVO nach jeden­falls grund­sätz­lich nicht von einer Ein­wil­li­gung abhän­gig ist. Wenn nach ErwG. 47 DS-GVO die Direkt­wer­bung ein berech­tig­tes Inter­es­se des wer­ben­den Unter­neh­mens sein kann, muss in der Kon­se­quenz auch das Tracking von Nut­zer­ver­hal­ten als weni­ger stark in das Per­sön­lich­keits­recht ein­grei­fen­de Maß­nah­me grund­sätz­lich zuläs­sig sein. Danach dürf­ten Coo­kies im Rah­men der Wer­bung, die kei­ne sen­si­blen Daten betref­fen und nicht auf Per­so­nen­be­zug schlie­ßen las­sen (wie sie der­zeit nach § 15 Abs. 3 TMG gestat­tet sind), ein berech­tig­tes Inter­es­se der daten­ver­ar­bei­ten­den Unter­neh­men dar­stel­len. Die Anzei­ge etwai­ger ziel­ge­rich­te­ter Wer­bung ist in der Regel trans­pa­rent für die betrof­fe­ne Per­son. Inso­fern bestehen gera­de bei pseud­ony­mer Nut­zung der per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten der betrof­fe­nen Per­son für die Zwecke des Online-Mar­ke­tings und der Online-Wer­bung kei­ne Beden­ken, im Rah­men des Art. 6 Abs. 1 lit. f DS-GVO die Abwä­gung zu Gun­sten des Ver­ant­wort­li­chen zuzu­las­sen. Ent­schei­dend für die Zuläs­sig­keit nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DS-GVO ist, wel­che Zie­le bei der Daten­ver­ar­bei­tung ver­folgt wer­den. Sofern Daten in Ver­bin­dung mit Per­so­nen­da­ten von Nut­zern gebracht wer­den oder Daten über ein umfas­sen­des Wer­be­netz­werk hin­weg erho­ben wer­den, lässt sich die Beein­träch­ti­gung des Betrof­fe­nen als erheb­lich qua­li­fi­zie­ren. Die beim Online-Tracking web­sei­ten- und sogar gerä­te­über­grei­fend erstell­ten Nut­zungs­pro­fi­le sind nicht der­art schwer­wie­gend, dass sie „die Inter­es­sen oder Grund­rech­te und Grund­frei­hei­ten der betrof­fe­nen Per­son, die den Schutz per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten erfor­dern, über­wie­gen“. Durch die Pseud­ony­mi­sie­rung wird den schutz­wür­di­gen Inter­es­sen der Nut­zer Rech­nung getra­gen.
Link zur GDD
Die Kom­men­tie­rung die­ser The­ma­tik von Schwartmann/​Klein fin­den Sie im Hei­del­ber­ger Kom­men­tar der DS-GVO/BDSG ab Rn. 138 ff. frei abruf­bar unter: https://​medi​endb​.cfmu​el​ler​.de/​c​f​m​u​e​l​l​e​r​/​t​e​x​t​e​/​l​e​s​e​p​r​o​b​e​/​9​7​8​3​8​1​1​4​4​7​1​2​7​_​l​e​s​e​p​r​o​b​e​_​0​2​.​p​d​f​#​p​a​g​e=3.
8. Mai 2018 /von Jürgen Schmidt
http://www.buscon.de/wp-content/uploads/2016/12/BusCon_Logo2.jpg 0 0 Jürgen Schmidt http://www.buscon.de/wp-content/uploads/2016/12/BusCon_Logo2.jpg Jürgen Schmidt2018-05-08 15:48:082018-05-08 15:48:08Stellungnahme der GDD zum TMG: Tracking nach der Datenschutz-Grundverordnung in Grenzen erlaubt
DS-GVO: wie hoch ist das Abmahn­ri­si­ko? BvD News: Aktu­el­le Infos zur Mit­tei­lungs­pflicht des Daten­schutz­be­auf­trag­ten...

References: Art. 95
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 § 15
 Art. 6
 Art. 6