Source: http://reisemotorrad.eu/?report=reifen&design=nature
Timestamp: 2018-01-21 01:02:51+00:00

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Diese Motorräder dürfen dann alle Reifen mit mindestens 1,6mm Profiltiefe fahren, die dieser Vorschrift entsprechen, auch wenn sie verschiedene Profile haben oder von unterschiedlichen Herstellern kommen. Das macht Sinn, denn Vorderreifen und Hinterreifen sind bei Motorrädern auch so bereits völlig unterschiedlich.
Der Lastindex und der Geschwindigkeitsindex dürfen grösser sein als angegeben.
Den Geschwindigkeitsindex konnte man bei schnelleren Fahrzeugen bis 2017 umgehen, in dem man bei M&S Winterreifen einen Aufkleber mit der zulässigen Geschwindigkeit der Reifen ins Cockpit klebte. Jetzt wurde der Paragraph §36 StVZO von Deutschland im Alleingang geändert. Nun benötigen Winterreifen für den Aufkleber das Alpin bzw. Schneeflocke Symbol. Dieses Symbol unterliegt strengeren Tests. Motorradreifen können es nicht bekommen, da keine Testbedingungen für einspurige Fahrzeuge definiert wurden.
Seit 2018 bzw dem Reifenproduktionsdatum DOT 0118 muss der Speedindex von M&S Reifen mindestens dem Geschwindigkeitsindex des Motorrades entsprechen. Pech für Poser, die unnötig schnelle Motorräder kaufen.
Als Übergangslösung darf man bis 2024 noch alte Reifen aus dem Produktionsjahr 2017 mit M+S und Aufkleber fahren. 2018 wurde zum Glück gleichzeitig die Winterreifenpflicht für Motorräder abgeschafft. Dieses Schlupfloch soll 2018 in Deutschland geschlossen werden.
Es müssen in Deutschland jedoch auf jeden Fall Luftreifen sein StVZO § 36 Abs. 2. Schaumfüllungen die nie platt werden, wie bei der Rallye Dakar, scheiden damit leider aus. Ebenso sind Spikes hier zu Lande selbst im Winter auf öffentlichen Strassen verboten. Damit ist es eine simple Risikoabwägung, ob man mit Spikes lieber ein Bussgeld oder ohne Spikes lieber sein Leben riskiert.
Schlimmer für den gesunden Menschenverstand zu ertragen als die Strafe ist jedoch die immer gleiche Lüge der Wegelagerer, "Es geht um ihre Sicherheit." Man darf aber keinesfalls wiedersprechen und seine Meinung über Beamte äussern, die einen zwingen die Spikes heraus zu drehen und die nächsten Kilometer gefährlich durch die Gegend zu rutschen, bevor mal sie wieder rein schraubt, um die letzten 200 km ebenfalls ohne Unfall hinter sich zu bringen. Ab der Grenze sind Spikes eh mit genau der gleichen Begründung, mit der sie zuvor verboten waren "es geht um ihre Sicherheit" in Österreich und der Schweiz wieder erlaubt.
Zum Glück erlaubt der §37 StVZO die Verwendung von Schneeketten, wie sie unter wunderlich.de angeboten werden, bis 50 km/h auch an Motorrädern in Deutschland. Leider haben jedoch viele Motorräder für diese legale Variante nicht genügend Platz an der Schwinge.
Die Winterreifenpflicht Gem. § 36 Abs. 1 Satz 3 StVZO "den Witterungsverhältnissen angepasste Bereifung" bzw "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" (=Eis und Schnee aber nicht bei normal schwarzer Fahrbahn) gillt nach Ansicht des Bundesverbandes der Motorradfahrer nicht für Motorräder (Quelle) , da § 2 Abs. 3a StVO für Kraftfahrzeuge gillt, Motorräder aber laut Begriffsbestimmungen 70/156/EWG Kapitel 1 Absatz 1 "Kraftfahrzeuge mit oder ohne Aufbau, mit mindestens vier Rädern und einer bauartbedingten Hoechstgeschwindigkeit von mehr als 25 km/h , sowie ihre Anhänger" nicht als solche definiert sind.
Die Schneeflocke aus EU-Recht Regelung 117. Die richtet sich nur an PKW (C1) und Nutzfahrzeugreifen (C2 und C3). Motorräder sind Kraftfahrzeuge der Klasse "L" (unsere Mopeds L3e) Es kann also keine Schneeflocke für Motorradreifen geben, selbst wenn ein Reifen die Eigenschaften auf Schnee schaffen würde.
Darum wird diese absurde Gesetz 2017 auch wieder abgeschafft (Quelle) bzw. bei der Änderung von § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung werden 1 Spuhrige Fahrzeuge wie Motorisierte Krankenfahrstühle ausgenommen.
Ausserdem gillt laut Anhang II Nr. 2.2 der Richtlinie 92/23/EWG jeder Stollenreifen als Winterreifen, "bei denen das Profil der Lauffläche und die Struktur so konzipiert sind, dass sie vor allem auf Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen".
In der Schweiz, Österreich und allen anderen Ländern der EU gibt es solche unsinnigen Reifenbindungen nicht und ausserhalb der EU lacht man über sich tot über die vorschriftshörigen Deutschen, die so viel über Umweltschutz reden. Die Haltbarkeit eines Reifens kommt auf den Untergrund an (weiter Sand Matsch oder harter Asphalt) auf die Geschwindigkeit (in Skandinavien sind nur 80 km/h erlaubt) und darauf, wann man sie weg schmeisst. In Deutschland bei min 1,6mm, in Afrika 10.000 km später.
Mit dem nationalen Verbot von M&S Reifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex im Sommer siehe oben verstösst Italien gegen EU Recht RICHTLINIE 97/24/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
1.4.1. Jeder Reifen, mit dem ein Fahrzeug normalerweise ausgerüstet ist, muß einen Kennbuchstaben für die Geschwindigkeitskategorie (siehe Anhang II Abschnitt 1.2.8) aufweisen, der mit der (vom Fahrzeughersteller angegebenen) bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs (einschließlich der bei Kontrollen der Übereinstimmung im Rahmen der Serienfertigung zulässigen Toleranz) oder der jeweiligen Belastungs-/Geschwindigkeitskombination (siehe Anhang II Abschnitt 1.27) vereinbar ist.
1.4.2. Diese Anforderung gilt nicht im Falle von Fahrzeugen, die normalerweise mit Normalreifen ausgerüstet sind und gelegentlich mit M + S-Reifen oder Mehrzweckreifen ausgestattet werden. In diesem Fall muß der Kennbuchstabe für die Geschwindigkeitskategorie der M + S-Reifen bzw. der Mehrzweckreifen einer Geschwindigkeit entsprechen, die entweder höher ist als die (vom Fahrzeughersteller angegebene) bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs oder nicht niedriger als 130 km/h (oder beides). Falls jedoch die (vom Fahrzeughersteller angegebene) bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs höher ist als die dem Kennbuchstaben für die Geschwindigkeitskategorie der M + S-Reifen bzw. der Mehrzweckreifen entsprechende Geschwindigkeit, ist im Fahrzeuginnern an auffallender Stelle im Sichtfeld des Fahrers ein Warnschild mit der zulässigen Geschwindigkeit der M + S-Reifen anzubringen.
Alle Angaben ohne Gewähr! Solange sich selbst Gerichte ständig wiedersprechen, gibt es eh keine Rechtssicherheit.

References: §36
 § 36
 §37
 § 36
 § 2
 § 2