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Timestamp: 2019-06-17 03:49:08+00:00

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324 A Bestattungsgesetz (KiBestattG) - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
324 A Bestattungsgesetz (KiBestattG)
§ 1 Kirchliche Bestattung
§ 3 Trauergespräch, Fürbitte
§ 4 Agende
§ 6 Ort der Trauerfeier
§ 7 Läuten
Kirchengesetz über die Bestattung
KABl. 2007, S. 244
Die Landessynode hat mit Zustimmung des Kirchensenats das folgende Kirchengesetz beschlossen:
( 1 ) Die kirchliche Bestattung besteht in der Regel aus einem öffentlichen Trauergottesdienst (Trauerfeier) sowie aus der Beisetzung des Sarges oder der Urne.
( 2 ) Jedes Kirchenglied hat Anspruch auf eine kirchliche Bestattung.
( 1 ) Die kirchliche Bestattung setzt in der Regel voraus, dass die verstorbene Person bei ihrem Tod Mitglied einer evangelischen Kirche war.
( 2 ) 1 Auf Wunsch der Eltern werden auch Kinder kirchlich bestattet, die vor einer Taufe verstorben sind. 2 Dasselbe gilt für totgeborene Kinder und Föten.
( 3 ) Keinem verstorbenen Gemeindeglied darf aufgrund seiner Todesumstände eine kirchliche Bestattung verwehrt werden.
( 4 ) In seelsorglich begründeten Ausnahmefällen kann auch ein Verstorbener oder eine Verstorbene kirchlich bestattet werden, der oder die beim Tod nicht Mitglied einer evangelischen Kirche war.
( 5 ) 1 Die Entscheidung über Ausnahmefälle nach Absatz 4 trifft das Pfarramt. 2 Es kann sich dabei mit dem Kirchenvorstand beraten. 3 Pfarramt und Kirchenvorstand können ein Verfahren verabreden, wie in Ausnahmefällen vorgegangen wird.
( 6 ) 1 Wird eine kirchliche Bestattung versagt, so entscheidet auf eine Beschwerde hin der Superintendent oder die Superintendentin. 2 Gegen diese Entscheidung können Angehörige oder das Pfarramt weitere Beschwerde beim Landessuperintendenten oder bei der Landessuperintendentin einlegen. 3 Dessen oder deren Entscheidung unterliegt nicht der Nachprüfung durch den Rechtshof. 4 Die Angehörigen sind auf die Beschwerdemöglichkeit hinzuweisen.
( 7 ) Niemand darf gegen seinen eindeutig geäußerten Willen kirchlich bestattet werden.
( 8 ) Auch wenn eine kirchliche Bestattung nicht stattfindet, ist auf Bitte der Angehörigen ein Gottesdienst möglich.
Trauergespräch, Fürbitte
( 1 ) Vor der Bestattung führt der Pastor oder die Pastorin ein seelsorgliches Gespräch mit den Angehörigen, bei dem auch Inhalt und Ablauf der Trauerfeier zur Sprache kommen.
( 2 ) Im sonntäglichen Gottesdienst soll für den Verstorbenen oder die Verstorbene und für die Angehörigen Fürbitte gehalten werden.
( 3 ) Einmal im Jahr (in der Regel am Ewigkeitssonntag) soll der Verstorbenen im Gottesdienst namentlich gedacht werden.
( 1 ) Trauerfeier und Beisetzung geschehen nach der in der Landeskirche eingeführten Agende.
( 2 ) 1 Traditionen in der Kirchengemeinde sind zu berücksichtigen. 2 Reden, Symbole, Bräuche oder andere Veranstaltungen, die im Widerspruch zur christlichen Lehre stehen, sind nicht zulässig.
( 1 ) Zuständig ist das Pfarramt des letzten Wohnsitzes der oder des Verstorbenen.
( 2 ) 1 Die Bestattung kann auch durch einen anderen Pfarrer oder eine andere Pfarrerin erfolgen, insbesondere wenn sie an einem anderen Ort stattfinden soll. 2 In diesem Fall ist das zuständige Pfarramt zu benachrichtigen.
( 3 ) 1 Pfarramt, Kirchenvorstand und Kirchengemeinde tragen Verantwortung dafür, dass Kirchenglieder kirchlich bestattet werden. 2 Sie sollen den Kontakt zu Bestattern, Krankenhäusern und entsprechenden Einrichtungen pflegen.
( 1 ) 1 Die Trauerfeier findet in der Regel in der Kirche oder der Friedhofskapelle statt. 2 Dort kann der Sarg aufgebahrt werden, soweit nicht von medizinischer oder behördlicher Seite Einwände erhoben werden. 3 Die Kirche oder die Friedhofskapelle kann auch für Trauerfeiern einer Mitgliedskirche der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen genutzt werden. 4 Im Einzelfall entscheidet das Pfarramt auf der Grundlage eines Kirchenvorstandsbeschlusses.
( 2 ) 1 Auf Wunsch der oder des Verstorbenen oder der Angehörigen kann abweichend von Absatz 1 die Trauerfeier auch in anderen Räumlichkeiten stattfinden, wenn der Charakter eines öffentlichen Gottesdienstes dadurch nicht beeinträchtigt wird. 2 § 1 Abs. 2 ist zu beachten.
( 3 ) 1 Nicht christliche Trauerfeiern sind in Kirchen nicht zulässig. 2 Für Trauerfeiern in Friedhofskapellen gelten dieselben Regelungen wie für Bestattungen auf dem jeweiligen Friedhof.
Wo es üblich ist, werden die Glocken anlässlich eines Sterbefalles und einer kirchlichen Bestattung geläutet.

References: § 1

§ 3

§ 4

§ 6

§ 7
 § 1