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Landtagswahl Wahlanalyse der Düsseldorfer Ergebnisse. Statistische Informationen - PDF
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1 Landtagswahl 2017 Wahlanalyse der Düsseldorfer Ergebnisse 294 Statistische Informationen
2 Inhaltsverzeichnis Vorbemerkung 4 1. Analyse der endgültigen Ergebnisse Wahlberechtigte und Wählerinnen und Wähler Die Wahlentscheidung in Düsseldorf im Vergleich zum Wahlausgang in Nordrhein- Westfalen 1.3 Vergleich der Wahlergebnisse mit der Landtagswahl Wahlergebnisse in den Düsseldorfer Landtagswahlkreisen Stadtteilergebnisse Wählerwanderung Stimmenausschöpfung Repräsentative Wahlstatistik Rechtliche Grundlagen und Erhebung der Ergebnisse Ergebnisse Wahlberechtigte und Wahlscheininhaberinnen und -inhaber Wahlbeteiligung Wahlentscheidung aus der Sicht der Parteien Wahlentscheidung mit Blick auf die Altersgruppen Vergleich zu vorangegangenen Landtagswahlen Wahlbeteiligung Wahlentscheidung Stimmensplitting Tabellenanhang 64 Wahlberechtigte, Wähler, Wahlbeteiligung, gültige und ungültige Erststimmen 64 Gültige Erststimmen und Erststimmenverteilung 65 Gültige Erststimmen und Erststimmenverteilung in Prozent 67 Wahlberechtigte, Wählerinnen und Wähler, Wahlbeteiligung, gültige und ungültige Zweitstimmen Gültige Zweitstimmen und Zweitstimmenverteilung 70 Gültige Zweitstimmen und Zweitstimmenanteile in Prozent 71 Die Ergebnisse in Prozent geordnet nach der Wahlbeteiligung nach Veränderung der Wahlbeteiligung
3 ... nach den Zweitstimmenanteilen der SPD nach Gewinn und Verlust der SPD nach den Zweitstimmenanteilen der CDU nach Gewinn und Verlust der CDU nach den Zweitstimmenanteilen der GRÜNEN nach Gewinn und Verlust der GRÜNEN nach den Zweitstimmenanteilen der FDP nach Gewinn und Verlust der FDP nach den Zweitstimmenanteilen der PIRATEN nach Gewinn und Verlust der PIRATEN nach den Zweitstimmenanteilen der LINKEN nach Gewinn und Verlust der LINKEN nach den Zweitstimmenanteilen der AfD nach den Zweitstimmenanteilen der sonstigen Parteien nach Gewinn und Verlust der sonstigen Parteien 88 Wählerwanderung - Absolute Übergänge zwischen den Landtagswahlen 2012 und 2017 in Düsseldorf saldiert und gerundet 89 3
4 Vorbemerkung Am 14. Mai 2017 fand in Nordrhein-Westfalen (NRW) die Landtagswahl zum 17. Landtag von NRW statt. Rund 13,2 Millionen deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger waren zum Urnengang bzw. zur Briefwahl berechtigt. In Düsseldorf waren 315 Wahllokale mit 316 Stimmbezirken geöffnet. Auf Grund der zunehmenden Zahl von Briefwahlanträgen erhöhte sich die Zahl der Briefwahlbezirke gegenüber der Landtagswahl 2012 von 67 auf 109. Der Landtag wird für fünf Jahre gewählt. Seit der Landtagswahl 2010 haben die Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird eine Bewerberin bzw. ein Bewerber im Wahlkreis gewählt, mit der Zweitstimme die Landesliste einer Partei. Von den mindestens 181 Abgeordneten des Landesparlaments werden 128 direkt in den Wahlkreisen gewählt, die übrigen Mandate (mindestens 53) werden aus den Landeslisten der an der Sitzverteilung teilnehmenden Parteien besetzt. Hat eine Partei mehr Direktmandate als ihr im Verhältnis zu den anderen Parteien nach dem Zweitstimmenergebnis zustehen (Überhangmandate), werden den anderen Parteien so viele zusätzliche Sitze aus ihren Landeslisten (Ausgleichsmandate) zugeteilt, bis die Sitzverteilung nach dem Verhältnis der Zahl der Zweitstimmen erreicht ist. Die vorliegende Analyse der Landtagswahl für Düsseldorf ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil werden die Wahlergebnisse für Düsseldorf, in den vier Düsseldorfer Landtagswahlkreisen und auf Ebene der Düsseldorfer Stadtteile dargestellt. Zusätzlich gibt es ein Kapitel zur Wählerwanderung. Hier wurde erstmals ein statistisch-mathematisches Verfahren eingesetzt, welches Wanderungsbewegungen zwischen den Parteien von der letzten Landtagswahl 2012 zur jetzigen aufzeigt. Ebenfalls neu gegenüber den Vorjahren ist das Kapitel zur Stimmenausschöpfung, welche die Stimmenanteile der Parteien nicht auf die Zahl der gültigen Stimmen bezieht, sondern auf die Zahl der Wahlberechtigten. Im zweiten Teil werden die Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik vorgestellt. Diese anonyme Erhebung des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) ermöglicht Aussagen über das Wahlverhalten der Bevölkerung nach Geschlecht und Alter. Von den landesweit 417 zufällig ausgewählten Stimmbezirken lagen bei dieser Landtagswahl 13 in Düsseldorf. Ein umfangreicher Tabellenanhang bildet den dritten Teil dieser Wahlanalyse. 4
5 1. Analyse der endgültigen Ergebnisse 1.1 Wahlberechtigte und Wählerinnen und Wähler Bei der diesjährigen Wahl waren Düsseldorferinnen und Düsseldorfer wahlberechtigt. Im Vergleich zur Landtagswahl 2012 ist die Zahl der Wahlberechtigten damit geringfügig gesunken (2012: ). An der Wahl beteiligten sich mit 67,7% mehr Wahlberechtigte als 2012 (60,8%). Nachdem die Wahlbeteiligung bei den Landtagswahlen 2010 und 2012 stets rückläufig war, ist sie somit in diesem Jahr in Düsseldorf erstmals seit der Landtagswahl 2005 wieder gestiegen. Von den Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, die tatsächlich von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten, wurden gültige Zweitstimmen abgegeben; das waren deutlich mehr gültige Stimmen als 2012 ( ). Die Zahl der ungültigen Zweitstimmen belief sich auf 2.341, das sind bei insgesamt mehr Wählerinnen und Wählern 314 weniger als Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen seit 1947 in Prozent Von der Möglichkeit, bereits vor dem Wahlsonntag per Briefwahl abzustimmen, haben Wählerinnen und Wähler Gebrauch gemacht. Im Vergleich zur Wahl 2012 waren es somit Personen mehr, die per Briefwahl abgestimmt haben (2012: Personen). Der Briefwähleranteil liegt folglich mit 25,2% auch etwas höher als bei der letzten Landtagswahl; damals betrug er 24,4%. 5
6 1.2 Die Wahlentscheidung in Düsseldorf im Vergleich zum Wahlausgang in Nordrhein-Westfalen Die Landtagswahlen seit 1947 in Nordrhein-Westfalen und Düsseldorf - Stimmenanteile in Prozent Jahr 1 Wahlbeteiligung in % CDU SPD GRÜNE FDP DIE LINKE 2 PIRATEN AfD Sonstige - in Nordrhein-Westfalen ,3 37,6 32,0 x 5,9 x x x 24, ,3 36,9 32,3 x 12,1 x x x 18, ,6 41,3 34,5 x 11,5 x x x 12, ,6 50,5 39,2 x 7,1 x x x 3, ,4 46,4 43,3 x 6,9 x x x 3, ,5 42,8 49,5 x 7,4 x x x 0, ,5 46,3 46,1 x 5,5 x x x 2, ,1 47,1 45,1 x 6,7 x x x 1, ,0 43,2 48,4 3,0 4,9 3 x x x 0, ,2 36,5 52,1 4,6 6,0 x x x 0, ,8 36,7 50,0 5,0 5,8 x x x 2, ,0 37,7 46,0 10,0 4,0 x x x 2, ,7 37,0 42,8 7,1 9,8 1,1 x x 2, ,0 44,8 37,1 6,2 6,2 3,1 x x 4, ,3 34,6 34,5 12,1 6,7 5,6 1,5 x 5, ,6 26,3 39,1 11,3 8,6 2,5 7,8 x 4, ,2 33,0 31,2 6,4 12,6 4,9 1,0 7,4 3,7 - in Düsseldorf ,8 36,9 29,5 x 4,7 x x x 28, ,2 39,2 29,2 x 16,1 x x x 15, ,3 39,7 35,2 x 13,5 x x x 11, ,8 51,7 37,2 x 7,9 x x x 3, ,0 45,6 43,3 x 6,9 x x x 4, ,5 40,1 51,3 x 8,6 x x x x ,3 44,0 46,0 x 7,1 x x x 2, ,1 46,3 44,2 x 8,2 x x x 1, ,3 42,7 47,8 3,1 5,9 x x x 0, ,4 35,4 50,9 5,1 7,7 x x x 0, ,8 35,1 49,5 6,1 6,8 x x x 2, ,5 36,4 43,6 12,3 5,2 x x x 2, ,5 34,7 41,0 8,5 12,4 1,4 x x 2, ,6 42,5 36,0 7,5 7,8 2,8 x x 3, ,1 35,0 29,0 15,2 8,7 6,0 1,8 x 4, ,8 25,7 34,1 13,9 12,7 3,0 7,3 x 3, ,7 30,9 26,6 8,1 17,4 6,2 0,9 6,3 3,6 1) seit 2010 Zweitstimmenergebnisse 2) 2000 und 2005 : Ergebnisse für PDS, bzw. PDS und WASG 3) exakt 4,98 %. 6
7 Die SPD konnte in Düsseldorf Wählerstimmen und damit einen Zweitstimmenanteil von 26,6% für sich verbuchen. Damit kann der landesweite Stimmenanteil von 31,2% in Düsseldorf nicht erreicht werden (-4,6 Prozentpunkte). Bereits 2012 lag die Partei in Düsseldorf 5,0 Prozentpunkte hinter dem NRW-Ergebnis zurück. Ausschließlich 1966 konnte die SPD in Düsseldorf ein besseres Ergebnis als landesweit erzielen. Wie auf NRW- Ebene bleibt die SPD bei dieser Wahl auch in Düsseldorf hinter der CDU im Parteienranking an zweiter Stelle. In Düsseldorf stimmten Wählerinnen und Wähler für die CDU. Damit erhielt die Partei 30,9% der Zweitstimmen und schnitt in den Düsseldorfer Wahlkreisen als stärkste Partei vor der SPD ab. Auch landesweit zieht die Partei mit einem Zweitstimmenanteil von 33,0% vor der SPD in den Landtag ein. Somit erzielte die CDU in Düsseldorf ein geringfügig schlechteres Ergebnis als NRW-weit. Schon 2012 lag sie in Düsseldorf mit 25,7% der Stimmen knapp unter dem NRW-Ergebnis von 26,3%. Zwar konnten die GRÜNEN in Düsseldorf ein um 1,7 Prozentpunkte besseres Ergebnis einfahren als auf Landesebene (6,4%), aber mit einem Zweitstimmenanteil von 8,1% verlieren die GRÜNEN auch in Düsseldorf ihren dritten Platz hinter den beiden großen Volksparteien an die FDP. Die GRÜNEN schnitten bei den Düsseldorfer Wählerinnen und Wählern bislang bei allen Landtagswahlen mit GRÜNEN-Beteiligung besser ab als auf NRW-Ebene. Bei dieser Wahl entschieden sich Düsseldorferinnen und Düsseldorfer für die GRÜNEN. Seit 1950 konnte die FDP in Düsseldorf prozentual mehr Wählerinnen und Wähler für sich gewinnen als NRW-weit. So auch bei dieser Wahl. Die Partei erhielt mit den Stimmen von Düsseldorfer Wählerinnen und Wählern einen Zweitstimmenanteil von 17,4%, welcher 4,8 Prozentpunkte über dem NRW-Ergebnis von 12,6% liegt. 7
8 Die PIRATEN erzielten in Düsseldorf 0,9% der Stimmen. Sie wurden von Düsseldorferinnen und Düsseldorfern gewählt. Auch auf Landesebene ist die Partei bei dieser Wahl mit einem Stimmenanteil von 1,0% weit abgefallen. Die PIRATEN-Partei schnitt somit in Düsseldorf geringfügig schlechter ab als im gesamten Landesgebiet. Die Partei DIE LINKE verpasst knapp den Einzug in den Landtag, nachdem sie bereits 2012 unter der 5-Prozent-Hürde blieb. Ginge es nach den Wählerinnen und Wählern in Düsseldorf, wäre den LINKEN mit 6,2% der Einzug in den Landtag gelungen. Damit erzielte die Partei DIE LINKE in Düsseldorf ein um 1,3 Prozentpunkte geringfügig besseres Ergebnis als NRW-weit. Der Alternative für Deutschland (AfD) gelang bei ihrer ersten Teilnahme an einer Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen mit einem Stimmenanteil von 7,4% auf Anhieb der Einzug ins Landesparlament. Mit Wählerinnen und Wählern und einem Zweitstimmenanteil von 6,3% war die Zustimmung zu dieser Partei in Düsseldorf etwas niedriger als landesweit (-1,1 Prozentpunkte). Damit rangiert die AfD bei dieser Wahl im gesamten Parteiengefüge in Düsseldorf an fünfter und NRW-weit an vierter Stelle. 8
9 1.3 Vergleich der Wahlergebnisse mit der Landtagswahl 2012 Im Folgenden werden die Düsseldorfer Zweitstimmenergebnisse der Parteien mit denen der vorherigen Landtagswahl 2012 verglichen. Die Landtagswahlen 2017 und 2012 in Düsseldorf - Zweitstimmen 2017 Landtagswahl 2012 Veränderung 2017 gegenüber 2012 Anzahl % Anzahl % absolut %-Punkte Wahlberechtigte x Wählerinnen und Wähler , , ,9 darunter Briefwählerinnen und -wähler , , ,8 Wählerinnen und Wähler mit ungültiger Stimme , , ,1 gültiger Stimme , , x davon für SPD , , ,5 CDU , , ,2 GRÜNE , , ,8 FDP , , ,7 PIRATEN , , ,3 DIE LINKE , , ,2 NPD 552 0, , ,2 Die PARTEI , , ,5 FREIE WÄHLER , , ,2 BIG 391 0, , ,0 FBI/FWG 63 0, , ,1 ÖDP 359 0, , ,0 Volksabstimmung 171 0,1 x x x x TIERSCHUTZliste ,6 x x x x AD-Demokraten NRW 324 0,1 x x x x AfD ,3 x x x x AUFBRUCH C 104 0,0 x x x x BGE 207 0,1 x x x DBD 146 0,1 x x x x DKP 120 0,0 x x x x ZENTRUM 66 0,0 x x x x DIE RECHTE 56 0,0 x x x x REP 621 0,2 x x x x DIE VIOLETTEN 278 0,1 x x x x JED 199 0,1 x x x x MLPD 330 0,1 x x x x PAN 39 0,0 x x x x Gesundheitsforschung 176 0,1 x x x x PARTEILOSE WG "BRD" 36 0,0 x x x x Schöner Leben 178 0,1 x x x x V-Partei³ 413 0,1 x x x x 9
10 Die Parteien bei der Landtagswahl 2017 Parteikürzel Volle Bezeichnung SPD CDU GRÜNE FDP PIRATEN DIE LINKE NPD Die PARTEI FREIE WÄHLER BIG FBI/FWG ÖDP Volksabstimmung TIERSCHUTZliste AD-Demokraten NRW AfD AUFBRUCH C BGE DBD DKP ZENTRUM DIE RECHTE REP DIE VIOLETTEN JED MLPD PAN Gesundheitsforschung PARTEILOSE WG "BRD" Schöner Leben V-Partei³ Sozialdemokratische Partei Deutschlands Christlich Demokratische Union Deutschlands BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Freie Demokratische Partei Piratenpartei Deutschland DIE LINKE Nationaldemokratische Partei Deutschlands Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative FREIE WÄHLER Nordrhein-Westfalen Bündnis für Innovation & Gerechtigkeit Freie Bürger-Initiative/ Freie Wähler Ökologisch-Demokratische Partei Ab jetzt Demokratie durch Volksabstimmung - Politik für die Menschen Aktion Partei für Tierschutz Allianz Deutscher Demokraten Alternative für Deutschland AUFBRUCH C - Christliche Werte für eine menschliche Politik Bündnis Grundeinkommen Demokratische Bürger Deutschland Deutsche Kommunistische Partei Deutsche Zentrumspartei - Älteste Partei Deutschlands gegründet 1870 DIE RECHTE DIE REPUBLIKANER Die Violetten - für spirituelle Politik Jugend- und Entwicklungspartei Deutschlands Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands PAN - die Parteilosen Partei für Gesundheitsförderung PARTEILOSE WÄHLERGEMEINSCHAFT in der Bundesrepublik Deutschland Schöner Leben V-Partei³ - Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer 10
11 2012 verzeichnete die SPD einen Stimmenzuwachs und rangierte damit in Düsseldorf seit 2000 erstmals wieder vor der CDU. Bei der diesjährigen Wahl hingegen musste die Partei mit einem Stimmenverlust von ein deutliches Minus von 7,5 Prozentpunkten hinnehmen und kam nur noch auf 26,6%. Mit einem Gewinn von 5,2 Prozentpunkten konnte die CDU auch in Düsseldorf Stimmenanteile hinzugewinnen. Im Vergleich zur Landtagswahl 2012 haben sich mehr Wählerinnen und Wähler für diese Partei entschieden. Somit liegt die CDU mit einem Stimmenanteil von 30,9% als stärkste Partei - wie auf Landesebene - auch in Düsseldorf deutlich vor der SPD. Schon bei der Landtagswahl 2012 verzeichneten die GRÜNEN Verluste müssen sie jedoch ein noch deutlicheres Minus von Wählerstimmen bzw. 5,8 Prozentpunkten hinnehmen. Die GRÜNEN rutschten mit einem Ergebnis von 8,1% hinter die FDP und bilden nach dieser Wahl nur noch die viertstärkste Kraft in Düsseldorf. Die FDP dagegen konnte in Düsseldorf mit einem Zweitstimmenanteil von 17,4% erneut an ihren Aufwärtstrend seit 2010 anknüpfen. Im Vergleich zu 2012 entfielen zusätzliche Stimmen auf die FDP. Dies entspricht einem Stimmengewinn von 4,7 Prozentpunkten. Nach dem rasanten Aufstieg der PIRATEN bei der Landtagswahl 2012, wurde sie mit dem diesjährigen Ergebnis von 0,9% auch in Düsseldorf marginalisiert. Insgesamt entschieden sich bei der diesjährigen Landtagswahl Düsseldorfer Wählerinnen und Wähler weniger für die Partei, was einem Verlust von -6,3 Prozentpunkten entspricht. Die Partei DIE LINKE konnte ihr Ergebnis verbessern und gewann auch in Düsseldorf mit einem Plus von 3,2 Prozentpunkten und Stimmen erkennbar an Zuspruch. Sie erreichte 6,2%, während sie bei der letzten Landtagswahl mit einem Stimmenanteil von 3,0% auch in Düsseldorf die 5-Prozent-Marke nicht überschreiten konnte. 11
12 Unter den sonstigen Parteien, die an dieser Wahl teilnahmen, stach vor allem Die PARTEI hervor, die gegenüber 2012 insgesamt neue Wählerinnen und Wähler für sich gewinnen konnte (+0,5 Prozentpunkte). Die AfD war bei der Landtagswahl 2012 noch nicht angetreten. Ein Vergleich der Ergebnisse ist daher nicht möglich. Insgesamt haben in Düsseldorf die PIRATEN die höchsten Stimmenverluste zu verzeichnen, gefolgt von den GRÜNEN und der SPD. Die CDU, die FDP und die LINKE konnten gegenüber 2012 deutlich hinzugewinnen. Ergebnisse der Parteien bei den Landtagswahlen in Düsseldorf seit in Prozent SPD CDU FDP GRÜNE 2 AfD DIE LINKE PIRATEN Sonstige 1) seit 2010 Zweitstimmen 2) 2000 und 2005: Ergebnisse für PDS, bzw. PDS und WASG 12
13 1.4 Wahlergebnisse in den Düsseldorfer Landtagswahlkreisen Anzahl % Wahlberechtigte Wahlkreis 40 Düsseldorf I Wählerinnen und Wähler ,1 Erststimmen Anzahl % Gewählt wurde: Lehne, Olaf (CDU) Ungültige Stimmen ,6 Gültige Stimmen ,4 davon für Weske, Markus Herbert -SPD ,5 Lehne, Olaf -CDU ,8 Wiesendorf, Astrid -GRÜNE ,4 Droste, Felix -FDP ,9 Bayer, Oliver -PIRATEN ,0 Born, Helmut -DIE LINKE ,6 Iwaschko, Egor -REP ,9 Zweitstimmen Anzahl % Ungültige Stimmen 619 0,8 Gültige Stimmen ,2 davon für SPD ,9 CDU ,7 GRÜNE ,5 FDP ,7 PIRATEN 719 0,9 DIE LINKE ,4 NPD 130 0,2 Die PARTEI 586 0,7 FREIE WÄHLER 308 0,4 BIG 92 0,1 FBI/FWG 21 0,0 ÖDP 90 0,1 Volksabstimmung 43 0,1 TIERSCHUTZliste 475 0,6 AD-Demokraten NRW 88 0,1 AfD ,7 AUFBRUCH C 28 0,0 BGE 64 0,1 DBD 37 0,0 DKP 24 0,0 ZENTRUM 12 0,0 DIE RECHTE 13 0,0 REP 137 0,2 DIE VIOLETTEN 75 0,1 JED 56 0,1 MLPD 105 0,1 PAN 10 0,0 Gesundheitsforschung 39 0,0 PARTEILOSE WG "BRD" 5 0,0 Schöner Leben 44 0,1 V-Partei³ 104 0,1 Im Wahlkreis 40 (Düsseldorf I), der die nördlichen Stadtteile Düsseldorfs umfasst, wurde der bisherige Direktkandidat Markus Herbert Weske (SPD), in diesem Jahr von dem CDU-Kandidaten Olaf Lehne abgelöst. Während der CDU-Kandidat vor fünf Jahren noch 651 Stimmen hinter dem SPD-Kandidaten lag, konnte Olaf Lehne mit insgesamt Stimmen bei dieser Wahl Stimmen mehr erzielen als Markus Herbert Weske. 13
14 Anzahl % Wahlberechtigte Wahlkreis 41 Düsseldorf II Wählerinnen und Wähler ,2 Erststimmen Anzahl % Gewählt wurde: Schmitz, Marco (CDU) Ungültige Stimmen 802 1,2 Gültige Stimmen ,8 davon für Volkenrath, Martin -SPD ,5 Schmitz, Marco -CDU ,2 Düker, Monika -GRÜNE ,3 Willms-Heyng, Sönke -FDP ,0 Schiffer, Patrick -PIRATEN ,4 Demirel, Özlem Alev -DIE LINKE ,0 Kerbstat, Katharina -Die PARTEI ,4 Vogel, Nic Peter -AfD ,6 Koopmann, Uwe -DKP ,3 Maniera, André -REP ,3 Zweitstimmen Anzahl % Ungültige Stimmen 590 0,9 Gültige Stimmen ,1 davon für SPD ,1 CDU ,6 GRÜNE ,4 FDP ,1 PIRATEN 652 1,0 DIE LINKE ,7 NPD 130 0,2 Die PARTEI 573 0,9 FREIE WÄHLER 252 0,4 BIG 104 0,2 FBI/FWG 7 0,0 ÖDP 100 0,2 Volksabstimmung 48 0,1 TIERSCHUTZliste 405 0,6 AD-Demokraten NRW 75 0,1 AfD ,4 AUFBRUCH C 24 0,0 BGE 69 0,1 DBD 44 0,1 DKP 56 0,1 ZENTRUM 16 0,0 DIE RECHTE 15 0,0 REP 142 0,2 DIE VIOLETTEN 65 0,1 JED 55 0,1 MLPD 76 0,1 Auch den Düsseldorfer Wahlkreis 41 (Düsseldorf II) holte mit Marco Schmitz ein CDU-Direktkandidat. Er gewann mit insgesamt Stimmen und einem Vorsprung von Stimmen vor dem SPD- Kandidaten Martin Volkenrath, während die SPD noch bei der letzten Landtagswahl diesen Wahlkreis für sich entscheiden konnte. PAN 6 0,0 Gesundheitsforschung 37 0,1 PARTEILOSE WG "BRD" 8 0,0 Schöner Leben 43 0,1 V-Partei³ 90 0,1 14
15 Anzahl % Wahlberechtigte Wahlkreis 42 Düsseldorf III Wählerinnen und Wähler ,7 Erststimmen Anzahl % Gewählt wurde: Erwin, Angela (CDU) Ungültige Stimmen 703 1,0 Gültige Stimmen ,0 davon für Warden, Marion -SPD ,4 Erwin, Angela -CDU ,5 Engstfeld, Stefan -GRÜNE ,0 Matheisen, Rainer -FDP ,2 Schrage, Christopher -PIRATEN ,7 Vorspel, Anja -DIE LINKE ,3 Eckert, David Christopher -AfD ,7 Krieger, Kevin -REP- 94 0,1 Zweitstimmen Anzahl % Ungültige Stimmen 503 0,7 Gültige Stimmen ,3 davon für SPD ,6 CDU ,4 GRÜNE ,1 FDP ,5 PIRATEN 668 0,9 DIE LINKE ,1 NPD 100 0,1 Die PARTEI 772 1,1 FREIE WÄHLER 230 0,3 BIG 85 0,1 FBI/FWG 18 0,0 ÖDP 97 0,1 Volksabstimmung 37 0,1 TIERSCHUTZliste 383 0,5 AD-Demokraten NRW 66 0,1 AfD ,0 AUFBRUCH C 15 0,0 BGE 46 0,1 DBD 32 0,0 DKP 20 0,0 ZENTRUM 20 0,0 DIE RECHTE 5 0,0 REP 83 0,1 DIE VIOLETTEN 82 0,1 JED 48 0,1 MLPD 94 0,1 Im Wahlkreis 42 (Düsseldorf III) gewann ebenfalls die CDU- Kandidatin. Hier konnte Angela Erwin mit Stimmen und einem Vorsprung von Stimmen gegenüber der SPD- Kandidatin und bisherigen Mandatsträgerin Marion Warden direkt in den Landtag einziehen. PAN 11 0,0 Gesundheitsforschung 44 0,1 PARTEILOSE WG "BRD" 9 0,0 Schöner Leben 46 0,1 V-Partei³ 127 0,2 15
16 Anzahl % Wahlberechtigte Wahlkreis 43 Düsseldorf IV Wählerinnen und Wähler ,2 Erststimmen Anzahl % Gewählt wurde: Preuß, Peter (CDU) Ungültige Stimmen 846 1,4 Gültige Stimmen ,6 davon für Benninghaus, Walburga - SPD ,6 Preuß, Peter - CDU ,1 Abel, Martin-Sebastian - GRÜNE ,0 Dr. Rachner, Christine - FDP ,7 Olejak, Marc - PIRATEN ,7 Meisen, Natalie - DIE LINKE ,5 Wöpkemeier, Philipp - AfD ,1 Fischer, Karl-Heinz - REP ,5 Zweitstimmen Anzahl % Ungültige Stimmen 629 1,1 Gültige Stimmen ,9 davon für SPD ,6 CDU ,5 GRÜNE ,2 FDP ,5 PIRATEN 556 0,9 DIE LINKE ,5 NPD 192 0,3 Die PARTEI 378 0,6 FREIE WÄHLER 291 0,5 BIG 110 0,2 FBI/FWG 17 0,0 ÖDP 72 0,1 Volksabstimmung 43 0,1 TIERSCHUTZliste 391 0,7 AD-Demokraten NRW 95 0,2 AfD ,7 AUFBRUCH C 37 0,1 BGE 28 0,0 DBD 33 0,1 DKP 20 0,0 ZENTRUM 18 0,0 DIE RECHTE 23 0,0 REP 259 0,4 DIE VIOLETTEN 56 0,1 JED 40 0,1 MLPD 55 0,1 PAN 12 0,0 In dem im Süden der Stadt gelegenen Wahlkreis 43 (Düsseldorf IV) konnte mit Stimmen ebenso der CDU- Kandidat das Direktmandat für sich gewinnen. Peter Preuß löst mit einem Vorsprung von Stimmen die SPD-Kandidatin und bisherige Landtagsabgeordnete Walburga Benninghaus ab. Gesundheitsforschung 56 0,1 PARTEILOSE WG "BRD" 14 0,0 Schöner Leben 45 0,1 V-Partei³ 92 0,2 16
17 Landtagswahl 2017 Landeshauptstadt Düsseldorf mit den vier Landtagswahlkreisen und 50 Stadtteilen 17
18 1.5 Stadtteilergebnisse In der folgenden Analyse der Wahlergebnisse auf Ebene der Düsseldorfer Stadtteile werden die Ergebnisse für den Hafen nicht berücksichtigt, da im Stadtteil Hafen nur 45 gültige Stimmen abgegeben wurden und somit die Anzahl für eine vergleichende Analyse zu gering ist. Außerdem können für die Stadtteile Hubbelrath und Knittkuhl keine Gewinne und Verluste ausgewiesen werden, da die beiden Stadtteile in ihrem jetzigen Zuschnitt bei der letzten Landtagswahl so noch nicht bestanden. Soweit möglich, werden in den Tabellen und Abbildungen in diesem Bericht die Daten für alle 50 Düsseldorfer Stadtteile dennoch ausgewiesen. 18
19 Veränderung der Wahlbeteiligung in Prozentpunkten in den Stadtteilen im Vergleich zur Wahl 2012 Hafen Friedrichstadt Mörsenbroich Unterbilk Hamm Benrath Flehe Derendorf Flingern Nord Lichtenbroich Pempelfort Urdenbach Düsseltal Hellerhof Stockum Heerdt Golzheim Flingern Süd Düsseldorf Bilk Hassels Oberbilk Eller Wersten Oberkassel Unterbach Garath Grafenberg Gerresheim Altstadt Vennhausen Lierenfeld Itter Niederkassel Lörick Angermund Reisholz Lohausen Volmerswerth Carlstadt Holthausen Stadtmitte Unterrath Wittlaer Ludenberg Kaiserswerth Kalkum Rath Himmelgeist Hubbelrath Knittkuhl -20,0-15,0-10,0-5,0 +0,0 +5,0 +10,0 +15,0 +20, ,0 +8,6 +8,4 +8,4 +8,4 +8,1 +7,9 +7,9 +7,7 +7,6 +7,4 +7,4 +7,4 +7,2 +7,1 +7,1 +7,0 +6,9 +6,8 +6,8 +6,7 +6,7 +6,7 +6,7 +6,6 +6,6 +6,6 +6,4 +6,4 +6,3 +6,1 +5,9 +5,8 +5,8 +5,8 +5,6 +5,5 +5,2 +5,1 +5,1 +5,0 +5,0 +5,0 +4,9 +4,7 +4,6 +4,5 +4,3 +14,1 Die Wahlbeteiligung in Düsseldorf ist in allen Stadtteilen im Vergleich zur Landtagswahl 2012 deutlich gestiegen. Die Zunahmen bewegten sich im Bereich von +4,3 Prozentpunkte in Himmelgeist bis +9,0 Prozentpunkte im Stadtteil Friedrichstadt. Die im Vergleich höchsten Beteiligungsquoten wiesen die Stadtteile Kalkum (83,3%), Himmelgeist (82,6%) und Angermund (81,8%) auf. In allen Stadtteilen gingen mindestens 50% der Wahlberechtigten zur Wahl. In 29 Stadtteilen lag die Wahlbeteiligung bei 70% oder höher. Die geringste Wahlbeteiligung lässt sich für Garath feststellen, hier gingen nur 51,2% der Wahlberechtigten zur Wahl; in Flingern Süd waren es nur 53,3% und in Lierenfeld 53,7%. Die Spannbreite zwischen den Stadtteilen beträgt bei der Landtagswahl 2017 demnach 32 Prozentpunkte von der höchsten Wahlbeteiligung in Kalkum, bis zur niedrigsten Beteiligung, die erneut für Garath festzustellen ist. 19
20 Veränderung der Wahlbeteiligung 20
21 Gewinne und Verluste der SPD in Prozentpunkten in den Stadtteilen -20,0-15,0-10,0-5,0 +0,0 +5,0 +10,0 +15,0 +20,0 Hamm Grafenberg -4,7-5,2 Friedrichstadt Düsseltal Benrath Kaiserswerth Itter Himmelgeist Heerdt Lohausen Oberbilk Kalkum Oberkassel Flingern Süd Wittlaer Niederkassel Carlstadt Golzheim Reisholz Hassels Bilk Unterbach Stadtmitte Flehe Unterbilk Angermund Flingern Nord Urdenbach Düsseldorf Ludenberg Rath Derendorf Mörsenbroich Pempelfort Gerresheim Wersten Stockum Eller Lörick Altstadt Lierenfeld Volmerswerth Unterrath Holthausen Hellerhof Vennhausen Lichtenbroich Garath -5,4-5,5-5,7-5,7-5,8-5,9-6,0-6,0-6,2-6,3-6,4-6,4-6,4-6,6-6,6-6,7-6,8-6,9-6,9-6,9-7,0-7,1-7,2-7,3-7,4-7,5-7,5-7,6-7,6-7,7-7,8-8,1-8,1-8,1-8,2-8,5-8,5-8,7-9,0-9,5-9,5-9,6-10,0-11,1-11,4-11,9 Hafen -17,3 Hubbelrath Knittkuhl 0 0 Die SPD musste in allen Stadtteilen prozentuale Verluste hinnehmen, während sie bei der Landtagswahl 2012 noch in allen Stadtteilen dazugewinnen konnte. Zweistellige Verluste weisen die Stadtteile Garath (-11,9 Prozentpunkte), Lichtenbroich (-11,4) und Vennhausen (-11,1) auf. Ihre besten Ergebnisse erzielte die SPD in Lierenfeld (36,0%), in Reisholz (34,6%) und in Eller (33,4%). In insgesamt 11 Stadtteilen erhielt sie Stimmenanteile von mehr als 30%. In 28 Stadtteilen lagen die Anteile für die SPD unter dem gesamtstädtischen Ergebnis von 26,6%. Die geringsten Stimmenanteile erhielt die SPD in Niederkassel mit 14,3% und in Hubbelrath (15,0%). In 16 Stadtteilen liegt die SPD noch vor der CDU. 21
23 Gewinne und Verluste der CDU in Prozentpunkten in den Stadtteilen -20,0-15,0-10,0-5,0 +0,0 +5,0 +10,0 +15,0 +20,0 Hafen +15,1 Lohausen Kalkum Golzheim Stockum Wittlaer Volmerswerth Kaiserswerth Pempelfort Vennhausen Oberkassel Hellerhof Angermund Niederkassel Düsseltal Gerresheim Flingern Nord Unterbilk Derendorf Ludenberg Unterrath Flehe Unterbach Grafenberg Holthausen Düsseldorf Lörick Benrath Stadtmitte Urdenbach Bilk Eller Wersten Heerdt Rath Mörsenbroich Friedrichstadt Lierenfeld Itter Oberbilk Lichtenbroich Reisholz Flingern Süd Hassels Himmelgeist Altstadt Carlstadt Hamm +8,6 +8,3 +8,0 +7,8 +7,7 +7,3 +7,1 +7,0 +6,8 +6,7 +6,4 +6,4 +6,2 +6,1 +6,1 +6,0 +5,9 +5,9 +5,8 +5,7 +5,5 +5,4 +5,4 +5,3 +5,2 +5,1 +4,8 +4,8 +4,7 +4,5 +4,5 +4,4 +4,3 +4,0 +4,0 +3,9 +3,8 +3,8 +3,7 +3,6 +3,4 +3,3 +3,3 +1,9 +1,5 +1,1 +0,1 Garath Hubbelrath Knittkuhl -0,5 0 0 Die CDU konnte bei dieser Wahl auch in fast allen Düsseldorfer Stadtteilen (mit Ausnahme von Garath) deutlich dazu gewinnen - nachdem sie bei der letzten Landtagswahl in allen Stadtteilen prozentuale Verluste hinnehmen musste. Die höchsten Gewinne fuhr sie in den Stadtteilen Lohausen (+8,6 Prozentpunkte), Kalkum (+8,3) und Golzheim (+8,0) ein. Die Stadtteile mit den höchsten Anteilen an CDU-Stimmen sind Volmerswerth mit 46,1% sowie Hubbelrath und Kalkum mit je 46,0%. In sechs weiteren Stadtteilen kommt die CDU ebenfalls über 40%. Die schlechtesten Ergebnisse erzielte die CDU erneut in Flingern Süd (17,2%), Friedrichstadt (21,5%) und Oberbilk (22,0%). In 30 Stadtteilen liegen die CDU- Ergebnisse über dem gesamtstädtischen Ergebnis von 30,9%. In 32 Stadtteilen rangiert die CDU vor der SPD, in Wersten liegen die beiden Parteien mit je 29,7% gleichauf. 23
25 Gewinne und Verluste der GRÜNEN in Prozentpunkten in den Stadtteilen -20,0-15,0-10,0-5,0 +0,0 +5,0 +10,0 +15,0 +20,0 Garath Itter Altstadt Angermund Flehe Himmelgeist Lierenfeld Ludenberg Lichtenbroich Volmerswerth Reisholz Carlstadt Lörick Hassels Niederkassel Hamm Eller Mörsenbroich Rath Unterbach Vennhausen Unterrath Urdenbach -3,4-3,4-3,5-3,5-3,5-3,8-3,9-3,9-4,0-4,1-4,2-4,3-4,3-4,4-4,5-4,6-4,8-4,8-4,9-4,9-5,2-5,3-5,3 Lohausen Wersten Stockum Kalkum Gerresheim Holthausen Düsseldorf Hellerhof Kaiserswerth Oberkassel Oberbilk Stadtmitte Wittlaer Benrath Düsseltal Flingern Süd Heerdt Bilk Grafenberg Derendorf Pempelfort Golzheim Unterbilk Flingern Nord Friedrichstadt -5,4-5,4-5,5-5,5-5,6-5,8-5,8-5,9-5,9-5,9-5,9-5,9-6,1-6,1-6,1-6,2-6,3-6,5-6,7-7,2-7,4-7,4-7,7-7,8-8,1 Hafen -14,4 Hubbelrath Knittkuhl 0 0 Nachdem die GRÜNEN bereits bei der letzten Landtagswahl in den meisten Stadtteilen geringe Verluste hinnehmen mussten, haben sie nun in allen Stadtteilen noch einmal deutlich verloren. Am deutlichsten haben die GRÜNEN in den Stadtteilen verloren, in denen sie bei der letzten Wahl die besten Ergebnisse einfahren konnten: in Friedrichstadt (-8,1 Prozentpunkte), Flingern Nord (-7,8) und Unterbilk (-7,7). Die besten Ergebnisse erzielten die GRÜNEN in den Stadtteilen Friedrichstadt (13,6%), Flingern Süd und Oberbilk (je 12,7%). Insgesamt konnten die GRÜNEN in Düsseldorf in sieben Stadtteilen ein zweistelliges Ergebnis einfahren. Die Stadtteile mit den geringsten GRÜNEN- Stimmenanteilen sind Garath (3,6%), Hassels (4,5%) und Niederkassel (4,8%). 25
27 Gewinne und Verluste der FDP in Prozentpunkten in den Stadtteilen -20,0-15,0-10,0-5,0 +0,0 +5,0 +10,0 +15,0 +20,0 Hamm Hafen Altstadt Unterbilk Friedrichstadt Derendorf Flingern Nord Carlstadt Pempelfort Lichtenbroich Heerdt Vennhausen Bilk Mörsenbroich Wersten Lörick Unterrath Lierenfeld Himmelgeist Hellerhof Stadtmitte Eller Düsseldorf Garath Flingern Süd Oberkassel Volmerswerth Holthausen Urdenbach Flehe Oberbilk Itter Golzheim Gerresheim Reisholz Rath Hassels Grafenberg Unterbach Stockum Benrath Düsseltal Wittlaer Ludenberg Kaiserswerth Kalkum Niederkassel Angermund Lohausen +9,2 +8,7 +7,5 +6,8 +6,7 +6,7 +6,6 +6,6 +6,3 +6,3 +5,8 +5,5 +5,5 +5,5 +5,4 +5,3 +5,3 +5,2 +5,0 +4,9 +4,9 +4,7 +4,7 +4,6 +4,5 +4,5 +4,5 +4,5 +4,4 +4,3 +4,3 +4,1 +4,0 +4,0 +4,0 +3,9 +3,7 +3,3 +3,3 +3,3 +2,8 +2,7 +2,5 +2,4 +2,3 +1,9 +1,8 +1,4 +1,2 Hubbelrath Knittkuhl 0 0 Nach 2012 sind auch bei dieser Wahl wieder Gewinne für die FDP in allen Stadtteilen festzustellen. Die höchsten prozentualen Gewinne gab es in Hamm mit einem Plus von 9,2 Prozentpunkten, gefolgt von der Altstadt (+7,5 Prozentpunkte). Die FDP-Ergebnisse sind in allen Stadtteilen zweistellig. Die besten Ergebnisse fuhr sie erneut in Carlstadt (31,6%), Niederkassel (29,5%) und Oberkassel (28,6%) ein. In Carlstadt ist die FDP, wenn auch nur mit einem geringen Vorsprung von 0,3 Prozentpunkten, die stärkste Kraft noch vor der CDU. In 14 Stadtteilen liegt die FDP vor der SPD. In Grafenberg erhielten die beiden Parteien gleich viele Stimmen. Die geringsten Stimmenanteile erlangte die FDP in Garath (10,1%), Hassels und Flingern Süd (je 10,9%). 27
29 Gewinne und Verluste der PIRATEN in Prozentpunkten in den Stadtteilen -20,0-15,0-10,0-5,0 +0,0 +5,0 +10,0 +15,0 +20,0 Niederkassel Wittlaer Angermund Oberkassel Carlstadt Kalkum Kaiserswerth Ludenberg Volmerswerth Itter Stockum Himmelgeist Golzheim Lörick Grafenberg Lohausen Düsseltal Urdenbach -3,2-3,3-3,7-3,8-3,8-3,9-4,0-4,1-4,2-4,4-4,4-4,6-4,6-4,8-4,8-5,1-5,1-5,3 Flehe Unterbach Mörsenbroich Benrath Hamm Pempelfort Unterrath Hellerhof Düsseldorf Altstadt Vennhausen Bilk Gerresheim Wersten Heerdt Unterbilk Rath Derendorf Holthausen Stadtmitte Garath Lichtenbroich Eller Hassels Flingern Nord Friedrichstadt Lierenfeld Oberbilk Flingern Süd Reisholz Hafen -5,4-5,7-5,9-5,9-6,0-6,0-6,1-6,2-6,3-6,4-6,5-6,6-6,8-6,8-6,9-6,9-7,0-7,1-7,4-7,4-7,5-7,8-7,9-8,0-8,0-8,1-9,1-9,2-9,3-9,5-9,5 Hubbelrath Knittkuhl 0 0 In allen Düsseldorfer Stadtteilen sind herbe Verluste auch für die Piraten festzustellen am deutlichsten dort, wo sie bei der letzten Wahl besonders gut abgeschnitten hatten: in Reisholz (-9,5 Prozentpunkte), in Flingern Süd (-9,3) und in Oberbilk (-9,2%). In allen Stadtteilen liegen die Piraten nun unter 2% und sind damit auch in Düsseldorf marginalisiert. 29
31 Gewinne und Verluste der LINKEN in Prozentpunkten in den Stadtteilen -20,0-15,0-10,0-5,0 +0,0 +5,0 +10,0 +15,0 +20,0 Flingern Süd Oberbilk Friedrichstadt Flingern Nord +6,4 +6,0 +5,8 +5,1 Bilk Stadtmitte Unterbilk Lierenfeld Derendorf Pempelfort Himmelgeist Reisholz Düsseldorf Gerresheim Düsseltal Holthausen Eller Heerdt Wersten Benrath Rath Hamm Unterrath Hassels Altstadt Vennhausen Hellerhof Grafenberg Flehe Golzheim Garath Carlstadt Urdenbach Unterbach Lörick Hafen Ludenberg Angermund Volmerswerth Niederkassel Stockum Kalkum Kaiserswerth Lohausen Itter Mörsenbroich Wittlaer Lichtenbroich Oberkassel +4,3 +4,0 +3,9 +3,8 +3,8 +3,6 +3,3 +3,3 +3,2 +3,2 +3,1 +3,0 +3,0 +2,9 +2,9 +2,9 +2,9 +2,7 +2,6 +2,5 +2,5 +2,5 +2,5 +2,5 +2,5 +2,4 +2,4 +2,4 +2,4 +2,4 +2,3 +2,2 +2,2 +2,1 +2,1 +2,0 +2,0 +2,0 +1,9 +1,8 +1,8 +1,7 +1,6 +1,6 +1,1 Hubbelrath Knittkuhl 0 0 DIE LINKE konnte in allen Stadtteilen dazugewinnen, am deutlichsten in Flingern Süd (+6,4 Prozentpunkte) und in Oberbilk (+6,0). In drei Stadtteilen konnte sie ein zweistelliges Ergebnis erzielen, in Flingern Süd mit 14,5%, in Oberbilk mit 10,9% und in Friedrichstadt mit 10,2%. In 28 Stadtteilen liegen die Ergebnisse bei 5% oder darüber. 31
32 Die AfD ist in NRW bei dieser Landtagswahl erstmalig angetreten. Fünf Düsseldorfer Stadtteile bescherten der AfD auf Anhieb ein zweistelliges Ergebnis: Lichtenbroich, Holthausen, Reisholz, Hassels und Garath. Den höchsten Stimmenanteil für die AfD weist dabei Garath auf mit 15,1%. In 16 Stadtteilen erhielt die AfD hingegen weniger als 5%, am wenigsten Zuspruch fand die AfD in Hamm (3,3%) und Wittlaer (3,7%). In 16 Stadtteilen sind die Stimmenanteile für die AfD höher als die für die GRÜNEN. 32
33 1.6 Wählerwanderung Bei dieser Landtagswahl ist es auch in Düsseldorf zu mehr oder weniger deutlichen Stimmengewinnen und -verlusten der einzelnen Parteien gekommen. Es stellt sich dabei die Frage, inwieweit einzelne Parteien von Stimmenverlusten anderer Parteien profitieren konnten bzw. woher die Stimmengewinne einer Partei kommen. Konnten Parteien ehemalige Nichtwählerinnen und -wähler mobilisieren oder verloren sie vielleicht Stimmen durch Wahlenthaltungen? Eine Analyse der Wählerwanderung kann Aufschluss darüber geben und aufzeigen, wie die Größenordnungen bei diesen Wanderungsbewegungen sind. Darüber hinaus lässt sich ermitteln, in welchem Umfang Wählerinnen und Wähler ihrer Partei treu geblieben sind oder ihre Stimme einer anderen Partei gaben. Neben der Möglichkeit von Wahltagsbefragungen, bei denen in ausgewählten repräsentativen Stimmbezirken die Wählerschaft nach der Stimmabgabe zu ihrer Wahlentscheidung bei der jetzigen und der zurückliegenden Wahl befragt werden, lassen sich statistische Verfahren heranziehen, mittels derer die Wanderungen geschätzt werden. Diese greifen nicht auf individuelle Daten zurück, sondern nutzen die Wahlergebnisse auf Stimmbezirksebene, um durch komplexe mathematische Berechnungen wahrscheinliche Wanderungsströme zu ermitteln. Bei einem Vergleich mehrerer dieser Verfahren durch das Statistische Beratungslabor der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und dem Lehrstuhl für Empirische Politikforschung (Prof. Dr. Paul W. Thurner, LMU) hat sich das Multinominal-Dirichlet-Modell als das am besten geeignete Verfahren herausgestellt. Diese Methode wurde bereits mehrfach von der Stadt München und nun erstmals auch in Düsseldorf angewandt. Auf Basis der aktuellen Ergebnisse der Landtagswahl sowie den Ergebnissen der letzten Landtagswahl 2012 werden Wählerwanderungsströme zwischen den Parteien sowie zwischen Partei und Nichtwählenden analysiert. Bei der Interpretation der Ergebnisse muss beachtet werden, dass nicht nur die Wählerinnen und Wähler ihr Wahlverhalten geändert, sondern auch strukturelle Veränderungen in den Stimmbezirken stattgefunden haben (Fort- und Zuzüge, neue Erstwählerinnen und -wähler, Sterbefälle etc.). Wie bei jedem anderen Schätzverfahren gibt es auch hier Fehlerwahrscheinlichkeiten, die insbesondere bei kleineren Parteien zum Tragen kommen können und die bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden müssen. Daher ist diese Analyse der Wählerwanderung auch auf die Parteien SPD, CDU, GRÜNE, FDP, PIRATEN, DIE LINKE und die AfD sowie die Nichtwählenden beschränkt. Die Stimmen für die übrigen Parteien und ungültige Stimmen fallen unter Sonstige. 33
34 Inwieweit sind die Wählerinnen und Wähler bei dieser Landtagswahl einer Partei treu geblieben oder haben sich für eine andere entschieden? Um dies zu ermitteln, wird hier dargestellt, inwieweit die Wahlberechtigten der letzten Landtagswahl 2012 bei der diesjährigen Wahl die gleiche Wahlentscheidung getroffen bzw. sich für eine andere Partei entschieden haben. Es zeigt sich, dass die Wählerschaft, die bereits bei der letzten Landtagswahl ihre Stimme der CDU gegeben hat, dies zu rund 84% bei dieser Wahl wieder getan hat. Lediglich 13% wechselten zu einer anderen Partei, 4% gingen diesmal nicht zur Wahl. Auch die FDP-Wählerinnen und -Wähler von 2012 entschieden sich zu fast drei Vierteln wieder für die FDP. 23% trafen diesmal eine andere Wahlentscheidung. Die SPD-Wählerschaft blieb der Partei zu rund zwei Dritteln erhalten. Ein Viertel entschied sich für eine andere Partei und 9% für das Nichtwählen. Ein anderes Bild zeigt sich bei den ehemaligen Wählerinnen und Wählern der GRÜNEN, von ihnen blieben lediglich 43% der Partei treu. Über die Hälfte wählte diesmal eine andere Partei. Bei der Partei DIE LINKE blieb etwa ein Viertel bei seiner Wahlentscheidung von Bei den PIRATEN waren es lediglich 2%. Hier wechselte auch ein relativ hoher Anteil (11%) in das Lager der Nichtwählenden. Von denjenigen, die 2012 nicht gewählt haben, entschieden sich immerhin mehr als ein Viertel für eine Teilnahme bei dieser Wahl. Wahlverhalten der Wählerschaft von 2012 bei der Landtagswahl 2017 in Prozent SPD CDU GRÜNE FDP PIRATEN DIE LINKE Sonstige Nichtwählende gleiche Partei (Stammwählende) nicht gewählt (Nichtwählende) andere Partei (Wechselwählende) 34
35 Übersicht aller Wanderungssalden Wo sind die Wählerinnen und Wähler geblieben, die ihrer Partei nicht treu waren? Bei den Werten in der folgenden Übersicht handelt es sich um die absoluten Übergänge. Da ein Austausch von Stimmen zwischen zwei Parteien in beide Richtungen verlaufen kann, sind hier die Stimmengewinne und -verluste zwischen zwei Parteien saldiert dargestellt. Es wurden dabei Salden berücksichtigt, die eine Wanderung von Personen und mehr ergeben. Die Werte sind gerundet und weichen daher geringfügig von den endgültigen Ergebnissen ab. Insgesamt zeigen sich erhebliche Wanderungsbewegungen, was auf die deutlichen Stimmengewinne bzw. -verluste aller Parteien zurückzuführen ist. Am deutlichsten gewann die CDU an Stimmen dazu ( Stimmen insgesamt). Auch die FDP und DIE LINKE konnten Stimmengewinne in Höhe von bzw verbuchen. Die PIRATEN verloren die meisten ihrer Wählerinnen und Wähler ( ). SPD und GRÜNE mussten Stimmenverluste in Höhe von bzw hinnehmen. Nichtdestotrotz können auch Parteien mit einem hohen Zugewinn an Stimmen insgesamt Wählerinnen und Wähler an andere Parteien verloren haben bzw. Parteien mit starken Verlusten auch Wählende dazu bekommen haben. 35
36 Nichtwählende AfD PIRATEN SPD CDU FDP DIE LINKE Nichtwählende AfD SPD GRÜNE FDP CDU PIRATEN FDP GRÜNE CDU DIE LINKE AfD Nichtwählende CDU GRÜNE SPD FDP PIRATEN DIE LINKE Sonstige PIRATEN AfD Nichtwählende SPD CDU FDP PIRATEN GRÜNE Nichtwählende DIE LINKE SPD
37 Wanderungen aus Sicht der Parteien Für eine detailliertere Betrachtung werden nachfolgend die Wanderungsbilanzen aus Sicht der Parteien aufgezeigt. Auch hier sind saldierte und gerundete Werte dargestellt. Ein Großteil der verlorenen SPD-Stimmen ging an die AfD, die bei dieser Landtagswahl erstmals in NRW antrat ( Stimmen). Darüber hinaus wanderten rund ehemalige SPD-Wählerinnen und -Wähler zur CDU, zur FDP und mit knapp auch eine nennenswerte Anzahl zu der Partei DIE LINKE. Stimmen gewinnen konnte die SPD hingegen aus der ehemaligen PIRATEN-Wählerschaft (+1.500) und von Wählerinnen und Wählern, die sich 2012 noch ihrer Stimme enthielten (+2.000) CDU GRÜNE FDP PIRATEN DIE LINKE AfD Sonstige Nichtwählende 37
38 Aus der Wanderungsbilanz der CDU wird deutlich, dass die Partei hauptsächlich von der gestiegenen Wahlbeteiligung profitieren konnte. Rund ehemalige Nichtwählerinnen und Nichtwähler gaben ihre Stimme diesmal der CDU. Darüber hinaus konnte die CDU ehemalige SPD- und ehemalige GRÜNEN-Wählerinnen und -Wähler für sich gewinnen. Jeweils Stimmen kamen von Personen, die 2012 ihre Stimmen noch an die FDP oder die PIRATEN vergaben. Lediglich an die AfD verlor die Partei in nennenswertem Umfang (-1.200) SPD GRÜNE FDP PIRATEN DIE LINKE AfD Sonstige Nichtwählende Die GRÜNEN verloren mit Stimmen am deutlichsten an die FDP Stimmen gingen an die CDU, ähnlich viele (-2.400) an DIE LINKE. Ein kleinerer, dennoch nennenswerter Teil der ehemaligen GRÜNEN-Wählerschaft wechselte zur AfD (-1.000) SPD CDU FDP PIRATEN DIE LINKE AfD Sonstige Nichtwählende 38
39 Die deutlichen Stimmengewinne der FDP sind im Wesentlichen auf ehemalige Nichtwählerinnen und -wähler sowie Personen zurückzuführen, die 2012 ihre Stimme noch den GRÜNEN gegeben hatten. Darüber hinaus kamen Stimmen von ehemaligen SPD-Wählerinnen und -wählern und von den PIRATEN hinzu Stimmen gingen hingegen an die CDU SPD CDU GRÜNE PIRATEN DIE LINKE AfD Sonstige Nichtwählende Die PIRATEN, die mit einem Verlust von rund Wählerstimmen nahezu 86% ihrer Stimmen von 2012 einbüßen mussten, verlieren an alle Parteien. Am deutlichsten stechen dabei die Verluste an DIE LINKE (-4.300) und an sonstige Parteien (-3.100) hervor. An AfD, SPD, CDU und FDP verlor die Partei jeweils zwischen und Stimmen. Darüber hinaus gingen auch verhältnismäßig viele Personen, die 2012 noch die PIRATEN unterstützten, diesmal nicht zur Wahl (-1.700) SPD CDU GRÜNE FDP DIE LINKE AfD Sonstige Nichtwählende 39
40 DIE LINKE profitierte im Wesentlichen von den starken Stimmenverlusten der PIRATEN (+4.300). Darüber hinaus konnte die Partei auch ehemalige Nichtwählerinnen und -wähler mobilisieren. Ebenso viele Wählerinnen und Wähler kommen von den GRÜNEN SPD CDU GRÜNE FDP PIRATEN AfD Sonstige Nichtwählende Die Wanderungsbilanz der AfD, die 2012 nicht kandidiert hatte und daher nur Zuwächse verzeichnet, zeigt eine deutliche Wanderung von ehemaligen SPD-Wählerinnen und -wählern zur AfD. Neben den ehemaligen SPD- Wählenden trugen auch jeweils Personen, die vormals nicht gewählt oder sonstige Parteien unterstützt hatten, zum starken Abschneiden der AfD bei. Auch von den PIRATEN erhielt die AfD Stimmen, von CDU und GRÜNEN noch bzw Stimmen SPD CDU GRÜNE FDP PIRATEN DIE LINKE Sonstige Nichtwählende 40
41 Nichtwählerinnen und Nichtwähler Von den Personen, die bei der letzten Landtagswahl 2012 ihre Stimme nicht abgegeben hatten, beteiligten sich rund an dieser Wahl. Die Gruppe der Nichtwählenden verlor demnach bei dieser Wahl am deutlichsten. Davon konnte insbesondere die CDU profitieren, die ehemalige Nichtwählerinnen und -wähler für sich gewinnen konnte. Auch die FDP konnte aus dieser Gruppe Stimmen beziehen. Deutlich weniger derjenigen, die vormals nicht gewählt hatten, entschieden sich für die AfD und für DIE LINKE ( bzw ), ebenso wie für die SPD (-2.000). Einzig von den PIRATEN gewann die Gruppe der Nichtwählerinnen und -wähler hinzu (+1.700) SPD CDU GRÜNE FDP PIRATEN DIE LINKE AfD Sonstige Zusammensetzung der Wählerschaften der einzelnen Parteien Stamm-/ Wechsel- und Nichtwählerinnen und -wähler Bei Betrachtung der Wählerschaften bei der diesjährigen Landtagswahl wird deutlich, dass die SPD ihre Wählerschaft zu rund drei Viertel hauptsächlich aus Stammwählerinnen und -wählern, d.h. von denjenigen, die sie bereits 2012 gewählt haben, bezieht. Lediglich knapp 11% ihrer Wählerschaft konnte die SPD von anderen Parteien für sich gewinnen (Wechselwählende). Fast 14% waren ehemalige Nichtwählende. Die Wählerschaft der CDU setzt sich zu etwas über 60% aus Stammwählerinnen und -wählern und zu etwa gleichen Teilen aus Personen, die zuvor nicht oder eine andere Partei gewählt haben, zusammen. Die GRÜNEN konnten etwa ein Drittel ihrer Wählerschaft aus Wechselwählerinnen und -wählern (23%) und aus ehemaligen Nichtwählenden (11%) beziehen. 66% hatten die GRÜNEN bereits 2012 gewählt. 41
42 Über die Hälfte der FDP-Wählerinnen und -Wähler hatten bei der letzten Landtagswahl noch eine andere Partei (32%) oder nicht gewählt (20%). Da die FDP bei dieser Wahl deutlich Stimmen hinzugewinnen konnte, wäre ein viel höherer Anteil an Stammwählenden auch nicht möglich. Bei der Partei DIE LINKE zeigt sich noch deutlicher, dass sie ein Großteil ihrer Wählerinnen und Wähler neu hinzugewinnen konnte. Lediglich 11% der Wählerschaft hat die Partei bereits 2012 gewählt. Rund 70% kommen von anderen Parteien, 18% von ehemaligen Nichtwählenden. Da die AfD erstmals in NRW kandidierte, setzt sich ihre Wählerschaft nur aus Wechsel- und Nichtwählenden zusammen, wobei der Anteil an Personen, die zuvor noch eine andere Partei wählten, deutlich höher ausfällt (86%) als der Anteil an ehemaligen Nichtwählenden (14%). Zwei Drittel der Wählerinnen und Wähler sonstiger Parteien hatten 2012 noch SPD, CDU, GRÜNE, FDP, PIRATEN oder DIE LINKE gewählt. Rund 88% der Nichtwählerinnen und Nichtwähler hatten bereits 2012 nicht gewählt. Die übrigen 12% hatten sich 2012 noch an der Wahl beteiligt. Wahlverhalten der Wählerschaft von 2017 bei der Landtagswahl 2012 in Prozent SPD CDU GRÜNE FDP DIE LINKE AfD Sonstige Nichtwählende gleiche Partei (Stammwählende) nicht gewählt (Nichtwählende) andere Partei (Wechselwählende) 42
43 1.7 Stimmenausschöpfung Die Ausschöpfungsquote bezieht die gültigen Stimmen für die Parteien auf die Zahl der Wahlberechtigten und nicht, wie sonst üblich, auf die Zahl der gültigen Stimmen. Die Ausschöpfungsquote berücksichtigt somit auch die Zahl der Nichtwählerinnen und Nichtwähler, sowie die ungültig abgegebenen Stimmen und beruft sich somit auf die maximal mögliche Zahl an Wählerinnen und Wählern. Ausschöpfungsquote Landtagswahl 2017 Düsseldorf ungültige 1% SPD 17,8% Nichtwählende 32% CDU 20,7% Sonstige 3% AfD 4,2% DIE LINKE 4,1% FDP 11,7% GRÜNE 5,4% Ausschöpfungsquote Landtagswahl 2012 Düsseldorf ungültige 1% SPD 20,5% Nichtwählende 39,2% CDU 15,4% Sonstige 6,4% DIE LINKE 1,8% FDP 7,6% GRÜNE 8,3% 43
44 Bei der Landtagswahl 2017 lag der Anteil an Nichtwählerinnen und Nichtwählern in Düsseldorf bei 32,3% und somit um 6,9 Prozentpunkte niedriger als noch Die SPD konnte eine Stimmenausschöpfung von 17,8% erreichen, fünf Jahre zuvor waren es noch 20,5%. Die CDU erhielt 20,7% der Stimmen aller Wahlberechtigten und verbesserte sich um 5,3 Prozentpunkte. Die Ausschöpfungsquote der Grünen sank von 8,3% (2012) auf 5,4% in Die FDP kletterte von 7,6% auf 11,7%. DIE LINKE erreichte eine Stimmenausschöpfung von 4,1% und verbesserte sich somit um 2,3 Prozentpunkte gegenüber der vorherigen Landtagswahl. Die AfD, die erstmals bei einer Landtagswahl in NRW antrat, konnte aus dem Stand 4,2% der Stimmen aller Wahlberechtigten auf sich vereinen. Stimmenausschöpfung bei den Landtagswahlen 2017 und 2012 in Düsseldorf 2017 Landtagswahl 2012 Veränderung 2017 gegenüber 2012 Anzahl Ausschöpfungsquote in % Anzahl Ausschöpfungsquote in % absolut %-Punkte Wahlberechtigte x Wählerinnen und Wähler , , ,9 Nichtwählerinnen und Nichtwähler , , ,9 Wählerinnen und Wähler mit ungültiger Stimme , , ,0 gültiger Stimme , , ,0 davon für SPD , , ,6 CDU , , ,3 GRÜNE , , ,9 FDP , , ,1 DIE LINKE , , ,3 AfD ,2 x x x x Sonstige , , ,4 44
45 2. Repräsentative Wahlstatistik 2.1 Rechtliche Grundlagen und Erhebung der Ergebnisse Die Durchführung der repräsentativen Wahlstatistik zur nordrhein-westfälischen Landtagswahl ist im Landeswahlgesetz (LWahlG) geregelt. Dieses sieht vor, für das Landesgebiet Statistiken über die Wahlberechtigten sowie über die Wählerinnen und Wähler und ihre Stimmabgabe nach Alter und Geschlecht zu erstellen und zu veröffentlichen ( 45 LWahlG). Die repräsentative Wahlstatistik gibt Auskunft über das alters- und geschlechtsspezifische Wahlverhalten und dient somit dem Informationsbedarf in vielen Bereichen unserer Gesellschaft. Kommunen mit abgeschotteter Statistikstelle gemäß 32 Datenschutzgesetz NRW sind berechtigt, die Auszählung der Stimmzettel selbst innerhalb der Statistikstelle vorzunehmen. In zuvor vom Landesbetrieb IT.NRW repräsentativ ausgewählten Stimmbezirken werden Angaben über die Geschlechts- und Altersgliederung der Wahlberechtigten und Wählerinnen/Wähler unter Berücksichtigung ihrer Stimmabgabe für die einzelnen Wahlvorschläge ermittelt. Dabei gilt als oberster Grundsatz die Wahrung des Wahlgeheimnisses. Die Methode der Feststellung der Stimmabgabe der Männer und Frauen stellt keine Verletzung des Wahlgeheimnisses dar. Bei der Auszählung lässt sich feststellen, wie viele Frauen oder Männer der fünf gebildeten Altersgruppen eine bestimmte Partei gewählt haben, allerdings können daraus keinerlei Anhaltspunkte für die Stimmabgabe einer Einzelperson gewonnen werden. Die Erhebung erfolgt in anonymer Form mittels speziell markierter Stimmzettel und ist ausschließlich für statistische Zwecke vorgesehen. Die für die repräsentative Wahlstatistik ausgewählten Urnenwahlbezirke müssen mindestens 400 Wahlberechtigte aufweisen (vgl. Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen, 2017). Die wahlberechtigten Jahrgänge werden in fünf Geburtsjahresgruppen aufgeteilt: Jahrgänge 1993 bis 1999 Jahrgänge 1983 bis 1992 Jahrgänge 1973 bis 1982 Jahrgänge 1958 bis 1972 Jahrgänge 1957 und früher Die Wahlberechtigten in den 13 ausgewählten Stimmbezirken repräsentieren 4,2% der Wahlberechtigten insgesamt. In der Analyse wurden nur Parteien berücksichtigt, die im Sinne der Repräsentativität eine ausreichende Anzahl von Wählerstimmen auf sich vereinigen konnten. 45
46 Repräsentative Stimmbezirke: 1508 Metzer Straße Lacombletstraße Luisenstraße Fliednerstraße Graf-Engelbert-Straße An der Golzheimer Heide Rather Kreuzweg Graf-Recke-Straße Unter den Eichen Gumbertstraße Bingener Weg Bruchhausenstraße Am Massenberger Kamp 45 46
47 2.2 Ergebnisse Wahlberechtigte und Wahlscheininhaberinnen und -inhaber Die Altersstruktur der Wahlbevölkerung stellte sich in den repräsentativen Stimmbezirken folgendermaßen dar: Die größte Gruppe stellten die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, die 60 Jahre und älter sind. Diese Gruppe umfasst die meisten Jahrgänge und machte bei dieser Wahl mehr als ein Drittel aller Wahlberechtigten aus (36,9%). Innerhalb dieser größten statistischen Gruppe bildeten Frauen mit 57,8% eine deutliche Mehrheit Hintergrund ist ihre insgesamt höhere Lebenserwartung sowie der noch immer aus dem Zweiten Weltkrieg resultierende Frauenüberschuss. An zweiter Stelle standen die 45- bis unter 60-Jährigen. Diese 15 Geburtsjahrgänge hatten einen Anteil von 26,0% an allen Wahlberechtigten. Frauen und Männer waren in dieser Gruppe gleich häufig vertreten. 13,8% der Wahlberechtigten waren 35 bis unter 45 Jahre alt und auch hier waren die Frauen- und Männeranteile in etwa gleich hoch (50,1% zu 49,9%). Mit nur 16,7% bildeten die 25- bis unter 35-Jährigen die drittgrößte Altersgruppe, der Frauenanteil lag bei 53,1%. Die jüngsten Wahlberechtigten, die 18 bis unter 25 Jahre alt sind, stellten mit einem Anteil von 6,7% die zahlenmäßig kleinste Gruppe. Bei ihnen lag der Anteil der Frauen mit 51,6% etwas höher als der der Männer. Einen Wahlschein zur Durchführung der Briefwahl beantragten insgesamt 19,2% der Wahlberechtigten. Etwa jede bzw. jeder vierte Wahlberechtigte im Alter von 60 Jahren und älter beantragte einen Wahlschein, um sich per Briefwahl an der Landtagswahl zu beteiligen. Von allen Wahlscheininhaberinnen und -inhabern stellte diese Altersgruppe mit einem Anteil von 46,8% - wie bei anderen politischen Wahlen auch - die größte Gruppe dar. 47
48 2.2.2 Wahlbeteiligung Es lässt sich erneut feststellen: Je älter die Wahlberechtigten sind, desto höher ist die Bereitschaft zur Wahl zu gehen. Die höchste Wahlbeteiligung wiesen bei dieser Wahl die ältesten Wahlberechtigten ab 60 Jahren auf. Von ihnen gingen 71,6% zur Wahl. Damit traf diese Altersgruppe, die ja auch die größte Altersgruppe darstellt, alleine rund 39,2% der Wahlentscheidungen. Die sogenannten Erst- und Jungwählerinnen und wähler (18 bis unter 25 Jahre) wiesen hingegen mit 54,8% die geringste Wahlbeteiligung auf. In der Altersgruppe von 25 bis unter 35 Jahre betrug sie mit 61,9% immerhin 7,1 Prozentpunkte mehr. Die 35- bis unter 45-Jährigen beteiligten sich zu 64,3%. Und die Altersgruppe der 45- bis unter 60-Jährigen erreichte mit 70,0% nochmals eine geringfügig höhere Wahlbeteiligung. Die Wahlbeteiligung insgesamt lag bei dieser Wahl bei den Männern (67,7%) nur unwesentlich höher als bei den Frauen (67,1%). In den Altersgruppen 25 bis unter 35 Jahre und 45 bis unter 60 Jahre nahmen Frauen etwas häufiger an der Wahl teil als Männer (+2,7 bzw. +2,5 Prozentpunkte). Bei den 60-Jährigen und Älteren lag hingegen die Wahlbeteiligung der Männer um 5,6 Prozentpunkte höher als die der Frauen. Die Frauen dieser Altersgruppe stellten dennoch trotz der niedrigeren Wahlbeteiligung insgesamt die größte Gruppe unter allen Wählerinnen und Wählern. Die oben dargestellten Ergebnisse bedeuten im Umkehrschluss, dass es den höchsten Anteil an Nichtwählerinnen und Nichtwählern bei den potentiellen Erst- und Jungwählerinnen und -wählern gab. Von allen Wahlberechtigten im Alter von 18 bis unter 25 Jahren haben in Düsseldorf 45,2% nicht an der Wahl zum 17. nordrhein-westfälischen Landtag teilgenommen allerdings lag dieser Anteil bei der letzten Landtagswahl mit 53,2% noch deutlich höher. 48
49 Wählerinnen bzw. Wähler und Nichtwählerinnen bzw. Nichtwähler nach Geschlecht und Altersgruppen 100% 75% 50% 25% 0% Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen Jahre Jahre Jahre Jahre 60 Jahre und mehr Briefwählerinnen und -wähler Wählerinnen und Wähler im Wahllokal Nichtwählerinnen und -wähler 49
50 Wahlberechtigte und Wahlbeteiligung in den repräsentativen Stimmbezirken Geschlecht Altersgruppe von... bis unter... Jahre insg. in % Wahlberechtigte Wählerinnen und Wähler darunter davon Stimmabgabe insg. mit Wahlschein im per Briefwahl* Anzahl in % Anzahl in % Wahllokal Anzahl in % Wahlbeteiligung in % Nichtwählerinnen und -wähler Anzahl in % Nichtbeteiligungsquote in % , , , ,3 54, ,8 45, , , , ,4 60, ,6 39,6 Männer , , , ,7 64, ,3 35, , , , ,5 68, ,0 31,3 60 u. mehr , , , ,7 74, ,2 25,2 zusammen , ,1 67, , , , , ,3 54, ,9 45, , , , ,7 63, ,5 36,9 Frauen , , , ,5 64, ,0 35, , , , ,6 71, ,2 28,7 60 u. mehr , , , ,1 69, ,3 30,8 zusammen , ,8 67, , , , , ,8 54, ,3 45, , , , ,2 61, ,5 38,1 Insgesamt , , , ,6 64, ,1 35, , , , ,6 70, ,9 30,0 60 u. mehr , , , ,2 71, ,2 28,4 zusammen , ,1 67, ,6 * Die Rücklaufquote aller beantragten Wahlscheine liegt bei 91,4%. 50
51 2.2.3 Wahlentscheidung aus der Sicht der Parteien Im Folgenden wird betrachtet, welche Anteile der Wählenden, nach Alter und Geschlecht, ihre Stimme für eine bestimmte Partei abgegeben haben. Bei der SPD zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der CDU: Je älter die Wählerinnen und Wähler, desto eher geben sie ihre Stimme der SPD. So wurde auch die SPD mit einem Anteil von 33,6% hauptsächlich von der ältesten Wählergruppe gewählt. Und auch die Gesamtgruppe der SPD- Wählenden besteht zu mehr als der Hälfte aus Frauen (54,2%). Frauen (29,9%) stimmten insgesamt etwas häufiger als Männer (27,4%) für die SPD. Dies gilt auch für fast alle Altersgruppen mit Ausnahme der ältesten Altersgruppe, hier stimmten die Männer minimal häufiger als die Frauen für die SPD. Die wenigsten Stimmen erhielt die Partei von den 18- bis unter 25-jährigen Männern (20,5%). Bei den Frauen erzielte sie ebenfalls in der jüngsten Altersgruppe den geringsten Anteil mit 22,5%. Grundsätzlich steigt die Bereitschaft zur Wahl der CDU mit zunehmendem Alter der Wählerinnen und Wähler. 37,6% der Wählerinnen und Wähler ab 60 Jahren wählten in Düsseldorf diese Partei. In allen übrigen Altersgruppen schnitt die CDU hingegen erkennbar schwächer ab und blieb in der Gesamtbetrachtung jeweils unter einem Anteil von 30%. Bei den jüngsten Wählerinnen und Wählern bis 25 Jahre stimmten lediglich 15,7% für die CDU. Bei differenzierter Betrachtung der CDU-Wählerschaft kann festgestellt werden, dass diese sich zu einem höheren Anteil (54,3%) aus Frauen zusammensetzte, wobei sich die Differenz hauptsächlich durch das Wahlverhalten der 60-Jährigen und Älteren erklären lässt: 40,2% der Frauen dieser Altersgruppe wählten die CDU, während die gleichaltrigen Männer mit 34,5% deutlich seltener für diese Partei stimmten. Ihr schlechtestes Ergebnis insgesamt erzielte die CDU bei den jüngsten Frauen mit 15,1%. Alles in allem stimmten 30,5% aller Wählerinnen und 27,9% aller Wähler (in den repräsentativen Stimmbezirken) zu Gunsten der CDU ab. 51
52 Im Gegensatz zu den beiden großen Volksparteien CDU und SPD nimmt die Bereitschaft, die GRÜNEN zu wählen, mit dem Alter der Wählenden tendenziell ab. In der ältesten Wählergruppe erhielten die GRÜNEN nur 2,9% der Stimmen. Von den Erst- und Jungwählerinnen und -wählern erhielten sie mit 15,1% die meisten Stimmen. 62,2% der Wählerinnen und Wähler der GRÜNEN sind Frauen. In allen Altersgruppen wählten Frauen häufiger die GRÜNEN als Männer. Insbesondere Frauen zwischen 18 und 25 Jahren gaben zu einem hohen Anteil von 20,9% ihre Stimme den GRÜNEN die Differenz zum entsprechenden Stimmenanteil der Männer dieses Alters betrug 11,9 Prozentpunkte. Insgesamt wählten 9,0% der Frauen und 5,9% der Männer die GRÜNEN. Auch bei der FDP lässt sich eine große Differenz im Wahlverhalten der jüngsten Wählerinnen und Wähler erkennen: 25,8% der 18- bis unter 25-jährigen Männer und nur 11,6% (-14,2 Prozentpunkte) der gleichaltrigen Frauen stimmten für die FDP; diese Differenz ist somit spiegelbildlich zum Wahlverhalten der jüngsten GRÜNEN-Wählerinnen und Wähler. Auch bei den 25- bis unter 35-Jährigen ist die Zustimmung bei den Männern mit 19,6% noch deutlich höher als bei den Frauen (+6,4 Prozentpunkte). Lediglich in der ältesten Altersgruppe wird die FDP mit 14,8% etwas häufiger von Frauen als von Männern (13,6%) gewählt. Insgesamt bestand ihre Wählerschaft zu 51,2% aus Männern in der jüngsten Altersgruppe sogar zu 67,7%. Es entschieden sich 16,5% aller Männer und 14,5% aller Frauen für die FDP. Die Partei DIE LINKE wurde vor allem von den jüngsten Wählergruppen gewählt: 13,1% der Erst- und Jungwählerinnen und -wählern und 10,4% der 25- bis unter 35-Jährigen haben ihr ihre Stimme. Ihr bestes Ergebnis erzielte die LINKE mit 14,3% bei den jüngsten Frauen. Nur in dieser Altersgruppe wurde DIE LINKE häufiger von Frauen als von Männern gewählt. Die geringste Zustimmung mit 3,7% kam von den Frauen im Alter von 60 Jahren und älter. Insgesamt betrachtet gaben Männer (7,8%) häufiger ihre Stimme an die LINKE als Frauen (6,2%). Die AfD erhielt die meiste Zustimmung von den Wählerinnen und Wählern im mittleren Alter zwischen 35 und unter 60 Jahren. Deutlicher als die FDP wurde die AfD in allen Altersgruppen von Männern gewählt ihr Anteil an allen AfD-Wählenden betrug 65,4%. Bei den 45- bis unter 60-jährigen Männern erhielt sie gar ein zweistelliges Ergebnis (11,9%). Hingegen entschieden sich nur 1,2% der Erst- und Jungwählerinnen für die AfD. Die deutlichste geschlechtsspezifische Differenz weisen die 60-Jährigen und Älteren auf: während 9,3% der ältesten Männer für die AfD votierten, lag der Anteil bei den Frauen dieser Altersgruppe bei 3,3% (-6,0 Prozentpunkte). 52
53 Stimmverteilung nach Alter und Geschlecht Alter von bis unter Jahren 0% 10% 20% 30% 40% 50% SPD u. mehr CDU u. mehr GRÜNE u. mehr FDP u. mehr DIE LINKE u. mehr AfD u. mehr Sonstige u. mehr Frauen Männer 53
54 2.2.4 Wahlentscheidung mit Blick auf die Altersgruppen Während im vorangegangenen Kapitel das Wahlverhalten der Wählerinnen und Wähler aus Sicht der einzelnen Parteien dargestellt wurde, soll nun nochmal der Fokus auf die verschiedenen Altersgruppen gelegt werden. Es werden im Folgenden relevante Abweichungen dargestellt, die bei der Betrachtung des Wahlverhaltens der Altersgruppen, differenziert nach Geschlecht, auffallen. Die Erst- und Jungwählerinnen und wähler zeigten insgesamt ein heterogeneres Wahlverhalten als die übrigen Altersgruppen. Nur etwas mehr als ein Drittel entschied sich für eine der beiden Volksparteien CDU und SPD. Die CDU rangiert hinter der SPD und (je nach Geschlecht der Wählenden) der FDP oder den GRÜNEN an dritter Stelle. Die AfD liegt bei den jungen Wählerinnen und Wählern mit 2,8% deutlich unter der 5-Prozent-Marke. Auch bei den 25- bis unter 35-Jährigen entschieden sich insgesamt etwas weniger als die Hälfte für die CDU oder die SPD nur bei den Frauen ist es jede Zweite. Über 70% der ältesten Wählerinnen und Wähler hingegen gaben Ihre Stimmen für eine der beiden großen Parteien ab. Die auffälligsten Abweichungen zwischen den Geschlechtern zeigen sich in der jüngsten Altersgruppe der 18- bis unter 25-Jährigen in Bezug auf deren Wahlentscheidungen für die GRÜNEN und die FDP. Während 20,9% der jüngsten Wählerinnen für die GRÜNEN stimmten, gaben nur 9,0% der jungen Männer dieser Partei ihre Stimme (Differenz: 11,9 Prozentpunkte). Gleichzeitig entschied sich über ein Viertel der jungen Wähler für die FDP (25,8%), aber nur 11,6% der jungen Wählerinnen. Auch bei den 25- bis unter 35-Jährigen differierte das Wahlverhalten am deutlichsten hinsichtlich der FDP, die auch hier häufiger von den Männern als von den Frauen gewählt wurde (Differenz: 6,4 Prozentpunkte). Allerdings gibt es, wenn auch nicht so stark ausgeprägt, auch Abweichungen bei der SPD und den GRÜNEN, sie werden jeweils häufiger von den Frauen dieser Altersgruppe gewählt (Differenz 5,1 bzw. 4,4 Prozentpunkte). In der Gruppe der 35- bis unter 45-Jährigen wurden die GRÜNEN ebenfalls häufiger von den Frauen gewählt, hier beträgt die Differenz 5,9 Prozentpunkte. Frauen im Alter von 45 bis unter 60 Jahre wählten häufiger die SPD als die Männer in diesem Alter (Differenz: 4,4 Prozentpunkte). Dafür gaben letztere deutlich eher ihre Stimme der AfD (Differenz: 5,5). Auch bei den 60-Jährigen und Älteren haben die Geschlechter in Bezug auf die AfD nicht die gleichen Präferenzen. Während die Männer zu 9,3% für die AfD votierten, bekam die Partei von den Frauen dieses Alters nur 3,3% (Differenz: 6,0). Die älteren Frauen gaben ihre Stimme dagegen häufiger der CDU (Differenz: 5,7). 54
55 Stimmenanteile nach Geschlecht und Altersgruppen in Prozent ,3 11,9 90 1,2 4, ,3 11, , , ,9 40 9, ,1 16,4 9,6 9,0 6,9 7,9 5,7 4,9 6,4 6,4 4,0 6,2 11,9 9,5 6,1 6,4 9,5 11,4 7,3 9,2 14,5 16,4 13,2 16,3 19,6 16,9 9,9 13,2 13,0 7,5 7,1 8,8 26,9 23,3 25,6 26,1 26,0 22,9 1,2 1,1 3,3 3,7 9,3 5,5 14,8 13,6 3,3 2,3 40,2 34, ,5 20,5 27,2 22,1 25,3 23,5 30,5 26,1 33,4 33,8 0 Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer 18 bis unter 25 Jahre 25 bis unter 35 Jahre 35 bis unter 45 Jahre 45 bis unter 60 Jahre 60 Jahre und mehr SPD CDU GRÜNE FDP DIE LINKE AfD Sonstige 55
56 2.3 Vergleich zu vorangegangenen Landtagswahlen Wahlbeteiligung In Düsseldorf stieg bei dieser Landtagswahl die Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2012 um +6,9 Prozentpunkte auf 67,7%. In den repräsentativen Stimmbezirken gingen mit 67,4% ebenfalls deutlich mehr Wahlberechtigte zur Wahl als noch vor fünf Jahren (+4,6 Prozentpunkte). Auch bei dieser Wahl lässt sich insgesamt festhalten, dass mit zunehmendem Alter der Wahlberechtigten auch die Wahlbeteiligung höher ausfällt. So waren es wieder die ältesten Wahlberechtigten, die die höchste Beteiligung aufwiesen (71,6%) und die potentiellen Erst- und Jungwählerinnen und -wähler, die sich am wenigsten an der Wahl beteiligten (54,8%). Jedoch ist im Vergleich zu den vorangegangenen Wahlen bei allen Geschlechts- sowie Altersgruppen ein zum Teil deutlicher Anstieg der Wahlbeteiligung zu erkennen. Die geringste Zunahme ist bei der ältesten Altersgruppe sowie der Gruppe der 35- bis unter 45-Jährigen mit jeweils +1,9 und +1,3 Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl 2012 festzustellen. Am stärksten stieg die Beteiligung mit +8,6 Prozentpunkten bei den 25- bis unter 35-jährigen Wählerinnen und Wählern. Diese Entwicklung resultiert aus der starken Zunahme der Wahlbeteiligung unter den Frauen in dieser Altersgruppe um +10,4 Prozentpunkte. Mit +9,5 Prozentpunkte nahm auch die Wahlbeteiligung der jüngsten Männer (18 bis unter 25 Jahre) auffallend deutlich zu. Die Zunahme der Wahlbeteiligung generell unterschied sich zwischen Frauen und Männern nur geringfügig (+4,7 bzw. +4,4 Prozentpunkte). 56
57 Landtagswahl 2017 im Vergleich zu 2012 und 2010 Wahlbeteiligung in den repräsentativen Stimmbezirken Geschlecht Altersgruppe von... bis unter... Jahren % ,3 45,4 54, ,3 53,9 60,4 Männer ,9 62,2 64, ,9 64,5 68,7 60 u. mehr 74,4 72,2 74,8 zusammen 63,8 63,3 67, ,3 48,2 54, ,6 52,7 63,1 Frauen ,1 63,8 64, ,4 63,6 71,3 60 u. mehr 69,4 67,8 69,2 zusammen 62,8 62,4 67, ,8 46,8 54, ,4 53,3 61,9 Insgesamt ,5 63,0 64, ,7 64,0 70,0 60 u. mehr 71,5 69,7 71,6 zusammen 63,3 62,8 67,4 57
58 2.3.2 Wahlentscheidung Im Folgenden werden nur für die Parteien Vergleiche zu den vorangegangen Landtagswahlen im Jahr 2010 und 2012 gezogen, für die auch entsprechende Vergleichszahlen aus der repräsentativen Wahlstatistik vorliegen. Daher wird für die AfD kein Vergleich angestellt. Die SPD musste im Vergleich zu 2012 in allen Altersgruppen Verluste verzeichnen. Die stärksten Stimmenverluste sind in den älteren Altersgruppen zu beobachten. Bei den 45 bis unter 60-jährigen sanken die Stimmenanteile um -6,9 Prozentpunkte, bei den ältesten Wählerinnen und Wählern um -5,2 Prozentpunkte. Die geringsten Stimmenverluste fuhr die SPD bei der Altersklasse der 25- bis unter 35-Jährigen ein (-1,4 Prozentpunkte). Vor allem bei den Männern im Alter von 45 bis unter 60 Jahren sank die Zustimmung im Vergleich zur vorangegangenen Wahl deutlich (-8,2 Prozentpunkte). Unter den Frauen nahmen die Stimmenanteile besonders bei den ältesten Wählerinnen ab (-5,9 Prozentpunkte). Im Vergleich zur Landtagswahl 2010 zeichnet sich bei den Verlusten und Gewinnen kein einheitliches Bild ab. So sanken zwar die Stimmenanteile der SPD bei den jüngsten Wählerinnen und Wählern um insgesamt -1,4 Prozentpunkte, in den anderen Gruppen konnten jedoch zum Teil leichte Gewinne verzeichnet werden. Wie unterschiedlich die Stimmenverteilung ist, lässt sich auch anhand der Altersgruppe der 45- bis unter 60-Jährigen darstellen, in der die SPD bei den Männern einen Verlust von -5,0 Prozentpunkten verzeichnet, bei den Frauen andererseits um +0,5 Prozentpunkte zulegte. Insgesamt betrachtet sind im Vergleich zur letzten Wahl 2012 sowohl bei Frauen wie auch bei Männern Verluste von jeweils -4,6 Prozentpunkte zu verzeichnen. Bei keiner Alters- oder Geschlechtergruppe konnte die SPD Gewinne verbuchen. Die CDU konnte den Abwärtstrend der vergangenen Wahlen 2010 und 2012 beenden und verzeichnete in nahezu allen Geschlechter- und Altersgruppen Gewinne. Insbesondere in der Altersgruppe der 45- bis unter 60-jährigen sowie 35- bis unter 45-jährigen Wählerinnen und Wählern ist ein deutlicher Anstieg zu beobachten (+7,3 bzw. +6,1 Prozentpunkte). In der Gruppe der Männer konnte die CDU mit einem Plus von 8,7 Prozentpunkten insbesondere bei den 45- bis unter 60-jährigen Wählern steigende Stimmenanteile erzielen. Bei den Frauen kann besonders in der Gruppe der ältesten Wählerinnen ein deutlicher Stimmengewinn von +6,5 Prozentpunkten verzeichnet werden. 58
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