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Timestamp: 2020-02-17 22:05:02+00:00

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BGH, 13.12.2007 - I ZR 47/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,845
BGH, 13.12.2007 - I ZR 47/06 (https://dejure.org/2007,845)
BGH, Entscheidung vom 13.12.2007 - I ZR 47/06 (https://dejure.org/2007,845)
BGH, Entscheidung vom 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06 (https://dejure.org/2007,845)
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Zulässigkeit einer Anhörungsrüge bei Geltendmachung bereits in der Berufungsinstanz begangener Gehörsverletzungen; Einmalige gerichtliche Kontrolle innerhalb des Instanzenzuges von auf Gehörsverletzungen gestützte Rügen; Stützen einer Anhörungsrüge auf einen bereits in ...
"Anhörungsrüge"
Verfahrensrecht - Was muss mit der Anhörungsrüge geltend gemacht werden?
Rechtsmittel - Anhörungsrüge ist kein Allheilmittel
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BGH v. 13.12.2007, Az.: I ZR 47/06 (Anhörungsrüge ist kein Allheilmittel)" von der Redaktion der PA, original erschienen in: PA 2008, 140 - 141.
§ 321a ZPO eröffnet keine Möglichkeit der Durchbrechung der Rechtskraft bei anderen Verfahrensverstößen (im Anschluss an BGH, Beschluss vom 13. Dezember 2007, I ZR 47/06, NJW 2008, 2126).
aa) § 321a ZPO eröffnet ausschließlich die Möglichkeit, einen Verstoß gegen den in Art. 103 Abs. 1 GG verbürgten Anspruch auf rechtliches Gehör geltend zu machen (BT-Drucks. 15/3706 S. 14; BGH, Beschluss vom 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06, NJW 2008, 2126 Rn. 4 f;… Urteil vom 16. September 2014 - VI ZR 55/14, VersR 2015, 82 Rn. 9;… Stein/Jonas/Leipold, ZPO, 22. Aufl. § 321a Rn. 38); andere Rechtsverletzungen können nach § 321a ZPO nicht gerügt werden (BGH, Beschluss vom 13. Dezember 2007 aaO Rn. 5;… BVerfG, NJW 2009, 3710 Rn. 17;… Wieczorek/Schütze/Rensen, ZPO, 4. Aufl., § 321a Rn. 56, 60).
Hingegen geht die neuere - und zum Zeitpunkt der Einlegung der Anhörungsrüge dem Beschwerdeführer bereits zugängliche - höchstrichterliche Rechtsprechung im Hinblick auf den dem § 29a FGG wortgleichen § 321a ZPO davon aus, dass sich der Anwendungsbereich der Anhörungsrüge auf die Geltendmachung von Verstößen gegen Art. 103 Abs. 1 GG beschränkt (vgl. BGH, Beschluss vom 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06 -, NJW 2008, S. 2126 ).
Die Anhörungsrüge ist insoweit nur zulässig, wenn die Entscheidung, die Revision nicht zuzulassen, das Verfahrensgrundrecht auf rechtliches Gehör neu und eigenständig verletzt (BVerfGE 107, 395, 410; BVerfG, NJW 2008, 2635, 2636; NJW 2011, 1497; BGH, Beschluss vom 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06, GRUR 2008, 932 Rn. 6 = WRP 2008, 956;… Beschluss vom 17. Dezember 2015 - I ZR 256/14, juris Rn. 2).
Soweit die Klägerin - wegen der Nichtvorlage aufgeworfener Fragen zur Auslegung von Unionsrecht an den Europäischen Gerichtshof - eine Verletzung ihres Anspruchs auf den gesetzlichen Richter rügt, erweist sich die Anhörungsrüge ebenfalls als unzulässig, weil sie nur auf eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, nicht aber auf die Verletzung anderer Verfassungs- und Verfahrensgarantien gestützt werden kann (stRspr;… Beschlüsse vom 17. Mai 2011 - BVerwG 7 A 3.11 - juris Rn. 9, vom 28. November 2008 - BVerwG 7 BN 5.08 - Buchholz 310 § 152a VwGO Nr. 6 …und vom 26. November 2008 - BVerwG 7 B 52.08 - juris Rn. 3; BGH, Beschluss vom 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06 - NJW 2008, 2126; vgl. auch BVerfG…, Beschluss vom 30. Juni 2009 - 1 BvR 893/09 - NJW 2009, 3710, juris Rn. 16 ff.).
BGH, 11.07.2008 - II ZR 125/07
Die Rüge geht auch fehl, soweit sie geltend machen will, der Senat habe durch den angefochtenen Beschluss selbst neu und eigenständig den Anspruch des Klägers auf rechtliches Gehör verletzt (vgl. davon auch BGH, Beschl. v. 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06, WRP 2008, 956).
Unter Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von § 321a Abs. 1 Nr. 2 ZPO ist ausschließlich das nach Art. 103 Abs. 1 GG gewährleistete rechtliche Gehör zu verstehen (BGH, Beschl. v. 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06, NJW 2008, 2126, 2127 Rn. 5).
aa) Werden mit einer Anhörungsrüge lediglich angebliche und durch ein Rechtsbehelfsgericht nicht geheilte Gehörsverstöße gerügt, also perpetuierte Gehörsverstöße beklagt, herrscht mittlerweile in der fachgerichtlichen Rechtsprechung und Lehre Einigkeit darüber, dass eine solche Rüge unzulässig ist (vgl. BGH, Beschluss vom 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06 -, juris, Rn. 1 ff.; BVerwG…, Beschluss vom 28. November 2008 - BVerwG 7 BN 5.08 -, juris, Rn. 2).
Andernfalls ist die Anhörungsrüge als Rechtsbehelf nicht geboten und infolgedessen unzulässig (BGH, Beschlüsse vom 20. November 2007 - VI ZR 38/07 - NJW 2008, 923 Tz. 5; vom 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06 - NJW 2008, 2126 Tz. 1-3; BVerfG NJW 2008, 2635 f.).
Einen Verstoß gegen das Verfahrensgrundrecht aus Art. 103 Abs. 1 GG zeigt dies aber nicht auf (…vgl. BGH, Beschlüsse vom 20. November 2007 aaO Tz. 6 und vom 13. Dezember 2007 aaO Tz. 2).
BGH, 07.07.2008 - VI ZR 159/07
Umfang des rechtlichen Gehörs im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde
Vorliegen einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Falle des …
BGH, 01.10.2008 - IV ZR 171/06
BGH, 22.08.2008 - IX ZB 194/07
Zulässigkeit der Anhörungsrüge im Verfahren vor dem BGH
OLG München, 30.10.2013 - 34 SchH 8/12
Schiedsverfahren: Gehörsverletzung im Zusammenhang mit der Ablehnung von …
BFH, 25.03.2010 - I S 7/10
Rechtliches Gehör bei Entscheidung über Nichtzulassungsbeschwerde
BFH, 30.10.2008 - I S 29/08
Gegenstand einer Anhörungsrüge - keine Akteneinsicht in einem unzulässigen …
BFH, 30.10.2008 - I S 33/08

References: BGH 

§ 321
 § 321
 Art. 103
 § 321
 § 321
 § 321
 § 29
 § 321
 Art. 103
 § 152
 § 321
 Art. 103
 Art. 103
 BGH