Source: http://docplayer.org/2731365-Rak-seminare-celle-oldenburg-die-krise-des-bankkunden.html
Timestamp: 2017-09-20 16:50:45+00:00

Document:
rak.seminare (Celle & Oldenburg) Die Krise des Bankkunden - PDF
Download "rak.seminare (Celle & Oldenburg) Die Krise des Bankkunden"
1 rak.seminare (Celle & Oldenburg) Prof. Dr. Florian Jacoby
2 Übersicht Folien 1) Avalgeschäft in der Insolvenz ) Leistungen an den Schuldner ) Sonderkonto oder Anderkonto ) Zahlung vom debitorischen Konto ) Kontoverrechnung ) Insolvenzfestigkeit von Zessionen ) Lastschrift ) Deckungen durch Dritte ) Cash Pool Folie 2
3 Beispiel BGH ZIP 2011, 282: Avalgeschäft in der Insolvenz Beklagte hatte der Schuldnerin im Rahmen eines Kautionsversicherungsvertrages eine Avalkreditlinie von ca. 90 Mio. eingeräumt. Als Avalprovision war zu Beginn eines jeden Jahres im Voraus ein Betrag in Höhe von 1,1% der jeweils in Anspruch genommenen Bürgschaftssumme zu zahlen. Bei Insolvenzeröffnung hatte die Schuldnerin eine Prämie geleistet, von der ca auf die Zeit nach der Eröffnung entfielen. Diese Summe verlangte der Insolvenzverwalter zurück. Folie 3
4 Schaubild BGH ZIP 2011, 282 (Vielzahl an) Gläubiger Hauptschuld Bürgschaften Insolvenzschuldnerin Vergütung, 675 BGB Avalzusage Aufwendung, 670 BGB Kautionsversicherer/ Bank Folie 4
5 Geschäftsbesorgung in der Insolvenz 115 Abs. 1 InsO Ein vom Schuldner erteilter Auftrag, der sich auf das zur Insolvenzmasse gehörende Vermögen bezieht, erlischt durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. 116 Satz 1 InsO: Hat sich jemand durch einen Dienst- oder Werkvertrag mit dem Schuldner verpflichtet, ein Geschäft für diesen zu besorgen, so gilt 115 entsprechend. Folie 5
6 Einordnung des Vergütungsanspruchs BGHZ 168, 276 = ZIP 2006, 178: [17] Prämienansprüche des Kautionsversicherers für die Zeit nach Insolvenzeröffnung lassen sich nicht damit rechtfertigen, er hafte als Bürge nach Beendigung des Valutaverhältnisses dem Begünstigten gegenüber weiter und sei daher gezwungen, für diese Position Risikovorsorge zu betreiben. [19] Anders als im Regelfall des Versicherungsvertrags ist die Kautionsversicherung für den Fall der Inanspruchnahme des Versicherers auf einen Regress gegenüber dem Versicherungsnehmer angelegt ( 4 AVB Avalkredit-plus). Nach 5 Nr. 1 AVB Avalkredit-plus wird die (pauschale) Prämie für die Bereitstellung des Limits, nicht für die Übernahme von Bürgschaften berechnet. BGH ZIP 2011, 282: [10] Die Beklagte hätte das Risiko, für die Zeit nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens keine Prämie mehr zu erhalten, durch Vereinbarung einer Einmalprämie für einzelne ausgereichte Bürgschaften vermeiden können. Denn soweit der Geschäftsbesorger den Vertrag vor Insolvenzeröffnung erfüllt hat, muss der Verwalter dies für und gegen die Masse gelten lassen. Folie 6
7 Folgerungen Pflicht des Vertragspartners Bank/Versicherung - Neue Bürgschaften sind wegen. 115 f InsO nicht zu übernehmen. - Verpflichtung aus alten Bürgschaften besteht gegenüber Gläubiger fort. Ansprüche des Vertragspartners wegen Aufwendung - Wegen alter Bürgschaften besteht Freihaltungs-/Regressanspruch, entsprechende Sicherheiten sind grds. insolvenzfest. - Wegen neuer Bürgschaften kann mangels Aufwendung kein Anspruch bestehen. Ansprüche des Vertragspartners auf Avalprovision (für Bereitstellen) - Zeitraum bis Insolvenzeröffnung Anspruch besteht, ggf. gesichert In BGH ZIP 2011, 282 gar bereits erfüllt und nicht kondizierbar - Zeitraum ab Insolvenzeröffnung Anspruch geht wegen Insolvenzeröffnung unter (andere Begründung BGHZ 168, 276 Rn 13 ff.: niemals begründet). Vorauszahlungen sind nach BGH ZIP 2011, 282 kondizierbar. Folie 7
8 Leistungen an den Schuldner: Problem aus BGH ZIP 2006, 138 Sicherungsmaßnahmen inkl. Verfügungsverbot gegen S. S eröffnet Girokonto bei B S verfügte - teils durch Barabhebungen, teils durch Überweisungsaufträge - über dort eingehende Beträge, insgesamt ,28 EUR. Später verlangt Insolvenzverwalter Auskehr dieses Betrags von B Folie 8
9 BGH ZIP 2006, 138 Eine Bank muss organisatorisch Vorsorge treffen, damit ihre Kunden betreffende Informationen über die Eröffnung von Insolvenzverfahren oder Sicherungsmaßnahmen im Vorfeld der Insolvenzeröffnung von ihren Entscheidungsträgern zur Kenntnis genommen werden. Wird sie dieser Obliegenheit nicht gerecht, muss sie sich Kenntnisse, die bei einem zur Vornahme von Rechtsgeschäften bestellten und ermächtigten Bediensteten vorhanden sind, als ihr bekannt zurechnen lassen. Folie 9
10 Problem aus BGH ZIP 2010, 935 Insolvenzschuldnerin S hatte Lebensversicherung bei V S kündigte während des Insolvenzverfahrens V übersandte S einen Verrechnungsscheck Treuhänder im Verfahren über S fordert von V abermalige Zahlung Folie 10
11 BGH ZIP 2010, 935 Haben Unternehmen mit umfangreichem Zahlungsverkehr zur Erfüllung einer Verbindlichkeit an einen Insolvenzschuldner geleistet, ohne dass sie die Eröffnung des Insolvenzverfahrens kannten, hindert sie die Möglichkeit, diese Information durch eine Einzelabfrage aus dem Internet unter zu gewinnen, nach Treu und Glauben nicht daran, sich auf ihre Unkenntnis zu berufen. Sie sind auch nicht gehalten, sich wegen der Möglichkeit der Internetabfrage beweismäßig für sämtliche Mitarbeiter zu entlasten. Folie 11
12 Öffnungsklausel für Softwareentwicklung BGH ZIP 2010, 935: [13] (...) Es ist nicht vorgetragen worden, dass schon zur Zeit der Berufungsverhandlung oder gar zur Zeit der streitigen Zahlung für die Beklagte und ähnliche Unternehmen die Möglichkeit bestand, mit verhältnismäßig geringem Aufwand Insolvenzbekanntmachungen im Internet programmgesteuert mit eigenen Kundendaten abzugleichen und wesentliche Informationen fortlaufend in die eigenen Unternehmensdateien zu übernehmen. Ebenso Kayser, FS Wellensiek (2011), 211, 217 f.; Wittmann/Kinzl, ZIP 2011, 2232 ff. Deutlich zurückhaltender Bork, DB 2012, 33, 37 ff.: Wegen Kenntniserfordernis keine Beschaffungspflicht Folie 12
13 Sonderkonto oder Anderkonto BGH ZIP 2009, 531: Zahlungen, die auf einem von einem Rechtsanwalt als Insolvenzverwalter oder Treuhänder eingerichtetes Anderkonto eingehen, fallen weder in das Schuldnervermögen noch in die Masse, sondern stehen ausschließlich dem Rechtsanwalt zu. BGH ZIP 2007, 2279: Zahlt ein Drittschuldner aufgrund einer Anordnung des Insolvenzgerichts einen Geldbetrag auf ein vom vorläufigen Insolvenzverwalter eingerichtetes Anderkonto ein und wird dieses Treuhandkonto nach Insolvenzeröffnung als Hinterlegungskonto aufrechterhalten, so verbleibt das Guthaben im Treuhandvermögen des Insolvenzverwalters persönlich; es wird nicht Teil der Masse. BGH ZIP 2011, 1220: Zahlungen des Drittschuldners auf ein nach Verfahrensaufhebung fortbestehendes Anderkonto des vormaligen Insolvenzverwalters haben keine schuldbefreiende Wirkung, wenn der Schuldner dem Insolvenzverwalter keine Einziehungsermächtigung erteilt hat. Christoph Schulte-Kaubrügger: Kontoeinrichtung durch den (vorläufigen) Insolvenzverwalter: Sonderkonto oder Anderkonto?, ZIP 2011, Folie 13
14 Zahlung vom debitorischem Konto Zugriff im Wege der Einzelzwangsvollstreckung - Pfändbarkeit des Dispositionskredits - Pfändbarkeit der geduldeten Überziehung - Anfechtbarkeit des durch Pfändung erlangten Pfandrechts Anfechtbarkeit von Zahlungen aus debitorischem Konto Liegt Gläubigerbenachteiligung vor bei Zahlung aus - Dispositionskredit - zweckgebundenen Darlehen - geduldeter Überziehung Folie 14
15 BGH zur (Un-)Pfändbarkeit BGHZ 93, 315 = ZIP 1985, 339: Die bloße Duldung einer Kontoüberziehung seitens der Bank gibt dem Kunden ihr gegenüber keinen pfändbaren Anspruch auf Kredit. Ob in eine offene Kreditlinie gepfändet werden kann, bleibt offen. BGHZ 147, 193 = ZIP 2001, 825: Die Ansprüche des Bankkunden gegen das Kreditinstitut aus einem vereinbarten Dispositionskredit ("offene Kreditlinie") sind, soweit der Kunde den Kredit in Anspruch nimmt, grundsätzlich pfändbar. Folie 15
16 Beispiel BGH ZIP 2011, 1324 Am erlässt Fiskus wegen Steuerrückständen Pfändungs- und Überweisungsverfügung, die alle Ansprüche der Schuldnerin gegen die Sparkasse aus dem dort eingerichteten Konto erfasst Auf Veranlassung der Schuldnerin wurden 3 TEUR am , weitere 3 TEUR am und am schließlich 7 TEUR an Fiskus überwiesen. Alle Zahlungen erfolgten aus dem der Schuldnerin eingeräumten Kontokorrentkredit. Wann erlangte Fiskus Rechte ( 140 InsO)? Folie 16
17 Lösung Beispiel BGH ZIP 2011, 1324 Leitsatz: Pfändet der Gläubiger in eine dem Schuldner eröffnete Kreditlinie, so entsteht ein Pfandrecht erst mit dem Abruf der Kreditmittel als Rechtshandlung des Schuldners. Folgerung: Pfandrecht erst mit Veranlassung der einzelnen Überweisungen Folie 17
18 Gläubigerbenachteiligung bei Zahlung aus debitorischem Konto Bank Fallgruppen: Dispo-Kredit Zweckdarlehen Geduldete Überziehung Giralgeldfluss S Anspruch erfüllt Möglichkeit der Deckungsanfechtung? Schließt Gedanke des Gläubigertausches (Verbindlichkeit gegen Bank statt gegen G) eine Gläubigerbenachteiligung aus? G Folie 18
19 Beispiel BGHZ 182, 317 = ZIP 2009, 2009 Fiskus und Schuldnerin schlossen Vereinbarung, nach der die Schuldnerin die Beitragsrückstände in fünf Raten zu zahlen hatte. Schuldnerin zog auf ihr gepfändetes Geschäftskonto mehrere Schecks über insgesamt 40 TDM Schuldnerin hatte Kreditrahmen überschritten Bank löste Schecks aber ein Insolvenzverfahren wird eröffnet Insolvenzverwalter ficht Deckungen durch Schecks an Liegt Gläubigerbenachteiligung vor? Folie 19
20 BGHZ 182, 317 = ZIP 2009, 2009 Schöpft der Schuldner neue Gelder aus einer lediglich geduldeten Kontoüberziehung und fließen sie infolge seiner Rechtshandlung einem Gläubiger direkt zu, so kommt die Anfechtung dieser mittelbaren Zuwendung durch den Insolvenzverwalter ohne Rücksicht darauf in Betracht, ob aus der Einräumung des Überziehungskredits für die Masse ein pfändbarer Anspruch gegen die Bank entsteht oder durch die Valutierung von Sicherheiten ein entsprechender Rückübertragungsanspruch verloren geht (Aufgabe von BGHZ 170, 276). Folie 20
21 Beispiel BGH ZIP 2011, 824 Ehefrau schloss Vergleich mit Fiskus, keine Liquidität zur Erfüllung, Bitte an Ehemann zur Tilgung der Forderung Ehemann zahlt über Zwischenstation Fremdkonto eines RA an Fiskus Später wird Insolvenzverfahren eröffnet Verwalter ficht Befriedigung des Fiskus an Fiskus bezweifelt Gläubigerbenachteiligung wegen Drittzahlung, zurecht? Folie 21
22 BGH ZIP 2011, 824 Der Anspruch des Insolvenzschuldners aus einem Darlehensvertrag mit der Zweckbindung, den Kreditbetrag einem bestimmten Gläubiger zuzuwenden, gehört grundsätzlich zur Insolvenzmasse. Das gilt auch dann, wenn der Kredit nicht unmittelbar an den Begünstigten ausgezahlt wird, sondern die Valuta zunächst auf das Fremdgeldkonto eines vom Schuldner und Darlehensgeber gemeinsam beauftragten Rechtsanwalts überwiesen und von dort an den Begünstigten weitergeleitet wird. Folie 22
23 Fazit Zugriff im Wege der Einzelzwangsvollstreckung - Keine Pfändbarkeit der geduldeten Überziehung (BGHZ 93, 315) - Pfändbarkeit des Dispositionskredits bei Abruf (BGHZ 147, 193) - Anfechtbarkeit des bei Abruf erlangten Pfändungspfandrechts (BGH ZIP 2011, 1324) Anfechtbarkeit von Zahlungen aus debitorischem Konto Gläubigerbenachteiligung liegt vor bei Zahlung aus - Dispositionskredit - zweckgebundenen Darlehen (BGH ZIP 2011, 824) - geduldeter Überziehung (BGH ZIP 2009, 2009) Folie 23
24 Anfechtbarkeit der Kontokorrentverrechnung 0. Fragestellung: Welche Eingänge auf Schuldnerkonto vor Eröffnung kann Verwalter herausverlangen, ohne dass Bank bei debitorischem Konto verrechnen darf? Folien 1. Offen gehaltenes Konto Geschlossenes Konto Folie 24
25 Beispiel BGHZ 150, 122 = ZIP 2002, 812 Kreditrahmen von 500 TDM 5. März 2000 Inanspruchnahme 300 TDM Eingänge im Umfang von 400 TDM Ausgänge im Umfang von 350 TDM 4. April 2000 Insolvenzantrag Kontoabschluss: Sollsaldo 250 TDM Kann Insolvenzverwalter Eingänge im Umfange von TDM (alle Eingänge) TDM (alle Eingänge im Kreditrahmen) - 50 TDM (Rückführung = Eingänge minus Ausgänge) beanspruchen? Folie 25
26 Schema Beispiel BGHZ 150, 122 Insolvenzverwalter kann eingegangene Beträge (Gutschriften) ungeachtet möglicher Gegenforderungen verlangen, wenn 1. Verrechnungslage vor Insolvenzeröffnung herbeigeführt 2. Gläubigerbenachteiligung Hindert AGB-Pfandrecht der Bank Gläubigerbenachteiligung? - dazu Leitsatz 1 3. Anfechtungsgrund: - Deckungsanfechtung, 130 f. Die Voraussetzungen, welchen Anfechtungstatbestands müssen erfüllt sein? - dazu Leitsatz 3 - Vorsatzanfechtung, 133 Abs Kein Anfechtungsausschluss durch Bargeschäft ( 142) Für welche Belastungen kann Bank sich auf Bargeschäft berufen? dazu Leitsätze 2 u. 4 Folie 26
27 Gläubigerbenachteiligung (+) BGHZ 150, 122, Leitsatz 1: Ein Pfandrecht des Kreditinstituts, das aufgrund Nr 14 Abs 1 AGB-Banken an Zahlungseingängen für einen Kunden in den letzten drei Monaten vor dem Eröffnungsantrag gegen diesen entsteht, ist als inkongruente Sicherung anfechtbar. Folie 27
28 Inkongruente Deckung (+) BGHZ 150, 122, Leitsatz 3: Die Rückführung eines von der Bank bewilligten, ungekündigten Kredits in der Zeit der wirtschaftlichen Krise des Schuldners (Kunden) ist auch dann inkongruent, wenn sie durch Saldierung im Kontokorrent erfolgt. Folie 28
29 Anspruch zur konkreten Zeit (Fälligkeit) Kongruenz hängt unabhängig vom Grund für Gutschrift stets davon ab, ob Bank Rückzahlung des Kredits verlangen kann, folglich gilt: Inkongruente Deckung (BGH ZIP 2009, 1124) - Kein Überschreiten der Kreditlinie und - Keine Kündigung des Kredits. - Irrelevant: Kontosperre! (BGH ZIP 2002, 2182) Kongruente Deckung - Überschreiten der Kreditlinie ohne stillschweigende Vereinbarung eines (erhöhten) Rahmens (BGH ZIP 2005, 585) oder - Gekündigter Kredit. Folie 29
30 Bargeschäftsausnahme BGHZ 150, 122, Leitsatz 2: Verrechnungen im Kontokorrent sind kongruent, soweit die Bank ihren Kunden (späteren Insolvenzschuldner) vereinbarungsgemäß wieder über die Eingänge verfügen läßt, insbesondere eine Kreditlinie offen hält. Ob der Kunde sie voll ausnutzt, ist unerheblich. BGHZ 150, 122, Leitsatz 4: Stellt eine Bank Zahlungseingänge ins Kontokorrent ein, kann in dem Umfang ein unanfechtbares Bargeschäft vorliegen, in dem sie ihren Kunden (Schuldner) wieder über den Gegenwert verfügen läßt. Ob der Schuldner den vereinbarten Kreditrahmen voll ausnutzt, ist grundsätzlich unerheblich. Folie 30
31 BGHZ 150, 122 = ZIP 2002, 812 Das Kreditinstitut erfüllt seine gleichwertige Pflicht aus dem Kontokorrentvertrag regelmäßig schon, wenn es den Schuldner innerhalb des Kreditrahmens vereinbarungsgemäß wieder verfügen läßt (MünchKomm- InsO/Kirchhof, 142 Rn. 13; s.o. 2 b). 142 InsO stellt auf eine objektive Gleichwertigkeit ab (amtliche Begründung der Bundesregierung zu 161 des Entwurfs einer Insolvenzordnung, BT-Drucks. 12/2443 S. 167). Das Kreditinstitut handelt (...) nicht nur als Kreditgeber, wenn es dem Kunden eine Krediterhöhung gewährt, sondern auch insoweit, als es ihn einen schuldrechtlich versprochenen Kredit tatsächlich ausnutzen läßt. Folie 31
32 BGH ZIP 2008, 235 Rechtsfolge: Anfechtungsvolumen Für die Anfechtung der Rückführung eines Kontokorrentkredits kommt es auf den Betrag an, um den die verrechneten Einzahlungen die berücksichtigungsfähigen Auszahlungen im Anfechtungszeitraum übersteigen; der höchste erreichte Sollstand ist grundsätzlich unerheblich. Folie 32
33 Kurvenbeispiel Anfechtung nach 131 Abs.1 Nr.1 InsO (Verrechnungen nach ), KL 100 TEUR, Antragstellung , Inanspruchnahmesaldo per TEUR; Auskehrungsvolumen 50 TEUR, da Bargeschäftseinwand hinsichtlich der späteren Verrechnungen Inanspruchnahme in EUR Datum Folie 33
34 Lösung Beispiel BGHZ 150, 122 Insolvenzverwalter kann eingegangene Beträge (Gutschriften) ungeachtet möglicher Gegenforderungen verlangen, wenn 1. Verrechnungslage vor Insolvenzeröffnung herbeigeführt 2. Gläubigerbenachteiligung (+) Leitsatz 1 3. Anfechtungsgrund: - Deckungsanfechtung, 130 f. (+) Inkongruente Deckung im letzen Monat - Leitsatz 3 - Vorsatzanfechtung, 133 Abs Kein Anfechtungsausschluss durch Bargeschäft ( 142) Bank darf 350 TDM gegen 400 TDM verrechnen Leitsätze 2 u. 4 -> Anfechtungsvolumen 50 TDM als Rückführung im letzten Monat vor Eröffnung (5. März bis 4. April) Folie 34
35 Beispiel BGH ZIP 2011, 1576 Konto der zahlungsunfähigen späteren Schuldnerin immer im Soll, aber im Rahmen der Kreditlinie In den letzten drei Monaten ergeben sich bei Rückführung um insgesamt EUR folgende Monatssalden: - Monat 3 Rückführung um EUR - Monat 2 Rückführung um EUR - Monat 1 Inanspruchnahme von EUR Was kann/sollte Insolvenzverwalter geltend machen? Folie 35
36 Zeitraum der Deckungsanfechtung Eröffnungs antrag Verfahrenseröffnung 2 Monate 1 Monat 143, InsO Folie 36
37 OLG Koblenz ZIP 2010, 1615 Gericht weist Klage auf EUR (Monat 2 + 3) ab, weil - die Zeiträume nicht aufgeteilt werden können, auch wenn die Insolvenzordnung selbst zwischen dem 2. und 3. Monat vor Insolvenzantragstellung einerseits ( 131 Abs. 1 Nr. 2 und 3) sowie dem letzten Monat vor Antragstellung andererseits ( 131 Abs. 1 Nr. 1) unterscheidet. - Maßgebend sei der Betrag, um den die verrechneten Einzahlungen in dem Gesamtzeitraum die Auszahlungen überstiegen. Dies beträfe hier nur den Betrag von EUR am Tag der Insolvenzantragstellung, der vom Kläger aber nicht geltend gemacht wird. Folie 37
38 BGH ZIP 2011, 1576 Die Frage der Inkongruenz von Verrechnungen im debitorischen Bankenkontokorrent kann bei der Anfechtung von Rechtshandlungen innerhalb des zweiten oder dritten Monats vor der Insolvenzantragstellung für den gesamten Anfechtungszeitraum nur einheitlich beantwortet werden. Wird das Kontokorrent nicht vorher gekündigt, läuft der Anfechtungszeitraum bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Folie 38
39 Folgerung: Anfechtungszeiträume Zulässige Zeiträume: - 1 Monat vor Antrag (?!, BGHZ 150, 122) - 3 Monate vor Antrag - 1 Monat plus Zeitraum seit Zahlungsunfähigkeit < 3 Monate Unzulässiges Cherry Picking : Willkürlich ausgewählte Zeiträume innerhalb des Anfechtungszeitraums, ohne dass der Zeitraum bis zum Antrag fortreicht. Noch nicht ausdrücklich für unzulässig erklärt: Willkürlich vom Insolvenzverwalter ausgewählter Zeitraum bis zur Antragsstellung Folie 39
40 Beschränkung des Bargeschäftseinwands Folgende Belastungen/Auszahlungen sind nicht berücksichtigungsfähig: - Unberechtigte Scheinbuchungen von Lastschriften, die nicht genehmigt werden - Eigennützige Belastungen zur Tilgung von Forderungen der (verrechnenden) Bank (BGH ZIP 2009, 1124, ZIP 2008, 237, ZIP 2004, 1509) - Belastungen zugunsten allein eines anderen Gesamtschuldners (KG ZIP 2011, 535) Folie 40
41 BGH ZIP 2004, 1509 An nennenswerten Kontobewegungen ist nur noch die Belastung vom 31. März 2000 in Höhe von DM zu verzeichnen, durch welche die Beklagte der Schuldnerin eine Rückgriffsforderung aus der Inanspruchnahme aus einer Bürgschaft in Rechnung gestellt hat. Bei derartigen - eigennützigen - Verrechnungen handelt es sich nicht um grundsätzlich unanfechtbare Bardeckungen. Der Senat hat deshalb Verrechnungen, mit denen eigene Forderungen der Gläubigerbank getilgt werden, im Ergebnis der Anfechtung unterstellt. Folie 41
42 BGH ZIP 2009, 1124 Rz 12 Vorliegend geht es indessen nicht um die vertragskonforme Abwicklung des Giroverkehrs durch die Verrechnung von Zahlungseingängen mit Zahlungsausgängen. Den Zahlungseingängen zugunsten der Schuldnerin standen unstreitig keine Kontobelastungen infolge an Dritte bewirkter Überweisungen gegenüber. Vielmehr hat die Beklagte sämtliche Zahlungseingänge mit eigenen gegen die Schuldnerin bestehenden Forderungen verrechnet. Demnach betrifft die Anfechtung in vollem Umfang die auf dem Konto der Schuldnerin eingegangenen Zahlungen, welche die Beklagte eigennützig zur Begleichung ihrer Kreditforderung verwendet hat. Folie 42
43 Folgen 1. Auswirkung für Kontoverrechnung Bank kann sich gegen Auskehr des Eingangs nicht unter Hinweis auf diese eigennützige Belastung verteidigen. 2. Kann zusätzlich die Tilgung der Forderung der Bank nach 143, 130 f. angefochten werden. > grds. (-) mangels Gläubigerbenachteiligung (bloßer Verbindlichkeitentausch) Folie 43
44 Beispiel BGH ZIP 2008, 237 Hausbank stellte Avalkredit über 50 TEUR gegen Sicherheiten zur Verfügung Daher übernahm sie Bürgschaft gegenüber U. in dieser Höhe Konto war einen Monat vor Eröffnung 100 TEUR im Soll innerhalb der Kreditlinie Eingänge in Höhe von 100 TEUR Belastungen in Höhe von 80 TEUR, davon 50 TEUR für eine Zahlung an U auf die bürgschaftsgesicherte Forderung Folie 44
45 Schaubild BGH ZIP 2008, 237 Insolvenzschuldner Hauptforderung Gläubiger U. Hauptforderung wird vom Girokonto bei Hausbank getilgt Mit der Hauptforderung entfällt Haftung der Hausbank aus Bürgschaft (Akzessorietät) (Gleichzeitig erfüllt Insolvenzschuldner Anspruch der Bank auf Freistellung von Bürgschaftsverpflichtung, 670 BGB) Hausbank 765 BGB Steht Hausbank wegen Belastung Bargeschäftseinwand zu? Könnte Deckung des Gläubiger U. angefochten werden? Folie 45
46 BGH ZIP 2008, Verrechnungen im Kontokorrent zur Erfüllung eigener Ansprüche der Bank sind nicht als Bardeckung unanfechtbar. 2. Ein Kredit zur Ablösung von Verbindlichkeiten des Schuldners, für welche die Bank sich verbürgt hat, stellt keine gleichwertige Gegenleistung für die Verrechnung von Zahlungseingängen dar, wenn und soweit die Bank endgültig von ihrer Bürgschaftsverbindlichkeit frei geworden ist. Folie 46
47 Ergänzung BGH ZIP 2008, 237 Insolvenzschuldner Hauptforderung Gläubiger U. Wäre Deckung des Gläubiger U. anfechtbar, würde nach Rückgewähr über 144 I auch die Bürgschaftsforderung wieder aufleben. Zwei Lösungsmöglichkeiten: Anfechtbarkeit ist mangels Gläubigerbenachteiligung (Passivtausch) zu verneinen. Bank darf doch verrechnen, weil ihr Befreiungsanspruch nicht getilgt wurde. Hausbank Bürgschaft Folie 47
48 Beispiel KG ZIP 2011, 535 Kreditlinie für Konzern (K1 und K2). K1 und K2 konnten den Kredit wahlweise auf ihren Konten in Anspruch nehmen und übernahmen für Ansprüche aus der Kreditgewährung die gesamtschuldnerische Haftung. Im letzen Monat vor Insolvenzantrag über das Vermögen des K1 verzeichnet dessen Konto erhebliche Eingänge Schließt Bargeschäftseinwand die Anfechtung der Verrechnung wegen Belastungen aus, die von K2 veranlasst wurden und für die K1 als Gesamtschuldner haftet? Folie 48
49 KG ZIP 2011, 535 Wird ein Kontokorrentkredit von mehreren gesamtschuldnerisch haftenden Kreditnehmern in Anspruch genommen und führt der spätere Insolvenzschuldner den Kredit vorzeitig zurück, während der Mitschuldner ihn weiter in Anspruch nimmt, setzt ein nicht anfechtbares Bargeschäft voraus, dass der spätere Insolvenzschuldner für die weitere Kreditinanspruchnahme durch den Mitschuldner vereinbarungsgemäß und in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang eine gleichwertige Gegenleistung erhält. Folie 49
50 BGH v IX ZR 24/11 Zur Nichtzulassungsbeschwerde auf KG ZIP 2011, 535: Die Voraussetzungen eines Bargeschäfts nach 142 InsO lagen nach dem eindeutigen Wortlaut dieser Vorschrift nicht vor. Durch die Kreditverlängerung für die Beklagte ist nicht unmittelbar eine gleichwertige Gegenleistung für die Verrechnung der Gutschriften auf dem Konto der Insolvenzschuldnerin in deren Vermögen gelangt. Folie 50
51 Berücksichtigungsfähige Eingänge Um das Anfechtungsvolumen zu bestimmen, sind nur die Eingänge zu berücksichtigen, deren Verrechnung gläubigerbenachteiligende Wirkung äußert Daran fehlt es, wenn Gutschrift darauf beruht, dass mit Zahlung auf das Konto des Schuldners bei seiner Hausbank ein Anspruch der Hausbank getilgt wurde, insbesondere, weil - Anspruch an Hausbank zur Sicherheit abgetreten war oder - Bürge auf Bürgschaftsforderung der Hausbank für Hauptschuld des Schuldners leistet Folie 51
52 BGH ZIP 2002, 2182 Leitsatz 2: Hat die spätere Gemeinschuldnerin künftige Forderungen sicherungshalber rechtswirksam an ein Kreditinstitut abgetreten, so werden die Konkursgläubiger regelmäßig nicht benachteiligt, soweit das Kreditinstitut die bei ihm eingehenden Zahlungen der Drittschuldner gegen Verbindlichkeiten der Gemeinschuldnerin verrechnet. Folie 52
53 BGH ZIP 2008, 1437 Tz. 20 Die Einzahlung der Drittschuldner auf das bei der Bank geführte Konto des Schuldners erfolgt jeweils unmittelbar in das Vermögen des Kreditinstituts, welches den Erlös auch im Falle einer noch nicht offen gelegten Abtretung als wahrer Berechtigter erhält. Zwar erlischt mit der Zahlung die der Bank als Sicherheit abgetretene Forderung ( 362, 407 BGB). Die Bank hat jedoch an deren Stelle ein Pfandrecht an dem neu entstandenen Anspruch der Schuldnerin aus 667 BGB gemäß Nr. 14 Abs. 1 AGB-Banken erworben. Ein solcher unmittelbarer Sicherheitentausch benachteiligt die Gläubiger nicht, sofern das Kreditinstitut auf Grund der Globalabtretung an den während des Drei-Monats-Zeitraums vor dem Eingang des Eröffnungsantrags entstandenen oder werthaltig gewordenen Forderungen ein anfechtungsfestes Absonderungsrecht erworben hatte. Dabei ist für die anfechtungsrechtliche Beurteilung auf den Zeitpunkt abzustellen, zu dem die Forderungen begründet worden sind. Folie 53
54 Geschlossenes Konto (Scheinbarer) Vorteil der Kündigung für Bank: Durch Kündigung hat Bank Anspruch auf Rückführung, so dass Anfechtbarkeit der Kontoverrechnung an 130 zu messen ist. Nachteile der Kündigung für Bank: - Anfechtungsgrund: Nachweis der subjektiven Voraussetzungen des Anfechtungsausschluss durch Bargeschäft: Kein Bargeschäft bei Kontoschließung Folie 54
55 130 Abs. 2 InsO Der Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit oder des Eröffnungsantrags steht die Kenntnis von Umständen gleich, die zwingend auf die Zahlungsunfähigkeit oder den Eröffnungsantrag schließen lassen. Folie 55
56 Vermutung des 130 Abs. 2 InsO Hausbank ist Insider : BGH ZIP 2000, 1016: Sperre des Hauptgeschäftskontos. BGH ZIP 2001, 524: Kündigung aller Kredite zur sofortigen Rückzahlung. BGH ZIP 2002, 228: Nicht eingelöste Schecks. KG ZInsO 2004, 394: Mehrere erfolglose Pfändungsversuche. Folie 56
57 Kreditkündigung Selbstständig anfechtbar als eine die Deckung ermöglichende Rechtshandlung. Streitig, ob - Kongruente Deckung (wg. Kündigungsvoraussetzungen) oder - Inkongruente Deckung (mangels Anspruch), Relevante Unterscheidung (trotz 130 Abs. 2) : - Zeitpunkt: Ist die Kreditkündigung erfolgt bereits vor Dreimonatzeitraum (Krise) oder mehr als 1 Monat vor Antrag und vor Zahlungsunfähigkeit - Voraussetzungen des Bargeschäfts ( 142) Folie 57
58 Ausschluss des Bargeschäfts bei Kontoschließung BGH v IX ZR 153/07 DZWIR 2010, 290 Die in der Senatsrechtsprechung [zum den Voraussetzungen des Bargeschäfts] verschiedentlich getroffene Aussage, es komme auf die Reihenfolge von Gutschriften und Belastungsbuchungen nicht an, bezieht sich auf das Merkmal der Unmittelbarkeit des Leistungsaustauschs. Davon unabhängig wurde stets gefordert, dass die Verrechnung einer Gutschrift nicht der letzte Akt sein darf, bevor das Kreditinstitut das Konto des Schuldners schließt. Es müssen vielmehr weitere Verfügungen zugelassen werden. Folie 58
59 Insolvenzfestigkeit von Zessionen Folien Rechtsfolgen, Zeitpunkt, Werthaltigmachen Zession nach Verfahrenseröffnung, 91 InsO Modifizierung des 91 durch 110 InsO Modifizierung des 91 durch 114 InsO Folie 59
60 Überblick: Zeitpunkt der Zession Eröffnungsverfahren Insolvenzantrag Insolvenzeröffnung Insolvenzverfahren anfechtbar ( 129 f InsO) oder Insolvenzfest keine Unwirksamkeit anfechtbar ( 129 f InsO) oder insolvenzfest unwirksam, 91 InsO Folie 60
61 BGH ZIP 2009, 2347 Die Anordnung von Verfügungsbeschränkungen im Eröffnungsverfahren hindert den Erwerb einer zuvor abgetretenen, erst nach Anordnung entstandenen Forderung des Insolvenzschuldners nicht. [Begründung: 24 InsO verweist nicht auf 91 InsO.] Die Anfechtbarkeit bleibt unberührt. Folie 61
62 BGHZ 174, 297 = ZIP 2008, Globalzessionsverträge sind auch hinsichtlich der zukünftig entstehenden Forderungen grundsätzlich nur als kongruente Deckung anfechtbar. 2. Das Werthaltigmachen zukünftiger Forderungen aus Globalzessionen ist als selbstständige Rechtshandlung anfechtbar, wenn es dem Vertragsschluss zeitlich nachfolgt; insoweit handelt es sich ebenfalls um eine kongruente Deckung, wenn dies für das Entstehen der Forderung zutrifft. 3. Die Insolvenzanfechtung von global abgetretenen, zukünftig entstehenden Forderungen scheitert grundsätzlich nicht am Vorliegen eines Bargeschäfts. Folie 62
63 OLG Dresden ZInsO 2010, 1187 Selbstständig anfechtbar ist darüber hinaus das der Begründung nachfolgende Werthaltigmachen der Forderung durch Erfüllungshandlungen des Schuldners, etwa die Herstellung eines Werkes, die Übergabe der Kaufsache oder die Erbringung von Dienstleistungen. Der Senat ist aufgrund der zeugenschaftlichen Vernehmung des Schuldners davon überzeugt, dass sowohl die Annahme als auch die Ausführung der Frachtaufträge, welche den an die Beklagte vorausabgetretenen und vom Kläger eingezogenen Forderungen zugrunde lagen, in die letzten drei Monate vor den am gestellten Eröffnungsantrag fielen. Ausgehend von den Daten der Rechnungen des Schuldners (Anlage K 16), deren inhaltliche Richtigkeit der Zeuge bestätigt hat und deren früheste vom datiert, lässt sich rechnerisch ermitteln, dass der älteste der hier in Rede stehenden Frachtaufträge, sofern er entsprechend der vorbeschriebenen betrieblichen Übung abgewickelt worden sein sollte, am Freitag, dem , angenommen und am Montag, dem , ausgeführt wurde. Folie 63
64 LG Hildesheim ZInsO 2011, 292 Anders als der Beklagte meint, wurden die Forderungen gegen die Drittschuldner aber nicht zwingend erst mit der Rechnungslegung der Schuldnerin werthaltig. In dem von der Klägerin zitierten Urteil (BGH ZIP 2008, 1435), führt der Bundesgerichtshof aus, dass maßgebender Zeitpunkt gemäß 140 Abs. 1 InsO derjenige ist, in dem die Forderungen werthaltig gemacht, also die erforderlichen Bauleistungen abgeschlossen wurden. Der Entscheidung lag ein Fall zugrunde, in dem die erfüllten Ansprüche auf Abschlagszahlungen bereits durch den Vertrag der Schuldnerin mit der Auftraggeberin weit vor der kritischen Zeit begründet worden und die abgetretenen Forderungen anschließend durch Erbringung der erforderlichen Bauleistungen werthaltig gemacht worden sind, weil damit die Fälligkeit des Anspruchs auf Abschlagszahlung herbeigeführt und die Einrede des nicht erfüllten Vertrages gemäß 320 BGB ausgeräumt wurde. Folie 64
Sparkassenakademie Niedersachsen Zahlungsverkehr in der Insolvenz
Sparkassenakademie Niedersachsen Prof. Dr. Florian Jacoby Übersicht I. Leistungen an den Schuldner (aktuell: technischer Fortschritt) II. III. Kontoverrechnung (aktuell: BGH ZIP 2012, 1301) Lastschrift
RWS Praktiker-Seminar: Zahlungsverkehr in der Insolvenz Kontokorrentverrechnung, Cash Pool, Einzelprobleme
RWS Praktiker-Seminar: Kontokorrentverrechnung, Cash Pool, Einzelprobleme Prof. Dr. Florian Jacoby Übersicht Folien 1) Anderkonto oder Massekonto 003-009 2) Leistungen an Schuldner durch Banken 010-015
DNotI. Dokumentnummer: 5u34_10 letzte Aktualisierung: 08.04.2011. OLG Schleswig- Holstein, 04.10.2010-5 U 34/10 BGB 765
DNotI Deutsches Notarinstitut Dokumentnummer: 5u34_10 letzte Aktualisierung: 08.04.2011 OLG Schleswig- Holstein, 04.10.2010-5 U 34/10 BGB 765 Bürgschaft: Grundsätzlich keine Pflicht des Gläubigers zur
BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES URTEIL. Verkündet am: 24. Juni 2010 Kluckow Justizangestellte als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle
BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES IX ZR 199/09 URTEIL in dem Rechtsstreit Verkündet am: 24. Juni 2010 Kluckow Justizangestellte als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle - 2 - Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs

References: BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH