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Timestamp: 2016-10-25 19:18:48+00:00

Document:
1C_673/2013 (07.03.2014)
1C_673/2013 � � Urteil vom 7. M�rz 2014
X.________ AG, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Josef Ulrich,
beide vertreten durch F�rsprecher Andreas Danzeisen,
Einwohnergemeinde Roggwil, Bahnhofstrasse 8, 4914 Roggwil,
handelnd durch die Baubewilligungsbeh�rde Roggwil, Bahnhofstrasse 8, Postfach 164, 4914 Roggwil,
Baubewilligung und Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands,
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2013.
Die X.________ AG ist als Rechtsnachfolgerin der A.________ AG Eigent�merin der in der Arbeitszone A2 gelegenen Parzelle Roggwil Gbbl. Nr. 2527 und der darauf errichteten Industriebaute Mange Nr. 2. Die benachbarte Parzelle Gbbl. Nr. 2623 und das darauf bis an die Grenze gebaute Industriegeb�ude Mange Nr. 1 geh�rt der Y.________ AG, die vormals mit B.________ AG firmierte.
�Am 16. M�rz 2004 reichte C.________, der damals Verwaltungsrat der A.________ AG war, bei der Einwohnergemeinde (EG) Roggwil betreffend das Geb�ude Mange Nr. 2 ein Baugesuch ein. Damit ersuchte er namentlich um die nachtr�gliche Bewilligung eines provisorischen Hochregallagers f�r 12 Jahre zwischen den Geb�uden Mange Nr. 1 und Mange Nr. 2. Mit Entscheid vom 31. M�rz 2005 hat der Regierungsstatthalter von Aarwangen die Baubewilligung f�r das provisorische Hochregallager mangels Einr�umung eines N�herbaurechts durch die B.________ AG verweigert. Zudem hat er angeordnet, dass das Regallager innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Entscheids zu beseitigen und der Grenzabstand von 4 m zum Grundst�ck Nr. 2623 einzuhalten sei (Dispositiv Ziff. 4.2). Im �brigen untersagte er die Nutzung des Geb�udes Mange Nr. 2 als Wohnung und ordnete die Entfernung aller Utensilien im Obergeschoss bzw. auf der Galerie an, die auf eine "Wohnung/Wohnnutzung" hindeuten.
�Die Verweigerung der Baubewilligung f�r das Hochregallager und die angeordnete Entfernung dieses Lagers wurde im Rechtsmittelverfahren zuletzt vom Bundesgericht best�tigt (vgl. Urteil 1C_199/2007 vom 16. April 2008 E. 3).
Die EG Roggwil stellte zwischen April und August 2009 fest, dass im Geb�ude Mange Nr. 2 ohne Baubewilligung Fenster und eine T�re eingebaut wurden und zwischen den Geb�uden Mange Nr. 1 und Nr. 2 eine Metallkonstruktion (nachstehend: "Zwischenbau") errichtet wurde. Daraufhin reichte die X.________ AG, vertreten durch den Verwaltungsrat C.________, am 7. August 2009 bei der EG Roggwil f�r den "Zwischenbau", eine Heizanlage, einen Technikraum und ein Aussenkamin ein gr�sstenteils nachtr�gliches Baugesuch ein. W�hrend des Verfahrens hat die X.________ AG verschiedene Projekt�nderungen vorgenommen und die Unterlagen mehrfach erg�nzt. Das Baugesuch Nr. 2009-0051 vom 7. August 2009, 17. November 2009 und vom 23. Mai 2011 "�berdachung und Einwandung, Zwischenraum zu Parzelle Nr. 2623, Einbau Heizanlage mit Aussenkamin in Technikraum, Definition der Nutzungen im Geb�ude sowie Festlegung der Fassaden�ffnungen" wurde im Juni 2011 publiziert.
Dagegen erhoben die B.________ AG und die D.________ AG am 6. Juli 2011 Einsprache. Anl�sslich einer Baukontrolle am 18. Oktober 2011 stellte die EG Roggwil namentlich fest, dass im Geb�ude Mange Nr. 2 das B�ro bzw. das Archiv zu Wohnzwecken genutzt wird. Am 4. Januar 2012 stellte die X.________ AG das Gesuch, das Baubewilligungsverfahren f�r 60 Tage zu sistieren. Mit Bau- und Wiederherstellungsentscheid vom 24. Januar 2012 trat die Einwohnergemeinde Roggwil auf das Sistierungsgesuch nicht ein und verweigerte die Baubewilligung f�r den Zwischenbau, die beiden Heiz�ltanks und verschiedene Fassaden�ffnungen. Ferner ordnete sie an:
�"2.4.2�������Bezogen auf die gesamte Grundrissfl�che im OG gen�gt bei einer Arbeitsnutzung eine Teek�che als Pausenaufenthalt sowie eine Toilettenanlage mit Dusche vollumf�nglich.
2.4.3�������Somit sind bis auf die in Pr. 2.4.2 erw�hnte Anlage die zwei weiteren Kaffee- und Pausenecken und WC-Duschanlagen vollumf�nglich zu entfernen. Eine Wohnnutzung wird ausdr�cklich gest�tzt auf Art. 36 GBR nicht bewilligt und hiermit verboten.
3.�������F�r die Wiederherstellung des rechtm�ssigen baulichen Zustandes gem�ss Ziff. 2 vornach wird eine Frist bis l�ngstens 3 Monate ab Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids gesetzt."
�Eine dagegen gerichtete Beschwerde der X.________ AG wies die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) mit Entscheid vom 16. Mai 2012 ab, soweit sie darauf eintrat. Diesen Entscheid focht die X.________ AG mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde an, welche das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 10. Juni 2013 abwies, soweit es darauf eintrat. Zur Begr�ndung f�hrte es namentlich an, hinsichtlich der beantragten Baubewilligung f�r den Zwischenbau und des entsprechenden Wiederherstellungsbefehls liege eine abgeurteilte Sache (res iudicata) vor, weshalb die Gemeinde und die BVE das Baugesuch betreffend den Zwischenbau materiell nicht h�tte beurteilen d�rfen.
Die X.________ AG (Beschwerdef�hrerin) erhebt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den Antr�gen, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 10. Juni 2013 aufzuheben und die Vorinstanzen anzuweisen, �ber den Zwischenbau materiell zu entscheiden und von den Wiederherstellungsmassnahmen zur Sicherstellung (recte: Verhinderung) der Wohnnutzung (R�ckbau der WC- und Duschanlagen und der K�cheneinrichtungen) abzusehen. Eventuell sei die Sache zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Mit Pr�sidialverf�gung vom 11. September 2013 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
Das Verwaltungsgericht und die EG Roggwil schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Die B.________ AG und die D.________ AG (Beschwerdegegnerinnen) beantragen in ihrer gemeinsamen Vernehmlassung, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
�In ihrer Replik stellte die Beschwerdef�hrerin keine neuen Antr�ge. Die EG Roggwil reichte eine Duplik ein.
Die Duplik der EG Roggwil wurde nach Ablauf der ihr mit Verf�gung vom 29. November 2013 bis zum 13. Dezember 2013 gesetzten Frist zur Stellungnahme am 19. Dezember 2013 und damit versp�tet abgesandt. Die von der Gemeinde genannte ausserordentlich grosse Arbeitsbelastung stellt kein unverschuldetes Hindernis an der Fristeinhaltung im Sinne von Art. 50 Abs. 1 BGG dar, weshalb die Eingabe unbeachtlich bleibt (Urteil 9C_409/2013 vom 20. September 2013 E. 1).
2.1.�Das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts ist ein Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz (Art. 86 Abs. 1 lit. d und Art. 90 BGG). Ihm liegt ein Beschwerdeverfahren �ber ein Baugesuch zugrunde. Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 lit. a BGG steht auf dem Gebiet des Raumplanungs- und Baurechts zur Verf�gung (BGE 133 II 249 E. 1.2 S. 251, 400 E. 2.1 S. 404). Die Beschwerdef�hrerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und ist nach Art. 89 Abs. 1 BGG zur Beschwerde legitimiert.
2.2.�Gem�ss den von der Beschwerdef�hrerin eingereichten Belegen wurde das angefochtene Urteil ihrem Rechtsvertreter am 11. Juni 2013 zur Abholung gemeldet. Die Zustellung gilt daher gem�ss Art. 44 Abs. 2 BGG am siebenten Tage danach, d.h. am 18. Juni 2013, als erfolgt, auch wenn das Urteil erst am folgenden Tag abgeholt wurde (Urteil 1C_534/2012 vom 16. Juli 2013 E. 1.2.1). Demnach lief unter Ber�cksichtigung des Stillstands gem�ss Art. 46 Abs. 1 lit. b BGG die 30-t�gige Beschwerdefrist am 19. August 2013 ab und wurde mit der Postaufgabe an diesem Tag gewahrt.
2.3.�Da die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde unter Vorbehalt rechtsgen�glich begr�ndeter R�gen einzutreten.
3.1.�Das Bundesgericht ist an den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt gebunden, soweit dieser nicht offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 und Art. 97 Abs. 1 BGG).
3.2.�Neue Tatsachen und Beweismittel k�nnen nur so weit vorgebracht werden, als der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Tatsachen oder Beweismittel, welche sich auf das vorinstanzliche Prozessthema beziehen, jedoch erst nach dem angefochtenen Entscheid eingetreten oder entstanden sind (sog. echte Noven), k�nnen nicht durch den vorinstanzlichen Entscheid veranlasst worden sein und sind somit im bundesgerichtlichen Verfahren unzul�ssig (BGE 133 IV 342 E. 2.1 S. 344; Urteile 2C_94/2009 vom 16. Juni 2009 E. 2.2; 1C_534/2011 vom 29. Mai 2012 E. 1.1). Das Bundesgericht untersucht somit nur, ob der angefochtene Entscheid im Zeitpunkt seines Ergehens rechtm�ssig war. Seitherige Ver�nderungen des Sachverhaltes k�nnen vom Bundesgericht nicht ber�cksichtigt werden, sondern gegebenenfalls Anlass f�r ein neues Gesuch geben (Urteil 2C_317/2013 vom 14. Januar 2014 E. 1.5).
3.3.�Soweit die Beschwerdef�hrerin ihren Standpunkt in ihrer Replik mit nach dem angefochtenen Entscheid eingetretenen Sachverhalts�nderungen, insbesondere mit einem am 24. August 2013 gestellten Gesuch zur Betriebsbewilligung f�r ein Prostitutionsgewerbe, zu untermauern versucht, ist sie vor Bundesgericht nicht zu h�ren.
4.1.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann die Verletzung von Bundesrecht, V�lkerrecht und kantonalen verfassungsm�ssigen Rechten ger�gt werden (Art. 95 lit. a, b und c BGG). Die Verletzung des �brigen kantonalen Rechts kann abgesehen von hier nicht relevanten Ausnahmen gem�ss Art. 95 lit. c und d BGG vor Bundesgericht nicht ger�gt werden; zul�ssig ist jedoch die R�ge, die Anwendung dieses Rechts f�hre zu einer Verletzung von Bundesrecht, namentlich des verfassungsm�ssigen Willk�rverbots (BGE 138 I 143 E. 2 S. 149 f.). Nach der st�ndigen Praxis des Bundesgerichts liegt Willk�r in der Rechtsanwendung vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begr�ndung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist. Dass eine andere L�sung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, gen�gt nicht (BGE 137 I 1 E. 2.4 S. 5 mit Hinweisen).
4.2.�Nach Art. 106 Abs. 2 BGG pr�ft das Bundesgericht die Verletzung von Grundrechten insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist. Wird eine Verletzung des Willk�rverbots geltend gemacht, muss anhand der angefochtenen Subsumtion im Einzelnen dargelegt werden, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 135 III 127 E. 1.6 S. 130; 134 II 244 E. 2.1 und 2.2 S. 245 f.; je mit Hinweisen).
5.1.�Art. 46 Abs. 2 lit. b des Baugesetzes des Kantons Bern vom 9. Juni 1985 (BauG/BE) schliesst im Verfahren zur Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustandes ein nachtr�gliches Baugesuch aus, wenn bereits rechtskr�ftig �ber das Bauvorhaben entschieden worden ist.
5.2.�Die materielle Rechtskraft eines Urteils bewirkt insbesondere, dass die Parteien grunds�tzlich mit Klagen bzw. Begehren ausgeschlossen sind, die den bereits beurteilten Streitgegenstand (res iudicata) betreffen (BGE 139 III 126 E. 3.1 S. 128 f. mit Hinweisen). Bei der Pr�fung der Identit�t der Begehren ist nicht ihr Wortlaut, sondern ihr Inhalt massgebend. Das neue Begehren ist deshalb trotz abweichender Umschreibung vom beurteilten nicht verschieden, wenn es in diesem bereits enthalten war oder wenn im neuen Verfahren das kontradiktorische Gegenteil zur Beurteilung gestellt wird (BGE 139 III 126 E. 3.2.3 S. 131 mit Hinweisen). Da eine Wiederherstellungsverf�gung als Dauerverf�gung unbefristet in die Zukunft wirkt, erfasst sie nicht nur den urspr�nglich Anlass bildenden rechtswidrigen Zustand, sondern nach dessen Beseitigung auch das erneute Bewirken eines solchen Zustandes. Demnach kann eine Wiederherstellungsverf�gung - z.B. bez�glich der Entfernung von unzul�ssigen Deponien - mehrmals vollstreckt werden (Urteile 1A.248/2002 vom 17. M�rz 2003 E. 2.1; 1P.84/2001 vom 10. April 2001 E. 3b; ZAUGG/LUDWIG, Baugesetz des Kantons Bern vom 9. Juni 1985, Bd. 1, 4. Aufl. 2013, N. 8 zu Art. 46 BauG; vgl. auch LUZIUS SCHMID, Die Rechtskraft des negativen Verwaltungsaktes, Bamberg 1980, S. 156). Nach der Rechtsprechung ist die Rechtskraftwirkung von Dauerverf�gungen jedoch insoweit beschr�nkt, als die Verwaltungsbeh�rde gem�ss dem Gleichbehandlungsgebot (Art. 29 BV) verpflichtet ist, auf ein neues Gesuch bzw. ein Wiedererw�gungsgesuch einzutreten, wenn die Umst�nde sich seit dem ersten Entscheid wesentlich ge�ndert haben oder wenn der Gesuchsteller erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft macht, die ihm im fr�heren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen f�r ihn rechtlich oder tats�chlich unm�glich war oder keine Veranlassung bestand. Neue Gesuche d�rfen jedoch nicht dazu dienen, rechtskr�ftige Entscheide immer wieder infrage zu stellen (BGE 136 II 177 E. 2.1 S. 181; 100 Ib 368 E. 3 S. 371 f.; je mit Hinweisen).
5.3.�Das Verwaltungsgericht bejahte bez�glich des Zwischenbaus eine abgeurteilte Sache. Zur Begr�ndung f�hrte es zusammengefasst aus, der Regierungsstatthalter von Aarwangen habe mit Entscheid vom 31. M�rz 2005 gem�ss Dispositiv angeordnet, dass das Hochregallager zwischen den Geb�uden Mange Nr. 1 und Nr. 2 zu beseitigen und der massgebliche Bauabstand von vier Metern zum Nachbargeb�ude einzuhalten sei, was im Rechtsmittelverfahren best�tigt worden sei. Damit sei rechtskr�ftig entschieden, dass die Beschwerdef�hrerin zwischen den Geb�uden Mange Nr. 2 und Nr. 1 unabh�ngig von der Ausgestaltung des Bauvorhabens keine Neubauten errichten d�rfe. Die Beschwerdef�hrerin bringe keine neuen Rechtsumst�nde vor, die einen neuen Entscheid bez�glich des Bauverbots rechtfertigen k�nnten. Sie k�nne aus der von ihrer Rechtsvorg�ngerin am 2. (recte: 8.) August 2001 mit der B.________ AG geschlossenen Vereinbarung betreffend eines unbefristeten N�herbaurechts nichts zu ihren Gunsten ableiten, da diese Vereinbarung bereits im Zeitpunkt der Beurteilung des Baugesuchs f�r das Hochregallager vorgelegen habe und in dieses Verfahren h�tte eingebracht werden k�nnen und m�ssen. Nicht relevant sei, dass die Y.________ AG der Beschwerdef�hrerin vom 20. Mai 2010 bis am 30. Juni 2011 ein befristetes N�herbaurecht einger�umt habe, da dieses weder bei der Gesuchseinreichung am 9. September 2009 noch im Zeitpunkt des Entscheids am 24. Januar 2012 g�ltig gewesen sei. Die Bindungswirkung des abgeschlossenen Verfahrens greife auch in pers�nlicher Hinsicht. Obwohl bez�glich des Hochregallagers das Baugesuch vom 16. M�rz 2004 von C.________ bzw. der A.________ AG eingereicht worden sei, sei die Beschwerdef�hrerin sp�ter von Amtes wegen in das Verfahren einbezogen worden.
5.4.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt, das Verwaltungsgericht habe den Grundsatz der abgeurteilten Sache unrichtig angewendet. Es habe die Identit�t der Parteien zu Unrecht bejaht, da die Beschwerdef�hrerin im ersten Verfahren weder Partei noch eine beteiligte Person gewesen sei. Der damalige Bauherr, C.________, sei auch nicht Hauptaktion�r der Beschwerdef�hrerin. Da diese im ersten Verfahren nicht Partei gewesen sei, k�nne ihr auch nicht vorgeworfen werden, sie h�tte die Vereinbarung mit der B.________ AG vom 8. August 2001 bereits in diesem Verfahren einbringen m�ssen. Zudem sei die Identit�t des Streitgegenstandes nicht gegeben. Im ersten Verfahren sei ein sp�ter entferntes, gegen oben ge�ffnetes provisorisches Hochregallager auf acht Meter H�he streitig gewesen. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde dagegen ein nach oben geschlossener st�ndiger Zwischenbau auf drei Meter H�he mit einer anderen Nutzung.
5.5.�Mit diesen Ausf�hrungen macht die Beschwerdef�hrerin dem Sinne nach eine willk�rliche Anwendung des massgebenden kantonalen Baurechts geltend. Ob diese R�ge den Begr�ndungsanforderungen gen�gt, ist fraglich, kann jedoch offen bleiben, weil sie unbegr�ndet ist. Der Regierungsstatthalter hat in seinem insoweit in Rechtskraft erwachsenen Entscheid vom 31. M�rz 2005 gem�ss Dispositiv (Ziff. 4.2) neben der Beseitigung des damals bestehenden Hochregallagers angeordnet, dass der Grenzabstand von vier Metern zum Grundst�ck Nr. 2623 einzuhalten sei. Demnach verbietet die erste Wiederherstellungsverf�gung die Errichtung jeglicher Bauten innerhalb dieses Grenzabstandes und damit offensichtlich auch den von der Beschwerdef�hrerin nachtr�glich erstellten Zwischenbau. Unter diesen Umst�nden ist das Verwaltungsgericht unter Ber�cksichtigung der ehemaligen Entscheidgr�nde nicht in Willk�r verfallen, wenn es die Identit�t des Streitgegenstandes bejahte (vgl. SCHMID, a.a.O., S. 144). Auch die Identit�t der Parteien hat es willk�rfrei bejaht, da die Beschwerdef�hrerin als Rechtsnachfolgerin der A.________ AG und Eigent�merin des betroffenen Grundst�cks unbestrittenermassen von Amtes wegen in das erste Verfahren einbezogen wurde (vgl. SCHMID, a.a.O., S. 220). Schliesslich legt die Beschwerdef�hrerin nicht dar, weshalb im ersten Verfahren der Gesuchsteller C.________ als Verwaltungsrat der A.________ AG die zwischen dieser und der B.________ AG am 8. August 2001 getroffene Vereinbarung nicht h�tte kennen und ins Verfahren einbringen k�nnen. Das Verwaltungsgericht durfte daher willk�rfrei einen Grund f�r ein neues Gesuch bzw. eine Wiedererw�gung verneinen.
6.1.�Als Eigentumsbeschr�nkung ist die Anordnung der Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands nur zul�ssig, wenn sie auf einer gesetzlichen Grundlage beruht, im �ffentlichen Interesse liegt und verh�ltnism�ssig ist (Art. 36 BV). Das Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip besagt, dass die Grundrechtseinschr�nkung zur Erreichung des angestrebten Ziels geeignet und erforderlich sein muss und dem Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschr�nkung zumutbar ist (BGE 136 I 197 E. 4.4.1 S. 204 mit Hinweisen). Im Falle einer nicht den Bauvorschriften bzw. der Baubewilligung entsprechenden Baute kann die Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands unterbleiben, wenn die Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist oder die Wiederherstellung nicht im �ffentlichen Interesse liegt; ebenso, wenn die Bauherrin in gutem Glauben angenommen hat, die von ihr ausge�bte Nutzung stehe mit der Baubewilligung im Einklang, und ihre Fortsetzung nicht schwerwiegenden �ffentlichen Interessen widerspricht (BGE 132 II 21 E. 6 S. 35; 111 Ib 213 E. 6 S. 221 mit Hinweisen). Auf den Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit kann sich auch eine Bauherrin berufen, die nicht gutgl�ubig gehandelt hat. Sie muss aber in Kauf nehmen, dass die Beh�rden aus grunds�tzlichen Erw�gungen, namentlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baulichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzm�ssigen Zustands erh�htes Gewicht beimessen und die der Bauherrin allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse ber�cksichtigen (BGE 132 II 21 E. 6.4 S. 39 f.; Urteil 1C_535/2012 vom 4. September 2013 E. 4.2.1). Das Vorliegen eines �ffentlichen Interesses und die Verh�ltnism�ssigkeit pr�ft das Bundesgericht bei der Beschr�nkung von Grundrechten frei (BGE 136 I 197 E. 4.4.1 S. 204 mit Hinweisen). Es auferlegt sich aber Zur�ckhaltung, soweit die Beurteilung von der W�rdigung der �rtlichen Verh�ltnisse abh�ngt, welche die kantonalen Beh�rden besser kennen (BGE 135 I 176 E. 6.1 S. 181 f. mit Hinweisen).
6.2.�Das Verwaltungsgericht verneinte bez�glich der Wiederherstellungsmassnahmen zur Durchsetzung des Wohnnutzungsverbots aufgrund der neu erfolgen Vermietung an verschiedene Mieter das Vorliegen einer abgeurteilten Sache. Sodann f�hrte es aus, die BVE habe den R�ckbau von zwei WC-/Duschanlagen, einer K�che sowie einer Kochnische im Obergeschoss zu Recht als verh�ltnism�ssig erachtet. Selbst wenn alle f�nf Mieter im Geb�ude Mange Nr. 2 Gewerbe betrieben, bei denen Schmutz anfalle, seien mit den zwei verbleibenden WC-/Duschanlagen (je eine im OG und im EG) und einem separaten WC/Lavabo im Erdgeschoss ausreichend Dusch- und Waschm�glichkeiten vorhanden. Zudem gen�gten bei dieser Mietstruktur eine K�che im Ober- und eine Kochnische im Erdgeschoss, um allen Angestellten zu erm�glichen, vor Ort Pausen abzuhalten und Mahlzeiten einzunehmen. Da die Beschwerdef�hrerin im Geb�ude Mange Nr. 2 seit zwei Jahren kontinuierlich gegen die Bauvorschriften verstossende Bauvorhaben realisiert und das Wohnnutzungsverbot b�sgl�ubig missachtet habe, erweise sich der angeordnete R�ckbau der WC-/Duschanlagen und der K�cheneinrichtungen zweifellos auch als erforderlich.
6.3.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die angeordneten Massnahmen seien unverh�ltnism�ssig. Sie seien zur Durchsetzung der Verhinderung der Wohnnutzung nicht erforderlich, da der Verwaltungsrat der Beschwerdef�hrerin schon seit l�ngerer Zeit nicht mehr in der Mange Nr. 2 wohne und in den Mietvertr�gen erw�hnt sei, dass die gemieteten Objekte nicht zu Wohnzwecken genutzt werden d�rften. Auch sei eine bloss teilweise Entfernung der WC-/Duschanlagen zur Verhinderung der Wohnnutzung ungeeignet. Zudem reichten f�r die f�nf Mieter, welche ein Malergesch�ft, zwei Garagenbetriebe, einen Autohandel-, und einen Transportbetrieb f�hrten, die wenigen Nasszellen und �brigen sanit�ren Einrichtungen nicht. Alle diese Betriebe ben�tigten eigene Duschen und K�chen, weil oft l�nger und �ber Mittag gearbeitet werden m�sse und es f�r die Mieter, die untereinander nichts zu tun h�tten, unzumutbar sei, Nasszellen und K�chen mit anderen Mietern zu teilen.
6.4.�Die von der Beschwerdef�hrerin in der Arbeitszone ohne Baubewilligung errichteten WC-, Dusch- und K�cheneinrichtungen erleichtern die Nutzung des Geb�udes zu Wohnwecken. Die Reduktion dieser Anlagen auf das der Arbeitszone entsprechende Mass ist daher geeignet, die zonenwidrige Nutzung der Baute zu Wohnzwecken zumindest wesentlich zu erschweren. Dass die andauernde zonenwidrige Nutzung eines Geb�udes in der Arbeitszone als geringf�gige Abweichung von einer Bauvorschrift zu betrachten sei, macht die Beschwerdef�hrerin nicht geltend. Sie wendet bloss ein, das Geb�ude Mange Nr. 2 werde seit dem Auszug von C.________ weder von ihm noch den Mietern f�r solche Zwecke genutzt. Selbst wenn dies zutrifft, ist jedoch vor dem Hintergrund der lange andauernden b�sgl�ubigen Nutzung der Baute zu Wohnzwecken die Bef�rchtung der kantonalen Instanzen, dass die R�umlichkeiten aufgrund der in grosser Zahl eingebauten Dusch- und K�cheneinrichtungen erneut zu solchen Zwecken genutzt werden, durchaus nachvollziehbar. Damit ist die Erforderlichkeit der Massnahme gegeben. Die Behauptung der Beschwerdef�hrerin, es sei verschiedenen Mietern unzumutbar, Nasszellen und K�chen zu teilen, wird von ihr nicht belegt. Sie entspricht f�r gew�hnliche Maler-, Garagen- und Transportbetriebe auch nicht der allgemeinen Lebenserfahrung, wenn die Angestellten im Geb�ude keine Wohn- und Schlafst�tten beziehen (vgl. Art. 73 der Berner Bauverordnung vom 6. M�rz 1985). Da dies vorliegend verboten ist, erweist sich die angeordnete Reduktion der WC-, Dusch- und K�chenanlagen f�r die Beschwerdef�hrerin auch als zumutbar.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Diese hat den privaten Beschwerdegegnerinnen eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1-3 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerinnen f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt Fr. 2'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Einwohnergemeinde Roggwil, der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern und dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 36
 Art. 50
 Art. 90
 Art. 82
 Art. 89
 Art. 44
 Art. 46
 Art. 95
 Art. 97
 Art. 95
 Art. 106
 Art. 46
 Art. 73