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Timestamp: 2017-09-26 03:33:32+00:00

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hmanage-Newsletter 88
(H. James Harrington)
"Historically we've said, "Quality costs money," while our competition overseas has been saying, "Quality makes money." And they've been proving it."
1. Leitartikel: Zukunft der Qualitätsentwicklung in der Medizin. Wie hilfreich sind neue Organisationsformen? - Kommentar
2. (H&P) Zukunft der Qualitätsentwicklung in der Medizin. Wie hilfreich sind neue Organisationsformen? - Veranstaltungsbericht
3. (Manager Magazin) Wieder einmal "beste Kliniken" - diesmal "für Manager"
4. (AHA) Neue Website der US-Bundesregierung zur besseren Bürgerbeteiligung
5. (H&P) Vereinbarung gemäß S 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 SGB V über die grundsätzlichen Anforderungen an ein krankenhausinternes Qualitätsmanagement
6. (JCAHO) Initiative zur Aufbereitung und Publikation von (Qualitäts-)Ergebnisinformationen
7. (H&P-Archiv) 50 alte Ausreden - immer noch hochaktuell!
Wir haben uns entschlossen, unsere offenen Trainings mit dem Ende des 1. Halbjahrs 2003 nicht mehr anzubieten. (Inhouse-Trainings sind von dieser Entscheidung nicht berührt!) Wer also - dem glänzenden Ruf unserer Veranstaltungen folgend - daran denkt, sein EFQM-Assessor-Training(1. Baustein AT am 24.-26.03. und am 21.-23.05.03) oder ein EFQM-Self-Assessment-Training (2. Baustein SAT am 27.-28.03.03), unser hoch gelobtes Intensivtraining zur Anwendung der Balanced Scorecard (BSC am 15.05.-16.05.03), Anregungen zum Erstellen eines (KTQ-kompatiblen) integrierten Qualitätshandbuchs/ Qualitätsberichts (QHB am 28.05.03) oder unsere jahrzehntelangen professionellen Erfahrungen mit dem Prozessmanagement (PRO am 25.06.03) sowie unser - gerade anhand amerikanischer Praxiserfahrungen mit hohem Aufwand neu gestaltetes - Intensivtraining zur sinnvollen Vorgehensweise beim Einrichten Klinischer Pfade ("Clinical Pathways" KLP am 26.-27.05.03) ) mit dem Trainer noch live miterleben möchte, möge sich also sputen! Der Platz ist begrenzt.
An dieser Stelle geht es nicht um eine "politische" Qualitätsentwicklung und -sicherung. Hier steht nicht zur Diskussion, was die deutsche Ärzteschaft diesbezüglich in jüngerer Zeit an Strukturen aufgebaut hat. Die Ärzte mögen sich (mit dem Segen des Staates) - fachlich und zur Vertretung ihrer Interessen - weiter so organisieren, wie sie (und der Gesetzgeber) dies für richtig halten!
Die Zukunft der Qualitätsentwicklung in der Medizin geht nicht nur Ärzte an, sondern weitaus eher die Adressaten ihrer Bemühungen - nennen wir sie "Kunden", also die Patienten und deren Angehörige. Die Zukunft der Qualitätsentwicklung in der Medizin berührt die Krankenkassen und die PKV als "Zahlmeister", die Berufsgruppen in den Einrichtungen der Akutversorgung, der Rehabilitation bis hin zur Pflege "Austherapierter":
Die Zukunft der Qualitätsentwicklung in der Medizin berührt die Interessen der Hersteller von Geräten, Einrichtungen und Produkten (Pharma!) für die Krankenversorgung, eigentlich auch für die Prävention. Die Grenzen zur Wellness sind fließend. Die Zukunft der Qualitätsentwicklung in der Medizin berührt alle Ebenen der Politik. Die Zukunft der Qualitätsentwicklung in der Medizin berührt die Medien - letztlich jedermann!
Die Möglichkeiten zur Einflußnahme sind allerdings mehr als "asymmetrisch" verteilt. Die Lobby all jener, die einen finanziellen Nutzen aus dem System ziehen, ist übermächtig - allen voran die Lobby der Ärzte (am 6. Februar 2003 durfte der Autor dafür ein schönes Beispiel miterleben; danke für die Zulassung zur Veranstaltung!) und der (Pharma-)Industrie (auch deren Druck dürfte - wie ebenfalls am 6. Februar zu hören - nicht von Pappe zu sein). Der Bürger als "Opfer der Bemühungen" steht der geballten Macht der Leistungserbringerseite, die insgesamt selbstverständlich "nur sein Bestes will", bisher machtlos gegenüber. Sein Vertrauen - so die einschlägigen Umfragen - schwindet. Ihm wird immer tiefer in die Taschen gegriffen. Über die "Qualität" der Gegenleistung läßt sich nur spekulieren. (Unglücklicherweise befasst sich der Autor schon so lange mit der Realität des Gesundheitswesens, dass ihn eher das Grausen erfaßt, wenn er daran denkt, selbst einmal Patient zu sein!)
Das deutsche Gesundheitssystem ist - samt seiner Qualitätsentwicklung - an die Grenzen der Bezahlbarkeit gelangt.Unser Gesundheitssystem ist (je Bürger) fast das teuerste der Welt. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist zumindest zweifelhaft. Die Bereitschaft der Leistungserbringer (allen voran der Ärzte) zur vermehrten Transparenz ist - vorsichtig gesagt - gebremst. Dazu gibt es von der "Schweigepflicht" (gegenüber dem Patienten?) bis zum "Datenschutz" (für anonymisierte und aggregierte Ergebnisse?) tausend Ausreden. Verweise auf internationale Erkenntnisse werden mit der "eminenzbasierten" Geste "Unwissenschaftlich!" vom Tisch gefegt. So bleiben die Ergebnisse (= Nutzen) nahezu jeder Krankenbehandlung ebenso im Dunklen wie deren Kosten.
Unternehmen im rauhen internationalen Wettbewerb wären, wenn sie so arbeiten müßten wie z.B. deutsche Krankenhäuser, sicher längst pleite. Das betrifft die äußeren Rahmenbedingungen und die (diesen folgenden) internen Strukturen gleichermaßen. Dass Reha-Kliniken und Krankenhäuser in privater Trägerschaft hierzulande gute Gewinne einfahren, sei ihnen gegönnt, ist aber kein Zeichen für eine besondere Effektivität. Dort wird, was die Nachvollziehbarkeit der Qualität ihrer Ergebnissse und Prozesse und der korrespondierenden Kosten angeht, ganz offensichtlich auch nur mit Wasser gekocht: Doch "unter Blinden ist der Einäugige König!"
Was ist also zur Zukunft der Qualitätsentwicklung in der Medizin zu sagen?
1: Beginnen bei der Ergebnisqualität:
Behandlungsergebnisse (Outcomes) lassen sich allerdings schwer messen, zumal sie - von Studien abgesehen - bisher als solche nicht einmal für den Einzelfall dokumentiert werden. Gelänge allerdings zu Messmethoden und (Ziel-)Größen ein Konsens, wäre das Messen von Ergebnissen auch in der Krankenbehandlung auch hierzulande kein größeres Problem. Die weitgehende Abwesenheit unerwünschter Begleiterscheinungen bestimmter Untersuchungen und Behandlungen wie Infektionen, Komplikationen, unerwünschte Wiederaufnahmen und Nachoperationen ließe sich sehr wohl messen, statistisch auswerten und veröffentlichen. Abweichungen sind dabei normal. Sie sollten nur bestimmte Toleranzwerte nicht überschreiten. Über die in einer Institution, bei einem Behandler zu erwartenden Ergebnisse möchte man als (potentieller) Patient schon gern etwas mehr wissen.
Und genau so gern werden unerwünschte Ergebnisse - wenn sie denn überhaupt erhoben werden - bei uns im Lande heute aussagegemäß lieber vertuscht. Auch eine Form von "Defensiv-Medizin"! US-amerikanische Erfahrungen belegen eindrucksvoll, dass sich die Behandlungsqualität allerdings erst dann signifikant verbessert hat, nachdem die Ergebnisse der Behandler auf dem Präsentierteller lagen (Chassin, Ergebnisse herzchirurgischer Eingriffe im Staate New York).
2. Auf (immer bessere) Ergebnisse hin organisieren:
Von den Ergebnissen über die Prozesse zur "Strukturqualität": Für die ärztliche Ausbildung gibt es Regeln - und zum Abschluß eine Approbation. Man wird - nach Prüfung - Facharzt und erwirbt auf ähnliche Weise die Befugnis, bestimmte diagnostische / therapeutische Verfahren anzuwenden. (Eine zeitliche Befristung solcher Befugnisse steckt in Deutschland allerdings erst in den Kinderschuhen). Die Angehörigen anderer, an der Behandlung beteiligter Berufsgruppen bekommen "ihre" Scheine (wann heißen die endlich auch "Zertifikate"?). Zum Nachweis der Sicherheit von Geräten und Einrichtungen sind Gesetzesvorschriften zu beachten, die allerdings bisher hinsichtlich der Stringenz eher schwach sind. Die Freigabe von Medikamenten ist mittlerweile verschärft. Für den Nachweis der Wirkung von Medikamenten sieht der "Bestandsschutz" hierzulande lange Übergangsfristen vor. Dass mit einer künftigen Positivliste ein Nachweis der Wirksamkeit erfolgen soll, wird von der Lobby (und der ihr willfährigen Politik) mit allen Mitteln bekämpft. "Strukturqualität" kann also vorläufig nur sein, was man im Konsens als solche bezeichnet!
Ergänzungen zur "Strukturqualität": "Scheine" macht man zumeist nur einmal im Leben. Turnusmäßige Nachprüfungen der Qualifikation wie in Nordamerika (oder wie bei Flugzeugpiloten) mag man unter deutschen Ärzten nicht. Sie kommen viel zu zögerlich - zumindest aus Patientensicht. Doch dieser Sachverhalt bleibt sowieso im Dunklen. Versuche, diesen Zustand zu ändern, werden schon einmal als "Ende der 'Barmherzigkeit der Intransparenz'" beklagt (Deutsches Ärzteblatt). - Eine derartige "Qualität" würden wir bei Konsumgütern schon lange nicht mehr akzeptieren! Normative Vorgaben zum 'Facharzt-Standard' oder zur Vermeidung 'gefährlicher Pflege' durch dreijährig examinierte Pflegekräfte verschaffen nur eine brüchige Sicherheit.
3. Strukturen zur Förderung der Qualitätstransparenz:
Betrübliche Erfahrungen auf anderen Gebieten - siehe z.B. Bundesanstalt für Arbeit - lassen vor den Segnungen des Staates eher zurückschrecken. Auch den vorhandenen Institutionen wie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte scheint es hinsichtlich seiner gesetzlichen Befugnisse und der finanziellen Ausstattung keineswegs so gut zu gehen, wie man es sich angesichts der gigantischen Aufgabe einer Qualitätssicherung auf dessen Feldern wünschen würde. Schließlich kennt der Autor öffentliche Strukturen aus hinreichender eigener Erfahrung. Fazit: Besser kein neues staatliches Institut, aber eine gesetzliche Absicherung und eine (Teil-)Finanzierung aus Steuergeldern!
Doch dass Interessenvertreter - wie es Bundesärztekammer etc. nun einmal sind - im Vergleich zum angelsächsischen Sprachraum praktisch tatenlos Jahrzehnte haben verstreichen lassen, was das nachvollziehbare Messen von Qualität in der Medizin angeht, und sich auch weiterhin am liebsten quasi selbst prüfen wollen, schafft kein Vertrauen. Auch nicht der Verweis auf Pioniere wie Schega, die seinerzeit von den gleichen Strukturen heftig angefeindet wurden. (Das geschilderte Verhalten ist übrigens durchaus menschlich: Auch Codman wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts erst einmal aus der amerikanischen Chirurgenvereinigung geschmissen, als er das erste förmliche Qualitätssicherungsprogramm der Welt publiziert hatte. Heute ist ein angesehener Qualitätspreis nach ihm genannt). "Ärztlichem Handeln ist Qualität" eben nicht automatisch "immananent!" Es sei denn, es gelänge nach jahrtausendealtem Scheitern doch noch der (Halb-)Gottesbeweis.
Die Ärzteschaft als Interessengruppe soll in ihrem Inneren ihre Qualität "sichern", wie sie es für schön findet. Der Staat sollte sich - vom Setzen (weitaus besserer) Randbedingungen abgesehen - lieber aus dem Geschäft der Qualitätssicherung heraushalten. Was der Bürger als Steuer- und Beitragszahler sowie als möglicher Patient wirklich braucht, ist eine sachkundige, von Interessen freie, neutrale Instanz wie die Stiftung Warentest (und - trotz des griffigen Kürzels - nicht wie der heute kommerziell ausgerichtete TÜV)! Die hätte - wie die amerikanische FDA - damit zusammenhängende Behandlungsmethoden (und nicht nur Medikamente) und strukturelle MIndesterfordernisse einschließlich der zugehörigen Software im Sinne einer "Positivliste" als zielführend freizugeben, wenn die wissenschaftlich oder aus Erfahrung international evidence based belegt werden können. Das schaffte wirklich Vertrauen!
Eine solche zentrale Instanz müßte sich aber vor allem auf den Nachweis aggregierter Behandlungsergebnisse unter Berücksichtigung gesundheitsökonomischer Aspekte und die breite Kommunikation darauf zielführend ausgerichteter arbeitsteiliger Prozesse ausrichten. Dann würden wir uns wohl nicht mehr lange darüber grämen müssen, dass unsere heutigen Gesundheitseinrichtungen die Qualität ihrer Krankenversorgung leider nicht belegen können und neuerdings zunehmend selbstbeweihräuchernd so tun, als könnten sie dies: Der Kaiser hat (leider noch) keine Kleider! Wenn wir etwas über die Ergebnisqualität in der Krankenbehandlung erfahren wollen, müssen wir uns schon in angelsächsische Länder begeben, speziell nach Nordamerika. Aber immerhin heißt jetzt die "Ärztliche Zentralstelle für Quälitätssicherung" endlich "Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin" (
Am 06.02.03 fand in Berlin unter diesem Titel im Kaiserin-Friedrich-Haus eine "Workshop" genannte mehrstündige Einweg-Vortrags- und Podiumsveranstaltung der (des)
ÄZQ unter der Leitung von Dr. M. Richter-Reichhelm, Prof. Dr. F.W. Kolkmann (ÄZQ) sowie Prof. Dr. A. Encke (AWMF) statt (wir berichteten darüber).
Aufhänger war offensichtlich die von der Regierungskoalition geplante Einrichtung eines "Deutschen Zentrums für Qualität in der Medizin", das vom Großteil der anwesenden Interessenvertreter erwartungsgemäß vehement angefeindet wurde. Es wurden "Experten aus dem In- und Ausland" angekündigt (= überwiegend Interessenvertreter und zwei einsame niederländische Referenten, die für einen großen Teil des Auditoriums (~200 Teilnehmer) sicher interessante Aufschlüsse zum Vorgehen in GB / NL brachten, sowie eine Deutsche, die über ihre Arbeit auf dem Gebiet der Onkologie in Frankreich berichtete. Gleichwohl als Stimmungsbild sehr interessant, dazu etliche Fakten).
Neben einer großen Reihe deutscher Redner (= überwiegend Interessenvertreter: Prof. Dr. Jörg-Dieter Hoppe als Präsident des Deutschen Ärztetages und Vorsitzender der Ärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung, Dr. Manfred Richter-Reichhelm als Erster Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und Stellvertretender Vorsitzender der Ärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung, Prof. Dr. Albrecht Encke als Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Wiss. Med. Fachgesellschaften, Frau Dr. Kastenholz in Vertretung von Staatssekretär Dr. K.T. Schröder - BMGS - von einem der 'Großkopfeten' tatsächlich als "Oberärztin" apostrophiert, Prof. Dr. Selbmann, Uni Tübingen sowie - ohne Titel im Programm - R. Hess, KBV, P. Wichert, W. Lorenz, F. Gerlach, AWMF, B. Müller-Oerlinghausen, Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, J. Robbers, Deutsche Krankenhausgesellschaft, N. Schmacke, J. Bruns, Spitzenverbände der Gesetzlichen Krankenkassen, J. Fritze, Verband der privaten Krankenversicherung, G. Antes, Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin, D. Bronner (ARGE Koordinierungsausschuss), K. Vilmar (ARGE zur Förderung der Qualitätssicherung in der Medizin - AQS) waren je ein Referent aus Großbritannien (Prof. J. Kleijnen - Universität York), Frankreich (Dr. Beatrice Fervers - Universität Lyon) und den Niederlanden (Prof. Dr. N. Klazinga, Universität Amsterdam) eingeladen. Herr Seguin vom NDR moderierte die Podiumsdiskussion.
Professor Ollenschläger habe ich als Experten und unmittelbar Betroffenen auf der Rednerliste leider vermißt.
Hier der Versuch einer Kurzfassung der wesentlichen Inhalte (Kommentare in Klammern):
Zunächst sprachen nacheinander die drei "Leiter" für ihre jeweilige Institution. Schon nach den einführenden Worten des leitenden "Triumvirats" und der Zusammensetzung der - immerhin großen Zahl - "sprechberechtigter" Teilnehmer ging es offensichtlich vor allem um eine Art Ersatz-Hearing, um die Sinnhaftigkeit der von der Bundesregierung geplanten, aber noch nicht spezifizierten zentralen Qualitätsinstitution in Frage zu stellen. Es wurde immer wieder "die Selbstverwaltung" im Munde geführt, aber in einer Weise, welche die Kassenvertreter dazu veranlaßte, darauf hinzuweisen, dass sie auch zur Selbstverwaltung gehörten. Man gewann den Eindruck, dass man verhindern wolle, dass das (bestehende, vermeintlich) "wettbewerbliche" .. "Netzwerk" einem "planwirtschaftlichen" System der "staatsdirigistischen .. zentralen Steuerung" weiche (dass Wettbewerb weitaus mehr Transparenz des heutigen Geschehens und seiner Sinnhaftigkeit erforderte, wurde allerdings nicht erwähnt). "Ökonomische Zielsetzungen" dürften nicht eine "effektive medizinische Versorgung" dominieren (wobei letztere der Einfachheit halber als gegeben unterstellt wurde). Die (von der Regierung vermeintlich) geforderten "verbindlichen Handlungsanweisungen" entsprächen einem "veralteten, reduktionistischen Menschenbild". Man besäße im übrigen längst eine "gewachsene QS-Struktur". Es seien Kollisionen mit der "ethischen Sicht des Arztes" zu erwarten. Herr Encke ortete den QM-Start in den USA "seit den 70er Jahren", (aber Codman bereits 1917, JCAHO 1951). "Schega 1976" (seinerzeitige Anfeindungen unterschlagen). "Wir nehmen Qualitätssicherung sehr ernst" (vor Ort hört man gerade in Universitätsklinika ganz etwas anderes). Im übrigen funktionierendes "Netzwerk". Herr Richter-Reichhelm sieht schon "sehr große Angriffe auf die Qualität".
Frau Dr. Kastenholz vom BMGS skizzierte dagegen (durchaus plausibel), dass ein kleines, "fachlich unabhängiges Zentrum" vorgesehen sei, das sich auf vielfältige externe Kooperationen stützen werde und im übrigen in seinen Details noch gar nicht feststünde, sondern dass die Öffentlichkeit "zu gegebener Zeit informiert" werde (Gelächter im Saal). Als Begründung für das Institut führte sie vorhandene, auch vom Wissenschaftsrat aufgezeigte Defizite an, u.a. die Nichtbeachtung des § 12 SGB V ('ausreichend und zweckmäßig'), eine "Versorgung teilweise nicht auf dem neuesten Stand", "Schwächen in der Chronikerversorgung", "zu wenige gesicherte Nachweise". Es sei z.B. dringend eine "pharmaökonomische Bewertung" durch "unabhängige Sachverständige" (woher nehmen? Aus dem Ausland?) erforderlich. Es werde "eine größtmögliche fachliche Neutralität" angestrebt, gesichert durch das HInzuziehen der "besten Köpfe". Es solle auch patientengerechte Veröffentlichungen geben. "Die gefürchtete Staatsmedizin ist nicht das Ziel!" (Ob ihr jemand glaubte?)
Professor Selbmann lieferte eine (auch für den Autor informative) "objektive Bestandsaufnahme" der deutschen Historie in Sachen Qualitätsinstitut von 1989 bis heute. Er gliedert die Erfordernisse in die drei Elemente "Leitlinien", "Transparenz" und "Evaluation".
Nach einer dem IOM (unseren Lesern wohlbekannt!) und der AWMF entlehnten Definition (1), dem Zitat einer Abschätzung, wieviele evidenzbasierte Leitlinien es je Evidenzstufe S1, S2 und S3 pro Fach denn schon gäbe, kommt er auf die kritische Bewertung durch die (gastgebende) Deutsche Clearingstelle (2a) und deren bisher abgeschlossene 10 Clearingverfahren zu sprechen. Selbmann berichtet, dass es weltweit in 14 Ländern 28 Leitlinien-Agenturen gäbe. Er skizziert, ergänzt um kritische Anmerkungen zur Praxis und zu den künftigen Erfordernisssen, den Prozess der Entscheidung und Einführung (2b), der Verbreitung (3), der Implementierung (4) sowie der Fortschreibung: Die Fragen "Was nützt es, wenn sich keiner daran hält?" und "Wer überwacht das Ganze?" leiten über zu "Alternativen für Leitlinien" wie den "Cochrane Reviews", Health Technology Assessment (HTA), Clinical Evidence (U.K.) und Recommendations (F). Mit der kühnen Behauptung, wir seien "nicht schlechter als andere Länder", schließt er diesen Teil (nach EFQM würden wir sagen "anekdotisch").
Die "Transparenz" erschöpft sich beim Vortragenden in einer kommentierenden Kurzvorstellung von Elementen des Ist-Zustandes wie dem BQS-Zyklus (siehe dort), der Vorstellung von recht aktuellen Befragungsergebnissen zur angeblich schon guten "Durchdringung" der deutschen Krankenhäuser mit "QM-Systemen" (was immer das konkret sein mag): 300 EFQM, 300 ISO 9000:2000, 7 JCAHO/JCI und 7 KTQ, Fachliche Beratungen = Peer Reviews im Sinne der niederländischen 'visitatie' (angesichts der Grundgesamtheit merkwürdige Einschätzung, zumal niemand weiß, was dahinter steckt, wenn das Krankenhaus behauptet, es "mache" EFQM, ISO, JCAHO oder KTQ; welche Verbesserungen sind denn bisher dabei herausgekommen?). Es bestehe ein zunehmendes Interesse an einer "Zertifizierung" (welchen Inhalts auch immer?). Man sehe allerdings einen "Harmonisierungsbedarf". In Praxen setze sich - zumindest in Bayern und NRW - ISO durch, desgleichen "in Reha-Klinken" (da haben wir ganz andere Informationen!). ISO bedürfe, weil "zu wenig fachspezifisch", einer "Übersetzung" (schon mal was von IWA1 gehört?). JCAHO-Bewertung zu eng, geht nicht auf Ergebniselemente ORYX oder Sentinel Events ein. Spätestens ab 2005 würden "strukturierte Qualitätsberichte" gefordert (im Zusammenhang mit DMPs; hoffentlich nicht solche wie die, welche KTQ(R) auf seine Website gestellt hat!)
Selbmann stellt hier kurz die Arbeit des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und des DIMDI mit seinen 24 HTA-Berichten vor und spricht eine (wünschenswerte) Evaluation gem. § 70 (1) SGB V an. Am besten ist wohl die Frage: Welche Qualitätssicherung sichert eigentlich Qualität? (Die Frage sollte man a) eigentlich vor der Einführung irgendeines QM-Systems und b) bei den angeblich "eingeführten" stellen!!!). Immerhin schnitte Deutschland bei einer "Patientenbefragung in 10 Ländern" bei manchen Fragen gar nicht so schlecht ab, "obwohl diese kein Deutscher durchgeführt habe". Im übrigen sei bezüglich der Qualität internationaler Auswertungen von WHO, EuroStat und OECD und Verlautbarungen des BMGS ("ein Drittel der bildgebenden Diagnostik überflüssig!") bezüglich der Datenqualität und Auswertung Vorsicht geboten (Beispiel u.a. ungenaue Mortalitätsstatistik, Stichwort "Görlitzer Studie", Befragung Niedergelassener zur Radiologie). Er verweist diesbezüglich auf die Notwendigkeit seriöser Studien ("Good Epidemiology Practice"). Verblüffenderweise "hat Deutschland den Anschluß an den internationalen Standard erreicht". (Beweise dafür kommen später!)
Die (deutschsprachigen) Berichte über Großbritannien (Prof. Dr. J. Kleijnen - Universität York), Frankreich (Dr. Beatrice Fervers - Universität Lyon) und die Niederlande (Prof. Dr. N. Klazinga, Universität Amsterdam) geben in unterschiedlichem Ausmaß Aufschluß zum Thema. Soweit sie mit dem Thema Organisation zu tun hatten (UK, F), wurden die Ansätze das Auslands von den meisten deutschen "Experten" wohl eher als warnendes Beispiel verstanden. Außerdem war dann erst einmal Mittagspause.
Anschließend kamen nacheinander die (oben ohne Titel aufgeführten) Sprecher für je eine (kurze! - Seguin) Stellungnahme zum Wort:
Bei der KBV funktioniert schon alles bestens; man braucht kein Bundesinstitut, aber mehr Geld.
Professor Kolkmann von der Bundesärztekammer freut sich über Selbmanns Beitrag, beteuert, dass "alles schon da sei" einschließlich einer Ergebnisorientierung externer Qualitätssicherung, die Resonanz bei der ärztlichen Basis aber zu wünschen lasse; da helfe auch kein staatliches Qualitätsinstitut.
Zwei der drei Vertreter der AWMF reiben sich an den politischen Vorstellungen und Verlautbarungen (nicht nur zur Qualitätsinstanz), zumal doch bei der Forschung und der Leitlinienentwicklung schon alles längst aufs Beste geregelt sei; Der dritte - Hochschullehrer für Allgemeinmedizin aus Kiel - sieht für eine Regulierungsinstitution (bei Wettbewerb) "potentiell sinnvolle Aufgaben"; wichtig sei die "Erzeugung wissenschaftlicher Evidenz". Sicher nicht sinnvoll seien eine "obrigkeitsstaatliche Regulierung", eine "unreflektierte Umwandlung" und eine "Top-down-Bevormundung". Offene Frage: Faktische Kompetenzen zur Aufgabenerfüllung?
Müller-Oerlinghausen beklagt - wie bekannt - tapfer den überragenden Einfluß der Industrie bei gleichzeitig unzulänglicher ärztlicher Aus- und Fortbildung, fordert eine "zielgenaue ernstgemeinte Einflußnahme auf industrielle Preisgestaltung", sieht einen "möglichen politischen Mißbrauch". Es gebe leider noch zu wenige unabhängige Institutionen wie die Ärztliche Arzneimittelkommission; dafür gelte es, "kritische ärztliche Kräfte" zu "bündeln", ihnen den "Rücken zu stärken" und eine "politische Plattform zu schaffen: Die britische Lösung (besonders NICE, siehe Links!) sieht er kritisch und zitiert einen BMJ-Artikel gegen NICE: Besser sei es, das Geld für große Studien auszugeben: Da sei Großbritannien mit immerhin 1,5% der Gesamtausgaben für klinisch-evaluative Studien durchaus Vorbild.
Robbers von der DGQ paßt die ganze Richtung nicht: Er übt Kritik an der politischen Intention, spricht von einem "modernen Rätselraten", so bekomme man keine Q, man sei doch "schon qualifiziert für DRGs", "KTQ" sei "wettbewerbsorientiert vorzeigbar", die "ÄZQ" habe sich "voll bewährt", desgleichen die AQS, es gebe bereits einen "ganzen Fächer funktionierender Institutionen". Die Vorstellungen der Politik schafften eine "permanente Unruhe". Es gebe nur ein Ziel: "Die Qualität optimieren"! (Dazu steht es offensichtlich nach Robbers schon fast zum Besten). Staatliche Leitlinien würden sicher später als Richtlinien mißbraucht. Leitlinien gehörten in ärztliche, nicht in Bürokratenhand!
Dr. Schmacke von der AOK versucht, zur eigentlichen Sache zu kommen: Dr. Kastenholz habe doch klargestellt, dass die Vorab-Kritik unberechtigt sei. Er wünsche sich eine "weniger aufgeregte Diskussion als bisher". Er verweist auf Selbmann ("Qualität im deutschen Gesundheitswesen kann sich international sehen lassen, aber offene Punkte") und regt an, einen Blick ins Ausland zu werfen: Es gebe einen internationalen Trend, die vorhandene Informationsbasis besser zu nutzen (HTA), die bestehenden Bundesausschüsse sollten dankbar dafür sein, die Informationsbasis mit Hilfe eines zentralen Instituts zu verbreitern. Das könne eine fachliche Zuarbeit für die Bundesausschüsse leisten. Das Qualitätsmanagement sei nicht nur eine Sache der Ärzteschaft. Er sehe bei dem Thema eine Chance zur Stärkung der Selbstverwaltung und halte eine Debatte mit der Politik für nützlich. Auch die Patienten seien stärken einzubeziehen.
Dr. Bruns (VdAK, AEV) geht ironisch auf das Umtaufen der ÄZQ in das ÄZQ ein ("Wunschdenken der Ärzteschaft .. Plagiat von unbekanntem Original"), das Institut sei politisch lange vorbereitet, komme zwangsläufig, und müsse zum Nutzen vorhandener Institutionen genutzt werden, damit sich "mehr Rationalität der Medizin" entwickle. Es gehen "nicht nur um reine Medizin", sondern um die "Gesamtversorgung". Hier sehe er "Optimierungsbedarf".
Dr. Fritze erbittet als Vertreter der PKV "Minderheitenschutz" und fordert mehr Einrichtungen wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). International fehle es uns an Kosten-Nutzen-Analysen, speziell für Medizinprodukte, das Gesetz fordere lediglich einen Konformitätsnachweis. Dafür gelte es, angemessene Prozeduren zu schaffen. Einer Finanzierung durch den Bund steht er nicht ablehnend gegenüber: "Her mit dem Geld!" Das Thema "Mindestmengen" treibt ihn um, ein "GKV-Institut" findet er "ganz doof!"
Dr. Antes nimmt für das Cochrane-Netzwerk Stellung: Zur Klärung, worum es eigentlich geht (nämlich um wirklich zielführende Behandlungsprozesse), zitiert er Sackett, beklagt den zu langsamen Transfer Forschung -> Praxis, zitiert daz die IOM-Veröffentlichung "Quality Chasm" (siehe Buchbesprechungen!), spricht sich für eine verstärkte Kanalisierung evidenzbasierter Ansätze aus, macht auf die "Lawine von Studien" aufmerksam, die es zu Meta-Analysen aufzubereiten gelte: In Deutschland gebe es im übrigen einen "dramatischen Abfall publizierter RTCs und wissenschaftlich kaum ordnende Strukturen. Es gebe auch keine deutsche Beteiligung, keine geeignete deutschsprachige Zeitschrift, praktisch keine Beteiligung an der internationalen Zusammenarbeit: Forderung: "Eingliedern in die Entwicklungen im Ausland, ausreichende Finanzierung! .. Vakuum .. tiefes schwarzes Loch füllen!
Dr. Bronner, AG Koordinierungsausschuss, beklagt - wie andere beiläufig zuvor - die fehlende Patientenbeteiligung und fordert unter Bezugnahme auf die (dem Autor mental nur bedingt zugängliche aber sicher sehr wichtige) praktische Rolle der §§ 91, 137c und 137e "Transparenz" und "Unabhängigkeit" sowie eine angemessene Patientenbeteiligung, eine bessere Legitimation, d.h. Stärkung der Rechtssicherheit der Ausschüsse. Sie plädiert angesichts der Alternative Selbstverwaltungsmodell versus Staatliches Institut für einen Ausbau und die Nutzung vorhandener Strukturen, um die Qualitätssicherung zu koordinieren.
Karsten Vilmar, AQS, versteht die ganze Aufregung nicht: Deutschland sei doch "seit vielen Jahren.. internationales Vorbild". Bereits seit 1993 gebe es die AG, schon vorher viele Leitlinein, Richtlinien etc. Defizite wie zu geringe Obduktionszahlen oder beim Datenschutz als Hindernis für Langzeitstudien seien primär nur durch Dritte "aufzulösen". Man sei maßgeblich an der Gründung der BQS beteiligt. Schon die "Konferenz" (in Bremen?) habe festgestellt, die Qualitätssicherung sei in Teilen längst erreicht und wesentliche Elemente stünden kurz vor der Realisierung. Die Arzneimittelkommission sei die Gewähr für eine "Positivliste": Die Forderung nach Mindestmengen sei "Quatsch": 100 mal falsch sei auch falsch, Schwerkranke verschlechterten die Statistik, es gebe keine Einheitspatienten, das Institut führe zwangsläufig zu einer Normenmedizin, zur Schematisierung der Krankenversorgung, zu Überschneidungen mit "Dingen, die in der Selbstverwaltung längst gemacht" würden. Es gebe beim Qualitätsmanagement keine Defizite: Man brauche nur mehr Geld!
Herr Seguin moderiert "die letzte Viertelstunde":
Dr. Kastenholz will die "zum Teil berechtigte Kritik berücksichtigen".
Professor Hoppe ist "gegen den Holzweg Institut"; im übrigen gebe es immer notwendige Verbesserungen; dazu vorhandene Institutionen .. perfektionieren!
Dr. Antes: Forschung ist Bundesaufgabe. Zentrale Strukturierung für Transfer, um nicht länger "weit, weit hinterherzuhinken hinter ... (allen). Das "Vakuum" habe die "Selbstverwaltung noch gar nicht wahrgenommen".
Ein AWMF-Vertreter weist die Kritik an einer vermeintlich fehlenden klinischen Forschung zurück; es gebe "aber Kommunikationsprobleme".
Klazinga hält eine Stellungnahme für schwer. Es gelte alte Strukturen zu einem "neuen politischen Paradigma" zu führen. Die Selbstverwaltung müsse glaubwürdig sein: es ginge hier um "Inhalte statt einer Positionierung der eigenen Position" sowie um gründliche "Analysen"!
Dr. Schmacke: Transparenz in der Öffentlichkeit erforderlich. Gestufte Einführung unter Beteiligung der Patienten!
Dr. Bronner: Funktionieren "erst im Entstehen"; bisher werde "in den Ausschüssen gemauert". "Pragmatismen" stünden "Ergebnissen leider im Wege.
Dr. Mohr, BQS, dankt für Zuspruch, sieht sich als "Werkzeugmacher": Es sei aber ein "aufwendiges Geschäft", das "nicht zum Nulltarif" zu haben sei: Man könne vom Ausland lernen: Arbeiten nach dem Integrationsprinzip, Kombinieren von Werkzeugen, Unterstützung.
Gerlach: Vertragsärzte noch nicht verpflichtet, an externer Qualitätssicherung teilzunehmen. / Hess: Auffassung der Wissenschaft und der Arztpraxen anders! Im Ergebnis solle etwas KTQ-ähnliches herauskommen, "dieselbe Qualität" (wirklich!): Es gehe um die Frage: "Wer ist der Patient?" Im übrigen sei immer zu beachten: "Wir leben in einem Rechtswegstaat" Ansonsten: "Wir sind die letzten, die das Geld nicht annehmen würden!" (nervus rerum..)
Robbers: Qualitätssicherung in integrierter Versorgung bisher unmöglich, da erst "Versuche einer integrierten Versorgung"; es müsse eine "effektivere Qualitätssicherung als beim § 115b geben: Er hege "Mißtrauen gegenüber dem Institut". Bei "Leitlinien" bestehe die "Befürchtung einer Ökonomisierung", daher "erst Klärung!"
Kleijnen: In Großbritannien gibt es keine Richtlinien, nur Leitlinien, auch nicht in anderen Ländern!
(Einzige) Anmerkung aus dem Publikum: "Die Radiologie-Daten noch nicht freigegeben! Die BMGS-Pressemitteilung zitiert Studie falsch!" Kastenholz: Studie ist aber förmlich abgegeben, nur noch nicht veröffentlicht!
Encke: Was steckt hinter Institut? "Ausschüsse besser als ich gedacht habe" .. "mit so unsoliden Daten ein Institut zu schaffen ist unsolide!" .. "Wenn wir unter uns sitzen, wissen wir um unsere Schwächen, wir brauchen externe Qualitätskontrollen, aber nicht ideologisch!"
Richter-Reichhelm: "Kein staatliches Institut! .. tiefes Unbehagen .. keine staatliche Zuteilungsmedizin .. statt Wohl der Kranken ökonomische Zwänge .. Institut bekommt allergrößte Probleme, wenn .. keine Akzeptanz! .. Es gibt eine funktionierende Selbstverwaltung, Kein Institut wie NICE (in Großbritannien) .. die Patientenbeteiligung soll kommen .. NICE ist teuer, das Geld besser für Forschung und Patientenversorgung statt für Bürokratie ausgeben .. gemeinsame Aufgabenbewältigung. (Versehentlich ist er) "gegen ein Vom-Kopf-auf-die-Füße-stellen!" (Na also! Der alte Freud ..)
(Anmerkung: Nicht die Bohne von einem Workshop. "Talk Show!" Rein deklaratorische Veranstaltung mit starkem Übergewicht derer, die glauben, durch das angedachte Institut etwas zu verlieren. Wenige tapfere "Exoten" halten dagegen. Es ist kaum anzunehmen, dass das Auditorium mehrheitlich die vermittelte Grundhaltung mitträgt. Machen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf! - Für den Autor war es insgesamt den Besuch wert! )
Das Februarheft des Manager Magazin kündigt schon auf seiner Titelseite eine "Exklusiv-Studie" an. Bei genauerem Hinsehen geht es hier um den ersten Teilbericht über Herzkliniken. Ein (deutsches) ärztliches "Multitalent" hat bei der Auswahl beraten. So kommen wohl solche Sätze hinein: "Zum Ersten lassen sich medizinische Leistungen schlecht messen". Sie lassen - man muß allerdings ein Mindestmaß an Bereitschaft mitbringen, sich messen zu lassen! Die - insgesamt reichlich schwache - Auswahlmethode wird hier beschrieben.
The Office of Management and Budget and the Environmental Protection Agency have launched Regulations.gov (
Anmerkung: Gute Idee, auch für die deutsche Gesundheitspolitik!
Merkwürdigerweise angesichts der sonstigen Geschwätzigkeit bezüglich der in der Praxis angeblich längst erreichten Errungenschaften eines Qualitätsmanagement ist dieses - nicht unwichtige - Papier auf keiner einschlägigen Website zu finden. Wir haben uns besonders wichtig erscheinende Passagen hervorgehoben:
"Vereinbarung gemäß S 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 SGB V über die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement für nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhäuser zwischen
dem AOK-Bündesverbänd, Bonn
dem BKK Bundesverband, Essen
dem IKK-Bundesverband, Bergisch Gladbach
der See-Krankenkasse, Hamburg
dem Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kasse!
der Bundesknappschaft, Bochum
dem Verband der Angestellten-Krankenkassen e.V., Siegburg
dem AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e.V., Siegburg
- im Folgenden Spitzenverbände der Krankenkassen genannt -
dem Verband der Privaten Krankenversicherung, Köln
der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Düsseldorf
- im Weiteren Vertragspartner genannt
der Bundesärztekammer, Köln sowie
des Deutschen Pflegerates, Berlin,
als Vertretung der Berufsorganisationen der Krankenpflegeberufe
Die zum 01.01.2000 in Kraft getretene GKV-Gesundheitsrelbrm sieht in den §§ 135 a i.V.m. 137 SGB V vor, dass die Spitzenverbände der Krankenkassen und der Verband der Privaten Krankenversicherung mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft unter Beteiligung der Bundesärztekammer sowie der Berufsorganisationen der Krankenpflegeberufe Maßnahmen der Qualitätssicherung für nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhäuser vereinbaren. In § 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 SGB V ist vorgegeben, dass insbesondere die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement in einer Vereinbarung auf Bundesebene zu regeln sind.
Aufgrund der individuellen Ausgangsbedingungen des einzelnen Krankenhauses muss der Krankenhausträger das Modell des internen Qualitätsmanagements auf der Basis der grundsätzlichen Anforderungen dieser Vereinbarung frei auswählen können.
Grundlage für ein anwendbares Qualitätsmanagementmodell sollte das Prinzip des umfassenden Qualitätsmanagernents sein. Dieses Prinzip beinhaltet die Elemente:
Wirtschaftlichkeit Prozessorientierung
Fehlervermeidung und Umgang mit Fehlem
Diese Elemente sollten verknüpft werden mit der Verpflichtung zu einer ethischen, moralisch und humanitären Werteorientierung (Qualitätskultur).
Die Vertragspartner und Beteiligten dieser Vereinbarung legen im Folgenden die Ziele und die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsintemes Qualitätsmanagement fest.
§ 1 Ziele des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements
(1) Qualitätsmanagement ist ein Instrument der Organisationsentwicklung und kommt damit in erster Linie dem Patienten zu Gute. Es dient letztlich der Gesamtorganisation des betrieblichen Geschehens und ist insofern Bestandteil der Leistungserbringung im Krankenhaus als Ganzes. Im Zuge eines zunehmenden Wettbewerbs wird Qualität und Patientenzufriedenheit im Krankenhaus immer stärker zu einem Faktor des Unternehmenserfolges. Qualitätsmanagement in der stationären Versorgung ist in seiner Gesamtheit eine ureigene Aufgabe der Krankenhausträger und ein Ausdruck der Führungs- und Verantwortungsstruktur das einzelnen Krankenhauses, Qualitätsmanagement ist ebenso Ausdruck der Kooperation aller an der Versorgung des Patienten Beteiligten innerhalb und außerhalb des Krankenhauses.
(2) Das Krankenhaus muss aufgrund der Vielfalt der Krankenhauslandschaft und den krankenhausindividuellen Besonderheiten, die unter anderem im Leistungsspektrum, in den Patienten, in der Trägerschaft und in der regionalen Ansiedlung zum Ausdruck kommen, die Art und Weise der Umsetzung des Qualitätsmanagements auswählen können. Gemeinsame Grundlage von Qualitätsmanagementmodellen ist die Bewertung und Optimierung, die sich u.a. in der Methodik im "Plan-Do-Check-Act" -Zyklus (nach Deming) niederschlägt. Prioritäres Ziel des Qualitätsmanagements ist die patientenorientierte Prozessoptimierung.
(3) Qualitätsmanagement muss durch alle Mitarbeiter mit Leben gefüllt und sowohl im Außenverhältnis durch die tägliche Arbeit für die Patienten und ihre Angehörigen als auch im Innenverhältnis für die Mitarbeiter untereinander spürbar werden. Hierfür kann eine Begutachtung des Qualitätsmanagements durch Externe in Form einer Fremdbewertung oder Zertifizierung unterstützend sein. Der Motivationsschub einer externen Beurteilung ist nicht zu unterschätzen
(4) Qualitätssicherungsmaßnahmen sind integraler Bestandteil des Qualitätsmanagements. Insofern bieten auch die externen Qualitätssicherungsmaßnahmen gemäß §§ 137/112 SGB V Erkenntnisse und Unterstützung für ein systematisches einrichtungsinternes Qualitätsmanagement.
§ 2 Grundsätzliche Anforderungen an die Ablauforganisation
(1) Qalitätsmanagement ist als Bestandteil der Unternehmenspolitik des Krankenhauses zu betrachten.
(2) Der Krankenhausträger sollte das Qualitätsmanagement als Unternehmensziel verankern,
(3) Die Krankenhausleitung sollte die Steuerung der Prozesse festlegen einschließlich der Festlegung der jeweiligen Prioritäten. Die Krankenhausleitung ist verantwortlich für die operative Umsetzung.
(4) Im Mittelpunkt der Prozessoptimierung steht die Patientenorientierung.
(5) Krankenhausträger, Krankenhausleitung und alle übrigen Mitarbeiter haben sich im Bewusstsein ihrer Verantwortung für die Qualität ihrer Leistungen, für die Beachtung der Qualitätssicherung und für die Realisierung der Regelungen zum Qualitätsmanagement einsetzen.
(6) Die organisatorischen und ökonomischen Voraussetzungen und Auswirkungen sowie der Zusammenhang zu den übrigen Zielen und Rahmenbedingungen der Patientenversorgung sollten verdeutlicht werden.
(7) Die Kernprozesse sollen in der Organisation festgelegt und umgesetzt werden.
(8) Die Krankenhausleitung sollte regelmäßig extern und intern über die Ziele und Maßnahmen des Qualitätsmanagements informieren.
(9) Die Krankenhausmitarbeiter sind zielgerichtet über Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement zu informieren. Sie sollten geschult und motiviert werden, um ihre Aufgaben fachgerecht wahrzunehmen und ein verstärktes Qualitätsbewusstsein entwickeln zu können.
(10) Die Krankenhausleitung sollte im Rahmen ihrer Möglichkeiten Fortbildungen vorsehen. Entsprechende Initiativen der Krankenhausmitarbeiter sollten von der Krankenhausleitung unterstützt und gefördert werden.
(11) Die leitenden Mitarbeiter haben ihrer Vorbildfunktion entsprechend die unter den jeweiligen individuellen Gegebenheiten dezentral festgelegten Ziele und Maßnahmen des internen Qualitätsmanagements im Rahmen des Personalmanagements durch ihr Verhalten vor dem Hintergrund interprofessioneller Kooperation und Abstimmung zu fördern.
(12) Die Ergebnisse der externen Qualitätssicherung gemäß §§ 137,112 SGB V sollten innerhalb der Abteilung berufsgruppenübergreifend diskutiert werden. Falls erforderlich sollten gemeinsam Verbesserungsmöglichkeiten abgeleitet werden.
§ 3 Grundsätzliche Anforderungen an die Aufbauorganisation
(1) Es sollte ein übergeordnetes zentrales Gremium mit enger Anbindung an die Krankenhausleitung eingerichtet werden. Aufbauorganisatorisch ist dies insbesondere denkbar als zentrale Arbeitsgruppe in Form eines "Lenkungsgremiums" bzw. einer "Steuergruppe", in der leitende Mitarbeiter und ggf. Delegierte dezentraler Arbeitsgruppen auf Bereichsebene vertreten sind oder als "Stabsstelle QMM mit einem hauptverantwortlichen QM-Beauftragten.
(2) Aufgaben des übergeordneten zentralen Gremiums sind die Steuerung, Koordinierung und Realisierung der in den dezentralen Arbeitsgruppen konzipierten Maßnahmen der internen Qualitätssicherung. Darüber hinaus sind die Bereiche des Krankenhauses über Fragen der internen Qualitätssicherung zu informieren und zu beraten. Die Erstellung eines Zeit- und Aktivitätenplanes ist hierbei unerlässlich. Die Krankenhausleitung sollte die operative Umsetzung beratend begleiten.
(3) Dezentrale Arbeitsgruppen auf Bereichsebene sollen zur systematischen Überprüfung der Arbeitsbereiche und Arbeitsabläufe auf Verbesserungsmöglichkeiten und ggf. Erarbeitung hausinterner: Regelungen zur internen Qualitätssicherung eingerichtet werden. Die Regelungen sollten flexibel und individuell den jeweils konkreten Gegebenheiten angepasst werden.
§ 4 Sonstige Anforderungen und mögliche finanzielle Auswirkungen
(1) Ausgehend von den krankenhausindividuellen Ausgangsbedingungen ist unter den gegebenen Voraussetzungen ein Optimum an Qualitätsmanagement zu realisieren das krankenhausintem und organisatorisch bewältigbar sein muss.
(2) Maßnahmen des Qualitätsmanagements müssen, wie alle anderen Krankenhausleistungen auch, der Forderung nach Effektivität und Wirtschaftlichkeit genügen. Die Erarbeitung von Maßnahmen zur internen Qualitätssicherung erfordert eine kritische Überprüfung und Beurteilung der alltäglichen Arbeitsabläufe im Krankenhaus. Hieraus kann ein zusätzlicher Aufwand jm Personal- und Sachmittelbereich resultieren, der sich langfristig amortisieren kann.
(3) Kosten und Nutzen des Qualitätsmanagements sollten im Einzelfall evaluiert, anhand der eigenen Ausgangsbedingungen ermittelt und bewertet werden.
(4) Für die Akzeptanz von Qualitätsmanagement ist es unerlässlich, dass die Krankenhausmitarbeiter eingehend informiert und integriert werden, ihnen die nötigen Freiräume geschaffen und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Auf Maßnahmen, die mit dem vorhandenen Personal nicht oder nur mit größter Mühe realisiert werden können, sollte solange verzichtet werden, bis sich vertretbare Lösungen ergeben. Eine sorgfältige Planung ist Voraussetzung für die funktionelle Ausgestaltung von entsprechenden Maßnahmen.
Die Vereinbarung tritt zum 01.10.2002 in Kraft. Sie kann mit einer Frist von einem Jahr durch eingeschriebenen Brief gekündigt werden.
Protokollnotiz zu 6 4 Abs. 2
Die Vertragspartner streben an, die möglichen Auswirkungen dieser Vereinbarung zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam zu bewerten".
Anmerkung: Na dann. Auf geht´s!
6. (JCAHO) Initiative zur Aufbereitung und Publikation von ((Qualitäts-)Ergebnisinformationen
JCAHO and six other organizations announced the launch of a national voluntary initiative to collect and report hospital quality performance information. The six other organizations are: American Hospital Association, Federation of American Hospitals, Association of American Medical Colleges, The National Quality Forum, Centers for Medicare & Medicaid Services and Agency for Healthcare Research and Quality.
The initiative was created to reduce duplication, to improve accountability, and to provide information for the public. Any hospital, including accredited hospitals that transmit core measure data, can participate in the initiative. While JCAHO has long published information about hospitals' adherence to accreditation standards, this initiative will produce the first information from its database that relates to the actual results of patient care.
See JCAHO's statement:
Fifty excuses for a closed mind, according to a recent newsletter of the UK-based executive search firm Robert Lee International, are:
1 We tried that before
2 Our place is different
3 It costs too much
4 Leave it until we are not so busy
5 We don't have the time
6 Our place is too small
7 It's too big a change
8 The staff associations will scream
9 The staff will never accept it
10 We've never done it before
11 It's against company policy
12 It will run up our overheads
13 We don't have the authority
14 We like change - so long as it involves no alterations
15 That's too ivory tower
16 Let's get back to reality
17 That's not our problem
18 Why change it; it's working all right
19 I don't like the idea
20 You're right -but
21 We're not ready for that yet
22 You can't teach an old dog new tricks
23 It isn't in the budget
24 Good thought -but impracticable
25 Let's hold it in abeyance
26 Well be a laughing stock
27 Let's give it more thought
28 My mind is made up; don't confuse me with facts
29 Not that again
30 Well lose money in the long run
31 Where did you dig that one up from?
32 We did all right without it
33 That's what we can expect from the staff
34 It's never been tried before
35 Let's form a committee
36 The secretaries will not like it
37 Has anyone else tried it?
38 We're all too busy to do it
39 It will not work in our place
40 Who's trying to teach me my job?
41 That will work in your department, but it will not work in mine
42 I'm not convinced
43 Let's sleep on it
44 Think of the disruption it will cause
45 It will make equipment obsolete
46 It cannot be done
47 It's too much trouble to change
48 It will not pay for itself
49 I know a colleague who tried it
50 We've always done it this way
Nun wird also in Ärzte(-funktionärs-)kreisen - mit der DKG im Schlepptau - vehement bestritten, dass es staatlicher Instanzen bedürfe, um die medizinische Qualität zu "sichern" - so auch am 6. Februar im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin ("Einheitspatient", "Normenmedizin", "Schematisierung der Krankenversorgung", "Holzweg", "tiefes Unbehagen", "keine staatliche Zuteilungsmedizin", "statt Wohl der Kranken ökonomische Zwänge"). Wir kennen mittlerweile genügend Ärzte, die das anders sehen! Was man aber durchaus gern hätte, wäre "mehr Geld": Bei den Ärzten allein wäre ein Qualitätsinstitut für die Medizin nicht gut aufgehoben Zu sehr sind dort Interessen mit dem zu erwartenden Erkenntnisdrang verwoben!
Behandlungsprozesse sind - inklusive eingesetzter Medikamente, Geräte und Einrichtungen etc. - bei einer bestimmten Erkrankung nur zielführend, wenn sie
a) unter verschiedenen Handlungsalternativen im Sinne einer "Best Practice" als die zielwirksamste Alternative herausdestilliert wurden,
b) diesbezügliche Regeln in der täglichen Routine wirklich nachweisbar eingehalten werden und
c) die korrespondierenden Behandlungsergebnisse belegt werden können (Kausalität im Einzelfall und aggregiert).
Die Entwicklung und Implementierung solcher interdisziplinärer Behandlungspfade gelingt nicht ohne ein für den Untersuchungs- und Behandlungsablauf und dessen Dokumentation verbindliches Procedere. Wohlgemerkt innerhalb eines Krankenhauses / einer anderen Einrichtung und nicht unbedingt allgemeinverbindlich.
In schriftliche Empfehlungen (Leitlinien oder gar Muster-Behandlungspfade) geronnene Erfahrungen, Ergebnisse von Studien und Meta-Analysen sind für deren rechtssichere Entwicklung erfolgsentscheidend. Gesetzesvorschriften, die so etwas vorzuschreiben suchen, wirken dagegen eher einschnürend . Dort sollte es nur um den Nachweis der Einhaltung von Mindesterfordernissen gehen, die für das Ergebnis zwingend sind: Methode "TÜV-Plakette" beim Auto! So etwas wird nicht einmal diskutiert:
Unsere Leser wissen: Wir lassen uns von unserer Überzeugung nicht abbringen, dass Qualität auch in der Krankenbehandlung nur Ergebnisqualität sein kann und ein "Qualitätsmanagement" (QM) Nonsens ist, das nicht der Planung, Realisierung, Messung, Auswertung und Verbesserung dieser Ergebnisqualität dient. Ein QM muß die Ergebnisqualität im Einzelfall fördern und in aggregierter Form belegen. Schon die hierzulande im "Qualitäts(un)wesen" beliebten Begriffe "Strukturqualität" und "Prozessqualität" stehen in diesem Sinn nur für notwendige, aber keineswegs ausreichende Voraussetzungen für die Ergebnisqualität. Für sich allein verwendet, können sie höchst irreführend sein, stehen sie doch eher für eine "Eminenzbasierte Medizin". Die mag zwar das Selbstwertgefühl der Protagonisten steigern, schafft aber dem Patienten keinerlei Sicherheit, tatächlich hervorragend nach dem Stand der Kunst behandelt zu werden. Für den Patienten zählt nur das Ergebnis. Das gilt es zu messen! Das muß man allerdings erst einmal wollen. Bisher scheint die Begeisterung für ein Messen von Ergebnissen eher gebremst zu sein.
http://www.aerztezeitung.de/docs/2003/01/30/018a0604.asp?cat=/politik/gesundheitssystem_uns, siehe auch unter Links). Jetzt kann ja nur noch alles besser werden! ;-)http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,231831,00.html. Die "medizinische Excellenz" können wir aus einem "Personalschlüssel", einer "konsequenten Qualitätssicherung" (was immer das ohne jeden Beleg sein mag - eminenzbasierte Medizin?), "Fort- und Weiterbildung sowie nicht zu kleine Fallzahlen" allein kaum herauslesen! Das Heft verweist allerdings erfreulicherweise auch darauf, wo man eine ungleich wirksamere Methode anwendet (wir berichteten schon früher gelegentlich darüber): http://www.usnews.com/usnews/nycu/health/hosptl/tophosp.htm. http://www.regulations.gov ), a new online rulemaking Web site designed to make the federal rulemaking process more accessible and enable the public to quickly access and comment on rules from all federal agencies. "This initiative will help assure the public that they have a role in making regulatory decisions and that it can be done in a more timely and efficient manner," EPA Deputy Administrator Linda Fisher said at the Jan. 23 launch. The so-called E-Rulemaking initiative is part of the president's E-government strategy to increase the efficiency and effectiveness of the federal government. im Weiteren Vertragsbeteiligte genannthttp://www.jcaho.org/news+room/news+release+archives/stmnt_1212.htm.
http://www.bmgesundheit.de/downloads-themen/aktuelles/Eckpunkte.pdf "Eckpunkte" von Ulla Schmidt
http://www.nice.org.uk/ NICE: Zentrale britische Qualitätsinstanz
http://www.bfarm.de/de_ver/ Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
http://www.ebm-netzwerk.de/ Deutsches EbM-Netzwerk, u.a. Zugriff zur Cochrane-Bibliothek und EbM-Curriculum http://www.ebm-netzwerk.de/curriculumebm.pdf
http://www.patientexperiencestandard.org/index.asp AHRQ-Standard Hospital-CAHPS® Survey (Picker!)
http://www.jcrinc.com/docView.aspx Gratisexemplar der Zeitschrift "Joint Commission Perspectives on Patient Safety" herunterladbar
http://www.jcrinc.com/subscribers/source.asp?durki=3785 Joint Commission: The Source (Zugang zu neuem Gratis-Periodikum der JCAHO)
http://www.healthaffairs.org/ Health Affairs - eine der wohl informativsten Quellen zu internationalen gesundheitspolitischen Themen (Schwerpunkt USA)
Kazandjian, Vahé A. (Ed.), Accountability Through Measurement, A Global Healthcare Imperative, Miwaukee, WI 2003, ISBN 0-87389-567-3
"Ergebnisverantwortung durch Messen gewährleisten" und dies noch als "globale Verpflichtung für das Gesundheitswesen" - solch ein Buch kann doch nicht aus dem Lande der gebetsmühlenartigen, aber weitgehend inhaltslosen "Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität" oder von KTQ(R) stammen, wo sogar der PDCA-Kreis mißverstanden wird! - Tut es auch nicht. Es ist vielmehr soeben frisch beim Verlag der American Society for Quality (ASQ) herausgekommen, einer eher internationalen als US-amerikanischen Fachgesellschaft für Qualitätsexperten (der wir anzugehören natürlich die Ehre haben).
Ein höchst gedankenvolles Buch, das wieder einmal hervorragend verdeutlicht, worauf es beim ganzen Qualitätsmanagement in der Krankenbehandlung letztlich ankommt: Auf ein möglichst gutes Ergebnis ("Outcomes")! Was darunter - auch in Abgrenzung zur "Performance" - zu verstehen ist und wie man bezüglich der Art des Messens und der Ergebnisse als Grundlage des Behandlungsvertrags zwischen Leistungserbringer ("Lieferant") und -empfänger ("Kunde") am besten zu einem Konsens kommen kann, wird im ersten Teil des Buches plausibel entwickelt. Leider nur auf Englisch! Der weitaus größere Teil stellt allerlei (höchst unterschiedliche, aber immer interessante) Praxisbeispiele für einen solchen Ansatz vor, und zwar aus Belgien, Dänemark, Singapore, Tschechien, Ungarn und den USA, aber nicht aus .. Raten Sie einmal!
Hier die sinngemäß übersetzte Grobgliederung:
Elemente eines ergebnisbezogenen Behandlungsvertrags
Wahrscheinlichkeit und Anwendung für eine Prozess-Evaluation
Verantwortlichkeit als Herausforderung für die Medizinische Profession
Interne Auswertung als erster Schritt zu einem Ergebnisbericht
Verantwortlichkeit und "Report Cards" (= Qualitätsberichte)
Verantwortlichkeit und Mess-Strategien
Ursachenanalyse ("Root Cause Analysis") und Veröffentlichung(spflicht)
Berichte aus der Praxis: Studien, Beobachtungen und neue Entwicklungsrichtungen
Aus den Fallstudien herauszulesende Erkenntnisse
Schlußfolgerungen, speziell eine neue "Charta für Ärzte"*
Wau! - Die Lektüre dürfte nicht nur für jene Enthusiasten im Lande eine Bestätigung sein, die sich (verdienstvollerweise) mit Fragen des Public Health herumschlagen, sondern auch für jene (natürlich vor allem) Ärzte und Pflegekräfte, die sich mehr oder weniger still innerhalb der Institutionen um erste Schritte auf dem Wege zu ernsthaften Verbesserungen in der Krankenbehandlung bemühen. Am wichtigsten wäre die Lektüre für die Entscheider darüber, wie die Krankenbehandlung in Zukunft in ihrem Verantwortungbereich vonstatten gehen sollte: Deutlich anders! Nämlich mit Behandlungsergebnissen als messbaren Zielgrößen und möglichst geringen Abweichungen davon. Die Leser können sich hier wieder einmal bestätigen lassen, wie wichtig ein wirkliches TQM auch in Gesundheitseinrichtungen sein könnte. (Ein besonderer Gruß an die Europäischen "EFQM-Kollegen" unter den Autoren, die ich hier wiederentdecken durfte!)
* Grundprinzipien:
1. Primat des Patientwohls
2. Prinzip der Patienten-Autonomie
3. Prinzip der sozialen Gerechtigkeit
Vielleicht sollte sich die Politik, sollten sich deren Berater auch endlich verstärkt der Messung (geplanter Behandlungs-)Ergebnisse widmen und beginnen, die Krankenbehandlung in ihren Prozessen und Strukturen und deren Bezahlung von dort aus neu zu denken! - Äußerst lesenswert! (+++)
- Arnold, Klauber, Schellschmidt, Krankenhaus-Report 2002, Stuttgart ISBN 3794522192 - hmanage Newsletter 80 - (++)
Wir haben unser hoch gelobtes Trainingsprogramm "im Endspurt" noch weiter verbessert - und natürlich aktualisiert, wo dies die politische Entwicklung im Lande erforderlich macht. Ab Ende Juni wird es nur noch aus maßgeschneiderten Inhouse-Trainings bestehen. Wir konzentrieren uns dabei weiterhin auf das Management von Gesundheitseinrichtungen, speziell von Krankenhäusern und Reha-Kliniken. Unsere letzten offenen Veranstaltungen bieten Ihnen folgende Themenschwerpunkte:
www.azq.de Ausnahmsweise ganz ausführlich:
"Die Vorstände von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung haben am 24.1. in Berlin die Umbenennung ihrer gemeinsamen Einrichtung "Ärztliche Zentralstelle für Quälitätssicherung" in "Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin" beschlossen.
Der Beschluss erfolgte im Rahmen der Vorstellung des Berichtes "äzq -Projekte 1995-2002" aus Anlass des siebenjährigen Bestehens der Institution.
1995 als Koordinierungsbüro zwischen BÄK und KBV gegründet, entwickelte sich die ÄZQ in den letzten Jahren zu einem im In- und Ausland anerkannten Kompetenzzentrum für Leitlinien und Patienteninformationen in der Medizin.
Die ÄZQ entwickelte und organisiert seit 1999 das Deutsche Leitlinien-Clearingverfahren - getragen von BÄK, KBV, DKG, GKV-Spitzenverbänden, PKV und der Gesetzlichen Krankenversicherung. 2000 etablierte die ÄZQ den ersten unbhängigen Internet-Informationsdienst zu Gesundheitsinformationen für Laien im deutschen Sprachraum. Seit 2002 betreut die ÄZQ das Nationale Programm für Versorgungsleitlinien bei der Bundesärztekammer. Die ÄZQ ist Initiator und Gründungsmitglied des Internationalen Leitliniennetzwerks G-I-N (Guidelines International Network), einem Zusammenschluss der 30 wichtigsten Leitlinien-Agenturen weltweit (Vorsitzender: Prof. Dr. Günter Ollenschläger).
Die Vorstände von BÄK und KBV begründeten die Namensänderung damit, dass auf diese Weise die Stellung der Einrichtung als Kompetenzzentrum der Deutschen Ärzteschaft für Fragen der Qualität im Gesundheitswesen unterstrichen werden solle.
Weitere Informationen und der Projektbericht "äzq-Projekte 1995-2002" sind zu erhalten über die Website des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin".www.hmanage.de!www.JCAHO.org! - hmanage Newsletter 85 - (+++)
Neu! 14.05.03: STR Strategisches Management im Krankenhaus
Disease Management (DMP), externe Vernetzung, Festpreise in der Form von DRGs, "ambulant vor stationär!" usw. werden das deutsche Krankenhaus in naher Zukunft sicher kräftig durcheinanderschütteln. Einhergehend damit dürften zunehmend tatsächliche Nachweise ihrer Qualität verlangt werden. Und das ist - bei allem hinhaltenden Taktieren - letztlich vor allem die Ergebnisqualität der Krankenbehandlung! Das derzeitige Anspruchsniveau der Ergebnisse der Qualitätssicherung von Fallpauschalen und Sonderentgelten (BQS - auf dem richtigen Weg!) oder gar von KTQ(R) 4.0 (Qualität des Produktes leider angesichts des öffentlichen Anspruch alles andere als zufriedenstellend) hat damit wahrlich wenig zu tun.
Die Signale stehen auf Veränderung - was immer die (immer noch) leisetreterische Krankenhauspolitik im Lande - gleich welcher Couleur - den Leistungserbringern an konkreten Veränderungen abverlangen wird. Je weniger im Konsens dabei herauskommt, desto sicherer ist in kürzester Zeit die nächste "Gesundheitsreform"!
Eine solche Entwicklung erfordert unbedingt eine weit vorausschauende Unternehmensstrategie aus einem Guß: Welche Ansätze der Kundenorientierung, des Marketing, des strategischen Management und der Mitarbeitermobilisierung können heute als international erprobt und zielführend gelten? Bloßes "Lehrbuchwissen" - so z.B. zur Portfolio-Technik überhaupt vorhanden - reicht zur Beantwortung dieser Fragen so wenig aus wie ein "Marketing" mittels inhaltsleerer Qualitäts-"Gütesiegel"! So etwas platzt wie eine Seifenblase, wenn die "Kunden" erst spitz kriegen, dass sie an der Nase herumgeführt werden! Und das ist nur eine Frage der Zeit - dank Internet voraussichtlich einer sehr kurzen.
Was können wir also aus der Enwicklung von Theorie und Praxis des strategischen Management von erfolgreichen Einrichtungen des Gesundheitswesens lernen, vor allem von jenen exzellenten Medical Centers in den USA, die sich im Mutterland des Wettbewerbs im Gesundheitswesen an die Spitze der Entwicklung gesetzt haben, ohne dabei in kontraproduktive "amerikanische Verhältnisse" zu verfallen? - Uns geht es also nicht um die Vermittlung der amerikanischen Kultur, sondern von amerikanischen Know-hows.
Am Ende des Tages verfügen Sie über die Grundlagen für "Ihr" strategisches Management. Wenn Sie sich auch noch auf die Umsetzung der Strategie im eigenen Hause vorbereiten wollen, buchen Sie dazu unseren zweiten Strategiebaustein BSC!
Diese (erste) Veranstaltung kostet Sie nur 350 € + MWSt.! Einzelheiten unter www.hmanage.de (pdf-download)Hochaktuell: BSC Balanced Scorecard praktisch einführen
BSC - aber richtig! Die Balanced Scorecard (BSC) ist eben kein Kennzahlensystem - auch wenn selbsternannte "Experten" dies hierzulande noch so häufig mündlich und schriftlich verkünden mögen. Die BSC ist ein strategisches Werkzeug zur Umsetzung der Unternehmensstrategie!
Wir bieten hiermit anhand einer realen Fallstudie einen praxisgerechten "Kochbuch"-Kurs zur Vorbereitung der Balanced Scorecard in der eigenen Organisation. Auf der Grundlage
a) einer seit Erstveröffentlichung in HBR jahrelangen intensiven Befassung mit der gesamten Materie des Strategischen Management und der Balanced Scorecard anhand der internationalen Originalveröffentlichungen, speziell solchen zum Gesundheitswesen
b) der vor-Ort-Aus- und Fortbildung des Trainers durch die Organisation der BSC-"Erfinder" Norton und Kaplan (neuester Vor-Ort-Input im April 2003!)
c) einer Praxis-Fallstudie aus dem niederländischen Gesundheitssystem.
Wir verbinden die Balanced Scorecard mit dem EFQM-Modell für Excellence - ein Weg, den auch die EFQM branchenneutral selbst beschreitet. Unser Fokus ist zusätzlich das Gesundheitswesen.
Nach zwei Tagen verstehen die Teilnehmer, welchen Nutzen eine BSC für Ihre Einrichtung wirklich stiften kann (in den aktuellen Veröffentlichungen zum Thema steht leider viel Unsinn, der in Dritt- und Viert-Veröffentlichungen auch noch vervielfacht wird!). Sie können für ihr Haus dessen eigene BSC entwickeln und diesen Ansatz sinnvoll mit dem EFQM-Modell für Excellence (aber auch - wenn man dies von Ihnen erwartet - z.B. mit KTQ) verbinden.
Die BSC ist - richtig angewandt - ein mächtiges Werkzeug, um die Strategie der eigenen Organisation (z.B. im Zusammenhang mit der Umstellung auf DRGs) in zielführende Handlungen und tatsächliche Ergebnisse umzumünzen. Die Veranstaltung im Mai wird schon die vierte (überarbeitete) Wiederholung sein!
Wenn Sie sich nicht nur auf den Rahmen, sondern auch auf dessen konkrete Ausfüllung in der Krankenbehandlung mittels klinischer Pfade vorbereiten wollen, buchen Sie dazu am besten auch unseren zweiten Prozessbaustein "Klinische Pfade"!
Unser Preis für diesen (ersten) Baustein bleibt einschließlich ausführlicher Materialien auch 2003 gleich: Sie zahlen weiter nur 650 € + MWSt.! Einzelheiten unter
15.-16.05.03:www.hmanage.de (pdf-download).Aktualisiert: PRO Prozessmanagement richtig anwenden
Ein professionelles ganzheitliches Prozessmanagement ist weitaus mehr als "Kästchen malen und Pfeile dazwischen machen"!
In diesem Training wird vor dem Hintergrund von nahezu 30 Jahren Praxis das Prozessmanagement (beispielhaft) für das Krankenhaus in höchst praxisnaher Weise vermittelt. Es wird dort anhand von vielen Beispielen gezeigt, wie - beginnend mit dem Kernprozess, der Krankenbehandlung - schrittweise die arbeitsteiligen Prozesse aus ganzheitlicher Sicht so organisiert werden können, dass
- alles für ein erstklassiges Ergebnis Notwendige (Nutz- und Stützleistung) weiterhin und möglichst immer besser geschieht als heute
- und Überflüssiges (Blind- und Fehlleistung) sukzessive weggelassen wird.
Das (und nur das) ist in der Krankenbehandlung Qualität! Besonders dann, wenn sich die angestrebten Ergebnisse nicht auf die Krankenbehandlung beschränken, sondern die Inhalte aller vier Ergebniskriterien des EFQM-Modells für Excellence einschließen.
Die Teilnehmer üben vor dem Hintergrund eines Prozessmodells für das Gesamtgeschehen mit Papier und Bleistift ein zielführendes Vorgehen des Prozessentwurfs, der Prozessentwicklung und -dokumentation sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung eines einmal fixierten Prozesses.
Am Rande werden nützliche Computer-Werkzeuge vorgestellt.
Ein wesentliches Element des Trainings ist ein Ansatz, der dafür sorgt, dass die vorgenommenen Verbesserungen auch in die Routine gelangen. Wir haben diesen Baustein deutlich gestrafft und zum 1. Schritt auf dem Wege zu einem neuen Folgebaustein "Klinische Pfade" umgebaut.
Auch dieses einzigartige Intensiv-Training kostet Sie nur 350 € + MWSt.! Einzelheiten unter
Klinische Pfade (Clinical Pathways, Care Maps) kommen auch hierzulande in Mode - zumindest als - offensichtlich nicht immer verstandener - Modebegriff. Nun wäre Letzteres nicht weiter schlimm, wenn es nicht dazu führte, dass erstklassige Möglichkeiten, die Qualität zu steigern und zugleich die Kosten zu senken, hierzulande weiter ungenutzt bleiben!
Wir wollen Ihnen in diesem Intensiv-Training am Beispiel vermitteln, was klinische Pfade wirklich sind (bzw. sein können) und wie man sie am besten einführt.
Im Mittelpunkt dieses Trainings steht der berufsgruppenübergreifende, krankheitsartenweise standardisierte Behandlungsablauf - voraussichtlich am Beispiel der Behandlung von Wundheilungsstörungen*.
Die Verbindung zu den "medizinischen" deutschen Leitlinien (AWMF bzw. ÄZQ) bzw. zu den amerikanischen Guidelines wird anhand von Beispielen ebenso wie jene zu Cochrane-Reviews und ähnlichen Ansätzen erklärt, um so zu verdeutlichen, dass es sich bei wirklich zielführenden klinischen Pfaden keineswegs um fremdbestimmte "Marterinstrumente" handelt, den behandelnden Arzt zu einem bestimmten Handeln zu zwingen. Der Arzt steht vielmehr im Mittelpunkt ihrer Entwicklung!
In diesem Training wird ausführlich das Grundprinzip interdisziplinärer und multiprofessioneller klinischer Pfade erklärt, die selbstverständlich den erreichbaren Stand der medizinischen Entwicklung einbeziehen: Und dies in einer Form, wie sie vor allem im angelsächsischen Sprachraum, speziell in Nordamerika, in den letzen 15 Jahren zum Standard geworden ist.
Dank unserer internationalen Verbindungen sind wir in der Lage, konkrete Beispiele für einen Entwicklungsstand zu bringen, der in unserem Lande noch weithin unbekannt ist. In diesem Zusammenhang können wir auch Mißverständnisse geraderücken, die hierzulande zum Thema herumgeistern.
Wir erläutern die 15 Stufen einer professionellen Umstellung auf klinische Pfade und gehen gründlich darauf ein, wie sich dadurch die gesamte klinische Dokumentation verschiedener Fächer zum Besseren ändern wird (= weniger Papierkrieg!).
Wir bringen Beispiele für eine neue, arbeitssparende und zugleich qualitätssteigernde Form der Dokumentation. Und wir vergessen nicht die Aspekte der Kostenermittlung von DRGs, auf die sich das Thema in Deutschland leider reduziert.
Wir zeigen, welche Veränderungen der Routine (einschließlich der Infrastruktur) klinische Pfade nach sich ziehen und welche zeitsparenden Arbeitserleichterungen damit verbunden sind. Dabei spielt auch die Umstellung auf DRGs eine maßgebliche Rolle. Der Preis beträgt einschließlich ausführlicher Materialien 650 € + MWSt. Einzelheiten unter
24.-26.03.03, 21.-23.05.03:
Unser "Klassiker"; ein dreitägiges Intensivtraining anhand der aktuellsten EFQM-Lizenzmaterialien, das - selbstverständlich mit internationalem EFQM-Original-Zertifikat! - ein gründliches Einüben der Methode der Selbstbewertung nach EFQM-Vorgaben mit den Erfordernissen eines Qualitätsmanagement in Deutschland - z.B. von KTQ(R) - ideal verbindet. Die Teilnehmer üben nach vorheriger Hausarbeit ("Schreibtischbewertung" - Erfolgsvoraussetzung!) unter der Anleitung höchst praxiserfahrener EFQM-Trainer anhand einer von der EFQM gestellten (seinerzeit von uns für die EFQM übersetzten) Fallstudie aus dem Gesundheitswesen an ausgesuchten Teilkriterien die Konsensbewertung im Team. Sie erfahren, was beim "Firmenbesuch" zu beachten ist, wie die abschließende Bewertung zustande kommt und was am Ende im Feedback-Bericht steht. Alle neun Kriterien werden - samt ihrer 32 Teilkriterien - ebenso sorgfältig erklärt wie der Ansatz der RADAR-Bewertung, das Herausarbeiten von Stärken und Verbesserungspotentialen und die Ableitung eines zielführenden Aktionsplans (hier passiert noch häufig viel Unsinn!). Dies ist die EFQM-Materie, für die uns Brüssel als internationale Trainer jährlich doppelt so hohe Lizenzgebühren abverlangt wie die DQG ihren "nationalen" Trainern.
Das Gesamtpaket ist unser konkurrenzloses Plus zu einem marktüblichen Preis! Dieses Training haben wir in mittlerweile ~ 90 (!) Veranstaltungen kontinuierlich weiter verbessert; Einzelheiten unter
AT EFQM-Assessor-Training (erster offizieller Baustein in EFQM-Lizenz), Berlinwww.hmanage.de (pdf-download). Unsere Preise bleiben trotz Preiserhöhungen bei den EFQM-Lizenzmaterialien gleich!
www.hmanage.de (pdf-download). Unser weiteres Plus: Die Preise werden trotz Preiserhöhungen bei den EFQM-Lizenzmaterialien nicht erhöht!
Was also tun? Wir empfehlen, in einem Qualitätshandbuch in knapper Form zu Papier zu bringen, was (z.B.) im Krankenhaus an grundlegenden Regeln und Abläufen zu beachten ist. Hier soll zugleich die (turnusmäßige fortgeschriebene) Qualitätsplanung niedergelegt werden und was - in Zeitreihen - an Ergebnissen dabei herausgekommen ist. Wir empfehlen, dies in einer Form zu tun, die zugleich als Anlage zum jährlichen Geschäftsbericht dienen kann. Die von uns empfohlene Gliederung folgt der generellen Logik des EFQM-Modells für Excellence. Wir verbinden diese im Rahmen unseres Prozessmodells mit den Anforderungen, welche ein Krankenhaus z.B. nach KTQ(R) - zu beachten hat. Unsere Teilnehmer lernen, ihre hauseigene Variante eines Qualitätshandbuchs/Qualitätsberichts zu entwickeln. Sie nehmen ein praxiserprobtes Muster mit nach Hause; für interessierte Teilnehmer gibt es auch eine Reha-Variante! Einzelheiten zum Training unter
11. Diskussion: Beitrag Paschen
Liebe GQMG-E-Mail-Leser*,
natürlich kann jeder seinen Frieden mit KTQ machen wann und wie er will - wenn er sich denn im Kriegszustand gefühlt hat. KTQ ist eine der im deutschen Gesundheitswesen angebotenen Zertifizierungsmöglichkeiten - aber nicht etwa verbindlich für alle Krankenhäuser. Das haben die Verbände durch ihre Vereinbarung gemäß § 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. SGB V über die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement für die nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser mit Wirkung zum 1.10.2002 vereinbart. Hintergrund der Vereinbarung war nicht nur die Umsetzung der gesetzlichen Vorgabe, sondern der aus dem Verbandsbereich geäußerte Wille, im Rahmen einer solchen Vereinbarung die Methodenvielfalt und die Wahlfreiheit der Krankenhäuser zwischen einzelnen Qualitätsmanagementmodellen zu erhalten. Schade, wenn durch einen "Friedensschluss" das mit so viel Verve vertretene EFQM-Modell einen Protagonisten verliert. Solche Verluste führen zu Monotonie und Gedankenlosigkeit.
Auf keinen Fall sollte jedoch die GQMG durch allzu einseitige Promotion die fachliche Diskussion verflachen. Wer ernsthaft an QM im Gesundheitswesen interessiert ist, sollte alles tun gegen ein Zertifizierungs-Monopol. Monopole führen immer zu hohen Preisen und geringer Qualität - daran kann man sich zumindest im Osten unseres Landes noch gut erinnern.
Machen wir also ruhig Frieden und beginnen wir mit einem fairen Wettstreit um die besten Wege zu mehr Qualität !
Dr. med. Ulrich Paschen
Leiter Medizinische Qualitätssicherung
Tel. 42803-6105
Fax 42803-8932
* Die GQMG verteilt Teile unserer hmanage-Newsletter an ihre Mitgliedschaft
www.ktq.de!).
Wer sich dagegen einer Zertifizierung nach EN ISO 9000 verschrieben hat, verfügt schon bald über - zumindest vom Volumen her - eindrucksvolle Ordner, gefüllt mit viel Papier, welche die Prozesse der Organisation nach aufwändiger Vorarbeit normgerecht (und bis zur Re-Zertifizierung erfahrungsgemäß ebenso ungelesen wie voraussichtlich der KTQ-Qualitätsbericht) dokumentieren - mit oder ohne Zertifikat. www.hmanage.de (pdf-download). Unser bisheriger Preise bleibt auch hier bestehen!u.paschen(at)uke.uni-hamburg.de www.hmanage.de . Ebenfalls auf der Website finden Sie neben der Möglichkeit, diesen Newsletter kostenlos zu abonnieren, eine wachsende Sammlung nützlicher Dokumente und Links, empfehlenswerte Bücher zum besseren Management von Einrichtungen des Gesundheitswesens samt der Möglichkeit, sie bei uns sogleich "per Knopfdruck" (über Amazon) zu bestellen.
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* Wechsel des Fallbeispiels im Interesse des optimalen Trainingserfolgs vorbehalten26.-27.06.03:25.06.03:
10. Unser verbleibendes Trainingsprogramm 2003
Hier finden Sie - gestützt vor allem auf englischsprachige Quellen aus aller Welt - "grenzüberschreitende" Informationen / Kommentare zum (Qualitäts-)Management von Einrichtungen im Gesundheitswesen: Als - mit Quellenangabe frei verwendbare - Kurztexte, Definitionen, Links und Downloads. Ziel: Erkenntnisgewinne für die eigene Arbeit und damit für ein besseres Gesundheitssystem. Was hierzulande als unmöglich gilt, ist woanders oft längst realisiert! - Gänzlich ohne Scheuklappen und mit offenem Blick über den Tellerrand der abgeschotteten Milieus unseres "versäulten" deutschen Gesundheitssystems und seiner Berufsgruppen. Kostenlos.

References: § 12
 § 70
 § 115
 § 108
 § 108
 § 137

§ 1

§ 2

§ 3

§ 4
 § 137
 § 108