Source: https://www.jusline.at/gesetz/stpo/paragraf/59
Timestamp: 2020-04-06 22:14:25+00:00

Document:
§ 59 StPO (Strafprozeßordnung 1975) - JUSLINE Österreich
(1) Wird ein Beschuldigter, der noch keinen Verteidiger hat, festgenommen oder zur sofortigen Vernehmung vorgeführt (§ 153 Abs. 3), so ist ihm vor seiner Vernehmung zu ermöglichen, einen Verteidiger zu verständigen, beizuziehen und zu bevollmächtigen, es sei denn, der Beschuldigte erklärt ausdrücklich, auf diese Beiziehung während der Dauer der Anhaltung durch die Kriminalpolizei (§ 50 Abs. 3) zu verzichten. In diesem Fall ist der Beschuldigte auf die jederzeitige Möglichkeit des Widerrufs dieses Verzichts hinzuweisen. Nach seiner Einlieferung in die Justizanstalt ist dem Beschuldigten die unverzügliche Verständigung und Beiziehung eines Verteidigers zu ermöglichen.
(2) Der Kontakt mit dem Verteidiger darf bis zur Einlieferung des Beschuldigten in die Justizanstalt auf das für die Erteilung der Vollmacht und eine allgemeine Rechtsauskunft notwendige Ausmaß beschränkt werden, soweit aufgrund besonderer Umstände eine sofortige Vernehmung oder andere unverzügliche Ermittlungen unbedingt notwendig erscheinen, um eine erhebliche Beeinträchtigung der Ermittlungen oder von Beweismitteln abzuwenden. In diesem Fall ist dem Beschuldigten sogleich oder innerhalb von 24 Stunden eine schriftliche Begründung der Kriminalpolizei für diese Beschränkung zuzustellen.
(3) Der Beschuldigte kann sich mit seinem Verteidiger verständigen, ohne dabei überwacht zu werden.
(4) Sofern der Beschuldigte in den in Abs. 1 genannten Fällen nicht einen frei gewählten Verteidiger (§ 58 Abs. 2) beizieht, so ist ihm bis zur Entscheidung über die Verhängung der Untersuchungshaft auf Verlangen die Kontaktaufnahme mit einem „Verteidiger in Bereitschaft“ zu ermöglichen, der sich zur Übernahme einer solchen Verteidigung bereit erklärt hat. Die Rechtsanwaltskammern haben Listen der Verteidiger, die sich zur Übernahme solcher Verteidigungen in Bereitschaft bereit erklärt haben, zu führen und deren jederzeitige Erreichbarkeit sicherzustellen. Der Bundesminister für Justiz ist ermächtigt, den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag vertraglich mit der Einrichtung eines solchen rechtsanwaltlichen Bereitschaftsdienstes zu beauftragen.
In Kraft seit 01.01.2017 bis 31.05.2020
1 Kommentar zu § 59 StPO
Kommentar zum § 59 StPO von MikeG
§ 59 StPO | 3. Version | 272 Aufrufe | 25.01.17
Sie können den Inhalt von § 59 StPO selbst erläutern, also einen kurzen eigenen Fachkommentar verfassen. Klicken Sie einfach einen der nachfolgenden roten Links an!
14 Entscheidungen zu § 59 StPO
Entscheidungen zu § 59 StPO
0 Diskussionen zu § 59 StPO
Sie können zu § 59 StPO eine Frage stellen oder beantworten. Klicken Sie einfach den nachfolgenden roten Link an!
§ 49a StPO (weggefallen)§ 50 StPO Rechtsbelehrung§ 51 StPO Akteneinsicht§ 52 StPO§ 53 StPO§ 54 StPO Verbot der Veröffentlichung§ 55 StPO Beweisanträge§ 56 StPO Übersetzungshilfe§ 57 StPO Rechte des Verteidigers§ 58 StPO Bevollmächtigung des Verteidigers§ 59 StPO§ 60 StPO Ausschluss des Verteidigers§ 61 StPO Beigebung eines Verteidigers§ 62 StPO Bestellung eines Verteidigers§ 63 StPO Fristenlauf§ 64 StPO Haftungsbeteiligte§ 65 StPO Definitionen§ 66 StPO Opferrechte§ 66a StPO§ 67 StPO Privatbeteiligung§ 68 StPO

References: § 59
 § 59

§ 59
 § 59
 § 59
 § 59
 § 59
 § 59

§ 49