Source: http://homepage.kinderhaus-welterod.de/?page_id=17
Timestamp: 2019-07-16 21:25:20+00:00

Document:
Konzeption – Kinderhaus "Blaues Ländchen"
I. Vor – Sätze
Durch die zentrale Ortslage – in den Räumen des Bürgerhauses, bzw. auf dem Platz zwischen Kinderhaus und Bürgerhaus finden Vereinsarbeit, Feste und kulturelle Veranstaltungen statt – sind die bei uns lebenden Kinder „mitten im Geschehen“. Ihr Mitwirken
– Familien, in denen vorübergehend oder auf Dauer eine dem Wohl des Kindes entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist,
– Pflegefamilien, die nicht mehr die im Einzelfall notwendige und geeignete Hilfe zur Erziehung anbieten können,
– psychiatrischen Kliniken,
– schweren körperlichen oder geistigen Behinderungen, die pflegerischer Betreuung bedürfen
– gravierenden Suchtproblemen
– massiv ausgeprägtem delinquenten Verhalten.
– § 27 SGB VIII in Verbindung mit § 34 SGB VIII, Einrichtung zur Heimerziehung, in gruppen-
– § 41 SGB VIII Hilfe für Jugendliche, junge Volljährige, Ausgestaltung der Hilfeformen nach § 27 – 40 SGB VIII
– § 35a SGB VIII Hilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
– § 27 – 32 SGB VIII Ambulante Hilfen, Tagesgruppen
– § 42 SGB VIII Hilfe zur Versorgung von Kindern in Notsituationen
– § 34 SGB VIII Betreutes Wohnen
– § 41 SGB VIII Nachbetreuung
– § 31 SGB VIII Sozialpädagogische Familienhilfe
– § 53 SGB VIII Eingliederungshilfe für behinderte Menschen
Die vollstationär aufgenommen Kinder bewohnen in der Regel Einzelzimmer, die überwiegend nach eigenen Vorstellungen eingerichtet und gestaltet werden können. Sie dürfen sich Haustiere halten, sofern sie bereit und fähig sind, diese verantwortlich zu versorgen. So gibt es derzeit Vögel, einen Kater, einen Hund und ein Kaninchen – wir hatten aber auch schon Schafe, Hühner, Fische, Meerschweinchen und ein Pferd.
8. Therapeutisch-pädagogische Angebote – intern und extern
Zur konstruktiven Reaktion auf Krisen und Konflikten in oder außerhalb unserer Einrichtung haben wir Pläne für Handlungssicherheit entwickelt (Krisenablaufplan, Notfalltelefonliste, Melderaster für besondere Vorkommnisse, Erste-Hilfe-Kurzanleitung) und vorbeugende Maßnahmen zur Handlungskompetenz ausgearbeitet (Fortbildungen aller pädagogischen MitarbeiterInnen, Ersthelferausbildung aller pädagogischen MitarbeiterInnen, Projektarbeit unter Einbeziehung der Polizei, Evakuierungsübungen mit der örtlichen Feuerwehr u. a) . Weitere vorbeugende Maßnahmen zielen auf Gewaltprävention (Sozialkompetenztraining, Stärkung des Selbstwertgefühls der Kinder und Förderung des adäquten Umgangs mit ihren Gefühlen, Vorleben und Thematisieren von gewaltfreier Kommunikation, Deeskalationstraining für die Gruppe u.a.), Deeskalation/Selbstschutz (Selbstverteidigungskurs für MitarbeiterInnen – z. B. Taekwondo – , Ruhe bewahren und konsequentes Erzieherverhalten u.a.) und Nachbereitung der Krise bzw. auf die Konfliktbearbeitung ab (Konfliktreflektion mit Täter und Opfer u.a.).
Alle Krisen werden in unserem QDS-Programm dokumentiert und – falls nötig – entweder zeitnah den zuständigen Jugendämtern, den Eltern und evtl. der Polizei zur Kenntnis gebracht oder im Rahmen von Hilfeplangesprächen thematisiert.
Wir sind gerne bereit – falls im individuellen Hilfeplan von allen Beteiligten als erreichbares und wünschenswertes Ziel vereinbart -, an einer Reintegration ins Elternhaus mitzuarbeiten. Dieser Prozeß bedarf erfahrungsgemäß oft begleitender, stabilisierender und unterstützender Maßnahmen. Unsere Vorbereitung auf die Rückführung umfaßt Gespräche mit dem Kind/Jugendlichen, den Eltern und dem Jugendamt, die Erstellung eines Zeitplans und eines Übergabeprotokolls, die Erhöhung der Besuchszeitenfrequenzen bei den Eltern und den Abschied von der Gruppe und außerhäusigen Sozialkontakten. Auf Wunsch führen wir auch den Umzug durch. Für eine begrenzte Zeit nach der Reintegration bieten wir SPFH an, wenn sie von allen Beteiligten erwünscht und entfernungsmäßig sinnmachend ist. Gegebenenfalls bereiten wir die Übergabe an eine externe SPFH vor/aus.
Viele unserer „Schützlinge“ verlassen die Einrichtung erst, nachdem sie eine qualifizierende Schulausbildung erworben und den Einstieg in eine Berufsausbildung bewältigt haben. Im Rahmen des Älter-Werdens bereiten wir die Jugendlichen schrittweise auch auf ein eigenständiges Leben vor. Der zunehmenden persönlichen Reifeentwicklung folgend, werden in diesem Rahmen Betreuungs-schwerpunkte sukzessive von einer Vollversorgung auf die Vermittlung lebenspraktischer Inhalte im Hinblick auf die Selbständigkeit gewichtet. Unsere Vorbereitung auf die Verselbständigung umfaßt die schrittweise Erhöhung der Anforderungen an den Jugendlichen, das Einüben im Schriftverkehr und Kontakt mit Behörden, das Einüben im Aufteilen und Dokumentieren des verfügbaren Geldes, das Einüben im Einkauf und selbständigen Kochen, die Unterstützung bei der Suche einer Wohnung, Hilfestellung bei der Möblierung u.a. Falls gewünscht, führen wir auch den Umzug durch. Um die Eingewöhnung in die neue Wohnung zu erleichtern, bieten wir – falls gewünscht und entfernungsmäßig sinnvoll – eine Nachbetreuung an, deren zeitlicher Rahmen und inhaltliche Ausgestaltung mit dem Jugendamt und dem Jugendlichen vereinbart wird.

References: § 27
 § 34
 § 41
 § 27
 § 35
 § 27
 § 42
 § 34
 § 41
 § 31
 § 53