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Timestamp: 2020-01-23 19:52:42+00:00

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OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 28.04.1989 - 1 B 114/88 - dejure.org
OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 28.04.1989 - 1 B 114/88
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OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 28.04.1989 - 1 B 114/88 (https://dejure.org/1989,14311)
OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, Entscheidung vom 28.04.1989 - 1 B 114/88 (https://dejure.org/1989,14311)
OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, Entscheidung vom 28. April 1989 - 1 B 114/88 (https://dejure.org/1989,14311)
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DVBl 1989, 887
Der Senat vertritt in ständiger Rechtsprechung mit der (wohl) herrschenden Meinung (…vgl. Jörg Schmidt, in: Eyermann, VwGO, Komm., 11. Aufl., § 80 Rdn. 41 m.w.N.) die Auffassung, dass vor Erlass einer Vollziehungsanordnung nach § 80 Abs. 2 Nr. 4 VwGO der Betroffene nicht gesondert angehört werden muss (vgl. z.B. Beschl. v. 28.4.1989 - 1 OVG B 114/88 -, DVBl. 1989, 887, 888 f.).
Nachw.; siehe auch Urt. des 5. Sen. v. 10.5.1990 -- 5 S 1842/89 -- NVwZ-RR 1991, 24 = DÖV 1991, 165 und OVG Lüneburg DVBl. 1989, 887; a.A. OVG Koblenz ZfW 1992, 314) ebenfalls durch die Ermächtigung des § 82 Abs. 1 WG gedeckt.
Die Tatsache, daß der Gesetzgeber davon abgesehen hat, diesen Weg zu gehen, läßt sich als gewichtiges Indiz dafür werten, daß der Kreis der formellrechtlichen Anforderungen in § 80 VwGO abschließend abgesteckt ist (so OVG Rheinland-Pfalz, Beschl. v. 25.11.1987, AS. 22, 51, und OVG Lüneburg, Beschl. v. 28.4.1989, DVBl. 1989, 887).
Mit diesem nachträglichen Rechtsschutz ist dem Anspruch des Betroffenen, vor einem unberechtigten Sofortvollzug bewahrt zu bleiben, in ausreichendem Maße Genüge getan (vgl. hierzu den Senatsbeschl. v. 10.4.1989 -- 10 S 2787/89 --; ebenso Bay.VGH, Beschl. v. 17.9.1987, BayVBl. 1988, 369; vgl. auch OVG Rheinland-Pfalz, Beschl. v. 25.11.1987, a.a.O., und OVG Lüneburg, Beschl. v. 28.4.1989, a.a.O.).
Nach der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz scheidet auch eine analoge Anwendung von § 28 VwVfG auf die Anordnung der sofortigen Vollziehung aus (vgl. OVG RP, Beschluss vom 25. November 1987 - 12 B 112/87 -, NVwZ 1988, 748; ebenso: OVG Nds., Beschluss vom 28. April 1989 - 1 OVG B 114/88 -, DVBl. 1989, 887; auch: BayVGH, Beschluss vom 17. September 1987 - 26 CS 87.01144 -, BayVBl. 1988, 369 - fehlende Anhörung unerheblich -).
So inzwischen die wohl überwiegende Auffassung in der Verwaltungsrechtsprechung, vgl. etwa Oberverwaltungsgericht des Saarlandes, Beschluss vom 8. Dezember 1994 - 2 W 40/94 - juris; OVG NRW, Beschluss vom 1. Juli 1994 - 11 B 620/94 - BRS 56 Nr. 50; VGH Mannheim, Beschluss vom 11. Juni 1990 - 10 S 797/90 - NVwZ-RR 1990, 561; OVG Lüneburg, Beschluss vom 28. April 1989 - 1 B 114/88 - BRS 49 Nr. 226; BayVGH, Beschluss vom 17. September 1987 - 26 Cs 87.01144 - BRS 47 Nr. 155.
Da die von Art. 28 Abs. 1 BayVwVfG statuierte Pflicht zur Anhörung das wichtigste Recht der Beteiligten im Verwaltungsverfahren darstellt (…vgl. Ramsauer, in: Kopp/Ramsauer, VwVfG, 20. Auflage 2019, § 28 Rn. 1) und im Rechtsstaatsprinzip verfassungsrechtlich verankert ist (vgl. OVG Lüneburg, B.v. 28.4.1989 - 1 B 114/88 - Rn. 9) sowie dem Schutz der materiellen (Grund-)Rechtspositionen der Beteiligten dient (…vgl. BVerwG, U.v. 21.3.1986 - 4 C 48/82 - juris Rn. 11 f.), ist bei der Annahme einer Ausnahme von der Anhörungspflicht gemäß Art. 28 Abs. 2 BayVwVfG jedoch ein strenger Maßstab anzuwenden (…vgl. BGH, U.v. 10.1.2002 - III ZR 212/01 - juris Rn. 9).
Da die Anordnungen der sofortigen Vollziehung bereits aus den dargelegten Erwägungen einer gerichtlichen Kontrolle nicht standhalten, kommt es nicht darauf an, ob die Anordnung auch mit einem formellen Fehler behaftet ist, weil der Antragssteller vor der Anordnung insoweit nicht angehört worden ist, und ob ein etwa anzunehmender formeller Fehler geheilt ist (vgl. dazu: OVG Rheinland-Pfalz, Beschluß vom 17.01.1979 - 2 B 268.78 - AS 15, 167 (168); VG Hamburg, Beschluß vom 26.06.1981 - 1 VG 1212/81 - InfAus1R 1981, 189 (190); OVG Lüneburg, Beschluß vom 28.04.1989 - 1 OVG B 114/88 - DVBl. 1989, 887 (888 f.);… Finkelnburg/Jank, aaO, Rdn. 619;… GK-AuslG § 45 Rdn. 792 ff.; Hamann, DVBl. 1989, 969 (969 ff)).
Die fehlende Anhörung kann gegenwärtig hier - unabhängig davon, inwieweit dies im Verfahren nach § 80 Abs. 5 VwGO erfolgen kann und berücksichtigungsfähig ist - auch noch nicht durch die Möglichkeit, sich mit dem Widerspruch umfassend (so grundsätzlich BVerwG, Beschluss vom 18. Februar 1991 - 7 B 15.91 - NVwZ-RR 1991, 337; Urteil vom 17. August 1982 - 1 C 22.81 - BVerwGE 66, 111) und im vorliegenden Verfahren (dazu etwa HessVGH, Beschluss vom 20. Mai 1988 - 4 TH 3616/87 - NVwZ-RR 1989; 113; OVG Lüneburg, Beschluss vom 28. April 1989 - 1 OVG B 114/88 - DVBl. 1989, 887; auch Beschluss des 4. Senats des erkennenden Gerichts vom 20. August 2004 - 4 B 210/04 - BA S. 3 f.;… ferner Sachs, in Stelkens/Bonk/Sachs, VwVfG, 6. Aufl., § 45, Rn. 86) äußern zu können, als gemäß § 45 Abs. 1 Nr. 3, Abs. 2 VwVfG Bbg nachgeholt angesehen werden.
Das Recht auf Anhörung in einem Verwaltungsverfahren wird überwiegend aus dem Rechtsstaatsprinzip abgeleitet (…Kopp/Ramsauer, Verwaltungsverfahrensgesetz, 16. Auflage 2015, § 28, Rn. 3; vgl. OVG Lüneburg, Beschl. v. 28. April 1989, 1 B 114/88, juris Rn. 9; OVG Münster, Beschl. v. 2. September 1986, 15 B 1849/86, NVwZ 1987, 606, 607).
OVG Nordrhein-Westfalen, 01.07.1994 - 11 B 620/94
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Fehlende Anhörung bei Quarantäneanordnung
VG Gießen, 03.08.1992 - V/1 H 350/92

References: § 80
 § 80
 § 82
 § 80
 § 28
 Art. 28
 § 28
 Art. 28
 § 45
 § 80
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