Source: https://www.vetmed.fu-berlin.de/studium/veterinaermedizin/praktika/aktuelle-regelungen-praktika.html
Timestamp: 2020-05-27 13:51:09+00:00

Document:
Aktuelle Regelungen der Praktika in der Veterinärmedizin bis 31.12.2020 • Fachbereich Veterinärmedizin
Aktuelle Regelungen der Praktika in der Veterinärmedizin bis 31.12.2020
aufgrund der COVID19-Pandemie sind eine Vielzahl bereits geplanter sowie begonnener Praktika abgesagt bzw. abgebrochen worden.
Um nach Möglichkeit Studienzeitverlängerungen zu vermeiden, hat der Fachbereich Veterinärmedizin in Abstimmung mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin Ersatzausbildungen nach § 23 Abs. 2 bzw. § 31 Abs. 1 Satz 3 TAppV definiert, die unter den besonderen Bedingungen der COVID-19-Pandemie die extramuralen Praktika unter Wahrung der Regelungen der TAppV ersetzen können. Zusammengefasst gilt bis zum 31.12.2020 bzw. bis auf Widerruf, dass Praktika, die bereits für eine bestimmte Mindestdauer durchgeführt wurden bzw. für die vom Fachbereich angebotene Ersatzausbildungen vorliegen, von den Prüfungsausschussvorsitzenden als vollwertig abgeleistet anerkannt werden. Die genauen Kriterien entnehmen Sie bitte der untenstehenden, tabellarischen Übersicht.
Wichtig – bitte beachten Sie unbedingt die folgenden Verfahrensregelungen:
Die Ersatzausbildung muss zwingend durch die/den jeweilige/n Praktikumsverantwortliche/n geprüft und bestätigt werden.
Die jeweiligen Praktikumsverantwortlichen entnehmen Sie bitte der untenstehenden tabellarischen Übersicht.
Anträge zur Prüfung von Ersatzausbildungen für vollständig entfallene Praktika nach § 55 Abs. 1 und 2, § 61 sowie für auf 4 Wochen verkürzte, große kurative Praktika nach § 57 Abs. 2 können frühestens ab dem 20. August 2020 zur Prüfung eingereicht werden. Bis dahin bemühen Sie sich bitte um alternative Praktikumsplätze und sammeln Sie die Nachweise Ihrer Bemühungen.
Bitte senden Sie dem/der jeweiligen Praktikumsverantwortlichen per E-Mail:
einen Scan aller Nachweise (Praktikumsbescheinigung(en) für bereits erbrachte Teilleistungen in dem konkreten Praktikum, Nachweise über den Abbruch/Absage durch den Betrieb, Nachweise zu Absagen durch alternative Betriebe),
das mit Ihrem Namen bereits vorausgefüllte Formular "Bestätigung einer von der Universität anerkannten Ersatzausbildung" für das entsprechende Praktikum (siehe untenstehende tabellarische Übersicht)
Bei Erfüllung der Kriterien zur Erbringung einer von der Universität anerkannten Ersatzausbildung wird Ihnen diese durch die/den Praktikumsverantwortliche/n bescheinigt.
Die Praktikumsverantwortlichen senden die unterzeichnete Bestätigung einer von der Universität anerkannten Ersatzausbildung (§ 31 Abs. 1 Satz 3 TAppV) an das LAGeSo. Die Studierenden erhalten eine Scan-Kopie.
Für Ersatzausbildungen entfällt das Ausfüllen des Evaluationsbogens.
Die Anerkennung von Ersatzausbildungen soll den besonderen Bedingungen der COVID-19-Pandemie Rechnung tragen, gleichzeitig aber den Charakter einer Ausnahmeregelung wahren. Die Anerkennung einer einzigen Ersatzausbildung wird (nach Bestätigung durch die/den Praktikumsverantwortliche/n) unbürokratisch erfolgen. Bei Studierenden, welche die Anerkennung mehrerer Ersatzausbildungen beantragen, behält sich die/der Prüfungsausschussvorsitzende eine übergreifende Prüfung der Verhältnismäßigkeit vor. Insbesondere eine Anerkennung von mehr als zwei Ersatzausbildungen kann nicht regelhaft erwartet werden. (Bewahren Sie für eine evtl. erforderliche Prüfung der Verhältnismäßigkeit Kopien aller Nachweise auf.)
Verfahren für regulär absolvierte Praktika
Bitte senden Sie die Praktikumsbescheinigung(en) sowie die Evaluationsbögen per Post an die Veterinärmedizinische Bibliothek.
Wahlpraktika, die im Rahmen der Wahlpraktikumsaktion an den wissenschaftlichen Einrichtungen des Fachbereichs absolviert wurden, gelten als regulär absolvierte Wahlpraktika im Sinne § 60 TAppV.
COVID-19-Fälle auf Schlachthöfen
Wir verstehen die Sorgen der Studierenden, dass aufgrund der auf einigen Schlachthöfen bekannt gewordenen Fälle von COVID-19 ggf. eine erhöhte Gefahr für die Ansteckung und Verbreitung der Krankheit auf Schlachthöfen besteht. Wir empfehlen daher, die Situation individuell auf dem Ausbildungsbetrieb zu prüfen, bei vertretbaren Umständen aber auch weiterhin die Schlachthofpraktika zu absolvieren.
Aufgrund der aufgetretenen Fälle ist damit zu rechnen, dass die Gesundheitsämter sich der COVID-19-Überwachung auf Schlachthöfen jetzt gezielt zuwenden, so dass eine Besserung der Situation in Aussicht steht. Für die Zwischenzeit, können alle Schlachthof-Praktika, die aktuell laufen und die vor dem 22. Juni 2020 beginnen würden, aus eigenen gesundheitlichen Erwägungen abgebrochen werden. In diesen Fällen gilt bei Absolvierung der Ersatzleistung (Online-Kurs der Fleischhygienerotation) das Praktikum als TAppV-konform absolviert.
Übersicht über die Voraussetzungen zur Anerkennung der Praktika bzw. der entsprechenden Ersatzleistung
Anerkennung durch Ausbildungsstätte bzw. Praktikumsverant­wortliche
§ 23 Absatz 1 Nr. 3: Bescheinigung der Universität über eine 70-stündige Übung innerhalb von zwei aufeinander folgenden Wochen über Landwirtschaft, Tierzucht und Tierhaltung auf einem Lehrgut;
a) Alle landwirtschaftlichen Praktika nach § 23 Absatz 1 Nr. 3, die nach frühestens 1 Woche und mindestens 35 h abgesagt wurden, und alle landwirtschaftlichen Praktika nach § 23 Absatz 2, die nach frühestens 2 Wochen und mindestens 70 h abgesagt wurden, werden im Sinne einer Ersatzleistung als vollständig absolviert gewertet. Ein Nachweis über die Absage durch den Ausbildungsbetrieb ist zu erbringen.
b) Alle Studierenden, die ihr landwirtschaftliches Praktikum aufgrund der COVID19-Pandemie bis zum Eintritt in den klinischen Teil des Studiums (d.h. bis zum Eintritt ins 5. Fachsemester) in 2020 nicht absolvieren können, müssen dieses bis zur Zulassung zu den Staatsexamensprüfungen im Sommer 2021 nachholen.
Ausbildung in Kontrolltätigkeiten, -methoden und -techniken für den Lebensmittel­bereich (§ 55 Abs. 1)
Dauer: 75 Stunden innerhalb von mindestens 2 Wochen, zeitlich aufeinander folgend
Aufteilung: 1 Einrichtung
Einrichtungen: zuständige Behörde für die Hygieneüberwachung von Schlachthöfen und Lebensmittelbetrieben oder Dienststellen, denen die Überwachung des Verkehrs von Lebensmitteln tierischer Herkunft oder die entsprechende Lebensmitteluntersuchung obliegt, oder anerkannte Einrichtungen der Lebensmittelwirtschaft, die die Qualität und die Unbedenklichkeit von Lebensmitteln tierischer Herkunft prüfen, oder einschlägige Universitätseinrichtungen
Anforderungen: § 55 Abs. 1 und 56 TAppV
Länder: EU-Land. anderer Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum, Schweiz
Schein: 1 Schein nach Anlage 6 TAppV
Praktikumsbescheinigung Lebensmittelhygienepraktikum
a) Alle Praktika nach § 55 Abs. 1, die nach frühestens 1 Woche und mindestens 35 h abgesagt wurden, werden als vollständig anrechnungsfähige Ersatzleistung anerkannt. Ein Nachweis über die Absage durch den Ausbildungsbetrieb ist zu erbringen.
b) Für die Praktika nach § 55 Abs. 1, für die vom Institut für Lebensmittelhygiene keine praktische Ersatzleistung angeboten werden kann, wird eine einwöchige Ersatzleistung im Umfang von mindestens 35 h vom Institut für Lebensmittelsicherheit und –hygiene definiert, die erfolgreich absolviert werden muss.
Formular Ersatzleistung Lebensmittelhygiene-Praktikum
Ausbildung in der Überprüfung von Frischfleisch
(§ 55 Abs. 2)
Dauer: 100 Stunden innerhalb einer Gesamtdauer von mindestens 3 Wochen auf einem oder zwei Schlachthöfen, die Rinder und/oder Schweine schlachten, Empfehlung, aber keine Pflicht, Rind und Schwein einzubeziehen, Teilung in zwei getrennte Zeitabschnitte/Schlachthöfe möglich, alternativ können bis zu 30 Stunden auf einem Geflügelschlachthof anerkannt werden
Aufteilung: 1 bis 3 Einrichtungen
Einrichtung: 1 Schlachthof mit Rinder- und/oder Schweineschlachtung oder 1 Schlachthof mit Rinderschlachtung und 1 Schlachthof mit Schweineschlachtung, alternativ zusätzlich 1 Schlachthof mit Geflügelschlachtung
Anforderungen: § 55 Abs. 2 und 3 und 56 TAppV,
Der Einsatz darf nur in Betrieben erfolgen, die über eine EU-Zulassung verfügen und in denen hauptamtlich amtliche Tierärztinnen und Tierärzte für die Kontrolltätigkeit verantwortlich sind. Letztere sind für das Praktikum zuständig.
Länder: EU-Land, anderer Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum, Schweiz
Schlachthof in anderen Ländern mit EU-Zulassung für den Import in die EU
Schein: 1 Schein nach Anl. 7 TAppV mit bis zu 3 Teilbescheinigungen
Praktikumsbescheinigung Fleischhygienepraktikum
a) Alle Praktika zur Überprüfung von Frischfleisch nach § 55 Abs. 2, die nach frühestens 1 Woche und mindestens 35 h abgesagt wurden, gelten vorbehaltlich Punkt d) als vollständig absolviert. Ein unterschriebener Nachweis über die Absage durch den Ausbildungsbetrieb ist zu erbringen.
b) Alle Praktika, bei denen die Zahl von 100 Stunden in 3 Wochen aufgrund von verkürzten Schlachtzeiten nicht vollständig abgeleistet werden kann, gelten vorbehaltlich Punkt d) als vollständig absolviert. Ein unterschriebener Nachweis über die verkürzten Schlachtzeiten ist zu erbringen.
c) Schlachthofpraktika, die seitens des Betriebs gänzlich abgesagt wurden und für die trotz intensiver Bemühungen kein alternativer Praktikumsplatz gefunden wurde, können durch eine Ersatzleistung nach d) ersetzt werden. Ein unterschriebener Nachweis über die Absage durch den Ausbildungsbetrieb ist zu erbringen.
d) Als Ergänzungs- bzw. Ersatzleistung für Fehlzeiten nach Punkten a) – c) gilt der einwöchige Online-Intensivkurs der Fleischhygienerotation. Dieser muss erfolgreich belegt wird. Erfolgreich bedeutet, dass die Multiple-Choice-Tests bestanden und die schriftlichen Aufgaben ausreichend bearbeitet wurden.
Formular Ersatzleistung Schlachthof-Praktikum
(§ 57 Abs. 1)
Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass hier für die Prüfungszulassung relevante, unverschuldete Fehlzeiten bestehen.
(§ 57 Abs. 2)
Dauer: 700 Stunden innerhalb von mindestens 16 Wochen, alternativ unter Berücksichtigung des Wahlpraktikums (§ 60 TAppV) mindestens 350 Stunden innerhalb von mindestens 8 Wochen
Aufteilung: 1 bis 4 verschiedene Einrichtungen, Mindestdauer 75 Stunden innerhalb von 2 Wochen pro Einrichtung
Einrichtungen: Tierärztliche Praxis, Tierklinik
Anforderungen: § 58 und 59 TAppV
Schein: 1 bis 4 Scheine nach Anlage 9 und 10 TAppV
a) Alle kurativen Praktika, die unter unmittelbar tierärztlicher Aufsicht im Ausland oder in zoologischen Gärten absolviert wurden, werden in dem jeweils absolvierten Umfang bei der Prüfungszulassung im Herbst 2020 als vollwertige Ersatzausbildung für kurative Praktika gewertet.
b) In Fällen, wo Studierende nach Ausschöpfung von 8 Wochen Wahlpraktikum und trotz intensiver Bemühungen, ein mindestens achtwöchiges kuratives Praktikum mit mindestens 350 h nach Anlagen 9 und 10 TAppV nicht bis zur Zulassung zum dritten Abschnitt der Tierärztlichen Prüfung 2020 vollständig absolvieren konnten, wird alternativ eine mindestens vierwöchige Ausbildung mit mindestens 175 h nach Anlagen 9 und/oder 10 TAppV als ausreichende Ersatzleistung anerkannt.
Praktika nach Unterpunkt a) sind auf diese Leistung nicht anrechenbar.
Die/der Studierende hat das intensive Bemühen um einen Praktikumsplatz durch Vorlage entsprechender Nachweise über abgesagte Praktikumsplätze zu belegen.
Formular Ersatzleistung großes kuratives Praktikum
Praktische Ausbildung im öffentlichen Veterinärwesen
Dauer: 75 Stunden innerhalb von mindestens 2 Wochen, zeitlich aufeinander folgend,
Einrichtung: Dienststelle der Veterinärverwaltung, Aufgabengebiet Verwaltungs- und Ordnungsrecht, Organisations- und Verwaltungs­kunde
Anforderungen: § 61 und 62 TAppV,
Schein: 1 Schein nach Anlage 12 TAppV
a) Alle Praktika im öffentlichen Veterinärwesen nach § 61, die nach frühestens 1 Woche und mindestens 35 h abgebrochen wurden, werden als vollständig anrechenbare Ersatzausbildung anerkannt. Ein Nachweis über den Abbruch durch den Ausbildungsbetrieb ist zu erbringen.
b) Für Amtspraktika, die trotz intensiver Bemühungen nicht bis zur Zulassung zum dritten Abschnitt der Tierärztlichen Prüfung 2020 (nach Berücksichtigung von a) vollständig absolviert werden konnten, erarbeitet der Fachbereich Veterinärmedizin eine einwöchige Ersatzausbildung mit einem Umfang von mindestens 35 h.
Formular Ersatzleistung Praktikum im öffentlichen Veterinärwesen
(§ 60 TAppV)
Erklärung: ein Teil des großen kurativen Praktikums kann alternativ als Wahlpraktikum absolviert werden
Dauer: mindestens 75 Stunden innerhalb von 2 Wochen bis höchstens 350 Stunden innerhalb von 8 Wochen
Aufteilung: 1 bis 2 verschiedene Einrichtungen, Mindestdauer 75 Stunden innerhalb von 2 Wochen pro Einrichtung
Einrichtungen: Tierarztpraxis, Tierklinik, Institut einer Universität mit naturwissenschaftlich-medizinischer Fachrichtung; Forschungsanstalt des Bundes und der Länder mit naturwissenschaftlich-medizinischer Aufgabenstellung; Veterinäruntersuchungseinrichtung, Dienststelle der Veterinärverwaltung; staatlicher Tiergesundheitsdienst, Tiergesundheitsamt, Besamungsstation; wissenschaftlich geleitete zoologische Gärten; pharmazeutische Industrie in der Forschung, Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln, Lebensmittelindustrie in der Herstellung und Prüfung von Lebensmitteln tierischer Herkunft; Futtermittelindustrie in der Herstellung und Prüfung von Mischfuttermitteln
Anforderungen: § 60 TAppV
Schein: 1 bis 2 Scheine nach Anlage 11 TAppV
(bei Unklarheiten:
Univ.-Prof. Dr. Marcus Doherr)

References: § 23
 § 31
 § 55
 § 61
 § 57
 § 60

§ 23
 § 23
 § 23
 § 55
 § 55
 § 55
 § 55
 § 55
 § 58
 § 61
 § 61
 § 60