Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4309.htm
Timestamp: 2018-11-20 16:29:00+00:00

Document:
4309 Breitinger Schönrain
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet "Breitinger Schönrain" vom 1. Dezember 2003 (GBl. v. 12.01.2004, S. 27).
Aufgrund der §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S. 385), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung des Naturschutzgesetzes vom 19. November 2002 (GBI. S. 424) und durch Artikel 4 des Gesetzes vom 19. November 2002 (GBI. S. 428) sowie des § 28 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 01. Juni 1996 (GBI. S. 369), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen im Landkreis Alb-Donau-Kreis auf dem Gebiet der Gemeinde Breitingen werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Breitinger Schönrain".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd. 7 ha.
(2) Es liegt südöstlich der Ortslage "Schönrain" und besteht aus dem Flurstück 262.
(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, vom 14.04.2003 mit durchgezogener roter Linie eingetragen. Die rote Bandierung ist Teil der Schutzgebietsfläche. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen und beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm auf die Dauer von 2 Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(4) Die Verordnung mit Karte ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Abs. 3 Satz 4 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung einer seit Jahrhunderten vom wirtschaftenden Menschen beeinflussten Kulturlandschaft als Lebens- und Rückzugsraum für vom Aussterben bedrohte, gefährdete und geschützte Tier- und Pflanzenarten, Landschaftsteil von besonderer landschaftlicher Schönheit.
- der Erhalt der Reste der Wacholderheide mit wertvollen Magerrasen, Gebüschen, Weidbäumen bis hin zum Hudewald und naturnahem Laubholz-Sukzessionswald, zur Lebensraumsicherung der gefährdeten Flora und Fauna, besonders der Schmetterlinge der trockenwarmen Heide und Waldränder sowie der charakteristischen Vogelarten der Wacholderheiden und Laubwälder;
- der Schutz des Gebiets vor weiterer Bebauung, Aufforstung und anderen Nutzungsintensivierungen, insbesondere einem übermäßigem Freizeitbetrieb;
- der Erhalt des Gebiets als integraler Bestandteil einer Biotopvernetzung und Landschaftsentwicklung;
- der Schutz der landschaftsprägenden Eigenart der Wacholderheide mit Übergang zum Hudewald, die als Zeugnis der früheren Wirtschaftsweisen von hohem landeskulturellen Wert ist.
3. fließende oder stehende Gewässer anzulegen sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt verändern können;
2. Art und Umfang der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dem Schutzzweck zu ändern, insbesondere Grünland -auch zur Neueinsaat- umzubrechen;
3. Rad zu fahren oder zu reiten;
4. Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder Kraftfahrzeuge abzustellen, zu zelten und zu lagern;
5. Luftfahrzeuge aller Art zu betreiben, insbesondere das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hängegleiter, Gleitsegel, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme) und Freiballonen sowie das Aufsteigen lassen und Landen von Flugmodellen.
4. Düngemittel und Pflanzenschutzmittel nicht verwendet werden;
5. Feldraine, ungenutztes Gelände, Hecken, Gebüsche, Bäume und Waldsäume nicht beeinträchtigt werden;
6. die Beweidung mit Schafen und Ziegen in traditioneller Hütehaltung stattfindet und das Pferchen außerhalb des Naturschutzgebietes erfolgt.
(2) Für die forstwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang und ordnungsgemäß erfolgt und die Grundsätze und Ziele des Naturschutzgesetzes sowie den Schutzzweck berücksichtigt.
Die Holzlagerung ist im Naturschutzgebiet nicht zulässig.
1. neue Hochsitze nur im unbedingt notwendigen Umfang und nur als einfache Leitern aus naturbelassenen Rundhölzern landschaftsgerecht in hochwüchsigen Gehölzen errichtet werden dürfen. Abgängige oder nicht mehr genutzte Hochsitze sind zu entfernen;
3. keine Tiere eingebracht werden.
(4) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke einschließlich ihrer Erschließung sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung. Hierzu zählt auch die Benutzung der 2 vorhandenen Grillstellen im östlichen Bereich des Naturschutzgebietes und die Benutzung des vorhandenen, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Grasweges als Erschließungsweg für die Hanggrundstücke Flurstücks-Nr. 264, 265, 266 sowie für die Waldparzellen östlich des Naturschutzgebietes (Privatwald) als Erschließungs- und Holzabfuhrweg.
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde, im Wald im Einvernehmen mit der zuständigen Forstbehörde, in einem Pflege- und Entwicklungsplan oder durch Einzelanordnung festgelegt. § 4 dieser Verordnung ist insoweit nicht anzuwenden.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 des LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 oder § 5 die Jagd ausübt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis vom 02. März 1989 über das Landschaftsschutzgebiet "Mittleres Lonetal" für den Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft.
Tübingen, den 01. Dez. 2003

References: § 28
 § 2
 § 4
 § 4
 § 40
 § 4
 § 5