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Timestamp: 2019-08-20 03:34:51+00:00

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482 Krankenhaus-Seelsorgeordnung - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
482 Krankenhaus-Seelsorgeordnung
§ 1 Grundlagen der Krankenhausseelsorge
§ 3 Zusammenarbeit im Krankenhaus
II. Dienst der Krankenhausseelsorge
§ 4 Anwesenheit
§ 5 Andachten und Gottesdienste
§ 6 Abendmahl und Taufe
§ 7 Krankenpflegeschulen
III. Personalrechtliche Bestimmungen
§ 8 Stellenplanung
§ 9 Zugang und Fortbildung
§ 10 Zuordnung im Kirchenkreis
Ordnung des Dienstes der Krankenhausseelsorge in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (Krankenhaus-Seelsorgeordnung)
(ABl. S. 278)
Das Kollegium des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland hat aufgrund von Artikel 63 Absatz 2 Nummer 1 und 2 der Verfassung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (Kirchenverfassung EKM – KVerfEKM) vom 5. Juli 2008 (ABl. S. 183) die folgende Ordnung beschlossen:
Grundlagen der Krankenhausseelsorge
Zugang und Fortbildung
Zuordnung im Kirchenkreis
1 Die Krankenhausseelsorge ist ein besonderer Dienst christlicher Seelsorge und Verkündigung, der unbeschadet der Verpflichtung der Einzelgemeinde und der Kirchenkreise, in der Gesamtverantwortung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland erfüllt wird. 2 Sie ist unmittelbarer Ausdruck des Auftrags der Kirche zum Dienst an den Menschen. 3 Die Krankenhausseelsorge will im Gespräch und in gottesdienstlicher Gemeinschaft Patientinnen und Patienten Hilfe zur Annahme und zur Überwindung von Krankheit und Leid vermitteln. 4 Sie bezieht in ihrer Arbeit die Mitarbeitenden des Krankenhauses ein.
1 Die Krankenhausseelsorge steht unter dem in Verfassung und Staatskirchenverträgen gewährleistetem Schutz des Rechts auf freie Religionsausübung und ist vom Selbstbestimmungsrecht der Kirchen umfasst. 2 Verfassungsrechtlich gewährleistete Voraussetzung für eine dem Selbstverständnis gerecht werdende Krankenhausseelsorge ist, dass Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorger
freien Zugang zu den Patientinnen und Patienten haben,
über die Anwesenheit evangelischer Patientinnen und Patienten und anderer Personen,
die Seelsorge wünschen, Mitteilung erhalten,
Räumlichkeiten für Seelsorge und Gottesdienst zur Verfügung haben.
1 Die Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorger sind in Zusammenarbeit mit der Krankenhausleitung und den Mitarbeitenden des Krankenhauses tätig. 2 Sie arbeiten in ökumenischer Gemeinschaft und ermöglichen den umliegenden Kirchengemeinden die Teilnahme und Mitwirkung.
Dienst der Krankenhausseelsorge
1 Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorger sollen regelmäßig im Krankenhaus anwesend sein. 2 Sie sind verantwortlich, ihre Erreichbarkeit so abzusichern, dass Patientinnen und Patienten die Seelsorge leicht und verlässlich in Anspruch nehmen können und Mitarbeitende Zugang zur Seelsorge vermitteln können.
( 1 ) 1 Es sollen regelmäßig Gottesdienste gehalten werden. 2 Darüber hinaus können auf den Stationen und in Krankenzimmern Andachten angeboten werden. 3 In Krankenzimmern finden Andachten nur im Einverständnis mit den Patientinnen und Patienten statt.
( 2 ) Die Gottesdienste und Veranstaltungen in den Krankenhäusern sollen für die umliegenden Kirchengemeinden offen sein.
( 1 ) Für Abendmahl und Taufe gelten die Regelungen der Lebensordnungen, wie sie in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Gültigkeit haben.
( 2 ) Erbittet eine Patientin oder ein Patient das Abendmahl für sich, sollen nach Möglichkeit auch Angehörige zur Teilnahme eingeladen werden.
( 3 ) 1 Taufen sollen in der Regel in der Heimatgemeinde vorgenommen werden. 2 Bei Nottaufen soll nach Möglichkeit das Einverständnis beider Elternteile eingeholt werden. 3 Die Mitteilung über den Vollzug der Taufe an die zuständige Kirchengemeinde übernimmt die Krankhausseelsorgerin oder der Krankenhausseelsorger.
Soweit vorhanden gehört die Mitwirkung im Unterricht in den Krankenpflegeschulen zu den regelmäßigen Dienstaufgaben der Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorger.
Personalrechtliche Bestimmungen
1 Die Zuständigkeit für die Errichtung von Stellen liegt beim Kirchenkreis. 2 Als Richtwert gilt ein Schlüssel von 800 Krankenhausbetten für eine Stelle mit vollem Dienstumfang. 3 Im Einzelfall ist zu prüfen, ob die besondere Ausrichtung eines Krankenhauses einen geringeren Bettenschlüssel erforderlich macht.
( 1 ) 1 Hauptamtliche Krankenhausseelsorge wird in der Regel von ordinierten Pfarrerinnen und Pfarrern mit entsprechender Zusatzqualifikation wahrgenommen. 2 Andere Mitarbeitende mit entsprechender Zusatzqualifikation können mit der Krankenhausseelsorge beauftragt werden. 3 Die Regelungen des § 10 Prädikanten- und Lektorengesetz sind zu beachten.
( 2 ) 1 Vor Aufnahme eines hauptamtlichen Dienstes in der Krankenhausseelsorge soll ein anerkannter Grundkurs in der Seelsorgeausbildung besucht werden. 2 Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorger sind verpflichtet, regelmäßig Fortbildungsmöglichkeiten in ihrem Fachgebiet entsprechend der geltenden Verordnung über die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitenden in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland wahrzunehmen.
( 3 ) Die Teilnahme am Konvent für Krankenhausseelsorge und die Inanspruchnahme von Supervision entsprechend der gültigen Supervisionsverordnung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ist Dienstpflicht.
1 Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorger gehören dem Konvent der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst eines Kirchenkreises an. 2 Bei der Bildung von Gremien im Kirchenkreis soll darauf geachtet werden, dass der Dienstbereich Sonderseelsorge beteiligt wird.
( 1 ) Die Dienstaufsicht über die Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorger führt der Anstellungsträger.
( 2 ) Die Fachaufsicht nimmt das zuständige Referat im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland wahr.
( 3 ) 1 Die Aufgaben, Rechte und Pflichten der Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorger sind in einer Dienstanweisung zu regeln. 2 Diese wird im Zusammenwirken mit der Fachaufsicht erstellt und von der dienstaufsichtsführenden Stelle erteilt.
Diese Ordnung tritt am 1. Oktober 2012 in Kraft.

References: § 1

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10
 § 10