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Timestamp: 2016-10-22 11:45:15+00:00

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8C_327/2010 (22.07.2010)
8C_327/2010
vom 11. M�rz 2010.
Der 1958 geborene M.________ war ab Dezember 2005 als Taxifahrer t�tig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 20. Oktober 2007 erlitt er einen Verkehrsunfall. Ein Mitsubishi Colt prallte innerorts frontal gegen die rechte vordere Ecke des von ihm gelenkten Taxi des Typs Toyota Avensis Verso. M.________ suchte anderntags das Spital X.________ auf, wo eine Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) diagnostiziert und eine Arbeitsunf�higkeit best�tigt wurde (Spitalbericht vom 21. Oktober 2007 mit Unfallschein). Die SUVA gew�hrte Heilbehandlung und richtete Taggeld aus. Mit Verf�gung vom 22. August 2008 er�ffnete sie dem Versicherten, die Leistungen w�rden per 30. September 2008 eingestellt und es bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integrit�tsentsch�digung. Begr�ndet wurde dies damit, dass keine ad�quaten Unfallfolgen mehr gegeben seien. Die vom Krankenpflegeversicherer des M.________ hiegegen erhobene Einsprache wurde wieder zur�ckgezogen. Die Einsprache des Versicherten wies die SUVA mit Entscheid vom 24. Februar 2009 ab.
Beschwerdeweise beantragte M.________, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die SUVA sei zu verpflichten, weiterhin Heilbehandlung zu gew�hren und Taggeld auszuzahlen, eventuell mit Wirkung ab 1. Oktober 2008 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunf�higkeit von mindestens 50 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung auf der Grundlage einer Integrit�tseinbusse von mindestens 20 % auszurichten. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die Beschwerde mit Entscheid vom 11. M�rz 2010 ab.
M.________ l�sst mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten die Aufhebung des kantonalen Entscheids beantragen und seine vorinstanzlichen Leistungsbegehren erneuern.
Die SUVA beantragt die Abweisung der Beschwerde, ohne sich weiter zur Sache zu �ussern.
Streitig und zu pr�fen ist, ob aus dem Unfall vom 20. Oktober 2007 �ber den 30. September 2008 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Heilbehandlung und Taggeld, eventuell Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung) besteht.
Im Einsprache- und im vorinstanzlichen Entscheid sind die Bestimmungen �ber diesen Leistungsanspruch und die Rechtsprechung �ber die hief�r erforderlichen kausalen Zusammenh�nge zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden mit den jeweils zu beachtenden Beweisregeln zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Hervorzuheben ist, dass die Leistungspflicht des Unfallversicherers einen nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraussetzt (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181). Dabei spielt im Sozialversicherungsrecht die Ad�quanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die ad�quate weitgehend mit der nat�rlichen Kausalit�t deckt (BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit Hinweisen). Anders verh�lt es sich bei nat�rlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Ad�quanz vom augenf�lligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Nach der f�r psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarbeiteten sog. Psycho-Praxis werden diese Ad�quanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte gepr�ft (BGE 115 V 133), w�hrend nach der bei Schleudertraumen und �quivalenten Verletzungen der HWS sowie Sch�del-Hirntraumen anwendbaren sog. Schleudertrauma-Praxis auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen).
Mit der Beschwerde wird neu ein zuhanden der Invalidenversicherung erstattetes orthop�disch-psychiatrisches Gutachten des medizinischen Zentrums Y.________ aufgelegt. Dieses wurde am 26. Oktober 2009 erstattet, mithin nach dem Erlass des Einspracheentscheides vom 24. Februar 2009, welcher den gerichtlich zu pr�fenden Sachverhalt grunds�tzlich zeitlich begrenzt (BGE 130 V 445 E. 1.2 S. 446 mit Hinweisen). F�r die vorliegende Beurteilung k�nnten daher nur Aussagen der Experten zum Sachverhalt, welcher sich bis 24. Februar 2009 verwirklicht hat, bedeutsam sein.
Es stellt sich sodann die Frage, ob die Einreichung des Gutachtens des medizinischen Zentrums Y.________ und die darauf gest�tzten Vorbringen des Versicherten novenrechtlich zul�ssig sind. Das muss aber nicht abschliessend beantwortet werden, da die Expertise entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung einen Leistungsanspruch �ber den 30. September 2008 hinaus ohnehin nicht zu st�tzen vermag.
4.1 Das kantonale Gericht hat einen Leistungsanspruch �ber den 30. September 2008 hinaus mit der Begr�ndung verneint, die noch bestehenden Beschwerden st�nden zwar in einem nat�rlichen, nicht aber in einem ad�quaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 20. Oktober 2007.
4.2 Trifft diese Beurteilung zu, er�brigt sich, auf den Einwand des Versicherten einzugehen, die SUVA habe die Heilbehandlung und das Taggeld zu fr�h eingestellt, da eine Fortsetzung der �rztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung seines Gesundheitszustandes habe erwarten lassen. Denn Letzteres k�nnte nur dann (im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG und BGE 134 V 109 E. 4 S. 113 ff.) dem Fallabschluss (mit Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld sowie Pr�fung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integrit�tsentsch�digung) entgegenstehen, wenn die �rztliche Behandlung einem unfallkausalen Gesundheitsschaden galt.
Immerhin ist festzuhalten, dass die Behandlungsmethoden, die der Versicherte gest�tzt auf medizinische Lehrmeinungen erw�hnt und welche noch eine Besserung erbringen sollen, von keinem der Fach�rzte, welche hier Bericht erstattet haben, je auch nur in Erw�gung gezogen wurden. Der Beschwerdef�hrer erw�hnt sodann die im M�rz 2008 begonnene Psychotherapie. Der durchf�hrende Therapeut best�tigte indessen zwar im Bericht vom 7. September 2008, die Prognose sei "grunds�tzlich besserungsf�hig". Zugleich hielt er aber fest, die Psychotherapie habe bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung nur "kleine Fortschritte bez�glich des seelischen Gesundheitszustandes" erbracht und er bezeichnete die Befunde als "weitestgehend ohne Ver�nderung". Aufgrund dieser Gesichtspunkte ist als unwahrscheinlich zu betrachten, dass eine Fortsetzung der Behandlung, ob nun mittels Psychotherapie oder durch die �brigen, vom Versicherten erw�hnten Methoden, noch eine namhafte Besserung erwarten liess.
5.1 Die Vorinstanz ging bei der Kausalit�tspr�fung davon aus, die persistierenden Beschwerden seien nicht mit einer organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolge zu erkl�ren. Die Untersuchungen an HWS und Sch�del mittels R�ntgen und MRI h�tten keine Anzeichen unfallbedingter Ver�nderungen ergeben. Eine richtunggebende Verschlimmerung des Vorzustandes an der HWS sei zu verneinen. Soweit �berhaupt von einer Verschlimmerung auszugehen sei, w�re diese nur vor�bergehend gewesen und jedenfalls nach Ablauf eines Jahres nicht mehr f�r Beschwerden verantwortlich zu machen.
In der Beschwerde wird nichts vorgebracht, was diese Erkenntnisse in Frage stellen k�nnte. Namentlich wird nicht begr�ndet, inwiefern eine unfallbedingte richtunggebende Verschlimmerung im HWS-Bereich ausgewiesen sein soll. Sodann ist zwar richtig, dass die im angefochtenen Entscheid ebenfalls erw�hnten, vorbestandenen lumbalen R�ckenbeschwerden keine R�ckschl�sse auf die Ursache der HWS-Beschwerden zulassen. Das war aber auch nicht das entscheidende Kriterium f�r die vorinstanzliche Beurteilung. Ansonsten beschr�nkt sich der Versicherte bei seiner Kritik an der vorinstanzlichen Erw�gung auf das Vorbringen, im HWS-Bereich h�tten vor dem Unfall keine Beschwerden bestanden. Dies gen�gt, wie das kantonale Gericht richtig erkannt hat, nicht, um eine unfallkausale Gesundheitssch�digung darzutun (vgl. BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 f.; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, U 290/06 E. 4.2.3).
In anderem Zusammenhang verweist der Beschwerdef�hrer �berdies auf die Aussage im MRI-Bericht vom 18. Dezember 2007, wonach auf H�he C5/C6 eine "wahrscheinlich traumatisierte" (Hervorhebung im vorliegenden Urteil) Osteochondrose festgestellt worden sei. Dies steht indessen der vorinstanzlichen Beurteilung einer allf�lligen nur vor�bergehenden Verschlimmerung nicht entgegen. Aus dem MRI-Bericht geht auch nicht hervor, dass eine eigentliche Verschlimmerung der Osteochondrose bildgebend nachgewiesen werden konnte. Die �brigen medizinischen Akten lassen entsprechende Schl�sse ebenfalls nicht zu. Es findet sich zudem keine Aussage, wonach die angenommene Traumatisierung der Osteochondrose l�nger dauernde Beschwerden zu begr�nden vermocht h�tte.
5.2 Fehlt es nach dem Gesagten an einer organisch objektiv nachweisbaren Unfallfolge, welche die noch bestehenden Beschwerden zu erkl�ren verm�chte, kann der ad�quate Kausalzusammenhang nicht ohne besondere Pr�fung zusammen mit dem nat�rlichen Kausalzusammenhang bejaht werden (E. 2 hievor). Die Ad�quanzfrage ist gem�ss dem diesbez�glich nicht umstrittenen vorinstanzlichen Entscheid nach der Schleudertrauma-Praxis zu beurteilen.
5.2.1 Den Ausgangspunkt der Ad�quanzpr�fung bildet das (objektiv erfassbare) Unfallereignis. Abh�ngig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126). Massgebend f�r die Unfallschwere ist der augenf�llige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11, 8C_283/2009 E. 9.1 Ingress; 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1).
Die Vorinstanz hat den Unfall vom 20. Oktober 2007 den mittelschweren Ereignissen im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen zugerechnet. Das wird in der Beschwerde nicht explizit in Frage gestellt. In anderem Zusammenhang wird aber vorgebracht, das kantonale Gericht habe die kollisionsbedingte Geschwindigkeits�nderung (Delta-v), welcher das Fahrzeug des Versicherten gem�ss Unfallanalyse vom 13. M�rz 2008 ausgesetzt war, falsch gew�rdigt. Der ausgewiesene Delta-v-Wert von 14-16 km/h liege weit �ber der sog. Harmlosigkeitsgrenze. Hinzu komme, dass die Kollision von rechts erfolgt sei, was der HWS des Beschwerdef�hrers zus�tzlich einen Drall versetzt habe.
Dieses Vorbringen vermag indessen eine Unfallschwere �ber dem Grenzbereich zu den leichten Unf�llen nicht darzutun. Festzuhalten ist, dass die Fahrzeuge gem�ss Unfallanalyse vom 13. M�rz 2008 "unter einem Winkel zwischen den L�ngsachsen von rd. 140-150 �" kollidierten und somit nahezu von einer Frontalkollision auszugehen ist. Bei Frontalkollisionen liegt die sog. Harmlosigkeitsgrenze f�r HWS-Beschwerden bei einem Delta-v-Wert von 20-30 km/h und demnach deutlich h�her als bei den klassischen Heckauffahrunf�llen (vgl. Urteile 8C_786/2009 vom 4. Januar 2010 E. 4.6.1 und 8C_582/2007 vom 29. April 2008 E. 4.1 mit Hinweisen). Dass die Kollision aus der Perspektive des Versicherten nicht ganz frontal erfolgte, rechtfertigt kein Abweichen von diesem Grundsatz, zumal der Toyota dabei gem�ss Unfallanalyse nur eine geringe Rotation erfuhr.
5.2.2 Von den weiteren massgeblichen Kriterien (gem�ss BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130: besonders dramatische Begleitumst�nde oder besondere Eindr�cklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende �rztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; �rztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; erhebliche Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) m�ssten bei der gegebenen Unfallschwere f�r eine Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgepr�gter Weise oder aber mehrere in geh�ufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f. mit Hinweis).
Das kantonale Gericht ist zum Ergebnis gelangt, es seien lediglich und nicht in besonders ausgepr�gter Weise die Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit gegeben. In der Beschwerde wird dies zwar in Frage gestellt. Es wird aber nicht begr�ndet, welche Kriterien denn in welcher Form erf�llt sein sollen. Aufgrund der Akten besteht kein Anlass, von der vorinstanzlichen Beurteilung abzuweichen. Es liesse sich zwar fragen, ob aufgrund der Vorsch�digung an der HWS nicht auch die besondere Art der erlittenen Verletzung zu bejahen w�re (vgl. SVR 2009 UV Nr. 30 S. 105, 8C_413/2008 E. 6.3.2 mit Hinweisen). Das muss aber nicht abschliessend gepr�ft werden. Denn in besonders ausgepr�gter Weise w�re jedenfalls auch dieses Kriterium nicht erf�llt.
5.2.3 Von den sieben relevanten Kriterien sind demnach h�chstens drei in jeweils nicht besonders ausgepr�gter Weise erf�llt. Das gen�gt beim gegebenen Schweregrad des Unfalls nicht f�r die Bejahung der Ad�quanz (vgl. in Pl�doyer 2/2010 S. 53 zusammengefasstes Urteil 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5 mit Hinweisen). Das kantonale Gericht hat demnach die rechtserhebliche Bedeutung des Unfalls vom 20. Oktober 2007 f�r die noch bestehenden Beschwerden, und damit die Leistungspflicht der SUVA hief�r, zu Recht verneint. Das gilt auch in Bezug auf die geltend gemachte psychische Problematik.
An diesem Ergebnis vermag auch der weitere Einwand nichts zu �ndern, es sei kein Tatbestand der Leistungsk�rzung nach Art. 36 Abs. 1 und 2 UVG gegeben. Es geht hier nicht um einen dieser K�rzungstatbest�nde. Die weitere Leistungspflicht der SUVA wird verneint, weil kein ad�quater Kausalzusammenhang zwischen den noch bestehenden Beschwerden und dem Unfall vom 20. Oktober 2007 vorliegt.

References: BGE 
 Art. 19
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 36