Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20U%2043/02
Timestamp: 2018-04-25 12:21:24+00:00

Document:
Rechtsprechung: 1 U 43/02 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Bamberg, 05.12.2002
OLG Düsseldorf, 30.09.2002 - I-1 U 43/02
Mithaftung des bei frühem Rot in die Kreuzung einfahrenden Geradeausfahrers
NZV 2003, 379
OLG Köln, 08.03.2004 - 16 U 111/03
Keine Nutzungsentschädigung bei längerem Zuwarten mit Fahrzeugreparatur oder …
Nach der ganz überwiegenden Meinung in der Rechtsprechung und Literatur begründet der Umstand, dass ein Geschädigter mehrere Monate zuwartet, bis er sein Fahrzeug reparieren lässt oder sich ein Ersatzfahrzeug beschafft, eine von ihm zu entkräftende tatsächliche Vermutung für einen fehlenden Nutzungswillen (vgl. OLG Düsseldorf…, Urt. vom 01.10.2001, - 1 U 206/00 - AG Leipzig…, Urt. vom 24.06.2002, 49 C 1061/02; AG Frankfurt…, Urt. vom 21.03.2002 29 C 801/01; AG Frankfurt ZfS 2002, 339;… Bamberger/Roth/Grüneberg, BGB, § 249 Rdn. 61; Notthoff, NZV 2003, 509 [514]; a. A. z. B. OLG Düsseldorf NZV 2003, 379, 380; LG Nürnberg-Fürth DAR 2000, 72; LG Oldenburg ZfS 1999, 288).
Sodann kann nach einer verbreiteten Auffassung der Umstand, dass ein Geschädigter mehrere Monate zuwartet, bis er sein Fahrzeug reparieren lässt oder sich ein Ersatzfahrzeug beschafft, eine von ihm zu entkräftende tatsächliche Vermutung für einen fehlenden Nutzungswillen begründen (OLG Köln OLGR 2004, 203 = MDR 2004, 1114; AG Frankfurt ZfS 2002, 339;… Bamberger/Roth/Grüneberg, BGB, § 249 Rz. 61; Notthoff, NZV 2003, 509, 514; a.A. OLG Düsseldorf NZV 2003, 379, 380).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ergibt sich aus den Urteilen des Bundesgerichtshofs (Urteile vom 10. Juli 2007 - VI ZR 217/06-, NJW 2007, 2918 f, und vom 6. März 2007 - VI ZR 120/06 -, NJW 2007, 1674 ff) sowie des Kammergerichts (Urteil vom 1. März 2004 - 12 U 96/03-, juris) und des Oberlandesgerichts Düsseldorf (Urteil vom 30. September 2002 - I-1 U 43/02 -, juris) gerade nicht, dass der Geschädigte im Totalschadensfall zu einer Minderung der Nutzungsausfalldauer durch Ausführung einer Notreparatur nicht verpflichtet ist, wenn er sich - wie vorliegend - für eine Ersatzbeschaffung entschieden hat.
Denn da die Nutzbarkeit als solche bereits als geldwerter Vermögensanteil anzusehen ist, stellt jede vorübergehende Entziehung einen Vermögensschaden dar (vgl. ausdrücklich LG Verden NZV 2002, 330 und passim OLG Düsseldorf NZV 03, 379).
Entgegen der vom Landgericht in der angefochtenen Entscheidung vertretenen Rechtsansicht ist die Anschaffung eines Ersatzfahrzeuges keine Voraussetzung des Anspruches auf Nutzungsentschädigung (KG, DAR 2004, 352 = VRS 106, 401 = NZV 2004, 470;… Palandt-Heinrichs, BGB , 63. Aufl., Vorb. Vor § 249 Rdn. 20; BGH, BGHZ 40, 345 ; OLG Düsseldorf, NZV 2003, 379 ; OLG Stuttgart, DAR 2000, 35 ; KG, KGR 2002, 351).
AG Lingen, 30.05.2005 - 12 C 94/05
Nutzungsausfall - Entschädigung bei späterer Ersatzbeschaffung
Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der von dem Kläger zitierten Entscheidung des OLG Düsseldorf, NZV 2003, 379 ff. Bei dieser Entscheidung hat das OLG Düsseldorf darauf abgestellt, dass der Kläger glaubhaft vorgetragen hat, dass er seinen- BMW ohne den Unfall für die Fahrten von seiner Wohnung zu seiner Arbeitsstelle und für weitere berufliche und private Fahrten benötigt hat.
HWiG § 1; BGB § 138 Abs. 1
Widerruf einer Zweckerklärung wegen Vorliegens eines Haustürgeschäfts; Sittenwidrigkeit einer vom Ehegatten bestellten Grundschuld
LG Aschaffenburg, 29.01.2002 - 1 O 584/00
Allein die (mutmaßliche) Mitwirkung eines nahen Angehörigen (die genauen räumlichen und tatsächlichen Umstände der Bürgschaftsunterzeichnung sind ungeklärt), der dem Verbraucher die Vertragserklärung auf Veranlassung des Unternehmers in der Wohnung vorlegt, reicht insoweit nicht aus (vgl. BGH NJW 1993, 1594; 1996, 191; OLG Bamberg OLGR 2003, 202 ff.;… Palandt/Grüneberg, a.a.O., § 312 Rn. 6).
2) Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 152, 147 ff.; BGH IX ZR 337/98) und der Oberlandesgerichte (OLG Bamberg, 1 U 43/02; OLG Celle, 4 W 123/04) sind die zur Sittenwidrigkeit einer Bürgschaft entwickelten Grundsätze auf die Bestellung einer Sicherungsgrundschuld grundsätzlich nicht übertragbar.

References: § 249
 § 249
 § 249
 § 1
 § 138
 BGH 
 § 312
 BGH