Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20109/13
Timestamp: 2019-09-20 06:35:22+00:00

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BGH, 05.02.2015 - VII ZR 109/13 - dejure.org
https://dejure.org/2015,2123
BGH, 05.02.2015 - VII ZR 109/13 (https://dejure.org/2015,2123)
BGH, Entscheidung vom 05.02.2015 - VII ZR 109/13 (https://dejure.org/2015,2123)
BGH, Entscheidung vom 05. Februar 2015 - VII ZR 109/13 (https://dejure.org/2015,2123)
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§ 89b HGB, § 89 HGB, § 90a Abs. 1 HGB, § 97 Abs. 1 ZPO
Beendigung eines Franchisevertrages: Analoge Anwendung des Ausgleichsanspruchs nach § 89b HGB auf im Wesentlichen anonyme Massengeschäfte
Kein Ausgleichsanspruch des Franchisenehmers bei anonymem Massengeschäft und bloß faktischer Kontinuität des Kundenstamms
Keine entsprechende Anwendung von § 89b HGB auf Franchiseverträge, die ein im Wesentlichen anonymes Massengeschäft betreffen
Keine Anwendbarkeit des § 89b HGB auf Franchiseverträge, die ein anonymes Massengeschäft betreffen
Kein Ausgleichsanspruch des Franchisenehmers bei nur "faktischem" Verbleib des Kundenstamms beim Franchisegeber
Keine Anwendung des § 89b HGB bei Franchiseverträgen, die ein anonymes Massengeschäft betreffen
Autohandel per Franchise hat Tücken - Keine Ausgleichsansprüche
(Noch) kein Anspruch aus § 89b HGB (analog) für den Franchisenehmer
(Keine) Ausgleichsansprüche für Franchisenehmer
Franchisenehmer als Handelsvertreter
Kein Ausgleichsanspruch des Franchisenehmers bei anonymem Massengeschäft und bloß faktischer Kontinuität des Kundenstamms ("Kamps")
Handelsvertreterausgleichsanspruch nach Beendigung des Franchise-Vertrages
Franchisenehmer Ausgleichsanspruch
Franchisenehmer in der Systemgastronomie belastet
Kurznachricht zu "BGH: Keine Anwendung des § 89b HGB bei Franchiseverträgen, die ein anonymes Massengeschäft betreffen" von RA Dr. Stefan Zipse, original erschienen in: BB 2015, 587 - 589.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 5.2.2015 - VII ZR 109/13" von RA Dr. Hermann Lindhorst, original erschienen in: NJW 2015, 945 - 947.
Kurznachricht zu "Zum Ausgleichsanspruch des handelsvertreterähnlichen Vertriebsmittlers" von RA Dr. Karl-Heinz Thume, original erschienen in: BB 2016, 578 - 584.
BGHZ 204, 166
NJW 2015, 945
ZIP 2015, 583
NJ 2015, 251
DB 2015, 491
Die auf Handelsvertreter zugeschnittene Bestimmung des § 89b HGB ist auf Vertragshändler entsprechend anzuwenden, wenn sich das Rechtsverhältnis zwischen dem Vertragshändler und dem Hersteller oder Lieferanten nicht in einer bloßen Käufer-Verkäufer-Beziehung erschöpft, sondern der Vertragshändler in der Weise in die Absatzorganisation des Herstellers oder Lieferanten eingegliedert war, dass er wirtschaftlich in erheblichem Umfang dem Handelsvertreter vergleichbare Aufgaben zu erfüllen hat, und der Vertragshändler außerdem verpflichtet ist, dem Hersteller oder Lieferanten seinen Kundenstamm zu übertragen, so dass sich dieser bei Vertragsende die Vorteile des Kundenstamms sofort und ohne weiteres nutzbar machen kann (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 11. Dezember 1958 - II ZR 73/57, BGHZ 29, 83;… Urteil vom 13. Januar 2010 - VIII ZR 25/08, NJW-RR 2010, 1263 Rn. 15 mwN;… BGH, GRUR 2010, 1107 Rn. 24 - JOOP!; BGH…, Urteil vom 6. Oktober 2010 - VIII ZR 209/07, NJW 2011, 848 Rn. 17;… Urteil vom 6. Oktober 2010 - VIII ZR 210/07, NJW-RR 2011, 389 Rn. 18; Urteil vom 5. Februar 2015 - VII ZR 109/13, BGHZ 204, 166 Rn. 14).
bb) Eine bloß faktische Kontinuität des Kundenstamms rechtfertigt, wie der Bundesgerichtshof in Auseinandersetzung mit einer im Schrifttum (vgl. die Nachweise im Urteil vom 17. April 1996 - VIII ZR 5/95, NJW 1996, 2159, 2160) verbreiteten Ansicht entschieden hat, eine entsprechende Anwendung des § 89b HGB im Vertragshändlerverhältnis dagegen nicht (BGH, NJW 1996, 2159, 2160; BGH, Urteil vom 26. November 1997 - VIII ZR 283/96, NJW-RR 1998, 390, 391; BGHZ 204, 166 Rn. 15; vgl. ferner BGH, Urteil vom 16. Februar 1961 - VII ZR 244/59, VersR 1961, 401, 402).
Insoweit besteht keine hinreichende Ähnlichkeit der Interessenlage (BGHZ 204, 166 Rn. 17).
Die tatsächliche Möglichkeit für den Franchisegeber, einen solchen Kundenstamm nach Vertragsende zu nutzen, ist insbesondere dann eingeschränkt, wenn der Franchisenehmer am selben Standort unter eigenem Kennzeichen weiterhin ein Geschäft betreiben kann und von dieser Möglichkeit Gebrauch macht (BGHZ 204, 166 Rn. 18).
Bei anderen im Vertrieb tätigen Personen gilt grundsätzlich Entsprechendes (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 5. Februar 2015 - VII ZR 109/13, NJW 2015, 945, Rn. 14 m.w.N.).
Entgegen der Auffassung der Beklagten sieht der Senat sich auch aufgrund der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 5. Februar 2015 (VII ZR 109/13, aaO) nicht zu einer anderen Sichtweise veranlasst.
Darin könnte eine hinreichende Ähnlichkeit der Interessenlage mit derjenigen von Handelsvertretern gesehen werden, die teilweise ebenfalls - beispielsweise als Tankstellenverwalter - im anonymen Massengeschäft tätig sind (vom BGH allerdings für einen Franchise-Vertrag verneint, vgl. Urteil vom 5. Februar 2015, aaO, Rn. 20).
Diese Voraussetzungen gelten auch im Verhältnis zwischen Franchisenehmer und -geber (BGH, Urt. vom 5.2.2015, Az. VII ZR 109/13), wobei der Bundesgerichtshof die Frage einer analogen Anwendbarkeit des § 89 b HGB auf Vertragshändler- oder Franchiseverhältnisse in dieser Entscheidung sogar als bislang nicht entschieden ansieht.
Ferner hat der Bundesgerichtshof, der zunächst offengelassen hatte, ob beim Franchising anstelle der rechtlichen Verpflichtung das tatsächliche Verbleiben des Kundenstammes beim Franchisenehmer ausreicht (NJW 1997, 3304 - "Benetton"), im soeben genannten Urteil vom 5.2.2015 (Az. VII ZR 109/13) festgestellt, dass bei Franchiseverträgen, die ein im Wesentlichen anonymes Massengeschäft betreffen, eine bloß faktische Kontinuität des Kundenstammes nach Vertragsbeendigung die entsprechende Anwendung der auf Handelsvertreter zugeschnittenen Bestimmung des § 89 b HGB nicht rechtfertigt.
Aus solchen "Kundenbindungsmechanismen" folgt jedenfalls keine Verpflichtung des Pächters, den Kundenstamm zu übertragen, die für die Existenz eines Ausgleichsanspruchs entscheidend ist (BGH, a.a.O., Az. VII ZR 109/13 Rn. 14).
Auch hier ergab sich allenfalls eine faktische Kontinuität des Kundenstammes, die bei einem anonymen Massengeschäft, wie es der Umsatz im Shopsortiment darstellt, nicht ausreicht (BGH, Urt. vom 5.2.2015, Az. VII ZR 109/13).
Grundsätzliche Bedeutung und Überraschungsentscheidung - Veräußerungsgewinn kein …
Inwieweit diese Frage grundsätzliche Bedeutung i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO haben kann, lässt der Senat offen, nachdem der Bundesgerichtshof beispielsweise mit dem zu einem Franchiseverhältnis ergangenen Urteil vom 5. Februar 2015 VII ZR 109/13 (BGHZ 204, 166) ebenfalls noch keine abschließende Beurteilung vorgenommen hat.

References: § 89
 § 89
 § 90
 § 97
 § 89
 § 89
 § 89
 § 89
 § 89
 § 89
 BGH 
 § 89
 § 89
 BGH 
 § 89
 § 89
 § 115