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Timestamp: 2016-10-21 13:21:26+00:00

Document:
9C_799/2011 (26.03.2012)
Ausgleichskasse des Kantons Graub�nden, Ottostrasse 24, 7000 Chur.
Alters- und Hinterlassenenversicherung (Beitragspflicht; Abgrenzung selbst�ndige und unselbst�ndige Erwerbst�tigkeit),
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden vom 10. Mai 2011.
C.________ ist seit dem 1. September 2006 als Intendantin f�r die Stiftung X.________ (kurz: Stiftung) t�tig. Neben dieser T�tigkeit hat sie als Dirigentin und freie Mitarbeiterin mit verschiedenen Orchestern und weiteren Festivals in der Schweiz und im Ausland zusammengearbeitet. Seit Juli 2010 ist sie in einem 100 %-Pensum als Fachbereichsleiterin Musik an der Hochschule K.________ angestellt, unter Fortf�hrung der T�tigkeit f�r die Stiftung.
Am 30. Juni 2010 stellte die Ausgleichskasse des Kantons Graub�nden verf�gungsweise fest, dass C.________ f�r ihre T�tigkeit bei der Stiftung als Arbeitnehmerin gelte. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 27. Oktober 2010 fest.
Mit Entscheid vom 10. Mai 2011 hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden als Versicherungsgericht die Beschwerde der C.________ und der Stiftung gut. Es hob den Einspracheentscheid vom 27. Oktober 2010 auf mit der Feststellung, dass C.________ bez�glich ihrer laufenden T�tigkeit f�r die Stiftung sozialversicherungsrechtlich als selbst�ndig Erwerbende zu behandeln sei.
Dagegen hat das Bundesamt f�r Sozialversicherungen (BSV) Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid vom 10. Mai 2011 sei aufzuheben.
Streitig ist, ob die T�tigkeit der Beschwerdegegnerin 2 als Intendantin f�r die Stiftung (Beschwerdegegnerin 1) als selbst�ndige oder unselbst�ndige Erwerbst�tigkeit zu qualifizieren ist. Diese beitragsrechtliche Qualifikation ist eine frei �berpr�fbare Rechtsfrage. Die Sachverhaltselemente, die der Schlussfolgerung zu Grunde liegen, beschlagen dagegen Tatfragen (Urteil 9C_246/2011 vom 22. November 2011 E. 3).
3.1 Vom Einkommen aus unselbst�ndiger Erwerbst�tigkeit, massgebender Lohn genannt, werden parit�tische Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitr�ge erhoben (Art. 5 Abs. 1 und Art. 13 AHVG). Als massgebender Lohn gilt jedes Entgelt f�r in unselbst�ndiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit, mit Einschluss von Teuerungs- und anderen Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikationen, Naturalleistungen, Ferien- und Feiertagsentsch�digungen und �hnlichen Bez�gen, sowie Trinkgeldern, soweit diese einen wesentlichen Bestandteil des Arbeitsentgeltes darstellen (Art. 5 Abs. 2 AHVG). Vom Einkommen aus selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit wird demgegen�ber ein Beitrag des Selbst�ndigerwerbenden erhoben (Art. 8 AHVG). Einkommen aus selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit ist jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt f�r in unselbst�ndiger Stellung geleistete Arbeit darstellt (Art. 9 Abs. 1 AHVG).
3.2 Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbst�ndige oder unselbst�ndige Erwerbst�tigkeit vorliegt, nicht auf Grund der Rechtsnatur des Vertragsverh�ltnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verh�ltnisse verm�gen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte f�r die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbst�ndig erwerbst�tig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher bzw. arbeitsorganisatorischer Hinsicht abh�ngig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko tr�gt. Aus diesen Grunds�tzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren L�sungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbst�tigen Person jeweils unter W�rdigung der gesamten Umst�nde des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall �berwiegen (BGE 123 V 161 E. 1 S. 163; 122 V 169 E. 3a S. 171; 281 E. 2a S. 283; 119 V 161 E. 2 S. 162; SVR 2011 AHV Nr. 11 S. 33, 9C_946/2009 E. 2.1).
In Grenzf�llen, in denen sowohl Merkmale unselbst�ndiger als auch solche selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit vorliegen, ohne dass das Pendel eindeutig in die eine oder die andere Richtung ausschlagen w�rde, ist rechtsprechungsgem�ss namentlich auch Koordinationsgesichtspunkten Rechnung zu tragen (vgl. BGE 123 V 161 E. 4a S. 167; Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts H 55/01 vom 27. Mai 2003 E. 4.2 und H 300/98 vom 4. Juli 2000 E. 8d/aa). Dies gilt vorab bei Erwerbst�tigen, die gleichzeitig mehrere T�tigkeiten f�r verschiedene oder denselben Arbeit- oder Auftraggeber aus�ben. Es soll nach M�glichkeit vermieden werden, dass verschiedene Erwerbst�tigkeiten f�r denselben Arbeit- oder Auftraggeber oder dieselbe T�tigkeit f�r verschiedene Arbeit- oder Auftraggeber unterschiedlich, teils als selbst�ndige, teils als unselbst�ndige Erwerbst�tigkeit, qualifiziert werden (BGE 119 V 161 E. 3b S. 164; Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts H 12/04 vom 17. Februar 2005 E. 3 und H 300/98 vom 4. Juli 2000 E. 8d/aa; zum Ganzen: SVR 2011 AHV Nr. 17 S. 62, 9C_132/2011 E. 3.2).
4.1 Gem�ss Randziffer 4065 der Wegleitung �ber den massgebenden Lohn (WML) in der AHV, IV und EO (Stand 1. Januar 2010) geh�ren die Entgelte an Musikerinnen, Musiker, K�nstlerinnen, K�nstler, Artistinnen und Artisten wie beispielsweise Dirigentinnen, Orchestermusiker, Instrumentalsolistinnen, S�ngerinnen, T�nzer, Schauspielerinnen, Conf�renciers, die einzeln oder in Ensembles an besonderen Anl�ssen (Konzerte, Liederabende, Festwochen, Vereinsanl�sse, Hochzeitsgesellschaften) mitwirken, zum Einkommen aus selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit, auch wenn der Anlass nicht von ihnen selbst veranstaltet wird. F�r die Beurteilung, ob eine selbst�ndige oder eine unselbst�ndige T�tigkeit vorliegt, ist haupts�chlich auf die H�ufigkeit der Auftritte bei bestimmten Veranstaltenden, auf die Dauer des Engagements und auf die Bedeutung der Pers�nlichkeit f�r die jeweilige Veranstaltung abzustellen. Entscheidend ist, ob eine enge Verbindung zu den Veranstaltenden besteht (Rz. 4066 WML).
4.2 Das Beschwerde f�hrende BSV verweist auf diese Weisungen. Soweit es damit geltend machen will, die T�tigkeit einer Intendanz sei mit derjenigen einer Dirigentin vergleichbar, kann dem nicht beigepflichtet werden. W�hrend Erstere regelm�ssig eine gesamtverantwortliche Gesch�ftsf�hrung und/oder gesamtverantwortliche k�nstlerische Leitung eines Festspielhauses, Theaters, Opernhauses oder Festivals und �hnlichem aus�bt, erarbeitet der Dirigent mit den Orchester- oder Chormusikern ein bestimmtes Werk und bringt es zur Auff�hrung. Die Randziffern 4065 und 4066 WML stellen deshalb in Bezug auf die hier zu beantwortende Frage keine �berzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar, weshalb sie vorliegend nicht weiter zu beachten sind (vgl. BGE 133 V 587 E. 6.1 S. 591).
5.1 Gem�ss verbindlicher Feststellung der Vorinstanz (vorne E. 1) dauert das j�hrlich stattfindende Festival, das u.a. die F�rderung junger, hochbegabter Musiker aus der ganzen Welt bezweckt (Art. 2 der Statuten), w�hrend zwei Wochen an. Entsprechend hat sie richtig erkannt und in ihre W�rdigung miteinbezogen, dass bei einer Veranstaltung dieser Art und Gr�sse die Kontinuit�t der Organisation und vor allem auch hinsichtlich der Beschaffung der finanziellen Mittel von grosser Bedeutung ist. Der Umstand, dass der Vertrag vom 1. September 2006 eine 18-monatige K�ndigungsfrist vorsieht, was gem�ss Vorinstanz Raum l�sst, einen Ersatz zu finden, diesen einzuarbeiten und die Planung und Organisation trotzdem geregelt zu wissen, kann daher in �bereinstimmung mit dieser nicht als Indiz f�r Unselbst�ndigkeit gewertet werden, ebenso wenig, dass eine pers�nliche Aufgabenerf�llung im Vordergrund steht, was - anders als es des BSV sieht - auch grunds�tzliches Merkmal des Auftrags ist (Art. 398 Abs. 3 OR).
Will man sich auf dem Markt der Musikfestivals etablieren resp. behaupten, sich einen gewissen Namen und Bekanntheitsgrad schaffen resp. erhalten, ist die Verpflichtung einer Intendanz mit Renommee auf l�ngere Zeit unabdingbar. Nur so l�sst sich der Aufbau und die Pflege besonderer Charakteristika gew�hrleisten, die ein jedes Festival zu einer Einzigartigkeit machen sollen (vgl. dazu Art. 2 der Statuten und Art. 3 des dazugeh�rigen Organisationsreglements), gew�hrleisten. Dass sich dadurch eine enge Verbindung zwischen den Beschwerdegegnerinnen ergibt, liegt auf der Hand. Eine solche Verbundenheit gleichsam schematisch als Indiz f�r eine unselbst�ndige Erwerbst�tigkeit zu betrachten, f�hrte zu weit. So w�re es allgemein kaum mehr m�glich, wiederholt f�r den gleichen Auftraggeber in selbst�ndiger Stellung zu arbeiten. Zu denken ist dabei beispielsweise an die Werbebranche. Je besser ein Werber Kultur und Eigenheiten eines Unternehmens oder Produkts kennt, desto gezielter kann er es vermarkten. Aus diesem Grund wird oftmals �ber Jahre hinaus der gleiche Werber damit betraut, wodurch sich ebenfalls eine enge Zusammenarbeit ergibt, ohne dass dieser automatisch zum Angestellten des Unternehmens wird.
5.2 Im gleichen Sinn ist die vereinbarte Probezeit von einem Jahr einzuordnen, die mit der M�glichkeit einherging, den Vertrag bis sp�testens am letzten Tag des Festivals 2007 per 30. August 2007 f�r beendet zu erkl�ren (Ziff. 6 des Vertrages). Auch sie ist eine Eigenheit der fraglichen T�tigkeit, die nicht isoliert als Hinweis auf deren unselbst�ndigen Charakter betrachtet werden darf. Das Festival Y.________ ist angesichts seines statutarischen Anforderungsprofils - Musizieren auf einem hohen, internationalen Niveau (Art. 2 der Statuten) - und seiner Dauer (vgl. E. 5.1) kein kurzfristig zu organisierendes Event. Die Interpreten m�ssen fr�hzeitig verpflichtet werden, so dass die vorzutragenden St�cke auf das k�nstlerische Programm abgestimmt und dem erwarteten Niveau gem�ss einge�bt werden k�nnen. F�r die Beschwerdegegnerin 1 gestaltete es sich daher schwierig, vor Ablauf eines ersten "Festivaljahrs" einen repr�sentativen Gesamteindruck �ber die Intendantent�tigkeit der Beschwerdegegnerin 2 zu gewinnen. Im �brigen darf nicht unbesehen auf die Bezeichnung abgestellt werden. Die Idee, die hinter der einj�hrigen Probezeit steckt, ist letztlich der Wunsch nach einer - zun�chst - befristeten Zusammenarbeit im Sinne eines gegenseitigen Kennenlernens und Beobachtens unter R�cksichtnahme auf den zu wahrenden Fortbestand des Festivals (vgl. E. 5.1). Die M�glichkeit, die - auch probeweise - Zusammenarbeit jederzeit zu beenden, birgt ein (zu) grosses Risiko eines Bruchs in seiner langj�hrigen Tradition. Eine vorzeitige Vertragsaufl�sung zieht in der Regel negative Schlagzeilen nach sich. Auch ein Auftragsverh�ltnis darf nicht ohne weiteres jederzeit beendet werden (Art. 404 Abs. 1 OR). Umgekehrt kommt der Bezeichnung des Vertrages in Ziff. 3 als "einfacher Auftrag" ebenfalls keine ausschlaggebende Bedeutung zu (vgl. E. 3.2).
5.3 Wohl sind Zeitpunkt, Dauer und Ort der Durchf�hrung des Festivals vorgegeben. In dieser Hinsicht, in der gem�ss BSV die "Kernaufgabe" der Beschwerdegegnerin 2 erfolgt, besteht ein fixer Arbeitsort. Dass die Vorgaben (Arbeitsort und Zeitpunkt des Festivals) tendenziell f�r eine unselbst�ndige T�tigkeit sprechen, l�sst sich jedoch entgegen der Auffassung der Aufsichtsbeh�rde nicht sagen. Zum einen hat die Vorinstanz f�r das Bundesgericht verbindlich festgestellt (vgl. E. 1), dass die Beschwerdegegnerin 2 ausserhalb der Proben- und Festivalzeit ihre Intendantent�tigkeit von ihrem jeweiligen Wohnort aus aus�bt. Zum andern sind die erw�hnten Vorgaben wohl unverr�ckbare Eckpunkte, engen aber den Gestaltungsspielraum f�r eine Intendantent�tigkeit nicht von vornherein derart ein, dass diese kaum in einer anderen Form als in einem Subordinationsverh�ltnis ausge�bt werden kann. Entscheidend ist, welche Rechte und Pflichten der Beschwerdegegnerin 2 f�r die fragliche T�tigkeit �bertragen werden (vgl. E. 5.6 hinten).
5.4 Die Vereinbarung eines festen Entgelts und eines allf�lligen Bonus in Ziff. 4 des Vertrages vom 1. September 2006 ist auch einem Auftragsverh�ltnis nicht fremd (vgl. Art. 394 Abs. 3 OR). So kommen diesbez�glich als Verg�tung u.a. sowohl eine bestimmte Pauschalsumme als auch eine Erfolgsbeteiligung in Frage (ROLF H. WEBER, in: Basler Kommentar, 4. Aufl. 2007, N 37 zu Art. 394 OR mit Hinweisen). Dass sich die beiden Verg�tungsm�glichkeiten auch kombinieren lassen, versteht sich von selbst. Der Vorinstanz kann demnach kein Vorwurf gemacht werden, wenn sie diesen Umstand nicht als Elemente f�r die Annahme eines Arbeitsverh�ltnisses gewertet hat, wie das BSV geltend macht.
5.5 Der Beschwerdegegnerin 2 obliegt als Intendantin die k�nstlerische Leitung des Festivals. Die Verantwortung im kaufm�nnischen Bereich ist einer Gesch�ftsf�hrung �bertragen (Ziff. 4.4 und 4.5 des Organisationsreglements). Finanzielle Konsequenzen im Sinne einer Verlusttragung hat sie nicht zu gew�rtigen, sollten die Festwochen ein Misserfolg sein. Wie die Vorinstanz jedoch nicht offensichtlich unrichtig festgestellt hat (vgl. E. 1), halten sich bei T�tigkeiten im Dienstleistungssektor die Investitionen �blicherweise in Grenzen. Weder mit der Anschaffung eines PC oder einer B�roeinrichtung mit der erforderlichen Infrastruktur noch mit der Ben�tzung eigener R�umlichkeiten wird ein erhebliches wirtschaftliches Risiko eingegangen.
Der Umstand fehlender Investitionen und derjenige eines minimalen Unternehmerrisikos sind bei der vorliegend zu beurteilenden T�tigkeit nicht aussergew�hnlich. Ihnen darf nicht unabh�ngig ihres Zusammenhangs entscheidendes Gewicht verliehen werden. Wie bereits erw�hnt (vgl. E. 5.3), ist der Fokus auf die konkrete Ausgestaltung der Intendantent�tigkeit resp. auf die Frage nach einem Abh�ngigkeitsverh�ltnis zu richten. Bevor die Rede darauf kommt, ist an dieser Stelle festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin 1 zumindest einen Teil der Unkosten �bernimmt. Sie kommt - in pauschaler Abgeltung - f�r eine Assistenzperson und Spesen auf. Ausserdem wird der Beschwerdegegnerin 2 Sekretariat und Assistenz w�hrend der Proben- und Festivalzeit vor Ort in Y.________ unentgeltlich zur Verf�gung gestellt (Ziff. 4 Abs. 1 des Vertrages). Die selbst�ndige T�tigkeit zeichnet sich demgegen�ber u.a. dadurch aus, dass sogenannte Gewinnungskosten selber getragen werden (vgl. Art. 9 Abs. 2 lit. a AHVG).
5.6 Das Pflichtenheft "Intendanz Festival Y.________" ist sehr detailliert. Dabei springt ins Auge, dass - nebst den Statuten und dem Organisationsreglement - Weisungen und Beschl�sse des Stiftungsrates bzw. des Ausschusses die Grundlagen bilden (Ziff. 1). Als dem Funktionsinhaber oder der Funktionsinhaberin vorgelagerte Stelle amtiert der Pr�sident bzw. Stiftungsrat (Ausschuss; Ziff. 4). Sowohl diese Unterstellung als auch die Weisungsgebundenheit sind klare Zeichen eines Unterordnungsverh�ltnisses. Daran �ndert die weitgehende Handlungsfreiheit nichts, zumal sich diese prim�r im Rahmen der Statuten, Reglemente und Konzepte der Stiftung - also im Rahmen von vorbestimmten und Grenzen setzenden Vorgaben - zu bewegen hat (Ziff. 4). Dass die Beschwerdegegnerin 2 ihrerseits �ber ein Weisungs-, Auftrags- und Controlling-Recht gegen�ber dem Gesch�ftsf�hrer f�r die Belange der Festivalorganisation verf�gt, verdeutlicht, dass sie in einen Betriebsablauf eingebunden ist. Dies wird durch die geforderte enge Zusammenarbeit/Koordination mit der Gesch�ftsf�hrung und den Funktionstr�gern betreffend Sponsoring, PR/Kommunikation und Finanzen (Ziff. 4) best�rkt. Ebenfalls weist die statuierte regelm�ssige Informationspflicht, die neben der Programmkonzeption auch schon Vorbereitungen betrifft (Ziff. 5), gerade im Zusammenhang mit dem Weisungsrecht auf eine abh�ngige T�tigkeit hin. Die Stiftung hat sich sozusagen ein umfassendes Veto- und Mitgestaltungsrecht ausbedungen. Untermauert wird dieses durch die Unterschriftenregelung. So besteht beispielsweise in Angelegenheiten, die �ber den Standard-Anstellungsvertrag f�r das Engagement von K�nstlerinnen und K�nstlern hinausgehen, lediglich eine kollektive Zeichnungsberechtigung zusammen mit einem Stiftungsratsmitglied (Ziff. 6). Dadurch wird auch die einger�umte "uneingeschr�nkte Kompetenz in allen k�nstlerischen Belangen" (Ziff. 4) stark relativiert. Insgesamt kommt das Pflichtenheft einem eigentlichen Stellenbeschrieb gleich, so wie es auch im Titel zum Ausdruck gebracht wird ("Stellenbeschreibung/Pflichtenheft"). Danach ist die Beschwerdegegnerin 2 Teil einer Arbeitsorganisation, das ein selbst�ndiges Agieren im Sinne einer echt unabh�ngigen T�tigkeit nicht zul�sst.
5.7 Mit der Unterzeichnung des Vertrages vom 1. September 2006 willigte die Beschwerdegegnerin 2 in ein Konkurrenzverbot ein. Mit dem Festival konkurrierende Projekte sind nur im Einverst�ndnis mit der Stiftung m�glich (Ziff. 2). Zwar ist keine ausschliessliche Anbindung an die Beschwerdegegnerin 1 gegeben. Wie die Vorinstanz gem�ss Aktenlage ausgef�hrt hat, war und ist die Beschwerdegegnerin 1 neben der hier zu beurteilenden Intendantent�tigkeit - sowohl in selbst�ndiger als auch unselbst�ndiger Anstellung - anderweitig t�tig. Indes wird ihr mit dem fraglichen Vertragspassus eine Treuepflicht auferlegt, wie sie eher in einem Arbeitsverh�ltnis (vgl. Art. 321a Abs. 3 OR) als in einem Auftragsverh�ltnis (vgl. Art. 398 Abs. 2 OR) die Regel ist. �berdies darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass das Einkommen, das die Beschwerdegegnerin 2 bei der Beschwerdegegnerin 1 erzielt (2007 rund 40 %, 2008 rund 25 %), einen nicht unwesentlichen Bestandteil ihres Gesamteinkommens darstellt. Bezeichnenderweise beantragte sie nach der Geburt einer Tochter im Januar 2009 Familienzulagen gest�tzt auf ihre T�tigkeit bei der Stiftung.
6.1 Nach dem Gesagten weist die T�tigkeit als Intendantin des Festival Y.________ hinsichtlich der vorliegend im Vordergrund stehenden Frage nach einem Abh�ngigkeitsverh�ltnis verschiedene Auspr�gungen auf, die eindeutig zu Gunsten einer unselbst�ndigen Erwerbst�tigkeit zu gewichten sind. In Anbetracht des (arbeits-)organisatorischen Zusammenwirkens zwischen den verschiedenen Verantwortlichen (Stiftungsrat, Intendanz, Gesch�ftsf�hrer, Funktionstr�ger des Sponsorings, der PR/Kommunikation und der Finanzen) sowie auf Grund der engmaschig ausgestalteten Stellung des Stiftungsrats als Kontroll- und unmittelbares Weisungsorgan (vgl. E. 5.6) ist die Beschwerdegegnerin 2 als Arbeitnehmerin anzusehen. Vor allem der Umstand, dass sich die Stiftung ein umfassendes Weisungs- und Beschlussrecht vorbehalten hat, ist explizite Gestaltung eines arbeitnehmergleichen Subordinationsverh�ltnisses. Dazu kommt das Ausmass der eingegangenen Treuepflicht und die wirtschaftliche Bedeutung des bei der Stiftung erzielten Einkommens (vgl. E. 5.7), zumal diese zus�tzlich - zur bereits pauschalierten Abgeltung - f�r Unkosten aufkommt (E. 5.5 in fine).
6.2 Die Einstufung als (hauptberuflich) Selbst�ndigerwerbende durch die Ausgleichskasse Schwyz seit Januar 2007 f�hrt zu keinem anderen Ergebnis. Zum einen bezieht sich diese Qualifizierung, auf die T�tigkeit als Dirigentin und nicht als Intendantin (vgl. E. 4.2), wie schon die Vorinstanz festgestellt hat. Zum andern steht einer unterschiedlichen Qualifizierung verschiedener T�tigkeiten bei je anderen Arbeit- resp. Auftraggebern nichts im Wege (vgl. E. 3.2). Ebenfalls nicht weiter hilft, dass die Vorg�nger der Beschwerdegegnerin 2 im Intendantenamt des Festivals Y.________ w�hrend eines Vierteljahrhunderts als Selbst�ndigerwerbende eingestuft worden waren, wie die Beschwerdegegnerinnen festhalten. Die damaligen Vertragsbedingungen liegen im Dunkeln. Die "Stellenbeschreibung" resp. das "Pflichtenheft" datiert vom 9. M�rz 2006, somit nur unwesentlich vor der Zeit des Stellenantritts am 1. September 2006. Es kommt dazu, dass sich die Beschwerdegegnerin 2 bereits im Rahmen des Festivals 2006 einzuarbeiten hatte (Ziff. 7 des Vertrages). Das vom Stiftungsrat am 23. Februar 2007 genehmigte Organisationsreglement ersetzte dasjenige vom 19. Mai 1998 (Art. 1). Das Beitragsstatut der Amtsvorg�nger kann deshalb von vornherein nicht Vertrauensgrundlage in Bezug auf die Neuanstellung der Beschwerdegegnerin 2 sein. Es w�re f�r sie und die Stiftung ein Leichtes gewesen, mittels Feststellungsverf�gung betreffend die �berarbeiteten Strukturen und die "Stellenbeschreibung/ Pflichtenheft" definitive Klarheit schaffen zu lassen.
6.3 Die Beschwerde ist somit begr�ndet. Die Beschwerdegegnerin 2 gilt hinsichtlich ihrer Intendanz beim Festival Y.________ als Unselbst�ndigerwerbende.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden vom 10. Mai 2011 aufgehoben.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Ausgleichskasse des Kantons Graub�nden und dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, Kammer 2 als Versicherungsgericht, schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 26. M�rz 2012

References: Art. 13
 BGE 
 BGE 
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 394
 Art. 394
 Art. 9
 Art. 321
 Art. 398
in fine