Source: http://www.jusmeum.de/urteil/ag_duesseldorf/8d32a18d5a5743ef833c1793ee29d769461e426e797643e5fea71fff57984f64
Timestamp: 2016-08-26 23:23:15+00:00

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Entschieden: 15.03.2002 Aktenzeichen: 41 C 17060/01 Rechtsgebiet: Zivilprozessrecht Fehler im Dokument? Mitwirkung
Nedderstraße 4042549 Velbert
NummerKarteEurocardDiebstahlTelefonverzeichnisVerfügungAufbewahrungEntlastungFormSperrung Neue Mitglieder
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Download / Drucken Amtsgericht Düsseldorf, 41 C 17060/01 Datum: 15.03.2002 Gericht: Amtsgericht Düsseldorf Spruchkörper: 41. Abteilung Entscheidungsart: Urteil Aktenzeichen: 41 C 17060/01 Tenor: hat das Amtsgericht Düsseldorf auf die mündliche Verhandlung vom 22.2.2002 durch die Richterin am Amtsgericht X für R e c h t erkannt: Die Klage wird abgewiesen. Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Klägerin. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. T a t b e s t a n d : 12Mit der Klage verlangt die Klägerin von der Beklagten die Rückbuchung und Rückerstattung von am 20.4.1999 zwischen 5.05 und 6.05 Uhr getätigten Barabhebungen von ihrer in der Nacht vom 20.4.1999 gestohlenen Eurocard und EC-Karte für das bei der Beklagten unterhaltene Girokonto. Die Klägerin meldete den Diebstahl der Karte um 8.15 Uhr, die Sperrung der Karten erfolgte um 8.41 Uhr. Bei den 5 Abhebungen mit der Eurocard und bei den 4 Abhebungen mit der EC-Karte wurde stets auf Anhieb die richtige PIN- Nummer eingegeben. Die Klägerin ist der Ansicht, sie habe nicht grob fahrlässig gehandelt. 34Sie behauptet, die Eurocard in Griffweite neben ihrem Hotelbett in ihrer auf dem Nachttisch gelegenen Handtasche in dem ca. 10 qm großen, verschlossenen Hotelzimmer in XXX/Frankreich gelegt zu haben. Die PIN-Nr. habe sie in ihrem davon getrennt aufbewahrten Telefonbuch in Form einer verschlüsselten Telefonnummer notiert, in dem sich mehr als 100 Telefonnummern befunden hätten. Die Klägerin beantragt, 5die Beklagte zu verurteilen, 61.7an sie € 968,83 nebst 5 % Zinsen über dem Basiszinssatz zu zahlen, 82.9die Belastungsbuchungen zu Lasten ihres Girokontos Nr. xx xx xxxxx 10vom Buchungs- und Wertstellungstag 23.4.1999 über € 186,25 und 1112€ 277,72 sowie vom 26.4.1999 über € 18,55 und € 33,81 zu den seinerzeitigen Wertstellungstagen wieder gut zu buchen. 13 Die Beklagte beantragt, 14die Klage abzuweisen. 15E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e : 16Die Klage ist unbegründet. 1718Die Klägerin kann von der beklagten Bank nicht die Rückgängigmachung der Belastungsbuchungen auf ihrem Girokonto fordern. Die Belastungsbuchungen waren Folge der Benutzung der Eurocard einerseits, der EC- 19Karte andererseits, welche die Beklagte der Klägerin vertraglich zur Verfügung gestellt hatte. Beide Karten wurden der Klägerin nachts aus ihrem Hotelzimmer in Frankreich gestohlen. Bevor die Klägerin sie am nächsten Morgen sperren ließ, wurden mit den Karten insgesamt neun Abhebungen getätigt, die später dem Konto der Klägerin belastet wurden. Bei diesem Geschehensablauf kann die Beklagte sich gegenüber dem 20Erstattungsanspruch der Klägerin aus der Kartenversicherung mit Erfolg darauf berufen, dass die Klägerin den Schadensfall grob fahrlässig verursacht habe. Die Klägerin hat nämlich eine widerrechtliche Nutzung der Karten dadurch ermöglicht, dass sie dem Fremdnutzer die Kenntnis der sog. PIN-Nummer verschafft hat. Hierfür spricht eine widerlegliche tatsächliche Vermutung. Sämtliche Abhebungen mit beiden Karteien sind nämlich unter Verwendung der richtigen PIN-Nummer bereits beim ersten Abhebungsversuch erfolgt. Daraus folgt, dass der Abhebende die Pin-Nummer gekannt haben muss. Ein Knacken der Nummerncodes, dazu noch in kurzer Zeit, ist technisch nicht möglich. Das ist gerichtsbekannt. Kenntnis konnte der Dieb oder Fremdnutzer aber nur durch eine unsachgemäße Aufbewahrung der PIN-Nummer erlangt haben. Der Vortrag der Klägerin, sie habe die PIN-Nummer in einem Buch, in dem sie sämtliche von ihr benötigten Telefonnummern notiert habe, niedergeschrieben, welches sie getrennt von den beiden Karten aufbewahrt habe, reicht zu ihrer Entlastung nicht aus. Zum einen ist ein Diebstahl aus ausländischen Hotelzimmern ein nicht gerade seltenes Vorkommnis, mit dem jeder vernünftige Reisende zu rechnen hat, zum anderen ist das Aufschreiben einer PIN- Nummer in einem Telefon- oder Adressverzeichnis für einen Dieb so naheliegend, dass er hier zuerst nach der Code-Nummer suchen wird. Das musste sich die Klägerin sagen. Im übrigen hat die Klägerin nicht vorgetragen, wie weit sie das Telefonverzeichnis von den Karten entfernt aufbewahrt hat. Hat sie aber durch geeigneten Tatsachenvortrag die tatsächliche Vermutung für ein grob fahrlässiges Verhalten nicht widerlegt, hat sie den Versicherungsfall grob fahrlässig herbeigeführt. Die Nebenentscheidungen ergehen nach §§ 91, 708 Nr. 11, 711 ZPO. 21
Anmerkungen zum Urteil 41 C 17060/01
AG Düsseldorf: nummer, karte, eurocard, diebstahl, telefonverzeichnis, verfügung… 41 C 17060/01 vom 15.3.2002 der Karten erfolgte um 8.41 Uhr. Bei den 5 Abhebungen mit der Eurocard
und bei den 4 Abhebungen mit der EC-Karte wurde stets auf Anhieb die richtige PIN-
Nummer eingegeben.
Die Klägerin ist der Ansicht, sie habe nicht grob fahrlässig gehandelt.
Sie behauptet, die Eurocard in Griffweite neben ihrem Hotelbett in ihrer auf dem
Nachttisch gelegenen Handtasche in dem ca. 10 qm großen, verschlossenen § 91 ZPO AG Düsseldorf: nummer, karte, eurocard, diebstahl, telefonverzeichnis, verfügung… 41 C 17060/01 vom 15.3.2002 der Karten erfolgte um 8.41 Uhr. Bei den 5 Abhebungen mit der Eurocard
Nachttisch gelegenen Handtasche in dem ca. 10 qm großen, verschlossenen § 91 ZPO OLG Frankfurt: eurocard, allgemeine geschäftsbedingungen, kreditkarte, nummer, s… 16 U 70/05 vom 30.3.2006 Kreditkarte der Klägerin zwischen 10.54 Uhr und 11.38 Uhr an
diversem Geldautomaten insgesamt 20 Abhebungen vorgenommen wurden.
In der entwendeten Geldbörse der Klägerin befanden sich die ec-Karte der Klägerin
und die streitgegenständliche Eurocard-Gold-Kreditkarte mit der Nummer …. Am
Tag des Diebstahls erfolgte um 10.30 Uhr eine Verlustmeldung beim Nottelefon
der ...bank O1; um 11.44 Uhr meldete der Sohn § 242 BGB § 254 BGB § 670 BGB § 676f BGB § 540 ZPO § 812 BGB § 676 BGB § 280 BGB § 531 ZPO § 97 ZPO § 708 ZPO § 543 ZPO » OLG Frankfurt: eurocard, allgemeine geschäftsbedingungen, kreditkarte, nummer, s… 16 U 70/05 vom 30.3.2006 Kreditkarte der Klägerin zwischen 10.54 Uhr und 11.38 Uhr an
der ...bank O1; um 11.44 Uhr meldete der Sohn § 242 BGB § 254 BGB § 670 BGB § 676f BGB § 540 ZPO § 812 BGB § 676 BGB § 280 BGB § 531 ZPO § 97 ZPO § 708 ZPO § 543 ZPO » OLG Frankfurt: eurocard, bit, erschütterung, kreditkarte, aktivlegitimation, mis… 23 U 22/06 vom 17.6.2009 sei als bei einer ec-Karte.
Diese Beurteilung des Senats deckt sich ferner mit der des 16. Zivilsenats des
OLG Frankfurt am Main in seinem Urteil vom 30.3.2006 (NJW-RR 2007, 198)
ebenfalls zur Eurocard in einem vergleichbaren Sachverhalt, wonach
Behauptungen allgemeiner Natur zur angeblichen Möglichkeit einer PIN-Ermittlung
nicht berücksichtigungsfähig und eher spekulativ sind sowie ohne konkrete § 280 BGB § 540 ZPO § 134 BGB § 522 ZPO § 411a ZPO § 513 ZPO § 546 ZPO § 529 ZPO § 138 ZPO § 531 ZPO § 543 ZPO » Mehr...

References: §88
 § 91
 § 91
 § 242
 § 254
 § 670
 § 676
 § 540
 § 812
 § 676
 § 280
 § 531
 § 97
 § 708
 § 543
 § 242
 § 254
 § 670
 § 676
 § 540
 § 812
 § 676
 § 280
 § 531
 § 97
 § 708
 § 543
 § 280
 § 540
 § 134
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 § 411
 § 513
 § 546
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 § 138
 § 531
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