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Timestamp: 2020-01-26 04:52:17+00:00

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Bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG 1988 bleiben Gewinne oder Verluste aus der Veräußerung oder Entnahme und sonstige Wertschwankungen von Grund und Boden außer Ansatz, bei der Gewinnermittlung nach § 5 EStG 1988 hingegen nicht.
Bei der Gewinnermittlung nach § 5 EStG 1988 sind zusätzlich zu den steuerlichen Ansatz- und Bewertungsvorschriften die (handelsrechtlichen) Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (siehe Rz 431) zu beachten.
Der Gewinn ist nach § 4 Abs. 1 EStG 1988 zu ermitteln, wenn
die Voraussetzungen der Gewinnermittlung nach § 5 EStG 1988 nicht vorliegen und
die Buchführungsgrenzen des § 125 BAO überschritten sind oder
freiwillig Bücher geführt werden. Eine freiwillige Buchführung liegt nicht schon dann vor, wenn lediglich zum Bilanzstichtag eine Bilanz konstruiert wird, denn eine Buchführung setzt eine laufende Erfassung aller Geschäftsvorfälle voraus (VwGH 31.7.1996, 92/13/0015).
Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung gründen sich auf gesetzliche Bestimmungen, die zum Gewohnheitsrecht gewordene allgemeine anerkannte Übung der kaufmännischen Praxis und auf Gutachten der Kammer der Wirtschaftstreuhänder sowie der Vertreter der Kaufleute. Die im HGB enthaltenen Bestimmungen über die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung lassen sich einteilen in
4.1.5.2.1 Formelle Grundsätze nach Handelsrecht und Steuerrecht
Auf Grund der Bestimmung des § 189 Abs. 1 zweiter Satz HGB müssen sich die Geschäftsfälle in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen (Nachvollziehbarkeitsregel). Dazu ist es notwendig, dass die Eintragungen in den Büchern
Nach § 195 HGB hat der Jahresabschluss den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung zu entsprechen. Wesentliche Erfordernisse ordnungsmäßiger Bilanzierung sind erfüllt, wenn bei der Aufstellung des Jahresabschlusses folgende Grundsätze beachtet werden:
Unter der materiellen Bilanzkontinuität ist die Bewertungsstetigkeit (§ 201 Abs. 2 Z 1 HGB) zu verstehen. Danach sind die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewendeten Bewertungsmethoden beizubehalten. Ein Abweichen von gewählten Bewertungsmethoden ist nur bei Vorliegen von besonderen Umständen erlaubt (siehe Rz 2126 ff).
Der Grundsatz der Bilanzwahrheit verlangt einen den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Ausweis des Vermögens und der Schulden des Unternehmens. Der Grundsatz der Bilanzwahrheit ist dann als erfüllt anzusehen, wenn dem Grundsatz der Bilanzvollständigkeit (§ 196 Abs. 1 HGB) und jenem der Einhaltung der gesetzlichen Bewertungsvorschriften entsprochen wird. Liegt ein beabsichtigter Verstoß dagegen vor, wird von Bilanzfälschung gesprochen.
§ 195 HGB, Handelsgesetzbuch, dRGBl. S 219/1897
§ 196 Abs. 1 HGB, Handelsgesetzbuch, dRGBl. S 219/1897
§ 201 Abs. 2 Z 1 HGB, Handelsgesetzbuch, dRGBl. S 219/1897
VfGH 13.12.1972, B 145/72
EStR 2000, Einkommensteuerrichtlinien 2000 Rz 421
Findok-Nr: 19973.2, aufgenommen am: 15.05.2006 17:24:49, Dokument-ID: 7efbb85c-f8b1-47e1-a533-40a5a63da915, Segment-ID: eb43da58-99cd-4e26-951a-a7bd19fa6302

References: § 4
 § 5
 § 5
 § 4
 § 5
 § 125
 § 189
 § 195

§ 195

§ 196

§ 201