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Timestamp: 2020-04-03 04:16:24+00:00

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Scheidung ohne Anwalt: Informationen zum Anwaltszwang
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Scheidung ohne Anwalt: Funktioniert die Trennung ohne Rechtsbeistand?
Bei einer Scheidung ist Anwaltszwang laut FamFG vorgeschrieben.
Wollen sich zwei Ehepartner scheiden lassen, müssen sie dies in Deutschland vor dem Familiengericht tun. Dazu muss mindestens einer der Partner einen Scheidungsantrag stellen. Viele fragen sich im Vorhinein oft: „Brauche ich einen Anwalt bei einer Scheidung?“
Für denjenigen, der den entsprechenden Antrag auf eine Scheidung bzw. diverse Folgeanträge stellt, herrscht dann der sogenannte Anwaltszwang nach § 114 des Familien­verfahrensgesetzes.
Dieses heißt eigentlich “Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit” und wird mit “FamFG” abgekürzt.
Aber ist es laut Familienrecht auch möglich, eine Scheidung ohne Gericht zu vollziehen? Kann eine einvernehmliche Scheidung beispielsweise ohne Anwalt ablaufen? Mehr zum Thema, wann bei einer Scheidung ein Anwaltszwang besteht, lesen Sie im folgenden Ratgeber.
Anwaltszwang bei einer Scheidung: Einreichen des Antrags ohne Anwalt möglich?
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Nicht nur dann, wenn über den Scheidungsantrag diskutiert wird, auch bei Folgeanträgen gilt der im FamFG festgelegte Anwaltszwang in Deutschland. Denn: Einen solchen Prozess ohne Anwalt durchzuführen, kann aufgrund der meist erhitzten Gemüter durchaus zu Streitigkeiten bei der Trennung – zum Beispiel beim Versorgungsausgleich – führen, die sich ohne objektive Vertretung und kompetente Beratung kaum lösen lassen.
Bei einer Scheidung ist die Anwaltspflicht also unbedingt zu beachten. Wichtig ist allerdings auch, dass nicht beide Ehepartner zwingend einen Rechtsanwalt brauchen. Aber wann reicht es aus, dass lediglich ein Rechtsbeistand beauftragt wird?
Bei einer Scheidung herrscht Anwaltszwang, allerdings muss nur ein Partner einen Anwalt beauftragen, wenn Einigung besteht.
Fragen wie: “Braucht man für eine Scheidung zwingend einen zweiten Anwalt?” stellen sich Ehepartner oft zum Ablauf einer Trennung und Scheidung. Die Antwort auf diese Frage lautet in der Regel: „Nein.“
Allerdings ist das nur der Fall, wenn sich beide Ehepartner einvernehmlich scheiden lassen wollen und sich über die grundlegenden Vereinbarungen – zum Beispiel die Kinder, das Sorgerecht und den Versorgungsausgleich- schon einig geworden sind.
In solch einem Fall kann es ausreichen, dass lediglich der Partner, der den Antrag auf die Scheidung einreicht, einen Anwalt beauftragt. Allerdings kann dieser dann auch nur den jeweiligen Antragsteller vor Gericht vertreten. Eine Repräsentation der Interessen beider Ehegatten ist nicht möglich und kann nur vollzogen werden, wenn beide Parteien einen eigenen Anwalt zur Scheidung hinzuziehen.
Eine Scheidung ohne zweiten Anwalt ist also möglich, setzt aber eine grundlegende Einigung beider Ehepartner voraus.
Entscheiden sich die Eheleute dazu, die Scheidung ohne einen zweiten Anwalt vorzunehmen, so können die Scheidungskosten für das gesamte Verfahren erheblich gesenkt werden. Denn: Einen Anwalt zu beauftragen, ist nicht gerade billig.
Die Kosten für eine einvernehmliche Scheidung, also ohne einen zweiten Anwalt, können demnach sinken, wenn nur einmalig die Anwaltskosten übernommen werden müssen. Die Eheleute können in solch einem Fall eine Kostenteilungsvereinbarung unterschreiben, die festlegt, dass bei einer Scheidung ohne zweiten Anwalt die entstandenen Kosten halbiert und somit zu gleichen Teilen auf die Ehegatten verteilt werden.
Eine Scheidung ohne zweiten Anwalt kann günstiger sein, wenn sich beide Ehepartner einig sind.
Die Anwaltspflicht bei einer Scheidung gilt für alle Eheleute. Wollen Sie die Scheidungskosten reduzieren und nur einen Anwalt statt zweien beauftragen, sollten Sie sich vorher miteinander zusammensetzen und über die wichtigsten Grundlagen der Ehescheidung sprechen.
Wie wird der Unterhalt geregelt? Ist über den Versorgungsausgleich entschieden? Wer erhält das Sorgerecht für gemeinsame Kinder?
Sind sich Ehepartner bei einer Scheidung, die einen Anwaltszwang bedeutet, über die grundlegenden Posten einig, so reicht in der Regel ein einziger Anwalt aus, um die Scheidung vor Gericht zu vollziehen und die Kosten somit gering zu halten.
27. Juli 2019 at 18:21
Warum MUSS bei einer Scheidung ein Anwalt den Antrag einreichen?
6. August 2019 at 14:15
der Antwaltszwang für Antragsteller vor dem Familiengericht ergibt sich aus § 114 FamFG. Hintergrund dieser Pflicht ist die Komplexität des Familienrechts und der zahlreichen Folgesachen bei Scheidung, die für Laien kaum zu überblicken sind.
1. Februar 2020 at 19:04
Besteht auch Anwaltszwang, wenn vor dem Familiengericht über die Zustimmung zur Steuererklärung gestritten wird?
M.E. besteht dies in “Steuerangelegenheiten” nicht.
Das dürften doch primär weder Familiensachen noch Folgesachen sein.
Und auch nicht aus dem Güterrecht stammen.
Ich lasse mich aber gerne belehren. Bitte mit Rechtsquelle.
1. Februar 2020 at 19:09
Bei welchen Anträgen besteht kein Anwaltszwang?
In Verfahren vor dem Familiengericht müssen sich die Beteiligten gem. § 78 ZPO in folgenden Fällen durch Anwälte vertreten lassen:
•	In Scheidungssachen einschließlich der mit der Scheidung verbundenen Folgesachen
•	Wenn güterrechtliche Ansprüche geltend gemacht werden, also meist Ansprüche auf Zugewinnausgleich einschließlich etwaiger Auskunftsansprüche
•	In höheren Instanzen, also vor dem OLG und BGH nahezu ausnahmslos
Wichtig ist also, dass ansonsten kein Anwaltszwang besteht, also vor allem dann nicht, wenn außerhalb des Scheidungsverfahrens, als “selbständige Familiensache”, in erster Instanz Unterhaltsprozesse und Verfahren, welche die elterliche Sorge einschließlich Umgangsrecht betreffen, geführt werden.
Stimmen Sie zu, dass ansonsten kein Anwaltszwang besteht?
6. Februar 2020 at 8:31
nach § 114 Abs. 1 FamFG gilt:
“Vor dem Familiengericht und dem Oberlandesgericht müssen sich die Ehegatten in Ehesachen und Folgesachen und die Beteiligten in selbständigen Familienstreitsachen durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen.”
Ausnahmen vom Anwaltszwang ergeben sich aus § 114 Abs. 4 FamFG.

References: § 114
 § 114
 § 78
 BGH 
 § 114
 § 114