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Timestamp: 2017-09-23 09:05:18+00:00

Document:
Beschäftigung ohne Arbeitsvertrag - arbeitsrecht.de Forum - Das Forum zum Arbeitsrecht und Sozialrecht
\r\n	\r\n	 \r\n	\r\n	27.06.2010, 04:15\r\n	\r\n	\r\n	\r\n
\r\n	\r\n	edelmut\r\n	 \r\n\r\n\r\n	\r\n	\r\n
\r\n	 \r\n	Beschäftigung ohne Arbeitsvertrag\r\n
Ich war 8 Monate bei einem Coachingberufsverband als deren Fotografin beschäftigt, gleichzeitig Beirätin und Lehrcoach in dessen Lehrinstitut und Bürogemeinschaft. Reisen wurden komplett vom Verband bezahlt. Als ich allerdings meine Honorare geltend machte (ich hatte nur eine schriftliche Auftragbestätigung aber ohne Vertrag oder preisliche Absprachen, da setzte ich den Tarifvertrag 2009 des www.agd.de voraus), teilte mir der Verbandspräsident mit, er hätte mich nicht beauftragt und schickte mir eine Rechnung mit Miete des Büros, angebliche Coachings, Telefonkosten obwohl ich wöchentlich über 40 Std. in diesen 8 Monaten mit nachweislichen Kalendereinträgen des Präsidenten für ihn tätig war. Er schrieb in einem Gerichtsprozess, wo er mich als Zeugin lud, dass ich bei ihm 7 Monate hospitiert hätte (also er gab darin zu, dass er mich als Assistentin einspannte). Kann ich hier vor Gericht mein Geld einklagen? Ist das eine Beschäftigung ohne Arbeitsvertrag? Muss ich ohne Mietvertrag oder Absprachen, Miete und Telefonkosten zahlen, obwohl ich ausschliesslich für den Verband gearbeitet habe?
\r\n\r\n\r\n\r\n'; pd[1079213] = '\r\n\r\n	\r\n\r\n
\r\n	\r\n	 \r\n	\r\n	27.06.2010, 04:51\r\n	\r\n	\r\n	\r\n
\r\n	\r\n	Lohengrin_2\r\n	 \r\n\r\n\r\n	\r\n	\r\n
\r\n	Beiträge: 2.340\r\n
\r\n	 \r\n	AW: Beschäftigung ohne Arbeitsvertrag\r\n
\nin Ihrem Fall würde Ich Dringen anraten sich Rechtsberatung durch einen Fachanwalt zu suchen.
\nLohengrin II
\r\n	"Zuviel Aufklärung schafft nur unnötiges Wissen."(...beim AG)
\r\n	\r\n	 \r\n	\r\n	27.06.2010, 09:45\r\n	\r\n	\r\n	\r\n
Ja Danke.Ich hatte heute morgen auch einiges im Netz gefunden bzw. dass man zum Arbeits- und Sozialgericht gehen kann zu einer Rechtsberatung.
\n Auch wenn Sie keinen schriftlichen Vertrag geschlossen haben, besteht zumindest ein Dienstvertrag im Sinne des § 611 BGB zwischen ihnen. Ob es sich um einen Arbeitsvertrag (als spezielle Form des Dienstvertrages) handelt ist von folgenden Faktoren abhängig:
\nEin Arbeitsvertrag liegt vor, wenn Sie
\n* sozial vom Arbeitgeber abhängig sind,
\n* nur für ihn als Auftraggeber tätig sind,
\n* in der Wahl von Arbeitszeit und Umfang an den Auftraggeber
\ngebunden sind, also Ihre Arbeitszeiten nicht frei gestalten
\nkönnen,
\n* stark weisungsgebunden sind,
\n* die Arbeitsmittel durch den Auftraggeber gestellt bekommen,
\n* in die Betriebsstruktur des Arbeitgebers eingegliedert sind,
\n* keine eigenen Angestellten haben,
\n* nicht selbst am Markt auftreten,
\n* diese Tätigkeit üblicherweise von Arbeitnehmern ausgeübt wird,
\n* das wirtschaftliche Risiko nicht selbst tragen.
\nEs müssen nicht alle oben genannten Voraussetzungen vorliegen. Anhand Ihrer bisher mitgeteilten Informationen gehe ich aber davon aus, dass Sie Arbeitnehmer sind. Als solcher hat Ihr Arbeitgeber Kündigungsfristen einzuhalten, wenn er Sie denn kündigen möchte. Die Kündigungsfristen richten sich nach der Dauer Ihres Arbeitsverhältnisses und sind in § 622 BGB geregelt. Hält der Arbeitgeber diese Fristen nicht ein, so können und sollten Sie gerichtlich gegen die Kündigung vorgehen.
\nAls Arbeitnehmer haben Sie auch einen Anspruch auf bezahlten Urlaub gemäß § 1 BurlG.
\nZudem haben Sie als Arbeitnehmer grundsätzlich einen Anspruch auf alle zusätzlichen allgemeinen Leistungen des Arbeitgebers (wie zum Beispiel Weihnachtsgeld), auch wenn er diese Leistungen freiwillig gewährt. Etwas anderes gilt nur sofern es sich nicht um Leistungen handelt, die er nur einem speziellen Personenkreis aufgrund einer besonderen Situation gewährt (z.B. Sondervergütung für Alleinerziehende).
\nDer Anspruch auf die zusätzlichen allgemeinen Leistungen beruht auf Art. 3 GG oder wird auch über § 242 BGB hergeleitet. Es handelt sich dabei um den allgemeinen arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsat z.
\nÜbrigens hat ein Arbeitgeber gemäß § 2 NachwG die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen.
\r\n\r\n\r\n\r\n'; pd[1079236] = '\r\n\r\n	\r\n\r\n
\r\n	\r\n	 \r\n	\r\n	27.06.2010, 12:37\r\n	\r\n	\r\n	\r\n
\r\n	 \r\n	\r\n	bzw. dass man zum Arbeits- und Sozialgericht gehen kann zu einer Rechtsberatung.\r\n	\r\n	 \r\n
Diese Info ist leider nicht richtig. Es gibt beim Arbeitsgericht einen Rechtspfleger, der einem z.B. beim Formulieren der Kündigungsschutzklage hilft. Es findet aber keinerlei Rechtsberatung statt. Ich habe das selber bei unserem Arbeitsgericht probiert, weil ich ähnliche Infos bezüglich angeblicher Rechtsberatung beim Gericht aus 3. Hand hatte und wurde schon im Gang des Gerichtes per Aushang darauf hingewiesen, dass da keine Rechtsberatung gewährt wird.
\nIch hatte dann dennoch den Rechtspfleger 2,3 konkrete Fragen gestellt und musste feststellen, dass der schon mit der Problemschilderung überfordert war.
\nRechtsberatung gibt es also nur bei der Gewerkschaft oder einem Anwalt.
\r\n\r\n\r\n\r\n'; // next/previous post info pn[1079212] = "1079236,1079213"; pn[0] = ",1079212"; pn[1079213] = "1079212,1079224"; pn[1079224] = "1079213,1079236"; pn[1079236] = "1079224,1079212"; // cached usernames pu[0] = guestphrase; pu[9503] = "edelmut"; pu[3416] = "Lohengrin_2"; pu[1883] = "filter"; // -->

References: § 611
 § 622
 § 1
 Art. 3
 § 242
 § 2