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Timestamp: 2019-06-17 09:54:19+00:00

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BGH, 28.04.1971 - VIII ZR 258/69 - dejure.org
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BGH, 28.04.1971 - VIII ZR 258/69 (https://dejure.org/1971,52)
BGH, Entscheidung vom 28.04.1971 - VIII ZR 258/69 (https://dejure.org/1971,52)
BGH, Entscheidung vom 28. April 1971 - VIII ZR 258/69 (https://dejure.org/1971,52)
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Vorliegen eines Irrtums über die generelle Verkehrstauglichkeit und Verwendbarkeit eines Tankzuges zum Transport von chemischen Flüssigkeiten i.R.d. Verkaufs dieses Tanklastzuges - Aufklärungspflicht des Verkäufers gegenüber dem Käufer im Handelskauf hinsichtlich einer beschränkten Verwendbarkeit eines Tankzuges - Ausschluss bzw. Beschränkung von Gewährleistungsansprüchen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen beim Verkauf von Kraftfahrzeugen - Ausschluss von Gewährleistungsansprüchen wegen Konstruktionsfehlern durch allgemeine Klausel über die Beschränkung der Gewährleistung auf Reparatur oder Ersatz von unbrauchbar gewordenen Teilen - Berechtigung des Käufers eines Kraftfahrzeugs zur Anfechtung im Falle einer arglistigen Täuschung durch den Verkäufer bzgl. der Mängelfreiheit - Folgen einer Unkenntnis des Käufers vom Mangel auf Grund einer Fahrlässigkeit - Verwirkung eines Anfechtungsrechts bei Bestätigung des Vertrages - Vorliegen einer Bestätigung des Geschäfts durch Weiterbenutzung einer durchs angefochtene Kaufgeschäft erworbenen Sache
NJW 1971, 1795
MDR 1972, 42
WM 1971, 749
DB 1971, 1051
Bestätigung ist jede Erklärung des Anfechtungsberechtigten, in der sein Wille zum Ausdruck kommt, ein ihm bekanntes Anfechtungsrecht nicht auszuüben (BGH 28. April 1971 - VIII ZR 258/69 - NJW 1971, 1795, 1800, zu II 3 e cc der Gründe).
Die hiermit vom Berufungsgericht angenommene Eignung, jedenfalls bestimmte Adressaten, zu denen auch die Klägerin gehört, zu täuschen und auf diese Weise zu beeinflussen, reicht aus, weil das Anfechtungsrecht nach § 123 Abs. 1 BGB nicht ausgeschlossen ist, wenn der dem Irrtum Unterlegene die wahre Sachlage aus Fahrlässigkeit nicht kannte (st. Rspr., z.B. BGH, Urt. v. 28.04.1971 - VIII ZR 258/69, NJW 1971, 1795, 1798 m.w.N.;… Urt. v. 28.09.1988 - VIII ZR 160/87, NJW 1989, 287, 288).
Arglist erfordert - wie in Rechtsprechung und Schrifttum allgemein anerkannt ist - ebenso wie im Falle der Anfechtung wegen arglistiger Täuschung (§ 123 BGB ) Vorsatz, wobei allerdings bedingter Vorsatz genügt, nicht aber - selbst grobe - Fahrlässigkeit (BGH, Urteil vom 21. November 1952 - V ZR 158/51 -, LM BGB § 463 Nr. 1; Senatsurteil vom 28. April 1971 - VIII ZR 258/69 -, LM BGB § 123 Nr. 42 = NJW 19719 1795 = WM 1971, 749; BGHZ 63, 382 ff.).
Ein solcher Einwand unzulässiger Rechtsausübung wäre - wie in der Rechtsprechung anerkannt ist - dem Kläger nicht etwa schon deshalb nach § 476 BGB verwehrt, weil der Beklagte keinen Fehler arglistig verschwiegen hat (Senatsurteil vom 28. April 1971 - VIII ZR 258/69 -, LM BGB § 123 Nr. 42 = NJW 1971, 1795 = WM 1971, 749, unter Hinweis auf BGHZ 22, 90, 99 und 37, 94, 99 sowie m.w.Nachw.).
Sie wird auch nicht allein durch den Abschluss eines Kaufvertrages zwischen einem Händler und einem Nichtkaufmann als Käufer begründet, sondern würde den Willen und das Bewusstsein beider Parteien voraussetzen, dass der Kläger seinen Kaufentschluss von der fachkundigen Aufklärung über den Kaufgegenstand, seine Verwendbarkeit oder ähnliche Umstände abhängig machen wollte (Senatsurteile vom 25. März 1958 - VIII ZR 48/57 -, LM BGB § 459 Abs. 1 Nr. 5 , vom 31. Januar 1962 - VIII ZR 120/60 -, NJW 1962, 1196 = LM BGB § 276 [H] Nr. 5, und vom 28. April 1971 - VIII ZR 258/69 -, NJW 1971, 1795 = LM BGB § 123 Nr. 42 = WM 1971, 749).
Diese Aufklärungspflicht jedenfalls über nicht ganz unbedeutende Unfälle oder über Schäden, die für den Käufer im Rahmen seiner Erkenntnismöglichkeiten nicht offensichtlich sind (BGHZ 63, 382 ff.; Senatsurteile vom 30. Oktober 1956 - VIII ZR 77/56 -, insoweit in BGHZ 22, 123 und in NJW 1957, 20 nicht abgedruckt und vom 21. Oktober 1964 - VIII ZR 151/63 -, LM BGB § 463 Nr. 1 = NJW 1965, 35), geht über die allgemeinen Pflichten eines Verkäufers, der grundsätzlich Ungünstiges über die Kaufsache ungefragt nicht mitzuteilen braucht (Senatsurteil vom 28. April 1971, aaO.), hinaus.
Es ist - entgegen dem Berufungsvorbringen der Beklagten - nicht entscheidend, ob der Kläger seinerseits die im geschäftlichen Verkehr erforderliche Sorgfalt beachtet oder hinsichtlich des "Überlesens" gewisser Vertragsinformationen selbst fahrlässig gehandelt hat (st. Rspr., vgl. nur BGHZ 33, 302, 310; BGH NJW 1971, 1795, 1798 m.w.N.; BGH NJW 1989, 287, 288).
Beispielsweise müssen Umstände, die für die Willensbildung des anderen Teils offensichtlich von ausschlaggebender Bedeutung sind, ungefragt offenbart werden (…Palandt/Heinrichs/Ellenberger, BGB, 67. Auflage, § 123 Rn. 5, 5a, 5b; BGH, NJW 1971, 1795, 1799).
Das Verhalten des Anfechtungsberechtigten darf nur dann als stillschweigende Kundgabe eines Bestätigungswillens gewertet werden, wenn jede andere den Umständen nach einigermaßen verständliche Deutung dieses Verhaltens ausscheidet (BGH Urt. v. 28. April 1971, VIII ZR 258/69, NJW 1971, 1795, 1800;… BGH Urt. v. 29. September 1982, VIII ZR 320/81, WM 1982, 1249, 1251).
Der Grund hierfür ist darin zu suchen, daß das Anfechtungsrecht und die vertraglichen Gewährleistungsansprüche, wenn und soweit man nicht ihre Verbindung für zulässig hält (…für den Anspruch aus § 463 Satz 2 BGB bejahend: Flume aaO § 31, 6;… MünchKomm/Kramer, 2. Aufl. § 123 Rdn. 29;… verneinend: BGH Urt. v. 29. Oktober 1959, VIII ZR 125/58, NJW 1960, 237, 238;… Enneccerus Nipperdey, Lehrbuch des bürgerlichen Rechts, 15. Aufl. § 176 II;… Staudinger/Honsel, BGB 12. Aufl. Vorbem. § 459 Rdn. 29;… Soergel/Huber, BGB 11. Aufl. vor § 459 Rdn. 182), zumindest solange wahlweise nebeneinander stehen, wie die Verfolgung eines Rechts erfolglos bleibt (Giesen in Anm. zu BGH NJW 1971, 1795, 1797).
Nimmt der Verkäufer an, der Käufer sei aufgrund von Indizien imstande, den Mangel zu erkennen, so handelt er, der Verkäufer, gleichwohl arglistig, wenn er sich bewußt hierum nicht kümmert und in Kauf nimmt, daß der Käufer, weil er die Prüfung unterläßt, den Vertrag abschließt, den er bei Kenntnis des Mangels nicht geschlossen hätte (BGH Urt. v. 28. April 1971, VIII ZR 258/69, NJW 1971, 1795, 1800).
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References: § 123
 § 463
 § 123
 § 476
 § 123
 § 459
 § 276
 § 123
 § 463
 BGH 
 BGH 
 § 123
 BGH 
 § 463
 § 31
 § 123
 BGH 
 § 176
 § 459
 § 459
 BGH 
 § 11