Source: https://gerechtigkeit.ovh/Eigenkapital/de/Gutgl%C3%A4ubiger_Erwerb_vom_Nichtberechtigten
Timestamp: 2019-01-22 14:57:37+00:00

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Der gutgläubige Erwerb vom Nichtberechtigten ist eine zivilrechtliche Regelungsmaterie des Sachenrechts, die in zahlreichen Rechtsordnungen bekannt ist. Sie ist in §§ 932 bis 936 des § 366 des Handelsgesetzbuchs (HGB) geregelt.
Der gutgläubige Erwerb vom Nichtberechtigten geschieht durch Rechtsgeschäft im Sinne eines Verkehrsgeschäfts, bei dem Veräußerer und Erwerber wirtschaftlich personenverschieden sind. Er ermöglicht den Erwerb eines Rechts an einer Sache von einer Person, die weder Inhaber des Rechts ist noch mit Billigung des Inhabers handelt. Unter engen Voraussetzungen erkennt die Rechtsordnung einen derartigen Erwerbsvorgang an, wenn der Rechtsschein des Besitzes, beispielsweise die Besitzlage, die den Veräußerer als Berechtigten ausweist, vom Erwerber so wahrgenommen wird und dabei guten Glauben an das Eigentum und die Verfügungsbefugnis des Veräußerers hat. Rechtsschein können Besitz, der Erbschein oder ein Grundbucheintrag erzeugen. Uneingedenk des guten Glaubens darf die veräußerte Sache (nicht Geld oder Inhaberpapiere) nicht abhandengekommen sein, etwa durch Diebstahl, Verlust ohne Besitzübertragungswillen oder durch Veruntreuung seitens eines Besitzdieners.
Der gutgläubige Erwerb führt dazu, dass der wahre Inhaber sein Recht an der Sache verliert. Er erwirbt zur Kompensation Ausgleichsansprüche gegen den Nichtberechtigten. Rechtspolitisch schützt die Regelung das Rechtssystem vor massenhaften Rückabwicklungen.
entstehung und zweck des gutgläubigen rechtserwerbs
1 Entstehung und Zweck des gutgläubigen Rechtserwerbs
2.1 Gutgläubiger Erwerb des Eigentums an beweglichen Sachen, §§ 932–936 BGB
2.1.1 Erwerb durch Rechts- und Verkehrsgeschäft
2.1.2 Vorliegen eines Rechtsscheintatbestands
2.1.2.1 § 932 Abs. 1 BGB
2.1.2.2 § 933 BGB
2.1.2.3 § 934 BGB
2.1.3 Gutgläubigkeit des Erwerbers, § 932 Abs. 2 BGB
2.1.3.1 Voraussetzungen des guten Glaubens
2.1.3.2 Gutgläubigkeit bei der Einschaltung von Hilfspersonen auf Erwerberseite
2.1.3.3 Maßgeblicher Zeitpunkt der Gutgläubigkeit
2.1.3.4 Handelsrechtliche Modifikation durch § 366 HGB
2.1.4 Ausschluss des gutgläubigen Erwerbs, § 935 BGB
2.1.4.1 Grundsatz, § 935 Abs. 1 BGB
2.1.4.2 Ausnahmen des § 935 Abs. 2 BGB
2.1.4.3 Im Insolvenzverfahren, § 81 Abs. 1 InsO
2.1.5 Gutgläubiger lastenfreier Erwerb, § 936 BGB
2.1.5.1 Normzweck
2.1.5.2 Voraussetzungen
2.1.5.3 Rechtsfolgen
2.1.6 Rückerwerb vom Nichtberechtigten
2.2 Gutgläubiger Erwerb von Rechten an unbeweglichen Sachen (Grundstücke)
2.2.1 Voraussetzungen des gutgläubigen Erwerbs, § 892 BGB
2.2.1.1 Einigung und Eintragung
2.2.1.2 Vorliegen eines Rechtsscheintatbestands: Eintragung des Veräußerers ins Grundbuch
2.2.1.3 Gutgläubigkeit des Erwerbers
2.2.2 Ausschluss des gutgläubigen Erwerbs
2.3 Gutgläubiger Erwerb eines Pfandrechts, § 1207 BGB
2.4 Gutgläubiger Erwerb kraft Erbscheins
2.5 Gutgläubiger Erwerb eines GmbH-Geschäftsanteils, § 16 Abs. 3 GmbhG
2.6 Gutgläubiger Erwerb entgegen einem Verfügungsverbot
2.7 Ansprüche des früheren Rechtsinhabers
2.7.1 Gegen den Veräußerer
2.7.1.1 Schadensersatz
2.7.1.2 Erlösherausgabe
2.7.2 Gegen den Erwerber
3 Rechtslage in anderen Staaten
4.1 Bewegliche Sachen
4.2 Unbewegliche Sachen

References: § 366
 § 932
 § 933
 § 934
 § 932
 § 366
 § 935
 § 935
 § 935
 § 81
 § 936
 § 892
 § 1207
 § 16