Source: https://jusozueri.ch/kulturaustausch/
Timestamp: 2018-05-25 12:26:24+00:00

Document:
Kulturaustausch : JUSO Stadt Zürich
Am 18. Dezember 2014 hat die JUSO Stadt Zürich ihre Initiative „Für ein weltoffenes Zürich – Kulturaustausch statt Fremdenfeindlichkeit“ eingereicht. Das vollständige Argumentarium findest du hier.
Die Initiative „Kulturaustausch statt Fremdenfeindlichkeit“ will…
… den interkulturellen Austausch fördern!
Mit dieser Initiative stärken wir den Zusammenhalt aller Bewohner/-innen der Weltstadt Zürich. Obwohl die kulturelle Vielseitigkeit Zürichs die Stadt und das sich hier zutragende Leben markant bereichert, leben die vielen Kulturen in Zürich häufig neben- und nicht miteinander, häufig begleitet von Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Daher ist es richtig und wichtig, den interkulturellen Austausch im grossen Rahmen zu fördern und Zürich zu einer solidarischeren Stadt zu machen. Das mit der Initiative geforderte Kulturzentrum bietet endlich einen zentralen Ort des interkulturellen Dialogs und Miteinanders, das genau solchem Austausch zugute kommt.
… Kommunikation statt Spekulation!
Missverständnisse und Misstrauen können nur im Dialog und im gemeinsamen Tun überwunden werden, doch sprachliche Hürden und der vorurteilsbeladene öffentliche Diskurs erschweren den interkulturellen Austausch. Die im Kulturzentrum angebotenen Sprachkurse ermöglichen deshalb nicht nur das Erlernen von Deutsch, sondern auch von den in Zürich am meisten gesprochenen Sprachen. So schaffen wir mit dieser Initiative einen Ort des konstruktiven Gesprächs.
… ein angenehmes Klima für alle schaffen – auch für Migrant/-innen!
Die Initiative „Kulturaustausch statt Fremdenfeindlichkeit“ trägt zur Solidarisierung der Stadt Zürich bei. Vor allem Migrant/-innen, die in ihrem Alltag mit erheblichen Schwierigkeiten verursacht durch Ausgrenzung und Abkapselung zu kämpfen haben, finden im interkulturellen Austausch die Möglichkeit, sich in der Stadt Zürich respektiert zu fühlen. Eine Stadt kann nur funktionieren, wenn das Miteinander und nicht das Nebeneinander das Leben prägt, sodass alle Bewohner/-innen motiviert sind, ihren Beitrag an die Gemeinschaft zu leisten. Mit diesem Pilotprojekt kann die Stadt Zürich als wohlhabende und dicht besiedelte Gemeinde mit gutem Vorbild vorausgehen und die Schweiz zu einem offeneren Land machen, in dem die Menschenwürde trotz Rechtspopulismus hochgehalten wird.
… eine weltoffene Stadt Zürich!
„Für ein weltoffenes Zürich – Kulturaustausch statt Fremdenfeindlichkeit“
Verordnung über den interkulturellen Austausch
Der Gemeinderat erlässt, gestützt auf Art. 41 l der Gemeindeordnung der Stadt Zürich folgende Verordnung: (vom …)
Art. 1 Die Stadt Zürich setzt sich für den interkulturellen Austausch und Zusammenhalt der Bevölkerung ein. Dafür sorgt sie für die Errichtung und Führung eines zentral gelegenen Kulturzentrums mit Leistungsaufträgen.
Art. 2 Für die Errichtung (Umbau- oder Baukredit) bzw. Kredit für Kauf ins Verwaltungsvermögen dieses Kulturzentrums wird ein maximaler einmaliger Kredit von 25 Millionen CHF bzw. für den Fall einer Mietlösung ein jährlich wiederkehrender maximaler Mietbetrag von 1 Million CHF bewilligt.
Art. 3 Es finden interkulturelle Veranstaltungen statt. Die Organisation dieser Veranstaltungen obliegt dem Kulturzentrum und kann von diesem delegiert werden.
Art. 4 Es werden Sprachkurse angeboten. Beachtet wird dabei
a) Die Kurse finden regelmässig statt.
b) Die Kurse werden von qualifizierten Sprachlehrerinnen und Sprachlehrern gegeben.
c) Es werden mindestens 10 Sprachen angeboten, darunter die Amtssprachen der Schweiz.
d) Das Angebot richtet sich nach den Bedürfnissen der Besucherinnen und Besucher und kann modifiziert werden.
Art. 5 Für die Besucherinnen und Besucher des Kulturzentrums wird umfassende Infrastruktur bereitgestellt, insbesondere:
a) ein betreuter Spielraum für Kinder der Besucherinnen und Besucher des Kulturzentrums
b) eine für Veranstaltungen offenstehende Küche
c) ein Aufenthaltsraum
Art. 6 Bestehende städtische Leistungsangebote, welche sich mit den Aufträgen gemäss Art. 3-5 decken, können in das Kulturzentrum integriert werden.
Art. 7 Im Rahmen des Zweckes dieser Verordnung kann das Angebot erweitert werden.
Art. 8 Das gesamte Angebot kann unabhängig vom Aufenthaltsstatus von der gesamten Bevölkerung besucht werden.
Art. 9 Die Kosten sind für alle Besucherinnen und Besucher tief zu halten. Mittellosen Besucherinnen und Besuchern werden die Kursgebühren erlassen.
Art. 10 Das Zentrum wird durch die Stadt Zürich geführt.
Art. 11 Die Mittel für den Betrieb des Kulturzentrums werden mit dem Budget bewilligt.
Art. Der Stadtrat setzt diese Verordnung in Kraft.
„Eine allgemeine Anregung als Form wäre sinnvoller und weniger bürokratisch. Diese Initiative ist unnötig kompliziert und überladen!“
Mit einer allgemeinen Anregung fiele der Initiativtext tatsächlich kärger aus. Nur bestünde damit die Gefahr einer Verwässerung des Anliegens in der Umsetzung, da die Stadt an allen Ecken und Enden sparen könnte, sodass der geforderte interkulturelle Austausch darunter leiden könnte.
„Die Stadt Zürich schreibt rote Zahlen. Das ganze Projekt ist überteuert und unnötig!“
Die Stadt Zürich verfügt über ein jährliches Budget von 8,4 Milliarden CHF. Die einmaligen Kosten für die Errichtung des Kulturzentrums von maximal 25 Millionen CHF entsprechen somit bloss 0.3% des städtischen Budgets eines Jahres. Eine Mietlösung mit jährlichen Ausgaben von maximal 1 Million entspräche nur 0.01% der jährlichen städtischen Ausgaben. Die Kosten daher sind einerseits tief, andererseits durch den hohen Nutzen des Kulturzentrum gerechtfertigt.
„Weshalb benötigt ausgerechnet die bereits jetzt weltoffene Stadt Zürich ein solches Kulturzentrum?“
In der Stadt Zürich greift die Initiative genau am richtigen Ort ein, da ein Fundament von Offenheit besteht, auf dem aufgebaut werden kann. Die Stadt Zürich als reiche Grossstadt muss neue Konzepte wagen. Zusätzlich dazu kann die Stadt Zürich als besonders dichter zivilisatorischer Ballungsraum mit gutem Beispiel vorangehen: Wenn hier ein Miteinander möglich ist, dann können es andere Gemeinden auch!
„Weshalb soll das Zentrum durch die Stadt Zürich geführt werden?“
Die Stadt Zürich muss Verantwortung übernehmen, sich als Stadt für den interkulturellen Austausch einsetzen und damit die öffentliche Wahrnehmung der verschiedenen Kulturen positiv und nachhaltig verändern. Obliegt ihr die gesamte Führung des Zentrums, hat sie ausserdem viel mehr Möglichkeiten und Interesse, das Angebot zu erweitern und zu perfektionieren.
„Integration sollte über Soziokultur in den Gemeinschaftszentren (GZs) stattfinden!“
Erstens handelt es sich beim Projekt des Kulturzentrums nicht um ein Integrations-, sondern um ein Austauschprojekt. Die verschiedenen Bevölkerungsgruppen der Stadt Zürich sollen nicht zur völligen Anpassung gezwungen, sondern im gegenseitigen Austausch und Verständnis unterstützt werden. Dazu ist es von enormer Wichtigkeit, dass sich die Stadt Zürich offen und präsent mit einem grossen, zentralen Projekt aktiv für den interkulturellen Austausch einsetzt. Während kleine Veranstaltungen in GZs häufig nur von sehr kleinen Kreisen besucht werden, stellt das Kulturzentrum die Möglichkeit eines gesamtstädtischen und breiten Austausches der unterschiedlichsten Personen dar. Das heisst aber nicht, dass die Arbeit in den Gemeinschaftszentren nicht mehr verfolgt werden sollte.
Oliver Heimgartner, CO-Präsident JUSO Kanton Zürich
Martin Näf, Nationalrat SP Zürich
Anjushka Früh, Gemeinderätin JUSO/SP Stadt Zürich
Ursula Näf, Gemeinderätin JUSO/SP Stadt Zürich
Michael Kraft, Gemeinderat JUSO/SP Stadt Zürich
Linda Bär, Gemeinderätin SP Stadt Zürich
Alan David Sanginés, Gemeinderat SP Stadt Zürich
Salvatore Di Concilio, Gemeinderat SP Stadt Zürich
Françoise Bassand, Gemeinderätin SP Stadt Zürich
Marcel Bührig, Gemeinderat Grüne Stadt Zürich
Urs Loppacher, Mitglied VPOD
Meret Herger, Vorstandsmitglied SP Kreis 1 & 2
Carla Thür, Mitglied JUSO/SP Stadt Zürich
Pascal Bührig, Mitglied JUSO Stadt Zürich
Lou Meili, Mitglied JUSO Stadt Zürich
Alix Suter, Mitglied JUSO Stadt Zürich
Das vollständige Argumentarium inkl. Initiativtext und FAQ findest du hier.
TagesAnzeiger (27.06.14)
Limmattaler Zeitung (02.07.14)
TagesAnzeiger (18.12.14)
NZZ (29.01.15)

References: Art. 41

Art. 1

Art. 2

Art. 3

Art. 4

Art. 5

Art. 6
 Art. 3

Art. 7

Art. 8

Art. 9

Art. 10

Art. 11