Source: http://www.abwasserwerk-niederkassel.de/staticsite/staticsite.php?menuid=59&topmenu=101
Timestamp: 2017-06-25 02:08:48+00:00

Document:
Abwasserwerk Niederkassel - Das Abwasserwerk
/ Das Abwasserwerk
Zur Zeit entsorgt das Abwasserwerk der Stadt Niederkassel das Abwasser von über 40.000 Einwohnern. Zum häuslichen Abwasser eines jeden Bürgers kommen Industrie- und Gewerbeabwässer hinzu. Insgesamt sind ca. 11.000 Grundstücke an die ca. 141 km lange öffentliche Kanalisation angeschlossen. Weiterhin fließt auch das Regenwasser von ca. 900.000 m² Straßenfläche über rund 5.000 Sinkkästen den Kanälen zu. Das Abwasserwerk betreibt eine Kläranlage, in der jährlich zur Zeit ca. 1.700.000 m³ Abwasser gereinigt und dem Vorfluter „Rhein“ zugeleitet werden. Aufgrund des Bevölkerungszuwachses wurde bei der Bezirksregierung Köln vorausschauend der Antrag zur Erweiterung der Kläranlage gestellt. Anfang des Jahres 2017 wurde eine Ausbaugröße von 64.000 EW (Einwohnerwerte) genehmigt.
Schließlich liegt auch der Hochwasserschutz in der Verantwortung des Abwasserwerkes. Darunter fällt die Unterhaltung und stetige Verbesserung von ca. 8.600 m Erddeiche und 2.500 m Deichmauern. Zudem wird mit der Stadt Köln ein Retentionsbecken in Niederkassel-Lülsdorf / Köln-Langel betrieben.
Warum ist die Abwassersammlung und die Abwasserreinigung nötig?
Die geordnete Abwassersammlung und Reinigung ist eine noch nicht allzu alte angewandte Technik, obwohl bereits vor ca. 4.000 Jahren Entwässerungssysteme bei hoch entwickelten Kulturen bekannt waren (Quelle: Wikipedia). Diese seinerzeit sicherlich schon sehr fortschrittlichen Techniken sind, wie vieles andere, leider verloren gegangen und erst in der Neuzeit wieder entdeckt worden. Historisch gesehen besaß früher jeder Haushalt eine eigene Abwassergrube, die sich in der Regel auch nicht unweit eines Trinkwasserbrunnens befand. Die Abwässer versickerten teilweise in den Untergrund und verunreinigten das Grundwasser mit Krankheitserregern. Dieses verunreinigte Grundwasser wurde den Trinkwasserbrunnen wieder unterirdisch zugeleitet und führte unweigerlich zu verheerenden Cholera-Epidemien. Die Entdeckung, dass sich Menschen über eben dieses Trinkwasser mit dem Cholera-Erreger infizierten, führten dazu, alte Techniken wieder neu zu entdecken. Dies betraf die Sammlung und das Behandeln von Abwasser. Die erste Kanalisation entstand um 1739 in Wien und erst um 1842 in Hamburg. Doch seinerzeit wurde schon festgestellt, dass der Abtransport von Fäkalien nicht allein das Problem der Verunreinigungen und vor allem der Geruchsbildung lösen konnte. Die erste Kläranlage wurde um 1882 in Frankfurt am Main in Betrieb genommen. Dies ist knapp 135 Jahre her, also kann man durchaus von einer jungen Technik sprechen. Bis heute hat sich an der Technik nicht viel verändert, jedoch entwickelten sich Randbedingungen und Materialien weiter. Gleichzeitig musste natürlich der immer stärker werdenden Industrialisierung und dem starken Bevölkerungszuwachs Rechnung getragen werden. Auch die Verantwortung für die nachfolgenden Generationen führte dazu, entsprechende Richtlinien und Verordnungen in Bundes– und Landeswassergesetzgebungen zu verankern.
Gesetzlicher RahmenDas Abwasserwerk der Stadt Niederkassel ist eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt Niederkassel im Sinne des § 107 Abs. 2 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen. Der Betrieb wird entsprechend den Regelungen der Eigenbetriebsverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen geführt.
Die Pflichten der Städte und Kommunen:
Die Abwasserbeseitigungspflicht der Stadt umfasst das Sammeln, Fortleiten, Behandeln,
Einleiten, Versickern, Verregnen und Verrieseln des im Stadtgebiet anfallenden Abwassers sowie das Entwässern und Entsorgen des Klärschlamms. Zur Abwasserbeseitigungspflicht gehören nach § 46 Abs. 1 Nr. 1-6 LWG (Landeswassergesetz) NRW insbesondere
das Sammeln und das Fortleiten von Abwasser, das auf einem Grundstück des Gemeindegebietes anfällt, sowie die Aufstellung und Fortschreibung von Plänen nach § 57 Abs. 1 Satz 4 und 5 LWG NRW,
die Errichtung und den Betrieb sowie die Erweiterung oder die Anpassung der für die Abwasserbeseitigung nach den Nummern 2 und 3 notwendigen Anlagen an die Anforderungen des § 60 WHG und des § 56 LWG NRW,
das Einsammeln und Abfahren des in Kleinkläranlagen anfallenden Schlamms und dessen Aufbereitung für eine ordnungsgemäße Verwertung oder Beseitigung (§ 54 Abs. 2 Satz 2 WHG) und
die Vorlage des Abwasserbeseitigungskonzeptes nach Maßgabe des § 47 Abs. 1-3 LWG NRW.
Abwasser Kanal Kläranlage Pumpwerk Kanalanschluss Reinigung Ratten Meldung Gebühren Niederschlagswasser Kanalhöhenschein Hausbau Grundwasser Schaden Rückstau Hochwasser

References: § 107
 § 46
 § 57
 § 60
 § 56
 § 47