Source: https://mibla-archiv.tugraz.at/99_00/16c.html
Timestamp: 2018-11-18 22:39:35+00:00

Document:
Mitteilungsblatt: 3. Sondernummer, ausgegeben am 12. Mai 2000, Studienjahr 1999/2000
3. SONDERNUMMER
Studienjahr 1999/2000	ausgegeben am 12. Mai 2000,	16a. Stück
über die Einrichtung und den Studienplan
des Universitätslehrganges
"Paper and Pulp Technology" (Mas)
Die Verordnung für den Universitätslehrgang wurde vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit GZ 52.308/48-I/D/2(VII/D/2)/2000 vom 13. April 2000 nicht untersagt.
VERORDNUNG ÜBER DIE EINRICHTUNG UND DEN
STUDIENPLAN DES UNIVERSITÄTSLEHRGANGES
" PAPER AND PULP TECHNOLOGY" (MAS)
Der Universitätslehrgang "Paper and Pulp Technology" der Technischen Universität Graz dient der Verwirklichung der in § 2 UnisStG festgelegten Bildungszielen und Bildungsaufgaben unter Berücksichtigung der in § 3 UniStG postulierten Grundsätze für die Gestaltung von Studien. Die vorliegende Verordnung hat die Einrichtung und Entwicklung dieses Lehrgangs zum Ziel. Gesetzliche Grundlagen sind das UOG 93, das UniStG 97 sowie der Studienplan für Verfahrenstechnik an der Technischen Universität Graz in der Fassung vom 1. Oktober 1999.
Ziel dieses	Lehrganges ist die Weiterbildung von Absolventen anderer technischer Studienrichtungen für	eine berufliche	Tätigkeit in der Papier- und Zellstoffindustrie durch die Vermittlung fachübergreifender Lehrinhalte als postsekundärer Ausbildungsgang in Form eines flexiblen Aufbaustudiums. Papier- und Zellstofftechnik und	deren technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen werden als Zusatzqualifikation zu fachspezifischen Vorkenntnissen vermittelt.	Damit soll insbesondere	dem stark steigenden Bedarf an qualifizierten Fachleuten in den	zahlreichen verschiedenen Wirtschaftssektoren entsprochen werden, die sich mit der Papier- und Zellstofftechnik	befassen. Durch	studentenzentrierte Studien- und Kommunikationsmethoden	wird eine Hinführung zu selbständigem	"lebenslangen Lernen" angestrebt.
§ 2 Studienform
Der Lehrgang ist in flexibler Form für offene Studienformen konzipiert und	kann daher in unterschiedlichen	Organisationsvarianten angeboten werden.
Die	jeweils	angebotenen Studienformen werden seitens der Lehrgangsleitung festgelegt.
Insbesondere wird auf eine standortunabhängige, berufsbegleitende Weiterbildung Bezug genommen	und daher je nach Bedarf und nach Maßgabe	der organisatorischen und didaktischen Möglichkeiten ein Fernstudienbetrieb durch entsprechende Materialien, Betreuungsformen, Kommunikationsmedien und Organisationsstrukturen unterstützt.
Die	inhaltliche und	strukturelle Aufgliederung der Unterrichtseinheiten, die vorgesehenen Studienmaterialien und der einzuhaltende Zeitplan	sind den Studierenden vor Beginn der Lehrveranstaltung in geeigneter Weise bekanntzumachen.
Der	Lehrgang umfaßt in der begleitenden Studienvariante mindestens 3 Semester.
§ 3 Leitung des Lehrgangs
Als Lehrgangsleiterin bzw. leiter ist durch die	zuständige	akademische Behörde ein/e fachlich	qualifizierte/r	Angehörige/r der Technischen Universität Graz	mit Lehrbefugnis in einem einschlägigen Fach zu bestellen.
Die	Lehrgangsleiterin bzw. Lehrgangsleiter ernennt nach Maßgabe des organisatorischen	Bedarfs	weitere	Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in fachliche und administrative Leitungsfunktionen.
Insbesondere kann für die Koordination	aller Studienangelegenheiten eine Studienleiterin bzw. ein Studienleiter nominiert werden. Ansonsten wird diese	Funktion von der Lehrgangsleiterin bzw.	dem Lehrgangsleiter wahrgenommen.
§ 4 Einrichtung des Lehrgangs
Mit der wissenschaftlichen ,	organisatorischen und strukturellen Unterstützung des Lehrgangs wird das Institut für	Papier-, Zellstoff- und	Fasertechnik der Technischen Universität Graz beauftragt.
Die Lehrveranstaltungen	werden nach Bedarf in deutscher	oder englischer	Sprache	sowie in Mischformen (z. B. englische Fachliteratur) angeboten.	Dabei ist auf berufliche Anforderungen und Vorkenntnisse der Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer Rücksicht zu	nehmen.
Die	Lehrgangsleitung kann den Nachweis ausreichender sprachlicher Kenntnisse verlangen. Zusätzlich kann nach Maßnahme von Bedarf	und Kompetenz der Lehrgang in weiteren Unterrichtssprachen angeboten werden.
§ 6 Kosten des Lehrgangs
Zur kostendeckenden Führung des Lehrgangs wird ein	Lehrgangsbeitrag auf Vorschlag der Lehrgangsleitung von	der zuständigen akademischen Behörde durch Verordnung	festgesetzt und	bei Bedarf den budgetären Erfordernissen angepaßt.
Bei	Überschreitung der	Mindeststudiendauer kann je Semester der Überschreitung eine zusätzliche Studiengebühr in der Höhe des festgesetzten Semesterbeitrages zur Abdeckung der fortgesetzten Betreuung der Studierenden eingehoben werden.
Mit	Zustimmung der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Graz kann der Lehrgang auch	in Zusammenarbeit mit anderen Rechtsträgern durchgeführt werden.
Der	zuständigen akademischen Behörde ist jährlich ein Finanzbericht zur Gebarung des	Lehrganges vorzulegen.
Voraussetzung für die Zulassung zum Universitätslehrgang "Paper and Pulp Technology" ist der Abschluß eines Diplomstudiums an einer inländischen Universität oder einer Fachhochschule oder ein gleichwertiger Abschluß	einer ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung.
Eine dem Abs. 1 vergleichbare Qualifikation	kann anerkannt werden und obliegt der Feststellung durch die Lehrgangsleitung. Voraussetzung dafür	ist jedenfalls mehrjährige	einschlägige Berufspraxis.
Der	Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse	kann von der Lehrgangsleitung verlangt werden (siehe § 7 Abs. 2).
§ 8 Studienplätze
Die Zulassung erfolgt jeweils nach Maßgabe der vorhandenen Studienplätze.
Die	Höchstzahl	der Studienplätze je Lehrgang ist von der Lehrgangsleitung	unter Berücksichtigung pädagogischer und organisatorischer Gesichtspunkte festzusetzen.
Die	Vergabe	von Studienplätzen	erfolgt	in Reihenfolge verbindlicher Anmeldung nach Nachweis der Erbringung sämtlicher Zulassungsvoraussetzungen.
Die Zulassung zum Universitätslehrgang "Paper and Pulp Technology"	erfolgt	nach Prüfung des Vorliegens der Zulassungsvoraussetzungen durch die Rektorin/den Rektor.
Die	Lehrgangsleitung kann jede Bewerberin bzw. jeden Bewerber zu einem persönlichen Gespräch und zur Vorlage von Unterlagen zum Nachweis erforderlicher Zulassungsvoraussetzungen	auffordern. Bei	Zulassung von § 9 Abs. 2 muß dieser Schritt jedenfalls erfolgen.
§ 10 Lehrveranstaltungen
Das Unterrichtsprogramm	des Studienlehrgangs "Paper and	Pulp Technology" umfaßt mindestens 50 Semesterstunden.
Die	Lehrveranstaltungen jeweils für einen Lehrgang sind in Form von Unterrichtsblöcken als Vorlesungen (VO), Praktika (UE), Konstruktionsübungen (KÜ) oder als Projektunterricht (PR) von	der Studienleiterin bzw. dem Studienleiter geeignet festzulegen.
Teile des Studiums können, sofern pädagogisch, didaktisch	und organisatorisch zweckmäßig, als Fernstudieneinheiten angeboten werden. Beim Anbieten als	Fernstudieneinheiten ist die Erreichung	des Lernzieles durch die planmäßige Abfolge von unterrichtlicher Betreuung und Selbststudium	der Teilnehmerinnen und	Teilnehmern mittels geeigneter Lernmaterialien sicherzustellen.	Die Aufgliederung der Fernstudieneinheiten auf unterrichtliche Betreuung und Selbststudium, der	Stundenplan und	die vorgesehenen Lernmaterialien sind den Studierenden vor Beginn der Lernveranstaltung	in geeigneter Weise bekannt zu machen (§ 8	UniStG).
Die	inhaltlichen Schwerpunkte, die Lernziele sowie die Termine der Lehrveranstaltungen sind	zeitgerecht in geeigneter Form bekanntzugeben.
§ 11 Unterrichtsfächer
Semester-stunden:
Technologische Grundlagen:
Anlagen der Papierherstellung
Papierverarbeitung und veredelung
Untersuchungsmethoden	für Papier	und Karton
Labormethoden	für Halbstoffe
Blattbildung (Vertiefte Ausbildung)
Technisch-naturwissenschaftliche	Grundlagen:
Faserphysik
Papier- und Hilfsmittelchemie
Mikrobiologische Prozesse in der Zellstoff- und Holzstofferzeugung
Chemisch-Thermische Abwasserreinigung
EDV-Anwendungen:
Computermethoden in der Papier- und Zellstofftechnik
Konstruktionsübungen:
Anlagen der Papier- und Zellstofftechnik
Auf Vorschlag	des/der	Studierenden können in Übereinstimmung mit der Lehrgangsleiterin oder	dem Lehrgangsleiter andere Lehrveranstaltungen aus dem Studienplan für Verfahrenstechnik (Fassung vom 1. 10. 1999)	im Umfang von 5	Semesterwochenstunden als Wahlfächer gewählt werden, die dann	im Rahmen des Universitätslehrganges "Paper and Pulp Technology" verpflichtend zu absolvieren sind.
Die	Studierenden haben eine	Abschlußprüfung abzulegen..
Die	Abschlußprüfung ist in den Pflichtfächern in Form von Lehrveranstaltungsprüfungen abzulegen. Die Lehrveranstaltungsprüfungen sind	von der	Lehrveranstaltungsleiterin oder	dem -leiter abzuhalten.	Bei deren oder dessen dauernder	Verhinderung hat die Studiendekanin oder der Studiendekan	eine fachlich geeignete	Prüferin oder einen fachlich geeigneten Prüfer heranzuziehen.
Darüber hinausgehend ist eine abschließende Projektarbeit (Master Thesis) in Form einer Hausarbeit zu erstellen.	Das Thema ist von der bzw. dem Studierenden vorzuschlagen und in Übereinstimmung mit der Lehrgangsleitung festzulegen. Mit	der Projektarbeit ist die Befähigung zur selbständigen wissenschaftlichen Arbeit nachzuweisen.
Vor	der Beurteilung	der Projektarbeit muß ein	positiver Abschluß aller anderen Prüfungsfächer	des Lehrgangs vorliegen.
Bezüglich der Wiederholung nicht bestandener Prüfungen gelten die	Bestimmungen des UniStG.
§ 13 Beurteilung
Die Beurteilung	aller Prüfungsarbeiten erfolgt anhand einer fünfstufigen Notenskala von Note 1 (sehr gut) bis	Note 5 (nicht genügend).
Bei	positivem Abschluß (Noten	1 bis 4) aller Prüfungsfächer	gilt der Lehrgang als "bestanden".
Wenn in keinem Fach	eine schlechtere Beurteilung als "gut" und in mindestens der Hälfte der Fächer die Beurteilung "sehr gut" erteilt wurde, hat die Gesamtbeurteilung des Lehrgangs "mit	Auszeichnung bestanden"	zu lauten.
§ 14 Abschluß
Nach positiver Beurteilung aller Pflichtfächer gemäß Studienplan und positiver Beurteilung der abschließenden Projektarbeit (Master Thesis) ist der bzw. dem Studierenden	unverzüglich, längstens jedoch innerhalb von 4 Wochen	nach Erbringung	der zu beurteilenden Leistung ein	Abschlußzeugnis auszustellen.
Nach Maßgabe einer	Verordnung durch die Bundesministerin bzw. den Bundesminister für Bildung,	Wissenschaft und Verkehr ist der Absolventin bzw. dem Absolventen der akademische Grad "Master of Advanced Studies (Paper and Pulp Technology)"	"MAS (Paper and Pulp Technology)" zu verleihen.

References: § 2
 § 3

§ 2

§ 3

§ 4

§ 6
 § 7

§ 8
 § 9

§ 10

§ 11

§ 13

§ 14