Source: http://www.allein-erziehend.net/Info/duesseldorfer-tabelle-2014.html
Timestamp: 2017-06-28 21:01:35+00:00

Document:
Düsseldorfer Tabelle - Kindeunterhalt
Cochemer Modell Düsseldorfer Tabelle
Steuerklasse II Umgangsrecht
Die Düsseldorfer Tabelle nebst Anmerkungen beruht auf Koordinierungsgesprächen, die unter Beteiligung aller Oberlandesgerichte
und der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V. stattgefunden haben.
Die Düsseldorfer Tabelle - kurz DDT - ist eine Unterhaltsleitlinie, herausgegeben vom OLG Düsseldorf. Mittels der DDT wird üblicherweise der zu zahlenden Unterhalt für ein Kind ermittelt. Die Tabelle hat jedoch keine Gesetzeskraft, sondern stellt lediglich eine Richtlinie dar.
In den meisten Fällen werden die Vorgaben der Tabelle jedoch zu 100% von den Gerichten berücksichtigt.
Ziel der Tabelle ist den Kindesunterhalt bundesweit einheitlich zu gestalten, damit es für alle gerecht zugeht.
Die Tabelle ist in verschiedene Einkommensklassen der Unterhaltspflichtigen und Altersklassen des unterhaltsberechtigten Kind unterteilt.
Die angegebenen Werte entsprechen nicht den Zahlbeträgen, sondern dem Bedarf. Von diesem wird noch das hälftigt Kindergeld abgezogen und somit ergibt sich der Zahlbetrag.
Letzte Fassung der Düsseldorfer Tabelle 2013
(bis auf Weiteres auch 2014 gültig)
Vomhundertsatz Bedarfskontrollbetrag Gruppe Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen Alle Beträge in Euro
1 bis 1500
800/1.000 2 1.501 - 1.900
1.100 3 1.901 - 2.300
537 110 1.200 4 2.301 - 2.700
562 115
1.300 5 2.701 - 3.100
512 586
1.400 6 3.101 - 3.500
1.500 7 3.501 - 3.900
1.600 8 3.901 - 4.300
703 144
1.700 9 4.301 - 4.700
742 152
1.800 10 4.701 - 5.100
1.900 über 4800
nach den Umständen des Falles Anmerkungen zur Düsseldorfer Tabelle:
1. Die Tabelle hat keine Gesetzeskraft, sondern stellt eine Richtlinie dar. Sie weist den monatlichen Unterhaltsbedarf
Unterhaltsberechtigte,
Zahlbetrag;
Bei einer größeren/ geringeren Anzahl Unterhaltsberechtigter können Ab- oder Zuschläge
durch Einstufung
in niedrigere/höhere Gruppen angemessen sein. Anmerkung 6 ist zu beachten. Zur Deckung des notwendigen
Mindestbedarfs
setzt sich der Vorrang der Kinder im Sinne von Anm. 5 Abs. 1 durch. Gegebenenfalls erfolgt zwischen den
erstrangigen Unterhaltsberechtigten eine Mangelberechnung nach Abschnitt C.
2. Die Richtsätze der 1. Einkommensgruppe entsprechen dem Mindestbedarf in Euro gemäß § 1612 a BGB. Der Prozentsatz drückt die Steigerung des Richtsatzes der jeweiligen Einkommensgruppe gegenüber dem
Mindestbedarf (= 1. Einkommensgruppe) aus. Die durch Multiplikation des gerundeten Mindestbedarfs mit
dem Prozentsatz errechneten Beträge sind entsprechend § 1612 a Abs. 2 S. 2 BGB aufgerundet. 3. Berufsbedingte Aufwendungen, die sich von den privaten Lebenshaltungskosten nach objektiven Merkmalen
abzuziehen,
Nettoeinkommens
berufsbedingten
- gegenüber volljährigen unverheirateten Kindern bis zur Vollendung des 21. Lebensjader Eltern oder eines Elternteils leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung bebeträgt beim nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 800 EUR, beim erwehaltspflichtigen monatlich 1.000 EUR. Hierin sind bis 360 EUR für Unterkunft einschließlich umlagefähiger
Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) enthalten. Der Selbstbehalt kann angemessen erhöht werden,
wenn dieser Betrag im Einzelfall erheblich überschritten wird und dies nicht vermeidbar ist. Der angemessene Eigenbedarf
, insbesondere gegenüber anderen volljährigen Kindern, beträgt in der Regel
mindestens monatlich 1.200 EUR. Darin ist eine Warmmiete bis 450 EUR enthalten.
6. Der Bedarfskontrollbetrag des Unterhaltspflichtigen ab Gruppe 2 ist nicht identisch mit dem Eigenbedarf. Er
soll eine ausgewogene Verteilung des Einkommens zwischen dem Unterhaltspflichtigen und den unterhaltsberechtigten
unterschritten,
Tabellenbetrag
, die noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnen, bemisst sich der
Unterhalt nach der 4. Altersstufe der Tabelle. Der angemessene Gesamtunterhaltsbedarf eines Studierenden
, der nicht bei seinen Eltern oder einem
Elternteil wohnt, beträgt in der Regel monatlich 670 EUR. Hierin sind bis 280 EUR für Unterkunft einschließlich
umlagefähiger
Bedarfssatz
8. Die Ausbildungsvergütung eines in der Berufsausbildung stehenden Kindes, das im Haushalt der Eltern
oder eines Elternteils wohnt, ist vor ihrer Anrechnung in der Regel um einen ausbildungsbedingten Mehrbedarf
9. In den Bedarfsbeträgen (Anmerkungen 1 und 7) sind Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie
Studiengebühren nicht enthalten.
10. Das auf das jeweilige Kind entfallende Kindergeld ist nach § 1612 b BGB auf den Tabellenunterhalt (Bedarf)
anzurechnen. B. Ehegattenunterhalt
1. gegen einen erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen: a) wenn der Berechtigte kein Einkommen hat: 3/7 des anrechenbaren Erwerbseinkommens zuzüglich 1/2 der anrechenbaren sonstigen Einkünfte
Pflichtigen,
berücksichtigenden
Verhältnissen;
b) wenn der Berechtigte ebenfalls Einkommen
hat: 3/7 der Differenz zwischen den anrechenbaren
c) wenn der Berechtigte erwerbstätig ist, obwohl
ihn keine Erwerbsobliegenheit trifft: gemäß § 1577 Abs. 2 BGB;
2. gegen einen nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen
Rentner):
wie zu 1 a, b oder c, jedoch 50 %. II. Fortgeltung früheren Rechts: 1. Monatliche Unterhaltsrichtsätze des nach dem Ehegesetz berechtigten Ehegatten ohne unterhaltsbe-
rechtigte Kinder:
c) § 61 EheG: nach Billigkeit bis zu den Sätzen I. 2. Bei Ehegatten, die vor dem 03.10.1990 in der früheren DDR geschieden worden sind, ist das DDRFGB
III. Monatliche Unterhaltsrichtsätze des berechtigten Ehegatten, wenn die ehelichen Lebensverhältnisse durch
Unterhaltspflichten gegenüber Kindern geprägt werden: Wie zu I bzw. II 1, jedoch wird grundsätzlich der Kindesunterhalt (Zahlbetrag; vgl. Anm. C und Anhang)
vorab vom Nettoeinkommen abgezogen. IV. Monatlicher Eigenbedarf (Selbstbehalt) gegenüber dem getrennt lebenden und dem geschiedenen
Berechtigten:
unabhängig davon, ob erwerbstätig oder nicht erwerbstätig: 1.100 EUR Hierin sind bis 400 EUR für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung
V. Existenzminimum des unterhaltsberechtigten Ehegatten einschließlich des trennungsbedingten
Mehrbedarfs
1. falls erwerbstätig: 1.000 EUR
2. falls nicht erwerbstätig: 800 EUR VI. Monatlicher notwendiger Eigenbedarf 1. des von dem Unterhaltspflichtigen getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten unabhängig davon, ob erwerbstätig oder nicht erwerbstätig: a) gegenüber einem nachrangigen geschiedenen Ehegatten 1.100 EUR b) gegenüber nicht privilegierten volljährigen Kindern 1.200 EUR c) gegenüber Eltern des Unterhaltspflichtigen 1.600 EUR 2. des Ehegatten, der in einem gemeinsamen Haushalt mit dem Unterhaltspflichtigen lebt, unabhängig davon, ob erwerbstätig oder nicht erwerbs- tätig:
a) gegenüber einem nachrangigen geschiedenen Ehegatten 880 EUR b) gegenüber nicht privilegierten volljährigen Kindern 960 EUR c) gegenüber Eltern des Unterhaltspflichtigen 1.280 EUR Anmerkung zu I-III:
Hinsichtlich berufsbedingter Aufwendungen
und berücksichtigungsfähiger Schulden gelten Anmerkungen A. 3 und 4 - auch für den erwerbstätigen Unterhaltsberechtigten - entsprechend. Diejenigen berufsbedingten Aufwendungen,
(vergl. Anm. D I)
Reicht das Einkommen zur Deckung des Bedarfs des Unterhaltspflichtigen und der gleichrangigen Unterhaltsbe-
rechtigten nicht aus (sog. Mangelfälle), ist die nach Abzug des notwendigen Eigenbedarfs (Selbstbehalts) des
Unterhaltspflichtigen verbleibende Verteilungsmasse auf die Unterhaltsberechtigten im Verhältnis ihrer jeweiligen
Einsatzbeträge gleichmäßig zu verteilen. Der Einsatzbetrag für den Kindesunterhalt
entspricht dem Zahlbetrag des Unterhaltspflichtigen. Dies ist der nach
Anrechnung des Kindergeldes oder von Einkünften auf den Unterhaltsbedarf verbleibende Restbedarf. Beispiel:
Bereinigtes Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen (M): 1.350 EUR. Unterhalt für drei unterhaltsberechtigte
im Alter von 18 Jahren (K1), 7 Jahren (K2) und 5 Jahren (K3), Schüler, die bei der nicht unterhaltsberechtigten,
Notwendiger Eigenbedarf des M: 1.000 EUR
Verteilungsmasse: 1.350 EUR – 1.000 EUR = 350 EUR
304 EUR (488 – 184) (K 1) + 272 EUR (364 – 92) (K 2) + 222 EUR (317 – 95) (K 3) = 798 EUR
K 1: 304 x 350 : 798 = 133,33 EUR
K 2: 272 x 350 : 798 = 119,30 EUR
K 3. 222 x 350 : 798 = 97,37 EUR
I. Angemessener Selbstbehalt gegenüber den Eltern: mindestens monatlich 1.600 EUR (einschließlich 450 EUR Warmmiete) zuzüglich der Hälfte des darüber hinausgehenden Einkommens, bei Vorteilen des Zusammenlebens
Einkommens.
zusammenlebenden
bemisst
Lebensverhältnissen
(Halbteilungsgrundsatz), beträgt jedoch mindestens 1.280 EUR (einschließlich 350 EUR
Warmmiete). II. Bedarf der Mutter und des Vaters eines nichtehelichen Kindes (§ 1615 l BGB): nach der Lebensstellung des
betreuenden Elternteils, in der Regel mindestens 800 EUR. Angemessener Selbstbehalt gegenüber der Mutter und dem Vater eines nichtehelichen Kindes (§§ 1615 l,
1603 Abs. 1 BGB): unabhängig davon, ob erwerbstätig oder nicht erwerbstätig: 1.100 EUR. Hierin sind bis 400 EUR für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) enthalten. E. Übergangsregelung
Umrechnung dynamischer Titel über Kindesunterhalt nach § 36 Nr. 3 EGZPO: Ist Kindesunterhalt als Pro-
zentsatz des jeweiligen Regelbetrages zu leisten, bleibt der Titel bestehen. Eine Abänderung ist nicht erforderlich.
An die Stelle des bisherigen Prozentsatzes vom Regelbetrag tritt ein neuer Prozentsatz vom Mindestunterhalt
maßgebliche
nach dem Komma zu begrenzen (§ 36 Nr. 3 EGZPO). Der Prozentsatz wird auf der Grundlage der zum
01.01.2008 bestehenden Verhältnisse einmalig berechnet und bleibt auch bei späterem Wechsel in eine andere
Altersstufe unverändert (BGH Urteil vom 18.04.12 – XII ZR 66/10 – FamRZ 2012, 1048). Der Bedarf ergibt sich
aus der Multiplikation des neuen Prozentsatzes mit dem Mindestunterhalt der jeweiligen Altersstufe und ist auf
volle Euro aufzurunden (§ 1612a Abs. 2 S. 2 BGB). Der Zahlbetrag ergibt sich aus dem um das jeweils anteilige
Kindergeld verminderten bzw. erhöhten Bedarf. Es sind vier Fallgestaltungen zu unterscheiden: 1. Der Titel sieht die Anrechnung des hälftigen Kindergeldes (für das 1. bis 3. Kind 77 EUR, ab dem 4. Kind
89,50 EUR) oder eine teilweise Anrechnung des Kindergeldes vor (§ 36 Nr. 3 a EGZPO). (Bisheriger Zahlbetrag + 1/2 Kindergeld) x 100 : Mindestunterhalt der jeweiligen Altersstufe = Prozentsatz neu
(196 EUR + 77 EUR) x 100 : 279 EUR
= 97,8 % 279 EUR x 97,8% = 272,86 EUR, aufgerundet 273 EUR
Zahlbetrag: 273 EUR ./. 77 EUR = 196 EUR 2. Der Titel sieht die Hinzurechnung des hälftigen Kindergeldes vor (§ 36 Nr. 3 b EGZPO). (Bisheriger Zahlbetrag – 1/2 Kindergeld) x 100 : Mindestunterhalt der jeweiligen Altersstufe = Prozentsatz neu Beispiel für 1. Altersstufe
(273 EUR - 77 EUR) x 100 : 279 EUR
= 70,2 % 279 EUR x 70,2 % = 195,85 EUR, aufgerundet 196 EUR
Zahlbetrag: 196 EUR + 77 EUR = 273 EUR 3. Der Titel sieht die Anrechnung des vollen Kindergeldes vor (§ 36 Nr. 3 c EGZPO). (Zahlbetrag + 1/1 Kindergeld) x 100 : Mindestunterhalt der jeweiligen Altersstufe = Prozentsatz neu Beispiel für 2. Altersstufe
(177 EUR + 154 EUR) x 100 : 322 EUR
= 102,7 % 322 EUR x 102,7 % = 330,69 EUR, aufgerundet 331 EUR Zahlbetrag: 331 EUR ./. 154 EUR = 177 EUR 4. Der Titel sieht weder eine Anrechnung noch eine Hinzurechnung des Kindergeldes vor (§ 36 Nr. 3 d EGZPO). (Zahlbetrag + 1/2 Kindergeld) x 100 : Mindestunterhalt der jeweiligen Altersstufe = Prozentsatz neu Beispiel für 3. Altersstufe (329 EUR +77 EUR) x 100 : 365 EUR = 111,2 % 365 EUR x 111,2 % = 405,88 EUR, aufgerundet 406 EUR
Zahlbetrag: 406 EUR ./. 77 EUR = 329 EUR Anhang: Tabelle Zahlbeträge
Die folgenden Tabellen enthalten die sich nach Abzug des jeweiligen Kindergeldanteils (hälftiges Kindergeld bei Minderjährigen, volles Kindergeld bei Volljährigen) ergebenden Zahlbeträge. Für das 1. und 2. Kind beträgt das
Kindergeld derzeit 184 EUR, für das 3. Kind 190 EUR, ab dem 4. Kind 215 EUR. 1. und 2. Kind
% 1 bis 1500
2 1.501 - 1.900
3 1.901 - 2.300
110 4 2.301 - 2.700
378 115
5 2.701 - 3.100
6 3.101 - 3.500
7 3.501 - 3.900
8 3.901 - 4.300
9 4.301 - 4.700
558 152
10 4.701 - 5.100
597 160
372 115
451 435
552 152
591 160
371 128
438,50 410
449 136
488 144
527 152
566 160
Fragen zur Düsseldorfer Tabelle?
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References: § 1612
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 § 1612
 § 1577
 § 61
 § 36