Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201970,%20941
Timestamp: 2019-10-21 04:04:19+00:00

Document:
BGH, 06.03.1970 - V ZR 57/67 - dejure.org
https://dejure.org/1970,1298
BGH, 06.03.1970 - V ZR 57/67 (https://dejure.org/1970,1298)
BGH, Entscheidung vom 06.03.1970 - V ZR 57/67 (https://dejure.org/1970,1298)
BGH, Entscheidung vom 06. März 1970 - V ZR 57/67 (https://dejure.org/1970,1298)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1970,1298) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Auslegung eines "Familienvertrages" - Gemeinsamer Zweck beim Gesellschaftsvertrag (gemeinsamer Vorteil) - Besitzüberlassung als Bewirkung der versprochenen Leistung bei der Schenkung (Nutzungsrecht) - Kündigung von Mietverhältnissen auf Lebenszeit - Berechtigung des ...
NJW 1970, 941
MDR 1970, 496
DNotZ 1970, 346
JR 1970, 301
Danach wird der Formmangel eines auf Besitz und Nutzung einer Wohnung (schuldrechtliches Wohnrecht) gerichteten Schenkungsversprechens geheilt, wenn der Schenker die Wohnung dem Beschenkten zum Zwecke dieser Nutzung übergibt, weil er damit alles getan habe, was von seiner Seite im Sinne des § 518 Abs. 2 BGB zur Bewirkung der versprochenen Leistung erforderlich sei (Urteile vom 6. März 1970, - V ZR 57/679 - NJW 1970, 941 = WM 1970, 638 und vom 19. Juni 1970, - V ZR 144/67 -, WM 1970, 1247).
Zwar mag der Schutzzweck des Formzwanges, der bei Schenkungsversprechen vor unbedachter Übereilung bewahren soll (vgl. Senatsurteil, NJW 1970, 941 mit Hinweis auf die Motive zum BGB ), unter Umständen auch für den Abschluss eines Leihvertrages angebracht erscheinen; das gilt jedoch in gleicher Weise für entgeltliche Verträge, wenn solche sich im Einzelfall für eine Vertragspartei als ungewöhnliche Risikogeschäfte erweisen.
Die Leihe hat die Gestattung des unentgeltlichen Gebrauchs zum Gegenstand, so daß in der mit einer Leihe verbundenen Zuwendung des Werts einer sonst möglich gewesenen Eigennutzung der Sache keine Schenkung gesehen werden kann (BGH-Urteil vom 11. Dezember 1981 V ZR 247/80, BGHZ 82, 354, mit Hinweis, daß, soweit sich eine andere Auffassung aus den BGH-Urteilen vom 17. Dezember 1954 V ZR 77/53, Lindenmaier/Möhring, Nachschlagewerk des Bundesgerichtshofs, § 516 Nr. 2 BGB; vom 6. März 1970 V ZR 57/67, Neue Juristische Wochenschrift - NJW - 1970, 941, und vom 19. Juni 1970 V ZR 144/67, Wertpapier-Mitteilungen - WM - 1970, 1247, ergeben könnte, daran nicht mehr festgehalten wird).
Ist ein Formmangel durch Bewirkung des dinglichen Vollzugsgeschäfts, hier der Aneignungsgestattung, geheilt, können sich die Vertragsparteien von dem einmal wirksam gewordenen Kausalgeschäft nicht mehr einseitig durch Widerruf lösen (vgl. BGHZ 127, 129, 137 f. zur Heilung des formnichtigen Verkaufs von GmbH-Geschäftsanteilen; vgl. auch BGH, Urt. v. 06.03.1970 - V ZR 57/67, NJW 1970, 941, wonach der Mangel eines Schenkungsversprechens, dessen Gegenstand Besitz und Nutzung einer Sache sind, schon dadurch endgültig geheilt wird, daß der Schenker die Sache dem Beschenkten einmalig zum Zwecke dieser Nutzung übergibt).
Deshalb ist die Schenkung gemäß § 518 Abs. 2 BGB vollzogen (…vgl. BGH, Urt. v. 11. Juni 1960 - V ZR 200/58, WM 1960, 1032, 1034; v. 6. März 1970 - V ZR 57/67, NJW 1970, 941, 942).
Denn ein Geschäft unter Lebenden ist vollzogen, wenn der Erblasser zu Lebzeiten alles getan hat, was von seiner Seite zur Zuordnung des Gegenstandes an den Begünstigten erforderlich ist, und seinen Zuwendungswillen in entsprechendem Umfang in die Tat umgesetzt hat (BGH Urt. v. 6. März 1970 - V ZR 57/67 = NJW 1970, 941 und vom 25. Mai 1970 - III ZR 141/68 = NJW 1970, 1638;… vgl. Bartholomeyczik, Erbrecht, 8. Aufl. § 59 III 2 S. 400 f).
BGH, 04.05.1970 - VIII ZR 179/68
Rechtlich stellt sich eine solche unentgeltliche Gebrauchsüberlassung nach einer Auffassung (…Staudinger, BGB , 11. Aufl., § 516 Rdn. 3 und 39;… BGB RGRK, 11. Aufl., § 516 Rdn. 1 und vor § 598 Rdn. 1; zur Veröffentlichung vorgesehenes BGH-Urteil vom 06. März 1970 - V ZR 57/67) als Schenkung, nach der neuerdings stark vertretenen Gegenmeinung (…Esser, Schuldrecht, 3. Aufl., Bd. 2, § 67 2 a S. 80;… Larenz, Schuldrecht, 8. Aufl., Bd. 2 § 43 I S, 119;… Ballerstedt bei Soergel/Siebert, BGB , 10. Aufl., § 516 Rdn. 4) als Leihe dar.
Ein formunwirksames Schenkungsversprechen wird schon dann gemäß § 518 Abs. 2 BGB durch Vollzug der Schenkung geheilt, wenn zwar die versprochene Leistung noch nicht bewirkt ist, aber der Schenker alles getan hat, was er für den Vollzug der Schenkung tun muss (BGH, NJW 1970, 941 [juris Rz. 17]).
Vollzogen im Sinne jener Vorschriften ist die schenkweise versprochene Leistung dann, wenn der Schenker alles getan hat, was von seiner Seite zum Erwerb des Schenkgegenstandes durch den Beschenkten erforderlich ist (vgl. BGH, Urt. v. 6.3.70 - V ZR 57/67, LM BGB § 518 Nr. 7 = NJW 1970, 941).
Eine Schenkung ist dann im Sinne dieser Vorschrift vollzogen, wenn der Schenker alles das getan hat, was er für den Vollzug tun mußte, so daß ein bedingter oder befristeter Vollzug der Schenkung genügt (BGH NJW 1970, 941; NJW-RR 1989, 1282;… Palandt/Putzo, § 518 Rn. 9).
BGH, 25.05.1970 - III ZR 141/68
Voraussetzungen des Auskunftsanspruchs des Pflichtteilsberechtigten - …
BGH, 19.06.1970 - V ZR 144/67
Vorliegen eines auf Austausch von Leistung und Gegenleistung gerichteten …
BGH, 07.05.1976 - V ZR 117/73
Erstreckung einer Verfügungsbeschränkung auch auf den dem überlebenden Ehegatten …

References: § 518
 § 516
 § 518
 § 59
 § 516
 § 516
 § 598
 § 67
 § 43
 § 516
 § 518
 § 518
 § 518