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Timestamp: 2017-01-20 20:25:32+00:00

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⭐Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Leserinnen und Leser,
1 Editorial Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Leserinnen und Leser, (Ver-)Pfeifen geschützt Sommerzeit, saure Gurkenzeit und da pfeift es aus Straßburg. Die deutsche Justiz hat die menschenrechtliche Dimension des whistleblowing verkannt. Eine nach Überarbeitung erkrankte Altenpflegerin hatte Strafanzeige gegen ihren Arbeitgeber erstattet. Aufgrund chronischer Unterbesetzung gab es nicht nur eine Überlastung der Beschäftigten, sondern entwürdigende Zustände in der Behandlung, eher Misshandlung, der zu pflegenden Seniorinnen. Die Strafanzeige war ultima ratio; vorangegangene Mahnungen an den Arbeitgeber hatten nicht gefruchtet. Die natürlich ausgesprochene fristlose Kündigung hatte nicht nur vor der Arbeitsgerichtsbarkeit Bestand, sondern auch vor dem Bundesverfassungsgericht. Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom in application no /08 Heinisch vs. Germany ist richtig und leider notwendig: Wer sonst als der inner circle der Beschäftigten kann kompetent beurteilen, wo etwas konstant schief läuft und Aufmerksamkeit erheischend, ja erzwingend, die Stimme erheben? Hatte die deutsche Justiz die Gut-Böse-Scannung verloren? War die Interessenabwägung unter die Räder geraten? Warum musste erst Straßburg der deutschen Justiz als Gebrechlichkeitspfleger beispringen? Nun hat der Sommer sein Thema. Ein Gesetz soll her, bis Ende 2012, sagt die zuständige Ministerin, zum Schutz öffentlicher Interessen durch Förderung und Schutz von Hinweisgebern. Der whistleblower ist in, er genießt Kult-, fast Heldenstatus. Man darf gespannt sein, wie der Gesetzgeber die Abgrenzung zu Denunzianten, Intriganten, Kronzeugen und allen, die nur ihr Süppchen kochen wollen, beschreibt, wie er ein Klima des Verpfeifens vermeidet. Es steht außer Zweifel: Courage der Beschäftigten ist notwendig. Sie muss gewürdigt, nicht sanktioniert werden. War das nicht schon bisher möglich? Es scheint mal wieder notwendig zu sein, über den Wert selbstbewusster Arbeitnehmer und mit substantiellen Rechten ausgestatteter Belegschaftsvertretungen nachzudenken. Trotz Sommerzeit, Urlaub und Urlaubsvertretung und all den sonstigen Kanzleianforderungen konnte wieder ein Heft mit fast 60 Entscheidungen, großteils aus dem Kreis der Arbeitsgemeinschaft eingesandt, zusammengestellt werden. Nur wenige seien beispielhaft der Aufmerksamkeit empfohlen: Interessant das Bemühen des Arbeitsgerichts Nürnberg zur Abgrenzung zwischen Unmöglichkeit und Annahmeverzug mit der fortbestehenden Erkenntnis, dass das Risiko, einen Arbeitnehmer beschäftigen zu können, grundsätzlich beim Arbeitgeber liegt (Nr. 153). 03/11 1532 Editorial Freiwillig und ohne Rechtsanspruch hierauf gezahlte Trinkgelder sind in unbegrenzter Höhe steuerfrei und vor allem keine Vergütung des Arbeitgebers, daher auch seiner Einziehungs- und Verteilungsgewalt entzogen, so das LAG Rheinland-Pfalz (Nr. 156). Das Arbeitsgericht Münster überwindet die Kleinbetriebsklausel in verfassungkonformer Auslegung, um den Kündigungsschutz im Hinblick auf das hinter dem Kleinstbetrieb stehende international tätige Großunternehmen anzunehmen. (Nr. 159). Die Integration von schwerbehinderten Menschen und vor allem die Vermeidung ihrer Diskriminierung bieten immer wieder Anlass für Auseinandersetzungen. Der Rechtsweg einer Diskriminierungsklage zum Verwaltungsgericht ist eröffnet, wenn eine Beamtenstelle zu besetzen ist, auch wenn der Bewerber altersbedingt nur als Angestellter hätte eingestellt werden können, meint der VGH Baden-Württemberg (Nr. 189). Schon das Integrationsamt hat die Zustimmung zu einer außerordentlichen Kündigung zu versagen, wenn die Unwirksamkeit ohne jeden vernünftigen Zweifel in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht offen zu Tage liegt, mithin sich jedem Rechtskundigen geradezu aufdrängt (VG Kassel, Nr. 164). Es stellt bekanntlich ein Indiz für eine Diskriminierung Schwerbehinderter dar, wenn vor einer Stellenbesetzung kein Kontakt mit der Bundesagentur für Arbeit aufgenommen oder der Schwerbehinderte nicht zum Vorstellungsgespräch geladen wurde. (LAG Baden-Württemberg, Nr. 194 und Nr. 198). Die Entschädigungsforderungen belasten das Stellenbesetzungsverfahren regelmäßig nicht unerheblich materiell, aber auch durch die Belastung nachfolgender gerichtlicher Verfahren. Aber auch die hier unerwähnten Entscheidungen verdienen die Aufmerksamkeit Ihrer Lektüre. Mögen die AE Ihnen nützen! Leipzig, im Sommer 2011 Ihr Roland Gross Fachanwalt für Arbeitsrecht /113 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Einsenderliste 155 Aufsätze Dr. Hans-Georg Meier: Der GmbH-Geschäftsführer in Insolvenznähe und die Sozialversicherungsbeiträge BGH schafft Klarheit 157 Inhaltsverzeichnis der Entscheidungen Entscheidungen 157 Allgemeines Vertragsrecht 159 Bestandsschutz 173 Betriebsverfassungsrecht/Personalvertretungsrecht 187 Tarifrecht 195 Prozessuales 201 Sonstiges 209 Streitwert und Gebühren 216 Stichwortverzeichnis 217 Impressum 219 Seite 03/11 1554 Liste der AE-Einsender Liste der AE-Einsender AE kann ihr Informationsziel nur erreichen, wenn möglichst viele Entscheidungen aus der Mitgliedschaft der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im DAV kommen. Wir nennen daher hier regelmäßig mit Dank und Lob diejenigen, die sich um die AE besonders verdient gemacht haben. Einsender mit mehr als 40 Entscheidungen Berrisch Hansjörg Gießen Graumann Ingo Iserlohn Mansholt Werner Darmstadt Puhr-Westerheide Christian Duisburg Schrader, Dr. Peter Hannover Einsender mit mehr als 20 Entscheidungen Bauer Bertram Ansbach Franzen Klaus-Dieter Bremen Gussen, Dr. Heinrich Rheda-Wiedenbrück Höser, Dr. Jürgen Frechen Kelber, Dr. Markus Berlin Koch, Dr. Friedemann Berlin Lodzik Michael Darmstadt Müller Steffen Iserlohn Neef, Dr. Klaus Hannover Rütte Klemens Hamm Schmitt Jürgen Stuttgart Seidemann, Dr. Gisbert Berlin Tschöpe, Dr. Ulrich Gütersloh Weberling, Prof. Dr. Johannes Berlin Zeißig, Dr. Rolf Berlin Einsender mit mehr als 10 Entscheidungen Bauer Dietmar Wiehl Behrens Walter Hamburg Brötzmann, Dr. Ulrich Mainz Chaudry Ijaz Frankfurt/M. Cornelius Astrid Darmstadt Dribusch Bernhard Detmold Faecks Friedhelm Marburg Geus Franz Schweinfurt Gosda Ralf Ahlen Gravenhorst, Dr. Wulf Düsseldorf Heinemann Bernd St. Augustin Hertwig, Dr. Volker Bremen Hesse, Dr. Walter Berlin Hilligus Kurt-Jörg Neustadt i.holst. Jung Nikolaus Oberursel Krügermeyer- Kalthoff Rolf Köln Krutzki Gottfried Frankfurt a.m. Lampe, Dr. Christian Berlin Link Jochen Villingen Matyssek Rüdiger Ratingen Müller-Knapp Klaus Hamburg Müller-Wiechards Wolfram Lübeck Pauly, Dr. Stephan Bonn Peter Michael Bad Honnef Schäder, Dr. Gerhard München Schaefer Rolf Hannover Schmalenberg, Dr. Werner Bremen Schramm Joachim Lübbecke Schulz, Dr. Georg R. München Sparla Franz Aachen Straub, Dr. Dieter München Thiele Volker Düren Weber Axel Frankfurt/M. Zahn Thomas Berlin Einsender mit 5 9 Entscheidungen Banse, Dr. Thomas Düren Beckmann Paul-Werner Herford Böse Rainer Essen Brammertz, Dr. Dieter Aachen Clausen Dirk Nürnberg Crämer Eckart Dortmund Daniels Wolfgang Berlin Eckert, Dr. Helmut Offenbach Fischer Ulrich Frankfurt/Main Fromlowitz Horst Essen Gehrmann Dietrich Aachen Goergens Dorothea Hamburg Greinert, Jaqueline Kassel Grimm, Dr. Detlev Köln Heimann Marco Cham Hennige, Dr. Susanne Gütersloh Herbert, Dr. Ulrich Coburg Hjort Jens Hamburg Keller Thomas München Kern Jan H. Hamburg Krafft Alexander Öhringen Kühn Stefan Karlsruhe Kunzmann, Dr. Walter Euskirchen Matissek Reinhard Kaiserslautern Pouyadou, Dr. Richard M. Augsburg Preßer Wolfgang Neunkirchen Pütter, Dr. Albrecht Flensburg Richter Klaus Bremen Richter, Dr. Hanns-Uwe Heidelberg Schäfer Dieter Essen Schipp, Dr. Johannes Gütersloh Schneider-Bodien Marcus Düsseldorf Striegel Bernhard Kassel Struckhoff Michael H. München Sturm Joachim Bottrop Theissen- Graf Schweinitz Ingo Hagen Thieme Hans Frankfurt/M. Thon Horst Offenbach Vrana-Zentgraf Silke Darmstadt Zirnbauer Ulrich Nürnberg /115 Inhalt: Entscheidungen Der GmbH-Geschäftsführer in Insolvenznähe und die Sozialversicherungsbeiträge BGH schafft Klarheit Dr. Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin Der Arbeitgeber, in juristischen Personen vertreten durch die Organmitglieder, also z.b. den GmbH-Geschäftsführer, verpflichtet sich gegenüber dem Arbeitnehmer zur Zahlung der Vergütung. Daraus folgt allerdings, dass der Arbeitgeber plötzlich drei Gläubiger hat, nämlich neben dem Arbeitnehmer auch das Finanzamt und die Sozialversicherungsträger. Ausgehend von einem gedachten Verursacherprinzip handelt es sich also um einen Hauptgläubiger und zwei Nebengläubiger. Werden die Arbeitgeberpflichten gegenüber dem Hauptgläubiger nicht erfüllt, bleibt das für das Organmitglied folgenlos. Viel besser geschützt sind dagegen die Nebengläubiger. Sorgt das Organmitglied nicht für die Abführung der Lohnsteuer an das Finanzamt, begeht es eine mit Geldbuße bedrohte Ordnungswidrigkeit und setzt sich zudem der persönlichen Haftung nach der Abgabenordnung aus. Obwohl also die Vergütung gar nicht gezahlt wird, die doch die Grundlage für die Steuerpflicht ist, denn selbstverständlich muss der Arbeitnehmer keine Vergütung versteuern, die er nicht erhalten hat, entsteht die Lohnsteuerabführungspflicht. Der Lohnsteueranspruch verselbständigt sich also von der Vergütungszahlung. Ganz anders ist die Rechtslage bezüglich der Sozialversicherungsanteile. Hier ist deutlich zu unterscheiden zwischen den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberanteilen und dies mit einem teilweise absurden Ergebnis für den Insolvenzfall. Die Nichtabführung von Sozialversicherungsbeiträgen ist nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern gemäß 266a StGB sogar strafbar. Allerdings erfasst die Strafbarkeit nur die Nicht-Abführung der Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung. Das Organmitglied tut also gut daran, in jedem Falle die auf ggfs. nicht gezahlten Vergütungen fälligen Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung abzuführen. Die ihre Leistung bereits erbracht habenden Arbeitnehmer muss er im Regen stehen lassen, d.h. auf das Insolvenzausfallgeld verweisen. Führt der Geschäftsführer hingegen auch die Arbeitgeberanteile ab, bezüglich derer er nicht mit Strafbarkeit bedroht ist, begünstigt er einen Gläubiger und setzt sich einem Erstattungsanspruch des Insolvenzverwalters aus. Aber auch der Sozialversicherungsträger ist im Insolvenzfall glücklos, denn die unter der Strafandrohung erfolgte Zahlung der Arbeitnehmeranteile kann der Insolvenzverwalter anfechten und zurückholen. Missachtet der Geschäftsführer die Strafdrohung und überweist auch die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung nicht, dann setzt er sich wegen des ansonsten eintretenden Anfechtungsgrundes im Insolvenzfall jedoch keiner persönlichen Schadensersatzpflicht gegenüber dem Sozialversicherungsträger aus, denn (s.o.) der müsste die eventuelle Zahlung ja ohnehin wieder herausgeben (dolo agit). Alle diese Erwägungen ergeben sich aus den BGH- Urteilen vom , IX ZR 247/09; v , IX ZB 36/09 und , IX ZR 118/10. Inhaltsverzeichnis der Entscheidungen Allgemeines Vertragsrecht Seite 147. Überstunden, Ausgleichszeitraum, Ferienüberhang, Musikschullehrer Urlaubsanspruch, Übertragungsvereinbarung, Urlaubskonto Bühnenrecht, Nichtverlängerungsmitteilung, Anhörung 162 Seite 150. Betriebliche Übung, Sonderzahlung Betriebsübergang, Identität, Betriebsstilllegung AGB-Kontrolle, Bezugnahmeklausel Annahmeverzug, Unmöglichkeit, Bemessungsgrundlage; Kündigungsfrist, Altersdiskriminierung, Europarecht Auslegung, Aufstiegsprämie; AGB-Kontrolle, Unklarheitenregelung /11 1576 Inhalt: Entscheidungen Seite 155. Befristung des Arbeitsverhältnisses, Hochschulrecht Direktionsrecht, Trinkgeld Diskriminierung Alter Betriebsübergang, Identität 169 Bestandsschutz 159. Kündigungsschutzgesetz, Kleinbetriebsklausel Änderungskündigung, (Nachlass der) Leistungsfähigkeit Verhaltensbedingte Kündigung, ungenehmigter Urlaub Außerordentliche Kündigung, Arbeitsverweigerung Betriebsbedingte Kündigung, unternehmerische Entscheidung, Sozialauswahl Schwerbehinderte, Zustimmungsverfahren Integrationsamt Außerordentliche Kündigung, anwaltliche Berufspflichten, Interessenabwägung Verhaltensbedingte Kündigung, Videoüberwachung, Datenschutz Aufhebungsvertrag, Anfechtung Betriebsdingte Kündigung, zeitliche Koordination Organisationsentscheidung Kündigungsfrist Betriebsbedingte Kündigung, Sozialauswahl Verhaltensbedingte Kündigung, Betriebsratsanhörung Kündigungsschutzklage, Klageverzicht, vorformulierter Vertrag, Erfüllungsmöglichkeit des Arbeitnehmers Betriebsbedingte Kündigung, Darlegungslast; Weiterbeschäftigungsanspruch, Widerspruch Betriebsrat Kündigungserklärung, Zurückweisung mangels Vollmacht, Telefax 185 Betriebsverfassungsrecht/Personalvertretungsrecht 174. Betriebsratskosten, Erforderlichkeit, Kostenfreistellungsverfahren 187 Seite 175. Mitbestimmung des Betriebsrats in personellen Angelegenheiten, Eingruppierung, Stufenzuordnung Betriebsratswahl, einstweilige Verfügung, Übergangsmandat, Festlegung des Wahlbereiches Betriebsratswahl, Wahlberechtigung, Personalgestellung Mitbestimmung des Betriebsrats in personellen Angelegenheiten, Ausschreibung, vorläufige personelle Maßnahme 193 Tarifrecht 179. Tariffähigkeit, Überprüfung, Antragsberechtigung (medsonet) Eingruppierung, Darlegungs- und Beweislast, Heraushebungsmerkmal, Entscheidungsbefugnis Altersteilzeit, Vergütungsberechnung, Spiegelbildlichkeit Aktiv- und Passivphase, Urlaubsgeld Urlaubsanspruch, Verfall gesetzlicher Ansprüche Urlaubsabgeltung, Berechnung, Berücksichtigung Mehrarbeit Urlaubsabgeltung, Verfall übergesetzlicher Ansprüche, ruhendes Arbeitsverhältnis 200 Prozessuales 185. Prozesskostenhilfe, Gegenvorstellung Prozesskostenhilfe, Aufhebung Einstweilige Verfügung, Verfügungsgrund, Zwischenzeugnis Rechtsweg, Bewerbungsverfahren Beamte, Diskriminierungsklage, Schwerbehinderte Änderungskündigung, Bestimmtheit Prozesskostenhilfe, verspätete Einreichung von Unterlagen Nichtzulassungsbeschwerde, Anforderungen an Begründung Weiterbeschäftigung, Zwangsgeld, Folgekündigung Diskriminierung, Schwerbehinderte, Beweiserleichterung, Beweiswürdigung, Stellenbesetzungsverfahren /117 Allgemeines Vertragsrecht Seite 194. Beschlussverfahren, Anschlussbeschwerde; Antragsauslegung 208 Sonstiges 195. Arbeitnehmerhaftung, Kraftfahrzeugschaden Abmahnung, Entfernungsanspruch (nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses), Streitwert Diskriminierung, Bewerbung, Schwerbehinderte, Ernstlichkeit der Bewerbung, Entschädigungshöhe Annahmeverzug, Arbeitsunfähigkeit, objektives Leistungsvermögen 212 Seite 199. Urlaubsabgeltung, Verfall von Ansprüchen Rechtsschutzversicherung, Rechtsschutzfall, Integrationsamt 214 Streitwert und Gebühren 201. Arbeitnehmerstatus, Arbeitsverhältnis bei nicht programmgestaltenden Tätigkeiten (Studentenjobs) Streitwert, Widerklage Prozesskostenhilfe, nach Verfahrensende 216 Allgemeines Vertragsrecht 147. Überstunden, Ausgleichszeitraum, Ferienüberhang, Musikschullehrer I. Die Klage ist zulässig. 1. Der Antrag der Klägerin bedarf der Auslegung. Aufgrund des Vortrags der Klägerin in den Vorinstanzen und ihren Klarstellungen in der mündlichen Verhandlung vor dem Senat ist der Antrag einschränkend dahin auszulegen, dass die Klägerin den begehrten Überstundenausgleich von 4,05 Stunden für volle Unterrichtswochen außerhalb der Schulferien begehrt. Soweit die Schulferien im Laufe der Woche begonnen oder geendet haben, verlangt die Klägerin einen anteiligen Ausgleich. Gegenstand des Überstundenausgleichs ist nach den Darlegungen der Klägerin die Zahlung der tariflichen Überstundenvergütung. Allein mit diesem Inhalt ist der Antrag hinreichend bestimmt i.s.d. 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO. 2. Die Klägerin konnte ihr Begehren mit einer Feststellungsklage verfolgen. a) Gegenstand einer Feststellungsklage kann auch das Bestehen oder Nichtbestehen von Ansprüchen oder Verpflichtungen aus einem Rechtsverhältnis sein (BAG, v AZR 755/08 Rn 19, EzA ZPO Nr. 9). Der auf die Verpflichtung der Beklagten zur Gewährung eines Überstundenausgleichs gerichtete Feststellungsantrag hat eine solche Leistungsverpflichtung aus dem Arbeitsverhältnis zum Gegenstand. b) Für diesen Antrag liegt das nach 256 Abs. 1 ZPO erforderliche Feststellungsinteresse vor. Der Vorrang der Leistungsklage steht dem nicht entgegen, denn das angestrebte Feststellungsurteil ist geeignet, den Konflikt der Parteien endgültig beizulegen und weitere Prozesse zwischen ihnen zu vermeiden. Es kann auch erwartet werden, dass die Beklagte einem gegen sie ergehenden Feststellungsurteil nachkommen und die sich daraus ergebenden Leistungsansprüche erfüllen wird (zu diesen Anforderungen BAG, v AZR 232/06 Rn 18, AP BetrVG Betriebsvereinbarung Nr. 32). c) Der Zulässigkeit der Feststellungsklage steht nicht entgegen, dass die Klägerin aufgrund der in der mündlichen Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht vom vorgenommenen zeitlichen Begrenzung eine vergangenheitsbezogene Feststellung für den Zeitraum vom bis zum begehrt. Der nach 256 Abs. 1 ZPO erforderliche Gegenwartsbezug wird dadurch hergestellt, dass die Klägerin die Erfüllung konkreter Vergütungsansprüche aus einem in der Vergangenheit liegenden Zeitraum und damit einen gegenwärtigen rechtlichen Vorteil erstrebt (vgl. BAG, v AZR 330/08 Rn 13, AP BGB 241 Nr. 4). II. Die Klage ist unbegründet. Die Klägerin hat keinen Anspruch auf den geforderten Überstundenausgleich. Sie hat keine Überstunden geleistet. 1. Für den Zeitraum vom bis zum richtete sich die Regelung von Überstunden nach 17 Abs. 1 BAT-O, für den nachfolgenden Zeitraum ist 7 Abs. 7 des zum in Kraft getretenen Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst für den Bereich Verwaltung im Bereich der kommunalen Arbeitgeberverbände (TVöD-AT) maßgeblich. a) Gem. 17 Abs. 1 BAT-O sind Überstunden die auf Anordnung geleisteten Arbeitsstunden, die über die im Rahmen der regelmäßigen Arbeitszeit i.s.v. 15 Abs. 1 bis 4 BAT-O und die entsprechenden Sonderregelungen hierzu für die Woche dienstplanmäßig bzw. betriebsüblich festgesetzten Arbeits- 03/11 1598 Allgemeines Vertragsrecht stunden hinausgehen. Nach 15 Abs. 8 Unterabs. 2 BAT-O ist dienstplanmäßige Arbeit die Arbeit, die innerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit an den nach dem Dienstplan festgelegten Kalendertagen regelmäßig zu leisten ist. Überstunden fallen danach erst an, wenn die vom Angestellten auf Anordnung des Arbeitgebers im Ausgleichszeitraum von 26 Wochen nach 15 Abs. 1 S. 2 BAT geleisteten Arbeitsstunden über die geschuldete regelmäßige Arbeitszeit hinausgehen (BAG, v AZR 127/00 zu B 12b aa der Gründe, ZTR 2002, 323). b) Gem. 7 Abs. 7 TVöD-AT sind Überstunden, die auf Anordnung des Arbeitgebers geleisteten Arbeitsstunden, die über die im Rahmen der regelmäßigen Arbeitszeit von Vollbeschäftigten ( 6 Abs. 1 S. 1 TVöD-AT) für die Woche dienstplanmäßig bzw. betriebsüblich festgesetzten Arbeitsstunden hinausgehen und nicht bis zum Ende der folgenden Kalenderwoche ausgeglichen werden. Für die Berechnung des Durchschnitts der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit ist nach 6 Abs. 2 S. 1 TVöD-AT ein Zeitraum von bis zu einem Jahr zugrunde zu legen. 2. Die regelmäßige Arbeitszeit vollbeschäftigter Musikschullehrer bei der Stadt L. betrug im Streitzeitraum gem. 15 Abs. 1 S. 1 BAT-O i.v.m. Nr. 2 der SR 2I II bzw. 6 Abs. 1 S. 1 Buchst. b TVöD-AT i.v.m. 52 Nr. 2 TVöD-BT-V, beide i.v.m. 2 Abs. 2 Anwendungstarifvertrag, ohne Berücksichtigung des Ferienüberhangs 27 Unterrichtsstunden. Die Dauer der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit der bei der Beklagten beschäftigten Musikschullehrer ergibt sich damit nach den anwendbaren Tarifregelungen erst nach Berücksichtigung des Ferienüberhangs. Nachdem die Klägerin nicht bestritten hat, dass der in der Dienstanweisung der Beklagten ausgewiesene Ferienüberhang von 4,05 Unterrichtsstunden zutreffend berechnet ist, hat diese durch die Anordnung des Ferienüberhangs die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit tarifgerecht konkretisiert. Da die Klägerin nicht mehr Unterrichtsstunden als nach der Dienstanweisung vorgesehen geleistet hat, gibt es keine Überstunden, deren Ausgleich sie verlangen könnte. 3. Der Personalrat war bei der Festlegung der sich aus der Berücksichtigung des Ferienüberhangs ergebenden Dauer der regelmäßig zu leistenden Arbeitszeit der Musikschullehrer nicht zu beteiligen. Nach 80 Abs. 3 Nr. 1 Sächsisches Personalvertretungsgesetz i.d.f. der Bekanntmachung vom (SächsPersVG) hat die Personalvertretung, soweit eine gesetzliche oder tarifliche Regelung nicht besteht, ggf. durch Abschluss einer Dienstvereinbarung mitzubestimmen über Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit und der Pausen sowie der Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage. Bei der von der Beklagten vorgenommenen Bestimmung der Zahl der außerhalb der Schulferien zu leistenden Unterrichtsstunden geht es indes weder um Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit noch um die Verteilung der Arbeitszeit auf einzelne Wochentage. Die Unterrichtsstunden werden vielmehr unstreitig von den jeweiligen Musikschullehrern mit den Schülern bzw. deren Eltern vereinbart. Gegenstand der Dienstanweisung ist die Bestimmung der Dauer der sich aus der Berücksichtigung des Ferienüberhangs ergebenden regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit. Diese unterliegt jedoch nach 80 Abs. 3 Nr. 1 SächsPersVG nicht der Mitbestimmung des Personalrats. 4. Selbst wenn man mit der Revision der Auffassung wäre, die Berücksichtigung des Ferienüberhangs bei der Berechnung der Zahl der von den Musikschullehrern außerhalb der Schulferien zu leistenden Unterrichtsstunden unterliege der Mitbestimmung des Personalrats, wäre die Klage gleichwohl unbegründet. a) Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zum Betriebsverfassungsrecht ist die tatsächlich durchgeführte Mitbestimmung zwar Wirksamkeitsvoraussetzung für Maßnahmen zum Nachteil des Arbeitnehmers. Maßnahmen zum Nachteil der Arbeitnehmer sind dabei allerdings nur solche, die bereits bestehende Rechtspositionen der Arbeitnehmer beeinträchtigen. Die Verletzung von Mitbestimmungsrechten des Betriebsrats führt jedoch nicht dazu, dass sich individualrechtliche Ansprüche der betroffenen Arbeitnehmer ergäben, die zuvor noch nicht bestanden. Bei Nichtbeachtung der Mitbestimmung durch den Arbeitgeber erhält der Arbeitnehmer daher keinen Erfüllungsanspruch auf Leistungen, welche die bestehende Vertragsgrundlage übersteigen (v AZR 668/01 zu I 1c der Gründe, AP BGB 615 Nr. 99 = EzA BetrVG Arbeitszeit Nr. 1). b) Auch wenn man zugunsten der Klägerin annimmt, diese Rechtsprechung sei auf Verstöße gegen Mitbestimmungsrechte aus dem Personalvertretungsrecht übertragbar (vgl. dazu Fischer/Goeres, Personalvertretungsrecht des Bundes und der Länder, Stand August 2010, 75 Rn 73; Altvater/ Hamer/Kröll/Lemcke/Peiseler, BPersVG, 6. Aufl., 75 Rn 112 und 69 Rn69; Lorenzen/Etzel/Gerhold/Schlatmann/Rehak/Faber, BPersVG, Stand August 2010, 75 Rn 106; Kaiser, in: Richardi/ Dörner/Weber, Personalvertretungsrecht, 3. Aufl., 75 Rn 228 f.), hat sie keinen Anspruch auf Überstundenvergütung im Umfang von 4,05 Stunden je Unterrichtswoche. Aus dem Regelungszweck des 80 Abs. 3 Nr. 1 SächsPersVG lässt sich diese Rechtsfolge nicht herleiten. aa) Zweck dieses Mitbestimmungsrechts ist zum einen, dem Personalrat zu ermöglichen, darauf hinzuwirken, dass berechtigte Wünsche einzelner Beschäftigter hinsichtlich der zeitlichen Lage ihrer Arbeitszeit in Einklang mit den dienstlichen Erfordernissen gebracht, d.h. im Rahmen des Möglichen berücksichtigt werden. Zum anderen ist es Aufgabe des Personalrats im Rahmen der arbeitszeitbezogenen Mitbestimmung, die Einhaltung der arbeitszeitrechtlichen gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen zu überwachen. Da diese Bestimmungen auch der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeitszeitgestaltung dienen (vgl. 1 Nr. 1 ArbZG), zielt die arbeitszeitbezogene Mitbestimmung letztlich auf den Schutz der Beschäftigten vor übermäßiger zeitlicher Inanspruchnahme (BVerwG, P9/04 zu 112b dd) /119 Allgemeines Vertragsrecht der Gründe, BVerwGE 124, 34 zum wortgleichen 75 Abs. 3 Nr. 1 BPersVG). bb) Ausgehend von diesem Schutzzweck des 80 Abs. 3 Nr SächsPersVG könnte Rechtsfolge eines Verstoßes gegen dieses Mitbestimmungsrecht bei der Festlegung des Ausgleichszeitraums nach 6 Abs. 2 TVöD-AT allenfalls ein Leistungsverweigerungsrecht der Arbeitnehmer sein (so bei einer mitbestimmungswidrigen Überstundenanordnung Kaiser, in: Richardi/Dörner/Weber, 75 Rn 229). Ob dies auch für eine ohne Zustimmung des Personalrats erfolgte Festlegung der Arbeitszeit nach 106 GewO gilt, bedarf hier keiner Entscheidung, denn der Streit der Parteien betrifft nicht diese Frage, sondern die Forderung der Klägerin nach Vergütung von außerhalb der Schulferien wöchentlich über die 27 Unterrichtsstunden geleisteten weiteren 4,05 Stunden Musikschulunterricht. Ein derartiger Vergütungsanspruch lässt sich aus 80 Abs. 3 Nr. 1 SächsPersVG i.v.m. der Theorie der Wirksamkeitsvoraussetzung jedoch nicht herleiten. Bundesarbeitsgericht vom , 1 AZR 147/09 eingereicht von Rechtsanwalt Roland Gross, Anwaltshaus im Messehof Leipzig, Neumarkt 16 18, Leipzig Tel.: 0341/984620, Fax: 0341/ Urlaubsanspruch, Übertragungsvereinbarung, Urlaubskonto Der Kläger hat einen Anspruch auf Abgeltung von 84,77 Urlaubstagen in eingeklagter unstreitiger Höhe. Dieser Anspruch folgt auf Ziff. 5, letzter Satz des Arbeitsvertrages vom Danach wird Urlaub, der während des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden kann, abgegolten. Diese Voraussetzungen liegen vor. Der Kläger hat 84,77 Urlaubstage wegen der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses nicht mehr nehmen können. Das Arbeitsverhältnis der Parteien endete am aufgrund der Aufhebungsvereinbarung vom Diese Vereinbarung der Parteien ist, was die Beendigung des Arbeitsverhältnisses betrifft, klar und eindeutig. Der Vertrag ist schon mit Aufhebungsvereinbarung überschrieben. In dem Vertrag ist ausdrücklich geregelt, dass der Kläger bis zum seinen Resturlaub aus 2009 genommen hat. Wenn es dann weiter heißt, dass das Arbeitsverhältnis zu diesem Datum abgerechnet werde und der Kläger ab dem arbeitslos sei und sich umgehend bei der Agentur für Arbeit arbeitslos zu melden habe, so kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Parteien sich über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses rückwirkend zum einig gewesen sind. Durchgreifenden rechtlichen Bedenken begegnet diese rückwirkende Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses nicht. Daraus folgt, dass der Kläger nach dem offenen Urlaub nicht mehr hat in Natur nehmen können. Tatsächlich waren 84,77 Urlaubstage offen. Das ergibt sich aus der Heuerabrechnung des Beklagten vom Dort hat er das Urlaubskonto mit einem Vortrag von 89,75, mit einem mit der Abrechnung ausgezahlten Urlaub ( gewährt 5,00 ) und mit einem Resturlaub: 84,77 abgerechnet und attestiert. Damit hat der Beklagte einen Urlaubs- oder Urlaubsabgeltungsanspruch zwar nicht anerkannt, jedoch den Umfang des noch offenen Urlaubes unstreitig gestellt. Durchgreifende Einwendungen gegen den vom Kläger erhobenen Abgeltungsanspruch hat der Beklagte nicht dargetan. Entgegen seiner Ansicht ist der Urlaub des Klägers nicht gemäß 7 Abs. 3 BUrIG verfallen. Nach ständiger Rechtsprechung der Arbeitsgerichte ist es den Arbeitsvertragsparteien unbenommen, Urlaubsansprüche des Arbeitnehmers abweichend vom Bundesurlaubsgesetz auf das Folgejahr oder auch auf weitere Zeiträume zu übertragen. Dies kann auch durch betriebliche Übung geschehen (ErfK/Dörner/Gallner, 7 BUrlG Rn 47). Der Kläger und die Gemeinschuldnerin haben entsprechende Regelungen getroffen. Sie haben vereinbart, den noch nicht gewährten Urlaub des Klägers jeweils auf das Folgejahr zu übertragen, und sie haben vor allem ihr Arbeitsverhältnis auch tatsächlich so gestaltet. Eine entsprechende stillschweigende Vereinbarung folgt bereits aus der Regelung unter Ziff. 2 des Saisonarbeitsvertrages 2009, dass das Arbeitsverhältnis sich nach Ende des Bordeinsatzes um den dann bestehenden Urlaubsanspruch verlängert. In Anbetracht des Endes der Saison im November eines Jahres, des sich aus den Borddienstzeiten ergebenden hohen Urlaubsanspruches von zuletzt jedenfalls 11 Werktagen je Einsatzmonat und der Vereinbarung unter Ziff. 5 des Arbeitsvertrages, dass der Urlaub in der Regel nach Saisonende gewährt wird, stand von vornherein fest, dass der Kläger seinen Urlaub auf keinen Fall im Urlaubsjahr und möglicherweise noch nicht einmal bis zum Beginn des folgenden Saisonarbeitsverhältnisses würde nehmen können und dass die Gemeinschuldnerin ihn mithin auch nach Ablauf des Urlaubsjahres und des Übertragungszeitraumes gewähren würde. Dass die Gemeinschuldnerin und der Kläger auch in den Vorjahren entsprechende Vereinbarungen getroffen haben, folgt aus den vorgelegten Lohnabrechnungen, die belegen, dass die Gemeinschuldnerin ein Urlaubskonto für den Kläger geführt und dieses jeweils über den Jahreswechsel hinaus fortgeschrieben hat. Auch aus diesem Monat für Monat und über die Jahre fortgeschriebenen Urlaubskonto ergibt sich im Übrigen eine zumindest stillschweigende Vereinbarung über die Übertragung des Erholungsurlaubs in das jeweilige Folgejahr. Ein Urlaubskonto gibt den jeweils zum Stichtag noch offenen Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers wieder. Mit der Bekanntgabe des Urlaubskontos gegenüber dem Arbeitnehmer stellt der Arbeitgeber klar, dass der Arbeitnehmer Urlaub in ent- 03/11 16110 Allgemeines Vertragsrecht sprechendem Umfang zukünftig noch nehmen kann. Umfasst der dem Arbeitnehmer mitgeteilte Resturlaub eine so große Anzahl von Tagen, dass diese im laufenden Urlaubsjahr oder sogar im Übertragungszeitraum nicht mehr gewährt werden können, beinhaltet das mitgeteilte und vom Arbeitnehmer akzeptierte Urlaubskonto die Vereinbarung der Übertragung des Urlaubs in das Folgejahr. So lagen die Dinge hier. Da sich der Resturlaubsanspruch des Klägers am ausweislich der Lohnabrechnung des Klägers für die Zeit vom 1.1. bis zum noch auf 90, 77 Tage belief, stand fest, dass der Kläger diesen Urlaub nicht mehr bis zum (Verfallsfrist gemäß 7 Abs. 3 BUrlG) hätte nehmen können. Dafür stand nicht mehr genügend Zeit zur Verfügung, selbst wenn der Kläger nicht, wie geschehen, per in das nächste Saisonarbeitsverhältnis mit der Gemeinschuldnerin eingetreten wäre. Die vom Kläger vorgelegten Abrechnungen seines Urlaubs jeweils in den Monaten Dezember und Januar der vorangegangenen Jahre zeigen, dass dies in 2009 nicht die Ausnahme war, sondern auch in der Vergangenheit nicht anders gewesen ist. Der Beklagte kann auch nicht mit Erfolg einwenden, dass der Kläger keinen Zahlungsanspruch habe, sondern seine Forderung zur Insolvenztabelle anmelden müsse. Das folgt entgegen seiner Auffassung nicht aus dem letzten Satz der Aufhebungsvereinbarung vom Es ist nicht erkennbar, dass dieser Passus der Aufhebungsvereinbarung entsprechende rechtsgeschäftliche Erklärungen beinhaltet. Dafür wäre erforderlich gewesen, dass den Vertragsschließenden am bewusst gewesen ist, dass dem Kläger möglicherweise eine Urlaubsabgeltung als Masseanspruch zusteht, die sie übereinstimmend mit den entsprechenden Rechtsfolgen lediglich als Insolvenzforderung haben behandeln wollen. Das hält das Gericht für ausgeschlossen. Tatsächlich spricht alles, so insbesondere auch der Umstand, dass in dem vorletzten Satz nicht etwa von Urlaubsabgeltungsansprüchen, die bekanntermaßen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden wären, sondern von Urlaubsansprüchen die Rede ist, die vor dessen Eröffnung entstanden wären, dafür, dass der Vertreter des Beklagten, von dem die Aufhebungsvereinbarung formuliert worden ist, seinerzeit davon ausgegangen ist, dass es sich bei möglicherweise noch offenen Ansprüchen nur um Insolvenzforderungen handeln konnte, die der Kläger unabhängig von jedweder Vereinbarung kraft Gesetzes nur zur Tabelle anmelden konnte. Arbeitsgericht Lübeck vom , 3 Ca 2499c/10 eingereicht von Rechtsanwalt Kurz-Jörg Hilligus, Lienaustraße 1, Neustadt i.h. Tel.: 04561/51270, Fax: 04561/ Bühnenrecht, Nichtverlängerungsmitteilung, Anhörung Bei der Anhörung des Arbeitnehmers nach 61 Abs. 4 NV- Bühne durch den Arbeitgeber vor Ausspruch einer Nichtverlängerungsmitteilung kann der Generalintendant eines Theaters als zuständiger Vertreter die Darlegung der künstlerischen Gründe für die Nichtverlängerungsmitteilung einem Dritten überlassen. Das gilt jedenfalls dann, wenn der Generalintendant bei der Anhörung zugegen ist und sich die Ausführungen des Dritten zu eigen macht. Landesarbeitsgericht Köln vom , 3 Sa 625/ Betriebliche Übung, Sonderzahlung... II Auch ein Anspruch des Klägers auf Zahlung eines 13. Monatseinkommens oder einer Sonderzahlung unter dem Aspekt der betrieblichen Übung hinsichtlich der Inbezugnahme des TV 13. MEK-Bau ist nicht gegeben. Unter einer betrieblichen Übung wird die gleichförmige, regelmäßige Wiederholung bestimmter Verhaltensweisen des Arbeitgebers verstanden, die den Inhalt des Arbeitsverhältnisses gestaltet und geeignet ist, vertragliche Ansprüche zu begründen, wenn die Arbeitnehmer des Betriebes aus dem Verhalten des Arbeitgebers schließen durften, ihnen solle eine Leistung oder Vergünstigung auf Dauer und auch zukünftig gewährt werden (BAG, Urt. v , in EzA 4 TVG Tariflohnerhöhung Nr. 37; BAG, Urt. v , in EzA 1 BetrVG betriebliche Übung Nr. 3; BAG, Urt. v , in EzA 615 BGB 2002 Nr. 5; BAG, Urt. v , in EzA 1 BetrVG betriebliche Übung Nr. 5). Aus den Abrechnungen ist nicht ersichtlich, dass die Beklagte in den Jahren 2007 bis 2009 ein Weihnachtsgeld gerade auf der Grundlage der Regelungen des TV 13. MEK-Bau gezahlt hätte. Insbesondere ist aus der Höhe ersichtlich, dass gerade nicht in den Vorjahren jeweils entsprechend den tariflichen Regelungen der 3-fache Stundensatz als Weihnachtsgeld ausgekehrt worden ist. Dem steht bereits die Höhe der Weihnachtsgeldzahlungen in den Jahren 2007 bis 2009 entgegen, die sich aus den von dem Kläger selbst vorgelegten Abrechnungen ergibt. 2. Der Kläger hat gegenüber der Beklagten auch keinen Anspruch auf Zahlung des eingeklagten 13. Monatseinkommens für das Jahr 2010 aus dem Gesichtspunkt der betrieblichen Übung hinsichtlich der Zahlung eines Weihnachtsgeldes. Ansprüche aus betrieblicher Übung können nur entstehen, wenn es für die Leistung keine andere Anspruchsgrundlage gibt (BAG, Urt. v , in EzA 77 BetrVG 1972 Nr. 16). Dabei entsteht auch ohne ausdrückliche vertragliche Regelung aus dem als Willenserklärung des Arbeitgebers zu wertenden tatsächlichen Verhalten, das vom Arbeitnehmer stillschweigend angenommen wird, ein vertraglicher Anspruch für die Folgejahre (BAG, Urt. v AP Nr. 7 zu 242 BGB betriebliche Übung; BAG, Urt. v AP Nr. 64 zu 77 BetrVG 1972) /1111 Allgemeines Vertragsrecht Regelmäßig ist nach der Rechtsprechung des BAG ein derartiger Vertrauenstatbestand anzunehmen, wenn der Arbeitgeber eine Leistung gleichförmig und regelmäßig dreimal hintereinander in gleicher Form gewährt, falls nicht besondere Umstände dagegen sprechen, oder der Arbeitgeber bei jeder Zahlung einen Bindungswillen für die Zukunft wirksam ausgeschlossen hat (BAG, Urt. v , in EzA 611 BGB Gratifikation Prämie Nr. 47; BAG, Urt. v , in AP Nr. 64 zu 77 BetrVG 1972; BAG, Urt. v , 10 AZR 671/09). Unter Anlegung dieser Grundsätze ist anerkannt, dass ein Anspruch auf Zahlung einer Gratifikation dann nicht entsteht, wenn der Arbeitgeber zwar dreimal hintereinander zahlt, aber jeweils in unterschiedlicher Höhe. In diesem Fall entsteht kein Gratifikationsanspruch für die Zukunft (BAG, Urt. v , in AP Nr. 192 zu 611 BGB betriebliche Übung = NJW 96, 3166). Im vorliegenden Fall hat die Beklagte in den Jahren 2007 bis 2009 Zahlungen in unterschiedlicher Höhe, ohne erkennbare Gleichförmigkeit der Leistungsgewährung erbracht, so dass für das Jahr 2010 auch aus dem Aspekt der betrieblichen Übung keine Anspruchsgrundlage zugunsten des Klägers gegeben ist. Arbeitsgericht Iserlohn v , 5 Ca 210/11 eingereicht von Rechtsanwalt Steffen Müller, Von-Scheibler-Straße 10, Iserlohn Tel.: 02371/835555, Fax: 02371/ Betriebsübergang, Identität, Betriebsstilllegung I. 1. Der Beschäftigungsanspruch des Klägers besteht gegen die Beklagte, weil das Arbeitsverhältnis des Klägers mit der früheren GmbH auf die Beklagte übergegangen ist. 2. Der Betriebsübergang gemäß 613a BGB ergibt sich daraus, dass die Beklagte im gleichen Feld wie die frühere Arbeitgeberin tätig ist. Es handelt sich hierbei um den Sondermaschinenbau, wobei sowohl die alte Arbeitgeberin als auch noch die Beklagte im Wesentlichen nach Vorgaben arbeiten, sodass es nicht auf den Wechsel von der Herstellung, z.b. von Bordkränen zu Kränen ankommt. Der Sondermaschinenbau zeichnet sich dadurch aus, dass hier auf Anforderung Produkte nicht in Serie hergestellt werden sollen, ohne dass es jedenfalls bei der GmbH und der Beklagten zu Eigenentwicklungen kommt. Soweit nicht selbst eine Entwicklung erfolgt, kommt es hierfür im Wesentlichen auf das Vorhandensein des eingespielten Teams und der entsprechenden Maschinen insbesondere zur Metallverarbeitung an, nicht auf das konkrete Produkt. So liegt der Fall hier. Das Gericht folgt zwar den Ausführungen der Beklagten dahin, dass diese sich um Eigenentwicklung, insbesondere im Bereich der Windenergie bemüht. Nach den Darstellungen in der Kammerverhandlung ist dies allerdings noch nicht die tatsächliche Tätigkeit der Belegschaft mit Ausnahme eines oder mehrerer Ingenieure. Vielmehr ist die Beklagte in dem Betrieb weiter im Sondermaschinenbau nach Kundenvorgaben tätig, nämlich bei der Montage einer Verseilmaschine, und hat auch dementsprechend keinerlei neue Arbeitnehmer eingestellt, sondern nur solche des früheren Arbeitgebers des Klägers eingestellt. Damit kam es der Beklagten offenbar wesentlich auf die Übernahme eines eingespielten Teams an. Auch die Maschinen werden im Wesentlichen übernommen und auch verwendet. Es liegt auch keine Unterbrechung des Zusammenhangs durch eine Betriebsstilllegung vor. Die Stilllegung war allenfalls für ca. 3 1/2 Monate, wobei im Maschinenbau Aufträge in einem zeitlichen Rahmen von mehr als einem Monat abgearbeitet werden, sodass diese kurze Unterbrechung noch nicht den Organisationszusammenhang des von der Beklagten übernommenen Betriebes zerstören konnte. Arbeitsgericht Lübeck vom , 6 Ca 2762/10 eingereicht von Rechtsanwalt Steffen Müller, Von-Scheibler-Straße 10, Iserlohn Tel.: 02371/835555, Fax: 02371/ AGB-Kontrolle, Bezugnahmeklausel Auch wenn man unter die Rechtsauffassung des Klägers unterstellt, in Ziffer 11 seines Arbeitsvertrages seien nur die tarifvertraglichen Regelungen einbezogen, die am zwischen der IG Metall und Südwestmetall abgeschlossen worden seien, so ergibt sich jedoch kein Anspruch aus 611, 612 BGB i.v.m. dem Arbeitsvertrag. Bei dem zwischen dem Kläger und der Beklagten geschlossenen Arbeitsvertrag handelt es sich um einen sogenannten Formularvertrag, dessen Nr. 11 eine allgemeine Geschäftsbedingung nach ihrem objektiven Inhalt und typischen Sinn einheitlich so auszulegen ist, wie sie von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der normalerweise beteiligten Verkehrskreise verstanden wird vgl. BAG v AZR 796/08, NZA 2010, 1183 ff.). Diese verwandte AGB ist eine sogenannte zeitdynamische Bezugnahme, da jeweils die aktuelle Fassung eines Tarifvertrages bzw. einer Betriebsvereinbarung geltend sollte. Soweit kein Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung mehr gilt (z.b. wegen Kündigung), so soll die zuletzt verwandte Fassung durch Nachwirkung das Vertragsverhältnis der Parteien regeln. Nach der, von dem Kläger vorgebrachten Auffassung umfasst die Bezugnahme nicht das Pforzheimer Abkommen. Das Pforzheimer Abkommen wurde am abgeschlossen, somit 4 Monate nach Abschluss des Arbeitsvertrages. Bei der Auslegung dieser AGB ist jedoch zu fragen, was die Vertragsparteien regeln wollten sowie was die Interessenlage der Beteiligten aus der Sicht des jeweils anderen war. Der Arbeitsvertrag der Parteien erhielt spätestens mit Abschluss des Pforzheimer Abkommens am eine nachträgliche Regelungslücke, die im Wege einer zulässigen ergän- 03/11 16312 Allgemeines Vertragsrecht zenden Vertragsauslegung zu schließen ist (vgl. BAG, Urt. v , a.a.o.). Voraussetzung für eine ergänzende Vertragsauslegung ist, dass eine Vereinbarung eine Regelungslücke im Sinne einer planwidrigen Unvollständigkeit aufweist (vgl. BAG, Urt. v AZR 431/07). Eine Regelungslücke ist vorliegend gegeben. Die Parteien haben den Punkt Pforzheimer Abkommen zwar nicht übersehen, weil dieses Abkommen zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses noch nicht existent war. Sie haben aber zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses dies (folgend der Rechtsmeinung des Klägers) nicht für regelungsbedürftig gehalten. Diese Annahme hat sich zum Zeitpunkt des Abschlusses des Pforzheimer Abkommens als unzutreffend herausgestellt. Planwidrig ist eine Regelungslücke nur dann, wenn der Vertrag eine Bestimmung vermissen lässt, die erforderlich ist, um den ihm zugrundeliegenden Regelungsplan zu verwirklichen, mithin, wenn ohne Vervollständigung des Vertrags eine angemessene, interessengereichte Lösung nicht zu erzielen ist (vgl. BAG, Urt. v , a.a.o.). Aus der dynamischen Ausgestaltung der Bezugnahmeklausel der Nr. 11 des Arbeitsvertrages auf Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen in ihrer jeweils gültigen Fassung ergibt sich der Wille der Parteien, die Arbeitsbedingungen nicht in einer bestimmten Weise festzuschreiben, sondern sie dynamisch nach der Tarifentwicklung im Bereich der Metall- und Elektroindustrie Südwest auszurichten. Das Arbeitsverhältnis ist an die Entwicklung derjenigen Arbeitsbedingungen angebunden, die für die Arbeitnehmer geltend, die von den in Bezug genommenen Tarifverträgen erfasst werden. Der ersichtliche Regelungswille der Parteien betraf die Einbeziehung der tariflichen Regelungen im Bereich der Metallindustrie in ihrer jeweiligen Entwicklung. Entwicklung ist damit auch ein Tarifwerk, das zu den bereits bestehenden Tarifverträgen hinzutritt. So ist auch der ERA-Tarifvertrag kein Vertrag, der zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses bestanden hat, es ist jedoch unstreitig von beiden Vertragsparteien gewollt, ihn anzuwenden. Arbeitsgericht Freiburg Kammern Villingen- Schwenningen vom , 8 Ca 283/10 eingereicht von Rechtsanwalt Jochen Link, Nieder Straße 63, Villingen-Schwenningen Tel.: 07721/33166, Fax: 07721/ Annahmeverzug, Unmöglichkeit, Bemessungsgrundlage; Kündigungsfrist, Altersdiskriminierung, Europarecht... II Die Klägerin war seit August 1987 bei dem Beklagten beschäftigt, zum Zeitpunkt des Zugangs der Kündigung mithin seit 22 Jahren. Die ordentliche Kündigungsfrist beträgt demgemäß nach 622 Abs. 2 Nr. 7 BGB sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats. Zwar sind nach dem Gesetzeswortlaut des 622 Abs. 2 S. 2 BGB Beschäftigungszeiten nicht zu berücksichtigen, die vor der Vollendung des 25. Lebensjahres des Arbeitnehmers liegen, was hier dazu führen würde, dass nur eine Beschäftigungsdauer von weniger als 20 Jahren zugrunde zu legen wäre und damit die Kündigungsfrist nach 622 Abs. 2 Nr. 6 BGB sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats betragen würde. Die Vorschrift des 622 Abs. 2 S. 2 BGB ist jedoch nach der Rechtsprechung des EuGH nicht anzuwenden, weil sie gegen das Verbot der Diskriminierung wegen des Alters verstößt. Der EuGH hat in seinem Urt. v (C-565/07, Seda Kücükdeveci/Swedex GmbH & Co. KG; NZA 2010, 85) festgestellt, dass 622 Abs. 2 S. 2 BGB Personen, die die gleiche Betriebszugehörigkeitsdauer aufweisen, unterschiedlich behandelt, je nachdem, in welchem Alter sie in den Betrieb eingetreten sind, ohne dass diese unterschiedliche Behandlung gerechtfertigt ist. Das Unionsrecht, insbesondere das Verbot der Diskriminierung wegen des Alters in seiner Konkretisierung durch die Richtlinie 2000/78/EG, ist daher dahin auszulegen, dass es einer Regelung entgegensteht, nach der vor Vollendung des 25. Lebensjahrs liegende Beschäftigungszeiten des Arbeitnehmers bei der Berechnung der Kündigungsfrist nicht berücksichtigt werden. Zu den Rechtsfolgen hat der EuGH ausgeführt, dass die sich aus der Richtlinie ergebende Verpflichtung, alle zur Erreichung der vorgesehenen Ziele geeigneten Maßnahmen zu treffen, allen Trägern öffentlicher Gewalt und damit im Rahmen ihrer Zuständigkeiten auch, den Gerichten obliegt. Folglich muss ein nationales Gericht, das bei der Anwendung nationalen Rechts dieses Recht auszulegen hat, seine Auslegung so weit wie möglich am Wortlaut und Zweck der Richtlinie ausrichten. 622 Abs. 2 S. 2 BGB ist jedoch wegen seiner Klarheit und Eindeutigkeit einer der Richtlinie 2000/78/EG konformen Auslegung nicht zugänglich. Es obliegt daher dem nationalen Gericht, bei dem ein Rechtsstreit über das Verbot der Diskriminierung wegen des Alters in seiner Konkretisierung durch die Richtlinie 2000/78/EG anhängig ist, im Rahmen seiner Zuständigkeiten den rechtlichen Schutz, der sich für den Einzelnen aus dem Unionsrecht ergibt, sicherzustellen und die volle Wirksamkeit des Unionsrechts zu gewährleisten. Das nationale Gericht muss daher erforderlichenfalls jede diesem Verbot entgegenstehende Bestimmung des nationalen Rechts unangewendet lassen, ohne dass es verpflichtet oder gehindert wäre, zuvor den Gerichtshof um Vorabentscheidung zu ersuchen (vgl. EuGH, a.a.o.). Da der EuGH die Vereinbarkeit des 622 Abs. 2 S. 2 BGB mit dem europäischen Recht wie dargelegt bereits verneint hat, ist eine erneute Vorlage nicht angezeigt und die Vorschrift ist hier unangewendet zu lassen. Das Arbeitsverhältnis wurde deshalb durch die Kündigung vom nicht zum , sondern zum beendet. 2. Die Klägerin hat Anspruch auf Zahlung von Arbeitsentgelt für Mai bis Oktober 2010 in Höhe von jeweils 2.301,53 EUR /1113 Allgemeines Vertragsrecht brutto abzüglich erhaltenem Arbeitslosengeld in Höhe von 1.173,60 EUR netto. a) Der Beklagte ist zur Zahlung der Vergütung für den Zeitraum vom bis an die Klägerin verpflichtet. In diesem Zeitraum bestand das Arbeitsverhältnis fort (s.o.1.). Der Beklagte hat in dem genannten Zeitraum die Arbeitsleistung der Klägerin unstreitig nicht angenommen. (Hinweis der AE-Redaktion: Der Beklagte, ein Zahnarzt, war an einem Krebsleiden schwer erkrankt und dauerhaft arbeitsunfähig) Es spricht viel dafür, auch in Fällen, in denen der Arbeitgeber zu Annahme der Arbeitsleistung nicht in der Lage ist, Annahmeverzug und nicht Unmöglichkeit anzunehmen und davon auszugehen, dass 615 BGB auch die Annahmeunmöglichkeit umfasst, welche sowohl die Annahmeunwilligkeit als auch die Annahmeunfähigkeit des Arbeitgebers einschließt (vgl. ErfK/Preis, 11. Auflage, 615 BGB Rn 7). Jedenfalls bei Leistungshindernissen, die aus der Sphäre des Arbeitgebers stammen, liegt daher nach dieser Auffassung unabhängig von einem Verschulden des Arbeitgebers Annahmeverzug und nicht Unmöglichkeit vor. Folgt man dieser Auffassung, ergibt sich ein Entgeltanspruch der Klägerin direkt aus 615 S. 1 BGB. Mit der Kündigung unter unzutreffender Berechnung der Kündigungsfrist hat der Beklagte signalisiert, die Klägerin nach deren Ablauf nicht mehr weiterzubeschäftigen. Jedenfalls mit Erhebung der Kündigungsschutzklage hat die Klägerin ein wörtliches Angebot abgegeben. Der Beklagte hat nicht substantiiert vorgetragen, die Klägerin sei nicht leistungsfähig oder nicht leistungswillig gewesen. Selbst wenn hier aber, wie der Beklagte meint, nicht die Regeln zum Annahmeverzug, sondern diejenigen zur Unmöglichkeit anzuwenden wären, würde dies an der Verpflichtung zur Zahlung des Entgelts im Ergebnis nichts ändern. Sofern die Erbringung der Arbeitsleistung durch die Klägerin unmöglich geworden ist, wurde die Klägerin nach 275 BGB von ihrer Verpflichtung frei. Das Schicksal der Gegenleistung richtet sich in diesem Fall nach 326 BGB. Grundsätzlich entfällt nach 326 Abs. 1 S. 1 BGB der Anspruch auf die Gegenleistung. Anders ist es aber, wenn der Gläubiger für den Umstand, aufgrund dessen der Schuldner nicht zu leisten braucht, allein oder weit überwiegend verantwortlich ist, 326 Abs. 2 S. 1 BGB. In diesem Fall behält der Schuldner den Anspruch auf die Gegenleistung. 326 Abs. 2 BGB ist auch anwendbar, wenn der Gläubiger nach der vertraglichen Risikoverteilung die Gefahr eines bestimmten Leistungshindernisses übernommen hat (vgl. Palandt/Grüneberg, 70. Aufl., 326 Rn 9). Wenn die Dienstleistung im Verantwortungsbereich des Dienstberechtigten unmöglich wurde und die Unmöglichkeit vom Dienstverpflichteten (Arbeitnehmer) nicht verschuldet ist, gilt 328 Abs. 2 und es treten die gleichen Rechtsfolgen wie bei 615 BGB ein (vgl. Palandt/Weidenkaff, 70. Aufl., 615 Rn 4). Diese Wertung spiegelt sich auch in der Regelung des 615 S. 3 BGB und der zugrunde liegenden Betriebsrisikolehre wider. Jedenfalls seit der Einführung des 615 S. 3 BGB ist der Wille des Gesetzgebers eindeutig zu Tage getreten, in den Fällen der Annahmeunmöglichkeit das Betriebsrisiko dem Arbeitgeber aufzuerlegen und durch die Rechtsfolgenverweisung auf 615 S. 1 BGB auch dann eine Verpflichtung des Arbeitgebers zur Gewährung der Vergütung zu begründen (vgl. dazu ErfK/Preis, 11. Aufl., 615 BGB Rn 120 ff.). Auch angesichts der gesundheitlichen Situation der Beklagten handelt es sich hier um ein Leistungshindernis, das aus der Sphäre des Arbeitgebers stammt. Der Beklagte hat die Kündigung auch selbst als betriebsbedingte Kündigung bezeichnet. Das Risiko, einen Arbeitnehmer beschäftigen zu können, liegt grundsätzlich beim Arbeitgeber. Die Kammer verkennt nicht, dass hier eine Situation vorliegt, die für den Beklagten überaus schwierig ist und an der den Beklagten keinerlei Verschulden trifft. Dennoch rechtfertigt es auch der vorliegende Sachverhalt nach Auffassung der Kammer nicht, das Betriebsrisiko der Klägerin aufzuerlegen. Unabhängig von dem hier fehlenden Verschulden des Arbeitgebers kann es nicht zu Lasten des Arbeitnehmers gehen, wenn, wie hier, der Arbeitgeber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, den Arbeitnehmer zu beschäftigen. Angesichts der eindeutigen Wertung des Gesetzgebers besteht sowohl bei Anwendung der Regelungen zum Annahmeverzug als auch bei Anwendung der Regelungen zur Unmöglichkeit ein Vergütungsanspruch der Klägerin für Mai 2010 bis Oktober b) Der Vergütungsanspruch der Klägerin besteht in Höhe von monatlich 2.301,53 EUR brutto abzüglich erhaltenen Arbeitslosengeldes in Höhe von 1.173,60 EUR netto. Während des Annahmeverzugs hat der Arbeitgeber nach dem Lohnausfallprinzip die Vergütung zu leisten, die zu bezahlen gewesen wäre, wenn der Arbeitnehmer gearbeitet hätte. Dieser Anspruch umfasst alle Leistungen mit Entgeltcharakter, also die Bruttovergütung einschließlich Provisionen, Gratifikationen und leistungsabhängiger Vergütung, die der Arbeitnehmer erzielt hätte, wenn er gearbeitet hätte (vgl. ErfK/Preis, 11. Aufl., 615 BGB Rn 76). Die Vergütung umfasst daher auch die hypothetisch von der Klägerin zu erzielenden Prämien. Die durchschnittlich von der Klägerin in der Vergangenheit erzielten Prämien in Höhe von monatlich 761,53 EUR brutto wurden vom Beklagten der Höhe nach nicht bestritten. Der Bruttovergütungsanspruch der Klägerin beläuft sich damit auf 2.201,53 EUR. Nicht von dem Vergütungsanspruch erfasst sind dagegen die in der Vergangenheit von der Beklagten geleistete Kindergartenzuschuss und die Warengutscheine. Denn, nach dem Lohnausfallprinzip sind solche Leistungen nicht erfasst, die davon abhängen, dass der Arbeitnehmer tatsächlich arbeitet oder dass ihm tatsächlich Aufwendungen entstehen (vgl. ErfK/Preis, 11. Aufl., 615 BGB Rn 78). Der Kindergartenzuschuss in Höhe von monatlich 67,00 EUR netto wurde für tatsächliche Aufwendungen gewährt, die der Klägerin dadurch entstanden, dass sie aufgrund der tatsächlichen Arbeitsleistung für den Beklagten die Kinderbetreuung nicht selbst leisten konnte und deshalb auf eine anderweitige 03/11 16514 Allgemeines Vertragsrecht Unterbringung angewiesen war. Es handelte sich hier also um Ersatz von Aufwendungen, die von einer tatsächlichen Erbringung der Arbeitsleistung abhängig waren. Mit Beendigung der Tätigkeit bei dem Beklagten ist die Notwendigkeit zur kostenpflichtigen Kinderbetreuung entfallen. Die Klägerin hat auch nichtvorgetragen, dass und weshalb nach wie vor eine kostenpflichtige Unterbringung der Kinder erforderlich gewesen sei. Entsprechendes gilt für die Warengutscheine im Wert von monatlich 44,00 EUR netto. Unstreitig wurden die Warengutscheine als Aufwendungsersatz für die Fahrten von der Wohnung zur Arbeit geleistet. Die tatsächlichen Aufwendungen sind mit Beendigung der Tätigkeit der Klägerin für den Beklagten entfallen. Arbeitsgericht Nürnberg vom , 8 Ca 2026/10 eingereicht von Rechtsanwalt Bertram Bauer, Martin-Luther-Platz 6 8, Ansbach Tel.: 0981/ , Fax: 0981/ Auslegung, Aufstiegsprämie; AGB-Kontrolle, Unklarheitenregelung 1. Eine in dem Arbeitsvertrag eines Berufsfußballspielers mit einem Bundesliga-Verein vereinbarte Punktaufstiegsprämie kann dem Sprachsinn und der Funktion nach eine einsatzunabhängige Prämie bezeichnen. 2. Zur Anwendbarkeit des 305c Abs. 2 BGB in einem derartigen Fall. 3. Die Anwendung der sog. Unklarheitenregel setzt voraus, dass nach Ausschöpfung aller Auslegungsmethoden ein nicht behebbarer Zweifel bleibt, weil die Auslegung einer einzelnen Bestimmung mindestens zwei Ergebnisse als vertretbar erscheinen lässt und von diesen keines den klaren Vorzug verdient.... II. Das Rechtsmittel hat auch in der Sache Erfolg. Dem Kläger steht ein Anspruch auf Zahlung einer restlichen Aufstiegsprämie nach 12 des Arbeitsvertrags der Parteien zu. Dies ergibt eine Auslegung der fraglichen Vertragsklausel. 1. Die Frage, ob die streitgegenständliche Vertragsbedingung auslegungsbedürftig und -fähig ist, kann nicht deshalb dahinstehen, weil die Parteien vorliegend ungeachtet der im Vertrag verwendeten Bezeichnung als Punktaufstiegsprämie tatsächlich übereinstimmend eine Punkteinsatzaufstiegsprämie, also eine Prämie, die nur zu zahlen ist, soweit der Spieler an der Erreichung der Punkte auch durch seinen Einsatz beteiligt war, gemeint hätten. Haben alle Beteiligten eine Erklärung übereinstimmend in demselben Sinne verstanden, so geht der wirkliche Wille dem Wortlaut des Vertrages und jeder anderweitigen Interpretation vor und setzt sich auch gegenüber einem völlig eindeutigen Vertragswortlaut durch (vgl. etwa BAG, AZR 373/08 EzA 310 BGB 2002 Nr. 9). Der Beklagte trägt vor, dass im Vertrag des Klägers aus Versehen die Formulierung Punktaufstiegsprämie eingesetzt wurde, während in den Verträgen der anderen Spieler der Begriff Punkteinsatzaufstiegsprämie Verwendung gefunden hat. Dies belegt, dass auch der Beklagte davon ausgeht, dass der Begriff Punktaufstiegsprämie dem Sprachsinn nach eine einsatzunabhängige Prämie bezeichnet. Nach den allgemeinen Grundsätzen der Darlegungs- und Beweislast wäre es daher Sache des Beklagten gewesen, durch substantiierten Vortrag Tatsachen darzulegen, die ungeachtet dieses Wortsinns auf ein übereinstimmendes Verständnis der Parteien im Sinne des, vom Beklagten wirklich Gewollten schließen lassen. Hieran fehlt es. Aus dem vorgelegten Schriftwechsel per Mail ergibt sich nur, dass über eine Aufstiegsprämie gesprochen wurde, die dann zunächst im ersten, vom Beklagten gefertigten Vertragsentwurf vergessen wurde. Auf Nachfrage des Spielerberaters wurde die Klausel in der vorliegenden Form sodann durch den Beklagten formuliert. Zwar behauptet der Beklagte im vorliegenden Verfahren, dass im Zusammenhang mit den Vertragsverhandlungen es zu keinem Zeitpunkt darum ging, dem Kläger eine Prämie zu gewähren, die ohne einen eigenen Spieleinsatz erworben ist. Den Verlauf und den genauen Inhalt der vorvertragliche Gespräche schildert er nicht. Zur Annahme eines vom Wortlaut abweichenden übereinstimmenden Willens der Parteien reicht es zudem nicht aus, dass es in den Vertragsverhandlungen nicht um eine vom Spieleinsatz unabhängige Prämie ging. Vielmehr hätte dargelegt werden müssen, dass über die Voraussetzungen der Zahlung der Prämie positiv im Einzelnen gesprochen worden ist. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der Mail des Spielerberaters des Klägers vom Wenn dort an die Aufstiegsprämie je erspieltem Punkt erinnert wird, folgt aus dieser Formulierung nicht, dass dies ein durch Mitwirkung des Klägers erspielter Punkt sein muss. Ebenso kann dies Mannschaftsbezogen sein. Eine Vernehmung der vom Beklagten benannten Zeugen bezüglich des genauen Inhalts und der näheren Umstände der Vertragsverhandlungen hätte sich als Erhebung eines prozessual unzulässigen Ausforschungsbeweises dargestellt. 2. Eine Auslegung von 12 des Arbeitsvertrages führt im Ergebnis in Anwendung der sog. Unklarheitenregel des 305c Abs. 2 BGB zu dem vom Kläger vertretenen Auslegungsergebnis. a) Es kann dahinstehen, ob es sich bei dem fraglichen Satz des 12 des Arbeitsvertrages um Teil einer Allgemeinen Geschäftsbedingung im Sinne des 305 Abs. 1 BGB oder aber um eine vorformulierte Einmalbedingung nach 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB handelt. Für die Annahme Allgemeiner Geschäftsbedingungen im Sinne des 305 Abs. 1 BGB spricht, dass die im Vertrag enthaltenen Vertragsbedingungen schon nach eigenem Sachvortrag des Beklagten für eine Vielzahl von Verträgen mit den professionellen Spielern des Vereins vorformuliert sind. Für die Annahme einer Einmalbedingung spricht, dass nach dem Sachvortrag des Beklagten gerade die Verwen /1115 Allgemeines Vertragsrecht dung des Begriffs Punktaufstiegsprämie auf einem Versehen beruht haben soll und daher die Klausel in ihrer hier vorliegenden, mit einem Erklärungsirrtum behafteten Fassung dann nicht für eine Vielzahl von Fällen zur Anwendung kommen sollte. b) Jedenfalls aber liegt eine Klausel im Sinne des 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB mit der Folge vor, dass 305c Abs. 2 BGB Anwendung findet. Gem. 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB findet bei Verträgen zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher u.a. 305c Abs. 2 BGB Anwendung, wenn vorformulierte Vertragsbedingungen nur zur einmaligen Verwendung bestimmt sind, soweit der Verbraucher aufgrund der Vorformulierung auf ihren Inhalt keinen Einfluss nehmen konnte. aa) Der Beklagte ist Unternehmer im Sinne des 14 Abs. 1 BGB und hat bei Abschluss des Vertrages im Rahmen seiner gewerblichen Tätigkeit gehandelt. Eine gewerbliche Tätigkeit in diesem Sinne liegt vor, wenn eine planvolle, auf gewisse Dauer angelegte selbstständige und wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt wird, die sich nach außen hin manifestiert. Ob eine Gewinnerzielungsabsicht besteht, ist unerheblich (vgl. etwa PWW/Prütting, 2. Aufl., 14 Rn 7). Der Kläger seinerseits war als Arbeitnehmer des Beklagten Verbraucher. Der Arbeitsvertrag ist Verbrauchervertrag im Sinne von 310 Abs. 3 BGB (BAG, AZR 572/04 EzA 307 BGB 2002 Nr. 3). bb) Der Kläger konnte auf den Inhalt der Klausel aufgrund der Vorformulierung keinen Einfluss nehmen. Zwar ist dargelegt und auch aus der vorgelegten Mail- Korrespondenz ersichtlich, dass zwischen dem Kläger, vertreten durch seinen Spielerberater, und dem Beklagten über die finanzielle Ausgestaltung des Vertrages gesprochen wurde. Weder aus der Mail-Korrespondenz, noch aus dem Sachvortrag des Beklagten lässt sich aber folgern, dass auch über die Voraussetzungen der in 12 des Arbeitsvertrages vorgesehenen Aufstiegsprämie im einzelnen gesprochen wurde, noch gar, dass der Kläger die Klausel in der vorliegenden Form in den Vertrag eingebracht hat oder diese Vertragsbedingung hinsichtlich der Voraussetzungen des Prämienanspruchs ausgehandelt oder inhaltlich durch den Beklagten zur Disposition gestellt wurde. Im Gegenteil verweist der Beklagte darauf, dass in sämtlichen Arbeitsverträgen mit allen (anderen) Spielern eine Punkteinsatzaufstiegsprämie in entsprechender Höhe vorgesehen ist, so dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass der Kläger hiervon abweichend auf den Inhalt der Klausel hinsichtlich der Voraussetzungen und der Höhe der Prämie Einfluss nehmen konnte. c) Gem. 305c Abs. 2 BGB gehen Zweifel bei der Auslegung Allgemeiner Geschäftsbedingungen zu Lasten des Verwenders. Die Anwendung dieser sog. Unklarheitenregel setzt voraus, dass nach Ausschöpfung aller Auslegungsmethoden ein nicht behebbarer Zweifel bleibt, weil die Auslegung einer einzelnen Bestimmung mindestens zwei Ergebnisse als vertretbar erscheinen lässt und von diesen keines den klaren Vorzug verdient. Es müssen erhebliche Zweifel an der richtigen Auslegung bestehen. Die entfernte Möglichkeit, zu einem anderen Ergebnis zu kommen, genügt für die Anwendung der Unklarheitenregel nicht (BAG, v AZR 825/06 EzA 307 BGB 2002 Nr. 26). aa) Geht man von einer vorformulierten Einmalbedingung im Sinne des 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB aus, richtet sich der Auslegungsmaßstab nach 133, 157 BGB (vgl. BAG, v , a.a.o.). Danach sind Verträge so auszulegen, wie die Parteien sie nach Treu und Glauben unter Berücksichtigung der Verkehrssitte verstehen mussten. Dabei ist vom Wortlaut auszugehen, zur Ermittlung des wirklichen Willens der Parteien sind jedoch auch die außerhalb der Vereinbarung liegenden Umstände einzubeziehen, soweit sie einen Schluss auf den Sinngehalt der Erklärung zulassen. Vor allem sind die bestehende Interessenlage und der mit dem Rechtsgeschäft verfolgte Zweck zu berücksichtigen. Im Zweifel ist der Auslegung der Vorzug zu geben, die zu einem vernünftigen, widerspruchsfreien und den Interessen beider Vertragspartner gerecht werdenden Ergebnis führt. Der Wortlaut spricht vorliegend für das vom Kläger vertretene Verständnis der Klausel. Auch der Beklagte räumt ein, dass zutreffender und geläufiger und in den Verträgen der anderen Spieler verwendeter Begriff der der Punktaufstiegseinsatzprämie ist. Der systematische Zusammenhang stützt ebenfalls nicht entscheidend das vom Beklagten vertretene Verständnis. Zwar lautet die Unterüberschrift der Vertragsklausel Einsatzprämie. Es ist jedoch üblich, dass in der Überschrift einer Vertragsklausel nicht alle dort geregelten Sachverhalte aufgeführt werden. Zudem normiert 12 für die zunächst genannte Punkteinsatzprämie und auch in der Folge für die Jahresleistungsprämie im Einzelnen eine abgestufte, am Umfang des Einsatzes orientierte Regelung, während dies für die hier fragliche Prämie gerade unterblieb. Auch unter Berücksichtigung der bestehenden Interessenlage und des Zwecks der Regelung lassen sich keine, Auslegungszweifel ausschließende Erkenntnisse gewinnen. Die Schaffung eines finanziellen Anreizes kann nicht nur bei Anknüpfung an den individuellen Beitrag des Spielers am Bundesligaaufstieg sinnvoll sein, sondern auch bei Anknüpfung an den Mannschaftserfolg. Der Spieleinsatz eines Spielers ist oft nicht nur von der individuellen Leistung, sondern auch von spielstrategischen Überlegungen bedingt. Zudem kann bei Anknüpfung an den Mannschaftserfolg etwa ein Anreiz geschaffen werden, besonders engagiert auch im vorbereitenden Training tätig zu sein und gerade den Zusammenhalt als Mannschaft zu honorieren. Auch die Einbeziehung der außerhalb der Vereinbarung liegenden Umstände führt zu keinem eindeutigen Auslegungsergebnis. Ein übereinstimmender abweichender wirklicher Wille lässt sich wie bereits ausgeführt nicht feststellen. Wenn in der Mail des Spielerberaters des Klägers vom an die Aufstiegsprämie je erspieltem Punkt erinnert wird, folgt aus dieser Formulierung nicht, dass dies ein durch Mitwirkung des Klägers erspielter Punkt sein muss. Ebenso kann dies Mannschaftsbezogen sein. In dieser Mail 03/11 16716 Allgemeines Vertragsrecht wird ja gerade der Begriff Aufstiegsprämie verwendet und zudem die Frage gestellt, ob dies die übliche Mannschaftsprämie sei. bb) Nichts anderes ergibt sich, wenn man von Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Sinne des 305 Abs. 1 BGB ausgeht und die dann geltenden Auslegungsgrundsätze heranzieht. Allgemeine Geschäftsbedingungen sind nach ihrem objektiven Inhalt und typischen Sinn einheitlich so auszulegen, wie sie von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der normalerweise beteiligten Verkehrskreise verstanden werden, wobei die Verständnismöglichkeiten des durchschnittlichen Vertragspartners des Verwenders zugrunde zu legen sind. Dabei sind die den Vertragsschluss begleitenden Umstände im Gegensatz zu einer Auslegung anhand der 133, 157 BGB gem. 310 Abs. 3 Nr. 3 BGB nicht bei der Auslegung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, sondern nur bei der Prüfung der unangemessenen Benachteiligung nach 307 Abs. 1 und 2 BGB zu berücksichtigen (BAG, , a.a.o.). Gemessen hieran stellt auch der Beklagte nicht in Abrede, dass es im Bereich des Berufsfußballs beide Prämienarten gibt und auch Aufstiegsprämien, die mannschaftsbezogen zugesagt werden, nicht unüblich sind. Er räumt ferner ein, dass der von ihm versehentlich benutze Begriff der Punktaufstiegsprämie unzutreffend ist und ihm der zutreffende Begriff der Punkteinsatzaufstiegsprämie geläufig ist. Wie bereits ausgeführt, führt die Annahme einer einsatzunabhängigen Aufstiegsprämie auch nicht zu einem den Interessen der beteiligten Verkehrskreise nicht entsprechendem Ergebnis. Der Spieler wird ein Interesse daran haben, am Mannschaftserfolg unabhängig von seinem Spieleinsatz in den konkreten Spielen beteiligt zu sein. Das Interesse eines Fußballvereins kann nachvollziehbar auch dahin gehen durch Anknüpfung an den Mannschaftserfolg etwa einen Anreiz zu schaffen, besonders engagiert auch im vorbereitenden Training tätig zu sein und den Zusammenhalt als Mannschaft zu honorieren. d) In Anwendung beider Auslegungsmaßstäbe ergibt sich also, dass das vom Kläger vertretene Verständnis der Klausel als ebenso vertretbar erscheint wie das vom Beklagten vertretene. Der Beklagte muss daher nach 305c Abs. 2 BGB das für ihn ungünstige Verständnis gegen sich gelten lassen. Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz vom , 9 Sa 444/ Befristung des Arbeitsverhältnisses, Hochschulrecht Die verlängerte Befristungsmöglichkeit nach 57b Abs. 1 S. 2 HRG mit promoviertem wissenschaftlichem Personal im Bereich der Medizin setzt voraus, dass es sich um wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der medizinischen Fachrichtungen (Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin) handelt. Nicht erforderlich ist aber, dass die wissenschaftliche Mitarbeiterin/der wissenschaftliche Mitarbeiter der einer dieser Fachrichtungen angehört auch in diesem medizinischen Fachbereich eingesetzt wird. Ausreichend ist auch eine Beschäftigung in einem anderen medizinischen Bereich (hier: Einsatz einer promovierten Tierärztin im Bereich der Humanmedizin). Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz vom , 9 Sa 528/ Direktionsrecht, Trinkgeld... II Die Berufungskammer teilt die Ansicht des Arbeitsgerichts, das solche besonderen Umstände im vorliegenden Fall gegeben sind, weil dem Kläger mit dem Entzug der Kassiertätigkeit die Chance genommen wird, von den Gästen Trinkgelder zu erhalten. Durch diese Trinkgelder erzielt der Kläger nach seinem unbestrittenen Vorbringen erhebliche Netto-Einkünfte in Höhe von monatlich EUR 500,00, die ihm der Beklagte nicht einseitig entziehen darf. Nach der Legaldefinition in 107 Abs. 3 S. 2 GewO ist Trinkgeld ein Geldbetrag, den ein Dritter ohne rechtliche Verpflichtung dem Arbeitnehmer zusätzlich zu einer dem Arbeitgeber geschuldeten Leistung zahlt. Nach 3 Nr. 51 EStG in der seit 2002 geltenden Fassung (Gesetz zur Steuerfreistellung von Arbeitnehmertrinkgeldern vom , BGBI I 2002, 3111) sind Trinkgelder in unbegrenzter Höhe steuerfrei, die anlässlich einer Arbeitsleistung dem Arbeitnehmer von Dritten freiwillig und ohne dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht, zusätzlich zu dem Betrag gegeben werden, der für diese Arbeitsleistung zu zahlen ist. Erhält das Bedienungspersonal vom Gast neben dem Rechnungsbetrag freiwillig ein Trinkgeld, so steht ihm dieses unmittelbar zu (vgl. ErfK/Preis, 11. Aufl., 611 BGB Rn 511). Der Beklagte ist deshalb nicht berechtigt, einseitig zu bestimmen, dass das Trinkgeld von der Geschäftsleitung zu kassieren und anschließend unter dem Personal zu verteilen ist. Wie bereits das Arbeitsgericht ausgeführt hat, ist vom Trinkgeld zu unterscheiden das Bedienungsgeld. Kellner und andere Hotelangestellte erhalten häufig außer einem festen Garantielohn ein Bedienungsgeld, das als Bedienungszuschlag vom Gast erhoben und dem Arbeitnehmer überlassen wird. Es ist auf den Garantielohn anzurechnen. Dabei steht das Bedienungsgeld dem Arbeitgeber (dem Wirt) zu, der Arbeitnehmer kassiert es nur ein und hat es grundsätzlich abzuführen. Ihm steht dann ein Lohnanspruch gegen den Wirt als seinem Arbeitgeber zu. Das Bedienungsgeld ist eine Schuld des Arbeitgebers. Dagegen geht das Trinkgeld (als Geschenk des Gastes) in der Regel unmittelbar in das Eigentum des Arbeitnehmers über (Neumann, in: Landmann/Rohmer, GewO, Stand Februar 2003, 107 Rn 53). Trinkgelder gehören arbeitsrechtlich nicht zum Arbeitsentgelt, weil sie als persönliche Zuwendung aus einer bestimmten Motivationslage freiwillig von Dritten erbracht werden. Sie gehören nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts daher für Zeiten des Urlaubs, der Arbeitsunfähigkeit und der Betriebsratstätigkeit nicht zum vom Arbeitgeber fortzuzahlenden Arbeitsentgelt (BAG, Urt. v AZR 1001/ /1117 Allgemeines Vertragsrecht NZA 1996, 252). In Übereinstimmung damit versteht auch der Bundesfinanzhof unter Trinkgeld eine freiwillige und typischerweise persönliche Zuwendung an den Bedachten als eine Art honorierende Anerkennung seiner dem Leistenden gegenüber erwiesenen Mühewaltung in Form eines kleineren Geldgeschenks. Dem Begriff des Trinkgeldes ist als Zeichen der besonderen Honorierung einer Dienstleistung über das vereinbarte Entgelt hinaus ein Mindestmaß an persönlicher Beziehung zwischen Trinkgeldgeber und Trinkgeldnehmer grundsätzlich immanent. Charakteristisch dafür ist, dass in einem nicht unbedingt rechtlichen, jedenfalls aber tatsächlichen Sinne Geldfluss und honorierte Leistung korrespondierend einander gegenüberstehen. Das Trinkgeld und die damit belohnte Dienstleistung kommen dem Arbeitnehmer und dem Kunden unmittelbar zugute. Der Trinkgeldempfänger steht faktisch in einer doppelten Leistungsbeziehung und erhält entsprechend dazu auch doppeltes Entgelt, nämlich das Arbeitsentgelt seitens seines Arbeitgebers und das Trinkgeld seitens des Kunden (BFH, Urt. v VI R 49/06 DB 2009, 207, m.w.n.). Angesichts dieser Sach- und Rechtslage kann der Beklagte nicht einseitig bestimmen, dass der Kläger das Trinkgeld, das ihm die Gäste persönlich zuwenden, in eine Gemeinschaftskasse einzahlt und anschließend mit dem übrigen Personal teilt. Er kann die von ihm gewünschte Aufteilung des Trinkgeldes unter dem Personal nicht gewissermaßen durch die Hintertür dadurch erzwingen, dass er dem Kläger nicht mehr erlaubt, selbst bei den Gästen zu kassieren. Soweit sich der Beklagte auf das Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland- Pfalz v (10 Sa 165/96 NZA 1997, 1113) beruft, ist der dort geschilderte Sachverhalt nicht mit dem vorliegenden vergleichbar. Dabei ging es um einen Kundenberater, der durch den Verkauf von Zusatzleistungen (Versicherungs- und Bausparverträge) erhebliche Mehreinnahmen durch Provisionen erzielen konnte. Bei den Provisionen handelt es sich im Unterschied zum vorliegenden Fall um Arbeitsentgelt, nicht um Trinkgelder, die dem Arbeitnehmer von Dritten gegeben werden. Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz vom , 10 Sa 483/ Diskriminierung Alter Das Abweichen von einer tariflichen Beförderungsregel ( Voraussetzung einer Beförderung ist mindestens eine regelmäßige 1-jährige Tätigkeit in der vorhergehenden Gruppe ) indiziert ohne eine daraus folgende konkrete Diskriminierung keine Benachteiligung wegen des Alters. Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg vom , 13 Sa 2049/ Betriebsübergang, Identität I. Das Arbeitsverhältnis des Klägers mit der Schuldnerin ist zum auf die Beklagte zu 2) nach 613a Abs. 1 S. 1 BGB übergegangen. 1. Ein Betriebsübergang im Sinne des 613a BGB setzt die Wahrung der Identität einer auf gewisse Dauer angelegten, hinreichend strukturierten und selbstständigen wirtschaftlichen Einheit voraus. Die Wahrung der Identität kann sich aus dem Übergang sachlicher und immaterieller Betriebsmittel, aber auch aus dem Übergang von Personal, Führungskräften, der Übernahme von Arbeitsorganisation und Betriebsmethoden herleiten. Dabei kommt es auf eine Gesamtwürdigung aller Umstände an. Es muss eine im Wesentlichen unveränderte Fortführung der bisher in dieser abgrenzbaren Einheit geleisteten Tätigkeit möglich sein. Die bloße Möglichkeit allein, den Betrieb selbst unverändert fortführen zu können, reicht nicht für die Annahme eines Betriebsübergangs, vielmehr muss der Betrieb auch tatsächlich weitergeführt werden. Keine unveränderte Fortführung liegt vor, wenn der neue Betreiber eine andere Leistung erbringt, den Betriebszweck ändert oder ein anderes Konzept verfolgt. Ebenso reicht eine bloße Funktionsnachfolge nicht aus, bei der nur die Tätigkeit ausgeübt oder die Funktion am Markt übernommen wird, ohne Übernahme der Betriebsmittel oder der Belegschaft. Es ist eine Gesamtabwägung vorzunehmen, bei der je nach Einzelfall folgende relevante Umstände in Betracht zu ziehen sind: die Art des Betriebes oder Unternehmens; der Übergang der materiellen Betriebsmittel wie Gebäude, Maschinen und bewegliche Güter sowie deren Wert und Bedeutung; der Wert der übernommen immateriellen Betriebsmittel und der vorhandenen Organisation; die Weiterbeschäftigung der Hauptbelegschaft durch den neuen Inhaber, also des nach Zahl und Sachkunde wesentlichen Teils des Personals; der etwaige Übergang der Kundschaft und Lieferantenbeziehungen; der Grad der Ähnlichkeit zwischen den vor und nach dem Übergang verrichteten Tätigkeiten; die Dauer einer eventuellen Unterbrechung dieser Tätigkeit (BAG, v AZR 1019/08 NJW 2010, ). Art. 1 Abs. 1a und b der Richtlinie 2001/23 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Wahrung von Ansprüchen der Arbeitnehmer beim Übergang von Unternehmen, Betrieben oder Unternehmens- oder Betriebsteilen ist dahin auszulegen, dass diese Vorschrift auch dann angewandt werden kann, wenn der übertragene Unternehmens- oder Betriebsteil seine organisatorische Selbstständigkeit nicht bewahrt, sofern die funktionelle Verknüpfung zwischen den übertragenen Produktionsfaktoren beibehalten wird und sie dem Erwerber erlaubt, diese Faktoren zu nutzen, um derselben oder einer gleichartigen wirtschaftlichen Tätigkeit nachzugehen (EuGH, v C466/07 (Klarenberg) NJW 2009, ; BAG, v AZR 1019/08, a.a.o.). Bei der Prüfung ob eine wirtschaftliche Einheit übergegangen ist, müssen sämtliche den betreffenden Vorgang kennzeich- 03/11 16918 Allgemeines Vertragsrecht nenden Umstände berücksichtigt werden. Den für das Vorliegen eines Übergangs maßgeblichen Kriterien kommt je nach der ausgeübten Tätigkeit und je nach den Produktions- und Betriebsmethoden unterschiedliches Gewicht zu. In Branchen, in denen es im Wesentlichen auf die menschliche Arbeitskraft ankommt, kann auch eine Gesamtheit von Arbeitnehmern, die durch eine gemeinsame Tätigkeit dauerhaft verbunden ist, eine wirtschaftliche Einheit darstellen. Die Wahrung der Identität der wirtschaftlichen Einheit ist in diesem Fall anzunehmen, wenn der neue Betriebsinhaber nicht nur die betreffende Tätigkeit weiterführt, sondern auch einen nach Zahl und Sachkunde wesentlichen Teil des Personals übernimmt, das sein Vorgänger gezielt bei dieser Tätigkeit eingesetzt hat. In betriebsmittelgeprägten Betrieben kann ein Betriebsübergang auch ohne Übernahme von Personal vorliegen. Bei Handels- und Dienstleistungsbetrieben ist bei der Frage eines Betriebsübergangs den immateriellen Betriebsmitteln, also Geschäftsbeziehungen zu Dritten, Kundenstamm und etwaigen Kundenlisten, Know-how und der Einführung des Unternehmens am Markt besondere Bedeutung beizumessen. Auch insoweit bedarf es aber einer Gesamtbetrachtung, die das Personal, welches diese Tätigkeit verrichtet hat, deren Führungskräfte und deren Arbeitsorganisation, die Betriebsmethoden und gegebenenfalls auch die zur Verfügung stehenden Betriebsmittel berücksichtigt. Eine bloße Funktionsnachfolge erfüllt auch bei solchen Betrieben nicht die Voraussetzung eines Betriebsüberganges (BAG, v AZR 158/07 AP Nr. 367 zu 613a BGB = EzA 613a BGB 2002 Nr. 107). Ob sächliche Betriebsmittel identitätsprägend sind, richtet sich nach der Eigenart des jeweiligen Betriebes. Sächliche Betriebsmittel sind wesentlich, wenn bei wertender Betrachtungsweise ihr Einsatz den eigentlichen Kern des zur Wertschöpfung erforderlichen Funktionszusammenhangs ausmacht und sie somit unverzichtbar für die auftragsgemäße Verrichtung der Tätigkeiten sind (BAG, v AZR 769/06 DB 2007, ; BAG, v AZR 158/07 a.a.o.). Bei Anwendung dieser Grundsätze liegt ein Übergang des Betriebes der Schuldnerin auf die Beklagte zu 2) vor. a) Die Leistungen, die die Beklagte zu 2) gegenüber ihren Kunden erbringt und mit denen sie, wie sich aus ihrem Internetauftritt ergibt, werbend am Markt auftritt, sind bis auf den Bereich der Druckerwartung, des Netzwerk-Support H3C und Graudata Storage Systeme im Wesentlichen identisch. Identisch sind insbesondere die Leistungen individuelle Betreuung durch Technical Account Manager, ganzheitliche Kontrolle, Koordination und Steuerung von Garantie, Wartung und Service-Level, Eskalation und Problembeseitigung, Single Point of Contact (SPoC) für alle Maintenance-Themen, Vereinbarung individueller SLAs für bedarfsgerechten Multi- Vendor-Support, flexibles Personen-Tage-Kontingent für Zusatzleistungen wie Upgrades, Umzüge, etc. sowie die Funktionen Service Management, Eskalationsmanagement, Asset-Betreuung, Vor-Ort-Support gemäß individuellen SLA, Helpdesk, Remote Support, Ersatzteilversorgung und Logistik. Diese Tätigkeiten geben sowohl dem Betrieb der Schuldnerin als auch dem Betrieb der Beklagten zu 2) das wesentliche Gepräge. Die Druckerwartung war auch bei der Schuldnerin, wie sich aus deren werbendem Internetauftritt gemäß Blatt 405 d. A. ergibt, kein maßgeblicher und damit kein prägender Anteil. Entgegen der Ansicht der Beklagten zu 2) ist es bei dem Vergleich der Tätigkeiten unerheblich, ob die Beklagte zu 2) eine eigene Buchhaltung, ein eigenes Controlling, ein eigenes Kostenmanagement, einen eigenen Vertrieb, ein eigenes Marketing und eine eigene Stammdatenverwaltung hat. Diese Aufgaben sind Hilfstätigkeiten zur Führung des Betriebes mit dem Zweck, EDV-Wartungsdienstleistungen zu erbringen. Betriebszweck der Beklagten zu 2) ist nicht die Kundenakquise, sondern vielmehr Serviceleistungen im Zusammenhang mit der Wartung von EDV-Systemen. Das ergibt sich aus dem Internetauftritt der Beklagten zu 2) gemäß Blatt 406 d.a. Das ist diejenige Leistung, mit der sie werbend am Markt auftritt. Die Kundenakquise ist dabei nur ein notwendiger Zwischenschritt bei der Erbringung der Wartungsdienstleistungen bei den anzuwerbenden Kunden. Aus diesem Grund ist auch die Betreuung der Dienstleistungsverträge mit den Kunden lediglich eine reine Hilfstätigkeit zur Erfüllung des eigentlichen Betriebszwecks. Der Betriebszweck der Schuldnerin war mit dem der Beklagten zu 2) identisch. Er bestand nicht darin, den Dienstleistungsvertrag zur CD zu erfüllen, sondern in der Ausführung von Service- und Wartungsleistungen bei eigenen Kunden und denen der CD, mithin ebenfalls in der Erbringung von EDV-Wartungsdienstleistungen. b) Bei dem Betrieb der Schuldnerin handelte es sich zwar nicht um einen betriebsmittelarmen Betrieb, da zur Erbringung der durchgeführten Tätigkeit auch Betriebsmittel wie Laptops, Mobiltelefone, Ersatzteile und Kfz für die Service-Mitarbeiter erforderlich sind. Allerdings ist der Betrieb nicht durch seine Betriebsmittel geprägt gewesen. Bei wertender Betrachtungsweise macht der Einsatz dieser Betriebsmittel nicht den eigentlichen Kern des zur Wertschöpfung erforderlichen Funktionszusammenhangs aus. Sie sind problemlos austauschbar. Der Kern des zur Wertschöpfung erforderlichen Funktionszusammenhangs des Dienstleistungsbetriebes der Schuldnerin lag vielmehr in den immateriellen Betriebsmitteln, also Geschäftsbeziehungen zu Dritten, Kundenstamm, Kundenlisten, Know-how und der Einführung des Unternehmens am Markt. Auch das von der Beklagten zu 2) neu eingesetzte EDV-System ERP macht nicht den Kern des zur Wertschöpfung erforderlichen Funktionszusammenhangs aus. Es dient lediglich der Steuerung von Einsatz und Unternehmensressourcen, mithin der Ausführung der Hilfstätigkeiten, die nicht prägend für den Betrieb sind. Unerheblich in diesem Zusammenhang ist ebenfalls, welche materiellen und immateriellen Betriebsmittel die Beklagte zu 2) neben denjenigen, die sie von dem Insolvenzverwalter der /1119 Allgemeines Vertragsrecht Schuldnerin übernommen hat, zusätzlich am Markt erworben hat. Es kommt vielmehr darauf an, wie viel sie von den Betriebsmitteln, die für den Betrieb der Schuldnerin prägend waren, erworben hat und weiter nutzt. c) Die Beklagte zu 2) beschäftigt einen nach Zahl und Sachkunde wesentlichen Teil des Personals der Schuldnerin weiter, nämlich mindestens 50 von 80 Arbeitnehmern der Schuldnerin, die am im Betrieb noch beschäftigt waren, davon eine Vielzahl von technischen Service-Mitarbeitern und daneben im Wesentlichen die Führungsriege der Schuldnerin mit einer ähnlichen Aufgabenverteilung wie zuvor. Die wesentliche Organisationsstruktur dieser Führungsriege hat die Beklagte zu 2) beibehalten. Hierbei ist nicht entscheidend, ob einzelne Führungsmitarbeiter nunmehr zusätzliche Einzelaufgaben übertragen erhalten haben, die sie zuvor bei der Schuldnerin nicht inne hatten, oder ob zuvor übertragene Einzelaufgaben nunmehr fehlen. Die wesentliche Aufgabenverteilung ist gleich geblieben. Das ergibt sich aus dem Vergleich der Managementdarstellung, wie sie bei der Schuldnerin vorhanden war und wie sie bei der Beklagten zu 2) vorhanden ist. Das zeigt der Internetauftritt der Beklagten zu 2) mit der Überschrift Management und Kundenbetreuung (Blatt 403 d. A.). Danach sind neben dem Geschäftsführer die Leitungsmitarbeiter N., M., P., Q., T., S. und R. ebenfalls in Leitungsfunktionen bei der Beklagten zu 2) beschäftigt. Sie haben dabei auch die wesentliche Aufgabenzuordnung und Hierarchie beibehalten. Der Geschäftsführer Dr. L. ist in eben dieser Eigenschaft weiter bei der Beklagten zu 2) tätig. M., zuvor Director Customer Services Germany, ist bei der Beklagten zu 2) unter der Bezeichnung Service Delivery Deutschland beschäftigt; N., zuvor Head of Business Operations, nunmehr Business Operation; P., zuvor Teamleiter Nord/Ost, nunmehr Service Nord; Q., zuvor Service Manager West, nunmehr Service West; R., zuvor Manager Central Support und Rhein/Main, nunmehr Service Mitte; S., zuvor Teamleiter Südwest, nunmehr Service Südwest; T., zuvor Teamleiter Süd, nunmehr Service Süd. Mit der Weiterbeschäftigung dieser Personen und der technischen Service-Mitarbeiter hat die Beklagte zu 2) auch das wesentliche Know-how und die Einführung der Schuldnerin am Markt erworben. Dieser Umstand ist gerade das Werbemittel, mit dem sie am Markt auftritt. Im Internetauftritt der Beklagten zu 2) (Blatt 403 d. A.) hat sie ausgeführt: Das Management Team der K. B. Center Service besteht aus einem eingespielten Team aus früheren C. Service Führungskräften, das viele Jahrzehnte an Erfahrung im Service mitbringt und weiß, was Kunden in Rechenzentren und bei geschäftskritischen Infrastrukturen erwarten und wie diese Anforderungen schnell und akkurat zu realisieren sind. Demnach prägt der Teil der weiterbeschäftigen Mitarbeiter die zu erbringende Tätigkeit. Unwesentlich ist, dass Service-Mitarbeiter zum Teil nicht mehr im bisherigen Umfang von der jeweiligen Niederlassung, sondern vom Home-Office aus tätig sind. Der Ort, von dem aus die Service-Mitarbeiter zur Erfüllung ihrer Aufgaben bei den Kunden starten, ändert das Konzept der Tätigkeit nicht. Auch in der Niederlassung E., der der Kläger zugeordnet war, wird der überwiegende Teil der Mitarbeiter, nämlich acht von zwölf, von der Beklagten zu 2) beschäftigt. Dementsprechend haben auch der Beklagte zu 1) und der damalige Geschäftsführer der Schuldnerin und jetzige Geschäftsführer der Beklagten zu 2) Dr. L. mit Schreiben vom (Blatt 13 d. A.) mitgeteilt, die Verträge vom sähen die Beschäftigung des wesentlichen Mitarbeiterstamms der Schuldnerin zur Leistungserbringung der Wartung und des Managementteams der Schuldnerin in der K.-Gruppe vor. d) Eine wesentliche Unterbrechung der Tätigkeit der Schuldnerin ist nicht gegeben. Nach den Mitteilungen gemäß Blatt 9, 10 und 13 d. A. war eine Unterbrechung der Tätigkeit der Schuldnerin bis zur Übernahme der Betriebsmittel gemäß den Verträgen vom nicht geplant. Sowohl die Beklagte zu 2) als auch die Schuldnerin haben einen für die Wartungskunden reibungslosen unterbrechungsfreien Übergang von Serviceleistungen betont. Selbst wenn zwischen dem und eine Unterbrechung der Tätigkeit stattgefunden haben sollte, war diese jedenfalls so geringfügig, dass sie nicht ins Gewicht fällt. e) Die Beklagte zu 2) hat mit den Verträgen vom nicht nur die Kundenlisten der CD und der Schuldnerin, sondern auch die Option erworben, in diese Service- und Wartungsverträge einzutreten. Nicht nur der Zugang zu den Kundenlisten und Dienstleistungsverträgen als immateriellen Betriebsmitteln, sondern auch die Möglichkeit der Übernahme der Kundenbeziehungen sind gerade im Dienstleistungssektor wesentliche Kriterien der wirtschaftlichen Einheit. Die K.- Group hat mit ihrer Mitteilung vom (Blatt 45 d. A.) selbst ausgeführt, alle bestehenden Kundenbeziehungen der Schuldnerin würden unter der Führung der bisherigen Geschäftsleitung von der Beklagten zu 2) fortgeführt. Der Umstand, dass der Eintritt in die Kundenbeziehungen von der Zustimmung der Kunden abhängt und nicht automatisch erfolgt, bedeutet nicht, dass immaterielle Aktiva des Betriebes nicht übergehen. Entscheidend ist, ob die Kundschaft gehalten werden kann, was wiederum von anderen Kriterien wie der Ähnlichkeit des Angebots, der Weiterführung der Tätigkeit am selben Ort mit denselben Know-how-Trägern oder der Dauer der Unterbrechung der Tätigkeit abhängt (LAG Baden Württemberg v Sa 55/10). Hier war, wie sich aus den mehrfachen Mitteilungen der K. AG und K.-Group sowie der Schuldnerin zur Fortführung der Servicedienstleistungen ergibt, gerade nicht geplant, das Dienstleistungsangebot wesentlich zu verändern. Entgegen der Ansicht der Beklagten zu 2) spricht der Erwerbsvorgang nicht gegen einen Betriebsübergang. Die Verträge vom sind jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht aufeinander bezogen. Der Vertrag mit dem Beklagten zu 1) sollte einerseits die Übernahme des wesentlichen Personals regeln, der Vertrag mit dem Insolvenzverwalter der CD den Zugriff auf die Kundenbeziehungen, die mit dem Mitarbeiterstamm zu erfüllen waren, ermöglichen. Der wirtschaftliche Wert der 03/11 17120 Allgemeines Vertragsrecht Verträge lag für die Beklagte zu 2) gerade in diesem Zusammenspiel, weil die gewinnbringende Tätigkeit in der Fortführung der Kundenbeziehungen der CD lag. Die Insolvenzverwalter der Schuldnerin und der CD haben mit den Verträgen vom der Beklagten zu 2) alles, was zum Übergang der Kundenbeziehungen möglich war, veräußert. Deshalb ist es im Rahmen der Gesamtabwägung nicht ausschlaggebend, dass die Beklagte zu 2) nach ihrem Vortrag von 448 Kunden der CD nur noch mit 96, davon 71 mit veränderten Verträgen, Geschäftsbeziehungen pflegt. Ebenfalls ist nicht entscheidend, dass die nach dem Vortrag der Beklagten zu 2) zahlenmäßig überwiegenden Kundenbeziehungen bei der CD und nicht bei der Schuldnerin angesiedelt waren. Nach dem Schutzzweck des 613a BGB, der in erster Linie darin besteht, die vorhandenen Arbeitsplätze zu schützen, ist es nicht erforderlich, dass ein Rechtsgeschäft unmittelbar zwischen dem bisherigen Inhaber und dem Erwerber zustande kommt. Ein rechtsgeschäftlicher Betriebsübergang kann daher auch dann angenommen werden, wenn er durch eine Reihe von verschiedenen Rechtsgeschäften veranlasst wird (LAG Baden-Württemberg v Sa 55/10). Der Begriff des Rechtsgeschäfts ist weit zu verstehen und erfasst alle Fälle, in denen die für den Betrieb verantwortliche natürliche oder juristische Person, die die Arbeitgeberverpflichtung gegenüber den Beschäftigen eingeht, im Rahmen vertraglicher oder sonst rechtsgeschäftlicher Beziehungen wechselt, ohne dass unmittelbare Vertragsbeziehungen zwischen dem bisherigen Inhaber und dem Erwerber bestehen müssen (BAG, v AZR 827/98 BB 2000, ). Dieser Schutzgedanke ist auch übertragbar auf die Fälle, in denen der Veräußerer faktisch die Serviceund Wartungsabteilung der Muttergesellschaft darstellt und lediglich geringfügig eigenen Umsatz erwirtschaftet. Durch die gesellschaftsrechtliche Aufspaltung und das Dazwischenschalten eines Dienstleistungsvertrages zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft lässt sich ein Betriebsübergang deshalb nicht verhindern (LAG Baden-Württemberg 19 Sa 55/10). Es ist nicht erheblich, dass die unmittelbare Vertragsbeziehung zur CD und nicht zur Schuldnerin bestand. Die prägende Tätigkeit war nicht der Abschluss, die Betreuung und Verwaltung der abgeschlossenen Verträge, sondern die Erfüllung der vereinbarten Leistung. Diese Leistung hat gerade die Schuldnerin und nicht die CD erbracht. Der Kern der Wertschöpfung, der in der Vertragsbeziehung der CD zu diesen Kunden lag, war im Betrieb der Schuldnerin angesiedelt, nicht im Betrieb der CD. 2. Der Betriebsübergang war spätestens mit dem vollendet. Der Zeitpunkt des Übergangs entspricht dem Zeitpunkt, zu dem die Inhaberschaft, mit der die Verantwortung für den Betrieb der übertragenen Einheit verbunden ist, vom Veräußerer auf den Erwerber übergeht. Die Inhaberschaft geht dann über, wenn der neue Betriebsinhaber die wirtschaftliche Einheit nutzt und fortführt. Erfolgt die Übernahme der Betriebsmittel in mehreren Schritten, ist der Betriebsübergang jedenfalls in dem Zeitpunkt erfolgt, in dem die wesentlichen, zur Fortführung des Betriebes erforderlichen Betriebsmittel übergegangen sind und die Entscheidung über den Betriebsübergang nicht mehr rückgängig gemacht werden kann (BAG, v AZR 568/04 NZA 2006, ). Entscheidend ist die Übernahme der Organisations- und Leitungsmacht (BAG, v AZR 158/07 a.a.o). Nach den Verträgen vom war der Übertragungsstichtag der vierte Kalendertag nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens, mithin der Bis zum Übernahmestichtag sollte die Schuldnerin bzw. der Insolvenzverwalter die Verträge im eigenen Namen, aber auf Rechnung der Erwerberin weiterführen (Vertrag vom , Ziffer 2. a) (Blatt 614 d. A.)). Nachdem der Kläger die Berufung auf den Übergang seines Arbeitsverhältnisses per beschränkt hat, kann offen bleiben, ob der Übergang bereits vorher stattgefunden hat. 3. Der Kläger war in dem übergegangenen Bereich beschäftigt. Wird nicht der gesamte Betrieb, sondern nur ein Betriebsteil oder eigenständiger Bereich übernommen, kommt es entscheidend darauf an, dass der Arbeitnehmer dem übertragenen Betriebsteil oder Bereich angehört, damit sein Arbeitsverhältnis gemäß 613a BGB auf den Erwerber übergeht (BAG, v AZR 446/02 AP Nr. 256 zu 613a BGB = EzA 50 ZPO 2002 Nr. 2). Betriebsteile sind Teileinheiten (Teilorganisationen) des Betriebes. Es muss sich um eine selbstständige, abtrennbare organisatorische Einheit handeln, die innerhalb des betrieblichen Gesamtzwecks einen Teilzweck erfüllt. Das Merkmal des Teilzwecks dient dabei zur Abgrenzung der organisatorischen Einheit. Im Teilbetrieb müssen nicht andersartige Zwecke als im übrigen Betrieb verfolgt werden. Bei den übertragenen sächlichen und immateriellen Betriebsmitteln muss es sich um eine organisatorische Untergliederung handeln, mit der innerhalb des betrieblichen Gesamtzwecks ein Teilzweck verfolgt wird, auch wenn es sich nur um eine untergeordnete Hilfsfunktion handelt. 613a BGB setzt für den Teilbetriebsübergang voraus, dass die übernommen Betriebsmittel bereits bei dem früheren Betriebsinhaber die Qualität eines Betriebsteils hatten (BAG, v AZR 583/01 NZA 2003, ). Die Beklagte zu 2) führt die Niederlassung der Schuldnerin in E., der der Kläger zugeordnet war, mit acht der bisherigen zwölf Arbeitnehmer fort. Es kann offen bleiben, ob der Bereich Druck bei der Schuldnerin einen Betriebsteil in diesem Sinne darstellte. Der Kläger gehörte jedenfalls nicht diesem Bereich an. Nach dem Vortrag der Beklagten handelte es sich bei dem Bereich Druckerwartung um einen eigenständigen Betriebsteil. Hiernach bestand eine abtrennbare organisatorische Einheit der im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung bei H. und G. eingesetzten Mitarbeiter im Bereich der Druckerwartung. Nach dem Vortrag der Beklagten waren diesem Bereich /11 Mehr anzeigen
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References: BGH 
 BGH 
 EuGH 
 EuGH 
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 1
 Art. 12