Source: http://landesrecht.thueringen.de/jportal/?quelle=jlink&query=GeogtDAPO+TH&psml=bsthueprod.psml&max=true&aiz=true
Timestamp: 2019-09-16 07:08:20+00:00

Document:
Landesrecht TH ThürAPOgtDGeo | Landesnorm Thüringen | Gesamtausgabe | Thüringer Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Laufbahn des gehobenen technischen Dienstes im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation (ThürAPOgtDGeo) vom 23. November 2015 | gültig ab: 23.12.2015
Thüringer Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Laufbahn...
§ 1 - § 13 Erster Abschnitt - Vorbereitungsdienst, Ausbildung
§ 14 - § 30 Zweiter Abschnitt - Laufbahnprüfung
§ 31 - § 33 Dritter Abschnitt - Aufstiegsbeamte
§ 34 - § 36 Vierter Abschnitt - Übergangs- und Schlussbestimmungen
Anlage 1 - Ausbildungsrahmenplan für den gehobenen technischen...
Amtliche Abkürzung: ThürAPOgtDGeo
Ausfertigungsdatum: 23.11.2015
Fundstelle: GVBl. 2015, 186
Thüringer Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Laufbahn
des gehobenen technischen Dienstes im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation
(ThürAPOgtDGeo)
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: mehrfach geändert durch Artikel 58 des Gesetzes vom 18. Dezember 2018 (GVBl. S. 731, 769)
Thüringer Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Laufbahn des gehobenen technischen Dienstes im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation (ThürAPOgtDGeo) vom 23. November 2015 23.12.2015
Eingangsformel 23.12.2015
Erster Abschnitt - Vorbereitungsdienst, Ausbildung 23.12.2015
§ 1 - Geltungsbereich 01.01.2019
§ 2 - Einstellungsbehörde, Ausbildungsbehörde, Ausbildungsstellen 01.01.2019
§ 3 - Bewerber 23.12.2015
§ 4 - Bewerbung 01.01.2019
§ 5 - Auswahl, Auswahlverfahren 01.01.2019
§ 6 - Ziel des Vorbereitungsdienstes, Erwerb der Laufbahnbefähigung 23.12.2015
§ 7 - Dauer des Vorbereitungsdienstes 01.01.2019
§ 8 - Ernennung, Dienstbezeichnung, Urlaub 23.12.2015
§ 9 - Bewertung der Leistungen 23.12.2015
§ 10 - Praktische Ausbildung 01.01.2019
§ 11 - Ausbildungsleiter, Ausbilder 23.12.2015
§ 12 - Ausbildungsplan, Nachweise 23.12.2015
§ 13 - Theoretische Ausbildung 01.01.2019
Zweiter Abschnitt - Laufbahnprüfung 23.12.2015
§ 14 - Prüfungsbehörde 23.12.2015
§ 15 - Zulassungsvoraussetzungen, Meldung, Prüfungsablauf 01.01.2019
§ 16 - Bildung des Prüfungsausschusses 01.01.2019
§ 17 - Zusammensetzung des Prüfungsausschusses 01.01.2019
§ 18 - Verfahren vor dem Prüfungsausschuss 01.01.2019
§ 19 - Praktischer Teil der Laufbahnprüfung 01.01.2019
§ 20 - Bewertung des praktischen Teils der Laufbahnprüfung 23.12.2015
§ 21 - Schriftlicher Teil der Laufbahnprüfung 01.01.2019
§ 22 - Bewertung der schriftlichen Prüfungsarbeiten 01.01.2019
§ 23 - Mündlicher Teil der Laufbahnprüfung 23.12.2015
§ 24 - Bewertung der mündlichen Prüfungsleistung 23.12.2015
§ 25 - Entscheidung über das Prüfungsergebnis 23.12.2015
§ 26 - Prüfungszeugnis, Prüfungsniederschrift 01.01.2019
§ 27 - Ordnungsverstöße 23.12.2015
§ 28 - Erkrankung, Versäumnis 23.12.2015
§ 29 - Wiederholung der Prüfung 01.01.2019
§ 30 - Einsicht in die Prüfungsakten 23.12.2015
Dritter Abschnitt - Aufstiegsbeamte 23.12.2015
§ 31 - Zulassung zum Aufstieg 23.12.2015
§ 32 - Ausbildungsaufstieg 01.01.2019
§ 33 - Anwendung der für Anwärter geltenden Bestimmungen 23.12.2015
Vierter Abschnitt - Übergangs- und Schlussbestimmungen 23.12.2015
§ 34 - Übergangsbestimmung 01.01.2019
§ 35 - Gleichstellungsbestimmung 23.12.2015
§ 36 - Inkrafttreten, Außerkrafttreten 23.12.2015
Anlage 1 - Ausbildungsrahmenplan für den gehobenen technischen Dienst im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation 01.01.2019
Anlage 2 - (aufgehoben) 01.01.2019
Anlage 3 23.12.2015
Anlage 4 23.12.2015
Anlage 5 23.12.2015
Anlage 6 23.12.2015
Anlage 7 01.01.2019
Vorbereitungsdienst, Ausbildung
§ 2 Einstellungsbehörde, Ausbildungsbehörde, Ausbildungsstellen
§ 3 Bewerber
§ 5 Auswahl, Auswahlverfahren
§ 6 Ziel des Vorbereitungsdienstes, Erwerb der Laufbahnbefähigung
§ 8 Ernennung, Dienstbezeichnung, Urlaub
§ 11 Ausbildungsleiter, Ausbilder
§ 12 Ausbildungsplan, Nachweise
§ 13 Theoretische Ausbildung
§ 15 Zulassungsvoraussetzungen, Meldung, Prüfungsablauf
§ 16 Bildung des Prüfungsausschusses
§ 17 Zusammensetzung des Prüfungsausschusses
§ 18 Verfahren vor dem Prüfungsausschuss
§ 19 Praktischer Teil der Laufbahnprüfung
§ 20 Bewertung des praktischen Teils der Laufbahnprüfung
§ 21 Schriftlicher Teil der Laufbahnprüfung
§ 23 Mündlicher Teil der Laufbahnprüfung
§ 24 Bewertung der mündlichen Prüfungsleistung
§ 25 Entscheidung über das Prüfungsergebnis
§ 26 Prüfungszeugnis, Prüfungsniederschrift
§ 27 Ordnungsverstöße
§ 28 Erkrankung, Versäumnis
§ 31 Zulassung zum Aufstieg
§ 32 Ausbildungsaufstieg
§ 33 Anwendung der für Anwärter geltenden Bestimmungen
Aufgrund des § 14 Abs. 1 Satz 1 des Thüringer Laufbahngesetzes (ThürLaufbG) vom 12. August 2014 (GVBl. S. 472 -498-) verordnet das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft im Einvernehmen mit dem Ministerium für Inneres und Kommunales und dem Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz:
(1) Diese Verordnung regelt die Ausbildung, die Prüfung und den Aufstieg in der Laufbahn des gehobenen technischen Dienstes im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation.
(2) Darüber hinaus gelten die Bestimmungen des Thüringer Laufbahngesetzes.
(1) Einstellungsbehörde und Ausbildungsbehörde ist das Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation.
(2) Ausbildungsstellen sind die Stellen, denen der Anwärter auf der Grundlage des Ausbildungsrahmenplanes nach Anlage 1 zur praktischen und theoretischen Ausbildung zugewiesen wird.
In den Vorbereitungsdienst für den gehobenen technischen Dienst im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation können Bewerber eingestellt werden, die
den Bachelorgrad (Bachelor of Engineering oder Bachelor of Science) oder den Abschluss als Diplomingenieur in dem Fachgebiet Geodäsie oder Geoinformation oder einen gleichwertigen, auch ausländischen Abschluss besitzen.
Einem Abschluss nach Satz 1 Nr. 2 entspricht auch ein als gleichwertig anerkannter Abschluss an einer entsprechenden Einrichtung eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines nach dem Recht der Europäischen Union gleichgestellten Staates. Im Rahmen des Studiums muss mindestens mathematisch-naturwissenschaftliches Grundlagenwissen, Fachwissen im Bereich Vermessungskunde, Landesvermessung, Liegenschaftskataster und Bodenordnung sowie fachbezogenes Ergänzungswissen in den Bereichen Betriebswirtschaft und Recht vermittelt worden sein.
(1) Die Einstellungstermine bestimmt die Einstellungsbehörde in Absprache mit dem zuständigen Fachministerium.
(2) Bewerbungen um Einstellung in den Vorbereitungsdienst sind an die Einstellungsbehörde zu richten.
das Zeugnis über die Fachhochschulreife oder der Nachweis über eine andere, zu einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung oder über einen hochschulrechtlich als gleichwertig anerkannten Bildungsstand,
das Abschlusszeugnis des Studiums nach § 3 Satz 1 Nr. 2 und
Zeugnisse über etwaige Beschäftigungen seit der Schulentlassung.
(4) Vor der Einstellung hat der Bewerber vorzulegen:
seine Geburtsurkunde, die Geburtsurkunden von etwaigen Kindern und gegebenenfalls die Heiratsurkunde oder eine Bescheinigung über das Bestehen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft,
eine schriftliche Erklärung darüber, ob der Bewerber zu dem in § 8 Abs. 3 ThürLaufbG genannten Personenkreis gehört hat,
ein amtsärztliches Zeugnis, das über den Gesundheitszustand und die Tauglichkeit für den gehobenen technischen Dienst Auskunft gibt, insbesondere über das Seh-, Farbunterscheidungs- und Hörvermögen sowie über die uneingeschränkte Eignung für die Übernahme in das Beamtenverhältnis,
ein Führungszeugnis, welches nach § 30 Abs. 5 des Bundeszentralregistergesetzes zur Vorlage bei der Einstellungsbehörde zu beantragen ist; Bewerber aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder aus nach dem Recht der Europäischen Union gleichgestellten Staaten haben ein im Herkunftsland dem deutschen Führungszeugnis entsprechendes Zeugnis in amtlich beglaubigter Übersetzung vorzulegen,
den Nachweis, dass der Bewerber Deutscher im Sinne des Artikel 116 des Grundgesetzes ist oder dass der Bewerber die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union besitzt und
eine persönliche schriftliche Erklärung, ob gerichtliche Strafen gegen ihn ausgesprochen wurden, ein gerichtliches Strafverfahren oder ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft oder ein Dienstordnungsverfahren gegen ihn anhängig ist und ob Disziplinarmaßnahmen verhängt worden sind; dabei sind nach gesetzlichen Vorschriften getilgte Strafen und Maßnahmen nicht zu berücksichtigen.
(5) Bei den in Absatz 3 Nr. 2 bis 4 und Absatz 4 Nr. 1 genannten Unterlagen genügt die Vorlage einer beglaubigten Abschrift oder Ablichtung.
Auswahl, Auswahlverfahren
Die Einstellungsbehörde entscheidet über die Auswahl der Bewerber in einem Auswahlverfahren.
Ziel des Vorbereitungsdienstes, Erwerb der Laufbahnbefähigung
(1) Der Vorbereitungsdienst hat zum Ziel, den Anwärtern auf der Grundlage des während des Studiums erworbenen Wissens die berufspraktischen Fähigkeiten und Kenntnisse, die sie zur Erfüllung der Aufgaben in ihrer Laufbahn benötigen, zu vermitteln.
(2) Mit Bestehen der Laufbahnprüfung wird die Befähigung für die Laufbahn des gehobenen technischen Dienstes erworben.
(1) Der Vorbereitungsdienst dauert ein Jahr und drei Monate. Er verlängert sich bis zum Tag der mündlichen Prüfung, falls der Anwärter nicht zuvor entlassen worden ist.
(2) Die Einstellungsbehörde kann den regelmäßigen Vorbereitungsdienst um höchstens ein Jahr verlängern, wenn der Anwärter das Ausbildungsziel noch nicht erreicht hat. Im Weiteren gilt § 19 Abs. 3 ThürLaufbG.
Ernennung, Dienstbezeichnung, Urlaub
(1) Soweit beamtenrechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen, werden die Bewerber unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf in den Vorbereitungsdienst der Laufbahn des gehobenen technischen Dienstes im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation eingestellt.
(2) Wer nicht in das Beamtenverhältnis auf Widerruf berufen wird, kann den Vorbereitungsdienst in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis außerhalb des Beamtenverhältnisses ableisten. Im Weiteren gilt § 15 Abs. 3 Satz 2 bis 4 ThürLaufbG.
(3) Dienstbezeichnung während des Vorbereitungsdienstes ist die Bezeichnung des Eingangsamtes mit dem Zusatz „Anwärter“ beziehungsweise „Anwärterin“.
(4) Der dem Anwärter zustehende Erholungsurlaub soll so gelegt werden, dass der Ausbildungsablauf und das Ausbildungsziel nicht beeinträchtigt werden. Er ist in den Ausbildungsplan nach § 12 Abs. 1 einzuarbeiten.
(1) Die Leistungen im Vorbereitungsdienst und in der Laufbahnprüfung sind mit einer der folgenden Punktzahlen und der sich daraus ergebenden Note zu bewerten:
für eine Leistung, die den Anforderungen in besonderem Maße entspricht,
für eine Leistung, die den Anforderungen voll entspricht,
für eine Leistung, die im Allgemeinen den Anforderungen entspricht,
für eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden könnten,
für eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden könnten.
(2) Ergeben sich bei der Ermittlung von Durchschnittspunktzahlen Dezimalstellen und betragen diese 0,5 oder mehr, wird aufgerundet, im Übrigen abgerundet.
(1) Für die praktische Ausbildung der Anwärter bei der Ausbildungsbehörde gilt der Ausbildungsrahmenplan nach Anlage 1. Die Reihenfolge der Ausbildungsabschnitte kann im Einzelfall geändert und Ausbildungsinhalte dürfen geteilt werden, wenn besondere Gründe dies erfordern.
(2) Der Anwärter ist mit den wesentlichen Aufgaben der Verwaltung und den dabei zu beachtenden allgemeinen und fachbezogenen Vorschriften vertraut zu machen. Das selbstständige Denken und Handeln des Anwärters ist zu fördern; einzelne Vorgänge sollen selbstständig bearbeitet werden. Er soll Kenntnisse im allgemeinen Verwaltungsdienst und insbesondere einen Einblick in die Aufgaben des gesamten amtlichen Vermessungs- und öffentlichen Geoinformationswesens erhalten sowie mit der Organisation und den Arbeitsabläufen seiner Ausbildungsstelle vertraut gemacht werden. Zu Verhandlungen, Besprechungen und Ortsbesichtigungen soll der Anwärter nach Möglichkeit hinzugezogen werden. Dabei soll ihm auch Gelegenheit gegeben werden, sich im selbstständigen Vortrag, der Verhandlungsführung und der Sitzungsleitung zu üben, soweit dies möglich ist.
(3) Mit einfachen, regelmäßig wiederkehrenden Arbeiten darf der Anwärter nur soweit beschäftigt werden, als dies der Ausbildung dient.
(1) Die Ausbildungsbehörde bestellt eine persönlich und fachlich geeignete Person, die die Befähigung zum höheren technischen Dienst im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation oder zum entsprechenden gehobenen Dienst erworben hat, zum Ausbildungsleiter. Der Ausbildungsleiter lenkt und überwacht die gesamte Ausbildung. Er hat insbesondere die Befähigungsberichte (§ 12 Abs. 3) auszuwerten und den Ausbildungsnachweis (§ 12 Abs. 5) zu führen. Der Leiter der Ausbildungsbehörde ist Dienstvorgesetzter der Anwärter. Vorgesetzter der Anwärter ist der Leiter der Ausbildungsstelle, bei der die Ausbildung durchgeführt wird.
(2) Der Ausbilder muss über die persönliche und fachliche Eignung verfügen und sollte arbeitspädagogische Kenntnisse besitzen.
Ausbildungsplan, Nachweise
(1) Der Ausbildungsleiter stellt für jeden Anwärter einen Ausbildungsplan auf, der die Abschnitte, Zeiten und Ausbildungsstellen sowie den Ausbildungsinhalt im Einzelnen festlegt. Wünsche des Anwärters können berücksichtigt werden.
(2) Der Anwärter hat einen Beschäftigungsnachweis nach dem Muster der Anlage 3 zu führen, der mindestens monatlich dem Ausbilder sowie nach Beendigung eines Ausbildungsabschnitts dem Ausbildungsleiter vorzulegen ist.
(3) Von jeder Ausbildungsstelle ist der Ausbildungsbehörde am Ende des Ausbildungsabschnitts ein Befähigungsbericht nach dem Muster der Anlage 4 vorzulegen. In dem Befähigungsbericht sind die Leistungen des Anwärters zu bewerten. Der Befähigungsbericht muss erkennen lassen, ob der Anwärter das Ziel des Ausbildungsabschnitts erreicht hat. Der Befähigungsbericht ist dem Anwärter zur Kenntnis zu geben, mit ihm zu besprechen und zu den Ausbildungsakten zu nehmen.
(4) Bei Ausbildungsabschnitten von vierwöchiger oder kürzerer Dauer tritt an die Stelle des Befähigungsberichts nach Absatz 3 eine formlose Bescheinigung der Ausbildungsstelle über Art und Dauer der Ausbildung.
(5) Der Ausbildungsleiter hat über den Vorbereitungsdienst des Anwärters einen Ausbildungsnachweis nach dem Muster der Anlage 5 zu führen.
(6) Die Ausbildungsbehörde legt für jeden Anwärter eine Ausbildungsakte an, in die der Ausbildungsplan, der Beschäftigungsnachweis, der Ausbildungsnachweis, die Befähigungsberichte sowie die Zeugnisse und Noten aufzunehmen sind.
(1) Die praktische Ausbildung ist durch regelmäßige theoretische Unterweisungen zu ergänzen.
(2) Die Ausbildungsbehörde stellt im Hinblick auf Absatz 1 in Ergänzung zu dem Ausbildungsrahmenplan der praktischen Ausbildung einen Stoffplan auf und legt Ort, Zeit und Umfang der theoretischen Ausbildung im Einzelnen fest.
(3) Während des Vorbereitungsdienstes nimmt der Anwärter an einem Sonderausbildungslehrgang für Anwärter des gehobenen technischen Dienstes teil, in dessen Rahmen allgemeines und fachbezogenes Verwaltungsrecht vermittelt werden.
(1) Prüfungsbehörde ist die obere Kataster- und Vermessungsbehörde.
(2) Die Prüfungsbehörde bestimmt Zeit und Ort der Laufbahnprüfung und gibt dies mindestens zwei Wochen vor der jeweiligen Prüfung der Ausbildungsbehörde und dem Anwärter bekannt.
Zulassungsvoraussetzungen, Meldung, Prüfungsablauf
(1) Zur Laufbahnprüfung können nur Anwärter zugelassen werden, die den Vorbereitungsdienst ordnungsgemäß abgeleistet haben.
(2) Der Anwärter hat innerhalb von zwei Wochen nach Aufforderung durch die Ausbildungsbehörde die Zulassung zur Laufbahnprüfung schriftlich zu beantragen. Die Ausbildungsbehörde übergibt den Antrag zusammen mit der Ausbildungsakte dem zuständigen Prüfungsausschuss. Der Prüfungsausschuss entscheidet aufgrund dieser Unterlagen über die Zulassung zur Prüfung. Danach wird die Ausbildungsakte an die Ausbildungsbehörde zurückgegeben.
(3) In der Laufbahnprüfung ist festzustellen, ob der Anwärter das Ziel des Vorbereitungsdienstes erreicht hat und damit die Befähigung für die Laufbahn besitzt.
(4) Die Laufbahnprüfung besteht aus einem praktischen, einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.
(5) Anwärtern mit Behinderungen sind auf schriftlichen Antrag bei Leistungsnachweisen und für die Teilnahme an Prüfungen die ihrer Behinderung angemessenen Erleichterungen zu gewähren. Art und Umfang der zu gewährenden Erleichterungen sind rechtzeitig mit dem Anwärter und der Schwerbehindertenvertretung zu erörtern. Die Erleichterungen dürfen nicht dazu führen, dass die fachlichen Anforderungen herabgesetzt werden. Der Anwärter ist durch die Prüfungsbehörde in geeigneter Weise rechtzeitig auf die Möglichkeit einer Antragstellung nach Satz 1 hinzuweisen.
(1) Bei der Prüfungsbehörde wird ein Prüfungsausschuss gebildet.
(2) Den Vorsitzenden, den stellvertretenden Vorsitzenden, die weiteren Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder des Prüfungsausschusses bestellt die oberste Kataster- und Vermessungsbehörde. Der Prüfungsausschuss führt die Bezeichnung „Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation - Prüfungsausschuss für den gehobenen technischen Dienst im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation -“.
(3) Der Vorsitzende, der stellvertretende Vorsitzende, die weiteren Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder müssen für die Mitwirkung im Prüfungsausschuss geeignet sein. Sie werden für die Dauer von vier Jahren bestellt. Nach Ablauf der Amtszeit üben sie das Prüfungsamt weiter aus, bis Nachfolger bestellt sind. Eine Wiederberufung ist zulässig. Mit Ablauf des Monats, in dem das Mitglied oder stellvertretende Mitglied in den Ruhestand versetzt wird oder tritt oder aus dem öffentlichen Dienst im Geltungsbereich des Thüringer Beamtengesetzes ausscheidet, endet die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss. Die Bestellung eines Mitglieds oder eines stellvertretenden Mitglieds kann von der nach Absatz 2 Satz 1 zuständigen Behörde aus wichtigem Grund aufgehoben werden.
(1) Dem Prüfungsausschuss nach § 16 gehören zwei Bedienstete des höheren technischen Dienstes im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation sowie drei weitere Bedienstete mindestens des gehobenen technischen Dienstes im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation an. Die Mitglieder sind sowohl aus den Aufgabenbereichen Kataster- und Vermessungswesen als auch Flurbereinigung zu berufen.
(2) Für jedes Mitglied des Prüfungsausschusses ist ein Stellvertreter zu bestellen, der mindestens die gleiche Qualifikation hat wie der zu Vertretende.
(3) Die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder des Prüfungsausschusses sind in ihren Prüfungsentscheidungen nicht an Weisungen gebunden; sie sind verpflichtet ihre Aufgaben objektiv und unparteiisch nach bestem Wissen und Gewissen wahrzunehmen. Sie sind bei der Bestellung auf ihre Verpflichtung ausdrücklich schriftlich hinzuweisen. Der Vorsitzende, der stellvertretende Vorsitzende, die weiteren Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder des Prüfungsausschusses sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Verfahren vor dem Prüfungsausschuss
(1) Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses oder in seiner Abwesenheit der für ihn bestellte Vertreter bereitet die Prüfung vor und leitet sie.
(2) Der Prüfungsausschuss soll in voller Besetzung tätig werden. Er ist beschlussfähig, wenn er mit dem Vorsitzenden und mindestens zwei weiteren Mitgliedern besetzt ist. Der Prüfungsausschuss beschließt mit Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.
(3) Personen, die ein dienstliches Interesse haben, können als Zuhörer an der mündlichen Prüfung teilnehmen, wenn Prüfer und Anwärter damit einverstanden sind. Diese sind zur Verschwiegenheit zu verpflichten.
(4) An den Beratungen und Entscheidungen des Prüfungsausschusses nehmen nur die Mitglieder des Prüfungsausschusses teil. Die Vertreter der Mitglieder können auch bei Anwesenheit der Mitglieder teilnehmen; stimmberechtigt sind sie aber nur bei einer Abwesenheitsvertretung.
(5) Die Teilnahme eines Mitglieds des Personalrats an der Laufbahnprüfung und den Beratungen des Prüfungsausschusses bestimmt sich nach der Regelung des Thüringer Personalvertretungsgesetzes in der Fassung vom 13. Januar 2012 (GVBl. S. 1) in der jeweils geltenden Fassung über die Teilnahme an Prüfungen.
Praktischer Teil der Laufbahnprüfung
(1) Der praktische Teil der Laufbahnprüfung besteht aus einer Probearbeit, die der Anwärter nach Beendigung der sich aus Anlage 1 ergebenden Ausbildungsabschnitten anzufertigen hat. Dabei soll der Anwärter an Aufgaben, die in der Praxis von Beamten des entsprechenden gehobenen Dienstes zu lösen sind, sein fachliches Verständnis und Können beweisen. Die Aufgabe für die Probearbeit erteilt der Prüfungsausschuss auf Vorschlag der Ausbildungsbehörde. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses teilt dem Anwärter Ort und Tag der Aushändigung der Aufgabe sowie den Ort der Abgabe der Probearbeit mit.
(2) Der Anwärter hat die Probearbeit innerhalb von vier Wochen nach Aushändigung der Aufgabe anzufertigen und abzuliefern. Die Frist ist eingehalten, wenn die Probearbeit vor Ablauf nachweislich bei der Post aufgegeben wurde. Mit der Probearbeit hat der Anwärter die schriftliche Versicherung abzugeben, dass er die Probearbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die zugelassenen Hilfsmittel benutzt hat.
(3) Die Ausbildungsstelle legt die Probearbeit über die Ausbildungsbehörde dem Prüfungsausschuss zur Bewertung vor.
Bewertung des praktischen Teils der Laufbahnprüfung
(1) Die Probearbeit nach § 19 ist von zwei Mitgliedern des Prüfungsausschusses oder deren Stellvertretern unabhängig voneinander zu bewerten. Diese Mitglieder werden vom Prüfungsausschuss bestimmt. Die Bewertung ist nachvollziehbar zu dokumentieren.
(2) Wird die Probearbeit ohne triftigen Grund nicht fristgerecht abgegeben, so ist sie mit „ungenügend“ (0 Punkte) zu bewerten. Der Prüfungsausschuss entscheidet darüber, ob ein triftiger Grund vorliegt.
Schriftlicher Teil der Laufbahnprüfung
(1) Hat der Prüfungsausschuss den praktischen Teil der Laufbahnprüfung mindestens mit „ausreichend“ (5 Punkte) bewertet, lädt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses den Anwärter zur Ableistung des schriftlichen Teils der Laufbahnprüfung ein und unterrichtet die Ausbildungsbehörde.
(2) Der schriftliche Teil der Laufbahnprüfung ist in folgenden Fächern abzulegen:
Liegenschaftskataster (Prüfungszeit: 5 Stunden),
Landesvermessung und Geoinformation (Prüfungszeit: 3 Stunden),
Ländliche Neuordnung (Prüfungszeit: 5 Stunden),
Landesplanung und Städtebau (Prüfungszeit: 3 Stunden) und
Recht und Verwaltung (Prüfungszeit: 5 Stunden).
(3) In jedem Fach ist eine Prüfungsarbeit anzufertigen. Die Aufgaben werden vom Prüfungsausschuss gestellt.
(4) Dem Anwärter sind die zur Bearbeitung der Aufgaben zugelassenen Hilfsmittel anzugeben oder während der Prüfung zur Verfügung zu stellen. Die schriftlichen Arbeiten unter Aufsicht können unter Zuhilfenahme von informationstechnischen Systemen und Hilfsmitteln (Personal Computer) bearbeitet werden, wenn der Leiter des Prüfungsausschusses dem grundsätzlich zustimmt und eine anforderungsgerechte Ausstattung gewährleistet werden kann. Über die Formerfordernisse und die technischen Rahmenbedingungen werden die Anwärter unmittelbar nach der Zulassung zur Prüfung schriftlich informiert. Der Anwärter kann in begründeten Fällen bei der Ausbildungsbehörde eine handschriftliche Bearbeitung beantragen. Die Benutzung anderer Hilfsmittel ist unzulässig. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses regelt die Aufsicht. Der Aufsichtführende weist auf die Folgen von Ordnungsverstößen hin.
(5) Die Prüfungsarbeiten dürfen keine Namensangabe des Anwärters enthalten. Sie sind mit Kennziffern zu versehen, die bei jeder Prüfungsarbeit wechseln. Den Mitgliedern des Prüfungsausschusses darf die Zuordnung der Kennziffern zu den Namen der Anwärter erst nach der endgültigen Bewertung der schriftlichen Arbeiten bekannt gegeben werden.
(6) Spätestens nach Ablauf der festgesetzten Prüfungszeit hat der Anwärter die Prüfungsarbeit, versehen mit der ihm zugeteilten Kennziffer, dem Aufsichtführenden abzuliefern. Beizufügen sind alle Entwürfe und Arbeitsbogen. Der Aufsichtführende vermerkt auf der Prüfungsarbeit den Zeitpunkt der Ausgabe und der Abgabe. Er fertigt eine Niederschrift an und vermerkt in ihr jede Unregelmäßigkeit, jede Verwarnung und jeden Ausschluss von der Teilnahme an der einzelnen Prüfungsarbeit.
(1) Jede Prüfungsarbeit nach § 21 Abs. 3 ist von zwei Mitgliedern des Prüfungsausschusses oder deren Stellvertretern unabhängig voneinander zu bewerten. § 20 Abs. 1 Satz 2 und 3 gilt entsprechend.
(2) Weichen die Punktzahlen um bis zu drei Punkte voneinander ab, wird aus ihnen das arithmetische Mittel gebildet. Liegt dieses in der Mitte zwischen zwei Punktzahlen, wird aufgerundet. Bei einer Abweichung von mehr als drei Punkten setzt der Prüfungsausschuss Punktzahl und Note im Rahmen der vorliegenden Bewertung fest.
(3) Jede ohne triftigen Grund nicht oder nicht rechtzeitig abgelieferte Prüfungsarbeit ist mit „ungenügend“ (0 Punkte) zu bewerten. Die Feststellung trifft der Prüfungsausschuss.
(4) Der schriftliche Teil der Laufbahnprüfung gilt als bestanden, wenn die Gründe für das Nichtbestehen nach § 25 Abs. 3 Nr. 2 oder nach § 27 Abs. 2 Satz 2 nicht erfüllt sind.
Mündlicher Teil der Laufbahnprüfung
(1) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses erhalten rechtzeitig vor der mündlichen Prüfung Kenntnis von den Prüfungsakten. Die Prüfungsakten bestehen aus der Probearbeit und den schriftlichen Prüfungsarbeiten sowie deren Bewertungen.
(2) Ist der schriftliche Teil der Laufbahnprüfung bestanden, lädt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses den Anwärter zur mündlichen Prüfung schriftlich ein und unterrichtet die Ausbildungsbehörde. Die Ausbildungsbehörde übersendet dem Prüfungsausschuss die Ausbildungsakte.
(3) Der mündliche Teil der Laufbahnprüfung soll sich insbesondere auf Fähigkeiten und Kenntnisse erstrecken, die nicht Gegenstand des schriftlichen Teils der Laufbahnprüfung waren. Es sind in der Regel nicht mehr als vier Anwärter gleichzeitig zu prüfen. Die Prüfungszeit soll je Anwärter in der Regel insgesamt 100 Minuten nicht überschreiten.
(4) Der mündliche Teil der Laufbahnprüfung besteht aus einem Prüfungsgespräch, das zwischen dem Prüfungsausschuss und dem Anwärter geführt wird. Das Prüfungsgespräch erstreckt sich auf alle Fächer des jeweiligen schriftlichen Teils der Laufbahnprüfung. Es dient auch dazu, dem Prüfungsausschuss ein Bild von der Fähigkeit des Anwärters zu verschaffen, eigene Gedanken zu entwickeln und eigene Auffassungen sachbezogen zu vertreten.
Bewertung der mündlichen Prüfungsleistung
(1) Der Prüfungsausschuss bewertet die mündlichen Prüfungsleistungen des Anwärters in den einzelnen Prüfungsfächern und bildet aus den Ergebnissen aller Prüfungsfächer eine Durchschnittspunktzahl als Ergebnis des mündlichen Teils der Laufbahnprüfung. § 18 Abs. 2 und § 20 Abs. 1 Satz 2 und 3 gelten entsprechend.
(2) Bleibt der Anwärter dem mündlichen Teil der Laufbahnprüfung ohne triftigen Grund fern oder bricht er sie ohne triftigen Grund ab, so erklärt der Prüfungsausschuss die Laufbahnprüfung für nicht bestanden.
(1) Im Anschluss an den mündlichen Teil der Laufbahnprüfung stellt der Prüfungsausschuss die Abschlussnote fest.
(2) Für die Bildung der für das Gesamturteil maßgebenden mittleren Punktzahl werden
die Punktzahl des praktischen Prüfungsteils doppelt,
die Durchschnittspunktzahl des schriftlichen Prüfungsteils doppelt und
die Durchschnittspunktzahl des mündlichen Teils einfach gewichtet.
Die aus den Ergebnissen gebildete Summe wird durch fünf dividiert.
(3) Die Laufbahnprüfung ist nicht bestanden, wenn
die Probearbeit mit weniger als 5 Punkten bewertet worden ist oder
mehr als eine schriftliche Prüfungsarbeit mit weniger als 5 Punkten bewertet worden ist oder
die Bewertung in zwei Fächern der mündlichen Prüfung jeweils mit weniger als 5 Punkten oder die Bewertung in einem Fach der mündlichen Prüfung mit weniger als 2 Punkten erfolgte.
(4) Die Prüfung ist außerdem nicht bestanden, wenn
die nach Absatz 2 gebildete mittlere Punktzahl weniger als 5 Punkte beträgt oder
sowohl die schriftlichen als auch die mündlichen Leistungen eines Prüfungsfachs mit weniger als 5 Punkten bewertet worden sind oder
die schriftliche Prüfung nach § 27 Abs. 2 Satz 2 für nicht bestanden erklärt wird.
(5) Die Abschlussnote und die ihr zugrunde liegenden Noten und Punktzahlen sind dem Anwärter nach der Laufbahnprüfung bekannt zu geben.
Prüfungszeugnis, Prüfungsniederschrift
(1) Der Anwärter erhält über die bestandene Laufbahnprüfung ein Prüfungszeugnis nach dem Muster der Anlage 7; die Ausbildungsbehörde erhält eine Kopie.
(2) Ist die Laufbahnprüfung nicht bestanden oder für nicht bestanden erklärt worden, so erhält der Anwärter vom Prüfungsausschuss darüber einen mit einer Begründung und Rechtsmittelbelehrung versehenen Bescheid; die Ausbildungsbehörde erhält eine Kopie.
(3) Für jeden Anwärter ist eine Prüfungsniederschrift nach dem Muster der Anlage 6 zu fertigen. Je eine Ausfertigung ist zu der Ausbildungsakte und zu den Akten des Prüfungsausschusses zu nehmen.
(4) Die Niederschriften nach Absatz 3 sind von den bei der mündlichen Prüfung anwesenden Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen. Die Prüfungsarbeiten sind mindestens fünf Jahre, die Niederschriften 30 Jahre aufzubewahren.
(1) Täuschungshandlungen von Prüfungsteilnehmern hat der Aufsichtführende festzustellen, zu unterbinden und dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses mitzuteilen. Bei einer erheblichen Störung des Prüfungsablaufs kann der Aufsichtführende den Prüfungsteilnehmer von der weiteren Teilnahme an der Prüfungsarbeit ausschließen.
(2) Über die Folgen eines Täuschungsversuchs, einer vollendeten Täuschung oder einer Störung des schriftlichen Prüfungsablaufs entscheidet der Vorsitzende des Prüfungsausschusses. Er kann je nach der Schwere des Verstoßes die schriftliche Prüfung für nicht bestanden erklären oder einzelne Prüfungsleistungen mit „ungenügend“ (0 Punkte) bewerten.
(3) Über Ordnungsverstöße bei der praktischen oder in der mündlichen Prüfung entscheidet der Prüfungsausschuss.
(4) Hat der Anwärter getäuscht und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Prüfungszeugnisses bekannt, kann der Prüfungsausschuss auch nachträglich, innerhalb von drei Jahren nach dem Tage der mündlichen Prüfung, das Gesamtergebnis berichtigen oder die Prüfung für nicht bestanden erklären. Der Anwärter erhält darüber einen schriftlichen mit einer Begründung und Rechtsmittelbelehrung versehenen Bescheid. Das unrichtige Prüfungszeugnis ist einzuziehen.
(1) Ist der Anwärter durch Krankheit oder aus sonstigen von ihm nicht zu vertretenden Gründen an der Ablegung der Prüfung oder einzelner Prüfungsabschnitte gehindert, so hat er dies unverzüglich nachzuweisen. In Krankheitsfällen ist ein ärztliches Zeugnis vorzulegen. Nur auf Verlangen ist der Prüfungsbehörde ein amtsärztliches Zeugnis vorzulegen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses entscheidet, ob eine vom Anwärter nicht zu vertretende Verhinderung vorliegt.
(2) Muss durch Krankheit oder aus vom Anwärter nicht zu vertretenden Gründen die Anfertigung der Probearbeit unterbrochen werden und kann diese nicht fristgerecht abgeliefert werden, bestimmt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses einen neuen Abgabetermin, sofern dienstliche Gründe nicht die Erteilung einer neuen Aufgabe erfordern.
(3) Eine vom Anwärter aus nicht zu vertretenden Gründen abgebrochene oder nicht angefertigte schriftliche Prüfungsarbeit ist an einem vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu bestimmenden Termin nachzuholen. Für nachzuholende Arbeiten sind neue Aufgaben zu stellen. Bereits abgelieferte Arbeiten werden als Prüfungsarbeiten gewertet.
(4) Eine vom Anwärter aus nicht zu vertretenden Gründen abgebrochene oder nicht angetretene mündliche Prüfung gilt als nicht abgelegt. Sie ist an einem vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu bestimmenden Termin nachzuholen.
(1) Hat der Anwärter die Laufbahnprüfung nicht bestanden oder ist diese für nicht bestanden erklärt worden, kann er die Prüfung frühestens nach vier Monaten nach Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse einmal wiederholen. In der Wiederholungsprüfung ist er auf Antrag von der aus der ersten Prüfung mit mindestens 5 Punkten bewerteten praktischen Prüfung sowie von den aus der ersten Prüfung mit mindestens 5 Punkten bewerteten Prüfungsfächern der schriftlichen Prüfung befreit. Die Ausbildungsbehörde bestimmt auf Vorschlag des Prüfungsausschusses, welche Ausbildungsabschnitte der praktischen Ausbildung bis dahin zu wiederholen sind.
(2) Besteht der Anwärter die Prüfung auch nach Wiederholung nicht, endet das Beamtenverhältnis auf Widerruf oder das öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis mit dem Ablauf des Tages, an dem ihm das Prüfungsergebnis schriftlich bekannt gegeben wird.
(3) Die oberste Dienstbehörde kann auf schriftlichen Antrag des betroffenen Anwärters im Einvernehmen mit dem Prüfungsausschuss in begründeten Ausnahmefällen eine zweite Wiederholung zulassen. Mit der Zulassung zur zweiten Wiederholung dauert das Beamtenverhältnis auf Widerruf oder das öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis fort.
Die Einsichtnahme in die eigene Prüfungsakte wird nur auf schriftlichen Antrag bei der Prüfungsbehörde innerhalb eines Jahres nach schriftlicher Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses gewährt.
Besteht ein Bedarf, kann die oberste Dienstbehörde Beamte des mittleren technischen Dienstes mit vermessungstechnischer Ausbildung nach den §§ 38 bis 40 ThürLaufbG zur Ausbildung für die Laufbahn des gehobenen technischen Dienstes im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation zulassen.
(1) Die Ausbildungszeit dauert drei Jahre. Sie beinhaltet eine Ausbildung, die sich an die in Anlage 1 angegebenen Ausbildungsinhalte anlehnt. Unter Berücksichtigung der bisherigen Tätigkeit des Beamten kann die Ausbildungsbehörde andere Ausbildungsstellen als für die Anwärter des entsprechenden gehobenen Dienstes vorsehen. Am Ende der Ausbildungszeit muss der Beamte mit den Aufgabengebieten vertraut sein, die sich aus dem Ausbildungsrahmenplan nach Anlage 1 ergeben.
(2) Die Ausbildungszeit kann insoweit gekürzt werden, als der Beamte während seiner bisherigen Tätigkeit bereits hinreichende Kenntnisse, wie sie für die neue Laufbahn gefordert werden, erworben hat. Sie muss mindestens ein Jahr und sechs Monate betragen.
(3) Die Ausbildungszeit schließt mit der Laufbahnprüfung ab.
(4) Während der Ausbildungszeit verbleibt der Beamte in seiner bisherigen Rechtsstellung.
Anwendung der für Anwärter geltenden Bestimmungen
(1) Die für die Anwärter geltenden Bestimmungen dieser Ausbildungs- und Prüfungsordnung sind entsprechend anzuwenden.
(2) Beamte, die die Laufbahnprüfung auch nach Wiederholung nicht bestanden haben, werden Dienstgeschäfte ihrer bisherigen Laufbahn übertragen.
Für Anwärter und Aufstiegsbeamte, die ihren Vorbereitungsdienst oder ihre Aufstiegsausbildung vor dem 1. Januar 2019 begonnen haben, gelten die Bestimmungen der Thüringer Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Laufbahn des gehobenen technischen Dienstes im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation in der am 31. Dezember 2018 geltenden Fassung fort.
(2) Gleichzeitig mit dem Inkrafttreten nach Absatz 1 tritt die Thüringer Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Laufbahnen des gehobenen vermessungstechnischen und des gehobenen kartographischen Verwaltungsdienstes vom 17. Juli 2006 (GVBl. S. 453), zuletzt geändert durch Verordnung vom 3. Februar 2011 (GVBl. S. 30), außer Kraft.
Erfurt, den 23. November 2015
(zu § 2 Abs. 2, § 10 Abs. 1 Satz 1, § 19 Abs. 1 Satz 1, § 32 Abs. 1 Satz 2 und 4)
Ausbildungsrahmenplan für den gehobenen technischen Dienst im Fachgebiet Geodäsie und Geoinformation
zu § 10: Praktische Ausbildung
Dauer+)
obere Kataster- und Vermessungsbehörde (einschließlich eine Woche Grundbuchamt)
Entstehung des Liegenschaftskatasters, Bestandteile, Einrichtung und Führung des Liegenschaftskatasters, Fortführung des Liegenschaftskatasters
Benutzung des Liegenschaftskatasters, Verwendung der Katasterunterlagen für Verwaltung und Wirtschaft
Vorbereitung, Ausführung und häusliche Ausarbeitung von Liegenschaftsvermessungen
Prüfung der Übernahmefähigkeit und Übernahme der Ergebnisse der Liegenschaftsvermessungen
allgemeine Geschäftsführung, Aufgaben und Organisation der Kataster- und Vermessungsverwaltung und der sonstigen Vermessungsstellen (Überblick)
Kostenangelegenheiten der Kataster- und Vermessungsverwaltung
Beurkundungs- und Beglaubigungsbefugnis der Vermessungsbehörden
Verbindung zwischen Grundbuch und Liegenschaftskataster
Liegenschaftsrecht und andere für das Liegenschaftskataster relevante Rechtsgebiete
Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur oder obere Kataster- und Vermessungsbehörde
vermessungstechnische Berechnungen aller Art
amtliche Lagepläne zu Bauanträgen, Belange des Liegenschaftskatasters bei der Ausführung von Bauvorhaben
Organisation und Aufgaben der Flurbereinigungsverwaltung
Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz (FlurbG) und dem Landwirtschaftsanpassungsgesetz (LwAnpG), rechtliche und technische Grundzüge der Flurbereinigung
Durchführung der Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz: Grundzüge der Neugestaltung des Verfahrensgebietes, Verfahrensvorbereitung, Wertermittlung, Planwunschtermin, Ausbau der gemeinschaftlichen Anlagen, Aufstellung des Finanzierungsplanes, Aufstellung und Prüfung der Flurbereinigungspläne, Berichtigung der öffentlichen Bücher (Grundbuch, Liegenschaftskataster)
Ausschreibungs- und Verdingungswesen
Zusammenarbeit der Kataster- und Vermessungsbereiche mit den Flurbereinigungsbereichen
Aufgaben der Flurbereinigungsbehörde als Träger öffentlicher Belange
Entwicklung, Einführung und Betreuung von IT-Verfahren
obere Kataster- und Vermessungsbehörde
Grundlagen des amtlichen Raumbezuges
Bildflugplanung und -koordinierung, Landesluftbildarchiv, photogrammetrische Auswertung, Digitales Geländemodell (DGM)
Topographischer Informationsdienst
Aufbau und Laufendhaltung des Amtlichen Topographisch-Kartographischen Informationssystems (ATKIS), Digitales Landschaftsmodell (DLM)
Herstellung und Fortführung der Standardausgaben der topographischen Karten, Sonderkarten und Sonderausgaben
obere Kataster- und Vermessungsbehörde oder Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur
Grundkenntnisse des Planungs- und Bodenordnungsrechts (Überblick)
technische Bearbeitung von Bodenordnungsmaßnahmen (Baulandumlegung, vereinfachte Umlegung)
obere Kataster- und Vermessungsbehörde sowie obere Flurbereinigungsbehörde
Einführungs- und fachtechnischer Lehrgang zur Unterrichtung ausgewählter Ausbildungsinhalte und Vertiefung der Kenntnisse entsprechend dem Stoffplan
Sonderausbildungslehrgang für Anwärter des gehobenen technischen Dienstes (§ 13 Abs. 3)
obere Kataster- und Vermessungsbehörde, obere Flurbereinigungsbehörde oder Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur
Anfertigung der Probearbeit (§ 19)
IT-Entwicklung Geoinformationssysteme
Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung und Erneuerung von Bestandteilen des Liegenschaftskatasters
Einführung in das AAA-Modell (ALKIS = Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem, ATKIS = Amtliches Topographisch-Kartographisches Informationssystem, AFIS = Amtliches Festpunktinformationssystem)
Entwicklung, Einführung und Betreuung von IT-Verfahren in der oberen Kataster- und Vermessungsbehörde
oberste und obere Kataster- und Vermessungsbehörde
Rechtsgrundlagen für das Behördenhandeln
Organisation, Personalangelegenheiten
Rechtsmittelbearbeitung im Kosten-, Kataster- und Bodenordnungsrecht, Gerichtsorganisation, Klageverfahren
Vertiefung im Verwaltungs-, Kosten-, Kataster-, Bodenordnungs- und Berufsrecht
ausgewählte Bereiche in der Grundstückswertermittlung
Aufgaben des Geographischen Informationszentrums
Vertrieb und Nutzung von Geobasisdaten
Information über Entwicklungen, Koordinierung und Betreuung im IT-Bereich
Herstellung und Prüfung reproduktions- und drucktechnischer Erzeugnisse
Öffentlichkeitsarbeit, Präsentation und Vertrieb
9++)
fachwissenschaftlich orientiert gestalteter Lehrgang für Aufstiegsbeamte
Anwendung und Vertiefung der im fachwissenschaftlich orientiert gestalteten Lehrgang vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten
etwa 7 (15) Wochen Erholungsurlaub
zusammen 65 (151) Wochen = 15 (35) Monate
zu § 19: Praktischer Teil der Laufbahnprüfung
Die Probearbeit ist nach Beendigung der Ausbildungsabschnitte 1 bis 5 anzufertigen.
Die Klammerzahlen beziehen sich auf § 32 Abs. 1 (Aufstiegsbeamte).
Bei Aufstiegsbeamten beginnt die Ausbildungszeit mit den Ausbildungsabschnitten 9 und 10.
(zu § 26 Abs. 3 Satz 1)
(zu § 26 Abs. 1 Halbsatz 1)

References: § 1
 § 13

§ 14
 § 30

§ 31
 § 33

§ 34
 § 36

§ 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13

§ 14

§ 15

§ 16

§ 17

§ 18

§ 19

§ 20

§ 21

§ 22

§ 23

§ 24

§ 25

§ 26

§ 27

§ 28

§ 29

§ 30

§ 31

§ 32

§ 33

§ 34

§ 35

§ 36

§ 2

§ 3

§ 5

§ 6

§ 8

§ 11

§ 12

§ 13

§ 15

§ 16

§ 17

§ 18

§ 19

§ 20

§ 21

§ 23

§ 24

§ 25

§ 26

§ 27

§ 28

§ 31

§ 32

§ 33
 § 14
 § 3
 § 8
 § 30
 § 19
 § 15
 § 12
 § 16
 § 19
 § 21
 § 20
 § 25
 § 27
 § 18
 § 20
 § 27
 § 2
 § 10
 § 19
 § 32
 § 10
 § 19
 § 32
 § 26
 § 26