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Timestamp: 2018-02-19 02:00:34+00:00

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Zitieren, Fußnoten und Literaturverzeichnis - ZAAR - Zentrum für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht - LMU München
Von der Abgabe zum Buch
Zitieren, Fußnoten und Literaturverzeichnis
Zitieren von Vorschriften
Die meisten Juristen können mit ihrem Handwerkszeug, den Rechtsnormen, nicht umgehen. Neben der hermeneutischen Textarbeit (anstelle der verbreiteten Normtextresistenz) geht es um den rein handwerklichen Umgang im Normzitat. Wer schlampig zitiert, dem traut man auch keinen klaren Gedanken zu.
In Hausarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen keine Abkürzung von Absätzen, also: § 1 Abs. 3 KSchG statt § 1 III KSchG. Diese Kurzschreibweise ist zulässig nur für Klausuren.
Mehrere Vorschriften ein und desselben Gesetzes können durch den Paragraphen- oder Artikel-Plural (§§ bzw. Artt.) zusammengefasst werden. Also: §§ 4 Abs. 1, 5 Abs. 2 KSchG oder Artt. 12, 14 GG. Werden Vorschriften verschiedener Gesetze zitiert, muß getrennt geschrieben werden: § 1 Abs. 5 KSchG iVm § 125 InsO!
Laufende Nummern in einer Vorschrift sind Nummern und keine Ziffern: § 1 Abs. 2 Nr. 3 (nie: Ziff. 3). Ziffern sind Zahlzeichen von 0 bis 9 ohne Ordnungsfunktion. Nummern dagegen sind Ordnungszahlen, die eine Reihung verdeutlichen. Eine Ziffer 11 gibt es schlechthin nicht.
Unterbuchstaben als Gliederungselement werden mit „Buchstabe“ oder „lit“ zitiert: § 1 Abs. 2 Nr. 3 lit a. Ein Abs. 3a ist möglich, aber nur, wenn der Gesetzgeber zwischen Absatz 3 und Absatz 4 einen neuen Abs. 3a zwischengefügt hat.
Ein Paragraph mit Kleinbuchstaben (§ 613a BGB) ist eine neue und einheitliche Ordnungszahl, die der Normgeber einfügt. Dementsprechend steht zwischen Zahl und Buchstabe kein Leerzeichen (nicht: § 613 a).
Letzte Klarheit bei Bonnet, Vom Zitieren gesetzlicher (und vertraglicher) Vorschriften, MDR 1989, 594 ff.
Viele Dissertationen sind Fußnotengebirge. Eigenständige Gedanken oder Argumente gehören von vornherein in den Text - nicht in die Fußnote. Die Idee, nur üppige Fußnoten (bis zum Amtsgericht Bad Kaff) seien wissenschaftlich, ist blanker Unsinn: Fußnoten sind kein Nachweis eigener Lesetätigkeit, sondern eine Hilfe für den Leser, der Belege und Weiterführendes sucht. Richtlinie: allenfalls 25% einer Seite dürfen Fußnotentext enthalten. Bei abgearbeiteten Standardproblemen, die für das eigene Werk ohne besondere Bedeutung sind, genügt eine Referenzbelegstelle, etwa: „statt aller Staudinger/Kaiser (2003) § 346 Rn. 12 m. w. N. zum Streitstand“.
Fußnoten sind fortlaufend zu numerieren – also nicht seitenweise. Zulässig (aber nicht empfehlenswert) ist ein erneuter Zählbeginn in einem neuen Kapitel (oder in der jeweils höchsten Gliederungsebene).
Im Text steht das Fußnotenzeichen zur Abgrenzung vom Text hochgestellt. Das macht Word automatisch. Im Fußnotenbereich macht Word das leider auch. Dort stört es aber die Lesbarkeit, weswegen das ZAAR hier normale Schrift empfiehlt.
Überschriften enthalten keine Fußnoten (Ausnahme: Sternchenfußnoten bei Aufsätzen mit Vorwortfunktion [Widmung, Mitarbeiterangabe oder Herkunftsnachweis, also Vortrag oder Gutachten]).
Der Fußnotenbereich wird durch einen waagerechten Strich vom Text abgesetzt (das macht „word“ automatisch).
Fußnoten enden mit einem Punkt!
Jahresangaben immer vierstellig: Also NZA 2004, 1 ff und nicht: NZA 04, 1
Zitierweise in der Fußnote:
bei Gerichtsentscheidungen sind – zum Zwecke der Identifizierung – Datum und Aktenzeichen anzugeben; bei BVerfG-Entscheidungen muß ggf. angegeben werden, ob es sich um eine „Kammer-Entscheidung“ handelt. Dann ist zu zitieren: BVerfG (Kammer) vom 1.4.2004 – 1 BvR 4/04. Bei EuG- und EuGH-Entscheidungen ist ggf. der Entscheidungsname mit anzugeben: EuGH vom 31.5.1995 – C-400/93 [Royal Copenhagen] – EuGHE I 1995, 1275 = AP Nr 68 zu Art 119 EWG-Vertrag.
Autorennamen sind hervorzuheben (durch „Kapitälchen“, Kursiv­druck), nicht jedoch Gerichtsbezeichnungen;
Vornamen sind in Fußnoten nicht anzuführen (Ausnahme – Namensgleichheit: Alfred Hueck im Unterschied zu Götz Hueck; Karsten Schmidt im Unterschied zu Harald Schmidt);
Der Titel eines Werkes oder Aufsatzes wird in den Fußnoten der Dissertation regelmäßig nicht wiederholt, weil der Leser im Literaturverzeichnis nachsehen kann. Werden mehrere Werke eines Autors zitiert, läßt sich die Identifizierung durch einen Kurztitel erreichen, der im Literaturverzeichnis anzugeben ist „(zit: Kurztitel)“.
Beispiel: Rieble, Arbeitsmarkt, Rn. 1224 ff. (statt: Rieble, Arbeitsmarkt und Wettbewerb. Der Schutz von Vertrags- und Wettbewerbsfreiheit im Arbeitsrecht, Rn. 1224 ff.);
Bei Zeitschriften und Entscheidungssammlungen wird der Jahrgang bzw. die Bandzahl genannt. Hinter einem Komma wird die Seitenzahl angegeben, an der der zitierte Beitrag oder die Entscheidung beginnt; die Abkürzung „S.“ entfällt. Dahinter folgt die Seitenzahl der konkret herangezogenen Belegstelle, entweder nach einem Komma oder in Klammern. Beispiel: BGH vom 5.7.2001 – I ZR 311/98 – BGHZ 148, 221, 230 f.; oder BGH vom 5.7.2001 – I ZR 311/98 – BGHZ 148, 221 (230 f.);
Kommentare werden nach Paragraphen und Randnummer (Rn.) zitiert – nicht: Randziffer (Ziffern sind Zahlzeichen von 0 bis 9 ohne Ordnungsfunktion!) oder Anmerkung –; zwischen der Paragraphenangabe und Rn. steht kein Komma – also: § 14 Rn. 12 und nicht: § 14, Rn. 12.
Wird eine Gerichtsentscheidung oder ein literarisches Werk mehrmals zitiert, so ist es zulässig, die Fundstelle nur beim ersten Zitat anzugeben und bei den weiteren Zitaten durch „a.a.O.“ zu ersetzen. Dahinter muß dann jedoch die Fußnote genannt werden, in der die Fundstelle angegeben ist; ästhetischer ist es dann aber, auch das „a.a.O“ wegzulassen und statt dessen einen Klammerverweis vorzunehmen. Beispiel: Gutzeit (Fn. 12) § 134 Rn. 12. BAG vom 20.4.1999 – 1 ABR 9/02 – (Fn. 34) unter B III 2 b der Gründe. In Word kann der Verfasser dynamische Referenzfelder anlegen, um nicht von Hand erneut durchnumerieren zu müssen!
Wird auf eine Internetseite verwiesen, so ist – wegen der fehlenden Dauerhaftigkeit der Internetpublikation – die vollständige Adresse nebst Datum des „letzten Abrufs“ anzugeben (z.B.: www.zaar.uni-muenchen.de [zuletzt abgerufen am 24.4.2004]); dazu näher: Runkehl/Siever, Digitale Wissenschaft, Forschung & Lehre 2000, 640; weiter: http://www.mediensprache.net/de/publishing/ , zuletzt abgerufen am 24.4.2004);
Enthält eine Fußnote mehrere Fundstellen, so werden Gerichtsentscheidungen zuerst – und zwar grundsätzlich dem Range im Instanzenzug entsprechend – zitiert. Also BAG vor LAG. Werden mehrere Entscheidungen desselben Gerichts zitiert, so sind diese chronologisch (auf- oder absteigend) zu ordnen. Die nachfolgenden Zitate sind entsprechend der Autorennamen alphabetisch zu ordnen. Werden mehrere Werke eines Autors zitiert, so ist der Autorenname nur beim ersten Zitat zu nennen. Der Name wird bei nachfolgenden Zitaten durch „ders.“ oder „dies.“ ersetzt.
Von dieser Reihung kann aus sachlichen Gründen abgewichen werden, etwa wenn eine Meinung aus der Literatur sich bei Gericht durchgesetzt hat: Klumpp, Die Privatstrafe, S. 12; dem nunmehr folgend OLG Colmar vom 17.3.1907 – 4 S 15/06 – JW 1908, 345. Oder wenn eine gute Idee in einer bahnbrechenden untergerichtlichen Entscheidung entwickelt worden ist.
Vermeiden Sie ein ständiges „vgl.“ am Beginn jeder Fußnote; das drückt nur distanzsuchende Ängstlichkeit aus. Wenn Sie ein Gericht oder einen Autoren mit einer Aussage zitieren, muß die Belegstelle das Behauptete ergeben – auch ohne besonderen Vergleich. Überflüssiger noch ist das vielverbreitete „siehe“ oder „s.“. Da Hörbücher nicht zitiert werden, liegt die Auswahl des maßgeblichen Sinnesorgans nahe. Wenn eine Belegstelle die Aussage als Zitat nicht vollständig deckt und Verfasser sich vor der Anmaßung hüten möchte, dem Zitierten etwas zu unterstellen, so sind aussagekräftigere Distanz-Formulierungen vorzuziehen: „in diese Richtung BGH“, „ähnlich Preis“, „dies deutet an von Hoyningen-Huene“.
Vielfach ist erforderlich, innerhalb des eigenen Textes Querverweise vorzunehmen. Das geschieht meist maximal leserunfreundlich auf Gliederungsebenen: Dazu oben § 1 B I 3 b [4]. So hält man den Leser nur davon ab, dem Verweis nachzugehen. Verweisen sie daneben auf Seitenzahlen. Beides (Verweis auf Gliederungsebene und Seitenzahlen) kann in Word mithilfe dynamischer Referenzfelder vorgenommen werden. Noch ist es unüblich, in Dissertationen mit Randnummern zu arbeiten. Indes ist dies die beste Möglichkeit, eine Textstelle exakt zu zitieren und dementsprechen klare Querverweise vorzunehmen.
Das Literaturverzeichnis wird der Arbeit angefügt, idR nachgestellt.
Es muß alle zitierten Literaturfundstellen (aber auch nur diese) – also: Bücher (Monographien), Kommentierungen, Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelwerken (insbesondere Festschriften) – enthalten.
Gesetze und Gerichtsentscheidungen (nebst Anmerkungen!) sind nicht in das Literaturverzeichnis aufzunehmen.
Bei Hausarbeiten war es üblich, nach Kategorien getrennt zu sortieren (Lehrbücher, Kommentare...). Das ist unnötig und stört den suchenden Leser, der sich am Alphabet orientiert.
Das Literaturverzeichnis ist alphabetisch zu ordnen.
Werke (insbesondere Kommentare), die von mehreren Autoren bearbeitet sind, werden im Literaturverzeichnis unter dem Namen des erstgenannten Autors oder Herausgebers eingeordnet.
Die Herausgebereigenschaft muß gekennzeichnet werden (um die Urheberzuschreibung zu vermeiden). Das geschieht durch den Klammerzusatz „(Hrsg.)“ oder „(Hg.)“
Bei Groß- oder Standardkommentaren (Palandt, Staudinger, Soergel, Erman) ist der Titelname zu verwenden, auch wenn der namensgebende Werkbegründer keine Funktion mehr ausübt. Der jeweilige Bearbeiter ist beim einzelnen Zitat anzugeben.
Werden mehrere Werke eines Autors zitiert, so ist der Autorenname nur erstmals anzugeben. Freilich ist dann auf das Geschlecht oder den Plural besonders zu achten.
Nach einer Autorin darf nicht stehen: „derselbe“.
Doppelnamen werden durch Bindestrich (Neumann-Duesberg), die Namen mehrerer Autoren durch Schrägstrich (Löwisch/Rieble) verbunden. Adelsprädikate sind für die Reihung unbeachtlich: „von Hoyningen-Huene“ steht bei „H“ und nicht bei „v“ (hier versagt die Sortierfunktion von Word). Akademische Titel des Autors werden nicht angeführt.
Im Einzelnen sind anzugeben:
bei Lehrbüchern, Kommentaren und Monographien:
der Name (nebst Vornamen) des oder der Autoren; der Titel des Werkes; ggfs. Band und Auflage; Erscheinungsjahr. Der Erscheinungsort ist bei den heute üblichen Vielfachsitzen von Verlagen eher irreführend und überflüssig (Tokio, Paris und Posemuckel). Wegen der ISB-Numerierung und der guten EDV-Zugänglichkeit ist auch ohne Angabe des Sitzes die Auffindbarkeit gewährleistet. Ausnahme Dissertationen im Selbstverlag (Diss. Greifswald)
Der Name sollte durch Formatierung (kursiv, Kapitälchen) hervorgehoben werden. Insofern empfiehlt sich eine Zeichenformatvorlage (Autor), die durch den ganzen Text verwendet wird.
Beispiel: Löwisch, Manfred, Arbeitsrecht, 7. Auflage (2004)
bei Fest- oder Zeitschriftbeiträgen:
der Name (nebst Vornamen) des oder der Autoren; Titel des Beitrags (Aufsatzes); bibliographische Angabe der Festschrift bzw. Angabe der Zeitschrift und des Jahrgangs; Seitenangabe.
Beispiel: Rieble, Volker, Kompensation der Betriebsspaltung durch den Gemeinschaftsbetrieb mehrerer Unternehmen (§ 322 UmwG), Festschrift für Günther Wiese (1998), S. 453.
Bei Festschriften, Gedenkschriften und Ehrensymposien kann auf die Angabe der Herausgeber und des Titels verzichtet werden, weil der akademische Verkehr die Festgabe der zu ehrenden Person zuordnet. Selbstverständlich bleibt das „große Zitat“ erlaubt.
Also: Sieg, Interne Schlichtung zur Vermeidung von Arbeitsgericht und Einigungsstelle, in 2. BAG-FS (2004) S. 1329 ff. oder Rieble, Qualifizierungstarifverträge, in: Preis/Oetker/Rieble (Hg.), 50 Jahre Bundesarbeitsgericht, [zit: 2. BAG-FS] (2004) S. 831 ff.
Die Jahresangabe kann bei Büchern in Klammern oder zwischen Kommata stehen. Ersteres hat den Vorzug, daß dann, wenn der Titel eine Jahresangabe enthält, das Erscheinungsjahr deutlicher abgesetzt ist, etwa: Jahrbuch des Arbeitsrechts 2003 (2004), oder: Aktuelles Arbeitsrecht 2002 (2003).
bei Zeitungsartikeln:
der Name (nebst Vornamen) des Verfassers; Titel des Artikels; Name der Zeitung; Nummer der Ausgabe; Erscheinungsdatum; Seitenangabe
Beispiel: Hefty, Georg Paul, Ehrlich währt am längsten, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 264 vom 13.11.2002, S. 1
Fehlen einzelne Angaben in der Publikation (z.B. Verfasser, Erscheinungsort oder –jahr), so ist dies im Literaturverzeichnis kenntlich zu machen (etwa durch „o.V.“, „o.O.“ oder „o.J.“).
Werden in der Arbeit Abbildungen verwandt, so schließt sich an das Literaturverzeichnis ein Abbildungsverzeichnis an, das die Herkunft der Abbildungen nachweist.
Verantwortlich für den Inhalt: VR | 2010

References: § 1
 § 1
 § 1
 § 125
 § 1
 § 1
 § 613
 § 346
 EuGH 
 BGH 
 BGH 
 § 14
 § 14
 § 134
 § 1