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Timestamp: 2016-10-28 16:00:44+00:00

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134 II 978. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. Pro Natura und Mitb. gegen Bergbahnen Engelberg-Tr�bsee-Titlis AG, Gemeinderat Wolfenschiessen und Baudirektion des Kantons Nidwalden (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)
1A.50/2007 vom 11. M�rz 2008
Art. 24 let. b LAT, art. 11 LChP, art. 6 ODF et art. 18 al. 1bis LPN; construction d'une piste de ski dans un district franc f�d�ral. Buts de la protection du district franc (consid. 3.2). La pes�e des int�r�ts globale n�cessaire pour un projet hors de la zone � b�tir, dans un district franc, n'a pas �t� effectu�e de mani�re suffisante par le Tribunal administratif (consid. 3.3-3.7). Faits � partir de page 98
Am 19. Juli 2002 reichte die Bergbahnen Engelberg-Tr�bsee-Titlis AG der Gemeinde Wolfenschiessen ein Baugesuch f�r eine (Entlastungs-)Piste im Gebiet "Sulzli" und einen Schlepplift auf Parzelle Nr. 1, Rindertitlis-St�ubi-Schl�chtismatt, ein. Die Piste soll unterhalb der Station "Stand" (Rindertitlis) �ber eine Strecke von rund 1,6 km zur Ebene "Schl�chtismatt" (beim Tr�bsee) f�hren. Von dort ist geplant, mit einem demontierbaren Schlepplift den Anschluss an die Sesselbahn "Tr�bseehopper" zu erm�glichen. Das Vorhaben liegt ausserhalb der Bauzone.
Gegen dieses Projekt erhoben u.a. Pro Natura Schweiz, Pro Natura Unterwalden, der WWF Schweiz, der WWF Unterwalden sowie die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz gemeinsam Einsprache. Sie machten geltend, mit der geplanten Piste w�rden die Schutzziele des eidgen�ssischen Jagdbanngebietes Nr. 11, Hutstock, Kantone Obwalden/Nidwalden, verletzt. Das Projekt beeintr�chtige bzw. st�re bestehende Wintereinst�nde von Rauhfussh�hnern, insbesondere Schnee- und Birkh�hnern sowie Schneehasen stark.
Mit Verf�gung vom 14. November 2003 erteilte die Baudirektion Nidwalden der Bauherrin unter Auflagen und Bedingungen die Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG. Der Gemeinderat Wolfenschiessen beschloss am 17. November 2003 - unter gleichzeitiger Er�ffnung der Ausnahmebewilligung -, die vorerw�hnte Einsprache abzuweisen und das Baugesuch zu bewilligen.
Die Einsprecher gelangten sowohl gegen die Ausnahmebewilligung der Baudirektion wie gegen die Baubewilligung der Gemeinde an den Regierungsrat des Kantons Nidwalden. Die BGE 134 II 97 S. 99Rodungsbewilligung, welche am 17. M�rz 2004 erteilt wurde, erwuchs dagegen unangefochten in Rechtskraft.
Mit Beschluss Nr. 418 vom 21. Juni 2005 best�tigte der Regierungsrat die beiden angefochtenen Bewilligungen. Das hierauf angerufene Verwaltungsgericht sch�tzte diesen Entscheid mit Urteil vom 2. Oktober 2006.
Pro Natura Schweiz, Pro Natura Unterwalden, der WWF Schweiz, der WWF Unterwalden und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz erhoben mit Eingabe vom 8. Juni 2007 Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht. Sie beantragten, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 2. Oktober 2006 sei aufzuheben und die Baubewilligung sowie die raumplanerische Ausnahmebewilligung f�r die Piste "Sulzli" und den Schlepplift "Schl�chtismatt" auf der Parzelle Nr. 1 der Gemeinde Wolfenschiessen seien zu verweigern. Eventualiter sei das verwaltungsgerichtliche Urteil aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an den Regierungsrat, subeventualiter an das Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen.
Das Bundesgericht heisst die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gut und hebt das angefochtene Urteil auf. Die ordentliche Baubewilligung und die raumplanungsrechtliche Ausnahmebewilligung werden verweigert und die Angelegenheit zu neuem Entscheid im Kostenpunkt an das Verwaltungsgericht Nidwalden zur�ckgewiesen.
3. Die Beschwerdef�hrer machen sinngem�ss geltend, das Vorhaben verstosse gegen das Bundesgesetz vom 20. Juni 1986 �ber die Jagd und den Schutz wildlebender S�ugetiere und V�gel (JSG; SR 922.0), verletze Art. 18 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 �ber den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) und missachte Art. 24 lit. b RPG (SR 700), indem die dort vorgesehene Interessenabw�gung mangelhaft vorgenommen worden sei.
3.1 Die geplante Skipiste liegt ausserhalb der Bauzone und bedarf daher u.a. einer raumplanungsrechtlichen Ausnahmebewilligung gem�ss Art. 24 RPG. Eine Ausnahmebewilligung kann nur erteilt werden, wenn keine �berwiegenden Interessen entgegenstehen (Art. 24 lit. b RPG). Es sind all jene Anliegen der Raumplanung zu ber�cksichtigen, die f�r den Fall eine Aussage enthalten (EJPD/BRP, Erl�uterungen RPG, N. 26 und 47 zu Art. 24 RPG). Mithin ist zu pr�fen, ob dem Projekt Interessen des Umweltschutzes entgegenstehen, BGE 134 II 97 S. 100sollen doch mit Massnahmen der Raumplanung die nat�rlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Luft, Wasser, Wald und die Landschaft gesch�tzt werden (Art. 1 Abs. 2 lit. a RPG). Sie alle bilden Teil der nat�rlichen Umwelt, deren Erhaltung vorab durch den Umweltschutzartikel (Art. 74 BV) sowie durch besondere Schutzauftr�ge (wie Wassererhaltung, Gew�sserschutz, Natur- und Heimatschutz, Tierschutz [Art. 76-80 BV]) zur Staatsaufgabe erkl�rt werden (BERNHARD WALDMANN/PETER H�NNI, Handkommentar RPG, Bern 2006, N. 26 zu Art. 1 RPG). Diese Anliegen sind im Rahmen der umfassenden Interessenabw�gung zu ber�cksichtigen (vgl. BGE 129 II 63 E. 3.1 S. 68; siehe dazu auch BGE 115 Ib 472 E. 2e/aa S. 486 zu Art. 24 Abs. 2 aRPG). Nach Art. 3 Abs. 1 RPV (SR 700.1) haben die Beh�rden, denen bei Erf�llung und Abstimmung raumwirksamer Aufgaben Handlungsspielr�ume zustehen, alle ber�hrten Interessen zu ermitteln, diese einzeln zu beurteilen und dabei besonders die Vereinbarkeit mit der anzustrebenden r�umlichen Entwicklung und die m�glichen Auswirkungen zu ber�cksichtigen sowie den Interessen aufgrund der Beurteilung im Entscheid m�glichst umfassend Rechnung zu tragen; diese Interessenabw�gung ist in der Begr�ndung darzulegen (Art. 3 Abs. 2 RPV). Lenkender Massstab der vorzunehmenden umfassenden Interessenabw�gung bilden nach den vorstehenden Ausf�hrungen haupts�chlich die Planungsziele und Grunds�tze des eidgen�ssischen RPG (Art. 1 und 3 RPG, siehe etwa BGE 112 Ib 26 E. 5a S. 33 f.). Soweit das positive Verfassungs- und Gesetzesrecht einzelne Aspekte der Interessenabw�gung konkret regelt, ist vorweg zu kl�ren, ob das Vorhaben mit diesen Vorschriften zu vereinbaren ist. Erst wenn dies zutrifft, ist die Abw�gung aller zu ber�cksichtigenden Interessen koordiniert durchzuf�hren (vgl. BGE 117 Ib 28 E. 3 S. 31 f. mit Hinweisen; vgl. auch BGE 121 II 72 E. 3 S. 79). Dementsprechend sind hier u.a. die Vorschriften des JSG und des NHG anzuwenden.
3.2 3.2.1 Art. 1 Abs. 1 lit. a des JSG sieht vor, dass die Artenvielfalt und die Lebensr�ume der einheimischen wildlebenden S�ugetiere und V�gel erhalten bleiben sollen. Zu diesem Zweck werden unter anderem Schutzgebiete (Jagdbanngebiete usw.) ausgeschieden (Art. 11 JSG). Bund und Kantone sorgen bei der Erf�llung ihrer Aufgaben daf�r, dass die Schutzziele der Banngebiete nicht durch andere Nutzungen beeintr�chtigt werden. Liegen im Einzelfall andere Interessen vor, ist anhand einer Interessenabw�gung zu entscheiden (Art. 6 BGE 134 II 97 S. 101Abs. 1 der Verordnung vom 30. September 1991 �ber die eidgen�ssischen Jagdbanngebiete [VEJ; SR 922.31]).
Betroffen vom umstrittenen Pistenprojekt ist vorliegend das Objekt Nr. 11, Hutstock, des eidgen�ssischen Jagdbanngebietes (vgl. Anhang 1 zur VEJ). Gem�ss dem Bundesinventar �ber die eidgen�ssischen Jagdbanngebiete liegt das Schutzgebiet zwischen dem Engelbergertal und dem Melchtal im Bereich der n�rdlichen Kalkalpen. Ein abwechslungsreiches, biologisch wertvolles Gemisch von Wald, Weiden und Geb�schen pr�gt die Waldzone, dar�ber schliesst sich ein breiter G�rtel von subalpinen und alpinen Weiden, ausgedehnten Felslandschaften und Ger�llfeldern an. Das Gebiet zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensr�ume aus. Als Zielsetzung wird die Erhaltung des Gebiets als Lebensraum f�r wildlebende S�ugetiere und V�gel, der Schutz der Tiere vor St�rung und der besondere Schutz der Rauhfusshuhnbest�nde formuliert. Unter dem Stichwort "besondere Massnahmen" nennt das Inventar sodann den integralen Schutz des gesamten Banngebiets.
3.2.2 Die Banngebiete sind bei der Richt- und Nutzungsplanung zu ber�cksichtigen (Art. 6 Abs. 2 VEJ). Zudem ist der Erhaltung von Biotopen im Sinne von Art. 18 Abs. 1bis NHG, insbesondere als Lebensr�ume der einheimischen und ziehenden wildlebenden S�ugetiere und V�gel, besondere Beachtung zu schenken (Art. 6 Abs. 3 VEJ). Art. 5 Abs. 1 lit. g VEJ verbietet in Banngebieten ausdr�cklich das Skifahren ausserhalb von markierten Pisten, Routen und Loipen.
3.3 3.3.1 Das Verwaltungsgericht st�tzt sich bei seiner Beurteilung u.a. auf ein Gutachten zur Wildtierbiologie (im Folgenden: Gutachten Righetti) vom 15. August 2001 und den Umweltvertr�glichkeitsbericht vom 17. Juli 2002. Im Gutachten Righetti werde im Wesentlichen festgehalten, das Projekt bringe zwar grunds�tzlich neue St�rungen ins Gebiet, durch die Umsetzung von mehreren Massnahmen k�nnten jedoch negative Einwirkungen kompensiert und heutige Missst�nde verbessert werden. Dem Umweltvertr�glichkeitsbericht k�nne entnommen werden, dass das Vorhaben unter Vorbehalt verschiedener Auflagen und Bedingungen den Vorschriften �ber den Schutz der Umwelt entspreche. Aus den genannten Unterlagen ergibt sich laut den Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts, dass der Raum im Projektperimeter bereits heute intensiv durch den Menschen f�r Erholung und Freizeit beansprucht werde. Im Winter/Fr�hling seien die BGE 134 II 97 S. 102Vorbereitungen (Pistenpr�parierung, Sicherheit) und der Skitourismus abseits der markierten Pisten zu nennen. Massive St�rungen best�nden f�r die Schneeh�hner und Schneehasen im Wintereinstand "Oberen W�ng/Titlisboden" sowie f�r die im Fr�hling in den Sommereinstand wechselnden und dort weilenden G�msen im "Gross Sulzli/Steinberg". Was die St�rung der Wildtiere anbelange, bestehe im fraglichen Gebiet eine hohe Vorbelastung, v.a. im Winter/Fr�hling. Der Betrieb der Piste als solche stelle f�r die Tiere keine massive Zunahme der Belastungssituation dar. Relevante negative Folgen k�nnten aber von Begleiterscheinungen des Pistenbetriebes ausgehen. Die gesteigerte Attraktivit�t f�r Variantenskifahrer sowie massive Lawinensprengs�tze zur Pistensicherung w�rden den Wintereinstand von Schneehasen und Schneeh�hnern wie auch den Sommereinstand der G�mse massiv entwerten, zum Teil sogar in Frage stellen. Diese negativen Nebeneffekte w�rden durch die Umsetzung des Nutzungskonzeptes der Piste jedoch minimiert. Durch Bau und Betrieb der Piste "Sulzli" werde eine bis anhin offiziell st�rungsfreie Gel�ndekammer des Jagdbanngebietes (zeitweise) f�r die touristische Nutzung frei gegeben. W�hrend der Bau punktuell eine indirekte h�here Belastung f�r die Wildtiere mit sich bringe, k�nne die durch die Piste "Sulzli" beabsichtigte Kanalisierung des Skibetriebs eine tendenzielle Verbesserung der Situation f�r die Wildtiere mit sich bringen. Wichtig seien die einleuchtende Information, die rigorose Durchsetzung des Variantenskifahrverbots und die zeitgerechte Sperrung der Piste im Fr�hling. Die Bauarbeiten w�rden von einer Fachperson in �kologie begleitet. Zur Verhinderung des Variantenskifahrens sollten feste Schutzz�une entlang des Grates im Gebiet "Oberen W�ng" bis "Titlisboden" errichtet werden; zudem w�rden Abfahrtsm�glichkeiten vom "Steinberg" Richtung "Staub" unterbunden (Markierung) und die abgesperrten Skibereiche regelm�ssig kontrolliert. Gegen Missachtungen des Verbots seien Massnahmen zu ergreifen.
3.3.2 Das Verwaltungsgericht sieht keinen Anlass, an den Berichtergebnissen zu zweifeln. Zwar lasse sich das Bauvorhaben nicht ohne jede Beeintr�chtigung realisieren, unter konsequenter Beachtung der Auflagen und Bedingungen k�nnten die Schutzziele des Jagdbanngebiets aber weiterhin erreicht werden.
3.3.3 Zu den Lawinensprengungen h�lt das Verwaltungsgericht fest, der Umweltvertr�glichkeitsbericht habe die Situation der Schneeh�hner im Winter mitber�cksichtigt und sei dabei zum Schluss gekommen, dass der Betrieb der Piste als solche f�r die Wildtiere keine BGE 134 II 97 S. 103massive Zunahme der Belastungssituation darstelle. Das Verwaltungsgericht verweist insbesondere darauf, dass die Betriebszeiten der Piste begrenzt seien, Orientierungstafeln und Markierungen angebracht w�rden und Fragen bez�glich Wild wie bis anhin von Fall zu Fall mit dem Wildh�ter abgesprochen w�rden. Schliesslich bestehe auch im Skigebiet "Stand" und "Jochpass" bereits seit Jahren eine �berlagerte Nutzung, welche funktioniere.
3.4 3.4.1 Das Bundesamt f�r Umwelt (BAFU) h�lt dem Verwaltungsgericht in seiner Vernehmlassung ans Bundesgericht entgegen, mit der geplanten Entlastungspiste w�rde eine heute noch relativ ruhige und unber�hrte Gel�ndekammer neu erschlossen. Dieses Teilgebiet sei im intensiv genutzten Skigebiet Titlis ein �usserst wertvolles und bedeutendes R�ckzugsgebiet bzw. ein wichtiges Wintereinstandsgebiet f�r verschiedene, teils gef�hrdete Wildtierarten wie Schnee- und Birkh�hner sowie Schneehasen. Ebenso diene es im Sommer als G�mseinstand und werde auch von Murmeltieren und F�chsen bewohnt. Der Pistenbau und die daraus folgende Nutzung w�rden nach Auffassung des BAFU den Lebensraum dieser Tiere stark beeintr�chtigen und einschr�nken. Neben den herk�mmlichen Pisteng�ngern w�rden insbesondere den Variantenskifahrern oder den so genannten "Freeridern", welche das Gebiet bereits heute stark frequentieren w�rden, zus�tzliche M�glichkeiten geboten, in die Lebensr�ume der genannten Tierarten vorzudringen. Engelberg gelte als eines der bedeutenden "Freeriding-Center" in der Schweiz. Die Variantenskifahrer durch Absperrungen, Markierungen und Information abzuhalten, gelinge trotz Anstrengungen oft nur in geringem Ausmasse; eine Kanalisierung sei schwer m�glich, da die Fahrer den unber�hrten Schnee suchen w�rden. Bereits sehr wenige Fahrer verteilen sich nach Einsch�tzung des BAFU �ber eine ansehnliche Fl�che und k�nnen grosse St�reffekte auf die Tiere haben. Wie neuere Studien zeigen w�rden, k�nnten Freizeitaktivit�ten und Erschliessungen die �berlebenswahrscheinlichkeit von Tieren, insbesondere die des sensiblen Birkwildes, verringern. Obwohl der geplante Bau der Piste und Anlagen in einer f�r die Fauna wenig sensiblen Zeit erfolgen soll, sind nach Meinung des BAFU die direkte wie auch die indirekte St�rung w�hrend der Bauphase massiv.
3.4.2 Sodann weist das BAFU darauf hin, dass das Eidgen�ssische Institut f�r Schnee- und Lawinenforschung (SLF) die Gew�hrleistung der Pistensicherheit w�hrend der Betriebsphase infolge der BGE 134 II 97 S. 104Lawinengefahr als sehr problematisch erachte; diese werde nur mit �usserst sorgf�ltigen Arbeiten zu erreichen sein. Gem�ss der Technischen Beratung SLF 210.00 "Sicherungsmassnahmen Piste Sulzli Skigebiet Titlis Engelberg" vom 28. Juli 2000 ist die Piste "Sulzli" praktisch auf ihrer gesamten L�nge von 2 km von Lawinen gef�hrdet. Die Gef�hrdung der Piste sei unterschiedlich: Grosslawinen aus den Anrissgebieten "Titlis" bis "Reissend Nollen" k�nnten laut SLF bis in die Ebene von "Sch�chtismatt" vordringen. Bereits w�hrend und nach geringen Schneef�llen oder Triebschneeansammlungen sowie bei markanten Temperatur�nderungen seien Abg�nge auf den Skiweg v.a. n�rdlich und nordwestlich von "Sulzlischulter" m�glich. Durch den Hanganschnitt seien Skifahrer, aber auch Pistenfahrzeuge auf dem Skiweg speziell gef�hrdet. Aus Erfahrung mit �hnlichen Situationen wird es gem�ss dem Bericht notwendig sein, die Piste jeden Winter �ber l�ngere Zeitspannen zu sperren. Der Betrieb der Piste sei mit einem sehr grossen Sicherungsaufwand verbunden. Oberhalb des Skiweges seien im Anrissgebiet E1 ca. 15 Sprengpunkte zu empfehlen. Da bereits bei kleinen Schneef�llen und Schneeverfrachtungen eine Gef�hrdung des Skiweges bestehe, m�sse das Gebiet ungef�hr 25 mal pro Winter gesichert werden. Auch von Variantenskifahrern ausgel�ste Lawinen d�rften die Piste nicht erreichen. Das SLF gelangt zum Schluss, ein nicht zu untersch�tzendes Risiko bleibe bestehen (Ausl�sungen nach negativen Sprengungen, Abg�nge durch Variantenskifahrer, Ausl�sungen nach Gletscherabbr�chen oder Gletscherbewegungen, Nassschneerutsche). Als Sprengmethode schl�gt es beim Gebiet "Sulzlischulter-Nord" einen Lawinensprengmast an ca. 3 Standorten, in Kombination mit Hand- und Helikopter-Sprengungen vor. Mit dem Lawinensprengmast k�nnen in Anrissgebieten Ladungen ferngesteuert zur Detonation gebracht werden. F�r das Anrissgebiet C "Titlisboden-S�d" werden Handsprengungen empfohlen. Das SLF betrachtet die geplante Piste "Sulzli" gesamthaft als sehr problematisch. Es handelt sich seines Erachtens um einen Grenzfall. Nur mit �usserst sorgf�ltigem Arbeiten d�rfte es m�glich sein, die Verkehrssicherungspflicht f�r die Piste erf�llen zu k�nnen.
3.4.3 Erg�nzend h�lt das BAFU dazu fest, einige Sprengpunkte w�rden direkt im Wintereinstandsgebiet liegen. Sowohl der Wintereinstand der Schneehasen, Schnee- und Birkh�hner wie auch der Sommereinstand der G�msen w�rden wohl gr�sstenteils zerst�rt oder als elementarer Lebensraum f�r die genannten Arten in Frage gestellt. Es sei nicht auszuschliessen, dass bei den k�nstlich ausgel�sten BGE 134 II 97 S. 105Lawinen immer wieder Schneeh�hner versch�ttet w�rden, welche nicht rechtzeitig wegfliegen k�nnten. Damit k�nne die Zielsetzung des Jagdbanngebietobjekts Nr. 11, n�mlich insbesondere der Schutz der Rauhfusshuhnbest�nde, nicht gew�hrleistet werden.
3.5 3.5.1 Den Vorbehalten des BAFU ist zuzustimmen. Hinzu kommt, dass auch das Gutachten Righetti in Ziff. 3.3 zu bedenken gibt, anders als die Bauphase k�nne die Betriebsphase zu relevanten negativen Projekteinwirkungen f�hren; dies sei u.a. der Fall, wenn die Skipistensicherung massive Lawinensprengeins�tze zur Folge h�tte. Dies w�rde nach Einsch�tzung des Gutachters sowohl den Wintereinstand der Schneehasen und Schneeh�hner ("Oberen W�ng" und westlich "Staub") als auch den Sommereinstand der G�mse ("Gross Sulzli/Steinberg") massiv entwerten, teilweise sogar in Frage stellen. Erg�nzend sei hier angemerkt, dass das von der Beschwerdegegnerin im Verfahren vor dem Regierungsrat eingereichte Lawinensicherungskonzept vom 19. Februar 2003 davon ausgeht, dass auf der ganzen L�nge der geplanten Piste Lawinensprengungen n�tig sein werden.
3.5.2 Aus den Ausf�hrungen des BAFU und des SLF wird denn auch klar, dass bedeutende Interessen - insbesondere des Tierschutzes - auf dem Spiel stehen. Wie in E. 3.1 und 3.2.1 gesehen ist bei Vorhaben ausserhalb der Bauzone in einem Jagdbanngebiet eine umfassende Interessenabw�gung vorzunehmen (Art. 24 lit. b RPG und Art. 6 Abs. 1 VEJ). Das Verwaltungsgericht und die kantonalen Beh�rden haben den augenscheinlich wirtschaftlich motivierten Interessen der Beschwerdegegnerin einen �berh�hten Stellenwert einger�umt, ohne zu beachten, dass mit der Bewilligung der Piste die Zielsetzung des Objekts Nr. 11 im Jagdbanngebiet illusorisch wird. Der hohe natur- und jagdschutzrechtliche Stellenwert, welcher der Gegend beizumessen ist, ergibt sich schon daraus, dass sie als eidgen�ssisches Jagdbanngebiet ausgeschieden wurde. Wie das Bundesgericht im Zusammenhang mit BLN-Objekten (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkm�ler von nationaler Bedeutung) festgehalten hat, wird durch die Aufnahme eines Objekts von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes dargetan, dass es jedenfalls unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen die gr�sstm�gliche Schonung verdient (vgl. Art. 6 Abs. 1 NHG; in diesem Sinne Urteil des Bundesgerichts 1A.168/2005 vom 1. Juni 2006, publ. in: URP 2006 S. 705 und ZBl 108/2007 BGE 134 II 97 S. 106S. 338, E. 3.4.1). �hnliches muss auch f�r Objekte im Jagdbanngebiet gelten. Der nat�rliche Lebensraum der dort ans�ssigen Tierarten wird durch das vorliegende Projekt stark in Mitleidenschaft gezogen und ein Erhalt scheint auch aufgrund der regelm�ssig notwendigen Lawinensprengungen in Frage gestellt. Schwere Beeintr�chtigungen der Wintereinst�nde von Schneehase und Schneehuhn sind sehr wahrscheinlich. Die Auflagen und Bedingungen der Baubewilligung erscheinen bei Weitem nicht als ausreichend, um den mit der Piste verbundenen Eingriff m�glichst schonend zu gestalten.
3.6 Die demgegen�ber geltend gemachten Interessen am Bau der Piste sind als geringer einzustufen:
3.6.1 So verkennt etwa die Argumentation, wonach mit dem Pistenbau das Variantenskifahren kanalisiert werden soll, dass Letzteres aufgrund von Art. 5 Abs. 1 lit. g VEJ �berhaupt zu unterbinden ist: In Banngebieten ist das Skifahren ausserhalb von markierten Pisten, Routen und Loipen nicht zul�ssig. Selbst wenn Vollzugsschwierigkeiten bestehen, ist solchem Verhalten nicht noch Vorschub zu leisten, indem das Freizeitangebot im Schutzgebiet vergr�ssert wird. Dadurch werden die letzten noch bestehenden R�ckzugsm�glichkeiten f�r das Wild zerst�rt. Der Pistenbau l�uft dem Schutzgedanken des Jagdbanngebietes deutlich zuwider.
3.6.2 Ebenso wenig verm�gen die �berlegungen des Verwaltungsgerichts zur Pistensicherheit zu �berzeugen. Die Ausf�hrungen im Bericht des SLF zeigen, dass die gesamte Entlastungspiste unter dem Aspekt der Lawinengefahr als sehr problematisch eingestuft wird. Dass durch die zahlreich n�tigen Sprengungen zudem der nat�rliche Lebensraum der im Gebiet vorkommenden Tierarten stark beeintr�chtigt und gef�hrdet wird, liegt auf der Hand.
3.6.3 Schliesslich ist in den Banngebieten gem�ss Art. 6 Abs. 3 VEJ der Erhaltung von Biotopen im Sinne von Art. 18 Abs. 1bis NHG, insbesondere als Lebensr�ume der einheimischen und ziehenden wildlebenden S�ugetiere und V�gel, besondere Beachtung zu schenken. Die Kantone sorgen insbesondere daf�r, dass solche Lebensr�ume land- und forstwirtschaftlich angepasst genutzt (lit. a) und nicht zerschnitten werden (lit. b) sowie ein ausreichendes �sungsangebot aufweisen (lit. c). Art. 18 Abs. 1bis NHG z�hlt in nicht abschliessender Weise auf, welche Gebiete als Biotope Schutz verdienen. Teile des Jagdbanngebietes wurden als kantonales Pflanzenschutzgebiet, Grundwasserschutzzone und Landschaftsschutzgebiet BGE 134 II 97 S. 107"Schl�chtismatt-Tr�bsee-Bitzistock" ausgeschieden. Dies ist ein hinreichendes Indiz daf�r, dass der Gegend Biotop-Qualit�t zukommt (siehe dazu auch KARL LUDWIG FAHRL�NDER, Kommentar NHG, Z�rich 1997, N. 15 ff. zu Art. 18 NHG). Zudem d�rften aufgrund dieser kantonalen Ausscheidungen nicht nur S�ugetiere und V�gel, sondern weitere heimische Flora und Fauna wie auch die Landschaft als solche durch das umstrittene Projekt beeintr�chtigt werden.
3.7 Insgesamt muss die Interessenabw�gung des Verwaltungsgerichtes als unzureichend und im Ergebnis bundesrechtswidrig bezeichnet werden. Den nationalen Interessen am Erhalt der Artenvielfalt im Jagdbanngebiet wurde, wie dargelegt, zu wenig Gewicht beigemessen. Zudem wurde wirtschaftlichen Interessen an einer besseren Erschliessung der touristischen Attraktionen ein zu grosser Stellenwert einger�umt. Mit Absperrungen, Markierungen und Informationen der Skifahrer kann der Schutz der Tiere vor St�rung und der Erhalt ihres Lebensraums nicht gew�hrleistet werden. Regelm�ssige Lawinensprengungen laufen diesem Schutzziel gar diametral entgegen. Eine Verbesserung der Sicherheitssituation scheint wenig wahrscheinlich, nachdem das SLF den gesamten neuen Pistenabschnitt als sehr problematisch erachtet. Deshalb vermag auch dieses Interesse gegen�ber dem Schutzgedanken des Jagdbanngebietes nicht zu �berwiegen. Die Berufung auf den Umweltvertr�glichkeitsbericht und das wildtierbiologische Gutachten �ndern daran nichts.
117 IB 28 suite... ,
art. 11 LChP suite... ,
Art. 6 Abs. 3 VEJ,
Art. 5 Abs. 1 lit. g VEJ,
art. 6 ODF,
Art. 76-80 BV,
Art. 6 Abs. 2 VEJ,
Art. 6 Abs. 1 VEJ,
Art. 18 NHG

References: Art. 24
 art. 11
 art. 6
 art. 18
 Art. 24
 BGE 
 Art. 18
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 24
 BGE 
 Art. 1
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 Art. 24
 Art. 3
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 Art. 1
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 Art. 5
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Art. 6

Art. 5

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Art. 76

Art. 6

Art. 6

Art. 18