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Timestamp: 2019-07-16 16:32:15+00:00

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e-sven :: blog: Paragrafenreiter - Update
Paragrafenreiter - Update
So ich bereite mich jetzt mal aktiv vor. Hier mal was zum Lesen und zum Diskutieren. Am interessantesten für mich sind die § 1684, § 1686, § 1687 und § 1687a. Anzumerken ist die Fragwürdigkeit von § 1626a (2). Diesen Automatismus sollte es heutzutage eigentlich so nicht mehr geben, aber sei es drum, so ist es nunmal und daraus gilt es das Beste zu machen. Die kompletten Texte mit dem ganzen Verheirateten-Schmonsenz gibt es natürlich auch.
Getrenntleben bei elterlicher Sorge der Mutter
Jeder Elternteil kann vom anderen Elternteil bei berechtigtem Interesse Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes verlangen, soweit dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht. Über Streitigkeiten entscheidet das Familiengericht.
(1) Leben Eltern, denen die elterliche Sorge gemeinsam zusteht, nicht nur vorübergehend getrennt, so ist bei Entscheidungen in Angelegenheiten, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung ist, ihr gegenseitiges Einvernehmen erforderlich. Der Elternteil, bei dem sich das Kind mit Einwilligung des anderen Elternteils oder auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung gewöhnlich aufhält, hat die Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten des täglichen Lebens. Entscheidungen in Angelegenheiten des täglichen Lebens sind in der Regel solche, die häufig vorkommen und die keine schwer abzuändernden Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben. Solange sich das Kind mit Einwilligung dieses Elternteils oder auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung bei dem anderen Elternteil aufhält, hat dieser die Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten der tatsächlichen Betreuung.
Warum der § 1626a fragwürdig ist? Weil er direkt gegen den Artikel 3 des Grundgesetzes verstösst und das Grundgesetz eigentlich die höchste Instanz sein sollte!
Sven Müller am 1. März 2006, 17:45
kruxi sagte dazu am 01.03.2006 20:13 #
1626a fragwürdig? Eigentlich nur logisch, immerhin geht es um das gemeinsame Sorgerecht – das gibts nunmal nur wenn man es beantragt oder (einander) heiratet.
Aber warum sind Paragrphen immer so verschwurbelt formuliert?
Das Grundprinzip ist doch: Gemeinsam fürs Kind. Und wenns nur die Entscheidungen sind, die gemeinsam getroffen werden.
e-sven sagte dazu am 01.03.2006 22:10 #
Fragwürdig, weil es eine Ungleichbehandlung darstellt und Väter damit gesetzlich schlechter dastehen als die Mutter.
Gerade dieser Satz bringt sehr viel Streß und Streitereien mit sich, die eigentlich nicht sein müssten.
In einigen Fällen mag das durchaus angebracht sein, jedoch finde ich diese Pauschallösung unerträglich.
kruxi sagte dazu am 02.03.2006 07:21 #
Nehmen wir mal an, Männer würden die Kinder zur Welt bringen (welche Kraft das kostet, lassen wir mal außer Acht) und Frauen würden manchmal eher ihre “Freiheit” vorziehen als die Enge der Familie. Wo bleibt das Kind? Beim Vater. Das hat nichts mit dem Geschlecht an sich zu tun, sondern mit der Tatsache, dass Frauen eben Kinder “austragen”, gebären und stillen.
Man könnte bezüglich der gemeinsamen Sorge vielleicht sagen “Ihr habt beide von Anfang an die Sorge”, aber wenn Männer weiterhin nichts mit Kindern am Hut haben wollen (ich rede hier nicht von Trennungen nach der Geburt), warum jemandem etwas geben, der es nicht will? Das gibt hinterher mehr Stress als im anderen Fall.
Wenn man sich einig ist, geht man zum Jugendamt und unterschreibt in 3 Minuten einen Wisch. Wenn nicht, sollte man mit Rücksicht aufs Kind die beste Lösung suchen.
Leider sind Menschen wohl immer emotional, sturköpfig und unbelehrbar.
e-sven sagte dazu am 02.03.2006 07:57 #
Es gibt bei der Sache ein gravierendes Problem:
Die elterliche Sorge kann nur im gegenseitigen Einverständnis geteilt werden. So wie ich das gelesen habe, ist es nicht möglich, dass Nichtsorgeberechtigte – laut Gesetz per default der Vater – einfach einen Antrag stellen und dieser nach eingehender Prüfung dann auch an der Mutter vorbei gewährt wird.
Diese Prüfung muss auf jeden Fall klarstellen, dass der Nichtsorgeberechtigte ein starkes Interesse an der Beziehung zum Kind hat bzw. eine sehr starke Bindung bereits besteht und er dieser Verantwortung nachgekommen ist und ihr weiter nachgehen wird.
In diesem Fall ist es wohl im Interesse des Kindes, wenn die Positionen klar definiert sind.
PS: Bitte diesen ganzen Eintrag nicht falsch verstehen, im Moment habe ich nicht vor mit einem Sorgerechtsstreit noch mehr Feuer zu schüren. Aber erstmal schauen wie sich das so weiter entwickelt.
kruxi sagte dazu am 02.03.2006 08:16 #
Das Problem wird noch gravierender, da die Mutter auch jederzeit grundlos “Nein” sagen kann, auch wenn alle anderen Bedingungen erfüllt sind. Hier funktioniert das System nicht mehr. Und dass immer noch genügend Mütter den Vätern keine Chance geben, ihre Kinder zu sehen, ist ebenfalls traurig.
PS: Hier versteht keiner was falsch.
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References: § 1684
 § 1686
 § 1687
 § 1687
 § 1626
 § 1626