Source: https://jghv-pruefungsfragen.de/alle-fragen/
Timestamp: 2020-07-10 13:56:35+00:00

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JGHV-Prüfungsfragen Alle Fragen
Frage 55: Verbandsstöberprüfung
Auf einer Verbandsstöberprüfung stöbert ein Hund - vom Stand aus geschnallt - sehr selbständig und gründlich in der zugewiesenen Waldparzelle. Dabei bringt er zweimal Rehwild in Bewegung, und jagd das Wild in dichtem Bestand nur kurzzeitig sichtig an. Dabei wird er nicht Laut. Die beteiligten Verbandsrichter sind von der gezeigten Stöberleistung sehr beeindruckt. Anschließend werden die weiteren Fächer „Schussfestigkeit“ und das „Verhalten am Stück“ problemlos absolviert. Der Hund besteht die Stöberprüfung mit 48 Punkten und dem Vermerk „Laut fraglich“, da das Wild für den Hund nur kurzzeitig sichtig war.
Frage: Haben die Verbandsrichter den Hund richtig beurteilt?
Antwort: Nein, nach § 10 (4) VStPO sind die Bedingungen zum Bestehen der Prüfung nicht erfüllt.
Begründung: Das Bestehen der Prüfung ist nur bei genügend weitem Stöbern, bei Wildberührung, ausreichend weitem Verfolgen des Wildes und entsprechendem Laut möglich.
Auch wenn das Wild für den Hund nur kurzzeitig sichtbar war, so muss er es ausreichend weit verfolgen bzw. der Laut muss festgestellt werden. Stumme oder waidlaute Hunde können die Prüfung nicht bestehen. Dies gilt auch beim Eintrag des Lautes „fraglich“.
Beschluss der Stammbuchkommission JGHV 10.10.2019
Auf einer Verbandsherbstzuchtprüfung (HZP) wird bei der Prüfung der Schussfestigkeit am Wasser die Ente durch einen Verbandsrichter geworfen. Der Führer schickt seinen Hund, der daraufhin sofort in Richtung der Ente schwimmt. Bei der Schussabgabe kommt der Führer aber nicht der Aufforderung des Obmanns nach (auf halber Strecke zwischen Ufer und Ente), sondern schießt erst kurz bevor der Hund an der Ente ist, auf die tote Ente. Dabei gefährdete er den Hund. Dieser bringt dennoch. Die Arbeit wird gem. PO wiederholt. Der Richterobmann ermahnt im Anschluss den Hundeführer, „er möge sich bitte prüfungsordnungskonform verhalten und auf die Sicherheit beim Waffengebrauch achten“. Bei Prüfung der Schussfestigkeit im Feld, schießt der Führer wieder ohne Anweisung des Obmanns, zum einen nicht im jagdlichen Anschlag und zum anderen direkt vor dem Hund in den Boden. Daraufhin verweist der Richterobmann den Führer der Prüfung mit der Begründung, sein Verhalten sei nicht waidgerecht, entspreche nicht den Sicherheitbestimmungen und er missachte jegliche Anweisung der Richter.
Frage: Ist die Anweisung des Richterobmanns richtig?
Antwort: Ja, der Richterobmann hat absolut richtig entschieden. Siehe VZPO/VGPO § 8 (8) „Von der Prüfung kann ausgeschlossen werden...“ Absatz e) und f)
Begründung, Die Prüfungsordnungen der VZPO/VGPO sagen eindeutig aus, dass Führer von Hunden ausgeschlossen werden können, die durch ihr Verhalten während der Prüfung das Ansehen des Jagdgebrauchshundewesens schaden und den Anweisungen der Richter nicht Folge leisten.
Auf einer HZP wird die tote Ente für den am Ufer sitzenden Hund sichtig auf das offene Wasser geworfen. Der Hundeführer fordert seinen Hund zum Bringen auf. Der geschnallte Hund läuft im Uferbereich und in der Flachwasserzone aufgeregt auf und ab, nimmt aber das tiefe Wasser nicht an. Nach etwas mehr als einer Minute fordert der Richterobmann den Hundeführer auf, seinen Hund anzuleinen. Er teilt dem Hundeführer mit, dass sein Hund nicht schussfest am Wasser sei und er deshalb gem. PO nicht hinter lebender Ente geprüft werden darf.
Antwort: Die Entscheidung der VR war nur teilweise richtig.
Begründung: § 14 (8) Schussfestigkeit am Wasser
Diese Aussage ist nur teilweise korrekt. Falsch ist, dass der Hund nicht schussfest am Wasser sei. Diese Aussage kann nur getroffen werden, wenn der Hund im tiefen Wasser schwimmt und der Hund nach der Schussabgabe sofort die Arbeit abbricht und die Ente nicht bringt. Wenn der Hund das Wasser aber gar nicht annimmt, kann die Schussfestigkeit auch nicht geprüft werden. Es ist daher unter Grund des Nichtbestehens einzutragen: „Hund nimmt das Wasser zur Prüfung der Schussfestigkeit nicht an“. Über die Gründe hierfür kann man nur mutmaßen. Richtig ist, dass der Hund nicht hinter der lebenden Ente geprüft werden darf. Hierzu ist grundsätzlich im Vorfeld die Schussfestigkeit am Wasser Voraussetzung.
Bei der HZP eines Zuchtvereins wird am Wasser zuerst die Schussfestigkeit geprüft. Dazu wird von einem Verbandsrichter die Ente geworfen, allerdings rutscht ihm diese beim Werfen frühzeitig aus der Hand und fällt somit ca. 1,5 Meter vom Ufer aus ins Wasser. Der Hundeführer schnallt seinen Hund, der sofort das Wasser annimmt und ein weiterer Verbandsrichter schießt weit hinter der Ente ins Wasser. Der Hund bringt die Ente korrekt.
Urteil der Richter: Schussfest am Wasser, Bringen: 10 Punkte
Frage: Wurde die Prüfung der Schussfestigkeit korrekt durchgeführt?
Antwort: Nein. VZPO § 14 (8) a) Eine erlegte Ente wird für den Hund sichtig, möglichst weit ins offene Wasser geworfen.
Begründung: Eine erlegte Ente wird für den Hund sichtig, möglichst weit ins offene Wasser geworfen und der Hund zum Bringen aufgefordert. In diesem Fall lag die Ente aber nur 1,5 Meter vom Ufer aus im Wasser. Die Prüfung der Schussfestigkeit ist ein Wesenstest und der Hund soll hier beweisen, dass wenn bei der Prüfung oder bei der Jagd eine geflügelte Ente vor dem Hund erlegt wird, er weiterarbeitet und nicht auf dem Schuss abbricht. Die Schussabgabe soll nur erfolgen, wenn der Hund im tiefen Wasser schwimmt. Der Hund durfte somit nicht geschnallt werden und ein anderer brauchbarer Hund sollte diese Ente holen. Die Prüfung der Schussfestigkeit hätte wiederholt werden müssen, da diese Prüfung der Schussfestigkeit, wie dort geschehen, nicht anerkannt werden kann.
Entscheidung der Stammbuchkommission vom 10.11.2013
Auf einer HZP wird der Hund am Anschuss auf der Haarwildschleppe angesetzt. Der Hund arbeitet die Schleppe korrekt in Anlehnung der Schleppspur bis zum Stück. Er nimmt das Kanin sofort selbstständig auf und begibt sich sofort in Richtung seines Führers. Nach ca. 100 Meter legt er das Kanin ab und läuft ohne Stück zum Führer. Daraufhin gibt der Führer einen Bringbefehl. Der Hund läuft ohne zu zögern zum Stück, nimmt es auf und kommt ohne jede weitere Einwirkung zum Führer und gibt korrekt ab. Die Beurteilung der Verbandsrichter lautet: Schleppenarbeit „sehr gut - 10 Punkte“, Bringen „gut - 7 Punkte“.
Die Richter hätten den Bringbefehl bzw. das zweite Ansetzen verhindern müssen. Dies gilt bei allen Bringarbeiten eines Hundes auf der HZP, auch am Wasser. Ein Hund der ohne Wild beim Führer ankommt, darf nicht mehr geschickt werden. Die Bewertung wäre somit Schleppe und Bringen „nicht genügend - 0 Punkte“.
Auf einer der Federwildschleppen bei der HZP muss der Hundeführer beim Bringen des Wildes zweimal einwirken. Dafür erhält der Hund im Bringen „Federwild“ das Prädikat „genügend - 4 Punkte“. Ein Hundeführer der Solms muss bei der Haarwildschleppe beim Bringen des Wildes einmal einwirken. Daraufhin teilt ihm der Richterobmann mit, dass der Hund somit die Solms nicht bestehen kann.
Gemäß DK Prüfungsordnung - Solms - (Stand 2009) § 8 (3) wird williges, schnelles und selbständiges Finden sowie schnelles Aufnehmen und freudiges Bringen des Stückes ohne (!) weitere Beeinflussung durch den Führer gefordert.
Auf einer Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) zeigt ein Hund am ersten Tag der Prüfung zweimal Gehorsam am Hasen – Prädikat „Benehmen vor eräugtem Haarnutzwild“: „Sehr gut - 4 Punkte“.
Am zweiten Tag der Prüfung beginnt der Hund mit der Suche im Feld, dabei steht er kurz vor, springt ein und verfolgt ein laufkrankes, stark schweißendes Stück Rehwild. Der Führer versucht durch Befehl und Trillerpfiff den Hund vom Rehwild abzuhalten, jedoch verfolgt der Hund das Stück weiter und greift dies mit einem korrekten Drosselgriff. Daraufhin sind zwei Verbandsrichter der Meinung die Beurteilung des Faches „Benehmen vor eräugtem Haarnutzwild“ zu ändern und dem Hund nur das Prädikat „Genügend - 2 Punkte“ zu geben.
Frage: Ist die Meinung der Verbandsrichter korrekt?
Antwort: Nein, der Hund muss ein krankes bzw. verletztes Stück Wild greifen und abtun. Es bleibt bei der Beurteilung Prädikat „Sehr gut - 4 Punkte“.
Niemand wird hierzu eine Begründung in einer PO finden. Hier ist bei der Beurteilung Jagdverstand gefragt. Es ist „Pflicht“ eines Jagdhundes ein krankes Stück Wild zu greifen und dies entsprechend abzutun. Jede andere Handlung des Hundes entspräche nicht der waidgerechten Jagdausübung und muss im Prüfungszeugnis vermerkt werden. Dies gilt selbstverständlich auch wenn ein Hund während einer Prüfung an krankes Raubwild kommt.
Beschluss der Stammbuchkommission JGHV 10.11.2019
Auf einer VGP wird das Fach "Freies Verlorensuchen und Bringen eines ausgelegten Stückes Federwild“ geprüft. Einer der Verbandsrichter nimmt dazu ein Stück Federwild und legt dieses ohne den Wind zu prüfen in eine Grünfläche mit sehr hohem und nicht einsehbarem Bewuchs aus. Anschließend wird der Hundeführer aufgefordert seinen Hund zur Suche des Wildes mit "Nackenwind" zu schnallen um das ausgelegte Wild zu suchen. Daraufhin erklärt der Hundeführer, dass diese Vorgehensweise nicht der PO entspreche und er den Hund nicht mit Nackenwind schicke. Ebenfalls sei der Bewuchs auch absolut zu hoch, da er seinen Hund bei der Arbeit nicht sehen würde und falls erforderlich nicht unterstützen könne.
Frage: Ist der Einwand des Hundeführers korrekt?
Begründung: § 34 VGPO (4) b2 b) und c) sowie § 34 (2) VPSO
In der VGPO/VPSO heißt es eindeutig, dass der Richter, der das Stück auslegt, das Gelände mit Nackenwind betreten und sich nach dem Auslegen auf demselben Weg wieder entfernen muss. Danach wird dem Führer in einer Entfernung von ca. 40 - 50 Meter und gegen den Wind die ungefähre Richtung angegeben, in der das Stück liegt. Diese Vorgehensweise entspricht der jagdlichen Praxis, denn auch im Jagdbetrieb würde jeder Hundeführer seinen Hund nur gegen den Wind zur Suche des Wildes schnallen. Darüber hinaus ist bei der Prüfung immer darauf zu achten, dass der Bewuchs zwar hoch ist, wie in der PO gefordert und der Hund das ausgelegte Wild nicht eräugen kann, aber die gesamte Arbeit des Hundes (Suchen, Finden und selbständiges Aufnehmen und Bringen des Wildes) muss einsehbar sein.
Beschluss der Stammbuchkommission JGHV 10.06.2019
Auf einer HZP schwimmt der bei strömendem Regen auf die Ente angesetzte Hund, nachdem er anfänglich der Schwimmspur folgt, auf ca. 3 m an der am jenseitigen Schilfrand verhoffenden Ente vorbei und stöbert im Schilf. Erst im Verlauf weiteren Stöberns kommt er an die Ente. Bei der Beurteilung sind sich die Verbandsrichter einig und beurteilen den Nasengebrauch vorläufig mit dem Prädikat „gut“. Für die endgültige Beurteilung ist der Nasengebrauch bei der Feldarbeit entscheidend.
Frage: Ist die Beurteilung des Nasengebrauch richtig?
Antwort und Begründung: VZPO § 13 (2) Nasengebrauch
Der Nasengebrauch bei der Wasserarbeit wird in der PO nur beiläufig erwähnt. Die Möglichkeit, bei der Wasserarbeit den Nasengebrauch richtig zu beurteilen, ist oft sehr schwierig. Gewiss wird ein Hund, der der Ente auf der Schwimmspur im blanken Wasser sicher folgt oder der die tauchende oder sonst verlorene Ente zu vielfach wiederholten Malen immer wieder findet, sehr positive Bewertung des Nasengebrauchs verdienen. Außerordentlich gefährlich ist die Minderung der Note im Nasengebrauch, wenn ein Hund relativ dicht an einer sich drückenden oder toten Ente vorbeischwimmt, ohne sie wahrzunehmen. Wir können nämlich nur sehr selten die an der fraglichen Stelle herrschenden Luftströmungen richtig beurteilen. Auch bei stetigem Wind entstehen durch Ufer, Schilf und Wasser Wirbel und Luftbewegungen, deren Verlauf von uns kaum kontrollierbar ist. Wenn also der Prüfling nur wegen des Vorbeischwimmens auf 3 m an der Ente, ohne sie wahrzunehmen, mit dem Prädikat „gut' bedacht ist, so könnte durchaus ein Fehlurteil beim Nasengebrauch vorliegen.
Auf einer VJP wird ein Hund morgens, als noch viele Hasen auf den Läufen sind, auf eine Hasenspur angesetzt. Er versucht die Spur zu halten, bögelt aber zunächst viel, bis plötzlich in einer Entfernung von ca. 80 - 100 m vom Führer vor dem Hund ein zweiter Hase aufsteht und dann sichtig gejagt wird. Vom Führer wird kein Kommando gegeben, um diese Arbeit zu unterbinden. Der spätere Kommentar des Führers lautet sinngemäß: „Den bei der Spurarbeit nasenmäßig gefundenen Hasen darf und soll mein Hund, wie bei der praktischen Jagd der guten Verlorenbringer, als Lohn für die Nasenleistung auf der Spur energisch jagen und ggf. bringen; ständiges „Runtertrillern“ in solchen Situationen würde das Gegenteil bewirken.“. Bei einem späteren Suchengang mit guter Quersuche stehen in einer Entfernung von ca. 40 m vom Führer plötzlich zwei Hasen vor dem Hund auf, die er anjagt. Auf den Trillerpfiff des Führers geht der Hund sofort in Downlage. Die anschließende Spurarbeit meistert der Hund mit einem hohen „sehr gut“ (11 Punkte). Weiteren Sichtkontakt mit Hasen gibt es an diesem Tage für den Hund nicht. Die Vergabe des AH wird von der Richtergruppe mit der Begründung abgelehnt, der Hund hätte auch an dem ersten sichtigen Hasen gehalten werden müssen.
Antwort: Nein, das Leistungszeichen „AH“ muss vergeben werden.
Begründung: Der Hund muss auf einer Verbandsprüfung bei der freien Suche im Feld an jedem Hasen gehorsam sein den er eräugt, soweit er sich im Einwirkungsbereich des Führers befindet. Dabei muss er mindestens einmal ca. 20 m vom Führer entfernt sein. Dieser Hund befand sich bei der ersten Situation aber bei der Spurarbeit und nicht im Einwirkungsbereich des Hundeführers.
Frage 4: VZPO Einspruch – Verbandsjugendprüfung (VJP)
Auf einer VJP arbeitet ein Hund zwei Spuren über große Entfernungen und verschiedenen Bewuchs mit sehr guten Manieren. Die Richter bewerten die gesamte Spurarbeit mir „sehr gut -11 Punkte“. Der Führer ist damit aber nicht einverstanden und legt bei der Prüfungsleitung Einspruch ein.
Antwort: Ein Einspruch steht laut § 2 der Einspruchsordnung nur dem Führer eines auf der betreffenden Prüfung laufenden Hundes zu und es muss eine Einspruchskammer gebildet werden.
In diesem Fall muss die Einspruchskammer den Einspruch zurückweisen, da es sich um eine Ermessenfrage handelt.
Begründung: Laut Einspruchsordnung § 3 (1) beschränkt sich der Inhalt des Einspruchs auf Fehler und Irrtümer des Veranstalters, des Prüfungsleiters, der Richter und Helfer in Vorbereitung und Durchführung der Prüfung, soweit Führer und Hund hierdurch benachteiligt bzw. in ihrer Arbeit gestört werden.
§ 3 (2) Einwände gegen die Ermessenfreiheit der Richter können nicht Gegenstand eines Einspruchs sein, es sei denn, es handelt sich um einen offensichtlichen Ermessensmissbrauch.
In diesem Fall liegt kein Ermessensmissbrauch vor und die Einspruchskammer hat mit der Zurückweisung richtig gehandelt.
Auf einer VGP stöbert ein Hund äußerst passioniert, drangvoll und weiträumig im dichten Schilf. Nach knapp 10 Minuten weist der Richterobmann den Hundeführer an seinen Hund heranzurufen und anzuleinen. Als nächstes Fach soll die Schussfestigkeit geprüft werden. Trotz mehrerer Kommandos und Pfiffe ist der Rüde über einen längeren Zeitraum nicht zu bewegen das Wasser zu verlassen. Die Richtergruppe entschließt sich daher dem Hund die Ente sichtig zu werfen und bei dieser Gelegenheit gleich die Schussfestigkeit zu überprüfen.
Frage: Ist die Vorgehensweise der Verbandsrichter korrekt?
Antwort: Die Endscheidung der Verbandsrichter ist falsch.
Von einem VGP-Hund muss erwartet werden, dass er sich trotz aller Passion nicht über einen längeren Zeitraum durch Ungehorsam der Einwirkung seines Führers und damit der Weiterprüfung entzieht. Der Hund muss zum Führer zurückkehren. Erst dann darf die Ente geworfen werden und die Schussfestigkeit überprüft werden. Die Feststellung der Schussfestigkeit ist dabei ein eigenständiges Prüfungsfach.
Auf einer HZP wird bei einem Hund das Bringen bei der Schussfestigkeit und das Verlorenbringen im deckungsreichen Gewässer mit „sehr gut“ bewertet. Auch beim Stöbern im deckungsreichen Gewässer bringt der Hund die Ente ohne jede Einwirkung korrekt zum Führer. Bevor der Führer aber den Hund anleinen kann, nimmt dieser das Wasser erneut an und findet eine weitere lebende Ente, die noch auf dem Gewässer ist. Auch diese drückt der Hund sehr schnell aus dem Schilf, sodass sie erlegt werden kann. Der Hund schwimmt in Richtung der toten Ente, nimmt diese kurz auf, lässt sie dann aber im Wasser liegen und stöbert weiter. Die Verbandsrichter teilen daraufhin dem Hundeführer mit, dass der Hund die Prüfung wegen „Nichtbringens der Ente“ nicht bestehen kann. Der Hundeführer ist mit der Entscheidung nicht einverstanden und legt sofort einen Einspruch ein, mit der Begründung: Laut § 14 A-Allgemeiner Teil (7) e) dürfen Hunde, die einmal eine Prüfung des Faches „Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer“ bestanden haben, kein weiteres Mal in diesem Fach geprüft werden. Sein Hund habe bei der ersten Arbeit die Prüfung bestanden und somit dürfe die zweite Arbeit nicht gewertet werden.
Frage: Ist der Einspruch berechtigt?
Antwort: Nein. Das Urteil der Richter ist korrekt, denn es gilt folgendes zu beachten:
Gem. § 37 (2) d) der PO sind bei der Urteilsfindung der „Art des Bringens von Ente“ alle Bringarbeiten des Hundes bei der Wasserarbeit zu berücksichtigen.
Gem. § 37 (2) f) muss der Hund jede bei der Wasserarbeit gefundene oder gegriffene Ente selbstständig (ohne Einwirkung des Führers bei Fehlverhalten des Hundes) bringen.
Die zweite erlegte Ente wurde vom Hund nicht gebracht und somit kann er die gesamte Prüfung nicht bestehen, auch wenn er die erste Ente korrekt gebracht hat. Hätte der Führer den Hund sofort angeleint wäre es nicht zu dieser Situation gekommen, wobei ein Hund im Jagdbetrieb auch alle Enten bringen muss.
Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer: „gut“ - 7 Punkte
Art des Bringens: „sehr gut“ - 10 Punkte
Die Ente ist so zu platzieren, dass der Hund über eine freie Wasserfläche in die Deckung geschickt werden muss. Es ist nicht erwähnt, dass der Hund auch den Rückweg durchs Wasser nehmen muss. Die Bewertung des Faches „Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer“ wurde nicht korrekt bewertet, da diese Arbeit mit dem Finden/Aufnehmen des Stückes beendet ist. Beide Fächer müssen mit „sehr gut - 10 Punkte“ bewertet werden.
Erste Spur ca. 350 m über Knick und Graben, Vornotiz: „sehr gut", 10 Punkte
Zweite Spur ca. 50 m, Vornotiz: „genügend“, 3 - 4 Punkte
Die Richter vergeben das Gesamtergebnis „genügend", 3 Punkte.
Dem Wunsch des Führers nach einer weiteren Spurarbeit wird stattgegeben. Diese Spur bringt der Hund ca. 200 m voran, Vornotiz: „genügend bis gut", 5 - 6 Punkte. Die Richter setzen das Prädikat nun endgültig auf „genügend - 4 Punkte“ fest.
Erste Arbeit (überwiegend Trabsuche), Vornotiz: „gut", 7 Punkte
Zweite Arbeit (Fläche mit Wald), Vornotiz: „sehr gut", 11 Punkte
Dritte Arbeit, Vornotiz: „sehr gut", 9 - 10 Punkte
Gesamturteil: „gut", 8 Punkte
Zu Beispiel 2: Bei unterschiedlichen Arbeiten kann man den Hund im Gesamteindruck höher bewerten, der sich im Laufe der Prüfung ständig steigert, selbst unter den ungünstigen Bedingungen eines heißen Prüfungstages. Eine zu Beginn der Prüfung gezeigte schlechtere Arbeit fällt nicht so schwer ins Gewicht, wenn die folgenden Suchgänge sämtlich besser bewertet werden. Anders ist es, wenn die erste Arbeit ein hohes „sehr gut" ist, der Hund danach aber nicht mehr über ein schwaches „gut" hinauskommt.
Beurteilung: „sehr gut"
Beurteilung: „gut" Als Begründung wird angegeben, dass 200 m Spurarbeit zu kurz für das Prädikat „sehr gut" sind.
Die VZPO legt aus gutem Grund keine Mindestlängen als Anhalt für die Bewertung fest, da in erster Linie Spurwille, Spursicherheit und Schwierigkeiten ausschlaggebend sind. In den meisten Richterbesprechungen vor den Prüfungen wird darauf hingewiesen, dass eine Spurarbeit die weniger als 300 m beträgt, nur dann mit „sehr gut" bewertet werden kann, wenn besondere Schwierigkeiten vorliegen.
Auf einer VJP arbeitet ein Prüfling zwei Hasenspuren nur 40 und 80 m weit. Als später ein anderer Hund in Sicht des ersten Prüflings einen Hasen sichtig verfolgt und von der Verfolgung zurück ist, wird Hund Nr. 1 auf die Spur des sichtig verfolgten Hasen gesetzt, folgt der Hasen‑Hunde-Spur einsehbar etwa 200 m und verschwindet über den Hang an der Stelle, an der vorher Hund Nr. 2 verschwunden war. Das Endurteil für Hasenspur lautet „gut - 8 Punkte“.
Frage: War die Endbewertung berechtigt?
Antwort: Die Frage ist eindeutig zu verneinen.
Begründung: VZPO § 11 (1) a), § 13 (1) b)
Die beiden ersten Arbeiten, die in den Prädikatsbereich „genügend" fallen und allenfalls (bei schwierigem Gelände und ernstem Bemühen des Prüflings) 6 Punkte rechtfertigen, können durch eine Arbeit auf einer Hasen‑Hunde‑Spur nicht beeinflusst werden. Wenn wir derartige Spuren als „Hasenspuren" gelten lassen, würde das Prüfen der Spurarbeit wenig Mühe kosten, denn solche Spuren, bei denen ein Hund den Hasen vorher sichtig verfolgte, fallen normalerweise recht häufig an. Nur die Arbeit auf einer reinen Hasenspur darf für die Bewertung zugrunde gelegt werden.
Auf einer VJP arbeitet ein Hund bis zum Mittag fünf Hasenspuren, die alle im genügenden Bereich bewertet werden. Am Nachmittag kommt der Hund während der Suche auf eine weitere Hasenspur. Diese arbeitet er sehr weit und mit mehreren Schwierigkeitsgraden sehr gut aus und sticht dabei einen Hasen. Die Richter beurteilen die Hasenspuren mit „genügend - 5 Punkte“, Begründung: die letzte Hasenspur könne nicht gewertet werden, da in der VZPO § 16 (3) folgender Passus stehe: „Jedem Hund soll mehrfach Gelegenheit gegeben werden seine Anlagen zu zeigen, jedoch nicht mehr als fünfmal.“. Die letzte Spur könne somit bei der Bewertung nicht berücksichtigt werden.
Antwort: Nein, die Entscheidung war nicht richtig.
Begründung: VZPO
Dieser Passus steht in der alten VZPO (Stand 2006/2) und wurde in die neue VZPO (Stand 2017) nicht übernommen. Somit müssen alle gezeigten Leistungen bewertet werden.
Auf einer VJP glauben die Richter in einem hohen Saatstück einen Hasen zu sehen. Sie gehen darauf zu, um die Gelegenheit zur Spurarbeit auszunutzen. Der vermeintliche Hase entpuppt sich als Fuchs, der flüchtig wird. Ein Hund, der zur Spurarbeit angesetzt wird, arbeitet die Fuchsspur ca. 400 m.
Frage: Kann diese Arbeit als Spurarbeit gewertet werden?
Antwort: Die Frage ist zu bejahen.
Die Spurarbeit wird auf der vom Hund nasenmäßig wahrgenommen Spur des für ihn nicht oder nicht mehr sichtbaren Hasen oder Fuchses geprüft.
Auf einer HZP mit Pflichtfach Spurarbeit verlangen die Richter von den Führern, dass den Hunden sofort die Augen abgedeckt werden, wenn ein Hase aufsteht. Als Begründung gibt ein Richter an: „Auf einer Prüfung auf der ich richte arbeitet kein Hund eine Spur, wenn er den Hasen gesehen hat.".
Frage: Ist diese Auffassung des Verbandsrichters richtig?
Antwort: Nein, die Auffassung des Verbandsrichters ist nicht richtig.
Die VZPO besagt, dass die Spurarbeit auf der vom Hunde nasenmäßig wahrgenommenen Spur des für ihn nicht oder nicht mehr sichtigen Hasen geprüft wird. Das Abdecken der Augen ist sinnvoll, die Prüfungsordnung schreibt es allerdings nicht vor. Es verhindert, dass der Hund durch den Anblick des Hasen so stark erregt wird, dass er nicht mehr die Spur arbeitet, sondern zunächst dorthin läuft, wo er den Hasen zuletzt gesehen hat. Es kann jede Arbeit auf einer unberührten Spur gewertet werden die ein Hund zeigt, auch wenn er zuvor den Hasen gesehen hat.
Auf einer VJP geht bei der Suche vor einem Prüfling ein Hase hoch, den der Hund eräugt. Auf Pfiff des Führers geht der Hund in Haltlage. Nach Verschwinden des Hasen wird er zur Spurarbeit angesetzt, arbeitet die Spur sicher und weit, sticht den Hasen und hetzt ihn sichtlaut. Ein Richter vertritt die Meinung, dass die Arbeit zwar sehr gut gewesen sei, dass sie aber nicht berücksichtigt werden könne, weil der Hund den Hasen vorher habe fortflüchten sehen.
Frage: Ist diese Meinung des Verbandsrichters richtig?
Antwort: Die Meinung des Verbandsrichters ist eindeutig falsch.
Seit Jahrzehnten wird die Spurarbeit auf der Spur des dem Hunde nicht oder nicht mehr sichtbaren Hasen geprüft.
In den weitaus meisten Fällen ist die Spurarbeit an einem vorher eräugten Hasen für den Hund sehr viel schwerer und deshalb besonders positiv zu beurteilen. Fast alle unserer heutigen Hunde sind so hoch passioniert, dass ein eräugter Hase sie äußerst erregt. Darunter leiden naturgemäß Beherrschtheit und Konzentration auf die Spur. Wenn nun ein Prüfling trotz dieser Ablenkung durch das Auge sofort wieder auf die Arbeit mit tiefer Nase umschaltet, so ist das ein sicheres Zeichen für besten Spurwillen.
Auf einer HZP stöbert ein Hund mit Ente in deckungsreichem Gewässer einwandfrei und erhält in diesem Fach die Note „sehr gut“. Mit der gleichen Note war sein „Verlorensuchen in deckungsreichem Gewässer" bewertet worden.
Das Urteil der Wasserrichter über den Nasengebrauch des Hundes lautet „gut". Der Führer hält es für unvereinbar, dass bei einem sehr guten Stöbern mit Ente der Nasengebrauch mit „gut" bewertet wird.
Ob die Stöberarbeit mit einem sehr guten oder einem mäßigen Nasengebrauch erledigt wird, spielt für die Bewertung des Stöberns mit Ente kaum eine Rolle. Passion, Härte, Ausarbeiten der Schwimmspur und vor allem Durchhaltewillen mit selbständigem Finderwillen sind für das Prädikat „Stöbern mit Ente in deckungsreichem Gewässer“ im Wesentlichen entscheidend. Eine Parallele finden wir in mehreren anderen Fällen. Ein Hund mit „gutem" Nasengebrauch kann z. B. in Schweißarbeit durchaus ein „sehr gut" erhalten. Der Prüfling, der wegen seines mäßigen Nasengebrauchs beim Verlorensuchen in deckungsreichem Gewässer oder beim Verlorensuchen eines geschossenen Huhns, dessen Fallen er nicht sah, sehr lange suchen muss, hat immer dann ein „sehr gut" verdient, wenn er sich auf diese Arbeit einstellt und unentwegt selbständig und ausdauernd mit erkennbarem Finderwillen sucht. Schließlich ist auch eine „sehr gute" Hasenspurarbeit nicht in allen Fällen von einem sehr guten Nasengebrauch abhängig.
Es ist deshalb durchaus möglich, dass ein Prüfling trotz sehr guten Stöberns mit Ente von den Wasserrichtern im Nasengebrauch mit einem „gut" bewertet wird. Im Übrigen hat er bei der Feldarbeit Gelegenheit, seinen Gebrauch der Nase unter Beweis zu stellen. Das endgültige Urteil für den Nasengebrauch setzen die Feldrichter fest, unter Wertung der Feststellung der anderen Richtergruppen (§ 6, (3) b) VZPO).
Frage 17: VZPO – Prüfung der Schussfestigkeit
Sucht ein Hund unter Zeichen der Ängstlichkeit Schutz beim Führer und übersteigt die Dauer der Arbeitsverweigerung eine Minute, so handelt es sich um „starke Schussempfindlichkeit”.
Was ist aber, wenn ein Hund ohne Zeichen der Ängstlichkeit beim Führer bleibt und die Weiterarbeit nach dem Schuss verweigert?
Frage: Wie ist dann zu entscheiden?
Antwort: Der Hund kann nicht durchgeprüft werden.
Begründung: VZPO § 11 (6) g) „Gleiches gilt für Hunde, die ohne Anzeichen…“
Wenn der Hund sich angesichts der Waffe vom Führer nicht weit genug löst (Schrotschussentfernung), gilt er als „nicht durchgeprüft“. Gleiches gilt für Hunde, die ohne Anzeichen von Ängstlichkeit bereits nach Abgabe des ersten Schusses die Weiterarbeit verweigern.
Oftmals ist das ein Fehler bei der Einarbeitung.
Frage 18: VZPO-VGPO Wesensfeststellung
Die Richter nehmen dies zur Kenntnis und vermerken dieses Verhalten mit der Anmerkung „temperamentvoll“ im Prüfungszeugnis.
Frage: Ist dieser Vermerk korrekt?
Antwort: Nein, laut Anlage der VZPO /VGPO zur Wesensfeststellung (Temperament)
Begründung: Das Verhalten dieses Hundes ist Ausdruck einer Wesensschwäche. Mit der Bezeichnung „temperamentvoll“ ist dieses Verhalten nicht richtig beschrieben. Die gezeigte unerwünschte Eigenschaft muss unbedingt dokumentiert werden. Ein solches Verhalten muss mit „unruhig“ / „nervös“ / „überpassioniert“ im Prüfungszeugnis vermerkt werden.
Auf einer VGP stöbert ein Hund äußerst passioniert, drangvoll und weiträumig im dichten Schilf. Nach knapp 10 Minuten weist der Richterobmann den Hundeführer an, seinen Hund heranzurufen und anzuleinen. Als nächstes Fach soll die Schussfestigkeit geprüft werden. Trotz mehrerer Kommandos und Pfiffe ist der Rüde über einen längeren Zeitraum nicht zu bewegen das Wasser zu verlassen. Die Richtergruppe entschließt sich daher dem Hund die Ente sichtig zu werfen und bei dieser Gelegenheit gleich die Schussfestigkeit zu überprüfen.
Antwort: Nein, die Entscheidung der VR war falsch!
Begründung: § 38 (3) „Der Gehorsam zeigt sich auch darin…“
Auf einer VGP sucht ein Hund in einem Altgrasstreifen und steht plötzlich fest vor. Als der Führer an den vorstehenden Hund herantritt setzt sich dieser ohne weitere Einwirkung. Der Führer tritt daraufhin wenige Meter vor dem Hund einen Fasan heraus. Der Hund eräugt den abstreichenden Fasan und verfolgt diesen sichtig, trotz Trillerpfiff des Führers. Als der Hund etwa 25 m vom Führer entfernt ist, ruft der Richterobmann dem Führer zur Feststellung der Schussruhe zu: „Schießen!“. Der Führer gibt darauf einen Schuss in die Luft ab. Der Hund verfolgt den Fasan weiter und dreht erst nach ca. 70 m ab, um zum Führer zurückzukehren. Die Richtergruppe urteilt: Benehmen vor eräugtem Federwild: 0 Punkte, Schussruhe: 0 Punkte.
Begründung: § 43 und 45 (1) „…und an dem er vorher seinen Gehorsam gezeigt hat.“
Die Schussruhe kann nur festgestellt werden, wenn der Hund das abstreichende oder ablaufende Wild im Zeitpunkt der Schussabgabe nicht sichtig verfolgt. Der Richterobmann hat nicht richtig gehandelt. Der Zeitpunkt der Schussabgabe war falsch und kann zur Bewertung der Schussruhe nicht herangezogen werden. Zur korrekten Feststellung der Schussruhe muss der Führer einen Schrotschuss abgeben, wenn das abstreichende oder ablaufende Wild in geeigneter Schrotschussentfernung (20 bis 30 m) ist und der Hund das Wild zu diesem Zeitpunkt nicht sichtig verfolgt.
Das Urteil der Richtergruppe muss daher korrekterweise lauten: Benehmen vor eräugtem Federwild: „0 Punkte“, Schussruhe: „nicht geprüft“
Bei einer VGP verlässt ein Hund, beim Ablegen auf den Schuss hin, seinen Platz und kommt zum Führer. Die Arbeit wird richtigerweise mit „ungenügend - 0 Punkte“ bewertet. Beim Abstreichen von Federwild und dem folgenden Schuss bleibt der Hund ohne Kommando stehen und prellt nicht nach.
Bei der Beurteilung der Schussruhe vergeben die Richter ein „gut -3 Punkte“, weil der Hund beim Fach Ablegen auf den Schuss hin zum Führer kam.
Begründung: Beide Fächer sind völlig unabhängig voneinander zu beurteilen.
Nach § 45 der VGPO ist die Beurteilung der Schussruhe nur bei abstreichendem oder flüchtigem Wild möglich, welches der Hund mit dem Auge wahrgenommen hat.
Die Schussruhe ist sehr gut, wenn der Hund nach einem Schuss auf abstreichendes oder flüchtiges Wild nicht nachprellt. Bei Federwild soll der Führer nicht auf den Hund einwirken.
Der Hund ist ohne Einwirken nicht nachgeprellt. Es gab somit keinen Grund die Arbeit nicht mit „sehr gut - 4 Punkte“ zu bewerten.
Auf einer VGP geht ein Führer mit seinem Hund die vorgegebene Strecke von rund 100 m frei bei Fuß. Der Hund geht korrekt neben dem Führer. Wenn der Führer stehen bleibt, setzt sich der Hund neben seinen Führer hin. Beim abgesprochenen Punkt legt der Führer in aller Stille seinen Hund ab. Er geht nun weitere 50 m zum wartenden Richter, um die beiden Schrotschüsse abzugeben. Nach dem 2. Schuss richtet sich der Hund auf allen vier Läufen auf, bleibt stehen, verlässt aber seinen ihm zugewiesenen Platz nicht. Als der Führer in Sicht kommt, legt sich der Hund sofort wieder korrekt ab.
Die Richtergruppe bewertet die gezeigten Arbeiten folgendermaßen:
Folgen frei bei Fuß: „sehr gut - 4 Punkte“; Ablegen: „gut - 3 Punkte“, Begründung: Der Hund hat sich auf alle vier Läufe aufgerichtet.
Frage: War die Bewertung durch die VR richtig?
Antwort: Ja, die Entscheidung der VR war richtig.
Begründung: § 41/42 Der Hund darf sich auf der Vorderhand aufrichten.
Laut PO darf der Hund für ein „sehr gut“ die Stelle nicht verlassen. Ein Aufrichten auf der Vorderhand ist ohne Prädikatsminderung zulässig, aber in diesem Fall hat sich der Hund komplett auf alle vier Läufe aufgerichtet.
Auf einer VGP stellt die Richtergruppe eine Dickung mit den Hundeführern an einer Forststraße ab, um das Verhalten auf dem Stand zu prüfen. Ein Hundeführer dreht einen Erdanker in das Wegebankett und befestigt seinen Hund mit einer kurzen Leine daran, zwei weitere Hundeführer treten mit ihrem Schuhwerk auf die auf den Boden gelegte Leine, sodass ihren abgelegten Hunden jeweils nur wenig Bewegungsspielraum bleibt. Die Richter monieren diese Vorgehensweise und weisen die Hundeführer an, die Hunde an der Umhängeleine neben sich sitzen oder liegen zu lassen, sich aufzustellen und die mitgeführte Flinte mit beiden Händen so zu ergreifen, dass eine sichere Schussabgabe jederzeit möglich ist.
Frage: War die Vorgehensweise der VR richtig?
Begründung: § 39 (1) „…mit ihren Hunden - diese angeleint“
Die Prüfungsordnung spricht in der Tat nur vom „angeleinten Hund“. Das Fach „Verhalten auf dem Stand“ ist, wie die gesamte VGP, vor dem Hintergrund der praktischen Jagd zu sehen und nicht alles, was nicht durch die PO verboten ist, ist automatisch erlaubt! Die Anweisung der Richtergruppe ist daher völlig richtig. Hundeführer, die beim Verhalten am Stand die Variante „angeleint“ wählen, führen ihre Hunde an der umgehängten Umhängeleine, nehmen ihre Stände ein und laden ihre Waffen nach dem Anblasen des Treibens. Die mitgeführte Waffe ist mit beiden Händen zu ergreifen. Auf Anweisung der Richter haben die Hundeführer mindestens (!) zweimal zu schießen. Der Hund darf nach Einnehmen des Standes nicht Hals geben oder an der Leine zerren. Er soll nicht winseln. Die Waffe wird erst nach dem Abblasen des Treibens entladen. Auf das praxisnahe Verhalten und die Ruhe des Hundes ist besonders zu achten.
Bei der Prüfung des Verhaltens auf dem Stand winselt ein Hund fortwährend und gibt immer wieder Laut. Die Richter vergeben wegen dieses Verhaltens die Note „genügend“, weil dadurch die Sicherheit des Führers und anderer Prüfungsteilnehmer nicht gefährdet ist.
Begründung: § 39 (2) „Hund soll sich ruhig verhalten…“
Nach den Bestimmungen der VGPO und VPSO darf der Hund bei dieser Prüfung nicht Hals geben (Muss-Bestimmung!). Es geht in diesem Fach nicht nur um die Sicherheit, sondern um die Eignung des Hundes zum Führen auf einer Gesellschaftsjagd. Durch das fortwährende Laut geben wird der Hund den Führer und seine Standnachbarn um den Jagderfolg bringen und genügt somit nicht den Anforderungen der praktischen Jagdausübung. Der Hund kann die Prüfung nicht bestehen.
Auf einer VGP führt ein Führer 2 Hunde. Beim Verhalten auf dem Stand legt der Führer beide Hunde unmittelbar neben sich ab, leint diese ab und lädt nach dem Anblasen des Treibens seine Waffe. Auf Anordnung des Richters gibt der Führer zwei Schrotschüsse ab. Beide Hunde bleiben ruhig und gelassen liegen. Der Richter weist den Hundeführer daraufhin an zwei weitere Schüsse abzugeben, da für jeden Hund mindestens zweimal geschossen werden müsste.
Frage: Ist die Auffassung des Richters korrekt?
Begründung: Die VGPO § 39 sieht vor, dass ein Hundeführer auf Anordnung „mindestens zweimal schießen“ muss. Ein Hundeführer, der auf einer VGP aber zwei Hunde gleichzeitig vorstellt, muss nicht doppelt so oft schießen wie ein Führer, der auf der gleichen Prüfung nur einen Hund führt.
Beurteilung der Richtergruppe: Verhalten auf dem Stand „ungenügend - 0 Punkte“
Begründung: § 39 der VGPO sagt ganz klar aus: „...während andere Personen die Dickung mit dem üblichen Treiberlärm durchgehen“. Hier ist nicht die Rede von Hunden im Treiben. Somit müsste das Fach „Verhalten auf dem Stand“ wiederholt werden, aber ohne Hunde im Treiben.
Es ist nicht vorteilhaft dieses Fach sofort am Anfang der Prüfung zu prüfen, da die Hunde oft eine weite Anreise haben, mit wenig Bewegung. Aufgrund dieser Tatsache werden die meisten Hunde angeleint und können somit höchstens nur ein „gut - 3 Punkte“ erhalten.
Auf einer HZP wird ein Hund am „Anschuss" der ordnungsgemäß mit Nackenwind gelegten Kaninchenschleppe angesetzt. Der Hund arbeitet die Schleppe bis ca. 30 m vor dem ausgelegten Kanin, verhofft dort und kommt zum Führer zurück. Beim zweiten und dritten Ansetzen nimmt der Hund die Schleppspur nicht mehr an, sondern macht 70 bis 80 m links von der Schleppe eine Freiverlorensuche. Dabei stößt er zweimal Hühner, einmal einen Fasan und einen Hasen heraus, den er sichtig verfolgt.
Auf der Kaninschleppe anlässlich der HZP kommt der Hund mit dem korrekt im Fang gehaltenen Kanin zurück. Die Richtergruppe steht 10 m seitlich hinter dem Führer. Als der Hund den Anschein macht zur Richtergruppe zu laufen, klopft der Hundeführer auf sein Bein und sagt leise: „Hier bin ich“. Das Urteil der Richter lautet anschließend: Schleppe: „10“, Bringen: „7“, mit der Begründung: „Einwirken bei Fehlverhalten“.
Frage: Ist das Urteil der Richter korrekt?
Antwort: Nein, denn dies ist kein Fehlverhalten. Der Hund hat seinen Führer in der Richtergruppe vermutet.
Begründung: In der VZPO § 15 (3) f) heißt es: Das Loben des Hundes und/oder bemerkbar machen des Führers ist ohne Punktminderung erlaubt, wenn der Hund zu diesem Zeitpunkt korrekt arbeitet.
Auf einer HZP trägt ein Hund dem Führer das Kaninchen zu, setzt sich allerdings erst unter stärkerer Einwirkung und mehrfachem Sitz-Kommando. Die Verbandsrichter sind der Auffassung, dem Hund ein oberes „gut“ zu geben und notieren eine „8“, sowie unter Führereinwirkung bei Fehlverhalten des Hundes „ja“.
Frage: Ist diese Entscheidung der Richter insgesamt richtig?
Antwort: Nein. Ein Sitz-Kommando fällt nicht unter den Überbegriff „Einwirken bei Fehlverhalten des Hundes“.
Begründung: VZPO § 15 (5) a), b), c)
Fehlverhalten auf dem Rückweg der Schleppe oder beim Bringen der Ente aus dem Wasser ist lediglich gegeben, wenn der Hund z.B. durch Ausweichen, Richtungswechsel, Ablegen des Stückes oder Ansetzen zum Spielen mit dem Stück vom korrekten Zutragen abweicht und der Führer verbal oder mit Pfiff (usw.) einwirken muss, um in Besitz des Stückes zu kommen. Ist dies gegeben, kann für eine solche Bringleistung im Einzelfach bei einmaliger Einwirkung auch höchstens ein glattes „gut“ und eine „7“ vergeben werden, da immer um ein ganzes Prädikat pro Einwirkung herabgestuft wird. Wie der Hund aufnimmt, trägt, abgibt und ob er ein deutlicheres Sitz-Kommando braucht (ein leises ist ohne Abzüge erlaubt), hat nichts mit Fehlverhalten zu tun, wird aber auch unter Bringen zensiert. Im vorliegenden Fall ist folglich die Note „8“ durchaus gerechtfertigt, wenn der Hund sonst tadellos zugetragen hat, jedoch muss bei Führereinwirkung bei Fehlverhalten ein „nein“ angekreuzt werden.
Auf einer HZP übergibt der Hundeführer dem schleppenziehenden Richter eine Ente. Beim Befestigen der Schleppschnur stellt der Richter fest, dass die Ente nicht vollständig aufgetaut ist. Er lehnt es daraufhin, in Absprache mit seinen Mitrichtern, gegenüber dem Führer ab, die Schleppe mit dieser Ente herzustellen.
Frage: Ist die Haltung der Verbandsrichter korrekt?
Antwort: Ja, die Verbandsrichter haben korrekt gehandelt.
Begründung: VZPO § 15 (3) b), (4) b)
Die Prüfungsordnung fordert möglichst frischtotes Wild. Selbstverständlich erfüllt auch nach der Erlegung tiefgefrorenes und vor der Prüfung wieder vollständig aufgetautes Wild die Bedingungen der PO, sofern es keine artfremden Gerüche angenommen hat, naturbelassen (nicht ausgenommen) und frisch ist. Die Richter dürfen mit Wild, dass nicht den Vorgaben der PO entspricht, keine Schleppen ziehen.
Auf einer Herbstzuchtprüfung eines Jagdgebrauchshundevereins wird bei der morgendlichen tierärztlichen Untersuchung und Begutachtung festgestellt, dass ein Hund wegen Überbeißens zuchtuntauglich ist. Dem Führer wird mitgeteilt, dass die Hündin aus diesem Grunde nicht an der Prüfung teilnehmen könne, jedoch zwecks Erlangung der jagdlichen Brauchbarkeitsbescheinigung ‑ soweit die Fächer zu prüfen waren - geprüft werden könne. Durch ein Versehen des Obmanns wird die Hündin auch in allen anderen Fächern geprüft.
Auf einer VJP kommen zu einem sich abseits haltenden Führer der Prüfungsleiter und ein nicht eingesetzter Richter des veranstaltenden Vereins. Während der Unterhaltung sehen sie einen Hasen in der Sasse sitzen, der nach einiger Zeit aufsteht und fortflüchtet. Der Prüfungsleiter veranlasst den Führer die Spur mit seinem Hund zu arbeiten. Angesetzt nimmt der Hund die Spur passioniert auf, arbeitet sie mit zwei scharfen Haken 450 m weit, sticht dort den Hasen und hetzt ihn weit.
Die amtierenden Richter, denen die Arbeit von den Beobachtern geschildert wird, lehnen die Berücksichtigung der Arbeit bei der Bewertung des Prüflings ab
Begründung: § 5 (4) a) VZPO-VGPO: Beurteilung der Arbeiten nur durch die Verbandsrichter
Für die Beurteilung kann nur das herangezogen werden, was die eingesetzten Richter selbst beobachten. Wollte man anders entscheiden, wäre Tür und Tor für Unregelmäßigkeiten geöffnet
Auf einer HZP erscheint ein Führer, der seinem Hund ein Stachelhalsband umgelegt hat und ihn so auf der Prüfung führen will. Der Richterobmann fordert ihn auf, dem Hund das Stachelhalsband abzunehmen, worauf der Führer sich weigert und erklärt, die VZPO verbietet an keiner Stelle den Gebrauch eines solchen Dressurhilfsmittels.
Frage: Hat der Richterobmann richtig gehandelt?
Antwort: Ja der Richterobmann hat richtig gehandelt.
Begründung: VZPO § 8 (4) a)
Das Führen von Hunden mit Dressurmitteln (z.B. Dressurhalsbänder oder deren Attrappen) ist nicht zulässig.
Auf einer VJP kommen zu einem sich abseits haltenden Führer der Prüfungsleiter, ein nicht eingesetzter Richter und der Schriftführer des veranstaltenden Vereins. Während der Unterhaltung sehen sie einen Hasen in der Sasse sitzen, der nach einiger Zeit aufsteht und fortflüchtet. Der Prüfungsleiter veranlasst den Führer, die Spur mit seinem Hund zu arbeiten. Angesetzt nimmt der Hund die Spur passioniert auf, arbeitet sie mit zwei scharfen Haken 450m weit, sticht dort den Hasen und hetzt ihn weit.
Frage: War die Entscheidung der Verbandsrichter richtig?
Antwort: Ja, die Entscheidung der Verbandsrichter war korrekt.
Begründung: VZPO § 5 (4) a)
Für die Beurteilung kann nur das herangezogen werden, was die eingesetzten Richter selbst beobachten. Wollte man anders entscheiden, wäre Tür und Tor für Unregelmäßigkeiten geöffnet.
Kurz vor der HZP sagt ein Verbandsrichter aus gesundheitlichen Gründen ab. Somit teilt der Prüfungsleiter sich selbst ein und richtet mit.
Frage: Darf der Prüfungsleiter auf der von ihm geleiteten Prüfung richten?
Antwort: Ja, der Prüfungsleiter darf auf der von ihm geleiteten Prüfung richten.
Begründung: § 4 (2) VZPO/VGPO
Es bestehen rechtlich keine Bedenken gegen die Richtertätigkeit eines Prüfungsleiters, auch dann nicht, wenn er als regulärer Richter eingesetzt wird.
Auf einer VJP absolvieren alle Hunde morgens zuerst einen Suchengang. Dabei zeigt der Hund Nr. 3 mehrmals sehr gute Nasenleistung und bestätigt dies, indem er zweimal fest am Fasan vorsteht. Anschließend werden die Hasenspuren gearbeitet, wobei alle hierzu mehrmals die Gelegenheit bekommen. Anschließend soll in einem weiteren Suchengang die Prüfung der Schussfestigkeit stattfinden. Der Hund Nr. 3 kommt dabei schon nach kurzer Zeit an einen Hasen den er sichtlaut sehr weit hetzt. Nach ca. 15 Minuten kommt dieser stark schonend zurück. Der Führer sowie auch die Richter stellen fest, dass der Hund sich eine sehr starke Verletzung zugezogen hat und nicht mehr weitergeprüft werden kann. Der Richterobmann teilt daraufhin dem Führer die entsprechenden Prädikate / Punkte mit: Spurarbeit: „sehr gut - 10 Punkte“, Nasengebrauch: „sehr gut - 10 Punkte“, Suche: „nicht durchgeprüft“, Vorstehen: „sehr gut - 11 Punkte“, Führigkeit: „nicht durchgeprüft“, Schussfestigkeit: „nicht geprüft“
Begründung: Auf Grund der Verletzung konnte der Hund nicht komplett durchgeprüft werden, wobei die Prüfung der Schussfestigkeit im Rahmen einer Suche durchgeführt werden muss.
Bei einer VJP arbeitet ein Hund bei drei Hasenspurgelegenheiten so, dass die Richter diese Arbeiten insgesamt mit „genügend - 3 Punkte" bewerten.
Beide Spuren werden vom Hund zwar Nasenmässig wahrgenommen, aber nicht im Geringsten gearbeitet. Diese beiden Spurarbeiten waren mit „ungenügend" zu bewerten. Die Richter sind der Meinung, dass nach § 9 (2) a) VZPO alle gezeigten Arbeiten zu bewerten sind. Der Führer ist jedoch der Ansicht, dass der Hund sich nur hätte verbessern, nicht aber auch verschlechtern können.
a) Dürfen bei einer HZP, in einer Gruppe, Hunde mit und ohne Hasenspur geprüft werden?
b) Wie viele Hunde dürfen in einer Gruppe geprüft werden, wenn nur ein Hund mit zu prüfender Hasenspur gemeldet ist und die anderen Hunde „ohne Hasenspur“ gemeldet wurden?
Antwort: Ja, beides darf innerhalb einer Richtergruppe geprüft werden, dann aber nur 4 Hunde in einer Gruppe.
Begründung: VZPO § 1 (6) d) mit Spur höchstens 4 Hunde
zu a) Ja, der Veranstalter kann Hunde in einer Gruppe mit und ohne Hasenspur prüfen.
zu b) Sobald auch nur ein Hund in einer Gruppe mit Hasenspur geprüft wird, dürfen max. 4 Hunde in einer Gruppe geprüft werden. Die Gruppe wird dann als „Hasenspurgruppe“ angesehen. Somit ist der § 1 (6) d) der neuen VZPO (gültig ab 31.12.2017) zu beachten.
Auf einer HZP wird in einer Feldgruppe morgens mit der Kaninchenschleppe begonnen, nachdem der Obmann die Führer gefragt hat, ob sie damit einverstanden seien. Die Mehrheit stimmte zu.
Frage: Kann ein Führer sich vor der Kaninchenschleppe die Arbeit im Felde ausbedingen?
Begründung: VZPO § 14 B, nur bei der Wasserarbeit ist die Reihenfolge der Fächer verbindlich festgelegt.
Die Reihenfolge der Prüfung der einzelnen Fächer ist ausschließlich Sache der Prüfungsleitung bzw. des Gruppenobmannes. Auf größeren HZP’en mit Feld‑, Wasser‑ und Schleppengruppen beginnt ein Teil der Hunde mit der Feldarbeit, der andere mit der Wasserprüfung und der dritte Teil mit den Schleppen. Das gehört zur ordnungsmäßigen Organisation, an der der Führer nicht teilhat.
Es wäre auch ein Durcheinander zu befürchten, wenn beim Durchprüfen der Hunde in allen Fächern in einer Richtergruppe jeder Führer bestimmen könnte, mit welchem Prüfungsfach er anfangen möchte.
Dürfen Füchse für die „Fuchsschleppe“ (VGP/VPS) bzw. beim „Fuchs über Hindernis“ (nur VGP) manipuliert (z.B.: ausgenommen/ausgeweidet) werden?
Frage: Ist ein Ausweiden der Füchse statthaft?
Antwort: Nein, das ist nicht statthaft.
Begründung: § 12 (1) Das vorherige Ausweiden des Fuchses ist unzulässig.
Der für die VGP/VPS benötigte Fuchs muss „naturbelassen“ sein. Zu beachten ist § 12 (1) der VGPO. Ein ausgenommener Fuchs ist für die Prüfung nicht zulässig!
Die Füchse müssen ein Mindestgewicht von 3,5 kg aufweisen und naturbelassen sein (mit voller Luntenlänge, ohne Kopf ist zulässig, das vorherige Ausweiden des Fuchses ist unzulässig).
Auf einer VGP kommt ein Hund auf der Schleppe nach dem ersten Ansetzen zum Fuchs und nimmt diesen sofort auf. In Sichtweite des Führers, ca. 80m, legt der Hund den Fuchs ab und kommt zum Führer. Die Fuchsschleppe und das Bringen wird daraufhin beides mit „0“ bewertet.
Frage: Ist diese Bewertung richtig?
Begründung: VGPO § 13 Bringen (1) b)
Auf der Fuchsschleppe darf der Hund dreimal angesetzt werden, auch wenn er schon am Fuchs war oder diesen schon aufgenommen hat, allerdings gelten alle Kommandos und Einwirkungen als erneutet anzusetzen.
Ein Hund der ein gegriffenes, frisch geschossenes, ausgelegtes oder auf der Schleppe gefundenes Stück Nutzwild beim erstmaligen Finden nicht selbstständig bringt, scheidet aus der Prüfung aus.
Bei der Fuchsschleppe kann jedoch der Hund auch dann insgesamt dreimal angesetzt werden, wenn er den gefundenen Fuchs nicht bringt.
Auf einer VGP kommt ein Hund auf der Schleppe mit dem Fuchs zurück. In Sichtweite des Führers beginnt der Hund eine Vertiefung zu scharren und legt den Fuchs dort hinein. Der Führer gibt nun ein energisches Bring-Kommando, worauf ihm der Hund den Fuchs zuträgt und ordnungsgemäß ausgibt.
Die Bewertung der Verbandsrichter lautet: Fuchsschleppe und Bringen von Fuchs „ungenügend“, mit der Begründung des versuchten Totengrabens. Der Hund wird weitergeprüft und besteht die VGP.
Antwort: Nein. Nach der VGPO müssen Totengräber ausscheiden.
Begründung: Der Hund hat eine Vertiefung gegraben und den Fuchs dort abgelegt. Erst nach dem Kommando des Hundeführers hat der Hund den Fuchs wieder aufgenommen und gebracht. Der Hund muss als Totengräber eingestuft werden. Nach der VGPO Ordnung für VGP § 13 (2) müssen Totengräber ausscheiden.
Wenn ein Hund einem Kanin den Kopf abbeißt und danach unverzüglich bringt, ist er auch ein Anschneider.
Anschließend werden die Schleppen im Wald geprüft. Bei der Fuchsschleppe möchte der Führer des Hundes Nr. 2, dass für seinen Hund keine Fuchsschleppe gezogen wird, da dieser den Fuchs doch nicht bringen wird. Er möchte hier, dass die Richtergruppe bei den betreffenden Prüfungsfächern „Fuchsschleppe“ und „Bringen von Fuchs auf der Schleppe“ „nicht geprüft - Strich“ eintragen soll. Der Hund habe am Hindernis eine genügende Leistung gebracht und könne somit die Prüfung bestehen. Denn laut § 11 (1) i) muss ein Hund entweder auf der „Fuchsschleppe“ oder beim „Bringen von Fuchs über Hindernis“ das Prädikat „genügend“ erreichen, um die Prüfung zu bestehen.
Beurteilung der Richtergruppe: Die Richtergruppe ist damit einverstanden und trägt bei den entsprechenden Fächern „nicht geprüft - Strich“ ein.
Beispiel Einspruchsordnung
Beispiel Leistungszeichen
Beispiel VSTPO
Beispiel VSWPO
Auf einer VJP kommen zu einem sich abseits haltenden Führers der Prüfungsleiter, ein nicht eingesetzter Richter und der Schriftführer des veranstaltenden Vereins. Während der Unterhaltung sehen sie einen Hasen in der Sasse sitzen, der nach einiger Zeit aufsteht und fortflüchtet. Der Prüfungsleiter veranlasst den Führer die Spur mit seinem Hund zu arbeiten. Angesetzt, nimmt der Hund die Spur passioniert auf, arbeitet sie mit zwei scharfen Haken 450 m weit, sticht dort den Hasen und hetzt ihn weit.
Frage: War diese Entscheidung der VR. richtig ?
Antwort: Ja, die Entscheidung der VR. war richtig !
Begründung: § 5(4) a) VZPO-VGPO Beurteilung der
Arbeiten nur durch die Verbandsrichter
Beispiel OFDVRW

References: § 10
 § 8
 § 14
 § 14
 § 8
 § 34
 § 34
 § 13
 § 2
 § 3

§ 3
 § 14
 § 37
 § 37
 § 11
 § 13
 § 16
 § 11
 § 38
 § 43
 § 45
 § 41
 § 39
 § 39
 § 39
 § 39
 § 15
 § 15
 § 15
 § 5
 § 8
 § 5
 § 4
 § 9
 § 1
 § 1
 § 14
 § 12
 § 12
 § 13
 § 13
 § 11
 § 5