Source: https://www.admody.com/urteilsdatenbank/f6a89ab1d923/LG-Lueneburg_Urteil_vom_30-September-2011_Az_4-S-44-11
Timestamp: 2020-07-10 05:53:49+00:00

Document:
Landgericht Lüneburg, Urteil vom 30. September 2011, Az.: 4 S 44/11
Eine Abwägung hinsichtlich der Unzumutbarkeit der Belästigung ist € entgegen den Ausführungen des Amtsgerichts € nicht erforderlich. Denn auf eine Abwägung der Interessen kommt es in der am 04. August 2009 in Kraft getretenen Fassung des § 7 Abs. 2 UWG eben gerade nicht mehr an. Dafür spricht schon der Wortlaut €ist stets anzunehmen€. Diese Formulierung macht deutlich, dass die in § 7 Abs. 1 Satz 1 enthaltende Bagatellschwelle der Unzumutbarkeit nicht auf die Sachverhalte des § 7 Abs. 2 UWG anwendbar sein soll. Vielmehr soll ohne Wertungsmöglichkeit von einer unzumutbaren Belästigung und damit von der Unzulänglichkeit der betreffenden Handlung auszugehen sein (Köhler/Bornkamm, § 7, Rn. 96). Dies ergibt sich auch aus der nachfolgenden Begründung des Regierungsentwurfs UWG 2009 zu § 7 Abs. 2 UWG, BT-Drucksache 16/10145:
Ein rechtsmissbräuchliches Verhalten des Klägers ist (noch) nicht zu erkennen. Insbesondere kann ihm nicht aufgegeben werden, einen Sperrvermerk auf seinem Briefkasten anzubringen, um so sein Interesse auf leichterem Wege durchzusetzen bzw. für eine bessere und für die Beklagte finanziell günstigere Erkennbarkeit im Sinne des § 7 Abs. 2 UWG zu sorgen. Denn das Interesse des Klägers an anderer Werbung als der streitgegenständlichen ist wiederum ebenfalls von Art. 2 I GG bzw. vom allgemeinen Persönlichkeitsrecht geschützt. Der Kläger hat vorgetragen, dass er lediglich an der streitgegenständlichen Werbung kein Interesse hat, im Übrigen aber durchaus beworben werden will. Es muss jedem Empfänger möglich sein, sich auch gezielt gegen einzelne Werbemaßnahmen und einzelne Werbeunternehmen wehren zu können. Ein sog. €Alles oder Nichts"-Prinzip, welches nach Auffassung des Amtsgericht in diesen Fällen zum tragen kommen soll, vermag die Kammer nicht zu erkennen. Für die Annahme eines derartigen "Prinzips" fehlt es an einer rechtlichen Grundlage und hierdurch würde auch in unzulässiger Weise in das Persönlichkeitsrecht des Klägers eingegriffen werden.
https://www.admody.com/urteilsdatenbank/f6a89ab1d923/LG-Lueneburg_Urteil_vom_30-September-2011_Az_4-S-44-11
<a href="https://www.admody.com/urteilsdatenbank/f6a89ab1d923/LG-Lueneburg_Urteil_vom_30-September-2011_Az_4-S-44-11" title="Landgericht Lüneburg, Urteil vom 30. September 2011, Az.: 4 S 44/11">Landgericht Lüneburg, Urteil vom 30. September 2011, Az.: 4 S 44/11</a>
[URL=https://www.admody.com/urteilsdatenbank/f6a89ab1d923/LG-Lueneburg_Urteil_vom_30-September-2011_Az_4-S-44-11]Landgericht Lüneburg, Urteil vom 30. September 2011, Az.: 4 S 44/11[/URL]
<ref name=K6BciiINN>{{cite web|title=Landgericht Lüneburg, Urteil vom 30. September 2011, Az.: 4 S 44/11|url=https://www.admody.com/urteilsdatenbank/f6a89ab1d923/LG-Lueneburg_Urteil_vom_30-September-2011_Az_4-S-44-11|publisher=Admody Rechtsanwälte Aktiengesellschaft|accessdate=10. Juli 2020}}</ref>
LG Dortmund, Urteil vom 15. Januar 2016, Az.: 3 O 610/15 - BPatG, Beschluss vom 5. März 2009, Az.: 30 W (pat) 81/06 - OLG Hamm, Beschluss vom 16. Mai 2011, Az.: I-8 AktG 1/11 - Hessisches LSG, Beschluss vom 27. Juni 2007, Az.: L 4 B 152/07 KA - OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 13. März 2003, Az.: 6 U 3/02 - BGH, Urteil vom 28. April 2010, Az.: VIII ZR 223/09 - BPatG, Beschluss vom 22. April 2009, Az.: 25 W (pat) 48/08 - KG, Beschluss vom 28. April 2010, Az.: 24 W 40/10 - BPatG, Beschluss vom 15. Februar 2001, Az.: 25 W (pat) 9/00 - FG München, Urteil vom 23. März 2015, Az.: 4 K 1636/14

References: § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 Art. 2