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Timestamp: 2018-01-20 20:55:11+00:00

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14. Jahrgang, Nr. 1 vom 16. März 2004, S. 44
Allgemeine Strahlenschutzanweisung
vom 09.12.2003
Auf Grund des Abs. 1 § 34 der Verordnung für die Umsetzung von Euratom-Richtlinien zum Strahlenschutz vom 20. Juli 2001 (BGBl. I S. 1714) (Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen – StrlSchV) sowie § 15 a der Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen (Röntgenverordnung – RöV) vom 30. April 2003 (BGBl. I S. 604) wird für die Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg die nachfolgende Allgemeine Strahlenschutzanweisung erlassen.
Diese Allgemeine Strahlenschutzanweisung gilt für die gesamte Universität einschließlich der Medizinischen Fakultät. Der sachliche Geltungsbereich erstreckt sich auf alle Arbeitsplätze, bei denen mit radioaktiven Stoffen umgegangen wird oder umgegangen werden soll, bzw. bei denen Bestrahlungsvorrichtungen und Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlen, Röntgeneinrichtungen und Störstrahler betrieben werden oder betrieben werden sollen. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die an diesen Arbeitsplätzen tätig sind, sind verpflichtet, die Strahlenschutzanweisung einzuhalten und die Anordnungen des bzw. der Strahlenschutzverantwortlichen und des bzw. der Strahlenschutzbeauftragten zu befolgen.
Strahlenschutzorganisation
(1) Der Strahlenschutzverantwortliche gemäß § 31 Abs. 1 StrlSchV bzw. § 13 Abs. 1 RöV ist
Telefon: (03 45) 55-2 10 10.
(2) Die Aufgaben des Strahlenschutzverantwortlichen werden im Stab Arbeits- und Umweltschutz von den Strahlenschutzbevollmächtigten Dr. Christa Keil, zuständig nach StrlSchV für die gesamte Universität und nach RöV für den Hochschulbereich, Telefon: (03 45) 55-2 13 42 und Dipl.-Phys. Manfred Wehner, zuständig nach RöV für die Medizinische Fakultät, Telefon: (03 45) 55 7-21 74 wahrgenommen.
(3) Die Strahlenschutzbeauftragten gemäß § 31 Abs. 2 StrlSchV bzw. § 13 Abs. 2 RöV werden vom Strahlenschutzverantwortlichen, dem Kanzler, auf Vorschlag der Institutsdirektoren oder Institutsdirektorinnen bzw. der Klinikdirektoren oder Klinikdirektorinnen bzw. der Dekane oder Dekaninnen bzw. der Geschäftsführenden Direktoren oder Direktorinnen schriftlich bestellt.
Jede Person ist vor Aufnahme der Tätigkeit, bei der mit radioaktiven Stoffen umgegangen wird, sowie vor Aufnahme von Tätigkeiten an Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlen, Röntgeneinrichtungen und Störstrahler über Arbeitsmethoden, die möglichen Gefahren, die anzuwendenden Sicherheits- und Schutzmaßnahmen und den für die Tätigkeit wesentlichen Inhalt der gesetzlichen Bestimmungen zum Strahlenschutz zu unterweisen. Die Unterweisung ist während der Tätigkeit halbjährlich zu wiederholen. Frauen sind darüber zu belehren, dass sie eine Schwangerschaft möglichst frühzeitig dem bzw. der Strahlenschutzbeauftragten mitteilen, damit für das Kind der Grenzwert von 1 Millisievert für den Zeitraum von der Mitteilung bis zur Geburt eingehalten werden kann. Ein Aufenthalt von schwangeren Frauen in Strahlenschutzbereichen, in denen mit offenen radioaktiven Stoffen umgegangen wird, ist nicht gestattet (Ausschluss einer inneren beruflichen Strahlenexposition nach § 43 Abs. 2 StrlSchV). Für die Unterweisung ist der bzw. die Strahlenschutzbeauftragte zuständig. Von ihm bzw. ihr sind über den Inhalt und den Zeitpunkt der Unterweisung Aufzeichnungen zu führen, die von der belehrten Person zu unterzeichnen sind.
Anweisungen für beruflich strahlenexponierte Personen
(1) Beruflich strahlenexponierte Personen haben den Anweisungen des bzw. der Strahlenschutzbeauftragten Folge zu leisten und die für die jeweilige Tätigkeit notwendige Schutzkleidung zu tragen. Sie haben ihr Arbeitsverhalten so einzurichten, dass sie unnötige Strahlenexpositionen und Kontaminationen vermeiden.
(2) Personen, die einer beruflichen Strahlenexposition durch Tätigkeiten nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 StrlSchV ausgesetzt sind und an Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlung nach StrlSchV und RöV tätig sind, sind zum Zwecke der Kontrolle und arbeitsmedizinischen Vorsorge folgenden Kategorien zugeordnet:
Beruflich strahlenexponierte Personen der Kategorie A:
Personen, die einer beruflichen Strahlenexposition ausgesetzt sind, die im Kalenderjahr zu einer effektiven Dosis von mehr als 6 Millisievert oder einer höheren Organdosis als 45 Millisievert für die Augenlinse oder einer höheren Organdosis als 150 Millisievert für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße oder Knöchel führen kann;
Beruflich strahlenexponierte Personen der Kategorie B:
Personen, die einer beruflichen Strahlenexposition ausgesetzt sind, die im Kalenderjahr zu einer effektiven Dosis von mehr als 1 Millisievert oder einer höheren Organdosis als 15 Millisievert für die Augenlinse oder einer höheren Organdosis als 50 Millisievert für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße oder Knöchel führen kann, ohne in die Kategorie A zu fallen.
(3) Eine beruflich strahlenexponierte Person der Kategorie A darf im Kontrollbereich Aufgaben nur wahrnehmen, wenn sie innerhalb eines Jahres vor Beginn der Aufgabenwahrnehmung von einem Arzt bzw. einer Ärztin nach § 64 Abs. 1 Satz 1 StrlSchV bzw. § 41 Abs. 1 Satz 1 RöV untersucht worden ist und dem bzw. der Strahlenschutzverantwortlichen eine von diesem Arzt bzw. dieser Ärztin ausgestellte Bescheinigung vorliegt, nach der der Aufgabenwahrnehmung keine gesundheitlichen Bedenken entgegen stehen. Im Übrigen gelten die Bestimmungen des § 60 StrlSchV. Da die Aufsichtsbehörde festlegt, dass auch beruflich strahlenexponierte Personen der Kategorie B der arbeitsmedizinischen Vorsorge unterliegen und jährlich zu Wiederholungsuntersuchungen einem ermächtigten Arzt bzw. einer ermächtigten Ärztin im Strahlenschutz vorgestellt werden müssen, ist gemäß der Auflagen in der Genehmigung die arbeitsmedizinische Vorsorge durchzuführen.
(4) An beruflich strahlenexponierten Personen, die in Kontrollbereichen tätig sind, ist die Körperdosis zu bestimmen. Ausnahmen lässt die Aufsichtsbehörde zu, wenn sichergestellt ist, dass eine Person aus beruflichen Gründen eine Strahlenexposition von weniger als 1 Millisievert pro Kalenderjahr erhält. Wird Fremdpersonal in Kontrollbereichen der Universität tätig, so haben sie dem bzw. der Strahlenschutzbeauftragten ihren Strahlenpass vorzulegen. Für die personendosimetrische Überwachung und die Aufbewahrung der Ergebnisse der Personendosisüberwachung ist der bzw. die Strahlenschutzbeauftragte zuständig.
Je nach Höhe der Strahlenexposition wird zwischen Überwachungsbereichen, Kontrollbereichen und Sperrbereichen, letztere als Teile der Kontrollbereiche, unterschieden (vergleiche Beiblatt: "Strahlenschutzbereiche, beruflich strahlenexponierte Personen und Dosisgrenzwerte"). Die Festlegung der Strahlenschutzbereiche obliegt dem bzw. der Strahlenschutzbeauftragten.
Zutritt zu Strahlenschutzbereichen
Personen darf der Zutritt zu Überwachungsbereichen nur erlaubt werden, wenn sie darin eine dem Betrieb dienende Aufgabe wahrnehmen, bei Auszubildenden oder Studierenden dies zur Erreichung ihres Ausbildungszieles erforderlich ist oder sie Besucher sind. Zutritt zu Kontrollbereichen darf nur Personen erlaubt werden, die zur Durchführung oder Aufrechterhaltung der darin vorgesehenen Betriebsvorgänge tätig werden müssen, oder bei Auszubildenden oder Studierenden dies zur Erreichung ihres Ausbildungszieles erforderlich ist, bei schwangeren Frauen der bzw. die fachkundige Strahlenschutzverantwortliche oder der bzw. die Strahlenschutzbeauftragte dies gestattet und durch geeignete Überwachungsmaßnahmen sicherstellt, dass der besondere Dosierungsgrenzwert nach § 55 Abs. 4 Satz 2 StrlSchV eingehalten und dies dokumentiert wird. Personen darf der Zutritt zu Sperrbereichen nur erlaubt werden, wenn sie zur Durchführung der im Sperrbereich vorgesehenen Betriebsvorgänge oder aus zwingenden Gründen tätig werden müssen.
Der Zutritt zu den Strahlenschutzbereichen obliegt der Kontrolle durch den bzw. der Strahlenschutzbeauftragten.
Arbeitsanweisung des bzw. der Strahlenschutzbeauftragten
Die von dem bzw. der Strahlenschutzbeauftragten zu erlassene Arbeitsanweisung für die Organisation beim Umgang mit radioaktiven Stoffen bzw. ihrer Anwendung am Menschen bzw. beim Betrieb von Einrichtungen ionisierender Strahlung unter Berücksichtigung des § 34 der StrlSchV und des § 15 a der RöV sowie die zu erlassene Arbeitsanweisung nach § 18 Abs. 2 der RöV für jede Röntgeneinrichtung zur Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen werden Bestandteil dieser Allgemeinen Strahlenschutzanweisung und sind verbindlich.
Diese Allgemeine Strahlenschutzanweisung tritt mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg in Kraft.
Halle (Saale), 9. Dezember 2003
Strahlenschutzverantwortlicher
Merkblatt "Besondere Unterweisungspflicht und Beschäftigung beruflich strahlenexponierter weiblicher Personen während der Schwangerschaft"
gemäß § 38 der Strahlenschutzverordnung bzw. gemäß § 36 der Röntgenverordnung (RöV) für strahlenexponierte Personen der Kategorie A und B mit Zutritt zum Kontrollbereich
(1) Strahlenexponierte Personen der Kategorie A und B, die auf Grund ihrer Tätigkeit Zutritt zum Kontrollbereich haben, sind vor dem erstmaligen Zutritt zu belehren.
Besondere Unterweisungspflicht gilt
für Personen, denen der Zutritt zum Kontrollbereich gestattet wird:
Vor dem Zutritt sind diese Personen über die möglichen Gefahren und ihre Vermeidung zu unterweisen;
für Personen unter 18 Jahren / Auszubildende oder Studierende, denen der Zutritt zum Überwachungs- und Kontrollbereich gestattet wird, wenn dies für zur Erreichung ihres Ausbildungszieles erforderlich ist:
Diesen Personen ist mitzuteilen, dass die effektive Dosis den Grenzwert von 1 mSv im Kalenderjahr nicht überschreiten darf, außerdem darf die Organdosis für die Augen 15 mSv, für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße und Knöchel jeweils den Grenzwert von 50 mSv im Kalenderjahr nicht überschreiten; abweichend davon kann die zuständige Behörde für Auszubildende oder Studierende im Alter zwischen 16 und 18 Jahren festlegen, dass die effektive Dosis den Grenzwert von 6 mSv im Kalenderjahr und die Organdosis für die Augenlinse 45 mSv, für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße und Knöchel jeweils den Grenzwert von 150 mSv im Kalenderjahr nicht überschritten werden darf;
Bei gebärfähigen Frauen darf die über einen Monat kumulierte Dosis an der Gebärmutter den Grenzwert von 2 mSv nicht überschreiten. Für ein ungeborenes Kind, das auf Grund der Beschäftigung der Mutter einer Strahlenexposition ausgesetzt ist, darf die Äquivalentdosis vom Zeitpunkt der Mitteilung der Schwangerschaft bis zu deren Ende den Grenzwert von 1 mSv nicht überschreiten (Schwangerschaft also so früh wie möglich mitteilen).
(2) Hinweise zur Beschäftigung beruflich strahlenexponierter weiblicher Personen während der Schwangerschaft
Die Arbeitsbedingungen für Schwangere sind so zu gestalten, dass die Äquivalentdosis, der das ungeborene Kind ausgesetzt werden kann, "so niedrig zu halten ist, wie dies vernünftigerweise erreichbar ist" und beim Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen sind nach Strahlenschutzverordnung die Arbeitsbedingungen für Schwangere so zu gestalten, dass eine Inkorporation radioaktiver Stoffe ausgeschlossen ist.
Eine Tätigkeit schwangerer Frauen in Kontrollbereichen kann nur von dem bzw. der Strahlenschutzbeauftragten gestattet werden, wenn er bzw. sie durch geeignete Schutz- und Überwachungsmaßnahmen sicherstellt, dass der besondere Grenzwert der kumulierten Dosis aus äußerer und innerer Strahlenexposition vom Zeitpunkt der Mitteilung der Schwangerschaft bis zur Geburt eingehalten werden kann.
Zusätzlich zur monatlichen Messung der Körperdosis ist diese arbeitswöchentlich zu ermitteln, und die festgestellten Expositionswerte sind der Schwangeren mitzuteilen.
In Kontrollbereichen sind Tätigkeiten auszuschließen, bei denen höhere oder unfallbedingte Strahlenexpositionen möglich sind: z. B. bei der interventionellen Radiologie, bei Durchleuchtungen, bei der Aufnahme offener radioaktiver Stoffe, bei der Strahlentherapie an Afterloadinganlagen.
Für die Tätigkeit Schwangerer im Überwachungsbereich wird die Feststellung der wöchentlichen Körperdosis mit betrieblichen Dosimetern ebenfalls empfohlen.
Beiblatt: "Strahlenschutzbereiche, beruflich strahlenexponierte Personen und Dosisgrenzwerte"
1. Strahlenschutzbereiche
Überwachungsbereiche sind nicht zum Kontrollbereich gehörende betriebliche Bereiche, in denen Personen im Kalenderjahr eine effektive Dosis von mehr als 1 Millisievert (mSv) oder höhere Organdosen als 15 Millisievert (mSv) für die Augenlinse oder 50 Millisievert (mSv) für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße oder die Knöchel erhalten können.
Kontrollbereiche sind Bereiche, in denen Personen im Kalenderjahr eine effektive Dosis von mehr als 6 Millisievert (mSv) oder höhere Organdosen als 45 Millisievert (mSv) für die Augenlinse oder 150 Millisievert (mSv) für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße oder die Knöchel erhalten können.
2. Beruflich strahlenexponierte Personen
Personen, die einer beruflichen Strahlenexposition ausgesetzt sind, die im Kalenderjahr zu einer effektiven Dosis von mehr als 6 Millisievert (mSv) oder einer höheren Organdosis als 45 Millisievert (mSv) für die Augenlinse oder 150 Millisievert (mSv) für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße oder die Knöchel führen kann;
Personen, die einer beruflichen Strahlenexposition ausgesetzt sind, die im Kalenderjahr zu einer effektiven Dosis von mehr als 1 Millisievert (mSv) oder einer höheren Organdosis als 15 Millisievert (mSv) für die Augenlinse oder 50 Millisievert (mSv) für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße oder die Knöchel führen kann, ohne in die Kategorie A zu fallen.
3. Dosisgrenzwerte bei beruflicher Strahlenexposition
Personen mit beruflicher Strahlenexposition Dosisgrenzwerte der effektiven Dosis Organdosis für die Augenlinse Organdosis für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße und die Knöchel
Beruflich strahenexponierte Personen 20 mSv
im Kalenderjahr 150 mSv
im Kalenderjahr 500 mSv
Personen unter 18 Jahre 1 mSv
im Kalenderjahr 15 mSv
im Kalenderjahr 50 mSv
Gebärfähige Frauen Die kumulierte Dosis an der Gebärmutter darf den Grenzwert von 2 mSv im Monat nicht überschreiten
Ungeborenes Kind Die Äquvalentdosis von 1 mSv vom Zeitpunkt der Mitteilung der Schwangerschaft bis zu deren Ende darf nicht überschritten werden. Als Äquvalentdosis des ungeborenen Kindes gilt die Organdosis der Gebärmutter der schwangeren Frauen.

References: § 34
 § 15
 § 31
 § 13
 § 31
 § 13
 § 43
 § 2
 § 64
 § 41
 § 60
 § 55
 § 34
 § 15
 § 18
 § 38
 § 36