Source: https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierschutz/aus--und-weiterbildung.html
Timestamp: 2019-04-20 02:37:11+00:00

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Die Ausbildungen vermitteln Kenntnisse der tiergerechten Haltung und praktische Fähigkeiten zum schonenden Umgang mit Tieren. Sie müssen vorgängig vom BLV anerkannt worden sein.
Mit der Ausbildungspflicht soll sichergestellt werden, dass die verantwortliche Person die Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend zu halten versteht und im Umgang mit ihnen geschult ist. Um sicherzustellen, dass die Lernziele mit den Ausbildungen erreicht werden, müssen sie vom BLV anerkannt sein. Dies gilt auch für Ausbildungsstätten, an denen Lehrkräfte für die nach dem Tierschutzrecht obligatorischen Ausbildungen ausgebildet werden.
In gewerbsmässigen Tierhaltungen, beim Handel mit Tieren, für die private Haltung zahlreicher Wildtierarten und einiger Haustiere muss die für die Tierbetreuung verantwortliche Person über die erforderliche Ausbildung verfügen. Ausbildungspflicht besteht auch für das Schlachthof- und Tiertransportpersonal, für die gewerbsmässige Klauen- und Hufpflege, für die Vornahme bestimmter Eingriffe am Tier und für das Durchführen von Tierversuchen.
Mehr zur Ausbildungspflicht steht unter den entsprechenden Themen bzw. auf den tierartspezifischen Seiten geschrieben. Wer eine obligatorische Ausbildung absolvieren muss, ist auch in den Fachinformationen unter „Im Detail“ nachzulesen.
Ausbildung auf Anordnung
Werden in einer Tierhaltung Mängel in der Betreuung oder Pflege der Tiere festgestellt, kann die kantonale Tierschutzbehörde Ausbildungsmassnahmen für die Tierhaltenden anordnen.
Das BLV anerkennt die fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung (FBA) und das fachspezifische Vermitteln von Grundkenntnissen und Fähigkeiten, welches zum Sachkundenachweis (SKN) führt. Es bestimmt über die Gleichwertigkeit ausländischer Ausbildungen zu FBA und SKN (Art. 200a TSchV). Das Gesuch um Anerkennung muss dem BLV zusammen mit der Dokumentation und dem Stundenplan in elektronischer Form zugestellt werden (Art. 200 Abs. 1 TSchV).
Im Einzelfall kann die kantonale Behörde eine andere als die verlangte Ausbildung anerkennen, beispielsweise weil die verlangte Ausbildung nicht angeboten wird. Voraussetzung ist, dass die betreffende Person nachweislich über vergleichbare Kenntnisse und Fähigkeiten oder über einen Beruf mit vergleichbaren Voraussetzungen verfügt (vgl. Art. 199 Abs. 3 TSchV).
Unter „Im Detail“ sind Listen der anerkannten Ausbildungen abrufbar. Dort sind auch die Formulare für ein Gesuch um Anerkennung einer Ausbildung zu finden.
SKN und FBA werden fachspezifisch nach Tierart oder Tiergruppe mit ähnlichen Ansprüchen an Haltung und Umgang vermittelt. Fachspezifische Berufs- oder Hochschulausbildungen können anstelle einer verlangten FBA geltend gemacht werden. Eine FBA befreit vom Sachkundenachweis, vorausgesetzt ihre Inhalte verfolgen dieselben Lernziele und sind tierartspezifisch.
Die fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung vermittelt Fachkenntnisse und praktische Fähigkeiten und ist mit einer Prüfung abzuschliessen. Die FBA besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Zusätzlich muss ein Praktikum absolviert werden. (Art. 197 + 202 Abs. 1 TSchV; Art. 2-17 ; 58-67 Abs. 1 Tierschutz-Ausbildungsverordnung).
Der Sachkundenachweis beinhaltet Grundkenntnisse oder praktische Fähigkeiten. Er kann in Form eines anerkannten Kurses oder eines Praktikums absolviert werden (Art. 198 TSchV; Art. 30-44 Tierschutz-AusbildungsV). Vom Sachkundeausweis befreit sind Personen, die über eine amtliche Bestätigung einer mindestens dreijährigen Erfahrung im Umgang mit der betreffenden Tierart verfügen (Art. 193 Abs. 3 TSchV).
Im Zoofachhandel muss die für die Tierbetreuung verantwortliche Person über ein Tierpflegediplom verfügen. Alternativ ist für Detailhandelsfachleute mit Fachrichtung Zoofachhandel eine ergänzende fachspezifische Ausbildung FBA zulässig, welche mit einer Prüfung abzuschliessen ist (Art. 103 Bst. b; Art. 202 TSchV; Art. 5a, 5b, 5c + 5d Tierschutz-Ausbildungsverordnung).
Fachspezifische Berufe
In verschiedenen Tierhaltungen müssen die Tiere unter der Verantwortung einer Tierpflegerin oder eines Tierpflegers betreut (Art. 195 TSchV) werden, beispielsweise in Tierheimen, im Zoofachhandel, in gewerbsmässigen Wildtierhaltungen oder in Versuchstierhaltungen. In landwirtschaftlichen Haltungen mit mehr als 10 Grossvieheinheiten an Nutztieren insgesamt muss die für die Tierbetreuung verantwortliche Person über eine landwirtschaftliche Ausbildung verfügen (Art. 194 TSchV). Als Nachweis eines absolvierten Berufs gilt das Berufs- oder Hochschuldiplom.
Ein fachspezifischer Beruf befreit von einer verlangten FBA oder eines SKN. Beispielsweise muss eine Pferdepflegerin, die für die Pferdehaltung in einer Reitschule verantwortlich ist, keine FBA für die gewerbsmässige Haltung von mehr als elf Pferden absolvieren.
Regelmässige Weiterbildung dient dazu, das Wissen auf dem neuesten Stand zu halten. Sie kann in Form eines Kurses, eines Praktikums oder durch Teilnahme an Kongressen oder Workshops erfolgen.
Für folgende Berufe und Ausbildungen sind sie Pflicht:
Detailhandelsfachleute mit Fachrichtung Zoofachhandel mit einer vom BLV anerkannten fachspezifischen Ausbildung
Personen, die gewerbsmässig Klauenpflege für Rinder oder Hofpflege für Equiden durchführen
Tierschutzbeauftragte, Versuchsleiterinnen und -leiter, versuchsdurchführende Personen sowie Leitende von Versuchstierhaltungen. Die Weiterbildungen im Tierversuchsbereich müssen durch die kantonale Behörde anerkannt sein (Art. 199 Abs. 4 TSchV)
Tiertransportpersonal nach Art. 190 Abs. 2 Bst. a TSchV
Schlachthofpersonal, das Umgang mit lebenden Tieren hat
Personen, die vom BLV anerkannte Ausbildungen für Tierhalterinnen und Tierhalter anbieten
Ausbildungsstätten, die Ausbildnerinnen und Ausbildner im Bereich Tierhaltung ausbilden, müssen über qualifizierte Lehrkräfte verfügen und sich einer externen Qualitätskontrolle durch eine akkreditierte Organisation unterziehen. Ihre Kurse werden vom BLV anerkannt, wenn sie zusätzlich zum Stoff der FBA Grundlagen der Erwachsenenbildung, der Kursorganisation, der Didaktik sowie rechtliches Grundwissen vermitteln (Art. 14 Tierschutz-AusbildungsV).
Die angehenden Ausbildnerinnen und Ausbildner von Tierhaltenden müssen diese FBA mit einer Prüfung abschliessen und über mindestens drei Jahre praktischer Erfahrung im Umgang mit der betreffenden Tierart verfügen.
Formulare für Anerkennungsgesuche von Ausbildungsstätten sind unter „Im Detail“ zu finden.
Angebot an anerkannten Ausbildungen bzw. Information zur Ausbildungspflicht
Nutztiere und Equiden halten
Anerkannte Organisationen für die Ausbildung von Personen, die Pferdehaltern den Sachkundenachweis für die Haltung von mehr als 5 Pferden vermitteln (PDF, 14 kB, 05.12.2016)
Anerkannte Organisationen für die Ausbildung von Lama- und Alpaka-Halter/-innen (PDF, 73 kB, 02.07.2018)
Fachinformation: Ausbildungspflicht für die Haustierhaltung und den gewerbsmässigen Umgang mit Haustieren (PDF, 442 kB, 13.08.2018)
Kastration und Enthornen der eigenen Jungtiere
Liste der anerkannten Kurse nach Art. 32 TSchV (XLS, 31 kB, 08.02.2019)
Fachinformation: Rechtsvorschriften zur Frühkastration von Stierkälbern durch die Tierhalterin oder den Tierhalter (PDF, 315 kB, 24.01.2018)
Fachinformation: Rechtsvorschriften zum Enthornen von jungen Kälbern durch die Tierhalterin oder den Tierhalter (PDF, 316 kB, 24.01.2018)
Fachinformation: Rechtsvorschriften zur Frühkastration männlicher Ferkel durch die Tierhalterin oder den Tierhalter (PDF, 118 kB, 15.11.2016)
Ausbildungen Tiertransportpersonal
Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung des Transportpersonals
Anerkannte Organisationen für die Ausbildung des Viehhandels- und Transportpersonals (PDF, 368 kB, 20.03.2019)
Ausbildungen Schlachthofpersonal
Weitere Informationen zur Ausbildung von Schlachthofmitarbeitenden
Anerkannte Organisationen für die Ausbildung von privaten Wildtierhaltern (PDF, 509 kB, 24.01.2019)
Anerkannte Organisationen für die fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung für die Greifvogelhaltung (PDF, 23 kB, 05.12.2016)
Anerkannte fachspezifische berufsunabhängige Ausbildungen (FBA) für die Haltung und/oder Zucht von Fischen und/oder Panzerkrebsen (PDF, 288 kB, 30.08.2018)
Fachinformation: Ausbildungspflicht für die Haltung von und den Umgang mit Heim- und Wildtieren (PDF, 391 kB, 13.08.2018)
Anerkannte Organisationen für die fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung für das Betreuungspersonal in Tierheimen mit maximal 19 Betreuungsplätzen (PDF, 271 kB, 03.04.2019)
Anerkannte Organisationen für die fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung für die gewerbsmässige Zucht von Heim- und Wildtieren (PDF, 226 kB, 24.03.2019)
Anerkannte Organisationen für die fachspezifische berufsunabhängige Ausbildungen für gewerbsmässige Hundezüchter und Hundezüchterinnen (PDF, 293 kB, 13.03.2019)
Anerkannte Organisationen für die Weiterbildung der Detailhandelsfachleute im Zoofachhandel (PDF, 21 kB, 09.12.2016)
Anerkannte Organisationen für die Ausbildung von Personen, welche bei zeitlich befristeten Veranstaltungen Tiere betreuen (PDF, 31 kB, 04.05.2016)
Ausbildungen Tierversuche
Weitere Informationen zur Aus- und Weiterbildung im Bereich Tierversuche
Anerkennungsgesuch SKN und FBA (PDF, 15 kB, 13.10.2017)
Bericht: Evaluation der Sachkundenachweise (SKN) (PDF, 1 MB, 14.06.2016)
9. Kapitel Tierschutzverordnung: Art. 189-206 TSchV
https://www.blv.admin.ch/content/blv/de/home/tiere/tierschutz/aus--und-weiterbildung.html

References: Art. 199
 Art. 2
 Art. 30
 Art. 202
 Art. 5
 Art. 190
 Art. 32
 Art. 189