Source: http://www.insoinfo.de/pages/aktuell/1417-Gesch%E4ftsf%FChrerhaftung+f%FCr+Zahlungen+nach+Ein
Timestamp: 2020-02-20 06:23:51+00:00

Document:
30.01.2020 Geschäftsführerhaftung für Zahlungen nach Einritt der Insolvenzreife nach § 64 S.1 GmbHG und mögliche Einwendungen und Einreden des Geschäfftsführers
4. Voraussetzung 1: Geschäftführung nimmt Zahlung bei Insolvenzreife vor
Es muss die Geschäftsleitung gehandelt haben- hier Zahlungen vorgenommen haben.Geschäftsführer ist der rechtliche Geschäftsführer, der faktische Geschäftsführer - außerdem der Geschäftsführer, der als Strohmann fungiert, vgl. OLG Celle ZInsO 2017, 1547.
Der Kläger muss eine bilanzielle Überschuldung substantiiert behaupten.Oft weist der Jahresabschluss der Schuldnerin einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aufgewiesen und es existierten keine stillen Reserven.Damit genügt der Insolvenzverwalter seiner Darlegungslast.
Danach ist es Sache des beklagten Geschäftsführers, im Rahmen seiner sekundären Darlegungslast im Einzelnen vorzutragen, welche stillen Reserven oder sonstigen für eine Überschuldungsbilanz maßgeblichen Werte in der Handelsbilanz nicht abgebildet sind
Nach der Entscheidung des BGH in ZIP 2017, 1619 ist -engegen der herrschenden Lehre- der Bargeschäftseinwand im Sinne des § 142 InsO analog nicht möglich. Jedoch besteht kein Anspruch aus § 64 S.1 GmbHG bei unmittelbarem Ausgleich der Masseschmälerung (BGH ZIP 2015, 71).
Zahlungen bezüglich derer eine Pflichtenkollision besteht ( insbes. Strafandrohung 266, 266a StGB)
Der Quotenvorbehalt muss von Amts wegen berücksichtigt werden.12. Verjährung des Anspruchs nach § 64 GmbHG?Fünf Jahre, § 64 S.4 GmbHG

References: § 64
 BGH 
 § 142
 § 64
 § 64
 § 64