Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=27.05.2009&Aktenzeichen=8%20CN%201.09
Timestamp: 2013-06-19 18:03:24+00:00

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Rechtsprechung BVerwG, 27.05.2009 - 8 CN 1.09 Volltextver�ffentlichungen (5)
GG Art. 3 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1, Art. 6 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1; RAVG - Rheinland-Pfalz � 15 Satz 2 Nr. 3; BeamtVG � 19 Abs. 1, � 22 Abs. 1; SBG VI � 46 Abs. 2aVersorgung; Hinterbliebene; Hinterbliebenenversorgung; Versorgungsausschluss; Versorgungsehe; Wartezeit; Mindestwartezeit; Ehebestandszeit; Versorgungswerk; berufsst�ndisches; Risikobegrenzung; Umlageverfahren; Kapitaldeckung; Beitragsleistung; versorgungswirksam; Vermutung; widerleglich.
Recht der freien Berufe und des Kammerrechts: Versto� gegen den allgemeinen Gleichheitssatz i.R.d. Gew�hrung von Hinterbliebenenversorgung durch ein berufsst�ndisches Versorgungswerk bei sog. versorgungsnahen Ehen; Rentengew�hrung bei einem versorgungsberechtigten Mitglied bei Eheschlie�ung nach Vollendung des 62. Lebensjahres und einer Mindestehebestandszeit von drei Jahren; Versto� gegen den allgemeinen Gleichheitssatz beim Ausschluss der M�glichkeit der Widerlegung einer Versorgungsehe
Recht der freien Berufe und des Kammerrechts
Berufsst�ndisches Versorgungswerk kann bei sogenannten versorgungsnahen Ehen f�r Hinterbliebenenversorgung Mindestehebestandszeit verlangen
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerwG v. 27.5.2009, Az.: 8 CN 1.09; Wartezeitklausel f�r Hinterbliebenenrente bei Eheschlie�ung nach Vollendung des 62. Lebensjahrs verfassungs- und europarechtskonform" von RAin Dr. Silke Dulle und Peter Hartmann, original erschienen in: DStR 2009, 2623 - 2624.
BVerwG, 18.08.2009 - 8 CN 1.09
BVerwGE 134, 99
NJW 2009, 3316
FamRZ 2009, 1826
Wird zitiert von ... (8) OVG Rheinland-Pfalz, 26.05.2010 - 6 A 10320/10 Keine Rente f�r Witwe bei versp�teter Eheschlie�ungDie Regelung zeigt aber, dass Differenzierungen aufgrund des Alters in der Natur von - nicht nur betrieblichen - Versorgungssystemen angelegt, an ihre Legitimierung somit keine allzu hohen Anforderungen zu stellen sind (…vgl. Th�sing, a.a.O., � 10 AGG Rn. 54; vgl. auch - bez�glich der vergleichbaren Regelung in Art. 6 Abs. 2 der Richtlinie 2000/78/EG - BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009, a.a.O.).Durch den Ausschluss "nachgeheirateter" Witwen und Witwer von dem Bezug einer Hinterbliebenenrente stellt die Versorgungseinrichtung die Solidargemeinschaft vom Risiko der Versorgung �berlebender Ehegatten frei, wenn diese die Berufst�tigkeit des Mitglieds und somit die Aufbringung von Versorgungsabgaben nicht einmal f�r kurze Zeit durch F�rsorge mittragen k�nnen (…vgl. BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 1. M�rz 2010, a.a.O.; vgl. auch - bezogen auf eine vorgeschriebene Mindestdauer der Ehe -: BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009 - 8 CN 1/09 -, BVerwGE 134, 99;… Urteil des Senats vom 20. November 2007, a.a.O.).Eine Beeintr�chtigung des allgemeinen Pers�nlichkeitsrechts (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) liegt nicht vor, da � 23 Abs. 1 Nr. 1 der Satzung keine Vermutung einer Versorgungsehe enth�lt, sondern eine wertneutrale Regelung zur Begrenzung der Risiken der Solidargemeinschaft (vgl. - hinsichtlich einer Regelung zur Mindestdauer von "Sp�tehen" - BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009, a.a.O.).Die Hinterbliebenenversorgung wird vielmehr ohne eigene Beitragsleistung des Rentenempf�ngers und ohne erh�hte Versicherungsleistung des Mitglieds gew�hrt (vgl. BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009, a.a.O.).Ein Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung wird auch nicht durch die Schutzpflicht des Staates f�r Ehe und Familie (Art. 6 Abs. 1 GG) begr�ndet, da diese nicht gebietet, jegliche die Ehe oder die Familie treffende Belastung auszugleichen (…BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 1. M�rz 2010, a.a.O.; BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009, a.a.O.).Schlie�lich ist bei einer Eheschlie�ung nach dem Erreichen der Altersgrenze eher als bei einer Eheschlie�ung in jungen Jahren anzunehmen, der Ehepartner verf�ge selbst bereits �ber ausreichende Versorgungsanwartschaften oder Verm�gen (vgl. - zur Eheschlie�ung nach Vollendung des 62. Lebensjahres - BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009, a.a.O.).Da die Hinterbliebenenversorgung kein nachgezogenes Entgelt f�r Arbeit ist und bei einem freiberuflich t�tigen Arzt nicht von einer ehemals ausge�bten "Besch�ftigung" gesprochen werden kann, scheidet eine Verletzung von Art. 141 EG aus (vgl. BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009, aaO.).Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. Juli 2007 (…a.a.O.) findet diese nach ihrem Art. 3 Abs. 3 in Verbindung mit dem 13. Erw�gungsgrund auf berufsst�ndische Versorgungseinrichtungen als staatliche Systeme der sozialen Sicherheit, deren Leistungen nicht einem Arbeitsentgelt im Sinne des Art. 141 EG entsprechen, schon keine Anwendung (offen gelassen im Urteil vom 27. Mai 2009, a.a.O.).
VG Sigmaringen, 23.11.2009 - 8 K 1232/07 Vorbeugender Rechtsschutz; vorbeugende Normerlassklage; vorzeitiges …Bei der gesetzlichen Rentenversicherung und dem berufsst�ndigen Versorgungsrecht handelt es sich mithin um selbst�ndig nebeneinander stehende Rechtsmaterien (vgl. BVerwG, Urteil vom 27.05.2009 - 8 CN 1/09 -, NJW 2009, 3316).(Rn.43).Bei der gesetzlichen Rentenversicherung und dem berufsst�ndigen Versorgungsrecht handelt es sich mithin um selbst�ndig nebeneinander stehende Rechtsmaterien (vgl. BVerwG, NJW 2009, 3316; Buchholz 430.4 Versorgungsrecht Nr. 36; Beschluss vom 05.02.1997 - 1 B 17/97 -, juris; Buchholz 430.4 Versorgungsrecht Nr. 32; Buchholz 430.4 Versorgungsrecht Nr. 22; VGH Baden-W�rttemberg, Urteil vom 16.11.1999 - 9 S 2176/98 -, juris).Damit ist dem Solidarit�tsprinzip der Versorgungsanstalt im ureigensten sozialen Interesse der gesamten Gefahrengemeinschaft eine versicherungsmathematische Risikobegrenzung wesensimmanent (zum Ganzen vgl. BVerwG, NJW 2009, 3316; Held-Daab, jurisPR-BVerwG 20/2009 Anm. 1).Die Leistungsf�higkeit berufsst�ndiger Versorgungsanstalten als kapitalfinanzierte, genossenschaftlich organisierte Versicherungen h�ngt gleicherma�en vom Beitragsaufkommen und einer finanziellen Risikobegrenzung im Hinblick auf die Versorgungsf�lle ab (vgl. BVerwG, NJW 2009, 3316).
BVerfG, 01.03.2010 - 1 BvR 2584/06 Berufsst�ndische Hinterbliebenenversorgung eines verwitweten Ehepartners im Falle …Aus Art. 6 Abs. 1 GG folgt keine Pflicht, dem �berlebenden Ehegatten einen Anspruch auf Gew�hrung von Hinterbliebenenrente einzur�umen (vgl. auch BVerfGE 112, 50 [66] zum Opferentsch�digungsgesetz; BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009 - 8 CN 1/09 -, NJW 2009, S. 3316 [3318]).
OVG Nordrhein-Westfalen, 14.07.2010 - 17 A 1706/08 Ausschluss von Versorgungsehen von der Hinterbliebenenversorgung durch …vgl. BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009 - 8 CN 1.09 -, BVerwGE 134, 99.vgl. BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009 - 8 CN 1.09 -, BVerwGE 134, 99; OVG NRW, Beschluss vom 6. M�rz 2009 - 17 A 753/08 - OVG Rheinland-Pfalz, Urteile vom 20. November 2007 - 6 C 10767/07 - und vom 26. Mai 2010 - 6 A 10320/10 -.vgl. BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009 - 8 CN 1.09 -, BVerwGE 134, 99; OVG NRW, Beschluss vom 6. M�rz 2009 - 17 A 753/08 - OVG Rheinland-Pfalz, Urteile vom 20. November 2007 - 6 C 10767/07 - und vom 26. Mai 2010 - 6 A 10320/10 -.
OVG Rheinland-Pfalz, 14.12.2011 - 6 C 11098/11 Rechtsanw�lte - H�heres Renteneintrittsalter von Rechtsanw�lten ist zul�ssig!Es kann hier dahingestellt bleiben, ob diese Richtlinie auf den Antragsgegner als berufsst�ndische Versorgungseinrichtung Anwendung findet (vgl. BVerwG, Urteil vom 25. Juli 2007 6 C 27/06 , BVerwGE 129, 129; Urteil vom 27. Mai 2009 8 CN 1/09 , BVerwGE 134, 99), denn die vorliegende, an das Geburtsjahr des jeweiligen Mitglieds ankn�pfende Ungleichbehandlung ist jedenfalls gem�� Art. 6 Abs. 1 der Richtlinie gerechtfertigt.Danach stellen Ungleichbehandlungen wegen des Alters keine Diskriminierung dar, sofern sie objektiv und angemessen sowie im Rahmen des nationalen Rechts durch ein legitimes Ziel gerechtfertigt sind, und wenn die Mittel zur Erreichung dieses Ziels angemessen und erforderlich sind (vgl. BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009, a.a.O.).
VG Berlin, 24.06.2010 - 5 K 307.09 Beamter; Witwe; nachgeheiratete Witwe; Witwengeld; Anwendbarkeit des AGG im …Unabh�ngig davon liegt hier nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwGE 134, 99 Rn. 31 f.) allenfalls eine mittelbare Diskriminierung im Sinne des Art. 2 Abs. 2 b der Richtlinie vor, die gerechtfertigt ist.Die Regelung ist mit Art. 3 und Art. 6 des Grundgesetzes vereinbar (…BVerwG a.a.O. m.w.N.; BVerwG, Beschluss v. 3.03.2000 - 2 B 6.00 - Buchholz 239.1 � 19 BeamtVG Nr. 1; vgl. auch aktuell BVerwGE 134, 99 ff. zu einer vergleichbaren Problematik).
OVG Saarland, 07.09.2012 - 1 B 213/12 Beförderung; Topfwirtschaft; Binnendifferenzierung; Dienstpostenbewertung; …- 2 C 37.04 -, BVerwGE 134, 99 (103); zustimmend Lemh�fer, a.a.O., � 21 BBG 2009 Rdnr. 7 a,.
VG Berlin, 14.01.2011 - 9 K 73.09 H�he des Altersrentenanspruchs eines Mitglieds des Versorgungswerks der …Denn auch das berufsst�ndige Versorgungsrecht verfolgt wie das Sozialversicherungsrecht das grunds�tzliche Ziel, den ihm unterworfenen Pflichtmitgliedern eine von der H�he der Beitr�ge abh�ngige angemessene Versorgung zu bieten, und ist damit Teil des Systems der sozialen Sicherung (vgl. BVerwG, Urteil vom 27. Mai 2009 - BVerwG 8 CN 1/09 -, Juris).

References: Art. 3
 Art. 2
 Art. 1
 Art. 6
 Art. 14
 Art. 6
 Art. 1
 Art. 141
 Art. 3
 Art. 141
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 6