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Timestamp: 2017-11-19 06:41:02+00:00

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Ägyptologie Forum - Thutmosis III bei der Elefantenjagd in Syrien
19.11.2017 um 07:41:02
Thutmosis III bei der Elefantenjagd in Syrien (14)
Autor/in Thema: Thutmosis III bei der Elefantenjagd in Syrien
Thutmosis III bei der Elefantenjagd in Syrien
« Datum: 03.05.2013 um 21:04:54 »
ich suche nach Belegen für die Elefantenjagd von Thutmosis III in Syrien (bildliche Darstellungen/Hieroglyphen). Sofern ich nicht etwas völlig übersehen habe, hilft Google hier nicht wesentlich weiter.
Isisneferari
Re: Thutmosis III bei der Elefantenjagd in Syrien
« Antwort #1, Datum: 03.05.2013 um 22:49:21 »
Angela Busch : Über Herkunft und Handel von Elfenbein im Neuen Reich. - In: Studien zur Altägyptischen Kultur - SAK 34. - 2006. - S. 79 - 96, auf Seite 81 :
"... Im Neuen Reich finden sich nur zwei Darstellungen von Elefanten außerhalb der hieroglyphischen Schrift, nämlich im thebanischen Grab des Wesirs Rechmire (Abb. 2a und 2b) sowie auf einem Kalksteinostrakon aus dem Grab Ramses III. (Abb. 3). ..."
Irene Shirun-Grumbach : Die poetischen Teile der Gebel-Barkal-Stele. - In: Egyptological Studies - Edited on Behalf of the Faculty of Humanities by Sarah Israelit-Groll. - Jerusalem : The Magnes Press, The Hebrew University, 1982. - Scripta Hierosolymitana - Publications of the Hebrew University Jerusalem 28. - S. 117 - 186.
AEB 82.0365 :
"The author studies the prosodic and text-structural aspects of the first part of the Gebel Barkal Stela of Tuthmosis III (ll. 1-27 = Urk. IV, 1228,6-1236,17). She applies once again her theory of word rhythm, i.e. words and word compounds as accent bearers within the literary structure of the parallellismus membrorum (see already AEB 77.0701 and AEB 79.0314). She presents the constituent sections of the text, each provided with transliteration, translation, word (compound) sigla and number of cola and followed by an extensive analysis. She divides the text in: Date Urk. IV, 1228,6-11; dedication formula 1228,12-1929,5; First Megiddo Song 1229,6-13; First Euphrates Song 1229,20-1231,6; Song of the Destruction 1231,7-19; Second Euphrates Song 1232,1-1233,7; elephant hunt 1233,8-1234,4; Second Megiddo Song 1234,6-1236,17.
In her concluding remarks the author sketches how the various motifs of the conceptions of kingship and history are integrated in the inscription. The appendixes contain a set of accent rules and key words within the rhythmic structure."
Möglicherweise ebenfalls von Interesse (liegt mir nicht vor) ...
Marc Gabolde : Les éléphants de Niyi d'après le sources égyptiennes. - [Institut d'Archéologie et d'Histoire de l'Antiquité (Lyon)]. - Paris : Boccard, 2000. - ISBN : 2-911971-03-5. - Des Ivoires et des Cornes dans les Mondes Anciens (Orient - Occident) - Collection de l'Institut d'Archéologie et d'Histoire de l'Antiquité, Université Lumière-Lyon 2 - 4. - S. 129 - 139.
> Antwort auf Beitrag vom: 03.05.2013 um 21:04:54
« Antwort #2, Datum: 03.05.2013 um 22:53:34 »
Hallo Isisnefertari,
Auf die Schnelle habe ich dazu nur die Erwähnung dieser sog. "Elephantenjagd bei Nija" bei Angelika Tulhoff (Thutmosis III. - Callwey-Verlag, München 1984 auf Seite 153)gefunden. Aber leider ohne bildliche Darstellungen oder Hieroglyphen. Die Autobiografie im Grab TT 85 des Oberst und Stellvertreters des Heeres Amenemheb(genannt Mahu)dürfte hier die einzige Quelle dazu sein. Vielleicht gibt es dazu in irgendeiner Fachliteratur einen Artikel darüber. Bei Google habe ich auch nichts gefunden.
Dieser hohe Offizier Amenemheb rettete bei einer Elefantenjagd bei Nija, einer Stadt, die am Euphrat lag, dem König Thutmosis das Leben, der bei einer Treibjagd auf eine Herde mit 120 Elephanten plötzliche von einem Elephantenbullen abgedrängt wurde.Dieses geschah auf dem 8. Feldzug von Thutmosis III.
Amenemhet erhielt dafür von seinem König das Ehrengold und eine Garnitur neuer Kleider.
(Quelle: Thutmosis III. - Callwey-Verlag, München 1984 auf Seite 153 - dieses Buch ist aber wahrscheinlich vergriffen - und de.wikipedia (Thutmosis III.)
« Antwort #3, Datum: 03.05.2013 um 23:32:00 »
Wie Lutz schon geschrieben hat, findet sich die Information auf der Gebel Barkal-Stele, die sich heute im MFA Boston befindet.
Tulhoff kann man vergessen.
> Antwort auf Beitrag vom: 03.05.2013 um 22:53:34
« Antwort #4, Datum: 03.05.2013 um 23:32:23 »
TT 85 - Amenemhab und die Gebel Barkal Stele Thutmosis III sind scheinbar die einzigen zeitgenössischen Textquellen. Interessanterweise wird im Stelentext die in TT 85 geschilderte Errettung des Königs aus Gefahr durch Amenemhab nicht erwähnt...
Die Texte sind veröffentlicht in den "Urkunden des Ägyptischen Altertums". Siehe auch Heike Guksch : Amenemhab und die Hyäne - Norm und Individualität in der Grabdekoration der 18. Dynastie. - In: Grab und Totenkult im Alten Ägypten - FS Assmann. - München : Beck, 2003. - S. 104 - 117.
Victory stele of Thutmose III (Boston, MFA 23.733)
> Antwort auf Beitrag vom: 03.05.2013 um 22:49:21
« Antwort #5, Datum: 04.05.2013 um 00:40:05 »
eine weitere Übersetzung der Gebel Barkal Stele Thutmosis III ist bei Peter Beylage in "Aufbau der königlichen Stelentexte" (ÄAT 54) zu finden.
Da lautet die betreffende Stelle:
(Er ist) ein treffsicher Schütze, jedesmal wenn er schießt, ohne dass sein Pfeil fehl ginge.
Ein Held (ist er), der nicht seinesgleichen hat, ein starker Month auf dem Schlachtfeld.
(Nun) aber ein weiteres siegreiches Ereignis, das Re mir zuteil werden ließ.
Er vollbrachte beim Gewässer 17 von Nij erneut eine Heldentat für mich, (denn) er ließ
mich eine Herden von Elefanten treffen, und Meine Majestät jagte sie – eine Herde von
120 Tieren. Niemals seit dem (Ur)gott war etwas Gleiches getan worden von den Königen,
(von) denen, die die Weiße Krone ergriffen hatten.
Ich habe dieses gesprochen, ohne dass es eine Übertreibung darin gäbe, ohne dass Lügen 18 darunter wäre!
Interessanterweise wird im Stelentext die in TT 85 geschilderte Errettung des Königs aus Gefahr durch Amenemhab nicht erwähnt...
Na ist doch klar! - In einer königlichen Stele wird natürlich nicht berichtet, dass der König von einem "Untergebenen" aus einer gefährlichen Situation gerettet wird, das würde dem königlichen Dogma widersprechen.
In der Grabbiografie eines Beamten, kann dieser in angemessener Weise über seine Heldentat, die er für seinen König vollbrachte, in angemessener Weise berichten, ohne den König damit zu "beschämen"
Weitere Quellen für die Geschichte aus der Sicht des Amenemhab haben wir in: Ägypten und ägyptisches Leben im Alterum / Erman/Ranke, S. 274 (Gerstenberg-Verlag 1981) und in J. H. Breasted: Geschichte Ägyptens, Parkland-Verlag, S. 187 gefunden.
> Antwort auf Beitrag vom: 03.05.2013 um 23:32:23
Elefantenjagd_zu_Ni_in_Autobiographie_des_Amenenemheb_Urk_IV_893-894.pdf - 31,25 KB
Elefantenjagd_zu_Ni_in_Gebel-Barkal_Stele_Urk_IV_1233-1234.pdf - 37,91 KB
« Antwort #6, Datum: 04.05.2013 um 10:26:57 »
hier sind die hieroglyphischen Texte zur Elefantenjagd in Ni:
Thutmosis III in der Gebel-Barkal-Stele (Urk. IV, 1233-1234)
Autobiographie des Amenemhab in TT 85 (Urk. IV, 893-894)
Wer weiß, ob sich jemand an eine Übersetzung wagt?
> Antwort auf Beitrag vom: 04.05.2013 um 00:40:05
« Antwort #7, Datum: 04.05.2013 um 12:33:53 »
die Biographie des Amenemhab wurde auf Russisch vor kurzem besprochen.
http://www.egyptology.ru/cgi-bin/board_show.pl?bid=28
> Antwort auf Beitrag vom: 04.05.2013 um 10:26:57
« Antwort #8, Datum: 29.05.2013 um 18:13:03 »
es hat einen Augenblick gedauert (leider nicht so viel Zeit), aber jetzt möchte ich eine Übersetzung anbieten:
Autobiographie des Amenemhab in TT 85 (Urk. IV, 893-894); Zeile 23 bis Anfang Zeile 25
wHm.n(=j) mAA ky sp mnx
Ich habe wiederholt eine andere treffliche Angelegenheit "beobachtet",
[wortwörtlich wohl: dass ich wiederholte, war das Sehen eines anderen trefflichen Mals]
(§71 Boyo Ockinga: Präsentisches Perfekt; sDm.n=f / jri.n=f; Substantivische Verbform)
(§25 Boyo Ockinga: ky steht stets "vor" dem Substantiv)
jr.n nb tA.wj m njy
(was) der Herr der beiden Länder in Nija gemacht hat:
(§71 Boyo Ockinga: Präsentisches Perfekt; sDm.n=f / jri.n=f; Verbale Verbform im Nebensatz)
wHm: wiederholen (allg.) (to repeat); Wb 1, 340-343.15; 351.11; Wortkategorie: Vb., 3rad.
mAA: Anblick; das Sehen; Aufsicht; Diagnose (sight), Wb 2, 10.8-14; vgl. FCD 100; vgl. MedWb 345, Wortkategorie: Subst., m.
ky: anderer (another); Wb 5, 110.7-112.6; Wortkategorie: Adj. // ky-zp: ein anderes Mal; noch einmal DZA 30.564.610 ff
zp: Fall; Angelegenheit; Wesen; Mal; Heilmittel, Mittel; Wb 3, 435.1-438.12; 438.17-439.5; Wortkategorie: Subst., m.
mnx: trefflich; vorzüglich (effective; splendid); Wb 2, 85.1-86.2; vgl. ONB 661 f., Anm. 708; Wortkategorie: Adj. (hier: Zum Substantiv "zp" gehörig)
bHs.n=f 120 n(.j) Abw Hr [Abw?]=sn
Er hat 120 der Elefanten gejagt, wegen ihr [Elfenbein?].
bHs: jagen (to hunt); Wb 1, 469.13-17; FCD 84; Lesko, Dictionary I, 160; Wortkategorie: Vb., 3rad.
Abw: Elefant (elephant); Wb 1, 7.15; Wortkategorie: Subst., m.
[Abw: Elefantenzahn; Elfenbein (tusk; ivory); Wb 1, 7.16-17; Wortkategorie: Subst., m.
Hsb: Bruch (eines Knochens) (fracture (of a bone) (med.)); Wb 3, 166.7; MedWb 633 f.; Wortkategorie: Subst., m. ]
Könnte es eventuell jbH sein = Zahn??
aHa.n Ssp.n pA Abw aA, ntj-jm=sn, aHA r-xft Hm=f
Da fing der große Elefant an, der welcher bei ihnen war (tot war), gegen seine Majestät zu kämpfen …
(§95 Boyo Ockinga: aHa.n + Perfekt sDm.n=f)
aHa.n: [aux.] ([auxiliary]); Wb 1, 219.21-26; GEG §§ 476-82; CGG 452; Wortkategorie: Vb.
Szp: empfangen; ergreifen (to receive; to take possession of); Wb 4, 530.1-533.18; Wortkategorie: Vb., 3rad.
(hier im Zusammenhang mit Szp aHA: zu kämpfen anfangen.)
pA: der [Artikel sg.m.] (the (def. article, masc. sing.)); Wb 1, 492.IIb; ENG § 118; CGG 45; Junge, Näg. Gr., 54; Wortkategorie: Dem. Pron.
n.tj: der welcher (Relativpronomen) (the one who; which (relative pron.)); Wb 2, 351.8-352.22; EAG §§ 1053-1063; GEG § 199; Schenkel; Einf., 284; JWSpG § 243; Wortkategorie: Rel. Pron.
n.tj-jm: Einer der dort ist (Bez. des Toten) (those who are there (the dead)); Wb 1, 72; 2, 355.9-10; vgl. LGG IV, 368; Wortkategorie: Subst.
DZA 20.611.300 = der Tote
aHA kämpfen; bekämpfen (to fight); Wb 1, 215.1-19; Wortkategorie: Vb., 3rad.
r-xft: vor; gegen (jmdn.) (in front of); Wb 3, 274.20; GEG § 178; Wortkategorie: Präp.
Hm: Majestät (majesty (of the king, of a god)); Wb 3, 91.1-92.11; Wortkategorie: Subst., m.
jnk Sad Dr.t=f jw=f anx(.w) m-bAH Hm=f
Ich bin der, welcher seinen Rüssel (wortwörtlich: seine Hand) abtrennte, als er in Gegenwart seiner Majestät lebendig wurde
(§91 Boyo Ockinga, Präsentisches Perfekt: b) iw + Passiv sDm(.w)=f)
jw=j aHa.kw m pA mw jmj.wtj jnr.wj
(und) ich bin im Wasser gestanden inmitten zweier Steinblöcke.
(§91 Boyo Ockinga, Präsentisches Perfekt: c) iw=f + Pseudopartizip iyi.w (Er ist gekommen)
Sad: schneiden; abtrennen (to cut (off, down)); Wb 4, 422.3-17; FCD 262; Lesko, Dictionary III, 138; Wortkategorie: Vb., 3rad.
Dr.t: Rüssel (des Elephanten); Hannig, Marburger Edition, Seite 1084 zweite Spalte (2)
m-bAH: vor (lokal); in Gegenwart von; vor (temporal) (in the presence of; in front of); Wb 1, 420.1-17; EAG § 781; GEG § 178; ENG § 641; CGG 115; Wortkategorie: Präp.
jmj-wtj: inmitten; Wb 1, 76.3 (zur Schreibung siehe auch DZA 20.700.440 ff)
jnr: Stein (Material); Steinblock (stone; (block of) stone (gen.)); Wb 1, 97.12-98.6; Wortkategorie: Subst., m.
« Letzte Änderung: 30.05.2013 um 14:25:55 von thomas »
> Antwort auf Beitrag vom: 04.05.2013 um 12:33:53
« Antwort #9, Datum: 01.06.2013 um 12:17:41 »
danke, dass Du dieses Thema doch noch aufgegriffen hast!
Hier meine teils ergänzende, teils abweichende Bearbeitung:
"Ich habe ferner eine andere treffliche Tat gesehen"
jr.n nb tA.wj m Njj
"die der Herr der Beiden Länder in Nija gemacht hat."
wHm - Grundbedeutung: "wiederholen" - hat viele Schattierungen. Mir scheint am besten zu passen: "ferner tun" (Wb. I, 341, 2; Hannig, S. 210) mit mAA "sehen" als Infinitiv.
Auch sp "Mal" hat viele Bedeutungen. Analog zu ky sp nfr "eine andere gute Tat" (Hannig, S. 690) scheint mir "eine andere treffliche Tat" gut geeignet; siehe auch Wb III, 435, 10 sp mit attributivem Adjektiv, z.B. sp nfr "Gutes, gute Tat" bzw. mit dem jrj: Wb. III, 435, 9: "etwas Gutes tun"
jr.n ist die sDm(w)n.=f-Relativform
Njj "Nija, Nichi" [am Orontes], Hannig, S. 1352
bHs.n=f 120 n Abw Hr <?>=sn
"er jagte 120 Elefanten wegen ihrer <?>"
Der Schluss wird, soweit ich sehe, mit "wegen ihrer Zähne" bzw. "wegen ihres Elfenbeins" übersetzt. Es ist aber mit dem "schlechten Paket" Aa2 und der Landzunge N21 determiniert, muss also irgendetwas Schlechtes im Zusammenhang mit Land bezeichnen.
aHa.n Ssp.n(=j) pA Abw aA ntj jm=sn
"Da nahm ich den größten Elefanten an, der unter ihnen war," bzw. "Da nahm ich mir den größten Elefanten vor ..."
Ssp "den Gegner annehmen, sich auf den Kampf mit ihm einlassen" Wb. IV, 533, 10
aHa.n sDm.n=f ist eine Erzählform (Gardiner, Egyptian Grammar, § 478 bzw. andere Grammatiken)
aA ist hier ein Superlativ. "The meaning of the superlative may be conveyed by a genitive (...) or else by means of jmy." mit Fußnote (4): "cf. further Urk. IV, 893, 16 (nty m instead of jmy)"
aHA r-xft Hm=f
"und der gegen Seine Majestät kämpfte."
aHA "kämpfen" - hier Partizip aktiv
Mensch, Thomas! "Ein toter Elefant fing an zu kämpfen" und dann wird er wieder lebendig - da kann doch was nicht stimmen!
"ich war es, der seine Hand (seinen Rüssel) abschnitt, (als) er (noch) lebte, in Gegenwart (= vor) Seiner Majestät"
jnk Sad - Konstruktion ist unabhängiges Personalpronomen + Partizip aktiv Perfekt für Vergangenheit (Gardiner, § 373 "The participial statement", (1) "for past time") - das Partizip wird hier substantivisch verwendet: "ich bin ein Abschneidender" (siehe dazu auch Gardiner, § 227, 3).
jw=f + Pseudopartizip für Umstandssätze (Gardiner, § 323 "The pseudo-verbal construction introduced by jw")
jw=j aHa.k(wj) m pA mw jmj.tw jnr.wj
"als ich im Wasser stand zwischen zwei Steinen"
jmj.tw "zwischen" (Hannig, S. 69) - Das t ist aus graphischen Gründen umgestellt. - siehe auch Gardiner, § 177, 1 "'between' two things". Die Lesung ist auch schon im Wb. I, 76 angegeben: "später imj-tw?"
Hier ebenfalls die Konstruktion jw=f + Pseudopartizip
Es folgt die Belohnung.
> Antwort auf Beitrag vom: 29.05.2013 um 18:13:03
« Antwort #10, Datum: 02.06.2013 um 16:02:36 »
nicht ein toter, sondern ein tot geglaubter Elefant, fing "wieder" an zu kämpfen.
Ich habe bei der Stelle, wo du ein =j ergänzt hast – aHa.n Ssp.n(=j) pA Abw aA ntj jm=sn – pA Abw als Subjekt gesehen und deshalb den Nachsatz als Passiv eingestuft. Für mich war die Jagd bereits beendet und man war dabei, das Elfenbein zu schneiden, als der tot geglaubte Elefant wieder erwachte und so seine Majestät bedrohte.
> Antwort auf Beitrag vom: 01.06.2013 um 12:17:41
jbH_20560230.jpg - 106,23 KB
Amenemhab_Elefantenjagd_Detail.jpg - 250,41 KB
« Antwort #11, Datum: 03.06.2013 um 13:18:55 »
für Ssp bietet das Wb. auch an: Ssp aHA "zu kämpfen anfangen" (Wb. IV, 533, 12). Du hast pA Abw als Subjekt angenommen:
aHa.n Ssp.n pA Abw aA ntj jm=sn aHA r-xft Hm=f
"da fing der größte Elefant, der unter ihnen war, an, gegen Seine Majestät zu kämpfen"
Was mich stört, ist, dass zwischen Ssp und aHA noch eine adverbielle Bestimmung eingeschaltet ist, denn diese steht eigentlich immer am Ende eines Satzes. Deshalb plädiere ich dafür, den Teil aHA r-xft Hm=f als Nebensatz aufzufassen, d.h. aHA als Partizip. Ansonsten kann ich gegen Deine Auffassung nichts einwenden. Der Euphemismus ntj jm "der dort" (im Totenreich) passt nicht für den Elefanten. Dass sich ein Elefant totstellt und dann plötzlich angreift - das habe ich aus Deiner Formulierung nicht herausgelesen. Wie oft kommt es vor - ich kenne das sehr gut -, dass man mit einer Interpretation kämpft. Manchmal gibt es eine Wendung, bei der man sich denkt: Mein Gott, das soll richtig sein? Und ist es dann auch noch!
Ich habe noch einmal recherchiert, weswegen Thutmosis III. Elefanten jagte:
Diese Stelle hat Angela Busch bearbeitet (Über Herkunft und Handel von Elfenbein im Neuen Reich, SAK, Bd. 34, S. 79-96 (2006)) und im Anhang als Text 3 wiedergegeben. Die obige Stelle hat sie übrigens auch so wie Du! Sie übersetzt die fragliche Stelle mit
Hr jbH.wt=sn
"wegen ihrer Zähne"
jbH "Zahn, auch Stoßzahn eines Elefanten" Wb. I, 64, 2-4
Im Zettelarchiv stehen sämtliche Schreibungen aufgelistet: DZA 20.560.230 (siehe Anhang). Zwar ist F18 "Elefantenzahn", phonetisch bH, Ideogramm jbH da; auch ein b zu Beginn. Dennoch halte ich die Lesung nicht für richtig, denn es taucht zwischen b und bH ein t auf und das Wort wird mit t abgeschlossen. Diese Schreibung ist nirgends sonst belegt. Dafür ist durchgehend das anlautende j vorhanden, das hier fehlt. Eine Femininendung ist nur einmal in einem Papyrus nachgewiesen. Was mich aber vor allem an der Lesung jbH "Zahn" zweifeln lässt, sind die Determinative: Aa2 "das schlechte Paket" und N21 "Landzunge".
Es heißt: "Vortreffliche Abschrift von Newberry, kollationiert mit d. Origin. (1905)" (Urk. IV, 890, 5), dennoch habe ich mich auf die Suche gemacht. Es scheint, dass eine (moderne) Veröffentlichung noch fehlt: Heike Guksch, Amenemhab und die Hyäne, in: Heike Guksch, Eva Hofmann, Martin Bommas (Hrsg.), Grab und Totenkult im Alten Ägypten, München, 2003, S. 104-117 - Fußnote (1): "Die Publikation des Grabes ist in Bearbeitung durch die Autorin."
Eine ältere, etwa zeitgleich mit den Urkunden entstandene Veröffentlichung ist: W. Max Müller, Egyptological Researches. Results of a Journey in 1904, Washington, D.C., 1906. Die autobiographische Inschrift des Amenemhab ist auf den Tafeln 33-39; unsere Stelle findet sich auf Tafel 35.
Hier sieht das F18 bH aus wie der Korb mit Henkel V31 k. Dann müsste man lesen: btk.t. Für btk findet man "Schmutz" (Wb. I, 485, 1); allerdings nur einmal belegt. Immerhin hat es auch als Determinativ Aa2 "das schlechte Paket". Die anderen Bedeutungen von btk passen gar nicht.
Hr btk.t=sn
"auf ihrem Schmutz / schmutzigen Boden" (?)
So könnte ich auch noch einigermaßen das Determinativ N21 verstehen.
W. Max Müller übersetzt in seinem Buch: "when the King hunted 120 (?) elephants because of their trunks" (S. 29) - ohne Fragezeichen bei "trunk" (Rüssel). Da wenig später der Rüssel als "Hand" bezeichnet wird, halte ich diese Übersetzung auch nicht für überzeugend. - So muss ich diese Stelle nach wie vor als ungeklärt ansehen.
« Letzte Änderung: 14.06.2013 um 22:01:39 von Michael Tilgner »
> Antwort auf Beitrag vom: 02.06.2013 um 16:02:36
« Antwort #12, Datum: 11.06.2013 um 13:27:21 »
hier folgt nun noch Amenemhabs Belohnung:
"da belohnte mich mein Herr mit Gold"
fqA "belohnen" m "mit", Hannig, S. 307; Wb. I, 579, 4. Dort auch die Schreibung mit Pluralstrichen seit dem Neuen Reich.
aHa.n sDm.n=f Erzählform (siehe oben)
nbw "Gold", Hannig, S. 403
... Hbs.w a 5
"... Kleider. 5 Stück"
Der Anfang ist zerstört.
Hbs "Kleid, Gewand", Plural "Kleider", Hannig, S. 523
a "Stück", Hannig, S. 122 - dort auch die ganze Stelle: Hbs.w a 5 "fünf Kleidungsstücke"
> Antwort auf Beitrag vom: 03.06.2013 um 13:18:55
Re: Thutmosis III bei der Elefantenjagd in Syrien Gabolde_Elephants_de_Niyi_Amenemhab.jpg - 303,98 KB
« Antwort #13, Datum: 14.06.2013 um 21:58:31 »
inzwischen habe ich den Artikel erhalten: M. Gabolde, Les éléphants de Niyi d'après le sources égyptiennes, in: J.-C. Béal, J.-C. Goyon (Hrsg.), Des Ivoires et des Cornes dans les mondes anciens (orient - occident), Lyon / Paris, 2000, S. 129-139. Unsere Stelle habe ich eingescannt.
Gabolde übersetzt (S. 131):
"Er jagte 120 Elephanten wegen ihrer Trophäen."
mit der Anmerkung:
Die hieroglyphische Gruppe
ist schwierig zu analysieren. Es scheint, dass der
erste Ausdruck
das Wort jbH.t "Stoßzahn" ist und der zweite
einen anderen Teil
des Tieres betrifft: seinen Schwanz (?), seine Haut (?). Der Schreiber könnte mehrere Worte verwechselt haben: jbH.t "Zahn", Abw "Elefantenzahn" und bjA, das im allgemeinen ein Wunder mineralischen Ursprungs bezeichnet.
Hier gilt aber das, was oben schon aus dem Wb. zitiert wurde: Eine solche Schreibung ist für jbH nicht belegt. Die zweite Komponente ist offensichtlich geraten.
Tja: "schwierig zu analysieren" ...
> Antwort auf Beitrag vom: 11.06.2013 um 13:27:21

References: § 118
 § 199
 § 243
 § 178
 § 781
 § 178
 § 641
 § 478
 § 373
 § 227
 § 323
 § 177