Source: https://sichere-schule.de/eingangsbereich/flure/anforderungen-und-intro
Timestamp: 2020-07-09 16:46:58+00:00

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E Anforderungen und Intro
Das Erscheinungsbild einer Schule wird auch durch den Eingangsbereich und die davon abgehenden Flure geprägt. Durch eine sinnvolle Gestaltung mit Einrichtungsgegenständen geben sich Schulen ein individuelles und charakteristisches Profil.
Schülerinnen und Schüler wünschen sich oft Foyers und Flure, die zum Verweilen einladen und/oder zur Bewegung auffordern. In zahlreichen Grundschulen werden Regenpausen bereits durch Spiele in den Fluren und Foyers aktiv gestaltet.
Viele Pädagogen wünschen sich die Einrichtung von Lernwerkstätten in den Fluren, scheitern jedoch mit ihrem Wunsch an den Anforderungen des Brandschutzes. Unter Flucht- und Rettungswege ist aufgezeigt unter welchen Voraussetzungen eine anderweitige Nutzung der Flure möglich sein kann.
Flure gehören neben Treppen, Aufzügen und Rampen zu den Verkehrswegen in Gebäuden. Anforderungen an Einzelelemente, wie z.B. Akustik, Beleuchtung, Fußböden, Wände finden sich unter dem jeweiligen Begriff.
Beim Bau eines Gebäudes mit seinen Fluren sind immer die im jeweiligen Bundesland geltenden Bauordnungen zu berücksichtigen. Hier sind z. B. ganz konkrete Vorgaben zur Breite von Fluren, zur Anzahl von Ausgängen und zum Brandschutz zu finden. Die Landesbauordnung kann durch die jeweilige Schulbaurichtlinie ergänzt werden.
Bei der Beurteilung, ob Flure als Lern-, Bewegungs- oder Rückzugsräume genutzt werden können, ist es wichtig zunächst abzuklären, ob es sich um baurechtlich notwendige Flure handelt, da an sie erhöhte brandschutztechnische Anforderungen bestehen.
Notwendige Flure sind Flure, über die Fluchtwege von Aufenthaltsräumen zu Treppenräumen oder zu Ausgängen ins Freie führen. Notwendige Treppen sind Treppen im Verlauf von notwendigen Fluren.
Die erforderliche nutzbare Breite der notwendigen Flure und notwendigen Treppen darf durch offenstehende Türen, Einbauten oder Einrichtungen nicht eingeengt werden.
Richtlinie über bauaufsichtliche Anforderungen an Schulen, Schulbaurichtlinie (SchulBauR), Punkte 3 und 4
Bauaufsichtliche Anforderungen an Schulen – Rundschreiben des Ministeriums der Finanzen vom 18. März 2004 (13 208 – 4535), Pkt. 1
Ausführungsvorschriften zu § 52 der Bauordnung für Berlin (AV Mustervorschriften)
Brandenburgische Bauordnung (BbgBO), Abschnitt 5
Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommern (LBauO M-V), § 36
iinnerhalb von Nutzungseinheiten mit nicht mehr als 200 m² und innerhalb von Wohnungen,
Landesbauordnung Rheinland-Pfalz (LBauO), § 35
§ 35 Notwendige Flure und Gänge
Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW), § 36
Thüringer Bauordnung (ThürBO), § 36
Richtlinie über bauaufsichtliche Anforderungen an Schulen des Landes Sachsen-Anhalt (SchulbauR LSA), Punkt 3.3
Für jeden Unterrichtsraum müssen in demselben Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege zu Ausgängen ins Freie oder zu notwendigen Treppenräumen vorhanden sein. Anstelle eines dieser Rettungswege darf ein Rettungsweg über Außentreppen ohne Treppenräume sowie Rettungsbalkone, Terrassen und begehbare Dächer auf das Grundstück führen, wenn dieser Rettungsweg im Brandfall nicht gefährdet ist; dieser Rettungsweg gilt als Ausgang ins Freie.
Einer der beiden Rettungswege nach Nummer 3.1 darf durch eine Halle gemäß Nummer 2.3 Satz 1 führen. Eine Halle gemäß Nummer 2.3 Satz 1 darf nicht als mittelbarer Ausgang eines notwendigen Treppenraums i. S. des § 35 Abs. 3 Satz 3 NBauO angeordnet sein.
Die Entfernung zwischen dem Ausgang ins Freie oder zum notwendigen Treppenraum und den in notwendigen Fluren mit nur einer Fluchtrichtung (Stichfluren) angeordneten Türen zu Aufenthaltsräumen darf nicht mehr als 10 m betragen.
Die nutzbare Breite der Ausgänge von Unterrichtsräumen und sonstigen Aufenthaltsräumen sowie der notwendigen Flure und notwendigen Treppen muss mindestens 1,20 m je 200 darauf angewiesene Benutzerinnen und Benutzer betragen, mindestens jedoch
a) bei Ausgängen von Unterrichtsräumen und sonstigen Aufenthaltsräumen von 0,90 m,
b) in notwendigen Flure von 1,50 m und
c) auf notwendigen Treppen von 1,20 m. Staffelungen sind nur in Schritten von 0,60 m zulässig.
Die erforderliche nutzbare Breite der notwendigen Flure und notwendigen Treppen darf durch offen stehende Türen, Einbauten oder Einrichtungen nicht eingeengt sein. Ausgänge zu notwendigen Fluren dürfen nicht breiter sein als der notwendige Flur. Ausgänge zu notwendigen Treppenräumen dürfen nicht breiter sein als die notwendige Treppe. Ausgänge aus notwendigen Treppenräumen müssen mindestens so breit sein wie die notwendige Treppe. An den Ausgängen zu notwendigen Treppenräumen oder ins Freie müssen Sicherheitszeichen angebracht sein.

References: § 52
 § 36
 § 35

§ 35
 § 36
 § 36
 § 35