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Timestamp: 2018-07-21 05:32:47+00:00

Document:
Gerichtsurteile und Meldungen zum Rechtsbereich der Verbraucherinsolvenz
Insolvenzrecht, Verbraucherinsolvenz
Rücknahme Antrag auf Restschuldbefreiung bei Obliegenheitsverletzung
Kann man bei einer Obliegenheitsverletzung den Restschuldbefreiungsantrag noch zurücknehmen?
Diese Frage hatte der BGH zu entscheiden.
Der Schuldner kann einen Antrag auf Restschuldbefreiung in entsprechender Anwendung des § 269 Abs. 1 ZPO jedenfalls dann nicht mehr ohne Einwilligung zurücknehmen, wenn er die Rücknahme erklärt, nachdem ein Insolvenzgläubiger gemäß § 289 Abs. 1, § 290 InsO im Schlusstermin oder innerhalb der vom Insolvenzgericht im schriftlichen Verfahren für die Versagungsantragstellung gesetzten Frist einen zulässigen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung gestellt und das Insolvenzgericht dem Schuldner hierauf die Restschuldbefreiung versagt hat (BGH, Beschluss vom 22. September 2016 – IX ZB 50/15, WM 2016, 2315 Rn. 10 ff). Spätestens ab diesem Zeitpunkt haben die Gläubiger einen Anspruch darauf, dass sich der Schuldner, dessen Unredlichkeit mit der abschlägigen Entscheidung festgestellt ist, nicht dem Verfahren entzieht und die Ergebnisse der Anhörung zu seinem Restschuldbefreiungsantrag durch dessen Rücknahme zunichtemacht. Spätestens ab der Entscheidung über den Versagungsantrag überwiegt ihr Interesse an der Versagung das Interesse des Schuldners, über seinen Antrag frei disponieren zu können (BGH, aaO Rn. 12 aE). Anderenfalls erhielte der Schuldner die Möglichkeit, einer sachlich berechtigten Versagung nachträglich den Boden zu entziehen (BGH, aaO Rn. 13 aE). Zudem besteht ein schutzwürdiger Anspruch der Gläubiger darauf, dass es bei einer sachlich berechtigten Versagung der Restschuldbefreiung bleibt, weil diese eine Antragssperre nach sich zieht.
Im Streitfall hatte das Insolvenzgericht zwar noch nicht über den Versagungsantrag entschieden, als der Schuldner die Rücknahme seines Antrags auf Restschuldbefreiung erklärte. Die Gründe für die Verneinung einer Antragsrücknahmemöglichkeit für den Schuldner gelten gelten aber auch dann, wenn die Restschuldbefreiung aufgrund des von einem Gläubiger in dem gemäß § 300 Abs. 1 InsO zur Anhörung anberaumten Termin oder innerhalb der stattdessen gesetzten Erklärungsfrist gestellten zulässigen Versagungsantrags nach § 296 Abs. 1, § 295 Abs. 1 InsO zu versagen ist und nur noch eine entsprechende Entscheidung des Insolvenzgerichts aussteht. Auch in diesem Fall überwiegt das Interesse des Gläubigers an einer gerichtlichen Entscheidung über seinen Versagungsantrag. Ist eine Restschuldbefreiung gemäß § 300 Abs. 2, § 296 Abs. 1, § 295 Abs. 1 Nr. 3 InsO zu versagen, ist der Schuldner nach § 290 Abs. 1 Nr. 3 InsO für eine Dauer von zehn Jahren und nach § 287a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 InsO in der ab dem 1. Juli 2014 geltenden Fassung für die Dauer von drei Jahren an der erneuten Stellung eines Restschuldbefreiungsantrags gehindert. Dieses auf eine sachliche Entscheidung gerichtete Interesse des Gläubigers ist rechtlich geschützt, weil die Restschuldbefreiung nach dem Willen des Gesetzgebers nur dem sich redlich und gläubigerfreundlich verhaltenden Schuldner zuteilwerden und auf Antrag eines Gläubigers unter anderem dann ausgeschlossen sein soll, wenn dem Schuldner bis zum Ablauf der Wohlverhaltensperiode oder im Anhörungstermin zur Restschuldbefreiung ein illoyales Verhalten zur Last fällt. Demgegenüber ist das Interesse des Schuldners nachrangig, der zu erwartenden Sanktion durch eine Antragsrücknahme die Grundlage zu entziehen und das im ersten Durchgang für ihn absehbar negativ verlaufende Verfahren anschließend unmittelbar wiederholen zu können.
Sollte ein Schuldner eine Obliegenheitsverletzung begangen haben und befürchtet er, dass ein Insolvenzgläubiger einen Versagungsantrag stellt, muss der Schuldner seinen Antrag auf Restschuldbefreiung zurücknehmen, bevor der Gläubiger den Antrag auf Versagung stellt. Ob ein Versagungsantrag in Zukunft gestellt wird, kann auch der Schuldner nicht wissen. Jedoch können die Berichte des Insolvenzvweralters ihm einen Hinweis bieten, ob Obliegenheitsverstösse entdeckt wurden, da diese von immer mehr Gläubigern auch gelesen werden.
Restschuldbefreiung nach 3 Jahren: weitere Informationen!
7. Juli 2018 /von Rechtsanwalt Dirk Tholl
https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/Urteile_gruen_web_text2.jpg 683 1024 Rechtsanwalt Dirk Tholl https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/logo-04.png Rechtsanwalt Dirk Tholl2018-07-07 12:04:322018-07-07 19:19:52Rücknahme Antrag auf Restschuldbefreiung bei Obliegenheitsverletzung
Sofortige Erteilung der Restschuldbefreiung
Das Amtsgericht Aurich hat entschieden, dass auch für den Fall, das Gerichtskosten infolge der Stundung noch offenstehen, eine beantrage Restschuldbefreiung sofort zu erteilen ist.
AG Aurich, Beschl. v. 6. 12. 2016 – 9 IK 55/16:
“Das Insolvenzverfahren wurde mit Beschl. v. 26.2.2016 eröffnet. Die Kosten des Verfahrens sind mit Beschluss vom gleichen Tag bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung gestundet, § 4a InsO.
Der Schuldnerin ist antragsgemäß Restschuldbefreiung zu erteilen, da keine Forderung angemeldet wurde. Der einzigen im Forderungsverzeichnis aufgeführten Gläubigerin wurde durch den Insolvenzverwalter die Aufforderung zur Anmeldung am 20.4.2016 zugestellt. Eine Anmeldung ist nicht erfolgt.
Die Restschuldbefreiung ist sofort zu erteilen, da im Restschuldbefreiungsverfahren eine Ausschüttung evtl. pfändbarer Bezüge mangels festgestellter Forderungen nicht erfolgen wird. Es ist somit sinnlos, die Schuldnerin eine “Wohlverhaltensphase” durchlaufen zu lassen, in der kein Insolvenzgläubiger befriedigt würde. Hier hat eine teleologische Reduktion des gesamten Verfahrens zu erfolgen. Sinn und Zweck des Insolvenzverfahrens ist die gemeinschaftliche Befriedigung der Insolvenzgläubiger. Zudem soll dem redlichen Schuldner im sich anschließenden Restschuldbefreiungsverfahren Gelegenheit gegeben werden, sich von seinen restlichen Verbindlichkeiten zu befreien, § 1 InsO.
Im Anschluss an die zitierte Entscheidung ist in Literatur und Rechtsprechung die Auffassung vertreten worden, dass auch bei offenen Gerichtskosten die Restschuldbefreiung sofort erteilt werden kann
Die Kosten des Verfahrens sind nach § 4a InsO schließlich bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung zu stunden.
Dieser Auffassung hat sich seinerzeit auch das erkennende Gericht angeschlossen, weil es sinnlos ist, jährliche Kosten von 119 € für ein sinnentleertes Restschuldbefreiungsverfahren zu verursachen.
Mit Beschl. v. 29.4.2015 hat bereits das AG Göttingen (71 IK 99/14) festgestellt, dass in einem Verfahren, das nach dem 1.7.2014 beantragt wurde, sofort Restschuldbefreiung zu erteilen ist, wenn kein Gläubiger eine Forderung angemeldet hat und die Kosten des Verfahrens gestundet sind. Auch das Insolvenzgericht Aurich hat unter den gleichen Voraussetzungen Restschuldbefreiung sofort erteilt, Beschl. v. 20.11.2015.
Zwar hat der BGH mit Beschl. v. 22.9.2016 (IX ZB 29/16,7) entschieden, dass die Verfahrenskosten gezahlt sein müssten, diese Entscheidung ist allerdings abzulehnen. Würde diese Entscheidung auf den hier vorliegenden Fall angewendet, so verursachte man dadurch zusätzliche (und unnütze) Kosten für die Vergütung des Treuhänders, zahlbar aus der Landeskasse i.H.v. 714 €.
Diese Vergütung müsste nach Erteilung der Restschuldbefreiung zusätzlich zu den bereits entstandenen Verfahrenskosten von der Schuldnerin getragen werden, soweit nicht die Voraussetzungen für eine weitere Stundung gem. § 4b Abs. 1 InsO vorliegen. Auch im Hinblick darauf, dass die Landeskasse durch die gesetzliche Neuregelung entlastet werden soll, erscheint dieses Ergebnis fraglich.
Durch die sofortige Erteilung der Restschuldbefreiung entsteht der Landeskasse auch kein Schaden, da sich die Nachhaftungsphase der Schuldnerin unmittelbar anschließt.
Diese Begründung trifft auch auf Verfahren zu, die nach dem 1.7.2014 beantragt sind. Gem. § 300 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 InsO ist der Schuldnerin auf ihren Antrag sofort die Restschuldbefreiung zu erteilen, wenn kein Insolvenzgläubiger im Schlussverzeichnis enthalten ist.”
aus dem Insolvenzrecht
Kann man bei einer Obliegenheitsverletzung den Restschuldbefreiungsantrag noch zurücknehmen? Diese Frage hatte der BGH zu entscheiden. Rechtslage: Der Schuldner kann einen Antrag auf Restschuldbefreiung in entsprechender Anwendung…
Das BAG hat nunmehr erstmals verbindlich die Insolvenzfestigkeit der in der Praxis oft anzutreffenden Doppeltreuhandmodellen im Zusammenhang mit Altersteilzeitguthaben festgestellt. Dies schafft Rechtsicherheit in der Zukunft. Vereinbaren Arbeitnehmer…
https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/Urteile_gruen_web_text2.jpg 683 1024 Rechtsanwalt Dirk Tholl https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/logo-04.png Rechtsanwalt Dirk Tholl2014-01-22 20:33:322018-07-01 09:21:40BAG: Altersteilzeitguthaben in der Insolvenz
Alle, Verbraucherinsolvenz
Im Rahmen einer privaten Insolvenz hat der Schuldner mit der geeigneten Stelle den Gläubigern einen außergerichtlichen Schuldenbereinigungsplan vorzulegen. Ein Vergleich mit den Gläubigern kommt außergerichtlich dann zustande, wenn alle…
https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/Urteile_gruen_web_text2.jpg 683 1024 Rechtsanwalt Dirk Tholl https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/logo-04.png Rechtsanwalt Dirk Tholl2014-01-20 22:52:512018-05-21 11:47:54Nullplan im Schuldenbereinigungsverfahren
29. April 2017 /von Rechtsanwalt Dirk Tholl
Sind Kindesunterhaltsansprüche bereits tituliert worden, kann der Gläubiger im Insolvenzverfahren die Feststellung beantragen, dass die Ansprüche aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung stammen. Dieser Anspruch verjährt auf Grund der Titulierung der Unterhaltsansprüche erst in 30 Jahren.
Die Stadt hat gegen einen Vater Unterhaltsansprüche per Vollstreckungsbescheid geltend gemacht. Der Vater beantragte das Verbraucherinsolvenzverfahren. Die Stadt meldete Ihre Ansprüche an, aber auch als Forderung aus vorsätzlich unerlaubter Handlung. Dies wurde vom Vater jedoch bestritten. Die Stadt musste eine Feststellungsklage erheben. Die Sache ging bis zum OLG.
Beim OLG wurde entschieden, dass es sich zu Recht um Forderungen aus vorsätzlich unerlaubter Handlung handelt. Der Vater konnte der Annahme aus vorsätzlich unerlaubter Handlung nichts entgegensetzen (§ 823 II BGB iVm § 170 StGB). Eine Leistungsunfähigkeit des Vaters bestand nicht. Hierzu wurde nichts konkretes vorgetragen. (OLG Koblenz, Beschluss vom 30.07.2014 – 13 UF 271/14)
Wer eine solche Feststellungsklage verliert, hat ein Problem. Die Schulden fallen nicht in die Restschuldbefreiung und am Ender der Insolvenz steht keine vollständige Schuldenfreiheit. Also muss man sich mit allen rechtlichen Möglichkeiten gegen die Feststellungsklage wehren, wenn man mit dieser konfrontiert wird.
3. November 2014 /von Rechtsanwalt Dirk Tholl
Im Rahmen einer privaten Insolvenz hat der Schuldner mit der geeigneten Stelle den Gläubigern einen außergerichtlichen Schuldenbereinigungsplan vorzulegen. Ein Vergleich mit den Gläubigern kommt außergerichtlich dann zustande, wenn alle Gläubiger dem vorgeschlagenen Plan zustimmen. Dies ist selten der Fall, es kommt aber vor, dass zwar einige Gläubiger ablehnen, aber auf der anderen Seite mehrere Gläubiger zustimmen und ein Vergleich in greifbarer Nähe ist. Haben mehr als die Hälfte der Gläubiger und Gläubiger mit mehr als 50% der Forderungen dem Vergleich außergerichtlich zugestimmt, ist zwar der Vergleich außergerichtlich gescheitert, da im Rahmen der außergerichtlichen Schuldenbereinigung alle Gläubiger zustimmen müssen, damit ein Vergleich zustande kommt. Der Schuldner kann jetzt jedoch einen Insolvenzantrag stellen und im Rahmen der gerichtlichen Schuldenbereinigung ein Zustimmungsersetzung der nichtzustimmenden Gläubiger beantragen.
Hier war bisher streitig, ob im Rahmen der gerichtlichen Schuldenbereinigung ein Nullplan insbesondere ohne Besserungsklausel ausreicht. Nach der aktuellen Entscheidung des BGH ist der Schuldner zur Aufnahme einer Besserungsklausel nicht verpflichtet. Es ist Sache der Gläubiger , der Zustimmungsersetzung entgegenstehende Gesichtspunkte vorzutragen. Künftige Änderungen der wirtschaftlichen Lage sind daher nur dann zu berücksichtigen, wenn sie absehbar sind, von den Gläubigern vorgetragen und glaubhaft gemacht worden sind. Behaupten die Gläubiger eine Schlechterstellung durch den Schuldenbereinigungsplan, dann müssen die Gläubiger eine Vergleichsberechnung vorlegen, aus der sich die Schlechterstellung konkret ergibt. Die reine Spekulation, der Schuldner könnte ja höheres Einkommen während der Planlaufzeit erlangen, reicht nicht aus.
BGH, Beschluss vom 10.10.2013 – IX ZR 97/12
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20. Januar 2014 /von Rechtsanwalt Dirk Tholl
Alle, Allgemein, Verbraucherinsolvenz
Pressemitteilung des BGH vom 17.12.2013
“Nacherstellung von KontoauszügenPro Auszug15,00 EUR”.
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5. Januar 2014 /von Rechtsanwalt Dirk Tholl
https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/Urteile_gelb_text.jpg 683 1024 Rechtsanwalt Dirk Tholl https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/logo-04.png Rechtsanwalt Dirk Tholl2014-01-05 18:52:452018-05-21 11:47:56BGH: Entgeltklausel für die Nacherstellung von Kontoauszügen unwirksam
BGH: Aufhebung der Stundung bei fehlenden Erwerbsbemühungen
a)Der Aufhebungsgrund des § 4c Nr. 4 InsO reicht so weit wie der Versagungsgrund des § 295 Abs. 1 Nr. 1 InsO. Entsprechend § 296 Abs. 1 S. 1 InsO kann die Stundung nach § 4c Nr. 4 InsO nur aufgehoben werden, wenn der Schuldner es schuldhaft unterlassen hat, sich um eine angemessene Erwerbstätigkeit zu bemühen.
b)Die unbestimmten Rechtsbegriffe der “angemessenen Erwerbstätigkeit” und der “zumutbaren Tätigkeit” sind nicht in Anlehnung an das Unterhaltsrecht und das Sozialrecht auszulegen.
BGH vom 13. September 2012 – IX ZB 191/11
Der arbeitslose Schuldner beantragte im Juli 2010, das Insolvenzverfahren über sein Vermögen zu eröffnen, ihm Restschuldbefreiung zu gewähren und ihm die Verfahrenskosten zu stunden. Das Insolvenzgericht gab dem Stundungsantrag statt. Es beauftragte einen Sachverständigen mit der Prüfung, ob der Schuldner zahlungsunfähig sei, die Verfahrenskosten gedeckt seien und der Schuldner seiner Erwerbsobliegenheit nachkomme. Im September 2010 schloss der Schuldner mit der Stadt Jena eine Eingliederungsvereinbarung, in der er sich verpflichtete, alle Möglichkeiten zu nutzen, um seinen Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln und Kräften zu bestreiten, und der Stadt im Monat jeweils vier Bewerbungen nachzuweisen. Entsprechend dieser Vereinbarung bewarb sich der Schuldner in der Zeit vom 17. September 2010 bis zum 26. Januar 2011 insgesamt 20mal ohne Erfolg. Der Sachverständige kam in seinem schriftlichen Gutachten zu dem Ergebnis, dass der Schuldner zahlungsunfähig ist und die Kosten des Verbraucherinsolvenzverfahrens voraussichtlich nicht gedeckt sind. Weiter führte er aus, der Schuldner komme seiner Erwerbsobliegenheit nicht nach.
Das Insolvenzgericht hat die Stundung der Verfahrenskosten aufgehoben und den Insolvenzantrag mangels Masse abgewiesen. Die hiergegen gerichtete sofortige Beschwerde des Schuldners hat das Landgericht zurückgewiesen. Mit seiner Rechtsbeschwerde will der Schuldner die Aufhebung der angefochtenen Beschlüsse und die Eröffnung des Insolvenzverfahrens erreichen.
Die gemäß § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO, §§ 7, 6, 34 Abs. 1, § 4d Abs. 1 InsO, Art. 103 f EGInsO statthafte und auch sonst zulässige Rechtsbeschwerde (§ 574 Abs. 2 Nr. 2 ZPO) führt zur Aufhebung der angefochtenen Entscheidung und der Entscheidung des Insolvenzgerichts.
Das Beschwerdegericht, dessen Beschluss in ZInsO 2011, 1254 abgedruckt ist, hat ausgeführt: Die Voraussetzungen für die Aufhebung der Stundung der Verfahrenskosten nach § 4c Nr. 4 InsO lägen vor. Der Schuldner sei seiner Erwerbsobliegenheit nicht nachgekommen. Bei ihm handele es sich um einen 52 Jahre alten, voll arbeitsfähigen und örtlich ungebundenen Handwerker mit auch kaufmännischer Erfahrung, der niemandem zu Unterhalt oder Fürsorge verpflichtet sei. Deswegen sei es ihm zuzumuten, sich überregional um eine Vollzeitarbeitsstelle zu bemühen. Die nachgewiesenen 20 Bewerbungen in gut vier Monaten genügten diesen Anforderungen nicht. Das Insolvenzgericht habe im Internet hunderte für den Schuldner geeignete Stellen gefunden, die ihm ein Einkommen oberhalb der Pfändungsfreigrenzen ermöglicht hätten. Der Schuldner hätte von diesen Angeboten wenigstens 20 monatlich zum Gegenstand ernsthafter schriftlicher Bewerbungen machen müssen. Auch wenn er die Bedingungen der Integrationsvereinbarung eingehalten habe, reiche dies nicht im Sinne von § 4c Nr. 4 InsO aus. Das Maß der geschuldeten Erwerbsbemühungen richte sich nach § 1574 Abs. 2 BGB und der dazu ergangenen Rechtsprechung. Ein erwerbsloser Schuldner habe alle nur denkbaren Anstrengungen zur Erlangung einer angemessenen Erwerbstätigkeit zu unternehmen und dabei die Zeit aufzuwenden, die ein Erwerbstätiger aufwende. Deswegen müsse sich ein Schuldner wöchentlich mindestens 35 Stunden lang mit der ernsthaften und rückhaltlosen Suche nach einem Arbeitsplatz beschäftigen. Daher sei auch die Beschwerde gegen die Zurückweisung seines Antrags auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse unbegründet.
Diese Ausführungen halten einer rechtlichen Überprüfung nicht stand. Weiterlesen
15. Oktober 2012 /von Rechtsanwalt Dirk Tholl
https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/Urteile_gruen_web_text2.jpg 683 1024 Rechtsanwalt Dirk Tholl https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/logo-04.png Rechtsanwalt Dirk Tholl2012-10-15 10:04:472018-05-21 11:47:57BGH: Aufhebung der Stundung bei fehlenden Erwerbsbemühungen
Neuer Insolvenzantrag nur Ausnahmsweise ohne Sperrfrist zulässig
Nach dem AG Essen ist ein zweiter Insolvenzantrag des Schuldners ohne Ablauf einer Sperrzeit zulässig, wenn der erste Insolvenzantrag nur deswegen gem. § 305 Abs. 3 S. 2 InsO gilt, weil der Schuldner entgegen § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO nicht innerhalb der letzten 6 Monate vor der Stellung des Eröffnungsantrages erfolglos eine außergerichtliche Einigung mit seinen Gläubigern versucht hat.
AG Essen, Beschl. vom 22.06.2012 – 166 IK 79/12
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30. September 2012 /von Rechtsanwalt Dirk Tholl
https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/Urteile_gruen_web_text2.jpg 683 1024 Rechtsanwalt Dirk Tholl https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/logo-04.png Rechtsanwalt Dirk Tholl2012-09-30 16:28:142018-05-21 11:47:58Neuer Insolvenzantrag nur Ausnahmsweise ohne Sperrfrist zulässig
Insolvenzrecht 2013
Am 18.7.2012 hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens und zur Stärkung der Gläubigerrechte beschlossen. Die wesentlichen Änderungen stellen eine Verkürzung des Insolvenzverfahrens auf drei Jahre dar, wenn mindestens 25 % der Gläubigerforderungen und die Verfahrenskosten beglichen werden. Eine vorzeitige Restschuldbefreiung soll zudem nach fünf Jahren möglich sein, wenn zumindest die Verfahrenskosten beglichen werden können. Ansonsten bleibt es bei der derzeitigen Dauer des Restschuldbefreiungsverfahrens von sechs Jahren. Aauch soll Verbrauchern nunmehr die Möglichkeit gegeben werden, das Insolvenzplanverfahren im eröffneten Verfahren zu nutzen und so zu einer flexiblen Entschuldung im Einvernehmen mit den Gläubigern zu kommen. Umstritten ist die Änderung der außergerichtlichen Einigung. Diese soll grundsätzlich entfallen, wenn sie “offensichtlich aussichtslos” ist. Dies soll dann der Fall sein, wenn nicht mindestens ein Vergleich in Höhe von 5 % der Gläubigerforderungen angeboten wird.
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6. August 2012 /von Rechtsanwalt Dirk Tholl
https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/Urteile_gruen_web_text2.jpg 683 1024 Rechtsanwalt Dirk Tholl https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/logo-04.png Rechtsanwalt Dirk Tholl2012-08-06 10:37:552018-05-21 11:47:59Insolvenzrecht 2013
Neuregelung des Verbraucherinsolvenz- und Restschuldbefreiungsverfahrens
Am 18.7.2012 hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens und zur Stärkung der Gläubigerrechte beschlossen. Die wesentlichen Änderungen stellen eine Verkürzung des Insolvenzverfahrens auf drei Jahre dar, wenn mindestens 25 % der Gläubigerforderungen und die Verfahrenskosten beglichen werden. Eine vorzeitige Restschuldbefreiung soll zudem nach fünf Jahren möglich sein, wenn zumindest die Verfahrenskosten beglichen werden können. Ansonsten bleibt es bei der derzeitigen Dauer des Restschuldbefreiungsverfahrens von sechs Jahren. Auch soll Verbrauchern nunmehr die Möglichkeit gegeben werden, das Insolvenzplanverfahren im eröffneten Verfahren zu nutzen und so zu einer flexiblen Entschuldung im Einvernehmen mit den Gläubigern zu kommen. Umstritten ist die Änderung der außergerichtlichen Einigung. Diese soll grundsätzlich entfallen, wenn sie “offensichtlich aussichtslos” ist. Dies soll dann der Fall sein, wenn nicht mindestens ein Vergleich in Höhe von 5 % der Gläubigerforderungen angeboten wird.
Erste Hilfe bei Fragen: 0201.1029920 (RA Dirk Tholl)
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2. August 2012 /von Rechtsanwalt Dirk Tholl
https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/Urteile_gruen_web_text2.jpg 683 1024 Rechtsanwalt Dirk Tholl https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/logo-04.png Rechtsanwalt Dirk Tholl2012-08-02 14:05:122018-05-21 11:47:59Neuregelung des Verbraucherinsolvenz- und Restschuldbefreiungsverfahrens
Säuminszuschläge der SV in der Restschuldbefreiung
Hat der Geschäftsführer z.B. einer GmbH die Arbeitnehmerbeiträge zur SV nicht ordnungsgemäß abgeführt, stellen diese eine Verbindlichkeit aus einer unerlaubten Handlung dar und fallen daher in der persönlichen Insolvenz des Geschäftsführers nicht in die Restschuldbefreiung. Dies gilt aber nicht für die Säumniszuschläge.
BGH v. 16.02.2012 – IX ZR 218/10
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13. April 2012 /von Rechtsanwalt Dirk Tholl
https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2014/09/IMG_8746a.jpg 333 500 Rechtsanwalt Dirk Tholl https://kanzlei-tholl.de/wp-content/uploads/2018/04/logo-04.png Rechtsanwalt Dirk Tholl2012-04-13 09:12:372018-05-21 11:48:01Säuminszuschläge der SV in der Restschuldbefreiung

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 § 269
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 § 290
 § 300
 § 296
 § 295
 § 300
 § 296
 § 295
 § 290
 § 287
 § 4
 § 1
 § 4
 BGH 
 § 4
 § 300
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 § 170
 BGH 
 BGH 
 § 4
 § 295
 § 296
 § 4

BGH 
 § 574
 § 4
 Art. 103
 § 4
 § 4
 § 1574
 § 305
 § 305

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