Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.09.2001&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20109/00
Timestamp: 2019-11-21 04:08:33+00:00

Document:
BGH, 12.09.2001 - VIII ZR 109/00 - dejure.org
https://dejure.org/2001,601
BGH, 12.09.2001 - VIII ZR 109/00 (https://dejure.org/2001,601)
BGH, Entscheidung vom 12.09.2001 - VIII ZR 109/00 (https://dejure.org/2001,601)
BGH, Entscheidung vom 12. September 2001 - VIII ZR 109/00 (https://dejure.org/2001,601)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2001,601) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
VerbrKrG § 3 Abs. 2 Nr. 1, § 4 Abs. 1 Satz 4 und 5, § 6, § 13 Abs. 3
Ausschlußtatbestände des § 3 II Nr. 1 VerbrKrG (= § 500 BGB n.F.) und Finanzierungsleasing mit Erwerbsklausel (Mietkauf); Rücktrittsfiktion des § 13 III VerbrKrG (= § 503 II BGB n.F.) bei bloßer Mithaftung des Verbrauchers
Kreditgeber - Gelieferte Sache - Kreditnehmer - Schutz des Verbraucherkreditgesetzes - Mithaftung als Gesamtschuldner - Richtliniekonforme Auslegung - Anwendung auf Finanzierungsleasingverträge - Eigentumserwerb des Leasingnehmers
Pflicht zur Angabe des Teilzahlungspreises in einer Summe beim Finanzierungsleasing mit Eigentumserwerb
Zur rechtlichen Stellung eines Verbrauchers, der lediglich neben dem Kreditnehmer als Gesamtschuldner mithaftet, im Falle der Rücknahme der gelieferten Sache durch den Kreditgeber; zur richtlinienkonformen Auslegung von § 3 Abs. 2 Nr. 1 VerbrKrG
VerbrKrG § 13 Abs. 3, § 3 Abs. 2 Nr. 1, § 4 Abs. 1 Satz 4, 5, § 6
Anwendung der § 4 Abs. 1 Satz 4 und 5, § 6 VerbrKrG auf Finanzierungsleasing mit Eigentumserwerb; keine Rücktrittsfiktion (§ 13 Abs. 3 VerbrKrG) bei Mithaftung neben gewerblichem Kreditnehmer
Verbraucherschutz, Formerfordernisse und Rücktrittsfiktion beim Mietkaufvertrag
NJW 2002, 133
ZIP 2001, 1992
NZM 2002, 40
ZMR 2002, 28
WM 2001, 2162
BB 2001, 2283
DB 2001, 2544
Sah der Vertrag einen Eigentumserwerb des Mieters bzw. Leasingnehmers vor, kam es aufgrund von Art. 2 Abs. 1 b) RL 87/102/EWG sogar zu einer richtlinienkonformen einschränkenden Auslegung des § 3 Abs. 2 Nr. 1 VerbrKrG, d.h. die dort für Finanzierungsleasingverträge getroffene Anordnung einer nur partiellen Geltung des Verbraucherkreditrechts wurde ihrerseits eingeschränkt (vgl. BGH, Urt. v. 12.09.2001 - VIII ZR 109/00, juris [Mietkaufvertrag]).
Sie deckt sich im Übrigen mit der Vorläuferregelung in § 3 Abs. 2 Nr. 1 VerbrKrG a.F., die die Folgen- und Heilungsvorschrift des § 6 VerbrKrG a.F. ebenfalls von den auf Finanzierungsleasingverträge anwendbaren Vorschriften ausnahm (vgl. dazu OLG Rostock NJW-RR 2006, 341; vgl. ferner BGH, Urteil vom 12.09.2001 - VIII ZR 109/00, WM 2001, 2162 unter II 2 a aa, wo lediglich für den atypischen Fall des vorgesehenen Eigentumserwerbs des Leasingnehmers eine richtlinienkonforme Auslegung des § 3 Abs. 2 Nr. 1 VerbrKrG a.F. die Heranziehbarkeit der Regelungen in § 6 Abs. 2, Abs. 3 VerbrKrG a.F. ergab).
Der Eintritt der Rücktrittsfiktion samt den hieran anknüpfenden Rechtsfolgen setzt aber voraus, dass eine vom Kreditgeber ausgesprochene fristlose Kündigung wirksam war (vgl. BGH, Urteil vom 12.09.2001 - VIII ZR 109/00, WM 2001, 2162 unter II 1 c) oder sich die Kreditvertragsparteien zumindest über die Aushändigung der Sache an den Kreditgeber "aus freien Stücken" einig waren.
Und nur unter dieser Voraussetzung kann der Leasingnehmer den monatlichen Nutzungsaufwand (Leasingraten) als Betriebskosten ausweisen und steuermindernd geltend machen (vgl. dazu BGHZ 95, 39 = NJW 1985, 2253; NZM 2002, 40, 42; Senat OLGR Düsseldorf 2003, 214).
Die Kaufoption des Leasingnehmers stellt ein derartiges Erwerbsrecht dar (vgl. dazu neuerdings auch BGH NZM 2002, 40, 42, wo festgestellt wird, dass das Erwerbsrecht des Leasingnehmers dem Vertrag die Qualität des Finanzierungsleasings i.S.d. § 3 Abs. 2 Nr. 1 VerbrKG nimmt).
OLG Brandenburg, 20.11.2013 - 4 U 36/13
Darlehensvertrag: Vertragsschluss über einen Strohmann; Zulässigkeit des …
Entscheidend hierfür ist, dass § 503 Abs. 2 Satz 4 BGB nach seinem Schutzzweck nur eingreift, wenn dem Verbraucher Besitz und Nutzung der gelieferten Sache entzogen werden (so BGH, Urteil vom 12. September 2001 - VIII ZR 109/00 - Rdnr. 27 f. zu § 13 Abs. 3 VerbrKrG).

References: § 3
 § 4
 § 6
 § 13
 § 3
 § 500
 § 13
 § 503
 § 3
 § 13
 § 3
 § 4
 § 6
 § 4
 § 6
 Art. 2
 § 3
 § 3
 § 6
 § 3
 § 6
 BGH 
 § 3
 § 503
 § 13