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Timestamp: 2020-01-18 18:11:03+00:00

Document:
Streitjahre: 2013, 2014, 2015
Aktenzeichen: III R 44/18
ECLI: ECLI:DE:BFH:2019:U.200219.IIIR44.18.0
Normen: § 62 Abs 1 S 1 Nr 1 EStG 2009, § 63 Abs 1 S 1 Nr 1 EStG 2009, § 32 Abs 1 Nr 1 EStG 2009, § 32 Abs 4 S 1 Nr 2 Buchst a EStG 2009, § 32 Abs 4 S 2 EStG 2009, § 32 Abs 4 S 3 EStG 2009, EStG VZ 2013, EStG VZ 2014, EStG VZ 2015
Zitiervorschlag: BFH, Urteil vom 20. Februar 2019 – III R 44/18 –, juris
(Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 11.12.2018 III R 26/18 - Kindergeld; Abgrenzung zwischen mehraktiger Erstausbildung und Zweitausbildung bei Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt)
1. NV: Nimmt ein volljähriges Kind nach Erlangung eines ersten Abschlusses in einem öffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang eine nicht unter § 32 Abs. 4 Satz 3 EStG fallende Berufstätigkeit auf, erfordert § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG zwischen einer mehraktigen einheitlichen Erstausbildung mit daneben ausgeübter Erwerbstätigkeit und einer berufsbegleitend durchgeführten Weiterbildung (Zweitausbildung) abzugrenzen(Rn.12).
2. NV: Eine einheitliche Erstausbildung i.S. des § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG ist nicht mehr anzunehmen, wenn die von dem Kind aufgenommene Erwerbstätigkeit bei einer Gesamtwürdigung der Verhältnisse bereits die hauptsächliche Tätigkeit bildet und sich die weiteren Ausbildungsmaßnahmen als eine auf Weiterbildung und/oder Aufstieg in dem bereits aufgenommenen Berufszweig gerichtete Nebensache darstellen(Rn.13).
1. NV: Im Rahmen der Gesamtwürdigung der Verhältnisse kommt es insbesondere darauf an, auf welche Dauer das Kind das Beschäftigungsverhältnis vereinbart hat, in welchem Umfang die vereinbarte Arbeitszeit die 20-Stundengrenze überschreitet, in welchem zeitlichen Verhältnis die Arbeitstätigkeit und die Ausbildungsmaßnahmen zueinander stehen, ob die ausgeübte Berufstätigkeit die durch den ersten Abschluss erlangte Qualifikation erfordert und inwieweit die Ausbildungsmaßnahmen und die Berufstätigkeit im Hinblick auf den Zeitpunkt ihrer Durchführung und auf ihren Inhalt aufeinander abgestimmt sind(Rn.14) (Rn.15)(Rn.16).
2. NV: Der für die Annahme einer einheitlichen Erstausbildung notwendige sachliche Zusammenhang zwischen den einzelnen Ausbildungsabschnitten entfällt nicht notwendigerweise dadurch, dass der nachfolgende Ausbildungsabschnitt für die Zulassung zur Abschlussprüfung oder für deren Bestehen eine Berufstätigkeit voraussetzt(Rn.25).
3. NV: Eine Übersicht zu weiteren BFH-Entscheidungen zur Frage des Vorliegens einer mehraktigen Ausbildung befindet sich im Orientierungssatz 3 zum BFH-Urteil vom 11.12.2018 III R 26/18 (V).
BFH/NV 2019, 913-916 (Leitsatz und Gründe)
vorgehend FG Düsseldorf, 20. Juni 2018, Az: 7 K 224/18 Kg, Urteil
Teilweise Parallelentscheidung BFH, 11. Dezember 2018, Az: III R 26/18
im Text BFH, 20. Oktober 2016, Az: V R 36/14
Vergleiche BFH, 3. September 2015, Az: VI R 9/15

References: § 62
 § 63
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32