Source: https://www.friseur-unternehmer.de/corona-hilfe-fuer-friseursalons/
Timestamp: 2020-06-06 11:01:35+00:00

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Corona-Hilfe für Friseursalons - Friseur-Unternehmer.de
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Die Folgen der Corona-Epidemie können Friseurunternehmen sehr schnell in eine finanzielle Notlage stürzen. Die Angst vor der “Corona-Pleite” unter uns Friseuren ist riesig. Doch wer panisch reagiert, mach bekanntlich Fehler. Wir wollen Friseuren helfen, in dieser nie dagewesenen Ausnahmesituation die Übersicht zu behalten.
Darum haben die Mitglieder der Facebook-Gruppe “FriseurUnternehmer” gemeinschaftlich in diesem Beitrag die wichtigsten Antworten und informativsten Links zusammenzutragen. Ohne Verschwörungstheorien, ohne Halbwissen und ohne Falschmeldungen! Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für die Rechtssicherheit der Angaben in diesem Beitrag. In der FriseurUnternehmer-Gruppe finden Sie die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Hilfe (Zutritt nur für selbständige Friseure).
Im folgenden Beitrag erfahren Sie, wie Sie Ihre Mitarbeiter und Ihr Unternehmen in dieser noch nie dagewesenen Situation von dem finanziellen Zusammenbruch schützen können. Diese Seite wird ständig aktualisiert. Besuchen Sie sie bitte regelmäßig, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein!
Update 22.04.2020: Nach der Corona-Schließung gibt es straffe Hygiene-Vorgaben für Friseure (Bitte neu lesen ab der Überschrift „BGW veröffentlicht verpflichtende Corona-Arbeitsschutz-Regeln“!)
Update 01.04.2020: Neues Gesetz schützt Sie als Mieter vor Kündigung (Bitte neu lesen ab der Überschrift „Vorübergehender Kündigungsschutz für private und gewerbliche Mieter“!)
Update 31.03.2020: Die Soforthilfe kann nun in allen Bundesländern beantragt werden. Wir haben die Links für Sie aufgelistet. (Bitte neu lesen ab der Überschrift „Soforthilfe für in Not geratene Selbständige und Unternehmen“!)
Update 29.03.2020: Es müssten nicht zuerst die privaten Mittel aufgebraucht sein, um Soforthilfe beantragen zu können! (Bitte neu lesen ab der Überschrift „Soforthilfe für in Not geratene Selbständige und Unternehmen“!)
Update 24.03.2020: Soforthilfe für in Not geratene Friseure jetzt möglich! (Bitte neu lesen ab der Überschrift „Soforthilfe für in Not geratene Selbständige und Unternehmen“!)
Update 22.03.2020: Download einer Vorlage für eine Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit im Friseursalon hinzugefügt. (Bitte neu lesen ab Überschrift „Betriebsvereinbarung ist Voraussetzung für Kurzarbeit“!)
Update 21.03.2020: Steuerstundungen sind doch NICHT überall unbürokratisch möglich. (Bitte neu lesen ab Überschrift „Steuerstundungen“!)
Update 20.03.2020: Unsicherheit, wann die ersten Kurzarbeitergelder bearbeitet werden können. (Bitte neu lesen ab Überschrift „Zeitpunkt der Erstattung des Kurzarbeitergeldes unsicher“!)
Update 18.03.2020: Neues Kurzarbeitergeld wird rückwirkend schon ab 01.03.2020 gewährt (Bitte neu lesen ab Überschrift „Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise“!)
Update 17.03.2020: Keine Entschädigung bei flächendeckender Schließung von Friseursalons (Bitte neu lesen ab Überschrift „Keine Entschädigung bei flächendeckenden Betriebsschließungen“!)
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BGW veröffentlicht verpflichtende Corona-Arbeitsschutz-Regeln
Auf der Website der Berufsgenossenschaft BGW wurden am 22.04.2020 erstmals Arbeitsschutz-Standards für die Wiedereröffnung der Friseursalons nach der Corona-Schließung veröffentlicht. Diese Regeln der Hygiene und des Infektionsschutzes gelten für ganz Deutschland. Sie sind demzufolge für ALLE Friseure in Deutschland verbindlich.
Dabei geht es vorrangig um folgende Vorgaben:
Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz für Beschäftigte und Kundschaft
Verpflichtendes Haarewaschen im Salon für die Kunden
Einhalten von Schutzabständen zwischen den Kunden
Reinigung und Desinfektion der Arbeitsmaterialien nach jedem Kunden
Optimierte Lüftung des Salons
Beachten Sie jedoch UNBEDINGT auch die Vorgaben, die Ihr eigenes Bundesland für Friseure macht! Die Regierungen der Länder können zusätzliche Vorschriften machen. Diese können die Vorgaben der BGW unter Umständen sogar noch verschärfen. Auf der Internetseite der Berufsgenossenschaft können Sie die „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk“ herunterladen und die Antworten auf die meistgestellten Fragen nachlesen: https://www.bgw-online.de/DE/Home/Branchen/News/Friseure-Corona_node.html
Mitarbeiterausfall wegen Schul- oder Kita-Schließung regeln
Mittlerweile sind Deutschlandweit Schulen und Kitas geschlossen. Mitarbeiter, die es nicht schaffen, eine häusliche Ersatzbetreuung für ihre Kinder zu organisieren, müssen zwangsläufig zuhause bleiben. Darüber muss der betreffende Mitarbeiter Sie als Arbeitgeber natürlich unverzüglich informieren.
Das Kind zur Arbeit mitzubringen, ist jedenfalls keine Lösung. Schließlich sollen die sozialen Kontakte des Kindes durch die Schließung der Kita oder Schule ja eingeschränkt und nicht in einen Friseursalon verlagert werden. Abgesehen davon, ist es auch rechtlich nicht vertretbar. Also muss eine andere Lösung gefunden werden.
Grundsätzlich sind unsere Arbeitnehmer eigenverantwortlich verpflichtet, die Betreuung ihrer Kinder zu organisieren, damit sie ihrer Leistungsverpflichtung aus dem Arbeitsvertrag nachkommen können. Wir Arbeitgeber haben aber eine Fürsorgepflicht für unsere Arbeitnehmer. Für derartige Dinge, die der Arbeitnehmer nicht vorhersehen kann, gibt es deshalb eine gesetzliche Vorschrift:
§ 616 BGB regelt, dass in solchen Fällen der “vorübergehenden Verhinderung“ des Arbeitnehmers der Lohn für “eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit” weitergezahlt werden muss. Es sei denn, die Rechte aus § 616 wurden im Arbeits- oder Tarifvertrag ausdrücklich ausgeschlossen.
So darf ein Mitarbeiter, der zum Zwecke der Kindesbetreuung aufgrund der “Nichtvorhersehbarkeit der Schul- oder Kita-Schließung“ zuhause bleiben muss, mit einer kurzfristigen Fortzahlung seines Lohns rechnen. Das geht aber lediglich für einige Tage, und auch nur dann, wenn sich Ihr Mitarbeiter vorher intensiv aber erfolglos um eine alternative Betreuung seines Kindes bemüht hat und dies auch nachweisen kann.
Leider gibt es über die genaue Anzahl der Tage keine eindeutige Aussage im Gesetzestext. Nach allgemeiner juristischer Auffassung jedoch sind unter einer “verhältnismäßig nicht erheblichen Zeit” maximal fünf Arbeitstage zu verstehen. Zu einer darüber hinausgehenden Bezahlung des wegen Kinderbetreuung verhinderten Arbeitnehmers sind wir Arbeitgeber nicht verpflichtet.
Mitarbeiter und Unternehmer sollten deshalb gemeinsam eine Lösung finden. Der Mitarbeiter könnte beispielsweise Überstunden abbummeln, oder bezahlten Urlaub nehmen. Falls keine Überstunden vorhanden sind und auch der Urlaub schon komplett genommen wurde, oder bereits fest verplant ist, könnten Sie Ihrem Mitarbeiter auch mit unbezahltem Urlaub entgegenkommen und ihn so vorübergehend von seiner Leistungsverpflichtung entbinden (unbezahlte Freistellung).
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Erkrankte Mitarbeiter bekommen Lohnfortzahlung
Mitarbeiter, die krankgeschrieben oder krank in Quarantäne sind, bekommen ganz normal ihre Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Das gilt bei jeder herkömmlichen Krankschreibung, und natürlich genauso auch bei einer Corona-Infektion. Wir Saloninhaber zahlen den Lohn für maximal sechs Wochen weiter und danach erhält der Arbeitnehmer das Krankengeld von seiner Krankenkasse.
Als Arbeitgeber holen wir uns den Großteil dieser Lohnfortzahlungskosten, wie im Krankheitsfall allgemein üblich, über die Umlage 1 (U1) der Krankenkasse des Mitarbeiters zurück. Die Erstattungssätze liegen je nach Krankenkasse zwischen 40 und 80%.
Krankschreibung jetzt auch per Telefon möglich
Der Zugang zu einer Krankschreibung ist derzeit durch eine Ausnahmeregelung sogar erheblich erleichtert. Für Erkrankungen der oberen Atemwege (z.B. Erkältung) können sich Ihre Mitarbeiter (und Sie selbst natürlich auch) krank schreiben lassen, ohne dass sie persönlich zum Arzt gehen müssen.
Um Corona-Infektionen in den Wartezimmern der Ärzte zu vermeiden, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Ärzte dazu angewiesen, Krankschreibungen auch ohne Arztbesuch zu erteilen. Wenn man nur eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege ohne schwere Symptome hat und nicht die Kriterien für einen Coronavirus-Verdacht erfüllt, braucht man für eine Krankschreibung lediglich beim Arzt anzurufen.
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Erstattungsleistungen bei Quarantäne oder Betriebsschließung wegen Corona-Infektion oder Verdacht
Sollte Ihr Salon wegen eines Corona-Falls oder -Verdachts durch behördliche Anordnung zeitweise zur Betriebsschließung gezwungen werden, müssen Sie als Arbeitgeber Ihren Mitarbeitern trotzdem weiter ihren Lohn zahlen. Genau genommen ist dies aber keine gewöhnliche Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, denn Ihre Mitarbeiter sind ja nicht (alle) krank.
Stattdessen besteht seitens Ihrer gesunden Mitarbeiter aber ein Anspruch auf Entschädigung für den Verdienstausfall gemäß § 56 Abs. 1, 2 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Entsprechend dieser Regelung zahlen wir Arbeitgeber diese Entschädigung bis zu sechs Wochen lang in voller Höhe des Lohnes. Ab der 7. Woche wird die Entschädigung nur noch in Höhe des Krankengeldes gewährt. Auch diesen Teil der Entschädigung zahlen wir Arbeitgeber.
Und jetzt kommt endlich die gute Nachricht: Wir Unternehmer haben wiederum einen Erstattungsanspruch gegenüber der zuständigen Behörde. Wir können uns also die Personalkosten später von jener Behörde zurückholen, die die Schließung veranlasst hatte (z.B. Gesundheitsamt).
Selbiges trifft zu, wenn einzelne Mitarbeiter zwar nicht erkrankt sind, aber dennoch von einer Quarantänemaßnahmen betroffen sind. Auch in diesem Falle müssen Sie als Arbeitgeber zunächst den Lohn quasi wie bei einer Entgeltfortzahlung weiterzahlen. Diese Kosten werden dann auf Antrag von jener Behörde erstattet, welche die Quarantäne angeordnet hatte.
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Entschädigung für selbständige Friseure wegen Corona-Quarantäne
Wer als gesunder Selbständiger aufgrund einer angeordneten Quarantänemaßnahme nicht arbeiten darf, kann ebenfalls eine Entschädigung für seinen Verdienstausfall bei der verantwortlichen Behörde einfordern. Die Entschädigung von Selbständigen beträgt ein Zwölftel des Arbeitseinkommens des letzten Jahres vor der Quarantäne.
Laut § 56 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG) erhalten Selbständige, die einen Betrieb haben (Saloninhaber), zudem von der zuständigen Behörde einen Kostenersatz der in dieser Zeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben in angemessenem Umfang. Diese Ansprüche können aber wirklich nur dann geltend gemacht werden, wenn der finanzielle Schaden durch eine behördliche Zwangsmaßnahme entstanden ist, und wenn es sich dabei um eine Einzelanordnung zur Quarantäne und nicht um eine flächendeckene Schließungsanordnung handelt.
Keine Entschädigung bei flächendeckenden Betriebsschließungen!
Die Entschädigung nach § 56 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt nicht bei Betriebsschließungen in „großem Rahmen“! Nach dem Gesetzestext kommt eine Entschädigung durch die für die Schließung verantwortliche Behörde nur dann infrage, wenn sie einzelveranlasst aufgrund eines Infektions- oder Verdachtsfalles angeordnet wurde. Würde ihr Salon also wegen eines Kontaktes zu einer infizierten Person oder eines Infektions-Verdachts in Ihrem Personal geschlossen werden, dann würden Sie eine Entschädigung für die Lohnfortzahlung und auch für Ihren Verdienstausfall als Unternehmer enthalten.
Anders sieht es bei flächendeckenden Schließungen von Betrieben bestimmter Branchen aus: Nach dem Wortlaut des § 56 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG) gibt es in diesem Falle KEINE Enschädigung – weder für die Lohnkosten, noch für den Verdienstausfall des betroffenen Unternehmers. Die Lohnkosten könnten aber durch Krankschreibungen der Arbeitnehmer oder durch Einführung von Kurzarbeit im Salon größtenteils aufgefangen werden.
Auf unseren Verdienstausfällen als Saloninhaber jedoch bleiben wir bei flächendeckend angeordneter Schließung sitzen! Die Hoffnung auf die Großzügigkeit der Behörden in dieser Ausnahmesituation können wir anscheinend in den Wind schreiben. Wir müssen uns selbst um unsere Zukunft kümmern! Vielleicht mithilfe der Maßnahmen aus dem „Corona-Rettungspaket“, dass unsere Regierung für uns geschnürt hat? Doch auch dort wurden uns durch die Politik teilweise falsche Versprechungen gemacht:
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Das neue Corona-Maßnahmenpaket der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat ein “Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen” beschlossen. Das ist ein Paket von wirtschaftlichen Rettungsmaßnahmen, die teilweise auch für in Not geratene Friseurbetriebe geeignet sein sollen:
Vorübergehender Kündigungsschutz für private und gewerbliche Mieter
Durch eine Gesetzesänderung wurde vorübergehend ein Kündigungsschutz bei Miet- und Pachtverhältnissen eingeführt. Wegen Miet- oder Pachtschulden aus dem Zeitraum zwischen dem 01.04.2020 und dem 30.06.2020 dürfen Vermieter/Verpächter das Miet- oder Pachtverhältnis nicht kündigen, sofern die Zahlungsrückstände auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen. Diese Änderung gilt für sowohl für Wohnraum als auch für Gewerberaum.
Die Verpflichtung der Mieter/Pächter zur fristgerechten Mietzahlung bleibt zwar bestehen, der Vermieter darf bei Zahlungsrückständen allerdings nicht kündigen. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 30. Juni 2020 und kann unter bestimmten Voraussetzungen verlängert werden. Die Maßnahme soll private und gewerbliche Mieter vor dem Rauswurf während der Corona-Krise schützen.
Unser Tipp: Sie sollten trotzdem immer das Gespräch mit Ihrem Vermieter/Verpächter suchen, und nicht einfach kommentarlos die Zahlungen zurückhalten. Schließlich wollen Sie auch nach der Krise noch gut mit ihm zusammenarbeiten.
Ausführliche Infos dazu finden Sie auf der website des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz: https://www.bmjv.de/DE/Themen/FokusThemen/Corona/Miete/Corona_Miete_node.html
Soforthilfe für in Not geratene Selbständige und Unternehmen
Für Kleinstunternehmen bis 10 Mitarbeiter und Soloselbständige gibt es ein bundesweites Soforthilfe-Programm. Soloselbständige und Friseurenternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) können bis zu 9.000 € als nicht rückzahlbaren Zuschuss erhalten. Friseure mit bis zu 10 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) können bis zu 15.000 € Zuschuss erhalten. Manche Bundesländer stocken die Hilfen sogar noch auf (z.B. NRW auf 25.000 €).
Der Zuschuss wird einmalig für die Dauer von 3 Monaten gewährt. In dieser Zeit kann der Zuschuss zur Bezahlung der fortlaufenden geschäftlichen Kosten (z.B. Ladenmiete, Kredit- und Leasingraten etc.) eingesetzt werden. Derzeit liegt uns noch keine Information vor, ob nicht ausgeschöfte Teile des Zuschusses zurückzuzahlen sind. Tatsächlich verwendete Teile des Zuschusses sollen jedoch rückzahlungsfrei bleiben.
Um die Soforthilfen beziehen zu können, müssen beim Antragsteller allerdings tatsächlich innerhalb dieser 3 Monate wirtschaftliche Schwierigkeiten (Existenzbedrohung durch Liquiditätsengpass) infolge der Corona-Pandemie vorliegen und auch nachgewiesen werden. Das muss der Antragsteller per eidesstattlicher Versicherung im Antrag bestätigen.
Die Zugangsbedingungen für die Soforthilfe wurden bundesweit berichtigt. Einige Bundesländer (z.B. Baden-Würtemberg) verlangten zunächst von den Antragstellern, dass zuerst alle private Mittel ausgeschöpft sein müssen, bevor man den Zuschuss beantragen kann. Dies führte zu einer Welle von Empörung unter den Unternehmern. Es würden nur Selbständige gerettet, die eh immer am Rande der Wirtschaftlichkeit abeiten. Jene Unternehmer, die gut gewirtschaftet und für finanziellen Puffer gesorgt haben, würden benachteiligt.
Deshalb hat die Bundesregierung nun dafür gesorgt, dass vorhandene private Mittel nicht mehr ausgeschöpft sein müssen, um den Zuschuss beantragen zu können. Ein Liquiditätsengpass als Bedingung für den Zuschuss ist bereits dann gegeben, wenn aufgrund der Pandemie im Zeitraum von 3 Monaten die gesunkenen oder ganz weggefallenen Einnahmen die fortlaufenden Ausgaben nicht mehr decken.
Allerdings kann trotzdem durch die Behörden im Nachhinein immer eine Prüfung erfolgen. Wenn sich dann herausstellt, dass unrichtige Angaben gemacht wurden, ist der Zuschuss zurückzuzahlen und es wird Strafanzeige gestellt wegen Subventionsbetruges nach §264 StGB (Geldstrafe, Haft bis 5 Jahre).
Die Abwicklung des Soforthilfe-Programms legt der Bund in Hände der Länder. Deshalb sollten Sie sich auf den Interneseiten Ihrer eigenen Landesregierung informieren, wie sie einen Antrag auf den Soforthilfe-Zuschuss stellen können.
Infos zum Soforthilfe-Programm finden Sie auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-03-19-Milliardenhilfe-fuer-alle.html
Die Beantragung der Soforthilfe erfolgt über die Webseiten der Länder. Hier gibt es Online-Formulare oder Anträge zum Herunterladen und enschicken:
Bremen: Bremer Aufbau Bank oder Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH
Mecklenburg-Vorpommern: Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern
Nordrhein-Westfalen: Bezirksregierungen
Rheinland-Pfalz: Investitions- und Strukturbank RP
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Erleichterung von Kurzarbeit
Unter anderem sollen die Voraussetzungen für Kurzarbeit erleichtert werden. Die vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge im Falle von Kurzarbeit wurde beschlossen. Sie können dann also einfacher Kurzarbeit in Ihrem Salon einführen. Ihre Mitarbeiter erhalten dann das Kurzarbeitergeld anstelle des Lohnes von der Arbeitsagentur. Die Sozialversicherungsbeiträge, die der Arbeitgeber bislang bei Kurzarbeit trotzdem noch weiterzahlen musste, werden wohl in voller Höhe erstattet. Zum Kurzarbeitergeld weiter unten mehr…
Zu zahlende Steuern sollen nun leichter gestundet werden können, Vorauszahlungen von Steuern sollen leichter herabgesetzt werden können. Doch wenn Sie tatsächlich versuchen, anstehende Steuerzahlungen im Betrag herabsetzen zu lassen oder in die Zukunft verschieben zu lassen, werden Sie in einigen Bundesländern plötzlich doch auf Widerstand treffen. Einige Bundesländer (z.B. NRW, Bayern) bieten allerding ganz unbürokratische Hilfe an. Auf den Webseiten der Finansminiterien können Sie sich einfache Formulare zur Steuerstundung OHNE „Prüfung der Verhältnisse“ heruntenladen.
Die Politik hat uns großspurige Versprechungen über die unbürokratische Stundung von Steuern gemacht. Das ist nun alles nicht mehr wahr? Die Steuerstundung wurde in vielen Bundesländern nun anscheinend doch mit bürokratischen Hürden versehen: Sie müssen unter „Darlegung Ihrer Verhältnisse“ nachweisen, dass Sie als Steuerzahler „erheblich und unmittelbar betroffen“ sind. Anderenfalls können Sie schön weiter Ihre Steuern zahlen wie geplant. Und das, obwohl Sie gar nicht wissen, wie sich Ihre finanziellen Reserven in Zunkunft überhaupt entswickeln werden.
Unser Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater, der diese Maßnahmen für Sie eventuell trotzdem beim zuständigen Finanzamt durchsetzen kann! Alles, was jetzt noch nicht zahlen müssen, hilft Ihnen ein kleines Stück weiter. Einen Versuch ist es wert!
Auf eventuelle Vollstreckungsmaßnahmen (z.B. Kontopfändung) und Säumniszuschläge soll das Finanzamt bis zum 31.12.2020 verzichten. Auch diese Maßnahme zählt zu den steuerlichen Zugeständnissen, die unsere Regierung uns in der Krise macht. Wir sparen uns an dieser Stelle einen bewertenden Kommentar. ;)
Erleichterter Zugang zu Krediten
Die Zugangsbedingungen für KfW- und ERP-Kredite wurden gesenkt. Friseurunternehmer, deren Finanzen durch die Corona-Krise angeschlagen sind, kämen nun also leichter an einen Kredit, der die Liquidität (Zahlungsfähigkeit) des Unternehmens retten kann. Allerdings gibt es auch hier erhebliche Zeitverzögerungen, von denen in den selbstlobenden Rettungshymnen der Politiker keine Rede war.
Alle Infos zu dem Maßnahmenpaket gibt es auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie: https://www.bmwi.de//Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/altmaier-zu-coronavirus-stehen-im-engen-kontakt-mit-der-wirtschaft.html
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Falls aufgrund der aktuellen Virus-Epidemie Ihre Kunden in großem Maße ausbleiben, dann brechen bei Ihnen zwangsläufig die Umsätze ein. Ihre Mitarbeiter haben plötzlich viel Leerlauf. Das führt zudem auch noch zu ungedeckten Personalkosten. Ihre Fixkosten (z.B. Miete, Versicherungen usw.) laufen aber weiter. Ihr Gewinn könnte existenzbedrohlich einbrechen.
In diesem Falle könnte Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld für Ihren Friseursalon eine rettende Möglichkeit sein. Ab 01.04.2020 werden die Voraussetzungen für Kurzarbeit erleichtert und die vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge im Falle von Kurzarbeit ermöglicht.
Das erleichterte Kurzarbeitergeld kann angeblich aber auch schon kurzfristig fließen. Die Erleichterungen sollen nämlich rückwirkend zum 01.03.2020 in Kraft treten und sollen also auch rückwirkend entsprechend der neuen Regelung ausgezahlt werden.
Betriebe mit mindestens einem versicherungspflichtig Beschäftigten können bereits Kurzarbeitergeld beantragen. Bei Betrieben mit mehreren Mitarbeitern genügt es schon, wenn nur 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind, um die Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld zu erfüllen.
Betriebsvereinbarung ist Voraussetzung für Kurzarbeit!
Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Sie Kurzarbeit überhaupt einführen dürfen, ist dass Sie unbedingt VORHER mit ALLEN Mitarbeitern eine Betriebsvereinbarung über Kurzarbeit abschließen. Wir bieten den Mitgliedern der Webseite Friseur-Unternehmer.de eine Vorlage für eine Betriebsvereinbarung über Kurzarbeit für Ihren Friseursalon zum Herunterladen an. (nach unten zum Download)
Das Kurarbeitergeld, dass wir als Arbeitgeber unseren Mitarbeitern auszahlen, beträgt 67% des ausgefallenen Nettoentgelts bei Mitarbeitern mit mindestens einem Kind und 60% bei Mitarbeitern ohne Kind. Diese Beträge können wir uns nachträglich vollständig von der Arbeitsagentur erstatten lassen.
Neben dem Kurzarbeitergeld sollen zudem auch die Sozialversicherungsbeiträge, die wir bei Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter zu zahlen haben, in voller Höhe erstattet werden. Das heißt, ein Mitarbeiter, der auf 100% Kurzarbeit läuft, kann uns zwar keine Umsätze mehr für die Deckung unserer Fixkosten erarbeiten, aber er produziert zumindest keine Lohnkosten mehr.
Jeder Friseur, der Mitarbeiter beschäftigt, sollte in dieser Ausnahmesituation unverzüglich Kurarbeit bei der Arbeitsagentur anmelden und so die prinzipielle Erlaubnis für Kurzarbeit einholen. Ob sie tatsächlich schon jetzt oder erst später eingeführt wird, ist zunächt unerheblich. Wir Arbeitgeber müssen das Kurzarbeitergeld für unsere Mitarbeiter zunächst aus der eigenen Tasche vorstrecken.
Zeitpunkt der Erstattung des Kurzarbeitergeldes unsicher
Wann die Erstattungen durch die Arbeitsagentur dann bei uns eingehen, kann noch niemand mit Gewissheit sagen. Die Flut der Anträge bezüglich Kurzarbeit, die jetzt beim Arbeitsamt eingeht, muss auch erst einmal bearbeitet werden. Allerdings wurde nach unseren Informationen bereits die Abteilungsorganisation in der Arbeitsagentur umstrukturiert. Es sollen nun mehr der zumeist im HomeOffice arbeitenden Mitarbeiter mit der Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes beschäftigt sein als normal.
Für die Mitglieder dieser Webseite gibt es eine Vorlage für eine Betriebsvereinbarung über Kurzarbeit für Ihren Friseursalon zum Herunterladen. (nach unten zum Download)
Alle Infos zur Kurzarbeit, Merkblatt, Erklärungs-Videos und Hotline-Telefonnummer gibt es auf der Website der Arbeitsagentur. Die Seite ist speziell für die Corona-Epidemie erstellt und wird ständig aktualisiert: https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld
Das korrekte Anzeige-Formular der Arbeitagentur finden Sie hier: https://www.arbeitsagentur.de/datei/anzeige-kug101_ba013134.pdf
Liquiditätsengpass durch Sonderkredit überstehen
Die KfW kann die Zugangsbedingungen und Konditionen für KfW- und ERP-Unternehmenskredite verbessern. Selbstständige Friseure, die eine Finanzierung aus den geförderten Kredit-Programmen nutzen möchten, wenden sich bitte an ihre Hausbank. Die Bank leitet die KfW- und ERP-Kredite an den Unternehmer durch. Informationen dazu gibt es auf der Website der KfW: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html
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Bundesländer haben zusätzlich eigene Corona-Hilfsprogramme aufgelegt
Auch die Bundesländer haben eigene Hilfsprogramme ins Leben gerufen. So gibt es z.B. in Mecklenburg-Vorpommern wohl zinslose rückzahlbare Zuschüsse bis 20.000 € für KMU (kleine und mittlere Unternehmen). In Bayern gibt es anscheinend sogar „echte“ Rettungsgelder für in Not geratene Betriebe, die nicht rückzahlbar sind. Alle Bundesländer legen Hilfsprogramme für ihre Wirtschaft auf. Deshalb sollten Sie sich zusätzlich immer auch auf den Internetseiten der Landesregierung Ihres eigenen Bundeslandes über die angebotenen Hilfsprogramme informieren.
Wertvoller Erfahrungsaustausch und gegenseitige Hilfe unter Friseurunternehmern erhalten Sie in der FacebookGruppe “FriseurUnternehmer”: https://www.facebook.com/groups/friseurunternehmer/
Mit einer Onlinebefragung möchte der Zentralverband die Auswirkungen des Coronavirus auf das Friseurhandwerk ermitteln:
https://www.surveymonkey.de/r/JSRYMSS
Corona-Infos für Betriebsinhaber von den Handwerkskammern:
https://www.hwk-magdeburg.de/artikel/coronavirus-was-betriebsinhaber-wissen-muessen-16,0,5628.html
Der NDR erklärt, was Mitarbeiter wegen Corona im Job beachten müssen:
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Coronavirus-Was-Sie-im-Job-beachten-muessen,corona384.html
Fachlich fundierte Informationen zur Corona-Epidemie stellt das Robert-Koch-Institut (RKI) bereit:
Allgemeine Hygiene-Tipps zum Schutz vor Infektion von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
Das Corona-Erklärungsvideo von BR24 liefert medizinisches Grundwissen, rechnet mit Verschwörungstheorien ab und erläutert die wichtigsten Hygienemaßnahmen:
https://www.youtube.com/watch?v=CxzQtg-zIJo&feature=youtu.be
Live-Karte Corona Covid-19 globale Verbreitung vom Center for Systems Science and Engineering (CSSE) at Johns Hopkins University (JHU):
Live-Karte Corona-Verbreitung innerhald Deutschlands vom Robert Koch Institut:
https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/
Download der Vorlage für eine Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit im Friseursalon:
Kartenzahlung und DSGVO: Datenschutz-Informationen…
Vertragsgestaltung der Stuhlmiete
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