Source: https://www.bfb-barrierefrei-bauen.de/thueringen-din-18040-3-bauaufsichtlich-eingefuehrt/
Timestamp: 2018-11-16 22:23:30+00:00

Document:
Thüringen: DIN 18040-3 erstmals bauaufsichtlich eingeführt -
11. September 2018 Technische Baubestimmungen
Neue ThürVVTB: Erstmals auch DIN 18040 Teil 3 Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum bauaufsichtlich eingeführt
Als erstes und bisher einziges Bundesland hat Thüringen nicht nur Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude und Teil 2: Wohnungen sondern auch den Teil 3: Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum der Normenreihe DIN 18040 Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen bauaufsichtlich eingeführt.
Die Technischen Baubestimmungen (ThürVVTB), Ausgabe Juli 2018 führen neben der kompletten Normenreihe DIN 18040 auch die DIN 18065 Gebäudetreppen ein. In den Anlagen zur ThürVVTB wird jeweils aufgeführt, welche Abschnitte der jeweiligen Norm von der Einführung ausgenommen sind bzw. was ergänzend dazu gilt:
zu DIN 18040 Teil 1 (Anlage A 4.2/2) – öffentlich zugängliche Gebäude
Abweichend von den Vorgaben der Norm müssen nur Türdrücker an Türen zu barrierefreien Sanitärräumen auf 85 cm Höhe über OFF angebracht sein. Bei allen anderen Türen darf die Höhe in Abhängigkeit von der Nutzung und im Hinblick auf die Nutzerkreise gewählt werden und damit in üblicher Höhe angebracht werden. Die Vorgaben der DIN 18040-1 zu Alarmierung und Evakuierung (nach Abschnitt 4.3.7) wurden wie in den meisten Bundesländern nicht eingeführt.
zu DIN 18040 Teil 2 (Anlage A 4.2/3)- Wohnungen
Die Anforderungen an Treppen sind bis auf die Stufenmarkierungen nicht eingeführt. Abschnitt 4.4 Warnen/Orientieren/Informieren/Leiten ist ebenfalls von der Einführung ausgenommen. Auch die Anforderungen mit der Kennzeichnung „R“ (barrierefrei und uneingeschränkte Rollstuhlnutzung) gelten größtenteils nicht.
zu DIN 18040 Teil 3 (Anlage A 4.2/4) – Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum
Der Teil 3 der DIN 18040 wird nicht komplett, sondern nur in Teilen eingeführt: Ab sofort gelten sind die allgemeinen Planungsanforderungen nach Abschnitt 4 zu beachten. Darüber hinaus gelten die Anforderungen nach Abschnitt 5.4 für Rampen, Aufzüge, Treppen und Fahrsteige im öffentlichen Verkehrs- und Freiraum. Zusätzliche sind die Vorgaben für Einbauten und Engstellen auf Gehwegen (nach Abschnitt 5.1.1/5.1.2 DIN 18040-3) sowie für Infrastrukturelemente wie Ausstattung, Möblierung und Anlagen zur Orientierung, Beschilderung, Information zu beachten (nach Abschnitt 6.1/6.2 DIN 18040-3). Die übrigen Abschnitte der DIN 18040-3 zu Querungsstellen, Anlagen des ruhenden KFZ-Verkehrs, zu Straßentunneln, Grün- und Freizeitanlagen sowie Spielplätzen, Naturraum, Seilbahnen und Baustellen gelten nicht.
zu DIN 18065 (Anlage A 4.2/1) – Treppen
Unter Pkt. 2 sind detaillierte Anforderungen zu Treppenliften an notwendigen Treppen enthalten. Nachträgliche eingebaute Treppenlifte im Treppenraum dürfen die Funktion der notwendigen Treppe als Teil des ersten Rettungswegs und die Verkehrssicherheit der Treppe nicht beeinträchtigt werden. Der nachträgliche Einbau ist zulässig, wenn die Mindestlaufbreite nicht wesentlich unterschritten wird bzw. der Gehbereich oder die Lauflinie nicht verändert wird. Der Handlauf der Treppe muss weiter genutzt werden können und der Lift darf bei Nichtgebrauch den Treppenlauf nicht einschränken.
Durch nachträglich angebrachte zweite Handläufe darf die nutzbare Mindestlaufbreite der Treppe um max. 10 cm unterschritten werden.
Auszug der betreffenden Stellen der ThürVVTB
1 Das in Abschnitt 4.3.3.2, Tabelle 1, Zeile 6 festgelegte Achsmaß der Greifhöhe ist grundsätzlich nur bei Türen zu den barrierefreien Sanitärräumen auszuführen. Die Greifhöhe aller anderen Türen kann in Abhängigkeit von der Nutzung und mit Blick auf den Nutzerkreis des öffentlich zugänglichen Bereiches festgelegt werden.
2 Abschnitt 4.3.7 ist von der Einführung ausgenommen. Die in den Abschnitten 4.4 und 4.7 genannten Hinweise und Beispiele können im Einzelfall berücksichtigt werden.
3 Abschnitt 4.3.6 muss nur auf notwendige Treppen und Haupterschließungstreppen angewendet werden.
4 Mindestens ein Toilettenraum für Benutzer muss Abschnitt 5.3.3 entsprechen; Abschnitt 5.3.3 Satz 1 ist nicht anzuwenden.
5 Mindestens 1 v. H., mindestens jedoch einer der notwendigen Stellplätze für Benutzer müssen Abschnitt 4.2.2 Sätze 1 und 2 entsprechen.
6 Mindestens 1 v. H., mindestens jedoch einer der Besucherplätze in Versammlungsräumen mit festen Stuhlreihen müssen Abschnitt 5.2.1 entsprechen; sie können auf die nach § 10 Abs. 7 MVStättV erforderlichen Plätze für Rollstuhlbenutzer angerechnet werden.
■ Wohnungen, soweit sie nach § 50 Abs. 1 ThürBO barrierefrei sein müssen, und
■ Wohnungen und Aufzüge, soweit sie nach § 39 Abs. 4 Satz 3 ThürBO stufenlos erreichbar sein müssen.
■ Beherbergungsräume einschließlich der zugehörigen Sanitärräume, soweit sie nach § 11 MBeVO barrierefrei sein müssen.
1 Die Abschnitte 4.3.6.1 bis 4.3.6.3 und 4.4 sind von der Einführung ausgenommen. Die Anforderungen mit der Kennzeichnung „R“ – mit Ausnahme der Anforderungen an die wohnungsseitigen Bewegungsflächen von Wohnungseingangstüren der Wohnungen nach § 50 Abs. 1 ThürBO sowie der Anforderungen an die Maße nach Abschnitt 4.3.3.2 Tabelle 1 Zeilen 1 bis 4 und die Bewegungsflächen nach Abschnitt 4.3.3.4 an Türen zu Räumen, die nach § 50 Abs. 1 Satz 2 ThürBO mit dem Rollstuhl zugänglich sein müssen – sind von der Einführung ausgenommen.
2 Für Wohnungen nach § 50 Abs. 1 ThürBO genügt es, wenn ein Fenster eines Aufenthaltsraums Abschnitt 5.3.2 Satz 2 entspricht.
3 Für die stufenlose Erreichbarkeit nach § 39 Abs. 4 ThürBO genügt es, wenn Eingänge Abschnitt 4.3.3.2 Tabelle 1 Zeile 1, Bewegungsflächen an Türen Abschnitt 4.3.3.4 und Rampen Abschnitt 4.3.7 entsprechen.
5 Für Beherbergungsräume, die einschließlich der zugehörigen Sanitärräume barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar sein müssen, gilt Abschnitt 5 mit den Anforderungen mit der Kennzeichnung „R“. Zusätzlich muss das WC-Becken beidseitig anfahrbar sein; bei mehr als einem Beherbergungsraum für uneingeschränkte Rollstuhlnutzung können die Zugangsseiten für die WC-Becken abwechselnd rechts oder links vorgesehen werden. In der Nähe des WC-Beckens muss eine Notrufanlage vorgesehen werden. Abweichend von Abschnitt 5.5.1 sind Stütz- und/oder Haltegriffe neben dem WC-Becken sowie im Bereich der Dusche schon bei der Errichtung vorzusehen – dabei kann es sich auch um Ausführungen handeln, die bei Bedarf montiert werden.
Anlage A 4.2/4
Die Einführung bezieht sich auf die baulichen Anlagen oder die Teile baulicher Anlagen, für die nach § 50 ThürBO barrierefreie Nutzbarkeit gefordert wird.
1 Die Abschnitte 2, 5, 6 und 8 bis 10 sind mit Ausnahme der Kapitel 5.1.1, 5.1.2, 5.4, 6.1 und 6.2 von der Einführung ausgenommen.
2 Abschnitt 5.4 muss nur auf die Haupterschließung jedes Bereichs angewendet werden.
Hier geht es zum Volltext der Anlage >>
technische baubestimmungenThüringen
Änderungen LTB Hessen

References: § 10
 § 50
 § 39
 § 11
 § 50
 § 50
 § 50
 § 39
 § 50