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Timestamp: 2016-10-26 17:33:49+00:00

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5A_692/2011 (22.03.2012)
vertreten durch F�rsprecher Marc Renggli,
A.a Am 7. November 2005 verstarb die verwitwete X.________ (nachfolgend Erblasserin) im Alter von 92 Jahren. Aus ihrer Ehe mit Y.________ gingen keine gemeinsamen Kinder hervor. Jedoch adoptierten die Ehegatten in den Jahren 1956 und 1958 einen Knaben (B.________, geb. 1950) und ein M�dchen (A.________, geb. 1954). In den beiden Adoptionsvertr�gen wurde vereinbart, dass den (altrechtlichen) Adoptivkindern gegen�ber den Adoptiveltern zwar ein gesetzliches Erbrecht, aber kein Pflichtteilsanspruch zusteht.
A.b Am 30. Juni 1998 errichtete die Erblasserin ein erstes �ffentliches Testament. Unter Ziff. 2 hielt sie Folgendes fest: "Als meine einzigen Erben best�tige ich meine Adoptivkinder A.________ und B.________, welche jedoch kein Pflichtteilsrecht besitzen." In Ziff. 3 folgten Verm�chtnisse. Unter Ziff. 3a und 3b richtete die Erblasserin der Adoptivtochter (ausdr�cklich als Vorausverm�chtnis) den Inhalt ihres Wohnhauses sowie s�mtliche Liegenschaften mit Ausnahme ihres Wohnhauses aus. In Ziff. 3c Abs. 1 und 2 vermachte sie 4/6 der Wertschriften an die Adoptivtochter und 1/6 der Wertschriften (insgesamt jedoch h�chstens Fr. 1 Mio.) an den Adoptivsohn. In Ziff. 3c Abs. 3 bis Ziff. 3e bedachte die Erblasserin weitere Personen mit Verm�chtnissen, darunter auch ihr Patenkind, C.________ (Verm�chtnis von Fr. 30'000.--).
A.c Mit einem zweiten �ffentlichen Testament vom 18. August 2005 verf�gte die Erblasserin auszugsweise Folgendes:
Ich widerrufe s�mtliche allf�llig von mir verfassten fr�heren Verf�gungen von Todes wegen.
Als meine einzigen Erben best�tige ich meine Adoptivkinder A.________ und B.________, welche jedoch kein Pflichtteilsrecht besitzen.
3. Verm�chtnis
a) Ich verf�ge �ber mein Mobiliar in dem Sinne, dass ich die Gegenst�nde in meinem Haus jeweilen mit dem Namen des Beg�nstigten versehen werde.
b) Ich verf�ge, dass mein Adoptivsohn B.________ meine s�mtlichen Liegenschaften, mit Ausnahme meiner Wohnliegenschaft (...), verm�chtnisweise zu Alleineigentum �bernehmen kann. Allf�llige auf den Liegenschaften haftende Hypothekarschulden hat er mit zu �bernehmen. Diese Verm�chtnisse sind auf den Erbteil von B.________ nicht anrechenbar.
c) Von meinen Verm�genswerten in Aktien, Obligationen, Sparheften, Kontoguthaben, etc. erhalten:
In Ziff. 3c folgten weitere Verm�chtnisse an diverse Personen. Dieses Testament wurde am 16. Dezember 2005 er�ffnet.
A.________ beantragte mit Klage vom 4. Juli 2007 (Ladungsbegehren zum Auss�hnungsversuch vom 3. Oktober 2006) gegen B.________ und C.________, die letztwillige Verf�gung der Erblasserin vom 18. August 2005 sei ung�ltig zu erkl�ren. Weiter sei gerichtlich festzustellen, dass sie gest�tzt auf die letztwillige Verf�gung der Erblasserin vom 30. Juni 1998 als eingesetzte Erbin und Verm�chtnisnehmerin sowie auch als gesetzliche Erbin am Nachlass der Erblasserin beteiligt sei. Schliesslich sei festzustellen, dass B.________ erbunw�rdig sei.
Mit Urteil vom 18. August 2010 erkl�rte der Gerichtspr�sident 2 des Gerichtskreises II Biel-Nidau die Ziff. 3b und die Ziff. 3c (erstes und zweites Lemma) des Testaments vom 18. August 2005 als ung�ltig. Soweit weitergehend wies er die Klage ab.
Dagegen appellierte A.________ am 6. September 2010 an das Obergericht des Kantons Bern. Mit Eingabe vom 17. September 2010 schloss sich B.________ der Appellation an und beantragte, die Klage sei vollumf�nglich abzuweisen. Am 9. Februar 2011 zog A.________ die Appellation gegen�ber C.________ zur�ck. Im �brigen hielt sie an ihren vor erster Instanz (vgl. Lit. B oben) gestellten Antr�gen fest, pr�zisierte nunmehr aber, es seien "namentlich" die Ziff. 1, 3b und 3c (erstes und zweites Lemma) des Testaments vom 18. August 2005 ung�ltig zu erkl�ren.
Mit Entscheid vom 17. August 2011 stellte das Obergericht fest, das Urteil des Gerichtspr�sidenten sei in Bezug auf C.________ in Rechtskraft erwachsen. Es erkl�rte die Ziff. 3b und Ziff. 3c (erstes und zweites Lemma) des Testaments der Erblasserin vom 18. August 2005 als ung�ltig. Soweit weitergehend wies es die Klage ab und regelte die Kosten- und Entsch�digungsfolgen.
Dem Bundesgericht beantragt A.________ (nachfolgend Beschwerdef�hrerin) in ihrer Beschwerde in Zivilsachen vom 4. Oktober 2011, es sei das obergerichtliche Urteil aufzuheben. Die Ziff. 1, 3b und 3c (erstes und zweites Lemma) der letztwilligen Verf�gung der Erblasserin vom 18. August 2005 seien ung�ltig zu erkl�ren (Ziff. 1a der Begehren). Weiter sei gerichtlich festzustellen, dass sie gest�tzt auf die letztwillige Verf�gung der Erblasserin vom 30. Juni 1998 als eingesetzte Erbin und Verm�chtnisnehmerin sowie auch als gesetzliche Erbin am Nachlass der Erblasserin beteiligt sei (Ziff. 1b der Begehren). Es sei festzustellen, dass B.________ (nachfolgend Beschwerdegegner) erbunw�rdig sei (Ziff. 1c der Begehren). Schliesslich verlangt sie eine anderweitige Kosten- und Entsch�digungsregelung (Ziff. 1d - 1g der Begehren). Eventualiter beantragt sie, die Angelegenheit sei zu neuer Entscheidung an das Obergericht zur�ckzuweisen (Ziff. 2 der Begehren).
Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid eines oberen Gerichts, das auf Rechtsmittel hin entschieden hat (Art. 90 und Art. 75 BGG). Erbstreitigkeiten sind Zivilsachen (Art. 72 Abs. 1 BGG) verm�gensrechtlicher Natur, wobei der erforderliche Streitwert vorliegend erf�llt ist (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Die Beschwerde in Zivilsachen ist grunds�tzlich zul�ssig.
2.1 Die Beschwerdef�hrerin verlangt in Ziff. 1a ihrer Rechtsbegehren vor Bundesgericht, es seien die Ziff. 1 (Widerruf fr�herer Verf�gungen von Todes wegen), 3b und 3c erstes und zweites Lemma (Verm�chtnisse an Adoptivkinder) des Testaments vom 18. August 2005 ung�ltig zu erkl�ren.
2.2 Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid die Ziff. 3b und 3c (erstes und zweites Lemma) bereits f�r ung�ltig erkl�rt. Insofern weist die Beschwerdef�hrerin kein rechtlich gesch�tztes Interesse an ihrer Beschwerde auf (Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG), weshalb darauf nicht einzutreten ist.
Strittig ist vorliegend neben der Erbunw�rdigkeit des Beschwerdegegners (vgl. dazu E. 7 unten), ob auch die Ziff. 1 des �ffentlichen Testaments vom 18. August 2005, in der die Erblasserin allf�llige fr�here Verf�gungen von Todes wegen widerruft, ung�ltig zu erkl�ren ist (vgl. E. 4 - 6 unten).
4.1.1 Verf�gungen, die der Erblasser unter dem Einfluss eines Irrtums errichtet hat, sind nach Art. 469 Abs. 1 ZGB ung�ltig; eine solche Verf�gung wird nach Art. 519 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB auf erhobene Klage f�r ung�ltig erkl�rt.
Es kann sich um einen Erkl�rungs- oder einen Motivirrtum handeln. Der Irrtum braucht kein wesentlicher im Sinne von Art. 23 ff. OR zu sein. In Betracht fallen kann jeder Motivirrtum, der die Verf�gung entscheidend beeinflusst hat. Die Ung�ltigerkl�rung eines Testaments wegen Motivirrtums rechtfertigt sich indessen nur dann, wenn als wahrscheinlich dargetan ist, dass die Erblasserin bei Kenntnis der Sachlage vorgezogen h�tte, die angefochtene Verf�gung aufzuheben, statt sie unver�ndert fortbestehen zu lassen (BGE 119 II 208 E. 3/bb S. 210 f.; 94 II 139 E. 4 S. 140 f.; 75 II 280 E. 6 S. 287; Urteil 5A_204/2007 vom 16. Oktober 2007 E. 6.1, in: ZBGR 92/2011 S. 30; FORNI/PIATTI, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 4. Aufl. 2011, N. 19 und N. 29 zu Art. 519/520 ZGB; ESCHER, Z�rcher Kommentar, 3. Aufl. 1959, N. 2 zu Art. 511 ZGB; MEYER, Das Wiederaufleben aufgehobener letztwilliger Verf�gungen, 1972, S. 87).
4.1.2 Was eine Person wollte, wusste oder dachte und ob sie sich irrte, stellt eine Tatfrage dar. Hingegen ist Rechtsfrage, welche Folgen dieser Irrtum oder andere Willensm�ngel haben (Urteile 5A_204/2007 vom 16. Oktober 2007 E. 6.1, in: ZBGR 92/2011 S. 30; 5C.273/2005 vom 14. M�rz 2006 E. 3.1, in: ZBGR 89/2008 S. 335; 5C.37/1993 vom 17. Juni 1993 E. 3b/aa, nicht publ. in: BGE 119 II 208).
4.2.1 Das Obergericht stellte im angefochtenen Entscheid fest, das Verh�ltnis der Erblasserin zur Beschwerdef�hrerin sei bis zum Jahr 2005 sehr gut und dasjenige zum Beschwerdegegner �ber die Jahre hinweg eher schlecht gewesen. Ab dem Jahr 2004 habe sich aber das Verh�ltnis zwischen der Erblasserin und dem Beschwerdegegner wieder verbessert. Unter den beiden Adoptivkindern habe kein gutes Einvernehmen geherrscht (Ziff. 6 S. 4 und Ziff. 2 S. 9 des obergerichtlichen Entscheids).
Insbesondere gest�tzt auf die Aussagen von C.________ (Patenkind) gelangte das Obergericht zur Feststellung, die Erblasserin habe bereits im Januar 2005 den Willen gehabt, ihr Testament aus dem Jahr 1998 aufzuheben. Die Gr�nde f�r diesen Willen und dessen Ausmass seien unklar geblieben; klar sei aber immerhin gewesen, dass die Erblasserin zu jenem Zeitpunkt das alte Testament nicht in seiner bisherigen Form habe weitergelten lassen und die Bevorzugung der Beschwerdef�hrerin habe aufheben wollen. Das heisse aber nicht, dass sie bereits zu jenem Zeitpunkt die Absicht gehabt habe, das Testament in der Weise zu �ndern, als der Beschwerdegegner h�tte bevorzugt werden sollen. Eine Einflussnahme durch den Beschwerdegegner habe damals (Januar 2005) nicht in einem Masse stattgefunden, die das sozial�bliche �bersteige (Ziff. 13 S. 12 und Ziff. 8 S. 14 des obergerichtlichen Entscheids).
Das Obergericht stellte weiter fest, die Erblasserin habe zu Beginn des Jahres 2005 von sich aus Vermutungen �ber angebliche Unredlichkeiten der Beschwerdef�hrerin ge�ussert. Im Juni 2005 habe die Erblasserin der Beschwerdef�hrerin "quasi" ein Hausverbot erteilt und ihre Schl�ssel eingezogen. Zudem habe sie ihr die Verwaltung �ber ihre Liegenschaften entzogen und die Verwaltung dem Beschwerdegegner �bertragen (Ziff. 6 f. S. 10 des obergerichtlichen Entscheids).
Im Juli 2005 habe der Beschwerdegegner der Erblasserin einen Bericht �ber die bisherige Liegenschaftsverwaltung der Beschwerdef�hrerin vorgelegt. Darin w�rden einerseits M�ngel bei der Liegenschaftsverwaltung aufgelistet. Andererseits erhebe der Beschwerdegegner massive Vorw�rfe gegen die Beschwerdef�hrerin, sie habe ungerechtfertigt Gelder bezogen und aus dem Tresor im Haus der Erblasserin Geld gestohlen. Weder seien diese Vorw�rfe damals erwiesen gewesen, noch h�tten sich diese in der Folge erh�rtet. Es sei insbesondere keine Strafuntersuchung er�ffnet worden.
Diese Vorgehensweise lege den Schluss nahe, dass der Beschwerdegegner mit diesen Vorw�rfen das bereits getr�bte Verh�ltnis zwischen der Erblasserin und der Beschwerdef�hrerin ausgenutzt und die Beschwerdef�hrerin diskreditiert habe. Er habe die Erblasserin im Glauben best�rkt, von der Beschwerdef�hrerin hintergangen worden zu sein. Durch den geistigen Abbau sei die Erblasserin nicht mehr in der Lage gewesen, sich ein objektives Bild �ber die Vorw�rfe des Beschwerdegegners zu verschaffen. Vielmehr sei sie nunmehr seinem Einfluss in verst�rktem Masse ausgesetzt gewesen. Erst ab diesem Zeitpunkt (Juli 2005) habe damit der Beschwerdegegner Einfluss auf die Erblasserin ausge�bt. Dem Beschwerdegegner sei im �brigen auch bewusst gewesen, dass die Erblasserin ein Schwarz-Weiss-Denken gehabt und missbilligendes Verhalten mit Geldentzug bestraft habe.
4.2.2 Im Ergebnis erachtete es das Obergericht als erwiesen, dass die massive Bevorzugung des Beschwerdegegners im Testament vom 18. August 2005 (Ziff. 3b und 3c erstes und zweites Lemma [Verm�chtnisse an Adoptivkinder; vgl. Lit. A.c oben]) auf dessen Einflussnahme und damit auf einen mangelhaften Willen der Erblasserin zur�ckzuf�hren sei. Mit hoher Wahrscheinlichkeit h�tte die Erblasserin die Verf�gung bei Kenntnis der wahren Sachlage (Unrichtigkeit der Vorw�rfe gegen die Beschwerdef�hrerin) insoweit anders getroffen.
Anderes gelte hingegen in Bezug auf die Ziff. 1 des Testaments vom 18. August 2005. Den Willen zur Aufhebung, das heisst zum Widerruf des ersten Testaments habe die Erblasserin bereits Anfang 2005 entwickelt und bis zur Abfassung des Testaments vom 18. August 2005 beibehalten. Sinngem�ss h�lt das Obergericht fest, weder sei damals (Anfang 2005) die Erblasserin vom Beschwerdegegner beeinflusst worden noch habe sie sich in einem Irrtum befunden.
4.2.3 Das Obergericht erkl�rte deshalb einzig die Ziff. 3b und 3c erstes und zweites Lemma (Verm�chtnisse an Adoptivkinder), nicht hingegen den Widerruf des alten Testaments (Ziff. 1) f�r ung�ltig.
4.3 Die Beschwerdef�hrerin bringt dagegen vor, die Ziff. 1 des Testaments vom 18. August 2005 habe keine selbstst�ndige Bedeutung und h�tte aus diesem Grund ebenfalls aufgehoben werden m�ssen (E. 5 unten). Zudem legt sie dar, der Irrtum der Erblasserin habe sich nicht nur auf die Ziff. 3b und 3c (erstes und zweites Lemma), sondern ebenfalls auf die Ziff. 1 bezogen beziehungsweise h�tte es jedenfalls die Erblasserin bei Kenntnis der wahren Sachlage vorgezogen, auch die Ziff. 1 aufzuheben (E. 6 unten).
5.1 Die Beschwerdef�hrerin macht sinngem�ss eine Verletzung von Art. 519 ZGB geltend, indem sie vorbringt, der in Ziff. 1 des zweiten Testaments vom 18. August 2005 enthaltene Widerruf des ersten Testaments enthalte keine positive Anordnung und habe keine selbstst�ndige Bedeutung. Es mache daher von vornherein keinen Sinn, diese Ziff. 1 noch aufrechtzuerhalten.
5.2 Die Tatsache, dass die Beschwerdef�hrerin die Aufhebung der Ziff. 1 verlangt, zeigt, dass das Gegenteil der Fall sein muss (vgl. auch die Hinweise am Ende der E. 4.1.1 oben; sodann Art. 509 und Art. 511 Abs. 1 ZGB). Entfiele diese Bestimmung, k�nnte dies zur Folge haben, dass zwischen den Parteien neben dem verbleibenden g�ltigen Testament teilweise auch das alte Testament - und dabei insbesondere das Vorausverm�chtnis an die Beschwerdef�hrerin bez�glich s�mtlicher Liegenschaften mit Ausnahme des Wohnhauses (vgl. Lit. A.b. oben) - zu ber�cksichtigen w�re.
5.3 Die Argumentation der Beschwerdef�hrerin l�uft denn im Ergebnis einzig auf die Frage hinaus, ob die Erblasserin im zweiten Testament das erste auch dann widerrufen h�tte, wenn sie um die Ung�ltigkeit der Ziff. 3b und 3c (erstes und zweites Lemma) gewusst h�tte. Darauf ist nachfolgend einzugehen.
6.1.1 Die Beschwerdef�hrerin bringt vor, der vom Obergericht festgestellte Wille der Erblasserin, das erste Testament aufzuheben und sie weniger zu bevorzugen, sei gerade nicht erwiesen. Die Aussage von C.________, auf die das Obergericht insoweit abgestellt habe (vgl. E. 4.2.1 oben), sei vieldeutig und die vom Obergericht gezogenen Schlussfolgerungen unzul�ssig.
6.1.2 Das obergerichtliche Urteil sei zudem widerspr�chlich zur Frage, in welcher Hinsicht die Erblasserin das Testament im Januar 2005 �berhaupt habe ab�ndern wollen. Es sei nicht erwiesen, dass die Erblasserin im Januar 2005 den Willen gehabt habe, die Bevorzugung der Beschwerdef�hrerin aufzuheben. Vielmehr habe sie diesen Willen erst sp�ter und unter dem Einfluss des Beschwerdegegners entwickelt. Das Obergericht unterschiebe der Erblasserin (im Zeitpunkt Januar 2005) einen Willen, den sie in dieser Weise gar nie zum Ausdruck gebracht habe.
6.1.3 Selbst wenn man aber von dieser Absichtserkl�rung der Erblasserin im Januar 2005 ausgehen w�rde (Aufhebung des alten Testaments und der Bevorzugung der Beschwerdef�hrerin), bestehe eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass dieser Wille auch bereits auf eine Beeinflussung des Beschwerdegegners und damit einen "aufkeimenden Irrtum" zur�ckzuf�hren sei. Zudem w�re es m�glich, dass die "vage" Absichtserkl�rung der Erblasserin vom Januar 2005 sp�ter weggefallen sei, weil sie sich im Februar 2005 mit ihr jedenfalls teilweise wieder vers�hnt habe. Im Ergebnis sei damit nicht klar, ob die - gem�ss Obergericht irrtumsfrei zustande gekommene - Absichtserkl�rung aus dem Januar 2005 sich tats�chlich noch auf das im August 2005 verfasste Testament ausgewirkt habe.
6.1.4 Schliesslich h�tte die Erblasserin es sicherlich vorgezogen, auch die Ziff. 1 des neuen Testaments aufzuheben und so zwischen den Parteien wieder das alte Testament aufleben zu lassen, wenn sie um die Machenschaften des Beschwerdegegners gewusst h�tte.
6.2.1 Die Beschwerdef�hrerin wendet sich damit gegen die obergerichtliche Sachverhaltsfeststellung, denn was die Erblasserin wollte, wusste oder dachte und ob sie sich irrte, stellt wie erw�hnt (vgl. E. 4.1.2 oben) eine Tatfrage dar. Das Obergericht gelangte in tats�chlicher Hinsicht zum Ergebnis, die Erblasserin habe Anfang Januar 2005 irrtumsfrei und unabh�ngig von der sp�teren Ausgestaltung der - unter Irrtum entstandenen - Ziff. 3b und 3c (erstes und zweites Lemma) den Willen entwickelt (und sp�ter im neuen Testament manifestiert), das alte Testament aufzuheben und jedenfalls die Bevorzugung der Beschwerdef�hrerin aufzuheben (Ziff. 8 S. 14 des obergerichtlichen Entscheids).
6.2.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig und damit willk�rlich ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (beispielsweise Art. 29 Abs. 2 BV oder Art. 8 ZGB) und die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG; BGE 137 III 226 E. 4.2 S. 234 mit Hinweisen). Das Vorliegen dieser Voraussetzungen hat die Beschwerdef�hrerin genau darzulegen. Auf rein appellatorische Kritik an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung oder Beweisw�rdigung tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356).
6.2.3 Die Kritik der Beschwerdef�hrerin an der obergerichtlichen Beweisw�rdigung vermag diesen Anforderungen nicht zu gen�gen. Sie beanstandet zwar die Beweisw�rdigung und legt den Sachverhalt aus ihrer Sicht dar. Hingegen erhebt sie weder eine Willk�rr�ge noch legt sie dar, inwiefern die Feststellungen durch eine andere Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG zustande gekommen und inwiefern die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein soll.
Am Fehlen einer Sachverhaltsr�ge �ndert auch nichts, dass die Beschwerdef�hrerin im Teil "Formelles" der Beschwerde neben der Einhaltung der Beschwerdefrist und dem erforderlichen Streitwert pauschal darauf hinweist, sie r�ge eine Verletzung von Bundesrecht (Art. 95 lit. a BGG) und eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 97 Abs. 1 BGG).
Auf die appellatorische Kritik an der obergerichtlichen Beweisw�rdigung ist demnach nicht einzutreten.
7.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt weiter eine Verletzung von Art. 540 ZGB, da das Obergericht die Erbunw�rdigkeit des Beschwerdegegners wegen arglistiger T�uschung zu Unrecht verneint habe.
7.2.1 Nach Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB ist unw�rdig Erbe zu sein oder aus einer Verf�gung von Todes wegen irgendetwas zu erwerben, wer den Erblasser durch Arglist, Zwang oder Drohung dazu gebracht oder daran verhindert hat, eine Verf�gung von Todes wegen zu errichten oder zu widerrufen.
7.2.2 Die Gr�nde gem�ss Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB stimmen fast wortw�rtlich mit dem Ung�ltigkeitsgrund gem�ss Art. 519 Abs. 1 Ziff. 2 i.V.m. Art. 469 Abs. 1 ZGB �berein. Immerhin nennt Art. 469 Abs. 1 ZGB - anders als Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB - zus�tzlich auch den Ung�ltigkeitsgrund des Irrtums (KRIEG, L'indignit� en droit successoral suisse, 1966, S. 69).
Der Begriff der Arglist gem�ss Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB stimmt mit dem Begriff "arglistiger T�uschung" in Art. 469 Abs. 1 ZGB �berein. Arglist kann in der Erregung oder der Benutzung einer schon vorhandenen falschen Vorstellung bei der Erblasserin bestehen. Zus�tzlich muss dieses Bewirken oder Ausn�tzen einer falschen Vorstellung bei der Erblasserin aufgrund s�mtlicher Umst�nde des konkreten Einzelfalls eine schwere Verfehlung gegen die Erblasserin bedeuten, die nach dem Empfinden der Allgemeinheit als unertr�glich erscheint und zu missbilligen ist. Dass das Verhalten des Erben einen Straftatbestand erf�llt, mag einen Anhaltspunkt f�r die Schwere der Einflussnahme auf den erblasserischen Willen abgeben, ist aber nicht notwendig (vgl. zum Ganzen: BGE 132 III 305 E. 3.3 S. 309 f. mit Hinweisen).
Zwischen dem Verhalten des angeblich Erbunw�rdigen und dem Erfolgseintritt (Errichten oder Widerrufen einer Verf�gung von Todes wegen) ist weiter ein Kausalzusammenhang erforderlich (vgl. BGE 132 III 305 E. 3.5 S. 310 f.).
7.3 Das Obergericht gelangte wie erw�hnt zum Ergebnis, die Erblasserin habe das Testament vom 18. August 2005 teilweise unter dem Einfluss eines Irrtums errichtet.
Im Rahmen der Pr�fung der Erbunw�rdigkeit kam es zum Schluss, der Beschwerdegegner habe die Erblasserin nicht arglistig get�uscht; es fehle bereits der Vorsatz des Beschwerdegegners. Unter Verweis auf das Urteil des Gerichtspr�sidenten hat es weiter ausgef�hrt, das Vorgehen des Beschwerdegegners - insbesondere der im Bericht �ber die Liegenschaftsverwaltung erhobene Diebstahlsvorwurf - sei zwar moralisch verwerflich und nicht �ber jeden Zweifel erhaben. Eine schwere Verfehlung, die als unertr�glich erscheinen w�rde, liege aber nicht vor und sei im Vergleich zum Sachverhalt in BGE 132 III 305 weniger gravierend. Der Beschwerdegegner habe denn durchaus auch zugunsten der Erblasserin handeln wollen.
7.4 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die im Bericht des Beschwerdegegners �ber die Liegenschaftsverwaltung ihr gegen�ber enthaltenen Anschuldigungen erf�llten den Tatbestand der �blen Nachrede (Art. 173 StGB), eventuell sogar der Verleumdung (Art. 174 StGB). Dem Beschwerdegegner sei vor allem vorzuwerfen, dass er nicht den geringsten Versuch unternommen habe, den Irrtum der Erblasserin zu beseitigen. Vielmehr habe er das Zustandekommen des zweiten Testaments aktiv gef�rdert.
Es liege deshalb eine arglistige T�uschung des Beschwerdegegners vor, der eventualvors�tzlich gehandelt habe und die Erblasserin so dazu gebracht habe, eine Verf�gung von Todes wegen zu errichten.
7.5 Die R�ge der Beschwerdef�hrerin erweist sich als unbegr�ndet. Das Obergericht hat zurecht darauf hingewiesen, dem Bericht des Beschwerdegegners vom Juli 2005 sei eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen, soweit darin die Liegenschaftsverwaltung thematisiert werde. Auch wenn es nachvollziehbar erscheint, dass bei fehlender oder falscher Buchhaltung (und insbesondere fehlenden Belegen) der Verdacht von Unregelm�ssigkeiten aufkommen kann, hat der Beschwerdegegner zwar die vorgefundenen un�bersichtlichen Verh�ltnisse unkritisch �bernommen und vorschnell Anschuldigungen gegen die Beschwerdef�hrerin erhoben.
Eine schwere und gemeinhin zu missbilligende Verfehlung (vgl. E. 7.2.2 oben) kann aber dem Beschwerdegegner nicht vorgeworfen werden. Zu ber�cksichtigen ist dabei namentlich, dass die Vorw�rfe insbesondere des unberechtigten Geldbezugs im Zusammenhang mit der tats�chlich zur Kritik Anlass gebenden Liegenschaftsverwaltung der Beschwerdef�hrerin erhoben wurden. Eine arglistige T�uschung im dargelegten Sinne kann dem Beschwerdegegner nicht vorgeworfen werden und der obergerichtliche Entscheid ist insofern nicht zu beanstanden.
Zu beachten w�re im �brigen auch, dass die Erblasserin selbst bereits Anfang 2005 von gewissen Unredlichkeiten der Beschwerdef�hrerin ausgegangen ist (vgl. E. 4.2.1 oben). Insofern er�brigen sich aber nach dem Gesagten weiterf�hrende Bemerkungen.
Die obergerichtliche Kosten- und Entsch�digungsregelung ficht die Beschwerdef�hrerin nicht selbstst�ndig an, sondern nur im Zusammenhang mit dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens. Da der Beschwerde kein Erfolg beschieden ist, braucht darauf nicht weiter eingegangen zu werden.
Aus den dargelegten Gr�nden muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist. Die Beschwerdef�hrerin wird kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG), nicht hingegen entsch�digungspflichtig, da das Bundesgericht beim Beschwerdegegner keine Vernehmlassung eingeholt hat (Art. 68 Abs. 1 BGG).

References: Art. 75
 Art. 469
 Art. 519
 Art. 23
 Art. 519
 Art. 511
 BGE 
 Art. 519
 Art. 509
 Art. 511
 Art. 95
 Art. 29
 Art. 8
 Art. 105
 BGE 
 Art. 95
 Art. 540
 Art. 540
 Art. 540
 Art. 519
 Art. 469
 Art. 469
 Art. 540
 Art. 540
 Art. 469
 BGE 
 BGE 
 BGE