Source: http://helfer-in-steuersachen.de/index.php/steuertipps/07-tipps-zur-anlage-r-eink%C3%BCnfte-aus-renten/268-test.html
Timestamp: 2018-10-22 20:17:24+00:00

Document:
Tipp 12 >> Renteneinkünfte - Helfer in Steuersachen
Aktuelle Seite: Home > Steuertipps > 07 - Tipps zur Anlage R - Einkünfte aus Renten > Tipp 12 >> Renteneinkünfte
Tipp 12 >> Renteneinkünfte
Renten gehören zur siebten Einkunftsart, in der die sonstigen Einkünfte zusammengefasst sind (§ 22 und § 23 EStG). Die meisten der sonstigen Einkünfte sind in der Anlage SO anzugeben.
Für Renten ist eine besonderes Formular vorgesehen, die Anlage R.
⇒ Die Anlage R
Gleich zu Beginn eine erfreuliche Nachricht: Die Anlage R ist einfach auszufüllen, weil die Rentenbezugsmitteilung als Ausfüllhilfe ausgestaltet ist.
Die Rentenbezugsmitteilung als Ausfüllhilfe
Die Rentenbezugsmitteilung, auch Leistungsmitteilung genannt, die Sie - ggfs. auf Antrag - vom Versorgungsträger erhalten haben, ist als Hilfe zum Ausfüllen der Anlage R ausgestaltet, d. h. in der Rentenbezugsmitteilung ist genau angegeben, in welche Zeile der Anlage R Sie die erforderlichen Angaben eintragen müssen. Nehmen Sie am besten die Anleitung zur Anlage R dazu.
⇒ Steuerfreie Renten
Die meisten Renten sind steuerpflichtig, nur einige wenige sind steuerfrei und brauchen deshalb nicht angegeben zu werden, wie z. B. die Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft), Kriegs- und Schwerbeschädigtenrenten (z. B. § 3 Nr. 1 EStG).
⇒ Steuerpflichtige Renten / Grundsätzliches
Innerhalb der Altersversorgung gibt u. a. Pensionen und Renten, die unterschiedlich besteuert werden.
Pensionen / Versorgungsbezüge
Nicht zu den Renten gehören Pensionen / Versorgungsbezüge. Hierbei handelt es sich um Einnahmen aus einem früheren Dienstverhältnis, also Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit (§ 19 EStG). Diese Einnahmen werden als Beamtenpensionen bezeichnet, wenn sie ein öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber leistet oder Betriebspensionen, wenn sie ein früherer privat-rechtlicher Arbeitgeber (z. B. Gewerbetreibender) leistet. Für beide kommt der Versorgungsfreibetrag in Betracht.
Innerhalb der Renten ist wegen der unterschiedlichen Besteuerung zwischen Leibrenten und anderen Leistungen zu unterscheiden. Während Leibrenten nur mit ihrem Besteuerungsanteil oder mit ihrem Ertragsanteil (Zinsanteil) steuerpflichtig sind, werden andere Leistungen (z. V. aus Riester-Verträgen und betrieblicher Altersversorgung) in voller Höhe besteuert.
Tabellen mit Prozentsätzen
Gesetzliche Grundlage des Besteuerungsanteils ist § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG, des Ertragsanteils / Zinsanteils hingegen in § 22 Nr. 1 Satz 3, Buchst. a, Doppelbuchst. bb EStG. In beiden Fällen ergibt sich der steuerpflichtige Anteil aus einer Tabelle.
⇒ Einteilung in drei Gruppen
Renten und andere Leistungen lassen sich in drei Gruppen einteilen:
Gruppe I (Zeilen 4 bis 13 der Anlage R)
Diese Renten werden als Basis-Leibrenten bezeichnet, weil sie die Grundlage der Altersversorgung bilden. Sie sind mit ihrem Besteuerungsanteil steuerpflichtig. Der Besteuerungsanteil ergibt sich aus dem Jahres-Rentenbetrag abzüglich eines Rentenfreibetrags. Der Rentenfreibetrag wird aus der Tabelle in § 22 EStG abgeleitet.
Zur Gruppe I ( § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG) gehören:
A. Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und
Zu den Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung gehören auch Witwen- oder Witwerrenten, ferner Erwerbsminderungs- und Berufsunfähigkeitsrenten.
B. vergleichbare Renten.
Zu den vergleichbaren Renten gehören
1. die Renten aus landwirtschaftlichen Alterskassen,
2. die Renten aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen der kammerfähigen freien Berufe (z. B. Versorgungswerk der Ärzte, Architekten, Ingenieure, Rechtsanwälte usw.),
3. privaten zertifizierten Basisaltersrentenverträgen (Rürup-Rente).
◊ Der Besteuerungsanteil
Der Besteuerungsanteil (Jahresbetrag abzüglich Rentenfreibetrag) wird abgeleitet aus der Tabelle in § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG). Für den Besteuerungsanteil sind maßgebend das Jahr des Rentenbeginns. Daraus wird der Besteuerungsanteil abgeleitet.
Der Besteuerungsanteil beträgt:
Rentenbeginn Anteil steuerpflichtig Anteil steuerfrei
2013 66 % 34 %
2014 68 % 32 %
2015 70 % 30 %
2016 72 % 28 %
2017 74 % 26 %
2018 76 % 24 %
2040 100 % 0 %
Wie Sie sehen: Je später der Rentenbeginn, desto höher ist der steuerpflichtige Anteil der Rente.
◊ Rentenfreibetrag
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Jahresbetrag der Rente und dem steuerpflichtigen Anteil wird vom Finanzamt als Rentenfreibetrag festgestellt. Dieser Freibetrag gilt ab dem Jahr, das dem Jahr des Rentenbeginns folgt, für die gesamte Laufzeit des Rentenbezugs.
Altersrente, Rentenbeginn 2016
Rente 2017 brutto 21.000 €
Rentenfreibetrag 28 % (Rentenbeginn 2016) 5.880 €
Steuerpflichtig 2017 15.120 €
Der Rentenfreibetrag ist lebenslang gültig.
Rente 2018 brutto 21.500 €
Rentenfreibetrag 5.880 €
Steuerpflichtig 2018 15.620 €
Die Rentenerhöhung 2018 von 500 € ist in voller Höhe steuerpflichtig, weil der Rentenfreibetrag unverändert gültig ist.
Der Rentenfreibetrag von 5.880 € ist lebenslang gültig.
Tipp: Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
Für die bei Rentenauszahlung einbehaltenen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge (Eigenanteil) können Sie Vorsorgeaufwendungen in der Anlage Vorsorgeaufwand geltend machen.
Info: Beiträge zur Krankenversicherung
Als Rentner sind Sie pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dafür müssen Sie einen Beitrag zahlen, der vom Bruttobetrag Ihrer Rente abgezogen wird. Der Beitrag richtet sich nach geltenden Beitragssätzen in der gesetzlichen Krankenversicherung und der Höhe Ihrer Rente. Derzeit beträgt der Beitragssatz 14.6 % (Wert 2018). Die Hälfte davon trägt die gesetzliche Rentenversicherung, die andere Hälfte tragen Sie selbst.
Außerdem wird ein Zusatzbeitrag berechnet. Dieser wird unterschiedlich von den Krankenkassen festgelegt. Der Zusatzbeitrag ist von Ihnen allein aufzubringen.
Gruppe II (Zeile 14 bis 20 der Anlage R)
Leibrenten, die nicht unter die Gruppen I und III fallen, werden nach § 22 Nr. 1 Satz 3, Buchst. a, Doppelbuchst. bb EStG mit dem Ertragsanteil / Zinsanteil besteuert. Der Ertragsanteil entspricht den Zinsen, die der Träger der Renten zu zahlen hat, weil er seine Verpflichtungen nicht sofort in voller Höhe, sondern in Form der Rente erfüllt muss. Dieser Ertragsanteil / Zinsanteil ist im Rentenbetrag enthalten. Der Ertragsanteil bestimmt sich nach dem bei Beginn der Rente vollendeten Lebensjahr des Rentenberechtigten.
Unter die Renten der Gruppe II fallen insbesondere
Renten aus vor dem 1.1.2005 abgeschlossenen privaten Rentenversicherungen ,
Renten aus ab 2005 abgeschlossenen Lebensversicherungen, die nicht unter die Rürup-Rente fallen sowie
◊ Der Ertragsanteil / Zinsanteil
Maßgebend für den Ertragsanteil ist das Alter des Rentenberechtigten zu Beginn der Rente. Hier auszugsweise die Rententabelle aus § 22 Nr. 1 Satz 3, Buchst. a, Doppelbuchst. bb EStG:
Alter Prozent Alter Prozent
60 bis 61 22 67 17
62 21 68 16
63 20 69 bis 70 15
64 19 71 14
65 bis 66 18 72 bis 73 13
Steuerzahler A hat am 30.12.2009 ein privates Baugrundstück auf Rentenbasis verkauft. Der Käufer zahlt ab Januar 2010 eine monatliche Leibrente von 500 €. Steuerzahler A war zu Beginn der Rente 60 Jahre alt.
Der Ertragsanteil der Rente beträgt 22 % von (500 € x 12 Monate =) 6.000 € = 1.320 €.
Der Steuerzahler trägt ein:
Zeile 15 Rentenbetrag Kennziffer 131 6.000 €
Zeile 16 Beginn der Renten Kennziffer 132 01012010
Das Geburtsdatum / Alter des Rentenberechtigten ist aus dem Hauptvordruck aktenkundig.
Gruppe III (Zeilen 31 bis 49 der Anlage R)
Dazu gehören Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen (sog. Riester-Rente), Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung und Leistungen aus Zusatzversorgungskassen VBL oder ZVK.
Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen und aus der betrieblichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung (z. B. Direktversicherung) unterliegen der vollen Besteuerung, weil sie durch die Altersvorsorgezulage oder den Sonderausgabenabzug nach § 10a EStG oder durch Steuerbefreiung der Beiträge in der Ansparphase steuerlich gefördert waren. Die Renten werden deshalb grundsätzlich in voller Höhe besteuert.

References: § 23
 § 3
 § 22
 § 22
 § 22
 § 22
 § 22
 § 22
 § 22
 § 10