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Dem von Krankheit Betroffenen obliegt es weiter darzulegen, ob und wie die angebliche Krankheit behandelt wird (vgl. BGH, Urteil 25. Oktober 2006 - XII ZR 190/03). Ähnlich wie beim Nachweis von Erwerbsbemühungen eines Arbeitslosen sind hier Nachweise über den Krankheitsverlauf und die Bemühungen zur Gesundung zu fordern. Der Unterhaltsberechtigte hat grundsätzlich alles zu unternehmen, um seine Arbeitsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen. Er muss sich deshalb einer medizinischen Behandlung unterziehen, wenn diese zumutbar ist und die sichere Aussicht auf Heilung oder wesentliche Besserung besteht. Unterlässt er eine gebotene und zumutbare Heilbehandlung in unterhaltsbezogener Leichtfertigkeit, so führt er seine Bedürftigkeit mutwillig herbei und kann seinen Unterhaltsanspruch auf Ehegattenunterhalt wegen § -> 1579 Nr.4 BGB verwirken.
(Zitat, Rn 65) "Den Unterhaltsberechtigten trifft die Pflicht, seine Krankheit behandeln zu lassen. Er hat sich Therapien zu unterziehen, wenn die sichere Aussicht auf Heilung oder wesentliche Besserung besteht (Palandt-Brudermüller, Rnr. 6 zu § 1572 BGB u. Rnr. 18 zu § 1579 BGB; Kalthoener/Büttner/Niepmann, Rechtsprechung zur Höhe des Unterhalts, 7. Auflage, Rnr. 425; Wendl-Pauling, § 4, Rnr. 97). Das Unterlassen der gebotenen Heilbehandlung kann § 1579 Nr. 3 BGB verwirklichen (OLG Hamm, 5. FamS., FamRZ 99, 237, 238). (Rn 71) Die Klägerin hat sich zur Überzeugung des Senats unterhaltsbezogen leichtfertig nicht der gebotenen Behandlung unterzogen. (Rn 73) Die Leichtfertigkeit ist unterhaltsbezogen gewesen, weil der Klägerin aufgrund des Unterhaltsprozesses, der den Anlass für die Begutachtung im Jahre 2000 darstellte, klar sein musste, dass ein Zusammenhang zwischen der Behandlung ihrer Erkrankung und dem Unterhaltsanspruch besteht. (Rn 75) Die Inanspruchnahme des Beklagten auf Unterhalt ist auch nach der gem. § 1579 BGB gebotenen Interessenabwägung grob unbillig, soweit sich die Klägerin nach Wiederherstellung ihrer teilweisen Erwerbsfähigkeit selbst hätte versorgen können und müssen."
(Amtlicher Leitsatz) Hat der Antragsteller in Kenntnis seiner Alkoholkrankheit über längere Zeit hinweg eine zumutbare und erfolgversprechende Suchtbehandlung unterlassen, ist ihm unterhaltsrechtlich der Vorwurf einer ebenso unvernünftigen wie leichtfertigen und damit mutwilligen Herbeiführung seiner eigenen Bedürftigkeit zu machen.
AG Brandenburg an der Havel, Beschluss vom 24.03.2016 - 45 F 40/13 (nicht veröffentlicht; intern vorhanden: Az.: 83/15 )
Verwirkung des Unterhalts wegen unterlassener Alkoholtherapie
Anmerkung: Auch diese Entscheidung zeigt, dass unterlassene Heilbehandlung und unterlassene zumutbare Alkoholtherapien nicht nur dazu führen, dass die Alkoholsucht nicht als Erwerbsminderungsgrund anerkannt wird, sondern zur kompletten Verwirkung des -> Ehegattenunterhalts führen kann. Wie das Gericht die -> Verwirkung nach § 1579 BGB begründet, erfahren Sie -> HIER.
♦ Erwiderung auf behauptete Krankheit in der Praxis
In diesem Fall aus der Praxis fordert die Ehefrau und Mutter von vier Kindern (5, 7, 15 und 16 Jahre alt) Ehegattenunterhalt. Die Ehefrau ist lediglich im Rahmen eines Mini-Jobs tätig. Sie behauptet damit ihrer Erwerbsobliegenheit vollständig nachzukommen. Eine Vollzeittätigkeit sei ihr wegen depressiver Episoden, Migräne, Spannungskopfschmerz sowie körperlicher Erschöpfung bei Doppelbelastung (Berufstätigkeit und Familie) nicht zumutbar. Zum Beleg des Krankheitsbildes wurde ein ärztlicher Entlassungsbericht einer Psychosomatischen Klinik in das Verfahren eingeführt. Ein Beweisantrag zur Einholung eines medizinischen Sachverständigengutachten über das Krankheitsbild wurde nicht gestellt.
Wer im -> Unterhaltsverfahren beweisen will, er sei krank und deshalb nur eingeschränkt erwerbsfähig, kommt mit der Vorlage einfacher Atteste eines Hausarztes nicht weiter; den Anforderungen der -> Darlegungslast für eine erwerbsbeeinträchtigende Krankheit wird man damit nicht gerecht. Ein paar Zeilen umfassendes Attest vermittelt meist den Eindruck einer Gefälligkeit für den Patienten. Ohnehin wird sich ein Allgemeinmediziner kaum ausführlich und so konkret - wie gefordert - zur krankheitsbedingten Erwerbsminderung äußern. Sie werden eine Facharzt konsultieren müssen und gleich zu Beginn fragen müssen, ob er bereit ist, ein ausführliches medizinisches Privatgutachten zu erstellen. Oftmals wird dies eine Frage der Honorierung sein. Folgende medizinische Fragen sind beim Thema krankheitsbedingte Erwerbsminderung relevant:
Wenn Sie auf diese Fragen im Streitfall mit einem privat-medizinischen Gutachten schlüssig und nachvollziehbar darstellen können und für den Bestreitensfall die Einholung eines gerichtlich bestellten medizinischen Gutachters beantragt wird, bestehen gute Chancen mit der Krankheit gegen die Erwerbsobliegenheit zu bestehen. Mehr zum Thema Beweislast & Erwerbsobliegenheit finden Sie HIER.
Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin - Fahrtüchtigkeit und psychische Störungen: (Zitat) "Bei jeder schweren Depression, die z.B. mit depressiv- wahnhaften, depressiv stuporösen Symptomen oder mit akuter Suizidalität einhergeht und in allen manischen Phasen ist die Fähigkeit zur angepassten Teilnahme am Straßenverkehr als aufgehoben anzusehen."
Wenn der Simulant mit der Drohung eines Führerscheinentzugs konfrontiert wird, kann es vorkommen, dass sich ein weiterer Vortrag zur Erwerbsobliegenheit erübrigt. Der Vortrag zur angeblichen Krankheit wird zurückgezogen. Wer will schon leichtfertig seinen Führeschein riskieren, indem der familiengerichtliche Vortrag zum Bumerang bei der Führerscheinstelle wird?!
(Zitat) "Zwar wird die -> Leistungsfähigkeit eines Unterhaltspflichtigen nicht allein durch dessen -> tatsächlich vorhandenes Einkommen bestimmt, sondern auch durch seine Erwerbsfähigkeit und seine Erwerbsmöglichkeiten (BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 18. März 2008 - 1 BvR 125/06 -, juris Rn. 14; BGH, Urteil vom 9. Juli 2003 - XII ZR 83/00 -, juris Rn. 22). (. ) In der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist anerkannt, dass die Zurechnung -> fiktiver Einkünfte, welche die Leistungsfähigkeit begründen sollen, zweierlei voraussetzt. Zum einen muss feststehen, dass subjektiv Erwerbsbemühungen des Unterhaltsschuldners fehlen. Zum anderen müssen die zur Erfüllung der Unterhaltspflichten erforderlichen Einkünfte für den Verpflichteten objektiv überhaupt erzielbar sein, was von seinen persönlichen Voraussetzungen wie beispielsweise Alter, beruflicher Qualifikation, Erwerbsbiographie und Gesundheitszustand und dem Vorhandensein entsprechender Arbeitsstellen abhängt (vgl. BVerfGK 7, 135; 9, 437; BGH, Urteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 -, juris Rn. 18; BGH, Urteil vom 30. Juli 2008 - XII ZR 126/06 -, juris Rn. 22). (. ) Der Beschwerdeführer hat im Ausgangsverfahren vorgetragen, infolge des Arbeitsunfalls über das ausgeübte Maß hinaus nicht erwerbsfähig zu sein. Er hat den Unfall und dessen Folgen konkret dargestellt, insbesondere auf medizinisch erwiesene irreparable Verbrennungen dritten Grades an 45 % seines Körpers, nämlich an Hals, Rumpf und Beinen, verwiesen und zu deren Nachweis Sachverständigengutachten aus den Jahren 1986 und 1987 vorgelegt, die seine Verletzungen bestätigen. Er hat die Folgeschäden konkret beschrieben und dauerhafte Beeinträchtigungen seiner Gesundheit infolge der Verbrennung, der Vernarbung, der Hauttransplantationen sowie der Schmerzen, insbesondere bei Temperaturänderungen, dargestellt. Zum Nachweis hat er sich nicht nur auf die im Ausgangsverfahren vorgelegten Sachverständigengutachten und auf das Zeugnis der ihn behandelnden Ärzte bezogen, sondern zum Beweis der zeitlebens bestehen bleibenden Beeinträchtigungen die Einholung eines medizinischen Sachverständigengutachtens beantragt. Dieses Vorbringen war entgegen der Annahme des Oberlandesgerichts ausreichend substantiiert.
(Zitat) "Die Beklagte ist weder aufgrund ihres Alters noch ihrer gesundheitlichen Disposition an einer vollschichtigen Erwerbstätigkeit gehindert, so daß Unterhaltsansprüche wegen Alters gemäß § 1571 BGB oder Krankheit gemäß § 1572 BGB nicht vorrangig sind (§ 1573 Abs. 1 BGB). Das Alter von zur Zeit 53 Jahren und der Gesundheitszustand der Beklagten stehen einer vollschichtigen Erwerbstätigkeit nicht entgegen. Soweit die Beklagte - belegt durch ein ärztliches Attest vom 23. November 2009 - über psychovegetative Erschöpfungszustände klagt, deretwegen sie sich seit 2005 in ärztlicher Behandlung befindet, mag dies Auswirkungen auf die gesundheitliche Belastbarkeit haben. Hiervon ist aber die Fähigkeit zu unterscheiden, gleichwohl eine Erwerbstätigkeit vollschichtig auszuüben (vgl. BGH FamRZ 1987, 912 = BGHF 5, 968). Für eine Einschränkung der Erwerbsfähigkeit hat die Beklagte keine ausreichenden Anhaltspunkte vorgetragen. Dem steht nach den Angaben der Beklagten im Senatstermin auch entgegen, daß zwei beantragte Kuren im Jahre 2007 und im Jahre 2009 abgelehnt wurden. Ansonsten erfolgt eine medikamentöse Behandlung.
b) Der Beklagten obliegt es im Rahmen des § 1573 Abs. 1 BGB nach dem Grundsatz der Eigenverantwortung (§ 1569 BGB) und gemäß § 1574 Abs. 1 BGB, zunächst alle zumutbaren Anstrengungen zu unternehmen, eine angemessene Erwerbstätigkeit zu finden.
(1) Angemessen ist eine Erwerbstätigkeit gemäß § 1574 Abs. 2 S. 1 BGB, die der Ausbildung, den Fähigkeiten einer früheren Erwerbstätigkeit, dem Lebensalter und dem Gesundheitszustand des geschiedenen Ehegatten entspricht, soweit eine solche Tätigkeit nicht nach den ehelichen Lebensverhältnissen unbillig wäre. Die Beklagte hat den Volksschulabschluß erworben und in der Zeit von 08/1971 bis 07/1973 den Beruf einer Gardinenfachverkäuferin erlernt. Im Anschluß hat sie in diesem Beruf bis 08/1990 rund 17 Jahre vollschichtig und sodann bis zur Geburt des zweiten Sohnes (02/1993) etwa 2½ Jahre halbschichtig gearbeitet. Danach ist sie bis zur Scheidung (08/1997) keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen, sondern hat sich der Haushaltsführung und Kindererziehung gewidmet. Aufgrund dieser Ausbildungs- und Erwerbsbiografie, ist eine vollschichtige Erwerbstätigkeit in dem von der Beklagten erlernten Beruf der Gardinenfachverkäuferin oder einer vergleichbaren Verkäufertätigkeit (Textil und Bekleidung) als angemessen anzusehen, zumal die Beklagte ausweislich des Nachtrags vom 1. September 1990 zu ihrem Arbeitsvertrag bei der Fa. X. auch in der Bettwarenabteilung und im Bereich der Möbelstoffe- und Zubehörabteilung eingesetzt war. Das Alter und der Gesundheitszustand der Beklagten stehen einer vollschichtigen Erwerbstätigkeit als Verkäuferin im Textil- und Bekleidungsbereich nicht entgegen (s. oben).
(2) Aus einer solchen (angemessenen) Tätigkeit könnte die Beklagte monatlich rund 1.060 € netto verdienen. Ausweislich des Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung werden im Einzelhandel NRW bei Abschluß einer 2-jährigen kaufmännischen Berufsausbildung für einfache kaufmännische Tätigkeiten tarifliche Grundvergütungen (mittlere Gruppe) zwischen 1.453 € und 2.066 € ab 05/2008 bzw. zwischen 1.483 € und 2.108 € ab 09/2009 gezahlt. Ausgehend davon, daß die Beklagte aufgrund ihrer langen beruflichen Pause einen Wiedereinstieg nur mit einer Vergütung nach den unteren Eckwerten erlangen könnte, errechnet sich für das Jahr 2009 unter Berücksichtigung der gesetzlichen Abzüge (Lohnsteuer I/0,5, Kirchensteuer, Krankenversicherung 14,9%, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung) ein monatliches Nettoentgelt in Höhe von rund 1.060 €.
c) Es kann nicht festgestellt werden, daß die Beklagte trotz zumutbarer und ausreichender Erwerbsbemühungen keine angemessene Erwerbstätigkeit hat finden können. Diesen anspruchsbegründenden Umstand muß die Beklagte darlegen und beweisen (vgl. BGH FamRZ 2008, 2104 = FuR 2008, 597 = EzFamR BGB § 1578 Nr. 68 Tz. 18). Den Anforderungen an ausreichende, aber erfolglos gebliebene Erwerbsbemühungen um eine vollschichtige Erwerbstätigkeit genügen die schriftsätzlich vorgetragenen und im Senatstermin mündlich ergänzten Bewerbungen auf Zeitungsanzeigen über Tätigkeiten im Geringverdienerbereich nicht.
d) Die unzureichenden Erwerbsbemühungen führen jedoch nicht zur Versagung des Anspruchs aus § 1573 Abs. 1 BGB, wenn sie für die bestehende Erwerbslosigkeit nicht ursächlich sind. Dies ist vorliegend der Fall, weil für die Beklagte auch bei ausreichenden Erwerbsbemühungen bisher keine reale Beschäftigungschance auf eine vollschichtige Erwerbstätigkeit in ihrem erlernten oder einem ähnlichen Beruf bestanden hat.
(1) Eine Ursächlichkeit besteht nicht, wenn nach den tatsächlichen Gegebenheiten des Arbeitsmarkts sowie den persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten des Unterhalt begehrenden Ehegatten für ihn keine reale Beschäftigungschance bestanden hat (vgl. BGH FamRZ 1987, 912 = BGHF 5, 968; 2008, 2104 = FuR 2008, 597 Tz. 22). Wegen unzureichender Erwerbsbemühungen kann der Beklagten nur dann ein fiktives Einkommen aus einer angemessenen vollschichtigen Erwerbstätigkeit zugerechnet werden, wenn neben den fehlenden subjektiven Erwerbsbemühungen auch objektiv die Voraussetzungen vorliegen, daß die Beklagte bei ausreichenden Erwerbsbemühungen eine entsprechende Erwerbstätigkeit gefunden hätte, was von den persönlichen Voraussetzungen der Beklagten wie Alter, Ausbildung, Berufserfahrung und Gesundheitszustand pp. sowie den Verhältnissen auf dem Arbeitsmarkt abhängig ist (vgl. BVerfG FamRZ 2008, 1145; 2010, 183; BGH FamRZ 1987, 912 = BGHF 5, 968; 1994, 372; = EzFamR BGB § 1603 Nr. 21 = BGHF 8, 1423; 1996, 345 = EzFamR BGB § 1581 Nr. 3 = BGHF 9, 1386). Für das Bestehen einer realen Beschäftigungschance ist nicht erst auf den Beginn des streitbefangenen Zeitraums ab Januar 2009 abzustellen; Ausgangspunkt muß vielmehr schon die im Zuge der Kindesbetreuung einsetzende Erwerbsobliegenheit und die Chance einer darauf aufbauenden sukzessiven Aufstockung zu einer vollschichtigen Erwerbstätigkeit sein (vgl. BGH FamRZ 2008, 2104 = FuR 2008, 597 = EzFamR BGB § 1578 Nr. 68 Tz. 23)."
(Zitat) "Zu Recht hat das Berufungsgericht allerdings angenommen, dass die Klägerin die Voraussetzungen eines Unterhaltsanspruchs nach § 1572 BGB nicht dargetan hat. Die Revision beanstandet dies mit der Begründung, die Klägerin habe im Verlauf des Rechtsstreits mehrfach vorgetragen, wegen Rückenbeschwerden und Bluthochdrucks zu einer vollschichtigen Erwerbstätigkeit nie in der Lage gewesen zu sein; diese Beschwerden hätten bereits während der Ehe - und auch im Zeitpunkt der Scheidung - bestanden. Zum Beweis habe sie die Einholung eines medizinischen Sachverständigengutachtens beantragt und sich auf das Zeugnis der sie behandelnden Ärzte bezogen. Den Beweisangeboten sei das Berufungsgericht verfahrensfehlerhaft nicht nachgegangen.
Diese Rüge bleibt ohne Erfolg. Das Berufungsgericht brauchte dem Beweisantrag nicht zu entsprechen, da das Vorbringen der Klägerin schon nicht hinreichend substantiiert ist.
(. ) Ein geschiedener Ehegatte kann nach § 1572 BGB Unterhalt verlangen, solange und soweit von ihm von dem jeweiligen Einsatzzeitpunkt an wegen Krankheit oder anderer Gebrechen oder Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann. Der Unterhalt begehrende Ehegatte muss, um die Voraussetzungen der genannten Vorschrift darzutun, im Einzelnen die Krankheiten, an denen er leidet, angeben und vortragen, inwiefern sich diese auf seine Erwerbsfähigkeit auswirken. Er darf sich nicht generell auf eine Erwerbsunfähigkeit im Sinne des § 1572 BGB berufen, sondern von ihm ist, insbesondere im Hinblick darauf, dass - wie auch hier geltend gemacht - nur eine teilweise Erwerbsunfähigkeit vorliegen kann, zu verlangen, dass er Art und Umfang der gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Leiden darlegt (Senatsurteil vom 27. Juni 2001 - XII ZR 135/99 - FamRZ 2001, 1291, 1292). Den vorgenannten Anforderungen genügt das Vorbringen der Klägerin nicht. (. ) In den weiteren Attesten wird nicht aufgezeigt, dass die vorgenannten Befunde die vollschichtige Erwerbsfähigkeit der Klägerin beeinträchtigen.
V. Nachehelicher Unterhalt wegen Krankheit (§ 1572 BGB)
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An einer Bipolar Affektiven Störung leiden in Deutschland etwa eine Million Menschen. Grundlage einer Bipolaren Störung ist eine vermutlich genetisch bedingte biologische Anfälligkeit (Bereitschaft). Die Erkrankung beginnt typischer Weise im frühen Erwachsenenalter und verläuft episodisch mit Phasen depressiver und/oder grundlos gehobener Stimmung. -->
weitere Informationen siehe Seite der Dt. Gesellschaft für bipolare Störungen: www.dgbs.de
Prognose: Trotz verfügbarer und bewährter Medikamente zur Phasenprophylaxe und Stimmungsstabilisierung ist der Verlauf der manisch-depressiven Erkrankung oft keineswegs unproblematisch. Wie zahlreiche Studien zeigen, leiden Patienten mit dieser Erkrankung über einen längeren Zeitraum (zwölf und mehr Jahre) in fast 50 Prozent dieser Zeit unter Krankheitssymptomen. Die Lebensqualität, die Beziehungs- und Arbeitsfähigkeit ist dadurch deutlich belastet. Im Vergleich mit unipolar depressiven Patienten werden bipolare Patienten früher berentet, zeigen eine deutlichere Erwerbminderung, sind suizidgefährdeter (15-22fach erhöht) und ihre Lebenserwartung ist signifikant verkürzt, wenn die Erkrankung nicht angemessen behandelt wird.
trotz Therapie kein ausreichendes kognitives Funktionsniveau. Kontrollierte Studien bei syndromal remittierten
Die therapeutische Forderung nach einer Stimmungsstabilisierung mit einem einzigen Medikament
ist bei vielen Patienten jedoch nicht realisierbar. Die Behandlung erfolgt allenfalls in 30 % mit nur Lithium, anderen Phasenstabiliserern oder Neuroleptika. Lithium ist ein hochwirksames Medikament vor allem bei Suizidgedanken.
Patienten. Daher ist es besonders wichtig, Nebenwirkungen zu vermeiden bzw. zu minimieren.
Der Verlauf einer bipolaren Störung wird durch folgende Merkmale ungünstig beeinflusst: Hohe Episodenfrequenz, schizoaffektive oder psychotische Episoden, gemischte Episoden (Nebeneinander von Agitation und Depression), Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Alltagsbelastungen und kritische Lebensereignisse, Instabiler Lebensrhythmus, unzureichende Zuverlässigkeit bei der Medikamenteneinnahme. Diese Auflistung macht deutlich, dass es auch bei der bipolaren Störung in erheblichen Maße Einstellungen, Krankheitsverständnis, Verhaltens- und Lebensmerkmale sind, die den Krankheitsverlauf bestimmen. Ein angemessenes Krankheitsverständnis bildet die Grundlage für die Zuverlässigkeit der medikamentösen Behandlung, aber auch der psychologische Zugang durch Verhaltensänderungen, Abbau von Belastungen sowie der Umgang mit einem gleichmäßigen Lebensrhythmus.
1.) In der ersten Therapiephase geht es um Motivation und Information. Anhand der eigenen Krankengeschichte und unter Zuhilfenahme von Schaubildern, Broschüren und Texten geht es um den Nutzen der Therapie und die Bedeutung der Krankheit für den Patienten und seine Angehörigen.
2.) In der zweiten Therapiephase stehen die detaillierte Verhaltensanalyse, die Selbstbeobachtung durch ein Stimmungstagebuch im Zentrum - mit dem Ziel, ein Frühwarnsystem zu etablieren, d.h. einen Plan, was beim Wiederauftreten von Symptomen zu tun ist.
3.) In der dritten Phase geht es um die Beeinflussung von Lebensstrukturen, Alltagsrhythmen, Schlaf-Wach-Rhythmen und den Umgang mit Belastungen, Lebensplanung, Einstellungsänderungen (kognitive Therapie) und Verhaltensänderungen.
4.) Die vierte Therapiephase ist dem Aufbau von Problemlöseverhalten, von angemessenen Interaktionsfertigkeiten und sozialer Kompetenz gewidmet.
5.) Über den gesamten Therapiezeitraum wird die Familie immer wieder einbezogen und die Therapie in Anlehnung an die sog. interpersonale Psychotherapie auf schwerpunktmäßige Problemfelder (Konflikte, Trauer, Rollenwechsel) bei gleichzeitiger Lösungsorientierung ausgerichtet.
Zu Depressionen im Speziellen siehe auch Depressionsratgeber auf dieser Seite
Manisch-depressive Erkrankung (bipolare affektive Störung)
Angehörige sind in einer schwierigen Position. Gerade zu Beginn manischer Erkrankungen sehen die Betroffenen den gesteigerten Tatendrang und ihre scheinbar unerschöpflichen seelischen Energien als Zeichen großer Leistungsfähigkeit, glauben, nun endlich einmal alles anpacken zu können, was sie schon immer tun wollten. Die Betroffenen sind nicht zu bremsen.
Einem Gesprächszugang findet man manchmal darüber, dass auch die Erkrankten bemerken, dass sie irgendwie nicht in ihrer "normalen" seelischen Verfassung sind, dass sie so etwas wie Hektik und Getriebenheit auch selber verspüren. Insofern ist es manchmal möglich, ein gewisses Gefühl für Krankheit zu erzeugen, dies umso eher, wenn die Betroffenen schon mehrfach erkrankten und man in gesunden Tagen über die Störung gesprochen hat und eine Art von Verhaltensplan für den Krankheitsrückfall vereinbart hat.
Kommt die manische Krankheitsepisode sehr rasch, und ist sie sehr ausgeprägt, dann sind die Betroffenen für Argumente kaum oder überhaupt nicht mehr erreichbar. Im Extremfall bleibt nur die Behandlung gegen den Willen der Erkrankten. Weil in der Regel mit manischen Erkrankungen aber keine direkte und unmittelbare Gefahr für Leib und Leben der Betroffenen oder für Dritte einhergeht, scheidet die sogenannte Zwangseinweisung (das heißt die Unterbringung nach dem Psychischkranken-Hilfegesetz, siehe dort) aus. Es bleibt als Rechtsgrundlage für eine (geschlossene) Behandlung gegen den Willen der Betroffenen im Krankenhaus nur die Einleitung einer Betreuung auf dem Eilwege nach dem Betreuungsrecht (siehe dort).
Eine echte Gefahr für sich selbst und andere können manisch erkrankte Autofahrer bedeuten. Durch die krankheitsbedingte Fahrigkeit, durch Hektik und Unkonzentriertheit ist Fahrtauglichkeit nicht gegeben. Halten sich die Betroffenen nicht an ein Fahrverbot (was leider oft der Fall ist), muss ggf. auch zwangsweise Klinikunterbringung nach PsychKG erwogen werden.
Manisch-depressive Erkrankungen kommen bei Männern und Frauen etwa gleich häufig vor. Erstmalig macht sich die Erkrankung zumeist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr bemerkbar. Der Begriff "bipolar" meint, dass die Krankheit sich in unterschiedlichen Phasen zwischen zwei augenfällig gegensätzlichen Polen abspielt. Zum einen gibt es Phasen euphorischer Hochgestimmtheit, von unbändigem Tatendrang und von Selbstüberschätzung (bis hin zu Größenideen), wobei die Betroffenen oft Vieles beginnen und wenig zu Ende bringen. Wie mit dem Tun ist es mit dem Denken: Ein Gedanke jagt den anderen, ohne dass einer zu Ende gedacht wird und die Betroffenen auch einmal innehalten. Sie dulden keinen Widerspruch. Eine Idee in ihren unterschiedlichen Facetten wird nicht kritisch-selbstkritisch abgewogen. Auffällig ist das geringe Schlafbedürfnis in diesen Hochphasen. Gleichzeitig besteht aber auch eine Art Getriebenheit, die den Betroffenen das Unechte ihres Zustandes auch oft selbst vor Augen führt, ohne dass sie sich selbst bremsen könnten. Auch Angehörige und Kollegen habe dazu wenig Chancen. Für sie erscheint es oft so, dass ihre Bedenken zum einen Ohr des Betroffenen hinein und zum anderen hinausgehen, dass jede Nachhaltigkeit völlig verschwunden ist. Die skizzierten Krankheitsphasen der Hochgestimmtheit, des übersteigerten Antriebs, manchmal auch der übersteigerten Reizbarkeit und des schnellen Aufbrausens nennt man "manisch".
Etwas vereinfacht kann das Gegenteil davon als "depressiv" bezeichnet werden. In den depressiven Phasen, dem "negativen" Pol dieser bipolaren Störung, fühlen sich die Betroffenen schwung- und lustlos, schwermütig, matt und abgeschlagen. Es bestehen quälende Ein- und Durchschlafstörungen, jeglicher erfrischender Effekt des Schlafes geht verloren. Auch körperlich fühlen sich die Betroffenen schlecht: Manche klagen über diffuse Befindensstörungen oder gelegentlich auch über umschriebene Schmerzen, zum Beispiel ein Engegefühl im Brustkorb, Atemnot und Herzschmerzen Der Appetit ist gering, das Essen schmeckt nicht, sexuelle Lust geht verloren. Manchmal sacken die Betroffenen in ihrer Stimmung so tief ab, dass sie jeder Lebensmut verlässt. Es resultiert Selbstmordgefährdung (Suizidalität siehe dort).
Die Krankheit in ihren zwei Gesichtern entspricht dem Spruch im Volksmund "Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. ". Sie bedeutet eine schwere und ernstzunehmende psychische Störung.
Das Vollbild manisch-depressiver Erkrankungen wird von Angehörigen, die diese Störung bei ihren erkrankten Partnern oder Verwandten einige Male mitgemacht haben, oft erkannt. Ungleich schwieriger ist es für die Betroffenen selbst, diese veränderten Zustände als Krankheit zu erkennen. Sie selbst sind mitten drin im Geschehen, sehen sich in der Phase der Manie eher als besonders tatendurstig, voller Ideen und Initiativen als Quelle fast nicht versiegender körperlicher und seelischer Kraft an. Manche Patienten beschreiben den "manischen Kick" fast wie rauschhaft gesteigertes "High-Erleben", das sie nur schwerlich missen möchten. Dies umso mehr, da die Erkrankten immer auch depressive Phasen extremen Antriebsmangels und tiefer Niedergeschlagenheit erlebt haben. Somit ist eine Neigung gut nachvollziehbar, die manischen Phasen gleichsam als eine Art Wiedergutmachung, als eine Kompensation für die erlittenen Depressionen anzusehen.
Nicht immer sind bei Menschen mit der Anlage zu manisch-depressiven Erkrankungen die Krankheitsphasen voll ausgeprägt. Öfter gibt es auch abgemilderte Erscheinungen, so dass der Fachmann von subdepressiven oder hypomanen Zuständen spricht. Kommt es vergleichsweise häufig zu solchen Schwankungen, ohne dass die Betroffenen sich für längere Zeit in einer seelischen Mittellinie befinden (dem sog. euthymen Intervall), dann spricht man von Zyklothymie. Wechseln ausgeprägte manische Phasen mit ebenso ausgeprägten depressiven, ohne dass die Erkrankten zwischenzeitlich längere Phasen mittlerer seelischer Verfassung erleben, spricht man von Rapid Cyclern. Bei den meisten Patienten kommt es aber glücklicherweise im Leben nur zu einigen depressiven und manischen Phasen bei zwischenzeitlicher monate- und jahrelanger völliger Beschwerdefreiheit.
Bipolare-affektive Erkrankungen haben nichts mit "sich gehen lassen", mit Schuld der Betroffenen oder der Angehörigen, beispielsweise den Eltern, zu tun. Bipolare-affektive Störungen sind anlagebedingte Erkrankungen. Es wird gleichsam eine Art von Schwachstelle im Nervenkostüm vererbt, so dass es den Betroffenen von Zeit zu Zeit nicht gelingt, die seelische Mittellinie zu halten. Weniger als 1% der Bevölkerung weisen eine entsprechende erblich bedingt Bereitschaft (Disposition) zu manisch-depressiven Erkrankungen auf. Enge Verwandte eines Betroffenen stehen allerdings in einem 10 bis 20mal höherem Risiko, selbst auch manisch-depressiv zu erkranken. Wenn ein Elternteil also an manisch-depressiver Erkrankung leidet, so hat ein Kind ein um 10 bis 20% erhöhtes Risiko, diese Bereitschaft in sich zu tragen, wenn beide Eltern an manisch-depressiver Erkrankung leiden, steigt das Risiko nochmals an.
Die Anlage, manisch-depressiv zu erkranken, bedeutet, dass zumindest zeitweilig bestimmte körpereigene Botenstoffe im Nervensystem (sog. Neurotransmitter, wie z.B. Noradrenalin und Serotonin), Hormone oder Steroide Unregelmäßigkeiten aufweisen, teils in ihrer Produktion, teils in ihrer Freisetzung oder in ihrem Abbau. Wie bei vielen anderen anlagebedingten sogenannten endogenen Störungen in der Psychiatrie ist der Arzt durch eine Anzahl weiterführender Untersuchungen auch verpflichtet, seltene andere Ursachen auszuschließen.
Eine eigentliche Heilung manisch-depressiver Erkrankungen gibt es nicht. Eine Minderheit der Betroffenen hat insofern Glück, dass die Krankheitsphasen, den gesamten Lebensweg betrachtet, nur sehr selten in Erscheinung treten und sich manchmal im Alter ganz verlieren. Darauf kann man sich aber leider nicht verlassen. Es gilt im Gegenteil für die Mehrzahl der Menschen, die die Anlage einer manisch-depressiv Erkrankung in sich tragen, dass sie mit dem Risiko des Rückfalls leben müssen.
Zur Rückfallvorbeugung gibt es einige Verhaltensregeln. Die erste ist natürlich, überhaupt erst einmal anzuerkennen, dass es sich um eine psychische Störung handelt. Dies fällt schon in den depressiven Phasen, bzw. im Rückblick auf diese nicht leicht. Die Betroffenen sehen die Schwermut in irgendeiner Weise als begründet an. Für sie ist das, was sie durch die graue Brille der Depression sehen bzw. gesehen haben, als Quelle für ihre Sorge und ihre Bedrückung real und außerordentlich schwerwiegend. Noch schwieriger ist es für die Betroffenen, Manie als Krankheit zu erkennen. Die Zeit der Manie erscheint einigen selbst noch im Rückblick als eine Zeit des Tatendrangs, des Selbstbewusstseins, als ein geradezu grandioses Feuerwerk an Ideen und Taten. Dass diese Zeiten für Kollegen, Verwandte und Partner schwer auszuhalten waren, ist für den Betroffenen kaum nachvollziehbar. Gleichwohl sollte man in den "ruhigen Zeiten" danach das offene Gespräch suchen. In der akuten Krankheit selbst ist dies nur schwer möglich.
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Posttraumatische Belastungsstörung: grausames Relikt von Gewalt, Krieg und Co.
Extrembelastungen wie schwere Krankheiten, Unfälle oder Gewalterfahrungen können ein schlimmes Erbe hinterlassen: eine Posttraumatische Belastungsstörung. Das komplexe Krankheitsbild mit zahlreichen seelischen, körperlichen und psychosozialen Folgen bedarf einer ehebaldigen, einfühlsamen und fachkundigen Therapie, um überhaupt die Chance auf Bewältigung zu wahren. Naturkatastrophen, Unfälle, Gewalterlebnisse, aber auch scheinbar weniger dramatische Ereignisse können fast jeden Menschen in tiefe…
Dienststunden absitzen, sich dabei privaten Angelegenheiten widmen, dabei so tun, als sei man beschäftigt – was paradiesisch klingen mag, macht vielen im Job unterforderten Menschen zu schaffen. Sie entwickeln ein Bore Out Syndrom. Statt Aktenberge wälzen oder Bilanzen erstellen privat im Internet surfen, mit Freunden telefonieren oder den nächsten Urlaub planen – diesen scheinbar beneidenswerten…
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Gesundheit beschreibt einen Zustand auf verschiedenen Ebenen. Gesundheit beinhaltet also nicht nur die rein körperliche Unversehrtheit, sondern auch einen als gut empfundenen psychischen Zustand und ein befriedigendes Gefühl auf der sozialen Ebene. Der Gesundheitswissenschaftler Klaus Hurrelmann definiert dementsprechend Gesundheit auch als Balance zwischen inneren Möglichkeiten und Zielen und äußeren Lebensbedingungen.
Gesundheit ist im Allgemeinen erstreben- und schützenswert. Um gesund zu sein und zu bleiben, sind bestimmte Faktoren wichtig: die Veranlagung des Menschen, seine Lebensweise, die Gemeinschaft, in der er lebt und seine Umwelt. Zur Veranlagung gehören die genetische Ausstattung und die körperlichen Gegebenheiten, aber auch Gewohnheiten, wie beispielsweise das Bewegungs- oder Essverhalten. Zudem sind die Lebensgeschichte und daraus folgende Erfahrungen und Gefühle mitbestimmend. Die sozialen Faktoren, die sich auf Gesundheit auswirken können, sind Familie, Partner- und Freundschaften, Kollegen bzw. Arbeitsverhältnisse, aber auch die Ausübung von Hobbys und anderen sinngebenden Tätigkeiten in Gemeinschaft. Eine gute soziale Bindung ist gesundheitsfördernd. Zu den gesundheitsbeeinflussenden Umweltfaktoren sind die Luft, das Trinkwasser, die Wohnverhältnisse, die Ernährungsmöglichkeiten und die die Person umgebenden Schadstoffe gemeint. Aber auch Lärm, Schmutz oder Dunkelheit können krankmachende Faktoren der Umwelt sein.
Gesundheit ist laut Verfassung der WHO von 1946 ein Grundrecht jedes Menschen. Sie besitzt überall auf der Welt einen hohen gesellschaftlichen Wert. So gelten der gesundheitliche Zustand und die Lebenserwartung in der Bevölkerung als Indikator für die Lebensqualität in einer Gesellschaft.
Wie Sie bereits im Kapitel "Wie wird die Krankheit behandelt?" sahen, ist die Mitarbeit des Patienten ein ganz wesentlicher Teil der Therapie. Wichtig sind dabei nicht nur die regelmäßigen Bewegungsübungen. Auch Ihr Verhalten im Alltag beeinflusst ganz entscheidend den Verlauf der Krankheit. Dazu gehört vor allem die sorgfältige Beachtung Ihrer Haltung und das Training Ihrer Kondition. Auch sollten Sie sich seelisch in einer guten Stimmung halten: Fröhliche Menschen halten sich aufrechter!
In vielen Fällen ist die Fortführung des erlernten Berufes weiterhin möglich. Der Arbeitsplatz eines Morbus-Bechterew-Patienten sollte körperlich nicht zu belastend sein und eine aufrechte Haltung ermöglichen. Ideal ist eine Tätigkeit, die Ihnen abwechselnd Sitzen, Stehen und Gehen ermöglicht. Am wenigsten geeignet ist eine Tätigkeit, bei der Sie sich stundenlang vornüber beugen müssen oder bei der Sie schwere Lasten heben oder tragen müssen. Der Arbeitsplatz sollte sich in einem trockenen, zugfreien Raum befinden. Tätigkeiten mit hoher Unfallgefahr sind für Personen mit Morbus Bechterew besonders riskant, weil sie Stößen weniger geschickt ausweichen und Stürze weniger leicht abfedern können. Bei Arbeiten im Sitzen muss Ihr Sitz die richtige Höhe haben. Eine eingeschränkte Hüftbeweglichkeit kann eine daran angepasste Sitzgelegenheit erforderlich machen.
Von großer Hilfe kann es auch sein, mittags 10 bis 20 Minuten lang ganz flach zu liegen, damit sich die Wirbelsäule wieder gerade richtet.
Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über eine Morbus-Bechterew gerechte Gestaltung Ihres Arbeitsplatzes (Vermeidung längerer Verrichtungen in vornübergebeugter Körperhaltung, angepasste Sitzmöbel, angepasste Arbeitshöhe/Steh-Sitz-Arbeitstisch usw.)
Falls Ihre Tätigkeit völlig ungeeignet ist: Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt. Er, der Betriebsarzt oder das Integrationsamt können Ihnen vielleicht einen Rat geben, wie Sie zu einer geeigneteren Tätigkeit wechseln können. Für manchen Patienten mag es von Nutzen sein, den Leitfaden für Patienten dem Arbeitgeber oder Arzt zu zeigen und damit seine Lage zu erklären.
In besonders schweren Fällen kann eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente erforderlich werden.
Durch Ihre Sitzhaltung können Sie den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen, vor allem, wenn Sie beruflich, zu Hause oder im Auto sehr viel sitzen. Da Ihre Wirbelsäule die Tendenz hat, sich nach vorn zu krümmen, müssen Sie alle Anstrengungen unternehmen, so gerade und aufrecht zu sitzen wie irgend möglich.
Richten Sie sich Ihre Tätigkeit so ein, dass Sie sich dabei nicht ständig nach vorn beugen müssen. Eine Vorlagenhalterung, ein Zeichenbrett, eine schräge Tischplatte oder ein verstellbarer Pultaufsatz erleichtert Ihnen das Lesen in aufrechter Haltung und der Nacken verkrampft sich so weniger. Sorgen Sie bei Kurzsichtigkeit durch eine geeignete Brille dafür, dass Sie in aufrechter Haltung arbeiten können.
Achten Sie beim Sitzen vor allem darauf, dass Sie das Becken nicht nach hinten kippen und dadurch einen krummen Rücken bekommen. Ein Stuhl mit fester ebener Sitzfläche ist nicht nur besser für die Haltung als ein weicher niedriger Sessel, sondern ermöglicht auf die Dauer auch ein schmerzfreieres Sitzen. Meiden Sie vor allem stark nach hinten geneigte Sitzflächen. Ein keilförmiges (vorne dünneres) Kissen kann eine Hilfe sein. Setzen Sie sich gegebenenfalls nur auf die Vorderkante des Sitzes, wenn (z. B. im Kino) keine andere Sitzmöglichkeit vorhanden ist.
Ihr Bett sollte fest sein und nicht durchhängen. Beschaffen Sie sich als Unterlage für eine einteilige feste Schaumstoffmatratze einen Lattenrost oder ein Brett, das Sie zwischen Matratze und Bettrahmen legen. Sie werden feststellen, dass es sich so angenehmer liegen lässt als auf einer zu weichen Matratze. Wenn Sie auf Reisen in einem Hotel ein zu weiches Bett vorfinden und kein Brett zum Unterlegen unter die Matratze bekommen oder dabeihaben, können Sie die Matratze auf den Fußboden legen und darauf schlafen.
Benutzen Sie im Bett so wenig Kopfkissen wie möglich, aber so viel wie nötig, dass der Kopf gerade liegt und nicht in den Nacken kippt. Vermeiden Sie vor allem jedes Keilkissen und große Kopfkissen, die bis unter die Schultern reichen und so zur Krümmung der Brustwirbelsäule beitragen. Die geeignete Form des Kopfkissens ändert sich im Verlauf der Krankheit. Manche Patienten benutzen während eines entzündlichen Schubs ein anderes Kissen als zwischen den Schüben. Bewährt hat sich auch ein Muldenkissen, dessen Mittelteil so niedrig ist, daß der Kopf gerade eben waagrecht liegen kann, und dessen Seitenteile den Kopf in Rückenlage seitlich abstützen und in Seitenlage dafür sorgen, daß die Wirbelsäule gerade bleibt.
Liegen Sie möglichst wenig in der Seitenlage, um der Krümmung des Rückens und der Einschränkung der Hüftgelenk-Streckung entgegenzuwirken. Wenn möglich, sollten Sie jede Nacht einige Zeit auf dem Bauch liegen. Beginnen Sie, wenn nötig, mit einem kleinen Kissen unter der Brust, und steigern Sie die Dauer mit der Zeit. Bei Entzündungen von Gelenken außerhalb der Körperachse ist es wichtig, diese Gelenke nachts in einer funktionsgerechten Haltung zu lagern und evtl. locker zu fixieren. Bei Befall der Hüft-, Knie- oder Sprunggelenke sollten Sie keinesfalls mit überkreuzten Beinen liegen.
Wenn Sie feststellen, daß Ihr Nacken sehr zugempfindlich ist: tragen Sie einen Rollkragenpullover oder einen Schal. Manche Patienten bevorzugen einen leichten Pullover vor einem schweren Sakko und einen Gürtel vor Hosenträgern, um die Schultern zu entlasten.
Besorgen Sie sich Schuhe mit dicken elastischen Absätzen, die die Stöße beim Gehen auf hartem Asphalt abfedern, so dass Sie normal große Schritte machen können und keine Schonhaltung zum Abfedern der Stöße mit den Knien einnehmen müssen. Im Sportartikelhandel gibt es Schuhe mit hervorragend federnden Sohlen. Ein orthopädisch ausgerichteter Schuhtechniker kann aber auch jeden konventionellen Schuh mit einem Pufferabsatz versehen und so Patienten mit einer Wirbelsäulenerkrankung das Gehen erleichtern. Auch Ferseneinlagen aus Silikonkautschuk in den Schuhen können die verloren gegangene Elastizität der Wirbelsäule ein wenig ersetzen.
Achten Sie beim Gehen darauf, nicht zu kleine Schritte zu machen. Die Erhaltung der Hüftgelenkstreckung ist ein wichtiges Ziel für einen Morbus-Bechterew-Patienten. Die Hüftgelenkstreckung lässt sich beim Gehen mit jedem Schritt trainieren.
Auf den Autositz kommt es bei langen Fahrten ganz besonders an. Nicht jeder Seriensitz ist für die Wirbelsäule eines Patienten mit Morbus Bechterew zuträglich. Bei nach hinten geneigten Autositzen hilft ein vorne dünnerer Sitzkeil. Wenn dies (z. B. in einem Leihwagen) wegen zu geringer Höhe des Innenraums nicht möglich ist, tut's zur Not auch ein Kissen im Kreuz, das das Becken nach vorn drückt. Ein zu niedriger Sitz kann ebenfalls die Wirbelsäule belasten und das schädliche Zurückkippen des Beckens begünstigen. Es ist deshalb zweckmäßig, schon beim Autokauf auf die Sitze und auch auf die notwendige Innenraumhöhe zu achten, damit man den Sitz entsprechend anpassen kann. Wenn man auf spezielles Zubehör angewiesen ist, kann man einen Zuschuss der Sozialversicherung beantragen.
Kopfstützen, die den Kopf bei einem Unfall wirklich auf der Höhe der Ohren abstützen und in der normalen Sitzhaltung nur wenig vom Kopf entfernt sind, sind bei weitgehend versteifter Wirbelsäule unerlässlich. Bei Patienten mit Morbus Bechterew führt ein Unfall besonders leicht zum Schleudertrauma oder gar zu einem Halswirbelbruch mit seinen gefürchteten Folgen. Wenn Sie die Kopfstütze aufpolstern, um den Abstand zum Kopf zu verkleinern, müssen Sie darauf achten, dass das Material so fest ist, dass es durch die großen bei einem Unfall auftretenden Kräfte nicht zu sehr zusammengedrückt wird.
Viele Patienten mit eingeschränkter Wirbelsäulenbeweglichkeit haben Schwierigkeiten, sich nach der Seite oder rückwärts umzusehen. Dem können Sie durch Anbringen geeigneter Spiegel abhelfen. Dabei ist ein großer mäßig gewölbter Spiegel zur Erweiterung des Blickfelds wesentlich besser als mehrere kleine. Bei Kombifahrzeugen oder Kleinbussen mit einer steilen Heckscheibe ist eine Plastiklinse im Rückfenster eine gute Hilfe, um hinter dem Wagen befindliche Hindernisse (Kinder!) und beim Einparken den Abstand zum hinteren Auto im Innenspiegel zu erkennen. Wenn Sie sich in kritischen Situationen vom Beifahrer sagen lassen, ob Sie freie Fahrt haben oder nicht, ist es ganz wichtig, sich auf eine eindeutige Sprachregelung zu einigen. Missverständnisse können fatale Folgen haben.
Mehr zum Thema Autofahren mit Morbus Bechterew erfahren Sie aus Heft 10 der DVMB-Schriftenreihe, das Sie mit dem Literatur-Bestellzettel bei der DVMB-Geschäftsstelle bestellen können.
Der Morbus Bechterew bedeutet kein Sportverbot. Im Gegenteil: Gerade für Patienten mit Morbus Bechterew ist es wichtig, körperlich aktiv zu bleiben! Sport ist die beste Möglichkeit, die Kondition zu steigern, den Kreislauf zu stabilisieren und die Atemkapazität zu verbessern. Vergessen Sie aber darüber nicht die krankheitsspezifischen Bewegungsübungen! Sport ist dafür kein Ersatz!
Nicht alle Sportarten sind geeignet. Welche Sportarten besonders geeignet sind, hängt vom Stadium der Erkrankung ab und davon, ob man die Sportart bereits beherrscht oder erst erlernen will. Falls Sie eine Sportart bereits beherrschen: Bleiben Sie dabei und lassen Sie die Leistungsspitze weg. Modifizieren Sie die Ausführung gegebenenfalls. Falls Sie dagegen eine neue, für Sie geeignete Sportart suchen: Besonders wertvoll sind Schwimmen und Skilanglauf, denn dabei werden alle Muskeln und Gelenke beansprucht, ohne dass große Erschütterungen auftreten. Beim Schwimmen kann es notwendig sein, sich aufs Rückenschwimmen oder Schnorcheln zu beschränken, um den Hals nicht zu überstrecken. Auch Wandern (mit Teleskopstöcken) und Radfahren (mit hohem Lenker und nach vorn gekipptem, weich gefedertem Sattel) sind nützliche Sportarten, da sie ein gutes Kreislauf- und Atemtraining darstellen und darüber hinaus Spaß machen. Unter den Ballspielen werden Volleyball und Prellball bevorzugt, bei denen man sich strecken muss. In vielen DVMB-Gruppen der gibt es eigene Volleyball- oder Prellball-Gruppen.
Achten Sie noch mehr als Ihre gesunden Mitsportler darauf, durch die richtige Ausrüstung und umsichtiges Verhalten Unfällen vorzubeugen, denn je steifer Sie sind, desto fataler können die Folgen sein. In der DVMB liegt dazu schon viel Erfahrung vor. Ihr Therapeut, Ihre Mitpatienten in der Gruppe und die DVMB-Geschäftsstelle beraten Sie gerne. Ein Beispiel für Artikel, die zum Thema Sport bei Morbus Bechtrew in der DVMB-Mitgliederzeitschrift erschienen, geben wir aus Bechterew-Brief Nr. 78 und Morbus-Bechterew-Journal Nr. 110 wieder.
Die Vorschläge zum Umgang mit der Krankheit lassen sich zu folgenden Punkten zusammenfassen:
Achten Sie beim Arbeiten, Ausspannen und Schlafen auf Ihre Haltung. Sie werden später froh um jedes Bisschen weniger Krümmung sein.
Führen Sie Ihre täglichen Übungen beharrlich durch, um sich möglichst viel Beweglichkeit zu erhalten.
Schrecken Sie nicht vor der Einnahme der verordneten Medikamente zurück, wenn sich die Schmerzen durch Bewegungsübungen allein nicht beherrschen lassen.
Achten Sie auf Ihre allgemeine Gesundheit und eine vernünftige Lebensweise.
Beobachten Sie Ihr Verhalten und seine Folgen, um daraus zu lernen.
Erkennen und akzeptieren Sie Ihre Grenzen.
Bleiben Sie lebensfroh und versuchen Sie, auch mit der Krankheit ein erfülltes Leben zu führen.
Ein Faltbaltt mit den Empfehlungen zum eigenen Verhalten und zur Anpassung der Wohn- und Arbeitsumgebung von Morbus-Bechterew-Patienten finden Sie hier.
Die Empfehlungen sollen Ihnen helfen, die Angst vor der Krankheit abzubauen und den Krankheitsverlauf durch Ihr Verhalten und Anpassung ihrer Wohn- und Arbeitsumgebung günstig zu beeinflussen.
Weitere Informationen zur Krankheit und ihrer Behandlung finden Sie in den Kapiteln
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Das Risiko, an Infektionskrankheiten wie an einer Grippe zu erkranken, ist um ein Vielfaches höher, Wunden heilen schlechter und langsamer.
Gelenke - Knochen - Rücken
Bei starkem Stress, insbesondere Trauer, kann sich der Sauerstoff im Blut bis zu 40 Prozent reduzieren.
Dadurch werden die Zellen schlechter versorgt und können sich schlechter regenerieren. Es kann zu Entzündungen an den Gelenken kommen.
Der Orthopäde Dr. Peer Eysel sagt, dass die meisten Rückenschmerzen die Folge seelischer und nicht organischer Probleme sind.
Sind Stress, Ärger und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz groß, fühlt man sich überfordert und hilflos, dann ist das Risiko psychisch bedingter Rückenschmerzen sehr hoch.
Abhilfe schaffen in diesen Fällen keine Spritzen oder Operationen!
Nur eine Psychotherapie, in der Betroffene lernen, anders mit Stress und psychischen Belastungen umzugehen, befreit sie von ihrem Leiden!
Emotionale Belastungen, Unzufriedenheit im Beruf und in der Partnerschaft, Angst und dauerhafter Stress erhöhen das Risiko eines Herzinfarktes - und zwar mehr als die klassischen Risikofaktoren wie Rauchen oder ein hoher Blutdruck.
Bei starkem Stress, Depressionen oder bei Trauer atmen wir eher flach. Die Lunge wird weniger mit Sauerstoff versorgt und kann weniger Sauerstoff an den Organismus abgeben.
Dadurch steigt die Infektionsgefahr. Bei Trauernden sind Lungenentzündungen fünfmal häufiger als bei seelisch ausgeglichenen Menschen.
Unterdrückte Gefühle, Ärger und Angst sind nur schwer zu verdauen. Bei Stress und Ärger verkrampft sich der Magen und es wird mehr Magensäure ausgeschüttet.
Dies führt zu Sodbrennen und kann zu Magengeschwüren, Blähungen, Übelkeit und Krämpfen führen.
Eine Psychotherapeutin erklärt, wie Gedanken und Gefühle die Vorgänge in unserem Körper beeinflussen.
Positive Gefühle haben positive Auswirkungen auf unseren Körper
Positive Gefühle haben einen großen positiven Einfluss auf unser körperliches Befinden. Wann immer wir körperlich krank sind, ist es deshalb für unsere Genesung wichtig, dass wir uns um eine Besserung unseres emotionalen Befindens kümmern!
Optimismus - Zuversicht
Menschen mit einer zuversichtlichen Lebenseinstellung haben ein viel geringeres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, und sie haben eine höhere Lebenserwartung.
Optimistisch eingestellte Menschen können besser mit Stress umgehen und haben weniger Stresshormone in ihrem Körper.
Und die Heilungschancen sind größer, wenn Menschen an ihre Genesung glauben und zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Unser Immun- und Hormonsystem reagiert auf unsere Psyche und unser Denken.
Unsere Gefühle beeinflussen auch die letzte Zelle unseres Körpers. Sie stärken oder schwächen, je nach Stimmungslage, die Abwehrkräfte unseres Körpers.
Wenn wir uns wohlfühlen und innerlich entspannt sind, ist auch unsere Immunabwehr kraftvoll und aktiv.
Eine positive Stimmung kann uns vor einer Grippe und vielen anderen Krankheiten bewahren, bei denen eine schwache Immunabwehr eine tragende Rolle spielt.
Selbst wenn wir nur so tun, als ob wir uns freuen, können wir unsere Abwehrkräfte ankurbeln.
Der ethische Objektivist sagt: Es gibt objektive moralische Wahrheiten und diese kann der Mensch grundsätzlich auch erkennen ( Kognitivismus ). Das heißt, es gibt so etwas wie moralische Erkenntnis, sei es, 1. dass diese a) mittels der Ratio oder b) über einen inneren moralischen Sinn intuitiv als objektive Entitäten der Wirklichkeit entdeckt und erkannt werden ( ethischer Realismus ) oder aber 2. nach objektiven Regeln entwickelt ( Konstruktivismus ). Einem kleinen Kind aus Wut und zur Durchsetzung der eigenen Macht- und Besitzansprüche den Kopf abzuschneiden, ist objektiv verwerflich und das kann ein Mensch, wenn er nicht völlig verblendet ist und einen Zugang zu seinem inneren moralischen Sinn hat respektive zu den objektiven ethischen Entitäten, auch erkennen.
Es sind übrigens nahezu alle modernen Moralphilosophen keine Subjektivisten und keine Relativisten, sondern ethische Objektivisten. Fast alle glauben also, dass es moralische Wahrheiten gibt, die man auch erkennen kann ( Kognitivismus ). Und sie führen dafür sehr überzeugende Argumente ins Feld. Seltsamerweise kommt dies seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit nicht an, soll vielleicht auch nicht ankommen.
von fixo » Mi. 21.12.2005, 20:12
von -ce- » Mi. 21.12.2005, 21:35
von LittleHelper » Mi. 21.12.2005, 21:49
von die faule » So. 27.04.2008, 02:37
von Lin » So. 27.04.2008, 19:34
von Lin » So. 27.04.2008, 19:39
von faulenzen » Mo. 28.04.2008, 21:54
von oinker » Fr. 23.05.2008, 03:42
von Trauerkloß » Di. 27.05.2008, 22:54
von bix » Mo. 09.06.2008, 17:57
von Fiddich » Mo. 21.07.2008, 07:34
von Philosoph » Mi. 08.10.2008, 19:55
Woran erkennt man eine Depression? Hier finden Sie die häufigsten Anzeichen & Symptome zur Diagnose von Depressionen & ein Depression Test. Bild © N-Media-Images - Fotolia
Wenn Sie unter Depressionen leiden, dann sind Sie also nicht alleine. Wichtig zu wissen: es gibt Hilfe bei Depressionen.
Depression: die Themen dieses Beitrags
Leiden Sie unter einer Depression oder sind Sie nur schlecht drauf? Der Depression Test gibt Auskunft.
In diesem Depression Test werden Symptome abgefragt, die Betroffene bei einer Depression verspüren.
Dieser Depression Test liefert Hinweise auf das Vorliegen einer Depression. Eine fachlich fundierte Diagnose kann nur ein Psychotherapeut stellen.
Lesen Sie die folgenden Feststellungen durch. Überlegen Sie bei jeder Feststellung, ob diese
3 = vollkommen stimmt, 2 = weitgehend stimmt, 1 = teilweise stimmt oder 0 = nicht stimmt
Sie haben ein sehr negatives Bild von ihrer Person und betrachten ihre Depressionen als ein persönliches Versagen.
Menschen mit einer depressiven Erkrankung betrachten ihr Leben als sinnlos.
Sie stellen alles infrage, auch ob es Sinn macht, überhaupt etwas zu tun. Sie glauben, nie mehr glücklich oder gesund werden zu können.
Prominentes Beispiel ist der Torwart Robert Enke, der 2009 Suizid beging.
Ein depressiver Mensch tut sich schwer, einfachste Entscheidungen zu treffen, weil er
sich unsicher ist, welches die richtige Entscheidung ist und
Angst hat, einen Fehler zu machen.
Rastlosigkeit, innere Unruhe
Menschen mit einer Depression verspüren eine Reihe körperlicher Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Appetitlosigkeit und Rückenschmerzen, sowie ein bedrückendes Schweregefühl im Brustraum.
Es kann zu Verstopfung, aber auch zu Durchfall kommen.
Traurigkeit, Verzweiflung, Resignation
Das wesentliche Merkmal einer Depression ist eine große Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Ausweglosigkeit und Hoffnungslosigkeit.
Anders bei Depressionen. Hier dauern die Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit, Resignation und Traurigkeit über längere Zeit an und/oder verstärken sich im Laufe der Zeit.
Depressive Menschen wissen oft nicht, warum sie traurig und deprimiert sind. Die Betroffenen weinen oft ohne Grund.
Freundlosigkeit - Lustlosigkeit - Interessenlosigkeit
Gefühllosigkeit - innere Leere - Gleichgültigkeit
Es kommt den Betroffenen so vor, als könnten sie keine Gefühle spüren und wären innerlich tot.
Auch tun sie sich schwer, früher erlebte Gefühle zu spüren oder sich an diese zu erinnern.
Depression & Partnerschaft
Schwer Depressive stellen ihre Gefühle gegenüber dem Partner und den Kindern in Frage. Sie können keine Zuneigung und Liebe mehr für die Familie und den Partner empfinden.
Diese sind ihnen gleichgültig. Das erleben sie als sehr bedrückend.
Hoffnungslosigkeit - Ausweglosigkeit - Vereinsamung
Ein schwer depressiver Mensch empfindet seine Lage als aussichtslos und hoffnungslos. Es fehlt ihm eine positive Perspektive für die Zukunft.
Ein Betroffener beschreibt das so:
Angst, nie wieder gesund zu werden,
Angst, den Partner zu verlieren,

References: § 1572
 § 1579
 § 4
 § 1579
 § 1579
 § 1579
 § 1571
 § 1572
 BGH 
 § 1573
 § 1574
 § 1574
 BGH 
 § 1578
 § 1573
 BGH 
 BGH 
 § 1603
 § 1581
 BGH 
 § 1578
 § 1572
 § 1572
 § 1572