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Timestamp: 2019-04-21 07:11:35+00:00

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BGH, 14.03.2005 - II ZR 5/03 - dejure.org
GmbHG § 11 Abs. 2; EG Art. 43, 48
Auch bei Verwaltungssitz in Deutschland keine Handelndenhaftung des Geschäftsführers einer Limited nach deutschem Recht
Haftung des Geschäftsführers für rechtsgeschäftliche Verbindlichkeiten einer in England gegründeten private limited company; Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit; Anwendung des am Ort der Gründung eine Gesellschaft geltenden Rechts; Gewährung des rechtlichen Gehörs und des fairen Verfahrens
Haftung des Geschäftsführers einer englischen Limited mit Verwaltungssitz in Deutschland für rechtsgeschäftliche Verbindlichkeiten nur nach englischem Recht
Keine persönliche Haftung des Geschäftsführers einer private limited company mit Verwaltungssitz in Deutschland für rechtsgeschäftliche Gesellschaftsverbindlichkeiten
Zur Frage der Haftung des Geschäftsführers für rechtsgeschäftliche Verbindlichkeiten einer in England gegründeten private limited company mit Verwaltungssitz in Deutschland
Internationales Gesellschaftsrecht: Reichweite der Gründungstheorie (Eigenhaftung des Geschäftsführers einer "englischen" private limited company); Anknüpfung der deliktischen Haftung des Geschäftsführers nach Deliktsstatut
Persönliche Haftung des Geschäftsführers bei fehlender Eintragung einer Zweigniederlassung?
EG Art. 43, 48; GmbHG § 11 Abs. 2
Haftung des Geschäftsführers einer Ltd.
Geschäftsführerhaftung bei einer "Limited"
Geschäftsführerhaftung bei einer Limited
Arbeitsrecht - Haftung des Geschäftsführers einer Limited
Haftung des Geschäftsführers einer englischen Limited mit Verwaltungssitz in Deutschland
Limited-Inhaber haftet nicht persönlich
Ltd.-Geschäftsführer haftet nach Gründungsrecht
Geschäftsführerhaftung bei private limited company
GmbHG § 11; EG Art. 43, 48; HGB § 14
Niederlassungsfreiheit und Handelndenhaftung bei englischer Ltd.; keine analoge Anwendung des § 11 Abs. 2 GmbHG
Haftung des Geschäftsführers einer private limited company (IBR 2005, 1155)
Handels- und gesellschaftsrechtliche Folgerungen
Das Organrecht
Die Haftung der directors
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 14.3.2005, II ZR 5/03 (Persönliche Haftung des Geschäftsführers einer private limited company mit Verwaltungssitz in Deutschland für rechtsgeschäftliche Gesellschaftsverbindlichkeiten?)" von RA Dr. Peter Wand, original erschienen in: BB 2005, 1017 - 1018.
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 14.3.2005, AZ: II ZR 5/03 (Keine persönliche Haftung des GeFüs einer private limited company mit Verwaltungssitz in Dtld. für rechtsgeschäftl.Gesellschaftsverb.)" von Prof. Dr. Stefan Leible und Priv.-Doz. Dr. Jochen Hoffmann, original erschienen in: RIW 2005, 542 - 547.
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 14.03.2005, II ZR 5/03 (Haftung des Geschäftsführers bei fehlender Eintragung einer Zweigniederlassung)" von WissAss. Dipl.-Volksw. Dr. Markus Rehberg LL.M., original erschienen in: JZ 2005, 849 - 852.
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 14.03.2005, II ZR 5/03 (Geschäftsführerhaftung bei [Schein-]Auslandsgesellschaften)" von Mark T. Singer, original erschienen in: ZAP 2005, 805 - 806.
Zusammenfassung von "Geschäftsleiter- und Gesellschafterhaftung bei europäischen Auslandsgesellschaften mit tatsächlichem Inlandssitz" von Prof. Dr. Horst Eidenmüller, LL.M., original erschienen in: NJW 2005, 1618 - 1621.
Zusammenfassung von "Die Anwalts-LLP in Deutschland - Anerkennung - Postulationsfähigkeit - Haftung (Teil I)" von RA Dr. Marc Philippe Weller und Ref. Dr. Florian Kienle, LL.M., original erschienen in: DStR 2005, 1060 - 1064.
NZG 2005, 508
bb) Aufgrund der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs in den Entscheidungen "Centros", "Überseering" und "Inspire Art" (ZIP 1999, 438; 2002, 2037; 2003, 1885) hat sich der Bundesgerichtshof für diejenigen Auslandsgesellschaften, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder des EWR oder in einem mit diesen aufgrund eines Staatsvertrages in Bezug auf die Niederlassungsfreiheit gleichgestellten Staat gegründet worden sind, der sog. Gründungstheorie angeschlossen (BGHZ 154, 185; 164, 148; BGH, Urt. v. 14. März 2005 - II ZR 5/03, ZIP 2005, 805).
Es ergibt sich aus den - jeweils ungeschriebenen - Regeln der Sitztheorie, nach der auf den tatsächlichen Verwaltungssitz der Gesellschaft abzustellen ist, oder der Gründungstheorie, die besagt, dass das Personalstatut der Auslandsgesellschaft nach dem Recht ihres Gründungsstaats zu beurteilen ist (vgl. BGH, Urteil vom 14. März 2005 - II ZR 5/03, ZIP 2005, 805 f.;… Urteil vom 11. Januar 2011 - II ZR 157/09, ZIP 2011, 328 Rn. 16).
(2) Die Anwendung der Gründungstheorie auf Auslandsgesellschaften, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union gegründet wurden, hängt nicht davon ab, ob ein über den reinen Registertatbestand hinausgehender realwirtschaftlicher Bezug zum Gründungsstaat ("genuine link") gegeben ist (vgl. BGH, Urteil vom 14. März 2005 - II ZR 5/03, ZIP 2005, 805, 806;… Paefgen in Westermann, Handbuch der Personengesellschaften [bei juris], § 60 Internationales Privatrecht Rn. 4118a;… Servatius in Henssler/Strohn, Gesellschaftsrecht, IntGesR Rn. 27;… aA Roth in Altmeppen/Roth, GmbHG, 6. Aufl., § 4a Rn. 43 f.; Kindler, NZG 2010, 576, 578).
a) Wie der Senat im Anschluss an die Rechtsprechung des EuGH (…vgl. EuGH, Urt. v. 5. November 2002 - Rs C-208/00, ZIP 2002, 2037 - Überseering;… bestätigt durch EuGH, Urt. v. 30. September 2003 - Rs C-167/01, ZIP 2003, 1885 - Inspire Art) bereits entschieden hat, ist die in einem Vertragsstaat der Europäischen Gemeinschaft nach dessen Vorschriften wirksam gegründete Gesellschaft in einem anderen Vertragsstaat auf der Grundlage der im EG-Vertrag garantierten Niederlassungsfreiheit (Art. 43, 48 EG) - unabhängig von dem Ort ihres tatsächlichen Verwaltungssitzes - in der Rechtsform anzuerkennen, in der sie gegründet wurde (Urt. v. 14. März 2005 - II ZR 5/03, ZIP 2005, 805 m.w.Nachw.).
Das Berufungsgericht geht zutreffend davon aus, dass die Klägerin als rechtsfähige bulgarische Gesellschaft mit Niederlassung in Deutschland parteifähig ist (vgl. EuGH, Urteil vom 5. November 2002 - Rs C-208/00, Slg. 2002, I-9919 = NJW 2002, 3614 - Überseering; EuGH, Urteil vom 30. September 2003 - Rs C-167/01, Slg. 2003, I-10155 = NJW 2003, 3331 - Inspire Art; BGH, Urteil vom 14. März 2005 - II ZR 5/03, NJW 2005, 1648).
Dazu sind vier Voraussetzungen zu erfüllen: Die Beschränkungen müssen in nicht diskriminierender Weise angewandt werden, aus zwingenden Gründen des Allgemeininteresses gerechtfertigt sein, zur Erreichung der verfolgten Ziele geeignet sein und dürfen nicht über das hinausgehen, was zur Erreichung des Ziels erforderlich ist (…EuGH, ZIP 2003, 1885 Rn. 133 - Inspire Art; BGH, Urteil vom 14. März 2005 - II ZR 5/03, ZIP 2005, 805, 806).
Eine in einem Vertragsstaat nach dessen Vorschriften wirksam gegründete Gesellschaft ist nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs in einem anderen Vertragsstaat in der Rechtsform anzuerkennen, in der sie gegründet worden ist, und zwar unabhängig von dem Ort ihres tatsächlichen Verwaltungssitzes (vgl. EuGH, Slg. 1999, I-1459-1498, Centros; Slg. 2002 - I-9919-9976, Überseering; Slg. 2003 - I-10155-10238, Inspire Art; BGH, Urteil vom 13. März 2003 - VII ZR 370/98, BGHZ 154, 185 ff.; Urteil vom 14. März 2005 - II ZR 5/03, NJW 2005, 1648, 1649;… Beschluss vom 27. Juni 2007 - XII ZB 114/06, NJW-RR 2008, 551 Rn. 10).
Die Beschwerdeführerin ist als im Registrar of Companies for England and Wales eingetragene Private Limited Company auch dann rechtsfähig - und damit am Verfahren beteiligungsfähig -, wenn sich ihr tatsächlicher (Verwaltungs-)Sitz im Inland befindet (BGHZ 154, 185; BGH, NJW 2005, 1648, 1649; Bayer, BB 2003, 2357, 2363; Lieder, DZWIR 2005, 399, 404).
(2) Auch die 11. (Zweigniederlassungs-)Richtlinie steht diesem Ergebnis nicht entgegen: Sie ist zwar im Hinblick auf Offenlegungspflichten abschließend (vgl. Art. 2 Abs. 1: "lediglich"); auch dürfen Verletzungen dieser Pflicht nach BGH, NJW 2005, 1648 nicht mit Haftungssanktionen belegt werden, die sich am Recht der Vor-GmbH orientieren (so auch Lieder, DZWIR 2005, 399, 400 ff.; a.A. Leible/Hoffmann, RIW 2005, 544 ff.;… vgl. auch Lutter/Bayer, aaO., § 11 Rn. 22, § 12 Rn. 16).
Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist jedoch im Einklang mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs davon auszugehen, dass die in einem Mitgliedstaat nach dessen Vorschriften gegründete Gesellschaft in einem anderen Mitgliedsstaat unabhängig vom Ort ihres Verwaltungssitzes in der Rechtsform anzuerkennen ist, in der sie gegründet wurde (BGHZ 154, 185, 189; BGH Urteil vom 14. März 2005 - II ZR 5/03 - NJW 2005, 1648, 1649 m.N.).
Für die in das Gesellschaftsregister des Companies House in Cardiff eingetragene Limited gilt nach den Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes in Sachen "Centros" (EuGH, Urteil v. 9.3.1999, C - 212/97, DB 1999, 625 ), "Überseering" (EuGH, Urteil v. 5.11.2002, C - 208/00, DB 2002, 2425 ) und "Inspire Art" (EuGH, Urteil v. 30.9.2003, C - 167/01, DB 2003, 2219 ), dass auch dann, wenn die Gesellschaft ausschließlich in Deutschland tätig wird, das Gesellschaftsrecht ihres Gründungsstaates (Ort der Eintragung) maßgebend ist, also vorliegend englisches Gesellschaftsrecht (vgl. nur BGH NJW 2005, 1648, 1649).

References: § 11
 Art. 43
 Art. 43
 § 11
 § 11
 Art. 43
 § 14
 § 11
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 60
 § 4
 EuGH 
 Art. 2
 § 11
 § 12
 BGH 
 BGH