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Timestamp: 2019-10-16 07:01:32+00:00

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Der Steuerberatungsmarkt. Untersuchung der Struktur von ...
von Joachim Jöckel (Autor)
Projektarbeit 2014 26 Seiten
1.1 Problem und Ziel der Projektarbeit
1.4 Berufsbild des Steuerberaters
2 Allgemeine Lage des steuerberatenden Berufsstandes
2.1 Rechtliche Grundlagen und Aufgaben des Steuerberaters
2.3 Konkurrenten des steuerberatenden Berufsstandes
3 Darstellung und Ergebnisse der Struktur des steuerberatenden Berufsstandes in den Untersuchungsgebieten Frankfurt am Main und Main-Kinzig-Kreis
3.1 Mitgliederentwicklung in Frankfurt am Main und dem Main-Kinzig-Kreis
3.2 Altersstruktur der Kammermitglieder (natürliche Personen) differenziert nach Altersklassen
3.3 Entwicklung der Frauenquote differenziert nach Altersklassen
3.4 Verteilung der Kammermitglieder (natürliche Personen) nach selbstständigen und angestellten Steuerberatern
3.5 Verteilung der selbstständigen Steuerberater nach Rechtsform der Kanzlei zum 31.12.2011
Abbildung 1: Umsätze in der Steuerberatungsbranche in Deutschland, Quelle: Statistisches Bundesamt (2014): Umsatzsteuerstatistik - Steuerpflichtige Unternehmen und deren Lieferungen und Leistungen nach wirtschaftlicher Gliederung, Wiesbaden 2014, www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/FinanzenSteuern/Steuern/Umsatzsteuer/Umsa tzsteuerstatistik
Abbildung 2: Anzahl der Steuerberater/Steuerbevollmächtigten in Frankfurt am Main und Main-Kinzig-Kreis, Quelle: Steuerberaterkammer Hessen (2011-2014): Jahresberichte 2010- 2013, Regionale Verteilung der Kammermitglieder, Frankfurt am Main 2011-2014, www.stbk-hessen.de
Abbildung 3: Anzahl der Steuerberatungsgesellschaften in Frankfurt am Main und Main- Kinzig-Kreis, Quelle: Steuerberaterkammer Hessen (2011-2014): Jahresberichte 2010-2013, Regionale Verteilung der Kammermitglieder, Frankfurt am Main 2011-2014, www.stbk- hessen.de
Abbildung 4: Durchschnittliche Verteilung Steuerberater/Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften im Zeitraum 2010-2013, eigene Darstellung
Abbildung 5: Altersstruktur der Kammermitglieder (natürliche Personen) differenziert nach Altersklassen in Frankfurt am Main, eigene Darstellung
Abbildung 6: Altersstruktur der Kammermitglieder (natürliche Personen) differenziert nach Altersklassen im Main-Kinzig-Kreis, eigene Darstellung
Abbildung 7: Entwicklung der Frauenquote im Main-Kinzig-Kreis differenziert nach Altersklassen, eigene Darstellung
Abbildung 8: Entwicklung der Frauenquote in Frankfurt am Main differenziert nach Altersklassen, eigene Darstellung
Abbildung 9: Quote der angestellten Steuerberater im Main-Kinzig-Kreis und Frankfurt am Main, Quelle: Steuerberaterkammer Hessen (2011-2014): Jahresberichte 2010-2013, Regionale Verteilung der Kammermitglieder, Frankfurt am Main 2011-2014, www.stbk- hessen.de
Abbildung 10: Verteilung der selbstständigen Steuerberater nach Rechtsform der Kanzlei zum 31.12.2011 in Frankfurt am Main und Main-Kinzig-Kreis, eigene Darstellung
Das Thema dieser Projektarbeit ist die Untersuchung der Struktur der Steuerberater1 in den Untersuchungsgebieten Frankfurt am Main und Main-Kinzig-Kreis.
Nach der ersten Recherche wurde deutlich, dass Daten oder verwertbares Material, welches sich auf die Ebene der beiden Untersuchungsgebiete bezieht, sehr schwer zu erhalten sind. Die Steuerberaterkammer Hessen stellt in ihren Jahresberichten die regionale Verteilung ihrer Mitglieder dar. Diese Darstellung bezieht sich explizit auf die jeweiligen Städte und Landkreise in Hessen. Alle anderen Erhebungen innerhalb der Jahresberichte sind auf Länderebene dargestellt.
„Ab Mitte Oktober 2012 startete mit dem statistischen Berichtssystem für Steuerberater (kurz: STAX) die größte (...) durchgeführte Befragung im Berufsstand der Steuerberater. Rund 12.000 Steuerberater wurden deutschlandweit aufgefordert, die von ihrer Steuer- beraterkammer erhaltenen Fragebögen ausgefüllt an das mit der Durchführung der Befragung beauftragte Institut für freie Berufe an der Universität Erlangen-Nürnberg (IFB) zurückzusenden2.“ „Nach einem Jahr seit Projektstart lagen die Ergebnisse aus dem STAX 2012 vor. Mit einer sehr hohen Rücklaufquote von über 40 % wurden die Erwartungen an die STAX-Umfrage mehr als erfüllt und die Notwendigkeit einer umfassenden berufsständischen Datenbasis bestätigt. Auf Grund (...) von STAX 2012 liegen erstmalig aussagekräftige Daten über den steuerberatenden Beruf vor3.“ „Im Turnus von zwei Jahren werden (…) die Berufsangehörigen um Auskunft gebeten4.
Die erhobenen Daten im Rahmen des Statistischen Berichtssystems für Steuerberater sind auf Bundesebene dargestellt. Der Steuerberaterkammer Hessen lagen die ausgefüllten Fragebögen vor. Diese wurden nicht seitens der Steuerberaterkammer Hessen ausgewertet und in den entsprechenden Jahresbericht aufgenommen. Bedingt durch die Erstmaligkeit der Durchführung von STAX ist es nicht möglich, Trends oder Entwicklungen über mehrere Jahre abzuleiten. Aus diesem Grund wird die Untersuchung der Struktur des steuerberatenden Berufsstandes dem vorliegenden Datenmaterial angepasst, welches dieses zulässt.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, auf Grund von sekundär statistischen Daten, mit Hilfe von den in Kapitel 1.3 vorgestellten Methoden, Aussagen über die Struktur des steuerberatenden Berufsstandes zu treffen.
Das Kapitel 1 schildert das Ziel, den Aufbau und die verwendeten Methoden der Projekt- arbeit. Des Weiteren findet sich dort die Beschreibung des Berufsbildes der Steuerberater. Im nachfolgenden Kapitel 2 werden die rechtlichen Grundlagen und die Aufgaben laut Steuerberatungsgesetz, denen die Steuerberater unterworfen sind, ausgeführt. Anschließend erfolgt eine Beschreibung der Situation des Steuerberatungsmarktes sowie der Konkurrenten des steuerberatenden Berufsstandes. Im sich anschließenden Kapitel 3 erfolgt die Darstellung der Struktur des steuerberatenden Berufsstandes in den Untersuchungsgebieten Frankfurt am Main und Main-Kinzig-Kreis. Abschließend erfolgt im Kapital 4 eine Zusammenfassung der Ergebnisse.
Damit das Thema der Projektarbeit bearbeitet werden kann, werden, basierend auf den Jahresberichten 2010 - 2013 der Steuerberaterkammer Hessen, die prozentualen Anteile der Steuerberater/Steuerbevollmächtigten der beiden Untersuchungsgebiete am Gesamt- mitgliederbestand der Steuerberaterkammer Hessen ermittelt. Mit den Prozentsätzen aus den einzelnen Jahren werden die sekundär-statistischen Daten der Bundessteuerberaterkammer und der Steuerberaterkammer Hessen, welche sich ausschließlich auf Länderebene beziehen, auf die Ebene der Untersuchungsgebiete heruntergebrochen. Die Darstellung bzw. Auswertung der Daten erfolgt im Zeitraum von 2010 -2013. Die Verteilung der selbstständigen Steuerberater nach Rechtsform der Kanzlei erfolgt zum 31.11.2011. Grundlage der Daten über die Verteilung nach Rechtsform der Kanzlei ist das statistische Berichtssystem für Steuerberater (STAX 2012) der Bundessteuerberaterkammer, welches für den genannten Zeitraum zum ersten Mal erstellt wurde. Diese Erhebung wurde auf Landesebene dargestellt5. Für die Berechnung wurden die prozentualen Anteile der Steuerberater für das Jahr 2011 genutzt. Die Steuerberaterkammer Hessen bzw. deren Jahresberichte 2010 - 2013 stellen diesbezüglich keine Daten zur Verfügung. Die beiden Untersuchungsgebiete sind jeweils in Kammerbezirken6 erfasst7. Die Bezirke setzen sich aus
verschiedenen regionalen Gebieten zusammen. Wirtschaftlich-geografische Unterschiede spielen keine Rolle. Um eine Vermischung mit urbanen Gebieten, wie Frankfurt am Main, mit einem ländlich geprägten Gebiet, wie dem Hochtaunuskreis, zu vermeiden, beschränkt sich die Untersuchung auf die exakt geografisch umrissenen Gebiete Frankfurt am Main und Main-Kinzig-Kreis. Die außerdem zu den Kammerbezirken gehörenden Landkreise oder Städte werden außen acht gelassen.
Gemäß § 3 (1) Abgabenordnung sind Steuern Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen auferlegt werden, bei denen der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft; die Erzielung von Einnahmen kann Nebenzweck sein.
D. h. „Steuern sind Zwangsabgaben, die Bund, Länder und Gemeinden den Bürgerinnen und Bürgern auferlegen können. Steuern sind (…) in Euro und Cent aufzubringen8.“ „Der Bürger kann sich nicht weigern, Steuern zu zahlen9.“ Es liegt in der Natur des Menschen, Zwänge zu minimieren. Das gilt auch für das Steuern zahlen, denn „der Pflicht, Steuern zu zahlen, entspricht beim Bürger der Wunsch, sie zu minimieren10.“ Daraus folgt, „dass jede Steuererhebung, sei es durch die Obrigkeit, sei es durch ein rechtsstaatlich legitimiertes Gemeinwesen, von einer Steuerberatung begleitet wird11.“
Des Weiteren ist das deutsche Steuerrecht komplex. „Sucht man in der Entwicklung des Steuerrechts nach den Ursachen der Komplexität, lässt sich ein immer wieder durch- scheinendes Prinzip erkennen: die Fraktalisierung12.“ Dies meint, dass eine steuerrechtliche Bezirk Hessen Mitte besteht aus: Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Limburg-Weilburg, Marburg-Biedenkopf, MainKinzig-Kreis, Vogelsbergkreis, Wetteraukreis.
Norm mit dem Inkrafttreten keinen statischen Zustand erreicht, sondern sich in einem kontinuierlichen „Wachstumsprozess“ ständig weiterentwickelt13 “.
Um dieser wachsenden Komplexität und um den Wunsch der Bürger nicht mehr als nötig Steuern zu zahlen gerecht zu werden, braucht die Gesellschaft Fachleute. Diese Fachleute sind die Steuerberater. „In einer freiheitlich, demokratisch und marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaft, wie der Unseren, hat der Steuerberater seinen festen und bedeutenden Platz. Seine Präsenz unterliegt allenfalls quantitativen Schwankungen. Da jede Steuererhebung einen Eingriff in die Freiheitsrechte der Bürger darstellt, ist der Steuerberater das unverzichtbare Gegengewicht zur Herstellung der Waffengleichheit in Hinsicht auf die gut ausgestatteten Hoheitsträger (Finanzverwaltung). Er gehört somit zu den notwendigen rechtsstaatlichen Elementen. Er wird deshalb auch als unabhängiges Organ der (Steuer) Rechtspflege bezeichnet14.“ Die Stellung des Steuerberaters als zur Steuerberatung befugtes Organ der Rechtspflege basiert auf § 1 (1) BOStB. „Der Beruf des Steuerberaters wird grundsätzlich freiberuflich ausgeübt. Neben der Berufsausübung in einer Einzelpraxis ist auch ein Zusammenschluss zu Sozietäten, Partnerschaftsgesellschaften oder
Steuerberatungsgesellschaften möglich. Die steuerliche Beratung kann unter Mitwirkung von fachkundigem Personal erfolgen, wobei diese Mitarbeiter ausschließlich weisungsgebunden unter der fachlichen Aufsicht und beruflichen Verantwortung des Steuerberaters tätig werden. Die Tätigkeit des Steuerberaters kann auch im Angestelltenverhältnis ausgeübt werden. Steuerberater haben ihren Beruf unabhängig, eigenverantwortlich, gewissenhaft, ver- schwiegen und unter Verzicht auf berufswidrige Werbung auszuüben. Zudem sind Steuerberater verpflichtet, sich beruflich fortzubilden.“ Steuerberater geben Hilfestellung in Steuerangelegenheiten und beraten in betriebswirtschaftlichen Fragen. „Zu den (...) Leistungen eines Steuerberaters gehören insbesondere: Erstellung von Steuererklärungen, Überprüfung von Steuerbescheiden, Steuerplanung und -gestaltung, Vertretung des Mandanten in Streitfällen mit dem Finanzamt und vor dem Finanzgericht, Buchführung und Erstellung von Jahresabschlüssen15.“
Die gesetzlichen Grundlagen der Steuerberatung bzw. des Steuerberaters finden sich im Steuerberatungsgesetz (StBerG), der Durchführungsverordnung zum Steuerberatungsgesetz (DVStBerG), der Berufsordnung der Bundessteuerberaterkammer (BOStB) und der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV).
„Die Zeit bis 1961 war geprägt von einem uneinheitlichen, aus der Vorkriegszeit stammenden und von den Ländern und Besatzungsmächten im Wesentlichen auf Erlassebene angepassten oder weiterentwickelten Rechtszustand16.“ Am „1. November 1961: Inkrafttreten des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Steuerberater und Steuerbevollmächtigten (Steuer- beratungsgesetz). Wesentliche Änderungen: Bundeseinheitliche Regelungen des Steuerberater Berufsrechts, Abschaffung der Berufsaufsicht durch die Finanzverwaltung, Übertragung der Berufsaufsicht auf die Steuerberater-Kammern als Einrichtungen der beruflichen Selbstverwaltung, Schaffung einer unabhängigen Berufsgerichtsbarkeit. Die Trennung des Berufs in zwei Berufsgruppen - Steuerberater und Steuerbevollmächtigte (bis dahin als "Helfer in Steuersachen" bezeichnet) - wurde zunächst beibehalten, wobei es jedoch schon damals Ziel des Gesetzgebers war, dass beide Berufsgruppen zu einem einheitlichen steuerberatenden Beruf zusammenwachsen. Der Zugang zum Beruf wurde eingehend ge- regelt. Die bislang bestehende Abhängigkeit von der Finanzverwaltung wurde durch Einrichtung der beruflichen Selbstverwaltung (Berufskammern) und eine eigene unabhängige Berufsgerichtsbarkeit abgelöst. Es wurde auch klargestellt, dass die Berufsangehörigen einen freien Beruf und kein Gewerbe ausüben17.“
„Das Steuerberatungsgesetz brachte für den Berufsstand des Steuerberaters bundesweit Einheitlichkeit und Rechtssicherheit18.“ Nachfolgend die hervorzuhebenden Regelungen: Das Steuerberatungsgesetz findet, laut § 3 (1) Nr. 1 -5 StBerG, Anwendung auf die Hilfeleistung in Angelegenheiten die durch Bundesrecht, Recht der Europäischen Union oder der Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum geregelte
Steuern und Vergütungen betreffen, soweit diese durch Bundes - oder Finanzbehörden verwaltet werden, in Angelegenheiten die Realsteuern oder die Grunderwerbssteuer betreffen, in Angelegenheiten, die durch Landesrecht oder auf Grund einer landesrechtlichen Ermächtigung geregelte Steuern betreffen, in Monopolsachen, in sonstigen von Bundesfinanzbehörden oder Landesfinanzbehörden verwaltete Angelegenheiten, soweit für dies durch Bundesgesetz oder Landesgesetz der Finanzrechtsweg eröffnet ist.
Des Weiteren ist das Steuerberatungsgesetz, gemäß § 1 (2) Nr. 1 - 3 StBerG, anzuwenden bei der Hilfeleistung in Steuerstrafsachen und in Bußgeldsachen wegen einer Steuerordnungswidrigkeit, der Hilfeleistung bei Führung von Büchern und Aufzeichnungen sowie bei der Aufstellung von Abschlüssen, welche für die Besteuerung von Bedeutung sind, der Hilfeleistung bei der Einziehung von Steuererstattung - oder Vergütungsansprüchen. Wer im Besitz des Rechts zur oben genannten (geschäftsmäßigen) steuerlichen Hilfeleistung ist, wird ebenfalls explizit im Steuerberatungsgesetz § 2 i. V. m. § 3 StBerG geregelt. Die geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen darf, laut § 2 StBerG, nur von Personen und Vereinigungen ausgeübt werden, die dazu befugt sind, ohne Unterschied für haupt- und nebenberufliche, entgeltliche oder unentgeltliche Tätigkeit.
Zur geschäftsmäßigen, unbeschränkten Hilfeleistung in Steuersachen sind, gemäß § 3 Nr. 1 - 3 StBerG, folgende Personen und Vereinigungen berechtigt: Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Rechtsanwälte, niedergelassene europäische Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, Partnerschaftsgesellschaften, deren Partner sich aus den oben genannten Personen rekrutieren, Steuerberatungsgesellschaften, Rechtsanwaltsgesellschaften, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Buchprüfungsgesell- schaften. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass im § 3a StBerG eine Befugnis zur vorübergehenden und gelegentlichen Hilfeleistung in Steuersachen geregelt wird. Die eingeschränkte Hilfeleistung betrifft Personen, welche in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder einem Staat, der dem Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum beigetreten ist, zur geschäftsmäßigen steuerlichen Hilfeleistung befugt sind. Laut § 57 (1) und (2a) StBerG haben Steuerberater ihren Beruf unabhängig, eigen- verantwortlich, gewissenhaft, verschwiegen und unter Verzicht auf berufswidrige Werbung auszuüben. Zudem sind Steuerberater verpflichtet, sich beruflich fortzubilden. „Die Honorare für Steuerberatung sind in der neuen Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) festgelegt, wobei die Gebühren gegenüber der alten Steuerberatergebühren- verordnung (StBGebV) an vielen Stellen erhöht worden sind19.“ “Die neue Steuer- beratervergütungsverordnung löste am 23. November 2012 die Steuerberatergebühren- verordnung ab20.“
„Innerhalb der Tätigkeiten eines Steuerberaters ist zwischen Vorbehaltsaufgaben (…), weiteren beruflichen Tätigkeiten (…), sowie vereinbare Tätigkeiten (…) zu unterscheiden21.“ Die Vorbehaltsaufgaben werden im § 1 i. V. m. § 33 StBerG geregelt. Die weiteren Tätigkeiten werden im § 1 (2) i. V. m. § 33 StBerG aufgeführt22. Im § 57 (3) StBerG werden die mit dem Berufsstand des Steuerberaters vereinbaren Tätigkeiten aufgezählt. Vorbehaltsaufgaben sind z. B.: „(…)Steuerdeklaration, -durchsetzung und -gestaltung. Beispiele für weitere Tätigkeiten sind: (…)Jahresabschlusserstellung und Finanzbuchführung. Zu den vereinbaren Tätigkeiten zählen beispielsweise (…) Tätigkeiten als Sanierungsberater, Gutachter, Sachverständiger oder Unternehmensbewerter23.“
Abschließend erfolgt im § 57 (4) StBerG eine Auflistung der mit dem Berufsstand des Steuerberaters nicht vereinbaren Tätigkeiten. Demnach ist es, laut § 57 (4) StBerG, Steuerberatern untersagt, eine gewerbliche Tätigkeit auszuüben und als Angestellter bei der Finanzverwaltung tätig zu sein.
Laut § 73 ff. StBerG ist der steuerberatende Berufsstand zur Mitgliedschaft in einer Steuerberaterkammer verpflichtet. Die Steuerberater und Steuerbevollmächtigten, welche ihre berufliche Tätigkeit in einem Bezirk ausüben, der mit dem einer Oberfinanzdirektion geografisch identisch ist, bilden eine Steuerberaterkammer. Die Steuerberaterkammern sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Neben den Steuerberatern und Steuerbevoll- mächtigten sind Steuerberatungsgesellschaften, Mitglieder des Vorstandes, Geschäftsführer oder persönlich haftende Gesellschafter einer Steuerberatungsgesellschaft, sofern sie keine Steuerberater sind, ebenfalls zur Mitgliedschaft verpflichtet, wenn die Steuerberatungs- gesellschaft ihren Sitz im Kammerbezirk hat. Die Aufgaben der Steuerberaterkammern sind, gemäß § 76 (1) StBerG, die beruflichen Belange der Mitglieder zu wahren und die Erfüllung der beruflichen Pflichten, die - wie bereits ausgeführt - im Steuerberatungsgesetz geregelt werden, zu überwachen. Es existieren deutschlandweit 21 Steuerberaterkammern. Diese zusammen bilden die Bundessteuerberaterkammer, die ihren Sitz in Berlin hat.
1 Die Berufsbezeichnung „Steuerberater“ wird in der Projektarbeit sowohl für die männlichen als auch für die weiblichen Angehörigen des Berufsstandes verwendet.
2 Bundessteuerberaterkammer Berlin (2012): Pressemitteilung vom 25.09.2012, Berlin 2012, www.bstk.de /presse.
3 Bundessteuerberaterkammer Berlin (2013): Pressemitteilung vom 04.10.2013, Berlin 2013, www.bstk.de /presse.
4 Bundessteuerberaterkammer Berlin (2012): Pressemitteilung vom 25.09.2012, Berlin 2012, www.bstk.de /presse.
5 Vgl. Kapitel 3.5.
6 Bezirk Frankfurt am Main besteht aus: Frankfurt am Main, Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis.
7 Steuerberaterkammer Hessen (2011-2014): Jahresberichte 2010-2013, Regionale Verteilung der Kammermitglieder, Frankfurt am Main 2011-2014, www.stbk-hessen.de.
8 Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), (2012): Heft 288 Steuern und Finanzen, überarbeitete Neuauflage, S. 5, Bonn 2012.
9 Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), (2012): Heft 288 Steuern und Finanzen, überarbeitete Neuauflage, S. 5, Bonn 2012.
10 Voßmeyer, Klaus (2007): Der Beruf des Steuerberaters - historische Entwicklungslinie, rechtliche Ausformung und wirtschaftliche Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung des Zugangs von Berufspraktikern über Wege der beruflichen Weiterbildung, Diss., S. 1, Duisburg 2007.
11 Voßmeyer, Klaus (2007): Der Beruf des Steuerberaters - historische Entwicklungslinie, rechtliche Ausformung und wirtschaftliche Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung des Zugangs von Berufspraktikern über Wege der beruflichen Weiterbildung, Diss, S. 1, Duisburg 2007.
12 von Benoit Mandelbrot geprägter Begriff (aus dem lateinischen adjektiv: fractus; von dem lateinischen Verb frangere in Stücke zerbrechen), der alle natürlichen Gebilde bezeichnet, die selbst oder deren typische Eigenschaften über eine Zergliedertheit verfügen und einen hohen Grad an Zufälligkeit aufweisen.
13 Oberfinanzdirektion München, Steuerberaterkammer München, „Teststrecke Steuerrecht“, Zweiter Durchlauf 2003/2004, S. 2, München 2004,
www.finanzamt.bayern.de/LfSt/Ueber_uns/Projekte/OIS_III/OIS%20III_Projektbericht_Teststrecke_2.
14 Voßmeyer, Klaus (2007): Der Beruf des Steuerberaters - historische Entwicklungslinie, rechtliche Ausformung und wirtschaftliche Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung des Zugangs von Berufspraktikern über Wege der beruflichen Weiterbildung, Diss., S. 1, Duisburg 2007.
15 Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre: Berufsbild Steuerberater, www.ruhr-uni-bochum.de/tax/spezialisierung/Steuerberatung.
16 Voßmeyer, Klaus (2007): Der Beruf des Steuerberaters - historische Entwicklungslinie, rechtliche Ausformung und wirtschaftliche Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung des Zugangs von Berufspraktikern über Wege der beruflichen Weiterbildung, Diss., S. 41, Duisburg 2007.
17 Chronik der Steuerberaterkammer Südbaden (2014), Freiburg 2014, www.stbk- suedbaden.de/6wir/631orga.htm.
18 Voßmeyer, Klaus (2007): Der Beruf des Steuerberaters - historische Entwicklungslinie, rechtliche Ausformung und wirtschaftliche Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung des Zugangs von Berufspraktikern über Wege der beruflichen Weiterbildung, Diss., S. 41, Duisburg 2007.
19 Deutscher Sparkassen und Giroverband e.V.,Hrsg. (2013): Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung Branchenreport 2013, S. 6, Stuttgart 2013
20 Bundessteuerberaterkammer, GM 032/2012,www.bstk.de
21 Weiß, Markus (2013): Risikofaktoren im steuerberatenden Berufsstand, Diss., S. 26, Lohmar - Köln 2013.
22 Vgl. S. 3.
23 Weiß, Markus (2013): Risikofaktoren im steuerberatenden Berufsstand, Diss., S. 26, Lohmar - Köln 2013.
9783668429215
9783668429222
v357304
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Essen – VWA Frankfurt am Main
steuerberatungsmarkt untersuchung struktur steuerberatern kammerbezirken frankfurt main kinzig kreis
Rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen zur Struktur und Verteilung der antennalen Sensillen von "Calliphora erythrocephala"

References: § 3
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 § 2
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 § 57
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 § 33
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 § 73
 § 76