Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=20.09.1994&Aktenzeichen=VII%20R%2040/93
Timestamp: 2020-01-20 19:55:08+00:00

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BFH, 20.09.1994 - VII R 40/93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,2368
BFH, 20.09.1994 - VII R 40/93 (https://dejure.org/1994,2368)
BFH, Entscheidung vom 20.09.1994 - VII R 40/93 (https://dejure.org/1994,2368)
BFH, Entscheidung vom 20. September 1994 - VII R 40/93 (https://dejure.org/1994,2368)
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Zuwendungen unter Ehegatten ohne unmittelbare Gegenleistung - Steuerliche Behandlung einer "unbenannten Zuwendung" als Schenkung
Dass auch eine andere Schlussfolgerung möglich gewesen wäre, reicht zur Aufhebung der Bindung nicht aus (ständige Rechtsprechung; z.B. BFH-Urteile vom 27. August 1991 VIII R 84/89, BFHE 165, 330, BStBl II 1992, 9; vom 20. September 1994 VII R 40/93, BFH/NV 1995, 485; vom 9. Mai 2000 VIII R 77/97, BFHE 192, 445, BStBl II 2000, 660).
Da die weitere Vollstreckung gegenüber der Klägerin indes nach den Vorschriften des AnfG a.F. fortzuführen ist, ergibt sich eine Vollstreckungsbeschränkung im Streitfall aus der unterschiedlichen Reichweite der Vollstreckungsmöglichkeit nach § 278 Abs. 2 Satz 1 AO 1977 gegenüber der Regelung des § 7 AnfG a.F. Der nach § 278 Abs. 2 Satz 1 AO 1977 Duldungsverpflichtete kann bis zur Höhe des gemeinen Wertes der unentgeltlichen Zuwendungen unabhängig davon, ob sich die Vermögensgegenstände noch in seinem Vermögen befinden, in Anspruch genommen werden (vgl. Senatsurteil vom 20. September 1994 VII R 40/93, BFH/NV 1995, 485), während der aufgrund einer Duldungsverpflichtung nach Anfechtung einer Vermögensübertragung nach dem AnfG a.F. (§ 3 AnfG a.F.) nach § 7 AnfG a.F. begründete Anspruch auf Rückgewähr des zugewendeten Gegenstandes gerichtet ist (Senatsurteil in BFHE 138, 10, BStBl II 1983, 398).
Der Senat ist deshalb mangels einer begründeten Verfahrensrüge an sie gebunden (§ 118 Abs. 2 FGO und dazu u.a. BFH-Urteil vom 20. September 1994 VII R 40/93, BFH/NV 1995, 485, unter Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 4. Aufl., § 118 Rz. 23, m.w.N.).
Die Frage sei auch trotz des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 20. September 1994 VII R 40/93 (BFH/NV 1995, 485) noch klärungsbedürftig, denn in der Zwischenzeit habe der Gesetzgeber die geänderte Rechtsprechung des BFH, auf die sich der VII. Senat bei seiner Entscheidung im wesentlichen bezogen habe, wonach sich nämlich die Schenkungsteuerpflicht unbenannter Zuwendungen ebenso wie die sonstiger Zuwendungen nach den allgemeinen Voraussetzungen des § 7 Abs. 1 Nr. 1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) richte (vgl. BFH-Urteil vom 2. März 1994 II R 59/92, BFHE 173, 432, BStBl II 1994, 366), im Jahressteuergesetz 1996 (JStG 1996) vom 11. Oktober 1995 (BGBl 1, 1250) korrigiert und unbenannte Zuwendungen im Zusammenhang mit einem Familienwohnheim von der Schenkungsteuerpflicht rückwirkend wieder ausgenommen.
Durch die Gesetzesänderung habe der Gesetzgeber nämlich auch zum Ausdruck gebracht, daß es bei Zuwendungen zwischen Ehegatten nicht nur auf die objektive Unentgeltlichkeit der Zuwendung -- so aber der BFH in BFH/NV 1995, 485 -- ankomme, sondern daß auch die subjektiven, im Eheverhältnis liegenden Motive für die Beurteilung der Zuwendung zu berücksichtigen seien.
In seinem Urteil in BFH/NV 1995, 485 hat sich der beschließende Senat der geänderten Rechtsprechung des II. Senats zu § 7 Abs. 1 ErbStG (BFHE 173, 432, BStBl II 1994, 366) angeschlossen, wonach bei einer "unbenannten Zuwendung" unter Ehegatten die für eine Schenkung i. S. der §§ 516 ff. BGB erforderliche objektive Unentgeltlichkeit der Leistung nicht allein deswegen verneint werden könne, weil der "unbenannten Zuwendung" besondere ehebezogene Motive (etwa Ausgleich für geleistete Mitarbeit des bedachten Ehegatten oder dessen angemessene Beteiligung an den Früchten des ehelichen Zusammenwirkens) zugrunde lägen, und diese Rechtsprechung dann auf die Anwendung des § 278 Abs. 2 AO 1977 übertragen.
Steuerrechtlich sind diese aber grundsätzlich als Schenkungen (§ 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG) und auch als unentgeltliche Zuwendungen i.S.d. § 278 Abs. 2 Satz 1 AO anzusehen, da § 278 Abs. 2 AO anderenfalls leerlaufen würde (BFH…, Urt. vom 02.03.1994 - II R 59/92, BStBl II 1994, 366; BFH, Urt. vom 20.09.1994 - VII R 40/93, BFH/NV 1995, 485;… Horn , in: Schwarz/Pahlke, AO, 155. Lfg. 08/2013, § 278 Rdn. 8;… Zeller-Müller , in: Beermann/Gosch, AO, Stand 01.04.2015, § 278 Rdn. 10;… Kruse , in: Tipke/Kruse, AO, 119. Lfg. 05.2009, § 278 Rdn. 5;… Müller-Eiselt , in: Hübschmann/Hepp/Spitaler, AO, 215. Lfg. 11.2011, § 278 Rdn. 13).
Anders als in den Fällen, in denen ein Ergänzungsbescheid zur Aufteilung auf die Übertragung eines Grundstücks bzw. Grundstücksanteils gestützt wird (vgl. z.B. BFH, Urt. vom 20.09.1994 - VII R 40/93, BFH/NV 1995, 485) ist der Senat - der Auffassung des Niedersächsischen Finanzgerichts und der herrschenden Auffassung in der Literatur folgend - der Ansicht, dass der Ehemann der Klägerin durch die Übernahme der laufenden (Finanzierungs-)kosten des selbst bewohnten Eigenheims keine unentgeltlichen Zuwendungen im Sinne des § 278 Abs. 2 Satz 1 AO an die Klägerin geleistet hat.
Deshalb hat die Rechtsprechung auch Zuwendungen, deren Grund in der ehelichen Verbindung der beiden Partner lag (sog. ehebedingte unbenannte Zuwendungen), in den Anwendungsbereich des § 278 Abs. 2 Satz 1 AO einbezogen (BFH-Urteil vom 20. September 1994 VII R 40/93, BFH/NV 1995, 485;… BFH-Beschluss vom 16. Juli 1996 VII B 44/96, BFH/NV 1996, 871;… BFH-Beschluss vom 28. März 2003 VII B 231/02, BFH/NV 2003, 1033; Urteil des FG Düsseldorf vom 28. Januar 1993 11 K 3251/92 KV, EFG 1993, 567; Urteil des FG Köln vom 19. Januar 2005 4 K 5620/03, EFG 2005, 752; vgl. auch zur Schenkungsteuer: BFH-Urteil vom 2. März 1994 II R 59/92, BStBl II 1994, 366; vgl. auch zum AnfG: Urteil des FG Berlin vom 16. März 2004 5 K 5464/01, EFG 2004, 959;… außerdem: Schwarz in Schwarz, Abgabenordnung, § 278 Rz. 8;… Geist in Beermann/ Gosch, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 278 AO Rz. 7;… Zöllner in Pahlke/ Koenig, Abgabenordnung, 2. Auflage, § 278 Rz. 6;… Kruse in Tipke/ Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 278 AO Rz. 5;… Müller-Eiselt in Hübschmann/ Hepp/ Spitaler, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 278 AO, Rz. 13;… Brockmeyer in Klein, Abgabenordnung, 10. Auflage, § 278 Rz. 6).
aaa) In dem Urteil vom 20. September 1994 (VII R 40/93, BFH/NV 1995, 485) hatte der BFH über einen Fall zu entscheiden, in dem der einkünfteerzielende Ehemann eine Grundstückshälfte auf die Ehefrau übertrug.
Die Grundsätze der Beweiswürdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen und deshalb einer Prüfung im Rahmen einer Verfahrensrevision entzogen (Senatsurteil vom 20. September 1994 VII R 40/93, BFH/NV 1995, 485;… Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 5. Aufl., § 115 Rz. 82).
Die Würdigung des FG ist möglich; Verstöße gegen die Denkgesetze, allgemeinen Erfahrungssätze oder die Verfahrensordnung sind weder gerügt noch erkennbar (vgl. dazu u.a. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 20. September 1994 VII R 40/94, BFH/NV 1995, 485, m.w.N.;… Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 4. Aufl., § 118 Rz. 23, m.w.N.).
Für Zwecke des § 278 Abs. 2 AO bestimmt sich die Unentgeltlichkeit der Zuwendung allein danach, ob die Zuwendung objektiv unentgeltlich ist, ohne dass es auf die subjektiven Motive der Ehegatten ankommt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 20.09.1994 VII R 40/93 BFH/NV 1995, 485).
Höhe des gemeinen Werts einer Zuwendung i.S. des § 278 Abs. 2 AO 1977: …

References: § 278
 § 7
 § 278
 § 7
 § 118
 § 7
 § 7
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 278
 § 115
 § 118
 § 278
 § 278