Source: https://www.juraforum.de/lexikon/urheberrechtsverletzung
Timestamp: 2018-03-18 02:06:21+00:00

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ᐅ Urheberrechtsverletzung: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Urheberrechtsverletzung
Rechtliche Folgen einer Urheberrechtsverletzung
Grob definiert stellt eine Urheberrechtsverletzung einen Verstoß gegen geltende Urheberrechtsgesetze dar. Also einen Verstoß gegen das im Urheberrechtsgesetz beschriebene Verwertungsrecht. Auch die Inbesitznahme einer fremden Schöpfung unter dem eigenen Namen, das sogenannte Plagiat, stellt eine Verletzung des Urheberrechts dar.
Der Strafbestand der Urheberrechtsverletzung ist geschichtlich betrachtet, relativ neu, denn die entsprechende Gesetzgebung tauchte erst im 20. Jahrhundert auf. Bis dahin war es ein normaler Vorgang, Kopien von Büchern anzufertigen. Der Besitz war nicht geistig definiert, sondern materiell, man besaß nicht das Eigentum an den Inhalten, das Eigentum stellte der materielle Träger – das Buch – dar.
Die weltweit verbreitetste Urheberrechtsverletzung ist sicherlich die sogenannte Raubkopie, eine widerrechtlich erstellte Kopie eines, meist elektronischen Mediums oder der Raubdruck. Neben allen moralischen und ethischen Gründen für die Verwerflichkeit von derartigen Urheberrechtsverletzungen bleibt am Ende, als Essenz, die Tatsache, dass ein solcher Tatbestand sehr einfach die monetäre Entlohnung des Schöpfers verhindert.
Damit erhält die Angelegenheit einen auch juristischen Wert. Illegale Vervielfältigungsstücke können diverse urheberrechtlich geschützte Materialien wie beispielsweise
Computerprogramme sein.
Ebenso handelt es sich um den Tatbestand der Urheberrechtsverletzung, wird an einem Werk der Titel oder gar der Inhalt geändert. Das Urheberrecht spricht hier von unberechtigter Umgestaltung oder Bearbeitung eines Werkes.
Eine widerrechtliche Verwertung von Schöpfungen, welche dem gesetzlichen Urheberschutz unterliegen, ist ein Strafbestand. Nach dem § 106 sowie § 109 des Urheberrechtsgesetzes ist eine unerlaubte Verwertung mit Geldbußen, Haft- oder Geldstrafen zu ahnden. Zur Strafverfolgung ist nach dem § 109 UrhG in aller Regel ein Strafantrag notwendig.
Die Abmahnungen, auf deren Versendung sich eine ganze Reihe von Rechtsanwaltskanzleien spezialisiert hat, sind die Umsetzung des gesetzlich verankerten Rechts des Urheberrechtsinhabers, kostenpflichtig und außergerichtlich eine Unterlassungsaufforderung einzufordern. Die Einforderung einer sogenannten „strafbewehrten Unterlassungserklärung“ geschieht, um eine Wiederholung zu verhindern. Ist ein Anwalt in die Angelegenheit involviert, so hat der Verletzer des Urheberrechts dessen Kosten zu übernehmen. Liegt eine unerhebliche Rechtsverletzung vor, handelte der Abgemahnte nicht aus geschäftlichem Interesse, sind die Anwaltsgebühren auf einen Prozesswert von eintausend Euro begrenzt. Dies ist festgelegt in § 97a Absatz 3 des Urheberrechtsgesetzes.
Der Streitwert ist nach Gesetzesdefinition der monetäre Ausdruck des Streitgegenstandes. Wird keine Unterlassungserklärung seitens des Abgemahnten abgegeben, kann es unter Umständen zu einer einstweiligen Verfügung kommen, eine Unterlassungsklage eingereicht werden. In vielen Fällen wird der Rechteinhaber seinen Anspruch auf Schadenersatz geltend machen, die entgangene Lizenzvergütung ersetzt bekommen wollen. Eine angemessene Lizenzvergütung, wie sie in § 97 UrhG definiert ist, ist am Markt orientiert. Geht es beispielsweise um entgegen des Urheberrechts verwertete Fotografien oder Lichtbildkunstwerke, ist die Honorarliste der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing maßgebend.
Erlaubt sind Kopien, die rein privater Natur sind. Das gilt nach § 53 des Urheberrechtsgesetzes in der Bundesrepublik Deutschland und nach § 42 des Urheberrechtsgesetzes in Österreich.
Die Verbreitung von Vervielfältigungsstücken ist mit geringen Einschränkungen ansonsten weltweit rechtswidrig. Der Tatbestand stellt eine Verletzung des Immaterialgüterrechts dar, kann so juristische Folgen haben. Ausnahmen machen die Niederländischen Antillen, auch Antigua und Barbuda. Die Realität sieht vielerorts vollkommen anders aus. Speziell in Regionen wie Afrika, Südostasien und in Russland findet keine aktive Strafverfolgung statt.
Ein Download über ein Peer-to-Peer-Netzwerk ist keine Privatkopie, unter der Voraussetzung, die eingestellte Datei befindet sich dort gegen die Regelungen des Urheberrechtsgesetzes. File-Sharing versteht sich als gemeinsamer Datenzugriff im Internet.
Benützt wird hierzu ein sogenanntes „File-Sharing-Netzwerk“. Die Tauschbörsen, eine Spielart des File-Sharing, sind so konzipiert, dass ein User Dateien zur Verfügung stellt und im fairen Gegenzug die Möglichkeit erhält, auf andere Daten zuzugreifen. Es handelt sich hierbei um Vervielfältigung nach dem Urheberrechtsgesetz. So wäre es sinnvoll, den Namen Tauschbörse durch die Bezeichnung Kopierbörse zu ersetzen.
In den Anfängen der Internet-Musikindustrie existierte ein Unternehmen namens Napster. Napster bot als zentraler Server den Dateieintausch an. Erst in 2000 wurde Klage eingereicht, der Koordinationsserver stillgelegt. Es gab Nachfolgenetzwerke, die jedoch ebenfalls juristisch verfolgt wurden und ihre Pforten schließen mussten. In unseren Tagen existieren Netzwerke wie gnutella, Donkey2000, oder Gnutella2 und Protokolle wie Bit Torrent. Urheberrechtsverletzungen im Internet sind ein übermächtiges Phänomen. Zahllose Gesetzesvorschriften zum Urheberrecht auf internationaler Ebene, die einfache Handhabung der Vervielfältigungstechnik, mittlerweile auf jedem Smartphone, weiter ebenso die mögliche Anonymisierung durch Virtual Private Networks, abgekürzt VPNs oder ganz einfach Proxyserver, machen eine Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen zur einer ausgesprochen aufwendigen, teuren und schwierigen Angelegenheit.
Der Kopierschutz ist ein ständiger Wettlauf der Industrie mit professionellen und semiprofessionellen Hackern. Sobald ein Kopierschutz neu programmiert wird, ist innerhalb kürzester Zeit der entsprechende Schlüssel, also die Seriennummern oder ein sogenannter „Crack“ verfügbar.
Ein Crack definiert sich als Programmkopie des Originals, welches in der Lage ist, den Kopierschutz auszuschalten. Ein weiterer Weg sind die CD-Rom-Emulatoren. Ein Abbild des Datenträgers wird erstellt, mit Hilfe des PCs, eines virtuellen CD-Rom-Laufwerkes, ohne weiteres im System weiter zu verbreiten. Grundsätzlich ist es nicht gestattet, einen Kopierschutz in irgendeiner Art und Weise zu umgehen. Das gilt auch für die Umwandlung von Musiktiteln in ein MP3-Format, mit dem Sinn, sie auf einem entsprechenden Player abspielen zu können.
Urheberrechtsverletzung wegen unberechtigter Bildbenutzung Namenlos1und2 schrieb am 02.10.2014, 16:38 Uhr:
Herr A`s Problem ist folgendes : Herr A wollte übers Internet ein paar Gläser verkaufen die Herr A damals umsonst bekommen hatte. Herr A hat dazu ein paar Bilder gemacht u. diese auch auf anderen Seiten mit den Gläsern von Herr A,B und C verglichen u. auf einer Seite ein Foto gefunden welches die Gläser sehr schön zeigte........Herr A... » weiter lesen
Urheberrechtsverletzung Klebefolie Auto? tini-24 schrieb am 23.09.2014, 22:57 Uhr:
Hallo,angenommen jemand würde sich gern von einer Agentur eine Klebefolie für sein Auto mit einem Motiv einer britischen Musikband anfertigen lassen. Bei diesem Motiv wird es sich um eine Zusammenstellung mehrerer Einzelbilder handeln. Es wird ein Unikat bleiben und von der Agentur nicht für Werbezwecke verwendet. Die Nutzung findet... » weiter lesen
Urheberrechtsverletzung bei Foto auf Homepage OliverL schrieb am 03.12.2013, 11:12 Uhr:
Der Selbständige S betreibt ein Unternehmen und möchte dieses im Internet bewerben. Dazu erteilt S dem Webdesigner W mündlich den Auftrag eine Homepage zu erstellen. Nun wird S von dem Rechteinhaber R abgemahnt, da auf der Homepage eine Grafik von R benutzt wird, für die S keine Lizenz hat. S ging davon aus, dass W sich um alles... » weiter lesen
Urheberrechtsverletzung auf Uploader übertragen daniel.hihz schrieb am 24.01.2013, 22:58 Uhr:
Hallo ! Mein Fall: Mal angenommen Blog A nimmt Bilder über eine Upload-Funktion auf seiner Seite entgegen und veröffentlicht diese per Hand. Wie kann Blog A nun im Falle einer Urheberrechtsverletzung bei einem dieser Bilder die Mahnung / Strafe o.ä. auf den Uploader übertragen ? liebe Grüße :) » weiter lesen
Urheberrechtsverletzung durch Filesharing FerminaDaza schrieb am 20.10.2010, 14:53 Uhr:
Angenommen Hauptmieter H in einer WG, auf den logischerweise auch der Telefon-/Internetanschluss gemeldet ist wird beklagt, ein Computerspiel über ein Filesharingprogramm zur Verfügung gestellt zu haben. Es sollen 600,00 Euro bezahlt und eine Unterlassungserklärung unterschrieben werden. Hauptmieter H kennt das Spiel nicht einmal,... » weiter lesen
Abmahnung wg. Urheberrechtsverletzung u. Unterlassungserklärung bantam650 schrieb am 29.01.2010, 02:45 Uhr:
Hallo zusammen Folgender Sachverhalt: A hat eine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung, Verwertung geschützter Werke in Tauschbörsen, erhalten und wird zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert. Inwieweit besteht Aussicht auf Erfolg bei Zurückweisung der ihm vorgeworfenen Angelegenheit, wenn er sich auf 1. eine... » weiter lesen
Intrige, Urheberrechtsverletzung, falsche Verdächtigung? SabineEngelhart schrieb am 22.10.2009, 18:52 Uhr:
Hallo zusammen! Person X hat immer wieder Probleme mit einer Person Y: Y meldet sich unter falschem Namen und falschen Adressen bei einer großen Handelsplattform im Internet an, bietet dort Waren zum Verkauf an und fordert die Käufer anschließend auf, den entsprechende Rechnungsbetrag auf das Bankkonto des X zu überweisen. X weiß von... » weiter lesen
Filesharing ist das Tauschen von Musik- und Filmmaterial, die Urheberrechtlich geschützt sind, im Internet in sogenannten Tauschbörsen. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass Filesharing in fast allen Fällen rechtswidrig ist, da die Rechtsinhaber der Verbreitung nicht zugestimmt haben. Grundsätzlich ist Filesharing nicht illegal, sondern eine rein technische Lösung. Eine Urheberrechtsverletzung ist es nur, wenn... » weiter lesen
Für Urheberverstöße auf Schulhomepage muss das Land haften
10.05.2017 | Recht & Gesetz
Frankfurt/Main (jur). Veröffentlicht ein Lehrer auf der Schulhomepage einen urhebergeschützten Cartoon, muss das Land für die begangene Urheberrechtsverletzung haften. Das Land müsse für den Inhalt der Schulhomepage einstehen, wenn diese von einem bei ihr angestellten oder verbeamteten Lehrer betreut werde, urteilte am Dienstag, 9. Mai 2017, das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main (Az.: 11 U 153/16).Stein des Anstoßes war die Homepage... » weiter lesen
AIDA-Kussmund auf Kreuzfahrtschiff darf fotografiert werden
28.04.2017 | Recht & Gesetz
Karlsruhe (jur). AIDA-Kreuzfahrtschiffe mitsamt dem darauf urheberrechtlich geschützten Bild des „AIDA-Kussmundes“ dürfen fotografiert und die Fotos ins Internet gestellt werden. Da die Kreuzfahrtschiffe mit ihrem dekorierten Kussmund in öffentlichen und frei zugänglichen Gewässern kreuzen, müssen Urheber es hinnehmen, dass ihre Werke dort auch ohne ihre Einwilligung fotografiert und gefilmt werden, urteilte am Donnerstag, 27. April 2017, der... » weiter lesen
Urheberrechtsverletzung Urteile und Entscheidungen
» OLG-MUENCHEN, 07.05.2009, 31 AR 232/09
» BGH, 23.01.2003, I ZR 18/00
Sicherheitsfrage 96 - Vi.er =
Urheberrechtsverletzung – Weitere Begriffe im Umkreis
In der Kriminologie bezeichnet der Begriff Opfer die geschädigte Person eines Verbrechens. Der Begriff bildet damit den Gegensatz zu Täter. Opfer ist regelmäßig derjenige, der durch einen Täter in seinen Rechten verletzt wird. Dabei kann die...
Ein Nutzungsrecht ist ein sog. ausschließliches bzw. absolutes Recht. Es ermöglicht der Person, der dieses Recht eingeräumt wird, die Benutzung und den Gebrauch einer Sache oder eines Rechts. Eine Befugnis zur Veräußerung der Sache bzw. des...
© Unter dem Begriff Copyright wird im amerikanischen Sprachrraum das Immatrialgüterrecht an geistigen Werken bezeichnet. Es ist dem deutschen Urheberrecht ähnlich, unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Punkten. Bereits der Ansatz ist ein...
Mit der Schutzrechtsberühmung wird ein Schutzrecht aus dem Bereich der Immaterialgüterrechte beansprucht. Mit der Schutzrechtsverwarnung, die insbesondere in der Form der Abmahnung erfolgen kann, wird ein Wettbewerber nachdrücklich darauf...

References: § 106
 § 109
 § 109
 § 97
 § 97
 § 53
 § 42