Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/burdach_propaedeutik_1800?p=127
Timestamp: 2019-03-23 19:06:42+00:00

Document:
cher die Bewegung des menschlichrn Körpers durch die Be-
stimmung des Willens, und ihre Würkungen aus einander
Lehre von den geistigen Heilmitteln.
Der Mensch hat endlich, als das vollendetste Wesen,
welches die Erfahrung uns kennen lehrt, auch eine geistige
Natur, welche verschiedener, auch krankhafter Modificatio-
nen fähig ist. Man kann ferner Actionen seines Geistes
veranlassen, welche durch Umstimmung desselben jene krank-
haften Modificationen heben, die Genesung bewürken, und
welche man geistige oder psychische Heilmittel nennt. Dies
ist der Gegenstand der Lehre von den geistigen Heilmit-
teln *).
*) Psychiamatologie S. Anmerk. zu § 48.
So oft ein psychisches Heilmittel angewendet wird, so
bringt es allemal zuerst eine Veränderung der physischen,
chemischen und thierischen Natur im Menschen hervor; allein
diese Würkungen sind weniger beträchtlich, oft unsrer Wahr-
nehmung fast gänzlich entrückt, und seine vorzüglichste Wür-
kung besteht also immer in der Einwürkung auf den Geist.
Zunächst ist eine Kenntniß dieser Mittel in den Fällen
nöthig, wo die krankhaften Aeusserungen des Geistes unmit-
telbar hervorgebracht worden sind, und auf ihnen die we-
sentliche Erscheinung der ganzen Krankheit beruht.
cher die Bewegung des menſchlichrn Koͤrpers durch die Be-
ſtimmung des Willens, und ihre Wuͤrkungen aus einander
Lehre von den geiſtigen Heilmitteln.
Der Menſch hat endlich, als das vollendetſte Weſen,
welches die Erfahrung uns kennen lehrt, auch eine geiſtige
Natur, welche verſchiedener, auch krankhafter Modificatio-
nen faͤhig iſt. Man kann ferner Actionen ſeines Geiſtes
veranlaſſen, welche durch Umſtimmung deſſelben jene krank-
haften Modificationen heben, die Geneſung bewuͤrken, und
welche man geiſtige oder pſychiſche Heilmittel nennt. Dies
iſt der Gegenſtand der Lehre von den geiſtigen Heilmit-
*) Pſychiamatologie S. Anmerk. zu § 48.
So oft ein pſychiſches Heilmittel angewendet wird, ſo
bringt es allemal zuerſt eine Veraͤnderung der phyſiſchen,
chemiſchen und thieriſchen Natur im Menſchen hervor; allein
dieſe Wuͤrkungen ſind weniger betraͤchtlich, oft unſrer Wahr-
nehmung faſt gaͤnzlich entruͤckt, und ſeine vorzuͤglichſte Wuͤr-
kung beſteht alſo immer in der Einwuͤrkung auf den Geiſt.
Zunaͤchſt iſt eine Kenntniß dieſer Mittel in den Faͤllen
noͤthig, wo die krankhaften Aeuſſerungen des Geiſtes unmit-
telbar hervorgebracht worden ſind, und auf ihnen die we-
ſentliche Erſcheinung der ganzen Krankheit beruht.
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[109/0127] Encyklopaͤdie der Heilkunſt. cher die Bewegung des menſchlichrn Koͤrpers durch die Be- ſtimmung des Willens, und ihre Wuͤrkungen aus einander ſetzt. Vierter Abſchnitt. Lehre von den geiſtigen Heilmitteln. § 362. Der Menſch hat endlich, als das vollendetſte Weſen, welches die Erfahrung uns kennen lehrt, auch eine geiſtige Natur, welche verſchiedener, auch krankhafter Modificatio- nen faͤhig iſt. Man kann ferner Actionen ſeines Geiſtes veranlaſſen, welche durch Umſtimmung deſſelben jene krank- haften Modificationen heben, die Geneſung bewuͤrken, und welche man geiſtige oder pſychiſche Heilmittel nennt. Dies iſt der Gegenſtand der Lehre von den geiſtigen Heilmit- teln *). *⁾ Pſychiamatologie S. Anmerk. zu § 48. §. 363. So oft ein pſychiſches Heilmittel angewendet wird, ſo bringt es allemal zuerſt eine Veraͤnderung der phyſiſchen, chemiſchen und thieriſchen Natur im Menſchen hervor; allein dieſe Wuͤrkungen ſind weniger betraͤchtlich, oft unſrer Wahr- nehmung faſt gaͤnzlich entruͤckt, und ſeine vorzuͤglichſte Wuͤr- kung beſteht alſo immer in der Einwuͤrkung auf den Geiſt. § 364. Zunaͤchſt iſt eine Kenntniß dieſer Mittel in den Faͤllen noͤthig, wo die krankhaften Aeuſſerungen des Geiſtes unmit- telbar hervorgebracht worden ſind, und auf ihnen die we- ſentliche Erſcheinung der ganzen Krankheit beruht. § 365.
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Zitationshilfe: Burdach, Karl Friedrich: Propädeutik zum Studium der gesammten Heilkunst. Leipzig, 1800, S. 109. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/burdach_propaedeutik_1800/127>, abgerufen am 23.03.2019.

References: § 48
 § 48
 § 48
 § 362
 § 48
 § 364
 § 365