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Timestamp: 2018-08-14 08:59:55+00:00

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Aufstieg und direkter Zugang zum höheren Dienst
von Prof. Dr. Stefan Stehle
Die klassische Funktion unseres Masterstudiengangs ist es, Beamten des gehobenen Dienstes den Aufstieg in den höheren Dienst zu ermöglichen, vgl. § 22 LBG:
Nach dieser Vorschrift können Beamte des gehobenen Dienstes in den höheren Dienst aufsteigen, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen (vgl. § 22 Abs. 1 Nrn. 1 bis 5 LBG):
Der Beamte muss sich im Endamt seiner bisherigen Laufbahn befinden.
Zudem muss er sich in mindestens zwei unterschiedlichen Aufgabengebieten seiner Laufbahn bewährt haben.
Außerdem muss er seit mindestens einem Jahr erfolgreich überwiegend Aufgaben des höheren Dienstes wahrnehmen.
Er muss nach seiner Persönlichkeit und seinen bisherigen überdurchschnittlichen Leistungen für die neue Laufbahn geeignet erscheinen.
Letzte und wichtigste Voraussetzung: Der Beamte muss sich durch „Qualifizierungsmaßnahmen“ zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben, die über seine Vorbildung und die bisherige Laufbahnbefähigung hinausgehen und die ihm die Wahrnehmung der Aufgaben der neuen Laufbahn ermöglichen. Unser Masterstudiengang ist eine solche „Qualifizierungsmaßnahme“ im Sinne des § 22 Abs. 1 Nr. 5 LBG (dies ergibt sich aus der Gesetzesbegründung zum Dienstrechtsreformgesetz, LT-Drs. 14/6694, S. 432) – und eröffnet so die Möglichkeit des Aufstiegs in den höheren Dienst.
Unser Master bietet sogar die Möglichkeit eines „Expressaufstiegs“. Der Expressaufstieg ist geregelt in § 5 der Laufbahnverordnung des Innenministeriums BW. Danach ist ein Expressaufstieg möglich für diejenigen Beamten des gehobenen Dienstest, die die Bildungsvoraussetzungen des höheren Dienstes mitbringen (dies ist bei unserem Master der Fall, vgl. § 15 Abs. 1 Nr. 3 LBG: Master-Studiengang). Für unsere Master-Absolventen gilt daher: Sie können schon dann in den höheren Dienst aufsteigen, wenn (abweichend von den oben dargestellten § 22 Abs. 1 Nrn. 1 bis 3 LBG) folgende erleichterte Voraussetzungen vorliegen:
Der Beamte muss sich nicht im Endamt seiner Laufbahn befinden, sondern es genügt, wenn er sich im zweiten Beförderungsamt seiner Laufbahn befindet (im gehobenen Dienst also: Amtmann/Amtfrau, Besoldungsgruppe A 11)
Der Beamte muss sich nicht in zwei sondern nur in einem Aufgabengebiet seiner Laufbahn bewährt haben (es genügt etwa, wenn er bislang durchgängig im Baurechtsamt tätig war - und nicht zudem auch noch im Personalamt o.ä.).
Der Beamte muss nicht seit einem Jahr erfolgreich überwiegend Aufgaben der nächsthöheren Laufbahn wahrgenommen haben, sondern es genügt ein halbes Jahr.
Daneben erfüllt unser Master Public Management noch eine zweite Funktion (die allerdings nicht ganz so praxisrelevant ist wie die vorgenannte Möglichkeit des Aufstiegs):
Weil mit unserem Master zugleich die Bildungsvoraussetzungen für den höheren Dienst erworben werden, ebnet er auch den direkten Zugang in den höheren Dienst.
Unser Master Public Management ist der Abschluss eines Master-Studiengangs im Sinne des § 15 Abs. 3 LBG - und vermittelt daher die Bildungsvoraussetzungen für den Zugang zu den Laufbahnen des höheren Dienstes.
Für den direkten Zugang zum höheren Dienst muss der Bewerber aber nicht nur die Bildungsvoraussetzungen für den höheren Dienst mitbringen (§ 15 LBG) sondern zusätzlich auch noch die entsprechende Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst (§ 16 LBG).
Die Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst wird in der Regel „klassisch“ erworben (nach § 16 Abs. 1 Nr. 1 LBG) durch einen Vorbereitungsdienst im Beamtenverhältnis auf Widerruf oder in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis plus Bestehen der Laufbahnprüfung (etwa: durch das Durchlaufen des Rechtsreferendariats plus Ablegen der Zweiten Juristischen Staatsprüfung).
Stattdessen kann die Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst aber auch erworben werden nach § 16 Abs. 1 Nr. 2 LBG, also durch den Erwerb der Bildungsvoraussetzungen für den höheren Dienst (unseren Master, s.o. und § 15 Abs. 1 Nr. 3 LBG) plus eine anschließende „laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung“. Die Gesetzesbegründung erläutert, dass diese Zusatzausbildung „innerhalb oder außerhalb des öffentlichen Dienstes erworben werden [kann], zum Beispiel in der Form einer Trainee-Ausbildung“ (LT-Drs. 14/6694, S. 400). Allerdings besteht diese Möglichkeit des Laufbahnbefähigungs-Erwerbs über ein Trainee nur, wenn das jeweilige Ministerium dies in seiner Laufbahnverordnung zulässt und dort näher ausgestaltet. Die Laufbahnverordnung des Innenministeriums sieht in § 4 Abs. 2 vor, dass die Laufbahnbefähigung für den höheren Verwaltungsdienst auch dadurch erworben kann, dass
ein nach § 15 Abs. Nr. 3 LBG geforderter Master-Abschluss in einem Studium der Verwaltungswissenschaften (oder der Sozialwissenschaften, der Wirtschaftswissenschaften oder der Politikwissenschaften) nachgewiesen wird
und anschließend eine laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung oder eine dreijährige Berufstätigkeit absolviert wurde.
Hierzu ist Folgendes zu ergänzen:
Unser Master Public Management ist ein „nach § 15 Abs. Nr. 3 LBG geforderter Master-Abschluss in einem „Studium der Verwaltungswissenschaften“ im Sinne des § 4 Abs. 2 LVO-IM-Entwurf. Dies hat uns das Innenminsterium auf eine entsprechende Nachfrage am 22.04.2013 ausdrücklich bestätigt.
Studium Generale 20.09.2018
„Law and ...“ oder von der Notwendigkeit, dass sich Recht mit (anderen) Wissenschaften befasst

References: § 22
 § 22
 § 22
 § 5
 § 15
 § 22
 § 15
 § 16
 § 16
 § 15
 § 4
 § 15
 § 15
 § 4