Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=02.12.2014&Aktenzeichen=II%20ZR%20119/14
Timestamp: 2019-07-24 06:19:48+00:00

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BGH, 02.12.2014 - II ZR 119/14 - dejure.org
BGH, 02.12.2014 - II ZR 119/14
https://dejure.org/2014,40572
BGH, 02.12.2014 - II ZR 119/14 (https://dejure.org/2014,40572)
BGH, Entscheidung vom 02.12.2014 - II ZR 119/14 (https://dejure.org/2014,40572)
BGH, Entscheidung vom 02. Dezember 2014 - II ZR 119/14 (https://dejure.org/2014,40572)
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Art. 49, ... 54 AEUV, Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 1346/2000, Art. 3 Abs. 1 EuInsVO, Art. 4 Abs. 1 EuInsVO, Art. 267 Abs. 1, 3 AEUV, Art. 4 EuInsVO, § 64 Abs. 2 Satz 1 GmbHG, § 64 Satz 1 GmbHG, § 64 Abs. 2 Satz 2 GmbHG, § 64 Satz 2 GmbHG, § 64 GmbHG, Art. 1 Abs. 2 Buchst. b der Verordnung (EG) Nr. 44/2001, Art. 1 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung (EG) Nr. 44/2011
Art 49 AEUV, Art 54 AEUV, Art 4 Abs 1 EGV 1346/2000, Art 267 AEUV, § 64 Abs 2 S 1 GmbHG vom 05.10.1994
Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH zur Auslegung der EG-Verordnung über das Insolvenzverfahren und zur Niederlassungsfreiheit: Anwendbarkeit deutschen Insolvenzrechts im Hinblick auf die Haftung des Direktors einer nach englischem/walisischem Recht gegründeten Limited wegen Zahlungen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit und Vereinbarkeit einer entsprechenden Klage vor einem deutschen Gericht mit Gemeinschaftsrecht
Berührung deutschen Rechts bei der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bei einer einer private company limited byshares
EuGH-Vorlage zur Anwendbarkeit des § 64 GmbHG auf EU-Auslandsgesellschaften; hier: den Director einer Ltd.
Vorlage an den EuGH zur Klärung der Frage, ob nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen einer Limited englischen Rechts in Deutschland die Klage des Insolvenzverwalters gegen den Direktor der Limited auf Ersatz von Zahlungen, die er nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens geleistet hat, das deutsche Insolvenzrecht im Sinne des Art. 4 Abs. 1 EuInsVO betrifft
Zahlungen an insolvente Limited: Deutsches Insolvenzrecht auf ausländischen Direktor anwendbar?
Die insolvente Ltd. - und die insolvenzrechtliche Haftung ihres Directors
Geschäftsführerhaftung, Insolvenzrecht, Limited, Zahlungen nach Insolvenzreife
das-gesellschaftsrecht-blog.de (Kurzinformation)
§ 64 GmbHG als insolvenzrechtliche Norm?!
Haftung des Direktors einer Limited für masseverkürzende Zahlungen
Anwendbarkeit deutschen Insolvenzrechts bei englischer Limited
AEUV Art. 49, 54; GmbHG a. F. § 64 Abs. 2 Satz 1; EuInsVO Art. 3, 4
EuGH-Vorlage zur Anwendbarkeit des § 64 GmbHG auf EU-Auslandsgesellschaften, hier: den Director einer Ltd.
Kurznachricht zu "Vorlagebeschluss zum EuGH bezüglich anwendbaren Rechts in internationalen Insolvenzverfahren" von Dr. Sebastian Mock, original erschienen in: NZI 2015, 85 - 88.
Kurznachricht zu "Insolvenznahe Geschäftsleiterhaftung bei EU-Auslandsgesellschaften" von Prof. Dr. Wolfgang Servatius, original erschienen in: DB 2015, 1087 - 1094.
Kurznachricht zu "Limited: Qualifikation der Insolvenzverschleppungshaftung als insolvenz- oder gesellschaftsrechtliche?" von RA Prof. Dr. Volker Römermann, Hamburg/Hannover/Berlin, original erschienen in: GmbHR 2015, 79 - 84.
LG Erfurt, 07.09.2012 - 9 O 441/11
EuGH, 10.12.2015 - C-594/14
BGH, 15.03.2016 - II ZR 119/14
ZIP 2013, 1820
ZIP 2015, 68
MDR 2015, 302
EuZW 2015, 160
NZI 2015, 85
NJ 2015, 78
WM 2015, 79
DB 2015, 58
NZG 2015, 101
BGH, 23.06.2015 - II ZR 366/13
§ 64 Abs. 2 GmbHG aF soll in erster Linie im Interesse einer Gleichbehandlung der Gläubiger eine Schmälerung der Masse nach Eintritt der Insolvenzreife ausgleichen (st. Rspr., BGH…, Urteil vom 18. November 2014 - II ZR 231/13, ZIP 2015, 71 Rn. 9, z.V.b. in BGHZ mwN; Beschluss vom 2. Dezember 2014 - II ZR 119/14, ZIP 2015, 68 Rn. 8).
Der Anspruch nach § 64 Abs. 2 GmbHG aF setzt im Gegensatz zur Insolvenzanfechtung nicht eine Insolvenzeröffnung, sondern nur Insolvenzreife voraus (vgl. BGH, Urteil vom 11. September 2000 - II ZR 370/99, ZIP 2000, 1896, 1897 f.;… Beschluss vom 23. September 2010 - IX ZB 204/09, ZIP 2010, 2107 Rn. 13 ff.; Beschluss vom 2. Dezember 2014 - II ZR 119/14, ZIP 2015, 68 Rn. 8).
Insolvenzverschleppung bei einer private company limited by shares: Persönliche …
Der Senat hat dem Gerichtshof der Europäischen Union zur Auslegung der Art. 49, 54 AEUV und des Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 1346/2000 des Rates vom 29. Mai 2000 über Insolvenzverfahren - EuInsVO - in Bezug auf § 64 Abs. 2 Satz 1 GmbHG in der Fassung vor Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen(MoMiG, inhaltsgleich mit der Neufassung) folgende Fragen vorgelegt (Beschluss vom 2. Dezember 2014 - II ZR 119/14, ZInsO 2015, 92):.
Zu den insolvenzrechtlichen Vorschriften in diesem unionsrechtlichen Sinn gehört auch § 64 Satz 1 GmbHG, weil die danach angeordnete Haftung des Geschäftsführers für von ihm nach der Insolvenzreife veranlasste Masseschmälerungen dem Ziel dient, den Gläubigern unter Beachtung ihrer grundsätzlichen Gleichrangigkeit Befriedigung zu verschaffen (BGH, Vorlagebeschluss vom 02.12.2014 - II ZR 119/14, Rz. 17ff).
Ferner verstoßen beide Haftungsinstitute nicht gegen die durch Artt. 49, 54 AEUV verbürgte Niederlassungsfreiheit, weil sie nicht die Voraussetzungen, unter denen EU-Auslandsgesellschaften ihren Verwaltungssitz in Deutschland begründen können, bestimmen, sondern nur die Folgen eines Fehlverhaltens der Geschäftsführung nach der Sitzbegründung in Deutschland regeln (so BGH, Vorlagebeschluss vom 02.12.2014, a.a.O., Rz. 21 zu der Haftung gemäß § 64 GmbHG).
Soweit ein Anspruch aus § 64 Abs. 2 GmbHG a.F., der mit § 64 Satz 1 GmbHG n.F. identisch ist (vgl. BGH, Beschluss vom 2. Dezember 2014 - II ZR 119/14 -, juris, Rn. 7), in Rede steht, ist die erklärte Aufrechnung unzulässig; im Übrigen wäre sie - im Falle ihrer Zulässigkeit - zudem unbegründet.
Allerdings setzt nach der Rechtsprechung des II. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs die Haftung nach dieser Norm im Regelfall zusätzlich die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens voraus (vgl. BGH…, Urteil vom 11. September 2000 - II ZR 370/99 -, juris, Rn. 11; BGH, Beschluss vom 2. Dezember 2014 - II ZR 119/14 -, juris, Rn. 8; BGH, Urteil vom 15. März 2016 - II ZR 119/14 -, juris, Rn. 15); es ist dann Sache des Insolvenzverwalters, den Anspruch zwecks Auffüllung der Masse geltend zu machen (…vgl. BGH, Urteile vom 11. September 2000, a.a.O., und vom 15. März 2016, a.a.O.).
Dies ist nur ausnahmsweise anders, etwa wenn der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgewiesen oder das Insolvenzverfahren nach Bestätigung eines Insolvenzplans aufgehoben wurde (vgl. BGH, Beschluss vom 2. Dezember 2014, a.a.O., Rn. 8).
Verringert wird nur die Insolvenzmasse in dem nachfolgenden Insolvenzverfahren, was zu einem Schaden allein der Insolvenzgläubiger führt (BGH, Beschluss vom 2. Dezember 2014, a.a.O.).

References: Art. 49
 Art. 4
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 267
 Art. 4
 § 64
 § 64
 § 64
 § 64
 § 64
 Art. 1
 Art. 1
 § 64
 EuGH 
 § 64
 EuGH 
 Art. 4

§ 64
 Art. 49
 § 64
 Art. 3
 § 64
 EuGH 

§ 64
 § 64
 Art. 49
 Art. 4
 § 64
 § 64
 § 64
 § 64
 § 64