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Timestamp: 2020-08-15 10:49:54+00:00

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DGUV Regel 113-004 - Behälter, Silos und enge Räume; Teil 1: Arbeiten in Behältern, Silos
Diese Regel findet Anwendung auf Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen, die nach Abschnitt 2 Nr. 1 und 2 definiert sind.
Für Oberflächenbehandlungen in Räumen gilt die TRGS 507 „Oberflächenbehandlungen in Räumen und Behältern“.
Für Arbeiten in Behältern und engen Räumen von abwassertechnischen Anlagen gilt auch die DGUV Vorschrift 21 und 22 „Abwassertechnische Anlagen“ und die DGUV Regel 103-003 und 103-004 „Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen“.
Für Arbeiten in Schächten und Kanälen von Fernwärmenetzen gilt auch die DGUV Regel 103-002 „Fernwärmeverteilungsanlagen“, für Arbeiten in Wärmekraftwerken und Heizwerken gilt auch die DGUV Regel 103-009 „Wärmekraftwerke und Heizwerke“.
2.1 Behälter und enge Räume
Schiffsräume,
Waagengruben,
Hohlräume von Bauwerken und Maschinen,
Kastenträger von Brücken und Kranen,
Naben, Rotorblätter und Spinner von Windenergieanlagen.
Abb. 1 Inspektionsarbeiten
© Jedermann-Verlag, Mittelgewannweg 15, 69123 Heidelberg
Abb. 2 Reparaturarbeit
© HzweiS Werbeagentur GmbH
Abb. 3 Kontrolltätigkeiten (Hineinbeugen): nur mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen möglich, hier: eine Schutzeinrichtung im Mannloch, die ein Hineinstürzen verhindert.
Abb. 4 Reinigungsarbeiten
Abb. 5 Abwasserkanal
Abb. 6 Grube
Abb. 7 Behälter bei der Fertigung
© Lloyd Werft Bremerhaven AG
Abb. 8 Schuss unter einer Kolonne
feste Einbauten, wie Schwallbleche oder Kolonnen-/Doppelböden,
den Zugang und die Rettung erschwerende räumliche Verhältnisse,
Bei der Betrachtung, ob es sich um einen „engen Raum“ handelt, sollte nicht nur die Raumgröße herangezogen werden, sondern es ist immer auch die besondere Gefährdung zu berücksichtigen. So sind z. B. Besenkammern oder Tresorräume bei üblicher Nutzung nicht als enge Räume im Sinne dieser Regel anzusehen.
sind bauliche Anlagen zur Lagerung von Schüttgut, die von oben befüllt und nach unten oder zur Seite hin entleert werden.
Zu besonderen Gefahren siehe Begriffsbestimmung „Behälter und enge Räume“.
sind Tätigkeiten, bei denen sich Personen in Behältern, Silos und engen Räumen aufhalten.
Arbeiten sind z. B.:
Instandhaltungsarbeiten, wie:
Instandsetzungsarbeiten, z. B. Ausbessern und Austauschen,
Wartungsarbeiten, z. B. Konservieren, Schmieren oder Nachstellen,
Abb. 9 Silo
Abb. 10 Kanaleinstieg
2.4 Zugangsverfahren
sind Arbeitsverfahren, die (in der Regel unter Zuhilfenahme von Arbeitsmitteln) den Zugang zum Behälter, Silo oder engen Raum ermöglichen. Solche Verfahren können sein:
Zugang mittels hochziehbarer Personenaufnahmemittel nach der DGUV Regel 101-005 „Hochziehbare Personenaufnahmemittel“,
Zugang mittels Auffanggurt als Körperhaltevorrichtung und Winde zur Personenbeförderung.
2.5 Positionierungsverfahren im Sinne dieser DGUV Regel
sind Arbeitsverfahren, bei denen Personen an einer bestimmten Stelle im Behälter, Silo oder engen Raum positioniert werden, um Arbeiten im Sinne der Nummer 3 zu verrichten. Dabei verbleiben sie im Personenaufnahmemittel. Zum Positionieren können hochziehbare Personenaufnahmemittel nach der DGUV Regel 101-005 „Hochziehbare Personenaufnahmemittel“ oder seilunterstützte Zugangs- und Positionierungsverfahren (SZP) nach der TRBS 2121 Teil 3 und der DGUV Information 212-001 „Arbeiten unter Verwendung von seilunterstützten Zugangs- und Positionierungsverfahren“ benutzt werden.
2.6 Zugänge
zu Behältern und engen Räumen können z. B. sein:
Abb. 12 Mannloch (ungünstige Position, erschwerte Rettungsbedingungen!)
Abb. 13 Steigleiter
2.7 Freimessen
ist das Ermitteln einer möglichen Gefahrstoffkonzentration bzw. des Sauerstoffgehalts mit dem Ziel der Feststellung, ob die Atmosphäre im Behälter, Silo oder engen Raum ein gefahrloses Arbeiten ermöglicht.
Beim Freimessen handelt es sich nicht um Messungen im Sinne der Gefahrstoffverordnung oder der Technischen Regel für Gefahrstoffe „Ermittlung und Beurteilung der Konzentration gefährlicher Stoffe in Arbeitsbereichen“ (TRGS 402).
2.8 Kontinuierliche Überwachung
von Sauerstoff- oder Gefahrstoffkonzentrationen während der Arbeiten dient der Feststellung, dass die Atmosphäre im Behälter, Silo oder engen Raum auch nach dem Freimessen weiterhin ein gefahrloses Arbeiten ermöglicht.
2.9 Aufsichtführende(r)
ist eine vom Unternehmer oder von der Unternehmerin eingesetzte Person, die mit der Aufsicht über die Vorbereitung und Durchführung der Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen beauftragt ist.
Siehe § 8 Abs. 1 der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“.
2.10 Sicherungsposten
ist eine Person, die mit den im Behälter, Silo oder engen Raum tätigen Personen ständige Verbindung hält und gegebenenfalls Maßnahmen der Rettung durchführt oder einleitet.
2.11 Sauerstoffmangel
liegt dann vor, wenn die Sauerstoffkonzentration niedriger ist als der Sauerstoffgehalt der natürlichen Atemluft von 20,9 %.
2.12 Sauerstoffüberschuss
liegt dann vor, wenn die Sauerstoffkonzentration höher ist als der Sauerstoffgehalt der natürlichen Atemluft von 20,9 %.
Vor Beginn der Arbeiten hat die Unternehmerin oder der Unternehmer eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.
Gegen die nach Abschnitt 3.1 ermittelten Gefährdungen und Belastungen sind technische oder organisatorische Maßnahmen nach den Abschnitten 4 bis 7 zu treffen.
Die festgelegten Maßnahmen sind in einem Erlaubnisschein oder in einer Betriebsanweisung nach Abschnitt 4.2.6 festzuhalten.
Das Erstellen des Erlaubnisscheines anhand des Mustererlaubnisscheines dieser Regel (Anhang 1) konkretisiert den allgemeinen Gefährdungskatalog für die jeweiligen Situationen im Unternehmen. Der sorgfältig und umfassend erstellte Erlaubnisschein ist die Basis für die Gefährdungsbeurteilung im konkreten Fall.
©Jedermann-Verlag, Mittelgewannweg 15, 69123 Heidelberg
Aufgrund des hohen Gefährdungspotenzials ist immer zu prüfen, ob sich das Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen vermeiden lässt. Beispielsweise können
Reinigungsarbeiten von außen durchgeführt werden (mittels Reinigungsvorrichtung),
Inspektionen mittels Kameratechnik erfolgen.
4.2.1 Planung unter dem Aspekt des Arbeitens in Behältern, Silos und engen Räumen
Gestaltung der Zugänge für Arbeit und Rettung,
Möglichkeiten des Abtrennens z. B. der Zu- und Abgangsleitungen.
Bei der Gestaltung der Zugänge sind nicht nur die einschlägigen Normen zu berücksichtigen, sondern vor allem die geplanten Zugangs- und Rettungsverfahren sowie die zu verwendenden persönlichen Schutzausrüstungen (siehe Abschnitt 5 und 6 sowie Anhang 4).
4.2.2 Arbeitsablauforganisation
In einer betrieblichen Arbeitsablauforganisation hat der Unternehmer oder die Unternehmerin festzulegen, wer die organisatorischen Maßnahmen durchführt und wer
als Aufsichtführende/r eingesetzt wird,
als Sicherungsposten fungiert,
die beteiligten Personen unterweist (mit praktischen Übungen),
mit dem Freimessen beauftragt wird.
4.2.3 Unterweisung aller an den Arbeiten beteiligten Personen
Auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung ist vor Aufnahme der Arbeiten die Unterweisung aller beteiligten Personen über die Gefährdungen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen entsprechend dem Erlaubnisschein oder der Betriebsanweisung sicherzustellen.
Siehe § 12 Arbeitsschutzgesetz und §§ 4 und 31 der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“.
Bei regelmäßig wiederkehrenden, gleichartigen Arbeiten genügt es, wenn die Unterweisung in angemessenen Zeitabständen, mindestens jedoch einmal jährlich, erfolgt.
Die festgelegten Rettungsmaßnahmen sind von den für die Rettung vorgesehenen Personen zu üben.
Siehe § 31 der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“
4.2.4 Aufsichtführende(r)
Der Unternehmer oder die Unternehmerin hat vor Beginn der Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen eine zuverlässige, mit den Arbeiten vertraute Person, welche die Aufsicht führt und weisungsbefugt ist, einzusetzen.
Der oder die Aufsichtführende wird in der Regel durch den Betreiber des Behälters, Silos oder engen Raumes eingesetzt. Sind mehrere Unternehmen an den Arbeiten beteiligt, sollte eine genaue Abstimmung darüber erfolgen, wer als Aufsichtführende bzw. Aufsichtführender fungiert.
Der oder die Aufsichtführende kann im Auftrag der Unternehmerin oder des Unternehmers den Erlaubnisschein nach Abschnitt 4.2.6.1 ausstellen. Er/Sie hat die Einhaltung der festgelegten Schutzmaßnahmen zu überwachen.
Die erforderlichen Kontrollen sind vor Beginn und während der Arbeiten in angemessenen Zeitabständen durchzuführen. Die Zeitabstände sind abhängig von:
Der oder die Aufsichtführende muss sich nicht ständig in unmittelbarer Nähe der Arbeiten aufhalten, jedoch kurzfristig verfügbar sein.
4.2.5 Sicherungsposten
Der Unternehmer oder die Unternehmerin hat bei Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen mindestens einen Sicherungsposten einzusetzen.
Dieser hat mit den im Behälter oder engen Raum tätigen Personen ständige Verbindung zu halten.
Hierzu gehören in Abhängigkeit von den getroffenen Schutzmaßnahmen z. B.:
Kenntnisse über die zu benutzenden persönlichen Schutzausrüstungen,
die Fähigkeit, Gefahren zu erkennen,
ausreichende Hör- und Sehfähigkeit,
ausreichende körperliche Belastbarkeit.
Ständige Verbindung besteht in der Regel bei einer Sichtverbindung. Ist Sichtverbindung nicht möglich, kann eine ständige Verbindung auch über andere Mittel, z. B. Sprechverbindung, Personen-Notsignal-Anlagen oder Signalleinen, aufrechterhalten werden.
Siehe auch DGUV Regel 112-139 „Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen“ und DGUV Information 212-139 „Notrufmöglichkeiten für allein arbeitende Personen“.
Der Sicherungsposten muss jederzeit Hilfe herbeiholen können. Er muss mit den festgelegten Notfall- und Rettungsmaßnahmen nach Abschnitt 6 vertraut sein (siehe auch Abschnitt 6.2.2).
Sicherungsposten sind nicht erforderlich, wenn sichergestellt worden ist, dass
keine Gefährdungen durch Stoffe oder Einrichtungen bestehen und
die sich in den Behältern, Silos oder engen Räumen befindenden Personen diese ohne fremde Hilfe verlassen und jederzeit Hilfe anfordern können und kein Sauerstoffmangel auftreten kann.
4.2.6 Erlaubnisschein
Vor Beginn der Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen hat die verantwortliche Person (Unternehmer/-in bzw. Beauftragte/r) einen Erlaubnisschein auszustellen, in dem die erforderlichen Schutzmaßnahmen festgelegt sind. Aufsichtführende, Sicherungsposten und – sofern vorhanden – Verantwortliche eines Fremdunternehmens (Auftragnehmers) haben durch Unterschrift auf dem Erlaubnisschein die Kenntnis über die festgelegten Maßnahmen zu bestätigen.
Wird der Erlaubnisschein von einem Fremdunternehmer bzw. einer Fremdunternehmerin ausgestellt, hat der Auftraggeber diesen bei der Gefährdungsbeurteilung bezüglich der betriebsspezifischen Gefahren zu unterstützen. Bei komplexen Gefährdungen und Belastungen hat es sich in der Praxis bewährt, wenn der Erlaubnisschein vom Betreiber/von der Betreiberin oder vom Nutzer bzw. von der Nutzerin des Behälters, Silos oder engen Raumes ausgestellt wird.
In speziellen Fällen kann der Erlaubnisschein nur vom Unternehmer bzw. von der Unternehmerin des durchführenden Unternehmens ausgestellt werden.
Solche Situationen können z. B. sein:
nichtgewerbliche Nutzung eines Behälters, Silos oder engen Raumes, z. B. eines Öltanks in einem Wohnhaus,
Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen, deren Besitzer nicht bekannt sind, z. B. bei Sanierungsarbeiten in stillgelegten Unternehmen,
Arbeiten, bei denen der Betreiber/die Betreiberin nicht über die erforderliche Sachkunde verfügt.
Nach längeren Arbeitsunterbrechungen, z. B. Wiederaufnahme der Arbeit am nächsten Tag, oder nach Wechsel der an den Arbeiten Beteiligten, z. B. Schichtwechsel oder Wechsel des Fremdunternehmens, ist der Erlaubnisschein neu auszustellen bzw. zu verlängern.
Die Aufhebung der Schutzmaßnahmen bei Ende der Arbeit ist im Erlaubnisschein zu dokumentieren.
Der Erlaubnisschein kann durch eine Betriebsanweisung ersetzt werden, wenn immer gleichartige Arbeitsbedingungen bestehen und gleichartige wirksame Schutzmaßnahmen festgelegt sind (siehe z. B. Anhang 4).
4.2.7 Beginn der Arbeiten
Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen dürfen erst begonnen werden, nachdem die verantwortliche Person (Unternehmer/in bzw. Aufsichtführende/r) festgestellt hat, dass die schriftlich festgelegten Schutzmaßnahmen geeignet und getroffen sowie alle Beteiligten unterwiesen sind.
Auch nach Arbeitsunterbrechungen (Schichtwechsel, Wiederaufnahme der Arbeit am folgenden Tag) ist die Eignung und Wirksamkeit der schriftlich festgelegten Maßnahmen durch den Aufsichtführenden festzustellen.
4.2.8 Sicherung der Arbeitsstelle
Es ist sicherzustellen, dass an den Arbeiten nicht beteiligte Personen von der Arbeitsstelle ferngehalten werden. Insbesondere ist dies bei Arbeiten außerhalb umschlossener Betriebsstätten wichtig, z. B. im öffentlichen Straßenverkehr oder im privaten Bereich.
4.2.9 Aufhebung der Schutzmaßnahmen
Der bzw. die Aufsichtführende darf die Schutzmaßnahmen erst aufheben, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind und alle Personen die Behälter, Silos und engen Räume verlassen haben.
4.3 Schutzmaßnahmen gegen Gefahrstoffe und gefährdende Medien
Neben den Arbeitsplatzgrenzwerten existieren auch andere Arten von Beurteilungsmaßstäben (ERB, BM, DNEL, …)
Anbackungen an Behälterwandungen, die sich nicht von außen entfernen lassen und die Gefahrstoffe enthalten, z. B. in Polymerisationskesseln,
zur Entleerung bzw. Reinigung verwendete Stoffe, z. B. Spülgase oder -flüssigkeiten, sowie Reinigungsmittel,
Behälter, Silos oder enge Räume, die aus betriebstechnischen Gründen oder als Folge von Betriebsstörungen nicht entleert oder gereinigt werden können.
Abb. 16.1 Abtrennen der Behälter (Entfernen von Zwischenstücken und Setzen von Blindflanschen – vorher)
© BG Rohstoffe und chemische Industrie
Abb. 16.2 Abtrennen der Behälter (Entfernen von Zwischenstücken und Setzen von Blindflanschen – nachher)
©BG Rohstoffe und chemische Industrie
Abb. 17 Zwei Absperreinrichtungen mit Zwischenentspannung ins Freie
Abb. 18 Abtrennen mittels Steckscheibe
durch zwei hintereinanderliegende Absperreinrichtungen, wenn zwischen diesen eine geeignete Verbindung mit der Außenluft (Zwischenentspannung) hergestellt ist, die Betätigungseinrichtungen gegen unbeabsichtigtes, unbefugtes oder irrtümliches Öffnen gesichert sind und die Zwischenentspannung auf ihre Wirksamkeit überprüft wurde,
durch zwei hintereinanderliegende Absperreinrichtungen ohne Zwischenentspannung, wenn vor den Absperreinrichtungen kein Druckaufbau möglich ist und die Betätigungseinrichtungen gegen unbeabsichtigtes, unbefugtes oder irrtümliches Öffnen gesichert sind,
durch eine Absperreinrichtung, wenn Personen bei Undichtigkeiten nicht gefährdet werden können und die Betätigungseinrichtung gegen unbeabsichtigtes, unbefugtes oder irrtümliches Öffnen gesichert ist,
durch eine Hilfsabsperrung, z. B. Blasen oder Kanaldichtkissen, wenn Personen bei Undichtigkeiten nicht gefährdet werden können.
Die zur Feststellung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre verwendeten Messeinrichtungen müssen von einer anerkannten Prüfstelle für geeignet befunden sein. (Liste funktionsgeprüfter Gaswarngeräte, www.bgrci.de/exinfode/dokumente/gaswarngeraete/funktionsgepruefte-gaswarngeraete/).
Bei Unwirksamwerden der Lüftung sind die Arbeiten im Behälter, Silo und in engen Räumen sofort einzustellen. Vor Wiederaufnahme der Arbeiten ist die Wirksamkeit der Lüftung zu sichern und analog zu Abschnitt 4.3.3.5 zu prüfen.
Kann das Auftreten von Gefahrstoffen in gefährlicher Konzentration oder Menge durch die Maßnahmen nach den Abschnitten 4.3.1 bis 4.3.3 nicht verhindert werden, sind bei den Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen Atemschutzgeräte zu benutzen. Bei der Auswahl eines geeigneten Atemschutzgerätes ist u. a. dessen Schutzfaktor (Vielfache des Grenzwertes) zu berücksichtigen, siehe auch DGUV Regel 112-190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“.
Der Einsatz von Filtergeräten ist nur zulässig, wenn sichergestellt werden kann, dass keine Gefährdung durch Sauerstoffmangel auftritt. Erforderlichenfalls ist die Sauerstoffkonzentration kontinuierlich zu messen und Sauerstoffmangel durch optische oder akustische Warngeräte anzuzeigen, siehe auch DGUV Regel 112-190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“.
Bei gleichzeitiger Benutzung von Atemschutz und persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz sind beide Ausrüstungen so einzusetzen, dass eine gegenseitige Beeinträchtigung vermieden wird.
Abb. 19 Probenahme mittels Gasmessgerät
Abb. 20 Probenahme mittels Gassammelrohr
Vor Aufnahme der Arbeiten in Tanks und Räumen auf Wasserfahrzeugen und Schwimmenden Anlagen sind zusätzlich zur TRGS 507 „Oberflächenbehandlungen in Räumen“ die besonderen Bestimmungen der DGUV Vorschrift 45 „Schiffbau“ zu beachten.
Die Fachkunde kann z. B. nach dem DGUV Grundsatz 313-002 „Auswahl, Ausbildung und Beauftragung von Fachkundigen zum Freimessen nach der DGUV Regel 113-004“ erworben werden.
grundlegende Hinweise zur Bedienung des Gaswarngerätes,
4.4 Schutzmaßnahmen gegen Gefährdungen durch Sauerstoffmangel und -überschuss
Als Schutzmaßnahmen gegen Sauerstoffmangel sind die Maßnahmen nach Abschnitt 4.3 zu ergreifen.
müssen Zuführungsleitungen möglichst kurzgehalten und regelmäßig kontrolliert werden,
4.5 Explosionsschutzmaßnahmen
4.5.1 Vermeiden des Auftretens explosionsfähiger Atmosphäre oder explosionsfähiger Gemische
Die vorrangige Maßnahme des Explosionsschutzes ist das Vermeiden des Auftretens gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre durch Maßnahmen nach Abschnitt 4.3 (siehe auch TRGS 720 ff.).
In vielen Fällen ist das Auftreten einer explosionsfähigen Atmosphäre oder eines explosionsfähigen Gemisches schwer einzuschätzen. Diese können z. B. entstehen:
dass die Umgebungstemperatur über den UEP ansteigen kann (z. B. Sonneneinstrahlung),
Wird eine entzündbare Flüssigkeit verspritzt oder versprüht (z. B. Farbspritzen), entstehen im Spritzbereich Aerosole. Diese bilden unabhängig von den o. g. Anforderungen eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre.
4.5.2 Vermeiden von Zündquellen
Bei den temporären Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen ist eine Zoneneinteilung nach der DGUV Regel 113-001 „Explosionsschutz-Regeln“ nicht sinnvoll.
Vermeidung elektrostatischer Aufladung von Personen, Arbeitsmitteln, PSA (z. B. Schutzanzüge), Einbauten, insbesondere durch Maßnahmen nach der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 727 „Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen“,
Hinweis: Bei bestimmungsgemäßer Verwendung von PSA gegen Absturz ist mit gefährlicher elektrostatischer Aufladung nicht zu rechnen (siehe hierzu auch die DGUV Regel 112-198 „Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz“).
innerhalb eines zu ermittelnden horizontalen Sicherheitsabstandes,
4.6 Schutzmaßnahmen gegen Gefährdungen durch Biostoffe im Sinne der Biostoffverordnung (BioStoffV)
Zum Schutz gegen biologische Gefährdungen sind Behälter, Silos oder enge Räume vor Beginn der Arbeiten analog den Abschnitten 4.3.1 und 4.3.2 zu entleeren, zu reinigen und abzutrennen.
Hierbei kommt auch der Wahl der richtigen Arbeitsmittel Bedeutung zu: so kann beispielsweise ein Hochdruckreiniger Biofilme beseitigen, während der Reinigung entstehen dabei aber Bioaerosole, die Biostoffe wie z. B. Legionellen enthalten können.
Siehe hierzu auch § 9 Biostoffverordnung.
Entsprechend den Gefährdungen, die durch Biostoffe auftreten können, sind wirksame Desinfektions- und Inaktivierungsverfahren für die Behälter, Silos oder engen Räume festzulegen.
Eine Infektionsgefährdung für Beschäftigte ist zu unterstellen, wenn Biostoffe der Risikogruppe 2 oder höher auftreten. Informationen über Biostoffe und die dazugehörige Risikogruppe, Expositionsmöglichkeiten sowie Informationen zur Gefährdungsbeurteilung, Desinfektion und arbeitsmedizinische Versorge erhält man über die internetbasierte Datenbank zu Biostoffen (GESTIS-Biostoffdatenbank) der DGUV (www.gestis-biostoffdatenbank.de).
Desinfektionsmaßnahmen müssen mit wirksamen Mitteln und Verfahren durchgeführt werden. Einzelheiten sind
der Liste der vom Robert Koch-Institut (RKI) geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren, gemäß § 18 Infektionsschutzgesetz,
der Liste des Verbundes für angewandte Hygiene (VAH) oder
den Listen geeigneter Desinfektionsmittel und -verfahren, die für verschiedene Bereiche des Veterinärwesens vom Desinfektionsmittelausschuss der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft
Werden nicht ausschließlich Tätigkeiten mit Biostoffen der Risikogruppe 1 ohne sensibilisierende und toxische Wirkungen ausgeübt, sind in Abhängigkeit von der Gefährdungsbeurteilung weitergehende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dabei sind insbesondere
Tätigkeiten und Arbeitsverfahren mit Staub- oder Aerosolbildung, einschließlich Reinigungsverfahren, durch solche ohne oder mit geringerer Staub- oder Aerosolbildung zu ersetzen, soweit dies nach dem Stand der Technik möglich ist; ist dies nicht möglich, sind geeignete Maßnahmen zur Minimierung der Exposition zu ergreifen,
die zur Verfügung gestellten persönlichen Schutzausrüstungen einschließlich Schutzkleidung zu reinigen, zu warten, instand zu halten und sachgerecht zu entsorgen. Beschäftigte müssen die bereitgestellte persönliche Schutzausrüstung verwenden, solange eine Gefährdung besteht,
die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass persönliche Schutzausrüstungen einschließlich Schutzkleidung beim Verlassen des Arbeitsplatzes sicher abgelegt und getrennt von anderen Kleidungsstücken aufbewahrt werden können,
sicherzustellen, dass die Beschäftigten in Arbeitsbereichen, in denen Biostoffe auftreten können, keine Nahrungs- und Genussmittel zu sich nehmen; hierzu sind vor Aufnahme der Tätigkeiten gesonderte Bereiche einzurichten, die nicht mit persönlichen Schutzausrüstungen einschließlich Schutzkleidung betreten werden dürfen.
Siehe hierzu § 9 Abs. 3 der Biostoffverordnung.
Impfungen sind Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge und den Beschäftigten anzubieten, soweit das Risiko einer Infektion tätigkeitsbedingt und im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht ist.
Siehe hierzu § 6 (2) ArbMedVV.
4.7 Schutzmaßnahmen gegen Strahlung
Zu den Strahlenquellen gehören z. B. Röntgengeräte, radioaktive Präparate, Lasereinrichtungen, UV-Strahlenquellen, Mikrowellenerzeuger und Geräte, die elektromagnetische Felder erzeugen.
Besondere Schutzmaßnahmen können erforderlich sein bei Personen mit aktiven oder passiven Implantaten (z. B. bei Trafostationen etc.).
Je nach Art der Strahlenquellen kann z. B. ein Entfernen, eine ausreichende Bleiabschirmung oder ein wirksames Unterbinden der Energiezufuhr in Frage kommen.
Siehe hierzu auch Röntgenverordnung, Strahlenschutzverordnung, Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OstrV) und DGUV Vorschrift 15 und 16 „Elektromagnetische Felder“).
4.8 Schutzmaßnahmen gegen Hitze und Kälte
Heiz- und Kühleinrichtungen sowie Kälteanlagen sind vor Beginn der Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen außer Betrieb zu setzen und gegen Ingangsetzen zu sichern, wenn die Oberflächen- und Raumtemperaturen zu Gefährdungen von Personen führen können. In Behältern und engen Räumen darf erst gearbeitet werden, wenn keine Gefährdungen durch zu hohe oder zu niedrige Temperaturen mehr bestehen können.
Bei der Beurteilung der Gefährdungen sind die Oberflächen- und Raumtemperaturen zu berücksichtigen (siehe auch DGUV Information 215-510 „Beurteilung des Raumklimas“)
Muss aus betriebstechnischen Gründen von den Forderungen des Abschnittes 4.8.1 abgewichen werden, darf in Behältern, Silos und engen Räumen nur gearbeitet werden, wenn die Personen auf andere geeignete Weise geschützt sind.
Die Personen können auf andere Weise, z. B. durch das Benutzen persönlicher Schutzausrüstungen oder durch die Begrenzung der Aufenthaltsdauer, geschützt werden. Zur Beurteilung der Gefährdung ist arbeitsmedizinischer Sachverstand heranzuziehen.
4.9 Schutzmaßnahmen gegen mechanische Gefährdungen
Mit Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen darf erst begonnen werden, nachdem Gefahr bringende Bewegungen zum Stillstand gekommen sind und ein unbefugtes, irrtümliches oder unerwartetes Ingangsetzen sicher vermieden ist. Um dies zu erreichen, müssen alle Antriebe von bewegten Bauteilen und Maschinen von jeder einzelnen Energiequelle dauerhaft sicher getrennt und gegen Wiedereinschalten gesichert werden.
Zur dauerhaft sicheren Trennung der Arbeitsmittel von Energiequellen hat sich insbesondere die Anwendung so genannter „lock-out-tag-out“ (LOTO)-Systeme bewährt.
Zusätzlich zu Abschnitt 4.9.1 muss ein Ingangkommen Gefahr bringender Bewegungen infolge gespeicherter Energie sicher vermieden werden.
Ein Ingangkommen Gefahr bringender Bewegungen infolge gespeicherter Energie ist z. B. vermieden, wenn
bei Druckspeichern oder Systemen mit vergleichbarer Speicherwirkung, z. B. Hydraulik- und Pneumatikantrieben, die Energieleitungen und die Speicherflaschen abgetrennt,
© HzweiS Werbeagentur GmbH oder BORNACK GmbH & Co. KG, Bustadt 39, 74360 Ilsfeld
Besteht die Gefährdung, dass Versicherte bei Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen durch herabstürzende Gegenstände verletzt werden können, sind Schutzmaßnahmen zu treffen.
Die Gefährdung durch herabstürzende Gegenstände kann z. B. bestehen durch:
Materialtransport, z. B. Hochziehen oder Herablassen von Arbeitsgerät,
Verwendung ungeeigneter, nicht auf dem Kopf fixierter Helme.
Schutzmaßnahmen gegen herabfallende Gegenstände können sein:
Umlenkrollen, die ein Durchlaufen der Transportseile verhindern (Sicherheitslastrolle – Abb. 21),
Verwendung einer Materialwinde,
Strahl- und Spritzarbeiten sind so durchzuführen, dass sich Personen nicht selbst oder gegenseitig gefährden.
4.10 Schutzmaßnahmen gegen elektrische Gefährdungen
Schutzkleinspannung (SELV). Es dürfen nur Betriebsmittel der Schutzklasse III verwendet werden, die jedoch unabhängig von der Nennspannung mindestens der Schutzart IP2X entsprechen müssen, d.h. isoliert oder fingersicher abgedeckt sind.
Schutztrennung. Dabei darf jeweils nur ein Verbrauchsmittel je Sekundärwicklung eines Trenntransformators oder Motorgenerators (siehe DGUV Information 203-032 „Auswahl und Betrieb von Stromerzeugern auf Bau- und Montagestellen“) angeschlossen werden. Die Wicklungen müssen galvanisch voneinander getrennt sein.
Ist dies aus technischen Gründen nicht möglich, z. B. bei sehr langen Rohrleitungen, Kanälen, Kastenträgern usw. darf im Einzelfall die Stromquelle (d. h. der Trenntransformator) innerhalb des Bereiches mit erhöhter elektrischer Gefährdung aufgestellt werden, wenn die Zuleitung
über eine RCD mit IΔn ≤ 30 mA betrieben
Kann sichergestellt werden, dass eine erhöhte elektrische Gefährdung nicht auftreten kann, genügen, abweichend von den Regelungen des Abschnittes 4.2, Maßnahmen nach dem Standard für Bau- und Montagestellen (vgl. DGUV Information 203-006 „Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen“).
Bei der Beurteilung ist die konkrete Arbeitssituation zu betrachten, d. h. die durchzuführenden Tätigkeiten unter Berücksichtigung der Arbeitsumgebungsbedingungen.
4.11 Maßnahmen zum Schutz gegen Absturz
Besteht beim Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen Absturzgefahr, sind geeignete Maßnahmen zum Schutz gegen Absturz zu treffen.
Aufgrund der besonderen Gefahren beim Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen können Schutzmaßnahmen gegen Absturz bereits bei geringen Höhen erforderlich sein. Zum einen kann das Risiko eines Absturzes erhöht sein (z. B. durch Verunreinigungen von Steigleitern), zum anderen können die Verletzungsfolgen aufgrund eingeschränkter Rettungsmöglichkeiten gravierender sein.
Zum Schutz gegen Absturz sind technische Maßnahmen zu bevorzugen. Technische Maßnahmen sind z. B. Geländer, Abdeckungen, Siloeinfahreinrichtungen sowie seilunterstützte Zugangs- und Positionierungsverfahren.
Abb. 22 Rettungswinde, hier als Schutz gegen Absturz eingesetzt
Abb. 23 Höhensicherungsgerät mit Rettungshubfunktion
© Stadtwerke Münster, Hafenplatz 1, 48155 Münster
Sind aufgrund der örtlichen bzw. räumlichen Verhältnisse technische Maßnahmen nicht möglich, sind persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz zu benutzen. Die erforderlichen Anschlagpunkte und die zu verwendenden persönlichen Schutzausrüstungen sind durch den Aufsichtführenden festzulegen.
Für die Verwendung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz gilt die DGUV Regel 112-198 „Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz“.
4.12 Schutzmaßnahmen gegen Versinken oder Verschütten
© BENZEBERG & ZEMKE GMBH, Mintarder Weg 49, 45219 Essen
Benutzen einer Siloeinfahreinrichtung nach der DGUV Regel 101-005 „Hochziehbare Personenaufnahmemittel“.
4.13 Schutzmaßnahmen gegen Gesundheitsgefahren durch erhöhte körperliche Belastungen
Arbeiten unter beengten räumlichen Verhältnissen stellen an sich schon eine hohe körperliche Belastung dar. Zusätzliche Belastungen, z. B. durch Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen, durch erschwerte Zugangsmöglichkeiten, durch hohe oder tiefe Temperaturen sowie durch schwere Transportarbeiten sind nach Möglichkeit zu vermeiden.
Das Benutzen von Atemschutz bei Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen sollte die Ausnahme darstellen. Vorher sollten durch Maßnahmen nach den Abschnitten 4.3.1 bis 4.3.3 alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, eine ausreichende Qualität der Atemluft sicherzustellen, so dass die Benutzung von Atemschutzgeräten nicht erforderlich ist.
Die Zugänge und gegebenenfalls die Abstiege in die Behälter, Silos und engen Räume sind möglichst so zu gestalten, dass die Arbeitsstellen ohne größere körperliche Anstrengung erreicht werden können.
Die möglichen körperlichen Belastungen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.
4.14 Psychische Belastungen
Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen können mit über das normale Maß hinausgehenden psychischen Belastungen verbunden sein. Diese sind in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.
In der GDA Leitlinie Psyche findet sich in Ziffer 4.3 der Merkmalsbereiche die Thematik: „Arbeitsplatz- und Informationsgestaltung“. Hierbei werden „ungünstige Arbeitsräume“ und „räumliche Enge“ konkret benannt. Insbesondere das Arbeiten in räumlicher Enge ist als psychischer Belastungsfaktor, der grundsätzlich als Gefährdungsfaktor negative Wirkungen mit sich bringen kann, einzuschätzen. Das deutsche Wort „Angst“ ist sprachlich verwandt mit „Enge“ Arbeiten in engen Räumen sind als psychisch belastend einzuschätzen und in der Gefährdungsbeurteilung entsprechend zu thematisieren, auch wenn Beschäftigte nicht das bewusste Erleben von Angst berichten. Grundsätzlich gelten ähnliche Voraussetzungen wie bei anderen belastenden Arbeiten: Die Auswahl geeigneter Beschäftigter für solche Arbeiten steht am Anfang; die Befolgung der bereits genannten Sicherheitsmaßnahmen ist obligatorisch; Arbeiten in engen Räumen sollten zeitlich deutlich begrenzt sein. Verschiedene geeignete Beschäftigte sollten sich dabei in nicht zu groß bemessenen Abständen abwechseln können. Schließlich sind der Einbezug und die Beteiligung der Betroffenen von Wichtigkeit. Die Beschäftigten sollten z. B. in moderierten Workshops befragt werden, was bei ihrer Arbeit gut funktioniert, wo es Probleme und Schwierigkeiten gibt und welche Lösungsideen sie zum Umgang mit diesen Schwierigkeiten vorzuschlagen haben. Eine bewährte Vorgehensweise für solche moderierten Besprechungen ist z. B. in der DGUV Information 206-007 „So geht´s mit Ideen-Treffen“ beschrieben.
5 Zugangsverfahren
den verwendeten Rettungsausrüstungen,
Für Zugangsöffnungen von abwassertechnischen Anlagen gilt die DGUV Vorschrift 21 und 22 „Abwassertechnische Anlagen“.
Das Nichtbeachten der erforderlichen Mindestmaße der Zugangsöffnungen führt zu erschwerten Zugangs- und Rettungsbedingungen. In solchen Fällen sind die Behälter oder Silos den empfohlenen Abmessungen anzupassen, anderenfalls sind besondere Rettungsmaßnahmen erforderlich.
Zugangsöffnungen von Behältern, Silos und engen Räumen sind während der Arbeiten frei zu halten oder müssen für Maßnahmen der Rettung unverzüglich frei gemacht werden können.
zusätzlich Anbringen des Verbotszeichens „Zutritt für Unbefugte verboten“ (siehe Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A 1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“, Zeichen P 006).
Für das Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen sind geeignete Zugangsverfahren auszuwählen. Solche Verfahren können sein:
einfacher Zugang ohne Hilfsmittel (z. B. Seiteneinstieg in einen liegenden Tank),
Zugang mittels Winde zur Personenbeförderung und geeignetem Auffanggurt als Körperhaltevorrichtung,
seilunterstützte Zugangs- und Positionierungsverfahren nach der DGUV Information 212-001 „Arbeiten unter Verwendung von seilunterstützten Zugangs- und Positionierungsverfahren“.
Die Auswahl der Zugangsverfahren hängt ab
Aus vielerlei Gründen ist der Zugang mittels Personenaufnahmemittel (PAM), Auffanggurt oder seilunterstützten Zugangs- und Positionierungsverfahren (SZP) zu bevorzugen (z. B. Vermeiden von Absturzgefahr, Ergonomie, schnelle Rettung).
Abb. 25 Zugang mittels Winde zur Personenbeförderung und Auffanggurt
Beim Zugang mittels Auffanggurt und Hubgerät sind die Vor- und Nachteile der Verwendung eines zweiten Seiles sorgfältig abzuwägen. Gerade bei größeren Hubhöhen können die Nachteile überwiegen (Gefahr des gegenseitigen Verdrehens).
Die Zugangsverfahren sind so auszuwählen, dass sowohl der sichere Zugang als auch eine schnelle Rettung möglich sind.
Die Rettung kann z. B. durch Leitern erschwert werden, da in vielen Fällen Leitern den freien Querschnitt der Zugangsöffnung reduzieren und außerdem eine Rettung mittels Rettungshubgeräten beeinträchtigen. In solchen Fällen sind Zugangsverfahren mittels Personenaufnahmemittel oder Hubgerät zu bevorzugen.
In Behälter, Silos und enge Räume darf mit einem Auffanggurt als Körperhaltevorrichtung nur eingefahren werden, wenn sichergestellt ist, dass die Dauer des Hubvorgangs nach oben 5 Minuten nicht übersteigt.
Die Dauer des Hubvorgangs hängt ab
von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Personen.
Wird die Dauer von 5 Minuten überschritten, sollen geeignete Einfahreinrichtungen benutzt werden.
Geeignete Einfahreinrichtungen sind z. B. hochziehbare Personenaufnahmemittel, wie:
Zum Positionieren in Behältern, Silos oder engen Räumen dürfen nur geeignete Positionierungsverfahren benutzt werden. Zum Positionieren in Silos sind Siloeinfahreinrichtungen zu bevorzugen.
Seilunterstützte Zugangs- und Positionierungsverfahren dürfen nur von Personen benutzt werden, die mindestens 18 Jahre alt, zum Ersthelfer bzw. zur Ersthelferin ausgebildet, körperlich und fachlich geeignet sind und ihre fachliche Eignung durch eine Prüfung nachgewiesen haben (Näheres siehe TRBS 2121 Teil 3 und DGUV Information 212-001 „Arbeiten unter Verwendung von seilunterstützten Zugangs- und Positionierungsverfahren“).
Es ist darauf zu achten, dass keine freien Seilenden in das Schüttgut ragen bzw. von mechanischen Einrichtungen (Rührern, Austragseinrichtungen) erfasst werden können.
Bei Positionierung auf Schüttgütern sind nur Siloeinfahreinrichtungen zu benutzen; siehe auch Abschnitt 4.12.
Der Betrieb von Siloeinfahreinrichtungen ist in der DGUV Regel 101-005 „Hochziehbare Personenaufnahmemittel“ geregelt.
Personen dürfen zur Durchführung betriebsmäßiger Arbeiten in Silos das Personenaufnahmemittel der Einfahreinrichtung nur verlassen, wenn eine Gefährdung durch das Schüttgut ausgeschlossen ist und der oder die Aufsichtführende dies erlaubt hat.
Siehe auch § 25 der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ und DGUV Information 213-055.
Bei Benutzung von Rettungsausrüstungen gilt die DGUV Regel 112-199 „Retten aus Höhen und Tiefen“.
Bei Absturzgefahr sind zusätzlich persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz zu benutzen oder Ausrüstungen, die zum Schutz gegen Absturz und zum Retten verwendet werden können, wie z. B. Höhensicherungsgeräte mit Rettungshubfunktion, siehe Abschnitt 4.10).
Abb. 26 Seiteneinstieg mittels spezieller Halterung des Rettungshubgerätes
Eine schnelle Rettung ist in der Regel nur dann gewährleistet, wenn diese Person den Rettungsgurt bereits während der Arbeiten angelegt hat. Sollten dringende Gründe dagegensprechen, den Rettungsgurt bereits beim Einstieg in den Behälter, Silo oder engen Raum anzulegen, sind andere Maßnahmen einzuplanen, die ein schnelles Retten ermöglichen. Solche Maßnahmen können sein
Besteht Brandgefahr, sind bei Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen geeignete Feuerlöscheinrichtungen in ausreichender Zahl und leicht erreichbar bereitzuhalten.
Die Unternehmerin oder der Unternehmer hat eine ausreichende Anzahl von Personen, insbesondere die Sicherungsposten durch Unterweisung und Übung im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen zur Bekämpfung von Entstehungsbränden vertraut zu machen.
Zum Löschen in Behältern, Silos und engen Räumen sind entsprechend den zu löschenden Stoffen Schaumlöscher oder Wasser geeignet.
CO2- und Pulverlöschmittel sind für Arbeiten in Behälter, Silos und enge Räume grundsätzlich ungeeignet.
Abb. 27 Rettung mittels Höhensicherungsgerät mit Rettungshubfunktion
Abb. 28 Rettungsschlaufe (besonders geeignet zum schnellen Retten, z. B. wenn die Person keinen Auffanggurt trägt und Lebensgefahr durch Sauerstoffmangel oder Gefahrstoffe besteht)
© Fachbereich „Persönliche Schutzausrüstungen“, Sachgebiet „Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz“, Zwengenberger Straße 68, 42781 Haan
Die Mitnahme von Druckgasflaschen in Behälter, Silos und enge Räume ist nicht zulässig.
Abschnitt 7.1.1 gilt nicht für den Einsatz von Feuerlöschern oder Druckgasbehältern für Atemschutzgeräte.
Wenn durch lange Zuleitungen erhöhte Gefährdungen auftreten können, kann die Mitnahme statthaft sein, sofern zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden.
Für schweißtechnische Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen gilt Kapitel 2.26
„Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren“ der DGUV Regel 100-500 und 100-501 „Betreiben von Arbeitsmitteln“, insbesondere Abschnitt 3.7.
Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen siehe DGUV Vorschrift 79 und 80 „Verwendung von Flüssiggas“.
Hinweis: Dieses Muster kann entsprechend den betrieblichen Verhältnissen und auftretenden Gefährdungen ergänzt oder verkürzt werden.
Behälter/enger Raum .........................................................................................................
Geplante Arbeiten ..............................................................................................................
Aufsichtführende/r .............................................................................................................
Sicherungsposten ...............................................................................................................
Maßnahmen gegen Gefährdungen, die durch die geplanten Arbeitsverfahren auftreten, sind zwischen Aufsichtführendem und ausführendem Bereich/Unternehmen gemeinsam abzustimmen (z. B. bei Oberflächenbehandlungen oder Schweißarbeiten).
Information an andere Betriebe nein ja ..................................................................
Behälter enthielt/enthält ...............................................................................................
Behälter entleeren nein ja ....................................................................................
Behälter spülen/reinigen nein ja ...........................................................................
Behälter abtrennen nein ja ...................................................................................
durch Entfernen von .......... Passstücken
durch Setzen von ......... Blindscheiben
durch sonstige Maßnahmen .........................................................................................
Behälter belüften nein ja .......................................................................................
Belüftungsanordnung .....................................................................................................
Freimessen nein ja mit Gerät Typ ..........................................................................
Zu messende Stoffe ................................................................................................ und
Sauerstoff; Ergebnis .....................................................................................................
Behälter desinfizieren/sterilisieren nein ja .............................................................
Mitarbeiter/in impfen nein ja .................................................................................
Strahlenquelle entfernen/abschirmen nein ja ..........................................................
Festlegungen bezüglich elektromagnetischer Felder nein ja ....................................
Heiz-/Kühleinrichtungen außer Betrieb setzen nein ja durch: ...................................
elektrische Sicherungsmaßnahmen nein ja ......................................................
Sicherung entfernen Unterschrift Elektriker: ...............................................................
Rohrleitungen abtrennen nein ja .......................................................................
Mechanische Antriebe sichern nein ja durch: .........................................................
Sicherungen entfernen nein ja Unterschrift Elektriker: ......................................
System gegen unbeabsichtigte Bewegungen sichern nein ja ......................................
Ortsfeste elektrische Betriebsmittel sichern nein ja ..................................................
Unterschrift Elektriker .....................................................................................................
Arbeitsumfeld überprüfen
Zugangsmöglichkeiten ...................................................................................................
Absturzgefährdung am Behälter .......................................................................................
Maßnahmen gegen Absturz nein ja
Anschlageinrichtungen festlegen................................................................................
Auffangsystem festlegen ..........................................................................................
Maßnahmen gegen Versinken/Verschütten festlegen nein ja
Siloeinfahreinrichtung nein ja Typ ....................................................................
andere geeignete Zugangsverfahren nein ja ......................................................
Zugangsverfahren auswählen ..........................................................................................
Maßnahmen zur Rettung festlegen nein ja
Anschlageinrichtungen festlegen ................................................................................
Rettungssystem festlegen .........................................................................................
Brandschutzmaßnahmen nein ja ...........................................................................
Schweißarbeiten nein ja ........................................................................................
Sonstige Maßnahmen nein ja ................................................................................
Überprüfung der unter 1 festgelegten Maßnahmen
durch den/die Aufsichtführende/n ......................................................................................
Einweisung des Sicherungspostens und ggf. des Beauftragten
des beteiligten Unternehmens/Gewerkes ............................................................................
Sicht- und Funktionsprüfung der PSA und der Betriebsmittel
PSA gegen Absturz nein ja Atemschutz nein ja
Rettungsausrüstungen nein ja
PSA gegen tiefe Temperaturen nein ja ....................................................................
Chemikalienschutzanzug/Handschuhe nein ja ........................................................
Ortsveränderliche elektrische Geräte nein ja ...........................................................
Lüftung nein ja .......................................................................................................
Sonstige Betriebsmittel nein ja ..............................................................................
Lüftung nein ja ........................................................................................................
Sonstige Betriebsmittel nein ja .................................................................................
Luftqualität permanent überwachen nein ja
Gerät ............................................................................................................................
Lüftungsmaßnahmen entsprechend 1 durchführen nein ja
Belüftungsanordnung .......................................................................................................
PSA gegen Gefahrstoffe benutzen nein ja
Schutzhandschuhe nein ja Typ ...............................................................................
Chemikalienschutzanzug nein ja Typ ........................................................................
Sonstige Maßnahmen .......................................................................................................
Maßnahmen gegen Sauerstoffüberschuss nein ja
Explosionsschutzmaßnahmen nein ja
Einsatz eines tragbaren Gaswarngerätes nein ja
Zündquellenvermeidung nein ja .................................................................................
Einzusetzende Geräte/Beleuchtung nach Kategorie 1 2 3
IP54 Dämpfe/Nebel (G) Stäube (D)
Temperaturklasse: .......... Explosionsgruppe: ..........
Maßnahmen gegen Elektrostatik als Zündquelle:................................................................
Niedrigster Flammpunkt/UEP ..... °C
Höchste Raumtemperatur während der Arbeiten .........°C
Verbrauchsmenge: .........l/h
Davon ......... Liter Lösemittel, das entspricht ......... kg/h
Zulüfter:..............................................................................................mit jeweils ......... m3/h
Klimageräte:.......................................................................................mit jeweils ......... m3/
Ablüfter:.............................................................................................mit jeweils ......... m3/h
Besondere Hygienemaßnahmen nein ja ........................................................................
Strahlenquellen sichern nein ja ....................................................................................
Festlegungen zu elektromagnetischen Feldern nein ja ....................................................
Festlegungen zu hohen oder tiefen Temperaturen nein ja
Festlegungen zum Materialtransport nein ja
Festlegungen zur Benutzung von elektrischen Geräten nein ja
bei Räumen mit begrenzter Bewegungsfreiheit Benutzung der folgenden Schutzsysteme nein ja ...................................................................................................................................
Benutzung der Siloeinfahreinrichtungen oder anderen Maßnahmen gegen
Versinken/Verschütten nein ja
Festlegungen zur unter 1 festgelegten PSA zum Retten: nein ja
Bei nein: äquivalente Maßnahmen .............................................................................................
Sonstige Maßnahmen nein ja
Datum: ......... Uhrzeit: .........
Unterschrift Aufsichtführende/r
Unterschrift Unternehmer/in bzw. Beauftragte/r beteiligter Unternehmen/Gewerke
Verlänge­rung
erteilt bis Erneutes Frei­mes­sen
nach ...... Std. Ergebnis Unter­schrift
Sicherungsposten Unter­schrift
Beteiligte Firmen/Gewerke
Si­che­rungs­pos­ten Datum/Uhr­zeit Ablö­sen­der Posten Bemerkungen
.................................................................................................... Unterschrift Aufsichtführende/r
.................................................................................................... Unterschrift Sicherungsposten
Im Abschnitt 1 „Vorbereitende Maßnahmen“ werden diejenigen Maßnahmen aufgeführt, die eine größere Vorbereitung erfordern und bereits im Vorfeld der eigentlichen Arbeiten getroffen werden müssen.
Dazu gehört auch die Auswahl der persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) zum Retten bzw. der PSA gegen Absturz, da hierfür in der Regel Vorbereitungsarbeiten notwendig sind (Schaffung der Anschlagpunkte, Montage von Geräten).
Im Abschnitt 2 „Maßnahmen vor Beginn der Arbeiten“ werden die im Abschnitt 1 des Erlaubnisscheins festgelegten Schutzmaßnahmen überprüft. Außerdem sind die Geräte und Ausrüstungen aufgeführt, die einer Sicht- und Funktionsprüfung unterzogen werden müssen, z. B. Schweißgeräte, elektrische Geräte und die PSA.
Im Abschnitt 3 „Maßnahmen während der Arbeiten“ werden alle Maßnahmen festgehalten, die während des Verlaufs der Arbeiten getroffen werden müssen und nicht als Vorbereitungsmaßnahmen angesehen werden können, z. B. die Benutzung bestimmter persönlicher Schutzausrüstungen (z. B. Handschuhe, Atemschutzgeräte) sowie die Durchführung bestimmter Explosionsschutzmaßnahmen (z. B. die Verwendung entsprechend ex-geschützter Geräte) und Lüftungsmaßnahmen. Hier werden auch alle Maßnahmen festgelegt, die vor Gefährdungen schützen sollen, welche durch die Arbeiten selbst verursacht werden können (z. B. besondere Lüftungsmaßnahmen bei Beschichtungsarbeiten).
Der Mustererlaubnisschein kann als editierbares Word-Dokument im Downloadcenter der BG Rohstoffe und chemische Industrie heruntergeladen werden. Hierdurch ist ein einfaches Anpassen an die individuellen betrieblichen Verhältnisse möglich.
Bitte klicken Sie auf diesen Text, um den Mustererlaubnisschein als PDF-Datei zu öffnen.
Musterbetriebsanweisung zum Befahren
(Grube mit gesundheitsschädlichen Stoffen)
zum regelmäßig wiederkehrenden Befahren des Behälters:
Gesundheitsschädigungen durch Styrol (bedingt durch undichte Pumpen oder Rohrleitungen)
Vor Befahren der Grube in der Leitwarte melden, Rückmeldezeit vereinbaren
Diese Betriebsanweisung gilt nur für das kurzzeitige Betreten der Grube zu Kontrollzwecken. Für Arbeiten ist ein Befahrerlaubnisschein auszustellen!
Datum, Unterschrift: ..........................................
Hinweise zur Anordnung der Lüftung
Die Abdeckung verhindert das Ansaugen von Frischluft.
Durch die beschriebene Abdeckung wäre auch sichergestellt, dass Personen im Notfall den Tank schnell verlassen können, zumal sich der Schlauch samt Abdeckung von innen leicht wegdrücken oder beiseiteschieben lässt.
Empfohlene Mindestmaße für Behälteröffnungen
Zugang mit PSA gegen Absturz bzw. Rettungsausrüstungen:
Mannlöcher 600 mm Durchmesser oder 500 mm, wenn die
Stutzenhöhe 250 mm nicht übersteigt;
Normaler Einstieg:
Mannlöcher 600 mm Durchmesser bzw. 500
bei maximaler Stutzenlänge von 250 mm
Rechteckige Öffnungen:
Mindestens 0,25 m2, Mindestlänge der kürzesten Seite 500 mm
Mindestens 0,4 m2, Mindestlänge der kürzesten Seite 600 mm
Mindestens 0,4 m2 Mindestlänge der kürzesten Seite 600 mm
(Maße werden auch durch die zu verwendeten Siloeinfahreinrichtungen bestimmt)
Mannloch 500 mm Durchmesser
a mind. 600 mm
Stoffe und Güter, die Sauerstoffarmut verursachen
(Auszug aus der Bekanntmachung der Entschließung des Schiffssicherheitsausschusses A.1050(27) „Überarbeitete Empfehlungen zum Begehen geschlossener Räume an Bord von Schiffen“)
„Ein herausragendes Risiko solcher Ladungen ist Sauerstoffentzug durch Eigenarten, die der Ladung innewohnen, zum Beispiel Selbsterwärmung, Oxidation von Metallen und Erzen oder Zersetzung von Pflanzenölen, Fischölen, tierischen Fetten, Getreide und sonstigen organischen Stoffen oder deren Rückständen. Die unten aufgelisteten Stoffe sind dafür bekannt, dass sie Sauerstoffarmut verursachen. Die Liste ist jedoch nicht vollständig. Sauerstoffarmut kann auch durch sonstige Stoffe pflanzlicher oder tierischer Herkunft verursacht werden, durch entzündbare oder selbstentzündliche Stoffe und durch Stoffe mit einem hohen Metallgehalt, einschließlich, aber nicht beschränkt auf:
Getreide, Getreideerzeugnisse und Rückstände aus der Getreideverarbeitung (wie z. B. Kleie, geschrotetes Getreide, geschrotetes Malz oder Schrot), Hopfen, Malzhülsen und Malztreber;
Ölsaaten sowie Erzeugnisse aus und Rückstände von Ölsaaten (wie z. B. Saatkuchen, Presskuchen, Ölkuchen und Schrot);
Holz in Form von z. B. Paketholz, Rundholz, Baumstämmen, Zellstoff, Stützen (Grubenholz und sonstigen Holzstützen), Holzhackschnitzeln, Hobelspänen, Holzpellets und Sägemehl;
Jute, Hanf, Flachs, Sisal, Kapok, Baumwolle und andere pflanzliche Fasern (wie z. B. Espartogras/spanisches Gras, Heu, Stroh, Bhusa), leere Säcke, Baumwollabfälle, tierische Fasern, tierische und pflanzliche Gewebe, Wollabfälle und Lumpen;
Fisch, Fischmehl und Fischabfall;
sulfidische Erze und Erzkonzentrate;
Holzkohle, Kohle, Lignit und Kohleerzeugnisse;
direkt reduziertes Eisen (DRI = direct reduced iron);
Metallabfälle und -späne, Eisenspäne, Stahl- und sonstige Drehspäne, Späne von Ausdrehmeißeln, Späne von Spiralbohrern, Hobelspäne, Feilspäne und Schneidespäne und
Buchhandel und Internet: z. B. www.gesetze-im-internet.de sowie
TRBS 2121 „Gefährdung von Personen durch Absturz“
TRBS 2121 Teil 3 „Gefährdungen von Personen durch Absturz – Bereitstellung und Benutzung von Zugangs- und Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen“
TRGS 507 „Oberflächenbehandlungen in Räumen und Behältern“
TRGS 727 „Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen“
DGUV Vorschrift 11 und 12 „Laserstrahlung“
DGUV Vorschrift 15 und 16 „Elektromagnetische Felder“
DGUV Vorschrift 21 und 22 „Abwassertechnische Anlagen“
DGUV Vorschrift 38 und 39 „Bauarbeiten“
DGUV Vorschrift 45 „Schiffbau“
DGUV Vorschrift 79 und 80 „Verwendung von Flüssiggas“
DGUV Regel 100-500 und 100-501 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
DGUV Regel 101-005 „Hochziehbare Personenaufnahmemittel“
DGUV Regel 103-002 „Fernwärmeverteilungsanlagen“
DGUV Regel 112-139 „Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen“
DGUV Regel 113-001 „Explosionsschutz-Regeln (Ex-RL)“
DGUV Information 201-055 „Feuerfest-, Turm- und Schornsteinbauarbeiten“
DGUV Information 206-007 „So geht´s mit Ideen-Treffen“
DGUV Information 209-045 „Absauganlagen und Silos für Holzstaub und -späne“
DGUV Information 212-139 „Notrufmöglichkeiten für allein arbeitende Personen“
DGUV Information 213-002 „Hitzearbeit“
DGUV Information 213-055 „Retten aus Behältern, Silos und engen Räumen“
DGUV-Information 215-510 „Beurteilung des Raumklimas“
DGUV-Grundsatz 312-001 „Anforderungen an Ausbildende und Ausbildungsstätten zur Durchführung von Unterweisungen mit praktischen Übungen bei Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz und Rettungsausrüstungen“
DGUV Grundsatz 313-002 „Auswahl, Ausbildung und Beauftragung von Fachkundigen zum Freimessen nach DGUV Regel 113-004“
Abbildungen für diese Regel wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
Abbildungen 2–6, 8–13, 19–22, 25, 26:
HzweiS Werbeagentur GmbH
BORNACK GmbH & Co. KG, Bustadt 39, 74360 Ilsfeld
Abbildungen 23 und 27:
Stadtwerke Münster, Hafenplatz 1, 48155 Münster
BENZEBERG & ZEMKE GMBH, Mintarder Weg 49, 45219 Essen
Fachbereich „Persönliche Schutzausrüstungen“, Sachgebiet „Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz“, Zwengenberger Straße 68, 42781 Haan
Sachgebiet Behälter, Silos und enge Räume des Fachbereichs Rohstoffe und chemische Industrie der DGUV

References: § 8
 § 12
 § 31
 § 9
 § 18
 § 9
 § 6
 § 25