Source: http://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de/jportal/portal/?quelle=jlink&query=WildMoorNatSchGV+SH&psml=bsshoprod.psml&max=true&aiz=true
Timestamp: 2019-11-17 04:26:35+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein WildMoorNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Wildes Moor bei Schwabstedt" vom 25. November 1992 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Wildes Moor...
juris-Abkürzung: WildMoorNatSchGV SH
Ausfertigungsdatum: 25.11.1992
Fundstelle: GVOBl. 1993 8
Gliederungs-Nr: 791-4-140
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Wildes Moor bei Schwabstedt"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Wildes Moor bei Schwabstedt" vom 25. November 1992 01.01.2003
Aufgrund des § 16 Abs. 1 und des § 21 Abs. 1 des Landschaftspflegegesetzes verordnet der Minister für Natur, Umwelt und Landesentwicklung die folgenden §§ 1 bis 8 mit Ausnahme des § 5 Abs. 1 Nr. 2 ;
aufgrund des § 39 Abs. 1 Nr. 8 des Landesjagdgesetzes verordnet der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischereiden folgenden § 5 Abs. 1 Nr. 2 und § 8 Abs. 1 :
(1) Das Wilde Moor bei Schwabstedt zwischen den Ortschaften Wohlde im Osten, Winnert im Nordwesten und Hollbüllhuus im Süden, Kreis Nordfriesland, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Wildes Moor bei Schwabstedt" unter Nummer 145 in das beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung als oberster Landschaftspflegebehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 631 ha groß und umfaßt die ringförmig angeordneten Moorflächen des Wilden Moores und die darin eingeschlossenen Feuchtgrünlandbereiche. Die Grenze des Naturschutzgebietes verläuft im wesentlichen auf der dem Gebiet zugewandten Seite der beim Wasser- und Bodenverband Winnert im Gewässerverzeichnis eingetragenen Vorfluter
06.01.00 im Süden,
06.02.00 im Westen,
06.02.03, 06.04.00 im Norden sowie
06.04.03, 06.03.00 und 06.03.01 im Osten.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten, Blatt 1 bis 5, im Maßstab 1 : 5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karten ist beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, Oberste Landschaftspflegebehörde, 2300 Kiel, verwahrt. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.
Amtsvorsteher des Amtes Treene, 2251 Mildstedt,
Winnert, 2251 Winnert,
Schwabstedt, 2251 Schwabstedt,
(1) Das Naturschutzgebiet besteht aus einem großräumigen Feuchtgebiet mit Hoch- und Niedermoorflächen, wechselfeuchtem Grünland und offenen Wasserflächen.
(2) Schutzzweck ist es, in diesem Gebiet die Natur in ihrer Ganzheit zu erhalten. Insbesondere gilt es,
auf den Hoch- und Niedermoorflächen natürliche Abläufe,
auf den wechselfeuchten Grünlandflächen und den Überschwemmungswiesen einen Teil der Flächen der natürlichen Entwicklung zu überlassen und auf einem anderen Teil durch geeignete Maßnahmen Feuchtwiesen - Ökosysteme, unter anderem mit besonderen Wiesenvogel-Gemeinschaften,
die natürliche Dynamik der offenen Gewässer und ihrer Uferzonen,
die Lebensbedingungen für den vom Aussterben bedrohten Fischotter in ungestörter Lebensräumen, insbesondere in den Randbereichen der Gewässer und
das für den Naturraum typische Landschaftsbild zu erhalten und zu schützen.
Gewässer auszubauen im Sinne des § 31 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes oder Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserstand oder den Wasserabfluß oder die Fließgeschwindigkeit nicht nur unerheblich verändern, oder Stoffe einzubringen, einzuleiten, zu entnehmen oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern;
die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes der bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Grünland genutzten Flächen; die bestehende Grundstücksentwässerung darf dabei nicht verändert werden. Nicht zulässig ist mit Wirkung vom 1. Januar 1997 an
der Grünlandumbruch oder das Ausbringen von Grassaat,
das Aufbringen von Dünger, Pflanzenschutzmitteln oder anderen Stoffen;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdschutzes im Sinne des Abschnittes VI und des § 22a des Bundesjagdgesetzes in Verbindung mit den §§ 21 und 22 des Landesjagdgesetzes auf den Flächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und des Landes Schleswig-Holstein, die einen Eigenjagdbezirk bilden, sowie die Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 Bundesjagdgesetzes auf Schalenwild und Füchse auf diesen Flächen;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes auf den übrigen Flächen; nicht zulässig ist es,
Fasane auszusetzen,
geschlossene Hochsitze oder Jagdhütten zu errichten oder Entenkästen aufzustellen,
die Fallenjagd auszuüben,
Wildäcker, Wildäsungsflächen oder Fütterungseinrichtungen anzulegen;
Die ordnungsgemäße Ausübung des Fischfanges in den Gewässern auf dem Flurstück 56/2 der Flur 13 in der Gemarkung Winnert durch die Eigentümerin oder den Eigentümer oder Nutzungsberechtigte mit bis zu vier Begleitpersonen;
die nach § 38 Abs. 3 und 4 des Landeswassergesetzes in einem Gewässerpflegeplan festgelegte, erforderliche Unterhaltung der der Vorflut dienenden Gewässer;
der ordnungsgemäße Betrieb und die erforderliche Unterhaltung der Schöpfwerke Winnert I und II sowie die erforderliche Unterhaltung der Polderdeiche;
die erforderlichen Maßnahmen zur Unterhaltung und Sicherung der Wege, nicht zulässig ist die Verwendung von wassergefährdenden, auswasch- oder auslaugbaren Materialien;
der jeweiligen Grundstücke durch die Grundstücksbesitzerinnen oder Grundstücksbesitzer oder deren Beauftragte zur Wahrnehmung berechtigter Interessen;
Untersuchungen und Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die untere Landschaftspflegebehörde im Einvernehmen mit dem Landesamt für Naturschutz und Landschaftspflege durchführt oder durchführen läßt oder die im Rahmen der Anordnungen der obersten Landschaftspflegebehörde durchzuführen sind.
(3) Die untere Landschaftspflegebehörde kann im Einzelfall durch Einzelanordnung Privatwege im Naturschutzgebiet sperren, wenn dieses zum Schutz gefährdeter, besonders geschützter Tierarten erforderlich ist.
(4) In Abständen werden die Auswirkungen der nach Absatz 1 zulässigen Handlungen auf die in § 3 beschriebenen Ziele der Verordnung und die Notwendigkeit geprüft, die Zulässigkeit einzelner Handlungen einzuschränken oder auszuweiten.
von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 12, 13, 15, 16 und 18 ,
von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 bei einer erforderlichen Inanspruchnahme von Flächen für die Ablagerung von Bodenbestandteilen im Rahmen der Gewässerunterhaltung nach § 38 des Landeswassergesetzes Ausnahmen zulassen, wenn die danach zulässigen Handlungen nicht zu einer nachhaltigen Störung führen und den Schutzzweck nicht beeinträchtigen können. Sie ist auch zuständig für die Erteilung von Befreiungen nach § 61 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes und kann bei Gefährdung des Schutzzweckes die unaufschiebbaren, notwendigen Maßnahmen treffen.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 Gewässer ausbaut im Sinne des § 31 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes oder Maßnahmen durchführt, die den Wasserstand oder den Wasserabfluß oder die Fließgeschwindigkeit nicht nur unerheblich verändert oder Stoffe einbringt, einleitet, entnimmt oder andere Maßnahmen vornimmt, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern;
§ 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Anlagen zur Entwässerung eines Grundstückes errichtet oder die bestehende Grundstücksentwässerung verändert;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 15 die Gewässer mit Wasserfahrzeugen aller Art befährt; 16. § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 16 in den Gewässern badet oder mit Tauchgeräten taucht;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 18 das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege betritt oder im Naturschutzgebiet außerhalb der dafür bestimmten Wege fährt oder reitet.
(2) Gleichzeitig tritt die Landesverordnung zur einstweiligen Sicherstellung des "Wilden Moores bei Schwabstedt" vom 21. September 1989 (GVOBl. Schl.-H. S. 114) außer Kraft, soweit sie das in § 2 Abs. 1 dieser Verordnung beschriebene Gebiet betrifft.

References: § 16
 § 21
 § 5
 § 39
 § 5
 § 8
 § 31
 § 7
 § 22
 § 1
 § 1
 § 38
 § 3
 § 4
 § 4
 § 38
 § 61

§ 4
 § 31

§ 7

§ 4
 § 4

§ 4
 § 2