Source: http://zinnfiguren-bleifiguren.com/Firmengeschichten/Haffner/Haffner.html
Timestamp: 2019-04-25 14:50:53+00:00

Document:
Johann (Hafner) Haffner, Fürth
Johann Haffner, Inhaber Conrad Haffner, Fürth
Johann Haffner's Nachfolger, Inhaber Albrecht Städtler, Fürth
Johann Haffner's Nachfolger, Inhaber Otto Bing, Nürnberg
Johann Haffner's Nachfolger, Inhaber Max Erlanger, Nürnberg
Andreas Förtner, Nürnberg
Andreas Förtner oHG., Nürnberg
Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner und J. Haffner's Nachfolger AG., Nürnberg
Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner und J. Haffner's Nachfolger GmbH., Nürnberg
Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner und J. Haffner's Nachfolger KG., Nürnberg
Ernst Voelk KG., Nürnberg
Trix Vereinigte Spielwarenfabriken GmbH., Nürnberg
Trix Vereinigte Spielwarenfabriken Ernst Voelk KG., Nürnberg
Trix Spielwaren GmbH., Nürnberg
SCHILDKRÖT-TRIX Spielwarengesellschaft mbH., Nürnberg
SCHILDKRÖT Spielwaren GmbH., Nürnberg
Metallspielwarenfabrik Oppenheim & Co. GmbH., Nürnberg
Blechspielwarenfabrik Johann Distler, Nürnberg
Curt Ziechner, Nürnberg
Theodor Hampe (Der Zinnsoldat - ein deutsches Spielzeug, Seite 71) irrt mit seiner Angabe "Als Besitzer waren hier Johann Haffner der Vater und Johann Haffner der Sohn ... aufeinander gefolgt."
Alle anderen Verfasser von Büchern und Aufsätzen nach 1924 über Zinn- und Bleifiguren, die diese "Tatsache" von Hampe abgeschrieben haben, irren damit ebenso!
1810 Der Drechslermeister Konrad Hafner (* 30. April 1785; † 19. April 1848), ältester Sohn des Drechslermeisters Johann Georg Hafner (* 4. Dezember 1757; † 30. Mai 1812), heiratet am 19. November 1810 die Anna Margaretha Ell (* 10. März 1789; † 15. Juni 1818), älteste Tochter und 1. Kind des Strumpfwirkergesellen Wilhelm Ell (* 19. Dezember 1767; † 17. Januar 1835).
Das Ehepaar hat die Kinder Anna Katharina Hafner (* 1. Februar 1808 im Haus No. 65; † 2. Juli 1845), Wilhelm Hafner (* 12. August 1811 im Haus No. 162; † 14. August 1811), Johann Hafner (* 11. August 1813 im Haus No. 419), Johanna Margaretha Hafner (* 15. März 1816 im Haus No. 517; † 28. Juni 1878; heiratet am 11. Januar 1841 den Vergolder und Emailleur Lorenz Julius Ferlinger (* 14. März 1811)) und Anna Maria Margaretha Hafner (* 15. Juni 1818 im Haus No. 517; † 3. Juli 1818).
1818 Nach dem Tode seiner Frau heiratet der Witwer Konrad Hafner am 24. August 1818 die Anna Margaretha Johanna Ell (* 19. Juli 1799; † 14. Januar 1839), 6. Kind des Strumpfwirkergesellen Wilhelm Ell und Schwester der 1. Ehefrau.
Mit ihr hat er die Tochter Anna Apollonia Hafner (* 2. April 1820 im Haus No. 517; † 10. Juli 1820).
Johann Haffner erhält am 28. Januar 1827 vom königlichen Localinspector der Sonntags-Schule die Erlaubnis, die Sonntagsschule nicht zu besuchen, wenn er sich bei umgehender Aufforderung zur Prüfung stellt und vorweist, daß er den nötigen Unterricht auf einem anderen Weg erhält.
Er beendet am 21. Juni 1827 nach sieben Jahren die Werktagsschule (mit dem Zeugnis: "Sehr lobenswürdige Sittlichkeit, vortrefflicher Fähigkeiten, unermüdlichen Fleißes und ausgezeichneter Kenntnisse zum anderweiten weltbürgerlichen Berufe") und tritt am 30. Juni 1827 eine Lehre bei dem Fürther Zinngießermeister Friedrich Seybold an.
Er beendet die Lehre erfolgreich am 3. Juli 1830, wird um 14. August 1830 Geselle und arbeitet weitere 6 ½ Jahre als Zinngießer bei Friedrich Seybold.
Vom 8. bis 13. Mai 1832 wird er im Fürther Hospital "wegen rheumatischer Beschwerden, resp. wandernden Rheumatismus" stationär behandelt.
Am 18. September 1834 rückt er bei der Artillerie-Compagnie beim Bataillon des Königl. Landwehr-Infanterie-Regiment Fürth ein (Größe: 173 cm, blonde Haare und Augenbrauen, hohe Stirn, blaue Augen, große Nase und großer Mund, ovales Kinn, runde Gesichtsform und schlanken Körperbau).
Die Militair-Untersuchungs- und Conscriptions-Commission stellt am 10. und 11. Dezember 1834 fest, dass bei Johann Haffner Füße und Hände in bedeutendem Grade erfroren sind und er Brustbeschwerden mit Husten hat und damit für den Militärdienst untauglich ist.
1835 Der Entlassungsschein wird allerdings erst am 28. August 1835 ausgestellt.
Am 14. Februar 1837 reicht Johann Haffner ein Gesuch um Zulassung zur Meisterprüfung in Fürth ein und bittet, von der Wanderschaft befreit zu werden, da er an Gicht, Erfrierungen und Brustbeschwerden leidet.
Die Wanderschaft wird ihm am 1. April 1837 erlassen.
Bei der Prüfung am 4. April 1837 fertigt er als Probearbeit einen Husaren zu Pferd in Form und Guß sowie die Zeichnung eines 4 Zoll hohen Infanteristen an. In dem Bericht der Prüfungskommission vom 15. April 1837 heißt es: "Die heute vorgezeigte, unter Aufsicht gefertigte Probearbeit wurde zwar nicht als ganz fehlerfrey erkannt, jedoch in der Art gelungen erklärt, daß sich die Prüfungskommission für die Befähigung des Candidat zum selbständigen Betriebe des Zinngießergewerbes in Zinnfiguren aussprechen zu können glaubt."
Am 5. Juni 1837 bewirbt er sich für die Aufnahme als Meister, die frei gewordene Zinngießerkonzession der verstorbenen Witwe Mößner und die Erlaubnis zur Verehelichung.
Das Niederlassungsgesuch, das Verehelichungsgesuch und die Zinngießerkonzession Mößner wird am 14. August 1837 nach Anhörung des Königlichen Bayerischen Kreis- und Stadtgerichts Nürnberg, des Stadtmagistrats Fürth und Nürnberg, dem Vorsteher des Zinngießergewerbs, des Armenpflegschaftsrates und dem Collegium der Königlich Bayerischen Gemeindebevollmächtigten genehmigt.
Das zur Niederlassung notwendige Kapital von 500 bis 600 fl. wird zum größten Teil von seiner Braut Dorothea Johanna Juliana Schwemmer erbracht.
Sie hat ein bei der Königlichen Bank in Nürnberg verzinslich angelegtes Vermögen von 1612 fl., 21 1/6 Krz. und Besitz im Wert von 100 fl.; Johann Haffner hat außer den Kleidern lediglich Bargeld in Höhe von 125 fl., die ihm sein Vater "als Anhülfe" versprochen hat.
Am 13. November 1837 heiratet Johann Haffner die Dorothea Johanna Juliana Schwemmer (* 27. September 1817 in Nürnberg im Haus No. 1567), Tochter des Nürnberger Kartätschenfabrikanten Johann Paul Schwemmer (* 1777; † 24. Oktober 1831) und dessen Frau Anna Maria Regina Juliana, geb. Fuchs (* 1785; † 28. November 1820).
Das Ehepaar hat die Kinder Konrad Haffner (* 20. Mai 1838), Jakob Haffner (* 5. Oktober 1839; † 13. Juni 1866), Anna Katharina Christina Haffner (* 30. Oktober 1842; † 14. Dezember 1842), Margaretha Johanna Juliana Haffner (* 7. Juni 1844; † 25. Juni 1865; heiratet am 30. Juni 1862 den Polizeifunktionär Johann Paul Karl Höfer (* 15. Oktober 1833)), Ludwig Karl Georg Haffner (* 29. Juli 1845; † 10. August 1845), Dorothea Johanna Haffner (* 25. September 1846; † 20. Juni 1874; heiratet am 17. Mai 1864 den Schuhmachermeister Johann Rudolph Dietz (* 4. Mai 1836)), Jakobina Johanna Haffner (* 11. November 1847; heiratet am 8. Mai 1870 den Seifen- und Lichterfabrikanten Johann Andreas Wegerle (* 11. Januar 1841) aus Nürnberg), Dorothea Maria Luisa Haffner (* 29. Oktober 1848; † 21. Oktober 1871; heiratet am 6. November 1864 den Zinngießer Adolf Konrad Gustav König (* 11. Januar 1842)), Friedrich Hermann Haffner (* 16. April 1852; der sich am 9. Juni 1883 nach Berlin abmeldet), Maria Luisa Haffner (* 4. Februar 1854; † 11. November 1854), Margaretha Barbara Haffner (* 27. Februar 1856; † 2. Oktober 1881; heiratet am 13. Oktober 1874 den Spiegel- und Galanteriewarenfabrikanten Johann Christian Schaller (* 26. März 1852)) und Johann Friedrich Julius Haffner (* 23. Juni 1860; † 24. Oktober 1860)
Die Zinnfigurenfabrik wird von Johann Haffner in Fürth im Haus No. 270 Schwabacherstraße gegründet.
Er beschäftigt ca. 10 Mitarbeiter.
Johann Haffner stellt erstmals anläßlich der Ausstellung der Industrie- und Gewerbs-Erzeugnisse zu Nürnberg im Herbst 1840 eine Mustertafel mit 14 Stück fein gemalter Zinnfiguren aus, die in einer Berichterstattung als "recht nette Bleifiguren" beschrieben werden.
1842 Die Zinnfigurenfabrik ist jetzt im Haus No. 333 Ecke Schwabacherstraße und Alexanderstraße.
1844 Die Produktion ist vorübergehend in das Haus No. 262 Neuestraße verlegt.
1846 Die Fabrik befindet sich wieder im Anwesen No. 333.
Johann Haffner kauft von dem Flaschnermeister Michael Reißmann das Anwesen Nr. 333 (Ecke Schwabacherstraße und Alexanderstraße).
Das Königliche Rektorat der Gewerb- und Handelsschule attestiert Konrad Haffner, daß er "den 1ten Kurs der Gewerbsabtheilung der k. Gewerb- und Handelsschule dahier von May 1849 bis Ende August 1850, hierauf den 2ten Gewerbkurs bis Juli 1851 besucht und während dieser Zeit bey guten Anlagen und genügendem Fleiß befriedigende Fortschritte gemacht hat. Dabey war sein sittliches Betragen sehr lobenswerth".
Die Königliche Regierung von Mittelfranken - Kammer des Inneren genehmigt dem Zinngießermeister Johann Haffner zu Fürth den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Schwabacher Straße (Haus Nr. 333) nach dem vorgelegten Plan am 21. September 1853.
Nach Fertigstellung des Gebäudes befinden sich die Fabrikationsräume im Erdgeschoß.
Pläne Haus Nr. 333 (spätere Alexanderstraße 1)
Johann Haffner legt vor dem Anwesen Nr. 333 ein Trottoir an, das gleichzeitig das erste seiner Art in Fürth überhaupt ist, das sich aber, weil es aus Marmorplatten besteht, wegen seiner Glätte nicht bewährt.
Hauseingang Haus Nr. 333 bzw. Alexanderstraße 1 (am 31. März 2007) - Stichbogenportal und Rocaille mit dem Engel (als Symbol für Feinzinn?)
Beispiel Figuren-Packung "Inkjerman"
Beispiel Figuren-Packung "Camp in Kentuky"
Beispiel Figuren-Packung "Camp in Virginia"
Konrad Haffner, der bei seinem Vater "die Zinngießerprofession" erlernt hat, wird am 5. Januar 1856 von der Lehre freigesprochen.
Johann Haffner überläßt offensichtlich die Geschicke der Firma seinem Sohn Konrad Haffner, da er im Fürther Adressbuch von 1859 als Privatier verzeichnet ist.
Die Zinngießerei firmiert aber unter "Johann Haffner, Zinngießer"; Konrad Haffner ist noch nicht Meister.
1860 Haus Nr. 333 wird durch Umnummerierung zu Alexanderstraße 1.
Am 11. Juli 1861 wird Konrad Haffner aus der Armeepflichtigkeit wegen Untauglichkeit entlassen (Größe 170 cm, Haare und Augenbrauen braun, Stirne breit, Augen blau, Nase und Mund proportioniert, Bart blond, Kinn und Gesichtsform oval sowie
schlanker Körperbau).
Konrad Haffner wird am 8. März 1862 der Prüfung für den Betrieb des Zinngießer-Gewerbes unterworfen, und hat solche in der Art bestanden, daß er für "Befaehigt zum selbständigen Betrieb dieses Gewerbes in allen Gemeinden des Königreiches befunden wurde, und wird dabei bemerkt, daß Prüfungskandidat sich namentlich durch sein vorzügliches Zeichnen und Gravieren der Formen zu Zinnfiguren das Prädikat "ausgezeichnet" verdient hat."
Am 12. März 1862 gibt er zu Protokoll, daß er sich in Fürth als Bürger und Zinngießermeister ansässig machen möchte und bittet "gehorsamst" um Zuteilung einer "neuen derartigen Conzession".
"Da ich beabsichtige, das Zinngießergewerbe lediglich durch Verfertigung von Zinnfiguren zu betreiben, dieser Theil des Gewerbes aber von der Art ist, daß eine Beeinträchtigung der bereits conzessionierten hiesigen Zinngießermeister durch Verleihung einer neuen Conzession an mich nicht stattfindet, indem dieser Fabrikationszweig den bedeutendsten Absatz auf dem Handelswege findet so dürfte mein Gesuch um so weniger einem Einwande unterliegen, als auch bei meiner nachgewiesenen außergewöhnlichen Befähigung in diesem Fabrikationszweig die vollkommene Eignung meines Nahrungsstandes nicht zu bezweifeln sein wird. Aber auch die Mittel zum schwunghaften Betriebe des von mir beabsichtigten Geschäftes sind mir geboten, indem ich von meinem Vater zur Begründung meiner Beschäftigung den baren Betrag von 1.500 fl. erhalte und dieses Vermögen durch Eingehung einer vortheilhaften Heirath auf angemessene Weise zu vermehren mir in Aussicht steht."
Er gehört der Freien religiösen Gemeinde an und will "zur protestantischen Religion zurückkehren".
Ein weiteres Gesuch wird von ihm am 23. April 1862 zu Protokoll gegeben:
"Nachträglich zu meinem unlängst gestellten Conzessions- und Ansässigmachungsgesuche erlaube ich mit noch zu bemerken, daß ich beabsichtige, die ledige und kinderlose Kunigunda Babetta Christophine Heerdegen, Tochter des Chirurgen [?] Wilhelm Heerdegen von hier zu heirathen, welche mir ein elterliches Vermögen von 1000 fl., dann eine Ersparniß von 500 fl. in die Ehe bringt."
Er bittet, ihm die Eheerlaubnis zu erteilen.
Am 24. April 1862 und am 10. Mai 1862 bekommt Konrad Haffner eine neue Zinngießerkonzession, die Eheerlaubnis sowie das Bürgerdekret.
Der in vollständiger Uniform und Waffen am 10. Mai 1862 vorgestellte Bürger und Zinngießer Konrad Haffner wird "mustermäßig befunden und der 1ten Füsilier-Compagnie des 1ten Bataillons des kgl. Landwehrregiments einverleibt".
Am 19. Mai 1862 heiratet er die Kunigunda Babetta Christophine Heerdegen (* 1. Juli 1837; † 15. August 1875), Tochter und 1. Kind des Oblatenbäckers und Siegellackfabrikanten Wilhelm Friederich Ferdinand Heerdegen und dessen Ehefrau Susanna Maria, geb. Büttner aus Nürnberg [lt. Taufeintrag].
Das Ehepaar hat die Kinder Johann Christoph Haffner (* 6. April 1862; † 17. Januar 1863) und Johann Christoph Wilhelm Haffner (* 12. Dezember 1863; † 29. Januar 1864).
Am 5. August 1862 trägt er dem Stadtmagistrat vor: "Es wurde mir zwar in jüngster Zeit die Conzession zum Betriebe des Zinngießergewerbes auf Ansuchen verliehen, ich mache jedoch hiervon noch keinen selbständigen Gebrauch, werde auch in der nächsten Zeit, wie bisher, in dem Geschäfte meines Vaters, des Zinngießermeisters Johann Haffner dahier verbleiben".
Am 6. August 1862 wird Konrad Haffner zum Meister gesprochen.
"Hans Haffner, Fabrikant aus Fürth" absolviert einen Kuraufenthalt in Bad Kissingen.
Am 26. Oktober 1865 wird dem "Zinngießer Joh. Haffner" vom Stadtmagistrat Fürth die "Bauconcession No. 1237 zur Erbauung eines massiven Wohnhauses" in der Mathildenstraße 14 erteilt. Der eingereicht Plan sieht den Bau eines einstöckigen Hauses mit Dachgeschoß und Erker vor. Bereits am 3. Dezember 1865 ändert der "Zinnfigurenfabrikant J. Haffner" seinen Plan und erhält die "Bauconcession No. 1249 für Erhöhung respect. Umänderung des Erkers in ein komplettes Stockwerk auf sämtlichen Umfassungswänden".
Das Anwesen existiert heute noch im ursprünglichen Zustand einschließlich der Rückgebäude; lediglich wurde nach dem Juni 1908 im Erdgeschoß ein Ladengeschäft (Stern-Apotheke), im Dachgeschoß Gauben und auf dem Erkerdach eine Figurengruppe (die jetzt nicht mehr vorhanden ist) errichtet.
Pläne Mathildenstraße 14
Mathildenstraße 14 (später Nr. 28) am 31. März 2007 Rückgebäude am 31. März 2007
1866 "Vom Haffner'schen Neubau stürzt ein Handlanger zwei Stockwerk hoch herab; da er seine Spitalbeiträge gezahlt hat und Niemandem ein Verschulden zur Last gelegt werden kann, steht seiner unentgeltlichen Heilung im Hospital nichts entgegen."
Johann Haffner und J. C. Allgeyer sind auf der internationalen Ausstellung zu Paris vertreten.
Friedrich Pecht schreibt in seinen Pariser Briefen (Kunst und Kunstindustrie auf der Weltausstellung von 1867) u. a.:
"Selbst bei den so weltberühmten nürnberger Spielwaaren zeigt sich das letztere durch eine Ausstellung, die im Verhältniß zur Wichtigkeit dieses Gewerbzweiges wirklich nicht ärmlicher und geschmackloser arrangiert sein könnte. Hätten die Herren doch lieber gar nicht ausgestellt, als so, wie es ihrem Credit nur schaden kann. Sie mögen nur hierher kommen und sehen, wie Franzosen und Engländer, auch Oesterreicher aus dem unbedeutendsten und ärmsten Artikel etwas zu machen, ein Bild des Überflusses daraus zu gestalten wissen. Wenn einer hier silberne Löffel ausstellt, so verbraucht er hierzu Hunderte, ja Tausende so dicht nebeneinander, daß sie ein einziges Meer von Glanz darstellen, alle Blicke auf eine namhafte Entfernung schon auf sich ziehen und blenden, als wenn man in ein Feenreich mit silbernen Wellen käme. Ein biederer Nürnberger oder Schwabe würde in solchem Falle unfehlbar sich mit einem Stück begnügen, höchstens ein halb Dutzend möglichst weit auseinanderrücken, damit ja keiner wirke, gerade so, wie sie jetzt, wenn sie 200 Gattungen Bleisoldaten haben, genau 200 Stück ausstellen, statt eine ganze Armee in Feld zu stellen."
Johann Haffner erhält [trotzdem] für seine ausgestellte Ware, verschiedene plastische und flache Soldaten-Figuren und andere Gegenstände eine Preismedaille.
Die Zahl der Beschäftigten hat sich von zu Anfang 10 auf 90 bis 100 Arbeiterinnen und Arbeiter erhöht; den größten Anteil haben hier die Heimarbeiterinnen, die die Figuren bemalen.
Der Betrieb verbraucht für die nur durch Handarbeit erfolgende Figurenproduktion jährlich ca. 500 - 550 Zentner Zinn und Blei und verschickt ca. 200.000 Spanschachteln mit Figuren aller Art in die ganze Welt.
Beispiel Figurenkasten und Etikett
Im Reisehandbuch für Bayern ist vermerkt: "Joh. Haffner, Zinnfigurenfabr., bes. massive Zinnfiguren mit schöner Ausstattung von Farbendruckbildern, ungefähr 50 Pers. Abs. nach allen Richtungen."
1871 Johann Haffner wohnt als Privatier in der Mathildenstraße 14.
Beispiel Figurenkasten
Die Figurenfabrikation wird in die Mathildenstraße 14 verlegt; der Sohn Konrad Haffner leitet jetzt den Betrieb und firmiert unter Johann Haffner, Inh. Conrad Haffner.
Inserat im Fürther Tagblatt No. 152 vom 27. Juni 1871
Die Werkstatträume in der Alexanderstraße 1 werden nun vom Schwiegersohn Adolf Konrad Gustav König als Zinngießerei genutzt.
1873 Anzeige 1873
Am 26. Februar 1874 stirbt Johann Haffner, der der Freien religiösen Gemeinde angehört.
Anzeige im Fürther Tagblatt No. 49 vom 26. Februar 1874
Anzeige im Fürther Tagblatt No. 50 vom 27. Februar 1874
Seiner Witwe und Erbin Johanna Juliana Haffner werden die beiden Immobilien im Gesamtwert von 64.000 fl. am 31. März 1874 überschrieben.
Sie verkauft am 30. Juni 1874 das Haus Alexanderstraße 1 für 42.000 fl. an die Witwe Rebecka Wagner.
Konrad Haffner beabsichtigt, die Johanna Maria Sibilla Höhn zu ehelichen und ersucht am 7. April 1876 um Ausfertigung des Verehelichungszeugnisses.
Er heiratet am 24. April 1876 die Johanna Maria Sibylla Höhn, geborene Goldberg (* 25. Juli 1843), Witwe des Kaufmanns Johann Georg Leonhard Höhn aus Nürnberg, Tochter des Malers August Goldberg und dessen Ehefrau Maria Goldberg, geb. Leitzel.
Johanna Maria Sibilla Höhn bringt ihren Sohn Johann Georg Höhn (*3. Februar 1869) mit in die Ehe.
Das Ehepaar hat die Kinder Max Haffner (* 30. November 1876; heiratet am 24. September 1899 die Maria Margareta Steigauf (* 14. November 1875) und zieht später nach Weißenronn), Frieda Haffner (* 23. Dezember 1877; † 18. Juli 1878) und Frida Haffner (* 11. Dezember 1880).
Auf der Bayerischen Landes-Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung wird der Firma wiederum eine Medaille verliehen.
1885 Konrad Haffner wird Alleininhaber der Firma Johann Haffner, die sich immer noch in der Mathildenstraße 14 befindet.
1890 Das Anwesen Mathildenstraße 14 wird durch Umnummerierung zu Mathildenstraße 28.
Albrecht Christian Alexander Wilhelm Städtler (* 12. April 1858 in Fürth), übernimmt die Firma am 15. Dezember 1892.
Die Firmenbezeichnung lautet nun Johann Haffner's Nachfolger, Inhaber Albrecht Städtler.
1893 Albrecht Städtler, der nunmehr als Zinnfigurenfabrikant in Fürth gemeldet ist, läßt am 21. September 1893 das Gebrauchsmuster Nr. 18436 für "Verpackung für aufrechtstehende Blei-, Zinn- und Blech-Spielzeugfiguren, bei welcher Figuren in aufrechter Stellung durch umgebogene Blechhalter von einem herausnehmbaren Doppelboden gehalten werden und zur bequemen Besichtigung die eine Längsseite der Schachtel nach Entfernung des Deckels umklappbar ist" eintragen, das am 11. September 1896 durch Zeitablauf wieder erlischt.
Für diese Verpackungsart werden die Figuren mit den typischen Figuren-Fußbrettchen graviert:
Gebrauchsmuster Johann Haffner's Nachfolger (1893 - 1907)
Von Otto Bing (* 25. Dezember 1869 in Nürnberg), einem Sohn von Adolf Bing (Adolf Bing ist einer der Gebrüder Bing - Nürnberger Metall- und Lackierwaarenfabrik, vorm. Gebrüder Bing AG, später Bing-Werke AG), der schon eine Zinnspielwarenfabrik in der Marienstr. 15 in Nürnberg betrieben hat, wird der Betrieb Johann Haffner's Nachfolger am 4. August 1898 übernommen und nach Nürnberg in die Reindel-Straße 4 verlegt. Hier werden Räume einer ehemaligen Tabakverarbeitung angemietet.
Pläne Reindl-Straße 4
Die Firma heißt jetzt Johann Haffner's Nachfolger, Inhaber Otto Bing.
Otto Bing übernimmt gleichzeitig das ehemalige Inventar des 1893 verstorbenen Zinngießers Johann Andreas Besold (bisher Firma C. L. Besold, Nürnberg, Hintere Nägleinsgasse 19).
Schutzmarke Johann Haffner's Nachfolger bzw. Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf. (Abt. Bleisoldaten) von 1898 bis 1939
Der Mechaniker Andreas Förtner gründet am 29. November 1899 in Nürnberg, Fürther Straße 99, eine Fabrik für Schneidwerkzeuge und feine Metallspielwaren.
Fürther Straße 99 am 31. März 2007
Werbe-Anzeige 1901
Der Kaufmann Max Erlanger (* 20. Februar 1874 in Thalmässing/Hilpoltstein; † 8. November 1954 in Montevideo/Uruquay) ist ab 1. April 1902 Eigentümer der Firma Johann Haffner's Nachfolger, Inhaber Max Erlanger.
Werbe-Anzeige 1902
Spielfigur lt. Gebrauchsmuster 176218 bzw. 191557
Beispiele Figuren-Packungen
Konrad Haffner beginnt in Fürth, Amalienstraße 70, noch einmal eine Zinnfigurenfabrikation, die bis 1910 besteht.
Amalienstraße 70 am 31. März 2007
Anzeige in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 8 vom 27. Februar 1904
1905 Andreas Förtner ist als Mechaniker in der Gibitzenhofstr. 1/II gemeldet.
Die Firma Johann Haffner's Nachfolger ist am 5. Dezember 1905 Mitbegründer des Verbandes Deutscher Zinnfiguren-Fabrikanten.
Max Erlanger erhält auf der Bayer. Jubiäums-Landesausstellung in Nürnberg für seine erstmals ausgestellten vollplastischen Großfiguren "Uniformierung der Bayer. Armee 1806 - 1906" eine Goldmedaille.
Die ausgestellten Großfiguren gehen durch die Finanzierung eines Privatmannes (Wenglein`sche Stiftung - Josef Wenglein, kgl. Prof. u. Maler, Ehrenmitglied d. Akad. d. bild. Künste, wohnhaft in München, Schwanthaler Str. 65/III) in das Eigentum des Bayer. Armeemuseums über.
Aufsatz aus den Nürnberger Austellungsberichten 1906
Ausstellungs-Vitrine auf der Bayer. Jubiläums-Landesausstellung 1906
Liste der an das Bayer. Armeemuseum gestifteten Großfiguren
Der Betrieb wird in die neu errichtete Fabrik Bärenschanzstraße 131 verlegt.
Zu dem Häuserkomplex gehört auch das Anwesen Fürther Straße 98.
Pläne Bärenschanzstraße 131
Pläne Fürther Straße 98
Bärenschanzstraße 131 (aus Wegweiser 1908)
Bärenschanzstraße 131 am 31. März 2007 Detail an einem Fenstersturz (M. E. für Max Erlanger)
Andreas Förtner wohnt in der Allbersbergerstr. 6/IV
Am 30. Juli 1909 gibt die Zinnfigurenfabrikantentochter Frieda Haffner zu Protokoll, dass sie beabsichtigt, sich mit dem Verkäufer Ludwig Henkel, einem hessischen Staatsangehörigen, zu verehelichen und bittet um Ausfertigung eines Familienstandzeugnisses.
Die Heirat erfolgt am 28. September 1909.
Konrad Haffner meldet sich am 22. März 1910 nach Schwerte/Ruhr ab und zieht später zu seinem Sohn Max Haffner nach Weißenbronn.
Auf der Weltausstellung in Brüssel wird Max Erlanger der "Grand Prix" für seine Produktion verliehen. Die Firma stellt hier unter anderem eine Revue der belgischen Armee mit 230 aufwändig gestalteten Großfiguren aus.
Unter der eigenen Schutzmarke werden Ziechners fast unzerbrechliche Soldaten und Tiere aus Masse, Marke Triumph, im Alleinvertrieb in das Verkaufsprogramm aufgenommen.
Im Wegweiser wird gelobt:
"Von der unbedingten Unzerbrechlichkeit ihrer Soldaten konnten wir uns bei der Firma Curt Ziechner überzeugen. Diese sauber modellierten und bemalten Erzeugnisse in verschiedenen Grössen und Ausgaben sind von unbegrenzter Haltbarkeit. Neben Soldaten aller Waffengattungen (auch internationalen) umfasst die Kollektion auch Tiere aller Art: Pferde, Esel, Kühe, Bären, Löwen, Affen usw., die sich durch künstlerische Modellierung und Bemalung auszeichnen. Diese Erzeugnisse, die unter der Bezeichnung "Triumph" in den Handel kommen, sind von der Firma J. Haffners Nachf. zum Alleinverkauf übernommen worden. Bemerkt sei noch, dass auch die Gewehrläufe und Lanzen der Soldaten unzerbrechlich sind, da sie aus dem elastischen Celluloid bestehen. Auch sehr hübsche Nippes in Bronze-Imitation bringt diese Firma."
Curt Ziechner läßt am 19. September 1910 das Gebrauchsmuster Nr. 441037 eintragen:
"Soldat aus plastischer Masse mit seitlich bewegbarem Kopf und für sich angesetzten elastischen Ausrüstungsstücken."
Curt Ziechner ist erstmals im Jahre 1905 als Bildhauer und Modelleur im Nürnberger Adressbuch eingetragen, später als Atelier für Kunstgewerbe (vor allem aus Holz) in der Eberhardshofstr. 7 und ist ab 1918 Spielwarenfabrikant.
Eberhardshofstraße 7 am 31. März 2007
Beispiele von Triumph-Figuren
Beispiel Packungen und Figuren
Werbe-Anzeige 1912
Die Firma Curt Ziechner besteht bis 1968 in Fürth und dann bis heute (2014) in Ammerndorf - es werden thermoplastische Spritzgußartikel hergestellt.
Noch 1925 wirbt die Firma Johann Haffner's Nachfolger in einer Anzeige für "Masse-Tiere und -Soldaten einzeln und in Karton-Aufmachung".
1912 Andreas Förtner ist als Mechaniker in der Fürther Str. 99/0 wohnhaft.
1913 Andreas Förtner ist jetzt als Werkmeister gemeldet.
Patente Andreas Förtner (1913 - 1922 bzw. 1940)
Gebrauchsmuster Andreas Förtner (1914 - 1923)
Firmenzeichen Andreas Förtner 1919/1920 Fabrikmarke Andreas Förtner 1920 - 1922
Werbe-Anzeige Andreas Förtner 1919
Beispiel Figurenpackungen Manöver und Winterschlacht in den Masuren
Zum 1. Januar 1920 wird die Firma und Fabrik des Andreas Förtner in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt. Gesellschafter sind der Fabrikant Andreas Förtner, der Fabrikbesitzer Max Erlanger und dessen Bruder, der Kaufmann David Erlanger.
Der Betrieb ist ebenfalls in der Bärenschanzstraße 131.
Werbe-Anzeige Andreas Förtner 1920
Gemeinsame Werbe-Anzeige J. Haffner's Nachf. und Andreas Förtner
Auf der Herbstmesse in Leipzig ist die Fabrik feiner Zinnfiguren, J. Haffner's Nachf., erstmals nach dem Kriege wieder vertreten (Spezialität: Bleisoldaten, Puppenstuben- und Kaufladenartikel; Soldaten und Tiere aus fast unzerbrechlicher Masse (Triumph-Figuren) und Spielwaren verschiedener Art).
1921 Werbe-Anzeige Andreas Förtner 1921
Werbemarke J. Haffner's Nachf.
Andreas Förtner stirbt am 17. Februar 1922 und ist damit lt. Registereintrag vom 29. März 1922 aus der Gesellschaft Andreas Förtner oHG. ausgeschieden.
Kuvert J. Haffner's Nachf.
Werbe-Anzeige J. Haffner's Nachf. 1922
Werbe-Anzeigen Andreas Förtner 1922
1923 Werbe-Anzeige Andras Förtner 1923
Die Gesellschaft der Firma Andreas Förtner sowie die Firma Johann Haffner's Nachfolger geht mit dem Rechte der Firmenfortführung auf die Firma "Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner und J. Haffner's Nachfolger Aktiengesellschaft Nürnberg" über.
Der Gesellschaftsvertrag ist errichtet am 26. April 1923. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Spielwaren aller Art und von verwandten Gegenständen.
Das Grundkapital beträgt 11.000.000 M - elf Millionen Mark.
Das Fabrikationsgebäude ist weiterhin Bärenschanzstraße 131.
Gründer der Aktiengesellschaft sind: Die offene Handelsgesellschaft Andreas Förtner, Max Erlanger, Fabrikbesitzer, David Erlanger, Kaufmann, Justizrat Dr. Michael Erlanger, alle Nürnberg, und Dr. Max Bauer, Rechtsanwalt in München.
Es legen in die Gesellschaft ein:
1. die Mitgründer Max und David Erlanger die von ihnen unter der Firma Andreas Förtner in Nürnberg in offener Handelsgesellschaft betriebene Metall-Spielwarenfabrik mit allen Aktiven und Passiven, wie sie sich aus der dem Gesellschaftsvertrag beigehefteten, für den 1. Januar 1923 gefertigten Aufstellung ergeben, insbesondere mit den
Maschinen, Werkzeugen, fertigen und halbfertigen Waren, Rohmaterial, Außenständen sowie Firmen- und Schutzrechten und mit dem Rechte der Firmenfortführung und zwar dergestalt, daß das Geschäft als vom 1. Januar 1923 ab auf Rechnung der Aktiengesellschaft geführt gilt.
Der Reinwert dieser Sacheinlage beträgt 6.000.000 M.
2. der Mitgründer Max Erlanger: a) das von ihm unter der Firma J. Haffner's Nachfolger in Nürnberg betriebene Unternehmen - Spielwarenfabrik feiner Zinnfiguren - mit allen Aktiven und Passiven, wie sie sich aus der dem Gesellschaftsvertrage ebenfalls in der Anlage beigehefteten, gleichfalls zum 1. Januar 1923 erstellten Aufstellung ergeben, insbesondere mit den vorhandenen Modellen, Formen, Werkzeugen, fertigen und halbfertigen Waren, Rohmaterial, Außenständen, Firmen- und Schutzrechten und mit dem Rechte der Firmenfortführung, und zwar dergestalt, daß das Geschäft vom 1. Januar 1923 ab auf Rechnung der Aktiengesellschaft geführt gilt.
Der Reinwert dieser Sacheinlage beträgt 3.000.000 M. b) die ihm gehörigen Grundstücke der Steuergemeinde Gostenhof Pl.-Nr. 383 Anwesen Haus-Nr. 98 an der Fürther Straße und Pl.-Nr. 383 1/2 Anwesen Haus-Nr. 131 Bärenschanzstraße in Nürnberg. Die auf diesem Grundbesitz lastende Hypothek wird übernommen.
Der Reinwert dieser Einlage beträgt 1 Million Mark.
Für die Sacheinlagen erhalten gewährt für die unter 1. bezeichnete jeder der Einleger Max und David Erlanger 600 Aktien, für die unter 2. a) benannte der Einleger Max Erlanger 600 Aktien und für die unter 2. b) benannte der gleiche Einleger 200 Aktien.
Vorstandsmitglieder sind der Fabrikbesitzer Max Erlanger und der Kaufmann David Erlanger, beide in Nürnberg.
Dem ersten Aufsichtsrat gehören an: Justizrat Dr. Michael Erlanger (* 1868 in Thalmässing (Franken), † 15.9.1938 in Nürnberg), Rechtsanwalt in Nürnberg und Bankdirektor Max Schreyer ebenda, sowie Rechtsanwalt Dr. Max Bauer in München.
Schutzmarke und Fabrikmarke Andreas Förtner bzw. Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf. von 1922 bis 1939. Im Rad, das der Elefant mit dem Rüssel hochhält, sind die Buchstaben A, F und N.
Werbe-Anzeigen Vereinigte Spielwarenfabriken 1923
Gebrauchsmuster (1923 - 1927)
Patente (1924 - 1927)
Beispiele Figurenpackungen
Die Generalversammlung vom 12. November 1924 hat die Umstellung der Gesellschaft auf Goldmark durch Ermäßigung des Eigenkapitals beschlossen.
Das Grundkapital beträgt nun 22.000 GM - zweiundzwanzigtausend Goldmark.
1925 Werbe-Anzeigen 1925
Lt. Registereintrag vom 27. Februar 1926 beträgt das Grundkapital nun Zweihundertzwanzigtausend Reichsmark - 220.000 RM
Werbe-Anzeigen 1926
1927 Werbe-Anzeigen 1927
David Erlanger (* 2. Juli 1872; † 2. Oktober 1927) ist durch Tod aus dem Gesellschaftsvertrag ausgeschieden.
Die Firma ist zum 31. Oktober 1928 geändert in: Bärenschanz-Fürtherstraße Grundstücks-Verwertungs-Aktiengesellschaft Nürnberg.
Gegenstand des Unternehmens ist nunmehr die Verwaltung und Verwertung des der Gesellschaft gehörigen Grundbesitzes Haus Nr. 98 der Fürther Straße und Haus Nr. 131 der Bärenschanzstraße 131 in Nürnberg.
Das seitherige Geschäft ist unter Ausschluß der Forderungen und Verbindlichkeiten nach näherer Vereinbarung des zu den Registerakten eingereichten Kaufvertrages, sowie unter Ausschluß der Grundstücke, dagegen mit dem Rechte der Firmenfortführung auf die neugegründete Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf., Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit dem Sitz in Nürnberg übergegangen.
Max Erlanger ist als Geschäftsführer bestellt.
Mit Gesellschaftsvertrag vom 24. Oktober 1928 wird die Firma Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf., Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Nürnberg gegründet.
Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und die Fortführung der bisher unter der Firma Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf. Aktiengesellschaft in Nürnberg betriebenen Spielwarenfabrikationsgeschäftes, sowie die Herstellung und Vertrieb von Artikeln aus Metall und anderem Material, insbesondere Spielwaren und die Pflege ergänzender Geschäftszweige.
Gesellschafter sind Stefan Bing, geb. 28. Oktober 1880 (74 %), Hermann Oppenheim (13 %) und Siegfried Kahn (13 %).
Geschäftsführer ist der Kaufmann Max Erlanger in Nürnberg. Er bezieht ein Gehalt von ca. 1.200 RM/mtl.
Das Stammkapital beträgt 100.000 RM - einhunderttausend Reichsmark.
Stefan Bing (rechts) mit seinem Sohn Franz Bing (ca. 1938)
Werbe-Anzeige 1928
Briefkopf 1928
Gebrauchsmuster (1928 - 1954)
Patente (1929 - 1953)
Die Vereinigten Spielwarenfabriken mieten zum 1. April 1929 die ehemalige Möbelfabrik J. A. Eysser in der Kobergerstraße 15. Dort wird das komplette Vordergebäude (Hochparterre, 1. und 2. Stock) sowie ein kleines Rückgebäude
Bericht in der Deutschen Spielwaren-Zeitung Mai 1929
Pläne Kobergerstraße 15
1930 Der Name TRIX wird am 1. September 1930 als Schutzmarke eingetragen.
Titel Katalog 1930
Werbe-Anzeigen 1930
Im August 1931 stellt die Firma ihren neuentwickelten TRIX-Volks-Metall-Baukasten der Öffentlichkeit vor.
Werbe-Anzeigen 1931
Bericht in der Deutschen Spielwaren-Zeitung August 1931
Per 13. Januar 1932 wird Siegfried Kahn als weiterer Geschäftsführer bestellt.
Ihm und dem seitherigen Geschäftsführer Max Erlanger ist je das Recht der Alleinvertretung eingeräumt.
Am 22. Februar 1932 wird in England die Firma TRIX LTD als Aktiengesellschaft mit einem Stammkapital von £ 100 eingetragen. Die Firma befindet sich in 4, Golden Lane, London EC 1.
Patente TRIX-Ltd. (1932 - 1956)
Werbe-Anzeigen 1932
1933 Brief über die Lieferung von Bleifiguren
Werbeblatt "Anfoe-Glockenroller"
Werbe-Anzeigen 1933
1934 Werbe-Blatt "TRIX-Schiffe und -Baukasten"
Der Betrieb stellt nun hauptsächlich Spielwaren aus Blech bzw. Spritzguß her (TRIX-Baukasten, TRIX-Express-Eisenbahn).
Die Fabrikation von Blei- und Zinnfiguren ist eingeschränkt.
Der Name TRIX-EXPRESS wird zum 15. Januar 1935 als Schutzmarke eingetragen.
Auf der Leipziger Frühjahrs-Messe wird erstmals die TRIX-EXPRESS-Eisenbahn präsentiert.
Erster TRIX-Katalog 1935 - Titelblatt
In England wird die TRIX-EXPRESS-Eisenbahn im Dezember unter dem Namen Bassett-Lowke Twin-Train Table Railway vorgestellt.
1936 Katalog 1936/1937 - Titelblatt Katalog 1936/1937
Am 27. April 1938/12. Mai 1938 wird zwischen den Verkäufern "jüdischer Rasse", den Gesellschaftern Stefan Bing, Hermann Oppenheim und Siegfried Kahn für die Vereinigten Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf. GmbH. in Nürnberg und dem "Arier" Ernst Voelk, Fürth, als Käufer (der 1935 schon die Blechspielwarenfabrik Johann Distler arisiert hat), der entsprechende Kaufvertrag ausgefertigt, um den Betrieb zu arisieren und die unfreiwillige Auswanderung der Eigentümer im Sinne der geltenden Gesetze voranzutreiben.
Kaufvertrag (Abschrift)
Katalog 1938/1939 und 1939/1940 - jeweils Titelblatt
Ernst Voelk
Gebrauchsmuster Ernst Voelk (1936 - 1961)
Patente Ernst Voelk (1938 - 1964)
Per 1. Juni 1938 wird in das Handelsregister im Zuge der Arisierung eingetragen:
Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf. Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Nürnberg.
Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und die Fortführung des bisher unter der Firma Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf. GmbH. in Nürnberg betriebenen Spielwarenfabrikationsgeschäftes sowie Herstellung und Vertrieb von Artikeln aus Metall und anderem Material, insbesondere Spielwaren und die Pflege ergänzender Geschäftszweige.
Grund- oder Stammkapital: 100.000,-- RM
Geschäftsführer: Max Erlanger, Siegfried Kahn, Kaufleute in Nürnberg.
Rechtsverhältnisse:
Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag ist am 24. Oktober 1928 errichtet und am 16. April 1935 geändert.
Falls mehrere Geschäftsführer bestellt werden, so kann denselben Einzel- oder Gesamtvertretungsbefugnis eingeräumt werden. Ist mehreren Geschäftsführern Gesamtvertretungsbefugnis eingeräumt, so sind immer zwei Geschäftsführer zusammen oder ein Geschäftsführer zusammen mit einem Prokuristen vertretungsberechtigt.
Max Erlanger und Siegfried Kahn sind je allein vertretungsberechtigt.
Metallspielwarenfabrik Oppenheim & Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung i. L., Nürnberg.
Max Erlanger, Emil Späth, Kaufleute in Nürnberg, Liquidatoren.
Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 13. Mai 1938 ist der bisherige Geschäftsführer Siegfried Kahn abberufen; das Geschäft mit dem Rechte der Firmenfortführung unter Ausschluß der im Geschäfte begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten ist auf die neugegründete Kommanditgesellschaft in Firma Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf. übergegangen.
Die Gesellschaft ist aufgelöst und in Liquidation getreten. Die Firma ist geändert.
Jeder Liquidator ist allein vertretungsberechtigt.
Ab 17. Januar 1939 sind Max Erlanger und Emil Späth nicht mehr Liquidatoren; als solcher wird nun bestellt: Josef Pölloth, Oberbuchhalter in Nürnberg.
Am 22. Mai 1939 ist die Liquidation beendet. Die Firma ist erloschen.
Ab dem 10. Mai 1938 ist die Firma Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf., Nürnberg, eine Kommanditgesellschaft. Persönlich haftender Gesellschafter ist Ernst Voelk, Kaufmann in Fürth.
Dem Techniker Ernst Beyer und dem Kaufmann Max Epperlein, beide in Nürnberg, ist Gesamtprokura erteilt.
Kommanditisten sind:
Kuno Kaiser, Kaufmann in Nürnberg mit einer Einlage zu 60.000 RM; Kurt Wutzler, Direktor in Zwickau mit einer Einlage zu 50.000 RM; Dr. Karl Wegler, Rechtsanwalt in Nürnberg mit einer Einlage zu 50.000 RM; Rudolf Röß, Baumeister in Ingolstadt mit einer Einlage zu 40.000 RM; Maria Regina Holzhausen in Lauf mit einer Einlage zu 35.000 RM und Dr. Max Welsch,
Oberstleutnant in Nürnberg mit einer Einlage zu 30.000 RM.
Dem Diplomingenieur Rudolf Insam in Nürnberg ist vom 13. Januar 1939 an Gesamtprokura mit einem weiteren Prokuristen erteilt.
Am 9. Juni 1938 emigrieren Stefan Bing, Hermann Oppenheim und Siegfried Kahn nach England.
Am 16. März 1939 wird im Zuge der Arisierung in das Handelsregister eingetragen:
Bärenschanz-Fürtherstraße Grundstücks-Verwertungs-Aktiengesellschaft Nürnberg.
Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung und Verwertung des der Gesellschaft gehörigen Grundbesitzes Naus No. 98 der Fürterstraße und Haus No. 131 der Bärenschanzstraße in Nürnberg.
Grund- oder Stammkapital: RM 220.000,--
Vorstand: Max Erlanger, Fabrikbesitzer in Nürnberg
Aktiengesellschaft. Der Gesellschaftsvertrag ist am 26. April 1923 errichtet und nachfolgend geändert. Beim Vorhandensein mehrerer Vorstandsmitglieder erfolgt die Vertretung der Gesellschaft entweder durch zwei Vorstandsmitglieder gemeinsam oder durch ein Vorstandsmitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen.
Der Aufsichtsrat ist befugt bei Vorhandensein mehrerer Vorstandmitglieder mehreren von ihnen die Befugnis zu erteilen die Gesellschaft allein zu vertreten.
Max Erlanger ist allein vertretungsberechtigt.
Gleichzeitig wird eingetragen:
In Abwicklung. Abwickler: Josef Pölloth, Abteilungsleiter in Nürnberg.
Durch Beschluß der Hauptversammlung vom 13. Februar 1939 ist die Gesellschaft aufgelöst.
Die Gesellschaft wird durch einen Abwickler verteten.
Der gestellte Konkursantrag wird am 21. August 1939 mangels Masse kostenpflichtig zurückgewiesen (§ 1 Abs. II des Ges. v. 9.10.1934 RGBl. No. 914).
Die Firma wird gemäß § 2 des Gesetzes vom 9.10.1934 RGBl. 914 von Amts wegen per 1. September 1939 gelöscht.
Als neuer Eigentümer der damit arisierten Anwesen ist im Adressbuch von Nürnberg des Jahres 1940 eingetragen: E. Inselberger, Fabrikant.
Die Deutsche Spielwarenzeitung vom Mai 1938 meldet zu diesem Vorgang:
"Dem Zuge der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik im völkischem Sinne folgend, hat der Leiter der Fachgruppe Spielwaren- und Christbaumschmuck-Industrie Nürnberg, Herr Voelk, der Inhaber der Firma Johann Distler KG., die Firma "Vereinigte Spielwarenfabriken", Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf. GmbH Nürnberg, als persönlich haftender Gesellschafter einer von ihm gegründeten Kommanditgesellschaft erworben.
Wir geben der Überzeugung Ausdruck, dass diese Umstellung nicht nur den Vereinigten Spielwarenfabriken Nürnberg, sondern auch der gesamten Spielwarenindustrie zum Vorteil gereichen wird."
Die Fabrikation der Wiegewaagen, Gewichte, Registrierkassenabreißer usw. wird von der Firma Georg Brandstätter (Geobra), Nürnberg, die für ihre eigene Kollektion solcher Spielzeuge bekannt ist, übernommen.
Dr. Martin Erlanger (* 27. März 1902), ehemaliger Rechtsanwalt am Landgericht und Oberlandesgericht in Nürnberg, der Neffe und spätere Alleinerbe von Max Erlanger, der bereits nach Montevideo (2384 Garcia Cortinas) geflüchtet war, schickt im September 1940 einen Scheck über 250 $ an den Freund von Max Erlanger, Eugen Vogler (Leiter der Spielwarenabteilung des Kaufhauses Jelmoli) in Zürich um Max Erlanger die Schiffsreise nach Uruquay zu ermöglichen. Max Erlanger emigriert am 23. Dezember 1940 nach Montevideo (Uruquay). Er wohnt dort bis zu seinem Tod in der Gregorio Suarez 2831 c/o Mensajeria El Rayo.
Der zweite Neffe, Dr. Ludwig Erlanger (Bruder von Dr. Martin Erlanger) muß 7.000 RM Judenabgabe für die Auswanderung seines Onkels bezahlen.
Am 19. April 1940 stirbt der Kommerzienrat und ehem. Nürnberger Handelsrichter Stefan Bing in England (128 Watchfield, Sutton-Court Road, Chiswick, London W 4) an einer Herzattacke.
Zum 4. November 1942 ist der Kommanditist Dr. Karl Wegler aus der Firma Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf. KG., Nürnberg ausgeschieden.
Der Geschäftsführer Fritz Feuerbacher in Nürnberg ist als Kommanditist mit einer Einlage von 87.500 RM in die Gesellschaft eingetreten.
Die Einlagen der Kommanditisten sind erhöht und zwar die des Kuno Kaiser auf 105.000 RM; des Kurt Wutzler auf 87.500 RM; des Rudolf Röß auf 70.000 RM; des Dr. Max Welsch auf 52.500 RM; der Maria Regina Holzhausen und der Dorothea Helena Insam je auf 61.250 RM.
1945 Das Anwesen Kobergerstraße 15 ist zwar etwas beschädigt aber nicht zerstört.
Werbe-Anzeige Januar 1947
Die Erben der ehemaligen jüdischen Eigentümer (Hermann Georg Oppenheim, Franz Bing und Lilly Sommer, geb. Bing, die Kinder von Stefan Bing) strengen am 8. Juli 1948 über den Rechtsanwalt Dr. Georg Wurzer, Nürnberg, Wiedergutmachung und Rückerstattung des 1938 arisierten Firmenvermögens an.
Mit Niederschrift vom 4. Mai 1949 wird ein Vergleich zwischen den alten und neuen Eigentümern vor dem Bayer. Landesamt für Wiedergutmachung vereinbart.
Ernst Voelk schreibt in einem Brief vom 23. Juli 1958 an das Bayer. Landesentschädigungsamt u. a.: "Zweifellos ist Ihnen bekannt, daß über dieses gesamte Vermögen Rückerstattungsansprüche geltend gemacht wurden und das Verfahren durchgeführt wurde, mit dem Endergebnis für die jüdischen Vorbesitzer, daß sie 58 % der GmbH-Anteile rückerstattet erhielten. Allerdings wurden diese Anteile von mir sodann käuflich zurückerworben, sodaß heute keinerlei Ansprüche mehr bestehen."
Vergleichs-Unterlagen (Abschrift)
Werbe-Anzeige März, April 1949
Bericht Juni 1949 (aus "Das Spielzeug")
Werbe-Anzeige September 1949
Werbe-Anzeige Oktober 1949
Katalog 1949 - Titelblatt
Ab 17. Januar 1950 wird die Firma in Ernst Voelk KG. umbenannt.
Die Prokuren Ernst Beyer und Rudolf Insam sind erloschen. Die Gesamtprokura des Max Epperlein ist in Einzelprokura umgewandelt.
Per 19. Januar 1950 erfolgt gemäß dem am 4. Mai 1949 vereinbarten Vergleich eine Änderung in Trix Vereinigte Spielwarenfabriken Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Nürnberg.Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Spiel- und Metallwaren, insbesondere von Trix-Metallspielwaren, Präzisionsinstrumenten und Lehrmitteln und dergl., ferner die Fortsetzung des unter der Firma Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf., Kommanditgesellschaft in Nürnberg betriebenen Fabrikationsgeschäftes.
Grund- oder Stammkapital: 260.000 DM.
Geschäftsführer: Ernst Voelk, Direktor in Nürnberg.
Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag ist errichtet am 12. Dezember 1949. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch mindestens zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer und einem Prokuristen vertreten. Die Gesellschafterversammlung kann jedoch, falls mehrere Geschäftsführer bestellt sind, bestimmen, daß einer oder mehrere von ihnen allein zur Vertretung der Gesellschaft befugt sind. Als erster Geschäftsführer, mit dem Rechte der Alleinvertretung ist bestellt Direktor Ernst Voelk in Nürnberg.
Am 24. Januar 1950 ist Einzelprokura erteilt dem Kaufmann Max Epperlein in Nürnberg.
Dr. Martin Erlanger, der Neffe, zwischenzeitlich in München lebend, strengt über den Rechtsanwalt Dr. Georg Wurzer, Nürnberg, einen Wiedergutmachungsprozess für Max Erlanger an.
Er erhält als Alleinerbe 1962 - 8 Jahre nach dem Tod von Max Erlanger - DM 1.650,-- Vergleichs-Entschädigung für dessen verlorenes Vermögen und die Auswanderungskosten, DM 1.400,-- für Sonderabgaben (die 7.000 RM Judenabgabe). Nach einer Gerichtsverhandlung 1964 - 10 Jahre nach dem Tod von Max Erlanger - wird als Wiedergutmachung der Schaden am beruflichen Fortkommen mit DM 19.000,-- abgegolten und nach einer Gerichtsverhandlung im Mai 1965 - 11 Jahre nach dem Tod von Max Erlanger - DM 2.000,-- Rückerstattung w/ beschlagnahmter Gegenstände (1 Schrankkoffer mit der gesamten Habe bei Antritt der Schiffsreise), damals erzwungene Ablieferung von Wertsachen beim Leihamt Nürnberg (1 Brillant-Ring, 1 goldene Glashütter Uhr, 2 Perlen, 1 Chateleine im Wert von 2.000 RM) und w/ Diebstahl eines Radios (Blaupunkt) im Wert von 300 RM beim Pogrom 1938.
1951 Gebrauchsmuster Trix Vereinigte Spielwaren-Fabriken GmbH. (1951 - 1954)
Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 22. Dezember 1952 werden die §§ 9 und 11, § 14 Abs. 2 (Aufsichtsrat) gestrichen und § 7 Abs. 3 (Pfändung der Geschäftsanteile) und letzter Halbsatz § 16 (Reingewinn) neu gefaßt.
Katalog 1952 - Titelblatt
Patente Trix Vereinigte Spielwaren-Fabriken GmbH. (1952 - 1957)
Per 18. Juni 1953 scheiden die Kommanditisten Rudolf Röß und Dr. Max Welsch durch Tod aus, ebenfalls ausgeschieden ist der bisherige Kommanditist Fritz Feuerbacher.
Nach Ableben des Kommanditisten Rudolf Röß sind:
1) Katharina Röß, Architekten- und Baumeistersehefrau, Ingolstadt
2) Liselotte Zöpfl, geb. Röß, Regierungsbaumeistersehefrau, Ingolstadt
3) Manfred Röß, Student, München
4) Edith Röß, ohne Beruf, Ingolstadt
5) Rudolf Röß, Student, München
6) Ingeborg Röß, geb. 11. Oktober 1934, Ingolstadt
7) Alfred Röß, geb. 12. Juni 1936, Ingolstadt
in Erbengemeinschaft als Kommanditisten in die Kommanditgesellschaft eingetreten und wieder ausgeschieden. An Stelle des seitherigen Kommanditisten Dr. Max Welsch ist dessen Tochter Sofie Welsch, Wirtschafterin in Bad Kissingen, als Kommanditistin eingetreten.
Die Stammbeträge der beteiligten Kommanditisten sind auf Deutsche Mark umgestellt und herabgesetzt worden. Diese betragen jetzt für:
a) Kuno Kaiser DM 29.076,--
b) Kurt Wurzler DM 24.230,--
c) Maria Regina Holzhausen DM 16.961,--
d) Dorothea Helena Insam DM 16.061,--
e) Sofie Welsch DM 14.538,--
Katalog 1953 - Titelblatt
Sofie Welsch, Bad Kissingen, und Direktor Kurt Wutzler, Nürnberg, scheiden zum 1. August 1954 als Kommanditisten aus der Kommanditgesellschaft aus.
An Walter Voelk und Günter Kurz, beide in Nürnberg ist ab 21. Oktober 1954 je Einzelprokura erteilt.
Max Erlanger stirbt am 8. November 1954 in Montevideo an Herzschwäche nach doppelseitiger Lungen- und Rippenfellentzündung.
Katalog 1954 - Titelblatt
Die Firma wird per 15. April 1955 zum einen in Trix Vereinigte Spielwarenfabriken Ernst Voelk KG. geändert.
Die Einlagen der beteiligten Kommanditisten sind erhöht worden. Diese betragen jetzt für:
Kuno Kaiser DM 80.000,--; Maria Regina Holzhausen DM 20.000,-- und Helena Dorothea Insam DM 20.000,--
Zum anderen erfolgt gleichzeitig ab 15. April 1955 eine nochmalige Änderung in Trix Spielwaren Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Nürnberg.
Gegenstand des Unternehmens ist fortan der Betrieb [sic!] von Spiel- und Metallwaren, insbesondere von Trix-Spielwaren, Präzisionsinstrumenten, Lehrmitteln und dergl., ferner die Beteiligung an Unternehmen mit ähnlichem Gegenstand.
Die an Max Epperlein erteilte Prokura ist erloschen. An Walter Voelk, Nürnberg, ist Einzelprokura erteilt.
Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 21. Dezember 1954 ist der Gesellschaftsvertrag in den §§ 1 - Firma - und 3 - Gegenstand des Unternehmens - geändert worden.
Katalog 1955 - Titelblatt
1956 Katalog 1956 - Titelblatt
Katalog 1957 - Titelblatt
1958 Katalog 1958 - Titelblatt
Ab dem 14. April 1959 ist an Diplom-Kaufmann Dr. Wilhelm Stein, Nürnberg, Prokura erteilt. Er ist gemeinsam mit einem Gesellschafter oder einem weiteren Prokuristen vertretungsberechtigt.
Die Gesellschafterversammlung vom 29. Mai 1959 hat die Umwandlung der Gesellschaft durch übertragung ihres Vermögens mit allen Verbindlichkeiten auf die alleinige Gesellschafterin die Firma Johann Distler KG. in Nürnberg unter Ausschluß der Liquidation auf Grund der Umwandlungsbilanz vom 31. Dezember 1958 gem. dem Umwandlungsgesetz v. 12.11.56 BGBl.
844 beschlossen.
Die Firma der übertragenen Gesellschaft ist erloschen.
Katalog 1959 - Titelblatt
1960 Katalog 1960/1961 - Titelblatt
Patente TRIX-Voelk (1960 - 1963)
Der Kommanditist Kuno Kaiser ist am 20. Januar 1961 ausgeschieden.
Persönlich haftende Gesellschafter sind mit Wirkung vom 3. Februar 1961 Günter Kurz, Kaufmann in Nürnberg, Walter Voelk, Kaufmann in Nürnberg-Laufamholz.
An Dr. Wilhelm Stein, Nürnberg, ist unter Aufhebung der Gesamtprokura Einzelprokura erteilt. Die Prokuren für Günter Kurz und Walter Voelk sind erloschen.
Die Kaufleute Günter Kurz, Nürnberg, und Walter Voelk, Nürnberg-Laufamholz sind als weitere persönlich haftende Gesellschafter und der Diplomkaufmann Dr. Wilhelm Stein, Nürnberg, als Kommanditist mit einer Einlage von 40.000,-- DM in die Kommanditgesellschaft aufgenommen worden.
Die Kommanditistinnen Maria Regina Holzhausen, geb. Holzhausen und Dotothea Helene Insam, geb. Holzhausen sind ausgeschieden.
Gebrauchsmuster TRIX-Voelk (1961 - 1974)
Ab 25. Januar 1966 wird die Firma wieder umbenannt und in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt:
Persönlich haftende Gesellschafter: Ernst Voelk, Kaufmann in Fürth, Max Epperlein, Kaufmann in Nürnberg, Walter Voelk, Kaufmann in Nürnberg-Laufamholz, Günter Kurz, Kaufmann in Nürnberg.
Einzelprokuristen sind: Max Epperlein, Kaufmann in Nürnberg, Dr. Wilhelm Stein, Diplom-Kaufmann in Nürnberg.
Rechtsverhältnisse: Kommanditgesellschaft. Die Gesellschaft hat am 10. Mai 1938 begonnen.
Kommanditist ist Dr. Wilhelm Stein, Diplomkaufmann in Nürnberg mit einer Einlage von 40.000,-- DM.
Zum 26. Januar 1966 ist die Firma Schildkröt Aktiengesellschaft vorm. Rheinische Gummi- und Celluloid-Fabrik mit dem Sitze in Mannheim als weitere persönlich haftende Gesellschafterin in die Gesellschaft eingetreten.
Die Prokuren für Max Epperlein und Dr. Wilhelm Stein sind erloschen.
Einzelprokuristen sind Günter Kurz, Kaufmann in Nürnberg und Rudolf Lewe, Ingenieur in Mannheim.
Ernst Voelk, Günter Kurz und Walter Voelk sind als persönlich haftende Gesellschafter ausgeschieden.
Der Kommanditist Dr. Wilhelm Stein ist ausgeschieden.
Heinz Kox, Kaufmann in Wilhelmsfeld ist als Kommanditist mit einer Einlage von 40.000,-- DM in die Gesellschaft eingetreten.
Zum 1. August 1966 ist Gesamtprokurist Herbert Preuss, in Kreutles bei Nürnberg, er vertritt in Gemeinschaft mit einem anderen Prokuristen.
Per 20. Oktober 1967 ist Gesamtprokurist Dipl. Ing. Joachim Weber in Nürnberg. Er vertritt in Gemeinschaft mit der persönlich haftenden Gesellschafterin oder einem anderen Prokuristen.
Die Prokura Rudolf Lewe ist erloschen.
Arnold von Bohlen und Halbach, Kaufmann in Frankfurt/Main ist als Kommanditist mit einer Einlage von 40.000,-- DM am 10. Januar 1968 in die Gesellschaft eingetreten. Heinz Kox ist aus der Gesellschaft ausgeschieden.
Zum 21. Mai 1968 wird in das Handelsregister eingetragen:
Persönlich haftende Gesellschafterin: Schildkröt Aktiengesellschaft vorm. Rheinische Gummi- und Celluloid-Fabrik mit dem Sitz in Mannheim.
Einzelprokurist: Kurz Günter, Nürnberg
Gesamtprokuristen: Preuss Herbert, Kreutles b. Nbg. Er vertritt in Gemeinschaft mit einem anderen Prokuristen. Dipl. Ing. Joachim Weber, Nürnberg. Er vertritt in Gemeinschaft mit der persönlich haftenden Gesellschafterin oder einem anderen Prokuristen.
Rechtsverhältnisse: Kommanditgesellschaft seit 10. Mai 1938.
Kommanditist: von Bohlen und Halbach Arnold, Kaufmann in Frankfurt/Main mit einer Einlage von 40.000,-- DM.
Gesamtprokura zusammen mit einem anderen Prokuristen ist am 25. November 1968 erteilt: Dipl.-Kaufmann Dr. Bippes Helmut, Ettlingen.
Zum 1. November 1969 ist die Prokura für Günter Kurz erloschen.
Am 1. Dezember 1969 ist Gesamtprokura zusammen mit einem anderen Prokuristen erteilt an: Dipl.-Kfm. Schlegel Jürgen, Weinheim.
Die Gesellschaft ist infolge Umwandlung gemäß Beschluß vom 17. November 1970 per 21. Dezember 1970 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung unter der Firma Schildkröt-Trix Spielwarengesellschaft mit beschränkter Haftung mit dem Sitz in Nürnberg aufgelöst. Die Firma ist erloschen.
Als neue Firma ist eingetragen:
SCHILDKRÖT-TRIX Spielwarengesellschaft mit beschränkter Haftung, Nürnberg
Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Puppen und Spielwaren, von Sportartikeln, von Puppen-, Kinder- und sonstiger Bekleidung, von allen Hilfsmitteln und allen zu ähnlichen Zwecken dienenden oder zu dem gleichen Handelszweig gehörenden Rohmaterialien und Waren, sowie von anderen Waren aus Metall, Kunststoff, Holz und Papier.
Grund- oder Stammkapital: 500.000,-- DM.
Geschäftsführer: Dr. Dies Rudi, Dipl. Ing., Weinheim/Bergstraße, Schlegel Jürgen, Diplom-Kaufmann, Weinheim/Bergstraße.
Rechtsverhältnisse: Gesellschaft mit beschränkter Haftung infolge Umwandlung einer Kommanditgesellschaft. Der Gesellschaftsvertrag ist am 17. November 1970 abgeschlossen. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer gemeinsam oder durch einen Geschäftsführer in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertreten. Jeder der Geschäftsführer Dr. Rudi Dies und Jürgen Schlegel vertritt die Gesellschaft gemeinsam mit einem anderen Geschäftsführer oder mit einem Prokuristen.
Im Dezember 1970 wird die Modellbahn-Produktion eingestellt.
Die SCHILDKRÖT-TRIX Spielwarengesellschaft mbH., Nürnberg verkauft das gesamte Inventar für die Modellbahn-
Produktion an die Firma Mangold GmbH., Fürth.
Am 4. Mai 1971 wird in das Handelsregister des Amtsgerichts Fürth folgendes eingetragen:
TRIX Mangold GmbH. & Co., Fürth, Lange Straße 71.
Persönlich haftender Gesellschafter: Firma "Mangold Gesellschaft mit beschränkter Haftung" mit dem Sitz in Fürth.
Rechtsverhältnisse: Kommanditgesellschaft. Die Gesellschaft hat am 26. Februar 1971 begonnen.
Kommanditisten sind Hans Mangold sen., Fabrikant in Fürth, mit einer Einlage von DM 600.000,--
Katharina Flora Mangold, geb. Schütz, Fabrikantenehefrau in Fürth, mit einer Einlage von DM 600.000,--; Elisabeth
Charlotte Maas, geb. Mangold, Diplomingenieursehefrau in Fürth, mit einer Einlage von DM 400.000,--; Eleonore Strecker, geb. Mangold, Diplomkaufmannsehefrau in Fürth, mit einer Einlage von DM 400.000,--
Gegenstand des Unternehmens sind die Herstellung, Vertrieb und Handel mit Spielwaren aller Art.
1973 Patente TRIX-Mangold (1973 - 1985)
1974 Gebrauchsmuster TRIX-Mangold (1974 - 1985)
1976 Am 13. Januar 1976 wird dem Dipl. Kaufmann Jürgen Schlegel, Fürth, Einzelprokura erteilt.
Die Kommanditistin Eleonore Strecker, geb. Mangold, ist per 31. August 1979 ausgeschieden.
Ihre Einlage in Höhe von DM 400.000,-- ist im Wege der Sonderrechtsnachfolge je zur Hälfte übertragen auf die Kommanditisten Hans Mangold sen. und Katharina Flora Mangold, deren Einlagen sich somit je um DM 200.000,-- erhöhen und nunmehr betragen: Hans Mangold sen., Fabrikant in Fürth, Einlage DM 800.000,--; Katharina Flora Mangold, geb.
Schütz, Fabrikantenehefrau in Fürth, Einlage DM 800.000,--
Zum 23. Januar 1981 ist die Prokura Jürgen Schlegel erloschen.
Die Kommanditgesellschaft ist durch Übertragung des Vermögens nach den Vorschriften des Umwandlungsgesetzes i.d.F. vom 6. November 1969 (BGBl. I S. 2081) auf die neu errichtete GmbH. in Firma "TRIX Mangold GmbH" mit dem Sitz in Fürth umgewandelt. Die Kommanditgesellschaft ist damit aufgelöst. Die Firma ist erloschen. Von Amts wegen eingetragen gemäß § 49 Abs. 2 UmwGes.
Ab 23. Januar 1981 ist in das Handelsregister eingetragen:
TRIX Mangold GmbH., Fürth, Lange Straße 71. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Spielwaren, Hobbyartikeln und damit verwandten Erzeugnissen, insbesondere unter dem eingetragenen Warenzeichen TRIX. Die Gesellschaft ist befugt, sich an anderen Unternehmen zu beteiligen, ihre Geschäftsführung zu übernehmen,
Zweigniederlassungen zu errichten und alle Geschäfte zu tätigen, die geeignet sind, den Gegenstand des Unternehmens zu fördern.
Das Grund- oder Stammkapital beträgt 2.001.000,-- DM.
Persönlich haftende Gesellschafter und Geschäftsführer sind Hans Mangold sen., Fabrikant in Fürth und Katharina Mangold, geb. Schütz, Fabrikantenehefrau in Fürth.
Dr. Hans Georg Mangold und Jürgen Schlegel, beide in Fürth, sind Geschäftsführer.
Rechtsverhältnisse: Gesellschaft mit beschränkter Haftung, entstanden durch Umwandlung der seit 26. Februar 1971
bestehenden Kommanditgesellschaft in Firma "TRIX Mangold GmbH & Co." in Fürth auf Grund Umwandlungsgesetzes i.d.F. vom 6. November 1969 (BGBl. 2081) durch Beschluß der Gesellschafter vom 3. Dezember 1980.
Die Gesellschaft hat einen oder mehrere Geschäftsführer. Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer gemeinsam vertreten.
Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung kann allen oder einzelnen Geschäftsführern Alleinvertretungsbefugnis und Befreiung von den Beschränkungen des § 181 BGB erteilt werden.
Zu Geschäftsführern je mit der Befugnis zur Alleinvertretung sind bestellt: Hans Mangold, Fabrikant in Fürth und Katharina Mangold, geb. Schütz, Fabrikantenehefrau in Fürth. Sie sind auch befugt, die Gesellschaft bei der Vornahme von Rechtsgeschäften mit sich selbst oder als Vertreter eines Dritten uneingeschränkt zu vertreten.
Die Geschäftsführer Dr. Hans Georg Mangold, Geschäftsführer in Fürth und Jürgen Schlegel, Geschäftsführer in Fürth vertreten die Gesellschaft je in Gemeinschaft mit einem weiteren Geschäftsführer.
Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 27. Oktober 1983 wurde die Satzung in § 6 (Gesellschafterversammlung) und in § 7 (Beirat) zum 3. November 1983 geändert.
Per 18. September 1985 wird durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 13. Mai 1985 die Satzung neu gefaßt.
Hans Mangold und Dr. Hans Georg Mangold sind nicht mehr Geschäftsführer. Der Geschäftsführer Jürgen Schlegel ist nunmehr allein zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt.
Ab 13. Dezember 1985 hat Gesamtprokura Werner Dederich, Eckental. Er vertritt zusammen mit einem Geschäftsführer oder einem Prokuristen.
Durch Beschluß der Gesellschafterversamlung vom 23. Januar 1990 wurde die Satzung in §§ 6, 7 und 11 per 1. Februar 1990 geändert.
Ab dem 30. April 1990 haben Gesamtprokuren: Günter Honigmann, Eckental und Heinrich Wirth, Nürnberg. Sie vertreten je in Gemeinschaft mit einem Geschäftsführer oder einem weiteren Prokuristen.
1993 Gerhard Scholz Dipl.-Betriebswirt (FH) in Nürnberg ist ab 15. Juli 1993 zum Geschäftsführer mit Alleinvertretungsbefugnis bestellt.
Ab dem 22. März 1994 ist Jürgen Schlegel nicht mehr Geschäftsführer. Dr. Hans-Georg Mangold, Diplom-Kaufmann in Fürth, ist als Geschäftsführer Alleinvertretungsbefugnis erteilt. Er ist auch befugt, die Gesellschaft bei der Vornahme von Rechtsgeschäften mit sich selbst und als Vertreter eines Dritten uneingeschränkt zu vertreten.
Neue Anschrift der Gesellschaft ist Dr. Mack-Straße 41 in Fürth.
Die Firma ist ab dem 3. Juni 1994 geändert in Mangold GmbH.
Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung sowie die Vermietung und Verpachtung von Grundbesitz und anderen Vermögensgegenständen.
Die Prokuren Günter Honigmann, Werner Dederich und Heinrich Wirth sind erloschen.
Die Gesellschafterversammlung vom 4. März 1994 hat die Satzung in § 1 Abs. 1 (Firma), § 2 Abs. 1 (Gegenstand) und § 3 Abs. 1 (Geschäftsjahr) geändert und in § 4 (Stammkapital) diesen Abs. 2 aufgehoben.
Per 15. August 1995 ist Hartmut Westphal, Dipl.Ing. in Fürth zum Geschäftsführer mit Alleinvertretungsbefugnis bestellt.
Gerhard Scholz ist nicht mehr Geschäftsführer.
Hartmut Westphal ist ab 26. März 1997 nicht mehr Geschäftsführer.
Die Gesellschafterversammlung vom 28. August 1997 hat die Umwandlung der Gesellschaft in eine Kommanditgesellschaft mit der Firma "Mangold GmbH & Co." mit dem Sitz in Fürth zum 18. November 1997 beschlossen.
Die Umwandlung wird erst mit der Eintragung des Rechtsträgers neuer Rechtsform in das für diesem maßgebende Register wirksam.
Am 21. Januar 1998 wird von Amts wegen eingetragen: Der Rechtsträger neuer Rechtsform Mangold GmbH & Co. mit dem Sitz in Fürth wurde am 8. Januar 1998 eingetragen.
Mangold GmbH & Co., Fürth, Dr.-Mack-Str. 41 und Königswarter Str. 54a - 56.
Persönlich haftender Gesellschafter: Schuco Verwaltungs GmbH mit dem Sitz in Fürth.
Rechtsverhältnisse: Kommanditgesellschaft, entstanden durch Umwandlung der bisher unter der Firma Mangold GmbH
betriebenen Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit dem Sitz in Fürth.
Die Kommanditgesellschaft beginnt mit der Eintragung der Umwandlung in das Handelsregister.
Kommanditisten sind: Dr. Hans-Georg Mangold, Dipl.-Kaufmann, Fürth, Einlage DM 60.000,-- und Katharina Mangold, Rentnerin, Fürth, Einlage DM 40.000,--
Eingetragen gemäß den Vorschriften des UmwG, insbesondere §§ 190 ff, 228 ff UmwG.
Per 15. Februar 1999 wird die Firma in Schuco GmbH & Co. KG geändert.
Die Kommanditistin Katharina Mangold ist aus der Gesellschaft ausgeschieden; ihre Einlage ist im Wege der Sonderrechtsnachfolge je zur Hälfte übergegangen auf die als Kommanditisten in die Gesellschaft eingetretenen Personen: Daniela Mangold, geb. 2.10.1969, Fürth, Einlage DM 20.000,-- und Dr. Hans-Peter Mangold, geb. 24.12.1966, Fürth, Einlage DM 20.000,--
Zum 16. August 1999 wird die Firma noch einmal in Garenta GmbH & Co. KG. geändert.
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Garenta Verwaltungs GmbH. mit dem Sitz in Fürth.
Mit Datum 12. Dezember 2001 ist die Gesellschaft aufgelöst.
Liquidator: Garenta Verwaltungs GmbH, Sitz Fürth.
Im Handelsregister des Amtsgerichts Nürnberg wird am 22. Mai 2002 eingetragen:
TRIX Modelleisenbahn GmbH & Co. KG, Fürth - Beginn der Kommanditgesellschaft am 1. September 1996
Kommanditisten: Märklin Holding GmbH, Göppingen, Einlage 100.000,-- DM
Jeder persönlich haftende Gesellschafter vertritt einzeln. Persönlich haftender Gesellschafter ist die TRIX Modelleisenbahn Verwaltungs GmbH in Fürth.
Am 22. Juli 2002 wird der Eintrag berichtigt: Der Sitz der TRIX Modelleisenbahn Verwaltungs GmbH ist nunmehr nach Nürnberg verlegt; die Einlage der Märklin Holding GmbH wird auf 51.129,19 EUR geändert.
Die TRIX Modelleisenbahn Verwaltungs GmbH in Nürnberg mit einem Grundkapital von 50.000,-- DM wird am 18. April 2002 im Handelsregister Nürnberg eingetragen.
Gegenstand des Unternehmens ist die Übernahme und Verwaltung von Beteiligungen sowie die Übernahme der persönlichen Haftung bei Handelsgesellschaften, insbesondere die Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin an der TRIX Modelleisenbahn GmbH & Co. KG.
Der Gesellschaftsvertrag ist vom 27. März 1996 und ist zuletzt geändert am 27. April 1999.
Geschäftsführer ist Wolfgang Topp, * 14. September 1950, Westerheim.
Einzelprokura hat Hartmut Westphal, * 1. November 1944, Fürth; er hat Gesamtprokura gemeinsam mit einem anderen Prokuristen, Christoph Schmantek, * 1. Oktober 1955, Sulzfeld.
Am 7. Mai 2002 wird Paul Adams, * 7. Februar 1958, Neuffen, zum weiteren Geschäftsführer bestellt.
Am 22. Juli 2002 wird das Grundkapital der TRIX Modelleisenbahn Verwaltungs GmbH aufgrund der Gesellschafterversammlung vom 3. Juli 2002, die die Umstellung auf Euro und die Erhöhung des Stammkapitals um 435,41 EUR und die Änderung des § 4 (Stammkapital) der Satzung beschlossen hat, auf EUR 26.000,-- festgesetzt.
Zum 6. August 2003 ist der Geschäftsführer Wolfgang Topp ausgeschieden.
Am 30. Dezember 2003 wird für den Geschäftsführer Paul Adams die Vertretungsbefugnis geändert. Er hat jetzt die Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.
2005 Per 1. Dezember 2005 ist die Prokura Hartmut Westphal erloschen.
Zum 18. Oktober 2006 ist der Geschäftsführer Paul Adams ausgeschieden; Dr. Ulrich Wlecke, * 7. September 1958, Düsseldorf, und Dietmar Mundil, * 16. Juli 1942, Pulheim, sind mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen, als Geschäftsführer bestellt.
Dr. Ulrich Wlecke ist mit Wirkung vom 9. März 2007 ausgeschieden; als Geschäftsführer ist bestellt Axel Dietz, * 4. Juni 1960, München, mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.
Am 7. September 2007 wird als weiter Geschäftsführer Thomas Bauer, * 7. April 1963, Nürnberg, mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen, bestellt.
Gesamtprokura gemeinsam mit einem Geschäftsführer hat Thomas Roth, * 15. April 1959, Nürtingen.
Über das Vermögen der Gesellschaft ist durch Beschluß des Amtsgerichts Göppingen vom 4. Februar 2009 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und bestimmt, dass Verfügungen der Schuldnerin nur mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam sind.
Per 31. März 2009 ist über das Vermögen der Gesellschaft durch Beschluß des Amtsgerichts Göppingen das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die Gesellschaft ist dadurch aufgelöst. Von Amts wegen eingetragen nach §§ 32 HGB, 65 GmbHG.
Firmen- bzw. Handelsregister der Amtsgerichte (Registergerichte) Nürnberg , Fürth, Mannheim, Essen
Adressbücher von Fürth, Nürnberg und München
Gottlieb Wunschel: Häuserbuch Fürth
Mündliche und schriftliche Auskünfte von Josef Pölloth, Nürnberg (1972), TRIX Mangold GmbH & Co, Nürnberg (1972),
Dr. jur. Martin Erlanger, München (1973), Paul Baruch, Nürnberg (1973), Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg und Fürth (1978), Lilli Sommer (2000), Peter Vogler, Zürich (2000), Warenhaus Jelmoli, Zürich (2007)
Einwohner- und Wahlamt der Stadt Fürth (1978),
Standesämter Nürnberg und Fürth (1978)
Stadtarchiv Fürth (Fach 18 a H, Fach 125 No. 14)
Bayerische Landesentschädigungs- und Staatsschuldenverwaltung
Bezirksfinanzdirektion Ansbach - Wiedergutmachungsbehörde
Landgericht Nürnberg-Fürth - Wiedergutmachungskammer
Lydia Bayer, Stadt Nürnberg - Spielzeugmuseum (1972)
Katalog '73 Bernhard Helmbrecht/Johann Reischl, München
Claus Pese: Das Nürnberger Kunsthandwerk des Jugendstils, Schriftenreihe Stadtarchiv Nürnberg, Band 30, Nürnberg 1980
Horst Göppinger: Juristen jüdischer Abstammung im "Dritten Reich" - Entrechtung und Verfolgung, Verlag C. H. Beck, München 1990
Erhard Schraudolph: Fürther Zinnfigur und Nürnberger Eisenbahn - von Haffner zu Trix, in Fürther Heimatblätter 1993
Erhard Schraudolph: Von der Offizin Haffner zur Firma Trix, in Figurina Helvetica 1995
Erhard Schraudolph: Zinnspielwarenhersteller in Nürnberg und Fürth, in Paradestücke , W. Tümmels, Nürnberg 2000
Deutsche Spielwaren-Zeitung
Spielzeug-Lade
Wegweiser für die Spiel-, Galanterie- und Kurzwaren-Industrie
Germanisches National-Museum Nürnberg
Deutsches Patentamt - Dienststelle Berlin (1977) und DEPATISnet
Helga Woidtke - Patentschriften-Vertrieb - Patentberichterstattung, Berlin
Gertrud Schlaack, Nürnberg (1978) - Eigentümerin Reindelstraße 4 in Nürnberg
E. Inselberger KG, Nürnberg (1978) Eigentümerin Bärenschanzstr. 131 und Fürther Str. 98 in Nürnberg
Isabella Eysser, Nürnberg (1978) Eigentümerin Kobergstr. 15 in Nürnberg
Bauakten der Stadt Nürnberg
Website trees.ancestry.de
Ich danke Harald Merklein, Nürnberg, für viele Hinweise und die Überlassung von Fotokopien (Werbe-Anzeigen)!
Ich danke Dieter Weißbach, Berlin, für hilfreiche Hinweise!
Verzeichniß aller Gegenstände, welche zu der für das Jahr 1840 in Nürnberg Allerhöchst angeordneten allgemeinen Industrie-Ausstellung für das Königreich Bayern eingeliefert wurden, Nürnberg 1840 (Google books)
Bavaria - Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern; Abth. 2 - Mittelfranken, München 1865
Bayerische Badezeitung: Organ der bayerischen Kur- und Badeorte, 1865 (Google books)
Die Industrie und Landwirthschaft Bayerns auf der Internationalen Ausstellung zu Paris im Jahre 1867 - Mittheilungen und Aufschlüsse über die bayerischen Aussteller und deren Producte, München 1867 (Google books)
L'Industrie de la Bavière a L'Exposition universelle de Paris en 1867 - Notes détaillées sur les exposants et leurs Produits, Paris 1867 (Google books)
Kunst und Kunstindustrie auf der Weltausstellung von 1867 - Pariser Briefe von Friedrich Pecht, Leipzig 1867 (Google books)
Reisehandbuch für Bayern von Dr. Julius Bernhard - II. Abtheilung oder industrieller Theil, Stuttgart 1868 (Google books)
Nürnberg-Fürther Industrie-Almanach 1870 (Google books)
Fürther Tagblatt (Google books)
Handbuch der Leistungsfähigkeit der gesammten Industrie Deutschlands, Oesterreichs, Elsass-Lothringens und der Schweiz - I. Band, Leipzig 1873 (Google books)
Deutsche Zinngießer-Zeitung Nr. 8 vom 27.2.1904 (www.ub.uni-koeln.de)
Nürnberger Ausstellungs-Berichte 1906 Nr. 48 vom 9. Oktober 1906 im "Offiziellen Katalog zur Bayer. Landesausstellung in Nürnberg 1906"
Patentblatt Nr. 45 vom 9. November 1910 (Gebrauchsmuster Ziechner)
Gemeinsames Registerportal der Länder (online)
Archion (Kirchenbücher Fürth St. Michael, Nürnberg St. Egidien)
Patentberichterstattung
Leihgebühr TRIX-Kataloge
Bauamt Nürnberg (Baupläne Gebäude)
Registergerichte Fürth und Nürnberg
Archion (Anteil) DM 200,00
DM 1.872,00
DM 177,20
DM 33,95
DM 100,00
DM 36,00
Zurück zur Gesamtnamensliste (Haffner)
Zurück zur Gesamtnamensliste (Vereinigte Spielwarenfabriken)

References: § 2
 § 14
 § 7
 § 16
 Art.
1973
 § 49
 § 181
 § 6
 § 7
 § 1
 § 2
 § 3
 § 4
 § 4