Source: http://www.designbynorman.com/photos/
Timestamp: 2020-04-04 17:46:50+00:00

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Das Recht am eigenen Bild erlischt nicht automatisch mit dem Ableben des Abgebildeten. So bedarf es gemäß § 22 KUG noch zehn Jahre nach dem Tod die Einwilligung der Angehörigen, zu denen insbesondere Ehegatten, Lebenspartner sowie Kinder zählen.
Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit b) DSGVO: Die Datenverarbeitung dient zur Erfüllung eines Vertrags oder zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen, die auf Anfrage der betroffenen Person erfolgen
Der Fotograf fotografiert ein Modell, das für die Fotosession eine Bezahlung erhält.
Ein Fotograf erstellt nach Auftrag Bewerbungs- oder Portraitfotos.
Ein Hochzeitsfotograf fotografiert das Brautpaar. Achtung: Die Fotografie von Hochzeitsgästen oder Konzertbesuchern ist nicht durch Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit b) DSGVO gedeckt, da der Fotograf nur mit dem Veranstalter einen Vertrag geschlossen hat, nicht mit den Gästen / Besuchern.
Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit f) DSGVO: Die Verarbeitung ist zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich, sofern nicht die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person, die den Schutz personenbezogener Daten erfordern überwiegen, insbesondere dann, wenn es sich bei der betroffenen Person um ein Kind handelt.
Es ist eine umfassende Interessenabwägung in jedem Einzelfall vorzunehmen zwischen den Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten (!) auf der einen Seite und den Interessen, Grundrechten oder Grundfreiheiten der Betroffenen auf der anderen Seite. Maßgebliches Kriterium sind die „vernünftigen Erwartungen des Betroffenen“, d.h. der fotografierten Person. In der Praxis wird man fragen müssen, ob die abgelichtete Person damit rechnete oder damit rechnen musste, fotografiert zu werden. Gleiches gilt für die Frage, ob bzw. wo eine Veröffentlichung der Fotografie erfolgen darf. Die Erwartungshaltung dürfte bis zu ein em gewissen Grad auch formbar sein, insbesondere durch leicht verständliche, transparente Informationen.
Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass bei Fotografien von öffentlichen Veranstaltungen oder im öffentlichen Raum grundsätzlich von einem überwiegenden Interesse des Fotografen auszugehen sei. Von einem gegen die Anfertigung der Fotografie sprechenden überwiegenden Interesse einer betroffenen Person sei in aller Regel nur dann ausnahmsweise auszugehen sein, wenn Fotos beispielsweise heimlich oder verdeckt erfolgten, die Aufnahmen die Intimsphäre des Abgebildeten betreffen oder sie diskreditierend oder diskriminierend wirken (können) (BT Drucksache, Seite 46 – 48).
Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit a) DSGVO: Der Betroffene erteilt seine Einwilligung („Opt-In“) zu bestimmten Zwecken. Die Einwilligung muss informiert, freiwillig und unmissverständlich erteilt werden.
Nach der DSGVO ist keine schriftliche Einwilligung mehr nötig. Auch elektronische oder konkludente Einwilligungen, also durch schlüssiges Verhalten wie z.B. Posieren oder Lächeln in die Kamera sind wirksam. Den Fotograf trifft im Streitfall aber eine Nachweispflicht. Am sichersten ist daher weiterhin die Einholung von Einwilligungen in Schriftform bzw. Textform (E-Mail, Fax, SMS).
Die Beweislast für das Bestehen einer Einwilligung liegt beim Verantwortlichen (z.B. Fotograf, Unternehmen), nicht beim Abgebildeten. Der Abgebildete muss also keinen Nachweis dafür erbringen, dass er nicht eingewilligt hat. Stattdessen hat der Verantwortliche im Streitfall das Vorliegen einer ausreichenden Einwilligung nachzuweisen (vgl. LG Frankfurt, Urteil vom 13.09.2018, Az. 2-03 O 283/18).
Vorsicht bei Minderjährigen: Soll ein Kind fotografiert werden, das jünger als 16 Jahre ist, müssen beide Eltern in die Datenverarbeitung einwilligen. Eine Genehmigung der Eltern (= nachträgliche Erlaubnis) reicht nicht aus. Falls nur ein Elternteil zugegen ist, sollte sich der Fotograf versichern lassen, dass das abwesende Elternteil vertreten wird oder alleine Sorgeberechtigung besteht.
Offen ist, ob man die Vertragserfüllung (z.B. den Zutritt zu einem Konzert) von einer Einwilligung in die werbliche Datenverarbeitung abhängig machen darf („Kopplungsverbot“, Art. 7 Abs. 4 DSGVO).

References: § 22

Art. 6
 Art. 6

Art. 6

Art. 6
 Art. 7