Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F06-11-2013-5A_478-2013
Timestamp: 2016-10-22 09:02:05+00:00

Document:
5A_478/2013 (06.11.2013)
5A_478/2013 � � Urteil vom 6. November 2013
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Max Fl�ckiger,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn, Zivilkammer, vom 17. Mai 2013.
X.________ und Y.________ hatten am 4. April 1997 geheiratet. Sie haben zwei S�hne, A.________ (geb. 1997) und B.________ (geb. 1999). Den Eltern geh�ren zwei Grundst�cke in C.________: das 6.5-Zimmer-Einfamilienhaus an der D.________strasse mit der Grundbuchnummer xxx (fortan "Liegenschaft Nr. xxx") und eine 5.5-Zimmer-Wohnung im Stockwerkeigentum an der E.________strasse mit der Grundbuchnummer yyy (fortan "Liegenschaft Nr. yyy").
Am 3. August 2009 machte X.________ das Scheidungsverfahren anh�ngig. Der Amtsgerichtspr�sident des Richteramts Bucheggberg-Wasseramt f�llte am 14. Dezember 2011 das Scheidungsurteil. Soweit vor Bundesgericht noch relevant, wies er das Grundbuchamt Region Solothurn an, X.________ als Alleineigent�mer der Liegenschaft Nr. xxx und Y.________ als Alleineigent�merin der Liegenschaft Nr. yyy einzutragen. Der Richter hielt fest, dass X.________ seine Liegenschaft zu einem Anrechnungswert von Fr. 724'000.-- samt der darauf lastenden Hypothekarschuld von Fr. 492'000.-- und Y.________ die ihre zu einem Wert von Fr. 768'000.-- samt einer Hypothekarschuld von Fr. 406'000.-- �bernehme. Dem Urteil zufolge werden mit der �bertragung der Miteigentumsanteile an den beiden Liegenschaften auf je den anderen Ehegatten g�terrechtliche Anspr�che abgegolten. Der Amtsgerichtspr�sident verurteilte Y.________, X.________ eine g�terrechtliche Ausgleichszahlung von Fr. 38'685.-- zu leisten. �berdies wies er das Grundbuchamt Region Solothurn an, zur Sicherstellung dieser Forderung auf der Liegenschaft Nr. yyy zugunsten von X.________ in der H�he von Fr. 38'625.-- eine Grundpfandverschreibung im Sinne von Art. 824 ZGB einzutragen.
Im Berufungsverfahren kam das Obergericht des Kantons Solothurn zum Schluss, der Anrechnungswert, zu dem Y.________ die Liegenschaft Nr. yyy �bernehme, belaufe sich nicht auf Fr. 768'000.--, sondern auf Fr. 528'000.-- (Ziffer 14 des Urteilsspruchs). In seinem Urteil vom 17. Mai 2013 sprach es X.________ eine g�terrechtliche Ausgleichsforderung von Fr. 18'185.-- (Ziffer 16) zu. Auf die gleiche Summe bestimmte es die durch die Liegenschaft Nr. yyy gesicherte Pfandsumme (Ziffer 17).
Mit Eingabe vom 24. Juni 2013 wendet sich X.________ (Beschwerdef�hrer) an das Bundesgericht. Er beantragt, die Ziffern 14, 16 und 17 des Urteils des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 15. Januar 2013 [sic!] aufzuheben und den Anrechnungswert der Liegenschaft Nr. yyy auf Fr. 768'000.-- zu bestimmen. Als g�terrechtliche Ausgleichszahlung fordert er von Y.________ (Beschwerdegegnerin) Fr. 138'185.--; auf den gleichen Betrag sei auch die Pfandsumme zur Sicherstellung der Ausgleichsforderung zu bestimmen. Im Sinne eines Eventualbegehrens verlangt der Beschwerdef�hrer, die Sache zur erg�nzenden Sachverhaltsfeststellung und zur neuen Beurteilung an das Obergericht zur�ckzuweisen. Das Bundesgericht hat sich die kantonalen Akten �berweisen lassen und Vernehmlassungen eingeholt. Das Obergericht des Kantons Solothurn beantragt, die Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerdegegnerin l�sst das Begehren stellen, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Die Eingaben wurden dem Beschwerdef�hrer zur Wahrung des rechtlichen Geh�rs zur Kenntnis gebracht.
Zwar l�sst der Beschwerdef�hrer beantragen, die Ziffern 14, 16 und 17 eines obergerichtlichen Urteils vom 15. Januar 2013 aufzuheben (s. Sachverhalt Bst. D). Die Beschwerdebegr�ndung, die f�r die Auslegung der Begehren beizuziehen ist (BGE 136 V 131 E. 1.2 S. 136), l�sst jedoch keinen Zweifel daran, dass sich die Beschwerde gegen das - im �brigen mit der Beschwerde eingereichte - Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 17. Mai 2013 richtet. Dieses Urteil ist ein Endentscheid (Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz (Art. 75 Abs. 1 BGG), der die verm�gensrechtlichen Folgen einer Ehescheidung, also eine Zivilsache im Sinne von Art. 72 Abs. 1 BGG zum Gegenstand hat. Die Streitwertgrenze gem�ss Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG ist erreicht. Auf die im �brigen rechtzeitig (Art. 100 BGG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
In rechtlicher Hinsicht sind im ordentlichen Beschwerdeverfahren alle R�gen gem�ss Art. 95 f. BGG zul�ssig. Das Bundesgericht wendet das Recht grunds�tzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG) und pr�ft behauptete Rechtsverletzungen (Art. 42 Abs. 2 BGG) mit freier Kognition. Demgegen�ber ist das Bundesgericht an den festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG). Diesbez�glich kann die rechtsuchende Partei nur vorbringen, die vorinstanzlichen Feststellungen seien offensichtlich unrichtig (Art. 97 Abs. 1 BGG), das heisst willk�rlich (vgl. BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 62; 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252), oder w�rden auf einer anderen Rechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG (z.B. Art. 29 Abs. 2 BV oder Art. 8 ZGB) beruhen (Urteil 5A_374/2010 vom 9. Juli 2010 E. 1). In der Beschwerde ist �berdies darzutun, inwiefern die Behebung der ger�gten M�ngel f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 135 I 19 E. 2.2.2 S. 22). Soweit die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte geltend gemacht wird, gilt schliesslich das R�geprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG). Das Bundesgericht pr�ft nur klar und detailliert erhobene und, soweit m�glich, belegte R�gen. Auf ungen�gend begr�ndete R�gen und appellatorische Kritik am festgestellten Sachverhalt tritt es nicht ein (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246).
Die Parteien streiten dar�ber, zu welchem Wert die Eigentumswohnung an der E.________strasse (Liegenschaft Nr. yyy; s. Sachverhalt Bst. A) in der Errungenschaft der Beschwerdegegnerin einzusetzen ist. Die Auseinandersetzung konzentriert sich auf die Verkehrswertsch�tzung des Architekten und Immobilienbewerters F.________, die der Amtsgerichtspr�sident am 10. M�rz 2010 angeordnet hatte.
Das Obergericht weist darauf hin, dass der Gutachter bei der Bewertung beider Liegenschaften (Nr. yyy und Nr. xxx) nach der heute f�r Nutzobjekte �blichen Ertragswertmethode vorgegangen sei. Der Expertise zufolge betr�gen die Wiederherstellungskosten f�r die Liegenschaft Nr. yyy - bei einem Wertquotenanteil von 360/1000 - Fr. 457'020.--. Als Ertragswert habe F.________ den Betrag von Fr. 751'000.-- ermittelt (Mietwert brutto Fr. 24'480.--; Bruttozinssatz 3.26 %). Davon habe er die technische Entwertung im Umfang von Fr. 8'000.-- in Abzug gebracht, woraus sich ein Verkehrswert von Fr. 743'000.-- ergebe. Unter Ber�cksichtigung einer Personaldienstbarkeit f�r einen Einstellhallenplatz zum Wert von Fr. 25'000.-- resultiere am Bewertungsstichtag, dem 10. September 2010, ein Verkehrswert von Fr. 768'000.--. Das 6.5-Zimmer-Einfamilienhaus (Liegenschaft Nr. xxx) habe der Sch�tzer mit Fr. 724'000.-- bewertet.
Das Obergericht meint, im Vergleich zur Liegenschaft Nr. xxx, deren Bewertung von keiner Seite in Frage gestellt werde, sei "offensichtlich", dass die Berechnung des Verkehrswerts der Liegenschaft Nr. yyy "nicht stimmen kann". So habe der Beschwerdef�hrer den Verkehrswert der Eigentumswohnung in seiner Eingabe vom 6. Januar 2010 mit Fr. 526'450.35 angegeben und in einem Schreiben an den Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin vom 29. Oktober 2008 als Kaufpreis den Betrag von Fr. 507'000.-- genannt. Weiter st�tzt sich das Obergericht auf Informationen des fr�heren Eigent�mers der Wohnung, G.________, der ein "erfahrener Liegenschaftsmakler" sei. Dieser habe dem Beschwerdef�hrer auf Anfrage in einem Schreiben vom 17. November 2011 mitgeteilt, bei der Ver�usserung der Eigentumswohnung auf einen Betrag von Fr. 10'000.-- bzw. 2 % verzichtet zu haben. Der Beschwerdegegnerin gegen�ber habe der Makler erkl�rt, der Marktwert der Eigentumswohnung liege seiner Erfahrung nach "wesentlich unter Fr. 600'000.--". Einer Dokumentation von G.________ lasse sich entnehmen, dass im Jahre 2010 eine 5.5-Zimmer-Wohnung in einem 2-Familienhaus f�r Fr. 577'000.-- verkauft worden sei.
Zuletzt vergleicht das Obergericht die Kataster- und Geb�udeversicherungswerte der beiden Liegenschaften: F�r die Eigentumswohnung betr�gen diese Fr. 105'200.-- bzw. Fr. 363'074.--, f�r das Einfamilienhaus Fr. 187'500.-- bzw. Fr. 468'000.--. Das Obergericht rechnet vor, dass der Verkehrswert des Einfamilienhauses dessen Katasterwert um den Faktor 3.8613 �bersteige (Fr. 724'000.-- / 187'500.--). Multipliziere man den Katasterwert der Eigentumswohnung mit diesem Faktor, so ergebe sich ein Verkehrswert von Fr. 406'212.--. Bezogen auf den Geb�udeversicherungswert f�hre die gleiche Operation f�r die Liegenschaft Nr. yyy zu einem Verkehrswert von Fr. 575'363.--. �bertrage man weiter das Verh�ltnis der Wiederherstellungskosten der Liegenschaft Nr. xxx zu deren Verkehrswert (Fr. 626'000.-- / Fr. 724'000.--) auf die Liegenschaft Nr. yyy, so resultiere f�r diese ein Verkehrswert von Fr. 528'543.--. Zum Schluss h�lt das Obergericht dem Beschwerdef�hrer entgegen, dass er selbst den Verkehrswert der Liegenschaft Nr. yyy mit Fr. 526'450.35 beziffert habe; darauf sei er "zu behaften". Unter Ber�cksichtigung von den Angaben von G.________ und ihrer eigenen, soeben geschilderten Berechnungen setzt die Vorinstanz den Verkehrswert der 5.5-Zimmer-Eigentumswohnung auf Fr. 528'000.-- fest.
Der Beschwerdef�hrer konstatiert, das Obergericht habe weder auf die vorhandene Verkehrswertsch�tzung abgestellt noch deren Erl�uterung oder Erg�nzung angeordnet und auch kein neues Gutachten eingeholt. Er folgert daraus, dass das Obergericht die streitige Frage des Verkehrswerts der Liegenschaft Nr. yyy gest�tzt auf sein eigenes Fachwissen beantworte. Entgegen dem, was Art. 183 Abs. 3 ZPO vorschreibe, habe es seine Fachkunde aber nicht offen gelegt und den Parteien damit verunm�glicht, dazu Stellung zu nehmen. Damit habe das Obergericht auch seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV verletzt.
4.1.�Das Gericht kann auf Antrag einer Partei oder von Amtes wegen bei einer oder mehreren sachverst�ndigen Personen ein Gutachten einholen (Art. 183 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Das gerichtliche Gutachten verschafft dem Gericht die Fachkenntnisse, die es ben�tigt, um bestimmte rechtserhebliche Tatsachen wahrnehmen und/oder beurteilen zu k�nnen ( ANNETTE DOLGE, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 1 zu Art. 183 ZPO; SVEN R�ETSCHI, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2012, N 2 zu Art. 183 ZPO; Hans Schmid, in: ZPO, Kurzkommentar, 2. Aufl. 2013, N 1 zu Art. 183 ZPO). Gutachten unterliegen der freien Beweisw�rdigung, die das Bundesgericht nur auf Willk�r hin �berpr�ft (E. 2). In Fachfragen darf ein Gericht nur aus triftigen Gr�nden von einem Gerichtsgutachten abweichen. Es hat zu pr�fen, ob sich aufgrund der �brigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einw�nde gegen die Schl�ssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdr�ngen. Erscheint ihm die Schl�ssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten als zweifelhaft, hat das Gericht n�tigenfalls erg�nzende Beweise zur Kl�rung dieser Zweifel zu erheben (BGE 138 III 193 E. 4.3.1 S. 198 f.; 136 II 539 E. 3.2 S. 548; 133 II 384 E. 4.2.3 S. 391). Dazu ist das Gericht namentlich dann verpflichtet, wenn gewichtige, zuverl�ssig begr�ndete Tatsachen oder Indizien die �berzeugungskraft des Gutachtens ernstlich ersch�ttern (BGE 130 I 337 E. 5.4.2 S. 346; 129 I 49 E. 4 S. 57 f.; 128 I 81 E. 2 S. 86). St�tzt das Gericht sein Urteil auf eine nicht schl�ssige Expertise oder verzichtet es auf gebotene zus�tzliche Beweiserhebungen, l�uft es Gefahr, gegen das Verbot der willk�rlichen Beweisw�rdigung zu verstossen (BGE 138 III 193 E. 4.3.1 S. 199 mit Hinweis).
Freilich kann das Gericht auch seinen eigenen Sachverstand nutzen und auf die Einholung eines Gutachtens verzichten, wenn es aufgrund seiner Besetzung selbst �ber die - den Anforderungen des konkreten Falles gen�gende - Sachkunde verf�gt, um bestimmte Aspekte des Sachverhalts feststellen und/oder w�rdigen zu k�nnen. Dies hat das Bundesgericht schon vor Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung festgehalten (z.B. Urteil 4A_249/2007 vom 16. November 2007 E. 2.1), namentlich im Zusammenhang mit Patentstreitigkeiten (BGE 125 III 29 E. 3a S. 32; Urteile 4A_52/2008 vom 29. April 2008 E. 3.4 und 4C.300/2002 vom 18. Dezember 2002 E. 1.1; s. auch BGE 132 III 83 E. 3.4 S. 87 f.). Den Grundsatz, dass sich der Beizug von Sachverst�ndigen er�brigt, wenn ein mitwirkendes Gerichtsmitglied �ber das erforderliche Erfahrungswissen verf�gt, hat der Gesetzgeber nun in Art. 183 Abs. 3 ZPO kodifiziert (s. SVEN R�ETSCHI, a.a.O., N 47; ANNETTE DOLGE, a.a.O., N 39 zu Art. 183 ZPO; HANS SCHMID, a.a.O., N 22 zu Art. 183 ZPO; THOMAS WEIBEL, in: Sutter-Somm/Hasenb�hler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl. 2013, N 35 zu Art. 183 ZPO). Dieser Vorschrift zufolge hat das Gericht eigenes Fachwissen bzw. die "connaissances sp�ciales de l'un de ses membres" (so die franz�sische Fassung) offen zu legen, damit die Parteien dazu Stellung nehmen k�nnen.
Mit dem Ausdruck "Fachwissen" fordert das Gesetz besondere, �ber die allgemeine Lebenserfahrung hinausgehende Sachkenntnisse, wozu typische Branchenkenntnisse, nicht mehr allgemein verst�ndliche wirtschaftliche und technische Erfahrungss�tze, insbesondere wissenschaftliche Erfahrungss�tze, geh�ren ( EUG�NE BRUNNER, Die Verwertung von Fachwissen im handelsgerichtlichen Prozess, in: SJZ 1992, S. 23). Will sich das Gericht auf solche eigene Kenntnisse st�tzen, muss es dies transparent deklarieren. Um das rechtliche Geh�r der Parteien zu wahren, hat die Offenlegung fr�hzeitig zu erfolgen, nicht etwa erst im Rahmen der Urteilsberatung oder gar -er�ffnung. Damit die Parteien die M�glichkeit erhalten, entsprechend zu reagieren, muss ihnen das richterliche Fachwissen umgehend offen gelegt werden, das heisst sobald es im Beweisverfahren eine Rolle zu spielen beginnt (Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7324; Bericht zum Vorentwurf der Expertenkommission, Juni 2003, S. 87; THOMAS WEIBEL, a.a.O., N 37 zu Art. 183 ZPO). Zu diesem Zweck muss das Fachwissen - bzw. das "Fachvotum" eines bestimmten Gerichtsmitglieds - m�ndlich oder schriftlich in den Prozess eingef�hrt und zu den Akten erhoben werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Parteien nicht schlechtergestellt sind, als wenn das Gericht ein Sachverst�ndigengutachten eingeholt h�tte (vgl. ANNETTE DOLGE, a.a.O., N 43 zu Art. 183 ZPO; SVEN R�ETSCHI, a.a.O., N 49 f. zu Art. 183 ZPO; HEINRICH ANDREAS M�LLER, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, 2011, N 22 zu Art. 183 ZPO; kritisch Philipp Schweizer, in: Bohnet et al. [Hrsg.], CPC, Code de proc�dure civile comment�, 2011, N 20 ff. zu Art. 183 ZPO).
4.2.�Die vorinstanzliche Vorgehensweise zeigt, dass das Obergericht die Schl�ssigkeit des Gutachtens von F.________ anhand der �brigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien pr�ft und zum Schluss kommt, die Verkehrswertberechnung der Liegenschaft Nr. yyy k�nne - in den Worten des angefochtenen Entscheids - "nicht stimmen". Die �berlegungen, auf die das Obergericht diese Erkenntnis st�tzt, f�hren im Verh�ltnis zur Sch�tzung des Experten zu einer Differenz von 25-30 % (E. 3). Angesichts dessen musste dem Obergericht die �berzeugungskraft der gutachterlichen Verkehrswertsch�tzung als ernsthaft ersch�ttert erscheinen. Entsprechend h�tte das Obergericht - wie der Beschwerdef�hrer zutreffend betont - Grund gehabt, zur Kl�rung seiner Zweifel erg�nzende Beweise zu erheben, umso mehr, als seine Vorbehalte gegen�ber der Sch�tzung des Experten offensichtlich inhaltlicher Natur sind. Denn inhaltliche M�ngel eines Gutachtens kann das Gericht nur ausnahmsweise selbst richtigstellen, n�mlich dann, wenn es selbst �ber das notwendige Fachwissen verf�gt (E. 4.1); bei Zweifeln an der �berzeugungskraft eines Sachverst�ndigenbefunds ist die Einholung eines weiteren Gutachtens in der Regel unumg�nglich (Urteil 5P.27/2001 vom 8. Juni 2001 E. 1b mit Hinweisen; 5P.160/2001 vom 13. September 2001 E. 3b/aa mit Hinweis auf BGE 118 Ia 144 E. 1c S. 146). Das Obergericht weicht von diesem Grundsatz ab, der sich, wie der Beschwerdef�hrer zu Recht bemerkt, auch aus Art. 188 Abs. 2 ZPO ergibt (vgl. SVEN R�ETSCHI, a.a.O., N 12 zu Art. 188 ZPO; ANNETTE DOLGE, a.a.O., N 9 zu Art. 188 ZPO; PHILIPPE SCHWEIZER, a.a.O., N 11 zu Art. 188 ZPO; Heinrich Andreas M�ller, a.a.O., N 15 zu Art. 188 ZPO). Noch w�hrend des Berufungsverfahrens, mit Verf�gung vom 12. Oktober 2012, wies das Obergericht den Antrag der Beschwerdegegnerin ab, �ber den Verkehrswert der beiden Liegenschaften Nrn. xxx und yyy "neutrale Obergutachten" einzuholen.
Dass sich der streitige Verkehrswert der Eigentumswohnung an der E.________strasse ohne spezielle Fachkenntnisse allein aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung sch�tzen liesse, der erstinstanzliche Richter also gar keine Verkehrswertsch�tzung h�tte einholen m�ssen, l�sst sich dem angefochtenen Entscheid nicht entnehmen. Dort findet sich lediglich der Hinweis, falls "berechtigte Zweifel an der Richtigkeit der vom Gutachter dargelegten Erkenntnisse" best�nden, sei "der wahre Wert einer Liegenschaft anderweitig festzulegen". Wie auch die Beschwerdegegnerin feststellt, schreitet das Obergericht denn auch sogleich zur Tat und ermittelt den Verkehrswert nach einer eigenen Methode, die sich an den Kataster- und Geb�udeversicherungswerten und dem Vergleich mit dem gesch�tzten Verkehrswert der Liegenschaft Nr. xxx orientiert (E. 3). Damit aber setzt es unweigerlich seinen eigenen Sachverstand an die Stelle desjenigen des Experten F.________, legt seiner Beweisw�rdigung mit anderen Worten eigenes Fach wissen zugrunde. Dies f�r die Parteien erst im Rahmen der Er�ffnung des begr�ndeten Urteils erkennbar zu machen, l�sst sich nach dem Gesagten nicht mit dem Anspruch der Parteien auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) vereinbaren und verst�sst gegen die ausdr�ckliche Vorschrift von Art. 183 Abs. 3 ZPO, wonach das Gericht eigenes Fachwissen offen zu legen hat, damit die Parteien dazu Stellung nehmen k�nnen.
4.3.�Die Beschwerde ist also begr�ndet. Die Angelegenheit ist an das Obergericht zur�ckzuweisen, damit es den Parteien im Berufungsverfahren Gelegenheit zur Stellungnahme gibt, und zwar unabh�ngig davon, ob es den Verkehrswert der Liegenschaft Nr. yyy weiterhin gest�tzt auf seine eigenen Erfahrungss�tze zu ermitteln gedenkt oder zur Kl�rung seiner inhaltlichen Zweifel an der von F.________ weitere Beweise erhebt, namentlich eine andere sachverst�ndige Person beizieht. Ob der angefochtene Entscheid als solcher vor Bundesrecht standh�lt, muss bei diesem Ergebnis grunds�tzlich offenbleiben, denn wegen der formellen Natur des Geh�rsanspruchs f�hrt seine Verletzung ungeachtet der Erfolgsaussichten in der Sache zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 135 I 187 E. 2.2 S. 190; 132 V 387 E. 5.1 S. 390).
Immerhin ist anzumerken, dass sich eine Abweichung von der gutachterlichen Verkehrswertsch�tzung im angefochtenen Umfang nicht allein damit begr�nden l�sst, der Beschwerdef�hrer habe den Verkehrswert der Liegenschaft Nr. yyy im erstinstanzlichen Verfahren selbst mit Fr. 526'450.35 beziffert. Die fragliche Aussage entstammt dem Schriftsatz vom 6. Januar 2010, mit dem der Beschwerdef�hrer dem Amtsgerichtspr�sidenten - mit Kopie an die Beschwerdegegnerin - seine Antr�ge zu den Nebenfolgen der Scheidung mitteilte. Die Beschwerdegegnerin �usserte sich in ihrer entsprechenden Eingabe vom 1. Februar 2010 nicht zu diesem Betrag, sondern begn�gte sich mit dem Ersuchen, die Liegenschaft Nr. yyy sch�tzen zu lassen. Darauf ordnete der Amtsgerichtspr�sident mit Verf�gung vom 10. M�rz 2010 die Begutachtung des Verkehrswerts an und bestellte F.________ als Sch�tzer. Warum der Amtsgerichtspr�sident diesen Beweis h�tte erheben m�ssen, wenn der Verkehrswert im Umfang von Fr. 526'450.35 gar nicht streitig gewesen w�re, l�sst sich dem angefochtenen Entscheid nicht entnehmen und ist auch nicht ersichtlich (Art. 150 Abs. 1 ZPO). Ebenso wenig l�sst sich allein daraus, dass die Verkehrswertsch�tzung der Liegenschaft Nr. xxx "von keiner Seite in Frage gestellt" wird, ohne Weiteres der Schluss ziehen, dass der gesch�tzte Verkehrswert des Einfamilienhauses, den F.________ unbestrittenermassen nach der gleichen Methode ermittelt hat, vorbehaltlos als Massstab f�r die Ermittlung des Verkehrswerts der Eigentumswohnung taugt. Schliesslich ist daran zu erinnern, dass f�r die Bewertung der Aktiven und Passiven im Verm�gen der Ehegatten der Zeitpunkt entscheidend ist, in welchem die g�terrechtliche Auseinandersetzung vorgenommen wird (Art. 214 Abs. 1 ZGB). Erfolgt sie im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens, so ist der Tag der Urteilsf�llung massgebend (BGE 121 III 152 E. 3a S. 154 mit Hinweis), hier also der Tag, an dem das Obergericht sein neues Urteil f�llen wird.
Gest�tzt auf die vorstehenden Erw�gungen ist die Beschwerde gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und die Sache ist zu neuem Entscheid im Sinne der Erw�gungen an das Obergericht zur�ckzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdegegnerin. Sie hat f�r die Gerichtskosten aufzukommen und dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn, Zivilkammer, vom 17. Mai 2013 wird aufgehoben. Die Sache wird im Sinne der Erw�gungen zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.

References: Art. 824
 Art. 72
 Art. 74
 Art. 95
 BGE 
 Art. 95
 Art. 29
 Art. 8
 BGE 
 Art. 183
 Art. 29
 Art. 183
 Art. 183
 Art. 183
 BGE 
 Art. 183
 Art. 183
 Art. 183
 Art. 183
 Art. 183
 Art. 183
 Art. 183
 Art. 183
 Art. 183
 BGE 
 Art. 188
 Art. 188
 Art. 188
 Art. 188
 Art. 188
 Art. 183
 Art. 68