Source: http://www.landesrecht-bw.de/jportal/portal/page/bsbawueprod.psml?pid=Dokumentanzeige&showdoccase=1&js_peid=Trefferliste&documentnumber=1&numberofresults=1&fromdoctodoc=yes&doc.id=jlr-%C3%96koKVBWpAnlage1&doc.part=G&doc.price=0.0
Timestamp: 2019-05-22 15:47:59+00:00

Document:
Landesrecht BW ÖKVO | Landesnorm Baden-Württemberg | Anlage 1 - Ökokontofähige Maßnahmen | Verordnung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr über die Anerkennung und Anrechnung vorzeitig durchgeführter Maßnahmen zur Kompensation von Eingriffsfolgen (Ökokonto-Verordnung - ÖKVO) vom 19. Dezember 2010 | gültig ab: 01.04.2011
Verordnung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr...
§ 2 - Ökokonto-Maßnahmen
§ 4 - Aufnahme in das Ökokonto-Verzeichnis
§ 5 - Verzinsung
§ 6 - Rechte und Pflichten des Maßnahmenträgers
§ 7 - Einsicht in das Ökokonto
§ 8 - Bewertung
§ 9 - Zuordnung von Ökokonto-Maßnahmen
§ 10 - Handelbarkeit
§ 11 - Anerkannte Stellen
§ 12 - Verhältnis zum Baurecht
§ 13 - Übergangsvorschriften
Anlage 1 - Ökokontofähige Maßnahmen
Anlage 2 - Abschnitt 4
Amtliche Abkürzung: ÖKVO
Fassung vom: 19.12.2010
Verordnung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr
über die Anerkennung und Anrechnung
vorzeitig durchgeführter Maßnahmen zur Kompensation von Eingriffsfolgen
(Ökokonto-Verordnung - ÖKVO)
Vom 19. Dezember 2010
Ökokontofähige Maßnahmen
Folgende Maßnahmen können in das Ökokonto aufgenommen werden:
Verbesserung der Biotopqualität, Schaffung höherwertiger Biotoptypen
Bei Offenlandbiotoptypen sind diejenigen Biotopmaßnahmen ökokontofähig, die eine Aufwertung bestehender oder die Schaffung neuer, höherwertiger Biotoptypen in Natura 2000-Gebieten, in Naturschutzgebieten oder in Naturdenkmalen bewirken. Außerhalb dieser Gebiete sind entsprechende Maßnahmen im Rahmen eines Landschaftsrahmenplans, eines Landschaftsplans oder auf der Grundlage sonstiger naturschutzfachlicher Planungen ökokontofähig.
Bei Waldbiotoptypen sind diejenigen Biotopmaßnahmen ökokontofähig, die eine Aufwertung, Neuanlage oder Entwicklung eines geschützten Waldbiotops oder eines Eichen-Sekundärwalds bewirken. Ökokontofähig sind außerdem Biotopmaßnahmen, welche die Aufwertung von Biotopen beziehungsweise die Schaffung höherwertiger Biotoptypen in Waldschutzgebieten oder Waldrefugien bewirken. Neuanlage und flächige Erweiterung von Waldschutzgebieten sind nur im Rahmen des Waldschutzgebietsprogramms der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg ökokontofähig. Waldrefugien sind nur ökokontofähig, sofern sie dem Alt- und Totholzkonzept von ForstBW entsprechen.
Bei Gewässern sind Aufwertungsmaßnahmen zur Renaturierung von Fließgewässern einschließlich ihrer Uferbereiche sowie Maßnahmen im Rahmen von gewässerökologischen Planungen ökokontofähig.
Aufwertung von terrestrisch-morphologischen Biotoptypen (insbesondere Felsen, Blockhalden, Hohlwege) und speziellen vegetationsarmen Strukturen
Beseitigung beschattender Gehölze
Beseitigung von Auffüllungen
Beseitigung von Verbauungen
Anlage voll besonnter Steilwände auf Abbauflächen und Straßenböschungen (insbesondere Löss- und Lehmwände) sowie voll besonnter Straßenböschungen ohne Oberbodenauftrag mit Felsbändern/Felsstrukturen
Neuanlage oder Entwicklung ephemerer fischfreier und gut besonnter Kleingewässer (periodisch austrocknende, flache Tümpel und Blänken) ohne Bepflanzung in Bereichen hohen Potenzials zur Förderung spezialisierter Landesarten des Zielartenkonzeptes nach Tabelle 2 in Anlage 2
Freilegung offener, voll besonnter Roh- und Skelettbodenstandorte in Bereichen hohen Potenzials als Sonderstandorte für naturnahe Vegetation zur Förderung spezialisierter Landesarten des Zielartenkonzeptes nach Tabelle 2 in Anlage 2
Förderung und Entwicklung höherwertiger, über die Vegetation definierter Biotoptypen des Offenlands
Förderung und Entwicklung von artenreichem Extensivgrünland (insbesondere Wiesen, Weiden, Magerrasen, Streuwiesen)
Förderung und Entwicklung von hochwertigen Offenlandbiotopen (insbesondere Moore, Saumvegetation, Röhrichte und Riede, Sandrasen)
Erhöhung des Anteils von dauerhaft gehölzfreien Acker- und Rebbrachen (ohne Herbizidbehandlung)
Förderung und Entwicklung von Grünland mit Baumbestand (Streuobstwiesen, Wertholzwiesen)
Förderung und Entwicklung gebiets- und standortsheimischer Gehölzbestände außerhalb des Waldes
Entwicklung von Feldhecken, Feldgehölzen und Gebüschen durch Sukzession oder durch Pflanzung gebiets- und standortheimischer Gehölzarten, die nachweislich aus Vermehrungsgut gebietsheimischer Herkunft stammen
Ausbildung von Saumstrukturen
Dauerhafte Verjüngung überalterter Feldgehölze und Feldhecken, insbesondere durch Auf-den-Stock-setzen im Abstand von 15 bis 20 Jahren
Umbau naturraum- oder standortfremder Gehölzbestände
Erhöhung der Naturnähe durch Entnahme gebiets- oder standortfremder Gehölzarten
Förderung und Entwicklung naturnaher Wälder
Verbesserung der Biotopqualität bei naturnahen, durch § 30 a Landeswaldgesetz (LWaldG) oder durch § 32 NatSchG geschützten Waldbeständen sowie bei sekundären Eichenwäldern
Neuanlage und Entwicklung sowie flächige Erweiterung naturnaher, durch § 30 a LWaldG oder durch § 30 BNatSchG geschützter Waldbestände oder von Eichen-Sekundärwäldern
Verbesserung der Biotopqualität von naturnahen Waldbeständen in Schonwäldern
Neuanlage und Entwicklung sowie flächige Erweiterung von naturnahen Waldbeständen in Schonwäldern
Verbesserung der Biotopqualität von Waldbeständen mit historischen, für den Arten- und Biotopschutz bedeutsamen Nutzungsformen (insbesondere Nieder-, Mittel- und Hudewald sowie Streunutzungen) in Schonwäldern
Neuanlage und Entwicklung sowie flächige Erweiterung von Waldbeständen mit historischen, für den Arten- und Biotopschutz bedeutsamen Nutzungsformen (insbesondere Nieder-, Mittel- und Hudewald sowie Streunutzungen) in Schonwäldern
Schaffung naturnäherer Standortverhältnisse, insbesondere durch Wiedervernässung von Sumpfwäldern und Mooren oder durch Wiederherstellung des natürlichen Überflutungsregimes bei Auwäldern
Schaffung von Bannwäldern oder von Waldrefugien
Landschaftsgerechte Entwicklung naturnaher Waldbestände durch Erstaufforstung oder Sukzession von Offenland mit Baumarten des Standortswalds im Rahmen einer naturschutzfachlichen Planung
Sonstige Maßnahmen zur Verbesserung der Biotopqualität
Einrichtung von Pufferstreifen zum Schutz vor Stoffeinträgen
Wiederherstellung eines natürlichen Wasserhaushalts, insbesondere Beseitigung von Drainagen oder Schließen von Gräben
Beseitigung oder Minderung von Trennwirkungen für naturschutzfachlich bedeutsame Arten
Sukzession oder standort- und naturraumgerechte Begrünung von Entsiegelungsflächen
Erhöhung der Naturnähe von Gewässern und ihrer Uferbereiche
Rücknahme von Gewässerverbauungen, insbesondere Rücknahme von Ufer- und Sohlbefestigungen, Öffnen von verdolten Abschnitten oder Beseitigung von Wanderungshindernissen, Herstellung der Durchgängigkeit
Wiederherstellung eines naturnahen Laufes
Wiederherstellung eines naturnahen Abflussregimes, insbesondere Wiederanbindung von Gewässerabschnitten oder Beseitigung von Ab- oder Zuleitungen
Zulassen natürlicher Dynamik
Verbesserung der Selbstreinigungskraft von Gewässern
Naturnahe Umgestaltung von künstlichen Gewässern
Renaturierung von Gewässerufern
Nutzungsextensivierung entlang von Gewässern
Maßnahmen zur Entwicklung von Lebensräumen der in Tabelle 2 der Anlage 2 genannten Arten
Schaffung von natürlichen Retentionsflächen
Rückverlegung von Dämmen innerhalb HQ 10
Beseitigung von Auffüllungen innerhalb HQ 10
Wiederanbindung von Aueflächen innerhalb HQ 10
Wiederherstellung und Verbesserung von Bodenfunktionen, Verbesserung der Grundwassergüte
Entsiegelung oder Teilentsiegelung von befestigten Flächen
Rekultivierung einschließlich Beseitigung von Altablagerungen
Überdeckung baulicher Anlagen
Oberbodenauftrag
Verbesserung des Wasseraufnahmevermögens von Böden
Nutzungsextensivierung
Wiederherstellung von Sonderstandorten für naturnahe Vegetation, insbesondere durch Wiedervernässung und Nutzungsextensivierung
http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&docid=jlr-%C3%96koKVBWpAnlage1&psml=bsbawueprod.psml&max=true
http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=%C3%96koKV+BW+Anlage+1&psml=bsbawueprod.psml&max=true

References: § 2

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13
 § 30
 § 32
 § 30
 § 30