Source: https://jusletter.weblaw.ch/juslissues/2013/731.html
Timestamp: 2020-08-08 06:35:48+00:00

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Jusletter - 28. Oktober 2013
Organisiert durch das Institut für Notariatsrecht und Notarielle Praxis der Universität Bern fand am 18. Oktober 2013 ein Symposium «Zur Zukunft des Notariats in der Schweiz» statt. Der Vorentwurf zu einer Revision des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Öffentliche Beurkundung) vom 14. Dezember 2012 und die Empfehlung der Wettbewerbskommission vom 23. September 2013 bildeten den aktuellen Anlass der Veranstaltung und damit für die heutige Schwerpunkt-Ausgabe.
Eine Einführung zur Zukunft des Notariats in der Schweiz bieten Prof. Dr. Stephan Wolf, Anja Pfeuti und Yannick Minnig. Sie stellen die Ausgangslage zur Diskussion dar, bieten einen Überblick zum Art. 55 ff. Vorentwurf SchlT ZGB und kritisieren die momentan fehlende Gesamtoptik.
Einen Blick auf die Zukunft des Notariats in Europa aus deutscher Perspektive wirft Prof. Dr. Andreas Spickhoff. Er fragt, welche Auswirkungen europarechtliche Vorgaben auf die Ausgestaltung des Notariatswesens haben und welche qualitativen Anforderungen an Notare zu stellen sind.
Dr. Simon Laimer betrachtet die Rechtsprechung des EuGH bezüglich der Niederlassungsfreiheit von Notaren. Dieser hat das Staatsangehörigkeitenerfordernis einzelner EU-Mitgliedstaaten für unzulässig erklärt, allerdings keinen unbeschränkten Binnenmarkt für Notare festgesetzt. Er vergleicht dabei die Rahmenbedingungen Österreichs und Italiens mit denen der Schweiz.
Entsprechend kontinentaleuropäischer Tradition nimmt der Notar auch in der Schweiz eine hoheitliche Funktion wahr und ist daher nach heute herrschender Auffassung vom Geltungsbereich des Freizügigkeitsabkommens zwischen der Schweiz und der EU sowie vom Bundesgesetz über den Binnenmarkt ausgenommen. Riccardo Brazerol untersucht, inwieweit sich die genannten Entscheide des EuGH auf die Schweiz auswirken und welche Freizügigkeit dem schweizerischen Notar dadurch im interkantonalen Verhältnis zukommt.
Isabelle Nuspliger fasst zu guter Letzt die Podiums- und Plenumsdiskussion zur Zukunft des Notariats in der Schweiz vom 18. Oktober 2013 zusammen.
Stephan Wolf / Anja Pfeuti / Yannick Minnig
Zur Zukunft des Notariats in der Schweiz – Einführung und Überblick
Die Wettbewerbskommission hat am 23. September 2013 zur Freizügigkeit des Notariats eine Empfehlung abgegeben. Diese könnte zusammen mit dem Vorentwurf zur Revision des SchlT ZGB vom 14. Dezember 2012 zu erheblichen Veränderungen im Bereiche des Notariats führen. Im Beitrag wird vorerst die heutige Ausgangslage erläutert, dies als Basis zur aktuellen Diskussion über die Zukunft des Notariats in der Schweiz. Anschliessend wird ein erster Überblick über die Art. 55 ff. Vorentwurf SchlT ZGB gegeben. Dabei soll insbesondere auch auf die Notwendigkeit einer bisher fehlenden Gesamtoptik hingewiesen werden. weiter lesen
Zur Zukunft des Notariats in Europa – aus deutscher Perspektive
Im Anschluss einer Reihe von Entscheidungen des EuGH vom 24. Mai 2011 steht die europarechtliche Legitimation des Notariates insbesondere unter dem Aspekt der Niederlassungsfreiheit nicht nur in Deutschland im Fokus der Diskussion. Es fragt sich daher, welche Auswirkungen europarechtliche Vorgaben auf die Ausgestaltung des Notariatswesens haben. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die zentrale Frage nach den qualitativen Anforderungen an Notare zu legen. weiter lesen
Rechtsgebiete: Notariats- und Anwaltsrecht, Europarecht und Internationales Recht, Deutsches Recht
Simon Laimer
Zur Freizügigkeit der Notare in Europa – Überblick über die Aufnahme der Rechtsprechung des EuGH in Österreich und Italien
Der EuGH hat das von mehreren EU-Mitgliedstaaten für den Zugang zum Notarberuf aufgestellte Staatsangehörigkeitserfordernis für unvereinbar mit der Niederlassungsfreiheit befunden. Aus den Urteilen ergibt sich jedoch kein unbeschränkter Binnenmarkt für Notare und auch kein Eingriff in die Organisationsautonomie der Mitgliedstaaten. Ein Vergleich mit den Rahmenbedingungen für das Notariat in Österreich und Italien zeigt starke Abweichungen von der Ausgangslage in der Schweiz, weshalb hier die Berücksichtigung der kantonalen Unterschiede notwendig erscheint. Neuerungen könnte ein Reformvorschlag für die EU-Berufsanerkennungs-Richtlinie bringen. weiter lesen
Rechtsgebiete: Notariats- und Anwaltsrecht, Europarecht und Internationales Recht, Österreichisches Recht, Italienisches Recht
Das schweizerische Notariat im Fokus der Freizügigkeit
Die Rechtslage in der Schweiz mit Blick auf die Rechtsprechung des EuGH zur Freizügigkeit der Notare in der EU
Der schweizerische Notar nimmt im Rahmen seiner öffentlichen Beurkundungstätigkeit eine hoheitliche Funktion wahr und ist nach bisherigem Verständnis vom Geltungsbereich des Freizügigkeitsabkommens zwischen der Schweiz und der Europäischen Union sowie von demjenigen des Bundesgesetzes über den Binnenmarkt ausgenommen. Der Europäische Gerichtshof hat in einer Reihe von Entscheidungen nun aber festgehalten, dass sich der europäische Notar auf die Niederlassungsfreiheit berufen kann. Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern sich die Entscheide des Gerichtshofes auf die Schweiz auswirken und welche Freizügigkeit dem schweizerischen Notar dadurch im interkantonalen Verhältnis zukommt. weiter lesen
Rechtsgebiete: Notariats- und Anwaltsrecht, Europarecht und Internationales Recht, Bilaterale Abkommen CH-EU
Zusammenfassung der Podiums- und Plenumsdiskussion zur Zukunft des Notariats in der Schweiz vom 18. Oktober 2013
Am 18. Oktober 2013 fand das Symposium des Instituts für Notariatsrecht und Notarielle Praxis an der Universität Bern zur Zukunft des Notariats in der Schweiz statt. Der Beitrag fasst die Podiums- und Plenumsdiskussion zusammen. weiter lesen
Feu vert au transfert d’un colonel égyptien
BGer – Ein in Champ-Dollon inhaftierter Oberst aus Ägypten kann in eine psychiatrische Anstalt überwiesen werden. Das Bundesgericht bestätigte damit eine Entscheidung der Genfer Justiz. (Urteile 6B_538/2013 und 6B_563/2013) (sk) weiter lesen
Rechtsgebiete: Rechtsmittel, Strafen und Massnahmen. Pönologie
Abgangszahlung für Ziegler definitiv
BGer – Die umstrittene Entschädigung für den abtretenden Schwyzer Kantonsgerichtspräsidenten Martin Ziegler ist definitiv. Laut Bundesgericht kann der mit dem Regierungsrat abgeschlossene Vergleich nicht dem Finanzreferendum unterstellt werden. (Urteil 1C_261/2012) weiter lesen
Beschwerde gegen Aarauer Finanzbeschlüsse rechtzeitig
BGer – Der Kanton Aargau muss eine Beschwerde gegen mehrere Finanzbeschlüsse der Stadt Aarau inhaltlich behandeln. Laut Bundesgericht hat die dreitägige Beschwerdefrist nicht schon mit der Publikation der Beschlüsse im Internet zu laufen begonnen. (Urteil 1C_577/2013) weiter lesen
WEKO: Abbau der Lieferungen von mechanischen Uhrwerken
Die Wettbewerbskommission (WEKO) hat am 21. Oktober 2013 die am 6. Juni 2011 eröffnete Untersuchung betreffend die von Swatch Group beabsichtigte Umsetzung ihrer neuen Lieferpolitik abgeschlossen. weiter lesen
Bundesrat will EEK aufheben
Der Bundesrat hat die Botschaft zu einem Bundesgesetz über eine Neuregelung des Steuererlasses verabschiedet. Künftig sollen die Kantone sämtliche Gesuche um Erlass der direkten Bundessteuer beurteilen. Die Eidgenössische Erlasskommission für die direkte Bundessteuer (EEK) wird aufgehoben. Damit werden Doppelspurigkeiten zwischen den Kantonen und dem Bund beseitigt und das Steuersystem wird vereinfacht. weiter lesen
Rechtsgebiete: Steuerrecht, Bund und Kantone
Bund engagiert sich stärker gegen Menschenhandel
Der Bund verstärkt sein Engagement gegen Menschenhandel. Er kann künftig selber präventive Massnahmen ergreifen und Massnahmen von Organisationen der Zivilgesellschaft unterstützen. Der Bundesrat hat am 23. Oktober 2013 eine Verordnung verabschiedet, welche die Einzelheiten festlegt. weiter lesen
Rechtsgebiete: Menschenrechte, Strafrecht
Steuerbefreiung von Kinder- und Ausbildungszulagen
Der Bundesrat hat die Botschaft zur Volksinitiative «Familien stärken! Steuerfreie Kinder- und Ausbildungszulagen» verabschiedet und empfiehlt, die Initiative abzulehnen und ihr keinen Gegenvorschlag gegenüberzustellen. Die Familien sollen weiterhin vorwiegend mit Instrumenten ausserhalb des Steuerrechts gefördert werden. Im Steuerrecht wird den Kinderkosten bereits heute angemessen Rechnung getragen, was zur Folge hat, dass rund die Hälfte der Haushalte mit Kindern keine direkte Bundessteuer bezahlt. Eine steuerliche Freistellung der Kinder- und Ausbildungszulagen wäre nicht zielgerichtet und würde zu Mindereinnahmen von rund 1 Milliarde Franken für Bund, Kantone und Gemeinden führen. weiter lesen
Änderung der WFV gutgeheissen
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 23. Oktober 2013 eine Änderung der Verordnung über die Förderung von preisgünstigem Wohnraum (WFV) gutgeheissen. Damit wird den gemeinnützigen Bauträgern ermöglicht, zinsgünstige Darlehen nicht nur für Bauinvestitionen, sondern auch für den Erwerb von Bauland zu beanspruchen. Die Stärkung des gemeinnützigen Wohnungsbaus ist Teil des wohnungspolitischen Massnahmenpakets, das der Bundesrat im Mai 2013 verabschiedet hat. Es zielt darauf ab, das Angebot an preisgünstigem Wohnraum auszuweiten, ohne den Wohnungsmarkt und damit die Neubautätigkeit negativ zu beeinflussen. weiter lesen
Bundesrat verabschiedet Änderung der Mineralölsteuerverordnung
Der Bundesrat hat am 23. Oktober 2013 eine Änderung der Mineralölsteuerverordnung gutgeheissen. Danach sollen neu auch Produzenten, die Biogas als Treibstoff für die Stromerzeugung einsetzen, der Mineralölsteuer unterstellt werden. Zudem soll Biogas zur Stromerzeugung von den gleichen Steuererleichterungen profitieren können wie im Strassenverkehr verwendetes Biogas, sofern ökologische und soziale Mindestanforderungen eingehalten werden. Die geänderte Verordnung tritt auf den 1. Januar 2014 in Kraft. weiter lesen
Rechtsgebiete: Steuerrecht, Energie- und Umweltrecht
Volksinitiative zur Abschaffung der «Heiratsstrafe»
Der Bundesrat empfiehlt in seiner am 23. Oktober 2013 verabschiedeten Botschaft die Volksinitiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe» zur Annahme. Ihre steuerpolitischen Forderungen decken sich mit der vom Bundesrat verfolgten Politik, die Ungleichbehandlung von Ehe- und Konkubinatspaaren zu beseitigen. Im Bereich der Sozialversicherungen hingegen sind Ehepaare nicht schlechter gestellt als unverheiratete Paare, weshalb aus Sicht des Bundesrates kein Handlungsbedarf besteht. weiter lesen
Neue Regeln für die KEV festgelegt
Photovoltaik-Anlagen und Kleinwasserkraftwerke, die nach dem 1. Januar 2014 in Betrieb gehen, erhalten die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) nur noch während 20 statt 25 Jahren. Die Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen werden weniger stark gekürzt als in der Anhörung vorgeschlagen, sollen aber künftig regelmässig an die Preisentwicklung der Photovoltaikmodule angepasst werden. Ausserdem werden die Energieetiketten für bestimmte Elektrogeräte den Neuerungen in der EU angepasst. Dies hat der Bundesrat am 23. Oktober 2013 entschieden und setzt die entsprechenden Änderungen der Energieverordnung per 1. Januar 2014 in Kraft. weiter lesen
Stephan Wolf / Anja Pfeuti / Yannick Minnig, Zur Zukunft des Notariats in der Schweiz – Einführung und Überblick
Andreas Spickhoff, Zur Zukunft des Notariats in Europa – aus deutscher Perspektive
Simon Laimer, Zur Freizügigkeit der Notare in Europa – Überblick über die Aufnahme der Rechtsprechung des EuGH in Österreich und Italien
Riccardo Brazerol, Das schweizerische Notariat im Fokus der Freizügigkeit
Isabelle Nuspliger, Zusammenfassung der Podiums- und Plenumsdiskussion zur Zukunft des Notariats in der Schweiz vom 18. Oktober 2013
Jurius, Feu vert au transfert d’un colonel égyptien
Jurius, Abgangszahlung für Ziegler definitiv
Jurius, Beschwerde gegen Aarauer Finanzbeschlüsse rechtzeitig
Jurius, WEKO: Abbau der Lieferungen von mechanischen Uhrwerken
Jurius, Bundesrat will EEK aufheben
Jurius, Bund engagiert sich stärker gegen Menschenhandel
Jurius, Steuerbefreiung von Kinder- und Ausbildungszulagen
Jurius, Änderung der WFV gutgeheissen
Jurius, Bundesrat verabschiedet Änderung der Mineralölsteuerverordnung
Jurius, Volksinitiative zur Abschaffung der «Heiratsstrafe»
Jurius, Neue Regeln für die KEV festgelegt

References: Art. 55
 EuGH 
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