Source: https://fr.mein-trabrennsport.de/Die-Aktiven/Specials
Timestamp: 2020-05-25 11:18:23+00:00

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Stall / Die Aktiven / "Specials"
Eine HVT-Informationsoffensive mit einem redaktionellen, eher informellen Format.
Info der Woche:
Das Leiden hat ein Ende. Fast auf den Tag genau zwei Monate nachdem in München die letzte Veranstaltung - bereits als Geisterrennen - vor dem Corona-Shutdown über die Bühne ging, hebt sich endlich wieder der Vorhang für den deutschen Trabrennsport. Kurioserweise an gleicher Stelle. Daglfing besitzt das Privileg des Re-Starts. Und sofort spürt man, wie "ausgehungert" die Trabersportler nach der langen Zeit der Entbehrungen sind. Nicht weniger als 107 Pferde wurden genannt und auf elf Prüfungen verteilt. Am Donnerstag geht es in Mönchengladbach weiter, Freitag folgt Gelsenkirchen und am Sonntag hoffen wir auf das Comeback der Derbybahn.
Traber-Deutschland hat die unfreiwillige Auszeit mit Geduld, Zusammenhalt und großer Disziplin bewältigt. Dafür möchte ich persönlich allen herzlich danken. Corona hatte auch etwas Gutes. Interessante, ungewöhnliche Koalitionen sind in der Zeit der Not entstanden, wie die mit dem Deutschen Galopp. Viele haben begriffen, dass die Krise nur gemeinsam zu meistern ist. Neid, Misstrauen und Egoismus waren nicht zielführend und hätten nicht zu dem freudigen Ereignis der raschen Wiederaufnahme des Rennbetriebs geführt. Rasch ist sicher relativ, doch darf nicht vergessen werden, dass Pferderennen als erste Profisportart nach Corona wieder am Start ist - noch vor Fußball.
Die zuständigen Behörden geben dem deutschen Trabrennsport einen gehörigen Vertrauensvorschuss, um den hinter den Kulissen wochenlang gerungen wurde - den wir jetzt allerdings nicht leichtfertig verspielen dürfen! Es liegt mir fern, den Moralapostel zu geben, und doch hebe ich den mahnenden Zeigefinger und bitte alle am Trabrennsport beteiligten, insbesondere die Aktiven, Trainer und Veranstalter, inständig, das gemeinsam mit dem Deutschen Galopp erarbeitete und abgestimmte Veranstaltungs- und Hygienekonzept konsequent einzuhalten. Und zwar nicht nur in den nächsten Tagen und Wochen, sondern so lange es von den Behörden erwartet und gefordert wird. Hier sollten wir langfristig denken. Geisterrennen, Maskenpflicht, Abstandsgebot wird es in Deutschland sicher über die Saison 2020 hinaus geben.
Die Wiederaufnahme des Rennbetriebs ist ein erster kleiner Schritt, den wir uns hart erarbeitet haben. Nach wie vor befindet sich die Pandemie in einem frühen Stadium. Bis wir wieder vor Publikum veranstalten, gemeinsam Siege feiern, uns umarmen und abklatschen können, dauert es noch eine ganze Weile. Deshalb: Bleiben Sie geduldig, diszipliniert, fair - und diesem schönen Sport gewogen. Schon zu Beginn der Krise sagte ich "Es gibt ein Leben nach Corona", auch für uns Trabersportler.
Info der Woche: (03.02.2020)
Zum Herpesrisiko auf der Trabrennbahn Gelsenkirchen – UPDATE
Nach zwei positiven Herpesbefunden auf der Trabrennbahn Gelsenkirchen wurde am Mittwoch, 29. Januar, im Auftrag des HVT der gesamte Equiden-Bestand an diesem Standort auf Equine Herpesvirus 1 mittels Nasentupfer beprobt. Während der Beprobung waren alle Pferde fieberfrei (eine Ausnahme: ein Pferd mit Phlegmone).
Sämtliche Laborergebnisse sind negativ, auch das des zweiten Pferdes, das in der Vorwoche noch positiv getestet worden war. Das erste Pferd mit Positiv-Befund war am 20.01.20 euthanasiert worden.
Der am Mittwoch, 12.02.20, in Gelsenkirchen geplanten Rennveranstaltung steht nach derzeitigem Stand der Dinge und bei konsequenter Durchführung des Hygiene-Managements nichts entgegen.
Info der Woche: (29.11.2019)
Künftig erhalten die Rennvereine die Rennwettsteuerrückerstattung von Buchmachern mit Sitz im Ausland, die Wetten auf deutsche Pferderennen veranstalten. Der Bundesrat hat der entsprechenden Änderung des Rennwett- und Lotteriegesetzes, die der Bundestag bereits am 7. November beschlossen hatte, auf seiner Sitzung am Freitag zugestimmt.
Bisher war diese Rückerstattung, die den Rennvereinen für die Erfüllung ihres staatlichen Auftrags zur Zucht und Durchführung von Leistungsprüfungen zusteht, lediglich aus dem Steueraufkommen inländischer Wettanbieter erfolgt. Durch die Einbeziehung des Steueraufkommens ausländischer Wettanbieter wird eine seit 2012 bestehende Unwucht der Verwaltungspraxis vom Gesetzgeber korrigiert. Bis zu 96 Prozent dieser Steuer gehen nun, ebenso wie die Steuern inländischer Wettanbieter, im Zuweisungsverfahren an die Rennvereine.
Die Neuregelung, für die von Seiten der deutschen Trab- und Galopprennvereine seit 2012 gekämpft wurde, tritt zum 1. Januar 2020 in Kraft. Bereits mit der Neuordnung des Rennwett- und Lotteriegesetzes im Jahr 2012 hatten die deutschen Pferderennvereine ein Anrecht darauf, dass sie nicht nur für die Rennwettsteuer auf die Totalisatorumsätze eine Rückerstattung erhalten, sondern auch aus der Buchmachersteuer. Mit fünf Prozent haben sowohl Pferderennvereine als auch Buchmacher ihren Totalisatorumsatz, bzw. ihren Buchmacherumsatz zu versteuern.
Zwar haben Buchmacher mit Sitz im Ausland – und das sind fast alle großen Wettanbieter – bis dato die Buchmachersteuer in Deutschland abzuführen, allerdings war die Finanzverwaltung bisher der Auffassung, dass es sich dann um eine Sportwettsteuer handelt, die nicht rückerstattungsfähig ist. Dadurch entgingen dem deutschen Pferderennsport erhebliche Finanzmittel. Durch die Gesetzesänderung wird die Rückerstattung nun klar definiert.
Info der Woche: (28.10.2019)
Persönliche Stellungnahme Wolfgang und Michael Nimczyk zum Dopingfall “Laurel Park”
Trainer Wolfgang Nimczyk
Am vergangenen Freitag ereilte uns die schockierende Nachricht, dass das Ergebnis der Dopingprobe des von uns trainierten Hengstes Laurel Park am 7. September 2019 im Finale der Silberserie in Berlin Mariendorf positiv ausgefallen ist. Die gefundene Substanz lautet Oxytetracyclin, ein Antibiotikum, das in der Tiermedizin nur einen ganz spezifischen Einsatz findet.
Seit der offiziellen Benachrichtigung durch den Hauptverband beschäftigen wir uns gemeinsam mit unserem gesamten Team und dem Umfeld mit der Frage, wie Laurel Park in Kontakt mit diesem Mittel kommen und wie der Wirkstoff in seinen Urin gelangen konnte. Denn: Oxytetracyclin ist ein Antibiotikum, das in unserem Stall bisher keine Anwendung findet.
Nach intensiver Rücksprache mit unseren Tierärzten konnten wir ebenfalls ausschließen, dass einem der von uns betreuten Pferde ein Mittel mit jenem Wirkstoff in den letzten Monaten verabreicht wurde. Diese Erkenntnisse stellen uns vor ein großes Rätsel. Aktuell durchsuchen wir in unserem Trainingsquartier jedes noch so harmlos wirkende Präparat - jedes Spray, jede Fesselsalbe und jedes Desinfektionsmittel - um eine Erklärung für das uns gegenwärtig nicht nachvollziehbare Ergebnis der Dopingprobe zu finden und die Frage zu beantworten, wie jene Substanz in den Körper von Laurel Park gelangen konnte.
Darüber hinaus haben wir veranlasst, dass in den kommenden Tagen das am 21. August 2019, also etwa zwei Wochen vor dem besagten Rennen, im Rahmen einer Untersuchung unseres Tierarztes von Laurel Park entnommene Blut (Irap) nachträglich kontrolliert wird. Wir wollen prüfen, ob bereits zu diesem Zeitpunkt der Wirkstoff im Körper von Laurel Park war.
Oxytetracyclin ist kein leistungsfördendes Mittel, aber es steht auf der Liste nicht erlaubter Substanzen. Daher müssen wir uns als zeichnender Trainer, Betreuer und Fahrer von Laurel Park dem Vorwurf stellen. Gleichzeitig werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um diesen für uns rätselhaften Fall aufzuklären.
Wir und unser gesamtes Team verurteilen jede Art von Doping. Das Wohl des Pferdes steht über allen anderen Ansprüchen und Interessen. Erst wenn eine Krankheit vollständig auskuriert ist, dürfen unsere Pferde am Rennen teilnehmen. Unsere Pferde sind zum Zeitpunkt des Wettkampfes frei von verbotenen Substanzen. Ohne konkrete Zahlen zur Hand zu haben, wurden in den letzten zehn Jahren schätzungsweise 500 Dopingproben von unseren Pferden entnommen. Diese waren stets frei von leistungsfördernden und verbotenen Mitteln. Um so härter hat uns die Nachricht des positiven Dopingbefundes in der letzten Woche getroffen. Denn als Trainer und Betreuer stehen wir allein in der Verantwortung. Wir haben die Pflicht, die Pferde und ihre Besitzer vor Doping und Dopingvorwürfen zu schützen.
Wir müssen und werden uns für diesen Dopingfall verantworten und keinesfalls die Schuld von uns weisen. Dennoch werden wir alles daran setzen, auf die offenen Fragen Antworten zu finden und den Nachweis von Oxytetracyclin im Körper von Laurel Park aufzuklären.
Wolfgang und Michael Nimczyk
Info der Woche (21.09.2019)
Maren Hoever - die neue HVT-Präsidentin im Portrait
Am Freitag vor der Breeders Crown wählte die ordentliche Mitgliederversammlung des HVT Maren Hoever (64) zur Nachfolgerin von Heinz Tell und damit erstmals eine Frau an die Spitze des deutschen Traber-Dachverbandes. Viele Insider des Sports kennen Maren Hoever teilweise jahrzehntelang. Die breite Öffentlichkeit hingegen weiß wenig über die neue HVT-Präsidentin.
Geboren und aufgewachsen ist Maren Hoever in Elmshorn in unmittelbarer Nähe der Rennbahn, womit der Weg zu den Trabern nicht weit war. Schon als Teenager besaß sie ihr erstes eigenes Rennpferd. Seitdem hat der Trabrennsport und vor allem die Zucht Maren Hoever nicht mehr losgelassen. Auch ihr privates Glück fand sie in der Sulkyfraktion. In jungen Jahren ehelichte Maren den Mönchengladbacher Amateurfahrer Peter Hoever, mit dem sie viele Jahre am Niederrhein verbrachte und deshalb auch in der westdeutschen Traberszene bestens vernetzt ist. Bereits zu dieser Zeit bekleidete Maren Hoever diverse Ehrenämter im Trabrennsport. So war sie Geschäftsführerin beim Rheinischen Besitzer- und Züchterverein Mönchengladbach, Vorstandsmitglied im DTAV (Deutscher Traber-Amateurfahrer-Verband) und 2. Vorsitzende beim Rheinischen Trabrennverein Mönchengladbach.
Heute leben die Hoevers auf der Schleswigschen Geest in Jübek, sozusagen zwischen den Meeren, wo Marens weitläufigere Familie schon in den fünfziger Jahren eine erfolgreiche Traberzucht betrieb. Nach 40 Jahren als selbstständige Unternehmerin, daneben mehr als drei Jahrzehnte Führungskraft in einem großen Hamburger Konzern, trat Maren Hoever 2018 in den „Unruhestand“ und kann sich seitdem noch mehr auf ihre Funktionen im Sport konzentrieren. Schon seit 2010 steht sie dem Schleswig-Holsteinischen Verein für Traberzucht und –Rennen e.V. vor, noch länger, nämlich elf Jahre gehört sie dem HVT-Präsidium an, an dessen Spitze sie nun rückt.
Ein weiteres Steckenpferd Maren Hoevers ist der Amateurfußball. Sie ist Vorstandsmitglied des Fußball-Fördervereins TuS Collegia Jübek e.V., den sie 2016 u.a. mit ihrer Zwillingsschwester gründete und dessen 1. Mannschaft es binnen kurzer Zeit bis die Landesliga geschafft hat. Bei Heimspielen fungiert Maren Hoever als Stadionsprecherin.
Info der Woche: (27.08.2019)
Bundeskabinett billigt Gesetzentwurf –Rückerstattung für Zucht und Rennbetrieb existenziell
(trab-sr). Einen für den deutschen Trab- und Galopprennsport wichtigen Schritt gibt es beim Thema Buchmachersteuerrückerstattung zu vermelden. Bereits vor der Sommerpause hat das Bundeskabinett einem Gesetzentwurf zugestimmt, der es ermöglicht, dass deutsche Pferderennvereine auch dann Teile der Buchmachersteuer rückerstattet bekommen, wenn Buchmacher mit Sitz im Ausland auf die in Deutschland veranstalteten Pferderennen Buchmacherwetten annehmen. Jetzt liegt die Entscheidung beim Deutschen Bundestag. „Das ist ein wichtiger Zwischenschritt zur Lösung eines Problems, auf das Trab und Galopp gemeinsam seit 2012 hinweisen“, sagt der Vorsitzende des Zucht- und Trabrennvereins Straubing, Josef Schachtner, der für die deutschen Trabrennvereine dieses Thema bearbeitet.
Dr. Michael Vesper (Foto: german-racing.com)
„Enorm eingebracht in die Diskussion hat sich seit seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren der Präsident des Galopper-Dachverbandes, Dr. Michael Vesper“, sagt Schachtner. „Ich bin froh und dankbar, dass Herr Dr. Vesper gangartübergreifend die Interessen des Galopprennsports und auch der Trabrennvereine bei den entscheidenden Gesprächen vertreten hat.“ Dr. Vesper sei es gelungen, das „Schwarze Peter-Spiel“ zwischen Bundes- und Landesministerien zu beenden. „So stelle ich mir eine Zusammenarbeit zwischen Trab und Galopp in Deutschland vor“, sagte Schachtner. Nach der Entscheidung der Bundesregierung geht die Gesetzesvorlage nun zur Beratung in den Bundestag. Dr. Vesper hält es für realistisch, dass die Änderungen zum Jahresende in Kraft treten könnten.
Aufreger der Woche: (16.07.2019)
Vorlaufrennen zum Deutschen Stuten-Derby
Bei der Auslosung der Startplätze in den Vorlaufrennen zum Deutschen Stuten-Derby stellte sich nach dem Schluss der Auslosung heraus, dass das ordnungsgemäß als Starterin angegebene Pferd "Mass Finest", Trainer und Fahrer Jan Thijs de Jong, versehentlich nicht an der Auslosung teilgenommen hat.
Damit stellt sich die Frage, wie dieser Fehler behoben werden kann.
Nach § 73 Abs.7 Satz 5 ff TRO muss ein versehentlich im Starterfeld nicht aufgeführtes Pferd auf Antrag des Besitzers in das Starterfeld aufgenommen werden; das Pferd läuft dann ohne Wetten und hat den letzten Startplatz einzunehmen.
§ 73 Abs.7 Satz 5 ff TRO i.V.m. § 48 TRO führen dazu, dass in dem Vorlauf mit bisher 8 Startern das unberücksichtigt gebliebene Pferd den 9. Startplatz einnimmt und ohne Wetten läuft.
Allerdings bestimmt § 73 Abs.10 TRO, dass die Absätze 7 bis 9 nicht für Rennen mit mehr als zwei Einsatzterminen gelten.
Da das Traber-Derby mehr als zwei Einsatztermine aufweist, wäre die nachträgliche Aufnahme des vergessenen Pferdes in das Starterfeld des Vorlaufrennens nicht möglich, so dass dann die Auslosung der Starterplätze in allen Vorlaufrennen wiederholt werden müsste.
Bei einer solchen Wiederholung der Auslosung würden die durch die bisherige Auslosung zugewiesenen Starterplätze entfallen und durch die neu ausgelosten Starterplätze ersetzt. Geht man davon aus, dass mit der Auslosung der Rennvertrag zwischen dem Veranstalter und dem Besitzer inhaltlich einschließlich der Starterplätze festgelegt worden ist, würde eine Wiederholung der Auslosung in die bestehenden Verträge zwischen den Besitzern und dem Rennveranstalter eingreifen.
Diese für alle Beteiligten belastende Rechtssituation und der dadurch bedingte Eingriff in bestehende Vertragsrechte der Besitzer kann dadurch vermieden werden, dass die in § 73 Ziff.10 TRO geregelte Nichtanwendbarkeit des § 73 Abs.7 TRO auf diesen Fall nicht bezogen wird.
Ein solches Ergebnis ist durch Auslegung zu rechtfertigen, da § 73 TRO von der „Begrenzung und Verminderung des Starterfeldes“ spricht und sich alle Regelungen dieser Vorschrift, insbesondere auch die Ziff.10, auf den Sachverhalt der Verminderung des Starterfeldes beziehen, also um belastende Eingriffe in die vertraglichen Rechte des Besitzers.
Bei der Aufnahme eines vergessenen Pferdes in das Starterfeld handelt es sich jedoch um die Korrektur eines Fehlers des Veranstalters, durch die Rechte des Besitzers nicht beeinträchtigt werden. Der Besitzer bedarf in diesem Fall daher nicht des Schutzes des § 73 Abs.10 TRO.
Der HVT ist daher der Meinung, dass § 73 Ziff.10 TRO auf diesen Fall der Erweiterung des Starterfeldes nicht anzuwenden ist und sich dieses Ergebnis durch die gebotene Auslegung in Anwendung der §§ 133, 157 BGB rechtfertigen lässt.
Nachdem der Besitzer mit dieser Lösung einverstanden ist und alle anderen Besitzer nicht tangiert werden, ist gegen eine solche Lösung nichts einzuwenden.
Info der Woche: (29.05.2019)
Fehlbuchungen bei Mahnerstellung
Die ZVS informiert:
"Zur Optimierung unserer Abläufe haben wir technische Veränderungen durchführen lassen. Bei diesem Vorhaben sind bedauerlicherweise viele Unstimmigkeiten entstanden, so wurden bspw. bei den Mahnläufen vom 10.04.2019 alle offenen Beträge angemahnt.
Dafür möchten wir uns entschuldigen. Wir arbeiten aktuell an den Korrekturen und hoffen, zukünftig Fehler dieser Art ausschließen zu können."
Aufreger der Woche: (21.02.2019)
Für Gesprächsstoff sorgte die Entscheidung der Rennleitung, das im dritten Rennen der Straubinger Veranstaltung am Dienstag, 19. Februar, erst eingekommene Pferd „Serafino“ (Josef Sparber) nach Überprüfung zu disqualifizieren.
Begründet wurde die Disqualifikation mit einer Fahrspurveränderung im Einlauf mit Beeinflussung des Rennausgangs. Josef Sparber wurde von der Rennleitung wegen Verstoßes gegen § 84, Abs. 2 j) TRO i.V.m. § 83, Abs, 2 d) 1. TRO mit einer Geldbuße in Höhe von 150 Euro und zwei Tagen Fahrverbot belegt.
Für die besagte Veranstaltung galt die Trabrennordnung (TRO) in der Version vom 1. Mai 2016. Eine umfangreiche Reform der TRO mit bereits beschlossenen Änderungen befindet sich in der finalen Phase und unmittelbar vor der Umsetzung. Rechtskraft hat die neue TRO noch nicht erlangt. Die in o.g. Fall zur Anwendung gebrachten Regeln bleiben im Übrigen in der neuen TRO unverändert.
§ 84, Abs. 2 j) besagt, dass ein Ausweisinhaber verpflichtet ist, nach Erreichen der letzten Einlaufgeraden (rot- weiße Einlaufmarke) seine Fahrspur einzuhalten. Eine Änderung der Fahrspur ist nur zum Überholen gestattet, wenn hierdurch andere Teilnehmer nicht gestört, behindert oder gefährdet werden. Eine unbeabsichtigte Begünstigung stellt keinen Disqualifikationsgrund gem. § 83 Abs.-. 2 d) TRO dar.
§ 83 Abs.-. 2 d) besagt, dass ein Disqualifikationsgrund ein Regelverstoß ist, der den Ausgang eines Rennens beeinflusst hat, insbesondere
1. Verstöße gegen die Start- oder Fahrordnung (§ 84)
2. Verstöße gegen die Start- oder Fahrordnung des Fahrers eines Pferdes, wenn hierdurch Pferde desselben Besitzers oder Trainers begünstigt wurden. Die Disqualifikation kann gegen alle Pferde desselben Besitzers oder Trainers gerichtet werden
Josef Sparber hat in besagtem Rennen zweifellos gegen die Fahrordnung verstoßen. Er hat auf der letzten Einlaufgeraden seine Fahrspur nicht eingehalten. Da der hinter ihm unsprünglich festsitzende Rudolf Haller mit „Nico Way“ in die freiwerdende Lücke stieß und als Zweiter eine bessere Platzierung erreichte, als sie ohne die Fahrspurveränderung möglich gewesen wäre, hat Josef Sparber überdies den Ausgang des Rennens beeinflusst.
Nun stellt sich die Frage, ob das Verhalten Sparbers auch disqualifikationswürdig war. Eine unbeabsichtigte Begünstigung stellt keinen Disqualifikationsgrund dar. § 84, Abs. 2 j) wurde schon Ende der Nuller-Jahre nach einer Reihe brisanter Fälle um diesen Passus ergänzt.
Anders verhält sich der Fall freilich bei einer beabsichtigten Begünstigung. Der sog. „Stallprotest“ scheidet aus, da die Pferde Serafino und Nico Way weder den selben Besitzer noch den selben Trainer haben.
Da der HVT an der Entscheidung der Rennleitung erhebliche Zweifel hat, hat er gegen die Entscheidung das Rechtsmittel der Berufung zum Rennausschuss eingelegt. § 119, Abs. 4) TRO besagt, dass zur Einlegung der Berufung
a) der HVT als Ermittlungsorgan,
b) jeder Verfahrensbeteiligte, der durch die Entscheidung beschwert ist
Die Satzung des HVT (inkl. der Trabrennordnung) ist derzeit auf der Homepage des HVT mit dem Vermerk „Satzung in Überarbeitung“ nicht abrufbar. Die Überarbeitung betrifft Änderungen in Satzung und Zuchtbuchordnung, die die HVT-Mitgliederversammlung im letzten Jahr beschlossen hat und die aufgrund neuer EU-Vorschriften notwendig geworden waren. Diese Beschlüsse sind mittlerweile vom anerkennenden Ministerium ohne jede Einschränkung genehmigt worden, was wiederum die Voraussetzung für die notarielle Einreichung der Neufassungen an das Registergericht war. Die Einreichung ist mitttlerweile vollzogen. Es wird zeitnah mit der Eintragung und Veröffentlichung der neuen Fassung gerechnet.
Info der Woche: (12.02.2019)
Pressemitteilung Wettstar:
Geldsegen für deutsche Rennvereine - 400.000 Euro Sondermittel von German Tote mit der Marke wettstar.de
Der deutsche Trabrennsport erhält im laufenden Jahr rund 400.000 Euro mehr Geld für Rennpreise, als dies bisher bekannt war. Die German Tote-Beiräte Gerhard Schöningh und Dr. Andreas Jacobs, das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen und der Hauptverband für Traberzucht konnten bei einem Treffen in Paris mit den Spitzen von France Galop, Le Trot und PMU eine Zusatzzahlung durchsetzen.
Aus Mitteln von German Tote gibt es einen finanziellen Ausgleich, der den entstandenen Nachteil für die Besitzer und Züchter größtenteils ausgleicht. Der deutsche Trabrennsport wurde bei diesen Gesprächen durch Heinz Tell und Josef Schachtner vertreten.
Auslöser der Verhandlungen war die Reduzierung der PMU-Renntage und -Rennen im deutschen Trab und Galopp, was zu erheblichen Einbußen in den Einnahmen der Rennvereine und einer drastischen Einschränkungen im sportlichen Angebot geführt hätte.
Vor diesem Hintergrund haben sich die Vertreter von German Tote, Direktorium für Vollblutzucht und Rennen und des Hauptverbandes für Traberzucht bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der deutschen PMU-Terminplanung an die französischen Zuchtverbände und PMU gewandt und auf Kompensation der Mittelausfälle für die deutsche Rennpferdezucht gedrängt. „Mit diesem Ergebnis haben wir mehr erreicht, als wir nach der Terminvergabe und bei unserem ersten Gespräch erahnen konnten“, sagt HVT-Präsident Heinz Tell.
Ziel von PMU, German Tote und den Vertretern des deutschen Rennsports war es, die deutschen mit PMU verbundenen Rennvereine in die Lage zu versetzen, trotz der geringeren Anzahl von PMU-Rennen zumindest ein gleichwertiges sportliches Angebot und Rennpreise in vergleichbarer Höhe wie in der letzten Saison anbieten zu können.
„PMU und allen in den Verhandlungen beteiligten Personen war und ist wichtig, dass sich die Förderung des deutschen Trabrennsports durch PMU nicht auf einen einzelnen Standort, sondern auf die Rennbahnen fokussiert, die mit der Veranstaltung von PMU-Renntagen unseren französischen Partnern in besonderer Weise verbunden sind“, unterstreicht German Tote-Geschäftsführer Riko Luiking. Damit soll gewährleistet werden, dass Pferderennen in der Fläche erhalten bleiben und den Aktiven, Besitzern und Züchtern weiterhin finanziell ansprechende Rennen angeboten werden können.„Der Bestand des Angebots an deutschen Rennen ist auch für den Vertrieb unserer Marke „wettstar by PMU“ von großer Bedeutung“ erläutert Riko Luiking die Zielsetzung der Förderung.
Insgesamt werden mit Zustimmung von PMU dem deutschen Trabrennsport für Rennpreise 400.000 Euro zusätzlich zu den Rennpreisen in den 200 PMU-Rennen für die Rennsaison 2019 zur Verfügung gestellt. Daneben bleibt es weiterhin bei der Kostenübernahme für Totalisatorbetrieb, Bilderstellung und der Distribution der Bilder durch German Tote mit der Marke „Wettstar“.
Über die Details wurden am Mittwochabend die mit PMU zusammenarbeitenden Rennvereine durch Geschäftsführer Riko Luiking und Hans L. Matthiessen von der German Tote Service und Beteiligungs GmbH informiert. German Tote ist als Tochterunternehmen von PMU für die Abwicklung der Rennpreisbezuschussung verantwortlich.
Das neue Förderprogramm:
1. Die Rennvereine Berlin-Karlshorst, Dinslaken, Mönchengladbach und Straubing können als Saisonhöhepunkt ein mit 20.000 Euro dotiertes Rennen ausschreiben. Rennpreise und Züchterprämien werden zu einem Großteil aus Förderungsmitteln dem jeweiligen Rennverein zur Verfügung gestellt.
2. Zu gleichen Konditionen erhalten die vier Rennvereine Fördermittel für ein weiteres mit 8.000 Euro dotiertes Rennen.
3. Die Rennvereine in Gelsenkirchen und München erhalten eine Förderung der jährlichen Hauptereignisse Bild-Pokal, St. Leger, Preis des Winterfavoriten, Münchner Pokal, Großer Preis von Bayern und Hacker-Pschorr Bayern-Pokal. Damit soll die Austragung dieser Traditionsprüfungen gesichert werden.
4. Berlin-Mariendorf hat bereits sein Jahresprogramm um zahlreiche höher dotierte Rennen erweitert. Gegenwärtig wird abgestimmt, wie Förderungsmittel für den Berliner-Trabrennverein verwendet werden.
5. Als Ersatz für die Trials der Derby-Vorprüfungen und in Ergänzung der Rennen in Hamburg und Berlin-Mariendorf wird den Bahnen in München und Gelsenkirchen ein Rennpreiszuschuss für jeweils drei Rennen für Dreijährige in den Monaten April bis Juli 2019 zur Verfügung gestellt. Diese Rennen sollten mit Gewinnsummenbeschränkung ausgeschrieben werden und so neben der klassischen Route einen zweiten Weg zum Derby ermöglichen.
6. PMU-Lunch-Races an den Wochentagen (Montag bis Samstag) haben 2019 ein Angebot von nur drei PMU-Rennen. Zur Verbesserung der Rentabilität dieser Renntage erfolgt eine Förderung für weitere Rennen. Diese Rennen können am jeweiligen PMU-Renntag ausgetragen werden oder alternativ zur Rennpreiserhöhung an anderen Renntagen des Rennvereins verwendet werden.
7. Le Trot verlangt auf der Basis der getroffenen Vereinbarungen eine Mindestanzahl von Trotteur-Francais-Rennen. Diese Verpflichtung konnte der deutsche Trabrennsport bisher nicht annähernd erfüllen. Diese Rennen können auch 2019 als PMU-Rennen ausgeschrieben und ausgetragen werden. Alternativ kann jeder Rennverein an seinem Renntag nach den PMU-Rennen oder an anderen Renntagen Trotteur Francais-Rennen mit einem Rennpreis von 2.500 Euro ohne jedes eigene finanzielle Engagement durchführen. Der Verein erhält von German Tote und aus dem PMU-Pool des HVT für jedes durchgeführte TF-Rennen (außerhalb von PMU-Rennen) die Rennpreise finanziert. In diesen Rennen werden keine Einsätze erhoben, den Besitzern werden keine Gebühren für Einfuhr und Ausfuhr im Ausland stationierter Pferde in Rechnung gestellt. Die Förderung umfasst zunächst 30 TF-Rennen, wird aber voraussichtlich auf bis zu 50 TF-Rennen erweitert.
8. Für PMU-Rennen an Sonntagen, Feiertagen und in den Abendstunden ist keine weitere Förderung erforderlich. Es werden dem Rennverein wie bisher die Rennpreise für die PMU-Rennen erstattet.
Die German Tote Service- und Beteiligungs GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Betriebsgesellschaft der Galopp-Rennvereine (BGG), dem Zusammenschluss der wichtigsten deutschen Galopprennvereine und der französischen Wettgesellschaft PMU (Mehrheitsgesellschafter).
German Tote kooperiert mit dem deutschen Galopp- und Trabrennsport, ausländischen Rennsportverbänden und Totalisatorunternehmen und betreibt www.wettstarpferdewetten.de
Kontakt/bei Rückfragen:
Service- u. Beteiligungs GmbH
Fax: +49 322 23 79 64 09
Email: haehn@germantote.de
Web: www.wettstar-pferdewetten.de
Rennen in Magdeburg (21.12.2018)
Es ist eine Obliegenheitspflicht der Rennveranstalter, ihre Renntermine zu beantragen. Es ist seit vielen Jahren ständige Übung, dass die Vergabe der Renntermine im Rahmen einer Terminkoordinierungskonferenz in Absprache und Abstimmung mit den acht in Deutschland regelmäßig veranstaltenden A- und B-Trabrennveranstaltern vergeben werden. Der HVT ist zwar am Ende zuständig für die Genehmigung der Rennen sowie deren Termine, fungiert bei dieser Konferenz zunächst aber erst einmal als Gastgeber und Moderator.
Dieser Obliegenheitspflicht der (am besten frühzeitigen) Beantragung ihrer Renntermine (übrigens eine Bring- und keine Holschuld) kommen auch die meisten der C-Bahn-Veranstalter in sehr verantwortungsbewusster Manier nach. So lagen der Terminkoordinierungskonferenz am 10. November 2018 die Anträge von Duhnen, Stove, Drensteinfurt, Quakenbrück, Rastede und Bedburg-Hau vor, deren Wunschtermine von der Konferenz dann auch sämtlich positiv beschieden worden sind und für die zudem darüber hinaus noch TV-Übertragungen vereinbart wurden.
Am Ende des Tages gab es einen Terminkalender für 2019, der sowohl bei der individuellen Verteilung der Termine, der Zuordnung bei den gehobenen und den PMU-Rennen sowie in Hinblick auf die regionale Ausgewogenheit und den vorhandenen Startpferdebestand allgemeine Akzeptanz unter den Trabrennveranstaltern erfahren hat - und genau deshalb so wie von der Konferenz beschlossen vom HVT genehmigt worden ist.
Es gilt des Weiteren auch immer, dass der HVT im Nachgang zur Konferenz keine zusätzlichen Renntermine und Rennen mehr genehmigt, ohne dass sich die betroffenen A- und B-Trabrennveranstalter einer Region dazu erklärt und Stellung genommen hätten.
Der Magdeburger Renn-Verein e.V. hatte nach der Konferenz für die nachfolgenden Termine Trabrennveranstaltungen und Rennen beantragt:
1. 27.04.2019 4 Rennen
2. 30.05.2019 4 Rennen
3. 22.06.2019 4 Rennen
Der HVT hat dazu vor allem die ständigen Trabrennveranstalter aus dem Westen sowie aus Hamburg und Berlin um Stellungnahme und Rückäußerung gebeten, weil von hier aus die meisten der Magdeburger C-Bahn-Starter generiert werden und aus den dargelegten grundsätzlichen Erwägungen ohne eine einvernehmliche Lösung mit diesen Trabrennveranstaltern und gegen deren Interessen keine weiteren Renntermine genehmigt werden würden.
Dazu hat der Berliner Trabrenn-Verein e.V. mitgeteilt dass er "einer Durchführung von vier Trabrennen des Magdeburger Rennvereins am 30. Mai nicht zustimmen" könne, weil er selbst "am 26. Mai fünf PMU-Rennen und einen Lauf zur Newcomer-Serie sowie am 2. Juni den 1. Warm-up zum Buddenbrock, einen Lauf zur Silber-Serie und einen Lauf zur Goldserie gutdotierte und hochwertige Rennen veranstalten würde und diese Durchführungen nicht gefährden möchte, weil ihm ansonsten das jeweilige Rahmenprogramm wegzubrechen" drohe. Der BTV regte als grundsätzlichen Kompromiss zur Genehmigungsfähigkeit aller beantragten Magdeburger Renntermine eine Begrenzung auf zwei Trabrennen pro Veranstaltung unter Maßgabe des Verzichts auf Teilung eines oder beider Rennen an und schlug vor, den von Magdeburg am 30.5.2018 beantragten Renntermin unter der Maßgabe einer solchen Begrenzung zu genehmigen.
Der Pferdesportpark Berlin-Karlshorst e.V. hat sich dahingehend eingelassen, dass "insbesondere die Termine des Magdeburger Rennvereins am 27.4. und 22.6.2018 ein sehr großes Problem" für ihn darstellen würde", er aber "schweren Herzens mit dem Kompromissvorschlag, höchstens zwei Trabrennen in Magdeburg an den beantragten Terminen durchzuführen", einverstanden wäre.
Das Hamburger Trab-Zentrum e.V. (HTZ) hat erklärt, dass es gegen den Termin am 27.04.2019 keine Einwendungen erheben würde, am 30.05.2019 einem Kompromiss mit der Begrenzung auf zwei Trabrennen zustimmen würde, "keinesfalls aber einer Veranstaltung am 22.06.2019, denn an diesem Tage habe man eine Veranstaltung gemeinsam mit der ATG und könne deshalb Trabrennen in Magdeburg nicht zustimmen".
Die vorgetragenen Argumente überzeugen durchaus, zumal gerade diese Veranstalter - wie auch alle anderen "regelmäßigen" - mit hohem finanziellen Aufwand denjenigen qualitätsvollen Trabrennsport an mehr als 170 Renntagen rund ums Jahr sicherstellen, der zu seinem substantiellen Erhalt notwendig ist.
Diese Einwendungen der ständigen Trabrennveranstalter zugrunde gelegt, ergab sich für die Genehmigungsfähigkeit der vom Magdeburger Renn-Verein e.V. beantragten Termine folgendes Bild:
1. 27.04.2019 2 Rennen - bei erklärtem Verzicht auf Teilung eines oder beider Rennen
2. 30.05.2019 2 Rennen - bei erklärtem Verzicht auf Teilung eines oder beider Rennen
3. 22.06.2019 keine Rennen
Auch ein früherer Terminantrag (zur Terminkonferenz am 10.11.18) des Magdeburger Renn-Vereins hätte im Übrigen zu keinem anderen Ergebnis geführt.
Hierbei sei noch einmal ausdrücklich betont, dass die Verdienste der C-Bahn-Veranstalter völlig außer Frage stehen. Sie vor allem schaffen es, neues Publikum zu generieren. Sommerurlauber, Neugierige, auch ehemalige Skeptiker, sind durch die C-Bahn zum Sport gekommen, sind hängengeblieben. Die Veranstaltungen "auf dem Lande" gleichen oft Volksfesten, die die ganze Familie begeistern. Die Basis dafür schaffen jedoch andere.
INFO der Woche (29.11.2018)
Ab 1. Dezember ist die ZVS wieder voll besetzt
In den vergangenen Wochen kam es in der Zentralen Verrechnungsstelle (ZVS) infolge von Personalvakanzen immer mal wieder zu Engpässen. Anliegen und Aufträge konnten nicht mit der gewohnten Pünktlichkeit bearbeitet werden. Zum 1. Dezember wurden offene Stellen neu und kompetent besetzt. Die Mitarbeiter der ZVS, die wir im Anschluss kurz vorstellen, stehen telefonisch Montag bis Donnerstag in der Zeit von 08:30 bis 15:00 sowie am Freitag von 8:30 bis 14:00 Uhr zur Verfügung.
Gabriele Galinski Telefon +49 (30) 743048-115 gabriele.galinski@hvt-zvs.de
Neslihan Koc Telefon +49 (30) 743048-118 neslihan.koc@hvt-zvs.de
Gabriele Galinski Jürgen Saalfrank (GF) Neslihan Koc
INFO der Woche: (20.11.2018)
Zusätzliche PMU Rennen
Für Irritationen sorgte die Mitteilung, dass zusätzliche PMU-Rennen aus Frankreich für den deutschen Sport in 2019 zur Verfügung stehen.
Nach unseren vorläufigen Informationen handelt es sich hauptsächlich um jeweils zwei Rennen, die an elf Sonntagen dem eigentlich vorgesehenen Programm vorgelagert werden (Beginn 11.15 Uhr), so dass einer Übertragung in Frankreich nichts im Weg stehen sollte. An fünf Sonntagensind auch Termine am Abend betroffen (im positiven Sinn) und ein Abendrenntag wird wohl komplett von Galopp zu Trab wechseln.
Wir möchten aber ausdrücklich einer Veröffentlichung von Einzelheiten nicht vorgreifen, da diese erst nach zeitnah erwarteter Abstimmung zwischen HVT und den Vereinen möglich ist, und nur den von uns gewonnenen Eindruck wiedergeben, dass die Nachverhandlungen des HVT mit den Franzosen sehr positive Ergebnisse gebracht haben.
INFO der Woche:(01.11.2018)
Neuausrichtung der PMU-Rennen auch in Deutschland
Einige drastische, indes unvermeidbare Änderungen und Einschnitte wird es ab der Saison 2019 bei den PMU-Rennen geben. Die PMU wird ihr Angebot sowohl im Inland als auch in den weltweiten Partnerländern zurückfahren bzw. neu ausrichten oder, wie beispielsweise in Südamerika, ganz einstellen. Hintergrund der Reform, die das neu bestellte Management der PMU konzipiert hat, sind die seit mittlerweile drei Jahren auf dem Sektor Pferdewette rückläufigen Umsatzzahlen.
Das Angebot wird ab 2019 spürbar gestrafft, der Fokus liegt klar auf Rennen im französischen Inland. Auf die ausländischen Partner der PMU kommt eine Reduzierung der Rennen (nicht Veranstaltungen) von durchschnittlich 45 Prozent zu. Die PMU-Rennen im Ausland, auch in Deutschland, werden zu einem Großteil zu den sogenannten Randzeiten (Vormittag oder später Nachmittag/Abend) gelaufen. Während die Anzahl der deutschen PMU-Veranstaltungen nur geringfügig zurückgeht, werden allerdings pro Renntag nur noch drei, maximal vier PMU-Rennen abgehalten.
Um den Terminplan 2019 aus Sicht der deutschen Traber zu optimieren, laufen derzeit intensive Verhandlungen sowohl mit anderen Ländern als auch Vertretern des deutschen Galopprennsports, um den ein oder anderen Termin sinnvoll zu tauschen. Der HVT hofft, Mitte bis Ende November ein endgültiges Termintableau für 2019 veröffentlichen zu können.
INFO der Woche (31.10.2018)
Für Verwirrung und Missverständnisse sorgte in den vergangenen Wochen die Erhebung unterschiedlicher Umsatzsteuersätze auf Leistungen des HVT. Deshalb möchten wir an dieser Stelle noch einmal ein paar erklärende Worte zu diesem Thema veröffentlichen.
Es wurde vom zuständigen Finanzamt für Körperschaften I in Berlin am 28. September 2015 ein Umsatzsteuerbescheid für 2012 erlassen, wonach der anzuwendende Steuersatz für bestimmte Leistungen des HVT nicht 7 %, sondern 19 % beträgt und künftig auch betragen wird. Die unterschiedlichen Steuersätze richten sich nach der Zuordnung der vom HVT erbrachten Leistung zu Zucht- oder Rennbetrieb. So werden alle Leistungen, die dem Verzeichnis nach dem Zuchtbetrieb zugeschrieben werden, weiterhin mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 % bedacht. Alle weiteren Leistungen werden dem Rennbetrieb zugeordnet und unterliegen somit dem neuen Regelsteuersatz von 19 %. Nachstehend ist eine Liste mit den häufigsten Praxisbeispielen aufgeführt. Darüber hinausgehende Anfragen werden wir gerne individuell beantworten.
Leistungen, die dem Zuchtbetrieb zugeordnet werden und somit dem ermäßigten Steuersatz von 7 % unterliegen:
x Aus- bzw. Einfuhr für den Zuchtbetrieb (z.B. Bedeckung/Hengste)
x Fohlenaufnahme
x Eintragung Besitzwechsel in das Besitzer-Register
x Ausstellung Deckergebnisschein
x Ausstellung Pferdepass
x Bearbeitung einer Deckliste
x DNA Bluttypenkarte
Leistungen, die dem Rennbetrieb zugeordnet werden und somit dem neuen Steuersatz von 19 % unterliegen:
x Aus- bzw. Einfuhr für den Rennbetrieb
x Aufhebung der Sperre eines Trabers
x Anerkennung einer ausländischen Jahreslizenz Berufsfahrer
x Amateurfahrer-Lehrgangsgebühren + Interimsausweis
x Trainingsliste pro Pferd
x Rennfarben-Eintragung
x Alle Lizenzen
x Anerkennung ausländischer Trainer-Ausweis
x Wiederholungsprüfung (Theorie)
x Aufhebung Sperre o. Ausschließung
x Lehrgang Amateurtrainer Teilnehmer Lehrgang
x Lehrgang Amateurtrainer Teilnehmer Prüfung
x Bearbeitung eines Dopingfalles (Trainer)
x Breeders Crown Nominierungen
x Zirkelserie
x Bezugsgebühren TRK
Thema: Derby-Auktion 2018
Für reichlich Diskussionsstoff sorgte die Entscheidung der Equine Marketing GmbH, der Veranstalterin der Derby-Auktion 2018 in Berlin, mit dem Auktionsergebnis - unter Berufung auf Datenschutzbestimmungen - keine Käufer bekanntzugeben. Veröffentlicht wurden lediglich die Kaufpreise. Dauerhaft unbekannt bleiben die Käufer der zugeschlagenen Jährlinge allerdings nicht, da jede Umschreibung eines im HVT-Register eingetragenen Trabers in den wöchentlich erscheinenden Verbandsmitteilungen (Trabrennkalender) öffentlich bekanntgegeben wird. Die Redaktion von mein-trabrennsport.de hat die Umschreibungen nun über mehrere Wochen verfolgt und damit ein eigenes, inoffizielles Auktionsergebnis erstellt. Bis einschließlich 14.03.19 wurden von den 74 zugeschlagenen Jährlingen 51 bisher auf neue Besitzer umgeschrieben. mein-trabrennsport.de wird die Liste laufend vervollständigen und monatlich eine aktualisierte Version veröffentlichen.
Inoffizielles Ergebnis der Equine Derby-Auktion Berlin am 04.08.18
Anmerkung: Dieses Ergebnis wurde nicht vom Veranstalter erstellt, es ist nicht offiziell und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit.
Nr. Pferd H/S Vater Preis € Käufer lt TRK
1 Chocolina S The Bank 2.500 …
2 Petra H S Timoko 6.000 Ditte Johnsen
3 Paluccia S Brioni 3.000 Thomas Hierl
4 Feel the Magic S Broadway Hall 19.000 Daniel Kraus/Rainer Hebenstreit
5 King Beuckenswijk H Urban Beuckenswijk 4.500 Sabine Cuk/Marco Schindler
6 Kristy Scott S Tucson 5.500 …
7 Tyron Hill H Trixton 33.000 …
8 Quarter Hennessy H Her comes Joey 5.000 Günter Schiefelbein
9 Blind Date S Charly du Noyer - nicht vorgestellt
10 Decksprung von Creatine
11 Stephen Universe S Pastor Stephen 7.500 Cees van Faber
12 Namur Boko H SJ’s Caviar 22.000 …
13 Pelestrina S Brioni 5.000 …
14 Karl Schermer H Varenne - nicht vorgestellt
15 Maharadscha Kumar H Maharajah 50.000 …
16 Joyful Photo S Sam Bourbon 3.000 Antonia und Christian Seidemann
17 Power Snatch H Love You 16.000 Andre Pögel /Angela Hahn
18 Saltimore H Baltimore As 11.000 Andreas Vergos
19 Everything Now H Magnificent Rodney 10.000 Stoetenj Boszorg BV
20 Sir Black Jack S H Donato Hanover 39.000 …
21 Kane Scott (SE) H Russel November 8.000 Pine Point Equine GmbH
22 Hevean On Earth H Ready Cash 85.000 …
23 Ronin H Muscle Mass 8.000 …
24 Quara Mai S Nevele Wood 3.000 Thomas Bresk
25 Piano Express H Experess Merett 5.500 Wolfgang Campregher
26 Major Sheba H H Nad Al Sheba - nicht vorgestellt
27 Invictus BR H Brad De Veluwe 9.500 Gerd, Tanja und Soshana Fütings
28 Toto Barosso H Ready Cash 140.000 Lief Bergwall
29 Perfect Guy H SJ’s Photo 26.000 Ulrich Mommert
30 Patron Viking H Pastor Stephen 36.000 …
31 Peony (SE) S Brioni 4.500 Stall Oberkracher
32 Kiwi Fortuna S Muscle Massive 8.500 C. Schröder/W. Moschner
33 Queen To Play S Pastor Stephen 8.500 Berta Klemm-Leibold
34 Key West Newport H Muscle Massive 15.000 Hermann Lehner
35 Prosperous S H Muscle Hill 95.000 Marion Jauß
36 Scully Victory As S Muscle Yankee 13.000 C. Schröder/W. Moschner
37 Business Class H Love You 22.000 Ulrike Griesbeck
38 Quelle Fleur S Abano As 6.000 …
39 St. Paula S Donato Hanover 12.000 …
40 Decksprung von Sebastian K 2.500
41 Ready Heuvelland (umbenannt in Taste of Diamonds) H Ready Cash 55.000 Morten Staal Jensen
42 Gold Cap BR H Prodigious 8.000 Thomas Freitag
43 Baltimore Beach H Ganymede 30.000 …
44 Charming de Luxe H Credit Winner 9.500 Hermann Lehner
45 Just Sam H Sam Bourbon 4.000 …
46 Black Jack H Prodigious 24.000 Markus Monstein
47 Golden Bird H H Baltimore As 5.000 Thomas Bresk
48 Kaitlin Way Scott S Ready Cash 80.000 Theorema Scandinavia AB
49 Sundance H Gustav Diamant 5.000 Knick AB
50 Allentown H Muscle Yankee 9.000 …
51 Kelcy Beukenswijk S Urban Beuckenswijk 5.500 Nadine und Stefanie Skoruppa
52 Black Cash H Ready Cash 180.000 Christian Isliker und R. Thomaskamp
53 Babba Goldman H Uniclove - nicht vorgestellt
54 Normally S Infinitiv 5.500 Jaime Morro Pons
55 Beppi Santana H Odessa Santana 17.000 …
56 Zhunder S H Cantab Hall 35.000 Christian Isliger und R. Thomaskamp
57 Natorp Bo (SE) H Andover Hall 36.000 …
58 Kensington H Cristal Money 16.000 …
59 Killian H Muscle Hill 140.000 Reima Kuisla Stable Oy
60 Quinar H Dream Vacation 6.500 …
61 Jeopardy S The Bank 3.000 Conrad Lugauer
62 Glide be Lucky As S Lucky Chucky 8.000 Henry Burmester/Dick Hogenboom/Bernd Sahling/Jürgen Wedemann/Stefan Möwes
63 Mister Joni H H Timoko 9.000 Siegfried Hahn/Gerhard Sporrer/Harald Peitz
64 Lady Jaqueline S Maharajah 28.000 Hermann Lehner
65 Quattro Power H Dream Vacation 5.500 …
66 Summertime S S Muscle Hill 55.000 Theorema Scandinavia AB
67 Speedway H Sir Karan 3.500 Nico Böker
68 Better Be Royal S Royal Dream 75.000 Karla Walek
69 Lady Dyanne S Offshore Dream 5.000 …
70 Decksprung von Southwind Frank 8.500 …
71 Golden Times S Muscle Mass 50.000 …
72 Straight Flush H Pastor Stephen 14.000 Hans Brocker
73 Ruby Barosso S Charly du Noyer 15.000 …
74 Kaiserhof Newport H Cantab Hall 33.000 Hermann Lehner
75 SJ’s Midnight S SJ’s Photo 10.000 Kurt Pritsch und Gerhard Sporrer
76 Lano Express H Express Merett 6.500 H. Hinke/Z. Trsek/Van Dijk
77 Forza Laser H Love You 12.000 Ulrich Mommert
78 Quality Control S Nevele Wood 2.500 Peter Kahn
79 Kane Fortuna H Explosive Matter 10.000 Victoria Sdruzeni, CZ
80 Bajaro BR H Maharajah 10.000 Kurt Pritsch und Gerhard Sporrer
81 Quartmajor H Abano As 22.000 Joh. Holzapfel/RG-Pferdesport
Angebot lt. Katalog: 78 Jährlinge (75 DE / 3 SE) + 3 Decksprünge
vorgestellt u. zugeschlagen: 74 Jährlinge (71 DE / 3 SE) + 3 Decksprünge
umgeschrieben auf neuen Besitzer lt. TRK: 51 Jährlinge (DE)
(Stand: 14.03.19 – TRK Nr. 10/19)
Thema (KW 41)
Wie so oft, irrt der Herausgeber des Newsletter einmal mehr, wenn er, wie am 09.10.18 geschehen, behauptet, dass der HVT seine Gemeinnützigkeit verloren hätte.
Das Finanzamt für Körperschaften I in Berlin erlässt am 28. September 2015 einen Umsatzsteuerbescheid für 2012, wonach der anzuwendende Steuersatz für bestimmte Leistungen des HVT nicht 7 %, sondern 19 % beträgt.
Der HVT legt dagegen Einspruch ein und beantragt die Veranlagung der Umsatzsteuer 2012 in der Form, wie sie in allen Jahren davor vom HVT erklärt worden ist, weil die an den HVT vergüteten Leistungen unmittelbar der Förderung der Tierzucht oder der Leistungsprüfung in der Tierzucht dienen und folglich dem ermäßigten Umsatzsteuersatz gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 4 UStG unterliegen.
Dem steht oder stand nach Auffassung des HVT auch die aktuelle BFH-Rechtsprechung zur Veranstaltung von Trabrennen nicht entgegen, weil sich diese ausschließlich mit der ertragsteuerlichen Behandlung eines die Trabrennen tatsächlich ausrichtenden Rennveranstalters befasst. Vorliegend geht und ging es indessen um die umsatzsteuerliche Behandlung des HVT als Dachverband, der selbst keine Rennen veranstaltet. Sofern die vom HVT erbrachten Leistungen mit der Teilnahme an Leistungsprüfungen zusammenhängen, kann und konnte die Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes daneben immer auch auf § 12 Abs. 2 Nr. 3 UStG gestützt werden.
Nachdem das zuständige Finanzamt den Einspruch des HVT abgewiesen hat, reicht der HVT vor dem Finanzgericht Berlin-Brandenburg Klage gegen die Festlegung des Steuersatzes 2012 ein.
Die Klage wurde jetzt vom Finanzgericht Berlin-Brandenburg abgewiesen. Die Revision wurde nicht zugelassen. Der HVT hat sich dagegen entschieden, gegen dieses Urteil Nichtzulassungsbeschwerde einzulegen. Eine solche hätte nach Ansicht einer der renommiertesten Steuer- und Wirtschaftsrechtskanzleien des Landes nur eine 10% Chance auf Erfolg gehabt.
Das Finanzamt für Körperschaften I hat im Ergebnis durch die Umsatzsteuersonderprüfung 2012 faktisch neues Recht geschaffen, indem es den ermäßigten Steuersatz von 7 % für bestimmte - keinesfalls für alle - Leistungen des HVT, so wie sie während vieler Jahre ständige und auch vom zuständigen Finanzamt gebilligte Übung war, abgeschafft. Das verschafft dem Fiskus natürlich beträchtliche Mehreinnahmen. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat diese Vorgehensweise mit seiner Klageabweisung sanktioniert.
Mit einer Aberkennung der Gemeinnützigkeit hat das alles nichts zu tun, diese war weder Gegenstand des Umsatzsteuerbescheides des Finanzamtes noch des gerichtlichen Verfahrens.
Thema (KW 39)
Darf ein Rennteilnehmer das Geläuf wieder verlassen?
Im Trotto-Forum wird dieser Tage gemutmaßt, dass ein Gespann, welches ohne Begleitung der Rennleitung das Geläuf verlässt, seine Startberechtigung verwirkt. Ist das so? Antwort: Nicht ganz. Hilfreich ist wie so oft ein Blick in die aktuell gültige Trabrennordnung (Stand 01.05.2016). Geregelt ist der Fall unter § 81 - Startordnung, Absatz 1: Befinden sich Teilnehmer für das nächstfolgende Rennen auf dem Geläuf, können sie es nur zum Innenraum verlassen. Die Rennleitung kann hiervon in begründeten Fällen Ausnahmen gestatten. Zuwiderhandlungen führen zum Verlust der Startberechtigung.
Im Klartext bedeutet dies, dass Teilnehmer, die das Geläuf zur Parade betreten haben, dieses nicht mehr nach außen verlassen dürfen, zumindest nicht ohne Genehmigung der Rennleitung. Für das Verlassen des Geläufs kann es verschiedene Gründe geben: die typischen sind Geschirrdefekt, Reifendefekt oder Eisenverlust. Unabdingbar ist das Inkenntnissetzen und die Genehmigung der Rennleitung. Eine Begleitung durch die Rennleitung ist indes nicht zwingend erforderlich, wird aber in der Regel gehandhabt.
Einen aktuellen Fall gab es am Breeders-Crown-Sonntag in Berlin-Mariendorf. Kurz vor dem Start zum Hauptlauf der zweijährigen Stuten hatte sich das Pferd Jacky Bros ein Eisen abgetreten. Fahrer Jaap van Rijn zeigte der Rennleitung den Eisenverlust an und begab sich in Begleitung des Rennleitungswagens Richtung Stallausfahrt. Nach dem Verlassen des Geläufs wurde das Gespann von zwei Rennleitern in den Stall begleitet. Die Rennleiter blieben während des gesamten Beschlagvorgangs im Stall und begleiteten das Gespann anschließend zur Bahn zurück. Eine etwaige Zuwiderhandlung, die zum Verlust der Startberechtigung hätte führen können, lag nicht vor.
Thema (KW 38)
Satzungsänderungen und deren Folgen…oder auch nicht!
Es ist immer wieder bestürzend, auf welch fatale Weise ohne jede Grundlage Stimmungsmache im Internet betrieben wird. Ein Beispiel hierfür ist die jüngst dort zu lesende Veröffentlichung:
„Züchtern mit Wohnsitz im Ausland, die deutsche Traber züchten, soll der Zugang zur Mitgliedschaft verwehrt werden.
Das Präsidium ist offenbar willens, mit diesem Beschluss die deutsche Traberzucht weiter zu schwächen. Erheblich weniger Fohlengeburten werden sich eklatant auf die zukünftige Dotierung des Deutschen Traber-Derbys und der Breeders Crown-Rennen auswirken. Statt Kooperation wählt man des persönlichen Wohles einiger weniger die Isolation.
Das sollten die Mitglieder nicht zulassen.“
Der Verfasser nimmt - vermutlich - Bezug auf die Einführung der neuen EU-Tierzuchtverordnung(EU) 2016/1012, die einige inhaltliche und formelle Anpassungen des HVT-Regelwerks notwendig macht. Die sich daraus ergebenden vermeintlichen Konsequenzen sind allerdings von Grund auf falsch und haben in ihrer Darstellung zu großer Unsicherheit bei vielen (ausländischen) Züchtern geführt. Diese möchten wir an dieser Stelle gerne ausräumen.
Der Artikel impliziert, dass künftig sämtliche Züchter ihren Wohnsitz in Deutschland haben müssen, um ihre Fohlen als deutsche Inländer registrieren zu lassen. Dies war nie so und wird auch in Zukunft nicht so sein. Es ist vollkommen unverständlich, wie der Verfasser auf eine solche Schlussfolgerung kommt.
Der Artikel spricht von einer eklatanten Veränderung bezüglich der Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft beim HVT. Auch diese ist keinesfalls gegeben. Zur Erläuterung:
In § 8, Abs.1 der bisher geltenden Satzung steht: Jeder Züchter, der zur Mitwirkung an einwandfreier züchterischer Arbeit bereit ist, hat das Recht auf Erwerb der Mitgliedschaft. Züchter im Zuständigkeitsbereich des HVT im Sinn dieser Bestimmung ist, wer nach § 19 Abs. 2 und 3 ZBO im Züchterregister des HVT eingetragen ist und (….)
Der Zuständigkeitsbereich des HVT ergibt sich aus der sachlichen und räumlichen Zuständigkeit, die in §1 definiert ist:
Abs.3. Der räumliche Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Polen
Abs 4. Der sachliche Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf die Tierart Pferd, Rasse Deutscher Traber.
Somit konnten bislang nur Züchter, die ihren Betriebssitz in Deutschland oder der Republik Polen haben, Mitglied des HVT werden
Folgende Neuerung soll auf der nächsten Mitgliederversammlung beschlossen werden: Jeder Züchter, mit Betriebssitz innerhalb des geographischen Gebietes, der zur Mitwirkung an einwandfreier züchterischer Arbeit bereit ist, hat das Recht auf Erwerb der Mitgliedschaft. Züchter im Zuständigkeitsbereich des HVT im Sinn dieser Bestimmung ist, wer nach § 19 Abs. 2 und 3 ZBO im Züchterregister des HVT eingetragen ist und (…)
Das geographische Gebiet sowie die daran gebundene Zuständigkeit des HVT werden weiterhin in §1, Abs. 3 und §1, Abs.5 definiert:
Das geografische Gebiet erstreckt sich auf die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Polen
Der Zuchtverband ist im genehmigten geografischen Gebiet zuständig für die Führung des Zuchtbuches sowie die Aufsicht über die vom HVT mit der Durchführung der Leistungsprüfungen beauftragten Rennveranstalter
Diese Konkretisierung des ohnehin schon bestehenden Passus wurde vom Ministerium für Landwirtschaft in Brandenburg – der für den HVT zuständigen Aufsichtsbehörde - gefordert. Grundlage dieser Forderung ist die Verordnung (EU 2016/1012) Anhang I, Teil 2, 1 e, nach dem das Zuchtprogramm Angaben zum geographischen Gebiet, in dem es durchgeführt wird, enthalten muss.
Eine Änderung der gegenständlichen Abschnitte würde also lediglich in der Begrifflichkeit durch die Ersetzung des räumlichen Zuständigkeitsbereiches durch das geographische Gebiet erfolgen. Inhaltlich bleibt die auch bisher geltende Vorgabe für HVT-Mitglieder, ihren Betriebssitz in Deutschland oder Polen haben zu müssen, unverändert bestehen.
Der hier dargestellte Sachverhalt belegt wieder einmal, dass es nicht zielführend ist, Informationen aus zweiter (oder dritter) Hand blind zu vertrauen. Vielmehr ist es dagegen sinnvoller, sich bei Unsicherheiten und konkreten Fragestellungen direkt an den HVT zu wenden – wir möchten allen hiermit nochmals ausdrücklich anbieten, dies jederzeit zu tun.
Zum Start ein Thema, das im wahrsten Sinne des Wortes für viel Aufregung sorgte.
Thema (KW 37)
Was ist ein Ad-hoc-Fahrverbot?
Bei der St.Leger-Veranstaltung in Gelsenkirchen griff die Rennleitung zu einem drastischen Mittel. Sie belegte Stefan Schoonhoven nach dem zweiten Rennen mit einem 30-tägigen Ad-hoc-Fahrverbot und einer Geldbuße von 500 Euro. Schoonhoven durfte schon seine Fahrt im dritten Rennen nicht mehr ausführen und stieg auch im weiteren Verlauf des Renntages nicht mehr in den Sulky. Was war geschehen? Im zweiten Rennen war Robin Vercammen mit seinem Pferd "Esprit d'Albigny" nach etwa 700 Metern zu dicht auf das Gespann Hour of Power/Stefan Schoonhoven aufgefahren und verursachte dadurch am linken Sulkyrad von Schoonhoven einen 'Platten'. Daraufhin übte Stefan Schoonhoven Selbstjustiz und schlug Robin Vercammen, dessen Pferd bei dem Auffahrmanöver galoppierte und disqualifiziert wurde, weit hinter dem Feld mit der Peitsche auf den Rücken.
Nach Ansicht der Rennleitung hatte Stefan Schoonhoven mit seiner Aktion das Ansehen des Trabrennsports während des Renntages in grober Weise geschädigt und damit eine Voraussetzung für ein Ad-hoc-Fahrverbot gem. § 141, Abs. 1 b) TRO erfüllt. Im Gegensatz zu einem normalen Fahrverbot, das erst nach Ablauf der einwöchigen Berufungsfrist terminiert wird, tritt das Ad-hoc-Fahrverbot mit dem Ausspruch des Fahrverbots durch die Rennleitung in Kraft. Gemäß TRO beträgt das Ad-hoc-Fahrverbot mindestens einen Monat. Die Rennleitung ging im Fall Schoonhoven also nicht über das Mindest-Straßmaß hinaus.
Stefan Schoonhoven ist dem Ad-hoc-Fahrverbot indes nicht wehrlos ausgesetzt. Er hat die Möglichkeit, den Vorsitzenden des Rennausschusses anzurufen. Gem. § 143, Abs. 3 TRO kann der Vorsitzende des jeweils vom HVT angerufenen Rennausschusses in dringenden Fällen auf formlosen Antrag der Verfahrensbeteiligten die Aufhebung der durch die Rennleitung gem. § 141 Abs. 1 b) Ziff. 2 TRO getroffenen Entscheidung vorläufig anordnen, soweit die Aufhebung nicht dem Interesse des Zucht- und Rennbetriebes und deren ordnungsgemäßer Durchführung und dem Gebot von Sauberkeit und Ordnung im Trabrennsport widerspricht. Der Antrag hat keine aufschiebende Wirkung. Die Entscheidung wird mit ihrem Ausspruch wirksam.

References: § 73

§ 73
 § 48
 § 73
 § 73
 § 73
 § 73
 § 73
 § 73
 § 84
 § 83

§ 84
 § 83

§ 83
 § 84
 § 119
 § 12
 § 12
 § 81
 § 8
 § 19
 §1
 § 19
 §1
 §1
 § 141
 § 143
 § 141