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Timestamp: 2020-03-29 04:05:23+00:00

Document:
Aktenzeichen: X R 20/17
ECLI: ECLI:DE:BFH:2019:U.120619.XR20.17.0
Normen: § 6 Abs 1 Nr 5 EStG, § 15 Abs 1 S 1 Nr 1 EStG, § 15 Abs 2 S 1 EStG, § 21 Abs 1 S 1 Nr 3 EStG, § 11d Abs 2 EStDV, § 12 BGB, § 13 Abs 1 MarkenG, § 4 Abs 1 S 8 EStG, § 7 Abs 1 EStG, § 16 EStG, § 4 Abs 3 EStG
Zitiervorschlag: BFH, Urteil vom 12. Juni 2019 – X R 20/17 –, BFHE 265, 200, BStBl II 2020, 3
1. Der kommerzialisierbare Teil des Namensrechts einer natürlichen Person stellt unabhängig davon, ob er zivilrechtlich (endgültig) übertragbar ist, ertragsteuerrechtlich ein Wirtschaftsgut dar (Rn.38) (Rn.43).
2. Der kommerzialisierbare Teil des Namensrechts ist kein bloßes Nutzungsrecht und daher einlagefähig (Abgrenzung zum Beschluss des Großen Senats des BFH vom 26.10.1987 - GrS 2/86, BFHE 151, 523, BStBl II 1988, 348) (Rn.54).
3. Vom Einlagewert des kommerzialisierbaren Teils des Namensrechts können AfA vorgenommen werden (Abgrenzung zum Beschluss des Großen Senats des BFH vom 04.12.2006 - GrS 1/05, BFHE 216, 168, BStBl II 2007, 508) (Rn.78) (Rn.81).
1. Steht eine Lizenzvergabe in einem engen Zusammenhang mit einer Beratungstätigkeit, kann nach der Verkehrsauffassung von einem einheitlichen Betrieb auszugehen sein (vgl. BFH-Rechtsprechung zu sog. gemischten Tätigkeiten; hier: Vorliegen einer einheitlichen Tätigkeit, die zu Einkünften aus Gewerbebetrieb nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG führt) (Rn.13) (Rn.25).
2. Zu Leitsatz 3: Sollte es sich bei der vorliegend getroffenen Vereinbarung hinsichtlich des Namens der Klägerin um eine zeitlich begrenzte Nutzungsüberlassung handeln, wären bei der Einkünfteermittlung neben den Lizenzeinnahmen zumindest die AfA (§ 7 Abs. 1 EStG) auf den Buchwert des überlassenen Wirtschaftsguts zu berücksichtigen. Sollte die Klägerin hingegen den kommerzialisierbaren Teil ihres Namensrechts veräußert haben, müsste dem Veräußerungserlös zwingend der (hier: bislang nicht ermittelte) Buchwert dieses Wirtschaftsguts gegenübergestellt werden (Rn.77) (Rn.78).
BFHE 265, 200
BStBl II 2020, 3
DStR 2019, 2240-2247 (Leitsatz und Gründe)
BFH/NV 2019, 1381-1387 (Leitsatz und Gründe)
DStZ 2019, 858-859 (Leitsatz und Gründe)
FR 2020, 38-45 (Leitsatz und Gründe)
HFR 2019, 1046-1052 (Leitsatz und Gründe)
StE 2019, 664 (Leitsatz)
StuB 2019, 835 (Leitsatz)
EStB 2019, 436-438 (Kurzwiedergabe)
DStRE 2019, 1418 (Leitsatz)
BB 2019, 3055 (Leitsatz)
NZG 2020, 80 (Leitsatz)
BFH/PR 2020, 6 (Leitsatz)
Mathias Link, BB 2019, 3055 (Anmerkung)
Jutta Förster, BFH/PR 2020, 6-7 (Anmerkung)
JS, DStZ 2019, 859 (Anmerkung)
Michael Marfels, EStB 2019, 438 (Anmerkung)
H-J Kanzler, FR 2020, 45-46 (Anmerkung)
Egmont Kulosa, HFR 2019, 1052 (Entscheidungsbesprechung)
jh, StuB 2019, 835 (Anmerkung)
Vergleiche BFH, 10. April 2019, Az: X R 28/16
im Text BFH, 10. März 2016, Az: IV R 41/13
Vergleiche BFH, 26. November 2014, Az: X R 20/12
Vergleiche BFH, 16. Dezember 2009, Az: I R 97/08
Vergleiche BFH, 16. Oktober 2008, Az: IV R 1/06
Vergleiche BFH, 5. Juni 2008, Az: IV R 67/05
Abgrenzung BFH, 4. Dezember 2006, Az: GrS 1/05
Vergleiche BFH, 14. März 2006, Az: I R 109/04
Vergleiche BFH, 10. Dezember 2001, Az: GrS 1/98
Vergleiche BGH, 1. Dezember 1999, Az: I ZR 49/97
Vergleiche BGH, 8. Februar 1996, Az: I ZR 216/93
Vergleiche BFH, 26. Mai 1994, Az: IV B 33/93
Vergleiche BFH, 10. März 1993, Az: I R 116/91
Vergleiche BFH, 17. Februar 1993, Az: I R 48/92
Vergleiche BFH, 8. April 1992, Az: XI R 34/88
im Text BFH, 14. März 1991, Az: IV R 135/90
Vergleiche BFH, 10. August 1989, Az: X R 176/87
Vergleiche BFH, 11. Februar 1988, Az: IV R 223/85
Abgrenzung BFH, 26. Oktober 1987, Az: GrS 2/86
Vergleiche BGH, 14. Oktober 1986, Az: VI ZR 10/86
Vergleiche BFH, 9. Juli 1986, Az: I R 218/82
Vergleiche Finanzgericht Baden-Württemberg, 12. März 1985, Az: I 221/82
Vergleiche BFH, 31. Oktober 1978, Az: VIII R 196/77
Vergleiche BFH, 18. Dezember 1970, Az: VI R 99/67
Vergleiche BFH, 2. März 1970, Az: GrS 1/69
Vergleiche BFH, 13. Februar 1970, Az: III 156/65
Vergleiche BFH, 29. Januar 1970, Az: IV R 78/66
Vergleiche BFH, 13. Juli 1967, Az: VI R 185/66
Das FA vertritt weiterhin die Auffassung, die Einnahmen aus der Übertragung der Markenrechte und für die Überlassung des Namensrechts seien den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zuzuordnen. Da der bürgerliche Name nicht übertragbar sei, sondern von einem Dritten lediglich im Wege einer schuldrechtlichen Gestattung genutzt werden könne, handele es sich bei dem Namensrecht einer natürlichen Person nicht um ein Wirtschaftsgut. Weil ausschließlich Wirtschaftsgüter einlagefähig seien, könne das Namensrecht der Klägerin daher nur zu deren Privatvermögen gehört haben. Selbst wenn es sich beim kommerzialisierbaren Teil des Namensrechts aber um ein Wirtschaftsgut handeln sollte, wäre ein solches nach den Grundsätzen des Beschlusses des Großen Senats des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 26.10.1987 - GrS 2/86 (BFHE 151, 523, BStBl II 1988, 348) jedenfalls nicht einlagefähig, da durch eine Einlage zum Teilwert sämtliche späteren Einnahmen aus der Nutzungsüberlassung der Besteuerung entzogen würden. Weiter hilfsweise müsse der Einlagewert entsprechend der Bodenschatz-Entscheidung des Großen Senats (BFH-Beschluss vom 04.12.2006 - GrS 1/05, BFHE 216, 168, BStBl II 2007, 508) mit 0 € angenommen werden.

References: § 6
 § 15
 § 15
 § 21
 § 11
 § 12
 § 13
 § 4
 § 7
 § 16
 § 4
 § 15