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Timestamp: 2019-07-20 12:45:09+00:00

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BGH, 17.02.2005 - IX ZB 62/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,332
BGH, 17.02.2005 - IX ZB 62/04 (https://dejure.org/2005,332)
BGH, Entscheidung vom 17.02.2005 - IX ZB 62/04 (https://dejure.org/2005,332)
BGH, Entscheidung vom 17. Februar 2005 - IX ZB 62/04 (https://dejure.org/2005,332)
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Vom Insolvenzgericht erlassener Haftbefehl
Mitwirkungspflichten des Schuldners im Insolvenzverfahren; Erfordernis der Aufklärung über die Mitwirkungspflichten des insolventen Schuldners im anordnenden Teil des vom Insolvenzgerichts erlassenen Haftbefehls zur Durchsetzung dieser Pflichten; Voraussetzung der Abtretung von ärztlichen Forderungen; Pfändbarkeit von privatärztlichen Honorarforderungen; Erstreckung des Insolvenzbeschlages auf priatärztliche Honorarforderungen; Folgen der Unbegründetheit einzelner vom Schuldner verlangter Auskunftspflichten; Pflicht des Beschwerdegerichts einen Haftbefehl zur Erzwingung von Auskünften abzuändern, wenn sich die Auskunftsverpflichtung ändert oder nie bestand, die Haftanordnung im Ergebnis aber fortbestehen bleibt
Genaue Bezeichnung der Mitwirkungspflichten des Insolvenzschuldners in Haftbefehl
InsO §§ 36, 97, 98 Abs. 1
Genaue Bezeichnung der Mitwirkungspflichten des Insolvenzschuldners in Haftbefehl ("Kölner Internist")
Zum Erfordernis, in einem nach § 98 Abs. 2 InsO zu erlassenden Haftbefehl die zu erzwingenden Mitwirkungspflichten des Schuldners bestimmt zu bezeichnen; Zugehörigkeit privatärztlicher Honorarforderungen zur Insolvenzmasse
InsO § 97 § 98 § 36 Abs. 1
Bestimmtheit des Haftbefehls
InsO §§ 36, 35, 97, 98; StGB § 203; ZPO §§ 807, 836
Pflicht zur Abänderung des Haftbefehls bei teilweiser Unbegründetheit
Zusammenfassung von "Mitwirkungspflichten des Arztes als Schuldner im Insolvenzverfahren, Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 17.2.2005 - IX ZB 62/04 -" von RA Dr. Wolfgang Bruns, original erschienen in: ArztR 2006, 184 - 186.
BGHZ 162, 187
NJW 2005, 1505
MDR 2005, 954
NZI 2005, 263
NZS 2005, 665 (Ls.)
VersR 2005, 1692
WM 2005, 850
Rpfleger 2005, 447
a) Wegen der aus § 402 BGB folgenden umfassenden Informationspflicht gegenüber dem neuen Gläubiger hat die Abtretung von Honorarforderungen von Ärzten gleichermaßen wie die von Rechtsanwälten in aller Regel die Preisgabe von anvertrauten Geheimnissen zur Folge und ist deshalb bei fehlender Einwilligung der Patienten oder Mandanten nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in der Regel wegen Verstoßes gegen § 203 Abs. 1 StGB gemäß § 134 BGB nichtig (BGH, Urteil vom 10. Juli 1991 - VIII ZR 296/90, BGHZ 115, 123, 124 ff; Beschluss vom 17. Februar 2005 - IX ZB 62/04, WM 2005, 850, 851 mwN;… Urteil vom 21. Januar 2010 - IX ZR 65/09, BGHZ 184, 101 Rn. 11;… vom 10. Februar 2010 - VIII ZR 53/09, NJW 2010, 2509 Rn. 11).
Entsteht die im Voraus abgetretene Forderung nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens, kann der Gläubiger gemäß § 91 Abs. 1 InsO kein Forderungsrecht zu Lasten der Masse mehr erwerben (BGHZ 135, 140, 145 zu § 15 KO; 162, 187, 190;… BGH, Urt. v. 5. Januar 1955 - IV ZR 154/54, NJW 1955, 544; v. 20. März 2003 - IX ZR 166/02, ZIP 2003, 808, 809;… MünchKomm-InsO/Ganter, vor §§ 49 bis 52 Rn. 23;… Jaeger/Henckel, KO 9. Aufl. § 15 Rn. 44).
Der Bundesgerichtshof sieht Ansprüche aus privatärztlichen Behandlungsverträgen nicht als "fortlaufende Bezüge aus einem Dienstverhältnis" im Sinne von § 114 Abs. 1 InsO an (BGHZ 162, 187, 190).
Damit sind die Mitwirkungspflichten der Beteiligten zu 2 hinreichend konkretisiert worden (BGH, Beschluss vom 17. Februar 2005 - IX ZB 62/04, BGHZ 162, 187, 196 ff).
aa) Allerdings entscheidet der BGH in ständiger Rechtsprechung, dass die Abtretung privat(zahn)ärztlicher Vergütungsansprüche ohne Einwilligung des Patienten etwa an privatärztliche Abrechnungsstellen unwirksam ist, weil der (Zahn)arzt mit dem Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung gegen § 203 Abs. 1 StGB verstößt, indem er patientenbezogene Informationen unbefugt an Dritte weitergibt, die nicht der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen (BGHZ 162, 187, 190 ff mwN) .
Privatärztliche Honorarforderungen sind grundsätzlich pfändbar und unterliegen dem Insolvenzbeschlag (BGHZ 162, 187, 190 ; BGH, Beschl. v. 20. März 2003 - IX ZB 388/02, WM 2003, 980, 983).
Zwar unterliegen auch diese Daten dem Arztgeheimnis; aufgrund des Zurücktretens der ärztlichen Schweigepflicht gegenüber vorrangigen Belangen Dritter - im Insolvenzverfahren der Insolvenzgläubiger - ist die eingeschränkte Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts der Patienten aber hinnehmbar (BGHZ 162, 187, 194) .
Dies folgt aus dem vorrangigen Interesse der Insolvenzgläubiger an der Transparenz der Einnahmen ihres Schuldners (BGHZ 162, 187, 194) .
LG Dortmund, 23.05.2005 - 9 T 127/05
Voraussetzungen einer Haftanordnung im Insolvenzverfahren; Haft zur Erzwingung …

References: § 98
 § 97
 § 98
 § 36
 § 203
 § 402
 § 203
 § 134
 § 91
 § 15
 § 15
 § 114
 BGH 
 § 203