Source: http://m.hensche.de/Urlaub_bei_Teilzeit_Urlaub_bei_Wechsel_von_Vollzeit_zu_Teilzeit_EuGH_C-415-12_Brandes_u.html
Timestamp: 2017-03-26 05:23:43+00:00

Document:
HENSCHE Arbeitsrecht: C-415/12
Urlaub, Teilzeit, Arbeitszeitverringerung
Das ein­schlägi­ge Uni­ons­recht, ins­be­son­de­re Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 4. No­vem­ber 2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung und Pa­ra­graf 4 Nr. 2 der am 6. Ju­ni 1997 ge­schlos­se­nen Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit im An­hang der Richt­li­nie 97/81/EG des Ra­tes vom 15. De­zem­ber 1997 zu der von UN­ICE, CEEP und EGB ge­schlos­se­nen Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit in der durch die Richt­li­nie 98/23/EG des Ra­tes vom 7. April 1998 geänder­ten Fas­sung, ist da­hin aus­zu­le­gen, dass es na­tio­na­len Be­stim­mun­gen oder Ge­pflo­gen­hei­ten wie den im Aus­gangs­ver­fah­ren frag­li­chen ent­ge­gen­steht, nach de­nen die Zahl der Ta­ge be­zahl­ten Jah­res­ur­laubs, die ein voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer im Be­zugs­zeit­raum nicht in An­spruch neh­men konn­te, we­gen des Über­gangs die­ses Ar­beit­neh­mers zu ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung ent­spre­chend dem Verhält­nis gekürzt wird, in dem die von ihm vor die­sem Über­gang ge­leis­te­te Zahl der wöchent­li­chen Ar­beits­ta­ge zu der da­nach ge­leis­te­ten Zahl steht.
BESCHLUSS DES GERICH­TSHOFS (Neun­te Kam­mer)
13. Ju­ni 2013(*)
„So­zi­al­po­li­tik – Richt­li­nie 2003/88/EG – An­spruch auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub – Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit – Voll­zeit­beschäftig­ter, der sei­ne Ansprüche auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub im Be­zugs­zeit­raum nicht ausüben konn­te – Über­gang die­ses Ar­beit­neh­mers zu ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung – Na­tio­na­le Be­stim­mung oder Ge­pflo­gen­heit, nach der die Zahl der zu­vor er­wor­be­nen Ta­ge be­zahl­ten Ur­laubs im Verhält­nis zur Zahl der im Rah­men der Teil­zeit­beschäfti­gung ge­leis­te­ten wöchent­li­chen Ar­beits­ta­ge gekürzt wird“
In der Rechts­sa­che C-415/12
be­tref­fend ein Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen gemäß Art. 267 AEUV, ein­ge­reicht vom Ar­beits­ge­richt Nien­burg (Deutsch­land) mit Ent­schei­dung vom 4. Sep­tem­ber 2012, beim Ge­richts­hof ein­ge­gan­gen am 13. Sep­tem­ber 2012, in dem Ver­fah­ren
Bi­an­ca Bran­des
DER GERICH­TSHOF (Neun­te Kam­mer)
un­ter Mit­wir­kung des Kam­mer­präsi­den­ten J. Ma­le­n­ovský, des Rich­ters M. Saf­jan und der Rich­te­rin A. Prechal (Be­richt­er­stat­te­rin),
auf­grund des nach Anhörung der Ge­ne­ral­anwältin er­gan­ge­nen Be­schlus­ses, nach Art. 99 der Ver­fah­rens­ord­nung des Ge­richts­hofs durch mit Gründen ver­se­he­nen Be­schluss zu ent­schei­den,
Das Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen be­trifft die Aus­le­gung von Pa­ra­graf 4 der am 6. Ju­ni 1997 ge­schlos­se­nen Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit (im Fol­gen­den: Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit) im An­hang der Richt­li­nie 97/81/EG des Ra­tes vom 15. De­zem­ber 1997 zu der von UN­ICE, CEEP und EGB ge­schlos­se­nen Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit (ABl. 1998, L 14, S. 9) in der durch die Richt­li­nie 98/23/EG des Ra­tes vom 7. April 1998 (ABl. L 131, S. 10) geänder­ten Fas­sung so­wie je­der an­de­ren im Hin­blick auf den Aus­gangs­rechts­streit für ein­schlägig er­ach­te­ten uni­ons­recht­li­chen Be­stim­mung.
Die­ses Er­su­chen er­geht im Rah­men ei­nes Rechts­streits zwi­schen Frau Bran­des und dem Land Nie­der­sach­sen über Ansprüche auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub für die Jah­re 2010 und 2011, den Frau Bran­des in die­sen Jah­ren, die die Be­zugs­zeiträume dar­stel­len, nicht neh­men konn­te. Recht­li­cher Rah­men
Pa­ra­graf 4 („Grund­satz der Nicht­dis­kri­mi­nie­rung“) der Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit be­stimmt in den Nrn. 1 und 2: „1. Teil­zeit­beschäftig­te dürfen in ih­ren Beschäfti­gungs­be­din­gun­gen nur des­we­gen, weil sie teil­zeit­beschäftigt sind, ge­genüber ver­gleich­ba­ren Voll­zeit­beschäftig­ten nicht schlech­ter be­han­delt wer­den, es sei denn, die un­ter­schied­li­che Be­hand­lung ist aus sach­li­chen Gründen ge­recht­fer­tigt. 2. Es gilt, wo dies an­ge­mes­sen ist, der Pro-ra­ta-tem­po­ris-Grund­satz.“
Die Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 4. No­vem­ber 2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung (ABl. L 299, S. 9) sieht in Art. 7 („Jah­res­ur­laub“) vor:
„(1) Die Mit­glied­staa­ten tref­fen die er­for­der­li­chen Maßnah­men, da­mit je­der Ar­beit­neh­mer ei­nen be­zahl­ten Min­dest­jah­res­ur­laub von vier Wo­chen nach Maßga­be der Be­din­gun­gen für die In­an­spruch­nah­me und die Gewährung erhält, die in den ein­zel­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten und/oder nach den ein­zel­staat­li­chen Ge­pflo­gen­hei­ten vor­ge­se­hen sind. (2) Der be­zahl­te Min­dest­jah­res­ur­laub darf außer bei Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht durch ei­ne fi­nan­zi­el­le Vergütung er­setzt wer­den.“ Deut­sches Recht
Das Bun­des­ur­laubs­ge­setz vom 8. Ja­nu­ar 1963 (BGBl. 1963 S. 2) be­stimmt in § 3 Abs. 1, dass „[d]er Ur­laub … jähr­lich min­des­tens 24 Werk­ta­ge“ beträgt.
§ 11 Abs. 1 die­ses Ge­set­zes sieht vor: „Das Ur­laubs­ent­gelt be­misst sich nach dem durch­schnitt­li­chen Ar­beits­ver­dienst, das der Ar­beit­neh­mer in den letz­ten drei­zehn Wo­chen vor dem Be­ginn des Ur­laubs er­hal­ten hat, mit Aus­nah­me des zusätz­lich für Über­stun­den ge­zahl­ten Ar­beits­ver­diens­tes. …“
§ 26 Abs. 1 des Ta­rif­ver­trags für den öffent­li­chen Dienst der Länder vom 12. Ok­to­ber 2006 in der Fas­sung des Ände­rungs­ta­rif­ver­trags Nr. 4 vom 2. Ja­nu­ar 2012 be­stimmt: „Beschäftig­te ha­ben in je­dem Ka­len­der­jahr An­spruch auf Er­ho­lungs­ur­laub un­ter Fort­zah­lung des Ent­gelts (§ 21). Bei Ver­tei­lung der wöchent­li­chen Ar­beits­zeit auf fünf Ta­ge in der Ka­len­der­wo­che beträgt der Ur­laubs­an­spruch in je­dem Ka­len­der­jahr bis zum voll­ende­ten 30. Le­bens­jahr 26 Ar­beits­ta­ge, bis zum voll­ende­ten 40. Le­bens­jahr 29 Ar­beits­ta­ge und nach dem voll­ende­ten 40. Le­bens­jahr 30 Ar­beits­ta­ge.
Ar­beits­ta­ge sind al­le Ka­len­der­ta­ge, an de­nen die Beschäftig­ten dienst­planmäßig oder be­triebsüblich zu ar­bei­ten ha­ben oder zu ar­bei­ten hätten … Bei ei­ner an­de­ren Ver­tei­lung der wöchent­li­chen Ar­beits­zeit als auf fünf Ta­ge in der Wo­che erhöht oder ver­min­dert sich der Ur­laubs­an­spruch ent­spre­chend. Ver­bleibt bei der Be­rech­nung des Ur­laubs ein Bruch­teil, der min­des­tens ei­nen hal­ben Ur­laubs­tag er­gibt, wird er auf ei­nen vol­len Ur­laubs­tag auf­ge­run­det; Bruch­tei­le von we­ni­ger als ei­nem hal­ben Ur­laubs­tag blei­ben un­berück­sich­tigt. …“
Das deut­sche Recht re­gelt nicht aus­drück­lich, wel­che Aus­wir­kun­gen ei­ne Ände­rung der Ar­beits­zeit auf nicht ge­nom­me­nen Ur­laub hat.
§ 4 Abs. 1 des Ge­set­zes über Teil­zeit­ar­beit und be­fris­te­te Ar­beits­verträge vom 21. De­zem­ber 2000 lau­tet: „Ein teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer darf we­gen der Teil­zeit­ar­beit nicht schlech­ter be­han­delt wer­den als ein ver­gleich­ba­rer voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer, es sei denn, dass sach­li­che Gründe ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung recht­fer­ti­gen. Ei­nem teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer ist Ar­beits­ent­gelt oder ei­ne an­de­re teil­ba­re geld­wer­te Leis­tung min­des­tens in dem Um­fang zu gewähren, der dem An­teil sei­ner Ar­beits­zeit an der Ar­beits­zeit ei­nes ver­gleich­ba­ren voll­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers ent­spricht.“
Frau Bran­des war beim Land Nie­der­sach­sen auf der Grund­la­ge ei­nes 2009 ge­schlos­se­nen un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags voll­zeit­beschäftigt.
Im Jahr 2010 un­ter­lag Frau Bran­des we­gen ih­rer Schwan­ger­schaft bis zur Ent­bin­dung am 22. De­zem­ber 2010 ei­nem Beschäfti­gungs­ver­bot. Nach dem Mut­ter­schutz nahm sie vom 17. Fe­bru­ar bis zum 21. De­zem­ber 2011 El­tern­zeit in An­spruch.
Ab dem 22. De­zem­ber 2011 übte Frau Bran­des gemäß ei­ner Ver­ein­ba­rung mit dem Land Nie­der­sach­sen ei­ne Teil­zeit­beschäfti­gung im Um­fang von drei Ar­beits­ta­gen pro Wo­che aus.
In den Jah­ren 2010 und 2011 konn­te Frau Bran­des auf­grund des mit ih­rer Schwan­ger­schaft zu­sam­menhängen­den Beschäfti­gungs­ver­bots, des Mut­ter­schut­zes und der in An­spruch ge­nom­me­nen El­tern­zeit un­strei­tig ei­nen auf der Grund­la­ge ih­rer Voll­zeit­beschäfti­gung er­rech­ne­ten Ur­laubs­rest in Höhe von 22 bzw. 7 Ta­gen nicht neh­men. 14
Im Rah­men des beim Ar­beits­ge­richt Nien­burg anhängi­gen Aus­gangs­rechts­streits be­an­tragt Frau Bran­des, ih­ren während ih­rer Voll­zeit­beschäfti­gung er­wor­be­nen An­spruch auf die­se 29 Ta­ge be­zahl­ten Ur­laubs fest­zu­stel­len.
Das Land Nie­der­sach­sen be­ruft sich für die Wei­ge­rung, die­sem An­trag statt­zu­ge­ben, auf ei­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 28. April 1998, aus der her­vor­ge­he, dass bei ei­ner Ände­rung der Ar­beits­zeit ei­nes Ar­beit­neh­mers die von die­sem be­reits er­wor­be­nen Ur­laubs­ansprüche ent­spre­chend dem Verhält­nis der neu­en Zahl zur al­ten Zahl der Ar­beits­ta­ge an­zu­pas­sen sei­en. Dar­aus fol­ge, dass Frau Bran­des An­spruch auf ei­nen Rest­ur­laub von 17 Ta­gen ha­be, nämlich 29 Ta­ge, ge­teilt durch 5 Ta­ge, mul­ti­pli­ziert mit 3 Ta­gen, er­gibt 17,4 Ta­ge, ab­ge­run­det auf 17 Ta­ge.
Die­se an­tei­li­ge Be­rech­nung der Ur­laubs­ta­ge im Verhält­nis zu den Ar­beits­ta­gen ha­be kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Dau­er des Frau Bran­des zu­ste­hen­den Ur­laubs, da sich an die­ser Dau­er - in Ur­laubs­wo­chen aus­ge­drückt - nichts ände­re. In­so­weit sei zu berück­sich­ti­gen, dass Frau Bran­des als Teil­zeit­beschäftig­te we­ni­ger Ur­laubs­ta­ge benöti­ge, um ei­ne Wo­che frei­zu­be­kom­men. Würde die Zahl der Ur­laubs­ta­ge da­ge­gen nicht im Verhält­nis zu den Ar­beits­ta­gen be­rech­net, hätte dies zur Fol­ge, dass Frau Bran­des ei­ne höhe­re Zahl von Ur­laubs­wo­chen neh­men könn­te als die­je­ni­ge, auf die sie An­spruch ge­habt hätte, wenn sie wei­ter Voll­zeit ge­ar­bei­tet hätte, was ihr ei­nen un­ge­recht­fer­tig­ten Vor­teil ge­genüber ei­nem voll­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer ver­schaf­fen würde.
Der bei dem vor­le­gen­den Ge­richt anhängi­ge Rechts­streit un­ter­schei­de sich in­so­weit von der dem Ur­teil vom 22. April 2010, Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des­kran­kenhäuser Ti­rols (C-486/08, Slg. 2010, I‑3527), zu­grun­de lie­gen­den Rechts­sa­che, als es dort um ei­ne Ur­laubs­re­ge­lung ge­gan­gen sei, in der der Ur­laub in St­un­den aus­ge­drückt ge­we­sen sei. Während der Ar­beit­neh­mer im vor­lie­gen­den Rechts­streit we­gen der Ver­wen­dung des Be­zugs­zeit­raums „Wo­che“ hin­sicht­lich des Um­fangs des ihm zu­ste­hen­den Ur­laubs kei­ne Nach­tei­le er­lei­de, sei dies im Rah­men je­ner Rechts­sa­che nicht der Fall ge­we­sen, weil sich bei in St­un­den aus­ge­drück­tem Ur­laub je­de Ände­rung der Ar­beits­zeit un­mit­tel­bar auf die Ur­laubs­dau­er aus­wir­ke.
Das Ar­beits­ge­richt Nien­burg ist der Über­zeu­gung, dass aus dem Ur­teil Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des­kran­kenhäuser Ti­rols ein­deu­tig her­vor­ge­he, dass ei­ne Quo­tie­rung der von ei­nem voll­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer be­reits er­wor­be­nen Ansprüche auf Jah­res­ur­laub, wie sie das Land Nie­der­sach­sen vor­zu­neh­men ver­su­che, ge­gen das Uni­ons­recht ver­s­toße. Ins­be­son­de­re be­gründe ei­ne sol­che Quo­tie­rung ei­ne nach Pa­ra­graf 4 der Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung zwi­schen voll­zeit- und teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mern.
Zu dem in Rand­nr. 16 des vor­lie­gen­den Be­schlus­ses an­geführ­ten Vor­brin­gen des Lan­des Nie­der­sach­sen führt das Ar­beits­ge­richt Nien­burg aus, dass da­bei die Zeit des „Ur­laubs“ mit der Zeit der „be­trieb­li­chen Ab­we­sen­heit“ ver­wech­selt wer­de. Die Un­zulässig­keit der Min­de­rung des be­reits im vor­an­ge­gan­ge­nen Be­zugs­zeit­raum er­wor­be­nen An­spruchs auf be­zahl­ten Ur­laub um­fas­se bei zu­tref­fen­der Be­trach­tung zwei As­pek­te, und zwar die Ur­laubs­dau­er und das Ur­laubs­ent­gelt.
In An­be­tracht ins­be­son­de­re der in Rand­nr. 15 des vor­lie­gen­den Be­schlus­ses an­geführ­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts hält es das Ar­beits­ge­richt Nien­burg je­doch für er­for­der­lich, den Ge­richts­hof um Klärung die­ser Fra­gen zu er­su­chen.
Un­ter die­sen Umständen hat das Ar­beits­ge­richt Nien­burg be­schlos­sen, das Ver­fah­ren aus­zu­set­zen und dem Ge­richts­hof fol­gen­de Fra­ge zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­zu­le­gen: Ist das ein­schlägi­ge Uni­ons­recht, ins­be­son­de­re Pa­ra­graf 4 Nrn. 1 und 2 der Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit, da­hin aus­zu­le­gen, dass es na­tio­na­len ge­setz­li­chen oder ta­rif­li­chen Be­stim­mun­gen oder Ge­pflo­gen­hei­ten ent­ge­gen­steht, nach de­nen bei ei­ner mit der Ände­rung der Zahl der wöchent­li­chen Ar­beits­ta­ge ver­bun­de­nen Ände­rung des Beschäfti­gungs­aus­maßes ei­nes Ar­beit­neh­mers das Aus­maß des noch nicht ver­brauch­ten An­spruchs auf Er­ho­lungs­ur­laub, des­sen Ausübung dem Ar­beit­neh­mer im Be­zugs­zeit­raum nicht möglich war, in der Wei­se an­ge­passt wird, dass der in Wo­chen aus­ge­drück­te Ur­laubs­an­spruch der Höhe nach zwar gleich bleibt, je­doch hier­bei der in Ta­gen aus­ge­drück­te Ur­laubs­an­spruch auf das neue Beschäfti­gungs­aus­maß um­ge­rech­net wird?
Nach Art. 99 sei­ner Ver­fah­rens­ord­nung kann der Ge­richts­hof, wenn ei­ne zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­leg­te Fra­ge mit ei­ner Fra­ge übe­rein­stimmt, über die er be­reits ent­schie­den hat, wenn die Ant­wort auf ei­ne sol­che Fra­ge klar aus der Recht­spre­chung ab­ge­lei­tet wer­den kann oder wenn die Be­ant­wor­tung der zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­leg­ten Fra­ge kei­nen Raum für vernünf­ti­ge Zwei­fel lässt, auf Vor­schlag des Be­richt­er­stat­ters und nach Anhörung des Ge­ne­ral­an­walts je­der­zeit die Ent­schei­dung tref­fen, durch mit Gründen ver­se­he­nen Be­schluss zu ent­schei­den. 23
Die­se Ver­fah­rens­vor­schrift ist in der vor­lie­gen­den Rechts­sa­che an­zu­wen­den.
Mit sei­ner Fra­ge möch­te das vor­le­gen­de Ge­richt wis­sen, ob das ein­schlägi­ge Uni­ons­recht, ins­be­son­de­re Pa­ra­graf 4 der Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit, da­hin aus­zu­le­gen ist, dass es na­tio­na­len Be­stim­mun­gen oder Ge­pflo­gen­hei­ten wie den im Aus­gangs­ver­fah­ren frag­li­chen ent­ge­gen­steht, nach de­nen die Zahl der Ta­ge be­zahl­ten Jah­res­ur­laubs, die ein voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer im Be­zugs­zeit­raum nicht in An­spruch neh­men konn­te, we­gen des Über­gangs die­ses Ar­beit­neh­mers zu ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung ent­spre­chend dem Verhält­nis gekürzt wird, in dem die von ihm vor die­sem Über­gang ge­leis­te­te Zahl der wöchent­li­chen Ar­beits­ta­ge zu der da­nach ge­leis­te­ten Zahl steht.
Auch wenn sich das vor­le­gen­de Ge­richt in sei­ner Fra­ge so­mit der Form nach spe­zi­ell auf Pa­ra­graf 4 der Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit be­zo­gen hat, hin­dert dies den Ge­richts­hof nicht dar­an, dem vor­le­gen­den Ge­richt al­le Hin­wei­se zur Aus­le­gung des Uni­ons­rechts zu ge­ben, die ihm bei der Ent­schei­dung der bei ihm anhängi­gen Rechts­sa­che von Nut­zen sein können, un­abhängig da­von, ob es in sei­ner Fra­ge dar­auf Be­zug ge­nom­men hat (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des­kran­kenhäuser Ti­rols, Rand­nr. 49 und die dort an­geführ­te Recht­spre­chung). Im Übri­gen hat das vor­le­gen­de Ge­richt in sei­ner Fra­ge selbst auf das ge­sam­te ein­schlägi­ge Uni­ons­recht Be­zug ge­nom­men.
Vor­ab ist al­ler­dings dar­auf hin­zu­wei­sen, dass zu den uni­ons­recht­li­chen Be­stim­mun­gen, die für die Be­ant­wor­tung der vom vor­le­gen­den Ge­richt ge­stell­ten Fra­ge ein­schlägig sind, ins­be­son­de­re Art. 7 der Richt­li­nie 2003/88, der den An­spruch auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub be­trifft, gehört, wie auch Frau Bran­des, die deut­sche Re­gie­rung und die Eu­ropäische Kom­mis­si­on aus­geführt ha­ben.
Nach ständi­ger Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs, auf die das vor­le­gen­de Ge­richt im Übri­gen selbst Be­zug ge­nom­men hat, ist die­ser An­spruch je­des Ar­beit­neh­mers auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub als ein be­son­ders be­deut­sa­mer Grund­satz des So­zi­al­rechts der Uni­on an­zu­se­hen (vgl. u. a. Ur­teil Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des­kran­kenhäuser Ti­rols, Rand­nr. 28 und die dort an­geführ­te Recht­spre­chung).
Der Ge­richts­hof hat fer­ner wie­der­holt dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der An­spruch auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub, der je­dem Ar­beit­neh­mer zu­steht, als Grund­satz des So­zi­al­rechts der Uni­on aus­drück­lich in Art. 31 Abs. 2 der Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on ver­an­kert ist, der von Art. 6 Abs. 1 EUV der glei­che recht­li­che Rang wie den Verträgen zu­er­kannt wird (vgl. u. a. Ur­teil vom 8. No­vem­ber 2012, Hei­mann und Tolt­schin, C-229/11 und C-230/11, noch nicht in der amt­li­chen Samm­lung veröffent­licht, Rand­nr. 22 und die dort an­geführ­te Recht­spre­chung).
Aus die­ser Recht­spre­chung er­gibt sich auch, dass der An­spruch auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub nicht re­strik­tiv aus­ge­legt wer­den darf (vgl. u. a. Ur­tei­le Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des­kran­kenhäuser Ti­rols, Rand­nr. 29, so­wie Hei­mann und Tolt­schin, Rand­nr. 23 und die dort an­geführ­te Recht­spre­chung).
Wie so­wohl das vor­le­gen­de Ge­richt als auch Frau Bran­des und die Kom­mis­si­on her­vor­ge­ho­ben ha­ben, hat der Ge­richts­hof in die­sem Zu­sam­men­hang in Rand­nr. 32 des Ur­teils Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des­kran­kenhäuser Ti­rols be­reits ent­schie­den, dass die In­an­spruch­nah­me des Jah­res­ur­laubs zu ei­ner späte­ren Zeit als dem Be­zugs­zeit­raum in kei­ner Be­zie­hung zu der in die­ser späte­ren Zeit vom Ar­beit­neh­mer er­brach­ten Ar­beits­zeit steht und dass folg­lich durch ei­ne Verände­rung, ins­be­son­de­re ei­ne Ver­rin­ge­rung, der Ar­beits­zeit beim Über­gang von ei­ner Voll­zeit- zu ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung der An­spruch auf Jah­res­ur­laub, den der Ar­beit­neh­mer in der Zeit der Voll­zeit­beschäfti­gung er­wor­ben hat, nicht ge­min­dert wer­den darf.
Zu Pa­ra­graf 4 der Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit genügt hier der Hin­weis, dass der Ge­richts­hof in Rand­nr. 33 des Ur­teils Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des­kran­kenhäuser Ti­rols zu dem in Nr. 2 die­ser Vor­schrift ge­nann­ten Pro-ra­ta-tem­po­ris-Grund­satz aus­geführt hat, dass die­ser zwar auf die Gewährung des Jah­res­ur­laubs für ei­ne Zeit der Teil­zeit­beschäfti­gung an­zu­wen­den ist. Denn für die­se Zeit ist die Min­de­rung des An­spruchs auf Jah­res­ur­laub ge­genüber dem bei Voll­zeit­beschäfti­gung be­ste­hen­den An­spruch aus sach­li­chen Gründen ge­recht­fer­tigt. Hin­ge­gen kann die­ser Grund­satz nicht nachträglich auf ei­nen An­spruch auf Jah­res­ur­laub an­ge­wandt wer­den, der in ei­ner Zeit der Voll­zeit­beschäfti­gung er­wor­ben wur­de.
Der Ge­richts­hof hat dar­aus ge­fol­gert, dass we­der aus den ein­schlägi­gen Be­stim­mun­gen der Richt­li­nie 2003/88 noch aus Pa­ra­graf 4 Nr. 2 der Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit der Schluss ge­zo­gen wer­den kann, dass ei­ne na­tio­na­le Re­ge­lung als ei­ne der Mo­da­litäten der Ausübung des An­spruchs auf Jah­res­ur­laub den teil­wei­sen Ver­lust ei­nes in ei­nem Be­zugs­zeit­raum er­wor­be­nen Ur­laubs­an­spruchs vor­se­hen dürf­te, und dar­an er­in­nert, dass dies nur gilt, wenn der Ar­beit­neh­mer tatsächlich nicht die Möglich­keit hat­te, die­sen An­spruch aus­zuüben (Ur­teil Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des­kran­kenhäuser Ti­rols, Rand­nr. 34).
In Be­ant­wor­tung der Fra­ge, die ihm in der je­nem Ur­teil zu­grun­de lie­gen­den Rechts­sa­che zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt wor­den war, hat der Ge­richts­hof ent­schie­den, dass das ein­schlägi­ge Uni­ons­recht, ins­be­son­de­re Pa­ra­graf 4 Nr. 2 der Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit, da­hin aus­zu­le­gen ist, dass es ei­ner na­tio­na­len Be­stim­mung ent­ge­gen­steht, nach der bei ei­ner Ände­rung des Beschäfti­gungs­aus­maßes ei­nes Ar­beit­neh­mers das Aus­maß des noch nicht ver­brauch­ten Er­ho­lungs­ur­laubs in der Wei­se an­ge­passt wird, dass der von ei­nem Ar­beit­neh­mer, der von ei­ner Voll­zeit- zu ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung über­geht, in der Zeit der Voll­zeit­beschäfti­gung er­wor­be­ne An­spruch auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub, des­sen Ausübung dem Ar­beit­neh­mer während die­ser Zeit nicht möglich war, re­du­ziert wird oder der Ar­beit­neh­mer die­sen Ur­laub nur mehr mit ei­nem ge­rin­ge­ren Ur­laubs­ent­gelt ver­brau­chen kann (Ur­teil Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des­kran­kenhäuser Ti­rols, Rand­nr. 35).
Wie das vor­le­gen­de Ge­richt selbst aus­geführt hat und wie auch Frau Bran­des und die Kom­mis­si­on gel­tend ge­macht ha­ben, liegt es auf der Hand, dass die in den Rand­nrn. 27 bis 33 des vor­lie­gen­den Be­schlus­ses wie­der­ge­ge­be­nen Erwägun­gen im­pli­zie­ren, dass die im Rah­men des vor­lie­gen­den Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chens vor­ge­leg­te Fra­ge ent­spre­chend zu be­ant­wor­ten ist.
Im vor­lie­gen­den Fall steht nämlich fest, dass Frau Bran­des Ansprüche auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub über­tra­gen hat, de­ren Ausübung ihr in den frag­li­chen Be­zugs­zeiträum­en, in de­nen sie voll­zeit­beschäftigt war, we­gen ei­nes mit ih­rer Schwan­ger­schaft zu­sam­menhängen­den Beschäfti­gungs­ver­bots, des an­sch­ließen­den Mut­ter­schut­zes und der dar­auf­fol­gen­den El­tern­zeit nicht möglich war. Das vor­le­gen­de Ge­richt und die Par­tei­en des Aus­gangs­ver­fah­rens se­hen es fer­ner als un­strei­tig an, dass der über­tra­ge­ne be­zahl­te Jah­res­ur­laub, auf den Frau Bran­des An­spruch ge­habt hätte, wenn sie nach ih­rer El­tern­zeit wei­ter voll­zeit­beschäftigt ge­we­sen wäre, 29 Ta­ge be­tra­gen hätte.
Un­ter die­sen Umständen kann, wie ins­be­son­de­re aus dem Ur­teil Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des­kran­kenhäuser Ti­rols her­vor­geht, des­sen ein­schlägi­ge Rand­num­mern in den Rand­nrn. 30 bis 33 des vor­lie­gen­den Be­schlus­ses an­geführt sind, die Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit von Frau Bran­des, die auf dem Über­gang von ei­ner Voll­zeit- zu ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung be­ruht, nicht mit ei­nem nachträgli­chen Teil­ver­lust des be­reits er­wor­be­nen An­spruchs auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub, wie er sich aus der im Aus­gangs­ver­fah­ren frag­li­chen na­tio­na­len Re­ge­lung er­gibt, ein­her­ge­hen, ins­be­son­de­re in Er­man­ge­lung ei­nes sach­li­chen Grun­des, der die­sen Ver­lust recht­fer­ti­gen könn­te.
Dem Vor­brin­gen des Lan­des Nie­der­sach­sen, der von Frau Bran­des be­reits er­wor­be­ne An­spruch auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub wer­de nicht gekürzt, weil er - in Ur­laubs­wo­chen aus­ge­drückt - vor und nach ih­rem Über­gang zu ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung un­verändert blei­be, kann, wie so­wohl das vor­le­gen­de Ge­richt als auch die Kom­mis­si­on aus­geführt ha­ben, nicht ge­folgt wer­den.
Dass ein teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer, der nor­ma­ler­wei­se drei vol­le Ta­ge pro Wo­che ar­bei­tet, in ei­ner be­stimm­ten Wo­che nicht im Be­trieb er­scheint, be­deu­tet nämlich ent­ge­gen dem Vor­brin­gen des Lan­des Nie­der­sach­sen kei­nes­wegs, dass er da­mit das Äqui­va­lent von fünf Ur­laubs­ta­gen er­hiel­te, die, da er sie während sei­ner Voll­zeit­beschäfti­gung er­wor­ben hat, of­fen­kun­dig als fünf vol­le Ta­ge zu ver­ste­hen sind, während de­ren der Be­tref­fen­de von sei­ner Ar­beits­pflicht, die ihn oh­ne die­sen Ur­laub tref­fen würde, be­freit ist.
Wird ihm aber, im Rah­men sei­ner neu­en Teil­zeit­beschäfti­gung im Um­fang von drei vol­len Ar­beits­ta­gen pro Wo­che, ei­ne „Wo­che“ Ur­laub zu­er­kannt, wird er da­mit of­fen­sicht­lich nur für drei vol­le Ta­ge von sei­ner Ar­beits­pflicht be­freit.
Zurück­zu­wei­sen ist auch die ent­spre­chen­de – und im Übri­gen schon in der dem Ur­teil Zen­tral­be­triebs­rat der Lan­des­kran­kenhäuser Ti­rols zu­grun­de lie­gen­den Rechts­sa­che vor­ge­brach­te – Ar­gu­men­ta­ti­on der deut­schen Re­gie­rung, wo­nach die im Aus­gangs­ver­fah­ren frag­li­che na­tio­na­le Re­ge­lung nicht uni­ons­rechts­wid­rig sei, weil ein Ar­beit­neh­mer, der nicht mehr an sämt­li­chen Ar­beits­ta­gen der Wo­che zur Ar­beits­leis­tung ver­pflich­tet sei, an we­ni­ger Ta­gen von der Ar­beit frei­ge­stellt wer­den müsse, um ei­ne gleich lan­ge Frei­zeit­pha­se wie zu­vor in An­spruch neh­men zu können. 41
Ei­ne sol­che Ar­gu­men­ta­ti­on ver­wech­selt nämlich die Ru­he­pha­se, die dem Zeit­ab­schnitt ei­nes tatsächlich ge­nom­me­nen Ur­laubs ent­spricht, und die nor­ma­le be­ruf­li­che In­ak­ti­vität während ei­nes Zeit­ab­schnitts, in dem der Ar­beit­neh­mer auf­grund des Ar­beits­verhält­nis­ses, das ihn an sei­nen Ar­beit­ge­ber bin­det, nicht zu ar­bei­ten braucht.
Nach al­le­dem ist auf die Vor­la­ge­fra­ge zu ant­wor­ten, dass das ein­schlägi­ge Uni­ons­recht, ins­be­son­de­re Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88 und Pa­ra­graf 4 Nr. 2 der Rah­men­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit­ar­beit, da­hin aus­zu­le­gen ist, dass es na­tio­na­len Be­stim­mun­gen oder Ge­pflo­gen­hei­ten wie den im Aus­gangs­ver­fah­ren frag­li­chen ent­ge­gen­steht, nach de­nen die Zahl der Ta­ge be­zahl­ten Jah­res­ur­laubs, die ein voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer im Be­zugs­zeit­raum nicht in An­spruch neh­men konn­te, we­gen des Über­gangs die­ses Ar­beit­neh­mers zu ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung ent­spre­chend dem Verhält­nis gekürzt wird, in dem die von ihm vor die­sem Über­gang ge­leis­te­te Zahl der wöchent­li­chen Ar­beits­ta­ge zu der da­nach ge­leis­te­ten Zahl steht. Kos­ten 43
Für die Par­tei­en des Aus­gangs­ver­fah­rens ist das Ver­fah­ren ein Zwi­schen­streit in dem bei dem vor­le­gen­den Ge­richt anhängi­gen Rechts­streit; die Kos­ten­ent­schei­dung ist da­her Sa­che die­ses Ge­richts. Die Aus­la­gen an­de­rer Be­tei­lig­ter für die Ab­ga­be von Erklärun­gen vor dem Ge­richts­hof sind nicht er­stat­tungsfähig. Aus die­sen Gründen hat der Ge­richts­hof (Neun­te Kam­mer) für Recht er­kannt:
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References: Art. 7
 Art. 267
 Art. 99
 Art. 7
 § 3

§ 11

§ 26

§ 4
 Art. 99
 Art. 7
 Art. 31
 Art. 6
 Art. 7