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Steuerbegünstigung für Baudenkmäler - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deSteuerrechtFinanzamtSteuerbegünstigung für Baudenkmäler
| 05.06.2008 18:57 |
wir sanieren ein denkmalgeschütztes Reihenhaus in Sachsen. Wir haben es vor dem Verfall bewahrt. Wir halten uns in dem Haus nur auf, wenn Sanierungsarbeiten anstehen.
Ein Raum wurde zum Aufenthalt und Übernachtung fertiggestellt. Strom, Wasser WC ist vorhanden aber keine Heizung.
Wir wollen das Haus in den nächsten Jahren weder vermieten noch selber einziehen.
Für die Aufwendungen vom ersten Jahr der Sanierung haben wir eine
„Bescheinigung zur Geltendmachung steuerlicher Vorteile gemäß §§ 7 i, 10 f und 11 b des Einkommensteuergesetzes (EStG)“ erhalten.
Zweimal haben wir diese Bescheinigung bei der Einkommensteuer eingereicht.
Zur Einkommensteuer 2007 haben wir dem Finanzamt zur Sanierung des Hauses folgende Fragen zu beantworten:
•	Wie viel Quadratmeter wurden zu Wohnzwecken vermietet?
•	Bitte teilen Sie mit wann das Gebäude endgültig fertiggestellt wurde
•	Ist eine Wohnung – ggf. auch einzelne Räume – vermietet, bitte ich zusätzlich anzugeben, ob Sie mit dem Mieter verwandt sind, ggf. in welchem Grad.
•	Außerdem bitte ich den Mietvertrag und alle Nebenabreden vorzulegen.
•	Nachweis der Vermietungsabsicht
•	Nachweis diverser Rechnungen (über durchgeführte Erhaltungsmaßnahmen in den Jahren 2006+2007 und ggf. 2008
Welche Möglichkeit haben wir, die Aufwendungen der Haussanierung steuerlich geltend zu machen, wenn wir nicht vermieten und auch nicht selber ständig dort wohnen?
Könnte die Einrichtung einer kleinen Ferienwohnung - zur eigenen Nutzung - ausreichen, um die steuerlichen Vergünstigen zu erhalten?
Finanzamt Finanzamt steuerlich Einkommensteuer Ferienwohnung
Wenn Sie nicht vermieten, dann scheidet die erhöhte Absetzung für Baudenkmäler nach § 7 i EStG aus, da der Steuerpflichtige das Gebäude nutzen muss, um Einnahmen zu erzielen.
§ 10f EStG setzt voraus, dass das Gebäude zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird. Das Objekt muss zum ganzjährigen Bewohnen durch den Eigentümer oder die ihm gleichgestellten Angehörigen bestimmt und geeignet sein. Es muss die Führung eines Haushalts ermöglichen. Fraglich ist bei der Nutzung des Raums als Ferienwohnung, ob darin eine Haushaltsführung möglich ist. Bei fehlender Heizung und Küche könnte das schon verneint werden. Daher scheidet auch wohl auch die Steuerbegünstigung nach 10f EStG aus, auch wenn der Raum als Ferienwohnung selbst genutzt wird.
§ 11b EStG erhält keinen eigenen Vergünstigungstatbestand, sondern begünstigt nur den Erhaltungsaufwand. Erhaltungsaufwand ist dann gegeben, wenn normalerweise anfallende Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden, die die Gebrauchswert eines Gebäudes nicht so deutlich erhöhen, dass es dadurch wesentlich verbessert wird. Vorliegend handelt es sich also nicht um einen Erhaltungsaufwand, sondern um Aufwendungen an einem eigenen Gebäude.
Jedoch kann hier eine Steuerbegünstigung nach § 10g EStG vorliegen. Dafür müsste das Gebäude ein Kulturgut sein, das schutzwürdig ist. Das ist, wenn es entweder ein Baudenkmal, ein unter Schutz gestelltes Objekt oder eine Sache ist, dessen Erhaltung im öffentl. Interesse liegt. Insbesondere liegt das bei denkmalgeschützten Gebäuden vor.
(2) 1Die Abzugsbeträge nach Absatz 1 Satz 1 kann der Steuerpflichtige nur in Anspruch nehmen, soweit er die schutzwürdigen Kulturgüter im jeweiligen Kalenderjahr weder zur Erzielung von Einkünften im Sinne des § 2 noch Gebäude oder Gebäudeteile zu eigenen Wohnzwecken nutzt und die Aufwendungen nicht nach § 10e Abs. 6, § 10h Satz 3 oder § 10i abgezogen hat. 2Für Zeiträume, für die der Steuerpflichtige von Aufwendungen Absetzungen für Abnutzung, erhöhte Absetzungen, Sonderabschreibungen oder Beträge nach § 10e Abs. 1 bis 5, den §§ 10f, 10h, 15b des Berlinförderungsgesetzes oder § 7 des Fördergebietsgesetzes abgezogen hat, kann er für diese Aufwendungen keine Abzugsbeträge nach Absatz 1 Satz 1 in Anspruch nehmen; Entsprechendes gilt, wenn der Steuerpflichtige für Aufwendungen die Eigenheimzulage nach dem Eigenheimzulagengesetz in Anspruch genommen hat.3Soweit die Kulturgüter während des Zeitraums nach Absatz 1 Satz 1 zur Einkunftserzielung genutzt werden, ist der noch nicht berücksichtigte Teil der Aufwendungen, die auf Erhaltungsarbeiten entfallen, im Jahr des Übergangs zur Einkunftserzielung wie Sonderausgaben abzuziehen.
Nachfrage vom Fragesteller	09.06.2008 | 19:19
Für uns käme ja eine Abschreibung nach § 10g EStG in Frage.
Was bedeutet die Formulierung „Abschluss der Maßnahme“?
•	Müssen die Sanierungsarbeiten innen und außen völlig abgeschlossen sein?
•	Genügen die Außenarbeiten (wie z.B. Fenster, Putz und Gartenmauer) die der Denkmalschutz vorschreibt?
•	Ist der Einbau einer Zentralheizung, Küche und Bad notwendig?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.06.2008 | 15:37
begünstigte Erhaltungsmaßnahmen sind regelmäßig die Reparaturen. Hierzu rechnen aber auch die Maßnahmen, die erforderl. sind, um die begünstigte Sache in einem ordnungsgemäßen Zustand zu erhalten. Nicht begünstigt sind dabei Kosten, die dem Steuerpflichtigen als Eigentümer erwachsen. D.h., dass nur die Kosten begünstigt sind, die unmittelbar mit dem schützenswerten Kulturgut zusammenhängen.
Daher bezieht sich der Abschluss nur auf solche Maßnahmen, die mit dem Denkmalschutz zusammenhängen. Zentralheizung, Küche, etc... müssen dabei nicht eingebaut sein.
Allerdings setzt die Anwendung des § 10g EStG zusätzlich voraus, dass das Kulturgut in einem den Verhältnis entsprechenden Umfang der wissenschaftlichen Forschung oder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, es sei denn, dass dem Zugang zwingende Gründe des Denkmalschutzes entgegenstehen.
Inwieweit dieses bei Ihnen vorliegt, kann ich ohne Kenntnis weiterer Informationen nicht abschätzen.
Bewertung des Fragestellers 07.12.2008 | 16:35
FRAGESTELLER 07.12.2008 4,2/5,0

References: § 7

§ 10

§ 11
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 § 2
 § 10
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 § 7
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