Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LSG%20Berlin-Brandenburg&Datum=06.02.2013&Aktenzeichen=L%2015%20AY%202/13
Timestamp: 2019-10-16 03:38:38+00:00

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LSG Berlin-Brandenburg, 06.02.2013 - L 15 AY 2/13 B ER - dejure.org
LSG Berlin-Brandenburg, 06.02.2013 - L 15 AY 2/13 B ER
https://dejure.org/2013,3077
LSG Berlin-Brandenburg, 06.02.2013 - L 15 AY 2/13 B ER (https://dejure.org/2013,3077)
LSG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 06.02.2013 - L 15 AY 2/13 B ER (https://dejure.org/2013,3077)
LSG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 06. Februar 2013 - L 15 AY 2/13 B ER (https://dejure.org/2013,3077)
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§ 1a AsylbLG, § 86b SGG
Asylbewerberleistung; Anwendung der Anspruchseinschränkung nach § 1a AsylbLG; Hinweis auf Verfassungswidrigkeit der Leistungshöhe
AsylbLG § 3, GG Art. 1 Abs. 1, GG Art. 20 Abs. 1, AsylbLG § 1a, AsylbLG § 2
Bundesverfassungsgericht, Asylbewerberleistungsgesetz, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, Menschenwürde, Übergangsregelung, evident unzureichend, Grundleistungen, Absenkung der Grundleistungen, Sozialstaatsprinzip, menschenwürdiges Existenzminimum, ...
AsylbLG § 1a; AsylbLG § 3
SG Berlin, 14.12.2012 - S 212 AY 147/12
Sie halten § 1a AsylbLG weiterhin für verfassungswidrig; dies bestätigten zahlreiche Gerichtsentscheidungen (LSG Berlin-Brandenburg vom 06.02.2013 - L 15 AY 2/13 B ER, Bayrisches LSG vom 24.01.2013 - L 8 AY 4/12 B ER sowie SG Stade vom 28.01.2013 - S 19 AY 59/12 ER).
In anderen Entscheidungen des einstweiligen Rechtsschutzes wurde der Rechtsbegriff der "im Einzelfall unabweisbar gebotenen Leistungen" auf der Rechtsfolgenseite des § 1a AsylbLG dahingehend verfassungskonform ausgelegt, dass für die Zeit bis zu einer gesetzlichen Neuregelung eine Absenkung der Grundleistungen nach § 3 AsylbLG auf der Grundlage des § 1a AsylbLG nicht in Betracht kommt (vgl. LSG Nordrhein-Westfalen…, Beschluss vom 24. April 2013, L 20 AY 153/12 B ER, Juris Rn. 48; LSG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 27. März 2013, L 3 AY 2/13 B ER, veröffentlicht in Juris; LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 6. Februar 2013, L 15 AY 2/13 B ER, Juris Rn. 8).
Auch wenn vertreten wird, dass die Frage der Leistungseinschränkung auf das unabweisbar Gebotene angesichts der Entscheidung des BVerfG vom 18. Juli 2012 neu gestellt werden müsse (Oppermann in: jurisPK-SGB XII, § 1a AsylbLG), so führt die Entscheidung des BVerfG nicht dazu, dass der unabweisbar gebotene Bedarf nur der ungekürzte sein kann (so aber Landessozialgericht (LSG) Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 6. Februar 2013 - L 15 AY 2/13 B ER).
Die Kammer weicht diesbezüglich von den Entscheidungen des 15. Senats des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 10.12.2013, Az. L 15 AY 23/13 B und Beschluss vom 6.2.13, Az. L 15 AY 2/13 B.
"Die Vorschrift des § 1 a Nr. 2 AsylbLG verstößt ... nicht gegen das Grundgesetz, es ist auch keine dahingehende verfassungskonforme Auslegung erforderlich, wonach Leistungsberechtigten selbst bei Vorliegen der tatbestandlichen Voraussetzungen für eine Absenkung der Leistungen das verfassungsrechtlich gesicherte Existenzminimum erhalten bleiben müsse und sich dieses entsprechend den vom Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung vom 12. Juli 2012 formulierten Übergangsregelungen berechnet (anderer Auffassung: LSG Berlin-Brandenburg, 15. Senat, Beschluss vom 06. Februar 2013, L 15 AY 2/13 B ER; LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 24. April 2013 - L 20 AY 153/12 B ER; wie hier: Thüringisches Landessozialgericht, Beschluss vom 17. Januar 2013, L 8 AY 1801/12 B ER; Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 20. März 2013, L 8 AY 59/12 B ER).
Zwar ist aufgrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 18. Juli 2012 (1 BvL 10/10 - zitiert nach juris), die die Leistungssätze nach dem Asylbewerberleistungsgesetz als evident unzureichend erachtet und eine Übergangsregelung angeordnet hat, und insbesondere mit Blick auf die Feststellung in der Urteilsbegründung "Die in Art. 1 Abs. 1 GG garantierte Menschenwürde ist migrationspolitisch nicht zu relativieren" (…Rn. 95) in Zweifel gezogen worden, ob die Leistungseinschränkung nach § 1a AsylbLG verfassungsrechtlich Bestand haben kann (so LSG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 6.2.2013 - L 15 AY 2/13 B ER; a.A. LSG Niedersachsen-Bremen, Beschl. v. 20.3.2013 - L 8 AY 59/12 B ER, LSG Thüringen, Beschl. v. 17.1.2013 - L 8 AY 1801/12 B ER; offengelassen bei BayLSG, Beschl. v. 24.1.2013 - L 8 AY 4/12 B ER; sämtliche mit weiteren Nachweisen).
Einer besonderen Aufforderung, die wahre Identität anzugeben, bedurfte es daher hier nicht (dazu vgl. Senatsbeschluss vom 14. August 2013 - L 8 AY 170/13 B ER; Sächsisches LSG, Beschluss vom 19. Januar 2011 - L 7 AY 6/09 B ER; a.A. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 6. Februar 2013 - L 15 AY 2/13 B ER; Bayerisches LSG, Beschluss vom 24. Januar 2013 - L 8 AY 4/12 B ER).
Das Gericht hat keine Zweifel daran, dass § 1a AsylbLG auch in Ansehung der Rechtsprechung des BVerfG grundsätzlich weiterhin gilt und anzuwenden ist (entgegen zuletzt Bayerisches LSG, Beschluss vom 06.02.2013 - L 15 AY 2/13 B ER -, veröffentlicht bei juris.de).
Der Gegenauffassung, die den § 1a AsylbLG zumindest bis zur Neuregelung durch den Gesetzgeber, dh für die Zeit der Geltung der Übergangsregelung des BVerfG, unter Bezugnahme auf das aus Art. 1 Abs. 1 GG iVm dem Sozialstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 1 GG) abgeleitete Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums grundsätzlich für nicht mehr anwendbar hält (vgl zB BayLSG, Beschl v 06.02.2013 - L 15 AY 2/13 B ER - SG Lüneburg, Beschl v 13.12.2012 - S 26 AY 26/12 ER -), ist entgegen zu halten, dass eine Kürzung über § 1a AsylbLG zwar den Schutzbereich des genannten Grundrechts berührt, diesen jedoch nicht zwingenderweise auch verletzt, sofern die Kürzung unter Beachtung der Umstände des Einzelfalls und restriktiver verfassungskonformer Auslegung der Vorschrift noch verhältnismäßig ist.
Soweit als Folge der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts die Möglichkeit einer Absenkung der Grundleistungen nach § 3 AsylbLG auf der Grundlage des § 1a AsylbLG jedenfalls für die Zeit bis zu einer gesetzlichen Neuregelung verneint werde (LSG Mainz, Beschluss vom 27.03.2013 - Az.: L 3 AY 2/13 B ER; LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 6. Februar 2013 - Az.: L 15 AY 2/13 B ER), müsse dem seit der Neuregelung nicht weiter nachgegangen werden.
SG Dortmund, 30.04.2013 - S 26 AY 10/13
Unabweisbar gebotene Leistungen, menschenwürdiges Existenzminimum, …

References: § 1
 § 86
 § 1
 § 3
 Art. 1
 Art. 20
 § 1
 § 2
 § 1
 § 3
 § 1
 § 1
 § 3
 § 1
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