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Timestamp: 2019-06-18 14:22:16+00:00

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BFH, 13.07.1999 - VIII R 29/97 - dejure.org
https://dejure.org/1999,193
BFH, 13.07.1999 - VIII R 29/97 (https://dejure.org/1999,193)
BFH, Entscheidung vom 13.07.1999 - VIII R 29/97 (https://dejure.org/1999,193)
BFH, Entscheidung vom 13. Juli 1999 - VIII R 29/97 (https://dejure.org/1999,193)
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EStG § 4 Abs. 4; AO 1977 § 41 Abs. 1 Satz 1; BGB § 181, § 812, § 951, § 1629 Abs. 2, § 1795
Formunwirksamer Vertrag - Nahe Angehörige - Steuerliche Anerkennung - Beachtung von Formvorschriften - Pachtvertrag - Angemessener Pachtzins
AO § 41; BGB § 181 § 812 § 951 § 1629 § 1729
Unter bestimmten Voraussetzungen kann ausnahmsweise ein zunächst formunwirksamer Vertrag zwischen Angehörigen (Insichgeschäfte) von vornherein steuerlich anzuerkennen sein
Steuerliche Berücksichtigung eines zunächst formunwirksamen Vertrags zwischen nahen Angehörigen
Die Familienpersonengesellschaften, insbesondere die Beteiligung der Kinder
FG Berlin, 05.12.1996 - 1526/96
BFHE 191, 250
NJW-RR 2000, 1195
BB 2000, 1452
BB 2000, 1869
BB 2000, 2452
DB 2000, 1445
BStBl II 2000, 386
BStBl II 2000, 387
BGH, 12.03.2001 - II ZB 15/00
Ausgleichsansprüche außenstehender Aktionäre bei Eingliederung in die herrschende …
Mit Rücksicht auf die unterschiedlichen Ansätze, die der Bewertung durch den Markt und der Preisbemessung bei der Unternehmensveräußerung (…vgl. dazu BGH, Urt. v. 20. September 1971 - II ZR 157/68, WM 1971, 1450; v. 24. September 1984 - II ZR 256/83, WM 1984, 1506) sowie der Wertermittlung durch sachverständige Begutachtung (vgl. dazu IDW Standard, Wpg 2000, 825, 827) zugrunde liegen, können diese Werte differieren (vgl. zur Unterschiedlichkeit der Wertvorstellungen Piltz, ZGR 2001, 185, 192 ff.).
unechte Verbundvorteile (…vgl. dazu Werner in: FS Steindorff 1990, S. 301, 315; auch IDW Standard, Wpg 2000, 825, 830) fließen ohnehin nach allgemeiner Meinung in den Ertragswert der abhängigen AG ein.
Vielmehr sind einzelne Kriterien des Fremdvergleichs im Rahmen der gebotenen Gesamtbetrachtung unter dem Gesichtspunkt zu würdigen, ob sie den Rückschluss auf eine privat veranlasste Vereinbarung zulassen (…zum Ganzen BFH-Urteile vom 16. Dezember 1998 X R 139/95, BFH/NV 1999, 780, unter II.1., und vom 13. Juli 1999 VIII R 29/97, BFHE 191, 250, BStBl II 2000, 386, unter 2.a, m.w.N.).
Vielmehr sind einzelne Kriterien des Fremdvergleichs im Rahmen der gebotenen Gesamtbetrachtung unter dem Gesichtspunkt zu würdigen, ob sie den Rückschluss auf eine privat veranlasste Vereinbarung zulassen (…zum Ganzen Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 16. Dezember 1998 X R 139/95, BFH/NV 1999, 780, unter II.1., und vom 13. Juli 1999 VIII R 29/97, BFHE 191, 250, BStBl II 2000, 386, unter 2.a, m.w.N.).
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist die steuerrechtliche Anerkennung von Vertragsverhältnissen zwischen nahen Angehörigen u.a. davon abhängig, dass die Verträge bürgerlich-rechtlich wirksam vereinbart worden sind und sowohl die Gestaltung als auch die Durchführung des Vereinbartem dem zwischen Fremden Üblichen entspricht (vgl. BFH-Urteile vom 3. März 2004 X R 14/01, BFHE 205, 261, BStBl II 2004, 826; vom 19. Februar 2002 IX R 32/98, BFHE 198, 288, BStBl II 2002, 674; vom 13. Juli 1999 VIII R 29/97, BFHE 191, 250, BStBl II 2000, 386, jeweils m.w.N.).
Diese verfassungsgerichtlichen Vorgaben hat der BFH im Urteil in BFHE 191, 250, BStBl II 2000, 386 aufgenommen und entschieden, dass die zivilrechtliche Unwirksamkeit eines Vertragsabschlusses zwischen nahen Angehörigen nicht ausnahmslos zum Ausschluss der steuerlichen Anerkennung des Vertragsverhältnisses führen darf.
Dabei bedarf es keiner Entscheidung, ob stets (BayObLG BB 1995, 1759, 1760;… Hachenburg/Ulmer, GmbHG 8. Aufl. § 34 Rdn. 73;… Baumbach/Hopt, HGB 32. Aufl. Rdn. 36 f. vor § 1;… H. P. Westermann in Erman, BGB 11. Aufl. § 738 Rdn. 5;… einschränkend derselbe in Scholz, GmbHG 9. Aufl. § 34 Rdn. 22) oder jedenfalls unter bestimmten Voraussetzungen (OLG Düsseldorf AG 2004, 324, 327;… Großfeld, Unternehmensbewertung im Gesellschaftsrecht, 4. Aufl. S. 203 ff.;… Piltz, Die Unternehmensbewertung in der Rechtsprechung, 3. Aufl. S. 189 ff.;… Koppensteiner in Kölner Komm.z.AktG 2. Aufl. § 305 Rdn. 44;… Hirte/Hasselbach in Großkomm.z.AktG 4. Aufl. § 305 Rdn. 148 ff.; IDW S 1, WPg 2000, 825 ff. Tz. 141;… Lutter/Hommelhoff, GmbHG 16. Aufl. § 34 Rdn. 50;… MünchKommAktG/Bilda 2. Aufl. § 305 Rdn. 85) der Liquidationswert die Untergrenze für den der Abfindung zugrunde zu legenden Unternehmenswert bildet.
Zwar seien insbesondere nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 13. Juli 1999 VIII R 29/97 (BFHE 191, 250, BStBl II 2000, 386) auch tatsächlich durchgeführte Verträge zwischen nahen Angehörigen, bei deren Abschluss Formvorschriften nicht beachtet worden seien, ausnahmsweise dann von vornherein zu berücksichtigen, wenn aus den besonderen übrigen Umständen des konkreten Einzelfalls zweifelsfrei abgeleitet werden könne, dass die Vertragspartner einen ernsthaften Bindungswillen gehabt hätten.
Nach der BFH-Rechtsprechung sind Vertragsverhältnisse zwischen nahen Angehörigen steuerrechtlich nur anzuerkennen, wenn die Verträge bürgerlich-rechtlich wirksam vereinbart worden sind und sowohl die Gestaltung als auch die Durchführung des Vereinbarten dem zwischen Fremden Üblichen entsprechen (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 191, 250, BStBl II 2000, 386, m.w.N.).
Die Indizwirkung gegen den vertraglichen Bindungswillen wird aber verstärkt, wenn den Vertragspartnern die Nichtbeachtung der Formvorschriften insbesondere bei klarer Zivilrechtslage angelastet werden kann (vgl. dazu im Einzelnen BFH-Urteil in BFHE 191, 250, BStBl II 2000, 386).
Denn dort hatte das FG das Nichtbeachten der bürgerlich-rechtlichen Formvorschrift wie ein gesetzliches Tatbestandsmerkmal gehandhabt und hat --anders als die Vorinstanz unter ausdrücklicher Bezugnahme auf das BFH-Urteil in BFHE 191, 250, BStBl II 2000, 386-- keine Gesamtwürdigung der Umstände angestellt.
Zur Begründung trugen sie unter Bezugnahme auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 13. Juli 1999 VIII R 29/97, BStBl II 2000, 386, im Wesentlichen vor, der Abzug der Schuldzinsen sei vom Bekl zu Unrecht versagt worden, da ihnen der Umstand, dass sie bei Abschluss der Darlehensverträge des Kl mit den Kindern keinen Ergänzungspfleger hätten bestellen lassen, nicht anzulasten sei.
Es habe daher - entgegen den vom BFH entschiedenen Fällen (BFH-Urteil vom 13. Juli 1999 VIII R 29/97, BStBl II 2000, 386 sowie den dort unter Tz. 2a, 1. Abs. am Ende, angeführten Urteilen) - für die Anwendbarkeit der Formvorschrift weder einer erweiternden Auslegung noch eines Analogieschlusses bedurft.
Zur Begründung berufen sich die Kl weiterhin auf das Urteil des BFH vom 13. Juli 1999 VIII R 29/97, wonach ein zwischen nahen Angehörigen geschlossener Vertrag, der zunächst formunwirksam gewesen sei, ausnahmsweise dann steuerlich anzuerkennen sei, wenn aus den besonderen übrigen Umständen des konkreten Einzelfalles ein ernsthafter Bindungswille der Angehörigen zweifelsfrei abgeleitet werden könne.
Diese sog. wirtschaftliche Betrachtungsweise wird aber im Falle von Verträgen zwischen nahen Angehörigen durch das Erfordernis der Einhaltung der gesetzlichen Form eingeschränkt (BFH-Urteil vom 31. Oktober 1989 IX R 216/84, BStBl II 1992, 506, 508; BFH-Urteil vom 23. April 1992 IV R 46/91, BFHE 168, 140, BStBl II 1992, 1024, 1025; BFH-Urteil vom 13. Juli 1999 VIII R 29/97, BStBl II 2000, 386, 388) .
Diese Grundsätze haben jedoch in der Rechtsprechung des BFH (…BFH-Urteil vom 21. Oktober 1997 IX R 57/96, BFH/NV 1998, 525, 526; BFH-Urteil vom 31. Mai 1995 I R 64/94, BStBl II 1996, 246, 247; BFH-Urteil vom 23. Oktober 1996 I R 71/95, BStBl II 1999, 35, 36; BFH-Urteil vom 13. Juli 1999 VIII R 29/97, BStBl II 2000, 387 bis 389) gewisse Einschränkungen erfahren.
Außerdem muss hinzukommen, dass die Angehörigen zeitnah nach dem Erkennen der Unwirksamkeit oder dem Auftauchen von Zweifeln an der Wirksamkeit des Vertrages die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet haben, um die Wirksamkeit herbeizuführen oder klarzustellen (BFH vom 13. Juli 1999 VIII R 29/97, BStBl II 2000, 387, 388).
Vielmehr sind einzelne Kriterien des Fremdvergleichs im Rahmen der gebotenen Gesamtbetrachtung unter dem Gesichtspunkt zu würdigen, ob sie den Rückschluss auf eine privat veranlasste Vereinbarung zulassen (…zum Ganzen BFH-Urteile vom 16. Dezember 1998 X R 139/95, BFH/NV 1999, 780, unter II.1.; vom 13. Juli 1999 VIII R 29/97, BFHE 191, 250, BStBl II 2000, 386, unter 2.a; vom 17. Juli 2013 X R 31/12, BFHE 242, 209, BStBl II 2013, 1015, Rz 24).
BFH, 25.06.2002 - X B 30/01
Darlehensverträge zwischen nahen Angehörigen; Fahrten zwischen Wohnung und …
BFH, 29.06.2010 - III B 47/09
Entgeltliche Überlassung zu Wohnzwecken im Investitionszulagenrecht
FG Saarland, 05.02.2003 - 1 K 337/99
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FG Münster, 28.12.2000 - 7 K 7481/99
Vorweggenommene Erbfolge und Wertsicherungsklausel
BFH, 23.12.2013 - III B 84/12
FG Sachsen-Anhalt, 22.01.2009 - 1 K 1817/06
Voraussetzungen der Gewährung einer Investitionszulage nach § 3 Abs. 1 S. 1 …
BFH, 02.11.2006 - XI B 116/05
FG Saarland, 26.06.2008 - 1 K 1454/07
Mitunternehmerschaft bei unwirksamer Anteilsveräußerung?
BFH, 04.12.2002 - IX B 125/02
Grundsätzliche Bedeutsamkeit einer Rechtsfrage i.S.d. § 115 Abs. 2 Nr. 1 …
FG Saarland, 25.11.2008 - 2 K 2008/06
Keine Anerkennung eines Ehegatten-Mietvertrages bei nicht fristgerechter Zahlung …
LG München I, 03.05.2001 - 5 HKO 23950/00
FG Köln, 28.06.2001 - 7 K 2014/96
Anerkennung einer Pensionszusage an den mitarbeitenden Ehegatten

References: § 4
 § 41
 § 181
 § 812
 § 951
 § 1629
 § 1795
 § 41
 § 181
 § 812
 § 951
 § 1629
 § 1729
 § 34
 § 1
 § 738
 § 34
 § 305
 § 305
 § 34
 § 305
 § 3
 § 115