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Zusammenveranlagung Ehepartner im EU-Ausland
| 21.10.2010 07:57 |
Der Ehemann arbeitet in Deutschland und ist in Deutschland steuerpflichtig (ist sozusagen Wochenendheimfahrer). Die Ehefrau arbeitet und lebt zu 100 % im EU-Ausland (Italien) und erziehlt dort Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Diese Einkünfte der Ehefrau werden nur in Italien versteuert. Auch der Ehemann erziehlt neben seinen deutschen Einkünften auch Einkünfte in Italien (Vermietung und Verpachtung) die auch in Italien versteuert werden. Diese italienischen Einkünfte des Ehemannes unterliegen aber dem Progressionsvorbehalt und werden bei der deutschen Steuerermittlung zu den deutschen Einkommen hinzugezählt und erhöhen somit den Steuersatz.
Welche Einkommensgrenze im Ausland gilt, damit in Deutschland eine Zusammenveranlagung in 2010 möglich ist? Welche Einkommen fließen in die Berechnung dieser Einkommensgrenze ein? Nur das italienische Einkommen der Ehefrau, das in Italien versteuert wird, oder aus das italienische Einkommen des Ehemannes, das auch in Italien versteuert wird, aber in Deutschland dem Progressionsvorbehalt unterliegt?
Deutschland Deutschland Ausland EStG Einkommen
Nach § 1 a I Ziff. 2 EStG können nicht dauernd getrennt lebende Ehegatten auf Antrag nach § 26 EStG zusammenveranlagt werden, wenn nur einer von ihnen die Voraussetzungen der unbeschränkten Einkommensteuerpflicht nach § 1 I EStG oder der fiktiven unbeschränkten Einkommensteuerpflicht nach § 1 III EStG erfüllt, wenn die nachfolgenden Voraussetzungen gegeben sind:
Staatsangehörigkeit eines EU/EWR-Staates auf Seiten des unbeschänkt steuerpflichtigen Ehegatten
Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im EU/EWR-Ausland des anderen Ehegatten
Einkünfte beider Ehegatten unterliegen im Kalenderjahr entweder mindestens zu 90 % der deutschen Einkommensteuer
die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte übersteigen den Grundfreibetrag nach § 32a Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 EStG nicht
die Höhe der nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte muss durch eine Bescheinigung der zuständigen ausländischen Steuerbehörde nachgewiesen werden.
Der Grundfreibetrag nach § 32 a I 2 Nr. 1 EStG ist insoweit zu verdoppeln (ab Veranlagungszeitraum 2010 beträgt dieser Betrag EUR 16.008,00) und es ist auf die Einkünfte beider Ehegatten abzustellen (§ 1 a I Ziff. 2 Satz 3 EStG).
Nachfrage vom Fragesteller	21.10.2010 | 12:37
Wenn ich das also richtig verstehe dürfen die italienischen Einkünfte des Ehegatten + die italienischen Einkünfte der Ehefrau 2010 in Summe! nicht 16.008,00 € übersteigen, damit in Deutschland eine Zusammenveranlagung möglich ist?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.10.2010 | 12:41
Ja, das ist grundsätzlich richtig.
Bei weitergehenden Fragestellungen können Sie sich gerne per E-Mail an mich wenden.
Bewertung des Fragestellers 27.10.2010 | 07:45
FRAGESTELLER 27.10.2010 4,2/5,0

References: § 1
 § 26
 § 1
 § 1
 § 32
 § 32