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Timestamp: 2016-10-26 11:20:37+00:00

Document:
8C_260/2016 (13.07.2016)
8C_260/2016 � � Urteil vom 13. Juli 2016
A.________, geboren 1965, war ab 4. Oktober 1999 bei der B.________ AG als stellvertretender Leiter Logistik angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 29. Juni 2010 erlitt er bei einer unverschuldeten Frontalkollision diverse Verletzungen. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Verf�gung vom 17. Juli 2013, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 12. Dezember 2014, sprach ihm die SUVA ab 1. September 2013 eine Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 33 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung bei einer Integrit�tseinbusse von 25 % zu.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die dagegen erhobene Beschwerde am 23. Februar 2016 ab.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Antrag, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und ein polydisziplin�res Gutachten einzuholen; eventualiter sei dieses Gutachten durch die Vorinstanz resp. die SUVA einzuholen. Subeventualiter sei ihm ab 1. September 2013 bei einem Invalidit�tsgrad von 100 % eine monatliche Rente von Fr. 6'082.65 abz�glich der IV-Rente sowie eine Integrit�tsentsch�digung von Fr. 63'000.- bei einer Integrit�tseinbusse von 50 % zuzusprechen. Zudem beantragt er f�r den Fall seines Obsiegens auch eine Entsch�digung f�r das Einspracheverfahren.
Das Bundesgericht f�hrte keinen Schriftenwechsel durch.
Streitig ist die H�he der zugesprochenen Invalidenrente wie auch der gew�hrten Integrit�tsentsch�digung.
Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Leistungsvoraussetzungen des nat�rlichen (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) und des ad�quaten Kausalzusammenhangs (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181 mit Hinweis) sowie den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) und auf eine Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 Abs. 1 und Art. 25 UVG; Art. 36 UVV) zutreffend dargelegt. Dasselbe gilt f�r die Voraussetzungen des Fallabschlusses mit Pr�fung der Rentenfrage (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 137 V 199 E. 2.1 S. 201; 134 V 109 E. 4.1 S. 113) und die Anforderungen an einen �rztlichen Bericht (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). Darauf wird verwiesen.
Die Vorinstanz hat in E. 4 des angefochtenen Entscheids die massgeblichen �rztlichen Berichte einl�sslich und zutreffend wiedergegeben; darauf wird ebenfalls verwiesen.
Der Versicherte r�gt in verschiedener Hinsicht einen unrichtig oder unvollst�ndig festgestellten Sachverhalt.
5.1.�Sowohl der Einwand der "nur" drei Stunden dauernden fachspezifischen Explorationen als auch jener der ungen�genden, da abgebrochenen Abkl�rungen bez�glich des neuropsychologischen Teilgutachtens verf�ngt nicht. Denn die Experten haben bei der Wahl der Untersuchungsmethoden ein grosses Ermessen und es kommt weniger auf die Dauer der Untersuchung als vielmehr auf deren Inhalt an (vgl. etwa Urteil 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.3 oder Urteil 8C_603/2013 vom 9. April 2014 E. 4.1). Weiter ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf die Befragung der Ehefrau und Tochter verzichtet hat. Einerseits w�ren diese Laienaussagen nicht geeignet, die von verschiedenen �rzten festgestellte Aggravation zu widerlegen. Andererseits verm�chten auch allf�llige Beobachtungen der beiden Frauen nicht, neuropsychologische Beeintr�chtigungen mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Der Verzicht auf eine Anh�rung der beiden stellt daher keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs dar, sondern ist im Rahmen der grunds�tzlich zul�ssigen antizipierten Beweisw�rdigung (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 124 V 90 E. 4b S. 94) nicht zu beanstanden und von der Vorinstanz nachvollziehbar begr�ndet worden.
5.2.�Soweit der Versicherte r�gt, das neuropsychologische Teilgutachten sei vor Erstattung der Berichte des Prof. Dr. med. C.________, Klinik f�r Neuroradiologie, Spital D.________, und damit nicht in Kenntnis aller wesentlichen Umst�nde ergangen, weshalb es unbeachtlich sei, kann ihm nicht gefolgt werden. Denn die Berichte des Prof. Dr. med. C.________ vom 3. Dezember 2012 und 9. Januar 2013 sind nicht geeignet, einen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 29. Juni 2010 und den geltend gemachten "Mikrobleeds" nachzuweisen, geht Prof. Dr. med. C.________ doch selbst in seinem Bericht vom 9. Januar 2013 nur davon aus, dass dies m�glich sei. Nach konstanter Rechtsprechung reicht jedoch die M�glichkeit nicht aus, um einen nat�rlichen Kausalzusammenhang nachzuweisen (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen); verlangt ist vielmehr ein Nachweis nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit. Dieser ist vorliegend aber nicht erbracht. Zudem erfolgte die abschliessende interdisziplin�re Beurteilung in Kenntnis der beiden Berichte des Prof. Dr. med. C.________. In diesem Zusammenhang ist der Versicherte auch darauf hinzuweisen, dass der Unfallversicherer nicht eine andere, unfallfremde Ursache nachzuweisen hat, sondern dass es ausreicht, wenn er mit nachvollziehbarer und �berzeugender Begr�ndung mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweisen kann, dass der Unfall in keinem Zusammenhang mit den geltend gemachten Beschwerden steht; alles andere w�rde auf die unzul�ssige Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc" hinauslaufen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34 E. 4.2.3, U 290/06; vgl. zudem Urteil 8C_189/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 5). Der Versicherte hat auch gest�tzt auf Art. 43 ATSG keinen Anspruch auf eine erneute neuropsychologische Begutachtung, bei welcher er im Vorfeld zu Kooperation und Unterlassung aggravierenden Verhaltens ermahnt wird.
5.3.�Der Versicherte h�lt weiter das neurologische Teilgutachten f�r nicht nachvollziehbar, weshalb nicht darauf abgestellt werden k�nne. Mit der Vorinstanz ist jedoch festzuhalten, dass der neurologische Experte und federf�hrende Gutachter ein in jeder Hinsicht den Anforderungen der Rechtsprechung gen�gendes Gutachten erstattete. Diesbez�glich kann auf die �berzeugende Begr�ndung der Vorinstanz verwiesen werden. Wie bereits erw�hnt (E. 5.2), verm�gen auch die Berichte des Prof. Dr. med. C.________ die Einsch�tzungen des neurologischen Experten nicht in Zweifel zu ziehen. Bez�glich des strittigen Kopfanpralls ist zu beachten, dass der Versicherte einen solchen in keiner der zeitlich dem Unfallereignis naheliegenden Schilderungen erw�hnte. Eine Kontusion des Sch�dels wurde im Austrittsbericht des erstbehandelnden Spitals E.________ vom 31. August 2010 zwar vermerkt, doch fand sie keinen Eingang in die Liste der zahlreichen diagnostizierten Kontusionen. Das am Unfalltag erstellte Sch�del-CT wurde unter Hinweis auf multiple Kontusionen und das verwendete (gerinnungshemmende) Marcumar veranlasst, jedoch ohne als Indikation einen Kopfanprall oder eine Sch�delkontusion zu nennen. Vor allem aber zeigte es unauff�llige Ergebnisse. Zudem waren die festgestellten Prellungen gem�ss Arztzeugnis des Spitals E.________ vom 29. Juli 2010 auf den Gurt zur�ckzuf�hren. Unter diesen Umst�nden ist nicht zu beanstanden, dass der neurologische Experte nicht von einem gesicherten Kopfanprall ausging. Die vom Rechtsvertreter des Versicherten diesbez�glich gemachten �berlegungen sind lediglich Spekulationen und verm�gen die fach�rztliche Einsch�tzung nicht in Zweifel zu ziehen.
5.4.�Soweit der Versicherte geltend macht, die gegen�ber der Casemanagerin Anfang November 2010 geklagten Einschr�nkungen w�rden ein Beschwerdebild belegen, welches bei der Beurteilung der Ad�quanz die Rechtsprechung zu den Schleudertraumata oder vergleichbaren Verletzungen rechtfertige, kann ihm nicht gefolgt werden. Vorliegend ergeben sich weder aus dem Austrittsbericht des Spitals E.________ vom 31. August 2010 noch aus jenem der Rehaklinik F.________ vom 28. September 2010 oder dem dort erstellten psychosomatischen Konsilium vom 6. September 2010 Hinweise auf entsprechende Beschwerden; vielmehr werden diesbez�gliche Klagen des Versicherten (Vergesslichkeit, Ged�chtnisl�cken) gut drei Monate nach dem Unfall erstmals in den Akten festgehalten. Damit ist aber kein mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesenes Beschwerdebild erstellt, welches die Pr�fung der Ad�quanz nach BGE 134 V 109 nach sich zieht.
5.5.�Entgegen der Ansicht des Versicherten l�sst sich das psychiatrische Teilgutachten ebenfalls nicht beanstanden. Denn es entspricht den formellen Anforderungen an ein Gutachten und ist inhaltlich �berzeugend und nachvollziehbar. Dies gilt auch bez�glich der geltend gemachten Verschlechterung, welche vom psychiatrischen Gutachter gest�tzt auf den Bericht der Frau Dr. med. G.________, Fach�rztin f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. Juli 2011 sowie von der Vorinstanz gest�tzt auf ihren inhaltlich weitgehend identischen Bericht vom 6. M�rz 2013 gepr�ft und je mit �berzeugender Begr�ndung verworfen wurde. Denn die behandelnde Psychiaterin st�tzt sich bei ihrer Einsch�tzung vornehmlich auf die Angaben des Versicherten, ohne objektiv feststellbare Symptome anzuf�hren. Daran verm�gen auch die Berichte der H.________ AG vom 18. Dezember 2013 und 7. April 2014 sowie der Tagesklinik I.________ f�r Psychotherapie und Sozialpsychiatrie vom 15. M�rz 2014 nichts zu �ndern, zumal auch diese keine �ber die Aussagen des Versicherten hinausgehende Begr�ndung ihrer Einsch�tzungen enthalten und sich namentlich nicht mit der Beurteilung des Gutachters auseinandersetzen. Es dr�ngt sich somit auch keine erneute psychiatrische Begutachtung auf.
5.6.�Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz gest�tzt auf die polydisziplin�re Begutachtung nur von unfallkausalen orthop�disch-rheumatologischen Einschr�nkungen ausging und den Fallabschluss unter Ausserachtlassung der geklagten neuropsychologischen und psychischen Beschwerden vornahm.
Von der zugrunde gelegten Arbeitsunf�higkeit abgesehen bringt der Versicherte keine Einw�nde gegen den Einkommensvergleich vor. Es sind auch keine Anhaltspunkte in den Akten ersichtlich, wonach dieser offensichtlich unzutreffend w�re, so dass mit der Vorinstanz die von der Verwaltung festgesetzte Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 33 % zu best�tigen ist.
Weil die geklagten psychischen und neuropsychologischen Beschwerden nicht unfallkausal sind (E. 5), hat die SUVA daf�r auch keine Integrit�tsentsch�digung auszurichten. Es bleibt demnach bei der anerkannten Integrit�tseinbusse von 25 %.
Da die Beschwerde des Versicherten abgewiesen und der vorinstanzliche Entscheid best�tigt wird, ist sein Antrag auf Entsch�digung f�r das Einspracheverfahren gegenstandslos (vgl. zur Frage der Entsch�digung im Einspracheverfahren BGE 130 V 570 E. 2.3 S. 573 sowie Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 68 f. zu Art. 52 ATSG).

References: Art. 25
 Art. 36
 BGE 
 Art. 43
 BGE 
 BGE 
 Art. 52