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Timestamp: 2018-01-22 15:53:40+00:00

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BVerwG, 20.01.1984 - 4 C 56.80 - dejure.org
BVerwG, 20.01.1984 - 4 C 56.80
Raum - Freie Berufsausübung - Kriterien - Raumnutzung - Grenzen - Zulässigkeit
BauNVO § 13; EStG § 18 Nr. 1
VG Hannover, 28.10.1977 - 2 A 194/74
VG Hannover, 28.10.1977 - 2 VG A 194/74
OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 19.12.1979 - 6 A 81/78
BVerwG, 13.06.1980 - 4 B 72.80
BVerwGE 68, 324
NVwZ 1984, 236
BauR 1984, 267
ZfBR 1984, 97
Büroräume; freiberuflich Tätiger; Wirtschaftsprüfer; Steuerberater; …
Zur Begründung bezieht sich das Berufungsgericht auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Januar 1984 BVerwG 4 C 56.80 (BVerwGE 68, 324 ).
In seinem Urteil vom 20. Januar 1984 BVerwG 4 C 56.80 (BVerwGE 68, 324) ist der Senat bei der Auslegung des Begriffs "Räume" in § 13 BauNVO von dem in dieser Vorschrift enthaltenen Gegensatzpaar "Räume" und "Gebäude" ausgegangen.
BVerwG, 25.01.1985 - 4 C 34.81
Zustellung des Urteils an Verkündung Statt; Beruhen des Urteils auf dem …
Zur quantitativen Begrenzung der Nutzung von Räumen durch freie und ähnliche Berufe im Wohngebiet (im Anschluß an das Urteil vom 20.01.1984 - BVerwG 4 C 56.80 - BVerwGE 68, 324 ).
Entscheidend ist, ob bei der Nutzung von "Räumen" durch freie oder ähnliche Berufe der Charakter des Plangebiets verloren ginge (vgl. hierzu nunmehr BVerwG, Urteil vom 20. Januar 1984 - BVerwG 4 C 56.80 - BVerwGE 68, 324 [329]).
Nach der Rechtsprechung des Senats gestattet § 13 BauNVO in Mehrfamilienhäusern eine freiberufliche oder vergleichbare gewerbliche Nutzung jedenfalls in dem Umfange, daß sie nicht mehr als die halbe Anzahl der Wohnungen und nicht mehr als die Hälfte der Wohnfläche in Anspruch nimmt (BVerwG, Urteil vom 20. Januar 1984 - a.a.O. - S. 329).
- 4 C 56.80 -, BRS 42 Nr. 56 = juris Rn. 10.
- 4 C 56.80 -, BRS 42 Nr. 56 = juris Rn. 10 (…unter Verweis auf BR-Drucks. 53/62 vom 25. Mai 1962, Anlage S. 8).
- 4 C 56.80 -, BRS 42 Nr. 56 = juris Rn. 10 (…unter Verweis auf BR-Drucks. 53/1/62 vom 17. Mai 1962 zu Punkt 15 der 246. Sitzung des Bundesrats, S. 22).
Typische Merkmale für eine freiberufliche Tätigkeit sind die Erbringung von persönlichen Dienstleistungen aufgrund individueller geistiger Leistungen oder sonstiger persönlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten des Berufsausübenden, eine in der Regel unabhängige Stellung des Berufsausübenden und das Angebot der Dienste an eine unbestimmte Zahl von Interessenten (BVerwG, U. v. 20.1.1984 - 4 C 56/80 - BVerwGE 68, 324;… Stock in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB - BauNVO, § 13 BauNVO Rn. 14).
Maßgeblich für die Ähnlichkeit in diesem Sinne ist, dass der Berufsausübende persönliche Dienstleistungen in unabhängiger Stellung an einen unbegrenzten Kreis von Interessenten erbringt (BVerwG, U. v. 20.1.1984 - 4 C 56/80 - BVerwGE 68, 324;… Stock in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB - BauNVO, § 13 BauNVO Rn. 25).
Kennzeichnend für die als Ausübung freier Berufe i.S.d. § 13 BauNVO anzusehende Tätigkeit ist, dass die betreffende Person persönliche Dienstleistungen erbringt, die vorwiegend auf individuellen geistigen Leistungen oder sonstigen persönlichen Fähigkeiten beruhen und in der Regel in unabhängiger Stellung einem unbegrenzten Personenkreis angeboten werden, wobei zur Orientierung auf § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG und § 1 Abs. 2 Satz 1 PartGG zurückgegriffen werden kann (vgl. BVerwG, U.v. 20.1.1984 - 4 C 56/80 - BVerwGE 68, 324 = juris Rn. 10).
Bei den freiberuflich Tätigen gleichgestellten Gewerbebetrieben handelt es sich um gewerblich ausgeübte Berufe, in denen in unabhängiger Stellung individuelle Eigenleistungen für einen unbegrenzten Kreis von Interessenten erbracht werden (vgl. BVerwG, U.v. 20.1.1984 - 4 C 56/80 - BVerwGE 68, 324 - juris Rn. 10;… Stock in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB / BauNVO, Stand November 2014, § 13 BauNVO Rn. 25).
Die im Zulassungsvorbringen aufgeworfenen Abgrenzungsfragen bei der Anwendung des § 13 BauNVO sind bereits höchstrichterlich geklärt (…vgl. zuletzt BVerwG, B.v. 28.2.2008 - 4 B 60/07 - juris Rn. 9 m.w.N.; BVerwG, U.v. 20.1.1984 - 4 V 56/80 - BVerwGE 68, 324 = juris Rn. 10 m.w.N.).
Es ist in der Rechtsprechung auch geklärt, dass es dem Ziel des § 13 BauNVO, den Charakter als Wohnhaus zu erhalten, schon widerspricht, wenn mehrere Wohnungen zum Zwecke der freiberuflichen oder ähnlichen Berufsausübung verbunden werden (vgl. BVerwG, Urt. v. 20.01.1984 - 4 C 56/80 -, BVerwGE 68, 324 bis 330).
Die primäre Wohnnutzung darf nicht in den Hintergrund gedrängt werden, da andernfalls bei gehäufter Berufung auf § 13 BauNVO eine Veränderung des Gebietscharakters drohen würde (vgl. BVerwG, Urteile vom 20. Januar 1984 - BVerwG 4 C 56.80 - BVerwGE 68, 324 und vom 25. Januar 1985 - BVerwG 4 C 34.81 - Buchholz 406.12 § 13 BauNVO Nr. 4).
Ist eine solche Störung im Einzelfall aber dennoch anzunehmen, so bietet § 15 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 BauNVO ausreichende Möglichkeiten, dies zu unterbinden (vgl. BVerwG, Urteil vom 20. Januar 1984 - BVerwG 4 C 56.80 BVerwGE 68, 324 [330]; vgl. auch Urteil vom 25. Januar 1985 - BVerwG 4 C 34.81 - Buchholz 406.12 § 13 BauNVO Nr. 4 = NJW 1986, 1004 ).
Dies ist zwar nicht rechtssatzartig anzuwenden, kommt aber als "Faustregel" einer - im konkreten Fall widerlegbaren - indiziellen Aussagekraft zu (…so BVerwG vom 18.05.2001, a.a.O.; s.a. BVerwG vom 20.01.1984 Az. 4 C 56.80 und vom 25.01.1985 Az. 4 C 34.81; Stock in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB - BauNVO, Stand 103. Erg.Lief. 2012, RdNrn. 30 ff. zu § 13 BauNVO).
Für die Auslegung des § 13 BauNVO kann § 18 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) nutzbar gemacht werden (so bereits BVerwG vom 20.01.1984 Az. 4 C 56.80 - juris; so auch OVG Münster vom 25.08.2011 Az. 1 A 38/10 - juris; ebenso Stock in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautz-berger, BauGB - BauNVO, RdNr. 17 zu § 13 BauNVO).
Sie bieten ihre Dienste üblicherweise einer unbestimmten Anzahl von Interessenten an; regelmäßig wird bei den Bewohnern aller Baugebiete im Sinne der Baunutzungsverordnung auch ein Interesse an derartigen Dienstleistungen bestehen (vgl. BVerwG vom 20.01.1984 Az. 4 C 56.80 - juris).
Als Beispiele für in der Berufsausübung einer freiberuflichen Tätigkeit vergleichbare Tätigkeiten nennt die amtliche Begründung die "Handelsvertreter ohne Auslieferungslager, die Handelsmakler, Versicherungsvertreter oder Masseure" (vgl. BVerwG vom 20.01.1984 Az. 4 C 56.80 unter Verweis auf BR-Drucks. 53/62 vom 25.05.1962, Anlage S. 8).
OVG Niedersachsen, 24.05.2002 - 1 LA 2680/01
Private Arbeitsvermittlung im reinen Wohngebiet ist zulässig
BVerwG, 26.09.1984 - 4 B 219.84
Zulässigkeit eines "Pudelsalons" im reinen Wohngebiet
OVG Nordrhein-Westfalen, 22.03.1995 - 7 A 3700/91
Freiberufliche Tätigkeit; Allgemeines Wohngebiet; Nachbarlicher Abwehranspruch
Freiberufliche Tätigkeit im reinen Wohngebiet;; Tätige, freiberuflich; Räume …
VGH Baden-Württemberg, 16.02.1995 - 8 S 421/95
BVerwG, 28.02.1990 - 4 B 172.89
VGH Bayern, 19.12.2011 - 1 ZB 10.2396
Wildsammelstelle im reinen Wohngebiet
BVerwG, 20.01.1984 - 4 C 27.80
Einstellung eines Verfahrens nach übereinstimmenden Erledigterklärungen
VGH Baden-Württemberg, 14.05.1991 - 5 S 2982/90
Planungsrechtliche Zulässigkeit einer Tierarztpraxis im Untergeschoß eines Hauses …

References: § 13
 § 18
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 § 1
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