Source: https://www.flugrechte.eu/12435/flug%C3%A4nderung-flugzeit-morgens-vorgezogen-nachtruhe-gest%C3%B6rt
Timestamp: 2020-02-17 00:40:09+00:00

Document:
FTI Reise Flugänderung - Flugzeit von 10.20Uhr auf 4Uhr morgens vorgezogen - Nachtruhe mit Kind wird gestört - FLUGGASTRECHTE
habe im Februar über Check24 eine Pauschalreise nach Djerba gebucht. Die Zeiten haben wir so gelegt, dass wir mit unserer 2Jährigen Tochter keine großen Probleme haben.
Nun ca 3Wochen vor Hinflug haben wir die Info erhalten, dass sich die Flugzeiten von 10.20Uhr auf 4Uhr morgens geändert haben, was aboslut inakzeptabel ist.
Eine Alternativflieger konnte mir auch nicht angeboten werden.
ich möchte nach Rücktritt nach § 651a Abs. 5 BGB gebrauch machen, da meine Nachtruhe gestört wird (1.Kind ist 2Jahre alt + Schwangerschaft 7.Monat)
Folgendes ist die Antwort von Reisevermittler:
'wie eben mit Ihnen telefonisch besprochen, teilte uns Ihr Reiseveranstalter FTI Frosch Touristik folgendes telefonisch zu Ihren Flugzeitenänderungen, für den Rückflug, mit:
"Aktuell ist ein kostenloser Storno der Reise nicht möglich. Die Kunden möchten sich Bitte im Zielgebiet die Abholzeit im Hotel, von der Reiseleitung schriftlich bestätigen lassen und dann Bitte nach Rückreise eine schriftliche Reklamation an kundendienst@fti.de - Betreff Ruhestörung der Nachtruhe und die Buchungsnummer / TOMA-Vorgang - als Reklamation einreichen ..."
Wie muss ich nun vorgehen, gibt es ein Musterschreiben, dass ich an Fti/Check24 senden kann?Sollte ich einen REchtsanwalt einschalten? Ich kann die Reise nicht angehen und finde die Antwort unter aller S*u.
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Gefragt 4, Jun 2018 in Flugzeitenverschiebung von Mly
Sie haben eine Pauschalreise bei dem Reiseveranstalter FTI gebucht, wobei nun die Flugzeiten von eigentlich 10.20 Uhr auf 4.00 Uhr morgens vorverlegt wurden. Sie wollten daher die Reise stornieren, jedoch wurde dies abgelehnt.
Da es sich vorliegend um eine Pauschalreise handelt, sind richtigerweise die §§ 651 a ff. BGB einschlägig. Letztes Jahr wurden diese Normen auch überholt. Nunmehr fragen Sie nach einer Stornierungsmöglichkeit.
Eine solche ist einerseits in § 651 h BGB geregelt. Demnach kann jederzeit vor Reisebeginn vom Vertrag zurück getreten werden. Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, so verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Der Reiseveranstalter kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen.
Ich schätze, dass Sie allerdings eher nach einer kostenfreien Stornierungsmöglichkeit gefragt haben.
Daher würde ich Sie auf § 651 l BGB verweisen, welcher ein Kündigungsrecht normiert.
Demnach kann ein Kündigungsrecht im Raum stehen, sollte die Pauschalreise von einem Reisemangel erheblich beeinträchtigt worden sein. Allerdings ist hier zu beachten, dass die Kündigung erst zulässig ist, wenn der Reiseveranstalter eine ihm vom Reisenden bestimmte angemessene Frist hat verstreichen lassen, ohne vorherig Abhilfe zu leisten.
Dies bedeutet, dass zwei Voraussetzungen vorliegen müssen:
Die Änderung der Flugzeiten muss einen Reisemangel begründen
Sie müssen davor Abhilfe verlangt haben und der Veranstalter muss dies verweigert haben
Zunächst zu der Frage, ob die Verlegung einen Reisemangel darstellt.
AG Hamburg-Altona, Urteil vom 12.07.2000, Az.: 318c C 128/00(einfach über Google-Suche „318c C 128/00 reise-recht-wiki“)
Daher denke ich, dass es besonders angesichts der Tatsache, dass Sie mit einem Kleinkind reisen, sehr gut möglich sein kann, dass es sich vorliegend um einen Reisemangel handelt.
Zudem müssten Sie also Abhilfe n. § 651 k BGB verlangt haben. Dies bedeutet im Grunde, das vorher nach einer alternativen Flugverbindung gefragt werden musste. Eine Alternativverbindung konnte Ihnen jedoch nicht angeboten werden.
Daher müsste die Kündigung wohl möglich sein.
LG Düsseldorf, Urt. v. 08.10.10, Az.: 22 S 295/09 (siehe auf reise-recht-wiki.de)
Wird der Vertrag gekündigt, so behält der Reiseveranstalter hinsichtlich der erbrachten Reiseleistungen den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Hinsichtlich der nicht mehr zu erbringenden Reiseleistungen entfällt der Anspruch des Reiseveranstalters auf den vereinbarten Reisepreis; insoweit bereits geleistete Zahlungen sind dem Reisenden vom Reiseveranstalter zu erstatten.
Dieser Beitrag stellt allerdings nur meine persönliche Auffassung dar. Ich denke, dass es in solch verzwickten Angelegenheiten tatsächlich eventuell von Vorteil sein kann, einen Rechtsanwalt einzuschalten. Aber das ist natürlich ihre Entscheidung. Beraten Sie sich doch auch gerne mit anderen Betroffenen in anderen Beiträgen.
Beantwortet 31, Mär 2019 von Kylie (9,480 Punkte)
Sie haben eine Reise nach Djerba gebucht. Nun wurden Sie jedoch darüber informiert, dass sich die Flugzeiten geändert haben. Ihr Hinflug wurde von 10.20 Uhr auf 4 Uhr verlegt. Sie fragen sich nun, ob Sie wegen der Flugänderung Ansprüche geltend machen können.
Sie haben eine Pauschalreise im Sinne des § 651 a BGB gebucht, sodass sich sämtliche Ansprüche aus dem Reisevertragsrecht des BGB ergeben. Diese sind in den §§ 651 a-m BGB geregelt und werden gegen den Reiseveranstalter geltend gemacht. Sie fragen nach der Möglichkeit der kostenfreien Kündigung gemäß § 651 l BGB:
Damit Sie kündigen können, muss die Reise mit einem Reisemangel behaftet sein:
Es könnte sein, dass die zeitliche Verschiebung einen solchen Mangel begründen kann. Solche möglichen Änderungen behalten sich Reiseveranstalter manchmal in den geschlossenen Reiseverträgen vor, sodass sie frei sind solche Verschiebungen vorzunehmen. Dies ist aber unzulässig:
Ihr Flug wurde um knapp 6 Stunden vorverlegt. Zwar hat das AG Bonn entschieden, dass eine Verschiebung bis zu 8 Stunden noch in Ordnung sein kann. Allerdings muss in Ihrem Fall berücksichtigt werden, dass Sie ein Kleinkind dabei haben und auch, dass Ihre Nachtruhe beeinträchtigt wird.
Ich könnte mir daher vorstellen, dass ein Reisemangel vorliegt, der zur Kündigung nach § 651 l BGB berechtigt.
Beachten Sie jedoch, dass Sie dem Reiseveranstalter zunächst eine Frist setzten müssen, den Mangel selber zu beheben. Erst wenn der Reiseveranstalter eine ihm vom Reisenden bestimmte angemessene Frist hat verstreichen lassen, ohne Abhilfe zu leisten, kann dieser kündigen.
LG Düsseldorf, Urt. v. 08.10.2010, Az: 22 S 295/09 (Das Urteil können Sie im Volltext im Internet finden. Dazu einfach: "Az: 22 S 295/09 reise-recht-wiki" bei Google eingeben)
Beantwortet 31, Mär 2019 von Expo (12,380 Punkte)

References: § 651
 § 651
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