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Timestamp: 2019-05-27 02:22:15+00:00

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BGH, 22.05.1997 - VII ZR 290/95 - dejure.org
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BGH, 22.05.1997 - VII ZR 290/95 (https://dejure.org/1997,2)
BGH, Entscheidung vom 22.05.1997 - VII ZR 290/95 (https://dejure.org/1997,2)
BGH, Entscheidung vom 22. Mai 1997 - VII ZR 290/95 (https://dejure.org/1997,2)
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Abschluss eines Architektenvertrages - Honorarzahlungen eines Architekten - Unwirksamkeit von Pauschalvereinbarungen
Architektenhonorar; Mindestsätze; Honorarvereinbarung
Persönlicher Geltungsbereich der HOAI; Unterschreitung der Mindestsätze; Schutzwürdigkeit des Vertrauens des Auftraggebers auf die Wirksamkeit der Vereinbarung
§§ 1, 4 HOAI
Architektenrecht; Anwendung der Honorarordnung auf eine GmbH _ Unterschreitung der Mindestsätze
Architekt ist an Honorarvereinbarung trotz Mindestsatzunterschreitung gebunden
Mindestsatzunterschreitung gemäß § 4 II HOAI zulässig bei enger wirtschaftlicher Verflechtung?
Sind juristische Personen an die Vorschriften der HOAI gebunden?
e-consult-ag.de (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Probleme der Mindestsatzunterschreitung beim Generalplanvertrag (Ulrich Locher)
Mindestsatzunterschreitung: Wann liegt ein zulässiger Ausnahmefall vor? (IBR 1997, 287)
Für wen gilt die HOAI? (IBR 1997, 286)
Darf Architekt trotz Honorarvereinbarung den höheren Mindestsatz verlangen? (IBR 1997, 288)
BGHZ 136, 1
NJW 1997, 2329
MDR 1997, 729
VersR 1997, 1004
WM 1997, 1809
BB 1997, 1814
BauR 1997, 677
BauR 1998, 815
ZfBR 1997, 250
Ein Ausnahmefall kann ferner beispielsweise bei engen Beziehungen rechtlicher, wirtschaftlicher, sozialer oder persönlicher Art oder sonstigen besonderen Umständen gegeben sein (BGH, Urteil vom 22. Mai 1997 - VII ZR 290/95, BGHZ 136, 1, 8).
Das kann der Fall sein, wenn die Leistung einen ganz besonders geringen Aufwand erfordert oder bei engen wirtschaftlichen, sozialen oder persönlichen Beziehungen (BGH, Urt. v. 22.5.1997 - VII ZR 290/95, BauR 1997, 677;… Urt. v. 27.10.2011 - VII ZR 163/10, BauR 2012, 271;… Söns, in: Messerschmidt/Niemöller/Preussner, HOAI, § 7 Rn. 35).
Dennoch kann dem Architekten im Einzelfall nach Treu und Glauben die Abrechnung auf Basis des Mindestsatzes verwehrt sein, wenn der Auftraggeber berechtigt auf die Wirksamkeit der den Mindestsatz unterschreitenden Vereinbarung vertraut hat und sich hierauf in einer Weise eingerichtet hat, dass ihm die Zahlung des Differenzbetrages nach Treu und Glauben nicht zugemutet werden kann (BGH, Urt. v. 22.5.1997 - VII ZR 290/95, BauR 1997, 677;… Urt. v. 27.10.2011 - VII ZR 163/10, BauR 2012, 271;… Urt. v. 19.11.2015 - VII ZR 151/13, BauR 2016, 536).
Bereits der Umstand, dass die Parteien ein unter den Mindestsätzen liegendes Honorar vereinbart haben, kann diesen Vertrauenstatbestand begründen (BGH, Urteil vom 22. Mai 1997 - VII ZR 290/95, BGHZ 136, 1, 8).
Dies hat zur Folge, dass der Architekt bzw. Ingenieur gemäß § 4 Abs. 4 HOAI nach den Mindestsätzen der HOAI abrechnen kann (vgl. BGH, NJW 1993, 661; NJW 1995, 401; NJW 1997, 2329; BauR 2000, 1512; OLG Düsseldorf, BauR 1996, 746; OLG Hamm, NJW-RR 1990, 522;… Locher/Koeble/Frik, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 9, 16, 21 u. 79;… Löffelmann/Fleischmann, aaO., Kap. 9, Rdnr. 826m u. 830;… Hesse/Korbion/Mantscheff/Vygen-Vygen, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 49 u. 53;… Werner/Pastor, aaO., Rdnr. 915 u. 716).
Ob ein Ausnahmefall der Sache nach vorliegt, ist nach den objektiven und subjektiven Gesamtumständen zu beurteilen (vgl. BGHZ 136, 1 (8);… Werner/Pastor, aaO., Rdnr. 717).
Es kommt darauf an, dass besondere Umstände des Einzelfalls unter Berücksichtigung des Zwecks der Mindestsatzregelung ein unter den Mindestsätzen liegendes Honorar angemessen erscheinen lassen (vgl. BGH, BauR 1997, 677 (679) = NJW 1997, 2329;… Locher/Koeble/Frik, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 87;… Löffelmann/Fleischmann, aaO., Kap. 9, Rdnr. 818 u. 822m).
Ein solcher Fall kann namentlich vorliegen, wenn besondere rechtliche, wirtschaftliche, soziale, verwandtschaftliche oder persönliche Beziehungen zwischen den Parteien vorliegen oder die Leistungen bzw. der Aufwand des Architekten objektiv als besonders geringfügig einzustufen ist (vgl. BGHZ 136, 1 (8) = BGH, BauR 1997, 677 (679) = NJW 1997, 2329;… Werner/Pastor, aaO., Rdnr. 717;… Hesse/Korbion/Mantscheff/Vygen-Vygen, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 83 u. 85;… Löffelmann/Fleischmann, aaO., Kap. 9, Rdnr. 819 ff;… a. A. bezüglich geringfügiger Leistungen: Locher/Koeble/Frik, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 87; Konrad, BauR 1989, 653 (657 ff)).
Dies kann dann der Fall sein, wenn er sich widersprüchlich verhält, nämlich einerseits mit dem Bauherrn ein Honorar vereinbart, das die Mindestsätze in unzulässiger Weise unterschreitet, andererseits später jedoch nach den Mindestsätzen abrechnen will (vgl. BGH, BauR 1997, 677 (679); Locher/Koeble/Frik, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 79 u. 84; Werner/Pastor, aaO., Rdnr. 721).
Voraussetzung ist, dass der Auftraggeber auf die Wirksamkeit der Honorarvereinbarung vertraut hat, vertrauen durfte und sich darauf in einer Weise eingerichtet hat, dass ihm die Zahlung des Differenzbetrages zwischen dem vereinbarten Honorar und den Mindestsätzen nach Treu und Glauben nicht zugemutet werden kann (vgl. BGH, BauR 1997, 677 (680) = NJW 1997, 2329; BauR 2000, 1512; Locher/Koeble/Frik, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 84; Löffelmann/Fleischmann, aaO., Kap. 8, Rdnr. 806m; Werner/Pastor, aaO., Rdnr. 721).
Daher ist ihm grundsätzlich eine nachträgliche Erhöhung der Schlussrechnung nach Treu und Glauben verwehrt (vgl. BGHZ 136, 1 (9 f); BGH, NJW-RR 1990, 725; ebenso: OLG Köln, NJW-RR 1991, 279; OLG Düsseldorf, BauR 1985, 234; Jacob/Ring/Wolf-Kessel, aaO., § 3, Rdnr. 311; Hesse/Korbion/Mantscheff/Vygen-Vygen, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 94; weitere Nachweise bei: Werner/Pastor, aaO., Rdnr. 795; Konrad, BauR 1989, 653 (661)).
Diese Rechtsfolge ist jedoch nach der Rechtsprechung des BGH, der sich auch der Senat anschließt, von weiteren Voraussetzungen abhängig (vgl. BGH, NJW 1993, 659 (660); BauR 1997, 677 (680); ebenso: OLG Koblenz, BauR 2001, 825; OLG Frankfurt, NJW-RR 1998, 374; OLG Düsseldorf, NJW-RR 1998, 454; OLG Köln, BauR 2002, 1136; Hesse/Korbion/Mantscheff/Vygen-Vygen, aaO., § 4 HOAI, Rdnr. 94a; Werner/Pastor, aaO., Rdnr. 797 m. w. N.; Jacob/Ring/Wolf-Kessel, aaO., § 3, Rdnr. 311).
a) Die Anwendung des § 4 Abs. 2 HOAI a.F. beurteilt das Berufungsgericht im Ansatzpunkt zutreffend nach den Grundsätzen des Senatsurteils vom 22. Mai 1997 (VII ZR 290/95, BGHZ 136, 1, 7 f.).
Dieser Fall ist nicht vergleichbar mit dem vom Senat erwähnten Fall, dass die Leistung des Architekten oder Ingenieurs nur einen besonders geringen Aufwand erfordert (vgl. BGH, Urteil vom 22. Mai 1997 - VII ZR 290/95, BGHZ 136, 1, 8).
Für Architekten- und Ingenieurleistungen sind dies die Sätze der HOAI, zumal diese, wie der Bundesgerichtshof erst kürzlich entschieden hat (Urt. v. 22. Mai 1997 - VII ZR 290/95, Umdr. S. 5 ff; zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt), grundsätzlich nicht berufsbezogen, sondern leistungsbezogen gelten.
Entsprechendes gilt für die HOAI, die nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nicht nur für eingetragene Architekten und Ingenieure, sondern grundsätzlich für alle natürlichen Personen maßgebend ist, die Architektenleistungen erbringen (BGH, Urt. v. 22. Mai 1997 - VII ZR 290/95, NJW 1997, 2329, 2330).
Unterschreitung der Mindestsätze durch Vereinbarung einer zu niedrigen …
Anderenfalls hätten es die Vertragsparteien in der Hand, die Mindestsätze ohne das Vorliegen der gesetzlich geregelten Ausnahme (§ 4 Abs. 2 HOAI) oder der von der Rechtsprechung entwickelten Ausnahmen (z.B.: BGH, Urteil vom 22. Mai 1997 - VII ZR 290/95, BGHZ 136, 1, 9 f) durch Vereinbarung einer unzutreffend niedrigen Honorarzone zu unterschreiten.
Unberührt hiervon bleibt, daß sich der Architekt im Ausnahmefall nicht darauf berufen kann, daß die mit dem Auftraggeber getroffene Vereinbarung zu einer Unterschreitung des Mindestsatzes führen kann (BGH, Urteil vom 22. Mai 1997 - VII ZR 290/95, BGHZ 136, 1, 9).
Nach der Rechtsprechung des BGH sind bei der Bestimmung eines Ausnahmefalls i. S. v. § 4 Abs. 2 HOAI der Zweck der Norm und die berechtigten Interessen der Beteiligten zu berücksichtigen (vgl. BGH, BauR 1999, 1044; BauR 1997, 677).
Dieses widersprüchliche Verhalten kann nach Treu und Glauben einem Geltendmachen der Mindestsätze entgegenstehen, sofern der Auftraggeber auf die Wirksamkeit der Vereinbarung vertraute und vertrauen durfte und sich darauf in einer Weise einrichtete, dass ihm die Zahlung des Differenzbetrages zwischen dem vereinbarten Honorar und den Mindestsätzen schlechterdings nicht zugemutet werden kann (vgl. etwa: BGH, NJW 1997, 2329 f.).
BGH, 26.01.2012 - VII ZR 128/11
Architektenhonorar: Vergütung der im Rahmen der Konstruktionsplanung erfolgten …
OLG Jena, 21.05.2002 - 3 U 28/02
OLG Braunschweig, 24.08.2006 - 8 U 154/05
Wahrung der Schriftform eines Architektenvertrages bei stufenweiser Beauftragung; …
BGH, 15.04.1999 - VII ZR 309/98
BGH, 18.05.2000 - VII ZR 125/99
OLG Stuttgart, 23.04.2003 - 14 U 42/02
Honorarklage aufgrund einer Honorarteilungsvereinbarung zwischen Ingenieuren: …
OLG Jena, 08.01.2014 - 2 U 156/13
Akquise wird vergütet: Mindestsatzunterschreitung?
BGH, 04.12.1997 - VII ZR 177/96
Honorar für die Umwandlung eines Mietobjekts in Wohnungseigentum
BGH, 16.04.1998 - VII ZR 176/96
Maßgeblichkeit der Kostenermittlungsarten für das Architektenhonorar
OLG Düsseldorf, 21.06.2011 - 21 U 129/10
Voraussetzungen eines Anspruchs auf Zahlung von Architektenhonorar; Abgrenzung …
OLG Oldenburg, 04.09.2003 - 8 U 103/03
Ingenieurvertrag: Verneinung eines Vertrauensschutzes des rechtskundigen …
OLG Hamm, 15.08.2006 - 24 U 125/05
Abrechnung nach der HOAI bei gemischtem Planungs- und Projektsteuerungsvertrag - …
OLG Nürnberg, 15.06.2001 - 6 U 429/00
Unterschreiten der nach HOAI vorgesehenen Mindesthöhe eines Pauschalhonorars für …
KG, 13.01.2011 - 27 U 34/10
OLG Hamm, 23.06.2014 - 17 U 114/13
Bauträger erbringt (auch) Planungsleistungen: HOAI nicht anwendbar!
OLG Hamm, 04.05.2006 - 24 U 69/05
OLG Köln, 10.12.1999 - 19 U 19/99
Vereinbarung eines unter den Mindestsätzen der HAOI liegenden Honorars
OLG Frankfurt, 13.03.2012 - 5 U 116/10
Werkvertragliche Ansprüche im Zusammenhang mit dem Umbau eines Automobilwerkes
OLG Oldenburg, 19.09.2001 - 2 U 170/01
Anwendbarkeit der Preisvorschriften der Architektenhonorarordnung
OLG Hamm, 17.09.2007 - 24 U 69/05
Unzulässige Änderung der getroffenen Honorarvereinbarung vor Beendigung der …
OLG Frankfurt, 22.03.2002 - 15 U 180/99
Architekten - Anwendbarkeit der HOAI bei freiem Mitarbeiterverhältnis
LG Schweinfurt, 17.09.2008 - 14 O 1439/04
Problematik der Unterschreitung der HOAI-Mindestsätze
OLG Celle, 17.07.2003 - 14 U 83/01
Unterschreitung der Mindestsätze der HOAI durch Vereinbarung eines …
LG Düsseldorf, 09.12.2008 - 16 O 318/06
Zzulässigkeit einer Rahmenvereinbarung bei Unterschreiten der Mindestsätze der …
OLG Celle, 30.01.2003 - 8 U 67/02
Abgrenzung von Architektenleistung und Geschäftsbesorgung eines …
LG München I, 12.06.2002 - 24 O 6471/02
Erstellung einer funktionalen Leistungsbeschreibung: Werkvertrag? …
OLG Naumburg, 16.05.2002 - 7 U 50/01
Zur Wirksamkeit eines Vergleichs zwischen den Parteien eines Architektenvertrags, …
OLG Koblenz, 30.10.1997 - 5 U 273/97
Schlußrechnung bei vorzeitiger Beendigung des Architektenvertrages
OLG Hamm, 03.09.2002 - 26 U 206/01
Zahlung eines Werklohns wegen der Erstellung einer Durchlaufwaschanlage im …
OLG Stuttgart, 04.08.1998 - 12 U 65/98
Vergütung eines Steuerberaters nach der Steuerberatergebührenverordnung; …
OLG Jena, 04.11.2003 - 5 U 1099/01
Abgrenzung von einem oder mehreren Gebäuden
OLG Bremen, 28.09.2005 - 1 U 33/05
Mindestsätze trotz Vereinbarung geringeren Entgeltes?
OLG Hamburg, 10.03.2004 - 11 W 4/03
Berufung auf die Mindestsätze der HOAI
KG, 27.07.2001 - 4 U 3760/00
Bindung des Architekten an eine die Mindestsätze unterschreitende …
OLG Koblenz, 21.12.2011 - 1 U 158/11
Bindung des Architekten an eine die Mindestsätze der HOAI unterschreitende …
OLG Dresden, 28.10.2003 - 9 U 2083/01
Treuwidriges Verlangen der HOAI-Mindestsätze
LG Frankfurt/Oder, 14.06.2004 - 12 O 184/04
Unterlassung von Angeboten im Wettbewerb - Klagebefugnis der Brandenburgischen …
LG Oldenburg, 27.11.2006 - 17 O 1346/05
Honorar des Statikers für Teilnahme an Abnahmen?
OLG Koblenz, 04.03.1998 - 1 U 63/96
Nachbesserung der nicht prüffähigen Rechnung?
AG Köln, 23.07.2015 - 128 C 55/15
Anforderungen an das Bestehen eines Vergütungsanspruchs für geleistete …
OLG Dresden, 18.09.2002 - 11 U 1132/02
Unterschreitung der Mindesthonorargrenze der HOAI
LG Düsseldorf, 09.05.2006 - 12 O 164/06
Angebot von kostenlosen Verkehrswertgutachten ist wettbewerbswidrig

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