Source: https://digital.zlb.de/viewer/fulltext/15606911_2015/1/
Timestamp: 2020-04-05 23:16:49+00:00

Document:
Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming Issue 12.2015 - Digitale Landesbibliothek Berlin - Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming Issue 12.2015
URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8362286
Full text: Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming Issue 12.2015
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8362286
Ursprung: Vorlage zur Kenntnisnahme
DS-Nr: 1587/4
12. Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreamig - Fazitbericht
Die Bezirksverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 27. Mai 2004 (DS-Nr.
763/2) zu den Leitlinien zu Gender Mainstreaming folgenden Beschluss gefasst:
„...Das Bezirksamt wird aufgefordert, der BVV jährlich einen Bericht über die
Umsetzung der gleichstellungspolitischen Leitlinien vorzulegen. Neben den erreichten
Ergebnissen soll der Bericht auch jene Bereiche der Bezirksverwaltung erfassen, die
keine oder nur unzureichende Bemühungen vorlegen können. Die Gründe dafür sind
darzulegen.“
Zusätzlich hat das Bezirksamt am 22. Dezember 2015 beschlossen:
„…Das Bezirksamt beschließt die Berichterstattung zu den gleichstellungspolitischen
Schwerpunkten für die Jahre 2013 – 2016, die bislang rückblickend für das vergangene
Kalenderjahr erfolgte, im Jahr 2016 mit einem zusammenfassenden Fazitbericht zur
abgelaufenen Legislaturperiode zu beenden.“
Das Bezirksamt bittet die Bezirksverordnetenversammlung, den beigefügten zwölften
Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming zur Kenntnis zu nehmen.
Ausdruck vom: 21.07.2016
Zwölfter Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming 2015
«VONAME»
12. Bericht zur Umsetzung von Gender-Mainstreaming
Einleitung……………………………………………………………………………..….….2
Rückblick auf Schwerpunktsetzungen und Kooperationen………………....….3
Abteilungsberichte der gleichstellungspolitischen Schwerpunkte 2013-2016
unter Einbeziehung von Gender Budgeting Prozessen…………………………5
Weiterführende Umsetzung der Implementierung von Gender Budgeting
im Gender Mainstreaming Prozess in Charlottenburg-Wilmersdorf……………5
Erfüllungsbericht der gleichstellungspolitischen Schwerpunkte 2013-2016…..8
Zielstellungen und Zielerreichung in einzelnen Abteilungen……………..……21
Zentrum sexuelle Gesundheit und Familienplanung………………….………..21
Teilziele im Prozess Gender Mainstreaming…………………………….……...22
Darstellung der erweiterten Aufgabenstellungen in der Beratung von
geflüchteten Frauen durch das Zentrum für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung…………………………………………………………… ……...23
Versorgungs- und Beratungsangebote für Wohnungslose…………………...24
3.2.1 "FrauenbeDacht" - Eine Einrichtung der Berliner Wohnungsnotfallhilfe in Berlin Mitte……………………………………………………..………….27
Geschlechterspezifische Ausrichtung der bezirklichen Bündnisse für
Wirtschaft und Arbeit ……………………………………………………………..28
Entwicklung und Unterstützung von Gewerbe am Beispiel des UCW
(Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum CharlottenburgWilmersdorf)………………………………………………………………………..30
Genderpolitische Betrachtung des bildungspolitischen Auftrags der
Volkshochschule City West bei Schulabschlüssen………………..…….….....31
Sprachförderung…………………………………………………………………...33
Frauenförderplan……………………………………………………………….….34
Kooperatives Verfahren der Spielplatzgestaltung am Beispiel der
Joan-Miro-Schule……………………………………………………………….....36
Fazit………………………………………………………………………….……...38
„Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung CharlottenburgWilmersdorf, das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin hat in seiner
Sitzung am 28. Oktober 2003 beschlossen, Gender Mainstreaming (GM) in der
Bezirksverwaltung einzuführen. Wir werden also in Zukunft bei jeder Entscheidung,
die wir als Bezirkspolitikerinnen und Bezirkspolitiker treffen können, bedenken, ob
und wie wir mit dieser Entscheidung
die Geschlechterdemokratie
Bürgerinnen und Bürger im Bezirk verbessern werden.“
Mit diesen Worten leitete die damalige Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen das
Vorwort für die erste Broschüre zum Gender Mainstreaming ein. Das war im Jahr
2005 und der Bezirk blickte mit der Veröffentlichung der Broschüre bereits auf eine
erste intensive Arbeitsphase.
Folgende acht Schwerpunkte hatte sich der Bezirk durch Beschluss im Bezirksamt2
selber gegeben:
Verbesserung der ökonomischen Eigenständigkeit von Frauen und Teilhabe
beider Geschlechter an allen Ebenen des Arbeitsmarktes
Chancengleichheit in der Stadtplanung
Förderung einer öffentlichen Auseinandersetzung über Gewalt gegen Frauen
und Kinder in der Familie und im öffentlichen Raum sowie entsprechende
Förderung einer geschlechterdifferenzierten Gesundheitsplanung
Gezielte geschlechtsspezifische Förderung der Selbstorganisation in
verschiedenen Lebenslagen und Altersstufen
Innerhalb dieser Bereiche verfassten die Abteilungen Berichte, im Bezirk und für die
interessierte Öffentlichkeit wurde der Prozess durch regelmäßige Fachkonferenzen
reflektiert. Was für ein hohes Maß an Sensibilität innerhalb des Prozesses entwickelt
wurde zeigen Beispiele, die im Rahmen der ersten Fachkonferenz 2005 vorgestellt
wurden. So berichtete die damalige Stadträtin für Soziales, Gesundheit, Umwelt und
Verkehr, Martina Schmiedhofer, von der Auseinandersetzung im Team mit der Praxis
von Bewilligungen von Hilfen zur „Hauswirtschaft“. Die Tatsache, dass diese Hilfen
überproportional vielen älteren Männern bewilligt wurden, obwohl in der Gesellschaft
mehr ältere Frauen leben, hatte die Aufmerksamkeit der Verwaltung geweckt. In der
Thiemen, Monika: Eine Handlungsanleitung für die Bezirksverwaltung; Vorwort, in: Gender
Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. I, Nov. 2005, S. 12.
2 Drucksache Nr.: 0480/3: Gleichstellungspolitische Ziele, in: Gender Mainstreaming in
Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. II, Nov. 2007, S. 221 – 224.
Auseinandersetzung mit dem Thema entstand mehr Sensibilität auch in Bezug auf
die Hilfebedürftigkeit älterer Frauen.3 Dies ist nur ein Beispiel an dieser Stelle um
aufzuzeigen, mit welcher Kontinuität im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf an der
Gleichstellung der Geschlechter im alltäglichen Verwaltungshandeln gearbeitet wird.
Um die Qualität dieser Arbeit nachhaltig zu sichern, wurde, auch dies ist ein Zeichen
der hohen Wertschätzung, im Jahr 2011 eine Evaluation des Gesamtprozesses
durch ein externes Institut vorgenommen. Die Zusammenfassung dieser Evaluation
floss als Teil 15 in Band IV der Berichterstattung zum Gender Mainstreaming ein.4
Ein wichtiges Teilergebnis dieser Evaluation war die Forderung nach konkreter
gefassten Teilzielen im Gender Mainstreaming Prozess. Die Ziele sollten „konkreter“
und „lebensnaher“ sein und unbedingt in einem „buttom-up“-Prozess unter
Beteiligung der Umsetzenden in den Abteilungen verabredet werden.
Nach intensiver Diskussion dieser Evaluation wurde im Bezirksamt für die Jahre
2013 – 2016 ein neuer Beschluss5 gefasst, dem ein, wie gewünscht, intensiver
Abstimmungsprozess in den Abteilungen vorausgegangen war.
Mit diesem Fazitbericht wollen wir auf diese Jahre 2013 – 2016 blicken; welche
Schwerpunkte wurden gesetzt, mit welchen Zielvorgaben waren diese hinterlegt und
welche Verfahren zur Zielerreichung angewandt? Es ist ein guter Zeitpunkt um
Verfahren, die nunmehr lang erprobt sind, an der Erreichung der selbst gesteckten
Ziele zu messen und in Erfahrung zu bringen, welche Ergebnisse der Evaluation in
die Umsetzung eingeflossen sind, um für die vor uns liegende Wahlperiode daraus
die Schlussfolgerungen ziehen zu können.
1. Rückblick auf Schwerpunktsetzungen und Kooperationen
Dieser Fazitbericht bezieht sich auf die bereits erwähnte Vorlage zur
Beschlussfassung Nr. 106, die am 29.Januar 2013 in der 66. Sitzung des
Bezirksamts beschlossen wurde.
Darin heißt es: „Das Bezirksamt beschließt, die in der Anlage dargestellten
gleichstellungspolitischen Schwerpunktsetzungen 2013 – 2016 weiter zu bearbeiten.
Das Bezirksamt baut dabei auf den bereits erarbeiteten Grundlagen auf und verstärkt
Vgl.: Schmiedhofer, Martina: Menschen mit Behinderung haben ein Geschlecht – oder: Pflege ist
Frauensache? In: Gender Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. I, Nov. 2005, S. 54/55.
4 Vgl.: Genderbüro Dr. Frey, Regina; gbm Berlin Wiedmann, Sybille: Gender Mainstreaming als
Qualitätsprozess im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf; Ziele – Umsetzung – Verstetigung; in: Gender
Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. IV, Aug. 2013, S. 134 – 144.
5 Vgl.: Bezirksamtsvorlage Nr. 106 zur Beschlussfassung: Gleichstellungspolitische Schwerpunkte
2013 – 2016 in: Gender Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. IV, Aug. 2013, S. 234-238.
Am 09.09.2014 wurde durch den Bezirksamtbeschluss 222 eine Ergänzung um den Bereich Sport
die zu einigen Gleichstellungsthemen notwendige abteilungsübergreifende Arbeit.“6
Immer fußend auf den in der Einleitung erwähnten gleichstellungspolitischen Zielen
von 2003 wurden für die drei Jahre abteilungsübergreifend bestimmte Schwerpunkte
erstmalig auch unter Anwendung der ausführlichen Analyse von insgesamt 29
Produkten ausgewählt. Damit erfolgte auch die Weiterführung des kontinuierlichen
Prozesses der Umsetzung von Gender Budgeting Methoden im Gender
Mainstreaming Prozess. Schwerpunktmäßig wurden Maßnahmen der Umsetzung
und zur Sensibilisierung für mehr Geschlechtergerechtigkeit vereinbart. Die
Entwicklung dieser Produkte wurde im 10. und 11. Bericht zur Umsetzung von
Gender Mainstreaming7 festgehalten.
Wir wollen mit diesem Bericht gezielt auf bestimmte Schwerpunkte eingehen und
intensiver als bislang herleiten, wie Gender-Mainstreaming Prozesse zur Umsetzung
gelangen und welche Faktoren im Prozess wichtig sind zur Zielerreichung.
Ausgewählt wurden hierfür die Themen, die in den Unterkapiteln 3.1. – 3.8.
Die Koordination der Berichterstattung, der Austausch über Zielfestlegungen,
Schwerpunktsetzung und Zielerreichung fand in den zurückliegenden Jahren in der
Gender Mainstreaming Koordinierung statt. Diese Koordinations-Runde hatte bereits
im Vorfeld des Jahres 2013 den für die Fortentwicklung wichtigen
Bezirksamtsbeschluss 106 auf den Weg gebracht. Alle Abteilungen sind
kontinuierlich in der Koordinierungsrunde vertreten, allerdings mit wechselnden
Personen. Aus dieser Gruppe gingen verschiedene Anträge auf externe
Finanzierung durch die Senatsverwaltungen hervor. Z.B. wurde die Finanzierung
einer externen Beratung für den Gender-Check in den Jugendeinrichtungen
beantragt. Im Jahr 2014 nahm die Vorbereitung der Führungskräftetreffen breiten
Raum ein. Durch die Etablierung neuer Verfahren in der Arbeit von Workshops, die
tatsächlich top-down gemeinsam umgesetzt wurden, entstanden realistische
Umsetzungsszenarien zu Themen wie tele-Arbeitsplätze, Gesundheitsmanagement
und Führungskräfteentwicklung.
Rückblickend für das letzte Jahr kann hier festgehalten werden, dass die
Koordinierung des Gender Mainstreaming vor allem unter der Nichtbesetzung der
Stelle von Frau Rabe gelitten hat. Der Kreis wurde nicht aktiviert, eine Erarbeitung
der fortlaufenden Berichterstattung wurde nicht in Angriff genommen.
Gleichwohl, das zeigt dann der wieder aufgenommene Faden durch die neu
eingesetzte Gleichstellungsbeauftragte, Carolina Böhm, kann in weiten Teilen auf
erarbeitetes Wissen zurückgegriffen werden. So wurde innerhalb einer sehr kurzen
Frist der 11. Bericht zusammengestellt, wenn auch nicht durchgängig unter
Beteiligung aller Abteilungen. Die Koordination Gender Mainstreaming hat zudem an
Vgl.: 10. Bericht Drs.Nr.: 0995/4 und 11. Bericht Drs.Nr.:1429/4
der Entstehung und Schwerpunktsetzung dieses Fazitberichts aktiven Anteil gehabt
und die Schwerpunktsetzungen mitbestimmt.
2. Abteilungsberichte der gleichstellungspolitischen Schwerpunkte 2013 – 2016 unter Einbeziehung von Gender
Budgeting Prozessen
2.1 Weiterführende Umsetzung der Implementierung von
Gender Budgeting im Gender Mainstreaming Prozess in
Im Jahr 2013 hat die Senatsverwaltung Finanzen gemeinsam mit der
Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen ein Wettbewerb zwischen den
Bezirken mit dem Ziel ausgeschrieben, geeignete Methoden für die Vereinheitlichung
des Prozesses der Umsetzung von Gender Budgeting im Gender Mainstreaming
Prozess zu finden. Bewährte Methoden, die in unserem Bezirk von Anfang an
angewendet wurden,8 waren gute Voraussetzungen für die Teilnahme des Bezirks
am Wettbewerb. Die Erkenntnisse unseres mit einem Sonderpreis ausgezeichneten
Beitrages9 fanden bei der Diskussion zu den „Gleichstellungspolitischen
Schwerpunkten 2013 – 2016“ im Herbst 2012 in der einheitlichen Betrachtungsweise
von Zielstellung, Daten- bzw. Produktanalyse und Berichtwesen ihre Anwendung.
Zeitgleich wurde im Aufstellungsbeschluss für die Doppelhaushalte durch die
Senatsverwaltung für Finanzen und auf Beschluss des Rates der Bürgermeister
festgelegt, in Anlage 2 des Vorberichtes des Haushaltes der Bezirke die Analyse von
111 Produkten nach folgendem Schema vorzunehmen:
Pro- Pro- Anadukt- dukt lysiert
BeProAnalyse
zugs- duktweiblich
größe budget %
Nach Vorgaben der Senatsverwaltung für Finanzen wurden neben dieser Anlage 2
im Vorbericht erstmals im Haushaltsjahr 2012/2013 detaillierte Erläuterungen in den
einzelnen Kapiteln des Haushaltes nach folgendem Raster ermöglicht und gefordert:
FGA® und Grundraster Gender Budgeting Analyse
Vgl.: Dr. Lucas, Ulrike: Vereinheitlichung des Verfahrens der Implementierung von Gender Budgeting
im Prozess Gender Mainstreaming in Berlin, in: Gender Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf,
Bd. IV, Berlin 2013, S. 145 – 184.
In Auswertung unserer Vorschläge zur besseren Umsetzung der Produktanalyse und
damit zur besseren Budgetierung und ggf. Umwidmung von Haushaltsmitteln im
Sinne der festgelegten Schwerpunkte der gleichstellungspolitischen Zielstellungen
wurden in Abstimmung mit dem Fachbereich im Doppelhaushalt 2014/2015 erstmalig
die Produktanalyse in den einzelnen Kapiteln des Haushaltes wie folgt
Muster für die Übersicht über die unter Genderaspekten untersuchten Produkte
in den Allgemeinen Erläuterungen im entsprechenden Kapitel des Haushaltes:
Produkt: Nr. und Text
festgelegtes Teilziel
Sollfestlegung
aus Nutzer*innen
Genderprognose (Plan)
Anteil des Budget
Nutzer*innenanalyse
Die Vorteile des Instrumentes Gender Budgeting einerseits und die strategische
Bedeutung von Gender Budgeting andererseits wurden damit bei der Umsetzung von
Gender-Projekten als Einheit von Fachkompetenz, Genderkompetenz und
Haushaltskompetenz in einem einheitlichen Analyseverfahren gesehen.
Insofern ermöglicht die Anwendung von Gender Budgeting Methoden:
die Transparenz der Geschlechtergerechtigkeit bei der Mittelvergabe
eine detailtreue Analyse des Entwicklungsstandes und der Zusammenhänge
zwischen Mittelvergabe und Veränderung in der Geschlechtergerechtigkeit
eine Verdeutlichung, welche Bereiche von hoher Relevanz in der weiteren
Betrachtung sind
zielgenaue Datenanalysen zu erstellen und Redundanz in der Datenerfassung
eine Vereinfachung der Diskussion zur Zielstellung und für den
Zielerreichungsprozess in Fachbereichen und im Bezirk.
Gender Budgeting ist einmal Instrument für eine detaillierte Analyse des Entwicklungsstandes der Zielerreichung im Gender Mainstreaming Prozess, indem die
Nutzer*innen- und Budgetverteilungsanalyse im Haushalt objektive Parameter und
Hilfsmittel sind, um mit einer jährlichen genderbezogenen Überprüfung im Rahmen
des Haushaltsverfahrens die Wirkung auf die Zielerreichung zu erreichen. Auf Grund
dessen ist Gender Budgeting zum anderen politisches Steuerungsinstrument für das
Verwaltungshandeln, für die Verteilungsgerechtigkeit von Haushaltsmitteln und für
die Querschnittsaufgabe Gleichstellung insgesamt.
Gender Budgeting ist somit stets Teilstrategie von Gender Mainstreaming und
bezieht sich auf die ökonomischen, fiskalischen und finanzpolitischen Aspekte des
Verwaltungshandelns und vertieft insoweit die Gender Mainstreaming Strategie, d. h.
die politischen Zielstellungen. Gender Budgeting ermöglicht also die systematische
Analyse, Steuerung und Evaluation des Haushaltes bezüglich seines Beitrages zur
tatsächlichen Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern.
Außerdem sind die konkreten Gender Budgeting Analysen zusammen mit der Diskussion der Gleichstellungsziele eine wichtige Entscheidungsgrundlage für das
weitere parlamentarische Verfahren.
Praktisch fand diese Implementierung von Gender Budgeting Verfahren 2014 für
zwei Projekte statt, die ebenfalls durch die Beteiligung am Bezirkswettbewerb
„Gender Budgeting 2014“ prämiert wurden und mit Hilfe dieser finanziellen Mittel
erfolgreich durchgeführt werden konnten:
„Genderorientierte Untersuchung von Kinderspielplätzen“
An diesem bezirksübergreifenden Projekt beteiligte sich unser Bezirk mit der
Untersuchung von 26 willkürlich ausgewählten Spielplätzen, inwieweit die gendergerechte Gestaltung, ausgewählt nach vorher diskutierten Parametern, Berücksichtigung fand. Das Ziel des Projektes war u.a. durch die Anwendung der
Produktanalyse als Instrument des Nachweises für eine gendergerechte
Budgetierung der Haushaltsmittel durch den Senat an die Bezirke zu
erreichen, da die bisherige Vergabe Qualitätsparameter unbeachtet blieb und
allein nach der Quadratmeterzahl erfolgte.
 „Frauen und Mädchen im Sport 2014“
Ziele dieses Projektes waren: Mehr Frauen in Führungspositionen von Sport
vereinen zu gewinnen, die Stärkung des Ehrenamtes durch Gewinnung von Betreuerinnen und Trainerinnen und die Realisierung von interessen- und bedürfnisorientierten Angeboten speziell für Frauen und Mädchen. Dazu bedurfte
es zunächst einer Nutzer*innenanalyse der Sportanlagen im Bezirk.
Haushaltsaufstellungen der Doppelhaushalte seit 2006/2007 und erstellte eine
Produktanalyse für die vorgegebenen Produkte des Sportbereiches.10
Vgl.: Anhang 4: Produktanalyse für die Produkte des Sportbereiches 2006/2007 bis 2014/15,
Hervorzuheben ist hierbei die Verknüpfung der Zielstellungen in diesem
Bereich mit der Analyse der Produkte. Jedoch wurde bisher noch nicht die
Möglichkeit der Umverteilung von Haushaltsmitteln auf der Grundlage von
Daten- und Produktanalyse genutzt. Bei konsequenter Anwendung der
Produktanalyse für die Verteilung der vorhandenen Budgets könnte diese ein
hervorragendes Instrument sein. So werden in jedem Haushaltsjahr Mittel zur
Sanierung der bezirksgeleiteten Sportanlagen in einem Sonderprogramm
verteilt. Ausgang für die Verteilung ist eine Prioritätenliste der zu sanierenden
Anlagen. Keine Rolle spielten bisher bei dieser Verteilung Überlegungen, nicht
nur dringende Sanierungsaufgaben in ihrer Priorität, sondern auch
genderpolitische Aspekte zu berücksichtigen. Kommende Genderprojekte
haben zum Ziel, in Zukunft eine Verteilungsgerechtigkeit von Haushaltsmittel
im Sportbereich zwischen Männer und Frauen durch konsequente Anwendung
des Gender-Checks zu erreichen.
Um zur Genderrelevanz der vorgesehenen Sanierungsvorhaben Aussagen
treffen zu können, muss im Vorfeld die Nutzer*innenanalyse der betreffenden
Sportanlagen vorgenommen werden. Dabei sind folgende Fragen zu beantworten:
1. Wie viel Frauen/Mädchen und Männer/Jungen nutzen zu welchen Zeiten
die zur Sanierung vorgesehene Sportanlage?
2. Ist hieraus eine Veränderung der Prioritätsliste notwendig?
3. Wird die Sanierung dazu führen, dass auch vermehrt Frauen/Mädchen die
Sportanlage nutzen?
4. Berücksichtigen die Sanierungsmaßnahmen die Bedürfnisse von Frauen/
Mädchen bzw. von Männern/Jungen (Bedarfsanalyse)?
In der kommenden Wahlperiode sollten die dann festgelegten Schwerpunktprojekte
auf die Möglichkeit von letztendlicher Umverteilung von Haushaltsmitteln überprüft
werden, die eine größere Gendergerechtigkeit ermöglichen. Das Sportprojekt könnte
dafür beispielgebend sein.
2.2 Erfüllungsbericht der gleichstellungspolitischen Schwerpunkte 2013 – 2016
Der Evaluationsbericht für Charlottenburg-Wilmersdorf für den Zeitraum von 2003 bis
2011 durch ein externes Büro11 fand im September 2012 seine Auswertung in einer
Fachkonferenz des Bezirksamtes. Im Ergebnis dieser Konferenz ist die Erarbeitung
der Bezirksamtsvorlage Nr. 106 zu den „Gleichstellungspolitischen Schwerpunkten
2013 – 2016“ beschlossen worden.12 In Vorbereitung der Erarbeitung der
in: Dr. Lucas, Ulrike: Gender Mainstreaming im Sport – Bewertung einer Analyse im Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf, März 2015, S. 32 – 38.
11 Genderbüro Dr. Regina Frey; gbm Berlin Wiedmann, Sybille: Gender Mainstreaming als
Mainstreaming in Charlottenburg-Wilmersdorf Bd. IV, Berlin 2013, S. 134-144.
12 Vgl.: Bezirksamtsvorlage Nr. 106 zur Beschlussfassung: Gleichstellungspolitische Schwerpunkte
in: Gender Mainstreaming in Charlottenburg-wilmersdorf Bd. IV, Berlin 2013, S. 234 – 238. Am
09.09.2014 wurde durch den Bezirksamtsbeschluss 222 eine Ergänzung um den Bereich Sport
Schwerpunkte wurden in jeder Abteilung Gender-Mainstreaming-Koordinator*innen
benannt, die sich in regelmäßigen Diskussionsrunden zur Planung,
Schwerpunktsetzung, Umsetzung und Erfüllung geplanter Ziele verständigten. Als
vorteilhaft erweist sich bei dieser Vorgehensweise, dass über festgelegte Teilziele in
den Abteilungen der Focus auf notwendige, wichtige und auch umsetzbare Ziele für
einen längeren Zeitraum (Wahlperiode) gelegt wird, was Kontinuität und die
Feststellung von Zielerreichungsergebnissen ermöglicht. Hervorzuheben ist hierbei
auch, dass die Erkenntnisse des Bezirks zur Bedeutung der Implementierung von
Gender Budgeting in den Prozess Gender Mainstreaming13 bei den Schwerpunkten
seine Berücksichtigung durch die Produktanalyse fand.
Der Fazitbericht analysiert nach drei Jahren die Erfüllung der selbstgestellten Ziele:
1. Schwerpunkt: Gestaltung von öffentlichen Räumen
Abt. Pers:
Planungsko
Abt. Stadt:
Stadtentwic
klungsamt
Tiefbauund
Gleichstell
ungspolitis
che Ziele
Maßnahmen 2013 –
Chancengl
eichheit in
Stadtplanu
Gendergerechtig
Stadtteilentwicklu
ng und bei der
Ausschreibeverfa
ämterübergreifender
durch Definition von
Gender Aspekten im
Ausschreibeund
13 Vgl.: Dr. Lucas, Ulrike: Vereinheitlichung des Verfahrens der Implementierung von Gender
Budgeting im Prozess Gender Mainstreaming in Berlin, in: Gender Mainstreaming in CharlottenburgWilmersdorf Bd. IV, Berlin 2013, S. 146 – 184
StadtOrdGr
bei Umbau und
Erneuerungsmaß
fortlaufend bis 2018;
Ergebnisse der Runden
Tische flossen u.a. im
Spielplatzgestaltung ein
Planungsworkshops im
Nov. 2015 mit hoher
Beteiligung der SuS,
Nachbarschaft, Polizei,
Im Mittelpunkt der Umsetzung der selbst gesteckten Ziele stand die Beteiligung
unseres Bezirks am bezirksübergreifenden Projekt „Genderorientierte Untersuchung
von Spielplätzen“ in den vergangenen drei Jahren. Durch die Prämierung dieses
Projektes innerhalb des von der Senatsverwaltung für Finanzen und der
Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen ausgeschriebenen
Bezirkswettbewerbes „Gender Budgeting“ konnten mit Hilfe dieser finanziellen Mittel
2 externe Büros die Kartierung und Bewertung der Spielplätze erfolgreich
durchführen (Planungsteam „TOPOS“ und „die Raumplaner“).14 Ziel dieses Projektes
war die Erfassung und Bewertung der vorhandenen öffentlichen Spiel- und
Bewegungsflächen nach genderorientierten Bewertungskriterien in allen Bezirken.
Außerdem war Anliegen der Bezirke im Ergebnis dieser Untersuchung u.a., eine
gendergerechte Budgetierung der Haushaltsmittel (Budgetierungsprodukt 72640)
durch den Senat an die Bezirke zu erhalten, da die bisherige Vergabe allein nach der
Quadratmeterzahl erfolgte.
Untersucht wurden im Bezirk 26 willkürlich ausgewählte Spielplätze. Im Ranking der
Bezirke hinsichtlich der Berechnung der Kennzahlen liegt Charlottenburg-Wilmersdorf auf Rang 2 in der Gesamtbewertung, bei dem gärtnerischen Pflegezustand und
der Sauberkeit auf Rang 1. Ein Spielplatz (Klausingring) wurde auf der Grundlage
zielgruppenorientierten
genderspezifische Ausstattung der Spielplätze sei in der Bewertung leicht
geschlechtsspezifischer Spielangebote und solcher für Nutzer mit und ohne
Vgl.: TOPOS; die Raumplaner: Genderorientierte Qualitätsbewertung auf Spiel- und
Bewegungsflächen; Abschlussbericht für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf (Band IV), Dez. 2013
Behinderung zurückführen lässt. Das kann auch die Ursache dafür sein, dass ältere
Kinder ab dem 10. Lebensjahr kaum auf den Spielflächen vertreten sind (6,1%
Mädchen, 10,5% Jungen), wobei die Jungen hauptsächlich (93%) auf dem Bolzplatz
Auf der Grundlage der einzelnen Untersuchungen in den Bezirken erfolgte ein
bezirksübergreifender Abschlussbericht15, der sowohl eine gute Grundlage für die
Weiterarbeit der Bezirke als auch für die Senatsverwaltung hinsichtlich der
Budgetierung der vorhandenen Haushaltsmittel darstellen kann. Insofern kann
bewertet werden, dass diese Teilziele erfüllt, jedoch auch in der nächsten
Wahlperiode Schwerpunkt bleiben und kontinuierlich weitergeführt werden sollten.
Ein weiteres Ziel des Schwerpunktes der Gestaltung von öffentlichen Räumen ist die
Verbesserung des Qualitätsmanagements durch die Definition von Gender Aspekten
im Ausschreibe- und Wettbewerbsverfahren von Großprojekten. Als hervorragende
Grundlage hierfür ist die „Arbeitshilfe zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in
der Bauleitplanung“ zu werten.16 Auf dieser Grundlage wurden in dieser Wahlperiode
u.a. in der Planung und im Beteiligungsverfahren zur Gestaltung des Olivaer Platzes
genderspezifische Aspekte eingearbeitet und diskutiert. Jedoch gibt es bei der
Gestaltung des Platzes große Interessenkonflikte in der Bevölkerung, so dass die
Diskussionen noch immer nicht abgeschlossen sind. Dieses Instrument der
Bauleitplanung sollte in Zukunft wesentlich umfangreichere Anwendung erfahren. Im
öffentlichen Beteiligungsverfahren ist es noch nicht Bestandteil allgemeinen
2. Schwerpunkt: Personalentwicklung
en/Fachb
Abt. Bü
Abt. Jug
Gleichstell Fachliche Teilziele
II: Gezielte
ausgewog
Führungsp
Beachtung von GM
Personalentwicklungspl
Anteils an Frauen in
Fortsetzung/Intensiv
gsmaßnahmen
Datensätz
von Personala
Beruf und Familie in nalyse
Bewerbungsperspektive
n für Qualifizierte über
Bewegungsflächen; Bezirksübergreifender Abschlussbericht (Band 0), Febr. 2014
16 Allerdings ist zu bemerken, dass die BVV bereits 2011 eine Überarbeitung der Arbeitshilfe gefordert
hat, die bisher noch nicht erfolgt ist.
Abt. Soz
ositionen
Verwaltung nach
vielfältige Geschlecht
Frauenve III:
rtreterin
Förderung Arbeitsbedingungen
Vereinbark gender-,
von behindertenund Analyse
Beruf und altersgerechte
Arbeitsplatzgestaltu Personale
Genderasp
Telearbeitsplatz; ElternKind-Arbeitsplatz
Konzeption der Genderbehindertenund
In der Umsetzung vorgenannter Zielstellungen der Personalentwicklung mit der
Notwendigkeit der Durchsetzung einer familienfreundlicheren Personalpolitik wurden
von den beteiligten Abteilungen seit 2013 viele Aktivtäten unternommen. Mit Hilfe der
Förderung der Senatsverwaltung Arbeit, Integration, Frauen für eine externe
Beratung wurde im ersten Schritt eine Befragung durchgeführt, deren Ergebnisse in
einem ersten Führungskräftetreffen im November 2013 nicht nur vorgestellt, sondern
in Arbeitsgemeinschaften bereits Maßnahmen diskutiert wurden. Diese Diskussion
mündete in einen Maßnahmenplan, der als Bezirksamtsbeschluss Nr. 176
festgeschrieben wurde.17 Mit der Umsetzung dieses Maßnahmenplans werden
neben notwendigen personalpolitischen Zielstellungen unter den Bedingungen des
zukünftigen demografischen Prozesses auch maßgebliche gleichstellungspolitische
Zielstellungen des Bezirkes erfüllt (I: Gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und
Männern an Entscheidungsprozesses, III: Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und
Familie). Auf Grund dessen gab es während des Umsetzungsprozesses eine enge
Zusammenarbeit, einerseits zwischen dem Gleichstellungsbüro, der AG der GMKoordinator*innen und andererseits mit dem Personalmanagement und dem
Steuerungsdienst des Bezirks.
Im Juli 2014 fand ein zweites Führungskräftetreffen statt, auf dem vorrangig die
familienfreundliche Gestaltung des Arbeitsprozesses diskutiert wurde. In Anbetracht
dessen, das in den nächsten Jahren ca. 70 % der Mitarbeiter*innen aus
Altersgründen ausscheiden werden, ist die Kenntnis des Bedarfs an
familienfreundlichen Maßnahmen zur besseren Arbeitsgestaltung sehr wichtig.
Herauszuheben ist dabei auch die breitere Anwendung des Projektes
„Wissenstransfer“, das die Möglichkeit der weiteren übergangsweisen Tätigkeit von
Pensionären zur Einarbeitung von Nachwuchskräften beinhaltet.
Vgl.: Vorlage Nr. 176 zur Beschlussfassung des Bezirksamtes vom 21.01.2014
Zum Erfüllungsstand der beschlossenen Teilmaßnahmen kann wie folgt berichtet
 Bewerbungsperspektiven für Qualifizierte über Zielvereinbarungen:
Diese Personalentwicklungsmaßnahme wurde 2015 in Angriff genommen und
wird bis 2017 fortgeführt.
 Familienorientierte Personalpolitik: Es wurden umfängliche Teilzeitmodelle
entwickelt und damit fast immer den Wünschen der Beschäftigten
 Projekt Telearbeitsplatz: Es wurde die Konzeption für ein Pilotprojekt
entwickelt. Die Bewerbung für dieses Projekt erfolgte im II. Quartal 2015. Für
das IV. Quartal 2015 ist die Einrichtung von 10 Telearbeitsplätzen
 Projekt Eltern-Kind-Arbeitsplatz: Es wurde kein Bedarf an separaten ElternKind-Arbeitsplätzen festgestellt.
 GM in der Ausbildung fortführen: Der Anteil weiblicher Auszubildender ist
seit Jahren mit 65 % nahezu gleichbleibend; der Anteil von weiblichen
Auszubildenden im Gärtnerberuf konnte von 23,1 % auf 44,4 % gesteigert
 Personalkonzeption zur demografischen Entwicklung: Es erfolgen
abteilungsbezogene Personalbedarfsplanungen, da der notwendige
Nachbesetzungsbedarf jährlich ca. 4,5 bis 5 % beträgt. Diese Maßnahme wird
dauerhaft im Focus der Personalpolitik der kommenden Jahre stehen.
 Fortsetzung des Führungskräftetrainings für Frauen: Es liegt eine
Detailanalyse vor, in welchen Bereichen eine Unterrepräsentanz von Frauen
festzustellen ist. In der zweiten Führungsebene ist eine Gleichstellung der
Geschlechter erreicht. Für 2016 ist ein erneutes Führungskräftetraining für
Frauen vorgesehen, wozu das Fortbildungsbudget im Haushalt deutlich erhöht
Im November 2015 fand ein drittes Führungskräftetreffen statt, auf dem die
Auswertung bisheriger Initiativen in Bezug auf familienorientierter Personalpolitik
Der mit Beginn 2016 vorgelegte Frauenförderplan für den Bezirk CharlottenburgWilmersdorf wird im Unterkapitel 3.7 ausführlich vorgestellt.
3. Schwerpunkt: Wirtschaftsförderung
Abt.Pers:
tsförderu
II: Verbesserung der
Eigenständ
Weiterführung der GM
Existenzgründerinne
n zur Erlangung der
igkeit von
Arbeit des UCW
Gender-Netzwerkes im
BBWA19 in CW20
Arbeitsmarkt beider
Geschlechter durch
Datenanal
Gewerbeb
escheinigu
gewerbere
Der Fachbereich bemüht sich seit langem, Existenzgründerinnen in ihrem Vorhaben
aktiv zu unterstützen. So erschien der Leitfaden „Basiswissen für
Existenzgründerinnen bereits in 3. Auflage und das Interesse ist nach wie vor groß.
Datengrundlage für diese Unterstützungspolitik des Fachbereiches ist der Anteil der
Existenzgründerinnen bei Gewerbebescheinigungen und Gewerberechtlichen
Zulassungen. Hierbei ist seit Jahren festzustellen, dass das Verhältnis von Frauen
und Männern ca. 1/3 zu 2/3 ist. Betont wird, dass die Inanspruchnahme dieser
behördlichen Leistungen nicht steuerbar ist. Insofern finden die Initiativen um den
Erhalt und die qualitative Entwicklung des UCW21 eine herausragende Bedeutung in
der derzeitigen Wahlperiode.
Zum Abschluss des PEB-Projektes „Entwicklung eines Gender-Netzwerkes im
BBWA in Charlottenburg-Wilmersdorf“ wird im Unterkapitel 3.3 ausführlicher
Neue Initiativen seitens des Gleichstellungsbüros gibt es im Bereich der „Minijobs“, in
diesem Bereich der prekären Beschäftigung ist der Anteil der Frauen leider schon
traditionell sehr hoch. Neben den aktuellen prekären Situationen, zum Beispiel für
Alleinerziehende ist es gleichzeitig eine Ursache für künftige Altersarmut. Für die
kommende Wahlperiode werden Aktivitäten dahingehend Schwerpunkt in der
Gleichstellungsarbeit sein.
Europäischer Sozialfond Projekt: Partnerschaft – Entwicklung – Beschäftigung
20 Charlottenburg-Wilmersdorf
21 UCW = Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum Charlottenburg-Wilmersdorf; neu seit
Februar 2016 UCW = UnternehmerinnenCentrumWest
4. Schwerpunkt: Bildung und Kultur
Genderger
Bildungspr
FB Musikschule:
 Erneute
gleichstellungspo
litischer Ziele
 Erstellung eines
 GB Analyse der
FB VHS:
ökonomisc
FB Kultur:
Eigenständigkeit der 79401
in 79402
 Schulabschlüsse
(GB Analyse)
 Diskussion über
Teilziele und
Hervorzuheben ist, dass in der Abteilung in den Fachbereichen Musikschule, VHS
Gleichstellungsgedanken der Geschlechter als Bildungsauftrag zu verstehen und im
Handeln festzuschreiben. Ausführliche Datenanalysen sind vorhanden, um die
Schwerpunktsetzung in den Bereichen vorzunehmen. Daraus folgend wurde
Die Diskussion gleichstellungspolitischer Ziele im Musikschulbereich. Mit
externer Hilfe sollte diese Diskussion geführt werden, um auf dieser
Grundlage eine erneute Schwerpunktsetzung vornehmen zu können. Dies
wurde bisher noch nicht geschafft und sollte in der kommenden Wahlperiode
Gegenstand der Arbeit sein.
Vor dem Hintergrund sehr unterschiedlicher Zahlendarstellungen galt es zu
überprüfen, ob die Nachfrage bzw. auch Beteiligung von Männern/Frauen am
nachträglichen Erwerb des Schulabschlusses gewährleistet ist und dem
tatsächlichen Bedarf entspricht.
Auf erste Gedankengänge dahingehend wird auf das Unterkapitel 3.5 dieses
Berichtes verwiesen.
Im Fachbereich Kultur wird seit Jahren sehr ausführlich die Datensammlung zu den
Nutzer*innen der im Bezirk vorhandenen kulturellen Einrichtungen vorgenommen
und Anstrengungen der Mitarbeiter über verschiedene Projekte sichtbar, die
Angebote interessant für Mädchen/Frauen und Jungen/Männer zu gestalten.
Schwerpunkt in der Arbeit war es vor allem, ein geschlechtergerechtes
ausgewogenes Verhältnis bei den Zuwendungen an Künstlerinnen und Künstler
herzustellen, was nach dem Bericht des Fachbereichs auch gelungen ist: 2014
wurden 11 Zuwendungen an freie Kunstschaffende und Kulturgruppen ausgereicht,
wobei 124 Künstlerinnen und 153 Künstler beteiligt waren.
5. Schwerpunkt: Gesundheit
Abt. Soz:
erdifferenzi
tsplanung
Aufklärung von Jungen
und jungen Männern
Verhütung entwickeln
gendergerechten
Strategien in Fragen
der Sexualität und
Schwerpunktmäßig wurde für den „Fachbereich Zentrum für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung“ bis 2016 als fachliches Teilziel die „Entwicklung von
gendergerechten Strategien in Fragen der Sexualität und Verhütung bei
Bedürftigkeit“ anvisiert. So konnte durch kontinuierliche Analyse und durch die
verstärkte Öffentlichkeitsarbeit festgestellt werden, dass die Bemühungen des
Fachbereiches um die Steigerung der Verantwortung auch der Männer für die
Schwangerschaftsverhütung Erfolge zeitigt. Beantragten 2011 noch 753 Männer die
Kostenübernahme für Verhütungsmittel, so sind es 2014 schon 2.060. Andererseits
zeigt sich, dass Strukturveränderungen (Schließung einer Beratungsstelle) negative
Entwicklungen der Nutzer*innenstruktur erzeugt, wie das Beispiel der Beratung und
Betreuung bei sexuell übertragbaren Krankheiten zeigt, wo 2014 der Männeranteil
rückläufig war. Ausführlich werden die Ergebnisse im Unterkapitel 3.1 beleuchtet.
Inanspruchnahme von Verhütungsmitteln bei Bedürftigkeit von Frauen und Männern:
In der sexualpädagogischen Arbeit mit Schulklassen und in der Öffentlichkeitsarbeit
wurden ganz bewusst Jungen und Männer angesprochen und für das Thema
„Vaterschaftsverhütung“ sensibilisiert. Der Fachbereich schätzt ein, dass in der
pädagogischen Gruppenarbeit und in der interkollegialen Schulung die Methodik für
die Sensibilisierung von Jungen weiterhin ein Schwerpunkt in der
gleichstellungspolitischen Arbeit auch in Zukunft sein wird.
6. Schwerpunkt: Soziales
Wohnhilf
en, Sen.
sspezifisch
nisation in
Lebenslag
Genderaspekten über
Soziales entwickeln
Die Abteilung Soziales hat sowohl im Gesundheitsbereich als auch in der sozialen
Betreuung in den vergangenen Jahren wesentlich mehr Hilfebereiche analysiert, als
schwerpunktmäßig festgelegt wurden, um die Kontinuität der bisherigen Arbeit zu
wahren. So berichtet die Abteilung z. B. regelmäßig über das mehrere Jahre
umfassende Pflegefachcontrolling mit Hilfe der Nutzer*innenanalyse, die
hervorragend die Entwicklungsprozesse trotz der zwingenden gesetzlichen Bindung
darstellt. Die umfangreichen Dokumentationen zu vielen sozialen und
sozialpsychiatrischen Hilfearten verdienen in Zukunft eine ausführliche Auswertung,
um den Stand gendergerechten Handelns in der Sozialarbeit beurteilen und werten
Zunächst wurde die Qualifizierung des Personals zur Optimierung der
Beratungstätigkeit zur Erlangung und Sicherung von Wohnraum als Schwerpunkt
gesetzt. Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die durch die Anwendung neuer
Instrumente der Fallberatung und Fallbesprechung qualifizierter, besser und
reflektierter auf die unterschiedlichen Bedarfe von männlichen und weiblichen
Wohnungslosen eingeht. Ziel ist es hierbei, den Antragstellenden einen
gleichberechtigten und bedarfsgerechten Zugang zu den Möglichkeiten der
Wohnraumsuche bzw. Heimunterbringung zu ermöglichen. Die regelmäßige
geschlechterspezifische Qualifizierung des Personals findet seit 2012, auch mit von
der Senatsverwaltung Arbeit, Integration und Frauen finanzierten externen Hilfe statt.
Die ausführlichen Interviews mit den Mitarbeiter*innen des Fachbereiches werden im
Unterkapitel 3.2 vorgestellt.
7. Schwerpunkt: Jugend
Abt. Jug:
ngsprozes
der 78401
Jugendfreizeiteinric
Bewusstseinsweiter
Selbstorga Gendergerechter
Bildungsprozess in
der Nutzer*innen und
Jugendfreizeiteinrichtun
gen des Bezirks und
(zuletzt 2004 initiiert)
Geschlechterdifferenzie
Im Mittelpunkt im Jugendbereich stand einmal die erneute Befragung der
Nutzer*innen und des Personals von Jugendfreizeiteinrichtungen nach 10 Jahren,
die mit finanzieller Unterstützung der Senatsverwaltung Arbeit, Integration und
Frauen extern erstellt wurde.22 Die Befragung machte folgendes deutlich:
 Die Einrichtungen sind sehr vielfältig und unterschiedlich; insofern gibt es
unterschiedliche Ausgangslagen und Voraussetzungen zum Thema
Geschlechtergerechtigkeit und geschlechterbewusster Pädagogik.
 Mit der Befragung wurde in den Einrichtungen Reflexionsprozesse zu
Konzeptionen geschlechtsspezifischer Angebote in Gang gesetzt.
 Fortbildungsbedarf und -wünsche sollten einrichtungsbezogen umgesetzt
 Auf Ebene der Jugendförderung sollte eine Rahmenvereinbarung zu
qualitativen Aspekten der Mädchen- und Jungenarbeit erarbeitet werden.
 Die Akzeptanz sexueller Vielfalt sollte unter dem Aspekt der
Gleichberechtigung in den Konzeptionen der offenen Kinder- und
Jugendarbeit berücksichtigt werden.
 Mehrfach wurden als Hemmnis die mangelnden personellen Ressourcen
benannt.23
Im Ergebnis der Befragungen wurden sehr positive Rückmeldungen durch die Kinder
und Jugendlichen festgestellt und die sehr gute pädagogische Arbeit wurde
hervorgehoben. Unter Beibehaltung bestehender Strukturen werden auch zukünftig
geschlechterspezifische Angebote entsprechend der Bedürfnisse von Mädchen und
Jungen weiterentwickelt und der Austausch zu konzeptionellen Aspekten fortgesetzt.
Insofern werden diese Zielstellungen auch in der nächsten Jahren weitergeführt.
Der im Anhang befindliche Bericht der Abteilung geht auf die Zielstellungen der
geschlechtersensiblen Arbeit in den Jugendeinrichtungen des Bezirkes vertieft ein.
Sportförd
Geschlechtergerech 77673
te Besetzung der
Sportvereinen um den
„Förderpreis
und Mädchen im Sport
Vgl.: gbm-Berlin, Wiedmann, Sybille: „Sind Jungen und Mädchen in Freizeitstätten
gleichberechtigt?“ Gender-Checks in Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit des Bezirks
Charlottenburg-Wilmersdorf, Mai 2014.
23 Vgl.: Ebenda, S. 9
II: Gezielte Mädchen
Personale Nutzerinnen
ntwicklung verschiedener
dem Sportangebote
Auswertung der Listen
Nutzer*innen-IstZustandes
für das Angebot von
Sportarten und der
Das Bezirksamt entschied sich 2014, am von der Senatsverwaltung für Finanzen
Konzeption für das Projekt „Frauen und Mädchen im Sport 2014 in CharlottenburgWilmersdorf“ ein. Der Bezirk erhielt für die Konzeption eine Prämie, die für die
Umsetzung des Projektes dienlich war.
Im Mittelpunkt des Projektes standen die beschlossenen oben angeführten
Zielstellungen, die in den gleichstellungspolitischen Schwerpunkten durch
Bezirksamtsbe-schluss vom 09.09.2014 im Beschluss Nr. 222 die dahingehende
Ergänzung erfuhr.
Als umsetzbare Schritte des Projektes war für das Jahr 2014 Folgendes vorgesehen:
 Bestandsaufnahme des bisher Erreichten und deren Dokumentation
 Weiterführung
 Auslobung eines Preises für die besten Sportvereine
 Dokumentation der Ergebnisse der Analysen
Die Reaktion der Sportvereine auf den Wettbewerbsaufruf war sehr zurückhaltend,
jedoch waren die Ergebnisse der Beteiligten herausragend. Allerdings konnte die
Bedarfsanalyse nicht durchgeführt werden, da es keinen auswertbaren Rücklauf der
Fragebögen gab.
eine Bewertung der durchgeführten Analysen.24 25 Kurzgefasst führten die
Ergebnisse zu folgenden Erkenntnissen:
Vgl.: Dr. Lucas, Ulrike: Nutzer*innenanalyse auf den bezirklichen Sportanlagen in den Jahren 2010,
2013 und 2014, Teil A, Nov. 2014
Sehr hohe Auslastung der Sportanlagen in Charlottenburg-Wilmersdorf
Der Frauenanteil der benachbarten Bezirke ist vergleichsweise hoch durch
Der Gesamtanteil der Nutzerinnen im Vergleich zur Analyse 2010 ist
annähernd bis 2014 gleich geblieben
Zuwächse des Frauenanteils gibt es vor allem bei American Football, Rugby
Ein hoher Frauenanteil wird vor allem in den Sportarten Hockey, Handball,
Hauptsächliche Bemühungen müssten auf die Entwicklung des Frauenfußball
Bemühungen um aktive Sportlerinnen als Mitglieder von Sportvereinen im
Bezirk betreffen vor allem die Altersgruppen 15 bis 40 Jahre
Erfahrungen in anderen Bezirken26 besagen, dass nur die kontinuierliche
Weiterführung des Projektes Erfolge in der Umsetzung der selbst gestellten Ziele
garantiert. Insofern stehen auch für die kommende Wahlperiode folgende Aufgaben
im Sportbereich an:
 Weiterführung der Auswertung der Nutzer*innenlisten der bezirklichen
Sportanlagen als Datengrundlage für die konzeptionelle Arbeit. Darstellung
und Auswertung der Entwicklung seit 2010.
 Auswertung des Ideenwettbewerbs der Vereine zur Gewinnung von Frauen
und Mädchen als Nutzerinnen verschiedener Sportangebote. Umsetzung der
verschiedenen Ideen in den Vereinen und in diesem Zusammenhang die
Auslobung des Wettbewerbs zwischen den Vereinen um die besten
Umsetzungserfolge.
 Überprüfung des Erfolges von in den Vereinen in Angriff genommenen
Maßnahmen zur Gewinnung von Frauen in ehrenamtliche Funktionen in den
 Auswertung der Fragebögen zur Bedarfsanalyse und Entwicklung einer
Konzeption zur Umsetzung in Berücksichtigung der Ergebnisse der
Bedarfsanalyse in den jeweiligen Sportvereinen. Diese Konzeptionen könnten
wiederum Gegenstand der Wettbewerbe in den kommenden Jahren sein.
 Organisation und Durchführung einer Fachkonferenz als Bericht des bisher
Erreichten und zur Diskussion weiterer Maßnahmen im Sportprojekt.
3. Zielstellungen und Zielerreichung in einzelnen Abteilungen
3.1. Zentrum sexuelle Gesundheit und Familienplanung
25 Vgl.: Dr. Lucas, Ulrike: Gender Mainstreaming im Sport – Bewertung einer Analyse im Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf, Teil B, März 2015
26 Das sehr erfolgreiche und ausgezeichnete Projekt „Frauen im Sport“ des Bezirks Treptow-Köpenick
verzeichnete im ersten Wettbewerbsjahr 2012 zwei Bewerbungen um den „Zukunftspreis“. Bereits ein
Jahr später waren es 14 Bewerbungen der Sportvereine.
Vgl. in: Das Projekt „Frauen im Sport“, Power-Point-Präsentation, Bezirksamt Treptow-Köpenick von
Berlin, März 2014, S. 7
Lobend erwähnen möchten wir an dieser Stelle vorweg, dass die Abteilung Soziales
sich bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming sehr engagiert und jedes Jahr
ausführliche Berichte vorlegt. Besonders im Zentrum für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung sind Erfolge mit Blick auf den Prozess des Gender Mainstreaming
zu verzeichnen. Bevor die Ergebnisse vorgestellt werden, wird ein kurzer Einblick in
die Arbeit des Zentrums für sexuelle Gesundheit und Familienplanung gegeben.
Das Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienplanung besteht aus einem hoch
qualifizierten Team. In dem Team arbeiten „zwei Gynäkologinnen, eine Fachärztin für
Haut- und Geschlechtskrankheiten, eine Ärztin/Psychologin mit dem Schwerpunkt
HIV und AIDS, eine weitere Psychologin, Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen,
Arzthelferinnen und Sprachmittlerinnen für Thai, Polnisch, Russisch und Ukrainisch“27.
Weitere Sprachmittlung (Vietnamesisch, Rumänisch, Bulgarisch) erfolgt über
Honorarkräfte. Alle Mitarbeiter *innen unterliegen der Schweigepflicht.
verschiedene Angebote zur Prävention, Beratung und
Untersuchung. Bei der Schwangerenberatung liegt der Schwerpunkt auf der
Beratung, auch bei Krisen und ggf. Untersuchung der Schwangeren und Feststellung
der Schwangerschaft. Damit einhergeht, im Falle einer Schwangerschaft, die
Möglichkeit der sozialen Beratung und Unterstützung werdender Mütter und Väter bei
wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen (z. B. Stiftung Hilfe für die Familie,
Arbeitslosengeld II, Elterngeld/Elternurlaub, rechtliche Stellung des Kindes). An das
Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienplanung können sich schwangere
Frauen wenden, die nicht krankenversichert sind, oder bei denen eine
Abhängigkeitserkrankung besteht. Auch eine Beratung und ggf. Untersuchung bei
ungewollten Schwangerschaften wird angeboten. Zentrales Angebot des Zentrums
sind die Informationen zu Angeboten der Verhütung und Familienplanung, der
Focus liegt auf der Beratung über Kostenübernahme von Verhütungsmitteln bei
geringen Einkommen und Beratung bei Fragen zur Schwangerschaftsverhütung. Es
besteht die Möglichkeit des Einlegens von Spiralen und Diaphragmaanpassungen.
Menschen mit sexuell übertragbaren Krankheiten werden untersucht und ggf.
behandelt auf Wunsch selbstverständlich anonym. An diesem (anonymen) HIVAntikörpertest ist eine Beratung angeschlossen, ergänzt durch die Beratung von
Männern und Frauen im Sexbusiness. Mitarbeiter*innen des Zentrums für sexuelle
Gesundheit und Familienplanung machen außerdem aufsuchende Arbeit und gehen
zur Beratung in die Bordelle des Bezirks. Ein weiteres Angebot für sexuelle
Gesundheit und Familienplanung ist die Beratung über Intimhygiene und
Kondomgrößen. Stiftungsanträge für die Hilfe für Schwangere können ebenfalls
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Zentrums für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung ist die Paar- und Einzelberatung, sowie Sexualpädagogik. Bei der
Paar- und Einzelberatung wird zu den Bereichen Paarkonflikte/ Ehekrise, Sexualität/
sexuelle Orientierung, sexuelle Störungen und Lebenskrisen etc. beraten.
Zentrum für sexuelle Gesundheit und Gewaltprävention
Die Sexualpädagogik zielt darauf ab, sexualpädagogische Gruppenarbeit für
Jugendliche und junge Erwachsene, sowie Elternabende in Kitas und Schulen zu
Schwangerschaftsverhütung, HIV/AIDS, Sexuell übertragbare Krankheiten,
Homosexualität unter anderem.
Schwangerschaftskonflikten, fachliche Fortbildungen bei der STI Gesellschaft,
Fortbildungen zur Beratungspraxis und zur HIV Prävention bei Migranten, um sich
fachlich weiterzubilden und auf einen ggf. wandelnden Bedarf zu reagieren.
Berufsbegleitende Aus- und Fortbildungen zum Beispiel zu sexualpädagogischer
Gruppenarbeit gehören zum Berufsalltag. Gleichzeitig organisiert
selbstständig Arbeitskreise und eignet sich durch interkollegiale Schulungen neues
Wissen an. Das Wissen wird wie bei einem Schneeballsystem von Mitarbeiter*in zu
Mitarbeiter*in weiter gegeben.
3.1.1. Teilziele im Prozess Gender Mainstreaming
Das Zentrum für sexuelle Gesundheit erreichte Teilziele im Zeitraum 2008 bis 2015.
Zum Beispiel wurde beim Produkt „Beratung, Betreuung und Vermittlung von Hilfen
bei Problemen im Zusammenhang mit Beziehungen/Partnerschaft, Sexualität und
Schwangerschaft“ (Produktnummer 78724) der Anteil der männlichen Nutzer, um
Schwangerschaftsverhütung zu sensibilisieren, auf 10% gesteigert. Der Anteil der
männlichen Nutzer lag im Jahr 2008/2009 zunächst bei 10,8%. Im darauffolgenden
Jahr 2010/2011 sank der Prozentsatz auf 8,6%. Danach ist wieder ein Anstieg zu
verzeichnen, von 8,8% im Jahr 2012/2013 bis zu 11,3% im Jahr 2014/2015. Das
angestrebte Ziel von 10% scheint damit nicht nur übertroffen, sondern, was ja viel
wichtiger ist in diesem Zusammenhang, es etabliert sich als beständige Größe.
Um das Ziel zu erreichen, wurde das Bewusstsein bei den Mitarbeiter*innen
Schwangerschaftsverhütung gesteigert werden muss. Dazu fand ein reger Austausch
unter den Mitarbeiter*innen statt. Zu der Fragestellung: „Wie können wir Männer für
das Thema Verhütung sensibilisieren und darüber hinaus gehend sogar aktivieren?“
wurden selber Konzepte entwickelt, unter anderem im Rahmen eines Teamtages.
Vereinbart wurden bestimmte Sprachregelungen, um ein neues Bewusstsein zu
schaffen, so wurde in der Beratung bewusst von Vaterschaftsverhütung gesprochen.
Bei der Beratung zum HIV Test wird regelmäßig betont, dass es im Zentrum für
sexuelle Gesundheit und Familienplanung für Menschen mit geringem Einkommen
kostenlos Kondome gibt. Die Öffentlichkeitsarbeit ist einer kritischen Diskussion
unterzogen worden, im Ergebnis standen neue Konzepte, um mehr Männer
Zum Beispiel ist das Zentrum für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung mit einem Stand auf der Venus Messe vertreten. Genutzt werden
Jugendfeste in Jugendfreizeiteinrichtungen für Präventionsveranstaltungen um an
diesen Orten gezielt Jungen/junge Männer auf das Thema Vaterschaftsverhütung
Nicht zuletzt steht das Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienplanung
natürlich im regen Austausch mit anderen Organisationen im Bezirk. Es finden
beispielweise Kooperationen mit dem Jugendamt, den Beratungsstellen, der Caritas,
der Deutschen AIDS Hilfe, Elternhilfe, den Sozialhilfen der Kliniken sowie der
medizinischen Flüchtlingshilfe statt.
3.1.2. Darstellung der erweiterten Aufgabenstellungen in der Beratung von
geflüchteten Menschen durch das Zentrum für sexuelle Gesundheit und
Alle Angebote des Zentrums stehen prinzipiell auch Flüchtlingen in Notunterkünften
offen. Nach der bisherigen Erfahrung werden insbesondere Angebote zur
Kostenübernahme von Familienplanung, soziale Beratung Schwangerer und
Beratung und Untersuchungen auf HIV/STI nachgefragt. Zu Beginn der verstärkten
Ankunft von Flüchtlingen in Berlin 2015 wurden die Angebote noch nicht so stark
genutzt, vermutlich aufgrund mangelnder Bekanntheit und auch da zunächst die
Unterkunft und Versorgung mit dem Nötigsten im Vordergrund stand.
Zunehmend werden jedoch durch das Zentrum die Angebote publik gemacht, was
schon jetzt zu einer deutlich größeren Nachfrage führt. Da schon vorher die Kapazität
des Zentrums z. B. für Verhütungsberatung/Spiraleneinlage und soziale
Schwangerenberatung erschöpft war und die Sprechstunden auf lange Zeit
überbucht sind, entstehen momentan große Probleme den Nachfragen gerecht zu
werden. Für den dringendsten Bedarf wurde bereits eine zusätzliche frauenärztliche
Sprechstunde für Menschen aus Notunterkünften eingerichtet. Für Sprachmittlung
wird dafür aktuell mit den Integrationslots*innen zusammen gearbeitet und
Dolmetscher*innen werden über Honorarmittel bestellt. Das Zentrum sieht sich auch
Informationsveranstaltungen) in den Unterkünften. Dies wird auch mehr und mehr
von Helfern und Betreibern der Unterkünfte angefragt. Ein Konzept für verstärkte
Präventions- und Informationsmaßnahmen in den Unterkünften ist bereits erarbeitet
und wird nach Aufstockung von Personal zügig umgesetzt. Ebenso sind
Veranstaltungen mit Frauen zu Frauenrechten und zur sexuellen Selbstbestimmung
Sexualpädagogische Gruppenarbeit für Jugendliche aus Willkommensklassen wird
im Zentrum angeboten, dafür wird durch das Zentrum mit allen Schulen, die
Willkommensklassen haben Kontakt aufgenommen.
3.2. Versorgungs- und Beratungsangebote für Wohnungslose
Im Produkt „VT- Versorgungsangebote und Beratungsangebote für Wohnungslose
und andere Menschen in Notsituationen durch freie Träger“ (Produktnummer:
80282) sind interessante Entwicklungen zu erkennen. Beim Produkt 80282 geht es
um die Beratung von Wohnungslosen und ggf. deren Versorgung.
Zunächst werden aktuelle Zahlen benannt, ein Einblick in das Angebot der
Wohnungslosenhilfe, sowie allgemeine Informationen gegeben und im Anschluss die
Entwicklung dargestellt.
Die aktuellen Zahlen besagen, dass: „eine deutliche Steigerung seit dem 1. Halbjahr
2014 zu verzeichnen ist.“28 „Von ehemals 752 Personen ist die Zahl der
wohnungslosen Personen bis zum 30.06.2015 auf 1148 Personen angestiegen […]
[;] dies entspricht einer Zunahme von ca. 53%.“29
Die soziale Wohnhilfe bietet unter anderem eine Beratung bei Wohnungslosigkeit
und vermittelt kurzfristig Unterkünfte. „Als wohnungslos gelten Menschen, die in
Einrichtungen wohnen, in denen die Aufenthaltsdauer begrenzt ist und in denen
keine Dauerwohnplätze zur Verfügung stehen, wie z.B. Übergangswohnheime, Asyle
und Herbergen, aber auch Übergangswohnungen.“30 Ebenfalls als wohnungslos
„gelten auch Menschen, die in Dauereinrichtungen für Wohnungslose wohnen, oder
sich in ambulanter Wohnbetreuung in Einzelwohnungen befinden […].“31 Ziel der
Wohnungslosenhilfe bedeutet darüber hinaus,
Menschen wieder in die
Regelversorgung zu integrieren und ihnen dabei zu helfen, soziale Schwierigkeiten
zu überwinden. In den Beratungen werden zu folgenden Themen Auskunft gegeben:
Beschaffung von Dokumenten und Nachweisen, zur Antragstellung auf Geld- und
Sachleistungen, zu gesundheitlichen Fragen, zur Aufnahme und Wiederherstellung
von familiären und gesellschaftlichen Kontakten und zur Bearbeitung spezieller
persönlicher Problemschwerpunkte (u.a. Umgang mit Behörden, Sucht, Sexualität
und Gewalt) etc. Auch die Übernahme von Mietschulden gehört dazu, die Beträge
müssen jedoch zurückgezahlt werden. Die Wohnungslosen, für die Charlottenburg
Wilmersdorf zuständig ist, sind nicht nur in Charlottenburg Wilmersdorf
untergebracht, sondern auf ganz Berlin verteilt. Wohnungslose werden über die
zentrale Berliner Unterbringungsleitstelle (BUL) Berlinweit in Wohnheimen
untergebracht. Jeder Bezirk hat Zugriff auf diese Reservierungsdatenbank. Für
diejenigen Wohnungslosen, die zuletzt in Charlottenburg-Wilmersdorf eine eigene
Wohnung hatten, ist originär das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf zuständig.32
Schriftliche Beantwortung der Großen Anfrage (DS- Nr. 1456/4) zur. 51. Sitzung der BVV am
19.11.2015 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Berlin Charlottenburg- Wilmersdorf: Bezirksamt
Charlottenburg Wilmersdorf von Berlin. 2015. S. 2.
29 Schriftliche Beantwortung der Großen Anfrage (DS- Nr. 1456/4) zur. 51. Sitzung der BVV am
19.11.2015 der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen. Berlin Charlottenburg- Wilmersdorf: Bezirksamt
30 Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe: Begriffsdefinitionen von Obdachlosigkeit,
Wohnungslosigkeit und prekärer Wohnversorgung. URL:
http://www.bawo.at/de/content/wohnungslosigkeit/definitionen.html.
31 Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe: Begriffsdefinitionen von Obdachlosigkeit,
Darüber hinaus ist Charlottenburg-Wilmersdorf ebenso für im April geborene
Wohnungslose ohne Meldung in einer eigenen Wohnung in Berlin zuständig.
Die Nutzer*innenanalyse von 2012/2013 ergab, dass der Anteil der Männer (78,5%),
die das Angebot der Versorgungs- und Beratungsangebote für Wohnungslose und
andere Menschen in Notsituationen durch freie Träger in Anspruch nehmen weitaus
größer ist, als der Anteil der Frauen (21,5%). Zu diesem Ergebnis kam auch ein
interner Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in der
Wohnungslosenhilfe in Charlottenburg-Wilmersdorf, der durch die Beratung und
Begleitung von Frau Prof. Dr. Andrea Schmidt unterstützt wurde. Auch auf Grund
dieser Untersuchung wurde der Prozess des Gender Mainstreaming im Rahmen der
Wohnungslosenhilfe konkret in den Fokus gerückt. Für das Produkt
„Sozialpädagogische Beratung zur Erlangung und Sicherung von Wohnraum“ wurde
in der Studie zunächst eine untersuchungsleitende Hypothese formuliert:
„Wenn es Unterschiede in der Nutzung des Produktes „Sozialpädagogische Beratung
zur Erlangung und Sicherung von Wohnraum“ von Männern und Frauen gibt, dann
zeigen sich diese in der Bereitschaft und Fähigkeit, Hilfe anzunehmen.“33
Die Abteilung formulierte Indikatoren und entwickelte im Anschluss daran einen
Fragebogen, der von Klient*innen beantwortet werden sollte. Dabei ergab die
Auswertung, dass die Altersgruppe zwischen 26 und 50 Jahren die am stärksten
vertretene Gruppe ist und ein Drittel der Frauen, die um Hilfe baten, der
Altersgruppe der unter 25 jährigen angehört. Des Weiteren stellte sich heraus, dass
Frauen später den Sozialdienst aufsuchen und sich länger Zeit lassen, bevor sie
nachfragen. Außerdem zeigt sich eine gravierende Differenz zwischen den
Geschlechtern in Bezug auf Bewusstseinshaltung wie es zu der Situation/zu dem
Problem gekommen ist. 40% der Frauen sehen sich selbst als Verursacherin des
Problems, hingegen benennt der größte Teil der befragten Männer eher äußere
Umstände.34 Um Gender Mainstreaming in der Wohnungslosenhilfe durchzuführen,
wurden Fortbildungen seitens der Mitarbeiter*innen besucht, um die persönlichen
und fachlichen Beratungskompetenzen zu erweitern.35
Aus fachlicher Sicht bestehen nachvollziehbare Erklärungen, weswegen Frauen die
Versorgungs- und Beratungsangebote seltener in Anspruch nehmen, als Männer.
Zunächst unterscheidet sich die Situation der Wohnungslosigkeit von Frauen von
Interview Wohnungslosenhilfe Bezirksamt Charlottenburg- Wilmersdorf von Berlin vom 01.12.2015.
Dr. Donath, Minge, Müller Bittner, Prof. Dr. Andrea Schmidt: Sozialpädagogische Beratung zur
Erlangung und Sicherung von Wohnraum – Produktnummer 78415. Gender Mainstreaming-Bericht
zur Umsetzung. In: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Abteilung Soziales, Gesundheit, Umwelt
und Verkehr. Soziales, Fachbereich 4, Soziale Dienste. Sozialdienst für Erwerbsfähige und Soziale
Wohnhilfe. 2010. S. 2.
34 Dr. Donath, Minge, Müller Bittner, Prof. Dr. Andrea Schmidt: Sozialpädagogische Beratung zur
Erlangung und Sicherung von Wohnraum- Produktnummer 78415. Gender Mainstreaming- Bericht zur
Umsetzung. In: Bezirksamt Charlottenburg- Wilmersdorf. Abteilung Soziales, Gesundheit, Umwelt und
Verkehr. Soziales, Fachbereich 4, Soziale Dienste. Sozialdienst für Erwerbsfähige und Soziale
35 Interview Wohnungslosenhilfe Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin vom 01.12.2015.
der Situation der Männer. Im Folgenden wird ein kurzer Einblick in die Thematik der
wohnungslosen Frauen gegeben.
Die Hauptursache, weswegen Frauen in die Situation der Obdachlosigkeit geraten,
ist das Erfahren von Gewalt über längere Phasen des Lebenslaufes hinweg, die zu
unterschiedlichem Ausmaß führen können. Diese Belastungen
Gesundheit nachhaltig verschlechtern, es kommt zu körperlicher und seelischer
Beeinträchtigung sowie Substanzabhängigkeit oder Depressionen etc.36 „Aus Angst
vor gesellschaftlicher Stigmatisierung achten betroffene Frauen darauf, dass ihnen
äußerlich die Wohnungsnot nicht anzuerkennen ist.“37 Sie leben zeitweise bei
Freunden/Bekannten oder gehen Zweckbeziehungen ein, um ihre Wohnungslosigkeit
Die Zahl der wohnungslosen Frauen steigt seit Jahren kontinuierlich und es sind
immer mehr jüngere Frauen davon betroffen. Das Schaffen neuer Hilfsangebote für
Frauen wäre dementsprechend sinnvoll und sollte aus Sicht der
Gleichstellungsbeauftragten in die Schwerpunktsetzungen für die nächste
Wahlperiode aufgenommen werden.
3.2.1. „FrauenbeDacht“ – Eine Einrichtung der Berliner Wohnungsnotfallhilfe in
Insgesamt gibt es nur wenige Einrichtungen, die sich auf wohnungslose Frauen
spezialisiert haben. Eine der Einrichtung, die dies getan hat, ist „FrauenbeDacht“. In
die Einrichtung kommen Frauen aus ganz Berlin, aber auch aus dem Umland. Die
Frauen werden durch Wohnungsämter, Krankenhäuser und Beratungsstellen etc. an
die Einrichtung vermittelt. Ebenfalls empfehlen sich Frauen untereinander die
In „FrauenbeDacht“ arbeiten vier Sozialarbeiterinnen, zwei Verwaltungsangestellte,
zwei Hauswirtschaftskräfte, zwölf Nachtdienste (häufig Studentinnen der sozialen
Arbeit) und ein Hausmeister. Ein Mutter-Kind-Bereich ist im Obergeschoss
vorhanden. Die Unterbringung der Frauen wird über den Tagessatz finanziert und
über das ALG II (Hartz IV), welches von den Frauen bezogen wird. Frauen, die in
Rente sind, müssen einen Eigenanteil zahlen und bekommen zusätzlich eine
Grundsicherung. Statistisch gesehen bleiben die Klientinnen drei bis sechs Monate in
der Einrichtung. Ebenfalls sind aber auch Frauen seit der Eröffnung im Jahr 2008 bis
heute in den Räumlichkeiten der Einrichtungen wohnhaft.
Die Gründe, weswegen Frauen in die Situation der Wohnungslosigkeit gelangen,
sind vielseitig: Konflikte mit dem Partner, Konflikte mit dem Vermieter oder den
Nachbarn und anschließende Räumung der Wohnung, sowie das Erfahren von
AG Obdachlosigkeit von Frauen in Berlin (2011): Positionspapier der AG Obdachlosigkeit von
Frauen in Berlin. Probleme – Handlungsbedarf. S. 2.
37 AG Obdachlosigkeit von Frauen in Berlin (2011): Positionspapier der AG Obdachlosigkeit von
Gewalt können Gründe sein, weswegen Frauen in die Situation der
Wohnungslosigkeit geraten. Bei jungen Frauen können auch Konflikte mit den Eltern,
oder der Rausschmiss aus dem elterlichen Haus in die Wohnungslosigkeit führen.
Bei der Ankunft in der Einrichtung sind die Frauen häufig zunächst sehr ängstlich, da
sie nicht wissen, was sie erwartet. Viele Frauen kommen im erkrankten Zustand in
die Einrichtung und sind traumatisiert durch das, was sie in den letzten Monaten und
Jahren erlebt haben. Oft wurde das Selbstwertgefühl der Frauen aufgrund des
Erlebens von physischer und psychischer Gewalt in Mitleidenschaft gezogen. Das
Einziehen in die Einrichtung ist für die meisten Frauen ein schwieriger Schritt.
Bei den Bewohnerinnen ist oft eine Komorbidität vorhanden. Dies bezeichnet das
Auftreten zusätzlicher Erkrankungen im Rahmen einer definierten Grunderkrankung.
Oft wissen die Sozialarbeiter*innen nicht, ob der Verlust der Wohnung durch eine
psychische Erkrankung bedingt ist, oder ob die Wohnungslosigkeit eine psychische
Störung hervorgerufen hat. Die am häufigsten auftretenden Begleiterscheinungen
von Wohnungslosigkeit sind Suchterkrankung, Schulden jeglicher Art,
Wohnungssuche, falsche Geldeinteilung, fehlende Ausbildung, Konfliktschwierigkeit,
Schwierigkeiten mit der Familie, Auseinandersetzungen mit den eigenen Kindern
oder auch Eltern mit den Eltern, bei jüngeren Frauen. Ebenfalls
Motivationsschwierigkeiten, Vermeidungsverhalten, Schwierigkeiten bei Absprachen
und Terminen, sowie deren Einhaltung und Lese-Rechtschreibschwäche können
Aspekte sein, die eine Begleiterscheinung von Wohnungslosigkeit sein können oder
diese bedingt haben.
In der Einrichtung ist der Beziehungsaufbau das Ziel. Viele obdachlose Frauen
haben große Schwierigkeiten damit, anderen Menschen zu vertrauen, da sie oft
schlecht behandelt wurden. Somit entstanden bei den Frauen über die Zeit hinweg
ein Misstrauen gegenüber fremden Menschen und ein geringes Selbstwertgefühl. Es
kommt vor, dass sich die Frauen, die in die Einrichtung gelangen aus Angst über
mehrere Jahre nicht ärztlich versorgen lassen haben. Fremden Menschen zu
vertrauen und sich helfen zu lassen, ist einer der wichtigsten Schritte, so die Leiterin
der Einrichtung.38
3.3. Geschlechtsspezifische Ausrichtung der bezirklichen
Die bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit (BBWA) fußen auf den
Schwerpunktsetzungen der Europäischen Union und dienen dazu, innerhalb dieser
Zielsetzungen bereit stehende Fördermittel in den Bezirken einzusetzen.
„Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und bei der Umsetzung von
beschäftigungsfördernden Maßnahmen empfiehlt die Europäische Kommission seit
einigen Jahren, die Einbeziehung lokaler Akteurinnen und Akteure zu verstärken.
Interview FrauenbeDacht vom 02.02.2016.
Hervorgehoben wurde die Bedeutung der lokalen Ebene insbesondere durch die von
der Kommission initiierten territorialen Beschäftigungspakte im Jahre 1996, die
Nennung in den beschäftigungspolitischen Leitlinien und als Querschnittsthema der
Europäischen Beschäftigungsstrategie. Großes Gewicht wird dabei der Verknüpfung
von verschiedenen Politik- und Ressortbereichen beigemessen. Diesen
Empfehlungen der Europäischen Kommission wurde in Berlin mit der Bildung von
Bezirklichen Bündnissen für Wirtschaft und Arbeit gefolgt. Damit konnten die
arbeitsmarktpolitischen Schwerpunktsetzungen des Landes verbunden werden.“
Seit 2006 arbeitet Charlottenburg-Wilmersdorf aktiv in den Bündnisstrukturen mit und
hat die Zielsetzungen innerhalb des Leitbildes immer wieder aktualisiert. In dieser
Wahlperiode wurde zuletzt in der Steuerungsrunde des Bezirklichen Bündnisses für
Wirtschaft und Arbeit am 10.12.2012 ein Aktionsplan verabschiedet.
Dieser Aktionsplan sah innerhalb von fünf Handlungsfeldern die Querschnittsthemen
„Diversity“, „Nachhaltigkeit“ und „Teilhabe“ vor.40 Diese Querschnittsthemen wurden
in der Folge, in Abgleich mit den Querschnittszielen des ESF noch einmal
ausdifferenziert und in einem Sonderprojekt von 01.07.2012 bis zum 30.06.2015
beobachtet und dokumentiert. Es entstand ein Handlungsleitfaden zur
Implementierung von Querschnittszielen, der unter dem Begriff „Teilhabe“ die Ziele
des Gender Mainstreaming und der Inklusion zusammenfasste.
„Der Begriff Teilhabe bezeichnet sowohl die Beteiligung der Bürger*innen an
gesellschaftlichen Prozessen als auch die Gleichstellung von Frauen und Männern,
die in allen Entscheidungen und Maßnahmen einer Institution oder Organisation
integriert und umgesetzt werden soll. Hiermit ist sowohl der strukturelle
Gleichstellungsansatz als auch eine kompensatorisch ausgerichtete Frauenförderung
gemeint.“41
Für Belange des Gender Mainstreaming wurden, wie für die anderen Bereiche auch,
mehrere Checklisten angelegt. Diese Checklisten dienen sowohl zum Zeitpunkt der
Antragsstellung, der Durchführung und der Auswertung dazu, den Aspekt des
Gender Mainstreaming einzubeziehen. Fragestellungen wie eine genaue
Ausgangsanalyse der Zielgruppen, die Berücksichtigung von eindeutig
geschlechtsdifferenzierten Handlungsbedarfen, eine konkrete Zielsetzung in Bezug
auf die Zielgruppe und die Einbeziehung von wichtigen Kooperationspartner*innen
BBWA Berlin: Die Bündnisse – die europäische Ebene. In: ABG Arbeit in Berlin GmbH. URL:
http://www.bbwa-berlin.de/cms/website.php?id=/de/index/das_buendnis.htm. Download vom
40 BBWA Berlin: Handlungsfelder. In: ABG Arbeit in Berlin GmbH. URL: http://www.bbwaberlin.de/cms/website.php?id=/de/index/berliner_bezirke/charlottenburgwilmersdorf/handlungsfelder.htm. Download vom 14.01.2016.
41 Querschnittsthemen im BBWA Charlottenburg-Wilmersdorf; Juni 2015.
Ergänzt wird der Handlungsleitfaden jeweils durch den Verweis auf besonders
herausragende gute Praxisbeispiele der vergangenen Jahre. Für die zurückliegende
ESF-Förderperiode sollen an dieser Stelle noch die Projekte der Bildungsmentoren
Azubi 2.0 und die Bürger*innen Uni Klausener Platz erwähnt werden. Innerhalb
beider Förderungen fand explizit ein genderorientiertes Empowerment der Beteiligten
statt. Azubi 2.0 stellte individuelle Unterstützung für junge Erwachsene die in ihrer
Ausbildungszeit von Abbruch bedroht sind zur Verfügung und richtete sich mit
diesem Projekt an weibliche und männliche Auszubildende unterschiedlicher
Ausbildungsberufe. Durch Vertretung von Einzelhandelsvertretungen in diesem
Projekt wurde ein stark gefährdeter Ausbildungszweig für junge Frauen explizit mit in
den Blick genommen. Die Bürger*innen Uni Klausener Platz wiederum richtete sich
eher an Erwachsene, die motiviert wurden, eigene Kenntnisse und Fertigkeiten, auch
wenn diese nicht durch Zeugnisse belegbar erscheinen, anderen zu vermitteln und
so im Schneeballsystem die Nachbarschaft zu unterstützen. Dieses niedrigschwellige
Konzept, umgesetzt im Nachbarschaftstreffpunkt und Mehrgenerationshaus Divan
e.V. erreichte insbesondere Frauen mit Migrationsgeschichten aus dem Kiez. Der
nachhaltige Effekt der Weitergabe von eigenem Wissen und der Aneignung von
Fertigkeiten innerhalb der Nachbarschaft hat sich für die Zielgruppe sehr positiv
ausgewirkt.42
3.4. Entwicklung und Unterstützung von Gewerbe am Beispiel des
UCW (Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum
„Das UCW – Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum CharlottenburgWilmersdorf wurde auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirksamtes
im Rahmen des BBWA – Bezirkliches Bündnis für Wirtschaft und Arbeit – als
Gender-Mainstreaming-Projekt 2003 im Bezirksamt beschlossen, von der BVV
bestätigt und als frauen- und wirtschaftspolitisches Konzept entwickelt.
Die Bezirksverwaltung stellte 2005 das nicht mehr benötigte Verwaltungsgebäude
des Gesundheitsamtes Wilmersdorf in der Sigmaringer Str. 1 mit 5000 m² Fläche zur
Verfügung und schloss mit der für das Land Berlin treuhänderisch arbeitenden GSE
gGmbH einen Hausverwaltervertrag ab. Die Miete lag zu Beginn unter der
ortsüblichen Miete, Existenzgründerinnen sollten gefördert werden. Das UCWKonzept der Gleichstellungsbeauftragten und des Bezirksamtes sieht jedoch eine
förderliche Mischung aus Gründerinnen und Unternehmerinnen vor. Zum Konzept
gehört ebenso die Vielfältigkeit der Branchen, auch gleichstellungspolitisch tätige
Vereine sollten ins Haus. Sehr schnell waren alle 5 Etagen vermietet, die Auswahl
42(Alle
geförderten Projekte sind hier einsehbar) BBWA Berlin: Projekte. In: ABG Arbeit in Berlin
GmbH. URL: http://www.bbwa-berlin.de/cms/website.php?id=/de/index/projekte.htm. Download vom
trifft ein beim Bezirksbürgermeister und der Gleichstellungsbeauftragten
angesiedelter Beirat.
Architektinnen,
Computerschulungen, Finanzfachfrauen, Gesundheitsberufen, Rechtsanwältinnen u.
a. mit über 100 verschiedenen Angeboten erreicht werden. Büros im UCW sind
gefragt, es gibt immer eine Warteliste.
Das UCW ist ein intelligentes, tragfähiges Konzept zur Stärkung der ökonomischen
Eigenständigkeit von Frauen.“43
Aus dieser Herleitung wird deutlich, dass das UCW von Beginn an ein bedeutendes
gleichstellungspolitisches Projekt im Bezirk Charlottenburg war und als solches auch
In dieser Form den Gründungswillen von Frauen zu unterstützen und ökonomische
Eigenständigkeit zu befördern, zählte daher auch zu den Zielen, die im Bereich der
Wirtschaftsförderung explizit im Bezirksamtsbeschluss 106 festgelegt wurden.
Gleichwohl kam es in dieser Wahlperiode zu einer Situation, in der das Bezirksamt
im Rahmen einer Klausurtagung zum Doppelhaushalt 2012/2013 einen Beschluss
fasste, demzufolge die Immobilie in der Sigmaringer Str. 1 zum Zwecke von
Verkaufserlösen dem Liegenschaftsfond zur Verfügung gestellt werden sollte. Hierzu
regte sich breiter Widerstand, u.a. beschloss die Bezirksverordnetenversammlung
am 08.03.2012 die Drucksache 0165/4 mit dem Titel „UCW auf Dauer im Bezirk
erhalten!“ Nach langen bezirksinternen Diskussionen über den Mehrwert des Hauses
und unter erheblicher Beteiligung der GSE als Verwalterin, den Künstler*innen aus
dem zweiten Gebäudeflügel und nicht zuletzt durch die Unternehmerinnen selbst,
konnte das UCW gerettet werden.
Aktuell ist der Verwaltungsvertrag mit der GSE mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2020
verlängert. Der regelmäßig unter dem Vorsitz des Bezirksbürgermeisters tagende
Beirat für das Haus berät regelmäßig Mietgesuche unter der Prämisse, die
Branchenvielfalt im Haus zu gewährleisten. Für den Förderverein des UCW wurde
ein neuer Vorstand gewählt, in welchem Politikerinnen der Landesebene vertreten
Im September 2015 wurde im Haus selbst das 10-jährige Jubiläum gefeiert,
verbunden mit der bezirklichen Ehrung von zwei Unternehmerinnen im Bezirk
Monika-Thiemen-Preis.
Neubesetzung der Geschäftsstelle wurde die Öffentlichkeitsarbeit wesentlich
verstärkt, eine Vernetzung in den sozialen Medien gehört ebenso dazu, wie der
regelmäßig erscheinende Newsletter aus dem Haus. Verstärkt wird die
Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf interessierte Mieterinnen seit Ende 2015 noch
zusätzlich durch die Nutzung des Immobilien Portals von Berlin Partner, dies in enger
Kooperation mit der Wirtschaftsförderung des Bezirkes.
Christine Rabe im Ausschuss für Arbeit, Integration, berufliche Bildung und Frauen im
Abgeordnetenhaus, 2013.
Der Sanierungsplan für das Gebäude wurde durch die GSE fortgeschrieben und ein
erstes Maßnahmepaket dringender Sanierungen wird im Jahr 2016 in Angriff
genommen. Das Fazit an dieser Stelle lautet, auch in den vergangen drei Jahren hat
es keinen nennenswerten Leerstand im UCW gegeben, es bleibt also aus
gleichstellungspolitischer Sicht weiterhin eine wichtige Unterstützung für Frauen in
der Stadt Berlin, die sich momentan immer mehr zu einer Gründungsmetropole
3.5 Genderpolitische Betrachtung des bildungspolitischen Auftrags der VHS City West bei Schulabschlüssen
Volkshochschulen verstehen sich als Ort der Weiterbildung für Menschen aller
Altersstufen, unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft, sowie
verschiedenster Lebens- und Berufserfahrungen.44 Insbesondere die Förderung der
Gleichstellung der Geschlechter ist als Bildungsauftrag festgeschrieben im
Schulgesetz des Landes Berlin45 und damit auch Handlungsgrundlage für die
Volkshochschule City West. Hervorzuheben ist, dass im Fachbereich VHS seit
Jahren Bemühungen unternommen werden, den Gleichstellungsgedanken der
Geschlechter als Bildungsauftrag zu verstehen und im Handeln festzuschreiben. Im
Retestierungsprozess (2011/2012) wurden alle Qualitätsbereiche unter dem
Genderaspekt überprüft und aktualisiert und es finden Fortbildungsangebote für die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kursleitende zum Thema Gender statt.
Ausführliche Datenanalysen sind vorhanden, um die Schwerpunktsetzung im Bereich
So wurde in den gleichstellungspolitischen Schwerpunkten 2013 bis 2016 für den
Schwerpunkt Bildung und Kultur u.a. die Analyse und die Diskussion zum
Genderverhältnis in den Schulabschlüssen, die an der VHS absolviert werden, als
Maßnahme festgeschrieben. Grundlage für diese Schwerpunktsetzung war die
Diskussion im Ausschuss Gender Mainstreaming im Jahr 2012.
In der Folgezeit wurde die Diskussion der einzelnen Jahresberichte zum Anlass
genommen, die Umsetzung des oben genannten Zieles, mehr männliche
Jugendliche und Erwachsene für die Kurse der VHS zu gewinnen, durch Beschlüsse
des Ausschusses und über BVV-Beschlüsse zu überprüfen.46 In Anbetracht der
demografischen Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland und des jetzt schon
prekär werdenden Fachkräftemangels in Industrie und Handwerk, ist der Erwerb
eines bestimmten Bildungsniveaus der Jugend von entscheidender Bedeutung.
Vgl.: Leitbild der Volkshochschule CW
„Aufgabe der Volkshochschulen ist es auch, zum Abbau der durch Geschlecht, kulturelle und
soziale Herkunft oder durch gesellschaftliche Entwicklungsprozesse entstandenen und neu
entstehenden Ungleichheiten beizutragen.“ , Schulgesetz für das Land Berlin (SchulG) vom
26.1.2004, in: GVBl. 2004, 26
46 Vgl. vor allem: DS-Nr.: 0040/4 : „Bericht zur Verteilung der Geschlechter bei VHS-Kursen“
Ohne Schulabschluss entstehen für die Betroffenen große Hürden auf dem
Ausbildungsmarkt, erhebliche Risiken arbeitslos zu werden, d.h. die sozialen
Teilhabechancen sind stark eingeschränkt. Auf Grund dessen vereinbarten Bund und
Hauptschulabschluss. Berücksichtigung fand diese Festlegung 2009 im „Gesetz zur
Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“48, indem darin der
Rechtsanspruch zum nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses formuliert
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft hat dieses Jahr eine
ausführliche VHS-Statistik vorgelegt.49 Darin wird vermerkt, dass in CharlottenburgWilmersdorf 2014 7 Kurse mit 97 Belegungen im Programmbereich „Grundbildung –
Schulabschlüsse ohne Berücksichtigung des zweiten Bildungsweges“ nach § 40
Schulgesetz absolviert wurden.50 Nach § 40 Schulgesetz (Zweiter Bildungsweg)
nahmen 413 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Kursen zum nachträglichen
Erwerb des Schulabschlusses teil und 86 beendeten den Kurs mit der Prüfung.
Eine genderorientierte Analyse zu den Schulabschlüssen an der VHS City West
liegen nunmehr für die Jahre 2013 bis 2015 vor. Dabei relativierte sich der
zwischenzeitlich erweckte Anschein, es wäre zu einer massiven Unterauslastung in
den Kursen zu Lasten der Männer gekommen. Bedingt durch Personalwechsel, aber
vielleicht auch durch die schwierige Zusammenstellung der datenreihen war es an
dieser Stelle zu einem Darstellungsfehler gekommen.
Die Auslastung stellt sich nunmehr wie folgt dar:
Da die VHS City West nur Träger für den nachträglichen Erwerb des Abiturs ist,
müssten Analysen für den Bezirk in den Unterlagen der Senatsverwaltung getätigt
werden. Jedoch dürfte es schwierig sein, die bezirkliche Zugehörigkeit der
Klemm, Klaus: Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, Bertelsmann-Stiftung, Gütersloh 2010
Bundesregierung/Regierungschefs der Länder: Aufstieg durch Bildung, Dresden 2008, S. 5
49 Vgl.: Die Berliner VHS Statistik 2014, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft,
50 Vgl.: Ebenda, S. 9 und 10
51 Für das Jahr 2013 konnten keine absoluten Zahlen mehr ermittelt werden.
Teilnehmer zu analysieren. Soweit wir dies für die Berliner Bezirke insgesamt
recherchieren konnten, weichen diese Zahlen jedoch nicht signifikant von den hier
dargestellten Zahlen in Charlottenburg-Wilmersdorf ab.
Wie jedoch schon anfangs betont und von den Ausschüssen und der BVV in den
Sitzungen hervorgehoben, ist das Bildungsniveau der Jugendlichen ein
gesamtgesellschaftliches Thema und u.a. sind gendertheoretische Untersuchungen
zu den Ursachen von Schulabbruch notwendig, um diesem Prozess
entgegenzusteuern. Dabei wäre es interessant, Analysen beim Hauptträger für den
nachträglichen Hauptschulabschluss in Charlottenburg-Wilmersdorf, der PeterUstinov-Schule, vorzunehmen.
3.6. Sprachförderung
Der Bereich der Sprachförderung wurde durch das Büro der
Gleichstellungsbeauftragten weniger als Teil des Fazits, sondern eher perspektivisch
aufgenommen. Mit Blick auf die Berichterstattung der VHS zu den zurückliegenden
zwei Jahren kann von einer gut austarierten Auslastung in den
Sprachfördermaßnahmen gesprochen werden. Hinsichtlich der Elternkurse ist fest zu
halten, dass diese Angebote parallel in Institutionen wie Kindertagesstätten und
Schulen verankert sind und sich dort vorrangig an die Gruppe der (noch) nicht
berufstätigen Mütter richtet.
Daten zur bezirklichen Gender-Budget-Analyse 2014
Sprachintegrationsmaßnahmen
Mütter/-Elternkurse
23.771 5.798
männlich = %
Daten zur bezirklichen Gender-Budget-Analyse 2015
65% 2.005
In der Betrachtung des Jahres 2015 wurden die Zahlen der neu eingerichteten
Flüchtlingskurse noch nicht separiert. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass
hier im Jahr 2016 eine Disproportion festgestellt wurde, die zu Lasten der neu
angekommenen Frauen führte. Es ist daher wichtig, die Zahlen für 2016 im Folgejahr
genau zu analysieren. Im ersten Schritt hat die Gleichstellungsbeauftragte in
Kooperation mit der Volkshochschule bereits reagiert und es wurden im Frühjahr
2015 zwei Deutschkurse für Frauen mit Kinderbetreuung eingerichtet.
Das Thema der möglichst frühen Integration auch der Frauen/Mütter, die im Zuge der
Zuwanderung momentan verstärkt in Berlin sesshaft werden sollte sowohl aus
integrationspolitischen als auch aus gleichstellungspolitischen Gründen in den
nächsten Jahren prioritär Beachtung finden.
3.7 Frauenförderplan 2016
Auf der Grundlage des § 4 Absatz 1 Landesgleichstellungsgesetzes Berlin (LGG)
sollte ein Frauenförderplan mit einer Wirksamkeit für einen Zeitraum von 6 Jahren mit
einer zweijährigen aktuellen Anpassung in den Behörden Berlins erstellt werden. Der
letzte Frauenförderplan wurde 2009 beschlossen, so dass mit Beginn des Jahres
2016 eine Neufassung notwendig wurde, die jetzt zur Beschlussfassung vorliegt. Ziel
ist, die verfassungsrechtlich gebotene Gleichstellung zwischen Frauen und Männern
in den Bereichen und Führungsebenen zu realisieren. Insofern sind eine
datenmäßige Aufbereitung des Personalbestandes und ein erläuternder Kommentar
Folgende Ergebnisse der Analysen sind für die Umsetzung gleichstellungspolitischer
Zielstellungen von Interesse52:
Der Anteil weiblicher Tarifbeschäftigte ist von 64,84% im Jahr 2009 auf
65,56% 2016 leicht gestiegen. Das Verhältnis von Beamtinnen und Beamten
ist etwa gleich geblieben (2009 = 63,12%; 2016 = 63,09% Beamtinnen).
Die Analyse der Altersstruktur der Beschäftigten zeigt, dass der Anteil
weiblicher Beschäftigter bis 49 Jahre deutlich über dem Gesamtanteil
weiblicher Beschäftigter liegt. Wenn der Anteil weiblicher Tarifbeschäftigter bis
30 Jahre 75,38% beträgt, so dürfte es ein Gleichstellungsziel sein, junge
Männer für den Verwaltungsberuf zu gewinnen. Eine dramatische Entwicklung
ist unter den jungen Beamten*innen zu verzeichnen, die eigentlich ein
Frauenförderplan 2016 des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Berlin Jan. 2016
Reservoir für spätere Führungskräftepositionen sein könnten. Da aber in den
vergangenen Jahren durch das Land Berlin bewusst auf die Ausbildung von
Beamtenanwärtern*innen verzichtet wurde, sind nur 2 Beamtinnen und 1
Beamter unter 30 in der Bezirksverwaltung tätig.
Teilzeitbeschäftigung wird in steigendem Ausmaß von weiblichen
Beschäftigten und Beamtinnen in Anspruch genommen (♀ Tarifbeschäftigte
2009 = 87,5%; 2016 = 91,2%; Beamtinnen 2009 = 87,81%; 2016 = 90,11%).
Jedoch ist die Teilzeitquote (bezogen auf alle ♀ Beschäftigten) bei den
weiblichen tariflich Beschäftigten zurückgegangen (da auch insgesamt die
Zahl der Beschäftigten stark rückläufig war).
Die Strukturdaten nach Organisationseinheiten weisen einen hohen Anteil
weiblicher Beschäftigter in den Sozialbereichen (Abt. Soz; Abt. Jugend) auf,
während in den Abt. Bü, Abt. Pers und vor allem in der Abt. Stadt das
Verhältnis ausgeglichener ist. Für die Personalarbeit in den Abteilungen
stehen Übersichten der Strukturdaten hinsichtlich der Berufsfachrichtung, der
Besoldungsgruppe,
Geschlecht zur Verfügung, die eine gute Grundlage für weitere Maßnahmen
personalpolitischem
Unterrepräsentanzen in den einzelnen Berufsfachrichtungen in Kombination
mit Entgelt- bzw. Besoldungsgruppen können erkannt und einem
Missverhältnis z. B. in der Übernahme von Auszubildenden entgegen
Die Führungskräfteanalyse weist vor allem auf der Führungsebene 1 eine
Reduzierung der Stellen insgesamt (von 19 auf 15) durch die stattgefundene
Ämterstruktur (§ 37 BezVG) und unbesetzte Stellen auf. Das Verhältnis ist
derzeit 3 Frauen zu 7 Männern. Die Führungsebene 2 (FB-Leitungen, Leitung
der Büroleitungen, Leiter*innen der Büros der Bezirksstadträtinnen und
Bezirksstadträte, Beauftragte) weisen vor allem im höheren Dienst bzw. in den
hohen Entgeltgruppen ein Defizit an weiblichen Beschäftigten auf (♀ = 4;
♂= 6). Ausgeglichener ist die Besetzung auf der Führungsebene 3 (Gruppenund Bereichsleitungen): Tarifbeschäftigte = ♀ 17, ♂ 15; Beamte = ♀ 36, ♂ 40.
Der Personalbereich schätzt ein, dass durch die Tatsache der kommissarisch
wahrgenommenen Stellen in der Führungsebene 1 Gestaltungsmöglichkeiten
bestünden, den Frauenanteil zu erhöhen.
Dramatisch ist in den nächsten Jahren die Fluktuation der Beschäftigten auf
Grund des Erreichens der Altersgrenze zu werten. Von 2016 bis 2020 werden
insgesamt 176 weibliche Beschäftigte und 112 männliche Beschäftigte aus
ihrem Beschäftigungsverhältnis aus Altersgründen ausscheiden.
Das Personalmanagement schlägt als Maßnahme, dem Prozess der
Fluktuation entgegenzuwirken, die Umsetzung des neu eingeführten
Förderprogramms „Kompetenz PLUS“ für den Führungskräftenachwuchs vor,
der gleichzeitig gleichstellungspolitische Zielstellungen verwirklichen könnte.
Hierbei ist auch die Bedeutung der Beteiligung der Frauenvertretung bei der
Umsetzung dieser Maßnahmen zu sehen.
Aus Sicht des Büros der Gleichstellungsbeauftragten ist nach wie vor die Entwicklung
gleichstellungspolitischer Schwerpunkt zu betrachten. In der kommenden
Wahlperiode sollte an weiteren Umsetzungsmöglichkeiten unter folgenden
Gesichtspunkten gearbeitet werden:
1. Wie ist auf der Führungsebene 1 die Unterrepräsentanz von Frauen zu
2. Wie sind mehr männliche Auszubildende und Beamtenanwärter zu gewinnen?
3. Wie sind mehr Interessentinnen für technische Berufe zu gewinnen, um eine
Unterrepräsentanz zu vermeiden?
4. Wie sind mehr Vollzeitäquivalente zu erreichen? Sind weitere
familienpolitische Maßnahmen dafür notwendig?
5. Bei den Fluktuationszahlen ist aber das Hauptproblem der Verwaltung: wie
sind mehr junge Menschen (und dabei vor allem männliche Jugendliche) für
den Verwaltungsberuf zu begeistern? Könnte durch eine Zusammenarbeit mit
der/dem Integrationsbeauftragten vermehrt auch Interessent*innen unter den
Migranten*innen gewonnen werden, die nach der Bildungsstatistik im Bezirk
(vgl.: Abschnitt 3.5 dieses Berichtes) qualifiziert vorhanden sind?
Kooperatives Verfahren der Spielplatzgestaltung am Beispiel
der Joan-Miro-Schule
Dem IV. Teilziel des Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf „Chancengleichheit in der
Stadtplanung“ entsprechend, wurde und wird im Bezirk bei der Planung größerer
Umgestaltungsvorhaben von Beginn an beteiligungsorientiert gearbeitet. So war z.B.
in der Vergangenheit bei der Planung der Umgestaltung des Olivaer Platzes die
Gleichstellungsbeauftragte nahezu über den gesamten Prozess hinweg
eingebunden. Da es sich hier um einen sehr langwierigen Prozess, ein starkes Maß
an bürgerschaftlichem Engagement aus dem Umfeld und zum Teil langen
Kompromissfindungen handelte, betraf dieser Prozess sowohl die Amtszeit von
Christine Rabe als auch meine seit dem April 2015.
Es ist dabei immer wieder gelungen, Aspekte des Gender Mainstreaming in die
Planung einzubringen, dies vor allem in der Vermeidung von Angsträumen und einer
sicheren Durchwegbarkeit des neu zu gestaltenden Platzes. Aber auch die
differenzierte Betrachtung der zukünftigen Nutzer*innen wurde gewährleistet,
unterstützt zusätzlich durch die Kooperation mit dem Bezirklichen Beauftragten für
Im Jahr 2015 begonnen wurde ein weiteres Großprojekt im City-Bezirk, dies betrifft
die gemeinsame Umgestaltung einer Spielplatzfläche sowie der Pausenhofflächen
der Joan-Miro-Grundschule. Zum Verständnis muss hinzugefügt werden, dass die
Spielplatzfläche unmittelbar neben der Schule liegt und von dieser partiell mitgenutzt
wird, genauso wie umgekehrt die Kinder aus der Nachbarschaft die Schulhofflächen
der Schule in den Spätnachmittag Stunden als Spielflächen benutzen, auch wenn
sie dort nicht zur Schule gehen. Es handelt sich also um ein intensiv genutztes Areal
in der Innenstadt, durch dichte Bebauung kommt es hier außerdem immer wieder zu
Interessenskonflikten mit Anwohner*innen (Stichwort Lärmbelästigung).
Für die Umgestaltung der zumindest in Teilen seit Jahren nicht mehr sanierten
Spielflächen stehen Mittel aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Zentren“ zur
Verfügung, der Prozess wird durch den Fachbereich Grünflächen gesteuert.
Im Rahmen eines Schulfestes im Herbst 2015 fand der Auftakt des
Beteiligungsprozesses statt, wodurch schon deutlich wird, dass ein Schwerpunkt
darauf gelegt wird, die Schüler*innen hier maßgeblich zu beteiligen und ihre eigenen
Ideen und Wünsche möglichst zu berücksichtigen. Am 26.November 2015 fand dann
zunächst eine Begehung der Örtlichkeiten und im Anschluss ein Workshop in der
Schule statt. Zu diesem Workshop wurde öffentlich eingeladen, breit informiert
wurden sowohl Anwohner*innen, die Kitas und Tagesmütter der Nachbarschaft sowie
alle in den Planungsprozess involvierten Institutionen. Als Expert*innen hinzugeladen
waren neben der Gleichstellungsbeauftragten auch hier der Beauftragte für
Menschen mit Behinderungen sowie die Polizei. Beide Aspekte, die Sicherheit sowie
die Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen sind zentrale Elemente der
Diskussion. So waren z.B. zum vorhandenen öffentlichen Spielplatzgelände in der
Knesebeckstraße aus verschiedenen Gründen Sicherheitsbedenken geäußert
Die Schüler*innen der Joan-Miro-Schule wiederum hatten in Vorbereitung des
Workshops in vielen Unterrichtseinheiten die gesammelten Ideen auf
unterschiedliche Weise bereits visualisiert, in Bildern oder sogar in dreidimensionaler
Form aufgebaut.
Die von der Schule formulierte Vision ist dem Protokoll des Workshops zu
entnehmen: „Die Vision ist ein „inklusiver Spielbereich“, also ein „Spielplatz für alle“:
Alle Kinder, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion, Begabung oder
Geschlecht, sollen die Möglichkeit haben, sich auf ihre Weise und nach ihren
Möglichkeiten auf den Spielplätzen aufzuhalten, sie zu nutzen und zu erobern. Jede
und jeder will dabei sein, dazu gehören, teilhaben, nicht ausgeschlossen sein. Das
ist auch der Wunsch von Kindern, die mit Handicaps leben und für die es
barrierefreie Spielmöglichkeiten geben soll.“53
Alle gesammelten Ergebnisse hier vorzustellen würde den Platz sprengen, aus
gleichstellungspolitischer Perspektive ist es wichtig, Folgendes fest zu halten: Ein
Prozess mit einer möglichst hohen Beteiligung ist die Grundlage für eine
Berücksichtigung unterschiedlichster Bedürfnisse, hierfür muss genügend Zeit
eingeplant werden. Als Gleichstellungsbeauftragte habe ich durch die Beteiligung am
Workshop eine sehr differenzierte und auch geschlechtersensible Herangehensweise
Plancontext; Dokumentation und Auswertung der Planungswerkstatt vom 26.11.2015, im Auftrag
des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf; Abteilung Stadtentwicklung.
erlebt, die ihren Ausdruck und ihre Widerspiegelung im Verhalten und den
Äußerungen der anwesenden Schüler*innen fand.
Der Prozess wird weiter mitverfolgt und die Ergebnisse werden innerhalb der
nächsten Wahlperiode zu begutachten sein.
Dem zustimmenden Beschluss des Bezirksamtes vom Dezember 2015 folgend
wurde in Abstimmung mit allen Einzelabteilungen dieser Fazitbericht verfasst und am
25.05.2016 durch die Gender Maintreaming Koordinierungsrunde abschließend
Dieser Bericht soll zum Abschluss der Wahlperiode vor allem dazu dienen ein Fazit
zu den selbst gewählten Zielstellungen abzubilden und darauf aufbauend
Schwerpunkte für die Wahlperiode ab Herbst 2016 aufzuzeigen. Über die erreichten
Ziele geben die Tabellen unter 2.2 einen guten Überblick ab, für den Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf bedeutet dies im Fazit, dass nahezu alle selbst
gesetzten Ziele der Fachabteilungen in den drei Jahren konsequent verfolgt und in
weiten Teilen auch erreicht wurden. Ein positives Feed-Back hierzu kam aktuell von
der Landesebene:
Am 29.06.2016 wird ganztägig im Rahmen eines Fachtages die Wirkung des
Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms diskutiert. Als Best Practice
Beispiel aus Charlottenburg-Wilmersdorf wurde die genderorientierte
Ausrichtung der Jugendeinrichtungen zur Präsentation angefragt.
Wichtig ist es uns hier und jetzt, auf mögliche Schwerpunkte für die kommende
Wahlperiode hinzuweisen.
Dies ist vom Prozess her mit der Bitte verbunden, die hier vorliegende ausführliche
Analyse in weiteren Ausschüssen als nur dem Gender Mainstreaming Ausschuss zu
diskutieren. So kann in Teilbereichen von Beginn her die neue
Bezirksverordnetenversammlung in die Zielsetzung der nächsten Jahre eingebunden
Neben der Weiterführung von bereits bestehenden Analysen, die im Einzelnen auf
ihre Fortführung hin überprüft werden sollen, sind folgende Schwerpunkte und
Zielrichtungen zu diskutieren:
Im Bereich des Personalmanagements hat die Analyse des Frauenförderplans
ergeben, dass noch leichter Nachbesserungsbedarf in der mittleren
Führungsebene im Bereich der weiblichen Beschäftigten besteht, hier soll das
Angebot Kompetenz Plus greifen und sollte dementsprechend beobachtet
werden. Im Bereich der neu eingestellten Auszubildenden, insbesondere in
den (kaufmännischen) Büroberufen ist ein deutlicher Überhang von jungen
Frauen verzeichnet. Ein Ansatz sollte daher sein, in den nächsten Jahren
Personalgewinnungsmaßnahmen explizit für männliche Auszubildende zu
erproben und sich hierzu eine Zielerreichungszahl zu definieren.
Im Fachbereich Soziales ist aus unserer Sicht die besondere Beachtung von
zunehmender Wohnungslosigkeit bei Frauen weiterhin zu beachten und mit
sensiblen Hilfeangeboten angemessen zu reagieren. Gleichermaßen wird die
Angebotsstruktur der Freizeitangebote für Senior*innen weiterhin, vor allem
mit Blick auf den demographischen Wandel, ein spannendes Themenfeld sein.
Es bleibt der Sportbereich als besondere Aufgabenstellung bestehen. Die
Ungleichgewichte in der Nutzung der Sportangebote und Sportanlagen
wurden bislang nur unzureichend bearbeitet, hierzu müssen weitere
Maßnahmen überlegt und breitere Bündnisse geschlossen werden. Es bleibt
wünschenswert, dass der Wettbewerb zur Förderung von Frauen im Sport
regelhaft im Bezirkshaushalt verankert wird.
Für den gesamten Bezirk mit allen Querschnitten wird in der nächsten
Wahlperiode die Integrationsarbeit zum zentralen Thema. Dies konnte im
vorliegenden rückwirkenden Bericht nur punktuell angesprochen werden. Es
muss jedoch dringend in der nächsten Wahlperiode in den Blick genommen
werden, wie die Kette der Integrationsangebote, begonnen bei Deutschkursen
bis hin zur beruflichen Qualifizierung auch für die weiblichen Geflüchteten
Abteilung Stadtendwicklung und Ordnungsangelegenheiten
12. Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming im Jahr 2015
Ihre Aufforderung zur Berichterstattung
Die vom Bezirksamt in seiner 106. Sitzung am 29.1.2013 beschlossenen
gleichstellungspolitischen Schwerpunkte bilden die Grundlage, mit denen Ziele - hier konkret
solche der Personalentwicklung (II. Schwerpunkt) - verfolgt wurden, über deren Erreichung
nunmehr im Rahmen Ihrer Aufforderung zur Berichterstattung Mitteilung zu machen ist.
Zu den folgenden sieben Maßnahmen, die dem benannten Teilziel „Erhöhung des Anteils an
Frauen in Führungspositionen durch Fortsetzung/Intensivierung gezielter Qualifikations- und
Personalentwicklungsmaßnahmen, Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
(Kinderbetreuung und Pflege Angehöriger) in der Verwaltung durch vielfältige Gestaltung der
Arbeitsbedingungen / gender-, behinderten- und altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung
(Beachtung von GM-Aspekten bei der Erstellung eines Personalentwicklungskonzepts und
eines Frauenförderplans)“ dienen sollten, wurde bei den Fachabteilungen die Zuarbeit
1. Bewerbungsperspektiven für Qualifizierte über Zielvereinbarungen
2. familienorientierte Personalpolitik
3. Projekte Telearbeitsplatz (Dienstvereinbarung erarbeiten); Eltern-Kind-Arbeitsplatz
4. GM in der Ausbildung fortführen
5. Konzeption der gender-, behinderten- und altersgerechten Arbeitsplatzgestaltung; insbesondere in Fachbereichen mit vorwiegend körperlicher Arbeit
6. Personalkonzeption zur demografischen Entwicklung
7. Führungskräftetraining für Frauen - Fortsetzung
Bisher liegt nur eine Zuarbeit aus der Abt. Jug vor (siehe Anlage), die sich inhaltlich mit den
einzelnen Aspekten (siehe unten) auseinander setzt. Abt. Soz und Abt. Stadt haben
Fehlanzeige gemeldet, Abt. Pers (BzBm K) hat ausgeführt, dass zu Maßnahme 2,
familienorientierte Personalpolitik, allgemein gesagt werden kann, dass Anträgen auf
Arbeitszeitreduzierung aus familiären Gründen generell zugestimmt worden ist und wird.
Ansonsten meldete BzBm K Fehlanzeige. Aus der Abt. Bü gibt es trotz Erinnerung keinen
Ich schlage daher folgende Antworten vor:
- Alle von der Abt. Jug eingebrachten Aspekte werden zu den nachstehenden Punkten
jeweils eingearbeitet.
- Darüber hinaus beabsichtige ich für alle übrigen Bereiche folgendes auszuführen:
Hier können die 2016 ermittelten Anteile an Teilzeitbeschäftigungen aus dem
Frauenförderplan 2016 dokumentiert werden (Stichtag 1.1.2016; für den 31.12.2015 liegt
keine separate Auswertung vor; sie dürfte sich aber von der zum 1.1.2016 nur marginal
3. Projekte Telearbeitsplatz (Dienstvereinbarung erarbeiten); Eltern-Kind-Arbeitsplatz weiterentwickeln
Das Pilotprojekt Telearbeit wurde im Januar 2016 mit zehn Telearbeitsplätzen gestartet.
Das Projekt Eltern-Kind-Arbeitsplatz wird infolge mangelnder Inanspruchnahme nicht
weiter verfolgt. Es hat sich als Hemmnis erwiesen, nicht in der jeweiligen Arbeitsgruppe
arbeiten zu können und damit auch keinen Zugang zu zwingend benötigten Akten zu
(siehe auch Beantwortung der Kleinen Anfrage Nr. 532/4 vom 21.04.16)
Hier ließe sich zur Not aus dem Frauenförderplan zitieren.
Fehlanzeige bezüglich einzelner, bereichsspezifischer Konzepte. Allgemein kann
ausgeführt werden, dass in allen mit Personalgewinnung betrauten Bereichen eine
erhöhte Sensibilisierung für das Thema „Demografischer Wandel“ besteht.
7. Führungskräftetraining für Frauen – Fortsetzung
Ein Führungskräftetraining für Frauen mit einer neuen Zielgruppe ist in 2016 vorgesehen.
Dabei sollen insbesondere alle weiblichen Beschäftigten des allgemeinen
Verwaltungsdienstes ab der Bes.-Gr. A 10 bzw. E 9, Fallgr. 1 prioritär berücksichtigt
FinPers,
Maß Maßnahme
nah- Text
Schwerpunkt II „Personalentwicklung“ des BA-Beschlusses Nr. 106 vom 29.1.2013 zu gleichstellungspolitischen Zielsetzungen des BA CW
Hauptziel: Gezielte Personalentwicklung mit dem Ziel einer ausgewogenen Beteiligung von Frauen und Männern an Führungspositionen /
Fachliches Teilziel: Erhöhung des Anteils an Frauen in Führungspositionen durch Fortsetzung/Intensivierung gezielter Qualifikations- und
Personalentwicklungsmaßnahmen, Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Kinderbetreuung und Pflege Angehöriger) in der
Verwaltung durch vielfältige Gestaltung der Arbeitsbedingungen / gender-, behinderten- und altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung (Beachtung
von GM-Aspekten bei der Erstellung eines Personalentwicklungskonzepts und eines Frauenförderplans
Bewerbungsperspektiven für
Qualifizierte über
(keine produktbezogene
geschlossen, aber
derzeit laufende
Personalentwicklungsmaßnah
me für die Nachfolge
des/der Jugendamtsdirektor-s/-in
ngsmaßnahme
wird erst in 2017
werden können, da
sie erst in 2015
24,73% (im
Altersteilzeitgenehmi
(Dienstvereinbarun
g erarbeiten)
einer Beschäftigen an
der VAk Berlin und
Es gibt umfängliche
Teilzeitmodelle für die
Beschäftigten, deren
Wünschen fast immer
Pilotprojekt mit zehn
Telearbeitsplätzen
startete im Januar
Teilweise konnten
Arbeitsorganisationszwängen keine
Eltern-KindArbeitsplatz
GM in der
Praktikant/inn/en,
Aussagekraf
gender-,
an separatem ElternKind- Arbeitsplatz
Beantwortu
532/4 vom
21.04.16)
68,09% (im
zu Vorjahren leicht
von Kindern (z.B.
Kita-Streik) am
wird (so oft es geht)
Frauenanteil im
Gärtner/inn/en
aber zunehmend
2015=44,44 %])
Frauenanteil bei
betrug 2012
(Neueinstellungen)
noch 23,08%.
praktiziert. Bei
Arbeitsplatzgestaltung;
Fachbereichen mit
Personalkonzeptio
pro Jahr ca.
4-5% ->
Nachbesetzungsbedarf
Führungskräftetrai
ning für Frauen Fortsetzung
r insg.:
Personalmanagement um Vermittlung
des leistungseingeschränkten Personals auf leidensgerechten
Arbeitsplatz (stets
einzelfallbezogen,
kein GM-Aspekt)
Aspekte für
abteilungsbezogene
Personalbedarfsplanungen infolge
Entwicklungen werden sukzessive im
Rahmen von Abteilungsgesprächen
der Dienststellenleitung mit den
Fachabteilungsleitungen
erörtert (kein GMAspekt)
Gezielte EinzelFörderung von
Frauen in Unterreprä-
Fortsetzung in den
Folgejahren beabsichtigt
ning für neue
Zielgruppe ist in
64,29% (im
zu Vorjahren
(Detailanalyse liegt
vor) ist problematisch
(Anspruch aus Art. 33
2016 vorgesehen
(deutliche
Erhöhung des Fortbildungsbudgets)
Fazitbericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming im Jahr 2015
Die von Ihnen erbetene Bewertung/Einschätzung aus Fachabteilungssicht zu
einzelnen Maßnahmen gebe ich wie nachstehend ab:
1. In der Fachabteilung sind entsprechende Zielvereinbarungen nicht
Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang eine laufende
Personalentwicklungsmaßnahme im Jugendamt: Hier nimmt eine
Sozialamtfrau im Rahmen der seit April d. J. laufenden Einführungszeit ab
Herbst 2015 am Aufstiegsstudium an der VAk Berlin mit dem Ziel der
späteren Übernahme von Tätigkeiten ab dem zweiten Einstiegsamt der
Laufbahngruppe 2 teil. Im Rahmen der Einführungszeit erfolgt eine
begleitete Einarbeitung in entsprechende Aufgaben.
2. Im Rahmen der dienst-, tarif- und arbeitsrechtlichen Teilzeitregelungen bzw.
zur Arbeitszeitgestaltung stehen die Ämter der Fachabteilung
entsprechenden Wünschen aller Dienstkräfte aufgeschlossen gegenüber.
Entsprechende Anträge der Dienstkräfte wurden dementsprechend
weiterhin wohlwollend begleitet. Zu individuellen bzw. herausgehobenen
Maßnahmen in dem Sinne besonders komplexer Arbeitszeitmodelle, war –
mangels entsprechender Initiativen der Dienstkräfte – im Jahr 2015 nicht zu
entscheiden. Zu erwähnen wäre hier allenfalls, ein Fall mit einer monatlichen
Arbeitszeitverteilung von 3 Arbeitstagen in der ersten Woche jeden Monats
und von vier Arbeitstagen in der 2. bis 4. Woche jeden Monats.
3. Trotz grundsätzlichen Interesses einiger Beschäftigter an der Telearbeit
konnten aufgrund der Datenschutz- und Arbeitsorganisationszwänge bislang
keine Anträge bewilligt werden.
Die Nutzung von Eltern-Kind-Arbeitsplätzen besitzt ebenfalls derzeit noch
5. Hier angesprochene Konzepte sind in der Fachabteilung bislang nicht
6. Eine Personalkonzeption zur demografischen Entwicklung wurde bislang in
der Fachabteilung nicht entwickelt.
Es ist aber in diesem Zusammenhang auf die im Jahr 2014 gestartete
Initiative des Jugendamtes zur landesweiten Verbesserung der
Entgeltstruktur im Bereich der Sozialarbeit im Regionalen
Sozialpädagogischen Dienst (RSD) zu verweisen, die im Jahr 2015 durch
Sen InnSport abschlägig beschieden wurde: Hier ist von einer verstärkten
und künftig sich – auch aufgrund der demografischen Entwicklung – noch
verstärkenden Konkurrenz der Dienststellen des Landes Berlin und der nach
der Tarifstruktur des TVöD entgeltenden Kommunen sowie der Freien Träger
um qualifiziertes Personal auszugehen. Das Land Berlin wird aufgrund seiner
Bindung an die Tarifstruktur der Entgeltordnung zum TV-L hier, ohne
entsprechende Anpassungen, ggf. als leistungsschwächerer Wettbewerber in
der Konkurrenz um die bestqualifizierten Bewerberinnen und Bewerber nicht
Abt. Jugend, Familie, Schule, Sport und Umwelt – Jugendamt
Aufgrund des Berufsbildes Sozialarbeit wird die Tätigkeit im sozialpädagogischen Dienst der
einzelnen Regionen noch immer überwiegend von Frauen ausgeübt. In den
Jugendfreizeiteinrichtungen ist das Verhältnis zwischen Frauen und Männern etwas
ausgewogener.
Im Rahmen der gleichstellungspolitischen Ziele für die Kinder- und Jugendarbeit wird als
Grundhaltung der Pädagoginnen und Pädagogen die gleichberechtigte Teilhabe an
Prozessen im öffentlichen Leben, Förderung einer geschlechterdifferenzierenden
Entwicklung und geschlechtsbewusste Förderung der Selbstorganisation angesehen.
Festgeschrieben sind diese in den „Leitlinien zur Verankerung der geschlechterbewussten
Ansätze in der pädagogischen Arbeit mit Mädchen- und Jungen in der Jugendhilfe“ (Berliner
Leitlinien), 2004. Die Kinder- und Jugendförderung wirkt durch geschlechterbewusste
Angebote der Jugendarbeit, die so gesteuert werden, dass die Interessen von Mädchen und
Jungen gleichermaßen angesprochen werden. Geschlechterdifferenzierte Angebote finden in
geschlechterhomogenen Gruppen statt.
Für die koedukativen Einrichtungen gilt der Ansatz der reflektierten Koedukation mit dem
Ziel, eines gleichberechtigten Geschlechterverhältnisses. Die reflektierte Koedukation soll
dabei nicht nur eine Organisationsform, sondern vielmehr ein Gestaltungsprinzip sein, mit
dem rollenspezifisches Problembewusstsein geweckt und geschlechterdemokratische
Verhaltensweisen eingeübt werden. Sie thematisiert im Miteinander von Mädchen und
Jungen Geschlechterhierarchien und -stereotypen mit dem Ziel, diese abzubauen und statt
dessen ein System des Miteinanders zu entwickeln, in dem individuelle Unterschiede ohne
Benachteiligungserfahrungen für Mädchen und Jungen erlebbar sind.
In den Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit werden bei den Angeboten, die in
den Jahresplanungen aufgelistet werden, der Anteil der Mädchen und Jungen jeweils zu 50
% angestrebt. Dabei finden vom Selbstverständnis der Einrichtungen her,
geschlechtsbewusste Angebote statt. Die Stärkung der Mädchen im offenen Bereich spiegelt
sich u. a. durch die Existenz von Mädchenräumen und/oder -zeiten wieder. Eine große
Einrichtung verfügt sowohl über einen Mädchen- als auch einen Jungenraum.
Bei der Bearbeitung des Qualitätshandbuches für Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen
werden Kernaktivitäten selbst evaluiert und in den jährlichen Sachberichten dokumentiert.
Der Bereich mit dem Schwerpunkt – Geschlechtsbewusste Mädchen- und Jungenarbeit –
wird durch die Einrichtungen regelmäßig bearbeitet und dient vor allem der Reflektion sowie
der fachlichen Auseinandersetzung.
Auch die Erkenntnisse des 2013/2014 durchgeführten „Gender Checks“ mit den Teams und
Besucher*innen der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen wurden im Jahr 2015 von den
Einrichtungen zur Reflektion, für Fortbildungen einzelner Mitarbeiter*innen
Veränderungen von Gruppenangeboten (mehr sportliche Angebote und Gruppenzeiten für
Mädchen) genutzt.
Das Haus der Jugend Charlottenburg wird überwiegend von männlichen Jugendlichen
besucht. Hier wird mit Angeboten im Mädchensport versucht gegenzusteuern. Da im Haus
der Familie ausschließlich Angebote für Familien und -bildung angeboten werden, wird
dieses überwiegend von Frauen mit ihren Kindern besucht.
Ein großer Diskussionsbedarf ist in den vergangenen zwei Jahren in allen Einrichtungen
aufgetreten, die mit geflüchteten Mädchen- und Jungen gearbeitet haben. Das
Aufeinandertreffen der hiesigen Wertevorstellungen in Verbindung mit tradierten
Geschlechterrollen aus den Herkunftsländern der Geflüchteten ist für die Zukunft eine große
pädagogische Herausforderung. Dieser werden sich die Pädagoginnen und Pädagogen
stellen, jedoch müssen sie hierfür gestärkt werden.
Im Rahmen der Mädchenarbeit in Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es für Mädchen die
Jugendfreizeitstätten Mädchenladen LiSA am Spandauer Damm, mädchenorientierter
Spielplatz „JACKIE“ am Jakob-Kaiser-Platz und D3 Mädchentreff in Wilmersdorf City.
Die inhaltliche Auseinandersetzung der Mädchenarbeit spiegelt sich in den achtmal jährlich
stattfindenden Treffen der AG 78 Mädchen und junge Frauen wieder. Die Themen hierfür
werden mit der AG Frauen abgestimmt. Zudem gibt es jährlich eine Veranstaltung rund um
den internationalen Frauentag für Mädchen und ihre Mütter, die jeweils ein anderes Motto
hat. Im Jahr 2015 war das Motto „ Hand in Hand“. Der von der UN im Jahr 2012 festgelegte
internationale Mädchentag am 11. Oktober fördert ein zusätzliches Bewusstsein in den
Einrichtungen in der Arbeit mit Mädchen. Im vergangenem Jahr wurde zum Mädchentag ein
Mädchenkalender erstellt. Im Bereich der bezirklichen Mädchenarbeit wird jährlich das
Angebot „Mädchen – aktiv und draußen“ durchgeführt. Hierfür wurden regionsübergreifend
die beliebten Standorte Lietzensee/Jungfernheide- und Preußenpark ausgewählt. Ziel des
Angebots ist die Präsenz und Förderung sportlicher Aktivitäten von Mädchen in der
Öffentlichkeit. Dieses Angebot wurde in der Sommerzeit für zwei bis drei Monate von zwei
weiblichen Honorarkräften zwei- bis dreimal wöchentlich in der Zeit von 16.00 bis 19.00 Uhr
Im Gremium der AG Jungenarbeit werden Fragen zur Arbeit mit Jungen und jungen Männern
diskutiert und konkrete Kooperationsprojekte mit männlichen Kollegen unterschiedlicher
Träger und Einrichtungen des Bezirks geplant. Die AG Jungenarbeit ist offen für alle
interessierten Mitarbeiter*innen an der Kinder- und Jungendarbeit des Bezirks und trifft sich
jährlich ca. drei Mal.
In Kooperation mit dem Jugendförderer der Region 4 des Bezirks und dem
Nachbarschaftsheim Schöneberg e. V. an der Katharina-Heinroth-Grundschule unter
Beteiligung der AG Bezirkliche Jugendarbeit, dem RSD der Region 4 und weiterer Träger
konnte nach dreijähriger Pause wieder eine Jungenreise nach Kirchvers/Hessen in der Zeit
vom 18.10. bis 24.10.2015 mit 12 Jungen im Alter von 10 bis 15 Jahren aus verschiedenen
Einrichtungen durchgeführt werden. Inhaltliches Ziel der Fahrt war es, dass sich Jungen
selbst in neuen, ungewohnten und vielleicht schwierigen Situationen erleben. Durch die
Verknüpfung „Abenteuerfahrt“ mit dem Thema „Liebe, Freundschaft und Sexualität“ wurde
die Möglichkeit geboten, in einer für die Jungen attraktiven Weise in beiden Dimensionen
dieser Erlebnisfelder zu arbeiten. Während des Aufenthalts wurde mit verschiedenen
Methoden aus der geschlechtsbewussten Jungenpädagogik über das Thema „Junge sein“
und über tradierte Männlichkeitsvorstellungen mit den Jungen gearbeitet. Ziel war es u. a.
die Unterschiedlichkeit verschiedener möglicher Entwicklungsperspektiven herauszuarbeiten. Die Jungenfahrt dient dazu, die Jungs zu ermutigen das eigene Selbstwertgefühl zu
entwickeln. Für das Jahr 2016 ist geplant die Jungenfahrt erneut durchzuführen, das
Durchschnittsalter leicht anzuheben und die Teilnehmerzahl auf 20 zu erhöhen.
Auf der Grundlage des BA-Beschlusses Nr. 1010/03 vom 18.09.2008 fand neben dem
GirlsDay auch der BoysDay statt. Der Jungenzukunftstag BoysDay dient dazu, durch ein
eintägiges Schnupperpraktikum Einblicke in eher männeruntypische Berufe zu erhalten
sowie Vorstellungen und Vorurteile über sogenannte Frauenberufe abzubauen. Durch das
Praktikum werden neben dem Berufsfeld auch soziale Kompetenzen wie Teamfähig-,
Zuverlässig- und Höflichkeit etc. vermittelt. Insbesondere die Berufsgruppen der Erzieher
und Sozialarbeiter waren stark frequentiert. Positiv ist anzumerken, dass die Wichtigkeit und
Tragkraft des BoysDay erkannt wurde und sich zu einem bundesweiten Projekt etabliert hat.
Über ein bundesweites Boys-Day-Radar haben Jungen die Möglichkeit, Praktikumsplätze zu
finden und sie können so ihrer Phantasie in Bezug auf ihren Praktikumswunsch freien Lauf
lassen. Sowohl das Gesundheits- als auch das Jugendamt hatten sich aktiv am BoysDay
beteiligt und Schnupperpraktikumsplätze angeboten.
Im Jahr 2014 hatte der Bezirk an dem von der Senatsverwaltung für Finanzen ausgelobten
Wettbewerb im Gender-Budgeting-Verfahren mit dem Projekt „Frauen und Mädchen im Sport
2014 Charlottenburg-Wilmersdorf“ teilgenommen. Ziel des Projekts war es, mehr Frauen in
Führungspositionen von Sportvereinen und damit verbunden eine Stärkung des Ehrenamtes
(Betreuerinnen und Trainerinnen) zu gewinnen. Ein weiteres Ziel war die Realisierung von
interessen- und bedürfnisorientierten Angeboten in und durch Sportvereine auf der
Grundlage einer Bedarfsanalyse, speziell für Frauen und Mädchen. Für die Sportvereine
wurde ein Preis für die Umsetzung genderpolitischer Maßnahmen – „Leuchtturmvereine“ als
beispielgebend fördernd – ausgelobt. Die Ergebnisse des Projekts wurden analysiert und
dokumentiert. Die Konzeption für das Projekt wurde prämiert, was für die Umsetzung dienlich
war. Federführend und vorbildlich unterstützend war während des gesamten Projekts Frau
Dr. Lucas. Um das Projekt weiterzuführen wurde im Jahr 2015 erneut ein Antrag für den
genannten Wettbewerb eingereicht, jedoch wurde dieser nicht bewilligt. Somit konnte das
erfolgreiche Projekt nicht weitergeführt werden. Im Rahmen des Wettbewerbs im GenderBudgeting-Verfahren erfolgt in 2016 für die Weiterführung des genannten Projekts abermals
die Antragstellung. Sollte die Antragstellung dieses Mal erfolgreich sein, würde u. a. die
Analyse der Mitgliederentwicklung weitergeführt werden können.
Der vereinsgebundene Sport ist an die grundgesetzlichen Vorgaben gebunden, so dass hier
der Gendergedanke im Sport mit der Bereitwilligkeit und Aktivität der förderungsfähigen
Sportvereine steigt und fällt.
Ich weise darauf hin, dass der Bezirksbürgermeister Herr Naumann derzeit vertretungsweise
die Aufgaben als Bezirksstadtrat der Abteilung wahrnimmt.
In der VHS City West haben sich innerhalb des aktuellen Berichtszeitraums
genderrelevante Veränderungen im Bereich Personal ergeben:
Seit 1.10.2014 ist die Leitung der VHS einer Frau übertragen.
Seit 1.2.2015 wird der Programmbereich Deutsch von einer Frau geleitet.
Damit ergibt sich folgendes Bild zur Zusammensetzung der Mitarbeiter/innen nach
Leitung: weiblich;
Programmbereichsleitungen: 2 weiblich (davon 1 stellv.Leitung), 2 männlich.
Verwaltung: 8 weiblich, 2 männlich.
Von den insgesamt 358 freiberuflichen Kursleitenden (Stand 31.12.2015) sind 238
weiblich. Dies entspricht dem berlinweiten Durchschnitt an Volkshochschulen.
Die Volkshochschule City West ist der Erfüllung gleichstellungspolitischer
Anforderungen verpflichtet, dies dokumentieren wir nach Außen mit unserem Leitbild,
unseren Bildungsangeboten, nach Innen mit der bewussten Förderung von Frauen
und Männern. So sind inzwischen 2 Kollegen im Verwaltungsteam tätig, einem
Bereich der traditionell von Kolleginnen überproportional stark besetzt ist.
Im pädagogischen Team haben wir aktuell eine Besetzung von 2 Frauen und 2
Männern erreicht.
Selbstverständlich sind Aspekte des Gender Mainstreamings auch konstitutiver
Bestandteil des kontinuierlichen Qualitätsmanagements. So sind u.a. die Texte des
VHS-Jahresprogramms, sind Formulare und Publikationen nach Kriterien des
Gender Mainstreamings formuliert und/oder redaktionell bearbeitet.
Die Planung von Kursangeboten/ Bildungsangeboten beachtet bewusst auch
Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen und/oder Männern. Danach richten
sich Angebotszeiten, Inhalte, Curricula und Progression. Beispielsweise werden
Kurse für alleinerziehende Elternteile vormittags während der Kita- und Schulzeiten
angeboten, um die Chance zur Teilhabe an Bildung und zur kontinuierlichen Fortund Weiterbildung zu erhöhen. Elternkurse fördern das öffentliche Bewusstsein
darüber, dass Väter ebenso wie Mütter die Verantwortung für die Erziehung durch
Wahrnehmung der Elternzeit übernehmen. In VHS-Kursen zu Familien- und
Erziehungsfragen werden grundsätzlich Mütter und Väter angesprochen.
Geschlechtsspezifische und kostenfreie Kulturangeboten für Mädchen
(„Talentcampus- Kultur macht stark“ aus Mitteln des BMBF) werden fortgesetzt. In
Kursen für Mädchen und Jungen wird spielerisch das Bewusstsein über
Geschlechtsrollen und Geschlechtsidentität reflektiert.
Im Jahr 2015 hat die VHS City West in Kooperation mit der bezirklichen
Gleichstellungsbeauftragten zwei Flüchtlingssprachkurse für Frauen (mit
Kinderbeaufsichtigung) erfolgreich eingerichtet, die sich seitdem uneingeschränkt
positiver Nachfrage erfreuen. Dies ist einzigartig in Berlin. In den
gemischtgeschlechtlichen Flüchtlingssprachkursen wird bewusst die Rolle der Frau,
das Thema der Gleichberechtigung in Deutschland thematisiert.
Bewegungskurse und Kurse für Ernährung und kulturellen Bildung für
Flüchtlingsfrauen wurden, auf dezidierte Nachfrage aus dem Flüchtlingsunterbringen,
kurzfristig eingerichtet. Dies mussten allerdings wegen mangelnder Anmeldungen/
Teilnahme geschlossen werden. Die City West handelt kurzfristig und entschieden,
um mit Bildungsangeboten Flüchtlingsfrauen zu unterstützen und zur Teilhabe am
öffentlichen Leben und Lernen zu befähigen
Angefügt der Überblick der nach Geschlecht verteilten Teilnehmenden in den Jahren
2014 und 2015. Die Zahlen entsprechend dem berlin-/bundesweiten Durchschnitt an
Nachtr. Schulabschlüsse
2.793 22%
3.722 65%
2.005 35%
Abteilung Stadtentwicklung und Ordnungsangelegenheiten - Grün 370
Teilziel 2015
StadtOrd
Bei der Realisierung von künftigen
Baumaßnahmen Berücksichtigung
der Genderaspekte bei Umbau- und
wesentlichen Erneuerungsmaßnahmen.
innerhalb des Programmes
Genehmigung Umgestaltung
Knesebeckstr. und des
Pausenhofes der Joan-MiroSchule innerhalb des
Programmes Aktive Zentren
Partizipationsprozesses. Die Berücksichtigung von Gender
Aspekten stellt u.a.
Beteiligungsverfahren fortlaufend
Umplanung des Siegerentwurfes
u.a. im Bereich der
Kinderspielplätze nach den
Ergebnissen des Runden Tisches
mit Anwohnerinnen und
Ergebnisse fliessen in die Umsetzung
der Maßnahme ein
Planungsworkshops im November
2015 mit Schülerinnen und
Schülern, Nachbarschaft, Experten
und der Poizei.
Ergebnisse fließen in die
Entweurfsplanung zur Umsetzung ein.
Die gesamte Maßnahme erstreckt sich
über einen Zeitraum von 2015 bis 2018.
Abteilung Soziales und Gesundheit ( Planungs- und Koordinierungsleitstelle – Psychiatriekoordination)
(Maßnahmenplan
wurde für 2015
erneut um den
Hilfebedarf (insb.
im Zuverdienst).
(Maßnahmenplan 2016)
Geschlechterbezogene Auswertung der Produktmengen für die PEP-Produkte 2015
Männer Frauen Frauen - IST
Zielwert Differenz - Ist
53,00% 56,00%
3,00% 47,00% 44,00%
-6,30% 37,70%
16,40% 47,40%
Maßnahmenplan 2016 Psychiatrie und Sucht (Kontaktstellen (KBS), Zuverdienst und Suchthilfeangebote)
Gleichstellungsp
olitische Ziele
über Gewalt gegen
der Familie und...
ahmenNr.
bezirkliche und 1.
Gewalt gegen beide Geschlechter als Thema im Rahmen der
Verantwortlich für die Umsetzung Zielerreichungsgrad
Fr. xxx
und Laufend erfüllt,
Fixpunkt Sozialarbeiter/innen
und 2015: nicht
Das „ Betriebliche Notfallmanagement“ bleibt ein sinnvolles und Hr. xxx / Hr. xxx
nützliches Instrumentarium zum Schutz von MitarbeiterInnen und
wird weiterhin praktiziert, um vor allem dem Thema
Gewalt/Bedrohung gegen Frauen konsequent entgegen zu wirken.
MitarbeiterInnen – und Leitungsebene zu einer erhöhten
NutzerInnenbeteiligung in der psychiatrischen Versorgung bei Hr. xxx
selbstorganisierte Kunstgruppe, Progressive Muskelentspannung,
Disco, Begleitung und Information für Patienten der
PBAM: In Fallbesprechungen auf Genderaspekte erneut Hr. xxx
hingewiesen und in Beratungs/behandlungsplan integriert sowie in
der täglichen Arbeit mit Klienten auf Möglichkeiten
(geschlechtsspezifische Beratung) hingewiesen.
Gesundheitsplanung Zusammensetzun Zielwert
Bedarfsgerechtig als Bestandteil der
Genderkompeten
z als Bestandteil
Teambesprechungen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Gendergerechte Vergabe und Steuerung in den einzelnen der Zuverdienstprojekte
Projekten so weit möglich.
Trotz starker Nachfrage männlicher Zuverdiener, werden
Gendergerechtigkeit herzustellen.
Spezielle Angebote werden unter Genderaspekt ausgebaut
(Aktenprojekt, Buchprojekt bei Platane 19),
Vergabe der Beschäftigungsmöglichkeiten unter
genderspezifischen Aspekten
Bei Pinel wird weiterhin auf ein ausgeglichenes
Geschlechterverhältnis geachtet, was von allen Beteiligten als
Bereicherung erlebt wird. Im Zuverdienstprojekt Garten als auch
in der Gebäudereinigung ist dies noch nicht zufriedenstellend
gelungen, aber vereinzelt kommen auch Frauen in die eher
männerdominierten Arbeitsbereiche.
Im „Catering/Service“ in der BTS/TS wird ein tägliches
(Küchenmeister BTS/TS)
Mittagessen für eine Klasse des Schulz Henke Heims vorwiegend
von Frauen zubereitet und serviert. Auch in der Wäscherei findet
sich ein ausgewogenes Verhältnis beider Geschlechter.
Aktualisierung der Pinel-Flyer aller Wilmersdorfer
Zuverdienstprojekte, geplante Fertigstellung 2016
Bei Pinel:
Bei KlientInnen: Ein allgemein respektvoller Umgang zwischen
Männern u. Frauen wird propagiert, um jeglicher Form von
Diskriminierung vorzubeugen.
AnleiterInnenrunde: Sensibilisierung in Genderfragen
Thematisierung und Darstellung verschiedener Möglichkeiten von
Nutzerbefragungen in der AG Arbeit (s.auch Punkt 11)
schwierig weibliche Bewerber zu akquirieren. Im Bereich der
Schulessenausgabe konnte der Anteil an Zuverdienerinnen leicht
Fallbesprechung - Klienten und Klientinnen gleichermaßen,
gendergerecht (unabhängig von augenfälligem Verhalten)
Nutzerbefragung für den Zuverdienst von Platane 19 durchführen.
90% erfüllt
2015 erfolgt
Bei GPVA: Motivation der Klienten zur Mitarbeit in untypischen Alle MitarbeiterInnen
Gruppen. Eine paritätische Besetzung ist angestrebt:
Näh- und Textilgruppen
Industrielle Fertigung (schwankend)
Caféarbeitsplätze
(Vorschlag der Klienten: Angebot zur Selbstverteidigung)
Sucht::
Gender-Aspekte in Fallbesprechungen haben sich bewährt und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 100% erfüllt
PBAM: Klientenbefragung 2014 ergab, dass aktuell kein erhöhter
Bedarf für eine Frauengruppe besteht.
Fragen nach Gender und Bedarfsgerechtigkeit im Team
thematisieren; ggf. NutzerInnenbefragung zur Angebotsstruktur
Platane19: . Auswertung und Besprechung der Ende 2014
durchgeführten Nutzerinnenbefragung in 2015. Maßnahmen
wurden umgesetzt. 2016: Reflektion der Angebotsstruktur
gemeinsam mit BesucherInnen – Aufnahme neuer Ideen und
Vorschläge, Durchführung eines Teamtages zu Fragen der
Angebotsstruktur und Bedarfsgerechtigkeit
Herr xxx, Frau xxx
der Überprüfung der 1.
Teilnehmer/-innen-Zahlen fortlaufend dokumentieren
Bedarfsgerechtig Zielwerten
Qualitätsverbesse
KlientInnen und
Fixpunkt: Möglichst geschlechtergemischte Besetzung der vor Ort Hr. xxx
erfüllt in 2015
Auseinandersetzung mit Gender-Aspektenauf der Basis des
im Team. Kleiner Teamtag gemeinsam mit osteuropäischen und
Besonderheiten unter dem Genderaspekt.
Mann/Frau-Beziehung im transkulturellen Kontext und die
professionelle Rolle in der Beratung
die das Angebot aufsuchen, formuliert und erfüllt
Öffentlichkeitsarbeit (Flyer,:genderspezifisch) junge Frauen und Fr. xxx/Fr. xxx
von Hilfen durch
Niedrigschwellige Angebote für junge Männer vor Schulen
(Alkoholprävention OSZ)
Fixpunkt 100%
„Wertigkeit/Entwertung
Arbeitslosigkeit“-laufendes
Geschlechtsspezifisc Förderung der
he Förderung der Selbsthilfe und
n Zugangs
n Teilhabe
Selbsthilfepotenz
Angebote vorhalten und entsprechend Männer und Frauen Hr. xxx, Fr. xxx
ansprechen, z.B. Kochgruppe, Computerkurse, Nähgruppe,
Öffnungszeiten nur für Frauen; Platane in Bewegung (erleben der
Körperlichkeit),
Kunstgruppe, Yoga, Progressive Muskelrelaxation
Sensibilisierung der Nutzer und Nutzerinnen für Gender-Aspekte Fr. xxx
Vista - Frau xxx
Abteilung Soziales und Gesundheit (FB 4- Soz 430ff)
Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming im Jahr 2015 (FB 4- Soz 430ff)
orientieren sich in
geschlechterspezifi
schen Ausprägung
schen Struktur der
Zielerrei-chung
Ergebniskomment
2015 Frauen:
311/139*
(333/159) 2014
*gezählt nur
Ehrenamtliche mit
Aufwandsentschädi
Beeinflussung z.B. der
Mitarbeiter nach dem
Geschlecht könnte indirekt
Schwerpunktsetzung bei
Geschlechter nur dann
ausreichend ehrenamtlich
würden. Das Angebot an
geschlechterspezifischen
jeweiligen Bezirk.
eben auch in Zahlen bei
67502 Frauen
19040 Männer
86542 gesamt
In Chbg-Wdf
Seniorensportangebot
Produkt 80006,
Seniorensportange
boten wie
(52%)als bei
Angeboten in den
Seniorenfreizeitstät
ten und erweitert
damit das Angebot
für Männer im
Altenhilfe §71 SGB
(siehe dagegen
Eine Beeinflussung der
Nachfrage der
bezirklichen Angebote
kann indirekt auf Basis der
Themenschwerpunkte der
Maßgabe und im
Bewusstsein, dass den
getan wird und die
80005)
%wie 2014
234 Frauen
Die bezirklichen Angebote
orientieren sich in ihrer
Ausprägung an der
des Produktes im
jeweiligen Bezirk
Beratungsangebote nach
dem Geschlecht kann
indirekt auf Basis der
5083 - Ambulante Hilfe zur Pflege
m(Transferprodukt
78400)w
722 2573 4046 6619 1040 1976 3016
38,9% 61,1%
(Transferprodukt zu 78400)
T-Ambulante Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 3
T-Ambulante Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 2
35,0% 65,0%
690 1345 2035
T-Ambulante Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 1
T-Ambulante Hilfe zur Pflege - Betreuung und
Versorgung von an Demenz erkrankten Menschen
in Wohngemeinschaften - Pflegestufe 3 -
in Wohngemeinschaften - Pflegestufe 2 -
in Wohngemeinschaften - Pflegestufe 1 -
T-Ambulante Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 0
T-Ambulante Hilfe zur Pflege; Intensivpflege in der
13 3661 5467 9128
T-Teilstationäre Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 3
T-Teilstationäre Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 2
T-Teilstationäre Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 1
T-Teilstationäre Hilfe zur Pflege; Pflegestufe 0
Daten aus Nacherstellung
Daten konsolidiert
Daten nicht konsolidiert
Intensivpflege in der Stufe III
PflegeBetreuung und Versorgung von an
weibl. Anweichung
Personen an über
60Jährigen**
über 60Jähriger
-2,9 % 56 %
-1,7 % 56 %
1,2 % 56 %
-2,4 % 56 %
-0,3 % 56 %
-2,2 % 56 %
* Quelle: Produktmengenermittlungen 2015
Abteilung Soziales und Gesundheit (Ges FB 2)
Ges FB 2
InfektionsKatastrophen- und
umweltbezogener
Lebensmittelpersonalberatungsstelle
Anteils von Frauen
und Männern bei
den Belehrungen
Lebensmittelperso
nalberatung
Maßn Produktanalyse
Produkt 60410
Erstbelehrung nach
§ 43 IfSG und
behandeln oder in
Verkehr bringen
Ergebniskommen-tar
2015 war die
Zahl der zur
Frauen (49%)
Belehrung ist durch
Abteilung Soziales und Gesundheit (Ges FB 3 – BfB)
Ges FB
3/ BfB
Pflegebegut
werden, da weder
die Anzahl noch
„Fälle“ beeinflusst
definierbar,
„Fälle“ gesteuert
Anfragen der
Sozialleistungsträge
r gefertigt. Die
weiterer Gutachten
s – HzP
Abteilung Soziales und Gesundheit (Abteilung Ges FB 3 – SpD)
Ges FB 3/
Männl. 471
Weibl. 482
werden, da die Art
der Meldungen (z.B.
Krankenhäuser, das
soziale Umfeld der
Pat.) nicht steuerbar
Männl. 168
Weibl. 158
die Anzahl noch das
ihrem sozialem
Umfeld gehört zu
den Pflichtaufgaben
des SpD gem. GDG
und PsychKG.
Der SpD ist
zuständig, die
keinen Zugang zum
Hilfesystem finden
(„nachgehende
Sozialarbeit“).
Hauptverwalt definierbar,
Weibl. 795
Geschlecht der zu
Klienten beeinflusst
gefertigt. Die
Männl. 223
Weibl. 274
erfolgen in der Regel
auf anfrage des
s SGB XII. Ein sehr
geringer Anteil der
en ergibt sich aus der
Sozialarbeit oder im
Notfalleinsätzen zur
nach PsychKG auch
ohne Auftrag des
Sozialamtes. In
beiden Fällen ist eine
Fachdienstes nicht
Abteilung Soziales und Gesundheit (Ges FB4, Produkt 80318)
Familienplanu
(Kommen-tar)
Krankheitren / HIV
Im Vgl. zu 2014
(55,3%) und
Männer (44,2%)
0,5% der
waren trans*
Den leicht höheren
sehen wir als
Prostitution. Die
Der leicht höhere
in Berlin, z. B richtet
Angebot der BAH
speziell an Männer
Fallzahlen bei
Krankheiten wird
(v.a. MSM). Bei
Öffentlichkeitsarbeit für die
Allgemeinbevölkerun
g werden bewusst
Abteilung Soziales und Gesundheit (Ges FB4, Produkt 78724)
Anteils von
Männern bei
schaftsver
Kondombe
Problemen im
kommen-tar
2015 lag wie
2014 der Anteil
Nutzern bei
knapp 11%.
sexualpädagogisch
en Arbeit mit
wurden bewusst
n Gruppenarbeit
Jugendlichen, als
Sensibilisierung von
ng bei 10%
„Vaterschaftsverhütung“
sensibilisiert,
für Familienplanung
Abteilung Soziales und Gesundheit (Ges FB4, Produkt 78744)
Familienplanun
beit und
n Frauen (53%)
Geschlechterzusam Konzepts zur
mensetzung ist
jedoch in vielen
beeinflussbar (Bsp.
und Schüler bei
sexualpädagogi
über STI/ HIV

References: § 40
 § 40
 § 4
 Art. 33
 §71

§ 43