Source: https://digital.zlb.de/viewer/fulltext/15689646_2013/1/
Timestamp: 2019-11-19 13:52:55+00:00

Document:
Issue 2013(2014) Zukunftsaufgabe Flächenrecycling - Digitale Landesbibliothek Berlin - Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Zukunftsaufgabe Flächenrecycling
AAV-Jahresbericht. Issue 2013(2014)
URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-244626
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-244626
Vorwort der Geschäftsstelle Geleitwort zum AAV-Jahresbericht 2013 Grundsatz Flächenrecycling und Altlastensanierung in Nordrhein-Westfalen – Aufgaben des neuen AAV AAV-Projekte Der Maßnahmenplan 2014 Flächenrecycling Sanierung des Standortes einer ehemaligen chemischen Reinigung durch überschnittene Großlochbohrung Ein Beispiel für gelungenes Flächenrecycling – das Gelände des ehemaligen Gaswerks Sedanstraße in Hamm Effizienzkontrolle von artenschutzrechtlichen Schutzmaßnahmen nach der Sanierung einer ehemaligen Galvanik in Wuppertal Gefahrenabwehr Altstandort einer ehemaligen chemischen Reinigung in Lage Mikrobiologische In-situ-Sanierung eines CKW-Schadens in Rheine Sanierung des Standortes einer ehemaligen chemischen Reinigung in Kaarst-Büttgen Bergbauliche Altlasten: Eine neue Aufgabe des AAV Berghalde Beythal Boden-Klärschlammablagerung im Tagebau Dom-Esch F&E-Projekte – Innovative Verfahren Düsseldorf-Gerresheim: Fortführung der Feldversuche zur Reinigung PFC-haltigen Grundwassers Der Verband und seine Mitglieder Die Gremien des AAV 2013 Mitgliederprofile der Kooperationspartner 52 54 49 45 47 40 32 36 26 23 18 14 6 4
Die Geschäftsstelle Anfahrtsskizze Impressum Bildnachweis
Vorwort der Geschäftsstelle
zum AAV-Jahresbericht 2013
Das Ziel des Landes NordrheinWestfalen, die Innenentwicklung von Bauflächen bevorzugt gegenüber der Außenentwicklung zu fördern, um damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Flächenverbrauchs und des 30-HektarZieles des Bundes (in NordrheinWestfalen: 5-ha-Ziel) zu leisten, wird nur dann realisiert werden können, wenn neben unbebauten Grundstücken (Baulücken) insbesondere Brachflächen reaktiviert werden können. Letztere Flächen erfordern oftmals eine Sanierung des Grundstücks, die in vielen Fällen von der fachlichen und finanziellen Unterstützung des AAV abhängt. Insofern ist es begrüßenswert und nur konsequent, dass der Fortbestand des AAV mit den bewährten Strukturen und dem jahrzehntelangen Know-how im vergangenen Jahr durch Schaffung einer gesetzlichen Finanzierungsbasis durch den Landesgesetzgeber gesichert worden ist. Altlastensanierung und die nachfolgende neue Nutzung der in den meisten Fällen infrastrukturell gut gelegenen Flächen ist kein Auslaufmodell, sondern eine drängende Aufgabe in der Zukunft zur Stärkung und Entwicklung der Kommunen und des Wirtschaftsstandortes NordrheinWestfalen. Kommunen wie Wirtschaftsunternehmen aus den Mitgliederreihen des Verbandes haben im vergangenen Jahr die Möglichkeit, sich vom AAV beraten zu lassen, in einer Mehrzahl von Fällen in Anspruch genommen. Es ist erfreulich, durch Rückmeldungen feststellen zu dürfen, dass Verbandsmitglieder gerade auch in Fällen, in denen sich Bodenschutzbehörde und Sanierungsverantwortliche durchaus auch konträr gegenüberstehen, den Rat des AAV schätzen und den Verband bei der Lösung Gleichzeitig haben die Gremien des AAV zusammen mit der Geschäftsstelle den fachlichen und rechtlichen Rahmen für den neuen Altlastenrisikofonds des Verbandes geschaffen. Mit diesem Instrument ist der AAV nunmehr in die Lage versetzt, bei Altstandorten eine Risikoabsicherung zu Gunsten von Investoren zu übernehmen, die eine Wiedernutzung des Altstandortes beabsichtigen, vorausgesetzt, dass die Sanierung insbesondere vom AAV durchgeführt oder von ihm qualitätssichernd begleitet worden ist. Im Jahr 2013 haben die Kommunen des Landes NRW so viele Altlastensanierungs- und Flächenrecyclingprojekte wie niemals zuvor beim AAV angemeldet, die auf der Grundlage des im Frühjahr 2013 vom Landtag Nordrhein-Westfalen verabschiedeten neuen AAVG geprüft und mit den Gremien des Verbandes intensiv diskutiert und in den Maßnahmenplan des Verbandes aufgenommen werden konnten.
von komplexen Altlastensanierungsfällen um Unterstützung bitten.
Die Geschäftsstelle durfte sich im vergangenen Jahr auf eine jederzeit konstruktive Zusammenarbeit mit den Gremien des Verbandes verlassen. Nach der notwendig gewordenen Neubesetzung aller Gremien zeigte sich bei der Diskussion von neuen Projektanmeldungen sehr bald, dass Land, Wirtschaft und Kommunen weiterhin geschlossen zusammenarbeiten, um die Kontinuität der bislang erfolgreichen Arbeit des AAV zu gewährleisten.
Mit dem vorliegenden Jahresbericht 2013 möchte sich die Geschäftsstelle bei den Partnern im Vorstand, den Kommissionen und Rechnungsprüfern für ihre Arbeiten bedanken. Sie alle haben Anteil an den Projekten des Verbandes in ganz NRW. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle freuen sich auf die weitere gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit!
Das AAV-Team – hintere Reihe (v. l. n. r.): Dr. Ernst-Werner Hoffmann, Dr. Uwe Hoffmann, Dr. Andrea Holzapfel, Angelika Pamp, Dietmar Hinzberg, Birgit Hejma, Dr. Engelbert Müller, Regina Miklis, Nikolaus Söntgerath, Dr. Beatrix Haglauer-Ruppel, Thorsten Günster, Dr. Rita Bettmann, Rolf Hansen, Sabine Schidlowski-Boos Vordere Reihe (v. l. n. r.): Christiane Maxin, Margit Klein, Annette Drebert, Beate Kapust, Ulrike Wigmann, Alexandra König
Flächenrecycling und Altlastensanierung in Nordrhein-Westfalen –
Aufgaben des neuen AAV
von Nikolaus Söntgerath
Mit dem im Frühjahr 2013 novellierten und am 2. April 2013 im Gesetz- und Verordnungsblatt Nordrhein-Westfalen verkündeten neuen AAV-Gesetz (AAVG) hat der Landesgesetzgeber die Voraussetzungen für eine langfristige Finanzierung der Aufgabenerfüllung des AAV und für die Fortsetzung des Partnerschaftsmodells zwischen Land, Kommunen und Wirtschaft geschaffen. Mit Inkrafttreten des neuen AAVG hat sich der Verbandsname in „AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung“ geändert.
Die Schaffung einer gesetzlichen Finanzierungsgrundlage für die Arbeiten des AAV war notwendig geworden, weil sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt hatte, dass es schwierig ist, nach Ablauf einer Kooperationsvereinbarung einen erneuten Konsens über die Fortführung einer freiwilligen Kooperation und insbesondere auch die Fortsetzung des finanziellen Engagements der Wirtschaft zu erreichen, obwohl die fachliche Zusammenarbeit der Mitgliedergruppen im AAV stets sehr engagiert und konstruktiv vonstattengeht. Da die im Herbst 2012 zwischen der Landesregierung NordrheinWestfalen, den kommunalen Spitzenverbänden und den Wirtschaftsdachverbänden unternehmer nrw, Industrie- und Handelskammern in NRW e. V. sowie Nordrhein-Westfälischer Handwerkstag geschlossene „Kooperationsvereinbarung zur Flächen- und Altlastenallianz Nordrhein-Westfalen“ keine Beitragszusagen zugunsten des AAV mehr enthält, ist im neuen AAVG eine Grundfinanzierung durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Kommunen verankert worden. Für das Land Nordrhein-Westfalen wird erstmals eine Grundfinanzierung in Höhe von 7 Mio. € festgeschrieben. Die nach bisheriger Rechtslage bestehende gesetzliche Grundfinanzierung durch die Kommunen beträgt ab dem Jahr 2013 0,06 € pro Einwohner.
Die Beiträge der Unternehmen der Wirtschaft sind nach dem AAVG weiterhin freiwillig. Einzelheiten zur Aufnahme freiwilliger Mitglieder und zur Höhe des Mitgliedsbeitrags sind in der Satzung des AAV geregelt, die Ende November 2013 von der Delegiertenversammlung beschlossen wurde.
Flankiert wird der neue Aufgabenbereich Flächenrecycling durch eine Rechtsgrundlage zur Beteiligung des AAV am Veräußerungserlös. Für den Fall der Veräußerung eines nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 AAVG aufbereiteten Grundstücks soll der Verband an dem erzielten Veräußerungserlös angemessen beteiligt werden (§ 3 Abs. 3 Satz 5 AAVG). Auch insoweit kann aber festgehalten werden, dass der AAV nach bisheriger Rechtslage bei seinen Altlastensanierungs- und -aufbereitungsmaßnahmen darauf hingewirkt hat, dass der Verband im Falle des Verkaufs eines durch ihn sanierten Grundstücks an dem Veräußerungserlös entsprechend der im Einzelfall vereinbarten Kostentragung beteiligt wird. Die nach der Gesetzesbegründung angestrebte noch stärkere Ausrichtung der Verbandsaufgaben auf das Flächenrecycling erhält umso größeres Gewicht, als der Bundesgesetzgeber erst im vergangenen Jahr mit dem „Gesetz zur Stärkung der Innenentwicklung in den Städten und Gemeinden und weiteren Fortentwicklung des Städtebaurechts“ festgelegt hat, dass vor der Inanspruchnahme von Freiflächen durch Bauleitplanung Ermittlungen zu Innenentwicklungspotenzialen durchgeführt werden sollen. Dazu zählen insbesondere Brachflächen, Leerstand in Gebäuden, Baulücken und Nachverdichtungspotenzial. Insoweit spielen die Sanierung von Altlasten und das Flächenrecycling bei der städtebaulichen und strukturellen Gesamtentwicklung und Erneuerung von Städten und Gemeinden eine zunehmend wichtigere Rolle. Künftig wird der AAV noch stärker als bisher als Motor für die Stadtentwicklung fungieren können.
Das neue AAV-Gesetz hat die Aufgaben des AAV erweitert. Zum „Kerngeschäft“ des AAV gehört nach wie vor die Durchführung von Maßnahmen zur Sanierung von Boden- und Gewässerverunreinigungen bei Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen nach den Vorschriften des Bundes-Bodenschutzgesetzes. Insoweit kann der Verband bei Vorliegen bestimmter, im Gesetz im Einzelnen aufgeführter Voraussetzungen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr durchführen.
Intensivierung des Flächenrecyclings
Bereits nach bisheriger Rechtslage oblag dem AAV außerdem die Aufgabe, zur weitergehenden Sanierung von Altlasten oder schädlichen Bodenveränderungen Grundstücke für eine konkret angestrebte Nutzung aufzubereiten, soweit die dafür entstehenden Aufwendungen und die angestrebte Nutzung in einem angemessenen Verhältnis zueinanderstehen. Gemeint ist damit der Sache nach nichts anderes als Flächenrecycling. Das neue AAVG trägt der mittlerweile gestiegenen Bedeutung des Flächenrecyclings dadurch Rechnung, dass das Flächenrecycling erstmals in § 2 Abs. 1 Nr. 2 ausdrücklich als eigenständige Verbandsaufgabe ausgewiesen wird.
Integriertes Beratungsund Kompetenzzentrum
Zusätzlich zu Maßnahmen des Flächenrecyclings und der „klassischen“ Gefahrenabwehr gegenüber Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen sowie durch Altlasten und schädliche Bodenveränderungen verursachte Gewässerverunreinigungen obliegt dem Verband die Beratung und fachliche Unterstützung seiner Mitglieder. Der AAV kann insoweit als integriertes Beratungs- und Kompetenzzentrum sein erworbenes Know-how in Beratung und Hilfen für seine Mitglieder einfließen lassen und damit gleichzeitig einen Anreiz für Unternehmen schaffen, dem Verband als freiwilliges Mitglied beizutreten.
Beratung und fachliche Unterstützung der Verbandsmitglieder kann der AAV erbringen bei der Feststellung des Ausgangszustands hinsichtlich Boden- und Grundwasserbelastungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Europäischen Industrieemissionsrichtlinie und der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie; bei der Einführung und Anwendung neuer Techniken zur Sanierung von Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen sowie zur Förderung des Flächenrecyclings und des Grundwasserschutzes; im Hinblick auf die Erbringung von Sicherheitsleistungen für Abfallentsorgungsanlagen im Rahmen einer Solidargemeinschaft; Moderation und Mediation bei Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen, die besondere fachliche oder rechtliche Schwierigkeiten aufweisen; in Fragen der Sanierung von Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen sowie 	 es Fläd chenrecyclings. Ferner unterstützt der Verband die Tätigkeit der im Rahmen des „Dialog Wirtschaft und Umwelt Nordrhein-Westfalen“ eingerichteten Clearingstelle mit sachlichen und personellen Mitteln sowie die „Allianz für die Fläche NRW“.
NRW-Umweltminister Johannes Remmel, zu Gast bei der konstituierenden Delegiertenversammlung am 17.06.2013
Sanierung bergbaubedingter Altlasten
Der AAV kann außerdem bei bergbaubedingten Altlasten, die noch unter Bergaufsicht stehen und für die kein leistungsfähiger Sanierungspflichtiger vorhanden ist, gegebenenfalls Sanierungsmaßnahmen durchführen, wenn die Finanzierung dieser Maßnahmen durch gesondert zugewiesene Mittel erfolgt und die fachliche Zustimmung des für Bergbau zuständigen Ministeriums sowie der oberen Bergbehörde vorliegt.
Der neue Altlastenrisikofonds beim AAV
Abbau von Hemmnissen beim Flächenrecycling zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme Verringerung der Belastung für Kommunen durch von Investoren geforderte Haftungsfreistellungserklärungen
Restrisiken bereits sanierter Grundstücke Unsicherheiten hinsichtlich des tatsächlichen Sanierungsaufwandes bei zu sanierenden Grundstücken
Risikoabsicherung durch den AAV mit finanzieller und zeitlicher Begrenzung
Schaffung eines Altlastenrisikofonds
Neben der Beibehaltung der bisherigen zentralen Aufgaben des Verbandes und der stärkeren Berücksichtigung des Flächenrecyclings bei Maßnahmen des Verbandes hat der AAV eine weitere bedeutsame Aufgabe übertragen bekommen. Nach § 2a AAVG kann der Verband geeignete Maßnahmen ergreifen, beispielsweise Garantien oder Bürgschaften übernehmen oder Zuschüsse zu sonstigen geeigneten Maßnahmen gewähren, soweit er dafür zweckgebundene Rücklagen gebildet hat (Altlastenrisikofonds), um die Vermarktung sanierter Altstandorte zu unterstützen. Mit diesem Altlastenrisikofonds – das Gesetz spricht insofern in der Überschrift von „Risikoabsicherung durch den Verband“ – soll der Diskrepanz zwischen den bestehenden, zum Teil erheblichen Potenzialen an Industrie- und Verkehrsflächen und deren begrenzter Verfügbarkeit bzw. deren tatsächlicher Nutzung entgegengewirkt werden.
Das Land NordrheinWestfalen vertreten durch das für Umwelt, das für Bergbau und das für Städtebau zuständige Ministerium
Dadurch sollen die Investitionsbe-
Verpflichtung des Antragstellers zur Übernahme eines Eigenanteils von mindestens 20 % des abzusichernden Risikos Verpflichtung des Antragstellers auf betroffenen Grundstücken ab einem bestimmten Zeitpunkt für eine bestimmte Dauer eine bestimmte Wiedernutzung auszuüben Vorprüfung durch die Kommission für Altlasten und Bodenschutz des AAV (ggf. Arbeitsgruppe ) Entscheidung über Bewilligung einer Maßnahme durch den Vorstand des AAV Weitere Vorgaben zum Verfahren in AAV-Satzung 2013 Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages zwischen AAV und Antragsteller über Art und Inhalt der bewilligten Maßnahme einschließlich Befristung und Begrenzung
reitschaft in sanierte Flächen gefördert und Risiken für kommunale Haushalte reduziert werden. Insoweit kann der durch den AAV einzurichtende Altlastenrisikofonds künftig einen Beitrag zur Verminderung der Freiflächeninanspruchnahme leisten. Die Entscheidung, ob der Altlastenrisikofonds im Einzelfall eine (z. B. zeitlich auf bis zu zehn Jahren begrenzte) Risikoabsicherung übernimmt, trifft der Verband, vertreten durch den Vorstand. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Risikoübernah-
Der Altlastenrisikofonds dient dem Abbau von Hemmnissen beim Flächenrecycling mit dem Ziel der Reduzierung der Flächeninanspruchnahme sowie der Verringerung der Belastungen für kommunale Haushalte durch von Investoren in der Praxis zumeist geforderte Haftungsfreistellungserklärungen. In der Praxis scheuen Investoren oder Banken oft die potenziellen Restrisiken bereits sanierter Altlasten oder die Kostenrisiken des tatsächlichen Sanierungsaufwands noch zu sanierender Flächen. Aus fachlicher Sicht ist dieses befürchtete Restrisiko nach ordnungsgemäßer Sanierung äußerst gering. Bisherige Praxiserfahrungen zeigen, dass zwar in vielen Fällen abstrakt solche Risiken gesehen wurden, aber nur in wenigen Fällen tatsächlich Nachsanierungen erforderlich geworden sind. Mit § 2a AAVG hat der AAV die Möglichkeit erhalten, die von potenziellen Investoren befürchteten Restrisiken nach erfolgreich durchgeführter Sanierung von Altstandorten begrenzt aufzufangen.
me durch den AAV (§ 2a Abs. 3 Satz 2 AAVG). Da § 2a Abs. 4 AAVG zur Konkretisierung der Einzelheiten der Risikoabsicherung durch den Verband auch zum Erlass einer Rechtsverordnung ermächtigt, war zu klären, ob eine Regelung durch Satzung des Verbandes zulässig ist. Insoweit ergab die Prüfung, dass der AAV als Körperschaft des öffentlichen Rechts über die Befugnis verfügt, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben des Verbandsgesetzes seine inneren Verhältnisse in einer Satzung zu regeln. Die Einzelheiten des Altlastenrisikofonds sind Teil der inneren Verhältnisse des AAV im Sinne des Verbandsgesetzes und vom Selbstverwaltungs- und Satzungsrecht des AAV umfasst. Einzelheiten zur Konkretisierung des Altlastenrisikofonds und insbesondere zum Verfahrensablauf sind in § 13 der Ende November 2013 von der Delegiertenversammlung beschlossenen neuen Verbandssatzung geregelt.
Die Bewilligung einer Maßnahme des AAV zur Risikoabsicherung im Einzelfall setzt die Verpflichtung des Antragstellers zur Übernahme eines Eigenanteils in Höhe von mindestens 20 % des abzusichernden Risikos voraus. Auf diese Weise wird eine angemessene Eigenbeteiligung des Antragstellers sichergestellt, um ihn als „Risikoträger“ mit in die Verantwortung zu nehmen. Außerdem muss sich der Antragsteller dazu verpflichten, auf den betroffenen Grundstücken ab einem bestimmten Zeitpunkt für eine bestimmte Dauer eine bestimmte Wiedernutzung auszuüben. Für die Vorprüfung der nach § 2a AAVG i. V. m. § 13 der Verbandssatzung vom Antragsteller zu erteilenden Auskünfte und vorzulegenden Unterlagen ist die beim AAV bereits bestehende und mit hohem Sachverstand ausgestattete Kommission für Altlasten und Bodenschutz vorgesehen, die im Einzelfall eine Arbeitsgruppe einrichten und zu ihren Beratungen auch außerhalb des Verbandes stehende Personen hinzuziehen kann. Im Falle der Bewilligung einer Maßnahme, über die der Vorstand des AAV entscheidet, schließen der AAV und der Antragsteller – unbeschadet der bodenschutzrechtlichen Verantwortlichkeiten – einen öffentlichrechtlichen Vertrag über Art und Inhalt der bewilligten Maßnahmen einschließlich Befristung und Begrenzung.
Aufbau des AAV
Es wäre vielleicht zu kurz gegriffen, es bei der bloßen Aufzählung der dem AAV gesetzlich zugewiesenen Aufgaben zu belassen. Damit bliebe unerwähnt, dass der Verband, wie bereits nach bisheriger Rechtslage, in zunehmendem Maße, beispielsweise bei komplexen Altlastenfällen von Mitgliedern bzw. Mitgliedsunternehmen als Problemlöser häufig Anlass schwieriger oder aufgrund langer Rechtsstreitigkeiten festgefahrener Verhandlungen gefragt wird. Die Problemlösungskompetenz des AAV ist nach Meinung vieler Fachleute unbestritten und kommt auch in der Präambel der neuen Kooperationsvereinbarung zur Flächen- und Altlastenallianz Nordrhein-Westfalen vom 24.10.2012 zum Ausdruck. Der Gesetzgeber des im Frühjahr 2013 geänderten AAV-Gesetzes hat dies dadurch unterstrichen, dass der AAV nunmehr sogar als „integriertes Beratungsund Kompetenzzentrum“ berechtigt ist, seine Mitglieder in fachlichen und rechtlichen Fragen – unter Wahrung des Gebots der Unparteilichkeit staatlichen Verwaltungshandelns – zu beraten und zu unterstützen.
Nachdem es in der ersten Jahreshälfte 2013 gelungen ist, im Hinblick auf die durch die Gesetzesänderung erforderlich gewordene konstituierende Delegiertenversammlung und die Wahl der neuen Verbandsorgane und Gremien neue freiwillige Mitgliedsunternehmen für ein Engagement im neuen AAV zu gewinnen, geht es nun darum, möglichst weitere Wirtschaftsteilnehmer, auch jenseits der bislang im AAV überwiegend vertretenen „klassischen“ Industriezweige zu gewinnen. Erfreulicherweise kann festgestellt werden, dass inzwischen auch bislang nicht im AAV vertretene Branchen ihr Interesse an einer Mitgliedschaft im AAV signalisiert haben bzw. nach Inkrafttreten der erforderlich gewordenen Satzungsänderung inzwischen Mitglied im Verband geworden sind.
Das Kooperationsprinzip fordert im Kern ein Zusammenwirken von Staat und Gesellschaft beim Umweltschutz. Kooperativer Umweltschutz setzt auf freiwillige Lösungen. Das im Frühjahr 2013 fortgeschriebene AAV-Modell führt diesen Gedanken konsequent weiter und setzt die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit von Staat und privater Wirtschaft bei Flächenrecycling und Altlastensanierung in NordrheinWestfalen fort. Die in dieser Form praktizierte Zusammenarbeit ist in Deutschland bislang einmalig. Sie bietet für Nordrhein-Westfalen als dicht besiedeltem und bevölkerungsreichem Industrieland im Hinblick auf Zukunftsaufgaben wie Flächenentwicklung eine große Chance, die es weiter zu entwickeln gilt.
Flächenrecycling und Altlastensanierung –
Projektbeispiele aus dem Jahr 2013
Maßnahmenplan des AAV (Stand 07.01.2014)
Projekt-Nr. Projektname	 7003 7005 7009 7014 7016 7024 7034 7040 7041 7042 7046 7048 7049 7052 7056 7057 7060 7063 7065 7066 7067 7068 7070 7071 7073 7074 7075 7076 7077 7078 7079 7080 7083 7084 7086 7087 7088 Ehemalige Zeche und Kokerei Massen ¾ in Unna	 Ehemalige Färberei und Großwäscherei Salzbergener Straße in Rheine 	 Rhenania-Halde in Stolberg-Atsch	 Ehemalige Schachtanlage und Kokerei Rheinpreußen IV in Moers	 Ehemalige Knochenmühle Brand in Langenfeld	 CKW-Grundwasserschaden Bahnstraße in Kaarst-Büttgen	 Altlablagerung „An der Schlinke“ in Witten-Annen	 Ehemalige Industriewäscherei Hünerbein in Düren	 Ehemalige Metallverarbeitungsfirma Susan in Netphen	 Chemische Reinigung Hemesath in Kempen	 Gewerbestandort Bahnhof Lüdenscheid Mitte in Lüdenscheid	 Ehemalige Dachpappenfabrik Dr. Kohl in Dorsten	 Grundwasserverunreinigung Hilden/Benrath	 Metallwarenfabrik August de Haer in Troisdorf	 Altdeponie Brandheide in Castrop-Rauxel	 Ehemalige Büromöbelfabrik Fermata in Welver	 Ehemalige Dachpappenfabrik Therstappen in Neuss	 Ehemalige chemische Großreinigung Froitzheim, in Krefeld	 Galvano Fischer in Remscheid	 Habbecketal in Lennestadt	 Ehemaliges Gaswerk Dessauer Straße in Mönchengladbach-Rheydt LCKW-Grundwasserverunreinigung in Schwalmtal-Waldniel	 Gewerbebrache Bahnhofshinterfahrung in Hagen	 PFT-Verunreinigung „Lager 61“ in Düsseldorf-Gerresheim	 Textilreinigungsbetrieb Nagelschmidt in Rheine	 Ehemalige Galvanik Blasberg in Remscheid	 Ehemaliges Gaswerk Roitzheimer Straße in Euskirchen	 Ehemalige Chemische Reinigung Kotzenberg in Lage	 Altablagerung „Gauhes Wiese“ in Eitorf/Sieg	 Ehemalige ORION-Werke in Ahlen	 Ehemalige Mülldeponie Ellinghorst in Gladbeck	 Ehemalige Metallwarenfabrik Christophery in Iserlohn	 Ehemalige Metallwarenfabrik Pingel in Sundern	 Thurmfeldareal in Essen	 Ehemalige chemische Reinigung Reibnitz in Herten	 Grundwasserschaden Marktbrunnen in Bad Salzuflen	 Ehemalige Wurfscheibenschießanlage in Remscheid-Tente Anmeldende Behörde	 Kreis Unna	 Kreis Steinfurt	 StädteRegion Aachen Kreis Wesel	 Kreis Mettmann	 Rhein-Kreis Neuss Ennepe-Ruhr-Kreis	 Kreis Düren	 Kreis Viersen	 Stadt Lüdenscheid/ Märkischer Kreis	 Kreis Recklinghausen	 Kreis Mettmann	 Rhein-Sieg-Kreis	 Kreis Recklinghausen	 Kreis Soest	 Rhein-Kreis Neuss	 Stadt Krefeld	 Stadt Remscheid	 Kreis Olpe	 Stadt Mönchengladbach	 Kreis Viersen	 Stadt Hagen	 Stadt Düsseldorf	 Kreis Steinfurt	 Stadt Remscheid	 Kreis Euskirchen	 Kreis Lippe	 Rhein-Sieg-Kreis	 Kreis Warendorf	 Stadt Gladbeck/ Kreis Recklinghausen Stadt Iserlohn/ Märkischer Kreis	 Hochsauerlandkreis Stadt Essen	 Kreis Recklinghausen	 Kreis Lippe	 Stadt Remscheid	 AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW schädliche Bodenveränderung AA AS AS mit GW AS mit GW AS mit GW AA mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW LB mit GW AA mit GW AS mit GW AS oder AA mit GW AS mit GW AS mit GW LB mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW AA mit GW AS mit GW Art der Altlast AS mit GW AS mit GW AA mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW AA mit GW AS mit GW AS mit GW
Kreis Siegen-Wittgenstein	 AS mit GW
Projekt-Nr. Projektname	 7089 7091 7092 7093 7094 7095 7096 Ehemalige chemische Reinigung Schlöp in Nettetal	 Ehemaliges STRABAG-Areal in Soest	 Ehemaliges Gaswerk Süchteln in Viersen	 Ehemalige Ziegeleistandorte in Leverkusen-Rheindorf	 Altstandort Marscheidstraße in Wickede	 Bodenbelastungsgebiete Wohngärten in Duisburg-Süd	 Ehemalige chemische Reinigung Neue Torstraße in Lemgo
Anmeldende Behörde	 Kreis Viersen	 Kreis Soest	 Stadt Leverkusen	 Kreis Soest	 Stadt Duisburg	 Kreis Lippe
Art der Altlast AS mit GW AS mit GW AS oder AA mit GW AS AA AS mit GW
Stadt Viersen/Kreis Viersen AS mit GW
Bergbauliche Altlasten
Projekt-Nr. Projektname	 			 6001 6002 Tagebau Dom-Esch in Euskirchen	 Bergehalde Beythal in Düren	 Anmeldende Behörde	 Bezirksregierung Arnsberg Bezirksregierung Arnsberg Art der Altlast AS mit GW AS mit GW
Projekt-Nr. Projektname	 7001 7004 7006 7007 7008 7010 7011 7012 7015 7018 7019 7020 7022 7023 7025 7026 7027 7029 7030 7031 7032 7035 7036 Schönebecker Schlucht/ehemaliger chemischer Kleinbetrieb Fa. Heßling in Essen (abgeschlossen) Ehemalige Großwäscherei Ferster in Bornheim-Roisdorf (abgeschlossen)	 Ehemalige Wäscherei und Chemische Reinigung Hoff in Hilden (abgeschlossen)	 Ehemalige Großwäscherei „An der Waldesruh“ in Mönchengladbach (abgeschlossen)	 Elektrochemische Fabrik in Kempen (ECF) (abgeschlossen)	 Ehemalige chemische Fabrik Rüsges & Co. in Eschweiler (abgeschlossen)	 Ehemalige Schachtanlage und Kokerei Emscher in Essen (abgeschlossen)	 Ehemalige Weberei Goost in Steinfurt-Borghorst (abgeschlossen)	 Pilotvorhaben zum mikrobiologischen In-situ-Abbau von LCKW am Standort „Große Holtforth“ in Kamp-Lintfort (abgeschlossen) Ehemaliges Chemikalienlager der Fa. Kertess in Bocholt (zurückgestellt/abgeschlossen)	 Ehemalige Zinkhütte Eppinghofen in Mülheim an der Ruhr (abgeschlossen)	 Ehemalige Gerberei Imsande in Halle (Westf.)(abgeschlossen)	 Ehemalige Dachpappenfabrik der Fa. Ranke in Dortmund (abgeschlossen)	 Ehemalige Chemische Reinigung Volz in Mönchengladbach-Giesenkiese (abgeschlossen)	 Ehemaliges Werksgelände der Fa. UNION in Werl (abgeschlossen)	 Arsenschadensfall III Real- und Sonderschule in Bonn-Beuel (abgeschlossen)	 Tankstelle Heeger in Hörstel-Dreierwalde (abgeschlossen)	 Gewerbegebiet Brügge in Lüdenscheid (abgeschlossen) Holz- und Imprägnierwerk Strasser in WillebadessenBorlinghausen (abgeschlossen)	 Baaske Hartchrom in Wuppertal (abgeschlossen)	 Lackfabrik Brocolor in Gronau (abgeschlossen)	 Ehemaliger Metallverarbeitungsbetrieb Wortmann in Iserlohn abgeschlossen)	 Ehemaliges Militärgelände Camp Pirotte in Aachen-Brand (abgeschlossen)	 Stadt Aachen	 AS Kreis Höxter	 Stadt Wuppertal	 Kreis Borken	 Stadt Iserlohn/ Märkischer Kreis AS mit GW AS mit GW LB mit GW AS mit GW Stadt Bonn	 Kreis Steinfurt	 Märkischer Kreis AA AS mit GW AS Stadt Mönchengladbach 	 AS mit GW Stadt Werl	 AS mit GW Stadt Dortmund	 AS mit GW Stadt Mülheim	 Stadt Halle (Westf.)	 AS AS Kreis Borken	 AS mit GW Kreis Wesel	 AS mit GW Kreis Steinfurt	 AS mit GW Stadt Essen	 AS mit GW StädteRegion Aachen	 AS mit GW Stadt Mönchengladbach	 Kreis Viersen	 AS mit GW AS mit GW Kreis Mettmann	 AS mit GW Rhein-Sieg-Kreis	 AS mit GW Stadt Essen	 AS mit GW Anmeldende Behörde	 Art der Altlast
Projekt-Nr. Projektname	 7037 7038 7039 7043 7044 7045 7047 7050 7051 7053 7054 7055 7058 7059 7061 7062 7064 7069 7082 Ehemalige chemische Reinigung Schaefer in Mönchengladbach-Rheydt (abgeschlossen)	 Ehemalige Galvanik Goldau in Solingen - Ohligs (abgeschlossen)	 Ehemalige Büdericher Ziegelwerke in Wesel-Büderich (abgeschlossen)	 Ehemalige Galvanik Greitemann in Olpe (abgeschlossen)	 Ehemalige Wäscherei und chemische Reinigung Raupach in Gladbeck (abgeschlossen)	 Ehemalige Warps-Spinnerei II in Borghorst (abgeschlossen)	 Ehemaliges Werksgelände der Dachpappenfabrik Raschig in Bochum (abgeschlossen) Sägewerk Stellberg in Overath (abgeschlossen)	 Ehemalige chemische Reinigung Schurmann in Hamm (abgeschlossen)	 Ehemalige chemische Großreinigung Helmrich in Hamm (zurückgestellt/abgeschlossen)	 Ehemalige Zeche und Kokerei Prosper I in Bottrop (abgeschlossen)	 Gewerbepark Münsterbusch in Stolberg (zurückgestellt)	 Altablagerung „Am Welschenhof“ in Duisburg (abgeschlossen)	 Ehemalige Gießerei Görges in Ennigerloh (zurückgestellt)	 Ehemalige Zeche und Kokerei Julia in Herne (zurückgestellt/abgeschlossen)	 Gaswerk Sedanstraße/Stadtumbaugebiet City West in Hamm (abgeschlossen)	 Ehemalige Färberei Kuhlen / Grundschule Schlebusch in Leverkusen (abgeschlossen)	 Ehemalige Dachpappenfabrik Westermann in Minden (abgeschlossen)	 Ehemalige Seidenweberei Schniewind in Heek (abgeschlossen)
Art der Altlast
Stadt Mönchengladbach	 Stadt Solingen	 Kreis Wesel	 Kreis Olpe	 Kreis Recklinghausen	 Kreis Steinfurt	 Stadt Bochum
AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW
Rheinisch-Bergischer Kreis	 LB mit GW Stadt Hamm	 Stadt Hamm	 Stadt Bottrop	 StädteRegion Aachen	 Stadt Duisburg	 Kreis Warendorf	 Stadt Herne	 Stadt Hamm	 Stadt Leverkusen	 Kreis Minden-Lübbecke	 Gemeinde Heek/ Kreis Borken AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW AA mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS AS mit GW
Legende: Verwendete Abkürzungen: AA = Altablagerung AS = Altstandort LB = Laufender Betrieb GW = Grundwasserverunreinigung Die Projektnummern implizieren nicht die Reihenfolge nach Prioritäteneinstufung
Sanierung des Standortes einer ehemaligen chemischen Reinigung durch
überschnittene Großlochbohrung
Das 2.845 m² große Betriebsgelände einer chemischen Reinigung, die von 1959 bis 2010 als chemische Reinigung in Betrieb war, liegt ca. 300 m süd-westlich der Kempener Innenstadt in einem städtischen Mischgebiet. Im direkten Umfeld des Standortes befinden sich Wohnhäuser mit Gärten und einige Gewerbestandorte. Durch den betriebsbedingten Verlust von CKW (Perchlorethen) infolge nicht gekapselter Waschanlagen hat die chemische Reinigung während des jahrzehntelangen Betriebes einen massiven CKW-Schaden im Boden und im Grundwasser verursacht. Der Betrieb der Chemischen Reinigung wurde im Mai 2010 wegen Insolvenz eingestellt. Das Grundstück wurde von der Stadt Kempen erworben,
Als vorlaufende Maßnahme zur Sanierungsuntersuchung wurden 2010 die ehemaligen Betriebsgebäude der chemischen Reinigung bis zur Oberkante der Bodenplatte abgerissen und der Keller des ehemaligen Hauptgebäudes mit RC-Material verfüllt. Die Abbruchmaßnahme wurde im Jahresbericht 2010 vorgestellt. Bei umfangreichen Sanierungsuntersuchungen wurden die Schadstoffbelastungen sowohl horizontal als auch vertikal ermittelt. Im Ergebnis wurden dabei ein Kernschaden im Bereich der ehemaligen Reinigungsanlagen sowie ein Sekundärschaden im Bereich der Straße herausgearbeitet.
die dort nach abgeschlossener Sanierung eine Wohnbebauung plant.
Abbildung 1: Überschnittene Großlochbohrung in der Sanierungszone Das Sanierungskonzept aus dem Jahre 2010 sieht schwerpunktmäßig Maßnahmen zur Sanierung des Kernschadens vor, um den weiteren Schadstoffaustrag wirksam zu unterbinden. Als Vorzugsvariante wurde zur Dekontamination der hoch belasteten Böden das Verfahren der Großlochbohrung ausgewählt, das weitgehend erschütterungsfrei arbeitet. Umfangreiche Erfahrungen mit diesem Sanierungsverfahren liegen aus zwei anderen AAV-Projekten vor. Da eine Bodenaustauschmaßnahme für den Sekundärschaden wegen der dort verlaufenden Kanalsysteme nicht in Betracht kommt, wird derzeit zur Sanierung des Sekundärschadens zusätzlich eine In-situ-Maßnahme vorbereitet. Abbildung 2: Enttrümmerung der Fundamentreste
Die Bodensanierung (Kernschaden) umfasste nachfolgend genannte Teilmaßnahmen: Rückbau der Bodenplatte der ehemaligen Betriebsgebäude (Abbildung 2) und eines unterirdischen Tanks (Abbildung 3), Voraushub bis 3 m unter Geländeoberkante, Einbau einer Tagschicht zur Herstellung der notwendigen Abbildung 3: Rückbau des Erdtanks Tragfähigkeit für das Großlochbohrgerät, Aufbau einer Rampe von der Grube bis auf Geländehöhe, Bodenaushub mittels überschnittener Großlochbohrung (max. 11 m u. GOK) auf der Grundlage eines standortangepassten Bohrrasterkonzeptes (Abbildungen 1 und 4), Verfüllung der Bohrlöcher mit unbelastetem (verdichtungsfähigem) Boden (Abbildung 5), Abbildung 4: Großlochbohrung in der Sanierungszone Entwässerung des ausgebohrten Bodens, Externe Entsorgung / Verwertung des belasteten Bodens, Wiederverfüllung der Baugrube (Voraushub). Vor der Bodensanierung wurde der Sanierungsbereich in einem dichten Raster sondiert und die Kampfmittelfreiheit für die geplante Großlochbohrung gewährleistet.
Abbildung 5: Verfüllung der Bohrlöcher mit unbelastetem Boden
Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung, die einen Bohrdurchmesser von 1,4 m vorsah, wurde ein geringerer Durchmesser zur Ausführung gebracht, da die Nutzung eines kleinen und beweglichen Bohrgerätes bei einer vergleichsweise kleinen Baugrube technische Vorteile besitzt. Im Schnitt wurden während der Großlochbohrung pro Tag zwischen 6 und 8 Bohrungen durchgeführt, so dass die Wahl des kleineren Bohrgerätes sich nicht nachteilig auf den Bauzeitenplan auswirkte. Die Bohrungen wurden entsprechend der in der Sanierungsuntersuchung festgestellten vertikalen Schadstoffverteilung zwischen 6 und 11 m u. GOK abgeteuft. Aufgrund der im Vorfeld der Bodensanierung erfolgten Öffentlichkeitsarbeit mit Informationen zur Maßnahme wurde eine größtmögliche Akzeptanz bei den betroffenen Anwohnern hinsichtlich der unvermeidlichen Geräuschentwicklung während der Großlochbohrung erzielt. Die auf dem Altstandort bereits existierende Strippanlage (10 m³/h) wurde während der Bodensanierung sowohl für die Abstromsicherung – hierzu wurden an der Grundstücksgrenze Vakuumlanzen platziert (Abbildung 6) – als auch zur Abreinigung des anfallenden Abtropfwassers des Bohrgutes und des Austauschwassers aus den Großlochbohrungen eingesetzt. Um ein Zusetzen der Strippanlage und damit Stillstandzeiten während der Bodensanierung zu vermeiden, wurden die Schwebstoffe im kontaminierten Wasser über eine ausreichend bemessene Sedimentationsstrecke entfernt (Abbildung 7). Abbildung 7: Aufbau der Sedimentationsstrecke Abbildung 6: Erstellung der Vakuumlanzen zur hydraulischen Sicherung
Der Umfang der Bodensanierung wird deutlich bei der Bilanzierung der angefallenen Massen:
Bodenaushub bis 3 m u. GOK	 Wiederverfüllung Voraushub	 Bodenaustausch Großlochbohrung	 Entsorgung / Verwertung Z 1.2	 Entsorgung von höher belasteten Böden (100 mg/kg<1.000 mg/kg)	 Entsorgung von Beton / Bauschutt LAGA Z 1.2
2.030 m³ 1.800 m³ 1.350 m³ 1.850 m³
Entsorgung von gering belasteten Böden (< 100 mg/kg) 2.260 t 1.690 t 2.050 t
Nach aktuellen Untersuchungsergebnissen von Wasserproben der Grundwassermessstellen an der Grundstücksgrenze ist davon auszugehen, dass nur noch geringe CKW-Belastungen in Höhe von max. 100 µg/l im unmittelbaren Abstrom der sanierten Fläche (Grundstücksgrenze) existieren. Dagegen zeigen die bis zu 6.000 µg/l hohen CKW-Belastungen nach wie vor einen Sanierungsbedarf für den Sekundärschaden im Einfahrtsbereich an der Straße. Um ein weiteres Ausbluten des Sekundärschadens zu verhindern, soll in 2014 eine gezielte In-situ-chemische Oxidation (ISCO) der Schadstoffe durch Infiltration eines Oxidationsmittels (Natriumpermanganat) erfolgen. Bei erfolgreichem Verlauf kann zukünftig auf weitere hydraulische Maßnahmen im Bereich des Standortes verzichtet werden.
Obwohl durch die Bodensanierung der ehemalige Eintragsherd verschwunden ist, ist nach wie vor der weitere Abstrom zum Altstandort mit CKW belastet. In einem mehrwöchigen Pumpversuch wird aktuell die Schadstoffentwicklung nochmals eingehend überprüft, um Planungsdaten und Entscheidungsgrundlagen für eine optional vorgesehene hydraulische Maßnahme in der CKWFahne zu schaffen.
Ein Beispiel für gelungenes Flächenrecycling – das Gelände des ehemaligen Gaswerks
Sedanstraße in Hamm
Zukünftiger Blick in den Garten
von Dr. Rita ehemaligen Gaswerks ist ein gutes Bettmann
Beispiel für die Möglichkeiten, die
Das rund 11.400 m² große Areal des
Die Verunreinigungen befanden sich insbesondere auch unterhalb der aufstehenden Gebäude.
sich durch ein gelungenes Flächenrecycling für innenstadtnahe Grundstücke bieten. Auf dem zu gut 90 % versiegelten Gelände, das in exponierter Lage mitten in der Innenstadt von Hamm liegt, befanden sich, nachdem das Gaswerk aus dem 19. Jahrhundert stillgelegt und abgerissen worden war, die Gebäude des ehemaligen Stadtbades, der ehemaligen Feuerwehrleitstelle sowie der ehemaligen Schaltzentrale des Energieversorgungsunternehmens der Stadtwerke Hamm. Seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts lag das Gelände brach und wurde zuletzt provisorisch als Parkplatz genutzt.
Zur Sanierung der Bodenbelastungen war zunächst der komplette oberirdische Rückbau der Gebäude erforderlich. Für den Abbruch aller Gebäude wurde ein Rückbaukonzept erarbeitet, die fachgerechte Entsorgung der Baustoffe (z. B. asbesthaltige Materialien) wurde gutachterlich begleitet.
Altlastenuntersuchungen in den Jahren 1994-2009 zeigten flächenhafte und zum Teil tief reichende Kontaminationen mit gaswerktypischen Schadstoffen wie polycyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) im Boden und im Grundwasser. Das Gelände vor der Sanierung im Jahr 2010
Dann erfolgte der Bodenaustausch in den Sanierungsbereichen. Erst nach dem Rückbau des ehemaligen Schwimmbades zeigte sich, dass sich auch unterhalb des Schwimmbeckens starke und flächenmäßig ausgedehnte Bodenverunreinigungen befanden. Dieser Bereich konnte vorab aufgrund der Mächtigkeit des Betonbeckens und der darunter liegenden Fundamente nicht durchbohrt und untersucht werden. AußerAbbruch der alten Gebäude dem war im Rahmen der historischen Erkundung des Standortes nicht davon auszugehen, dass sich hier Betriebsanlagen des ehemaligen Gaswerks befanden. Auch ein Teil der anderen, bekannten Sanierungsbereiche erwies sich als größer als vorab angenommen. Insgesamt mussten statt der zunächst geschätzten 5.000 Tonnen Boden letztendlich ca. 12.000 Tonnen Boden ausgekoffert und entsorgt werden. Trotz der durch diese Mehrarbeiten bedingte siebenwöchige Verlängerung der Bauzeit von Juli 2010 bie Mai 2011 konnte der Kostenrahmen eingehalten werden. Die Bauarbeiten am neuen Museumsquartier schreiten rasch voran
Mengenbilanzen und Urban Mining
Eine besondere Bedeutung bei diesem Projekt hatte die Ressourcenschonung; denn viele Materialien, die auf der Baustelle beim Abbruch und bei der Sanierung anfielen, wurden auf ihre Wiederverwertbarkeit hin überprüft. Schadstofffreier Beton- und Ziegelbruch wurde vor Ort aufbereitet und z. B. zur Verfüllung von Baugruben wieder eingebaut.
Das Museumsquartier in Hamm Beim Abbruch und der Sanierung des Geländes fielen insgesamt rund 21.500 Tonnen Bauschutt an, von denen 16.000 Tonnen direkt wieder auf der Baustelle eingebaut werden konnten. Gut 5.000 Tonnen konnten anderweitig einer Verwertung zugeführt und 500 Tonnen mussten aufgrund ihrer Belastung mit Schadstoffen in geeigneten Anlagen beseitigt werden. Eine ganze Reihe weiterer Wertstoffe konnte ebenfalls verwertet werden. Dazu zählen neben 31,5 Tonnen Aluminium und 3,4 Tonnen Kupfer aus Kabeln, gut eine Tonne Zinkbleche, die von Dachrinnen, Verblendungen oder Fallrohren stammten. Selbst 162 Fenster aus den alten Gebäuden wurden vor dem Abbruch ausgebaut und fanden andernorts eine neue Verwendung. Mit der Sanierung des Grundstücks wurde ein Hemmschuh innerstädtischer Entwicklung beseitigt. Das Gelände wurde bereits vier Monate nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an einen Investor veräußert, der auf Die Kosten der Sanierungsmaßnahme betrugen rund 2,4 Mio. Euro, die sich die Vertragspartner teilten. Ein Großteil der Kosten wurde durch den Verkauf des Geländes an einen Investor refinanziert.Der Erlös für das Grundstück deckt annähernd die Kosten der Altlastensanierung, so dass der AAV den weitaus größten Teil seiner Aufwendungen erstattet bekam. Der Verband agierte bei diesem Projekt als Maßnahmenträger. Alle Entscheidungen wurden – auch im Hinblick auf die Neunutzung – in enger Abstimmung mit der Stadt und den Stadtwerken Hamm getroffen.
Kosten und die Zukunft des Geländes
Grundlage für die Sanierungsarbeiten bildete ein öffentlich-rechtlicher Vertrag, den die Stadt und die Stadtwerke Hamm im Jahr 2010 mit dem AAV abgeschlossen hatten.
dem Standort aktuell ein attraktives, neues Stadtquartier, das sogenannte „Museumsquartier“ baut. Bereits im Herbst 2014 soll der erste Bauabschnitt fertiggestellt sein. Mitte 2015 beginnen die Arbeiten für den nächsten Bauabschnitt.
artenschutzrechtlichen Schutzmaßnahmen
Effizienzkontrolle von
nach der Sanierung einer ehemaligen Galvanik in Wuppertal
von Dr. Beatrix Haglauer-Ruppel
In den Jahren 2010 und 2011 wurde durch den AAV zusammen mit der Stadt Wuppertal die Sanierung eines ehemaligen Galvanikstandorts durchgeführt. Die Sanierung war erforderlich, da sowohl im Boden als auch im Grundwasser erhebliche Belastungen mit galvaniktypischen Schadstoffen, wie z. B. Chrom, Nickel und PFT nachgewiesen wurden. Hauptbelastungsparameter war Chrom, wobei lösliches Chrom nahezu vollständig als Chrom VI vorlag. Als Sanierung wurde ein Bodenaustausch des Kernschadens durchgeführt. Vorher war das Betriebsgebäude zurückzubauen, dessen Mauerwerk und Bodenplatten ebenfalls zum Teil massiv mit Schadstoffen belastet war. Das zu sanierende Grundstück lag zum größten Teil in einem Landschaftsschutzgebiet mit unterschiedlichen und kleinräumig wechselnden Biotoptypen und einer hohen Struktur- und Artenvielfalt. Schon zu Beginn der Sanierungsuntersuchung wurde die weitere Vorgehensweise und die Planungen mit der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Wuppertal abgestimmt, so dass bereits parallel zu den noch erforderlichen Altlastenuntersuchungen auch ein artenschutzrechtlicher Fachbeitrag nach § 42 BNatSchG durch die Biologische Station Mittlere Wupper erstellt wurde, für den auch vor-Ort-Untersuchungen
Vegetationsschäden südlich des Betriebsgebäudes
zu Fauna und Flora erforderlich waren.
Hierbei wurde das Vorkommen besonders geschützter Arten nach § 10 BNatSchG („planungsrelevante Arten“) geprüft sowie alle Biotoptypen der Sanierungsfläche und ihrer Umgebung aufgenommen. Im Dezember 2009 wurde der artenschutzrechtliche Fachbeitrag fertiggestellt, in dem Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen benannt wurden, die bei der weiteren Projektabwicklung berücksichtigt wurden, um die Eingriffe in die Natur möglichst gering zu halten: Das rückzubauende Betriebsgebäude und die im Rahmen der Bodensanierung zu rodenden Bäume wurden auf Fortpflanzungs- und Ruhestätten von Fledermäusen untersucht. Dabei wurden die als potenzielle Fledermausquartiere in Frage kommenden Baumhöhlen vom Bäumen, die gefällt werden mussten, vor der Winterruhe verschlossen, bevor diese Höhlen genutzt werden konnten. Eine Begehung des Betriebsgebäudes fand nochmals kurz vor den Rückbauarbeiten statt. Bereits vor den Bautätigkeiten wurde eine Wanderbarriere um das zukünftige Baufeld herum errichtet, die verhindern sollte, dass Amphibien und Reptilien in das Baufeld einwandern. Darüber hinaus wurden Amphibien und Reptilien aus dem zukünftigen Baufeld umgesiedelt. Schluchtwaldfragment und Quellsiefen im Westteil des ehemaligen Betriebsgeländes Ausdehnung des Landschaftsschutzgebietes (in grün dargestellt)
Im Bereich der zukünftigen Baustraße befand sich eine Fichte, die nach Gewölle- und Federfunden als Schlafplatz eines Schleiereulenmännchens identifiziert wurde. Noch bevor der Baum gefällt wurde, führte die Biologische Station Mittlere Wupper eine Begehung des Umfeldes durch, um geeignete Standorte für einen Ersatzschlafplatz zu ermitteln. Letztendlich wurde dieser in der Scheune eines in der Nähe befindlichen Bauernhofes geschaffen. Wanderbarriere für Amphibien und Reptilien
„Umgesiedelte“ Blindschleichen und junge Ringelnattern Die Rodung und das Freischneiden von Gehölzen fand ausschließlich außerhalb der Fortpflanzungszeiten statt. Nach Abschluss der Baumaßnahme wurde das Gelände in den Bereichen, in denen gerodet werden musste, wieder rekultiviert bzw. aufgeforstet. Auf der sanierten Fläche wurden Steinhaufen und südexponierte Totholzhaufen aus dem Rodungsgut angelegt. Diese Maßnahmen kommen insbesondere den auf Kleinstrukturen angewiesenen RepDie wiederverfüllte Baugrube wurde mit Erosionsschutzmatten abgedeckt, die mit autochthonen Gräsern bzw. mit einer gebietsindigenen Magerwiesenvegetation angesät waren.
tilien und Amphibien sowie totholzbesiedelnden Insekten zugute.
Verlegung der Erosionsschutzmatten und Totholzhaufen
Verlegung der Steinhaufen auf dem Sanierungsareal Während der gesamten Maßnahme fand eine artenschutzrechtliche Baubegleitung durch die Biologische Station Mittlere Wupper statt. Im Sommer 2010 wurden die Baumaßnahmen vor Ort abgeschlossen, die Wanderbarriere für die Amphibien und Reptilien wurde zurückgebaut. Die Fläche ist seitdem wieder sich selbst überlassen.
Im Jahr 2012 wurde die Biologische Station Mittlere Wupper beauftragt, eine Effizienzkontrolle der artenschutzrechtlichen Schutzmaßnahmen durchzuführen. In Zusammenfassung der Ergebnisse der durchgeführten Bestandskontrollen insbesondere zu Amphibien, Reptilien, Schmetterlingen, Libellen, Heuschrecken und zur Schleiereule sowie zur Flora lässt sich der Effekt der im Rahmen der Altlastensanierung auf dem ehemaligen Betriebsgelände durchgeführten Artenschutzmaßnahmen überwiegend positiv bewerten. Auf den zuvor bebauten und versiegelten Teilbereichen ist eine klare naturschutzfachliche Verbesserung der Situation erfolgt. Durch die Vergrößerung der Grünlandfläche im Zuge des Bodenaustausches, des Abbruchs der Betriebsgebäude und der damit verbundenen Entsiegelung von Flächen wurde der nun bestehende Biotopkomplex aus Offenland, Waldrand und halboffenen, durch Gebüsch geprägte ÜbergangsbeEhemalige Sanierungsfläche im Sommer 2012 reiche in der heute bestehenden Flächengröße und Barrierefreiheit erst geschaffen. Angemessene Flächengrößen sind grundsätzlich ein wesentliches Qualitätsmerkmal bei der Bewertung von Flächen aus naturschutzfachlicher Sicht, da nur auf diese Weise das Erreichen der Minimalgröße von Tier- aber auch von Pflanzen-Populationen überhaupt erst ermöglicht wird.
Darüber hinaus weist die ehemalige Sanierungsfläche folgende Qualitätsmerkmale auf: Die Fläche hat eine angemessene Größe, um ein trockenes Mikroklima zu gewährleisten. Die Fläche ist durch ihre Hanglage und durch ihre Südexposition wärmebegünstigt. Es besteht ein sehr ausgeprägter und strukturreicher Waldrand im Übergang zu den angrenzenden Gehölzen. Die barrierefreie Vernetzung zum von Wald und Wiesen geprägten Umland ist gut, so dass die Fläche insbesondere durch Reptilien und Amphibien wieder zurückerobert wird. Am Nordrand der Fläche findet sich ein durch lockere Gebüsche geprägter halboffener und lichtreicher Grünland/Wald-Über gangsbereich (= hoher sogenannter Grenzlinienanteil). Solche Strukturen sind in der Landschaft heute sehr selten. Stein- und Totholzhaufen dienen der weiteren Erhöhung der Strukturvielfalt. Durch den Strukturreichtum ist die Fläche sehr insektenreich und stellt (wieder) eine Nahrungsquelle z. B. für Fledermäuse dar. Die Fläche hat trotz Ortsnähe eine hohe Ruhequalität (Ruheplätze von Rehen). Die Schleiereule hat ihren Ersatzschlafplatz allerdings (bisher) nicht angenommen.
Der Effekt der durchgeführten Artenschutzmaßnahmen ist somit als positiv zu bewerten. Insbesondere für die Situation der untersuchten Insektengruppen Schmetterlinge und Heuschrecken, aber auch für die Flora ist eine Stabilisierung oder Verbesserung der Situation von 2013 gegenüber 2009 ableitbar. Die Gesamtkosten der Sanierung (Gebäuderückbau und Bodensanierung) betrugen ca. 1,5 Mio. €; davon betrugen die Kosten für die artenschutzrechtlichen Maßnahmen (Wanderbarriere, artenschutzrechtlicher Fachbeitrag, artenschutzrechtliche Baubegleitung etc.) ca. 10 % – ein Betrag, der es wert sein dürfte, um die Eingriffe in die Natur und deren Konsequenzen möglichst gering zu halten.
Altstandort einer ehemaligen chemischen Reinigung in Lage
Durchführung von Sofortmaßnahmen und ergänzende Sanierungsuntersuchung
von Dr. Engelbert Müller
Auf dem rund 2.300 m2 großen Gelände der ehemaligen Färberei und chemischen Reinigung C.R.E. Kotzenberg in Lage wurde bereits seit 1874 zunächst eine Färberei und in der Folgezeit eine chemische Reinigung betrieben. Nach der teilweisen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sind die wiederaufgebauten Betriebsgebäude der chemischen Reinigung dann in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts endgültig abgerissen worden. Heute ist der Standort mit Reihenhäusern sowie einem größeren Wohn- und Geschäftshaus bebaut. Eine bestehende Belastung des Luftbild des heutigen Standorts Untergrunds durch den chlorierten Kohlenwasserstoff Perchlorethylen (PER) wurde im Rahmen von im Jahr 2007 durchgeführten Untersuchungen erstmals im Boden, in der Bodenluft und im Grundwasser festgestellt. In den Folgejahren wurden dann weitere Arbeiten zur näheren Eingrenzung des Schadens ausgeführt. In der Bodenluft wurden hierbei Per-Gehalte von bis über 2.900 mg/m3 festgestellt. Auf dem ehemaligen Standort wurde zudem im Grundwasser PerchlorethylenGehalte von bis zu 150 mg/l im Rahmen von Direct-push-UnterSchrägluftbild des Standorts aus dem Jahr 1970 suchungen ermittelt. In Grundwassermessstellen wurden Werte von maximal 2.740 µg/l gemessen. Hieraus wird deutlich, dass sich der Schaden bis in die gesättigte Bodenzone ausgedehnt hat.
Bei den durchgeführten Untersuchungen des Bodens im unmittelbaren Abstrom des Standorts wurde zudem eine maximale Belastung von bis zu 1.100 mg/kg Trockensubstanz gefunden, wobei aber die anderen ermittelten Werte deutlich unter diesem Niveau liegen. Die gefundenen, zum Teil erheblichen Belastungen machen die Durchführung von Maßnahmen zur Reduzierung der Perchlorethylen-Verunreinigung in Boden, Bodenluft und Grundwasser erforderlich. In einigen der neu errichteten Häuser wurde zudem bei der Untersuchung der Raumluft eine Belastung mit PER festgestellt. Im Rahmen einer umweltmedizinisch-toxikologischen Überprüfung und Bewertung der gemessenen Daten wurde die Empfehlung ausgesprochen, durch geeignete Maßnahmen eine Verbesserung der Qualität der Innenraumluft zu erreichen. Zu diesem Zweck wurde eine Bodenluftabsauganlage installiert. Diese wurde im September 2013 in Betrieb genommen. Bereits nach kurzer Zeit war eine deutliche Reduktion der Konzentration an PER in der Bodenluft festzustellen. Auch in der Raumluft der betroffenen Gebäude liegen die Gehalte seit einer Messung im Oktober 2013 zum Teil unterhalb der Nachweisgrenze. Somit wurde das primäre Ziel der Absicherung und des Schutzes der Bewohner bereits erreicht. Blick in die Färberstraße Ehemaliger Standort von der Schötmarschen Straße aus gesehen
Bodenluftreinigungsanlage
Blick in das Innere der Bodenluftreinigungsanlage Neben der als Sofortmaßnahme durchgeführten Bodenluftabsaugung wird eine ergänzende Sanierungsuntersuchung durchgeführt, in deren Rahmen die bestehende Infrastruktur von Bodenluft- und Grundwassermessstellen weiter ausgebaut und vervollständigt wird. Diese dienen dazu, weitere Informationen zur Abgrenzung des durch Perchlorethylen belasteten Bodenbereichs zu sammeln.
Bau von unterirdischen Leitungen zur Bodenluftreinigungsanlage
Durchführung ergänzender Sondierungen Mit den gesammelten Erkentnissen erfolgt im Rahmen der ergänzenden Sanierungsuntersuchung die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie für ein standortspezifisches Sanierungsszenario, welches als Basis für die sich anschließende Sanierungsplanung dienen wird. Aufgrund der Tatsache, dass der Standort auch während der Sanierung bewohnt ist und sich der Schaden zudem auch unterhalb der bestehenden Gebäude befindet, wird für den Standort auch der Einsatz innovativer Sanierungsverfahren geprüft. Mit dem Start der Sanierung wird voraussichtlich im Jahr 2015 gerechnet.
Mikrobiologische In-situ-Sanierung eines
CKW-Schadens in Rheine
Erstellung der Infiltrationspegel (2009)
von Dr. Uwe projekt vorgestellt werden, das der Hoffmann
AAV bereits seit 1993 begleitet hat und in 2013 nach über 20 Jahren beenden konnte. Es handelt sich um die Sanierung eines massiven CKW-Schadens (Hauptverunreinigung Perchlorethen), der durch den langjährigen Betrieb einer 1982 stillgelegten Großwäscherei entstanden ist. Da aufgrund der vorhandenen Bebauung ein Bodenaustausch nur schwer umsetzbar gewesen wäre, wurde eine kombinierte Bodenluftabsaugung und Grundwassersanierung begonnen, mit deren Hilfe über 6.000 kg CKW aus dem Untergrund entfernt werden konnten. Trotz dieses sehr guten Sanierungserfolges und der im Verlauf der Jahre durchgeführten technischen Optimierungsversuche führte die Sanierung zunächst zu keiner wesentlichen
Im Folgenden soll ein Sanierungs-
Zwar wurde durch die hydraulische Sicherungsmaßnahme eine weitere Mobilisierung von Schadstoffen ausgehend vom Standort in Richtung Abstrom verhindert, aber nach mehr als zehn Jahren Sanierungsdauer (pump & treat) wurden nach wie vor CKW-Belastungen > 20.000 µg/l in den Grundwasserbrunnen nachgewiesen. Die hohen Belastungen wurden als Beleg für CKW in Phase interpretiert. Dies führte dazu, dass der AAV auch unterstützende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung der eingeleiteten Sanierung prüfte, um eine Open-end-Maßnahme zu vermeiden. Im Zeitraum 2006 bis 2007 wurde ein Pilotversuch durchgeführt zur gezielten Mobilisierung der CKW in Phase durch die Infiltration von Tensid (Faliten), der allerdings nicht den gewünschten Erfolg brachte.
Verbesserung der Grundwassersituation im Bereich des Standortes.
Aufgrund der dabei festgestellten Abbauprozesse, die durch die Zugabe des Tensids initiiert wurden, wurde anschließend ab 2009 eine mikrobiologische In-situ-Maßnahme umgesetzt. Obwohl die Standortrahmenbedingungen mit der relativ geringen Durchlässigkeit des Aquifers (kf = ca. 10-6 m/s) und der geringen Abstandsgeschwindigkeit von ca. 0,2 m/d keine idealen Voraussetzungen für eine In-situ-Maßnahme bilden, konnte das für den anaeroben Abbau der CKW erforderliche reduktive Milieu mittels Infiltration des Cosubstrates Melasse innerhalb kürzester Zeit geschaffen werden. Die Infiltration der Melasselösung erfolgte dabei in zehn 2“-Injektionspegeln, wobei diese unter Beachtung der Schadstoffverteilung in zwei Tiefen verfiltert wurden. Die Erstellung der notwendigen Infiltrationspegel erfolgte im Bereich der Wohngärten unter sehr beengten Verhältnissen (Abbildung Seite 39).
Die Steuerung und Überwachung des mikrobiologischen CKW-Abbaus erfolgte durch koninuierliche Messung der Parameter Redoxpotenzial und Temperatur mittels Messsonden, die in ausgewählte Pegel platziert wurden. Durch Online-Abfrage der Daten erfolgte die prozesstechnische Kontrolle der Injektionsintervalle und –mengen gemäß den Erfordernissen bei veränderten Milieubedingungen. Seit Beginn der Maßnahme seit Oktober 2009 wurde in vierteljährlichem Rhythmus jeweils etwa 10 m³ einer Melasselösung infiltriert, wobei die Konzentration des Cosubstrates bei ca. 1 % bis 10 % lag. Als vorlaufende Maßnahme musste bei den ersten beiden Kampagnen zunächst mit Wasser eines Referenzstandortes in Schleswig-Holstein, auf dem bereits eine mikrobiologische In-situMaßnahme erfolgreich ausgeführt worden war, angeimpft werden. Laborversuche (Mikrokosmen) und Feldversuche (Mesokosmen) hatten im Vorfeld gezeigt, dass mit den standortangepassten Mikroorganismen kein vollständiger Abbau der chlorierten Kohlenwasserstoffe möglich war und die Abbaukette (Abbbildung unten) auf der Stufe des cis-Dichlorethens stehenblieb.
Energiegewinn bei der reduktiven Dehalogenierung
Aufgrund der festgestellten Versauerung des Grundwassers durch die bei den Abbauprozessen gebildeten organischen Säuren wurde auf eine schwach ausgeprägte Pufferkapazität des Bodens geschlossen, so dass ab Frühjahr 2010 zur gezielten Anhebung des pH-Wertes auch Natriumbicarbonat als Puffer zum Einsatz kam. Zusätzlich wurde ab Mitte 2011 bei den Melasse-Injektionen zusätzlich Bio-Tensid eingesetzt, um eine bessere Verteilung des viskosen Cosubstrates zu erreichen. Bei den aktuellen Injektionen wird eine möglichst anaerobe wässrige Lösung (Standortwasser) mit einem Mischungsverhältnis von 1 % Melasse / 2,5 % NaHCO3 / 0,1% Tensid eingesetzt. Die Entscheidung zum Einsatz einer verdünnten Melasselösung war erforderlich, weil die Injektionspegel sich durch die mikrobiologischen Abbauprozesse und die dabei gebildete Biomasse immer mehr zusetzen, so dass die Aufnahmefähigkeit der Injektionspegel vermindert ist.
Die Sanierungsanlage wurde temporär zur hydraulischen aktiven Unterstützung der Injektionen eingesetzt. Zur Anmischung der Melasselösungen wurde bei den Injektionskampagnen Standortwasser genutzt, um den Sauerstoffeintrag und den Temperatureinfluss zu minimieren. Die durch die Injektion von Melasse induzierten mikrobiologischen Abbauprozesse führten sehr schnell zu einem fast vollständigen Verschwinden des Perchlorethens (PCE). Zunächst wurde temporär eine massive Erhöhung der Schadstoffgehalte an cis-Dichlorethen auf mehr als 100.000 µg/l nachgewiesen, bedingt durch Mobilisierungseffekte des injizierten Cosubstrates. Seit März 2011 sinken auch die cis-Dichlorethen-Konzentrationen, verbunden mit einer starken Zunahme der Vinylchloridkonzentrationen sowie der vollständig dechlorierten Produkte Ethen und Ethan. Wie auch bei anderen Standorten mit einer mikrobiologischen Anwendung zum Abbau der CKW musste allerdings der Anteil von Perchlorethen deutlich unterhalb von 5 % sinken, um auch die weiteren Abbauprozesse bis hin zum Ethen zu ermöglichen. Auch nach der Einstellung der hydraulischen Förderung (2012) wird durch die In-situ-Maßnahme die weitere Mobilisierung von Schadstoffen über den Standort hinaus wirkungsvoll unterbunden. Die aktuelle Aufnahme der Fahne zeigt Verdünnungseffekte im nahen Abstrom, die auf ein Abreißen der Fahne hindeuten (Abbildung Seite 39).
Durch die In-situ-Maßnahme, die seit Dezember 2013 durch den Kreis Steinfurt fortgeführt wird, werden schätzungsweise jährlich etwa 50 - 100 kg CKW verstoffwechselt, was etwa der Menge entspricht, die zuletzt über die hydraulische Maßnahme mit vergleichsweise hohem technischem Aufwand gefördert wurde. Die Sanierungsergebnisse werden aufgrund der Wirksamkeit der In-situ-Maßnahme als sehr positiv bewertet. Der Betrieb der Grundwassersanierungsanlage wurde in 2013 nach über 17 Jahren Betrieb eingestellt und die Anlage komplett abgebaut. Derzeit befindet sich lediglich noch eine diskontinuierlich betriebene Bodenluftabsauganlage in Betrieb, um eine mögliche Anreicherung des toxischen Vinylchlorids in der Raumluft der Wohnhäuser zu unterbinden. Im weiteren Grundwasserabstrom (ca. 800 m vom Altstandort entfernt) wurde 1998 durch Privatunternehmen im Rahmen eines Forschungsvorhabens eine sogenannte Reaktive Wand erstellt, um ein innovatives passives Sanierungsverfahren für den Abbau von CKW zu erproben. Da die 22 m lange Reaktive Wand aus Eisenschwamm (12 m) und Graugusseisengranulat (10 m) lediglich einen geringen Teil der Fahne abdeckt, kann diese allenfalls als Teilmaßnahme ohne viel Wirkung zur Verbesserung der Grundwassersituation gelten. Die Implementierung dieses Verfahrens in die Sanierung des Standortes wurde in einer Sanierungsuntersuchung geprüft, jedoch wegen der dichten Wohnbebauung am Standort und wegen des umfangreichen Leitungssystems entlang der vielbefahrenen Salzbergener Straße als nicht durchführbar verworfen. Demontage Strippanlage (2013) Isokonzenkarte (2013)
Sanierung des Standorts einer ehemaligen chemischen
Reinigung in Kaarst-Büttgen
Diese waren bereits korrodiert und zum Teil ausgelaufen. Als Sofortmaßnahme erfolgte daher die Entsorgung der Fässer und deren Inhalts. Erste Untersuchungen des Standorts zeigten, dass sich die Belastung durch das Perchlorethylen (PER) bereits bis in die gesättigte Bodenzone ausgebreitet hatte. Der Rhein-Kreis Neuss hat zunächst eine ergänzende Sanierungsuntersuchung in Auftrag gegeben, die vom AAV fachtechnisch begleitet wurde. Die damalige Grundstückseigentümerin wurde finanziell an den Kosten dieses und der nachfolgenden
Im Jahr 2001 am Standort aufgefundenes Fass mit PER-Rückständen
Zu Beginn der 1990er Jahre wurden in einem Wasserwerk im Rhein-Kreis Neuss erste Anzeichen von Schadstoffen im Rohwasser festgestellt. Zu deren Entfernung wurden unmittelbar am Wasserwerk Aktivkohlefilter in Betrieb genommen. Parallel leitete der Rhein-Kreis Neuss umfangreiche Arbeiten ein, um den Verursacher der Grundwasserverunreinigung zu ermitteln. Dies gelang letzten Endes im Jahr 2001, als im Ortsteil Büttgen der Stadt Kaarst ein ehemaliger Standort einer im Zeitraum von 1975 bis 1981 betriebenen chemischen Reinigung ausfindig gemacht werden konnte. Am Standort befanden sich in einem alten Schuppen noch letzte Reste von PER-haltigen Rückständen in Fässern.
Schritte beteiligt. Die ergänzende Sanierungsuntersuchung beinhaltete zunächst die nähere Eingrenzung des Schadenszentrums. Über Direct-push-Untersuchungen wurde in drei Traversen eine vertikale und horizontale Eingrenzung des Schadenszentrums im Grundwasser durchgeführt. Diese ergaben, dass der Schwerpunkt der Belastung durch PER im oberen Bereich der gesättigten Bodenzone im Hofbereich der ehemaligen chemischen Reinigung lag. Die maximalen Konzentrationen im Grundwasser lagen zwischen 22.000 und 38.000 µg/l. Die Untersuchung der Bodenluft am Standort zeigte hingegen keine relevanten Gehalte an Perchlorethylen, was darauf hinweist, dass das Lösemittel PER z. B. über einen Defekt in einer Abwasserleitung direkt in den Grundwasserleiter gelangt ist. Abbauprodukte des Perchlorethylen konnten, wenn überhaupt, nur in sehr unterge-
ordneten Größenordnungen festgestellt werden.
Der Untergrund ist im Bereich des in der niederrheinischen Bucht gelegenen Standorts durch sandige Kiese der pleistozänen Mittelterrasse gekennzeichnet. Diese sind in 30 m Tiefe durch Tertiärsedimente, welche den Grundwasserstauer bilden, unterlagert. Da der Grundwasserspiegel bei 7 m unter GOK liegt, weist der gut durchlässige Grundwasserleiter eine Mächtigkeit von ca. 23 m auf. Die zu entwickelnde Sanierungskonzeption musste den örtlichen Gegebenheiten des Standorts Rechnung tragen, welcher einerseits durch die Lage in einem Wasserschutzgebiet sowie andererseits durch die bestehende Bebauung des 800 m2 großen Standorts mit einem Wohnund Geschäftsgebäude mit einem Hof gekennzeichnet ist. Zusätzlich musste bei der Auswahl des Sanierungsverfahrens berücksichtigt werden, dass die Bahnverbindung Düsseldorf – Mönchengladbach direkt an das Grundstück angrenzt. Als Vorzugsvariante wurde in einer Machbarkeitsstudie schließlich die Sanierung des Grundwassers über eine Pump & treat-Maßnahme identifiziert. Nach der Konkretisierung im Rahmen der Sanierungsplanung erfolgte ab Mitte 2008 bei der Sanierungsmaßnahme die Umsetzung der geplanten Maßnahmen. Hierzu wurde zunächst durch den Rückbau eines noch bestehenden baufälligen Schuppens die Möglichkeit zur Errichtung der Grundwasserreinigungsanlage im engen Hinterhof geschaffen. Im Anschluss erfolgte die Errichtung des Sanierungsbrunnens zur Entnahme des verunreinigten Grundwassers. Des Weiteren wurde eine Rigole zum Wiedereinleiten des gereinigten Wassers errichtet. Zusätzlich wurde aufgrund der Lage des Standorts im Wasserschutzgebiet durch die Errichtung eines „Notbrunnens“ eine weitere Absicherung des Sanierungsstandorts durchgeführt. Damit war sichergestellt, dass im Rahmen der Sanierung eventuell freiwerdende und mit dem Grundwasser transportierte Schadstoffmengen abgefangen werden können. Mit der Errichtung und Inbetriebnahme der Grundwasserreinigungsanlage im Herbst des Jahres 2008 waren dann alle Voraussetzungen für den Beginn der Sanierung geschaffen. Direct-pushUntersuchung im Hofbereich
Blick auf die Grundwasserreinigungsanlage und die angrenzende Bahnlinie
Ansicht der fertiggestellten Sanierungsanlage Engstelle im Hofbereich auf dem Standort Alle Arbeiten erfolgten aufgrund der Lage des Standortes im Wasserschutzgebiet in enger Abstimmung mit dem Betreiber des Wasserwerks, dem Rhein-Kreis Neuss sowie den Beteiligten vor Ort. Im November 2008 wurde schließlich die Pump & treat-Maßnahme durch die Inbetriebnahme der Stripanlage gestartet. Die installierte Anlage erwies sich im Betrieb als äußerst zuverlässig. Bereits nach einem Jahr konnte ein deutliches Absinken der Konzentration an Perchlorethylen im geförderten Grundwasser mit Werten von deutlich über 1.000
µg/l auf eine Größenordnung von ca. 600 µg/l festgestellt werden.
Grundstück mit Grundwasserreinigungsanlage sowie Grundwasser- (grün bzw. blau), Bodenluft- (gelb) und Air-SpargingPegeln (rot) Darüber hinaus ließ das regelmäßige Monitoring auch im Abstrom des Standortes erkennen, dass bereits wenige Monate nach Inbetriebnahme der Grundwassereinigungsanlage ein deutlicher Rückgang der Schadstoffe insbesondere in den auf dem Standort befindlichen Grundwassermessstellen festzustellen war. Die rückläufige Entwicklung der Perchlorethylen-Konzentration setzte sich im Fall des Sanierungsbrunnens und aller im Abstrom gelegenen Grundwasserpegel in der Folgezeit fort. Die Gehalte an Perchlorethylen in Um die Dauer der Pump & treat-Maßnahme zu verkürzen, wurden in der Folgezeit eine Reihe von Optionen zur Beschleunigung der Sanierung und zur Entfernung von noch vermuteten diffusen Schadstoffpools im Schadenszentrum geprüft. So wurden der Einsatz von Tensiden zur Mobilisierung des Perchlorethylen sowie der Einsatz von Melasse zur In-situ-Reduzierung geprüft. Zusätzlich wurde auch die Möglichkeit eines Einsatzes des Düseninfiltrationsverfahrens als innovatives Sanierungsverfahren zur Beschleunigung der Sanierung des Grundwassers untersucht. Die genannten Optionen kamen im vorliegenden Fall nicht zur Anwendung. einer unmittelbar neben dem Sanierungsbrunnen liegenden Grundwassermessstelle (KR 15) sowie einer auf dem Nachbargrundstück befindlichen Grundwassermessstelle (KR 16) haben trotz eines erkennbaren Rückgangs der Schadstoffgehalte zu Beginn und im weiteren Verlauf der Sanierung noch vergleichsweise hohe Gehalte gezeigt. Aus diesem Grund wurde bereits ab dem Sommer 2010 neben der Förderung aus dem Sanierungsbrunnen auch aus der Messstelle KR 15 belastetes Grundwasser mittels einer Saugpumpe entnommen. Den Ausschlag haben hierbei zum Teil technische Gründe oder auch der Chemismus des Grundwasserleiters gegeben. Ein wichtiger Faktor war auch, dass im vorliegenden Fall durch den Einsatz eines ergänzenden Sanierungsverfahrens keine Abbauprodukte gebildet werden durften, die eine größere Mobilität bzw. Toxizität als Perchlorethylen aufweisen und somit eine höhere potentielle Gefährdung des Grundwassers darstellen.
Diese ergänzende Maßnahme hat sich als sehr effektiv erwiesen und ist im Sommer des Jahres 2011 um eine Förderung aus der Grundwassermessstelle KR 16 ergänzt woden. Beide Maßnahmen sind bis zum Ende der Projektträgerschaft des AAV fortgeführt worden. Hierbei ist es gelungen, die Belastung im Brunnen KR 15 von rund 16.000 µg/l sowie die im Pegel KR 16 von einem Niveau in Höhe von rund 5.500 µg/l jeweils auf rund ein Zehntel abzusenken. Zur Optimierung der Grundwassersanierungsanlage wurden beide Pegel im Herbst 2013 zu zwei ergänzenden Sanierungsbrunnen ausgebaut. Anschließend wurden beide mit individuell regelbaren Sanierungspumpen ausgestattet und an die Grundwasserreinigungsanlage angeschlossen. Hierdurch wird eine noch effektivere Sanierung der noch vorhandenen diffusen Restbelastungen mit Perchlorethylen möglich. Durch den Einbau eines Packers in den Sanierungsbrunnen sowie einer Optimierung der Einbauhöhe der Brunnenpumpe im Sanierungsbrunnen wurde eine erhebliche Effektivitätssteigerung erreicht. Entwicklung der aus dem Grundwasserleiter entfernten PER-Fracht (in Gramm)
In den letzten Monaten des Jahres 2013 wurden im hier geförderten Grundwasser nur noch geringe PERGehalte in Größenordnungen von 30 bis 100 µg/l nachgewiesen. Alle durchgeführten Maßnahmen schlagen sich darin nieder, dass insbesondere im Jahr 2012 nochmals eine Steigerung der aus dem Grundwasserleiter entnommenen Fracht erzielt werden konnte. Während der bislang fünfjährigen Betriebszeit der Pump & treat-Anlage wurden mehr als 228.000 Kubikmeter Grundwasser gefördert, gereinigt und im Anschluss wieder in den Grundwasserleiter versickert. Insgesamt konnten so über 92 kg Perchlorethylen aus dem Grundwasserleiter entfernt werden. Ein Abreißen der vom Standort ausgehenden Kontaminationsfahne konnte bereits nach wenigen Monaten festgestellt werden. Seit Beginn des Jahres 2014 wird die Grundwasserreinigungsanlage durch den Rhein-Kreis Neuss zur Beseitigung noch vorhandener Restkontaminationen weiterbetrieben.
Bergbauliche Altlasten:
von Christiane Maxin
Eines der mit dem neuen AAV-Gesetz hinzukommenen Tätigkeitsfelder des AAV ist die Sanierung von bergbaubedingten Altlasten. Dies betrifft Flächen, die noch unter Bergaufsicht stehen, falls auf diesen kein Sanierungspflichtiger mehr vorhanden ist. Die Übernahme von Projekten erfolgt in diesem Fall auf der Basis gesondert zugewiesener Mittel und unter fachlicher Zustimmung des für Bergbau zuständigen Ministeriums und der oberen Bergbehörde. Bereits im Vorfeld dieser Gesetzesänderung begleitet der AAV seit mehreren Jahren zwei Projekte, die diese Voraussetzungen erfüllen und in die Maßnahmenträgerschaft des AAV übergehen sollen. Die nötigen Untersuchungs- und Sofortmaßnahmen auf diesen Flächen werden zur Zeit durch die Bezirksregierung Arnsberg auf dem Wege der Ersatzvornahme durchgeführt. Es handelt sich in beiden Fällen um sehr komplexe Projekte mit einer Vielzahl an Beteiligten und nötigen Abstimmungsprozessen. Um bereits im Rahmen der Sanierungsuntersuchung die Kompetenz und Erfahrung des AAV einfließen zu lassen, wird dieser bereits vor der Projektübernahme in die laufenden Maßnahmen eingebunden. Die beiden Projekte, eine Bergehalde im Kreis Düren und ein ehemaliger Tagebau im Kreis Euskirchen, werden im Folgenden kurz dargestellt.
Eine neue Aufgabe des AAV
Luftansicht der Bergehalde. Zwischen den bewaldeten Randwällen befindet sich das spärlich bewachsene Haldenplateau
Bei der zwischen den Ortschaften Gey und Berzbuir im Kreis Düren liegenden Bergehalde Beythal handelt es sich um einen 45 ha großen ehemaligen Klärteich, in dem zwischen ca. 1955 und 1969 Aufbereitungsrückstände aus der Blei- und Zinkerzgewinnung des nahegelegenen Tagebaus Maubacher Bleiberg aufgespült wurden. Durch die Rückgewinnung von Sand zum Zweck der Kalksandsteinherstellung liegt das Innere der Fläche heute ca. 10-15 m niedriger als die aus Bergematerial aufgeschütteten, baumbestandenen Wälle. Nachdem 1999 aus der Halde austretendes, schwermetallbelastetes Sickerwasser zur Vergiftung des Fischbestandes einer angrenzenden Forellenzucht geführt hatte, wurde als Sofortmaßnahme eine Horizontaldrainage gebaut, aus der seitdem das Wasser zurück auf die Halde gepumpt wird.
Zukünftig soll das anfallende Sickerwasser behandelt und abgeleitet werden. Hierfür wurde eine Druckrohrleitung zum vorgesehenen Standort der Wasseraufbereitungsanlage auf dem Gelände der Deponie Horm verlegt. Eine dort vorhandene Aufbereitungsanlage soll für die Wasserbehandlung ertüchtigt werden. Das gereinigte Wasser soll anschließend über eine noch zu errichtende Rohrleitung in ein Oberflächengewässer eingeleitet werden. Blick auf das Haldenplateau Innerhalb des Haldenkörpers hat sich ein schwebendes Grundwasservorkommen ausgebildet, wodurch am Hangfuß an mehreren Stellen unkontrolliert Sickerwasser austritt. Langfristig sind Maßnahmen zur weiteren Entwässerung der Halde sowie zur Reduzierung des Sickerwasseranfalls zu prüfen. In Frage kommen hierbei unter anderem eine Ertüchtigung der Sickerwasserfassung, die Installation von Horizontalbrunnen und eine Neugestaltung der Morphologie zur Ableitung von Regenwasser in Verbindung mit Auf dem Haldenplateau sammelt sich Niederschlagswasser in einer Wasserblänke einer Verdichtung der Bepflanzung. Bei Maßnahmen, die in die Oberflächengestaltung der Halde eingreifen, ist jedoch zu beachten, dass die gesamte Fläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, in dem sich seit Jahren Vegetation und Tierwelt ungestört entwickeln konnten. Für diesen Teil der Sanierung wird eine wesentliche Aufgabe des AAV darin bestehen, ein Konzept zu entwickeln, das den Belangen des Grundwasserschutzes und des Naturschutzes gleichermaßen Rechnung trägt. Ziel des AAV ist die Herstellung eines dauerhaft stabilen Zustandes, um weitere Gefährdungen für die Umgebung zu unterbinden.
Am nördlichen Hangfuß wird das Sickerwasser gefasst und zur Reinigungsanlage geleitet
Boden-Klärschlammablagerung im Tagebau Dom-Esch
Von einer ehemaligen Lagerfläche rutschte die Boden-Klärschlammablagerung in die Tagebaugrube hinein (Luftansicht des Tagebaus) Durch den inzwischen insolventen Betreiber eines Kiestagebaus im Kreis Euskirchen wurde zum Zweck der späteren Rekultivierung der Fläche Klärschlamm angenommen, mit Boden vermischt und auf einer neben dem Tagebau gelegenen Fläche gelagert. Im Frühjahr 1993 rutschte nach längeren Niederschlägen ein großer Teil des Materials von der zugelassenen Lagerfläche in den laufenden Tagebau ab. Von dem Boden-Klärschlammgemisch geht eine örtliche Beeinflussung der Grundwasserqualität in Form von erhöhten Nitrat-, Chloridund Sulfatgehalten aus. In Proben aus der Ablagerungsmasse wurden erhöhte Gehalte an Mineralölkohlenwasserstoffen, PAK und Schwermetallen festgestellt. Durch den prognostizierten Anstieg des Grundwasserspiegels nach Einstellung der Sümpfungsmaßnahmen der angrenzenden Braunkohlereviere wird sich ein Großteil der Ablagerung nach den Modellrechnungen der RWE ab dem Jahr 2080 im grundwassergesättigten Bereich befinden. Im Vorfeld dieses Zeitpunktes ist diese bergbauliche Altlast umzulagern oder so zu sichern, dass von dieser keine Grundwasserverunreinigung ausgeht. Blick auf die Rutschmasse
Es handelt sich um eine Gesamtmenge von ca. 400.000 m³ des abgerutschten Boden-KlärschlammGemisches. Die Erkundung der Zusammensetzung der Ablagerung ist dadurch erschwert, dass diese infolge des hohen Wassergehaltes und geringer Standfestigkeit nicht mit herkömmlichen Bohrgeräten befahren werden kann. Im Jahr 2013 wurde daher eine Baustraße errichtet, entlang der die Ablagerung erstmalig mit Bohrungen bis zur Die Boden-Klärschlammablagerung besteht aus einem schwach kiesigen Sand, der durch Reduktionsprozesse eine intensive Schwarzfärbung aufweist Tiefe in ca. 14 m erkundet wurde. Zusätzlich wurde mittels Baggerschürfen Probematerial entnommen, an dem mit verschiedenen Zuschlagsstoffen Verfestigungsversuche durchgeführt wurden. Im Frühjahr 2014 wurde mit der optimierten Mischrezeptur ein Probefeld angelegt. Ziel ist es, zu untersuchen, ob nach Konditionierung und Verdichtung des Materials eine kostengünstige Entsorgung bzw. Verwertung z. B. auf einer Deponie möglich ist, oder ob im Rahmen eines Sanierungsplanes nach §13 BBodSchG eine Umlagerung in ein Sicherungsbauwerk auf einer Teilfläche vorgenommen werden kann. Aufschlussbohrung zur Erkundung der Ablagerung Angesichts der enormen Masse des Materials sind parallel dazu weitere alternative Verwertungsmöglichkeiten zu suchen, so dass nur die Massen entsorgt bzw. gesichert werden müssen, die keiner anderen Verwertung zugeführt werden können.
Düsseldorf-Gerresheim:
Fortführung der Feldversuche zur Reinigung PFC-haltigen Grundwassers
Die Bedeutung von per- und
von Christiane polyfluorierten Chemikalien (PFC) Maxin als Umweltschadstoffe wird in
den letzten Jahren zunehmend erkannt. Seit im Jahr 2006 bekannt wurde, dass die Ablagerung von belasteten Klärschlamm zur Bodenverbesserung auf Äckern im Sauerland zu weitreichend messbar erhöhten Konzentrationen in Oberflächengewässern führte, wurden in Nordrhein-Westfalen landesweit Messprogramme zum Aufspüren von möglichen Eintragsstellen und nachfolgend Minderungsmaßnahmen initiiert. Untersuchungen zeigten, dass insbesondere im Bereich von Großbränden und Feuerwehrübungsplätzen, auf denen FPC-haltige Löschschäume eingesetzt wurden, an vielen Stellen Boden- und Grundwasserverunreinigungen entstanden sind. Diese sogenannten AFFF- („aqueous film forming foams“) Schaummittel wurden seit Mitte der siebziger Jahre eingesetzt. Nach dem Bekanntwerden der Umweltwirksamkeit dieser Stoffgruppe wurde der Einsatz der wichtigsten Einzelkomponente PFOS verboten. Grundsätzlich ist auf Standorten, auf denen sich im fraglichen Zeitraum Brandereignisse, insbesondere von Kraftstoffen und Kunststoffen, ereigneten, mit der Anwesenheit von PFC zu rechnen. Da diese Stoffe organoleptisch nicht auffällig sind, ist davon auszugehen, dass sie bei Bodenuntersuchungen nach dem früheren Stand der Technik möglicherweise nicht entdeckt wurden. Vorreinigung und Säulentestanlagen sind in fünf Containern untergebracht Nach einem Großbrand in dem Getränkelager gelangten große Mengen an PFC-haltigen Löschschäumen in den Untergrund
Infolge der Brandereignisse besteht ein höheres Risiko für Insolvenzen, Betriebsaufgaben und damit verbundenen Grundstücksveräußerungen. Neben den ehemaligen Brandstandorten sind auch Galvanikstandorte potenziell mit PFC belastet, da diese Stoffe dort zur Oberflächenbehandlung eingesetzt wurden. Vor diesem Hintergrund betreibt der AAV bereits seit mehreren Jahren Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Entwicklung einer kostengünstigen Wasserreinigungstechnik für PFC. In diesen Projekten wurde ein Bio-Adsorbens („PerfluorAd“) entwickelt und in Labor- und Feldversuchen getestet. Hierzu wurden am Standort Düsseldorf-Gerresheim in einer ersten Versuchsphase Versuchssäulen, die mit Säulenanlagen mit Mess- und Probenahmevorrichtungen verschiedenen Adsorbentien befüllt wurden, mit Standortgrundwasser beaufschlagt. Eingesetzt wurden in der ersten Versuchsphase zwei Anionenaustauscher, die für die industrielle Abreinigung von PFT verwendet werden, fünf Aktivkohlen gängiger Hersteller, die sich in anderen Schadensfällen als geeignet erwiesen haben, sowie das neu entwickelte, zum Patent angemeldete PerfluorAd. Die Ergebnisse der ersten Versuchsphase zeigten zwar eine im Vergleich mit anderen Materialien gute Reinigungswirkung durch das neue Adsorbens. Bedingt durch die Schadstoffzusammensetzung und die hohe HinDosierstationen zur kontinuierlichen Zugabe der Suspensionsmaterialien tergrundbelastung an DOC konnten insgesamt jedoch nur niedrige Beladekapazitäten erzielt werden. In der folgenden zweiten Versuchsphase soll
dies durch eine vorgeschaltete Reinigungsstufe optimiert werden.
In einem Rührreaktor soll durch eine kontinuierliche Zugabe des PerfluorAd in geringen Konzentrationen die Hintergrundbelastung von DOC sowie ein Anteil der PFC entfernt werden, so dass die Beladekapazität des nachfolgenden Festbettreaktors ausschließlich für die schwer adsorbierbaren Verbindungen zur Verfügung steht. Zunächst wurden in einer Einfahrphase des Rührreaktors in vorlaufenden Testreihen die Betriebsbedingungen (z. B. Dosierung Adsorbermaterial, Verweilzeit, Schlammabscheidung) für die nachfolgende Testphase ermittelt. Hierbei wurden neben dem PerfluorAd auch zwei Pulveraktivkohlen getestet. Alle Materialien wiesen dabei eine Reinigungsleistung von mehr als 95 % auf, wobei eine Kombination des PerfluorAd mit Aktivkohle mit einem Abreinigungsgrad von bis zu 99 % am besten abschnitt. Anschließend werden in den Säulenanlagen fünf Aktivkohlen und ein Anionenaustauscher getestet. Zur Überprüfung der Effizienz der Vorreinigung werden dieselben Adsorbentien auch in identisch befüllten Säulenanlagen ohne Vorreinigungsstufe untersucht. Die Versuche waren bis zur Erstellung dieses Berichtes noch nicht abgeschlossen. Die Versuchsergebnisse liegen voraussichtlich Ende 2014 vor und werden von der Fachöffentlichkeit mit großem Interesse erwartet. Dosierbehälter mit Suspension des Sorptionsmaterials Rührreaktor zur Vorreinigung des Grundwassers
Die Gremien des AAV 2013
Prof. Dr. Wilhelm König Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Naturund Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Evamaria Küppers-Ullrich Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.
Dr. Arnim Brux Ennepe-Ruhr-Kreis Bis 16.07.2013 stv. Verbandsvorsitzender Thomas Buch Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Naturund Verbraucherschutzdes Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Annelie Franzen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Naturund Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Bis 16.07.2013 Hans Gennen Stv. Verbandsvorsitzender CURRENTA GmbH & Co. OHG, Dormagen Seit 16.07.2013 Rudolf Graaff Städte- und Gemeindebund NRW, Düsseldorf Seit 16.07.2013
Seit 16.07.2013 Dr. Walter Leidinger CURRENTA GmbH & Co. OHG, Dormagen. Bis 16.07.2013 Dr. Jochen Rudolph für Evonik Degussa GmbH, Essen Bis 16.07.2013 Verbandsvorsitzender Dr. Christian Schmidt Stadt Hagen, Von 16.07.2013 - 30.04.2014 Verbandsvorsitzender Bernd Schönmackers Schönmackers Umweltdienste GmbH & Co. KG, Kempen Bis 16.07.2013 Klaus-Willy Schumacher Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Seit 16.07.2013 Dr. Bernhard Schulze Langenhorst
Michael Hermanns Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Naturund Verbraucherschutz des Landes
REMONDIS Industrie Service GmbH & Co. KG, Lünen Bis 16.07.2013 Andreas Theuer ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg
Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Seit 16.07.2013
Andreas Budde Kreis Viersen Franz-Josef Chmielarczyk Bezirksregierung Arnsberg, Dortmund Dr. Tatjana Dullau CURRENTA GmbH & Co. OHG, Leverkusen
Thomas Schmidt Evonik Degussa Immobilien GmbH & Co. KG, Marl Stefan Schroers Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, Recklinghausen
Dr. Andrea Garrelmann Landkreistag Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Dr. Sibylle Pawlowski Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes
Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Dr. Peter Queitsch Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Christoph Rapp Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Martina Schürmann AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH, Essen Martin Sträßer Förderverein AAV der Chemischen Industrie in NRW e. V., Düsseldorf
Dr. Reinhard Eisermann Lobbe Industrieservice GmbH & Co KG, Iserlohn Hans-Jürgen Ferner AGR – Abfallentsorgungsgesellschaft Ruhrgebiet mbH, Herten Jörg Freise Stv. Vorsitzender ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg Susanne Gobrecht Vorsitzende Kreis Recklinghausen Prof. Dr. Rolf Heyer NRW.URBAN, Dortmund Thomas Lennertz BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW mbH, Essen Dr. Volker Makrutzki Stadt Essen Frank Meyer Stadt Wuppertal Dr. Peter Queitsch Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Bayer Pharma AG, Bergkamen Dr. Andrea Garrelmann Landkreistag Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Roland Liedtke Outokumpu Nirosta GmbH, Bochum Dr. Peter Queitsch Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Martin Sträßer Förderverein AAV der Chemischen Industrie in NRW e. V., Düsseldorf Dr. Detlef Timpe Kreis Unna Rüdiger Wagner Bundesstadt Bonn
Mitgliederprofile der Kooperationspartner
Mitglieder-Profile der Kooperationspartner
Der AAV und seine Mitglieder
Seit 1989 gibt es in Nordrhein-Westfalen für die Aufarbeitung und Sanierung von mit Altlasten belasteten Flächen den Zusammenschluss von Land, Wirtschaft und Kommunen im AAV. Über viele Legislaturperioden hinweg ist, zunächst auf gesetzlicher Grundlage und später infolge von drei Kooperationsvereinbarungen, ein erfolgreiches Modell für die Zusammenarbeit von privater Wirtschaft und öffentlicher Hand bei Flächenrecycling und Altlastensanierung auf- und ausgebaut worden, das weit über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen hinaus öffentliche Beachtung und Anerkennung gefunden hat.
Land, Kommunen und Wirtschaft arbeiten bei der Finanzierung und in den Gremien des Verbandes seit über 20 Jahren partnerschaftlich zusammen. Wirtschaft und Kommunen nutzen außerdem das Know-how des AAV und lassen sich in schwierigen Fragen von ihm beraten. Im Oktober 2012 unterzeichneten Land, Kommunale Spitzenverbände NRW und Verbände der Wirtschaft die neue „Kooperationsvereinbarung zur Flächenund Altlastenallianz Nordrhein-Westfalen“, mit der die Absicht der Vertragspartner dokumentiert wurde, Flächenrecycling und Altlastensanierung als gemeinschaftliche Aufgabe von Staat und Wirtschaft mit dem AAV auch in Zukunft fortzuführen.
Mit der Novellierung des AAV-Gesetzes im Frühjahr 2013 ist die Finanzierung der Arbeit des AAV auf eine neue Grundlage gestellt worden. Die Beiträge des Landes und der Kommunen sind gesetzlich festgelegt. Die Beiträge der Wirtschaft beruhen auf freiwilligen Leistungen. Der Verband wurde umbenannt in: „AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung“ (Vgl. hierzu auch den Beitrag ab Seite 6). Auf den folgendenSeiten stellt sich eine Reihe von AAV-Mitgliedern vor. Die Mitglieder sind hier nicht vollzählig vertreten. Wir werden diese Reihe jedoch künftig fortführen.
Kommunen und kommunale Spitzenverbände als Akteure im AAV
Städte, Kreise und Gemeinden (Kommunen) sind eine der tragenden Säulen des Landes NordrheinWestfalen. Sie regeln alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung (kommunale Selbstverwaltung). Zu den ihnen übertragenen Aufgaben gehört auch der Umgang mit Altlasten im Rahmen des nachsorgenden Umweltschutzes und die Entwicklung Altlasten belasteter Flächen für deren weitere städtebauliche Nutzung. Dabei haben die Kommunen frühzeitig erkannt, dass die Erfassung, Sanierung und Entwicklung solcher Flächen sowie die Finanzierung dieser Maßnahmen ohne Partner nur schwer möglich ist. Zur Vertretung ihrer Interessen haben sich die Kommunen zu eigenen Verbänden zusammengeschlossen. Im Städtetag, Landkreistag und Städteund Gemeindebund sind sie freiwillig Mitglied. Diese drei kommunalen Spitzenverbände nehmen in vielfältiger Weise zu allen die Kommunen betreffenden Fragen Einfluss auf Gesetzgebung, Aufgabenvollzug, Arbeitsteilung zwischen Land und Kommunen, aber auch zwischen Kommunen und Wirtschaft. Gerade das Beispiel AAV symbolisiert hier das Zusammenwirken von Land, Wirtschaftsunternehmen und Kommunen. Dabei vertreten die kommunalen Spitzenverbände seit der Gründung des AAV als Körperschaft des öffentlichen Rechts im Jahr 1989 in den Gremien des AAV die Interessen der Kommunen. Sie benennen Delegierte, Experten und Vorstandsmitglieder. Die Geschäftsstellen der kommunalen Spitzenverbänden stimmen sich in allen den AAV betreffenden Fragen eng miteinander ab und haben sich von Anfang an dafür eingesetzt, die Arbeits- und Zukunftsfähigkeit des AAV zu sichern. Vor diesem Hintergrund haben sie auch die mit dem Gesetz zur Änderung des AAV-Gesetzes angestrebte finanzielle Absicherung des AAV unterstützt und der ab dem 01.01.2013 vorgesehenen Erhöhung des kommunalen Beitrags von 3,- Cent pro Einwohner/Jahr auf 6,- Cent pro Einwohner/Jahr zugestimmt. Dem war eine Abstimmung mit der Landesregierung vorausgegangen, nach der sich das Land dazu bereit erklärte, jährlich 7 Mio. Euro zur Finanzierung des AAV bereitzustellen. Mit der am 01.12.2012 in Kraft getretenen Gesetzesnovelle wurde auch das Aufgabenspektrum des AAV erweitert. Neben die Altlastensanierung trat das Flächenrecycling, um Brachflächen und Altlastengrundstücke für eine neue Nutzung zu reaktivieren und damit den Flächenverbrauch naturnah und landwirtschaftlich genutzter Flächen zu reduzieren. Darüber hinaus kann der AAV künftig als integriertes Beratungs- und Kompetenzzentrum tätig werden, um seine Mitglieder in den Bereichen Bodenschutz, Flächenrecycling, Wasser- und Entsorgungswirtschaft zu beraten und fachlich zu unterstützen. Dieser erweiterte Aufgabenkatalog drückt sich nunmehr zutreffend im neuen Namen des AAV aus: „AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung“. Der AAV ist als Partnerschaftsmodell zwischen Land, Kommunen und der Wirtschaft errichtet worden. Neben der Grundfinanzierung durch das Land und die Kommunen ist daher eine Mitfinanzierung durch die Wirtschaft von großer Bedeutung. Dies drückt sich in der am 24.10.2012 zwischen der Landesregierung, den kommunalen Spitzenverbänden und den Wirtschaftsorganisationen abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung aus, nach der für Beiträge aus der Wirtschaft ein größerer Kreis von Wirtschaftsunternehmern gewonnen werden soll.
Folgerichtig verknüpft das AAV-Gesetz insoweit die Stimm- und sonstigen Mitwirkungsrechte im AAV mit der Beitragsleistung seiner Mitglieder. Um auch kleineren Unternehmen einen Anreiz zu geben, den AAV mitzufinanzieren, ermöglicht das Gesetz durch die Zusammenlegung kleinerer Beiträge die Bildung von Stimmgruppen. Aufgrund der Vorleistungen der öffentlichen Hand und der eingeräumten Mitbestimmungsrechte verbinden die kommunalen Spitzenverbände die Hoffnung, dass sich die Wirtschaftsverbände sowie weitere Unternehmen nachhaltig an der Finanzierung des AAV beteiligen und ihn damit für eine gezielte Weiterentwicklung seines Dienstleistungs- und Unterstützungsangebotes und langfristige Wahrnehmung seiner Aufgaben stärken.
Altlastensanierung und Flächenrecycling können einen wichtigen Beitrag zur Wiedereingliederung von sanierten Industrie- und Gewerbeflächen in den Wirtschaftskreislauf leisten und damit dazu beitragen, die Inanspruchnahme von Freiflächen zu vermindern. Durch die Sanierung und Entwicklung von Innenbereichsgrundstücken in Städten und Gemeinden kann die städtebauliche Qualität von Ortskernen erhöht und so vielfach auf vorhandene Infrastruktur zurückgegriffen werden. Die kommunalen Spitzenverbände und Kommunen tragen daher gerne durch den persönlichen Einsatz ihrer Experten in den Gremien des AAV weiterhin zur erfolgreichen Arbeit des AAV bei.
AGR Gruppe Die Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet (AGR) ist mit rund 880 Mitarbeitern eine mittelständisch strukturierte Gruppe im Eigentum des Regionalverbandes Ruhr (RVR). Sie arbeitet in den fünf Geschäftsfeldern Kreislaufwirtschaft und Logistik, Thermische Behandlung, Deponiemanagement, Umweltdienstleistungen sowie Sekundärerzeugnisse. Die AGR leistet hiermit einen wichtigen Beitrag zur Entsorgungssicherheit in der Region und gewinnt aus den abfallwirtschaftlichen Aktivitäten Strom, Dampf und Fernwärme sowie Sekundärrohstoffe. Kreislaufwirtschaft und Logistik Sortieranlagen für Verpackungen aus dem Dualen System und für Altpapier Chemisch-Physikalische Anlage zur Behandlung von Öl-Wasser-Gemischen Recyclinghöfe Werks- und Baustellenentsorgung (rund 5.000 Container) Spezialfahrzeuge für feste und flüssige Abfälle Thermische Behandlung im Abfallkraftwerk RZR Herten Mit dem Abfallkraftwerk RZR Herten betreibt die AGR einen Anlagenkomplex mit sechs Linien für die thermische Behandlung von kommunalen Siedlungs-, Gewerbe- und Sonderabfällen. Inbetriebnahme 1982, Erweiterung um das RZR II im Jahr 2009. Jährlicher Durchsatz ca. 650.000 t.
Deponiemanagement Zwei aktive Deponien für die dauerhafte, umweltsichere Ablagerung mineralischer Abfälle (DK I, II und III) Stilllegung und Nachsorge für Deponien für kommunalen Siedlungsabfall Planung, Genehmigung, Entwicklung und Betrieb von technischen Anlagen auf Deponien und in der Deponienachsorge u.a. für Sickerwasser, Deponiegaserfassung und -verstromung, Oberflächenabdichtung Umweltdienstleistungen Umweltberatung, Gutachten, Projektmanagement Sekundärerzeugnisse Sammlung und Aufbereitung verschiedener Sekundärrohstoffe jährl. ca. 300.000 Tonnen Altpapier, Altkunststoffe, Altholz u.a. ersetzen wertvolle Primärrohstoffe (u.a. Öl) Schlackeaufbereitungsanlage: Gewinnung von rund 15.000 Tonnen Eisen- und Nichteisenmetallen aus Abfallverbrennungsschlacken Energielieferung RZR Herten: rund 230 Mio. kWh Strom p.a. (entspr. 65.000 Haushalte) Fernwärmelieferung an benachbartes Industriegebiet Verstromung von Methangas aus Deponien in Blockheizkraftwerken rund 18 Mio. KWh Strom p.a. (entspr. 5.000 Haushalte)
ArcelorMittal ist der weltweit größte Stahlkonzern mit 269.000 Mitarbeitern in mehr als 60 Ländern und Hauptsitz in Luxemburg. Der Konzern vereint seit 2007 die beiden führenden Stahlproduzenten Arcelor und Mittal Steel. ArcelorMittal ist mit einer Gesamtproduktion von 120 Mio. Tonnen und einem Weltmarktanteil von 10% Marktführer mit Produktionsstätten auf vier Kontinenten. Das Unternehmen nimmt als Lieferant von Stahl in allen wichtigen Kundensegmenten wie Automobilindustrie, Bauwesen, Haushaltsgeräte- und Verpackungsindustrie die Spitzenposition ein. Der Konzern ist richtungsweisend in Forschung, Entwicklung und Technologie, und verfügt außerdem über beträchtliche firmeneigene Rohstoffreserven sowie über ein ausgezeichnetes und ausgedehntes Vertriebsnetz. Die industrielle Präsenz in 28 europäischen, asiatischen, afrikanischen und amerikanischen Ländern gibt ArcelorMittal Zugang zu den wichtigsten neu entstehenden sowie reifen Stahlmärkten und eröffnet neue Möglichkeiten auf den schnell wachsenden chinesischen und indischen Märkten. Der Konzern arbeitet nach strengen Prinzipien der Corporate Social Responsibility und hat sich zum Ziel gesetzt, regelmäßig bedeutende Nachhaltigkeitsindikatoren zu veröffentlichen, um diesen Prinzipien gerecht zu werden. Kontakt: ArcelorMittal Ruhrort GmbH Vohwinkelstraße 107 47137 Duisburg
In Deutschland betreibt ArcelorMittal vier Werke mit zusammen ca. 8.000 Mitarbeitern und einer Produktion von ca. 8,0 Mio Tonnen Stahl. Die Werke Bremen und Eisenhüttenstadt sind spezialisiert auf die Erzeugung der Flachprodukte Warmband und verzinktem oder beschichtetem Kaltband. Die Erzeugnispalette der Werke in Duisburg und Hamburg erstreckt sich auf Langprodukte als Vormaterial für Schienenwalzung und Schmiedekunden sowie Walzdraht in Stahlcord-, Automatenstahl-, Kaltstauch-, Federstahl-, Werkzeugstahl, Wälzlager- und Betonstahlgüten. Die ArcelorMittal Ruhrort GmbH ist nach der strengen internationalen Norm DIN EN ISO 14001:2004 für ihr Umweltmanagementsystem zertifiziert, wodurch die nachhaltige Strategie für Mensch und Natur zum Ausdruck kommt. Insgesamt werden mehr als eine Million Kubikmeter Abluft pro Stunde durch moderne Filteranlagen gereinigt und ein Niveau erreicht, das deutlich unter den gesetzlichen Forderungen liegt. Sowohl der schonende Einsatz von Ressourcen als auch die gezielte Kreislaufführung bei der Stahlherstellung führen zu einem Minimum an Energieeinsatz und Abfallmengen. Die Duisburger Standorte sind seit 2007 freiwilliges Mitglied im AAV und leisten dadurch wichtige finanzielle Unterstützung bei der Altlastensanierung. Umweltschutz: Herr Denis Schlender +49/0203/606-66153 Denis.Schlender@arcelormittal.com
Experte im Kupferrecycling
Aurubis ist der führende integrierte Kupferkonzern und zudem der größte Kupferrecycler weltweit. Aurubis beschäftigt rund 6.500 Mitarbeiter, verfügt über Produktionsstandorte in Europa, den USA sowie über ein ausgedehntes Service- und Vertriebssystem für Kupferprodukte in Europa, Asien und Nordamerika. Mit unserem Leistungsangebot gehören wir zur Spitzengruppe unserer Branche. Im Kerngeschäft produzieren wir börsenfähige Kupferkathoden aus Kupferkonzentraten, Altkupfer und anderen Recyclingrohstoffen. Diese werden im Konzern zu Gießwalzdraht, Stranggussformaten, Walzprodukten, Bändern sowie Spezialdrähten und Profilen aus Kupfer und Kupferlegierungen weiterverarbeitet. Edelmetalle und eine Reihe anderer Produkte wie Schwefelsäure und Eisensilikat ergänzen unser Produktportfolio. Zu den Kunden von Aurubis zählen u. a. Unternehmen der Kupferhalbzeugindustrie, der Elektro-, Elektronik und der Chemieindustrie, sowie die Zulieferer für die Branchen Erneuerbare Energien, Bau- und Automobilindustrie. Sowohl primäre als auch sekundäre Rohstoffe enthalten nicht nur Kupfer. Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium oder auch Begleitmetalle wie z.B. Nickel, Zinn, Blei und Zink sind in den Rohstoffen enthalten und werden zu Produkten verarbeitet. Nur die Kupfermetallurgie ist in der Lage, diese weite Bandbreite an Begleitmetallen zu verarbeiten. Kupferrecycling ist kein Downcycling, sondern stellt der weiterverarbeitenden Industrie das Metall in immer gleichbleibender Qualität zur Verfügung. Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz sind im Aurubis Konzern keine modernen Schlagworte, sondern werden schon seit Jahrzehnten betrieben und ausgebaut.
Energieeffiziente Produktionsprozesse, geringste Verluste an Metallen in den Herstellungsverfahren oder auch die Umwandlung nahezu aller in den Rohstoffen enthaltenen Wertstoffe in marktfähige Produkte sind nur einige Beispiele. Aurubis verfügt über modernste Technologien, um Kupfer und Begleitmetalle sowie Edelmetalle zu recyclen. Im Vordergrund steht hier das Recyclingzentrum des Konzerns in Lünen. Mit dem Kayser Recycling System (KRS) verfügt der Konzern über eine weltweit führende Technologie im Bereich des Kupferrecyclings. Im Jahr 2011 hat Aurubis 62,5 Mio. Euro in den Ausbau des KRS-Systems investiert, davon allein 17,5 Mio. Euro in Umweltschutzmaßnahmen. Aurubis arbeitet stetig an der Weiterentwicklung von Recyclinglösungen für komplexe sekundäre Rohstoffe. Entwicklungsziele sind energieeffiziente Verfahren mit maximalen Rückgewinnungsquoten für Kupfer, Edelmetalle und einer Vielzahl weiterer NEMetalle. Damit leistet Aurubis einen bedeutenden Beitrag zu Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. In hochmodernen mechanischen Trennanlagen werden komplette, zuvor schadstoffentfrachtete Elektrogeräte wie Computer, Drucker, Tastaturen, Telefon-Schaltanlagen oder auch hochwertige Unterhaltungselektronik vor den Schmelzprozessen separiert z.B.in Kunststoffe oder Aluminium, um diese an spezialisierte Unternehmen zu einem weiterführenden stofflichen Recycling weiterleiten zu können. Vor dem Hintergrund weltweit steigender Nachfrage und dem damit verbundenen Kampf um Rohstoffe besitzt Aurubis mit modernen Recyclingkapazitäten die Fähigkeit, nicht mehr benötigte Produkte wieder dem Rohstoff-Kreislauf verfügbar zu machen und nutzt die sekundären Materialien, die quasi vor der eigenen Haustür anfallen, als Rohstoffquelle.
Die Lackfabrik Dr. A. Conrads, gegründet 1924 durch Dr. Alfred Conrads, ist Hersteller moderner sowie klassischer Lacke und Beschichtungsstoffe für den industriellen Einsatz, insbesondere für metallische Oberflächen. Hierzu gehören u.a. Systeme für den Maschinen- und Anlagenbau, alle Arten von Korrosionsschutzlacken, Beschichtungsstoffe für Handwerkzeuge, Leuchten, den Schutz industrieller und geistlicher Kulturgüter und sonstige metallische Objekte.
Die stetige Entwicklung umweltfreundlicher HighSolid- sowie wasserverdünnbarer Lacke, führt dazu, dass der Anteil an Ozon schädigen Einsatzstoffen laufend reduziert wird. Durch die Teilnahme an speziellen Rückführsystemen für gebrauchte Lackgebinde sowie die Destillation von Schmutzverdünnungen wird der Anteil an Sondermüll auf das eben notwendige Maß beschränkt. Zudem ist durch den gerade vollendeten Neubau
Insbesondere durch speziell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Entwicklungen, fundierte Fachinformationen, technischen Service sowie schnelle Reaktionszeiten zeichnet sich dieses Traditionsunternehmen seit mehr als 85 Jahren aus. Die Geschäftsführung liegt seit 1999 in den Händen der Enkel des Firmengründers, Mathias und Stefan Conrads, die diese von Ihrem Vater, Kurt Conrads, übernommen haben.
einer Produktions- und Lagerhalle die Gefährdung von Boden und Gewässer auf ein Minimum verringert worden, da sämtliche wassergefährdenden Rohstoffe und Fertigerzeugnisse nicht mehr im Freien gelagert werden müssen. Dr. A. Conrads Lacke GmbH & Co. KG Viehhofstrasse 206 42117 Wuppertal
Currenta ist Manager und Betreiber des CHEMPARK an den Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen.
Blick auf das Entsorgungs- und Recyclingzentrum des Chempark Leverkusen in Richtung Dormagen
So werden beispielsweise Sikke r w ä s s e r vo n den über 80 ha großen Currenta DK III-Deponien gesammelt und den eigenen Kläranlagen zugeleitet. Die Deponie-
Den Kunden bietet Currenta individuelle Lösungen für unterschiedliche Ansprüche – von der Stoffund Energieversorgung über die Entwicklung von Entsorgungs- und Sicherheitskonzepten bis hin zur Unterstützung bei Genehmigungsverfahren und vielen weiteren Services. Das Leistungsangebot kommt mehr als 70 Partnerfirmen aus der Chemiebranche zugute. Darüber hinaus weiteren Kunden aus anderen Industrie- und Dienstleistungszweigen. Gemeinsamer Anspruch der 3300 Currenta-Mitarbeiter ist es, für die Kunden ein attraktives Umfeld zu schaffen, indem sie ihr Marktpotenzial entfalten und ihre Wertschöpfung dauerhaft steigern können.
kapazitäten reichen, auf Basis der derzeitigen jährlichen Mengen, bis zum Jahre 2050. Industrieunternehmen und Kommunen aus NordrheinWestfalen nutzen die Currenta-Deponien.
Materialverbünde machen Autos leichter, Computer kleiner und Smartphones leistungsfähiger. Sie effizient zu recyceln, stellt eine technische Herausforderung dar. Currenta hat Verfahren entwickelt, um Verbundwerkstoffe, wie sie beispielsweise in Lithiumionen-Batterien und Computerplatinen vorkommen, thermisch zu behandeln. Aber auch auf Carbonfaser- oder Mineralwolle-Abfälle lassen sich diese Verfahren anwenden. Weitere Recyclingverfahren entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden. So tragen wir dazu bei, Prozesse effizienter zu gestalten und Abfallmengen zu verringern.
Umweltgerechte Entsorgung und Verwertung von Sonderabfällen
Currenta betreibt drei der fortschrittlichsten Entsorgungsanlagen Europas. Hier entsorgen und recyceln wir Sonderabfälle in unseren Verbrennungsanlagen und Deponien sicher, umweltgerecht und effi-
Currenta Recycling-Lösung für einen Kunststoffbetrieb im Chempark
zient. Die Anlagen sind ein einzigartiger Verbund, mit dem wir Emissionen deutlich reduzieren und verhindern, dass sich Umweltbelastungen von einem Umweltbereich in einen anderen verlagern.
Analyse von Schrotten auf Wertmetalle für ein fachgerechtes Recycling
Die Deutsche Edelstahlwerke GmbH ist einer der führenden Produzenten von Edelstahl-Langprodukten. Das Unternehmen gehört zur SCHMOLZ + BICKENBACH AG, die mit rund 10.000 Mitarbeitern weltweit ein führender Hersteller, Verarbeiter und Distributor hochwertiger Spezialstähle ist. Bei der Produktion von Werkzeugstahl und rostfreier Langprodukte ist die SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe weltweit die Nummer 1. Die zum 1. Januar 2007 gegründeten Deutschen Edelstahlwerke verfügen über mehr als 150 Jahre Erfahrung in der Produktion hochwertiger Edelstahlerzeugnisse. Die Produktpalette reicht vom gezogenen Draht mit 0,8 mm Durchmesser bis hin zu geschmiedeten Produkten mit 1.100 mm Durchmesser. Dieses breite Leistungsspektrum ist weltweit einzigartig. Die Kunden der Deutschen Edelstahlwerke erhalten die komplette Fertigungskette aus einer Hand: von der Erzeugung über die Anarbeitung bis hin zur Veredelung durch Wärme- und Oberflächenbehandlung. Geschäftsführer:	 Dr. Martin Löwendick (Vorsitz, Ressort Vertrieb) Dirk Wallesch (stellvertretender Vorsitz, Ressort Controlling) Jürgen Alex (Ressort Technik) Burkhard Hartmann (Ressort Personal/Arbeitsdirektor) Personal:	 rund 4.000 Mitarbeiter Produktionsstandorte:	 Witten, Krefeld, Siegen, Hagen, Hattingen Lieferspektrum:	 - Werkzeug- und Schnellarbeitsstähle - Rost-, säure- und hitzebeständige Stähle (RSH-Stähle) - Edelbau- und Wälzlagerstähle - Sonderwerkstoffe, z.B. Ferro-Titanit® - Anarbeitung - Härtereitechnik	 Erzeugnisse:	 - Rohblöcke, Rohstrang	 - Halbzeuge – geschmiedet oder gewalzt - Röhrenvormaterial – geschmiedet oder gewalzt, roh oder geschält - Stabstahl – geschmiedet oder gewalzt, roh oder geschält - Walzdraht – gewalzt, in Ringen - Freiformschmiedestücke – roh oder bearbeitet - bearbeiteter Werkzeugstahl – - geschmiedet oder gewalzt - Breitflach- und Flachstahl – gewalzt - Blankstahl – geschält und geschliffen, in Stäben; gezogen und geschliffen, in Ringen und Stäben, - Sondererzeugnisse – Sonderprofile, auf Anfrage Produktionseinrichtungen:	 - Stahlwerke mit 130-t-UHP-Lichtbogenöfen - Stranggießanlagen vertikal/Kreisbogenanlage - Walzwerke für Walzdraht und Stabstahl - Schmiedebetriebe, 33-MN-Presse, RF 70, SX 25 - Blankstahlbetriebe: Schällinien, Zieheinrichtungen - Bearbeitung und Service - Wärmebehandlung - Adjustagen/Läger Rechtsform:	 GmbH, Amtsgericht Bochum Handelsregister HRB 8490 Unternehmenssitz:
Deutsche Edelstahlwerke GmbH Auestraße 4 D-58452 Witten Telefon:	 (+49) 23 02-29-0 Fax:(+49) 23 02-29-4000 Internet: www.dew-stahl.de E-Mail: info@dew-stahl.de
Evonik, der kreative Industriekonzern aus Deutschland, ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie. Profitables Wachstum und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes stehen im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Die Aktivitäten des Konzerns sind auf die wichtigen Megatrends Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz sowie Globalisierung konzentriert. In 2013 erwirtschaftete Evonik rund 80 Prozent des ChemieUmsatzes aus führenden Marktpositionen. Evonik profitiert besonders von seiner Innovationskraft und seinen integrierten Technologieplattformen. Evonik ist in mehr als 100 Ländern der Welt aktiv. Über 33.500 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von rund 12,7 Milliarden Euro und eine operatives Ergebnis (bereinigtes EBITDA) von rund 2,0 Milliarden Euro. Evonik ist seit April 2013 an der Börse notiert, was dem Unternehmen neue Finanzierungs- und Wachstumsspielräume erschließt.
Umweltschutz, Sicherheit und Gesundheitsschutz (USG) sind ein Gebot unternehmerischer Vernunft und Verantwortung. Daher ist der Schutz von Mensch und Umwelt elementarer Bestandteil des Handelns von Evonik. Von der Einhaltung von Gesetzen und Vereinbarungen als Basis ausgehend, arbeitet der Konzern daran, seine Leistung und seine Managementsysteme im USG-Bereich stetig weiter zu verbessern. So wählt Evonik seine Ressourcen wie Energie und Rohstoffe sorgsam aus und geht mit ihnen sparsam um. Mögliche Risiken etwa beim Betreiben von Anlagen oder beim Umgang mit Produkten werden planvoll und systematisch ermittelt, bewertet und reduziert. Forschung und Entwicklung sieht der Konzern als Chance, Nachhaltigkeit und Kundennutzen zu verbessern. Auch von Lieferanten und Dienstleistern erwartet der Konzern neben einer qualitativ hohen und gleichmäßigen Leistung ein sicheres und umweltgerechtes Arbeiten. Bei der Auftragsvergabe werden Umwelt- und Sicherheitsleistungen der Anbieter berücksichtigt Darüber hinaus sind Umweltschutz, Sicherheit und Gesundheitsschutz als feste Bestandteile der Verantwortung der Führungskräfte festgeschrieben, denen eine besondere Vorbildfunktion zukommt. Gleichzeitig legt Evonik bei allen Mitarbeitern viel Wert auf Eigenverantwortung. Sicheres und eigenverantwortliches Verhalten wird gefordert und gefördert. Für Evonik sind die Prinzipien der weltweiten Responsible Care Initiative und des UN Global Compact bindend.
Führend in der Spezialchemie
Evonik besitzt einzigartige Technologieplattformen in der Prozess- und Anwendungstechnik. Darüber hinaus ermöglichen Verbundstrukturen eine effiziente Verwertung der Stoffströme. Dem engen Zusammenspiel mit den Kunden, oft in Form langjähriger Entwicklungspartnerschaften, kommt als weiterem strategischem Schlüsselfaktor eine erhebliche Bedeutung zu. Die Folge sind optimale, oft maßgeschneiderte Produkte und Systemlösungen von Evonik für die Kunden und deren Marktbedürfnisse. Das Spektrum der Arbeitsgebiete, in denen Evonik in der Spezialchemie tätig ist, ist sehr gut ausbalanciert: Keiner der belieferten Endmärkte macht mehr als 20 Prozent des Umsatzes aus.
HÜLSEMANN ist ein in der vierten Generation geführtes mittelständisches Familienunternehmen. Seit 110 Jahren werden industrielle Beschichtungsmaterialien für Metall, Kunststoff, Holz und Glas gefertigt. Das Lieferprogramm umfasst die drei Kernkompetenzen “industrial coatings”, “special coatings” und “mini coatings”. Gerade als Lackhersteller gehört es heute zur Pflicht, sich dem Umweltschutz in ausreichendem Maße zu widmen. Dazu entwickelt HÜLSEMANN bereits seit den 1980-er Jahren umweltfreundliche, wasserbasierende Lacksysteme und ist ständig auf der Suche nach Substituten von gefährdenden Einsatzstoffen. Zahlreiche Objekte unserer Kunden werden heute mit dem umweltfreundlichen Wasserlacksystem ILEXAL beschichtet.
HÜLSEMANN ist eines der Unternehmen, die mit dem Umweltzertifikat „ÖKOPROFIT Bergisches Städtedreieck“ ausgezeichnet wurden. Dieser Auszeichnung ging eine über zwölf Monate dauernde Beratung voraus, die u.a. von der IHK, von Wirtschaftsförderungsgesellschaften und der Energieagentur NRW professionell durchgeführt wurde. Im Ergebnis wurden gezielt Maßnahmen zur Entlastung der Umwelt und Senkung der betrieblichen Kosten entwickelt, als auch die Einhaltung der erforderlichen rechtlichen und behördlichen Vorgaben zum Betrieb des Unternehmens geprüft und festgestellt. Arbeitsschutz, Ökonomie und Ökologie: die ÖKOPROFIT-Auszeichnung bescheinigt HÜLSEMANN einen hohen qualitativen Standard. HÜLSEMANN ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2008.
HÜLSEMANN Industrielacke: für die großen, kleinen und ganz kleinen Dinge des Lebens
Hydro ist ein globales Aluminiumunternehmen mit Produktionsstätten sowie Vertriebs- und Handelsaktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Bauxitgewinnung über die Erzeugung von Tonerde und Energie bis zur Herstellung von Primäraluminium und von Aluminiumwalzprodukten sowie Recycling. 13.000 Beschäftigte sind in über 50 Ländern auf allen Kontinenten tätig, Hauptsitz der Norsk Hydro ASA ist Norwegen. Mit bald 110 Jahren Erfahrung bei Technologie-Entwicklung, erneuerbaren Energien und innovativen Partnerschaften arbeiten wir daran, unsere Kunden zu stärken und die Gesellschaft zukunftsfähig zu machen. In Deutschland, unserem größten Markt, beschäftigt Hydro mehr als 6.000 Mitarbeiter. Die meisten sind im Kreis Neuss tätig: mit der größten deutschen Aluminiumhütte in Neuss, dem weltgrößten Aluminiumwalz- und -schmelzwerk Alunorf (50% Beteiligung) und dem international führenden Walzproduktewerk Grevenbroich. Eng kooperieren wir mit unserem Forschungs- & Entwicklungszentrum in Bonn als Innovationstreiber. Das Werk Grevenbroich, 1922 gegründet, ist mit 2000 Mitarbeitern die weltgrößte Produktionsstätte für hochwertige Aluminiumwalzprodukte, dabei Weltmarktführer bei Spitzenprodukten wie hauchdünne Hochleistungsfolie – teilweise nur 5 µm dünn, menschliches Haar ist zehnmal so dick – oft mehr als 2 Meter breit, schützt als Teil von Verbundkartons vor allem Getränke über Monate ohne Kühlungsenergie. Aluminiumband für Offsetdruckplatten: Jede dritte Zeitungsseite weltweit entsteht mit Hilfe von Druckplatten aus unserem besonders planen und oberflächensauberen Aluminiumband.
Zugleich ist Grevenbroich Sitz des globalen Geschäftsfeldes Rolled Products unter Leitung von Konzernvorstand Oliver Bell mit einem Absatz von rund 1 Million Tonnen Aluminium-Folien und -Bänder, blank und veredelt, sowie Sitz unserer wesentlichen legalen Einheit in Deutschland, der Hydro Aluminium Rolled Products GmbH mit mehr als 2 Milliarden Euro Jahresumsatz. Unser Aluminium erleichtert Mobilität, schützt Lebensmittel und Arzneien, leitet Strom und Wärme, macht Gebäude, Möbel, Maschinen und Geräte stark und langlebig… und kommt durch Recycling immer wieder mit nur 5 Prozent der zur ersten Erzeugung nötigen Energie. So wirkt unser Werkstoff nachhaltig positiv. Wir tragen durch immer mehr Recycling bei zu einer Kreislaufwirtschaft mit immer höheren Rückführquoten. Fast alle Druckplatten und Fassadenelemente, mehr als 90% der Automobilbauteile und 95 von 100 deutschen Alu-Getränkedosen werden recycelt. Wir schmelzen es ein für die nächste Nutzung und bauen für 45 Millionen Euro in Neuss eine neuartige Anlage zum noch effizienteren Dosenrecycling. Durch epochale Investitionen insbesondere in das Werk Grevenbroich wurden wir zum Maßstab der Aluminiumwalzindustrie weltweit – und gehen nun daran, mit dem Bau einer neuen Großanlage zu einem führenden Produzenten auch von hochwertigem Aluminiumblech für leichtere, Sprit und Emissionen sparende Fahrzeugkarosserien zu werden. Allein hierfür investieren wir 130 Millionen Euro. www.hydro.com/Deutschland
Starker Partner große Marken
Goldwell, Guhl, John Frieda, Kanebo, Molton Brown und KMS sind bekannte Markennamen im weltweiten Personal Care Bereich. Sie alle gehören zu der breiten Palette der Consumer Produkte von Kao. Am Standort Emmerich fertigt Kao Chemicals ausschließlich Rohstoffe für die weiterverarbeitende Industrie. Dies sind Basisprodukte für Shampoos, Duschgels oder Badeprodukte sowie auch Vorprodukte für die Reinigungsmittel-Industrie. Ferner Fließmittel für Beton und Trockenmörtel sowie Spezialtenside für zahlreiche technische Anwendungen. Nachdem ein Friseur 1940 die Firma Andrélon im niederländischen Bodegraven gegründet hatte, wurde daraus in Emmerich die erste Fabrik zur Herstellung dieser Vorprodukte unter dem Namen CHEM-Y. Die Übernahme dieses Chemieunternehmens durch Kao Corporation, Tokyo, fällt in das Jahr 1992. 220 Mitarbeiter sind am Standort Emmerich beschäftigt, 850 sind es in der Kao Chemicals Holding, zu der die Standorte Emmerich und Barcelona (Kao Corporation S.A. sowie das Headquarter, Kao Corporation, S.L.) und Quimi-kao, S.A. in Mexiko gehören. Kao hat sich verpflichtet, im Rahmen der weltweiten Initiative „Responsible Care“ zu handeln und den Schutz von Gesundheit und Umwelt sowie die Sicherheit von Mitarbeitern und Mitbürgern aus eigener Verantwortung ständig zu verbessern. Dies wird u. a. auch dokumentiert durch die Einführung eines Integrierten Management Systems, dem die Zertifizierung nach den international gültigen Standards EN ISO 9001:2000, EN ISO 14001:2004; OSHAS 18001:1999 und EN ISO 5001:2011 zugrunde liegen. 20% des Gesamtumsatzes. 14 Auszubildende lernen in Emmerich derzeit in den verschiedenen Berufsbildern: Neben Chemikanten, Chemielaboranten und Fachkräfte für Lagerlogistik werden auch Industriekaufleute, Elektroniker für Betriebstechnik und Industriemechaniker ausgebildet und teilweise übernommen. Kao Chemicals GmbH ist mit seinem differenzierten Produktportofolio stark im Export. Etwa 80 % des Jahresumsatzes, der 2012 230 Mio € betrug, werden in ausländischen Märkten weltweit getätigt. Osteuropa mit Russland an der Spitze ist ein Wachstumsmarkt. Der Inlandsmarkt hat einen Anteil in Höhe von etwa
Autorisiert: H. Tripp, Geschäftsführer Stand: 07.07.2014
Die Outokumpu Nirosta GmbH ist 2012 aus dem Zusammenschluss der ThyssenKrupp Nirosta mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu Oyi entstanden. Heute ist Outokumpu Nirosta zusammen mit den verbundenen Unternehmen ein weltweit agierender und führender Hersteller von nichtrostenden Flacherzeugnissen mit einem breitgefächerten Programm von Güten, Abmessungen und Oberflächen. Outokumpu Nirosta – das sind rund 100 Sorten Edelstahl: hochwertig, langlebig und korrosionsbeständig. In vielen Industriezweigen sind nichtrostende Stähle heute unverzichtbar. Das gilt auch für die Umwelttechnik. Hier leisten NIROSTA-Produkte einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Mensch und Natur. Edelstahl – der Umwelt zuliebe. Wer EdelstahlProdukte wählt, entscheidet sich gegen die Wegwerf-Mentalität. NIROSTA Werkstoffe lassen sich perfekt recyceln, und Edelstahlschrott ist daher begehrtes Rohmaterial. Im Gegensatz zu vielen anderen Werkstoffen gibt es keinen Unterschied zwischen Neu- und Recyclingmaterial. Daher setzt Outokumpu heute bereits über 80% Schrott in der Herstellung neuen Materials ein. Am Anfang der umweltschonenden Produktion steht der sparsame Umgang mit Ressourcen wie Energie und Wasser. So können auch Emissionen und erforderliche Abfallablagerungen reduziert werden. Edelstahllebenszyklus – Made to last forever. Edelstahl kann unbegrenzt in gleichbleibender Qualität wieder zu Edelstahl werden. Mitarbeiter: 3568 Umsatz: 2,052 Mrd. Euro Produktion: Kaltgewalzte Bandprodukte 631.441 t Warmgewalzte Bandprodukte 53.058 t Produktionsstandorte: Benrath, Bochum, Dillenburg, Krefeld In 2013 wurden Nachhaltigkeits-Key-Performance Indikatoren zum recycelten Anteil, der Energieeffizienz und der Kohlenstoffeffizienz aufgestellt, um die kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen und besser nachvollziehen zu können. Damit erhielt Outokumpu erneut den Sustainability Dow Jones und gehört zu den drei besten Stahlunternehmen der Welt. Wir sind davon überzeugt, dass die integrierte Produktionsroute, der hohe Anteil an recyceltem Stahl, Energieeffizienz und Energiequellen mit geringem Kohlenstoffeinsatz nachhaltig zur Verminderung unseres Umwelteinflusses beigetragen haben und beitragen. Outokumpu hat in den vergangenen 20 Jahren durch den Einsatz modernster Technologien die CO²-Emissionen in der Produktion um rund 50% gesenkt. Die Outokumpu stellt seit langem nachhaltiges Handeln in den Vordergrund: Sicherheit zuerst – für jeden, jederzeit und überall Fokus auf die Gesundheit Qualität Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein, Material- und Energieeffizienz
Royal Philips Royal Philips mit Hauptsitz in den Niederlanden, ist ein Unternehmen, das auf Gesundheit und Wohlbefinden ausgerichtet ist. Im Fokus steht die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen mit innovativen Lösungen aus den Bereichen Healthcare, Consumer Lifestyle und Lighting. Innovationen für Gesundheit und Wohlbefinden Philips beschäftigt etwa 112.000 Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern und erzielte in 2013 einen Umsatz von 23,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen gehört zu den Marktführern in den Bereichen Kardiologie, Notfallmedizin, Gesundheitsversorgung für zuhause sowie energieeffizienten Lichtlösungen. Außerdem ist Philips einer der führenden Anbieter im Bereich Mundhygiene sowie bei Rasierern und Körperpflegeprodukten für Männer. Mehr als 120 Jahre Firmengeschichte Im Jahr 1891 wurde Philips in Eindhoven (Niederlande) als Unternehmen zur Herstellung von Glühlampen und anderen elektrischen Produkten gegründet. Heute ist Philips ein weltweit agierendes diversifiziertes Technologieunternehmen in dessen Zentrum des Handelns wichtige gesellschaftliche Themen wie die Nachfrage nach bezahlbarer Gesundheitsversorgung, der Bedarf an energieeffizienten Lösungen und der Wunsch der Menschen nach persönlichem Wohlbefinden stehen. Seit 87 Jahren ist das Unternehmen in der DACHRegion aktiv. Ausgangspunkt war Berlin, bevor kurz darauf der Hauptsitz mit der Übernahme von Röntgenmüller und der Produktion von Röntgenröhren 1927 nach Hamburg verlegt wurde. Die Mission von Philips ist es, die Lebensqualität der Menschen mit sinnvollen Innovationen zu verbessern. Der Vision folgend setzt sich Philips mit Innovationen für eine gesündere und nachhaltigere Welt ein. Dabei ist es das Ziel, bis zum Jahr 2025 die Lebensqualität von jährlich 3 Milliarden Menschen zu verbessern. Die Philips Aktivitäten werden im Konzern in drei Sparten abgebildet. Die Sparte Healthcare ist darauf ausgerichtet, Lösungen anzubieten, die speziell auf die Bedürfnisse von medizinischem Fachpersonal und Patienten zugeschnitten sind. Philips glaubt fest daran, dass durch das Überwinden von Grenzen in den verschiedenen Gesundheitsbereichen und das Einführen innovativer und erschwinglicher Technologien im gesamten Gesundheitssektor spürbare Verbesserungen bewirkt werden können. Die Sparte Lighting hat sich zum Ziel gesetzt, innovative und energieeffiziente Lösungen zu entwickeln, bei denen die Bedürfnisse der Kunden sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich oberste Priorität haben. Die Sparte Consumer Lifestyle ist darauf ausgerichtet, die Wünsche der Kunden auf der ganzen Welt durch Produkte, die Gesundheit und Wohlbefinden fördern zu erfüllen. Philips schafft Werte durch seine Fähigkeiten, ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse seiner Kunden zu entwickeln und nutzt fortschrittliche Technologien, um innovative Lösungen zu schaffen. Mit seinen Mitarbeitern, seiner globalen Präsenz und seiner vertrauenswürdigen Marke erreicht Philips seine Kunden weltweit.
Wenn es um mineralische Materialien geht, ist REMEX der richtige Partner – sowohl bei der zuverlässigen Aufbereitung und Verwertung mineralischer Abfälle mit unterschiedlichsten Belastungsgraden als auch in der Produktion von erstklassigen Sekundärbaustoffen. Hinzu kommen überzeugende Leistungen bei der Sanierung von Altlasten, beim Bergversatz sowie beim Betrieb von Deponien. Mineralstoffentsorgung Mineralische Abfälle entstehen auf vielfältige Weise bei der Verbrennung, bei industriellen Prozessen oder beim Abbruch von Gebäuden und bei der Sanierung von Straßen. Bei der Mineralstoffentsorgung sind darum Spezialisten gefragt. REMEX bietet Recyclinglösungen rund um mineralische Abfälle – individuell auf die jeweilige Branche zugeschnittene Entsorgungs- und Verwertungskonzepte für Bausektor und Industrie oder Müllverbrennungsanlagen und Gleisbauunternehmen. Auftraggeber sind sowohl Betriebe der öffentlichen Hand als auch private Unternehmen. Durch Niederlassungen und Betriebsstätten im gesamten Bundesgebiet setzt REMEX auf regionale Präsenz und Kundennähe. Flächen- und Bodensanierung REMEX setzt das Prinzip der Ressourcenschonung konsequent in der Flächen- und Altlastensanierung um. Die REMEX Pro Terra GmbH macht kontaminierte Standorte wieder nutzbar und sorgt damit für eine nachhaltig gesteigerte Bodenqualität. REMEX ist der führende Dienstleister, wenn es um das Recycling mineralischer Abfälle geht, ihre innovative Wiederverwertung oder die umweltgerechte Entsorgung. Baustoffe Mineralische Abfälle sind oft eine optimale Basis für hochwertige Baustoffe. Die REMEXeigenen Marken remexit® und granova® stehen für erstklassige Baustoffe, die den Vergleich mit herkömmlichen Produkten in jeder Hinsicht bestehen. Zum Einsatz kommen sie zum Beispiel im Straßen-, Tief- und Erdbau, bei Lärmschutzwällen oder als Deponiebaustoff. Darüber hinaus liefert REMEX Recyclingschotter für den Einsatz im Gleisbett und trägt damit zu nachhaltiger Mobilität bei. Die Sanierung von Flächen und Altlasten hat ihre eigenen Gesetze. REMEX kennt sie und schafft dank integriertem Dienstleistungsansatz mit optimaler Kostenbilanz effizient neuen Raum für Mensch, Wirtschaft und Natur. Pro Terra führt die Maßnahmen als Generalunternehmer inklusive der notwendigen Planungs-, Bau- und Entsorgungsdienstleistungen durch. Dabei steht insbesondere die vom Kunden gewünschte Folgenutzung im Fokus.Mit passgenauen Teilleistungen von der Planung und Konzeption der Sanierungsmaßnahmen über die Rück- und Erdbauleistung, die Abwicklung der Genehmigungsverfahren, Analytik, Transport, Entsorgung und Dokumentation bietet die REMEX Pro Terra den kompletten Service, um Boden gut zu machen.
Die RheinEnergie AG ist ein wirtschaftlich gesunder, regional verankerter und bundesweit aktiver Energieversorger und -dienstleister mit einem hohen Eigenerzeugungsanteil. Sie ist verantwortlich für die Versorgung von rund 2,5 Millionen Menschen mit Strom, Gas, Wärme und Wasser – in Privathaushalten, Industrie, Handel und Gewerbe. Neben der reinen Energieversorgung bietet sie umfangreiche Contracting-Lösungen und EnergieDienstleistungen. Die RheinEnergie ist mehrheitlich im kommunalen Besitz. Große kommunale Stadtwerke wie das Kölner Traditionsunternehmen mit seiner gut 140-jährigen Firmengeschichte bilden den energiewirtschaftlichen Mittelstand der Bundesrepublik – mit entsprechender Verantwortung für die Energiewende einerseits und den verantwortungsvollen und schonenden Umgang mit Ressourcen andererseits.
Darum investiert die RheinEnergie kontinuierlich in den Ausbau erneuerbarer Energie. Außerdem trägt sie mit ihrem Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk Niehl 3 entscheidend zur Energiewende bei. Denn diese Technik wird auf absehbare Zeit zwingend notwendig sein, um die Volatilität bei der Erzeugung Erneuerbarer Energie zu kompensieren. Um ihrer besonderen Verantwortung als Energieerzeuger gerecht zu werden, engagiert sich die RheinEnergie im Klima- und Umweltschutz. Beispielsweise fördert sie über die Netzwerkinitiative KlimaKreis Köln verschiedene Programme zum Klimaschutz. Daneben engagiert sich der Versorger über das Projekt SmartCity Cologne dafür, dass neue, energiesparende Produkte entwickelt, erprobt und eingesetzt werden. Über ihre Teilnahme an ColognE-mobil fördert die RheinEnergie zudem den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Ballungsräumen.
für die Stromerzeugung von heute und morgen
Tagebaue und Kraftwerke, Veredlungs- und Instandhaltungsbetriebe, Forschungsanlagen und Ausbildungszentren: Hier arbeiten die rund 13.000 Beschäftigten der RWE Power AG. Das Unternehmen ist ein Kompetenzzentrum für die konventionelle Stromerzeugung des RWE Konzerns in Deutschland. Es hat seinen Sitz in Essen und Köln. Mit einer Kraftwerksleistung von rund 16.000 Megawatt trägt RWE Power zu dem breiten Energiemix von RWE bei, der sich aus Braunkohle, Steinkohle, Kernkraft, Gas und erneuerbaren Energien zusammensetzt. Mit ihren modernen Kraftwerken ist RWE Power ein flexibler und verlässlicher Partner der erneuerbaren Energien. RWE Power engagiert sich dafür, dass der Strom künftig noch klimafreundlicher erzeugt wird, dass er weiter sicher aus der Steckdose kommt und dass er erschwinglich bleibt. Einer der Schwerpunkte von RWE Power ist das rheinische Braunkohlenrevier. Dort fördert das Unternehmen in drei Tagebauen jährlich bis zu 100 Millionen Tonnen Braunkohle, die größtenteils zur Stromerzeugung genutzt werden. In den Tagebauen betreibt RWE Power eigene Ablagerungsbereiche vor allem für Gips aus der Rauchgasentschwefelung und Kraftwerksasche. Diese Materialien werden somit gezielt zur Verfüllung bereits ausgekohlter Tagebaubereiche genutzt. Deshalb hat sie Milliarden in den Bau neuer Kraftwerke und in die Forschung investiert. Das Ziel: noch höhere Wirkungsgrade, weniger CO2-Ausstoß, mehr Flexibilität in der Betriebsweise. Die Ingenieure und Techniker von RWE Power arbeiten dabei innovativ und partnerschaftlich mit Fachleuten aus Industrie und Wissenschaft zusammen. Genauso stark fühlt sich RWE Power den Menschen in den Regionen, in denen sie tätig ist, verpflichtet. Deshalb pflegt das Unternehmen gute Nachbarschaft und steht im ständigen Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen. RWE Power nimmt ihre Mitverantwortung für die Regionen wahr - unter anderem rund 1.000 Ausbildungsplätzen und der möglichst standortnahen Vergabe von Aufträgen an Dienstleister und Lieferanten.
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG zählt zu den führenden Stahlproduzenten der Welt und liegt in Europa auf Rang 3. Das Unternehmen konzentriert sich auf das attraktive Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls. Für die Erzeugung der Produkte werden neben bewährten Technologien innovative Verfahren eingesetzt, wie z. B. das kombinierte Gießen und Walzen in einer Gießwalzanlage. Die Palette der Flachprodukte umfasst Grobbleche, Warmband und Feinbleche mit einem breiten Spektrum von Güten. Erhebliche Anteile werden in oberflächenveredelter Ausführung erzeugt und geliefert. Mit großem Forschungsaufwand wird in enger Zusammenarbeit mit den Kunden die Entwicklung hin zum a n wendungsorientierten Werkstoff- und Bauteilpartner vorangetrieben. Sie ist von hervorragenden Leistungen begleitet: Umfassender Oberflächenschutz der Stahlbleche und Gewichtsreduzierung im Fahrzeugbau durch den Einsatz neuer hoch- und höchstfester Stahlsorten sowie Tailored Products sind richtungweisende Beispiele.
Alle Standorte wurden gemäß den Anforderungen der weltweit gültigen Umweltmanagmentnorm DIN ISO 14001:2004 zertifiziert. Bei den Prozessen trägt Thyssen Krupp Steel Europe AG dem Nachhaltigkeitsgedanken durch den sparsamen Einsatz aller Ressourcen Rechnung. Das Recycling der internen Reststoffe stellt einen weiteren Betrag zur Ressourcenschonung bei. Die Verwertungsquote liegt durch Entwicklung innovativer Verfahren bei annähernd 100 Prozent. Die Anlagen zur Luftreinhaltung der ThyssenKrupp Steel Europe AG zählen zu den modernsten der Welt. Die Emissionen werden auf ein Minimum gesenkt. Durch den Einsatz eines hochspezialisierten Wasserwirtschaftssystems, kann das eingesetzte Wasser bis zu 25-mal wiederverwertet und damit zu 96 % im Kreislauf verbleiben. Die ThyssenKrupp Steel Europe AG ist seit 2002 freiwilliges Mitglied beim AAV und unterstützt diesen finanziell bei Projekten der Erfassung, Bewertung und Sanierung von schädlichen Bodenveränderungen und Altlasten. Damit leistet das Unternehmen einen Beitrag, welcher über die bodenschutzrechtlichen Pflichten weit hinausreicht.
Beginn der Stahlproduktion in Duisburg: 1891
Investitionen in zukunftsweisende Technologien tragen dazu bei, die leistungsfähige Anlagenkonfiguration weiter zu verbessern, um damit die Position des Unternehmens im Spitzenfeld für die Zukunft zu festigen. Stahl ist zu hundert Prozent recyclingfähig und damit ein Produkt mit Nachhaltigkeit. Durch Investitionen in modernste Technologien werden Produkte mit geringer Ressourcenbelastung hergestellt, und diese Produkte tragen dazu bei, die Umwelt zu schonen.
Mitarbeiter: 26.961 Umsatz: 9,62 Mrd. € Standorte: - Duisburg - Bochum - Dortmund - Kreuztal - Finnentrop - Neuwied
Lieferprogramm: Warmband, Grobblech, Elektroband, Feinbleche/ oberflächenveredelte Produkte, organisch beschichtetes Band und Bleche, Bauelemente, Tailored Products, Weißblech/Feinstblech, Bauteile/-komponenten für die Automobilindustrie.
Vallourec Deutschland auf einen Blick
Die Vallourec Deutschland GmbH mit Sitz in Düsseldorf beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter und fertigt im Jahr zirka 800.000 Tonnen nahtlose Stahlrohre. Vallourec ist es ein wichtiges Anliegen, so umweltverträglich wie möglich zu produzieren. Das One World Trade Center in New York, die Arena auf Schalke und die Luxusliner von AidaCruises haben eins gemeinsam: In den Konstruktionen sind nahtlose Stahlrohre von Vallourec Deutschland verbaut. Die Produkte und Rohrlösungen sind weltweit gefragt und kommen in der Energieindustrie, im Maschinen- und Stahlbau sowie in der Petrochemie zum Einsatz. Vallourec Deutschland produziert auf vier Fertigungsstraßen: dreien in Düsseldorf und einer in Mülheim an der Ruhr. Nahtlose Rohre entstehen bereits seit über einem Jahrhundert in Deutschland: Im Jahr 1899 begannen die Brüder Mannesmann mit der industriellen Herstellung in Düsseldorf. 1997 ging die Vallourec-Gruppe ein Joint Venture mit der Mannesmannröhren-Werke AG ein und es entstand Vallourec & Mannesmann Tubes, das 2005 hundertprozentige Tochter wurde. Seit dem 1. November 2013 firmiert das deutsche Unternehmen als Vallourec Deutschland GmbH. Energieeffizienz im Fokus In allen deutschen Werken kommt zur Erwärmung auf Verarbeitungstemperatur Erdgas als Energiequelle zum Einsatz – der Brennstoff mit den niedrigsten CO2-Emissionen. Neueste Brennertechnik und eine optimierte Wärmeofengestaltung helfen, den Energieverbrauch weiter zu reduzieren und die Umwelt zu entlasten. So arbeitet eine Fertigungsstraße in Düsseldorf seit 2011 beim Drehherdofen mit regenerativen Brennern: Durch die höhere Ofenleistung sinken der Energieverbrauch und damit auch die CO2- und Stickoxidemissionen um rund 30 Prozent.
Vallourec in Deutschland profitiert zudem davon, dass der Stahl zu 100 Prozent recyclingfähig ist. Materialverluste bei der Rohrproduktion lassen sich erneut verwenden für die Herstellung des Vormaterials. Das Unternehmen hilft auch seinen Kunden beim Umweltschutz: Vallourec produziert beispielsweise gasdichte und streng zertifizierte VAM-Verbindungen. Die Rohrverbindungen verhindern, dass gefährliche Substanzen bei der Förderung von Öl und Gas in die Umwelt austreten. Hitzebeständige Kesselrohre helfen dabei, dass moderne Kraftwerke bei erhöhten Temperaturen Strom erzeugen. Das lässt sie wirtschaftlicher und damit schadstoffärmer produzieren. Investiert wird aber nicht nur in innovative PremiumProdukte, sondern auch in Verbesserungen in Sachen Umweltschutz. Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen sind mit Auffangwannen zum Schutz gegen Bodenverunreinigungen ausgestattet. Zur Wiederverwendung des Wassers, einschließlich des Regenwassers, werden geschlossene Betriebswasserkreisläufe betrieben. Insgesamt erreicht die Verwertung von Abfällen eine Quote von 99 Prozent. Alle Produktionsstandorte von Vallourec in Deutschland sind seit 2003 nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifiziert. Für 2015 strebt Vallourec Deutschland eine Zertifizierung seines Energiemanagementsystems nach der ISO 50001 an. Seit 2002 ist das Unternehmen freiwilliges Mitglied im AAV.
Die Anwendungsbereiche von Vallourec: Erdöl- und Erdgasindustrie Industrie (Maschinenbau, Automobilindustrie, Bauindustrie) Kraftwerkstechnik Umsatz der Vallourec-Gruppe 2013: 5,6 Milliarden Euro Mitarbeiterzahlen (Stand 2013): rund 24.000 weltweit, rund 4.000 in Deutschland
Vinnolit – Weltmarktführer bei PVC-Spezialitäten
Vinnolit ist - mit einer Kapazität von 780.000 Jahrestonnen – einer der führenden PVC-Rohstoffhersteller in Europa und der weltweite Markt- und Technologieführer bei PVC-Spezialitäten. Im Mai 2014 wurde der Verkauf des Unternehmens an die Westlake Chemical Corporation bekannt gegeben. Der Abschluss der Transaktion wird im 3. Quartal 2014 erwartet und steht unter den üblichen Vorbehalten einschließlich der wettbewerbsrechtlichen Freigaben. Das Technologiezentrum VinTec lizenziert Vinnolits führende EDC-/VCM- und S-PVC-Technologie weltweit. Beschichtungen, Kfz-Unterbodenschutz, Kabelummantelungen oder Infusionsbeutel, für alle Produktanforderungen verfügt Vinnolit über die geeigneten Produktionsverfahren. Zugleich ist Vinnolit ein führender Hersteller und Lieferant für Zwischenprodukte, wie Natronlauge, Vinylchlorid und Zinntetrachlorid, die für die Weiterverarbeitung in der chemischen Industrie, aber auch in anderen Branchen benötigt werden.
Die Produktionsstandorte von Vinnolit mit Sitz in Ismaning bei München sind in Burghausen, Gendorf, Knapsack, Köln, Schkopau und Hillhouse (UK). Vinnolit erzielte im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von 917 Mio. € und beschäftigt ca. 1.400 Mitarbeiter, davon etwa 400 an den nordrheinwestfälischen Standorten Knapsack und Köln. Dort werden pro Jahr bis zu 320.000 Tonnen PVC und 550.000 Tonnen Natronlauge (50%) produziert.
Ein verantwortliches und nachhaltiges Handeln ist im Unternehmensleitbild von Vinnolit fest verankert. Daher sind Sicherheit, Schutz der Gesundheit und der Umwelt vorrangige Ziele der Unternehmenspolitik. Vinnolit beteiligt sich am Responsible-Care-Programm
Vinnolit produziert und vermarktet ein breit gefächertes PVC-Sortiment, das alle gängigen PVC-Anwendungen abdeckt, z.B. im Bausektor, in der Automobilindustrie oder in der Medizintechnik. Ob PVC für Fußböden, Tapeten, Fensterprofile, Rohre, Hartfolien, technische
der chemischen Industrie zur kontinuierlichen Verbesserung von Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz und unterstützt VinylPlus, die freiwillige Selbstverpflichtung der europäischen PVC-Industrie zur nachhaltigen Entwicklung, als „Official Partner“ finanziell, ideell und durch aktive Mitarbeit.
Geschäftsführung N. N. Mitgliederinformation/ Öffentlichkeitsarbeit
Über die A43/Abfahrt Witten-Herbede. Von Süden Über die A43/Abfahrt
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im Gebäude des TGH
S-Bahn Vom Hbf Essen (Intercity-Haltepunkt) mit der Linie S3 (Fahrzeit ca. 19 Min., fährt alle 20 Min.) bis Hattingen-Mitte. Überqueren Sie die Fußgängerbrücke, um zum Busbahnhof zu gelangen. Von dort weiter mit dem Bus (s. u.). Straßenbahn Vom Hbf Bochum (Intercity-Haltepunkt) mit der Straßenbahnlinie 308 (Fahrzeit ca. 25 Min., fährt alle 10 Min.) bis Hattingen-Mitte. Überqueren Sie die Fußgängerbrücke, um zum Busbahnhof zu gelangen. Von dort weiter mit dem Bus (s. u.).
Den AAV finden Sie im Gebäude des TGH – Technologie- und Gründerzentrum Hattingen. Bus Vom Busbahnhof Hattingen: mit den Buslinien CE31 (Fahrzeit 8 Min., fährt alle 20 Min.) oder SB37 (4 Min., fährt alle 60 Min.) bis Haltestelle Henrichshütte. Oder mit der Buslinie 558 (10 Min., fährt alle 60 Min.) bis Haltestelle Stadtbauamt. E-Mail: info@aav-nrw.de Fahrplan-Auskunft unter www.vrr.de Internet: www.aav-nrw.de Telefon: 02324 5094-0 Telefax: 02324 5094-10 AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung Werksstraße 15 45527 Hattingen
Jahresbericht 2013 AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung NRW Stv. Verbandsvorsitzender: Hans Gennen Redaktion: Dr. Rita Bettmann Dr. Beatrix Haglauer-Ruppel Dr. Ernst-Werner Hoffmann Dr. Uwe Hoffmann Dr. Andrea Holzapfel Christiane Maxin Dr. Engelbert Müller Sabine Schidlowski-Boos (verantw.) Nikolaus Söntgerath Anschrift: AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung Postfach 80 01 47 45501 Hattingen Werksstraße 15 45527 Hattingen Telefon: 02324 5094-0 Telefax: 02324 5094-10 E-Mail: info@aav-nrw.de Internet: www.aav-nrw.de Auflage: 2.500 Gestaltung: Angelika Grothues, Bochum Druck: Eugen Huth GmbH & Co. KG, Wuppertal Druck auf Cyclus Print (100 % Recycling)
Titel: Luftbilder: Hans Blossey, Hamm Seite 23 (oben), Seite 24 (Mitte und unten) und Seite 25: Bernhard Heckmann GmbH & Co. KG, Hamm Seite 45: Geobasisdaten: Land NRW, Bonn, 1327/2009 Seite 47: Geobasisdaten: Land NRW, Bonn, 1327/2009 Seite 49: Stadt Düsseldorf Seite 72: Chip GmbH, Hattingen Alle Übrigen: AAV NRW

References: § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 13
 § 2
 § 13
 § 42
 § 10
 §13