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Timestamp: 2017-09-19 11:46:00+00:00

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Emmaus Kirchengemeinde Nörten-Hardenberg - Geschichte
'EMMAUS'?
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Geschichte der Emmaus-Gemeinde
Die evangelischen Gründerjahre
Die Entstehung der evangelischen Gemeinde Nörten war senfkornartig. Während ringsum in den Dörfern des ehemaligen Gerichts Hardenberg die evangelische Lehre Luthers nach dessen Reformation schnell Eingang gefunden hat, blieb Nörten dagegen verschlossen und wohl verwahrt durch die Tätigkeit der katholischen Geistlichen im Peterstift von Nörten, die ihren ganzen Einfluss aufboten, Luthers Lehre zu verhindern. Auch der Rat des Fleckens Nörten hatte in der Reformationszeit, im Unterschied zu den umliegenden Dörfern, die Reformation nicht eingeführt. Aber die lutherische Reformbewegung griff auch in Nörten von Göttingen her, wo die Reformation schon 1568 eingeführt war, auf die Gemeinde über. Einige Familien in Nörten bekannten sich 1629 zum evangelischen Glauben. Die Anzahl evangelischer Familien stieg in den kommenden Jahren. Sie konnten aber keine eigene Gemeinde mit eigenem Pastor gründen.
Nörten war seit uralten Zeiten Mainzer Gebiet - ebenso wie das Eichsfeld, das noch weiter von Mainz entfernt liegt. Der Landesherr in Nörten war bis zum Jahr 1803 der Erzbischof von Mainz, dessen Sprengel als Erzbischof auch das hiesige Gebiet umfasste. Es ging dem Erzbischof als Landesherrn vor allem darum, seine Untertanen der römischen Kirche zu erhalten, was er auch mit Hilfe der weltlichen Gerichtsbarkeit und Gewalt tat. So versuchte er auch mit diesen Mitteln, die Evangelischen wieder zur römischen Kirche zurück zu führen. Der Bischof von Mainz hätte nach dem 30-jährigen Krieg sogar das Recht gehabt, sie aus Nör­ten auszuweisen - wie das z.B. der Erzbischof von Salzburg in seinem Gebiet rigoros getan hat. In Nörten geschah das glücklicherweise nicht. Den Geistlichen des hiesigen Petersstifts war die Entwicklung des sich ausbreiteten evangelischen Glaubens ein Dorn im Auge. So richteten sie 1568 einen Beschwerdebrief an den Bischof in Mainz. Der Inhalt dieses Schreibens belegt auch, wie schwierig die Anfänge des evangelischen Glaubens in Nörten waren. Hier ein Auszug:
Obwohl Eure Kurfürstliche Gnaden den Einwohnern von Nörten und der übrigen Ortschaften im Gericht Hardenberg befohlen haben, sich zu der katholischen Religion zu halten, so sind doch Einwohner des Fleckens Nörten, die allesamt unserer Pfarrei unterstehen und Untertanen Eurer Kurfürstlichen Gnaden sind, nicht damit zufrieden, sondern laufen die Feier- und Festtage rottenweise, der eine hier, der andere dort hinaus Christum in der Wüste suchend, da er doch im Ort zu finden ist. Vor allem aber begeben sie sich in ein Dorf, Bula (Bühle) genannt. Dort sitzt ein Wegelaufender Mönch, der sich jetzt lutherischer Prädikant nennt, der auf die Katholischen gräuliches Gift ausgießt und das Volk verführt. Nicht allein zu diesem Hinlaufe, sondern zu allerhand Übergriffe, zur Widersetzung und Verachtung katholischer Religion. Zur Gotteslästerung stiftet sie besonders ein Einwohner des Flecken Nörten mit Namen Valentin Heimholtz an. Er ist der Rädelsführer und Aufwiegler bei ihren Zusammenrottungen. Wo er nur kann, bei jeder Gelegenheit, macht er unsere Gemeinde abspenstig und verführt zu allerlei Übergriffen. Doch läßt er es dabei nicht bewenden, sondern er hat mit Hilfe des oben erwähnten abtrünnigen Mönches und dessen Weib, die sich beide aus deutschen Büchern sehr gelehrt dünken. Als hätten sie – mit Verlaub gesagt – die Schrift allein gefressen. Überhaupt versammeln sich diese Rotten bei diesem Helmholtz und laden andere fromme Leute, die noch katholisch sind, einen nach dem anderen zu solch verbotenen Gastmählern, Unterhaltungen und Verschwörungen ein und machen sie abtrünnig. Überdies wagt es der gedachte Bulaicher Prädikant, der seine alte Religion verleugnete Christ und Verächter seines einstmals gottseligen Ordens, in unsre Pfarre einzugreifen, die Leute hier öffentlich zu kommunizieren und die Toten auf unserem Kirchhoff mit ungewöhnlichen, der katholischen Kirche widrigen Gesängen zu begraben.
Für die evangelischen Einwohner hatte der Beschwerdebrief keine Bedeutung. Sie gingen ungeachtet weiterhin nach Parensen oder nach Bühle zum Gottesdienst, nach dem Neubau der Mariensteiner Kirche 1725 auch dort­hin. Der damalige Abt Heinrich Eckel hatte 1620 den evangelischen Gottesdienst eingeführt und dem protestantischen Pastor in Parensen ein angemessenes Gehalt als Prediger in der Klosterkirche bezahlt. Aber schon vor dieser Zeit, nämlich im Jahre 1588, war die gräfliche Familie von Hardenberg zur evangelischen Konfession übergetreten - nicht nur die beiden Söhne Christoph und Friedrich von Hardenberg aus der Vorderhaus-Linie, sondern auch Jost von Hardenberg, der Besitzer des Hinterhauses Hardenberg. Die Folge davon war, dass nicht nur auf dem alten Schloss Hardenberg der katholische Gottesdienst in der Burgkapelle abgeschafft wurde, sondern auch die Gerichtsdörfer in der Hardenberg´schen Herrschaft mit lutherischen Pastoren besetzt wurden.
Das waren die Anfänge zu einer evangelischen Gemeinde in Nörten, von deren weiterer Entwicklung aber die Geschichte während des unseligen dreißigjährigen Krieges schwieg. Nur spärliche Nachrichten nach dem westfälischen Friedensschluss 1648 weisen darauf hin, dass die Evangelischen in Nörten in unabhängiger kirchlicher Gemeindeverbindung lebten. Bei Taufen, Trauungen und Begräbnissen wandten sich die Evangelischen von Nörten an die lutherischen Pastoren in Großenrode und Bühle, wenngleich sie verpflichtet waren, bei dem katholischen Pfarrer in Nörten Eintragungen gegen Gebühr in die katholischen Kirchenbücher vor nehmen zu lassen. Gottesdienste wurden hauptsächlich in Marienstein besucht. Bei der Einführung der Konfirmation sind die Kinder auch zum Unterricht und zur Konfirmation in die Mariensteiner Kirche gegangen. Dass dies so war, spricht auch für die Tatsache, dass die evangelische Gemeinde bis 1868 unter der Inspektion des Superintendenten in Göttingen stand. Die Aktivitäten der evangelischen Einwohner waren für die katholische Kirche im Ort weiterhin nicht hinnehmbar. So hat sich der katholische Pfarrer Weinrich 1671 beim Herzog Johann Friedrich von Braunschweig über die Eingriffe der lutherischen Pastoren in sein Amt beschwert. Worauf der Herzog beim hiesigen Stadthalter Christoph Hildebrand von Hardenberg anfragte, wie es in kirchlichen Sachen in Nörten stehe? Von Hardenberg antwortete: ”Das exercitium religionis ist jederzeit an dem gedachten Ort frei gewesen.” ”So bleibt es dabei”, war die Antwort des Herzogs und ermächtigte die lutherischen Pastoren, ihre bisherigen ”actus ministrales” fortzusetzen. So war alles Protestieren vom katholischen Pfarrer und anderen umsonst. So blieben die kirchlichen Verhältnisse bis zum Jahre 1736. Die Katholiken blieben im Besitz der Ortskirche und die Evangelischen besuchten die Gottesdienste in Marienstein.
Im Jahre 1732 erbaute der Landrat Dietrich von Hardenberg das Waisenhaus Nörten und verband damit den Bau einer Hardenberg‘schen Hauskirche auf Wunsch seine Bruders Christoph Hildebrand von Hardenberg, Landkomtur der Ordensballei Sachsen (Landkomtur: Bezeichnung eines königlichen Leiters einer Ballei- Ordensprovinz), der die Mittel zum Bau der Kirche bewilligte. Der Bau der Kirche galt nicht nur der gräflichen Familie, denn dann hätte sie die Kirche näher bei ihrem Wohnsitz bauen können, sondern um ihren Untertanen in Nörten einen gewissen Anhaltspunkt in ihrem kirchlichen Gemeindeleben zu ermöglichen. Deshalb wurde die Kapelle an den jetzigen Standort gebaut.
In dem damaligen losen, zum Teil erst sich entwickelnden kirchlichen Leben, das man mit dem heutigen kaum vergleichen kann, wo die Schulkenntnisse sehr gering waren und die Konfirmation der Kinder noch nicht überall eingeführt war, wo unruhige, kriegerische Zeiten die Gemüter bewegten, ist wenig über die weitere Entwicklung bekannt.
Nörten gehörte nach der napoleonischen Epoche zum Königreich Westfalen und kam 1815 zum neu gegründeten Königreich Hannover. Damit trat ein geordneter Zustand ein. Nach langen Verhandlungen wurde ein Vertrag zwischen dem Königlichen Konsistorium von Hannover und dem Hause Hardenberg geschlossen. Darin wurde geregelt, dass die Evangelischen in Nörten nebst den Bewohnern des Vorderhauses Hardenberg als Filialgemeinde zu Bühle, die Bewohner der ”Caroline” vor Nörten, des Hinterhauses Hardenberg und des Waisenhauses als Filialgemeinde zu Großenrode zugeordnet wurden. Durch den am 10.Dezember 1822 zwischen dem Hause Hardenberg und dem Konsistorium abgeschlossenen Vertrag über die Kirchen- und Schulverhältnisse im Gerichtsbereich Hardenberg gewann dieser Anschluss einen besonderen Nutzen dadurch, dass durch das Haus Hardenberg den evangelischen Bewohnern von Nörten die Waisenhauskapelle offen stand und die Familien regelmäßig an den sonntäglichen Gottesdiensten teilnehmen konnten. Gehalten wurden diese von den Pastoren aus Großenrode und aus Bühle. Aus einer gewissen Fürsorge für die evangelischen Bewohner von Nörten heraus, entschloss sich der damalige Graf Carl von Hardenberg im Jahre 1827, die Waisenhauskapelle zu erweitern. Hierzu sollte die Nörtener Gemeinde Baumaterialien kostenlos zu Verfügung stellen. Als Gegenleistung wollten die Gemeindemitglieder ein Mitbesitzungsrecht an der Kapelle bekommen. Dies wurde Ihnen seitens des Grafen verweigert. So kam es nicht zu dem Erweiterungsbau. Gleichwohl kam Graf von Hardenberg den kirchlichen Bedürfnissen der Gemeinde entgegen und ließ in der Kapelle mehr Sitzplätze anbringen und schaffte auch ein neues Harmonium an. Als dieses ihren Zweck nicht mehr erfüllte, wurde 1844 eine Orgel in die Kapelle eingebaut. Um das evangelische Bewusstsein und dessen Wachstum zu fördern wurde in der Waisenhauskapelle ein Nachmittags–Kindergottesdienst eingeführt. Es sollte damals das Bewusstsein in der Gemeinde für den evangelischen Glauben geweckt werden. Aus diesem Grund heraus wurde auch in diesen Jahren festgehalten, dass jährlich an 22 Sonntagen das Abendmahl gefeiert wurde.
Der oben genannte Vertrag sollte die bisherige Duldung von evangelischen Amtshandlungen regeln und den daraus immer wieder von Seiten der katholischen Kirche angefachten Streit beenden. Im § 5 des Vertrages wurden nicht nur, wie bereits erwähnt, die Zuteilung der Kirchenbereiche festgehalten, sondern die Amtshandlungen beiden Konfessionen geregelt. So sichert dieser Paragraph die freie und uneingeschränkte Religionsausübung der evangelischen Einwohner in Nörten. Des Weiteren wird der katholische Pfarrer von Nörten von der Verrichtung aller Amtshandlungen bei den lutherischen Einwohnern ausgeschlossen. Im § 6 des Vertrages wird aber festgehalten, dass der katholische Pfarrer Gebühren verlangen kann, wenn der evangelische Pastor von Bühle Amtshandlungen in Nörten durchführte, zum Beispiel Taufen, Trauungen, Beerdigungen. Die dort geforderte so genannte Stollgebühr mussten dann die evangelischen Einwohner doppelt bezahlen. Einmal für den evangelischen Pastor und einmal an den katholischen Pfarrer. Über diesen Paragraphen wurde in den Vertragsverhandlungen heftig gestritten. Die Lutheraner konnten sich aber mit ihrer Forderung, die doppelte Stollgebühr fallen zulassen, nicht durchsetzen. Weitere endlose Streitigkeiten zwischen den beiden Konfessionen war die Folge.
Entstehung der eigenen Kirchengemeinde
Gab es 1684 lediglich 33 evangelische Familien in Nörten, so wurden in den nachfolgenden Jahren die evangelischen Einwohner von Nörten immer mehr. Vor allem der Bau der Zuckerfabrik im Jahr 1873 brachte einen starken Zuzug von Arbeitern aus den evangelischen Nachbardörfern. Auch kamen Wanderarbeiter aus Sachsen, genauer aus dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, die alle samt Lutheraner waren und sich in Nörten niederließen. Außer den Arbeitern für den Eisenbahnbau kamen kleine Handwerker aus der Region, die die Mehrheit der evangelischen Einwohner ausmachten. Dadurch wurde die Kapelle im Waisenhaus für die aus Nörten und Hardenberg, besonders zu Feiertagen, zu klein. So mussten die Nörtener zur platzreichen Mariensteiner Kirche gehen, wo sie stets willkommene Gäste waren, denn für die kleine Gemeinde Marienstein war die Kirche viel zu groß und ihre Pastoren predigten oft vor leeren Bänken. Schon damals wäre es an der Zeit gewesen, dass das Konsistorium die Nörtener Gemeinde mit der Mariensteiner vereinigt hätte. Dieser Anschluss wäre für Nörten naturgemäß der einfachste und billigste gewesen.
Die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts war die so genannte Gründerzeit. Im Jahr 1871 war endlich an die Stelle der vielen deutschen Kleinstaaten das Deutsche Reich getreten. Mit den Deutschen ging es nun wirtschaftlich bergauf. Das Bürgertum blühte auf und suchte neue Betätigungsfelder. Firmen wurden damals gegründet und Vereine - Ge­sangvereine, Feuerwehren, Sportvereine, Schützenvereine. Auch die evangelischen Einwohner von Nörten wurden unruhig und wollten etwas gründen - eine eigene evangelische Kirchengemeinde.
Diesen Impuls begünstigte noch ein besonderer Anlass: Im Jahr 1883 wurde der 400. Geburtstag Martin Luthers gefeiert. Luther, der in der Kirchlichkeit des 19. Jahrhunderts keine besonders große Rolle gespielt hatte, wur­de bei dieser Gelegenheit wieder entdeckt. Das Luthertum galt bis dahin als engstirnig und unmodern. Angesagt war in jener Zeit die liberale Theologie, die besser zu den bürgerlichen Freiheits- und Emanzipationsbewegungen des 19. Jahrhundert passte. Die Evangelischen besannen sich mit dem Jubiläum wieder auf ihr Luthertum. Und die evangelischen Nörtener betrie­ben nun mit Nachdruck die Gründung einer evangelischen Gemeinde. Zwei Namen sind hier besonders zu nennen: Sanitätsrat Dr. Finger und Fabri­kant Hermann Richter; diese beiden waren die treibenden Kräfte in dem Ausschuss, der die Gründung einer evangelischen Gemeinde vorbereitete. Der Ehrlichkeit halber muss man zugeben, dass in diesen Bestrebungen auch ein gutes Stück Konkurrenzdenken gegenüber der katholischen Ge­meinde von Nörten lag. Die evangelischen Nörtener wollten ihre eigene Identität begründen und gestalten - gerade auch im Gegenüber zur katholischen Gemeinde.
Im Jahr 1888 war es dann geschafft. Nörten wurde von der Filialgemeinde Bühle abgetrennt und mit Bishausen zu einer nicht selbstständigen Gemeinde vereinigt als Tochtergemeinde von Marienstein. Marienstein war wiederum mit Parensen unter einem gemeinsamen Pfarramt verbunden. Nörten bekam einen eigenen Pastor, der über das Pfarramt Parensen als ”Pastor cooperator” (zur Hilfeleistung) eingestellt wurde. Dieser erste Pastor für die Kirchengemeinde Nörten und Bishausen war Johannes Reuter.
Pastor Johannes Reuter
Seine Amtszeit begann am 1. Januar 1888. So kann dieses als das Gründungsdatum der evangelischen Kirche in Nörten gesehen werden. Es wurde auch ein Kirchenvorstand gebildet. Diesem gehörten an neben Pastor Reuter Sanitätsrat Dr. Finger, Fabrikant Richter, Kaufmann
Fischer, Schmiedemeister Lutter. Die Gottesdienste wurden weiterhin in der Mariensteiner Kirche gehalten. Sie wurde ihr vom Konsistorium vorläufig zu gewiesen. Neben der gottesdienstlichen und seelsorgerischen Versorgung der jungen Gemeinde baute Reuter die Gemeindearbeit auf Vereinsebene auf. Er gründete 1892 den Frauenverein zur Armen- und Krankenpflege und den evangelischen Jünglingsverein, 1895 den ersten Posaunenchor. Während der Amtszeit von Reuter bekamen die evangelischen Kinder 1891 den zweiten Schulraum in der White-Stiftung.
Das eigene Pfarrhaus
Nun kam der Wunsch nach einem eigenen Pfarrhaus auf. Man fand es mit dem Erwerb des Hauses von Zimmermeister Caspar Wedemeyer. Im Jahre 1881 erbaute Caspar Wedemeyer auf seinem Grundstück am ”Hohlenweg”, der heutigen Burgstraße, ein Haus mit Nebengebäuden. Er brachte über die Eingangstür den Segensspruch an, der heute noch dort steht - ”Der Herr segne unseren Eingang und Ausgang und gebe uns seinen Frieden” -, und die Jahreszahl seines Hausbaues: 1881. Casper Wedemeyer starb am 11. Mai 1883 im Alter von 49 Jahren.
Durch seinen Tod ergab sich für die inzwischen erstarkten Lutheraner die günstige Gelegenheit, ein mit einem ansehnlichen Haus bebautes Grundstück zu erwerben. Man sammelte für den Erwerb Geld und bekam auch Schenkungen. Der Kaufvertrag wurde am 1. November 1897 abgeschlossen. Die Besitzübergabe erfolgte am 1. April 1888, genau 3 Monate nach Gründung der evangelischen Gemeinde. So kam auch die zweite Jahreszahl an das Haus: 1888.
Der Text des Kaufvertrages lautete (gekürzt): Kauf-Contract
Zwischen den unterzeichneten Vormündern der Wedemeyerschen Erben, der Witwe Caroline Qwedmeyer, geb. Heise in Nörten und dem Ackermann Wilhelm Heise in Sudershausen und den Vertretern der ev. Luth. Gemeinde in Nörten, Fabrikant Richter, Kaufmann Fischer und Dr. med. Finger anderseits ist nachstehender Kauf verabredet:
§ 1 Die oben bezeichneten Vormünder der Wedemeyerschen Erben verkaufen das den Erben gehörende Grundstück am so genannten ”Hohlenweg” vor Nörten mit sämtlichen Gebäuden für den Kaufpreis von 18.500 Mark (1 Mark, die auch Goldmark genannt wurde, betrug umgerechnet 9,86 €).
§ 2 Die Übergabe des Grundstückes geschieht am 1. April 1888 und findet an demselbigen Tage auch die Zahlung des Kaufpreises statt.
§ 3 Die Übergabe geschieht in dem Zustand, wie das Grundstück jetzt beschaffen ist. Mit gekauft sind, die Einrichtung des Kellers, besonders die Börde des Kellers, die Einrichtung der Scheune, die Dielen in der Scheune und des Gartens, des weiteren der Siedekessel. Die Esche in der oberen Spitze des Gartens bekommt der Vormund W. Heise.
§ 4 Die Käufer dürfen den Garten sofort in Benutzung übernehmen.
Nörten, 1.April 1888
Unterzeichnete: Caroline Wedemeyer, Witwe; W. Heise mit Vormund; Dr. med. Finger; Hermann Richter; Wilhelm Fischer
Außerdem wurde das Garten-Grundstück an der Ecke Göttinger Chaussee und Hohlenweg für 2.700 Mark von den Erben von Johannes Köpps gekauft. Weiterhin wurde von der gräflichen Familie das Grundstück zwischen dem Pfarrhaus und dem Grundstück von J. Köpps für 2.500 Mark erworben. In den weiteren Jahren wurden noch zwei Grundstücke gekauft, eines wo heute das Gemeindehaus steht und das andere wo heute der Kindergarten sich befindet. Insgesamt 28.550 Mark für den Grunderwerb hat die junge Gemeinde bezahlt - eine gewaltige Summe, wenn man bedenkt, dass zu jener Zeit die Grundstückpreise sehr hoch waren. Hier musste der damalige Kirchenvorstand, allen voran Dr. Finger, viele ”Klinken putzen” gehen, um die Grundstücke zu erwerben.
Aber für eine selbstständige Kirchengemeinde reichte dieser Erwerb allein nicht. Es war mehr Kapital nötig, denn sie hatte auch das Gehalt des Pastors auf zu bringen. Dies lag damals bei 1800 Mark im Jahr zuzüglich freie Wohnung. Es brauchte nicht durch Steuern aufgebracht zu werden, sondern es musste ein Vermögen vorhanden sein, das Pfarrdotationsvermögen, aus dessen Erträgen und Zinsen die 1800 Mark im Jahr gezahlt werden konnten. Der Zinssatz lag damals bei 4 %. Eine selbständige Kirchengemeinde brauchte also ein Vermögen von mindestens 45 000 Mark. Das war eine Menge Geld. (Zum Vergleich: Die Nörtener Kirche hat 15 Jahre später etwas mehr als das Doppelte, etwa 100 000 Mark, gekostet.) So wurde ein Ausschuss gegründet, um bei den evangelischen Nörtenern regelmäßig Geld zu sammeln. Dem Ausschuss gehörten neben Dr. Wilhelm Finger und Fabrikant Hermann Richter der Schuhmachermeister Brüggemann, der Maurer Heinrich Grube, der Klempnermeister Heine, der Kaufmann Fischer, der Malermeister Rüssel, der Schuhmachermeister Biermann und der Schmiedemeister Lutter an. Die genannten Personen gingen nun vierteljährig bei den evangelischen Einwohnern von Haus zu Haus. Trotz der bewusst ausgewählten Persönlichkeiten war die Sammlung für den Pfarrdotationsfond ein mühsames Geschäft. Denn die eingesammelten Beträge waren äußerst bescheiden. So wurden 20 Pfennig, 50 Pfennig, wenn es hoch kam 1 Mark im Viertel Jahr gegeben. Im ganzen Jahr wurde z.B. vom Schuhmacher Brüggemann 29,70 Mark eingesammelt. Im Jahr 1888 hatten sie gerade 1 247,96 Mark zusammen - statt der benötigten 45 000 Mark. Aus eigenen Kräften hätten sie es wahrscheinlich auch nicht geschafft. Einen großen Schritt nach vor­ne brachte eine Kollekte, die landesweit am Erntedankfest 1890 für die Nörtener Pfarrbesoldung gesammelt wurde. Sie brachte immerhin 13 439,15 Mark. Fast zehn Jahre brauchte die Gemeinde, bis sie das Geld für die Pfarrbesoldung zusammen hatte. Die letzten 6 000 Mark, die noch fehl­ten, wurden als Kredit aufgenommen. Endlich, im Jahr 1897, war das Kapital von 45 000 Mark beisammen. Nörten konnte eine selbständige Pfarrstelle und den Pastor selbst bezahlen. Gerade als das geschafft war, verließ der Pastor, Johannes Reuter die Gemeinde. Er ging nach Dudensen bei Neustadt am Rübenberge und war danach Hauptpastor an St. Michael in Lüneburg.
Aus der mühsamen Ansammlung des Pfarrdotationsvermögens kann man ableiten, was für eine Kirchengemeinde bis zum 2. Weltkrieg kennzeichnend war: Nörten war eine arme Gemeinde. Und alle geplanten Bauten und Einrichtungen stießen immer sehr schnell an ihre finanziellen Grenzen. Jede Kirchengemeinde war damals in finanzieller Hinsicht autonom. Das Steuerecht lag bei der Kirchengemeinde nicht bei der Landeskirche. Der Kirchenvorstand stellte einen Haushaltsplan auf. Das Geld, das für die Ausgaben der Kirchengemeinde benötigt wurde, wurde dann von den Gemeindemitgliedern als Kirchensteuer erhoben. Im Jahr 1889 musste die Kirchengemeinde für ihre Ausgaben 322,50 Mark aufbringen. Darin war das Pastorengehalt nicht enthalten, aber z.B. die Aufwendungen für die Unterhaltung des Pfarrhauses und alle son­stigen Ausgaben der jungen Kirchengemeinde.
Dass dies eine beachtliche Summe war, zeigt sich, wenn man bedenkt: Die Löhne waren damals unvergleichlich niedrig. Der Toten­gräber August Ernst z.B. bekam für das Sauberhalten des Friedhofs 10 Mark im Jahr; Frau Kirchhof, die den Schulraum in der White-Stiftung reinigte und beheizte, bekam dafür 30 Mark im Jahr. Diese 322,50 Mark wurden nun auf die Gemeindeglieder umgelegt und zwar als Zuschlag zur Einkommensteuer, Grundsteuer und Gewerbesteuer. 9% davon wurde als Kirchensteuer erhoben. Die meisten zahlten weniger als 1 Mark im Jahr. Bei Arbeitern lag der Satz bei 27 Pfennig im Jahr. Spitzenverdiener war der Direktor der Zuckerfabrik; er musste 68,04 Mark Kirchensteuern im Jahr bezah­len. Am besten standen sich damals Kirchengemeinden, die viel Grundvermö­gen hatten. Im Mittelalter hatten ja Kirchen oft große Schenkungen und Vermächtnisse bekommen. Die Einkünfte aus den Ländereien standen den Kirchengemeinden dann immer zur Verfügung. Die junge evangelische Gemeinde von Nörten hatte keinen Grundbesitz. Ihr gehörte nur, wie bereits berichtet, das Pfarrgrundstück entlang der Burgstraße ("Hohler Weg"). Darin waren ein paar Gärten verpachtet. Das war aber auch schon alles. Guten Verdiener und Steuerzahler waren in Nörten Mangelware. Mit einem Wort: Die evangelische Gemeinde Nörten war eine der ärmsten in der ganzen Landeskirche. Aus eigener Kraft konnte sie gerade die al­ler nötigsten Aufgaben erfüllen; ohne Hilfe von außen hätte sie nicht einmal eine eigene Kirche bauen können. Umso dankbarer war die Kirchengemeinde über die Zuwendung einzelner Gemeindemitglieder. Das Kassenbuch hat dazu folgende Eintragungen: 1890 Witwe Bartels = 3.000 Mark. 1891 Dr. med. Finger = 2.000 Mark, Lehrer Linne= 1.000 Mark, Schulmeister Wüstefeld = 2.325 Mark. 1893 Testament des Nachtwächters Franz Peter = 2.325 Mark 1898 eine Hypothek des Ziegelbesitzers Feuerriegel = 19.500 Mark. Für damalige Verhältnisse gewaltige Summen.
Als Nachfolger von Pastor Reuter übernahm 1897 Pastor Friedrich Schnacke als Seelsorger die Gemeinde.
Pastor Friedrich Schnacke
In seine Amtszeit fällt der Bau der eigenen Kirche für die Gemeinde.
Die jetzt selbständige evangelische Gemeinde Nörten wollte nun auch eine eigene Kirche haben. Das Grundstück hatte man ja schon - von den Erben des J.Köpps. Auf diesem Grundstück stand bisher ein Holzständer mit einer Glocke. Die Glocke war als Totenglocke für die verstorbenen Gemeindemitglieder gedacht. Außerdem läutete die Glocke für den sonntäglichen Gottesdienst in Marienstein. Bis dahin hatten die Glocken der katholischen Kirche für verstorbene Lutheraner geläutet. Der evangelische Friedhof war ein Grundstück zwischen dem katholischen Friedhof und den Bahngleisen. Als im Jahre 1895 die St. Martini Kirche neu gebaut wurde, wurde das Totengeläut für die evangelischen Christen verweigert. Aus diesem Grund wurde der genannte Holzständer aufgestellt.
Die evangelische Gemeinde hatte wenig Geld - wie immer. Sie wollte aber eine repräsentative Kirche haben und zwar im Blick auf die kurz vorher neu gebaute katholische Kirche. Architekt Jacob aus Han­nover hatte eine schöne Kirche entworfen. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 88 300 Mark. Das Konsistorium in Hannover wollte Einsparungen in Höhe von 11 000 Mark. Aber das wollte der Kirchenvorstand nicht. Im Protokoll­buch kann man unter dem 24. September 1900 nachlesen:
Nach dem vom Architekten eingereichten Gutachten können zwar durch Vereinfachung der Formen noch Ersparnisse gemacht werden. Da jedoch nach Ansicht des Kirchenvorstandes der Eindruck des Gebäudes dadurch vor­aussichtlich wesentlich abgeschwächt würde, was gegenüber dem imposanten Kirchengebäude der katholischen Gemeinde sehr zu beklagen wäre, so ist der Kirchenvorstand von dem Wunsche erfüllt, dass der Bau trotz der höheren Bausumme nach den vorliegenden Plänen ausgeführt werden möge, wobei er die Hoffnung hegt, dass, da der Bau von evangelischen Meistern Nörtens ausgeführt werden wird, die schließlich Bausumme doch noch hinter dem Kostenanschlage zurückbleiben werde.
Diese Hoff­nung hat sich natürlich nicht erfüllt. Der Kirchbau kostete schließlich 105 160,81 Mark.
Die Nörtener Gemeinde selbst hat von dieser Summe höchstens ein Drit­tel selbst aufgebracht, aufbringen können. Dass die Kirche trotzdem gebaut werden konnte, ist vor allem das Verdienst der deutschen Gu­stav-Adolf-Vereine.
Dem Schwe­denkönig Gustav Adolf, der im 30-jährigen Krieg auf der Seite der Evangelischen kämpfte haben die Evangelischen wahrscheinlich ihr Überleben in die­sem Krieg zu verdanken. 1832, zweihundert Jahre nach dem Tod des Schwe­denkönigs, wurde in Deutschland der Gustav-Adolf-Verein gegründet. Er setzte sich zum Ziel, evangelische Gemeinden in der Diaspora zu unterstützen, also evangelische Gemeinden dort, wo sie in der Minder­heit waren oder wo sie von anderen Konfessionen bedrängt wurden.
Pastor Schnacke trieb die Finanzierung des geplanten Kirchenbaus voran. Mit Unterstützung des General-Superintendenten Schuster aus Göttingen und dem Abt D.Knoke spendeten die hannoverschen Gustav-Adolf-Vereine aus ihrem Notfond 20.000 Mark, der Zentralvorstand 8.000 Mark. Auch andere Gustav-Adolf Ortsvereine gaben insgesamt nochmals 8.000 Mark. Damit waren zusammen mit Spenden der Gemeinde 80.000 Mark gesichert für den Nörtener Kirchenbau. Zuletzt stiftete der Gustav-Adolf­ Verein auch noch die kleinste von den drei Glocken im Turm der Kir­che, die so genannte "Gustav-Adolf-Glocke". In den Jahren des Kirch­baus wurde auch in Nörten ein Zweigverein des Gustav-Adolf-Werkes ge­gründet. Er hat sich um die Innenausstattung der Kirche große Ver­dienste erworben.
Der Bau dieser Kirche war wahrscheinlich das größte Ereignis in der Geschichte der Kirchengemeinde. Am 19. Juni 1902 wurde der erste Spatenstich getan; am 14. September wurde in einem feierlichen Akt der Grundstein gelegt. Nach zweijähriger Bauzeit, in der es glücklicherweise keine nennenswerten Unfälle gab. wurde die Kirche am 24. September 1904 eingeweiht. Voller Ergriffenheit sang die Gemeinde als erstes Lied in der Kirche das Lied "Tut mir auf die schöne Pforte". Der Gustav-Adolf-Verein unterstützte die Kirchengemeinde auch spä­ter noch, bis zum 2. Weltkrieg. Er half z.B. jährlich mit einer Bei­hilfe zur Unterhaltung des evangelischen Kindergartens in Nörten.
Eine andere Hilfsquelle für die Kirchengemeinde war die White-Stiftung. Im Jahr 1854 hatte Frau Sophie Charlotte White, geb. Ulrich, die aus Nörten stammte und mit einem englischen Kapitän verheiratet gewesen war, ein Testament hinterlas­sen. Darin vermachte sie ihr ganzes namhaftes Vermögen einer Stiftung, die ein Waisenhaus für lutherische Waisenmädchen aus Nörten errichten sollte. Die Stiftung wurde durch den Landrat verwaltet. Es gab in Nör­ten allerdings nie so viele lutherische Waisenmädchen, dass der Stif­tungszweck hätte erfüllt werden können. Der Stiftung gehörte das Grund­stück an der Göttinger Straße und viel Geld; im Jahre 1910 waren es et­wa 102 700 Mark.
Die White-Stiftung half der evangelischen Kirchengemeinde Nörten über­all da, wo es um Aufgaben der Kindererziehung ging, speziell wenn es sich um Mädchen handelte. Pastor Schnacke und der Kirchenvorstand dachte nämlich auch während der Bauzeit der Kirche nicht nur ans Bauen. Kaum war die Kirche eingeweiht, plante der Kirchenvorstand die Einrichtung eines Kindergartens - den nannte man damals "Warteschule". Eine Nörtenerin fand sich, die in ihrem eigenen Haus die Betreuung von Vorschulkindern übernahm: Frau Minna Beulke. Von 1905 bis 1919 war in ihrem Haus - dem späteren Geschäft Beulke - die Warteschule mit ca. 20 bis 29 Kin­dern. Frau Beulke bekam dafür 400 Mark im Jahr, gezahlt von der White-Stiftung. Die Kirchengemeinde hätte mit ihren vielen Schulden vom Kirchbau diese Vergütung nicht zahlen können.
Später stellte dann die White-Stiftung das Haus an der Göttinger Straße für den Kindergarten zur Verfügung, der im Jahr 1926 gegründet wur­de. Leiterin war Frau Mimmi Beulke, die Tochter der früheren Warte­schulleiterin. Dort blieb der Kindergarten bis zum Jahr 1971, geleitet wurde er - mit einer Unterbrechung in der Zeit des 2. Weltkriegs - bis 1953 von Mimmi Beulke; Mutter und Toch­ter waren ein halbes Jahrhundert lang verantwortlich für die Betreu­ung der evangelischen Kinder vor der Schule.
Im Jahre 1902 gründete Pastor Schnacke die evangelische Privatschule in Nörten neu, die sein Vorgänger Pastor Reuter bereits 1888 errichtet hatte, die aber wieder eingegangen war. Die Privatschule unter Leitung von Geistlichen bestand bis 1910. Die von Pastor Schnacke geplante Anstellung einer Diakonisse scheiterte an der Finanzierung. Am 1.2.1907 wurde der neue evangelische Friedhof eingeweiht, der später Kommunalfriedhof wurde.
Pastor Schnacke verließ 1906 die Gemeinde. Die zweitlängste Amtszeit unter den bisher sechs Pastoren in der Gemeinde hatte der dritte Pastor Carl Schoop inne.
Er war 24 Jahre, von 1907 bis 1931, Seelsorger der Gemeinde. In seine Amtszeit fiel der 1. Weltkrieg, der auch in der kirchlichen Arbeit ungeheure Veränderungen brachte. Das kann man sogar am Finanz­gebaren der Kirchengemeinde zeigen. Bis zum 1. Weltkrieg waren die Fi­nanzen der Kirchengemeinde grundsolide. Ausgegeben wurde nur, was vorhanden war. Und wenn ein Kredit aufgenommen werden musste, dann nur in der Höhe, dass die Belastung durch Zinsen und Tilgung zu ver­kraften war. Das änderte sich im 1. Weltkrieg gründlich. 1916 bekam die Kirche eine Dampfheizung - sie arbeitet mit einem anderen Kessel noch heute. Angeschafft wurde die Heizung auf Pump, 1917, im 4. Kriegsjahr, plante der Kirchenvorstand allen Ernstes den Bau ei­nes Gemeindehauses - obwohl dafür fast kein Geld vorhanden war. Für die paar tausend Mark, die in dem Gemeindehausbaufonds waren, hatte der Kirchenvorstand Kriegsanleihen gekauft. Im selben Jahr wurden in der Kirche zuerst die zinnernen Orgelpfeifen und dann auch noch die beiden größten Glocken beschlagnahmt. Man brauchte sie, um Kanonen daraus zu gießen. Im 1. Weltkrieg kam in die Kirche elektrisches Licht. Der Grund war, dass Kerzen, wie vieles andere auch, knapp wurden.
Die Kirchengemeinde brauchte lange, bis sie sich einigermaßen von den Kriegsjahren und der Inflationszeit danach erholte. Schnellst möglich wollte die Gemeinde natürlich wieder ein volles Geläut haben. Bronzeglocken waren zu teuer, die konnte man sich nicht leisten. So bestellte man Glocken aus Eisenhartguss - mitten in der Inflationszeit. Am 24.11.1922 order­te der Kirchenvorstand die neuen Glocken zum Preis von 808 500 Mark. Als sie drei Monate später, am 21.2.1923, fertig waren, hatte sich ihr Preis auf 6 066 530 Mark verteuert! Die Gemeinde konnte mit der Geldentwertung nicht Schritt halten. Ein Jahr lang dauerte der Prozess mit der Glockengießerei. Im März 1924 endlich konnten die Glocken für 1 260,-- Rentenmark übernommen werden.
Der Kirchengemeinde tat es gut, dass in der Um­bruchszeit des 1. Weltkriegs und der Jahre danach eine gewisse Kon­tinuität in der Person des Pastors - und übrigens auch in der Person der Kirchenvorsteher - gegeben war. Genauso lange wie die Pastoren waren auch die jeweiligen Pastorenfrauen aktiv in der Gemeinde tätig. Besonders ist hier Frau Emmy Schoop zu erwähnen, die den Frauenverein leitete. Unter ihrer Regie wurde eine Armen- und Krankenpflege eingeführt. Viele Bedürftige wurden aus der Armenkasse unterstützt. Weiterhin baute Frau Schoop eine Kleider- und Essenausgabe auf, für die Frau Schoop unermüdlich sammelte. Auch anderes Bedeutendes fiel in die Amtszeit von Pastor Schoop. 1909 verkaufte die Kirchengemeinde den Bauplatz zwischen Pfarrhaus und Kirche an die Fleckengemeinde für den Bau einer neuen evangelischen Schule. Die Lehrer unterstanden der Aufsicht von Pastor Schoop. Die erste Lehrerstelle in der neu gebauten Schule war Gustav Knobe, der auch das Küsteramt innehatte. Die zweite Lehrerstelle war mit Paul Becher besetzt, der auch gleichzeitig der Organist der Kirche war. Die Weimarer Republik brachte 1919 das Ende der geistlichen Schulaufsicht in Deutschland. Die Lehrer unterstanden nicht mehr der Aufsicht des Pastors. So wurde auch in Nörten die Verbindung aufgehoben. Das brachte auch die Trennung der schulischen und kirchlichen Aufgaben mit sich.
Die Anfänge einer eigenen evangelischen Schule begannen im 18. Jahrhundert. 1710 gab es in Nörten 340 evangelische Bürger. Die Zahl stieg in den folgenden Jahren. So wollten diese Bürger nicht länger hinnehmen, dass ihre Kinder wie bisher die katholische Schule besuchen mussten. Diesen Tatbestand wollten auch die Herren von Hardenberg ändern. Christian Ludwig von Hardenberg erkannte die Gefahr, dass die evangelischen Kinder in Hinsicht auf den evangelischen Glauben durch den katholischen Schulunterricht negativ beeinflusst wurden. Mit einer eigenen Schule erhoffte sich Christian Ludwig von Hardenberg eine Festigung und Zuwachs von evangelischen Bürgern. Er vertrat die Ansicht, wer für die Jugend sorgt, wirkt für die Zukunft. So wandte sich der Graf 1711 an die damalige kurfürstliche Regierung in Hannover und bat um Unterstützung zur Errichtung einer evangelischen Schule in Nörten. Es wurden finanzielle Mittel dafür bereitgestellt. Mit dem Geld wurde ein Haus, das sich im Besitz im Besitz der politischen Gemeinde befand, erworben. Es war ein kleines Haus am Ende des Alten Dorfes. Den Rest des von Hannover zugewiesenen Geldes, das vom Hauserwerb übrig geblieben war, sollte der katholischen Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden wegen des Schuldgeld-Ausfalls der evangelischen Kinder. Gegen dies Vorhaben protestierte am 26. Dezember 1917 der damalige Dechant Kunkel. Kanonikus Schneemann intervenierte im Namen des Erzbischofs von Mainz gegen die Errichtung eine evangelischen Schule, weil nach dem Buchstaben des westfälischen Friedens nur diejenigen Religionsgemeinschaften öffentliche Schulen haben durften, welche die öffentliche Religionsausübung in dem entscheidenden Jahr 1624 gehabt hatten. Dies waren in Nörten natürlich die Katholiken. So waren die Evangelischen in Nörten nicht befugt, eine eigene Schule zu gründen. Sie kam aber doch zu Stande, da mit Bewilligung der Regierung in Hannover die Grafen von Hardenberg das Gehalt des neuen Lehrers mit jährlich fünfzig Talern ( 1 Taler = 75,00 € ) unterstützten. Zur Instandhaltung der Schule und zur Aufbesserung des Lehrergehaltes wurden von Seiten der Hardenbergs verschiedene Legate geschenkt, deren Zinsen noch lange Jahre den Evangelischen in Nörten und des Hardenbergs zur Verfügung standen, so gab z.B. Frau Anna Syballa von Hardenberg zweihundert Taler für den unentgeltlichen Unterricht für acht arme Kinder. Gut verdienende Eltern mussten in jener Zeit Schulgeld bezahlen. Der Gutsverwalter Hebberich schenkte fünfzig Taler und von verschiedenen anderen Personen wurden vierzig Taler aufgebracht. Frau Kriegskommissär von Hardenberg schenkte die ansehnliche Summe von tausend Talern, von deren Zinsen der Lehrer zwanzig Taler für den Religionsunterricht der Kinder an Sonntagnachmittagen erhalten sollten. Das kleine Schulhaus hat viele Jahre seinem Zweck gedient. 1809 wurde der Peterstift aufgelöst. In einem der Stiftshäuser wurde dann die evangelische Schule eingerichtet. Die damaligen Lehrer waren: Schleiermacher, Bethe und Knoke. Herr Knoke hatte zusätzlich die Stelle als Organist in Marienstein. Die Schule verblieb in dem ehemaligen Stiftshaus bis zum Neubau der evangelischen Schule 1909 auf dem besagten Baugrundstück zwischen Pfarrhaus und Kirche.
1910 wurde der Posaunenchor neu gegründet, 1913 der kirchliche Jungfrauenverein, der unter der Leitung der vom Vaterländischen Frauen-Verein für Nörten und Umgebung angestellten Schwester Frieda Mendel stand.
Im Juli 1926 konnte endlich wieder der evangelische Kindergarten eröffnet werden - nun im Haus der White-Stiftung. Leiterin war Frau Mimmi Beulke, die als "Tante Mimmi" ganzen Generationen von Nörtener Kindern unvergesslich bleiben wird. Pastor Schoop musste im Jahr 1930 seinen Sohn Günter beerdigen, der im Alter von 25 Jahren an einer schweren Krankheit starb. Das muss auch dem Vater das Herz gebrochen haben. Fast genau ein Jahr später, am 16. Juni 1931, folgte er seinem Sohn in den Tod. Pastor Schoop ist auf dem Nörtener Friedhof beigesetzt.
Sein Nachfolger, Pastor Ernst Probst, war 21 Jahre lang in der Gemeinde tätig, von 1932 bis 1953. In seiner Amtszeit änderte sich das kirchliche Leben noch viel einschneidender als in der Amtszeit von Pastor Schoop. Als eine seiner ersten Amtshandlungen wurde bis dahin Bedeutendes abgeschafft: Bereits in der zweiten Kirchenvorstandsitzung wurde mit ihm beschlossen, dass in Zukunft keine Unterschiede bei kirchlichen Trauungen mehr gemacht werden sollt, je nachdem, ob die Braut noch Jungfrau war oder nicht. Bis dahin wurde bei Trauungen, bei denen bekannt war, dass die Braut nicht mehr Jungfrau war, nicht geläutet und Orgel gespielt. Auch durfte die Braut kein Kranz und Schleier tragen. Pastor Probst hielt das für Anleitung zur Unwahrhaftigkeit. Dafür sollte sich die Kirche nicht hergeben. Bis 1933 war das Leben der Kirchengemeinden bestimmt durch die kirchlichen Vereine, die in der Amtszeit von Pastor Schnacke und Pastor Schoop gegründet wurden. Auch der Kirchenchor und der Jünglingsverein, der spätere CVJM, muss hier erwähnt werden. Alle diese Vereine hatten eine Satzung. Sie waren für die Mitglieder verpflichtend; wer unent­schuldigt fehlte, musste Strafe bezahlen. So waren die Vereine natür­lich eine starke Stütze des Gemeindelebens.
Die Nationalsozialisten merkten das sehr schnell. Noch im Jahr 1933 wurden alle diese Vereine aufgelöst, "gleichgeschaltet", wie man da­mals sagte. Kirchliche Kinder- und Jugendarbeit musste jetzt innerhalb der Hitlerjugend und des Bundes Deutscher Mädchen geschehen - und das war natürlich schwierig und konnte nur gelingen, wenn sich christlich orientierte Jugendführer und -führerinnen fanden. Anfangs versuchten es die Nationalsozialisten mit einer Synthese von Nationalsozialismus und Christentum; das war das Anliegen der "Deutschen Christen". Ende der 30-er Jahre wurde der Nationalsozialismus dann offen kirchenfeind­lich. Die HJ und die SA hielten ihre Übungen besonders gerne am Sonntag zur Gottesdienstzeit ab. Die staatlichen Bediensteten durften keine kirchlichen Ämter mehr bekleiden. Das traf vor allem die Kirchenmusik. Denn traditionellerweise waren die Lehrer auch die Orga­nisten in der Kirche. Die Lehrer, die weiterhin den Organistendienst versahen - wie hier in Nörten Lehrer Vollbrecht - wurden angefeindet. Die Kirchenaustritte nahmen Ende der 30-er Jahre rapide zu. In den Jahren des 2. Weltkriegs kam die kirchliche Arbeit - sofern sie nicht karitativer und seelsorgerischer Natur war - nahezu zum Erliegen. Der Nörtener Kirchenvorstand verlor zwei Mitglieder, die nicht mehr ersetzt wurden. In manchen Jahren fanden nur noch zwei Kirchenvorstandssitzun­gen statt: eine, in der der Haushaltsplan beschlossen wurde, und eine, in der die Jahresrechnung des Vorjahrs abgenommen wurde.
Pastor Probst war, auch wenn dies in Chroniken oft verschwiegen wird, Anhänger der ”Deutschen Christen” und seine Söhne waren dem Nationalsozialismus zugetan. Ein Zeugnis davon ist heute noch ein in einer Fensterbank des Pfarrhauses eingeritztes Hakenkreuz Ein anderes Indiz für die Zugehörigkeit Pastor Probsts zu den ”Deutschen Christen” war, dass er auf Veranlassung des Landesbischofs D. Marahrens und des Landeskirchenamtes in Vertretung durch Herrn Stalmann am 30. Juli 1944 im Gottesdienst folgendes Gebet sprach:
Heiliger barmherziger Gott ! Vom Grund unseres Herzens danken wir Dir, daß Du unserem Führer bei dem verbrecherischen Anschlag Leben und Gesundheit bewahrt und unserem Volke in einer Stunde höchster Gefahr ihn erhalten hast. In Deine Hände befehlen wir ihn. Nimm ihn in Deinen gnädigen Schutz. Sei und bleibe Du sein starker Helfer und Retter. Walte in Gnaden über den Männern, die in dieser für unser Volk so entscheidungsschweren Zeit an seiner Seite arbeiten. Sei mit unserem tapferen Heere. Lass unsere Soldaten im Anblick zu Dir kämpfen; im Ansturm der Feinde sei ihr Schild, im tapferen Vordringen ihr Geleiter. Erhalte unserem Volke in unbeirrter Treue Mut und Opfersinn. Hilf uns durch Deine gnädige Führung auf den Weg des Friedens und lass unserem Volke aus der blutigen Saat des Krieges eine Segensernte erwachsen. Wecke die Herzen auf durch den Ernst der Zeit. Decke zu in Jesus Christus, unserem Herrn, alles, was wider Dich ereilt. Gib, dass Dein Evangelium treuer gepredigt und williger gehört werde und dass wir unser Leben in Liebe und Gehorsam tapfer und unverdrossen unter die Zucht Deines Heiligen Geistes stellen.
Die drei Söhne von Pastor Probst sind hintereinander im Krieg gefallen. Es war eine schlimme Zeit.
Mit Amtsantritt von Pastor Probst übernahm die Kirchengemeinde die Gemeinde­schwester, die bis dahin vom Landkreis angestellt war. In der Zeit der hohen Arbeitslosigkeit damals hatte der Landkreis kein Geld mehr für die Beschäftigung von Gemeindeschwestern und kündigte allen. Unsere Kirchengemeinde schaltete schnell und gewann mit der Gemeindeschwester Dora Heine eine offenbar sehr tüchtige und beliebte Schwester. Die Schwesternstation erzielte sogar Überschüsse. So konnte bereits im Jahr 1933 ein Motorrad für die Gemeindeschwester angeschafft wer­den zum Preis von 280 Mark. Die Schwesternstation wurde 19 aus finanziellen Gründen aufgegeben.
Noch ein paar Worte zum Kirchenvorstand. Auch da gibt es erstaunliche Beispiele von Kontinuität. Am längsten im Amt war der Gastwirt Wilhelm von Roden, von 1897 bis 1938, 41 Jahre lang. Andere standen ihm nicht viel nach: Friedrich Rüssel 33 Jahre, Friedrich Kannengießer 28 Jahre, August Köhrmann 28 Jahre. Die Liste ließe sich fortsetzen. Bis 1970 waren es ausschließlich Männer, die im Kirchenvorstand die Gemeinde repräsentierten. Bis zum 1. Weltkrieg durften die Frauen überhaupt nicht wählen - wie im staatlichen Bereich übrigens auch. Das Wahl­recht für Frauen brachte erst die Weimarer Republik 1919. Und auch dann dauerte es noch sehr lang, bis 1953 zum ersten Mal eine Frau in Nörten für den Kirchenvorstand kandidierte: Dörchen Rüssel wurde damals Ersatzkirchenvorsteherin Nr. 31. Es dauerte dann noch weitere 17 Jahre, bis mit Frau Beroleit die erste Frau in den Nörte­ner Kirchenvorstand gewählt wurde.
Bis zum 2. Weltkrieg hatten Handwerks­meister im Nörtener Kirchenvorstand die Mehrheit; neben ihnen auch ein Arzt, ein Fab­rikant, ein Gastwirt, einige Kaufleute, ein Postmeister. Die Handwerksmeister bestimmten damals das gesellschaftliche Leben in Nörten - und damit auch in unserer Kirchengemeinde. Auch das hat sich inzwischen radikal verändert. In Kirchenvorständen der letzten Jahrzehnte sind die Handwerksmeister selten geworden.
In diesem Zusammenhang noch ein Wort zu dem Arbeiterstand. Im Jahr 1926 sollte eine neue Kirchensteuer eingeführt werden, das Kirchgeld. Zu den Beratungen darüber sollten Vertreter der verschiedenen Berufszweige herangezogen werden. Auch zwei Arbeiter wurden benannt: der Hauer Deichfuß und der Fabrikarbeiter Heinemann. Als die Sitzung stattfand, konnten alle kommen, die Vertreter von Handel und Gewer­be, die Vertreter der Beamtenschaft, nur die beiden Arbeiter nicht. Sie hatten für die Sitzung nicht frei bekommen. Da darf man sich nicht wundern, dass bis zum 2. Weltkrieg kein einziger Arbeiter unserem Kir­chenvorstand angehört hat. In den Kirchenvorstand kamen 1948 die ersten beiden Flüchtlinge: Herbert Vierhock und Karl Markgraf. In den späteren Jahren übernahmen auch zusehends Frauen die Verantwortung in der Gemeinde.
1954 trat Pastor Johannes Kramer seinen Dienst in Nörten an.
Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit legte er in die Jugendarbeit. Pfadfinder, CVJM und der Jungmädchenkreis erlebten eine neue Blütezeit. Hier engagierten sich auch Pastor Kramers Kinder stark. Auch eine Laienspielgruppe und ein Musikkreis bildeten sich. In Eigenleistung bauten Jugendliche das damalige Stallgebäude (den Teil des Pfarrhauses, den später die Küsterfamilien bewohnten) zu einem Jugendraum aus. Schwerpunkt der Gemeindearbeit wurde auch der Kindergottesdienst unter der Leitung von Lotte Beroleit und Mimi Beulke. Zum Ende der Dienstzeit von Pastor Kramer wurde der jetzige Kindergarten 1970 auf dem Pfarrgrundstück gebaut, der 1971 eingeweiht wurde. Bis dahin war der Kindergarten noch in dem Haus der White-Stiftung untergebracht. Die dortigen Räumlichkeiten entsprachen aber nicht mehr den Anforderungen einer Kindergartenarbeit. Pastor Kramer ging Ende 1970 in Ruhestand nach Rosdorf.
Sein Nachfolger wurde Pastor Dr. Reu, der bis zu seiner Pensionierung 2005, 35 Jahre seinen Dienst in der Gemeinde tat. Dieses war die längste Dienstzeit der bisherigen sechs Pastoren der evangelischen Kirchengemeinde Nörten.
Der weitere Verlauf der Kirchengeschichte gehört noch nicht in die Hand eines Chronisten, dafür sind die zurückliegenden Jahre noch zu gegenwärtig. Erwähnt sei lediglich, dass sein Nachfolger
Pastor Dr. Schillak zusammen mit dem Kirchenvorstand 2009 der Kirchengemeinde nach 121 Jahren einen Namen gegen hat: Ev.-luth. Emmaus-Gemeinde Nörten und die bis dahin namenlose Kirche bekam den Namen Christus Kirche.
Nörten, im November 2010
Zusammengetragen von Wolfgang Ohlmann; überarbeitet von Wolfgang Schillak
Gemeindearchiv, Kirchenkreisarchiv, Archiv der Realgemeinde Nörten, Kirchenarchiv von Bühle

References: § 5
 § 6

§ 1

§ 2

§ 3

§ 4