Source: https://www.slaek.de/de/02/40rechtsgrundlagen/410fortbildungrichtlinien/330fobicurrpassi/praxisassistent.php?lastpage=zur%20Ergebnisliste
Timestamp: 2019-11-23 02:58:14+00:00

Document:
Fortbildungscurriculum der Sächsischen Landesärztekammer für Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte „Nicht-ärztliche Praxisassistentin” nach § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V vom 7. April 2010 - MFA - Sächsische Landesärztekammer *
Letzte Änderung der Seite: 05.12.2013
Gedruckt am: 23.11.2019
Fortbildungscurriculum der Sächsischen Landesärztekammer für Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte „Nicht-ärztliche Praxisassistentin” nach § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V vom 7. April 2010
Fortbildungscurriculum der Sächsischen Landesärztekammer für Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte „Nicht-ärztliche Praxisassistentin” nach § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V Vom 7. April 2010 (in der Fassung des Änderungsbeschlusses des Vorstandes vom 3. November 2010)
Fortbildungscurriculum der Sächsischen Landesärztekammer für Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte „Nicht-ärztliche Praxisassistentin” nach § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V
(in der Fassung des Änderungsbeschlusses des Vorstandes vom 3. November 2010)
von § 5 Abs. 1 Nr. 7 des Gesetzes über Berufsausübung, Berufsvertretungen und Berufsgerichtsbarkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker sowie der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten im Freistaat Sachsen (Sächsisches Heilberufekammergesetz - SächsHKaG) vom 24. Mai 1994 (SächsGVBl. S. 935), das zuletzt durch Artikel 2 Abs. 5 des Gesetzes vom 19. Mai 2010 (SächsGVBl. S. 142, 143) geändert worden ist,
von § 71 Abs. 6 i. V. m. §§ 1 Abs. 4, 53 f. und § 79 Abs. 4 Berufsbildungsgesetz (BBiG) vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931), das zuletzt durch Artikel 15 Abs. 90 des Gesetzes vom 5. Februar 2009 (BGBl. I S. 160) geändert worden ist,
der Verordnung über die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten vom 26. April 2006 (BGBl. I S. 1097),
der Beschlüsse des Berufsbildungsausschusses „Medizinische Fachangestellte” im Freistaat Sachsen vom 19. März 2010 und 27. Oktober 2010,
hat der Vorstand der Sächsischen Landesärztekammer am 7. April 2010 folgendes Fortbildungscurriculum für Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte "Nicht-ärztliche Praxisassistentin" beschlossen, geändert durch Beschluss des Vorstandes der Sächsischen Landesärztekammer vom 3. November 2010*:
1. Fortbildungscurriculum „Nicht-ärztliche Praxisassistentin” nach § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V
1.1. Dauer und Gliederung
1.3. Überblick über Inhalte und Stundenverteilung
1.4. Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten
1.5. Praktische Fortbildung
1.6. Nachweise
1.7. Lernerfolgskontrolle/Prüfung
1.8. Abschluss/Zertifikat
1.9. Inkrafttreten
1. Fortbildungscurriculum "Nicht-ärztliche Praxisassistentin" nach § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V
1.1 Dauer und Gliederung
Das Fortbildungscurriculum "Nicht-ärztliche Praxisassistentin" wird für die Dauer von 271 Stunden in Form eines berufsbegleitenden Lehrgangs, des fachtheoretischen und fachpraktischen Unterrichts, sowie einer Praktischen Fortbildung durchgeführt.
Die Fortbildung gliedert sich in
- 201 Stunden Theoretische Fortbildung,
- 20 Stunden Notfallmanagement/Erweiterte Notfallkompetenz und
- 50 Stunden Praktische Fortbildung in Form von Hausbesuchen.
Abhängig von der Dauer der bisherigen Berufstätigkeit nach dem qualifizierten Berufsabschluss geltend die theoretische und praktische Fortbildung sowie die Fortbildung im Notfallmanagement als nachgewiesen, wenn die nicht-ärztliche Praxisassistentin Fortbildungsmaßnahmen entsprechend des vorliegenden Curriculums in folgendem zeitlichen Umfang nachweisen kann:
Dauer der Berufstätigkeit Theoretische Fortbildung Praktische Fortbildung Notfallmanagement
weniger als 5 Jahre 200 Stunden 50 Stunden 20 Stunden
weniger als 10 Jahre 170 Stunden 30 Stunden 20 Stunden
mehr als zehn Jahre 150 Stunden 20 Stunden 20 Stunden
Sofern die nicht-ärztliche Praxisassistentin über einen qualifizierten Berufsabschluss nach dem Krankenpflegegesetz verfügt und in den letzten zehn Jahren vor Antragstellung mindestens vier Jahre in diesem Beruf tätig war, reduziert sich die theoretische Fortbildung auf 80 Stunden.
Die Teilnahme an der Fortbildung setzt einen qualifizierten Berufsabschluss gemäß der Verordnung über die Berufsausbildung zur Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferin oder dem Krankenpflegegesetz voraus. Darüber hinaus müssen mindestens drei Jahre Berufstätigkeit in einer hausärztlichen Praxis nachgewiesen werden.
1.3 Überblick über Inhalte und Stundenverteilung
Theoretische Fortbildung 201 Stunden
a) Grundlagen und Rahmenbedingungen berufl. Handelns/ Berufsbild
b) Medizinische Kompetenz (160 Std.)
1. Häufige Krankheitsbilder in der hausärztlichen Praxis
2. Geriatrische Syndrome und Krankheitsfolgen im Alter/ Diagnoseverfahren
3. Versorgung und Betreuung von Onkologie- und Palliativpatienten
4. Palliativmedizinische Zusammenarbeit und Koordination
5. Psychosomatische und psychosoziale Versorgung
6. Grundlagen der Ernährung
7. Arzneimittelversorgung
8. Wundpflege und Wundversorgung
9. Grundlagen der Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen
10. Koordination und Organisation von Therapie- und Sozialmaßnahmen/ Strukturierte Schulungen
11. Telemedizinische Grundlagen
c) Kommunikation/ Dokumentation
2. Wahrnehmung und Motivation
3. Medizinische Dokumentation/ Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien
Notfallmanagement/ Erweiterte Notfallkompetenz 20 Stunden
Praktische Fortbildung 50 Stunden
1.4 Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten
a) Grundlagen und Rahmenbedingungen beruflichen Handelns/Berufsbild
1. Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen für die Tätigkeit der nicht-ärztlichen Praxisassistentin 4 Stunden
1.1 Delegationsfähige ärztliche Leistungen beachten
1.2 Sozialrecht und Ansprüche von chronisch Kranken kennen
2. Demografische Entwicklung in Deutschland und deren Einfluss auf die Epidemiologie relevanter Erkrankungen sowie deren Auswirkungen auf die ärztliche Versorgung 3 Stunden
2.1 Demographische Entwicklung verstehen
2.2 Epidemiologie von Erkrankungen verstehen
2.3 Konsequenzen für die ärztliche Versorgung erläutern
2.3.1 in der Häuslichkeit der Patienten
2.3.2 in Alten- oder Pflegeheimen
2.3.3 in beschützenden Einrichtungen
3. Hausbesuche und Versorgungsmanagement 4 Stunden
3.1 Rechtliche und medizinische Rahmenbedingungen von Hausbesuchen beachten
3.2 Häusliche Rahmenbedingungen einschätzen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen
3.2.1 Häusliches Umfeld, Gefahrenquellen
3.2.2 Körperpflege
3.2.3 Psychosoziale Situation
3.2.4 Pflegehilfsmittelversorgung
3.2.5 Medikamenteneinnahme
3.3 Hausbesuchstasche kontrollieren
3.4 Hausbesuchsprotokoll führen
3.5 Versorgungs- und sozialrechtliche Anträge begleiten
3.5.1 Pflegeversicherung (Umfang, Leistungen, Stufen)
3.5.2 Hilfsmittelversorgung
3.5.3 Rehabilitationsmaßnahmen
3.5.4 Weitere Versorgungsleistungen (für behinderte Menschen, Krankentransport, etc.)
3.6 physikalische Therapiemaßnahmen überwachen
4. Verfahrensabläufe und Instrumente im professionellen Handeln 4 Stunden
4.1 Informationsmanagement und Koordination durchführen
4.1.1 Pflegedienste
4.1.2 Hilfsdienste
4.1.3 soziale Einrichtungen und Dienste
4.1.4 Selbsthilfegruppen
4.2 bei Einweisungen und Entlassungen mitwirken
4.3 Kooperation im Team, mit anderen Leistungserbringern (neu), mit externen Partnern und Versorgungseinrichtungen gestalten
4.4 Dokumentation/Abrechnung/Qualitätsmanagement durchführen
b) Medizinische Kompetenz
1. Häufige Krankheitsbilder in der hausärztlichen Praxis 20 Stunden
1.1 Vorgehensweisen im hausärztlichen und fachärztlichen Bereich unterscheiden
1.2 Schwere- und Dringlichkeitsgrad von Krankheiten einschätzen, z.B. am Telefon
1.2.1 Notfälle
1.2.2 Befindlichkeitsstörungen
1.2.3 Bagatellbeschwerden
1.3 Symptome und Ursachen von Kopfschmerz unterscheiden
1.3.1 Migräne - Spannungskopfschmerz - Cluster
1.3.2 Symptomatische Kopfschmerzen
1.3.3 Kopfschmerz als Alarmsymptom
1.3.4 Hals- und Ohrenschmerz
1.4 Symptome und Ursachen von Thoraxschmerzen unterscheiden
1.4.1 Hypertonie/Hypertensive Krise
1.4.2 Koronare Herzkrankheit (KHK)
1.4.3 Kosto-vertebrales Syndrom
1.4.4 Pleurogener Thoraxschmerz
1.4.5 Refluxerkrankung
1.4.6 Arrythmien
1.5 Symptome und Ursachen von Dyspnoe unterscheiden
1.5.1 Bei Herzerkrankungen - Herzinsuffizienz
1.5.2 Bei Atemwegserkrankungen - Bronchitis - Pneumonie - COPD
1.6 Symptome und Ursachen von Schmerzen der unteren Extremitäten unterscheiden
1.6.1 Venöse und arterielle Gefäßerkrankungen, insbesondere Thrombosen
1.6.2 Neurologische Erkrankungen
1.6.3 Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems
1.7 Symptome und Ursachen von Abdominalschmerzen unterscheiden
1.7.1 Gastritis und Ulkus
1.7.2 Gastrointestinale Infektionen
1.7.3 Divertikulitis, Appendizitis
1.7.4 Cholezystitis, Cholethiasis, Pankreatitis
1.7.5 Leistenhernie
1.7.6 Adnexitis, Dysmenorhoe, Gravidität
1.7.7 Harnwegsinfekt, Harnverhalt, Nierenkolik, Pyelonephritis
1.8 Symptome und Ursachen von Rücken- und Gelenkschmerzen unterscheiden
1.8.1 Wirbelsäulenbedingte und nicht-wirbelsäulenbedingte Schmerzen
1.8.2 Arthritis
1.8.3 Arthrosen
1.9 Fieber- und Hautausschlag einschätzen
1.9.1 Virale Infekte
1.9.2 Bakterielle Infekte
1.9.3 Erysipel
1.9.4 Herpes Zoster
1.9.5 Haut als Spiegelbild innerer Erkrankungen
1.10 Symptome und Ursachen von Stoffwechselerkrankungen unterscheiden
1.10.1 Diabetes mellitus
1.10.2 Schilddrüsenerkrankungen
1.11 Symptome und Ursachen von häufigen ernährungsbedingten Krankheitsbildern und deren Symptome bei älteren Menschen unterscheiden
1.11.1 Übergewicht
1.11.2 Untergewicht
2. Geriatrische Syndrome und Krankheitsfolgen im Alter/Diagnoseverfahren 20 Stunden
2.1 Häufige Krankheitsbilder und typische Fallkonstellationen kennen
2.1.1 Altersmedizinische Grundlagen kennen
2.1.1.1 Altersbedingte Funktionsverluste
2.1.1.2 Multimorbidität und Chronizität
2.1.2 Dementielles Syndrom beschreiben
2.1.3 Diabetes mit Folgekrankheiten erläutern
2.1.4 Krankheiten mit erhöhtem Sturzrisiko beschreiben
2.1.4.1 neurologischer Art (Apoplex, Demenz, M. Parkinson)
2.1.4.2 cardio-vaskulärer Art (Orthosthase, Arrhythmie)
2.1.4.3 orthopädischer Art (Arthrosen, Osteoporose)
2.1.4.4 stoffwechselbedingter Art (Hypo-/ Hyperglykämie)
2.1.5 Dekubitusrisiko einschätzen
2.1.6 Schwerstkranke und Palliativpatienten begleiten
2.2 Geriatrisches Basisassessment durchführen
2.2.1 Verfahren zur Funktions- und Fähigkeitseinschätzung handhaben
2.2.1.1 Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL)
2.2.1.2 Barthel Index
2.2.1.3 Pflegegesetzadaptiertes Basisassessment (PGBA)
2.2.2 Verfahren zur Beurteilung der Sturzgefahr anwenden
2.2.3 Verfahren zur Beurteilung der Hirnleistung anwenden
2.2.4 Verfahren zur Beurteilung von Nutrition und Kontinenz anwenden
2.3 Untersuchungsverfahren anwenden
2.3.1 EKG
2.3.2 Langzeit-EKG
2.3.3 Langzeitblutdruckmessung
2.3.4 Spirometrie
2.3.5 Inhalatoren
3. Versorgung und Betreuung von Onkologie- und Palliativpatienten 9 Stunden
3.1 Allgemeine medizinische Grundlagen Onkologie und Palliativmedizin kennen
3.1.1 Begriffe definieren und Entwicklungen kennen
3.1.1.1 Historische Entwicklung und Organisationsstrukturen
3.1.1.2 Terminologie
3.1.2 Aufgaben des nichtärztlichen Fachpersonals benennen
3.1.2.1 Onkologie
3.1.2.2 Palliativmedizin (Geriatrie, Innere Medizin, Neuropsychiatrie)
3.1.2.3 Hämatologie
3.1.3 Risikofaktoren und Versorgungsmaßnahmen kennen
3.1.4 Therapieansätze, Prognosen und Fehleinschätzungen kennen
3.1.4.1 Kuration
3.1.4.2 Adjuvante, neoadjuvante Behandlung
3.1.4.3 Palliation
3.1.4.4 Beste Symptomatische Behandlung
3.1.5 Diagnostik benennen
3.2 Bei medizinischen Maßnahmen in der Versorgung und Betreuung von Onkologie- und Palliativpatienten mitwirken
3.2.1 Ernährungsmaßnahmen durchführen
3.2.1.1 Ernährungsformen (oral, enteral, parenteral)
3.2.2 Stoffwechselkontrolle durchführen
3.2.2.1 Flüssigkeitsbilanz
3.2.2.2 Ausscheidung
3.2.2.3 Obstipation
3.2.3 Schmerzkontrollen/-therapien kennen und im Rahmen der Delegationsfähigkeit mitwirken
4. Palliativmedizinische Zusammenarbeit und Koordination 8 Stunden
4.1 Öffentlich finanzierte Institutionen kennen
4.1.1 Sozialdienste
4.1.2 Ambulanter Hospiz-Dienst
4.1.3 Stationäres Hospiz
4.1.4 Palliativstation
4.2 Privatwirtschaftlich finanzierte Institutionen kennen
4.2.1 Wundberater
4.2.2 Ernährungsberater
4.3 Ehrenamtliche Institutionen kennen
4.3.1 Selbsthilfegruppen
4.4 Aufgaben - und Tätigkeitsbereich der Seelsorger erklären
4.5 Pflegealternativen kennen
4.5.1 Pflegedienste
4.5.2 Kurzzeitpflege
4.5.3 Tagespflege
4.5.4 Pflegeheime
4.6 Verordnungsformulare von Heil- und Hilfsmitteln bearbeiten
4.7 Kostenträger kennen
4.8 Dokumentation, Verwaltung, Abrechnung durchführen
4.9 Informationsgewinnung durch geeignete Maßnahmen sicherstellen
5. Psychosomatische und psychosoziale Versorgung 15 Stunden
5.1 Häufige somato-psychische Krankheiten und deren Symptome erkennen
5.1.1 Verwirrtheit / Delir
5.1.1.1 Fieber
5.1.1.2 Hypoglykämie
5.1.1.3 COPD
5.1.1.4 Herzinsuffizienz
5.1.1.5 Apoplex / Insult
5.1.1.6 Postoperative Verwirrtheit
5.1.1.7 Exsikkose
5.1.1.8 Dämmerzustand nach epiletischem Anfall
5.1.1.9 Entzugserscheinungen (Tabletten / Alkohol)
5.1.1.10 Gleichgewichtsstörung und Schwindel
5.1.1.11 Schlafstörung und Angst
5.2 Ausgewählte psychiatrische Krankheitsbilder und deren Symptomatik kennen
5.2.1 Wahn
5.2.1.1 Demenz
5.2.1.2 Psychosen
5.2.1.3 Depression
5.2.2 Halluzinationen
5.2.2.1 Demenz
5.2.2.2 Nebenwirkungen von Tabletten, z. B. Parkinson
5.2.3 Suizidalität
5.2.3.1 Depression
5.2.3.2 Beginnende Demenz
5.3 Psychosoziale Defizite erkennen
5.3.1 Vereinsamung
5.3.2 Vernachlässigung
5.3.3 Verwahrlosung
5.3.4 Gewalt
5.4 Testverfahren bei Demenzverdacht durchführen
5.4.1 Bewegungsstörung
5.4.1.1 Time up und go Test
5.4.2 Demenz
5.4.2.1 Dem-Tect-Test
5.4.2.2 Uhrentest
5.4.2.3 Mini-Mental-Status-Test (MMST)
5.4.2.4 Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD)
5.4.2.5 Syndrom-Kurztest (SKT)
6. Grundlagen der Ernährung 16 Stunden
6.1 Überblick über Ernährungs- und Stoffwechselphysiologie
6.1.1 Anatomie und Physiologie der Verdauungsorgane erklären
6.1.2 Stoffwechsel der Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße erläutern
6.1.3 Regulation der Nahrungsaufnahme beschreiben
6.2 Ernährung in besonderen Lebensabschnitten
6.2.1 Grundlagen der gesunden Ernährung (Optimix) erklären
6.2.2 Ernährungsrituale berücksichtigen
6.2.3 Alternative Kostformen benennen
6.2.4 Ernährung spezifischer Personengruppen berücksichtigen
6.2.4.1 Erwachsene
6.2.4.2 Senioren
7. Arzneimittelversorgung 8 Stunden
7.1 Den Patienten bei der Anwendung von Arzneimitteln mit unterschiedlichen Applikations- und Darreichungsformen und im Einnahmeverhalten unterstützen
7.1.1 Applikationsformen
7.1.2 Darreichungsformen
7.1.3 Besonderheit bei perkutaner endoskopischer Gastroskopie (PEG), transnasale Sonde
7.1.4 Radiotherapeutika
7.2 Grundlagen der Arzneimitteltherapie im Alter kennen
7.2.1 Altersphysiologische Veränderungen
7.2.1.1 Änderungen der Resorption
7.2.1.2 Änderung der Pharmakokinetik
7.2.1.3 Änderung der Verteilungseigenschaften von Medikamenten
7.2.1.4 Hepatische Metabolisierung
7.2.1.5 Renale Elimination
7.2.1.6 Pharmakodynamik- Veränderungen
7.2.2 Interaktion bei Mehrfachtherapie
7.3 Den Arzt bei speziellen Pharmakotherapien im Alter unterstützen
7.3.1 Analgetika
7.3.1.1 Peripher wirkende Analgetika und Antiphlogistika
7.3.1.2 Zentral wirkende Analgetika
7.3.2 Herz-Kreislaufmedikamente
7.3.2.1 Diuretika und Antihypertensiva
7.3.2.2 Digitalispräparate und Antihypertensiva
7.3.2.3 Koronar wirksame Mittel
7.3.3 Psychopharmaka
7.3.3.1 Hypnotika und Sedativa
7.3.3.2 Antidepressiva
7.3.3.3 Neuroleptika
7.3.3.4 Nootropika
7.3.4 Gastrointestinalmedikation
7.3.5 Prostatamedikation
7.3.6 Hormontherapie
7.3.7 Osteoporosemedikation
7.4 Eigenmedikation des Patienten erfassen
7.4.1 Wellnesspräparate
7.4.2 nicht verordnungsfähige Arzneimittel
8. Wundpflege und Wundversorgung 10 Stunden
8.1 Wundarten/-heilung/-verläufe einschätzen
8.2 Wundheilungsstörungen erkennen und Interventionsmaßnahmen durchführen
8.3 Wundversorgung durchführen und Verbandtechniken anwenden
8.4 Wundprophylaxe einschl. druckreduzierender und -entlastender Maßnahmen durchführen
8.5 Wundbehandlung dokumentieren
8.6 Hebe- und Lagerungstechniken anwenden
9. Grundlagen der Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen 20 Stunden
9.1 Verhältnisprävention erläutern
9.2 Bei Maßnahmen der Suchtprävention mitwirken
9.2.1 Begriffe: legale, illegale Drogen; Gewohnheitsbildung; Gewöhnung; Sucht;
9.2.2 Alkohol: Krankheitsbild, Krankheitsphasen, Trinkertypen, Psychosoziale Problematik
9.2.3 Medikamente: Medikamente mit Missbrauchpotential, Ursachen, Symptomatik
9.2.4 Nikotin: Wirkstoffe des Tabaks, Gefahren des Rauchens und des Passivrauchens, Möglichkeiten der Entwöhnung
9.2.5 Illegale Drogen: Arten, Wirkung, Symptome
9.3 Bei Schutzimpfungen mitwirken
9.3.1 Impfkalender der STIKO/ Indikationsimpfung
9.3.2 Impfmüdigkeit
9.3.3 Kontraindikationen
9.3.4 Impfkomplikationen
9.3.5 Impfschäden
9.3.6 Impfmanagement
9.4 Bedeutung und Chancen von Früherkennungsuntersuchungen im Alter erläutern
9.5 Hygiene in der Häuslichkeit des Patienten beachten
9.5.1 Infektionswege; Infektionsketten
9.5.2 Personal- und Patientenhygiene
9.5.3 Desinfektionsmaßnahmen
9.5.4 Checklisten, Informationsblätter, Meldeformulare etc.
10. Koordination und Organisation von Therapie- und Sozialmaßnahmen/ Strukturierte Schulungen 24 Stunden
10.1 Koordinations- und Kooperationsmaßnahmen durchführen
10.1.1 Informationsmanagement und Dokumentation
10.1.2 Kontaktaufnahme mit mit- und weiterbehandelnden Ärzten und Therapeuten
10.1.3 Einweisung und Entlassung in/aus stationäre/n Einrichtungen
10.1.4 Qualitätsmanagement
10.2 Modelle strukturierter Behandlung/ Grundlagen, Entstehung, Grenzen (z. B. DMP) erläutern
10.3 Integrierte Versorgung beschreiben
10.4 Aspekte des Case-Managements: Identifikation, Assessment, Planung, Koordination, Monitoring kennen und Maßnahmen durchführen
10.5 Soziale Netzwerke berücksichtigen
10.6 Dokumentation/Abrechnung durchführen
10.7 Interaktion mit chronisch kranken Patienten
10.7.1 Interaktionsmuster kennen
10.7.1.1 Methoden und Techniken des Interviews beherrschen
10.7.2 Besonderheiten chronisch Kranker einschätzen
10.7.3 Vereinbarungen, Verbindlichkeiten, Absprachen treffen und kontrollieren
10.7.4 Beziehungsmanagement umsetzen
11. Telemedizinische Grundlagen 10 Stunden
11.1 Möglichkeiten und Grenzen der Telemedizin beurteilen
11.2 Technische Voraussetzungen kennen
11.3 Bedeutung und Einsatzgebiete in der Arztpraxis kennen
11.4 Anwendungsformen und Verfahrensabläufe kennen
11.5 Rechtliche Rahmenbedingungen beachten
11.6 Kontakt-/ Informationsstellen benennen
c) Kommunikation/Dokumentation
1. Kommunikation und Gesprächsführung 8 Stunden
1.1 Techniken der Kommunikation anwenden
1.2 Gesprächsführung, insbesondere mit spezifischen Patientengruppen und betreuenden Personen beherrschen
1.3 Telefonkommunikation durchführen
1.4 Konfliktlösungsstrategien einsetzen
1.5 Sich mit der Berufsrolle auseinandersetzen
1.5.1 Nähe-Distanz-Regulierung
1.6 Notwendigkeit kollegialer Reflexion
2. Wahrnehmung und Motivation 8 Stunden
2.1 Modelle der Selbst- und Fremdwahrnehmung verstehen
2.2 Motivation und Bedürfnisse einschätzen
2.3 Patienten und betreuende Personen zur Mitwirkung motivieren
2.4 Besonderheiten spezifischer Patientengruppen berücksichtigen
2.5 Soziales Umfeld einschätzen
3. Medizinische Dokumentation/Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien 10 Stunden
3.1 Strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke am Beispiel der DMPs anwenden
3.1.1 Wesentliche Merkmale
3.1.2 DMPs nach § 137 f SGB V
3.1.2.1 Brustkrebs
3.1.2.2 Diabetes mellitus Typ II
3.1.2.3 Koronare Herzkrankheit (KHK)
3.1.2.4 Diabetes mellitus Typ I
3.1.2.5 Chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen (COPD)
3.1.2.6 Asthma bronchiale
3.1.3 Kooperation der Leistungserbringer organisieren
3.2 Dokumentationsbögen bearbeiten
3.2.1 Anforderungen an Datenfluss, Qualitätssicherung, Abrechnung und Evaluation
3.2.2 Arztwechsel, DMP-Fallnummer
3.3 Einschreibung in DMPs vornehmen
3.3.1 Kriterien der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV)
3.3.2 Patienteninformationen zur eGK und Datenschutz
3.3.3 Diagnosesicherung
3.3.4 Anamnese
3.3.5 Aktuelle Befunde
3.3.6 Relevante Ereignisse
3.3.7 Aktuelle Medikation
3.3.8 Schulungen
3.3.9 Behandlungsplanung und vereinbarte Ziele
3.3.10 Datum, Dokumentationsintervall, Unterschrift
3.3.11 Folgedokumentation
Notfallmanagement/ Erweiterte Notfallkompetenz
1. Betreuung risikorelevanter und vulnerabler Patientengruppen
1.1 Kooperation des Patienten durch aktive Maßnahmen unterstützen
1.1.1 Patientenschulungen
1.1.2 Selbsthilfegruppen
1.2 Einhaltung therapeutischer Maßnahmen prüfen
1.2.1 Medikamentenkonsum
1.2.2 Wahrnehmung der Kontrolltermine
1.2.3 Telefonmonitoring
2. Notfallsituationen
2.1 Notfallmaßnahmen bei vaskulären Erkrankungen einleiten
2.1.1 Herzinfarkt
2.1.2 Schlaganfall
2.2 Notfallmaßnahmen bei Stoffwechselerkrankungen einleiten
2.2.1 Hypoglykämie bei Diabetes
2.2.2 Diabetisches Koma
2.2.3 Exsikkose
2.3 In Notfällen bei abdominellen Erkrankungen angemessen handeln
2.3.1 Magen-Darmblutung, Magenperforation
2.3.2 Ileus
2.3.3 Peritonitis
2.3.4 Appendizitis
2.4 Bei traumatologischen Erkrankungen angemessen handeln
3. Notfallmanagement
3.1 Rahmenbedingungen sicherstellen und Einsatz koordinieren
3.1.1 Aufgabenbereiche
3.2 Verantwortung für Notfallmedikamente und -geräte übernehmen
3.2.1 Notfallmedikamentenbestand
3.2.2 Inhalt des Notfallkoffers
3.2.3 Defibrillator
3.2.4 Sauerstoffgerät
3.3 Regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter organisieren
3.3.1 Thematisierung der in der Praxis aufgetretenen Notfälle
3.3.2 Kardio-pulmonale Reanimation
1.5 Praktische Fortbildung
Die Praktische Fortbildung findet in Form von Hausbesuchen sowohl in der Häuslichkeit der Patienten, in Alten- und Pflegeheimen oder in anderen beschützenden Einrichtungen statt. Jeder Hausbesuch ist mit je 30 Minuten anzurechnen. Alle Hausbesuche sind zu dokumentieren, davon 4 mit jeweils einer ausführlichen Falldokumentation und Kurzbeschreibung, sowie vom Arzt zu bescheinigen.
Für die 4 ausführlichen Falldokumentationen sind zusammen 6 Stunden auf die Praktische Fortbildung anrechenbar. Bei Nachweis einer Fortbildung nach dem Curriculum "Ambulante Versorgung älterer Menschen" sind weitere 8 Stunden gemäß 5.6 des Curriculums (Praktischer Teil) auf die Praktische Fortbildung anrechenbar.
1.6 Nachweise
Die Teilnahme an den Modulen ist der Ärztekammer durch Teilnahmebescheinigungen nachzuweisen.
1.7 Lernerfolgskontrolle/Prüfung
- mindestens 90% des Unterrichts besucht hat und
- die Nachweise über die erforderlichen Hausbesuche einschließlich der Falldokumentationen/Kurzbeschreibungen erbringt.
Die schriftliche Lernerfolgskontrolle erfolgt in Teilprüfungen oder als Gesamtprüfung von mindestens 60 Minuten Dauer. Sie erstreckt sich über die Inhalte der "Medizinischen Kompetenz" der Theoretischen Fortbildung gemäß § 7 (3b) der Delegationsvereinbarung. Die Prüfungszeit kann unterschritten werden, wenn die schriftliche Lernerfolgskontrolle in programmierter Form stattfindet.
Die 4 Dokumentationen und Kurzbeschreibungen gelten ebenfalls als Lernerfolgskontrolle.
Bei anzurechnenden Fortbildungsmaßnahmen nach den Fortbildungscurricula der Bundesärztekammer gelten die entsprechenden Teile der Fortbildung als geprüft.
1.8 Abschluss/Zertifikat
Die Teilnehmerin erhält nach erfolgreicher Teilnahme am Qualifizierungslehrgang und der/den Prüfung(en) ein Zertifikat der Sächsischen Landesärztekammer.
1.9 Inkrafttreten
Das Fortbildungscurriculum "Nicht-ärztliche Praxisassistentin" für Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte tritt am 1. Juni 2010 in Kraft.
Dresden, 7. April 2010
Präsident Dr. med. Lutz Liebscher

References: § 87
 § 87
 § 87
 § 87
 § 5
 § 71
 § 79
 § 87
 § 87
 § 137
 § 7