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Timestamp: 2020-07-11 04:10:44+00:00

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Abmahnungen von Waldorf Frommer Rechtsanwälte - Seite 146 - Initiative AW3P
6346 Beiträge
Seite 146 von 318
#2901 Beitrag von Steffen » Freitag 9. August 2013, 15:57
[quoteemWaldorfSünder]Jetzt, Freitag, bekomme ich einen erneuten Mahnbescheid vom gleichen Amtsgericht - quasi das Gleiche, was ich zuvor bekommen habe. Bei allen Forenstöbereien habe ich so etwas noch nicht gefunden. Hat das jemand auch gehabt? Kommen die durcheinander?[/quoteem]
Hier muss man erst einmal sehen - ob die Geschäftsnummern identisch sind (1. + 2. MB). Nach dem Widerspruch kann durchaus das Mahnverfahren eingestellt worden sein, sodass jetzt ein neues Mahnverfahren eingeleitet wird (warum auch immer, weiß ich nicht).
Sollte es sich wirklich um ein und das Gleiche handeln, diese würde nicht gesetzeskonform sein.
[...] Für einen weiteren Mahnbescheid fehlt das Rechtsschutzbedürfnis, das Zulässigkeitsvoraussetzung jeder Klage ist (s. auch Zöller/Greger, 25. Aufl., vor § 253 Rdnr. 18a). [...]
Die Beantragung eines weiteren Mahnbescheides aus derselben Forderung stellt eine unzulässige Doppeltitulierung der Forderung dar, welches der Antragsteller vor dem Erlass zu prüfen hat. Entweder muss der Antragsteller den neuen Antrag zurücknehmen oder der Betroffene muss ihn als unzulässig zurückweisen. Auch wenn anzunehmen ist, dass der erste Antrag zurückgenommen wurde. Hierzu sollte jeder Betroffene unter der Verwendung der ersten Geschäftsnummer beim Mahngericht anrufen und sich einfach informieren.
Bevor man jetzt aber irgendwelche falsche Schlüsse zieht, sollte man es von einem Anwalt prüfen lassen.
WalddorfSünder
Registriert: Freitag 9. August 2013, 13:41
#2902 Beitrag von WalddorfSünder » Freitag 9. August 2013, 16:10
Danke für die Auskunft - Dann bleibt mir wohl erst einmal nur das Abwarten auf die telefonische Auskunft des Mahngerichts. Wenn die Öffnungszeiten unserer Ämter hier mal etwas weiter gestreckt wären
Registriert: Samstag 13. August 2011, 20:17
#2903 Beitrag von Nessy » Freitag 9. August 2013, 23:44
Na dann bin ich mal gespannt, ob du so ab Juli 2014 immer noch so optimistisch gestimmt bist oder ob bis dahin doch etwas eher unerfreuliches eingetroffen ist. Falls ersteres der Fall sein sollte, dann herzlichen Glückwünsch. Tritt letzteres ein und du vergleichst dich noch in letzter Sekunde, werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts mehr von dir lesen. Wir werden sehen...
Und ja, erst ab dem gerichtlichen Mahnbescheid wird es interessant, aber dann ist das Kind meiner Meinung nach schon in den Brunnen gefallen (ein Vergleich wird mit einer wesentlich höheren Summe enden oder - mit viel Pech - gar nicht erst zustande kommen bzw. du willst dich nicht vergleichen und hast dann vor Gericht ziemlich zu tun deine Unschuld zu beweisen). Die Chancen "vergessen" zu werden, sind nunmal verdammt gering.
#2904 Beitrag von Alter Sack » Samstag 10. August 2013, 06:28
@Nessy - wenn du die Zahl der WF-Abmahnungen mit der Zahl der Klagen vergleichst, würde ich nicht unbedingt sagen, dass die Chancen "vergessen" zu werden verdammt gering sind. Im Gegenteil, verklagt wird trotz steigender Zahlen immer noch ein eher geringerer Teil.
oskar555
Registriert: Freitag 9. August 2013, 15:11
#2905 Beitrag von oskar555 » Samstag 10. August 2013, 09:37
Ich hab nun auch nach 2 Jahren Ruhe (mod. UE abgegeben + nicht gezahlt) relativ zügig hintereinander 3 Briefe bis zu Punkt 5 "Klagevorbereitung abgeschlossen" bekommen.
Bekommt denn diese "Bettelbriefe" eigentlich jeder zugeschickt, der praktisch mal abgemahnt wurde oder gehöre ich damit automatisch zu dem ganz geringen Teil der Abgemahnten, die dann tatsächlich auch verklagt würden?
Rein logisch betrachtet wäre es ja sinnvoll für WF, möglichst viele Abgemahnte nochmal anzuschreiben, ein Prozentsatz von 10% bezahlt dann vielleicht noch und von den Übriggebliebenen pickt man sich später ein paar raus.
Also wie groß ist meine Chance, jetzt noch "vergessen zu werden"?
clayton2014
Registriert: Samstag 10. August 2013, 10:32
#2906 Beitrag von clayton2014 » Samstag 10. August 2013, 10:47
Ich war viel auf dieser Seite hab viel von den Infos profitiert und will jetzt auch was zurück geben.
Ich machs mal kurz
Bekam Brief von Hr. Waldorf Frommer Forderung 656 Euro
Unterlassung abgeschickt natürlich modifizierte
Viele Briefe von der Kanzlei nicht drauf eingegangen
Nach 1,5 Jahren gings sehr schnell bis zur letzten Stufe vor Abschluss Klageerhebung
600 Euro angeboten und letztendlich auf 700 Euro verglichen , also bezahlt. Im Schreiben äüsserten sich die Anwälte von Frommer das es unter 700 Euro nicht gemacht wird.
Jetzt habe ich auf jeden Fall meine Ruhe und hab immerhin 256 Euro weniger bezahlt
Ich wurde beschuldigt ein Musikalbum heruntergeladen zu haben und was noch viel schlimmer ist, es gleichzeitig anderen Leuten zum kopieren zur Verfügung gestellt zu haben.
Vor Gericht hätte ich keine Chance gehabt. War bei Anwalt von Verbraucherzentrale und Angestelltenkammer.
Ich hoffe ein paar brauchbare Infos für euch.....
#2907 Beitrag von clayton2014 » Samstag 10. August 2013, 10:50
Noch ne kleine Korrektur es war natürlich 956 Euro die gefordert wurden.....
sir.vival67
Registriert: Samstag 20. Juli 2013, 19:37
#2908 Beitrag von sir.vival67 » Samstag 10. August 2013, 12:36
oskar555 hat geschrieben: Ich hab nun auch nach 2 Jahren Ruhe (mod. UE abgegeben + nicht gezahlt) relativ zügig hintereinander 3 Briefe bis zu Punkt 5 "Klagevorbereitung abgeschlossen" bekommen.
Ich gehe mal schwer davon aus das jeder diese Briefe bekommt und Logisch das WF darauf hofft mit jeder Verschärfung wird ein Teil dabei sein die sich Vergleichen.
Auch bin ich der Meinung so lange man an denen verdient die Zahlen werden die Nichtzahler mit Bettelbriefen weichgeklopft.
Sollte sich die Anzahl der Nichtzahler gegenüber denen die Zahlen erhöhen wird WF vermutlich auch die Klageerhebung steigern.
, sollte es zum Gerichtsverfahren kommen dann hab ich eben Pech gehabt !
#2909 Beitrag von Alter Sack » Samstag 10. August 2013, 20:22
@clayton2014 - da würde ich doch glatt mal sagen, dass man dich nach meinem Wissensstand glatt belogen hat.
auchabgemahnt1329
Registriert: Samstag 10. August 2013, 23:46
#2910 Beitrag von auchabgemahnt1329 » Sonntag 11. August 2013, 00:52
Ich schreibe eich weil es mich auch erwischt hat, besser meine Eltern. Ich war vor drei Wochen bei denen zu Besuch, und habe vergessen meinen bittorrent-client auszuschalten. Jetzt hat Waldorf-Frommer meinem Vater eine Abmahnung über 1028 EUR für einen Film-Upload geschickt. Ich habe schon gelesen dass man als Erstes eine modUE abgeben muß, das werden wir auch machen. Ich habe aber noch einige Fragen, bei denen ich gerne eure Einschätzung hätten:
1) Mein bittorrent-client hat noch drei weitere Filme im Seed gehabt, die derzeit abgemahnt werden (alle Waldorf). Bisher haben wir nur eine Abmahnung erhalten, und die ging ganz schnell (21.7. log, 23.7. Gerichtsbeschluß). Wie hoch schätzt ihr das Risiko ein, daß da noch was nachkommt? Ich kann mich erinnern daß der client damals wohl nur den einen Film wirklich stark geseedet hatte, die anderen wurden nicht wirklich nachgefragt (vielleicht 2-3kb/s). Außerdem werden die Daten doch nur 7 Tage von der Telekom (unser Provider) gespeichert, und jetzt ist schon einige Zeit vergangen. Liege ich da richtig in der Annahme daß die die anderen Filme nicht gelogt haben, oder kann es sein daß die noch andere Abmahnungen 'in der Hinterhand behalten', d.h. erstmal schaun ob jemand bezahlt? Macht es dann Sinn in meinem Fall die UE auf die anderen Filme zu erweitern?
Im Gerichtsbeschluss (Köln) steht auch drin daß 'die in der Anlage ASt1 aufgeführten IP-Adressen...' angefragt wurden, d.h. es wurde im Plural von IP-Adressen gesprochen. Kann das ein Hinweis auf weitere noch ausstehende Mahnungen sein, oder ist das einfach die Standard-Formulierungen?
2) Ich wohne nicht bei meinen Eltern, sondern war nur zu Besuch. Deren Internet ist WLAN mit WPA und dem auf dem Modem aufgedruckten recht langen Schlüssel gesichert, und deren Computer a) hat keine bittorrent software installiert und b) war an dem Tag sowieso in der Reparatur wegen einem Softwareproblem (können wir beweisen). Reicht das eurer Meinung nach aus die Schuldfrage anzuzweifeln? Es weiss ja niemand außer die Nachbarn daß ich zu Besuch war.
3) Da meine Eltern wahrscheinlich nicht den Nerv haben 3 Jahre Streit durchzuhalten, und ich die 1028 EUR für zu hoch empfinde, aber 50-60% davon schon ok wären, würde ich einen Vergleich anstreben. Könntet ihr mir eure Erfahrungen mit Vergleichen mit Waldorf-Frommer in letzter Zeit geben? Wie hoch war die typische Vergleichssumme? Was haltet ihr von dem Standardvergleichsangebot von iggdaw (iggdaw punkt de -> Regeln für Abgemahnte -> ganz unten Vergleich, ich kann leider keine URLs posten hier)? Ist das ein ähnlich vernünftiger Standardvordruck wie die modUE? D.h. wenn wir das ausfüllen, dann brauchen wir uns wenigstens keine Sorgen über Formfehler mehr zu machen?
ein auch-abgemahnter.
#2911 Beitrag von Steffen » Sonntag 11. August 2013, 16:15
Rechtsanwalt Dr. Frank Eikmeier hat einmal 2007 im Gulli:Board ein Zitat geprägt, das nicht nur zeitlos ist, sondern den ganzen Abmahnwahn auf nur einen Satz reduziert!
Rechtsanwalt Dr. Frank Eikmeier:
(...) Alle Tipps - auch die blödsinnigsten - funktionieren natürlich auch, wenn und solange der Gegner keine Klage erhebt. (...)
Und wirklich, mehr ist es nicht.
Es gibt eine Grundlage, Wissen, das jeder sich aneignen -muss-:
Im Grundsatz:
Klarkommen mit den Gesetzen und Rechtsprechung!
- Hinweis auf einen getätigten UrhR-Verstoß über den ermittelten und verauskunfteten Internetzugang, sowie die
vorerst außergerichtliche Aufforderung an den einzigen Verantwortlichen - den Anschlussinhaber - diese Handlung
zukünftig zu unterlassen und mögliche Ursache zu beseitigen.
2. Grundlage
(a) ein RI/RV beauftragt eine Logfirma
(b) Logfirma ermittelt und schreibt eine P2P-IP auf, über die ein UrhR-Verstoß (Download und/oder/bzw. Upload)
getätigt wurde
(c) RI/RV beauftragt Anwalt, dieser stellt eine Gestattungsanordnung gem. § 101 IX UrhG
Ziel: Beauskunftung der Person hinter der P2P-IP
(d) Provider ordnet die P2P-IP auf Grundlage der Gestattungsanordnung a) einen seinen Kunden zu oder b) nicht.
Ordnet er die P2P-IP zu, wird er - muss er - Klarnamen + Hausnummer dem Abmahner übermittlen
(e) es erfolgt durch den Anwalt die Abmahnung
BGH (“Sommer unseres Lebens“; “Morpheus“):
Es besteht erst einmal die tatsächliche Vermutung, das der AI durch die Ermittlung der Logfirma + Verauskunftung
des Providers - verantwortlich für diesen UrhR-Verstoß ist. Jetzt muss sich der Abgemahnte zum Sachverhalt und
Geschehensablauf erklären. Warum? Er ist der Einzige der Einblick hat, keine Logfirma, kein RI/RV, kein Abmahnanwalt,
sondern nur der AI.
3. Warum wichtig?
Es gilt jetzt die so genannte Störerhaftung.
Störerhaftung, was ist das?
Die Unterbindung einer Urheberrechtsverletzung von einem bestimmten Internetzugangsanschluss aus sowie die Erlangung
von Schadenersatz. Liegt ein Fall der Störerhaftung vor, muss nämlich der eigentliche Täter nicht ermittelt werden.
Regelmäßige Rechtsprechung des BGH zur Störerhaftung:
(...) Wer - ohne Täter oder Teilnehmer zu sein - in irgendeiner Weise willentlich und adäquat-kausal zur Verletzung
eines geschützten Rechtsguts beiträgt, kann als Störer für eine Schutzrechtsverletzung auf Unterlassung in Anspruch
genommen werden. (...)
Unabhängig von der Haftung für Täterschaft und Teilnahme kann auch derjenige als Störer zur Unterlassung und Beseitigung
verpflichtet sein, der - ohne eigenes Verschulden - adäquat kausal an der Herbeiführung oder Aufrechterhaltung einer
Urheberrechtsverletzung mitgewirkt hat, z.B. indem er die Verletzung durch Dritte ermöglicht hat.
Zu gut Deutsch:
Der Anschlussinhaber haftet dadurch, dass er den Zustand geschaffen hat, der zu der Rechtsverletzung geführt hat. Er
hat den Anschluss inne und schafft damit über seinen Anschluss die Möglichkeit der Rechtsverletzung.
A und O = Zugangssicherung, Prüfpflichten!
1. Das Gleichheitsprinzip. Jede Partei (Kläger/Beklagter) beweise, was ihm zum
Vorteil gereicht und seinen Anspruch stützt oder den gegnerischen Anspruch hindert.
2. Eine Behauptung ist ein Tatsachenvortrag. Dieser muss bewiesen werden. Der Beweis
ist erbracht, wenn die behauptete Tatsache zur Überzeugung des Gerichtes feststeht.
3. Tatsachenbehauptungen der Klägerseite, die d. Beklagte nicht bestreitet, gelten
als zugestanden und werden vom Gericht als "wahr" unterstellt.
Jetzt gibt es bei jedem neuen Schreiben - immer wieder den gleichen Prozess:
Entschlussfassung des Abgemahnten
1. Klarmachen der Aufgabe
=> Oberste Maxime: Aneignung umfassenden Wissens und sammeln umfassender Information, was ist eine Abmahnung, welche Gesetzeslage oder Rechtsprechung, wie war die Anschluss-Situation zum Log, Ursachenforschung - erste Schlussfolgerungen
2. Beurteilung der Lage
=> Beurteilung des Inhaltes i.V.m. dem Abmahner
=> Beurteilung der eigenen Position
=> Beurteilung der möglichen Risiken und Kosten
3. Entschlussfassung, wie ich reagiere!
Und diesen Prozess, könne wir maximal nur mit erste Denkanstöße unterstützen. Deshalb haben wir eine Fülle an Infos gesammelt.
es kann - und darf doch nur - in einem öffentlichen Verbraucherforum so laufen ...
Berechnung der Verjährungsfrist
Gesetze / Rechtsprechung - Allgemein
(a) UrhG, § 102 (Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__102.html
=> § 102 Verjährung
(...) Auf die Verjährung der Ansprüche wegen Verletzung des Urheberrechts oder eines anderen nach diesem Gesetz geschützten
Rechts finden die Vorschriften des Abschnitts 5 des Buches 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs entsprechende Anwendung.
Hat der Verpflichtete durch die Verletzung auf Kosten des Berechtigten etwas erlangt, findet § 852 des Bürgerlichen
Gesetzbuchs entsprechende Anwendung. (...)
(b) § 102 UrhG i.V.m. §§ 195, 199 BGB
=> § 195 BGB (Quelle: http://dejure.org/gesetze/BGB/195.html)
(...) Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. (...)
=> § 199 BGB (Quelle: http://dejure.org/gesetze/BGB/199.html)
(...) (1) Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt, soweit nicht ein anderer Verjährungsbeginn bestimmt ist, mit dem
Schluss des Jahres, in dem
2. der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne
grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste. (...)
Allgemeine Übersetzung BGB - Forum:
Die Berechnung der Verjährungsfrist kann nur allgemein und abstrakt thematisiert werden und muss im Einzelfall von
einem Anwalt geprüft werden. Das heißt,
1. am 31.12.; 24:00 Uhr [denn der Schluss des Jahres ist nun einmal Sylvester]
und [nicht oder und bzw. sondern und]
2. der Provider dem Abmahnungsauftraggeber den Klarnamen + Hausnummer übermittelt
2.1. Gestattungsanordnung - Provider - Abmahnungsauftraggeber
2.2. Gestattungsanordnung - Backbone(Netzvermieter)-Provider - Reseller(Netzmieter)-Anschlusserkennung - Abmahnungs-
auftraggeber - Reseller Provider - Abmahnungsauftraggeber
31.12.; 24:00 Uhr - 3 Jahre
Adressänderung - Meldepflichtig!
Eine Adressänderung ist meldepflichtig. Mit Hinblick auf die Verjährung auch
wichtig. So könnte die Verjährung künstlich verlängert werden durch einen
unzustellbaren MB.
Muss ich nach Abgabe einer mod. UE einen möglichen
Adresswechsel/Wohnwechsel WF mitteilen?
=> Ja!
<Absender>
Vorab per E-Mail: info@waldorf-frommer.de
Per Einschreiben[/color]
<Empfänger>.............................................<Ort>, den <Datum>
Adressänderung wegen Umzug
Aktenzeichen: <Aktenzeichen Abmahnung>
hiermit teile ich Ihnen folgende Änderung meiner Kontaktdaten mit.
Die Änderung ist gültig <seit/ab>: <Datum>
<neue Anschrift>
Beachte: Anpassen + Doppelversand!
Gedanken zur Freinacht
Abgemahnte WF
2009 - 89.850
2010 - 86.670
2011 - 53.690
2012 - 24.975
2010 - 1.500 (1 Richter)
2011 - 500 (2 Richter)
2012 - 2.300 (5 Richter)
2013 (I. HJ) - ca. 3.000 (5 - 6 Richter)
Niemand würde - so denke ich wenigstens - in ein Spiel-Casino gehen, sich an einen
“Black Jack“ Tisch setzen in der Hoffnung den großen Gewinn zu erzielen, ohne dabei
die Spielregeln zu kennen oder überhaupt schon einmal Karten gespielt zu haben.
Vielleicht gewinnt man zufällig einmal eine Runde, aber in der Regel wird man sein
ganzes mitgebrachtes Geld verspielen. Sicherlich kann man jetzt die Schuld auf den
Croupier schieben oder auf die anderen Pointeure; man kann es darauf zurückführen,
dass man das französische Blatt nicht so gut kennt; vielleicht sogar, dass man mit
gezinkten Karten spielt. Sicherlich hätte man einen Berufsspieler engagieren können,
der unabhängig vom Ergebnis Geld kostet; man hätte eine anonyme Person engagieren
können, der vorgibt das Spiel zu kennen; man hätte - da fehlt mir völliges
Verständnis - einen Berufsspieler engagieren, damit man letztendlich nichts an die
Bank zahlen muss, aber auch nicht gewinnt usw. usf.
Was jeder letztendlich macht, diese Entscheidung liegt doch bei jedem Zocker selbst.
Es ist ja sein Geld.
Ausgangslage Abmahnung
Jeder Betroffene steht doch - und das schon seit 04/2005 - vor der - gleichen -
Ausgangslage, egal ob Lied, Lieder, Album, Sampler, Hörbuch, TV-Serie, Film, Game
oder Programm. Man erhält ein Abmahnschreiben, indem man zu einem über seinen
Internetzugang begangenen Urheberrechtsverstoß informiert, zur Abgabe einer
Unterlassungserklärung und zur Begleichung der Forderungen nach anwaltlichen Gebühren
und Schadensersatz aufgefordert wird.
Es ist immer ein und derselbe Inhalt!
Und jetzt, die Gedienten werden sich erinnern, gibt es doch immer ein und dasselbe
Prozedere, um angemessen zu reagieren. Man muss sich der Aufgabe klarmachen, seine
Lage beurteilen, und sich dann entscheiden. Dabei kann man sich kostenlose oder
entgeltliche Hilfe holen. Dies alles liegt im Ermessen des einzelnen Betroffenen.
Wann und warum erhalte ich eine Abmahnung?
Wir machen zwar immer eine hoch komplizierte Wissenschaft daraus, dabei ist es ganz
einfach. Wenn eine von einem RI/RV beauftragte Logfirma in einer Tauschbörse eine
IP-Adresse + dazugehörige Daten loggt; der vom RI/RV beauftragte Anwalt einen Antrag
beim zuständigen Auskunftslandgericht stellt; diesen Antrag gestattet bekommt und zum
Provider geht; der Provider auf dieser Grundlage die ermittelte IP Adresse einem
seiner Kunden zuordnet und dem Abmahner übermittelt (Name und Hausnummer) - dann
erhält man ein Abmahnschreiben.
Rechtslage und Gesetze
Hier zählen die Gesetze sowie die aktuelle Rechtssprechung des BGH. Leider haben die
Bundesrichter eine härtere Gangart gegen die ermittelten und beauskunfteten
Anschlussinhaber eingeschlagen. Man geht mittlerweile von einer Störer- und
Täterschaftsvermutung aus.
BGH: “Sommer unseres Lebens“ + “Morpheus“:
1. “P2P“ IP Adresse + Providerzuordnung = Vermutung der Verantwortlichkeit AI für den
UrhR-Verstoß
2. Substantiierter Vortrag Abmahner + AI als Verantwortliche des Internetzugangs =
Vermutung der Verantwortlichkeit AI für den behaupteten UrhR-Verstoß
3. Daraus resultiert die sekundäre Darlegungslast AI. Warum? Er ist der Einzige, der
Einsicht hat und erklären kann, was zum Logzeitpunkt in seinem Verantwortungsbereich
geschah bzw. nicht.
Dabei ist es nicht relevant, ob man es nie kaufen würde; es als Original im Regal
stehend hat; ob es sich um eine Billigproduktion handelt; man niemals nie Pornos
anschaut; unschuldig ist, es nicht war usw. usf. Denn es steht erst einmal die
Vermutung im Raum, das der ermittelten UrhR-Verstoß über den eigenen
Internetanschluss ausging, und man als Inhaber dieses Internetzuganges dafür
verantwortlich sei. Dieses muss man im Klaren sein und werden. Es wird nicht gesagt:
Du warst es - das kann man gar nicht, sondern dass es über den Internetzugang
geschah. Ob oder ob nicht, dieses muss, der AI jetzt selbst dar- bzw. widerlegen.
Und das A und O = Prüfpflichten sowie Entkräftung der eigenen möglichen
Störer- und Täterhaftung durch einen substantiierten Vortrag. Ein einfaches
Bestreiten ist dabei nicht ausreichend! Es geht immer um die Unterbindung einer
UrhR-Verletzung von einem bestimmten Internetzugangsanschluss aus sowie die Erlangung
von Schadenersatz. Liegt ein Fall der Störerhaftung vor, muss nämlich der eigentliche
Täter nicht ermittelt werden.
Störerhaftungsarten:
a) Handlungs- und Zustandsstörer = nimmt die Beeinträchtigung selbst vor!
b) Tätigkeits- und Untätigkeitsstörer = wer die Möglichkeit zur Beseitigung der
Beeinträchtigung hat, die Gefahrenquelle geschaffen oder übernommen hat bzw. die
Störung typisch ist und damit gerechnet werden muss!
Quelle: MünchKommBGB/Medicus, § 1004 Rn. 42
Rechtsanwalt Dr. Wachs zu den aktuellen Störerkonstellationen:
Kanzlei Dr. Wachs – Rechtsanwälte
Fax: 040 411 88 15 77 oder 040 444 65 51 0
Web: Dr. Wachs.de oder Dr. Abmahnung.de
Es gibt immer weniger Störerkonstellationen. Gehen wir doch die Fälle einmal durch:
1. Störerhaftung der Eltern für minderjährige Kinder? - Nein zumindest nicht nach
einer Belehrung (vgl. BGH “Morpheus“)
2. Störerhaftung der Eltern für volljährige Kinder? (Noch nicht obergerichtlich
entschieden) - macht aber überhaupt keinen Sinn, wenn diese "nicht einmal" für
minderjährige Kinder besteht.
3. Störerhaftung des WG Anschlussinhabers für WG Mitbewohner? Zumindest nach dem LG
Köln - Az. 14 O 320/12 (mit sehr überzeugender Begründung) ebenfalls abzulehnen.
4. Störerhaftung der Ehefrau für Ehemann oder vice versa (andersherum, umgekehrt)? -
Nein, das ist mehrfach obergerichtlich bestätigt.
Wenn man genau darüber nachdenkt, bleibt aktuell eigentlich nur eine "sichere"
Störerhaftung beim Betrieb eines WLAN, welches nicht hinreichend verschlüsselt ist.
Die Prozessschwierigkeiten resultieren nur noch aus der Täterschaftsvermutung.
Fazit: Überspitzt formuliert, wir haben faktisch gar keine Störerhaftung mehr, es
geht fast ausschließlich um die Täterhaftung.
Wer dieses sich nicht verinnerlicht und sein Handeln danach ausrichtet, hat nicht nur
die Thematik Abmahnung und Störerhaftung verstanden, sondern ist jetzt schon der
zukünftige Vergleicher.
[blink2]Vergleichsschreiben = Bettelbriefe des Abgemahnten![/blink2]
Wie schon erwähnt hat jeder die gleiche Ausgangslage. Mann wird abgemahnt,
aufgefordert zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungs- und
Verpflichtungserklärung (UVE) sowie zur Abgeltung der Forderungen nach AG + SE.
Natürlich redet der § 97a Abs. 1 Satz 2 UrhG von einer berechtigten Abmahnung. Wann
ist eine Abmahnung berechtigt i.S.d. Rechtssprechung?
BGH “Vollmachtsnachweis“:
(...) Berechtigt ist eine Abmahnung, wenn ihr ein Unterlassungsanspruch zugrunde
liegt und wenn sie dem Schuldner einen Weg weist, den Gläubiger ohne Inanspruchnahme
der Gerichte klaglos zu stellen. (...)
Wichtig ist jetzt, bevor man eine Entscheidung trifft, sich umfassend im Internet zu
informieren. Hierzu gibt es mittlerweile genügende Informationen, so dass niemand
sich mehr herausreden kann, er habe nichts gewusst. Natürlich muss man Zeit
investieren, die sich aber auszahlen kann. Man sollte immer davon ausgehen, sich so
vorzubereiten, als wenn man schon die Klageschrift in Händen hielte. Nachfolgende
Schritte entfallen natürlich, wen man selbst den UrhR-Verstoß getätigt hat.
1. Ursachenforschung
Wenn der abgemahnte AI keinerlei Kenntnis besitzt, wer infrage käme oder nicht, muss
eine Ursachenforschung betrieben werden. Die heutigen Abmahnungen sind bis auf
Ausnahmen auch nachvollziehbar durch die kurzen Zeiträume vom Log bis zum Erhalt des
Abmahnschreibens. Hier muss man schon intensiv nachforschen, was man selbst gemacht
hat; was die Personen gemacht haben, die Zugriff haben - wo war jeder. Ist P2P
Software installiert, kann man in den gängigen P2P-Ordnern etwas nachvollziehen, lädt
man über P2P usw. usf. Diesbezüglich muss man dann im Familienverbund sich
zusammensetzen und diese Zeit nehmen und nicht gleich die Flinte ins Korn werfen,
wenn man zu keinen Ergebnissen gelangt. Es kommt nicht darauf an, “Ross und Reiter“
zu benennen! Vorteil, dass hier schon man die Zeugenaussagen sammeln kann
(schriftlich).
2. Beweissammlung
Aufgrund der Ursachenforschung haben wir jetzt schon die Zeugenaussagen und Nachweise
der Personen, die Zugriff auf das Internet mit im Familienverbund haben. Dies ist
besonders wichtig schon zum jetzigen Zeitpunkt vorzunehmen und zu dokumentieren. Da
zwischen Abmahnung und einer möglichen Klage mindestens 1 bis 2 Jahre liegen können,
wäre eine Beweissammlung dann fast unmöglich. Sicherlich haben Betroffene, die allein
Leben die schlechtere Ausgangslage, als Familien mit bzw. mit ohne Kinder oder
Wohngemeinschaften.
Hier zählen als Beweismittel:
- Augenschein, §§ 371 f. ZPO
- Zeugen, §§ 373 ff. ZPO
- Sachverständige mit deren Gutachten in der Sache, §§ 402 ff. ZPO u.a. (Sachbeweis)
- Urkunden, §§ 415 ff. ZPO
- Parteivernehmung, §§ 445 ff. ZPO
Wobei das wichtigste Beweismittel für einen Abgemahnten eine Zeugenaussage darstellt.
Mit einer eidesstattlichen Erklärung sichert Ihr Euch jetzt schon einen wichtigen
Teil der zukünftigen Verteidigung. Sicherlich muss nicht extra erwähnt werden, da ein
Zeuge nicht lügen darf. Dennoch gibt es zur prozessualen Wahrheitspflicht und
Wahrheit aus juristischer Sichtweise eindeutige Aussagen der Bundestrichter.
BGH, Urteil v. 11.06.1990 - II ZR 159/89 (Hamburg)
(...) Dass im Zivilprozess die Wahrheitspflicht wesentliche Bedeutung hat, erlaubt
nicht den Schluss, die Parteien seien generell zu dem Verhalten verpflichtet, das am
besten der Wahrheitsfindung dient. (...)
BGH Urteil vom 13.03.1996 - Az. VIII ZR 36/95
(...) Für die Frage der Darlegungslast ist auch ohne Bedeutung, wie wahrscheinlich
die Darstellung ist. (...)
Neben der Zeugenaussage sollte man alles sammeln (Belege, Tickets, Handbücher,
Nachweise (z.B. bei Abwesenheit, Stempelauszug durch Arbeitgeber, Urlaubs-
Flugtickets; Router Loggs wenn vorhanden usw.), aufzeichnen (Screen, Kopie, Ausdruck
von Geräteeinstellungen PC/Laptop, Router, Modem usw.), egal wie unwichtig einen
diese momentan erscheinen mögen. Ein Anwalt wird im möglichen Klageverfahren das
Wichtige vom Unwichtigen herausfiltern können.
3. Akteneinsicht
Zum Aufbau einer aktiven Verteidigung ist eine Akteneinsicht in die eigene
Beschlussakte am Auskunftslandgericht unerlässlich. Man sollte alle möglichen Mittel
ausnutzen, die einem zur Verfügung stehen, auch wenn man hierzu geringes Geld in die
Hand nehmen muss, oder vorerst vom Sinn nicht überzeugt ist.
Wie: Link
4. Monatlicher Obolus in seinem privaten Spendentopf
Wer mit erhalt des Abmahnschreibens eine gewisse Summe-Xyz in eine privaten
Klagetopf entrichtet, dem fällt die Entscheidung bei einer möglichen Klage sich
i.V.m. seinen Anwalt leichter, als wenn man unerwartet den Hinweisbeschluss eines
Amtsgerichtes zur Durchführung eines schriftlichen Klageverfahrens erhält. Solltest
Du verjähren, kannst Du dann diese Summe in einem Urlaub oder Ähnliches investieren,
für den Altersruhestand zurücklegen oder einfach spenden.
Fehler vom Abmahnschreiben bis Zivilverfahren
Rechtsanwalt Jens Ferner hat beispielsweise für das AG München erklärt, welches die
häufigsten Fehler sind, die wir selbst tätigen.
Rechtsprechung des AG München
Notfall: 0178 187 5367
Mail: info@ferner-alsdorf.de
Web: www.ferner-alsdorf.de
Nachdem die Filesharing-Abmahnung zuging, beginnen die üblichen Überlegungen und
natürlich - wenn der Anschlussinhaber nicht selber etwas getan hat - die üblichen
Reflexe, allem voran: “Ich habe nichts gemacht, also zahle ich auch nichts”. Später
dann beginnt der bange Blick auf die Gerichte, speziell das Amtsgericht München, und
die Frage: “Wie Urteilen die denn?“
Ich fasse hierzu mal die aktuellen Entwicklungen ganz kurz an Hand einiger
Entscheidungen zusammen, die wesentlichen Argumente Betroffene werden sich dort
1. Die Zuständigkeit ergibt sich Problemlos aus §32 ZPO (Az. 155 C 30524/12; Az. 161
C 17341/11)
2. Die Aktivlegitimation (Rechteinhaberschaft) ergibt sich problemlos aus den
Herstellervermerken auf den jeweiligen CDs/Filme (Hierzu werden Kopien der Cover im
Klagefall vorgelegt, Az. 161 C 17341/11).
3. Es besteht eine tatsächliche Vermutung, dass der Abgemahnte als Anschlussinhaber
des streitgegenständlichen Internetanschlusses für die über ihren Internetanschluss
begangene Urheberrechtsverletzung persönlich verantwortlich ist (Az. 155 C 30524/12;
Az. 161 C 24439/12 - vom BGH inzwischen zwei Mal (Az. I ZR 121/08, Az. I ZR 74/12) so
gesehen)
4. Die Erhebungen durch die Firma ipoque GmbH (findet man speziell in Waldorf Frommer
Abmahnungen) begegnen im Sachverständigen Gutachten keinen Bedenken. Zum einen wird
sorgfältig erhoben, zum anderen sind Manipulationen auszuschließen (Az. 161 C
17341/11).
5. Grundsätzlich ist die Auskunft des Providers bereits ein starkes Indiz dafür, dass
IP-Adresse und Anschluss zusammen gefallen sind. Wenn darüber hinaus noch eine zweite
IP-Adresse erfasst wurde, die der Provider ebenfalls dem Anschluss zugeordnet hat,
spricht dies erst Recht für eine korrekte Auskunft. (Az. 161 C 17341/11). Sprich: Man
glaubt der Providerauskunft erst einmal grundsätzlich.
6. Aus dieser Vermutung ergibt sich für den Abgemahnten eine sekundäre
Darlegungslast, die es ihm verwehrt, sich auf ein an sich zulässiges einfaches
Bestreiten der Rechtsverletzung zurückzuziehen. Vielmehr muss dieser als
Anschlussinhaber substantiiert zu allen fraglichen Tatzeitpunkten vortragen, warum er
als Verantwortlicher nicht in Betracht kommt. (Az. 155 C 30524/12; Az. 161 C
24439/12; Az. 161 C 17341/11)
7. Das Gericht verlangt eine plausible Darstellung, die einen anderen
Geschehensablauf nahe legt (Az. 161 C 17341/11). Das heißt, es sollen konkreten
Umstände dargelegt werden, warum der dann Beklagte selbst als Täter nicht in Betracht
kommt - ein lediglich pauschales Bestreiten (“Ich war‘s nicht”) reicht nicht aus.
(Az. 161 C 24439/12; so auch OLG München, Az. 6 W 1705/12)
8. Der Vortrag, man war nicht zu Hause, reicht auch nicht aus (Az. 161 C 17341/11).
Vielmehr muss man zudem darlegen, wer sonst noch Zugriff hatte, so dass ein Handeln
dritter zumindest plausibel erscheint. Das AG München geht so weit zu verlangen, dass
man Nachweisen muss, dass es zum Tatzeitpunkt nur einen Zugriff durch Dritte gab und
nicht dazu ein Zugriff durch den Abgemahnten/Verklagten möglich war.
9. Es muss sich aus dem Vortrag auch eine ernsthafte und plausible Möglichkeit der
Täterschaft von Dritten, da der Beklagte selbst vorträgt eine entsprechende
Verschlüsselung des W-LAN Anschlusses vorgenommen zu haben und auch in Hinblick auf
die Ehefrau wurde vorgetragen, dass diese nur wenig Interesse an Internet/Computern
habe. (Az. 161 C 24439/12)
10. Man kann sich nicht damit verteidigen, nicht zu wissen, wie Tauschbörsen
funktionieren: Man hat sich sowohl über die Funktionsweise der Tauschbörse als auch
über die Rechtmäßigkeit des Angebots kundig zu machen. (Az. 155 C 30524/12, Az. 161 C
24439/12)
11. Durch das Angebot zum Herunterladen des streitgegenständlichen Albums wird
grundsätzlich ein Schaden in Höhe von € 450,00 verursacht, welchen das Gericht gemäß
§ 287 ZPO der Höhe nach schätzt. (Az. 155 C 30524/12, Az. 161 C 24439/12). Das AG
München meint dazu in nahezu jedem Urteil: (...) Aufgrund seiner Spezialisierung
besitzt das Gericht aus seiner täglichen Arbeit hinreichende eigene Sachkunde um
beurteilen zu können, dass der geforderte Schadensersatz von 450 EUR der Höhe nach
angemessen ist. Der Sachvortrag der Klägerin in der Klage bildet hierzu eine
ausreichende Schätzgrundlage. Der angesetzte Betrag von 450 EUR erscheint für das
streitgegenständliche Werk angesichts der Funktionsweise der Tauschbörse, die mit
jedem Herunterladen eine weitere Downloadquelle eröffnet, absolut angemessen (...).
(Az. 155 C 30524/12,Az. 161 C 24439/12)
12. Wenn für eine Standard-Abmahnung (1 Film, 1 Album) ein Streitwert von 10.000 €
angesetzt und hieraus eine 1,0 RVG Gebühr geltend gemacht wird, hat das AG München
damit gar kein Problem. (Az. 155 C 30524/12, Az. 161 C 24439/12) Bei 3 Musikalben
sind es 30.000 Euro (Az. 161 C 17341/11).
13. Wer das Vergleichsangebot unterzeichnet hat und später anfechten möchte, weil er
unter Druck gesetzt wurde, sollte dies schnell machen: Das AG München meint, wenn man
auf 1-2 Zahlungsaufforderungen nicht reagiert, muss man verstanden haben, das eine
Drucksituation nicht da ist. Damit kann die Anfechtungsfrist davon laufen. (Az. 161 C
31980/12) Grundsätzlich gilt: Vergleich nur Unterzeichnen, wenn man vorher beraten
wurde. Hinterher wieder raus kommen ist … schwierig.
Sie finden hier viele der Argumente, die regelmäßig geäußert werden. Man sollte
jedenfalls nicht zu blauäugig in ein Verfahren vor dem Amtsgericht München laufen.
Gleichwohl - es gibt Kollegen, die von Erfolgen berichten. Jedenfalls in wirklich
klaren oder zumindest problematischen Situationen sollte man sich wehren können.
Allerdings muss die Verteidigung sehr differenziert aufbereitet werden, etwa wenn es
darum geht, ob Familienmitglieder sich überhaupt zu den Vorfällen äußern. Das blinde
“ich war‘s nicht” von allen Beteiligten führt beim Amtsgericht München in eine
Quelle: www.ferner-alsdorf.de
Größter Irrtum - Täterbenennung mit Name und Hausnummer!
Sehr viele Betroffene vertreten die Meinung, dass es nach dem BGH „Morpheus“ für
Eltern ausreicht, einfach ihre minderjährigen Kinder zu benennen, um selber als
Störer bzw. Täter nicht haftbar gemacht zu werden. Dieses stimmt nur zum Teil!
Natürlich stimmt es, dass bei entsprechenden Sicherungsmaßnahmen und vorgenommener
Belehrung i.V.m. Verbot der Nutzung einer Tauschbörse, der abgemahnte
Anschlussinhaber weder als Störer oder Täter haftbar zu machen ist sowie keine
strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben braucht.
Wenn Sie Ihr Kind belehrt haben i.V.m. dem Verbot zur Nutzung einer Tauschbörse und
sich entscheiden keine Unterlassungserklärung abzugeben, sollten Sie in jeden Fall
ein Anwalt vorher konsultieren.
»über die mit der Internetnutzung verbundene Gefahr von Rechtsverletzungen belehren
und ihm eine urheberrechtsverletzende Teilnahme an Tauschbörsen untersagen.«
Keiner weiß, wie es auszusehen hat, ob mündlich reicht oder gar schriftlich
vorliegend und wenn in welcher Form und Inhalt. Dieses - nun wie denn? - lässt der
BGH offen und es wird in Folgezeit erst in den Instanzen (und Jahre) geklärt werden
Ein nächstes Problem, was einige Gerichtsstandorte dezent anklingen ließen: Dann wird
das minderjährige Kind in der Klage mit aufgenommen; das minderjährige Kind muss eine
Unterlassungserklärung abgeben; Schadensersatzansprüche könnten vonseiten der
Abmahner geltend gemacht werden usw. Natürlich immer in Abhängigkeit, präsentiert man
sein Kind (um sich selbst aus der "Abmahnschusslinie" zu bugsieren) mit Namen und
Hausnummer als “Täter“.
Vermeidet generell eine Benennung eines Täters!
Sehr viele Betroffene und auch das Geschäftsmodell: “Shual, Princess & Co.“, die als
juristischer Laien Klageverfahren aktiv verpfuschen, denken, das sie mit - einer -
einheitlichen Vorgehensweise bei allen Gerichtsstandorten und abmahnenden Kanzleien
die “Formel des Obsiegens“ entdeckt haben. Hiervor ist dringend abzuraten, da man
einmal die möglichen Konsequenzen nicht absieht und es unnötig viel Geld kosten kann.
Sicherlich kann bei Einschaltung eines Rechtsanwaltes vielleicht der erste Prozess
gegen den Anschlussinhaber gewonnen werden. Durch die Benennung des Täters oder gar
eine schriftlichen Schuldeingeständnis kommen auf den Benannten jetzt mögliche Kosten
zu, die neben dem Schadensersatz (rka.RAe: 400€ je Log), auch die Kosten des
Richterbeschlusses § 101 IX UrhG im Kostenfestsetzungsverfahren (bis 300€ je
geloggter IP) beinhalten können.
Natürlich, hier muss man eindeutig sein. Wer mit Erhalt einer Klageschrift sich Hilfe
von einem Anonymen oder Forum sucht, verspricht und entgegennimmt, muss die möglichen
Konsequenzen dann selbst tragen. Es muss in Fleisch und Blut übergehen: ab
Klageschrift nur mit einem Anwalt!
Der wichtige Weg ist es niemand zu benennen, sondern wenn mehre Personen den
Anschluss mitbenutzen, dem Gericht verschiedene Sachverhalte vorzutragen ohne
Benennung eines Täters. Natürlich der konkreten Situation angepasst.
Oberste Grundsätze:
Jeder Betroffene muss sich im Klaren sein, wenn er sich für die mod. UE + nicht
zahlen entschließt, entscheidet er sich für: entweder Verjährung oder Klage, mit
allen möglichen Risiken und Kosten!
Abgemahnte, die heute 2013 einen Vergleich schönreden zu versuchen, geben nur eines
1. Ich habe mich nicht vorbereitet auf eine mögliche Klage
2. Ich war es einfach.
Natürlich, wer aus den verschiedensten Gründen sich vergleichen möchte, dieses kann
ich menschlich nachvollziehen. Dann soll man aber nicht in den Foren kommen und für
die Wahl seinen Weg des geringsten Widerstandes die Schuld bei anderen suchen oder
diese zuweisen. Wenn diese Vergleichsorgie anhält, wird sich die Rechtsprechung in
keinster Weise zu unseren Gunsten verschieben. Im Gegenteil. Und im Gegensatz zu
allen anderen sage ich offen und laut:
Vergleichsbriefe sind die wahren Bettelbriefe des Abmahnwahns, aber nicht der
Abmahner, sondern der Abgemahnten!
In keinem Bereich des Zivilrecht, wird die eigene Faulheit, Überheblichkeit und Angst
einmal hinter Bettelvergleichsschreiben und andermal offener Schuldabweisung
versteckt. Solange AW3P existiert werden Ausreden und Auswüchse des Abmahnwahns
angesprochen und angeprangert.
Vorgehensweise eines Abgemahnten:
Ob Abmahnung, Folgeschreiben, Inkasso-Schreiben,
Mahnbescheid,
Klageschrift usw. es reduziert sich alles auf:
Wenn ich nicht zahle, - können - die Abmahner mich innerhalb der dreijährigen
Verjährungsfrist auf
die Kosten der Abmahnung (anwaltliche Gebühren (AG) + Schadensersatz (SE)) verklagen!
Risiko: 1.000 - 1.200 € (Rasch ab 3.000 ++ €).
Wenn ich dieses Risiko kenne und in Kauf nehme, dann gilt
keinen schriftlichen oder mündlichen Kontakt mit dem Abmahner;
a) Versand der mod. UE
(Link) -
evtl. Erweitern oder Vorbeugen
b) 1. Inkasso-Schreiben - 1-mal Widerspruch
Reaktion erst wieder mit Erhalt von Gerichtspost:
a) Mahnbescheid - Widerspruch (bekommt man allein hin, 14 Tage-Frist beachten)
b) Hinweisbeschluss eines Amtsgerichtes mit beigefügter Klageschrift - jetzt schalte
ich einen Anwalt
Ich lege monatlich bis 50 € in meinen privaten “Klagetopf“
Mit Erhalt des Abmahnschreibens baue ich - meine substantiierte - Verteidigung
a) Ursachenforschung (wer oder wer nicht (beweisbar) i.V.m. Beseitigung dieser
Ursachen bzw. Quellen)!
b) Akteneinsicht (in die Ermittlungsakte STA bzw.) am Beschluss-LG!
c) PC-Gutachten beim PC-Service des Orts-Vertrauens
(Link)!
d) Beweissammlung, Zeugenaussagen, Auswertung Router-Log, Firewalls-Log usw. usf.
e) Sammeln von Abmahnschreiben betreff des gleichen LG Beschluss § 101 IX UrhG
- innerhalb der Verjährungsfrist sammelt man selbstständig, so viele wie nur mögliche
des betreffenden LG-Beschlusses zur Herausgabe von Verkehrsdaten gemäß § 101 IX UrhG
(Angaben dazu
befinden sich im Abmahnschreiben) durch Aufrufe in den diversen Foren, HP’s, Blogs
- Ziel: Soweit möglich einen lückenlosen Beweis für eine Sache in derselben
Angelegenheit zu besitzen,
um in einem möglichen späteren Klageerfahren in Richtung Zusammenfassung zu einem
Auftrag und damit
verbunden einen Gesamtstreitwert i.V.m. reduzierten Anwaltsgebühren mit seinem
Rechtsbeistand argu-
mentieren zu können. Zeit ist dafür genügend vorhanden (3 Jahre)!
Schriftsatz-Zähler Waldorf Frommer
1. Aufforderung Abgabe UE (wichtig mod. UE per Einschreiber
verschickt und nicht die originale UE,
die als Entwurf im Abmahnschreiben beigefügt ist)
2. letzte Zahlungsaufforderung nach Abgabe mod. UE (Folgeschreiben - abheften)
3. Zahlungsaufforderung vor Klageerhebung (Folgeschreiben - abheften)
=> Bestätigung Erfüllung Unterlassungsansprüche
=> Zahlungsansprüche noch nicht erfüllt
=> Angebot der Ratenzahlung
4. Vorbereitung Klageerhebung (verschärftes Folgeschreiben - abheften )
=> Erhöhung der geforderten Summe
5. Vorbereitung Klageerhebung abgeschlossen (verschärftes Folgeschreiben -
abheften )
=> Mitteilung Datum zur Einleitung Gerichtsverfahren
=> Mitteilung des Prozesskostenrisikos
=> WF fordert die ladungsfähige Anschrift zu bestätigen (nur bei Adressänderung, in
Hinblick der
Stichunkt Meldepflicht)
6. Mahnbescheid (Kreuz bei Punkt 2 und verschicken, wenn man unberechtigt
abgemahnt wurde)
Mal einige weiterführende Links:
Zahlenjongliererei: RA Dr. Wachs
Verkürzter Ablauf Zivilverfahren
Zur sekundären Darlegungslast
Vergleich. Wie?
Was tun - 2012?
Beispiel Entkräftung der Störerhaftung
Aber das Denken und Entscheiden - können wir Euch nicht abnehmen!
Registriert: Freitag 9. August 2013, 08:17
#2912 Beitrag von Abgemacht » Sonntag 11. August 2013, 17:17
also ich habe bisher 2011 die erste Abmahnung bekommen und letzte Woche - Zahlungsaufforderung vor Klageerhebung - wieviel Bettelbriefe habe ich den noch bis zur Mahnung vom AG zu erwarten? Mir wurde bis 12.08.13 eine Frist gesetzt.
#2913 Beitrag von Steffen » Sonntag 11. August 2013, 17:41
1. Aufforderung Abgabe UE (wichtig mod. UE per Einschreiber verschickt und nicht die originale UE,
5. Vorbereitung Klageerhebung abgeschlossen (verschärftes Folgeschreiben - abheften )
=> WF fordert die ladungsfähige Anschrift zu bestätigen (nur bei Adressänderung, in Hinblick der
6. Mahnbescheid (Kreuz bei Punkt 2 und verschicken, wenn man unberechtigt abgemahnt wurde)
#2914 Beitrag von Abgemacht » Sonntag 11. August 2013, 18:06
na dann warte ich doch mal vor einem Vergleich Punkt 4 noch ab :-)
#2915 Beitrag von Alter Sack » Sonntag 11. August 2013, 18:18
Kannst sicher auch noch länger damit warten! Gab' letzte Zeit doch etliche Meldungen von nach MB Verjährten.
#2916 Beitrag von Abgemacht » Sonntag 11. August 2013, 20:54
nun, evt. fehlt mir ja gerade die Fähigkeit zwischen den den Zeilen zu lesen...aber war das jetzt ironisch gemeint?
#2917 Beitrag von auchabgemahnt1329 » Sonntag 11. August 2013, 22:33
Hat denn niemand eine Meinung zu meinen Fragen?
Ich wäre wirklich sehr dankbar. Die Informationen von Steffen hab ich gelesen - der Tenor ist wohl - nicht zahlen, auf das Verfahren sparen und sonst auch nicht vergleichen ist wohl immernoch das Beste. Nur: Zum Vergleich selber (wohl nicht so sehr gewollt) steht da nicht viel.
auchabgemahnt1329 hat geschrieben: Hallo,
Registriert: Montag 12. August 2013, 23:21
#2918 Beitrag von Centrefold » Montag 12. August 2013, 23:26
#2919 Beitrag von Steffen » Montag 12. August 2013, 23:52
[quoteemauchabgemahnt1329]Hat denn niemand eine Meinung zu meinen Fragen?[/quoteem]
Was erwartest Du denn? Für mich ist es nur, egal ich poste es einmal:
1. Du warst Du es doch!
2. Es wurden die Eltern abgemahnt - für Deinen Murks!
3. Statt für Dein Handeln die Verantwortung zu übernehmen, versuchst Du hier herumzuzaubern und herumzueiern.
Ganz ehrlich, das geht mir gehörig gegen den Strich. Was man denn von einem Verbraucherforum erwartet? Dass man hier eine gemeinsame Strategie - hübsch öffentlich - erarbeitet, die den schussligen Filesharer schützt und natürlich - geiz ist geil - kostengünstig ist. Nebeneffekt, ein Forum macht sich lächerlich, indem man Täterschutz schön öffentlich betreibt.
Man sollte sich hier offen mit den Eltern zusammensetzen, die Möglichkeiten besprechen und danach eine Entscheidung treffen.
Lektüre zum Lesen:
#2920 Beitrag von Steffen » Dienstag 13. August 2013, 00:29
Hallo @Centrefold,
sorry, heute Abend bin ich wohl etwas unpässlich. Aber, wenn ich diesen ganzen Murks lese, wird es mir übel. Geht aber nicht alles in Deine Richtung alleine. Zumindest nur zu 50 %.
=> Abmahnung, AI = Eltern - null Ahnung, Täter = Tochter
=> AI beauftragen Anwalt, mod. UE + freiwillige Teilzahlung 200,- € (freiwillige Teilzahlung = Schuldeingeständnis), Ziel: Vergleich, der aber nie angestrebt wurde
=> MB, AI = angeblich raus aus der Störerhaftung, Du sollst dich als Täter outen. Ziel: Kosten unter 1.000,- € zu halten + eine mod. UE vorbeugend abgeben.
Ich hoffe nur, das WF hier nicht mitlesen, denn so ein Gemurkse tut selbst mir weh. Ich schreibe doch nicht in einem öffentlichen Verbraucherforum, wo wahrscheinlich alle mitlesen - zumindest können - meine komplette Lebensgeschichte on Detail.
Hier wurde von Anfang an - und es wird immer noch - Gemurkst! Eine öffentliche Einschätzung werde ich nicht geben, egal ob zur heroischen Anwaltsleistung noch zu Euren Vorgehensweisen, weil ich die - ganze - Geschichte nicht kenne, bzw. inhaltlich den Schriftverkehr zw. dem Anwalt und Deinen Eltern + 2 EV’s mir erst einmal reichen.
Nur soviel. Mit der freiwilligen Teilzahlung der 200,- € habt Ihr Euch einen Bärendienst erwiesen. Diese freiwillige Teilzahlung i.V.m. der mod. UE kann (und wird wohl) als Teilschuldeingeständnis (Zeugnis gegen sich selbst) gewertet werden. Und als Sahnehäubchen obendrauf, den wahren Täter namentlich zu benennen ist der Burner.
Gut, das ich keine Ahnung habe. Hier sollte man auf den Rat der Profis (Juristen) hören.

References: § 253
 § 101

BGH 
 BGH 
 § 102
 § 102
 § 852
 § 102
 § 195
 § 199
 § 1004
 BGH 
 § 97

BGH 

BGH 
 §32
 BGH 

§ 287
 BGH 

BGH 
 § 101
 § 101
 § 101