Source: https://www.sbvdirekt.net/images/SBV/emagazine/emag012019/index.html
Timestamp: 2019-05-20 10:23:45+00:00

Document:
SBVdirekt Ausgabe 1 2019
SBVdirekt Ausgabe 01/2019
Ça va – Wie geht‘s?“ Einblicke in das Gesundeitsmanagement der TARGOBANK
BKK Dachverband "Deutsches Siegel Unternehmensgesundheit" geht online
Wie gelebte Inklusion im Arbeitsalltag gelingt
17. VdK-Landesschulung am 3. Juli 2019
BUGA mit goldenem Rollstuhl ausgezeichnet
VdK-Webinare 2019 - Kompakte Schulungen ohne Anreise
direkt 01 19 Betriebliches Gesundheits- management – ein Gewinn für alle! Mehr Gesundheitsmanagement der TARGOBANK Mehr 06 Was ändert sich 2019? 18 „Ça va – Wie geht‘s?“ Einblicke in das 30 Pﬂege macht arm! VdK startet große 40 BUGA mit „Goldenem Rollstuhl“ ausgezeichnet Pﬂegeaktion 2019 Mehr Mehr
Mit freundlicher Unterstützung von: 02 www.ergo.de/vereine- und-verbaende Ein gutes Gefühl, vorgesorgt zu haben. Als Mihglied im VdK Baden-Württemberg können Sie besonders günshigen und speziellen Schuhz genießen. • Sterbegeld Vorsorge Plus • Pflegerenten-Risikoversicherung • Unfall-Vorsorge mit NotfallHilfe • Spezial-Rechtsschutzversicherung Haben Sie Interesse? Dann wenden Sie sich an uns: ERGO Berahung und Verhrieb AG ERGO AO / 55plus Lange Str. 9-6 OG, 70173 Stuttgart Tel 0711 / 1621-411 Impressum Herausgeber: Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V. Johannesstraße 22 70176 Stuttgart Herstellung: Verlagsgesellschaft W.E. Weinmann e.K. Karl-Benz-Straße 19 70794 Filderstadt Fotos: fotolia VdK
Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, die Wahlen zu den Schwerbehindertenver- tretungen in Betrieben, Behörden und Unter- nehmungen liegen nun schon wieder ein paar Monate zurück. Viele Schwerbehindertenver- trauenspersonen sind neu ins Ehrenamt eingestiegen, und sicherlich war es für viele auch ein Sprung ins kalte Wasser. Nun ist es wichtig, sich schnell einen Überblick über die Rechte und Pflichten der Schwerbehindertenvertretung zu verschaffen, um möglichst bald auf Augenhöhe mit anderen Entscheidungsträgern agieren zu können. Dies kann mitunter recht beschwerlich sein. Daher möchten wir Sie dabei mit unserem Infoportal www.sbvdirekt.de unterstützen. Aber sicherlich finden auch „alte Hasen“ etwas Aktuelles! Am besten Sie schauen einmal vorbei und informieren sich direkt auf unserer Infoplattform. Wir haben dort Informationen u.a. zu den Bereichen Behinderung, Betriebliches Eingliede-
rungsmanagement (BEM) und Rehabilitation zusammengestellt. Hier finden Sie auch nützliche Informationen für Ihre Arbeit als Vertrauensperson in der Schwer- behindertenvertretung, interessante Urteile und Infos zu den Themen Kündigungs- schutz, Betriebsrentenstärkungsgesetz, Gleichbehandlungsgesetz, Präventionsver- fahren, Landesblindengeld oder Gebärdensprachkurse. In unserer Wissensdatenbank stellen wir wertvolle Hinweise insbesondere zum Grad der Behinderung, zur Nutzung eines Behindertenparkplatzes, dem Schwerbehinder- tenausweis oder den Merkzeichen bereit. Etwas stolz sind wir mittlerweile auf unser eMagazin SBVdirekt. Viermal im Jahr informiert Sie unsere elektronische Zeitung kostenlos über die vielfältigsten The- men. Im Mittelpunkt stehen, um nur einige zu nennen, das Betriebliche Einglie- derungsmanagement (BEM), das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), die Barrierefreiheit und, nicht zuletzt, Best Practice-Beispiele von Firmen, Behörden und Unternehmungen, die vielleicht nur darauf warten, auch bei Ihnen vor Ort im Betrieb umgesetzt zu werden. Dabei versuchen wir, auf kurzweilige Art fach- und sachgerecht zu informieren. Schließlich wollen wir Sie in Ihrer täglichen, nicht im- mer einfachen Arbeit für die Belange der Menschen mit Behinderung unterstützen. Damit uns dies bestmöglich gelingt, bieten wir Ihnen auch qualifizierte Webinare an. Über das Internet können Sie sich nach der Anmeldung zum jeweiligen Termin in jeweils maximal einer Stunde über wichtige Themen wie Schwerbehinderung, Unfallversicherung oder Kündigungsschutz informieren. Sie benötigen dazu nur eine stabile Internetverbindung und einen funktionsfähigen PC. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten: Sehen Sie selbst nach unter www.sbvdirekt.de ! Und noch ein heißer Tipp: Am 3. Juli 2019 findet wieder unsere SBV-Schulung für die Vertrauensleute der Schwerbehindertenvertretung, Betriebs- und Personalräte in der Heilbronner Harmonie statt. Mehr dazu auch unter www.sbvdirekt.de . Nun darf ich mich verabschieden und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der täglichen Arbeit. Ihr Joachim Steck VdK-Landesobmann der Schwerbehinderten-Vertrauenspersonen beim Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V.
06 Was ändert sich 2019? Mehrere Gesetze bzw. Gesetzesänderungen sind im Januar 2019 in Kraft getreten. So kehrt beispielsweise die gesetz- liche Krankenversicherung auf vehementen Druck des VdK wieder zur paritätischen Finanzierung zurück. Hier die wichtigsten Neuerungen seit 1. Januar 2019 auf einen Blick: Rentenniveau Das Rentenniveau soll bis 2025 bei 48 Prozent gesichert werden. Gleichzeitig legt die Bundesregierung gesetzlich fest, den Beitragssatz zur Rentenversicherung bis 2025 nicht über 20 Prozent zu erhöhen. Derzeit liegt er bei 18,6 Prozent vom Bruttolohn. Wenn ein Absinken des Niveaus verhindert wird, dann kommt das allen Rentnern zugute. Der VdK fordert: Das Rentenniveau muss langfristig stabili- siert werden, und zwar dauerhaft auf einem Niveau von 50 Prozent. Es braucht auch eine über das Jahr 2025 hinaus- reichende Zusage der Politik, dass die Renten entsprechend den Löhnen steigen und Versicherte nach einem Leben voller Arbeit eine ordentliche Rente erhalten. Erwerbsminderung Die Zurechnungszeit wird für neu beginnende Erwerbsmin- derungsrenten bis zur Regelaltersgrenze verlängert: zu- nächst im Jahr 2019 in einem Schritt auf 65 Jahre und acht Monate, anschließend bis 2031 schrittweise weiter auf das dann geltende Renteneintrittsalter.
Der VdK fordert: Bestandsrentner müssen in die Verbesserungen einbezogen wer- den. Die Abschläge von maximal 10,8 Prozent sind systemwidrig, weil eine Er- werbsminderung schicksalhaft bedingt ist und ihr Eintritt nicht wie eine vorzeitige Altersrente freiwillig gewählt werden kann. Deshalb fordert der VdK, die Abschläge abzuschaffen. Mütterrente Alle Mütter mit Kindern, die vor 1992 geboren sind, bekommen ab 2019 pro Kind einen halben Rentenpunkt zusätzlich. Damit werden ihnen 2,5 Jahre Erziehungs- zeit, also 2,5 Rentenpunkte, angerechnet. Mütter, deren Kinder nach 1992 geboren sind, bekommen drei Jahre auf ihre Rente anerkannt. Die Mütterrente wird auf- grund der Umstellung Neurentnerinnen bereits ab Januar 2019, Bestandsrentnerin- nen ab März 2019 rückwirkend ausgezahlt. Der VdK fordert: Eine vollständige Gleichstellung bei der Mütterrente ist noch nicht erreicht. Alle müssen für ihre Erziehungsleistung drei Rentenpunkte erhal- ten, unabhängig davon, wann ihr Kind geboren ist. Ein großer Nachteil ist, dass die Mütterrente auf die Grundsicherung angerechnet wird. Generell muss ein Freibe- trag für die gesetzliche Rente in der Grundsicherung eingeführt werden.
08 Die Bundesregierung hat selbst ausgerechnet, dass der Mindestlohn bei 12,63 Euro liegen müsste, damit man später eine Rente über dem derzeitigen Grundsicherungsniveau erhält. Geringfügig Beschäftigte Der sogenannte Übergangsbereich zwischen einem Minijob und einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wird ab 1. Januar 2019 ausgeweitet. Midijobber dürfen dann zwi- schen 450 Euro und 1.300 Euro (bisher 850 Euro) verdienen und zahlen dabei reduzierte Sozialversicherungsbeiträge. Davon sollen nach aktuellen Zahlen 3,5 Millionen Beschäf- tigte mit geringem Einkommen profitieren. Der VdK fordert: Grundsätzlich ist es gut, dass Geringver- diener bei den Sozialbeiträgen entlastet werden sollen. Es ist aber der falsche Weg, diese nicht sozialversicherungs- pflichtigen Jobs zu fördern. Besonders Midijobs im Niedrig- lohnbereich werden hierdurch attraktiver. Zudem wird ein Wechsel in ein reguläres Arbeitsverhältnis erschwert. Arbeit muss auskömmlich bezahlt werden, sodass alle Beschäftigten Beiträge in die Sozialversicherung einzahlen. Mindestlohn Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro und in einem weiteren Schritt zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro. Bereits seit dem 1. Januar 2018 gilt der ge- setzliche Mindestlohn ausnahmslos in allen Branchen. Der VdK fordert: Der aktuelle Mindestlohn ist viel zu gering und schützt nicht vor Armut. Mit ihm kann zudem keine Rente oberhalb der Grundsicherung erwirtschaftet und auch steigende Lebenshaltungskosten, etwa Miet- und Heizkos- ten, nicht abgefedert werden. Die Bundesregierung hat
Gerade Frauen arbeiten oft in Kleinbetrieben und werden nicht von den neuen Regelungen profitieren können. selbst ausgerechnet, dass der Mindestlohn bei 12,63 Euro liegen müsste, damit man später eine Rente über dem derzeitigen Grundsicherungsniveau erhält. Der VdK fordert eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns auf über zwölf Euro. Brückenteilzeit Wer seine Arbeitszeit nur für eine bestimmte Zeit verkürzen will, hat das Recht, auf eine Vollzeitstelle zurückzukehren. Die neue „Brückenteilzeit“ soll für alle Arbeit- nehmer greifen, die ab dem 1. Januar 2019 einen Arbeitsvertrag in Teilzeit ab- schließen. Der Arbeitnehmer muss in einem Unternehmen mit mehr als 45 Ange- stellten arbeiten. Der VdK fordert: Das Gesetz greift nur in Betrieben ab 45 Mitarbeitern und dann auch nur für einen von 15 Arbeitnehmern. Gerade Frauen arbeiten oft in Klein- betrieben und werden nicht von den neuen Regelungen profitieren können. Ge- braucht wird ein Rückkehrrecht für alle. Zudem sind der Ausbau der Kinderbetreu- ung und eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige nötig. Arbeitslosenversicherung Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung wird dauerhaft auf 2,6 Prozent und in einem weiteren Schritt um weitere 0,1 Prozentpunkte, befristet bis zum Jahr 2022, gesenkt. Der VdK fordert: Die Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ist sozial- politisch das falsche Signal. Durch die Senkung des Beitrags entgehen der Arbeits- losenversicherung in den nächsten Jahren rund 24 Milliarden Euro. Auf dieses Geld darf man aber nicht verzichten. So sollten ältere Arbeitnehmer länger Arbeitslosen- geld I beziehen und Leiharbeiter Ansprüche auf Arbeitslosengeld erwerben können. Außerdem müssen Arbeitslose besser qualifiziert werden.
10 Gesundheit Die Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung sollen wieder zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt werden. Bisher wurden die Zusatzbei- träge für die gesetzliche Krankenkasse von den Versicherten allein bezahlt. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag sinkt um 0,1 Punkte auf 0,9 Prozent des Bruttolohns. Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent bleibt unverändert. Der VdK fordert: Seit Langem fordert der VdK, die Beitrags- parität in der gesetzlichen Krankenversicherung wiederher- zustellen. Deshalb ist es gerecht, dass der zu entrichtende Zusatzbeitrag, der bisher nur von den Versicherten bezahlt wurde, ab 2019 wieder zur Hälfte von den Arbeitgebern übernommen wird. Die einseitige Belastung der Versicherten wird damit endlich beendet. Pﬂege Die Beiträge in der Pflegeversicherung werden um 0,5 Pro- zentpunkte angehoben. Somit steigt der Beitragssatz von derzeit 2,55 Prozent auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkom- mens. Für Kinderlose erhöht sich der Beitrag von 2,8 Prozent auf 3,3 Prozent. Der VdK fordert: Verbesserungen in der Pflege dürfen nicht zu Lasten der Beitragszahler gehen. Zum Beispiel müssen die Leistungen für pflegende Angehörige oder die Investitions- kosten bei stationärer Pflege aus Steuermitteln finanziert werden. Perspektivisch wird eine Pflegevollversicherung gebraucht, die alle pflegebedingten Leistungen umfasst. Die
Seit Langem fordert der VdK, die Beitragsparität in der gesetzlichen Krankenversicherung wiederherzustellen. Leistungen der Pflegeversicherung müssen zukünftig wieder so gewichtet werden, dass sie für jeden bezahlbar sind. Armut Die Regelbedarfssätze für Sozialhilfe, Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeits- losengeld II), Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung steigen um fünf bis acht Euro. Der VdK fordert: Eine Reform bei der Ermittlung der Regelsätze ist nötig. Dazu ge- hört eine differenzierte Bedarfsermittlung insbesondere für Ältere, Erwerbsgemin- derte, Alleinerziehende sowie Kinder und Jugendliche. Bei der Berechnung müssen die tatsächlichen Bedarfe zugrunde gelegt werden. Es müssen wieder zusätzliche Einmalhilfen gewährt werden, wenn teure Anschaffungen notwendig sind.
Betriebliches Gesundheitsmanagement 12 Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) laufen alle gesundheitsbezogenen Aktivitäten zusammen. Dazu gehören die Maßnahmen zum Arbeitsschutz, zum Betrieb- lichen Eingliederungsmanagement sowie zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Die Organisation aller gesundheitsbezogenen Aktivitäten eines Betriebs im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheits- managements hat den Vorteil, dass Gesundheit als betriebli- ches Ziel verankert und in vorhandene Managementprozesse eingebunden werden kann. Wichtig für den Unternehmenserfolg ist es, auf die gesund- heitlichen Beanspruchungen der Beschäftigten und die ver- änderten psychischen Belastungen, zum Beispiel durch den zunehmenden Umgang mit Informations- und Kommunika- tionstechnologien, sowie den Zeitdruck zu reagieren und die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten zu för- dern. Dabei müssen Faktoren wie Arbeitsmittel, Arbeitsum- gebung, Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, Sozialbeziehungen oder Betriebsklima mit einbezogen werden. Betriebliche Gesundheitsförderung als wesentlicher Baustein des betrieblichen Gesundheitsmanagements Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) steht für die In- halte und Methoden und umfasst die Bereiche des Gesund- heits- und Arbeitsschutzes, des betrieblichen Eingliederungs- managements sowie der Personal- und Organisationspolitik. Sie schließt alle im Betrieb durchgeführten Maßnahmen zur Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen ein. BGF zielt darauf ab, Gesundheitsressourcen im Unternehmen auf- und Belastungen abzubauen.
Betriebliches Gesundheitsmanagement Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) hingegen steht für die Strukturen und Prozesse. Voraussetzung für die Etablierung eines gesunden Unternehmens ist der Aufbau betrieblicher Strukturen, um im Unternehmen gemeinsam Maßnah- men und Prozesse zu planen, durchzuführen und zu bewerten. Die Integration aller Maßnahmen in die betrieblichen Managementprozesse als auch der Wirtschaftlich- keitsgrundsatz wird im BGM hervorgehoben. Ziel ist der Aufbau einer nachhalti- gen Gesundheitskultur im Unternehmen, indem die Belastungen der Beschäftigten verringert und ihre persönlichen Ressourcen gestärkt werden. Was bringt die betriebliche Gesundheitsförderung? Die Vorteile für die Unternehmen liegen auf der Hand: •฀ Verringerung der krankheitsbedingten Abwesenheit, weniger Ausfalltage und damit eine langfristige Abnahme des Krankenstandes •฀ Senkung der Fluktuationsraten •฀ Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit und Verbesserung des Arbeitsklimas, dadurch höheres Ansehen und größere Attraktivität als Arbeitgeberin und Ar- beitgeber •฀ Steigerung der Produktivität im Unternehmen Einstieg und erste Schritte Auf der Grundlage der krankheitsbedingten Fehlzeiten und der von den gesetzli- chen Krankenkassen geförderten Handlungsfelder bieten sich zum Einstieg folgen- de Themen an: •฀ arbeitsbedingte körperliche Belastungen, Rückengesundheit •฀ Ernährung, Betriebsverpflegung •฀ Bekämpfung psychosozialer Belastungen (Stress) durch •฀ Förderung individueller Kompetenzen zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz •฀ gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung •฀ rauchfrei im Betrieb •฀ Suchtmittelkonsum
14 Gesundheit im Unternehmen umfasst viele Bereiche! Daneben sollten auch die folgenden Bereiche beachtet werden: Gesundheitsmanagement Wie mache ich betriebliche Gesundheitsförderung zu ei- nem festen Bestandteil des Managements? Kommunikationsstrategien Wie kommuniziere ich die Ziele und Maßnahmen der be- trieblichen Gesundheitsförderung? Demograﬁe Wie organisiere ich die Arbeit in meinem Unternehmen entsprechend den verschiedenen Bedürfnissen der Be- schäftigten? Vereinbarkeit von Familie und Beruf Wie kann ich privat belasteten Beschäftigten entgegen- kommen? Entscheidend für die Themenauswahl sind aber vor allem die Bedürfnisse Ihres Unternehmens und Ihrer Beschäftigten! Für den Schritt zur Gesundheitsförderung im Unternehmen sind die gesetzlichen Krankenkassen wichtige Ansprech- partner, denn sie verfügen über das Wissen und können die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen. Sprechen Sie mit den zuständigen Verantwortlichen für die betriebli- che Gesundheitsförderung und bitten Sie um Unterstützung. Krankenkassen finanzieren solche Leistungen und haben Expertinnen und Experten, die Sie beraten können. Telefonische und bei Bedarf auch persönliche Beratung und Unterstützung zur Umsetzung von Gesundheitsförderung in Ihrem Betrieb erhalten Sie auch von den BGF-Koordinie- rungsstellen der Krankenkassen.
Für den Schritt zur Gesundheitsförderung im Unternehmen sind die gesetzlichen Krankenkassen wichtige Ansprech- partner, denn sie verfügen über das Wissen und können die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen. Die Beschäftigten von Anfang an einbeziehen Wenn eine gesundheitsfördernde Organisation in einem umfassenden Sinn das Ziel ist, sollten die Beschäftigten soweit wie möglich in alle Prozesse einbezogen wer- den. Für diese Beteiligung, die von der Analyse bis zur Umsetzung von Maßnahmen reichen sollte, bieten sich zum Beispiel der Arbeitsschutzausschuss oder auch Ge- sundheitszirkel an. Mehr Informationen dazu finden Sie auf den Seiten der Bundes- zentrale für gesundheitliche Aufklärung. Die Kampagne „Unternehmen unternehmen Gesundheit“ des Bundesministeriums für Gesundheit belegt: Schon heute wird die betriebliche Gesundheitsförderung in vielen Betrieben vorbildlich umgesetzt. Projektbeispiele aus den einzelnen Bundes- ländern zeigen, dass auch in kleineren Betrieben viel für die Gesundheit der Be- schäftigten getan werden kann. Broschüre „Unternehmen unternehmen Gesundheit 2011“ Ausgewählte Rechtsgrundlagen Anders als der Arbeitsschutz ist die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) eine für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber freiwillige Leistung. Nicht nur die Kranken- kassen unterstützen die Betriebe bei der BGF. Die Arbeitgeberinnen und Arbeitge- ber selbst können je Beschäftigte/n und Jahr bis zu 500 Euro für qualitätsgeprüfte Maßnahmen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands sowie zur betrieblichen Gesundheitsförderung steuerfrei ausgeben (§ 3 Nr. 34 EStG). Das Engagement der Krankenkassen bei der BGF ist durch § 20b Sozialgesetzbuch V festgeschrieben. Der Paragraf sagt jedoch nichts darüber aus, welche Methoden und Instrumente zur Anwendung gelangen sollen, noch gibt er an, auf welche Arbeitstätigkeiten sich BGF bezieht. Auf der Grundlage dieser Regelung lassen sich
Dabei gilt jedoch immer, dass BGF in Ergänzung, nicht in Konkurrenz zum Arbeitsschutz steht. 16 Möglichkeiten ableiten, den gesetzlichen Handlungsspiel- raum flexibel, kreativ und zielführend auszugestalten. Dabei gilt jedoch immer, dass BGF in Ergänzung, nicht in Konkur- renz zum Arbeitsschutz steht. BGF setzt auf Leitlinien, Ziel- definitionen und Qualitätskriterien, die Anregungen geben und so zur Entwicklung einer umfassenden und nachhaltig wirksamen Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz bei- tragen sollen. § 20b SGB V: Betriebliche Gesundheitsförderung, Pri- märprävention und Selbsthilfe durch die gesetzlichen Krankenkassen; Zusammenarbeit mit der gesetzlichen Unfallversicherung. Seit 2007 ist die Zusammenarbeit der Krankenkassen und der zuständigen Unfallversicherungs- träger in der BGF gesetzlich verankert. Die Kompetenzen und Handlungsfelder sowie Leistungen beider Partner ergänzen sich und decken zusammen genommen ein weites Spektrum ab, um Betriebe in allen für Gesundheit relevanten Belangen Hilfestellung zu geben. §§ 1 und 14 SGB VII: Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren durch die gesetzliche Unfallver- sicherung; Zusammenarbeit mit der gesetzlichen Kran- kenversicherung. Mit dieser Regelung sowie mit dem Arbeitsschutzgesetz hat der Gesetzgeber 1996 das Ver- ständnis von Arbeitsschutz erweitert. Das Arbeitsschutzgesetz („Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäf-
Das BEM dient dem Erhalt der Be- schäftigungsfähigkeit. Für Beschäf- tigte ist die Teilnahme freiwillig. tigten bei der Arbeit“) regelt die Pﬂichten der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Pﬂichten und Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dem- nach sind alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dazu verpﬂichtet, eine Gefähr- dungsbeurteilung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorzunehmen. Dieser Grundsatz wurde 2014 von rein körperlichen Gefährdungen explizit auf psychi- sche Belastungen erweitert. Arbeitssicherheitsgesetz: Das „Gesetz über Betriebsärztinnen und Betriebsärz- te, Sicherheitsingenieurinnen und Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ schreibt vor, dass die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber dafür sorgen muss, dass Fachkräfte bestellt werden, die den Arbeitsschutz unter- stützen und für die Unfallverhütung sorgen. Gemäß § 167 Absatz 2 SGB IX sind Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verpflich- tet, länger erkrankten Beschäftigten ein Betriebliches Eingliederungsmanage- ment, kurz: BEM, anzubieten. Darin ist festgelegt, dass allen Beschäftigten, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind, ein BEM anzubieten ist. Das BEM dient dem Erhalt der Be- schäftigungsfähigkeit. Für Beschäftigte ist die Teilnahme freiwillig. Weiterfüh- rende Informationen bietet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales an.฀ Das Einkommensteuergesetz (EStG) regelt in § 3 Nr. 34 Zuschüsse, die Arbeit- geberinnen und Arbeitgeber ihren Angestellten zur Verbesserung des allge- meinen Gesundheitszustandes sowie zur betrieblichen Gesundheitsförderung gewähren können. Soweit diese Ausgaben 500 Euro je Angestellte/n und Jahr nicht übersteigen, müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer diese nicht versteuern. Zu diesem Zweck werden Maßnahmen wie Ernährungsprogramme oder Bewegungsangebote unterstützt. Die zuständigen Finanzämter orientieren sich hierbei an den Qualitätskriterien der Krankenkassen (sog. „Leitfaden Prä- vention“). Einen Überblick über die Anforderungen an Arbeitgeberleistungen gibt ein Informationsblatt des GKV-Spitzenverbands.
18 „Ça va – Wie geht‘s?“ Einblicke in das Gesundheit Seit 2011 betreibt die TARGOBANK ein betriebliches Ge- sundheitsmanagement. Die Maßnahmen zielen nicht nur auf die Gesundheit der Beschäftigten ab, sondern legen ebenso Schwerpunkte auf die Unternehmenskultur: Das Thema Führung steht dabei im Fokus. Das Gesundheitsmanagement der TARGOBANK zielt nicht nur auf die Gesundheit der Beschäftigten, sondern auch auf die Unternehmenskultur. Beim Thema Gesundheitsmanagement in Unternehmen denkt man noch häufig an Betriebssportgruppen oder den Obstkorb in der Teeküche. Zweifelsohne sind das alles Maß- nahmen, die der Gesundheit und auch dem Teamgeist im Unternehmen dienlich sind. Sie greifen jedoch zu kurz, wenn
Einblicke in das Gesundheitsmanagement der TARGOBANK das Unternehmen ernsthaft etwas für die Gesundheit und die Lebensqualität der Beschäftigten tun möchte. Das Gesundheitsmanagement der TARGOBANK verfolgt das Ziel, die Gesundheit, die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten und zu verbessern. Dahinter steht ein ganzheitliches Menschenbild. Denn nicht nur im Be- ruf nehmen die Anforderungen rasant zu – auch privat wird immer mehr von uns verlangt. Die Aufgaben werden zahlreicher und komplexer. Die Auswirkungen auf Unternehmen Bedingt durch die Demografie ist es für Unternehmen in einem Wachstumsmarkt zunehmend schwieriger, neue Fach- und Führungskräfte zu finden und somit freie Stellen rasch zu besetzen. Diese Tatsache kann dann auch zu Belastungen bei den bestehenden Mitarbeitern führen. Zusätzlich müssen Arbeitnehmer sich heute immer schneller auf sich verändernde Anforderungen in ihrem Tätigkeitsfeld ein- stellen. Daher ist es besonders wichtig, Mitarbeiter und Führungskräfte dabei zu unterstützen, mit Belastungen richtig umzugehen und die eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit nachhaltig zu erhalten. Diese Trends und Entwicklungen müssen in den Unternehmen thematisiert werden, um langfristig erfolgreich arbeiten zu können. Worauf es ankommt Die Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeiter hängt von vielen individu- ellen Faktoren ab: Wissen, Einstellung, Fähigkeiten, Fitness, Ernährungsverhalten sowie Veränderungsbereitschaft. Das Gesundheitsmanagement der TARGOBANK soll diese Ressourcen umfassend stärken und das Bewusstsein für die eigene Ver- antwortung fördern. Experten und Wissenschaftler begleiten das Programm. Die Mitarbeiter können breitgefächerte Angebote nutzen. Gesundheit, Lebensqualität und Leistungsfähig-
20 keit lassen sich jedoch nicht verordnen. Die Bank kann nur den Rahmen schaffen, in dem sich jeder Mitarbeiter ent- scheiden kann: für mehr Lebensqualität und ein gesundes Leben. Die Bedeutung der Führung Führungskräfte müssen sich nicht nur um ihre eigene Ge- sundheit kümmern, sondern auch ein besonderes Augen- merk auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter legen. Dabei ist der Führungsstil ein wichtiger Treiber für die eigene Ge- sundheit und die der Mitarbeiter. Alle Führungskräfte der TARGOBANK durchlaufen zum Beispiel das zweitägige Seminar „Gesund führen“. Im Mittel- punkt stehen dabei die Themen „Krankheitssignale erken- nen“ und „Richtige Kommunikation mit Mitarbeitern“. Das Training umfasst noch weitere Inhalte wie Umgang mit Stress, Belastungen und Selbstführung. Letzteres ist ein The- ma, das häufig vernachlässigt wird: Viele Menschen müssen zunächst lernen, sich selbst besser zu steuern. Führungs- kräfte sollten sich darüber im Klaren sein, welche Ziele sie selbst verfolgen, nach welchen Kriterien sie Entscheidungen treffen und welche Auswirkungen diese auf andere und hier insbesondere auf ihre Mitarbeiter haben können. Das sind Fragen zur Haltung und zu Werten, aber auch zu Emotionen: •฀ Wie gehe ich mit Ärger und Rückschlägen um? •฀ Was löst positive Emotionen in mir aus? In diesem Zusammenhang spielt auch Bewegung eine große Rolle. Durch Bewegung können Stresshormone – wie Adre- nalin und Cortisol – abgebaut werden. Im ersten Schritt
geht es nicht zwingend um Sport, sondern beispielsweise darum, die Treppe statt den Aufzug zu nehmen. Über das Führungskräfte-Seminar hinaus sind die Inhalte von „Gesund führen“ mittlerweile in allen Trainings und Workshops der Bank integriert. Einige Maßnahmen von „Ça va – Wie geht's?“ im Überblick Das Gesundheitsmanagement umfasst Angebote zu den Themen Ernährung, Bewe- gung und Psyche. Dabei ergänzen sich zentral durchgeführte Maßnahmen – wie zum Beispiel die Darmkrebsprävention – und dezentrale Maßnahmen an den ein- zelnen Standorten. Bankweit können die Mitarbeiter folgende Gesundheitsleistun- gen in Anspruch nehmen: •฀ Gesundheitsmanager: Ein externer Berater und erfahrener Psychologe be- gleitet die Umsetzung des Gesundheitsmanagements auf allen Ebenen. In wöchentlichen Mitarbeiter-Sprechstunden oder am Telefon können sich die Mitarbeiter Unterstützung in schwierigen Situationen einholen – selbstver- ständlich vertraulich und anonym. •฀ Fürstenberg Institut: Eine externe Mitarbeiterberatung ist für alle Targobanker und deren Angehörige 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Psycho- logen beraten zu beruflichen Fragestellungen und zu persönlichen, menta- len und gesundheitlichen Themen. Auch bei Problemen in der Partnerschaft oder in der Familie steht das Fürstenberg kurzfristig beratend zur Verfügung. Der Erstkontakt findet telefonisch statt und in den meisten Fällen erfolgt die anschließende Beratung persönlich. Zudem steht eine Online-Beratung zur Verfügung. •฀ Gesundheitsmobil: Die beiden „mobilen Praxen“ sind bundesweit im Einsatz. Vier Medizinexperten fahren alle unsere Standorte an und bieten vor Ort einen kostenlosen ausführlichen Gesundheits-Check für alle Mitarbeiter an. Am Ende erhält jeder Teilnehmer einen Gesundheitspass, Gesundheitsempfehlungen so- wie sein persönliches Programm mit individuellen Empfehlungen. •฀ Gesundheits-Check 50+: Alle Kolleginnen und Kollegen ab 50 Jahren haben die Möglichkeit, an einem umfassenden Check teilzunehmen. Dieser umfasst neben Untersuchungen der Herz- und Kreislauffunktion, der Organe und der
22 Gefäße auch Labortests sowie persönliche Handlungs- empfehlungen auf Grundlage der Untersuchungen. •฀ Gesundheitsexperten: 50 Personalreferenten und Be- triebsräte wurden als Gesundheitsexperten fit gemacht. Sie stehen seither allen Mitarbeitern beratend zur Seite – natürlich streng vertraulich. Burn-out und Überlastun- gen sollen keine Tabuthemen sein, sondern im vertrau- lichen Gespräch offen angesprochen werden. Bei Bedarf vermitteln die Gesundheitsexperten auch den Kontakt zu externen Beratern, Psychologen und weiteren Einrich- tungen. •฀ TARGOBANK Run: Die Bank organisiert jährlich einen großen Unternehmenslauf im Ruhrgebiet. Die Veranstal- tung mobilisiert rund 6.000 Teilnehmer. Die 5,5 Kilome- ter lange Strecke eignet sich für ambitionierte Sportler ebenso wie für Hobbyläufer. Für alle gilt: Der Spaß an der Bewegung steht im Vordergrund. Ein Teil der Start- gebühren kommt sozialen Einrichtungen zugute. •฀ Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM): Das BEM erleichtert Rückkehrern nach langer Krankheit den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben. Geschäftsleitung und Betriebsrat haben sich gemeinsam darauf verständigt, das BEM einzuführen. Denn situationsgerechte, zielge- richtete und individuell abgestimmte Lösungen lassen sich nur im gemeinsamen Dialog entwickeln. Je offener das Gespräch, desto besser die Ausgangssituation, um die Arbeits- und Lebensqualität von betroffenen Mitar- beitern zu sichern oder wiederherzustellen. Als oberstes Gebot gilt: Die Mitarbeiter sind jederzeit Herr des Ver- fahrens und entscheiden, ob und in welchem Umfang sie sich mitteilen.
Mehrfach ausgezeichnet Die TARGOBANK wurde mehrfach mit dem Corporate Health Award ausge- zeichnet – unter anderem mit drei ersten Plätzen in der Kategorie Finanzun- ternehmen. Der Corporate Health Award gilt als Gütesiegel für Unternehmen, die sich nachweislich überdurchschnittlich für die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter engagieren und eine nachhaltige Personalstrategie verfolgen. Der Corporate Health Award ist eine gemeinsamen Initiative von EuPD Research Sustainable Management, Handelsblatt und der ias-Gruppe. Ein eigenes Label Das Gesundheitsmanagement der Bank hat einen eigenen Namen. In Anlehnung an die französische Muttergesellschaft heißt das Programm: „Ça va – Wie geht’s?“ Die Mitarbeiter sprechen in der Kurzform von „Ça va“ statt von einem betriebli- chen Gesundheitsmanagement. Der einprägsame Name und das dazugehörige Ça va-Logo auf allen Kommunikationsmaterialien sorgen für einen hohen Wieder- erkennungswert und einen einheitlichen Sprachgebrauch. Simona Flemming, www.der-bank-blog.de und Dirk Suceska, Koautor und Pressesprecher für Personalthemen und für das TARGOBANK Dienstleistungszentrum in Duisburg Weitere Infos
BKK Dachverband „Deutsches Siegel Unternehmensgesundheit“ geht online 24 Die Internetseite des Deutschen Siegels Unternehmensge- sundheit (DSUG) ist online. Unter dem LINK www.siegel- unternehmensgesundheit.de können sich jetzt alle Unter- nehmen informieren, ob Sie an einem Verfahren zur Beur- teilung der Qualität und Wirksamkeit ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) teilnehmen möchten. Das Siegel in den Stufen Bronze, Silber oder Gold erhal- ten Betriebe, die die Standards für ein ganzheitliches und nachhaltiges BGM erfüllen. Zusammen mit der Technischen Universität Chemnitz und unabhängigen Prüfern werden die Firmen konsultiert und bewertet. An das Beurteilungs- ergebnis schließt sich eine bedarfsorientierte Beratung und Begleitung zum BGM durch die Präventions- und Gesund- heitsberater der Betriebskrankenkassen an. „Ziel ist es, die identifizierten Handlungsfelder kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Frage, wie die Gesundheit am Ar- beitsplatz systematisch verbessert werden kann, ist für viele Unternehmen eine Herausforderung. Wir als Betriebskran- kenkassen sind seit mehr als 300 Jahren eng mit den Firmen verbunden und sind quasi die Erfindereffizienter betrieb- licher Gesundheitsförderung und stellen unser Know-how weiteren Unternehmen gerne zur Verfügung“, sagt Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes. Mit dem Deutschen Siegel Unternehmensgesundheit in Gold wurden im vergangen Jahr zwei Firmen ausgezeichnet. Zum einen das Münsterländer Unternehmen Schmitz Cargobull AG und zum anderen die AVACON AG, die zum EON-Kon-
sgesundheit“ geht online Weitere Infos zern gehört. In beiden Fällen haben die Unternehmen sehr eng mit den Betriebs- krankenkassen VIACTIV und energie BKK zusammengearbeitet. Zweimal hat das Verfahren gezeigt, in welchem Bereich das betriebliche Gesundheitsmanagement bereits sehr gut umgesetzt worden ist, und in welchen Bereichen Verbesserungs- potenzial besteht. „Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist uns wirklich wichtig. Der Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz, der Betriebsrat und die Projektgruppe setzen sich hierfür besonders engagiert ein. Mit unseren Angeboten zum Betrieblichen Gesundheits- management bieten wir Arbeitsplätze, an denen Mitarbeiter gesund bleiben kön- nen“, sagt Michael Timmermann, Werksleiter Schmitz Cargobull AG, Werk Vreden. „Gesundheit im Unternehmen ist messbar! Das Deutsche Siegel Unternehmens- gesundheit machte aus einer nicht greifbaren Wolke eine steuerbare Größe. Der Mehrwert durch diesen hoch professionellen Siegelprozess ist nicht zu unterschät- zen!“, sagt Rajko Scharf, Betrieblicher Gesundheitsmanager bei der Avacon AG. Der demografische Wandel und die sich daraus ergebenen Folgen stellen Unter- nehmen und ihre Beschäftigten vor Herausforderungen. Unternehmen müssen mehr in die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren. „Gelingen kann dies, wenn sich die Unternehmen auf ein Betriebliches Gesund- heitsmanagement einlassen, das in den Führungsleitlinien verankert ist. BGM be- steht aus Verhaltens- und Verhältnisprävention, setzt also nicht nur auf Kurse für Beschäftigte wie in den Bereichen Bewegung, Ernährung oder Stressbewältigung, sondern legt auch Wert auf Arbeitsverhältnisse“, erklärt Franz Knieps. Zusammen mit der BAHN-BKK, der Deutschen Bahn, dem BKK Dachverband und der TU Chemnitz wurde das Deutsche Siegel Unternehmensgesundheit entwickelt und zertifiziert, das die Qualität und Nachhaltigkeit eines Gesundheitsmanage- ments in Firmen evaluiert.
26 Wie gelebte Inklusion im Arbeitsalltag gelingt „Es muss richtig wehtun, wenn Unternehmen zu wenig Menschen mit Behinderung einstellen“, sagte die Behinder- tenbeauftragte des Landes Baden-Württemberg Stephanie Aeffner vor wenigen Tagen der dpa in Stuttgart. Sie will Verstöße gegen die Schwerbehindertenquote stärker sankti- onieren. Recht hat sie, findet Daniel Kowalewski. In seinem Unternehmen arbeiten 50 Prozent Menschen mit Beein- trächtigungen. Das funktioniert bestens, und die Kunden sind begeistert. Eigentlich ist es schade, dass ein solches Gesetz nötig ist, meint der Gründer des Sozialunternehmens WASNI. Laut Gesetz müssen Arbeitgeber mit mehr als 20 Mitarbeitern mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze an Schwerbe- hinderte vergeben. Tun sie das nicht, ist eine Ausgleichs-
abgabe fällig, die zwischen 125 und 320 Euro pro Jahr liegt. Stephanie Aeffner möchte sie nun verdoppeln. Denn obwohl mehr als 943.000 Schwerbehinderte (8,6 Prozent) im Südwesten leben, liegt die Beschäftigungsquote seit Jahren unter vier Prozent. Personaler könnten sich gar nicht vorstellen, dass Menschen mit Be- hinderung etwas leisten können, meint Stephanie Aeffner. Daniel Kowalewski kann das sehr wohl. In seinem 2015 gegründeten Inklusionsun- ternehmen arbeiten sechs Mitarbeiterinnen – drei von ihnen haben einen Schwer- behindertenausweis. So wie Yaprak Cukurova. Sie ist gehörlos und arbeitet seit Unternehmensstart bei WASNI in der Küferstraße in Esslingen. Nach ihrer Ausbil- dung zur Modeteilnäherin an einem Berufsbildungswerk suchte sie einen sozial- versicherungspflichtigen Arbeitsplatz. Niemand wollte sie einstellen – bis sie Daniel Kowalewski traf. Nun arbeitet Cukurova fast täglich an der Overlock-Nähmaschine und schließt die Nähte der Kapuzenpullover und Sweatjacken, die WASNI herstellt. Die einzige besondere Anschaffung zu ihrem Arbeitsbeginn war eine Druckerpres- se, die nicht piepst, wenn sie fertig ist, sondern sich automatisch abschaltet. Denn das Piepsen hätte Yaprak Cukurova nicht hören können. So sieht sie nun, wann die Presse für das nächste Kleidungsstück bereit ist und sie weiterarbeiten kann. Die neue Druckerpresse ist auch für ihre Kolleg*innen von Vorteil. „Ein Piepsen kann man schnell überhören. Ein visuelles Signal ist für uns alle viel deutlicher. Mit der neuen Druckerpresse haben wir so eine Fehlerquelle ausgeschaltet", erklärt WASNI-Gründer Daniel Kowalewski. Aber das geht ihm noch nicht weit genug. „Für einen guten Team-Spirit ist die Kommunikation unter den Mitarbeiter*innen ein entscheidender Faktor“, so Kowalewski. Damit diese problemlos funktioniert, nimmt das gesamte WASNI-Team nun jeden Dienstagabend an einem innerbetrieb- lichen Gebärdenkurs teil. So soll sich Yaprak Cukurova künftig noch leichter mit ihren Kolleg*innen unterhalten können – auch ohne Gebärdendolmetscherin.
28 Für Daniel Kowalewski ist solch eine Maßnahme selbst- verständlich. „Mit meinem Unternehmen möchte ich den Beweis erbringen, dass es möglich ist, Menschen mit Behin- derung in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu sein“, sagt Kowa- lewski. Und dabei ist er auf einem guten Weg. Das findet auch der Vorstand der Stiftung ProKommunikation für hör- geschädigte Menschen in Baden-Württemberg, Gunter Erbe: „WASNI ist einzigartig. Ich kenne kein Unternehmen, das Inklusion so konsequent lebt.“ Aber schließlich ist das auch der Anspruch, denn der Name WASNI steht für: Wenn anders sein normal ist.
WASNI (Kurzform für das Firmenmotto „Wenn anders sein normal ist“) ist ein Inklu- sionsunternehmen, in welchem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten. WASNI entwirft, näht und vertreibt individuelle Bekleidung aus zertifizier- ter fair hergestellter Bio-Baumwolle. Unternehmensfakten zu WASNI: •฀ Gegründet 2015 als Inklusionsunternehmen in Esslingen am Neckar •฀ 6 Mitarbeiterinnen •฀ Ziel: Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt schaffen •฀ Erstes und einziges Inklusionsunternehmen in Deutschland, das Kleidung herstellt •฀ Produktion in Esslingen, ausschließliche Verwendung von Bio-Baumwollstoffen •฀ Seit der Gründung Verkauf von mehr als 7.000 Hoodies, Pullovern und Sweatjacken
30 Pﬂege macht arm! Land soll Investitionskosten wieder tragen – VdK startet große Pﬂegeaktion 2019 Mit einer groß angelegten Pflegeaktion 2019 will der So- zialverband VdK Baden-Württemberg e.V. auf die zuneh- mende finanzielle Belastung der pflegebedürftigen Men- schen, insbesondere der Heimbewohner, hinweisen. Zum Aktionsauftakt am 7. Februar betonte Vorsitzender Roland Sing vor der Landespressekonferenz: „Pflege macht arm. Das will der VdK Baden-Württemberg nicht weiter hinnehmen!“ Sing bemängelte, dass die aktuelle Pflege-Diskussion hierauf nicht eingehe. Der VdK-Landeschef erinnerte daran, dass die gesetzliche Pflegeversicherung 1995 gerade auch mit dem Ziel geschaf- fen worden sei, „niemanden im Alter wegen Pflegebedürf- tigkeit zum Sozialfall werden zu lassen“. Dieses Ziel werde heute immer mehr verfehlt. „Fakt ist:“, so Sing, „In vielen Fällen führt Pflegebedürftigkeit zu Armut – beziehungsweise Betroffene sind auf Sozialhilfe angewiesen“. Heimbewohner und deren Angehörige würden unter den steigenden Kos- ten und der sich öffnenden Schere zwischen dem Eigenan- teil und den Pflegeversicherungsleistungen für stationäre Pflege leiden. In Zukunft werde sich dieses Problem weiter verschärfen, weil auch ein reduziertes Rentenniveau und Zuzahlungen, beispielsweise in der gesetzlichen Krankenver- sicherung, dazu beitragen, dass viele Menschen ihren Ei- genanteil im Pflegeheim nicht mehr zahlen können, prog- nostiziert der VdK. Durch zu hohe Heimkosten würden schon
Landesverbandsvorsitzender Roland Sing © Silvija Eibel heute viele Pflegebedürftige zum Sozialfall. „Das ist entwürdigend, nach einem arbeitsreichen Leben zum Sozialamt gehen zu müssen und zum Bittsteller und Taschengeldempfänger erniedrigt zu werden“, schilderte der VdK-Landesverbands- vorsitzende die Tragweite dieser Situation. Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg appelliert an die Politik und insbe- sondere an die Landesregierung und die Fraktionen im Landtag: „Die Pflegeheim- kosten müssen sinken! Daher muss sich das Land Baden-Württemberg wieder für die Investitionskosten der Pflegeheime verantwortlich fühlen!“ Denn die Kosten der stationären Dauerpflege, rechnete Sing der Landespressekonferenz vor, würden von den Kosten der Pflege, den Kosten für Unterkunft und Verpflegung, der Aus- bildungsumlage und insbesondere den Investitionskosten bestimmt. Letztere hätten, Stand 1. Juni 2018, im Schnitt monatlich 440,06 Euro betragen. Sie beträfen auch die Kosten für die Gemeinschaftsräume und -flächen, die In- standhaltung und die Instandsetzung und vieles mehr. Der VdK rief die Verantwortlichen dazu auf, die im Jahr 2010 erfolgte Abschaf- fung der Förderung der Investitionskosten für stationäre Pflegeeinrichtungen zu korrigieren und zumindest in einem ersten Schritt den alten Rechtszustand un- verzüglich wiederherzustellen. Sachgerecht wäre eine volle Übernahme der In- vestitionskosten. Schließlich sei das Land Baden-Württemberg nach dem Elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) auch für die Vorhaltung einer leistungsfähigen und ausreichenden pflegerischen Versorgung verantwortlich. Dem komme das Land seit dem Ausstieg aus der öffentlichen Förderung von stationären Pflegeheimen im Jahr 2010 nicht mehr nach, kritisiert der VdK.
32 g pflege macht arm! Pflegebedürftigkeit wird zunehmend zum Armutsrisiko. Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V. fordert: Das Land muss pflegebedürftige Heimbewohner bei den Investitionskosten entlasten! Unterstützen Sie uns. Ihre Stimme zählt! Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, startete der Sozialverband VdK Baden-Württemberg am 7. Februar seine landesweite Pflege- aktion 2019. Darin seien die rund 230.000 Mitglieder und die gut 9.000 ehrenamtlich Aktiven aufgerufen, sich an örtlichen und überregionalen Veranstaltungen zu beteiligen und auf die prekäre finanzielle Situation der pflegebedürf- tigen Menschen hinzuweisen. Außerdem schaltete der VdK sein Aktionsportal unter „Pflege macht arm!” frei. Dort soll jeder seine Stimme zum Thema abgeben können. Weitere Informationen zur Aktion können Sie sich hier herunterladen: Flyer „Pﬂege macht arm!“ Themenblatt „Pﬂege macht arm!“ Plakat „Pﬂege macht arm!“ Unterschriftenliste „Pﬂege macht arm!“
Aktion 2019 Pflege macht arm! Heimkosten machen Pflegebedürftige zum Sozialfall Pflegebedürftigkeit wird in Baden-Württemberg zunehmend zum Armutpripiko. Denn wer pflegebedürftig ipt und im Heim lebt, mupp einen großen Anteil der Kopten pelbpt bezahlen. Dadurch werden viele Heimbewohner in die Sozialhilfe gedrängt. Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V. fordert: Dap Land mupp pflegebedürftige Heimbewohner bei den Inveptitionpkopten entlapten! Jede utimme zählt! Unterstützen uie unsere Forderungen mit Ihrer Unterschrift. Wichtig: Ihre Daten werden nicht veröffentlicht und nicht gespeichert. Bitte schicken uie diese Liste unter dem utichwort „Pflege macht arm“ in einem frankierten Um- schlag an: uozialverband VdK Baden-Württemberg e.V., Johannesstr. 22, 70176 ututtgart, per Fax an 0711 619 56 98 oder per E-Mail an baden-wuerttemberg@vdk.de. Vor- und Nachname Vor- und Nachname Vor- und Nachname Vor- und Nachname Vor- und Nachname Vor- und Nachname Vor- und Nachname Unterschrift Unterschrift Unterschrift Unterschrift Unterschrift Unterschrift Unterschrift VdK-Standpunkt: Pflege pflege macht arm! Durch hohe Heimkosten werden viele pflegebedürftige Menschen zum Sozialfall Pflegebedürftigkeit wird in Baden-Württemberg zunehmend zum Armutsrisiko. Denn wer pflegebedürftig ist und im Heim lebt, muss einen großen Anteil der Kosten selbst bezahlen. Somit werden viele Heimbe- wohner in die Sozialhilfe gedrängt. Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V. fordert: Das Land muss pflegebedürftige Heimbewohner bei den Investitionskosten entlasten! ist sowie Die Pflegekosten setzen sich zusammen aus dem für Unterkunft und Ver- Pflegesatz, den Kosten Investitionskosten. Der pflegung den Pflegesatz pflegerische Leistungen und richtet sich nach den Pflegegraden 1 bis 5. Die Höhe des Pflegesatzes ergibt sich aus der Pflegesatzvereinbarung, die zwischen dem jeweili- gen Träger der Einrichtung und den Kostenträgern abgeschlossen worden ist. Entgelt das für Die Unterkunftskosten entstehen für Strom, Gas und Wasser sowie für die Entsorgung von Abwasser und Abfällen. Hinzukommen Aufwendungen für die Unterhaltung des Gebäudes und der Ausstattung. © Kzenon/stock.adobe.com Die Verpflegungskosten entstehen für die gesamte Verpflegung des Bewohners und müssen selbst getragen werden. Die Investitionskosten umfassen die Kosten der Kaltmiete bei einer Wohnraumanmietung. Dabei geht es jedoch nicht nur um die Kosten des vom Pflegebedürftigen bewohnten Zimmers, son- dern sie enthalten zum Beispiel auch die Kosten der Gemeinschaftsräume und -flächen, der Küchen, der Büros und der Pflegebäder. Sie werden erhoben für die Beschaffung der Immobilie, aller anderer Anlagen und der betrieblichen Güter wie Betten, Tische, Stühle und Fahrzeuge. Hinzukommen die Kosten für Instandsetzung und Instandhaltung. Weitere Infos Schneller als man denkt – ein Fall für die Sozialhilfe: Frau Petra M. aus R, 74 Jahre, 900 Euro Rente, pflegebedürftig. Ihre Ersparnisse so- wie der Erlös aus dem Verkauf ihrer kleinen Ei- gentumswohnung sind aufgebraucht. Pflegegrad 3 und stationäre Unterbringung in einem Pflegeheim in Baden-Württemberg Pflegebedingter Aufwand Unterkunft Verpflegung Investitionskosten Ausbildungsumlage Pflegekosten Abzüglich Leistungsbetrag der Pflegekasse bei Pflegegrad 3 2.025,66 € 445,34 € 389,07 € 577,87 € 35,90 € 3.473,84 € 1.262,00 € Verbleibender Eigenanteil 2.211,84 € Mit ihrer Rente in Höhe von 900 Euro kann Frau M. ihren Eigenanteil nicht bezahlen. Sie ist kein Einzelfall, denn weitere 27.770 pflegebedürftige Menschen teilen in Baden-Württemberg das gleiche Schicksal und müssen Hilfe zur Pflege bei vollstationärer Unterbringung in Anspruch nehmen. Die Altenpflege-Ausbildungsumlage beträgt im Jahr 2019 monatlich 35,90 Euro in Baden-Württem- berg. Pflegekosten beteiligt nur verbleibende Der Verbleibender Eigenanteil: Die gesetzliche Pflegeversicherung an den mit einem Fest- betrag je nach Pflegegrad. Die Differenz zwischen den Pflegekosten und den Leistungen der sozialen Pflegeversicherung müssen die Heimbe- wohner selbst bezahlen. sich Vor- und Nachname Vor- und Nachname Vor- und Nachname Online abstimmen unter www.vdk.de/bawue Unterschrift Unterschrift Unterschrift Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V. | Johannesstraße 22 | 70176 Stuttgart Ansprechpartner: Stefan Pfeil | Telefon: 0711 - 619 56 50 | Telefax: 0711 - 619 56 99 E-Mail: s.pfeil@vdk.de | www.vdk.de/bawue Hintergrundinformationen: Die Kosten der stationären Pflege variieren nach VdK-Angaben innerhalb Deutschlands beträchtlich. Demnach zahlten Heimbewohner in Baden-Würt- temberg durchschnittlich 2.098,36 Euro. Der Bundesdurchschnitt liege jedoch mit 1.830,84 Euro deutlich darunter. 1 Was sind Investitionskosten? Die Investitionskosten umfassen die Kosten der Kaltmiete bei einer Wohnraum- anmietung. Dabei geht es jedoch nicht nur um die Kosten des vom Pflegebe- dürftigen bewohnten Zimmers, sondern sie enthalten zum Beispiel auch die Kosten der Gemeinschaftsräume und -flächen, der Küchen, der Büros und der Pflegebäder. Sie werden erhoben für die Beschaffung der Immobilie, aller anderer Anlagen und der betrieblichen Güter wie Betten, Tische, Stühle und Fahrzeuge. Hinzu kommen die Kosten für Instandsetzung und Instandhaltung. Der verbleibende Eigenanteil Die gesetzliche Pflegeversicherung beteiligt sich an den Pflegekosten nur mit einem Festbetrag je nach Pflegegrad. Die Differenz zwischen den Pflegekosten und den Leistungen der sozialen Pflegeversicherung müssen die Heimbewoh- ner selbst bezahlen. Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V. hat rund 230.000 Mitglieder. Der Verband nimmt auf Entwicklungen in Pflege-, Renten- und Gesundheits- fragen, zur Armut und Altersarmut sowie zu Inklusionsfragen aktiv Einfluss. Der VdK ist föderal strukturiert, parteipolitisch und konfessionell neutral so- wie unabhängig.
34 17. VdK-Landesschulung am 3. Juli 20 „BEM – gute Arbeit trotz Behinderung!“ Die bereits 17. Landesweite Fortbildungsveranstaltung für Behinderten- und Personalvertreter, Arbeitgeberbeauftragte und andere in der Behindertenarbeit Aktive beinhaltet den ganzen Tag über wieder praxisorientierte Vorträge und zum Ausklang ein besonderes Highlight: Sina Trinkwalder, die aus den Medien bekannte und vielfach mit Preisen ausgezeich- nete Sozialunternehmerin, wird in die Harmonie kommen. Morgens, nach der Einführung ins Programm durch VdK-Landesobmann Joachim Steck um 9.30 Uhr, wird VdK-Landeschef Roland Sing das Auftaktreferat zum The- ma „Teilhabe von Menschen mit Behinderung“ halten. Über „Behindert und trotzdem leistungsfähig! – Rehabilitation und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben der Deutschen Rentenversicherung (DRV)“ wird Thilo Präger von der DRV Baden-Württemberg sprechen. Als weitere Vorträge sind „BEM-Praxis: Lösungen und Erfah- rungen, die nicht im Lehrbuch stehen!” und „BEM – alterna- tiver Werkzeugkasten, damit es ‚noch besser läuft!’ ” vorge- sehen. Anmeldeunterlagen können Interessierte bei VdK-Mitar- beiterin Anita Unger (a.unger@vdk.de) in der Stuttgarter Landesverbandsgeschäftsstelle anfordern.
17. VdK-Landesschulung am 3. Juli 2019 otz Behinderung!“ Die Anmeldung zum kostenpflichtigen Seminar kann auch direkt auf den Internet- seiten des Landesverbandes unter www.vdk-bawue.de vorgenommen werden. Kostenlose Begleitmesse Die begleitende und Jahr für Jahr sich erweiternde VdK Reha- und Gesundheits- messe in beiden Foyers der Harmonie Heilbronn kann wieder von jedermann kos- tenlos und ohne Anmeldung besucht werden! Weitere Infos
36 Auch 2019 wieder barrierefr Im Mai an Mosel und Rhein – im September in Viel barrierefreies Programm vor Ort Ob Elektrorollstuhl oder „Selbstfahrer“, Rollator oder Gehstock – kein Problem auf den beiden barrierefreien Gruppenreisen, die „VdK Reisen“, das Reisebüro des Lan- desverbands, auch im Jahr 2019 wieder anbietet. In Zu- sammenarbeit mit dem bewährten Partner Müller-Reisen gibt es erneut zwei attraktive Busreisen mit viel barriere- freiem Programm vor Ort. Bereits im Wonnemonat Mai geht es vom 5. bis 10. Mai 2019 unter dem Motto „Harmonie & Lebensfreude an Deutsch- lands schönsten Flusslandschaften“ zu Rhein und Mosel. Während der Tour wird die VdK-Reisegruppe im barrierefrei- en Drei-Sterne-Superior-Hotel in Oberwinter – und mit Blick auf den viel besungenen Rhein – logieren. Dort erwartet die Teilnehmer neben großzügigen, komfortablen Zimmern und leckerem Essen ein hoteleigener Wellnessbereich mit Schwimmbad. Auch das barrierefreie Ausflugsprogramm mit Tagesfahrt durch das herrliche Ahrtal, mit Stadtführungen in Köln und Cochem, zudem mit einer Weinprobe, kann sich sehen lassen. Ein weiteres Highlight ist eine Schifffahrt auf der Mosel. Außerdem gibt es die Möglichkeit, den sagen- umwobenen Drachenfelsen barrierefrei zu erkunden – eine Chance, die sich erst seit wenigen Jahren bietet.
19 wieder barrierefrei auf Tour mit „VdK Reisen“ Im Mai an Mosel und Rhein – im September ins Allgäu © Müller-Reisen Pro Person beträgt der Preis für fünf Übernachtungen, fünf Mal Frühstücksbuffet und fünf Dreigang-Menüs am Abend inklusive Reiseleitung, der Fahrt im modernen und Elektrorollstuhl-tauglichen Reisebus und den Besichtigungen vor Ort sowie weiterer Leistungen 864 Euro im Doppelzimmer, Einzelzimmerzuschlag 75 Euro. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 20 Personen. Zum Herbstbeginn lockt dann der romantische Bregenzer Wald. Vom 16. bis zum 20. September 2019 geht’s unter dem Motto „Zwischen mythischen Wäldern & herrlichen Aussichten“ zum Viktorberg in die idyllische Vorarlberger Bergwelt. Da wird die VdK-Reisegruppe im sehr guten und ebenfalls barrierefreien Hotel Vik-
Weitere Infos 38 tor, das hoch über dem Vorarlberger Rheintal liegt, logie- ren. Gleich am Anreisetag geht es mit der Seilbahn auf den Karren, den Hausberg Dornbirns. Im Panorama-Restaurant sind Plätze zum Mittagessen reserviert. Es locken zudem das schweizerische St. Gallen, eine Alpkäserei-Besichtigung und der Säntis. Dann heißt es „Einmal über den Dingen schwe- ben!“ Ein Besuch der Erlebnisausstellung „Inatura“ in Bre- genz und eine Schifffahrt von Friedrichshafen nach Hagnau runden diese wunderbare Reise ab. Der Reisepreis pro Person im Doppelzimmer beträgt hier 670 Euro (52 Euro Einzelzimmerzuschlag) inklusive Reiselei- tung, Fahrt im barrierefreien Reisebus, vier Übernachtungen, vier Mal Frühstücksbuffet, drei Mal Dreigang-Wahlmenü am Abend, den Besichtigungen vor Ort und weiteren Leistungen. Auch hier beträgt die Mindestteilnehmerzahl 20 Personen. Zu buchen sind beide Reisen wieder bei „VdK Reisen“ in der VdK-Landesverbandsgeschäftsstelle, Johannesstraße 22, 70176 Stuttgart, Telefon (07 11) 6 19 56-82 oder -85, E-Mail: vdk-reisen-bw@vdk.de Durdane Incani-Sözalan und Antonija Koc-Cuvalo freuen sich auf Ihre Buchung dieser oder anderer Reisen, die „VdK Reisen“ in Kooperation mit vielen namhaften Reiseveranstal- tern für Mitglieder und Nichtmitglieder, für Gruppen oder auch für Einzelreisende anbietet.
40 BUGA mit „Goldenem Rollstuhl“ ausgezeichnet Bundesgartenschau Heilbronn wird barrierefr Das Holzdeck am Floßhafen ist mit Aufmerksamkeitsfel- dern bestückt. Dabei handelt es sich um Noppen aus Me- tall, die vor der Absturzkante warnen. Wenn am 17. April die Bundesgartenschau in Heilbronn beginnt, sind auch Menschen mit Handicap herzlich will- kommen. Die Themenfelder Inklusion und Barrierefreiheit begleiteten die Planungen für das 173 Tage lange Garten- event von Anfang an, sodass sich das Gelände als barriere- freies Ausflugsziel präsentiert. Im Januar wurde die BUGA vom Zentrum selbstbestimmtes Leben - Aktive Behinderte in Stuttgart mit dem „Goldenen Rollstuhl“ als barrierefreies Reiseziel ausgezeichnet.
9 1 0 2 n n o r b l i e H A G U B © Südtirol für alle BUGA mit „Goldenem Rollstuhl“ d barrierefreies Ausﬂugsziel Abgesenkte Kassen am Eingang „Wir legen großen Wert darauf, dass Menschen mit Behinderung genauso wie Menschen ohne Behinderung die Vielfalt unserer BUGA entdecken und genießen können. Wir möchten, dass sie auch teilhaben können, und ermöglichen es, Men- schen mit Behinderungen bei uns zu arbeiten“, sagte Hanspeter Faas, Geschäfts- führer der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH. Die BUGA Heilbronn 2019 GmbH hat eigens eine Projektstelle zur Betreuung und Umsetzung der Themen rund um Inklusion und Barrierefreiheit geschaffen und mit einem Diplom-Sozial- pädagogen besetzt. Dieser kümmert sich um die speziellen Belange von Menschen mit Handicap und arbeitet dabei eng mit der Inklusionsbeauftragten der Stadt Heilbronn, mit Behindertenverbänden sowie Vereinen und Trägern verschiedener Einrichtungen aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn zusammen.
42 Barrierefreiheit auf der BUGA fängt damit an, dass in direkter Nähe zum Eingang Wohlgelegen Parkplätze für Menschen mit Behinderung zur Verfügung stehen. An den Kassen befinden sich abgesenkte Schalter, die Rollstuhlfah- rer bequem anfahren können. An den Eingängen „Wohlge- legen” und „Innenstadt” können Rollstühle und Rollatoren ausgeliehen werden. Taktile Lagepläne im Eingangsbereich erleichtern Menschen mit Sehbehinderung die Orientierung auf dem Gelände. In der Gastronomie stehen Theken und Tische zur Verfügung, die in der Höhe angepasst sind und auch unterfahren werden können. Barrierefreie Toiletten sind an allen WC-Standorten vorhanden. Besondere Rollstuhlwege im Gelände Wer mit Rollstuhl oder Rollator die BUGA kennenlernen möchte, kann das einfach tun. Die meisten Wege auf dem
9 1 0 2 n n o r b l i e H A G U B : o t o F Die BUGA Heilbronn hat den „Goldenen Rollstuhl“ erhalten. Ihr Inklusionsbe- auftragter Karl Reinwald erhielt ihn als Mini-Modell im Blumenstrauß. Gelände sind eben. Um zum höher gelegenen Hafenpark zu gelangen, von wo aus man einen wunderbaren Überblick über das Gelände mit seinen Seen und den Gartenkabinetten hat, können Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Rollator einen eigens angelegten Weg nutzen, der für sie leichter zu bewältigen ist als die Haupt- wege. Auch die wenigen Treppen, die auf dem Gelände eingebaut sind, können bequem umfahren werden. Barrierefrei zugänglich ist auch der Fruchtschuppen, eine ehemalige Stückguthalle der Bahn, wo die beliebten Blumenschauen zu sehen sind, die sich jede Woche zu einem anderen floralen Thema präsentieren. Auch verschiedene gastronomische Angebote sind dort untergebracht. Die Wege zu den Gartenkabinetten im Inzwi- schenland sind ebenfalls barrierefrei ausgebaut. Dort gibt es Themenwelten zu Bienen, dem Heilbronner Salz, alten Obstsorten und Heilkräutern zu entdecken. Die benachbarten Schaugärten, wo sich die Besucher Anregungen für den eigenen Garten holen können, sind ebenfalls barrierefrei.
44 Aufmerksamkeitsfelder für Sehbehinderte Zwei Seen sind inmitten des BUGA-Geländes neu angelegt. Der Holzsteg am Karlssee sowie das Holzdeck am Floßhafen sind mit Aufmerksamkeitsfeldern bestückt: Noppen aus Metall, die vor der Absturzkante warnen. Randbereiche zum Wasser hin sind aufsteigend abgeschrägt. Sie sind ein klarer Hinweis, dass hier erhöhte Aufmerksamkeit geboten ist. Zur BUGA Heilbronn gehört erstmals eine ins Gelände integrierte Stadtausstellung, die den ersten Bauabschnitt eines neuen Stadtquartiers markiert und deren Wohnungen bereits bezo-
Unser Tipp Der Sozialverband VdK zeigt in einer 35 Quadratmeter großen Muster- wohnung, wie barrierefreies, technik- gestütztes Wohnen künftig aussehen kann. Das Muster-Apartment ist täglich von 10:00 -16:00 Uhr geöffnet. Geschulte Ehrenamtliche stehen wäh- rend dieser Zeit als Ansprechpartner zur Verfügung. gen sind. Verschiedene inklusive Wohn- und Betreuungsprojekte sind dort bereits realisiert. Das von der evangelischen Stiftung Lichtenstern für Menschen mit geis- tiger oder mehrfacher Behinderung betriebene Café Samocca in der Stadtausstel- lung bewirtschaften Menschen mit und ohne Behinderungen. Während der BUGA zeigt der VdK in einer barrierefreien Musterwohnung, wie Menschen mit Behinde- rung der Alltag erleichtert werden kann. Weitere Infos
46 VdK-Webinare 2019 Kompakte Schulungen ohne Anreise. Webinare bieten Ihnen die Möglichkeit, innerhalb einer Stunde viele hilfreiche Informationen zu erhalten, ohne weite Wege auf sich zu nehmen. Sie brauchen lediglich einen PC oder Laptop mit aktuellem Browser (Firefox oder Chrome) und Internetverbindung so- wie Lautsprecher. Über eine Chatfunktion haben Sie auch die Möglichkeit, konkrete Fragen zum Thema zu stellen. Die nächsten Webinare sind: Besonderer Kündigungsschutz für schwerbehinderte Menschen Termin: 09.04.2019, 11:00 bis 12:00 Uhr Beschreibung: Menschen mit Behinderung haben es trotz ihrer Qualifikation oft schwer, einen Arbeitsplatz zu bekom- men und zu behalten. Daher hat der Gesetzgeber für sie den sogenannten besonderen Kündigungsschutz geschaffen. So kann einem schwerbehinderten Menschen grundsätzlich nur dann gekündigt werden, wenn das zuständige Integra- tionsamt der Kündigung zugestimmt hat.
Referent: Ronny Hübsch, Sozialrechtsreferent der VdK Sozialrechtsschutz gGmbH Baden-Württemberg Dieser Online-Workshop gibt Ihnen einen hilfreichen Überblick über die gesetz- lichen Grundlagen und beantwortet praxisrelevante Fragen bei der Umsetzung in Betrieben und Behörden. Hier können Sie sich zu diesem kostenlosen Webinar anmelden Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung - Warum Vorsorge treffen? Termin: 10.04.2019, 18:00 bis 19:00 Uhr Beschreibung: Wer entscheidet für Sie, wenn Sie bewusstlos oder krank werden? Was müssen Sie wissen und beachten? Welche Formulare können Sie verwenden? Wie Sie am besten vorsorgen können, erfahren Sie in diesem Webinar. Referentin: Zeljka Pintaric, Patientenberaterin bei der VdK-Patienten- und -Wohnberatung Baden-Württemberg. Hier können Sie sich zu diesem kostenlosen Webinar anmelden
48 Weitere Themen und Termine Weitere Themen und Termine: Unfallversicherung Teil I – Wegeunfälle Termin: 14.05.2019, 11:00 bis 12:00 Uhr Hier geht´s zur Anmeldung IGeL (Individuelle GesundheitsLeistungen) – Wenn der Patient zum Kunden wird Termin: 16.05.2019, 18:00 bis 19:00 Uhr Hier geht´s zur Anmeldung Unfallversicherung Teil II – Arbeitsunfälle Termin: 04.06.2019, 11:00 bis 12:00 Uhr Hier geht´s zur Anmeldung Unfallversicherung Teil III – Berufskrankheiten Termin: 16.07.2019, 11:00 bis 12:00 Uhr Hier geht´s zur Anmeldung
Jetzt anmelden Pﬂegeversicherung - Eine Einführung Termin: 26.08.2019, 11:00 bis 12:00 Uhr Hier geht´s zur Anmeldung ALG I und ALG II - Anspruchsvoraussetzungen Termin: 10.09.2019, 11:00 bis 12:00 Uhr Hier geht´s zur Anmeldung Weitere Infos zu den Webinaren finden Sie auch auf www.sbvdirekt.de
Beim Arzt darf es keine Barrieren geben! 0850 Jeder Mensch hat das Recht auf freie Arztwahl Für Menschen mit Behinderung gilt das allerdings mit Einschränkungen. Denn nur jede dritte Arztpraxis ist hierzulande barrierefrei. Für den Sozialverband VdK ist das ein unhaltbarer Zustand. Deshalb geht die klare For- derung an die Politik: Alle Einrichtungen und Angebote der medizinischen Versorgung müssen barrierefrei zu- gänglich sein. Die bundesweite VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren!“ zeigte, vor welchen Herausforderungen Menschen mit Be- hinderung stehen, wenn sie zum Arzt gehen oder sich eine neue Praxis suchen müssen. Die Bandbreite der Hindernisse reicht von einem fehlenden Aufzug für eine Praxis im drit- ten Stock über Türen, durch die kein Rollstuhlfahrer passt, bis hin zu Informationen, die blinde oder sehbehinderte Pa- tienten nicht lesen und Schwerhörige oder Gehörlose nicht hören können. Neben fehlenden barrierefreien Angeboten mangelt es an Behindertenparkplätzen vor den Praxen, leicht zugängli- chen Toiletten und speziellen Untersuchungsmöbeln. Laut einer Erhebung der Stiftung Gesundheit ist nicht einmal in zehn Prozent der Arztpraxen eine derartige Ausstattung vorzufinden. Nur gut jede fünfte allgemeinmedizinische Praxis ist für Rollstuhlfahrer geeignet, d.h. lediglich rund 22 Prozent der Praxen haben einen für Rollstuhlfahrer ge- eigneten Zugang oder Aufzug.
52 Links VdK Baden-Württemberg VdK Sozialrechtsschutz Unsere Referenten unterstützen Sie bei den Sozial- und Verwaltungsbehörden, stellen Anträge, legen für Sie Widerspruch ein, wenn Rechte verwehrt werden, und vertreten Sie vor Sozialgerichten in allen Instanzen. VdK-Patienten- und -Wohnberatung Baden-Württemberg Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg bietet eine neutrale und unabhängige Patienten- und Wohnberatung für Ratsuchende an. Unsere erfahrenen Beraterinnen geben Auskunft in gesundheitsrechtlichen, medizinischen und psychosozialen Fragestellungen฀und฀zur฀Wohnraum- anpassung. Für den Inhalt der folgenden gelinkten Seiten ist der VdK Baden-Württemberg nicht verantwortlich. Insbesondere macht er sich den Inhalt dieser Seiten nicht zu eigen. WWW
Behörden / Organisationen / Institutionen Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Beauftragte der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Baden-Württemberg (Landes-Behindertenbeauftragte) Betriebliches฀Gesundheitsmanagement Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung – Betriebliches Gesundheitsmanagement Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Betriebliche Gesundheitsförderung Deutsche Rentenversicherung – Betriebliches Gesundheitsmanagement BEM-Netzwerk – Betriebliches Eingliederungs- Management in Baden-Württemberg Freizeit-Tipp VdK Reisen
54 Gerichtsentscheidungen Kündigung – Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 13. Dezember 2018 Aktenzeichen: 2 AZR 378/18 Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbe- hinderten Menschen, die ein Arbeitgeber ohne Anhörung der Schwerbehindertenvertretung ausspricht, ist gem. § 95 Abs. 2 Satz 3 SGB IX in der vom 30. Dezember 2016 bis zum 31. Dezember 2017 geltenden Fassung (seit dem 1. Januar 2018: § 178 Abs. 2 Satz 3 SGB IX) unwirksam. Der erforderliche Inhalt der Anhörung und die Dauer der Frist für eine Stellungnahme der Schwerbehindertenvertretung richten sich nach den für die Anhörung des Betriebsrats geltenden Grundsätzen (§ 102 BetrVG). Die Kündigung ist nicht allein deshalb unwirksam, weil der Arbeitgeber die Schwerbehindertenvertretung entgegen § 95 Abs. 2
Satz 1 SGB IX a.F. (seit dem 1. Januar 2018: § 178 Abs. 2 Satz 1 SGB IX) nicht unverzüglich über seine Kündigungsabsicht unterrichtet oder ihr das Festhalten an seinem Kündigungsentschluss nicht unverzüglich mitgeteilt hat. Die Beklagte beantragte im Dezember 2016 die behördliche Zustimmung zu einer ordentlichen Kündigung des Arbeitsverhältnisses der einem schwerbehinderten Menschen gleichgestellten Klägerin. Das Integrationsamt erteilte die Zustim- mung mit Bescheid vom 20. Februar 2017. Mit Schreiben vom 7. bzw. 15. März 2017 hörte die Beklagte den Betriebsrat sowie die Schwerbehindertenvertretung zu ihrer Beendigungsabsicht an und kündigte am 24. März 2017 das Arbeitsver- hältnis der Klägerin zum 30. September 2017. Die Vorinstanzen haben der dagegen gerichteten Kündigungsschutzklage statt- gegeben. Auf die Revision der Beklagten hat der Zweite Senat des Bundesarbeits- gerichts das Berufungsurteil aufgehoben und die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Landesarbeitsgericht zurückverwiesen. Das Berufungs- gericht hat zu Unrecht angenommen, die Kündigung sei nach § 95 Abs. 2 Satz 3 SGB IX a.F. unwirksam, weil die Beklagte die Schwerbehindertenvertretung erst nach Abschluss des Verfahrens vor dem Integrationsamt und nach Anhörung des Betriebsrats beteiligt habe. Der Senat konnte anhand der bisher getroffenen Feststellungen die Wirksamkeit der Kündigung nicht abschließend beurteilen. Quelle: Pressemitteilung des Bundessozialgerichts vom 14.06.2018 Hier finden Sie die vollständige Entscheidung

References: § 20
 § 20
 § 167
 § 3
 § 95
 § 178
 § 95
 § 178
 § 95