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Timestamp: 2019-08-25 02:44:05+00:00

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§ 243 StGB: Besonders schwerer Fall des Diebstahls
1.zur Ausführung der Tat in ein Gebäude, einen Dienst- oder Geschäftsraum oder in einen anderen umschlossenen Raum einbricht, einsteigt, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in dem Raum verborgen hält,
2.eine Sache stiehlt, die durch ein verschlossenes Behältnis oder eine andere Schutzvorrichtung gegen Wegnahme besonders gesichert ist,
3.gewerbsmäßig stiehlt,
4.aus einer Kirche oder einem anderen der Religionsausübung dienenden Gebäude oder Raum eine Sache stiehlt, die dem Gottesdienst gewidmet ist oder der religiösen Verehrung dient,
6.stiehlt, indem er die Hilflosigkeit einer anderen Person, einen Unglücksfall oder eine gemeine Gefahr ausnutzt oder
7.eine Handfeuerwaffe, zu deren Erwerb es nach dem Waffengesetz der Erlaubnis bedarf, ein Maschinengewehr, eine Maschinenpistole, ein voll- oder halbautomatisches Gewehr oder eine Sprengstoff enthaltende Kriegswaffe im Sinne des Kriegswaffenkontrollgesetzes oder Sprengstoff stiehlt.
OLG Bamberg, Urteil vom 2.0.2016, Az. 8 Ss 128/15 Leitsätze: 1. ,Gewerbsmäßigkeit‘ (hier nach § 243 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 StGB) setzt stets ein eigennütziges Handeln und damit einen vom Täter erstrebten Zufluss von Vermögensvorteilen an sich selbst voraus; es ist deshalb nicht ausreichend, wenn eine Einnahmequelle allein für Dritte geschaffen werden soll (u. a. Anschluss an BGH, Beschluss vom 26.02.2014 - 4 StR 584/13 = StraFo 2014, 215 und BGH, Beschluss vom 23.07.2015 - 3 StR 518/15 = BGH NStZ-RR 2015, 341).
OLG Bamberg, Urteil vom 2.0.2016, Az. 8 Ss 128/15 Die ,Gewerbsmäßigkeit‘ gemäß § 243 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 StGB stellt ein besonderes persönliches Merkmal im Sinne von § 28 Abs. 2 StGB dar mit der Folge, dass der Gehilfe (§ 27 StGB), der selbst nicht gewerbsmäßig handelt, nicht allein deshalb nach § 243 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 StGB bestraft werden darf, weil der oder die Haupttäter gewerbsmäßig gehandelt haben (u. a. Anschluss an BGH a. a. O.).
OLG Bamberg, Urteil vom 2.0.2016, Az. 8 Ss 128/15 Der zusätzliche Rechtsfehler, der darin liegt, dass das Landgericht sogleich eine Verschiebung der Strafrahmen aus § 243 Abs. 1 StGB nach §§ 27, 49 Abs. 1 StGB vorgenommen hat, ohne zu prüfen, ob nicht der gesetzlich vertypte Milderungsgrund der Beihilfe bereits Anlass sein kann, einen besonders schweren Fall zu verneinen (vgl. hierzu nur BGH, Beschluss vom 12.11.2015 - 2 StR 369/15 [bei juris] sowie BGH, Beschluss vom 27.01.2015 - 1 StR 142/14 = wistra 2015, 235 = StV 2016, 16), wirkt sich deshalb nicht mehr aus.
LG Dortmund, Urteil vom 1.10.2009, Az. 45 Ns 231/08 79Nach der Rechtsprechung des BGH (BGHSt 29. Band, Seite 319 ff.) ist es für die Annahme eines unbenannten besonders schweren Falls des Diebstahls, bei dem keines der Regelbeispiele des § 243 Abs. 1 StGB erfüllt ist, erforderlich, dass das gesamte Tatbild einschließlich aller subjektiven Momente und der Täterpersönlichkeit vom Durchschnitt der erfahrungsgemäß gewöhnlich vorkommenden Fälle in einem Maße abweicht, dass die Anwendung des Ausnahmestrafrahmens geboten ist.

References: § 243
 BGH 
 § 243
 § 28
 § 243
 BGH 
 § 243
 BGH 
 § 243