Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-08-2011-8C_198-2011
Timestamp: 2016-10-26 02:17:28+00:00

Document:
8C_198/2011 (09.08.2011)
Unfallversicherung (Kausalzusammenhang, Arbeitsf�higkeit),
Der 1954 geborene P.________ war seit 1. Mai 1984 Hauswart bei der Firma B.________ AG und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversichert. Am 22. Mai 2007 st�rzte er w�hrend der Arbeit aus ca. vier Metern H�he auf einen Betonboden. Gleichentags wurden im Spital U.________ die Handgelenke beidseits, das Kniegelenk links und das rechte obere Sprunggelenk (OSG) ger�ntgt, eine Sonografie des Abdomens sowie ein CT von Sch�del und HWS durchgef�hrt. Im Bericht vom 23. Mai 2007 diagnostizierte es Kontusionen an beiden Handgelenken, am linken Knie und am rechten OSG sowie eine Rissquetschwunde an der Stirn. Die SUVA erbrachte Heilbehandlung und Taggeld. Mit Verf�gung vom 19. September 2008 stellte sie die Leistungen per 30. September 2008 ein. Dagegen erhoben der Versicherte, sein Krankenversicherer und seine Pensionskasse Einsprachen. Die beiden Letzteren zogen sie zur�ck. Mit Entscheid vom 9. Februar 2009 wies die SUVA die Einsprache des Versicherten ab.
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides seien ihm s�mtliche m�glichen gesetzlichen Leistungen ab dem fr�hestm�glichen Zeitpunkt zuzusprechen; es sei keine Leistungseinstellung per 30. September 2008 zu verf�gen; es seien s�mtliche Leistungen weiter zu erbringen, ihm alle Heilungs- und Transportkosten zu entsch�digen, ihm weiterhin die vollen Taggelder zu leisten, eine Berentung und eine Integrit�tsentsch�digung zu pr�fen und ihm eine mindestens 50%ige Invalidenrente und eine mindestens 50%ige Integrit�tsentsch�digung zuzusprechen; eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
2.1 Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Gesundheitsschaden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.) sowie die erforderliche Ad�quanz des Kausalzusammenhangs bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) und Folgen eines Unfalls mit Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) oder einer �quivalenten Verletzung ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle (BGE 134 V 109) richtig dargelegt. Gleiches gilt zum Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125) und zum Beweiswert von Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1. S. 232). Richtig ist auch, dass die Ad�quanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen praktisch keine Rolle spielt, da sich hier ad�quate und nat�rliche Kausalit�t weitgehend decken (BGE 134 V 109 E. 2 S. 112). Darauf wird verwiesen.
2.2 Soweit sich ein Entscheid auf versicherungsinterne �rztliche Beurteilungen st�tzt, sind nach Art. 43 f. ATSG und Art. 6 Ziff. 1 EMRK an die Beweisw�rdigung strenge Anforderungen zu stellen: Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit dieser �rztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Verfahren nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 135 V 465; Urteil 9C_689/2010 vom 19. Januar 2011 E. 3.1.4). Ein medizinischer Aktenbericht ist beweistauglich, wenn die Akten ein vollst�ndiges Bild �ber Anamnese, Verlauf und gegenw�rtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss l�ckenlos vorliegen, damit der Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein vollst�ndiges Bild zu verschaffen (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95 E. 5d; Urteil 8C_185/2010 vom 16. Juni 2010 E. 5).
Der Versicherte macht geltend, die Vorinstanz habe sich mit verschiedenen seiner Vorbringen nicht auseinandergesetzt, womit sie Art. 29 BV und Art. 6 EMRK verletzt habe. Gem�ss dem Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) hat die Beh�rde ihren Entscheid zu begr�nden. Indessen ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdr�cklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Die Begr�ndung muss so abgefasst sein, dass sich die Parteien �ber die Tragweite des Entscheides Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache weiterziehen k�nnen. In diesem Sinne m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid st�tzt (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88). Diese Anforderungen erf�llt der angefochtene Entscheid.
4.1 Der Versicherte legt neu einen Auszug aus dem FMH-�rzteindex [http://www.doctorfmh.ch] betreffend Dr. med. T.________ auf, was im Lichte von Art. 99 Abs. 1 BGG zul�ssig ist (vgl. auch SVR 2009 KV Nr. 1 S. 1 E. 3.4 [9C_56/2008]).
Die Vorinstanz st�tzte sich unter anderem auf die von der SUVA bei ihr eingereichte neurologische Aktenbeurteilung des Dr. med. T.________, SUVA Versicherungsmedizin, vom 28. Juni 2010, welche dieser unterzeichnete als Facharzt f�r Neurologie FMH, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM. Es ist festzuhalten, dass Dr. med. T.________ entgegen dem Vorbringen des Versicherten gem�ss dem FMH-�rzteindex seit dem Jahr 2000 den deutschen Facharzttitel f�r Neurologie besitzt (vgl. www.doctorfmh.ch), der im Jahr 2006 auch in der Schweiz anerkannt wurde (http://medregom.admin.ch). Seine psychiatrische Fachkenntnis braucht nicht n�her gepr�ft zu werden, da er sich zu entsprechenden Fragen nicht �usserte und diesbez�glich aus seinem Aktenbericht vom 28. Juni 2010 auch nichts abgeleitet wird (E. 5 hienach).
4.2 Der Versicherte wendet weiter ein, im neurologischen Bericht der Poliklinik D.________ vom 14. Mai 2010 werde beschrieben, die MR seines Sch�dels habe lakurane supratentoriale isch�mische Ver�nderungen erbracht. Dabei handle es sich offensichtlich um eine schwammige Blutgef�ssver�nderung unterhalb des Kleinhirns, also in der mittleren oder vorderen Sch�delgrube. Dr. med. T.________ und die Vorinstanz t�ten diese Feststellungen damit ab, die bisherigen Arztberichte h�tten Entsprechendes bereits festgestellt und darauf verwiesen. Genau diese Feststellungen seien weder im CT des Spitals U.________ (vom 22. Mai 2007) noch im von der Klinik Bellikon eingeholten MRI (vom 16. Oktober 2007) wiederholt worden. Was bereits vor dem Bericht der Poliklinik D.________ festgestellt worden sei, sei lediglich die Sinusitis. Dr. med. T.________ habe den Versicherten nicht untersucht, weshalb sein Bericht nicht st�rker gewertet werden k�nne als der Bericht der Poliklinik D.________ oder die anderen von ihm eingereichten Berichte. Dr. med. T.________ vergleiche die R�ntgenbilder aus den Jahren 2007 und 2010, was eine radiologische Frage sei; er �berschreite damit sein Berufsfach und beweise damit seine Voreingenommenheit. Es handle sich um bildgebende Berichte, so dass f�r deren Analyse kein Ermessensspielraum bestehe. Dr. med. T.________ halte sich nur an gewisse Berichte und beweise damit, dass er nicht von s�mtlichen Akten ausgehe. Er zeige selber auf, welche Widerspr�che medizinisch vorl�gen. Es ergebe sich somit, dass offensichtlich ein organisches Substrat vorliege; falls dies umstritten sei, m�sste eine erneute Abkl�rung vorgenommen werden.
4.3 Zu pr�fen ist somit, ob die im Bericht der Poliklinik D.________ vom 14. Mai 2010 mit einer Endokranium-MR festgestellten lakuranen supratentorialen isch�mischen Ver�nderungen eine nat�rlich kausale Folge des Unfalls vom 22. Mai 2007 sind.
4.3.1 Aufgrund des Sch�del-CT vom 22. Mai 2007 f�hrte das Spital U.________ am 23. Mai 2007 aus: Keine Fraktur. Keine Blutung. Normale Weite der Liquorr�ume. Rahmenartige Schleimhautschwellungen in den Kieferh�hlen und den Ethmoidalzellen, hier teils auch mit Spiegelbildungen im Sinne einer Sinusitis.
4.3.2 Dr. med. T.________ legte in der Aktenbeurteilung vom 28. Juni 2010 dar, in der neurologischen Beurteilung der CT-Aufnahmen des Kopfes und der HWS vom 22. Mai 2007 f�nden sich intrakraniell (innerhalb des Sch�dels) keine Hinweise auf eine unfallbedingte Hirnparenchymsch�digung oder eine frische Einblutung. Beidseits frontal zeige das Hirnparenchym eine kortikale Atrophie (diffuse Hirnsubstanzminderung), die dort disproportional zum �brigen Cortex ausgepr�gt sei und aus neurologischer Sicht altersgem�ss erscheine. Diese sei nicht mit Wahrscheinlichkeit eine unfallbedingte Sch�digung. Die Angiographie (Gef�ssdarstellung mit Kontrastmittel) habe keine wesentlichen Auff�lligkeiten gezeigt; es k�nne kein Hinweis auf eine traumatisch bedingte Dissektion der hirnversorgenden Gef�sse gefunden werden. Im sog. "Knochenfenster" (Darstellung kn�cherner Strukturen) k�nne weder im Bereich des Kopfes noch der HWS eine Unfallfolge (wie z.B. eine Fraktur) erkannt werden. Die von radiologischer Seite her beschriebenen degenerativen Ver�nderungen im HWS-Bereich seien nachvollziehbar. In der neurologischen Beurteilung des MRI des Kopfes vom 16. Oktober 2007 verfestige sich der Eindruck, dass beim Versicherten eine �ber altersgem�sse frontale �ussere (kortikale) Hirnatrophie vorliegen k�nne. Zudem l�gen unspezifische Marklagerver�nderungen vor, die z.B. als Folge der langj�hrigen Bluthochdruckerkrankung (arterielle Hypertonie) gewertet werden k�nnten. Die Ver�nderungen rechts auf H�he der Corona radiata seien von radiologischer Sicht auf asymmetrisch erweiterte Perivaskul�rr�ume und somit nicht als unfallbedingt gewertet worden. Hinweise f�r unfallbedingte fr�here Hirnsch�digungen oder Zeichen fr�herer intrakranielle Einblutungen seien nicht zu finden. Die im Bericht der serbischen Neurologin der Poliklinik D.________ vom 14. Mai 2005 beschriebenen Auff�lligkeiten im "MR-Endokranium: Lakun�re supratentoriale isch�mische Ver�nderungen, reduktive kortikale Ver�nderungen und maxillare Sinusitis rechtsseitig" seien in den vorliegenden Aufnahmen aus dem Jahre 2007 bereits in vergleichbarer Form bereits zu finden; sie stellten s�mtlich keine wahrscheinlichen Unfallfolgen dar. Die im Bericht der Prim. Dr. E.________, Allgemeinmedizinspezialistin, vom 15. Mai 2010 bezeichneten "sichtlichen Ver�nderungen ... besonders Ver�nderungen des Gehirngewebes" seien (unter Ber�cksichtigung der Aufnahmen aus dem Jahre 2007 und der Befunderhebung der Neurologin) nicht als unfallkausal zu bezeichnen. Da eine detaillierte Bildgebung des Kopfes (des Jahres 2007) vorliege und in den Aufnahmen des Jahres 2010 keine wahrscheinlichen Unfallfolgen beschrieben w�rden, sei eine neurologische Beurteilung der (vom Versicherten nicht vorgelegten) Bildgebung nicht erforderlich. Es l�gen keine strukturellen oder organischen Unfallfolgen vor.
4.3.3.1 Weder im Bericht der Poliklinik D.________ vom 14. Mai 2010 noch in demjenigen der Frau Prim. Dr. E.________ vom 15. Mai 2010 wird dargetan oder begr�ndet, dass die im MRI aus dem Jahre 2010 festgestellte Pathologie - lakurane supratentoriale isch�mische Ver�nderungen und reduktive kortikale Ver�nderungen sowie maxillare Sinusitis rechtsseitig - nat�rlich kausal auf den Unfall vom 22. Mai 2007 zur�ckzuf�hren sei; Gleiches gilt f�r den vom Versicherten im IV-Verfahren aufgelegten Bericht des Neurochirurgen Dr. A.________, vom 5. November 2010. Aus diesen Berichten kann der Versicherte somit nichts zu seinen Gunsten ableiten. In diesem Lichte ist es auch nicht zu beanstanden, dass Dr. med. T.________ auf den Beizug des MRI aus dem Jahre 2010 verzichtete. Entgegen dem Vorbringen des Versicherten kann nicht gesagt werden, dass Dr. med. T.________ als Neurologe und zertifizierter medizinischer Gutachter SIM zur Beurteilung der vorliegenden Hirnproblematik nicht fachkompetent sei. Auf seine schl�ssige und �berzeugende Aktenbeurteilung vom 28. Juni 2010, die mit der Einsch�tzung der Klinik L.________ vom 29. Oktober 2010 �bereinstimmt, kann demnach abgestellt werden. Es sind keine Gr�nde ersichtlich, seine Beurteilung in Zweifel zu ziehen.
4.3.3.2 Soweit der Versicherte generell vorbringt, das Eidgen�ssische Versicherungsgericht (seit 1. Januar 2007 Bundesgericht) habe gewisse Schmerzen bzw. Beschwerden als organisch qualifiziert (zervikozephalobrachialgisches und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom; Kopf- und Nackenschmerzen und Konzentrationsst�rungen; neuropsychologische Defizite, Nackenbeschwerden mit Ausstrahlungen in die Schulter; traumatische Genese eines Zervikalsyndroms), kann er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Gleiches gilt f�r seinen Einwand, es habe in �hnlich gelagerten F�llen in Bezug auf die Kopf-, Nacken- und Schultersituation organische Unfallfolgen angenommen, obwohl entsprechende organische/strukturelle L�sionen nicht nachweisbar seien. Denn nach geltender Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen - bei denen die Unfallad�quanz praktisch keine Rolle spielt - erst gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abkl�rungen best�tigt werden und die angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich auf breiter Basis anerkannt sind (BGE 134 V 231 f. E. 5.1; SVR 2009 UV Nr. 30 S. 105 E. 2.1 [8C_413/2008]; Urteil 8C_717/2010 vom 15. Februar 2011 E. 2). Entsprechende Unfallfolgen wurden beim Versicherten mit den durchgef�hrten apparativen Abkl�rungen nicht festgestellt.
4.3.3.3 Da in somatischer Hinsicht von weiteren medizinischen Abkl�rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, kann darauf verzichtet werden (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; Urteil 8C_944/2010 vom 21. M�rz 2011 E. 7.2.6). Nach dem Gesagten liegen �berwiegend wahrscheinlich keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen vor.
Der Versicherte macht geltend, er habe beim Unfall vom 22. Mai 2007 ein Schleudertrauma oder eine �quivalente Verletzung erlitten, insbesondere eine Hirnverletzung. Die Vorinstanz verneinte dies. Wie es sich damit verh�lt, kann hier offen bleiben. Selbst bei Bejahung eines HWS-Schleudertraumas oder eines Sch�del-Hirntraumas bzw. einer �quivalenten Verletzung ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle k�nnte der Versicherte daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die Klinik L.________, wo er vom 6. September bis 18. Oktober 2007 hospitalisiert war, diagnostizierte eine Anpassungsst�rung mit leichter depressiver Reaktion (ICD-10 F43.22; Austrittsbericht vom 29. Oktober 2007). Der ihn seit 22. November 2007 behandelnde Psychiater Dr. med. C.________ diagnostizierte am 19. M�rz 2008 depressive St�rungen, gegenw�rtig mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11); aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte zu 100 % arbeitsunf�hig. Im Bericht zu Handen der IV-Stelle vom 23. Dezember 2008 diagnostizierte er eine Anpassungsst�rung mit l�nger dauernder depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21); psychiatrischerseits sei er vom 27. November 2007 bis 4. November 2008 zu 100 % arbeitsunf�hig gewesen. Im Lichte dieser Berichte ist anzunehmen, dass ein nat�rlich-unfallkausales selbstst�ndiges psychisches Geschehen vorliegt, das die Entwicklung bis zum Fallabschluss per 30. September 2008 wesentlich pr�gte. Es kann nicht gesagt werden, dass die psychischen Befunde beim Versicherten lediglich Teil des (grunds�tzlich gleichwertigen) Gemenges physischer und psychischer Symptome bildeten, wie es die auf schleudertrauma�hnliche Unfallmechanismen zur�ckzuf�hrenden Verletzungsbilder kennzeichnet (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 126). Entscheidwesentlich ist, dass er psychisch nicht in der Lage war, den einigermassen glimpflich verlaufenen Unfall in ad�quater Weise zu verarbeiten, es vielmehr zu einer erheblichen psychischen Fehlentwicklung kam. Demnach pr�fte die Vorinstanz die ad�quate Unfallkausalit�t zu Recht nach der Praxis zu den psychischen Unfallfolgen unter Ausschluss der psychischen Aspekte des Gesundheitsschadens (BGE 115 V 133; SVR 2009 UV Nr. 49 S. 173 E. 4.2 [8C_957/2008]; Urteil 8C_835/2009 vom 6. Januar 2010 E. 4.1.2).
Die Vorinstanz hat mit einl�sslicher Begr�ndung, auf die verwiesen wird, richtig erwogen, dass der Fallabschluss per 30. September 2008 unter Einstellung der vor�bergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) mit gleichzeitiger Pr�fung des Anspruchs auf Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung rechtm�ssig war. Denn gest�tzt auf die Akten war von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten �rztlichen Behandlung �berwiegend wahrscheinlich keine namhafte, ins Gewicht fallende Besserung des Gesundheitszustandes bzw. Steigerung der Arbeitsf�higkeit mehr zu erwarten (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4 S. 113 ff. und E. 6.1 S. 116). Gegenteiliges bringt der Versicherte nicht substanziiert vor.
Die Unfallschwere ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise aufgrund des augenf�lligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften zu beurteilen. Irrelevant sind die Kriterien, die bei der Pr�fung der Ad�quanz bei mittelschweren Unf�llen Beachtung finden (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1 [U 2/07]; Urteil 8C_82/2011 vom 9. Juni 2011 E. 7.1). Aufgrund der Akten st�rzte der Versicherte am 22. Mai 2007 aus ca. vier Metern H�he auf einen Betonboden, wobei er gl�cklicherweise zun�chst auf den F�ssen landete und erst danach auf die H�nde fiel und mit der Stirn am Boden aufschlug. Unter diesen Umst�nden ist der Unfall - der Vorinstanz folgend - als mittelschwer im mittleren Bereich zu qualifizieren (vgl. Urteil U 11/07 vom 27. Februar 2008 E. 4.2). Die ad�quate Unfallkausalit�t des psychischen Gesundheitsschadens kann somit nur bejaht werden, wenn drei der sieben Ad�quanzkriterien erf�llt sind oder eines besonders ausgepr�gt vorliegt (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140; SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100 E. 4.5 [8C_897/2009]).
Die Vorinstanz sah keines der Ad�quanzkriterien als erf�llt an.
8.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalls ist objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgef�hls der versicherten Person zu pr�fen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207 E. 3b/cc; Urteil 8C_996/2010 vom 14. M�rz 2011 E. 8.1). Auch wenn dem Unfall vom 22. Mai 2007 aufgrund der Sturzh�he eine gewisse Eindr�cklichkeit nicht abgesprochen werden kann, liegen nicht Umst�nde vor, die zur Bejahung einer besonderen Dramatik oder besonderen Eindr�cklichkeit f�hren k�nnten (vgl. Urteil U 11/07 E. 5.1).
8.2 Der Beschwerdef�hrer erlitt beim Unfall keine somatischen Verletzungen von besonderer Schwere und Art bzw. insbesondere keine Verletzungen, die erfahrungsgem�ss geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen.
8.3 Das Kriterium der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind auch Art und Intensit�t der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planm�ssigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete �rztliche Behandlung von ungew�hnlich langer Dauer gegeben sein. Manualtherapeutische Massnahmen zur Erhaltung des Zustandes sowie medikament�se Schmerzbek�mpfung allein gen�gen diesen Anforderungen nicht. Auch kommt einzig der Abkl�rung des Beschwerdebildes dienenden Vorkehren nicht die Qualit�t einer Heilmethodik in diesem Sinne zu (Urteil 8C_279/2011 vom 6. Juli 2011 E. 10.4). Vom 22. bis 23. Mai 2007 war der Versicherte im Spital U.________ hospitalisiert, wo er abgekl�rt und konservativ behandelt wurde. Vom 6. September bis 18. Oktober 2007 weilte er in der Klinik L.________, wo Kraft- und Ausdauertraining, eine Einzeltherapie zur Erarbeitung von Coping-Strategien sowie Therapie in einer Schmerz-Coping-Gruppe durchgef�hrt wurden. Im �brigen bestand die unfallbedingte Behandlung im Wesentlichen in Medikamenteneinnahme, ambulanter Physio-, Wasser- und Kr�ftigungstherapie. In diesem Lichte ist das Kriterium nicht erf�llt. Gegenteiliges legt der Versicherte nicht substanziiert dar.
8.4 Anl�sslich der Besprechung mit der SUVA vom 11. April 2008 schilderte der Versicherte belastungs- und wetterabh�ngige Schmerzen. Zudem ist ber�cksichtigen, dass er im Juli 2007 f�r vier Wochen nach K.________ zur Hochzeit seines Sohnes reiste und auch gem�ss dem Bericht des Dr. med. H.________ vom 22. August 2008 in den Ferien war (vgl. Urteil 8C_357/2009 vom 14. Dezember 2009 E. 9.4). Von besonders ausgepr�gten k�rperlichen Dauerschmerzen kann somit nicht ausgegangen werden.
8.5 Eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde �rztliche Fehlbehandlung ist aufgrund der Akten nicht ersichtlich. Entsprechende Umst�nde macht der Versicherte auch nicht substanziiert geltend.
8.6 Aus der blossen Dauer der �rztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gr�nde, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeintr�chtigt oder verz�gert haben (SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 8.5 [U 479/05]). Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden kann, gen�gt allein nicht f�r die Bejahung des Kriteriums (Urteil 8C_213/2011 vom 7. Juni 2011 E. 8.2.5). In casu sind besondere Gr�nde f�r die Bejahung des Kriteriums weder konkret dargetan noch ersichtlich.
8.7 Der Versicherte legt nicht substanziiert dar und es geht auch nicht aus den Akten hervor, dass im Lichte seiner ausgepr�gten psychischen Problematik (E. 5 hievor) eine unfallbedingte somatische Arbeitsunf�higkeit in einem Ausmass vorlag, das die Bejahung des Kriteriums des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit rechtfertigen w�rde. Jedenfalls w�re es nicht besonders ausgepr�gt erf�llt.
8.8 Da der Unfall vom 22. Mai 2007 als mittelschwer im mittleren Bereich zu qualifizieren ist (E. 7 hievor), ist die Dauerhaftigkeit eines allf�lligen psychischen Integrit�tsschadens des Versicherten und damit auch der Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 Abs. 1 UVG) regelgem�ss zu verneinen (BGE 124 V 29 E. 5c/bb S. 44 f., 209 S. 214; Urteil 8C_792/2009 vom 1. Februar 2010 E. 7.2.2 in fine).
8.9 Nach dem Gesagten haben SUVA und Vorinstanz die ad�quate Unfallkausalit�t des psychischen Gesundheitsschadens und damit die diesbez�gliche Leistungspflicht der Ersteren ab 1. Oktober 2008 zu Recht verneint. In diesem Punkt kann auf weitere medizinische Abkl�rungen verzichtet werden (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148).

References: Art. 43
 Art. 6
 Art. 44
 Art. 29
 Art. 6
 Art. 99
 BGE 
 BGE 
In casu
in fine
 BGE