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Timestamp: 2019-11-19 10:32:11+00:00

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OVG Rheinland-Pfalz, 05.01.2006 - 6 A 10761/05.OVG - dejure.org
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OVG Rheinland-Pfalz, 05.01.2006 - 6 A 10761/05.OVG (https://dejure.org/2006,3048)
OVG Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 05.01.2006 - 6 A 10761/05.OVG (https://dejure.org/2006,3048)
OVG Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 05. Januar 2006 - 6 A 10761/05.OVG (https://dejure.org/2006,3048)
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§ 28 Abs 2 AsylVfG 1992, § 77 Abs 1 S 1 AsylVfG 1992, § 87b AsylVfG 1992, § 60 Abs 8 S 2 AufenthG 2004, § 60 Abs 1 AufenthG 2004
Exilpolitische Aktivitäten eines aus Indien geflüchteten Sikh für die Babbar Khalsa Deutschland - zum Anwendungsbereich des § 28 Abs 2 AsylVfG 1992
Sikh, Indien, Asylfolgeverfahren, Abschiebungsverbot, kleines Asyl, Berufung, Zulassungsverfahren, Grundsatzbedeutung, subjektive Nachfluchtgründe, exilpolitische Betätigung, Babbar Khalsa, Ausschlusstatbestand, zeitlicher Anwendungsbereich, Übergangsregelung,
Berücksichtigungsfähigkeit von sog. subjektiven Nachfluchtgründen im Asylfolgeverfahren; Ausschlusstatbestand des § 28 Abs. 2 Asylverfahrensgesetz (AsylVfG); Verfassungsmäßigkeit einer tatbestandlichen Rückanknüpfung (unechte Rückwirkung); Verweisung des Schutzsuchenden ...
AsylVfG § 28 Abs. 2; AufenthG § 60 Abs. 1; AsylVfG § 77 Abs. 1; GFK Art. 33
Folgeantrag, Verfahrensrecht, Nachfluchtgründe, subjektive Nachfluchtgründe, Zuwanderungsgesetz, Rückwirkung, Anwendungszeitpunkt, Entscheidungszeitpunkt, Übergangsregelung, exilpolitische Betätigung, Genfer Flüchtlingskonvention, Ausnahmefall
AuAS 2006, 102
Dazu ist weder etwas vorgetragen noch ersichtlich; zudem verbleibt dem Betreffenden der Abschiebungsschutz gemäß § 60 Abs. 2 bis 5 und 7 AufenthG, so dass die Erfassung bereits verwirklichter Nachfluchttatbestände durch den Regelausschlusstatbestand nicht unverhältnismäßig erscheint (…vgl. zur unechten Rückwirkung des § 28 Abs. 2 AsylVfG: Beschluss vom 23. April 2008 - BVerwG 10 B 106.07 - [...] Rn. 5; OVG Münster, Urteil vom 12. Juli 2005 - 8 A 780/04.A - InfAuslR 2005, 489; OVG Koblenz, Beschluss vom 5. Januar 2006 - 6 A 10761/05 - AuAS 2006, 102).
Diese Frage kann hier aber dahin stehen, da die Genfer Flüchtlingskonvention mit ihrem in Art. 33 Abs. 1 GFK verankerten Refoulement-Verbot dem anderswo von politischer Verfolgung bedrohten Ausländer keinen bestimmten Status, sondern lediglich Abschiebungsschutz für die Dauer der Bedrohung garantiert (vgl. BTDrucks 15/420, S. 109 f.; dem folgend OVG Koblenz, Beschluss vom 5. Januar 2006 - 6 A 10761/05 - AuAS 2006, 102; OVG Bremen…, Beschluss vom 20. Juli 2006 - 2 A 215/05.A - [...] Rn. 16; OVG Magdeburg…, Urteil vom 19. Dezember 2006 - 1 L 319/04 - [...] Rn. 31;… Funke-Kaiser, in: GK-AsylVfG, II-§ 28 Rn. 57).
Ebenso wie bei der Asylanerkennung besteht aber auch für die Feststellung eines Abschiebungsverbots nach § 60 Abs. 1 AufenthG in Anknüpfung an die Regelung in § 28 Abs. 1 Satz 1 AsylVfG eine Ausnahme, wenn die Nachfluchtaktivitäten sich als Ausdruck und Fortführung einer schon während des Aufenthalts im Herkunftsland vorhandenen und erkennbar betätigten Überzeugung darstellen (…vgl. OVG NRW, Urt. v. 12.7.2005 - 8 A 780/04.A -, InfAuslR 2005, 489; OVG Rhl.-Pf., Beschl. v. 5.1.2006 - 6 A 10761/05 -, AuAS 2006, 102;… Nds.OVG, Urt. v. 16.6.2006 - 9 LB 104/06 -).
Diese erst im Laufe des Berufungsverfahrens nach Art. 15 Abs. 3 des Zuwanderungsgestezes zum 01.01.2005 in Kraft getretene Regelung ist im Berufungsverfahren anwendbar, und zwar unabhängig davon, ob die geltend gemachten Nachfluchtgründe bereits vor oder nach dem In-Kraft-Treten des Zuwanderungsgesetzes entstanden sind (ebenso: OVG Rheinl.-Pf., Beschluss vom 05.01.2006 - 6 A 10761/05 -, AuAS 2006, 102; OVG Bremen, Beschluss vom 20.07.2006 - 2 A 215/05.A -, juris; Nds. OVG, Urteil vom 16.06.2006 - 9 LB 104/06 -, juris; OVG Nordrh.-Westf., Urteil vom 12.07.2005 - 8 A 780/04.A -).
Denn die Zielsetzungen des Gesetzgebers werden in ihrer Wirkung gesteigert, wenn sich die Regelung auch auf bereits vor der Verkündung des Zuwanderungsgesetzes entstandene Umstände erstreckt (vgl. OVG Rheinl.-Pf., Beschluss vom 05.01.2006, a. a. O.; OVG Bremen…, Beschluss vom 20.07.2006, a. a. O.).
Die Genfer Flüchtlingskonvention schreibt den Mitgliedsstaaten nicht die Zuerkennung des uneingeschränkten Flüchtlingsstatus, sondern nur die Beachtung des Refoulement-Verbots des Art. 33 GFK vor (…vgl. Funke-Kaiser, GK-AsylVfG, § 28 Rdnr. 48.1), dem durch den Abschiebungsschutz nach § 60 Abs. 7 AufenthG Rechnung getragen wird (OVG Rheinl.-Pf., Beschluss vom 05.01.2006, a. a. O.).
Eine Ausnahme gilt, wenn der Entschluss einer festen, bereits im Herkunftsland erkennbar betätigten Überzeugung entspricht (OVG Nordrh.-Westf., Urteil vom 12.07.2005 - 8 A 780/04.A - diesem folgend: OVG Rheinl.-Pf., Beschluss vom 05.01.2006 - 6 A 10761/05 -, AuAS 2006, 102; OVG Bremen, Beschluss vom 20.07.2006 - 2 A 215/05.A -, juris; Nds. OVG, Urteil vom 18.07.2006 - 11 LB 75/06 -, juris), oder ein Fall des § 28 Abs. 1 Satz 2 AsylVfG, vorliegt.
VG München, 06.10.2016 - M 17 K 16.30970
Rechtmäßiger Widerruf des susidiären Schutzes
Vielmehr ist davon auszugehen, dass auch weiterhin hochrangigen Funktionären der ... ... in Indien Folter droht (…vgl. VG Freiburg, U.v. 19.2.2014 - A 6 K 139/12 - juris Rn. 58;… VG Göttingen, U.v. 5.7.2005 - 2 A 129/05 - juris Rn. 15ff.; VG Mainz, U.v. 27.4.2005 - 7 K 755/04.MZ - juris Rn. 29, 31, bestätigt durch OVG Rheinland-Pfalz, B.v. 5.1.2006 - 6 A 10761/05 - juris).
e) Umstritten ist allerdings, ob für die Bejahung eines Ausschlussgrundes nach § 4 Abs. 2 AsylG vom Ausländer weiterhin eine (konkrete) Gefahr ausgehen muss, also eine Wiederholungsgefahr in dem Sinne vorliegen muss, dass der Ausländer seine die Sicherheit des Staates gefährdende Betätigung auch in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit fortsetzen wird (…so BVerwG, U.v. 30. März 1999 - 9 C 31/98 - juris Rn. 10f., 15; VG Mainz, U.v. 27.4.2005 - 7 K 755/04.MZ - juris Rn. 21, bestätigt durch OVG Rheinland-Pfalz, B.v. 5.1.2006 - 6 A 10761/05 - juris;… Hailbronner, Ausländerrecht, Stand April 2016, § 4 AsylG Rn. 77;… a.A. VGH BW, U.v. 21.4.2010 - 11 S 200/10 - juris Rn. 68f.;… VG Freiburg, U.v.19.2.2014 - A 6 K 139/12 - juris Rn. 34).
Selbst wenn man aber eine Wiederholungsgefahr verlangt, dürfen die diesbezüglichen Anforderungen nicht überspannt werden (vgl. VG Mainz, U.v. 27.4.2005 - 7 K 755/04.MZ - juris Rn. 22, bestätigt durch OVG Rheinland-Pfalz, B.v. 5.1.2006 - 6 A 10761/05 - juris), zumal der Kläger - wie bereits dargelegt - nicht schutzlos gestellt wird.
Denn auch bei Entfallen des subsidiären Schutzes hätte er bei weiterhin bestehender Verfolgung die Möglichkeit, Abschiebungsverbote, insbesondere gemäß § 60 Abs. 5 AufenthG, geltend zu machen, falls er aus der Haft in Indien entlassen wird und wieder in die Bundesrepublik Deutschland einreist (vgl. VG Mainz, U.v. 27.4.2005 - 7 K 755/04.MZ - juris Rn. 22, bestätigt durch OVG Rheinland-Pfalz, B.v. 5.1.2006 - 6 A 10761/05 - juris).
Hierzu hat der 6. Senat des erkennenden Gerichts bereits in seinem Beschluss vom 5. Januar 2006 (AuAS 2006, 102) Folgendes ausgeführt:.
Anknüpfend an das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen vom 12. Juli 2005 (ZAR 2005, 422 ff.), dem sich auch der 6. Senat des erkennenden Gerichts in seinem Beschluss vom 5. Januar 2006 (a.a.O.) angeschlossen hat, hat die obergerichtliche Rechtsprechung bis in den Sommer dieses Jahres hinein (vgl. OVG Lüneburg, Urteil vom 16. Juni 2006, AuAS 2006, 259 ff. und Urteil vom 18.
Abgestellt wurde in diesem Zusammenhang allerdings darauf, dass in der bisherigen Fassung des § 28 Ab. 2 AsylVfG auf Abs. 1 der Vorschrift Bezug genommen worden ist (so OVG Münster…, Urteil vom 12. Juli 2005 a.a.O. ; OVG RP, Beschluss vom 5. Januar 2006, a.a.O.; OVG Lüneburg…, Urteil vom 16. Juni 2006, a.a.O.; OVG Bremen, Beschluss vom 20. Juli 2007 und OVG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 19. Dezember 2006 jeweils in juris).
Die Grenzen gesetzgeberischer Regelungsbefugnis ergeben sich dabei aus einer Abwägung zwischen dem Gewicht der berührten Vertrauensschutzbelange und der Bedeutung des gesetzgeberischen Anliegens für das Gemeinwohl (OVG RP, 6 A 10761/05.OVG, ESOVGRP).
vgl. OVG NRW, Urteil vom 12. Juli 2005 - 8 A 780/04.A -, juris; siehe außerdem OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 5. Januar 2006 - 6 A 10761/05 -, juris; VG Osnabrück, Beschluss vom 10. Mai 2006 - 5 B 82/06 -, juris; VG Darmstadt, Urteil vom 12. Januar 2006 - 5 E 1549/03.A -, juris.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 12. Juli 2005 - 8 A 780/04.A -, juris unter Hinweis auf BVerfG, Beschluss vom 26. November 1986 - 2 BvR 1058/85 -, BVerfGE 74, 51; siehe außerdem OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 5. Januar 2006 - 6 A 10761/05 - , juris.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 12. Juli 2005 - 8 A 780/04.A -, juris unter Hinweis auf Bundestags-Drucksache 15/420, S. 110; siehe außerdem OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 5. Januar 2006 - 6 A 10761/05 -, juris.
Dies muss schon deshalb gelten, weil es im vorliegenden Verfahren zunächst einmal nur um den Schutz des Klägers vor Verfolgung geht, den er - wie aufgezeigt und insoweit noch weiter auszuführen sein wird - nach wie vor erhält, wohin gegen die Art des mit dieser Schutzgewährung im Übrigen verbundenen Aufenthaltssicherung nur eine nachgeordnete Rolle spielt und insoweit überdies auch nur eine unwesentliche Minderung zu verzeichnen ist (vgl. dazu bereits Beschluss des 6. Senates des erkennenden Gerichts vom 27. Januar 2006 - 6 A 10761/05.OVG -).
Eine Ausnahme von dieser Regel der Unbeachtlichkeit des subjektiven Nachfluchtgrundes ist damit sowohl für den Anwendungsbereich des Asylgrundrechts wie auch des § 60 Abs. 1 AufenthG jeweils dann zugunsten des Asylbewerbers zu machen, wenn dessen Nachfluchtaktivitäten sich als Ausdruck und Fortführung einer schon während des Aufenthaltes im Heimatland vorhandenen und erkennbar betätigten Überzeugung darstellen oder wenn sich der Asylbewerber aufgrund seines Alters und Entwicklungsstandes im Heimatland noch keine feste Überzeugung bilden konnte (vgl. dazu ebenfalls den bereits genannten Beschluss des 6. Senates des erkennenden Gerichts vom 5. Januar 2006 - 6 A 10761/05.OVG - m. w. N.).
Das OVG Koblenz hat dazu in seinem Beschluss vom 5. Januar 2006 (- 6 A 10761/05 - AuAS 2006, 102) wie folgt ausgeführt:.
Hierzu hat das OVG Rheinland-Pfalz in seinem Beschluss vom 05.01.2006 (6 A 10761/05.OVG, juris) ausgeführt:.
Dazu hat das OVG Rheinland-Pfalz in seinem Beschluss vom 05.01.2006 (a.a.O.) zutreffend ausgeführt:.
VGH Bayern, 26.05.2008 - 1 ZB 06.30678
Nicht mit Gründen versehenes Urteil (verneint); "erhebliches Verteidigungsmittel" …
VGH Bayern, 05.09.2007 - 14 B 05.31261
Folgeantrag, Nachfluchtgründe, subjektive Nachfluchtgründe, atypischer …
VGH Bayern, 21.05.2008 - 1 ZB 06.30678
Nicht mit Gründen versehenes Urteil (verneint);"erhebliches Verteidigungsmittel" …
VGH Bayern, 13.06.2007 - 14 B 05.30354
Iran, Folgeantrag, Nachfluchtgründe, subjektive Nachfluchtgründe, Rückwirkung, …
VGH Bayern, 13.06.2007 - 14 B 05.30387
Iran, Folgeantrag, Nachfluchtgründe, Altfälle, Zuwanderungsgesetz, Rückwirkung, …
VG Würzburg, 08.01.2009 - W 3 K 07.30184
Folgeantrag; exilpolitische Betätigung; Sperrwirkung

References: § 28
 § 77
 § 87
 § 60
 § 60
 § 28
 § 28
 § 28
 § 60
 § 77
 Art. 33
 § 60
 § 28
 Art. 33
 § 60
 § 28
 Art. 15
 Art. 33
 § 28
 § 60
 § 28
 § 4
 § 4
 § 60
 § 28
 § 60