Source: http://www.studieren-ohne-abitur.de/web/laender/berlin/
Timestamp: 2017-01-24 17:09:28+00:00

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Berlin nimmt seit Jahren eine Spitzenposition beim Studium ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife in Deutschland ein. Zusätzlich hat der Stadtstaat durch eine Gesetzesnovelle erweiterte Zugangsmöglichkeiten geschaffen. Davon profitieren nicht nur Meister(innen), Fachwirtinnen und Fachwirte sowie Inhaber(innen) ähnlich hochqualifizierter Berufsbildungsabschlüsse, sondern vor allem auch Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehreren Jahren Berufspraxis. Die aktuelle Zahl der Studienanfänger(innen) ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung ist zwar im Vergleich zum Vorjahr gesunken und auf das Niveau von 2012 zurückgefallen, liegt aber weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt und belegt im Bundesländervergleich insgesamt den dritten Platz. Bei den Studierenden- und Absolvent(inn)enquoten weist Berlin ebenfalls Spitzenwerte auf und landet sogar auf dem zweiten Platz hinter Hamburg.
Einschränkungen: Nein
Berechtigung: Fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung
Voraussetzungen: Berufsausbildung (2 Jahre) Berufserfahrung (3 Jahre)
Eignungsprüfung erforderlich: Nur wenn keine fachliche Verwandtschaft zwischen der Berufsausbildung/-erfahrung und dem gewählten Studiengang besteht
Probestudium möglich: Nein
§ 11 Abs. 1 BerlHG: Eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung besitzt, wer „eine Aufstiegsfortbildung nach den Bestimmungen der Handwerksordnung, des Berufsbildungsgesetzes oder vergleichbaren bundes- oder landesrechtlichen Regelungen bestanden hat“ (u. a. i. S. des Seemannsgesetzes oder „einer landesrechtlich geregelten Fortbildungsmaßnahme für Berufe im Gesundheitswesen sowie im sozialpflegerischen oder pädagogischen Bereich“) oder „eine Fachschulausbildung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Fachschule im Sinne des § 34 des Schulgesetzes oder eine vergleichbare Ausbildung in einem anderen Bundesland abgeschlossen hat“.
§ 11 Abs. 2 BerlHG: Wer eine durch Bundes- oder Landesrecht geregelte mindestens zweijährige Berufsausbildung abgeschlossen hat und im erlernten Beruf mindestens drei Jahre tätig war (jeweils in einem zum angestrebten Studiengang fachlich ähnlichen Bereich) besitzt eine unmittelbare fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung – eine Eignungsprüfung ist nicht notwendig.
§ 11 Abs. 3 BerlHG: Personen mit einer fachgebundenen Hochschulzugangsberechtigung, die sich für ein fachlich nicht verwandtes Studium entscheiden, müssen ihre Studierfähigkeit in dem Fach in einer Zugangsprüfung nachweisen. Vorkenntnisse, die im Rahmen einer berufsbildenden Schule erworben wurden, sind als Prüfungsinhalte in angemessener Weise zu berücksichtigen.
§ 11 Abs. 2 BerlHG: Stipendiat(inn)en des Bundes müssen lediglich mindestens zwei Jahre relevante Berufserfahrung nachweisen. „Die Mindestdauer der Berufstätigkeit verdoppelt sich jeweils für Zeiten einer Teilzeitbeschäftigung von bis zur Hälfte der vollen Beschäftigungszeit.“ Maximal ein Jahr Mutterschutz, Eltern- oder Pflegezeit sowie Zeiten, in denen unbeschadet einer Beschäftigung die Voraussetzungen für eine Freistellung nach diesen Vorschriften vorlagen, können angerechnet werden.
§ 11 Abs. 4 BerlHG: Bei erfolgreichem Bestehen eines mindestens einjährigen Studiums in einem anderen Bundesland kann ein ähnliches Studium an einer Berliner Hochschule fortgesetzt werden (egal, ob nach Berliner Zulassungsvoraussetzungen eine Aufnahme des Studiums möglich gewesen wäre).
§ 11 Abs. 5 BerlHG: Auch bei beruflicher Ausbildung im Ausland kann je nach den vorliegenden Kenntnissen eine allgemeine oder eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung erteilt werden.
Zulassung in weiterbildende Studiengänge und in Weiterbildungsangebote
§ 10 Abs. 6 BerlHG: Bei „geeigneten weiterbildenden und künstlerischen Studiengängen“ benötigen beruflich Qualifizierte keinen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss, um zum Masterstudium zugelassen zu werden. Die Hochschulen regeln durch Satzung die Anforderungen und das Prüfungsverfahren für die Eignungsprüfung.
§ 26 BerlHG: „Die Hochschulen sollen Möglichkeiten der Weiterbildung entwickeln und anbieten. Weiterbildungsangebote sind neben weiterbildenden Studiengängen solche Angebote zur Weiterbildung, die auch Bewerbern und Bewerberinnen offenstehen, die die für eine Teilnahme erforderliche Eignung im Beruf oder auf andere Weise erworben haben. Bei der Gestaltung von Weiterbildungsangeboten ist die besondere Lebenssituation von Teilnehmern und Teilnehmerinnen mit familiären Aufgaben sowie von Berufstätigen zu berücksichtigen. Für die erfolgreiche Teilnahme an Angeboten nach Satz 1 können Zertifikate erteilt werden.“
§ 23a BerlHG: „In der Prüfungsordnung vorgesehene Kompetenzen, die außerhalb der Hochschulen erworben worden sind, sind bis zur Hälfte der für den Studiengang vorgesehenen Leistungspunkte anzurechnen.“
Berlin gehört beim Studium ohne Abitur innerhalb Deutschlands seit Jahren zur Spitzengruppe. Laut den jüngsten Zahlen fällt der Anteil der Studienanfänger(innen) im Stadtstaat im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 0,41 Prozentpunkte auf 3,84 Prozent zurück und somit auf das Niveau vom Jahr 2012. Trotz des Schwundes liegt Berlin damit weiterhin weit über dem Bundesdurchschnitt von 2,77 Prozent und behält den dritten Platz im Vergleich zu den anderen Bundesländern. Erneut leicht steigende Werte verzeichnet der Stadtstaat dafür bei den beruflich qualifizierten Studierenden und Absolvent(inn)en. In diesen beiden Kategorien belegt Berlin im Bundesländervergleich mit einem Anteil von 2,81 Prozent und 2,64 Prozent hinter Hamburg den zweiten Platz. Mit seiner aktuellen Quote der beruflich qualifizierten Hochschulabsolvent(inn)en liegt Berlin nun mit einem noch größeren Abstand vor dem drittplatzierten Bundesland Brandenburg und verringert den Abstand zu dem erstplatzierten Bundesland Hamburg um 0,82 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.
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References: § 11
 § 34

§ 11

§ 11

§ 11

§ 11

§ 11

§ 10

§ 26

§ 23