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Timestamp: 2016-10-22 17:52:35+00:00

Document:
1C_128/2013 (17.06.2014)
1C_128/2013 � � Urteil vom 17. Juni 2014
B�rgergemeinde Ftan,
Politische Gemeinde Ftan,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Rainer Metzger.
Ausscheidung von Gemeindeboden,
Beschwerde gegen das Urteil vom 20. November 2012 des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden, 5. Kammer.
�Die B�rgergemeinde Ftan ist im Grundbuch Ftan bzw. Scuol als Eigent�merin von 36 Parzellen eingetragen. Bei der Neuzuteilung im Rahmen der Gesamtmelioration Ftan beanspruchte die politische Gemeinde Ftan das Eigentum an den fraglichen Grundst�cken. Die B�rgergemeinde lehnte einen Vorschlag zur g�tlichen Einigung ab. Die politische Gemeinde erhob darauf beim Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden Klage auf Zusprechung des Eigentums an den 36 Parzellen und deren Eintragung auf ihren Namen im Grundbuch. Das Verwaltungsgericht hiess die Klage am 20. November 2012 gut und entsprach vollumf�nglich den Rechtsbegehren der politischen Gemeinde Ftan.
�Die B�rgergemeinde Ftan beantragt dem Bundesgericht mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, es sei das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 20. November 2012 aufzuheben und die Klage der politischen Gemeinde Ftan abzuweisen. Weiter verlangt sie, es sei das Grundbuchamt Engiadina Bassa zu beauftragen, als Erwerbsart f�r die fraglichen Parzellen "Ausscheidungsvertrag" einzutragen und die Teilfl�chen der Grundst�cke, die Sachen im Gemeingebrauch darstellten, auszuparzellieren und diese auf den Namen der politischen Gemeinde Ftan im Grundbuch einzutragen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
�Die politische Gemeinde Ftan und das Verwaltungsgericht stellen Antrag auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden k�nne. In einem zweiten Schriftenwechsel halten die Parteien an ihren Antr�gen fest. Die B�rgergemeinde Ftan hat sich ein weiteres Mal zur Sache ge�ussert.
�Zu beurteilen ist, ob das Eigentum an den umstrittenen Parzellen nach den Vorschriften des Gemeindegesetzes des Kantons Graub�nden vom 28. April 1974 (BR 175.050; im Folgenden: GG) der B�rgergemeinde oder der politischen Gemeinde zusteht. Es handelt sich somit um eine �ffentlich-rechtliche Streitigkeit, die dem Bundesgericht mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unterbreitet werden kann (Art. 82 lit. a BGG).
�Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung ihrer Autonomie. Zu dieser R�ge ist sie legitimiert, da ein erheblicher Teil der umstrittenen Grundst�cke zum Nutzungsverm�gen geh�rt und sie daher in ihrer Stellung als Hoheitstr�gerin ber�hrt ist (Art. 89 Abs. 2 lit. c BGG; BGE 135 I 43 E. 1.2 S. 45 mit Hinweisen). Ausserdem ist die Beschwerdef�hrerin auch gest�tzt auf Art. 89 Abs. 1 BGG zur Rechtsmittelerhebung befugt. Denn der angefochtene Entscheid betrifft ihre Stellung in zentraler Weise, w�rden dadurch doch grosse Teile des Gemeindegebiets ihrer Hoheit entzogen. Sie ist daher in qualifizierter Weise in schutzw�rdigen Interessen ber�hrt, wie dies die Rechtsprechung f�r die Bejahung der Beschwerdelegitimation voraussetzt (BGE 140 I 90 E. 1.2 S. 93 ff. mit Hinweisen).
�Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen sind ebenfalls erf�llt. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
�In ihrer Replik reicht die Beschwerdef�hrerin verschiedene Dokumente ein, die belegen sollen, dass zwischen den Parteien w�hrend langer Zeit Einigkeit �ber die Eigentumszuweisung am fraglichen Gemeindeland bestand. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Beschwerdeerg�nzung in der Replik nur insoweit statthaft, als die Ausf�hrungen in der Vernehmlassung eines anderen Verfahrensbeteiligten dazu Anlass geben (BGE 135 I 19 E. 2.2 S. 21 mit Hinweisen). Diese Voraussetzung ist nicht erf�llt, denn die Beschwerdef�hrerin macht geltend, der angefochtene Entscheid habe sie zur Nachreichung der fraglichen Unterlagen veranlasst. Letztere dienen indessen nicht einer Erg�nzung der Beschwerde, sondern nur der zus�tzlichen Bekr�ftigung eines bereits vorher eingenommenen Standpunkts. Da die Parteien im zweiten Schriftenwechsel die M�glichkeit haben, ihre in der Beschwerde vorgebrachten Behauptungen zu verdeutlichen, steht es ihnen auch frei, in diesem beschr�nkten Rahmen neue Dokumente einzureichen.
�Streitgegenstand bildet das Eigentum an 36 Parzellen, die im Grundbuch auf den Namen der Beschwerdef�hrerin eingetragen sind und von der Beschwerdegegnerin gest�tzt auf Art. 103 GG als ihr Eigentum beansprucht werden. Die Beschwerdef�hrerin hat bereits im vorinstanzlichen Verfahren anerkannt, dass Teilfl�chen einzelner dieser Grundst�cke Sachen im Gemeingebrauch sind und das Eigentum in diesem Umfang der Beschwerdegegnerin zusteht. Sie beantragt dementsprechend, diese Teilfl�chen auszuparzellieren und im Grundbuch auf den Namen der Beschwerdegegnerin einzutragen. Zu beurteilen ist demnach nur das Eigentum an jenen Teilen der fraglichen Parzellen, die nicht im Gemeingebrauch stehen, sondern Verwaltungs-, Nutzungs- oder Finanzverm�gen darstellen (vgl. Art. 27 GG).
�Nach Art. 28 GG steht das Eigentum am Gemeindeverm�gen unter Vorbehalt von Art. 79 GG der politischen Gemeinde zu. Die zuletzt genannte Bestimmung nennt vier Kategorien von �ffentlichen Sachen, die im Eigentum der B�rgergemeinde stehen. Art. 103 GG verpflichtet die Gemeinden, innert zehn Jahren seit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes am 1. Juli 1974 die rechtsgen�gliche Ausscheidung des der B�rgergemeinde gem�ss Art. 79 GG zustehenden Eigentums vorzunehmen (Abs. 1). Weiter bestimmt er, dass innert dieser Frist nicht der B�rgergemeinde zuerkanntes Eigentum der politischen Gemeinde geh�rt (Abs. 2).
�Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass in Ftan die in Art. 103 GG vorgesehene Ausscheidung nicht in rechtsgen�glicher Weise stattgefunden habe und die Beschwerdegegnerin deshalb mit Abschluss der zehnj�hrigen Frist Eigent�merin des fraglichen Lands geworden sei. Daran �ndere auch der im Jahr 1982 erfolgte Grundbucheintrag auf den Namen der Beschwerdef�hrerin nichts.
�Nach Auffassung der Beschwerdef�hrerin verletzt es ihre Autonomie und ist zudem willk�rlich, die Rechtsgen�glichkeit der getroffenen Ausscheidung zu verneinen. Ausserdem verletze es Treu und Glauben bzw. sei es rechtsmissbr�uchlich, sich nach Jahrzehnten auf eine seinerzeit ungen�gend vorgenommene Ausscheidung zu berufen.
�Nach Auffassung der Beschwerdef�hrerin r�umt Art. 103 GG den Gemeinden bei der Ausscheidung des Eigentums der B�rgergemeinde eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit und damit Autonomie ein, weil er das Verfahren nicht n�her regle. Letzteres trifft zwar zu, doch kann bei einem Interessenkonflikt zwischen zwei einander gleichgestellten Rechtssubjekten keinem von diesen Autonomie zukommen, sondern die verbindliche Regelung muss naturgem�ss einem �bergeordneten Organ vorbehalten sein. Das gilt nicht nur, wie das Bundesgericht bereits erkannt hat (BGE 135 I 43 E. 1.2 S. 45 f. mit Hinweisen), f�r den interkommunalen Finanzausgleich, sondern ebenfalls f�r die in Art. 103 GG vorgesehene G�terausscheidung, jedenfalls wenn sich die beiden beteiligten Gemeinden - wie im vorliegenden Fall - bei der Auslegung dieser Norm nicht einig sind (ebenso das Urteil 2P.212/2005 vom 7. Juni 2006 E. 3.3.3 mit Hinweisen).
�Der Beschwerdef�hrerin steht deshalb in der zu beurteilenden Streitsache keine Autonomie zu. Ihre diesbez�gliche R�ge ist daher unbegr�ndet. Da der Beschwerdef�hrerin die Legitimation auch nach Art. 89 Abs. 1 BGG zukommt (E. 1 hiervor), sind jedoch die von ihr ebenfalls geltend gemachten Verletzungen des Willk�rverbots (Art. 9 BV) und von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) zu pr�fen.
�Die Vorschrift �ber die Ausscheidung des Gemeindeeigentums (Art. 103 GG) ist - wie bereits die Vorinstanz hervorhebt - nur vor dem geschichtlichen Hintergrund des Gemeindewesens im Kanton Graub�nden verst�ndlich. Bis ins Jahr 1874 bestanden hier die Gemeinden allein aus B�rgern. Mit der Einf�hrung der Niederlassungsfreiheit in der Bundesverfassung trat die politische Gemeinde an die Stelle der fr�heren reinen B�rgergemeinde. Allerdings blieben den Gemeindeb�rgern weiterhin Sonderrechte erhalten. Das Verh�ltnis der politischen Gemeinde zur fr�heren rein b�rgerlichen Gemeinde blieb jedoch lange Zeit umstritten. Nach der sogenannten Einheitstheorie wurde die Letztere im Jahr 1874 in die politische Gemeinde umgewandelt, mit der Folge, dass dieser nun grunds�tzlich auch das ganze Gemeindeverm�gen - insbesondere das Nutzungsverm�gen (Alpen, Weiden und W�lder) - geh�rte und den B�rgern nur noch im Gesetz vorbehaltene Sonderrechte zustanden. Demgegen�ber trat nach der sogenannten dualistischen Theorie die politische Gemeinde neben die fr�here rein b�rgerliche Gemeinde. Der B�rgergemeinde verblieb nach dieser Auffassung grunds�tzlich das Eigentum an den G�tern, die bereits vor 1874 der Gemeinde geh�rten (vgl. ROLF RASCHEIN/P. ANDRI VITAL, B�ndnerisches Gemeinderecht, 2. Aufl. 1991, S. 31 f.).
�In der Rechtspraxis vermochte sich weitgehend die monistische Theorie durchzusetzen. Die Regelungen des heute geltenden Gemeindegesetzes gehen ebenfalls grunds�tzlich von dieser Sichtweise aus und sollten die noch streitigen Fragen nun definitiv kl�ren. Art. 28 GG erkl�rt deshalb das Gemeindeverm�gen im Prinzip zum Eigentum der politischen Gemeinde, vorbeh�ltlich in Art. 79 GG genannter Kategorien von G�tern, die weiterhin im Eigentum der B�rgergemeinde stehen. Um die Kl�rung der Eigentumsverh�ltnisse - namentlich mit Blick auf die Einf�hrung des eidgen�ssischen Grundbuchs - zu bef�rdern, setzte Art. 103 GG den Gemeinden eine zehnj�hrige Frist. Dabei ist nach dieser Norm wiederum im Sinne der monistischen Theorie das Eigentum der B�rgergemeinde rechtsgen�glich auszuscheiden. F�r den Fall, dass dies nicht geschieht, stehen die Gemeindeg�ter im Eigentum der politischen Gemeinde.
�Im Lichte dieser Entstehungsgeschichte liegt es auf der Hand, dass an eine rechtsgen�gliche Ausscheidung gem�ss Art. 103 GG verschiedene Anforderungen zu stellen sind. Wie die Vorinstanz zu Recht darlegt, verlangt diese Norm zun�chst, dass die B�rgergemeinde ihr Eigentum an den von ihr beanspruchten G�tern nachweist. Zudem muss dieses in eine der von Art. 79 GG genannten vier Kategorien fallen. Weiter hat eine eigentliche Ausscheidung - nach Parzellen bzw. allenfalls Teilen davon - stattzufinden. Der blosse Nachweis des Eigentums ohne weiteren Akt der Aufteilung, der durch eine Vereinbarung der B�rgergemeinde mit der politischen Gemeinde oder auf dem Wege der Klage erfolgen kann, gen�gt nach Auffassung der Vorinstanz nicht als rechtsgen�gliche Ausscheidung.
�Diese Auslegung von Art. 103 GG, welche die Kl�rung der Eigentumsverh�ltnisse in den Vordergrund r�ckt, entspricht der Entstehungsgeschichte der Norm. Sie st�tzt sich auf sachliche Gr�nde und kann jedenfalls nicht als willk�rlich bezeichnet werden.
�Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, sie habe zusammen mit der Beschwerdegegnerin eine rechtsgen�gliche Ausscheidung vorgenommen. Im Jahre 1977 h�tten die Versammlungen der beiden Gemeinden die Ausscheidung im Grundsatz beschlossen. Im Jahre 1981 sei darauf durch die Gemeindevorst�nde die parzellenweise Ausscheidung erfolgt.
�Wie aus dem Protokoll der vorbereitenden Sitzung der Gemeindevorst�nde vom 3. M�rz 1977 hervorgeht, erkannten diese, dass die detaillierte Ausscheidung des Eigentums eine schwierige Angelegenheit ist. Sie verzichteten darauf, eine solche vorzunehmen, und unterbreiteten der B�rgerversammlung die "proposta da laschar al cum�n politic tuots ils stabels, las vias e las plazzas fin uossa in possess dal cum�n da vaschins". Das restliche Gemeindeverm�gen sollte weiterhin im Eigentum der B�rgergemeinde verbleiben. Dieser Antrag fand die Zustimmung in den Gemeindeversammlungen, in jener der politischen Gemeinde mit einem Vorbehalt betreffend die Brunnen. Es ist unbestritten, dass diese unspezifische Ausscheidung von Gemeindegut den Anforderungen von Art. 103 GG nicht gen�gt hat.
�Am 16. November 1981 unterzeichneten die Vorst�nde der Parteien eine Liste, die s�mtliche Parzellen der einen oder der anderen von ihnen zuweist. Die Vorinstanz sieht in dieser Liste keine rechtsgen�gliche Ausscheidung gem�ss Art. 103 GG, weil einerseits den Vorst�nden die Kompetenz dazu gefehlt habe und anderseits keinerlei Nachweis eines Rechtstitels f�r das Eigentum der B�rgergemeinde ersichtlich sei, es sich also um eine freie Verteilung von Eigentum zwischen den beiden Gemeinwesen gehandelt habe. Selbst wenn mit der Beschwerdef�hrerin davon ausgegangen w�rde, in den erw�hnten Versammlungsbeschl�ssen aus dem Jahre 1977 liege eine Delegation an die Gemeindevorst�nde zur Vornahme der n�heren Ausscheidung, ist es nicht willk�rlich, eine blosse Auflistung von Grundst�cken nicht als gen�genden Ausscheidungsakt im Sinne von Art. 103 GG anzusehen. Wie sich gezeigt hat, ist eine n�here Pr�fung im Blick auf Art. 79 GG offensichtlich nicht erfolgt und sind - was die Beschwerdef�hrerin im vorinstanzlichen Verfahren anerkannt hat - zu Unrecht auch Sachen im Gemeingebrauch dem Eigentum der B�rgergemeinde zugewiesen worden.
�Die Vorinstanz ist demnach nicht in Willk�r verfallen, wenn sie vom Fehlen einer rechtsgen�glichen Ausscheidung gem�ss Art. 103 GG im fraglichen zehnj�hrigen Zeitraum von 1974 bis 1984 ausging.
�Mangels einer rechtsgen�glichen Ausscheidung ist die politische Gemeinde Ftan am 1. Juli 1984 Eigent�merin der fraglichen 36 Parzellen geworden. Diese Rechtsfolge ist aufgrund Art. 103 Abs. 2 GG unabh�ngig davon eingetreten, dass die Beschwerdef�hrerin im Jahr 1982 als Eigent�merin in das Grundbuch eingetragen worden war. Es kann daher an dieser Stelle offen bleiben, ob dieser Eintrag im Jahre 1982 zu Recht erfolgt ist.
�Die Beschwerdef�hrerin stellt sich indessen auf den Standpunkt, es sei rechtsmissbr�uchlich, wenn die Beschwerdegegnerin heute gest�tzt auf Art. 103 Abs. 2 GG ihr Eigentum am fraglichen Land beanspruche, nachdem sie seit rund 30 Jahren als Eigent�merin im Grundbuch eingetragen sei und Letztere dieses Eigentum bisher nie angefochten habe. Die Vorinstanz habe zu Unrecht nicht gepr�ft, ob das Verhalten der Beschwerdegegnerin gegen Treu und Glauben verstosse und deshalb keinen Rechtsschutz verdiene.
�Das kantonale Recht regelt nicht, ob und allenfalls unter welchen Voraussetzungen eine politische Gemeinde das ihr nach Art. 103 Abs. 2 GG zustehende Eigentum durch Nichtbeanspruchung verwirken kann. Das Handeln der staatlichen Organe hat jedoch den in der Bundesverfassung verankerten Grunds�tzen zu entsprechen. Nach Art. 5 Abs. 3 BV haben sie nach Treu und Glauben zu handeln. Verlangt wird ein loyales Verhalten im Rechtsverkehr. Diesem Gebot handelt zuwider, wer sich widerspr�chlich oder missbr�uchlich verh�lt oder die Gegenseite t�uscht (vgl. GIOVANNI BIAGGINI, Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, 2007, N. 23 zu Art. 5 BV).
�Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben in verschiedenen Konstellationen ein sofortiges Handeln, damit im Rechtsverkehr M�ngel oder Unklarheiten m�glichst rasch behoben werden k�nnen. So verwirkt etwa der Stimmberechtigte sein Recht zur Anfechtung einer Wahl oder Abstimmung, wenn er M�ngel von Vorbereitungshandlungen nicht sofort r�gt (BGE 118 Ia 271 E. 1d S. 274; Urteil 1C_385/2012 vom 17. Dezember 2012 E. 1.3, in: ZBl 114/2013 S. 524; je mit Hinweisen). Ebenso darf der Nachbar, der zu Unrecht nicht in ein Baubewilligungsverfahren einbezogen worden ist, mit der Beschwerdeerhebung nicht z�gern, sobald er von dem ihn ber�hrenden Entscheid auf irgendeine Weise Kenntnis erhalten hat. Er hat sich zu erkundigen, wenn Anzeichen f�r eine solche Entscheidung vorliegen, und rechtzeitig zu reagieren (Urteil 1C_150/2012 vom 6. M�rz 2013 E. 2.3 mit Hinweisen, in: URP 2013 S. 138). Ergeht ein Entscheid zu Unrecht ohne Rechtsmittelbelehrung, muss sich der Rechtsuchende innert einer vern�nftigen Frist nach den Rechtsmitteln erkundigen und kann den Entscheid nicht noch nach Jahr und Tag anfechten (Urteil 2C_857/2012 vom 5. M�rz 2013 E. 3.2 mit Hinweisen, in: Pra 2014 Nr. 25 S. 175).
�F�r den Bereich des Zivilrechts sieht Art. 661 ZGB vor, dass das Eigentum desjenigen, der ungerechtfertigt im Grundbuch eingetragen ist, nicht mehr angefochten werden kann, nachdem er das Grundst�ck in gutem Glauben zehn Jahre lang ununterbrochen und unangefochten besessen hat (ordentliche Ersitzung, Tabularersitzung). Das Bundesgericht hat bisher offen gelassen, ob diese Bestimmung auch auf �ffentliche Sachen Anwendung finde. Es hat indessen die Extratabularersitzung von solchen Sachen ausgeschlossen. Ebenso hat es eine ordentliche Ersitzung abgelehnt, die sich auf einen unrichtigen Grundbucheintrag st�tzte, der seinerseits auf einer zu Unrecht angenommenen Extratabularersitzung beruhte (BGE 113 II 236 E. 6 S. 241 ff. mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung kann allerdings nicht auf das durch das kantonale �ffentliche Recht geregelte Verh�ltnis zwischen zwei Gemeinden �bertragen werden, die beide das Eigentum an �ffentlichen Sachen beanspruchen (vgl. Art. 664 Abs. 1 ZGB). Hingegen sind die in Art. 661 ZGB genannten Gesichtspunkte bei der Beurteilung der Frage, ob sich die Beschwerdegegnerin auf das ihr nach Art. 103 Abs. 2 GG zustehende Eigentum auch noch nach l�ngerer Zeit berufen kann, mitzuber�cksichtigen.
�Die Beschwerdegegnerin wehrte sich im Jahre 1982 nicht gegen die Eintragung der Beschwerdef�hrerin als Eigent�merin. Denn sie ging, wie der erw�hnte Beschluss der Gemeindeversammlung aus dem Jahr 1977 und die 1981 erstellte Liste zeigen, davon aus, dass die Beschwerdef�hrerin tats�chlich Eigent�merin des fraglichen Landes sei. Weiter ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin das Eigentum der Beschwerdef�hrerin bis ins Jahr 1998 nie in Frage stellte. In diesem Zeitpunkt wurde wohl die Frage diskutiert, ob �berhaupt je eine rechtsgen�gliche Ausscheidung gem�ss Art. 103 Abs. 1 GG durchgef�hrt worden sei. Doch beanspruchte die Beschwerdegegnerin das Eigentum am fraglichen Land nicht, sondern beschloss am 18. Juni 1998 mit grosser Mehrheit "d'acceptar la proposta dals vaschins per far �na zavrada posteriura dal possess". Eine solche nachtr�gliche Ausscheidung wurde dann allerdings nicht an die Hand genommen. Aktenkundig ist weiter, dass die Beschwerdef�hrerin in den folgenden Jahren mehrere Rechtsgesch�fte als Grundeigent�merin von heute umstrittenen Parzellen abschloss, an denen ebenfalls die Beschwerdegegnerin mitwirkte und dabei das Eigentum der Beschwerdef�hrerin nie in Frage stellte.
�Die dargestellten Umst�nde zeigen, dass die Parteien die Aufteilung des Gemeindelands unter sich einvernehmlich vornahmen und auf der Basis der im Jahre 1981 erstellten Liste auch der Eintrag der Beschwerdef�hrerin als Eigent�merin der umstrittenen Parzellen im Grundbuch erfolgte. Bei Anwendung der gebotenen Aufmerksamkeit h�tte beiden Parteien die Mangelhaftigkeit der vorgenommenen Ausscheidung und damit auch des Grundbucheintrags bewusst sein m�ssen. Eine ordentliche Ersitzung des fraglichen Landes durch die Beschwerdef�hrerin d�rfte daher - w�re Art. 661 ZGB anwendbar - schon mangels guten Glaubens ausser Betracht fallen. Umgekehrt h�tte auch die Beschwerdegegnerin bei Anwendung der gebotenen Aufmerksamkeit die Fehlerhaftigkeit des Grundbucheintrags erkennen k�nnen und sich - im Lichte der angef�hrten Rechtsprechung, aber auch von Art. 661 ZGB - dagegen zur Wehr setzen m�ssen. Zumindest im Jahre 1998, als die Beschwerdegegnerin die Mangelhaftigkeit der Ausscheidung erkannte, w�re sie nach Treu und Glauben gehalten gewesen, ihren Anspruch auf das Eigentum nach Art. 103 Abs. 2 GG geltend zu machen. Anstatt dessen beschloss sie jedoch die Vornahme einer nachtr�glichen Ausscheidung gem�ss Art. 103 Abs. 1 GG. Sie hat damit implizit auf die Geltendmachung des ihr nach Art. 103 Abs. 2 GG zustehenden gesamten Eigentums am Gemeindeboden verzichtet. Darauf ist sie zu behaften. Dagegen kann in ihrem Verhalten nicht zugleich auch ein Verzicht auf das Eigentum, das ihr im Rahmen einer Ausscheidung nach Art. 103 Abs. 1 GG zusteht, gesehen werden. Wie bereits erw�hnt entspricht es dem klaren Willen des B�ndner Gesetzgebers, die Eigentumsverh�ltnisse zwischen den B�rgergemeinden und politischen Gemeinden durch eine Ausscheidung nach Art. 103 Abs. 1 GG zu kl�ren und auf eine neue Grundlage zu stellen. Dementsprechend besteht ein erhebliches �ffentliches Interesse daran, diese bisher unterlassene Ausscheidung in Ftan nachzuholen.
�Die Vorinstanz hat daher der Beschwerdegegnerin das Eigentum an den fraglichen Parzellen zu Unrecht aufgrund von Art. 103 Abs. 2 GG zugesprochen. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begr�ndet. Demgegen�ber kann erst aufgrund der noch vorzunehmenden Ausscheidung gem�ss Art. 103 Abs. 1 GG �ber die bei der Vorinstanz eingereichte Klage entschieden werden. Dem Begehren der Beschwerdef�hrerin auf vollumf�ngliche Abweisung der Klage ist demnach nicht zu entsprechen.
�Aus diesen Gr�nden ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Sie wird zu pr�fen haben, in welchem Umfang der Beschwerdef�hrerin vor dem Grundbucheintrag von 1982 im Lichte von Art. 79 GG an den fraglichen Parzellen das Eigentum zusteht.
�Da die Streitsache Verm�gensinteressen der Parteien betrifft, sind ihnen die Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 4 BGG). Entsprechend dem Verfahrensausgang sind ihnen die Kosten je zur H�lfte aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Parteientsch�digungen sind nicht zuzusprechen (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 20. November 2012 aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, 5. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

References: BGE 
 Art. 89
 Art. 103
 Art. 27
 Art. 28
 Art. 79
 Art. 103
 Art. 79
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 89
 Art. 9
 Art. 28
 Art. 79
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 79
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 79
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 661
 Art. 664
 Art. 661
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 661
 Art. 661
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 79