Source: https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/strahlenschutz/3213.htm
Timestamp: 2018-02-25 19:22:02+00:00

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﻿ Nachweis von Fachkunde und Kenntnissen, Strahlenschutzkurse
Nachweis von Fachkunde und Kenntnissen, Strahlenschutzkurse
Die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) verlangt, dass die Personen, die die Anwendung radioaktiver Stoffe oder ionisierender Strahlung am Menschen festlegen, die also nach dem Terminus der Verordnung die »rechtfertigende Indikation« für jeden einzelnen Patienten treffen, über die für die vorgesehene Anwendung erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen müssen.
Grob kann man unterscheiden, dass es im medizinischen Bereich Fachkunde für die Strahlentherapie und die nuklearmedizinischen Anwendungen gibt. Tatsächlich wird die Fachkunde im Strahlenschutz natürlich sehr viel feiner untergliedert (siehe Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin zur StrlSchV).
Die rechtfertigende Indikation können nur Ärzte mit der Fachkunde im Strahlenschutz stellen. Die Sächsische Landesärztekammer ist in der Regel für die Bescheinigung der Fachkunde der Ärzte zuständig.
Verfahren zum Erwerb von Fachkunde und Kenntnissen im Strahlenschutz, Strahlenschutzkurse
Die in den Richtlinien zur Strahlenschutzverordnung geforderten Strahlenschutzkurse werden je nach Landesrecht durch die zuständigen Behörden anerkannt. Hier gilt das Territorialprinzip. Kurse in Sachsen müssen durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft anerkannt werden.
Erfolgreiche Teilnahme an einem Strahlenschutzkurs bedeutet, dass der Kursveranstalter diese im Rahmen einer Prüfung testieren muss.
Ärzte, die ionisierende Strahlung oder radioaktive Stoffe am Menschen anwenden
Die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz müssen die Ärzte nachweisen, die ionisierende Strahlung oder radioaktive Stoffe am Menschen anwenden wollen (vgl. § 82 Abs. 1 Nr. 2 StrlSchV und § 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV). Die Anwendung umfasst dabei die technische Durchführung (Einstellen der Anlage und des Patienten, Auslösen der Strahlung, Reproduzieren des Bestrahlungsplans) und die Erstellung des Befundes beziehungsweise die Kontrolle des Behandlungsergebnisses. Diese Anwendung steht immer unter dem Vorbehalt der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes. Ein Arzt mit Kenntnissen im Strahlenschutz kann keine rechtfertigende Indikation stellen.
Eine besondere Fachkunde im Strahlenschutz müssen Ärzte nachweisen, die für die Durchführung der arbeitmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen nach Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) und Röntgenverordnung (RöV) ermächtigt werden wollen (vgl. § 64 Abs. 1 StrlSchV und § 41 Abs. 1 RöV, Richtlinie für ermächtigte Ärzte).
Die Fachkunde im Strahlenschutz für ermächtigte Ärzte wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit bestätigt.
Über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen im Allgemeinen durch die Regelungen des geltenden Gesetzes über technische Assistenten in der Medizin (MTAG) von 1993 alle medizinisch-technischen Radiologieassistentinnen. Dieser Personenkreis erwirbt die Fachkunde im Strahlenschutz, die zur technischen Mitwirkung (Einstellen der Anlage und des Patienten, Auslösen der Strahlung, Reproduzieren des Bestrahlungsplans) berechtigt, nach der dreijährigen Ausbildung mit dem Bestehen der Abschlussprüfung nach dem geltenden MTA-Gesetz und der darauf erlassenen Ausbildungs- und Prüfungsordnung (vgl. § 82 Abs. 2 Nr. 1 StrlSchV).
Sonstige medizinische Fachkräfte
Personen mit einer sonstigen medizinischen Ausbildung (vgl. § 82 Abs. 2 Nr. 4 StrlSchV, z.B. Arzthelferinnen, Schwestern, Pfleger, MTLA), die die Untersuchung oder Behandlung unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes technisch durchführen bzw. daran mitwirken, benötigen ebenfalls Kenntnisse im Strahlenschutz. Weiterführende Aussagen sind in der Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin enthalten.
Entsprechend der Fortbildungsvorgaben der EURATOM-Patientenschutzrichtlinie ist die Verpflichtung zur Aktualisierung der Fachkunde und der Kenntnisse im Strahlenschutz in die Strahlenschutzverordnung aufgenommen worden.
Telefon: (0351) 5 64 6553
Allgemeine Vorschriften zum Nachweis von Fachkunde und Kenntnissen

References: § 82
 § 24
 § 64
 § 41
 § 82
 § 82