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9-10/2011 September / Oktober 19. Jahrgang
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1 DAS EUROPÄISCHE NACHRICHTENMAGAZIN DER DEUTSCHEN SOZIALVERSICHERUNG September / Oktober 19. Jahrgang Aus dem Inhalt: q q q q q q q q q q EU-Parlament billigt zukünftige ökonomische Governance Europas EU-Kommission reklamiert Bewertung des Umfangs nationaler Gesundheitsversorgung EU-Kommission legt geänderte Vorschläge zur Patienteninformation vor EU-Kommission veröffentlicht Richtlinienvorschlag zur Finanztransaktionssteuer EWSA: Gesundheitsbinnenmarkt braucht mehr technische Normen EWSA warnt vor Kürzungen von Sozialleistungen für Behinderte OLAF ermittelt gegen Europäische Arzneimittelagentur Neues aus dem Europa der Schuldenunion Zank zwischen Euro-Staaten und Nicht-Euro-Staaten OECD: Finanzkrise kostete bis jetzt 13 Millionen Jobs Périodique mensuel, ne paraît pas en janvier, avril, juillet et septembre. Bureau de dépôt: Bruxelles X
2 EUREPORT Brüssel, 19. Oktober 2011 EDITORIAL Sehr geehrte Leser! Die Krise in der Eurozone wird zunehmend zum Schicksalsthema der Regierenden. Je länger der labile Zustand andauert, ohne dass eine Lösung oder zumindest eine Entspannung der Lage absehbar ist, desto mehr wird das Zutrauen der Menschen in die Politik unterminiert. Jede neue Rettungsmaßnahme, die nicht rasch einen sichtbaren Erfolg zeitigt, verstärkt den Eindruck von Ratlosigkeit und Ohnmacht der Politik. Erschien den meisten anfangs die Überschuldung von Mitgliedstaaten der Eurozone noch als ein fernes Problem ohne unmittelbare Auswirkungen auf die eigene Lebenssituation, rücken nun nach dem Empfinden vieler die Risiken immer näher. Nach Erhebungen des Allensbacher Instituts für Demoskopie war die große Mehrheit der Deutschen zwar schon vor Monaten davon überzeugt, dass die Griechenlandkrise das Potenzial hat, die deutsche Konjunktur nachhaltig zu beeinträchtigen. Aber erst Ende August, als sich besorgte Kommentare zu den wirtschaftlichen Perspektiven häuften, sei das Risiko für die Bevölkerung als real empfunden worden. Von diesem Zeitpunkt an verfiel der bis dato stabile Optimismus geradezu erdrutschartig: Waren Mitte Juni noch 43 Prozent der Bevölkerung überzeugt, dass der wirtschaftliche Aufwärtstrend auch in den nächsten Monaten anhalten werde, glaubten dies im September nur noch 18 Prozent. Der Kreis der Skeptiker, die von einem negativen Konjunkturverlauf ausgehen, nahm im selben Zeitraum von 15 auf 36 Prozent zu. In den letzten Wochen hat sich diese Skepsis weiter verstärkt trotz der nach wie vor robusten Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Das Gefühl, dass die Krise näher rückt, lässt die Besorgnis sprunghaft steigen. Am Beginn des Jahres waren 38 Prozent der Bundesbürger über die Entwicklungen in der Eurozone beunruhigt, Anfang Juni 41 Prozent, jetzt sind es 55 Prozent. Nicht nur das Vertrauen in die europäische Währung wird durch die Krise angegriffen, sondern auch das Vertrauen in die Europäische Union selbst. Im Jahre 2002, kurz nach der Einführung des Euro, bekundeten immerhin 49 Prozent der Bevölkerung großes Vertrauen in die EU, Anfang 2010 noch 33 Prozent, heute sind es 24 Prozent. Die Krise verändert auch die Bewertung der Europapolitik der deutschen Bundesregierung sowie die Vorstellungen von der richtigen Lösung der Probleme. Die Bürger reden zunehmend drakonischen Maßnahmen wie dem Ausschluss überschuldeter Mitgliedsländer aus dem Euro das Wort. Am Beginn des Jahres unterstützten 36 Prozent der Bevölkerung diese Position, jetzt 46 Prozent. Gleichzeitig haben immer mehr Bürger den Eindruck, dass die nationalen Interessen bei den Bemühungen um die Eindämmung der Krise zu kurz kommen. Anfang März waren 42 Prozent mit der Vertretung deutscher Interessen durch die Bundesregierung zufrieden, aktuell sind nur noch 28 Prozent der Bürger dieser Auffassung. Am meisten bedrückend ist jedoch eine ganz andere Erkenntnis, die sich aus der Beobachtung der jüngsten politischen Entwicklungen einstellt: Es findet praktisch so gut keine wirkliche Sozialpolitik mehr statt, weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene alles wird dem Primat der Finanzpolitik untergeordnet, deren Vorgaben für den Sozialbereich sich auf Armutsbekämpfung beschränken und auf Austeritätsformeln wie effective and efficient spending wenn und weil mehr Geld für die Armutsbekämpfung benötigt wird, muss eben weniger für Renten und Gesundheit ausgegeben werden. Der Blick über die Themen dieses Hefts belegt diesen Eindruck nur allzu deutlich. Noch gibt es zwar keine gemeinsame Steuerpolitik in der EU. Aber der deutsche Finanzminister testet bereits die Reaktion der Bevölkerung auf eine solche Wende. Beim Treffen der Finanzminister G20 vor wenigen Tagen sagte Schäuble, man werde die Eurozone in Richtung auf eine Fiskalunion entwickeln. Offenbar hat sich bei ihm die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Eurokrise langfristig nur über eine vertiefte Integration der Mitgliedstaaten der Währungsunion überwunden werden kann. Was dies freilich für unsere Sozialsysteme bedeutet, darüber darf man durchaus besorgt sein. Beste Grüße Ihr Franz Terwey Seite 2
3 EUREPORT Aus den EU-Institutionen Europäisches Parlament Zukünftige ökonomische Governance Europas Das Europäische Parlament hat Ende September den mit der Kommission und dem Rat abgestimmten schärferen Regeln der Haushaltskontrolle ( Six-Pack ) zugestimmt. Hierzu genügte die Mehrheit der liberalen und konservativen Abgeordneten. Sozialisten und Grüne stimmten dagegen, weil das Schwergewicht des Pakts zu sehr auf Sparen und nicht auf Wachstumsförderung liege. Eine wesentliche Neuerung besteht im Prinzip der umgekehrten Mehrheit. Schlägt die Kommission in Zukunft Strafen gegen (nicht nur Defizit-!) Sünder vor, so können diese letzten Endes nur noch durch eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Rat der Finanzminister abgewendet werden. Diese Verfahrensweise gilt auch als Quasi-Automatismus. Was oft übersehen wird: Strafen drohen nicht nur beim Überspringen der Defizit-Grenze von drei Prozent des BIP, sondern etwa auch schon dann, wenn der Schuldenstand nicht schnell genug auf 60 Prozent zurückgeführt wird was in der Praxis Überschüsse voraussetzt. Im präventiven Arm des Stabilitätspakts reicht für die Ablehnung im Rat bereits die einfache Mehrheit. Auch die Höhe der Strafen wurde angehoben, auf bis zu 0,4 Prozent des BIP. Bestandteil des Pakets sind im Übrigen auch neue Regeln zur Bekämpfung makroökonomischer Ungleichgewichte. Worauf man sich hier nun genau geeinigt hat, ist zwischen den Beteiligten offenbar noch unklar, vor allem bei der Verhängung der Strafen, die in diesem Fall bis zu einer Höhe von 0,1 Prozent des BIP verhängt werden können. Hierbei sollen, so Währungskommissar Olli Rehn, Handelsbilanzdefizite kritischer betrachtet werden als Überschüsse, was im EU-Parlament jedoch bestritten wird. Anhörung: Inklusion und Mobilität von Menschen mit Behinderungen Am 7. September fand auf Einladung des ungarischen Europaabgeordneten Ádám Kósa eine durch die EVP-Fraktion im EU-Parlament organisierte Anhörung zum Thema Rechte und Gleichberechtigung für Menschen mit Behinderung statt. Die Veranstaltung war die erste vollständig barrierefreie öffentliche Anhörung in der Geschichte des Europäischen Parlaments. Ziel war es, ein Forum zu schaffen, in dem die politischen Entscheidungsträger und die Zivilgesellschaft die neue EU Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderung und den Kósa-Bericht über die Mobilität und Integration von Menschen mit Behinderungen (vgl. EUREPORT Ausgabe Juli/August 2011, Seite 6) diskutieren konnten. So waren neben den Mitgliedern der Disability Intergroup des Europäischen Parlaments und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Rechte und Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderung engagieren, auch die Mitglieder des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten sowie die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Viviane Reding und der Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration Lázló Andor anwesend. Ádám Kósa, der einzige gehörlose Abgeordnete im EU-Parlament, wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass gezielte Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die derzeitigen und künftigen Beschäftigungsprobleme für Menschen mit Behinderungen im Einklang mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung zu meistern. Die alternde europäische Bevölkerung könne nicht darauf verzichten, die mehr als 80 Millionen Europabürger mit Behinderungen in das Bildungswesen und den Arbeitsmarkt zu integrieren, so Kósa. Der Abgeordnete unterstrich zugleich, dass das Europäische Parlament unter stärkerer Einbindung seiner Kollegen eine bedeutendere Rolle bei der Einführung internationaler Standards und der Gesetzgebung spielen müsse. Der Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration Lázló Andor wies in seiner Rede darauf hin, dass der Kósa-Bericht einen maßgeblichen Beitrag zur Verbesserung der Zugänglichkeit zu den Strukturfonds für Menschen mit Behinderungen leisten könne und erläuterte, dass innerhalb der Strukturfonds bereits Beträge zur Verfügung stünden, die allein für die Förderung von Menschen mit Behinderungen vorgesehen seien. Die Vizepräsidentin der EU-Kommission Viviane Reding führte aus, dass nachdem die EU die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterzeichnet habe die Einbindung der Zivilgesellschaft in den Umsetzungsprozess von größter Bedeutung sei. Reding plant, im Herbst 2012 einen Vorschlag für einen Rechtsakt über Zugänglichkeit vorzulegen. Darin sollen europäische Normen für Produkte, Dienstleistungen und öffentliche Gebäude festgelegt. Dadurch wäre es zum Beispiel einfacher und kostengünstiger für Seite 3
4 EUREPORT Hersteller von Hilfsmitteln, wie Rollstühlen oder Großschrifttastaturen, ihre Produkte im Ausland zu verkaufen. Zuvor möchte die Kommission jedoch eine breite öffentliche Konsultation zu diesem Thema durchführen. Reding forderte insoweit insbesondere Menschen mit Behinderung auf, sich neben der Industrie, den Dienstleistern, der Regierungen und anderen Organisationen aktiv und zahlreich an dieser Konsultation zu beteiligen. Über die Annahme des Kósa-Berichts, der als eine Grundlage für das geplante Europäische Zugänglichkeitsgesetz dienen soll, entscheidet das EU-Parlament nach derzeitigem Stand noch im letzten Quartal des Jahres. Europäische Kommission EU-Kommission reklamiert Bewertung des Umfangs nationaler Gesundheitsversorgung Seite 4 Nach Auffassung der Generaldirektorin der GD Gesundheit und Verbraucher der Europäischen Kommission, Paola Testori-Coggi, steht fest, dass die Kosten für das Gesundheitswesen in den Haushalten der EU-Staaten mit einem durchschnittlichen Anteil von 15,8 Prozent zu Buche schlagen und somit der zweitgrößte Etatposten sind. Zwar seien die Regelungsbefugnisse der Kommission im Bereich der Gesundheitspolitik aufgrund der bestehenden gesetzlichen Zuständigkeitsregelungen beschränkt, meinte die hochrangige Kommissionsbeamtin nach einer Meldung der FAZ vom 12. September auf einem Kongress in Österreich, jedoch gebe der Rahmen des so genannten Europäischen Semesters der EU durchaus Handlungsspielraum. Die Kompetenz der Kommission zur vorsorglichen Haushaltsüberwachung bei den Mitgliedstaaten besteht in der Tat seit diesem Jahr. Wie Testori- Coggi meinte, könne auf diesem Weg gegebenenfalls auch indirekt ein Einfluss auf die (national zu verantwortende) Gesundheitspolitik ausgeübt werden, sofern das einzelstaatliche Haushaltsgebaren im Gesundheitswesen nicht mit den finanzpolitischen Vorstellungen der EU im Einklang stehe. Nach Meinung von Beobachtern wären solche Aussagen noch vor nicht allzu langer Zeit als mit dem Subsidiaritätsgebot unvereinbar bewertet worden und hätten vermutlich amtliche Reaktionen ausgelöst. Im Zeichen wachsend panikgesteuerter Vergemeinschaftungsanstrengungen zeigt sich jedoch, dass die EU-Mitgliedstaaten offenbar geneigt sind, mehr und mehr Einmischung Brüssels in nationalen ordnungspolitischen Zuständigkeitsbereichen klaglos hinzunehmen. Setzt sich dies fort, so besteht die Gefahr, dass im Zuge der Rettung Brüsseler Visionen Subsidiarität als Substanz verloren gehen könnte. Die Versorgung der Kranken im Rahmen unseres subsidiären und in der EU weitgehend einzigartigen selbstverwalteten deutschen Sozialsystems hätte davon qualitativ jedenfalls nichts zu gewinnen. In der Vergangenheit auch in den ökonomisch besten Jahren hatte Brüssel an den auffälligen rechtsstaatlichen Mängeln in den Sozialsystemen etlicher EU-Mitgliedstaaten (bis hin zu verbreiteten schattenwirtschaftlichen Beschaffungspraktiken) jedenfalls offiziell nur wenig festzustellen. Europas Öffentlicher Dienst soll abspecken EU-Verwaltungskommissar Maros Sefcovic erläuterte in einem Interview mit der Brüsseler Nachrichtenagentur EurActiv den möglichen Beitrag des Brüsseler Beamtenapparats zu europaweiten Einsparbemühungen im öffentlichen Dienst. Der Kommissar möchte die Wochenarbeitszeit von 37,5 auf 40 Stunden ausdehnen und das Rentenalter von 63 auf 65 Jahre anheben. Außerdem sollen bis 2017 fünf Prozent der Stellen abgebaut und Sekretariatsarbeiten zukünftig nicht mehr von Beamten, sondern von Angestellten ausgeführt werden. Im Vergleich zu den Veränderungen in den meisten nationalen Beamtensystemen Europas klingt die geplante Reform nicht eben einschneidend, trifft aber dennoch bei den Gewerkschaften auf harten Widerstand. An den hohen Gehältern seiner Beamten und an den für sie geringen, weil subventionierten Sozialversicherungsbeiträgen, mochte der Kommissar allerdings nicht rütteln. Überarbeitung der EU-Beihilferegeln Die von der Europäischen Kommission erlassenen Ausführungsregeln zur beihilferechtlichen Behandlung von Ausgleichszahlungen, bekannt unter dem Namen Monti-Kroes Paket, laufen Ende 2011 aus und stehen daher zur Überarbeitung an. Am 18. September hat die Kommission einen entsprechenden Entwurf vorgelegt. Gegenüber der derzeitigen Fassung enthält er keine gravierenden Neuerungen, jedoch in etlichen Details Anpassungen. Einerseits wurden die Ausnahmen von der Notifizierungspflicht für kleinere, meist lokale Dienste bzw. Beträge erweitert, andererseits die Voraussetzungen für die Notifizierung, falls sie
5 EUREPORT dann doch notwendig werden sollte, durch die Aufnahme eines Effizienz-Tests verschärft und kompliziert. EU-Kommission legt geänderte Vorschläge zur Patienteninformation vor Die EU-Kommission hat am 11. Oktober die geänderten Vorschläge angenommen, in die die Ergebnisse der ersten Lesung eingeflossen sind, und mit denen erstens die Verordnung (EG) Nr. 726/2004 in Bezug auf die Information der breiten Öffentlichkeit über verschreibungspflichtige Humanarzneimittel und hinsichtlich der Pharmakovigilanz sowie zweitens die Richtlinie 2001/83/EG in Bezug auf die Information der breiten Öffentlichkeit über verschreibungspflichtige Arzneimittel und hinsichtlich der Pharmakovigilanz zur Änderung der Richtlinie 2001/83/EG zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel in Bezug auf die Information der breiten Öffentlichkeit über verschreibungspflichtige Arzneimittel geändert werden sollen. Die Kommission hat hierdurch ihre Vorschläge von 2008 abgeändert, um Anträgen des Europäischen Parlaments Rechnung zu tragen. Mit den Vorschlägen wird das geltende Werbeverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel aufrechterhalten und Folgendes vorgesehen: Nur bestimmte Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel sollen zulässig sein, beispielsweise Informationen auf dem Etikett und der Packungsbeilage, Informationen über Preise und klinische Versuche sowie Gebrauchsanweisungen; Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel sollen nur über begrenzte Kommunikationskanäle zulässig sein, beispielsweise über registrierte Websites oder durch Druckschriften, die für die Öffentlichkeit auf Anfrage erhältlich sind. Eine Veröffentlichung in allgemeinen Printmedien wird nicht erlaubt; die Informationen müssen anerkannte Qualitätskriterien erfüllen. Sie müssen zum Beispiel neutral sein, den Bedürfnissen und Erwartungen der Patienten entsprechen, auf Fakten basieren, sachlich richtig und verständlich sein, und sie dürfen nicht irreführend sein; grundsätzlich müssen Informationen, die nicht zuvor schon genehmigt wurden, vor ihrer Bereitstellung von den zuständigen Behörden überprüft werden. Die überarbeiteten Vorschläge werden nun sowohl im Europäischen Parlament als auch im Rat erörtert. EU-Richtlinienvorschlag zur Finanztransaktionssteuer Ende September veröffentlichte die EU-Kommission einen Richtlinienvorschlag zur Einführung einer europaweiten Finanztransaktionssteuer. Diese soll alle Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten durch Finanzinstitutionen erfassen, wenn zumindest eine der beteiligten Parteien in der EU ansässig ist. Der Handel mit Anleihen und Aktien würde mit 0,1 Prozent, der mit Derivaten mit 0,01 Prozent belastet. Es handelt sich jedoch nur um Mindestsätze. Die Erträge erwartet werden zirka 57 Mrd. Euro pro Jahr würden zwischen der EU und den Mitgliedstaaten aufgeteilt werden. Begründet wurde der Vorstoß mit der Absicht, dem Finanzsektor einen fairen Beitrag zur finanziellen Konsolidierung der EU aufzuerlegen. Außerdem sei der Finanzsektor ohnehin bis heute unterbesteuert. Schließlich diene die Steuer der Vollendung des Binnenmarktes und solle in Zukunft riskante Transaktionen und hieraus resultierende Krisen verhindern. EU-Steuerkommissar Semeta wies auf die hohe Unterstützung der europäischen Bürger hin, die sich mit großer Mehrheit für eine Finanztransaktionssteuer aussprächen: In einer Umfrage hätten 61% der Befragten ihre Einführung befürwortet. Dem Projekt bläst, wie nicht anders zu erwarten, die Finanzindustrie einen harten Wind ins Gesicht. Vor allem Pensionsfonds wehren sich mit dem Argument, bestraft würden letztlich der Sparer und der kleine Investor, nicht jedoch die Banken. Die bislang vor allem von Frankreich und Deutschland befürwortete Steuer wird hauptsächlich von Großbritannien strikt abgelehnt. Streit um EU-Haushaltsplan Die Pläne der Europäischen Kommission, den EU- Haushalt im Planungszeitraum 2014 bis 2020 um rund fünf Prozent aufzustocken, sind bei acht der 27 Mitgliedstaaten der Union auf heftigen Widerstand gestoßen. Neben Deutschland sind auch Frankreich, Großbritannien, Italien und die Niederlande sowie Österreich, Finnland und Schweden der Auffassung, in Zeiten knapper Haushaltsmittel könnten den Ausgaben Europas nicht von allgemeinen Sparbemühungen ausgenommen werden. Im Europaparlament dagegen haben die Sozialdemokraten und die Grünen Widerstand gegen den Sparkurs der Mitgliedstaaten bei europäischen Ausgaben angekündigt. Seite 5
6 EUREPORT Seite 6 Autonotrufsystem ecall soll verpflichtend werden Nach einer am 8. September verabschiedeten Empfehlung der EU-Kommission (C[2011]6269) sollen ab 2015 alle neuen Modelle von PKW und leichten Nutzfahrzeugen mit dem elektronischen Notrufsystem ecall ausgerüstet werden. ecall ist ein satellitenbasiertes Notrufsystem, das bei einem Unfall automatisch über die europäische Notrufnummer 112 Kontakt mit der Notrufzentrale aufnimmt und den Rettungsdiensten den genauen Standort des Fahrzeuges übermittelt, auch wenn dessen Insassen bewusstlos sind. Auch Unfallzeugen könnten per Knopfdruck den Notruf auslösen. Die für ecall zuständige Kommissarin Neelie Kroes betonte bei der Vorstellung der Empfehlung, dass Studien belegen würden, dass durch die Einführung von ecall die Zeit bis zum Eintreffen von Notdiensten drastisch verkürzt und dadurch in der EU hunderte von Leben gerettet werden könnten. Durch das ecall -System würde sich ein Fahrzeug um weniger als 100 Euro verteuern. Ursprünglich sollte ecall flächendeckend durch freiwillige Vereinbarungen mit der Industrie eingeführt werden. Dieses Vorhaben hat sich jedoch als nicht zielführend erwiesen: Bislang sind gerade einmal 0,7 Prozent der PKW in der EU mit einem automatischen Notrufsystem ausgestattet. Die Kommission macht deshalb nun eine bereits mehrfach geäußerte Drohung wahr und strebt zur Erreichung des Ziels, die Zahl der Unfalltoten innerhalb der EU bis zum Jahr 2020 zu halbieren, eine gesetzliche Regelung an. Die konkreten Legislativvorschläge sollen Anfang 2012 präsentiert werden. Zur flächendeckenden Einführung müssten sowohl die europäische Auto- und Telekommunikationsindustrie als auch die nationalen Verwaltungen dafür sorgen, dass die Notrufzentralen über die zur Annahme und Bearbeitung von ecall-notrufen erforderliche Ausrüstung verfügen. Nach Aussage der EU-Kommission steht die Technologie hierzu bereits zur Verfügung. Auch hätten Industrie und Notrufeinrichtungen bereits EU-weite Normen vereinbart. Die Empfehlung der Kommission ist in englischer Sprache unter folgendem Link abrufbar: Aktualisierung des EU-Rechts zur Seemannsausbildung Die EU-Kommission hat am 14. September einen Vorschlag zur Aktualisierung der Richtlinie zur Ausbildung von Seeleuten (2008/106/EG) verabschiedet, um diese an die erst kürzlich überarbeiteten internationalen Vorschriften anzupassen. Die EU- Vorschriften stellen die Durchsetzung der international festgelegten Mindestanforderungen sicher. Bereits im Jahr 1978 wurde von den Vertragsstaaten der Internationalen Schifffahrts-Organisation (IMO), einer UN-Agentur, das Internationale Übereinkommen über Normen für die Ausbildung, die Erteilung von Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten (STCW-Übereinkommen) geschlossen. In diesem Übereinkommen sind die Anforderungen für die Ausbildung von Seeleuten vor allem der Offiziere - und die entsprechenden Befähigungszeugnisse geregelt. In den 1990er Jahren wurde dieses Übereinkommen erstmalig in das EU-Recht aufgenommen und bei späteren Änderungen des Übereinkommens jeweils aktualisiert. Im Jahr 2007 leitete die IMO eine umfassende Überprüfung des STCW-Übereinkommens ein, die zur Annahme einer Reihe wichtiger Änderungen - den so genannten Manila-Änderungen - führte. Diese betreffen vor allem die Aktualisierung der Anforderungen in Bezug auf die körperliche Eignung von Seeleuten (Seediensttauglichkeit), die Diensttüchtigkeit sowie den Alkoholmissbrauch, die Einführung der neuen Berufsprofile des Vollmatrosen und des Offiziers mit der Fachbefähigung in Elektrotechnik, die Einführung von Ausbildungsmaßnahmen im Bereich der Gefahrenabwehr für alle Seeleute sowie die Klärung und Vereinfachung der verschiedenen Arten von Befähigungszeugnissen. Seeleute müssen ab dem 1. Januar 2012 nach den neuen Anforderungen ausgebildet werden. Auch die Mitgliedstaaten der EU sind Vertragsparteien des STCW-Übereinkommens. Daher zielt der Vorschlag der Kommission zur Aktualisierung der Richtlinie 2008/106/EG auch darauf ab, etwaige Konflikte zwischen den Verpflichtungen aus dem internationalem Recht und dem EU-Recht für die Mitgliedstaaten zu vermeiden. Für den Seeverkehr in der EU-27 wird für die kommenden Jahre ein Wachstum vorhergesagt, der auch Folgen für die Infrastruktur, einschließlich der Häfen, ihre Anbindung an das Hinterland und das Schifffahrtsgewerbe haben wird. Auch wird insgesamt ein Wachstum der globalen Flotte erwartet. Der für den Verkehr zuständige Vizepräsident der Kommission Siim Kallas erklärte, dass es für den Seeverkehr als globalisierte Branche von vorrangiger Bedeutung sei, Mindestanforderung für die Ausbildung von Seeleuten auf internationaler Ebene festzulegen. Der verabschiedete Vorschlag zur
7 EUREPORT Aktualisierung der Richtlinie über die Ausbildung von Seeleuten wird nun das Rechtssetzungsverfahren durchlaufen und vom Europäischen Parlament und vom Rat erörtert werden. Es handelt sich hier jedoch nur um die erste einer Reihe von Maßnahmen, die die Beschäftigten im Seeverkehr betreffen. Europäischer Gerichtshof Erneutes Urteil zur Altersdiskriminierung Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat kürzlich erneut über das Vorliegen einer Benachteiligung wegen des Alters entschieden. Bereits in einem Urteil vom 21. Juli 2011 hatten die Luxemburger Richter im Fall zweier deutscher Staatsanwälte entschieden, dass eine Versetzung in den Ruhestand bei Erreichung des Regelrentenalters keine Altersdiskriminierung sei. Der EuGH hatte seinerzeit klargestellt, dass eine Ungleichbehandlung wegen des Alters hier durch legitime Ziele aus den Bereichen der Beschäftigungspolitik und des Arbeitsmarktes (ausgewogene Altersstruktur, Optimierung der Personalplanung) gerechtfertigt war (C159/10 und C-160/10, siehe hierzu EURE- PORT 7-8/2011, Seite 19). In einer jüngeren Entscheidung wurde nun deutlich, dass die Erwägungen zur Rechtmäßigkeit einer altersbedingten Kündigung keineswegs auf die Frage einer altersbedingt differenzierten Entlohnung anwendbar sind. In seinem Urteil vom 8. September 2011 hat der EuGH im Vorabentscheidungsverfahren erwartungsgemäß entschieden, dass der Bundesangestelltentarifvertrag (BAT), der die Grundvergütung nach Lebensaltersstufen bemisst, wegen Altersdiskriminierung gegen Art. 21 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union und die Richtlinie 2000/78/EG verstößt. Der BAT hatte im Land Berlin im Wesentlichen noch bis zum 31. März 2010 gegolten. Durch den jetzt geltenden Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) wurde diese Diskriminierung behoben. Darüber hinaus entschied der EuGH in diesem Urteil, dass keine Altersdiskriminierung beim Übergangstarif TVÜ- Bund vorliegt. Bei der Überleitung der Angestellten aus dem BAT in den TVöD wurde die im alten System erreichte Lebensaltersstufe im Wege der Besitzstandswahrung voll berücksichtigt, um so für die bereits in einem Beschäftigungsverhältnis stehenden Angestellten den Übergang zum neuen System ohne Einkommensverluste zu gewährleisten. Das Urteil kann unter Eingabe des Aktenzeichens C-297/10 oder C-298/10 in folgende EuGH- Suchmaske abgerufen werden: Britisches Arbeitsunfähigkeitsgeld für junge Menschen ist exportierbar Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in seinem Urteil vom 21. Juli 2011 (AZ: C-503/09) konkretisiert, in welchen Fällen das britische Arbeitsunfähigkeitsgeld für junge Menschen in das EU-Ausland exportiert werden darf, obwohl eigentlich der Wohnsitz im britischen Inland die Voraussetzung für den Bezug dieser Sozialleistung ist. Im vorliegenden Fall ist eine am Down-Syndrom leidende junge Britin mit ihren Eltern nach Spanien verzogen. Mit seiner Entscheidung stellte sich der EuGH gegen das Votum seines Generalanwalts Pedro Cruz Villalón; eine Entscheidung, die äußerst selten vorkommt. Die Klägerin hatte beim Secretary of State for Work and Pensions die Zahlung des kurzfristigen Arbeitsunfähigkeitsgeldes für junge Menschen beantragt, was jedoch mit dem Verweis auf den gewöhnlichen Aufenthalt der Klägerin im Ausland abgelehnt wurde. Die daraufhin erhobene Klage wurde abgewiesen. Im Rahmen der hiergegen eingelegten Berufung wurde geltend gemacht, dass die Weigerung der britischen Behörden, das genannte Arbeitsunfähigkeitsgeld zu zahlen, mit dem Unionsrecht unvereinbar sei. Das britische Berufungsgericht legte das Verfahren dem EuGH zur Klärung vor. Das kurzfristige Arbeitsunfähigkeitsgeld wird in Großbritannien an junge Menschen gezahlt, die arbeitsunfähig sind und zumeist nie gearbeitet haben. Es ist auf eine Anspruchsdauer von 364 Tagen begrenzt. Unter der Voraussetzung, dass die Arbeitsunfähigkeit beispielsweise wegen einer Behinderung einen dauerhaften Charakter hat, wird nach dem Ablauf der Auszahlungsdauer das kurzfristige Arbeitsunfähigkeitsgeld in ein langfristiges Arbeitsunfähigkeitsgeld auf unbeschränkte Dauer umgewandelt, welches bei weiterem Vorliegen der Voraussetzungen bis zum Renteneintritt gezahlt wird. Ein Bezug des langfristigen Arbeitsunfähigkeitsgeldes ohne den vorherigen Bezug des kurzfristigen Arbeitsunfähigkeitsgeldes ist nach britischem Recht nicht möglich. Der EuGH kam daher zu dem Schluss, dass das britische kurzfristige Arbeitsunfähigkeitsgeld für junge Menschen bei Vorliegen einer bleibenden oder dauerhaften Behinderung eine Leistung bei Invalidität im Sinne der Verordnung 1408/71 ist und somit dem Seite 7
8 EUREPORT Unionsrecht unterliegt, da es dann die Vorstufe zum Erwerb des Anspruches auf das langfristige Arbeitsunfähigkeitsgeld darstellt und diese daher trotz ihrer Anwendungsmodalitäten als eine einzige Leistung gelten. Bei Leistungen, die dem Unionsrecht unterliegen, darf die Gewährung nicht von der Voraussetzung abhängig gemacht werden, dass sich ein Antragsteller zuvor im Inland aufgehalten haben muss oder zum Zeitpunkt der Antragstellung im Inland aufhält. Der Antrag auf Gewährung des kurzfristigen Arbeitsunfähigkeitsgeldes für junge Menschen dürfe im vorliegenden Fall daher nicht mit der Begründung abgelehnt werden, dass die Voraussetzung des Aufenthaltes in Großbritannien nicht erfüllt werde. Die Europäische Kommission begrüßte die Entscheidung und sieht darin eine Bekräftigung des Status der Unionsbürgerschaft und ihrer Rechte, insbesondere des Rechts auf Freizügigkeit und den sozialen Schutz. Das Urteil kann unter Eingabe des Aktenzeichens unter folgendem Link abgerufen werden: Seite 8 Altersgrenze für Lufthansa-Piloten verworfen Die im Tarifvertrag der Deutschen Lufthansa festgelegte Altersgrenze von 60 Jahren für Piloten ist durch den Europäischen Gerichtshof mit Urteil vom 13. September (AZ: C-447/09) verworfen worden. Der Entscheidung zufolge endete das Beschäftigungsverhältnis mit Vollendung des 60. Lebensjahres, ohne dass es einer Kündigung bedurft hätte. Sowohl nach den internationalen als auch nach den deutschen Bestimmungen ist jedoch eine Altersgrenze von 65 Jahren festgelegt. Nach diesen Regelungen besteht für über 60jährige Piloten die Einschränkung, dass sie nur noch als Piloten von Flugzeugen mit gewerbsmäßiger Beförderung eingesetzt werden dürfen, wenn die Flugbesatzung aus mehreren Piloten besteht und die anderen Piloten das sechzigste Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Weitere Einschränkungen und Altersgrenzen existieren indes nicht. Der EuGH führte in seiner Entscheidung aus, dass die Gewährleistung der Sicherheit des Flugverkehrs zwar eine Ungleichbehandlung wegen des Alters rechtfertigen könne, diese aber nur unter sehr begrenzten Bedingungen erfolgen dürfe. Vor diesem Hintergrund stelle die Altersgrenze von 60 Jahren nach dem Tarifvertrag der Deutschen Lufthansa eine unverhältnismäßige Anforderung und eine Diskriminierung wegen des Alters dar. Das Verbot der Diskriminierung wegen Alters ist in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union enthalten und daher zwingendes Unionsrecht. Der EuGH hat in seinem Urteil insofern festgestellt, dass der Tarifvertrag der Deutschen Lufthansa hinsichtlich der Altersgrenze für Piloten gegen europäisches Recht verstößt. Das Urteil kann unter Angabe des Aktenzeichens unter folgendem Link abgerufen werden: pl?lang=de Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss egovernment: EWSA unterstützt Normen für Schnittstellen In seiner September-Sitzung hat das Plenum des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) sich zu der Kommissionsmitteilung Europäischer egovernment-aktionsplan / Interoperabilisierung europäischer öffentlicher Dienste geäußert (CESE/2011/1390). Berichterstatter war Raymond Hencks (Gruppe der Arbeitnehmer/Luxemburg). Der EWSA befürwortet den von der Kommission vorgelegten Aktionsplan für nachhaltige und innovative elektronische Behördendienste (KOM/2010/743 und 744). Er unterstützt ferner die Entwicklung einer gemeinsamen Vision und gemeinsamer Normen für die Schnittstellen. Dennoch betont der EWSA, dass zur Vermeidung von Verwechslungen mit Diensten anderer Art von grenzüberschreitenden öffentlichen elektronischen Behördendiensten in Europa und nicht von europäischen öffentlichen Diensten gesprochen werden sollte. Der EWSA weist ferner darauf hin, dass der Aktionsplan auf die egovernment-ministerkonferenz 2009 in Malmö zurückgehe und es somit Aufgabe der Mitgliedstaaten sei, die Einhaltung der dort eingegangenen Verpflichtungen sicherzustellen. In diesem Zusammenhang spricht sich der Ausschuss für stärker personalisierte und interaktive Dienstleistungen aus, die den Bedürfnissen und Erwartungen der Nutzer besser Rechnung tragen. Die Förderung elektronischer Behördendienste müsse mit einer Reform der Verwaltung und ihrer Beziehungen zu den Nutzern einhergehen, was insbesondere die Unterstützung der Nutzer bei der elektronischen Erledigung von behördlichen Formalitäten betreffe, um die digitale Gesellschaft allen Bevölkerungsgruppen auch den benachteiligten zugänglich zu machen. Der Ausschuss weist darauf hin, dass die Inte-

References: EuGH 
 EuGH 
 Art. 21
 EuGH 
 EuGH 
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