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Timestamp: 2019-03-21 02:22:09+00:00

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BVerfG, 14.10.1975 - 1 BvL 35/70, 1 BvR 307/71, 1 BvR 61/73, 1 BvR 255/73, 1 BvR... - dejure.org
BVerfG, 14.10.1975 - 1 BvL 35/70, 1 BvR 307/71, 1 BvR 61/73, 1 BvR 255/73, 1 BvR 195/75
Art. 12 GG, Stufentheorie, objektive Zulassungsschranke
VG Frankfurt/Main, 01.12.1970 - VI/2-E-32/69
VG Aachen, 08.12.1971 - 3 K 284/71
AG Würzburg, 16.06.1972 - 1 OWi 277/72
BayObLG, 13.11.1972 - RReg. 4 St 525/72
OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 16.04.1975 - VII OVG - A 65/75
BVerfGE 40, 196
NJW 1976, 179
Für die Bestimmung von Zweck und Ausmaß einer gesetzlichen Ermächtigung kommt es maßgebend auf den Willen des Gesetzgebers an, wie er sich aus dem Wortlaut der Ermächtigungsnorm und dem Sinnzusammenhang der Norm ergibt (BVerfGE 40, 196/230 m. w. N.).
Das haben sowohl das Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 40, 196 [232]) als auch der Senat (BVerwGE 51, 235 [241 f.]) gerade im Zusammenhang mit der Vorschrift des § 9 Abs. 2 Satz 2 GüKG zum Ausdruck gebracht.
Die Kontingentierung des Güterfernverkehrs ist eine mit Art. 12 Abs. 1 GG vereinbare objektive Zulassungssperre zum Beruf (BVerfG, Beschluß vom 14. Oktober 1975 - 1 BvL 35/70 u.a. - BVerfGE 40, 196 ff.).
Aus der Berufsfreiheit und dem allgemeinen Gleichheitssatz ist ein Recht auf chancengleiche Teilhabe am Wettbewerb herzuleiten (BVerfG, Beschluss vom 14. Oktober 1975 - 1 BvL 35/70, 1 BvR 307/71 u.a. - BVerfGE 40, 196 ; BVerwG, Urteile vom 2. September 1983 - BVerwG 7 C 97.81 - Buchholz 442.03 § 9 GüKG Nr. 13 S. 14 …und vom 25. September 2008 - BVerwG 3 C 35.07 - BVerwGE 132, 64 = Buchholz 451.74 § 8 KHG Nr. 16 Rn. 30).
Die Einschätzung wäre nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, dem sich das Landesverfassungsgericht anschließt, nur dann verfassungsrechtlich zu beanstanden, wenn nach den dem Gesetzgeber bekannten Tatsachen und im Hinblick auf bereits vorliegende Erfahrungen festgestellt werden könnte, dass alternativ mögliche Beschränkungen mit geringerer Belastung der Betroffenen gleich wirksam wären (BVerfG, Beschl. v. 18.12.1968 - 1 BvL 5, 14/64, 5, 11, 12/65 -, BVerfGE 25, 1 [12, 19 f.]; Beschl. v. 14.10.1975 - 1 BvL 35/70, 1 BvR 307/71, 61, 255/73, 195/75 -, BVerfGE 40, 196 [223]; Beschl. v. 06.10.1987 - 1 BvR 1086, 1486, 1623/82 -, BVerfGE 77, 84 [106]).
Die Chancengleichheit der Bewerber ist wesentlich berührt und würde nicht mehr bestehen, wenn die Übertragung von Genehmigungen zum regellosen Handelsobjekt mit erheblichen Preisen gemacht werden kann, wie dies bisher offenbar geschehen ist (vgl. BVerfGE 40, 196 [232]).
Insoweit unterscheidet sich die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs von der des Bundesverfassungsgerichts (Beschl. v. 18.12.1968 - 1 BvL 5/64 u.a. -, BVerfGE 25, 1; Beschl. v. 14.10.1975 - 1 BvL 35/70 u.a. -, BVerfGE 40, 196; Beschl. v. 06.10.1987 - 1 BvR 1086/82 u.a. -, BVerfGE 77, 84; Beschl. v. 19.07.2000 - 1 BvR 539/96 - BVerfGE 102, 197 …und Urt. v. 28.03.2006, a.a.O.), das die Last, die gesetzgeberischen Einschätzungen zu widerlegen und zu entkräften, im Rahmen der Verhältnismäßigkeitsprüfung dem Gericht auferlegt (zu diesem Unterschied Bungenberg, DVBl. 2005, 1405 [1410, 1411]; zum Unterschied zwischen EuGH und EFTA-Gerichtshof in diesem Punkt Winkelmüller, GewArch 2007, 235 [237]).
Schließlich muss sich der Gesetzgeber um eine flexible Gestaltung des Marktsystems und, "wo immer der Markt es erlaubt", auch um die Eröffnung des Zugangs zum Markt bemühen (Beschl. v. 14.10.1975, a.a.O.).
Hängt die Aufnahme des Berufs eines leistungsfähigen und zuverlässigen Krankentransportunternehmers davon ab, daß sich die Behörde überhaupt dazu entschließt, die Durchführung des Rettungsdienstes durch Private wahrnehmen zu lassen, und steht es in ihrem Ermessen, ob sie gerade den Klägern die Durchführung überträgt, liegt es also letztlich nicht bei den Privaten, ob sie die Bedingungen für die Aufnahme des Berufs erfüllen, so lassen sich diese objektiven Zulassungsvoraussetzungen nur rechtfertigen, wenn sie unentbehrlich sind, um ernste Gefahren für wichtige Gemeinschaftsgüter abzuwehren (vgl. BVerfG, Beschluß vom 8. Juni 1960 - 1 BvL 53/55, 16, 31, 53/56, 7, 18, 24/57 - BVerfGE 11, 168; Urteil vom 4. April 1967 - 1 BvR 126/65 - BVerfGE 21, 245, [BVerfG 04.04.1967 - 1 BvR 126/65]; Beschluß vom 14. Oktober 1975 - 1 BvL 35/70, 1 BvR 307/71, 61, 255/73 und 195/75 - BVerfGE 40, 196).
Die Wirtschaftlichkeit der Krankentransporte und mit ihr die Gewährleistung seiner Funktionsfähigkeit dienen dem Schütze hochrangiger Gemeinschaftsgüter (vgl. die verfassungsrechtliche Zulässigkeit objektiver Schranken der Berufswahl zum Schütze der Deutschen Bundesbahn BVerfG, Beschluß vom 14. Oktober 1975 - 1 BvL 35/70, 1 BvR 307/71, 61, 255/73 und 195/75 - BVerfGE 40, 196, ).
Dies hat das BVerfG speziell für den Beruf des Steuerberaters mehrfach entschieden (vgl BVerfGE 40, 196, 218 f; 59, 302, 315 f: 75, 246, 265).
Insoweit unterscheidet sich die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs von der des Bundesverfassungsgerichts (Beschl. v. 18.12.1968 - 1 BvL 5/64 u.a. -, BVerfGE 25, 1; Beschl. v. 14.10.1975 - 1 BvL 35/70 u.a. -, BVerfGE 40, 196; Beschl. v. 06.10.1987 - 1 BvR 1086/82 u.a. -, BVerfGE 77, 84; Beschl. v. 19.07.2000 - 1 BvR 539/96 - BVerfGE 102, 197 …und Urt. v. 28.03.2006, a.a.O.), das die Last, die gesetzgeberischen Einschätzungen zu widerlegen und zu entkräften, im Rahmen der Verhältnismäßigkeitsprüfung dem Gericht auferlegt (zu diesem Unterschied Bungenberg, DVBl. 2005, 1405 (1410, 1411); zum Unterschied zwischen EuGH und EFTA-Gerichtshof in diesem Punkt Winkelmüller, GewArch 2007, 235 (237)).

References: Art. 12
 § 9
 Art. 12
 § 9
 § 8
 EuGH 
 EuGH