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Timestamp: 2016-10-21 16:46:59+00:00

Document:
6P.107/2005 (03.02.2006)
6P.107/2005
6S.316/2005 /zga
6S.316/2005
Urkundenf�lschung (Falschbeurkundung)
Art. 19 BV (Strafverfahren; rechtliches Geh�r),
Nichtigkeitsbeschwerde (6S.316/2005) und Staatsrechtliche Beschwerde (6P.107/2005) gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Luzern, II. Kammer, vom 26. April 2005.
Das Kriminalgericht des Kantons Luzern erkl�rte X.________ mit Urteil vom 4. Dezember 2003 der Urkundenf�lschung (Falschbeurkundung) gem�ss Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig und verurteilte ihn zu 7 Monaten Gef�ngnis mit bedingtem Strafvollzug bei einer Probezeit von 2 Jahren. Von der Anklage der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung sprach es ihn frei. S�mtliche Gesch�digten verwies es mit ihren Zivilforderungen an den Zivilrichter. Auf Appellation des Beurteilten hin best�tigte das Obergericht des Kantons Luzern am 26. April 2005 das erstinstanzliche Urteil.
X.________ f�hrt sowohl staatsrechtliche Beschwerde als auch eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde, mit denen er je beantragt, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Ferner ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Erteilung der aufschiebenden Wirkung f�r seine Beschwerde.
Das Obergericht des Kantons Luzern beantragt in seinen Gegenbemerkungen die Abweisung der Beschwerden, soweit darauf einzutreten sei. Vernehmlassungen wurden nicht eingeholt.
Der Beschwerdef�hrer r�gt mit staatsrechtlicher Beschwerde im Wesentlichen eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r, weil das Obergericht seine Beweisantr�ge auf Einvernahme des Revisors als Zeuge und auf Einholung eines Gutachtens abgewiesen hat. Er macht geltend, die von den kantonalen Instanzen beanstandete Vorgehensweise bei der Buchf�hrung sei mit der Revisionsstelle abgesprochen gewesen. Er habe daher ohne Vorsatz gehandelt. Mit Nichtigkeitsbeschwerde wendet er sich gegen die Auffassung der Vorinstanz, er habe f�r das Gesch�ftsjahr 1996 eine unwahre Jahresrechnung und Bilanz erstellt und damit den Tatbestand der Falschbeurkundung erf�llt. In diesem Zusammenhang bringt er in erster Linie vor, die von der Brokerfirma an die Verm�gensverwaltungsgesellschaft zur�ckgeflossenen Retrozessionen h�tten in der Handelsbilanz nicht aufgef�hrt werden m�ssen.
Bevor die Frage, ob der Beschwerdef�hrer mit Vorsatz gehandelt hat, zu beantworten ist, muss zuerst gekl�rt werden, ob sein Verhalten objektiv �berhaupt den Tatbestand der Falschbeurkundung erf�llt. W�re dies zu verneinen, entfiele die Notwendigkeit f�r die Pr�fung des subjektiven Tatbestands und somit auch der in diesem Zusammenhang in der staatsrechtlichen Beschwerde erhobenen R�ge der Verletzung des rechtlichen Geh�rs. Es rechtfertigt sich aus diesem Grund, die Nichtigkeitsbeschwerde im vorliegenden Fall zuerst zu behandeln.
Die Nichtigkeitsbeschwerde kann nur damit begr�ndet werden, dass die angefochtene Entscheidung eidgen�ssisches Recht verletze (Art. 269 Abs. 1 BStP). Ausf�hrungen, die sich gegen die tats�chlichen Feststellungen des Entscheides richten, sowie das Vorbringen neuer Tatsachen sind unzul�ssig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Der Kassationshof ist im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde an den von der kantonalen Beh�rde festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Soweit der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz habe zu Unrecht Vorsatz angenommen (Nichtigkeitsbeschwerde S. 10 f.), richtet sich seine Beschwerde gegen die tats�chlichen Feststellungen (vgl. BGE 130 IV 58 E. 8.5). Insofern kann auf seine Nichtigkeitsbeschwerde nicht eingetreten werden.
3.1 Nach den verbindlichen Feststellungen (Art. 277bis Abs. 1 BStP) der Vorinstanz gr�ndeten A.________ und B.________ im Jahre 1994 die Verm�gensverwaltungsgesellschaft C.________ AG. Diese akquirierte und sammelte Anlagegelder von Kunden, um sie mit Hebelwirkung 1:10 im Devisenhandel einzusetzen. Die Akquisition erfolgte haupts�chlich durch Telefonkontakte.
Mit Vertrag vom 1. November 1995 wurde der Beschwerdef�hrer von A.________ und B.________ mit dem Aufbau und der F�hrung der Finanzbuchhaltung der C.________ AG beauftragt. An der ordentlichen Generalversammlung vom 9. August 1996 wurde er als Mitglied ohne Unterschriftsberechtigung in den Verwaltungsrat der C.________ AG gew�hlt. In dieser Funktion war er f�r die Buchf�hrung und die Jahresrechnung f�r das Jahr 1996 der Gesellschaft mitverantwortlich.
3.2 Im Einzelnen nimmt die Vorinstanz in diesem Zusammenhang an, die Kunden h�tten mit der C.________ AG einen Verwaltungsauftrag vereinbart und dieser die Vollmacht erteilt, in ihrem Namen bei der D.________ AG, die als Brokerin aufgetreten sei und f�r welche die C.________ AG als Vermittlerin gearbeitet habe, eine Handelslinie zu verwalten und zu betreuen. Dabei habe die C.________ AG als fiduziarische Verm�gensverwalterin gehandelt. Die C.________ AG habe von den Kunden f�r ihre Vermittlerdienste von jeder Kapitaleinzahlung eine j�hrliche Verwaltungsgeb�hr bis zu 15 % des einbezahlten Betrages, welche vom eingesetzten Kapital abgezogen wurde, bevor dieses als Marge im Devisenhandel eingesetzt wurde, und eine Erfolgsbeteiligung von 10 % auf dem j�hrlichen Nettogewinn erhoben. Zudem h�tten die Kunden der D.________ AG als Brokerin pro Devisengesch�ft eine Kommission zu entrichten gehabt. Die beiden Gesellschaften h�tten die Verwaltungsgeb�hren und die Kommissionen bezogen, indem sie den Kurs um die H�he der Geb�hren und Kommissionen gegen�ber den Kunden schlechter gestellt h�tten (angefochtenes Urteil S. 10; erstinstanzliches Urteil S. 5, 12 ff.).
3.3 Die Vorinstanz stellt weiter fest, die C.________ AG habe von der D.________ AG einerseits die einkassierten Verwaltungsgeb�hren erhalten. Andererseits habe die D.________ AG der C.________ AG gest�tzt auf eine Vereinbarung �ber die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gesellschaften (Untersuchungsakten Ordner UR 4a I 4 act. 43) f�r jedes Devisengesch�ft, das sie f�r Kunden der C.________ AG ausf�hrte, in Form von sog. Retrozessionen einen Anteil der Kommissionen zur�ckerstattet. Die C.________ AG habe ihre Kunden �ber den Bezug dieser Retrozessionen nie aufgekl�rt. In der Jahresrechnung 1995 sei keine Ausscheidung zwischen den Retrozessionen und den Verwaltungsgeb�hren erfolgt. Es seien lediglich die Gesamtertr�ge aus dem Devisenhandel verbucht worden. In der Buchhaltung 1996 seien bis zum M�rz 1996 ebenfalls keine Ausscheidungen vorgenommen worden. Erst ab Mitte 1996 seien Gutschriften aus Retrozessionen verbucht worden. Diese seien auf ein Bankkonto der C.________ AG bei der E.________-Bank �berwiesen worden.
Im Zeitraum von Dezember 1994 bis Juni 1997 h�tten die Retrozessionen insgesamt rund 4,2 Mio. Franken ausgemacht. Ein grosser Teil dieser Retrozessionen im Umfang von rund 2,5 Mio. Franken sei jedoch nicht der C.________ AG zugekommen, sondern sei von A.________ und B.________ �ber private Bankkonten in Liechtenstein f�r eigene Bed�rfnisse abgezweigt worden (angefochtenes Urteil S. 7; erstinstanzliches Urteil S. 5 f., 12 ff.).
3.4 In diesem Zusammenhang wird dem Beschwerdef�hrer vorgeworfen, er habe als Buchhalter der C.________ AG f�r das Gesch�ftsjahr 1996 eine unwahre Jahresrechnung und Bilanz erstellt, indem er die an die C.________ AG ausgesch�tteten Retrozessionen nur teilweise verbucht und namentlich zwei auf den Namen der C.________ AG lautende Konti bei der F.________-Bank, auf welchen die von der D.________ AG ausgerichteten Retrozessionen gutgeschrieben waren, verheimlicht habe. Ausserdem habe er die von B.________ und A.________ privat bezogenen Retrozessionen �berhaupt nicht erfasst (angefochtenes Urteil S. 11; erstinstanzliches Urteil S. 21).
4.1 Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, der Beschwerdef�hrer habe als verantwortlicher Verwaltungsrat und Finanzbuchhalter in der Bilanz und der Jahresrechnung der C.________ AG nicht die wahren Schuld- und Forderungsverh�ltnisse wiedergegeben und dadurch den Tatbestand der Falschbeurkundung erf�llt. Im Einzelnen nimmt sie unter Verweisung auf das erstinstanzliche Urteil an, die C.________ AG sei gem�ss Art. 958 ff. OR buchf�hrungspflichtig gewesen. Die Retrozessionen h�tten als Kommissionsertrag der C.________ AG in einem Aktivkonto verbucht werden m�ssen, selbst wenn sie nur als treuh�nderisch verwaltete Gelder auf so genannten Durchlaufskonti in der Bilanz erschienen w�ren. Diese h�tten dann als Forderungen der Kunden gegen�ber der C.________ AG als Passivposten verbucht werden m�ssen. Die R�ckerstattungen h�tten in der Jahresrechnung aber auch dann aufgef�hrt werden m�ssen, wenn sie, wie der Beschwerdef�hrer offenbar angenommen habe, B.________ und A.________ privat zugestanden h�tten, da sie erkennbar im Rahmen der gesch�ftlichen T�tigkeit der C.________ AG angefallen seien. Buchungspflichtig seien schliesslich auch die Firmenkonten gewesen, welche die C.________ AG in der Zeit vom 9. Oktober 1995 bis zum 7. April 1997 auf ihren Namen bei der F.________-Bank in Vaduz gehalten habe und auf welche die von der D.________ AG ausgerichteten Retrozessionen gutgeschrieben worden seien. Damit habe der Beschwerdef�hrer den Tatbestand der Falschbeurkundung objektiv erf�llt (angefochtenes Urteil S. 12 ff.; erstinstanzliches Urteil S. 24).
Erf�llt sei auch der subjektive Tatbestand. Der Beschwerdef�hrer sei bez�glich der Retrozessionen von B.________ und A.________ ins Vertrauen gezogen worden und habe daher gewusst, dass die D.________ AG Retrozessionen auf Konti der C.________ AG bzw. auf Konti von B.________ und A.________ bei der F.________-Bank �berwiesen habe. Er habe am 20. November 1996 gar eine Zusammenstellung �ber die privat bezogenen Retrozessionen angefertigt. Er habe die Retrozessionen aber in der Buchhaltung der C.________ AG als Aktiv- und Passivposten nicht aufgef�hrt. Diese seien aber auch nicht in der Kundenbuchhaltung als Kundenguthaben verbucht worden, woraus sich ergebe, dass sie nicht zu den Kundengeldern hinzugerechnet worden seien (angefochtenes Urteil S. 13 ff.; erstinstanzliches Urteil S. 23 f.).
4.2.1 Der Beschwerdef�hrer stellt sich auf den Standpunkt, die Retrozessionen h�tten zum Kundengeld bzw. Treugut geh�rt, so dass die von A.________ und B.________ privat bezogenen Gelder und die beiden erw�hnten Konti der C.________ AG bei der F.________-Bank in der Buchhaltung und der Bilanz der C.________ AG nicht eigens h�tten aufgef�hrt werden m�ssen (Nichtigkeitsbeschwerde S. 4 Ziff. 4).
Im Einzelnen macht er geltend, die Rechnungslegung der C.________ AG habe ein gesetzeskonformes Bild der Situation gezeigt. Intern sei eine vom Hauptbuch getrennte Kundenbuchhaltung gef�hrt worden. Handelsrechtlich habe f�r die treuh�nderisch verwalteten Gelder keine Bilanzierungspflicht bestanden. Bei einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise ergebe sich, dass die Gelder der Kunden nie zum Verm�gen der C.________ AG geh�rt h�tten. Die Gelder seien f�r die Kunden �ber die C.________ AG zur D.________ AG und - soweit die Kunden ihren Herausgabeanspruch geltend gemacht h�tten - von dieser wieder zu jenen zur�ck geflossen. In diesem Sinne seien die Retrozessionen auch kein Ertrag f�r einen Aufwand der C.________ AG gewesen.
Die Rechnungslegung der C.________ AG sei korrekt und �bersichtlich und entspreche den gesetzlichen Vorschriften. Sie enthalte namentlich keine unwahren Angaben. Dies gelte auch hinsichtlich der beiden Konti bei der F.________-Bank. Diese seien Durchlaufkonti gewesen, auf denen die Kundengelder zur�ckbezahlt worden seien (Nichtigkeitsbeschwerde S. 5 ff.).
4.2.2 Eventualiter bringt der Beschwerdef�hrer vor, er sei einem Rechtsirrtum gem�ss Art. 20 StGB erlegen. Die Rechnungslegung sei in Absprache mit der Revisionsstelle erfolgt. Es habe Einigkeit dar�ber geherrscht, dass die Kundengelder treuh�nderisch entgegengenommen worden seien und dass die C.________ AG eine Kundenbuchhaltung habe f�hren m�ssen, dass aber eine handelsrechtliche Bilanzierung nicht erforderlich sei. Diese Ansicht st�tze sich auf das Handbuch f�r Wirtschaftspr�fung und sei von einem Rechtsanwalt f�r richtig befunden worden. Er habe zu jenem Zeitpunkt nicht gewusst, dass die Retrozessionen den Kunden zugestanden h�tten. Es habe ihm daher jegliches Unrechtsbewusstsein gefehlt (Nichtigkeitsbeschwerde S. 9 f.).
5.1 Gem�ss Art. 251 Ziff. 1 StGB macht sich der Urkundenf�lschung schuldig, wer in der Absicht, jemanden am Verm�gen oder an andern Rechten zu sch�digen oder sich oder einem andern einen unrechtm�ssigen Vorteil zu verschaffen, eine Urkunde f�lscht oder verf�lscht, die echte Unterschrift oder das echte Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde ben�tzt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden l�sst.
Die Tatbest�nde des Urkundenstrafrechts sch�tzen das Vertrauen, welches im Rechtsverkehr einer Urkunde als einem Beweismittel entgegengebracht wird. Mittel zum Beweis kann nur sein, was generell geeignet ist, Beweis zu erbringen. Als Urkunden gelten deshalb unter anderem nur Schriften, die bestimmt und geeignet sind, eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen (Art. 110 Ziff. 5 Abs. 1 StGB).
Die Falschbeurkundung betrifft die Errichtung einer echten, aber unwahren Urkunde, bei der also der wirkliche und der in der Urkunde enthaltene Sachverhalt nicht �bereinstimmen. Die Falschbeurkundung erfordert eine qualifizierte schriftliche L�ge. Eine solche nimmt die Rechtsprechung nur an, wenn der Urkunde eine erh�hte Glaubw�rdigkeit zukommt und der Adressat ihr daher ein besonderes Vertrauen entgegenbringt. Dies ist der Fall, wenn allgemein g�ltige objektive Garantien die Wahrheit der Erkl�rung gegen�ber Dritten gew�hrleisten, wie sie unter anderem in der Pr�fungspflicht einer Urkundsperson oder in gesetzlichen Bestimmungen �ber die ordnungsgem�sse Rechnungslegung des Aktienrechts in Art. 662a ff. OR und in den Bilanzvorschriften in Art. 958 ff. OR liegen, die gerade den Inhalt bestimmter Schriftst�cke n�her festlegen. Blosse Erfahrungsregeln hinsichtlich der Glaubw�rdigkeit irgendwelcher schriftlicher �usserungen gen�gen dagegen nicht, m�gen sie auch zur Folge haben, dass sich der Gesch�ftsverkehr in gewissem Umfang auf entsprechende Angaben verl�sst (BGE 117 IV 35 E. 1; zuletzt BGE 6P.51/2005 vom 30.11.2005 E. 8.1; 129 IV 130 E. 2.1, je mit Hinweisen.
Nach st�ndiger Rechtsprechung wird der kaufm�nnischen Buchf�hrung und ihren Bestandteilen bez�glich der in ihnen aufgezeichneten wirtschaftlichen Sachverhalte kraft Gesetzes (Art. 957 OR) Wahrheitsgarantie zuerkannt. Die Buchhaltung muss ein genaues und vollst�ndiges Bild der tats�chlichen wirtschaftlichen Lage vermitteln. Eine falsche Buchung erf�llt den Tatbestand der Falschbeurkundung, wenn sie ein falsches Gesamtbild der Buchf�hrung zeichnet und dabei Buchungsvorschriften und -grunds�tze verletzt, die errichtet worden sind, um die Wahrheit der Erkl�rung und damit die erh�hte Glaubw�rdigkeit der Buchf�hrung zu gew�hrleisten. Blosse Verst�sse gegen zivilrechtliche Buchungsvorschriften gen�gen jedoch nicht (BGE 6P.51/2005 vom 30.11.2005 E. 8.1; 129 IV 130 E. 2.2 und 2.3, je mit Hinweisen).
5.2 Im Bankgesch�ft wird von Retrozessionen (Kick-backs) gesprochen, wenn die Bank dem Verm�gensverwalter gest�tzt auf eine Vereinbarung von ihrem Kommissionsertrag aus den von ihm aufgegebenen B�rsengesch�ften einen Teil �berl�sst. Die Retrozession erfolgt zu Lasten des Ertragskontos der Bank. Es handelt sich um Gegenleistungen f�r vom Verm�gensverwalter erbrachte Leistungen. Sie ergeben sich in erster Linie daraus, dass er der Bank Kundengelder zuf�hrt und B�rsengesch�fte veranlasst (Werner de Capitani, Retrozessionen an externe Verm�gensverwalter, in: Freiheit und Ordnung im Kapitalmarktrecht: Festgabe f�r Jean-Paul Chapuis Z�rich 1998, S. 28 Rz 9 f.; erstinstanzliches Urteil S. 16 f.).
5.3.1 Die Vorinstanz f�hrt zun�chst zutreffend aus, dem Beschwerdef�hrer werde nicht zum Vorwurf gemacht, wie die Treuhandgesch�fte als Ausserbilanzgesch�fte in der Buchf�hrung der C.________ AG behandelt wurden. Wie die von den Kunden der C.________ AG anvertrauten Verm�genswerte beim Treuh�nder handelsrechtlich zu verbuchen sind, ist daher im vorliegenden Zusammenhang ohne Bedeutung. Was der Beschwerdef�hrer in dieser Hinsicht vortr�gt, geht an der Sache vorbei (vgl. Nichtigkeitsbeschwerde S. 5).
Zu beurteilen ist allein, ob die von der D.________ AG an die C.________ AG ausgesch�tteten Retrozessionen in der Jahresrechnung der C.________ AG h�tten aufgef�hrt werden m�ssen. Dies hat die Vorinstanz zu Recht angenommen. Dabei geht sie zutreffend davon aus, die von der D.________ AG �berwiesenen Gelder seien als Ertrag der C.________ AG aus den Ausserbilanzgesch�ften zu w�rdigen (angefochtenes Urteil S. 12; Gegenbemerkungen S. 2).
5.3.2 Im zu beurteilenden Fall wurden die Retrozessionen aufgrund der Vereinbarung �ber die Zusammenarbeit der beiden Gesellschaften von der D.________ AG an die C.________ AG als Vermittlerin von Kundengeldern ausgerichtet. Sie stellten kein Treugut der Kunden dar und wurden diesem auch nicht entnommen (vgl. hiezu Urteil des Kassationshofs 6S.709/2000 vom 26.5.2003 E. 5.3.2), sondern flossen als Ertrag aus den Anlagesch�ften aus dem Verm�gen des Brokers an die C.________ AG.
Die Vorinstanz geht unter Verweisung auf das erstinstanzliche Urteil davon aus, die C.________ AG habe nach Art. 400 Abs. 1 OR gegen�ber ihren Kunden eine Rechenschafts- und Herausgabepflicht �ber s�mtliche ihr aufgrund ihrer Gesch�ftsf�hrung zugekommenen Verg�tungen, mithin auch �ber die Retrozessionen, getroffen (angefochtenes Urteil S. 11; erstinstanzliches Urteil S. 17). Dass der Beauftragte mangels anderer Abrede gem�ss Art. 400 Abs. 1 OR alles, was er in Erf�llung des Auftrages erhalten hat, namentlich etwa Preisnachl�sse, Provisionen oder Sonderverg�tungen, an den Auftraggeber herausgeben muss, trifft zu (vgl. Walter Fellmann, Berner Kommentar, N 127 f., 131 zu Art. 400 OR). Ob hierunter auch der von der D.________ AG an die C.________ AG weitergeleitete Teil ihrer Kommissionen f�llt, auf welche die C.________ AG gegen�ber der D.________ AG aufgrund der mit dieser getroffenen Vereinbarung �ber die Zusammenarbeit Anspruch hatte, muss hier nicht gepr�ft werden. Denn die Betr�ge h�tten so oder anders in der Rechnungslegung als Kommissionsertrag in einem Aktivkonto verbucht werden m�ssen. Gegebenenfalls h�tten die Forderungen der Kunden auf R�ckerstattung der Gelder als Passivposten aufgef�hrt werden m�ssen. Eine Verrechnung der beiden Positionen war aufgrund des Verrechnungsverbots (Art. 662a Abs. 2 Ziff. 6 OR) ausgeschlossen (angefochtenes Urteil S. 13).
Der Beschwerdef�hrer macht nicht geltend, er habe zum damaligen Zeitpunkt angenommen, die Retrozessionen st�nden den Kunden zu. Sie wurden denn auch in der Kundenbuchhaltung nicht aufgef�hrt. Er bringt vielmehr vor, er sei davon ausgegangen, die von der D.________ AG ausgerichteten Betr�ge h�tten B.________ und A.________ zugestanden (Nichtigkeitsbeschwerde S. 6; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 24). In diesem Fall w�ren die Gelder aber, wie die erste Instanz zutreffend ausf�hrt (erstinstanzliches Urteil S. 24), f�r ihn ebenfalls erkennbar im Rahmen der gesch�ftlichen T�tigkeit der C.________ AG angefallen und in der Jahresrechnung aufzuf�hren gewesen. Dies entspricht auch der von der C.________ AG mit der D.________ AG getroffenen Vereinbarung �ber die Zusammenarbeit (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 24 E. 3.2.5; Untersuchungsakten Ordner UR 4a I 4 act. 43), nach welcher die ausgesch�tteten Retrozessionen der C.________ AG zustanden.
Wenn die Bezahlung der Retrozessionen durch die D.________ AG korrekt als gesch�ftsrelevante Vorg�nge in der Bilanz und Jahresrechnung der C.________ AG erfasst worden w�re, so w�ren, wie die Vorinstanz zutreffend ausf�hrt (angefochtenes Urteil S. 14), die R�ckverg�tungen und der Umstand, dass diese zu einem grossen Teil an B.________ und A.________ flossen, offenkundig geworden. Durch die Unterlassung der korrekten Verbuchung der Gelder verschleierte er somit diese Privatbez�ge zu Lasten der C.________ AG und deren Kunden (angefochtenes Urteil S. 15; erstinstanzliches Urteil S. 25).
Die Buchf�hrung der C.________ AG zeigte daher ein unvollst�ndiges, und damit falsches Bild. Indem der Beschwerdef�hrer die teils privat an B.________ und A.________ �ber Konti in Liechtenstein, teils auf zwei Konten der C.________ AG in Liechtenstein ausbezahlten Retrozessionen nirgends erfasst hat, hat er den Tatbestand der Falschbeurkundung erf�llt. Das angefochtene Urteil verletzt daher kein Bundesrecht. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegr�ndet.
Unbegr�ndet ist die Beschwerde auch, soweit der Beschwerdef�hrer einen Rechtsirrtum geltend macht (Nichtigkeitsbeschwerde S. 9 f.).
6.1 Gem�ss Art. 20 StGB kann der Richter die Strafe nach freiem Ermessen mildern oder von einer Bestrafung Umgang nehmen, wenn der T�ter aus zureichenden Gr�nden angenommen hat, er sei zur Tat berechtigt. Vermeidbar ist ein Verbotsirrtum regelm�ssig, wenn der T�ter selbst an der Rechtm�ssigkeit seines Verhaltens zweifelte oder h�tte Zweifel haben m�ssen (BGE 129 IV 6 E. 4.1).
6.2 Der blosse Umstand, dass der Beschwerdef�hrer die Buchf�hrung hinsichtlich der treuh�nderisch entgegengenommenen Kundengelder mit der Revisionsstelle abgesprochen hat, begr�ndet kein mangelndes Unrechtsbewusstsein, zumal diese Frage mit dem Problem der Erfassung der an die C.________ AG geflossenen Retrozessionen nichts zu tun hat. Dass der Beschwerdef�hrer im �brigen tats�chlich Zweifel an der Rechtm�ssigkeit der Verheimlichung der Konten hatte, ergibt sich daraus, dass er diesbez�glich gegen�ber A.________ und B.________ offenbar erhebliche Bedenken ge�ussert hat (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 15 Ziff. 2.1.8 und 20 Ziff. 2.2.6 a.E.).
8.1 In der staatsrechtlichen Beschwerde r�gt der Beschwerdef�hrer eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r. Er habe vor Obergericht die Antr�ge gestellt, Herr G.________ von der G.________ Treuhand AG, der Revisionsstelle der C.________ AG, sei als Zeuge einzuvernehmen und es sei eventualiter ein Gutachten �ber die beanstandete Buchf�hrung einzuholen. Der Zeuge h�tte dar�ber Auskunft erteilen k�nnen, dass die Jahresrechnung nach Auffassung der Revisionsstelle korrekt und gesetzeskonform gef�hrt gewesen sei und dass alle Entscheide zur konkreten Rechnungsgrundlage mit ihm abgesprochen worden seien. Diese Aussagen w�ren auch im Hinblick auf die Beurteilung des Vorsatzes von Bedeutung gewesen. Die Expertise sei beantragt worden, weil zur Beurteilung des Sachverhalts besondere Fachkenntnisse erforderlich seien. Beide Antr�ge habe das Obergericht abgewiesen, wobei es die Abweisung des Eventualantrags nicht begr�ndet habe (staatsrechtliche Beschwerde S. 4 ff.).
8.2 Das Obergericht f�hrt aus, die nachtr�gliche Einvernahme des Revisors, der im Verlauf der Strafuntersuchung nicht befragt worden sei, er�brige sich. Denn selbst wenn die Bilanzierung des Aktivpostens "Bestand Kundeneinzahlung" und "Durchlaufskonto Broker und Verwalter" auf Empfehlung des Revisors in der Bilanz per 31. Dezember 1996 eingef�hrt worden w�re, k�nnte sich der Beschwerdef�hrer von seiner strafrechtlichen Verantwortlichkeit nicht entlasten. In der Kundenbuchhaltung seien zwar die Positionen und Verwaltungskosten der C.________ AG von den Kundengeldern abgebucht, die Retrozession aber nicht als Kundenguthaben verbucht worden. Im Zeitpunkt, als die Buchhaltung der C.________ AG erstellt worden sei, habe der Beschwerdef�hrer detailliert Kenntnis �ber die von der D.________ AG ausbezahlten Retrozessionen auf die Konten der C.________ AG bei der F.________-Bank, aber auch �ber die Bez�ge von B.________ und A.________ gehabt. Die Retrozessionen seien also vom Beschwerdef�hrer weder in der Buchhaltung der C.________ AG als Aktiv- und Passivposten noch in der Kundenbuchhaltung als Kundenguthaben verbucht worden (angefochtenes Urteil S. 6, 13 f.).
9.1 Der Anspruch auf rechtliches Geh�r gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV umfasst u.a. das Recht des Betroffenen, mit erheblichen Beweisantr�gen geh�rt zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu �ussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 126 I 15 E. 2a/aa; 124 I 49 E. 3a und 241 E. 2 je mit Hinweisen). Der Richter muss somit rechtzeitig und formrichtig angebotene erhebliche Beweismittel abnehmen (BGE 122 I 53 E. 4a mit Hinweisen). Dies verwehrt es ihm indes nicht, einen Beweisantrag abzulehnen, wenn er in willk�rfreier W�rdigung der bereits abgenommenen Beweise zur �berzeugung gelangt, der rechtlich erhebliche Sachverhalt sei gen�gend abgekl�rt, und er �berdies in willk�rfreier antizipierter W�rdigung der zus�tzlich beantragten Beweise zur Auffassung gelangen durfte, weitere Beweisvorkehren w�rden an der W�rdigung der bereits abgenommenen Beweise voraussichtlich nichts mehr �ndern (BGE 131 I 153 E. 3; 124 I 208 E. 4a, je mit Hinweisen).
Aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV (Art. 4 aBV) garantierten Anspruch auf rechtliches Geh�r folgt die Pflicht der Beh�rden, ihren Entscheid zu begr�nden. Der Betroffene muss sich �ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und diesen in voller Kenntnis der Sache an die h�here Instanz weiterziehen k�nnen. In diesem Sinne m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid st�tzt. Sie darf sich aber auf die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken und muss sich nicht ausdr�cklich mit jeder tats�chlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander setzen (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b; 125 II 369 E. 2c; 112 Ia 107 E. 2b).
9.2 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r ist nicht ersichtlich. Wie das Obergericht zutreffend ausf�hrt, wird dem Beschwerdef�hrer die Art und Weise, wie die Ausserbilanzgesch�fte in der Rechnungslegung der C.________ AG behandelt wurden, nicht zum Vorwurf gemacht (vgl. oben E. 5.3; angefochtenes Urteil S. 12; Gegenbemerkungen S. 2). Von daher ist f�r die Beurteilung des vorliegenden Falles auch ohne Bedeutung, ob das entsprechende Vorgehen mit dem Revisor der Gesellschaft abgesprochen war. Der Beschwerdef�hrer f�hrt denn auch selbst aus, dass weder die Frage, wem die Retrozessionen zustanden, noch die Konti auf den Liechtensteinischen Banken Gegenstand der Gespr�che mit der Revisionsstelle war (staatsrechtliche Beschwerde S. 9 Ziff. 22).
Soweit der Beschwerdef�hrer geltend macht, es habe ihm am Vorsatz gefehlt (staatsrechtliche Beschwerde S. 10), beschr�nkt er sich auf eine pauschale Behauptung. Im �brigen ergibt sich aus dem Umstand, wonach er gegen�ber B.________ und A.________ Bedenken ge�ussert, aber dennoch gehandelt hat, dass er eine falsche Verbuchung und damit eine Verf�lschung der Jahresrechnung der C.________ AG in Kauf genommen hat.
Ferner trifft zwar zu, dass das Obergericht den Eventualantrag ohne Begr�ndung abgewiesen hat. Doch ergibt sich aus seinen Erw�gungen, dass es der Auffassung ist, die Beurteilung der Frage, wie die Retrozessionen in der Jahresrechnung der C.________ AG zu erfassen gewesen w�ren, erfordere keine besondere Fachkenntnis. Dies ist nicht zu beanstanden. Entscheidend f�r die Erfassung der Gelder in der Finanzbuchhaltung ist die Frage, wem diese zustehen. Insofern nehmen die kantonalen Instanzen einleuchtend an, die Gelder stammten aus Ertrag aus den Anlagegesch�ften und seien in der Jahresrechnung der C.________ AG aufzuf�hren. Dass den Kunden ein Ablieferungsanspruch zustand, �ndert daran nichts. Der Beschwerdef�hrer f�hrt zwar richtig aus, dass die buchhalterische Behandlung der Treuhandverh�ltnisse nicht einheitlich ist und dass insofern verschiedene M�glichkeiten offen stehen (vgl. Schweizer Handbuch der Wirtschaftspr�fung, Bd. I, S. 369 f.). Dies bezieht sich aber nicht auf die Konstellation, wie sie hier vorliegt, denn die Retrozessionen stammten nicht aus Kundengeld. Allf�llige fachkundige Erl�uterungen �ber die buchhalterische Erfassung der Treuhandverh�ltnisse verm�chten daher zur Erhellung der wesentlichen Frage nichts beizutragen.
Aus diesen Gr�nden ist auch die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens tr�gt der Beschwerdef�hrer die Kosten (Art. 156 Abs. 1 OG und Art. 278 Abs. 1 BStP). Da die Beschwerden von vornherein keine Aussicht auf Erfolg hatten (Art. 152 Abs. 1 OG, vgl. BGE 124 I 304 E. 2 mit Hinweisen), sind die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen. Den schlechten finanziellen Verh�ltnissen des Beschwerdef�hrers kann bei der Festsetzung der Gerichtsgeb�hr Rechnung getragen werden. Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung der Beschwerden gegenstandslos.

References: Art. 19
 Art. 251
 BGE 
 Art. 958
 Art. 20
 Art. 251
 Art. 662
 Art. 958
 BGE 
 Art. 400
 Art. 400
 Art. 400
 Art. 20
 Art. 29
 Art. 29
 BGE 
 Art. 278
 BGE