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Timestamp: 2019-06-17 07:43:56+00:00

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BGH, 26.06.2014 - IX ZB 88/13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,17869
BGH, 26.06.2014 - IX ZB 88/13 (https://dejure.org/2014,17869)
BGH, Entscheidung vom 26.06.2014 - IX ZB 88/13 (https://dejure.org/2014,17869)
BGH, Entscheidung vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13 (https://dejure.org/2014,17869)
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InsO § 36 Abs. 1 Satz 2; ZPO § 850i Abs. 1 Satz 1 Fall 2
§ 36 Abs 1 S 2 InsO, § 850i Abs 1 S 1 Alt 2 ZPO
Insolvenzmasse: Pfändungsschutz für eigenständig erwirtschaftete Einkünfte des Insolvenzschuldners
Pfändungsschutz für alle eigenständig erwirtschafteten Einkünfte - keine Zugehörigkeit zur Insolvenzmasse
InsO § 36 Abs. 1 Satz 2; ZPO § 850i Abs. 1 Satz 1
Keine Massezugehörigkeit sämtlicher eigenständig erwirtschafteter Einkünfte des Schuldners, die kein Arbeitseinkommen sind
Pfändungsschutz nicht nur für Einkommen aus Erwerbstätigkeit; Arbeitseinkommen; sonstige Einkünfte; Nießbrauchspfand
Zum Pfändungsschutz für sonstige Einkünfte
Pfändungsschutz für sonstige Einkünfte erfasst alle eigenständig erwirtschafteten Einkünfte
Der Pfändungsschutz für sonstige Einkünfte erfasst alle eigenständig erwirtschafteten Einkünfte
Alle eigenständig erwirtschafteten Einkünfte vom Pfändungsschutz für sonstige Einkünfte erfasst - Dazu zählen beispielsweise Miet- und Pachteinnahmen, Werklöhne, Verkaufserlöse
Gleicher Pfändungsschutz für alle Einkünfte; Arbeitseinkommen; sonstige Einkünfte
§ 850 i ZPO
Kurznachricht zu "Pfändungsschutz im lnsolvenzverfahren für Einnahmen auf Grund eines Nießbrauchs" von RA Dr. David Kluth, original erschienen in: NZI 2014, 899 - 901.
AG Gera, 22.04.2013 - 8 IN 615/08
LG Gera, 12.11.2013 - 5 T 248/13
Rpfleger 2014, 687
Dass dem erwerbstätigen Schuldner nach der gesetzlichen Wertung in der Vollstreckung mehr als das Existenzminimum verbleiben soll, damit er sich weiter um Arbeit bemüht (Lohnabstandsgebot; vgl. BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13, ZIP 2014, 1542 Rn. 13; Ahrens, ZInsO 2010, 2357; Meller-Hannich, WM 2011, 529, 530), erfordert keine zusätzliche Freistellung solcher Einkünfte, die nicht auf Erwerbstätigkeit beruhen.
Da diese Beträge regelmäßig höher liegen als der übliche Sozialhilfebedarf (vgl. Meller-Hannich, WM 2011, 529, 530), wird der Schuldner schon dadurch motiviert, Einkünfte selbst zu erzielen und die eigene Leistungsfähigkeit zu erhöhen (vgl. BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13, ZIP 2014, 1542 Rn. 12).
§ 850i Abs. 1 Satz 1 Fall 2 ZPO setzt voraus, dass es sich bei den sonstigen Einkünften um selbst erwirtschaftete Einkünfte handelt (BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13, ZIP 2014, 1542 Rn. 10).
Mithin erfasst § 850i Abs. 1 ZPO Miet- und Pachteinnahmen aus einem Nießbrauch (BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014, aaO Rn. 16) sowie Einkünfte aus einer Untervermietung (BGH…, Beschluss vom 23. April 2015 - VII ZB 65/12, WM 2015, 1291 Rn. 9).
Über das Existenzminimum hinaus ist für den erwerbstätigen Schuldner zudem anerkannt, dass ihm in der Vollstreckung mehr als das Existenzminimum verbleiben muss, damit er sich weiter um Arbeit bemüht (Lohnabstandsgebot; BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13, NZI 2014, 772 Rn. 13 mwN).
§ 850i Abs. 1 Satz 1 Fall 2 ZPO setzt voraus, dass es sich bei den sonstigen Einkünften um selbst erwirtschaftete Einkünfte handelt (BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13, ZInsO 2014, 1609 Rn 6 ff;… vom 7. April 2016 - IX ZB 69/15, ZInsO 2016, 961 Rn. 23).
Der Pfändungsschutz für sonstige Einkünfte umfasst auch Einkünfte aus einer Untervermietung (im Anschluss an BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014, IX ZB 88/13, NJW-RR 2014, 1197 = Rpfleger 2014, 687).
Wie der Bundesgerichtshof nach Erlass des angefochtenen Beschlusses entschieden hat, erfasst der Pfändungsschutz für sonstige Einkünfte nach § 850i Abs. 1 ZPO alle eigenständig erwirtschafteten Einkünfte (BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13, NJW-RR 2014, 1197 = Rpfleger 2014, 687).
Hierfür sprechen der Wortlaut der Regelung sowie eine systematische Auslegung in Verbindung mit dem Willen des Gesetzgebers (im Einzelnen BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13, aaO Rn. 9-14).
Dies gilt auch, wenn es sich um Mieteinkünfte handelt (BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13, aaO Rn. 16).
Der Schuldner soll allgemein motiviert werden, Einkünfte selber zu erzielen und dadurch die eigene Leistungsfähigkeit zu erhöhen (BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13, aaO Rn. 12).
Zu diesen gehören auch Einkünfte aus Miete und Pacht (BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13, ZIP 2014, 1542 Rn. 9, 16;… vom 23. April 2015 - VII ZB 65/12, WM 2015, 1291 Rn. 9;… vom 7. April 2016 - IX ZB 69/15, ZIP 2016, 1078 Rn. 23).
Die Regelung in § 851b ZPO bietet dem Schuldner daneben einen ergänzenden, in eine andere Richtung zielenden Schutz (BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014, aaO Rn. 16).
Sonstige Einkünfte im Sinne des § 850i Abs. 1 S. 1 Fall 2 ZPO sind nur eigenständig erwirtschaftete Ansprüche ( BGH NJW-RR 2016, 761; BGH NJW-RR 2015, 895; BGH NJW-RR 2014, 1197 ).
Unter § 850i Abs. 1 S. 1 Fall 2 ZPO fallen auch Einkünfte aus kapitalistischer Tätigkeit, solange die Einkünfte selbst erzielt, also eigenständig erwirtschaftet sind ( BGH NJW-RR 2014, 1197 ).
Dazu sind auch Verkaufserlöse zu rechnen ( BGH NJW-RR 2014, 1197 ).
Dabei kommt es nicht darauf an, ob die verkaufte Sache vom Schuldner erarbeitet oder ohne Einsatz seiner Arbeitskraft erworben worden ist ( BGH NJW-RR 2014, 1197 ).
Bewilligung von Prozesskostenhilfe; Pfändung der Mietzinsforderung durch …
Bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung handelt es sich um sonstige Einkünfte im Sinne von § 850i Abs. 1 Satz 1 ZPO, vgl. BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13 -, juris Rn. 5 ff.
Der Wortlaut des § 850i Abs. 1 Satz 1 ZPO gebietet nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes eine weite Auslegung und erfasst sämtliche Einkünfte, die kein Arbeitseinkommen sind, mithin auch Einkünfte aus sogenannter kapitalistischer Tätigkeit, wie etwa aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung sowie Werklohnansprüche und Verkaufserlöse, vgl. BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13 -, juris Rn. 8 ff.
Der Schuldner kann sich mithin sowohl darauf berufen, dass die Einkünfte für das Grundstück unentbehrlich sind, als auch darauf, dass ihm soviel verbleiben muss, wie ihm bei der Pfändung fortlaufender Einkünfte aus Arbeitseinkommen verbliebe, vgl. BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13 -, juris Rn. 15 f.
ausdrücklich aufgegeben, vgl. BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13 -, juris Rn. 6.
Darunter sind auch Einkünfte aus sogenannter kapitalistischer Tätigkeit zu rechnen, etwa aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung, auch Werklohnansprüche und Verkaufserlöse, solange die Einkünfte selbst erzielt, also eigenständig erwirtschaftet sind (BGH, Beschluss vom 26. Juni 2014 - IX ZB 88/13, NZI 2014, 772 Rn. 8 ff;… vom 23. April 2015 - VII ZB 65/12, NZI 2015, 661 Rn. 9;… vom 7. April 2016 - IX ZB 69/15, NZI 2016, 457 Rn. 14).
ZPO einstufen würde (BGH MDR 2014, 1173f.;… Zöller/Stöber, ZPO, 31. Aufl. 2016, § 850i Rd.1b;… a.A. noch Zöller/Stöber, ZPO, 30. Aufl. 2014, § 850i Rd.1), so erfordert die Unpfändbarkeit nach dem klaren Gesetzeswortlaut von § 850i Abs. 1 ZPO eine entsprechende Entscheidung des Vollstreckungsgerichts.

References: § 36
 § 850

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 § 851
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 BGH 
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