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Timestamp: 2016-10-20 19:50:36+00:00

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Protection des eaux; LF du 8 octobre 1971 (LPEP); ordonnance g�n�rale du Conseil f�d�ral du 19 juin 1972 (OLPEP). - La LPEP peut servir de base l�gale � une d�cision cantonale de d�molition. - Permis de construire des "mazots" servant � l'�conomie alpestre; interpr�tation de l'art. 27 revis� OLPEP; besoin objectivement fond� et n�cessit� de construire en dehors de la zone de construction; interdiction d'un usage non conforme aux besoins de l'�conomie alpestre. Faits � partir de page 65
In der Gemeinde Blatten im L�tschental befindet sich auf ungef�hr 2000 m H�he die Alpe Gugginen. Sie liegt oberhalb der Fafleralp und geh�rt der Geteilschaft der Alpe Gugginen, einer kantonalrechtlichen Korporation. Der Zweck der Geteilschaft besteht in der Regelung der Wald- und Weidennutzung. Die Geteilen k�nnen auf der Alp Bauten errichten. Im Raume des Guggistafels, d.h. des bewohnten Teils der Guggialp, stehen mehrere, zum Teil verfallene Alph�tten. Das Gebiet der Guggialp ist in eine provisorische Schutzzone nach den Bestimmungen des Bundesbeschlusses vom 17. M�rz 1972 �ber dringliche Massnahmen auf dem Gebiete der Raumplanung (BMR) eingewiesen. Nicht eingewiesen ist der bewohnte Teil der Alp, der Guggistafel. Dieser geh�rt zu den "nicht ausgeschiedenen Zonen" gem�ss Art. 2 Ziff. 2 der kantonalen Vollziehungsverordnung zum BMR. Nach Art. 7 dieser Verordnung bed�rfen Baubewilligungen in solchen nicht ausgeschiedenen Zonen der Zustimmung des Staatsrates.
Verschiedene Geteilen erstellten in den Jahren 1972/73 Alph�tten auf dem Guggistafel, ohne ordnungsgem�ss ein Bewilligungsverfahren nach den Bestimmungen des kantonalen und kommunalen Baurechts einzuhalten. Als die kantonalen Baupolizeibeh�rden hievon erfuhren, verf�gten sie die sofortige Baueinstellung und den Abbruch der widerrechtlich erstellten Bauten. Die Betroffenen wandten sich dagegen an den Staatsrat des Kantons Wallis. Dieser wies s�mtliche Beschwerden BGE 102 Ib 64 S. 66gest�tzt auf die eidgen�ssische Gew�sserschutzgesetzgebung ab und best�tigte die Abbruchverf�gung. Gegen seine Entscheide richten sich die beim Bundesgericht eingereichten Beschwerden. Das Bundesgericht heisst die Beschwerden, soweit auf diese einzutreten war, gut und hebt die angefochtenen Entscheide des Staatsrates im Sinne der Erw�gungen auf.
2. a) Die vier angefochtenen Entscheide des Staatsrates ordnen den Abbruch von Alph�tten an, f�r die eine Baubewilligung nicht erteilt worden war. Der Abbruchbefehl wird zur Hauptsache damit begr�ndet, dass eine vorg�ngige Baubewilligung fehlt und eine nachtr�gliche aufgrund von Art. 20 GSchG nicht erteilt werden kann. Kantonalrechtliche Gr�nde, die der Bewilligung entgegenstehen, werden nicht angerufen. Daraus folgt, dass die angefochtenen Entscheide materiell gest�tzt auf Bundesrecht, d.h. die eidgen�ssische Gew�sserschutzgesetzgebung ergangen sind.
Das GSchG enth�lt keine ausdr�ckliche Bestimmung dar�ber, was mit Bauten zu geschehen hat, die ohne Bewilligung errichtet worden sind und deren Bestand der eidgen�ssischen Gew�sserschutzgesetzgebung widerspricht, wohl aber das kantonale Baurecht in Art. 19 der Verordnung vom 13. Januar 1967 �ber die Organisation und die Befugnisse der kantonalen Baukommission, die sich auf das kantonale Baugesetz vom 19. Mai 1924 st�tzt. Indessen obliegt nach Art. 5 GSchG der Vollzug der Gew�sserschutzgesetzgebung den Kantonen. Sie haben die zur Erreichung der in Art. 2 GSchG genannten Ziele erforderlichen Massnahmen zu treffen und k�nnen gem�ss Art. 7 GSchG die angeordneten Massnahmen erzwingen, n�tigenfalls auf Kosten der Pflichtigen selber durchf�hren. Art. 20 GSchG setzt voraus, dass Bauten ausserhalb des Baugebiets nur mit Bewilligung errichtet werden k�nnen. Die Kantone sind daher, selbst wenn im kantonalen Recht hief�r keine gesetzliche Grundlage vorhanden w�re, verpflichtet, ein Baubewilligungsverfahren f�r jede Baute durchzuf�hren, gleichg�ltig, wo sich diese befindet. Ist f�r eine Baute keine Bewilligung erteilt bzw. eingeholt worden und kann eine solche auch nachtr�glich nicht zugestanden werden, weil dem BGE 102 Ib 64 S. 67Bauvorhaben Bestimmungen der eidgen�ssischen Gew�sserschutzgesetzgebung entgegenstehen, so muss die Entfernung der Baute schon gest�tzt auf das GSchG, also aus Gr�nden, die im Bundesrecht liegen, verf�gt werden (vgl. Urteil Schulthess und Wullschleger vom 11. Oktober 1974 E. 5), wobei die allgemeinen verfassungs- und verwaltungsrechtlichen Prinzipien des Bundesrechts, zu denen die Grunds�tze der Verh�ltnism�ssigkeit und des Schutzes des guten Glaubens geh�ren, zu ber�cksichtigen sind (vgl. BGE 101 Ib 316 E. 3). Gegen derartige Abbruchverf�gungen ist somit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nach Massgabe der Art. 97 ff. OG zul�ssig, soweit mit dem Rechtsmittel ger�gt wird, die angefochtene Verf�gung verletze Verwaltungs- oder anderes �ffentliches Recht des Bundes, bzw. st�tze sich, soweit die Anwendung von Bundesrecht in Frage steht, auf eine unrichtige oder unvollst�ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. In diesem Zusammenhang kann mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte, wie beispielsweise des Verbots der Willk�r, des Anspruchs auf rechtliches Geh�r, der Eigentumsgarantie und anderer, ger�gt werden. Denn insoweit �bernimmt die Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Aufgaben der staatsrechtlichen Beschwerde (BGE 99 V 57 E. 3 und 60 E. a). Soweit die Verletzung solcher verfassungsm�ssiger Rechte behauptet wird, ist eine staatsrechtliche Beschwerde nicht zul�ssig.
Im vorliegenden Streit um den Abbruchbefehl f�r die Alph�tten auf Guggialp sind die Beschwerdef�hrer nach Art. 103 lit. a OG zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde berechtigt. Hinsichtlich Bregy ist anzunehmen, dass er nicht f�r sich pers�nlich, sondern f�r die Erbengemeinschaft handelt. Er ist �berdies im Urteilszeitpunkt m�ndig, so dass der Einwand, es h�tte auch der Vormund im Beschwerdeverfahren angegeben werden sollen, hinf�llig wird. Die Beschwerdef�hrer Bregy und Borri haben neben der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch eine staatsrechtliche Beschwerde eingereicht, mit der sie die Verletzung von Art. 4 BV sowie teilweise von Art. 22ter BV r�gen. Diese R�gen stehen aber in unmittelbarem Zusammenhang mit der Anwendung des GSchG. Sie h�tten demzufolge im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht werden k�nnen. Auf diese staatsrechtlichen Beschwerden ist somit nicht einzutreten.
b) Willy und Kilian Hildbrand haben gegen den sie betreffenden Staatsratsbeschluss bloss staatsrechtliche Beschwerde erhoben. Diese st�tzt sich sachlich auf das GSchG. In ihrer staatsrechtlichen Beschwerde tragen die Beschwerdef�hrer keine Gr�nde vor, die sie nicht mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde h�tten geltend machen k�nnen. Ihre staatsrechtliche Beschwerde ist somit unzul�ssig. Indes kann das Rechtsmittel nach der Rechtsprechung als Verwaltungsgerichtsbeschwerde entgegengenommen werden (BGE 98 Ib 87 E. 1a mit Hinweis); im Grunde behaupten n�mlich die Beschwerdef�hrer, der Staatsrat habe das GSchG unrichtig auf ihr Bauvorhaben angewendet. Die formellen Voraussetzungen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurden mit der Eingabe der Beschwerdef�hrer erf�llt.
Nach dem Ergebnis der Parteibefragung steht fest, dass die erstellte Baute nicht Vater und Sohn Hildbrand geh�rt und auch nicht von diesen erstellt worden ist. Sie haben dar�ber keine Verf�gungsgewalt; diese liegt bei Hans K�slin. Der materielle Gehalt des Abbruchbefehls trifft ihn und er hat ein schutzw�rdiges Interesse, die Bundesrechtsm�ssigkeit dieser Verf�gung durch das Bundesgericht �berpr�fen zu lassen (Art. 103 lit. a OG). Ein gegen Willi und Kilian Hildbrand gerichteter Abbruchbefehl w�re denn auch gar nicht durchsetzbar; Adressat der Verf�gung musste vielmehr Hans K�slin sein. Dieser ist in Anwendung von Art. 40 OG in Verbindung mit Art. 17 BZP in die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als Partei eingetreten (F. GYGI, Verwaltungsrechtspflege und Verwaltungsverfahren im Bund, 2. Aufl., S. 93). Hans K�slin wurde Gelegenheit zur Stellungnahme durch eine Eingabe geboten. Die von ihm daraufhin als Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichte Rechtsschrift ist als solche Eingabe zu behandeln. Willy und Kilian Hildbrand scheiden als Parteien aus dem Verfahren aus.
4. Nach Art. 20 GSchG d�rfen Bewilligungen f�r Bauten ausserhalb der Bauzonen oder des durch ein Generelles Kanalisationsprojekt (GKP) abgegrenzten Gebietes nur erteilt werden, wenn daf�r ein sachlich begr�ndetes Bed�rfnis gegeben ist. Was als sachlich begr�ndetes Bed�rfnis zu werten ist, wird in Art. 27 AGSchV n�her ausgef�hrt. Diese Bestimmung gilt seit dem 1. Januar 1975 in einer gegen�ber der urspr�nglichen Umschreibung ge�nderten Fassung.
Das revidierte GSchG vom 8. Oktober 1971 ist seit dem Inkrafttreten am 1. Juli 1972 auf alle damals noch h�ngigen Verfahren anwendbar (BGE 101 Ib 298 E. 2; BGE 99 Ib 152 E. 1; BGE 99 Ia 124 E. 9). In den hier zu beurteilenden F�llen handelt es sich jedoch nicht um ein eigentliches Bewilligungsverfahren; streitig ist der von den kantonalen Beh�rden angeordnete Abbruch von Bauten, f�r die eine Bewilligung nicht eingeholt bzw. verweigert worden ist.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat der Abbruch von Bauten trotz fehlender Baubewilligung zu unterbleiben, wenn die Baute materiell nicht baurechtswidrig ist und nachtr�glich bewilligt werden kann. Bei der Pr�fung der Frage, ob eine Baute bei rechtzeitiger Einholung des Baugesuches h�tte bewilligt werden k�nnen, ist grunds�tzlich auf den Rechtszustand abzustellen, der im Zeitpunkt der Errichtung der Baute galt (Urteil Ganz vom 26. M�rz 1975 E. 5). Eine Ausnahme rechtfertigt sich, wenn bei der Beurteilung einer Abbruchverf�gung ein milderes Recht gilt, nach dem die Baute zul�ssig w�re. Es w�re n�mlich sinnwidrig, eine ohne Bewilligung erstellte Baute abbrechen zu lassen, obgleich sie anschliessend in gleicher Weise wieder aufgebaut werden d�rfte. F�r den vorliegenden Fall hat das zur Folge, dass die Beschwerdef�lle - entgegen der vom Staatsrat vertretenen Ansicht - nach den Bestimmungen der revidierten AGSchV zu beurteilen sind, sofern sich deren Vorschriften im Verh�ltnis zu jenen, die im Zeitpunkt der vorschriftswidrigen Errichtung der Bauten in Kraft standen, als weniger streng erweisen. Da der revidierte Art. 27 AGSchV darauf verzichtet, eine Ausnahmebewilligung nur zu gestatten, wenn der Gesuchsteller auf das geplante Werk dringend angewiesen ist, kann die neue Ordnung in dieser Hinsicht als milder betrachtet werden. Die Begr�ndung, welche vor allem dem Beschwerdef�hrer Steiner entgegengehalten wurde, er sei nicht dringend auf die Baute angewiesen, erweist sich darum als hinf�llig.
Das neue Recht ist auch insofern milder, als es nicht mehr verlangt, das �ffentliche Interesse m�sse f�r den abgelegenen Standort sprechen; es ist nur noch n�tig, dass dem Bau in abgelegener Gegend keine �ffentlichen Interessen entgegenstehen.
5. a) Es steht ausser Zweifel, dass die vier umstrittenen Alph�tten ausserhalb der Bauzone von Blatten liegen und BGE 102 Ib 64 S. 70auch nicht in ein GKP einbezogen worden sind. Den Akten ist zu entnehmen, dass man in Blatten im Jahre 1973 erwogen hat, auf dem Guggistafel eine Ferienhauszone zu bilden. Zurzeit ist davon nicht mehr die Rede.
b) Nach Art. 27 Abs. 1 der AGSchV in der Fassung vom 6. November 1974 gilt das Bed�rfnis f�r einen Neu- oder Umbau ausserhalb der Bauzonen bzw. des durch das GKP abgegrenzten Gebietes dann als sachlich begr�ndet, wenn dessen Zweckbestimmung den beanspruchten Standort ausserhalb der Bauzonen bzw. des GKP bedingt und dem Bauvorhaben keine �berwiegenden �ffentlichen Interessen entgegenstehen.
Hinsichtlich von Alph�tten, die tats�chlich durch den Alpbetrieb notwendig werden, ist das sachliche Bed�rfnis f�r einen Neu- oder Umbau zu bejahen und selbstverst�ndlich auch die Notwendigkeit des Bauens ausserhalb der Bauzone, sofern das Wirtschaftsgebiet ausserhalb derselben liegt. Art. 27 Abs. 2 AGSchV erw�hnt Landwirtschaftsbetriebe als Anlagen, f�r die ein sachlich begr�ndetes Bed�rfnis bejaht werden kann. Es stehen in der Regel einem solchen Neu- oder Ausbau auch keine �berwiegenden �ffentlichen Interessen entgegen, obwohl in einzelnen F�llen gewichtige Gr�nde des Natur- und Heimatschutzes oder andere Umst�nde einen Bau als unerw�nscht erscheinen lassen. Auf dem Guggistafel gibt es Gr�nde der letztern Art nicht; jedenfalls beruft sich der Staatsrat nicht auf solche. Das EDI macht �berzeugend geltend, dass das �ffentliche Interesse sogar daf�r spricht, dass die Bewirtschaftung abgelegener Alpweiden fortgesetzt wird. Ist f�r die Weiterbewirtschaftung der Bau von Alph�tten n�tig, kann f�r sie das sachlich begr�ndete Bed�rfnis bejaht werden. Dabei erscheint es unerl�sslich, die n�tigen Wohnr�umlichkeiten einzubauen, wenn f�r die ordnungsgem�sse Bewirtschaftung ein l�ngeres Verweilen der Bewirtschafter auf der Alp erforderlich ist und diese von den Wohngebieten fern abliegt, was auf die in Frage stehende Alp zutrifft. Es muss dann in Kauf genommen werden, dass die H�tte auch in einem gewissen Umfang als Wochenend- oder Ferienhaus f�r die Familie gebraucht wird. In den Berggebieten fallen h�ufig die Sommer-Schulferien weitgehend mit der Bewirtschaftungsperiode hochgelegener Alpweiden zusammen.
Nach dem Ergebnis des Augenscheins ist nicht zweifelhaft, BGE 102 Ib 64 S. 71dass mindestens die f�r Steiner, die Familie Bregy und Borri bestimmten Alph�tten vorwiegend der landwirtschaftlichen Nutzung der Alp dienen. F�r die Baute K�slin ist das nicht derart augenf�llig, so dass �ber ihren Weiterbestand gesondert zu befinden ist. Bei der Beurteilung der beabsichtigten Nutzung ist von den in der betreffenden Region herk�mmlichen Bewirtschaftungsformen auszugehen. Die in den wenig ergiebigen Berggebieten ans�ssige Bev�lkerung lebt auch heute noch h�ufig in sehr einfachen Verh�ltnissen und ist auf die Ausn�tzung bescheidener Bewirtschaftungsm�glichkeiten angewiesen, sei es auch nur neben einer sonstigen Hauptt�tigkeit, d.h. im Nebenberuf (BGE 100 Ib 92 E. 5). Das gilt teilweise auch f�r die Bewohner der Rhoneebene, die nebenbei Landwirtschaft betreiben. Sie sind darauf angewiesen, im Sommer ihren kleinen Viehbestand auf Alpweiden halten zu k�nnen. Die von den Beschwerdef�hrern Steiner, Bregy und Borri beabsichtigte Nutzung entspricht den in jener Gegend althergebrachten Wirtschaftsformen. Die zwei bestehenden Bauten sowie die angefangene, aber noch nicht fertig erstellte, sind auf S�mmerung eines kleinen Viehbestandes w�hrend kurzer Zeit ausgerichtet. Die Wohnungseinrichtungen der beiden fertig gebauten Alph�tten sind von gr�sster Einfachheit, ebenso ihre Innenausstattung. Die Baukosten f�r die beiden H�user bewegen sich nach den glaubw�rdigen Angaben der Erbauer, deren Eigenleistung nicht eingerechnet, zwischen Fr. 10'000.-- und Fr. 25'000.--. Fliessendes Wasser und elektrischer Strom fehlen und Anschlussm�glichkeiten an irgendwelche Abwasserbeseitigungsanlagen sind nicht gegeben. Die hygienischen Einrichtungen halten sich deshalb in einem �usserst einfachen Rahmen. WC-Anlagen sind zurzeit nicht vorhanden. Die Wohnungen sind selbst f�r Leute mit sehr geringen Komfortanspr�chen kaum zur Verwendung als Ferienwohnungen geeignet. Da eine f�r alle Alpben�tzer zur Verf�gung stehende genossenschaftliche Unterkunftsm�glichkeit fehlt, ist der Bau von betriebseigenen Unterkunftsm�glichkeiten unerl�sslich, wenn das Vieh dort ges�mmert werden soll. Ein t�glicher Auf- und Abstieg auf die Fafleralp, nach Blatten oder gar ins Rhonetal w�re unzumutbar. Die Bauten k�nnen daher als standortgebunden im Sinne von Art. 27 Abs. 1 AGSchV betrachtet werden. �ffentliche Interessen, die ihrem Bestand entgegenstehen, sind nicht ersichtlich; es ist im BGE 102 Ib 64 S. 72Gegenteil ein gewisses �ffentliches Interesse am Bestand der Alph�tten in dieser Gegend gegeben. Damit wird - wie bereits erw�hnt - die bestimmungsgem�sse Weiternutzung der Alp in der herk�mmlichen Art erleichtert. Dem steht die Zwecksetzung der eidgen�ssischen Gew�sserschutzgesetzgebung nicht entgegen. Es hiesse n�mlich deren Sinn und Zweck verkennen, wenn, gest�tzt auf Art. 20 GSchG und Art. 27 AGSchV, herk�mmliche Bewirtschaftungsformen von der hier zur Diskussion stehenden Art erschwert, ge�ndert oder verhindert w�rden.
Das eben Ausgef�hrte trifft auch f�r den weiteren Aufbau des Hauses Borri zu. Borri besitzt zurzeit 13 Schafe und eine Kuh; im Sommer will er nach glaubw�rdiger Versicherung das Vieh auf der Alp s�mmern.
Aufgrund des geltenden Rechts steht daher der Erteilung einer Ausnahmebewilligung vom gew�sserschutzpolizeilichen Standpunkt her nichts im Wege. Es braucht deshalb auch nicht weiter untersucht zu werden, ob die Bauten schon bewilligt werden m�ssten, weil sie noch vor dem Inkrafttreten des revidierten GSchG begonnen wurden oder weil die Beschwerdef�hrer sich im guten Glauben darauf verlassen durften, es bed�rfe, wie dies offenbar bisheriger �bung entsprach, in sehr abgelegenen Gegenden wie dem Guggistafel keiner formellen Baubewilligung f�r die Errichtung einer Baute. S�mtliche weiter beantragten Beweismassnahmen erweisen sich bei dieser Sachlage als �berfl�ssig, nachdem der Augenschein f�r die hier zu entscheidenden Rechtsfragen hinreichenden Aufschluss gegeben hat.
c) Unzul�ssig w�ren die Bauten allerdings dann, wenn die vorgesehene Bewirtschaftung bloss vorgeschoben, in Wirklichkeit aber die Erstellung von Wohn- oder Ferienh�usern beabsichtigt w�re. Bei der Schaffung von Art. 20 GSchG wurde bewusst ein Ziel der Raumplanung verfolgt. Es sollte verhindert werden, dass ausserhalb des Baugebietes weit verstreut zahlreiche Wohnh�user (insbesondere Wochenend- und Ferienh�user), die nicht an einen solchen abgelegenen Standort gebunden sind, errichtet werden. Es besteht die Gefahr, dass diese Zwecksetzung umgangen wird, wenn finanzkr�ftige Leute sich durch Kauf und entsprechende Umgestaltung landwirtschaftlicher Kleinheimwesen eine Wohnung ausserhalb des Baugebietes zu verschaffen suchen, ohne dass sie die BGE 102 Ib 64 S. 73Landwirtschaft weiterzuf�hren gedenken. Das ist zu verhindern (BGE 100 Ib 91 E. 4). Eine derart verbotene Zweckentfremdung ist bei den drei H�usern jedoch nicht ernstlich zu bef�rchten. Die Guggialp kann nur in den Hochsommermonaten bewohnt werden. Sie ist v�llig unerschlossen und wird es auf absehbare Zeit bleiben, weil die erwachsenden Erschliessungskosten enorm w�ren. Zur Fafleralp besteht keine Strassenverbindung, nicht einmal ein durchgehender, einigermassen leicht begehbarer Fussweg. Der Aufstieg zu Fuss nimmt ungef�hr eine halbe Stunde in Anspruch. Einkaufsm�glichkeiten sind nicht vorhanden. Zuleitung von Wasser und Elektrizit�t w�re ohne unverh�ltnism�ssig grossen Aufwand nur bei einer Gesamtplanung m�glich. Im Winter ist die Alp wegen der grossen, sie selbst und die Zug�nge bedeckenden Schneemassen unzug�nglich. Dazu ist sie im Winter lawinengef�hrdet, so dass ein Wohnen dort selbst bei einer Gesamtplanung nur beschr�nkt m�glich w�re. Bei den zurzeit gegebenen Verh�ltnissen ist eine Zweckentfremdung praktisch ausgeschlossen.
Um allf�llige Missbrauchsm�glichkeiten weiter einzuschr�nken, sind aber die zu erteilenden nachtr�glichen Baubewilligungen mit der Auflage zu versehen, dass die Alph�tten nur in Verbindung mit der alpwirtschaftlichen Nutzung bewohnt werden d�rfen. Die Beschwerdef�hrer sind mit einer solchen Auflage einverstanden.
Dar�ber hinaus verlangt die Gew�sserschutzgesetzgebung, dass auch f�r jeden sp�teren allf�lligen Umbau der Alph�tten eine Bewilligung eingeholt wird (Art. 20 GSchG in Verbindung mit Art. 25 AGSchV).
d) Hinsichtlich der Baute K�slin sind die tats�chlichen Umst�nde anders geartet als bei den Bauten der drei �brigen Beschwerdef�hrer. Im Gegensatz zu ihnen hat K�slin noch vor Baubeginn, aber nach dem Inkrafttreten des revidierten GSchG um eine Baubewilligung nachgesucht bzw. durch Kilian Hildbrand nachsuchen lassen. Er hat sodann den Eingang der kantonalen Bewilligung nicht abgewartet, bevor er mit dem Bau begann, und hat diesen zu Ende gef�hrt, obwohl ihm die kantonale Bewilligung verweigert wurde. Ob er deswegen Art. 40 GSchG �bertreten oder wegen �bertretung kantonalen Verwaltungsrechtes straff�llig geworden ist, hat das Bundesgericht nicht zu pr�fen, da, auch soweit es um die BGE 102 Ib 64 S. 74Verletzung eidgen�ssischen Rechts geht, die Strafverfolgung den Kantonen obliegt (Art. 43 GSchG). Auf den Eventualantrag des Staatsrates, K�slin sei zu bestrafen, ist daher in jedem Fall nicht einzutreten. Es erscheint immerhin nicht unglaubw�rdig, dass K�slin mit den Vorbereitungen f�r den Bau ebenfalls noch vor dem Inkrafttreten des revidierten GSchG begonnen hat und dass eine Verz�gerung in der Erstellung dann eingetreten ist, weil ihm angeraten wurde, er solle das Baugesuch durch Hildbrand stellen lassen, damit sein Vorhaben bei der Geteilschaft keinen Widerstand ausl�se.
Hinsichtlich der angefochtenen Abbruchverf�gung ist jedoch einzig zu beurteilen, ob die Baute unter dem heutigen Rechtszustand bewilligt werden kann oder nicht. Der Augenschein hat ergeben, dass das Haus K�slin komfortabler ausgebaut ist als die Alph�tten Steiner und Bregy. Das ist darauf zur�ckzuf�hren, dass K�slin als Bauunternehmer sich in gehobeneren wirtschaftlichen Verh�ltnissen befindet als die drei andern Beschwerdef�hrer. Sein Haus enth�lt auch nicht nur eine, sondern zwei Wohnungen, so dass die Vermutung nahe liegt, die zweite Wohnung sei zur Ausmietung an Fremde bestimmt. Die Baukosten belaufen sich nach den Angaben K�slins ohne Einbezug der Eigenleistungen auf etwa Fr. 60'000.--. Beim Augenschein ist aber glaubw�rdig dargetan worden, dass die zweite Wohnung f�r den Bruder, Ernst K�slin, Versicherungskaufmann in Bern, bestimmt ist, der ebenfalls in der Gegend aufgewachsen ist und seine Jugendzeit im Sommer grossenteils auf der Alp verbracht hat. Die beiden Br�der werden offensichtlich nur einen kleinen Teil ihrer Zeit f�r die Landwirtschaft auf der Guggialp zur Verf�gung stellen k�nnen. Hans K�slin will aber die Alp w�hrend des Sommers durch einen Hirten bewirtschaften lassen, der dann darauf angewiesen ist, eine der Wohnungen wenigstens w�hrend der Woche benutzen zu k�nnen. Beim Augenschein war ersichtlich, dass die f�r landwirtschaftliche Benutzung des Hauses erforderlichen R�umlichkeiten vorhanden sind und das Geb�ude objektiv sich f�r die Benutzung als landwirtschaftliche Wohnst�tte in dem auf der Alp m�glichen beschr�nkten Umfang eignet. Der Augenschein hat ferner ergeben, dass es auf der Alp auch andere Alph�tten mit zwei Wohnungen gibt, so dass das Geb�ude nichts Besonderes darstellt. Es ist auch zu ber�cksichtigen, dass K�slin kein Ortsfremder, sondern in Gampel aufgewachsen BGE 102 Ib 64 S. 75ist und schon seine Mutter, die am Augenschein teilnahm, Geteile war.
Zusammenfassend ist zu erw�gen, dass auch die von K�slin erstellte Baute landwirtschaftlichen Zwecken dient und insofern standortgebunden ist. Sie darf deshalb nach dem geltenden Recht ebenfalls erstellt werden, so dass der Abbruch unterbleiben kann. Auch hinsichtlich der nachtr�glich zu erteilenden gew�sserschutzpolizeilichen Bauerlaubnis ist die Auflage anzubringen, dass das Geb�ude nur im Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Nutzung bewohnt werden darf. Ebenfalls besteht f�r einen allf�lligen sp�teren Um- beziehungsweise Ausbau dieses Geb�udes die Bewilligungspflicht nach Art. 20 GSchG in Verbindung mit Art. 25 AGSchV.
6. Nach Art. 20 GSchG ist die Baubewilligung nur zu erteilen, wenn die Ableitung und Reinigung oder eine andere zweckm�ssige Beseitigung der Abw�sser gesichert ist und die Zustimmung der kantonalen Fachstelle f�r Gew�sserschutz vorliegt. Nach den Ergebnissen des Augenscheines dr�ngen sich keine besondern Massnahmen auf. Die Sammlung der geringen h�uslichen Abw�sser in einer abflusslosen Grube gen�gt, sofern die Erstellung einer solchen �berhaupt n�tig ist. Der Abwasseranfall wird vorderhand sehr gering sein, weil fliessendes Wasser zur Versorgung der Bauten nicht zur Verf�gung steht und die Benutzungsdauer sich zurzeit �ber wenig mehr als zwei Monate erstrecken wird. Ein fliessendes Gew�sser ist nur im Talboden vorhanden. Wird das Abwasser auf der Alpweide ausgebracht, so wird es, selbst wenn es versickert, dieses Gew�sser nur im gereinigten Zustand erreichen. Das ist auch die Meinung des Vertreters des EDI. Die kantonale Gew�sserschutzstelle wird diesen Aspekt der Abwasserbeseitigung noch abzukl�ren haben. Sollten in der Folge weitere Alph�tten in gr�sserer Zahl erstellt werden, sind die Verh�ltnisse neu zu �berpr�fen; allenfalls m�ssten dann Gruppen- oder Einzelreinigungsanlagen vorgeschrieben werden. F�r jeden weitern Bau ist selbstverst�ndlich das Bewilligungsverfahren einzuhalten. Auch sollten im Interesse des Landschaftsschutzes �ber Lage, Gestaltung und Gr�sse solcher Alph�tten durch Geteilschaft, Gemeinde oder Kanton Vorschriften erlassen werden.
7. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Verwaltungsgerichtsbeschwerden des Peter Steiner, des Elias Bregy, des BGE 102 Ib 64 S. 76Camill Borri sowie die als Verwaltungsgerichtsbeschwerde behandelte staatsrechtliche Beschwerde des Willy und des Kilian Hildbrand beziehungsweise des Hans K�slin gutzuheissen und die angefochtenen Entscheide im Sinne der angestellten Erw�gungen aufzuheben sind, weil der in den vier F�llen verf�gte Abbruch sich nach der eidgen�ssischen Gew�sserschutzgesetzgebung nicht rechtfertigt. Im Blick auf die kommunale und kantonale Gesetzgebung werden sich die Beschwerdef�hrer nunmehr um eine nachtr�gliche Bewilligung der Bauten bem�hen m�ssen. Von gew�sserschutzpolizeilicher Seite wird die Bewilligung bei Auferlegung des erw�hnten Zweckentfremdungsverbots gew�hrt werden k�nnen. Ob allenfalls andere Hindernisse aus dem kantonalen oder kommunalen Recht der nachtr�glichen Bewilligung der Alph�tten entgegenstehen, ist hier nicht von Amtes wegen abzukl�ren. Die kantonalen Beh�rden selber haben solche Hindernisse weder in den angefochtenen Entscheiden noch im Beschwerdeverfahren erw�hnt.
Ununtersucht bleiben kann bei diesem Ausgang des Verfahrens, ob der Staatsrat - wie mehrfach behauptet worden ist - das Gebot rechtsgleicher Behandlung verletzt hat, weil er unter anderem einem gewissen Otto Seiler aus Steg den Fortbestand einer nicht bewilligten Alph�tte auf dem Guggistafel gestattet hat.

References: Art. 2
 Art. 7
 BGE 
 Art. 20
 Art. 19
 Art. 5
 Art. 2
 Art. 7
 Art. 20
 BGE 
 BGE 
 Art. 97
 Art. 103
 Art. 4
 Art. 22
 Art. 40
 Art. 17
 Art. 20
 Art. 27
 BGE 
 BGE 
 Art. 27
 BGE 
 Art. 27
 Art. 27
 BGE 
 Art. 27
 BGE 
 Art. 20
 Art. 27
 Art. 20
 BGE 
 Art. 25
 Art. 40
 BGE 
 BGE 
 Art. 20
 Art. 25
 Art. 20
 BGE