Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=14.02.1966&Aktenzeichen=IV%20B%20140.65
Timestamp: 2019-04-20 19:38:07+00:00

Document:
BVerwG, 14.02.1966 - IV B 140.65 - dejure.org
VGH Baden-Württemberg, 01.02.1965 - II 815/64
NJW 1966, 1043
Im BVerwG-Beschluß vom 14. Februar 1966 IV B 140/65 (NJW 1966, 1043) wurde bei einer Berufungsschrift als genügend angesehen, daß der bestimmende Schriftsatz mit Wissen und Wollen seines Verfassers bei Gericht eingegangen war und sich aus der Berufungsschrift selbst oder doch jedenfalls aus beiliegenden Schriftstücken ergab, daß er nicht nur einen Entwurf darstellte.
Grundsätzlich die gleiche Auffassung haben auch der IV. Senat des Bundesverwaltungsgerichts (Beschluß vom 14. Februar 1966 - BVerwG IV B 140.65 - [NJW 1966 S. 1043 f.]) sowie das Berufungsgericht (Urteil vom 24. Mai 1963 - VI A 1062/62 - [NJW 1963 S. 2044]) vertreten.
Der Mangel der nicht formgerechten Unterschrift kann nach Ablauf der Revisionsfrist und Revisionsbegründungsfrist nicht mit rückwirkender Kraft geheilt werden (vgl. bei Faksimilestempel BFH-Urteil vom 29. August 1969 III R 86/68, BFHE 97, 226, BStBl II 1970, 89; BGH-Beschluß vom 14. Dezember 1954 V ZB 31/54, Zeitschrift für Zivilprozeß - ZZP - 1955, 186, 188; bei fehlender Unterschrift BFH-Beschluß vom 20. Februar 1970 VI R 230/68, BFHE 98, 233, BStBl II 1970, 329; Beschluß des Bundesverwaltungsgerichts - BVerwG - vom 14. Februar 1966 IV B 140/65, NJW 1966, 1043; BGH-Beschluß vom 6. Dezember 1979 VII ZB 13/79, VersR 1980, 331).
Zustellungen an Behörden - Zustellungen an juristische Personen - Zu Händen des …
Jedes Verschulden, also auch einfache Fahrlässigkeit, schließt die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand aus (vgl. z. B. Entscheidungen des BVerwG II C 281/54 vom 29. Juli 1955, Die Öffentliche Verwaltung 1956 S. 125 -- DÖV 1956, 125 --, und IV B 140/65 vom 14. Februar 1966, HFR 1966, 331).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist für bestimmende Schriftsätze, zu denen die Klageerhebung gehört, grundsätzlich die eigenhändige Unterschrift erforderlich; Ausnahmen von diesem Grundsatz sind jedoch u.a. zugelassen, wenn sich aus dem bestimmenden Schriftsatz allein oder in Verbindung mit beigefügten Unterlagen die Urheberschaft und der Wille, das Schreiben in den Rechtsverkehr zu bringen, hinreichend sicher ergeben, ohne daß darüber Beweis erhoben werden müßte (vgl. Beschluß vom 14. Februar 1966 - BVerwG 4 B 140.65 - [NJW 1966, 1043 [BVerwG 14.02.1966 - IV B 140/65]]; Urteil vom 17. Oktober 1968 - BVerwG 2 C 112.65 - [BVerwGE 30, 274/276 [BVerwG 17.10.1968 - II C 112/65]] mit weiteren Nachweisen; Urteil vom 7. November 1973 - BVerwG 6 C 124.73 - [DÖV 1974, 319 = VerwRspr 26, 252 [BVerwG 07.11.1973 - VI C 124/73] = Buchholz 310 § 81 VwGO Nr. 4]; Urteil vom 5. Dezember 1975 - BVerwG 6 C 117.74 - [VerwRspr 27, 1017 [BVerwG 05.12.1975 - VI C 117/74]]; Urteil vom 26. Mai 1978 - BVerwG 4 C 11.78 - [NJW 1979, 120 = VerwRspr 30, 376 = Buchholz 310 § 70 VwGO Nr. 14]; vgl. ferner Beschluß des Senats vom 22. Juni 1978 - BVerwG 7 B 107.78 - [VerwRspr 30, 636 = Buchholz 310 § 81 VwGO Nr. 6]; BVerfGE 15, 288 [BVerfG 19.02.1963 - 1 BvR 610/62] [292]; ferner Redeker-von Oertzen, VwGO, 6. Aufl. 1978, § 81 RdNr. 2; Eyermann-Fröhler, VwGO, 7. Aufl. 1977, § 81 RdNr. 1; Kopp, VwGO, 4. Aufl. 1979, § 81 RdNrn.
Die Unterschrift kann nicht nachgeholt werden, weil sie die Prozeßhandlung (Einreichung der Klage) erst zur wirksamen Handlung macht und -- da diese innerhalb einer bestimmten Frist hätte erfolgen müssen -- überhaupt kein Klageverfahren eingeleitet ist, in dem eine Nachholung erfolgen könnte (BFH-Urteil vom 29. August 1969 III R 86/68, BFHE 97, 226, BStBl II 1970, 89; BVerwG-Beschlüsse vom 27. Oktober 1961 VI B 2 und 7.61, BVerwGE 13, 141, und vom 14. Februar 1966 IV B 140/65, HFR 1966, 331).
BFH, 22.10.1971 - VI R 159/68
Zustellung eines Vorbescheids - Verspätet gestellter Antrag - Mündliche …
Die Wiedereinsetzung wird durch jedes Verschulden, auch einfache Fahrlässigkeit, ausgeschlossen (vgl. Beschluß des BVerwG IV B 140/65 vom 14. Februar 1966, HFR 1966, 331 zu dem mit § 56 FGO gleichlautenden § 60 VwGO).
Im Beschluß IV B 140/65 vom 14. Februar 1966 (HFR 1966, 331) hat das BVerfG zum Ausdruck gebracht, daß beim Fehlen des besonderen Moments, das die Ausnahmefälle charakterisiert und das ihre Gleichbehandlung mit dem Fall eigenhändiger Unterschrift rechtfertigt, ein bestimmender Schriftsatz nicht als wirksam anerkannt werden kann.
BFH, 28.02.1969 - VI R 327/67
Aktenvermerk - Zustellung - Ordnungswidrigkeit - Unwirksamkeit
Nach dem Urteil des BVerwG IV B 140/65 vom 14. Februar 1966 (HFR 1966, 331) könne die Frage, ob jemand einen Rechtsbehelf einlegen wollte, mit ausreichender Sicherheit nur auf Grund der unterschriftlichen Vollziehung des betreffenden Schriftsatzes beantwortet werden.
BVerwG, 16.10.1968 - II WD 59.67
Zuständigkeit für Einlegung und Begründung der Berufung gegen ein …
LSG Hessen, 11.11.1986 - L 2 J 918/86
Zur Frage der Einlegung einer Berufung (§ 151 SGG)

References: § 81
 § 70
 § 81
 § 81
 § 81
 § 81
 § 56
 § 60