Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201985,%20849
Timestamp: 2020-02-23 08:37:19+00:00

Document:
BGH, 21.12.1984 - V ZR 204/83 - dejure.org
https://dejure.org/1984,697
BGH, 21.12.1984 - V ZR 204/83 (https://dejure.org/1984,697)
BGH, Entscheidung vom 21.12.1984 - V ZR 204/83 (https://dejure.org/1984,697)
BGH, Entscheidung vom 21. Dezember 1984 - V ZR 204/83 (https://dejure.org/1984,697)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1984,697) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Rechtmäßigkeit der Verneinung des Zurückbehaltungsrechts einer Sparkasse an einer Grundschuld - Auslegung des Zurückhaltungsrechts der Sparkassen gemäß Nr. 21 Abs. 5 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Sparkassen hinsichtlich der Voraussetzungen
AGB-Zurückbehaltungsrecht von Kreditinstituten nur wegen Forderungen aus bankmäßiger Geschäftsverbindung; mögliche Ausdehnung auf Ansprüche gegen Kunden aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung nur bei Konnexität mit Kundenforderung
NJW 1985, 849
DNotZ 1985, 551 (Ls.)
WM 1985, 116
BB 1985, 227
Der schuldrechtliche Anspruch auf Rückgewähr der Grundschuld durch Löschungsbewilligung ist unteilbar (vgl. BGH, Urteil vom 21. Dezember 1984 - V ZR 204/83 - NJW 1985, 849 unter 2); im Außenverhältnis gilt § 432 Abs. 1 BGB (BGH, Beschluss vom 31. Januar 1995 - XI ZR 30/94 - NJW-RR 1995, 589 unter II 1; Urteil vom 13. Januar 1993 - XII ZR 212/90 - NJW-RR 1993, 386 unter B II 4 a).
Die Sicherungsabrede in Nr. 6.1 Satz 2 der Kreditbedingungen umfaßt nicht nur sämtliche Ansprüche der Bank aus ihrer Geschäftsbeziehung zum Zedenten, sondern ausdrücklich auch alle Ansprüche "aus irgend einem anderen Grunde" (vgl. Senatsurteil vom 9. Juli 1991 - XI ZR 72/90 = WM 1991, 1452, 1454 [BGH 09.07.1991 - XI ZR 72/90] zu III. 2.; BGH, Urteil vom 21. Dezember 1984 - V ZR 204/83 = NJW 1985, 849).
Dabei kann die von der Revision angeschnittene Frage, ob die einschränkende Auslegung einer Allgemeinen Geschäftsbedingung auch noch nach Inkrafttreten des AGB-Gesetzes zulässig ist (bejahend BGH Urteile vom 21. Dezember 1984 - V ZR 204/83 = WM 1985, 116 undvom 14. Juni 1983 - KZR 19/82, Umdruck S. 7, insoweit in WuW/E BGH 2037 nicht abgedruckt) oder durch das Verbot der sogenannten geltungserhaltenden Reduktion (dazuSenatsurteil vom 19. September 1983 - VIII ZR 84/82 = WM 1983, 1153, 1154 m.Nachw.) ausgeschlossen wird, auf sich beruhen.
Die gleichartige Regelung in den Zweckerklärungsformularen der Kreditinstitute und in Nr. 19 Abs. 2 (Pfandklausel) der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes regelmäßig dahin auszulegen, daß sich die Sicherheit nur auf Forderungen aus der bankmäßigen Geschäftsverbindung bezieht (…BGH Urt. vom 17. Dezember 1980, VIII ZR 307/79, NJW 1981, 756 und vom 21. Dezember 1984, V ZR 204/83, NJW 1985, 849;… vgl. auch BGH Urt. vom 9. Juni 1983, III ZR 105/82, NJW 1983, 2701, 2702).
Dabei ist insbesondere zu beachten, daß sich die nach den Feststellungen des Berufungsgerichts von Kurt A. begangene Betrugshandlung gegen die SRMA und nicht gegen die aufrechnende Beklagte gerichtet hat; in dieser Hinsicht unterscheidet sich der Streitfall von der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 21. Dezember 1984 (aaO), in der offen gelassen worden ist, ob einer Sparkasse bei einer gegen sie gerichteten betrügerischen Handlung ihres Kunden eine Aufrechnungsbefugnis zukommt.
Der zurückhaltende Schuldner muss danach zugleich Gläubiger des Gegenanspruchs und der Gläubiger des Anspruchs zugleich Schuldner des Gegenanspruchs sein (BGH, DNotZ 1985, 551;… MünchKomm/Keller, BGB, 3. Aufl., § 273, Rz. 8;… Palandt/Heinrichs, a. a. O., § 273, Rz. 6).
Der Vertrags-Effektivzins einschließlich der Bearbeitungsgebühr und auch der Vermittlerkosten von 750,-- DM (zum letzteren OLG Frankfurt WM 85, 116/117; Olshausen NJW 82, 909 ff.; vom BGH bisher offen gelassen, aber befürwortet in NJW 81, 1206/1208; NJW 82, 2433/2434 und NJW 83, 2692) errechnet sich nach der Annäherungsformel (Uniformmethode).
b) Nicht ersichtlich ist auch, daß die Beklagten aufgrund ihrer konkreten Einkommensverhältnisse bei Vertragsschluß durch die übernommene Ratenverpflichtung objektiv in untragbarer Weise finanziell überfordert wurden und der Klägerin bzw. ihrer Rechtsvorgängerin dies bekannt oder zumindest bei geschuldeter Sorgfalt erkennbar war (BGH WM 85, 116/118 m.Nachw.).

References: § 432
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 273
 § 273
 BGH