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Timestamp: 2019-09-19 15:01:15+00:00

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RV/1132-L/06-RS1 Permalink
Die für NLP-Seminare wie "NLP-Master" und "Ausbildungslehrgang Lebens- und Sozialberatung für NLP-Master-Practitioner" geltend gemachten Aufwendungen eines als Arbeitstherapeut bzw. fachlicher Trainingsanleiter in der Landwirtschaft in einem Therapiezentrum für Drogenabhängige tätigen Arbeitnehmers sind nicht als Werbungskosten anzuerkennen. Dies insbesondere dann, wenn nähere Angaben über den Inhalt der besuchten Seminare sowie über den Inhalt der beruflichen Tätigkeit und konkrete Anwendungsmöglichkeiten im Beruf fehlen.
Der Unabhängige Finanzsenat hat über die Berufung des Bw., vom 30. Mai 2006 gegen den Bescheid des Finanzamtes vom 19. Mai 2006 betreffend Einkommensteuer (Arbeitnehmerveranlagung) 2005 entschieden:
Mit Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung für 2005 machte der Berufungswerber (Bw.) unter anderem Fortbildungskosten iHv. 4.011,50 € (davon 2.208,00 € für Reisekosten und Diäten) als Werbungskosten geltend.
Mit Vorhalt vom 28. April 2006 ersuchte das Finanzamt (FA) um Vorlage entsprechender Unterlagen und Belege.
Als Antwort übermittelte der Bw. dem FA im Berufungsjahr bezahlte Honorarnoten betreffend den zweiten und dritten Teilbetrag für das Seminar "NLP-Master, DVNLP" iHv. jeweils 1.050,00€, eine Honararnote betreffend den "Ausbildungslehrgang Lebens- und Sozialberatung für NLP-Master-Practitioner" iHv. 1.150,00€, eine Mitteilung der "XYZ" vom 30. März 2006 zum Förderansuchen betreffend "NLP-Master DVNLP" (Förderungsbetrag iHv. 1.312,50 €), eine undatierte, handschriftliche Bestätigung des Arbeitgebers betreffend "Übernahme des Teilbetrages von 350,00 €", sowie eine Reisekostenaufstellung (1.996,90 € Kilometergeld; 211,00 € Diäten).
Mit Einkommensteuerbescheid 2005 anerkannte das FA mit folgender Begründung die Aufwendungen für die NLP-Seminare nicht als Werbungskosten:
"Auch wenn Kurse betreffend "Neuro-Linguistik Programming", deren Sinn in der Förderung der Kommunikationsmöglichkeiten besteht, geeignet sind, die beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten eines im Sozialdienst Beschäftigten zu verbessern, stellen sie keine berufsspezifische Fortbildung dar. Kommunikative Fähigkeiten sind nicht nur im Lehrberuf, sondern in einer Vielzahl von Berufen auch außerhalb von beruflichen Tätigkeiten, nämlich im Zusammenleben der Menschen ganz allgemein, von Bedeutung. Auch von einer so untergeordneten, einen gemischten Aufwand ausschließlichen Bedeutung der privaten Veranlassung kann daher nicht gesprochen werden. Ihr Antrag war dahingehend zu korrigieren."
Die dagegen fristgerecht eingebrachte Berufung wurde wie folgt begründet:
"Die Ausbildung zum NLP Master ist für mich als Arbeitstherapeut in der Therapiestation X. - Langzeittherapie für Drogenabhängige - sehr wohl eine berufsspezifische Fortbildung. Die Ausbildung zum NLP Practitioner wurde vom Finanzamt berücksichtigt und die Fortsetzung zum Master nicht mehr. Da stellt sich für mich die Frage, warum hier ein Unterschied gemacht wird."
Mit Schreiben vom 21. September 2006 wies der Bw. darauf hin, dass bei anderen Teilnehmern seiner Ausbildungsgruppe diese Aufwendungen als Werbungskosten anerkannt worden seien und dass die Ausbildung zum NLP Praktitioner und NLP Master für die Ausbildung als LSB Voraussetzung sei. Folgende Unterlagen über Kursinhalte, Kursaufbau, sowie die Befürwortung des Dienstgebers wurden beigeschlossen:
Kursinhalte (Inhaltsverzeichnis):
- Lebens- und Sozialberater-Ausbildung für NLP Master (Dritter Level - Beratung in persönlichen, beruflichen und in Beziehungskontexten, sowie
- NLP-Trainer, DVNLP (Dritter Level - die Trainerpersönlichkeit in ihren Systemen)"
Mit Berufungsvorentscheidung vom 6. Oktober 2006 wies das FA die Berufung mit folgender Begründung ab:
"Nach der Rechtssprechung stellen NLP-Kurse (NLP-Practioner, -Master-Practioner) grundsätzlich keine Werbungskosten nach § 16 EStG dar, weil die dabei erworbenen Kenntnisse u. Fähigkeiten nicht nur für den Beruf förderlich, sondern auch im Privatbereich von Nutzen sein können. Aus dem Umstand, dass die Kurse auch von Angehörigen verschiedener Berufsgruppen besucht wurden, ist zu schließen, dass das vermittelte Wissen auch von sehr allgemeiner Art und nicht nur auf die Spezifische berufliche Tätigkeit abgestellt war."
"1. Meine NLP Ausbildung ist für meinen Beruf notwendig, da ich mit süchtigen Menschen arbeite, wo Kommunikation und NLP Techniken ein sehr wichtiger Teil meiner Arbeit sind.
Schließlich wies der Bw. darauf hin, dass er Beilagen und Bestätigungen bereits am 21. September an das FA gesendet habe.
Im Hinblick auf die Berufungsentscheidung des UFS vom 3. Juni 2005, RV/3677-W/02, sowie die dagegen erhobene Amtsbeschwerde an den VwGH, Zl. 2005/13/0105, erfolgte mit Bescheid vom 13. Dezember 2006 eine Aussetzung des Verfahrens gemäß § 281 BAO.
Nachdem der Gerichtshof über die Beschwerde am 29. September 2010 entschieden hatte, wurde das Verfahren fortgesetzt. Mit Vorhalt vom 28. April 2011 wurde der Bw. ersucht, zur dargestellten Sach- und Rechtslage Stellung zu nehmen bzw. die ergänzenden Fragen zu beantworten bzw. Beweismittel vorzulegen:
" I. Mit Mailnachricht vom 24. März 2011 wurde Ihnen die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes vom 29. September 2010, 2005/13/0105 , welche dem Bescheid vom 13.12.2006 betreffend Aussetzung des Berufungsverfahrens zu Grunde lag, als Vorausinformation übermittelt und mitgeteilt, dass die Bearbeitung Ihrer Berufung nun fortgesetzt werde.
Mit der angeführten Entscheidung ist der Gerichtshof der Ansicht des Unabhängigen Finanzsenates (UFS), GZ: RV/3677-W/02 vom 3. Juni 2005, nicht gefolgt. In diesem Verfahren machte der Berufungswerber (Bw.) für das Jahr 1998 unter anderem Aufwendungen für einen Lehrgang "Persönlichkeitsbildende Elemente in der Erwachsenenbildung" und Aufwendungen für in den Jahren 1999 und 2000 besuchte NLP-Seminare (Ausbildung zum NLP-Practitioner) als Fortbildungskosten für seine Vortragstätigkeit geltend. Der UFS vertrat den Standpunkt, der Bw. habe jedenfalls einschlägige Kenntnisse in der Persönlichkeitsbildung erwerben können, die er in seinen Vorträgen verwerten konnte. Mit dem Besuch des Seminars habe der Bw., der als Vortragender bzw. Trainer im Bereich der Erwachsenenbildung tätig war, seine beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten verbessern können. Die im Kalenderjahr 1998 beantragten Aufwendungen für Fahrtkosten zu den Fortbildungsveranstaltungen sowie die Seminargebühren seien daher als Betriebsausgaben zu berücksichtigen. Ebenso wurden die in den Jahren 1999 und 2000 für den Besuch verschiedener NLP-Seminare getragenen Kosten als Fortbildungskosten anerkannt. Die Judikatur des VwGH betreffend Aufwendungen von NLP- Kursen als Werbungskosten bei einer HAK - Lehrerin (VwGH vom 17. September 1996, 92/14/0173 ) und bei einem Bankbeamten (VwGH vom 29. Jänner 2004, 2000/15/0009 ) könne nur bedingt auf den Bw. angewandt werden, da die Lehr - und Vortragstätigkeit des Bw. nur im weitesten Sinne mit dem Berufsbild eines Lehrers verglichen werden könne bzw. sich die Vortragstätigkeit deutlich vom Berufsbild eines Bankangestellten unterscheide.
Mit oben angeführtem Erkenntnis vom 29. September 2010, 2005/13/0105, ist der VwGH dieser Ansicht nicht gefolgt, hat explizit auf die nach Ansicht des UFS auf diesen Fall nicht anzuwendende Judikatur des VwGH (siehe oben) hingewiesen und hierzu wörtlich ausgeführt:
"Mit der Frage, ob Aufwendungen für sogenannte NLP-Kurse Fortbildungskosten sein können, hat sich der Verwaltungsgerichtshof zu der auch im vorliegenden Fall für das Jahr 1999 noch maßgeblichen Rechtslage in den Erkenntnissen vom 17. September 1996, 92/14/0173 (betreffend eine Lehrerin an einer Handelsakademie), 15. April 1998, 98/14/0004 (Lehrerin an einer höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt), 27. Juni 2000, 2000/14/0096, 0097 (Lehrerin an einer kaufmännischen Berufsschule), 17. Dezember 2003, 2001/13/0123 (Lektorin), und 29. Jänner 2004, 2000/15/0009 (Leiter einer Bankfiliale) auseinandergesetzt, auf die gemäß § 43 Abs. 2 VwGG verwiesen wird und deren Erwägungen - mit der Maßgabe, dass auch Ausbildungskosten in Betracht kommen - auf die für das Jahr 2000 maßgebliche Rechtslage übertragbar sind (vgl. das zur Rechtslage des Jahres 2004 ergangene hg. Erkenntnis vom 28. Mai 2008, VwGH 2006/15/0237 ). Aspekte der möglichen beruflichen Weitervermittlung (und nicht nur eigenen Anwendung) der in NLP-Kursen vermittelten Inhalte führten die mit den zitierten Erkenntnissen vom 17. September 1996 und vom 27. Juni 2000 erledigten Beschwerden nicht zum Erfolg."
Bei Anwendung dieser mittlerweile gefestigten Rechtsansicht auf den gegenständlichen Fall wäre auch die Anerkennung der Aufwendungen zur Ausbildung zum NLP-Practitioner im Vorjahr 2004 nicht in Betracht gekommen.
Nach der Judikatur des VwGH lässt sich auch aus dem Umstand, dass das Finanzamt bei dem dem Streitjahr vorangegangenen Jahresausgleich Kosten für Seminare auf dem Gebiete der Gruppendynamik und NLP bzw. damit in Zusammenhang stehende Literatur als Werbungskosten anerkannt hat, für die Beschwerde nichts gewinnen, weil die Behörde verpflichtet ist, von einer als gesetzwidrig erkannten Verwaltungsübung abzugehen (vgl. VwGH vom 29.01.2004, 2000/15/0009 ). Ihr Argument, die Ausbildung zum NLP Practitioner sei vom Finanzamt berücksichtigt worden, vermag also die Berufung vom 30. Mai 2006 nicht zu stützen.
II. Andernfalls werden Sie zur Ergänzung des Sachverhalts um Beantwortung folgender Fragen ersucht:
2. Nach den im Veranlagungsakt vorhandenen Unterlagen haben Sie die oben angeführten Fortbildungsveranstaltungen ausschließlich im Hinblick auf Ihre nichtselbständige Tätigkeit als Arbeitstherapeut in der Therapiestation X. - Langzeittherapie für Drogenabhängige - absolviert und nicht im Hinblick auf die Ausübung eines anderen Berufes. Ist dieser Sachverhalt zutreffend? Wenn nicht, werden Sie um nähere Erläuterung Ihrer zukünftigen Berufssituation und Vorlage entsprechender Beweismittel ersucht.
a) Üben Sie die Tätigkeit als Arbeitstherapeut in Ihrer Dienststelle im Rahmen einer besonderen Funktion aus? Beschreiben Sie bitte den Inhalt Ihrer Tätigkeit ausführlich. Anmerkung: Laut Homepage Ihrer Dienstelle (http://www.xyz.at/home.htm) sind Sie für "Landwirtschaft" zuständig. Andere KollegInnen hingegen sind offenbar für Therapie bzw. Pädagogik zuständig. Worin liegt der wesentliche Unterschied zwischen Ihrer Tätigkeit und jener der für Therapie bzw. Pädagogik zuständigen KollegInnen?
c) Seit wann üben Sie die Tätigkeiten als Arbeitstherapeut aus und welche Ausbildungsschritte bzw. Qualifikationen waren für die Anstellung notwendig? Um Vorlage geeigneter Beweismittel wird ersucht. 4. Geben Sie bitte die jeweiligen Inhalte der von Ihnen in den Jahren 2004 und insbesondere 2005 besuchten Seminare einzeln bekannt.
5. Die vom Leiter der Therapiestation ausgestellten "Befürwortung" wurde ohne erkennbares Datum eingereicht. Wann wurde diese "Befürwortung" erstellt. Um Vorlage eines geeigneten Nachweises wird ersucht.
6. Hat ihr Arbeitgeber (außer der aus dem Steuerakt ersichtlichen Kostenübernahme iHv. 350,00 €) einen (wesentlichen) Teil der Kosten für die Teilnahme an den von ihnen angeführten Seminaren getragen; wenn ja, für welche und in welcher Höhe? Anmerkung: Die o.a. Kostenübernahme der "abc" weist weder eine Zweckwidmung, noch ein Datum auf. Für welchen Zweck erfolgte diese Kostenübername und wann wurde Ihnen dieser Betrag ausbezahlt? 7. . Wurde ein sonstiger Kursbeitrag von dritter Seite gewährt (z.B. Bildungskonto des Landes Z.. etc.)?
8. Gab es bereits vor Beginn der NLP-Ausbildung eine Anregung/Aufforderung seitens ihres Arbeitgebers, diese Seminare zu besuchen? Hat der Arbeitgeber zu diesem Zweck Dienstfreistellungen gewährt? Wenn ja, wann und in welchem Ausmaß?
11. Bitte legen Sie eine genaue Beschreibung der Bereiche ihrer beruflichen Tätigkeit vor, in denen die erlernten Seminarinhalte zur Anwendung gelangten bzw. gelangen. Führen Sie bitte für die einzelnen Tätigkeitsbereiche typische praktische Anwendungsbeispiele an.
12. Konnten Sie durch die NLP-Ausbildung bei Ihrem Arbeitgeber Zusatzfunktionen bzw. funktionsbezogene Gehaltserhöhungen erlangen?
13. Haben Sie die NLP-Ausbildung bereits abgeschlossen? Haben Sie die jeweiligen Seminare bzw. die NLP-Ausbildung insgesamt mit einer offiziellen bzw. anerkannten Bestätigung abgeschlossen? Um deren Vorlage wird gegebenenfalls ersucht.
14. Aus der Vielzahl der nunmehr vom VwGH und auch vom UFS entschiedenen Beschwerde- bzw. Berufungsfällen ist bekannt, dass es sich bei den NLP-Modulen "Practitioner" und "Master" um grundlegende Bausteine der NLP-Ausbildung handelt, die eine überwiegend berufsspezifische Verwertung nicht erwarten lassen. Sie haben Gelegenheit zur Stellungnahme.
Der Bw. retournierte den Vorhalt und ergänzte einzelne Punkte wie folgt handschriftlich:
Der Abschnitt I. des Vorhaltes blieb unbeantwortet. Die Punkte des Abschnittes II. wurden wie folgt ergänzt:
1. a) und b): Jeweils "Ja".
1. c): "Abzüglich Förderung".
Dieser Vorhaltsbeantwortung wurden folgende Beweismittel beigeschlossen:
- Zertifikat vom 10. September 2006 über die erfolgreiche Absolvierung der Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater (Schwerpunkt NLP) im Zeitraum November 2005 bis September 2006,
- Bestätigung vom 10. September 2006 über fachliche Tätigkeiten, die begleitend zum Lehrgang LSB absolviert und geleistet wurden, wie Peergruppenarbeit, Einzel- und Gruppenselbsterfahrung, Gruppen- Supervision,
- Diplom über die Ausbildung zum NLP-Master vom 28. Oktober 2005
- Zertifikat betreffend NLP-Practitioner vom 27. Mai 2003
- "Befürwortung" des Dienstgebers betreffend die Ausbildung zum LSB: Der Bw. sei als Abeitsbereichstherapeut tätig. Für diese Tätigkeit sei es von großem Vorteil, wenn dieser Ausbildungen, wie den NLP Practioner, NLP Master und LSB absolviere.
Der Berufungsentscheidung wird der sich aus dem Akteninhalt und dem durchgeführten Ermittlungsverfahren ergebende, im Folgenden zusammengefasste entscheidungswesentliche Sachverhalt zu Grunde gelegt:
Der Bw. ist in der oben näher beschriebenen Therapiestation, wo eine Langzeittherapie für Drogenabhängige angeboten wird, seit dem Jahr 1996 als für "Landwirtschaft" zuständiger "fachlicher Trainingsanleiter in der Landwirtschaft" bzw. "Arbeitstherapeut" nichtselbständig tätig. Für diese Anstellung war die Qualifikation als landwirtschaftlicher Facharbeiter notwendig. Außerdem wurde die Bereitschaft zur Weiterbildung im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung vorausgesetzt. Weitere bei der Therapiestation tätige KollegInnen des Bw. hingegen sind für "Therapie bzw. Pädagogik" zuständig.
Für das Berufungsjahr 2005 machte der Bw. Seminaraufwendungen mit dem Titel "NLP-Master DVNLP" sowie "LSB für NLP Master Practitioner" in Höhe von insgesamt 4.011,50 € (Seminargebühren, Fahrtkosten und Diäten) als Werbungskosten geltend. Bereits im Vorjahr hatte der Bw. Seminaraufwendungen mit dem Titel "NLP-Practitioner" als Werbungskosten geltend gemacht, welche vom FA anerkannt wurden.
Seitens des Arbeitgebers erfolgte "die Übernahme des Teilbetrages von 350,00 €". Die darüber ausgestellte Bestätigung wies weder Datum, noch Zweck der Zahlung aus. Weiters wurde dem Bw. eine Bildungsfreistellung im Ausmaß von 60 Stunden gewährt.
Aufbauend auf die angeführten NLP-Seminare hat der Bw. in der Folge (außerhalb des Berufungszeitraumes) das "Upgrading Lebens- und Sozialberater" absolviert.
Nach einer mit Bescheid vom 13. Dezember 2006 gemäß § 281 BAO erfolgter Aussetzung des Berufungsverfahrens wurde dieses nach Ergehen des betreffenden Erkenntnisses des Verwaltungsgerichtshofes vom 29. September 2010, 2005/13/0105, fortgesetzt.
Auch in seinem jüngsten Erkenntnis vom 29. September 2010, 2005/13/0105 (welches Gegenstand des Aussetzungsverfahrens gemäß § 281 BAO war), bekräftigte der Verwaltungsgerichtshof unter Verweis auf seine umfangreiche Judikatur (unter anderem auch auf das zitierte Erkenntnis vom 28. Mai 2008, 2006/15/0237) seine dargelegte Ansicht zur Qualifikation von Aufwendungen für NLP-Kurse.
Diese Beurteilung trifft aus folgenden Gründen auch auf den gegenständlichen Fall zu:
Der Bw. hat aus eigener Initiative die oben angeführten NLP-Seminare ("NLP-Master, DVNLP", "Ausbildungslehrgang Lebens- und Sozialberatung für NLP-Master-Practitioner") besucht. Er konnte zwar glaubhaft darstellen, dass das im Rahmen dieser Ausbildung erworbene Wissen für die Ausübung seines Berufes als Arbeitstherapeut (fachlicher Trainingsanleiter in der Landwirtschaft) nützlich ist.
Der Bw. hat weder Kurseinladungen, Inhaltsangaben, Scripten, Kursunterlagen- bzw. Mitschriften vorgelegt, noch nähere Angaben gemacht, ob bereits vor Beginn der NLP-Ausbildung eine Anregung bzw. Aufforderung seitens des Arbeitgebers erfolgte, dieses Kurse zu besuchen. Die Bestätigung des Arbeitgebers betreffend Übernahme des Kostenanteils iHv. 350,00 € weist weder eine Zweckwidmung, noch ein Datum auf.
Das Datum wurde schließlich mit 1. November 2005 angegeben, jedoch die Antwort des Bw. auf die Frage, für welchen Zweck die Kostenübernahme iHv. 350,00 € durch den Arbeitgeber gedacht war, erscheint mit dem Hinweis "für Weiterbildung" zu weit gefasst und zu ungewiss gehalten. Eine echte Zweckbindung ist daraus jedenfalls nicht abzuleiten. In diesem Licht ist auch die vom Bw. angegebene Dienstfreistellung im Ausmaß von 60 Stunden zu sehen. Auch diesbezüglich fehlen genauere Angaben bzw. Nachweise dafür, dass der Wille des Arbeitgebers auf die Förderung gerade dieser Seminare gerichtet war. Die Frage nach dem Teilnehmerkreis bei den einzelnen Seminaren (Punkt 9. des Vorhaltes) wurde zu ungenau wie folgt beantwortet:
"Menschen für Interesse an Fort- und Weiterbildung und Lebens- und Sozialberater Ausbildung Interessierte - wie ich."
Diese Beantwortung lässt eine verlässliche Beurteilung des tatsächlichen Teilnehmerkreises bei den vom Bw. besuchten NLP-Seminaren nicht zu. Ein homogener, auf die Berufsgruppe des Bw. eingegrenzter Teilnehmerkreis wurde somit weder konkret behauptet, noch glaubhaft gemacht.
Ebensowenig konnte der Bw. die berufliche Notwendigkeit für den Besuch dieser NLP-Seminare darlegen. Weder die Frage 3. betreffend den Inhalt seiner beruflichen Tätigkeit, noch jene, in Punkt 11. des Vorhalts, nach genauer Beschreibung der Bereiche der beruflichen Tätigkeit des Bw., in denen die erlernten Seminarinhalte zur Anwendung gelangten bzw. gelangen, sowie die Frage nach typischen praktischen Anwendungsbeispielen, wurden ausreichend beantwortet.
Zur Frage 3. a) und b) wurde lediglich ausgeführt, der Bw. sei als "fachlicher Trainingsanleiter in der LW" und im Turnusdienst tätig, wo auch Pädagogik notwendig sei. Entgegen der Ankündigung in der Vorhaltsbeantwortung, wurde eine Arbeitsplatzbeschreibung nicht beigelegt. Auch die Frage 11. nach der praktischen Anwendung des Gelernten wurde lediglich mit "Führen der Arbeitsgruppe, Konfliktmanagement in der Gruppe, Einteilung und Entscheidung der Arbeitsschritte, Arbeitsprozesse begleiten, Integration im Berufsleben der Klienten" beantwortet. Diese Beantwortung lässt keinen Abgleich zwischen dem Inhalt der beruflichen Tätigkeit des Bw. einerseits und den Inhalten der NLP-Seminare andererseits zu und ist zu allgemein gehalten, um eine Beurteilung zu ermöglichen, ob die gesamten Aufwendungen für die vom Bw. besuchten Seminare objektiv gesehen eindeutig für seinen Beruf sinnvoll waren.
Auch der in Punkt 14. des Vorhalts getroffenen Feststellung, es sei aus anderen Beschwerde- und Berufungsfällen bereits bekannt, dass es sich bei den NLP-Modulen "Practitioner" und "Master" um grundlegende Bausteine der NLP-Ausbildung handle, die eine überwiegend berufsspezifisch Verwertung nicht erwarten lassen, ist der Bw. nicht entgegengetreten.
Zur Kostenbeteiligung des Dienstgebers sowie zur Dienstfreistellung ist auf das Erkenntnis des VwGH vom 22.9.2000, 98/15/0111 zu verweisen, wonach Dienstfreistellungen für die Kursteilnahme oder eine Bestätigung des Dienstgebers über die dienstliche Zweckmäßigkeit einer Schulungsmaßnahme für sich allein für die Abzugsfähigkeit der Aus- und Fortbildungskosten nicht ausreichen. Im gegenständlichen Fall kommt hinzu, dass weder zur Zweckbestimmung für die Kostenbeteiligung, noch zur Dienstfreistellung durch den Dienstgeber jegliche nähere Angaben fehlen.
Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Bw. geltend macht, dass er aufbauend auf die besuchten NLP-Seminare das Upgrading Lebens- und Sozialberater absolviert hat und er sich selbständig machen könne. Es wäre ihm also damit ein neuer Beruf möglich.
Wenn der Bw. hiermit die Möglichkeit anspricht, die von ihm getragenen Aufwendungen für die Seminare als Umschulungsmaßnahmen steuerlich geltend zu machen, ist Folgendes auszuführen:
Ab der Veranlagung 2003 sind Aufwendungen für Umschulungsmaßnahmen dann abzugsfähig, wenn sie derart umfassend sind, dass sie einen Einstieg in eine neue berufliche Tätigkeit ermöglichen, die mit der bisherigen Tätigkeit nicht verwandt ist und auf eine tatsächliche Ausübung eines anderen Berufes abzielen. Gemäß Sailer/Bernold/Mertens, Die Lohnsteuer in Frage und Antwort, Selbstverlag, N 2008, § 16, S. 184, impliziert der Begriff "Umschulung", dass damit nur Fälle eines angestrebten Berufswechsels - von einer Haupttätigkeit zu einer anderen Haupttätigkeit - gemeint sind. Eine Beschäftigung gilt als Haupttätigkeit, wenn daraus der überwiegende Teil (mehr als die Hälfte der Einkünfte) erzielt wird.
Bei Aufwendungen für Umschulungsmaßnahmen handelt es sich um vorbereitende oder vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Die Umschulungsmaßnahme muss laut Gesetzestext auf eine tatsächliche Ausübung eines anderen Berufes abzielen. Die tatsächliche Ausübung des erlernten Berufes ist zwar nicht erforderlich, doch müssen die Aufwendungen auf einen neuen Beruf "abzielen", das heißt die ernsthafte Absicht zur Einkünfteerzielung muss zum Zeitpunkt der Entstehung der Kosten erwiesen sein. Es müssen Umstände vorliegen, die über eine bloße Absichtserklärung zur künftigen Einnahmenerzielung hinausgehen (VwGH 25.6.2000, 95/14/0134; 16.12.1999, 97/15/0148; Hofstätter/Reichel, Kommentar zur Einkommensteuer, Tz 2 zu § 16 Abs. 1 Z 10). Die Anerkennung vorweggenommener Werbungskosten setzt voraus, dass die Aufwendungen in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Zusammenhang mit künftig steuerbaren Einnahmen aus der angestrebten beruflichen Tätigkeit stehen. Ebenso setzt die Anerkennung vorweggenommener Betriebsausgaben voraus, dass die zielstrebige Vorbereitung der ernsthaft beabsichtigten Betriebseröffnung für die Außenwelt erkennbar ist (Wiesner/Atzmüller/Grabner/Leitner/Wanke, EStG, § 4 Anm. 57).
Im gegenständlichen Fall sind den Hinweisen des Bw., er habe das "Upgrading Lebens- und Sozialberater" absolviert und könne sich dadurch selbstständig machen und es wäre "ein neuer Beruf möglich", keine konkreten Umstände zu entnehmen, die über eine bloße Absichtserklärung hinausgehen. Der innere Entschluss des Bw. zur Aufnahme einer neuen Tätigkeit müsste klar und eindeutig nach außen in Erscheinung treten, indem er nachweislich konkrete Maßnahmen für die neue berufliche Betätigung setzt. Die Aufnahme einer neuen Tätigkeit war durch die erwähnten Äußerungen des Bw. jedoch keineswegs eindeutig absehbar. Die Aufwendungen des Bw. für die NLP-Seminare sind daher - abgesehen von den oben dargestellten Gründen - auch aus dem Titel der Umschulungsmaßnahmen nicht geeignet, seine Steuerbemessungsgrundlage zu mindern.
Im Abschnitt I des Vorhaltes vom 28. April 2011 wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Behörde verpflichtet sei, von einer als gesetzwidrig erkannten Verwaltungsübung abzugehen und daher das Argument des Bw., die Ausbildung zum NLP Practitioner sei vom Finanzamt berücksichtigt worden, die Berufung vom 30. Mai 2006 nicht stützen könne.
Weiters wurde der Bw. bereits im vorletzten Absatz des Abschnittes I dieses Vorhalts darauf hingewiesen, dass aus der Vielzahl der mittlerweile bereits entschiedenen Fälle bekannt sei, dass das in den "NLP-Grundkursen" des Practitioners und Masters vermittelte Wissen von sehr allgemeiner Art und nicht auf spezifische berufliche Tätigkeiten abgestellt sei. Eine nicht unwesentliche private Mitveranlassung sei in diesen Fällen nicht zu vermeiden. Die Anwendung dieses Wissens komme etwa auf dem Gebiet der Kommunikation, in einer Vielzahl von Berufen, aber auch im privaten Lebensbereich in Betracht. Auch diese Feststellungen hat der Bw. unbestritten gelassen bzw. hierzu keine Stellungnahme abgegeben.
Mangels ausreichender, konkreter Beantwortung der mittels Vorhalts an den Bw. gerichteter Fragen, insbesonder betreffend Inhalte der besuchten NLP-Seminare und betreffend konkreter Anwendungsmöglichkeiten in seinem Beruf war davon auszugehen, dass sich die Inhalte dieser NLP-Seminare nicht von jenen, mittlerweile bereits aus einer Reihe von entschiedenen Fällen bekannten NLP-Seminaren, unterscheiden. Die von der Judikatur geprägten Grundsätze sind daher auch auf den gegenständlichen Fall anzuwenden.
In typisierender Betrachtungsweise ist daher davon auszugehen, dass die in den vom Bw. besuchten NLP-Seminaren vermittelten Kenntnisse von sehr allgemeiner Art sind und daher nicht nur für seine Tätigkeit als Arbeitstherapeut bzw. fachlicher Trainingsanleiter in der Landwirtschaft, sondern auch für den Bereich der privaten Lebensführung von Bedeutung sind.
Aus den angeführten Gründen ist im vorliegenden Fall eine Trennung zwischen beruflicher und privater Veranlassung nicht möglich. Es sind daher einerseits nicht die gesamten mit den angeführten Seminaren in Zusammenhang stehenden Aufwendungen als eindeutig für den Beruf des Bw. sinnvoll anzusehen, andererseits ist eine Aufteilung der Aufwendungen nicht möglich (siehe oben; "Aufteilungsverbot"). Ebenso wenig ist die "berufliche Notwendigkeit" für die geltend gemachten Aufwendungen gegeben.
Diese Beurteilung gilt in gleicher Weise für die in diesem Zusammenhang vom Bw. geltend gemachten Reisekosten (Kilometergelder, Tages- und Nächtigungsgelder), weshalb auch diese Aufwendungen nicht als Werbungskosten zu berücksichtigen sind.

References: § 16
 § 281
 § 43
 § 281
 § 281
 § 16
 § 16
 § 4