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Timestamp: 2020-01-18 08:20:32+00:00

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UG & CO KG - Fragen - UG schlafend - foerderland-Forum
UG & CO KG - Fragen - UG schlafend
Registriert: 03.02.2016, 11:06
Beitrag von Speed10 » 03.02.2016, 12:23
ich möchte eine UG & CO KG gründen und habe noch ein paar Fragen. Dabei soll die UG schlafend gestellt werden.
-Schutz Privatvermögen
-KG soll wirtschaften
-Umsatz im ersten Jahr etwa 12000 Euro. Danach im Jahr etwa 18000 Euro (beides konservativ)
Musterprotokoll; Abrechnung nach tatsächlichem Porto; Vorher bereits Stammkapital auf Bank einzahlen und mit Einzahlungsbeleg zum Notar; Vorher Unternehmenszweck von IHK checken lassen
Unternehmenszweck der UG:
Was sollte man hier nehmen?
Ich werde hauptsächlich Unternehmen beraten und Anteile an Unternehmen kaufen.
"Erbringung von Beratungsleistungen. Verwaltung von Vermögen und die Beteiligung an anderen Unternehmen"
Name: "Fantasiename" Consulting UG
Oder sollte ich einfach nur "Geschäftsführung und die Übernahme der Haftung in der KG" nehmen?
Beteiligung als persönlich haftende, geschäftsführende Gesellschafterin an der XX UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG mit dem Sitz inXXX, deren Unternehmenszweck wiederum die Beratung von XXX ist." (Passt das so?)
UG soll als Komplementär und damit automatisch als GF der KG fungieren.
An der UG werde ich und eine Strohfrau beteiligt sein. Dabei dachte ich an 300 Euro Stammkapital (290 Ich und 10 die Strohfrau). Die 300 Euro werden auf einem Geschäftsgirokonto mit 0,1% Zinsen geparkt (kostenfrei). (Reicht das Geld für die Gründung mit 2 Gesellschaftern?)
Die KG wird mit 1000 Euro ausgestattet.
Gehalt/Entnahmen
Von der UG werde ich natürlich kein Gehalt als GF bekommen und dann alles über die KG per Privatentnahme regeln.
Das heißt die UG soll zu 100 % thesaurieren.
Laufende fixe Kosten
UG & co KG: 2 Mal IHK-Beitrag 140 Euro/Jahr, 2 Mal (?) Veröffentlichung Bilanz 39 Euro/Jahr, Körperschafts- und Gewerbesteuer auf die 300 Euro (der UG)
Dann noch der persönliche Steuersatz auf Entnahmen der KG.
Aufwand der UG sind dann (bei 300,00 € Stammkapital):
- IHK-Beitrag (ca. 140,00 €)
- Körperschaftssteuer (1,05 €)
- Zinsabschlagssteuer und Soli (16 Cent)
- Veröffentlichungsgebühr des Bundesanzeigers (39,00 €)
- Zinsen (ca. 30 Cent)
- Haftungsentschädigung 15 Euro
- Kostenerstattung durch KG: 180,21
--> Habe ich hier noch einen Geschäftsvorfall vergessen?
GUV der UG ist dann ja leider nicht 0.
Dann bräuchte ich noch ein mandantenfähiges Buchhaltungsprogramm, ein Mandant für die UG und einen für die KG anlegst. Welches würdet ihr hier empfehlen? Die UG nimmt Kleinunternehmerregelung in Anspruch.
Buchungen der UG/ UG & Co KG
In UG: Aufwand an VB gegenüber verbundenen Unternehmen
In KG: Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen an Kreditor/Bank
--> Überweisung KG Girokonto an UG Konto am Ende des Jahres
In UG: Forderungen gegenüber verbindenen Unternehmen an Kostenerstattung
In KG: Aufwendungsersatz an VB gegenüber verbundenen Unternehmen
Könntet Ihr mir hier die etwa 10 Buchungssätze der UG mitteilen?
1) KG: Eröffnungsbilanz bei Neugründung
Es existiert ein gesellschaftsvertragliches Ein-Konten-Modell, wonach das das Kapitalkontoin variables Konto ist. Die Komplementär-UG ist nicht zur Erbringung einer Einlage berechtigt. Die Einlagen der Kommanditisten werden bei Gründung vollständig einbezahlt; die Höhe der Pflichteinlagen entspricht jener der Hafteinlagen.
2) UG / KG: Auslagenersatz
Die UG soll für sämtliche ihrer Aufwendungen (etwa IHK-Beiträge) einen regelmäßigen Auslagenersatz der KG erhalten.
4) UG: Jahresabschluss
Der Jahresüberschuss der UG aus dem Vorjahr soll auf das laufende Geschäftsjahr vorgetragen werden, wobei nach §5a GmbHG Rücklagen zu bilden sind. Die Rücklagenbildung soll entgegen der gesetzlichen Regelung den vollständigen Jahresüberschuss umfassen.
KG: Jahresabschluss, Weitere Einlagen
Für die Erweiterung des Geschäftsbetriebs sollen einzelne Kommanditisten sukzessive weitere Einlagen (keine Hafteinlagen) erbringen.
Der Jahresüberschuss der KG soll nach jährlich zu bestimmender Regelung an die Kommanditisten ausgeschüttet werden. Die Kommanditisten erhalten keine Einlagenverzinsung, die Komplementär-UG ist nicht an der Gewinnausschüttung beteiligt. Für den Fall eines Jahresfehlbetrags brauche ich ebenfalls die Buchungssätze, die das Kapitalkonto der Kommanditisten behandeln.
Gewinn-Verteilung jährlich bei Vorliegen des Jahresabschlusses durch Gesellschaftervertrag erfolgt.
Die KG der UG sämtliche Aufwendungen (IHK-Beitrag, Veröffentlichungsgebühr, Körperschaftssteuer) zu erstatten hat. Die Haftungsvergütung würde ich auf 5% des Stammkapitals, also 15 Euro festlegen.
Gesellschafterversammlungen können telefonisch stattfinden  Aufgabe des 2. Gesellschafters besteht darin, einmal im Jahr den JAB abzusegnen.
die Gesellschafterversammlung soll jährlich über die Verwendung eines Gewinns/Verlustes beschließen.
Gesellschaftsvertrag Ug & Co KG (ein Muster)
§1 Firma, Sitz, Dauer der Gesellschaft und Geschäftsjahr
Platzhalter UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG
Der Sitz der Gesellschaft ist XXXX
Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Das erste Geschäftsjahr der Gesellschaft beginnt mit
Ihrer Eintragung im Handelsregister und endet am darauffolgenden 31.12.
§2 Unternehmensgegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist das Controlling, das Management und die Webseitengestaltung von Arztpraxen und die Unterstützung bei der Implementation von Softwarelösung für niedergelassene Ärzte.
Die Gesellschaft ist zu allen Handlungen berechtigt, die unmittelbar oder mittelbar der Erreichung des Gesellschaftszwecks dienen.
Die Gesellschaft darf andere Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art übernehmen, sie darf sich an solchen Unternehmen beteiligen.
Die Gesellschaft darf im In- und Ausland Zweigniederlassungen unter gleicher oder anderer Firma errichten.
§3 Gesellschafter und Gesellschaftskapital
Die persönlich haftende Gesellschafterin ist die Platzhalter UG (haftungsbeschränkt) mit Sitz in
XXX, HRB XXXX. Sie ist als Komplementärin nicht am Vermögen der
Gesellschaft beteiligt, zu einer Einlage berechtigt noch verpflichtet und weder am Gewinn
noch am Verlust der Gesellschaft beteiligt.
Die einzige Kommanditistin ist die Platzhalter Unternehmergesellschaft
(haftungsbeschränkt) mit Sitz in XXXX, HRB 8226. Die Platzhalter
Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) übernimmt eine Kommanditeinlage in Höhe von EUR 1000,00. Die Einlage ist in bar mit Abschluss des Gesellschaftsvertrages zu erbringen.
Zur Geschäftsführung und Vertretung ist nur die Komplementärin berechtigt und
verpflichtet. Die Komplementärin und ihre Geschäftsführer sind mit oder gegenüber der
Gesellschaft von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.
§5 Bekanntmachungen
§6 Gründungskosten
Die Gründungskosten trägt die Platzhalter UG (haftungsbeschränkt).(Richtig?)
Die Gesellschafter sind von allen Wettbewerbsverboten befreit und schulden hierfür keine
Der Gesellschaftsvertrag unterliegt dem Recht der Bundesrepublik Deutschland.
Sollten Bestimmungen dieser Satzung ganz oder teilweise unwirksam oder undurchführbar
sein oder werden, so bleibt die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen hiervon unberührt.
Das gleiche gilt, falls sich herausstellt, dass die Satzung eine Regelungslücke enthält. Anstelle
der unwirksamen Bestimmungen ist eine wirksame Bestimmung zu vereinbaren, die dem
von den Gesellschaftern Gewollten am nächsten kommt; gleiches gilt im Fall einer Lücke.
Komplementär, also volle Haftung hat dann die UG. Und Kommanditist werde ich persönlich (Haftung beschränkt auf 1000 Euro Einlage).
Gründung KG:
Gesellschaftervertrag beim HREG einreichen. Notar nicht notwendig.
Habe jetzt mal alles zusammengetragen, was ich finden konnte. Würde mich über weitere Tipps und Anregungen sehr freuen!
Zuletzt geändert von Speed10 am 19.05.2016, 16:25, insgesamt 1-mal geändert.
Re: UG & CO KG - Fragen - UG schlafend
Beitrag von Speed10 » 19.05.2016, 16:14
hat keiner eine Idee zu meinen offenen Fragen?
Besonders die Buchungssätze wären sehr hilfrich.
Beitrag von riese » 22.05.2016, 20:41
[quote=Speed10"]Es existiert ein gesellschaftsvertragliches Ein-Konten-Modell, wonach das das Kapitalkontoin variables Konto ist.[/quote]
Die UG braucht schon ein eigenes Konto, auf das die Stammeinlage eingezahlt wird. Das kann aber auch ein einfaches Sparbuch sein.
Eröffnungsbilanz (Notartermin):
9000 an Gezeichnetes Kapital
Ausstehende Stammeinlagen, eigefordert an 9000
fertig ist die Eröffnungsbilanz.
Gesellschafter zahlt das Stammkapital ein:
Bank an Ausstehende Einlagen, eingefordert
Rechnung des Notars:
Rechts- und Beratungskosten an VB gegenüber verbundenen Unternehmen
Eintragungsrechnung des Registergerichts:
Gebühren an VB gegenüber verbundenen Unternehmen
Beitragsbescheid der IHK:
Beiträge an VB gegenüber verbundenen Unternehmen
Rechnung des Bundesanzeigers:
Körperschaftssteuerbescheid:
Körperschaftssteuer an VB gegenüber verbundenen Unternehmen
Erstattung der Aufwendungen durch die KG:
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen an sonstige Erträge
Da der Zahlungsverkehr ja über des Girokonto der KG abgewickelt wird, muss für jede VB gegenüber verbundenen Unternehmen in der KG eine Gegenbuchung bei den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen erfolgen und umgekehrt.
Bei der nächsten Eröffnungsbilanz (am 01.01. des Folgejahres) sind in beiden Firmen die VB und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen zu konsolidieren, d.h. der Saldo des kleineren Kontos ist auf das andere umzubuchen, so dass dann eins von beiden Konten auf 0 ist und das andere nur noch die Differenz ausweist.
Beitrag von Speed10 » 07.06.2016, 02:23
Super vielen Dank! Hat mir sehr weitergeholfen!
Wie wären die Buchungssätze bei einer reinen UG (also nicht UG & Co KG)?
1)Notarkosten:
2)Kosten der Handelsregistereintragung:
3)Kosten der Gewerbeanmeldung:
4)Eintragungsrechnung des Registergerichts:
5)Beitragsbescheid der IHK:
6)Rechnung des Bundesanzeigers:
7)Körperschaftssteuerbescheid:
8)Zinsgutschrift: Bank an Zinserträge
Beitrag von riese » 09.06.2016, 08:06
Hallo Speed10,
Rechts- und Beratungskosten an Kreditor Notar
Gebühren *) an Kreditor
Beiträge an Kreditor IHK
Etwas kompliziert. Bevor man hier einen Bescheid erhält, fertigt man eine Körperschaftssteuererklärung. Im Gegensatz zu den meisten Steuerarten rechnet man sich darauf die zu zahlende Körperschaftssteuer selbst aus und bildet eine Rückstellung. Buchungssatz: Körperschaftssteuer an Körperschaftssteuerrückstellung.
Trudelt im nächsten Jahr der Bescheid ein, bucht man ihn Körperschaftssteuerrückstellung an Kreditor Finanzamt. Ist das Rückstellungskonto danach nicht auf 0, bucht man den Rest auf Steuernachzahlungen oder -Rückerstattung für Vorjahre um.
*) DATEV hat in seinen Kontenplänen das Konto "Gebühren" vergessen. Kopiere Dir "Versicherungen" oder "Beiträge".

References: §5

§1

§2

§3
 § 181

§5

§6