Source: http://www.gapinfo.de/gesundheitsamt/alle/seuche/infekt/bakt/e_coli/ehec/kt/dv.htm
Timestamp: 2018-01-20 18:50:24+00:00

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Informationen für die Kindertagesstätten - Druckversion
Enterohämorrhagische Escherichia–coli–Bakterien
Information für die Kindertagesstätten
Gefahr durch EHEC-Bakterien in Kindertagesstätten
Was sind EHEC
Kolibakterien kommen natürlicherweise im Darm von Menschen und warmblütigen Tieren in großer Zahl vor. Im Stuhl finden sich pro Gramm stets mehrere Millionen dieser Keime. Sie gelten daher als Indikatoren für eine fäkale Verunreinigung von Lebensmitteln.
Eine besondere Gruppe der Kolibakterien stellen die sogenannten EHEC dar, die in der Regel im menschlichen Darm nicht zu finden sind. Das natürliche Reservoir für diese Keime sind Rinder und andere Wiederkäuer, bei denen die EHEC im Darm und Kot vorkommen können. Über diesen Weg können vom Tier stammende Lebensmittel verunreinigt werden.
Als Hauptquellen für EHEC-Infektionen des Menschen sind anzusehen:
Verzehr von rohem oder unzureichend gegartem Rindfleisch,
Genuß von roher oder unzureichend erhitzter Milch bzw. Milchprodukten in Form von Vorzugsmilch, "Milch ab Hof" bzw. Frischkäse oder Sauermilchquark aus nicht erhitzter Milch,
direkte Übertragung von Mensch zu Mensch, also von Infizierten auf Gesunde durch Schmierinfektionen. Dieser Übertragungsweg durch kleinste unsichtbare Kotspuren auf Händen oder Gegenständen (z.B. Spielzeug, Handtücher) spielt innerhalb von Toilettengemeinschaften (z.B. in Familien oder Kindergärten) eine große Rolle, da für eine Infektion des Menschen winzige Keimmengen (weniger als 100 Bakterien) ausreichen. Untersuchungen in den USA haben gezeigt, daß in Kindertagesstätten nach Auftreten des ersten Falles bei durchschnittlich 22% der Kinder Kontaktinfektionen auftraten.
Welche Erkrankungen können durch EHEC ausgelöst werden
Die durch EHEC-Infektionen hervorgerufenen Erkrankungen verlaufen sehr unterschiedlich. Die Infektionen können symptomlos und unbemerkt bleiben. Erkrankungen äußern sich anfänglich praktisch immer als Durchfälle, die bei schwereren Verläufen mit blutigen Stühlen und schmerzhaften Unterleibskrämpfen einhergehen. Bedingt durch starke Bakteriengifte ("Verotoxine") kann es nach dem Abklingen der Durchfälle insbesondere bei Kindern und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem zu schweren Schädigungen von Blutzellen und Nieren kommen. Bei 6-8% der erkrankten Kinder, bevorzugt im Vorschulalter, entwickelt sich dabei das sogenannte hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), das in etwa 10% der Fälle mit dem Tode endet.
Wie lassen sich EHEC-Infektionen in Kindertagesstätten verhindern
Für diese Einrichtungen gelten folgende Bestimmungen:
Durchfallerkrankungen bei Personal oder Kindern legen den Verdacht auf eine übertragbare Darmentzündung (Enteritis infectiosa) nahe und sind deshalb unverzüglich telefonisch von der Leitung dem Gesundheitsamt zu melden. Unter diesen Oberbegriff fallen beispielsweise auch Salmonellosen und EHEC-Infektionen. Die Betroffenen sind nach Hause zu schicken.
Personal und Kinder mit Durchfällen sind solange vom Besuch ausgeschlossen, bis vom Hausarzt oder Gesundheitsamt bestätigt wird, daß eine Weiterverbreitung der Krankheit nicht mehr zu befürchten ist.
Beschäftigte und Kinder, die Erreger ausscheiden, ohne krank zu sein, dürfen nur mit Zustimmung des Gesundheitsamtes die Einrichtung besuchen.
Gemeinschaftshandtücher dürfen nicht verwendet werden.
Bei Gemeinschaftsverpflegung ist zu beachten:
Verwenden Sie nur pasteurisierte Milch aus dem Handel oder abgekochte Rohmilch
Vermeiden Sie den Verzehr von rohen oder unzureichend gegarten Fleischprodukten, insbesondere vom Rind
Achten Sie auf Sauberkeit in der Küche, arbeiten Sie nur mit sorgfältig gereinigten Händen und Gebrauchsgegenständen, vermeiden Sie lange Standzeiten
Regelungen des Infektionsschutzgesetzes zum Auftreten von EHEC in Verbindung mit Gemeinschaftseinrichtungen
Betretungsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen für Erkrankte oder Krankheitsverdächtige § 34 Abs. 1 Nr. 3 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG).
Betretungsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen für Personen, die mit Erkrankten oder Krankheitsverdächtigen in häuslicher Gemeinschaft leben § 34 Abs. 3 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz (IfSG).
Betretungsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen für Personen die EHEC-Bakterien ausscheiden § 34 Abs. 2 Nr. 6 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG).
Belehrungspflicht der Gemeinschaftseinrichtung gegenüber Mitarbeitern und Betreuten § 34 Abs. 5 Satz 2 Infektionsschutzgesetz (IfSG).
Meldepflicht von Mitarbeitern und Betreuten an die Gemeinschaftseinrichtung § 34 Abs. 5 Satz 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG).
Meldepflicht für Gemeinschaftseinrichtungen an das zuständige Gesundheitsamt § 34 Abs. 6 Satz 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG).
Weiter Regelungen im Infektionsschutzgesetz zu EHEC
Meldepflichten bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod sowie beim Erregernachweis
§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. f des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)
§ 6 Abs. 1 Nr. 2 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)
§ 7 Abs. 1 Nr. 12a des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)
Vorschriften beim Umgang mit Lebensmittel
§ 42 Abs. 1 Nr. 1 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)
§ 42 Abs. 2 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)

References: § 34
 § 34
 § 34
 § 34
 § 34
 § 34

§ 6

§ 6

§ 7

§ 42

§ 42