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Timestamp: 2017-01-18 10:40:51+00:00

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⭐MASSENENTLASSUNGEN UND BETRIEBSSCHLIESSUNGEN
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1 KANTON NIDWALDEN VOLKSWIRTSCHAFTDIREKTION ARBEITSAMT MASSENENTLASSUNGEN UND BETRIEBSSCHLIESSUNGEN Ein Leitfaden für Arbeitgeber und Arbeitnehmer Dorfplatz 7a 6371 Stans Telefon Fax Internet Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc2 INHALTSVERZEICHNIS 1 Rechtsgrundlagen 5 2 Freiwillige Massnahmen Sozialplan Betriebliches Arbeitsmarktzentrum (BAZ) Outplacement 10 3 Ablauf 11 4 Nützliche Adressen 12 5 Checkliste für Arbeitgeber Bei Entlassungen oder Betriebsschliessungen: Muster einer BAZ-Betriebsvereinbarung Musterbrief an die MitarbeiterInnen 17 Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 23 Verwendete Abkürzungen ALK ALV AG AM BAZ IE LAM MA OP OR PC PO RAV seco STES TN Arbeitslosenkasse Arbeitslosenversicherung Arbeitgeber Arbeitsmarktliche Massnahmen Betriebliches Arbeitsmarktzentrum Insolvenzentschädigung Logistik arbeitsmarktlicher Massnahmen Mitarbeiter Outplacement Obligationenrecht Personalcomputer Projektorganisation Regionales Arbeitsvermittlungszentrum Staatssekretariat für Wirtschaft Stellensuchende Teilnehmende Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 34 V o r w o r t Die wertvollste arbeitsmarktliche Massnahme ist diejenige, die verhindert, dass Personen arbeitslos werden. Dies lässt sich leicht sagen, ist aber im Alltag nicht so einfach zu erreichen. Verstärkte Anstrengungen sind nötig, um eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden. Dazu braucht es eine enge solidarische Zusammenarbeit zwischen den betroffen Unternehmungen, den Sozialpartnern und den Arbeitsmarktbehörden. Mit der frühzeitigen Einleitung von geeigneten Massnahmen bei Massenentlassungen und Betriebsschliessungen soll Zeit für die Stellenvermittlung der betroffenen Personen gewonnen werden, damit Arbeitslosigkeit verhindert oder zumindest gemildert werden kann. Auf die dafür zur Verfügung stehenden Massnahmen wie betriebliche Arbeitsmarktzentren, Outplacements oder Weiterbildung noch während der Kündigungsfrist wird in dieser Broschüre hingewiesen. Dabei wird auch auf die gesetzlichen Bestimmungen eingegangen und das mögliche Vorgehen dargestellt. Mit der Einführung der regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) hat der Gesetzgeber ein Instrument geschaffen, das auch im Sinne einer schnellen Eingreiftruppe bei Massenentlassungen, Betriebsschliessungen und Konkursen eingesetzt werden kann. Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 45 1 Rechtsgrundlagen GRUNDLAGEN MELDEPFLICHT Artikel 29 des Arbeitsvermittlungsgesetzes (AVG) Artikel 53 der Arbeitsvermittlungsverordnung (AVV) Artikel 335d 335g des Obligationenrechts (OR) Artikel 10 des Mitwirkungsgesetzes (MG) Nach Artikel 29 des Arbeitsvermittlungsgesetzes müssen Arbeitgeber Entlassungen einer grösseren Anzahl von Arbeitnehmenden sowie Betriebsschliessungen dem zuständigen Arbeitsamt, d.h. dem Arbeitsamt Nidwalden, Dorfplatz 7a, 6371 Stans, melden. Diese Meldung hat möglichst frühzeitig zu erfolgen, jedoch spätestens zum Zeitpunkt, in dem die Kündigungen ausgesprochen werden. Für den Begriff "Entlassungen einer grösseren Anzahl von Arbeitnehmenden" wird im Artikel 335d des Obligationenrechtes der Ausdruck "Massenentlassungen" verwendet. Als solche gelten Kündigungen, die der Arbeitgeber innert 30 Tagen in einem Betrieb aus Gründen ausspricht, die in keinem Zusammenhang mit der Person des/der Arbeitnehmenden stehen (beispielsweise disziplinarische Gründe oder mangelnde Leistung). Eine Massenentlassung liegt dann vor, wenn die Kündigungen ein bestimmtes Ausmass annehmen. Die Grenzen sind wie folgt: mindestens 10 Personen in Betrieben mit mehr als 20 und weniger als 100 Beschäftigten; mindestens 10% der Beschäftigten in Betrieben, die in der Regel mindestens 100 und weniger als 300 Personen beschäftigen; mindestens 30 Personen in Betrieben mit in der Regel mindestens 300 Beschäftigten KONSULTATION MITWIRKUNG Beabsichtigt ein Arbeitgeber, eine Massenentlassung vorzunehmen, so hat er die Arbeitnehmervertretung, bzw. die Arbeitnehmer zu konsultieren (Art. 335f OR) und ihnen Gelegenheit zu geben, die ihnen zustehenden besonderen Mitwirkungsrechte wahrzunehmen (Art. 10 Mitwirkungsgesetz). Er gibt ihnen die Möglichkeit, Vorschläge zur Vermeidung von Kündigungen, zur Beschränkung der Anzahl und zur Milderung der Folgen zu unterbreiten. Die Arbeitgeber müssen der Arbeitnehmervertretung alle zweckdienlichen Auskünfte erteilen und ihr schriftlich die Gründe der Entlassung, die Zahl der Betroffenen und der beschäftigten Personen, sowie den Zeitraum der vorgesehenen Kündigung mitteilen. Gleichzeitig ist das Arbeitsamt Nidwalden mit einer Kopie zu orientieren. Damit die allfälligen Vorschläge geprüft werden können, muss die Konsultation vor dem definitiven Entscheid einer Massenentlassung veranlasst und der Arbeitnehmervertretung bzw. den Arbeitnehmenden eine angemessene Frist eingeräumt werden. Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 56 ANZEIGEPFLICHT Die Arbeitgeber sind verpflichtet, dem Arbeitsamt Nidwalden jede beabsichtigte Massenentlassung schriftlich anzuzeigen und der Arbeitnehmervertretung eine Kopie der Anzeige zuzustellen (Art. 335g OR). Die Anzeige muss die Ergebnisse der Konsultation der Arbeitnehmerschaft enthalten. Zudem müssen die Gründe, die zur Massenentlassungen führen, dargelegt und erläutert werden. Die Kündigungen dürfen frühestens 30 Tage nach der Anzeige wirksam werden. Es ist selbstverständlich, dass die vertraglichen oder gesetzlichen Bestimmungen, die eine Kündigung auf einem späteren Termin vorsehen, eingehalten werden müssen. LÖSUNGSSUCHE Nach Art. 335g OR sucht das Arbeitsamt nach Lösungen für die Probleme, die durch die beabsichtigte Massenentlassung entstehen. Falls Kündigungen bereits 30 Tage nach der Anzeige wirksam werden, so müssen innert dieser Frist Lösungen erarbeitet werden. Da das Gesetz keine verbindlichen Verpflichtungen des Arbeitgebers vorsieht, können Leistungen nur auf freiwilliger Basis vereinbart werden. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern notwendig. Die möglichen Massnahmen sind im Kapitel 2 dargestellt. Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 67 2 Freiwillige Massnahmen 2.1 Sozialplan GRUNDSATZ In der schweizerischen Gesetzgebung wird der Begriff "Sozialplan" nicht erwähnt. Es besteht deshalb keine gesetzliche Pflicht zu Verhandlungen und zum Abschluss eines Sozialplanes. Er kann jedoch eine bedeutende Funktion zur Milderung der wirtschaftlichen Folgen für die Betroffenen bei Personalabbaumassnahmen darstellen. Zudem kann damit die soziale Verantwortung des Betriebes gegenüber den entlassenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekundet werden. REGELUNG Die meisten Gesamtarbeitsverträge sehen vor, dass bei Betriebsschliessungen oder Entlassungen einer grösseren Zahl von Angestellten Verhandlungen über deren Folgen geführt werden. Je nach Ausgestaltung des Gesamtarbeitsvertrages ist damit auch eine Abschlusspflicht verbunden. Sofern Arbeitgebende keiner gesamtarbeitsvertraglichen Regelung unterstellt sind, oder wenn diese keine Sozialplanpflicht vorsehen, können Firmenleistungen auf freiwilliger Basis vereinbart werden. EMPFEHLUNGEN ARBEITSMARKTLI- CHE MASSNAHMEN Es wird den Arbeitgebern empfohlen, einen Sozialplan abzuschliessen und dabei eine besondere Bestimmung zur Sicherung und Finanzierung von arbeitsmarktlichen Massnahmen aufzunehmen. Als Grundsatz soll gelten: "Der Betrieb ergreift Massnahmen, um den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu neuen Stellen zu verhelfen. Zu diesem Zweck wird mit dem Arbeitsamt bzw. RAV eine Vereinbarung zur Einrichtung eines betrieblichen Arbeitsmarktzentrums abgeschlossen. Bei Bedarf kann mit einer privaten Beratungsfirma die Durchführung von Outplacements bzw. Weiterbildungskursen vereinbart werden. Die Betreuung der Betroffenen, aber auch Umschulungsmassnahmen werden, sofern notwendig, über das Austrittsdatum hinweg in einem angemessenen Rahmen gewährleistet. Ältere Personen, die von einer längerdauernden Arbeitslosigkeit bedroht sind, werden besonders intensiv betreut." Die Bereitstellung von Mitteln für arbeitsmarktliche Massnahmen sollen im Rahmen der gesamten für die Abbaumassnahmen vorgesehenen Leistungen der Firma erfolgen. Sie dienen in erster Linie der Vermeidung von Arbeitslosigkeit und der Wiedereingliederung der arbeitslos gewordenen Personen in den Erwerbsprozess. Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 78 2.2 Betriebliches Arbeitsmarktzentrum (BAZ) ZIEL - BEDINGUNGEN - LEISTUNGEN DEFINITION UND ZIEL Ein betriebliches Arbeitsmarktzentrum (BAZ) ist eine Einrichtung, welche die von einer Betriebsschliessung oder Massenentlassung betroffenen Personen bei der Lösung der mit der drohenden Arbeitslosigkeit verbundenen Probleme unterstützt. Es wird vom Unternehmen betrieben, das aus wirtschaftlichen Gründen Personal abbaut und ist in der Regel auf die Dauer der Kündigungsfrist der Teilnehmenden begrenzt. Die Einrichtung eines BAZ hat zum Ziel, Arbeitslosigkeit der entlassenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu vermeiden BETEILIGTE PARTNER TEILNEHMERZAHL LEISTUNGEN DES BETRIEBES LEISTUNGEN DES ARBEITSAMTES UND DES RAV Das BAZ wird in der Regel von der Personalabteilung des Unternehmens betrieben und arbeitet eng mit dem Arbeitsamt bzw. mit dem RAV zusammen. Die Sozialpartner (Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften) sind beizuziehen. In jedem Fall muss die Betriebskommission oder bei deren Fehlen eine Arbeitnehmervertretung in die Projektarbeit einbezogen werden. Falls das Unternehmen die Führung des BAZ nicht mit eigenen Fachleuten sicherstellen kann, ist es ratsam, einen professionellen externen Personalberater als Leiter zu verpflichten. Damit ein effizientes Arbeiten möglich wird, sollten 50 oder mehr Personen die Dienstleistungen eines BAZ in Anspruch nehmen können. Diese Zahl ist als Richtgrösse zu betrachten. In begründeten Fällen kann sie auch unterschritten werden. Der Betrieb, der seine Tore schliesst und/oder eine grössere Anzahl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlässt, übernimmt die Projektleitung und setzt dazu die eigene Personalabteilung ein oder überträgt diese Aufgabe einem/einer externen Personalberater/in. Die Teilnehmenden des BAZ werden für Stellensuche, Bewerbungen, Vorstellungen und für arbeitsmarktliche Massnahmen (Kurse usw.) während der Arbeitszeit freigestellt. Der Betrieb stellt zudem die Infrastruktur (Bewerbungsbüro, Kursräume mit den notwendigen technischen Einrichtungen wie Telefon, Telefax, Personalcomputer, Fotokopierer, Zeitungen usw.) kostenlos zur Verfügung. Die Betroffenen werden so früh als möglich über die Auswirkungen der Entlassungen und die zu ergreifenden Massnahmen im Betrieb informiert. Die Personalien, der von Arbeitslosigkeit bedrohten Personen, werden durch das RAV im öffentlichen Vermittlungssystem AVAM erfasst. Bereits während der Kündigungsfrist werden die Betroffenen durch das RAV beraten, vorsorglich betreut und wenn immer möglich in einen neuen Arbeitsplatz vermittelt. Eine speziell eingerichtete Stellenbörse, in der Regel Job Club (innerhalb des BAZ) genannt, veranlasst die Betroffenen, bei der Stellensuche Eigeninitiative zu entwickeln. Ergänzend bietet das RAV/LAM Massnahmen zur Förderung der Vermittlungsfähigkeit an. Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 89 LEISTUNGEN DER ARBEITSLOSEN- VERSICHERUNG TEILNEHMENDE INBETRIEBNAHME BEGLEITUNG ABSCHLUSS Die Arbeitslosenversicherung (ALV) finanziert geeignete arbeitsmarktliche Massnahmen für die von Arbeitslosigkeit bedrohten Personen. Es gelten die vom seco erlassenen Richtlinien. Unterstützt werden Abklärungs- und Standortbestimmungskurse, Kurse zum Erwerb von Grundqualifikationen und nach Bedarf fachliche Weiterbildungskurse. Die Auswahl der Teilnehmenden und die Zusammenstellung der Gruppen zur Durchführung der arbeitsmarktlichen Massnahmen wird durch den Personalverantwortlichen des Betriebes bzw. mit dem/der externen Personalberater/in in Zusammenarbeit mit dem RAV vorgenommen. Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme des BAZ erfolgt nach Absprache unter den beteiligten Partnern. Die Projektleitung überprüft laufend die eingeleiteten Massnahmen auf ihren Erfolg. Sie wird durch die Projektgruppe begleitet und unterstützt. Nach Ablauf des Kündigungstermins entscheiden die beteiligten Partner über die Weiterführung des BAZ. Nach Abschluss des BAZ erstattet die Projektleitung einen Bericht über die durchgeführten Massnahmen und erstellt die Abrechnung. Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 910 2.3 Outplacement DEFINITION UND ZIEL BETEILIGTE PARTNER AUSWAHL TEILNEHMERZAHL LEISTUNGEN DES BETRIEBES LEISTUNGEN DES ARBEITSAMTES UND DES RAV LEISTUNGEN DER ARBEITSLOSEN- VERSICHERUNG Outplacement ist eine unabhängige, systematische Beratung und Unterstützung freigestellter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit dem Ziel, eine sinnvolle Fortsetzung der beruflichen Laufbahn unter Mithilfe der bisherigen Arbeitgeber zu gewährleisten. Für Führungskräfte und Spezialisten wird Outplacement vor allem als Einzelberatung angeboten. Für die übrigen Personen können Programme mit Gruppenseminaren eingesetzt werden. Am Outplacement beteiligen sich das Unternehmen als Auftraggeber, die aussenstehende Outplacementfirma als Beauftragte und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche das Unternehmen verlassen müssen. Sofern Gruppenoutplacements mit Unterstützung der Arbeitslosenversicherung (ALV) durchgeführt werden, sind die kantonalen Arbeitsmarktbehörden einzubeziehen. Für die Auswahl der Outplacementfirma (bei Unterstützung durch ALV) hat das Unternehmen das Arbeitsamt beizuziehen. Für Gruppenoutplacements werden entsprechend den seco- Richtlinien für die Bewilligung persönlichkeitsorientierter Kurse mindestens zehn Teilnehmer verlangt. Bei Outplacement mit Einzelberatung übernimmt das Unternehmen sämtliche anfallende Kosten, bei der Gruppenberatung die nicht durch die Arbeitslosenversicherung gedeckten Aufwendungen. Während der Kündigungsfrist beschränkt sich die Tätigkeit der Arbeitsmarktbehörde auf die Beratung und die Bewilligung der einzuleitenden arbeitsmarktlichen Massnahmen, das Erfassen der Stellensuchenden und deren Vermittlung sowie Führen von individuellen Beratungsgesprächen im Bedarfsfalle. Nach Ablauf der Kündigungsfrist haben die arbeitslosen Personen Anspruch auf die üblichen Dienstleistungen des RAV. Die Arbeitslosenversicherung (ALV) finanziert die im Rahmen des Gruppenoutplacements durchgeführten Seminare (falls diese nicht vom Betrieb getragen werden können). Dabei ist in Anlehnung an andere persönlichkeitsorientierte Kurse der anrechenbare Maximalansatz pro Teilnehmer und Unterrichtstag einzuhalten. Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 1011 3 Ablauf Firma Arbeitsamt Arbeitnehmer Information über: Gründe der Betriebsschliessung Zahl der Beschäftigten Zahl der Betroffenen Zeitraum der Kündigung ANZEIGE MITWIRKUNG Stellungnahme Vorschläge zur Milderung der Folgen ENTSCHEID Erhalt Arbeitsplätze nein Kündigung wirksam frühestens nach 30 Tagen seit Anzeige ja PRÜFUNG ALTERNATIVEN Aufschiebung Kündigung Weiterführung Umstrukturierung Betriebsübernahme Auffangkonzept Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 1112 4 Nützliche Adressen Arbeitsamt Dorfplatz 7a 6371 Stans 041 / RAV Obwalden/Nidwalden Landweg Hergiswil 041 / Arbeitslosenkasse Obwalden/Nidwalden Landweg Hergiswil 041 / Gewerkschaft Syna Regionalsekretariat Bahnhofstrasse Stans 041 / Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 1213 5 Checkliste für Arbeitgeber 5.1 Bei Entlassungen oder Betriebsschliessungen: 1. Beachtung der gesetzlichen Grundlagen: Bundesgesetz über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (Arbeitsvermittlungsgesetz AVG, SR ) Verordnung über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (Arbeitsvermittlungsverordnung AVV, SR ) Bundesgesetz über die Information und Mitsprache der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Betrieben (Mitwirkungsgesetz, SR ) Obligationenrecht (OR) 2. Möglichst frühzeitige Meldung an das Arbeitsamt Nidwalden, Dorfplatz 7a, 6371 Stans, Tel. 041/ (mündlich oder schriftlich) 3. Konsultation der Arbeitnehmer bzw. der Arbeitnehmervertretung unter Einräumung einer angemessenen Frist 4. Schriftliche Anzeige der beabsichtigten Massenentlassungen an das Arbeitsamt unter Angabe folgender Informationen: 4.1 Informationen über die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anzahl der von der geplanten Kündigung betroffenen MitarbeiterInnen Anzahl der regelmässig beschäftigten MitarbeiterInnen Zeitpunkt von Ausspruch und Wirksamkeit der geplanten Entlassungen Adresse der Arbeitnehmervertretung 4.2 Informationen über den Betrieb Zeitpunkt von Ausspruch und Wirksamkeit der geplanten Entlassungen (geplanter Versand der Kündigungen, letzter Arbeitstag). Grund für die Schliessung bzw. die Entlassungen Betroffene Betriebsteile Nicht betroffene Betriebsteile (Geplanter) Zeitpunkt und Umstände der Orientierung der Belegschaft Welche Alternativen zur (Teil-)Betriebsschliessung bzw. Massenentlassung wurden von Ihrer Seite geprüft? Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 1314 4.3 Beilagen Kopie der schriftlichen Anzeige an die ArbeitnehmerInnen (falls bereits erfolgt) Gesamtarbeitsvertrag oder Betriebsordnung (falls vorhanden) Sozialplan (falls vorhanden) Liste der von der geplanten Kündigung betroffenen ArbeitnehmerInnen inkl. Name, Adresse, Wohnort, Geschlecht, Nation, Beschäftigungsgrad, Kündigungsfrist, berufliche Qualifikationen, Alter und Dauer der Betriebszugehörigkeit Darstellung der Betriebsstruktur und der allfälligen Konzern- bzw. Holdingstruktur Beilage der aktuellen konsolidierten Betriebs- bzw. Konzernrechnung und der verfügbaren Mittel zur Information der Arbeitnehmer Situation der Pensionskasse Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 1415 5.2 Muster einer BAZ-Betriebsvereinbarung Vereinbarung zwischen... und... betreffend Projekt "Betriebliches Arbeitsmarktzentrum BAZ" gemäss Ziffer... des Sozialplans vom Grundsatz Die Vertragsparteien erklären ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit in Bezug auf Beratungs-, Qualifizierungs- und Vermittlungsmassnahmen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die vom bevorstehenden Stellenabbau der Firma... betroffen sind. Diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden gesamthaft oder einzeln nachfolgend als "Betroffene" bezeichnet. Unter "Betriebliches Arbeitsmarktzentrum" verstehen die Parteien eine Organisation, welche die Betroffenen bei der Lösung ihrer durch die Entlassung bedingten Probleme unterstützt. Dazu wird ein breitgefächertes, professionelles Angebot bereitgestellt (Informationen; Stellenvermittlung; aktive Arbeitsplatzsuche; Beratung; Berufsorientierung; persönlichkeitsorientierte und berufsspezifische Weiterbildung). Die Dienstleistungen des BAZ können von allen Betroffenen kostenlos in Anspruch genommen werden. Getragen und finanziert wird das BAZ von der Unternehmung und den Arbeitsmarktbehörden. 2. Konzept und Vorgehen Die Parteien erteilen einer Projektgruppe den Auftrag, sämtliche Vorbereitungen für das Projekt zu treffen. Diese bestehen insbesonders aus folgenden Massnahmen: Definition der Zielsetzung Erarbeitung eines Bildungs-, Beratungs- und Vermittlungskonzeptes Bestimmung des Veranstalters der BAZ-internen Bildungsmassnahmen Aufbau der Projektorganisation Budgetierung und Sicherstellung der Finanzierung Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 1516 Erstellen eines Vertragsentwurfes zwischen der Unternehmung und dem Arbeitsamt Vorbereitung der Betriebsaufnahme Umfassende Information der Betroffenen 3. Projektgruppe Die Parteien setzen eine Projektgruppe ein, welche sich aus Vertretern folgender Organisationen und Einzelpersonen zusammengesetzt: Unternehmung... Arbeitsamt Nidwalden... RAV / LAM... Betriebskommission... Gewerkschaft... Projektberatung Termine und Information Die Vorbereitungen für das Projekt sind bis am... abgeschlossen. Der Betriebsbeginn erfolgt am.... Die Projektgruppe hat alle Vorkehrungen für eine termingerechte Genehmigung ihrer Anträge durch die zuständigen Behörden zu treffen. Sie informiert die Parteien laufend über ihre Tätigkeit. Ort/Datum:... Unterschriften:... Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 1617 5.3 Musterbrief an die MitarbeiterInnen Firma Muster Mustergasse Muster An die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma... Ort, Datum Betriebliches Arbeitsmarktzentrum BAZ Sehr geehrte Damen und Herren Vor einigen Tagen haben Sie erfahren, dass unser Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen ist,... (Zahl) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen. Gemeinsam mit dem Arbeitsamt, dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) und der Arbeitnehmervertretung unserer Firma haben wir ein betriebliches Arbeitsmarktzentrum BAZ geplant. Zu diesem Thema wurden Sie bereits orientiert. Die Eröffnung ist am... vorgesehen. Das BAZ steht Ihnen grundsätzlich so lange zur Verfügung, bis Sie eine neue Dauerstelle gefunden haben bzw. bis Ihr Arbeitsvertrag abläuft. Sie können die folgenden Dienstleitungen kostenlos in Anspruch nehmen: Im BAZ stehen alle nötigen Informationsquellen des Arbeitsmarktes zur Verfügung wie Tageszeitungen, Fachblätter, offene Stellen von umliegenden Firmen und Stellenangebote des Arbeitsamtes. Im BAZ sind Arbeitsräume mit PC, Kopierer, Telefon und Fax zur freien Benützung vorhanden. Die BAZ-Betreuer helfen Ihnen beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen und bei der Anfertigung des Bewerbungsschreibens. Sie erhalten alle Informationen über die Weiterbildungskurse, die Ihnen auf Kosten der Arbeitslosenversicherung angeboten werden (persönlichkeitsorientierte Kurse, berufliche Standortbestimmung, Neuorientierung, Fachkurse). Das BAZ ist eine Aussenstelle des RAV. Hier können Sie alle Formalitäten inkl. die Beratungsund Kontrollgespräche erledigen und sich über alle Fragen betreffend die Arbeitslosenversicherung informieren. Die RAV-Mitarbeiter beraten Sie gerne über das Vorgehen bei der Stellensuche, bei der Weiterbildung, der Umschulung und über weitere persönliche Anliegen. Durch die Benützung des BAZ können Sie sich eine gute Startposition für eine neue berufliche Zukunft erarbeiten. Wir empfehlen Ihnen, sämtliche Möglichkeiten zu nutzen, die sich Ihnen im BAZ bieten. Wenn Sie die BAZ-Angebote nicht nutzen, laufen Sie Gefahr, dass Sie im Falle von Arbeitslosigkeit nur ungenügende Arbeitsbemühungen ausweisen können und deshalb sanktioniert werden müssen. Die Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 1718 Mitarbeit im BAZ bietet Gewähr, dass Sie alle nötigen Schritte unternehmen, die von der Arbeitslosenversicherung verlangt werden. Wir sind überzeugt, dass das vielfältige Programm und die Angebote des BAZ Anklang finden und hoffen, dass Ihre Bemühungen möglichst bald Erfolg haben werden. Freundliche Grüsse M. Muster Kopie an: - Arbeitsamt - RAV Leitfaden_MASSENENTLASSUNGEN.doc 18 Ähnliche Dokumente
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