Source: http://www.bussgeldrechner.net/alkohol-am-steuer/
Timestamp: 2017-06-27 05:15:18+00:00

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Bußgeldrechner Alkohol am Steuer 2017: Bußgeld & Punkte!
Alkohol am Steuer: Bußgeldrechner und Bußgeldkatalog
Diese Strafe droht bei Alkohol am Steuer:
Alkohol am Steuer ist ein nicht einzuschätzendes Risiko für die Verkehrssicherheit
Alkohol ist in Deutschland ein günstiges und legales Rauschmittel und bleibt die Volksdroge Nummer eins. Von vielen Menschen werden die Risiken unterschätzt, die von Alkohol vor allem im Straßenverkehr ausgehen. Zahlreiche Auto- und Fahrradfahrer setzen sich immer noch alkoholisiert hinter das Steuer bzw. auf den Sattel. Die Folge sind Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss, die ohne Alkohol wahrscheinlich hätten vermieden werden können.
Inhaltsverzeichnis1 Folgen von Alkohol am Steuer1.1 Auswirkungen von Fahren unter Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit1.2 Relative und absolute Fahruntüchtigkeit1.3 Ablauf von Alkoholtests bei der Polizei1.4 Atemalkoholkontrolle und Bluttest2 Strafe für Alkohol am Steuer und Bußgeldkatalog2.1 Die Alkoholfahrt im Strafgesetzbuch2.2 Führerschein und Alkohol2.3 Strafe für Alkohol am Steuer unter 21 Jahren und in der Probezeit
Zwar ist die Zahl der Verkehrsunfälle durch Alkohol am Steuer kontinuierlich von knapp 41.000 im Jahr 1991 auf rund 14.000 im Jahr 2013 gesunken, die Zahl der bei den Verkehrsunfällen getöteten Menschen von 2.048 auf 341. Doch Alkohol am Steuer ist und bleibt ein Problem. Aus diesem Grund wird die Promillegrenze in Deutschland stark kontrolliert und Überschreitungen hart geahndet, vor allem, wenn es durch Trunkenheit am Steuer zu Unfällen kommt. Das sagt der Bußgeldkatalog zu Alkohol im Straßenverkehr:
Auswirkungen von Fahren unter Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit
Mit steigendem Alkoholkonsum und damit steigendem Promillewert, werden sowohl die Aufmerksamkeit als auch die Sehfähigkeit wie auch die Wahrnehmungsfähigkeit eingeschränkt, die Reaktionsfähigkeit des Autofahrers und damit die Fahrtüchtigkeit sinken erheblich. Die subjektive Selbstüberschätzung hingegen steigt jedoch.
Die Auswirkung ist, dass das Fahrzeug bei steigendem Blutalkoholwert durch die eingeschränkte periphere Wahrnehmung auch bei freien Straßen nicht mehr korrekt gesteuert werden kann, der Fahrer ist fahruntüchtig. Die Promillegrenze ist im §24a Abs. 1 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) genau festgelegt. Dort heißt es:
Ordnungswidrig handelt, wer im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt. (§24a StVG Abs. 1)
Alkohol am Steuer ist für Fahrer zur Personenbeförderung strengstens verboten
Fahrer in der Personenbeförderung hingegen müssen im Dienst einen Promillewert von 0,0 haben, wie es in der Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr (BOKraft)Titel 2 §8 Abs.3 1. Abschnitt heißt. Demnach ist es dem Betriebspersonal untersagt,
während des Dienstes und der Dienstbereitschaft alkoholische Getränke oder andere die dienstliche Tätigkeit beeinträchtigende Mittel zu sich zu nehmen oder die Fahrt anzutreten, obwohl es unter der Wirkung solcher Getränke oder Mittel steht. (BOKraft Titel 2 §8 Abs.3 1. Abschnitt)
Zwar ist die Promillegrenze im Gesetz genau definiert, die Fahruntüchtigkeit an sich jedoch nicht, sie wird in der Rechtsprechung von Sachverständigen festgestellt. Der Bundesgerichtshof unterscheidet hierbei zwischen relativer und absoluter Fahruntüchtigkeit.
Von der Rechtsprechung wird angenommen, dass eine relative Fahruntüchtigkeit bereits bei einem Blutalkoholwert von 0,3 Promille eintritt, wenn Anzeichen der Fahruntüchtigkeit vorliegen. Diese können sich etwa in Schlangenlinien während der Fahrt äußern, Missachtung von Verkehrszeichen oder einem Fahren zu weit rechts oder links äußern. Beim Autofahrer selbst sind Anzeichen für eine Fahruntüchtigkeit Ausfallerscheinung sowie Bewegungsanomalien, gesenkte Reaktionsfähigkeit, eingeschränktes oder verzögertes Aufnahmevermögen und eine verwaschene Aussprache. Auch gerötete Augen können ein Zeichen sein, wenn auch manchmal ein trügerisches.
Liegen Anzeichen für Fahruntüchtigkeit vor, gilt das Fahren bereits als Straftatbestand, obwohl die Promillegrenze von 0,5 noch nicht erreicht wurde, da eine Gefährdung des Verkehrs unter Alkoholeinfluss vorliegt.
Eine absolute Fahruntüchtigkeit liegt bei 1,1 Promille vor
Eine absolute Fahruntüchtigkeit liegt bei einem Promillewert von 1,1 vor, auch wenn keine Ausfallerscheinungen auftreten. Wer mit einer derartigen Blutalkoholkonzentration fährt, begeht eine Straftat.
Wer mit mehr als 0,5 Promille erwischt wird, ohne Ausfallerscheinungen zu zeigen, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Treten jedoch Ausfallerscheinungen auf und wird somit der Straßenverkehr gefährdet oder mit der Trunkenheit am Steuer gar ein Unfall gebaut, greift ebenso wie ab einem Alkoholwert von 1,1 Promille das StGB.
Bei Fahrradfahrern und Elektrorollstühlen tritt die absolute Fahruntüchtigkeit dagegen bei 1,6 Promille ein.
Ablauf von Alkoholtests bei der Polizei
Da Alkohol im Straßenverkehr eine echte Bedrohung darstellt, haben die Polizisten ein besonderes Auge auf Autofahrer, die einen ungewöhnlichen und auffälligen Fahrstil an den Tag legen. In diesem Fall wird in jedem Falle eine Verkehrskontrolle durchgeführt. Dabei wird zunächst der Atemalkoholwert mit einem entsprechenden Messgerät durchgeführt, welches die Bauartzulassung für die amtliche Überwachung im Straßenverkehr haben sowie korrekt geeicht sein muss.
Doch zunächst wird der Autofahrer bei Verdacht auf eine Trunkenheitsfahrt vermutlich gefragt, wann er zuletzt getrunken hat. Dies ist wichtig, da zwischen dem Trinkende und dem Atemalkoholtest eine Zeitspanne von mindestens 20 Minuten liegen muss. Zudem darf der Autofahrer in der Kontrollzeit, die zehn Minuten beträgt, weder etwas essen noch trinken, damit das Messergebnis nicht verfälscht wird.
Wird diese Kontrollzeit von den Beamten nicht eingehalten, kann das Ergebnis angefochten und für ungültig erklärt werden. Zudem muss nach der Messung eine Kontrollmessung erfolgen, die innerhalb von fünf Minuten nach der ersten Messung erfolgt.
Atemalkoholkontrolle und Bluttest
Bei jeder Messung muss eine Atemmenge von 1,5 Litern in das Messgerät gepustet werden, die in einem Zeitraum von drei Sekunden gemessen wird. Stellt sich bei der Kontrollmessung eine Abweichung von zehn Prozent des Mittelwertes beziehungsweise 0,04 mg/l heraus, werden zwei weitere Messungen durchgeführt. Werden auch bei diesen Messungen Abweichungen festgestellt, sollte ein Bluttest angeordnet werden.
Allerdings sind Autofahrer in Deutschland nicht verpflichtet, bei einer Verkehrskontrolle an einer Alkoholkontrolle teilzunehmen. Der Atemalkoholtest hat auch vor Gericht keinen Bestand, sondern nur der Bluttest. Der Atemalkoholtest dient lediglich als Orientierung für die Beamten. Wird der Atemkontrolltest abgelehnt, sollte der Autofahrer darauf achten, dass dies im Protokoll vermerkt wird.
Es sollten keine Experimente eingegangen und auf urbane Legenden vertraut werden, die beschreiben, wie ein Messgerät zur Atemalkoholkontrolle ausgetrickst werden kann. Bestenfalls wirken sie nicht, schlimmstenfalls treiben sie die Alkoholwerte im Atem noch in die Höhe, wie etwa nach der Benutzung eines Mundwassers. Zudem warnen Experten, dass ein Großteil der Atemalkoholtests fehlerhaft ist.
Liegt der Verdacht einer Trunkenheitsfahrt vor, kann ein richterlicher Beschluss zur Blutentnahme angefordert werden, um den Blutalkoholwert festzustellen. Sollte jedoch der Verdacht auf Gefahr im Verzug bestehen, kann bereits der Staatsanwalt oder die Polizei auf der Dienststelle eine Blutprobe veranlassen.
Strafe für Alkohol am Steuer und Bußgeldkatalog
Betrunken Auto fahren lohnt sich nicht. Wenn die Alkoholgrenze im Auto überschritten wird beziehungsweise eine relative Fahruntüchtigkeit vorliegt, sieht der Bußgeldkatalog empfindliche Strafen vor.
gegen die 0,5 Promillegrenze verstoßen
beim ersten Mal500 €21 Monat
beim zweiten Mal1000 €23 Monate
beim dritten Mal1500 €23 Monate
Gefährdung des Verkehrs unter Alkoholeinfluss ab einem Promillewert von 0,3variabel3Geld- oder Freiheitsstrafe, Führerscheinentzug
Nachgewiesener Alkoholgehalt im Blut ab 1,1 Promillevariabel3Geld- oder Freiheitsstrafe, Führerscheinentzug
Die Alkoholfahrt im Strafgesetzbuch
Eine Alkoholfahrt kann eine MPU zur Folge haben
Bei Alkoholfahrten von 0,5 bis 1,09 Promille liegt „nur“ eine Ordnungswidrigkeit vor, wenn keine Anzeichen für Fahrunsicherheit zu erkennen sind, keine Gefährdung des Straßenverkehrs vorliegt oder ein Unfall durch die Trunkenheit am Steuer verursacht wurde. Ist dies jedoch der Fall oder liegt die Promillegrenze im Auto bei 1,1 Promille oder mehr, so liegt eine Straftat nach Strafgesetzbuch (StGB) §315c vor und §316 vor.
§ 315c StGB Abs. 1a besagt:
Wer im Verkehr (§§ 315 bis 315d) ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft […].
Bei einem Fahrverbot wegen Alkohol am Steuer (unter 1,1 Promille) erhält der Autofahrer seinen Führerschein nach der festgelegten Frist automatisch zurück. Ein Führerscheinentzug wegen Alkohol erfolgt ab einer gemessenen Promillegrenze von 1,1 oder bei mehrmaligem Fahren unter Alkoholeinfluss. Die Strafen sind ungleich drastischer, da es sich hierbei um eine Straftat handelt.
Der Führerschein wird in der Regel direkt nach der Straftat eingezogen und unterliegt bei Ersttätern einer Sperrfrist von zwölf Monaten. Zudem erhalten Ersttäter oftmals zunächst eine Geldstrafe, die empfindlich ausfällt und die in mehreren Tagessätzen gezahlt werden muss. Nach dem Führerscheinentzug wegen Alkohol wird nach einer Sperrzeit nur nach einem Antrag ein neuer Schein ausgestellt. Der Fahrer muss allerdings zur Teilnahme am Verkehr geeignet sein.
Zweifelt die Behörde an der Fahreignung, kann sie anordnen, dass der Fahrer einen Eignungsnachweis erbringen muss. Dieser wird nach einer bestandenen medizinisch-psychologischen Untersuchung, kurz MPU, ausgestellt. Der häufigste Grund für eine MPU ist in Deutschland übrigens Trunkenheit im Verkehr.
Strafe für Alkohol am Steuer unter 21 Jahren und in der Probezeit
Die Promillegrenze für Fahranfänger liegt bei 0,0
Alkohol am Steuer unter 21 Jahre sowie Alkohol am Steuer bei Probezeit wird streng geahndet. Für sie gilt eine Promillegrenze im Auto von 0,0. Wird ein Alkoholgehalt von bis zu 0,5 Promille gemessen, auch wenn keine weiteren Anzeichen der Trunkenheit wie Ausfallerscheinungen festgestellt werden, gilt dies als A-Verstoß und wird mit einem Bußgeld von 250 € sowie mit zwei Punkten im Verkehrsregister in Flensburg geahndet.
Eine weitere Konsequenz ist die Anordnung eines Aufbauseminars. Wird zusätzlich zu dem Promillewert eine Fahrunsicherheit festgestellt, eine Gefährdung des Straßenverkehrs oder wird bei einer Alkoholfahrt ein Unfall gebaut, drohen schlimmere Konsequenzen. Der obige Bußgeldrechner für Alkohol gibt weiteren Aufschluss.

References: §24
 §8
 §8
 §315
 §316

§ 315