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Timestamp: 2016-10-27 08:56:16+00:00

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9C_353/2015 (24.11.2015)
9C_353/2015 � � Urteil vom 24. November 2015
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 31. M�rz 2015.
A.________, geboren 1962, Dipl. Informatik-Ingenieur ETH, meldete sich am 26. Oktober 2012 unter Hinweis auf eine Ersch�pfungsdepression bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich holte diverse Berichte ein, u.a. des behandelnden Arztes Dr. med. B.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 29. Mai 2013, sowie die Kurzbeurteilung der Dr. med. C.________, Fach�rztin f�r Psychiatrie und Psychotherapie, zu Handen des Krankentaggeldversicherers vom 18. Juni 2013. Sodann gab sie bei Dr. med. D.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag, welches am 12. November 2013 erstattet wurde. Nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren verneinte die IV-Stelle mit Verf�gung vom 6. Februar 2014 den Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung.
Die von A.________ dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich nach einem doppelten Schriftenwechsel mit Entscheid vom 31. M�rz 2015 ab.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Antrag, der Entscheid vom 31. M�rz 2015 aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere ihm eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abkl�rung an die Vorinstanz oder die IV-Stelle zur�ckzuweisen.
Eine Sachverhaltsfeststellung ist nicht schon dann offensichtlich unrichtig, wenn sich Zweifel anmelden, sondern erst, wenn sie eindeutig und augenf�llig unzutreffend ist (BGE 132 I 42 E. 3.1 S. 44). Es liegt noch keine offensichtliche Unrichtigkeit vor, nur weil eine andere L�sung ebenfalls in Betracht f�llt, selbst wenn diese als die plausiblere erschiene (vgl. BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9; Urteil 9C_311/2013 vom 12. November 2013 E. 2.1). Diese Grunds�tze gelten auch in Bezug auf die konkrete Beweisw�rdigung (Urteile 9C_779/2010 vom 30. September 2011 E. 1.1.1, nicht publ. in: BGE 137 V 446, aber in: SVR 2012 BVG Nr. 11 S. 44, und 9C_999/2010 vom 14. Februar 2011 E. 1).
1.2.�Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begr�ndet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis).
Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz habe sich mit seinen Argumenten in der Replik nicht gen�gend auseinandergesetzt und damit seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt.
2.1.�Der Anspruch auf rechtliches Geh�r nach Art. 29 Abs. 2 BV gebietet, dass die Beh�rde die Vorbringen der betroffenen Person auch tats�chlich h�rt, pr�ft und in der Entscheidfindung ber�cksichtigt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). Daraus folgt die Verpflichtung der Beh�rde, ihren Entscheid zu begr�nden (BGE 139 V 496 E. 5.1 S. 503). Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einl�sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdr�cklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Die Begr�ndung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person �ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die h�here Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid st�tzt (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236 mit Hinweis).
2.2.�In seiner Replik im erstinstanzlichen Verfahren brachte der Beschwerdef�hrer zahlreiche Kritikpunkte am psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D.________ an und legte die davon abweichenden Einsch�tzungen der �brigen Fach�rzte dar. Ferner r�gte er, dass der Experte bei seiner Beurteilung der T�tung seines Patenkindes als einschneidendes und damit f�r die psychiatrische Beurteilung relevantes Erlebnis keine Beachtung geschenkt habe. Die Vorinstanz hat sich nicht zu s�mtlichen Vorbringen explizit ge�ussert; aus ihrer Begr�ndung ergibt sich indessen, dass sie die entsprechenden Einw�nde nicht als entscheidend erachtete. Im �brigen macht der Beschwerdef�hrer nicht geltend, es sei ihm nicht m�glich gewesen, den erstinstanzlichen Entscheid sachgerecht anfechten zu k�nnen (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188 f.). Die R�ge der Geh�rsverletzung ist somit unbegr�ndet.
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Vorinstanz Bundesrecht verletzte (Art. 95 lit. a BGG), indem sie den Anspruch des Beschwerdef�hrers auf eine Rente der Invalidenversicherung verneinte. Dabei stellt sich vorab die Frage, ob das kantonale Sozialversicherungsgericht im Rahmen seiner Beweisw�rdigung zu Recht auf das Gutachten des Dr. med. D.________ vom 12. November 2013 abgestellt hat.
Die Vorinstanz hat erwogen, die Expertise von Dr. med. D.________ vom 12. November 2013 gen�ge den an den Beweiswert �rztlicher Berichte gestellten Anforderungen (vgl. E. 1.2 vorne). Danach leide der Beschwerdef�hrer an einer Neurasthenie (ICD-10 F48.0). Eine gesundheitsbedingte Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit resultiere daraus indessen nicht. Was der Beschwerdef�hrer dagegen vorbringt, ist nicht stichhaltig und vermag an der Schl�ssigkeit der Beurteilung nichts zu �ndern:
4.1.�Insoweit er Widerspr�che in der Befunderhebung und Diagnosestellung zu anderen fach�rztlichen Beurteilungen aufzuzeigen versucht, ist darauf hinzuweisen, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem begutachtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum er�ffnet, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen m�glich, zul�ssig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abkl�rungsauftrag (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; vgl. auch Urteil 8C_260/2011 vom 25. Juli 2011 E. 5.2), kann es nicht angehen, ein Administrativgutachten stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abkl�rungen zu nehmen, wenn die behandelnden �rzte nachher zu unterschiedlichen Einsch�tzungen gelangen oder an vorg�ngig ge�usserten abweichenden Auffassungen festhalten (Urteil 9C_4/2015 vom 5. Mai 2015 E. 3.2).
Anders verh�lt es sich, wenn die behandelnden �rzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt oder ungew�rdigt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu f�hren (Urteil 9C_853/2015 vom 23. Juni 2014 E. 3.1.2). Der Beschwerdef�hrer legt nicht dar, inwiefern der psychiatrische Gutachter nicht lege artis vorgegangen w�re. Desgleichen bringt er keine weiteren Aspekte vor, die ein Abweichen von der Expertise gebieten w�rden bzw. deren Beweiswert schm�lern k�nnten. Insbesondere sind der Stellungnahme von Dr. med. B.________ vom 17. Januar 2014 zum Gutachten weder anderweitige Erkenntnisse noch neue psychopathologische Befunde zu entnehmen, die eine abweichende Beurteilung belegen k�nnten, wie Dr. med. D.________ in seiner Stellungnahme vom 29. Januar 2014 ausf�hrte. Daran �ndert auch die Reevaluation der MADRS (Montgomery and Asberg Depression Rating Scale) mit einem Gesamtwert von 18 bis 23 Punkten (im Unterschied zum Gesamtwert im Gutachten von 7) nichts. Denn gem�ss Rechtsprechung kann einem testm�ssigen Erfassen der Psychopathologie ohnehin nur erg�nzende Funktion beigemessen werden, w�hrend die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ausschlaggebend bleibt (Urteil 9C_391/2010 vom 19. Juli 2010 E. 3.2.1).
Im Gutachten des Dr. med. D.________ ist anhand der ICD-Kriterien detailliert und nachvollziehbar begr�ndet, weshalb objektiv keine der Symptome in ausreichender Schwere bzw. in ausreichender L�nge vorliegen, um eine allf�llig andauernde depressive Episode zumindest leichten Grades diagnostizieren zu k�nnen (S. 15 des Gutachtens). Dr. med. D.________ konstatierte eine Neurasthenie. Bestimmende Merkmale zu dieser Diagnose sind nach der medizinischen Klassifikation (ICD-10 F48.0) das Erm�dungs- bzw. das Ersch�pfungssyndrom. �berzeugend wird dargelegt (und auch vom Beschwerdef�hrer gegen�ber dem Gutachter geschildert), wie rasch er bei diversen Arbeiten erm�det, wie er aber anderseits durchaus ein soziales, nicht zur�ckgezogenes Leben f�hrt mit diversen Aktivit�ten (Sport treiben, Kochen u.a.m). Als Hauptdiagnose hatte ein halbes Jahr fr�her auch die Vertrauens�rztin des Taggeldversicherers, Dr. med. C.________, einen Status nach Ersch�pfungssyndrom (Burn-out-Syndrom) aufgef�hrt. Sie erw�hnte als zweite Diagnose auch, was sie allerdings nicht n�her begr�ndete, eine "sonstige rezidivierende depressive St�rung ED 2010". Weiter f�hrten zwar auch die �rzte der K linik F.________ im Bericht vom 19. August 2014 wiederum eine rezidivierende depressive St�rung, gegenw�rtig mittelgradige Episode an. Abgesehen davon, dass der Bericht nach Erlass der angefochtenen Verf�gung vom 6. Februar 2014 erstellt wurde, legt er das Hauptgewicht auf die Beschreibung des Verlaufs und der Behandlungsziele des rund einmonatigen station�ren Aufenthalts vom 21. Juli bis 19. August 2014. Es kommt dazu, dass er die Diagnose der wiederkehrenden depressiven St�rung nicht weiter unterlegt mit einer Beschreibung und Auseinandersetzung von einzelnen Diagnosevoraussetzungen.
4.2.�Schliesslich vermag der Beschwerdef�hrer auch aus dem Bericht des Dr. med. G.________, Arzt f�r Allgemeinmedizin (D), Zentrum H.________, vom 22. Mai 2014 nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Den von ihm festgehaltenen, labortechnisch nachweisbaren Stoffwechselst�rungen kommt (vorerst) keine invalidisierende Wirkung zu. Denn w�hrend des Aufenthalts des Beschwerdef�hrers in der Klinik F.________ vom 21. Juli bis 19. August 2014, der auf Veranlassung von Dr. med. G.________ und Dr. med. B.________ erfolgte, wurden schwergewichtig psychiatrisch-psychotherapeutisch ausgerichtete Behandlungen durchgef�hrt, so etwa st�tzende Gespr�che, Musiktherapie, Aktivierungstherapie und Qi Gong. Eine systematische (schulmedizinische) Therapie in Bezug auf die Stoffwechselst�rungen fand nicht statt - dokumentiert ist einzig die Gabe hom�opathischer Mittel und die Durchf�hrung einer Fussreflexzonenmassage -, dies obschon Dr. med. G.________ in seinem Bericht vom 22. Mai 2014 ausdr�cklich festhielt, eine rein auf die Psychologie abgestimmte Behandlung k�nne die k�rperlichen/organischen St�rungen nicht korrigieren. Unter diesen Umst�nden verletzt es kein Bundesrecht, dass die Vorinstanz auf das psychiatrische Gutachten vom 12. November 2013 abstellte und eine invalidenversicherungsrechtlich relevante organische Komponente nicht als gegeben erachtete.
4.3.�Ferner r�gt der Beschwerdef�hrer mit seinem Vorbringen betreffend die Foerster-Kriterien, die Rechtsprechung gem�ss BGE 130 V 352 verletze das Diskriminierungsverbot (Art. 8 Abs. 2 BV). Die R�ge ist insofern hinf�llig, als das Bundesgericht mit BGE 141 V 281 diese Rechtsprechung �nderte und pr�zisierte. Danach kann eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung oder ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden, worunter auch die Neurasthenie f�llt (BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3 S. 14), nur eine Invalidit�t begr�nden, sofern funktionelle Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schl�ssig und widerspruchsfrei mit zumindest �berwiegender Wahrscheinlichkeit in einem anspruchserheblichen Ausmass nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6 in fine S. 308). Eine in diesem Sinne invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeintr�chtigung ist zu verneinen:
Dr. med. D.________ erachtete zwar die Merkmale einer Neurasthenie nach der klassifikatorischen Umschreibung gem�ss ICD-10 F48.0 als gegeben und diagnostizierte sie fach�rztlich �berzeugend (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285). Der Beschwerdef�hrer berichtete ihm von einem erlebten Ersch�pfungszustand, wie nach einer grossen Wanderung. Auch f�hle er sich �ngstlich, angespannt, kraftlos, er ben�tige vermehrt Pausen und leide an Schlafst�rungen sowie Konzentrationsminderungen. Indessen sind gem�ss dem Experten die objektivierbaren psychopathologischen Befunde gar nicht bis sehr gering ausgepr�gt, was auf eine leichte Erscheinungsform des Gesundheitsschadens schliessen l�sst (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.). Daher verm�ge die Neurasthenie aus seiner Sicht keine relevante (> 20 % bis 100 %) l�ngerfristige Arbeitsunf�higkeit zu begr�nden. Angesichts der geringen Auspr�gung der erhobenen Befunde kann nicht davon ausgegangen werden, dass die aus dem Gesundheitsschaden resultierenden funktionellen Einschr�nkungen zu einer h�heren Arbeitsunf�higkeit als 20 % f�hren k�nnten. Von einer R�ckweisung zur Durchf�hrung einer strukturierten Plausibilit�tspr�fung kann abgesehen werden, zumal weder eine Behandlungsresistenz bzw. eine gescheiterte Therapie noch die pers�nlichen Ressourcen hemmende Faktoren ersichtlich sind. So fand Dr. med. D.________ insbesondere keine inhaltliche Denk-, Wahrnehmungs- oder Ich-St�rungen. Im Affekt sei der Beschwerdef�hrer ausgeglichen und gut moduliert. Hinzu kommt, dass er sich zu 50 % im Haushalt (inkl. Gartenarbeit) bet�tigen kann, joggen und einmal w�chentlich zum Fussballspielen mit Kollegen geht. Dies zeigt, dass er sich doch in erheblichem Umfang in seiner Freizeit bet�tigen kann. An dieser Beurteilung �ndert die fehlende Unterst�tzung im Rahmen des famili�ren Netzwerks nichts, ebensowenig die von ihm seit M�rz 2012 in Anspruch genommene Behandlung bei Dr. med. B.________, was zweifellos auf einen gewissen Leidensdruck schliessen l�sst; indes ersch�pft sich diese in Gespr�chssitzungen, die in unregelm�ssigen Zeitabst�nden von ein bis drei Wochen abgehalten wurden. Von einer Schwere des Leidens im invalidenversicherungsrechtlichen Sinn kann nicht gesprochen werden.
4.4.�Nach dem Gesagten verletzt es kein Bundesrecht, dass die Vorinstanz gest�tzt auf die medizinischen Akten einen invalidisierenden Gesundheitsschaden und demzufolge einen Rentenanspruch verneint hat. Die Beschwerde ist unbegr�ndet.

References: BGE 
 BGE 
 Art. 29
 BGE 
 BGE 
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in fine