Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=22.03.1989&Aktenzeichen=7%20RAr%20122/87
Timestamp: 2019-11-15 08:08:07+00:00

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BSG, 22.03.1989 - 7 RAr 122/87 - dejure.org
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BSG, 22.03.1989 - 7 RAr 122/87 (https://dejure.org/1989,3558)
BSG, Entscheidung vom 22.03.1989 - 7 RAr 122/87 (https://dejure.org/1989,3558)
BSG, Entscheidung vom 22. März 1989 - 7 RAr 122/87 (https://dejure.org/1989,3558)
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Bindung - Bewilligungsbescheid - Zugunstenverfahren
SGG § 77; SGB X § 44 Abs. 1 S. 1
SG Osnabrück, 12.08.1986 - S 6 Ar 243/85
LSG Niedersachsen, 06.10.1987 - L 7 Ar 286/86
Hierfür beruft sie sich auf Rechtsprechung des BSG (vom 22.3.1989 - 7 RAr 122/87 - SozR 1300 § 44 Nr. 38;… vom 10.12.1985 - 10 RKg 14/85 - SozR 5870 § 2 Nr. 44) .
In dieser Hinsicht verlangt der Kläger die Rücknahme eines rechtswidrigen nicht begünstigenden Verwaltungsakts, durch den Sozialleistungen iS von § 44 Abs. 1 SGB X zu Unrecht nicht in der begehrten Höhe erbracht worden seien (…vgl BSGE 55, 87, 88 = SozR 1300 § 44 Nr. 4; BSG SozR 1300 § 44 Nr. 38 S 107) .
Nicht Sinn und Zweck des Zugunstenverfahrens kann es daher sein, dem Antragsteller mehr zu gewähren, als ihm nach materiellem Recht zusteht (so BSG SozR 1300 § 44 Nr. 38 S 108; vgl Steinwedel in Kasseler Kommentar Sozialversicherungsrecht, Stand September 2013, § 44 SGB X RdNr 40 ff; ders in DAngVers 1989, 372, 374) .
Dem materiellen Recht widersprechende Besserstellungen schließt § 44 SGB X aus (BSG a.a.O. unter Hinweis auf BSG SozR 1300 § 44 Nr. 38).
§ 44 Abs. 1 Satz 1 SGB X ist daher nach ständiger Rechtsprechung des BSG, an welcher der Senat festhält, dahin zu verstehen, dass die vorenthaltenen Sozialleistungen materiell zu Unrecht nicht erbracht worden sind (BSG vom 22.3.1989 - 7 RAr 122/87 - SozR 1300 § 44 Nr. 38 S 108;… BSG vom 28.5.1997 - 14/10 RKg 25/95 - SozR 3-1300 § 44 Nr. 21 S 43 f;… BSG vom 24.4.2014 - B 13 R 3/13 R - SozR 4-1300 § 44 Nr. 30 RdNr 28).
Damit wollte er hervorheben, dass es nicht Sinn und Zweck des Zugunstenverfahrens sein kann, dem Antragsteller mehr zu gewähren, als ihm nach materiellem Recht an Sozialleistungen zusteht (BSG vom 22.3.1989 - 7 RAr 122/87 - SozR 1300 § 44 Nr. 38 S 108) .
Eine auf derartige Fehler eines Verwaltungsakts zurückzuführende Benachteiligung des Bürgers soll auch noch nach Ablauf von Rechtsbehelfs- und Rechtsmittelfristen durch Aufhebung des Verwaltungsakts rückwirkend beseitigt werden (vgl BSG SozR 1300 § 44 Nr. 38 mwN).
Nach dieser Vorschrift kommt es allein darauf an, ob die vorenthaltenen Sozialleistungen materiell zu Unrecht nicht erbracht worden sind (so schon BSG SozR 1300 § 44 Nr. 38 S 108;…vgl auch BSG SozR 3-1300 § 44 Nr. 21 S 45).
Der 14. Senat des BSG (…Urteil vom 28.5.1997 - 14/10 RKg 25/95 - SozR 3-1300 § 44 Nr. 21 S 42 ff) und ihm folgend der 9. Senat (…Urteil vom 4.2.1998 - B 9 V 16/96 R - SozR 3-1300 § 44 Nr. 24 S 56 f) halten dies - abweichend von dem Grundsatz, es sei nicht Sinn des Zugunstenverfahrens nach § 44 SGB X, dem Antragsteller mehr zu gewähren, als ihm nach materiellem Recht zustehe (vgl BSG Urteil vom 22.3.1989 - 7 RAr 122/87 - SozR 1300 § 44 Nr. 38, Leitsatz 2;… s auch BSG Urteil vom 29.9.2009 - B 8 SO 16/08 R - BSGE 104, 213 = SozR 4-1300 § 44 Nr. 20, RdNr 15) - im Falle einer Verletzung vertrauensschützender Vorschriften des Verfahrensrechts bei Erlass des bestandskräftig gewordenen Entziehungsbescheids für möglich.
Das läßt sich nur anhand der materiellen Rechtslage beurteilen, so daß § 44 Abs. 1 Satz 1 SGB X dahin zu verstehen ist, daß die vorenthaltenen Sozialleistungen materiell zu Unrecht nicht erbracht worden sind (BSG SozR 1300 § 44 Nr. 38;… BSG SozR 5870 § 2 Nr. 44; Schroeder- Printzen/Wiesner SGB X § 44 RdNr 2; Schneider-Danwitz, Gesamtkomm SGB.
Das Urteil des 7. Senats vom 22. März 1989 - 7 RAr 122/87 - (BSG SozR 1300 § 44 Nr. 38) ist nicht einschlägig.
Auch die dadurch entstandene Benachteiligung des Bürgers soll über § 44 SGB X noch nach Ablauf von Rechtsbehelfs- und Rechtsmittelfristen durch Aufhebung des Verwaltungsaktes rückwirkend beseitigt werden (vgl BSG SozR 1300 § 44 Nr. 38 mwN).
Nach der Rechtsprechung des BSG (SozR 1300 § 44 Nr. 38;… SozR 5870 § 2 Nr. 44) und nach dem Schrifttum (…Schroeder-Printzen/Wiesner, SGB X, 3. Aufl 1996, § 44 Rz 2; Schneider-Danwitz, GesamtKomm SGB - Sozialversicherung, § 44 SGB X Rz 18; Steinwedel in KasselerKomm, § 44 SGB X Rz 32; derselbe in DAngVers 1989, 372f) dient das in § 44 SGB X geregelte Zugunstenverfahren zwar ausschließlich der Herstellung materieller Gerechtigkeit.
Dem materiellen Recht widersprechende Besserstellungen schließt § 44 SGB X aus (vgl insbesondere BSG SozR 1300 § 44 Nr. 38).
Das in § 44 SGB X zum Ausdruck kommende Gebot, der materiellen Gerechtigkeit zum Erfolg zu verhelfen, bedeutet, dass im Zugunstenverfahren einem Leistungsberechtigten (nur) diejenige Leistung zu gewähren ist, die ihm nach materiellem Recht bei von Anfang an zutreffender Rechtsanwendung zugestanden hätte (Anschluss an BSG, Urteile vom 22.03.1989 - 7 RAr 122/87 - Rn. 23 f …und vom 28.05.1997 - 14/10 RKg 25/95 Rn. 20).
Die Einräumung einer ihm materiell nicht zustehenden Rechtsposition über § 44 SGB X kann ein Betroffener deshalb nicht verlangen (vgl. zum Vorstehenden: BSG, Urteile vom 22. März 1989 - 7 RAr 122/87 - juris Rn. 23 f. …und vom 28. Mai 1997 - 14/10 RKg 25/95 - juris Rn. 20).
Nicht begünstigend iS des § 44 Abs. 1 SGB X kann auch ein leistungsgewährender Verwaltungsakt sein, soweit er keine höheren Leistungen gewährt (vgl BSG vom 22.3.1989 - 7 RAr 122/87 - SozR 1300 § 44 Nr. 38) .
BSG, 23.02.1994 - 10 RAr 8/93
Konkursausfallgeld - Beschäftigung in Deutschland
BSG, 03.08.1994 - 9 RV 18/93
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References: § 77
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