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Timestamp: 2020-01-29 07:34:20+00:00

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BVerwG, 24.03.1987 - 9 C 47.85 - dejure.org
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BVerwG, 24.03.1987 - 9 C 47.85 (https://dejure.org/1987,37)
BVerwG, Entscheidung vom 24.03.1987 - 9 C 47.85 (https://dejure.org/1987,37)
BVerwG, Entscheidung vom 24. März 1987 - 9 C 47.85 (https://dejure.org/1987,37)
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Voraussetzungen für die Anerkennung als Asylberechtigter - Ermittlung des Umfangs der politischen Verfolgung im Heimatland - Anforderungen an den Asylantrag - Berücksichtigung von Nachfluchtgründen nach freiwilliger Aufgabe des anderweitigen Verfolgungsschutzes
StPO § 244 ; VwGO § 86 Abs. 1
AsylVfG § 2
VG Köln, 29.11.1982 - 5 K 10216/82
OVG Nordrhein-Westfalen, 31.05.1985 - 19 A 10127/83
BVerwG, 04.09.1985 - 9 C 47.85
BVerwG, 10.03.1987 - 9 C 47.85
BVerwGE 77, 150
NJW 1987, 3092 (Ls.)
NVwZ 1987, 812
DVBl 1987, 788
DÖV 1987, 1078
DÖV 1987, 785
Das LSG hat jedoch den von der Klägerin behaupteten Aufenthaltsort unzulässig als wahr unterstellt, denn eine Wahrunterstellung bestimmter tatsächlicher Behauptungen ist auch im Verwaltungsprozess nur dann zulässig, wenn diese für den Urteilsausspruch nicht entscheidungserheblich sind (hierzu BVerwGE 77, 150, 155 ff).
Die Asylantragstellung in Italien bildet dabei mit der Beantragung von Asyl in der Bundesrepublik einen einheitlichen Verfolgungsgrund (vgl. Urteil vom 24. März 1987 - BVerwG 9 C 47.85 - BVerwGE 77, 150 ).
An dieser im Urteil vom 24. März 1987 - BVerwG 9 C 47.85 - (…a.a.O.) vertretenen Auffassung hält der Senat auch in Kenntnis der von Rühmann in seiner Urteilsanmerkung (DVBl. 1987, 790) geäußerten Bedenken fest.
Diese Voraussetzung ist - wie der Senat im Urteil vom 24. März 1987 - BVerwG 9 C 47.85 - (…a.a.O.) dargelegt hat - durch die Neufassung des § 2 AsylVfG in verfassungsrechtlich unbedenklicher Weise beseitigt worden.
Zu einer Wahrunterstellung war es ausgehend von seiner Rechtsmeinung auch berechtigt, da ein Anspruch des Klägers aus seiner Sicht unabhängig vom Vorliegen dieses Tatbestandsmerkmals ausschied (zur Zulässigkeit einer Wahrunterstellung in solchen Fällen BSGE 98, 48 = SozR 4-5075 § 1 Nr. 3, RdNr 78 unter Hinweis auf BVerwGE 77, 150, 155;… Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 9. Aufl 2008, § 103 RdNr 8) .
Im übrigen handelt es sich bei einer behaupteten Vorverfolgung um ein entscheidungserhebliches Merkmal (vgl. Urteile vom 24. März 1987 - BVerwG 9 C 47.85 - BVerwGE 77, 150 und vom 17. Januar 1990 - BVerwG 9 C 39.89 -), von der die Asylberechtigung wesentlich abhängt.
Die unter Beweis gestellten Behauptungen waren und sind für den Ausgang des Rechtsstreits nicht entscheidungserheblich (zu diesem allgemein anerkannten Beweisablehnungsgrund, vgl. BVerwG, Urteil vom 24. März 1987 - 9 C 47.85 - BVerwGE 77, 150 , stRspr).
Die Wahrunterstellung entscheidungserheblicher Tatsachen scheidet im Verwaltungsprozeß regelmäßig aus (wie Urteil vom 24. März 1987 - BVerwG 9 C 47.85 - BVerwGE 77, 150).
Wird im Verwaltungsprozeß von einer Beweiserhebung "wegen Wahrunterstellung" abgesehen, so liegt der Sache nach der Verzicht auf eine Beweiserhebung wegen Unerheblichkeit vor, welche durch die Wahrunterstellung nur sozusagen experimentell erwiesen wird (vgl. Urteil vom 24. März 1987 - BVerwG 9 C 47.85 - BVerwGE 77, 150 [BVerwG 24.03.1987 - 9 C 47/85]).
Selbst wenn dem Kläger diese Entscheidung vom 24. März 1987 - BVerwG 9 C 47.85 - (…a.a.O.) im Berufungsverfahren noch nicht bekannt war, mußte er deshalb - vor allem auch nach dem oben angesprochenen Ablauf des Verfahrens - davon ausgehen, daß es auf die vom Berufungsgericht als wahr unterstellten Tatsachen des Beweisantrags für die Entscheidung des Rechtsstreits nicht ankam.
Einer Anerkennung des Klägers als Asylberechtigter steht schließlich auch nicht die Vorschrift des § 2 AsylVfG in der Fassung des am 15. Januar 1987 in Kraft getretenen Gesetzes zur Änderung asylverfahrensrechtlicher, arbeitserlaubnisrechtlicher und ausländerrechtlicher Vorschriften vom 6. Januar 1987 (BGBl. I S. 89) entgegen, die gemäß § 43 Nr. 2 AsylVfG in diesem Rechtsstreit anwendbar ist (vgl. dazu Urteil vom 24. März 1987 - BVerwG 9 C 47.85 - BVerwGE 77, 150 [BVerwG 24.03.1987 - 9 C 47/85] und vom 15. Dezember 1987 - BVerwG 9 C 285.86 -, BVerwGE 78, 332 ).
Der Vorfluchtgrund der Parteiaktivität im Irak bildet aber mit dem nunmehr geltend gemachten Nachfluchtgrund "Asylbeantragung" keinen einheitlichen Verfolgungsgrund im Sinne der zitierten Rechtsprechung (Urteile vom 24. März 1987 - BVerwG 9 C 47.85 - a.a.O. …und vom 15. Dezember 1987 - BVerwG 9 C 285.86 - a.a.O.).
Dem Änderungsgesetzgeber ging es, wie die Gesetzesmaterialien erkennen lassen (vgl. Urteil vom 24. März 1987 - BVerwG 9 C 47.85 - BVerwGE 77, 150 [BVerwG 24.03.1987 - 9 C 47/85]), vielmehr allein darum, der durch den Begriff "finden" im Tatbestand des § 2 Abs. 1 AsylVfG a.F. eröffneten und vom Bundesverwaltungsgericht auch praktizierten Auslegung die Grundlage zu entziehen, wonach der politisch Verfolgte den Schutz in dem Drittstaat auch gesucht haben mußte (Urteil vom 5. Juni 1984 - BVerwG 9 C 88.83 - BVerwGE 69, 289 [BVerwG 05.06.1984 - 9 C 88/83]).
Dies ist ein allgemein anerkannter Grund für die Ablehnung eines unbedingten Beweisantrags (Urteil vom 24. März 1987 - BVerwG 9 C 47.85 - BVerwGE 77, 150 ; stRspr).
Die freiwillige Aufgabe dieses anderweitigen Verfolgungsschutzes durch die Weiterreise in die Bundesrepublik führt dazu, daß die Klägerin so zu behandeln ist, als bestünde dieser Verfolgungsschutz fort (vgl. BVerwG, Urteil vom 24.3.1987, E 77, 150 (153) = DVBl. 87, 788 (789)).
b) Jedoch findet nach Ansicht des Senats § 2 AsylVfG auch hier Anwendung: Auszugehen ist von der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil vom 24.3.1987, a.a.O., S. 154), wonach die im Verhältnis zum anderweitigen Verfolgungsschutz im Sinne von § 2 AsylVfG subsidiäre Asylanerkennung nicht nur dann ausscheidet, wenn der Asylbewerber die Verfolgungsgefahr auf solche Gründe zurückführt, die vor der Einreise in das Erstzufluchtsland entstanden sind (Vorfluchtgründe), sondern grundsätzlich auch auf in der Bundesrepublik Deutschland hinzugekommene Gründe (Nachfluchtgründe), jedenfalls dann, wenn zwischen Vor- und Nachfluchtgründen eine so enge Verknüpfung besteht, daß insgesamt von einem einheitlichen Verfolgungsgrund auszugehen ist.
Diese Vorschrift zeichnet ja nur die tatbestandlichen Voraussetzungen des Grundrechts und die Grenzen seines Schutzbereichs -- so auch die Subsidiarität der Asylgewährleistung in Art. 16 Abs. 2 Satz 2 (BVerwG, Urteil vom 24.3.1987, a.a.O.) -- deklaratorisch nach und gibt wieder, was sich ohnehin aus Art. 16 Abs. 2 Satz 2 GG ergibt (so ausdrücklich BVerwG, Urteil vom 21.6.1988, E 79, 347 = Buchholz 402.25 § 2 Nr. 8).
Der Senat ist der Ansicht, daß das Bundesverwaltungsgericht mit dieser nicht entscheidungserheblichen Erläuterung bei der Darstellung der zum Nachfluchtverhalten drängenden Zwangslage keine Aufgabe seiner Rechtsprechung zur Ausschlußwirkung des § 2 AsylVfG bei einheitlichem Verfolgungsgrund für Vorverfolgung und Nachfluchtverfolgung (Urteil vom 24.3.1987, a.a.O.;… Urteil vom 15.12.1987, a.a.O., 342/343; vom 30.8.1988, E 80, 131 (135, 136) = InfAuslR 88, 337 (339)) vornehmen wollte (vgl. Urteil des Senats vom 28.5.1991 - A 16 S 1756/89 - S. 11;… VG Karlsruhe, a.a.O., S. 13).
BVerwG, 17.09.2014 - 8 B 15.14
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References: § 244
 § 86
 § 2
 § 2
 § 1
 § 103
 § 2
 § 43
 § 2
 § 2
 § 2
 Art. 16
 Art. 16
 § 2
 § 2