Source: http://www.schulrechthamburg.de/jportal/portal/t/zmf/bs/18/page/sammlung.psml?doc.hl=1&doc.id=jlr-BerVorbSchulAPOHA2006V4Anlage3&documentnumber=3&numberofresults=20&doctyp=Norm&showdoccase=1&doc.part=X&paramfromHL=true
Timestamp: 2019-03-26 00:54:16+00:00

Document:
§ 9 - Gleichwertigkeit mit dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss
Amtliche Abkürzung: APO-BVS
Ausfertigungsdatum: 20.04.2006
Fundstelle: HmbGVBl. 2006, 189
Vom 20. April 20061)
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: mehrfach geändert durch Artikel 3 der Verordnung vom 11. September 2017 (HmbGVBl. S. 263, 266)
Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Berufsvorbereitungsschule (APO-BVS) vom 20. April 2006 01.08.2006
§ 1 - Anwendungsbereich 01.08.2012
§ 2 - Ziele der Berufsvorbereitungsschule 01.08.2017
§ 3 - Bildungsgänge der Berufsvorbereitungsschule 01.08.2017
§ 4 - Zulassung 01.08.2017
§ 5 - Art und Inhalt der Ausbildung 01.08.2017
§ 6 - Aufrücken, Rücktritt, Übergänge 01.08.2017
§ 7 - Noten und Zeugnisse der Berufsvorbereitungsschule 01.08.2017
§ 8 - Erwerb von Schulabschlüssen, Übergänge 01.08.2017
§ 9 - Gleichwertigkeit mit dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss 01.08.2017
§ 10 - Gleichwertigkeit mit dem mittleren Schulabschluss 01.08.2017
§ 11 - Externenprüfung 01.08.2017
§ 12 - Stundentafeln 01.08.2017
Anlage 1 - Stundentafel der Ausbildungsvorbereitung (AV) 01.08.2017
Anlage 2 - Stundentafel der Berufsvorbereitung (BV) 01.08.2017
Anlage 3 - Stundentafel des Berufsvorbereitungsjahrs für Migrantinnen und Migranten (AvM) (Angebot über 2 Jahre) 01.08.2017
Anlage 4 - Stundentafel der Alphabetisierungsklassen 01.08.2017
Auf Grund von § 21 Absatz 4, § 44 Absatz 1 Satz 3 und Absatz 2 Satz 3, § 45 Absatz 4, § 46 Absatz 2 und § 47 Absatz 2 des Hamburgischen Schulgesetzes vom 16. April 1997 (HmbGVBl. S. 97), zuletzt geändert am 29. Juni 2005 (HmbGVBl. S. 267), und § 1 Nummern 7, 13, 14, 15 und 16 der Weiterübertragungsverordnung-Schulrecht vom 9. Dezember 2003 (HmbGVBl. S. 580), geändert am 17. Mai 2005 (HmbGVBl. S. 199), wird verordnet:
(2) Die Schülerinnen und Schüler können den Abschluss der Berufsvorbereitungsschule erwerben. Schülerinnen und Schüler, die den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss beziehungsweise einen gleichwertigen Abschluss noch nicht erworben haben, können nach erfolgreicher Teilnahme an einer Abschlussprüfung einen Abschluss erwerben, der den Berechtigungen des ersten allgemeinbildenden Schulabschlusses entspricht.
(3) Schülerinnen und Schüler, deren Kenntnisse der deutschen Sprache nicht ausreichen, um mit Aussicht auf Erfolg am Unterricht teilzunehmen, können die für einen erfolgreichen Besuch berufsbildender Schulen erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in der deutschen Sprache erwerben und haben darüber hinaus die Möglichkeit, nach erfolgreicher Teilnahme an einer Abschlussprüfung einen Abschluss zu erwerben, der den Berechtigungen des ersten allgemeinbildenden Schulabschlusses oder des mittleren Schulabschlusses entspricht.
(3) Der Unterricht wird individualisiert erteilt. Im Rahmen der Individualisierung sind verschiedene Anforderungsebenen zu berücksichtigen. Der Unterricht auf der ersten Anforderungsebene führt zum Abschluss der Berufsvorbereitungsschule. Der Unterricht auf der zweiten Anforderungsebene schließt die Anforderungen der ersten Anforderungsebene ein und führt darüber hinaus zum Abschluss der Berufsvorbereitungsschule, der in seinen Berechtigungen dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss entspricht. Im AvM schließt der Unterricht auf der dritten Anforderungsebene die Anforderungen der ersten beiden Anforderungsebenen ein und führt darüber hinaus zum Abschluss der Berufsvorbereitungsschule, der in seinen Berechtigungen dem mittleren Schulabschluss entspricht. Die Entscheidung, auf welcher Anforderungsebene eine Schülerin oder ein Schüler unterrichtet wird, trifft die Zeugniskonferenz auf der Grundlage des Berufswegeplanes und unter Berücksichtigung der individuellen Lernentwicklung der Schülerin oder des Schülers.
(2) Schülerinnen und Schüler der Alphabetisierungsklassen, der AvM im ersten Halbjahr sowie Schülerinnen und Schüler, die nach § 12 HmbSG gefördert werden, erhalten ein Berichtszeugnis in Form von stärkenbezogenen Kompetenzbeschreibungen. Auf Antrag kann ergänzend zu dem Berichtszeugnis ein Notenzeugnis erstellt werden, das sich auf den individuellen Lernentwicklungsplan bezieht. Das Berichtszeugnis ist in einfacher Sprache zu erstellen. Es ist im Vorfeld darüber aufzuklären, dass die erteilten Noten sich abweichend von §§ 8 bis 11 nicht auf die Anforderungen der allgemeinen Bildungspläne beziehen und nicht zum ersten allgemeinbildenden oder mittleren Schulabschluss führen. Der individuelle Rahmen, auf den die Noten Bezug nehmen, ist im Zeugnis kenntlich zu machen.
(1) Schülerinnen und Schüler der Berufsvorbereitungsschule können einen Abschluss erlangen, der die Berechtigungen des ersten allgemeinbildenden Schulabschlusses einschließt, wenn sie erfolgreich an der Abschlussprüfung und an dem entsprechenden Unterricht nach § 5 Absatz 3 Satz 4 teilgenommen haben und die Voraussetzungen des § 9 erfüllen.
Gleichwertigkeit mit dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss
(1) Der Abschluss der Bildungsgänge AV und AvM entspricht in seinen Berechtigungen dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss, wenn die Schülerinnen und Schüler erfolgreich an der Abschlussprüfung teilgenommen haben und in allen Lernfeldern und Fächern mindestens die Endnote „ausreichend“ erzielt haben oder schlechtere Endnoten gemäß Absatz 6 ausgleichen können.
den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss beziehungsweise einen diesem gleichwertigen Schulabschluss nicht erreicht haben,
den Unterricht, der auf den Erwerb eines dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss gleichwertigen Abschlusses der Berufsvorbereitungsschule vorbereitet, kontinuierlich besucht haben und
mindestens in drei der vier Fächer des berufsbezogenen Unterrichts sowie in zwei der drei Fächer Sprache und Kommunikation, Mathematik und Fachenglisch mit der Vornote „ausreichend“ oder besser bewertet wurden; die Vornote in dem jeweiligen Lernfeld oder Fach wird gebildet aus den Leistungen der vorangegangenen zwei Schulhalbjahre.
(6) Der dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss entsprechende Abschluss der Berufsvorbereitungsschule ist erreicht, wenn die Schülerinnen und Schüler in allen Lernfeldern des berufsbezogenen und in allen Fächern des berufsübergreifenden Unterrichts mindestens die Endnote „ausreichend“ oder entsprechende Ausgleichsnoten erzielt haben. Die Endnote „mangelhaft“ in einem Lernfeld des berufsbezogenen Unterrichts wird durch mindestens die Endnote „gut“ in einem anderen Lernfeld des berufsbezogenen Unterrichts oder mindestens die Endnote „befriedigend“ in zwei anderen Lernfeldern des berufsbezogenen Unterrichts ausgeglichen. Die Endnote „mangelhaft“ in zwei Lernfeldern des berufsbezogenen Unterrichts kann nicht ausgeglichen werden. Die Endnote „mangelhaft“ in einem Fach des berufsübergreifenden Unterrichts wird durch mindestens die Endnote „gut“ in einem anderen Fach beziehungsweise Lernfeld oder die Endnote „befriedigend“ in zwei anderen Fächern beziehungsweise Lernfeldern ausgeglichen. Die Endnote „mangelhaft“ gleichzeitig in den beiden Fächern Sprache und Kommunikation sowie Mathematik kann nicht ausgeglichen werden. Mangelhafte Leistungen in insgesamt drei Fächern oder ungenügende Leistungen können nicht ausgeglichen werden. Nicht ausreichende Leistungen im Fach Gesundheit und Bewegung bleiben unberücksichtigt, wenn sie durch die körperliche Anlage der Schülerin oder des Schülers bedingt sind; die Vorlage einer schul- oder amtsärztlichen Bescheinigung kann verlangt werden.
(7) Schülerinnen oder Schüler, die zur Abschlussprüfung nicht zugelassen wurden oder einen dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss entsprechenden Abschluss der Berufsvorbereitungsschule nicht erreicht haben, erhalten das Abschlusszeugnis der Berufsvorbereitungsschule, wenn ihre Vornoten § 7 Absatz 3 genügen.
(8) Haben die Schülerinnen und Schüler in zwei Prüfungsfächern des berufsübergreifenden Unterrichts die Endnote „mangelhaft“ erzielt, ohne diese ausgleichen zu können, können sie in einem dieser Fächer eine nachträgliche Abschlussprüfung beantragen, sofern für die verbleibende mangelhafte Endnote ein Ausgleich gemäß Absatz 6 möglich ist. Eine Nachprüfung ist unzulässig, wenn in einem Prüfungsfach die Endnote „ungenügend“ erzielt wurde. Die Prüfungsleitung stellt fest, ob und in welchen Fächern eine Nachprüfung zulässig ist. Eine Nachprüfung in den Lernfeldern des berufsbezogenen Unterrichts ist unzulässig. Den Sorgeberechtigten wird die Entscheidung schriftlich mitgeteilt. Die Sorgeberechtigten können die Schülerinnen und Schüler bis zwei Wochen vor Beginn des Unterrichts im nachfolgenden Schuljahr schriftlich zur Nachprüfung in einem der zugelassenen Fächer anmelden. Die Nachprüfung wird innerhalb einer Woche nach Beginn des Unterrichts durchgeführt. Die Nachprüfung besteht aus einem schriftlichen Teil. Absatz 5 gilt entsprechend. Die Nachprüfung ist erfolgreich, wenn der Prüfling mindestens die Endnote „ausreichend“ erzielt hat. War die Nachprüfung erfolgreich, wird den Schülerinnen und Schülern der Abschluss der Berufsvorbereitungsschule erteilt, der in seinen Berechtigungen dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss entspricht.
(1) Wer die Berufsvorbereitungsschule nicht besucht hat, kann die Prüfung für Externe zum Erwerb des Abschlusses der Berufsvorbereitungsschule, der in seinen Berechtigungen dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss entspricht, ablegen. Zur Prüfung wird zugelassen, wer mindestens neun Jahre eine allgemeinbildende Schule besucht hat und nicht mindestens den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss oder eine von der zuständigen Behörde als gleichwertig anerkannte Vorbildung erworben hat und nach dem persönlichen Bildungsgang und Berufsweg erwarten lässt, dass die erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten den Anforderungen genügen, die an den Erwerb der angestrebten Berechtigung gestellt werden.
(2) Soweit die Unterrichtsstunden für die Unterrichtsbereiche in Kontingenten zusammengefasst sind, bestimmt die Schule über die Aufteilung der Stundenkontingente auf die Lernfelder und Fächer des jeweiligen Unterrichtsbereichs. Für die Erteilung der Berechtigungen des ersten allgemeinbildenden Schulabschlusses stellt die Schule in der AV sicher, dass auf Basis des individuellen Lernentwicklungsplan die Schülerin oder der Schüler Unterricht in den drei Fächern Sprache und Kommunikation, Mathematik und Fachenglisch entsprechend der Vereinbarungen über die Bildungsstandards für den Hauptschulabschluss (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15. April 2004) in der jeweils geltenden Fassung erhalten.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12
 § 21
 § 44
 § 45
 § 46
 § 47
 § 1
 § 12
 § 5
 § 9
 § 7