Source: https://www.boep.or.at/service/fachausbildungsstellen
Timestamp: 2019-05-19 06:16:51+00:00

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Fachausbildungsstellen · BÖP
Der BÖP hat die häufigsten Fragen zu Fachausbildungsstellen im Rahmen der Ausbildung „Gesundheitspsychologie“ und „Klinische Psychologie“ für Sie zusammengefasst und beantwortet.
Finden Sie Fachausbildungsstellen in unserer Jobbörse für Mitglieder
Informieren Sie sich bei der Österreichische Akademie für Psychologie (ÖAP) über die theoretische Fachausbildung "Klinische Psychologie/Gesundheitspsychologie"
Wie ist der Zugang zur postgraduellen Ausbildung für Gesundheitspsychologie und Klinische Psychologie geregelt?
Die postgraduelle Ausbildung in Gesundheitspsychologie oder in Klinischer Psychologie darf nur beginnen (gem. § 7 PG 2013) wer,
die Bezeichnung "Psychologin" oder "Psychologe" gem. § 4 Abs. 1 bis 3 PG 2013 führen darf, und
im Rahmen eines Studiums der Psychologie gem. § 4 PG 2013 nachweislich Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich der empirisch-wissenschaftlichen Psychologie im Ausmaß von zumindest 180 ECTS Anrechnungspunkten erworben hat und über die allgemeinen psychologischen Grundlagen, wie psychologische Modelle, Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, psychologische Basisfertigkeiten hinausgehend, jedenfalls nachweislich folgende Studieninhalte, einschließlich des Nachweises praktischer Anwendung im Rahmen von Übungen oder Praktika, im Ausmaß von zumindest 75 ECTS Anrechnungspunkten absolviert und entsprechende Kompetenzen zu möglichst gleichen Anteilen in:
der Ausbildungseinrichtung die physische Eignung auf Grundlage eines allgemeinärztlichen Zeugnisses, die psychische Eignung auf Grundlage eines klinisch-psychologischen oder eines fachärztlich psychiatrischen Gutachtens sowie die persönliche Eignung im Rahmen eines Aufnahmegesprächs mit VertreterInnen der Ausbildungseinrichtung nachgewiesen hat.
Gemäß § 8 PG 2013 wird bei der praktischen Fachausbildung von Arbeitsverhältnissen gesprochen, ist das gleichzusetzen mit einem Dienstverhältnis?
Im Arbeitsrecht werden die Begriffe Arbeitsverhältnis und Dienstverhältnis synonym verwendet. Es besteht kein begrifflicher Unterschied.
Grundsätzlich kommen für Arbeitsverhältnisse im Sinne des PG 2013 aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht in Frage:
reguläre DienstnehmerInnen (§ 4 Abs 2 ASVG)
gewerbliche Selbständige (§ 2 Abs 1 Z1 bis 3 GSVG)
freie DienstnehmerInnen (§ 4 Abs 4 ASVG)
neue Selbständige (§ 2 Abs 1 Z4 GSVG)
Punkt 2 scheidet aus, weil die Gewerbeordnung auf das Psychologengesetz und die Ausbildung zum/r Klinischen und/oder Gesundheitspsychologen/in nicht anzuwenden ist.
Die Punkte 3 und 4 aus obiger Auflistung scheiden aus, weil sie eine weisungsfreie selbständige Tätigkeit voraussetzen. Da es sich bei der Ausbildung zum/r Klinischen und/oder Gesundheitspsychologen/in zwingend um eine Tätigkeit unter Aufsicht eines/r Berufsangehörigen handelt und die selbständige Tätigkeit erst nach Absolvierung der gesamten Ausbildung und Eintragung in die Berufsliste zulässig ist, kann die Tätigkeit im Rahmen der Ausbildung nicht weisungsfrei und selbstständig erbracht werden.
Gemäß § 4 Abs 1 Z 4 ASVG besteht für die Ausbildung zum/r Klinischen und/oder Gesundheitspsychologen/in zwingend eine Vollversicherung nach dem ASVG. Die Fachauszubildenden sind deshalb als reguläre DienstnehmerInnen im Sinne des ASVG zu beschäftigen.
Volontariate und Praktika scheiden schon begrifflich aus, weil es sich dabei nicht um Arbeitsverhältnisse handelt. Ein Arbeitsverhältnis liegt vor, wenn sich jemand auf eine gewisse Zeit zur Arbeitsleistung für einen anderen verpflichtet (§ 1151 Abs 1 ABGB). VolontärInnen und PraktikantInnen schulden keine Arbeitsleistung.
Wie soll die praktische Fachausbildung entlohnt werden?
Gemäß § 4 Abs 1 Z 4 ASVG besteht für die Ausbildung zum KP/GP zwingend eine Vollversicherung nach dem ASVG. Das PG 2013 verlangt weiters, dass die Ausbildung in Form von Arbeitsverhältnissen zu absolvieren ist. Die Fachauszubildenden sind deshalb als reguläre DienstnehmerInnen im Sinne des ASVG zu beschäftigen.
Gemäß § 1152 ABGB und § 6 AngG ist ein angemessenes Entgelt zu bezahlen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage des BÖP im Positionspapier zur Bezahlung Fachauszubildender und in der Zusammenfassung "Praktische Fachausbildung PG 2013". Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen hat ebenfalls eine Orientierungshilfe für Fachausbildungsstellen veröffentlicht.
Kann ein/e niedergelassene/r PsychologInnen eine „Fachausbildungsstelle“ anbieten?
Mit dem Psychologengesetz 2013 besteht nicht nur für im Feld tätige Einrichtungen, sondern auch für alle niedergelassenen Klinischen PsychologInnen und/oder Gesundheits-psychologInnen die Möglichkeit, die praktische Ausbildung zur Klinischen PsychologIn und/oder GesundheitspsychologIn anzubieten.
Eine der wesentlichen Änderungen, die das Psychologengesetz 2013 gebracht hat, war eine Neuorganisation der praktischen Ausbildung. Während vor dem 1.07.2014 der praktische Ausbildungsteil nur in einer Einrichtung absolviert werden konnte, die in der Liste des BMG genannt war, ist diese Voraussetzung mit dem 1.07.2014 weggefallen.
Das bedeutet, dass seit dem 1.07.2014, die praktische Ausbildung zur Klinischen PsychologIn und/oder GesundheitspsychologIn bei allen im Feld tätigen Einrichtungen und niedergelassenen Klinischen PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen absolviert werden kann, sofern nachstehende Voraussetzungen erfüllt sind:
Die Beschäftigung hat in Form eines vollversicherten (Pensions-, Kranken-, Unfall-, und Arbeitslosenversicherung) Dienstverhältnisses zu erfolgen.
Teilzeitbeschäftigungen sind zulässig. Es ist aber zu beachten, dass gemäß § 4 Abs 1 Z 4 ASVG auch bei Unterschreiten der Geringfügigkeitsgrenze immer eine Vollversicherung vorliegt.
Die Tätigkeit hat unter Anleitung und Fachaufsicht einer GesundheitspsychologIn (für GP) oder Klinischen PsychologIn (für KP) zu erfolgen, die selbst eine zumindest 2-jährige Berufserfahrung aufweisen muss.
Die zu absolvierenden Inhalte sind in § 15 PG 2013 für GP und § 24 PG 2013 für KP näher geregelt. Das BMG hat zur Überprüfung der fachlichen Tätigkeit ein Rasterzeugnis aufgelegt. Dieses Rasterzeugnis ist zur Beurteilung heranzuziehen. Es sind darin jene Inhalte zu bestätigen, die auch tatsächlich beim jeweiligen Arbeitgeber absolviert wurden. Der jeweilige Arbeitgeber muss nicht das gesamte Spektrum abdecken. Die gesamte praktische Fachausbildung kann in insgesamt maximal 4 Arbeitsverhältnissen absolviert werden.
Die praktische Fachausbildung hat unter Anleitung und Aufsicht und deshalb auch unter der Verantwortung der jeweiligen ausbildenden PsychologIn zu erfolgen. Eine selbstständige Tätigkeit vor Eintragung in die Berufsliste ist nicht zulässig. Gemäß § 32 Abs 2 PG 2013 ist die Beschäftigung von Hilfspersonen, die unter Anordnung und Aufsicht handeln, zulässig. Der Grad der Aufsichtspflicht richtet sich in der Regel nach den individuellen Fähigkeiten und der bis dahin zurückgelegten praktischen Ausbildung der jeweiligen auszubildenden Person.
Wer darf Supervision für Fachauszubildende anbieten?
Die Regelung hinsichtlich Supervision richtet sich im Bereich Gesundheitspsychologie nach § 15 und im Bereich der Klinischen Psychologie nach § 24 und lautet wie folgt:
Die Fallsupervision gemäß Abs. 1 Z 2 darf nur von Gesundheitspsychologinnen oder Gesundheitspsychologen (§15) bzw. von Klinischen Psychologinnen oder Klinischen Psychologen (§24) mit zumindest fünfjähriger einschlägiger Berufserfahrung und aufrechter Berufsberechtigung durchgeführt werden. Eine Personenidentität mit jenen Berufsangehörigen gemäß Abs. 1 Z 1 ist im Ausmaß von 50 Einheiten und gemäß Abs. 3 zur Gänze nicht zulässig.
Die Österreichische Akademie für Psychologie (ÖAP) hat dazu Listen von SupervisorInnen für die TeilnehmerInnen der Lehrgänge "Klinische Psychologie und/oder Gesundheitspsychologie" zusammengestellt.
Wer darf Selbsterfahrung für Fachauszubildende anbieten?
Die Regelung hinsichtlich Selbsterfahrung richtet sich im Bereich Gesundheitspsychologie nach § 15 und im Bereich der Klinischen Psychologie nach § 24 und lautet wie folgt:
Die Selbsterfahrung gemäß Abs. 1 Z 3 darf nur von Klinischen Psychologinnen, Klinischen Psychologen, Gesundheitspsychologinnen, Gesundheitspsychologen, Psychotherapeutinnen, Psychotherapeuten oder Fachärztinnen (Fachärzten) für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, die selbst zumindest 120 Einheiten Selbsterfahrung absolviert haben, geleitet werden. Eine Personenidentität mit den Berufsangehörigen gemäß Abs. 1 Z 1 und Abs. 2 ist nicht zulässig.
Die Übergangsbestimmung gemäß § 48 (8) des PG 2013 besagt, dass Berufsangehörige, Psychotherapeutinnen, (Psychotherapeuten) oder Fachärztinnen (Fachärzten) für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes seit zehn Jahren in die jeweilige Berufsliste eingetragen sind, ebenso berechtigt sind, die Selbsterfahrung gemäß § 15 Abs. 3 oder § 24 Abs. 3 zu leiten.
Die Österreichische Akademie für Psychologie (ÖAP) hat dazu Listen Personen, die Selbsterfahrung für die TeilnehmerInnen der Lehrgänge "Klinische Psychologie und/oder Gesundheitspsychologie" anbieten, zusammengestellt.

References: § 7
 § 4
 § 4
 § 8
 § 4
 § 4
 § 1152
 § 6
 § 4
 § 15
 § 24
 § 32
 § 15
 § 24
 § 15
 § 24
 § 48
 § 15
 § 24