Source: https://www.onlinesteuerportal.at/page/3/
Timestamp: 2020-07-09 04:41:03+00:00

Document:
Bilanzierungs- und Steuerportal - Page 3 of 3 - Conversational Commerce in der Steuerberatung
Erwerb/Veräußerung eigener und Mutteranteile
21/06/2016 steuertipps	Schreibe einen Kommentar
Im folgenden Beispiel werden 5.000 eigene Aktien zu € 90 je Stück, i.e. € 450.000, erworben (der rechnerische Wert – mangels Nominale – beträgt aber € 100, i.e. € 500.000) und zusätzlich 4.000 Aktien der Muttergesellschaft zu € 75, also € 300.000.
Erwerb eigener und Mutteranteile
Mutteranteile
Eigenkapital Dotierung/UB RL Mutteraktien Auszahlung eig. Aktien Dotierung/UB RL eig. Aktien
I Grundkapital zerlegt in 100.000 nennwertlose Aktien 10.000,000 10.000,000
abzgl. Nominale eig. Aktien -500.000 -500.000
Grundkapital ausgegeben 10.000,000 9.500,000
1. Gebundene Kapital-RL 700.000 700.000
2. Ungebundene Kapital-RL 500.000 -300.000 -200.000
3. RL eig. Anteile +200.000 200.000
4. RL Mutteranteile +300.000 300.000
Summe Kapital-RL 1.200,000 1.200,000
1. Gesetzliche Rücklagen 300.000 300.000
2. Freie Rücklagen 400.000 +50.000 -300.000 150.000
3. RL eig. Anteile +300.000 300.000
Summe Gewinn-RL 700.000 750.000
IV Bilanzgewinn 1.250,000 1.250,000
13.150,000 +0 -450.000 +0 12.700,000
In der Folgeperiode werden 5.000 eigene Aktien zu € 85 je Stück, i.e. € 425.000, wieder verkauft (der rechnerische Wert – mangels Nominale – beträgt wie oben erwähnt € 100, i.e. € 500.000) und zusätzlich 4.000 Aktien der Muttergesellschaft zu € 80 (ergibt einen Veräußerungsgewinn von € 5,- je Aktie) also € 320.000 verkauft. In Summe ist der Gewinn aus den Mutteraktien € 20.000.
Verkauf eigener und Mutter-Anteile
Eigenkapital Einzahlung eig. Aktien Auflösung/UB RL eig. Aktien
I Grundkapital (zerlegt in 100.000 nennwertlose Aktien) 10.000,000 10.000,000
abzgl. Nominale eig. Aktien -500.000 500.000
Grundkapital ausgegeben 9.500,000 10.000,000
II Kapitalrücklagen 0
2. Ungebundene Kapital-RL 0 300.000 200.000 500.000
3. RL eig. Anteile 200.000 -200.000
4. RL Mutteranteile 300.000 -300.000
III Gewinnrücklagen 0
2. Freie Rücklagen 150.000 -75.000 300.000 375.000
3. RL eig. Anteile 300.000 -300.000
Summe Gewinn-RL 750.000 675.000
IV Bilanzgewinn 1.250,000 20.000 1.270,000
Summe 12.700,000 425.000 +0 13.145,000
Quelle: Egger/Samer/Bertl, Wien 2015, S. 331
Erwerb und Veräußerung eigener Aktien und Anteile
Erwerb und Verkauf eigener Aktien berühren gemäß § 229 Abs 1a und 1b UGB idF. RÄG 2014 nicht mehr die Gewinn- und Verlustverrechnung und können daher weder positive noch negative Erfolgsbeiträge liefern. Verkauf und Einkauf eigener Anteile wirken sich nunmehr wie Ein- und Auszahlungen von Gesellsschaftern aus.
Hierzu ein Beispiel aus Egger/Samer/Bertl, 15. Auflage, Wien 2015, S. 328. Leider hat sich dort aber bei der Aufsummierung des Eigenkapitals nach Erwerb eigener Anteile ein Rechenfehler eingeschlichen. Hier nun die richtige Version:
In diesem Fall werden 200 Aktien zu € 250.000 (Nominale € 200.000) erworden.
A Eigenkapital vorher: Auszahlung eig. Aktien Dotierung/UB RL eig. Aktien nachher:
I Grundkapital (gezeichnet) 5.000,000 5.000,000
abzgl. Nominale eig. Aktien -200.000 -200.000
Grundkapital (ausgegeben) 5.000,000 4.800,000
1. Gebundene Kapital-RL 1.000,000 1.000,000
1. Freie Rücklagen 2.000,000 -50.000 -200.000 1.750,000
2. RL fr eig. Anteile +200.000 200.000
2.000,000 1.950,000
Summe 8.000,000 -250.000 +0 7.750,000
Achtung: Sollte sich aus der Dotierung der Rücklage für eigene Anteile oder Anteile an Mutterunternehmen ein Bilanzverlust ergeben, so darf dieser insoweit nicht durch Auflösung gebundener Rücklage ausgeglichen werden (arg. § 62 Abs 2 AktG). Sonst könnte die Ausschüttungssperre insoweit umgangen werden.
Wie ist nun aber der Verkauf dieser erworbenen Anteile zu buchen? Zu diesem Zweck gehe ich von der Annahme aus, dass der Preis gefallen ist und nun die 200 Aktien nur zu einem Preis von insgesamt € 180.000 am Markt (also unter dem Nominale) untergebracht werden können.
Veräußerung eigener Anteile
A Eigenkapital Buchen des Verlustes aus eig. Aktien Auflösung/UB RL eig. Aktien
I Grundkapital gezeichnet 5.000,000 5.000,000
abzgl. Nominale eig. Aktien -200.000 +200.000
Grundkapital ausgegeben 4.800,000 5.000,000
1. Freie Rücklagen 1.750,000 -20.000 +200,000 1.930,000
2. RL fr eig. Anteile 200.000 -200.000
1.950,000 1.930,000
Summe 7.750,000 +180.000 +0 7.930,000
Der Fehlbetrag durch den unter par Verkauf wird hier nach bisher h.M. (Siehe: Dohalik/Hirschler, RÄG 2014 – Reform des Bilanzrechts, Wien 2015, S. 75 und Egger/Samer/Bertl, Wien 2015, S. 331) gegen eine freie Rücklage verrechnet. Sollte eine solche aber nicht vorhanden sein, so ist diese aus der Gewinn- und Verlustrechnung zu dotieren.
Aus den Tabellen ist deutlich zu ersehen, daß Ein- und Verkauf zur Gänze über das Eigenkapital geführt werden, also wie Ein- und Auszahlungen von Gesellschaftern gebucht werden – einmal wurden € 205.000 bezahlt und einmal wurden € 180.000 eingenommen. Beide Beträge finden sich in der Summenzeile der EK-Buchungen wider.
Quelle: Egger/Samer/Bertl, Wien 2015, S. 328
Downloads, RÄG 2014
Geschützt: Regierungsvorlage RÄG 2014
20/06/2016 steuertipps
Bilanzierung, Einkommensteuer, RÄG 2014
Geringwertige Wirtschaftsgüter nach § 204 Abs 1a UGB
14/06/2016 steuertipps	Schreibe einen Kommentar
Vor dem RÄG 2014 war in der Literatur strittig, ob die Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter eine rein steuerliche Begünstigung (§ 13 EStG) oder auch eine unternehmensrechtliche Abschreibung ist. Jedenfalls war aber nach den GoB – soweit es sich dabei um einen wesentlichen Umfang, i.e. mehr als 10% der kumulierten Jahresabschreibungen – handelte, eine unversteuerte Rücklage zu dotieren.
§ 13 EStG ist für § 204 Abs 1a UGB reine Orientierungshilfe
Für diese nunmehr in § 204 Abs 1a UGB durch das RÄG 2014 explizit unternehmensrechtliche Abschreibungsmöglichkeit gilt die steuerrechtliche Betragsgrenze des § 13 EStG von € 400,- (netto, sofern zum Vorsteuerabzug berechtigt) nicht, sondern ist als bloße Orientierungshilfe zu verstehen.
Sollte diese Sofortabschreibung jedoch – in Ausnahmefällen – zu einer Verzerrung der bilanziellen Darstellung der Vermögens- und Ertragslage führen, müssten die GWG aktiviert werden. In diesem Fall ist steuerlich dennoch eine Sofortabschreibung gem. § 13 EStG (arg. durch den durch das RÄG 2014 in § 13 EStG hinzugefügten neuen 2. Satz: „²Dies kann unabhängig von der Behandlung im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss erfolgen.“ ) und somit auch eine MWR vorzunehmen. Mit dem RÄG 2014 haben Kapitalgesellschaften dafür nun auch mit dem Ansatz latenter Steuern vorzusorgen.
UGB GWG Aktivierung, wenn GWG > 20% Gesamtabschreibungen
Nach Bertl (in Bertl/Deutsch-Goldoni/Hirschler 9. Auflage, S. 213) ist bezüglich des Ansatzes einer Bewertungsreserve aufgrund des neuen § 204 Abs 1a UGB in der RÄG 2014 Fassung an die Wesentlichkeit nunmehr ein höherer Anspruch zu stellen. Bertl schlägt an zitierter Stelle mehr als 20% der Gesamtabschreibungen des abnutzbaren Anlagevermögens vor, ohne dies jedoch näher zu begründen.
Bei Wesentlichkeit sind die GWG als Zugang, Vollabschreibung und Abgang zu behandeln. Andernfalls sind sie zu aktivieren und auf die Nutzunsdauer verteilt abzuschreiben. In letzterem Falle sind latente Steuern zu berücksichtigen.
Anders wird das von Rohatschek (Sonderfragen der Bilanzierung, 2016, S. 35) gesehen. Er meint, dass „mit der Formulierung (Anm.: in § 204 Abs 1a UGB) der Gesetzgeber die Sofortabschreibung auch dann erlaubt, wenn die sofort abgeschriebenen geringwertigen Vermögensgegenstände einen wesentlichen Umfang erreichen“ und sieht eine Einschränkung erst dort, wo die Generalnorm des § 222 Abs 2 UGB (true and fair view) verletzt ist.
Die neuen Herstellungskosten im RÄG 2014
14/06/2016 steuertipps
§ 203 Abs 3 bezieht die Material- und Fertigungsgemeinkosten, die vor RÄG 2014 noch fakultative Bestandteile waren, nunmehr in den Mindestansatz. Dies betrifft alle Herstellungsvorgänge, die nach dem 31.12.2015 beginnen, wobei als Beginn aber schon Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Beginn einer Vorbereitungsphase gelten. Für vor dem 1.1.2016 begonnene Herstellungsvorgänge ist das Aktivierungswahlrecht weiterhin gültig (§ 906 Abs 30 UGB).
Dieser Ansatz gilt aufgrund § 203 Abs 2 UGB (wie vor RÄG 2014) auch für die Bewertung selbst hergestellten Umlaufvermögens.
Dokalik/Hirschler (SWK 4/2015, S. 38) weisen darauf hin, dass ein freiwilliges Vorziehen der Regelung möglich wäre, weil „es sich insoweit um einen Fall einer begründeten Durchbrechung des Stetigkeitsgrundsatzes iSd § 201 Abs 2 Z 1 handelt“ (§ 906 Abs 36 UGB).
Herstellungsaufwendungen RÄG 2014
Aufwendungen i.S. § 203 Abs 3 UGB
+ Sondereinzelkosten der Fertigung und Beschaffung Dafür angefallener F&E-Aufwand, Reisekosten und ähnliche Aufwendungen zur Auftragserlangung (bei UV)
= Einzelkosten nicht mehr ansetzbar!
+ Angemessene Teile der Materialgemeinkosten zu Vollkosten (fix + variabel), aber ohne Leerkosten
+ Angemessene Teile der Fertigungsgemeinkosten zu Vollkosten (fix + variabel), aber ohne Leerkosten
= Url. Mindestansatz
+ Sozialaufwendungen des Betriebes Nur soweit diese Fertigungmitarbeiter betreffen (inkudiert Abfertigungen und Pensionen, Freizeiteinrichtungen, freiwillige betriebliche Sozialeinrichtungen)
+ FK-Zinsen für Herstellungszeitraum (Bauzinsen) Der Herstellungszeitraum beginnt schon mit den Planungsvorbereitungen!
= Url. Höchstansatz (Anlagevermögen)
+ Angemessene Teile der Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten Wahlrecht bei langfristiger (über 12 Monate) Auftragsfertigung i.S. § 206 Abs. 3 (NICHT steuerlich: EStR 2000 Rz. 2199 => Steuerlatenz)
= Url. Höchstansatz (Umlaufvermögen § 206 Abs 3)
Eselsbrücken, RÄG 2014
Die neuen Grössenklassen des RÄG 2014
RÄG 2014 Grössenklassen
Kleinstkapitalgesellschaften bis € 350.000 → 2x → Bis € 700.000 Bis 10
Kleine Kapitalgesellschaften bis € 5 Mio → 2x → bis € 10 Mio bis 50
Mittlere Kapitalgesellschaften bis € 20 Mio → 2x → bis € 40 Mio Bis 250
Große Kapitalgesellschaften darüber hinaus
In diesem Zusammenhang sei auch auf die „Holdingregelung“ von § 221 Abs 4 hingewiesen, nach der die Schwellenwerte von Mutterunternehmen, die Aktiengesellschaften sind, auf Basis konsolidierter bzw. aggregierter Basis zu berechnen sind. Dies auch dann, wenn ein Konzernabschluß nicht zu erstellen ist.
Nach den erläuternden Bemerkungen der Regierungsvorlage richtet sich diese Regelung an Holdingunternehmen, die eine grosse Bilanzsumme, aber wenig eigene Erlöse und Mitarbeiter haben. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass ein aussagekräftiger Anhang erstellt werden muss.
Geschützt: Tabellarische Gegenüberstellung RÄG 2014

References: § 229
 § 62
 § 204

§ 13
 § 204
 § 204
 § 13
 § 13
 § 13
 § 204
 § 204
 § 222

§ 203
 § 203
 § 201
 § 203
 § 206
 § 206
 § 221