Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=30.10.2008&Aktenzeichen=19%20ZB%2008.1376
Timestamp: 2019-04-22 22:57:49+00:00

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VGH Bayern, 30.10.2008 - 19 ZB 08.1376 - dejure.org
Jagdrecht/Waffenrecht; Entzug von Waffenbesitzkarten und Jagdschein; (keine) Ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des Urteils (zur Gemeingefährlichkeit einer Trunkenheitsfahrt; Regelvermutung); (keine) Besonderen rechtl. und tatsächl. Schwierigkeiten; (keine) Darlegung einer Abweichung; (keine) D
Nach ständiger höchstrichterlicher und obergerichtlicher Rechtsprechung handelt es sich bei der fahrlässigen Trunkenheit im Verkehr gem. § 316 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 StGB um eine gemeingefährliche Straftat i.S.v. § 5 Abs. 2 Nr. 1 a) WaffG (vgl. BVerwG, U.v. 17.10.1989 - 1 C 36/87 -, B.v. 19.09.1991 1 CB 24/91 - und B.v. 13.12.1994 - 1 C 31/92; sowie BayVGH, B.v. 17.2.2000 - 21 ZB 99.2645 -, B.v. 30.3.2001 - 21 ZB 99.1777 -, B.v. 7.10.2005 - 19 ZB 05.2148 und B.v. 30.10.2008 - 19 ZB 08.1376).
Der Gesetzgeber hat insoweit die gleichlautende Formulierung des 28. Abschnitts des StGB aufgegriffen und damit bewusst und ausdrücklich auf die dort genannten Straftatbestände Bezug genommen (vgl. BayVGH, B.v. 30.10.2008 - 19 ZB 08.1376 - juris Rn. 6).
Bei der Prüfung, ob diese Regelvermutung entkräftet werden kann, sind deshalb nur tatbezogene Umstände zu berücksichtigen, so sie die abgeurteilte Verfehlung ausnahmsweise in einem derart milden Licht erscheinen lassen können, dass die nach der Wertung des Gesetzgebers im Regelfall begründeten Zweifel an der Zuverlässigkeit im konkreten Fall nicht gerechtfertigt sind (vgl. nur BayVGH, B.v. 30.10.2008 - 19 ZB 08.1376 - juris Rn. 7 m.w.N.).
Die Regelvermutung der Unzuverlässigkeit bestimmt sich nicht mehr vorrangig nach der begangenen Straftat, sondern allgemein nach der Rechtsfolgenseite (…vgl. BVerwG, B.v. 21.07.2008 - 3 B 12/08 -juris Rn. 5; BayVGH, B.v. 30.10.2008 - 19 ZB 08.1376 - Rn. 9).
OVG Niedersachsen, 09.01.2009 - 11 OA 409/08
Zum Streitwert beim Widerruf von Waffenbesitzkarten
Diese Bewertung findet sich auch in der obergerichtlichen Rechtsprechung (so Bay. VGH, Beschluss v. 24.11.2008 - 19 ZB 08.2649 -. v. 30.10.2008 - 19 ZB 08.1376 - u. v. 18.8.2008 - 21 BV 06.3271 - OVG Saarlouis, Beschl. v. 21.11.2007 -1 B 405.07-; Hess.VGH, Beschl. v. 21.3.2007 - 9 UE 2455/06 -, OVG Nordrh.-Westf., Beschl. v. 15.10.2004 - 20 B 1780/04).
Die nur einmalige Festsetzung des Auffangwertes von 5.000,00 EUR trotz des Vorhandenseins mehrerer Waffenbesitzkarten entspricht der überwiegenden Rechtsprechung (vgl. BVerwG, Urteil vom 16.05.2007 - 6 C 24.06 -; OVG Lüneburg, Beschluss v. 09.01.2009 - 11 OA 409/08 -, BayVGH, Beschluss vom 24.11.2008 - 19 ZB 08.2649 - vom 30.10.2008 - 19 ZB 08.1376 - und vom 18.08.2008 - 21 BV 06.3271 - OVG Saarlouis, Beschluss vom 21.11.2007 - 1 B 405.07 - HessVGH, Beschluss vom 21.03.2007 - 9 UE 2455/06 -, OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom.
Hierzu muss ein die angefochtene Entscheidung tragender abstrakter, inhaltlich bestimmter Rechtssatz aufgezeigt werden, der zu einem ebensolchen Rechtssatz in einer Entscheidung eines der in § 124 Abs. 2 Nr. 4 VwGO genannten Gerichte in Widerspruch steht (stRspr., z.B. BayVGH B.v. 30.10.2008 - Az. 19 ZB 08.1376).
VGH Bayern, 15.01.2009 - 7 ZB 06.3284
Ablehnung eines Terminsverlegungsantrags; Zulassung zur Prüfung; Rechtskraft; …
Hierzu muss ein die angefochtene Entscheidung tragender abstrakter, inhaltlich bestimmter Rechtssatz aufgezeigt werden, der zu einem ebensolchen Rechtssatz in einer Entscheidung eines der § 124 Abs. 2 Nr. 4 VwGO genannten Gerichte in Widerspruch steht (st. Rspr., zuletzt BayVGH vom 30.10.2008 Az. 19 ZB 08.1376).
Mit der Regelung in § 5 Abs. 2 Nr. 1 b WaffG hat der Gesetzgeber nämlich grundsätzlich eine Wertung getroffen, wonach die Begehung einer fahrlässigen gemeingefährlichen Straftat, wie sie mit einer hier abgeurteilten Trunkenheitsfahrt nach § 316 StGB vorliegt (BVerwG vom 13.12.1994 - 1 C 31/92; BayVGH B.v. 17.2.2000 - 21 ZB 99.2645 -, B.v. 7.10.2005 - 19 ZB 05.2148; B.v. 30.10.2008 - 19 ZB 08.1376), ein gewichtiges Indiz dafür ist, dass es dem Waffenbesitzer an der erforderlichen Fähigkeit oder Bereitschaft fehlt, (auch) mit Waffen gewissenhaft umzugehen.

References: § 316
 § 5
 § 124
 § 124
 § 5
 § 316