Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F27-05-2003-5C-26-2003
Timestamp: 2016-10-25 21:13:25+00:00

Document:
5C.26/2003 (27.05.2003)
Beklagter und Berufungskl�ger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Beat Schmid, Kantonsstrasse 1a, Postfach 272, 3930 Visp,
1. Alexander Sch�rer, Schlossgutweg 39, 3073 G�mligen,
2. Maryana Bilski, Schlossgutweg 39, 3073 G�mligen,
Die miteinander befreundeten Heinz Julen und Alexander Sch�rer bzw. die im Familienbesitz der Sch�rers stehende Firma USM U. Sch�rer S�hne AG beabsichtigten, in Zermatt an bevorzugter Lage ein exklusives Hotel zu errichten. Zu diesem Zweck gr�ndeten sie die gemeinsame Firma "Into the Hotel AG". Alexander Sch�rer war Verwaltungsratspr�sident, Heinz Julen Verwaltungsrat. Die Einzelheiten wurden im Partnervertrag vom 21./22. April 1998 geregelt. Danach war Heinz Julen als Beauftragter der AG f�r die Erstellung der Hotelbauten verantwortlich. Der Bau wurde weitgehend nach seinen Ideen realisiert. Maryana Bilski ist die Freundin von Alexander Sch�rer; sie war zust�ndig f�r die Uniformen des Hotelpersonals. Nachdem das Hotel am 29. Februar 2000 mit einiger Versp�tung provisorisch er�ffnet worden war, wurde es wenige Wochen sp�ter wieder geschlossen. Es war geplant, die noch verbleibenden Fertigstellungsarbeiten auszuf�hren und das Hotel anschliessend endg�ltig in Betrieb zu nehmen. Nach Meinung der Vertreter der USM wies der Bau derart grosse M�ngel auf, dass ein grundlegender Umbau n�tig wurde. Da sich die bisherigen Partner �ber das weitere Vorgehen nicht einigen konnten, schied Heinz Julen per 1. August 2000 aus dem Verwaltungsrat der "Into the Hotel AG" aus. Das Hotelprojekt wurde schliesslich nicht wie urspr�nglich vorgesehen verwirklicht.
In der Folge malte Heinz Julen dreissig Portr�ts von Personen, die in irgendeiner Form am Projekt mitgearbeitet hatten, alle mit entbl�sstem Oberk�rper. Zu diesem Zweck holte er bei den Betroffenen vorg�ngig ihre Zustimmung ein, und als Vorlage liess er sich von ihnen eine Photographie geben. Einzig Alexander Sch�rer und Maryana Bilski malte er ohne deren Wissen und ohne deren Einverst�ndnis. Bei ihnen verwendete er Photographien, die anl�sslich der Hoteler�ffnung gemacht worden waren. Die dreissig Portr�ts stellte Heinz Julen vom 24. bis 27. November 2000 an der internationalen Messe f�r Gegenwartskunst in Z�rich-Oerlikon unter dem Titel "Der letzte Raum einer Vision ist eine Installation" aus. Im aufgelegten Flugblatt zu dieser "Bilderinstallation" ist u.a. Folgendes nachzulesen:
Mit der Familie Sch�rer (USM M�nsingen), allen voran Sohn Alex, schien sich ein idealer Partner gefunden zu haben, welcher das Verst�ndnis f�r eine v�llig unkonventionelle Arbeitsweise sowie die Vision dieses Projektes mittrug. ... Die Art und Weise, den Bau wie eine Skulptur aus sich heraus entstehen zu lassen, war sehr komplex. ... Nach grossem Zeitdruck und �berdurchschnittlich fr�hen Wintereinbr�chen schaffte er [Heinz Julen] es, das INTO THE HOTEL mit 2monatiger Versp�tung an seinem 9. Geburtstag, dem 29. Februar 2000, unter riesigem Erwartungsdruck der �ffentlichkeit vorzustellen. Obwohl das Hotel baulich noch nicht 100%ig abgeschlossen war, erlebte das Projekt seine Feuertaufe grandios und �berraschte Publikum und Fachpresse weltweit. Von der Familie Sch�rer wurde Heinz w�hrend der gesamten Projektdauer moralisch und finanziell getragen und am Er�ffnungstag mit Komplimenten und Geschenken �berh�uft. Alles schien perfekt.
Doch dann, kurze Zeit nach der Er�ffnung, ist f�r Heinz eine schier unglaubliche Situation eingetreten. Heinz wurde vom Publikum und von den Medien immer in den absoluten Mittelpunkt des Projektes gestellt und nun sollte sich herausstellen, dass ihm das intern zum Verh�ngnis werden sollte. Nur gerade zwei Wochen nach der Er�ffnung wurde Heinz aus dem Projekt ausgeschaltet. Es wurde ihm strikte verweigert, sein Hotelprojekt wie vorgesehen im darauf folgenden Mai 100%ig abzuschliessen, damit das Hotel den Betrieb auf die Sommersaison definitiv h�tte aufnehmen k�nnen. Kurzerhand engagierte USM einen eidg. dipl. Architekten, der nun das Hotel fertig stellen sollte. Dem Architekten wurde die Aufgabe gestellt, das Haus auf �bliche konzeptionelle und bauphysikalische SIA-Normen umzubauen, um es dann sp�ter eventuell m�glichst rasch weiterverkaufen zu k�nnen! Was dereinst v�llig unkonventionell und wie ein Kunstwerk aus sich heraus gewachsen ist, genau das, was den Erfolg und die grosse Aufmerksamkeit dieses sicher einmaligen Projektes ausmachte, sollte nun auf Normalit�t getrimmt werden.
Diese Vision, welche unbedingt unique sein sollte, wird nun unter riesigem finanziellen Aufwand abgerissen und neu aufgebaut. Alles nach �blichen Normen, alles wie schon gehabt. Wie schon so oft in diesem Land hat das Geld �ber den Geist oder das Konventionelle �ber das Unkonventionelle gesiegt. Es gilt nun noch, Heinz Julens Handschrift aus dem Hotel v�llig zu l�schen! F�r Heinz hat sich trotz allem ein Traum verwirklicht: Er konnte seine Vision realisieren. Leider nur f�r eine kurze Dauer - das Hotel war 7 Wochen offen!
DER LETZTE RAUM EINER VISION ist eine Installation, mit welcher sich Heinz Julen vom Projekt INTO THE HOTEL in Zermatt verabschiedet. Man h�tte sich wohl nie tr�umen lassen, dass er f�r diesen "letzten Raum des Hotels" Portr�ts seiner engsten Mitarbeiter sowie von sich selbst malen w�rde, um sich auf der Ebene der Kunst mit der Beerdigung dieser Vision auseinander zu setzen.
�ber diese "Bilderinstallation" wurde in der Presse mehrmals berichtet. Die beiden Portr�ts von Alexander Sch�rer und Maryana Bilski wurden auf deren Begehren vom Bezirksgericht Visp im Rahmen superprovisorischer bzw. vorsorglicher Massnahmen beschlagnahmt.
Am 2. Mai 2001 reichten Alexander Sch�rer und Maryana Bilski gegen Heinz Julen eine Klage ein. Sie verlangten im Wesentlichen die Feststellung der Pers�nlichkeitsverletzung durch die Portr�ts, ein Anfertigungs-, Reproduktions- und Ver�ffentlichungsverbot sowie deren Herausgabe und schliesslich die Leistung einer Genugtuung an eine ideelle Organisation.
Mit Urteil vom 10. Dezember 2002 stellte das Kantonsgericht des Kantons Wallis, Zivilgerichtshof I, fest, dass die vom Beklagten angefertigten Portr�ts der Kl�ger einen widerrechtlichen Eingriff in deren Pers�nlichkeit darstellen, und es verbot ihm, die Bilder oder Abbildungen davon auszustellen und weitere Portr�ts anzufertigen, zu reproduzieren, zu ver�ffentlichen oder Dritten zug�nglich zu machen. Des Weiteren verpflichtete es den Beklagten zur Herausgabe der Portr�ts nach Rechtskraft des Urteils, und es missbilligte die �ffentliche Ausstellung des Portr�ts von Maryana Bilski. Schliesslich verurteilte es den Beklagten zur Leistung einer Genugtuung von Fr. 3'000.-- f�r die Kl�gerin Maryana Bilski an die "Aeschlimann Louise und Margareta Corti Stiftung".
Gegen dieses Urteil hat der Beklagte am 23. Januar 2003 sowohl staatsrechtliche Beschwerde als auch Berufung erhoben. Mit Letzterer verlangt er die Aufhebung des angefochtenen Urteils und die Abweisung der Klage. In ihrer Berufungsantwort vom 11. M�rz 2003 haben die Kl�ger auf Abweisung der Berufung geschlossen, soweit darauf einzutreten sei.
Das Kantonsgericht hat erwogen, die Kl�ger m�ssten sich auf Grund ihres Rechtes am eigenen Bild nicht gefallen lassen, ohne ihre Zustimmung abgebildet zu werden. Auch die in Art. 21 BV verankerte Kunstfreiheit stelle keinen Freipass dar. Vielmehr sei zwischen dem Pers�nlichkeitsrecht der Kl�ger und dem �berwiegenden �ffentlichen oder privaten Interesse des Verletzers als Rechtfertigungsgrund abzuw�gen. Der vom Beklagten mit der Installation verfolgte Zweck lasse sich als innere Tatsache letztlich nur aus den Umst�nden ableiten, vorliegend aus dem Flugblatt. Darin werde die Botschaft vermittelt, die reiche Familie Sch�rer habe den vision�ren Beklagten an der unmittelbar bevorstehenden Vollendung seines einzigartigen Hotels gehindert, weil er in der �ffentlichkeit immer in den Mittelpunkt des Projektes gestellt worden sei. Der nicht bewiesene Vorwurf an den Kl�ger und dessen famili�res Umfeld, er habe das Projekt aus Neid und in Missbrauch seiner finanziell bevorzugten Lage scheitern lassen, sei ebenso ehrenr�hrig wie die Behauptung, das Geld habe �ber den Geist gesiegt. Die Installation mit den Portr�ts diene aus Sicht des Durchschnittsbetrachters der pers�nlichen Abrechnung und damit einem nicht schutzw�rdigen Ziel. Aber selbst bei Annahme eines schutzw�rdigen Zieles (k�nstlerische Verarbeitung des Scheiterns im Rahmen der Kunstfreiheit ohne Zweck der pers�nlichen Abrechnung) bleibe die Pers�nlichkeitsverletzung widerrechtlich: Die Portr�ts zeigten die Kl�ger mit entbl�sstem Oberk�rper und nicht naturgetreuen, aber selbst f�r Dritte erkenn- oder zumindest identifizierbaren Gesichtern. Mit der Anschrift "Alex, Unternehmer" bzw. "Marianna, Freundin" habe der Beklagte von vornherein jedes Missverst�ndnis ausgeschlossen. In der Reportage der Schweizer Illustrierten �ber die "Bilderinstallation" seien die Kl�ger denn auch ausdr�cklich erw�hnt und ihre Portr�ts abgebildet worden, wobei der Beklagte im Text noch kommentiert habe, weshalb nur diese beiden ein lachendes Gesicht h�tten. Damit seien die strittigen Portr�ts einer breiteren �ffentlichkeit klar als solche der Kl�ger zur Kenntnis gebracht worden. Insgesamt seien diese aus Sicht des Durchschnittsbetrachters wegen der Farbgestaltung sowie der entbl�ssten und disproportionierten Darstellung unvorteilhaft dargestellt. Zusammen mit der im Flugblatt vermittelten Botschaft von den reichen, neidischen Leuten ohne Geist habe der durchschnittliche Besucher beim Betrachten des kl�gerischen Portr�ts den Eindruck erhalten, dass der Beklagte den Kl�ger in bewusst l�cherlich machender Weise dargestellt habe, wodurch dessen Ehre beeintr�chtigt worden sei. Die Kl�gerin schliesslich sei ebenfalls unvorteilhaft dargestellt und die barbusige Darstellung greife in jedem Fall in unzul�ssiger Weise in ihren Intim- oder Privatbereich ein. Somit sei nicht nur der Zweck (Abrechnung), sondern auch die dazu verwendeten Mittel nicht schutzw�rdig, und die Pers�nlichkeitsverletzung erweise sich als widerrechtlich.
2.1 Von vornherein nicht einzutreten ist auf das Vorbringen, die Kl�ger seien auf den Portr�ts gar nicht als solche identifizierbar. Das Kantonsgericht hat als Tatsache f�r das Bundesgericht verbindlich das Gegenteil festgestellt (Art. 63 Abs. 2 OG) und in diesem Zusammenhang richtig festgehalten, dass sich die Erkennbarkeit des Abgebildeten insbesondere auch aus den Begleitumst�nden wie etwa durch Namensnennung oder einen Begleittext ergeben kann (B�chli, Das Recht am eigenen Bild, Diss. Basel 2002, S. 29).
2.2 Insofern st�sst auch die Behauptung ins Leere, die Portr�ts stellten gar keine Abbildungen der Kl�ger dar; ein (Personen-)Bild im juristischen Sinn ist n�mlich immer dann gegeben, wenn der Abgebildete f�r Dritte erkennbar, also identifizierbar ist. Dabei kommt entgegen der Behauptung des Beklagten keineswegs nur eine reale Wiedergabe durch Photographie oder Videoaufzeichnung in Betracht; vielmehr spielt es �berhaupt keine Rolle, ob es sich um eine zweidimensionale Abbildung durch Photographie, Zeichnung, Gem�lde und Film oder gar um eine dreidimensionale durch Relief, Skulptur oder Plastik handelt, denn das Mittel der Bildnisverk�rperung bzw. der Bildtr�ger ist beim Recht am eigenen Bild irrelevant (Landwehr, Das Recht am eigenen Bild, Diss. Z�rich 1955, S. 2 und 4; B�chli, S. 27).
2.3 Ebenso geht der Vorwurf des Beklagten, durch das angefochtene Urteil w�rden sowohl die Satire als auch die Gerichtsberichterstattung verunm�glicht, an der Sache vorbei: F�r Satire und Karikatur gilt ein anderer Massstab, da diese Mitteilungsformen definitionsgem�ss verfremden und �bertreiben. Das Bundesgericht hat deshalb anerkannt, dass Satire und Karikatur nur unter ganz erschwerten Umst�nden angefochten werden k�nnen und die Pers�nlichkeit nur dann widerrechtlich verletzen, wenn sie die ihrem Wesen eigenen Grenzen in unertr�glichem Mass �berschreiten (Entscheid 5C.249/1992 i.S. Kopp/Tages-Anzeiger, E. 5a; vgl. ferner BGE 95 II 481 E. 8 S. 495; Meili, Basler Kommentar, N. 51 zu Art. 28 ZGB). Besonderheiten gelten auch f�r die Berichterstattung (vgl. BGE 126 III 305 E. 4b S. 307; Meili, N. 54 zu Art. 28 ZGB). Der Beklagte behauptet jedoch selbst nicht, dass es vorliegend um Satire bzw. Karikatur oder um Berichterstattung gehe.
2.4 Auf Grund der vorstehenden Ausf�hrungen ist schliesslich der Auffassung des Beklagten, es habe f�r die Portr�ts gar keiner Einwilligung der Kl�ger bedurft, der Boden entzogen: Das Recht am eigenen Bild ist ein Teilgehalt des Pers�nlichkeitsrechts (BGE 127 III 481 E. 3a/aa S. 492), und folglich stellt die Verletzung des Rechtes am eigenen Bild eine Pers�nlichkeitsverletzung dar.
3.1 Die Verletzung der Pers�nlichkeit ist grunds�tzlich stets widerrechtlich (vgl. Art. 28 Abs. 2 ZGB). Einer Klage auf Feststellung der Pers�nlichkeitsverletzung (Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB) darf jedoch dann nicht entsprochen werden, wenn der Urheber Rechtfertigungsgr�nde nachweist, welche die Widerrechtlichkeit zu beseitigen verm�gen. Gem�ss Art. 28 Abs. 2 ZGB handelt insbesondere rechtm�ssig, wer ein privates oder �ffentliches Interesse nachweisen kann, das dem grunds�tzlich schutzw�rdigen Interesse des Verletzten mindestens gleichwertig ist. Das bedingt ein Abw�gen der auf dem Spiel stehenden Interessen durch den Richter (BGE 120 II 225 E. 3 S. 227; 122 III 449 E. 3b und c S. 456 f.; 126 III 305 E. 4a S. 306). Dieser hat zu pr�fen, ob sowohl die Ziele, die der Urheber verfolgt, als auch die Mittel, derer er sich bedient, schutzw�rdig sind. Damit verbunden ist ein gewisses Ermessen (Art. 4 ZGB; BGE 95 II 481 E. 7 S. 494; 122 III 449 E. 3c; 126 III 305 E. 4a S. 306). In diesen Ermessensentscheid greift das Bundesgericht nur ein, wenn den von Lehre und Rechtsprechung entwickelten Grunds�tzen grundlos nicht Rechnung getragen worden ist, wenn Tatsachen ber�cksichtigt worden sind, die keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn umgekehrt Umst�nde ausser Betracht geblieben sind, die zwingend h�tten beachtet werden m�ssen (BGE 119 II 157 E. 2a S. 160; 123 III 10 E. 4c/aa S. 13; 126 III 305 E. 4a S. 306).
3.2 Soweit der Beklagte sein Handeln damit rechtfertigt, dass er durch die abrupte Beendigung des Hotelprojektes selbst eine massive Pers�nlichkeitsverletzung erlitten habe, indem ihn der Kl�ger vor aller Welt als unf�hig habe erscheinen lassen und er unter solchen Umst�nden die erlittene Schmach als K�nstler habe verarbeiten m�ssen, stellt er neue und damit unzul�ssige Tatsachenbehauptungen auf (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG), die im kantonalen Verfahren nie thematisiert worden sind und die folglich im angefochtenen Entscheid keine St�tze finden (Art. 63 Abs. 2 OG). Ohnehin w�rde eine - im �brigen nicht ersichtliche - Pers�nlichkeitsverletzung den Beklagten nicht zur Vergeltung berechtigen.
3.3 Als Rechtfertigungsgrund f�r die verletzenden Handlungen beruft sich der Beklagte sodann auf die in Art. 21 BV garantierte Kunstfreiheit und macht damit sinngem�ss geltend, Bundesgesetze seien grundrechtskonform auszulegen. Entgegen Art. 55 Abs. 1 lit. c OG begr�ndet er jedoch nicht in dem f�r die Berufung erforderlichen Mass (dazu BGE 116 II 745 E. 3 S. 749; 127 III 481 E. 2c/cc S. 491, 506 E. 3d S. 512), inwiefern die Vorinstanz bei der Abw�gung zwischen der Pers�nlichkeitsverletzung der Kl�ger und einem allenfalls �berwiegenden privaten Interesse des Beklagten an k�nstlerischer Entfaltung bzw. einem allf�llig �berwiegenden �ffentlichen Interesse an der M�glichkeit k�nstlerischer Bet�tigung �berhaupt (vgl. BGE 70 II 127 E. 3c S. 134; 120 II 225 E. 3b S. 227) Bundesrecht verletzt haben soll. Die Kritik des Beklagten ersch�pft sich im Vorwurf, das Kantonsgericht habe nicht die zwei Portr�ts als solche beurteilt, sondern es habe sich auf das Flugblatt bezogen. Dergestalt habe es auf unzul�ssige Art und Weise von den inkriminierten Gem�lden abgelenkt und sich auf eine Ebene begeben, die f�r die Beurteilung belanglos und die gar nicht Prozessthema sei. Die Argumentation des Beklagten geht fehl:
Die Vorinstanz hat richtig ausgef�hrt, dass nicht nur die Abbildung als solche, sondern insbesondere auch die Art und Weise oder die Umst�nde der k�nstlerischen Darstellung eine Pers�nlichkeitsverletzung bewirken k�nnen. Mit dem Personenbild gibt ein K�nstler n�mlich einen ganz bestimmten Ausdruck, einen sozio-�konomischen Zusammenhang oder eine Stimmung wieder; dies kann die Pers�nlichkeit unter dem Aspekt der Ehre verletzen (Geiser, Die Pers�nlichkeitsverletzung insbesondere durch Kunstwerke, Basel 1990, S. 39). Ehre und Recht am eigenen Bild stehen insofern in einem engen Zusammenhang, als beide den �usseren Schein einer Person betreffen und deshalb bei Bildver�ffentlichungen des �fteren auch die Ehre einer Person verletzt wird (B�chli, S. 38 f.). Personenbilder mit ehrenr�hrigem Zusammenhang sind nicht erst wegen des Rechts am eigenen Bild, sondern schon auf Grund des Ehrenschutzes pers�nlichkeitsverletzend (Geiser, S. 38).
Es ist nicht zu beanstanden, dass das Kantonsgericht die Portr�tierung der Kl�ger in einen gr�sseren Zusammenhang gestellt und dabei auch die Art und Weise bzw. die Umst�nde der Ver�ffentlichung und die Wirkung auf den Durchschnittsbetrachter in seine �berlegungen mit einbezogen hat. Es hat hierzu ausgef�hrt, Ausl�ser sei das Scheitern des gemeinsamen Hotelprojektes gewesen, das der Beklagte nach seinen eigenen Aussagen auf der Ebene der Kunst habe verarbeiten m�ssen. Ob dieses Vorgehen eine pers�nliche Abrechnung darstelle, wie dies die Kl�ger behaupteten, k�nne als innere Tatsache nur aus den Umst�nden, vorliegend in erster Linie aus dem Flugblatt zur Ausstellung, abgeleitet werden. Darin werde die Botschaft vermittelt, die reiche Familie Sch�rer habe mit Hilfe ihrer Finanzen den vision�ren Beklagten an der unmittelbar bevorstehenden Vollendung seines einzigartigen Hotels und Kunstwerkes gehindert bzw. ihn aus seinem eigenen Projekt hinausgedr�ngt und wolle nun mit riesigem finanziellen Aufwand seine Handschrift v�llig aus dem Hotel l�schen, einzig weil er in der �ffentlichkeit immer in den absoluten Mittelpunkt des Projektes gestellt worden sei. Das Kantonsgericht hat in diesem Zusammenhang erwogen, der nicht bewiesene Vorwurf an den Kl�ger und dessen famili�res Umfeld, er habe das Projekt einseitig aus Neid und unter Missbrauch seiner finanziell bevorzugten Lage scheitern lassen, sei ehrenr�hrig und beinhalte eine pers�nliche Abrechnung. Des Weiteren hat es befunden, in die gleiche Richtung ziele die Behauptung, das Geld habe �ber den Geist und das Konventionelle �ber das Unkonventionelle gesiegt. Damit diene die Installation mit den Portr�ts aus der Sicht des Durchschnittsbetrachters der pers�nlichen Abrechnung und damit einem nicht schutzw�rdigen Ziel.
Dass die Installation eine pers�nliche Abrechnung mit dem Kl�ger bedeutet, bestreitet letztlich auch der Beklagte nicht. Vielmehr f�hrt er in der Berufungsschrift aus (dazu oben, E. 3.2), sein Vorgehen habe darin seine Rechtfertigung gefunden, dass er durch die abrupte Beendigung des Hotelprojektes selbst eine massive Pers�nlichkeitsverletzung erlitten habe, indem ihn der Kl�ger vor aller Welt als unf�hig habe erscheinen lassen und er unter solchen Umst�nden die erlittene Schmach als K�nstler habe verarbeiten m�ssen. Die Ausf�hrungen des Beklagten machen deutlich, dass er die erlittene Kr�nkung nicht auf sich hat sitzen lassen wollen. Insofern erscheint die Ausstellung der portr�tierten Kl�ger im Rahmen einer "Bilderinstallation" und namentlich im Kontext des die Kl�ger scharf angreifenden Flugblatts als ein Akt der Abrechnung. Der Beklagte bestreitet im �brigen auch nicht, dass er den Zweck der pers�nlichen Abrechnung durch die im Flugblatt vermittelte Botschaft einem jeden Ausstellungsbesucher deutlich vermittelt und damit f�r eine breitere �ffentlichkeit klar sichtbar gemacht hat. Bei dieser Sachlage kann sich der Beklagte nicht darauf berufen, das Kantonsgericht habe bei der Interessenabw�gung das Pers�nlichkeitsrecht der Kl�ger zu stark und die Kunstfreiheit zu wenig gewichtet.
Bleibt die Pers�nlichkeitsverletzung somit widerrechtlich, ist die Berufung unbegr�ndet, soweit sie sich gegen die Feststellung der widerrechtlichen Pers�nlichkeitsverletzung wendet. Bei diesem Resultat er�brigen sich Ausf�hrungen zu den Fragen, ob die Kl�ger auf den Portr�ts ung�nstig dargestellt worden sind und ob eine entstellende Abbildung geeignet w�re, eine Pers�nlichkeitsverletzung zu begr�nden.
4.1 Zur Herausgabe der Bilder an die Kl�ger hat das Kantonsgericht ausgef�hrt, der Beseitigungsanspruch nach Art. 28a Abs. 1 Ziff. 2 ZGB bezwecke die Aufhebung der gegenw�rtigen Folgen einer widerrechtlichen Pers�nlichkeitsverletzung. So k�nne mit der Beseitigungsklage beispielsweise der R�ckzug einer widerrechtlichen Ver�ffentlichung, die Vernichtung eines widerrechtlich hergestellten Filmes oder die Herausgabe pers�nlichkeitsverletzender Unterlagen verlangt werden (mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung und Literatur). Vorliegend habe der Beklagte die strittigen Portr�ts trotz eines entsprechenden Verbots des Massnahmerichters in seiner k�rzlich erschienenen Publikation abgebildet. Er biete demnach keine Gew�hr daf�r, dass er die kl�gerischen Portr�ts nicht weiterhin verwenden w�rde. Ohnehin w�re bei R�ckgabe der Portr�ts die widerrechtliche Pers�nlichkeitsverletzung nicht behoben, da diese bereits in der Portr�tierung, zumindest aber in der Art der Portr�tierung bestehe. Die Beseitigung der widerrechtlichen Pers�nlichkeitsverletzung k�nne somit nur durch Vernichtung oder durch die beantragte Herausgabe der Bilder erfolgen. Das sachenrechtliche Eigentum des Beklagten an den Portr�ts stehe der Herausgabe nicht entgegen (Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung).
Der anwaltlich vertretene Beklagte bestreitet prim�r das Vorliegen einer Pers�nlichkeitsverletzung und macht subsidi�r einzig geltend, die Herausgabe der Bilder w�re "stossend". Mit den ausf�hrlichen Erw�gungen der Vorinstanz setzt er sich nicht einmal ansatzweise auseinander, und mit der allgemeinen Bemerkung, die Herausgabe der Bilder sei stossend, ist eine Verletzung von Bundesrecht jedenfalls nicht darzutun. Der Beklagte kommt der ihm obliegenden Begr�ndungspflicht in Bezug auf die Herausgabe der Bilder nicht nach, weshalb auf die Berufung insofern nicht einzutreten ist (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 116 II 745 E. 3 S. 749; 127 III 481 E. 2c/cc S. 491, 506 E. 3d S. 512).
4.2 Das Kantonsgericht hat dem Beklagten u.a. verboten, weitere Portr�ts oder sonstige Bilder, welche die Kl�ger in der inkriminierten Art darstellen, anzufertigen, zu reproduzieren oder zu ver�ffentlichen.
Die Behauptung des Beklagten, damit sei ihm ein generelles Kunstproduktionsverbot auferlegt worden, was unverh�ltnism�ssig sei, geht an der Sache vorbei. Das Verbot ist sachlich und personell eng begrenzt (vgl. dazu im �brigen BGE 120 II 225 E. 3b S. 227) und zielt darauf, im Rahmen des den Kl�gern zustehenden Unterlassungsanspruchs gem�ss Art. 28a Abs. 1 Ziff. 1 ZGB eine weitere Pers�nlichkeitsverletzung zu verhindern. Inwiefern das Produktionsverbot angesichts seines klar eingegrenzten Umfangs Bundesrecht verletzen soll, begr�ndet der Beklagte nicht einmal im Ansatz, weshalb auf die Berufung insofern nicht einzutreten ist (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 116 II 745 E. 3 S. 749; 127 III 481 E. 2c/cc S. 491, 506 E. 3d S. 512).
Hinsichtlich der Genugtuung r�gt der Beklagte einerseits, dass die seelische Unbill der Kl�gerin nicht bewiesen sei, andererseits h�lt er die H�he f�r unverh�ltnism�ssig.
5.2 Was der Beklagte im Zusammenhang mit der H�he der Genugtuungsleistung an neuen Tatsachenbehauptungen vorbringt, findet im angefochtenen Entscheid keine St�tze; darauf ist nicht einzutreten (Art. 55 Abs. 1 lit. c und Art. 63 Abs. 2 OG). Inwiefern eine Leistung von Fr. 3'000.-- f�r die vorliegend festgestellte Pers�nlichkeitsverletzung unangemessen sein soll, wird im �brigen nicht in substanziierter Form begr�ndet. Soweit das Portr�t der Kl�gerin von seinem bildlichen Inhalt her als harmlos dargestellt wird, kann auf die vorstehenden Erw�gungen verwiesen werden, wonach die Bilder im Kontext mit der Ausstellung im Rahmen einer "Bilderinstallation" und der im Flugblatt vermittelten Botschaft zu sehen sind. Vor diesem Hintergrund h�lt der Zuspruch einer Genugtuungssumme von Fr. 3'000.-- vor Bundesrecht stand.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Berufung abzuweisen ist. Demzufolge wird der Beklagte kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).
Der Beklagte hat die Kl�ger f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 5'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 21
 BGE 
 Art. 28
 BGE 
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28
 BGE 
 Art. 21
 Art. 55
 BGE 
 BGE 
 Art. 28
 BGE 
 BGE 
 Art. 28
 BGE 
 Art. 63
 Art. 159