Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=16.08.2005&Aktenzeichen=9%20AZR%20378/04
Timestamp: 2019-10-22 12:51:12+00:00

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BAG, 16.08.2005 - 9 AZR 378/04 - dejure.org
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BAG, 16.08.2005 - 9 AZR 378/04 (https://dejure.org/2005,739)
BAG, Entscheidung vom 16.08.2005 - 9 AZR 378/04 (https://dejure.org/2005,739)
BAG, Entscheidung vom 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 (https://dejure.org/2005,739)
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Übergangsversorgung, Gleichheitssatz
Bemessung der Höhe künftiger Leistungen auf Übergangsversorgung; Voraussetzungen für die Zulassung einer Revision; Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgründen; Anforderungen an den Anspruch auf Zusatzrente und FDU-Rente
Die Regelungen des "Tarifvertrags Übergangsversorgung für das Cockpitpersonal" (TV ÜV Cockpit 2004) verstoßen nicht gegen den allgemeinen Gleichheitssatz
ArbG Darmstadt, 01.04.2003 - 4 Ca 357/02
LAG Hessen, 20.02.2004 - 3 Sa 1345/03
NZA 2006, 696 (Ls.)
DB 2006, 790
NZA-RR 2006, 253
NZA-RR 2006, 265
Den Tarifvertragsparteien steht angesichts der Notwendigkeit, tarifliche Regelungen nur typisierend und pauschalierend treffen zu können, eine Einschätzungsprärogative (vgl. Senat 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - AP TVG § 1 Gleichbehandlung Nr. 8 = EzA GG Art. 3 Nr. 103) zu.
cc) In Übereinstimmung mit dem EuGH nimmt auch der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung eine Pflicht der nationalen Gerichte zu richtlinienkonformer Auslegung erst nach Ablauf der Umsetzungsfrist an (…Urteile vom 19. April 2007 - I ZR 35/04, BGHZ 172, 119 Rn. 38;… vom 23. Oktober 2008 - IX ZR 111/07, WM 2009, 126 Rn. 6;… vom 13. Oktober 2009 - KZR 34/06, juris Rn. 24;… vom 5. Oktober 2010 - I ZR 4/06, BGHZ 187, 231 Rn. 13;… vom 3. März 2011 - I ZR 167/09, WM 2011, 1321 Rn. 23 [zur Zahlungsdiensterichtlinie]; vgl. auch BAG, NZA-RR 2006, 253 Rn. 58 sowie aus der Literatur MünchKommBGB/Basedow, 6. Aufl., Vorbemerkung zu § 305 - § 310 Rn. 27;… Calliess/Ruffert, EUV/AEUV, 4. Aufl., Art. 288 AEUV Rn. 80;… Gellermann in Handbuch des Rechtsschutzes in der EU, 2. Aufl., § 33 Rn. 52;… Linck in Arbeitsrechts-Handbuch, 14. Aufl., § 4 Rn. 30;… Nettesheim in Grabitz/Hilf, Das Recht der Europäischen Union, 40. Aufl., Art. 249 EGV Rn. 153).
Dabei muss sich die Feststellungsklage nicht auf das gesamte Rechtsverhältnis beziehen, sondern kann sich auch auf einzelne Rechte und Pflichten aus dem gesamten Rechts, hier also dem Arbeitsverhältnis, beziehen, wenn hierfür ein Feststellungsinteresse besteht (st. Rspr. des BAG, vgl. BAG, Urteil vom 15.09.2009 - 9 AZR 757/08 - BAG, Urteil vom 16.08.2005 - 9 AZR 378/04, juris ).
Durch die Übergangsversorgung sollen Versorgungslücken überbrückt werden ( BAG, Urteil vom 16.08.2005 - 9 AZR 378/04 -, juris .).
Auf die Frage, ob die Tarifvertragsparteien als Normgeber unmittelbar an Art. 3 Abs. 1 GG oder nur mittelbar an dessen Grundsätze gebunden sind, kommt es nicht an, weil die dogmatische Herleitung für den Prüfungsmaßstab ohne Bedeutung ist ( vgl. BAG, Urteil vom 27.05.2004 - 6 AZR 129/03 - BAG, Urteil vom 16.08.2005- 9 AZR 378/04 - BAG, Urteil vom 04.05.2010 - 9 AZR 184/09 - juris ).
Eine Ungleichbehandlung liegt vor, wenn sich für die vorgenommene Differenzierung kein vernünftiger, sich aus der Natur der Sache ergebender oder sonst wie einleuchtender Grund finden lässt, wenn also die Regelung als willkürlich anzusehen ist ( BAG, Urteil vom 16.08.2005 - 9 AZR 378/04 -, juris ).
Der Gleichheitssatz wird durch eine Tarifnorm verletzt, wenn die Tarifvertragsparteien es versäumt haben, tatsächliche Gleichheiten oder Ungleichheiten der zu ordnenden Lebensverhältnisse zu berücksichtigen, die so bedeutsam sind, dass sie bei einer am allgemeinen Gerechtigkeitsgedanken orientierten Betrachtung hätten beachtet werden müssen ( st. Rspr., vgl. BAG, Urteil vom 16.08.2005 - 9 AZR 378/04 - BAG, Urteil vom 19.03.1996- 9 AZR 1051/94 -, juris ).
Ein umso engerer Prüfmaßstab ist angezeigt, je mehr sich die Differenzierungsgründe den in Art. 3 Abs. 2 und Abs. 3 GG geregelten Benachteiligungsverboten nähern ( BAG, Urteil vom 16.08.2005- 9 AZR 378/04 -, juris) .
Die gerichtliche Kontrolle beschränkt sich darauf, ob die Tarifvertragsparteien ihren Gestaltungsspielraum überschritten haben (st. Rspr., vgl. BAG, Urteil vom 04.05.2010 - 9 AZR 184/09 - ; BAG, Urteil vom 16.08.2005 - 9 AZR 378/04 -, juris ).
Zum einen gilt das AGG trotz dieser Verweisung auch für die betriebliche Altersversorgung, soweit das Betriebsrentenrecht nicht vorrangige Sonderreglungen enthält ( vgl. BAG, Urteil vom 11.12.2007 - 3 AZR 249/06 - BAG, Urteil vom 16.08.2005- 9 AZR 378/04 -, juris ), zum anderen handelt es sich bei der streitgegenständlichen Übergangsversorgung einschließlich der Flugdienstuntauglichkeitsrente nicht um Leistungen der betrieblichen Altersversorgung, da sie - im Gegensatz zu der betrieblichen Altersversorgung - nur Überbrückungsfunktion hat ( vgl. BAG, Urteil vom 18.05.2004, 9 AZR 250/03, juris ).
Das nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass es den Tarifvertragsparteien auch möglich gewesen wäre, vollständig auf eine Angleichung der Arbeitsbedingungen innerhalb des Konzerns zu verzichten bzw. einen dauerhaft gespaltenen Arbeitskörper innerhalb des Konzerns oder auch innerhalb des Unternehmens der Beklagten aufrecht zu erhalten ( vgl. BAG, Urteil vom 16.08.2005 - 9 AZR 378/04 -, juris ).
aa) Es kann dahinstehen, ob Tarifvertragsparteien als Normgeber unmittelbar an Art. 3 Abs. 1 GG oder nur mittelbar an dessen Grundsätze gebunden sind (für eine nur mittelbare Grundrechtsbindung BAG 25. Oktober 2007 - 6 AZR 95/07 - Rn. 23, BAGE 124, 284; 27. Mai 2004 - 6 AZR 129/03 - zu B II 1 der Gründe, BAGE 111, 8; offengelassen von Senat 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - zu B II 3 a der Gründe, AP TVG § 1 Gleichbehandlung Nr. 8 = EzA GG Art. 3 Nr. 103; 14. Oktober 2003 - 9 AZR 146/03 - zu I 3 b der Gründe, BAGE 108, 94; BAG 22. Dezember 2009 - 3 AZR 895/07 - Rn. 24, NZA 2010, 521 ).
Für den Prüfungsmaßstab ist die dogmatische Herleitung ohne Bedeutung (Senat 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - zu B II 3 a der Gründe, aaO; vgl. BAG 27. Mai 2004 - 6 AZR 129/03 - zu B II 3 der Gründe, BAGE 111, 8).
Es genügt, wenn es für die getroffene Regelung einen sachlich vertretbaren Grund gibt (…st. Rspr., vgl. zB BAG 30. Oktober 2008 - 6 AZR 712/07 - Rn. 15, NZA 2009, 214; Senat 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - zu B II 3 a der Gründe, AP TVG § 1 Gleichbehandlung Nr. 8 = EzA GG Art. 3 Nr. 103).
(2) Die Tarifvertragsparteien haben die anhand objektiver Merkmale zu bestimmenden Grenzen ihres Gestaltungsspielraums hier nicht gewahrt (zu der erforderlichen objektiven Prüfung der sachlichen Rechtfertigung einer Tarifregelung näher Senat 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - zu B II 2 a der Gründe, AP TVG § 1 Gleichbehandlung Nr. 8 = EzA GG Art. 3 Nr. 103).
Aus dem Gleichheitssatz ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen, die vom bloßen Willkürverbot bis zu einer strengen Bindung an Verhältnismäßigkeitserfordernisse reichen (Senat 27. Mai 2004 - 6 AZR 129/03 - BAGE 111, 8, 18; im Ergebnis auch BAG 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - AP TVG § 1 Gleichbehandlung Nr. 8 = EzA GG Art. 3 Nr. 103).
Die gerichtliche Kontrolle von Tarifbestimmungen wird zwar durch die von Art. 9 Abs. 3 GG gewährleistete Tarifautonomie begrenzt (vgl. BAG 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - zu B II 3 a der Gründe, AP TVG § 1 Gleichbehandlung Nr. 8 = EzA GG Art. 3 Nr. 103) ; dies entbindet die Tarifvertragsparteien jedoch nicht von der Obliegenheit, die in § 1 AGG getroffene Wertentscheidung des Gesetzgebers zu beachten.
b) Ein Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG setzt voraus, dass die Tarifvertragsparteien bei der tariflichen Normgebung tatsächliche Gleichheiten oder Ungleichheiten außer Acht lassen, die so wesentlich sind, dass sie bei einer am Gerechtigkeitsgedanken orientierten Betrachtung hätten berücksichtigt werden müssen (st. Rspr., vgl. nur BAG 22. Dezember 2009 - 3 AZR 895/07 - Rn. 25, EzA BetrAVG § 1 Gleichbehandlung Nr. 34; Senat 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - zu B II 3 a der Gründe, AP TVG § 1 Gleichbehandlung Nr. 8 = EzA GG Art. 3 Nr. 103).
Sie haben bei der inhaltlichen Gestaltung der Regelung einen Beurteilungsspielraum (vgl. Senat 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - zu B II 3 a der Gründe, AP TVG § 1 Gleichbehandlung Nr. 8 = EzA GG Art. 3 Nr. 103).
Es genügt regelmäßig, wenn ein sachlich vertretbarer Grund für die getroffene Regelung besteht (vgl. Senat 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - aaO mwN).
Die Feststellungsklage kann sich auf einzelne Beziehungen oder Folgen aus einem Rechtsverhältnis, auf bestimmte Ansprüche oder Verpflichtungen oder auf den Umfang einer Leistungspflicht beschränken - sog. Elementenfeststellungsklage - (vgl. dazu BAG 1. Juli 2009 - 4 AZR 261/08 - Rn. 25 ff., BAGE 131, 176; 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - zu B I 1 der Gründe) .
Er hat ein rechtliches Interesse daran, mögliche Versorgungslücken durch eigene Vorsorge zu schließen oder zu mindern (vgl. BAG 16. August 2005 - 9 AZR 378/04 - zu B I 2 der Gründe) .
BAG, 14.12.2010 - 9 AZR 686/09
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BAG, 21.03.2018 - 5 AZR 4/17
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BAG, 21.03.2018 - 5 AZR 5/17
BAG, 21.03.2018 - 5 AZR 6/17
LAG Berlin-Brandenburg, 08.10.2010 - 6 Sa 1086/10
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ArbG Köln, 05.12.2018 - 9 Ca 6118/18

References: § 1
 Art. 3
 EuGH 
 § 305
 § 310
 Art. 288
 § 33
 § 4
 Art. 249
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 § 1
 Art. 3
 § 1
 Art. 3
 § 1
 Art. 3
 § 1
 Art. 3
 Art. 9
 § 1
 Art. 3
 § 1
 Art. 3
 § 1
 § 1
 Art. 3
 § 1
 Art. 3
 § 6