Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20333/08
Timestamp: 2020-07-07 16:35:41+00:00

Document:
BGH, 02.07.2009 - III ZR 333/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,2471
BGH, 02.07.2009 - III ZR 333/08 (https://dejure.org/2009,2471)
BGH, Entscheidung vom 02.07.2009 - III ZR 333/08 (https://dejure.org/2009,2471)
BGH, Entscheidung vom 02. Juli 2009 - III ZR 333/08 (https://dejure.org/2009,2471)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2009,2471) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Aufwendungsersatz i.R.e. Geschäftsbesorgungsvertrags - Bestreiten der Beklagten von Nichtwissen über ein Negativsaldo durch die Bewirtschaftung von Wohnungen ohne Gebrauch des Rechts aus § 138 Abs. 4 Zivilprozessordnung (ZPO) - Prozessuale Pflicht des Klägers zur Darlegung ...
Bestreiten mit Nichtwissen bei fehlender eigener Beweislast und Darlegungslast; Verwaltung des Mietpools; Mieteinzug
Rechtsstellung des Verwalters eines Mietpools; Zulässigkeit des Bestreitens von Aufwendungen mit Nichtwissen
Beschlussfassung innerhalb der Mieteinnahmegemeinschaft
AG Essen-Steele, 20.11.2007 - 17 C 104/07
AG Essen, 20.11.2007 - 17 C 104/07
LG Essen, 06.03.2008 - 10 S 369/07
LG Essen, 06.03.2008 - 10 S 396/07
NJW-RR 2009, 1666
NZM 2009, 745
NZG 2009, 1143
Weitere Voraussetzung ist, dass die Partei für die jeweiligen Tatsachen nicht darlegungs- und beweisbelastet ist (BGH, Urteil vom 2. Juli 2009 - III ZR 333/08, NJW-RR 2009, 1666 Rn. 14 mwN).
Dem fremdnützig tätigen Geschäftsbesorger kann daher, soweit der Auftraggeber keine ihn bindende andere Weisung erteilt hat (vgl. § 665 BGB), ein Erstattungsanspruch für Aufwendungen unabhängig davon zustehen, ob sie sich als nutzbringend erwiesen haben (BGH, Urteile vom 19. September 1985 - IX ZR 16/85, BGHZ 95, 375, 388, vom 10. November 1988 - III ZR 215/87, WM 1989, 129, 130, vom 12. Juli 1993 - II ZR 203/93, NJW-RR 1994, 87 und vom 2. Juli 2009 - III ZR 333/08, NJW-RR 2009, 1666 Rn. 25).
Darüber hinaus hat der Bundesgerichtshof eine Erkundigungspflicht der Partei angenommen, wenn die maßgebenden Tatsachen Personen bekannt sind, die unter ihrer Anleitung, Aufsicht oder Verantwortung tätig geworden sind (BGH NJW-RR 2009, 1666; BGH NJW 1999, 53; ebenso OLG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 9. Juni 1999 - 12 U 44/99 -, juris).
Hierbei handelt es sich zwar nicht um einen Anwendungsfall des vom Berufungsgericht angeführten § 138 Abs. 4 ZPO, weil diese Norm die Erklärungspflicht der nicht beweisbelasteten Partei betrifft (BGH, Urteil vom 2. Juli 2009 - III ZR 333/08, NJW-RR 2009, 1666 Rn. 14 m.w.N.).
Die Partei hat eine Erkundigungspflicht, sofern die maßgebenden Tatsachen Personen bekannt sind, die unter ihrer Anleitung, Aufsicht oder Verantwortung tätig geworden sind (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 19. April 2001 - I ZR 238/98, GRUR 2002, 190, 191 = WRP 2001, 1328 - DIE PROFIS; Urteil vom 2. Juli 2009 - III ZR 333/08, NJW-RR 2009, 1666 Rn. 16).
Eine Erklärung mit Nichtwissen ist auch außerhalb des Bereichs der eigenen Handlungen und eigenen Wahrnehmung der Partei unzulässig, wenn und soweit eine Informationspflicht der Partei hinsichtlich der vom Gegner behaupteten Tatsachen besteht (…vgl. nur BGH, Urteile vom 8. Januar 2019 - II ZR 139/17, VersR 2019, 815 Rn. 34;… vom 22. April 2016 - V ZR 256/14, WM 2016, 1384 Rn. 20; vom 2. Juli 2009 - III ZR 333/08, NJW-RR 2009, 1666 Rn. 16; jeweils mwN).
Da der Versicherer im Rahmen des § 115 Abs. 1 VVG im Wege eines gesetzlichen Schuldbeitritts lediglich akzessorisch für den Schädiger haftet (…vgl. Senatsurteile vom 5. Dezember 1978 - VI ZR 233/77, VersR 1979, 256, 258, juris Rn. 10, …und vom 31. Januar 2012 - VI ZR 43/11, BGHZ 192, 261 Rn. 6;… Beckmann in Bruck/Möller, VVG, 9. Aufl., § 115 Rn. 23 f. mwN;… Lennartz in Freymann/Wellner, jurisPK-Straßenverkehrsrecht, 1. Aufl., § 115 VVG Rn. 21 mwN), stehen der vom Geschädigten in Anspruch genommene Versicherer und der Versicherungsnehmer sowie mitversicherte Personen - auch wenn sie nicht gemeinsam verklagt werden - im gleichen "Lager", wie es der Bundesgerichtshof für die Bejahung einer aus dem Bestehen von Auskunftsansprüchen hergeleiteten Erkundigungspflicht für notwendig gehalten hat (vgl. Urteil vom 2. Juli 2009 - III ZR 333/08, NJW-RR 2009, 1666 Rn. 17).
Dies hat zur Folge, dass eine Erklärung mit Nichtwissen unzulässig ist, wenn und soweit diese Informationspflicht besteht (z.B. Senatsurteil vom 2. Juli 2009 - III ZR 333/08, NJW-RR 2009, 1666 Rn. 16 mwN).
Abgesehen davon, dass § 138 Abs. 4 ZPO eine Erklärung mit Nichtwissen nur eingeschränkt zulässt, vgl. auch BGH, Urteil vom 2.7.2009 - III ZR 333/08 -, NJW-RR 2009, 1666 = juris, Rn. 13 ff., muss ein Rechtsanwalt sogar mit Fehlern des Gerichts rechnen und ist deshalb gerade im Beibringungsprozess anwaltlich verpflichtet, tatsächlich und rechtlich alles vorzubringen, was die Entscheidung günstig beeinflussen kann.
Zwar können Mietpools als solche organisiert werden (vgl. Jäckel, ZMR 2004, 393; BGH NJW-RR 2009, 1666; BGH NJW 2007, 2396; Drasdo DWW 2003, 110;… Münchener Kommentar/Ulmer, § 705 Rn. 279).
AG Siegburg, 25.02.2015 - 150 C 41/14
Treuhandbindung
BGH, 28.03.2019 - I ZR 179/18
Rückzahlung der Reservierungsgebühr für eine Wohnung durch Zusage und Bestätigung …
AG Köln, 14.10.2019 - 142 C 373/18
AG Berlin-Charlottenburg, 10.10.2011 - 213 C 98/11
Nach Vereinsauflösung: Wer unterschrieben hat, muss Miete zahlen!
OLG Frankfurt, 29.03.2018 - 19 U 155/17
Zur anwendbaren Rechtsstatut und zum Umfang von Bank-Rückgarantien

References: § 138
 § 665
 BGH 
 § 138
 § 115
 § 115
 § 115
 § 138
 BGH 
 BGH 
 § 705