Source: https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20041561/index.html
Timestamp: 2016-10-27 16:44:57+00:00

Document:
SR 814.812.36 Verordnung des UVEK vom 28. Juni 2005 über die Fachbewilligung für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Waldwirtschaft (VFB-W)
alles einblenden | Artikelübersicht | alles ausblenden | 814.812.36Verordnung des UVEK über die Fachbewilligung für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Waldwirtschaft(VFB-W)vom 28. Juni 2005 (Stand am 1. Juli 2015)Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK),gestützt auf die Artikel 7 Absatz 3, 8 Absätze 3 und 4, 12 Absätze 3-5 sowie 23 Absatz 1 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung vom 18. Mai 20051 (ChemRRV),verordnet: 1. Abschnitt: Berechtigung und Voraussetzungen Art. 1 Berechtigung1 Eine Fachbewilligung nach dieser Verordnung berechtigt zur beruflichen und gewerblichen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln nach Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe e des Chemikaliengesetzes vom 15. Dezember 20001:a.im Wald sowie in einem Streifen von drei Metern entlang der Bestockung;b.in Christbaumkulturen und forstlichen Pflanzgärten ausserhalb des Waldes;c.an ausserhalb des Waldes im Freien gelagertem Holz bis zum Einschnitt im Sägewerk;d.beim Unterhalt von Bahn-, Militär- und Sportanlagen sowie der Umgebung von Wohn-, Dienstleistungs-, Gewerbe-, Industrie- und öffentlichen Bauten.2 Sie berechtigt überdies, andere Personen bei Tätigkeiten nach Absatz 1 anzuleiten.3 Im Auftrag Dritter dürfen Personen, die keine Fachbewilligung besitzen, Pflanzenschutzmittel nur verwenden, wenn sie vor Ort von einer Inhaberin oder einem Inhaber einer Fachbewilligung angeleitet worden sind oder angeleitet werden.1 SR 813.1 Art. 2 Erforderliche Fähigkeiten und Kenntnisse und deren Nachweis1 Die Fachbewilligung wird einer Person erteilt, die über die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse nach Anhang 1 verfügt.2 Als Nachweis der erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse gilt das Bestehen einer Fachprüfung nach Artikel 3. 2. Abschnitt: Fachprüfung Art. 31 Durch die Fachprüfung soll festgestellt werden, ob die Kandidatinnen und Kandidaten die nach Anhang 1 für eine Fachbewilligung erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse besitzen.2 Die Fachprüfung ist im Anhang 2 geregelt. 3. Abschnitt: Gleichwertige Qualifikationen Art. 4 Ausbildungsabschlüsse von Schulen und Berufsbildungsinstitutionen1 Ein bestimmter Ausbildungsabschluss gilt als einer Fachbewilligung gleichwertig, wenn er den Anforderungen dieser Verordnung entspricht.2 Das Bundesamt für Umwelt (BAFU)1 entscheidet über die Gleichwertigkeit auf Gesuch einer Schule oder einer Berufsbildungseinrichtung.3 Dem Gesuch müssen der Lehrplan und das Prüfungsreglement beiliegen.4 Der Ausweis über den Abschluss einer als gleichwertig anerkannten Ausbildung gilt als Fachbewilligung.1 Die Bezeichnung der Verwaltungseinheit wurde in Anwendung von Art. 16 Abs. 3 der Publikationsverordnung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) angepasst. Diese Anpassung wurde im ganzen Text vorgenommen. Art. 5 Fachbewilligungen nach bisherigem Recht1 Fachbewilligungen nach bisherigem Recht für die Verwendung von Pflanzenbehandlungsmitteln in der Waldwirtschaft behalten ihre Gültigkeit.2 Nach bisherigem Recht als einer Fachbewilligung gleichwertig anerkannte Prüfungen gelten als Fachbewilligung nach dieser Verordnung. Art. 6 Gleichgestellte FachbewilligungenFachbewilligungen aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) sind schweizerischen Fachbewilligungen gleichgestellt. 4. Abschnitt: Aufgaben der zuständigen Stellen Art. 7 Trägerschaft1 Die Trägerschaft für die Organisation von Fachprüfungen nach dieser Verordnung besteht aus:a.dem Bildungszentrum Wald Lyss;b.dem Bildungszentrum Wald Maienfeld.2 Sie hat namentlich folgende Aufgaben:a.Sie bezeichnet und beaufsichtigt die Prüfungsstellen.b.Sie koordiniert die Fachprüfungen.c.Sie führt eine Prüfungsstatistik.d.Sie erstattet dem BAFU jährlich Bericht.e.Sie sorgt bei Bedarf für Möglichkeiten der Vorbereitung auf die Fachprüfungen. Art. 8 PrüfungsstellenDie Prüfungsstellen haben folgende Aufgaben:a.Sie führen die Fachprüfungen durch.b.Sie bieten in Absprache mit der Trägerschaft Vorbereitungskurse an.c.Sie bestimmen die Examinatorinnen und Examinatoren.d.Sie stellen die Fachbewilligungen nach bestandener Fachprüfung aus.e.Sie melden der Trägerschaft die ausgestellten Fachbewilligungen.f.Sie führen ein nicht öffentliches Verzeichnis über die von ihnen ausgestellten Fachbewilligungen. Art. 9 BAFUDas BAFU hat folgende Aufgaben und Befugnisse:a.Es bestellt einen Fachbewilligungsausschuss.b.Es übt die Aufsicht über die Trägerschaft aus.c.Es führt ein Verzeichnis der von der Trägerschaft bezeichneten Prüfungsstellen.d.Es entscheidet über Gesuche um Anerkennung gleichwertiger Ausbildungsabschlüsse und führt ein Verzeichnis der als gleichwertig anerkannten Ausbildungsabschlüsse.e.Es führt ein nicht öffentliches Verzeichnis über die von den kantonalen Vollzugsbehörden nach Artikel 11 Absatz 1 oder Artikel 8 Absatz 5 ChemRRV verfügten Massnahmen.f.Es legt ein Muster für die Fachbewilligung fest. Art. 10 Fachbewilligungsausschuss1 Im Fachbewilligungsausschuss sind namentlich die folgenden Verwaltungsstellen und Organisationen vertreten:a.das BAFU;b.das Bundesamt für Gesundheit;c.das Staatssekretariat für Wirtschaft;d.die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt;e.das Bundesamt für Landwirtschaft;f.die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich;g.die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft;h.die kantonalen Vollzugsbehörden nach Artikel 11 Absatz 1 ChemRRV;i.das Bildungszentrum Wald Lyss;j.das Bildungszentrum Wald Maienfeld;k.1Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften, Abteilung Waldwissenschaften;l.die Waldwirtschaft Schweiz.2 Das BAFU führt den Vorsitz.3 Der Fachbewilligungsausschuss berät das BAFU in Fragen des Vollzugs dieser Verordnung.1 Fassung gemäss Ziff. I 3 der V des UVEK vom 5. Juni 2015, in Kraft seit 1. Juli 2015 (AS 2015 2005). 5. Abschnitt: Gebühren Art. 111 Die Gebühren für die Fachprüfungen richten sich nach Anhang 2 Ziffer 6.2 Für die Gebühren des BAFU für den Vollzug dieser Verordnung gilt die Chemikaliengebührenverordnung vom 18. Mai 20051.1 SR 813.153.1 6. Abschnitt: ... Art. 1211 Aufgehoben durch Ziff. I 3 der V des UVEK vom 26. Jan. 2007, mit Wirkung seit 15. Febr. 2007 (AS 2007 357). 7. Abschnitt: Inkrafttreten Art. 13Diese Verordnung tritt am 1. August 2005 in Kraft. Anhang 11(Art. 2 Abs. 1) Erforderliche Fähigkeiten und KenntnisseWer eine Fachbewilligung nach dieser Verordnung erwerben will, muss für den entsprechenden Anwendungsbereich über folgende Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen:1 Grundlagen der Ökologie und Toxikologie1.1Begriffedie Begriffe Ökologie, Ökosystem, Lebensraum,Lebensgemeinschaft, Population, Organismus sowie Toxizität, Ökotoxizität, gesundheitsgefährliche Stoffe und Zubereitungen erklären können;1.2BeispieleBeispiele aus seinem Tätigkeitsgebiet nennen können zu den Begriffen Ökosystem, Lebensraum, Lebensgemeinschaft, Population, Organismus sowie zur Gefährdung von Mensch und Umwelt durch Pflanzenschutzmittel;1.3FachausdrückeFachausdrücke wie Herbizide, Fungizide, Insektizide, Akarizide, Nematizide erläutern können;1.4Expositiondie Aufnahmewege von Stoffen in den menschlichen Körper (oral, dermal, inhalativ) erklären können;1.5Wirkungen1.5.1lokal, systemisch; akut, chronisch; reversi- bel, irreversibel; Resorption, Verteilung, Metabolismus, Ausscheidung erklären kön- nen;1.5.2krebserzeugend, erbgutverändernd, fort pflanzungsgefährdend erklären können;1.6Dosis-Wirkungdas Prinzip Dosis-Wirkung erläutern können;1.7KreisläufeKreisläufe anhand eines Beispiels darstellen und mögliche Störungen des Kreislaufprinzips mit ihren Folgen aufzeigen können;1.8Energie- und Stoffflüsse1.8.1in einem natürlichen und einem forstlichen Ökosystem den Energiefluss und Stoffkreis- läufe vergleichen können;1.8.2beschreiben können, wie sich Pflanzen- schutzmittel in der Nahrungskette und der Umwelt verhalten, und Stoffeigenschaften bzw. Umweltbedingungen nennen können, die dabei von Bedeutung sind;1.9Regulationdie natürlichen Regulationsmechanismen anhand konkreter Beispiele erläutern können (z. B. Nützlings-Schädlings-Beziehungen);1.10Artendie Bedeutung der Artenvielfalt und des Artengefüges in der Natur erkennen können;1.11BegleitfloraNutzen und Schäden von Begleitflora beschreiben und diskutieren können.2 Gesetzgebung über Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitnehmerschutz2.1Vorsorgeprinzipdas Vorsorgeprinzip anhand einiger Beispiele illu- strieren können (insbesondere beim naturnahen Waldbau);2.2Verursacherprinzipdas Verursacherprinzip und den Begriff externe Kosten anhand einiger Beispiele illustrieren können;2.3Gesetzedie wesentlichen Ziele und Inhalte der wichtigsten Erlasse, welche die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln betreffen, erläutern können;2.4VerboteAnwendungsverbote und -einschränkungen für Pflanzenschutzmittel aufzählen und richtiges Verhalten zur Vermeidung von Verstössen gegen diese Bestimmungen beschreiben können;2.5Amtsstellendie für Rechts- und Fachfragen sowie bei Unfällen zuständigen Amtsstellen nennen können.3 Massnahmen zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit3.1Vorsichtsmassnahmendie wichtigsten Massnahmen bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zum Schutz der Umwelt sowie zur Verhütung von Gesundheitsschäden (Unfällen, Krankheiten) aufzählen und treffen können;3.2Gefährdungen am Arbeitsplatz3.2.1die verschiedenen Gefährdungen am Ar- beitsplatz nennen können;3.2.2die richtigen persönlichen Schutzausrüstun- gen auswählen, einsetzen und instand halten können;3.2.3ergonomische Arbeitsweisen und Geräte beschreiben und technische Hilfsmittel zur Arbeitserleichterung gemäss dem Stand der Technik verwenden können;3.2.4die speziellen Anforderungen an den Schutz werdender oder stillender Mütter und die notwendigen Massnahmen nennen können;3.2.5die zur Bewältigung von Notfällen nötigen Massnahmen planen können;3.2.6die nach einem Unfall notwendigen Schritte beschreiben und erste Hilfe leisten können;3.3Schadorganismen3.3.1vorbeugende Massnahmen zur Vermeidung von Problemen mit Schadorganismen beschreiben können;3.3.2die wichtigsten Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge sowie ihre Schadbilder erkennen können, unter Verwendung von Hilfsmitteln wie z. B. Bestimmungsbüchern, Merkblät- tern der Forschungsanstalten und Bera- tungsdienste;3.3.3den Bau und die Lebensweise der Schad organismen soweit erklären können, wie dies für die Beurteilung von Pflanzenschutz massnahmen von Bedeutung ist;3.4 Nützlinge3.4.1die wichtigsten Nützlinge (in den verschie- denen Stadien) unter Verwendung von Hilfsmitteln erkennen und deren Bedeutung erklären können;3.4.2den Bau und die Lebensweise der Nützlinge so weit erklären können, wie dies für die Beurteilung der Pflanzenschutzmassnahmen von Bedeutung ist;3.5Schadenschwelle3.5.1die Beziehung Befall-Schaden-Verlust und den Begriff Bekämpfungsschwelle anhand konkreter Beispiele erklären können;3.5.2Möglichkeiten der Befallskontrolle beschreiben können;3.5.3so weit wie möglich anhand von Unterlagen feststellen können, ob bei einem gegebenen Befall die Toleranzgrenze überschritten und welche Bekämpfungsmassnahme ange- bracht ist;3.6Vorbeugung und gezielte Anwendung3.6.1die Bedeutung des naturnahen Waldbaus und geeigneter vorbeugender Massnahmen bei der Waldbewirtschaftung für einen nachhaltigen Waldschutz erklären können;3.6.2die Bedingungen für einen «gezielten» Pflanzenschutz (Anwendungszeitpunkt, se- lektive Applikation, Einsatz selektiver Mit- tel) erläutern können;3.6.3die Vor- und Nachteile verschiedener Bekämpfungsmassnahmen aufzählen und bezüglich Umweltverträglichkeit und Wirk- samkeit bewerten können;3.7nichtchemische Verfahrendie wichtigsten mechanischen, biologischen und biotechnischen Verfahren zur Regulierung von Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern aufzählen und deren Einsatzmöglichkeiten (Vor- und Nachteile) und Wirkungsweise anhand von Unterlagen beschreiben können;3.8Nebenwirkungen und Umweltverhalt- en3.8.1Massnahmen nennen können, welche hel- fen, unerwünschte Nebenwirkungen der Pflanzenschutzmittel zu verhindern (z. B. bezüglich Witterung, Wartefristen, Behand- lungszeitpunkt, Abtrift, Gerätereinigung);3.8.2mögliche Wege von Pflanzenschutzmitteln in Oberflächengewässer und ins Grundwas- ser nennen und aufzeigen können, wie sich diese Belastungen vermeiden lassen;3.8.3erklären können, weshalb die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Wegen, Wegrändern und Plätzen verboten ist;3.9Entscheidungshilfenfür die Bekämpfungsmassnahmen wichtige Entscheidungshilfen aufzählen und bewerten können (z. B. Beratungsdienst, Pflanzenschutzempfehlungen, Forschungsanstalten, Internet, Fachliteratur);3.10Ausführungdie direkten Bekämpfungsmassnahmen wichtiger Schadorganismen anhand von Entscheidungshilfen erläutern und die gezielte und zweckmässige Ausführung sowie die notwendigen Vorsichtsmassnahmen beschreiben können.4 Umweltverträglichkeit, sachgerechte Verwendung und Entsorgung4.1Kennzeichnung gefährlicher Eigen- schaften von Chemikaliendie Kennzeichnung, die Gefahrenpiktogramme, die Gefahrenklassen sowie die Bedeutung der Gefahren- und Sicherheitshinweise erläutern können;4.2Sicherheitsdaten- blattdie Angaben in einem Sicherheitsdatenblatt erläutern und anwenden können; insbesondere die wesentlichen Aspekte bezüglich der Lagerung, Verwendung und Entsorgung der im Betrieb eingesetzten Pflanzenschutzmittel;4.3Wirkungsweise4.3.1anhand von Entscheidungshilfen die Wir- kungsweise (z. B. systemisch, translokal, Kontakt-, Ei-, Frassgift, Köder, Wachstums regulator) der Pflanzenschutzmittel bestim- men können;4.3.2die Begriffe Oberflächenwirkung, systemi-sche Wirkung und Tiefenwirkung bei Insek- tiziden erklären können;4.3.3die Wirkungsweise von Kontaktherbiziden, translokalen Blattherbiziden und Boden herbiziden erklären können;4.4Beurteilung4.4.1anhand von Entscheidungshilfen die für ei- nen bestimmten Zweck geeigneten Pflan- zenschutzmittel auswählen und im Hinblick auf eine gezielte Anwendung beurteilen können;4.4.2Vor- und Nachteile verschiedener Fungizid- gruppen anhand ihrer Aufnahme und ihres Transports in der Pflanze erklären können;4.4.3die Verwendung, die Wirksubstanzen und die Einstufung der Pflanzenschutzmittel an- hand der Etikette und Gebrauchsanweisung erkennen können;4.5Selektivität/ Nebenwirkungen4.5.1das Wirkungsspektrum (z. B. Nützlings verträglichkeit) der Pflanzenschutzmittel anhand von Unterlagen beschreiben können;4.5.2unerwünschte direkte oder indirekte Ne- benwirkungen von Pflanzenschutzmitteln aufzählen können (z. B. Luftbelastung durch Verdunstung, Störung ökologischer Gleich gewichte, Abtrift);4.6Resistenzdas Resistenzproblem erklären und daraus die Konsequenzen für die Wahl und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ableiten können;4.7Abbaubarkeit/ Umweltverhalten4.7.1Pflanzenschutzmittel hinsichtlich Abbau- barkeit und Umweltverhalten anhand von Entscheidungshilfen beurteilen können;4.7.2anhand von Entscheidungshilfen Wirkstoffe bzw. Mittel nennen können, welche zur Auswaschung neigen, in Schutzzonen ver- boten oder im Boden besonders schlecht ab- baubar sind;4.8Mittelwahlgeeignete Pflanzenschutzmittel zur Regulierung der wichtigsten Schadorganismen, unter Berücksichtigung der Wirkungsweise, Selektivität und des Umweltverhaltens, anhand von Entscheidungshilfen aussuchen können;4.9AnwendungPflanzenschutzmittel anhand der Etikette, Gebrauchsanweisung oder weiterer Unterlagen fachgerecht aufbereiten, die Aufwandmenge und Dosierung genau berechnen sowie Anwendungseinschränkungen und -verbote aufzählen können;4.10Lagerungbeschreiben können, wie man Pflanzenschutzmittel fachgerecht und sicher lagert;4.11Entsorgungdie umweltgerechte Entsorgung von Pflanzenschutzmittel- und Brühe-Resten sowie Spülwässern und Packungen beschreiben können;4.12Dokumentation der Behandlung und der Kontrollendie zur Dokumentation erforderlichen Daten und Kontrollparameter aufzählen können.5 Geräte und deren sachgerechte Handhabung5.1gezielte Anwendungdie verschiedenen Anwendungsmethoden für Pflanzenschutzmittel aufzählen und hinsichtlich Umweltverträglichkeit beurteilen können;5.2Gerätedie wichtigsten Ausbringgeräte nennen, deren Funktionsweise beschreiben und deren Vor- und Nachteile erläutern können;5.3Düsen5.3.1die verschiedenen Düsentypen und deren Haupteigenschaften (Eignung) nennen kön- nen;5.3.2erklären können, welche Auswirkungen Düsengrösse und Druck auf Grösse, Drift und Penetration der Brühetropfen haben;5.4Dosierungdie korrekte Ausbringmenge (Dosierung, Konzentration, Brühemenge) für verschiedene Geräte mit Hilfsmitteln (Tabellen) bestimmen können;5.5Abtriftdie Vorkehrungen und die meteorologischen Bedingungen nennen können, welche zur Vermeidung der Abtrift und Verdunstung erforderlich sind;5.6Brühe-Resteerklären können, wie man Brühe-Reste vermeiden kann;5.7Gerätefunktion/ Wartung5.7.1Wartung und Funktionskontrolle mit Hilfe der Betriebsanleitung an einem Beispiel er- läutern und ausführen können;5.7.2die umweltgerechte Reinigung und Entlee- rung eines Spritzgeräts beschreiben können;5.8Einstellungbei einer vorgegebenen Aufwandmenge die erforderliche Einstellung der Geräte mit Hilfe der Betriebsanleitung beschreiben oder die anfallende Ausbringmenge nennen können;5.9Mittelverteilung5.9.1erläutern können, wie die gewünschte Mittelverteilung überprüft und gegebenen- falls durch geeignete Korrekturmassnahmen gewährleistet werden kann;5.9.2die Ursachen nennen können, welche zu einer schlechten Mittelverteilung führen.1 Bereinigt gemäss Ziff. I 3 der V des UVEK vom 5. Juni 2015, in Kraft seit 1. Juli 2015 (AS 2015 2005).Stand am 1. Juli 2015 Anhang 2(Art. 3 Abs. 2, 11 Abs. 1) Reglement über die Fachprüfungen1 GegenstandDieses Reglement bestimmt die Organisation der Fachprüfungen (Prüfungen) für die Fachbewilligung für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Waldwirtschaft, die Rechte und Pflichten der Kandidatinnen und Kandidaten sowie die mit der Organisation und Durchführung der Prüfungen zusammenhängenden Aufgaben der Trägerschaft und der Prüfungsstellen.2 DurchführungDie Prüfungen werden von den Prüfungsstellen durchgeführt.3 Periodizität und SpracheDie Trägerschaft sorgt dafür, dass bei Bedarf Prüfungen auf Deutsch, Französisch oder Italienisch durchgeführt werden.4 AusschreibungDie Trägerschaft gibt den Zeitpunkt von Prüfungen mindestens drei Monate vor deren Durchführung in geeigneter Weise bekannt.5 Anmeldung1 Wer an einer Prüfung teilnehmen will, hat sich spätestens zwei Monate im Voraus schriftlich oder elektronisch anzumelden und die Gebühr spätestens einen Monat vor der Prüfung zu bezahlen.2 Den Kandidatinnen und Kandidaten wird innerhalb von zwei Wochen nach Ablauf der Anmeldefrist mitgeteilt, ob die Prüfung durchgeführt wird. Zusammen mit dieser Mitteilung wird ihnen das Reglement über die Fachprüfungen zugestellt.6 Gebühr1 Die Gebühr für die Prüfung beträgt je nach Aufwand 100-500 Franken. Sie darf höchstens kostendeckend sein.2 In begründeten Fällen kann die Gebühr ganz oder teilweise zurückerstattet werden.7 Form und Dauer1 Die Prüfung kann schriftlich, mündlich oder teils schriftlich und teils mündlich durchgeführt werden.2 Sie dauert mindestens zwei und höchstens vier Stunden.8 Zulässige HilfsmittelDie Prüfungsstelle gibt die bei der Prüfung zulässigen Hilfsmittel rechtzeitig bekannt.9 Abnahme mündlicher PrüfungenMündliche Prüfungen müssen von zwei examinierenden Personen abgenommen, bewertet und protokolliert werden.10 Bewertung1 Die Examinatorinnen und Examinatoren bewerten das in jedem einzelnen Prüfungsfach erzielte Resultat mit ganzen oder halben Noten von 6 bis 1. 6 ist die beste, 1 die schlechteste Note.2 Die Prüfung gilt als bestanden, wenn eine Durchschnittsnote von mindestens 4,0 erreicht wird.3 Knapp bestandene oder als ungenügend bewertete schriftliche Prüfungen müssen von einer zweiten Examinatorin oder einem zweiten Examinator beurteilt werden.11 Ausschluss1 Die Prüfungsstelle schliesst Kandidatinnen und Kandidaten, die in einem der Prüfungsfächer unerlaubte Hilfsmittel verwenden oder die Examinatorinnen und Examinatoren zu täuschen versuchen, von der Prüfung aus.2 In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht bestanden.12 Ausstellen der FachbewilligungNach Bestehen der Prüfung wird der geprüften Person eine Fachbewilligung ausgestellt.13 Recht auf Einsicht1 Bei Nichtbestehen der Prüfung kann die geprüfte Person innerhalb von 20 Tagen nach Eröffnung des Entscheids bei der Prüfungsstelle in die Bewertung Einsicht nehmen.2 Der Zeitpunkt der Einsichtnahme wird von der Prüfungsstelle festgelegt; sie berücksichtigt die Verfügbarkeit der geprüften Person.Stand am 1. Juli 2015 Zum Seitenanfang
VFB-W
Alle Fassungen 01.07.2015
Revisionen 01.08.2005
Verordnung des UVEK vom 28. Juni 2005 über die Fachbewilligung für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Waldwirtschaft (VFB-W) Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen
Zum SeitenanfangLetzte Aktualisierung: 27.10.2016

References: Art. 1
 Art. 2
 Art. 31
 Art. 4
 Art. 16
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 7
 Art. 8
 Art. 9
 Art. 10
 Art. 111
 Art. 1211
 Art. 13