Source: https://www.bag-urteil.com/20-01-2010-7-azr-753-08/
Timestamp: 2020-05-29 15:56:09+00:00

Document:
﻿ ﻿ BAG – 7 AZR 753/08 | bag-urteil.com
BAG – 7 AZR 753/08
Befristung – Hochschule – Abgeschlossene Promotion – unrichtige Parteibezeichnung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.01.2010, 7 AZR 753/08
Die Befristung eines Arbeitsvertrags mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter kann nur auf § 57b Abs. 1 Satz 2 HRG in der bis zum 17. April 2007 geltenden Fassung gestützt werden, wenn die Befristung nach Abschluss der Promotion vereinbart wurde.
Wann eine Promotion iSv. § 57b Abs. 1 Satz 2 HRG abgeschlossen ist, bestimmt sich nach den landesrechtlichen Vorschriften und der einschlägigen Promotionsordnung.
Die Revision des beklagten Landes gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Sachsen-Anhalt vom 8. Juli 2008 – 2 Sa 2/08 – wird zurückgewiesen.
7 AZR 753/08 > Rn 1
7 AZR 753/08 > Rn 2
Der Kläger war vom 1. Juli 1996 bis zum 30. April 2008 aufgrund mehrerer mit dem Land Sachsen-Anhalt abgeschlossener befristeter Arbeitsverträge – mit Unterbrechungen – als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beschäftigt. Der letzte Änderungsvertrag vom 26./29. April 2002 war nach § 57b Abs. 1 HRG befristet und hatte eine Laufzeit vom 1. Mai 2002 bis zum 30. April 2008. Am 23. April 2002 hatte der Kläger seine Dissertation verteidigt. Die Promotionskommission gab ihm am selben Tag das Gesamtergebnis der Promotion mit „magna cum laude“ bekannt. Am 8. Mai 2002 bestätigte der Fakultätsrat die Bewertung der Promotionskommission. Mit der Promotionsurkunde vom 8. Mai 2002 wurde dem Kläger der akademische Grad „Dr. phil.“ verliehen. Die Promotionsurkunde wurde ihm einige Tage später ausgehändigt.
7 AZR 753/08 > Rn 3
7 AZR 753/08 > Rn 4
7 AZR 753/08 > Rn 5
7 AZR 753/08 > Rn 6
7 AZR 753/08 > Rn 7
7 AZR 753/08 > Rn 8
7 AZR 753/08 > Rn 9
7 AZR 753/08 > Rn 10
7 AZR 753/08 > Rn 11
7 AZR 753/08 > Rn 12
7 AZR 753/08 > Rn 13
1. Nach § 253 Abs. 2 Nr. 1 ZPO muss die Klageschrift die Bezeichnung der Parteien enthalten. Ist die Bezeichnung nicht eindeutig, ist die Partei durch Auslegung zu ermitteln. Auch bei äußerlich eindeutiger, aber offenkundig unrichtiger Bezeichnung ist grundsätzlich diejenige Person als Partei anzusehen, die erkennbar mit der Parteibezeichnung gemeint ist (so bereits BGH 24. Januar 1952 – III ZR 196/50 – BGHZ 4, 328; BAG 1. März 2007 – 2 AZR 525/05 – Rn. 12 mwN, AP KSchG 1969 § 4 Nr. 60 = EzA KSchG § 4 nF Nr. 76). Dafür ist entscheidend, welchen Sinn die Erklärung aus der Sicht des Gerichts und des Prozessgegners hat (BGH 15. Mai 2006 – II ZB 5/05 – NJW-RR 2006, 1569). Hierbei ist das tatsächliche Vorbringen der Klagepartei zugrunde zulegen. Auf deren Rechtsauffassung kommt es nicht an (BAG 1. März 2007 – 2 AZR 525/05 – Rn. 16, mwN aaO). Maßgeblich für die Beurteilung sind die gesamten erkennbaren Umstände, insbesondere auch die der Klageschrift beigefügten Unterlagen (BAG 1. März 2007 – 2 AZR 525/05 – Rn. 13, aaO). Die Berichtigung einer offensichtlich unrichtigen Parteibezeichnung ist während des gesamten Verfahrens möglich.
7 AZR 753/08 > Rn 14
7 AZR 753/08 > Rn 15
7 AZR 753/08 > Rn 16
7 AZR 753/08 > Rn 17
7 AZR 753/08 > Rn 18
7 AZR 753/08 > Rn 19
7 AZR 753/08 > Rn 20
7 AZR 753/08 > Rn 21
7 AZR 753/08 > Rn 22
7 AZR 753/08 > Rn 23
7 AZR 753/08 > Rn 24
7 AZR 753/08 > Rn 25
7 AZR 753/08 > Rn 26
Das Urteil BAG – 7 AZR 753/08 wird zitiert in:
> BAG, 18.09.2019 – 7 ABR 44/17
> BAG, 18.05.2016 – 7 AZR 712/14
> BAG, 01.06.2011 – 7 AZR 827/09

References: § 57
 § 57
 § 57
 § 253
 BGH 
 § 4
 § 4