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Timestamp: 2019-11-22 05:54:19+00:00

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Gemeinsame Empfehlung für die Ausbildung von Transportsanitäterinnen und Transportsanitäter in Berlin - MAAS Berlin - Erste Hilfe Ausbildung in Berlin
Sanitätsausbildung gem. § 9 (4) Berliner Rettungsdienstgesetz
Transportsanitäter/innen
Lehrplan und Prüfungsbestimmungen
„Gemeinsame Empfehlung für die Ausbildung von Transportsanitäterinnen und Transportsanitäter in Berlin“
Ein Projekt der freien Arbeitsgruppe „Krankentransport Berlin“
Der qualifizierte Krankentransport ist ein ganz eigener Fachbereich mit besonderen Herausforderungen. Um diesen Erfordernissen gerecht zu werden, wird eine einheitliche und vor allem qualitativ hochwertige anspruchskonforme Ausbildung benötigt. Das besondere an diesem Tätigkeitsfeld ist das Zusammenspiel aus mehreren Ebenen der Medizin. Primär wird eine hohe Sozial- und Kommunikationskompetenz gefordert. Des Weiteren pflegerische Fachkenntnisse sowie erweiterte notfallmedizinische Fähigkeiten da Krankheitsbilder bei Patienten erkannt werden müssen und eine rasche adäquate Versorgung eingeleitet werden muss. In Relation zum Rettungsdienst unterliegt der qualifizierte Krankentransport keine Abläufe bei Notfällen mit strengen und klaren Algorithmen. Ob sinnvoll oder nicht, Eigenständigkeit wird hier großgeschrieben.
§ 2 Tätigkeiten und Zuständigkeit
Transportsanitäter/innen, fortlaufend vereinfacht Transportsanitäter genannt, führen als Maschinisten den Krankentransportwagen KTW und leisten bei medizinischen Notfällen unterstützende Tätigkeiten im Rahmen der erweiternden Erste-Hilfe. Des Weiteren unterstützen Transportsanitäter dem auf dem Krankenkraftwagen verantwortlichen Rettungsdienstverantwortlichen bei der Beurteilung von Transportsituationen und alle dazugehörigen Leistungsvorgänge, die in Rahmen dieser Tätigkeit relevant sind. Laut aktueller Rechtslage gehören Transportsanitäter nicht zum Rettungsdienstfachpersonal, dürfen jedoch laut Berliner Rettungsdienstgesetz trotzdem § 9 (4) als Fahrer auf einem Krankentransportwagen eingesetzt werden. Aufgrund dieser besonderen Erlaubnis bezieht sich dieser Lehrplan und deren Prüfungsbestimmungen ausschließlich für Personal, welches in Berlin ausgebildet und tätig werden möchte.
Vor Beginn jeder Ausbildung muss ein Prüfungsausschuss gebildet werden. Der Prüfungsausschuss besteht aus mindestens zwei nichtärztlichen Rettungsdienstfachkräften, von denen Beide mindestens drei Jahre praktische Einsatzerfahrung im Fachbereich des qualifizierten Krankentransports nachweisen können und eine Lehrberechtigung vorhanden ist. Lehrberechtigungen dürfen nur anerkannt werden, wenn diese von einem staatlichen oder einem privaten staatlich anerkannten Träger ausgestellt wurden und diese mit dem abzuprüfenden Lehrinhalt in Zusammenhang stehen. Der reine Nachweis über eine abgeschlossene Ausbildung im Rettungsdienst reicht somit nicht aus. Wer Vorsitz führt, ist Absprachesache.
§ 4 Personelle Voraussetzungen
Ausschließlich der Prüfungsausschuss beruft die Lehrkräfte ein. Lehrkräfte müssen zwingend medizinisch und pädagogisch geeignet sein. Erfahrungen im Bereich der Konzipierung und Umsetzung von Bildungsgängen in der Erwachsenenbildung müssen nachweislich vorhanden sein (siehe Punkt 3 Prüfungsausschuss). Der Prüfungsausschuss darf nur dann Ausnahmen zulassen, wenn die Gefährdung besteht, den festgelegten Inhaltskomplex nicht beschulen zu können, weil geeignetes Lehrpersonal ausbleibt. Diese Lösung gilt ausschließlich als temporäre Übergangslösung und darf keinesfalls als permanente Lösung in Betracht gezogen werden. Nicht geeignetes Lehrpersonal ist als Helferpersonal (Gastdozent) zu deklarieren und agiert ausschließlich auf Anweisung der Prüfungskommission und des geeigneten Lehrpersonals. Dies ändert sich nicht, auch wenn das Helferpersonal faktisch höher qualifiziert ist.
§ 5 Gesamtlernziel
Die Teilnehmer, fortlaufend TN genannt, werden speziell für den Fachbereich qual. Krankentransport ausgebildet. Die Anlehnung im Rahmen der theoretischen und praktischen Ausbildung sollte somit immer in dementsprechender Ausrichtung erfolgen. Folgend werden alle Ausbildungsinhalte aufgezeigt. Die Reihenfolge sollte in logischer und nachvollziehbarer Reihenfolge abgearbeitet werden, um eine effiziente Beschulung gewährleisten zu können. Variieren ist trotzdem zulässig und liegt im Rahmen der Gestaltungskompetenz des Lehrverantwortlichen.
Die Ausbildungsdauer beträgt 80 Unterrichtseinheiten (1 UE = 45 min). Es handelt sich um eine Vollzeitausbildung.
1.) Lehrgangseinführung
• Transportsanitäter
• Krankentransportwagen
• Rettungsdienstfachpersonal
2.) Fachkunde Krankentransport
• Ausstattungsrichtlinien Krankentransport und medizinische Gerätekunde
• Transporttechniken
• Dienstleistung im Krankentransport
• Fachbezogene Rechtskunde: Straßenverkehrsrecht, Zivilrecht, Strafrecht
3.) Sanitätsausbildung gem. § 9 (4) Rettungsdienstgesetz
• Auffinden einer Person
• Ganzkörperliche Untersuchung
• Zusammenarbeit mit Dritte
• Störungen Bewusstsein
• Störungen Atmung
• Störungen Herz-Kreislauf-System
• Erweiterte Maßnahmen
• Schock verschiedener Ursachen
• Stoffwechselentgleisungen (Über/Unterzucker)
• Bauchtrauma
• Akuter Bauch
• Einsetzende Geburt
• Umgang mit sterilem/mit kontaminiertem Material
• Beobachten von Verletzten und Kranken
• Hilfe beim Be- und Entkleiden
• Hilfe bei der Verrichtung der Notdurft
• Ruhigstellungsmaßnahmen
• Blutstillung/Wundversorgung
• Verbandtechniken
• Rettungs/- und Transportsan
• Fallbeispiele zu diversen Unfall- und Erkrankungs-/Notfallsituationen
Prüfung mündlich 20 Fragen
10 x Fragen spezifisch Krankentransport
10 x Fragen spezifisch Notfallmedizin
1 x REA
1 x individuelles Fallszenario
§ 6 Prüfungsdurchführung
Die Prüfung wird vom Prüfungsausschuss abgenommen. Im mündlichen Teil der Prüfungsabnahme wird der TN einzeln befragt. Die Fragen strukturieren sich in zwei Teilbereiche. Teilbereich 1 bezieht sich auf krankentransportspezifische, nicht-medizinische Fragestellungen. Teilbereich 2 bezieht sich auf medizinisch-relevante Fragen, die ebenfalls krankentransportspezifisch formuliert werden sollten. Im Rahmen der praktischen Prüfung muss mind. eine Reanimation im freien Szenario simuliert werden. Des Weiteren folgt ein weiteres frei zu simulierendes Fallszenario. Selbstverständlich auch hier krankentransportspezifisch ausgerichtet.
Sollte der TN nicht zur Prüfung erscheinen, gibt es die Möglichkeit einer nachträglichen Teilnahme, bis maximal 4 Monate nach ursprünglichem Prüfungstermin. Nach Ablauf dieser Frist muss der Fachlehrgang erneut komplett durchlaufen werden.
§ 7 Teilnahmebestätigung / Zertifikat
Der Vorsitzende hat nach Ausbildungsende, bestehende Teilnehmer einen regelkonformen Nachweis auszustellen und diesen zu unterzeichnen. Ein Zensurenspiegel ist nicht vorgesehen. Eine Prüfungsdokumentation muss nicht geführt werden.
Folgender Zusatz muss auf dem Ausbildungsnachweis enthalten sein:
Dieses Zertifikat bescheinigt dem Inhaber die Erfüllung der Anforderung gemäß § 9 (4) Berliner Rettungsdienstgesetz über die medizinische Qualifikation i. H. v. mind. 60 h Sanitätsausbildung für Fahrpersonal auf Krankenkraftwagen.
Der Nachweis in Kopie gilt im Rahmen der Dokumentation als ausreichend. Eine Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren ist jedoch Pflicht.
Transportsanitäter Lehrplan und Prüfungs

References: § 9

§ 2
 § 9

§ 4

§ 5
 § 9

§ 6

§ 7
 § 9