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Timestamp: 2019-12-06 06:05:36+00:00

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BFH, 11.10.1989 - I R 208/85 - dejure.org
BFH, 11.10.1989 - I R 208/85
https://dejure.org/1989,1242
BFH, 11.10.1989 - I R 208/85 (https://dejure.org/1989,1242)
BFH, Entscheidung vom 11.10.1989 - I R 208/85 (https://dejure.org/1989,1242)
BFH, Entscheidung vom 11. Januar 1989 - I R 208/85 (https://dejure.org/1989,1242)
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KStG 1977 § 8 Abs. 1, Abs. 3 und Abs. 6; EStG § 3c, § 4 Abs. 1
Genossenschaft - Mitgliedsbeiträge - Allgemeine Betriebsausgaben - Kürzung - Verdeckte Gewinnausschüttung - Vermögensminderung - Veranlassung durch das Genossenschaftsverhältnis
EStG §§ 3c, 4 Abs. 1; KStG (1977) § 8 Abs. 1, 3, 6
§ 8 Abs. 1, 3, 6 KStG; §§ 3c, 4 Abs. 1 EStG
Körperschaftsteuer; verdeckte Gewinnausschüttung bei einer Genossenschaft
BFHE 158, 388
BB 1990, 541
DB 1990, 509
BStBl II 1990, 88
Ein unmittelbarer wirtschaftlicher Zusammenhang ist dann jedoch nicht gegeben, wenn die steuerfreien Einnahmen lediglich der bloßen Finanzierung von Aufwendungen dienen (BFH-Urteil vom 11. Oktober 1989 I R 208/85, BFHE 158, 388, BStBl II 1990, 88).
Für einen unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang i.S. des § 3c EStG ist nämlich zu fordern, dass die Einnahmen und die Aufwendungen durch dasselbe Ereignis veranlasst sind (BFH-Urteile vom 28. Mai 1998 X R 32/97, BFHE 186, 275, BStBl II 1998, 565; vom 11. Oktober 1989 I R 208/85, BFHE 158, 388, BStBl II 1990, 88).
Auf dieser Grundlage können Leistungsentgelte mit den Mitgliedern --d.h. schuldrechtliche Entgelte, die sich auf die Inanspruchnahme des Betriebs der Genossenschaft durch ein Mitglied beziehen-- nach dem Kostendeckungsprinzip bemessen werden und sind unterschiedliche Leistungsentgelte für Mitglieder und Nichtmitglieder gerechtfertigt (z.B. Senatsurteil in BFHE 158, 388, BStBl II 1990, 88; s.a. Beuthien, DStR 2007, 1847, 1849 ff.; Herzig, Betriebs-Berater 1990, 603, 604 ff.).
Ein unmittelbarer wirtschaftlicher Zusammenhang fehlt, sofern die steuerfreien Einnahmen lediglich der bloßen Finanzierung von Aufwendungen dienen (BFH-Urteile vom 11. Oktober 1989 I R 208/85, BFHE 158, 388, BStBl II 1990, 88; vom 18. April 2012 X R 62/09, BFHE 237, 434, BStBl II 2012, 721).
Die vom erkennenden Senat im Urteil vom 11. Oktober 1989 I R 208/85 (BFHE 158, 388, BStBl II 1990, 88) herausgearbeiteten Grundsätze können allerdings nur dann angewendet werden, wenn sich eine Körperschaft der besonderen Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft bedient.
Zum einen wird ein solcher Zusammenhang nicht dadurch begründet, dass der Vorteilsverbrauch durch die Einnahme (vGA) "finanziert" wird (vgl. Senatsurteile vom 11. Oktober 1989 I R 208/85, BFHE 158, 388, BStBl II 1990, 88; vom 15. November 1960 I 189/59 S, BFHE 72, 210, BStBl III 1961, 80).
Nicht vergleichbar sei der Fall mit dem des BFH-Urteils vom 11.10.1989 I R 208/85 (BStBl II 1990, 88), wonach es für das Handeln eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters einer Genossenschaft ausreichend sei, wenn nach dem Kostendeckungsprinzip gearbeitet werde.
Dies ist dem BFH-Urteil vom 11.10.1989 I R 208/85 (…a.a.O.) zu entnehmen, das sich im Gegensatz zur Meinung des Beklagten auf eine Genossenschaft bezieht, die nicht nur mit Mitgliedern Geschäfte machte (vgl. dazu auch Lohmar in Herrmann/Heuer/Raupach - HHR -, Kommentar zur Einkommensteuer und Körperschaftsteuer, § 22 KStG Anm. 13).
Bevorzugt eine Genossenschaft ihre Mitglieder gegenüber anderen Kunden, indem sie ihnen geringere Entgelte in Rechnung stellt und höhere Entgelte bezahlt, so kann dies betrieblich veranlasst sein, wenn die Leistungsentgelte kostendeckend berechnet sind; denn der Zweck des § 1 Abs. 1 GenG, den Erwerb und die Wirtschaft der Mitglieder zu fördern, kann in die Preisgestaltung einfließen (BFH-Urteil vom 11.10.1989 I R 208/85 a.a.O.).
a) Eine verdeckte Gewinnausschüttung i. S. des § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG ist auch bei einer Genossenschaft eine Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung, die durch das Mitgliedschaftsverhältnis zur Genossenschaft veranlaßt ist, sich auf die Höhe des Einkommens auswirkt und in keinem Zusammenhang mit einer offenen Ausschüttung steht (vgl. BFH-Urteile vom 11. Oktober 1989 I R 208/85, BFHE 158, 388, BStBl II 1990, 88; vom 13. November 1991 I R 45/90, BFHE 166, 335, BStBl II 1992, 429).
Er hat schon in seiner bisherigen Rechtsprechung (vgl. BFH in BFHE 158, 388, BStBl II 1990, 88) nicht jede Vermögensminderung (verhinderte Vermögensmehrung), die gleichzeitig Vermögenszuwendung an das Mitglied der Genossenschaft ist, als verdeckte Gewinnausschüttung beurteilt.
Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung (vgl. BFH-Urteile vom 29. Januar 1986 I R 22/85, BFHE 146, 132, BStBl II 1986, 479; vom 11. Oktober 1989 I R 208/85, BFHE 158, 388, BStBl II 1990, 88; vom 18. Juli 1990 I R 72/86, BFHE 161, 132, BStBl II 1990, 926;… vom 18. Juli 1990 I R 109/86, BFH/NV 1991, 220) ist aber ein unmittelbarer wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen Einnahmen und Aufwendungen dann anzunehmen, wenn die Einnahmen und die Aufwendungen durch dasselbe Ereignis veranlaßt sind.
BFH, 18.07.1990 - I R 72/86
Zur Berechnung der Steuerermäßigung nach § 21 Abs. 2 Satz 2 BerlinFG und der …
BFH, 18.07.1990 - I R 109/86
Ermäßigung der tariflichen Körperschaftsteuer von Körperschaften, …

References: § 8
 § 3
 § 4
 § 8

§ 8
 § 3
 § 22
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 § 21