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Timestamp: 2016-10-25 08:29:36+00:00

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137 III 94
137 III 9415. Auszug aus dem Urteil der II. zivilrechtlichen Abteilung i.S. X. gegen Z. AG (Beschwerde in Zivilsachen)
5A_531/2010 vom 25. November 2010
Art. 100 al. 1, respectivement al. 3 let. a LTF; d�lai de recours dans la poursuite pour effets de change. Conform�ment � la lettre de l'art. 100 al. 3 let. a LTF, le d�lai de 5 jours pr�vu par cette disposition ne vaut que pour les recours dirig�s contre les d�cisions des autorit�s cantonales de surveillance; en cas de d�cisions judiciaires, le d�lai ordinaire de 30 jours de l'art. 100 al. 1 LTF s'applique (consid. 1.3). Consid�rants � partir de page 94
BGE 137 III 94 S. 94
1. 1.3 Die Frist f�r Beschwerden in Zivilsachen betr�gt grunds�tzlich 30 Tage (Art. 100 Abs. 1 BGG). Mit Bezug auf die Wechselbetreibung kennt das Gesetz zwar eine auf 5 Tage verk�rzte Frist, aber nur soweit Entscheide der kantonalen Aufsichtsbeh�rden in SchK-Sachen angefochten sind (Art. 100 Abs. 3 lit. a BGG).
Ein Teil der Lehre m�chte diese 5-t�gige Frist auch bei Beschwerden gegen Gerichtsentscheide in Wechselsachen angewandt BGE 137 III 94 S. 95wissen (PHILIPPIN, La nouvelle loi sur le Tribunal f�d�ral, JdT 2007 II S. 152; DONZALLAZ, Loi sur le Tribunal f�d�ral, Commentaire, 2008, Rz. 4106). Diesen (ihre Ansicht nicht weiter begr�ndenden) Stimmen kann jedoch nicht gefolgt werden; vielmehr muss bei Gerichtsentscheiden im Rahmen der Wechselbetreibung, namentlich gegen den Entscheid des Wechselvorschlagsrichters, die normale 30-t�gige Frist von Art. 100 Abs. 1 BGG gelten:
Zun�chst ergibt sich dies im Rahmen der grammatikalischen Auslegung aus dem klaren Wortlaut von Art. 100 Abs. 3 lit. a BGG, der die verk�rzte 5-t�gige Frist auf Entscheide der "kantonalen Aufsichtsbeh�rden in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen" beschr�nkt.
Sodann spricht auch die historische Auslegung f�r diese Sichtweise: Ausgangspunkt ist die mit Bezug auf die Wechselbetreibung aufgestellte Spezialnorm von Art. 20 SchKG, mit welcher die normale 10-t�gige Beschwerdefrist auf 5 Tage verk�rzt wird. Fr�her galt diese Bestimmung f�r das gesamte Beschwerdeverfahren nach Art. 17-19 SchKG vor allen Aufsichtsbeh�rden, d.h. sowohl vor den kantonalen Aufsichtsbeh�rden als auch vor der SchK-Kammer des Bundesgerichts (vgl. PFLEGHARD, Schuldbetreibungs und Konkursbeschwerde, in: Prozessieren vor Bundesgericht, 2. Aufl. 1998, Rz. 5.37). Seit Inkrafttreten des BGG findet Art. 20 SchKG nur noch f�r das kantonale Beschwerdeverfahren nach Art. 17-18 SchKG Anwendung, weil Art. 19 SchKG aufgehoben wurde und die Beschwerde an das Bundesgericht neu in Art. 72 Abs. 2 lit. a BGG geregelt wird. Entsprechend war auch die Frist f�r Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen Aufsichtsbeh�rden eigenst�ndig im BGG zu regeln. Der Gesetzgeber hat dies getan, indem er f�r Wechselbetreibungen in Art. 100 Abs. 3 lit. a BGG die Frist von Art. 20 SchKG inhaltlich �bernommen hat. Demgegen�ber galt f�r die Rechtsmittel gegen gerichtliche Entscheide seit je die normale 30-t�gige Frist (vgl. Art. 54 Abs. 1 OG f�r die Berufung und Art. 89 Abs. 1 OG f�r die staatsrechtliche Beschwerde; betreffend Weiterzug des Wechselrechtsvorschlages im Speziellen vgl. Urteile 5P.180/1989 vom 19. Juli 1989; 5P.81/1992 vom 30. M�rz 1992 E. 1; 5P.396/1993 vom 20. Dezember 1993 E. 1; 5P.191/2001 vom 6. Juli 2001 E. 2; 5P.371/2002 vom 13. November 2002 E. 1.1). Es kann mithin kein Versehen des Gesetzgebers im Sinn eines �bersehens des in der Wechselbetreibung grunds�tzlich wichtigen Beschleunigungsgebotes vorliegen; vielmehr ist angesichts der expliziten Beschr�nkung BGE 137 III 94 S. 96auf die kantonalen Aufsichtsbeh�rden in Art. 100 Abs. 3 lit. a BGG und mangels anderweitiger Ausf�hrungen in der Botschaft zum BGG (vgl. BBl 2001 4341 Ziff. 4.1.4.5) von der bewussten Entscheidung des Gesetzgebers auszugehen, die unter dem fr�heren Recht geltende Fristenregelung materiell nicht zu ver�ndern (in diesem Sinn auch: PETER, Das neue Bundesgerichtsgesetz und das Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, BlSchK 2007 S. 9; WALTHER, Auswirkungen des BGG auf die Anwaltschaft/Parteivertretung, in: Reorganisation der Bundesrechtspflege, 2006, S. 357).
Zum gleichen Resultat f�hrt schliesslich die systematische Auslegung, denn allein die vorgenannte Sichtweise bettet sich ins Gesamtsystem der Rechtsmittel gegen Entscheide der Gerichte einerseits und der Aufsichtsbeh�rden andererseits ein: Im "normalen" Beschwerdeverfahren vor den kantonalen Aufsichtsbeh�rden (d.h. ausserhalb der Wechselbetreibung) ist generell eine 10-t�gige Frist vorgesehen (Art. 17 Abs. 2 und Art. 18 Abs. 1 SchKG), welche auch f�r den Weiterzug an das Bundesgericht galt (aArt. 19 Abs. 1 SchKG), w�hrend gegen Gerichtsentscheide in SchK-Sachen bereits im OG 30-t�gige Rechtsmittelfristen vorgesehen waren (siehe oben). Dieses Fristenregime wurde ohne inhaltliche �nderungen auf das BGG �bertragen, indem gegen Gerichtsentscheide wiederum eine 30-t�gige (Art. 100 Abs. 1 BGG) und gegen die "normalen" Entscheide der kantonalen Aufsichtsbeh�rden die 10-t�gige Beschwerdefrist aufgestellt wurde (Art. 100 Abs. 2 lit. a BGG), wie sie in aArt. 19 Abs. 1 SchKG zu finden war und wie sie im SchK-Beschwerdeverfahren generell �blich ist. Der Fristendualismus, je nachdem ob das Rechtsmittel an ein Gericht oder an eine Aufsichtsbeh�rde f�hrt, ist mithin f�r das ganze Betreibungs- und Konkursverfahren typisch.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass f�r Beschwerden gegen gerichtliche Entscheide im Rahmen der Wechselbetreibung die 30-t�gige Frist von Art. 100 Abs. 1 BGG gilt und sich die vorliegende Beschwerde in Zivilsachen somit als rechtzeitig erweist.
art. 100 al. 3 let. a LTF,
Art. 17-19 SchKG suite... ,
Art. 17-18 SchKG,
Art. 72 Abs. 2 lit. a BGG,
Art. 54 Abs. 1 OG,
Art. 17 Abs. 2 und Art. 18 Abs. 1 SchKG,
Art. 100 Abs. 2 lit. a BGG

References: Art. 100

BGE 
 BGE 
 Art. 100
 Art. 100
 Art. 20
 Art. 17
 Art. 20
 Art. 17
 Art. 19
 Art. 72
 Art. 100
 Art. 20
 Art. 54
 Art. 89
 BGE 
 Art. 100
 Art. 18
 Art. 100

art. 100

Art. 17

Art. 17

Art. 72

Art. 54

Art. 17
 Art. 18

Art. 100