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Timestamp: 2019-06-19 11:52:11+00:00

Document:
EuGH, 10.09.2015 - C-266/14 - Urteil des Gerichtshofs (Dritte Kammer) vom 10. September 2015. Federación de Servicios Privados del sindicato Comisiones obreras (CC.OO.) gegen Tyco Integrated Security SL und Tyco Integrated Fire & Security Corporation Servicios SA. Vorabentscheidungsersuchen der Audiencia Nacional. Vorlage zur Vorabentscheidung – Sozialpolitik – Richtlinie 2003/88/EG – Schutz der Sicherheit und der Gesundheit der Arbeitnehmer – Arbeitszeitgestaltung – Art. 2 Nr. 1 – Begriff ‚Arbeitszeit‘ – Arbeitnehmer, die keinen festen oder gewöhnlichen Arbeitsort haben – Fahrzeit zwischen dem Wohnort der Arbeitnehmer und dem Standort des ersten und des letzten Kunden. Rechtssache C-266/14.
Urteil des Gerichtshofs (Dritte Kammer) vom 10. September 2015. Federación de Servicios Privados del sindicato Comisiones obreras (CC.OO.) gegen Tyco Integrated Security SL und Tyco Integrated Fire & Security Corporation Servicios SA. Vorabentscheidungsersuchen der Audiencia Nacional. Vorlage zur Vorabentscheidung  Sozialpolitik  Richtlinie 2003/88/EG  Schutz der Sicherheit und der Gesundheit der Arbeitnehmer  Arbeitszeitgestaltung  Art. 2 Nr. 1  Begriff Arbeitszeit  Arbeitnehmer, die keinen festen oder gewöhnlichen Arbeitsort haben  Fahrzeit zwischen dem Wohnort der Arbeitnehmer und dem Standort des ersten und des letzten Kunden. Rechtssache C-266/14.
Urt. v. 10.09.2015, Az.: C-266/14
„Urteil des Gerichtshofs (Dritte Kammer) vom 10. September 2015. Federación de Servicios Privados del sindicato Comisiones obreras (CC.OO.) gegen Tyco Integrated Security SL und Tyco Integrated Fire & Security Corporation Servicios SA. Vorabentscheidungsersuchen der Audiencia Nacional. Vorlage zur Vorabentscheidung – Sozialpolitik – Richtlinie 2003/88/EG – Schutz der Sicherheit und der Gesundheit der Arbeitnehmer – Arbeitszeitgestaltung – Art. 2 Nr. 1 – Begriff ‚Arbeitszeit‘ – Arbeitnehmer, die keinen festen oder gewöhnlichen Arbeitsort haben – Fahrzeit zwischen dem Wohnort der Arbeitnehmer und dem Standort des ersten und des letzten Kunden. Rechtssache C-266/14.“
Aktenzeichen: C-266/14
Entscheidungsname: Urteil des Gerichtshofs (Dritte Kammer) vom 10. September 2015. Federación de Servicios Privados del sindicato Comisiones obreras (CC.OO.) gegen Tyco Integrated Security SL und Tyco Integrated Fire & Security Corporation Servicios SA. Vorabentscheidungsersuchen der Audiencia Nacional. Vorlage zur Vorabentscheidung – Sozialpolitik – Richtlinie 2003/88/EG – Schutz der Sicherheit und der Gesundheit der Arbeitnehmer – Arbeitszeitgestaltung – Art. 2 Nr. 1 – Begriff ‚Arbeitszeit‘ – Arbeitnehmer, die keinen festen oder gewöhnlichen Arbeitsort haben – Fahrzeit zwischen dem Wohnort der Arbeitnehmer und dem Standort des ersten und des letzten Kunden. Rechtssache C-266/14.
ECLI: ECLI:EU:C:2015:578
A02PT1 32003L0088
Urteil des Gerichtshofs (Dritte Kammer) vom 10. September 2015 Urteil des Gerichtshofs (Dritte Kammer) vom 10. September 2015.#Federación de Servicios Privados del sindicato Comisiones obreras (CC.OO.) gegen Tyco Integrated Security SL und Tyco Integrated Fire & Security Corporation Servicios SA.#Vorabentscheidungsersuchen der Audiencia Nacional.#Vorlage zur Vorabentscheidung – Sozialpolitik – Richtlinie 2003/88/EG – Schutz der Sicherheit und der Gesundheit der Arbeitnehmer – Arbeitszeitgestaltung – Art. 2 Nr. 1 – Begriff ‚Arbeitszeit‘ – Arbeitnehmer, die keinen festen oder gewöhnlichen Arbeitsort haben – Fahrzeit zwischen dem Wohnort der Arbeitnehmer und dem Standort des ersten und des letzten Kunden.#Rechtssache C-266/14.
22. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass auf die Art. 1 bis 8 der Richtlinie 2003/88, die im Wesentlichen mit den Art. 1 bis 8 der Richtlinie 93/104/EG des Rates vom 23. November 1993 über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung (ABl. L 307, S. 18) in der Fassung der Richtlinie 2000/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 2000 (ABl. L 195, S. 41) übereinstimmen, die Auslegung dieser letztgenannten Artikel durch den Gerichtshof in vollem Umfang übertragbar ist (vgl. in diesem Sinne Urteil Fuß, C-429/09, EU:C:2010:717, Rn. 32, und Beschluss Grigore, C-258/10, EU:C:2011:122, Rn. 39).
23. Weiter ist zunächst festzustellen, dass durch die Richtlinie 2003/88 Mindestvorschriften festgelegt werden sollen, die dazu bestimmt sind, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer durch eine Angleichung namentlich der innerstaatlichen Arbeitszeitvorschriften zu verbessern. Diese Harmonisierung der Arbeitszeitgestaltung auf der Ebene der Europäischen Union soll einen besseren Schutz der Sicherheit und der Gesundheit der Arbeitnehmer durch Gewährung von – u. a. täglichen und wöchentlichen – Mindestruhezeiten und angemessenen Ruhepausen sowie die Festlegung einer durchschnittlichen wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 48 Stunden, bezüglich deren ausdrücklich klargestellt ist, dass sie auch die Überstunden einschließt, gewährleisten (vgl. Urteile BECTU, C-173/99, EU:C:2001:356, Rn. 37 und 38, Jaeger, C-151/02, EU:C:2003:437, Rn. 46, sowie Beschluss Grigore, C-258/10, EU:C:2011:122, Rn. 40).
24. Die verschiedenen Bestimmungen, die diese Richtlinie in Bezug auf die Höchstdauer der Arbeit und die Mindestruhezeit enthält, sind besonders wichtige Regeln des Sozialrechts der Union, die jedem Arbeitnehmer als ein zum Schutz seiner Sicherheit und seiner Gesundheit bestimmter Mindestanspruch zugutekommen müssen (Urteil Dellas u. a., C-14/04, EU:C:2005:728, Rn. 49 und die dort angeführte Rechtsprechung, sowie Beschluss Grigore, C-258/10, EU:C:2011:122, Rn. 41).
25. Sodann hat der Gerichtshof zum Begriff „Arbeitszeit“ im Sinne von Art. 2 Nr. 1 der Richtlinie 2003/88 wiederholt entschieden, dass die Richtlinie diesen Begriff als jede Zeitspanne definiert, während deren ein Arbeitnehmer gemäß den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und/oder Gepflogenheiten arbeitet, dem Arbeitgeber zur Verfügung steht und seine Tätigkeit ausübt oder seine Aufgaben wahrnimmt, und dass dieser Begriff im Gegensatz zur Ruhezeit zu sehen ist, da beide Begriffe einander ausschließen (Urteile Jaeger, C-151/02, EU:C:2003:437, Rn. 48, Dellas u. a., C-14/04, EU:C:2005:728, Rn. 42, sowie Beschlüsse Vorel, C-437/05, EU:C:2007:23, Rn. 24, und Grigore, C-258/10, EU:C:2011:122, Rn. 42).
26. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass die genannte Richtlinie keine Zwischenkategorie zwischen den Arbeitszeiten und den Ruhezeiten vorsieht (vgl. in diesem Sinne Urteil Dellas u. a., C-14/04, EU:C:2005:728, Rn. 43, sowie Beschlüsse Vorel, C-437/05, EU:C:2007:23, Rn. 25, und Grigore, C-258/10, EU:C:2011:122, Rn. 43).
27. Aus der Rechtsprechung des Gerichtshofs ergibt sich insoweit, dass die Begriffe „Arbeitszeit“ und „Ruhezeit“ im Sinne der Richtlinie 2003/88 unionsrechtliche Begriffe darstellen, die anhand objektiver Merkmale unter Berücksichtigung des Regelungszusammenhangs und des Zwecks der Richtlinie zu bestimmen sind, der darin besteht, Mindestvorschriften zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer aufzustellen. Denn nur eine solche autonome Auslegung kann die volle Wirksamkeit dieser Richtlinie und eine einheitliche Anwendung der genannten Begriffe in sämtlichen Mitgliedstaaten sicherstellen (vgl. Urteil Dellas u. a., C-14/04, EU:C:2005:728, Rn. 44 und 45, sowie Beschlüsse Vorel, C-437/05, EU:C:2007:23, Rn. 26, und Grigore, C-258/10, EU:C:2011:122, Rn. 44).
28. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass Art. 2 der Richtlinie nicht zu den Vorschriften dieser Richtlinie gehört, von denen abgewichen werden darf (vgl. Beschluss Grigore, C-258/10, EU:C:2011:122, Rn. 45).
35. Zum zweiten Bestandteil des Begriffs „Arbeitszeit“ im Sinne von Art. 2 Nr. 1 der Richtlinie 2003/88, wonach der Arbeitnehmer während dieser Zeit dem Arbeitgeber zur Verfügung stehen muss, ist festzustellen, dass der Umstand entscheidend ist, dass der Arbeitnehmer verpflichtet ist, sich an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort aufzuhalten und sich zu dessen Verfügung zu halten, um gegebenenfalls sofort seine Leistungen erbringen zu können (vgl. in diesem Sinne Urteile Dellas u. a., C-14/04, EU:C:2005:728, Rn. 48, sowie Beschlüsse Vorel, C-437/05, EU:C:2007:23, Rn. 28, und Grigore, C-258/10, EU:C:2011:122, Rn. 63).
37. Dagegen spricht es nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs dafür, dass der betrachtete Zeitraum keine Arbeitszeit im Sinne der Richtlinie 2003/88 ist, wenn die Arbeitnehmer ohne größere Zwänge über ihre Zeit verfügen und ihren eigenen Interessen nachgehen können (vgl. in diesem Sinne Urteil Simap, C-303/98, EU:C:2000:528, Rn. 50).
48. Es genügt der Hinweis, dass sich die Richtlinie 2003/88 nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs mit Ausnahme des in Art. 7 Abs. 1 der Richtlinie geregelten besonderen Falles des bezahlten Jahresurlaubs darauf beschränkt, bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung zu regeln, so dass sie grundsätzlich keine Anwendung auf die Vergütung der Arbeitnehmer findet (vgl. Urteil Dellas u. a., C-14/04, EU:C:2005:728, Rn. 38, sowie Beschlüsse Vorel, C-437/05, EU:C:2007:23, Rn. 32, und Grigore, C-258/10, EU:C:2011:122, Rn. 81 und 83).
Identifikator: ECLI:EU:C:2015:578
Datum des Dokuments: 10.09.2015
Datum des Eingangs: 02.06.2014
Berichterstatter: Regan
31993L0104-A01: N 22
31993L0104-A02: N 22
31993L0104-A03: N 22
31993L0104-A04: N 22
31993L0104-A05: N 22
31993L0104-A06: N 22
31993L0104-A07: N 22
31993L0104-A08: N 22
32000L0034: N 22
32003L0088: N 22 27 35 37 41 45
32003L0088-A01: N 4 22
32003L0088-A02: N 20 22 28
32003L0088-A02PT1: N 1 2 5 21 25 30 32 35 43 45 46 50
32003L0088-A02PT2: N 5
32003L0088-A03: N 6 22
32003L0088-A04: N 22
32003L0088-A05: N 22
32003L0088-A06: N 22
32003L0088-A07: N 22
32003L0088-A07P1: N 48
32003L0088-A08: N 22
32003L0088-C4: N 3
61998CJ0303-N50: N 37
61999CJ0173-N37: N 23
61999CJ0173-N38: N 23
62002CJ0151-N46: N 23
62002CJ0151-N48: N 25
62004CJ0014-N38: N 48
62004CJ0014-N42: N 25
62004CJ0014-N43: N 26
62004CJ0014-N44: N 27
62004CJ0014-N45: N 27
62004CJ0014-N48: N 35
62004CJ0014-N49: N 24
62005CO0437-N24: N 25
62005CO0437-N25: N 26
62005CO0437-N26: N 27
62005CO0437-N28: N 35
62005CO0437-N32: N 48
62009CJ0429-N32: N 22
62010CO0258-N39: N 22
62010CO0258-N40: N 23
62010CO0258-N41: N 24
62010CO0258-N42: N 25
62010CO0258-N43: N 26
62010CO0258-N44: N 27
62010CO0258-N45: N 28
62010CO0258-N63: N 35
62010CO0258-N81: N 48
62010CO0258-N83: N 48
62014CC0266-N38: N 32

References: Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 1
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 7