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Timestamp: 2019-01-19 09:33:26+00:00

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BGH, 02.06.1980 - VIII ZR 64/79 - dejure.org
BGB §§ 276, 437, 459
Zur Haftung des Verkäufers eines GmbH-Geschäftsanteils
NJW 1980, 2408
ZIP 1980, 549
MDR 1980, 1015
DNotZ 1982, 167 (Ls.)
WM 1980, 1006
BB 1980, 1392
DB 1980, 1786
Ein solcher Unternehmenskauf wurde insbesondere dann bejaht, wenn der Käufer von seinem Verkäufer sämtliche oder nahezu sämtliche Geschäftsanteile (vgl. hierzu Senatsurteile vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79, NJW 1980, 2408 unter II 2 a;… vom 4. April 2001 - VIII ZR 32/00, aaO [jeweils zu §§ 459 ff. BGB aF]) erwarb und damit, ohne durch die Befugnisse von Mitgesellschaftern beeinträchtigt zu sein, uneingeschränkt über das Unternehmen verfügen konnte, obgleich formell die GmbH Trägerin des Unternehmens und Eigentümerin der Sachwerte desselben blieb (vgl. etwa BGH, Urteile vom 16. Oktober 1968 - I ZR 81/66, JZ 1969, 336 unter III 3 a;… vom 12. November 1975 - VIII ZR 142/74, aaO S. 251 [jeweils zu §§ 459 ff. BGB aF]).
Denn dieselben Erwägungen gelten, wenn der Käufer zwar nicht alle Geschäftsanteile erwirbt, die bei dem Verkäufer oder einem Dritten verbleibenden Anteile aber so geringfügig sind, dass sie die Verfügungsbefugnis des Erwerbers über das Unternehmen nicht entscheidend beeinträchtigen, sofern nur der Wille der Vertragspartner auf den Kauf des Unternehmens als Ganzes gerichtet ist (…vgl. BGH, Urteile vom 27. Februar 1970 - I ZR 103/68, aaO;… vom 12. November 1975 - VIII ZR 142/74, aaO S. 251; vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79, aaO [jeweils zu §§ 459 ff. BGB aF]).
Denn unter derartigen Umständen fehlt es nach der Parteivorstellung und der Verkehrsanschauung an einem - gemäß den dargestellten Grundsätzen für die entsprechende Anwendung der Sachmängelhaftung entscheidenden - auf den Erwerb des Unternehmens insgesamt gerichteten Ziel des Vertrags (…vgl. Senatsurteile vom 12. November 1975 - VIII ZR 142/74, aaO S. 252; vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79, aaO unter II 3;… vom 4. April 2001 - VIII ZR 32/00, aaO [jeweils zu §§ 459 ff. BGB aF]).
In Ermangelung solcher Vereinbarungen kommen außerdem eine Haftung nach § 280 Abs. 1, § 311 Abs. 2 Nr. 2, § 241 Abs. 2 BGB (culpa in contrahendo) - bei einem Vertretenmüssen des Verkäufers - und eine - im Streitfall von der Klägerin auch begehrte - Vertragsanpassung wegen Störung der Geschäftsgrundlage nach § 313 Abs. 1, 2 BGB in Betracht (…vgl. BeckOK-BGB/Faust, aaO Rn. 22, 30 f.;… Canaris in Festschrift Georgiades, 2006, S. 71, 78 ff.;… BGH, Urteile vom 12. November 1975 - VIII ZR 142/74, aaO S. 252 f.;… vom 23. November 1979 - I ZR 161/77, aaO unter IV; vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79, aaO unter III;… vom 4. April 2001 - VIII ZR 32/00, aaO unter II 3 und 4;… OLG Naumburg, aaO S. 800 und 802; [jeweils zu §§ 459 ff. BGB aF]; BT-Drucks. 14/6040, S. 242;… aA wohl Huber, aaO S. 217 ff.).
Dabei wird aber übersehen, dass die Überschuldung oder auch Insolvenzreife einer Gesellschaft für sich den rechtlichen Bestand eines vom Verkäufer abgetretenen Gesellschaftsanteils gerade noch nicht beeinträchtigen, da Stimmrechte und Gewinnansprüche wie vor Eintritt der Überschuldung bestehen (so bereits Senatsurteil vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79, aaO unter I 3;… siehe außerdem OLG Naumburg, aaO S. 800 [jeweils zu § 437 BGB aF]).
Dem Verschulden des Beklagten zurechenbare Folge des Vertrauens der Kläger war nur der Abschluß des Kaufvertrages, nicht aber die Nachteile, die sich erst aus der Entscheidung der Kläger ergaben, trotz der erkannten längeren Dauer des Mietverhältnisses keine Rückabwicklung des Vertrages zu fordern (…vgl. Senat, Urt. v. 12. Dezember 1980, aaO; auch BGH, Urt. v. 2. Juni 1980, VIII ZR 64/79, NJW 1980, 2408, 2410).
Der Veräußerer einer in Wohnungseigentum umgewandelten Altbauwohnung, der den Erwerber schuldhaft über den geplanten, auf einer behördlichen Auflage beruhenden Einbau einer Feuertreppe vor dem einzigen Fenster der Wohnung nicht aufklärt, hat dem Erwerber, der am Vertrag festhält, als Schadensersatz wegen Verschuldens bei Vertragsschluß den Betrag zu ersetzen, um den dieser die Wohnung zu teuer erworben hat (im Anschluß an BGHZ 69, 53 [BGH 25.05.1977 - VIII ZR 186/75]; BGH NJW 1980, 2408; 1981, 2050 [BGH 01.04.1981 - VIII ZR 51/80]; 1987, 2511) [BGH 16.06.1987 - IX ZR 74/86].
Bei Abschluß des Kaufvertrags durch einen nicht entsprechend aufgeklärten Käufer stellt deshalb der Betrag einen ersatzfähigen Schaden dar, um den der Käufer im Vertrauen auf die Richtigkeit der Angaben des Verkäufers den Gegenstand zu teuer erworben hat (BGHZ 69, 53, 58 [BGH 25.05.1977 - VIII ZR 186/75]; BGH NJW 1980, 2408, 2409/2410; 1981, 2050, 2051; 1987, 2511, 2512; vgl. auch Urteile NJW-RR 1988, 10, 11 [BGH 10.07.1987 - V ZR 236/85];vom 16. Oktober 1987 - V ZR 153/86 = WM 1987, 1466, 1467 undvom 27. September 1988 - XI ZR 4/88 = WM 1988, 1685, 1688).
Es kommt dabei darauf an, ob der Käufer den Vertrag bei zutreffender Unterrichtung nicht oder zumindest nicht mit dem vereinbarten Inhalt geschlossen hätte (Senatsurteile vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79 = WM 1980, 1006, 1007 unter III 2 b cc; vom 1. April 1981 - VIII ZR 51/80 = WM 1981, 689, 690 unter II 2 b; vom 5. Oktober 1988 - VIII ZR 222/87 = WM 1988, 1700, 1702 unter II 2 c).
Die entschiedenen Fälle betrafen jeweils unterbliebene oder falsche Angaben über Umstände, die den Wert des Vertragsgegenstandes und die Bildung des Preises betrafen, wie das Verschweigen von Verlusten oder Verbindlichkeiten einer Gesellschaft beim Verkauf von Gesellschaftsanteilen (BGHZ 69, 53 [BGH 25.05.1977 - VIII ZR 186/75] ; BGH Urteil vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79 = WM 1980, 1006), das Verschweigen der Unvermietbarkeit von verkauften Kellerräumen (Urteil vom 20. März 1987 - VII ZR 27/86 = WM 1987, 1222) das Ausmaß von Geruchsbelästigungen auf dem verkauften Grundstück (Urteil vom 10. Juli 1987 - V ZR 236/85 = NJW-RR 1988, 10), die Täuschung über das Baujahr eines Hauses (Urteil vom 16. Oktober 1987 - V ZR 153/86 = WM 1987, 1466), die Angabe unrichtiger Umsätze beim Verkauf einer Rechtsbeistandspraxis (…Urteil vom 5. Oktober 1988 aaO), oder das Verschweigen einer bauaufsichtsbehördlichen Auflage bei der Veräußerung einer Eigentumswohnung (…Urteil vom 8. Dezember 1988 aaO).
Er kann entweder die Rückabwicklung des Vertrages verlangen oder stattdessen an dem Vertrag festhalten und den Ersatz der durch das Verschulden des anderen Teils veranlassten Mehraufwendungen verlangen (sog. "kleiner Schadensersatz", vgl. BGH, Urteil vom 25. Mai 1977 - VIII ZR 186/75, BGHZ 69, 53, 56, 57 f.; Urteil vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79, ZIP 1980, 549, 550 f.; Urteil vom 8. Dezember 1988 - VII ZR 83/88, NJW 1989, 1793, 1794; Urteil vom 2. Dezember 1991 - II ZR 141/90, ZIP 1992, 324, 325; Urteil vom 11. Februar 1999 - IX ZR 352/97, ZIP 1999, 574, 577; Urteil vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, ZIP 2001, 1465, 1468;… Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 21;… Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 12).
Hat sich die Beteiligung insoweit für die Kläger zu 28 und 36 als wirtschaftlich nachteilig erwiesen, so stand es ihnen frei, allein aufgrund dieser Erwägung die schadensersatzrechtliche Rückabwicklung zu wählen (BGHZ 69, 53, 57; Senatsurteil vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79 = WM 1980, 1006 unter III 2b bb).
Für die Vertragshaftung der als Anlagevermittlerin tätigen Beklagten kann insoweit nichts anderes gelten als für die Haftung, die den Vertragspartner eines Anlegers selbst oder dessen Vertreter trifft, wenn sie den Vertrag durch Verschulden bei Vertragsschluß oder unerlaubte Handlung zustande gebracht haben (vgl. dazu BGHZ 69, 53, 58; BGH Urteile vom 2. Juni 1980, - VIII ZR 64/79, NJW 1980, 2408, 2409 = ZIP 1980, 549, 550, vom 1. April 1981 - VIII ZR 51/80, NJW 1981, 2050, 2051 - ZIP 1981, 622, 624…, vom 20. März 1987 - V ZR 27/86, NJW 1987, 2511, 2512 = ZIP 1987, 995, 997 = BGHR BGB vor § 1 Verschulden bei Vertragsschluß, Schaden 2 und vom 16. Oktober 1987 - V ZR 153/86, WM 1987, 1466 ).
Darauf, ob sich der Vertragspartner auch auf einen Vertrag mit geringeren Gegenleistungen des Anlegers eingelassen hätte, kommt es nicht an (vgl. dazu BGHZ 69, 53, 58; BGH Urteil vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79, NJW 1980, 2408, 2409).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kommt im Falle einer Haftung aus Verschulden bei Vertragsschluß dann, wenn der Käufer - wie hier - am Vertrag festhält, als ersatzfähiger Schaden auch derjenige Betrag in Betracht, um den der Käufer im Vertrauen auf die Richtigkeit der Angaben des Verkäufers den Gegenstand zu teuer erworben hat (BGHZ 69, 53, 56 ff; Urt. v. 2. Juni 1980, VIII ZR 64/79, NJW 1980, 2408, 2409 f und v. 1. April 1981, VIII ZR 51/80, NJW 1981, 2050, 2051).
OLG München, 25.03.1998 - 7 U 4926/97
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Zum Antragsrecht des Notars

References: § 280
 § 311
 § 241
 § 313
 § 437
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 § 1
 BGH