Source: https://gruenkraft.design/webdesignblog/das-bedingungslose-grundeinkommen-diskussion-mit-frigga-wendt/
Timestamp: 2019-02-21 12:34:02+00:00

Document:
Das Bedingungslose Grundeinkommen - Diskussion mit Frigga Wendt - gruenkraft.design
Eine befreundete Bloggerin – Frigga Wendt – hat auf meinen Beitrag zum Thema BGE mit einer sehr ausführlichen Antwort reagiert. Ich poste daher ihre interessante Meinung, mit der ich nicht in allen Fällen übereinstimme. Die Texte aus meinem eigenen Artikel sind in orange markiert, Friggas antworten jeweils in grün. Viel Spass beim Lesen!
Hier gibts übrigens meine Antwort in dieser Diskussion. https://gruenkraft.design/webdesignblog/frigga-wendt-antwort-auf-die-antwort/
OK, erst mal die Basics: das BGE, jeder kriegt was, keiner hungert, keiner friert. SUPER Erstmal, sage ich einfach so aus der Hüfte geschossen.
Also magst Du die IDEE dessen. An dieser Stelle sei Dir mitgeteilt, dass das BGE dem Gedanken nach KEINE Sozialleistung ist, die von den Reichen oder Tüchtigen an die Armen und Bedürftigen, die einfach keinen rechten Erfolg haben wollen oder können, transferiert werden soll.
Das BGE ist ein GRUNDRECHT – eine in Geld ausgedrückte Zugangsform zu den „Ressourcen unseres Heimatplaneten“, die wir OHNE irgendwelche „Berechtigungsgnaden“ eines Dritten erstmal „beanspruchen dürfen“ – nicht Kraft der Macht des Stärkeren oder Pfiffigeren, nicht Kraft des „Niedliche Augen machens, weil man klein und schutzlos ist“, sondern weil wir uns als Menschheitsfamilie oder Bewohnerschaft einer bestimmten Region auf diesem Planeten mittels gemeinsam verabredeter GRUNDRECHTE dazu bereiterklären, die anderen wie Brüder und Schwestern anzuerkennen in ihrem Menschsein.
Hier äußert sich ein Historiker zu der Thematik („not a FAVOR but a RIGHT“):
https://www.youtube.com/watch?v=KLW_c72W_oQ (Video wurde leider entfernt.)
Ohne diese Verabredung – ob sie nun durch ein BGE umgesetzt wird oder anders – leben wir nicht in einem Staat oder einer Gemeinschaft auf Augenhöhe, sondern in einer Art moderner Form von Sklavenhalterschaft – auch wenn die Arbeitskraft der Menschensklaven teilweise weniger wert geworden ist, als der „Unterhaltungs- und sich selber Wichtigmach-Wert“ dieser sowie ihre mögliche Kaufkraft zum Konkurrenzkampf und Überlebensgaranten der (marktführenden) Firmen.
Ich wiederhole das von unterschiedlicher Seite so oft, weil es eines der fundamentalsten
Missverständnisse ist, das BGE demzufolge als eine „Sozialleistung“ zu betrachten oder es überhaupt als Verbesserung alter Strukturen aufzufassen.
Debatten über das „Recht zu atmen“ können intellektuell oder philosophisch geführt werden, aber nicht den DRANG nach Atemluft im Individuum bestimmen oder gar ausschalten
Da es als „Grundrecht“ gedacht ist, steht das BGE auch den wirtschaftlich erfolgreichen Individuen einer Gemeinschaft zu – egal auf welchem Wege deren Vermögen oder Einkommen anderweitig wieder vergesellschaftet werden könnte.
Das BGE ist ein Konzept, die freie Verfügung über die eigene Arbeitskraft zu ermöglichen – nicht Arbeit überflüssig zu machen oder ins Ranking der Arbeitsprozesse reinzureden – letzteres muss sich selber normalisieren durch die beteiligten Menschen.
Das BGE erschafft keine neuen Ressourcen – es limitiert aber nicht künstlich den Zugang zu selbigen über „Wohlverhalten“. Es bildet fair ab, was an Ressourcen pro Nase verfügbar ist für die Grundversorgung – auf höherem oder niedrigerem Niveau je nach realer Ressourcenlage – wenn es anständig berechnet wird auf Basis eines
a) soziokulturellen Existenzminimums zur echten Teilhabemöglichkeit (nicht „verwaltete Armut mit Ungemütlichkeitsfaktor“ wie das Hartz IV und Hungerlöhne sowie Armutsrenten machen)
und b) auf Basis einer ressourcenbasierten Ökonomie (wenn es gelingt, diese von Anfang an einzubeziehen, um so stabiler das jeweilige Konzept, weil weniger Milchmädchenrechnungen auftreten)
Das BGE löst nicht ANDERE bestehende Probleme dem Grunde nach – aber es gibt Werkzeug und Zeit sowie Entscheidungsfreiheit, sich um die Lösung selbiger intensiv zu kümmern oder durch sein Verhalten einen Schritt zu deren Lösung oder meinetwegen auch Verstärkung bis Überspitzung beizutragen.
Das Grundkonzept des BGE, dass niemand mehr extremer Armut ausgesetzt ist – egal ob arbeitend oder nicht – ist eine tolle Sache, das muss man schon sagen. Warum soll denn jemand frieren oder hungern? Ich bin kein Unmensch, ich will das nicht. Am liebsten wäre mir ohnehin, dass es den Menschen besser geht. Und: Eines muss man ganz klar hervorheben: Wir sind – gesellschaftspolitisch betrachtet – mit ziemlicher Hochgeschwindigkeit in Richtung 19. Jahrhundert unterwegs. Kürzen&Sparen, die unheilige Allianz unserer Zeit. Währen das BIP jedes Jahr um etliche Prozente steigt und die Börsen fette Gewinne einstreifen, haben wir kein Geld um die allernotwendigsten Basisdinge (Gesundheit, Pensionen/ Renten usw.) zu finanzieren. Das ist schon seltsam. Also her mit dem Geld. Und zwar für alle. Ich glaube, bis jetzt sind wir uns alle einig.
Das kommt darauf an. Geld ist kein Naturgesetz, es sollte nur ein Mittel sein, besser miteinander Tausch und Handel zu treiben. Macht es das nicht sondern macht es sich um sich selber wichtig und (zer)stört das untereinander Handel treiben und gemeinsam schaffen, muss es abgeschafft, verändert, durch Setzung neuer Spielregeln an seine ursprüngliche Aufgabe erinnert werden.
BGE ist nur der moderne Ansatz, das Recht zur Absicherung auf die eigene Existenz einem Individuum zu gewährleisten. Es ist die Anpassung an das Recht, auf die Jagd oder das Sammeln zu gehen, das früher sich jeder Steinzeitmensch nahm.
Es ist nicht die Jagd selber oder der Jagderfolg – es ist der ZUGANG dazu. Weil wir uns gemeinschaftlich immens entwickelt haben, ist die Jagd mit BGE wesentlich einfacher und mit viel weniger Mühe lassen sich dank Maschinen und intelligenter Beobachtung die notwendigen Arbeitsschritte erledigen. Eine zwanghafte Einbindung „aller Gesellschaftsmitglieder“ in Produktionsprozesse ist nicht nötig – sondern könnte durch Vergesellschaftung von Produktionsmitteln und „Lizenzen“ dazu eben ein Recht werden, das individuell mehr oder weniger beansprucht würde.
Das wird aber von unserem Gesellschaftssystem nicht abgebildet. Es kämpft scheinbar noch immer jeder gegen jeden um das, was eigentlich in Fülle da ist und das Verbindende ist nicht die freiwillige Hingabe an die Gemeinschaft, sondern das gefühlte Beraubt werden durch Steuern, zu Lasten anderer tätig sein oder für den Erfolg anderer Konsummasse zu sein oder selber bewusst ausgebremst zu werden.
Auf dieser Ausgangslage ist es normal und menschlich verständlich, dass jedeR auf der einen oder anderen Ebene einen „Ausstieg“ oder „Ausgleich“ sucht. Die Kompromisse dabei sind unterschiedlich. Zynisch seinen Job weitermachen – radikaler Ausstieg – Verweilen im Sozialsystem oder durch Krisen ein „Fall“ werden – an „Fällen“ (ordentlich) verdienen – mitspielen und aussteigen sind zwei Seiten einer Medaille, die für „grundsätzliche Unzufriedenheit“ steht – für die Einsicht, nach den ersten BRÜCHEN in der Kindheit, ein System als alternativlos wahrzunehmen. Daher klotzen diejenigen mit Erfolgsaussichten oft radikal und egoistisch auch gegen ihre eigenen Bedürfnisse und Träume, andere geben vorzeitig auf und sind nichtmal in ihrer Freizeit zu motivieren für produktives Miteinander. Dazwischen sind jene, die an die Weisheit der Umlenkfunktionen unseres Wirtschaftsmotors glauben – dass man von links etwas nachgeschoben bekommt, wenn man nach rechts etwas weiterschiebt. Ewigkeiten kann man damit zubringen, die Hebel und Zahnräder zu verstehen, die Fließgleichgewichte und Turbulenzen, dabei selber in der Zuschauerrolle versacken. Oder mitlaufen, beim passenden Posten bleib ich stehen, setze mich, halte mich fest – nur der kommt (meist) nicht oder wird verpasst. Sonst würde es ja schon lange nicht mehr so „laufen“.
Solange diejenigen, die sich irgendwie arrangieren können und ihren Ärger mit anderer Ausbeutung (Konsum, Fluchtwelten) kompensieren können, wirkungsmäßig und wahrnehmungsmäßig die Mehrheit darstellen, ist eine grundlegende Veränderung nicht intrinsisch möglich. Dazu bedarf es der Bewusstmachung – nicht der neuartig verordneten Ideologie oder gar Umerziehung der Menschen „von außen“ – sondern bekenntnisgleicher Entscheidungen von innen.
Laut theoretischer Vorhersage soll es – wenn alle ein gewissen Basiseinkommen haben – allen besser gehen. Das ist die Kernmeinung zu diesem Thema, die alle vertreten, die für das BGE sind.
Nicht alle behaupten, es ginge „allen“ besser. Allen Individuen aber auf der Ebene der Grundbedürfnisse und all jenen, die Entschleunigung, Eigenkreativität usw. im Zentrum haben und die anderen schon jetzt dem Grunde nach auf Augenhöhe begegnen und ihre seelische Existenzgrundlage nicht aus der Ausbeutung oder „Vernutzung“ Dritter ziehen. Für solche, die aber letzteres brauchen, wird es mit BGE ggf. traurig und trist, wenn sie nicht lernen, anderen auf Augenhöhe zu begegnen – wenn sie Lernende und Mitarbeitende nicht motiviert bekommen, sondern bislang der Zwang das für sie übernommen hat. Apropos: für fehlende Selbstmotiviation, unter der man leidet, werden sich mit Sicherheit Dienstleister finden, die Fremdmotivation anbieten oder weiterhin simulieren. Gesamtsystem-Therapie braucht Zeit und ggf. während der Heilungsphase ist auch der eine oder andere „Überkompensationsmodus“ möglich.
Das Gute mit BGE: es ist nicht ständig das Grundrecht und die praktische Existenzmöglichkeit des Individuums im Gesellschaftlichen Diskurs damit in Gefahr, wie das jetzt als „quasi- Normalzustand“ empfunden wird – und zwar auf fast allen „Reichtumsebenen“ – ein jeder ist beschäftigt mit seiner Existenz – nicht um sich philosophisch und ethisch fortzubilden (allein), sondern um seine Daseinsberechtigung ständig zu füttern – und das unabhängig von der vorhandenen technischen Möglichkeit, jeden Menschen dieser Welt auskömmlich und zufriedenstellend materiell zu versorgen mit der Option, dass ein jeder je nach Einsatz und Motivation daraus „mehr“ machen kann.
Jeder kann sich eine Wohnung leisten, jeder kann gesundes Essen, Kultur usw. – alles was uns eben zu Menschen macht – relativ leicht bezahlen. Ja, wäre ja schön, denk ich mir. Traumhaft… Ja, wenns nur kein Traum ist.
Das Schlaraffenland mit der Komponente des Bedient Werdens ist gar nicht nötig, auch wenn es in der schiefen Denkweise „selber Geld verdienen oder sich mit BGE beschenken lassen“ oft als Klischee bedient wird. Grundrechte sind kein Luxus und bedürfen keiner Schlaraffenlandideologie – aber die Täuschung von Sklaven bedarf dessen, wenn man ihnen weiterhin das große Heil versprechen müsste für ihre Bereitschaft, sich dienlich einzubringen.Wenn die Menschen so intrinsisch arbeitsam sind wie heute, könnten sie mit BGE einen Gang zurückschalten in der Pflicht und die freiwerdende Kraft im Hobby einsetzen – oder auch in einem für das Gemeinwohl sinnvollen Hobby. Habe ich den ganzen Tag schon Computerspiele gespielt und mich nur selber bekocht, was ich sonst nach einem anstrengenden Arbeitstag zum Chillen nötig hätte, hab ich vielleicht Lust, mich sinnvoll einzubringen. Schon allein, weil es langweilig ist, nur mit sich selber zu tun zu haben. Klar, ich könnte auch negative Aufmerksamkeit suchen. Aber die nimmt am Ende mehr Energie als sie bringt, etwa wenn ich dabei gewalttätig werde und die Bremskräfte der anderen spüre, die davon wenig begeistert sind.
Die Strukturell notwendige Tätigkeit kann fair verteilt werden – vorrangig freiwillig vergeben – nur im Notfallkonzept ein Plan der Strukturellen Grundsicherung in Nahrung, Infrastruktur… (also wenn sagen wir mal „alle alles wollen“ und „niemand irgendwas bereitstellt“).
Heute aber ist bis in die Freizeitbereiche alles verregelt bzw. auf bestem Wege dazu. Das Sozialleben ist institutionalisiert. Von der Partnerbörse zur Kinderfreizeitbegleitung bis zur Altenpflege – obwohl wir geniale Technik zur Selbstbildung, Selbstorganisation haben und viele Freiräume, in denen Repaircafés, Jugendclubs, Gemeinschaftswerkstätten, Selbstversorgergehöfte uvm. entstehen könnten… obwohl wir unsere Energieversorgung durch sparsame Verbrauchsgeräte, kreative Zeitgestaltung, dezentrale Versorgung anpassen könnten… trotz all dessen gelingt es wegen der Fixierung und Abhängigkeit von der Eigenvermarktung nicht, das wirklich zu einer Steigerung des „Brutto-Glücks-Produktes“ zu bringen – weder in einem (Bundes)land noch global – außer eben in „Blasen und Kreisen“, in die mehr des Guten einfließt, als Energie in Form von (künstlicher) Mühsal wieder entzogen wird.
Anstatt uns gegenseitig zu befähigen, hemmen wir uns durch die Gesellschaftsstruktur unabhängig vom persönlichen Impuls, der dem natürlich entgegenstehen kann. Mit BGE gibt es für das „sich gegenseitig Behindern und Zwingen“ keinen LOHN mehr. Es gibt Mehrgewinn für das sich gegenseitige Befähigen, füreinander Dasein – mit oder ohne Geld.
Wenn jede Arbeit grundsätzlich mit der Angst vor Kündigung aufrechterhalten oder mit der Androhung von Leistungskürzungen angestrebt wird, ist das ein nicht minderer Eingriff. Die Frage ist, welchen Eingriff wollen wir.
Den Eingriff des Menschen in einen bestehenden, pathologisch ausgeprägten Markt, oder die Fortführung dieser Eingriffe OHNE die Rückbesinnung auf das „Normale“?
Die Rückbesinnung auf das NORMALE (auch an den Märkten) ist das, wofür wir als (einen ersten) Schritt das BGE betrachten.
Wer sagt das und denkt das? Mein Handyanbieter? Mit dem habe ich einen Vertrag, der nicht einfach verteuert werden kann.
Oder sagt das mein Gemüsehändler?
Wenn er es sagt, weil die Erzeugung von Gemüse teurer ist (ergo sonst keiner kommt, das Gemüse anzubauen), frage ich nach Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaftsoption – oder ob es denn wirklich denen zugute kommt, die das erzeugt haben. Willkürlich höhere Preise sind oft nicht lange zu rechtfertigen. Sie sind meist nur da nicht abzuwenden, wo jemand Gesetze vorschaltet (diese entstehen durch Lobbyisten – etwa heutzutage bei Zwangsmodernisierungsmaßnahmen wie mit vorgeschriebener Wärmedämmung oder Rauchmeldern, diversen Schulpflichtprogrammen, Zwangssponsoring der Handelskammer usw.) oder wo jemand mit dem Grundbedürfnis Gewinn einfahren möchte.
Dieses aber zu regulieren ist unser aller Aufgabe. Natürlich hat der Gemüsehändler ein Problem, wenn seine Miete steigt – doch wie(so) steigt sie (nicht)? Dazu später…
Gerade bei Gütern, die man haben muss (Wohnungen) wird ja der Preis nicht nach Angebot und Nachfrage gemacht (ja, theoretisch schon, aber die Nachfrage nach billigen Wohnungen übersteigt immer das Angebot) Der Preis für einfache, kleine Wohnungen in ungünstiger Lage wird ja in den städtischen Ballungsräumen so berechnet: Das was man aus den Menschen raussaugen kann, das wird halt rausgesaugt. Wenn jetzt also jeder 1000 Euro zur Verfügung hat, wird der Wohnungspreis für die mieseste Bude in Berlin Wedding oder Wien Brigittenau auf 800 Euro/ Monat hochklettern. Das ist so sicher wie das Amen im Gebet. In dem Fall wäre das BGE also eine schöne Umverteilung von unten nach oben, die mehr oder weniger direkte Subvention von Hausbesitzern.
Neuvermietungen 800EUR für eine miese kleine Wohnung? Mietspiegel?
Was ist mit bestehenden Verhältnissen? Gar niemand wird sich darauf einlassen, so eine Preissteigerung zu zahlen. Heute machen viele mit, weil Angst vor vielen Auseinandersetzungen, wie die Schafe unterschreiben sie kleine Erhöhungen von 3 bis 50 EUR und das AMT übernimmt – gibt es das Amt nicht, sondern bist Du selber Dein „Amt“ wegen BGE-Bezuges, kümmerst Du Dich ggf. auch eingehender um den Vermieter. Zeit hast Du ja bzw. nimmst die Dir ggf. BEVOR Du Dich um anderer Leute „Zuarbeitswünsche“ kümmerst…
Ich mache das jetzt schon nebenbei – weil mein Vermieter 12 EUR pro Monat mehr will. Er konnte mir nicht begründen, wofür das Geld ist – nicht etwa dass die Angestellten besser entlohnt würden. Er ist auf meine Unterschrift angewiesen, dass ich den Mietvertrag zu seinen einseitigen Nutzen anpasse. Wieso sollte das bei einer Mietsteigerung um 100% oder mehr anders sein? Und welche Macke müsste ich haben, das nicht bis zuletzt (gerichtlich und mittels Aktionen) zu bekämpfen? Schon heute wehren sich Mietrechtsaktivisten – nur relativ erfolglos, wenn sie alle brav Montag nach der Demo wieder zur Arbeit traben und keine Zeit haben, die Zwangsräumung ihrer Kumpels zu verhindern.
Nun von einer anderen Seite betrachtet, der „Alimentative“: BGE verdient den Namen nur, wenn es sich um eine AUSKÖMMLICHE Existenzsicherung handelt. Dazu gehört nicht, dass Vermieter sich allein höhere Gewinne einstreichen – sondern auch, dass alle anderen ihre Preise oder Löhne anziehen können (oder halt nicht arbeiten).
Eine „Alimentative“ – unabhängig von regierenden Parteien – würde dann ggf. immer nachrüsten, wenn das normale Leben mit dem gegenwärtigen BGE nicht klarkäme – also wenn Zuverdienst zwingend notwendig wäre.
(jetzt kann eine Debatte über Inflation entstehen – gern, diese zeigt doch nur, dass unser Geldsystem als solches nicht durchdacht ist bzw. in seiner Konzeption der Inflation bedarf – ob die nun schneller oder langsamer geht, ist fast egal. Die dortigen Aufgaben müssen unabhängig vom BGE gelöst werden – könnten aber mit BGE-Einführung aktiv oder passiv beschleunigt werden, weil: auch das Geldsystem transformieren KANN mit BGE Vollzeit ausgeübt werden).
Es schert ihn ja auch nicht, wenn ich mal arbeitslos werde oder mein Jobcenter mich sanktioniert – er passt deswegen seine Miete auch nicht nach unten an. Das Problem der Mietsteigerungen ist derzeit in Berlin extrem. Es ist also nicht ein Effekt, der erst durch das BGE erst in die Welt käme – vielleicht würde er sich aber verstärken – um letztlich gelöst zu werden.
Keiner hat Bock zu ewigen (Gegen)kämpfen? Warum eigentlich in einer großen Stadt bleiben?
Gut, ich bin da derzeit gern – um z.B. in Richtung BGE wirksam zu sein – doch mit BGE? Warum nicht auf dem Lande, wo bisher wegen fehlender Jobmöglichkeiten so viele Leute wegziehen – und die Alternativprojekte immer nur schwer sich zusammenrekrutieren?
Hmmm… von asozialen Vermietern zieht man dann ggf. weg – Rekommunalisierung und Vergesellschaftung, was jetzt in der Freizeit nach Feierabend gemacht wird – auch das ginge mit BGE. Nicht nur Hausbesitzer könnten „subventioniert“ werden, sondern auch Hausbesetzer!
Außerdem gibt es keine jobcenterkontrollierten „Bedarfsgemeinschaften“ mehr. Wir ziehen temporär so zusammen, wir es für uns echt wirtschaftlich erleichternd ist – nicht wie es für das Jobcenter unauffällig aussieht.
Wieso sollte ich mit den tausend Euro nicht einfach ein Haus besetzen oder einen Survival- Karavan, ein Tiny house errichten, einen Anwalt für Mietrecht bezahlen – um einem Mietabzockesystem die Stirn zu bieten? Mein rebellisches Potential kann sich nach (halbherziger) Einführung des BGE und Ende eines Hartz-IV-Sanktionssystems andere Beschäftigungen suchen, wenn es noch gebraucht wird – wovon ich ausgehe ;-)
Die Welt ist mit Einführung des BGE ja noch nicht fertig und letzteres wird auch nur von den wenigsten BGE-Befürwortenden behauptet.
In Berlin gingen 100tausend Menschen auf die Straße für faire Mieten – wie zeigen sie ihre Bündelung, wenn sie nicht mehr in der vorgeschalteten Geißel der Erwerbstätigkeit stehen und nur samstags einmal im Jahr eine Großdemo machen können?
Kann sich die Gesellschaft andauernde Massenproteste und faktische Generalstreike leisten – oder reguliert sie lieber wachstumskranke Vermieter? Sicher müssen dazu auch erfolgreiche (Intellektuelle) streiken und nicht nur Hilfsarbeiter*innen oder Programmierer*innen von hilfsarbeitenden Maschinen ;-)
Fachkräftemangel aus Protest gegen Irrsinnsmietsteigerungen (genau wie gegen Krieg, Atomkraft oder was auch immer) – für den Fall, dass die überhaupt auftreten oder verändert gegenüber dem jetzigen Mietenwahnsinn sind, der heute schon besteht? Ich finde das eine gute Antwort ausgespielt mit der persönlichen Arbeitskraft. Doch wenn die Leute (=die Mehrheit) den Mietenwahnsinn mit sich machen lassen (und das BGE so hoch ist, dass es sie nichtmal stört) und alles schlucken, werde ich das nicht mit Moralpredigten verhindern können – sondern eben nur allein oder als eine von wenigen Sonderlingen weiterhin das herausprusten, was mir nicht schluckbar schmeckt.
Nun, die Stadtflucht ist erleichtert gegenüber heute, wenn Menschen ein BGE haben und anfangen, sich lieber „selber zu verwirklichen“ als in bestehender „Mühle“ mitzutreten. Klar wird da vieles schiefgehen – aber der Mut, es mal zu probieren, ist in einer „grundgesicherten Umgebung“ durch regelmäßiges BGE vermutlich weitaus höher als da, wo 90% des Tages dafür nicht zur Verfügung stehen oder allenfalls „entzogen“ werden können. Ich schreibe Dir gerade so eine Mail, die ich der Zeit entziehe, die ich für die Jobsuchen einzusetzen hätte oder für den Wohnungsputz, den ich immer vor mir herschiebe ;-) Aber das mache ich, weil ich Vertrauen in mich habe und schon erlebt habe, wie gegenteilig Jobcenterstress auf mich wirkt und weil ich einfach Bock dazu habe, das endlich mal fertigzustellen ;-)
Vielleicht freuen sich anfängliche Mietmogule irgendwann, wenn wieder irgendwer für 300 EUR in ihren Stadtstress zurückziehen möchte – wo man bislang halt nur wegen der Karrierestressigkeit war oder wegen der Notwendigkeit, überhaupt irgendeinen (Drecks)job zu machen?
Apropos Zwangsräumung? Wer führt die mit BGE noch durch? Wer macht sich die Finger daran schmutzig? Was muss dem denn dafür gezahlt werden, dass er da mitmacht?
Das sind alles viele viele Facetten, die einmal durchdacht und durchgespielt werden könnten… wie es HEUTE ist, sehen wir ja, aber wie es mit BGE ist, müsste in Echtzeit simuliert werden ;-P
Warum soll alles teurer werden? Versuchen mag man es können, wenn die Leute mehr Kaufkraft haben. Doch wenn die Steigerungen die Kaufkraft übersteigen, so dass das Ex.Minimum gefährdet ist, wäre eine Anpassung des BGE nötig – wegen der Def. BGE als auskömmliche individuelle gegenleistungsfreie Grundsicherung. Klar, das kann dann zur Inflation führen. Ggf. schneller als heute. Aber das ist eher ein Problem unseres Geldsystems. Das passiert auch heute mit Krampf und Kampf.
Meine Arbeitskraft kann ich für weniger anbieten – auch ggf. verschenken an die, die ich unterstützen will. Hohe Preise da verlangen, wo ich denke, dass was zu holen ist und wo ich anderen den egoistischen Gewinn nicht gönne, den sie mit meiner Arbeitskraft nur für sich einfahren würden. Es wird also ineffizient, gemeinschaftliche Anliegen von privatwirtschaftlichen gewinnstrebenorientierten Unternehmen machen zu lassen, außer die sind so effizient, dass die Infrastruktur WIRKLICH nur von GANZ WENIGEN (mit der Bezahlung einverstandenen) Leuten sichergestellt werden kann und die anderen Leute eben mit dem „Konsumieren“ dessen vollauf zufrieden sind, ohne selber bessere und billigere Ideen dafür anzubieten.
Solange Ressourcen als „Naturgeschenke“ nicht teurer werden bzw. in real möglicher Höhe, die ihrem tatsächlichen Vorkommen und ihrem ökologisch verträglichen Abtragen erreichbar sind mit BGE, müssen Preise nicht überall steigen.
Dann kauft man eben lieber von Privat für wenig oder macht selber, als überteuerte Produkte „der Großen“ zu kaufen, die derzeit noch damit werben „die billigsten“ zu sein ;-)
Die Arbeitskraft kann billiger angeboten werden – oder entzogen werden, wo unfaire Vernutzer am Hebel sitzen.
Produkte können damit billiger erzeugt werden ohne Ausbeutungssituation– oder finden ggf. keine Produzenten, wenn die Gewinnerwartungen irgendeines notwendigen Produktionsteilnehmenden zu hochgegriffen sind.
Wenn die Ressourcen und Werkzeuge zum Erstellen eines Produktes nicht künstlich verteuert werden, besteht keine Notwendigkeit, die Preise anzuheben.
Klar kann man versuchen, bei Luxusgütern auszuloten, wie viel die Leute bereit sind zu zahlen. Probiert man in Auktionen usw. ja auch heute schon ;-)
Steckt man von Anbeginn der Wertschöpfung eine „Konsumsteuer“ in die Produkte, die um so höher ausfällt, um so höher der persönliche Gewinn an der jeweiligen Stelle ist, nützt jede Preissteigerung der gesamten Allgemeinheit und die Steuer kann nicht hinterzogen werden, weil sie beim Kauf an den Vorgänger entrichtet wird, der sie schon getragen hat.
Die Eigentumsfrage ist wunderbar zu stellen, wenn Vermieter grundlos die Miete anheben.
„Hiermit kündige ich meinem Vermieter den Grund und Boden wegen Eigenbedarf“ – so mein Geschäftspartner Michael Fielsch im Rahmen seiner Ab-Wahl-Kampagne – ein Spruch, den ich selber übernommen habe, weil ich darin eine tiefe Weisheit sehe.
Etliche Jobs müssten gar nicht gemacht werden. Ich spreche vom Beschäftigungswahn und einer krankmachenden Industrie mit Kompensations- und Helferindustrie auf der anderen Seite. Nie waren so viele Menschen diagnostiziert psychisch oder physisch krank bis hin zur „Lebensunfähigkeit ohne fremde Hilfe“ wie heute. Schauen wir uns an, was wirklich notwendig ist. Horchen in uns selbst hinein. Nehmen uns den Raum für ausgedehnte Reisen in uns selber, probieren uns aus – Beruf kommt von Berufung und dass man die auf Knopfdruck nach dem Abi oder dem verkackten Hauptschluss parat hat, ist nicht nur lebensfern, sondern alt bekannt ;-)
Das BGE FORDERT nicht ein radikales Umdenken, um bestehen zu können, sondern es macht dieses (radikale) Umdenken (das einer Akzeptanz seiner Grundidee in den Köpfen und Herzen der Menschen folgt) in der Praxis möglich – ausgehend von einem Denken der heutigen Zeit, in welcher man ohne Geld standardmäßig nicht überleben kann.
Nun – auch ein BGE, das (grandios) scheitert (wegen zu schneller Einführung gegen die überkommenen aber noch existenten Denkmuster vieler Leute etwa), ist die Option zu einem wunderbaren Generalstreik zur Hinterfragung welche Tätigkeit brauchen wir wirklich und wie erledigen wir sie als Gemeinschaft möglichst effizient, zwangfrei, beglückend, wertschätzend, nachhaltig und ganzheitlich etc. pp. Tätigkeiten, die das Individuum als Nutzer oder Ausführer nicht wertschätzen, verschwinden.
Nun, ich bin dazu ähnlich radikal: lieber nehme ich in Kauf, in einem Krankenhaus nicht behandelt werden zu können, weil keiner sich bereiterklärt, mich zu behandeln, als dass dieses Tätigkeiten unter ZWANG und ANGST oder aus reinem GEWINNSTREBEN durchgeführt werden. Wenn ich in ein Krankenhaus gehe, möchte ich dort auf Menschen treffen, die mir gern helfen. Ebenso soll mein Haus so gebaut sein – Gemeinschaft soll freiwillig passieren – nicht zwanghaft. Passiert sie nur zwanghaft, ist dies eine Vergiftung, die früher oder später gelöst werden muss.
Wenn ich nur Angst vor dem Tode habe, bin ich dauernd erpressbar. Wenn ich aber mein Leben feiere und mich über jeden Tag freue, den ich (mit Hilfe anderer) erlebt habe, werde ich den anderen auch frei etwas zurückgeben können, was nicht von mir aberpresst wurde.
Wer ist es noch? Wenn es nur marginal wenige sind: mein Gott, dann spielt noch hundert(e) Jahre weiter Kapitalismus und Lohnerwerbsabhängigkeit so wie heute – aber lasst mich da bitte raus ;-)))
Wenn ich nicht geduldet mit Eurem Einverständnis aussteigen und trotzdem gleichzeitig wirtschaftlich existieren kann (meinetwegen wahrgenommen als unverwertbarer Schmarotzer), dann wird Euer Bemühen, mich gewaltsam umzuerziehen, Euch mehr Kraft und Geld kosten, als einfach das BGE (für mich und meinesgleichen oder gerechterweise gleich für alle) einzuführen.
Ich bin halt nur bereit zu dienen, wenn ich das für eine dem Grunde nach gesunde und auf Gesundung angelegte Gemeinschaft FREIWILLIG tun kann, die meine Transformationsansätze verarbeiten und integrieren kann. Ich biete nur dieses noch an und keine Erpressungsdienstleistung durch wohlgefälliges Unterordnen – auch dann nicht, wenn mir das als „wohltätiger Zweck“ untergejubelt werden soll.
In wie fern ich Kompromisse mache und mich auf dem bestehenden Markt (mit meinen eigenen utopischen Ideen) ausprobiere, obliegt allein mir. In einem weniger kranken System wird sich das aber produktiver und positiver für alle anfühlen als in einem System, das aus meiner und anderer Menschen Existenzangt, Todesangst oder Daseinstristesse Energie zieht. Ich entscheide nicht über die Energiemenge oder über die von außen zugeführte Energieform – aber ich entscheide, wie ich diese durch meine Würze moduliere und ggf. auch wohin ich sie durch meine Verdauungsmöglichkeiten transformiere.
Ja, ich mache dabei Fehler, denn auch für die Einführung des BGE habe ich keine Zielvereinbarungen unterschrieben, Rechtfertigungsdruck oder ein Plansoll zu erfüllen ;-)
Ich bin einfach und wirke aus mir – um so heftiger ich dabei beschossen werde, um so stärker kann ich reflektieren. Um so mehr ich totgeschwiegen werden soll, um so provokanter hört sich an, was trotzdem von mir „durchdringt“.
Letztlich baue ich ja nicht darauf, andere gegen ihren Willen zu etwas zu überzeugen, was ich denke, dass es „Gut für die anderen ist“, sondern gehe von mir aus und teile mich mit auf der Suche nach Schnittmengen sowie aktiver wie passiver Solidarität.
Wenn andere nicht mitmachen oder andere Wege gehen -vielleicht trifft man sich in der gemeinsamen Veränderungsabsicht, ohne von seinem persönlichen Ideal abweichen zu müssen, um synergetisch auf den gemeinsam ersehnten Zustand hinzuwirken?
Bitte nicht sagen, das werden dann die Computer und die Maschinen für uns tun. Die Rettung kommt NICHT aus dem Silicon Valley. Das kann ich von vorneherein garantieren. Die Konzerne aus dem Silicon Valley wollen uns aussaugen, wollen unsere Daten, wollen alles nur Denkbare und Mögliche. aber sie wollen sicherlich nicht, dass es Irgendjemandem auch nur einen Hauch besser geht.
Ich glaube, es ist am Ende egal was sie „wollen“ – solange sie es auf die eine oder andere Weise mit ermöglichen, auch über ihre eigene zukünftige Abwicklung als Kapitalismusgewinnler des intellektuellen Spektrums, ist es nur unsere Aufgabe, ihnen das, was sie uns als Trojaner verkaufen wollen, wirklich zu einem „Pferd“ zu machen, auf dem man reiten kann – die Tricks durchschauend und gleich in unsere BGE-Einführungsstrategie mit einkalkulierend. Schließlich ist ein funktionierendes BGE UNSER BGE und nicht „deren“ BGE (=wieder mal Almosen).
Auch wenn Mark Zuckerberg das immer wieder behauptet. Ganz im Gegenteil: Mir wird Angst und bange, wenn ich an eine Zukunft voll mit Algos und selbstfahrenden Autos denke. Also: Irgendwer wird die Drecksarbeit weiterhin machen müssen. Die Alternative wäre dann, dass die Drecksarbeit gemeinsam von allen in der Freizeit gemacht wird. Also eine Art soziale Verpflichtung, die dann alle auch haben. Da es aber keine Sanktionsmöglichkeiten über das Einkommen mehr gibt, frage ich
mich, wie das funktionieren soll.
O.K. – so eine „Gemeinschaft“ darf sterben. Bin ich bereit für – helfe gern aktiv mit, das zu beschleunigen. Wenn dazu ein BGE „als Trojaner“ kommen muss, dann muss das halt.
Was ist denn „Drecksarbeit“? Es kann alles als SPORT erledigt werden, was tägliche Nerverei für wenige ist. Sammeln, springen, hopsen – kann man die „Generation Handyspiele“ und die Generation „Dauerparty“ nicht anders rekonditionieren oder gar innerlich dazu motivieren, sich selber zu erhalten, dann halt über das Marketing von Fun und Action. Leistbar wäre es – allerdings durch Flexibiltät FÜR die Bedürfnisse der sich entwickelnden und geistig heranwachsenden Menschen – nicht umgekehrt, sich billige Menschmasse zu generieren, die letztlich WEM (?) dienen soll mit ihrer übernommenen „Drecksarbeit“?
Eine alte Frau sagte mal „dafür haben wir doch früher so hart gearbeitet – eben damit der Tag kommt, an dem wir nicht mehr so hart arbeiten müssen!“
Falls Euch mal eine satirische Betrachtung interessiert, die das Statement „warum das BGE gar nicht funktionieren kann“ –
„Endlich kommt sie… die Faulheitsflatrate in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens Das bedingungslose Grundeinkommen – BGE – bedeutet, dass jeder Mensch ca. 1500,- Euro monatlich ins Portemonnaie bekommt. Wir alle wissen dabei aber sehr genau, welch unaussprechliches Grauen auf uns zu- kommt…
Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen braucht und wird kein Mensch mehr arbeiten gehen.
Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen bleiben alle Menschen nur noch faul auf dem Sofa liegen.
Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen machen alle nur noch Urlaub – und dies 365 Tage im Jahr.
Das bedingungslose Grundeinkommen kann gar nicht finanziert werden, weil Grundrechte nun mal hart erarbeitet werden müssen.
Bei all diesen Horrorvisionen stellt sich nur die Frage, wer produziert z.B. weiterhin all die Sofas, auf denen wir alle für den Rest unseres Lebens…“
Die vollständige Analyse, die darauf folgt, ist bestellbar im Obdachlosenmagazin „Unter Druck“
Ja, das kostet Geld… denn insbesondere an BGE-Skeptikern oder „Zuschauern“ „müssen auch wir Geld verdienen“ um unser krankes Hobby, die Einführung des BGE, finanzieren zu können ;-P )
Die Probleme, die wir mit Reichtum und Armut haben, die lassen sich meiner Meinung nach nicht mit einem Zaubertrick wie dem BGE aus der Welt schaffen. Da wird mehr notwendig sein, als jedem Menschen eine gewisse Grundsumme in die Hand zu drücken. Viel mehr. Mag sein, dass es in einer gänzlich anderen Welt mit gänzlich anderem Wirtschaftssystem auch ein BGE als Teil eines Gesamtkonzepts geben kann. Das wäre wahrscheinlich durchaus sinnvoll und in die Richtung zu denken, das unterstütze ich auch total. Aber das BGE alleine (also ohne dass gleichzeitig die gesamte Gesellschaft radikal umgebaut wird) macht meiner Meinung nach gar nix. Es ist (leider) nicht mehr und nicht weniger als eine Illusion.
Um den „radikalen Umbau“ gestalten zu können, muss jeder bei sich anfangen – und das dann aber auch realistisch können. Dazu wäre ein BGE (wenn auch nur in einer Übergangsphase) ein nützliches Werkzeug für all jene, die umbauen wollen. Und es würde „mitlaufen“ bei denen, die das passiv einfach nur erleben.
Natürlich löst das BGE nicht die Probleme der Welt – es ist wie schon beschrieben, maximal ein Werkzeug dazu. Auch jetzt schon, rein in seiner Theorie, aber auch in der Ambition, es Realität werden zu lassen, ist es diesem Umbau dienlich. Wohin das führt, wird von uns allen mitbestimmt. In der PRAXIS unseres Handelns und unserer bewussten Entscheidungen mehr als in der Theorie oder unserem einmal alle 4 Jahre ein Kreuzchen in einen Kreis zu malen.
11 Kommentare zu “Das Bedingungslose Grundeinkommen – Diskussion mit Frigga Wendt”
15. September 2018 um 1:54 Uhr
Wunderbare Diskussion die einem einmal mehr zeigt, welche Ängste und Sorgen so manche Menschen haben wenn sie sich mit dem Thema des Bedingungslosen Grundeinkommen beschäftigen.
Hi Alexander, welche Ängste denn? Frigga hat ja keine bezüglich des BGE, oder?
Zitat: “Mir wird Angst und bange, wenn ich an eine Zukunft voll mit Algos und selbstfahrenden Autos denke.”….
“Da es aber keine Sanktionsmöglichkeiten über das Einkommen mehr gibt, frage ich mich, wie das funktionieren soll.”
Mancher meint das ein BGE etwas mit der Zukunft neuer Technologien zu tun hat – diese wird es auch ohne BGE geben.
Ein System welches auf Ängste und Zwang (Zwangsarbeit um Leben zu können) aufgebaut ist – dies ist etwas was aus meiner Sicht nicht erstrebenswert ist weiter zu führen. Ausserdem ist es insgesamt teurer als wenn wir auf ein BGE umstellen.
Hi Alexander, ich verstehe die Zusammenhänge leider nicht. Ich meinte, dass ich die Zukunft, so wie sie aktuell aussieht, (Algos und Techkonzerne bestimmen über unser Leben) für nicht erstrebenswert halte. Und dass in Zukunft Maschinen unsere Arbeit übernehmen werden und wir uns sozusagen ausruhen können, während die Maschinen für uns arbeiten, halte ich für naiv. Das Problem ist die Gesellschaftsordnung in der es um Profit in gigantischem Ausmass geht. Wenn also Tesla, Amazon, Google etc. an Maschinen arbeiten, die unsere Arbeit verrichten, dann machen sie das nicht, aus altruistischen Gründen (z. B. damit wir über ein BGE nicht mehr arbeiten müssen.), sondern um den Profit zu maximieren, weil Maschinen keine Steuern zahlen und kein Gehalt kriegen.
Ich bin einer Meinung mit dir, dass ein System aus Ängsten und Zwängen nicht erstrebenswert ist. Ich glaube aber, dass das BGE nicht das geeignete Mittel ist um das zu ändern. Das Problem ist nicht das Geld, das Problem ist die Gesellschaft. Und das Geld drückt das Problem “lediglich” in Zahlen aus. Was zu ändern wäre, ist also die Gesellschaft als Ganzes.
Sicher, genau das ist unser Problem, es geht immer nur um Profite.
Man muss sich aber auch Fragen, wieso dies so ist. In einem Geldsystem müssen Profite nunmal gemacht werden da es ohne diesen ja nicht geht – und Profite sind nunmal nur dann möglich, wenn man Menschen und leider sehr oft auch die Natur ausbeutet.
Insofern zeigt uns dies, das es sehr wohl am Geld an sich liegt, warum wir so viele Probleme haben.
Reichtum entsteht durch die Ausbeutung von Menschen und das wiederum erzeugt auch die Armut.
Wollen wir weg von der Ausbeutung und Zwang zur Arbeit – müssen wir den vorhandenen Reichtum und die Möglichkeiten gleich verteilen und dies geschieht durch ein BGE auf die einfachste Art und Weise.
Wir brauchen einen neuen Gesellschaftsvertrag der die Würde des Menschen wiederherstellt und die Menschenrechte in die Praxis umsetzt.
Technologien lassen sich nicht aufhalten und ich finde es gar nicht mal so schlecht, wenn in Zukunft noch mehr Roboter und intelligente Maschinen uns von eintönigen Arbeiten befreien.
Du schreibst: …Wir brauchen einen neuen Gesellschaftsvertrag der die Würde des Menschen wiederherstellt und die Menschenrechte in die Praxis umsetzt. …
BINGO! DAS IST ES! ;) Und DANN kanns auch ein Grundeinkommen geben, wenn der neue Gesellschaftsvertrag erkämpft ist. Weil DANN haben die Leute auch kapiert, dass so wies bis jetzt war nicht mehr geht. Und sich aktiv gegen den Status quo ausgesprochen. Aber dann haben sie sich etwas “erkämpft”. Was eine eigene, aktive Leistung ist, die auch den Horizont erweitert.
Aber wenn du ohne das System vorher zu ändern, anfängst Geld zu verteilen, dann wirds nix bringen. Das Problem ist, dass im Kapitalismus Menschen auf Zahlen (Einkommen, Kosten, Nutzen etc.) reduziert werden. Und wenn du jetzt jeder “Einheit” einen zusätzlichen Geldbetrag aufrechnest, dann werden echte Kapitalisten einfach das Berechnungsmodell zu ihrem Vorteil umändern. Und sie werden sich freuen, noch mehr aus jeder “Einheit” rausziehen zu können. Daher muss es in meinen Augen erst zu einem neuen Gesellschaftsvertrag kommen und DANN kann man darüber reden, ob es nicht wirklich gut wäre (Und DANN fände ich es auch wirklich gut.) den Menschen zu ermöglichen eine Teilhabe an der Gesellschaft zu haben, auch wenn sie nicht “arbeiten” im Sinne von Erwerbsarbeit. Denn “Arbeit” ist ja in jdem Fall weit mehr als “Erwerbsarbeit”. Nur in den jetzigen Berechnungsmodellen wird halt nur die Erwerbsarbeit berücksichtigt.
27. September 2018 um 2:31 Uhr
Hey Ihr, leider sind die Kommentare bei mir im Spam gelandet, so dass ich sie jetzt erst finde.
“Muss sich zuerst der Mensch ändern oder das System” – selbe Frage wie nach Ei oder Henne. Ich sage mir: stärke den (wandelfreudigen) Menschen und damit ein (gute Tendenzen begünstigendes) System – blockiere negative Ausbeutungsimpulse und nutze die Kraft des NEIN genau dort, wo sie am stärksten wirkt: wo ein in sich unrechtes System selber von einem etwas “will” und man der destruktiven Mühle nicht hinterherlaufen muss.
Habe Spaß daran und und Freude an Deiner eigenen Würde oh Mensch – hier und heute, weil Du bist (wie Du bist – was dir nicht gefällt – nun das sei Impuls dir selber zur Veränderung – das kommt dann auch nicht als ZWANG von außen).
Ich sehe Wechselwirkungen wohin das Auge reicht. Das BGE ist so ein magisches Instrument, das genau solche Wechselwirkungen ermöglicht. Lassen sich danach freiwillig alle Menschen (die paradoxer Ansicht nach angeblich heute alle nicht arbeiten wollen!!!) von den sie umgarnenden Firmen ausbeuten (und verlieren auch bei Null-EUr-Jobs niemals ihren absichernden Mindeststandard), muss das ja ne ganz tolle Firma sein. Die anderen streiken (ggf. alle) – oder machen weil sie so viele sind, eben eigene Läden auf… Veränderung. Ob Verbesserung oder Verschlechterung? Dazu muss man es probieren.
Vor allem aber wird DANN erst jeder “seines Glückes Schmied” sein können ,wenn ihm keiner mehr die Grundrechte unter dem Hintern wegreißen kann. Der RAHMEN für den in die Praxis strömenden echten Wandel “auf Augenhöhe” ist mit einem BGE gegeben.
Einseitig werden nicht irgendwelche Kosten steigen – weil dann die Lohnforderungen auch steigen bzw. die Grundeinkommenshöhe angepasst werden muss bzw. wie schon gesagt Hausbesetzer”energie” da ist.
Meine Aufgabe ist es aber nicht, euch allen vorzuschreiben, was ihr mit dem BGE zu tun und zu lassen habt, denn das wäre die alte Denkweise (einer sagt wo es langgeht und die anderen werden kollektivisch darauf konditioniert oder eingerenkt).
Das BGE ist eben kein “Endziel”, sondern ein Werkzeug, das in einem Transformationsprozess (ein Jahr oder 50000 Jahre) förderlich wirken kann.
In der Kurzversion ist es halt Auslöser für den Generalstreik – in der Extremsituation Auslöser für massenhafte Hausbesetzungen… in der Quittung für braves Volk könnte schon passieren, dass alle auf Anweisungen (inkl. auf die zum Rebellieren und Emanzipieren) VON OBEN warten und dann an sich selber zugrunde gehen, wenn dies ausbleibt… von daher schlage ich auch jetzt schon vor:
weltrettung-durch-therapie.de ;-)
Apropos “auf zahlen reduzieren” – das passiert NICHT, wenn explizit “das Grundrecht auf das soziokulturelle Existenzminimum” fixiert wird – oder das Recht auf die selbstbestimmte Absicherung der eigenen Existenz – durch Zugang zu den Ressourcen bzw. Ausgleichzahlungen, wenn diese von wenigen “vor-verwaltet” werden…
In wiefern man dann den Grundgedanken des BGE in GELD umsetzt oder eben in Ressourcen und Anrechten, ist eine andere Frage.
Das Ganze in Geldsummen (auf der Höhe der Zeit) zu starten, holt die heutigen Menschen ab wo sie gerade sind – leitet also den gewünschten Paradigmenwechsel in der Praxis zumindest ein…
27. September 2018 um 3:16 Uhr
@Raphael Bolius – Das BGE ist ja bereits der neue Gesellschaftsvertrag und durch diesen wird das System verändert.
Alles wird gut werden, wenn das BGE hoch genug ist und die Rahmenbedingungen stimmen – dann wird alles in die richtige Richtung gehen, da ich die Menschen als sehr intelligente Lebewesen halte.
Gebt ihnen die Freiheit und sie werden wunderbares bewirken.
@FriGGa Wendt – Volle Zustimmung.
Das BGE gehört einfach gewagt und dabei werden alle positiv überrascht werden.
Meinen herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Aufklärungsartikel zum BGE!
Wir alle gleichermaßen dürfen auf Grundlage unseres Naturrechts die lebensnotwendigen Ressourcen unseres Planeten beanspruchen, ohne uns dafür in irgendwelche Händel einlassen zu müssen – das halte auch ich für das entscheidende Argument!
Das steht für mich gegen alle logischen Angriffe gefeit erhaben und felsenfest da! Auch wenn die sogenannten “integralen” Kreise meinen, dies berücksichtige nicht die verschiedenen Weltsichten und es schicke sich nicht recht, wiederum ein BGE der Gesellschaft “überstülpen” zu wollen.
Wie alles andere auch, well ja auch bzw gerade das BGE sich zu seiner praktischen Manifestation entwickeln, zunächst in den Köpfen. Und welcher Ideologie man sich auch verschrieben hat, so kann doch auf keiner Ebene ein ernsthafter Zweifel bestehen, daß etwas Nahrung, Trinken und Atemluft solche gleichsam symbolhafte Ausdrücke für unser Leben als erste Grundnotwendigkeiten sind, dass niemandem das Recht zusteht, da wie direkt oder indirekt auch immer seine pfuschende Hand anzulegen!
Ob jetzt das BGE selbst das Grundrecht ist – es wäre jedenfalls, zumindest vorerst, ein wichtiger Zugangsgarant zu einigen, den meisten Menschen vorenthaltenen, Grundrechten.
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