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Timestamp: 2017-11-21 09:52:34+00:00

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Die Auseinandersetzung der Braunschweiger Pfarrerschaft mit dem Nationalsozialismus im Jahre 1931
zuerst veröffentlicht als Beitrag zu einer Festschrift zu Ehren von Klaus Erich Pollmann
Es ist Klaus Erich Pollmann zu verdanken, dass in zwei Bänden der schwierige Weg der Braunschweiger Landeskirche in die Nachkriegszeit und in die 50iger Jahre erarbeitet und publiziert worden ist. Pollmann führte den Vorsitz der historischen Kommission der Landeskirche, die zu beiden Themen auch zwei Kolloquien veranstaltete, die teilweise dramatisch verliefen.
Mit der folgenden Darstellung sollen Vorgänge aus der Vorkriegszeit der Braunschweiger Landeskirche beleuchtet werden. 1
Eine Idee von Bischof Bernewitz
Die eingereichten Arbeiten
Das Grundmuster der Arbeiten
Die Totalverweigerer
Die Begeisterten
Die Mitte oder: die Unentschlossenen
Die Kirchenleitenden
Das Zauberwort „Positives Christentum“
Es war die Idee von Landesbischof Bernewitz, die Predigersynoden aus der Vorkriegszeit erneut zu beleben. Er trug sie im Sommer 1930 den Kirchenräten vor. Diese hielten es für ratsam, zunächst die Pfarrer zu befragen. Die Antworten waren unterschiedlich und reichten von „freudiger Zustimmung“ (Kirchenkreis Vorsfelde), „sehr erwünscht“ (Kirchenkreis Thiede-Engelnstedt), „mit Freuden begrüßt“ (KK Gandersheim) bis zu „weder richtig noch wünschenswert“ (KK Campen), „nicht zeitgemäß“ (KK Helmstedt) und „als Mittel zur wissenschaftlichen Fortbildung der Pfarrer in unserer Zeit überlebt.“ (KK Lichtenberg). 2 Trotz des gemischten Echos beauftragte die Kirchenregierung das Landeskirchenamt mit der Ausführung. In der Januarausgabe das Landeskirchlichen Amtsblattes 1931 erschien unter der Nummer 4604. „Predigersynoden“ folgende Anordnung: in Zukunft sollte alle zwei Jahre wieder eine Predigersynode stattfinden, zu der die Pfarrer ein Thema schriftlich zu bearbeiten und bis zum Hagelfeiertag im Juni ihren Kirchenräten einzureichen hatten. Die Arbeiten sollten danach unter den Pfarrern des Kirchenkreises zur gegenseitigen Kenntnisnahme kursieren, der Kirchenrat einen zusammenfassenden Überblick über die Ausarbeitungen sowie Richtlinien für eine Aussprache im Kirchenkreis beim Landeskirchenamt einreichen. Die Predigersynode sollte im Haus des Kirchenrates oder in einem der Pfarrhäuser des Kirchenkreises stattfinden und die Bewirtung einfach und ohne alkoholische Getränke sein. Bernewitz hatte baltische Zeitvorstellungen für die Dauer der Aussprache. „Die Teilnehmer sollten sich darauf einrichten, einen ganzen Tag der Synode zu widmen“, schrieb er an den stellvertretenden Kirchenrat Steigerthal. Über den Verlauf der Predigersynode war eine Niederschrift anzufertigen, die zusammen mit sämtlichen Arbeiten am Ende des Jahres beim Landeskirchenamt eingereicht werden sollten. Wer seine Arbeit nicht rechtzeitig einreichte, erhielte eine Ordnungsstrafe, deren Höhe das Landeskirchenamt bestimmte, ebenso jener, der unentschuldigt der Predigersynode fernbliebe.
Die Pfarrer in der Stadt Braunschweig und Wolfenbüttel blieben von der Verordnung verschont. Als die Pfarrer der Stadt Holzminden um dasselbe Vorrecht baten, erklärte ihnen Bernewitz wenig überzeugend, die Amtsbrüder in der Stadt kämen immer an die entsprechenden Bücher heran und könnten sich selber fortbilden. Das wäre auf dem Lande anders und in Holzminden auch.
Im Januar 1931 erhielten alle Pfarrer zur Auswahl zwei Themen für die Bearbeitung: 1: „Das Freidenkertum. Seine Geschichte, Weltanschauung, Organisation, seine Kampf- und Werbemittel und letzen Ziele. Ihm gegenüber die Kirche, ihre evangelisatorische und apologetische Aufgabe, ihre Waffen, nächste Pflichten der Kirche und des Pfarrers.“ 2. „Die religiöse Richtung der völkischen Bewegung, insbesondere des Nationalsozialismus, in ihrem Verhältnis zum Christentum und zur Kirche. Darstellung und Beurteilung. Wie hat sich die Kirche dazu zu stellen, welche Aufgaben erwachsen dem Pfarramt?“ Bischof Bernewitz legte dem Schreiben eine umfangreiche Literaturliste bei mit 31 zum ersten Thema und mehr als 23 Titeln zum zweiten Thema.
Alle Kirchenkreise entschieden sich für das Thema „Kirche und völkische Bewegung“. Die Auseinandersetzung mit der Freidenkerbewegung, die in der Stadt Braunschweig, auch im Harz und im Kohlerevier Helmstedt/ Schöningen durchaus lebhaft war und auch im Jahre 1931 noch andauerte, hatte die Pfarrerschaft inhaltlich offenbar hinter sich gelassen. Zukunftsträchtig erschien ihr hingegen die völkische Bewegung und im Braunschweigischen dazu von tagespolitischer Aktualität, seitdem im September 1930 die SPD-Landesregierung abgelöst und eine bürgerlich-nationalsozialistische Koalitionsregierung gebildet worden war. „Es ist doch wohl unbestreitbare Tatsache, dass die völkische Bewegung in Form des Nationalsozialismus bis ins kleinste Dorf eingedrungen ist“, hatte Heinrich Schütze, Woltwiesche3 registriert und Wilhelm Röpke hatte in seinem Dorf Beddingen beobachtet, dass ein hoher Prozentsatz der Gemeindemitglieder nationalsozialistisch eingestellt wäre.4 Programmatisch gab sich die NSDAP als eine Partei, die für „positives Christentum“ einträte. Das unterschied sie grundsätzlich von der marxistischen und sozialdemokratischen Linken, auch von den Liberalen. Es gab vereinzelt Eintritte in die NSDAP, andere Pfarrer wurden gefragt, ob der Bräutigam zur kirchlichen Trauung im Braunhemd erscheinen dürfe. Aber auch der Tannenbergbund Ludendorffs machte sich in einigen Gemeinden bemerkbar und stänkerte gegen Kirche und Christentum. Es gab also auch praktische Fragen zu klären. Hitler und seine NSDAP als eine sich offen zum Christentum bekennende Partei – dem nachzugehen musste sich lohnen und erschien eine Herausforderung. Das Freidenkerthema rangierte daneben geradezu als Ladenhüter. So war die einhellige Wahl der Braunschweiger Pfarrerschaft verständlich. Bischof Bernewitz hatte mit seiner Themenwahl ins Schwarze getroffen.
Trotzdem baten 30 Pfarrer um Befreiung von der Anfertigung, weil sie sich krank, alt und überlastet fühlten. Einem 70-jährigen Pfarrer, der um Befreiung gebeten hatte, erwiderte der Bischof ungerührt: „Kräfte, die zur Führung des Pfarramtes ausreichen, genügen doch auch zur Bearbeitung eines aktuellen Themas wie das vorliegende“. Einem Landpfarrer, der lieber Hausbesuche machen wollte, erwiderte der in der Landwirtschaft sehr erfahrene Bischof, man gehe einer Jahreszeit entgegen, in der die landwirtschaftlichen Arbeiten begönnen, durch welche die Möglichkeit zu Hausbesuchen von selber eingeschränkt würden. Einem 27-jährigen jungen Pfarrer, der statt der Anfertigung der Arbeit lieber „Zeit und Kraft zum Einleben in sein Amt“ gewinnen wollte, erwiderte der Bischof: „Dass für Sie die Zeit, die Sie dann anwenden, kein Zeitverlust ist, werden Sie gewiss empfinden, sobald Sie sich an die Arbeit machen“. 5
19 Pfarrer wurden von der Anfertigung der Arbeit schließlich befreit, andere erhielten eine Fristverlängerung, einem Weiteren schrieb der Bischof, er möge die Arbeit dann eben „kürzer als erwünscht“ anfertigen.
Die Aufsätze geben nach Form und Inhalt die persönlichen, ungeschminkten Ansichten der Pfarrer wieder, zumal diese weniger für die Öffentlichkeit als für den Austausch mit den Amtsbrüdern im Kirchenkreis gedacht waren.
Viele Pfarrer wurden dennoch nicht fristgerecht fertig. 48 von ihnen belegte das Landeskirchenamt mit einer Geldstrafe von 5 bis 20 Reichsmark. Einen Kirchenrat, der von sich aus die Abgabefrist für einige Pfarrer seines Kirchenkreises verlängert hatte, blaffte der Bischof an: „Gerade von den Herren Kirchenräten müssen wir erwarten, dass sie mitwirken, wenn es sich um die Aufrechterhaltung der Ordnung der Landeskirche handelt.“ 6
Bischof Bernewitz drängte bei den Pfarrern auf pünktliche Einhaltung der Abgabefristen und eine gründliche Anfertigung der Arbeit, weil er, wie er wiederholt bemerkte, das Thema für außerordentlich aktuell hielt, und die Pfarrerschaft in ihren Gemeinden kundige Antworten geben sollten.
Von etwa 190 in der Landeskirche tätigen Pfarrern und Kirchenräten reichten 139 Pfarrer eine Arbeit ein. Dieser hohe Prozentsatz ermöglicht eine repräsentatives Bild von den Anschauungen der Braunschweiger Pfarrerschaft über die völkische Bewegung, insbesondere über den Nationalsozialismus im Jahre 1931, also zu einer Zeit, wo an einen künftigen charismatische Führerstaat nicht zu denken war, vielleicht aber auf ihn zu hoffen.
Die Arbeiten sind von unterschiedlicher Länge und Form, in der Mehrzahl sind sie handgeschrieben, in deutscher Schrift auf Folianten oder in Tagebuchgröße, 37 auch schon mit dem modernen Schreibgerät einer Schreibmaschine. Die Pfarrer waren fleißig. Nur 23 Arbeiten sind unter 10 Seiten, 65 bis zu 20 und 37 Arbeiten bis zu 30 Seiten, die 14 anderen lagen zwischen 30 und 54 Seiten. Das Thema hat die Pfarrerschaft interessiert und manche schrieben auch, dass sie sich schon vorher mit dem Thema befasst hatten, der eine im Studium, der andere in seiner Freizeit im Pfarrhaus, ein Dritter durch die laufende Lektüre des „Völkischen Beobachter“.
Die theologische Buchhandlung am Bohlweg in der Landeshauptstadt Wollermann und Bodenstab hatte sich mit der einschlägigen Literatur eingedeckt und wiederholt im Braunschweigischen Volksblatt, dem landesweit verbreiteten Kirchenblatt, die Titel inseriert.
Literaturangaben waren erwünscht, so wie es sich für einen in der Weiterbildung befindlichen Amtsbruder gehörte. Bei weitem nicht alle haben sich an diese Regel gehalten, aber es wurde viel mit Seitenangaben zitiert, sodaß sich ein grober Überblick ergibt. 87 Arbeiten beziehen sich auf angegebene Literatur, davon 72 auf Hitlers „Mein Kampf,“ zahlreiche andere auf Gottfried Feders Kommentar zum NSDAP Parteiprogramm und auch Artur Rosenbergs Mythos des 20. Jahrhunderts. 7 Manche zitierten sie aus anderweitigen Aufsätzen. Bischof Bernewitz hatte den Aufsatz des Breslauer Pfarrers Dr. K. Haack „Wir Pfarrer und die völkische Frage“ im Deutschen .Pfarrerblatt Juli-August 1930 empfohlen. 8
Bei der gebotenen Vorsicht einer inhaltlichen Bewertung der Arbeiten lässt sich folgende Kategorisierung vornehmen: zehn Arbeiten behandeln und beurteilen die völkische Bewegung, insbesondere den Nationalsozialismus völlig abweisend und negativ, 27 überwiegend negativ, neun Arbeiten enthusiastisch positiv und 34 überwiegend positiv. Die verbleibenden 55 Arbeiten bieten ein in ihrer Bewertung mal vorwiegend kritisches dann wieder vorwiegend sympathisierendes, mal abwartendes, dann wieder tief beeindrucktes Bild vom Nationalsozialismus. Vier Arbeiten entziehen sich einer Bewertung, weil sie ein anderes Thema gewählt haben oder die Arbeit nicht vorliegt. Das Ergebnis ist nicht ohne Überraschung im Hinblick auf die 37 negativen Äußerungen mit einer für eine kleine Landeskirche bemerkenswerten theologischen Breite der theologischen Positionen. Mit ihrer Ablehnung befanden sich die Verfasser im Gegensatz zur landesweiten, wachsenden Zustimmung zur bürgerlich-nationalsozialistischen Landesregierung, auch im Gegensatz zu zahlreichen Gemeindemitgliedern. Den negativen Bewertungen standen insgesamt 43 befürwortende Voten gegenüber. Ich hatte eine höhere Ziffer erwartet. Diese Ziffer relativiert sich durch die 55 mehr zur kirchlichen Mitte tendierenden Arbeiten, die aber trotz Bedenken auch einen hohen Anteil an Zustimmung enthalten und nach einer produktiven „Anknüpfung“ an den Nationalsozialismus suchten.
Die Bearbeitung des Themas verlief bei vielen Pfarrern nach demselben Muster. Sie behandelten von den zahlreiche völkischen Gruppen und Grüppchen drei Haupttypen: den Tannenbergbund, die Deutschkirche und den Nationalsozialismus. Einleitend beschäftigen sich die Verfasser mit den historischen Wurzeln der völkischen Bewegung und führten sie bis in die Freiheitskriege zurück oder nannten Lagarde und Chamberlain u.a. als ihre Begründer. 9
Tannenbergbund und Deutschkirche
In der Regel begannen die Pfarrer mit der Darstellung des Tannenbergbundes. Eine rege Agitation entfalte in manchen Orten der Tannenbergbund, kolportierte der Herausgeber des Braunschweiger Volksblattes, Walter Jeep, und bot eine eingehende Beschreibung von Mathilde Ludendorffs verworrenen Ansichten. 10 Der Tannenbergbund war im Jahr 1925 vom zweifelhaften, in seinem Renome jedoch seinerzeit unbestrittenen General v. Ludendorff und seiner zweiten Frau gegründet worden. Die sog. theoretische Grundlage bildeten die Bücher des Ehepaares, die Bischof Bernewitz auch in seiner Literaturliste angegeben hatte. Die Ludendorffs stritten für eine neue geistige germanische Grundlage in Deutschland ohne Kirche und ohne das ihrer Ansicht nach hoffnungslos „verjudete“ Christentum, stattdessen für eine „deutsche Gotterkenntnis“. Da sie zum Kirchenaustritt aufforderten, war die Abgrenzung der Pfarrer begreiflicherweise schroff.
Die andere, bedeutendere Gruppe der völkischen Bewegung war die sog. Deutschkirche. Die Lösung von den jüdischen Wurzeln, die Abschaffung des Alten Testaments, die Heroisierung des Menschen- und Christusbildes, die Aufnahme germanischer Mythen und Märchen in den Kanon gehörten zum Programm. Im Gegensatz zum Tannenbergbund rief die Deutschkirche aber nicht zum Kirchenaustritt auf. Sie erstrebte eine konfessionsfreie, christliche Kirche in Deutschland, wozu die evangelischen Landeskirchen aufgelöst werden sollten, was besonders den landeskirchlichen Kirchenleitungen mißbehagte und Oberkirchenrat Meyer auch deutlich auf den Predigersynoden äußerte. Wegen der dramatischen inhaltlichen Veränderungen der klassischen kirchlichen Lehre wurde auch die Deutschkirche von einigen Ausnahmen abgesehen von den Pfarrern abgelehnt. 11
Im Verhältnis zum Tannenbergbund und zur Deutschkirche stellte sich die NSDAP betont kirchlich und christlich dar. Wenn man innerhalb der völkischen Bewegung zu wählen hatte, dann schnitt hinsichtlich ihres religiösen Charakters die NSDAP in den Augen der Pfarrer am besten ab.
Es gab drei Grundtypen im Verhältnis Nationalsozialismus und evangelischen Kirche: die Begeisterten, die Totalverweigerer und die in der Mitte.
Aus unterschiedlichen Gründen lehnte eine deutliche Gruppe von Braunschweiger Pfarrern den Nationalsozialismus ab. Die einen machten unterschiedliche theologische Gründe geltend, andere hatten Hitlers „Mein Kampf“ gründlich gelesen und waren von der Lektüre angewidert.
Harry Kügler, 40 Jahre alt, in der Harzgemeinde Zorge, hatte „Mein Kampf“ gelesen und war bei Karl Barth gründlich in die Schule gegangen. Er lieferte eine nur vierseitige, emphatische Abrechnung mit dem Nationalsozialismus. Gott lasse sich nicht vom Menschlichen aus finden. Völkische Religion wäre bestenfalls schönster Idealismus, „der Gott in der Region hohen geistigen oder rassigen Wesens zu finden meint. Hier geht es ganz hart auf hart.“ Die völkische Bewegung wäre in religiöser Hinsicht „eine Rekordleistung in Bezug auf die Selbstbehauptung seines eigenen ICHs in den verschiedensten Ausstrahlungen gegenüber Gott. Es zeige sich darin eine menschliche „Frömmigkeit“, die als Frucht immer hat: Empörung gegen Gott, Vergötzung von Volk und Volkstum, Blut und Rasse, eine Umwertung des Göttlichen zum Nebensächlichen, des Bedingten zum Unbedingten. „Jeder von uns steht ja unter dem Eindruck der erschütternden Tragik: da kommt nun eine völkische Bewegung von wesentlich gereinigterem Nationalgefühl, getragen von Kräften, die aus Urgründen des geknechteten Vaterlandes fließen, man möchte am liebsten 100% mitmachen und stößt auf die ungeheure Versuchung: Vergötzung des Volkstums....Hieraus die klare Erkenntnis: kein Bindestrich zwischen Christentum und Volkstum, kein evangelisch u n d deutsch; das ist fremdes Feuer auf dem Altar.“ Kügler beschloß seine Abhandlung mit der Warnung vor einer Stunde der Versuchung. „Dem Neuheidentum von heute ist das Kreuz und muß es sein, ein Ärgernis, weh uns, wenn wir das nicht sehn.“ 12
Der 42 jährige Julius Seebaß, in Allrode, den Blankenburgern als Propst seit 1946 bekannt, war geprägt von der Sydower Bruderschaft, einer Pfarrergruppe, die eine geistliche, liturgisch reiche Gemeinschaft suchte. Seebaß argumentierte mit der zentralen Aussage Luthers, der Theologie des Kreuzes. Dafür fehle dem Nationalsozialismus jedes Verständnis. Daher resumierte Seebaß „deutliche Ablehnung“. 13
Auch Friedrich Nümann, 35 Jahre alt, in Hüttenrode, gehörte mit einer pietistischen Einfärbung zur liturgischen Bewegung und stellte den nationalsozialistischen Grundsätzen ein vernichtendes Urteil aus. „Aufs Ganze gesehen bedeutet der Nationalsozialismus trotz seiner zweifellos christlichen Einstellung in Wirtschaftsfragen und in seinem Kampf gegen den Kapitalismus eine ernsthafte Gefahr für das wirklich Christliche und für die christliche Kirche des völkerweiten Evangeliums. Seine Einstellung zur Rasse und zum Blute ist falsch und gefährlich, falsch ist seine Höchstwertschätzung der deutschen Rasse, falsch ist seine Stellung zur Ehe und Kindererziehung, grundfalsch und ungeheuer gefährlich sind seine Rassengesetzgebungspläne und damit seine bejahende Einstellung zur Sterilisierung Degenerierter und zur Euthanasie...Man möchte, wenn man auf das Kulturprogramm der NSDAP sieht, sagen: Ja! Allerdings, Deutschland erwache! Aber erwache zu Christus! Erwache zur Kirche!“ 14
Der 39jährige Gerhard Wollert, Deensen, beschrieb eingangs seine biografische Wende aus dem rechtsextremen Lager zum Pazifisten. Für ihn waren das Gebot der Feindesliebe Jesu und das 5. Gebot die schlichten Kriterien für die Beurteilung des Nationalsozialismus. „Was sagt nun unser Herr und Heiland Jesus Christus zu dem allen?“, fragte Wollert nach der ausgiebigen 24 Seiten langen Beschreibung der völkischen Bewegungen. „Der Nationalismus hat Jesus getötet, dürfen wir glauben, dass er ihn heute auf seinen Schild erheben wird? Dürfen wir meinen, wenn der Nationalsozialismus das Neue Testament erst einmal richtig kennt – kennt der katholische Herr Hitler das Neue Testament? – wenn er Jesus erst einmal sieht, wie er wirklich ist, wird er ihm dann auch noch Gefolgschaft leisten? Oder wird nicht das „Hinweg mit ihm! Kreuzige ihn“ erneut ertönen?“ Und wenn nicht Hitler – wird wenigstens der evangelischen Teil der Nationalsozialisten Christus nachfolgen? „Man halte ihnen etwa einige oben angeführte Jesusworte vor Augen und man wird sofort feststellen, dass sie sich wirklich über Jesus und seine Ziel völlig im Irrtum befinden.“ Im übrigen sollten wir uns vor jedem Antisemitismus hüten. „Hätte die Kirche stets und ständig rücksichtslos und unbeirrt das Gebot Jesu verkündigt, so stände es heute vielleicht anders in der Welt, so gäbe es heute vielleicht keinen Kommunismus und keine Gottlosenbewegung und vielleicht erst recht keinen Nationalsozialismus“. 15
Ablehnung des Nationalsozialismus war von unterschiedlichen theologischen Positionen möglich und wurde auch in der Braunschweiger Landeskirche geleistet. Es gab aber auch Totlalverweigerer aus politischen Gründen.
Der 64jährige Adolf Keck aus Herrhausen argumentierte politisch. Er hatte nach dem Weltkrieg der DDP angehört und war zweiter stellvertretender Vorsitzender des ersten demokratischen Braunschweiger Landtages gewesen. Dem von der ns. Partei betonten blutsmäßigen Wert eines Volkes, begegnete er mit der ironischen Frage: „Welchen blutsmäßigen Wert hat Jesus gehabt?“ Die NSDAP wolle den Internationalismus durch Rasse, den Pazifismus durch Kampf, die Demokratie durch „Persönlichkeitswirken“ ersetzen und alle drei Richtungen bekämpfen. Die Mitglieder würden zum rücksichtslosen Kampf erzogen, „Kampf bis zur Hingabe des Lebens, Terror gegen Terror.“ Allein diese Parole verlange die „Notwendigkeit schärfster Ablehnung dieser Bewegung durch die Bekenner des Christentums.“ Ausdrücklich lehnte Keck den programmatischen Antisemitismus der NSDAP ab. Die Kirche sollte sich unverwirrt „an den Sohn des Juden Joseph und der Jüdin Maria halten“. Was dem deutschen Volke nottue, wäre nicht „das dritte Reich Hitlers, sondern das Reich dessen, den wir evangelische Christen unseren Herrn und Meister nennen“. 16
Paul Schmieder, 59 Jahre, Pfarrer in Lehndorf sah keinen Unterschied zwischen Ludendorff, Rosenberg und Hitler. Die völkische Bewegung wäre aus dem aus der Niederlage entstandenen Minderwertigkeitsgefühl entstanden, das in vermessenem Hochmut umgeschlagen wäre und die Tatsachen derart verdrehe, dass sie zu der einmal gefassten Weltanschauung passten. „Weil man Gewalt antat und drum Gewalt erlitt, muss man sich der Gewalt mit um so größerer Gewalt erwehren und gewaltsam unterdrücken“, nämlich das geschmähte und gehasste Judentum. Schmieder sah in Zukunft „das Grauen absoluten Terrors“, das in dem Augenblick eintreten werde, wo die Nationalsozialisten die Gewalt errungen haben würden. 17
Die scharfsinnigste und geradezu ätzende Analyse der Person Hitlers und der Weltanschauung des Nationalsozialismus stammte von dem 40 jährigen Wilhelm Jeremias, Pfarrer in Gardessen. Er hatte in einer maschinengeschriebenen 37 Seiten langen Arbeit in unmissverständlicher Sprache mit Hilfe der Psychologie Hitlers Person und die Mechanismen seiner Propaganda analysiert. Dabei bediente er sich einer einfachen Methode. Er zitierte gründlich aus Hitlers „Mein Kampf“ und stellte die schlichte Unvereinbarkeit der „Rassetheorie“ und des Antisemitismus mit der christlichen Lehre dar. Ausführlich kommentierte Jeremias die Behauptung Hitlers, Zwang könnte nur durch Zwang und Terror durch Terror gebrochen werden. Unter der Überschrift „Hitlers Gewalttheorie verneint Humanität und Recht“ wies Jeremias auf die expansionistischen außenpolitische Ziele Hitlers hin, die Krieg bedeuteten und der evangelischen Auffassung vom Verteidigungskrieg völlig widersprächen. Hitler verträte „die nackte Theorie vom Recht der Gewalt und des Eroberungskrieges.“ Hitlers Verneinung des Rechts beziehe sich nicht nur auf das Leben der Staaten untereinander, sondern greife auch tief in das Gemeinschaftsleben der Einzelmenschen ein.
Geradezu mit Abscheu beschrieb Jeremias die nazistischen Propagandamethode. Natürlich gehöre es nicht gerade zu den Schwierigkeiten des Lebens, denkunfähige oder im Denken umnebelte Massen aufzupeitschen, sodaß sie dann zu allem fähig sind. Hitler hatte die Scheu vor gefühlsmäßiger Aufpeitschung der Massen mit „der Angst unserer Zeit vor Chauvinismus“ begründet, die ein Zeichen ihrer Impotenz wäre. Jeremias kommentierte, bisher habe man die Hysterie als eine ernste psychische Erkrankung angesehen, deren Heilung dem Psychiater schwere Sorgen machte. Auch im Fanatismus stecke, da das ruhige Denken ausgeschaltet sei, ein stark pathologischer Zug. „Aber Hitler will Anhänger, die es bis zur Hysterie bringen. Er scheint keine Ahnung davon zu haben, wie gewissenlos es ist, psychopathische Elemente, die irgendwo in jedem Menschen schlummern, zu aktivieren.“ 18
Die scharfen Kritiker, zwischen 35 und 70 Jahren alt, gehörten überwiegend der mittleren Generation um die 40 Jahre an, zwei waren über 64 Jahre. Nach 1933 gingen sie sehr unterschiedliche Wege: zwei wandten sich dem Pfarrernotbund zu, was konsequent erschien, zwei traten den Deutschen Christen bei , einer wurde sogar Kreispfarrer, was die Ernsthaftigkeit ihrer Position von 1931 nicht desavouierte. Keck wurde wegen einer Ansprache am sog. Heldengedenktag 1933 verhaftet und von der Kirchenleitung in den Ruhestand geschickt, Schmieder aus politischen Gründen ein Jahr später, andere blieben unauffällig.
43 Pfarrer äußerten sich zum Nationalsozialismus eher positiv oder gar begeistert. Von den neun total Begeisterten waren drei über 60 Jahre und drei 35 Jahre und jünger. Es waren also alle Generationen von Begeisterung erfasst, nicht etwa nur die Jungen. Für sie alle gab es nur eine dürftige, aber wirksame theologische Begründung, die vom Erlanger Theologen Paul Althaus auf dem Kirchentag in Königsberg 1927 populär gemacht worden, in der theologischen Wissenschaft aber bald nach Kriegsende entstanden war. Es war die Lehre vom Volk als einer von Gott dem Schöpfer direkt eingepflanzten sog. Schöpfungsordnung. Im Kaiserreich galten Staat und Ehe als eine spezielle direkte Schöpfungsordnung, nunmehr außerdem „das Volk“, genauer, das deutsche Volk, mit deutlicher Abstufung auch andere Völker. In Genesis 11 war hingegen zu lesen, dass die Völker ein Produkt der von der Hybris der Menschen verschuldeten Sprachenverwirrung waren. Nunmehr indes galt das Volk als „gute Ordnung Gottes.“ Es war ein kurzer Schritt, dass dann auch die Rasse zu einer besonderen Gabe des Schöpfergottes deklariert wurde. „Rasse ist schöpfungsmäßiger Tatbestand. Rasse ist eine Gabe und Aufgabe von Gott her“ deklamierte der junge Pfarrer Wilhelm Beye, aus Wenzen, der bereits in die NSDAP eingetreten war. 19 Auch nach Hitlers Ansicht wäre in der Rasse Gottes Schöpferwille als Grundsatz des Gemeinschaftslebens offenbart, interpretierte Otto Gropp, Calvörde, eine Stelle aus „Mein Kampf. 20 Da das Volkstum eine Schöpfungsordnung Gottes sei, müsse ein der Schrift gehorsamer Christ sein eigenes Volkstum lieben, ihm dienen und „mit voller Hingabe und im Bunde mit den Nationalsozialisten kämpfen gegen Materialismus und Marxismus für Christus und sein Reich. Das ist eine von Gott gewollte Aufgabe, ich möchte sagen, ein Gottesdienst.“ 21
Durch diesen Dammbruch in das feste Gefüge einer vom 2. Artikel ausgehenden trinitarischen Gotteslehre ergoß sich nun eine Flut vaterlandsverherrlichender, rassevergötzender Gedanken, die 1933 weite Teile des theologischen Denkens überfluteten.
Sehr viel entscheidender als theologische Überlegungen, die im Lager der Begeisterten Mangelware blieben, waren indes in dieser Gruppe die historischen und tagespolitischen Urteile und Eindrücke.
Der militärische Ausgang des 1. Weltkrieges und ihre anhaltenden wirtschaftlichen Folgen, also das Elend des Krieges und das lange anhaltende Nachkriegselend wurden in der konservativen Öffentlichkeit nicht etwa der militärischen Führung und der kaiserlichen Regierung angelastet sondern entgegen den historischen Fakten der politischen Linken und den Juden. Das war ein durchsichtiges Entlastungsmanöver, aber es fraß sich in das allgemeine Bewusstsein ins-besondere der bürgerlichen Schichten ein, zu der die Pfarrerschaft gehörte. Nun rächte es sich, dass die Kirche die militärische Niederlage von 1918 theologisch nicht bearbeitet und psychologisch nicht verkraftet hatte.
Infolge mangelnder historischer Plausibilität wurde diese Fälschung der historischen Fakten mit scharfer, abstoßender Polemik vorgetragen.
„Ist doch die marxistische, internationalistische, materialistische Gesinnung und damit unser Zusammenbruch im Kriege und noch mehr in der nachfolgenden Revolution und Inflation mit all ihren so hässlichen Begleiterscheinungen zum großen Teile auf Konto der Juden zu schreiben. Schiebertum, Wucher, Verseuchung des Theaters, der Literatur, der Presse, des Kinos und Radios; hat nicht der Jude bei alledem seine Hand im Spiele?“ schrieb Walter Schröder, Saalsdorf, einleitend und wollte damit die Entstehung der völkischen Bewegung erklären. 22
Auf diesem düsteren Hintergrund löste die nationalsozialistische „Bewegung“ Begeisterung aus.
Sie wurde als jugendliche Bewegung wahrgenommen. Die Zeit war keineswegs auf Jugendlichkeit getrimmt wie andere, aber die mit dem Bild der Jugend einhergehenden Bilder von überschäumendem Lebensmut und „Opfersinn“ lösten eine merkwürdige Bewunderung aus. Solche Bilder begeisterter Jugendlicher waren zuletzt im August 1914 durch die kaiserliche, propagandistische Sprachregelung der deutschen Öffentlichkeit vermittelt worden. Die Begeisterung hatte nicht den raschen erhofften Erfolg gebracht. Vielleicht aber dieses Mal? Die nationalsozialistische Bewegung habe „wie im Sturm die Herzen aller derer erobert, denen es Ernst ist mit der Befreiung Deutschlands von den eisernen Ketten seiner Feinde. Man wird dabei an die Zeit der Befreiungskriege erinnert. Welch’ edle Begeisterung für alles, was Menschenbrust erhebt, lebt in dieser nationalsozialistischen Jugend, welche Hochstellung neuer Sittlichkeit und Religiösität auf der Grundlage des Christentums finden wir da, und wie ist man fähig und willens, für seine Ideale mit Wort und Tat einzustehen! Man erträgt ruhig und gelassen alle Bosheit und Niedertracht und Gemeinheit und Verleumdung seiner Gegner und ist bereit, das eigene Leben seinen Idealen zu opfern“. Im Nationalsozialismus rausche „das Blut des erwachenden Vaterlandes. Er ist wie ein Bergstrom, der anfangs allerlei mit sich führt, aber zuletzt segensreiche Wasser in das Land ergießen kann.“ 23 Der Verfasser Wilhelm Klinzmann, Lehre, äußerte sich ansonsten sehr kritisch und abweisend zu Hitler und seinem Programm.
Es war eine Bewegung Hitlers, und die Person Hitlers löste Bewunderung und Verehrung aus. Hitler gab der Bewegung außerdem einen christlichen Anstrich. Er war katholisch und blieb es bis 1945. Noch am 30. Januar 1945 beeindruckte er mit derlei christlicher Phraseologie und Kardinal Bertram ordnete nach der Nachricht vom Tod Hitlers ein Requiem für den Führer an.
Das Programm sprach vom „positiven Christentum“. Das weckte Vertrauen. Es gab einige Textstellen in „Mein Kampf“, in denen Hitler von den christlichen Kirchen mit Hochachtung sprach. Diese aphoristische „Christlichkeit“ überzeugte den begeisterten Teil der Pfarrerschaft. Der autoritäre Staat auf christlicher Grundlage war ihr Idealbild, und dieser Wunschtraum wurde von vielen auch eher Bedenklichen geträumt. 30 der Verfasser gehörten den Jahrgängen 1859-1869 an, waren also vor der Reichsgründung 1871 geboren. 64 von ihnen hatten die Jahrhundertwende als 20-Jährige und ältere erlebt. 25 Verfasser der Jahrgänge 1891-1896 können zu den begeisterten 18-23-Jährigern gezählt werden, die den August 1914 mit seiner hektische Emphase erlebt und vielleicht auch geteilt haben.
Für sie gab es keine politische Alternative zu Kaiser und Reich. Die 13 Jahre währende republikanische Zeit, die gerade in Preußen mit einer Dreierkoalition aus Sozialdemokraten, Liberalen und Zentrum eine 10 Jahre lange stabile Landesregierung unter Ministerpräsident Braun hervorgebracht hatte, wurde systematisch reichsweit schlecht geredet.
Eigentlich hatte die Pfarrerschaft keinen Grund zur Klage. Nach der für Teile der Pfarrerschaft schwierigen Inflationszeit waren die Pfarrergehälter kontinuierlich gestiegen, die Landeskirche hatte sich durch die Einrichtung des Bischofsamtes und der Wahl von Bischof Bernewitz eine überzeugende äußere wie geistliche Ordnung gegeben, die Stärkung der demokratischen Strukturen im Landeskirchentag, in Kreiskirchentagen und Gemeindekirchenräten hatte sich rasch eingebürgert. Die Mitbestimmung der Gemeinden war gestiegen. Trotzdem war die Sehnsucht nach Rückkehr zu einem autoritären Staat auf christlicher Basis, wie sie ihn im Kaiserreich erlebt hatten, unverändert groß, und wenn ohne Kaiser dann eben mit Hitler. Die Hoffnung auf einen solchen Staat schien ihnen in Hitler greifbar nahe. Der „Wiederaufstieg“ Deutschlands durch Hitler zu einem christlichen Staat sowie zur Belebung einer evangelischen Volkskirche in einem die christlichen Bekenntnisse schützenden Staat waren wie glühende, wiederholt ausgesprochene Hoffnungen.
In seiner 54-Seiten langen Arbeit entwarf der 30jährige Pfarrer Walter Brackhahn, Heckenbeck, ein begeistertes Ja zur Persönlichkeit Hitlers. Er sprach vom „Vorbild des Führers“, seinem tiefen Glauben an die Macht der Vorsehung und Bestimmung im Leben des Einzelnen und der Völker, von seiner bewussten Stellungnahme zu Christentum und Kirche und seinem Vorbild der persönlichen Aufopferung für die Anderen. „So ist Hitlers bewusste Stellungnahme zu Christentum und Kirche in allen Einzelheiten erfüllt von höchstem Verantwortungsgefühl und –bewußtsein. Nicht nur gegenüber dem ewigen, unsichtbaren Gott sondern auch gegenüber dem sichtbaren Volkstum und besonders gegenüber der Zukunft des eigenen Volkes und der Menschheit... Wohl unserem deutschen Volk, dass ihm in dieser Notzeit noch eine solche Persönlichkeit geschenkt ist, die bei aller Nüchternheit der Wirklichkeitsbetrachtung doch stets erfüllt ist von idealer Begeisterung für alles Wahre, Gute und Schöne, - die auch als politischer Führer alle Zeit ein aufrichtiger Christ ist und sein will, - die zwar wenig von der Nachfolge Jesu spricht, weil sie zu solchem Rufe nicht berufen ist, die aber durch ihre beständige Mahnung zur Verantwortung in allen Dingen und vor allem durch ihr eigenes, beständiges Vorbild der unbedingten Aufopferung für die Anderen sicher viel mehr zur unbedingten Nachfolge Jesu unbewusst auffordert, als wir heute auch nur ahnen und später jemals zu ermessen vermögen.“ 24
Gustav Schmidt, Bettingerode fasste seine Hoffnungen in dem Gebetswunsch zusammen: „Gott aber gebe dem Mann Hitler die Kraft, sein Ziel zu erreichen, dann wird in einem politisch und moralisch freien Deutschland auch die Kirche wieder den Platz einnehmen, der ihr als Verkünderin göttlicher Wahrheit gebührt.“ 25
Schon 1931 entstand eine Art von persönlicher Bindung von Pfarrern an „den Führer“, die sich nach 1933 flutartig ausweitete und in die Eidesleistung von 90 Prozent der evangelischen. Pfarrerschaft auf die Person und die Politik Hitlers im Frühjahr 1938 einmündete. Damit war ein großer Teil der Selbstnazifizierung der ev. Pfarrerschaft abgeschlossen. Sie begann schon 1931.
Die Arbeit wurde der Themenstellung gemäß mit einer Darstellung der Folgen für Kirche und Pfarramt beendet. Hermann Bechler, Gremsheim, schilderte sie folgendermaßen: „Da die NSDAP eine ganz klare, bejahende Stellungnahme gegenüber der Kirche einnimmt, sollte die Kirche eine ebenso klare Stellung gegenüber der NSDAP einnehmen. Die Kirche muss irgendwie in den Nationalsozialismus hinein.“ Der Nationalsozialismus warte auf die Kirche und brauche sie für seine mannigfachen Aufgaben. Die Kirche dürfe diesen Ruf nicht überhören, ansonsten wäre „der Bestand der Kirche auf das schlimmste bedroht.“ 26
Dieses „irgendwie hinein“ konnte mit einem Parteieintritt vollzogen werden. Doch waren auch die begeisterten Pfarrer eher zurückhaltend. „Wir sind für alle da,“ schrieb Pfarrer Gustav Gropp, Stadtoldendorf. „Wir dürfen uns nicht den Weg zur Seelsorge selbst verbauen. Ich würde aber wohl bereit sein, auf Versammlungen, in Vorträge usw. der Ortsgruppe meiner Gemeinde im Ringen um eine wirklich christliche Weltanschauung eine Hilfe zu werden versuchen. Wir sind für alle da, auch für die, die uns suchen und wollen, ja besonders für diese. Aus meiner Sympathie für den Nationalsozialismus werde ich, auch als Pfarrer, keinem Andersdenkenden gegenüber einen Hehl machen; denn ehrlich währt am längsten.“ 27
Pfarrer Wilhelm Ziegenmeyer, vollzog wenige Monate nach Anfertigung der Arbeit seinen Parteieintritt und erörterte in der Arbeit viele praktische Vorschläge. Die Pfarrer sollten an der Herstellung von Lehrplänen und Lehrbüchern des neuen Nazikultusministers in der Landeshauptstadt mitwirken. Er sorgte sich auch um die Frage, ob Pfarrer im Talar den Hitlergruß verwenden sollten und riet ab. In Zivil hatte er offensichtlich nichts dagegen. Später wurde er im Auftrag der Ortsgruppe für Verbreitung von Nazikultur in seinem Dorf Gehrenrode zuständig. 28
Die Bindung der Kirche an den Nationalsozialismus wurde für manchen der Begeisterten zu einer endgültigen. „Der Nationalsozialismus will, daß das zukünftige Deutschland ein christlicher Staat wird.... Das ist mir sicher: mit dem Nationalsozialismus steht und fällt die Kirche.“ 29
Die größte Gruppe – es waren 55 - war jene, die sich weder begeisterten noch radikal widersprachen. Sie mochten sich noch kein endgültiges Urteil bilden und schriftlich niederlegen. Dazu nannten sie folgende Gründe: die völkische Bewegung sei noch „im Werden“. Die Jugendlichkeit, ein Argument der Begeisterten, wurde in der kirchlichen Mittelgruppe zu einem Argument des Retardierens. Erst wenn die Bewegung offenbar „erwachsen“ geworden wäre, wäre ein endgültiges Urteil möglich. Daran ist auffällig, dass Hitlers „Mein Kampf“ und das Grundsatzprogramm der NSDAP keiner Änderung bei weiteren Auflagen unterworfen werden sollte. Insofern wirkte dieses Argument der kirchlichen Mitte ausweichend und reflektierte eher die eigene Unentschiedenheit.
Ein anderes Argument war überzeugender: die völkische Bewegung bot ein Bild von gegensätzlichen und verwirrenden Inhalten. Würde sich der Nationalsozialismus gegen Tannenbergbund, Dinter, den Germanenkult durchsetzen? Dinter war zwar aus der Partei ausgeschlossen worden, aber es gab viele andere völkische Modelle, auch Modelle für eine künftige Reichskirche. Dieses Argument mochte mit dem autoritären Führungsstil Hitlers widerlegt werden. Dann aber folgte die Frage: was würde passieren, wenn Hitler tot wäre? Die Verfasser rechneten offenbar mit einer langen Lebensdauer des Nationalsozialismus.
Ein weiteres Argument blieb dauerhaft. Auch der Nationalsozialismus bot kein einheitliches Bild. Die bis Kriegsende anhaltenden Rivalitäten zwischen den Nazieliten, die Hitler geschickt je nach Lage gegeneinander auszuspielen verstand, hatten eine lange Tradition. Sie wurde in den Arbeiten der Pfarrer an der Einschätzung des „Mythus“ Rosenbergs ausgiebig diskutiert. Rosenbergs Darstellung wurde ganz überwiegend eindeutig abgelehnt. Es wurde mit Hitler gegen Rosenberg argumentiert. Auch weit nach 1933 war Rosenberg der öffentlichen Diskussion ausgesetzt und oft genug meinte ein kirchlicher Kritiker Hitlers Anschauungen, wenn er von Rosenbergs schrieb. Dieser Gegensatz, der sich auch unter den Bedingungen eines autoritären Staates nicht schloss, war natürlich im republikanischen Milieu umso diskutabler. Hitler selber ließ diesen Gegensatz bewusst offen.
Schließlich aber waren es offene Fragen an Hitlers Anschauungen aus „Mein Kampf“ selber, die erst beantwortet werden sollten, bevor eine Entscheidung für oder gegen den Nationalsozialismus fallen konnte. Waren die unanständigen Sätze Hitlers über die Äußere Mission oder das Lebensrecht behinderter Menschen sein letztes Wort? War sein Votum für die Kirche als Fundament des Staates glaubwürdig und ehrlich oder nur reine, zeitbedingte Taktik, die nach veränderter Lage auch fallengelassen werden konnte?
Die kirchliche Mitte entwickelte aus dieser Position von ablehnenden und zustimmenden Argumenten ein ihr entsprechendes theologisches Handlungskonzept. Die Anknüpfung wurde zur Parademethodik der Unentschlossenen. Der 32 jährige Rudolf Lerche, Gebhardshagen, zählte in seiner Arbeit auf drei Seiten als solche Anknüpfungspunkte das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Volk und Heimat, den Begriff des Glaubens und des Gehorsams, den „stark ausgeprägten Opfersinn“, das Verständnis für Symbole des Nationalsozialismus auf. Das Verantwortungsbewusstsein müsste „gesteigert“ werden zum Verantwortungsbewusstsein gegenüber Gott, hinter der unbedingten Autorität des „Führers“ müsste „eine letzte Autorität“ aufgezeigt werden, vom Opfersinn her „kann man auch den Sinn des Opfers von Golgatha wieder deutlich machen“, von der Anerkennung der Symbole ließe sich auch ein Hinführen zur Anerkennung der Sakramente ermöglichen. 30
Es waren die Gutwilligen und auf Ausgleich Bedachten unter den Verfassern, die diese Methode allzu gerne anwandten. Es ermöglichte ihnen, eine Neutralität zu wahren, die typisch für ein bestimmtes Amtsverständnis war, von den Zeitgenossen jedoch eher als vorsichtige und bedachte Parteinahme wahrgenommen wurde.
Typisch für die Mittelgruppe und auch für viele überwiegend kritische Abhandlungen waren die positiven Schlussbemerkungen. Es war wohl das systemimmanente Hirten- und Helfersyndrom, gerade dem Verirrten nachzugehen, dass die Verfasser am Schluß den guten Willen bekundeten, den Nationalsozialismus zu reinigen, zu vertiefen, zu klären, das Gute zu fördern.
Zur „Neutralität“ gehörte es, dass die kirchliche Mitte die Brücken zu einem wüsten Antisemitismus der Begeisterten nicht radikal abbrach. Hans Ehlers, Greene hatte 12 Leitsätze zum Verhältnis der Kirche zum Nationalsozialismus verfasst. Der siebente lautete: „Die lutherische Kirche steht dem AT bejahend gegenüber. Die evangelische Pfarrerschaft ist deutsch gesinnt und zumeist antisemitisch in gesunder Art.“ Nach einer Darstellung der Geschichte der Judenfeindschaft in der evangelische Kirche kam er zu dem Schluss, die evangelische Pfarrerschaft könnte „einem gesunden Nationalismus und einem gesunden Antisemitismus“ voll und ganz zustimmen. Wenn beides im Nationalsozialismus in den richtigen Grenzen bliebe und national und antijüdisch nicht zu nationalistisch würden, „zollen wir ihm auch unsere Anerkennung.“ 31
Dieser „Antisemitismus gesunder Art“ unterschied zu seiner Entlastung zwischen dem einzelnen Juden und dem Judentum. Der Kampf gälte „selbstverständlich“ nicht dem einzelnen Juden, sondern eben dem Judentum. Diese Unterscheidung mochte sogar in der Pogromnacht 1938 ein lutherisches Gewissen entlasten, denn in Brand wurden „nur“ die Synagogen gesteckt, nicht die einzelnen Juden. Noch nicht.
Diese Unterscheidung wurde auch von den Begeisterten übernommen und in ihren Folgen erheblich ausgeweitet. „..bei Anerkennung unserer Nächstenpflicht gegenüber dem einzelnen Juden, müssen wir es doch billigen, wenn die völkische Bewegung das Judentum als Schädling bekämpft.“ 32 Die Kombination von Nächstenliebe und Schädlingsbekämpfung war im Neuen Testament und im Ordinationsgelübde nicht vorgesehen. In der Braunschweiger Landeskirche war sie möglich und es ist sehr zu bezweifeln, ob nur in dieser kleinen lutherischen Landeskirche. 33
Vom 9. September 1931 bis zum 2. März 1932 zogen sich die 15 Predigersynoden hin, auf denen alle Pfarrer der Landeskirche bis auf verschwindende Ausnahmen und mit Ausnahme der Pfarrer von Braunschweig, Wolfenbüttel und Thedingshausen über das Thema in Anwesenheit der Wolfenbüttler Kirchenleitung diskutierten. Wie in der Pfarrerschaft so war auch das Urteil der Kirchenleitenden unterschiedlich. Bischof Bernewitz und der Personalreferent OKR Meyer hatten sich den Besuch der Predigersynoden aufgeteilt. Bernewitz besuchte fünf, Meyer sieben, OKR Heydenreich in Vertretung des erkrankten Bischofs eine, zwei Predigersynoden tagten ohne die kirchenleitenden Brüder des Amtes. Die Predigersynode wurde nach einer Andacht mit einem überblickartigen Kurzreferat der diskussionsleitenden Kirchenräte über die vorgelegten Arbeiten eingeleitet. Für die Aussprache hatten die Kirchenräte außerdem eine Gliederung oder Thesen vorgelegt. In fast jeder Predigersynode gab es den Arbeiten zufolge Begeisterte, scharfe Kritiker, Vermittelnde. Bernewitz und Meyer hielten sich keineswegs vornehm zurück oder beschränkten ihre Aufgabe aufs Zuhören oder Moderieren zwischen den unterschiedlichen Positionen der Teilnehmer. Sie beteiligten sich vielmehr lebhaft, oft nach jedem Diskussionspunkt, an der Aussprache und trugen massiv ihre eigenen Positionen vor. In einem Schlußwort konnten sie ihren eigenen Standpunkt noch einmal bekräftigen.
Am Ende der Predigersynode des Kirchenkreises Lichtenberg am 28.Oktober 1931 betonte Bischof Bernewitz in einem ausführlichen Schlusswort, wie sehr er sich freute, daß seinem Eindruck nach die Stellung der Pfarrerschaft „immer freundlicher und verständnisvoller geworden“ wäre. Das Protokoll fuhr fort: „Bernewitz hob die große Opferwilligkeit und große Begeisterung der Bewegung hervor... Wir sollten uns freuen, daß solche Menschen da sind. Hier sind offenen Türen.“ 34 In der Predigersynode des Kirchenkreises Seesen am 30. November wiegelte Bernewitz bei der Einschätzung der unhaltbaren Anschauungen Rosenbergs ab. Man dürfte Rosenberg nicht überbewerten. Es sei zweifellos für die Kirche ein Glück, dass der Nationalsozialismus da wäre. Sehr ausführlich referierte der Bischof, dass die Kirche nicht Parteipolitik treiben, wohl aber eine Politik für das Deutschtum und das Christentum unterstützen solle. 35
Zu einer Kontrovers mit den Amtsbrüdern kam es bei der Predigersynode in Timmerlah am 14. Dezember 1931. Als Heinrich Brinkhoff, Bortfeld und Hermann Lenz, Denstorf den „Wert der jüdischen Rasse betonten“, griff der Bischof ein „und wies auf die furchtbare Zersetzung hin, die durch die Juden in unseren deutschen Landen und in unserem Volke besorgt wird. Er zeigte, wie die Juden überall in der Presse, im Bankwesen, in der Justiz, etc. Vorrechte hätten und unsere deutschen Verhältnisse stark jüdisch beeinflussten zum Schaden und zur Degenerierung unseres Volkes.“ 36 Die Diskussionsteilnehmer schlossen sich keineswegs diesem Urteil an. Der stellvertretende Kirchenrat Bodo Steigerthal nannte die Juden von Gott gesegnet. Erneut nahm der Bischof das Wort. Die Juden wäre international eingestellt, „daher könne man sie nicht nur aus einem Lande verbannen, etwa nur aus Deutschland“ dann wären sämtliche Juden des Auslandes gegen Deutschland, zu denen man viele Beziehungen habe, deshalb „könne man sich ihrer nicht entledigen auf diese Weise“. „Herr Landesbischof ist wohl dafür, dass wir von dem rigorosen Einfluß der Juden befreit werden, aber man soll die Juden nicht verfolgen,“ bemerkte der Protokollführer. Aber die Teilnehmer überließen ihrem Bischof in dieser Diskussion nicht das letzte Wort. Heinrich Brinkhoff kam auf seine Anfangsthese zurück. „Das Judentum sei dem Deutschtum gleichwertig“, er verwies auf Künstler und Wissenschaft. „Es wäre Hochmut, wenn wir behaupten wollten, dass jüdische Volk sei minderwertiger als das deutsche Volk“. Der Landesbischof hatte aus seiner baltischen Heimat den dort landesüblichen Antisemitismus in die Braunschweiger Landeskirche mitgebracht und stieß nicht nur im Kirchenkreis Timmerlah auf Widerspruch.
OKR Meyer hingegen zeigte sich wesentlich reservierter und bremste die Begeisterung für den Nationalsozialismus, wo immer er konnte. Im kleinen Kirchenkreis Königslutter waren fünf, ganz überwiegend positive Arbeiten eingereicht worden. Kirchenrat Evers hatte die Arbeit folgendermaßen zusammengefasst: „Was endlich den Nationalsozialismus betrifft, so betonen sämtliche Arbeiten, dass sich die Kirche dessen freuen möchte, dass endlich sich einmal eine Partei offen zum positiven Christentum bekennt und die christlichen Bekenntnisse unter ihren Schutz stellt. Im Kampf gegen den Marxismus hat sie in ihm einen Bundesgenossen, der ihr nur willkommen sein kann.“ 37 OKR Meyer hingegen warnte bei der dreistündigen Aussprache mit acht Teilnehmern vor allzu großem Optimismus gegenüber dem Nationalsozialismus, durch die Überordnung der Rasse würde der erste Glaubensartikel von der Schöpfung hinfällig. Dagegen aber wandten einige Teilnehmer ein, „dass die Rasse etwas Gottgewolltes und als solches auch zu bewerten wäre“. 38
Einen weit schwierigeren Stand hatte OKR Meyer im Kirchenkreis Gandersheim. Von den 14 eingereichten Arbeiten zeigten sich vier Verfasser vom Nationalsozialismus begeistert. Alle vier traten in die NSDAP ein, drei von ihnen schon vor 1933 und dann auch in die DC. Drei weitere zeigten sich ebenfalls ausgesprochen positiv, drei hingegen abweisend zum Nationalsozialismus. Es kam auf der Predigersynode am 3. November zu einer lebhaften Debatte. Der Protokollant vermerkte „erregte Debatte“, „erneut sehr erregt, wobei auch in der Formulierung nicht glückliche Ausdrücke gewählt werden.“ 39 Drei der vier Begeisterten waren nämlich Anhänger der Deutschkirche und dominierten die Debatte mit diesem Thema. Kirchenrat Tacke hatte offenbar eine Debatte verhindern wollen und erst in der vorletzten der 15 Diskussionsthesen sehr entgegenkommend formuliert: „Die Stellungnahme der einzelnen Geistlichen zu der Deutschkirche muß seiner Verantwortung und seinem Gewissen überlassen bleiben.“ Die Ansichten der Deutschkirche widersprachen eklatant dem Ordinationsgelübde, weil sie das Alte Testament abschaffen, das Neue Testament entjudaisieren und das Jesusbild arisieren wollte. OKR Meyer provozierte die Synode mit der Bemerkung, die Deutschkirche gehörte zu den Gruppen, die zu bekämpfen wären. Das ließen sich die Jungen, der 30jährige Walter Brackhahn und der 28 jährige Wilhelm Beye nicht bieten. Die Deutschkirche wäre kirchenfreundlich. Tatsächlich rief sie anders als der Tannenbergbund nicht zum Kirchenaustritt auf. Dagegen meldete sich Hans Thielhorn, der die Deutschkirche grundsätzlich ablehnte. Als wegen der steigenden Erregung der Debatte zwischen den beiden Seiten Kirchenrat Tacke zu einer neuen Diskussionsthese übergehen wollte, griff OKR Meyer erneut ein. Die Debatte über die Deutschkirche müsse zu Ende geführt werden. Nun erwärmte sich auch Otto Lohmann für die Deutschkirche, Wilhelm Ziegenmeyer befürchtete gar, die NSDAP könnte sich der Deutschkirche bemächtigen „und dann ständen die Pfarrer,. bzw die organisierte Kirche ausserhalb der Massen des Volkes“. Beye warb für die Mitarbeit in der Partei, OKR Meyer hingegen warnte postwendend „vor irgendwelchen großen Hoffnungen“. Als Friedrich Knoch den grundsätzlich christlichen Charakter der Bewegung betonte, warf OKR Meyer als Gegenbeispiel den Namen des braunschweigischen Innenministers Dietrich Klagges in die Diskussion. „Wir sind noch lange nicht am Ende des Leidensweges,“ beschloss OKR Meyer seinen Diskussionsbeitrag. Dieses Misstrauen wäre „völlig unberechtigt“, entgegnete Beye. Auch in den weiteren Verlauf der Debatte griff Meyer meist kritisch ein.
Von den 15 Kirchenräten plädierten mit einer Ausnahme alle mit dem Landesbischof für eine Öffnung der Landeskirche zum Nationalsozialismus hin. Anders als diese hatte sich der Blankenburger Kirchenrat Ottmar Palmer für eine entschlossene Ablehnung entschieden. Er folgte dabei einer einfachen Beobachtung, die er dann folgerichtig weiterverfolgte. Er kritisierte den von Hitler verwendeten unwissenschaftlichen Rassebegriff, der als Urheber und Gestalter von Religion begriffen wurde. Von dieser Überordnung her folgte für Palmer die Ablehnung der Grundlagen der lutherischen Kirche. Daraus ergab sich wiederum die abweisende Haltung von Kirche und Pfarramt gegenüber dem Nationalsozialismus. Diese Beobachtung war nicht neu und wurde auch von vielen anderen Verfassern gemacht. Neu war aber die Folgerichtigkeit, mit der Palmer diese Beobachtung ohne Abschweifung bis zum Ende durchdachte und keine Relativierung zuließ. In seinem Überblick über die eingereichten Arbeiten beanstandete Palmer, dass keiner der Bearbeiter den „in allen Spielarten der Völkischen Bewegung unermüdlich wiederkehrenden Satz, dass Religion abhängig sei von der Rasse, Religion rassebedingt“ wäre und volkhaft sein müsse, zum Ausgangspunkt genommen hätte. Die Grundsubstanz des Christentums, seine biblische Grundlage hingegen duldete keine Veränderung und die Geschichte des Christentums hätte längst den Nachweis erbracht, dass es sich für alle Rassen und Nationen eignete. Das Urteil lautete: „Ablehnung dessen, was man als „völkische Religion“ bezeichnen mag.40
Palmer machte die nazistische Auffassung der Einheit von Rasse und Religion zur Ausgangsthese für die dadurch wesentlich dominierte Diskussion der Predigersynode und drängte auf ein von den Pfarrern des Kirchenkreises getragenes, ablehnendes Votum. Der Kirchenkreis Blankenburg, aus dem überwiegend ablehnende Arbeiten eingegangen waren, tagte am 14. Oktober 1931 zusammen mit dem kleinen Kirchenkreis Hasselfelde/Walkenried, der von Kirchenrat Georg Eißfeldt geleitet wurde. Eißfeldt hatte eine sehr viel günstigere Meinung vom Nationalsozialismus, die Palmer dadurch in den Hintergrund drängte, indem er seinem Kollegen die Andacht überließ und selbst die Diskussionsleitung übernahm.
In der Aussprache drang der zurückhaltende bis ablehnende Tenor durch, was den von Palmer hoch geschätzten Bischof Bernewitz wohl überrascht haben mochte. Es war die erste Predigersynode, die er besuchte. Erst in seinem Schlusswort wurde deutlich, dass der Bischof „christliche Einflüsse in der Gedankenwelt des Nationalsozialismus“ „doch mindestens für das Bestehen des deutschen Volkes“ für bedeutsam hielt. Die Schlußfolgerung mochten Bernewitz und Palmer gemeinsam tragen, aber unterschiedlich auslegen. „Gerade erst in engster Verbindung mit lebendigem Christentum wird diese Bewegung ein Segen für das deutsche Volk sein können.“ Palmer hielt „lebendiges Christentum“ in der Harzregion für unterentwickelt und eine Verbindung mit seinen Resten für aussichtslos; der Landesbischof hingegen praktizierte selber „lebendiges Christentum“, indem er die Türen seiner Wolfenbüttler Bischofsvilla für die verprügelten SA Leute weit öffnete und ihnen eine Suppe zur Stärkung anbot. Daß daraus „ein Segen“ geworden wäre, beurteilte Bernewitz später zurückhaltender.
Abschließend möchte ich die Haltung der drei Gruppen querschnittartig an ihrer Stellung zum „positiven Christentum“ darstellen.
In allen drei Gruppe wurde dieses dem Paragraph 24 des NSDAP Parteiprogramms entnommene Wortgebilde „positives Christentum“ behandelt. Die Partei „als solche“ verträte den „Standpunkt eines positiven Christentum“, hieß es. Das Wortgebilde entwickelte sich zu einem Zauberwort. Die Begeisterten flogen sozusagen auf den Begriff, polsterten ihn mit ihrem enthusiastischen Vorverständnis und konstatierten aus dem von ihnen aufgeblasenen Wortgebilde die Christlichkeit des Nationalsozialismus, die christliche Religiösität Hitlers, die NSDAP als christliche Partei, den von Hitler geplanten christlichen Staat, ein christliches Deutschland.
Kirchenrat Scholz nannte als entscheidenden Grund für das freundliche Verhältnis der Kirche zum Nationalsozialismus, „daß sich der Nationalsozialismus für ein positives Christentum erklärt,“ 41 und Rudolf Steinhoff, Leinde, schwärmte:„Da haben wir eine ganz gewaltig gewachsene und immer noch weiter anschwellende Bewegung, die von so viel Begeisterung getragen ist, und im Programm dieser so aussichtsvollen Partei...wird das Christentum ausdrücklich und klar bejaht.“. Man wolle das Christentum erhalten und erstrebe ein „christliches Deutschland“. 42
Neben so vielen Hoffnungen weckte die Wortkonstruktion auch Zweifel. Warum hieß es im Programm nicht schlicht: „Christentum“ in dem Sinne: die Partei steht auf dem Boden des Christentums. Das war unmissverständlich. „Positiv“ hieß nämlich in kirchlichen Kreisen „orthodox“ oder „lutherisch“. „Die Positiven“ bildeten die rechte Fraktion im Landeskirchentag. Das war natürlich nicht gemeint, stellte auch der Landesbischof fest, aber es schwang ein verführerisch zuverlässiger Klang in diesem Wort „positiv“ mit.
August Heydenreich, Oberkirchenrat im Nebenamt für die Gemeinden zuständig, erklärte auf der Synode in Schöppenstedt am 11. November, es bedeute „praktisches Christentum“. 43 So erweckte das Zauberwort bei Paul Schmidt Hoffnungen auf vermehrten Gottesdienstbesuch in seiner Kirchengemeinde Hordorf. Die Pfarrer sollten die nationalsozialistischen Parteigenossen in der Kirchengemeinde auf diesen § 24 aufmerksam machen und diese sollten ihn durch die Tat, nämlich durch regen Gottesdienstbesuch und Besuch kirchlicher Veranstaltungen betätigen. 44
Demgegenüber verwies Wilhelm Jeremias auf Hitlers barbarische Äußerungen auf dem Nürnberger Parteitag von 1929, wo er öffentlich die Ermordung von sieben – achthunderttausend der schwächsten Neugeborenen zu Gunsten der Aufzucht der Starken vorgerechnet hatte. „Die Partei bekennt sich zu einem barbarischen Heidentum. So aber ist es..eine Rohheit ohnegleichen, den Mord von Hunderttausenden von Kinder als eine Möglichkeit zu diskutieren und dann auch noch das Wort „positives Christentum“ in den Mund zu nehmen.“ 45
Die Versuche, dem Wortgebilde einen günstigen, kirchenfreundlichen Wortsinn zu geben, scheiterten bei der mittleren Gruppe besonders an der Erklärung durch Rosenberg. Arthur Rosenberg hatte „positives Christentum“ in Gegensatz zum „negativen Christentum“ verstanden. Negatives Christentum war für Rosenberg das Alte Testament und die paulinischen Aussagen über Sünde, Gnade, Erlösung, die abgelöst werden müßten. Negatives Christentum war nach Rosenberg also das, was die Pfarrer unter positivem Christentum verstehen wollten. Es entbrannte eine heftige Auseinandersetzung, ob die Rosenbergsche antibiblische, antikirchliche Interpretation die authentische nationalsozialistische wäre. Die Gruppe der Begeisterten spielten die Bedeutung Rosenbergs für die Interpretation des § 24 herunter, zumal er selber sein Buch als Privatmeinung deklariert hatte oder ignorierten sie einfach.
Heinrich Brinkhoff aus Bortfeld dagegen arbeitete den Gegensatz heraus: „Daß der nationalsozialistische Kampf gegen das A.T., gegen die Idee von Sünde und Gnade, gegen die Heilstatsachen u. das Dogma, gegen das Kreuz u. die christliche Mission nichts mehr mit dem positiven Christentum zu tun haben, braucht hier nicht näher bewiesen zu werden. Diese Äußerungen beweisen nur, daß man das Christentum nicht verstehen kann oder nicht verstehen will. Die fixe Idee von der allein seligmachenden Rasse greift einzelne Stücke aus dem Christentum heraus, vermengt sie untereinander u. es wird ein Chaos daraus.“ 46
Konrad Minkner, Naensen, forderte in seinem Schlussabsatz eine öffentliche Kundgebung von der Kirche gegen Rosenberg. Sie solle dem Nationalsozialismus zeigen, dass das Buch Rosenbergs mit „positivem Christentum“ unvereinbar ist, zudem in seiner Form dem religiösen Empfinden weiter evangelischer Kreise ins Gesicht schlage. 47
In dieser Auseinandersetzung um eine authentische Interpretation lieferte der Abgeordnete Buttmann mit einer Rede vor dem bayrischen Landtag, die im Völkischen Beobachter am 1. Mai 1931 abgedruckt worden war, noch rechtzeitig während der Abfassung der Arbeiten eine weitere Auslegung. „Positives Christentum“ hieße die heute aktuelle, gegenwärtige Gestalt der christlichen Kirche, „das Christentum, wie es heute vorhanden ist.“ Das war zur Beruhigung aller derer gesagt, die mit Rosenberg gegen das „positive Christentum“ argumentierten und zur Zurückweisung der katholischen Bischöfe, die kurz vorher die NSDAP als antikirchliche Partei tituliert und die Unvereinbarkeit zwischen Nationalsozialismus und Katholizismus festgestellt hatten.
Nicht nur die Rosenbergsche Interpretation gefährdete eine gutwillig-kirchliche Auslegung sondern der weitere Zusammenhang des § 24, der von dem Sittlichkeits- und Moralgefühl einer germanischen Rasse sprach, der nicht angetastet werden dürfte. Die mittlere Gruppe fragte nach der Zuordnung von christlicher Ethik und germanischem Moralgefühl. Das blieb unklar. Gutwillig ließ sich zwar der Dekalog mit dem germanischen Moralgefühl in Übereinstimmung bringen. William Ehrich aus Bornum/Elm nahm an „daß der Nationalsozialist auch im Dekalog und seiner Auslegung durch Luther das germanische Sittlichkeits– und Moralgefühl findet.“ Die Hauptforderung „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“, mit der der § 24 beschlossen wurde, fiele in den Bereich das 7. Gebotes. 48 Luthers Auslegung und Sprache sollten wohl die Tatsache verdecken, dass der Dekalog nicht in den germanischen Wäldern entstanden war.
Wilhelm Jeremias hingegen fragte: „Wenn man nur einmal das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse sehen könnte! Oder ist es etwa das, was die ethische Einstellung nationalsozialistischer Kreise verkörpert? Dann danken wir bestens! Beim § 24 des Programms wird es so recht deutlich, wie von den führenden Männern der Bewegung mit hochtönenden Worten umhergeworfen und wie oberflächlich von ihnen gedacht wird. Es ist bedauerlich, dass gerade die denkfähigen evangelischen Kreise auf solch Wortgeklappere hereinfallen, und in dem § 24 ein Plus jener Bewegung sehen können.“ 49
Hitler beließ es bei der Unklarheit des Begriffes, weil es die Phantasie eines autoritären Staates auf christlicher Basis erregte, die bei einem Großteil der evangelischen Pfarrerschaft bis in die Zeit des 2. Weltkrieges systemstabilisierend fortwirkte.
15 Monate nach den Diskussionen in den Predigersynoden meldeten sich 26 Pfarrer zur Aufnahme in die NSDAP an. Sie gehörten allen drei Gruppen an. 17 traten den „Deutschen Christen“ und 26 dem Pfarrernotbund bei, ebenfalls aus allen drei Gruppen. Die nahe Erfüllung der Vision von einem christlichen Deutschland, regiert von einem charismatischen Führer in einem christlichen Staat, hatte die Gegensätze eingeebnet.
27 Verfasser lebten im Gründungsjahr der westdeutschen Bundesrepublik 1949 noch in ihren Kirchengemeinden. Ihre Hoffnung auf einen christlichen Staat mit einer christlichen Partei und einem christlichen Staatsmann brauchten sie nicht aufzugeben. Sie hatte eine neue Füllung erhalten. Auch die alten Feindbilder blieben ihnen erhalten: der Bolschewismus an der Elbe und die Sakulärisierung von Westen her. Nur das mit dem „positiven Christentum“ war verbraucht. Nun sprach man vom „christlichen Menschenbild“.
1 Die Standardwerke Klaus Scholder „Die Kirchen und das Dritte Reich“ Frankfurt 1977 S. 171ff, Kurt Meier „Der Evangelische Kirchenkampf“ Halle 1976 S. 4 ff, Kurt Nowak „Evangelische Kirche und Weimarer Republik“ Göttingen 1981 S. 298 ff können noch nicht auf Untersuchungen zur Haltung der Pfarrerschaft zurückgreifen. Manche frühere regionalgeschichtlichen Darstellungen gehen kurz auf die Zeit vor 1933 ein, am frühesten wohl Günther van Norden „Kirche in der Krise“ Düsseldorf 1963 S. 17 ff; beispielsweise für die bayrische Landeskirche Helmut Beier „Die deutschen Christen Bayerns im Rahmen des bayrischen Kirchenkampfes“ Nürnberg 1968 S. 33 ff; für Mecklenburg Niklot Beste „Der Kirchenkampf in Mecklenburg 1933-1945“ Göttingen 1975 S. 13ff; sehr knapp Gerhard Ehrenforth „Die schlesische Kirche im Kirchenkampf 1932-1945“ S. 23 ff; für die Pfalz Thomas Fandel „Protestantische Pfarrer und Nationalsozialismus in der Region“ in Geschichte und Gesellschaft 2003 S. 512 ff ; für die oldenburgische Kirche Reinhard Rittner in Rolf Schäfer „Oldenburgische Kirchengeschichte Oldenburg 1999 S. 643 ff; für die Berlin-brandenburgische Kirche Manfred Gailus „Protestantismus und Nationalsozialismus“ Köln 2001 für die Hannoversche Landeskirche mahnt Hans Otte die Auswertung der Archivalien der Mittelinstanzen an „Zeitgeschichte in der hannoverschen Landeskirche Tendenzen und Perspektiven“ in ders. „Bewahren ohne Bekennen?“ Hannover 1996 S.556 ; für die Braunschweiger Landeskirche Dietrich Kuessner „Die Geschichte der Braunschweiger ev.-luth. Landeskirche im Überblick 1930-1947“
Hans Ulrich Wehler hat mit seiner Kritik an Gerhard Besier wohl recht: „Wo gibt es in der christlichen Verkündigung die Vergötzung des Volkstums, die Idealisierung des „Völkischen“, die Billigung des antisemitischen Rassismus, die Anleitung zu prinzipieller Feindschaft gegen die Demokratie und republikanische Staatform, die Befürwortung eines hasserfüllten extremen Nationalismus?“ in Hans Ulrich Wehler „Deutsche Gesellschaftsgeschichte 1914-1949 München 2003, S. 445, aber dieses grobe Bild bedarf doch einer tieferen Differenzierung.
2 Alle Zitate stammen aus Akten des Landeskirchlichen Archivs Wolfenbüttel; hier S. 1410
3 Die Aufsätze liegen nach Kirchenkreisen geordnet lose in den bezeichneten Akten. Da in den meisten Akten die Aufsätze von Pfarrern mehrerer Kirchenkreise aufbewahrt sind, ist leider die Angabe des Kirchenkreises (Kk) notwendig.; hier: LKA 56 Kk Lichtenberg
4 LKA 62 Kk Thiede-Engelnstedt
5 S 1410
7 Kurt Nowaks Bemerkung a.a.O. S. 302 Anm 20, dass „Hitler Mein Kampf“ viel weniger im Blickpunkt der Kirche gestanden habe, wird durch den Wolfenbüttler Quellenbefund nicht bestätigt.
8 Dieser Aufsatz war für manche Braunschweiger Pfarrer richtungsweisend, zumal er noch von den Erdrutschwahlen im September 1930 geschrieben war. In der Regel wird auf den Wienecke-Aufsatz im November 1930 im selben Blatt verwiesen
9 Die historischen Wurzeln des patriotischen Pietismus waren noch nicht entdeckt. Siehe Gerhard Kaiser „Pietismus uns Patriotismus im Literarischen Deutschland“ Frankfurt 1973 S. S. 70 ff und 124 ff
10 Braunschweiger Volksblatt 1931 S. 46ff und 50 ff
11 Dazu Hans Joachim Sonne „Die politische Theologie der Deutschen Christen“ Göttingen 1982 S. S. 30 ff
12 LKA 61 Kk Walkenried
13 LKA 61 Kk Hasselfelde
14 LKA 62 Kk Blankenburg
15 IS 691 Kk Holzminden
16 LKA 61 Kk Seesen. Zum Verhältnis DDP-Antisemitismus Kurt Nowak „Kulturprotestantismus und Judentum in der Weimarer Republik“ Göttingen 1991
17 LKA 62 Kk Timmerlah
18 LKA 57 Kk Campen
19 LKA 60 KkGandersheim
20 LKA 62 Kk Vorsfelde
21 Theodor Lipsius, Lauingen LKA 59 Kk Königslutter
22 LKA 62 Kk Vorsfelde dazu Andreas Lindt „Das Zeitalter des Totalitarismus“ Stuttgart 1981 S. 108ff und 127 ff
23 LKA 57 Kk Campen
24 LKA 60 Kk Gandersheim
25 LKA 57 Kk Campen
26 LKA 60 Kk Gandersheim
27 IS 691 Kk Holzminden
28 LKA 60 Kk Gandersheim
29 Gustav Gropp IS 691 Kk Holzminden
30 LKA 56 Kk Lichtenberg
31 LKA 60 Kk Gandersheim
32 Gustav Gropp IS 691 Kk Holzminden
33 dazu Marikje Smid „Protestantismus uns Antisemitismus 1930-1933“ in: Jochen Kaiser/Martin Greschat „Der Holocaust und die Protestanten“ Frankfurt 1988 S.38 ff
34 LKA 56
35 LKA 61
36 LKA 62 und die folgenden Zitate
37 LKA 59
38 ebd
39 LKA 60 und folgende Zitate
40 LKA 62 Kk Blankenburg und folgende Zitate
41 LKA 61 Kk Seesen
42 LKA 56 Kk Lichtenberg
43 LKA 58 Kk Schöppenstedt
44 LKA 57 Kk Campen
45 ebd
46 LKA 62 Kk Timmerlah
47 LKA 60
48 LKA 59 Kk Königslutter
49 LKA 57 Kk Campen
Impressum, http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/gesch/Aufsaetze1931.htm dk

References: § 24
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