Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=27.07.2011&Aktenzeichen=I%20R%2032%2F10
Timestamp: 2019-04-22 13:25:48+00:00

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BFH, 27.07.2011 - I R 32/10 - dejure.org
Beschränkte Steuerpflicht der Überlassung von Rechten - Berücksichtigung von (Unter-) Lizenzgebühren als Ausgaben beim Steuerabzug nach § 50a Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG 1990/1997
Beschränkte Steuerpflicht der Überlassung von Rechten; Berücksichtigung von (Unter-)Lizenzgebühren als Ausgaben beim Steuerabzug nach § 50a Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG 1990/1997
§ 21 Abs 1 S 1 Nr 3 EStG 1990, § 21 Abs 1 S 1 Nr 3 EStG 1997, § 21 Abs 3 EStG 1990, § 21 Abs 3 EStG 1997, § 49 Abs 1 Nr 6 EStG 1990
(Beschränkte Steuerpflicht der Überlassung von Rechten - Berücksichtigung von (Unter-)Lizenzgebühren als Ausgaben beim Steuerabzug nach § 50a Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG 1990/1997)
(Unter-)Lizenzgebühren als Ausgaben beim Steuerabzug nach § 50a EStG
Kurznachricht zu "Aktuelle Probleme mit der EU-Konformität des Steuerabzugs nach § 50a EStG" von Jörg Holthaus, original erschienen in: IStR 2014, 628 - 630.
FG Niedersachsen, 04.03.2010 - 6 K 511/06 1058
BFHE 234, 292
BStBl II 2014, 513
Gegenstand des Verfahrens ist das Bestehen bzw. der Umfang der Steuerentrichtungspflicht des Vergütungsschuldners (…ständige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteile vom 5. Mai 2010 I R 105/08, BFH/NV 2010, 2043; vom 27. Juli 2011 I R 32/10, BFHE 234, 292, BStBl II 2014, 513; Senatsbeschluss vom 7. September 2011 I B 157/10, BFHE 235, 215, BStBl II 2012, 590;… Senatsurteil vom 25. April 2012 I R 76/10, BFH/NV 2012, 1444).
Gegenstand des Verfahrens ist das Bestehen bzw. der Umfang ihrer Steuerentrichtungspflicht (…ständige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteile vom 5. Mai 2010 I R 105/08, BFH/NV 2010, 2043; vom 27. Juli 2011 I R 32/10, BFHE 234, 292, BFH/NV 2012, 118).
Um dem Rechnung zu tragen, hat der Senat ein entsprechendes Abzugsgebot in § 50a Abs. 4 Satz 6 EStG 1990/§ 50a Abs. 4 Satz 4 EStG 1997 "geltungserhaltend" hineingelesen (vgl. Senatsurteile vom 24. April 2007 I R 39/04, BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95; in BFHE 234, 292).
Dass die ursprünglich Berechtigten --die Y GmbH und die Z GmbH-- ebenso wie die Klägerin in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) ansässig sind, ändert daran nichts (s. zu einer vergleichbaren Sachverhaltskonstellation das Senatsurteil in BFHE 234, 292).
Dazu ist --um Wiederholungen zu vermeiden-- auf das Senatsurteil in BFHE 234, 292 zu verweisen.
Das ist der Fall, wenn die Verpflichtung zur Zahlung dieser Aufwendungen notwendige Voraussetzung dafür war, dass der Steuerpflichtige die in Deutschland zu versteuernden Einkünfte erzielen konnte (vgl. EuGH-Urteil in IStR 2011, 301 Rz 45; Senatsurteil in BFHE 234, 292;… Gosch in Kirchhof, a.a.O., § 50a Rz 23; ders., BFH/PR 2012, 50, 51).
Es gilt das dazu im Senatsurteil in BFHE 234, 292 Ausgeführte entsprechend.
Nach dieser Maßgabe hat der Senat in seinem Urteil vom 27. Juli 2011 I R 32/10 (BFHE 234, 292) Lizenzgebühren für den Erwerb einer Unterlizenz (hier: für ein Recht zum Aufstellen von Automaten) als bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage für eine Abzugsteuer berücksichtigungsfähig angesehen (…s.a. das Senatsurteil vom 25. April 2012 I R 76/10, BFH/NV 2012, 1444).
Als Vergütungsschuldnerin kann sie das Bestehen ihrer Entrichtungspflicht mit dem Rechtsbehelf gegen ihre Steueranmeldung, die gemäß § 168 Satz 1 AO als Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung gilt, überprüfen lassen (vgl. BFH 27.07.2011 - I R 32/10, BStBl. II 2014, 513;… BFH 05.05.2010 - I R 105/08, BFH/NV 2010, 2043 m.w.N.).
Auf Einkünfte, die dem Steuerabzug auf Grund des § 50a EStG unterliegen, sind nach § 50d Abs. 1 Satz 1 EStG die Vorschriften über die Einbehaltung, Abführung und Anmeldung der Steuer durch den Schuldner der Vergütungen i.S. des § 50a EStG auch dann anzuwenden, wenn sie nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung - im Streitfall dem DBA Belgien - nicht besteuert werden können (vgl. auch BFH-Urteil vom 27. Juli 2011 I R 32/10, BFH/NV 2012, 118;… Beschluss des FG Berlin-Brandenburg vom 4. April 2012, a.a.O.).
Danach ist es zur Herstellung der Gemeinschaftsrechtskonformität notwendig, aber auch ausreichend, wenn im Abzugsverfahren die im unmittelbaren Zusammenhang mit der steuerpflichtigen Tätigkeit stehenden, vom Vergütungsgläubiger "mitgeteilten" Betriebsausgaben berücksichtigt werden (BFH-Urteil vom 27. Juli 2011 I R 32/10, BFH/NV 2012, 118, betreffend Lizenzgebühren).
Dies stünde dem objektsteuerartigen Charakter der beschränkten Steuerpflicht entgegen, wonach sich die Zuordnung bestimmter Einkünfte zu einer der in § 49 EStG 1997 genannten Einkunftsarten nach dem objektiven Erscheinungsbild der jeweiligen (im Inland verwirklichten und aus dem Inland bezogenen) Einkünfte richtet (vgl. Senatsurteile vom 27. Juli 2011 I R 32/10, BFHE 234, 292 und vom 28. Januar 2004 I R 73/02, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550).
c) Sollte die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (…vgl. Urteile vom 18.9.1996 - I R 69/95, BFH/NV 1997, 408, Rz. 20 und vom 27.7.2011 - I R 32/10, BStBl II 2014, 513, Rz. 24 "bloße Gemeinkosten") dahingehend zu verstehen sein, dass der unmittelbare wirtschaftliche Zusammenhang bereits dann unterbrochen wird, wenn der Steuerpflichtige auch im Inland nicht steuerbefreite Einnahmen erzielt, so könnte der Senat dem nicht folgen.
Der Senat lässt gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO die Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung der Frage zu, wann ein unmittelbarer wirtschaftlicher Zusammenhang im Sinne des § 3c Abs. 1 EStG zwischen Ausgaben und steuerfreien Einnahmen besteht, und wegen einer möglichen Abweichung vom Urteil des Bundesfinanzhofs vom 27.7.2011 - I R 32/10 (BStBl II 2014, 513) hinsichtlich der Aufteilbarkeit von Gemeinkosten zu.

References: § 50
 § 50

§ 21
 § 21
 § 21
 § 21
 § 49
 § 50
 § 50
 § 50
 § 50
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 § 168
 § 50
 § 50
 § 50
 § 49
 § 115
 § 3