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Timestamp: 2019-07-19 00:51:05+00:00

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BSG, 08.06.2004 - B 4 RA 42/03 R - dejure.org
https://dejure.org/2004,1572
BSG, 08.06.2004 - B 4 RA 42/03 R (https://dejure.org/2004,1572)
BSG, Entscheidung vom 08.06.2004 - B 4 RA 42/03 R (https://dejure.org/2004,1572)
BSG, Entscheidung vom 08. Juni 2004 - B 4 RA 42/03 R (https://dejure.org/2004,1572)
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Erstattung überzahler Geldleistung durch Dritten nach Tod des Berechtigten - Rechtsschutzbedürfnis - Leistungsklage
Rückforderung einer überzahlten Witwenrente durch ein Geldinstitut; Rechtsschutzbedürfnis für Zahlungsklage eines Rentenversicherungsträgers gegen Geldinstitut; Verwaltungsaktbefugnis des Rentenversicherungsträgers für Erstattungsansprüche
Vorrangige Haftung der Bank nach § 118 Abs.3 SGB VI
Voraussetzungen des Rückforderungsanspruchs des Sozialversicherungsträgers für Mietzahlungen nach dem Tod des Berechtigten
SG Berlin, 08.05.2003 - 38 RA 1996/01
NZM 2005, 113
Erst dann also, wenn das Geldinstitut dem Rentenversicherungsträger den Auszahlungseinwand (ganz oder teilweise) begründet entgegenhalten kann (§ 118 Abs. 3 Satz 3 und 4 SGB VI), kommt der weitere Erstattungsanspruch nach § 118 Abs. 4 Satz 1 SGB VI überhaupt in Betracht (…stRspr, zB BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 10 S 69;… BSG SozR 4-2600 § 118 Nr. 2 RdNr 21; BSG vom 8.6.2004 - B 4 RA 42/03 R, Juris RdNr 12;… W. Schmidt in Kreikebohm, SGB VI, 3. Aufl 2008 § 118 RdNr 35, 46, 65; VerbKomm, § 118 SGB VI Anm 6.5 S 19, Stand: Juni 2007; Zweng/Scheerer/Buschmann/Dörr, Handbuch der Rentenversicherung, § 118 SGB VI, RdNr 28a, Stand: Januar 2005; Pflüger in jurisPK-SGB VI, § 118 RdNr 75, 129, Stand: Mai 2008).
Die Rechtsprechung des BSG zur (direkten) Anwendung des materiellen Inhalts des 1992 eingeführten § 118 Abs. 3 SGB VI, der 1996 durch die Einfügung eines Abs. 4 aaO weiterentwickelt wurde, begann mit dem am 4.8.1998 verkündeten und damit an demselben Tage wirksam geworden Urteil des 4. Senats (…B 4 RA 72/97 R, BSGE 82, 239 = SozR 3-2600 § 118 Nr. 3) und wurde stetig fortgeführt (BSG…, Urteil vom 20.12.2001 - B 4 RA 126/00 R, SozR 3-2600 § 118 Nr. 8, dazu BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des 1. Senats vom 18.4.2002 - 1 BvR 516/02; BSG…, Urteil vom 20.12.2001 - B 4 RA 53/01 R, SozR 3-2600 § 118 Nr. 9; BSG…, Urteil vom 9.4.2002 - B 4 RA 64/01 R, SozR 3-2600 § 118 Nr. 10; BSG, Urteil vom 8.6.2004 - B 4 RA 42/03 R).
Ebenso wenig vermag die Entscheidung insoweit eine nachteilige Bindungswirkung für die Beigeladene zu entfalten (vgl hierzu BSG, Urteil vom 8. Juni 2004 - B 4 RA 42/03 R, juris).
Gleichwohl war in dem der Beschwerde zu Grunde liegenden Rechtsstreit eine Entscheidung über deren Erstattungspflicht nicht zu treffen, sodass auch kein Fall der notwendigen Beiladung nach § 75 Abs. 2 SGG gegeben ist (vgl BSG, Urteil vom 8. Juni 2004 - B 4 RA 42/03 R, juris).
Mit Schreiben vom 09.12.2004 forderte die Klägerin die Beklagte zur Zahlung von 1.693,77 EUR unter Hinweis auf das Urteil des 4. Senats des BSG vom 08.06.2004 - B 4 RA 42/03 R - auf.
Die Beklagte lehnte weitere Rückzahlungen ab; das Urteil des BSG vom 08.06.2004 - B 4 RA 42/03 R - könne ihren Standpunkt nicht ändern.
In vielen Fällen werde es sich, wenn das Konto nicht ausgeglichen sei, ohnehin um die Einräumung eines Dispositions- oder Überziehungskredites handeln, so dass ebenfalls von der Rechtssprechung des vierten Senats des BSG vom 08.06.2004 - B 4 RA 42/03 R - und des LSG NRW vom 14.07.2003 (L 3 RJ 42/03) bei der Beurteilung ausgegangen werden könne.
Prozessrechtlich bedeutet dies, dass das Rechtsschutzbedürfnis für eine Zahlungsklage des Rentenversicherungsträgers gegen den Empfänger nur dann besteht, wenn die Zahlungsklage gegen das Geldinstitut abgewiesen worden ist oder wenn der Rentenversicherungsträger schlüssig dargelegt und ggf hierzu Beweis angeboten hat (…vgl BSG Urteile vom 9. April 2002 - B 4 RA 64/01 R - SozR 3-2600 § 118 Nr. 10 - und vom 8. Juni 2004 - B 4 RA 42/03 R - Senatsurteil vom 14. November 2002, aaO), dass das Geldinstitut ihm gegenüber die Voraussetzungen des Anspruchs nach § 118 Abs. 3 Satz 2 SGB VI verneint hat.
Das Geldinstitut bleibe erstattungspflichtig, wenn der Wert auf ein im Soll stehendes Konto übertragen werde und sich dadurch das Vermögen des Kontoinhabers bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise vermehre, dass sich seine Schulden gegenüber dem Geldinstitut verminderten (Hinweis auf BSG vom 8.6.2004 - B 4 RA 42/03 R).
Auch in diesem Fall bleibt das Geldinstitut unverändert zur Erstattung verpflichtet (vgl. hierzu mit weiteren Nachweisen Urteil des BSG vom 08.06.2004, Az.: B 4 RA 42/03 R).
Liege dies aber daran, dass das Geldinstitut selbst - in welcher Rechtsform und durch welche Rechtshandlung auch immer - den entsprechenden Betrag aus dem Konto wieder in sein Vermögen zurückgeführt habe, komme es auf Verfügungen Dritter schlechthin nicht mehr an (vgl. BSG, Urteil vom 04.08.1998, Az.: B 4 RA 72/97 R, sowie Urteile vom 20.12.2001, B 4 RA 37/01 R, B 4 RA 44/01 R, B 4 RA 53/01 R und Urteil vom 08.06.2004, Az.: B 4 RA 42/03 R).
Zur Begründung hat es im wesentlichen unter Bezugnahme auf Entscheidungen des BSG (Urteil vom 11.12.2002 - B 5 RJ 42/01 R - und vom 08.06.2004 - B 4 RA 42/03 -) ausgeführt, dass die Beklagte nach § 118 Abs. 3 S.1 und 2 SGB VI verpflichtet sei, den überzahlten Rentenbetrag zu erstatten, ohne sich nach § 118 Abs. 3 S.3 SGB VI auf den Einwand der Entreicherung berufen zu können.
Das gilt umso mehr, als die für Rentenangelegenheiten zuständigen Senate des BSG in Kenntnis der anderslautenden Entscheidung des 9. Senats (…Urteil vom 09.12.1998 - B 9 V 48/97 R -, SozR 3-2600 § 118 Nr. 4 -), auf die sich die Beklagte beruft, in ihren Entscheidungen vom 08.06.2004 - B 4 RA 42/03 R - und vom 11.12.2002 - B 5 RJ 42/01 R - an ihrer bisherigen Rechtsprechung festgehalten bzw. entsprechend entschieden und offensichtlich keinen Anlass gesehen haben, die auch hier streitige Frage nach § 41 SGG dem Großen Senat zur Entscheidung vorzulegen.
Unter Bezugnahme auf § 118 Abs. 3 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) und das Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) vom 08.06.2004, Az.: B 4 RA 42/03 R, bat die Klägerin die Beklagte mit Schreiben vom 02.08.2004 und vom 12.08.2004 erneut um Erstattung des Betrages von 253, 32 Euro.
Nach dem Urteil des BSG vom 08.06.2004 (Az.: B 4 RA 42/03 R) sei das Geldinstitut - trotz Zahlung an Dritte - im Hinblick auf das Befriedigungsverbot aus § 118 Abs. 3 Satz 4 SGB VI vorrangig erstattungspflichtig, soweit die Rente auf ein im Minus stehendes Konto gezahlt worden sei.
Die Klägerin nimmt insbesondere Bezug auf die Rechtsprechung des 4. Senats des BSG (Az. B 4 RA 42/03 R, B 4 RA 64/01 R, B 4 RA 72/97 R) und des LSG Nordrhein-Westfalen (L 3 RJ 42/03, L 3 (18) RJ 89/02).
Die von der Klägerin zitierte Entscheidung des BSG vom 08.06.2004 (Az. B 4 RA 42/03 R) gebe für die Entscheidung des vorliegenden Falls nichts her.
Eine solche Verrechnung der unter Vorbehalt gezahlten Rentenleistung mit einer Darlehnsforderung gegen den Kontoinhaber verstößt gegen § 118 Abs. 3 Satz 4 SGB VI mit der Folge, dass sich das Geldinstitut insoweit nicht auf Entreicherung berufen kann (…a.a.O.; ständige Rechtsprechung des 4. Senats: vgl. auch Urteil vom 04.08.1998, Az. B 4 RA 72/97 R; Urteil vom 09.04.2002, Az. B 4 RA 64/01; Urteil vom 08.06.2004, Az. B 4 RA 42/03 R).
LSG Nordrhein-Westfalen, 28.10.2011 - L 14 R 183/09

References: § 118
 § 118
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 § 118
 § 118
 § 118
 § 75
 § 118
 § 118
 § 118
 § 118
 § 118
 § 41
 § 118
 § 118
 § 118