Source: https://murmelente.de/konzept
Timestamp: 2020-07-12 19:45:17+00:00

Document:
Konzept – Kinderhaus Murmelente
1. Kinderläden
„Ein Kinderladen ist ein selbstverwalteter („alternativer“) Kindergarten, zumeist von freien Trägervereinen (oft Elterninitiativen) getragen, in denen Kinder im Vorschulalter betreut werden. Durchschnittlich werden 15 bis 19 Kinder je Kinderladen betreut. Oft werden ehemalige Ladenräume genutzt, deshalb die Bezeichnung Kinderladen. Ähnliche Projekte, die vor allem Schulkinder als Zielgruppe haben, werden Schülerladen genannt. Auch manche Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen nennen sich Kinderladen.
1.1. Zur Geschichte von Kinderläden
Der erste Kinderladen war die 1967 gegründete Freie Kinderschule in Frankfurt, aus der später auch die beiden ersten Alternativschulen der Bundesrepublik hervorgingen: die Glockseeschule Hannover und die Freie Schule Frankfurt (in der die Kinderschule aufging). Die Kinderladenbewegung und die öffentliche Diskussion um die in den Kinderläden praktizierte antiautoritäre Erziehung begannen jedoch erst 1968 mit der Gründung von Kinderläden in Berlin (insbesondere), Stuttgart und Hamburg. Die Gründung der Kinderläden in Berlin fand zunächst im studentischen Milieu des SDS statt und wurde organisiert vom Aktionsrat zur Befreiung der Frau, welcher gleichzeitig die zweite deutsche Frauenbewegung einleitete. Dabei verstand sich die Kinderladen-Bewegung als Teil einer gesamtgesellschaftlichen Protestbewegung gegen die bestehenden Verhältnisse.
Auch heute noch sind Kinderläden eine Alternative zu städtischen und kirchlichen Einrichtungen, obwohl sie heute meist nicht „Kinderladen“ genannt werden (eher: Elterninitiative).
1.2. Pädagogik und organisatorische Verantwortung
Kinder werden hier in kleineren Gruppen betreut und die Anzahl der Erzieher und der Personalschlüssel sind in der Regel wesentlich höher als in anderen Einrichtungen, was einen intensiveren pädagogischen Kontakt zum Kind ermöglicht.
Die Vereine organisieren die Arbeit des Kinderladens. Auch wenn die Vereine weitestgehend in Eigenregie arbeiten, die Fachaufsicht über einen Kinderladen liegt, wie auch bei anderen Kindergärten freier Träger, beim Jugendamt. Wenige Kinderläden werden von einer einzigen Person geleitet, die meisten Kinderläden führt eine Teamleitung, die aus den Erziehern des Kinderladens besteht, oder der Vorstand der Elterninitiative. In den 1970er Jahren förderte zum Beispiel der Senat von Berlin viele seiner etwa 270 Kinderläden oft als sog. „EI-KITA“, als Elterninitiativ-Kindertagesstätte (Elterninitiative).
Für die Bereiche Kochen, Putzen und Krankheitsvertretung werden eine Vielzahl unterschiedlicher Gestaltungsmöglichkeiten praktiziert.
Das Engagement aller Beteiligten ist an die Möglichkeit gebunden, in den kleinen Kinderläden eine individuellere Betreuung der Kinder gewährleisten zu können, als dies in großen Einrichtungen der Fall ist.“ (Zitat aus www.wikipedia.de
1.3. Geschichte unseres Kinderladens
Anfang der siebziger Jahre fand sich eine Elterngruppe zusammen, die mit den damals bestehenden Betreuungsformen für Kinder unzufrieden war und nach einer Alternative suchte in Berlin-Wannsee. Eltern gründeten einen Verein und nutzen die Räume, damals ein Abrisshaus, in der Chausseestraße 42.
Mitte der neunziger Jahre kam es zur Namensgebung: „Murmelente“. Eines unserer Lieblingslieder ist der „Murmelentenmausefüßlerkatzenschweinefantenbär“. Gemeinsam mit unseren Kindern wählten wir die Kurzform. Jetzt besuchen 30 Kinder im Alter von zwei Jahren bis zum Schuleintritt unsere Einrichtung.
Der Murmelentenmausefüßlerkatzenschweinefantenbär
Ich hab ein großes Kuscheltier, das sieht ganz lustig aus.
Vom Murmeltier hat es den Kopf, das Schwänzchen von der Maus.
(Refr.: )
Es ist ein Murmelentenmausefüßlerkatzenschweinefantenbär
Murmelentenmausefüßlerkatzenschweinefantenbär!
Sein Körper ist behaart und lang, mit zwanzig Beinen dran,
das Tier schleicht wie 'ne Katze und es bellt so laut es kann. (Refr.)
Und wenn das Tier in Stimmung ist, dann ruft es: "Spiel doch mit!"
Es grunzt und quiekt und tanzt dabei im Elefantenschritt.
Dann hüpft es wie ein Frosch durchs Gras und kräht dabei ganz laut,
dass selbst der Kirchturm-Wetterhahn verdutzt herunterschaut. (Refr.)
Wie ein dressierter Zirkusbär so tanzt das Tier daher,
trompetet wie Elefant, das fällt ihm gar nicht schwer. Refr.
Dann geht mein großes Kuscheltier im Watschelentengang,
miaut und brummt und pfeift dazu noch viele Stunden lang. (Refr.)
Am Abend schläft das müde Tier in meinem Bett gleich ein,
mein Bett ist dreißig Meter lang, da passt es mit hinein. Refr.
https://www.youtube.com/watch?v=sDQQ5zwkcBI&feature=youtu.be
Quelle: YouTube Klaus W. Hoffmann & Klaus Neuhaus - Der Murmelentenmausefüssler
1.4. Bildungs- und Erziehungsverständnis unserer Einrichtung
„Hier bin ich - Ich bin so!“
Unser pädagogisches Konzept ist Offene Arbeit: Offen für alle Kinder, niemand wird ausgegrenzt. Alle Kinder sollen teilhaben und jeder kann sich einbringen. Zentrales Anliegen ist uns,
persönliche Eigenständigkeit und gemeinschaftliche Verantwortung für alle Kinder und Erwachsene erlebbar zu machen,
dass sich jedes einzelne Kind mit seinen Eigenheiten wohl fühlen soll und
dass im Mittelpunkt das Kind mit seiner in seinem eigenen Tempo ablaufenden sozialen, emotionalen, kognitiven und motorischen Entwicklung steht.
D i e h u n d e r t S p r a c h e n d e s K i n d e s
Die Hundert gibt es doch.
hundert Weisen,
zu denken, zu spielen und zu sprechen.
Hundert immer,
hundert Arten
zu singen, zu begreifen,
hundert Welten frei zu erfinden,
werden ihm gestohlen,
Ohne Hände zu denken,
ohne Kopf zu schaffen,
zu lieben und zu staunen,
Die Welt zu entdecken,
Spiel und Arbeit,
Wirklichkeit und Phantasie,
Wissenschaft und Imagination,
Und ob es die Hundert gibt.
2. Sozialräumliches Umfeld
Charakteristisch für Wannsee ist die ruhige, naturbezogene Lage (Großer und Kleiner Wannsee, Waldnähe) mit sehr guter Verkehrsanbindung (S-Bahn, Busverkehr). Zudem verfügt der Stadtteil über eine gut ausgebaute Infrastruktur. In der Nähe des Kinderhauses befinden sich
mehrere kleine Handwerksbetriebe (Schlosserei, Autowerkstatt, Glaserei, Gärtnerei),
Kirche „Am Stölpchensee“,
Mehrere Einkaufsmöglichkeiten (Hofladen Mutter Fourage, Bio-Markt, Buchladen),
Café „Mutter Fourage“,
Conrad-Grundschule,
Kindergärten (Stolper-Kinderhaus, KITA Alsenstr.),
Rathaus Wannsee,
außerdem besondere historische Sehenswürdigkeiten
Haus der Wannsee-Konferenz,
Jagdschloss Glienicke,
Pfaueninsel mit Schloss,
Wannseebad,
Kleist-Grab,
Mahnmal für Gestapo-Opfer,
Liebermann-Villa.
3. Öffnungszeiten und Tagesablauf:
Das Kinderhaus ist wochentags von 7,30 Uhr bis 16,30 Uhr geöffnet. Im Sommer haben wir eine 14-tägige Schließzeit. Unsere Schließzeit über den Jahreswechsel orientiert sich an den Schulferien und der Sommerschließzeit des Hortes der Conrad Schule. Weitere Schließtage an Brückentagen und zu anderen Terminen werden durch die Mitgliederversammlung beschlossen.
9,00 Uhr: Frühstück (wer später kommt, wird von einer/m Erzieher/in empfangen);
9,30 Uhr: Gemeinsamer Morgenkreis (bis dahin sollten die Kinder im Kinderhaus sein);
10,00 Uhr: Projektarbeit, Spielen, Angebote;
11,30 Uhr: Essen für die Kleinen, danach Schlafen oder Ruhepause;
Unsere Kinder haben die Möglichkeit, regelmäßig zu schlafen. Sie werden nicht zum Schlafen gezwungen. Die Einschlafgewohnheiten der einzelnen Kinder werden berücksichtigt. Die Schlafatmosphäre wird für die Kinder durch Lesen, Singen und Kuscheln angenehm gestaltet.
12,30 Uhr: Essen für die Großen, danach Ruhepause;
Die Ruhepause nach dem Mittagessen soll von allen Kindern berücksichtigt werden. Eine ruhige Beschäftigung ist möglich, z.B. Leserunde, Malen, Bauen, Kassetten-Hören bzw. CD-Runde;
15,00 Uhr: Vesperzeit.
Termine wöchentlich/monatlich:
Schulclub: 1-2 mal wöchentlich,
Mini-Club (Angebot für unsere jüngsten Kinder), wöchentlich,
Entspannungsinsel, 14-tägig,
Musikkreis, 14-tägig,
Sport in der Schulturnhalle: 14-tägig im Wechsel Kleine bzw. Große,
Saunabesuch, in den Wintermonaten,
Baden in der Schwimmhalle in Potsdam: monatlich ab Frühling.
Kinderhausreise bzw. -übernachtung:
Einmal im Jahr verreisen wir für drei Tage (Zwei Übernachtungen). Wer vier Jahre alt ist, kann mit uns Erziehern verreisen. Die anderen Kinder werden in der „Murmelente“ betreut und können dort einmal gemeinsam mit den Erziehern übernachten.
Kindergeburtstag ist bei uns eine liebgewonnene Tradition, mit selbstgebackenem Kuchen der Eltern. Wir feiern den Geburtstag gemeinsam mit Sternchenfeuer und Geburtstagsständchen.
Osterfrühstück,
Sommerfest, Badewannenfest,
Schultütenfest (Die künftigen Erstklässler basteln ihre Schultüten selbst),
Abschlusstag des Schulclubs,
Lesewoche (Eltern, Geschwister, Großeltern usw. lesen für die Kinder),
Kaffeetrinken zur Adventszeit,
Weihnachtstheater der Kinder für die Eltern, Geschwister, Großeltern usw.
Wir sind oft in der Stadt und näheren Umgebung (mit - im Kinderhaus vorhandener - Warnweste) unterwegs. Interessierte Eltern sollen gern mitmachen. Einzelheiten gibt es per Info-Brief bzw. Wochenplan; z.B.:
Theaterbesuche, z.B. im T-Werk, Schöneberger Puppentheater „Hans Wurst Nachfahren“,
Exkursionen in den Wald und an die Havel,
Kino, z.B. Berlinale, Kino-Bali,
Waldschule,
Verkehrsgarten,
Besuch der Kirche am Stölpchensee,
Ausstellungen bei „Mutter Fourage“.
4. Raumausgestaltung und Materialien
Das Kinderhaus hat eine Raumkapazität von ca. 140 m². Im Erdgeschoss befinden sich sechs Räume, zwei Bäder einschließlich vier Toiletten und die Küche. Jeder Raum hat seine Funktion, die veränderbar ist.
Forscherzimmer mit Experimentierturm und verschiedenen Materialien (Malfarben, Stoffen, Lupen, Messbändern, Waage, Lineale, Stempel);
Architektenzimmer mit einer Vielzahl von Holzbausteinen und Figuren; hier können unsere Jungen und Mädchen aktiv verschiedene Bau- und Konstruktionsmaterialien nutzen. Unseren jüngeren Kinder können sich entsprechend ihrer Fähigkeiten und Interessen beteiligen oder den älteren Kindern zuschauen.
Puppenecke und Hochebene mit Spielherd, Schränken, ein Kindersofa, und verschiedenen Utensilien wie Puppengeschirr, Bügelbrett, Eimer, Feger, Puppen, Verkleidesachen; hier können sich die Kinder für Rollen- und Familienspiele zurückziehen. Unsere Kinder können die Spielthemen, -partnerinnen und -orte frei auswählen bzw. miteinander verhandeln. Für die Entwicklung und Ausgestaltung des spontanen Fantasie- und Rollenspiels stehen unseren Kindern im Tagesverlauf ausreichend Zeit und Gelegenheit zur Verfügung.
Podestzimmer als Bereich mit mehreren Spielebenen, ein Erlebnisbereich, mit einzuhaltenden Grundregeln; hier können sich unsere Kinder nach Herzenslust bewegen, klettern, sich hochziehen, rutschen, verstecken, im Spiegel beobachten oder im Tunnel kriechen. Außerdem haben unsere hier Kinder die Möglichkeit, sich Bücher anzuschauen; an der Wand befinden sich kleine Bücherregale. Hier findet auch unsere tägliche Leserunde statt.
Schlafraum als Bereich mit Hochbett und Wickeltisch (Windeln und Feuchttücher werden von den Eltern besorgt); hier können unsere Kinder mittags schlafen (nach Bedarf in Absprache mit den Eltern). Er dient allen Kindern dem Rückzug und der Entspannung. Unsere Kinder können ihrem individuellem Ruhebedürfnis während des Tages jederzeit nachkommen und sich zurückziehen. Wir achten darauf das unsere jüngsten Kinder regelmäßig gewickelt und dazu gehörend gepflegt werden. Bei der Sauberkeitserziehung unserer Jüngsten arbeiten wir eng mit den Eltern zusammen. Wir erkundigen uns nach deren Vorstellungen und tauschen uns mit ihnen aus, wie ihre Kinder entsprechend ihrer Entwicklung beim Sauberwerden angemessen unterstützt werden können.
Esszimmer als Bereich zur Einnahme unserer Mahlzeiten. Ansonsten steht hier den Kindern eine Vielzahl unterschiedlicher Spiele(Brett-und Konstruktionsspiele, Puzzle, Zaubersand) zur Verfügung, und sie haben die Möglichkeit, sich selbständig oder in Gruppen zu beschäftigen. Hier befindet sich unsere Familienwand .Jedes Kind hat sein eigenes Familienbuch, dass gemeinsam mit den Eltern angefertigt wurde, es vermittelt unseren Kindern Vertrautheit durch Fotos .
Garderobe als Empfangsbereich mit Depotkiste zur Aufbewahrung von Wechsel- und Regenbekleidung sowie Hausschuhen für jedes Kind.
Sanitärräume mit Toilette und Waschbereich. Jedes Kind hat seine eigen Zahnbürste. Die Körperpflege steht im Mittelpunkt vor allem das Waschen der Hände und des Gesichts sowie Zähneputzen. In unser KITA werden regelmäßig Maßnahmen zur Zahngesundheitsvorsorge durchgeführt. Wir begleiten unsere jüngste Kinder beim Toilettengang bzw. beim Händewaschen und erklären ihnen die angemessene Nutzung der Sanitäranlagen.
Garten als Außenbereich mit „Zauberwand“, Buddelkiste, Schaukeln, Matschküche Baumhaus zum Spielen und Experimentieren; die Kinder können hier an großen Rädern drehen, eine großflächige Tafel nutzen, einen Seilzug verwenden oder Bambusstangen bepflanzen. Die Kinder haben die Möglichkeit, mit Wasser zu spielen, sie kommen mit Erde, Rindenmulch, Sand sowie Steinen in Berührung und haben vielfältige Möglichkeiten, Natur hautnah zu erleben. Auf unserer „Krachmacherstraße“ können die Kinder sich im Roller-Dreirad-Laufradfahren probieren. In unserem Außengelände können unsere Kindern sich mit Phänomenen des Wetters, Tieren und Pflanzen, Wasser und Boden beschäftigen und ökologische Zusammenhänge wahrnehmen, z.B. durch unsere vielen Hochbeete.
ektimo: Evaluation der KITA (Auswertung 2012):
„Ich kann mich der Teameinschätzung anschließen, dass die Erzieherinnen den Kindern vielseitige Möglichkeiten eröffnen, um eigenständig zu gestalten, zu untersuchen und auszuprobieren.“
5. Eingewöhnungskonzept - Übergang von der Familie in die KITA
Der Eingewöhnungsprozess umfasst die Zeit von der Anmeldung eines Kindes in unserem Kinderhaus bis zum Abschluss (Integration in die Gruppe und in das Kinderhausgeschehen). Unsere Zielsetzung hier:
Voraussetzungen schaffen, damit sich ein Vertrauensverhältnis zwischen Erzieherinnen, Kind und Eltern entwickeln kann;
Kind, Eltern und Erzieherinnen lernen sich kennen und entwickeln eine tragfähige Bindung und Beziehung zueinander (Vertrauen schaffen, sich angenommen fühlen);
Kontaktaufnahme zu anderen Kindern der Gruppe und Entwicklung der Beziehungen der Kinder untereinander;
Kennenlernen der Räume, des Tagesablaufes, der Regeln und Rituale;
Informationsaustausch zwischen Erzieherinnen und Eltern optimal gestalten (pädagogisches Konzept der Einrichtung);
Schaffung organisatorischer Rahmenbedingungen und Abläufe;
Entwicklung von Bewältigungsstrategien bei Konflikten, über Ängste sprechen;
Sicherheit und Geborgenheit geben.
Unser Eingewöhnungskonzept im einzelnen:
Die Eingewöhnungszeit kann bis zu vier Wochen betragen, in der für Eltern und Kind ein/e Bezugserzieher/in als Ansprechpartner/in zur Verfügung steht.
Dem geht ein Gespräch der Eltern, ggf. gemeinsam mit dem Kind, mit Vertretern des Vereins und des Teams voraus, um das Konzept der Eingewöhnungszeit vorzustellen. Hier erhalten die Eltern auch einen Fragebogen zur Erfassung der Besonderheiten, Gewohnheiten, Interessen sowie Ritualen des Kindes und den Werteauffassungen der Familie. Im Vorfeld der Eingewöhnungszeit sollten bereits „Schnupper“-Besuche in der KITA erfolgen.
Im Elterncafé (einmal jährlich) sollen sich die neuen Eltern mit ihren Kindern näher kennenlernen und ihre Erfahrungen austauschen.
Ein erstes Entwicklungsgespräch zum Stand der Eingewöhnung des Kindes erfolgt nach ca. zwei Monaten mit Vertretern des Erzieher/innen-Teams.
Was benötigt mein Kind im Kinderhaus (Sachen des täglichen Gebrauchs)?
Gummistiefel, Matschhose, Regenjacke;
eventuell Schnuller, Kuscheltier, ein Kissen;
Zwei eigene Photos, ein Familienphoto;
einen großen Ordner (für das Portfolio);
erforderlichenfalls Windeln / Feuchttücher.
„Die Erzieherinnen ermöglichen den Kindern eine stufenweise sanfte Eingewöhnung, in der die Eltern sie begleiten können in einer Atmosphäre, in der sich Eltern willkommen fühlen und ganz selbstverständlich dabei sein können. Die Eltern wertschätzen sehr, dass neue Kinder durch ein Aufnahme-Ritual von allen begrüßt werden. Sie werden aber nicht bedrängt und können in Ruhe Kontakt mit anderen Kinder aufnehmen.“
6. Bildungskonzept
“Das kindliche Gehirn strukturiert sich anhand der Erfahrungen, die ein Kind in seiner jeweiligen Lebenswelt macht. Es sind die vielfältigen Erfahrungen, die Kinder beim Umgang mit und bei der Steuerung des eigenen Körper machen: Körpererfahrungen also, die jedes Kind braucht, um seine Bewegungen zu steuern, um krabbel, laufen, sprechen, sich selbst zu spüren, sich selbst als aktiver Gestalter und Beweger und nicht als passiver Konsument von irgendwelchen Frühförderungsangeboten zu erleben. Die nächsten, für die Strukturierung des kindlichen Gehirns entscheidenden Erfahrungen macht jedes Kind in seinen Beziehungen zu anderen Menschen, seinen Bezugspersonen. Nur wenn diese Erfahrungen mit den bereits vorgeburtlichen gemachten Erfahrungen von engster Verbundenheit einerseits (Bindungssystem) und von eigenem Wachstum, fortschreitendem Kompetenzenerwerb (Neugiersystem) anderseits als kongruent erlebbar werden, kann ein Kind die in ihm angelegten Potenziale entfalten. Nur dann bleibt seine angeborene Entdeckerfreude und Gestaltungslust erhalten und äußert sich als Offenheit, Neugier, Kreativität im Umgang mit sich selbst und der Gestaltung seiner jeweiligen Lebenswelt, auch seiner Beziehung zu anderen Menschen.“
Gerald Hüther, Prof. für Neurologie und Leiter der Zentralstelle für neurobiologische Präventionsforschung an den Universitäten Göttingen/Heidelberg/Mannheim
Wir sehen unser Aufgabe darin, die Umwelt der Kinder gezielt mitzugestalten. Dieser Bildungsprozess soll für die Kinder
weder über- noch unterfordernd,
ihren individuellen Bedürfnissen entsprechen und
anregend sein.
Unsere Arbeit richtet sich nach dem Berliner Bildungsprogramm. Bildungsbereiche sind:
Körper, Gesundheit, Bewegung;
Soziale kulturelle Umwelt;
Kommunikation, Sprachen, Schriftkultur, Medien;
Mathematische Grunderfahrungen;
Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen;
Freies Spielen.
Wir treten dafür ein, dass sich unsere Kinder Grundlagen aneignen, um persönliche Stärken und Fähigkeiten zu entwickeln wie:
Selbstbewusstsein;
Mut zur eigenen Meinung;
Sich in und mit ihrem Körper auskennen und ihn einsetzen;
Ihre Gefühle wahr und ernst zu nehmen;
Kompromisse zu schließen;
Fähigkeiten des Denkens und Handelns zu entwickeln wie:
Widerspruchsgeist,
Soziale Werte kennen zu lernen und zu leben,
Kommunikative Fähigkeiten zu erwerben,
Sich mitteilen können,
Zuhören zu können,
Bereitschaft zum Dialog,
Methoden selbständigen Lernens zu praktizieren und Spaß daran haben,
Geschichten zu hören und zu erzählen;
Medien kennenlernen und nutzen;
Fragen und Experimentieren, um sich Natur und Umwelt sowie Technik, Mathematik, Naturwissenschaften, Geschichte, Geographie, Kunst, Religion und Philosophie zu erschließen.
ektimo: Evaluation der KITA (Auswertung September 2012):
„Ich teile die Teameinschätzung, dass die Erzieherinnen die Kinder darin unterstützen, eigene Lösungen zu finden und sie in ihrer Selbständigkeit unterstützen. Die Erzieherinnen ermöglichen laut Teameinschätzung und auch nach meiner Einschätzung einen anregungsreichen Lern- und Erfahrungsraum, in den sich die Kinder mit ihren Ideen einbringen können.“
Die Teilhabe der Kinder im Kindergartenalltag hat für uns einen hohen Stellenwert. Alle Kinder werden gehört, egal ob sie sprechen können oder nicht. Wir achten auf entsprechende Signale unserer Kinder, nehmen sie ernst und unterstützen sie dabei, dass alle Beteiligten sie wahrnehmen und verstehen. In Morgenkreisen, Kinderkonferenzen, Kindersprechzeiten und während des gesamten Kindergartenalltags unterstützen wir unsere Kinder dabei, eigene und die Grenzen der anderen Kinder zu erkennen, eigene Grenzen deutlich machen und die Grenzen der anderen zu respektieren.
Wir geben unseren Kindern das Wort. Das bedeutet für uns, andauernd Veränderungsprozesse mit den Kindern gemeinsam zu gestalten und aushandeln, wo, bei wem und wem gegenüber Grenzen und Freiheiten liegen, bis wohin vertraut werden sollte. In unseren Kinderkonferenzen geben sich unsere Kinder das Wort. Sie haben die Möglichkeit, sich zu beteiligen, sich auf einen andauernden Veränderungsprozess einzulassen und zu begeben, konkrete Situationen zu verstehen, zu besprechen, zu gestalten und zu phantasieren, zu erzählen und zu philosophieren, Unmut und Freude auszudrücken, gemeinsam Ideen und Vorhaben aushandeln, Verantwortung und Engagement miteinander zu entwickeln.
Die Gefühlsuhren unterstützen unsere Kinder dabei auszudrücken, wie es ihnen gerade geht. Sie lernen ihre eigenen Gefühle kennen, und es ist sehr wichtig für sie, dass diese bemerkt und ernst genommen werden. Gleichzeitig nehmen sie auch die Emotionen anderer wahr und beginnen, sich in die Gefühlswelt anderer hineinzuversetzen.
Gemeinsam mit unseren Kindern werden Lebensregeln festgelegt (z.B.: Wir räumen auf, damit wir am nächsten Tag wieder spielen können und die Spielsachen finden; Wir wollen unserer Reinigungskraft helfen, und damit wir wieder Unordnung machen können). Freunde brauchen Streit. Am Streiten ist das allerbeste, wenn man sich wieder verträgt und „alles okay“ ist. Gestritten wird mit Wörtern (z.B.: Wir wollen nicht beißen, hauen, kneifen - das tut weh; Wer keinen Streit möchte, ruft laut: Stopp oder Hilfe; Erzieher/innen: Bitte leise reden und fragen, was passiert ist. Wer unsere Abmachungen vergisst, soll sie sich noch einmal im Esszimmer umschauen).
Außerdem besteht bei uns ein „Beschwerdemanagement“ für unsere Kinder. Hier können die Mädchen und Jungen ihre Freude, aber auch Unzufriedenheit angstfrei äußern. Aufgabe des wertschätzenden Umgangs mit Beschwerden ist es, ihre Belange ernst zu nehmen, ihren Anliegen nachzugehen und diese möglichst zu beheben. Zugleich ermöglicht die Analyse der Kritiken, die Arbeit unserer Tageseinrichtung weiter zu entwickeln.
Die Erzieher/innen gehen angemessen und offen mit den Belangen unserer Kinder und um geben ihnen Raum und Zeit für die Äußerung auch von Unzufriedenheit, z.B.:
Täglicher Morgenkreis,
Kinderkonferenz,
Befragung der Jungen und Mädchen,
Kreative Meinungsäußerungsmethoden (insbesondere Zeichnungen, Plakate, Erzählrunden),
Kindersprechstunde.
7. Beobachten und Dokumentieren
Die beobachtende Wahrnahme der Wirklichkeit ist letztlich subjektiv, denn jeder „konstruiert“ sich seine Welt selbst. Man kann versuchen, um die Wahrheit zu streiten, vor allem aber sollte man über sie „verhandeln“, Entscheidungen und Absprachen erzeugen. Durch gezieltes Beobachten erfahren wir als Erzieher/innen-Team mehr über die individuellen Bedürfnisse des Kindes. Diese Bedürfnisse werden von uns wahrgenommen, begleitet und gefördert. Durch unser Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes begleiten und unterstützen wir das Kind in seinem Tun.
Dabei hilft uns Erzieher/innen, die Beobachtungen der Kinder zu dokumentieren. Dadurch werden Unterschiede deutlich. Diese Unterschiede lassen uns Entwicklungen der Kinder wahrnehmen. Über Unterschiede bei den Kindern verständigen wir uns im Erzieher/innen-Team. Unsere Beobachtungsergebnisse im pädagogischen Alltag werden von allen Erzieher/innen überprüft und in monatlichen Abständen diskutiert.
Im Team der Erzieher/innen werden folgende Beobachtungs- und Dokumentationsmethoden praktiziert:
Portfolio-Entwicklungstagebücher im Sinne einer Mappe: hier sammeln wir Produkte der Kinder, die das Lernen der Kinder sichtbar machen.
„Sprechende Wände“: Bestandteil sind Kinderarbeiten, Kinderäußerungen, Fotos, Überschriften und kurze Kommentierungen. Die Kinder werden an der Dokumentation beteiligt. Gestärkt werden dadurch ihre Eigenverantwortlichkeit, Selbständigkeit und Identifikation mit Prozess und Ergebnis der Dokumentation. Sie verleiht den Kindern Wertschätzung, Rückmeldung und Anlässe zum Sich-Erinnern. Für die Eltern und die Erzieher/innen sind sie eine wichtige Informationsquelle über das Denken, Fühlen und Können der Kinder und deren Entwicklung.
Das Sprachlerntagebuch wird das Kind während seiner gesamten Zeit, die es in der Kindertagesstätte verbringt, begleiten und sich von Jahr zu Jahr mit Eintragungen der Erzieherinnen und des Kindes füllen. Das Kind leistet einen wichtigen Beitrag, indem es „Dokumente „hinzufügt“, die seine sprachliche und kommunikative Entwicklung sowie Ansätze in der Schriftsprache nachvollziehbar machen.
Bildungs- und Lerngeschichten entstehen bei uns durch das Beobachten der Kinder in alltäglichen Situationen. Ende der 1990-er Jahre entwickelte Margaret Carr in Neuseeland einen Ansatz, der geeignet ist, die Lernrelevanz von frühkindlichen Bildungsprozessen zu erfassen und zu präzisieren. Sie wollte ein angemessenes Verfahren für die Beobachtung und Beschreibung von Lernerfolgen in der Alltagspraxis finden, das sich nicht am klassischen Defizitblick orientiert, sondern erkennen hilft, wo sich Kinder in ihren Lern- und Bildungsprozessen befinden.
Lerngeschichte: Wir Erzieherinnen beobachten das Kind während einer Tätigkeit und schreiben dann eine Geschichte oder Erzählung darüber. In dieser Beschreibung geht es darum, was das Kind in einer bestimmten Situation macht, was ich als Erzieherin wahrnehme. Jede dieser Momentaufnahmen aus dem Leben des Kindes in der Kindertagesstätte erzählt den Erzieher/innen sowie den Eltern (und anderen) etwas über die Bildungsinteressen und Bildungswege des beobachteten Kindes zu dieser Zeit.
Lerndispositionen: Jede/r Erzieher/in beschreibt, welche Aspekte sichtbar geworden sind
interessiert sein,
engagiert sein,
Standhalten bei Herausforderungen und Schwierigkeiten,
Sich ausdrücken und mitteilen,
an der Lerngemeinschaft mitwirken und Verantwortung übernehmen.
Arbeit im Team mit Bildungs- und Lerngeschichten durch
Beschreiben heißt zunächst, jede/r Erzieher/in beobachtet. Die Beobachtungen werden aufgezeichnet, anschließend im Team diskutiert und verglichen. Ebenso werden die Beobachtungen mit dem Kind sowie mit deren Eltern besprochen.
Ziel ist es, übereinstimmende Deutungen zu finden und dabei Erfahrungen der Eltern sowie die Sicht des Kindes auf das eigene Lernen einzubeziehen. So können wir darüber entscheiden, wie wir dem Kind am besten zur Seite stehen und welche Interessen, Fähigkeiten und Strategien am besten unterstützt werden können. Mit den daraus resultierenden Lerngeschichten machen wir dem Kind Mut und zeigen ihm unsere Anerkennung in Wort und Bild. In allem berücksichtigen wir entwicklungspsychologische und gruppendynamische Aspekte einer ganzheitlich verstandenen Bildungs- und Erziehungsarbeit.
„Die Entwicklungstagebücher sind außerordentlich vielseitig und kreativ gestaltet. Sie sind von außen sehr individuell bemalt und beklebt und bringen die Kinder mit einer Vielzahl an Material wie verschiedene Papiersorten, Fotos und Ausdrucke und Gestaltungsmöglichkeiten von bemalen, bekleben und laminieren in Berührung. Großformatige Bilder der Kinder wurden gefaltet und abgeheftet. Die Entwicklungstagebücher haben den Charakter eines Arbeitsmittel, das den Kindern besonders nahekommt und sie einlädt, eigene Spuren zu hinterlassen.“
8. Wie lernen Kinder bei uns?
Wenn unsere Kinder begeistert von einer Sache sind, auch allein, selbständig und eigenwillig durch Ausprobieren und Forschen, durch Vergleichen mit allen Sinnen, Entwickeln eigener Theorien, alles mit Ruhe und Zeit, vielfaches Wiederholen, Beobachten und Nachahmen, Gestalten und Phantasieren, dann sind sie mit anderen sozial verbunden - auch im Dialog mit Erwachsenen - und übernehmen Verantwortung.
Die Erzieher/innen nutzen während des gesamten Tagesgeschehens aktuelle Ereignisse und Situationen sowie konkrete Erfahrungen unserer Kinder, um Impulse zu setzen und Aktivitäten zu initiieren, welche unsere Kinder zum Erkunden und Experimentieren herausfordern. Wir schaffen Momente der Überraschung und Spannung, um unsere Kinder zu motivieren und ihre Neugier anzuregen.
Im Kinderhaus werden zur Zeit 30 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren betreut. Grundsätzlich sind wir eine altersgemischte Gruppe. Eine Trennung (1. Gruppe: 2-3-Jährige [die Löwen], 2. Gruppe 4-6-Jährige [die Kobras]) erfolgt beim Mittagessen, Sport, bei Ausflügen, Projekten bzw. Angeboten sowie bei der Kinderhausreise/-übernachtung.
Unsere Kinder sind sich selbst organisierende Lebewesen, und zwar immer. Die Kinder tun, ob es uns Erwachsenen behagt oder nicht. Wir, als Erzieher/innen, gestalten diesen Lernprozess vor allem begleitend mit den Kindern gemeinsam, d.h. durch pädagogisches Handeln - vom Morgenkreis über Projektgestaltung, Freispiel offener Arbeit.
Unter Projektarbeit verstehen wir, unterschiedliche Interessen der Kinder zu einem Motto oder Thema zu vereinen.
In den wöchentlich stattfindenden Dienstbesprechungen der Erzieher/-innen planen wir die Projekte und Angebote:
Für welche Altersgruppe oder offene Arbeit?
Wie kam das Projekt zustande (Wünsche der Kinder, Vorschläge der Erzieher/innen)?
Wer ist wofür zuständig und verantwortlich?
Welche Materialien und Hilfsmittel werden benötigt?
Wo und wer informiert?
Welche Erfahrungen haben wir gemacht (Reflexion)?
Wir setzen uns in Projekten zielgerichtet mit der Lebensrealität der Kinder auseinander: Hier einige Beispiele:
Arthur war im Sommerurlaub beim Schuster „Ich habe einen Freund, den können wir mal besuchen.“ Daraus entwickelten wir ein Schuhprojekt. Projekthöhepunkt: Besuch beim Schuster, wir durften einen Schuh selbst reparieren.
Im Morgenkreis wurde das Buch „Die Vogelhochzeit“ (sorbische Tradition) vorgelesen (der Erzieher ist nämlich im Spreewald aufgewachsen). Die Kinder interessierten sich für Vögel und heiraten. Projektabschluss: Faschingsfeier als Vogelhochzeit.
Daraus haben wir auch ein Projekt entwickelt: Anouk sitzt im Garten und spielt mit Feuerwanzen. Einige Kinder entwickelten ein kleines Projekt: einen Feuerkäferzirkus. Projektabschluss: Zirkusvorstellung.
Oder: Einige Kinder schauen aus dem Fenster und sehen eine Feuerwehr vorbeifahren. Großes Interesse bei den Kindern: Wo fährt sie hin? Was ist passiert? Daraus entwickelten wir ein Feuerwehrprojekt. Projektabschluss: Theateraufführung „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt.“
„Ein Vogelprojekt, in das die Kinder ihre Fragestellungen zu Eiern, Federn und Nestern einbrachten.“
„Ich schließe mich der Teameinschätzung an; dass die Erzieherinnen den Projektverlauf und die Erkenntnisprozesse der Kinder sehr gut und ansprechend dokumentieren. Es wurden auch originelle Ideen der Kinder mit einbezogen, wie z.B. die Frage, ob Hühner auch Schokoeier legen, nachdem sie Schokostreusel gefressen haben.“
9. Vorbereitung auf die und Zusammenarbeit mit der Schule
Uns ist wichtig, dass unsere Kinder v.a. auch mit Blick auf die bevorstehende Einschulung bewusst ihre eigenen Stärken wahrnehmen, bereits vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten anwenden und sicher auf Kenntnisse und Erfahrungen zurückgreifen können.
Dabei unterstützen wir die Kinder,
eigene Wünsche und Meinungen mitzuteilen,
Kritik zu äußern und auch anzunehmen,
aktiv Verantwortung zu übernehmen, z.B. bei den Malzeiten, Aktivitäten und Projekten,
eigene Gefühle zu äußern,
ein Zeitgefühl zu entwickeln (Zeitpläne, Zeitrhythmus - Wann muss ich auf Toilette gehen?),
mit Ängsten und Unsicherheiten umzugehen,
sich in der Gruppe zurecht zu finden,
Hilfestellung anzunehmen und zu leisten.
Diese Ziele setzen wird konkret in unserer Einrichtung um
im Schulclub, der ein bis zweimal wöchentlich stattfindet (besondere Angebote und Projekte, Zahlen, Buchstaben),
in einem Elterngespräch,
durch einen Kooperationsvertrag mit der Conrad-Grundschule in Wannsee,
während des Tages der offenen Tür in der Conrad-Grundschule,
durch Besuche unserer Kinder in der Grundschule und im Hort (einmal jährlich),
mit Ausflügen zur Conrad-Schule bei besonderen Projekten (Zirkus, Musikaufführungen),
Besuch von Lehrer/innen in unserer KITA,
durch die Teilnahme von Lehrern an einem Elternabend.
Wir planen und gestalten den Abschied von unserer KITA gemeinsam mit unseren Kindern (Schultütenfest und Abschlusstag).
„Nach meiner Einschätzung bereiten die Erzieherinnen die Kinder gut auf den Übergang zur Schule vor. Im Schulclub konnte ich sehen, wie die Erzieherinnen im Gespräch und mit Liedern und Spielen thematisieren, was die Kinder schon alles gelernt haben, wie z.B. Zahlen und Buchstaben, und was sie noch in der Schule lernen können.“
10. Eltern als wichtiger Partner für Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder
Wir nehmen die Eltern ernst und respektieren ihre familiäre Lebenssituation.
Die Zusammenarbeit zwischen Erzieher/innen-Team und Eltern ist die Grundlage der gesamten KITA-Arbeit. Das Team möchte hier vor allem Informationen geben und kompetenter Gesprächspartner sein, um auch auf diesem Weg beste Voraussetzungen für die Förderung jedes Kindes zu schaffen.
In diesem Zusammenhang bestehen insbesondere folgende Formen der Zusammenarbeit in unserer Einrichtung:
Regelmäßiger Austausch (Aufnahmegespräch, jährliche Elterngespräche, „Tür-und-Angel“-Gespräche, Beratungsgespräche);
Hausbesuch (einmal während der KITA-Zeit);
Regelmäßige Elternabende (Vermittlung des Bildungsverständnisses sowie pädagogischer Inhalte sowie Aussprache zu aktuellen Themen der Eltern u.a.);
Mitwirkung der Eltern (Elterndienste, Job-Liste [z.B. Wäsche-Dienst, Hausmeister-Dienste, Sicherheits- und Arbeitsschutz u.a.], Aktionstage [z.B. Frühjahrs- und Herbstputz], Projektbegleitung, Feiern/Feste);
Beschwerdemöglichkeiten für Eltern: Jedes Kind hat eine/n Bezugserzieher/in, der mindestens einmal im Jahr ein Entwicklungsgespräch mit Eltern und Kind führt. Entsteht ein Problem das Kind betreffend, kann die/der Bezugserzieher/in erste Ansprechpartner/in sein. In einem „Tür- und Angel-Gespräch“ wird ein zeitnaher Termin für ein ausführliches Gespräch gefunden. Kann ein Problem/Konflikt nicht gelöst werden, besteht die Möglichkeit, den Koordinator dazu zu bitten bzw. auch eine/n Vertreter/in des Vorstandes. Zu diesem Zeitpunkt kann auch die Supervision zur Problemlösung zwischen Eltern, Vorstand und Erzieher/innen genutzt werden.
Transparente Kommunikation (wöchentliche Info-Briefe, Kinderhaus-Aushänge);
Pflege gemeinsamer Traditionen (z.B. Osterfrühstück, Geburtstagskuchen, Sommerfest, Nikolaus-Kaffeetrinken).
„Meiner Einschätzung nach geben die Erzieherinnen den Eltern einen guten Einblick in den Kinderhaus-Alltag. Die Eltern sprachen ihr Vertrauen aus, dass ihre Kinder im Kinderhaus gut versorgt und in ihren Entwicklungs- und Bildungsprozessen gut begleitet werden.“
Eine gesunde Ernährung spielt in unserem Kinderhaus eine wichtige Rolle.
Durch die trägereigene Küche und einen angestellten Koch ist eine frische Essenzubereitung gewährleistet.
100 % Biokost (ökologisch einwandfreie Lebensmittel),
viel Salat, Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und frische Kräuter,
es gibt einmal in der Woche einen Nachtisch,
Süßigkeiten gibt es nur zu besonderen Anlässen (Feste, Feiern).
Es wird gebeten, den Kindern keine Süßigkeiten mit in die KITA zu geben.
Frühstück: Wer bei uns mit frühstücken möchte, muss bis 9.00 Uhr im Kinderhaus sein.
Mittagessen: Wir essen in zwei Gruppen Mittag. Die erste Gruppe (Zwei bis Vierjährige) um 11,30 Uhr, die zweite Gruppe (Vier bis Sechsjährige) um 12.30 Uhr. In der zweiten Gruppe decken die Kinder selbst den Tisch (Tischdienst - wird am Montag im Morgenkreis besprochen und festgelegt). Die Kinder können sich die Teller selbst auffüllen, dabei lernen sie die Menge selbst einzuschätzen. Dabei unterstützt das Team die jüngeren Kinder, in dem es ihnen kleinere oder weniger gefüllte Schüsseln und Kannen bereit stellt. Ein gemeinsames Essenritual ist bei uns, dass wir uns bei dem Koch und dem Tischdienst mit einem Tischspruch bzw. Lied bedanken.
Vesper: Für alle Kinder gibt es gegen 15,00 Uhr belegte Brote und viel Obst und Gemüse.
Wir erleben die Mahlzeiten gemeinschaftlich in unserem „Esszimmer“, bei schönem Wetter genießen wir sie in unserem schönen Garten.
Wie werden unsere Kinder mit einbezogen?
In unserem Garten können die Kinder selbst Kräuter, Obst sowie Gemüse säen, pflanzen und ernten. Manchmal gehen sie mit einkaufen. Bei der Essenzubereitung dürfen sie mithelfen. Das wird wöchentlich gemeinsam mit unserem Koch besprochen und festgelegt. Bei der Gestaltung des Speiseplanes, der wöchentlich in Absprache mit dem Erzieher/innen-Team aufgestellt wird, wirken unsere Kinder mit, es gibt regelmäßig auch Wunschessen.
Seit 2016 entwickelten wir gemeinsam mit unseren Kindern das Projekt: Wo kommt unser Essen her?
Unsre Kinder haben jederzeit die Möglichkeit, selbständig - die jüngeren Kinder mit Hilfe - Wasser mit oder ohne Sprudel sowie ungesüßten Tee zu trinken.
Medizinisch notwendige Diätwünsche können vorab mit dem Koch abgestimmt und berücksichtigt werden.
12. Teamarbeit
Die Erzieher/innen einschl. der Koch arbeiten im Team zusammen. Wir schätzen die Stärken jedes Mitarbeiters und begegnen uns untereinander mit Akzeptanz, Respekt, Vertrauen sowie Interesse. Wir bemühen uns um eine positive Lebenseinstellung, übernehmen Eigenverantwortung und akzeptieren Verschiedenheit, Individualität und unterschiedliche Lebensstile.
Der Team-Koordinator hat Leitungsaufgaben vom Vorstand übertragen bekommen, unterstützt dessen Arbeit und hat einen wertschätzenden Einblick in dessen ehrenamtliche Tätigkeit.
Wöchentlich treffen wir uns zur Team-Besprechung, deren Verlauf protokolliert wird, zu folgenden Inhalten:
Weitergabe von Informationen,
Lerngeschichten,
Projekte (Planung, Ziele, Verlauf, Reflexion),
Vorbereitung und Auswertung von Elterngespräche sowie Elternabenden.
Monatlich erfolgt eine Unterredung zwischen Vorstand und Erzieher/innen-Team.
Allen Erzieher/innen wird im Jahr eine einwöchige Weiterbildung gewährleistet.
Einmal im Jahr gestalten sich die Erzieher/innen und der Koch einen Teamtag.
Alle sechs Wochen absolviert das Erzieher/innen-Team eine Supervision.
Jährlich führt der Vorstand Mitarbeitergespräche durch.
Die Struktur in unserer KITA wird durch eine enge Zusammenarbeit von Erzieher/innen, Eltern und Vorstand bestimmt, die unter Wahrung der Schweigepflicht erfolgt. Alle sollen sich gehört fühlen: Kinder, Eltern, Vorstand und Erzieher/innen.
Seit 2008 führen wir jährlich ein bis zweimal die interne Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm durch. Im Jahr 2012 wurde die externe Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm durch ektimo erfolgreich durchgeführt.
13. Rechte der Kinder
Kinder haben Rechte, sie sind in den UN-Konventionen, dem Grundgesetz und nachfolgenden Gesetzen (KJHG) verbürgt.
Ein Kind hat das Recht auf Wertschätzung seiner Persönlichkeit.
Es hat das Recht auf eine gesicherte, seelische und leibliche Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.
Es hat das Recht auf Äußerung und Berücksichtigung seiner wachsenden Fähigkeiten und Bedürfnisse.
Ein Kind hat das Recht auf eigene Körperlichkeit und Willensäußerung.
Das Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit mit dem Recht, als Individuum auf eigene Leistung.
Vorbehaltlos wird das von uns Erzieher/innen akzeptiert und umgesetzt.
Bundeskinderschutzgesetz - BKiSchG -
Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen
Seit Januar 2012 ist das neue Kinderschutzgesetz in der überarbeiteten Form in Kraft. Das BKiSchG besteht aus sechs Artikeln, von denen nur Teile des Artikel 1 (Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz) und 2 (Änderung des Achten Buches Sozialgesetzbuch) für den Kindertagesbereich von Bedeutung sind.
§ 8 Abs. 3 SGB VIII
Kinder und Jugendliche haben einen Rechtsanspruch auf Beratung in Not- und Konfliktfällen ohne Kenntnis der Personensorgeberechtigten.
§ 8 Abs. 4 SGB VIII
Fachkräfte müssen bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte zur Kindeswohlgefährdung eine Gefährdungseinschätzung vornehmen.
§ 8b Abs. 1 SGB VIII
Fachkräfte haben bei der Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung Anspruch auf Beratung durch eine erfahrene Fachkraft.
§ 8b Abs. 2 SGB VIII
Träger der Einrichtungen haben Anspruch auf Beratung durch das Landesjugendamt bei der Entwicklung und Anwendung fachlicher Handlungsleitlinien+ Kinderschutzstandards.
§ 45 Abs. 2 SGB VIII
Regelungen zur Betriebserlaubnis.
§ 45 Abs. 3 SGB VIII
Der Träger hat dem Landesjugendamt eine Konzeption vorzulegen. Er muss nachweisen, dass das Personal entsprechende aufgabenspezifische Ausbildung hat und ein erweitertes Führungszeugnis eingesehen wurde, welches im Abstand von fünf Jahren zu wiederholen ist.
§ 72a Abs. 2 und 3 SGB VIII
Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter haupt- und neben- oder ehrenamtlich tätiger Personen
14. Kinderschutz
14.1. Kinderschutz in unserer Einrichtung
Mit Maßnahmen des Kinderschutzes sollen unsere Mädchen und Jungen vor Schäden und Beeinträchtigungen bewahrt werden, wie
altersunangemessene Behandlung,
Chancenungleichheit und Diskriminierung,
Übergriffe sowie
Unsere Kinder wollen sicher, geborgen und wertgeschätzt sein und sich fühlen und von ihren Erzieher/innen wahrgenommen sowie begleitet werden. Sie möchten, dass ihnen viel zugetraut sowie ermöglicht wird und sie viel erleben und ausprobieren können.
Aus Sicht der Erzieher/innen muss den Kindern Chancengleichheit, d.h. das Recht auf gerechte Verteilung von Zugangs- und Lebenschancen geboten werden. Insbesondere gilt für uns das Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts: Mädchen und Jungen, Männer und Frauen haben die gleichen Rechte. Wir setzen uns für diese Rechte nachdrücklich ein.
In unserer pädagogischen Arbeit legen wir besonderen Wert auf die Unterstützung der Kinder, zu gefestigten und stabilen Persönlichkeiten heranzuwachsen. Dabei fördern wir die Individualität aller Kinder in ihrer Vielfalt und Einzigartigkeit. Unser Ziel ist es, Kindern die „Buntheit“ an Entwicklungsmöglichkeiten vor Augen zu führen. Hierzu gehört auch das Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung.
14.2.Handlungsrichtlinien bei Kindeswohlgefährdung
In der Verfahrensweise bei konkreter Gefährdung des Kindeswohl hält sich der Träger an die vorgegebenen gesetzlichen Regelungen/Verfahrensvorschriften und bezieht sich in den einzelnen Fällen auf die fachlich-methodischen Beurteilungs- und Bewertungskriterien (vgl. Berliner einheitliche Einschätzungsbögen - Flussdiagramm zur Zusammenarbeit zwischen KITA und bezirklichem Gesundheitsamt; Konkreter Maßnahmeplan bei einem sexuellen Übergriff unter Kindern).
14.3.Hilfe bei Kindeswohlgefährdung
Bei akuter Gefahr:
Feuerwehr/Notruf: 112
Kindernotdienst: (030) 610061
Krisendienst Kinderschutz: (030) 90299-5555
Jugendamt beim Bezirk Steglitz/Zehlendorf (Frau Gardon-Effenberger): (030) 90299-5590
DaKS (Frau Ohl - insoweit erfahrene Fachkraft): (030) 7009425-10
14.4.Prävention von Gefährdungen
Da Kinderschutz für uns ein wichtiges Thema ist, wird dieses Anliegen in Personalgesprächen erörtert (Fragen zu professioneller Berufshaltung, Bekanntmachen mit Sexualpädagogischem und Kinderschutzkonzept unserer Einrichtung). Das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis muss bei Einstellungen und in regelmäßigen Abständen neu vorgelegt werden.
Das Team reflektiert regelmäßig sein pädagogisches Handeln (übt ebenso konstruktive Kritik, Nachfragen-dürfen, Auseinandersetzung mit Nähe und Distanz sowie Grenzen) in Teamsitzungen, ebenso in der Supervision. Unsere Erzieher/innen nehmen regelmäßig an Fortbildungen zum Kinderschutz teil. Wir arbeiten eng mit der insoweit erfahrenen Fachkraft Frau Ohl vom DaKS zusammen.
14.5. Datenschutz-Einverständniserkärung:
„Hiermit erkläre/n wir/ich mich einverstanden , dass die Erzieher/innen des Kinderhauses „Murmelente“ zur Dokumentation des Bildungs- und Lernprozesses meines/unseres Kindes ..................... Fotos, Videomaterial bzw. Tonaufnahmen und schriftliche Aufzeichnungen (z.B. Beobachtungen, Auswertungen, Planungen) anfertigen und innerhalb der Kindereinrichtung nutzen dürfen.
Die Veröffentlichung von Dokumentationsmaterial in Büchern, Fachzeitschriften, bei Fachvorträgen oder im Internet sowie die Weitergabe an Dritte (z.B. Schulen, Jugendämter, Fachdienste) bedürfen einer gesonderten Zustimmung.
Nach Austritt des Kindes werden die Dokumentationen den Eltern überreicht, andernfalls vernichtet.
Uns wurde vom Vereinsvorstand versichert, dass sich aus einer etwaigen Verweigerung dieser Zustimmung, die eine Bildungsdokumentation nicht zu lassen würde, keine rechtlichen Nachteile ergeben, und dass diese Einverständniserklärung von uns/mir jederzeit frei widerrufen werden kann.
Hiervon unberührt bleibt das Recht der Eltern, Einblick in die Dokumentationsunterlagen des eigenen Kindes zu nehmen, die Herausgabe der Dokumentation zu fordern und der Dokumentation zu widersprechen.“
Impressum des Herausgebers:
Freier Träger:
EKT Wannsee e.V. Kinderhaus Murmelente
Chauseestr. 42
Vorstand: Daniela Baekhoej, Anne Buck, Felix Rewicki
Tel.: (030) 80 55 190
Betriebserlaubnis für 30 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren.
Berit Galyga
Angi Rutowski
Konzeption der Kindertagesstätte Murmelente Berlin-Wannsee
als pdf-Download >>

References: § 8

§ 8

§ 8

§ 8

§ 45

§ 45

§ 72