Source: https://medizinwelt.elsevier.de/heilpraktiker/naturheilpraxis-heute/buchkapitel/hygiene
Timestamp: 2020-08-07 16:01:17+00:00

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Medizinwelt | Heilpraktiker | Naturheilpraxis Heute | Hygiene
MedizinweltHeilpraktikerNaturheilpraxis HeuteBuchkapitelHygiene
B978-3-437-55244-1.00005-9
10.1016/B978-3-437-55244-1.00005-9
Mögliche Infektionswege. Krankheitserreger können entweder direkt von Mensch zu Mensch, z. B. durch Anhusten, oder indirekt, z. B. über unsterile Instrumente, übertragen werden.
Moderner Dampf-Kleinsterilisator (Autoklav) wie er z. B. in Praxen von Heilpraktikern, Ärzten, Podologen eingesetzt wird.
Instrumentenwanne mit Siebeinsatz und Deckel. Letzterer wird benötigt, um ein Verdampfen von Wirkstoffen zu verhindern, während der Siebeinsatz die Entnahme und das Spülen mit fließendem Wasser ohne direkten Kontakt zu den Instrumenten erheblich erleichtert.
[U223]
Wasserhähne sind ebenso wie andere Endstücke von Wasserleitungen stets der Gefahr ausgesetzt, von Keimen besiedelt zu werden. Abgebildet ist ein vorschriftsmäßiger Waschplatz mit Desinfektions- und Waschmittelspendern. Auch die Armatur ist per Ellenbogen zu bedienen. Dadurch kann die Keimdichte möglichst gering gehalten werden.
[K157]
Zweigeteiltes Eimersystem. Die unterschiedlichen Farben erlauben die Kennzeichnung von Kalt- und Warmwassereimer oder dienen der Unterscheidung von Klarwasser und Seifen- oder Desinfektionslösung.
[V515]
Spezielle Behälter für die Entsorgung von Kanülen erlauben sogar das Entfernen, ohne die Kanüle nochmals anfassen zu müssen. Das Zurückstecken von Kanülen in die Schutzhüllen ist nicht zulässig.
[M230]
Nicht immer ist eine hygienische Händedesinfektion erforderlich. Es sollte jedoch selbstverständlich sein, dass die Hände bei sichtbaren Verschmutzungen, nach jedem Toilettengang sowie nach dem Naseputzen sorgfältig gewaschen werden.
[E644]
Desinfektionsmittel in die hohle Hand geben und die Handfläche der anderen Hand darüberlegen. Dann beide Handflächen fünfmal gegeneinander reiben.
[U120]
Linke Handfläche über rechten Handrücken legen und fünfmal kreisend bewegen. Anschließend rechte Handfläche auf linken Handrücken legen und gleiche Bewegung ausführen.
Handfläche auf Handfläche legen und Finger beider Hände verschränken, wieder öffnen, verschränken, wieder öffnen (fünfmal wiederholen).
Mit den Händen Hakengriff einnehmen. Dann den Griff fünfmal hintereinander lockern und wieder einnehmen.
Mit der rechten Hand den linken Daumen umfassen und fünfmal kreisend einreiben, dann mit der linken Hand den Daumen umfassen und gleiche Bewegung ausführen.
Fingerkuppen der rechten Hand fünfmal in der linken Handfläche kreisend bewegen, dann gleiche Bewegung mit der linken Hand ausführen.
Areale, die bei der hygienischen Händedesinfektion häufig ausgespart werden. Wirkungslücken sind v. a. am Daumen, an Handinnenflächen, Fingerspitzen und -zwischenräumen.
[L157]]
Regelmäßige Hautpflege mit rückfettenden Cremes hält die Haut geschmeidig und vermeidet Mikroverletzungen.
[M294]
Verpackung öffnen, ohne die Handschuhe unsteril zu machen.
Erste Hand einführen.
Zweiten Handschuh ergreifen.
Handschuh nach oben ziehen, ohne unsteril zu werden.
Handschuh so ausziehen, dass eine Keimverschleppung vermieden wird.
Infektionsquellen und ihre Bedeutung.Viruzidie
Infektionsquellen Beispiele Keimübertragung
Mensch Patient, Heilpraktiker, medizinisches Personal: Übertragung z. B. durch Ausscheidungen, Niesen, Husten und Sprechen, Wunden
Heilpraktiker/medizinisches Personal als (nicht bekannte) Keimträger
Übertragung von Krankheitserregern während der Inkubationszeit oder von scheinbar gesunden Ausscheidern (z. B. Salmonellen 25.14.2)
medizinisch-technische Geräte und Instrumente Schröpfgläser, Schröpfschnepper, Baunscheidt-Geräte, Akupunkturnadeln, Inhalationsgeräte, Darmrohre für Kolon-Hydro-Therapie, Schläuche, Pinzette, Schere
Leitschienenfunktion für Bakterien
ungenügend gereinigte und desinfizierte oder sterilisierte Instrumente
ungeeignetes Desinfektions- bzw. Sterilisationsverfahren
keine ausreichende Desinfektion aufgrund feuchter Instrumente und Geräte
Untersuchungsutensilien Fieberthermometer, Stethoskop, Otoskop, Blutdruckmessgerät
mangelhafte Desinfektion nach Gebrauch
Medikamente Stechampullen, Infusionslösungen
Kontamination (Verunreinigung) von Stechampullen
Kontamination beim Auflösen mit geeignetem Lösungsmittel oder Zumischen von Stoffen
Kontamination durch die Belüftungskanüle
Kontamination, wenn Spritze/Infusion nicht unmittelbar vor Verabreichung aufgezogen/gerichtet wird
Wasser Trinkwasser, Wasser aus Warmwasserleitungen, Badewasser
Pfützenkeime im Leitungswasser
Legionellen (25.12.5) im warmen Wasser
Überlastung von Badewasser durch hohen Schmutzeintrag
Abfälle Abwasser, Wertstoffe, Restmüll
Gefahr durch Verletzungen bzw. Kontakt mit blutbehafteten, infektiösen Gegenständen oder mit Gegenständen, die durch menschliche Ausscheidungen kontaminiert sind
Textilien Handtücher, Liegenbespannungen, Praxiskittel, Wisch- und Scheuerlappen, textile Bezüge von Toilettendeckeln
Schmierinfektion (25.2.5)
Luft Niesen, Husten, Sprechen, Klimaanlagen, Luftbefeuchter
wichtigster Übertragungsweg für Infektionskrankheiten wie Rhinitis, Bronchitis, Windpocken
technische und sanitäre Einrichtungen Wasserhähne, Waschbecken, Toiletten, Klimaanlagen, Luftbefeuchter, Druckluftanlagen
ständige Feuchtigkeit und Wärme begünstigen Vermehrung der Keime
Tiere Vögel, Ratten, Ameisen, Schaben
Speisereste und Füttern locken Tiere an
Tiere übertragen Mikroorganismen meist nur, sind aber selbst nicht krank
Pflanzen Topfpflanzen, Schnittblumen
Sporen (z. B. Tetanus, Botulismus) und Schimmelpilze in der Erde
Pfützenkeime im Blumenwasser
Übertragungswege von Infektionen. Übertragung/Übertragungswege:vektorielleÜbertragung/Übertragungswege:sexuelleÜbertragung/Übertragungswege:parenteraleÜbertragung/Übertragungswege:InfektionenÜbertragung/Übertragungswege:indirekteÜbertragung/Übertragungswege:fäkal-oraleÜbertragung/Übertragungswege:direkteÜbertragung/Übertragungswege:diaplazentareÜbertragung/Übertragungswege:alimentäreTröpfcheninfektion
Übertragungsweg Beispiel
Direkte Übertragung (Übertragung von Infektionsquelle direkt auf den Empfänger)
Tröpfcheninfektion (aerogen) Tuberkulose (25.18.9) durch beim Husten verbreitete Tuberkelbakterien
direkte Kontakt-/Schmierinfektion (häufig fäkal-oral) Madenwurminfektion (25.14.12) bei Kindern
Übertragung auf dem Blutweg (parenteral) Hepatitis B (25.13.3) oder HIV-Infektion in Folge Verletzung mit kontaminierter Kanüle
Übertragung durch Geschlechtsverkehr (sexuell) Syphilis (25.15.2)
Übertragung von der Mutter auf das Kind (diaplazentar) Röteln (25.17.6), Toxoplasmose (25.20.3)
Übertragung durch infizierte Wirbeltiere (Zoonose) Tollwut (25.16.4)
Indirekte Übertragung (Übertragung von Infektionsquelle mittels „Übertragungsmedium“ auf den Empfänger)
indirekte Kontakt-/Schmierinfektion Typhus abdominalis (25.14.4), Influenza (25.19.4), Pneumonie (12.5.6), z. B. über Toilette, Wasserhahn, Türgriff, Telefonhörer, Cremetöpfe
Staubinfektion Tetanus (25.16.3), Milzbrand (25.11.5)
Übertragung über Nahrungsmittel und Wasser (alimentär) Infektiöse Gastroenteritis in Folge Salmonellenübertragung (25.14.2), Hepatitis A (25.13.2), Botulismus (25.16.5)
Übertragung über Zwischenwirte (vektoriell) Malaria (25.20.1) durch die in der Anophelesmücke entwickelten Parasitenformen, Lyme-Borreliose (25.16.2) durch Zecken
Wirkungsbereiche verschiedener Desinfektionsmittel und -verfahren.Desinfektionsmittel:Wirkungsbereiche
Wirkungsbereich Effekt Geeignetes Verfahren
A Abtötung von vegetativen bakteriellen Keimen einschließlich Mykobakterien (TBC) sowie von Pilzen und deren Sporen Abtötung durch kochendes Wasser
mindestens 3 Minuten oder strömenden Dampf von mindestens 100 °C mindestens 5 Minuten
B (= AB) Inaktivierung von Viren Abtötung durch kochendes Wasser
C (= ABC) Abtötung von bakteriellen Sporen bis zur Resistenzstufe des Erregers des Milzbrands Abtötung in strömendem Dampf von mindestens 100 °C bei einer Einwirkungszeit von mindestens 15 Minuten
D (= ABCD) Abtötung bakterieller Sporen der Erreger von Wundinfektionen wie Gasbrand und Wundstarrkrampf Abtötung nativer Sporen (Erdsporen) in gespanntem, gesättigtem Wasserdampf bei
121 °C in mindestens 20 Min. (Sterilisation)
Thermische Desinfektionsverfahren. Desinfektion:thermische
Desinfektionswirkung durch … Anwendungsbeispiele
Verbrennen „wertlose“ Gegenstände, besonders Abfall, der anderweitig nicht desinfiziert werden kann; problematisch ist die Umweltbelastung durch Verbrennung von z. B. Kunststoffen
kochendes Wasser für mindestens 3 Min. Auskochen von Säuglingsartikeln, Spülmaschinen für Instrumente, Wäsche
strömenden Wasserdampf von 100 °C für ca. 15 Min. Matratzen
Abflammen, Ausglühen über offener Flamme im mikrobiologischen Labor zur Desinfektion von Impfösen oder Impflanzetten
Chemische Desinfektionsverfahren. MAK = max. Arbeitsplatzkonzentration, ppm = parts per million (Konzentrationsangabe). Zum Wirkspektrum Tab. 5.3.Desinfektionsmittel:SubstanzenDesinfektion:chemische
Verwendete Substanzen Anwendungsbeispiele Besonderheiten
z. B. Ethanol, Propanol, Isopropylalkohol, Benzylalkohol
Wirkungsspektrum A, teilweise AB
wirken innerhalb von Sek., jedoch eingeschränktes Wirkungsspektrum (tötet keine Sporen ab)
wirken entfettend und ätzend
Achtung: bei großflächiger Anwendung Explosionsgefahr!
z. B. Formaldehyd, Glutaraldehyd
Wirkungsspektrum AB
langsam wirkend, aber mit breitem Wirkungsspektrum
niedrige Anwendungskonzentrationen, gute Materialverträglichkeit
Nachteile: Eiweißempfindlichkeit, Schleimhautreizungen und Aldehydallergien möglich
Aldehyde gehören zu den sensibilisierenden Stoffen, die laut TRGS 540 zu ersetzen sind
Phenolderivate: z. B. Chlorkresol, Phenylphenol
Sputum- und Stuhldesinfektion
geringe Eiweißempfindlichkeit
unangenehmer Geruch, Rückstände, Materialunverträglichkeit bei Plexiglas, Gummi, Kunststoffen
giftig bis gering giftig, Hautresorption möglich
z. B. Chlor, Jod, Brom
Chlor (als Hypochlorit): Trink-, Schwimmbad-, Abwasser-, Wäsche- und Händedesinfektion, Chlorkalkmilch wird zur Grobdesinfektion von Abortgruben z. B. in Katastrophengebieten eingesetzt
Jod (als PVP-Jod): Schleimhautdesinfektion, Wunddesinfektion
Brom: in den USA zur Trink- und Badewasseraufbereitung eingesetzt, in Deutschland nur zur Badewasseraufbereitung
Wirkungsspektrum A, teilweise AB, aber Wirkstoffverlust bei Eiweiß und verschmutzten Oberflächen (Blut!)
unangenehmer Geruch, Schleimhautreizung, Materialunverträglichkeit, Eiweißempfindlichkeit
giftig, bei hohen Konzentrationen tödlich, z. B. beim Entweichen von Chlorgas
PVP-Jod:
Nachteil: Wäscheverfärbung
PVP-Jod nicht anwendbar bei Jodallergie
bei großflächiger, lang dauernder Anwendung und bei Kleinkindern Gefahr der Hyperthyreose
z. B. Ozon, Peressigsäure, Wasserstoffperoxid, Kaliumpermanganat
Ozon: Wasserdesinfektion, auch als Therapieverfahren in der Ozontherapie (z. B. Beutelbegasung bei Ulcera)
Wasserstoffperoxid und Kaliumpermanganat: Wundspülungen, Antiseptikum im Mund-Rachenbereich
Peressigsäure u. Ä. Verbindungen: Flächendesinfektion
sehr gute bakterizide Wirkung durch frei werdenden elementaren Sauerstoff
chemisch instabil
Wasserstoffperoxid und Kaliumpermanganat sind deshalb wegen des raschen Wirkungsverlustes (vor allem beim Kontakt mit Blut) nicht zu empfehlen
Oberflächenaktive Substanzen:
z. B. quarternäre Ammoniumverbindungen (Quats), Amphotenside, Biguanide
eingeschränkter Wirkungsbereich (A), z. B. von Quats auf gramnegative Keime; Verwendung deshalb nur in Kombination mit anderen Wirkstoffen
keine ätzende Wirkung auf Schleimhäute, für viele Materialien verträglich
geringe Toxizität (Einsatz in Küchen deshalb möglich)
empfindlich gegen Wasser mit hohem Härtegrad
Physikalische Sterilisationsverfahren.Sterilisation:VerbandsstoffeSterilisation:physikalischeSterilisation:KunststoffeSterilisation:GlaswarenSterilisation:DampfsterilisationSterilisation:ionisierende StrahlenSterilisation:HeißluftsterilisationHeißluftsterilisationDampfsterilisation
Sterilisationsverfahren Sterilisationswirkung durch … Anwendungsbeispiele
Dampfsterilisation (Autoklavieren): feuchte Hitze Eindringen von Wasserdampf in das Sterilisationsgut bei
121 °C bei 2 bar (= 1 atü) über mindestens 15 Min.
134 °C bei 3 bar (= 2 atü) über mindestens 3 Min.
Die Sterilisationszeit ist abhängig von Druck und Sterilgut!
Bei Verdacht auf Prionenkontamination muss bei 134 °C und 3 bar über 18 Minuten autoklaviert werden, da die bislang üblichen Sterilisationsverfahren Prionen nicht inaktivieren
Textilien (Wäsche)
thermostabile Kunststoffe
Heißluftsterilisation:
trockene Hitze Umspülen des Sterilisationsguts mit heißer Luft bei
160 °C: Einwirkungszeit mindestens 20 Min.
180 °C: Einwirkungszeit mindestens 30 Min.
Die Sterilisationszeit ist abhängig von Temperatur und Sterilgut!
Kein validierbares Verfahren, deshalb nicht in der Praxis anwendbar!
wasserfreie Flüssigkeiten
keine Textilien, kein Papier (Brandgefahr!)
Energiereiche oder ionisierende Strahlen, z. B. Kathoden-, Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlen
Einwirkung energiereicher Strahlung auf das Sterilisationsgut (nur in der industriellen Fertigung z. B. von Verbandsstoffen oder Kathetern einsetzbar, da Anlagen wegen hoher Sicherheitsanforderungen sehr teuer)
Vorteil: es wirkt keine hohe Temperatur auf das Gut ein
Einmalartikel aus Kunststoff, Latex, Gummi
Chemisch-physikalische Sterilisationsverfahren. Sterilisation:chemisch-physikalische
Ethylenoxidgas (EO)
Einwirkung von EO bei ca. 55 °C
EO ist mit Luft explosiv, hochtoxisch und kanzerogen
thermolabile Kunststoffe
Prothesen für Gefäße und Gelenke
Formaldehydgas(FO)
Einwirkung von Formaldehydgas nach Verdampfung bei ca. 60 °C
gegenüber EO wesentlich geringere Anlagerung an das Material
ökologisch bessere Alternative zur EO-Sterilisation, für die gleichen Materialien geeignet
Einwirkung von Wasserstoffperoxid nach Anregung im elektrischen Feld (Plasma)
Verfahren technisch noch nicht ausgereift, aber zukunftsträchtig
Alternative zu EO- und FO-Sterilisation
Die in Heilpraktikerpraxen anfallenden Abfälle, eingeteilt in Gruppen entsprechend der Richtlinie für die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes (Stand: Oktober 2012. AS = Abfallschlüssel der Abfallverzeichnis-Verordnung [AVV]).Abfall:ManagementAbfall:Einteilung
Abfallart Sammlung/Lagerung Entsorgung
AS 180101 Spitze und scharfe Gegenstände
Gegenstände mit ähnlichem Risiko für Schnitt- u. Stichverletzungen (z. B. Akupunkturnadeln)
am Abfallort direkt in stich- und bruchfeste Einwegbehälter abwerfen
gemeinsame Entsorgung mit AS 180104 ist möglich
AS 180102 Körperteile, Organabfälle, gefüllte Behältnisse mit Blut und Blutprodukten
Körperteile, Organabfälle
Blutbeutel, mit Blut oder flüssigen Blutprodukten gefüllte Behältnisse
gesonderte Erfassung am Anfallort
nicht mit Siedlungsabfällen vermischen
Einwegbehälter (zur Verbrennung geeignet) sorgfältig verschließen
zur Vermeidung von Gasbildung begrenzte Lagerung
Beseitigung in zugelassener Verbrennungsanlage
einzelne Blutbeutel können in Kanalisation entleert werden, wenn kommunale Abfallsatzung dies zulässt
Gruppe AAS 180103 Abfälle, die mit meldepflichtigen Erregern behaftet sind, wenn dadurch eine Verbreitung der Krankheit zu befürchten ist∗
Abfälle, die mit erregerhaltigem Blut, Sekret oder Exkret behaftet sind oder Blut in flüssiger Form enthalten, z. B.
mit Blut oder Sekret gefüllte Gefäße
gebrauchte Dialysesysteme aus Behandlung
bekannter Virusträger: mikrobiologische Kulturen z. B. aus Instituten für Hygiene, Mikrobiologie, Labormedizin, Arztpraxen mit entsprechender Tätigkeit
am Anfallort in reißfeste, feuchtigskeitsbeständige und dichte Behältnisse verpacken
Sammlung in sorgfältig verschlossenen Einwegbehältnissen (zur Verbrennung geeignet)
keine Verwertung, Verdichtung oder Zerkleinerung!
Beseitigung in zugelassener Verbrennungsanlage oder
Desinfektion mit vom RKI zugelassenen Verfahren; dann Entsorgung wie AS 180104
Achtung! Einschränkung bei bestimmten Erregern (CJK, TSE)
besonders überwachungsbedürftige Abfälle, die einen Entsorgungsnachweis benötigen
AS 180104 Mit Blut, Sekreten bzw. Exkreten behaftete Abfälle∗∗
Wund- und Gipsverbände, Stuhlwindeln, Einwegwäsche, Einwegartikel (z. B. Spritzen)
gering mit Zytostatika kontaminierte Abfälle
Sammlung in reißfesten, feuchtigskeitsbeständigen und dichten Behältnissen
Transport nur in sorgfältig verschlossenen Behältnissen
nicht umfüllen, sortieren oder vorbehandeln (Ausnahme: Presscontainer)
Verbrennung in zugelassenen Abfallverbrennungsanlage oder
Abfalldeponie (solange noch zulässig)
flüssige Inhaltsstoffe dürfen nicht austreten
Behältnisse mit größeren Mengen Körperflüssigkeiten können unter Beachtung von hygienischen und infektionspräventiven Gesichtspunkten in die Kanalisation entleert werden, wenn die kommunale Abfallsatzung dies zulässt
AS 180106 Chemikalienabfälle
Säuren, Laugen, Lösemittel
Fixier- und Entwicklungsbäder
Desinfektions- und Reinigungsmittelkonzentrate
getrennte Sammlung der Einzelfraktionen
bei größeren Abfallmengen erfolgt die Entsorgung unter einem speziellen AS
für Transport zugelassene verschlossene Behältnisse werden auch für Sammlung und Lagerung verwendet
Entsorgung als besonders überwachungsbedürftige Abfälle mit Entsorgungsnachweis
AS 180107 Chemikalienabfälle
Labordiagnostische Chemikalien in geringer Konzentration
getrennte Sammlung der Einzelfraktionen unter eigenem AS
für den Transport zugelassene verschlossene Behältnisse werden auch für Sammlung u. Lagerung verwendet
entsprechend der Abfallzusammensetzung
AS 180109 Altarzneimittel
zugriffsichere Sammlung, um missbräuchliche Verwendung auszuschließen
vorzugsweise Verbrennung in zugelassenen Abfallverbrennungsanlagen
bei kleineren Mengen ist Entsorgung mit AS 180104 möglich
AS 1501XX Verpackungsmaterial aller Art
Verpackungen aus:
getrennte Sammlung der Einzelfraktionen unter eigenem AS:
150101: Papier und Pappe
150102: Kunststoff
150107: Glas
150103: Holz
Entsorgung über Rücknahmesysteme der Vertreiber (z. B. DSD)
Verwertung der nicht schädlich verunreinigten Fraktionen
150104: Metall
150105: Verbundmaterialien
150106: gemischte Verpackungen
150110: Verpackungen, die Rückstände gefährlicher Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind
Sammlung und Entsorgung als besonders überwachungsbedürftiger Abfall mit Entsorgungsnachweis
Aus infektionspräventiver Sicht sind an Sammlung u. Entsorgung dieser Abfälle besondere Anforderungen zu stellen
Dieser Abfall stellt ein Gemisch aus einer Vielzahl von Abfällen dar, dem auch andere nicht besonders überwachungsbedürftige Abfälle zugegeben werden können, für die aufgrund der geringen Menge eine eigenständige Entsorgung wirtschaftlich nicht zumutbar ist. Eine gesonderte Deklaration ist bei öffentlich-rechtlicher Entsorgung nicht notwendig. Aus infektionspräventiver Sicht sind an Sammlung und Entsorgung dieser Abfälle keine besonderen Anforderungen zu stellen
Risikoeinstufung von Medizinprodukten.Medizinprodukte:Risikoeinstufung
Einstufung Risikobewertung Beispiele
unkritisch Kontakt lediglich zu intakter Haut Venenstauer, abwaschbare Blutdruckmanschette, Armhalter für Blutentnahme, Stethoskop, Reflexhammer, Softlaser, Elektroden (z. B. EKG, Bioresonanz)
ohne besondere Anforderungen an die Aufbereitung Kontakt mit Schleimhaut oder krankhaft veränderter Haut Fieberthermometer, Pinzette, Schere, Metall-Mundspatel, Spekulum
Effektivität der Reinigung nicht durch Inspektion unmittelbar zu beurteilen (lange, enge, insbesondere endständige Lumina)
Hohlräume mit nur einer Öffnung, komplexe, schlecht zugängliche Oberfläche
nachteilige Beeinflussung durch die Aufbereitung auf das Medizinprodukt/seine Materialeigenschaften nicht auszuschließen
erhöhter Aufwand bei der technisch-funktionellen Prüfung
Aufbereitungshäufigkeit durch den Hersteller begrenzt
Beatmungsbeutel, Schröpfgläser
zur Anwendung von Blut, Blutprodukten und anderen sterilen Arzneimitteln
Durchdringen von Haut und Schleimhaut, dabei Kontakt mit Blut, inneren Geweben, Organen, Wunden
Nadelrollen/-köpfe von Baunscheidt-Geräten
mit besonders hohen Anforderungen an die Aufbereitung nicht dampfsterilisierbare Medizinprodukte (in der Heilpraktiker-Praxis nur als Einwegartikel einsetzbar) –
Hygieneplan Naturheilpraxis – Bereich Mitarbeiter. Die Formulierung „In dieser Praxis (Präparatenamen)“ ist stellvertretend für die spezifische Auflistung der praxiseigenen Materialien gedacht.Hygieneplan:Naturheilpraxis
Tab. 5.10a
Was? Wann? Wie? Womit? Wer?
Schutzkleidung während Arbeitszeit
Praxis nur in privater Kleidung betreten und verlassen
Berufskleidung geschlossen und nur in der Praxis tragen
Privatkleidung getrennt von der Berufskleidung aufbewahren
Berufskleidung täglich oder bei Kontamination wechseln.
Nach Arbeitsende und Ablegen der Schutzkleidung hygienische Händedesinfektion
Berufskleidung mit Desinfektions-/Waschmittel in Waschmaschine reinigen und desinfizieren
in dieser Praxis: …
Schuhe nach Verschmutzung Praxisschuhe nur im Praxisbereich tragen. Geeignete Arbeitsschuhe:
vorderer Bereich geschlossen
Fersenhalt rutschhemmend
abwischen mit Desinfektionsmittel
Schmuck, Uhren vor Arbeitsbeginn Hände u. Unterarme frei von Schmuck und Uhren; Ringe ablegen, da sie den Erfolg der Händedesinfektion in Frage stellen –
Fingernägel regelmäßig, je nach
Bedarf kurz und sauber halten – Verletzungsgefahr für Mitarbeiter und Patienten, Erregervermehrung unter langen Fingernägeln Nagelschere, Feile
Haare täglich lange Haare geschlossen tragen –
bei Schmutzarbeiten
bei Arbeiten, bei denen Kontakt mit Blut, Blutbestandteilen, Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen zu erwarten ist
bei invasiven diagnostischen/therapeutischen Maßnahmen, bei Berührung der Schleimhaut oder von nässenden und blutenden Schleimhautveränderungen
Einmalhandschuhe nach Gebrauch sofort abwerfen
hygienische Händedesinfektion nach Ablegen der Handschuhe
beim Umgang mit Reinigungs- und Desinfektionslösungen Schutzhandschuhe tragen
in dieser Praxis: Einmalhandschuhe (Latex ungepudert oder Vinyl)
Kanülenabwurf bei Bedarf
Kanülenabwurfbehälter am Ort des Kanülenanfalls platzieren
Kanülenabwurfbehälter max. bis ¾ auffüllen, sicher mit Deckel verschließen und entsorgen, auch bei Nichtgebrauch verschließen
gebrauchte Kanülen niemals in Kappe oder Verpackung zurückstecken – hohes Nadelstichverletzungsrisiko
Stich- und Schnittverletzungen im Bedarfsfall erforderliche Maßnahmen ergreifen (30.12), Dokumentation im Verbandkasten –
Hygieneplan Naturheilpraxis – Bereich Aufbereiten von medizinischen Produkten/Sterilisation Das Aufbereiten von sterilen Medizinprodukten (z. B. Schröpfgläser, Scheren, Kornzangen) beginnt nach der Risikobewertung mit der Desinfektion.
Tab. 5.10b
Was? Wie? Womit? Wer?
Vorbereiten der Medizinprodukte
Desinfektion nach Angaben im Desinfektionsplan
nur saubere, trockene Medizinprodukte nach Desinfektion der Sterilisation zuführen
Maßnahmen vor/bei Inbetriebnahme des Sterilisators Herstellerangaben beachten
Sterilisator: …
Seriennummer: …
Chemoindikator pro Charge beilegen
Bioindikatoren halbjährlich oder alle 400 Chargen einsetzen
Sterilisationscharge
bei Entnahme des Sterilisationsguts Indikatorklebestreifen überprüfen
Dokumentation der Freigabe durch geschultes Personal mit Unterschrift
einsortieren in den für das Aufbewahren von freigegebenem Sterilgut definierten Lagerort
Dokumentation der Prozessparameter Temperatur, Druck, Zeit, Datum der Sterilisation im Sterilisationsbuch – –
externe Sterilisatorkontrolle – – –
Sporenbriefe mit Bacillus …
in dieser Praxis: –
Anzahl Bioindikatoren: mindestens 3 + 1 Positivkontrolle
z. B. 1 Bioindikator links, 1 Bioindikator mittig, 1 Bioindikator rechts in den Sterilisator einlegen
Positivkontrolle wird nicht sterilisiert
Sterilisator: …Modell: … –
halbjährlich oder alle 400 Chargen
nach Reparaturen an Geräteteilen, die direkten Einfluss auf die Sterilisation haben
Seriennummer: …Bioindikatoren: … –
Durchführung Einlegen der Bioindikatoren nach Angaben des Lieferanten – –
Ziel kein Wachstum des Testkeims – –
Schere, Schröpfgläser, Kornzange, etc.
Folienverpackung muss groß genug sein, sodass durch das Instrument die Folie nicht verletzt wird und genügend Folie zum Verschließen zur Verfügung steht
Beschriftungen: Das Sterilisierdatum mit einem Permanentfilzschreiber außerhalb des Füllraums auf die Folie schreiben
Folienschlauch an beiden Enden mit Heißsiegelgerät verschließen
noch feuchte Güter dürfen nicht verpackt werden
Beladung des Sterilisators Sterilisator gleichmäßig befüllen; Folienverpackungen eng aneinanderlegen, sodass jeweils die Papierseiten bzw. Folienseiten Kontakt haben – –
Lagerung von Sterilgütern
das Sterilgut muss geschützt sein vor Feuchtigkeit, Staub, Verschmutzung und extremen Temperaturen
Sterilgüter immer im verschließbaren Schrank lagern
ungeschützte Lagerung unbedingt vermeiden!
Lagerdauer 6 Monate ab Sterilisation – –
Anwendung von Sterilgütern
Sterilgüter an der dafür vorgesehenen Siegelnaht öffnen
Indikatorklebestreifen auf Farbverhalten prüfen und so Sterilisation bestätigen, Verfallsdatum prüfen, wenn eine Beschädigung der Verpackung zu erkennen ist, das Medizinprodukt nicht verwenden
Schröpfgläser an der Seite auspacken, an der der Gummiball aufgesetzt wird
Auszug aus dem Hygieneplan Naturheilpraxis – Bereich Hygiene am Patienten. Die Formulierung „In dieser Praxis (Präparatenamen)“ ist stellvertretend für die spezifische Auflistung der praxiseigenen Materialien gedacht.
Tab. 5.10c
vor Nadelung
Anzahl der Akupunkturnadeln festlegen und dokumentieren
hygienische Händedesinfektion, Hautdesinfektion durch Aufsprühen des alkoholischen Desinfektionsmittels, Einwirkzeit beachten
Stelle mit sterilem Alkoholtupfer abreiben, trocknen lassen, das Nadeln erfolgt ohne erneuten Hautkontakt zur Punktionsstelle
in dieser Praxis: Akupunkturnadeln (Präparatenamen) Heilpraktiker
Abschluss der Akupunktur
Nadeln entfernen, entsorgte Nadeln müssen mit Anzahl der gesetzten Nadeln übereinstimmen
Entsorgung ohne Zwischenlagerung im Kanülenabwurfbehälter
bei jedem Patienten mit Wundverband
alle erforderlichen Utensilien vorbereiten
Arbeitsfläche vor und nach Verbandswechsel desinfizieren
Abfalleimer bereitstellen
Sterilisator gleichmäßig befüllen; Folienverpackungen eng aneinanderlegen, sodass jeweils die Papierseiten bzw. Folienseiten Kontakt haben
gebrauchtes Material sofort in den bereitstehenden Abfalleimer abwerfen, nach Verbandswechsel den Abfalleimersack möglichst bald austauschen und entsorgen
benutzte Instrumente umgehend der Aufbereitung zuführen
nach Verbandswechsel hygienische Händedesinfektion
in dieser Praxis: (Präparatenamen, Beschreibung)
nach Anbruch von Tuben
auf Salbentube nach dem Öffnen mit Permanentschreiber Anbruchdatum und Verfallsdatum schreiben
Entnahme nur nach hygienischer Händedesinfektion mittels Spatel oder Tupfer, einen ca. 1–2 cm Salbenstrang ohne Kontakt mit der Tubenöffnung aufbringen
in dieser Praxis: (Präparatenamen)
einfache Schröpfbehandlung
steriles Schröpfglas (Sterilisierdatum überprüfen) durch Öffnen der Folienverpackung an der Seite entnehmen, wo der Gummiball aufgesetzt wird
Schröpfglas nur außen anfassen, nicht am Rand berühren, der auf die Haut des Patienten aufgesetzt wird
Luft aus dem Gummiball drücken, Schröpfglas aufsetzen und Zeitvorgabe dokumentieren
Kurzzeitwecker einstellen
nach Ablauf der Zeit Schröpfglas entfernen
in dieser Praxis: sterilisierte Schröpfgläser
Salbe (s. dort) als Gleitmittel mittels Tupfer ohne Kontakt der Tubenöffnung mit der Haut im angegebenen Bereich langsam und gleichmäßig auftragen, Schröpfglas für vorgesehene Zeit bewegen oder bis gleichmäßige Hautrötung auftritt. Nicht über Muttermalen, Warzen, Ekzemen, über Nieren schröpfen. Bei schlanken Patienten das Schröpfglas nicht über die Dornfortsätze ziehen. Gebrauchte Schröpfgläser sofort in das Desinfektionsbad legen
nur mit behandschuhter Hand darf der Salbenrückstand entfernt werden
Injektionen, Infusionen, Punktionen
unmittelbar vor Durchführung
bereitgestellte Medizinprodukte vor Kontamination schützen
Medikamente erst unmittelbar vor Verabreichung zubereiten
Vor Vorbereitung einer Injektion oder Infusion ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen. Vor jeder Punktion oder Injektion (s. c., i. m., i. v.) ist eine ordnungsgemäße Hautdesinfektion erforderlich. Nach Abwischen mit dem Hautdesinfektionsmittel die Einwirkzeit von 15 Sek. abwarten. Die Haut trocknen lassen. Nach der Desinfektion keine Palpation mehr im Injektionsbereich!
sichere Arbeitsgeräte mit Kanülenschutz verwenden
nach Beendigung der Punktionen oder Infusionen Injektionsstelle abschließend mit Injektionspflaster versorgen, sobald die Blutung aufhört sterilisierte Tupfer und sterile Alkoholtupfer –
gebrauchte Kanülen ohne Kanülenschutz dürfen nicht in die losen Schutzhüllen zurückgesteckt werden. Die Entsorgung erfolgt ohne Zwischenlagerung in einen Kanülenabwurfbehälter – –
Einmalhandschuhe, Hautdesinfektionsmittel mit nassem Tupfer auftragen
Einwirkzeit mindestens 15 Sek., trocknen lassen, punktieren ohne weitere Berührung
nach Möglichkeit sichere Punktionsinstrumente verwenden
unmittelbar vor Anwendung
Venenzugang unter sterilen Kautelen anschließen
in dieser Praxis: (Präparatename) Heilpraktiker
Infusionsflaschen, Vakuumflaschen, Aderlasstherapie
Zubereitung der Infusion unmittelbar vor Gebrauch
Infusionsflaschen auf Haarrisse, Trübung oder Ausflockung sowie Verfallsdatum kontrollieren
Infusionsflaschen beschriften mit:
Namen des Patienten
Datum und Verwendungsdauer
evtl. zugemischte Medikamente
werden zu Infusionslösungen Medikamente zugemischt, darf dies erst unmittelbar vor Anlegen der Infusion und unter aseptischen Bedingungen geschehen
in dieser Praxis: (Präparatename)
Desinfektionsplan Naturheilpraxis – Bereich Händehygiene. Die Händedesinfektion ist die einfachste, sicherste und billigste Methode zur Verhütung von Infektionen. Die Hände müssen vorher sauber und trocken sein. Die Formulierung „In dieser Praxis (Präparatenamen)“ ist stellvertretend für die spezifische Auflistung der praxiseigenen Materialien gedacht.
Tab. 5.10d
hygienische Händedesinfektion vor:
Kontakt mit infektionsgefährdeten Patienten
Tätigkeiten mit Kontaminationsgefahr
Kontakt mit infektiösen Patienten
Kontakt mit kontaminiertem Material
Ablegen der Schutzhandschuhe
in die Hohlhand ausreichend alkoholisches Desinfektionsmittel geben und 30 Sek. in die trockene Haut einreiben. Hände für die Dauer der Einwirkzeit (30 Sek.) feucht halten!
alle Areale der Hand einbeziehen, v. a. Fingerzwischenräume und Fingerkuppen
bei sichtbarer Verunreinigung
bei sichtbarer oder merklicher Kontamination mit Blut oder keimhaltigem Material (z. B. Eiter, Sputum, Stuhl, Exsudat) beschmutzte Stellen mit einem mit Desinfektionsmittel getränktem Einmaltuch reinigen
hygienische Händedesinfektion wie oben
Händedesinfektion ggf. wiederholen
Händewaschen (ist keine Alternative zur Händedesinfektion) Nach:
Seifenkonzentrat aus Wandspender entnehmen
Hände waschen, gründlich abspülen und abtrocknen (Einmaltuch)
vor Blutentnahmen
vor Legen eines venösen Zugangs
Präparat mit nassem Tupfer auftragen, mindestens 15 Sekunden Einwirkzeit einhalten; das Präparat muss vollständig getrocknet sein!
Desinfektionsplan Naturheilpraxis – Bereich Aufbereiten von medizinischen Produkten/Desinfektion von Flächen und Raumhygiene. Die Formulierung „In dieser Praxis (Präparatenamen)“ ist stellvertretend für die spezifische Auflistung der praxiseigenen Materialien gedacht.
Tab. 5.10e
mit Desinfektionsreiniger abwischen in dieser Praxis: (Präparatenamen) Sprechstundenhilfe
Verbandswagen nach Benutzung Kontaktflächen mit Desinfektionsreiniger abwischen
Nierenschale nach Benutzung Kontaktflächen mit Desinfektionsreiniger abwischen
Ambu-Beutel nach Gebrauch unter Beachtung der Herstellerangaben zerlegen und desinfizierend reinigen
nach jeder Behandlung Liegenauflage erneuern
mögliche Kontaktflächen mit Desinfektionsmittel abwischen
bei Verschmutzung mit Exkreten, Sekreten etc. sofort mit Desinfektionsreiniger scheuern
in dieser Praxis: (Präparatenamen) Reinigungspersonal, bei Bedarf Sprechstundenhilfe
Wände bei Bedarf bei Verschmutzung sofort mit Desinfektionsreiniger scheuern in dieser Praxis: (Präparatenamen)
Beutel aus Abfallbehälter vorsichtig entnehmen, vom Körper weg halten und entsorgen. Bei Verschmutzung desinfizierend reinigen In dieser Praxis: (Präparatenamen)
Schränke Außen- und Innenfläche halbjährlich
bei Bedarf mit Desinfektionsmittel feucht wischen
Kühlschrank bei Bedarf in dieser Praxis: (Präparatenamen)
Einführung195
Hygiene, die Lehre von der Gesundheit195
Mikrobiologische Grundbegriffe195
Desinfektion197
Desinfektionsverfahren197
Spezielle Anwendungsbereiche198
Sterilisation200
Sterilisationsverfahren200
Umgang mit sterilisierten Gütern201
Hygienegerechtes Verhalten202
Regelwerke und ihre Bedeutung202
Baulich-funktionelle Anforderungen204
Personalhygiene und -schutz205
Umgebungshygiene206
Händehygiene209
Hautdesinfektion212
Wundreinigung und Verbandswechsel212
Hygienischer Umgang mit Arzneimitteln212
Aufbereitung von Medizinprodukten213
Hygienegerechtes Vorgehen in Sonderfällen214
Hygieneplan für die Heilpraktikerpraxis215
Lexikon der wichtigsten Hygienebegriffe220
Hygiene, die Lehre von der Gesundheit
Hygiene: wissenschaftliche Lehre von der Gesundheit und der Verhütung von Krankheiten mit dem Ziel, Gesundheit zu erhalten und Krankheit zu verhindern. Dies schließt ein, die Einflüsse der Umwelt auf die Gesundheit des Menschen zu erfassen, um Maßnahmen zu begründen, die sein Wohlergehen und seine Leistungsfähigkeit fördern. Der Begriff Hygiene leitet sich von „Hygieia“, der griechischen Göttin der Gesundheit ab.
Traditionell richtet sich Hygienedas Augenmerk der Hygiene auf die Entstehung und die Weiterverbreitung von Infektionskrankheiten und die Maßnahmen zu ihrer Verhinderung.
Die Praxishygiene dient Hygiene:Praxisder Vorbeugung der Krankheitsübertragung durch Krankheitserreger, Praxis:Hygienesie sorgt also für den Schutz des Patienten und für den Schutz des in der Praxis arbeitenden Heilpraktikers und seines Personals. Zur Praxishygiene gehören die in den nachfolgenden Kapiteln genannten Maßnahmen, wie z. B. hygienegerechte Praxiseinrichtung, antiseptisches Arbeiten oder korrekter Umgang mit Praxisabfällen.
Bei der Krankenhaushygiene geht es um die Verhütung von Krankenhausinfektionen, d. h. Krankenhaushygieneum Infektionen, deren Erreger im Krankenhaus durch Personen, Hygiene:KrankenhausInstrumente und Geräte übertragen werden und den Kranken zusätzlich gefährden.
Die Umwelthygiene als weiteres Umwelthygieneumfangreiches Gebiet untersucht die Einflüsse von Hygiene:Umweltchemischen Schadstoffen in Boden, Wasser, Luft und Nahrung, von Klimafaktoren und Strahlung auf die Gesundheit.
Die Arbeits- und ArbeitshygieneSozialhygiene Sozialhygienebefasst sich mit den Problemen der Gesundheit Hygiene:Sozialhygienedes einzelnen in der Wechselbeziehung mit Gesellschaft, Hygiene:ArbeitshygieneArbeit und Gesundheitserziehung.
Mikrobiologische Grundbegriffe
Grundlagen der Infektiologie und Epidemiologie 25.2
Mikroorganismen (Mikroben) begegnen dem Menschen überall: im Boden, im Trinkwasser, in Lebensmitteln, in Mikroorganismender Luft sowie als physiologische Standortflora (Normalflora) auf der eigenen Haut (residente Bakterienflora:physiologischeHautflora) und im Körperinnern (v. a. dem Dickdarm).
Hautflora, residente Infektion:Infektionskette
Infektionskette: Weg des Erregers einer Infektion, bestehend aus: Infektionsquelle, Übertragungsweg (z. B. Nahrung, Luft, Körperflüssigkeiten) und Empfänger (Abb. 5.1), der wiederum Infektionsquelle sein kann.
Infektionen/Infektionskrankheiten:InfektionsketteDie Infektionsquelle ist der natürliche Lebensraum eines Erregers, an dem er sich Infektionsquelleaufhält, ggf. vermehrt und von dem die Infektion ausgeht (Tab. 5.1). Dieser „Aufenthaltsort“ der Erreger, wird auch als Erregerreservoir Erregerreservoirbezeichnet. Belebte Infektionsquellen sind Menschen und Tiere. ErregerreservoirUnbelebte Infektionsquellen sind z. B. Wasser, Nahrungsmittel, Abfälle, Luft, Geräte und Textilien.
Die Übertragung von der Infektionsquelle auf den Empfänger erfolgt auf direktem oder indirektem Übertragungsweg (Abb. 5.1 und Tab. 5.2).
Mikroorganismen finden ihre Eintrittspforte (25.2.5) zum Empfänger, wenn eine Verbindung zwischen „Außenwelt“ und Körperinnerem über natürliche Körperöffnungen besteht oder über Verletzungen bzw. „künstlich“ angelegte Zugänge hergestellt wird (z. B. Wunden, Injektionen, Darmeinlauf, Katheter). Der Zugang wird ihnen zusätzlich erleichtert, wenn sie direkt in den Körper eingebracht werden, z. B. mit verunreinigten Injektionslösungen oder Kanülen.
Infektionsverhütende Grundprinzipien
Um Infektionen gezielt zu verhindern, istInfektionen/Infektionskrankheiten:Verhütung es erforderlich, die Regeln der Asepsis und Antisepsis sowie die damit verbundenen Techniken zu beherrschen. Infektionsverhütende Maßnahmen können an jedem Punkt der Infektionskette ansetzen.
Asepsis und Antisepsis
Asepsis: Maßnahmen für eine Keimfreiheit, z. B. durch Sterilisation zur Vermeidung einer Infektion oder Kontamination; Anwendung z. B. bei Instrumenten oder auf Flächen. Aseptische Maßnahmen sind v. a. in Bereichen mit hohen hygienischen Anforderungen notwendig, aber auch, wenn eine Kontamination wahrscheinlich ist.
Antisepsis: Keimreduktion zur Hemmung bzw. Vernichtung von Infektionserregern (z. B. auf Wunden, Haut oder Schleimhaut) durch antiseptische Maßnahmen, d. h. durch den gezielten Einsatz von Desinfektionsmitteln bzw. Antiseptika. Antiseptische Maßnahmen dienen in erster Linie dazu, die vorhandenen Keime auf ein Minimum zu reduzieren.
NichtAntisepsis immer führt das Vorhandensein von Keimen zu einer Erkrankung. Ob Keime eine Infektionskrankheit auslösen, hängt von mehreren Faktoren ab, die im Rahmen infektionsverhütender Maßnahmen berücksichtigt werden müssen.
Einmal ist die Menge an Keimen, d. h. der Grad der Kontamination, entscheidend. Hoch kontaminiert ist z. B. eine durchfeuchtete Verbandsauflage, gering kontaminiert ein Stethoskop nach einer normalen Untersuchung. Zum anderen kommt es auf die Aggressivität des Erregers an (Virulenz): Es reichen z. B. wenige Shigellen aus, um eine manifeste Infektion zu Virulenzverursachen, wohingegen eine große Anzahl an Salmonellen aufgenommen werden muss, um eine Enteritis auszulösen. Auch die Wachstumsbedingungen, die Keime vorfinden, sind entscheidend. So werden sie sich bei Raumtemperatur in einer Lösung schneller vermehren als bei Kühlschranktemperatur. Nicht zuletzt ist die individuelle Infektionsanfälligkeit des Menschen ein entscheidender Faktor. Liegt eine Abwehrschwäche vor, z. B. im Rahmen einer chronischen Grunderkrankung wie eine HIV-Infektion, können bereits eine geringgradige Kontamination bzw. Keime mit einer geringen Virulenz manifeste Erkrankungen auslösen.
Isolierung und Kontamination
Quarantäne: vorübergehende Isolierung (Absonderung) von Personen oder Tieren, die eine Infektionskrankheit haben (könnten); wichtige Maßnahme gegen Einschleppung und Verbreitung von Infektionskrankheiten.
Kontamination: Verunreinigung durch Mikroorganismen.
KontaminationBei infektiösen Patienten gelingt die Unterbrechung der Infektionskette möglichst schon an der Infektionsquelle am wirkungsvollsten durch deren Isolierung (Quarantäne). Im Krankenhaus werden Patienten mit infizierten Wunden z. B. in Einzelzimmern untergebracht. Außerhalb des Krankenhauses müssen bei Verdacht auf eine isolationspflichtige Erkrankung der betreffende Patient und seine Kontaktpersonen (z. B. Behandler, Begleitperson) bis zum Eintreffen des Arztes von anderen Personen abgesondert werden. Die Praxis muss so lange geschlossen bleiben, bis alle potenziell infektiösen (kontaminierten) Flächen und Gegenstände desinfiziert sind. Bei bestimmten Erkrankungen führen Desinfektoren die erforderlichen Maßnahmen durch.
Hinweise zur Isolierung von infektiösen oder infektionsverdächtigen Patienten werden vom Robert Koch-Institut im Zusammenhang mit den Informationen zu bestimmten Infektionskrankheiten gegeben. Einer angeordneten Isolierung nach § 30 IfSG werden nur Personen mit Lungenpest und hämorrhagischen Fiebern unterworfen (Quarantäne).
Aktive und passive Immunisierung (22.5.1) unterbricht die Infektionskette auch an ihrem Ende, beim Empfänger.
ImmunisierungBei Verabreichung von Toxoid-Impfstoffen (z. B. Diphtherie) wird jedoch nicht die bakterielle Infektion verhindert, sondern es werden „nur“ durch eine antitoxische Immunität die Wirkungen des von den Bakterien gebildeten Toxins gemildert.
Desinfektion: Prozess, durch den die Anzahl vermehrungsfähiger Mikroorganismen infolge Abtötung oder Inaktivierung reduziert wird, damit von dem Gegenstand oder Bereich keine Infektionsgefährdung mehr ausgehen kann. Ziel der Desinfektion ist die Verminderung der Anzahl pathogener oder fakultativ pathogener Mikroorganismen und nicht die Eliminierung nicht infektionsrelevanter Umweltkeime.
DesinfektionUm Infektionen zu verhüten, sind neben dem hygienegerechten Verhalten (5.4) Maßnahmen der Desinfektion und Sterilisation (5.3) zur Keimvernichtung wichtig.
Es gibt verschiedene Desinfektionsverfahren, um Keime gezielt Keimvernichtungzu vernichten:
Physikalische Verfahren basieren auf Hitze (thermische Desinfektion Tab. 5.4), Desinfektion:physikalischeFiltersystemen oder Strahlung. Physikalische Verfahren sind im Allgemeinen umweltverträglicher und in der Anwendung sicherer. Sie sind deshalb dem chemischen Verfahren vorzuziehen.
Chemische Verfahren nutzen die keimschädigende Wirkung vieler Chemikalien aus (Tab. 5.4). Sie werden Desinfektion:chemischedann angewandt, wenn die Materialien thermische Verfahren nicht aushalten (thermolabil) oder zu große Geräte deren Anwendung unmöglich machen.
Die verschiedenen Desinfektionsmittel und -verfahren werden nach Desinfektionsmittel:Wirkungsbereichederen jeweiligem mikrobiologischen Wirkungsspektrum mit den Buchstaben A–D in Wirkungsbereiche eingeteilt (Tab. 5.3). Für die Heilpraktikerpraxis sind allerdings nur die Wirkungsbereiche A und B (= AB) relevant. GerätedesinfektionInstrumentendesinfektionsmittel müssen beispielsweise mindestens den Desinfektion:GerätedesinfektionWirkungsbereich B erfüllen.
Dabei ist ein Mittel bzw. Verfahren aus dem Wirkungsbereich A weniger wirksam als eines aus dem Bereich B, allerdings auch weniger belastend für den Körper bzw. die Haut. Vorhergehende Wirkungsbereiche sind dabei jeweils im nächstfolgenden Wirkungsbereich eingeschlossen, also z. B. A und B in C.
Wirkstoffe des Wirkungsbereichs A sind teilweise auch gegen Hepatitis B und HIV wirksam (Herstellerangaben beachten!) und dementsprechend zur Haut- und Händedesinfektion zugelassen.
Desinfektionsmittel bzw. -verfahren aus dem Wirkungsbereich C werden v. a. in Gewerbebetrieben eingesetzt, die Tierhäute, -haare u. ä. Tierprodukte verarbeiten, die mit Milzbrandsporen verunreinigt sein können. Verfahren aus dem Wirkungsbereich D führen durch komplette Keimvernichtung zu einer Sterilisation.
Regeln bei chemischer Desinfektion
Handschuhe tragen beim Umgang mit Desinfektion:chemischeDesinfektionsmitteln, die nicht für die Haut bestimmt sind (Desinfektionsmittel sind Zellgifte!).
Wirkstoffkonzentrat in das Wasser geben, um es zu verdünnen, nicht umgekehrt (Verspritzen von Konzentrat und Schaumbildung vermeiden).
Kein warmes Wasser verwenden (fördert die Bildung von übel riechenden und evtl. sogar gesundheitsschädlichen Dämpfen).
Dosierung genau einhalten (vermehrte Toxizität bei Überdosierung, Unwirksamkeit bei Unterdosierung).
Eiweißfehler vermeiden: Die Wirkung chemischer Desinfektionsmittel wird durch Verunreinigung bzw. Kontakt mit eiweißhaltigen Substanzen wie Blut, Stuhl oder Urin aufgehoben (Eiweißempfindlichkeit). Deshalb muss bei mit Blut verunreinigten Gegenständen (Flächen, Instrumente etc.) ein Desinfektionsmittel eingesetzt werden, welches den Eiweißfehler nicht aufweist oder dessen Anwendungskonzentration so hoch ist, dass die Wirkung trotzdem erhalten bleibt.
Seifenfehler vermeiden: Die meisten Desinfektionsmittel werden durch Seifen oder Tenside in ihrer Wirkung abgeschwächt (Seifenempfindlichkeit). Deshalb dürfen nur geprüfte Desinfektionsreiniger eingesetzt werden, wo gleichzeitig eine Reinigungswirkung gefordert wird.
Gegenstände müssen mit der Desinfektionslösung vollständig benetzt bzw. durchtränkt werden.
Lösungen, die nicht sofort vollständig verbraucht werden, sollten immer mit Angaben über Art und Konzentration des Desinfektionsmittels versehen werden.
Herstellerangaben zur Haltbarkeit der Lösung sind zu beachten.
Das Umfüllen von Desinfektionsmitteln, z. B. von 5 Liter-Behältern in kleinere Vorratsbehälter, ist wegen der strengen Auflagen zu unterlassen.
Besteht Verletzungsgefahr (Instrumente!) bei manueller Reinigung, muss zuerst desinfiziert werden, dann erst darf die Reinigung erfolgen (RKI-Richtlinie zur Aufbereitung von Medizinprodukten 5.4.8).
Für die Hände-, Haut-, Instrumenten-, Flächen- und Wäschedesinfektion werden nur Desinfektionsmittel verwendet, die in besonderen Listen aufgeführt werden (5.4.1).
Außer der Desinfektion:HautHändedesinfektion (5.4.3) ist eine Desinfektion der Haut z. B. vorDesinfektion:Schleimhaut Injektionen und Blutabnahmen erforderlich (5.4.4).
Vornehmlich Desinfektion:Hautwerden dazu Mittel auf der Basis von Alkoholen verwendet. Die Haut wird mit dem Desinfektionsmittel sorgfältig abgerieben. Hierzu werden sterilisierte Tupfer verwendet, die vorgeschriebene Einwirkzeit ist zu beachten – ein kurzes Abwischen der Haut führt zu keiner ausreichenden Desinfektion.
Schwieriger ist die Desinfektion von Schleimhäuten und Wunden; hier Desinfektion:Schleimhäutekommt es meist nur zu einer Keimzahlreduktion von 90 %. Zur Desinfektion:WundenSchleimhautdesinfektion und zur Desinfektion von Wunden werden Antiseptika (Tab. 5.5) verwendet.
Instrumenten- und Flächendesinfektion
Bei der Instrumentendesinfektion werden Desinfektion:Instrumentephysikalische Verfahren bevorzugt. Bei chemischer Desinfektion Instrumentendesinfektionwerden die Instrumente in Desinfektionsmittel (in der Regel Präparate aus der VAH-Liste vom Verbund für Angewandte Hygiene) eingelegt, was auch als Eintauchdesinfektion bezeichnet wird. Eine Eintauchdesinfektion sollte nur vorgenommen werden, wenn eine Desinfektion auf andere Art nicht möglich ist (z. B. bei Hitzeempfindlichkeit).
Die Desinfektion von Fußböden oder sonstigen Flächen (Flächendesinfektion erfolgt am Desinfektion:Flächenbesten durch Wischen mit Desinfektionsmitteln. Eine FlächendesinfektionSprühdesinfektion ist weniger effektiv und wegen der Raumluftbelastung auch nicht zu empfehlen. Jedes Wiedereintauchen von Wischtüchern erhöht die Kontamination der Tücher und fördert dadurch die Ausbreitung von Krankheitserregern. Es wird deshalb z. B. das Bezugwechselverfahren eingesetzt, bei dem nach desinfizierender Reinigung eines abgegrenzten Bereichs (z. B. ein Raum) mit einem frisch getränkten Tuch dieses weggeworfen oder für die anschließende thermische Reinigung abgelegt wird. Für die weitere Reinigung wird ein neues frisch getränktes Wischtuch benutzt. Verwendet werden hierfür nach der VAH-Liste v. a. Alkohole (für kleine Flächen), quarternäre Verbindungen, Biguanide und Peroxidverbindungen.
Infektiöse Wäsche wird am besten durch Wäschedesinfektionchemothermische Verfahren desinfiziert, d. h., die Wäsche wird in der Desinfektion:WäscheWaschmaschine bei 40–85 °C unter Zugabe von meist Peroxid- oder Chlorverbindungen gewaschen.
Es bestehen Vorschriften hinsichtlich der Anforderungen an Desinfektionsmittel und -verfahren, die in Praxen eingesetzt werden dürfen und müssen. Diese sind in der Richtlinie des Robert Koch-Instituts für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, im Infektionsschutzgesetz (IfSG) sowie in den Hygiene-Verordnungen (5.4.1) der Bundesländer festgelegt.
Gebrauchsfertige Desinfektionslösung
Zum Herstellen einer gebrauchsfertigen Desinfektionslösung (Gebrauchslösung) Desinfektionsmittel:Lösung ansetzenwird das gewünschte Gesamtvolumen an kaltem Wasser in die Desinfektionswanne gegeben. Mit dem Messbecher wird daraus zuerst die Menge Wasser abgenommen, die an Desinfektionsmittel hinzukommen soll, und dann weggeschüttet. Danach wird die exakt abgemessene Menge an Desinfektionsmittel zugefügt.
Die Hersteller von Desinfektionsmitteln bieten Hilfsmittel zur Dosierung sowie Tabellen für die Konzentrationsberechnung an. Sie können bei Bestellung der Produkte (z. B. in der Apotheke oder beim Außendienstmitarbeiter) angefordert werden.
Sterilisation: Verfahren zur Abtötung bzw. irreversiblen Schädigung sämtlicher an und in einem Objekt vorhandenen Mikroorganismen einschließlich ihrer Dauerformen (Sporen).
Mikroorganismen besitzen gegenüber den verschiedenen SterilisationSterilisationsverfahren eine abgestufte Widerstandsfähigkeit. Es lässt sich sagen, dass bakterielle Sporen eine hohe Resistenz gegen Schädigungen aufweisen und vegetative Bakterien wie Enterokokken oder Staphylokokken empfindlicher sind. Auch die Resistenzeigenschaften von Viren sind unterschiedlich. Eine Erhitzung auf 63–65 °C für 30 Minuten ist für die meisten Virusarten ausreichend, während Hepatitisviren nur durch eine Temperatur von 100 °C abgetötet werden. Besonders problematisch ist die Inaktivierung von Prionen (z. B. Creutzfeldt-Jakob-Krankheit), für die eine Autoklavierung bei 134 °C mit einer Sterilisierzeit von 18 Minuten vorgeschrieben wird. Neben der individuellen Resistenz des Erregers spielen auch die Anzahl der Keime und die Einwirkzeit bei der Sterilisation eine wesentliche Rolle. Daher ist es wichtig, die Ausgangskeimzahl durch vorherige Reinigung und Desinfektion zu reduzieren und die Sterilisationszeit ausreichend lang zu wählen.
Damit eine Sterilisation wirksam sein kann, müssen außerdem – unabhängig vom gewählten Verfahren – folgende Voraussetzungen gegeben sein:
Das Sterilisationsgut muss sauber und trocken sein.
Sterilisation:VoraussetzungenGeräte müssen so weit wie möglich zerlegt werden.
Sterilgutcontainer und Sterilisierkammer dürfen nicht überfüllt sein. Sonst kann z. B. bei einer überfüllten Verbandstrommel während der Sterilisation eine sog. kalte Insel entstehen; durch unzureichende Erhitzung des gesamten Sterilisierguts undInsel, kalte (Sterilisation) zu kurze Einwirkungszeit findet in diesem Bereich keine Keimabtötung statt.
Es bestehen bindende Vorschriften hinsichtlich der Anforderungen an Sterilisationsverfahren, die in Praxen eingesetzt werden dürfen und müssen. Diese sind in den Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten vom Robert Koch-Institut festgelegt. Sie haben Vorrang vor allen anderen Vorschriften, die sich auf die Sterilisation von Medizinprodukten beziehen (§ 4 Abs. 2 IfSG).
Unterschieden werden folgende physikalischen und chemisch-physikalischen Sterilisationsmethoden (Tab. 5.6, Tab. 5.7)
Am häufigsten wird in medizinischen Bereichen die Dampfsterilisation (Autoklavieren) eingesetzt.
Gesättigter, gespannter Wasserdampf ist mit Abstand das sicherste Mittel zur Sterilisation. Dabei werden AutoklavierenTemperaturen von über 121–134 °C erreicht.
Die Dampfsterilisation ist in der Heilpraktikerpraxis die Sterilisationsmethode der Wahl. Sie beruht auf der Erzeugung Dampfsterilisationvon Dampf in einem Druckkessel (Autoklav Abb. 5.2). Das kalte Sterilisationsgut führt zur Kondensation des Dampfes, der dabei seine Wärme freigibt. AutoklavDa im Autoklav enthaltene Luft nicht kondensiert, muss sie entweder durch gesättigten, gespannten Dampf verdrängt oder (wirkungsvoller!) mittels Vakuumpumpe entfernt werden. Der Autoklav muss so bestückt werden, dass der Dampf überall guten Zutritt hat.
Der Erfolg der Sterilisation wird am häufigsten durch im Autoklav verbleibende Luft verhindert. Diese „Luftinseln“ (das können auch nicht kondensierbare Gase sein) können durch Undichtigkeiten oder durch den Dampf in die Kammer gelangen.
Der Heißluftsterilisator ist eine Art Trockenschrank mit einer voreingestellten Temperatur von 100–180 °C. Das Verfahren birgt eine Reihe Heißluftsterilisationvon Unsicherheiten; eine Validierung ist nicht möglich.
Die Heißluftsterilisation stellt auch bei ordnungsgemäßer Vorbereitung des Sterilisierguts kein zuverlässiges Verfahren dar. Die Heißluftsterilisation in der Praxis ist daher nicht mehr vertretbar!
Bei der Sterilisation wird ein hoher Anspruch an Keimfreiheit vertreten. Deshalb müssen der Sterilisationsvorgang und Sterilisation:Überprüfungalle mit ihm in Zusammenhang stehenden Arbeitsschritte gemäß normativer Regelungen in festgelegten Arbeitsabläufen erfolgen. Alle relevanten Parameter müssen in gleich bleibender, gesicherter und prüfbarer Qualität erfolgen und aufgezeichnet (dokumentiert) werden. Dies nennt man Validierung.
Zur Überprüfung der Sterilisation (Validierung) ist in Heilpraktiker-Praxen vor allem die DIN EN 13060 für die Dampf-Klein-Sterilisatoren maßgeblich. Danach ist eine wiederkehrende Validierung bzw. erneute Leistungsbeurteilung vorgeschrieben, wobei normalerweise ausschließlich die physikalischen Parameter (Temperatur, Druck, Zeitverlauf) geprüft werden. Die mikrobiologische Prüfung (Sporentest mit Geobacillus stearothermophilus) wird nur noch im Einzelfall zur Bewertung herangezogen und ist in keinem Fall ein Ersatz für die Validierung.
Die Sterilisierzeit beginnt erst dann, wenn das zu sterilisierende Gut die Sterilisationstemperatur erreicht hat.
Die Verpflichtung zur validierten Vorgehensweise ergibt Sterilisation:Sterilisierzeitsich aus dem Medizinproduktegesetz (MPG) und der damit zusammenhängenden Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV): „Reinigung, Desinfektion und Sterilisation von Medizinprodukten sind unter Beachtung der Angaben des Herstellers mit geeigneten validierten Verfahren so durchzuführen, dass der Erfolg dieser Verfahren nachvollziehbar gewährleistet ist …“ (aus § 4 MPBetreibV 2.6.1).
Sterilisationsgeräte sollen gemäß RKI-Richtlinie nur von geschultem Personal bedient werden. Für jede Anlage und jede Aufgabe sind Bedienungs- bzw. Arbeitsanweisungen zu fertigen, die jederzeit verfügbar sein müssen. Der Arbeitsablauf ist so zu organisieren, dass eine Verwechslung von sterilisiertem mit noch nicht sterilisiertem Gut ausgeschlossen ist.
Bei Entnahme des Sterilisierguts wird ein Indikatorklebestreifen kontrolliert, dessen Farbe die durchgeführte Sterilisation beweist. Sehr wichtig ist außerdem, dass jeder Vorgang vom geschulten Personal oder Praxisbetreiber mit dem Eintrag in eine Checkliste dokumentiert wird. Die Freigabe des Sterilisierguts erfolgt mit dem Einsortieren des Sterilisierguts an einem hierfür bestimmten Ort.
Umgang mit sterilisierten Gütern
Sterilisierte Güter sollen bis zur Anwendung steril bleiben (Abb. 5.3). Dies ist nur möglich, wenn sie Sterilisation:Umgang mit Sterilgutden Anforderungen entsprechend vor der Sterilisation verpackt werden. Verpackungen für die Dampfsterilisation müssen normgerecht (EN 868) ausgeführt sein. Infrage kommen Edelstahl- und Aluminiumcontainer, Sterilisationspapiere sowie dampfdurchlässige Folien. Die Lagerung von Sterilgut muss grundsätzlich geschlossen (frei von Staub und Feuchtigkeit) in Schubladen oder Schränken erfolgen, um eine Rekontamination zu vermeiden. In Abhängigkeit von der Aufbewahrung gelten bestimmte Lagerfristen als Richtwerte (DIN 58953 Teil 7). Unter der Voraussetzung der Verwendung genormter Verpackungen kann Sterilgut in der vom Hersteller gelieferten Lagerverpackung maximal 5 Jahre gelagert werden.
Nach Entnahme aus der Lagerverpackung oder bei wiederaufbereiteten Medizinprodukten wird eine maximale Lagerfrist von 6 Monaten empfohlen.
Sterilgut in einer feucht gewordenen oder nicht mehr staubdichten Verpackung ist als unsteril zu betrachten.
Das Wiederverwenden von Einmalartikeln (z. B. Spritzen, Kanülen) nach Sterilisation birgt ein hohes Risiko für die Sicherheit und Gesundheit der Patienten und Anwender, da die Brauchbarkeit durch mehrfache Verwendung und Aufbereitung stark beeinträchtigt werden kann. Meist sind diese Veränderungen vom Verbraucher nicht zu erkennen. Jede Aufbereitung von Medizinprodukten unterliegt den Bestimmungen des Medizinproduktegesetzes (MPG), der Medizinproduktebetreiber-Verordnung (MPBetrV) und den Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten des Robert Koch-Instituts (5.4.8), veröffentlicht im Bundesgesundheitsblatt 44 (2001), 1115–1126. Eine Aufbereitung von Einmalartikeln kommt deshalb für die Naturheilpraxis nicht in Betracht.
In Ihrer Praxis können Sie mithilfe der Dampfsterilisation alle Materialien mit Ausnahme hitzeempfindlicher Gummi- bzw. Kunststoffprodukte (z. B. Schläuche) sterilisieren.
Hygienegerechtes Verhalten
Hygienegerechtes Verhalten, d. h. die Einhaltung detaillierter Hygienevorschriften, trägt entscheidend zur Verhütung und Hygiene:hygienegerechtes VerhaltenBekämpfung von Infektionen bei. Die Einhaltung von Hygienestandards dient sowohl dem Schutz des Behandlers und der Mitarbeiter als auch des Behandelten.
In den Hygienevorschriften werden folgende Bereiche geregelt:
Behandlungen nur in entsprechenden hygienegerechten Räumen (5.4.2)
hygienegerechte Arbeitsweise zum Schutz des Patienten: Händedesinfektion (5.4.5), sterile (5.4.5) oder desinfizierte Instrumente (5.4.5)
hygienegerechte Arbeitsweise zum Schutz des Therapeuten und seiner Mitarbeiter: Schutzimpfungen, Schutzkleidung (5.4.3)
umweltbewusste Abfallvermeidung und infektionsverhindernde Abfallentsorgung (5.4.4)
Regelwerke und ihre Bedeutung
Für Heilpraktiker haben folgende normativen Vorschriften Gültigkeit:
Infektionsschutzgesetz (IfSG 2.4)
Medizinproduktegesetz (MPG 5.4.9), Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetrV 2.6.1)
Hygiene-Verordnungen (HVO) der Länder zur Verhütung übertragbarer Krankheiten
Hygiene-Verordnungen der Länder zur Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen
BGR/TRBA 250 „Berufsgenossenschaftliche Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ einschließlich „Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe“.
Normative Vorschriften gibt es auch hinsichtlich der einzusetzenden Arbeitsmittel, wie z. B. empfohlene Desinfektionsmittel (5.4.4), Sterilisatoren oder bestimmte Normen im Hinblick auf die Sterilgutversorgung.
Nach § 1 Abs. 1 des IfSG (2.4) ist es der Zweck des Gesetzes, übertragbare Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitigHygiene:Infektionsschutzgesetz (IfSG) zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern.
Der § 36 (2) erlaubt den Gesundheitsämtern, Einrichtungen, in denen durch Blut Krankheitserreger übertragen werden können, also auch Heilpraktikerpraxen, infektionshygienisch zu überwachen.
Von der vom Robert Koch-Institut (Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten) herausgegebenen RKI-Hygiene:Richtlinie für KrankenhaushygieneRichtlinie sind für den Heilpraktiker v. a. folgende Kapitel (Kapitelbezeichnung) relevant:
Händehygiene (C 1.1)
funktionelle Voraussetzung und Ausstattung der Händehygiene (C 1.1.4)
Prävention und Kontrolle von Infektionen bei Injektionen und Punktionen (C 1.4)
Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen (C 2.1)
Anforderung an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten (C 2.2)
Anforderungen der Hygiene an die Abfallversorgung (C 3.4)
Ein Teil dieser Empfehlungen entspricht nicht in allen Punkten neuesten Erkenntnissen, bleibt aber bis zur Aktualisierung weiterhin gültig. Das Robert Koch-Institut ist bestrebt, die Hygieneempfehlungen ständig auf den neuesten Stand zu bringen und zu ergänzen. Die Originaldokumente sind auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de abrufbar.
Die Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts gilt heute durch § 4 Abs. 2 Nr. 1 IfSG als die Grundlage aller Hygienemaßnahmen. Sie wird z. B. auch bei Schadenersatzprozessen wegen sog. Hygienefehler als Maßstab angesehen. Durch Verweis auf die RKI-Richtlinie in den Länderverordnungen hat sie einen bindenden Charakter erhalten.
Wer eine Tätigkeit ausübt, bei deren Ausführung durch Geräte Erreger einer durch Blut übertragbaren Krankheit (z. B. Aids, Virushepatitis B) übertragen werden können, unterliegt der Hygiene-Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten, mit Ausnahme der Ärzte und Zahnärzte. Die Hygiene-Verordnung – jedes Bundesland hat seine eigene Hygiene-Verordnung – gibt die speziellen Anforderungen an die Desinfektion und Sterilisation von Geräten und Instrumenten und auch an die Hände- und Hautdesinfektion wieder. Zu berücksichtigen ist, dass nicht jede Hygiene-Verordnung automatisch auch für Heilpraktiker gilt. Nach Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes wurden die einzelnen Hygiene-Verordnungen angepasst und in manchen Bundesländern auf Berufsgruppen beschränkt, die hygienerelevante Handlungen an gesunden Menschen durchführen.
Mit § 23 Abs. 8 IfSG wurden die Bundesländer 2011 zum Erlass einer jeweils eigenen Rechtsverordnung verpflichtet, die erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene in medizinischen Einrichtungen verbindlich vorschreiben sollte (deshalb Krankenhaushygiene-Verordnung). Einzelne Länder haben bestehende Verordnungen angepasst oder neu erlassen. Während sich der Geltungsbereich dieser Länderverordnungen zur Verbesserung der Hygiene auf medizinische Einrichtungen erstreckt, gilt dies z. B. für die Verordnungen in Bayern und Baden-Württemberg nicht; sie schließen auch andere Praxen medizinischer Heilberufe ein, in denen invasive Eingriffe vorgenommen werden.
Erkundigen Sie sich auf jeden Fall bei Ihrem Gesundheitsamt nach den in Ihrem Bundesland gültigen Hygiene-Verordnungen.
Die Hygiene-Verordnungen verpflichten Heilpraktiker dazu, die dem jeweiligen Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechenden, allgemein anerkannten Regeln der Hygiene zu beachten und die erforderlichen Maßnahmen zur Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Infektionen zu treffen. Dies sollte für Heilpraktiker als Ausübende der Heilkunde im Grunde selbstverständlich sein, wäre doch ein Verstoß gegen die allgemein anerkannten Regeln der Hygiene gleichzeitig ein Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht (2.4.3).
Allgemein anerkannte Regeln der Hygiene sind die Empfehlungen der RKI-Richtlinie, z. B. zur Durchführung der Händedesinfektion (5.4.5).
Die TRBA 250 (Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe) geben den Stand der Hygiene:Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250)sicherheitstechnischen, Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250)arbeitsmedizinischen, baulichen, organisatorischen, hygienischen sowie TRBA 250 (Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe)arbeitswissenschaftlichen Anforderungen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen (laut Biostoffverordnung: Mikroorganismen, die beim Menschen Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen hervorrufen können) wieder.
Unter Berücksichtigung der RKI-Richtlinie und des IfSG wurden Schutzmaßnahmen formuliert für Einrichtungen des Gesundheitswesens, in denen Menschen medizinisch untersucht, behandelt oder gepflegt werden. v. a. „ …wenn bei diesen Tätigkeiten biologische Arbeitsstoffe freigesetzt werden können, z. B. auch durch Bioaerosole oder Blutspritzer, und dabei Beschäftigte mit diesen direkt in Kontakt kommen können, z. B. durch Einatmen, Haut-/Schleimhautkontakt oder Kanülenstichverletzungen.“ Dieser Schutz gilt gleichermaßen für Behandler (Arbeitsschutz) und Behandelte (Patientenschutz). Die TRBA 250 ist seit 2004 in Kraft und wurde 2008 hinsichtlich der Sicherheit bei Injektionen verschärft. Die Maßnahmen der TRBA dienen vornehmlich dazu, Infektionsrisiken zu vermindern.
Die TRBA definiert auch die Gefährdungs- bzw. Risikogruppen sowie Schutzstufen und Schutzmaßnahmen in Bezug auf den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen. Darüber hinaus setzt sie Maßstäbe im Hinblick auf Unterweisung und Schulung von Mitarbeitern.
Schutzstufen und Schutzmaßnahmen
Die Biostoffverordnung fordert die Festlegung von Schutzmaßnahmen in einer Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250):Schutzstufenbestimmten Schutzstufe, in Abhängigkeit von der Tätigkeit, der Risikogruppe der Erreger, der Dauer und Art der BiostoffverordnungExposition und der Übertragungswege. Dabei werden allgemeine und spezifische Gefährdungen unterschieden. Man unterscheidet die Schutzstufen 1 bis 4.
Hierunter fallen Tätigkeiten, bei denen kein Umgang oder sehr selten geringfügiger Kontakt mit potenziell infektiösem Material, wie Körperflüssigkeiten, -ausscheidungen oder -gewebe besteht und bei denen auch keine offensichtliche Ansteckungsgefahr durch Aerosolinfektion besteht, sodass eine Infektionsgefährdung unwahrscheinlich ist. Bei diesen Tätigkeiten ist der weiter unten beschriebene Mindeststandard einzuhalten. Beispiele sind der Empfang der Patienten an der Anmeldung, die Unterhaltung bei der Anamnese oder Untersuchungen wie z. B. Abhören und Abtasten mit Ausnahme der Untersuchung von Körperöffnungen. Als Schutzmaßnahmen ist der Mindeststandard (s. u.) einzuhalten.
Diese Schutzstufe umfasst Tätigkeiten, bei denen es regelmäßig und in größerem Umfang zum Kontakt mit Körperflüssigkeiten, -ausscheidungen oder -gewebe kommen kann, sodass eine Infektionsgefährdung durch Erreger der Risikogruppe 2 bzw. 3 bestehen kann. Beispiele:
Punktionen, Injektionen, Blutentnahmen, Legen von Gefäßzugängen
Umgang mit benutzten Instrumenten, z. B. Kanülen, Skalpelle
Entsorgung und Transport von potenziell infektiösen Abfällen
Reinigung und Desinfektion von kontaminierten Flächen und Gegenständen
Als Schutzmaßnahmen ist der Mindeststandard (s. u.) einzuhalten.
Schutzstufe 3 und 4
Wenn biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 3 auftreten und die Gefährdungsbeurteilung eine Gefährdung bestätigt, werden Tätigkeiten der Schutzstufe 3 zugeordnet. Dies wäre z. B. der Fall, wenn sich herausstellt, dass man einen Patienten mit offener Lungen-Tbc untersucht oder behandelt hat.
Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten stattfinden, die durch Krankheitserreger der Risikogruppe 4 ausgelöst werden, werden der Schutzstufe 4 zugeordnet.
Schutzmaßnahmen – Mindeststandards
Als Arbeitgeber müssen Sie laut TRBA die erforderlichen technischen, baulichen, organisatorischen und Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250):Schutzmaßnahmenhygienischen Schutzmaßnahmen veranlassen. Es kann auch der Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen erforderlich sein. Die in den TRBA 250 beschriebenen Maßnahmen müssen Sie entsprechend der jeweiligen betrieblichen Situation Ihrer Praxis festlegen und erforderlichenfalls stoff- und arbeitsbezogen anpassen bzw. ergänzen.
Die einzuhaltenden Mindeststandards bei baulichen und technischen Maßnahmen sind in der TRBA 250 wie folgt definiert:
Den Beschäftigten sind leicht erreichbare Händewaschplätze mit fließend warmem und kaltem Wasser, Direktspender für Händedesinfektionsmittel, hautschonende Waschmittel, geeignete Hautschutz- und -pflegemittel und Einmalhandtücher zur Verfügung zu stellen.
Den Beschäftigten sind gesonderte, für Patienten nicht zugängliche Toiletten zur Verfügung zu stellen. Dies gilt nicht für den häuslichen Bereich (Bestandschutzregelungen s. Arbeitsstättenrecht).
Oberflächen (Fußböden, Arbeitsflächen, Oberflächen von Arbeitsmitteln) sollen leicht zu reinigen und beständig gegen die verwendeten Reinigungsmittel und ggf. Desinfektionsmittel sein. Dies gilt nicht für den häuslichen Bereich.
Für das Sammeln von spitzen oder scharfen Gegenständen müssen Abfallbehältnisse bereitgestellt und verwendet werden, die stich- und bruchfest sind und den Abfall sicher umschließen. Um derartige Abfallbehältnisse handelt es sich, wenn sie insbesondere folgende Eigenschaften aufweisen:
Sie sind verschließbare Einwegbehältnisse.
Sie geben den Inhalt, z. B. bei Druck, Stoß, Fall nicht frei. Sie sind durchdringfest.
Ihre Festigkeit wird durch Feuchtigkeit nicht beeinträchtigt.
Ihre Größe und Einfüllöffnung sind abgestimmt auf das zu entsorgende Gut.
Sie sind durch Farbe, Form oder Beschriftung eindeutig als Abfallbehältnisse zu erkennen.
Sie sind mit Benutzerhinweisen versehen, sofern ihre Verwendung nicht augenfällig ist.
Weitere Kriterien für die Auswahl der Behältnisse sollten sein: die Abstimmung auf die Entsorgungskonzeption, die Abstimmung auf die verwendeten Spritzensysteme (Abstreifvorrichtung für verschiede Kanülenanschlüsse), erkennbarer Füllgrad.
Weitere Bestimmungen gibt es hinsichtlich Pausenräumen und Umkleidemöglichkeiten und erforderlicher persönlicher Schutzkleidung – auch hier steht die Vermeidung von Infektionen im Vordergrund.
Um Beschäftigte vor Verletzungen bei Tätigkeiten mit spitzen oder scharfen medizinischen Instrumenten zu Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250):Arbeitsgeräte, sichereschützen, sind diese Instrumente – soweit technisch möglich – durch geeignete sichere Arbeitsgeräte zu ersetzen, bei denen keine oder eine geringere Gefahr von Stich- und Schnittverletzungen besteht. Für Heilpraktikerpraxen gelten besonders die folgenden Auszüge aus diesem Regelwerk:
Zu Schutzausrüstung s. u. Sichere Arbeitsgeräte sind einzusetzen bei Behandlung und Versorgung von Patienten, die nachgewiesenermaßen durch Erreger der Risikogruppe 3 (s. o.) oder höher infiziert sind, (…)
Grundsätzlich sind sichere Arbeitsgeräte (…) einzusetzen, bei denen Körperflüssigkeiten in infektionsrelevanter Menge übertragen werden können. Zu diesen Tätigkeiten gehören insbesondere: Blutentnahmen, sonstige Punktionen zur Entnahme von Körperflüssigkeiten
Abweichend … dürfen herkömmliche Arbeitsgeräte weiter eingesetzt werden, wenn nach der Gefährdungsbeurteilung unter Beteiligung des Betriebsarztes ermittelt wird, dass das Infektionsrisiko vernachlässigt werden kann. Ein vernachlässigbares Infektionsrisiko besteht z. B., wenn der Infektionsstatus des Patienten bekannt und insbesondere für HIV und HBV und HCV negativ ist. Das Ergebnis dieses Teils der Gefährdungsbeurteilung ist gesondert zu dokumentieren.
Sichere Arbeitsgeräte zur Verhütung von Stich- und Schnittverletzungen dürfen Patienten nicht gefährden.
Verhütung von Virusinfektionen: Der Arbeitgeber hat zur Verhütung von durch Blut oder Körperflüssigkeiten übertragbaren Virusinfektionen Maßnahmen zur Postexpositionsprophylaxe gemeinsam mit dem Betriebsarzt bzw. dem ermächtigten Arzt nach § 15 Biostoffverordnung festzulegen.
Dokumentation: Stich- bzw. Schnittverletzung und sonstige Haut- oder Schleimhautkontakte zu potenziell infektiösem Material sind zu dokumentieren (Verbandbuch 2.9.3) und der vom Arbeitgeber benannten Stelle zu melden.
Befugnisse des öffentlichen Gesundheitsdienstes
Das Gesundheitsdienstgesetz (ÖGDG), in Bayern das Gesundheitsdienst- und Verbraucherschutzgesetz (GDVG), regelt, dass das Gesundheitsamt die im Hygiene:öffentlicher GesundheitsdienstInfektionsschutzgesetz genannten Einrichtungen bei allen hygienerelevanten Tätigkeiten überwacht. Dies gilt auch für Heilpraktikerpraxen (5.4.2).
Zur Durchführung der Überwachungsaufgaben ist der Amtsarzt u. a. befugt, alle erforderlichen Auskünfte zu verlangen und die Praxisräume während der üblichen Praxiszeit zu betreten und zu besichtigen (sog. Praxisbegehung s. u.). Zur Verhütung dringender Gefahren für Leben oder Gesundheit Dritter darf dies auch außerhalb der üblichen Zeiten geschehen. Der Amtsarzt kann Gegenstände untersuchen, Proben entnehmen, Bücher und sonstige Unterlagen, Aufzeichnungen auf elektronischen Datenträgern einsehen und daraus Abschriften oder Ablichtungen fertigen und vorläufige Anordnungen treffen, soweit dies zur Verhütung dringender Gefahren für Leben oder Gesundheit Dritter geboten ist.
Die Hygiene- und Raumanforderungen werden von der Art der Behandlung bestimmt. Daher müssen die Behandlungsstrategien zur Beratung der Planung einer Hygiene:bauliche AnforderungenPraxis bzw. bei einer Begehung durch den Amtsarzt bekannt sein.
Das Wartezimmer kann wohnlich eingerichtet sein, jedoch so, dass bei Verdacht auf Kontamination (Verunreinigung) mit Krankheitserregern der Raum desinfizierend gereinigt werden kann.
Haustiere dürfen sich nicht in der Praxis aufhalten (Ausnahme: Blindenführhunde).
Unreine und reine Arbeitsbereiche müssen voneinander getrennt sein.
Die Raumausstattung muss hygienegerecht sein. Die Oberflächen des Inventars müssen desinfizierbar sein; Untersuchungsliegen benötigen eine wechselbare Auflage.
In Untersuchungs- und Behandlungsräumen müssen ein Handwaschplatz mit berührungsfreien Armaturen (Abb. 5.4), ausreichend Arbeitsflächen und desinfizierbare Flächen vorhanden sein. Sie sollten möglichst Waschbecken mit fließendem warmen und kalten Wasser, Direktspender mit hautschonenden Waschmitteln, Händedesinfektionsmitteln und Hautpflegemitteln sowie Einmalhandtücher anbringen lassen. Textile Handtücher werden wegen möglicher Mehrfachverwendung nicht akzeptiert.
Die Untersuchungs- und Behandlungsräume sind so einzurichten, dass staubbindende Reinigungsverfahren möglich sind, z. B. abwisch- und desinfizierbare, flüssigkeitsdichte, aber nicht ausdünstende Fußbodenbeläge (also möglichst kein PVC-Belag). Auch Holzoberflächen müssen für die Behandlung mit Desinfektionsmitteln geeignet sein.
Untersuchungsliegen sind so auszustatten, dass jeder Patient eine hygienisch einwandfreie Einmal-Auflage erhält; es empfiehlt sich hierfür ein Papierrollenspender.
Im Idealfall stehen zwei Toiletten zur Verfügung, eine für Sie bzw. das medizinische Personal und eine für die Patienten. Soweit für Frauen und Männer Hygiene:Toilettengetrennte Räume nicht zur Verfügung stehen, ist nach der Verordnung für Arbeitsstätten (ArbStättV) eine getrennte Nutzung zu ermöglichen. Zur schnellen Desinfektion der Toilettenbrille, des Wasserhahns und der Türklinken sollte ein Flächendesinfektionsmittel zur Verfügung stehen, das bei Bedarf benutzt werden kann.
Die Toilettenräume sollten ferner ein Waschbecken mit Spendern für Flüssigseife (Stückseife ist oft mit bedenklicher Konzentration von Erregern verunreinigt) und Händedesinfektionsmittel enthalten sowie Einmalhandtücher mit Abwurfkorb und einen Eimer für Hygieneartikel, dessen Sammelbeutel regelmäßig ausgewechselt wird. Die Fußböden sollten hier gefliest sein oder aus einem gut zu reinigenden Fußbodenbelag bestehen.
In immer mehr Städten und Gemeinden werden aufgrund des IfSG und des ÖGDG (GDVG in Bayern) regelmäßig vom Amtsarzt Praxisbegehungsog. Praxisbegehungen durchgeführt. Hierbei Hygiene:Praxisbegehungwerden – nicht nur die invasiv arbeitenden Praxen – kontrolliert. Besonderes Augenmerk wird dabei gelegt auf:
Hygieneplan, der individuell auf die Bedürfnisse der Praxis abgestimmt ist und alle hygienerelevanten Prozesse beschreibt (Beispiel Tab. 5.10a – e)
Checklisten zur Organisation hygienerelevanter Prozesse; dies erfordert Detailbeschreibungen z. B. der Aufbereitung von Medizinprodukten
Checkliste des ordnungsgemäßen Umgangs mit Arzneimittelbeständen mit Dokumentation von den Kontrollen der Verfalldaten und Entsorgung abgelaufener Medikamente
Checkliste zur Organisation der Entsorgung von Praxisabfällen
Bestandsverzeichnis aller energetisch betriebenen Geräte
Gerätebuch, in dem die Inbetriebnahme und die Einarbeitung dokumentiert sind
Temperaturkontrolle (Thermometer mit Minimal- und Maximalwert) mit täglicher Dokumentation, wenn ein Kühlschrank zur Lagerung von Medikamenten benutzt wird
Verbandbuch einschließlich Checkliste zum Verhalten bei Nadelstichverletzung
Personalhygiene und -schutz
Infektionsschutz und Arbeitsschutz stellen getrennte Regelungsbereiche dar, die sich jedoch in dem gemeinsamen Ziel des Schutzes von Beschäftigten im Gesundheitswesen Hygiene:Personalhygiene(z. B. vor Einflüssen durch die Arbeit) und dem Schutz von Patienten und Praxispersonal (z. B. vor Infektionskrankheiten) begegnen. Soweit in einer Praxis Personal beschäftigt wird, ist durch eine Gefährdungsbeurteilung (§ 5, Arbeitsschutzgesetz) das Erfordernis und die Art der persönlichen Schutzausrüstung festzulegen. Sie dient der Barriere zwischen dem Träger und seiner Umgebung. Dazu zählen Schutzhandschuhe, Augenschutz, Mund-Nasen-Schutz oder Atemschutz, Schutzkittel oder -schürze und Haarschutz.
Zur tabellarischen Übersicht Tab. 5.10a.
Fingernägel: Diese werden kurz und rund geschnitten. Es wird kein Nagellack aufgetragen und es werden keine künstlichen Fingernägel aufgebracht.
Hygiene:PersonalhygieneHaare: Langes Haar wird zusammengebunden.
Schmuck: Er wird an Händen und Unterarmen während der Arbeit nicht getragen.
Schuhe: Es werden rutschfeste, in der Ferse gesicherte Schuhe getragen.
Für die Tätigkeiten in einer Heilpraktikerpraxis gibt die TRBA 250 (Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Hygiene:SchutzkleidungWohlfahrtspflege) Hinweise zur Verwendung der persönlichen Schutzausrüstung: Sie unterscheidet zwischen Schutzkleidung und Arbeitskleidung und macht konkrete Angaben zur Verwendung von Schutzhandschuhen und dem Einsatz von Atemschutz.
Laut TRBA hat der Arbeitgeber den Beschäftigten zusätzlich folgende persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung zu stellen:
Feste flüssigkeitsdichte und allergenarme Handschuhe zum Desinfizieren und Reinigen benutzter Instrumente, Geräte und Flächen; die Handschuhe müssen beständig gegenüber den eingesetzten Desinfektionsmitteln sein.
Flüssigkeitsdichte und allergenarme Handschuhe mit verlängertem Schaft zum Stülpen für Reinigungsarbeiten, damit das Zurücklaufen der kontaminierten Reinigungsflüssigkeit unter den Handschuh verhindert wird.
Baumwoll-Unterziehhandschuhe für Tätigkeiten mit längerer Tragezeit.
Flüssigkeitsdichte Schürzen, wenn damit zu rechnen ist, dass die Kleidung durchnässt wird.
Flüssigkeitsdichte Fußbekleidung, wenn mit Durchnässen des Schuhwerks zu rechnen ist.
Augen- oder Gesichtsschutz, wenn mit Verspritzen oder Versprühen infektiöser oder potenziell infektiöser Materialien oder Flüssigkeiten zu rechnen ist und technische Maßnahmen keinen ausreichenden Schutz darstellen (…). Tätigkeiten mit möglichem Handkontakt zu Körperflüssigkeiten- oder -ausscheidungen sind z. B. Verbandswechsel, Anlage von Verweilkanülen, Blutabnahmen, Anlage von Blasenkathetern.
Danach wird anstelle der Privatkleidung eine Kleidung getragen, die keine besondere Schutzfunktion hat, aber als Berufskleidung ausgewählt sein kann. Die Schutzkleidung dagegen soll das Personal einer Praxis vor schädigenden Einwirkungen der Arbeit oder vor der Kontamination durch biologische Arbeitsstoffe (Krankheitserreger) schützen. Die Auswahl erforderlicher Schutzkleidung erfolgt in Abhängigkeit vom Risiko, mit bestimmten biologischen Arbeitsstoffen in Kontakt zu kommen.
In der Heilpraktikerpraxis normalerweise zu erwarten sind die Risikostufe 1 (keine Krankheitserreger) und Risikostufe 2 (Krankheitserreger, die eine Krankheit verursachen können, gegen die wirksame Vorbeugung oder Behandlung möglich ist).
Die Risikostufe 3 (schwere Krankheit mit ernster Gefahr für Beschäftigte und eventuell die Bevölkerung; wirksame Vorbeugung oder Behandlung sind möglich) und Risikostufe 4 (schwere Krankheit mit ernster Gefahr für Beschäftigte ohne wirksame Vorbeugung oder Behandlung) dürften eher die seltene Ausnahme darstellen.
Die Reinigung der Berufs- und Schutzkleidung aus Heilpraktiker- und Arztpraxen ist nicht mit besonderen Anforderungen verbunden. Dies gilt auch für die in der Praxis anderweitig benutzten Textilien, z. B. Liegenabdeckungen oder Tücher zum Warmhalten. Zur sicheren Dekontamination sollte die Reinigung (z. B. in einer Wäscherei) jedoch mit mindestens 60 °C geschehen. Bis dahin benutzte Textilien werden separat in einem speziell dafür vorgesehenen Behältnis (z. B. Wäschesack oder -tonne) aufbewahrt. Die Praxiswäsche muss getrennt von der privaten Wäsche nach RKI-Vorschriften gewaschen werden, wenn es sich um infektiöse Wäsche (Schutzstufe 3) handelt.
Bei allen Tätigkeiten, bei denen eine Kontamination der Haut des Behandlers zu erwarten ist (z. B. mit Blut, Stuhl, Urin, Sputum,Handschuhe:Hyiene Eiter, Punktatflüssigkeit, bei Verbandswechseln), Hygiene:Handschuhesollten grundsätzlich (unsterile) Handschuhe getragen werden. Auch beim Umgang mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sind chemikalienbeständige Handschuhe vorgeschrieben. Besteht die Gefahr, dass durch den Behandler Keime z. B. auf eine Wunde übertragen werden, ist es sinnvoll, sterile Einmalhandschuhe zu tragen.
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (2.9.3) empfiehlt das Tragen von Handschuhen bei Injektionen. Handschuhe schützen zwar nicht vor Stichverletzungen, reduzieren aber bei versehentlichen Verletzungen die Menge des eindringenden Blutes. Somit verringert sich beim Tragen von Handschuhen das Risiko einer über den Blutweg übertragbaren Erkrankung.
Grundsätzlich sollten Sie Handschuhe tragen, wenn Sie offene Verletzungen oder nässende Hauterkrankungen an den Händen haben. Zuvor sollten Sie diese allerdings mit einem Pflaster oder einem Verband abdecken.
Nach TRBA/TRGS 406 (Technische Regeln für Gefahrstoffe, Bestandteil der Unfallverhütungsvorschrift) dürfen nur noch puderfreie Latexhandschuhe bzw. latexfreie Handschuhe verwendet werden. Die Handschuhe werden von den Herstellern entsprechend gekennzeichnet.
In den letzten Jahren ist ein deutlicher Anstieg an Latexallergien zu verzeichnen, der vielfach auf den zunehmenden Gebrauch von gepuderten Latexhandschuhen zurückgeführt wird. Auslöser der Allergie sind Latexproteine, die sich an den Stärkepuder binden und dann über die Haut oder die Atemwege aufgenommen werden können. Dadurch besteht die Gefahr, dass Haut- und Atemwegserkrankungen ausgelöst werden. Besonders gefährdet sind Personen, die häufig Kontakt mit latexhaltigen Produkten haben oder unter einer atopischen Erkrankung (22.6.3) leiden sowie Personen mit Handekzemen (Allergenaufnahme durch Hautläsion begünstigt). Die Latexallergie kann auch mit einer Nahrungsmittelallergie (Kreuzallergie 22.6) verbunden sein.
Das Tragen von Handschuhen entbindet nicht davon, die Hände vor und nach jeder Behandlung eines Patienten zu desinfizieren und zu waschen!
Wiederum abhängig von der Risikostufe für den Kontakt mit Krankheitserregern istMund-Nasen-Schutz:Hygiene die Verwendung entweder des normalen Mund-Nasen-Atemschutz:HygieneSchutzes (wie er z. B. während Operationen getragen wird) ausreichend, Hygiene:Atemschutzoder es ist zur Vermeidung der Übertragung von Tröpfcheninfektionen eine partikelfiltrierende Maske zu tragen. Der Grad der Filtrationsleistung wird mit FFP1 bis FFP3 gekennzeichnet.
Bei Krankheitserregern der Risikogruppe 3 oder 4 sind auf jeden Fall FFP3-Masken zu tragen, während in der Heilpraktikerpraxis in fast allen Fällen die FFP1- oder FFP2-Maske ausreichend ist. Anstelle der FFP1-Maske kann der Mund-Nasen-Schutz verwendet werden, wenn für ihn die Anforderungen einer FFP1-Maske nachgewiesen sind. Beispiel: Besteht im Laufe einer Untersuchung der Verdacht auf eine Erkrankung an Influenza (Behandlungsverbot für HP 2.4.13), wird das Tragen einer FFP1-Maske für erforderlich gehalten. Ist der Heilpraktiker oder sein Personal jedoch dabei den Hustenstößen eines möglicherweise Influenza-Kranken ausgesetzt, sind FFP2-Masken zu tragen. Deshalb sollte zumindest ein Masken-Set in der Praxis und im Hausbesuchskoffer bereitgehalten werden. Erst bei verstärkt zu erwartender Exposition gegenüber den Influenzaviren (z. B. während Bronchoskopie, Intubation oder Absaugen) wäre die FFP3-Maske erforderlich. Dies kommt somit nicht mehr für die HP-Praxis in Betracht.
Für unterschiedliche Anwendungszwecke wurden zwei Listen erstellt, in denen geeignete Desinfektionsmittel aufgeführt sind:
RKI-Liste: Diese Liste wird vom Robert Koch-Institut (RK) Hygiene:Umgebungshygieneherausgegeben und enthält zugelassene Desinfektionsmittel und -verfahren, die den Wirkungsbereich (Tab. 5.3) berücksichtigen. Die Liste kann gegen RKI-Liste\:Einsendung eines frankierten C4-Rückumschlags kostenlos bezogen oder im Internet abgerufen werden.
VAH-Liste: Die Desinfektionsmittelliste vom Verbund für Angewandte Hygiene (VAH) enthält die für eine Infektionsprophylaxe geprüften Mittel, die in der Praxis angewandt werden dürfen.
Bei möglicher Kontamination VAH-Listemit Viren dürfen nur solche Verfahren bzw. Desinfektionsmittel eingesetzt werden, die eine Inaktivierung von Viren gewährleisten. Die VAH-Liste orientiert sich in ihren Anforderungen an die Keimelimination an der routinemäßigen Anwendung hygienischer Maßnahmen in Krankenhaus und Praxis. Die Liste des RKI hingegen berücksichtigt ausschließlich die Seuchenbekämpfung nach § 18 IfSG und stellt deshalb höhere Anforderungen an die Keimelimination. Die Anwendung wird in seltenen Fällen durch das Gesundheitsamt angeordnet. Durch den empfohlenen Einsatz „schärferer“ Desinfektionsmittel kann die Rate an unerwünschten Nebenwirkungen beim Anwender und evtl. auch Patient ansteigen. Deshalb genügt es für die Heilpraktikerpraxis voll und ganz, Mittel aus der VAH-Liste zu verwenden.
Die Flächendesinfektion ist gleichzeitig eine Reinigungs- und Infektionsverhütungsmaßnahme. Im Vergleich mit Haut, Schleimhäuten oderFlächendesinfektion Wunden sind jedoch unbelebte Flächen als Infektionsquelle von Desinfektion:Flächennachrangiger Bedeutung.
Es sind in erster Linie Flächen zu berücksichtigen, die mit Haut (insbesondere Hände) und Schleimhaut direkt in Berührung kommen oder durch Sekrete und Exkrete wie auch aerogen verunreinigt werden. Flächen in der Nähe von Patienten, die häufig kontaminiert werden können, ebenso Flächen mit häufigem Hand- oder Hautkontakt, die aber patientenfern sind, haben ein größeres Übertragungsrisiko als entfernte Flächen, zu denen es so gut wie keinen Kontakt gibt.
Das Risiko für die Übertragung ist auch abhängig von der Infektionsdosis des jeweiligen Infektionserregers; während eine Gastroenteritis durch Salmonellen > 105 Erreger zur Übertragung benötigt, wird eine Norovireninfektion bereits durch < 100 infektiöse Einheiten ausgelöst. Ein deutlich höheres Risiko besteht nicht nur für abwehrgeschwächte Patienten, sondern auch für solche, bei denen invasive Eingriffe (z. B. Infusionstherapie) durchgeführt werden.
Eine routinemäßige Flächendesinfektion ist für folgende Flächen vorzusehen:
Sitzmöbel mit Hautkontakt
Arbeitsflächen und Ablagen bei aseptischen Tätigkeiten
medizinische Geräte (z. B. Stethoskop, Blutdruckmanschette, Infusionsständer, EKG-Gerät)
Auf routinemäßige Flächendesinfektion kann z. B. verzichtet werden bei Fußböden, Wänden, Lampen, Heizkörpern.
Häufigkeit und Durchführung der Flächendesinfektion
Reinigungs- und Desinfektionsintervalle sind in Abhängigkeit vom Risiko im Desinfektions- und Reinigungsplan (Bestandteil des Hygieneplans) festzulegen.
Kontamination von Reinigungstüchern durch ein Wiedereintauchen in die Lösung ist zu vermeiden; verschiedene Verfahren stehen zu diesem Zweck zur Verfügung (z. B. 2-Eimer-Methode [Abb. 5.5], Wechsel des Tuchs nach jedem Einzelvorgang oder Einmalwischtücher).
Mehrfach verwendete Wischtücher sind thermisch oder chemothermisch aufzubereiten.
Nach Gebrauch müssen nicht nur die Wischtücher, sondern auch die Behälter gründlich gereinigt werden, damit keine Verunreinigungen zur Inaktivierung des Desinfektionsmittels führen.
Zur Vermeidung von Schäden ist beim Ansatz von chemischen Desinfektionslösungen der Kontakt mit Augen und Schleimhäuten der oberen Atemwege sowie der Haut zu vermeiden.
Oberflächen müssen für eine wirksame Desinfektion glatt und abwischbar sein.
Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten müssen von geschultem Personal durchgeführt werden.
Auf der Fläche wird für eine ausreichende Wirkung genügend Flüssigkeit benötigt; nur „nebelfeuchtes“ Wischen reicht nicht aus.
Angesetzte Gebrauchslösungen dürfen nur einen Arbeitstag benutzt werden.
Die Sprühdesinfektion gefährdet das Personal und ist deshalb auf Flächen zu beschränken, die einer Wischdesinfektion nicht zugänglich sind.
Alkoholhaltige Desinfektionsmittel sind ideal für schnell wieder zu benutzende Flächen, dürfen aber wegen der Brand- und Explosionsgefahr nur für kleine Flächen verwendet werden.
Bei mit organischen Stoffen (z. B. Blut, Sekrete, Stuhl) verunreinigten Flächen wird das Material mit einem in Desinfektionsmittel getränkten Einwegtuch zunächst aufgenommen; danach wird die Fläche wie üblich desinfiziert.
Flächen können wieder benutzt werden, sobald sie sichtbar trocken sind; die Einwirkungszeit (nach VAH-Liste) ist jedoch einzuhalten, wenn es sich um gezielte Desinfektionen bei kontaminierten Flächen oder die Aufbereitung von Medizinprodukten handelt.
Es gibt kein eigenes Gesetz über die Abfallbeseitigung in der (Heilpraktiker-)Praxis. Das aktuelle Gesetz, das allgemein den Umgang mit Abfall regelt, ist das „Gesetz zur Förderung der Abfall:EntsorgungKreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen“ (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz) von 1994. Dieses enthält jedoch keine konkreten Regelungen über den Umgang mit Praxisabfall.
Die wesentliche rechtliche Grundlage stellt daher die Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts dar. Sie enthält die Richtlinie über die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes, während die Hygiene-Verordnungen der Länder nur Vorschriften zum Umgang mit spitzem oder sonst gefährlichem Abfall enthalten.
Die früher geltenden Vorschriften zur Abfallentsorgung der Berufsgenossenschaften haben Eingang in die Gefahrstoffverordnung und die Technischen Regeln für den Umgang mit Biologischen Arbeitsstoffen gefunden. Diese wiederum sind in der Richtlinie der Berufsgenossenschaft für die sichere Entsorgung von Abfällen im Gesundheitsdienst berücksichtigt worden.
Praxisabfälle sind nicht prinzipiell Sondermüll. Gesondert entsorgt werden müssen nur mit Erregern meldepflichtiger Erkrankungen kontaminierte Abfälle, Körperteile, Organabfälle und bestimmte Chemikalien.
Etwa 4 % des Gesamtabfallaufkommens in Deutschland fallen in medizinischen Bereichen an. Daher gilt auch hier die Forderung, jeden unnötigen Abfall zu vermeiden. Sofern der Infektionsschutz für Patienten Abfall:Vermeidungund Personal gleichermaßen gewährleistet ist, ist einer ökologisch günstigeren Maßnahme der Vorzug zu geben.
Das betrifft z. B. den Einsatz von:
Textil-, anstelle von Papierhandtüchern
Sterilcontainern anstelle von Einwegsterilverpackung
verschäumter Seife anstelle von flüssiger Seife
biologisch gut abbaubaren, anstelle schwer oder nicht abbaubarer, Desinfektions-, Reinigungs- und Waschmittel
Großgebinden (mit Nachfüllpackungen) anstelle von Kleinabpackungen. Achtung! Mitunter geht das nicht, weil durch das Umfüllen arzneimittelrechtlich ein neues Medikament hergestellt wird.
Ressourcen können durch folgende Maßnahmen eingespart werden:
Verzicht auf entbehrliche Einwegmaterialien
Wasserspararmaturen, Energiesparlampen bevorzugen
Nutzung von Grauwasser zur Toilettenspülung
Die Abfallbeseitigung in medizinischen Einrichtungen umfasst das Einsammeln, den Transport und die Zwischenlagerung der Abfälle. Sie sind so zu beseitigen, dass die Allgemeinheit nicht gefährdet wird. Die Gesundheit des Menschen darf während des Einsammelns, Transportierens oder Zwischenlagerns nicht gefährdet werden.
Praxisabfälle können grundsätzlich mit dem normalen Hausmüll – AS 180 104 (Tab. 5.8) entsorgt werden. Für die anfallenden Verpackungsmaterialien stellen die Vertreiber Rücknahmesysteme zur Abfall:EntsorgungVerfügung, die den kommunalen Gegebenheiten entsprechende Behältnisse (z. B. Gelber Sack) für die Entsorgung erfordern.
In Sonderfällen, z. B. wenn Abfall möglicherweise mit Erregern meldepflichtiger Krankheiten verseucht ist und dadurch die Gefahr einer Krankheitsverbreitung besteht, wird dieser nach Desinfektion mit dem Restmüll entsorgt oder verbrannt (Anlage C 3.4 der RKI-Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention).
Bei der Abfallentsorgung ist sicherzustellen, dass nicht Gesundheit und Wohlbefinden von Menschen gefährdet oder beeinträchtigt werden.
Bei spitzen, scharfen oder zerbrechlichen Gegenständen wie Kanülen, Skalpellen, Glasröhrchen besteht Verletzungsgefahr und damit die Gefahr der Übertragung von Erregern. Deshalb müssen diese aus hygienischen Gründen so in Behälter (Abb. 5.6) verpackt werden, dass eine Verletzungsgefahr ausgeschlossen ist. Sie müssen also so gesichert sein, dass sie sich nicht von selbst öffnen und ihre Wände nicht von diesen spitzen Materialien durchstochen werden können. Im Fachhandel gibt es entsprechende Boxen zu kaufen; es besteht aber grundsätzlich auch die Möglichkeit, passende starkwandige Plastikgefäße (z. B. leere Plastikkanister) mit entsprechender Kennzeichnung, die in Haushalt und Praxis freiwerden, zu verwenden. Vor Entsorgung mit dem Restmüll sind sie sorgfältig zu verschließen. Der Praxisbetreiber ist dafür verantwortlich, dass der Müll bis zur Abholung sicher vor unbefugtem Zugriff gelagert wird und z. B. nicht in die Hände von Kindern gelangen kann.
Beim Abfallmanagement sind folgende Regeln zu beachten:
Abfallvermeidung bzw. -reduzierung
Verwertung geht vor Entsorgung
Bevorzugung von Mehrwegprodukten bzw. Nachfüllpackungen
getrennte Erfassung nach Abfallarten (Rücknahmesysteme der Vertreiber)
Sonderbehandlung von Sonderabfällen
Länderrechtliche und kommunale Bestimmungen können abweichende Regelungen enthalten. Erkundigen Sie sich nach den an Ihrem Praxisort gültigen Abfallbeseitigungsvorschriften.
Da eine Übertragung von Mikroorganismen am häufigsten über die Hände erfolgt, ist die Händehygiene eine der wichtigsten prophylaktischen Maßnahmen. Das Händewaschen sollte Hygiene:Händeselbstverständlich sein bei sichtbarer Verschmutzung, nach jedem Toilettengang, nach dem Naseputzen oder vor dem Essen (Abb. 5.7). Bei speziellen HändehygieneGegebenheiten kann in diesen Fällen auch eine hygienische Händedesinfektion notwendig sein.
Die Händedesinfektion muss immer vor einer Tätigkeit mit hohen aseptischen Anforderungen erfolgen und immer nach einer Tätigkeit, bei der die Hände kontaminiert worden sind oder sein könnten.
Bei vorhersehbarem oder wahrscheinlichem Kontakt mit Krankheitserregern sowie bei möglicher massiver Verunreinigung mit Körperflüssigkeiten sind unsterile Schutzhandschuhe zu tragen!
Da das Händewaschen hinsichtlich Keimzahlreduktion keine Alternative zur hygienischen Händedesinfektion darstellt, ist es im Praxisalltag immer nur eine ergänzende Maßnahme und sollte deshalb nach der Desinfektion erfolgen. Hierfür gibt es zwei Ausnahmen:
HändewaschenStark verschmutzte Hände werden vorsichtig abgespült, ohne Umgebung und Kleidung zu bespritzen; danach die trockenen Hände desinfizieren.
Bei punktueller Verunreinigung (z. B. Eiter, Blut, Stuhl, Urin) die Hände mit einem mit Händedesinfektionsmittel getränkten Papiertuch oder Zellstoff abwischen; danach wird ebenfalls desinfiziert.
Tätigkeiten, die eine Händedesinfektion erfordern, sind in der Regel mit einer erhöhten Infektionsgefahr verbunden. Schmuck darf deshalb an Händen und Unterarmen nicht getragen werden (TRBA 250), da die Wirksamkeit der Händedesinfektion beeinträchtigt werden kann. Außerdem besteht Unfallgefahr. Immer wieder kommt es zu Verletzungen durch Hängenbleiben mit dem Schmuck.
Für die Abtötung von Krankheitserregern ist eine hygienische Händedesinfektion erforderlich: Eine ausreichende Menge des alkoholischen Händedesinfektionsmittels wird so Desinfektion:Händeüber die trockenen Hände verteilt, dass sämtliche Innen- Händedesinfektion:hygienischeund Außenflächen einschließlich Handgelenke, Flächen zwischen den Fingern, Fingerspitzen und Nagelfalze für die Dauer der Einwirkungszeit von 30 Sekunden feucht gehalten werden. Für Händedesinfektionsmittel sind möglichst Wandspender zu verwenden, damit eine ausreichende Flüssigkeitsmenge auf die Haut aufgebracht werden kann.
Um Lücken bei der Benetzung der Haut mit dem Alkohol zu vermeiden, ist ein europäisches Standardverfahren zum Einreiben entwickelt worden (Abb. 5.8 bis Abb. 5.13). Nach Durchführung aller Schritte ist wieder beim ersten Schritt zu beginnen, bis die angegebene Einwirkzeit von 30 Sekunden erreicht ist. Es ist darauf zu achten, dass die Hände während der Einreibzeit feucht bleiben.
Alkohol trocknet die Haut aus: anschließend Hautpflege nicht vergessen!
Die Indikationen für eine hygienische Händedesinfektion sind im klinischen Alltag äußerst vielfältig und wurden deshalb von der WHO modellhaft auf 5 Gruppen konzentriert. Für den Praxisalltag lässt sich dieses Modell auf folgende Indikationen zur Händedesinfektion abwandeln:
vor Patientenkontakt (vor intensivem Hautkontakt, z. B. körperliche Untersuchung)
vor aseptischen Tätigkeiten (z. B. Injektionen, Punktionen, Verbandswechsel)
nach Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien (z. B. Blut, Erbrochenem, Wundsekret, Nasensekret, Sputum)
nach Patientenkontakt (nach intensivem Hautkontakt, z. B. körperliche Untersuchung)
Die hygienische Händedesinfektion ist in der HP-Praxis normalerweise ausreichend, eine chirurgische Händedesinfektion käme nur bei chirurgischen Eingriffen in Betracht.
Die Abb. 5.14 zeigt typische Wirkungslücken einer unzureichenden Händedesinfektion.
Die chirurgische Händedesinfektion, die vor Operationen immer durchgeführt wird, ist in der Heilpraktikerpraxis nur sehr selten nötig. Bei allen aseptischen Tätigkeiten sind jedochHändedesinfektion:chirurgische sterile Handschuhe zu tragen. Hierzu gehören z. B. das Desinfektion:HändeAuflegen eines sterilen Verbands (Abb. 5.15 bis Abb. 5.20).
Durchführung der chirurgischen Händedesinfektion:
Hände und Unterarme bis zu den Ellenbogen etwa 1 Minute waschen; dabei ausschließlich Fingernägel und Nagelfalze mit weicher Kunststoffbürste im Bedarfsfall reinigen.
Abtrocknen mit einem Einmalhandtuch, danach Einreiben eines geeigneten alkoholischen Händedesinfektionsmittels. Für die Dauer der vom Hersteller angegebenen Einwirkungszeit soll das Desinfektionsmittel die Haut feucht halten und überall benetzen.
Vor dem Anlegen der sterilen OP-Handschuhe müssen die Hände lufttrocken sein.
Hygienische Händedesinfektion: Zur Abtötung der Anflugkeime (transiente Hautflora) genügt in der Regel die alkoholische Desinfektion; eine zusätzliche Reinigung erfolgt nach der Desinfektion.
Chirurgische Händedesinfektion: Erst waschen, dann desinfizieren; es werden zusätzlich auch die physiologischen Haftkeime (residente Hautflora) beseitigt, wobei eine Sterilität der Hände in keinem Fall zu erreichen ist.
Hände sind im Praxisalltag oft der Feuchtigkeit ausgesetzt und die Haut neigt daher zu Schäden. Auch oberflächliche Wunden, Risse oder Schrunden bieten Keimen einen idealen Aufenthaltsort. Daraus können Erkrankungen entstehen und die Gefahr der Hygiene:HautpflegeKeimübertragung steigt. Deshalb sollten die beanspruchten Hautpartien mit rückfettenden Präparaten geschmeidig gehalten werden (Abb. 5.15).
Kleinere Hautverletzungen sind mit Pflastern abzudecken. Bis zur Abheilung sollten für alle Arbeiten am Patienten und mit Wasser konsequent Handschuhe getragen werden.
Die Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention legt auch das Anlegen von Schutzhandschuhen fest (auch 5.4.1). Hiernach sind nicht sterilisierte Schutzhandschuhe zu tragen bei Blutentnahmen, Verbandswechsel und allen Arbeiten, beiHygiene:Schutzhandschuhe denen Kontakt mit Sekreten oder Exkreten möglich ist. Nach Ablegen der Handschuhe ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen. Eine hygienische Händedesinfektion behandschuhter Hände wird nicht allgemein empfohlen, kann aber im Ausnahmefall erwogen werden, da auf angelegten Schutzhandschuhen eine höhere Keimzahlreduktion als auf der Haut der Hand selbst erreichbar ist. Das betrifft v. a. Situationen, die einen sehr häufigen Handschuhwechsel erfordern würden (z. B. häufige i. v.-Blutentnahmen). Allerdings müssen die Handschuhe nachweislich desinfizierbar (Herstellerbescheinigung) sein, und sie dürfen keine Perforation und keine Kontamination mit Blut, Sekreten oder Exkreten aufweisen.
Bei der Hautdesinfektion sind folgende Hinweise zu beachten.
Alkoholische Desinfektionsmittel müssen in Spendern aufbewahrt werden, Desinfektion:Hautdie eine Verkeimung mit bakteriellen HautdesinfektionSporen verhindern.
Sterilisierte (einfache) Tupfer werden Hygiene:Hautdesinfektionnach der Herstellung sterilisiert und auf Rollen zum Einsetzen in die entsprechenden Spender geliefert. Sie müssen kontaminationsfrei (nicht offen!) aufbewahrt werden und sind dann nach Ansicht des Robert Koch-Instituts für Eingriffe mit geringerem Infektionsrisiko ausreichend. Sterile Tupfer werden einzeln steril verpackt oder in Sterilcontainern bis kurz vor Gebrauch steril gelagert.
Die erforderliche Einwirkzeit des Desinfektionsmittels von 15 Sek. entspricht ungefähr der Zeit, die die vom Desinfektionsmittel feuchte Haut zum Trocknen braucht.
Für die Hautdesinfektion sollten nur Hautdesinfektionsmittel, keine Händedesinfektionsmittel (z. B. Sterillium®) benutzt werden. Letztere enthalten rückfettende Substanzen, die z. B. das Haften von Pflastern verhindern.
Sowohl für die Desinfektion verwendete Tupfer wie auch das Desinfektionsmittel selbst müssen frei von Keimen sein und werden deshalb bis zur Verwendung in geschlossenen Behältnissen aufbewahrt.
Der Gesetzgeber schreibt als Stufenschema vor allen Injektionen und Punktionen eine Hautdesinfektion durch Abreiben der Haut mit Desinfektionsmittel vor. Die genaue Durchführung der Hautdesinfektion wird dem Infektionsrisiko des Eingriffs angepasst.
Bei geringem Infektionsrisiko
Von einem geringen Infektionsrisiko geht man bei intra-, subkutanen, intramuskulären und intravenösen Injektionen sowie bei Blutentnahmen aus. Beim Legen von Venenverweilkanülen sind zusätzlich sterile Handschuhe zu tragen. Für das Auftragen des Hautdesinfektionsmittels werden Injektion:Hautdesinfektionsterilisierte Tupfer verwendet.
Der Bereich der Einstichstelle wird sorgfältig mit einem sterilisierten, mit dem Hautdesinfektionsmittel (z. B. Hospisept®) getränkten Tupfer abgerieben. Die Einwirkungszeit, während der die Haut feucht gehalten werden muss, beträgt mindestens 15 Sekunden an talgdrüsenarmer Haut (z. B. Arme und Beine).
Die Hautdesinfektion an talgdrüsenreicher Haut (z. B. Kopf, vordere und hintere Schweißrinne) erfordert eine Einwirkungszeit von 10 Minuten.
Bei höherem Infektionsrisiko
Ein höheres Infektionsrisiko besteht bei der Punktion von Gelenken und Körperhöhlen. In diesen Fällen wird die Punktionsstelle mit sterilen, desinfektionsmittelgetränkten Tupfern mehrfach abgerieben. Anschließend lässt man das Desinfektionsmittel 30 Sek. einwirken und trägt es danach erneut auf. Auch dann muss die Einwirkzeit wieder abgewartet werden.
Alkohol tötet keine Sporen ab! Deshalb besteht bei Verwendung von Desinfektionsmitteln auf Alkoholbasis immer ein Restrisiko, dass nach einer i. m.-Injektion ein Spritzenabszess auftritt!
Wundreinigung und Verbandswechsel
Erstversorgung von kaum blutenden Wunden 30.12.2
Eine z. B. mit Straßenschmutz verunreinigte Wunde wird zuerst mit Ringer-Lösung von innen nach außen gereinigt, damit der Schmutz Hygiene:Wundreinigungnicht in die Wunde eingerieben wird, dann mit Wundversorgung:ReinigungWunddesinfektionsmittel (z. B. Octenisept®) desinfiziert und danach steril, aber luftdurchlässig abgedeckt.
Eine eitrige (infizierte) Wunde (z. B. bei Ulcus cruris) wird hingegen von außen nach innen gereinigt (Ringer-Lösung) und desinfiziert (z. B. mit Jodobac®), um eine weitere Ausbreitung der Keime auf die Umgebung zu verhindern.
Bei Wundinfektionen, die sich nicht innerhalb kurzer Zeit bessern, sowie bei Auftreten von Allgemeinerscheinungen, v. a. Fieber, müssen Sie den Patienten zum Arzt überweisen.
Damit ein Verbandswechsel, z. B. bei Ulcus cruris, nach einer Behandlung mit Cantharidenpflaster oder Blutegeln, oder bei einer kleinen Unfallwunde, nicht zur Weiterverbreitung von Keimen führt, wird folgendermaßen vorgegangen:
Verbandswechsel bei Patienten mit infizierten Wunden möglichst mit Schutzkleidung durchführen.
Zum hygienischen Arbeiten möglichst die Hilfe einer zweiten Person in Anspruch nehmen.
Zur Materialablage eine ausreichend große Arbeitsfläche schaffen (z. B. auf einem Beistelltisch oder Verbandswagen), diese nach dem Verbandswechsel desinfizieren.
Für die Entsorgung benutzter Instrumente Behälter bereitstellen.
Abfälle in sofort verschließbaren Behältern entsorgen.
Beim Entfernen des alten Verbands Handschuhe tragen.
Vor Auflegen des neuen Verbands Handschuhe wechseln.
Wunden nicht mit den Händen berühren, dafür sterile Instrumente (z. B. Pinzette) oder Handschuhe verwenden.
Ein Verbandswechsel, v. a. bei infizierten Wunden (z. B. bei Ulcus cruris), muss aseptisch erfolgen, weil hierbei die Gefahr groß ist, dass über den Luftweg oder durch Schmierinfektion potenziell gefährliche Keime wie Staphylo- oder Streptokokken gravierende Infektionen (z. B. Abszess, Phlegmone, Atemwegsinfektionen) hervorrufen.
Hygienischer Umgang mit Arzneimitteln
Vor jeder Zubereitung von Arzneimitteln, die parenteral verabreicht werden, sind die Herstellerinformationen aus Packungsbeilage und Fachinformation zu beachten.
Um die Gefahr einer Keimvermehrung in Arzneimitteln zu reduzieren, sind folgende Regeln zu befolgen:
Hygiene:Umgang mit MedikamentenHände und Arbeitsfläche müssen desinfiziert werden.
Arzneimittelmischungen sind erst unmittelbar vor der Verwendung herzustellen.
Vor dem Anstechen von Behältern mit Gummistopfen diesen desinfizieren.
Beim ersten Anbruch Datum und Verwendungsdauer auf dem Behälter vermerken.
Medikamente ohne Konservierungsmittel bis zur Wiederverwendung gekühlt aufbewahren.
Geöffnete Behältnisse nur so lange nutzen, wie es die Herstellervorschrift angibt.
Bei Wiederverwendung neu anstechen (z. B. keine Kanülen steckenlassen). Bei Arzneimittel:HygieneregelnMehrfachentnahmekanülen (Spikes) neue Spritze verwenden.
Das Medizinproduktegesetz (MPG 2.6.1) definiert: Medizinprodukte sind Instrumente, Apparate, Vorrichtungen, Stoffe und Gegenstände (auch Software und Zubehör), die folgenden Zwecken dienen:
Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Medizinprodukte:AufbereitungKrankheiten
Medizinprodukte dürfen die Sicherheit u. Gesundheit von Menschen nicht schädigen, auch nicht durch Irreführung. Aus diesem Grund unterliegt die Aufbereitung von Medizinprodukten einer besonderen Überwachung, ermöglicht aber auch die Aufbereitung von steril zur Anwendung kommender Medizinprodukte unabhängig davon, ob sie vom Hersteller zur Wiederverwendung vorgesehen sind oder nicht.
Wer für andere Medizinprodukte aufbereitet (z. B. eine Zahnarztpraxis mit Dampfsterilisator die Schröpfköpfe für einen Heilpraktiker), muss dies der zuständigen Behörde anzeigen.
Die Aufbereitungsregeln gelten für Produkte, die mit dem menschlichen Körper in Berührung kommen oder in ihn eingebracht werden, und für Produkte, die mit Körperflüssigkeiten und -geweben in Kontakt kommen, um sie später am Menschen anzuwenden oder in den Körper einzuleiten.
Die Aufbereitung umfasst folgende Schritte, je nach Notwendigkeit:
Vorbereiten (Zerlegung, Vorreinigung, Transport)
Reinigung, Desinfektion, Spülen, Trocknen
Da das Risiko, mit dem ein Medizinprodukt einen Schaden verursachen kann, vom Produkt und seiner Eignung für eine Aufbereitung abhängig ist, muss für alle Medizinprodukte eine Risikobewertung durchgeführt werden, die in unkritische, semikritische und kritische Medizinprodukte einteilt (Tab. 5.9). In Abhängigkeit von dieser Bewertung können die Verfahren zur Aufbereitung festgelegt werden. Eine wichtige Funktion haben dafür die Angaben des Herstellers, von denen nur unter Sicherstellung von Funktionsfähigkeit und Anwendungssicherheit abgewichen werden kann.
Während maschinelle Verfahren der Reinigung, Desinfektion und Sterilisation validierbar sind und damit Eignung und Nachvollziehbarkeit der Verfahren sichergestellt werden kann, können für die manuelle Aufbereitung nur Standardarbeitsanweisungen erstellt werden.
Genaue Anweisungen sind den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zu entnehmen. Auf folgende Punkte sei wegen ihrer Bedeutung besonders hingewiesen:
Bei allen Schritten der Aufbereitung Arbeitsschutz berücksichtigen (Schutzkleidung, Handschuhe, Schutzbrille).
Hygiene:MedizinprodukteReinigungs- u. Desinfektionslösungen sind wegen der Belastung mit organischen Stoffen täglich frisch anzusetzen; thermische Verfahren in Reinigungs- und Desinfektionsgeräten bevorzugen.
Zur Vermeidung der Fixierung von organischen Rückständen am Medizinprodukt keine aldehydischen Desinfektionsreiniger verwenden.
Rückstände von Reinigungs- u. Desinfektionsmitteln sind mit Wasser abzuspülen, das mikrobiologisch mindestens Trinkwasserqualität besitzt.
Wirksame Sterilisation ist nur bei sauberen Medizinprodukten möglich; der Reinigungserfolg muss deshalb ebenso wie die Funktionsfähigkeit kontrolliert werden.
Verpackungen für Medizinprodukte, die sterilisiert werden, müssen für das Sterilisationsverfahren geeignet sein und die Sterilität bei entsprechender Lagerung bis zur Anwendung gewährleisten.
Zur Sterilisation darf nur ein geprüftes, wirksames und validiertes Verfahren eingesetzt werden; der Dampfsterilisation ist deshalb für thermostabile Produkte der Vorzug zu geben.
Die Kennzeichnung der Medizinprodukte besteht aus Bezeichnung, Angaben zur Sterilisation, Verfallsdatum, eventuell Sterilgutlagerfrist und Freigabeentscheidung.
Der gesamte Aufbereitungsprozess ist in Übereinstimmung mit Standardarbeitsanweisungen, Prozessparametern und Validierungsprotokollen zu dokumentieren.
Hygienegerechtes Vorgehen in Sonderfällen
In der Praxis treten mitunter Situationen auf, die unverzüglich besondere Hygienemaßnahmen erfordern. Eine Auswahl solcher Sonderfälle wird nachfolgend genannt.
Verletzung mit benutzter Kanüle
Durch vorsichtigen Druck die Wunde 1–2 Min. ausbluten lassen.
Stichkanal Hygiene:Sonderfälle, Vorgehenmit Hautantiseptikum (z. B. Octeniderm® farblos) laut Herstellerangaben desinfizieren.
Durchgangsarzt (2.9.2) aufsuchen.
HIV- und Hepatitis-B-Serologie beim Patienten und beim Verletzten durchführen lassen.
Entscheidend ist aber die Vorbeugung, deshalb ist Folgendes zu beachten:
Gebrauchte Kanülen nicht in die Schutzkappen zurückstecken (Recapping), denn beim Einführen wird häufig der Finger getroffen (häufigste Verletzungsursache!). Laut TRBA 250 sind sichere Spritzen/Kanülen zu verwenden.
Alle gebrauchten Kanülen sofort ohne Verpackungsmaterialien in den Kanülenabwurfbehälter (Plastikkanister) werfen.
Gebrauchte Kanülen niemals liegen lassen.
Gegen Hepatitis B impfen lassen.
Blutspritzer ins Auge
HIV- und Hepatitis-B-Abwurfbehälter, KanülenSerologie beim Patienten und beim Betroffenen durchführen lassen.
Erbrechen des Patienten in der Praxis
Evtl. Probe des Erbrochenen für das Labor oder den Arzt nehmen (mit Handschuhen).
Verschmutzte Fläche reinigen und desinfizieren, dabei Handschuhe tragen.
Erbrochenes und Reinigungsmaterial (z. B. Zellstoff) in dichtem Plastiksack entsorgen.
Patient mit Infektionskrankheit in der Praxis
Nach (Verdachts-)Diagnose den Patienten je nach Meldepflicht, Ansteckungsgefahr, Zustand und Situation zum Arzt oder ins Krankenhaus überweisen bzw. nach Hause schicken.
Geeignetes Transportmittel wählen; z. B. sollte ein windpockenkrankes Kind nicht in einem öffentlichen Verkehrsmittel fahren, für die Fahrt zum Hausarzt kann z. B. ein Taxi genommen werden.
Kann die Behandlung vom Heilpraktiker vorgenommen werden, Hausbesuch vereinbaren.
Vor dem nächsten Patientenkontakt sorgfältige Hände- und Flächendesinfektion, Wechseln des Praxiskittels, Lüften des Raums.
Hatte der Infizierte (z. B. ein Kind mit Windpocken oder Röteln) Kontakt mit anderen Patienten (z. B. im Wartezimmer) und besteht dadurch Übertragungsgefahr, sollten v. a. Abwehrgeschwächte und Schwangere über die Möglichkeit einer Ansteckung informiert werden.
Achtung: Die Schweigepflicht muss gewahrt werden!
Gesetzliche Meldepflicht beachten und ggf. dem Gesundheitsamt binnen 24 Std. melden (2.4.1).
Genaue Angaben zu Übertragungswegen, notwendigen Schutz-, Desinfektions- und Reinigungsmaßnahmen können Sie dem jeweiligen RKI-Ratgeber „Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte“ entnehmen (erhältlich unter www.rki.de).
Patient mit Infektionskrankheit, die bereits bei Verdacht meldepflichtig ist
Bei Verdacht auf quarantänepflichtige oder hochinfektiöse Erkrankungen Praxis schließen („Keiner mehr raus, keiner mehr rein“).
Sofortige Meldung an Gesundheitsamt, spätestens jedoch innerhalb von 24 Std.
Entsprechend den Anweisungen des Gesundheitsamts handeln.
Kontaminierte Gegenstände und Flächen sorgfältig desinfizieren (5.5).
Hat das Gesundheitsamt eine Raumdesinfektion angeordnet (Seuchenfall), ist ein Desinfektor zu beauftragen (Adressen beim Gesundheitsamt erfragen).
HIV-infizierter Patient in der Praxis
Normale Hygieneregeln bei Händeschütteln und körperlicher Untersuchung einhalten.
Bei Blutabnahmen, Injektionen, Akupunktur erhöhte Vorsicht: immer Handschuhe, je nach Tätigkeit ggf. auch Mundschutz und Schutzbrille tragen (Schleimhautschutz vor Blutspritzern), Spritze bzw. Röhrchen mit infektiösem Material (zum Schutz des Laborpersonals) besonders kennzeichnen.
Nach TRBA 250 sind für Blutentnahmen oder sonstige Punktionen von Körperflüssigkeiten grundsätzlich sichere Arbeitsgeräte einzusetzen.
Dies gilt zwar für das vom Heilpraktiker beschäftigte Personal, dient jedoch auch seiner eigenen Sicherheit.
Vorgehen bei Blutspritzer auf Haut: Abwaschen mit Seifenlösung, anschließend alkoholische Desinfektion.
Vorgehen bei Verletzung mit benutzter Kanüle oder bei Blutspritzer ins Auge: entspricht den bereits genannten Regeln.
Bei Hautverletzungen Durchgangsarzt aufsuchen, Wiederholung des Anti-HIV-Tests beim Verletzten nach 3, 6 und 12 Monaten, sexuelle Kontakte ohne Schutz sollten bis zum endgültig negativen Anti-HIV-Test vermieden werden.
Patient mit Durchfallerkrankung
Tätigkeiten, bei denen Stuhlkontakt auftreten könnte, nur mit Handschuhen verrichten (gilt für jeden Patienten).
Danach immer Hände desinfizieren (5.4.3) und waschen, evtl. die Nägel mit einer Bürste reinigen.
Gebrauchte medizinische Geräte desinfizieren.
Sitz, Deckel, Wasserzug, Spülknopf und Türgriff der vom Patienten benutzten Toilette desinfizieren.
An evtl. bestehende Meldepflicht denken!
Hygieneplan für die Heilpraktikerpraxis
Die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250) schreibt vor: „Der Arbeitgeber hat für die einzelnen Arbeitsbereiche entsprechend der Infektionsgefährdung Maßnahmen zur Desinfektion, Reinigung und Sterilisation sowie zur Ver- und Entsorgung Hygiene:Hygieneplan, Heilpraktikerpraxisschriftlich festzulegen (Hygieneplan) und zu überwachen.“ Die Gliederung des Hygieneplans wird im Anhang 4 der TRBA 250 aufgeführt. Die Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts schreibt an verschiedenen Stellen die Erstellung von Hygieneplänen vor, die nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 36 IfSG) als innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene anzusehen sind und der Überwachung durch das Gesundheitsamt unterliegen.
Im Einzelnen sind folgende Themenkreise im Hygieneplan zu berücksichtigen:
allgemeiner Infektionsschutz, Sofortmaßnahmen
Umgang mit chemischen Desinfektionsmitteln
Desinfektionsmaßnahmen bei Geräten etc.
Hautdesinfektion, Schleimhautantiseptik
spezielle Hygienemaßnahmen:
Schutzmaßnahmen bei Infektionskrankheiten
Hygienemaßnahmen bei Diagnostik, Therapie:
Hautdesinfektion bei Injektionen und Punktionen
Entnahme, Verpackung und Transport von Untersuchungsmaterial
Sterilgutversorgung und -lagerung
Wäschelagerung und -reinigung
mikrobiologische Kontrollen von Geräten
Kontrollen nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetrV)
Zwar berücksichtigen die verschiedenen Angebote von Hygieneplänen in der Regel diese Themen, jedoch soll ein Hygieneplan als bereichsbezogene Arbeitsanweisung immer auf die individuellen Gegebenheiten einer Praxis abgestimmt sein. Unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften zu Infektionsprophylaxe und Arbeitsschutz sollen sowohl die Patienten wie auch das Personal vor Infektionen oder toxischen Einflüssen geschützt werden. Verschiedene Verbände stellen auf ihrer Internetseite einen Rahmenhygieneplan zur Verfügung. Dieser muss den individuellen Bedingungen der Praxis angepasst werden.
Selbstverständlich kann zu diesem Zweck auch die Hilfe von Desinfektionsmittel-Herstellern angenommen werden. Die von ihnen angebotenen und als solche bezeichneten Hygienepläne sind in der Regel jedoch Reinigungs- und Desinfektionspläne, die zwar Bestandteil des Hygieneplans sind, aber wesentliche Vorschriften des Infektionsschutzes ausklammern.
Ein Reinigungs- und Desinfektionsplan ist vom Heilpraktiker anzufertigen und in der Praxis auszuhängen. Er gibt Antwort auf die Fragen:
Wann soll es gereinigt werden?
Wie soll es gereinigt werden?
Womit soll es gereinigt werden?
Wer soll es reinigen?
Dabei werden diejenigen Desinfektionsmittel und -verfahren als geeignet angesehen, die in der Liste des VAH (5.4.4) aufgeführt sind, während die RKI-Liste allenfalls bei der Schlussdesinfektion auf Anordnung des Gesundheitsamtes berücksichtigt wird. Auch der Reinigungs- und Desinfektionsplan ist individuell auf die jeweilige Praxis abzustimmen.
Der im Folgenden aufgelistete Hygieneplan Naturheilpraxis (Tab. 5.10a bis Tab. 5.10e) des Bundes Deutscher Heilpraktiker (BDH) berücksichtigt zahlreiche hygienerelevante Prozesse zum Schutz von Patient, Praxisbetreiber und Personal sowie Aspekte der Arbeitssicherheit. Die Tabellenform wurde gewählt, um ein Grundgerüst für die individuell für jede Praxis zu beschreibenden infektionshygienischen Maßnahmen in Kurzform darstellen zu können. Die Tabellen für den Desinfektions- und Reinigungsplan können dagegen direkt als Vorlage für den Aushang verwendet werden. Die Einhaltung muss vom Praxisbetreiber überwacht werden.
Ein Hautschutzplan ist zusätzlich zu erstellen. Eine Vorlage ist über die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege erhältlich.
Lexikon der wichtigsten Hygienebegriffe
Asepsis: Keimfreiheit 5.1.3.
Antisepsis: Keimreduktion 5.1.3.
Antiseptikum (Mehrz.: Antiseptika): Mittel gegen Wundinfektionen zur Erzielung einer Keimreduktion.
Bakteriostase: Fähigkeit einer Hygiene:Begriffe, wcihtigeSubstanz zur Hemmung des Bakterienwachstums.
bakteriostatisch: Das Bakterienwachstum hemmend.
bakterizid: AntiseptikumBakterien abtötend.
Bakterizidie: Fähigkeit einer Substanz zur Abtötung von Bakterien.
Bioindikatoren: Sporen mit einer definierten BakteriostaseResistenz gegenüber dem Inaktivierungsmedium, die für die Kontrolle von Desinfektions- und SterilisationsverfahrenBakterizidie eingesetzt werden.
Chlorkalk: Von Ignaz P. S. Semmelweis (Frauenarzt) erstes benutztes Chlorpräparat; Mischung aus KalziumhypochloritBioindikatoren, Kalziumchlorid, Kalziumhydroxid und Wasser, kann behelfsmäßig zur Trinkwasserbehandlung eingesetzt werden und zur Grobdesinfektion von Fäkalien.
Desinfektion: Verfahren zur Chlorkalkgezielten, aber nicht zuverlässig vollständigen Abtötung und Minderung pathogener Keime (25.2.1); besonders Dauerformen (Sporen) sind resistent gegen Desinfektionsmaßnahmen. Keimreduzierung um drei 10er-Potenzen.
Desinfestation: Entwesung.
Desinfizientia (Desinfizienzien): Desinfektionsmittel.
Desinsektion: Bekämpfung von Körper- bzw. Wohnungsungeziefer (Insekten), Entwesung. Insekten können durch Kontaktgifte (DesinfestationBerührung mit Haut), Fraßgifte (Nahrungsaufnahme) oder Desinfizientiagasförmige Entwesungsmittel vernichtet werden. Zudem wird bei der Entwesung von Kleidungsstücken (v. a. bei DesinsektionKrätzmilben) auch Kälte angewendet.
Entkeimung: Entfernen von Mikroorganismen durch verschiedene Verfahren wie z. B. auch durch Filtration; Begriff darf deshalb nicht mit Desinfektion gleichgesetzt werden.
Entsorgung: Sammlung, Abfuhr, Lagerung, Verwertung, Deponierung oder Verbrennung von Abfällen.
Entwesung: EntkeimungVernichtung von schädlichen Kleintieren (Flöhe, Läuse, Ratten, Mäuse), auch Desinfestation genannt.
Filtration (SterilfiltrationEntsorgung): häufiges Verfahren in Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie; die Filter halten meist Entwesungnur Bakterien und Pilze, aber nicht Viren zurück: die Filtration ist also kein Sterilisationsverfahren!
Fungistase:Filtration Fähigkeit einer Substanz zur Hemmung des Pilzwachstums.
fungistatisch: Sterilfiltrationdas Pilzwachstum hemmend.
fungizid: Pilze abtötend.
Fungizidie: Fähigkeit einer Substanz zur Abtötung von Pilzen.
Hitzesterilisation: Lebensmittel werden in sog. Autoklaven Fungistaseunter Überdruck bis auf 120 °C erhitzt. Bei Konserven ist das Erhitzen der innersten Zone schwierig, da sie langsamer warm wird als die Außenzone und dort Fungizidietemperaturempfindliche Stoffe zerfallen, während die Kernzone die Solltemperatur erreicht.
Invertseife: Zur Desinfektion geeignete Seifenart.
Konservieren: Verhüten des mikrobiell ausgelösten Lebensmittelverderbens z. B. durch Pasteurisieren (Kap. dort), Ultrapasteurisation (Kap. dort), Räuchern (Kap. dort) und InvertseifeHitzesterilisation (Kap. dort).
Pasteurisieren: Konservieren von Lebensmitteln nach Louis P. Pasteur (Chemiker und Biologe); Kurzzeiterhitzung 72–konservieren74 °C für 15–40 Sek. (max.), Hocherhitzung 85 °C für 10–15 Sek. und Ultrahocherhitzung 135–150 °C für 1–4 Sek.; keine vollständige Abtötung von Mikroorganismen.
Räuchern: Beim PasteurisierenRäuchern werden durch die im Rauch enthaltenen organischen Säuren Bakterien und Schimmelpilze abgetötet.
Resistenz von Mikroorganismen: Unempfindlichkeit gegenüber einem Wirkstoff oder einem Keimschädigungsverfahren; bei feuchter Hitze werden z. B. verschiedene Hitzeresistenzstufen der Keime unterschieden.
Sanitation (Sanitizing): Verminderung krankmachender Keime und Mikroorganismen durch ResistenzReinigungsmaßnahmen, es erfolgt aber keine Desinfektion.
sporizid: Sporen abtötend.
Sporizidie: Sporen abtötende Wirkung.
Sporenerde: getrocknete und gesiebte Erde, die Dauerformen von Erdbazillen Sanitation/Sanitizingbestimmter Dampfresistenz enthält; in Päckchen gepackt wurde sie früher zur Überprüfung von Sterilisatoren verwendet („SporizidieSporenpäckchen“); wird nicht mehr eingesetzt.
Sporenträger, genormte: Diese enthalten eine festgelegteSporenerde Anzahl Sporen mit definierten Resistenzen; werden zur Überprüfung von Sterilisation verwendet.
Sterilisation: Verfahren mit dem Ziel der absoluten Keimfreiheit (5.3). KeimreduzierungSporenpäckchen um sechs 10er-Potenzen.
Tyndallisieren: Entspricht fraktionierter Sterilisation in einem flüssigen Nährmedium durch Erhitzung auf 65–110 °C für 30–60 Min. an drei aufeinanderfolgenden Tagen; dazwischen erfolgt eine Bebrütung zur Auskeimung der Sporen.
Ultrahocherhitzen: 6–10 Sek. auf 135 bis 140 °C bzw. 2–4 Sek. tyndallisierenauf 140–150 °C als physikalische Konservierung.
Ultrapasteurisation (Uperisation): Ultrahocherhitzung von Lebensmitteln wie z. B. Milch auf 135–150 °C für 1–2 Sek. mit sofortiger anschließender UltrahocherhitzenKühlung.
UV-Bestrahlung: Desinfektionsverfahren, das für eine ausreichende Reduktion von Mikroorganismen deren freie Bewegung voraussetztUperisation, sodass die UV-Strahlen von allen Seiten auftreffen. UV-Licht wird z. B. für die Behandlung von Wasser eingesetzt, kann aber nur bei trübstoffreichem Wasser UV-Bestrahlungerfolgreich desinfizieren.
Virustase: Hemmung der Virusvermehrung.
virustatisch: Die Virenvermehrung hemmend.
viruzid: Viren inaktivierend.
Viruzidie: Vollständige bzw. dauerhafte Virusinaktivierung.

References: § 30
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