Source: https://www.dzr.de/aktuelles/detail/news/die-berechnung-von-mesostrukturen.html
Timestamp: 2019-01-16 13:11:03+00:00

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Die Berechnung von Mesostrukturen - DZR - Deutsche Zahnärztliche Rechenzentren
Die Berechnung von Mesostrukturen
Es stellt sich immer wieder die Frage, wie eine Mesostruktur zu berechnen ist bzw. wann eine Mesostruktur analog nach § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden kann.
Als Mesostruktur (auch Mesokontruktion genannt) bezeichnet man ein individuell gefertigtes Bindeglied (Zwischengerüst) zwischen einem Implantat und der Suprakonstruktion (Zahnersatz). Sie wird hauptsächlich eingesetzt bei nicht parallelen Implantatachsen, ästhetisch ungünstiger Insertion von Implantaten und/oder bei einem stark zurückgebildeten Kiefer.
Im übertragenen Sinne ersetzt eine Mesostruktur den Zahnstumpf, wie er bei konventionellem nicht implantatgetragenem Zahnersatz auf einem Zahn gegeben ist. Allerdings stellt diese Zwischenstruktur keine Einzelkrone oder Krone als Brücken- oder Prothesenanker nach den GOZ-Nrn. 2200, 5000 bis 5040 dar, da es sich hierbei nicht um eine Suprakonstruktion handelt.
Abutments (Implantataufbauten) die z. B. bei einer Einzelkrone oder einer Brückenversorgung als Zwischenstruktur, sprich Mesostruktur, verwendet werden, sind nicht gesondert nach § 6 Abs. 1 GOZ berechenbar. Sie sind Bestandteil der eigentlichen Suprakonstruktion. Wird jedoch dieser Implantataufbau im zahntechnischen Labor individualisiert, z. B. zum Ausgleich von Divergenzen, so kann diese Leistung nach § 9 GOZ berechnet werden. Das Einbringen dieser bzw. der reine Auswechselvorgang der Sekundärteile (Mesostrukturen) wird durch die in der GOZ enthaltenen Leistungen, wie die 9010 (Implantatinsertion), 9040 (Freilegen eines Implantats), 9050 (Auswechseln von Sekundärteilen während der rekonstruktiven Phase) und 9060 (Auswechseln von Sekundärteilen im Reparaturfall), abgegolten.
Die Mesostruktur wird also als konventionell oder manuell hergestelltes Verbindungselement zwischen Implantat und Prothesenersatz bezeichnet. Wie und aus welchem Material dieses hergestellt wird, ist nur für die zahntechnische Abrechnung relevant – nicht für die zahnärztliche. Eine Mesostruktur kann verschraubt, verklebt und/oder als lösbare bzw. bedingt lösbare Verbindung (Stege, Geschiebe, Knopfanker usw.) gestaltet werden.
Jedoch können nicht alle Mesostrukturen standardmäßig nach § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden. Wann darf die Mesostruktur nun als eigenständige Leistung nach § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden?
Um eine solche Analogberechnung vornehmen zu können, müssen die Kriterien des Gesetzgebers zu dieser Berechnungsform eingehalten werden. Mit der Fassung von § 6 Absatz 1 Satz 1 können Leistungen, die im Gebührenverzeichnis fehlen, analog berechnet werden, egal wann Anwendungsreife bestand und egal aus welchem Grund die Leistung nicht in das Gebührenverzeichnis aufgenommen wurde. Voraussetzung ist die Erbringung einer nicht im Gebührenverzeichnis enthaltenen selbständigen zahnärztlichen Leistung. Das sind Leistungen, die weder Bestandteil noch besondere Ausführung einer anderen ebenfalls berechneten Leistung sind.
Mesostrukturen, die angefertigt werden, um Pfeilerdivergenzen auszugleichen und die einen Mehraufwand darstellen, wie z. B. eine gesonderte Planung, ggf. Abformung, Einprobe, Eingliederung und Anpassung in Richtung Implantat wie auch in Richtung Suprakonstruktion, gelten als selbstständige Leistungen. Diese Art der Mesostrukturen wurde bei der Gebührenreform nicht berücksichtigt und ist dementsprechend analog nach § 6 Abs. 1 GOZ in Ansatz zu bringen. Hinzu kommt die GOZ 9050 bzw. GOZ 9060 für den Austausch je Sekundärteil unter Einhaltung der geltenden Abrechnungsbestimmung.
Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass eine gesondert berechnete Mesostruktur ausreichend dokumentiert werden muss und der Mehraufwand daraus hervorgeht.
Wir empfehlen daher z. B. einen konventionellen Steg (z. B. Dolder-Steg) mit der GOZ 5070 / GOZ 5080 zu honorieren, da die GOZ-Leistung 5070 unter anderem bei einer Versorgung eines Lückengebisses mit einer Prothese die Verbindung von Prothesenspannen oder Stege beschreibt. Die Stegreiter werden der GOZ 5080 zugeordnet. Wird hingegen ein aufwändig gegossener oder gefräster Steg bzw. eine stegähnliche Konstruktion angefertigt und entspricht dies dem oben beschriebenen Mehraufwand, so eine Analogberechnung möglich.

References: § 6
 § 6
 § 9
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6