Source: https://www.bussgeldkatalog.com/absolute-fahruntuechtigkeit/
Timestamp: 2019-01-21 19:49:01+00:00

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Absolute Fahruntüchtigkeit bei Auto- und Radfahrern
In Deutschland gibt es eine Promillegrenze von 0,5. Bei einem höheren Promillewert gelten Autofahrer gemeinhin als Fahruntüchtig. Ab 1.1 Promille liegt sogar eine sogenannte absolute Fahruntüchtigkeit vor. Diese wird nach § 316 Strafgesetzbuch (StGB) als Straftat geahndet.
Absolute Fahruntüchtigkeit: Alkohol oder Drogen können die Ursache sein.
Während für Fahranfänger in der Probezeit ein Alkoholverbot (Null-Promille-Grenze) gilt, dürfen erprobte Fahrer durchaus geringe (!) Mengen Alkohol konsumieren und sich trotzdem hinters Steuer setzen, sofern Sie die Promillegrenze von 0,5 nicht überschreiten und das Fahrzeug sicher führen können.
Dabei unterscheidet die Rechtsprechung relative und absolute Fahruntüchtigkeit voneinander. Mit einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 0,3 Promille wird von einer relativen Fahruntüchtigkeit ausgegangen. Ab 1,1 Promille (bei Fahrradfahrern ab 1,6 Promille) liegt die absolute Fahruntüchtigkeit vor.
Alkohol am Steuer wird aufgrund des Gefährdungspotenzials im Straßenverkehr immer mit hohen Bußgeldern und Strafen geahndet. Was Auto- und Fahrradfahrern bei absoluter Fahruntüchtigkeit blüht, haben wir für Sie herausgefunden. Nutzen Sie auch gerne unseren Promillerechner zur Orientierung.
3 Absolute Fahruntüchtigkeit bei Auto- und Radfahrern
3.1 Auch Drogen können absolute Fahruntüchtigkeit herbeiführen
4 Trunkenheitsfahrt: Welche Strafe droht?
Nicht immer stellt Alkohol am Steuer eine Straftat dar. Je nach Blutalkoholkonzentration und etwaigen Ausfallerscheinungen (z. B. Schlangenlinien), liegt „nur“ eine relative Fahruntüchtigkeit vor. Erst, wenn absolute Fahruntüchtigkeit eintritt, liegt eine Straftat im Sinne des StGB vor. In § 316 Abs. 1 heißt es:
Der Paragraph 316 StGB regelt (absolute) Fahruntüchtigkeit.
Während die Promillegrenze von 0,5 (Blutalkohol) durch § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG) gesetzlich festgelegt ist, ergeben sich die Grenzwerte für absolute Fahruntüchtigkeit bei Autofahrern aus der Rechtsprechung. Zuletzt urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) im Jahr 1990, dass eine BAK von 1,1 Promille eine absolute Fahruntüchtigkeit ausmacht. Damit wurde ein altes Urteil von 1966 (Az.: 4 StR 119/66), welches die absolute Fahruntüchtigkeit erst bei 1,3 Promille ansetzte, aufgehoben.
Das Kfz stehen zu lassen ist zwar eine kluge Entscheidung, auf den Drahtesel umzusteigen allerdings nicht. Denn ab 1,6 Promille auf dem Fahrrad kann ebenfalls eine absolute Fahruntüchtigkeit festgestellt und mit einer Geldstrafe sowie zwei Punkten in Flensburg und der Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) geahndet werden.
Gut zu wissen: Auch Segway-Fahrer müssen sich an die Promillegrenze halten. Einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg (Az.: 1 Rev 76/16) zufolge stellen die motorisierten Untersetzer für Fußgänger ein Kraftfahrzeug im Sinne des § 316 StGB dar.
Auch Drogen können absolute Fahruntüchtigkeit herbeiführen
Wie aus § 316 StGB eindeutig hervorgeht, ist absolute Fahruntüchtigkeit nicht nur auf Alkohol, sondern auch auf „andere berauschende Mittel“ zurückzuführen. Einen Grenzwert wie die Promillegrenze gibt es beim Konsum von Drogen nicht. Ob absolute Fahruntüchtigkeit vorliegt, hängt deshalb vom Einzelfall ab.
Auch Fahrradfahrern droht ab 1,6 Promille eine Strafe.
Etwas konkreter ist die Gesetzgebung bei der Art der Droge. In der Anlage zu § 24a StVG sind folgende berauschende Mittel gelistet:
Amfetamin (inkl. MDA, MDE, MDMA)
Trunkenheitsfahrt: Welche Strafe droht?
Die Strafe bei 1,1 Promille kann nicht nur den Geldbeutel, sondern sogar die eigene Freiheit treffen. Während ein geringes Überschreiten der Promillegrenze noch als Ordnungswidrigkeit gem. § 24a StVG gelten kann, hält das Strafgesetzbuch eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr für absolute Fahruntüchtigkeit bereit. Außerdem droht der Führerscheinentzug.
Obigem Bußgeldkatalog können Sie die verschiedenen Konsequenzen für Trunkenheit am Steuer entnehmen. Wenn Ihnen absolute Fahruntüchtigkeit vorgeworfen wird, kann es sich lohnen, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen, da die Blutalkoholkonzentration richtig nachgewiesen werden muss.
Im Übrigen gilt die Null-Promille-Grenze nicht nur für Fahranfänger in der Probezeit, sondern auch für unter 21-Jährige, die die Probezeit bereits hinter sich haben.

References: § 316
 § 316
 § 24
 § 316
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