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Timestamp: 2018-09-23 08:49:29+00:00

Document:
Landesrecht BW HSchulBegabtPrV BW | Landesnorm Baden-Württemberg | Gesamtausgabe | Verordnung des Kultusministeriums über die Prüfung für den Hochschulzugang von besonders befähigten Berufstätigen (Begabtenprüfung) vom 16. Oktober 1984 | gültig ab: 01.12.1984
Verordnung des Kultusministeriums über die Prüfung für den...
Ausfertigungsdatum: 16.10.1984
Gültig ab: 01.12.1984
Fundstelle: GBl. 1984, 621,
K.u.U. 1984, 647
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: §§ 2, 3, 5 und 6 geändert durch Verordnung vom 18. Juli 2005 (GBl. S. 605)
Verordnung des Kultusministeriums über die Prüfung für den Hochschulzugang von besonders befähigten Berufstätigen (Begabtenprüfung) vom 16. Oktober 1984 01.12.1984
Eingangsformel 01.12.1984
§ 1 - Zweck der Prüfung 01.12.1984
§ 2 - Ort und Zeitpunkt der Prüfung 06.08.2005
§ 3 - Zulassung zur Prüfung 06.08.2005
§ 4 - Meldung zur Prüfung 01.08.1994
§ 5 - Allgemeine Prüfungsbestimmungen 06.08.2005
§ 6 - Schriftliche Prüfung 06.08.2005
§ 7 - Mündliche Prüfung 01.12.1984
§ 8 - Ergebnis der Prüfung, Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife 01.12.1984
§ 9 - Wiederholung der Prüfung 01.12.1984
§ 10 - Inkrafttreten 01.12.1984
Anlage 01.12.1984
Auf Grund von § 89 Abs. 1 und 3 des Schulgesetzes für Baden-Württemberg (SchG) in der Fassung vom 1. August 1983 (GBl. S. 397) wird verordnet:
Die Prüfung soll hervorragend begabten Bewerbern, die für ein bestimmtes Fachgebiet eine herausragende Befähigung besitzen, die aber wegen ihres Entwicklungsganges keine Abiturprüfung ablegen konnten und denen die Teilnahme an der Abiturprüfung für Schulfremde nicht mehr zugemutet werden kann, durch den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife den Zugang zum Hochschulstudium ermöglichen.
Die Prüfung findet einmal jährlich an einem vom Kultusministerium bestimmten Regierungspräsidium statt.
(1) Der Bewerber wird zur Prüfung nur zugelassen, wenn sich aus den vorgelegten Unterlagen und gegebenenfalls einem Vorgespräch ergibt, daß er nach seiner Persönlichkeit, seinen geistigen Fähigkeiten und seinen bisherigen Leistungen für das beabsichtigte Studium besonders geeignet erscheint und daß er eine angemessene, vielseitige Bildung besitzt.
(2) Der Bewerber muß das 25. Lebensjahr vollendet haben.
(3) Der Bewerber muß nach Abschluß einer beruflichen Ausbildung mindestens fünf Jahre oder im Falle einer Abschlußprüfung nach § 40 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes insgesamt mindestens sieben Jahre berufstätig gewesen sein. Die Führung eines Familienhaushalts mit mindestens drei Personen, in Ausnahmefällen mit mindestens einer erziehungs- oder pflegebedürftigen Person, ist anderen Berufstätigkeiten gleichgestellt.
(4) Der Bewerber muß seinen Hauptwohnsitz in Baden-Württemberg haben.
(5) Nicht zur Prüfung zugelassen werden Bewerber, die bereits einen erfolglosen Versuch unternommen haben, eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife zu erlangen. Ferner werden Bewerber nicht zugelassen, die eine fachgebundene Hochschulreife besitzen und die Möglichkeit haben, eine Ergänzungsprüfung zur Erlangung der allgemeinen Hochschulreife abzulegen.
(6) Das Kultusministerium entscheidet über die Zulassung zur Prüfung und weist den Bewerber einem Regierungspräsidium zu.
(1) Die Meldung ist bis zum 1. August für die Prüfung im darauffolgenden Jahr an das Kultusministerium zu richten.
ein Lebenslauf mit ausführlichen Angaben über den bisherigen Bildungsgang, die ausgeübte Berufstätigkeit, die wissenschaftliche Beschäftigung und das erstrebte Berufsziel,
sämtliche Schulabgangszeugnisse,
Nachweise über Berufsausbildung und Berufsleistungen,
Angaben über das gewählte wissenschaftliche Fachgebiet, die Schwerpunktgebiete in den einzelnen Fächern und das beabsichtigte Studium,
zwei Gutachten über die Befähigung, die Leistungen und den Bildungsstand des Bewerbers, insbesondere im gewählten Fachgebiet, wobei ein im Funkkolleg erworbenes Zertifikat als Gutachten anerkannt werden kann,
die Versicherung, daß sich der Bewerber weder der ordentlichen Abiturprüfung noch der Abiturprüfung für Schulfremde noch der Prüfung für die Zulassung zum Hochschulstudium ohne Reifezeugnis oder einer Prüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife unterzogen und daß er auch nicht um Zulassung zu einer dieser Prüfungen nachgesucht hat,
der Nachweis, daß der Bewerber Deutscher im Sinne des Artikels 116 GG ist,
ein Lichtbild in Paßbildgröße.
Zeugnisse sind in amtlich beglaubigter Abschrift vorzulegen. Die Vorlage der Zeugnisurschriften kann verlangt werden.
(4) Für die Bewertung der Leistungen gilt § 5 Abs. 1, für die Nichtteilnahme an der Prüfung und für Täuschungshandlungen gelten die §§ 27, 28 der Verordnung über die Jahrgangsstufen 12 und 13 (NGVO) in der jeweils geltenden Fassung entsprechend.
(5) Über die schriftliche und die mündliche Prüfung sowie über die Schlußsitzung ist ein Protokoll zu fertigen. § 21 Abs. 4, § 23 Abs. 7 und § 26 Abs. 2 NGVO in der jeweils geltenden Fassung finden entsprechend Anwendung.
(1) Die schriftliche Prüfung erstreckt sich auf
das vom Bewerber gewählte wissenschaftliche Fachgebiet; es kann nur ein Fachgebiet gewählt werden, das als Studiengang an einer wissenschaftlichen Hochschule des Landes Baden-Württemberg angeboten wird,
Mathematik oder eine der Fremdsprachen Englisch, Französisch, Latein.
Benennt der Bewerber als wissenschaftliches Fachgebiet eines der Fächer Mathematik, Fremdsprache, Deutsch, so werden jeweils die beiden anderen Fächer schriftlich geprüft.
(2) Die Bearbeitungszeit beträgt mindestens 240 Minuten und höchstens 300 Minuten.
(3) Die schriftliche Arbeit im wissenschaftlichen Fachgebiet wird vom Hochschullehrer und einem weiteren, entsprechend fachlich vorgebildeten Angehörigen einer Hochschule korrigiert und bewertet. Die übrigen schriftlichen Arbeiten werden vom Fachprüfer und einem weiteren vom Regierungspräsidium bestimmten Fachlehrer mit der Lehrbefähigung für das Gymnasium oder mit der entsprechenden Lehrbefähigung für berufliche Schulen korrigiert und bewertet. Weichen die Bewertungen um mehr als zwei Punkte voneinander ab, muß ein Beauftragter des Regierungspräsidiums die beiden vorausgegangenen Bewertungen überprüfen und die endgültige Bewertung für die schriftlichen Arbeiten festsetzen.
(1) Die mündliche Prüfung erstreckt sich auf
das vom Bewerber gewählte wissenschaftliche Fachgebiet,
Mathematik, falls eine Fremdsprache schriftlich geprüft wurde oder eine der in § 6 Abs. 1 Nr. 3 genannten Fremdsprachen, falls Mathematik schriftlich geprüft wurde,
auf ein Fach aus der Fächergruppe 1: Physik, Chemie, Biologie oder auf ein Fach aus der Fächergruppe 2: Geschichte, Erdkunde.
Die Fächergruppe wird mit der Zulassung festgelegt. Das Prüfungsfach aus der Fächergruppe wählt der Bewerber.
(2) Falls Mathematik und eine der in § 6 Abs. 1 Nr. 3 genannten Fremdsprachen bereits Gegenstand der schriftlichen Prüfung sind, wird mit der Zulassung ein weiteres Fach aus den Fächergruppen 1 oder 2 (Absatz 1 Nr. 3) als Prüfungsfach nach Absatz 1 Nr. 2 festgelegt. Benennt der Bewerber als wissenschaftliches Fachgebiet ein Fach der Fächergruppe 1 oder der Fächergruppe 2, so kann dieses Fach nicht nach Absatz 1 Nr. 3 mündlich geprüft werden.
(3) Die mündliche Prüfung wird als Einzelprüfung durchgeführt. Sie dauert in der Regel 1 1/2 bis 2 Stunden, wobei die Prüfungszeit auf die einzelnen Fächer etwa gleichmäßig zu verteilen ist.
(4) Die Aufgaben im wissenschaftlichen Fachgebiet werden vom Hochschullehrer gestellt und bewertet, in den übrigen Fächern von den Fachprüfern.
Ergebnis der Prüfung, Zeugnis der allgemeinen
(1) Zur mündlichen Prüfung wird ein Bewerber nur zugelassen, wenn er in keinem Fach der schriftlichen Prüfung weniger als fünf Punkte erreicht hat. Die Nichtzulassung zur mündlichen Prüfung gilt als Nichtzuerkennung der allgemeinen Hochschulreife. Die Entscheidung trifft der Vorsitzende des Prüfungsausschusses.
(2) Nach Abschluß der mündlichen Prüfung ermittelt der Prüfungsausschuß in der Schlußsitzung das Gesamtergebnis der Prüfung und stellt fest, wer die Prüfung bestanden hat. Ferner ist die Gesamtnote nach der als Anlage beigefügten Tabelle zu ermitteln.
(3) Das Gesamtergebnis der Prüfung ergibt sich aus der Summe der in der schriftlichen und mündlichen Prüfung erzielten Punkte, wobei bei der schriftlichen Prüfung die Leistungen im wissenschaftlichen Fachgebiet mit acht, in den beiden anderen Fächern jeweils mit sechs und bei der mündlichen Prüfung das wissenschaftliche Fachgebiet mit vier und die beiden anderen Fächer jeweils mit drei multipliziert werden.
(4) Die Prüfung ist bestanden, wenn der Bewerber im schriftlichen und im mündlichen Prüfungsteil in keinem Fach weniger als fünf Punkte einfacher Wertung erhalten hat. Wer die Prüfung bestanden hat, erhält die allgemeine Hochschulreife zuerkannt.
Die Prüfung kann einmal und nur insgesamt wiederholt werden.
Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung im Gesetzblatt in Kraft. Gleichzeitig tritt die Ordnung der Prüfung für die Zulassung zum Hochschulstudium ohne Reifezeugnis (»Begabtenprüfung«) vom 10. Mai 1960 (K.u.U. S. 324), geändert durch die Bekanntmachung vom 11. Mai 1970 (K.u.U. S. 577), außer Kraft.
Stuttgart, den 16. Oktober 1984
Die erzielte Gesamtpunktzahl ist nach folgender Tabelle in eine Gesamtnote umzurechnen.
450-412 : 1,0
366-358 : 1,6
312-304 : 2,2
411-403 : 1,1
357-349 : 1,7
303-295 : 2,3
402-394 : 1,2
348-340 : 1,8
294-286 : 2,4
393-385 : 1,3
339-331 : 1,9
285-277 : 2,5
384-376 : 1,4
330-322 : 2,0
276-268 : 2,6
375-367 : 1,5
321-313 : 2,1
267-259 : 2,7
258-250 : 2,8
213-205 : 3,3
177-169 : 3,7
249-241 : 2,9
204-196 : 3,4
168-160 : 3,8
240-232 : 3,0
195-187 : 3,5
159-151 : 3,9
231-223 : 3,1
186-178 : 3,6
150-142 : 4,0
222-214 : 3,2

References: § 1

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§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10
 § 89
 § 40
 § 5
 § 21
 § 23
 § 26
 § 6
 § 6