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Timestamp: 2019-07-17 17:55:07+00:00

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BFH, 12.07.2006 - II R 75/04 - dejure.org
BFH, 12.07.2006 - II R 75/04
https://dejure.org/2006,3014
BFH, 12.07.2006 - II R 75/04 (https://dejure.org/2006,3014)
BFH, Entscheidung vom 12.07.2006 - II R 75/04 (https://dejure.org/2006,3014)
BFH, Entscheidung vom 12. Juli 2006 - II R 75/04 (https://dejure.org/2006,3014)
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BewG § 11 Abs. 2 Satz 2; VStR 1993/1995 Abschn. 11 Abs. 4; ErbStR 1999/2003 R 103 Abs. 4
Anteilsbewertung bei Organträgergesellschaften
Bewertung von Organträgergesellschaften
Einbeziehung der Anteile der Klägerin an der X-GmbH in die besondere Bewertung nach Abschn. 11 Abs. 4 S. 1 Nr. 1 Vermögensteuerrichtlinien (VStR 1993); Vereinbarkeit der Einbeziehung in die Schätzung der Ertragsaussichten mit der Richtlinienregelung; Anwendbarkeit der Regelungen zur Neutralisierung des Kaskadeneffekts in Beteiligungsketten von Kapitalgesellschaften; Fälle einer Organschaft zwischen den Gesellschaften
Stuttgarter Verfahren - Neutralisierung des Kaskadeneffekts: Beteiligung von mehr als 50 % erforderlich
Kurznachricht zu "Praxis- und Beraterhinweis zur Entscheidung des BFH vom 12.07.2006, Az.: II R 75/04 (Bewertung von Beteiligungen an Kapitalgesellschaften)" von MinRat Raymond Halaczinsky, original erschienen in: ErbStB 2006, 307 - 308.
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH vom 12.07.2006, Az.: II R 75/04 (Bewertung von Beteiligungen an Kapitalgesellschaften)" von MinRat Raymond Halaczinsky, original erschienen in: GmbH-StB 2006, 318 - 319.
BFH, 20.04.2005 - II R 75/04
BFHE 213, 215
BB 2006, 2061
DB 2006, 2050
BStBl II 2006, 704
Erst wenn sich aufgrund dieser vorrangig durchzuführenden Wertermittlung der gemeine Wert der Aktien nicht feststellen lässt, ist der gemeine Wert nach § 11 Abs. 2 Satz 2 Halbsatz 2 BewG --der bis zur Einfügung des § 11 Abs. 2 Satz 3 BewG durch das SEStEG jedenfalls nicht ausdrücklich von der Anwendung im Bereich der Ertragsteuern ausgenommen war-- "unter Berücksichtigung des Vermögens und der Ertragsaussichten der Kapitalgesellschaft" zu schätzen (vgl. BFH-Urteile vom 5. März 1986 II R 232/82, BFHE 146, 460, BStBl II 1986, 591; vom 9. März 1994 II R 39/90, BFHE 173, 561, BStBl II 1994, 394;… vom 1. Februar 2007 VI R 72/05, BFH/NV 2007, 898); hierzu hat der BFH in ständiger Rechtsprechung das von der Finanzverwaltung zunächst in den Vermögensteuer-Richtlinien, ab 1999 dann in R 96 ff. der Erbschaftsteuer-Richtlinien vorgesehene Stuttgarter Verfahren als ein grundsätzlich geeignetes Schätzungsverfahren anerkannt (vgl. BFH-Urteile vom 5. Februar 1992 II R 185/87, BFHE 167, 166, BStBl II 1993, 266; vom 12. Juli 2006 II R 75/04, BFHE 213, 215, BStBl II 2006, 704, m.w.N.).
Mit Rücksicht auf die Gleichmäßigkeit der Besteuerung ist von diesem Verfahren allerdings abzuweichen, wenn es in Ausnahmefällen aus besonderen Gründen des Einzelfalles zu nicht tragbaren, d.h. offensichtlich unrichtigen Ergebnissen führt (BFH-Urteile vom 17. Mai 1974 III R 156/72, BFHE 112, 510, BStBl II 1974, 626, unter 2.; vom 26. Januar 2000 II R 15/97, BFHE 191, 393, BStBl II 2000, 251, unter II.A.1.;… vom 11. Januar 2006 II R 76/04, BFH/NV 2006, 1257, unter II.1.a; vom 12. Juli 2006 II R 75/04, BFHE 213, 215, BStBl II 2006, 704, und vom 1. Februar 2007 II R 19/05, BFHE 215, 508, BStBl II 2007, 635;… BFH-Beschluss in BFH/NV 2007, 1707).
Mit Rücksicht auf die Gleichmäßigkeit der Besteuerung ist von diesem Verfahren allerdings abzuweichen, wenn es in Ausnahmefällen aus besonderen Gründen des Einzelfalls zu nicht tragbaren, d.h. offensichtlich unrichtigen Ergebnissen führt (BFH-Urteile vom 17. Mai 1974 III R 156/72, BFHE 112, 510, BStBl II 1974, 626, unter 2.; vom 26. Januar 2000 II R 15/97, BFHE 191, 393, BStBl II 2000, 251, unter II.A.1.;… vom 11. Januar 2006 II R 76/04, BFH/NV 2006, 1257, unter II.1.a; vom 12. Juli 2006 II R 75/04, BFHE 213, 215, BStBl II 2006, 704, und vom 1. Februar 2007 II R 19/05, BFHE 215, 508, BStBl II 2007, 635;… BFH-Beschluss in BFH/NV 2007, 1707).
Mit Rücksicht auf die Gleichmäßigkeit der Besteuerung ist von diesem Verfahren nur abzuweichen, wenn es in Ausnahmefällen aus besonderen Gründen des Einzelfalls zu nicht tragbaren, d.h. offensichtlich unrichtigen Ergebnissen führt (vgl. BFH-Urteile vom 12. Februar 1992 II R 113/88, BFHE 167, 170, BStBl II 1993, 268; vom 12. Juli 2006 II R 75/04, BFHE 213, 215, BStBl II 2006, 704, jeweils m.w.N.).
Zutreffend gehen die Beteiligten davon aus, dass eine Schätzung i. S. des § 11 Abs. 2 Satz 2 2. Alt. BewG nach den Grundsätzen des Stuttgarter Verfahrens vorgenommen werden kann (vgl. BFH-Urteil vom 12.7. 2006 II R 75/04, BStBl II 2006, 704).
Von dem Stuttgarter Verfahren ist mit Rücksicht auf die Gleichmäßigkeit der Besteuerung dann abzuweichen, wenn es in Ausnahmefällen aus besonderen Gründen des Einzelfalls zu nicht tragbaren, d. h. offensichtlich unrichtigen Ergebnissen führt (vgl. BFH-Urteil vom 12.7. 2006 II R 75/04, BFHE 213, 215, BStBl II 2006, 704).
An der Wertermittlung nach dem Stuttgarter Verfahren hat sich nichts dadurch geändert, dass dieses Verfahren seit 1998 nicht mehr in den VStR, sondern in den Erbschaftsteuer-Richtlinien dargestellt ist (vgl. BFH-Urteile vom 12. Juli 2006 II R 75/04, BFHE 213, 215, BStBl II 2006, 704; vom 1. Februar 2007 II R 19/05, BFHE 215, 508, BStBl II 2007, 635).
FG Hessen, 28.11.2006 - 1 K 411/06
Anteilsbewertung nach dem Stuttgarter Verfahren - Abschlag für Anteile ohne …
Mit Rücksicht auf die Gleichmäßigkeit der Besteuerung ist deshalb von der Wertermittlung nach dem Stuttgarter Verfahren nur abzuweichen, wenn sie in Ausnahmefällen aus besonderen Gründen des Einzelfalles zu nicht tragbaren, d.h. offensichtlich unrichtigen Ergebnissen führt (vgl. statt vieler z.B. die Urteile des BFH vom 17.05.1974 III R 156/72, BStBl II 1974, 626, sowie zuletzt vom 12.07.2006 II R 75/04, BStBl II 2006, 704).
30 3. Schließlich kann auch nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Schätzung des gemeinen Werts von Anteilen an Kapitalgesellschaften nach dem Stuttgarter Verfahren seit dem 01.01.1993 bedingt durch die gesetzliche Anordnung der Übernahme der Steuerbilanzwerte anstatt dem vorherigen Ansatz von Wirtschaftsgütern des Betriebes mit dem Teilwert (§ 11 Abs. 2 Satz 3 i.V.m. § 109 BewG i.d.F. des Steueränderungsgesetzes 1992 vom 25.02.1992, Bundesgesetzblatt -BGBl- I 1992, 297, und § 12 Abs. 1a -jetzt Abs. 2- ErbStG i.d.F. des Missbrauchsbekämpfungs- und Steuerbereinigungsgesetzes vom 21.12.1993, BGBl I 1993, 2310) den gemeinen Wert der Anteile regelmäßig ohnehin nicht mehr erreichen kann, sondern im Allgemeinen deutlich unterhalb des tatsächlichen gemeinen Werts liegt, was den BFH inzwischen zur Vorlage an das Bundesverfassungsgericht veranlasst hat (Beschluss vom 22.05.2002 II R 61/99, BStBl II 2002, 598; vgl. weiter BFH…, Beschluss vom 22.08.2002 II B 170/01, BFH/NV 2003, 11, und Urteil in BStBl II 2006, 704).
FG München, 20.11.2017 - 7 K 555/16
Wirtschaftlich gehen die Ertragsaussichten der Untergesellschaft damit doppelt - bei Beteiligungsketten mitunter sogar mehrfach - in einen nach der Regelbewertung des Stuttgarter Verfahrens ermittelten gemeinen Wert der Obergesellschaft ein (BFH-Urteil vom 12. Juli 2006 II R 75/04, BStBl II 2006, 704).

References: § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 109
 § 12