Source: https://fbz-seminare.de/corona
Timestamp: 2020-07-13 13:24:35+00:00

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Corona | fbz Seminare für Betriebsrat, Personalrat, SBV und JAV
Wir haben für Sie die wichtigsten Antworten auf die von Ihnen am häufigsten gestellten Fragen zusammengestellt. Weiter finden Sie auch nützliche Links und Hilfestellungen.
Sollten Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns diese zu stellen. Wir haben ein offenes Ohr für Ihre Wünsche, Fragen und Anliegen: Schreiben Sie uns!
Eine Auswahl von Antworten auf Ihre Fragen zu Corona-Krise und Arbeitsrecht erhalten Sie hier.
Arbeitsausfall - Das wichtigste in Kürze.
Arbeitsausfall eines einzelnen Arbeitnehmers
Ausfall eines Arbeitsnehmers aufgrund von Krankheit:
Lohnfortzahlung auf Basis von § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz. Das Arbeitsverhältnis muss allerdings seit mindestens 4 Wochen bestehen.
Aufgrund von Betreuung eines erkrankten Kindes:
Krankengeld auf Basis von § 45 Sozialgesetzbuch V.
Aufgrund einer behördlichen Quarantäneanordnung:
Sofern es möglich ist, muss ein Arbeiten von zu Hause aus geschehen. Ist dies nicht möglich, entfällt das Arbeitsentgelt, gibt aber eine Ersatzleistung auf Basis von § 56 Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Der Arbeitgeber zahlt das volle Gehalt bis zu sechs Wochen weiter. Er kann sich die Kosten erstatten lassen und muss dies bei den zuständigen Behörden beantragen. Nach Ablauf der 6 Wochen muss der Arbeitnehmer sich selbst an die zuständige Behörde wenden und bekommt das Gehalt lediglich in Höhe des Krankengeldes erstattet. Ein Nachholen der versäumten Arbeitszeit nicht zulässig.
Aufgrund der Betreuung eines Kindes, dessen KiTa oder Schule geschlossen ist:
Wenn die Betreuung nicht anderweitig organisiert werden kann, müssen zuerst Überstunden abgebaut, Urlaubstage genommen oder nach Möglichkeit im HomeOffice gearbeitet werden. Unter Umständen ist auch eine Lohnfortzahlung aufgrund von § 616 BGB denkbar. Möglicherweise ist dies jedoch schon im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt.
Arbeitsausfall im ganzen Unternehmen
Wegen unternehmerischer Entscheidung des Arbeitgebers:
Wenn der Arbeitgeber die Entscheidung trifft, das Unternehmen als Sicherheitsvorkehrung vorübergehend zu schließen, gilt auch hier, dass die Arbeitnehmer weiterhin ihre normale Vergütung vom Arbeitgeber erhalten, § 615 BGB.
Aufgrund von Betriebsferien:
Der Arbeitgeber kann sich mit dem Arbeitnehmer über Betriebsferien einigen, in welchen der Arbeitnehmer seine Urlaubstage nimmt. Diese Möglichkeit unterliegt der Mitbestimmung gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG: Ohne Zustimmung des Betriebsrats ist eine solche Maßnahme unwirksam.
Aufgrund behördlicher Schließung:
Dies fällt unter das Arbeitgeberrisiko und kann zu Schadensersatzansprüchen führen, die das Unternehmens bei den zuständigen Behörden beantragen muss. Die Arbeitnehmer erhalten weiterhin Ihre normale Vergütung vom Arbeitgeber, § 615 BGB.
Beschlussfassung per Telefon und Videokonferenz
Herr Hubertus Heil (Bundesarbeitsminister) will Beschlüsse via Telefon und Videokonferenz zulassen. Für weiterführende Informationen klicken Sie bitte HIER
Der Bund-Verlag hat eine mögliche Muster-Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber veröffentlicht, welche schon mal den Weg für weiteres ebenen kann, diese finden Sie HIER.
Wichtige Links rund um Corona
Corona-Live-Monitor (weltweit)
Live-Blog zur Corona-Krise
https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-123.html#Dow-Jones-verliert-63-Prozent
Aufklärung Corona
Sollte es sich um ein Risikogebiet handeln, ist dies nicht zulässig. Der Arbeitgeber verletzt damit seine Fürsorgepflicht, § 618 Abs 1 BGB
Änderungen zum Hygieneverhalten
Dies unterliegt der Mitbestimmung des Betriebsrates, gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG
Sollen die übrigen Mitarbeiter aufgrund Arbeitsausfalls von Kollegen kompensatorisch Überstunden leisten, so ist hierfür eine vorherige Zustimmung des Betriebsrats notwendig. (§ 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG).
Grundsätzlich ist ein Fernbleiben ohne vorherige Vereinbarung mit dem Arbeitgeber nicht erlaubt und hat eine Abmahnung zur Folge. Beim Thema HomeOffice hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht.
Hier einige Tipps, die helfen können, den Arbeitstag zuhause zu gestalten
Durch den Verlust einer vorgegebenen Tagesstruktur ergeben sich plötzlich ganz neue Herausforderungen: Sind sonst feste Termine Bestandteil einer Arbeitswoche oder haben Sie bereits feste Routinen, wie Sie einen normalen Arbeitstag gestalten, dann ist jetzt alles anders. Nicht nur fehlen die gewohnten Räumlichkeiten, auch die Kollegen und die Pausenkultur ändern sich. Einigen Menschen fällt es schwer, ohne äußeren Rahmen effizient zu arbeiten.
Hier einige Tipps, die helfen können, den Arbeitstag zuhause zu gestalten:
1. Schaffen Sie sich einen zeitlichen Rahmen. Dies kann je nach Tätigkeit und Persönlichkeit unterschiedlich aussehen. Wichtig ist, dass Sie bei einer festgelegten Struktur bleiben. Planen Sie unbedingt Pausen ein und halten Sie sich auch an diese. Versuchen Sie in den expliziten Arbeitsphasen wirklich nur zu arbeiten und sich nicht durch alltägliche Aufgaben ablenken zu lassen. Verschieben Sie diese in die Pausenzeiten.
2. Schaffen Sie sich einen möglichst ruhigen, ablenkungsfreien Arbeitsplatz. Hierbei kann es in kleinen Wohnung helfen, sich mit dem Partner/in und den Kindern abzusprechen. Gibt es nicht genug Platz, werden Sie kreativ. Noise- Cancelling- Kopfhörer oder Ohropax sorgen für die nötige Ruhe für die Konzentration.
3. Behalten Sie – wenn möglich- die Kommunikation mit Teamkollegen bei. Der Austausch hat neben der sachlichen natürlich auch eine soziale Komponente. Moderne Medien machen Telefonkonferenzen möglich, nutzen Sie alle technischen Möglichkeiten aus, in Kontakt zu bleiben. Soziale Kontakte erhöhen unsere Arbeitszufriedenheit.
4. Überprüfen Sie Ihren Arbeitsfortschritt. To-Do-Listen oder andere Werkzeuge können hilfreich sein, wenn Sie unsicher sind, ob Sie genug geschafft haben. Orientieren Sie sich hierbei an Ihrem üblichen, durchschnittlichen Arbeitspensum und kontrollieren Sie täglich, wieviel Sie geschafft haben. Wenn Sie zusätzlich zu Ihrer Arbeit derzeit Kinder betreuen müssen, werden Sie vermutlich nicht Ihr normales Pensum schaffen. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über realistische Ziele.
5. Setzten Sie sich einen Endpunkt, an dem Feierabend ist. Hören Sie dann mit der Arbeit auf und machen Sie sich selbst deutlich, dass die Arbeit nun zu Ende ist. Es kann hilfreich sein, die Arbeitsmaterialien wegzuräumen oder anders einen Übergang in den Feierabend zu gestalten. Es ist beispielsweise ungünstig, während der Entspannungsphase am Abend auf die unerledigten Stapel Arbeit zu schauen.

References: § 3
 § 45
 § 56
 § 616
 § 615
 § 87
 § 615
 § 618
 § 87