Source: http://feigenblaetter.blogspot.com/2013/06/e-i-g-e-n.html
Timestamp: 2017-12-17 08:18:15+00:00

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Feigenblätter: E I G E N
Sommertreffen und MV am 15./16.6.2013 in Altikon
Am Sonntag Morgen fährt der Bus nicht, daher müsstet ihr die S29 (Richtung Stein am Rhein) nehmen: Winterthur ab 9.12 bis Thalheim Altikon, und von dort sind es 2 km Spaziergang durchs wunderschöne Thurtal ...
Inhalt und Ablauf des Treffens
10.00 Beginn, Begrüssung
10.10 gemeinsamer Austausch: jede/r erzählt, was in der Praxis so läuft,
was sie/ihn beschäftigt (mit Buchtipps) und wie es weitergehen soll
12.30 – 13.45 Mittagessen; Bitte Picknick mitbringen, für Getränke ist gesorgt
13.45 – 14.15 Vorstellung der Gastgeberin (Werdegang, Philosophische Praxis, Ziele…)
14.45 – 18.00 Mitgliederversammlung
Themen: Bericht über die Arbeit des Vorstands; Entlastung des Vorstands; Aufnahme der neuen Mitglieder; Rücktritte und Ausschlüsse; aktuelle Situation des Bildungsgangs Philosophische Praxis; Internationaler Kongress 2015 in der Schweiz?; Neugestaltung Webseite philopraxis; Weiterführung facebook-Seite; Festlegen der Termine der nächsten beiden Treffen; Kassenbericht; Bestätigung des Kassenprüfers für 2012/2013; Wahl des Kassenprüfers für das nächste Rechnungsjahr; Rücktritt der Kassenwärtin von ihrem Amt und Ausscheiden aus dem Vorstand; Wahl eines zusätzlichen Vorstandsmitglieds und Wahl eines neuen Kassiers; Entscheidung über die Verschiebung des Rechnungsjahrs auf das kalendarische Jahr; Entscheidung über das Anlegen einer einfachen Buchführung aus Übersichtlichkeitsgründen; Sonstiges
18.30 – 22.00 Pizza-Fest im Garten mit Verwirrung durch ausgesuchte Kinderfragen aus Evas Arbeit
9.10 Beginn, Begrüssung
9.20 – 10.30 „Philosophisches Café“ über die Internationalität von Philosophischer Praxis und deren Bedeutung für philopraxis.ch (Kooperation mit IGPP und anderen Organisation von PP)
10.50 – 11.30 Eva über Methoden des Philosophierens mit Kindern und Jugendlichen
11.30 – 12.15 Mittagssnack
12.15 – 13.30 EIGENTUM
13.30 – 13.45 Abschied
Klassiker sind Dauerbrenner. Mal sind die Flammen, die aus begeisterten LeserInnen schlagen hell,
mal köcheln die Gedanken auf kleinerer Flamm. Ein Standardtext zu EIGENTUM ist „Das Kapital“ (1867) ; ich steige hier ein zum Ende des 3. Bandes, wo die „Oberfläche“ erreicht sein sollte. Nach meiner Interpretation ist das Sozialphilosophische an Marx, dass er zur Analyse gesellschaftlich ökonomischer „Formbestimmtheit“ auffordert Vgl. dazu das 50. Kapitel „Der Schein der Konkurrenz“, S. 879 in den alten „blauen Bänden“ Marx-Engels-Werke 25, Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland. Wir Konstanzer haben die damals bei Pinkus in der Froschaugass gekauft. Auffällig ist, dass Form, formbestimmt, Formbestimmtheit, ... den DDR – Marxforschern keinen Eintrag im Sachregister wert war.
Ich versuche mich kurz zu fassen. Vorausgegangen ist eine Analyse der Warenform, der Geldform des Werts bis zur Selbstverwertungsbewegung des Werts als Kapital im formbestimmten Produktionsprozess, dann in Bd. 2 die Darstellung der Zirkulationssphäre und in Bd. 3 Warenkapital und Geldkapital und abgeleitete Profitformen, zinstragendes Kapital und Kapitalisierung des Zinses,
„fiktives Kapital“, Grundrente, schließlich zusammengefasst in „Die Revenuen und ihre Quellen“ (Fragment).
Ich vertrete hinsichtlich der kapitalistischen Oberfläche das Troika-Modell: der Unternehmer hat drei Rösser eingespannt BODEN, GELD & ARBEITENDE. Sie verdienen sich so Rente, Zins , Lohn.
These: bürgerliches Privateigentum entspricht und entspringt der Konkurrenzgesellschaft.
Dies will ich in groben Strichen skizzieren:
§1. Die Konkurrenzformanalyse gibt es, weil es verschiedene Kapitale gibt und nicht ein Gesamtkapital und daher gibt es auch mehrere Kapitalisten.
§2 Vom Kapital im Allgemeinen zur Konkurrenz der Kapitale: es entwickelt der Unternehmer sich weiter von der „Charaktermaske“ zum Konkurrenzsubjekt: dem geht es darum, Einzelkapital so einzusetzen, dass Unternehmergewinn resultiert.
§3 Das Konkurrenzsubjekt i.e.S. bestimmt, was für eine Funktion sein persönliches Kapital hat. Die Freiheit ist auf die Mittelwahl eingeschränkt. Diese Freiheit auf Widerruf ist abhängig davon, dass der Kunde ratifiziert. Denn die Kehrseite der unternehmerischen Freiheit ist der „Fetischismus der Ware“. Das hergestellte Produkt muss auf dem Markt dann als Ware sich zeigen und verkaufbar sein.
§4 Die handelnden Kapitalisten haben eine Sonderrolle als „Proto-Subjekte“. Sie stehen in Kontakt zu anderen agierenden Kapitalisten und zu Haltern der Revenue*quellen. Die Unternehmer wettstreiten gegeneinander bei Leihverhältnissen mit Haltern von Revenuequellen. Die Revenueformen Grundrente / Zins / Arbeitslohn sind vorgegeben. Die Konkurrenzsubjekte i.w. S. (wozu auch die Verleiher von Grund, Geld und Arbeitskraft gehören) haben Geldeinkommen als Ziel.
*Revenue =>( Geld ) Einkommen
§5 Die Freiheit der Konkurrenzsubjekte hat Einkommen zum Ziel und Eigentum zum Mittel. Bei Haltern von Revenuequellen ist ihr Eigentum die Revenuequelle (verleihbarer Grund, verleihbares Geld, verleihbare Arbeitskraft). Beim Unternehmer ist das Eigentum die Firma. Die Konkurrenzsubjekte sind alle gleich, sie haben freie Verfügung über ihr Privateigentum. Das gilt primär für das Eigentum im gerade entwickelten Sinn, dann überträgt sich das Eigentum auf das dem Eigentum erster Ordnung entspringende Einkommen (als Eigentum zweiter Ordnung).
In der Fortsetzung dieser Argumentation erscheint folglich das durch Einkommen Erworbene als Eigentum dritter Ordnung. (Vgl. dazu die Weiterentwicklung in § 11)
§6 Die qualitative Gleichheit schließt nicht aus, dass Klassen von Konkurrenzsubjekten in manchem Aspekt gleich und unter anderen Gesichtspunkten betrachtet ungleich sind. Qualitative Gleichheit vermittelt quantitative Ungleichheit. Hieraus entspringen auch potentiell neue Qualitäten beim Eigentum II. Bei kleiner Menge muss (Ware im Gegenwert des Geldes) „aufgegessen“ werden („kleinere Zirkulation“ Lohn – LebensmittelWaren). Bei grösserer Menge kann ein Teil des Geldes wieder teilnehmen an der „größeren Zirkulation“ von Geld zu MehrGeld.
§7 Eigentümer müssen sich mit anderen Eigentümern zusammenschliessen und den gleichen Willen haben, um mit ihrem Eigentum umzugehen. Daraus entsteht ein Vertrag, jeder Eigentümer strebt nach eigenem Einkommen, was aber nur im Zusammenhang der kapitalistischen Gesellschaft möglich ist.
§8 Gesellschaft ist für die Kapitalanalyse immer nur als Resultat zu sehen.
Es gibt Eigentümer, die nicht Einkommensbezieher sind. Nur die erfolgreich Konkurrierenden sind in der kapitalistischen Gesellschaft enthalten. (Gesellschaft im engeren Sinn) Die nicht erfolgreich Konkurrierenden sind „potenzielle Mitglieder“, da ihr Eigentum keine Früchte getragen hat.
§ 9 Dem Willen nach Einkommen sind Verleihverträge und Verkaufsverträge wichtig. Bei dem Verleihvertrag ist der Verleiher für die Verleihzeit nur noch der „blosse Eigentümer“, der Leihende wird für diese Zeit zum Besitzer. Beim Verkaufsvertrag wechselt das Eigentum den Eigentümer. (Kauf von für die Funktionssphäre wichtigen Zwischenprodukten, ) Der Unternehmer muss bei Leihverträgen gegenüber den Revenuequelleneigentümern seiner Zahlungspflicht nachkommen, der Unternehmer muss in der Lage sein, zu ausreichenden Preisen verkaufen zu können.
§ 10 Der Unterschied zwischen den Eigentümern von Revenuequellen und Firmen ist, dass die Revenuequelleneigentümer bei ihrer Freiheit auf die Zirkulationssphäre eingeschränkt sind. Die Firmeneigentümer sind in der Zirkulationssphäre auf gleiche Weise frei Konkurrierende. Bei der Funktionssphäre gibt es keine Gleichheit, weil es sich bei der Firma um das Privateigentum des Firmeneigners handelt und deswegen gilt der Wille des agierenden Kapitalisten. Sein freier Unternehmerwillen wird möglich, insofern er (in gegebenen Grenzen) frei mit fremdem Eigentum umgehen kann.
§11 Konsumtionssphäre
Behandelt wurde schon die produktive Konsumtion (Waren in der Produktion verwenden) vermittelt durch Handel der Kapitale untereinander. Hinzu kommt die individuelle Konsumtion (Waren für sich selbst verwenden). Sie gilt (zurecht? - doch individuell naheliegend) dann als das Eldorado des Eigentums (Eigentum dritter Ordnung). Als individuelle Konsumenten sind alle Mitglieder unserer kapitalistischen Gesellschaft gleich, - so wie das ihnen je zur Verfügung stehende Geld halt „nur“ quantitative Unterschiede ausdrückt.
Die gegenständlichen Formen des Eigentums III (vgl. § 5) erscheinen „in der Lebenswelt“ als abgelöst von dem sie hervorbringenden systemischen Zusammenhang und vergleichbar mit dinglich Ähnlichem in anderen Lebensformen. Diese Ablösbarkeit scheint auch durch Erben , Geschenk, … z.B. eines Autos, Abos, Wohnhauses etc. sich zu bestätigen. Wesentlich am Eigentum III erscheint uns „sein Genuss“, daher kann (gekaufte?) Benutzungsmöglichkeit von X (das Xen) hier in manchen Fällen als wichtiger erscheinen als (Exklusiv) Eigentum an X zu erwerben. Generell gilt auf dieser Stufe hinsichtlich
„erwirb es, um es zu besitzen“ : Eigentum III erscheint nur als ( E I N ? ) Mittel zum Zweck (Besitz 3). Danke für den DenkAnstoss, Willi Fillinger ! Innerhalb von CARING ECONOMICS könnten auch andere Mittel entdeckt werden.
EINWURF: was ist mit der Antarktis ? ( = zwar in Zonen von „Anrainer-Staaten“ beanspruchte, doch noch nicht privat angeeignete Natur )
§12 Marx-Engels-Werke 25 S. 784 : „Vom Standpunkt einer höheren ökonomischen Gesellschaftsformation wird das Privateigentum einzelner Individuen am Erdball ganz so abgeschmackt erscheinen wie das Privateigentum eines Menschen an einem anderen Menschen. (Wir) sind nicht Eigentümer der Erde … nur ihre Nutznießer und haben (die Erde) … nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen.“ Geschrieben vor 150 Jahren. Vorsichtiger gefordert: die Erde „künftigen Menschen“ nicht heute schon wegzunehmen als Lebensgrundlage /Lebensraum . Siehe:
Der neue Bericht an den Club of Rome Der geplünderte Planet – Die Zukunft des Menschen im Zeitalter schwindender Ressourcen im oekom Verlag : ISBN-13: 978-3-86581-410-4, München, 2013.
CARING ECONOMICS ein Projekt von Tania Singer (MPI Leipzig / Mind & Life Institute Berlin) / Dennis Snower (Kieler Institut fšr Weltwirtschaft)
Zurück zu Schiller 1797 Jena
SinnBild (s)einer produktiven Privatsphäre
freistehende „GartenZinne“ (Goethe) über einem Badezimmer
in Friedrich Schillers Gartenhaus in Jena;
freier Blick und frische Luft am Rande der kleinen Stadt
(Abstand vom Wohnhaus ca. 250m und vom Küchenhaus ca 80m)
In eigenr Sach:
Protokoll des Sommertreffens
hat sich mit Zoran Djindjic auseinandergesetzt und ist dadurch auch zu Fragen gekommen wie "Was
ist eine Revolution?". Im Laufe der Auseinandersetzung mit dessen Lebenslauf (in Kooperation mit Željana Tunic) hat er auch herausgefunden, dass er einmal den "Bambi"-MedienPreis (der Deutsche Oskar?) verliehen bekommen hat mit einer Laudatio von Angela Merkel, und er hat sich dann mit dem geistigen Hintergrund von "Bambi " auseinandergesetzt. Die meisten kennen nur den Disney-Film, aber dahinter steckt der Text eines österreichisch-jüdischen Schriftstellers, der auch gutgehende Pornos (z.B. die "Josefine Mutzenbacher") geschriebenhat und dessen Bambi-Version etwas tiefsinniger ist (wie Sein&Zeit) vom Erleben des 1. Weltkriegs getönt . Mit der Mitarbeiterin in der SinnPraxis, Christine Mok-Wendt ist er auch auf den Gründer des Sokratischen Dialogs gestossen, Nelson, der asketisch-vegetarischer Sozialdemokrat und AntiNazi war. Noch heute gibt es in der SPD eine Philosophisch-politische Akademie, zu der z.B. auch Birnbacher gehört.
Eingestellt von feigenblaetter um 9:52 vorm.
Labels: Eigentum, Fillinger, Goethe, Hofmann, Horne, Jena, Marx, Roth, Schiller, Zoller

References: §1

§2

§3

§4

§5
 § 11

§6

§7

§8

§ 9

§ 10

§11
 § 5

§12