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Timestamp: 2018-07-18 01:18:57+00:00

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ᐅ Jemand laut den Tod wünschen strafbar ? - Strafrecht / Strafprozeßrecht - JuraForum.de
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Jemand laut den Tod wünschen strafbar ?
Dieses Thema "ᐅ Jemand laut den Tod wünschen strafbar ? - Strafrecht / Strafprozeßrecht" im Forum "Strafrecht / Strafprozeßrecht" wurde erstellt von jaja, 22. Januar 2017.
2.5/5, 2 Stimmen
jaja Boardneuling 22.01.2017, 12:21
Also wenn Frau A einer outdoor lebenden Person B laut zuruft "Ich wünsche dass Du irgendwann mal erfrierst", und dies dann wieder und wieder, noch aus 100 Meter Entfernung ruft.. dann müsste dass doch eigentlich strafbar sein.
§1 GG "Die Würde des Menschen ist unantastbar."
§2 GG "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich."
Und der Notwehr-Paragraph schließt ja auch den Schutz der eigenen Ehre ein.
Klar, es ist nicht verboten, wenn ich mir still denken würde, dass Frau A eine böse Hexe ist. Aber wenn ich es laut und mehrfach ausrufe wohl schon.
Hintergrund ist meine Erkenntnis, dass man sich über solche Leute gar nicht aufregen sollte, sondern einfach gnadenlos abkassieren. Also Strafantrag und danach x Euro Zivilklage. x = 500 oder 5000 ?
Aber gegen welche Paragraphen des Strafgesetzbuches verstößt nun Frau A ?
Nochmal, es geht hier nicht um spießige Rache etz. Es geht gerade genau um das Gegenteil. Denn ein Rechtsstaat ist nur stabil, wenn die Rechte auch eingefordert werden !!!
jurfo V.I.P. 22.01.2017, 12:32
AW: Jemand laut den Tod wünschen strafbar ?
Das sind Paragraphen aus dem Grundgesetz und nicht aus dem StGB.
Dann ist es vielleicht strafbar, vielleicht aber auch nicht.
Also Strafantrag und danach x Euro Zivilklage. x = 500 oder 5000 ?
Gegen keine.
Ein Rechtsstaat hat aber sicherlich Besseres zu tun als sich mit solchem Kinderkram zu befassen.
Marie Larsen V.I.P. 22.01.2017, 12:35
Allenfalls käme § 185 StGB in Betracht.
Wie kam es denn zu den Wünschen der A?
jaja Boardneuling 22.01.2017, 12:52
§ 185 "Beleidigung" ist natürlich sehr schwammig. Jemand den Tod zu wünschen wäre dann auch nur ein etwas höherer Schweregrad.
Person B hatte sich in seinen kleinen Hand-Wohnwagen zurückgezogen, es war schon dunkel und er aß gerade sein Abendessen, als zwei Fußgänger "von ihm unterhalten" werden wollten. Da sagte B "schon geschlossen". Und als sie nicht von ihm ablassen wollten fügte er schließlich noch höflich "noch einen schönen Abend" hinzu um deutlich zu machen, dass er nun nicht mehr gestört werden wolle. Was halt dazu führte dass Frau A von ihrer aufgesetzten Hilfsbereitschaft (kalte Nacht) in ihre Hasstriade umfiel.
Interessant ist das eigentlich nur, weil Frau A (oder ihr Begleiter) natürlich(!) Person B die Polizei auf den Hals hetzte. Die Geschichte mit den Polizisten ist natürlich eine neue Geschichte. Aber dadurch wäre Frau A wegen ihrem Anruf wohl zu ermitteln ! Und da sie sich ja offensichtlich mit ihrer Hasstriade im Recht sah, würde sie es vielleicht auch zugeben. (Wie gesagt, nicht über die Dummheit anderer aufregen, einfach abkassieren.)
Außerdem pausiert Person B heute einen Tag und heute abend kommt Frau A vielleicht wieder vorbei.. Dazu noch die Frage: Darf Person B die Hasstriade von Frau A mit Ton und Bild aufzeichnen ?
Wenn ein Straftatbesand gegeben ist (Beleidigung) dürfte die Beweisaufnahme über ihrem Persönlichkeitsrecht stehen !
(Und an all Langweiler: Nicht aufregen, heute ist Sonntag)
zeiten V.I.P. 22.01.2017, 13:04
Ich halte das in jedem Fall für eine strafbare Beleidigung. Und sofern die Frau diese wiederholt darf Person B das auch per Bild und Ton festhalten.
jaja Boardneuling 22.01.2017, 14:14
Danke schon mal für die beiden konstruktiven Antworten. Ich muss mir nun überlegen Strafanträge gegen Frau A, zwei Streifenpolizisten und dem Polizist vom Notruf zu verfassen :-/ Und da ich solche Geschehnisse ja schon seit Jahren gewohnt bin, hab ich eigentlich besseres zu tun. In diesen Fall war Person B nur so schlau, einfach als Zeuge einen Nachbarn anzurufen der dann alles mitbekommen hat...
Also besteht hier Interesse, dass ich den sich anschließenden Fall mit den Polizisten in neuem Thread zur Diskussion stelle ?
Geht unter darum dass man für das Eindringen in einen "Wohnwagen" einen Durchsuchungsbefehl braucht (und nicht: "ich soll die beschissene Tür endlich aufmachen"), sowie den ärgerlichen Gummiparagraphen des PAG Bayern §13.1 "Die Polizei kann die Identität einer Person feststellen 1. zur Abwehr einer Gefahr,", welcher die ganze Liste des §13 sowie §163 STPO immer wieder ad absurdum führt :-(
JHS V.I.P. 22.01.2017, 14:21
Wobei man in so zieml. jedem StGB-Kommentar den Satz findet:
"Bloße Verwünschungen sind nicht strafbar"
...aber in Einzelfall kann § 185 dennoch zum tragen kommen.
Kataster V.I.P. 22.01.2017, 14:30
Ich kann nach kurzer Recherche im Internet keinen Beleg dafür finden, dass Schlechtes wünschen an sich eine Beleidigung wäre.
Im Gegenteil, die vom TE selbst erwähnte "Hasstirade" scheint der treffendere Begriff und wäre als Meinungsäußerung vermutlich zulässig.
Menschen wie Frau A haben das Geld bündelweise und einen RA in der Verwandschaft. Dass die Polizei überhaupt kam, deutet auf eine gewisse Erfahrenheit und Durchsetzungskraft. Mit anderen Worten: Frau A stellt womöglich hobbymäßig Leute an die Wand - und auch mit Erfolg. Gute Beziehungen?
Vielleicht stellt man das Tatvideo besser online an prominenter Stelle ...
OT: Aus meiner Sicht würdigt sich Frau A selbst herab, dass sie sich mit so gehassten Menschen überhaupt abgibt und ihr Verhalten ist unter aller Sau. Aber nicht strafbar.
jaja Boardneuling 22.01.2017, 14:35
Verwünschung.. Ja mir kommt das auch sehr dünn vor. Ich mag es auch nicht wenn in internet foren sofort zensiert wird. Eine gewisse "Streitkultur" sollte jeder verkraften, der sich selber exponiert.
Ich suche auch nicht in Richtung "Beleidigung" sondern eher so was wie immaterielle Körperverletzung. Also wenn schon der Notwehrparagraph ein abwehrendes Handeln wegen Verletzung der Ehre erlaubt, dann sollte doch schon feststehen, dass ich Todes-"Verwünschungen" nicht hinnehmen muss.
Bzw. ich sie in einem Rechtsstaat erdulden kann und danach Schadensersatzansprüche geltend mache.
Dieser Thread soll durchaus allgemeinen Charakter haben! Was wenn ein Islamist öffentlich gegen einen Menschen hetzt ihm als Ungläubigen den Tod zu wünschen. Ist das strafbar ? Wird er damit zum "Gefährder" ? Womit schon gezeigt ist, dass er als Gefährder eben noch keine Straftat begangen hat.
Im Grunde drehe ich mich aber immer noch um §1GG und §2GG. Deren Inhalt sich ja irgendwie in Gesetzen wiederspiegeln müssen, die einklagbar sind.
Oder hat der Gesetzgeber in der Tat keine Möglichkeit für eine "Bestrafung" vorgesehen, sondern überlässt solche Dinge der Zivilgerichtbarkeit ? Sprich Person B müsste halt direkt mit Zivilklage auf die Verletzung seiner Menschenwürde klagen.
Chappi1906 V.I.P. 22.01.2017, 14:38
"Nicht alles unmoralische ist auch strafbar". Ich glaube ebenso, dass dies hier ein klassischer Fall dieser Aussage ist. Bloße Verwünschungen zählen dazu. Sie sind nicht strafbar. Es zeigt lediglich, welche Einstellung ein Mensch an den Tag legt.
Das Einzige was mir einfallen würde, sollte es öfter vorkommen, wäre ein zivilrechtlicher Unterlassungsanspruch, den man gegebenenfalls durchsetzen könnte. Aber dafür ist das, was bisher geschildert wurde, noch viel zu wenig.
Vielleicht sollte B sich einfach anderem widmen, als sich mit solchen Personen herum zu ärgern und es gut sein lassen. Es gibt so viel schöneres und wichtigeres auf der Welt
zeiten V.I.P. 22.01.2017, 15:21
Wenn man jemandem den Tod wünscht, dann spricht man ihm das Lebensrecht und damit auch den Menschenwert ab. Das ist eine Kundgabe gröbster Missachtung.
Warum sollte das keine Beleidigung sein?
TomRohwer V.I.P. 22.01.2017, 15:28
Weil's so einfach im Regelfall nicht ist.
Chappi1906 V.I.P. 22.01.2017, 15:28
Weil es eine reine Verwünschung ist. Moralisch gebe ich Dir aber völlig Recht.
zeiten V.I.P. 22.01.2017, 15:34
Weil es eine reine Verwünschung ist.
Na und? Es ist doch völlig egal, wie man eine Beleidigung verpackt.
Bei Sachen wie: "ich wünschte, ich dürfte A-rschloch zu ihnen sagen" - würden wir doch auch nicht über straflose Verwünschung reden.
Marie Larsen V.I.P. 22.01.2017, 15:38
Zeiten hat recht, hier wird dem B der Tod gewünscht, darin liegt die Kundgabe der Missachtung. Verwünschen ist doch etwas völlig anderes.
Das Filmen mit Notwehr zu rechtfertigen halte ich allerdings für angreifbar.

References: §1

§2
 § 185

§ 185
 §13
 §13
 §163
 § 185
 §1
 §2