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Timestamp: 2016-10-24 20:13:40+00:00

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I 467/02 (18.05.2004)
I 467/02
Pr�sident Borella Bundesrichter, R�edi, Meyer, Sch�n und Kernen; Gerichtsschreiberin Helfenstein Franke
F.________, 1941, Beschwerdef�hrer,
Der 1941 geborene F.________ leidet an Schwerh�rigkeit. Mit Anmeldung vom 8. August 2000 ersuchte er die Invalidenversicherung erstmals um H�rger�teversorgung. Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH f�r Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, reihte F.________ in seiner Expertise 1 vom 14. August 2000 gest�tzt auf 53 erreichte Punkte in die Indikationsstufe 2 ein, dies unter Ber�cksichtigung von 25 Punkten mit dem Vermerk "Chef Lehrerfortbildung" im Rahmen des zus�tzlichen Erschwernisses "Sprachentwicklung und schulische Ausbildung". W�hrend Dr. med. M.________ die Schlussexpertise vom 17. August 2001 noch auf Grund der angepassten H�rger�te Marke Oticon Digi Focus II verfasst hatte, lautete der Kostenvoranschlag und Anpassbericht des H�rmittellieferanten vom 30. November 2001 auf die H�rger�te Marke Phonak Claro 11. Dabei gab der H�rmittellieferant an, die zum Zeitpunkt der Schlusskontrolle abgegebenen H�rger�te h�tten F.________ leider nie vollumf�nglich befriedigt; er habe aus der Werbung von neuen Ger�ten geh�rt, die er unbedingt habe ausprobieren wollen und nun wolle er die beiden Phonak-Ger�te definitiv behalten. Daraufhin erachtete die IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) ein zus�tzliches Erschwernis nicht als gegeben und sprach F.________ mit Verf�gung vom 4. Dezember 2001 gest�tzt auf 28 erreichte Punkte den f�r die erforderliche binaurale Versorgung (inkl. 2 Ohrst�cke f�r die vergleichende Anpassung) in der Indikationsstufe 1 tariflich vorgesehenen H�chstbetrag von Fr. 3'701.45 zu.
Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher F.________ eine Kosten�bernahme im Rahmen der Indikationsstufe 2 beantragte, wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 5. Juni 2002 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt F.________, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei die Invalidenversicherung anzuweisen, die gesamten H�rger�tekosten im Rahmen von Indikationsstufe 2, gem�ss Expertenbericht des Arztes, zu �bernehmen.
Das Bundesamt f�r Sozialversicherung (nachfolgend: BSV) und die IV-Stelle schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde.
1.1 Gem�ss Art. 129 Abs. 1 lit. b OG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde unzul�ssig gegen Verf�gungen �ber Tarife. Nach der Rechtsprechung ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde allerdings nur unzul�ssig gegen Verf�gungen, welche den Erlass oder die Genehmigung eines Tarifs als Ganzes zum Gegenstand haben oder wenn unmittelbar einzelne Tarifbestimmungen als solche angefochten werden. Entscheidend daf�r ist, dass die Gesichtspunkte, welche der Strukturierung eines Tarifs zu Grunde liegen, als nicht oder schwer justiziabel betrachtet werden. Hingegen steht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde offen gegen Verf�gungen, welche in Anwendung eines Tarifs im Einzelfall ergangen sind; dabei kann das Gericht zwar nicht den Tarif als Ganzes mit all seinen Positionen und in ihrem gegenseitigen Verh�ltnis auf die Gesetzm�ssigkeit hin �berpr�fen, wohl aber kann es die konkret angewandte Tarifposition ausser Acht lassen, wenn sie sich als gesetzwidrig erweist (BGE 126 V 345 Erw. 1, 125 V 104 Erw. 3b mit Hinweisen).
1.2 Der Rechtsstreit dreht sich um die Frage, ob Vorinstanz und Verwaltung zu Recht die �bernahme der gesamten Kosten f�r die H�rger�teversorgung von Fr. 6'599.10 abgelehnt und den Anspruch des Beschwerdef�hrers gem�ss dem Tarifvertrag f�r die H�rger�teabgabe, in Kraft seit 1. April 1999, auf Fr. 3'701.45, entsprechend dem H�chstbetrag der Indikationsstufe 1 (inkl. 2 Ohrst�cke f�r die vergleichende Anpassung sowie MWSt), beschr�nkt haben. Damit geht es um die Anwendung eines Tarifes im Einzelfall und nicht um eine Tarifstreitigkeit im Sinne von Art. 129 Abs. 1 lit. b OG, weshalb auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzutreten ist.
Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen im Invalidenversicherungsbereich ge�ndert worden. Weil in zeitlicher Hinsicht grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend sind, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grunds�tzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verf�gung (hier: 4. Dezember 2001) eingetretenen Sachverhalt abstellt, sind die bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Bestimmungen anwendbar (BGE 129 V 4 Erw. 1.2, vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b). Ausser Acht bleiben auch die �nderungen gem�ss der am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen 4. IV-Revision.
3.1.1 Invalide oder von einer Invalidit�t bedrohte Versicherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsf�higkeit wieder herzustellen, zu verbessern, zu erhalten oder ihre Verwertung zu f�rdern. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu ber�cksichtigen (Art. 8 Abs. 1 IVG). Nach Massgabe der Artikel 13, 19, 20 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabh�ngig von der M�glichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben (Abs. 2). Zu diesen Eingliederungsmassnahmen geh�rt auch die Abgabe von Hilfsmitteln (Abs. 3 lit. d).
Die versicherte Person hat gem�ss Art. 21 Abs. 1 IVG (vor und nach dem vollendeten 20. Altersjahr, vgl. Art. 4 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 2 IVG in der jeweils bis 31. Dezember 2002 g�ltig gewesenen Fassung) im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie f�r die Aus�bung der Erwerbst�tigkeit oder der T�tigkeit in ihrem Aufgabenbereich, f�r die Schulung, die Ausbildung oder zum Zwecke der funktionellen Angew�hnung bedarf. Die versicherte Person, die infolge ihrer Invalidit�t f�r die Fortbewegung, f�r die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder f�r die Selbstsorge kostspieliger Ger�te bedarf, hat im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne R�cksicht auf die Erwerbsf�higkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (Abs. 2). Die Hilfsmittel werden zu Eigentum oder leihweise in einfacher und zweckm�ssiger Ausf�hrung abgegeben. Durch eine andere Ausf�hrung verursachte zus�tzliche Kosten hat die versicherte Person selbst zu tragen. Ersetzt ein Hilfsmittel Gegenst�nde, die auch ohne Invalidit�t angeschafft werden m�ssen, so kann der versicherten Person eine Kostenbeteiligung auferlegt werden (Abs. 3). Der Bundesrat kann n�here Vorschriften erlassen, insbesondere �ber die Weiterverwendung leihweise abgegebener Hilfsmittel nach Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen (Abs. 4).
Der Bundesrat hat in Art. 14 Abs. 1 IVV die Befugnis zum Erlass der Hilfsmittelliste an das Departement des Innern delegiert, welches gest�tzt darauf die Verordnung �ber die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung vom 29. November 1976 (HVI) mit der im Anhang aufgef�hrten Liste der Hilfsmittel erlassen hat, auf deren Abgabe die Versicherten grunds�tzlich Anspruch haben.
Laut Art. 2 HVI besteht im Rahmen der im Anhang aufgef�hrten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese f�r die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder f�r die Selbstsorge notwendig sind (Abs. 1); Anspruch auf die in dieser Liste mit * bezeichneten Hilfsmittel besteht, soweit diese f�r die Aus�bung einer Erwerbst�tigkeit oder die T�tigkeit im Aufgabenbereich, f�r die Schulung, die Ausbildung, die funktionelle Angew�hnung oder f�r die bei einzelnen Hilfsmitteln ausdr�cklich genannte T�tigkeit notwendig sind (Abs. 2). Der Anspruch erstreckt sich auch auf das invalidit�tsbedingte Zubeh�r und die invalidit�tsbedingten Anpassungen (Abs. 3). Es besteht nur Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher und zweckm�ssiger Ausf�hrung. Durch eine andere Ausf�hrung bedingte zus�tzliche Kosten hat der Versicherte selbst zu tragen. Beim Fehlen von vertraglich vereinbarten Tarifen k�nnen vom BSV angemessene H�chstbeitr�ge im Sinne von Artikel 27 IVG festgelegt werden (Abs. 4).
Gem�ss Ziff. 5.07 HVI-Anhang steht den Versicherten der Anspruch auf Abgabe von H�rger�ten bei Schwerh�rigkeit zu, sofern das H�rverm�gen durch ein solches Ger�t namhaft verbessert wird und sie sich wesentlich besser mit der Umwelt verst�ndigen k�nnen.
3.1.2 Nach Art. 27 IVG ist der Bundesrat befugt, mit der �rzteschaft, den Berufsverb�nden der Medizinalpersonen und der medizinischen Hilfspersonen, den Anstalten und Werkst�tten, die Eingliederungsmassnahmen durchf�hren, sowie den Abgabestellen f�r Hilfsmittel Vertr�ge zu schliessen, um die Zusammenarbeit mit den Organen der Versicherung zu regeln und die Tarife festzulegen (Abs. 1). In den Vertr�gen k�nnen parit�tische Kommissionen zur Schlichtung und Schiedsgerichte zur Entscheidung von Anst�nden zwischen den Vertragsschliessenden vorgesehen werden (Abs. 2). Soweit kein Vertrag besteht, kann der Bundesrat die H�chstbetr�ge festsetzen, bis zu denen den Versicherten die Kosten der Eingliederungsmassnahmen verg�tet werden (Abs. 3).
Die Kompetenz zum Abschluss von Vertr�gen gem�ss Art. 27 Abs. 1 IVG hat der Bundesrat in Art. 24 Abs. 2 IVV an das BSV delegiert. Auch ist das BSV auf Grund der Subdelegation in Art. 2 Abs. 4 HVI erm�chtigt, beim Fehlen von vertraglichen Tarifen angemessene H�chstbeitr�ge im Sinne von Art. 27 IVG festzulegen.
Der versicherten Person steht die Wahl unter den Abgabestellen f�r Hilfsmittel frei, wenn sie den kantonalen Vorschriften und den Anforderungen der Versicherung gen�gen (vgl. Art. 26 Abs. 1 IVG). Von der ihm durch Abs. 2 des Art. 26bis IVG einger�umten Kompetenz, Vorschriften f�r die Zulassung der Leistungserbringer zu erlassen, hat der Bundesrat nur im Sonderschulbereich mit der Verordnung �ber die Zulassung von Sonderschulen in der Invalidenversicherung (SZV) Gebrauch gemacht. In allen anderen Leistungsbereichen bestehen keine solchen Zulassungsvorschriften; hier kommt mit Blick auf das freie Wahlrecht des Versicherten nur der Vorbehalt der kantonalen Vorschriften zum Zug (BGE 121 V 15 Erw. 5b, ZAK 1982 S. 326 Erw. 3). Entsprechend eingeschr�nkt ist die Pr�fungszust�ndigkeit des Sozialversicherungsgerichts (EVGE 1968 S. 263; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Z�rich 1997, S. 188).
3.1.3 Das Bundesamt sorgt f�r eine einheitliche Anwendung des Gesetzes (Art. 64 Abs. 2 2. Satz IVG). Die Aufsicht gem�ss Art. 64 IVG wird durch das Departement oder in dessen Auftrag durch das Bundesamt ausge�bt. Das Bundesamt erteilt den mit der Durchf�hrung der Versicherung betrauten Stellen f�r den einheitlichen Vollzug im allgemeinen und im Einzelfall Weisungen (Art. 92 Abs. 1 IVV).
3.2.1 Das BSV hat die Abgabe von H�rger�ten gem�ss den eben aufgef�hrten Bestimmungen zun�chst in der Wegleitung �ber die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (WHMI), g�ltig ab 1. Januar 1993, konkretisiert. In den Rz 5.07.1 ff. WHMI wurden die Art der abzugebenden Ger�te, insbesondere die Voraussetzungen einer binauralen Versorgung (Rz 5.07.3), die Voraussetzungen f�r die Abgabe einer Fernbedienung und das Abgabeverfahren mit erster und zweiter Expertise (Rz 5.07.11 ff.) umschrieben. Rz 5.07.8 hielt �berdies fest, dass H�rger�te, deren Anschaffungskosten die Kostenlimiten �berstiegen, nur dann zu Lasten der Invalidenversicherung abgegeben w�rden, wenn keine preisg�nstigeren Ger�te den Anforderungen zu gen�gen verm�chten, wobei sich die Schlussexpertise (Rz 5.07.20) dar�ber auszusprechen habe. Im Anhang 1 wurde allgemein f�r alle Hilfsmittel ausgef�hrt, es sei denkbar, dass die Anschaffung von Hilfsmitteln verlangt werde, deren Preis die festgesetzten Limiten �berschreite. Die Kosten�bernahme k�nne in solchen F�llen gepr�ft werden, wenn nachgewiesen sei, dass die Preis�berschreitung durch die Garantie einer �berdurchschnittlichen Lebensdauer und durch tadellose Service-Leistungen wettgemacht werde. Anhang 1.1 der WHMI enthielt schliesslich Kostenlimiten und Tarifpositionen bei den verschiedenen Dienstleistungen und Arten von H�rger�ten.
Am 31. Juli 1995 schloss das BSV einen Tarifvertrag zur Abgabe von H�rger�ten mit den verschiedenen Akustikervereinigungen ab, der per 1. September 1995 in Kraft trat und mit �nderung der Rz 5.07.7 WHMI ab 1. September 1995 f�r anwendbar erkl�rt wurde. Dabei wurden diverse Randziffern ge�ndert, insbesondere die spezielle Ausnahmebestimmung in Rz 5.07.8 gestrichen, hingegen die allgemeine Ausnahmebestimmung von Anhang 1 beibehalten. Im M�rz 1997 wurde dieser Vertrag wieder gek�ndigt. Auf den 1. April 1999 trat der neue, nunmehr geltende Tarifvertrag f�r die H�rger�teabgabe in Kraft.
3.2.2 Der geltende auf den 1. April 1999 in Kraft getretene neue H�rger�te-Tarif ist ein Tarifvertrag, welcher nicht mehr mit Branchenvertretern, sondern zwischen der IV/AHV, vertreten durch das BSV, einerseits und dem jeweiligen auf der Lieferantenliste (= Anhang 7 zum Tarifvertrag f�r H�rger�te) figurierenden Akustik-Gesch�ft anderseits abgeschlossen wird. Er regelt Geltungsbereich und Zulassung, die Pflichten der Vertragspartner, Art und Umfang der Leistungen, die Leistungserbringung, Rechnungsstellung und R�ckerstattung, H�he der Verg�tung der Leistungen, Datenschutz, Qualit�tssicherung, Massnahmen bei Nichterf�llung vertraglicher Abmachungen sowie In-Kraft-Treten, Vertragsanpassungen und K�ndigung. Der Tarifvertrag hat sieben Anh�nge: 1. Voraussetzungen f�r die Aufnahme in die Lieferantenliste, 2. Die vergleichende Anpassung, 3. Die Tarifpositionen IV und AHV, 4. Das Ablaufschema der H�rger�teanpassung, 5. Die Definitionen von Anpassung, Service/Unterhalt und Nachbetreuung, 6. Die H�rger�teliste und 7. Die Lieferantenliste.
Neu beruht die Tarifgestaltung auf dem Indikationenmodell. Wesentlich ist Art. 4 des Vertrages, wonach Art und Umfang der Leistungen durch die medizinische Indikation im Sinne des Anhanges 3 - und nicht mehr wie bisher nach einer technischen Indikation (vgl. Heiner Waehry, Der neue H�rger�tetarif, in: CHSS 1999, S. 92-94) - bestimmt werden (Art. 4.1 Tarifvertrag). Die Abgabe von H�rger�ten zu Lasten der IV/AHV muss medizinisch indiziert sein, von einem Expertenarzt/einer Experten�rztin verordnet (Expertise 1) und abschliessend von diesem/dieser �berpr�ft werden (Schlussexpertise oder Expertise 2). F�r die IV gilt die Abgabe erst nach Eintreffen der Schlussexpertise des/der Expertenarztes/-�rztin bei der IV-Stelle als abgeschlossen (Art. 4.2 Tarifvertrag). F�r die Versicherungen d�rfen nur Ger�te angepasst und verrechnet werden, welche auf der H�rger�teliste des BSV (= Anhang 6) aufgef�hrt sind und f�r welche ein einwandfreier Informations-, Kunden- und Reparaturdienst durch eine Vertretung oder Niederlassung in der Schweiz gew�hrleistet ist (Art. 4.3 Tarifvertrag).
Das Vertragswerk basiert auf der Grund�berlegung, dass eine - gem�ss Anhang 4 (Ablaufschema einer H�rger�teanpassung) vorzunehmende - Ermittlung der medizinischen Indikation der jeweils am Recht stehenden versicherten Person eine einwandfreie H�rger�teversorgung garantiert, welche mit den Tarifpositionen f�r IV und (75 % davon) f�r AHV gem�ss Anhang 3 hinreichend entsch�digt wird. Der neue H�rger�te-Tarif bezweckt daher einerseits, die IV/AHV von der �bernahme unn�tiger H�rger�tekosten zu bewahren, anderseits der versicherten Person eine gen�gende, d.h. eine so genannte �zuzahlungsfreie Versorgungsvariante� zu gew�hrleisten. Diesem Zweck dient der Anhang 2 �ber die vergleichende Anpassung, welche der versicherten Person zu beurteilen erlaubt, ob ihr der H�rger�tehersteller die bestm�gliche zuzahlungsfreie Variante anbietet. Verzichtet die versicherte Person auf eine vergleichende Anpassung, hat sie dies bei Mehrkosten schriftlich zu best�tigen (Ziff. 2 von Anhang 2).
In Bezug auf das H�rger�t und die f�r seine Anpassung erforderliche Dienstleistung sehen die H�rger�tetarife der IV und der AHV gem�ss Anhang 3 (in der Fassung vom 8. August 2001 und unter Ausserachtlassung der Tarifierung besonderer Leistungen [Cross-Versorgung, Bi-Cross-Versorgung, Ohrpassst�ck vergolden oder verglasen, Brillenfront, erfolglose Anpassung, vorzeitige Anpassung, Reparaturen]) auszugsweise Folgendes vor:
Die Preislimite insgesamt (variabler Maximalpreis f�r das H�rger�t und fixe Pauschale f�r die Dienstleistung) betr�gt (exklusiv Mehrwertsteuer) bei der medizinischen Indikationsstufe 1 monaural Fr. 1'840.- (Fr. 870.- + Fr. 970.-), und binaural Fr. 3'160.- (Fr. 1'735.- + Fr. 1'425.-), bei der medizinischen Indikationsstufe 2 monaural Fr. 2'190.- (Fr. 1'000.- + Fr. 1'190.-), und binaural Fr. 3'690.- (Fr. 1'990.- + Fr. 1'700.-) sowie bei der medizinischen Indikationsstufe 3 monaural Fr. 2'710.- (Fr. 1'305.- + Fr. 1'405.-), und binaural Fr. 4'575.- (Fr. 2'610.- + Fr. 1'965.-),
Was nun die Erreichung der Indikationsstufe 1 (einfache Versorgung; 25 bis 49 Punkte erforderlich), Indikationsstufe 2 (komplexere Versorgung; 50 bis 75 Punkte erforderlich) und Indikationsstufe 3 (sehr komplexe Versorgung; mehr als 75 Punkte erforderlich) anbelangt, beruht diese Tarifgestaltung auf den Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft f�r Oto-Rhino-Laryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie f�r IV-Experten�rzte zur Verordnung und �berpr�fung der Anpassung von H�rger�ten. Die Erstexpertise mit Indikationsstufenberechnung (Standardexpertise) nimmt eine Einstufung vor nach der Summe von Punkten, die auf Grund von verschiedenen Kriterien berechnet werden. Es sind dies audiometrische Kriterien (Tonaudiogramm, Sprachaudiogramm in Ruhe, �berschwellige Pr�fungen), sozial-emotionales Handicap sowie berufliche Kommunikationsanforderungen (nur f�r Erwerbst�tige).
Diese Kriteriengruppe gem�ss Ziff. 4.1.1 der Expertenempfehlungen muss je nach dem Status der versicherten Person gewichtet werden. Die audiologischen Kriterien werden im Regelfall mit maximal 50 Punkten gewichtet (Tonaudiogramm 17 Punkte, Sprachaudiogramm 17 Punkte, �berschwellige Tests 16 Punkte), das sozial-emotionale Handicap mit maximal 25 Punkten und die beruflichen Kommunikationsanforderungen mit ebenfalls maximal 25 Punkten (Ziff. 4.2.2 der Expertenempfehlungen). Bei den Nichterwerbst�tigen gewichtet die Erstexpertise im IV-Alter die audiologischen Kriterien mit maximal 65 Punkten und das sozial-emotionale Handicap mit maximal 35 Punkten, wogegen die Ber�cksichtigung der beruflichen Kommunikationsanforderungen hier naturgem�ss entf�llt (Ziff. 4.3.2 der Expertenempfehlungen). Was die Erstexpertise im AHV-Alter anbelangt, muss die Einteilung der Indikationsstufen ber�cksichtigen, dass die H�rger�teversorgung im Alter - anders als in der Invalidenversicherung - nach Ziff. 5.57 HVA eine hochgradige Schwerh�rigkeit voraussetzt, weshalb die Hochgradigkeit mit dem Erreichen von 40 Punkten definiert wird. Es braucht somit 40 - 49 Punkte f�r die Indikationsstufe 1 (einfache Versorgung), 50 - 75 Punkte f�r die Indikationsstufe 2 (komplexere Versorgung) und mehr als 75 Punkte f�r die Indikationsstufe 3 (sehr komplexe Versorgung; Ziff. 4.4.1 der Expertenempfehlungen). Die Kriterien werden gleich gewichtet wie bei den IV-Nichterwerbst�tigen, d.h. die audiologischen Kriterien mit maximal 65 Punkten und das sozial-emotionale Handicap mit maximal 35 Punkten (Ziff. 4.4.2 der Expertenempfehlungen). Besondere Richtlinien gelten f�r die Expertent�tigkeit bei S�uglingen und Kleinkindern (Abschnitt 6 der Expertenempfehlungen). Die Kinder werden drei Kategorien zugeordnet: K 1 = Kinder im Vorschulalter bis 7 Jahre (sowie Schulkinder bis zur vollendeten zweiten Primarklasse), K 2 = Kinder mit weitgehend normaler Sprachentwicklung ab 8 Jahre (ab der 3. Primarklasse) bis zum Erreichen des Erwachsenenalters, K 3 = Kinder jeglichen Alters mit zus�tzlichen Erschwernissen, wie insbesondere Fremdsprachigkeit, Kinder mit Entwicklungsdefiziten insbesondere im sprachlichen und kognitiven Bereich, Kinder mit Lern- und Zusatzbehinderungen. Geistig behinderte Erwachsene k�nnen analog zu Kategorie K 3 behandelt werden.
Dabei sind f�r das H�rger�teexpertisenwesen zust�ndig f�r die Kinder der Kategorie K 2 alle Experten�rzte und f�r die Kinder der Kategorien K1 und K 3 die p�daudiologischen Zentren (gem�ss Abschnitt 7.8 der Expertenempfehlungen) oder die p�daudiologischen Teams (gem�ss Abschnitten 6.2 und 6.3 der Expertenempfehlungen). Zu beachten ist insbesondere, dass bei den Kindern der Kategorie K 2 die Erstexpertise grunds�tzlich nach den Empfehlungen f�r die Erwachsenenexpertise durchgef�hrt wird. Doch kann der Expertenarzt bei erheblichen weiteren Erschwernissen, wie insbesondere Stimm- und Sprachst�rungen, Fremdsprachigkeit, entwicklungspsychologische Auff�lligkeiten und Verhaltensst�rungen unter Angabe der Gr�nde den Antrag auf eine h�here Indikationsstufe stellen (Abschnitt 6.4 der Expertenempfehlungen).
3.2.3 Mit der Neufassung der Wegleitung �ber die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung auf den 1. Februar 2000 ist der auf den 1. April 1999 in Kraft getretene Tarifvertrag mitsamt Anh�ngen und fach�rztlichen Empfehlungen auf Weisungsstufe verankert worden (Rz 5.07.01 ff. KHMI, in der seit 1. Februar 2000 g�ltigen Fassung). Danach richtet sich das formelle Abgabeverfahren in der Regel nach dem Ablaufschema im Anhang (4) des H�rger�tetarifvertrages (Rz 5.07.01 KHMI). In jedem Fall ist durch einen zugelassenen Spezialarzt eine audiologische Abkl�rung durchzuf�hren (Rz 5.07.03 KHMI). Die Experten�rztin hat f�r die Mitteilung des Ergebnisses der Ersten Expertise (Einteilung in die massgebliche Indikationsstufe) das dazu erforderliche Formular im Doppel an die IV-Stelle zu schicken (Rz 5.07.04 erster Satz KHMI).
4.1 Im vorliegenden Fall erfolgte die Zusprechung eines Kostenbeitrages an die digitale H�rger�teversorgung des Beschwerdef�hrers �ber Fr. 3'701.45 in Anwendung des eben dargestellten Tarifvertrages. Zu pr�fen ist, ob diese Anwendung des Tarifs, insbesondere die Begrenzung des Anspruchs auf H�chstbetr�ge gem�ss drei Tarifstufen, vor Bundesrecht standh�lt (Art. 104 lit. a OG). Im zur Publikation bestimmten Urteil L. vom 9. Januar 2004, I 281/02, hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht dazu Folgendes ausgef�hrt:
"4.2 Zun�chst ist ein vom BSV mit den Leistungserbringern abgeschlossener Tarifvertrag insofern als bundesrechtskonform zu betrachten, als die Erm�chtigung des BSV zum Abschluss von Tarifvertr�gen auf zul�ssiger Gesetzesdelegation beruht. Insbesondere ist das BSV auch erm�chtigt, H�chstbetr�ge f�r die Verg�tung der vom Leistungserbringer in Rechnung gestellten Kosten festzusetzen, dies sowohl im Rahmen eines mit Leistungserbringern vereinbarten Tarifvertrages als auch - in Ermangelung eines solchen - auf dem Weg von Verwaltungsweisungen, ist doch die erforderliche Grundlage im einen wie im anderen Fall vorhanden (Art. 27 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 24 Abs. 2 IVV und Art. 27 Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 4 HVI, vgl. Erw. 3.1.2 hievor, BGE 105 V 258, ZAK 1987 S. 581, unver�ffentlichtes Urteil K. vom 19. Februar 1986, I 181/85).
Auch die Beschr�nkung des Leistungsanspruchs auf die die bundesrechtlichen Anforderungen erf�llenden und daher zugelassenen Leistungserbringer ist grunds�tzlich zul�ssig (AHI 1999 S. 172, ZAK 1988 S. 88).
4.3.1 Was sodann die �bereinstimmung der einzelnen vom BSV vereinbarten Tarifbestimmungen mit den materiellen Gesetzesbestimmungen betrifft, die den Leistungsanspruch der Versicherten umschreiben, ist festzuhalten, dass Tarifvertr�ge ebenso wie Verwaltungsweisungen des BSV keine eigene Rechtsregeln, sondern nur eine Konkretisierung und Umschreibung der gesetzlichen und verordnungsm�ssigen Bestimmungen darstellen. Es handelt sich hierbei um Vorgaben an die Vollzugsorgane der Versicherung �ber die Art und Weise, wie diese ihre Befugnisse auszu�ben haben. Als solche stellen Tarifvertr�ge wie die Verwaltungsweisungen den - im Rahmen der Vertragsverhandlungen durchgesetzten - Standpunkt der Verwaltung �ber die Anwendung der Rechtsregeln dar und dienen im Rahmen der fachlichen Aufsicht des BSV (vgl. Art. 64 IVG in Verbindung mit Art. 92 IVV) einer einheitlichen Rechtsanwendung, um eine Gleichbehandlung der Versicherten, aber auch die verwaltungsm�ssige Praktikabilit�t zu gew�hrleisten (BGE 129 V 204 Erw. 3 mit Hinweisen, ZAK 1987 S. 581, ZAK 1986 S. 235). Deshalb richten sich solche Ausf�hrungsvorschriften rechtsprechungsgem�ss nur an die Durchf�hrungsstellen; f�r das Sozialversicherungsgericht sind sie nicht verbindlich (BGE 129 V 205 Erw. 3.2 mit Hinweisen).
Dies heisst indessen nicht, dass Tarifvertrag und Verwaltungsweisungen f�r das Sozialversicherungsgericht unbeachtlich sind. Vielmehr soll das Gericht sie ber�cksichtigen, soweit sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen (BGE 129 V 205 Erw. 3.2, 127 V 61 Erw. 3a, 126 V 68 Erw. 4b, 427 Erw. 5a, je mit Hinweisen). Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von einem Tarifvertrag oder von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine �berzeugende Konkretisierung der gesetzlichen und verordnungsm�ssigen Leistungsvoraussetzungen darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gew�hrleisten, Rechnung getragen.
4.3.2 Mit Bezug auf die zul�ssige Konkretisierung der normativen Anspruchsgrundlagen hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht f�r Preislimiten, die das BSV gest�tzt auf Art. 92 Abs. 1 IVV in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 IVG f�r die Abgabe von Hilfsmittel in der WHMI (sp�ter KHMI) festgesetzt hat, bereits entschieden, dass diese so festgesetzt sein m�ssen, dass sie den Hilfsmittelanspruch der versicherten Person nicht einschr�nken. Mit anderen Worten verm�gen vom BSV festgesetzte, an sich zul�ssige Preislimiten (im Verh�ltnis Leistungserbringer - Versicherung) den sozialversicherungsrechtlichen Leistungsanspruch (im Verh�ltnis versicherte Person - Versicherung) nicht rechtswirksam zu beschr�nken (BGE 123 V 18, 114 V 90, ZAK 1992 S. 208, unver�ffentlichtes Urteil Z. vom 30. April 1998, I 347/97). F�r tarifvertragliche H�chstans�tze kann es sich nicht anders verhalten.
4.3.3 F�r den zur Diskussion stehenden Tarifvertrag, der die H�rger�teabgabe durch die IV regelt, stellt sich daher die Frage, inwieweit das Gericht diesen und insbesondere die darin festgelegten H�chstbetr�ge bei der Beurteilung eines einzelnen Leistungsanspruchs zu ber�cksichtigen hat, und zwar auf Grund des in Erw. 4.3.1 Gesagten unabh�ngig davon, ob der Tarifvertrag in der KHMI verankert wurde (wie vorliegend, vgl. Erw. 3.2.3) oder nicht. Entscheidender Gesichtspunkt f�r die Beantwortung dieser Frage bildet dabei, dass die Ausgestaltung des Tarifvertrages im Einklang mit den normativen Anspruchsvoraussetzungen der H�rger�teversorgung steht, wie sie in Art. 21 Abs. 3 IVG, Art. 2 Abs. 4 HVI und Ziff. 5.07 HVI-Anhang in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 IVG umschrieben sind.
In erster Linie geht es um den in Art. 21 Abs. 3 IVG verankerten und in Art. 2 Abs. 4 HVI wiederholten Grundsatz der Einfachheit und Zweckm�ssigkeit der Hilfsmittelversorgung. Von Bedeutung sind aber auch die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen der Geeignetheit, Erforderlichkeit und Eingliederungswirksamkeit gem�ss Art. 8 IVG, denen die H�rger�teversorgung unterliegt (vgl. BGE 129 V 67 Erw. 1.1.1). So hat eine versicherte Person nicht auf die nach den gegebenen Umst�nden bestm�glichen Vorkehren Anspruch, sondern in der Regel nur auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, da das Gesetz die Eingliederung lediglich soweit sicherstellen will, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch gen�gend ist (BGE 124 V 110 Erw. 2a, 122 V 214 Erw. 2c, 121 V 260 Erw. 2c, je mit Hinweisen). Das heisst, die vereinbarten Tarifbestimmungen m�ssen so ausgestaltet sein, dass deren Anwendung bei Schwerh�rigkeit eine H�rger�teversorgung gew�hrleistet, die zwar nur, aber immerhin in einfacher und zweckm�ssiger Weise das mit der H�rger�teabgabe angestrebte Eingliederungsziel, die ad�quate Verst�ndigung im beruflichen oder T�tigkeitsbereich, erreicht (vgl. SVR 2002 IV Nr. 13 S. 41). Insbesondere die Anwendung der H�chstbetr�ge im Rahmen des vertraglich vorgesehenen Indikationenmodells darf deshalb nicht dazu f�hren, dass der versicherten Person ein H�rger�t vorenthalten wird, das sich auf Grund ihres besonderen invalidit�tsbedingten Eingliederungsbed�rfnisses als notwendig erweist. Massgebend bleibt stets der gesetzliche Anspruch auf H�rger�teabgabe und damit das spezifische Eingliederungsbed�rfnis der einzelnen versicherten Person, das mit der H�rger�teversorgung befriedigt werden soll.
4.3.4 Sowohl das im Tarifvertrag vorgesehene Indikationsstufensystem selber als auch die Tarifierung der Indikationsstufen sind das Resultat einer jahrelangen interdisziplin�ren Zusammenarbeit zwischen den audiologischen Fachexperten, den H�rger�teherstellern und -verk�ufern sowie dem BSV als Aufsichtsbeh�rde. Bei der H�rger�teversorgung sind naturgem�ss die Grenzen zwischen behinderungsbedingtem Eingliederungsbedarf und pers�nlichem Wunsch nach H�rkomfort fliessend. Entsprechend dem technologischen Wandel der Versorgungsm�glichkeiten k�nnen die tarifarischen Ans�tze angepasst werden. Aus rechtlicher Sicht sind keine Gr�nde auszumachen, die gegen eine �berzeugende Konkretisierung der normativen Leistungsvoraussetzungen der H�rger�teversorgung durch das vom BSV erarbeitete Vertragswerk sprechen. Es besteht deshalb kein Anlass, aus grunds�tzlichen �berlegungen in den Gestaltungsspielraum der Vertragsparteien einzugreifen. Vielmehr ist, im Sinne einer Vermutung, davon auszugehen, dass in der Regel eine diesen tarifvertraglichen Ans�tzen entsprechende Leistungszuerkennung den invalidit�tsbedingten Eingliederungsbed�rfnissen im Einzelfall Rechnung tr�gt und in einfacher wie zweckm�ssiger Weise zum Eingliederungserfolg im Sinne einer ad�quaten Verst�ndigung f�hrt.
Der Einwand, dass es sich ausnahmsweise gegenteilig verh�lt, dass also im Einzelfall aus besonderen invalidit�tsbedingten Gr�nden eine die tarifvertraglichen Ans�tze �bersteigende H�rger�teversorgung notwendig sei, bleibt indessen nach geltendem Recht zul�ssig. Denn auf Grund der dargelegten gesetzlichen Konzeption (Erw. 4.3.1-3) ist letztlich stets das konkrete Eingliederungsbed�rfnis der Versicherten massgebend. Deshalb bleibt die gerichtliche Pr�fung, ob die tarifarisch verg�teten H�chstpreise dem invalidit�tsbedingten Eingliederungsbed�rfnis im konkreten Einzelfall Rechnung tragen, stets vorbehalten. Jedoch tr�gt die versicherte Person die Beweislast f�r die von ihr behauptete Ausnahmesituation. Sie muss substantiiert begr�nden, weshalb die ihr - gest�tzt auf den vermutungsweise eine ausreichende Eingliederung zulassenden Tarifvertrag - zugesprochene H�rger�teversorgung in ihrem Fall dem Eingliederungsziel der ad�quaten Verst�ndigung nicht zu gen�gen vermag. Der Beweis ist erbracht, wenn auf Grund der Aktenlage, insbesondere einer schl�ssigen spezial�rztlichen und/oder fachaudiologischen Beurteilung, dargetan ist, dass die Abgabe eines H�rger�tes auf der Grundlage der massgeblichen Indikationsstufe gem�ss Tarif der versicherten Person keine gen�gende Verst�ndigung erlaubt und so dem invalidit�tsbedingten Eingliederungsbed�rfnis nicht hinreichend Rechnung tr�gt.
Ein solches gesteigertes Eingliederungsbed�rfnis, das einer �ber die tarifarisch vorgesehenen Preislimiten hinausgehenden Versorgung bedarf, kann sich sowohl aus der speziellen gesundheitlichen Situation wie auch mit Blick auf den T�tigkeitsbereich der versicherten Person ergeben. Komplexe H�rsituationen und entsprechende fallspezifische Besonderheiten liegen beispielsweise vor, wenn die versicherte Person an einer besonders schweren oder komplexen H�rsch�digung wie einer hochgradigen Innenohrschwerh�rigkeit, extremer Hoch- oder Tieftonschwerh�rigkeit leidet, eine nur noch kleine Resth�rigkeit aufweist oder aber durch zus�tzliche Erschwernisse, die H�rsituation komplizierende Beschwerden wie Tinnitus, extremen H�rschwankungen oder Verhaltensst�rungen beeintr�chtigt ist. Denkbar ist auch, dass ein gesteigertes Eingliederungsbed�rfnis auf Grund des T�tigkeitsbereiches besteht, allen voran bei Kindern im schulischen Umfeld in besonderen Situationen, aber auch bei erwerbst�tigen Versicherten in einem beruflichen Umfeld mit spezieller Arbeitssituation, die z.B. eine komplexe und wechselnde Ger�uschkulisse oder besondere berufliche Anforderungen aufweist, welche erh�hte Anforderungen an die Kommunikation und das H�rverst�ndnis der Versicherten stellen.
4.4 W�hrend in der WHMI mit Bezug auf die H�chsttarife f�r H�rger�te in der Fassung von 1993 noch ausdr�cklich Ausnahmen von den jeweiligen Preislimiten vorgesehen waren (vgl. Erw. 3.2.1 hievor, im Rahmen des per 1. September 1995 in Kraft getretenen Tarifvertrages wurde die Ausnahmebestimmung von Ziff. 5.07.8 aber bereits gestrichen), findet sich in der KHMI keine Ausnahmebestimmung mehr. Das BSV wendet sich denn auch dagegen, dass im Einzelfall �ber die im Tarifvertrag festgesetzten Preislimiten hinausgegangen werden kann. Dies geht aus seinen Vernehmlassungen und Verwaltungsgerichtsbeschwerden in den diversen parallel zu dieser Sache zu beurteilenden F�llen hervor. Dabei bringt das BSV im Wesentlichen vor, die neuen Experten-Empfehlungen, auf denen das Indikationensystem beruhe, d�rften zweifellos als bew�hrt und ausgewogen bezeichnet werden und h�tten bei den IV-Experten�rzten bisher eine grosse Akzeptanz gefunden. Sie garantierten eine ad�quate Versorgung der h�rgesch�digten Person, ber�cksichtigten aber auch, dass die Invalidenversicherung nach den ausnahmslos f�r alle Versicherten geltenden Bestimmungen des Gesetzes nur Hilfsmittel einfacher und zweckm�ssiger Ausf�hrung abgeben k�nne. H�rger�te, die keiner der drei Indikationsstufen entspr�chen, seien nicht mehr als einfach und zweckm�ssig zu bezeichnen, sondern k�men einer �berversorgung gleich und stellten die "Rolls Royces" unter den H�rger�ten dar. Das neue System habe den Vorteil, dass es neben der H�rbehinderung und allf�lligen anderen k�rperlichen Einschr�nkungen insbesondere auch der sozialen und beruflichen Komponente gleichermassen Rechnung trage. Dies komme einem grossen Fortschritt gleich. Die Schw�chen der fr�heren Richtlinien, welche immer wieder zu Ausnahmeregelungen gef�hrt h�tten, seien ausgemerzt worden. Jene Faktoren, welche fr�her zu Ausnahmeregelungen f�hrten, seien im neuen System ber�cksichtigt. Die Empfehlungen gew�hrleisteten eine einheitliche und damit rechtsgleiche Behandlung aller Versicherten. Davon abzuweichen, hiesse der Willk�r T�r und Tor zu �ffnen.
Das BSV stellt sich also auf den Standpunkt, die tarifvertraglichen Indikationsstufen gew�hrleisteten in jedem Fall eine ad�quate H�rger�teversorgung; was dar�ber hinausgehe, sei nicht mehr einfach und zweckm�ssig im Sinne des Gesetzes. Damit verkennt das BSV die Tragweite und Bedeutung der tarifvertraglichen und aufsichtsrechtlichen Fixierung von H�chstbeitr�gen f�r die Verg�tung von Leistungen an zugelassene Leistungserbringer gem�ss der dargelegten Rechtsprechung (vgl. Erw. 4.3.1 hievor), muss doch mit Blick auf den gesetzlichen Anspruch auf Eingliederung im Einzelfall stets Raum f�r Ausnahmen aus Gr�nden eines spezifischen, gesteigerten invalidit�tsbedingten Eingliederungsbed�rfnisses bleiben. Die seitens des BSV vertretene Auffassung kommt einem Vorrang des Tarifrechts vor dem Leistungsrecht gleich, welcher de lege lata nicht besteht. �berdies liegt es in der Natur der Sache, dass im Rahmen der Konkretisierung der gesetzlichen Bestimmungen und zwecks einheitlicher Rechtsanwendung aufgestellte generelle Kriterien und Tarife nicht alle m�glichen Einzelf�lle zu ber�cksichtigen verm�gen. Schon deshalb kann entgegen der Auffassung des BSV auch nicht gesagt werden, jede Versorgung �ber die im Tarifvertrag festgesetzten H�chstbetr�ge hinaus erfolge nicht invalidit�tsbedingt, sondern nur aus Komfortgr�nden, sei nicht einfach und zweckm�ssig sondern luxuri�s. Beizuf�gen bleibt, dass das BSV selbst im Schreiben vom Juli 2000 an die Akustiker noch einger�umt hatte, das Indikationenmodell k�nne gewissen F�llen (Kinder, Hochtonschwierigkeit) noch nicht voll gerecht werden. Warum dies heute nicht mehr gelten soll, ist nicht ersichtlich.
Die Ber�cksichtigung eines spezifischen Eingliederungsbed�rfnisses im Einzelfall bedeutet entgegen der Auffassung des BSV keineswegs, dass damit dem Tarifvertrag die grunds�tzliche Eignung zur Bestimmung des Anspruchs auf H�rger�teversorgung abgesprochen wird. Wie die im Rahmen der gerichtlichen Einzelfallpr�fung zum Zuge kommende Vermutung (vgl. Erw. 4.3.4 hievor) zeigt, wird der Vertrag mit den Experten-Empfehlungen, auf denen das Indikationenmodell mit den H�chstbetr�gen beruht, als gut geeignet und bew�hrt betrachtet. Es handelt sich um ein Bewertungssystem, das neben dem H�rverlust auch allf�lligen anderen vorhandenen Behinderungen sowie den beruflichen und sozialen Gegebenheiten der versicherten Person weitgehend Rechnung tr�gt und so in der �berwiegenden Zahl der F�lle - der Leiter der Ombudsstelle f�r H�rger�te spricht in seiner Stellungnahme von 95 % - zu einer hinreichenden H�rger�teversorgung im Sinne des Gesetzes f�hrt. Eine in jedem einzelnen Versorgungsfall abschliessende Bedeutung kann ihm jedoch aus den dargelegten rechtlichen Gr�nden nicht zukommen."
5.1 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, seine Hochtonschwerh�rigkeit und deren Bedeutung f�r seine berufliche T�tigkeit sowie seine privaten und gesellschaftlichen Kontakte habe als Erschwernis beim H�rtest und der anschliessenden Befragung zu wenig ber�cksichtigt werden k�nnen. Dr. med. M.________ sei dies erst nach eingehenden Abkl�rungen bewusst geworden, so dass er nachtr�glich unter "Besondere Erschwernisse" zus�tzliche Punkte eingesetzt habe. Dabei sei diesem klar gewesen, dass er nicht genau dem Wortlaut der Tarifordnung folge, er habe aber keine andere M�glichkeit gesehen, der Situation gerecht zu werden. Nur sehr differenzierte H�rger�te seien in der Lage, bei einer Hochtonschwerh�rigkeit wesentliche Verbesserungen zu erzielen. Eine einfache und zweckm�ssige Versorgung heisse in seinem Fall, Ger�te zu verwenden, die zwar verh�ltnism�ssig teuer, aber doch frei von irgendwelchen Luxusausstattungen seien. Die von ihm verwendeten Ger�te zum Preis von rund Fr. 6'600.- (alles inklusive) geh�rten sicher dazu. Der in der Indikationsstufe 1 gew�hrte Beitrag von Fr. 3'700.- sichere die zweckm�ssige Versorgung nicht. So gesehen m�sste er eigentlich den Antrag auf �bernahme der gesamten Kosten stellen, meine aber, dass mit dem in Indikationsstufe 2 gew�hrten Beitrag eine f�r einen Normalverdienenden zumutbare Eigenleistung verbunden sei.
5.2 Demgegen�ber erwog die Vorinstanz, bei den audiologischen Kriterien habe der Versicherte von 50 m�glichen Punkten nur deren 4 erreicht; damit seien die Aussichten auf eine besondere Indikationsstufe zum Vornherein stark vermindert. Offensichtlich habe der Experte nachtr�glich das Ergebnis der Expertise von Indikationsstufe 1 auf Indikationsstufe 2 erh�ht, unter Ber�cksichtigung von 25 Punkten im Rahmen des zus�tzlichen Erschwernisses "Schulische Ausbildung". Damit sei aber lediglich die sich in Ausbildung befindliche Person gemeint, weshalb beim Versicherten keine besonderen Erschwernisse zu ber�cksichtigen seien und er nur Anspruch auf H�rger�teversorgung gem�ss Indikationsstufe 1 habe. Dass die erw�hnten Kriterien der H�rmittelversorgung in der Invalidenversicherung die vom Versicherten erhofften andersartigen Differenzierungen und Gewichtungen nicht ber�cksichtigten, m�sse hingenommen werden. Der Richter k�nne in die Abgabepraxis nicht eingreifen, solange diese - gest�tzt auf fachmedizinische Wertungen - den summarischen gesetzlichen Vorgaben, entspreche, plausibel und nicht etwa widerspr�chlich sei.
5.3 Dem kantonalen Gericht ist darin beizupflichten, dass mit dem von den Expertenempfehlungen vorgesehenen Kriterium der Sprachentwicklung und schulischen Ausbildung im Rahmen eines zus�tzlichen Erschwernisses und damit zus�tzlichen 25 Punkten - also einer Erh�hung um eine Indikationsstufe - lediglich Personen erfasst werden, die sich in Ausbildung befinden (Kinder und Erwachsene im IV-Alter; vgl. als Anwendungsfall das vom heutigen Tage datierende Urteil G., I 815/02). Wie Vorinstanz und Verwaltung zutreffend erkannt haben, sind gem�ss den Expertenempfehlungen als zus�tzliche Erschwernisse f�r die Ber�cksichtigung von weiteren 25 Punkten lediglich 3 Kriterien vorgesehen: Behinderungen, welche die Ger�tebedienung relevant beeintr�chtigen, relevante Sehbehinderung sowie Sprachentwicklung und schulische Ausbildung (Kinder und Erwachsene im IV-Alter).
Die Einteilung in eine der Indikationsstufen mit einer Punktevergabe anhand der Kriteriengruppe audiologische Kriterien, sozial-emotionales Handicap und berufliche Kommunikationsanforderungen sowie der m�glichen Ber�cksichtigung eines zus�tzlichen Erschwernisses bildet ein von Fachleuten erarbeitetes und aufeinander abgestimmtes System. Dabei wird davon ausgegangen, dass anderen Behinderungen oder Anforderungen im Alltag, die nicht unter die drei zus�tzlichen Erschwernisse fallen, bereits mit der Punkteverteilung anhand der Kriteriengruppe geb�hrend Rechnung getragen wurde. W�rde man im Sinne eines Auffangtatbestandes unter dem Titel "zus�tzliche Erschwernisse" beliebige zus�tzliche Erschwerungen und Anforderungen im Alltag ber�cksichtigen, w�rde das Gef�ge der tarifarischen Ordnung durcheinander geraten, was nicht ang�ngig ist (Erw. 4). Damit hat es beim vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden.

References: Art. 129
 Art. 129
 BGE 
 Art. 21
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 14
 Art. 2
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 24
 Art. 2
 Art. 27
 Art. 26
 Art. 26
 Art. 64
 Art. 4
 Art. 24
 Art. 27
 Art. 2
 BGE 
 Art. 64
 Art. 92
 Art. 92
 Art. 64
 Art. 21
 Art. 2
 Art. 8
 Art. 21
 Art. 2
 Art. 8
 BGE 
de lege lata