Source: http://www.fwg-passau.de/themen/archiv-2011/betretungsrecht-der-freien-natur/
Timestamp: 2016-10-01 08:39:20+00:00

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Freie Wähler Passau: Betretungsrecht der freien Natur
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Aktiv: 1 Themen:1.1 Aktuell. 1.1.1 Konzertsaal im Hörsaal. 1.1.2 Nein zum Radtunnel. 1.1.3 Wohnbauentwicklung/ Landschaftsplan in Hacklberg. 1.1.4 FWG: Bau eines Radtunnels. 1.1.5 Der "Stadttunnel": ein Traum!?. 1.1.6 Funkturm im Wohngebiet: Ein Dilemma. 1.1.7 Ablehnung der Nordtangente. 1.1.8 CSU-Vision Südumfahrung Innstadt. 1.1.9 Der Georgsbergtunnel bleibt Vision. 1.1.10 Info-Point. 1.1.11 Bundesverkehrswegeplan 2030. 1.1.12 S. Kapfers 60. Geburtstag. 1.1.13 Ausbau des Neutorgrabens. 1.1.14 Der Innstadtverkehr. Ein Chaos?. 1.1.15 Gemeinsamer Besuch des Stadttheaters. 1.2 Archiv 2015. 1.2.1 Weihnachtsgrüße. 1.2.2 Passaus Hochwasser-Resolution. 1.2.3 Ilztalbahn: Widersprüche. 1.2.4 MdL Alexander Muthmann bei der FWG Passau. 1.2.5 Wegesperren beim Motorikpark Ingling. 1.2.6 SWP auch 2017 nicht atomstromfrei. Ein Armutszeugnis?. 1.2.7 Neuer Veranstaltungkalender. 1.2.8 Fasching 15: Die Räuber - Gesetz - Stadtrat. 1.2.9 Hochwasserschutz Straubing-Vilshofen und Passau. 1.2.10 A. Burgholzer: Baurecht in Passau. 1.2.11 Ende rechtswidriger Baugenehmigungen im Bauausschuss. 1.2.12 Sport-Ehrenbrief für FWG-Stadtrat Siegfried Kapfer. 1.2.13 Beinahe Rechtsbruch am Hörnerweg. 1.2.14 Radlerfalle auf der Fahrradstraße. 1.2.15 Umstrittene Außenbereichssatzung. 1.2.16 Georgsbergtunnel. 1.2.17 Wohnbauentwicklung Hacklberg: Skandalöser Akt der Landschaftszerstörung?. 1.2.18 Antrag LKW-(Nacht)Fahrverbot am Anger / Freyungerstraße. 1.2.19 SR S. Kapfer trifft MdL H. Aiwanger. 1.2.20 ÖPNV: Direktverbindung Heining-Kohlbruck. 1.2.21 SR Siegfried Kapfer: Haushaltsrede 2015. 1.3 Archiv 2014. 1.3.1 Öko- statt Atomstrom. 1.3.2 Wahl 2014: Nominierungsversammlung. 1.3.3 Promenade statt Bahnbrache in der Innstadt. 1.3.4 Kulturpolitk nach den Vorstellungen der FWG. 1.3.5 FWG-Stellungnahmen zu Themen der Stadtpolitik. 1.3.6 Fasching einmal anders. 1.3.7 FWG Kandidatinnen und Kandidaten. 1.3.8 Wahlwerbespot FWG. 1.3.9 Dank an alle FWG-Unterstützer. 1.3.10 Streit um Baugenehmigung. 1.3.11 Innenbereich statt Splittersiedlung. 1.3.12 Das große Ökostrom-Missverständnis. 1.3.13 Beginn der neuen Stadtratsperiode. 1.3.14 Neuordnung der Passau Event. 1.3.15 Verkehrsproblem Ilzdurchbrüche. 1.3.16 Ilztalbahn: Probebetrieb abgelehnt!. 1.3.17 Neubau des Altstadtkindergartens. 1.3.18 Probebetrieb auf ITB: Fortsetzung. 1.3.19 Rücksichtnahme statt Kampf. 1.3.20 Gratulation für Barbara Junker. 1.3.21 FWG-Stadträte bei der Stadtratsarbeit: Anträge. 1.3.22 Innstadt-Tunnel. 1.3.23 Einfädelspur B12 Nord Philipp-Wörlen-Straße. 1.3.24 Haushaltsrede 2014. 1.3.25 Weihnachtswünsche. 1.4 Archiv 2013. 1.4.1 Radfahren im Wald. 1.4.2 EU-Richtlinie gefährdet kommunale Wasserversorgung (nicht mehr?). 1.4.3 Neue Mitte samt Stadtgalerie: Ein Fehler?. 1.4.4 Bürgerentscheid Georgsbergtunnel. 1.4.5 Nach dem Hochwasser. 1.4.6 Fotovoltaik und Sichtbeton im Bereich der Stadtbildsatzung. 1.4.7 Sturmsölden. 1.4.8 Hochwassergipfel. 1.4.9 Hochwasserschlamm. 1.4.10 Kulturbericht. 1.4.11 Bürgerantrag: Öko- statt Atomstrom. 1.4.12 Haushaltsrede 2013. 1.4.13 Georgsbergtunnel. 1.4.14 Wir sind das Volk. 1.4.15 Hochwasserrisiko durch Donauausbau. 1.5 Archiv 2012. 1.5.1 Baurecht. 1.5.2 Jahreshauptversammlung 2012. 1.5.3 Haushaltsrede 2012. 1.5.4 Tätigkeitsberichte 2011 der FWG-Stadträte. 1.5.5 Rücktritt des Gestaltungsbeirats. 1.5.6 Kohlekraftwerk Brunsbüttel. 1.5.7 Abholung von Postsendungen. 1.5.8 Öffentlichkeit der Aufsichtsratssitzungen. 1.5.9 Fasching einmal anders. 1.5.10 Transparenz. 1.5.11 Radverkehr. 1.5.12 Stellungnahme zum Verkehrsentwicklungsplan. 1.5.13 Burgschänke. 1.5.14 Auswirkungen der Öffnung der Ringstraße. 1.5.15 Wohnmobilstellplatz Racklau, Aufwertung. 1.5.16 Anfrage zum Thema "Öffentliche Sicherheit". 1.5.17 Schiffslände Fritz-Schäffer-Promenade. 1.5.18 Laudatio für H. Königsbauer. 1.5.19 Sperrstunde, Radtunnel. 1.5.20 Sperrzeitverlängerung. 1.5.21 Pendelbus. 1.5.22 Sonderpreis für Restaurierung von Wandbildern und Statuen. 1.5.23 Betretungsrecht der freien Natur. 1.5.24 Stadtentwicklungskonzept. 1.5.25 Parkplätze Lindau. 1.5.26 FWG-Haushaltsrede 2012. 1.5.27 Lieferzeiten in der Fußgängerzone. 1.5.28 Licht- und Grünkonzept. 1.5.29 Restaurierungspreis. 1.5.30 Neugestaltung der Neuburgerstraße. Aktiv: 1.6 Archiv 2011:1.6.1 Bau in der Römerstraße. 1.6.2 Von der "Grünen Aue" zum Kerngebiet. 1.6.3 "GrenzFallSchengen". 1.6.4 Streit um Außenbereichsgenehmigungen. 1.6.5 Windkraftanlagen im Stadtgebiet?. 1.6.6 Passau Event GmbH: anstehende Probleme. 1.6.7 Wohnmobilstellplatz. Öffnung der Kindergärten bis 20:00 Uhr. 1.6.8 9 AKWs für den Stromexport?. 1.6.9 Wohnmobil-Stellplatz Racklau. 1.6.10 MdL Alexander Muthmann besucht die FWG. Aktiv: 1.6.11 Betretungsrecht der freien Natur. 1.6.12 Fehlanzeige Granitbahn. 1.6.13 Ausstieg aus der Kernernergie. 1.6.14 Aktion Zukunftsrat. 1.6.15 Theaterbesuch. 1.6.16 Sporthallenbau. 1.6.17 Naturdenkmal an der Grundstücksgrenze. 1.6.18 Nein zum Seilbahnbau. 1.6.19 Pumpspeicherkraftwerk Jochenstein/Riedl. 1.6.20 Lückenbebauung im Außenbereich. 1.6.21 Fotowettbewerb "Unorte" II. 1.6.22 Schiffslände Lindau. 1.6.23 Gutachten des Zukunftsrats. 1.7 Archiv 2010. 1.7.1 Silvesterparty auf der Marienbrücke. 1.7.2 Haushaltsrede 2010. 1.7.3 Jahreshauptversammlung 2010. 1.7.4 Seilbahn. 1.7.5 Donaubrücke. 1.7.6 Nibelungenfreunde. 1.7.7 Fotowettbewerb "Unorte". 1.7.8 FWG.Besuch aus Landshut. 1.7.9 Umwelt und Energie. 1.7.10 Wirtschaft und Finanzen. 1.7.11 V2G. 1.7.12 Donaustadt Passau. 1.7.13 Filterwirkung von Bäumen. 1.7.14 Nibelungenlied. 1.7.15 UNESCO Weltkulturerbe. 1.7.16 Geschichte der FWG Passau. 1.7.17 Günter Schmidt 50. 1.7.18 Fasching einmal anders. 1.7.19 Sauberes Passau. 1.7.20 Kultur. 1.7.21 Granitbahn. 1.8 Archiv 2009. 1.8.1 FWG Aschermittwoch. 1.8.2 Ökologischer Nutzen der Ilztalbahn. 1.8.3 Nichtöffentlichkeit der Aufsichtsratssitzungen . 1.8.4 Wiedereinführung der Baumschutzverordnung . 1.8.5 Innenstadtentwicklung FWG Stellungnahme. 1.8.6 Radfahren in der neuen Fußgängerzone. 1.8.7 Arbeitsgruppe Kultur 1. 1.8.8 Elektromobilität. 1.8.9 Prozessschutz versus Naturschutz. 1.8.10 Dr. Pankraz Freiherr von Freiberg vor dem Kulturausschuss. 1.8.11 Schließen des Maierhofspitals. 1.8.12 Bergfried. 1.8.13 Wassertaxi. 1.8.14 Landtagsbesuch. 1.8.15 Stabübergabe, Jahreshauptversammlung 2009. 1.8.16 Streit ums Bauen im Außenbereich. 1.8.17 Ehrung des A. Feuerer. 1.8.18 Donauausbau, sachgerechte Argumentation. 1.9 Archiv 2008. 1.9.1 OB J. Dupper bei der FWG. 1.9.2 Event: Sanieren? Liquidieren?. 1.9.3 Gehölz am Innufer. 1.9.4 FWG im Spiegel der Presse. 1.9.5 Rechenschaftsbericht: die ersten 100 Tage. 1.9.6 SWP: Lagebeurteilung 2008. 1.9.7 Radfahren in der Fuzo der Neuen Mitte. 1.9.8 Parkgebührenregelung. 1.9.9 Beinahe-Amok in der Passau Event. 1.9.10 Donauausbau (DA). 1.9.11 WGP: Situation und Ziele. 1.9.12 Die Unterfinanzierung der Passau-Event-GmbH. 1.9.13 1. Sitzung des Event Aufsichtsrats. 1.9.14 Mitgliederversammlung vom 7.5.08. 1.9.15 FWG steigert ihre Stimmenzahl gegenüber 2002 um 52,03% und gewinnt ein Stadtratsmandat hinzu. 1.9.16 Energieproduktivität: Geeigneter Indikator für die Energieeffizienz städtischen Anlagen?. 1.9.17 Tätigkeits- und Erfolgsbericht der Fraktion der Freien Wählergemeinschaft Passau. 1.9.18 Der gemütliche Amok-Spaziergang durch die Passauer Vorwahllandschaft. 1.9.19 Archiv 2009. 1.10 Archiv 2007. 1.10.1 Nominierungsversammlung 2007 und Liste der FWG-Kandidatinnen und Kandidaten. 1.10.2 Alleinstellungsmerkmal der FWG. 1.10.3 Neue Mitte. 1.10.4 Neue Mitte, Feinstaub, Stadtbahn. 1.10.5 Schaldinger befürchten Zunahme der Belastungen durch Hafen- und AB- Straßenausbau. 1.10.6 Das Thema Thann und ein Schüler-Cafe beherrschten die Diskussion. 1.10.7 Offener Brief von SR Klaus Schürzinger zum Thema Radweg vs. Bahn. 1.10.8 Freie Wähler- Recherche: Auf Passaus Sonnenseite kennt Hacklberg kaum Probleme. 1.10.9 FWG für CO2 neutrale Stromerzeugung. 1.10.10 Freie Wähler sammeln Ideen für Haidenhof. 1.10.11 Bau einer "Stadtbahn" / "S-Bahn" in und um Passau. 1.10.12 FWG im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern von Grubweg. 1.10.13 Hochwasserschutz und Donauausbau. 1.10.14 Schwebstaub. 1.10.15 Bereitstellung der Planungskosten für das Konzert- und Tagungshaus in der Neuen Mitte. 1.11 Archiv 2006. 1.11.1 Macht ein Bürgerbegehren gegen das Verkehrskonzept Neue Mitte Sinn?. 1.11.2 Gestaltung des neuen Ludwigsplatzes. 1.11.3 Neues Linienkonzepts des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). 1.11.4 Die Freie Wählergemeinschaft der Stadt Passau tritt bei der Kommunalwahl 2008 mit einer eigenen Liste an.. 1.11.5 Die Stadt übernimmt die Forderungen des Transparenzbegehrens der ödp in die Satzungen ihrer Gesellschaften. 1.11.6 FWG setzt sich neue Ziele. 1.11.7 Tariferhöhung bei den Bussen. 1.11.8 Event GmbH: Geschäftsführerbestellung. 1.11.9 Haushalt 2005. 1.11.10 Fassade des Kapfinger-Turms. 1.11.11 Gaspreise. 1.11.12 Verkehrsentwicklungsplan. 1.12 Archiv 2005. 1.12.1 ECE. 1.12.2 Chronik 2005. 1.12.3 Fusion von GGP und WAP. 1.12.4 Haushalt 2005. 1.12.5 Finanzierung des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). 1.12.6 Minimierung der Strahlenbelastung durch Mobilfunk in der Altstadt. 1.12.7 Chancen und Versäumnisse in der Stadtentwicklung Passaus. 1.12.8 Bushaltestelle Kirchplatz. 1.12.9 Entscheidung Oberöder Weg. 1.12.10 FWG gegen Übernahme des Büchergeldes durch die Stadt. 1.12.11 Gefahr für den Lehrstuhl der Philosophie an der Universität Passau. 1.12.12 Die FWG informiert sich über den "Klostergarten".. 1.12.13 Zankapfel Architektur in der Neuen Mitte. 2 Über Uns. 3 Ortsverband. 3.1 Vorstandschaft. 3.2 unsere Stadträte. 4 Links. 5 Impressum. Aktuelles
Betretungsrecht der freien Natur
Bebauungsplanänderung „Am Schönauerhof“
Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Zauns östlich des Schönauerwegs auf der Ausgleichsfläche, Flurnummer 90/261 ( Magerwiese und Streuobstwiese) im Bebauungsplan (BP) „Am Schönauerhof“
Probleme, die im Bereich des BPs „Am Schönauerhof“ wegen Missachtung der Festsetzungen des BPs entstanden sind, machen eine Änderung des BPs notwendig. Im Zuge dieser Änderung bedarf auch die Rechtmäßigkeit des um die Ausgleichsfläche ( Flurnummer 90/261) gegen den Wunsch des Umweltschutzes errichteten Zauns einer Überprüfung.
Die Zäune beiderseits des Schönauerwegs verhindern das Betreten des bedeutenden, Hang-parallelen Grünzugs, der sich vom Stadtpark bis zur Vogelweiderstraße hinzieht und macht somit den Bürgern die Wahrnehmung des Grundrechts auf Betreten der Freien Natur unmöglich.
Dass die Planung das Betreten der Freiflächen durch die Öffentlichkeit beabsichtigt hat, beweist die Festsetzung eines öffentlichen Weges im Süden der Ausgleichsfläche sowie die Festsetzung eines „Wanderweges“ im Flächennutzungsplan auf der Freifläche im Süden des Schönauerhofs. Beide Wege sind nicht verwirklicht worden. Der Bürger bleibt ausgesperrt.
Die Stadtplanung hält den Zaun, den der Eigentümer gegen den Widerstand der Naturschutzbehörde und trotz deren intensiven Beratung errichtet hat, für baurechtlich nicht anfechtbar, weil die Untere Naturschutzbehörde es versäumt habe, das Verbot des Zaunbaus im BP festzusetzen. Was nämlich nicht explizit verboten sei, könne rechtlich nicht beanstandet werden. Der freie Zugang zu Naturschönheiten, welcher im Artikel 141 (3) der Bayer. Verfassung und als Betretungsrecht im Bayer. Naturschutzgesetz festgelegt ist, würden hier hier keine Rolle spielen, weil es im bebauten Innenbereich, und schon gleich gar im Bereich eines Bebauungsplans, keine freie Natur gebe. Diese sei auf den Außenbereich beschränkt.
Demgegenüber hat Frau Forster, stellvertretende Leiterin der Abteilung Baurecht der Regierung von Niederbayern nach Recherche mitgeteilt, dass der Zaun um das Ausgleichsgebiet im Bereich des BPs keine baurechtliche Angelegenheit sei, sondern naturschutzrechtlich behandelt werden müsse. Die Naturschutzbehörde müsse klären, ob es ich bei dem Grundstück um freie Natur handle oder nicht. Danach bemesse sich die Rechtmäßigkeit des Zauns.
Der Meinung, freie Natur gebe es nur im Außenbereich, widerspricht der Kommentar zum BayNatSchG von Christian Tausch, erschienen im Kohlhammer Deutscher Gemeinde Verlag, 2007
„Freie Natur kann es auch innerhalb von Ortschaften geben, wenn größere Freiflächen z.B. Parkanlagen oder Stadtwälder, nicht von der umliegenden Bebauung, sondern von ihrem natürlichen Erscheinungsbild entscheidend geprägt werden (BayObLGNuR 1994).“
Genau das aber ist hier bei dieser Freifläche der Fall. Zusammen mit der ebenfalls eingezäunten großen Freifläche südlich des Schönauerhofs bestimmt hier nicht die Bebauung, sondern die Freifläche den Gebietscharakter. Demzufolge handelt es sich bei dem Zaun um eine Sperre im Sinne des BayNatSchGes. An die Zulässigkeit einer solchen Sperre sind allerdings hohe Anforderung zu stellen. Zitat aus dem oben genannten Kommentar: „Da Art 141 Ab3 BV ausdrücklich festhält, dass das Grundrecht auf Naturgenuss mit Einschränkungen des Eigentumsrechts verbunden sein kann, sind an die Erheblichkeit der Beschädigungen oder Verunreinigungen hohe Anforderungen zu stellen und andere Abhilfemaßnahmen z.B. Aufstellen von Abfallbehältern, ... zu prüfen.“
Der Eigentümer begründet die Notwendigkeit des Zauns mit der Verunreinigung durch Hunde. Da aber eine Landwirtschaft nicht mehr betrieben wird, und die Magerwiese bzw. Streuobstwiese nur zweimal im Jahr gemäht werden darf, kann damit von einer „erheblichen Einschränkung der Nutzung“ wie im BayNatSchG festgelegt, nicht die Rede sein. Dasselbe gilt für die Weide südlich des Schönauerhofs. Es weiden dort nur zum Hobby gehaltenen Tiere. Sie dienen in erster Linie als Vorwand zum Bau eines Zauns, der kein Weidezaun ist, sondern eine Sperre zur Verhinderung des Betretens der Freifläche.
Den eventuellen Verunreinigungen durch Hundekot, weil uneinsichtige Hundebesitzer den Hundekot nicht beseitigen, kann durch Aufstellung einer Hinweistafel und von Abfallbehältern begegnet werden. Die Bürger sollten deswegen nicht vom ihrem Grundrecht auf Naturgenuss ausgeschlossen bleiben.
Der Antrag des Stadtrats K. Schürzinger, das Verbot der Einzäunung der Ausgleichsfläche im BP festzusetzen und seine Entfernung anzuordnen, wurde allerdings in der Plenumssitzung vom 16.05.2011 mit 8 zu 31 Stimmen abgelehnt.
Klaus Schürzinger, FWG, 19.05.2011
Ein Grundrecht im Konflikt mit den Interessen von Grundstückseigentümern
Das Grundrecht der Allgemeinheit auf freien Zugang zur Natur kann leicht zu Konflikten führen, weil einerseits Grundstückseigentümer aus ihrem Eigentumsverständnis heraus diese Einschränkung ihres Eigentumsrechts nicht hinnehmen wollen und weil andererseits Leute, die von ihrem Betretungsrecht privater Grundstücke Gebrauch machen, mit Natur und Landschaft nicht so pfleglich umgehen, wie das Gesetz es vorschreibt.
Am 20.Juli 1984 wurde der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen umfassend in der bayerischen Verfassung verankert. Der auch bis dahin erteilte Auftrag zu Naturschutz und Freimachung des Zugangs zu Bergen, Seen, Flüssen und sonstigen landschaftlichen Schönheiten und das Recht auf Erholung in der freien Natur wurde grundlegend neu formuliert.
Der Wortlaut des Artikels 141 Absatz 3 der Verfassung des Freistaates Bayern, der dieses Grundrecht begründet, lautet:
„Der Genuss der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wald und Bergweide, das Befahren der Gewässer und die Aneignung wild wachsender Waldfrüchte im ortsüblichem Umfang ist jedermann gestattet. Dabei ist jedermann verpflichtet, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen. Staat und Gemeinden sind berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit die Zugänge zu Bergen, Seen und Flüssen und sonstigen landschaftlichen Schönheiten freizuhalten und allenfalls durch Einschränkungen des Eigentumsrechtes freizumachen sowie Wanderwege und Erholungsparks anzulegen.“
Dieses subjektive Grundrecht beinhaltet den Anspruch jedes Einzelnen auf Naturgenuss und begründet damit auch den Anspruch gegenüber privaten Grundstückseigentümern. Das bedeutet, dass die rechtmäßige Ausübung dieses Rechts vom Eigentümer nicht nach den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) wegen Eigentums- und Besitzstörung untersagt werden kann. Das Betreten eines Privatgrundstückes in der freien Natur ist daher keine „Verbotene Eigenmacht“ nach BGB §858. Daher können Grundstücksbesitzer nicht nach §1004 BGB (Unterlassungsanspruch) oder 862 BGB (Anspruch gegen Besitzstörung) gegen Erholungssuchende vorgehen.
Die Geltendmachung dieses Grundrechts ist Gegenstand des öffentlichen Rechts, nicht des Zivilrechts. Die öffentliche Verwaltung kann also den Erholungssuchenden, der sich an sie wendet, weil er in seinem Betretungsrecht gehindert wird, nicht abweisen und sagen, dass das die Verwaltung nichts angehe und dass er sein Recht auf dem Wege der Zivilklage gegen den Grundstückseigentümer erstreiten müsse. Wird ein Bürger an der Rechtsausübung des Betretungsrechts gehindert, kann er sich an die untere Naturschutzbehörde wenden, die im Rahmen des pflichtgemäßen Ermessens gehalten ist, die Ausübung des Rechts auf Erholung sicherzustellen, indem sie zum Beispiel durch Anordnung gegenüber dem Grundstückseigentümer, der zu Unrecht den Erholungssuchenden den Zutritt einer Fläche in der freien Natur verwehrt, die Beseitigung rechtswidrig errichteter Sperren erwirkt.
Das Recht auf Erholung in der freien Natur bringt ein weitgehendes Betretungsrecht mit sich und setzt es voraus mit der Folge, dass das Eigentumsrecht dadurch eingeschränkt ist. Ein Grundstück in der freien Natur unterliegt einer Art gemeingebrauchsähnlicher Nutzung der Allgemeinheit.
Es gibt allerdings eine immanente Schranke für dieses Recht. Eine solche Einschränkung des Eigentums kann nur so lange entschädigungslos sein, so lange die Einschränkung die Grenzen der Sozialpflichtigkeit des Eigentums nicht überschreitet. Dies ist der Fall, wenn eine Vielzahl von Personen die Nutzung eines Grundstücks nicht nur unwesentlich beeinträchtigt. Wichtig ist, dass der Gesetzgeber nicht allen Nutzungen des Eigentümers Vorrang einräumt, sondern nur gewichtigen Nutzungen. So wird eine Nutzung des Eigentums für Erholungszwecke des Eigentümers außerhalb seines Wohnbereichs nicht als so vorrangig angesehen, dass deren Beeinträchtigung bereits als eine über die Sozialbindung hinausgehende Beschränkung anerkannt werden könnte.
Der Gesetzgeber hat das in der Verfassung verankerte Grundrecht auf das Betreten der freien Natur im Bayerischen Naturschutzgesetz konkretisiert. Einerseits wird die Befugnis des Einzelnen auf das Betreten der freien Natur festgelegt, aber andererseits wird auch aufgezeigt, wo die notwendigen Schranken für dieses Grundrecht sind.
Dort heißt es im Artikel 21 und folgende:
Art. 21 Recht auf Naturgenuss und Erholung Jedermann hat das Recht auf den Genuss der Naturschönheiten und auf die Erholung in der freien Natur. ... Bei der Ausübung des Rechts nach Absatz 1 ist jedermann verpflichtet, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen. ... auf die Belange der Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten ist Rücksicht zu nehmen. Die Rechtsausübung anderer darf nicht verhindert oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt werden (Gemeinverträglichkeit). Die Ausübung des Rechts nach Absatz 1 erfolgt grundsätzlich auf eigene Gefahr. Vorbehaltlich anderer Rechtsvorschriften werden durch besondere Sorgfalts- oder Verkehrssicherungspflichten der betroffenen Grundstückseigentümern ... nicht begründet. (Kommentar: Wer bei der Ausübung des Betretungsrechts zu Schaden kommt, kann weder den Grundeigentümer noch den Staat in Haftung nehmen. Umgekehrt kann der Grundeigentümer das Betretungsrecht nicht verweigern mit der Begründung, dass er im Falle eines Unfalls haftbar gemacht werden würde. Trotzdem geschieht das sehr oft. Beispiel aus dem Leserbrief eines Waldbesitzers in der PNP vom 29.08.2015: "Meiner Meinung nach gehören Radfahrer aus dem Privatwald. Ob befestigter Weg oder nicht. Denn der Waldbesitzer, der unter Umständen nichts dafür kann, wird haftbar gemacht, wenn etwas passiert." Eine Haftung kann sich aber für den Eigentümer dann ergeben, wenn er eine besondere Gefahrenlage schafft, indem er zum Beispiel, um Radfahrer von seinem Weg fernzuhalten, besonders große Steine ausbringt oder gar Löcher gräbt, die die Sicherheit des Verkehrs in unzumutbarer Weise gefährden. Grobfahrlässig handelt und voll haftungspflichtig für Unfälle ist, wer zur Verhinderung des Betretungsrechts Stolperdrähte oder ähnliche Hindernisse auf seinem Grundstück auslegt. )
Art. 22 Betretungsrecht Alle Teile der freien Natur, insbesondere Wald, Bergweide, Fels, Ödungen, Brachflächen, Auen, Uferstreifen und landwirtschaftlich genutzte Flächen, können von jedermann unentgeltlich betreten werden. Das Betretungsrecht kann vom Grundstückseigentümer ...nur unter den Vorraussetzungen des Artikel 29 (Zulässigkeit von Sperren) verweigert werden. Das Betretungsrecht kann nicht ausgeübt werden, soweit der Grundeigentümer das Betreten seines Grundstücks durch für die Allgemeinheit geltende, deutlich sichtbare Sperren, insbesondere durch Einfriedungen andere tatsächliche Hindernisse oder Beschilderungen untersagt hat. Beschilderungen sind jedoch nur wirksam, wenn sie auf einen gesetzlichen Grund hinweisen, der eine Beschränkung des Betretungsrechts rechtfertigt. Art. 23 Benutzung von Wegen; Markierungen Jedermann darf auf Privatwegen in der freien Natur wandern und, soweit sich die Wege dafür eignen, reiten und mit Fahrzeugen ohne Motorkraft sowie Krankenfahrstühlen fahren. Dem Fußgänger gebührt der Vorrang. (Kommentar: Ein Grundeigentümer könnte auf die Idee kommen, das Benutzungsrecht dadurch zu umgehen, dass er seinen Weg als ungeeignet zum Betreten oder Befahren mit Fahrzeugen ohne Motorkraft deklariert. Falls nach Auffassung der Naturschutzbehörde der Privatweg zu Unrecht für ungeeignet erklärt worden ist, ist die Sperre rechtswidrig.)
Markierungen und Wegetafel müssen ohne Beeinträchtigung des Landschaftsbildes deutlich, aussagekräftig und unter Beachtung örtlicher und überörtlicher Wanderwegenetze einheitlich gestaltet sein. (Kommentar: Markierungen können mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde gegen den Willen des Grundeigentümers aufgestellt werden. Der Eigentümer hat Markierungen und Wegetafeln zu dulden. (Kommentar: Diese Duldung wird mit oder ohne Kenntnis dieser Gesetzesbestimmung oft abgelehnt. Beispiel aus dem Leserbrief eines Waldbesitzers in der PNP vom 29.08.2015: "Quer durch meinen Wald wurde (ohne zu fragen!!) ein Wandeerweg ausgeschildert. Durch Privatgrund - eine Frechheit."
Art. 24 Sportliche Betät igung
Art. 25 Land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen Landwirtschaftlich genutzte Flächen und gärtnerisch genutzte Flächen dürfen während der Nutzzeit nur auf vorhandenen Wegen betreten werden. Das Radfahren ... und das Reiten ist im Wald nur auf den Straßen und geeigneten Wegen zulässig. Die Vorschriften des Straßen- und Wegerechts und des Straßenverkehrsrechts bleiben unberührt. Art. 26 Beschränkungen der Erholung in der freien Natur Die untere oder die höhere Naturschutzbehörde kann durch Rechtsverordnung oder Einzelanordnung die Erholung in der freien Natur im erforderlichen Umfang aus Gründen des Naturschutzes, zur Durchführung von landschaftspflegerischen Vorhaben, zur Regelung des Erholungsverkehrs oder aus anderen zwingenden Gründen des Gemeinwohls untersagen oder beschränken. Inhalt von Beschränkungen kann insbesondere das Reiten sein. Art. 28 Aneignung wildwachsender Pflanzen und Früchte Jedermann hat das Recht, sich wildwachsende Waldfrüchte (Pilze, Beeren, Tee- und Heilkräuter, Nüsse) in ortsüblichem Umfang anzueignen. Art. 29 Zulässigkeit von Sperren
Der Grundeigentümer darf der Allgemeinheit das Betreten von Grundstücken in der freien Natur durch Sperren im Sinn des Art. 22 Abs. 3 nur unter folgenden Voraussetzungen verwehren:
Bei Wohngrundstücken ist eine Beschränkung nur für den Wohnbereich zulässig, der sich nach den berechtigten Wohnbedürfnissen und nach den örtlichen Gegebenheiten bestimmt. (Kommentar: Hausgärten sind keine freie Natur; nicht bebaute Grundstücke, auf denen ein Baurecht besteht, sind freie Natur und dürfen nicht eingezäunt werden. Es zählt nämlich der tatsächliche Zustand.)
Art. 31 Durchgänge
Der Grundeigentümer muss auf einem Grundstück, das nach vorstehenden Vorschriften nicht frei betreten werden kann, für die Allgemeinheit einen Durchgang offen halten, wenn andere Teile der freien Natur, insbesondere Erholungsflächen, Naturschönheiten, Wald oder Gewässer, in anderer zumutbarer Weise zu erreichen sind, und wenn er dadurch in sinngemäßer Anwendung der Grundsätze des Art. 29 nicht übermäßig in seinen Rechten beeinträchtigt wird. Die untere Naturschutzbehörde kann die entsprechenden Anordnungen treffen. K. Schürzinger, 19.05.2011

References: §858
 §1004

Art. 21

Art. 22
 Art. 23

Art. 24

Art. 25
 Art. 26
 Art. 28
 Art. 29
 Art. 22

Art. 31
 Art. 29