Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/ust/vorsteuern-aus-waldinventur-329238
Timestamp: 2020-08-14 03:07:39+00:00

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Vorsteuern aus Waldinventur | Rechtslupe
Vorsteuern aus Waldinventur
Eine Forst­be­triebs­ge­mein­schaft Klä­ge­rin kann die in den Ein­gangs­rech­nun­gen für eine Wald­in­ven­tur geson­dert aus­ge­wie­se­nen Umsatz­steu­ern als Vor­steu­ern in Abzug brin­gen.
Gem. § 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG kann der Unter­neh­mer die in Rech­nun­gen im Sin­ne des § 14 UStG geson­dert aus­ge­wie­se­ne Steu­er für Lie­fe­run­gen oder sons­ti­ge Leis­tun­gen, die von ande­ren Unter­neh­mern für sein Unter­neh­men aus­ge­führt wor­den sind, als Vor­steu­ern abzie­hen. Die Klä­ge­rin hat die Ein­gangs­leis­tun­gen für die Wald­in­ven­tur „für ihr Unter­neh­men“ im Sin­ne des § 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG bezo­gen, denn die Klä­ge­rin war unter­neh­me­risch tätig.
Die Klä­ge­rin als Forst­be­triebs­ge­mein­schaft ist ein pri­vat­recht­li­cher Zusam­men­schluss von Grund­be­sit­zern, die den Zweck ver­fol­gen, die Bewirt­schaf­tung der ange­schlos­se­nen Wald­flä­chen und der zur Auf­fors­tung bestim­men Grund­stü­cke (Grund­stü­cke) zu ver­bes­sern, ins­be­son­de­re die Nach­tei­le gerin­ger Flä­chen­grö­ße, ungüns­ti­ger Flä­chen­ge­stalt, der Besitz­zer­split­te­rung, der Gemenge­la­ge, des unzu­rei­chen­den Wald­auf­schlus­ses oder ande­rer Struk­tur­män­gel zu über­win­den (§ 16 BWaldG).
Hat der forst­wirt­schaft­li­che Zusam­men­schluss – wie hier – die Rechts­form eines rechts-fähi­gen Ver­eins mit wirt­schaft­li­chem Geschäfts­be­trieb gewählt, so kann ihm gemäß § 19 BWaldG durch die für die Aner­ken­nung zustän­di­ge Behör­de gleich­zei­tig mit der Aner­ken­nung die Rechts­fä­hig­keit nach § 22 BGB ver­lie­hen wer­den.
Aus die­ser gesetz­lich nor­mier­ten Zweck­be­stim­mung einer Forst­be­triebs­ge­mein­schaft, die Bewirt­schaf­tung der ange­schlos­se­nen Wald­flä­chen und der zur Auf­fors­tung bestimm­ten Grund­stü­cke zu ver­bes­sern (vgl. § 16, § 18 Abs. 1 Nr. 2 BWaldG) und aus den Auf­ga­ben einer Forst­be­triebs­ge­mein­schaft (§ 17 BWaldG), mit der die sat­zungs­mä­ßi­gen Auf­ga­ben der Klä­ge­rin kor­re­spon­die­ren, folgt, dass sie im kon­kre­ten wirt­schaft­li­chen Inter­es­se ihrer Mit­glie­der ins­ge­samt unter­neh­me­risch tätig wur­de. Dafür spricht auch, dass die Klä­ge­rin kein nicht­wirt­schaft­li­cher Ver­ein („Ide­al­ver­ein“) im Sin­ne des § 21 BGB, son­dern ein wirt­schaft­li­cher Ver­ein i.S. des § 22 BGB ist.
Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt, Urteil vom 10. Juni 2010 – 16 K 358/​09
ForstwirtschaftLandwirschaftVorsteuerWald

References: § 15
 § 14
 § 15
 § 19
 § 22
 § 16
 § 18
 § 21
 § 22