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Timestamp: 2016-10-22 23:42:07+00:00

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125 II 40239. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 23. Juni 1999 i.S. A. gegen Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)
Art. 4 Cst., art. 4 ch. 1 du Protocole additionnel no 7 � la CEDH, art. 14 al. 7 du Pacte ONU, art. 16 al. 3 let. a, art. 17 al. 1 let. c, art. 90 LCR; retrait du permis de conduire, violation du principe �ne bis in idem�? Le fait que, dans une proc�dure administrative, une mesure administrative soit prononc�e sur la base du m�me �tat de fait sur lequel repose la condamnation p�nale ne viole pas le principe �ne bis in idem� (consid. 1). Faits � partir de page 402
BGE 125 II 402 S. 402
A. fuhr am 18. April 1996 auf der Autobahn von Lausanne in Richtung St. Maurice und �berschritt dabei die signalisierten H�chstgeschwindigkeiten von 100 und 120 km/h um 39 beziehungsweise BGE 125 II 402 S. 40331 km/h. Wegen dieser Geschwindigkeits�berschreitungen und anderer Regelwidrigkeiten b�sste der Pr�fet du district de Vevey A. am 12. Juni 1996 in Anwendung von Art. 90 Ziff. 1 des Bundesgesetzes �ber den Strassenverkehr (SVG; SR 741.01) mit Fr. 800.--. Der Strafbefehl erwuchs in Rechtskraft.
Die Direktion f�r Soziales und Sicherheit des Kantons Z�rich entzog A. am 13. August 1997 den F�hrerausweis wegen �berschreitens der zul�ssigen H�chstgeschwindigkeit in Anwendung von Art. 16 Abs. 3 lit. a und Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG f�r die Dauer von sechs Monaten. Einen Rekurs des Betroffenen wies der Regierungsrat des Kantons Z�rich am 4. M�rz 1998 ab. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid wies das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich am 29. Januar 1999 ab.
A. f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und von einer Administrativmassnahme sei abzusehen; eventuell sei ein zweimonatiger Entzug anzuordnen.
1. a) Der Beschwerdef�hrer verweist auf BGE 121 II 22, wonach der Entzug des F�hrerausweises zu Warnzwecken ein Entscheid �ber die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK ist. Somit sei es nach dem rechtskr�ftigen Abschluss eines Strafverfahrens einerseits unzul�ssig, den T�ter f�r dieselbe Tat eines anderen (schwereren) Delikts zu bezichtigen. Dies ergebe sich auch aus der Unschuldsvermutung (Art. 6 EMRK). Anderseits ergebe sich nach dem Grundsatz �ne bis in idem� gem�ss Art. 4 des 7. Zusatzprotokolls zur EMRK, dass nach einem rechtskr�ftigen Abschluss eines Strafverfahrens jegliche weitere Bestrafung bzw. die erneute Durchf�hrung eines Verfahrens mit Strafcharakter verboten sei. Solange die Schweiz die Kompetenz zur Anordnung von F�hrerausweisentz�gen nicht derselben (richterlichen) Beh�rde �bertragen habe, die zur Ausf�llung einer Busse oder Freiheitsstrafe zust�ndig sei, erweise sich die parallele bzw. nachtr�gliche Anordnung eines F�hrerausweisentzugs als staatsvertragswidrig.
Diese Beurteilung ergebe sich �aus den Entscheiden des EGMR in Sachen Schmautzer, Umlauft und Gradinger/A (A/328-A, A/328-B, A/328-C = NL 95/5/10) und Pramstaller, Palaoro und Pfarrmeier/A BGE 125 II 402 S. 404(A/329-A, A/329-B, A/329-C = NL 95/5/10) gegen �sterreich sowie aus dem einstimmigen Beschluss der Europ�ischen Kommission f�r Menschenrechte vom 9. April 1997, Nr. 822541/93 Marte und Achberger gegen �sterreich, welch letzterer in der Zwischenzeit zur Vermeidung eines negativen Pr�judizes durch den EGMR von �sterreich durch Vergleich erledigt worden� sei. Diesen Entscheiden lasse sich entnehmen, dass nach der Auffassung der Strassburger Organe die Beurteilung ein und desselben �usseren Sachverhalts durch Straf- und Verwaltungsbeh�rden gegen den Grundsatz �ne bis in idem� verstiesse.
b) Der Grundsatz �ne bis in idem� gilt zun�chst als materielles eidgen�ssisches Strafrecht und besagt, dass niemand wegen der gleichen Tat zweimal verfolgt werden darf (BGE 120 IV 10 E. 2b; BGE 116 IV 262 E. 3a). Er leitet sich sodann aus Art. 4 BV her und besagt entsprechend, dass eine nach kantonalem Recht vorgenommene rechtskr�ftige Beurteilung in einem Kanton einer erneuten Beurteilung in einem andern Kanton entgegensteht (BGE 116 IV 262 E. 3a). Schliesslich folgt er auch aus Art. 4 Ziff. 1 des Protokolls Nr. 7 zur Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101.07) sowie Art. 14 Abs. 7 des UNO-Paktes (SR 0.103.2) und verbietet, den rechtskr�ftig Verurteilten oder Freigesprochenen in einem Strafverfahren desselben Staats erneut vor Gericht zu stellen oder zu bestrafen (BGE 123 II 464 E. 2b).
Die Anwendung des Grundsatzes �ne bis in idem� setzt unter anderem voraus, dass dem Richter im ersten Verfahren die M�glichkeit zugestanden haben muss, den Sachverhalt unter allen tatbestandsm�ssigen Punkten zu w�rdigen (BGE 119 Ib 311 E. 3c mit Hinweisen). Diese Voraussetzung trifft hier aufgrund der beschr�nkten Beurteilungskompetenz der verschiedenen Beh�rden nicht zu. Der Strafrichter, der die Busse ausgesprochen hat, ist sachlich nicht zust�ndig, einen F�hrerausweisentzug anzuordnen, und die Administrativbeh�rden sind nicht befugt, die Strafbestimmungen des SVG (Art. 90 ff.) anzuwenden. Insoweit ist die Beurteilungskompetenz der zuerst entscheidenden Beh�rde immer beschr�nkt. Nur beide Beh�rden zusammen k�nnen den Sachverhalt in seiner Gesamtheit unter allen rechtlichen Gesichtspunkten beurteilen.
Zu den in der Beschwerdeschrift angef�hrten Urteilen des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte in Sachen Gradinger vom 23. Oktober 1995 (S�rie A, 328-C [siehe dazu Gabriele Kucsko-Stadlmayer, Das �Gradinger-Urteil� des EGMR, ecolex 1996, S. 50 ff.]), Oliveira vom 30. Juli 1998 (84/1997/868/1080 BGE 125 II 402 S. 405[siehe dazu MARTIN SCHUBARTH, Schweizerisches Bundesgericht oder Oberlandesgericht Schweiz? in: Festschrift f�r ROGER Z�CH, Z�rich 1999, S. 821 ff., insbesondere 827 ff.]) und der Europ�ischen Kommission f�r Menschenrechte in Sachen Marte und Achberger vom 9. April 1997 (Recueil, Nr. 66, 1998, S. 493 ff., insbesondere S. 499 ff.) braucht vorliegend nicht Stellung genommen zu werden. Diese Urteile befassen sich mit der Frage, ob mit dem Begriff der strafbaren Handlung in Art. 4 Ziff. 1 des 7. Zusatzprotokolls zur EMRK der zu beurteilende Lebenssachverhalt als Ganzes oder bloss ein bestimmter Tatbestand gemeint ist. Nach einer Verurteilung durch den Strafrichter aufgrund des SVG (und eventuell zus�tzlich des StGB) geht es bei der (in der Regel nachtr�glichen) Anordnung einer strassenverkehrsrechtlichen Administrativmassnahme durch die Verwaltungsbeh�rde �nur� noch um die Bestimmung der Rechtsfolge(n), wobei die Verwaltungsbeh�rde je nach Umst�nden in tats�chlicher und/oder rechtlicher Hinsicht an das Strafurteil gebunden ist (BGE 119 Ib 158 E. 3). Insoweit sind die zitierten F�lle, wo in den beiden Verfahren die gleichen Sanktionen ausgesprochen wurden (Geldbussen [Oliveira] und subsidi�r Freiheitsstrafen [Gradinger sowie Marte und Achberger]), nicht mit den hier zu beurteilenden F�llen vergleichbar. Folglich kann der Beschwerdef�hrer auch aus den neueren Entscheiden der Strassburger Organe nichts zu seinen Gunsten ableiten. Sein Hinweis auf die Entscheide des EGMR in Sachen Schmautzer und Umlauft vom 23. Oktober 1995 (S�rie A, 328 A und B) sowie in Sachen Pramstaller, Palaoro und Pfarrmeier vom 23. Oktober 1995 (S�rie A, 329 A, B und C) ist im Zusammenhang mit dem Grundsatz �ne bis in idem� bedeutungslos, weil diese F�lle lediglich den Art. 6 Ziff. 1 EMRK betreffen.
2. Der Beschwerdef�hrer r�gt, nachdem der Strafrichter die Geschwindigkeits�berschreitung rechtskr�ftig und damit endg�ltig als einfache Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Ziff. 1 SVG) beurteilt habe, stelle es einen Verstoss gegen den Grundsatz �ne bis in idem� dar, wenn die Verwaltungsbeh�rde denselben Sachverhalt als schwere Verkehrsgef�hrdung (Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG) einstufe.
Nach der Rechtsprechung ist die Verwaltungsbeh�rde in Bezug auf die Rechtsanwendung an die rechtliche Qualifikation des Sachverhalts durch das Strafurteil gebunden, wenn die rechtliche W�rdigung sehr stark von der W�rdigung von Tatsachen abh�ngt, die der Strafrichter besser kennt als die Verwaltungsbeh�rde (BGE 119 Ib 158 E. 3c/bb). Das trifft im Fall des Beschwerdef�hrers offensichtlich nicht zu. Das �berschreiten der zul�ssigen H�chstgeschwindigkeit BGE 125 II 402 S. 406von 100 um 39 km/h durch den Beschwerdef�hrer hat die Vorinstanz zu Recht als schwere Verkehrsgef�hrdung gem�ss Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG angesehen (BGE 123 II 106 E. 2c, insbesondere S. 112/113). Da beim Beschwerdef�hrer auch die Voraussetzungen des Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG erf�llt sind, ist die Anordnung eines sechsmonatigen F�hrerausweisentzugs von Bundesrechts wegen nicht zu beanstanden.
120 IV 10 suite... ,
Art. 16 Abs. 3 lit. a und Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG,
art. 16 al. 3 let. a, art. 17 al. 1 let suite... ,
Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG

References: Art. 4
 art. 4
 art. 14
 art. 16
 art. 17
 art. 90

BGE 
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 Art. 90
 Art. 16
 Art. 17
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 Art. 6
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 EGMR 
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 EGMR 
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 Art. 16
 Art. 17

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 Art. 17

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