Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZB%20114/03
Timestamp: 2019-10-18 00:31:16+00:00

Document:
BGH, 16.03.2004 - VIII ZB 114/03 - dejure.org
BGH, 16.03.2004 - VIII ZB 114/03
https://dejure.org/2004,1282
BGH, 16.03.2004 - VIII ZB 114/03 (https://dejure.org/2004,1282)
BGH, Entscheidung vom 16.03.2004 - VIII ZB 114/03 (https://dejure.org/2004,1282)
BGH, Entscheidung vom 16. März 2004 - VIII ZB 114/03 (https://dejure.org/2004,1282)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2004,1282) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BRAGO § 6 Abs. 1 Satz 2; BGB §§ 705, 3032 ff.
Erbengemeinschaft nicht rechtsfähig - anders als GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
Zur Gebührenerhöhung bei Vertretung einer Erbengemeinschaft; Anwendbarkeit der Rechtsprechung zur BGB-Gesellschaft auf eine Erbengemeinschaft
Rechtsanwaltsgebühren bei Erbengemeinschaft
§ 6 BRAGebO
BRAGO § 6 Abs. 1 S. 2
Gebührenerhöhung bei Vertretung einer Erbengemeinschaft
Erbengemeinschaft, Gesellschaftsrecht
Erhöhungsgebühr - Vertretung einer Erbengemeinschaft
Zusammenfassung von "Vertretung einer Erbengemeinschaft" von Ri Andreas Möller, original erschienen in: RVG professionell 2004, 109.
NJW-RR 2004, 1006
MDR 2004, 905
NZM 2004, 513
NJ 2004, 412
FamRZ 2004, 1193
AnwBl 2004, 450
Der Bundesgerichtshof hat bereits entschieden (Urteil vom 11. September 2002 - XII ZR 187/00, NJW 2002, 3389 unter II 1; Beschluss vom 16. März 2004 - VIII ZB 114/03, NJW-RR 2004, 1006 unter 3 a), dass die Rechtsfähigkeit der Erbengemeinschaft sich nicht aus der Anerkennung der Rechtsfähigkeit der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (BGHZ 146, 341) herleiten lässt.
Es ist auch nicht erforderlich, dass die Auftraggeber aufgrund einheitlicher Willensbildung an den Rechtsanwalt herantreten oder im Prozess als Einheit auftreten (…BGH, Urt. v. 6. Oktober 1983, III ZR 109/82, JurBüro 1984, 377, 378;… Urt. v. 12. Februar 1987, III ZR 255/85, NJW 1987, 2240, 2241; Beschl. v. 16. März 2004, VIII ZB 114/03, NJW-RR 2004, 1006).
Die gesetzliche Regelung beruht auf einer typisierenden und generalisierenden Betrachtung, die gerade nicht an die Umstände des Einzelfalls, sondern nur an das Vorhandensein mehrerer Auftraggeber anknüpft (…BGH, Urt. v. 6. Oktober 1983, III ZR 109/82, JurBüro 1984, 377, 378;… Urt. v. 12. Februar 1987, III ZR 255/85, NJW 1987, 2240; Beschl. v. 16. März 2004, VIII ZB 114/03, NJW-RR 2004, 1006).
Angesichts der typisierenden und generalisierenden Regelung des § 6 Abs. 1 Satz 2 BRAGO kommt es entscheidend darauf an, ob an der betreffenden Angelegenheit, in der der Rechtsanwalt tätig wird, mehrere rechtsfähige oder doch im Rechtsverkehr so behandelte natürliche oder juristische Personen beteiligt sind (BGH, Beschluss vom 16. März 2004 - VIII ZB 114/03, NJW-RR 2004, 1006).
OLG Brandenburg, 13.12.2006 - 6 W 192/06
Rechtsanwaltsgebühren: Gebührenerhöhung bei Erbengemeinschaft als Auftraggeber
Der Rechtsanwalt wird für die Gesamtheit der Miterben tätig und verdient dementsprechend auch die wegen mehrerer Auftraggeber vorgesehene Gebührenerhöhung (so auch BGH Beschluss vom 16.3.2004, VIII ZB 114/03, NJW-RR 2004, 1006 noch zu § 6 BRAGO).
Im Hinblick auf seine Entscheidung vom 28.12.2004 (18 W 249/04, AnwBl 2005, 366), mit der es sich der Rechtsprechung des BGH (Beschluss vom 16.3.2004, VIII ZB 114/03, a.a.O.) angeschlossen hat, dass eine Erbengemeinschaft nicht ein Auftraggeber, sondern mehrere Auftraggeber darstellt, geht der Senat davon aus, dass auch das OLG Frankfurt sich heute der absolut herrschenden Meinung anschließen würde.
Die Erbengemeinschaft ist nach der Rechtsprechung weder rechts- noch parteifähig (…BGH, Beschl. v. 17.10.2006, VIII ZB 94/05, juris Rz. 7, Urt. v. 11.09.2002, XII ZR 187/00 und Beschl. v. 16.03.2004, VIII ZB 114/03).
Sie ist weder rechts- noch parteifähig, kann einer BGB-Gesellschaft nicht gleichgestellt werden (BGH NJW 2006, 3715 = FamRZ 2007, 41; AnwBl 2004, 450 = FamRZ 2004, 1193; RP 2002, 625).
OLG Dresden, 13.06.2005 - 3 W 546/05
Erfallen der Erhöhungsgebühr in Wohngeldverfahren
Schon das mag ausreichen, um die Voraussetzungen nach § 6 Abs. 1 Satz 2 BRAGO (§ 61 Abs. 1 Satz 1 RVG ) zu begründen (dazu BGH, B.v. 16.03.04, VIII ZB 114/03; BGH NJW 1987, 2240 ).
Diese lässt es ohne weiteres zu, dass die Mitglieder einer Erbengemeinschaft eine mietrechtliche Forderung gerichtlich geltend machen, verweist die Miterben also nicht auf die Möglichkeit der Prozessstandschaft (B.v. 16.03.04, VIII ZB 114/03).
Die Erbengemeinschaft besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit und ist nicht rechtsfähig ( Bundesgerichtshof , Urteil vom 11. September 2002 - XII ZR 187/00; Beschluss vom 16. März 2004 - VIII ZB 114/03; beide nach juris).
OLG Frankfurt, 28.12.2004 - 18 W 249/04
Kostenfestsetzung: Anwaltliche Erhöhungsgebühr bei Vertretung der Eigentümer …
Auftraggeber des Rechtsanwalts sind jeweils alle Mitglieder der Erbengemeinschaft, da der Rechtsanwalt für alle Miterben die für die Gemeinschaft bestehenden Forderungen und Rechte geltend macht (BGH NJW-RR 2004, 1006).
OLG Dresden, 21.05.2007 - 3 W 592/07
BRAGO-Gebühr bei Mehrfachvertretung (Altfälle)

References: § 6

§ 6
 § 6
 § 6
 BGH 
 § 6
 BGH 
 § 6
 BGH