Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-2500%20%C2%A7%2085%20Nr.%208
Timestamp: 2019-07-20 02:06:10+00:00

Document:
BSG, 12.10.1994 - 6 RKa 24/94 - dejure.org
https://dejure.org/1994,1173
BSG, 12.10.1994 - 6 RKa 24/94 (https://dejure.org/1994,1173)
BSG, Entscheidung vom 12.10.1994 - 6 RKa 24/94 (https://dejure.org/1994,1173)
BSG, Entscheidung vom 12. Januar 1994 - 6 RKa 24/94 (https://dejure.org/1994,1173)
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Kürzung des kassenärztlichen Honorars wegen übermäßiger Praxisausdehnung - Anforderungen an eine Honorarverteilungsregelung - Anknüpfung an Punktzahlengrenzwerte einer Vergleichsgruppe - Anforderung an die Vergleichsgruppenbildung bei kardiologischen Praxen - Differenzierung und Abgrenzung bei hochwertigen medizinisch-technischen Untersuchungen - Berücksichtigung von Sachkosten für den Einsatz medizinischer Großgeräte (Linksherzkatheter-Messplatz) bei Berechnung des Honorarvolumens
NZS 1995, 380
Diese kann ab dem Doppelten eines durchschnittlichen Praxisumfangs angenommen werden (so zB BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 S 47, mwN, bezogen auf die Fallpunktzahl;… s dazu auch zB BSGE 81, 213, 224 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 23 S 159 f;… BSGE 92, 233 = SozR 4-2500 § 85 Nr. 9, jeweils RdNr 11).
Der Gestaltungsspielraum eines Normgebers ist umso mehr zu beachten, wenn - sei es auch nur mittelbar - Regelungen über die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme im Streit sind (vgl zB BVerfGE 81, 156, 205 f; 77, 84, 106 f mwN; 75, 108, 157 ff;… BSGE 62, 136, 140 mwN = SozR 2200 § 180 Nr. 37) oder wenn es um die Bewältigung komplexer Sachverhalte geht, wie sie vielfach im Krankenversicherungs- und Vertragsarztrecht anzutreffen sind (vgl BVerfGE 33, 171, 189;… BSGE 73, 131, 139 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 4 S 27; BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 S 49, jeweils für die Regelung der Honorarverteilung).
Der Gestaltungsspielraum eines Normgebers ist um so mehr zu beachten, wenn - sei es auch nur mittelbar - Regelungen über die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme im Streit sind (vgl zB BVerfGE 81, 156, 205 f; 77, 84, 106 f mwN; 75, 108, 157 ff;… BSGE 62, 136, 140 mwN = SozR 2200 § 180 Nr. 37) oder wenn es um die Bewältigung komplexer Sachverhalte geht, wie sie vielfach im Krankenversicherungs- und Vertragsarztrecht anzutreffen sind (vgl BVerfGE 33, 171, 189;… BSGE 73, 131, 139 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 4 S 27; BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 S 49, jeweils für die Regelung der Honorarverteilung).
Der Tatbestand der übermäßigen Ausdehnung der vertragsärztlichen Tätigkeit ist erfüllt, wenn angesichts des Umfangs der von einem Vertragsarzt abgerechneten Leistungen davon auszugehen ist, dass die einzelnen Leistungen nicht mehr in einer der Leistungsbeschreibung entsprechenden Art und Weise erbracht worden sein können, mithin Qualitätsmängel zu befürchten sind (…vgl BVerfGE 33, 171, 186 = SozR Nr. 12 zu Art. 12 GG S Ab 16 R f;… BSGE 22, 218, 221 = SozR Nr. 4 zu § 368f S Aa 4;… BSG SozR 3-2200 § 368f Nr. 3 S 5; SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 S 47;… vgl auch BSGE 81, 213, 224 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 23 S 159 f).
Speziell die früher in § 7 Abs. 1 alter Fassung (aF) und seit dem 1. Juli 1997 in § 7 Abs. 2 des HVM der hier beklagten KÄV enthaltene Bestimmung, die allein auf die Überschreitung von Punktzahlgrenzwerten abstellt, hat der Senat mehrfach ausdrücklich für rechtmäßig erklärt (zuletzt Urteil vom 12. Oktober 1994, - BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 - …sowie Urteil vom 3. Juni 1987 = SozR 2200 § 368f Nr. 15 und allgemein SozR 3-2200 § 368f Nr. 3 S 5).
HVM-Bestimmungen zur Umsetzung der aufgezeigten gesetzlichen Vorgabe hat der Senat regelmäßig gebilligt, wenn die Feststellung der übermäßigen Ausdehnung der Praxis anhand der Gesamtzahl der abgerechneten Punkte oder anhand der Kombination von Gesamtpunkt- und Gesamtfallzahl getroffen wurde (vgl BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 8;… früher zB BSG SozR 2200 § 368f Nr. 15 und allgemein SozR 3-2200 § 368f Nr. 3 S 5).
Alle Begrenzungsregelungen im ärztlichen Bereich, über die der Senat in den letzten Jahrzehnten zu entscheiden hatte, stimmten insoweit überein, daß als Indikatoren für eine übermäßige Ausdehnung entweder lediglich die Überschreitung einer bestimmten Punktzahlengrenze (…zB BSG SozR 2200 § 368 f Nr. 15; SozR 3-2500 § 85 Nr. 8) oder eine Kombination von Fall- und Punktzahlenobergrenze (…zB BSG SozR 2200 § 368 f Nr. 15) normiert waren.
Bei wiederholten Streitigkeiten über die Auslegung einer bestimmten Gebührenvorschrift oder die Anwendung einer Honorarverteilungsregelung ist eine Einbeziehung nachgehender Bescheide deshalb regelmäßig erfolgt (vgl zuletzt Senatsurteil vom 12. Oktober 1994 <SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 S 46>).
Ist eine ursprünglich gerechtfertigte Regelung offensichtlich sachwidrig oder für die Betroffenen unzumutbar geworden, so muß der Normgeber auf die eingetretene Entwicklung reagieren und eine Änderung herbeiführen (…vgl dazu die Rechtsprechung des Senats zur Honorarbegrenzung bei übermäßiger Ausdehnung der vertragsärztlichen Tätigkeit: SozR 2200 § 368f Nr. 8 5 18 f;… SozR 2200 § 368f Nr. 14 S 54; SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 S 49).
Eine übereinstimmende Regelung in dem vorgenannten Sinne ist angenommen worden, wenn bei dem ursprünglichen und dem späteren Bescheid "im Kern" über dieselbe Rechtsfrage gestritten wurde, so etwa bei fortdauernden Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung einer Gebührenvorschrift oder die Anwendung von Vergütungsbestimmungen eines Honorarverteilungsmaßstabs (vgl zuletzt Senatsurteil vom 12. Oktober 1994 - SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 S 46).
Der Senat geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass bei einer übermäßigen Ausdehnung der vertragsärztlichen Tätigkeit nicht mehr die Gewähr gegeben ist, dass sich der Arzt bzw Therapeut jedem Patienten in dem Maße zuwenden kann, wie es die ihm aufgegebene persönliche Leistungserbringung erfordert (…BSG SozR 2200 § 368f Nr. 14 S 48 f; BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 S 45, 47 f;… BSG SozR 3-2200 § 368f Nr. 3 S 5 mwN;… vgl auch BSGE 22, 218, 220 ff = SozR Nr. 4 zu § 368f RVO, Bl Aa 4 ff).
Bei wiederholten Streitigkeiten über die Auslegung einer bestimmten Gebührenvorschrift oder die Anwendung einer Honorarverteilungsregelung ist eine Einbeziehung nachgehender Bescheide deshalb regelmäßig erfolgt (vgl zuletzt Senatsurteil vom 12. Oktober 1994 - SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 S 46).
SG Frankfurt/Main, 28.01.1998 - S 27 Ka 1181/97
Honorarverteilung - Prüfung - übermäßige Ausdehnung - vertragsärztliche Tätigkeit

References: § 85
 § 85
 § 85
 § 180
 § 85
 § 85
 § 180
 § 85
 § 85
 Art. 12
 § 368
 § 368
 § 85
 § 85
 § 7
 § 7
 § 85
 § 368
 § 368
 § 85
 § 368
 § 368
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 § 85
 § 368
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 § 368
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