Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=28.03.2012&Aktenzeichen=VI%20R%2031/11
Timestamp: 2019-06-20 00:15:32+00:00

Document:
BFH, 28.03.2012 - VI R 31/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,11888
BFH, 28.03.2012 - VI R 31/11 (https://dejure.org/2012,11888)
BFH, Entscheidung vom 28.03.2012 - VI R 31/11 (https://dejure.org/2012,11888)
BFH, Entscheidung vom 28. März 2012 - VI R 31/11 (https://dejure.org/2012,11888)
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Familienrecht - Berechnung nach § 33a EStG abziehbarer Unterhaltsleistungen bei Selbständigen
Begrenzte Geltendmachung von Unterhaltszahlungen durch Unternehmer
Zur Berechnung der nach § 33a EStG abziehbaren Unterhaltsleistungen bei Selbständigen
Berechnung der abziehbaren Unterhaltsleistungen eines Selbständigen
Berechnung der abziehbaren Unterhaltsleistungen bei Selbständigen
BFHE 237, 79
NJW 2012, 2608
BStBl II 2012, 769
a) Die von § 33a Abs. 1 Satz 1 EStG vorausgesetzte gesetzliche Unterhaltsberechtigung richtet sich ebenso nach dem Zivilrecht wie die Unterhaltsbedürftigkeit (Senatsurteil vom 28. März 2012 VI R 31/11, BFHE 237, 79, BStBl II 2012, 769; Pfirrmann in Herrmann/Heuer/Raupach, § 33a EStG Rz 42).
c) Steuerzahlungen (einschließlich entsprechender Voraus- und Nachzahlungen) sind von dem hiernach zugrunde zu legenden Einkommen grundsätzlich in dem Jahr abzuziehen, in dem sie geleistet wurden (Senatsurteil in BFHE 237, 79, BStBl II 2012, 769, m.w.N.).
a) Die von § 33a Abs. 1 Satz 1 EStG vorausgesetzte gesetzliche Unterhaltsberechtigung richtet sich ebenso nach dem Zivilrecht wie die Unterhaltsbedürftigkeit (Senatsurteil vom 28. März 2012 VI R 31/11, BFHE 237, 79, BStBl II 2012, 769).
Dieses von der Finanzverwaltung und ihr folgend der Rechtsprechung entwickelte spezifisch steuerrechtliche Verständnis der zivilrechtlichen Leistungsfähigkeit (HHR/ Pfirrmann, § 33a EStG Rz 42) ist allerdings auf Ehegatten und minderjährige Kinder, mit denen der Steuerpflichtige alle ihm verfügbaren Mittel teilen muss (§ 1603 BGB), sowie bei einer bestehenden Haushaltsgemeinschaft mit der unterhaltenen Person (sozialrechtliche Bedarfsgemeinschaft) nicht anzuwenden (Senatsurteil vom 28. März 2012 VI R 31/11, BFHE 237, 79, BStBl II 2012, 769; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 7. Juni 2010, BStBl I 2010, 582, Tz 12).
Der Beklagte habe die Berechnung der Opfergrenze am Maßstab des Urteils des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 28. März 2011 VI R 31/11, BStBl. II 2012, 769 vorgenommen, ohne die Besonderheiten des Falles zu beachten.
Die Opfergrenze ist lediglich auf Ehegatten und minderjährige Kinder, mit denen der Steuerpflichtige alle ihm verfügbaren Mittel teilen muss, sowie bei einer bestehenden Haushaltsgemeinschaft mit der unterhaltenen Person nicht anzuwenden (BFH, Urteil vom 28. März 2012 VI R 31/11, BStBl. II 2012, 769).
Das gleiche gilt bei einer bestehenden Lebens- und Haushaltsgemeinschaft im Sinne einer sozialrechtlichen Bedarfsgemeinschaft (BFH vom 28. März 2012 VI R 31/11, BStBl II 2012, 769).
Für die Beurteilung der zivilrechtlichen Leistungsfähigkeit zwischen Ehegatten und minderjährigen Kindern, mit denen der Steuerpflichtige alle ihm verfügbaren Mittel teilen muss (§ 1603 Abs. 2 BGB ), sowie bei einer bestehenden Haushaltsgemeinschaft mit der unterhaltenen Person (sog. sozialrechtliche Bedarfsgemeinschaft), hat der BFH seine Rechtsprechung zur Opfergrenzberechnung ausdrücklich aufgegeben (vgl. BFH, Urteil vom 28.3.2012, VI R 31/11, BFHE 237, 79, BStBl II 2012, 769; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 7.6.2010, BStBl I 2010, 582, Tz 12).

References: § 33
 § 33
 § 33
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