Source: https://www.seelen-heilklang.de/2017/08/23/m%C3%BCnsteraner-memorandum-fordert-heilpraktikergesetz-ver%C3%A4nderung/
Timestamp: 2020-05-26 09:24:59+00:00

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Münsteraner Memorandum fordert Heilpraktikergesetz-Veränderung! - seelen-heilklang: heilpraxis und seminare!
Pharma - Politik - Recht · 23. August 2017
Münsteraner Memorandum fordert Heilpraktikergesetz-Veränderung!
http://www.focus.de/gesundheit/politik-soll-handeln-medizin-experten-empfehlen-tiefgreifende-reformen-bei-heilpraktikern_id_7503181.html
Die Gruppe um die Medizinethikerin Bettina Schöne-Seifert beklagt, dass die Alternativ-Mediziner trotz fehlender wissenschaftlicher Beweise für die Wirksamkeit ihrer Methoden tätig würden. Die Expertengruppe greift in dem Memorandum als Negativbeispiel den Fall eines Heilpraktikers am Niederrhein auf.
>>> Der hatte im Sommer 2016 Patienten in einer alternativen Krebspraxis behandelt. Drei von ihnen starben später. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Die Politik hatte daraufhin bereits angekündigt, die rechtlichen Grundlagen zu überprüfen.
>>> Heilpraktiker dürfen keine rezeptpflichtigen Arzneien verschreiben oder herstellen.
>>> Das gleiche gilt für Betäubungsmittel. Sie dürfen auch nicht röntgen, den Tod feststellen
oder in Fachbereichen wie der Zahnmedizin oder Geburtshilfe tätig werden.
Die Autoren erhoffen sich von ihren Vorschlägen, dass das Vertrauen in das deutsche Gesundheitswesen gestärkt und die Patientenversorgung verbessern wird.
Das Label "staatlich anerkannt" solle nach einer Reform wieder ein Qualitätsmerkmal für Patienten sein. Sie fordern die Politik auf, das Heilpraktikerwesen "nicht nur kosmetisch, sondern grundlegend zu reformieren".
Es fehlten einheitliche Standards für den Heilpraktikerberuf.
Die Deutsche Stiftung Patienschutz begrüßte das "Münsteraner Memorandum".
"Es ist überfällig, dass das Heilpraktikerrecht grundlegend reformiert wird."
Es fehlten einheitliche Standards für den Heilpraktikerberuf. "So können Patienten kaum zwischen einem seriösen Anbieter und einem Scharlatan unterscheiden", sagte Vorstand Eugen Brysch laut Mitteilung. Bundesgesundheitsminister Gröhe sei gefragt, dieses Thema umgehend auf die politische Tagesordnung zu setzen.
Brysch: "Es darf nämlich nicht sein, dass es in Deutschland weiterhin einfacher ist, Heilpraktiker zu werden als Krankenpfleger."
KOMMENTAR von Sabine Klingler:
(Normalerweise spare ich mir im Blog Kommentare, damit sich jeder Leser selbst ein Bild zur aktuellen Sachlage machen kann, aber bei so Haare sträubenden Aktionen kann ich mich leider nicht enthalten!)
1. Warum gehört der s. g. "Experten-Gruppe, die das "Münsteraner Memorandum" verfasst hat, kein einziger Heilpraktiker/In an?
Also jener Personenkreis, der aufgrund seiner täglichen Praxiserfahrung
und den jeweiligen (Spezial-)Ausbildungen über das Tätigkeitsfeld
eines Heilpraktikers bestens informiert ist?
Was wissen: Medizin-Ethiker, Jurist, Historiker, Pflegeexperte
und Journalist denn faktisch - in Theorie UND Praxis - über das besagte
Tätigkeitsfeld, für das sie o. g. Reform-Vorschläge unterbreiten?
Warum zieht man hier kein praktizierendes, erfahrenes
Heilpraktiker-Fachpersonal zu Rate?
2. TEXTSTELLE: "Die Politik dürfe nicht länger hinnehmen, dass sich
Alternativmediziner nach einer kurzen, weitgehend unregulierten Ausbildung
als staatlich anerkannte Heilpraktiker bezeichnen dürfen."
Diese Formulierung ist inhaltlich wie faktisch unkorrekt!
Die Korrekte Berufsbezeichnung nach bestandener schriftlicher und anschließend mündlicher Überprüfung vor dem zuständigen Amtsarzt ist: "Heilpraktiker".
Von dem Zusatz: "Staatlich anerkannt" ist grundsätzlich nichts zu lesen, da diese Bezeichnung korrekterweise so gar nicht neben der
Berufsbezeichnung "Heilpraktiker" geführt werden darf!
Dass Ärzte nach abgeschlossenem Medizin-Studium wesentlich
umfangreicher tätig werden dürfen, steht wohl für alle Beteiligten außer Frage!
Da das Tätigkeitsfeld des Heilpraktikers gegenüber der ärztlichen
Tätigkeit klar abgegrenzt und entsprechend der gesetzlichen Regelungen beschränkt ist, benötigt er dafür auch kein Medizin-Studium!
Für fachfremde Heilpraktikeranwärter ist das Erlangen eines fundierten medizinischen Grundwissens allerdings auch aus meiner Sicht unabdingbar!
Und obwohl Heilpraktikeranwärter aus medizinischen Berufen wie
z. B. Arzthelferin, Krankenschwester, Hebamme, Altenpfleger, usw. diese medizinischen Grundkenntnisse bereits mitbringen, empfiehlt sich
auch hier das Absolvieren einer seriösen Heilpraktikerschule - so wie es für alle Heilpraktikeranwärter bereits gängigerweise empfohlen wird!
3. Hohe Prüfungs-Anforderungen bei der 1. Prüfungs-Instanz
(=schriftliche Prüfung), wodurch es - bei ungenügender und unseriöser
Prüfungs-Vorbereitung - per se zu einer hohen Durchfaller-Quote kommt!
Richtig ist, dass der Heilpraktiker-Anwärter gesetzlich vor dem Ablegen
der Prüfung nicht gezwungen ist, eine qualitativ hochwertige Vorbereitung
an einer seriösen Heilpraktiker-Schule abzulegen.
Grundsätzlich wird dazu aber geraten, besonders dann, wenn man aus fachfremden, nichtmedizinischen Berufsfelder kommt...
TEXTSTELLE: "Das erwecke bei Patienten den Eindruck, Heilpraktiker seien eine gleichwertige Alternative zu Ärzten, die ein langjähriges Studium absolviert hätten."
Die Tätigkeitsfelder von Heilpraktikern sind - u. a. per
Heilpraktikergesetz - eindeutig geregelt!
Es ist also bereits klar definiert, was dem Heilpraktiker erlaubt ist, und wann der Patient im fraglichen Fall an einen Schulmediziner zu verweisen ist, bzw. wann für den Heilpraktiker nach IfSG Behandlungsverbot besteht!
Maßgebliche Gesetze für den Heilpraktiker sind u. a.:
HPG - Heilpraktikergesetz u. Berufsordnung
MPBetreibV - Verordnung über das Errichten, Betreiben u. Anwnden von Medizinprodukten
MPSV - Verordnung über die Erfassung u. Abwehr von Risiken be Medizinprodukten
MessEG - Gesetz über das Inverkehrbringen u. die Bereitstellung von Messgeräten auf dem Markt, ihre Verwendung u. Eichung, sowie über Fertigpackungen
Patientenrechtegesetz von 2013
Hier braucht es also nicht unbedingt Neu-Regelungen...
4. TEXTSTELLE: "So können Patienten kaum zwischen einem seriösen Anbieter und einem Scharlatan unterscheiden", sagte Vorstand Eugen Brysch laut Mitteilung.
...ach, und das soll in der Ärzteschaft anders sein, nur weil es dort vorab irgendwann einmal ein Medizin-Studium gegeben hat? Wer überprüft denn die Seriosität der oftmals von Ärzten verordneten, letztlich aber oft völlig unsinnigen und ineffek-tiven, weil mit massiven schädlichen Nebenwirkungen belasteten Therapien; zumindest für die Bereiche, in denen sanftere Therapie-Verfahren durchaus
eine sinnvolle Option wären - allerdings verweigern sich viele
Schulmedizinern sanfteren Heilweisen ja häufig grundsätzlich...
Stattdessen wird von Ärzten häufig auch bei viralen Infekten "zur Vorbeugung"
nach wie vor - trotz bestehender Antibiotika-Resistenz-Gefahr -
die Antibiotika-Keule geschwungen!
Besonders in Anbetracht der Tatsache, dass es Schulmedizinern
- im Gegensatz zu den seriösen Möglichkeiten energetisch tätiger Heilpraktiker - erfahrungsgemäß schwer fällt, einen viralen von einem bakteriellen
Infekt zu unterscheiden, und meist vor dem Einsatz eines
x-beliebigen Breitband-Antibiotikas vom behandelnden Arzt
nicht einmal ein Antibiogramm in Auftrag gegeben wird
(=Überprüfung im Labor, ob bereits spezielle Antibiotika-Resistenzen bestehen)!
Patienten, die sich an die Naturheilkunde wenden sind in der Regel
wesentlich gesundheitsbewusster in ihrer Lebensweise.
Sie achten eher auf die Ernährung und ihren Lebenswandel, meiden Noxen
(= Gifte), betreiben regelmäßiger Sport und Psychohygiene und setzen
viel früher auf sanfte Heilung und Regeneration, usw., als viele
(uninformierte) Patienten der gängigen Apparate-Medizin.
In der Konsequenz ersparen naturheilkundlich orientierte Patienten ihren Krankenkassen hohe Medikamente- u. Therapie-Ausgaben - was dem
finanziellen Bereich des Gesundheitswesens durchaus zugute kommt!
Die Naturheilkunde spricht vermehrt die Patienten-Eigenverantwortung an!
Entsprechend des 2013 in Kraft getretenen "Patientenrechte-Gesetz" sind auch in diesem Gesetz bereits die wichtigen Faktoren innerhalb des therapeutischen Tätigkeitsbereiches - sowohl für den Arzt, als auch für den Heilpraktiker - eindeutig geregelt!
Auch hier bedarf es also - aufgrund
bereits bestehender rechtsverbindlicher Grundlagen - keine Neu-Regelung:
Behandlungsvertrag §630 a BGB
Informationspflicht § 630 c BGB
Einwilligung §630 e BGB
Dokumentationspflicht §630 BGB
Einsichtsrechte des Patienten §630 BGB
Beweisregelung §630 h BGB
5. TEXTSTELLE: "Dabei solle der Heilpraktikerberuf durch die Einführung eines spezialisierten Fach-Heilpraktikers abgelöst werden."
Diese Forderung zeigt leider eindeutig, dass es allen beteiligten "Experten" an der nötigen Einsicht in das umfangreiche - am ganzen Menschen orientierte Tätigkeitsfeld eines seriös agierenden Heilpraktikers - sowie an dem nötigen Verständnis für die Komplexität und das Zusammenspiel des menschlichen Daseins in Bezug auf Körper, Seele und Geist als Einheit - fehlt!
Dem freien, am ganzen Menschen orientierten Tätigkeitsfeld des Heilpraktikers, die einseitige und thematisch äußerst beschränkte Sicht- u. Denkweise der Naturwissen-schaften mit ihren getrennt voneinander existierenden, und selten interdiszi-plinär agierenden Fachgebieten überstülpen zu wollen, kann nur zum Scheitern verurteilt sein - und dient sicherlich in keinster Weise dem Wohl des Patienten.
6. TEXTSTELLE: "Die Experten schlagen dazu vor, Mitarbeiter der bestehenden Gesundheitsfachberufe wie Alten- und Krankenpfleger zusätzlich zu qualifizieren."
...ist ja nicht so, dass wir sowieso schon einen massiven Personalmangel
im Alten- u. Krankenpflege-Sektor zu beklagen hätten!
Die Nummer würde wohl oder übel sicherlich
gewaltig nach hinten losgehen...
Wie kurzsichtig, unerfahren oder fehlinformiert müssen besagte
"Experten" wohl sein, wenn sie Derartiges fordern?
Ich habe absolut kein Problem damit, die Qualitätsstandards
auch auf dem Gebiet des Heilpraktikerberufes hoch zu halten
- aber doch bitte mit Sinn und Verstand...

References: §630
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