Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%202008,%20996
Timestamp: 2020-06-05 20:10:22+00:00

Document:
BGH, 17.07.2008 - I ZR 219/05 - dejure.org
https://dejure.org/2008,28
BGH, 17.07.2008 - I ZR 219/05 (https://dejure.org/2008,28)
BGH, Entscheidung vom 17.07.2008 - I ZR 219/05 (https://dejure.org/2008,28)
BGH, Entscheidung vom 17. Juli 2008 - I ZR 219/05 (https://dejure.org/2008,28)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2008,28) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
UrhG § 95a Abs. 3
Abmahnung eines privaten eBay-Angebots von Software zur Umgehung von Kopierschutz (Clone-CD) zulässig
Clone-CD Verkauf bei ist rechtswidrig
Angebot eines Programms zur Umgehung des Kopierschutzes von CDs zum Verkauf bei eBay als Werbung; § 95a Abs. 3 Urheberrechtsgesetz (UrhG) als Schutzgesetz i.S.d. Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zum Delitksrecht; Definition des Begriffs der Werbung i.S.d. § ...
Clone-CD / Clone CD
Art. 6 Abs. 2 der Richtlinie 2001/29/EG
Verbot eines Angebots zur Umgehung von Schutzmaßnahmen - clone-cd
"Clone-CD"; Erstattung von Abmahnkosten bei Aufforderung zur Unterlassung des Vertriebs eines Kopierprogramms zur Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen
Urheberrecht - § 95a Abs. 3 UrhG als Schutzgesetz
Anti-Kopierschutzprogramme - Das Verbot, für den Verkauf von Programmen zur Umgehung des Kopierschutzes zu werben, gilt auch für private und einmalige Verkaufsangebote (hier: bei eBay)
Das Verbot, für den Verkauf von Programmen zur Umgehung des Kopierschutzes zu werben, gilt auch für private und einmalige Verkaufsangebote
Was ist ein einfach gelagerter Fall mit nur unerheblicher Rechtsverletzung im Sinne des neuen § 97 a II UrhG?
Der Verkauf von Programmen zur Umgehung des Kopierschutzes ist unzulässig
Verkauf von Software zur Umgehung des Kopierschutzes - Anspruch auf Erstattung von Abmahnkosten auch bei einmaligen Angebot durch Privatpersonen
Privatpersonen, die Programme zur Umgehung des Kopierschutzes von Tonträgern zum Kauf anbieten, können von Tonträgerherstellern abgemahnt werden
Umgehung des Kopierschutzes von Tonträgern - Ersatz von Abmahnkosten
Erstattungsfähigkeit von Abmahnkosten bei Serienabmahnungen
Abmahnungskosten für Urheberrechtsverletzungen sind erstattungsfähig
Urheberrecht - BGH zu Programmen zur Umgehung des Kopierschutzes von CDs
Urheberrecht - Umgehung des Kopierschutzes für Tonträger
Auch der private Verkauf von Crack-Software ist abmahnbar
Abmahnfalle: Anbieten von Kopier-Software bei Ebay
Abmahnkosten bei Urheberrechtsverletzungen auch für Privatpersonen
Abmahnkosten beim Verkauf von rechtswidriger Software durch Privatpersonen
Die Abmahnung privater Anbieter von Cracksoftware ist zulässig
Anwaltskosten auch bei Vielfachabmahnungen erstattungsfähig
123recht.net (Kurzinformation, 24.7.2008)
§§ 95a, 97a UrhG
Massenabmahnungen sind nicht zwangsweise unzulässig
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.07.2008, Az.: I ZR 219/05 (Clone-CD)" von RA Dr. Bernhard Arnold, original erschienen in: MMR 2008, 811 - 815.
Zusammenfassung von "Das Verbot von Umgehungsmitteln - § 95 a UrhG erstmals auf dem Prüfstand beim BGH" von RA Dr. Bernhard Arnold, original erschienen in: NJW 2008, 3545 - 3546.
Kurznachricht zu "Geoblocking - eine wirksame technische Schutzmaßnahme? Voraussetzungen des § 95a UrhG und die Konsequenzen für Nutzer und Rechteinhaber" von Miriam Martiny, original erschienen in: MMR 2016, 579 - 584.
NJW 2008, 3565
GRUR 2008, 996
MMR 2008, 811
K&R 2008, 686
ZUM 2008, 781
Sie sind daher im Fall der Einschaltung eines Rechtsanwalts berechtigt, vom Abgemahnten den Ersatz der für die Abmahnung entstandenen Anwaltskosten zu verlangen (vgl. BGH, Urteil vom 17. Juli 2008 - I ZR 219/05, GRUR 2008, 996 Rn. 36 = WRP 2008, 1449 - Clone-CD, mwN;… BGH, GRUR 2016, 184 Rn. 60 f. - Tauschbörse II).
Der negatorische Schutz wird vielmehr sämtlichen absoluten Rechten zuerkannt und auf alle deliktsrechtlich unmittelbar nach § 823 Abs. 1 BGB oder durch Gesetze im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB geschützten Rechtsgüter ausgedehnt (Senat, Urteil vom 13. März 1998 - V ZR 190/97, NJW 1998, 2058, 2059; BGH, Urteil vom 18. Januar 1952 - I ZR 87/51, NJW 1952, 417; Urteil vom 17. Juli 2008 - I ZR 219/05, NJW 2008, 3565 Rn. 12).
Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass ein Anspruch auf Ersatz der Kosten für die Abmahnung einer Urheberrechtsverletzung unter dem Gesichtspunkt der Geschäftsführung ohne Auftrag (§§ 677, 683 Satz 1, § 670 BGB) gegeben sein kann (BGH, Urteil vom 17. Juli 2008 - I ZR 219/05, GRUR 2008, 996 Rn. 10 = WRP 2008, 1449 - Clone-CD).
Sie sind daher im Fall der Einschaltung eines Rechtsanwalts berechtigt, vom Abgemahnten den Ersatz der für die Abmahnung entstandenen Anwaltskosten zu verlangen (vgl. BGH, Urteil vom 17. Juli 2008 - I ZR 219/05, GRUR 2008, 996 Rn. 36 = WRP 2008, 1449 - Clone-CD, mwN).
Anstatt des bis dahin unter dem Gesichtspunkt der Geschäftsführung ohne Auftrag hergeleiteten Kostenerstattungsanspruchs (§§ 683 Satz 1, 677, 670 BGB; vgl. Urteile des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 17. Juli 2008 I ZR 219/05, Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht --GRUR-- 2008, 996, Rz 11; vom 28. September 2011 I ZR 145/10, Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht 2012, 34, Rz 11) enthält § 97a Abs. 2 UrhG eine ausdrückliche Anspruchsgrundlage für den Ersatz der erforderlichen Aufwendungen.
Der hier zu entscheidende Fall liegt damit grundlegend anders als etwa in der vom Kläger zitierten Entscheidung (BGH, Urteil vom 17. Juli 2008 - I ZR 219/05 - in: GRUR 2008, 996ff.).
Allein durch die Aufgabe des rechtsverletzenden Verhaltens wird die Wiederholungsgefahr nicht ausgeräumt, solange damit nicht jede Wahrscheinlichkeit dafür beseitigt ist, dass der Verletzer erneut ähnliche Rechtsverletzungen begeht; regelmäßig kann die durch den Wettbewerbsverstoß begründete Wiederholungsgefahr auch in solchen Fällen nur durch die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung ausgeräumt werden (…vgl. BGH, Urt. v. 16.1.1992 - I ZR 84/90, GRUR 1992, 318, 319 f. = WRP 1992, 314 - Jubiläumsverkauf;… Urt. v. 26.10.2000 - I ZR 180/98, GRUR 2001, 453, 455 = WRP 2001, 400 - TCM-Zentrum; BGH, Urt. v. 17.7.2008 - I ZR 219/05, GRUR 2008, 996 Tz. 33 = WRP 2008, 1449 - Clone-CD).
Ein Verstoß gegen § 95a Abs. 3 UrhG verletzt weder das Urheberrecht noch ein anderes nach dem Urheberrechtsgesetz geschütztes Recht im Sinne von § 97 Abs. 1 Satz 1, § 98 Abs. 1 Satz 1 UrhG (Fortführung von BGH, Urteil vom 17. Juli 2008, I ZR 219/05, GRUR 2008, 996 = WRP 2008, 1149 - Clone-CD).
Die Bestimmung des § 95a Abs. 3 UrhG ist ein Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB zugunsten der Inhaber von Rechten an urheberrechtlich geschützten Werken oder anderen urheberrechtlich geschützten Schutzgegenständen (BGH, Urteil vom 17. Juli 2008 - I ZR 219/05, GRUR 2008, 996 Rn. 14 bis 16 = WRP 2008, 1149 - Clone-CD).
Dabei begründet eine Rechtsverletzung die Vermutung der Wiederholungsgefahr (vgl. BGH, GRUR 2008, 996 Rn. 33 - Clone-CD).
Bei der Bestimmung des § 95a Abs. 3 UrhG handelt es sich zwar um ein Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 Satz 1 BGB zugunsten der Inhaber von Urheberrechten und Leistungsschutzrechten, die wirksame technische Maßnahmen zum Schutz ihrer urheberrechtlich geschützten Werke und Leistungen einsetzen (BGH, GRUR 2008, 996 Rn. 14 bis 16 - Clone-CD).
Die Regelung begründet jedoch weder ein Urheberrecht noch ein anderes nach dem Urheberrechtsgesetz geschütztes Recht dieser Rechtsinhaber (…Dreyer in Dreyer/Kotthoff/Meckel, Urheberrecht, 3. Aufl., § 95a UrhG Rn. 43;… Czychowski in Fromm/Nordemann aaO § 95a UrhG Rn. 52;… Lindhorst in Möhring/Nicolini, Urheberrecht, 3. Aufl., § 95a UrhG Rn. 23.1.;… Schmidl/Lickleder in Büscher/Dittmer/Schiwy, Gewerblicher Rechtsschutz Urheberrecht Medienrecht, 3. Aufl., § 95a UrhG Rn. 34; v. Ungern-Sternberg, GRUR 2012, 321, 323;… aA Wandtke/Ohst in Wandtke/Bullinger, Urheberrecht, 4. Aufl., § 95a UrhG Rn. 88 und 90;… Götting in Schricker/Loewenheim, Urheberrecht, § 95a UrhG Rn. 40;… Dreier in Dreier/Schulze aaO § 97 Rn. 5;… Peukert in Loewenheim, Handbuch des Urheberrechts, 2. Aufl., § 82 Rn. 6; Arnold/Timmann, MMR 2008, 286, 288 f.; offen gelassen in BGH, GRUR 2008, 996 Rn. 12 - Clone-CD, mwN zu beiden Ansichten).
Durch eine begangene Rechtsverletzung wird eine tatsächliche Vermutung für das Vorliegen einer Wiederholungsgefahr begründet, die regelmäßig nur durch die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung ausgeräumt werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 17. Juli 2008 - I ZR 219/05, GRUR 2008, 996 Rn. 33 = WRP 2008, 1449 - Clone-CD).
Dies gilt selbst dann, wenn es für ihn weniger Aufwand erfordert hätte, die Abmahnungen abzufassen und die Unterwerfungserklärungen vorzubereiten, als einen Rechtsanwalt zu informieren und zu beauftragen (u.a. BGH GRUR 2008, 996, 999 - Clone CD ; Senat MMR 2001, 611, 612 - FTP-Explorer ;… ausführlich hierzu Jan Bernd Nordemann in Fromm/Nordemann, UrheberR, 11. Aufl., § 97a UrhG RN. 38f. mwN).
LG Düsseldorf, 24.10.2012 - 23 S 386/11
Schadensersatz wegen der unberechtigten Nutzung des Fotos eines panierten …
BGH, 28.09.2011 - I ZR 145/10
Urheberrechtsverletzung im Internet: Ersatzfähigkeit anwaltlicher Abmahnkosten …
OLG Celle, 27.01.2010 - 9 U 38/09
Fristlose Kündigung eines Geschäftsführers wegen Downloads und Nutzung von …
LG Essen, 21.02.2019 - 43 O 102/18
Warnhinweis für Biozidprodukte in der Werbung
AG München, 17.09.2008 - 161 C 4777/08
Abmahnkosten: Bestreiten des alten Anspruchs nach Abgabe einer …

References: § 95
 § 95

Art. 6
 § 95
 § 97
 BGH 
 BGH 
 § 95
 § 95
 § 823
 § 823
 § 670
 § 97
 § 95
 § 97
 § 98
 § 95
 § 823
 § 95
 § 823
 § 95
 § 95
 § 95
 § 95
 § 95
 § 95
 § 97
 § 82
 BGH 
 § 97