Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20M%2076/14
Timestamp: 2019-07-20 23:15:18+00:00

Document:
OVG Sachsen-Anhalt, 15.09.2014 - 1 M 76/14 - dejure.org
https://dejure.org/2014,25742
OVG Sachsen-Anhalt, 15.09.2014 - 1 M 76/14 (https://dejure.org/2014,25742)
OVG Sachsen-Anhalt, Entscheidung vom 15.09.2014 - 1 M 76/14 (https://dejure.org/2014,25742)
OVG Sachsen-Anhalt, Entscheidung vom 15. September 2014 - 1 M 76/14 (https://dejure.org/2014,25742)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2014,25742) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Art 70 S 2 Verf ST, Art 70 S 1 Verf ST, § 73 Abs 5 RiG ST, § 74 S 1 Nr 3 RiG ST, § 74 S 2 RiG ST
Sicherung des Bewerbungsverfahrensanspruches; Verwirkung des Rechtes auf Überprüfung einer dienstlichen Beurteilung; Anforderungen an das Anforderungsprofil einer Richterstelle; Auslegung einer Erprobungs-AV; Bedeutung, Zweck und Grenzen der Beteiligung des Präsidialrates und der Einigungsstelle; Rechtsfolgen des Unterbleibens der Delegation Ernennungsbefugnis
Beurteilung der Rechtmäßigkeit einer Auswahlentscheidung des Dienstherren in Ausübung seines Verwendungsermessens und des ihm vorbehaltenen Beurteilungsspielraums; Ergehen einer Auswahlentscheidung auf der Grundlage eines sachwidrigen Anforderungsprofils
Besetzung der Präsidentenstelle beim Landesarbeitsgericht Sachsen-Anhalt verzögert sich weiterhin
Zur Beteiligung des Präsidialrates und einer Einigungsstelle sowie zum Anforderungsprofil bei der Besetzung der Stelle des Präsidenten eines oberen Landesgerichtes
Noch kein neuer Präsident für das Landesarbeitsgericht Sachsen-Anhalt
VG Halle, 08.07.2014 - 5 B 29/14
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.11.2015 - 1 B 884/15
Beamtenrechtliches Konkurrentenstreitverfahren auf Erlass einer einstweiligen …
vgl. zur Verwirkung des Bewerbungsverfahrensanspruchs etwa OVG NRW, Beschluss vom 5. Dezember 2012 - 6 B 1156/12 -, juris, Rn. 5 (verneint bei Eilantrag ca. 4 Monate nach Konkurrentenmitteilung); Nds. OVG, Beschluss vom 5. Februar 2015 - 5 ME 211/14 -, DÖD 2015, 189 = juris,Rn. 10 ff. (bejaht bei Eilantrag mehr als 4 Monate nach Bundesrichterwahl); OVG S.-A., Beschluss vom 15. September 2014 - 1 M 76/14 -, juris, Rn. 10 ff. (verneint bei Eilantrag 7 bis 8 Wochen nach Konkurrentenmitteilung); Hess. VGH, Beschluss vom 4. August 1993 - 1 TG 1460/93 -, NVwZ 1994, 398 = juris, Rn. 4 ff., 9 (bejaht bei Eilantrag mehr als 6 Monate nach Konkurrentenmitteilung; Rahmen für Zeitmoment der prozessualen Verwirkung im Eilverfahren liegt zwischen 1 Monat und 6 Monaten); VG Halle (Saale), Beschluss vom 8. Juli 2014 - 5 B 29/14 -, juris, Rn. 5 f. (Ablauf der 14-Tages-Frist allein begründet kein schützenswertes Vertrauen des Dienstherrn); VG Ansbach, Beschlüsse vom 21. Dezember 2010 - AN 1 E 10.02481 -, juris, Rn. 34 (verneint bei Eilantrag 7 Wochen nach Konkurrentenmitteilung), und vom 25. April 2007- AN 1 E 07.00836 -, juris, Rn. 47 (verneint bei Eilantrag 7, 5 Monate nach Konkurrentenmitteilung).
vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 9. Juli 2007- 2 BvR 206/07 -, BVerfGK 11, 398 (402) = juris,Rn. 17 f.; BVerwG, Urteil vom 3. Dezember 2014- 2 A 3.13 -, BVerwGE 151, 14 = DVBl. 2015, 647 = juris, Rn. 24 ("dem Dienstherr[n] vor Aushändigung einer Ernennungsurkunde auferlegte Wartefrist"); OVG NRW, Beschluss vom 5. Dezember 2012 - 6 B 1156/12 -, juris, Rn. 10; OVG S.-A., Beschluss vom 15. September 2014 - 1 M 76/14 -, juris, Rn. 11 f.; VG Halle (Saale), Beschluss vom 8. Juli 2014 - 5 B 29/14 -, juris, Rn. 4 ff.
Danach entfaltet ein Anforderungsprofil Bindungswirkung für die Gewichtung der Leistungsmerkmale bei der Bewerberauswahl ( so ausdrücklich BVerwG, Beschluss vom 11. August 2005 - 2 B 6.05 -, juris [m. w. N.]; siehe zudem: OVG LSA, Beschluss vom 15. September 2014 - 1 M 76/14 - und Beschluss vom 26. Oktober 2010 - 1 M 125/10 -, juris [m. w. N.] ).
Insofern kann hier offen bleiben, ob bereits die Anforderung "mehrjährig" gegen ein eindeutiges und unschwer festzustellendes, objektiv überprüfbares Kriterium ohne Wertungsspielräume des Dienstherrn darstellt ( vgl. hierzu: OVG LSA, Beschluss vom 15. September 2014 - 1 M 76/14 -, juris ).
Nichts anderes gilt für die Gewichtung von Einzelmerkmalen, sofern nicht von Gesetzes wegen oder - ausnahmsweise - aufgrund eines spezifischen Anforderungsprofils eines zugleich mit dem Statusamt zu vergebenden bestimmten Dienstpostens etwas anderes geboten oder gerechtfertigt ist ( siehe hierzu: OVG LSA, Beschluss vom 15. September 2014 - 1 M 76/14 -, juris [m. w. N.]; Beschluss vom 16. Juni 2014 - 1 M 51/14 -, juris [m. w. N.] ), die mithin grundsätzlich erst im Anschluss ("in zweiter Linie") an einen Vergleich der Gesamt(teil)urteile bei wesentlich gleichem Gesamtergebnis in Betracht kommt ( BVerfG…, Beschluss vom 4. Oktober 2012, a. a. O. ).
Darüber hinaus dürfte - auch wenn die Antragsgegnerseite diesen Aspekt nicht zur Begründung des Abbruchs des Stellenbesetzungsverfahrens vorgebracht hat - nach der im Eilverfahren gebotenen summarischen Prüfung der Sach- und Rechtslage die Antragsgegnerin kraft Ermessensreduzierung aus Rechtsgründen sogar verpflichtet gewesen sein, das Stellenbesetzungsverfahren abzubrechen, weil das Auswahlverfahren aufgrund rechtswidriger zwingender Vorgaben hinsichtlich des sog. Anforderungsprofils nach Aktenlage fehlerhaft war (…vgl. auch BVerwG v. 03.12.2014 a.a.O., Rn. 19 bei juris - Abbruch des Stellenbesetzungsverfahrens, wenn es fehlerhaft ist und nicht mehr am Maßstab des Art. 33 Abs. 2 GG zu einer ordnungsgemäßen Auswahlentscheidung führen kann), vgl. hierzu OVG Sachsen-Anhalt v. 15.09.2014, Az. 1 M 76/14, Rn. 18 bei juris, m.w.N.:.
Erst wenn mehrere Bewerber allen konstitutiven Anforderungskriterien gerecht werden, erlangen - in der Regel durch dienstliche Beurteilungen ausgewiesene - allgemeine Abstufungen am Maßstab der Leistungstrias gem. Art. 33 Abs. 2 GG, §§ 9, 22 BBG Bedeutung (vgl. BVerwG v. 11.08.2005, Az. 2 B 6.05, m.w.N.; OVG Sachsen-Anhalt v. 15.09.2014, Az. 1 M 76/14, Rn. 20 bei juris; zum grundsätzlichen Vorrang dienstlicher Beurteilungen bei den Konkurrentenauswahl vgl. § 33 Abs. 1 BLV sowie: BVerfG v. 10.08.2010, Az. 2 BvR 764/11; BVerwG v. 27.02.2003, Az. 2 C 16.02 = NVwZ 2003, 1397; BVerwG v. 18.10.2007, Az. 1 WB 6/07; BVerwG v. 20.06.2013 a.a.O., Rn. 18 ff.; BVerwG v. 20.06.2013, Az. 2 B 99.11, Rn. 12 bei juris; BayVGH v. 17.05.2013, Az. 3 CE 12.2469, Rn. 30 bei juris; BayVGH v. 17.05.2013, Az. 3 CE 12.2470, Rn. 30 ff. OVG Münster v. 05.10.2012, Az. 1 B 681/12, Rn. 10 bei juris; Thür.
Ausnahmen hiervon - etwa in Form der Regelung konstitutiver Anforderungen - sind hiernach nur zulässig, wenn die Wahrnehmung der Aufgaben eines Dienstpostens zwingend besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten voraussetzt, die ein Laufbahnbewerber regelmäßig nicht mitbringt und sich in angemessener Zeit und ohne unzumutbare Beeinträchtigung der Aufgabenwahrnehmung auch nicht verschaffen kann (BVerwG v. 20.06.2013, Az. 2 VR 1.13, Rn. 24 ff. bei juris = BVerwGE 147, 20 ff.; dem folgend: OVG Koblenz v. 14.10.2014, Az. 2 B 10648/14, Rn. 22 ff. bei juris; OVG Münster v. 16.07.2014, Az. 1 B 253/14, Rn. 19 bei juris; OVG Sachsen-Anhalt v. 15.09.2014, Az. 1 M 76/14, Rn. 20 ff. bei juris; OVG Sachsen-Anhalt v. 16.06.2014, Az. 1 M 51/14, Rn. 10 ff. bei juris; Thür.
OVG Nordrhein-Westfalen, 13.05.2019 - 6 B 1753/18
Auswahlverfahren; Stellenbesetzungsverfahren; Abbruch; …
vgl. BVerwG, Beschluss vom 20. Juni 2013 - 2 VR 1.13 -, a. a. O., Rn. 27, 32 f.; OVG S.-A., Beschluss vom 15. September 2014 - 1 M 76/14 -, juris Rn. 18; VG München, Beschluss vom 4. August 2015 - M 21 E 15.2666 -, juris Rn. 40 und 44; s. auch BVerfG, Beschluss vom 2. Oktober 2007 - 2 BvR 2457/04 -, ZBR 2008, 164 = juris Rn. 18.
OVG Sachsen-Anhalt, 25.03.2019 - 4 L 138/17
Verrechnung von Abwasserabgaben; Ermittlung des "Vorher"-Werts
Denn bei dem vom Bundesverwaltungsgericht verwendeten Begriffspaar "mehrere Jahre" kann regelmäßig sogar von einem geforderten Zeitumfang von wenigstens drei Jahren ausgegangen werden (vgl. zu einer solchen Formulierung in Rahmen von Anforderungsprofilen in Stellenausschreibungen OVG LSA, Beschl. v. 15.09.2014 - 1 M 76/14 -, juris, Rn. 23).
OVG Saarland, 10.05.2017 - 1 A 178/16
Schadensersatzanspruch eines im Ruhestand befindlichen, zuvor zum Zwecke der …
OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 2.8.2016 - 2 MB 16/16 -, juris, unter Hinweis auf BVerwG, Beschluss vom 4.6.2014 - 2 B 108.13 -, a.a.O.; s.a. OVG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 15.9.2014 - 1 M 76/14 -, juris.
OVG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 15.9.2014 - 1 M 76/14 -, juris, Rdnr. 46.
OVG Schleswig-Holstein, 02.08.2016 - 2 MB 16/16
Beförderungen - Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
Auch danach sei der Möglichkeit, Einwendungen gegen eine dienstliche Beurteilung noch in einem verwaltungsgerichtlichen Konkurrentenstreitverfahren anbringen zu können, eine Grenze durch den Grundsatz von Treu und Glauben gezogen, der auch im Beamtenrecht anwendbar ist - insbesondere in Form der Verwirkung - (OVG Sachsen- Anhalt, Beschl. v. 15.09.2014 - 1 M 76/14 -, Juris Rn. 45, 46).
Denn bei einem regelmäßigen Beurteilungsrhythmus - wie vorliegend - dürfe die zur Entscheidung über Beförderungen berufene Behörde grundsätzlich davon ausgehen, dass der betroffene Beamte eine frühere Beurteilung hingenommen habe, wenn er hiergegen innerhalb des allgemeinen Beurteilungszeitraums keine rechtlichen Schritte unternommen habe (…OVG Sachsen-Anhalt, Beschl. v. 03.07.2012 - 1 M 67/12 -, Juris Rn. 9;… Beschl. v. 23.01.2014 - 1 L 138/13 -, Juris Rn. 12; Beschl. v. 15.09.2014 - 1 M 76/14 -, Juris Rn. 47).
Im Übrigen liefe die Rechtsansicht des Antragstellers im Falle ihrer Richtigkeit darauf hinaus, dass für entsprechende höherwertige und auch von der Beschwerde angenommene Statusämter die erforderlichen Erfahrungen im Bereich der Gerichtsverwaltung durch potentielle Bewerber ( siehe hierzu: OVG LSA, Beschluss vom 15. September 2014 - 1 M 76/14 -, juris; vgl. auch: OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 9. Mai 2012 - 1 B 214/12 -, juris; BayVGH, Beschluss vom 29. November 2012 - 3 CE 12.2225 -, juris; OVG Thüringen, Beschluss vom 29. Oktober 2001 - 2 EO 515/01 -, juris ) gar nicht erst erworben und bewertet werden könnten.
34 Der Antragsgegner hat in seinen schriftlichen Auswahlerwägungen das von ihm zugrunde gelegte (gesetzliche) Anforderungsprofil dokumentiert und sachlich in nicht zu erinnernder Weise begründet ( vgl. hierzu: OVG LSA, Beschluss vom 15. September 2014 - 1 M 76/14 -, juris [m. w. N.] ).
OVG Sachsen-Anhalt, 25.01.2018 - 1 M 5/18
Zum Anordnungsgrund im Eilverfahren nach § 123 VwGO (hier verneint) bei …
Gewichtung von Einzelmerkmalen dienstlicher Beurteilungen bei einer …
OVG Sachsen, 10.09.2018 - 2 B 252/18
Konkurrentenstreit; Verwirkung; Passivlegitimation
VG Bayreuth, 24.11.2015 - B 5 K 14.416
Auswahlentscheidung, Dokumentationspflicht, Dienstposten, …

References: § 73
 § 74
 § 74
 Art. 33
 Art. 33
 § 33
 § 123