Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Jubilaeumsgeld_40_Jahre_Beschaeftigungszeit_TVoeD_VKA_BAG_10AZR635-13.html
Timestamp: 2017-01-21 02:02:23+00:00

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Der An­spruch des Beschäftig­ten auf ein Ju­biläums­geld „bei Voll­endung“ ei­ner be­stimm­ten Beschäfti­gungs­zeit setzt nicht vor­aus, dass das Ar­beits­verhält­nis über die­sen Zeit­punkt hin­aus fort­be­steht.
10 AZR 635/13 8 Sa 560/12Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz Im Na­men des Vol­kes!
hat der Zehn­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 9. April 2014 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Prof. Dr. Mi­kosch, die Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Schmitz-Scho­le­mann und Mest­werdt so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­te­rin­nen Schürmann und Trümner für Recht er­kannt: - 2 - 1. Auf die Re­vi­si­on des Klägers wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Rhein­land-Pfalz vom 10. April 2013 - 8 Sa 560/12 - auf­ge­ho­ben.
2. Auf die Be­ru­fung des Klägers wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Lud­wigs­ha­fen am Rhein vom 15. No­vem­ber 2012 - 8 Ca 954/12 - ab­geändert.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger 1.000,00 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 2. März 2012 zu zah­len.
Die Par­tei­en strei­ten über Ju­biläums­geld. Der am 16. Fe­bru­ar 1947 ge­bo­re­ne Kläger stand bei der Be­klag­ten vom 1. März 1972 bis zum 29. Fe­bru­ar 2012 in ei­nem Ar­beits­verhält­nis als So­zi­alpädago­ge. Nach dem Ar­beits­ver­trag vom 27. März 1973 be­stimm­te sich das Ar­beits­verhält­nis nach dem Bun­des-An­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag (BAT) vom 23. Fe­bru­ar 1961 und den die­sen ergänzen­den oder ändern­den Ta­rif­verträgen in der für das Land Rhein­land-Pfalz je­weils gel­ten­den Fas­sung. Mit Be­schluss der Kom­mis­si­on zur Ord­nung des diöze­sa­nen Ar­beits­ver­trags­rechts (KO­DA) des Bis­tums Spey­er zur Über­nah­me von Re­ge­lun­gen des neu ge­stal­te­ten Ta­rif­rechts des öffent­li­chen Diens­tes vom 7. Ju­ni 2006 wur­den die Re­ge­lun­gen des TVöD (VKA) zum 1. Ok­to­ber 2007 dem kirch­li­chen Ar­beits­ver­trags­recht zu¬run­de ge­legt, so­weit die Bis­tums-KO­DA kei­ne ab­wei­chen­den Be­schlüsse fasst. Der Kläger nahm das An­ge­bot der Be­klag­ten an, auf das Ar­beits­verhält­nis die Vor­schrif­ten des TVöD (VKA) in der KO­DA-Fas­sung an­zu­wen­den. Vom 1. Ja­nu­ar 2009 bis zum 29. Fe­bru­ar 2012 war der Kläger in der Frei­stel­lungs- - 3 - pha­se des am 4. Sep­tem­ber 2005 ab­ge­schlos­se­nen Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses. Seit dem 1. März 2012 be­zieht er die ge­setz­li­che Al­ters­ren­te.
Das Ju­biläums­geld ist nach der KO­DA-Fas­sung des TVöD (VKA) wie folgt ge­re­gelt:
„§ 23 Be­son­de­re Zah­lun­gen
(2) Beschäftig­te er­hal­ten ein Ju­biläums­geld bei Voll­endung ei­ner Beschäfti­gungs­zeit (§ 34 Abs. 3)
a) von 25 Jah­ren in Höhe von 600,00 Eu­ro,
b) von 40 Jah­ren in Höhe von 1.000,00 Eu­ro,
c) von 50 Jah­ren in Höhe von 1.200,00 Eu­ro.
§ 34 Kündi­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses
(3) Beschäfti­gungs­zeit ist die bei dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber im Ar­beits­verhält­nis zurück­ge­leg­te Zeit, auch wenn sie un­ter­bro­chen ist. ...“
Der Kläger hat gel­tend ge­macht, die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen von § 23 Abs. 2 Satz 1 Buchst. b iVm. § 34 Abs. 3 TVöD (VKA) in der KO­DA-Fas­sung sei­en erfüllt. Er hat be­an­tragt,
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 1.000,00 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 2. März 2012 zu zah­len.
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Dem Kläger ste­he kein Ju­biläums­geld zu, da er am 1. März 2012, dem Ju­biläums­tag, nicht mehr Beschäftig­ter ge­we­sen sei. Es genüge für den An­spruch nicht, dass das Ar­beits­verhält­nis gleich­zei­tig mit Voll­endung der er­for­der­li­chen Beschäfti­gungs­zeit ge­en­det ha­be.
Die Vor­in­stan­zen ha­ben die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt der Kläger sei­nen Kla­ge­an­trag wei­ter. - 4 -
I. Die Re­vi­si­on ist be­gründet. Der Kläger hat An­spruch auf Zah­lung ei­nes Ju­biläums­gel­des iHv. 1.000,00 Eu­ro brut­to gemäß § 23 Abs. 2 Satz 1 Buchst. b iVm. § 34 Abs. 3 TVöD (VKA) in der KO­DA-Fas­sung nebst Zin­sen seit dem 2. März 2012.
1. Die Vor­schrif­ten des TVöD (VKA) in der KO­DA-Fas­sung fin­den auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en als Ver­trags­recht An­wen­dung. Das steht zwi­schen den Par­tei­en außer Streit.
2. Die Aus­le­gung von § 23 Abs. 2, § 34 Abs. 3 TVöD (VKA) in der KO­DA- Fas­sung führt dem Grun­de nach zu dem­sel­ben Er­geb­nis wie die Aus­le­gung der nach den An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen un­verändert über­nom­me­nen §§ 23, 34 TVöD. Zwar han­delt es sich um All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (vgl. BAG 22. Ju­li 2010 - 6 AZR 847/07 - BA­GE 135, 163). Im Verhält­nis der Par­tei­en zu­ein­an­der liegt Ver­trags­recht, nicht Ta­rif­recht vor. Je­doch liegt die­sem das Ta­rif­recht des öffent­li­chen Diens­tes zu­grun­de. Es kann kein Zwei­fel iSv. § 305c Abs. 2 BGB be­ste­hen, dass das­sel­be Verständ­nis der Re­ge­lun­gen wie im all­ge­mei­nen öffent­li­chen Dienst gel­ten soll.
3. Nach § 23 Abs. 2 Satz 1 Buchst. b iVm. § 34 Abs. 3 TVöD (VKA) in der KO­DA-Fas­sung hat der Beschäftig­te ei­nen An­spruch auf das Ju­biläums­geld iHv. 1.000,00 Eu­ro bei Voll­endung ei­ner Beschäfti­gungs­zeit von 40 Jah­ren. Beschäfti­gungs­zeit ist in ers­ter Li­nie die Zeit, die bei dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zurück­ge­legt wur­de.
a) Der Zeit­raum von 40 Jah­ren wird nach § 187 Abs. 2 Satz 1 iVm. § 188 Abs. 2 BGB be­rech­net. Der Be­ginn des Ar­beits­verhält­nis­ses fällt mit dem Be­ginn des Ta­ges zu­sam­men, der als Be­ginn des Ar­beits­verhält­nis­ses ver­trag­lich ver­ein­bart ist (BAG 2. No­vem­ber 1978 - 2 AZR 74/77 - zu II 3 b dd der Gründe, BA­GE 31, 121; 27. Ju­ni 2002 - 2 AZR 382/01 - zu B I 2 b bb der Gründe, BA­GE 102, 49). Die Jah­res­frist en­det mit dem Ab­lauf des­je­ni­gen Ta­ges des letz­ten Mo­nats, wel­cher dem Ta­ge vor­her­geht, der durch sei­ne Zahl dem An­fangs­tag
der Frist ent­spricht. Dem­nach hat der Kläger, des­sen Ar­beits­verhält­nis am 1. März 1972 be­gon­nen hat­te, mit Ab­lauf des 29. Fe­bru­ar 2012, dh. am 29. Fe­bru­ar 2012, 24:00 Uhr, ei­ne 40-jähri­ge Beschäfti­gungs­zeit voll­endet. Das se­hen auch die Par­tei­en übe­rein­stim­mend so.
b) Die Voll­endung der Beschäfti­gungs­zeit muss in ei­nem be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis er­reicht wer­den (so auch Brei­er/Das­sau/Kie­fer/Lang/ Lan­gen­brinck TVöD Stand März 2014 § 23 Rn. 71; Dörring/Kutz­ki/Sch­wald TVöD § 23 Rn. 29). Oh­ne Ar­beits­verhält­nis kann die Beschäfti­gungs­zeit ent-spre­chend der Be­griffs­be­stim­mung des § 34 Abs. 3 TVöD nicht voll­endet wer-den. Das er­gibt sich eben­so aus dem Wort­laut des § 23 Abs. 2 TVöD, wo­nach der An­spruch dem Beschäftig­ten bei Voll­endung der Beschäfti­gungs­zeit zu-steht. Bis zu die­sem Zeit­punkt stand der Kläger noch in ei­nem Ar­beits­verhält­nis. Das Ar­beits­verhält­nis en­de­te erst zu­sam­men mit der Voll­endung der Beschäfti­gungs­zeit.
c) Mit Voll­endung der maßgeb­li­chen Beschäfti­gungs­zeit ent­steht der An­spruch und wird fällig. Die Fällig­keit tritt mit ei­nem be­stimm­ten Tag ein. Das ist nicht der letz­te Tag der Frist, da die­ser Tag erst be­en­det sein muss, son­dern der fol­gen­de Tag. Die­ser Tag wird auch als „Ju­biläums­tag“ be­zeich­net. Es ent­spricht na­he­zu ein­hel­li­ger Auf­fas­sung, dass das Ju­biläums­geld ent­spre­chend § 271 BGB am „Ju­biläums­tag“ fällig wird (so zB Brei­er/Das­sau/Kie­fer/Lang/ Lan­gen­brinck § 23 Rn. 74; Spo­ner/St­ein­herr TVöD Stand März 2014 § 23 Rn. 52 f., 58; Cle­mens/Scheu­ring/St­ein­gen/Wie­se TVöD Stand Fe­bru­ar 2014 § 23 Rn. 177; Bur­ger/Clau­sen 2. Aufl. TVöD § 23 Rn. 34). Das war hier der 1. März 2012. Da­von ge­hen auch bei­de Par­tei­en aus.
4. Dem An­spruch steht nicht ent­ge­gen, dass am Tag der Fällig­keit kein Ar­beits­verhält­nis mehr be­stand. Die Aus­le­gung von § 23 Abs. 2, § 34 Abs. 3 TVöD er­gibt, dass der An­spruch auf das Ju­biläums­geld nur die Voll­endung der Beschäfti­gungs­zeit durch den Beschäftig­ten und da­mit den Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses zu die­sem Zeit­punkt vor­aus­setzt. Bei Fällig­keit des An­spruchs am Fol­ge­tag muss kein Ar­beits­verhält­nis mehr be­ste­hen.
- 6 - a) Der Wort­laut ist, an­ders als das Lan­des­ar­beits­ge­richt an­ge­nom­men hat, kei­nes­wegs ein­deu­tig. Wenn „Beschäftig­te“ ei­ne Zah­lung er­hal­ten, kann das zwar be­deu­ten, dass die Zah­lung am Tag der Fällig­keit nur von dann noch Beschäftig­ten ver­langt wer­den kann. Zwin­gend ist das aber nicht. Maßge­bend sind viel­mehr die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen gemäß der je­wei­li­gen Re­ge­lung. Ist die hier­nach von dem Beschäftig­ten ge­for­der­te Leis­tung er­bracht, steht ihm die Ge­gen­leis­tung un­abhängig da­von zu, ob er bei Fällig­keit noch in ei­nem Ar­beits­verhält­nis steht. So kann zB der Ar­beit­neh­mer die ver­ein­bar­te Vergütung oder Ent­gelt­fort­zah­lung nach den §§ 611, 615 BGB oder § 3 EFZG selbst­verständ­lich auch dann ver­lan­gen, wenn das Ver­trags­verhält­nis bei Fällig­keit (§ 614 BGB) nicht mehr be­steht; das Be­ste­hen ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses ist An­spruchs­vor­aus­set­zung nur für die Zeit, für die der An­spruch gel­tend ge­macht wird.
Das gilt so auch im öffent­li­chen Dienst. Der Be­griff des Beschäftig­ten be­zeich­net nur die Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer, die in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu ei­nem öffent­li­chen Ar­beit­ge­ber ste­hen (§ 1 TVöD, § 1 TV-L). Nach §§ 15, 24 Abs. 1 Satz 2 TVöD/TV-L er­folgt die Zah­lung des Ent­gelts an den Beschäftig­ten grundsätz­lich am letz­ten Tag des Mo­nats für den lau­fen­den Ka­len­der­mo­nat, auch wenn das Ar­beits­verhält­nis zu die­sem Zeit­punkt be­reits be­en­det ist. Soll der Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses an ei­nem be­stimm­ten Tag An­spruchs­vor­aus­set­zung sein, wird das be­son­ders ge­re­gelt, zB gemäß § 20 Abs. 1 TVöD/TV-L für die Jah­res­son­der­zah­lung.
Der Wort­laut von § 23 Abs. 2 TVöD/TV-L ver­langt als ein­deu­ti­ge An­spruchs­vor­aus­set­zung nur, dass „bei“ Voll­endung der Beschäfti­gungs­zeit ein Ar­beits­verhält­nis be­steht (oben zu 3 b). Dass der „Beschäftig­te“ das Ju­biläums­geld erhält, ist nicht als An­spruchs­vor­aus­set­zung, son­dern eher als Rechts­fol­ge for­mu­liert. Zwar ist ein Ju­bi­lar in der Re­gel am „Ju­biläums­tag“ noch Beschäftig­ter; die Be­zeich­nung als „Beschäftig­ter“ kann sich aber min­des­tens eben­so gut auf den dann schon ab­ge­schlos­se­nen Tat­be­stand der voll­ende­ten Beschäfti­gungs­zeit be­zie­hen. - 7 - b) Der Zu­sam­men­hang der ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen zeigt, dass der Be­griff des Beschäftig­ten nicht durch­weg im Sin­ne der von der Be­klag­ten ver­tre­te­nen Aus­le­gung zu ver­ste­hen ist. Je nach Sinn und Zweck des ge­re­gel­ten An­spruchs wird ge­ra­de kein Tat­be­stands­merk­mal für die Zeit der Fällig­keit des An­spruchs be­stimmt. So ha­ben „die Beschäftig­ten“ nach § 25 TVöD/TV-L An­spruch auf ei­ne be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung. Beschäftig­te, die Schicht- oder Wech­sel­schicht­ar­beit leis­ten, er­hal­ten die Zu­la­gen nach § 8 Abs. 7 und Abs. 8 TV-L bzw. § 8 Abs. 5 und Abs. 6 TVöD al­lein we­gen der im Ar­beits­verhält­nis er­brach­ten Tätig­keit.
c) Nach Sinn und Zweck von § 23 Abs. 2, § 34 Abs. 3 TVöD reicht die Voll­endung der maßgeb­li­chen Beschäfti­gungs­zeit für den An­spruch auf Ju­biläums­geld aus. Die Re­ge­lung be­zweckt aus­sch­ließlich, ei­ne be­stimm­te Beschäfti­gungs­zeit des Ar­beit­neh­mers zu ho­no­rie­ren. Es geht um die Be­loh­nung der be­son­de­ren Be­triebs­treue zum Ar­beit­ge­ber, die dar­in be­steht, dass der Beschäftig­te im un­ter­stell­ten In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers die Freizügig­keit und die Chan­cen des Ar­beits­markts nicht in An­spruch nimmt, son­dern das Ar­beits­verhält­nis zu sei­nem Ar­beit­ge­ber während ei­ner be­son­ders lan­gen Zeit­span­ne auf­recht­erhält (Das­sau/Lan­gen­brinck TVöD 2. Aufl. I 2.1). Dann er­scheint es nicht fol­ge­rich­tig, noch nach Erfüllung der Beschäfti­gungs­zeit, wenn auch nur für kur­ze Zeit, den Be­stand ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses zu for­dern (iE wohl eben­so Cle­mens/Scheu­ring/St­ein­gen/Wie­se § 23 Rn. 162 f., 167; Ha­mer in Görg/Guth/ Ha­mer/Pie­per TVöD § 23 Rn. 10; nicht an­ders Brei­er/Das­sau/Kie­fer/Lang/ Lan­gen­brinck § 23 Rn. 71, 73 f.).
So­weit in der Kom­men­tar­li­te­ra­tur der Be­stand ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses am „Ju­biläums­tag“ ge­for­dert wird (Spo­ner/St­ein­herr § 23 Rn. 53 bis 55; Das­sau/Wie­send-Ro­th­brust TVöD 6. Aufl. § 23 Rn. 29), wird zur Be­gründung vor al­lem die - nicht wei­ter be­gründe­te - Mehr­heits­mei­nung in der Sit­zung des Res­sort­ta­rif­aus­schus­ses des Bun­des am 18. Ja­nu­ar 1980 an­geführt (Spo­ner/ St­ein­herr § 23 Rn. 53). Die Kom­men­tie­rung steht je­doch im Wi­der­spruch zu der zu­vor er­ziel­ten Aus­le­gung (Spo­ner/St­ein­herr § 23 Rn. 52), das Ju­biläums­geld ste­he mit Ab­lauf des letz­ten zur Voll­endung der Frist er­for­der­li­chen Ta­ges zu.
- 8 - Die an­ge­zo­ge­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 12. Au­gust 1981 (- 4 AZR 918/78 - BA­GE 36, 52, 58) gibt für die vor­lie­gen­de Pro­ble­ma­tik nichts her; sie be­sagt nur, dass der An­spruch auf die Ju­biläums­zu­wen­dung erst mit Voll­endung der er­for­der­li­chen Dienst­zeit ent­steht und vor­her we­der Teil­rech­te noch An­wart­schaf­ten be­ste­hen. Letzt­lich er­ken­nen auch Spo­ner/St­ein­herr (§ 23 Rn. 55) ein per­so­nal­po­li­ti­sches Un­be­ha­gen an ih­rer Lösung. Sie befürwor­ten des­halb, „der durch­aus an­er­ken­nens­wer­ten In­ter­es­sen­wer­tung an ei­nem ver­dien­ten Ju­biläums­geld mit ei­ner über­ta­rif­li­chen Lösung zu ent­spre­chen“, und ver­wei­sen auf die Rund­schrei­ben des BMI vom 9. Sep­tem­ber 1980 - D III 6 - 211 422/68 - (Be­am­ten­be­sol­dungs­re­fe­rat) und vom 26. No­vem­ber 1980 - D III/1 - 220 220 - 5/1 - (Ta­rif­re­fe­rat). Da­nach ist ab­wei­chend von der in der Sit­zung des Res­sort­ta­rif­aus­schus­ses am 18. Ja­nu­ar 1980 über­wie­gend ver­tre­te­nen Auf­fas­sung ei­ne Ju­biläums­zu­wen­dung auch dann zu gewähren, „wenn der Zeit­punkt der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem Zeit­punkt der Voll­endung der maßgeb­li­chen Dienst­zeit zu­sam­menfällt“. Dem­ent­spre­chend sind Spo­ner/St­ein­herr (§ 23 Rn. 57) der Auf­fas­sung, dass im Be­reich der VKA ent­spre­chend dem vor­ge­nann­ten BMI-Rund­schrei­ben vom 26. No­vem­ber 1980 ver­fah­ren wer­den konn­te. Eben­so hat die Geschäfts­stel­le der TdL in ih­rem Schrei­ben an die neu­en Bun­desländer vom 9. No­vem­ber 1992 - 3-01-39/2082/92 - D/2 - kei­ne Be­den­ken er­ho­ben, wenn nach dem Rund­schrei­ben des BMI vom 26. No­vem­ber 1980 ver­fah­ren wird (Cle­mens/ Scheu­ring § 23 Rn. 166).
d) Dem­nach hat der Kläger al­le An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen erfüllt, ob­wohl er mit dem 29. Fe­bru­ar 2012 aus dem Ar­beits­verhält­nis aus­ge­schie­den ist und am 1. März 2012 nicht mehr „Beschäftig­ter“ war.
5. Der Zins­an­spruch be­ruht auf § 286 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 1, § 288 Abs. 1 BGB. Für den Zins­be­ginn gilt § 187 Abs. 1 BGB ent­spre­chend (Pa­landt/El­len­ber­ger 73. Aufl. § 187 BGB Rn. 1 aE mwN). - 9 - II. Die Be­klag­te hat gemäß § 91 Abs. 1 ZPO die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.
Mi­kosch Mest­werdt Schmitz-Scho­le­mann
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References: § 34
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 § 34
 § 23
 § 34
 § 305
 § 23
 § 34
 § 187
 § 188
 § 23
 § 23
 § 34
 § 23
 § 271
 § 23
 § 23
 § 23
 § 23
 § 23
 § 34
 § 3
 § 1
 § 20
 § 23
 § 25
 § 8
 § 8
 § 23
 § 34
 § 23
 § 23
 § 23
 § 23
 § 23
 § 23
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 § 187
 § 91