Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20110323_OGH0002_0040OB00233_10H0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2020-01-22 14:00:12+00:00

Document:
RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 4Ob233/10h - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 4Ob82/92 4Ob52/93 4Ob40...
RS0031883
4Ob82/92; 4Ob52/93; 4Ob40/93; 4Ob133/93; 4Ob99/93; 4Ob168/93; 6Ob17/94; 4Ob134/94; 6Ob1007/95; 6Ob26/95; 6Ob22/95; 6Ob24/95; 4Ob49/95; 6Ob31/95; 6Ob2060/96a; 4Ob2115/96z; 4Ob2364/96t; 6Ob2300/96w; 4Ob2382/96i; 6Ob245/97s; 6Ob343/97b; 6Ob380/97v; 6Ob93/98i; 6Ob212/98i; 6Ob304/98v; 6Ob37/98d; 6Ob254/98s; 6Ob21/99b; 6Ob10/99k; 6Ob289/98p; 4Ob72/99p; 6Ob130/99g; 6Ob160/99v; 8ObA45/99x; 6Ob185/99w; 6Ob196/99p; 6Ob202/99w; 6Ob22/00d; 4Ob49/00k; 4Ob60/00b; 6Ob308/99h; 6Ob79/00m; 6Ob88/00k; 4Ob84/00g; 4Ob55/00t; 4Ob266/00x; 6Ob264/00t; 6Ob276/00g; 6Ob320/00b; 6Ob23/01b; 6Ob41/01z; 6Ob114/01k; 6Ob138/01i; 6Ob249/01p; 7Ob290/01z; 6Ob47/02h; 6Ob238/02x; 8ObA196/02k; 4Ob27/03d; 4Ob297/02h; 6Ob55/03m; 6Ob315/02w; 6Ob79/03s; 4Ob162/03g; 7Ob106/03v; 4Ob196/03g; 4Ob204/03h; 8Ob122/03d; 4Ob18/04g; 10Ob1/04a; 7Ob98/04v; 6Ob224/04s; 9ObA37/05i; 6Ob295/03f; 6Ob211/05f; 6Ob11/06w; 6Ob129/06y; 6Ob97/06t; 6Ob153/06b; 4Ob105/06d; 6Ob159/06k; 3Ob160/06k; 6Ob197/05x; 6Ob291/06x; 6Ob250/06t; 6Ob3/07w; 6Ob79/07x; 4Ob97/07d; 6Ob207/07w; 4Ob233/07d; 4Ob236/07w; 4Ob84/08v; 4Ob60/08i; 6Ob285/07s; 6Ob110/08g; 6Ob51/08f; 6Ob123/08v; 4Ob171/08p; 4Ob176/08y; 6Ob256/08b; 4Ob224/08g; 6Ob62/09z; 6Ob66/09p; 4Ob132/09d; 6Ob52/09d; 4Ob64/10f; 4Ob112/10i; 4Ob39/10d; 6Ob162/10g; 4Ob118/10x; 3Ob223/10f; 6Ob192/10v; 6Ob220/10m; 6Ob262/10p; 4Ob233/10h; 4Ob174/10g; 4Ob83/11a; 6Ob232/10a; 6Ob187/11k; 6Ob245/11i; 3Ob7/12v; 9ObA77/11f; 6Ob162/12k; 6Ob170/13p; 6Ob122/13d; 6Ob45/14g; 6Ob51/14i; 6Ob89/14b; 6Ob17/15s; 6Ob143/14v; 4Ob80/15s; 6Ob116/16a; 6Ob238/15s; 6Ob245/16x; 3Ob3/17p; 6Ob202/16y; 6Ob66/16y; 6Ob24/17y; 6Ob62/17m; 6Ob61/17i; 6Ob102/17v; 6Ob149/17f; 6Ob230/17t; 6Ob243/17d; 6Ob124/18f; 4Ob177/18k; 6Ob220/18y; 6Ob99/19f
ABGB §1330 BII
BGB §661a
KSchG §5j
UWG §1 D2d
UWG §7 C
Bei der Beurteilung der Frage, ob "Tatsachen" verbreitet wurden, kommt es demnach immer auf den Gesamtzusammenhang und den dadurch vermittelten Gesamteindruck der beanstandeten Äußerungen an; das Verständnis des unbefangenen Durchschnittslesers oder Durchschnittshörers, nicht aber der subjektive Wille des Erklärenden ist maßgebend.
Entscheidungstext OGH 24.11.1992 4 Ob 82/92
Veröff: EvBl 1993/134 S 554 = ÖBl 1993,84 = MR 1993,17
4 Ob 52/93
Entscheidungstext OGH 04.05.1993 4 Ob 52/93
Beisatz: Das gleiche gilt für den Bedeutungsinhalt der Äußerung. (T1)
Entscheidungstext OGH 04.05.1993 4 Ob 40/93
4 Ob 133/93
Entscheidungstext OGH 30.11.1993 4 Ob 133/93
4 Ob 99/93
Entscheidungstext OGH 13.07.1993 4 Ob 99/93
4 Ob 168/93
Entscheidungstext OGH 25.01.1994 4 Ob 168/93
Veröff: SZ 67/10
Entscheidungstext OGH 13.07.1994 6 Ob 17/94
Veröff: EvBl 1994/97 S 505
4 Ob 134/94
Entscheidungstext OGH 22.11.1994 4 Ob 134/94
6 Ob 1007/95
Entscheidungstext OGH 09.03.1995 6 Ob 1007/95
6 Ob 26/95
Entscheidungstext OGH 22.08.1995 6 Ob 26/95
6 Ob 22/95
Entscheidungstext OGH 01.06.1995 6 Ob 22/95
Entscheidungstext OGH 13.10.1995 6 Ob 24/95
4 Ob 49/95
Entscheidungstext OGH 10.10.1995 4 Ob 49/95
nur: Bei der Beurteilung der Frage, ob "Tatsachen" verbreitet wurden, kommt es demnach immer auf den Gesamtzusammenhang und den dadurch ermittelten Gesamteindruck der beanstandeten Äußerungen an. (T2)
Veröff: SZ 68/177
6 Ob 31/95
Entscheidungstext OGH 25.10.1995 6 Ob 31/95
Entscheidungstext OGH 28.09.1996 6 Ob 2060/96a
4 Ob 2115/96z
Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2115/96z
Auch; nur: Das Verständnis des unbefangenen Durchschnittslesers oder Durchschnittshörers, nicht aber der subjektive Wille des Erklärenden ist maßgebend. (T3)
Beisatz: Auch nach § 7 UWG zu beurteilende Mitteilungen sind so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen bei ungezwungener Auslegung verstanden werden, nicht aber so, wie sie gemeint oder verstanden werden sollten. Eine missverständliche Fassung geht stets zu Lasten des Mitteilenden. (T4)
4 Ob 2364/96t
Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2364/96t
6 Ob 2300/96w
Entscheidungstext OGH 18.12.1996 6 Ob 2300/96w
4 Ob 2382/96i
Entscheidungstext OGH 28.01.1997 4 Ob 2382/96i
6 Ob 245/97s
Entscheidungstext OGH 29.10.1997 6 Ob 245/97s
6 Ob 343/97b
Entscheidungstext OGH 24.11.1997 6 Ob 343/97b
6 Ob 380/97v
Entscheidungstext OGH 26.02.1998 6 Ob 380/97v
nur T2; Beisatz: Dies gilt auch für an sich richtige Zitate, wenn der Gesamtinhalt eines Artikels durch das Verschweigen ihres wahren Sinnes im Textzusammenhang entstellt wird. (T5)
6 Ob 93/98i
Entscheidungstext OGH 27.05.1998 6 Ob 93/98i
Veröff: SZ 71/96
6 Ob 212/98i
Entscheidungstext OGH 10.09.1998 6 Ob 212/98i
6 Ob 304/98v
Entscheidungstext OGH 26.11.1998 6 Ob 304/98v
Entscheidungstext OGH 26.11.1998 6 Ob 37/98d
Beisatz: Die Ermittlung des Bedeutungsinhaltes ist im allgemeinen eine Rechtsfrage, die von den näheren Umständen des Einzelfalles, insbesondere aber von der konkreten Formulierung in ihrem Zusammenhang abhängt. (T6)
Entscheidungstext OGH 26.11.1998 6 Ob 254/98s
Auch; nur T2; Beis wie T1
6 Ob 21/99b
Entscheidungstext OGH 25.02.1999 6 Ob 21/99b
nur T2; Veröff: SZ 72/39
6 Ob 10/99k
Entscheidungstext OGH 11.03.1999 6 Ob 10/99k
6 Ob 289/98p
Entscheidungstext OGH 25.03.1999 6 Ob 289/98p
4 Ob 72/99p
Entscheidungstext OGH 01.06.1999 4 Ob 72/99p
6 Ob 130/99g
Entscheidungstext OGH 15.07.1999 6 Ob 130/99g
Beis wie T4 nur: Die Mitteilung ist so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen bei ungezwungener Auslegung verstanden werden. (T7)
Beis wie T6; Beisatz: Bringt der Beklagte in einem Medium für den verständigen, unbefangenen Durchschnittsleser erkennbar seine Auffassung zum Ausdruck, die Zusammenarbeit mit der Klägerin sei (nun) nicht mehr partnerschaftlich und (wirtschaftlich) erfolgreich, er befürchte, dass ihre Vorgangsweise zu einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage und einem wirtschaftlichen Niedergang des Unternehmens führen werde, wird ein verständiger, unbefangener Durchschnittsleser dieser Äußerung aus ihrem Gesamtzusammenhang hingegen nicht entnehmen, dass die Klägerin tatsächlich vor dem wirtschaftlichen Niedergang stehe und Arbeitsplätze gefährdet wären. Diese wertende Meinungsäußerung des Beklagten ist nicht tatbestandsmäßig im Sinn des § 1330 Abs 2 ABGB. (T8)
6 Ob 160/99v
Entscheidungstext OGH 15.07.1999 6 Ob 160/99v
Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T4 nur: Mitteilungen sind so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen bei ungezwungener Auslegung verstanden werden. (T9)
Entscheidungstext OGH 08.07.1999 8 ObA 45/99x
6 Ob 185/99w
Entscheidungstext OGH 16.09.1999 6 Ob 185/99w
Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Die Behauptung, ein Kind arbeite (beziehungsweise verrichte Kinderarbeit) kann nicht ohne weiteres mit der Behauptung gleichgesetzt werden, es werde von seinen Eltern zu Kinderarbeit veranlasst (und dadurch wirtschaftlich ausgebeutet). (T10)
6 Ob 196/99p
Entscheidungstext OGH 16.09.1999 6 Ob 196/99p
Entscheidungstext OGH 25.11.1999 6 Ob 202/99w
6 Ob 22/00d
Entscheidungstext OGH 24.02.2000 6 Ob 22/00d
4 Ob 49/00k
Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 49/00k
Auch; nur: Bei der Beurteilung der Frage, ob "Tatsachen" verbreitet wurden, kommt es demnach immer auf den Gesamtzusammenhang und den dadurch vermittelten Gesamteindruck der beanstandeten Äußerungen an; das Verständnis des unbefangenen Durchschnittslesers. (T11)
4 Ob 60/00b
Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 60/00b
Entscheidungstext OGH 09.03.2000 6 Ob 308/99h
Vgl auch; Beisatz: Wertende Äußerungen sind nach dem Gesamtzusammenhang, in dem sie verbreitet wurden, zu beurteilen. (T12)
6 Ob 79/00m
Entscheidungstext OGH 29.03.2000 6 Ob 79/00m
Veröff: SZ 73/60
Entscheidungstext OGH 13.04.2000 6 Ob 88/00k
nur T11; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Behauptung, dass die Heime der Klägerin Heimstätte illegalen Drogenhandels seien, in einem derartigen Heim Suchtgift in näher bezeichnetem Wert sichergestellt worden sei und durch die Kläger Drogenhändler gedeckt würden. (T13)
4 Ob 84/00g
Entscheidungstext OGH 12.04.2000 4 Ob 84/00g
Vgl auch; Beis wie T4 nur: Auch nach § 7 UWG zu beurteilende Mitteilungen sind so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen bei ungezwungener Auslegung verstanden werden, nicht aber so, wie sie gemeint oder verstanden werden. (T14)
4 Ob 55/00t
Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 55/00t
Auch; nur T11; Beis wie T1
4 Ob 266/00x
Entscheidungstext OGH 24.10.2000 4 Ob 266/00x
6 Ob 264/00t
Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 264/00t
6 Ob 276/00g
Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 276/00g
Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T7
6 Ob 320/00b
Entscheidungstext OGH 17.01.2001 6 Ob 320/00b
Vgl auch; nur T2; Beisatz: In die Ehre eines anderen eingreifende Äußerungen sind nach dem Gesamtzusammenhang, in dem sie fielen und dem dadurch vermittelten Gesamteindruck zu beurteilen. (T15)
6 Ob 23/01b
Entscheidungstext OGH 22.02.2001 6 Ob 23/01b
Vgl auch; nur: Bei der Beurteilung der Frage, ob "Tatsachen" verbreitet wurden, kommt es demnach immer auf den Gesamtzusammenhang an. (T16)
Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 41/01z
Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T7; Beisatz: Auch die Beurteilung der Frage, ob "Tatsachen" verbreitet werden, ist im Allgemeinen eine Rechtsfrage, die von den näheren Umständen des Einzelfalles, insbesondere von der konkreten Formulierung in ihrem Zusammenhang, abhängt. (T17)
Entscheidungstext OGH 16.05.2001 6 Ob 114/01k
Vgl auch; nur T16; Beis ähnlich wie T15
6 Ob 138/01i
Entscheidungstext OGH 21.06.2001 6 Ob 138/01i
Vgl auch; nur T2; Beis wie T15; Beisatz: Die im gewerblichen Rechtsschutz für die blickfangartige Herausstellung im Titel maßgeblichen Argumente sind auf Presseaussendungen von Politikern im politischen Meinungskampf nicht ohne weiteres übertragbar. (T18)
6 Ob 249/01p
Entscheidungstext OGH 20.12.2001 6 Ob 249/01p
Beisatz: Bei zeitlich auseinanderfallenden, inhaltlich aber in engem Zusammenhang stehenden rufschädigenden Tatsachenbehauptungen (§ 1330 Abs 2 ABGB) ist der Bedeutungsinhalt nach dem in einer Gesamtschau vermittelten Eindruck entscheidend. Beurteilungsmaßstab ist ein fiktiver Mitteilungsempfänger, dem alle Äußerungen zur Kenntnis gelangt sind. (T19)
Beisatz: Dies kann dazu führen, dass eine Äußerung, die bei einer isolierten Betrachtung als wahrheitsgemäß beurteilt werden kann, auf Grund eines in der Gesamtschau herbeigeführten anderen Gesamteindrucks als falsche Tatsachenbehauptung qualifiziert werden muss. (T20)
Veröff: SZ 74/204
7 Ob 290/01z
Entscheidungstext OGH 19.12.2001 7 Ob 290/01z
Auch; Beisatz: Hier: Mehrdeutige Äußerungen. (T21)
Beisatz: Hier: Gewinnzusage im Sinne des § 5j KSchG, Forderungsdurchsetzung durch Klagbarkeit wurde bejaht. (T22)
Veröff: SZ 74/203
6 Ob 47/02h
Entscheidungstext OGH 16.05.2002 6 Ob 47/02h
Entscheidungstext OGH 10.10.2002 6 Ob 238/02x
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Lügenvorwurf. (T23)
8 ObA 196/02k
Entscheidungstext OGH 17.10.2002 8 ObA 196/02k
4 Ob 27/03d
Entscheidungstext OGH 18.02.2003 4 Ob 27/03d
Vgl auch; Beis wie T22; Beisatz: Zergliedernde Betrachtungsweise widerspricht dem bestehenden allgemeinen Grundsatz, dass im geschäftlichen Wettbewerb der Inhalt einer Ankündigung stets am Gesamteindruck zu messen ist, den die angesprochenen Verkehrskreise gewinnen. (T24)
4 Ob 297/02h
Entscheidungstext OGH 25.03.2003 4 Ob 297/02h
Auch; Beis wie T19; Beisatz: Nimmt eine Werbeaussage nach dem Verständnis der angesprochenen Verkehrskreise auf eine unmittelbar vorangehende Werbung inhaltlich Bezug, ist der Sinngehalt der späteren Werbung nicht isoliert, sondern nach dem Verständnis von Verkehrsteilnehmern zu betrachten, die beide Aussagen kennen. (T25)
6 Ob 55/03m
Entscheidungstext OGH 24.04.2003 6 Ob 55/03m
6 Ob 315/02w
Entscheidungstext OGH 20.03.2003 6 Ob 315/02w
6 Ob 79/03s
Entscheidungstext OGH 21.05.2003 6 Ob 79/03s
4 Ob 162/03g
Entscheidungstext OGH 19.08.2003 4 Ob 162/03g
7 Ob 106/03v
Entscheidungstext OGH 05.08.2003 7 Ob 106/03v
Auch; Beis wie T22; Beis wie T24
4 Ob 196/03g
Entscheidungstext OGH 07.10.2003 4 Ob 196/03g
Auch; Beis ähnlich wie T19
4 Ob 204/03h
Entscheidungstext OGH 21.10.2003 4 Ob 204/03h
Vgl; Beis wie T21; Beisatz: Im geschäftlichen Wettbewerb muss derjenige, der mehrdeutige Äußerungen macht, stets die für ihn ungünstigste Auslegung gegen sich gelten lassen ("Unklarheitenregel"). Diese Regel ist auch im Zusammenhang mit § 5j KSchG anwendbar. (T26)
8 Ob 122/03d
Entscheidungstext OGH 13.11.2003 8 Ob 122/03d
Vgl; Beis wie T26
4 Ob 18/04g
Entscheidungstext OGH 10.02.2004 4 Ob 18/04g
Auch; Beisatz: Die Frage, ob einem Schreiben eine bestimmte Äußerung entnommen werden kann, ist immer nach dem Verständnis der angesprochenen Verkehrskreise bei ungezwungener Auslegung zu beurteilen. (T27)
Beisatz: Wie eine Äußerung im Einzelfall zu verstehen ist, hängt so sehr von den Umständen des konkreten Falls ab, dass dieser Frage keine darüber hinausgehende Bedeutung zukommt und sie daher keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO bildet. (T28)
10 Ob 1/04a
Entscheidungstext OGH 10.02.2004 10 Ob 1/04a
7 Ob 98/04v
Entscheidungstext OGH 16.06.2004 7 Ob 98/04v
Vgl auch; Beisatz: Die Auslegungskriterien des BGH zu § 661a BGB entsprechen jenen des Obersten Gerichtshofes zu § 5j KSchG: Für eine Gewinnzusage oder vergleichbare Mitteilung ist nicht nur auf deren Inhalt, sondern auch auf die äußere Gestaltung abzustellen; die Zusendung muss abstrakt geeignet sein, beim durchschnittlichen Verbraucher in der Lage des Empfängers den Eindruck zu erwecken er werde einen - bereits gewonnenen - Preis erhalten; es kommt auf das subjektive Verständnis der Zusendung durch den konkreten Empfänger nicht an, sodass es nicht erforderlich ist, dass der Empfänger dem Schreiben tatsächlich Glauben schenkt und der Verbraucher, der die Gewinnzusage als bloßes Werbemittel durchschaut oder durchschauen könnte, die Leistung des angeblich gewonnenen Preises verlangen kann. (T29)
6 Ob 224/04s
Entscheidungstext OGH 17.02.2005 6 Ob 224/04s
9 ObA 37/05i
Entscheidungstext OGH 06.04.2005 9 ObA 37/05i
6 Ob 295/03f
Entscheidungstext OGH 14.07.2005 6 Ob 295/03f
Auch; Beisatz: Ob durch eine Äußerung Tatsachen verbreitet werden oder eine wertende Meinungsäußerung vorliegt, richtet sich nach dem Gesamtzusammenhang und dem dadurch vermittelten Gesamteindruck für den unbefangenen Durchschnittsadressaten. Wesentlich ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist, sodass sie nicht nur subjektiv angenommen oder abgelehnt, sondern als richtig oder falsch beurteilt werden kann. Hier: Eine Artikelüberschrift, die offen lässt, was oder wer damit gemeint ist, ist nicht isoliert zu betrachten. (T30)
6 Ob 211/05f
Entscheidungstext OGH 15.12.2005 6 Ob 211/05f
Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 11/06w
6 Ob 129/06y
Entscheidungstext OGH 29.06.2006 6 Ob 129/06y
6 Ob 97/06t
Entscheidungstext OGH 24.05.2006 6 Ob 97/06t
6 Ob 153/06b
Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 153/06b
4 Ob 105/06d
Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 105/06d
Auch; Beis wie T5; Beis ähnlich wie T30; Beisatz: Hier: § 7 UWG. (T31)
Entscheidungstext OGH 12.10.2006 6 Ob 159/06k
Auch; Beis wie T30 nur: Ob durch eine Äußerung Tatsachen verbreitet werden oder eine wertende Meinungsäußerung vorliegt, richtet sich nach dem Gesamtzusammenhang und dem dadurch vermittelten Gesamteindruck für den unbefangenen Durchschnittsadressaten. Wesentlich ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist, sodass sie nicht nur subjektiv angenommen oder abgelehnt, sondern als richtig oder falsch beurteilt werden kann. (T32)
Beisatz: Das Recht auf freie Meinungsäußerung deckt unwahre Tatsachenbehauptungen nicht. Daher dürfen auch Werturteile, die konkludente Tatsachenbehauptungen sind, nicht schrankenlos geäußert werden; allerdings sind angesichts der heutigen Reizüberflutung selbst überspitzte Formulierungen unter Umständen hinzunehmen, soweit kein massiver Wertungsexzess vorliegt. (T33)
Beisatz: Hier: Inserat in einer Faschingszeitung im Zuge einer politischen Auseinandersetzung. (T34)
3 Ob 160/06k
Entscheidungstext OGH 30.11.2006 3 Ob 160/06k
Auch; nur T3; Beis ähnlich wie T12; Beis ähnlich wie T21; Beis ähnlich wie T28; Beisatz: Die Frage, ob das Aufrechterhalten einer verbotenen Äußerung gegenüber einem Medium auch ohne explizite Wiederholung bereits einen Verstoß gegen ein auferlegtes Unterlassungsgebot bildet, ist nicht anders zu beurteilen als die Frage, wie eine Äußerung auszulegen ist. (T35)
6 Ob 197/05x
Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 197/05x
Auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Artikel in einer Studentenzeitung über ein von der Hochschülerschaft durchgeführtes Vergabeverfahren. (T36)
Entscheidungstext OGH 21.12.2006 6 Ob 291/06x
Auch; Beisatz: Ist der Kläger aber nach den Feststellungen gerade nicht in die von der breiten Öffentlichkeit mit unseriösen Spekulationsgeschäften im karibischen Raum assoziierte „Bawag-Affäre" verwickelt, so war die inkriminierte Äußerung jedenfalls unwahr. (T37)
Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 250/06t
Auch; nur T2; Beis ähnlich wie T7; Beis wie T32; Beis wie T33
Entscheidungstext OGH 15.02.2007 6 Ob 3/07w
Auch; nur T2; Beisatz: Bei den vom Rekursgericht zur Ermittlung des Gesamtzusammenhangs, in dem die beanstandete Äußerung fiel, und des dadurch vermittelten Gesamteindrucks als offenkundig im Sinn des § 269 ZPO herangezogenen tatsächlichen Umständen handelt es sich um Tatsachenfeststellungen, deren Richtigkeit im Revisionsrekursverfahren nicht überprüft werden kann. (T38)
Entscheidungstext OGH 21.06.2007 6 Ob 79/07x
Beis wie T19; Beis wie T32 nur: Wesentlich ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist, sodass sie nicht nur subjektiv angenommen oder abgelehnt, sondern als richtig oder falsch beurteilt werden kann. (T39)
4 Ob 97/07d
Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 97/07d
Beis wie T1; Beis wie T14; Beis wie T30; Beis wie T31
Entscheidungstext OGH 13.09.2007 6 Ob 207/07w
4 Ob 233/07d
Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 233/07d
4 Ob 236/07w
Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 236/07w
4 Ob 84/08v
Entscheidungstext OGH 10.06.2008 4 Ob 84/08v
Auch; Beis wie T6; Beis wie T28
Entscheidungstext OGH 20.05.2008 4 Ob 60/08i
Entscheidungstext OGH 10.04.2008 6 Ob 285/07s
Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 110/08g
Vgl; Beisatz: Hauptverfahren zum Provisorialverfahren 6 Ob 159/06k mit Bezugnahme auf die Entscheidung MR 2007, 419 (Lindon und Otchakovsky-Laurens/Frankreich) des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. (T40)
6 Ob 51/08f
Entscheidungstext OGH 05.06.2008 6 Ob 51/08f
6 Ob 123/08v
Entscheidungstext OGH 07.08.2008 6 Ob 123/08v
4 Ob 176/08y
Entscheidungstext OGH 20.01.2009 4 Ob 176/08y
Vgl auch; Beis ähnlich wie T6; Beis ähnlich wie T28
Entscheidungstext OGH 17.12.2008 6 Ob 256/08b
4 Ob 224/08g
Entscheidungstext OGH 20.01.2009 4 Ob 224/08g
Entscheidungstext OGH 02.07.2009 6 Ob 62/09z
Auch; Beis wie T32; Beis wie T33
Entscheidungstext OGH 05.08.2009 6 Ob 66/09p
Beis wie T17; Beis wie T30; Beisatz: Hier: Vorwurf der zweckfremden Verwendung von Subventionen. (T41)
Entscheidungstext OGH 20.10.2009 4 Ob 132/09d
Vgl; Beis wie T6; Beis wie T7
6 Ob 52/09d
Entscheidungstext OGH 18.12.2009 6 Ob 52/09d
Beis wie T7; Beis wie T32; Bem: Hier: Die Bezeichnung „verdorben" für die der Speiseeisverordnung nicht entsprechenden Speiseeisproben ist im gegebenen Zusammenhang unter dem Blickwinkel der Freiheit der Meinungsäußerung eine zulässige Wertung eines nicht der einschlägigen Rechtsvorschrift entsprechenden Zustands, der in der Medieninformation wahrheitsgemäß dargestellt wird. (T42)
4 Ob 64/10f
Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 64/10f
Vgl auch; Beisatz: Auch eine Mitteilung, die in die Form eines richtig wiedergegebenen Zitats gekleidet ist, kann tatbildlich iSd § 1330 Abs 2 ABGB und § 7 UWG sein. (T43)
4 Ob 39/10d
Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 39/10d
Beisatz: Entscheidend für die Qualifikation einer Äußerung als Tatsachenbehauptung ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist. (T44)
6 Ob 162/10g
Entscheidungstext OGH 01.09.2010 6 Ob 162/10g
4 Ob 118/10x
Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 118/10x
3 Ob 223/10f
Entscheidungstext OGH 14.12.2010 3 Ob 223/10f
Auch; nur T2; Beis wie T7; Beis wie T28; Beis wie T35
6 Ob 192/10v
Entscheidungstext OGH 17.12.2010 6 Ob 192/10v
6 Ob 220/10m
Entscheidungstext OGH 17.12.2010 6 Ob 220/10m
6 Ob 262/10p
Entscheidungstext OGH 28.01.2011 6 Ob 262/10p
4 Ob 233/10h
Entscheidungstext OGH 23.03.2011 4 Ob 233/10h
4 Ob 174/10g
Entscheidungstext OGH 10.05.2011 4 Ob 174/10g
Vgl; nur ähnlich T2; nur ähnlich T3; Beisatz: Hier: Bildnisschutz nach § 78 UrhG. (T45)
Entscheidungstext OGH 21.06.2011 4 Ob 83/11a
Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 232/10a
Auch; Beis wie T6; Beisatz: Nur wenn die Schlagzeile (die Überschrift, der Titel oder ähnliche Hervorhebungen) vollständige Tatsachenbehauptungen enthält oder wenn Tatsachenbehauptungen mit denjenigen im Folgetext nicht in Einklang zu bringen sind, ist diese isoliert zu beurteilen (so schon 6 Ob 92/04d). (T46)
Entscheidungstext OGH 14.09.2011 6 Ob 187/11k
Entscheidungstext OGH 21.12.2011 6 Ob 245/11i
Auch; Beis ähnlich wie T5; Beis wie T6
3 Ob 7/12v
Entscheidungstext OGH 14.03.2012 3 Ob 7/12v
Vgl auch; nur T3; Beis wie T6
Entscheidungstext OGH 29.03.2012 9 ObA 77/11f
Entscheidungstext OGH 15.10.2012 6 Ob 162/12k
nur T11; Beis wie T39; Beisatz: Hier: Unter Berücksichtigung des Gesamtzusammenhanges stellt sich die Formulierung „journalistischer Bettnässer“ als - wenn auch plakativ, unhöflich und grob formulierte - Wertung dar. (T47)
Entscheidungstext OGH 30.09.2013 6 Ob 170/13p
Auch; Beisatz: Hier: Behauptung eines Rechtsanwalts ein anderer Rechtsanwalt hätte ihm in einem Schreiben gewerbsmäßig Betrug vorgeworfen ist eine zulässige Meinungsäußerung. (T48)
6 Ob 122/13d
Entscheidungstext OGH 28.11.2013 6 Ob 122/13d
Auch; Beis wie T46; Beisatz: Hier: Überschrift eines Postings ist nicht isoliert zu beurteilen. (T49)
6 Ob 45/14g
Entscheidungstext OGH 26.06.2014 6 Ob 45/14g
Auch; Beisatz: Hier: Behauptung der Tatsache, Mitarbeiter der Klägerin hätten der Mutter des Beklagten durch Verabreichung eines überdosierten Beruhigungsmedikaments schweren körperlichen Schaden zugefügt. (T50)
Entscheidungstext OGH 26.06.2014 6 Ob 51/14i
6 Ob 89/14b
Entscheidungstext OGH 09.10.2014 6 Ob 89/14b
Auch; Beis ähnlich wie T49; Beisatz: Bei der Beurteilung des maßgeblichen Gesamtzusammenhangs kommt es sowohl auf die Kurzdarstellung als auch auf den verlinkten Beitrag an. (T51)
Entscheidungstext OGH 19.02.2015 6 Ob 17/15s
6 Ob 143/14v
Entscheidungstext OGH 19.03.2015 6 Ob 143/14v
Auch; Beis wie T12; Beis wie T28
4 Ob 80/15s
Entscheidungstext OGH 11.08.2015 4 Ob 80/15s
Auch; Beisatz: Hier: § 2 UWG. (T52)
6 Ob 116/16a
Entscheidungstext OGH 20.07.2016 6 Ob 116/16a
Auch; Beis wie T6; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Zur Auslegung des Begriffs "Gewerkschaft". (T53)
6 Ob 238/15s
Entscheidungstext OGH 30.08.2016 6 Ob 238/15s
Auch; Beis wie T1; Beis wie T7; Beis wie T32; Beisatz: Die Ermittlung des Bedeutungsinhalts einer Äußerung und die Abgrenzung zwischen Tatsachenbehauptung und Meinungsäußerung sind Rechtsfragen. (T54)
Beisatz: Hier: Die Äußerungen, eine Chemikalie sei gesundheitlich bedenklich und Kinder‑Tattoos seien „eigentlich ein ungeeignetes Spielzeug“, sind Wertungen und fallen daher nicht unter § 1330 Abs 2 ABGB. (T55); Veröff: SZ 2016/81
6 Ob 245/16x
Entscheidungstext OGH 22.12.2016 6 Ob 245/16x
3 Ob 3/17p
Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 3/17p
Vgl; Beis wie T6; Beis wie T28
6 Ob 202/16y
Entscheidungstext OGH 30.01.2017 6 Ob 202/16y
Beis wie T1; Beis wie T7; Beis wie T28; Beis wie T39; Beis wie T54
6 Ob 66/16y
Entscheidungstext OGH 29.11.2016 6 Ob 66/16y
6 Ob 24/17y
Entscheidungstext OGH 27.02.2017 6 Ob 24/17y
Vgl; Beis wie T1; Beis wie T6; Beis wie T28
6 Ob 62/17m
Entscheidungstext OGH 19.04.2017 6 Ob 62/17m
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Bezeichnung einer Personengruppe als „Bande“. (T56)
6 Ob 102/17v
Entscheidungstext OGH 07.07.2017 6 Ob 102/17v
Beis wie T1; Beis ähnlich wie T6; Beis ähnlich wie T28
6 Ob 149/17f
Entscheidungstext OGH 29.08.2017 6 Ob 149/17f
Auch; Beis wie T1; Beis ähnlich wie T24; Beis wie T28; Beis wie T32
6 Ob 230/17t
Entscheidungstext OGH 21.12.2017 6 Ob 230/17t
Auch; Beisatz: Maßgeblich ist aber auch nicht, ob sich bloß der Kläger in einer bestimmten Art und Weise angesprochen fühlt, die sich weder aus der Äußerung selbst noch aus dem vermittelten Gesamteindruck ergibt. (T57)
6 Ob 243/17d
Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 243/17d
Vgl auch; Beis wie T33
6 Ob 124/18f
Entscheidungstext OGH 25.10.2018 6 Ob 124/18f
4 Ob 177/18k
Entscheidungstext OGH 23.10.2018 4 Ob 177/18k
Auch; Beis wie T46; Beis wie T49; Beiatz: §§ 1, 11 UWG. (T58)
6 Ob 220/18y
Entscheidungstext OGH 27.02.2019 6 Ob 220/18y
Beis wie T57
6 Ob 99/19f
Entscheidungstext OGH 24.10.2019 6 Ob 99/19f
Auch; nur T3; Beis wie T6; Beis wie T57
ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0031883
JJR_19921124_OGH0002_0040OB00082_9200000_003
Rechtssatz für 6Ob38/95 6Ob192/01f 4Ob...
RS0085169
6Ob38/95; 6Ob192/01f; 4Ob210/05v; 4Ob22/06y; 4Ob116/06x; 4Ob133/07y; 4Ob84/08v; 3Ob178/08k; 4Ob207/08g; 4Ob176/08y; 4Ob224/08g; 4Ob7/09x; 6Ob112/09b; 6Ob15/10i; 6Ob5/10v; 4Ob64/10f; 4Ob118/10x; 4Ob176/10a; 4Ob233/10h; 4Ob14/13g
UWG §2 C2a
UWG §7
Ist der Sinngehalt der beanstandeten Tatsachenmitteilung nach dem Verständnis des unbefangenen Durchschnittsbetrachters in einer bestimmten Richtung klar, so kann schon aus diesem Grund die Anwendung der sogenannten "Unklarheitenregel" nicht mehr in Betracht kommen (so schon 4 Ob 82/94 ua).
6 Ob 38/95
Entscheidungstext OGH 20.12.1995 6 Ob 38/95
6 Ob 192/01f
Entscheidungstext OGH 13.09.2001 6 Ob 192/01f
4 Ob 210/05v
Entscheidungstext OGH 29.11.2005 4 Ob 210/05v
4 Ob 22/06y
Entscheidungstext OGH 14.03.2006 4 Ob 22/06y
4 Ob 116/06x
Entscheidungstext OGH 09.08.2006 4 Ob 116/06x
Beisatz: Eine „Internet-spezifische" Ausprägung von Tatsachenbehauptungen gibt es nicht; zu beurteilen ist im Anwendungsbereich des § 7 UWG der Bedeutungsgehalt einer Aussage an sich, losgelöst vom Medium (hier: Internet), auf das sie sich bezieht. (T1)
4 Ob 133/07y
Entscheidungstext OGH 07.08.2007 4 Ob 133/07y
Veröff: SZ 2007/120
3 Ob 178/08k
Entscheidungstext OGH 03.10.2008 3 Ob 178/08k
4 Ob 207/08g
Entscheidungstext OGH 15.12.2008 4 Ob 207/08g
Beisatz: Hier: „Auflage". (T2)
4 Ob 7/09x
Entscheidungstext OGH 24.03.2009 4 Ob 7/09x
6 Ob 112/09b
Entscheidungstext OGH 02.07.2009 6 Ob 112/09b
6 Ob 15/10i
Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 15/10i
6 Ob 5/10v
Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 5/10v
4 Ob 176/10a
Entscheidungstext OGH 15.12.2010 4 Ob 176/10a
4 Ob 14/13g
Entscheidungstext OGH 12.02.2013 4 Ob 14/13g
ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0085169
JJR_19951220_OGH0002_0060OB00038_9500000_001
Rechtssatz für 4Ob2066/96v 4Ob80/07d 4...
RS0104517
4Ob2066/96v; 4Ob80/07d; 4Ob132/10f; 4Ob233/10h; 4Ob118/11y; 4Ob168/15g; 4Ob8/16d
UWG §1 D1c
UWG §2 C2c
Bei der Werbung um Inserate können die Reichweiten von Tageszeitungen unterschiedlichen Charakters, von Tageszeitungen und Wochenzeitungen und auch von "Kaufzeitungen" und Gratiszeitungen miteinander verglichen werden. Ein Vergleich zwischen den Leserzahlen dieser Medien ist in Bezug auf den Anzeigenteil und damit auf die Werbewirksamkeit von Inseraten nicht zur Irreführung geeignet und daher zulässig.
4 Ob 2066/96v
Entscheidungstext OGH 30.04.1996 4 Ob 2066/96v
4 Ob 80/07d
Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 80/07d
4 Ob 132/10f
Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 132/10f
Vgl; Beisatz: Hier: Verbot an die Beklagte, ihr Medium als „mit Abstand größte Gratis-Tageszeitung Österreichs“ darzustellen, wenn es sich dabei um die einzige in dieser ÖAK-Kategorie erfasste Zeitung handelt. (T1)
4 Ob 118/11y
Entscheidungstext OGH 09.08.2011 4 Ob 118/11y
Vgl; Beisatz: Die Beurteilung, ob eine bestimmte Werbung mit Reichweitenangaben eine irreführende Geschäftspraktik iSd § 2 UWG ist, wirft ‑ von krassen Fehlbeurteilungen abgesehen ‑ keine erheblichen Rechtsfragen iSd §§ 502 Abs 1, 528 Abs 1 ZPO auf. (T2); Beisatz: Hier: Werbung mit Druckauflagezahlen. (T3)
4 Ob 168/15g
Entscheidungstext OGH 17.11.2015 4 Ob 168/15g
4 Ob 8/16d
Entscheidungstext OGH 27.01.2016 4 Ob 8/16d
ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0104517
JJR_19960430_OGH0002_0040OB02066_96V0000_001
Rechtssatz für 4Ob56/00i 4Ob94/05k 4Ob...
RS0113320
4Ob56/00i; 4Ob94/05k; 4Ob56/06y; 4Ob96/06f; 4Ob80/07d; 4Ob116/07y; 4Ob90/08a; 4Ob118/10x; 4Ob179/10t; 4Ob233/10h; 4Ob88/11m; 4Ob118/11y; 4Ob41/12a; 4Ob135/12z; 4Ob59/17f; 4Ob38/19w
UWG §2 D11
Werbung mit Reichweitenangaben ist ähnlich streng zu beurteilen wie vergleichende Werbung. Da die Aussagekraft von Reichweitenangaben ganz entscheidend davon abhängt, wie, von wem und wann sie errechnet wurden, muss der Werbende die von ihm angegebene Reichweite definieren, er muss die Quelle und den Erhebungszeitraum angeben.
4 Ob 56/00i
Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 56/00i
4 Ob 94/05k
Entscheidungstext OGH 14.06.2005 4 Ob 94/05k
4 Ob 56/06y
Entscheidungstext OGH 20.06.2006 4 Ob 56/06y
Beisatz: Wenn eine als Quelle angeführte Studie nicht alle in Frage kommenden Medien erfasst, muss auf diesen Umstand hingewiesen werden. (T1)
4 Ob 96/06f
Entscheidungstext OGH 12.07.2006 4 Ob 96/06f
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Nur Kaufzeitungen. (T2)
4 Ob 116/07y
Entscheidungstext OGH 13.11.2007 4 Ob 116/07y
Auch; Beisatz: Hier: Angaben zur Zusammensetzung der Leserschaft gegliedert nach bestimmten Kriterien in Zusammenhang mit Reichweitenangaben. (T3)
Beisatz: Mit diesen Angaben hat der mit Reichweitenangaben Werbende seine Informationspflichten nach § 2 Abs 4 UWG ausreichend erfüllt. (T4)
Vgl; Beisatz: Hier: Verbot an die Beklagte, ihr Medium als „mit Abstand größte Gratis-Tageszeitung Österreichs“ darzustellen, wenn es sich dabei um die einzige in dieser ÖAK-Kategorie erfasste Zeitung handelt. (T5)
4 Ob 88/11m
Entscheidungstext OGH 09.08.2011 4 Ob 88/11m
Vgl; Beisatz: War eine Reichweitenwerbung wegen einer irreführenden Vermengung der Auflagenzahlen der (vom Umfang unterschiedlichen) Gratis‑ und Kaufauflage unzulässig, fällt die Wiederholungsgefahr nicht schon deshalb weg, weil beide Auflagen zum Zeitpunkt des Schlusses der Verhandlung erster Instanz ident waren, wenn diese Praxis jederzeit wieder geändert werden kann. (T6); Beisatz: Gegebenenfalls ist das Unterlassungsverbot insofern ‑ angepasst an die materiellrechtliche Verpflichtung ‑ einzuschränken. (T7)
Vgl; Beisatz: Die Beurteilung, ob eine bestimmte Werbung mit Reichweitenangaben eine irreführende Geschäftspraktik iSd § 2 UWG ist, wirft ‑ von krassen Fehlbeurteilungen abgesehen ‑ keine erheblichen Rechtsfragen iSd §§ 502 Abs 1, 528 Abs 1 ZPO auf. (T8); Beisatz: Hier: Werbung mit Druckauflagezahlen. (T9)
4 Ob 41/12a
Entscheidungstext OGH 17.04.2012 4 Ob 41/12a
Vgl auch; Beisatz: Wird nicht mit konkreten Zahlen, sondern nur damit geworben, „die meisten Leser“ zu haben, und trifft dies in jeder Hinsicht zu, so ist eine Irreführungseignung auch bei fehlender Quellen- und Zeitraumangabe zu verneinen. (T10)
4 Ob 135/12z
Entscheidungstext OGH 02.08.2012 4 Ob 135/12z
4 Ob 59/17f
Entscheidungstext OGH 13.06.2017 4 Ob 59/17f
4 Ob 38/19w
Entscheidungstext OGH 26.03.2019 4 Ob 38/19w
Vgl; Beisatz: Für den wirtschaftlichen Erfolg und die Werbewirksamkeit einer Zeitung kommt es auf die Reichweite (Leserzahl) und auf die verkaufte (verbreitete) Auflage an, wobei der Reichweite allerdings ein deutlich stärkeres Gewicht zukommt, weil die bloße Auflagezahl keinen aussagekräftigen Schluss auf die tatsächlich erreichten Personen zulässt. (T11)
ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113320
JJR_20000314_OGH0002_0040OB00056_00I0000_001
Rechtssatz für 4Ob71/06d 4Ob98/07a 4Ob...
RS0121107
4Ob71/06d; 4Ob98/07a; 4Ob236/07w; 4Ob84/08v; 4Ob176/08y; 6Ob46/08w; 6Ob112/09b; 4Ob132/09d; 6Ob52/09d; 6Ob15/10i; 6Ob5/10v; 4Ob64/10f; 4Ob118/10x; 6Ob192/10v; 4Ob233/10h; 6Ob162/12k; 4Ob215/14t; 4Ob127/15b; 6Ob209/17d
MRK Art10 Abs2 IV3c
Auch die Anwendung der Unklarheitenregel ist am Grundrecht auf Freiheit der Meinungsäußerung zu messen. Liegt die Annahme eines bestimmten Tatsachenkerns nahe, der wahr ist und die damit verbundenen Werturteile als nicht exzessiv rechtfertigt, so muss die entfernte Möglichkeit einer den Kläger noch stärker belastenden Deutung unbeachtlich bleiben.
4 Ob 71/06d
Entscheidungstext OGH 20.06.2006 4 Ob 71/06d
4 Ob 98/07a
Entscheidungstext OGH 04.09.2007 4 Ob 98/07a
Beisatz: Hier zu einem angeblich herabsetzenden Systemvergleich iSd UWG. (T1); Bem: Mit ausführlicher Begründung. (T2); Veröff: SZ 2007/139
Auch; Beisatz: Die Freiheit der Meinungsäußerung hat bei der lauterkeitsrechtlichen Beurteilung beanstandeter Aussagen ein höheres Gewicht, wenn ein Mitbewerber - wenngleich in Wettbewerbsabsicht - an einer Debatte teilnimmt, die öffentliche Interessen betrifft, als bei rein unternehmensbezogenen Äußerungen. Dabei ist insbesondere die Bedeutung des Themas zu berücksichtigen, zu dem die Äußerung erfolgte. Je größer das Informationsinteresse der Öffentlichkeit ist und je weniger die Wettbewerbsabsicht des Äußernden im Vordergrund steht, umso eher wird die Äußerung zulässig sein. (T3)
Entscheidungstext OGH 02.07.2009 6 Ob 46/08w
Beisatz: Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung schließt es aus, eine entferntere, bloß mögliche Deutung der beanstandeten Formulierungen zur Ermittlung des für ihre rechtliche Beurteilung relevanten Tatsachenkerns heranzuziehen (6 Ob 218/08i; 4 Ob 236/07w; 4 Ob 98/07a; 4 Ob 71/06d). (T4)
Bem: Hier: Die Bezeichnung „verdorben" für die der Speiseeisverordnung nicht entsprechenden Speiseeisproben ist im gegebenen Zusammenhang unter dem Blickwinkel der Freiheit der Meinungsäußerung eine zulässige Wertung eines nicht der einschlägigen Rechtsvorschrift entsprechenden Zustands, der in der Medieninformation wahrheitsgemäß dargestellt wird. (T5)
Beis wie T4; Beisatz: Hier: Die Behauptung eines Behandlungsfehlers, bei dem es sich tatsächlich (nur) um mangelhafte Aufklärung handelt, beruht auf einem zumindest im Kern richtigen Sachverhalt. (T6)
4 Ob 215/14t
Entscheidungstext OGH 18.11.2014 4 Ob 215/14t
4 Ob 127/15b
Entscheidungstext OGH 22.09.2015 4 Ob 127/15b
6 Ob 209/17d
Entscheidungstext OGH 21.12.2017 6 Ob 209/17d
ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0121107
JJR_20060620_OGH0002_0040OB00071_06D0000_001
Rechtssatz für 4Ob42/08t 4Ob99/08z 4Ob...
RS0123292
4Ob42/08t; 4Ob99/08z; 4Ob109/08w; 17Ob20/08b; 4Ob122/08g; 4Ob158/08a; 4Ob156/08g; 4Ob163/08m; 4Ob178/08t; 4Ob188/08p; 4Ob199/08f; 4Ob189/09m; 4Ob174/09f; 4Ob159/09z; 4Ob106/10g; 4Ob118/10x; 4Ob111/10t; 4Ob233/10h; 4Ob112/11s; 4Ob76/12y; 4Ob127/12y; 4Ob97/12m; 4Ob116/12f; 4Ob202/12b; 4Ob29/13p; 4Ob68/13y; 4Ob149/13k; 4Ob18/14x; 4Ob67/14b; 4Ob94/14y; 4Ob129/14w; 4Ob137/14x; 4Ob107/15m; 4Ob122/15t; 4Ob200/15p; 4Ob108/16k; 4Ob96/17x; 4Ob198/17x; 4Ob136/17d; 4Ob169/17g; 4Ob130/18y
UWG §2 A4
UWG §2 E
Sowohl nach der Rechtslage vor als auch nach der UWG-Novelle 2007 ist beim Irreführungstatbestand zu prüfen, (a) wie ein durchschnittlich informierter und verständiger Interessent für das Produkt, der eine dem Erwerb solcher Produkte angemessene Aufmerksamkeit aufwendet, die strittige Ankündigung versteht, (b) ob dieses Verständnis den Tatsachen entspricht, und ob (c) eine nach diesem Kriterium unrichtige Angabe geeignet ist, den Kaufinteressenten zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er sonst nicht getroffen hätte.
4 Ob 42/08t
Entscheidungstext OGH 08.04.2008 4 Ob 42/08t
4 Ob 109/08w
Entscheidungstext OGH 26.08.2008 4 Ob 109/08w
17 Ob 20/08b
Entscheidungstext OGH 23.09.2008 17 Ob 20/08b
Veröff: SZ 2008/136
4 Ob 122/08g
Entscheidungstext OGH 14.10.2008 4 Ob 122/08g
4 Ob 158/08a
Entscheidungstext OGH 14.10.2008 4 Ob 158/08a
Vgl auch; Beisatz: Vgl RS0124259. (T1)
4 Ob 163/08m
Entscheidungstext OGH 18.11.2008 4 Ob 163/08m
Veröff: SZ 2008/166
4 Ob 178/08t
Entscheidungstext OGH 18.11.2008 4 Ob 178/08t
4 Ob 188/08p
Entscheidungstext OGH 20.01.2009 4 Ob 188/08p
Auch; Beisatz: Hier: Erwerb von Wertpapieren. (T2); Veröff: SZ 2009/6
4 Ob 189/09m
Entscheidungstext OGH 16.12.2009 4 Ob 189/09m
Vgl auch; Beisatz: Irreführung über den Umfang der angebotenen Leistungen (T3)
4 Ob 174/09f
Entscheidungstext OGH 19.01.2010 4 Ob 174/09f
4 Ob 159/09z
Entscheidungstext OGH 20.04.2010 4 Ob 159/09z
4 Ob 106/10g
Entscheidungstext OGH 08.06.2010 4 Ob 106/10g
4 Ob 111/10t
Entscheidungstext OGH 09.11.2010 4 Ob 111/10t
4 Ob 112/11s
Entscheidungstext OGH 17.01.2012 4 Ob 112/11s
Beisatz: Hier: Erhebungsergebnisse der Media-Analyse. (T4)
4 Ob 127/12y
Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 127/12y
Beisatz: Einem Unternehmen kann im Regelfall nicht unterstellt werden, eine von vornherein unwirksame Werbung zu betreiben, also letztlich unsinnige Ankündigungen zu machen. (T5)
Beisatz: Hier: Reisen exklusiv für Klubmitglieder ‑ Kundenbindung. (T6)
4 Ob 97/12m
Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 97/12m
4 Ob 116/12f
Entscheidungstext OGH 28.11.2012 4 Ob 116/12f
4 Ob 202/12b
Entscheidungstext OGH 28.11.2012 4 Ob 202/12b
4 Ob 29/13p
Entscheidungstext OGH 23.05.2013 4 Ob 29/13p
Beis wie T5; Veröff: SZ 2013/51
4 Ob 68/13y
Entscheidungstext OGH 09.07.2013 4 Ob 68/13y
4 Ob 149/13k
Entscheidungstext OGH 17.12.2013 4 Ob 149/13k
4 Ob 18/14x
Entscheidungstext OGH 17.02.2014 4 Ob 18/14x
4 Ob 67/14b
Entscheidungstext OGH 20.05.2014 4 Ob 67/14b
4 Ob 129/14w
Entscheidungstext OGH 21.10.2014 4 Ob 129/14w
Beisatz: Hier: Berechnung von Kennzahlen für den Werbewert aus nicht übereinstimmenden Erhebungszeiträumen. (T7)
4 Ob 137/14x
Entscheidungstext OGH 21.10.2014 4 Ob 137/14x
Beisatz: Hier: Werbung für Tarife für mobiles Internet. (T8)
4 Ob 107/15m
Entscheidungstext OGH 11.08.2015 4 Ob 107/15m
Beisatz: Hier: Suggerierte angebliche Exklusivität von Vorzugspreisen. (T9)
4 Ob 122/15t
Entscheidungstext OGH 20.10.2015 4 Ob 122/15t
Beisatz: Hier: Werbung mit Druckauflage. (T10)
4 Ob 200/15p
Entscheidungstext OGH 17.11.2015 4 Ob 200/15p
Beis wie T5; Beisatz: Hier: Optiker des Jahres. (T11)
4 Ob 108/16k
Entscheidungstext OGH 12.07.2016 4 Ob 108/16k
Beisatz: Hier: Werbung für Preisnachlässe. (T12)
4 Ob 198/17x
Entscheidungstext OGH 23.01.2018 4 Ob 198/17x
4 Ob 136/17d
Entscheidungstext OGH 20.02.2018 4 Ob 136/17d
4 Ob 169/17g
Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 169/17g
4 Ob 130/18y
Entscheidungstext OGH 17.07.2018 4 Ob 130/18y
ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123292
JJR_20080408_OGH0002_0040OB00042_08T0000_003
Entscheidungstext 4Ob233/10h
MR 2011,152 = ÖBl-LS 2011/75 = ÖBl-LS 2011/76 = ÖBl 2011/51 S 219 - ÖBl 2011,219 - Größte Gratis-Tageszeitung
4Ob233/10h
Der Oberste Gerichtshof hat durch die Senatspräsidentin Dr. Schenk als Vorsitzende sowie die Hofräte Dr. Vogel, Dr. Jensik, Dr. Musger und Dr. Schwarzenbacher als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei M***** GmbH, *****, vertreten durch Zöchbauer Frauenberger, Rechtsanwälte in Wien, gegen die beklagte Partei A***** GmbH, *****, vertreten durch Gheneff-Rami-Sommer Rechtsanwälte KG in Wien, wegen Unterlassung und Urteilsveröffentlichung (Streitwert im Provisorialverfahren 50.000 EUR), über die außerordentlichen Revisionsrekurse beider Parteien gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Wien als Rekursgericht vom 17. November 2010, GZ 3 R 55/10w-10, womit die einstweilige Verfügung des Handelsgerichts Wien vom 26. April 2010, GZ 30 Cg 70/10m-6, teilweise abgeändert wurde, den
Dem Revisionsrekurs der klagenden Partei wird teilweise, dem Revisionsrekurs der beklagten Partei zur Gänze Folge gegeben.
Die Beschlüsse der Vorinstanzen werden dahin abgeändert, dass die Entscheidung zu lauten hat:
„Zur Sicherung des Anspruchs der klagenden Partei auf Unterlassung wettbewerbswidriger Handlungen wird der beklagten Partei bis zur Rechtskraft des über diesen Teil des Unterlassungsbegehrens ergehenden Urteils verboten, im geschäftlichen Verkehr unter Berufung auf die von der ÖAK veröffentlichten Daten zu behaupten und/oder die Behauptung zu verbreiten, „H*****“ wäre die mit Abstand größte Gratis-Tageszeitung Österreichs, wenn und insoweit in der Auflagenliste der ÖAK in der Meldekategorie „Tageszeitung-Gratis“ ausschließlich „H*****“ ausgewiesen ist, und/oder sinngleich irreführende Behauptungen aufzustellen und/oder zu verbreiten.
Das Mehrbegehren, der beklagten Partei mittels einstweiliger Verfügung zu verbieten, im geschäftlichen Verkehr unter Berufung auf von der ÖAK veröffentlichte Daten
a) die vorher angeführte und/oder sinngleich irreführende Behauptungen aufzustellen und/oder zu verbreiten, wenn „H*****“ nicht österreichweit erscheint;
b) zu behaupten und/oder die Behauptung zu verbreiten, „H*****“ reihe sich im „Gesamt-Ranking“ laut ÖAK souverän auf Platz 2 ein, und/oder sinngleiche Äußerungen zu tätigen, wenn und insoweit die ÖAK ein derartiges „Gesamt-Ranking“ nicht ausweist, wird abgewiesen.
Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit 995,95 EUR (darin 166,66 EUR USt) bestimmten anteiligen Kosten der Äußerung zum Sicherungsantrag binnen 14 Tagen zu ersetzen.“
Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei 2.637,81 EUR (darin 208,26 EUR USt und 1.388,25 EUR Barauslagen) an Rekurskosten binnen 14 Tagen zu ersetzen. Die Kosten ihrer Rekursbeantwortung hat die klagende Partei zu einem Viertel vorläufig, zu drei Viertel aber endgültig selbst zu tragen.
Die Kosten ihres Revisionsrekurses hat die klagende Partei zu einem Drittel vorläufig und zu zwei Drittel endgültig selbst zu tragen.
Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit 2.072,44 EUR bestimmten Revisionsrekurskosten (darin 139,74 EUR USt und 1.234 EUR Barauslagen) binnen 14 Tagen zu ersetzen.
Die Klägerin ist Medieninhaberin der Tageszeitung „Ö*****“, die in Österreich bundesweit täglich von Montag bis Sonntag erscheint. In einigen Ballungszentren wird sie von Montag bis Freitag als Gratisauflage verteilt.
Die Beklagte ist Medieninhaberin der Tageszeitung „H*****“, die von Montag bis Freitag nur in Wien sowie in einigen Ballungszentren in Niederösterreich und Oberösterreich, insbesondere in U-Bahnstationen und über Verteilboxen gratis verteilt wird.
In der Ausgabe ihrer Tageszeitung „H*****“ vom 24. Februar 2010 berichtete die Beklagte unter Berufung auf vom Verein „Österreichische Gesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern/Österreichische Auflagenkontrolle“ (in der Folge ÖAK) veröffentlichte Druckauflagezahlen über die Position ihres Blattes auf dem Zeitungsmarkt wie folgt:
Beide Parteien sind Mitglieder der ÖAK. Diese publiziert regelmäßig die hier von ihren Mitgliedern gemeldeten Auflagezahlen von Printmedien. Sie führt die Zeitung der Klägerin in der Kategorie „Tageszeitungen-Kauf“. Die Tageszeitung der Beklagten „H*****“ ist die einzige Tageszeitung, die in der Kategorie „Tageszeitungen-Gratis“ geführt wird.
Es gibt folgende Meldekategorien: „Tageszeitungen-Kauf (Montag bis Samstag)“ - hier werden die Durchschnittsauflage jedes einzelnen Werktags sowie als Zusammenfassung die Durchschnittsauflage aller Werktage gemeldet - „Sonntag/Feiertagszeitungen-Kauf“, „Wochenzeitungen-Kauf“, „Tageszeitungen-Gratis“ und „Sonn-/Feiertagszeitungen-Gratis“. Ein Mehrfachausweis von Exemplaren in mehreren Meldekategorien ist unzulässig.
Die „K*****“ und „Ö*****“ werden in der Kategorie „Tageszeitungen-Kauf“ ausgewiesen. In der Auflagenliste zweites Halbjahr 2009 wird der Durchschnittswert der Druckauflage von Montag bis Samstag für „Ö*****“ mit 340.866 sowie von Montag bis Freitag mit 370.960 angegeben. In der Kategorie „Tageszeitungen-Gratis“ wird nur „H*****“ ausgewiesen. Die ÖAK weist kein „Gesamt-Ranking“ aus.
Die durchschnittliche Druckauflage der Gratis-Tageszeitung „H*****“ von Montag bis Freitag wurde von der ÖAK mit 506.486 Stück veröffentlicht. Die durchschnittliche Druckauflage der „K*****“ von Montag bis Samstag wurde von der ÖAK mit 528.740 Stück angegeben. Für „H*****“ ist die zweithöchste durchschnittliche Druckauflagezahl ausgewiesen; als nächstes dahinter liegen die für die Tageszeitung „Ö*****“ veröffentlichten Druckauflagezahlen.
Zur Sicherung ihres inhaltsgleichen Unterlassungsbegehrens beantragte die Klägerin, der Beklagten im geschäftlichen Verkehr unter Berufung auf von der ÖAK veröffentlichte Daten die Behauptung zu verbieten, „H*****“ reihe sich im „Gesamt-Ranking“ laut ÖAK souverän auf Platz 2 ein und/oder sinngleiche Äußerungen, wenn und insoweit die ÖAK ein derartiges „Gesamt-Ranking“ nicht ausweise sowie die Behauptung, „H*****“ wäre die mit Abstand größte Gratis-Tageszeitung Österreichs, wenn und insoweit in der Auflagenliste der ÖAK in der Meldekategorie „Tageszeitungen-Gratis“ ausschließlich „H*****“ ausgewiesen sei und/oder „H*****“ nicht österreichweit erscheine. Die ÖAK-Zahlen von „H*****“ und von „Ö*****“ seien nicht vergleichbar. „H*****“ sei eine Gratiszeitung, „Ö*****“ hingegen eine Kaufzeitung. Deshalb erschienen beide Zeitungen in verschiedenen Kategorien der ÖAK. Die beanstandeten Äußerungen seien in mehrfacher Weise irreführend. Die Beklagte suggeriere, dass die ÖAK selbst die Zahlen sämtlicher gemeldeten Titel für vergleichbar erachte und demnach ein „Gesamt-Ranking“ erstelle. Dies sei jedoch unrichtig. Die Beklagte beanspruche damit eine von der ÖAK bestätigte und ausgewiesene Position, die in dieser Form nicht existiere. Weiters suggeriere sie, dass es mehrere von der ÖAK ausgewiesene „Gratis-Tageszeitungen“ gebe, unter denen sie die mit Abstand größte wäre. Dies sei gleichfalls unrichtig, eine derartige Spitzenstellung bestehe nicht, weil nur eine einzige Zeitung in der Kategorie „Gratis-Tageszeitung“ ausgewiesen sei. Die „mit Abstand größte Gratis-Tageszeitung Österreichs“ könne nur eine solche sein, die österreichweit erscheine. „H*****“ erscheine jedoch ausschließlich in Wien und in einigen Ballungszentren in Niederösterreich und Oberösterreich.
Die Beklagte wendete ein, durch die beanstandete Äußerung werde nicht der Eindruck erweckt, sämtliche Titel der ÖAK würden miteinander verglichen, sondern lediglich die im Artikel aufgelisteten Tageszeitungen. „H*****“ sei auch unter Einbeziehung der nicht in der ÖAK ausgewiesenen Zeitungen die größte „Tages-Gratiszeitung“ Österreichs.
Das Erstgericht erließ die beantragte einstweilige Verfügung. Die beanstandete Behauptung sei irreführend, weil „H*****“ die einzige Zeitung sei, die in der Kategorie „Gratis-Tageszeitung“ angeführt werde, und daher kein Abstand zu etwaigen Mitbewerbern in dieser Kategorie bestehen könne. Die ÖAK unterscheide verschiedene Kategorien von Tageszeitungen (Kauf- und Gratiszeitungen). Die jeweiligen Auflagezahlen seien daher nur innerhalb dieser Gruppen vergleichbar. Jede andere Interpretation nehme den Zahlen der ÖAK die Aussagekraft, weil nicht klar wäre, ob Gleichartiges oder Ungleichartiges miteinander verglichen würde. Dasselbe gelte für Medien, die österreichweit erschienen und solche, bei denen dies nicht der Fall sei. Werde ein Vergleich verschiedener Arten von Zeitungen versucht, bewirke dies Irreführung. Es sei irreführend, wenn mit dem Hinweis auf die ÖAK eine Behauptung aufgestellt werde, die durch die ÖAK-Zahlen nicht untermauert werden könne.
Das Rekursgericht bestätigte das Verbot der Äußerung, „H*****“ wäre die mit Abstand größte Gratis-Tageszeitung Österreichs, wenn „H*****“ nicht österreichweit erscheine. In Ansehung der Behauptungen zum zweiten Platz im „Gesamt-Ranking“ sowie der Behauptung „mit Abstand größte Gratis-Tageszeitung Österreichs“, wenn in der Meldekategorie „Tageszeitungen-Gratis“ ausschließlich „H*****“ ausgewiesen ist, wies es das Sicherungsbegehren hingegen ab. Es sprach aus, dass der Wert des Entscheidungsgegenstands 30.000 EUR übersteige und der ordentliche Revisionsrekurs nicht zulässig sei, weil eine Rechtsfrage iSd § 528 Abs 1 ZPO nicht zu lösen gewesen sei. Dass mit „Gesamt-Ranking“ die von der ÖAK veröffentlichten Auflagezahlen gemeint seien, werde in dem beanstandeten Artikel offen gelegt. Insoweit fehle die Irreführungseignung. Die von der ÖAK veröffentlichte Auflagenliste (zweites Halbjahr 2009), die die durchschnittlichen Gesamtdruckauflagezahlen der darin erfassten Zeitungen ausweise, zeige die Zeitung der Beklagten als jene, die mit Abstand die zweithöchste durchschnittliche Druckauflagenzahl aufweise. Dadurch, dass die Beklagte nicht darauf hinweise, dass sie mit ihrer Zeitung „H*****“ das einzige Mitglied der ÖAK sei, das eine Tageszeitung herausgebe, die ausnahmslos gratis erhältlich sei, werde nichts für den Kunden Wesentliches verschwiegen. Irreführungseignung bestehe hingegen insofern, als die Zeitung der Beklagten nicht österreichweit, sondern nur in Wien und in einigen Ballungszentren Niederösterreichs und Oberösterreichs verteilt werde. Diese Behauptung könne einerseits richtig in dem Sinn verstanden werden, dass es sich dabei um jene in Österreich herausgegebene Gratis-Tageszeitung handle, die mit Abstand die größte Druckauflage habe; andererseits könne dies auch falsch so verstanden werden, dass der Zeitung der Beklagten österreichweite Bedeutung zukomme. Die angesprochenen Werbekunden könnten davon ausgehen, mit ihrer Werbeeinschaltung ein österreichweites Publikum zu erreichen, was tatsächlich nicht der Fall sei. Eine zweideutige Äußerung sei zu Lasten des Werbenden auszulegen.
Die außerordentlichen Revisionsrekurse beider Parteien sind wegen der korrekturbedürftigen Auslegung der beanstandeten Werbeaussagen durch das Rekursgericht zulässig und auch (in Ansehung der Klägerin teilweise) berechtigt.
Sowohl nach der Rechtslage vor als nach der UWG-Novelle 2007 ist beim Irreführungstatbestand zu prüfen,
a) wie ein durchschnittlich informierter verständiger Interessent für das Produkt, der eine dem Erwerb solcher Produkte angemessene Aufmerksamkeit anwendet, die strittige Ankündigung versteht,
b) ob dieses Verständnis den Tatsachen entspricht und ob
c) eine nach diesen Kriterien unrichtige Angabe geeignet ist, den Kaufinteressenten zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er sonst nicht getroffen hätte (stRsp RIS-Justiz RS0123292).
Der Bedeutungsinhalt von Äußerungen richtet sich nach dem Gesamtzusammenhang und dem dadurch vermittelten Gesamteindruck, den ein redlicher Mitteilungsempfänger gewinnt (zuletzt etwa 4 Ob 118/10x mwN); gelegentlich wird in diesem Zusammenhang auch vom Verständnis eines „unbefangenen Durchschnittslesers gesprochen“ (RIS-Justiz RS0031883). Ist der Sinngehalt der beanstandeten Äußerung nach dem Verständnis des unbefangenen Durchschnittsbetrachters in einer bestimmten Richtung klar, so kann schon aus diesem Grund die Anwendung der sogenannten „Unklarheitenregel“ nicht mehr in Betracht kommen (stRsp, RIS-Justiz RS0085169). Überdies hat der Oberste Gerichtshof wiederholt ausgesprochen, dass das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung es ausschließt, eine entferntere, bloß mögliche Deutung der beanstandeten Formulierung zur Ermittlung des für ihre rechtliche Beurteilung relevanten Tatsachenkerns heranzuziehen (6 Ob 46/08w; 4 Ob 118/10x, je mwN; RIS-Justiz RS0121107 [T4]).
Die Anwendung dieser Grundsätze führt zu folgender Beurteilung der hier beanstandeten Werbeaussagen:
Die Behauptung, „mit 506.486 Exemplaren Druckauflage ist 'H*****' mit Abstand größte Gratis-Tageszeitung Österreichs“ wird vom durchschnittlich verständigen Leser so verstanden, dass es in Österreich keine auflagenstärkere Gratis-Tageszeitung als „H*****“ gibt. Das Verständnis der Vorinstanzen, diese Aussage könne auch so verstanden werden, dass „H*****“ österreichweit verteilt werde, was unrichtig ist, liegt nach Ansicht des erkennenden Senats so fern, dass sie für die Beurteilung der beanstandeten Aussage nicht heranzuziehen ist. Das von der Klägerin angestrebte Verbot erweist sich daher als unberechtigt.
Dem berechtigten Revisionsrekurs der Beklagten war daher Folge zu geben.
Zu Recht wendet sich die Klägerin aber gegen die Abweisung des von ihr beantragten Verbots der Behauptung, „H*****“ sei die mit Abstand größte Gratis-Tageszeitung Österreichs, wenn die ÖAK in der Kategorie „Tageszeitungen-Gratis“ tatsächlich nur die von der Beklagten vertriebene Zeitung ausweist. Die von der Beklagten gewählte Formulierung legt tatsächlich das - in Wahrheit unrichtige - Verständnis nahe, die ÖAK weise zumindest zwei konkurrierende Tageszeitungen in der Kategorie „Tageszeitungen-Gratis“ aus, wobei die Zeitung der Beklagten eine deutlich höhere Druckauflage aufweise („mit Abstand“). Das Vorhandensein von ebenfalls von der ÖAK erfassten einschlägigen Mitbewerbern ist auch für eine geschäftliche Entscheidung des angesprochenen Werbekunden relevant. Größter von mehreren, zumindest der größere von zwei Mitbewerbern zu sein, lässt die Beklagte als Anbieter von Inseraten in Gratiszeitungen attraktiver erscheinen als wenn sie den Tatsachen entsprechend erkennbar machte, dass sie die einzige von der ÖAK erfasste Gratis-Tageszeitung ist.
Dem Revisionsrekurs der Klägerin ist daher insoweit Folge zu geben, dass der Beklagten verboten wird, sich unter Bezugnahme auf die ÖAK-Zahlen als mit Abstand größte Gratis-Tageszeitung Österreichs darzustellen, wenn sie in der entsprechenden ÖAK-Kategorie bloß die einzig erfasste Zeitung vertreibt.
Die Behauptung der Beklagten, im „Gesamt-Ranking“ den zweiten Platz hinter der „K*****“ einzunehmen, ist hingegen nicht geeignet, den angesprochenen Werbekunden irrezuführen. Dass „H*****“ eine Gratis-Tageszeitung ist, geht deutlich aus dem voranstehenden Subüberschriftensatz hervor; dass die „K*****“ eine Kaufzeitung ist, kann als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Damit ist die Verschiedenartigkeit des Vertriebs klar und die Aussage nicht geeignet, eine Täuschung des Publikums über die grundsätzliche Verschiedenheit der verglichenen Zeitungen betreffend die Art ihres Vertriebs herbeizuführen. Die beanstandete Werbeaussage erweckt auch nicht den Eindruck, dass unter „Gesamt-Ranking“ eine Kategorie der ÖAK zu verstehen sei, sondern ist nur als Verweis auf die Druckauflagezahlen insgesamt aufzufassen. Die diesbezügliche Behauptung des zweiten Platzes im Sinne der zweithöchsten Auflagezahl ist zutreffend. Die Abweisung des Sicherungsbegehrens durch das Rekursgericht in diesem Punkt erweist sich daher als berechtigt.
Die Kostenentscheidung beruht auf § 393 Abs 1 EO iVm § 43 Abs 1 und 50 Abs 1 ZPO. Der Beklagten gelang es, den Sicherungsantrag im Ausmaß von drei Viertel abzuwehren; die Klägerin ist nur zu einem Viertel durchgedrungen (Verfahren erster und zweiter Instanz). Mit ihrem Revisionsrekurs war die Klägerin bloß teilweise erfolgreich (zu einem Drittel), weshalb sie ein Drittel ihrer Kosten vorläufig und zwei Drittel endgültig selbst zu tragen hat. Die Beklagte war mit ihrem Revisionsrekurs erfolgreich, deren Kosten ihr von der Klägerin unter Zugrundelegung einer Bemessungsgrundlage von 12.500 EUR (ein Viertel des Gesamtstreitwerts) zu ersetzen sind.
Größte Gratis-Tageszeitung,
E96797
ECLI:AT:OGH0002:2011:0040OB00233.10H.0323.000
JJT_20110323_OGH0002_0040OB00233_10H0000_000

References: §1330
 §661
 §5
 §1
 §7
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 § 7
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 § 1330
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 § 5
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 § 502
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 BGH 
 § 661
 § 5
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 § 7
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 § 269
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 § 1330
 § 7
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 § 78
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 § 528
 § 393
 § 43