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Timestamp: 2019-07-20 06:20:32+00:00

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BFH, 09.12.2008 - VII R 43/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,1900
BFH, 09.12.2008 - VII R 43/07 (https://dejure.org/2008,1900)
BFH, Entscheidung vom 09.12.2008 - VII R 43/07 (https://dejure.org/2008,1900)
BFH, Entscheidung vom 09. Dezember 2008 - VII R 43/07 (https://dejure.org/2008,1900)
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AO § 130 Abs. 2 und 3, § 131 Abs. 2; EStG § 36 Abs. 2 Nr. 2
Rücknahme eines rechtswidrigen begünstigenden Verwaltungsakts; Änderung der Anrechnungsverfügung bei Änderung der Steuerfestsetzung
Voraussetzungen für die Rücknahme eines rechtswidrigen begünstigenden Verwaltungsaktes nach § 130 Abs. 2 Abgabenordnung (AO); Rechtswidrigkeit eines ursprünglich rechtmäßigen Verwaltungsaktes durch eine nachträgliche Änderung der Sachlage oder Rechtslage; Vermeidung einer doppelten Besteuerung von Lohneinkünften durch die Vorschrift des § 36 Abs. 2 Nr. 2 Einkommensteuergesetz (EStG)
Entscheidungssammlung Denkmalrecht , S. 493 (Leitsatz)
Keine Anrechnung von Lohnsteuer auf nicht im ESt-Bescheid erfassten Lohn
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 09.12.2008, Az.: VII R 43/07 (Abgabenordnung; Rücknahme eines begünstigenden Verwaltungsakts)" von der Redaktion der NWB, original erschienen in: NWB 2009, 676.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH v. 9.12.2008 - VII R 43/07 (Widerruf einer Anrechnungsverfügung wegen Festsetzungsverjährung der von ihr erfassten Lohnsteuer)" von RA/StB Dr. Jan de Weerth, original erschienen in: DStR 2009, 527.
Kurznachricht zu "Anmerkungen zur Entscheidung des BFH vom 09.12.2008, Az.: VII R 43/07 (Rücknahme bzw. Widerruf einer Anrechnungsverfügung)" von RiFG Peter Schlüßel, original erschienen in: AO-StB 2009, 97 - 98.
Der Begriff "Tatsache" in § 131 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 AO bezeichnet nicht nur im umgangssprachlichen Sinn etwas rein Tatsächliches, sondern auch die abgabenrechtliche Beurteilung eines Sachverhalts (BFH, Urteil vom 9. Dezember 2008 - VII R 43/07 -, BFHE 223, 344).
Diese Vorschrift greift nach der Rechtsprechung des BFH u.a. dann ein, wenn eine Verfügung über die Anrechnung von Lohnsteuer inhaltlich an einen Einkommensteuerbescheid anschließt und jener Bescheid in der Folge dahin geändert wird, dass bislang dort erfasste Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nicht mehr berücksichtigt werden (BFH-Urteil vom 9. Dezember 2008 VII R 43/07, BFHE 223, 344, BStBl II 2009, 344); in einem solchen Fall darf deshalb die Anrechnungsverfügung in der Weise widerrufen werden, dass die Finanzbehörde nunmehr von einer Anrechnung der Lohnsteuer absieht.
Denn eine Aufhebung des Steuerfestsetzungsbescheids führt jedenfalls dazu, dass die Anrechnungsverfügung gemäß § 131 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 AO widerrufen werden kann (Senatsurteile in BFHE 223, 344, BStBl II 2009, 344, und in BFH/NV 2014, 339; BFH-Urteil vom 8. September 2010 I R 90/09, BFHE 231, 97, BStBl II 2013, 11).
Zwar war das FA grundsätzlich befugt, aufgrund der Änderung der festgesetzten Einkommensteuer die Lohnsteueranrechnung an die Änderung der Festsetzung anzupassen, wobei offen bleiben kann, ob man hier argumentativ eine auflösende Bedingung der ursprünglichen Anrechnungsverfügung sieht (BFH Urteil vom 9. Dezember 2008, VII R 43/07, BStBl II 2009, 344, Juris Rn. 16) oder eine nachträglich eingetretene Tatsache i. S. v. § 131 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 AO (…BFH a. a. O. Juris Rn. 22).
Könne die Festsetzung nur aus formalen Gründen, z. B. Festsetzungsverjährung, nicht mehr in der materiell-rechtlich gebotenen Weise geändert werden, seien entsprechende Steuerabzüge von der Anrechnung ausgeschlossen (BFH Urteil vom 9. Dezember 2008, VII R 43/07, BStBl II 2009, 344, Juris Rn. 20).
Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. Dezember 2008 VII R 43/07 (BFHE 223, 344, BStBl II 2009, 344) könne eine Tatsache auch die steuerrechtliche Beurteilung eines Sachverhalts in einem anderen Bescheid sein.
Abweichendes ergibt sich auch nicht aus dem von der Klägerin zitierten Urteil des BFH in BFHE 223, 344, BStBl II 2009, 344, das zu § 131 AO ergangen ist.
Spätere Änderungen der Steuerfestsetzung eröffnen allerdings die Möglichkeit einer Korrektur der Anrechnung bzw. des Abrechnungsbescheides (vgl. BFH-Urteil vom 9. Dezember 2008 VII R 43/0 7, BFHE 223, 344, BStBl II 2009, 344).
Rechtswidrig und daher unter den Voraussetzungen des § 130 AO rücknehmbar ist ein Verwaltungsakt, wenn bei seinem Erlass von einem tatsächlich nicht gegebenen Sachverhalt ausgegangen oder das im Zeitpunkt seines Erlasses geltende Recht unrichtig angewandt worden ist (BFH-Urteile vom 9. Dezember 2008 VII R 43/07, BStBl II 2009, 344; vom 26. Juni 2007 VII R 35/06, BStBl II 2007, 742).
Neuregelung des KAG RP § 3 Abs 1 Nr 4 ermöglicht Widerruf begünstigender …
Der Begriff Tatsache in § 131 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 AO bezeichnet nicht nur im umgangssprachlichen Sinne etwas rein Tatsächliches, sondern auch die abgabenrechtliche Beurteilung eines Sachverhalts (BFH, VII R 43/07, juris).

References: § 130
 § 131
 § 36
 § 130
 § 36
 § 131
 § 131
 § 131
 § 131
 § 130
 § 3
 § 131