Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2076,%20305
Timestamp: 2019-03-26 19:23:25+00:00

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BGH, 12.03.1980 - IV ZR 102/78 - dejure.org
Geltendmachung eines Schadensersatzanspruchs gegen die Ehegatten als Gesamtschuldner - Einstufung von Streitigkeiten über Ansprüche aus dem ehelichen Güterrecht als Familiensache - Einordnung einer Inanspruchnahme eines Ehegatten aus Haftungsverpflichtung auf Grund der Vorschriften über die Gütergemeinschaft von einem Gläubiger des anderen Ehegatten als Familiensache - Zulässigkeit der Revision bei Annahme eines allgemeinen Rechtsstreits über vermögensrechtliche Ansprüche durch das Berufungsgericht
BGB § 1368
BGH, 03.10.1979 - IV ZR 102/78
BGHZ 76, 305
NJW 1980, 1626
MDR 1980, 567
FamRZ 1980, 551
Hat ein allgemeiner Zivilsenat des Oberlandesgerichts einen Rechtsstreit irrtümlich nicht als Familiensache beurteilt und bei einem 40.000,00 DM übersteigenden Wert der Beschwer einen Fall der zulassungsfreien Revision angenommen, dann ist für die Revision § 554 b ZPO anzuwenden mit der Einschränkung, daß bei Prüfung der Erfolgsaussicht nur das Vorliegen einer Abweichung geprüft wird (Aufgabe von BGHZ 76, 305; Beschlüsse vom 5. März 1980 - IVb ZR 555/80; vom 15. Oktober 1980 - IVb ZR 503/80 = FamRZ 1981 - 19, 22; vom 11. Februar 1982 - IX ZR 98/80; Urteil vom 16. Dezember 1982 - IX ZR 88/81 = FamRZ 83, 156; Beschluß vom 13. Januar 1983 - IX ZR 23/82 = FamRZ 1983, 364).
Ob ein Rechtsstreit Familiensache ist, richtet sich nach der Begründung des geltend gemachten Anspruchs (materielle Anknüpfung; BGH ständig; vgl. BGHZ 76, 305, 309; Beschluß vom 24. September 1980 - IVb ZR 501/80 = NJW 1981, 128; Urteil vom 3. Dezember 1980 - IVb ZR 628/80 = FamRZ 1981, 247; Urteil vom 16. Dezember 1982 - IX ZR 88/81 = FamRZ 1983, 156; Beschluß vom 13. Januar 1983 - IX ZR 23/82 = FamRZ 1983, 364).
Das sollte nach der bisherigen Rechtsprechung selbst dann gelten, wenn ein Oberlandesgericht irrtümlich einen Fall der zulassungsfreien Revision angenommen und deshalb die Voraussetzungen einer Zulassung nicht geprüft hat (vgl. BGHZ 76, 305; Beschluß vom 10. Oktober 1980 - IVb ZR 503/80 = FamRZ 1981, 19, 22; Urteil vom 16. Dezember 1982 - IX ZR 88/81 = FamRZ 1983, 156 und Beschluß vom 13. Januar 1983 - IX ZR 23/82 = FamRZ 1983, 364).
Nach dem Grundsatz des Vertrauensschutzes dürfen sich solche Fehler grundsätzlich nicht zu Lasten der Parteien auswirken (BGH Beschluß vom 12. Februar 1959 - II ZR 97/58 = LM ZPO § 511 Nr. 13; BGHZ 72, 182, 187; 76, 305, 311).
BGH, 15.10.1980 - IVb ZR 503/80
Abschluss eines gerichtlichen Vergleichs über Scheidungsfolgen - Anfechtung des …
Dies gilt auch in Übergangsfällen, in denen - wie hier - der Rechtsstreit vor dem Inkrafttreten des 1. EheRG rechtshängig geworden ist (BGH FamRZ 1980, 551 = NJW 1980, 1626; vgl. auch BVerfG Beschl. vom 15. September 1980 - 1 BvR 424/80).
Selbst wenn jedoch das Berufungsgericht irrtümlich einen Fall der zulassungsfreien Revision angenommen und deshalb nicht geprüft haben sollte, ob die Voraussetzungen der Zulassung gegeben gewesen wären, würde dies an der Unstatthaftigkeit des Rechtsmittels nichts ändern (BGH FamRZ 1980, 233 = NJW 1980, 785; FamRZ 1980, 551 - NJW 1980, 1626).
Denn maßgebend ist die materielle Rechtsnatur des Klaganspruchs als Familiensache (BGH, NJW 1979, 550 = FamRZ 1979, 220; BGHZ 76, 305, 309; BGH, NJW 1980, 1636 = FamRZ 1980, 669).
Auch in diesem Fall hat das Revisionsgericht keine Möglichkeit, der Klägerin die Revisionsinstanz zu eröffnen; denn es ist dem Bundesgerichtshof nicht gestattet, über die vom Berufungsgericht unterlassene Zulassung der Revision selbst zu befinden (BGH, NJW 1980, 785 = FamRZ 1980, 233; BGHZ 76, 305, 310; BGH, NJW 1981, 346 = FamRZ 1981, 19).
Dementsprechend hat das Bundesverfassungsgericht (FamRZ 1982, 243) in einem vergleichbaren Fall entschieden, daß § 621 d ZPO auf sachgerechten Gründen beruht und auch unter Berücksichtigung des aus dem Rechtsstaatsprinzip folgenden Gebots des Vertrauensschutzes (vgl. dazu BGHZ 76, 305, 311, 312) verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist.
BVerfG, 04.04.1984 - 1 BvR 276/83
Nach seiner Rechtsprechung (BGHZ 76, 305 (309)) werde die Anwendung des § 621 d ZPO nicht dadurch ausgeschlossen, daß der Rechtsstreit im Berufungsrechtszug von einem Senat für allgemeine Zivilsachen und nicht vom Familiensenat entschieden worden sei.
Hat ein allgemeiner Zivilsenat des Oberlandesgerichts einen Rechtsstreit irrtümlich nicht als Familiensache beurteilt und bei einem 40 000 DM übersteigenden Wert der Beschwer einen Fall der zulassungsfreien Revision angenommen, dann ist für die Revision § 554 b ZPO anzuwenden mit der Einschränkung, daß bei Prüfung der Erfolgsaussicht nur das Vorliegen einer Abweichung geprüft wird (Aufgabe von BGHZ 76, 305 ;… Beschlüsse vom 5. März 1980 - IV b ZR 555/80 - vom 10. Oktober 1980 - IV b ZR 503/80 - = FamRZ 1981, S. 19, 22;… vom 11. Februar 1982 - IX ZR 98/80 - Urteil vom 16. Dezember 1982 - IX ZR 88/81 - = FamRZ 1983, S. 156 ;… Beschluß vom 13. Januar 1983 - IX ZR 23/82 - = FamRZ 1983, S. 364).
Denn maßgebend ist die materielle Rechtsnatur des Klaganspruchs als Familiensache (BGH, NJW 1979, 550 - FamRZ 1979, 220; BGHZ 76, 305, 309 und ständig, zuletzt Urteil vom 16. Dezember 1982 - IX ZR 88/81 m.w.Nachw.).
Auch in diesem Fall hat das Revisionsgericht keine Möglichkeit, dem Beklagten die Revisionsinstanz zu eröffnen; denn es ist dem Bundesgerichtshof nicht gestattet, über die vom Berufungsgericht unterlassene Zulassung der Revision selbst zu befinden (BGHZ 76, 305, 310; BGH Urteil vom 16. Dezember 1982 - IX ZR 88/81 m.w.NachW.).
Denn maßgebend ist die materielle Rechtsnatur des Klaganspruchs als Familiensache (BGH Beschluß vom 29. November 1978 - IV ZR 74/78 = NJW 1979, 550 = FamRZ 1979, 220; BGHZ 76, 305, 309; BGH Beschluß vom 26. März 1980 - IV b ZR 579/80 = NJW 1980, 1636 = FamRZ 1980, 669).
Auch in diesem Fall hat das Revisionsgericht keine Möglichkeit, der Klägerin die Revisionsinstanz zu eröffnen; denn es ist dem Bundesgerichtshof nicht gestattet, über die vom Berufungsgericht unterlassene Zulassung der Revision selbst zu befinden (BGH Beschluß vom 23. Januar 1980 - IV ZR 217/79 - NJW 1980, 785 = FamRZ 1980, 233; BGHZ 76, 305, 310; BGH Beschluß vom 15. Oktober 1980 - IV b ZR 503/80 = NJW 1981, 346 = FamRZ 1981, 19).
Dementsprechend hat das Bundesverfassungsgericht (Beschluß vom 15. September 1980 - 1 BvR 424/80) in einem Fall, der dem hier gegebenen gleicht, entschieden, daß § 621 d ZPO auf sachgerechten Gründen beruht und auch unter Berücksichtigung des aus dem Rechtsstaatsprinzip folgenden Gebots des Vertrauensschutzes (vgl. dazu BGHZ 76, 305, 311, 312) verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist.
BGH, 24.06.1981 - IVb ARZ 523/81
Gerichtliche Zuständigkeit der Familiengerichte für Gesamtvermögensgeschäfte …
Hierzu gehören einerseits Ansprüche, die sich unmittelbar aus den gesetzlichen Vorschriften über das eheliche Güterrecht nach §§ 1363 ff BGB ergeben, sowie andererseits Ansprüche aus Vereinbarungen über güterrechtliche Verhältnisse nach § 1408 BGB (BGH Beschluß vom 28. Juni 1978 IV ARZ 47/78 = NJW 1978, 1923; vom 20. Dezember 1978 IV ARZ 85/78 = FamRZ 1979, 219; Urteil vom 12. März 1980 IV ZR 102/78 = BGHZ 76, 305 = FamRZ 1980, 551).
Das gilt nicht nur für eine "Beteiligung" etwa als Streitgenosse oder Nebenintervenient sondern auch für Fälle, in denen - wie hier - ein Dritter als Partei "beteiligt" ist (BGH Urteil vom 12. März 1980 = FamRZ 1980, 551 m.N.).
BGH, 10.11.1982 - IVb ARZ 44/82
Zuständigkeit der Familiengerichte - Grundsatz des Vorrangs der Familiengerichte
BPatG, 12.04.2007 - 11 W (pat) 383/06
BGH, 24.09.1980 - IVb ZB 657/80
Einordnung eines Rechtsstreits als Familiensache bei Geltendmachung eines …
BGH, 18.12.1989 - II ZR 201/89
BGH, 11.11.1982 - IX ZR 37/82
Zuständigkeit des Familiengerichts für Ansprüche auf Zugewinnausgleich

References: § 1368
 § 554
 BGH 
 § 511
 § 621
 § 621
 § 554
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 621
 § 1408