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Timestamp: 2019-05-22 06:04:18+00:00

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BGH, 15.05.1986 - IX ZR 96/85 - dejure.org
https://dejure.org/1986,396
BGH, 15.05.1986 - IX ZR 96/85 (https://dejure.org/1986,396)
BGH, Entscheidung vom 15.05.1986 - IX ZR 96/85 (https://dejure.org/1986,396)
BGH, Entscheidung vom 15. Mai 1986 - IX ZR 96/85 (https://dejure.org/1986,396)
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Freistellungsverpflichtung des Mitbürgen entsprechend dem im Innenverhältnis auf ihn entfallenden Anteil bei Inanspruchnahme des anderen Mitbürgen
Bürgschaft - Ausgleichsanspruch - Ausgleichung von Mitbürgen
NJW 1986, 3131
ZIP 1986, 970
WM 1986, 961
(1) Das gilt zunächst insoweit, als hierbei lediglich für den - umgekehrten - Fall der Befriedigung des Gläubigers durch den Regelbürgen eine gemäß § 774 Abs. 1, §§ 401, 412 BGB mit dem Übergang der Hauptforderung erfolgende Übertragung der Bürgschaftsforderung gegen den Ausfallbürgen auf den Regelbürgen verneint (…vgl. hierzu Erman/Herrmann, BGB, 13. Aufl., § 769 Rn. 3;… Soergel/Pecher, BGB, 12. Aufl., § 769 Rn. 11;… Lwowski, Das Recht der Kreditsicherung, 8. Aufl., Rn. 387; Auernhammer, BB 1958, 973) oder auch ein davon zu trennender eigener Ausgleichsanspruch des Regelbürgen nach § 774 Abs. 2, § 426 Abs. 1 BGB abgelehnt wird (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 15. Mai 1986 - IX ZR 96/85, WM 1986, 961 ff.;… Staudinger/Horn, BGB (1997), § 774 Rn. 59; Janssen, BB 1953, 1039; Weber, BB 1971, 333, 336).
(2) Für diese hier vorliegende Sachverhaltskonstellation wird demgegenüber ein selbständiger Ausgleichsanspruch des leistenden Ausfallbürgen gegen den Regelbürgen aus § 774 Abs. 2, § 426 Abs. 1 BGB vereinzelt sogar ausdrücklich bejaht (OLG Naumburg, OLGR 2001, 60, 62 unter insoweit unzutreffendem Verweis auf BGH, Urteil vom 15. Mai 1986 - IX ZR 96/85, WM 1986, 961, 963;… s. auch Staudinger/Horn, BGB (1997), § 774 Rn. 59).
Im übrigen kann nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 23, 361, 363; Urteil vom 15. Mai 1986 - IX ZR 96/85 = WM 1986, 961 unter I 1;… Urteil vom 2. Juli 1986 - IVb ZR 58/85 = BGHR BGB § 426 Abs. 1 S. 1 Ausgleichung 1 m.w.Nachw.;… Nichtannahmebeschluß vom 28. September 1993 - III ZR 170/91 = BGHR BGB § 426 Abs. 1 S. 1 Ausgleichung 9) ein Gesamtschuldner bereits vor seiner Leistung verlangen, daß seine Mitschuldner ihrem Anteil entsprechend zur Befriedigung des Gläubigers mitwirken (§ 426 Abs. 1 S. 1 BGB).
Dies wäre jedoch mit rechtlichem Grund geschehen, weil R. die Beklagte insoweit von ihrer Verbindlichkeit hätte befreien müssen (vgl. BGH, Urteil vom 15. Mai 1986 - IX ZR 96/85 - NJW 1986, 3131 f. m. w. N.) und die Zahlung der Klägerin für die Beklagte als eine solche des R. anzusehen wäre.
Ebenso bedarf keiner Entscheidung, ob eine Schriftlichkeitsklausel grundsätzlich gegenüber einer mündlichen Individualabrede nach dem Vorrangprinzip des § 4 AGBG zurückzutreten hat (dazu z.B. BGH, Urteil vom 15. Mai 1986 - IX ZR 96/85 = NJW 1986, 3131 unter I 3 c aa;… Ulmer a.a.O. § 4 Rdnr. 33 ff;… Soergel/Stein, BGB, 12. Aufl., § 4 AGB-Gesetz Rdnr. 15 ff) und ob dies auch zutrifft, wenn die Notwendigkeit schriftlicher Niederlegung abändernder oder ergänzender Vereinbarungen zugleich aus der gesetzlichen Formvorschrift des § 34 GWB folgt.
Der Anspruch ist auf Befreiung von dem Teil der Schuld, den der Kläger im Innenverhältnis zu tragen hat, gerichtet und begründet ein Zurückbehaltungsrecht nach § 273 Abs. 1 BGB (vgl. BGHZ 47, 157, 166 f; BGH, Urt. v. 15. Mai 1986 - IX ZR 96/85, NJW 1986, 3131, 3132).
Sowohl in der Literatur als auch in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs findet sich der Hinweis, Ausfallbürge und Regelbürge seien nicht Mitbürgen im Sinne des § 769 BGB, die für Mitbürgen vorgesehene Haftung nach § 426 BGB gelte deshalb im Verhältnis des Regelbürgen zum Ausfallbürgen nicht (…vgl. Auernhammer, BB 1958, S. 973; für einen Ausgleichsanspruch des Regelbürgen gegen den Ausfallbürgen zustimmend in Bezug genommen durch BGH…, Urteil vom 18. Oktober 1978 - VIII ZR 278/77 -, WM 1978, S. 1267 ; außerdem BGHZ 88, 185 ; BGH, Urteil vom 15. Mai 1986 - IX ZR 96/85 -, WM 1986, S. 961 ff.; OLG Hamm…, Urteil vom 27. Februar 2002 - 30 U 135/01 -, NZM 2002, S. 563 ; in diese Richtung auch OLG Brandenburg…, Urteil vom 26. November 2005 - 4 U 31/05 -, juris, Rn. 41; RG, Urteil vom 25. April 1912 - VI 439/11 -, Recht 1912, Nr. 2032;… weiter Herrmann, in: Erman, BGB, Bd. 2, 12. Aufl. 2008, § 769 Rn. 3;… Häuser, in: Soergel, BGB, Bd. 5/1, 12. Aufl. 2007, Vor § 765 Rn. 38).
Nach ständiger Rechtsprechung entsteht der Ausgleichsanspruch aus § 426 Abs. 1 Satz 1 BGB nicht erst, wenn ein Gesamtschuldner an den Gläubiger leistet, sondern von vornherein mit dem Zustandekommen des Gesamtschuldverhältnisses (vgl. BGH, Urteil vom 15. Mai 1986 - IX ZR 96/85 = NJW 1986, 3131, 3132 m.Nachw.).
Nimmt der Gläubiger wegen seiner fälligen Forderung einen der Gesamtschuldner in Anspruch, so kann dieser von den Mitschuldnern verlangen, ihn von der Verbindlichkeit in der Höhe zu befreien, die der jeweiligen internen Ausgleichspflicht entspricht (BGH, Urteil vom 15. Mai 1986 aaO.).
OLG München, 18.02.1992 - 18 U 2287/91
LG Dresden, 16.08.2006 - 4 O 1226/06

References: § 774
 § 769
 § 769
 § 774
 § 426
 § 774
 § 774
 § 426
 § 774
 § 426
 § 426
 § 4
 § 4
 § 4
 § 34
 § 273
 § 769
 § 426
 § 769
 § 765
 § 426