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Timestamp: 2020-02-17 12:33:04+00:00

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Urteil > VIII ZR 344/08 | BGH - BGH: Vermieter darf Wandfarbe während der Mietzeit nicht vorschreiben - Klausel "Weißen der Decke" unzulässig < kostenlose-urteile.de
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.09.2009
BGH zu unzulässigen Farbwahlklauseln bei Schönheits­reparaturen - Klausel benachteiligt Mieter unangemessen
Eine Klausel über die Vornahme von Schönheits­reparaturen, die den Mieter zum "Weißen" der Decken und Oberwände während der Mietzeit verpflichtet, ist unzulässig. Dies entschied der Bundesgerichtshof.
Vermieter fordert Schadensersatz wegen unterlassener Schönheitsreparaturen
Mieter wird in Gestaltung seines persönlichen Lebensbereichs einschränkt
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Klausel unwirksam ist und daher ein Schadensersatzanspruch wegen unterlassener Schönheitsreparaturen nicht besteht. Der Senat hat seine Rechtsprechung fortgeführt, nach der eine Klausel, welche den Mieter verpflichtet, die Schönheitsreparaturen in "neutralen, hellen, deckenden Farben und Tapeten auszuführen", wegen unangemessener Benachteiligung nach § 307 BGB unwirksam ist, wenn sie nicht auf den Zustand der Wohnung im Zeitpunkt der Rückgabe beschränkt ist (vgl. Bundesgerichtshof, Urteil v. 18.06.2008 - VIII ZR 224/07 -). Eine derartige Klausel benachteiligt den Mieter regelmäßig deshalb unangemessen, weil sie ihn auch während des Mietverhältnisses zu einer Dekoration in einer ihm vorgegebenen Farbwahl verpflichtet und dadurch in der Gestaltung seines persönlichen Lebensbereichs einschränkt, ohne dass dafür ein anerkennenswertes Interesse des Vermieters besteht. So verhielt es sich auch in dem hier zu entscheidenden Fall, weil die Klausel sich nicht auf eine bloße Endrenovierungspflicht des Mieters beschränkt. Für ein anerkennenswertes Interesse des Vermieters an einem Wand- und Deckenanstrich allein in der Farbe weiß – etwa wegen einer andernfalls drohenden Substanzverletzung – bot der revisionsrechtlich zu berücksichtigende Sachvortrag des Klägers keinen Anhalt.
Begriff "weißen" ist nicht als Synonym für "streichen" zu verstehen
Das Berufungsgericht ist auch zutreffend davon ausgegangen, dass es jedenfalls nicht fern liegt, unter dem Begriff "weißen" nicht lediglich ein Synonym für streichen, sondern auch einen Anstrich in weißer Farbe zu verstehen. Lässt die Klausel somit auch diese Auslegung zu, so ist sie gemäß § 305 c Abs. 2 BGB in dieser dem Mieter günstigsten, weil zur Unwirksamkeit der Klausel führenden Auslegung zugrunde zu legen.
BGB § 307 Abs. 1 Satz 1; § 503 c Abs. 2
Die formularmäßige Verpflichtung des Mieters, Decken und Oberwände auch während der Mietzeit zu "weißen", ist wegen unangemessener Benachteiligung des Mieters nach § 307 BGB unwirksam, da der Begriff "weißen" bei der nach § 305 c Abs. 2 BGB gebotenen kundenfeindlichsten Auslegung jedenfalls auch dahin verstanden werden kann, dass der Mieter die Schönheitsreparaturen in weißer Farbe vorzunehmen hat (Fortführung von BGH, Urteil vom 18. Juni 2008 - VIII ZR 224/07, NJW 2008, 2499, Tz. 15 ff.).
Amtsgericht Schöneberg, Urteil vom 23.01.2007
[Aktenzeichen: 5a C 59/06]
Landesarbeitsgericht Berlin, Urteil vom 11.11.2008
[Aktenzeichen: 63 S 64/07]
(Bundesgerichtshof, Urteil vom 18.02.2009
[Aktenzeichen: VIII ZR 166/08])
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom 23.09.2009 [Aktenzeichen: VIII ZR 344/08]
Urteile zu den Schlagwörtern: Farbe | farbig | Farbton | Lackfarbe | Farbwahlklausel | Formularklausel | Mietvertrag (Wohnung) | Wohnungsmietvertrag | Mietverhältnis | Miete | Schönheitsreparaturen | unangemessene Benachteiligung | Vertragsklausel
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Dokument-Nr. 8506
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References: BGH 

BGH 
 § 307
 § 305
 § 307
 § 503
 § 307
 § 305