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Timestamp: 2016-12-10 07:21:56+00:00

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⭐Informatikbe schaffun s
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Hansi Schmid
1 I n f o r m a t i k b e s c h a f f u n AJPIPJA 12I2OO5 Informatikbe schaffun s Vertragskonzepte für IT-Kunden Inhaltsübersicht: Dr URs EcLr, Rechtsanwalt, Zürich 1. Der Beschaffungsprozess: Sein und Sollen 2. Geschäftstypen 2.1. Hardware- und Technologieproj ekte 2.2. ERP-Softwarc Projekte 2.3. Softwareenrr.r icklungsverträge 2.4. Einkauf von Off1ce-Software 2.5. AsP-Verträge 2.6. Provider Services, Webhosting ünd Webdesign 2.7. Personalverleih 2.8. Consulting 2.9. Wartung, Suppofi und ähnlich Leistungen Outsourcing 3. Dispositiv anwendbates Gesetzesrecht 3.1. Ziel- oder Dauerschuld 3.2. Grad der Ergebnisverantwortung 4- Kommerzielle und technische Vertragsinhalte 4.1. Wer sind die Vertragspartner? 4.2. Was ist die Leistung? 4.3. Wann ist zu leisten? 4-4. Wie viel kostet es? 4.5. Waitung 5. Rechtliche Vertragsinlalte 5.1. Nutzungsrechte an Standardsoftware 5.2. Nutzungsrechte an Individualentwicklungen 5.3. Mitwirkungspflichteü 5.4. KlauselnmitAbnahmefiktionen 5.5. Einschränkung detverzugsrechte 5.6. Einschränkung dergewähjleislungsrechte 5.7. Haftungsausschluss 5.8. Geheimhaltung und Datenschutz 5.9. Exklusivität, Konkunenzverbot, Abwerbeverbote 5. I 0. Konventionalstraf en 5.1 l Eigentumsvorbehalt Verrechnungsausschluss Projektorganisation Change Management Schriftlichleitsedordernis Gerichtsstand und anwendbarcs Recht 6. Vertragskonzepte 6.1. Eigene Einkaufsbedingungen 6.2. Einkaufsbedingungen der öffentlichen Hand 6.3. Swico Bedingungen 6.4. Akzeptie.en der Lieferantenbedingungen mit',chirurgischen Eingriffen" 6.5. lndividuellervertrag 6.6. Beschränkung aufein Term Sheet 6.7. Vollständiger Verzicht auf einen schriftlichen Vertrag? 7. Ablauf der Beratung 7.1. Instruktion 7.2. Definitio[ der wesentlichen Vertragspunkte und rechtliche Qualifikation 7.3. Vertragskonzept undverhandlungsftihrung 7.4. fusikoanaly\e und Exir STenario 8. Betreuung bei der Vertragsefüllung 8.1. Leistungs-, Kosten- und Teüninlontrolle 8.2. Dokumentation 8.3. Problembehandlung und Eskalation 1. DerBeschaffungsprozess: Sein und Sollen Im idealt'?ischen Beschaffungsprozess hat der Kunde seine Bedürfnisse in einem Pflichtenheft beschrieben, bevor er eine Mehrzahl von Lieferanten zur Offertstelluns einlädt. Anschliessend eraluien er die Lie[eranren unteiberücksichtigung von Preis und Qualität'. Es gelingt ihm, seine Ansprüche vertraglich abzusichern, beispielsweise durch Konventionalstrafen und griffige Garantie- und Haftungs- Desümmungen. Dieses Vorgehen lässt sich oft nicht realisieren, weil der Kunde zu Beginn gar nicht klar weiss, was er braucht. Häufig fehlt zudem die Zeit. Schliesslich soll der Aufwand für die Beschaffung in einem vemünftigen Verhältnis zum Vertragswert stehen. Im Folgenden soll nun gezeigt werden, wie Kunden mit angemessenem Aufwand trotz dieser Schwierigkeiten gute Vefiräge aushandeln können. 2. Geschäftstypen Die IT-Beschaffung soll einem Geschäftstyp zugeordnet werden. Dabei wird hier Geschäftstyp in einem kommerziell-technischen und nicht in einem rechtlichen Sinn verstanden. Der Unterschied ist vor allem im Softwarebereich relevant. Die Beschaffung von ERP]-Software und von Office-Software ist nicht vergleichbar, obwohl es beide Male rechdich betrachtet um Lizenzvefiräge geht. MARIO BECKER,/REINHARD HAITERIELLNEF/CEORG LIEBEIRAU/ SIEGFRTED VössNER, EDV-Wissen für Anwender. Zürich fr. Enterprise Resource Planning. dazu BECKER/HABERFELL\ER/ LTEBETRAU/VöSSNER (FN 1). 64.2 AJP/PJA I2l2005 Grundsätzlich wird zwischen Projekten und auf Dauer ausgerichteten Leistungen unterschieden. Projekte haben ein Projektziel und einen Endtermin. AufDauer ausgerichtete Leistungen wie z.b. die Wartung unterstützen den laufenden Betrieb einer bereits realisierten Infbrmatikanlage. Weiter isr wichtig. ob die IT-Anlage vom Hersreller.ilber erworben wird oder was im Hardwarebereich praktisch immer und im Softwarebereich immer häufiser der Fall ist - von einem Lieferanten. der Bestandteile der lt- Anlage seinerseits einkaufen muss. Seine Leistung besteht dann in der Integration von verschiedenen Komponenten. Man spricht deshalb auch von Systemintegrationr. Der Verhandlungsspielraum eines Systemintegrators ist in Bezug auf die von ihm zugekauften Produkte eingescfuänkt. Es haben sich im Wesentlichen die folsenden Geschäfrstypen herausgebildet Hardware- und Technologieprojekte Dazu zählen die Beschaffung von Hardware (PC, Serveq Drucker) und Betriebssoftware, das Einrichten von Netzwerken, die Datensicherung und die Informatiksicherheit (Firewalls, Virenschutz). Solche Projekte können eine grosse Komplexität aufweisen, etwa dann, wem eine Vielzahl von Arbeitsplätzen vefieilt über mehrere Betriebsstandorte miteinander vernetzt werden müssen. Es seht dann nicht einfach um den Kauf ron Hardware, sonäem vor allem auch um das Einrichten von Software für den Betrieb und die Überwachung der Systeme. Solche Projekte setzen technische Kompetenz beim Lieferanten und beim Kunden voraus. Ihre Realisation erstreckt sich über mehlere Monate. Die Beschaffung ist entsprechend aufwändig. Am anderen Ende des Spektrums steht der Kauf eines einzelnen PC, allenfalls verbunden mit der Installation yon Offrce-Software ERP-Software Projekte ERP-Software bildet Geschäftsprozesse ab wie etwa den Marketing- und Verkaufsprozess, das Bestellwesen, die Rechnungsstellung, die Buchhaltung oder die Lagerbewirtschaftung. Die ERP-Software ist das Herzstück der betrieblichen Informatik. Neben den grossen Herstellern (SAP, Oracle etc.) existiert eine Vielzahl von kleineren Unternehmen. welche Nischenprodukte für besrimmte Branchen (Software für Treuhänder, Software für Transportuntemehmen etc.) enlwickeln und veftreiben. Für ERP-Projekte charakteristisch ist, dass die Geschäftsabläufe des Kunden in der Software absebildet werden. Der Lie[erant muss deshalb die Abläufe im Kundenbetrieb analysieren und verstehen. Das Resultat dieser Analyse kam ein Business Process Reengineering, (BPR) sein, in dessen Verlauf der Kunde seine gewohnten Abläufe aufgibt und sich dem in der Software abgebildeten Branchenstandard anpasst. Die Grenzen zwischen Softwareeinführung und U ntemehmensberatune sind fliessend. Prqekte über die Einführung von ERP-Software haben den Erwerb einer Lizenz für Standardsoftware als Basis. Diese ist dann an die Bedürfnisse des Kunden anzuoassen. wobei heute Standardso[tware bereits vieltältige Änpassungsmöglichkeiten systemseitig bereit stellt. Besondere Bedürfnisse des Kunden können es jedoch erforderlich machen, dass in bescbränktem Umfang auch Individualentwicklungen nötig sind, etwa dann, wenn eine Schnittstelle zu realisieren ist. Hingegen ist es eher selten, dass eine Software individuell für einen Kunden von Grund auf neu entwickelt wird. Ist der Anteil individueller Leistungen im Vergleich zum Gesamtprojektwert klein, wird also praktisch ein Brzmchenstandard übemommen, so kann von einem unproblematischen Standardprojekt ausgegangen werden. Die lristungsbeschreibung solcher Projekte ergibt sich bereits aus dem Benutzerhandbuch der Software. der Preis lässt sich fixieren und die Einführungsdienstleistungen sind bei anderen Kunden mehrfach erprobt worden. Sowohl Termine als auch Kosten lassen sich zuverlässig abschätzen. Ist der Anteil individueller Leistungen hingegen gross, wird es kritischer. Die Leistungsbeschreibung liegt erst nach dem Erstellen der Detailspezifikationen definitiv vor Preis, Termine und Kosten sind mit gösseren Unsicherheiten behaftet. Die im Rahmen eines ERP-Projektes zu erbringenden individuellen Leistungen lassen sich in folgende Leistungskomponenten unterteilen: Bedürfnisanalyse und Beratung, Customizing (Anpassen der Standardsoftware auf die Bedürfnisse des Kunden), Parametrisierung (Einfügen von numerischen Parametem, z.b. Preistabellen), Entwicklung von kundenindividueller Zusatzsoftware, Installation. Datenübemahme, Durchführen von Systemtests, Projektmanagement und Schulung. Der Kunde versteht diese Leistuneen zusamnen mit der Softwarelizenz als Gesamtpaket Softwareentwicklungsverträge Trotz der immer grösseren Bedeutung standardisierter Produkte wird nach wie vor Software individuell entwickelt, etwa dann, wenn sich die Entwicklung eines Standardproduktes nicht lohnt, weil der Markt dafür zu klein ist. Allerdings wird auch hier nicht Softwarecode von Grund auf neu geschrieben, sondem es wird auf Datenbanksoftware und Entwicklungstools abgestellr. Bei solchen Geschäften ist die Fixierung von Leistungsgegenstand, Preis und Terminen noch schwieriger als bei ERP-Projekten. 3 4 BERNHARD HEUSLER/ROLAND MATHys. IT-Verlrassrecht. Zürich 2004, lö. BECKIR/HABERFELLNER/LTEBETRAU/VöSSNER (FN l). 173 ff.3 Informatikbeschaffun AJP/PJA 1 2/ Einkauf von Offrce-Software Offrce-Software dient der allgemeinen Büroadministration wie Textverarbeitung, Kalkulation, Präsentation oder Datenverwaltung in einfachen Datenbanken. Office-Software ist das Paradebeispiel von Standardsoftware. Sowohl die kommerziellen als auch die rechtlichen Konditionen sind standardisiert und kaum verhandelbar Bei Office-Software beschränken sich die Einführ-unssdienstleistungen auf die lnstailarion. Offi ce-sofrware wlrd in der Regel beim Hardwarelieferanten gekauft. Ihre Beschaffung ist unproblematisch ASP-Verträge Bei AsP'-Verträgen wird Software nicht im Betrieb des Kunden installiert. sondern beim Lieferanten. Der Kunde kann die Funttionalitäten der Software über dedizierte Datenleitungen oder über das lnternet in Anspruch nehmen.. Mit ASP-Verträgen wird auch der Softwrueunterhalt und die Datensicherung an den Lief'eranten delegiert. Solche Geschäfte sind mit der oben dargestellten Beschaffung von ERP-Software vergleichbar, machen jedoch nur in überschaubaren Verhältnissen Sinn. in denen ein Standard übernommen werden kann Provider Services,Webhosting und Webdesign Ein Access-Provider betreibt im Aultrag des Kunden einen lnternet- und Server. Er vermittelt Iedislich den Zugang zum Netz-. Als Webhosling bezeichnet man den Betrieb von Webseiten für Kunden auf einem permanent an das Internet angeschlossenen Server'. Es handelt sich um Standardleistungen mit fixierten Preisen. Die Beschaffung ist tendenziell unproblematisch. Webdesign demgegenüber besteht in der Entwicklung und der Gestaltung yon Webseitenn. Das hat sowohl einen softwaretechnischen, wie auch einen graphisch-gestalterischen Aspekt. Der Dienstleistungsanteil und damit auch der Beschaffungsaufwand ist grösser Consulting In grösseren Projekten zieht der Kunde manchmal exteme Berater bei. welche ihn bei der Evaluation der Lieferanten sowie im Projektmanagement unterstützen. Hier geht es um eine Dienstleistung ohne Resultatverantwortung. Die Beschaffung bietet, abgesehen von der AHV-rechtlich korrekten Abrechnung der Honorarzahlungen, keine besonderen Probleme Wartung, Support und ähnlich Leistungen Die Wartung von Hardware ist eine Art verlängerte Garantie. Sie besteht in der Ersetzung defekter Hardwareteile. Ganz anders die Softwarewartung, welche deshalb besser als SoJnvarepflege bezeichnet wird. Neben der klassischen Mängelbehebung geht es um die laufende Weiterentwicklung der Software, insbesondere um die Anpassung an neue Hardwaresysteme oder an neue kommerzielle oder gesetzliche Anforderungen. Support ist eine allgemeine Bezeichnung für laufende Unterstützung und kann sowohl Hardware wie auch Software umfassen. Im Gegensatz zur Softwarepflege, bei welcher das Produkt und dessen Weiterentwicklung im Zentrum steht, geht es beim Support um das Lösen einer kundenspezifi schen Problemstell ung. Hotlinedienstleisturgen bestehen darin, dass der Kunde via Telefon oder Unterstützung in Anspruch nehmen darf- Diese Leistungen kö[nen Bestandteil eines War tungsvefirages sein oder ein separates Leistungspaket darstellen. Monitoring Scnices beinhahen die permanente Überwachung bestimmter Informatiksysteme, beispielsweise grösserer Netzwerke. Dadurch lassen sich frühzeitig Störungen erkennen. Auch weitere Leistungen wie Dqtensicherung, Ersatz, teilhaltung, das Führen eines Journals der gemeldeten Störungen, Releas emanageme nt wd Archivie rung könnet als separate Leistungspatete extern bezogen werden. Der Beschaffungsaufwand variiert je nach Komplexität der unterstützten IT-Anlaee Personalverleih Nicht immer übernimmt der Lieferant die Projektverantwortung. Grosse Kunden verfügen über eigene Informatikabteilungen, welche eine Mehrzahl der Projekte selber realisieren. Entsteht in solchen Projekten Bedarf nach zu sätzlichen Ressourcen. so werden diese über Personalverleihverträge bei spezialisierten Unternehmen beschafft,r,. Die Instruktion und Überwachung erfolgr dabei direkt durch den Einsatzbetrieb. Der Personalverleiher administriert lediglich das Arbeitsverhältnis mit dem Informatikspezialisten und hat keinen Einfluss auf die Leistungserbringung. Die Beschaffung ist unproblematisch, weil der Lieferant keine Resultatverantwortung zu übemehmen hat. 5 Application Service Prcviding, BECKER/HABERFELLNER/LE- BETRAU/VöSSNER (FN 1), MATHIS BERGER, ASP: Ein neues Geschäftsmodell als Herausforderung für das Recht, sic! 2002, 667 ff.; HEUSLER/ MATHYS (FN 2), 17 f. 7 RoLF H. WEBER, E-Commerce und Recht. Znrich 2OOl WEBER (FN 7), 352 ff. 9 WEBER (FN 7), 354 ff. t0 Zum Penonalverleih: Weisungen und Erläuterungen zum Bundesgesetz über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih, Bem 2003; RoMAN HErz. Das Arbeitsverhältnis im Konzem, Bem 2005; ANDRIAS Rr-rrER, Das revidiefte Arbeitsvermittlungsgesetz, Bem 1994.4 AJPIP]A t2t Outsourcing Der Begriff "Outsourcing" wird für unterschiedliche Geschäft stypen verwendet". Zum einen versteht man darunter ein Geschäft. bei welchem der Kunde den technischen Betrieb der Informatik an einen Lieferanten übergibt. Das Informatiksystem steht im Eigentum des Lieferanten und wird dem Kunden zur Benutzung überlassen. Neben einer Gebrauchüberlassung enthalten solche Verträge auch eine Dienstleistungskompo, nente. So muss der Lieferant das System warten. Daneben kann er auch für die Datensicherung sowie die Anwenderunterstützung verantwortlich sein. Im Rahmen eines Service Level Agreement wird genau definiert, welche Art der Diensdeisnrng der Kunde erwarten kannrr. Die Beschaffung von Outsourcingleistungen stellt hohe Anforderungen. Zum anderen wird unter Outsourcing die vollständige Auslagerung der Informatikabteilung (inkl- Mitarbeiter) verstanden. Befindet sich der Lieferant im Ausland. so spricht man von Offshoringrr. Es handelt sich dabei um eile M&A-Transaktion mit hoher KomDlexität. 3. DispositivanwendbaresGesetzesrecht Manche IT-Verträge sind Imominatverträge. Andere wie der Projekt- oder Systemvertrag lassen sich einem gesetzlichen Verlragstyp, in diesem Fall dem WerkvertragLr, zuordnen. Es soll hier keine rechdiche Einordnuns der einzelnen Geschäftstypen vorgenommen werden. Ei kann auf die bereits reichhaltig vorhatrdene Literatur verwiesen werden''. Bei der Beratung ist es jedoch wichtig, das Geschäft einer rechtlichen Analyse zu unterziehen mit dem Ziel, die relevanten Leistungsmerkmale (essentialia negotii) herauszuarbeiten und das dispositiv anwendbare Recht zu ermitteln. Wenn sich dieses nicht zweifelsfrei feststellen lässt. ist es unabdingbar, alle Themen abschliessend im Vedrag zu regeln. Die Leistungsmerkmnle ergeben sich aus dem Geschäftstyp. Folgende zwei Fragen sind jedoch unabhängig vom Geschäftstyp in jedem Fall anzugehen Ziel- oder Dauerschuld Bei einer Zielschuldr" genügt es, das Ziel - d.h. den Leistungsgegenstand und den Leistungstermin zu definieren. Ist rechtzeitig und korrekt geleistet worden, geht die Schuld durch Erfrillung unter''. Typische Zielschulden ergeben sich aus einem Hardwarekauf- oder einem Projektvertrag. Eine Dauerschuld hingegen verlangt ein fortdauemdes oder wiederholtes Leistungsverhalten. Bei Dauerschulden ist eine Kündigungsregelung zu treffen, denn die Dauerschuld geht nicht infolge Erliillung unter,'. Typische Dauerschulden ergeben sich aus Wartungs- und Outsourcingverträgen. Veraäge mit Zielschulden sollten deshalb inrmer Terminpläne und eine Abnahmeregelung, Verträge mit Dauerschulden eine KündigungskJausel enthalten Grad der Ergebnisverantwortung Der Grad der Ergebnisverantwortung hängt davon ab, ob dispositiv Kaufrecht, Werkvertragsresht, Auftrags- oder Mietrecht zur Anwendung gelangt. Der Kaufvertrag ist aus Sicht des Kunden das geeignete Rechtsgeschäft, wenn es um den Erwerb von Standardprodukten ohne Einführungsunterstützung geht, wie etwa die Beschaffung von Hardware oder Office-Software. Die Lizenzierung von handelsüblicher Standardsoftware wird ebenfalls als kaufrechtsühnliches Gesch:ift beufieilt''. Dies hat zur Konsequenz, dass bei (Jbeftragung eines Werkexemplars das Erschöpfungsprinzip zur Anwendung gelangt'n und dass der Lizenzgeber dem Kunden die einmal erteilte Lizenz nicht mehr entziehen' ' oder ihm den Weiterverkauf der Software privat untersagen kann". Im Kaufrecht fehlt hingegen ein Nachbesserungsanspruch. Der Kunde kann lediglich die Rückabwicklung oder eine Preisreduktion verlangen. Das Werkvertragsrecht ist fih den Kunden ebenfalls günstig, weil es eine umfassende Resultatverantwodung vorsieht. lmmer dann, wenn sich die Beschaffung nicht auf eine simple Warenlieferung bezieht, sondem Dienstleistungen mit einschliesst, sollte der Kunde sich eine Resultatverantwortung zusichern lassen, wodurch dispositiv Werkvertragsrecht zur Anwendung gelangt. Folgende Bestimmungen des Werkvertragsrechts sind für den Kunden vorteilhaft: Der Kunde muss erst bei Ablieferuns/Abnahme des Werks bezahlen (Art. 372 OR). ti t2 t4 l5 l WoLFGANC STR{UB, Einfühnrng in Softwareschutz, Projekt verträge und Haftung, Bem 2N3, 225, rrit einem umfassenden Uberblick über die verschiedenen Erscheinungsformen; HEUSLERMATTYS (FN 2), 17 f. THoMAs BrL4NDLr, Outsourcing, Bem 2001: R. WEBERM. BERoER/R. AUF DER MAUER (Hrsg.), IT-Outsourcing, Zürich ANDRAS GuRovrrs KoHLr in WEBER/BERGER/ALF DER MALTER (FN 11), 97 tr. NZZ vom3.6.20o5,63. STRAUB (FN 11) Weiterführend STRAUB (FN I I ), 49 ff., crannr FRöHLrCH- BLEIIJR; Softwareverträge, Bem fi. sowie ausfuhrlich 1'ür das deutsche Recht JocHEN SCHNEIDER, Handbuch des EDV-Rechts. 3. A.. Köln Eine einfache Schuld oder Zelschuld hat eine einmalise l-eistung zum Gegenstand. PrrFR CAUcH/wArrtn R. Sisruep/ JöRo ScHMTD/HEtrrz REy, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Zürich 2003, Nr 94. GAUCH/SCHLL]EP/SCHMID/REY (FN 16), Nr. 94. GAUcr/ScHLUEp/ScHMlD/REy (FN 16), Nr 94. Ausführlich über den Stand der Lehre FRöHL CH BLEULER (FN l5). 242 ff. STRAUB (FN I l). 20. Nach deutschem Recht wären anderslautende Klauseln ungültig, sofem sie in AGB'S enthalten sind. SCHNEDER (FN 15), Nr SCHNETDER (FN 15). Nr 1671.5 AJP/PJA r 2t Entspricht das Werk nicht der Spezifikation und ist die Abweichung so wesentlich, dass es nicht als vollendet gelten kann, so muss der Kunde es nicht abnehmen:r. Bei geringeren Mängeln kann der Kunde eine Preisreduktion oder eine Nachbessemng, bei erheblichen Mängeln die Rückabwicklung verlangen (Art. 368 Abs. 1 und 2 OR). - Bei wesentlicher Überschreitung eines Kostenvoranschlags hat der Kunde gemäss Art. 375 Abs. I OR ein Rückabwicklungsrecht, wobei als Faustregelung eine Toleranzgrenze von l0 Prozent giltra. Lieferanten versuchen, sich dem Werkverffagsrecht zu entziehen, indem sie separate Vefträge für den Kauf von Hardund Software und die damit verbundenen Dienstleistungen vorschlagen.trotzdem können solche aus mehreren Verträgen bestehenden Geschäfte gesamthaft als Werkverträge verstanden werdenz5, mit der Konsequenz, dass der Kunde die Annahme der unter Kaufrecht gelieferten Hardware verweigern darf, wenn es dem Lieferanten nicht gelingt, die gleichzeitig vereinbarten Integmtionsleistungen korrekt zu erdnngen. Demgegenüber liegt die Anwendung von Auftragsrecht nur ausnahmsweise im Interesse des Kunden, nämlich dann, wenn er keine Resultatverantwortung erwartet und an einer schnellen Kündigungsmöglichkeit interessiert ist (Art. 404 Abs. I OR). Die Anwendbarkeit von Mietrecht schliesslich hat zur Folge, dass der Lieferant während der ganzen Vertragsdauer verpflichtet ist, die IT-Anlage im bestimmungsgemässen Zustar,d zu erhaltenru. Die mietrechtlichen Gewährleistungsbestimmungen sind für Kunden günstig. Mietrecht kann bei Lizenzverträgen, welche Nutzungsrechte nur für einen begrenzten Zeitraum einräumenr?, oder bei Outsourcingverträgen zul Anwendung kommenr'. 4. Kommerzielle und technische Vertragsinhalte Ein Vertrag muss in erster Linie technisch und kommerziell ein Erfolg sein. Die rein juristischen Punkte wie Gewährleistungs- und Haftungsklauseln sind im Vergleich dazu zweitrangig. Sie dienen lediglich der Absicherung des primären Ziels". Das will aber nicht heissen, dass der Jurist keine wichtige Funktion bei der Vertragsgestaltung hal Seine Aufgabe ist es, die Bedürfnisse des Kunden in Vertragsform umzusetzen. Ein gutervertragsjurist ist in der Lage, dem Kunden wichtige Unterstützung zu geben und zwar auch bezüglich der technischen und kommerziellen Vertragspuntte. Hierbei sind folgende Themen anzugehen, wobei man sich mit der 4W-Regel als Eselsbrücke helfen kann: - Wer sind die Vertragspartner? Was ist die Leistung? Wann ist zu leisten? - Wie viel kostet es? Bei IT-Verträgen muss man sich überdies immer fragen. wie der längerfristige Einsatz der IT-Lösung sichergestellt werden kann. Dies geschieht im Rahmen der Wartung Wer sind die Vertragspartner? Der Kunde soll sich gut überlegen, mit welchem Liefeianten er es zu tun hat. Ist der Lieferant von seiner Organisation und seinem Know-how her in der Lage. den üenrag erfolgreich zu erftillen? Referenzprojekre können Anhaltspunkte liefern. Wichtig ist auch, dass der Lieferant efolgreich, d.h. gewinnbringend, arbeitet. Wenn nämlich der Lieferant sein Geschäft mitten in einem wichtigen Projekt wegen finanzieller Schwierigkeiten aufgeben muss, so hat das lür den Kunden grar ierende Kon\equenzen. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Thema der Subakkordanten. Setzt der Lieferant solche ein, muss sich der Kunde die gleichen Fragen auch bezüglich der Subakkordanten stellen. Darüber hinaus muss sich der Kunde dafür interessieren, ob der Lieferant seine Subakkordanten vertraglich korekt eingebunden hat. Edüllt der Subakkordant einen wesentlichen Beitrag nicht, so schlägt das auf den Kunden durch. Daraus resultierende SchadenersatzansDrüche gegenüber dem Lieferanten sind ein schwacher Trost. In Konzernverhältnissen müssen die richtisen Konzemgesellschaflen vemagüch eingebunden werden. Schliesslich ist sicher zu stellen, dass die Verträge von zeichnungsberechtigten Personen unterschrieben werden Was ist die Leistung? Wichtig ist, dass die Leistungsbeschreibung eine zweifels freie rechtliche Zuordnung ermöglicht. Erwartet der Kunde eine Ergebnisverantwortung im Sinne eines Werkvertuages, so muss das aus dem Vertrag erkennbar hervorgehen. Im Idealfall hat der Kunde ein Pflichtenheft, welches seine Bedürfnisse abdeckt und welches zum Veftragsgegenstand gemacht werden kann. Hat er dies nicht. so soll er seine Projektz iele schdftlich festhalten und zum Vefiragsbestandteil machen. Hat der Kunde bereits ein Vorgängersystem im Einsatz, welches abgelöst werden soll, so kann der Lieferant dazu verpflichtet werden, im Minimum die Funttionalitäten des Vorgängersystems zu realisieren. 23 FRöHLrCH BLEULER (FN 15), N 399. BSK OR I-GAUDENZ ZINDEL,/URS PUL\ER, Art. 375 N 12. FRöHLICH-BLEULER (FN l5), Nr 658 ff. 26 Art. 259a OR. 2'7 FRöHLrCH-BLEULER (FN l5), Nr HEUSLER/MATHYS (FN 2), Ausführlich zu den Aufgaben der Ve.tragsgestaltung: RATNER ScHUMACHER, Vertragsgestaltung, Zürich 2004.6 AJP/PJA I 2/2005 Bei komplexeren Projekten (grössere Hardwarebeschaffungen, Beschaffung von ERP-Software) kann der Vertrag nicht alles im Detail vorschreiben. Stattdessen ist zu reseln. wie der Leist ungsgegensrand im ftojekrverlauf weirer-kon kretisiert oder geändert werden kannr.. Bei Outsourcingvetuägen ist die IT-Ar age, welche dem Kunden zur Verfügung gestellt wird, genau zu beschreiben. Dabei ist man mit dem Problem konfrontiert. dass sich diese Anlage laufend verändeft. Es braucht deshalb ein permanent Dachgefühfies Inventar. Unzutreffende oder ungenaue Leistungsbeschreibungen haben auf den Preis und die Terminkontrolle nesative Auswirkungen. Der Lieferant kann nämlich nicht gischuldete Leistungen zusätzlich in Rechnung stellen und die Einhaltung eines Termins kann nur geprüft werden, wenn das abzunehmende Resultat auch nachvollziehbar beschrieben rst. Ist der Kunde nicht in der Lage, auch nur eine rudimentäre Leistungsbeschreibung abzuliefem, so ist grösste Vorsicht angezeigt. Eine kompetente Beschaffung serzt ein Minimum an Vorbeschäftigung mit der Thematik voraus, sonst endet das Projekt im Kostenfiasko Wann ist zu leisten? Die Abnahme hat eine grosse Bedeutung. Damit hat der Lieferant seine prim:ire Leistungspflicht erfüllt, der Werklohn ist geschuldet und die Gewährleistungsfrisr beginnt zu laufenrl. In der Praxis wird der Abnahmebegriff allerdings mehrdeutig verwendet. Abnahme kann dabei als Gegenstück zur Ablieferung, als formelles Abnahmeverfahren oder gar als Genehmigung verstanden werden,.. Unter Abnahme im Rechtssinn wird die Prüfune des Werkes durch den Kunden verstanden. ob es den veimelichen Vereinbarungen enrspricht. Von der Abnahme ist die Genehmigung des Werkes zu unterscheiden. Treten bei der Abnahme Mängel zutage, so kann der Kunde diese entweder genehmigen oder aber seine Gewährleistungsrechte geltend machen. In Informatikprojekten wird nach der Ablieferung oft ein formelles Abnahmeverfahren durchgeführt. Es dient dazu, festzustellen, ob das Werk den vertraglichen Spezifikationen entspricht,. Eine effektive Terminkontrolle setzt nicht erst beim Abnahmetermin an. Das gesamte Projekt will geplant sein, wobei die Parleien für einzelne Proiektabschnitte Meilensteine definieren. Der Terminplan.soll im Minimum den Projektstart sowie die Abnahme der betriebsbereiten Informatiklösung regeln. Bei Softwareentwicklungsprojekten stellt die Abnahme der Detailspezifikationen (auch Detailkonzept genamt) einen wichtigen Meilenstein dar. Mit dem Detailkonzept! wird die Konzeptionsphase abgeschlossen und die Anforderungen an die Software werden endgültig txlen. Ist die Einführung für den Kunden zeitkritisch, so soll er wichtige Termine mittels Konventionalstrafen absichem. Auch bei Outsourcingverträgen als Dauerschuldverhältnissen hat die Abnahme eine Bedeutuns. Ab diesem Zeitpunkt steht das System dem Kunden zur Nutzung zur Verfügung. Wichtig sind hier in zeitlicher Hinsicht aber vor allem die Kündigungsbestimmungen. Outsourcingvenräge werden in der Regel auf lange Frist abgeschlossen. Bei Outsourcingverträgen ist zu regeln, was mit der IT- Anlage nach Veftragsablauf zu geschehen hat.'. Soll diese vom Kunden zu einem bestirnmten Preis übemommen werden können oder füllt sie an den Lieferanten zurück? In der Regel ist Ersteres der Fall Wie yiel kostet s? Der Kunde hat ein Budget und dieses muss eingehalten werden. Das kann nur durch die Vereinbaruns eines Koslendaches oder eines Festpreises erreicht werden. lm Cegensatz zum Festpreis muss der Anbieter beim Kostendach seine Leistungen zusätzlich ausweisen. Das bringt für den Kunden grössere Transparenz und er kann auch von Kostenunterschreitungen profitieren. Ein Kostendach ist deshalb für den Kunden grundsätzlich vorteilhafter als ein Festpreis. Ganz wichtig ist, eine am Projektfortschritt orientierte Bezahlung zu vereinbaren. Die beste Versicherung für den Kunden ist es, wenn er immer etwas weniger bezahlen muss, als er bereits erhalten hat. Wie zu bezahlen ist. soll deshalb vom Terminplan und vom Grad der Leistungserbringung abhängig gemacht werden. Weiter ist ein Zahlungsrückbehalt bis nach Ablauf der Mängelbehebung anzustreben, üblicherweise in der Grössenordnung von l0 7o. In einem Projekt über die Einführung von ERP-Software könnte etwa folgender Zahlungsmodus vorgeschlagen werden: l07o bei Projektstart, 307o bei Abnahme der Detailspezifikationen, 507o bei Abnahme der installierten Softwarelösung, l07o nach Ablauf der Garantiefrist. Der Kunde sollte sich bewusst sein, dass ein Systemintegrator, der die Software nicht selber entwickelt, sondern lediglich die Einführung verantwortet, die Lizenzgebühren normalerweise bereits bei Installation an den Hersteller abflihren muss. Der Lieferant wird nicht in Zahlungsmodalitäten einwilligen, welche ihm eine Vorfinanzierung auferlegen. In solchen Fällen kann es deshalb sinnvoll sein. für Sottwarelizenzen und Dienstleistungen separate Zahlungsmodalitäten zu vereinbaren, wobei eine fnihere Zahluns der Lizenzgebühren mit einem entsprechend höheren Rückbehalt bei den Dienstleistungen ausgeglichen werden kann Siehe unten 5.13 und 5.14 (Projektorganisation und zum Change Management). Dazu ausführlich FRöHLICH-BLEULER (FN l5), Nr. 389 ff. STRAUB (FN I 1), 149. STRAUB (FN 1l ), 149. BECKER/HABERFELLNER,/L EBETRAU/VöSSNER (FN ), 214 t'f. HEUSLER/Marrrys (FN 2), 267.7 Informatikbeschaffun AJP/PJA 12I2OO5 Bei.Outsourcingverlrägen spielen preisanpassungsklau_ seln eine wichtige Rolle, weil die vom Outsourcing um_ fassre lt Anlage sich er!'ahrungsgemäss I erändertldies gilt insbesondere für ein Hardware Outsourcins. Jeder weirere PC muss hier zwanesläufig zu höheren Gäbühren fribrcn. Ein Ansatzpunkt kann sein, zwischen einer Finan_ zierungs- und einer Dienstleistungskomponente zu unter_ scheiden. Die Finanzierungskomponente wird anhand einer projektspezifrschen Anlagebuchhaltung kalkuliert. Die vom Kunden zu bezahlende Cebühr entsjrichr dabei den Ab_ scfu'eibungen zuzüglich einer Finanzierungsmarqe. Die Dienstle i\t u ngs komponenle u ird hin-gegenicht im gleichen Umfang angepasst, da nicht jedes w;itere Gerät auch zu mehr Aufwand tühn. Hier kann vom Lieferanten erne gewisse Pauschalisierung verlangt werden. Ein massi_ ver Aus- oder Abbau der Anlage wird jedoch auch zu anderen Dienslleistu ngspreisen führen müssen Wartung Wenn der Kunde das Resultat eines InformatikDroiekts län_ gerfristig einseuen will. so brauchr er auch nach proiektab_ 5chlu5s die Untersrützung des Lieferarten. ln welchei Form soll diese erfolgen? Will sich der Kunde ein definiertes Leistungspaket zu einem Festpreis zusichem lassen und zwar während einer bestimmten Minimaldauer? Dann ist ein Wartungsvertrag abzuschliessen. Wenn der Kunde aber über Know-how verl fiigt, kann er die Wartung auch selber sicher stellen und nur fallweise auf den Lieferanten zurücksreifen. Mil einem Warlungsverrrag r,r ird nichidie permanente Funkriunsfähigkeir der Anlage zugesichen. Di. L.irrung des Lieferanten besteht vielmehr darin, während einei bestimmten Zeitraums ein paket von Dienstleistunsen anrubieten. welche Störungen vorbeugen oder schnellstmöglich beheben. a) Di-e Lei\tungsbe sc hre ibung ist bei Vlanungsveffägen anspruchsvoll, da nicht auf die Beschreibung eines Endre_ sultats zurückgegriffen uerden kann. Es müsien die einzel_ nen Leistungskomponenten definiert werden. Dies geschieht entweder im Venrag selber oder in einem ',Service_Level. Agreementr6. Wartungsleistungen werden vom Lieferanten oft so vage formuliert, dass der Kunde keinen echten Ge_ genwert erhält. Während bei Hardware die Störungsbehebung und die Störungsprävention im Vordergrund stehen. gät es bei Soh$are vor allem um die Weiterentwicklung. Der wesent_ lichste Leisr u ngsbesrandleil der Sofrwarepllige isr deshalb die Lieferung von neuen Releases. Ein Reiea." ist "ine n"ue Fassung der Software, die aufgetretene Fehler behebt und/ oder technische Verbesserungen oder programmerweite_ rungen enthält, welche den Leistungsumfang der Software nicht wesentlich erweiternr'. DemgegenübÄr enthält eine neue Version der Software eine wesentliche Erweiteruns derfunkrionalirär und/oder eine grundlegende rechnischi Verbesserung''. Neue Versionen werden im Rahmen der Softwarepflege nicht zur Verfügung gestellt. Sie sind wie ern neues Produkt separat zu beschaffen. Lieferanten sehen in ihren Bedingungen in der Regel vor, dass nur die Lieferung von Softwarereleases nicht a6er deren - oft kostenintensive - Installation geschuldet ist. Für den Kunden wichrige Eckwene sincl die Bereirschahs_ und die Reaktionszeiten. Während der Bereitschaftszeit erbringt der Lieferant seine Leistungen. Die Bereitschafts_ zeit entspricht normalerweise den üblichen Geschäftszeiten. Hat der Kunde das Bedürfnis, auch ausserhalb dieser Ge_ schäftszeiten Unterstützung zu erhalten, so ist die Bereit_ schaftszeit auszudehnen. Dann wird ein pikettbetrieb ver_ einbart, was meist teuer ist. Die Reaktionszeit regelt, wie schnell der Lieferant mit der Störungsbehebung beginnt. Hier ist es sinnvoll. nach Störungskaregorien zu unlerscheiden. Bei Svstemausfti[en muss eine kurze Realttionszeit vereinban werden: wie kurz, entscheidet sich nach dem Grad der Abhängigkeit des Kunden von der gewarteten Anlage. Störungsbehebungszeiten hingegen werden selten ver_ einbart. Da der Lieferant die potentiellen Stömngsursachen nur schwierig voraussehen kann, übemimmt e; diese Zu_ sichenmg nur in Ausnahmefällen. Sie ist zudem mit hohen Kosten verbunden, weil der Lieferant besondere Vorkehren zu treffen hat (Pikettorganisation, Ersatzteillaser). Das gleiche gilr für Verfügbarkeitsgaranrin- Hierbei handelt es sich um die Zusichemng des Lieferanten, dass ein System wäfuend einer in prozenten ausgedrückten Zeit auch lalsächlich benutzl werden kann. Soiche Verfusbar_ keitsgaranrien sollten wegen der damit verbundenen h-ohen Kosten nur verlangt werden, wenn es sich um kritische Svs_ teme handelt. die praktisch nicht ausfallen dürlen. Vor allem im Bereich der Softwarepflege möchten Liefe_ ranten ihre Leistungen auf die jeweils jüngsten Software_ releases beschränken. Dieser Wunsch isi veiständtich. kam sich doch die gepllegre Sofrware im Verlrul'e der Zeit wesentlich verändern. Es verursacht für den Lieferanten Zusatzkosten, das Know-how für sämtliche alten Releases aufrecht zu erhalten. Die Interessenlage des Kunden ist jedoch eine andere. Er möchte einen eingespielten Release möglichst lange betreiben. Umstellungen sind für ihn mit Zusatzkosten und Problemen verbunden. Aus Kundensicht ist deshalb sicherzustellen, dass auch ältere Releases zumindest w?ihrend einer bestimmten Zeit _ weiter gepflegt werden. 36 3' Siehe dazu FN 12. ZuI Softwarepflege siehe M]CHAEL WTDMER, Der Software_ pflegevertrag, Zürrch 2OOO. Zur Hardwarewartung siehe Scr \ETDER(FN l5), Nr 1389 ff FRöHLICH-BLEULER (FN l5), Nr I169. FRöHLrCH-BLEULER (FN l5), Nr8 AJP/PJA I 2/2005 b) ln zeitlicher Hinsicht will sich der Kunde einerseirs die Unterstützung langfristig zusichem lassen. Das würde für eine möglichst lange Vertragsdauer sprechen. Andererseits können im Kundenbetrieb Situationen eintreten, wel che einen raschen Ausstieg aus dem Vertrag wünschbar machen. Da asynchrone Kündigungsklauseln ertährungsgemäss schlecht durchsetzbar sind, ist eine überschaubare Vertragsdauer anzustreben, z.b. die Kündigung jeweils per Jahresende mit einer dreimonatigen Frist. Es ist im übrigen selten der Fall, dass Lieferanten einen Wartungsvertrag von sich aus kündigen, da ihnen dadurch Umsatz verloren geht. c) Der PreLr für die Wartungsleistung wird in der Form einer fixen Wartungsgebühr bezahlt, wobei diese Gebühr nur die definierten Leistungen abdeckt und weitere Leistungen zusätzlich nach Aufwand verrechnet werden. Bei Wartungsvefträgen ist die Fälligkeit der Warungsgebühr zu regeln. Lieferanten wollen diese jährlich im Voraus fakturieren. Dadurch gewährt der Kunde dem Lieferanten Kredit. Den Lieferanten zu einer Fakturierung im Nachhinein zu bewegen, ist schwierig, Ein Ansatz könnte sein, eine Fakturierung in kürzeren Intervallen (quartalsweise oder monatlich) vorzuschlagen. Bisweilen will sich der Lieferant die Möglichkeit für heiserhöhungen offen lassen. Dagegen kann sich der Kunde mit gutem Recht wehren. Bei einer überschaubaren Vertragsdauer kann der Lieferant Preiserhöhung ja über Anderungskündigungen einbringen. 5. RechtlicheVertragsinhalte 5.1. Nutzungsrechte an Standardsoftware Bei Vertägen über Software sind immer die Nutzungsrechte zu regeh. Lieferanten umschreiben diese generell eng. Der vom Kunden beauftragte Jurist muss sicherstellen, dass die beabsichtigte Nutzung möglich ist. Die Nutzung kann sowohl in persönlicher wie auch in sachlicher Hinsicht beschränkt sein. In persönlicher Hinsicht wird die Nutzung auf das Untemehmen begrenzt, das die Lizenz erwirbt. Das kann in Konzernverhältnissen zu Problemen führen, wenn Schwestergesellschaften die Pro dukte ebenfalls mitben$tzen sollen. Weiter wird die Nutzung meist auf eine Anzahl zugelassener Nutzer beschränkt. Normalerweise ist damit die Anzahl gleichzeitiger Nutzer (aoncurrent user) gemeint. Es ist aber auch denkbar, dass der Lieferant vom Kunden die namentliche Bekanntsabe der nuzungsbereehtigten Personen verlangt { named u;er). In sachlicher Hinsicht wird bei Standardsoftware nur der bestimmungsgemässe Gebrauch erlaubt. Damit ist der Gebrauch für eigene betriebliche Zwecke gemeint. Nicht zulässig sind die Bearbeitung, der Weitervertrieb oder die Gebrauchsüberlassung an Dritte. Erwirbt der Kunde die Software nicht vom Hersteller und damit nicht vom originären Rechteinhaber, so sollte er sich die Frage stellen, ob sein Lieferant über die Vertriebsrechte verfügt. Andernfalls läuft er Gefahr, eine illegale Softwarekopie zu erwerben. Geben die Umstände zu Zweifeln Anlass, so sollte der Kunde entweder ein Zertifikat des Herstellers verlangen oder sich einen Auszug aus dem Vertriebsvertrag zeigen lassen Nutzungsrechte an Individualentwicklungen Bei kundenfinanzierten Individualentwickluneen ist zu regeln. wem die Rechte am Arbeirsresultat zustehin sollen. Der Lieferant will die individuell entwickelten Produkte auch anderen Kunden anbieten können. Der Kunde hat demgegenüber nur dann ein wirkliches Interesse an der Ubertragung der Rechte, wenn er diese selber weiterent wickeln und weitervertreiben will. Der Kunde kann sich deshalb sein Einlenken in dieser Frage entschädigen lassen, indem er sich eine Rückvergütung zusichern lässt für den Fall, dass der Lieferant die Individualentwicklunsen an Dritte verkauft. Hingegen sollte sich der Kunde fragen, ob er sich einen Wettbewerbsvorteil vergibt, wenn der Lieferant die individuell entwickelten Produkte an Konkurrenten vertreibt. Wenn dem so ist, so kann der Vertrieb an Konkurrenten ausgeschlossen bzw. von der Zustimmung des Kunden abhängig gemacht werden. Wenn sich die Parteien nicht einigen können, wem die Rechte zustehen, so besteht die Möglichkeit einer Duplizierung. Bei dieser Lösung räumen sich der Kunde und der Lieferant auf vertraglichem Weg gegenseitig umfassende Bearbeitungs- und Verbreitungsrechte ein.n Mitwirkungspflichten Informatikprojekte setzen voraus, dass der Kunde bei der Leistungserbringung mitwirkt. Bei einfachen Verträgen über die Beschaffung von Hardware bestehen seine Mitwirkungspflichten in der Annahme und der Prüfung der gelieferten Hardware. Je komplexer das Projekt wird, desto umfassender sind auch die Mitwirkungspflichten des Kunden. Bei Projekten über die Einführung von ERP-Software muss der Kunde den Lieferanten detailliert über seine Betriebsabläufe informieren. Kommt der Kunde seinen Mitwirkungspflichten nicht nach, so gerät er in Annahmeverzug'', was wiederum den Eintritt des Schuldnerverzugs bei darauf folgenden Terminverzögerungen ausschliesstal. Lief-erantenverträge können eine lange Liste von Mitwirkungspflichten enthalten. Der Kunde muss diese im Detail studieren und sich gegen eine unrichtige Zuweisung von Aufeaben wehren. 40 4l HEUSLER/MATHYS (FN 2), 165 f. FRöHLICH-BLEULER (FN 15), 80 i GAUcH/ScHLUEp/ScHMrD/Rny (FN l6), Nr.3165 und 3177.9 Informatikbeschaffun AJPIPTA IZI2OO Klauseln mitabnahmefrktionen Lieferantenbedingungen enthalten oft Klauseln über die Abnahme. So wird etwa festgehalten, dass die Aufnahme des produktiven Betriebs als Abnahme gilt oder dass nach dem Verstreichen einer bestimmten Frist nach Ablieferuns von einer Abnahme auszugehen ist. sofem der Kunde nichr reagiert. Dabei wird der Begriff der "Abnahme,, in einem untechnischen Sinn als Genehmigung verstanden. Die Bedeutung dieser Klauseln besteht darin, dass sie die prüfungs- und Rügepflichten des Kunden konkretisieren und es dadurch dem Lieferanten erleichtem. mit einer Verwirkung der Mängelrechte wegen verpasster Prüfungs- und Rügepfl iahten zu argumentierenlr Einschränkung derverzugsrechte Lieferantenbedingungen können verlangen, dass die Verzugsrechte schriftlich oder gar durch eingeschriebene post geltend gemacht werden. überdies können sie festhalten, dass dem Lieferanten weitere Nachfristen einseräumt werden. Letzteres sollte aus Kundensichr nicht akzeptiert werden Einschränkung der Gewährleistungsrechte Die MZingehechte des Kunden werden in Lieferantenbedingungen zuerst regelmässig auf den Nachbesserungsanspruch beschränkt und es wird eine grosszügige Nachbesserungsfrist definiert. Zudem kann dem Lieferanten ein zweiter Nachbesserungsversuch eingeräumt werden. Für den Fall des Misslingens der Nachbesserung kann das Wandelungsrecht entweder ganz ausgeschlossen oder auf schwerwiegende Mänge1 beschränkt werden, wobei Letzteres der gesetzlichen Regelung von Afi. 368 Abs. 2 OR entspricht. Klauseln. welche das Wandelungsrecht auch bei schwerwiegenden Mängeln ausschliessen wollen, sollte der Kunde nicht akzeptieren. Häufig anzutreffen ist auch eine Verkürzung der Gewährleistungsfrist unter die gemäss Gesetz- geltende Jahresfrist. In Softwarelizenzverträgen üblich sind Klauseln, welche besagen, dass die Software nicht felderfiei ist und dass kein ununterbrochener und störungsfreier Betrieb garantiert wird. Diese Bestimmung schliesst nicht die Gewährleistung also solche aus. sondern sie hält nur fest, dass eine Fehlerfreiheit der Anlage vom Kunden nicht erwartet werden darf. Die Bedeutung der Gewährleistungsrechte sollte nicht überbewertet werden. Die kritischste Phase in Informatikprojekten ist die Projektrealisation, welche mit der Abnahme abgeschlossen wird. Ist ein System einmal abgenommen und befindet es sich gar im produktiven Betrieb, ist das Wichtigste erreicht. Die Gewährleistungsbestimmungen werden meistens durch einen Waftungsvertrag ergänzt. Die Gewährleistungspflicht des Lieferanten und der Leistungsumfang des Wartungsvertrags überschneiden sich allerdings nur partiell, weil ein Wartungsverfag auch die Lieferung von Softwarereleases mit erweitedem Funllionsumfang oder die Erbringungen von Hotlineleistungen umfasst. Es kann deshalb durchaus angebracht sein, die Wartungsleistungen schon vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme an zu beziehen. Allerdings kann der Kunde während der Gewährleistungsfrist tiefere Wanungsgebühren aushandeln. mit dem Argriment. ein Teil der Wartungsleistungen sei ja schon aufgrund der Gewährleistungspfl ichten geschuldet Haftungsausschluss Beim Thema der Haftung geht es um den Ersatz von Schäden, welche durch fehlerhafte IT-Produkte verursacht werden. Der Kunde sollte sich deshalb überlegen, wie solche Schäden aussehen könnten und was die Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts ist. Muss er mit einer sewissen Wahrscheinlichl<eir mit einem substanriellen Schaden rechnen, sollte er in erster Linie versuchen, diesen Schaden durch technische Massnahmen auszuschliessen. Gelinet ihm das nicht. sollte er ganz vom Projekr Abstand nehmei. Sich als einzige Sicherheit auf Schadenersatzzahlungen des Lieferanten zu verlassen, ist nicht zu veranrwoflen. Lieferanten wollen ihre Haftung für Schäden so weit wie möglich ausschliessen. Oft anzutreffen ist eine Beschränkung der Haftung für Personen- und Sachschäden auf einen bestimmten Betrag unter gleichzeitig vollständigem Ausschluss der Haftung für Vermögensschäden und indirekte Schäden. Ebenfalls ausgeschlossen wird die Hilfspersonenhaftung. Eine gewisse Haftungsbeschränkung ist sachgerecht. Man kann vom Lieferanten nicht erwarten. unbeschränkte Risiken zu übemehmen. Ein vollständiger Ausschluss der Haftung für Vermögens- und indirekte Schäden sollre iedoch nicht akzeptierl werden. da die meisten porenlielien Schäden in diese Kategorie fallen. Das Cleiche gilr liir den Ausschluss der Hilfspersonenhaftung. Die Haftungsgrenze sollte sich am Vertragswert orientieren. Das Doppelte des Verlragswertes, mindestens jedoch CFIF , wlire aus der Sicht des Kunden ein guter Ausgangspunkt für die Verhandlungen. Es kann auch sinnvoll sein, flir personen- und Sachschäden einerseits sowie für Vermögensschäden andererselts unterschiedliche Haftungsgrenzen vorzusehen, wobei dem Lieferanten für Personen- und Sachschäden eine höhere Haftungsgrenze zugemutet werden kann. Zur GenebmigungsfiItion siehe PETER GAUCH. Der Werkvertrag, Zürich 1996, Nr und Nr Art. 210 Abs. I OR, Art. 371 Abs. 2 OR.10 AJP/PJA I2l2005 Geht es tatsächlich einmal um den Ersatz von Schäden, so wirken sich Klauseln über den Haftungsausschluss für den Kunden negativ aus. Es kornmt zu einer Aft Beweislastumkehr, weil nämlich der Kunde dem Lieferanten grobe Fahrlässigkeit nachweisen muss - bei Grobfahrlässigkeit ist ein Haftungsausschluss gemäss Art. 100 Abs. 1 OR ungültig -, wzihrend ohne Haftungsausschlussklausel der Lieferant sich exkulpieren müsste. Es lohnt sich deshalb für den Kunden, hier keine Kompromisse zu machen Geheimhaltung und Datenschutz Eine Geheimhaltungsklausel gehört in jeden Vertrag. Das wird üblicherweise auch von allen beteiligten Parteien akzeptiert. Besondere Geheimhaltungsbedürfnisse bestehen dort, wo Berufs- oder Amtsgeheimlisse gelten, aber auch dort, wo Datensammlungen unterhalten werden. Es ist sicherzustellen. dass der Lieferant die Geheimhaltung auch gegenüber seinen Mitarbeitem und Subakkordanten durchsetzt. In besonders sensitiven Bereichen sollten deshalb alle am Projekt beteiligten Personen eine individuelle Geheimhaltungsverpflichtung unterzeichnen Exklusivität, Konkurrenzverbot, Abwerbeverbote Eine Exklusivitätsvereinbarung ist nur ausnahmsweise sachgerecht und zwar dann, wenn es um grosse Investitionen geht, welche vollumfänglich durch den Kunden finanziert werden, und der Kunde gleichzeitig in einern starken Wettbewerb steht. Der Kunde hat in diesem Fall ein Interesse, dass der Lieferant das im Projekt gewonnene Know-how nicht auch den Konkurrenten des Kunden anbietet. Ein Konkurrenzverbot macht nur dann Sinn. wenn der Kunde nicht Endanwender. sondern seinerseits Lieferant ist und gleichzeitig die Investition vollumfänglich frnanziert. Er möchte dann natürlich nicht, dass er vom Lieferarten, den erja für seine Leistungen bezahlt hat, konkurrenziert wird. Das bisweilen anzutreffende Verbot, Mitarbeiter der anderen Vertragspartei anzustellenrs, liegt wohl eher im Interesse des Lieferanten, der nicht will, dass seine Mitarbeiter zum Kunden abwandern Konventionalstrafen Konventionalstrafen köruren vom Kunden zur Absicherung von Terminvorgaben eingesetzt werden. Sinnvoll ist eine mit fortschreitender Zeitdauer anwachsende Konventionalstrafe, wobei vernünftigerweise ein Ma-\imalbetrag fi xierl werden soll, Dieser muss in einem Verhältnis zum Gesamtprojektpreis stehen. Kein Lieferant wird einen Vertuag unterzeichnen, bei welchem die gesamte Entschädigung bei einer Verzögerung wieder in Form von Konventionalstrafen abzuliefern ist. Daneben sind Konventionalstrafen auch im Zusammenhang mit Geheimhaltungspflichten und Konkurenzverboten denkbar. Konventionalstrafen sind ein sehr effektives Mittel. Sie sind aus Kundensicht vor allem dann zu empfehlen, wenn die Einhaltung der Termine für den Kunden geschäftskritisch ist. Für Lieferanten stellen Konventionalstrafen ein erhebliches Risiko dar, weshalb sie sich dagegen auch stark zur Wehr setzen. Sofern die Konventionalstrafe iedoch in einem vemünftigen Verhältnis zumverbagswert steht. sollten sie auch für Lieferanten akzeptabel sein Eigentumsvorbehalt Lieferanten behalten sich in Kaufverträgen bisweilen das Eigentum an der übedragenen Sache bis zur vollständigen Bezahlung vor Eigentumsvorbehalte werden jedoch praktisch nie registriert, weshalb sie nur zwischen den Pafieien Wirkung entfalten. Bei Software wird die Erteilung des Nutzungsrechtes von der vollständigen Bezahlung der Lizenzgebühren abhängig gemacht. Gegen Eigentums- und Nutzungsvorbehalte kann aus Kundensicht nichts Vemünftiges eingewendet werden. Sie verändern die Rechtslage ohnehin nicht entscheidend, da der Lieferant auch über die Verzugsregeln zum gewünschten Resultat - nämlich der Rückforderung der gelieferten Sache - gelangen kann Verrechnungsausschluss Lieferantenbestimmungen schliessen bisweilen aus, dass der Kunde eigene Fordemngen gegenüber der Lieferantenforderung zur Verrechnung bringen kann. Diese Klausel verändert das Kräfteverhältnis im Konfliktfall. Dem Kunden wird damit von vornherein verunmöglicht, sich mit einer Schadenersatzforderung gegenüber der Kaulpreisoder Werklohnforderung des Lieferanten zur Wehr zu setzen. Eine solche Klausel sollte deshalb nicht akzeptiert werden Projektorganisation Bei grösseren Projekten ist eine Projektorganisation zu dehnieren. Oberstes Organ ist ein Steuerungsausschuss. Diesem gehören sowohl auf Kunden- wie auf Lieferantenseite Geschäftsleitungsmitglieder an. Die Projektorganisation soll die wichtigsten involvienen Abteilungen des Kundenbetriebs einbinden. Neben der Informatikabteilung ist das bei ERP-Projekten diejenige Abteilung, welche die Software elnsetzt. 45 HEUSLER/MArHYS (FN 2), 270.11 AJPIPJA I2/2OO5 Ubernimmt der Kunde im Steuerungsausschuss eine aktive Rolle, so muss er sich bewusst sein, dass er dadurch den Lief'eranten von seiner Verantwot-tung entbinden kann Change Management Crössere IT-Projekte unterliegen in Bezug auf den Leis_ tungsumtang und die Termine einer laufenden Atpassung*. Es ist schon bei Vertragsabschluss zu überlegen, h welcier Weise der Steuerungsausschuss den Leistuigsumfang und die Termine soll verändern können. Ein Ansatz ist, dass dies nur über schriftliche Anderunss_ anlräge geschehen kann. Andererseits hat auch der Kunde ein Interesse an einer möglichst unkomplizierten proiekt_ sreuerung. Eine Lösung kann deshalb sein, dem Steue_ rungsausschuss genau definiene Kompetenzen einzuräu_ men. Aus Kundensicht isr jedoch sicherzustellen, dass wesentliche Leistungsänderungen nur über formelle Ver_ kagsänderungen bewirkt werden können. Im Hinblick auf Zusatzleistungen sollten im Minimum die Stunden- oder Tagessätze des Lieferanten hxiert wer_ den. Ein Rabatt gegenüber den Standardsätzen ist serecht, fen igr Schriftlichkeitserfordernis Die meisten Standardyerträge enthalten eine Klausel, wo_ nach Vertragsänderungen nur schriftlich erfolgen können. Diese Klausel kann sich für beide parteien auch nesativ auswirken. nämlich dann. wenn die paneien im gemeinsa_ men Einr ersländnis den Leistungsgegenstand ändem, ohne dem Schriftlichkeirserfordernis Rechnung./u lragen. Zu solchen Konstellationen konmt es relativ haufie. Im Sffeit_ failenrsrehl dann eine erhebliche Un:icherheir. ob die m ündl ich abgemachten Ve rl ragsä nderu ngen rarsächlich unverbindlich sind. Nach einem neueren bundesserichtli_ chen Enrscheid können nämlich trotz Schrift lichkeirsvorbe_ halt mündliche Abmachungen Gülügkeit haben Gerichtsstand und anwendbares Recht Gerichtstandsklauseln haben im Konfliktfall eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. An einem anderen Ort Drozes_ sieren zu müssen. ist ein grosses Handicap. Ftir Gäricht._ stände im Ausland gilt das noch verstärkt. Bei kleineren Streitwerten führt deshalb ein externer Gerichtsstand aus ökonomischen überlegungen meistens dazu, auf die Rechtsdurchsetzung zu verzichten. Es lohnt sich deshalb, auf dem Gerichtsstand am Sitz des Kunden zu beharren. Ahnliche ljberlegungen gelten auch für Schiedsklauseln. Diese können höchstens im intemationalen Verhdltnis und bei hohen Vertragswerten simvoll sein, insbesondere dann. wenn dadurch der sonst drohende ausländische Gerichts_ stand abgewendet werden kann. Was das anwendbare Recht betrifft, so ist es angebracht, dieses dem Gerichtsstand folgen zu lassen. 6. Vertragskonzepte 6.1. Eigene Einkaufsbedingungen Marktmächtige Kunden ver.wenden eigene Einkaufsbedin_ gungen, welche die rechtlichen Themen in ihrem Sinne regeh. Das ist sicher die wirkungsvollste Ar1, seine eigenen Interessen durchzusetzen Einkaufsbedingungen der öffentlichen Hand Mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Bundes (AGB Bund) sowie den Allgemeinen Gesihäftsbedineun_ gen der schweizerischen Inforrnarikkonferenz tagb StKr liegen zwei Regelwerke vor, welche die rechtlichen Thel men im Sinne der Kunden behandeln. Die Bundesverwal_ tung sowie deren Regiebetriebe machen die Verwendune der ACB Bund regelmässig zur Bedingung. Die AGB Slli werden vor allem von kantonalen Verwaltungen verwendet. Sie sind lendenziell lieleranrenfreundlichir als die ACB des Bundes. Ihre Verwendung kann den Lieferanten zuge_ mutet werden Swico Bedingungen Eher abzuraten ist von den Allgemeinen Vertragsbedingun_ gen Swico/SVD. Der Schweizerische Wirtschäftsverdand der Informations-, Kommunikations- und Organisations_ technik tswico) und die Schweizerische Vereinigung für Datenverarbeitung (SVD) sind Interessenvereinigungei der Lieferanten. Entsprechend sind die kritischen iheäen zu lieferantenfreundlich ausgestaltet Akzeptieren der Lieferantenbedingungen mit "chirurgischen Eingriffen" Wenn die Allgemeinen Vertragsbedingungen des Liefe_ ranten nicht allzu einseitig konzipiert sind, kann versucht werden, mit punktuellen Anderungen den wesentlichen Kundeninteressen gerecht zu werden, Bei den rechtlichen Themen sollte man sich auf dieieni_ gen Punkte beschränlen. welche im konkrelen Fall uirijich aktuell werden können. Dies gilt immer für die Lizenzbedingungen. Auch bei der Gewährleistung und Haftung soll man eine faire, dem dispositiven Gesetzesrecht angigli_ chene Regelung anstreben. Schliesslich lobnt es sich. äin]se Energie auf die Durchsetzung des eigenen Cerichrsstandäs zu verwenden. 46 HEUSLER/MArHYS (FN 2), 245 BGer, Urteil 4C.189/1999 vom12 l- AJP/PJA I2l IndividuellerVertrag Bei grossen Projekten kann es gerechtfertigt sein, durch einen Rechtsberater einen individuellen Vertras ausarbeiten zu la\sen, uelcher die rele\anren Themen im Sinne de; Kunden regelt. Wird ein individueller Vertrag hingegen vom Lieferanten erstellt, so werden sich darin die gleichen KJauseln finden wie auch in dessen Allgemeinen Vertragsbedingungen Beschränkung auf ein Term Sheet Eine gute Lösung kam auch sein, überhaupt auf ein unfassendes Vertragswerk zu verzichten und darauf zu bauen, dass das dispositive Gesetzesrecht, meist Werkvertragsrecht'8, zur Anwendung gelangt. Themen wie Verzug, Gewährleistung und Haftung sind dort aus Kundensicht gut geregelt. Auch bei dieservariante sollten die kommerziell wichtigen Punkte wie die Leistung, der Preis und die Termine schriftlich in einem "Term Sheet" fixiert werden Vollständiger Verzicht auf einen schriftlichen Vertrag? Es kann die Situation einbeten, dass grundsätzlich Konsens besteht, sich aber die Unterzeichnung einer schriftlichen Vereinbarung verzögert. Hier kann es eine Option sein, ohne schriftlichen Vertrag mit dem Projekt zu beginnen. Problematisch ist dies doft, wo Rechte übertragen werden müssen,. Die Übertragung von Urhebenechtei isr anders als die Ubertragung von Marken- und Patentrechten zwar formlos möglichr', jedoch wegen der damit verbundenen Beweisschwierigkeiten nicht zu empfehlen. Weiter ist darauf zu achten, dass der Lieferant in die Vorleistung geht. Auf keinen Fall sollte der Kunde Zahlunsen ohne scfuiftlichen Verbag leisren. weru-l er den Cegenwen der Leistung nicht bereits erhalten hat. 7. Ablauf der Beratung 7.1. Instruktion Zu Beginn der Instruktion sollen alle vorhandenen Unterlagen wie z.b. Pflichtenhefie, Offenen, Spezifikarionen, Terminpläne und die vom Lieferanten abgegebenen Vertragsbedingungen gesichtet werden. Das anschliessende Instruktionsgespräch soll folgende Themen abdecken: a) Informatik-Bedürfnisse cles Kunden und Entscheidun g sw e g e im Kunde nb e t ri e b : Welches untemehmerische Problem soll das Informatikprojekt lösen? Was ist das inteme Budget? Gibt es im Betrieb des Kunden Informatik Know-how? Wie ist die Entscheidstruktur im Untemehmen des Kunden? Gibt es einen Steuerungsausschuss? Wer hat darin Einsitz? Gibt es Auswirkungen auf andere Untemehmensteile? b) Kompetenz uncl Organisation des Lieferanten: Wer ist der Lieferant? Wer sind die Entscheidungsträger im Lie ferantenbetrieb? Handelt es sich um ein marktmächtiges Unternehmen oder um einen Betrieb, der grosser Konkurrenz ausgesetzt ist? Ist das Know-how im Betrieb des Lieferanten vor Ort vorhanden oder muss dieses von einer ausländischen Gesellschaft zur Verfügung gestellt werden? Gibt es erfolgreich durchgeführte Referenzprojekte? Werden Subunternehmer oder Nebenuntemehmer eingesetztso? c) Stand der Verhancllungen: Welche Personen verhandeln auf Kunden- und auf Lieferantenseite? Welches ist der Stand der Verhandlungen? Hat man sich im kommerziellen und technischen Teil bereits geeinigt? Wurde bereits über das Vertragskonzept diskutiert? d) Kommer2ielle und technische Themen / " 4W" -Regel: Wer sind die Vertragspaneien? Was ist der Leistungsgegenstand? Wie viel kostet es? Wann ist zu erfüllen? e) Warnng und Support. Wie lange möchte der Kunde das Arbeitsresultat einsetzen? Ist ein Wartungsvertrag erforderlich oder hat der Kunde genügend eigenes Know-how? Welches Service-Level braucht der Kunde? Wie lange sol1 die Vertragsdauer sein? Wie viele Kunden setzen das Pro dukt auch noch ein? In welchen Abständen werden neue Releases heraus gegeben und wodurch unterscheiden sie sich vom Vorgänger-Release? Wie ist der technische Stand des aktuellen Releases? Wieviel Personal setzt der Lieferant in der Entwicklung ein? fl Rechtliche Ihemen. Auf welche Weise will der Kunde die Arbeitsresultate nutzen? Will er die Soliware ledislich im eigenen Betrieb einsetzen oder allenfalls Recheruentrumsdienstleistungen für andere Konzerngesellschaften oder Dritte erbringen? Will er die Software selber weiterentwickeln oder weiterverkaufen können? Will der Kunde sich die umfassenden Immaterialgüterrechte an den Arbeitsresultaten übertragen lassen? Falls ja: Aus welchem Grund? Besteht auf Kundenseite ein besonderes Geheimhaltunssinlere\se? Soll der Lielerant exklusiv l'ür den Kunden arbei ten? g) Risikoanalyse und Erif. Welches sind die Hauptrisiken? Wie hoch ist die Wahrscheinlichleit, dass diese Risiken eintreten? Wie wird bei Eintritt dieser Risiken reaeiert? Was sind die betrieblichen und die finanziellen Konseäuenzen? Besteht die Möglichkeir. dass der Kunde dar Pröjekt von sich aus abbrechen möchte? Gibt es andere Untemehmen, welche das begonnene Projekt anstelle des Lieferanten f-ertis stellen könnten? SrRAr,ts (FN 11), 105 f., FRör CE-BLET,.LER (FN l5). Nr 38 ff. MANmxD REHBTNDER, Schweizerisches Urhebefiecht. Bem Fallsja, müssen die gleichen Fragen auch bezüglich solcher Sub- oder Nebenunternehmer gestellt werden, sofern sie13 AJP/PJA 7.2. Definition der wesentlichen V rtragspunkte und rechtliche Qualifikation Nach der Instruktion ordnet derjuristische Berater das Geschäft einem Geschäftstyp zu. Anschliessend nimmt er die rechdiche Qualiftation vor und erarbeitet die wesentlichen Vertragspunkte. Konsequenzen. Jedes Projekt und jede Zusammenarbeit sollte mit veraetbaren Kosten abgebrochen werden können. 8. Betreuung bei der Vertragserfüllung 7,3. Vertragskonzeptund Verhandlungsführung Jetzt ist zu entscheiden, aufgmnd welcher Vertragsgrundlagen verhandelt wird. Schliesslich ist zu besprechen. wie taktisch vorzugehen ist. Soll der Berater gegen aussen au[- treten oder lediglich als Ghostwriter agieren und die Vertragsänderungen formulieren? Das Auftreten eines Rechtsberaters in Verhandlunsen verursacht eine Zeitverzögerung und Kosten und bewirkt eine Veränderung des Verhandlungsklimas. Regelmässig wird dadurch die Gegenseite veranlasst, ebenfalls einen Rechtsberater einzuschalten. Dadurch erhalten die iuristischen Themen im Verhältnis zu den kommerziellin und technischen Punkten ein zu grosses Gewicht. Zudem ist Vertrauen ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Geschäftes. Rechtsberater mit ihrem Fokus auf Risiken wirken hier negativ. Derjuristische Berater sollte sich deshalb eher im Hintergrund halten. Das heisst aber nicht, dass er sich aus dem Verhandlungsprozess verabschieden soll. Er sollte seinen Klienten möglichst aktiv begleiten und ihm Argumentationshilfen geben. Aufjeden Fall sollte er sich die unterschriftsreife Version für eine Schlusskontrolle nochmals zeigen lassen Risikoanalyse und Exit Szenario Abschliessend sollte man sich immer fragen, welches die grössten Risiken sind, wie hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit ist und welche Kosten däraus entstehen können. Die Risikoursachen liegen im technischen und kommerziellen Bereich. Vertragsklauseln können lediglich die Risikoveneilung beeinflussen. z.b. durch einen Gew:ihrleistungs- und Haftungsaussctrluss. Bei der Risikoanalyse muss der juristische Berater somit ausgehend von Annahmen hinsichtlich des technischen Projektfortschdtts die verschiedenen Risikoszenarien durchdenken, Ob bei einem Geschäft die Chancen die Risiken überwieqen, ist dann aber ein kommerzieller Entscheid, welchen dei Kunde zu fällen hat. Der "Elchtest" bei der Risikoanalyse ist die Frage, ob, auf welche Weise und zu welchen Kosten die Zusammenarbeit abgebrochen werden kann. Die finanziellen Konsequenzen eines Projektabbruchs (Exit) sind davon abhängig, wer das Scheitem zu verantworten hat, Je nachdem eelangen die Beslimmungen über den Schuldnerverzugl über den Gläubigerverzug oder die Kündigungsbestimmungen zur Anwendung, mit entsprechend anderen finanziellen 8.1. Leistungs-, Kosten- und Terminkontrolle Nach Vertragsabschluss kann sich der Kunde nicht da.rauf beschränken, auf die Ablieferung des Resultats zu warten. Ein ftir ihn vermeintlich gutervertrag kann sich durch ein geschicktes Verhalten des Lieferanten bei der Vertraeserfrillung ins Gegenteil verkehren. Dies betrifft vor allem die Kostenfrase. Der Lieferant kann sich zusätzliche finanzielle Mittel bischaffen. indem er sich vom Kunden Zusatzaufträge erteilen lässt, welche bei genauer Betrachtung Leistungsbestandteile wären. Der Lieferant kann auch Budgets transferieren, d.h. Mittel, welche für den einen Projektteil gesprochen sind, für einen anderen Teil einsetzen. Sehr wichtig ist eine strike Termintontrolle. Bei Zeitverzögerungen wird der Lieferant argumentieren, diese seien durch den Kunden verursacht worden, weil er Zusatzaufträge erteilt oder seine Mitwirkungspflichten verletzt habe. Es ist deshalb wichtig, dass bei Leistungsänderungen im Rahmen des Change Management auch die Auswirkungen auf die Termine geregelt werden und dass der Kunde die Einhaltung seiner Mitwirkungspfl ichten dokumentieren kann. Bei all dem sollte sich der Kunde bemühen, den Lieferanten nicht durch übergenaue Kontrollen zu schikanieren. Sonst verliert dieser das Interesse am Proiekt und das wirk sich negativ auf seine Leislungsbereitscüaft aus Dokumentation Der Vertrag sowie die wesentlichen Vertragsergänzungen und Anderungen müssen aufbewahfi werden. Alle Entscheide, welche die technischen und kommerziellen Vertragspunkte beeinflussen, sind zu dokumentieren, wie z,b. die Verschiebung von Terminen oder die Sprechung von Zusatzbudgets. Welche Form der Dokumentation edorderlich ist. ersibt sich aus dem Vemag. Die Projeltverannwonlichen müsien in jedem Fall die entsprechenden Vertragsklauseln (Change Management Klausel und Schriftlichkeitserfordemis) seniu befolgen ProblembehandlungundEskalation Wenn Probleme mit der Qualität, mit den Kosten oder mit Terminen aufoeten, muss der Kunde schnell und bestimrnt reagieren. Dabei sollte er sich an ein Eskalationsschema halten. Der Konflikt soll immer nur soweit eskalieren. wie dies absolut notwendis ist.14 ATP/PJA I2I2OO5 In einem ersten Schritt können die Probleme auf der Ebene der Projektleiter adressiert werden. Die nächste Eskalationsstufe ist die Einschaltung einer vorgesetzten Stelle, z.b. des Finanzverantwortlichen oder des Geschäftsleiters. Sinnvollerweise klären diese Personen den Sachverhalt vorgängig mit einem Juristen ab. Als Nächstes kann das Schreiben eines Juristen (Rechtsabteilung oder extemer Anwalt) angezeigt sein. Der Kunde kann dem Auftreten des Juristen auch die Schärfe nehmen, indem er gleichzeitig persönlich mit dem Lieferanten Kontakt aufnimmt und nochmals Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die Reaktion soll bereits auf der ersten Eskalationsstufe schriftlich erfolgen. Es muss aber nicht immer sofort ein eingeschdebener Brief sein. Ein solcher kann zu einer unerwünschten frühzeitigen Verhärtung des Konfliktes fühen. Auch ein genügt, wenn der Empfang des s durch andere Mittel nachgewiesen werden kann, etwa weil der Lieferant später auf dieses Bezug nimmt. Karul ausnahmsweise nur eine telefonische Reaktion erfolgen, so sollte anschliessend vom Gespräch eine Aktennotiz verfasst oder der Inhalt des Gesprächs schriftlich bestätigt werden. Fristwährende Ausserungen wie Mängelrügen sollten ir jedem Fall per LSI (I-ettre Signature) erfolgen, es sei denn, der Lieferant bestätise ausdrücklich den Erhalt. I-e conseiller juridique d'un client IT doit se familiarisel avec les aspects techniques et commerciaux de l'affaire planifi e, ce qui n6cessite que le conseiller doit etre au courant des moddles commerciaux usuels dans la branche IT. Il 6labore les 6l6ments contractuels essentiels, il soutient son client lors de la ddfinition des buts contractuels ä atteindre et ddveloppe le concept du contrat. La collaboration du conseiller va donc au-delä d'un simple commentaire des aspects purements juridiques tels que conditions de licence ou de gaiantie. (trad. Flurin von Planta) Mehr anzeigen
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References: Art. 375
 Art. 375
 Art. 259
 Art. 210
 Art. 371
 Art. 100
 Art. 261
 Art. 261