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Timestamp: 2018-03-23 22:38:47+00:00

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ᐅ Versicherungsschaden: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Versicherungsschaden
Leistungsauslöser in den diversen Versicherungsarten
Mit dem Begriff Versicherungsschaden bezeichnet man im Versicherungsrecht einen Schadenfall, also ein Schadenereignis, das die vertragliche vereinbarte Leistungspflicht des Versicherers bewirkt.
Versicherungsfälle kann es in der gesetzlichen Sozialversicherung genauso geben wie bei privat abgeschlossenen Versicherungen, ganz gleich ob es um Personenversicherungen geht oder aber um sogenannte Kompositversicherungen. Diese Versicherungen sind Individualversicherungen, im Gegensatz zu Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Krankenversicherung und Unfall- sowie Pflegeversicherung.
Eine Legaldefinition des Begriffes Versicherungsfall gibt es grundsätzlich nicht. Das Wort erscheint zwar in einer großen Menge von Vorschriften aus dem Versicherungsvertragsgesetz, eine allenfalls klarstellende Bemerkung findet sich jedoch lediglich im § 100 VVG, wo die entsprechende Definition als „frei vereinbar“ bezeichnet wird.
So gibt es nun im Rechtsgebrauch die verschiedensten, jeweils nach Versicherungsart unterschiedlichen Grundlagen. Ein Versicherungsfall kann so ein Planungsfehler sein, beispielsweise bei der Architektenhaftpflichtversicherung, ebenso ein Schadensereignis, wie bei der Allgemeinen Haftpflichtversicherung, das Inverkehrbringen eines Produktes, Beispiel die Produkthaftpflichtversicherung, ein Rechtsverstoß, in der Anwalts- und Notarhaftpflichtversicherung, die erstmalige Feststellung des Schadens zum Beispiel die Umwelthaftpflichtversicherung, oder auch einfach die Schadensmeldung.
In § 30 Absatz 1 des VVG ist die Anzeigepflicht festgelegt. Danach muss der Versicherte, unverzüglich nach Inkenntnislangung des Versicherungsfalles der Versicherung Nachricht geben.
Der Begriff „unverzüglich“ ist vom Gesetz mit einer Legaldefinition ausgestattet und bedeutet nach dem § 121 Absatz 1 Satz 1 des BGB „ohne schuldhaftes Verzögern“. Die Definition ist abhängig von den individuellen Umständen des Einzelfalles.
Der Versicherte ist also gesetzlich verpflichtet, die entsprechend für die Versicherung notwendigen Angaben zu machen, um die Feststellung des Versicherungsfalles zu gewährleisten. Dies ist geregelt in § 31 Absatz 1 des VVG. Es ist eine vertragliche Obliegenheit, sämtliche für den Versicherungsfall bedeutsamen Umstände und Tatsachen wahrheitsgemäß anzuführen.
Es existieren Versicherungsfälle, bei denen es ausgesprochen schwierig ist, einen bestimmten Zeitpunkt festzuhalten, an dem das Versicherungsereignis eingetreten ist. Der Beginn der Versicherungspflicht ist aber für das Versicherungsunternehmen von großer Bedeutung, gerade dann, wenn die Versicherung unter Umständen nur zeitlich begrenzt abgeschlossen wurde. Ausschlaggebend sind in aller Regel folgende Anknüpfungspunkte. Da ist der Zeitpunkt des ersten schädigenden Ereignisses.
Am Beispiel eines Umweltgiftes wäre das der erste Eintritt des Giftes in den Boden, egal in welcher Menge. Der Zeitraum des schädigenden Ereignisses ist ebenfalls von großer Bedeutung. Im Beispiel wäre das die komplette Zeit des Vorgangs des Einsickerns. Schließlich folgt die Realisierung des Schadens, hier zum Beispiel die Grenzwertüberschreitung. Es folgt die Entdeckung des Schadens und letztlich das Claims Made, die Inanspruchnahme des Versicherers.
In der Gesetzlichen Krankenversicherung ist der Leistungsauslöser die Krankheit. Dieser Versicherungsfall begründet die entsprechende Leistung.
Auch eine Schwangerschaft sowie eine Mutterschaft, Vorsorgeuntersuchungen oder die Krankheit eines mitversicherten Kindes zählen, obwohl erstere keine Krankheiten sind, als Auslöser für „versicherungsfremde“ Leistungen zu den Versicherungsfällen. Die Leistungen bestehen aus beispielsweise Kinder- oder Krankengeld, Entbindungsanstaltspflege und Mutterschaftsgeld.
Berufskrankheit und der Arbeitsunfall finden sich in der gesetzlichen Unfallversicherung als Versicherungsfälle. Die Umstände, die dazu führen, dass ein Arbeitsunfall geschieht, sind vielschichtig. Grundsätzlich darf der Unfall nicht absichtlich herbeigeführt worden sein, auch muss er innerhalb einer versicherten Tätigkeit passieren. Hier wird der Versicherungsfall als ein plötzlich auf den Körper des Versicherten einwirkendes Geschehen definiert, das außerhalb seines Willens zu gesundheitlichen Schäden bei dem Betreffenden führt.
Auch bei der gesetzlichen Rentenversicherung ist eine Krankheit der Auslöser für einen Versicherungsfall, der Leistungsfall genannt wird. Die Leistungen können unter anderem Rehabilitationsmaßnahmen sein, wobei hier eine Abgrenzung zur gesetzlichen Krankenversicherung und der Arbeitslosenversicherung gilt. Die Rehabilitationsmaßnahmen haben Vorrang vor der Rente.
Auch das Eintreten eines gewissen Alters, eine Erwerbsminderung können Anlass für Altersente beziehungsweise Erwerbsminderungsrente sein. Der Tod des Versicherten als Versicherungsfall bewirkt die Leistung der Erziehungsrenten beziehungsweise Hinterbliebenenrenten.
Liegt, während es sich um ein versichertes Objekt an einem versicherten Ort handelt, eine Zerstörung oder Beschädigung vor, ist dies ein Versicherungsfall für die Hausratsversicherung. In der Haftpflichtversicherung finden sich neben den diversen Schadenereignissen auch Planungsfehler und Rechtsverstöße als Grund für einen Versicherungsfall, will heißen für eine Versicherungsleistung. Auch wenn Produkte in Verkehr gebracht werden oder eine Schadensmeldung auftaucht, kann dies Grund für einen Eintritt der Versicherungsgesellschaft als Leister sein.
Es liegt selbstverständlich nahezu immer im Interesse des Versicherers, seine jeweilige Leistungsfreiheit belegen zu können. Nahezu immer geht es dabei um die sogenannte „vertragliche Obliegenheitsverletzung“ nach dem § 28 des VVG. Der § 31 VVG beschreibt die Auskunftspflichtverletzung nach Eintritt des Versicherungsfalles.
Hier liegt sogenanntes lex imperfecta vor, will meinen, die Rechtsfolge ist in den Versicherungsbedingungen verankert. Ein weiterer Grund zur Leistungsfreiheit des Versicherer ist häufig auch das Herbeiführen eines Versicherungsereignisses durch den Versicherten. Dazu stellt der § 81 Absatz 1 des VVG die Leistungsfreiheit des Versicherers fest, ist der Versicherungsfall durch den Versicherten vorsätzlich herbei geführt.
Nach dem §n 81 Absatz 2 VVG ist es dem Versicherer bei grob fahrlässigem Verhalten zugesprochen, die Leistungen im Verhältnis zur Schwere der Schuld zu bemessen. Demzufolge besteht bei nur leichter Fahrlässigkeit Leistungspflicht seitens des Versicherers.
Wandfarbe nach Versicherungsschaden frei wählbar? BackInBlack schrieb am 16.01.2018, 18:53 Uhr:
Kann sich ein Mieter die Farbe aussuchen, mit der ein Raum nach einem Versicherungsschaden (Rohrbruch) gestrichen wird? Der Raum war weiß gestrichen. Der Mieter hätte aber lieber eine andere Farbe. Aber hat er einen Anspruch auf eine Tönung seiner Wahl? Die Abtönfarbe könnte er zur Not selber stellen, falls es daran scheitern sollte. » weiter lesen
Wasserschaden durch Mieter malexa82 schrieb am 31.08.2017, 15:56 Uhr:
HalloNehmen wir mal an das in einem 8 Partei Wohngebäude bei Partei A durch ein Rohrbruch ein Wasserschaden verursacht worden ist ,wo durch bei Partei B die dadrunter wohnt 2 Zimmer mit betroffen sind weil das Wasser durch die Decke kommt.Der Vermieter wird informiert und bestellt eine Firma die durch Arbeiten bei Partei A weitere... » weiter lesen
Bezahlter Versicherungsschaden und ALG II, Einnahme? Oldtimer schrieb am 11.03.2015, 11:51 Uhr:
Hallo Forum,da möchte ich folgene Situation annehmen.Person A bezieht seit Januar 2015 ALG II.Im März 2014 wird sein Auto unverschuldet durch einen Verkehrsunfall beschädigt.Die gegnerische Versicherung weigert sich die gesammten Reparaturkosten zu bezahlen,sie bezahlt nur einen Teil.Somit geht Person A in Vorkasse bei der Werkstatt... » weiter lesen
Währungsreform-Versicherungsschaden- Forderungen Tomes schrieb am 05.12.2014, 01:34 Uhr:
Hallo,was wäre, wenn man ein Versicherungsschaden vorlegen hat und es zu einer Geldentwertung kommt.Zum Beispiel ein Heizungsbauer verursacht einen Wasserschaden während einer Bauphase eines Hauses, seine Versicherung macht wie erwartet Probleme.Eine Außergerichtliche Einigung ist nicht möglich.Der eigentliche Verursacher verweisst auf... » weiter lesen
Versicherungsschaden: Aufteilung der Selbstbeteiligung in der WEG Hilli11 schrieb am 27.11.2013, 21:36 Uhr:
Hallo zusammen, folgender fiktiver Fall: Aufgrund eines Elementarschadenereignisses gibt es einen Wasserschaden in einer Wohnung, die z.T. im Souterrain liegt. Da die tragenden Wände und der Boden Gemeinschaftseigentum sind, Putz, Tapeten und Laminat aber Sondereigentum, sind beide Bereiche betroffen. In welchem Ausmaß jeweils lässt... » weiter lesen
Versicherungsschaden wie geld bekommen Fragen_steller schrieb am 10.12.2009, 13:23 Uhr:
hallo, nehmen wir mal an person a hat einen wasserschaden. möchte den aber nicht von der versicherung repariert bekommen sondern will das geld haben und es selbst machen oder eine firma damit beauftragen. was muss a tun damit er das geld direkt bekommt? danke für die hilfe » weiter lesen
Versicherungsschaden - beschädigter Gegenstand ist weg... Taratita schrieb am 18.09.2008, 13:45 Uhr:
Bei Fam. A fällt am 21. Juli plötzlich die Heizung (Warmwasser) aus. Der Heizungsinstallateur wird gerufen und stellt fest, die Gasarmatur ist hin. Fam. A fällt aus allen Wolken, denn seit Neubau des Hauses vor 6 Jahren ist dies bereits die 3 (!!!) Armatur (diese halten laut Aussage des Handwerkers i.d.R. 8-10 Jahre). Man bespricht,... » weiter lesen
Versicherungsschaden dani83 schrieb am 31.03.2008, 19:48 Uhr:
Hallo. wenn man einen Haftpflichtschaden meldet in dem von Kindern der Verwandten der LCD Fernseher beschädigt wurde aber man keine Rechnung mehr hat und vom Verkäufer des Fernsehers eine handschriftliche Rechnung ausgestellt wurde. Die aber unabsichtlich total übertrieben ist. und mal angenommen nun schickt die Versicherung einen... » weiter lesen
Versicherungsschaden Urteile und Entscheidungen
Zum ersatzpflichtigen Versicherungsschaden gehören als Regiekosten regelmäßig die mit den Reparaturarbeiten anfallenden Verwaltungsarbeiten. Hierzu zählen auch die Aufwendungen für einen Sachverständigen, der die Arbeiten anbietet und überwacht. Eine rein gutachterliche Tätigkeit gehört dazu nicht.
» OLG-KOELN, 12.12.1995, 9 U 48/95
Hat der Versicherungsnehmer bei Abschluss einer Feuerversicherung die Wahl zwischen einer Versicherung zum Neuwert - oder - zum Zeitwert und entscheidet er sich für eine Neuwertversicherung, so ist eine in den Versicherungsbedingungen enthaltene Klausel zum Versicherungswert überraschend im Sinne von § 305 c BGB, wenn die in einem...
» OLG-STUTTGART, 17.02.2009, 10 U 220/07
Zu den Voraussetzungen für die Geltendmachung eines kraft Legalzession vom Versicherten auf den Rentenversicherungsträger übergeleiteten, den Beitragsschaden betreffenden zivilrechtlichen Schadensersatzanspruch gegenüber dem Schädiger oder dessen Haftpflichtversicherung. Zum Inhalt des durch § 119 Abs. 1 S. 1 SGB X statuierten...
» LSG-BADEN-WUERTTEMBERG, 20.03.2007, L 9 R 917/05
Sicherheitsfrage 79 - F. ünf =
Versicherungsschaden – Weitere Begriffe im Umkreis

References: § 100
 § 30
 § 121
 § 31
 § 28
 § 31
 § 81
 § 305
 § 119