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Timestamp: 2020-02-27 18:40:08+00:00

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BFH, 11.12.1957 - II 100/53 U - dejure.org
https://dejure.org/1957,307
BFH, 11.12.1957 - II 100/53 U (https://dejure.org/1957,307)
BFH, Entscheidung vom 11.12.1957 - II 100/53 U (https://dejure.org/1957,307)
BFH, Entscheidung vom 11. Dezember 1957 - II 100/53 U (https://dejure.org/1957,307)
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Umfang des Rechts auf Auskunftsverweigerung bei Betriebsprüfung in Arztpraxis - Vorlage einer Patientenkartei
BFHE 66, 225
NJW 1958, 646
BStBl 1958 III, 86
BStBl III 1958, 86
Für ein Vorlageverlangen bedeutet dies, dass trotz der dem Grunde nach bestehenden Vorlagepflicht die zur Berufsverschwiegenheit verpflichtete Person der Finanzbehörde grundsätzlich die Einsicht in alle Daten verweigern darf, auf die sich ihr Auskunftsverweigerungsrecht nach § 102 AO erstreckt (BFH-Urteil in BFHE 220, 313, BStBl II 2009, 579; BFH-Beschluss vom 11. Dezember 1957 II 100/53 U, BFHE 66, 225, BStBl III 1958, 86), und die mandantenbezogenen Informationen zurückhalten darf.
Richtig ist ferner, dass eine zur Berufsverschwiegenheit verpflichtete Person der Finanzbehörde die Einsicht in alle Daten verweigern darf, auf die sich ihr Auskunftsverweigerungsrecht nach § 102 AO erstreckt (BFH-Beschluss in BFHE 66, 225, BStBl III 1958, 86).
Jedoch sind Rechtsprechung und Schrifttum in der Vergangenheit stets einhellig davon ausgegangen, dass die Anordnung einer Betriebsprüfung auch gegenüber Personen zulässig ist, die Berufsgeheimnisse wahren müssen (BFH-Urteile vom 11. Dezember 1957 II 100/53 U, BFHE 66, 225, BStBl III 1958, 86; vom 26. Februar 2004 IV R 50/01, BFHE 205, 234, BStBl II 2004, 502, 504;… BFH-Beschluss vom 27. November 1996 IV B 5/96, BFH/NV 1997, 274; Tipke in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 193 AO Tz. 13;… Eckhoff in Hübschmann/Hepp/ Spitaler, § 193 AO Rz. 26;… Gosch, a.a.O., § 193 AO Rz. 58, m.w.N.).
Richtig ist ferner, dass eine zur Berufsverschwiegenheit verpflichtete Person der Finanzbehörde die Einsicht in alle Daten verweigern darf, auf die sich ihr Auskunftsverweigerungsrecht nach § 102 AO 1977 erstreckt (BFH-Beschluss in BFHE 66, 225, BStBl III 1958, 86).
Aus ihr ergibt sich überdies (vgl. BFH-Beschlüsse vom 11. Dezember 1957 II 100/53 U, BFHE 66, 225, BStBl III 1958, 86, Ziff. 1 bis 3 und 6 der Gründe, und vom 17. März 1982 II B 58/81, BFHE 135, 248, BStBl II 1982, 510, 512), daß Rechtsanwälte die Vorlage von Schriftstücken (Hand akten) insoweit ablehnen dürfen, als sie zur Auskunftsverweigerung befugt sind, andererseits aber auf Anforderung des Finanzamts (FA) Aktenauszüge, Zusammenstellungen oder Nachweise über nicht ihrem Aussageverweigerungsrecht unterliegende Tatsachen und Vorgänge herzustellen und vorzulegen haben.
Hinsichtlich der Divergenzrüge in bezug auf das BFH-Urteil in BFHE 66, 225, BStBl III 1958, 86 läßt der Senat Bedenken dagegen, ob dieser Zulassungsgrund i. S. des § 115 Abs. 3 Satz 3 FGO hinreichend "bezeichnet" ist, unerörtert.
Davon, dass dies ohne besondere Schwierigkeiten möglich ist, ist bisher die Rechtsprechung und die Literatur ausgegangen (vgl. Beschluss des BFH vom 11.12.1957, II 100/53 U, BStBl. II 1958, 86 betreffend Einsichtnahme in die Patientenkartei eines Arztes, …sowie Beschluss des BFH vom 21.04.1995, VIII B 133/94, BFH/NV 1995, 954 betreffend die Vorlage von Schriftstücken durch einen Rechtsanwalt, vgl. im Übrigen Dumke, in Schwarz, AO, 11. Aufl. § 102 AO, Rz. 8, und Söhn in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 102 AO, Rz. 52).
BFH, 11.06.1958 - II 56/57 U
Ermessensverletzung bei Anfordeungen an Steuererklärungen
Nachdem aber der Bf. in dem weiteren Schreiben vom 8. März 1956 das ihm neu zugänglich gewordene tatsächliche Material in der Erbschaftsteuerangelegenheit dem Finanzamt alsbald mitteilte, dieses Tatsachenmaterial jedoch nichts daran änderte, daß entsprechend der eigenen Feststellung des Finanzamts vom 9. Januar 1956 eine Erbschaftsteuerpflicht nicht gegeben war, entsprach nunmehr jedenfalls eine Aufrechterhaltung der Aufforderung an den Bf. zur Abgabe der Erbschaftsteuererklärung und der Betriebsvermögensaufstellung nicht mehr den Vorschriften des § 2 Abs. 2 des Steueranpassungsgesetzes (StAnpG) in der jetzigen, an Ziffer 4 der Begründung des Gutachtens des Großen Senats des Bundesfinanzhofs Gr. S. D 1/51 S vom 17. April 1951 (Slg. Bd. 55 S. 277, Bundessteuerblatt - BStBl - 1951 III S. 107) anknüpfenden Auslegung, d.h. nicht den Grundsätzen von Recht- und Billigkeit (vgl. dazu unter anderem die neueren Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Vz 181/57 U vom 27. März 1958, Rechtssatz 2, BStBl 1958 III S. 248; II 100/53 U vom 11. Dezember 1957, BStBl 1958 III S. 86 ff., 89; IV 587/55 U vom 2. August 1956, Slg. Bd. 63 S. 375 ff., 378, BStBl 1956 III S. 340, 341, und I 242/54 U vom 17. Januar 1956, Slg. Bd. 62 S. 182 f., BStBl 1956 III S. 68).
Davon, dass dies ohne besondere Schwierigkeiten möglich ist, geht auch die höchstrichterliche Finanzrechtsprechung aus (vgl. BFH-Beschlüsse vom 11.12.1957 - II 100/53 U, BStBl II 1958, 86 betreffend Einsichtnahme in die Patientenkartei eines Arztes …sowie vom 21.04.1995 - VIII B 133/94, BFH/NV 1995, 954 betreffend die Vorlage von Schriftstücken durch einen Rechtsanwalt).
Zu dem Gutachten des RFH, der im übrigen ein Auskunftsverweigerungsrecht der Rechtsanwälte anerkannt hatte (RFH-Entscheidung vom 28. Mai 1938 Gr. S. D 2/38, RFHE 44, 72, RStBl 1938, 569), hat der BFH ausführlich Stellung genommen (Beschluß vom 11. Dezember 1957 II 100/53 U, BFHE 66, 225, BStBl III 1958, 86).
Gewinnermittlung durch die Angehörigen der freien Berufe - Gewinnermittlung durch …
Ob das nach den Grundsätzen, die im Beschluß des Bundesfinanzhofs II 100/53 U vom 11. Dezember 1957 (BStBl 1958 III S. 86, Slg. Bd. 66 S. 225) über das Recht der Finanzverwaltungsbehörden zur Einsichtnahme in die Patientenkartei entwickelt worden sind, überhaupt noch vertretbar ist, kann dahingestellt bleiben.
FG München, 18.10.1995 - 1 K 824/95
Rechtmäßigkeit der Anordnung einer Außenprüfung; Erklärung von Einkünften aus …

References: § 102
 § 102
 § 193
 § 193
 § 193
 § 102
 § 115
 § 102
 § 102
 § 2