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Timestamp: 2019-07-20 06:17:18+00:00

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Rechtsprechung: 17 U 709/15 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG München, 21.05.2015
https://dejure.org/2015,30638
OLG München, 20.04.2015 - 17 U 709/15 (https://dejure.org/2015,30638)
OLG München, Entscheidung vom 20.04.2015 - 17 U 709/15 (https://dejure.org/2015,30638)
OLG München, Entscheidung vom 20. April 2015 - 17 U 709/15 (https://dejure.org/2015,30638)
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BGB § 355; BGB § 495
Keine Erfolgsaussicht der Berufung - Keine Fehlerhaftigkeit der Widerrufsbelehrung wegen eines überflüssigen Zusatzes
Auch inhaltlich richtet sich der Fußnotentext, was der vorangestellte Hinweis " Bearbeitungshinweise " für den durchschnittlichen unbefangenen Verbraucher eindeutig klarstellt, nicht an den Verbraucher, sondern an die Kreditsachbearbeiter der beklagten Sparkasse, zumal der weitere Bearbeitungshinweis angefügt ist " Jeder Verbraucher hat ein Exemplar der Widerrufserklärung erhalten " , der den Verbraucher anders als der Belehrungstext in der dritten Person bezeichnet und nicht mehr in der zweiten Person direkt anspricht (OLG München, Beschluss vom 20.04.2015, Az. 17 U 709/15, Rn. 4, zitiert nach juris; LG Wuppertal…, Urteil vom 28.01.2015, Az. 3 O 316/14, Rn. 35, zitiert nach juris).
Dieser Inhalt der ergänzenden Belehrung kann einen durchschnittlichen unbefangenen Verbraucher schon aus dem Grund nicht davon ablenken, sein Widerrufsrecht gegebenenfalls auszuüben, weil sich daraus im Fall des Widerrufs eines verbundenen Geschäfts für den Verbraucher klar ersichtlich allein die positive zusätzliche Rechtsfolge ergeben kann, dass auch die Bindung an den finanzierten Vertrag entfällt (so auch OLG München, Beschluss vom 20.04.2015, Az. 17 U 709/15, Rn. 3, zitiert nach juris).
Umgekehrt kann dann aber die Ergänzung um den zwar im streitgegenständlichen Fall überflüssigen, aber die gesetzliche Regelung betreffend verbundene Verträge in § 358 a. F. BGB vollständig und richtig wiedergebenden Absatz " Finanzierte Geschäfte " nicht schädlich sein, zumal der BGH in der zitierten Entscheidung dessen Fehlen nicht als geboten, sondern lediglich als unschädlich bezeichnet (so OLG München, Beschluss vom 21.05.2015, Az. 17 U 709/15, Rn 5, zitiert nach juris; vgl. OLG Schleswig…, Urteil vom 26.02.2015, Az. 5 U 175/14, Rn. 25, zitiert nach juris; vgl auch OLG Frankfurt…, Urteil vom 07.07.2014, Az. 23 U 172/13, Rn. 42, zitiert nach juris).
Die Beklagte macht ebenso mit Erfolg geltend, dass auch Fußnote 2 mit dem dazugehörigen Fußtext 1 "Bitte Fristbeginn im Einzelfall prüfen" aus mehrfachen Gründen keine im Sinne der o.a. Rechtsprechung des BGH relevante Abweichung vom Muster bzw. keinen verwirrenden Zusatz zum Muster darstellt (vgl. bereits OLG Bamberg, Beschluss vom 01.06.2015, 6 U 13/15, www.juris.de, dort Rn 82 ff.; OLG Schleswig, Urteil vom 25.06.2015, 17 U 709/15, n.v.; a.A. OLG Nürnberg, Urteil vom 11.11.2015, 14 U 2439/14, www.juris.de, vgl. 169 GA).
Anders als bei der Fußnote 2, aus deren Text erkennbar ist, dass es sich dabei um einen Ausfüllhinweis handelt, wird der Verbraucher, der die erste Fußnote liest, den Eindruck gewinnen, eine (von ihm vorzunehmende) Prüfung seines Falles könne zu dem Ergebnis kommen, dass ein Widerrufsrecht nicht besteht (…wie hier OLG Düsseldorf, Urt. v. 13.05.2016 - 17 U 182/15, Tz. 20; a. A. OLG München, Beschluss vom 20.04.2015 - 17 U 709/15, Tz. 4; Beschluss vom 21.05.2015 - 17 U 709/15, Tz. 6;… Urt. v. 09.11.2015 - 19 U 4833/14, Tz. 47;… OLG Nürnberg, Urt. v. 13.06.2016 - 14 U 2246/15, Bl. 345 ff. d. A.).
Gerade auch im Zusammenschau mit der zweiten Fußnote erkennt der unbefangene durchschnittliche Kunde unschwer, dass es sich um einen Verwendungs- und Ausfüllhinweis für das Bankpersonal handelt (OLG München, Beschluss vom 20.04.2015, 17 U 709/15; Anlage B4).
Daraus ist nicht nur zu entnehmen, dass es unschädlich gewesen wäre, wenn die Widerrufsbelehrung den Abschnitt über finanzierte Geschäfte nicht enthalten hätte, sondern umgekehrt ergibt sich daraus auch, dass dessen Vorhandensein keineswegs schädlich für die Widerrufsbelehrung war (OLG München, Beschluss vom 21.05.2015, 17 U 709/15; Anlage B3; vgl. hinsichtlich der Frage des Eingreifens der Schutzwirkung des § 14 Abs. 1 BGB-InfoV: OLG Bamberg, Beschluss vom 01.06.2015, 6 U 13/15; Anlage B5).
https://dejure.org/2015,28682
OLG München, 21.05.2015 - 17 U 709/15 (https://dejure.org/2015,28682)
OLG München, Entscheidung vom 21.05.2015 - 17 U 709/15 (https://dejure.org/2015,28682)
OLG München, Entscheidung vom 21. Mai 2015 - 17 U 709/15 (https://dejure.org/2015,28682)
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BGB aF § 355 Abs. 2
Entsprechend geht auch die obergerichtliche Rechtsprechung davon aus, "Sammelbelehrungen" seien nicht per se undeutlich und unwirksam (OLG Düsseldorf…, Urteil vom 29. Januar 2016 - 22 U 126/15, juris Rn. 111; OLG Köln…, Urteil vom 24. Februar 2016 - 13 U 84/15, juris Rn. 76 ff.;… Beschluss vom 23. März 2015 - 13 U 168/14, juris Rn. 6;… Beschluss vom 3. Mai 2016 - 13 U 33/16, juris Rn. 9 ff.; OLG München, BKR 2015, 337, 338 f. und WM 2016, 123, 124 ff.; Beschluss vom 21. Mai 2015 - 17 U 709/15, juris Rn. 5; OLG Naumburg…, Urteil vom 7. Oktober 2015 - 5 U 95/15, juris Rn. 24).
Zur Verwirrung des Verbrauchers führen diese Fußnoten nicht (so auch OLG München, Beschluss vom 21.05.2015 - 17 U 709/15, Seite 3, Anlagenkonvolut B 3).
Einen solchen habe das OLG München (Urteil vom 21.5.2015, 17 U 709/15) bereits abgelehnt, da die Belehrung den gesetzlichen Vorgaben des § 355 BGB a.F. entspreche.
Das Belassen eines an sich zu entfernenden Satzes stellt bereits keine inhaltliche Änderung dar (vgl. auch OLG München, Beschluss vom 21. Mai 2015, 17 U 709/15, Rn. 5; HansOLG…, Urteil vom 3. Juli 2015, 13 U 26/15, Rn. 20 ff.; HansOLG, Urteil vom 03. Februar 2016, 13 U 88/15, eingereicht als Anlage B27; OLG Düsseldorf…, Urteil vom 12. Juni 2015, Az. I- 22 U 17/15, 22 U 17/15, Rn. 69 ff., OLG Bamberg…, Urteil vom 25. Juni 2012, 4 U 262/11, Rn. 44 ff., jeweils zitiert nach juris).
Es ist obgleich unschädlich, dass der zusätzliche Hinweis auf die finanzierten Geschäft und insbesondere der Satz 2 doppelt vorhanden ist (vgl. auch OLG München, Beschluss vom 21. Mai 2015, 17 U 709/15, Rn. 5; HansOLG…, Urteil vom 3. Juli 2015, 13 U 26/15, Rn. 20 ff.; OLG Düsseldorf…, Urteil vom 12. Juni 2015, Az. I- 22 U 17/15, 22 U 17/15, Rn. 69 ff., OLG Bamberg…, Urteil vom 25. Juni 2012, 4 U 262/11, Rn. 44 ff., jeweils zitiert nach juris).

References: § 355
 § 495
 § 358
 BGH 
 BGH 
 § 14
 § 355
 § 355