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Timestamp: 2019-12-11 08:58:52+00:00

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www.frag-einen-anwalt.deStrafrechtFührungszeugnisEintrag im Führungszeugnis bei ...
| 01.04.2014 18:18 |
Guten Tag, ich wurde wegen Diebstahl mit Waffenbesitz (kleinex Taschenmesser in meiner Handtasche) zu niedrigsten Strafe in Höhe von einem halben Jahr Bewährung. Nun brauche ich aus beruflichen Gründen ein Führungszeugnis. Wird dies im Führungszeugnis eingetragen und wenn ja, wann kann ich mit der Löschung des Eintrags rechnen. Laut meinem Anwalt Paragraph 32 Abs. 2 Ziffer 5 und 6 BRZG. Zweite Meinung gefragt.
Auch Paragraph 35 fällt mir schwer zu verstehen.
Eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten auf Bewährung wird im Führungszeugnis aufgenommen.
Das ergibt sich aus §§ 32 Abs. 1 S. 1 i.V.m. § 4 Nr. 1, 7 Abs. 1 BZRG.
Nach diesen Vorschriften werden grundsätzlich alle Verurteilungen in ein Führungszeugnis aufgenommen.
Von diesem Grundsatz macht nun § 32 Abs. 2 BZRG aber zahlreiche Ausnahmen. Ihr Fall findet sich dort leider nicht.
§ 32 Abs. 2 Nr. 5 BZRG nimmt nur Verurteilungen bis 90 Tagessätzen aus. Hier sind Sie mit 6 Monaten leider weit darüber.
§ 32 Abs. 2 Nr. 6 BZRG würde zwar auf die Länge Ihrer Strafe und der Bewährung passen, bezieht sich aber nur auf Straftaten im Zusammenhang mit einer Betäubungsmittelabhängigkeit.
Diese Verurteilung wird voraussichtlich nach 3 Jahren nicht mehr im Führungszeugnis aufgenommen (für das Bundeszentralregister gilt eine andere Frist). Das folgt aus § 34 Abs. 1 Nr. 1 b) BZRG. Danach dürfen aber sonst keine Freiheitsstrafen, Strafarreste oder Jugendstrafen eingetragen sein. Andernfalls beträgt die Frist 5 Jahre.
Ihr Bundeszentralregister - das Führungszeugnis ist ein Auszug aus diesem - ist nach 10 Jahren wieder ohne Eintragungen. Das folgt aus § 46 Abs. 1 Nr. 2 b) BZRG.
§ 35 BZRG ist wahrscheinlich für Ihren Fall nicht von Bedeutung. Er regelt vereinfacht gesagt, dass es für die Berechnung der Frist auf die "Haupt"strafe ankommt.
Sie werden wegen Trunkenheit im Verkehr nach § 316 StGB zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen verurteilt und Ihnen wird ein Fahrverbot (Nebenstrafe) nach § 44 StGB von 3 Monaten auferlegt. Dann blieben diese 3 Monate Fahrverbot für die Fristberechnung nach § 34 BZRG außer Betracht.
Ein Fall des 35 Abs. 1 BZRG liegt bei Verurteilung wegen nur einer Straftat nie vor. Erst wenn aus mehreren Strafen eine sog. Gesamtstrafe gebildet wird, kommt dieser in Betracht.
Bewertung des Fragestellers 03.04.2014 | 11:11
"Sehr verständliche Erklärung."

References: § 4
 § 32

§ 32

§ 32
 § 34
 § 46

§ 35
 § 316
 § 44
 § 34