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Timestamp: 2020-06-03 07:16:43+00:00

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Kfz-Handel – Bewertung von Kraftfahrzeugen nach der Lifo-Methode nicht zulässig | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Kfz-Handel – Bewertung von Kraftfahrzeugen nach der Lifo-Methode nicht zulässig
Eine Bewertung nach der sog. Lifo-Methode entspricht nicht den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und ist deshalb auch steuerrechtlich ausgeschlossen, wenn Vorräte mit – absolut betrachtet – hohen Erwerbsaufwendungen in Frage stehen, die Anschaffungskosten ohne weiteres identifiziert und den einzelnen Vermögensgegenständen angesichts deren individueller Merkmale ohne Schwierigkeiten zugeordnet werden können (hier: zum Verkauf bestimmte PKW).
EStG § 6 Abs. 1 Nr. 2 a , HGB § 256
BFH, Urteil vom 20.06.2000, VIII R 32/98
Abweichend von dem Grundsatz der Einzelbewertung, der für die Bilanzierung aller Vermögensgegenstände und Schulden gilt ( § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB , § 6 Abs. 1 Nr. 1 EStG ), können zur Erleichterung der Inventur und der Bewertung gleichartige Wirtschaftsgüter des Vorratsvermögens jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst und bewertet werden. Ein solches Gruppen-Bewertungsverfahren ist auch die sog. Lifo-Methode nach § 6 Abs. 1 Nr. 2a EStG . Bei dieser Bewertungsmethode (Lifo = „last in – first out”) wird für gleichartige Wirtschaftsgüter des Vorratsvermögens unterstellt, dass die zuletzt (last) angeschafften oder hergestellten Wirtschaftsgüter zuerst (first) verbraucht oder veräußert werden (vgl. § 256 HGB ). Damit bleiben für jede dieser Gruppen die Anschaffungs- (Herstellungs-)kosten aus den jeweils ältesten Zugängen maßgebend.
Die vorliegende Entscheidung befasst sich mit der Frage, ob die Voraussetzungen für die Bewertung nach dem Lifo-Verfahren bei einer VW-Händlerin (Klägerin) gegeben waren, die die zum Verkauf bestimmten Fahrzeuge an den Bilanzstichtagen 31.12.1991, 31.12.1992 und 31.12.1993 nach der Lifo-Methode bewertete. Dabei bildete sie für die Neufahrzeuge Bewertungsgruppen nach den Wagentypen (Golf, Polo usw.), während sie die Gebrauchtwagen – ohne Rücksicht auf deren Hersteller, Kilometerleistung oder Alter – nach ihrem Wert (bis 5.000 DM; 5.000 DM bis 15.000 DM; 15.000 DM bis 25.000 DM; über 25.000 DM) gliederte. Das FA vertrat die Auffassung, dass die Anwendung des Lifo-Verfahrens nicht zulässig sei und die Kfz unter Berücksichtigung von Teilwertabschlägen nach ihren individuellen Anschaffungskosten bewertet werden müssten ( § 6 Abs. 1 Nr. 2 Sätze 1 und 2 EStG ).
Der BFH hat der Auffassung des FA zugestimmt. Nach seiner Ansicht verstößt die Lifo-Bewertung der Fahrzeuge gegen die (handelsrechtlichen) Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung. Die Bewertung nach der Lifo-Methode durchbreche den Grundsatz der Einzelbewertung ( § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB ) insofern, als die Vorräte nicht einzeln erfasst ( § 240 Abs. 1 HGB ) und mit ihren Anschaffungskosten angesetzt, sondern – zumindest teilweise – mit den Erwerbsaufwendungen anderer – nämlich zu einem früheren Zeitpunkt angeschaffter – Vermögensgegenstände bewertet werden. Wenn § 6 Abs. 1 Nr. 2 a EStG ( § 256 Satz 1 HGB ) gleichwohl die Wahl der Lifo-Methode gestatte, so bringe das Gesetz damit zum Ausdruck, dass die Grundsätze der Einzelbewertung und der periodengerechten Aufwandsabgrenzung aus Gründen der Bewertungsvereinfachung im Einzelfall zurücktreten können. Die Lifo-Methode sei typischerweise auf Sachverhalte zugeschnitten, bei denen entweder die Ermittlung der individuellen Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vermögensgegenstände ausgeschlossen ist oder mit einem unvertretbaren Aufwand verbunden wäre. Der Vereinfachungszweck könne aber dann ein Zurücktreten der genannten Grundsätze der ordnungsmäßigen Buchführung nicht mehr rechtfertigen, wenn Vorratsgegenstände mit – absolut betrachtet – hohen Erwerbsaufwendungen in Frage stehen, die Anschaffungskosten ohne weiteres identifiziert und den einzelnen Vermögensgegenständen angesichts deren individueller Merkmale ohne Schwierigkeiten zugeordnet werden können.

References: § 6
 § 256
 § 252
 § 6
 § 6
 § 256
 § 6
 § 252
 § 240
 § 6
 § 256