Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=16.12.1971&Aktenzeichen=V%20R%2041/68
Timestamp: 2020-01-28 04:47:04+00:00

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BFH, 16.12.1971 - V R 41/68 - dejure.org
BFH, 16.12.1971 - V R 41/68
https://dejure.org/1971,256
BFH, 16.12.1971 - V R 41/68 (https://dejure.org/1971,256)
BFH, Entscheidung vom 16.12.1971 - V R 41/68 (https://dejure.org/1971,256)
BFH, Entscheidung vom 16. Dezember 1971 - V R 41/68 (https://dejure.org/1971,256)
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Nachhaltige Tätigkeit - Eigener Rechtskreis - Dulden von Eingriffen - Steuerbare Duldungsleistung - Bestellung eines Nießbrauchs
Bestellung eines Nießbrauchs gegen Entgelt ist eine steuerpflichtige unternehmerische Tätigkeit
BFHE 104, 262
BStBl II 1972, 238
- Langfristige Duldung eines Eingriffes in den eigenen Rechtskreis (vgl. für Nießbrauchsbestellung BFH-Urteil vom 16. Dezember 1971 V R 41/68, BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238).
BFH, 30.07.1986 - V R 41/76
Vertraglich vereinbarter Wettbewerbsverzicht eines GmbH-Gesellschafters und …
Auf den Umstand, daß dem Kläger nicht eine laufende, sondern eine einmalige Vergütung gewährt worden sei, komme es nicht an (Hinweis auf das BFH-Urteil vom 16. Dezember 1971 V R 41/68, BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238).
Wie der Senat bereits früher dargelegt hat (Urteil vom 17. Juli 1980 V R 5/72, BFHE 131, 114, BStBl II 1980, 622; s. auch Urteil in BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238), ist das Tatbestandsmerkmal der nachhaltigen Tätigkeit unter die Voraussetzungen der umsatzsteuerrechtlichen Unternehmereigenschaft aufgenommen worden, um zu gewährleisten, daß ausschließlich auf die Dauer berechnete Tätigkeiten umsatzsteuerrechtlich erfaßt werden.
Dieses kann nicht um deswillen als nachhaltig angesehen werden, weil ihm eine Wiederholungsabsicht zugrunde gelegen hätte (vgl. hierzu Urteil in BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238).
Mit seiner Entscheidung weicht der Senat weder von seinem früheren Urteil in BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238 ab noch von dem des RFH in RFHE 40, 356, RStBl 1937, 392.
Besteht eine Tätigkeit aus positiven und negativen Leistungselementen, so ist für die Bestimmung des Leistungsgegenstandes entscheidend, welches Element im Vordergrund steht (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 30. Juli 1986 V R 41/76, BFHE 147, 279, BStBl II 1986, 874; vom 16. Dezember 1971 V R 41/68, BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238; vom 26. September 1968 V 48/65, BFHE 93, 527, BStBl II 1969, 58).
Da der wirtschaftliche Leistungsinhalt des Erbbaurechts durch die dem Rechtserwerb folgende Duldung der Rechtsbeeinträchtigung des Eigentums durch den Erbbaurechtsbesteller gekennzeichnet ist, ist umsatzsteuerlich die Bestellung eines Erbbaurechts eine Dauerleistung (vgl. Urteil des Reichsfinanzhofs - RFH - vom 10. März 1933 V A 490/32, RFHE 32, 354, RStBl 1933, 1.343; BFH-Urteil in BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238; vom 16. August 1973 V R 36/69, BFHE 110, 381, BStBl II 1973, 875).
Im Streitfall kann dahingestellt bleiben, wie die einheitliche Duldungsleistung aufzuteilen ist (dazu BFHE 104, 262, 265, BStBl II 1972, 238; ferner Anm. Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung - HFR - 1972, 253) und ob Teilleistungen i. S. des § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Sätze 2 und 3 UStG anzunehmen sind.
Der Klage könne jedoch nicht in vollem Umfang stattgegeben werden, weil die unentgeltliche Einräumung des Nießbrauchs zugunsten der Kinder als Dauerleistung eine Verwendung i. S. des § 1 Abs. 1 Nr. 2 b UStG 1973 sei (BFH-Urteil vom 16. Dezember 1971 V R 41/68, BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238).
Die Befreiungsvorschrift des § 4 Nr. 12 a und b UStG 1973 gelte nach der BFH-Rechtsprechung nicht für die Nießbrauchsbestellung (BFH in BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238).
Wie im Urteil vom 16. Dezember 1971 V R 41/68 (BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238 a. E.) ausgeführt ist, befreite die Vorschrift des § 4 Nr. 10 c UStG 1951 - und demgemäß auch die inhaltsgleiche Regelung des § 4 Nr. 12 c UStG 1973 - die Bestellung von Erbbaurechten, Dauerwohnrechten und Dauernutzungsrechten.
Überlassung von Gebäudenutzungen aufgrund beschränkter persönlicher Dienstbarkeiten ist nicht nach § 4 Nr. 12 c oder a UStG 1973 steuerfrei, sondern steuerpflichtig (BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238).
Das langfristige Dulden eines Eingriffs in den eigenen Rechtskreis ist von der Rechtsprechung als nachhaltig angesehen worden (vgl. BFH-Urteil vom 16. Dezember 1971 V R 41/68, BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238, mit Nachweisen;… vgl. auch Art. 4 Abs. 2 Satz 2 der Sechsten Richtlinie des Rates zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Umsatzsteuern vom 17. Mai 1977, Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften - ABlEG - L 145, S. 1).
Aus dem Begriff der Nachhaltigkeit kann jedoch nicht abgeleitet werden, daß jedes einaktige Tätigwerden nicht steuerbar ist (BFH-Urteil vom 16. Dezember 1971 V R 41/68, BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238 im Fall einer Nießbrauchsbestellung).
Aus dem Begriff der Nachhaltigkeit kann nicht abgeleitet werden, daß jedes einaktige Tätigwerden nicht steuerbar ist (BFH- Urteil vom 16. Dezember 1971 V R 41/68, BFHE 104, 262, BStBl II 1972, 238 im Fall einer Nießbrauchsbestellung).
BFH, 07.08.1975 - V R 43/71
Verwaltungs-Testamentsvollstreckung über mehrere Jahre ist in der Regel …
BFH, 16.08.1973 - V R 36/69
Dauernutzungsrechts - Entgeltliche Einräumung - Grundstück des …

References: § 13
 § 1
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 Art. 4