Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.11.2003&Aktenzeichen=VI%20ZR%20371/02
Timestamp: 2019-07-16 03:20:45+00:00

Document:
BGH, 11.11.2003 - VI ZR 371/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,724
BGH, 11.11.2003 - VI ZR 371/02 (https://dejure.org/2003,724)
BGH, Entscheidung vom 11.11.2003 - VI ZR 371/02 (https://dejure.org/2003,724)
BGH, Entscheidung vom 11. November 2003 - VI ZR 371/02 (https://dejure.org/2003,724)
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Schadensersatz wegen sittenwidriger vorsätzlicher Schädigung des Prozessgegners; Bewusst unwahrer Sachvortrag nebst Beweisanträgen; Prozessverschleppung bis zur Insolvenz des Beklagten; Vermutung der Rechtmäßigkeit der Rechtsverteidigung in gesetzlich geregelten Verfahren; Sorgfaltsanforderungen hinsichtlich sachlicher Berechtigung des Verteidigungsvorbringens; Versuchter Prozessbetrug
Zur Frage der vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung eines Klägers durch die Verteidigung im Rechtsstreit (hier: Prozessverzögerung)
Verfahrensrecht - Schadensersatz wegen falscher Einwendungen vor Gericht
Schädigung durch Prozessverschleppung bis zur Insolvenz
NJW 2004, 446
NZI 2004, 518
NZV 2004, 134
VersR 2004, 210
WM 2004, 34
BauR 2004, 388 (Ls.)
Sollte die Umsatzbeteiligung der Schuldnerin von nur 40 % bzw. deren Herabsetzung auf sogar 28 % sich als grob unangemessen und damit unternehmerisch unvertretbar erweisen und im Zeitpunkt der jeweiligen Vereinbarung - für den Beklagten erkennbar (vgl. zum Vorsatz: BGH, Urt. v. 11. November 2003 - VI ZR 371/02, NJW 2004, 446, 448) - zwangsläufig auf die Insolvenz der Schuldnerin hinausgelaufen sein (Kausalitätsfrage), so wäre in einem weiteren Schritt im Rahmen der Schadensberechnung zu klären, wie hoch der dadurch bei der Schuldnerin entstandene Gewinnausfall im Verhältnis zu einer angemessenen Beteiligung ist.
Wo dies allerdings nicht der Fall ist, muß es beim uneingeschränkten Rechtsgüterschutz verbleiben, den § 823 Abs. 1 und § 826 BGB gewähren (…vgl. BGH, Urt. v. 18.10.1994 - VI ZR 74/94, NJW 1995, 397; s.a. BGHZ 74, 9, 16; BGHZ 118, 201, 206; BGHZ 154, 269, 271 f.; BGH, Urt. v. 11.11.2003 - VI ZR 371/02, NJW 2004, 446, 447).
Er muss jedoch die gesamten Schadensfolgen sowie Richtung und Art des Schadens umfassen (BGH, Urteil vom 11. November 2003 - VI ZR 371/02, NJW 2004, 446, 448).
Er braucht sich zwar nicht auf den genauen Kausalverlauf und den Umfang des Schadens zu erstrecken, muss jedoch die gesamten Schadensfolgen sowie Richtung und Art des Schadens umfassen (BGH, Urteil vom 11. November 2003 - VI ZR 371/02, BGHR BGB § 826 Schädigungsvorsatz 9;… bei juris Rz. 26, u.H. auf BGHZ 147, 269, 278 [bei juris Rz. 21]; BGHZ 148, 175, 182, u.a.; s. schon BGHZ 59, 1, 2;… BGHZ 108, 134, 143 f., bei juris Rz. 13;… G. Schiemann, in: Erman, BGB, 14. Aufl. [2014], § 826 BGB, Rn 14).
Bedingter Vorsatz ist zu bejahen, wenn der Schädiger das Bewusstsein hat, dass infolge seines Tuns oder Unterlassens der Andere der Gefahr eines Schadens ausgesetzt wird, und wenn er diesen möglichen Schaden für den Fall des Eintritts billigend in Kauf nimmt, mag er ihn auch nicht wünschen (BGH NZI 2004, 518, 520 m. w. Nachw.).
Der Schädigungsvorsatz nach § 826 BGB braucht sich zwar nicht auf den konkreten Kausalverlauf und den Umfang des Schadens zu erstrecken, muss jedoch die gesamten Schadensfolgen sowie Richtung und Art eines Schadens umfassen (BGH, Urteil vom 11.11.2003 - VI ZR 371/02, NJW 2004, 446; BGH, Urteil vom 20.10.1990 - VI ZR 6/90, WM 1991, 241;… Palandt/Sprau, BGB, § 826 Rn. 10 f.).
OLG Hamm, 18.12.2012 - 9 W 64/12

References: § 823
 § 826
 § 826
 § 826
 § 826
 § 826