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Timestamp: 2019-09-22 07:48:27+00:00

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Online-Kommentar zu § 162 StGB - BSP Bierbach, Streifler & Partner PartGmbB
(1)	Die <a href="artikel/bsp/stgb-strafgesetzbuch-_2965">§§ 153 bis 161</a> sind auch auf falsche Angaben in einem Verfahren vor einem internationalen Gericht, das durch einen für die Bundesrepublik Deutschland verbindlichen Rechtsakt errichtet worden ist, anzuwenden.<br /><br />(2)	Die <a href="artikel/bsp/stgb-strafgesetzbuch-_2965">§§ 153 und 157 bis 160</a>, soweit sie sich auf falsche uneidliche Aussagen beziehen, sind auch auf falsche Angaben vor einem Untersuchungsausschuss eines Gesetzgebungsorgans des Bundes oder eines Landes anzuwenden.<br /><br /><br /><a href="artikel/bsp/stgb-strafgesetzbuch-_2965">§ 162 StGB</a> wurde durch das Gesetz zur Umsetzung des Rahmenbeschlusses des Rates der Europäischen Union zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern und der Kinderpornographie vom 31.10.2008 (in Kraft seit 5.11.2008) in das StGB eingefügt. Die Norm enthält eine erweiternde Anwendung der Aussagedelikte auf Falschaussagen vor internationalen Gerichten und Untersuchungsausschüssen. Folge ist somit eine Erweiterung des Schutzbereiches auf die internationale Strafrechtspflege als auch auf Verfahren vor (parlamentarischen) Untersuchungsausschüssen. <br /><br /><strong>Internationale Gerichte</strong><br /><br />Unter die internationalen Gerichte fallen solche, denen die Bundesrepublik Deutschland durch einen verbindlichen Rechtsakt zugestimmt hat, bzw. durch einen solchen errichtet wurden. Ein solch verbindlicher Rechtsakt erfolgte insbesondere durch die in Art. 70 Abs. 4 lit. a i. V. m. Abs. 1 lit. a des Römischen Statuts des internationalen Gerichtshofs niedergeschriebene Verpflichtung der Bundesrepublik Deutschland vorsätzliche Falschaussagen strafrechtlich zu erfassen. Trotz dieser Verpflichtung fallen nicht nur Aussagen vor dem Internationalen Strafgerichtshof, sondern sämtliche Aussagen, die vor einem ausländischen staatlichen Gericht, die durch in oben beschriebener Weise für die Bundesrepublik verbindlich sind, getätigt wurden. Dazu zählen auch die vom Internationalen Strafgerichtshof durch einen Beschluss des Sicherheitsrates ins Leben gerufene Ad-Hoc Strafgerichtshöfe für Ruanda und das ehemalige Jugoslawien.<br /><br /><strong>Untersuchungsausschüsse</strong><br /><br /><a href="artikel/bsp/stgb-strafgesetzbuch-_2965">§ 162 Abs. 2 StGB</a> erweitert den Anwendungsbereich der Aussagedelikte zudem auf Verfahren vor Untersuchungsausschüssen. Durch die Einführung des <a href="artikel/bsp/stgb-strafgesetzbuch-_2965">§ 162 Abs. 2 StGB</a> wurde der § 153 Abs. 2 StGB a.F. ersetzt, wodurch der Meineid gem.<a href="artikel/bsp/stgb-strafgesetzbuch-_2965"> § 154 StGB </a>nicht mehr darunter fällt (vgl. § 24 PUAG) Die Erstreckung begegnet teilweiser Kritik, da diese nicht selten mehr politisch als juristisch geprägt sind. Trotz des weitergehenden Wortlautes wird die Anwendung der Norm auf Untersuchungsausschüsse vom Bundes- und Landtag beschränkt. <br /><br /><form action="" name="ihsnu692853719"> </form><br />
(1)	Die §§ 153 bis 161 sind auch auf falsche Angaben in einem Verfahren vor einem internationalen Gericht, das durch einen für die Bundesrepublik Deutschland verbindlichen Rechtsakt errichtet worden ist, anzuwenden.
(2)	Die §§ 153 und 157 bis 160, soweit sie sich auf falsche uneidliche Aussagen beziehen, sind auch auf falsche Angaben vor einem Untersuchungsausschuss eines Gesetzgebungsorgans des Bundes oder eines Landes anzuwenden.
§ 162 StGB wurde durch das Gesetz zur Umsetzung des Rahmenbeschlusses des Rates der Europäischen Union zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern und der Kinderpornographie vom 31.10.2008 (in Kraft seit 5.11.2008) in das StGB eingefügt. Die Norm enthält eine erweiternde Anwendung der Aussagedelikte auf Falschaussagen vor internationalen Gerichten und Untersuchungsausschüssen. Folge ist somit eine Erweiterung des Schutzbereiches auf die internationale Strafrechtspflege als auch auf Verfahren vor (parlamentarischen) Untersuchungsausschüssen.
Unter die internationalen Gerichte fallen solche, denen die Bundesrepublik Deutschland durch einen verbindlichen Rechtsakt zugestimmt hat, bzw. durch einen solchen errichtet wurden. Ein solch verbindlicher Rechtsakt erfolgte insbesondere durch die in Art. 70 Abs. 4 lit. a i. V. m. Abs. 1 lit. a des Römischen Statuts des internationalen Gerichtshofs niedergeschriebene Verpflichtung der Bundesrepublik Deutschland vorsätzliche Falschaussagen strafrechtlich zu erfassen. Trotz dieser Verpflichtung fallen nicht nur Aussagen vor dem Internationalen Strafgerichtshof, sondern sämtliche Aussagen, die vor einem ausländischen staatlichen Gericht, die durch in oben beschriebener Weise für die Bundesrepublik verbindlich sind, getätigt wurden. Dazu zählen auch die vom Internationalen Strafgerichtshof durch einen Beschluss des Sicherheitsrates ins Leben gerufene Ad-Hoc Strafgerichtshöfe für Ruanda und das ehemalige Jugoslawien.
§ 162 Abs. 2 StGB erweitert den Anwendungsbereich der Aussagedelikte zudem auf Verfahren vor Untersuchungsausschüssen. Durch die Einführung des § 162 Abs. 2 StGB wurde der § 153 Abs. 2 StGB a.F. ersetzt, wodurch der Meineid gem. § 154 StGB nicht mehr darunter fällt (vgl. § 24 PUAG) Die Erstreckung begegnet teilweiser Kritik, da diese nicht selten mehr politisch als juristisch geprägt sind. Trotz des weitergehenden Wortlautes wird die Anwendung der Norm auf Untersuchungsausschüsse vom Bundes- und Landtag beschränkt.

References: § 162
 Art. 70
 § 153
 § 154
 § 24

§ 162
 Art. 70

§ 162
 § 162
 § 153
 § 154
 § 24