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Timestamp: 2018-10-16 08:57:35+00:00

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§ 323 BGB: Rücktritt wegen nicht oder nicht vertragsgemäß erbrachter Leistung
2.der Schuldner die Leistung bis zu einem im Vertrag bestimmten Termin oder innerhalb einer im Vertrag bestimmten Frist nicht bewirkt, obwohl die termin- oder fristgerechte Leistung nach einer Mitteilung des Gläubigers an den Schuldner vor Vertragsschluss oder auf Grund anderer den Vertragsabschluss begleitenden Umstände für den Gläubiger wesentlich ist, oder
3.im Falle einer nicht vertragsgemäß erbrachten Leistung besondere Umstände vorliegen, die unter Abwägung der beiderseitigen Interessen den sofortigen Rücktritt rechtfertigen.
BGH, URTEIL vom 3.4.2014, Az. VIII ZR 94/13 -6- stimmung mit der in der Literatur im Vordringen begriffenen Ansicht und mit dem Oberlandesgericht Bamberg (OLGR 2006, 502) sei daher davon auszugehen, dass die Erheblichkeitsschwelle des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB erst bei einem Mangelbeseitigungsaufwand, der zehn Prozent des Kaufpreises übersteige, und nicht, wie vom Oberlandesgericht Köln (NJW 2007, 1694) entschieden, bereits bei einem Mangelbeseitigungsaufwand von mehr als fünf Prozent des Kaufpreises überschritten werde.
BGH, URTEIL vom 3.4.2014, Az. VIII ZR 94/13 -9- lung der Frage, ob eine Pflichtverletzung unerheblich im Sinne des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB ist, erfordert nach der Rechtsprechung des Senats eine umfassende Interessenabwägung auf der Grundlage der Umstände des Einzelfalls (Senatsurteile vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 70/07, aaO; vom 6. Februar 2013 - VIII ZR 374/11, aaO Rn. 16; vgl. auch BGH, Urteile vom 10. Juli 1953 -1 ZR 162/52, BGHZ 10, 242, 248; vom 11. Dezember 1956 - VIII ZR 61/56, DB 1957, 88; jeweils zur Abwägung der Gesamtumstände des Einzelfalls bei der Vorgängerregelung in § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF).
BGH, URTEIL vom 3.4.2014, Az. VIII ZR 94/13 25	(c) Dem entsprechend setzt die oben genannte Auffassung die Erheblichkeitsgrenze des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB im Bereich zwischen drei Prozent (MünchKommBGB/Westermann, 6. Aufl., § 437 Rn. 12; Erman/Grunewald, aaO; NK-BGB/Büdenbender, aaO Rn. 37; Hk-BGB/Schulze, 8. Aufl., § 323 Rn. 14; vgl. Teigelack, aaO Rn. 123, 125; vgl. auch OLG Düsseldorf [3.
BGH, URTEIL vom 3.4.2014, Az. VIII ZR 94/13 Zwar habe der Gesetzgeber offenbar bei der Schaffung des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB eine Unerheblichkeitsschwelle wie in § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF im Auge gehabt; da dies allerdings zur weitgehenden Funktionslosigkeit des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB führe, müssten die Anforderungen an die Erheblichkeit im Sinne dieser Vorschrift deutlich höher angesetzt werden als bislang bei § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF (OLG Bamberg, aaO; Soergel/Gsell, aaO Rn. 213 und Fn.874 f.; MünchKommBGB/Ernst, aaO Rn. 243e und Fn.456; Bamberger/Roth/Grothe, aaO; BeckOK BGB/Schmidt, aaO; vgl. auch OLG Düsseldorf, ZGS 2007, aaO).
OLG München, Urteil vom 3.5.2010, Az. 7 U 4884/09 Ein Fixgeschäft im Sinne des § 323 Abs. 2 Nr. 2 BGB setzt voraus, dass der Gläubiger im Vertrag den Fortbestand seines Leistungsinteresses an die Rechtszeitigkeit der Leistung in der Weise gebunden hat, dass die Einhaltung der Leistungszeit nach dem Parteiwillen derart wesentlich ist, dass das Geschäft mit der zeitgerechten Leistung stehen und fallen soll (so BGHZ 110, 88, 96/97; BGH NJW-RR 1989, 1373).
BGH, URTEIL vom 3.2.2010, Az. VIII ZR 182/08 Insbesondere in Fällen, in denen der Verkäufer den Käufer bei Vertragsschluss über die Beschaffenheit des Kaufgegenstandes getäuscht hat, nimmt der Bundesgerichtshof regelmäßig ein berechtigtes Interesse des Käufers an, von einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Verkäufer Abstand zu nehmen, um sich vor eventuellen neuerlichen Täuschungsversuchen zu schützen, und versagt dem Verkäufer deshalb gemäß § 440, § 281 Abs. 2, § 323 Abs. 2 BGB eine Fortsetzung der Vertragsbeziehungen durch Nachbesserung zugunsten eines sofortigen Schadensersatzoder Rücktrittsrechts des Käufers (Senatsurteile vom 20. Mai 2009 -VIIIZR 247/06, NJW 2009, 2532, Tz. 17; vom 9. Januar 2008 - VIII ZR 210/06, NJW 2008, 1371, Tz. 19 f.; BGH, Urteil vom 8. Dezember 2006 - V ZR 249/05, WM 2007, 1076, Tz. 13, 15).
BGH, URTEIL vom 3.1.2010, Az. VIII ZR 70/07 23	aa)	Die Beurteilung, ob eine Pflichtverletzung unerheblich im Sinne des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB ist, erfordert eine umfassende Interessenabwägung (OLG Düsseldorf, NJW-RR 2008, 1230, 1231; OLG Nürnberg, NJW 2005, 2019, 2020; Bamberger/Roth/Grothe, BGB, 2. Aufl., § 323 Rdnr. 39; Pa-landt/Grüneberg, aaO, § 323 Rdnr. 32; Palandt/Weidenkaff, aaO, § 437 Rdnr. 23), wobei es auf die Umstände des Einzelfalls ankommt (Münch-KommBGB/Ernst, aaO, § 323 Rdnr. 243; vgl. hierzu Senatsurteile vom 14. Sep-
AG Köln, Urteil vom 4.0.2010, Az. 137 C 436/09 Das Gericht sieht sich jedoch auf Grund des Umsetzungsangebotes gemäß Artikel 249 Abs.3 des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft in der bis 30.11.2009 geltenden Fassung (im Folgenden nur EG-Vertrag genannt) und des Grundsatzes der Gemeinschaftstreue gemäß Artikel 10 EG-Vertrag gehalten (vgl. BGH MDR 2009, 248), § 323 Abs. 1 BGB einschränkend bzw. § 474 Abs. 2 BGB erweiternd dahin auszulegen, dass beim Verbrauchsgüterkauf der Verbraucher vor Rücktritt wegen vertragswidrig gelieferter Ware seinem Vertragspartner nicht erfolglos eine Frist zur Nacherfüllung gesetzt haben muss.
AG Köln, Urteil vom 4.0.2010, Az. 137 C 436/09 25Zu einer korrigierenden Auslegung, etwa bezüglich § 323 Abs. 1 BGB einschränkend, besteht Anlass, weil der Gesetzgeber mit dem Schuldrechtsmodernisierungsgesetz der Verbrauchsgüterkaufrichtlinie Rechnung tragen wollte (vgl. BGH a. a. O.).
ArbG Solingen, Urteil vom 3.8.2009, Az. 3 Ca 761/09 Die Durchsetzbarkeit einer Forderung ist aber erste Voraussetzung für die Anwendbarkeit des § 323 Abs. 1 BGB (vgl. Huber, Rücktrittsrecht des Vorbehaltsverkäufers in der Insolvenz des Vorbehalts-käufers NZI 2004, 57 unter Hinweis auf das Grundsatzurteil des BGH vom 25.04.2002 NJW 2002, 2783).
ArbG Solingen, Urteil vom 5.7.2009, Az. 4 Ca 911/09 Zivilsenats des BGH vom 25.04.2002 (BGHZ 150, 352), wonach der Verkäufer einer Sache seinen Erfüllungsanspruch auf Zahlung erst mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Durchsetzbarkeit verliere, sodass es an einer 'fälligen' Leistung im Sinne des § 323 Abs. 1 BGB und damit an einer Voraussetzung des Rücktrittsrechts, fehle.
LG Köln, Urteil vom 3.5.2009, Az. 28 O 11/07 38Nach ständiger Rechtsprechung erfordert die Beurteilung der Frage, ob die Pflichtverletzung eines Schuldners unerheblich im Sinne von § 323 Abs. 5 S. 2 BGB ist, eine Abwägung der Interessen des Gläubigers an einer Rückabwicklung des Vertrages und der des Schuldners am Bestand des Vertrages unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles (BGH, NJW 2006, 1960, 1961; OLG Köln, NJW 2007, 1694, 1696; OLG Düsseldorf, ZGS 2007, 157, 159; OLG Brandenburg, NJW-RR 2007, 928, 929).
LG Köln, Urteil vom 3.5.2009, Az. 28 O 11/07 So wurde die Unerheblichkeit im Sinne des § 323 Abs. 5 S. 2 BGB etwa bejaht bei einem Mangelbeseitigungsaufwand von knapp 1 % (BGH, NJW 2005, 3490, 3493), von unter 3 % (OLG Düsseldorf, NJW-RR 2004, 1060, 1061) bzw. ca. 4,5 % des Kaufpreises (LG Kiel, DAR 2005, 38).
LG Köln, Urteil vom 3.5.2009, Az. 28 O 11/07 42Die Beweislast dafür, dass die Voraussetzungen des Ausnahmetatbestandes des § 323 Abs. 5 S. 2 BGB vorliegen, trägt der Verkäufer (OLG Köln, Urteil vom 27.03.2008 – Az. 15 U 175/07 Rn. 59, zitiert nach juris; OLG Düsseldorf, ZGS 2007, 157, 159).
LG Köln, Urteil vom 2.0.2009, Az. 3 O 316/07 Die Klage wurde erstinstanzlich durch Urteil des LG Bonn vom 24.10.2005 – Az.: 1 O 308/04 – abgewiesen (Anlage K 6, Bl. 21 ff AH) - was im wesentlich auf eine Unerheblichkeit i.S.d.§ 323 Abs 5 S 2 BGB bzw § 242 BGB gestützt wurde.
LG Bonn, Urteil vom 2.9.2008, Az. 3 O 181/07 47a) Die Beurteilung der Frage, ob die Pflichtverletzung eines Schuldners unerheblich im Sinne von § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB ist, erfordert eine Abwägung der Interessen des Gläubigers an einer Rückabwicklung des Vertrages und der des Schuldners am Bestand des Vertrages unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles (BGH, NJW 2006, 1960, 1961).
LG Bonn, Urteil vom 2.9.2008, Az. 3 O 181/07 Vielmehr ist auch § 323 Abs. 5 S. 2 BGB einschränkend auszulegen (BGH, NJW 2007, 2111, 2112; OLG Köln VRR 2008, 228; OLG Düsseldorf, NJW-RR 2004, 1060, 1061).
BGH, vom 5.9.2003, Az. V ZR 24/03 aa) Denkbar ist zu dem einen eine Rückabwicklung nach § 323 Abs.3 BGB a.F., die jedenfalls von den Rechtsfolgen her nach Bereicherungsrecht zu beurteilen ist (vgl. Senat, BGHZ 64, 322; MünchKomm-BGB/Emmerich, 4. Aufl., Bd. 2, § 323 Rdn. 37 ff.).
LAG Düsseldorf, Urteil vom 2.8.1997, Az. 8 Sa 881/97 Der bestehende Entgeltanspruch des Angestellten blieb trotz Arbeitsverhinderung aufrechterhalten, indem gesetzlich die Anwendbarkeit des § 323 BGB ausgeschlossen wurde (BAG, Urteil vom 19.03.1965 66- 5 AZR 107/64 - NJW 1965, 1397; BAG, Urteil vom 06.09.1989 - 5 AZR 621/88 - AP Nr. 45 zu § 63 HGB).
BGH, Urteil vom 3.11.1992, Az. VIII ZR 23/92 Der in § 323 BGB zu dem Ausdruck kommende Grundsatz, daß bei der Abwicklung gestörter gegenseitiger Verträge auf das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung angemessen Rücksicht zunehmen ist (BGH aaO), kann mithin hier ungehindert Anwendung finden.
BGH, BESCHLUSS vom 4.2.1983, Az. 1 PBvU 1/79 Auch im Hinblick auf die in die Hauptsumme eingerechneten Zinsen für die Aufbringung des Kaufpreises (insgesamt 25.145 DM » 8,5 % für die Zeit vom 10. Dezember 1973 -15. November 1978) hätte es näherer Ausführungen der Kläger bedurft, da über § 323 Abs.3 BGB auch § 820 BGB Anwendung findet (BGH, Urteil vom 4. Juni 1975 - V ZR 184/73 * NJW 1975, 1510).
BGH, BESCHLUSS vom 1.10.1980, Az. II ZR 183/80 Darüber hinaus hat der Senat seit jeher einzelne arbeitsrechtliche Vorschriften oder Grundsätze dort, wo er es nach deren Zweck für angebracht hielt, auch auf Mitglieder des Vertretungsorgans einer juristischen Person angewandt; so die Einschränkung des § 323 Abs. 1 BGB unter dem Gesichtspunkt der betrieblichen Treuepflicht (BGHZ 10, 187, 190 f) oder die Ansprüche auf Urlaubsabgeltung (Urt. v..3. 12. 62 - II ZR 201/61, LM GmbHG § 35 Nr. 5) oder Erteilung eines Zeugnisses (BGHZ 49, 30).

References: § 323
 § 323
 § 459
 § 323
 § 437
 § 323
 § 323
 § 459
 § 323
 § 459
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 § 323
 § 323
 § 323
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 § 437
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 BGH 
 § 323
 § 474
 § 323
 BGH 
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 BGH 
 § 323
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 § 242
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