Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJWE-WettbR%201998,%20169
Timestamp: 2020-02-16 18:26:53+00:00

Document:
Rechtsprechung: NJWE-WettbR 1998, 169 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BGH, 02.10.1997 | BGH, 30.10.1997
https://dejure.org/1997,1219
BGH, 17.07.1997 - I ZR 58/95 (https://dejure.org/1997,1219)
BGH, Entscheidung vom 17.07.1997 - I ZR 58/95 (https://dejure.org/1997,1219)
BGH, Entscheidung vom 17. Juli 1997 - I ZR 58/95 (https://dejure.org/1997,1219)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1997,1219) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Kein arzneimittelrechtlicher Wettbewerbsverstoß ("TIAPRIDAL" und "TIAPRIDEX") - Import und In-Verkehr-bringen von Fertigarzneimittel - Tatsächliche und fiktive Zulassung - Parallelimportierte Päparate - Vereinfachtes Zulassungsverfahren - Warenverkehrsfreiheit
NJWE-WettbR 1998, 169 (Ls.)
Verstöße gegen wertbezogene Normen sind jedoch nicht zwingend auch wettbewerbswidrig (…vgl. dazu auch BGH, Urt. v. 2.3.1973 - I ZR 16/72, GRUR 1974, 402, 404 = WRP 1973, 330 - Service-Set; Urt. v. 17.7.1997 - I ZR 58/95, GRUR 1998, 407, 411 f. = WRP 1998, 306 - TIAPRIDAL).
Importarzneimittel, die - wie das im Streitfall von den Beklagten aus Portugal eingeführte "Pulmicort nasal aqua" - mit einem in Deutschland zugelassenen Arzneimittel in ihrer therapeutisch relevanten Zusammensetzung identisch sind, bedürfen - auch wenn die Bezeichnung des importierten Arzneimittels von derjenigen des inländischen abweicht - entweder keiner eigenen Zulassung, sondern einer bloßen Änderungsanzeige gemäß § 29 AMG (vgl. dazu BGH, Urt. v. 17.7.1997 - I ZR 58/95, GRUR 1998, 407, 410 f. = WRP 1998, 306 - TIAPRIDAL), oder können aufgrund eines vereinfachten Zulassungsverfahrens in den Verkehr gebracht werden (…vgl. EuGH, Urt. v. 20.5.1976 - Rs. 104/75, Slg. 1976, 613, 636 Tz. 21, 22 - De Peijper;… Urt. v. 12.11.1996 - Rs. C-201/94, Slg. 1996, I-5819, 5855 f. Tz. 22 ff. - Smith & Nephew;… Bekanntmachung des BMG v. 6.11.1995 über die Zulassung von parallelimportierten Arzneimitteln im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens, BAnz. Nr. 10 v. 16.1.1996, S. 398;… Rehmann, AMG, 2. Aufl., Vor § 21 Rdn. 23 ff. m.w.N.).
Danach setzt, wie oben unter II 2 c aa dargelegt, die Zulassung eines Importarzneimittels nicht voraus, daß das importierte Arzneimittel in seiner Bezeichnung dem inländischen Bezugsarzneimittel entspricht (vgl. BGH GRUR 1998, 407, 410 - TIAPRIDAL).
Denn jedenfalls trägt die Erwägung des Berufungsgerichts, ein Verhalten, das von den zuständigen Behörden als rechtmäßig anerkannt werde, stelle keinen Wettbewerbsverstoß dar (vgl. BGH, Urt. v. 17.7.1997 - I ZR 58/95, GRUR 1998, 407, 411 f. = WRP 1998, 306 - TIAPRIDAL).
Der Verstoß gegen §§ 21 AMG, 3 a HWG als wertbezogen, dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung dienende Vorschriften begründet regelmäßig einen Verstoß gegen § 1 UWG (BGH, GRUR 1998, 407, 411 -Tiapridal; GRUR 1996, 806, 808 - Herz-Ass).
OLG Köln, 31.08.2001 - 6 U 21/01
UWG -Recht: "Dental Gel"
Sie hat sich bezüglich der Berechtigung zum Parallelimport auf die Entscheidung "Tiapridal" des BGH (GRUR 98, 407 ff) gestützt und zudem die Meinung vertreten, durch den Zusatz "Dental Gel" werde der Verkehr nicht irregeführt.
Nach der Entscheidung "Tiapridal" (BGH GRUR 98, 407 ff) macht eine abweichende Bezeichnung eines importierten Arzneimittels eine Vollzulassung nicht erforderlich, sofern Stoffidentität besteht.
In diesem Zusammenhang hat es die Rechtsprechung auch abgelehnt, (angebliche) Rechtsverstöße auch als wettbewerbswidrig zu beurteilen, wenn die zuständigen Behörden nicht von Rechtswidrigkeit ausgingen (BGH NJW 95, 2558 - Räumungsverkauf an Sonntagen; NJW 98, 1792, 1796 - Tiapridal;… Baumbach/ Hefermehl a.a.O. § 1 UWG, Rdnr. 616;… Köhler/Piper a.a.O. § 1, Rdnr. 668).
Denn der Bezug zu einem in seiner Zusammensetzung identischen und im Verkehr bereits bekannten Medikament hat einen eigenständigen Mitteilungswert für alle diejenigen, die sich allein aufgrund der Pflichtangaben nicht ebenso rasch, klar und zuverlässig über die medizinische Wirkung des Arzneimittels unterrichten können (vgl. in diesem Zusammenhang auch BGH, WRP 1998, 306, 309 [vor Ziff. 3.] ­ Tiapridal).
Ein Verstoß gegen die genannten Gesetzesvorschriften scheitert auch nicht daran, dass diese etwa gegen die Grundfreiheiten des gemeinsamen Marktes verstießen (vgl. BGH GRUR 1998, 407, 409 - "Tiapridal").
Ein Ausnahmefall, bei dem kein Verstoß gegen § 1 UWG anzunehmen wäre (vgl. BGH WRP 1998, 306 - Hormonpräparate) ist vorliegend nicht gegeben.
Zwar kann in Fällen unklarer, zweifelhafter Rechtslage der Bewertung eines Verhaltens als sittenwidrig entgegenstehen, dass dieses Verhalten durch die zuständigen Behörden in gefestigter Verwaltungspraxis gebilligt wird (BGH WRP 98, 306, 311 - Tiapridal; OLG Frankfurt, WRP 99, 948 - Vepesid - mit Nichtannahmebeschluss des Bundesgerichtshofs vom 10. Dezember 1998).
OLG Hamburg, 01.11.2001 - 3 U 204/01
LG Essen, 15.07.1998 - 44 O 110/98
https://dejure.org/1997,1684
BGH, 02.10.1997 - I ZR 130/95 (https://dejure.org/1997,1684)
BGH, Entscheidung vom 02.10.1997 - I ZR 130/95 (https://dejure.org/1997,1684)
BGH, Entscheidung vom 02. Januar 1997 - I ZR 130/95 (https://dejure.org/1997,1684)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1997,1684) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Unzulässige Heilmittelwerbung durch Bezugnahme auf wissenschaftliche Beschäftigung mit dem beworbenen Wirkstoff - Lebertran II
Prinzipien der Werbung für Heilmittel - Beurteilung der irreführenden Werbung aus Sicht des Verbrauchers - Wettbewerbverstoß durch Werbeverbot
HWG - Werbung mit fachlicher Autorität
HWG § 11 Nr. 1, § 11 Nr. 2
Werbung für Arzneimittel durch Hinweis auf Beschäftigung der Wissenschaft
NJW 1998, 1797
MDR 1998, 731
GRUR 1998, 495
Die in der Werbung außerhalb der Fachkreise verwendete Aussage, dass wissenschaftliche oder fachliche Veröffentlichungen existieren, enthält noch keinen Hinweis auf solche Veröffentlichungen im Sinne des § 11 Abs. 1 Nr. 1 HWG (BGH WRP 98, 499, Lebertran II).
Solche unsachlichen, nicht auf Informationen allein beschränkte Werbeaussagen gegenüber dem Laienpublikum, von denen die Gefahr einer unsachlichen Beeinflussung oder Irreführung des Verkehrs ausgehen kann, sollen durch das Heilmittelwerbegesetz verhindert werden (…BGH, Urt. v. 27.04.1995 - I ZR 116/93, WRP 1995, 701, 704 - Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie; BGH, Urt. v. 02.10.1997 - I ZR 130/95, WRP 1998, 499, 501 - Lebertran I).
https://dejure.org/1997,5414
BGH, 30.10.1997 - I ZR 142/95 (https://dejure.org/1997,5414)
BGH, Entscheidung vom 30.10.1997 - I ZR 142/95 (https://dejure.org/1997,5414)
BGH, Entscheidung vom 30. Januar 1997 - I ZR 142/95 (https://dejure.org/1997,5414)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1997,5414) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Irreführende Werbung für ein Grundwerk mit Nachlieferungen - Bedeutung der Aufmachung und des Inhalts des Bestellformulars - Täuschung durch Verschweigen einer Tatsache - Kriterien für die Beurteilung der Irreführungsgefahr
Bestimmtheit eines Unterlassungsantrages; Irreführung durch unzureichende Hinweise auf eine Verpflichtung zum Bezug von Ergänzungslieferungen zu einem Grundwerk; Zulässiger Inhalt einer Unterlassungsverfügung
NJWE-WettbR 1998, 169
Daran gemessen ist ein Klageantrag grundsätzlich hinreichend bestimmt, wenn er den erhobenen Anspruch konkret bezeichnet, dadurch den Rahmen der gerichtlichen Entscheidungsbefugnis (§ 308 ZPO) absteckt, Inhalt und Umfang der materiellen Rechtskraft der begehrten Entscheidung (§ 322 ZPO) erkennen läßt, das Risiko eines Unterliegens des Klägers nicht durch vermeidbare Ungenauigkeit auf den Beklagten abwälzt und schließlich eine Zwangsvollstreckung aus dem Urteil ohne eine Fortsetzung des Streits im Vollstreckungsverfahren erwarten läßt (…vgl. etwa BGH, Urt. v. 11. Oktober 1990 - I ZR 35/89, MDR 1991, 505; Urt. v. 30. Oktober 1997 - I ZR 142/95, NJWE-WettbR 1998, 169, 170;… Zöller/Greger, ZPO, 20. Aufl., § 253 Rdn. 13).
Aus diesem Grund sind in der Rechtsprechung wiederholt Unterlassungsanträge, die Formulierungen wie "eindeutig" und "unübersehbar" enthielten, für zu unbestimmt und damit als unzulässig erachtet worden (…vgl. BGH, Urt. v. 7.7.1978 - I ZR 38/77, GRUR 1978, 652 = WRP 1978, 656 - mini-Preis;… Urt. v. 7.7.1978 - I ZR 169/76, GRUR 1978, 649, 650 = WRP 1978, 658 - Elbe-Markt;… Urt. v. 29.9.1978 - I ZR 122/76, GRUR 1979, 116, 117 = WRP 1978, 881 - Der Superhit; Urt. v. 30.10.1997 - I ZR 142/95, NJWE-WettbR 1998, 169, 170).
Nach § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO darf ein Verbotsantrag nicht derart undeutlich gefaßt sein, daß der Streitgegenstand und der Umfang der Prüfungs- und Entscheidungsbefugnis des Gerichts nicht mehr klar umrissen sind, sich der Beklagte deshalb nicht erschöpfend verteidigen kann und im Ergebnis dem Vollstreckungsgericht die Entscheidung darüber überlassen bleibt, was dem Beklagten verboten ist (st. Rspr.;… vgl. zuletzt BGH, Urt. v. 5.6.1997 - I ZR 69/95, GRUR 1998, 489, 491 = WRP 1998, 42 - Unbestimmter Unterlassungsantrag III; Urt. v. 30.10.1997 - I ZR 142/95, NJWE-WettbR 1998, 169, 170, jeweils m.w.N.).
Dementsprechend sind Klageanträge, die auslegungsbedürftige Formulierungen enthalten wie "eindeutig", "angemessen" oder "unübersehbar" in der Regel unbestimmt und damit unzulässig (…vgl. BGH, Urt. v. 11.10.1990 - I ZR 35/89, GRUR 1991, 254, 256 = WRP 1991, 216 - Unbestimmter Unterlassungsantrag I; BGH NJWE-WettbR 1998, 169, 170;… GroßkommUWG/Jacobs, Vor § 13 Abschn. D Rdn. 99;… Melullis, Handbuch des Wettbewerbsprozesses, 2. Aufl., Rdn. 321 f.).
Eine Irreführung durch positives Tun (BGH VuR 1998, 285) scheidet aus.
Daran gemessen ist ein Klageantrag grundsätzlich hinreichend bestimmt, wenn er den erhobenen Anspruch konkret bezeichnet, dadurch den Rahmen der gerichtlichen Entscheidungsbefugnis (§ 308 ZPO) absteckt, Inhalt und Umfang der materiellen Rechtskraft der begehrten Entscheidung (§ 322 ZPO) erkennen lässt, das Risiko eines Unterliegens der klagenden Partei nicht durch vermeidbare Ungenauigkeit auf die beklagte Partei abwälzt und schließlich eine Zwangsvollstreckung aus dem Urteil ohne eine Fortsetzung des Streits im Vollstreckungsverfahren erwarten lässt (…vgl. BGH 14.12.1998 - II ZR 330/97, BGHR ZPO § 253 Abs. 2 Nr. 2 Bestimmtheit 41; 30.10.1997 - I ZR 142/95, NJWE-WettbR 1998, 169, 169;… 11.10.1990 - I ZR 35/89, BGHR ZPO § 253 Abs. 2 Nr. 2 Bestimmtheit Nr. 15).
Ein Klageantrag ist hinreichend bestimmt, wenn er den erhobenen Anspruch konkret (beziffert oder gegenständlich) bezeichnet, dadurch den Rahmen der gerichtlichen Entscheidungsbefugnis (§ 308 ZPO) erkennbar abgrenzt, Inhalt und Umfang der materiellen Rechtskraft der begehrten Entscheidung (§ 322 ZPO) erkennen lässt, das Risiko des (evtl. teilweisen) Unterliegens des Klägers nicht durch vermeidbare Ungenauigkeit auf den Beklagten abwälzt und schließlich eine Zwangsvollstreckung aus dem Urteil ohne eine Fortsetzung des Streits im Vollstreckungsverfahren erwarten lässt ( vgl. BGH vom 11. Oktober 1990 - I ZR 35/89 - MDR 1991, 505; BGH vom 30. Oktober 1997 - I ZR 142/95 - NJWE-WettbR 1998, 169, 170;… BGH vom 14. Dezember 1998 - II ZR 330/97 - MDR 1999, 954 = NJW 1999, 954 = BGHR ZPO § 253 Abs. 2 Nr. 2 Bestimmtheit 41 = JZ 1999, 848 [BGH 14.12.1998 - II ZR 330/97] ).
Denn die Frage, ob ein entsprechender Hinweis deutlich genug ist, kann nur unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles beurteilt werden (…vgl. BGH, Urt. v. 04.05.2005 - I ZR 127/02, juris, Tz, 16 ff. - "statt"-Preis ; BGH, Urt. v. 30.10.1997 - I ZR 142/95, juris, Tz. 30).

References: § 29
 § 21
 BGH 
 § 1
 BGH 
 § 1
 § 1
 BGH 
 § 1
 BGH 
 § 11
 § 11
 § 11
 § 253
 § 253
 BGH 
 § 13
 BGH 
 § 253
 § 253
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 253