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Timestamp: 2020-04-10 12:18:44+00:00

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Rechtsprechungsänderung — und der im wesentlichen gleiche Sachverhalt | Steuerlupe
Rechtsprechungsänderung - und der im wesentlichen gleiche Sachverhalt
Rechtsprechungsänderung — und der im wesentlichen gleiche Sachverhalt
Bei der Aufhe­bung oder Änderung eines Steuerbeschei­ds darf gemäß § 176 Abs. 1 Nr. 3 AO nicht zuun­gun­sten des Steuerpflichti­gen berück­sichtigt wer­den, dass sich die Recht­sprechung eines ober­sten Gericht­shofes des Bun­des geän­dert hat, die bei der bish­eri­gen Steuer­fest­set­zung von der Finanzbe­hörde ange­wandt wor­den ist.
Nach den BFH, Urteilen vom 08.02.19951; vom 05.09.20002; vom 10.06.20083; und vom 14.07.20094 recht es dabei für eine Änderung der Recht­sprechung aus, dass ein “im wesentlichen gle­ich gelagert­er Fall” anders zu entschei­den ist5.
Bei der Prü­fung der Frage, ob eine Recht­sprechungsän­derung vor­liegt, ist wed­er auf ein “Gesamt­bild der Recht­sprechung“6 noch auf bloße Schlussfol­gerun­gen aus früheren Entschei­dun­gen des BFH abzustellen7; denn daraus lässt sich keine konkrete entschei­dungser­he­bliche Aus­sage ableit­en, wann eine Änderung der Recht­sprechung vor­liegt. Nur von einem in den entschei­den­den Punk­ten iden­tis­chen Sachver­halt aus lässt sich die für den Ver­trauenss­chutz­tatbe­stand entschei­dende Frage beant­worten, inwieweit sich die Kri­te­rien der rechtlichen Beurteilung der­art geän­dert haben, dass ein bes­timmtes Recht­sprob­lem inzwis­chen anders gelöst wird als zuvor8. Der danach erforder­liche Ver­gle­ich set­zt in rechtlich­er Hin­sicht eine zwar nicht unbe­d­ingt aus­drück­liche, so aber zumin­d­est eine deut­liche Aus­sage zu einem bes­timmten Recht­sprob­lem voraus9. Auf beiläu­fig geäußerte Recht­san­sicht­en und Erwä­gun­gen, die das Urteil nicht tra­gen, kommt es hinge­gen nicht an10.
Bun­des­fi­nanzhof, Beschluss vom 24. Juli 2017 — XI B 25/17
BFH, Urteil vom 08.02.1995 — I R 127/93, BFHE 177, 332, BSt­Bl II 1995, 764 [↩]
BFH, Urteil vom 05.09.2000 — IX R 33/97, BFHE 192, 559, BSt­Bl II 2000, 676 [↩]
BFH, Urteil vom 10.06.2008 — VIII R 79/05, BFHE 222, 320, BSt­Bl II 2008, 863 [↩]
BFH; vom 14.07.2009 — VIII R 10/07, BFH/NV 2009, 1815 [↩]
vgl. auch bere­its BFH, Urteil vom 07.12 1988 — X R 15/87, BFHE 155, 353, BSt­Bl II 1989, 421, unter II. 1.b, Rz 21 [↩]
so aber Loose in Tipke/Kruse, Abgabenord­nung, Finanzgericht­sor­d­nung, § 176 AO Rz 15 [↩]
vgl. z.B. Frotsch­er in Schwarz/Pahlke, AO/FGO, § 176 Rz 43 und 46; Klein/Rüsken, AO, 13. Aufl., § 176 Rz 17 [↩]
vgl. zu § 176 Abs. 2 AO BFH, Urteil vom 28.10.1992 — X R 117/89, BFHE 170, 11, BSt­Bl II 1993, 261, unter 2.b, Rz 18; von Groll in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 176 AO Rz 180 [↩]
vgl. BFH, Urteil in BFHE 222, 320, BSt­Bl II 2008, 863, unter II. 3.c, Rz 50 [↩]
vgl. BFH, Urteil in BFHE 155, 353, BSt­Bl II 1989, 421, unter II. 1.b, Rz 21; a.A. Loose in Tipke/Kruse, a.a.O., § 176 AO Rz 15 [↩]
ÄnderungsbescheidRechtsprechungsänderungSachverhaltVertrauensschutz

References: § 176
 § 176
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 § 176
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