Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-05-2013-8C_141-2013
Timestamp: 2016-10-27 18:53:12+00:00

Document:
8C_141/2013 (08.05.2013)
8C_141/2013
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 19. Dezember 2012.
S.________, geboren 1981, arbeitete als Assistenzarzt am Spital X.________ und war bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) f�r die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten versichert. Gem�ss Unfallmeldung vom 24. Februar 2011 und erg�nzenden Angaben vom 1. April 2011 versp�rte er einen einschiessenden Schmerz im rechten Handgelenk, als er am 13. Februar 2011 auf der Notfallstation zusammen mit vier weiteren Personen einen etwa 100 bis 120kg schweren, auf einem Spineboard fixierten Patienten vom Bett auf einen CT-Tisch umlagerte. Die AXA lehnte ihre Leistungspflicht mit Verf�gung vom 1. Juli 2011 und Einspracheentscheid vom 13. Oktober 2011 ab mit der Begr�ndung, dass das Geschehen weder als Unfall im Rechtssinne noch als unfall�hnliche K�rpersch�digung zu qualifizieren sei.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 19. Dezember 2012 ab.
S.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und Zusprechung der gesetzlichen Leistungen.
1.2 Streitig ist einzig, ob die AXA Heilbehandlungsleistungen zu erbringen hat. Da es sich bei den streitigen Leistungen um eine Sach- und nicht um eine Geldleistung handelt (vgl. Rudolf Ursprung/Petra Fleischanderl, Die Kognition des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts nach dem Bundesgesetz �ber das Bundesgericht [BGG], in: Festschrift 100 Jahre Aargauischer Anwaltsverband, Z�rich 2005, S. 415 ff., S. 427), ist das Bundesgericht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG e contrario; Urteil 8C_81/2013 vom 16. April 2013 E. 1.2).
Das kantonale Gericht hat erwogen, dass sich am 13. Februar 2011 nichts Ungew�hnliches zugetragen und sich der Beschwerdef�hrer insbesondere auch nicht sinnf�llig �beranstrengt habe. Eine K�rpersch�digung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV habe er sich nicht zugezogen. Was der Beschwerdef�hrer dagegen vorbringt, vermag an dieser Beurteilung nichts zu �ndern.
Die Rechtsprechung erachtete den f�r den Unfallbegriff vorausgesetzten ungew�hnlichen �usseren Faktor bisweilen als erf�llt, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand zu einer Sch�digung gef�hrt hat (BGE 116 V 136 E. 3b S. 139).
Dass es im vorliegend zu beurteilenden Fall zu einem als ganz ausserordentlich zu qualifizierenden Kraftaufwand gekommen w�re, ist mit dem kantonalen Gericht zu verneinen. Mit Blick auf vergleichbare F�lle entscheidwesentlich ist, dass nach den vorinstanzlichen, insoweit im Wesentlichen unbestrittenen Feststellungen insgesamt f�nf Personen einen 100 bis 120kg schweren Patienten umgelagert haben. Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht (seit 1. Januar 2007: I. und II. sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) hat das Begriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit namentlich beim Umlagern eines ebenfalls 100 bis 120kg schweren Patienten durch einen Hilfspfleger allein als nicht erf�llt erachtet (BGE 116 V 136 E. 3 S. 138 f.). Zu den vom Beschwerdef�hrer angef�hrten, seiner Auffassung nach zus�tzlich zu ber�cksichtigenden Umst�nden hat sich bereits das kantonale Gericht ge�ussert. Auch wenn, wie der Beschwerdef�hrer geltend macht, der Patient schwerer gewesen sei als durchschnittlich und von ihm erwartet und ausserdem nicht alle Beteiligten gleichzeitig das Spineboard (Hartplastikbrett mit Griffen) mit dem darauf fixierten Patienten (mit Verdacht auf Wirbels�ulenverletzung) angehoben h�tten, vermag dies den von ihm aufgebrachten Kraftaufwand nicht in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Es kann dem Beschwerdef�hrer insbesondere auch nicht gefolgt werden, soweit er sich darauf beruft, er h�tte den Patienten vor dem drohenden Fallen bewahren m�ssen und es sei daher zu einer unkoordinierten Bewegung gekommen, standen doch die vier mitbeteiligten Personen f�r die Umlagerung bereit.
Ausschlaggebend ist damit, dass der Kraftaufwand, der im vorliegenden Fall aufzubringen war, rechtsprechungsgem�ss f�r die Annahme der Einwirkung eines ungew�hnlichen �usseren Faktors nicht zu gen�gen vermag. Es ist daher nicht n�her einzugehen auf die weiteren Einw�nde des Beschwerdef�hrers zu seiner beruflichen Gew�hnung und Konstitution sowie hinsichtlich der vorinstanzlichen Er�rterungen zum Ereignisablauf unter Ber�cksichtigung der diesbez�glichen "Aussagen der ersten Stunde". Dass der Beschwerdef�hrer, welcher erst seit dem 4. Oktober 2010 im Spital X.________ t�tig war, als Berufsanf�nger gelten m�sse und r�ckenverletzte Patienten in der Regel im Schockraum und nicht auf der allgemeinen Notfallstation behandelt w�rden, wo jedoch eine Umlagerung mit einem Leintuch erfolge, vermag eine andere Beurteilung des Kraftaufwandes nicht zu rechtfertigen. Gleiches gilt mit Bezug auf die Konstitution des Versicherten. Er bringt letztinstanzlich erneut das fehlende Krafttraining und zudem seine schlanke Statur vor, w�hrend die Vorinstanz das jugendliche Alter in Betracht gezogen hat. Schliesslich braucht aus den bereits genannten Gr�nden auch nicht weiter gekl�rt zu werden, ob das Anheben durch die mitbeteiligten Personen etwas verz�gert erfolgt ist. Es bestehen im �brigen keine Hinweise daf�r, dass am 13. Februar 2011 sonst etwas Ungew�hnliches vorgefallen w�re.
Hinsichtlich einer Leistungspflicht des Unfallversicherers aus Art. 9 Abs. 2 UVV hat das kantonale Gericht erwogen, dass sich der Beschwerdef�hrer keine entsprechende K�rpersch�digung zugezogen habe. In der MR-Arthrographie vom 24. M�rz 2011 wurde eine "geringgradige Signalalteration am ulnaren Ansatz des TFC" festgestellt. Der Beschwerdef�hrer macht unter Berufung auf medizinische Fachartikel geltend, dass der triangul�re fibrocartilagin�re Komplex (TFCC) am Handgelenk auch einen Meniskus umfasse und der erhobene Befund als Meniskusriss im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. c UVV zu qualifizieren sei. Rechtsprechungsgem�ss handelt es sich bei den in Art. 9 Abs. 2 UVV genannten Listenverletzungen jedoch um eine abschliessende Aufz�hlung (BGE 123 V 43 E. 2b S. 45) und ist unter lit. c nur eine entsprechende Verletzung am Knie zu subsumieren; eine analogieweise Ausdehnung des Begriffs des Meniskus auf andere K�rperstellen von vergleichbarer Natur und mit gleicher Funktion f�llt aus den Gr�nden, die das Bundesgericht im Fall eines Risses der H�ftgelenkpfannenlippe eingehend er�rtert hat, ausser Betracht (SVR 2012 UV Nr. 10 S. 34, 8C_118/2011 E. 4.3.3). Der Beschwerdef�hrer stellt letztinstanzlich des Weiteren die Einreichung neuer Berichte �ber eine allf�llige Bandverletzung in Aussicht, welche zwar in der MR-Bildgebung nicht festgestellt worden sei, wof�r jedoch eine anhaltende Laxizit�t im Handgelenk spreche. Diese Stellungnahmen m�ssten indessen gest�tzt auf Art. 99 Abs. 1 BGG unbeachtlich bleiben.
Zusammengefasst entf�llt eine Haftung des Unfallversicherers f�r das Ereignis vom 13. Februar 2011 mangels eines Unfallgeschehens beziehungsweise einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung. Es kann im �brigen auf die zutreffenden Erw�gungen des kantonalen Gerichts verwiesen werden.

References: Art. 105
e contrario
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 99