Source: http://nislioglu.av.tr/leistungsspektrum/1029/tuerkisches-erbrecht.aspx
Timestamp: 2020-03-29 03:28:59+00:00

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Türkisches Erbrecht - Anwaltskanzlei NISLIOGLU - Erbrecht Türkei
Türkisches Erbrecht - Erbrecht in der Türkei
Wir halten für Sie ein umfangreiches Beratungsangebot zu rechtlichen Fragen und Abläufen des türkischen Erbrechts. Wie beraten und begleiten Sie kompetent in allen Fragen des Türkischen Erbrechts.
Nach dem Todesfall des Angehörigen sind die meisten Erben mit der Abwicklung der Erbangelegenheiten überfordert. Dies gilt umsomehr, wenn der Erfall einen internationalen Bezug (Deutsch-Türkisch) hat. Unsere Anwaltskanzlei ist auf die juristische Bearbeitung von Erbfällen mit Türkeibezug spezialisiert und kann Sie über den Verlauf umfassend beraten und sämtliche Formalitäten für Sie erledigen.
Korrespondenz mit den Erben und sonstigen Beteiligten
Gesetzliche Grundlage für das materielle türkische Erbrecht
Das türkische materielle Zivilrecht ist vom schweizerischen Recht geprägt und die gesetzliche Erbfolge mit dem deutschen Recht vergleichbar. Auch hier gilt die bekannte Einteilung in Ordnungen, das Repräsentationsprinzip und das Eintrittsrecht. Eheliche Kinder sind den unehelichen Kindern gleichgestellt.
Auch das Erbrecht des Ehegatten ist mit den deutschen Rechtsregeln vergleichbar. Neben den Abkömmlingen der ersten Ordnung (Kindern) erbt der Ehegatte ¼, neben Erben der zweiten Ordnung (Eltern) die Hälfte und zuletzt ¾ neben Erben der 4. Ordnung.
a) Grundlagen der gesetzlichen Erbfolge
Gesetzliche Erben nach türkischem Recht sind nach der Systematik des ZGB
· die Blutsverwandten des Erblassers (eheliche und außereheliche Kinder, Eltern und Großeltern, Art. 495-498 ZGB),
· der überlebende Ehegatte (Art. 499 ZGB),
· das Adoptivkind des Erblassers (Art. 500 ZGB)
· und schließlich der Staat (Art. 501 ZGB).
Die Angehörigen der näheren Ordnung schließen grundsätzlich die Angehörigen der entfernteren Ordnung von der gesetzlichen Erbfolge aus, so dass die Kinder nach Ihren Angaben alleinige Erben in Erbengemeinschaft sind.
b) Nachkommen des Erblassers
Erben erster Ordnung sind die Abkömmlinge, Art. 495 ZGB.
Erben zweiter Ordnung sind die Eltern des Erblassers. Leben beide Elternteile, erben die zu gleichen Teilen.
d) Großeltern
In dritter und letzter Ordnung erben die Großeltern bzw. deren Abkömmlinge, Art. 497 ZGB.
e) Ehegatte
Der Ehegatte hat ein konkurrierendes Erbrecht gegenüber anderen gesetzlichen Erben. Er erbt neben Abkömmlingen (Erben erster Ordnung) ein Viertel, neben Erben der zweiten Ordnung (Eltern bzw. deren Abkömmlinge) die Hälfte und neben Großeltern und deren Abkömmlinge drei Vierteil.
Bis zur Auseinandersetzung bilden die Erben eine Erbengemeinschaft nach Art. 581. Der Nachlass steht dabei im Eigentum der Erben. Die Besitztümer in der Türkei fallen dabei in Erbengemeinschaft. Die Erbengemeinschaft kann hierbei grundsätzlich die Besitztümer (Immobilien) freihändig verkaufen, wobei die Mitwirkung aller Erben erforderlich ist.
Für den in Deutschland beweglichen Nachlass (z.B. Geld auf Bankkonten), genügt nach § 14 des Nachlassabkommens zum Nachweis des Erbrechtes in Deutschland ein türkischer Erbschein. Dieser türkische Erbschein muss dann, um in Deutschland verwendet werden zu können, entweder mit einer Apostille oder gem. § 17 des Nachlassabkommens mit einer Beglaubigung durch eine türkische Auslandsvertretung in Deutschland versehen werden.

References: Art. 495
 Art. 495
 Art. 497
 Art. 581
 § 14
 § 17