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Timestamp: 2020-06-06 13:28:22+00:00

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Tipp 9 Umsatzsteuerbefreiung richtig angeben! – Welche Angaben zur Umsatzsteuer muss man machen? – Zeilen 132 - 160 #91 - www.richterschema.de
Tipp 9 Umsatzsteuerbefreiung richtig angeben! – Welche Angaben zur Umsatzsteuer muss man machen? – Zeilen 132 – 160 #91
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Tipp 9 Umsatzsteuerbefreiung richtig angeben! – Welche Angaben zur Umsatzsteuer muss man machen? – Zeilen 132 – 160 #912019-11-102019-11-11/wp-content/uploads/2018/08/richterschema-logo.jpgwww.richterschema.de/wp-content/uploads/2018/08/richterschema-logo.jpg200px200px
Im Ausgangsfall des rumänischen Trockenbauers R (Finanzgericht Sachsen, 13.08.2014 – 8 K 650/14) sind in dem Fragebogen unter 7. Angaben zur Anmeldung und Abführung der Umsatzsteuer die nachfolgenden Angaben zu machen:
1 Summe der Umsätze
2 Geschäftsveräußerung im Ganzen (§ 1 Abs. 1a Umsatzsteuergesetz (UStG))
3 Kleinunternehmer-Regelung
4 Organschaft (§ 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG)
5 Steuerbefreiung
6 Steuersatz
7 Durchschnittssatzbesteuerung
8 Soll-/Istversteuerung der Entgelt
9 Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
10 Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers bei Bau- und/oder Gebäudereinigungsleistungen
11 Besonderes Besteuerungsverfahren „Mini-one-stop-shop“
Summe der Umsätze – Zeile 132
Machen Sie sich schlau zu den Vor- und Nachteilen von Umsatzsteuer-Voranmeldungen!
Als Kleinunternehmer, der gerade angefangen hat und im Wachsen ist, kommen Sie am Thema Umsatzsteuer nicht vorbei.
Keine Umsatzsteuer abführen: Dann können Sie selbst keine durch Sie bezahlte Umsatzsteuer geltend machen und vom Finanzamt wieder zurückverlangen.
Umsatzsteuer abführen: Überlegen Sie, ob Sie z.B. höhere Anfangsinvestitionen tätigen, bei denen Umsatzsteuer enthalten ist. Bei diesen z.B. Kaufverträgen könnten Sie „netto“ einkaufen, die Umsatzsteuer holen Sie sich vom Fiskus zurück.
Das geht aber nur, wenn Sie auf die Kleinunternehmer-Regelung verzichten, selbst in dem Fall, dass Ihr Umsatz tatsächlich unter den 17.500 Euro liegt – eine der Voraussetzungen der Befreiuung von den Umsatzsteuervoranmeldungen der Kleinunternehmer.
Erkundigen Sie sich über den Ablauf der Umsatzsteuer-Voranmeldung!
In Kürze läuft das Verfahren zur Abführung der von einem Unternehmer eingenommenen Umsatzsteuer-Beiträge wie folgende ab, vgl. Ausfüllhilfe:
Bis zum Tag nach Ablauf jedes Voranmeldungseitraums hat der Unternehmer eine Umsatzsteuer-Voranmeldung (Formular USt 1 A) auf elektronischem Weg authentifiziert zu übermitteln.
Hierfür wird ein Zertifikat benötigt, das nach kostenloser Registrierung unter www.elster.de erteilt wird. Programme für die elektronische Übermittlung der Steueranmeldungen sind unter https://www.elster.de/elsterweb/softwareproduktbereitgestellt.
Das Finanzamt verlängert auf Antrag die Fristen für die Abgabe der Voranmeldungen und für die Entrichtung der Vorauszahlungen um einen Monat, wenn der Steueranspruch nicht gefährdet erscheint.
Die Fristverlängerung wird einem Unternehmer, der die Voranmeldungen monatlich abzugeben hat, unter der Auflage gewährt, dass dieser eine Sondervorauszahlung auf die Steuer eines jeden Kalenderjahres entrichtet.
Der Unternehmer hat die Fristverlängerung für die Abgabe der Voranmeldungen bis zu dem Zeitpunkt zu beantragen, an dem die Voranmeldung, für die die Fristverlängerung erstmals gelten soll, abzugeben ist.
Der Antrag auf Dauerfristverlängerung und die Anmeldung der Sondervorauszahlung (Formular USt 1 H) sind ebenfalls auf elektronischem Weg authentifiziert zu übermitteln (§ 48 Absatz 1 Satz 2 UStDV).
Auf Antrag kann das Finanzamt in Ausnahmefällen auf eine elektronische Übermittlung verzichten (§ 18 Absatz 1 Satz 2 UStG, § 48 Absatz 1 Satz 3 UStDV).
Voranmeldungszeitraum für abzugebende Umsatzsteuer-Voranmeldungen ist im Jahr der Neugründung und im folgenden Kalenderjahr der Kalendermonat (§ 18 Absatz 2 Satz 4 UStG).
Später richtet sich der Voranmeldungszeitraum grundsätzlich nach der Umsatzsteuerschuld des Vorjahres.
Über eine eventuelle Änderung des Voranmeldungszeitraums wird Sie das Finanzamt informieren.
Ermitteln Sie den Gesamtumsatz im Jahr der Betriebseröffnung und im Folgejahr!
Als zentrale Zahl für das Umsatzsteuerverfahren müssen Sie zu Beginn schätzen, wieviel Umsätze Sie im Jahr der Betriebseröffnung machen werden.
Dabei müssen Sie Folgendes wissen:
Nehmen Sie den tatsächlichen Beginn des Unternehmens bis zum Jahresende, z.B. 17.08 bis 31.12.
Addieren Sie die geschätzen Umsätze des Folgejahres dazu.
Bedenken Sie, dass diese Umsätz als Grundlage für die Erleichterungen für einen Kleinunternehmer, siehe Zeilen 133 und 134, verwendet werden und ungefähr stimmen sollten.
Werden die Umsatzgrenzen für Kleinunternehmer überschritten, kann die Kleinunternehmer-Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht nicht mehr in Anspruch genommen werden.
Wenn der Gewinn sprudelt, aktiv werden!
Falls Sie im Laufe des ersten Geschäftsjahres merken sollten, dass Ihre optimistischen Gewinnerwartungen zutreffen oder gar übertroffen werden, sollten Sie folgendes machen:
Rücklagen für die zu tilgende Steuerschuld anlegen bzw.
die tatsächliche Situation dem Finanzamt zur Anpassung der Vorauszahlungen mitteilen. Hierzu kann auch ein Steuerberater eingeschaltet werden, die die Situation überblickt und dem Finanzamt Mitteilung macht
Warum ist das Thema Umsatzsteuer so wichtig?
Geschäftsveräußerung im Ganzen (§ 1 Abs. 1a Umsatzsteuergesetz (UStG)) – Zeile 133
Prüfen Sie, ob eine Geschäftsveräußerung im Ganzen vorliegt!
Die Frage nach der Geschäftsveräußerung im Ganzen war schon weiter oben im Fragebogen bei der Gründungsform ein Thema, vgl. Zeilenb 95 bis 103.
Hier nun ist erneut zu beachten, dass
die Umsätze im Rahmen einer Geschäftsveräußerung im Ganzen an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen nicht der Umsatzsteuer unterliegen.
unberechtigt vom Veräußerer ausgewiesene Umsatzsteuer der Erwerber nicht als Vorsteuer abziehen
die notwendigen Angaben bei einer Geschäftsveräußerung im Ganzen unter Gründungsform einzutragen sind, Zeilen 95 ff.
Warum ist die Frage nach der Geschäftsveräußerung im Ganzen so wichtig?
Kleinunternehmer-Regelung – Zeilen 134 – 135
Werden Sie sich bewusst, was die Kleinunternehmer-Regelung für Ihr Unternehmen praktisch bedeutet!
Wenn Sie sich für Ihren Betrieb für die Kleinunternehmer-Regelung bei der Umsatzsteuer entscheiden, dann hat das folgende Auswirkungen:
In Ihren Rechnungen gegenüber Kunden kann keine Umsatzsteuer gesondert ausgewiesen werden, die Sie dann an das Finanzamt abzuführen hätten,
und es kann kein Vorsteuerabzug z.B. bei Ihren Einkäufen geltend gemacht werden, Sie können die sog. Mehrwertsteuer also nicht abziehen und sozusagen „netto“ einkaufen
Sie brauchen keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen vornehmen
Diese Regelung gilt für Ihr Unternehmen 5 Jahre!
Prüfen Sie, ob Sie die Voraussetzungen der Kleinunternehmer-Regelungen einhalten!
Die Abführung von Umsatzsteuer entfällt nach § 19 Abs. 1 UStG für solche Unternehmer,
die im Inland oder in einem Freihafen ansässig sind
und deren Gesamtumsatz (§ 19 Absatz 3 UStG) zuzüglich der darauf entfallenden Umsatzsteuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat
und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 000 Euro nicht übersteigen wird (Kleinunternehmer).
Rechnen Sie die für das Gründungsjahr geschätzte Summe der Umsätze auf ein volles Kalenderjahr hoch!
Da meistens nicht am 1.1. des Kalenderjahres angefangen wird, gilt für das Gründungsjahr folgende Berechnungsweise:
Bei Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit im Laufe des Kalenderjahres gilt für die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung die Umsatzgrenze von 17.500 Euro.
Der Beginn der gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit fällt mit dem Beginn des Unternehmens zusammen.
Nach den Ausfüllhinweisen ergibt sich z.B. folgendes Berechnungsbeispiel, bei dem letztlich eine Dreisatz-Rechnung vorliegt:
Der Unternehmer übt seine gewerbliche Tätigkeit seit dem 10. Mai 2016 aus.
In der Zeit vom 10. Mai bis 31. Dezember 2016 rechnet er mit Einnahmen aus seiner Tätigkeit (einschließlich Steuern) in Höhe von 10.000 EUR.
Für die Prüfung, ob der Unternehmer Kleinunternehmer ist, ist der erwartete Umsatz ab dem 10. Mai 2016 auf einen Jahresgesamtumsatz (einschließlich Steuern) hochzurechnen.
Der Jahresgesamtumsatz (einschließlich Steuern) beträgt 15.000 EUR = 10.000 EUR x 12 Monate / 8 Monate (Mai – Dezember).
Da die Grenze von 17.500 EUR im Eröffnungsjahr nicht überschritten wird, ist der Unternehmer Kleinunternehmer.
Ein Kleinunternehmer darf in Rechnungen keine Umsatzsteuer gesondert ausweisen.
Bei Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung kann kein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden.
Der Unternehmer kann dem Finanzamt erklären, dass er auf die Anwendung des § 19 Absatz 1 UStG verzichtet.
Er unterliegt dann der Besteuerung nach den allgemeinen Vorschriften des UStG.
An diese Verzichtserklärung ist er 5 Jahre gebunden (§ 19 Absatz 2 UStG).
Rechnen Sie mit anderen Zahlen die Einhaltung der Kleinunternehmergrenzen durch: z.B. Beginn der Tätigkeit am 17.08. zu erwartende Umsätze bis zum 31.12.: 7000 Euro. Kleinunternehmer?
Organschaft (§ 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG) – Zeilen 136 – 145
Prüfen Sie, ob Sie Organträger sind!
Diese Zeilen sind nur wichtig, wenn man bereits als Neugründer ein Organschaft eingegangen ist – ansonsten einfach leer lassen.
Organschaft ist geregelt in den Vorschriften §§ 14 bis 19 KStG.
Nach § 14 Abs. 1 Nr. 2 KStG ist Organträger,
eine natürliche Person, Personengesellschaft oder Körperschaft,
die ein inländisches gewerbliches Unternehmen betreibt,
h. die Geschäftsleitung befindet sich im Sinne des § 2 GewStG im Inland.
und diese Person steht in einem tatsächlichen und rechtglichen Unterordnungsverhältnis zu einer anderen Kapitalgesellschaft, der Organgesellschaft,
so dass diese juristische Person (Organträger) bei wirtschaftlicher Betrachtung als unselbständig anzusehen ist.
Beachten Sie die Zurechnung von Einkommen zwischen Organgesellschaft und Organträger!
Das Einkommen der Organgesellschaft wird dem Organträger zugerechnet, so dass Sie hier im Formular eintragen können
ob Sie Organträger in einer (umsatzsteuerlichen) Organgesellschaft sind.
ob Sie Leistungen von der oder für die Organgesellschaft als nicht umsatzsteuerpflichtige Innenumsätze deklarieren wollen.
Was bedeutet Organschaft?
Steuerbefreiung – Zeile 146
Lesen Sie § 4 UStG und ermitteln Sie steuerfreie Umsätze!
Tragen Sie hier die Art der Umsätze bzw. der Tätigkeiten in Anlehnung an die Nummern der § 4 des UStG ein, z.B.
Ausfuhrlieferungen (§ 6) und die Lohnveredelungen an Gegenständen der Ausfuhr (§ 7)
Umsätze für die Seeschiffahrt und für die Luftfahrt (§ 8)
Geben Sie Beispiele für steuerbefreite Umsätze!
Steuersatz – Zeile 147
Lesen Sie § 12 Abs. 2 UStG und ermitteln Sie Umsätze mit ermäßigtem Steuersatz!
Neben dem „normalen“ Steuersatz von derzeit 19 % gibt es noch weitere im Vergleich dazu den ermäßigten Steuersatz von 7 %. Dieser gilt nach § 12 Abs. 2 UStG für z.B. folgende Umsätze:
die Aufzucht und das Halten von Vieh, die Anzucht von Pflanzen und die Teilnahme an Leistungsprüfungen für Tiere, Nr. 3
die Leistungen aus der Tätigkeit als Zahntechniker sowie die in § 4 Nr. 14 Buchstabe a Satz 2 bezeichneten Leistungen der Zahnärzte, Nr. 6
die Vermietung von Wohn- und Schlafräumen, die ein Unternehmer zur kurzfristigen Beherbergung von Fremden bereithält, sowie die kurzfristige Vermietung von Campingflächen, Nr. 11
Durchschnittssatzbesteuerung – Zeile 148
Lesen Sie als Land- oder Forstwirt § 24 UStG und ermitteln Sie Umsätze mit ermäßigtem Steuersatz!
Sollten Sie dem Personenkreis der Land- oder Forstwirte gehören gibt es weitere besondere Steuersätze, die sog. Durschnitssatzbesteuerung.
Dazu müssen Sie hier die Art der Umsätze bzw. der Tötigketen eingeben, damit die Finanzbehörden Sie diesen Sätzen z.B. des § 24 Abs. 1 UStG unterwerfen können:
Für welche Tätigkeiten gilt die Durschnitssatzbesteuerung?
Soll-/Istversteuerung der Entgelt – Zeilen 149 – 153
Verstehen Sie den Unterschied zwischen Soll- und Istversteuerung!
In der Praxis stellt sich die Frage, wann die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen ist:
in dem Zeitpunkt, wo man eine Vereinbarung mit einem Kunden trifft (oder die Rechnung zusendet), ihm etwas zu liefern und darauf Umsatzsteuer zu verlangen, sog. vereinbarte Entgelte (Sollversteuerung) oder
erst zu dem Zeitpunkt, wo der Kunde die vereinbarten Entgelte auch wirklich bezahlt und man die Umsatzsteuer auch tatsächlich eingenommen hat, sog. vereinnahmten Entgelte (Istversteuerung).
Die Istversteuerung
ist günstiger für die Liquidität des Unternehmens, da die Steuern aus den Einnahmen abgeführt werden.
ist leichter zu handhaben, da die abzuführenden Umsatzsteuer-Beträge aus den Einnahmen abzulesen sind.
Gehen Sie immer vom Regelfall der Besteuerung nach vereinbarten Entgelten aus, sog. Sollversteuerung!
Das Umsatzsteuergesetz sieht im Regelfall die Besteuerung nach vereinbarten Entgelten (so genannte „Sollversteuerung“) vor.
Als Zeitpunkt der Vereinnahmung gilt bei Überweisungen auf ein Bankkonto grundsätzlich der Zeitpunkt der Gutschrift.
Sie müssen die Umsatzsteuer für den Voranmeldungszeitraum abführen, in dem Sie die Lieferungen und sonstigen Leistungen erbracht haben,
ohne Rücksicht darauf, ob der Kunde die Rechnung sofort zahlt oder vielleicht erst Monate später.
Dies gilt auch, wenn Sie Waren oder Leistungen aus Ihrem Unternehmen für private Zwecke entnehmen.
Werden jedoch vor Ausführung des Umsatzes Anzahlungen geleistet, so entsteht hierfür die Steuer bereits mit Vereinnahmung der Anzahlung.
Finden Sie heraus, ob Sie ausnahmsweise auch eine Besteuerung erst nach Einnahme der Entgelte mit Umsatzsteuer durchführen dürfen!
Unter bestimmten Voraussetzungen kann man auch eine Besteuerung zeitlich erst dann vornehmen, wenn die Entgelte bei Ihnen angekommen sind, sog. vereinnahmte Entgelte und Istversteuerung.
Gehören Sie zu Angehörigen eines freien Berufes – wie zum Beispiel Architekten, Heilpraktikern, Journalisten – die nicht zur Buchführung verpflichtet sind und auch nicht freiwillig Bücher führen, ist dies ohne weitere Voraussetzungen möglich, wie die offizielle Ausfüllhilfe
Das Führen von Aufzeichnungen für Zwecke einer Einnahmenüberschussrechnung nach § 4 Absatz 3 EStG schließt eine Genehmigung der Istversteuerung nicht aus. Dies gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige eine OPOS-Liste (Offene-Posten-Liste) zur Überwachung der offenen Rechnungen führt.
Bei Gewerbetreibenden kann die Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten dann gestattet werden, wenn der Gesamtumsatz (Netto-Umsatz) im vorangegangenen Kalenderjahr 500.000 Euro nicht überschritten hat. Im Jahr der Betriebseröffnung ist auf den – auf das Kalenderjahr hochgerechneten – Gesamtumsatz abzustellen.
Begründen Sie die Istversteuerung durch Haken in Zeilen 151 – 153!
Die Begründungen, warum Sie die Liquiditätsschonende Istversteuerung wollen, ist in den Zeilen 151 bis 153 zu finden:
Sie beantragen die Istversteuerung, weil…
der auf das Kalenderjahr hochgerechnete Gesamtumsatz für das Gründungsjahr voraussichtlich nicht mehr als 500.000 EUR betragen wird.
ich von der Verpflichtung, Bücher zu führen und auf Grund jährlicher Bestandsaufnahmen regelmäßig Abschlüsse zu machen, nach § 148 Abgabenordnung (AO) befreit bin.
ich Umsätze ausführe, für die ich als Angehöriger eines freien Berufs im Sinne von § 18 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes weder buchführungspflichtig bin noch freiwillig Bücher führe.
Was ist der zentrale Unterschied zwischen Soll- und Istversteuerung?
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer – Zeilen 154 – 156
Prüfen Sie, ob Sie innerhalb der EU Lieferungen zwischen den Mitgliedstaaten ausführen wollen!
Ob Sie diese Ust-IdNr. benötigen, entscheidet sich nach den Vorschriften danach, ob Sie inländische Kunden oder auch Kunden aus anderen EU-Ländern haben – leer lassen, wenn Sie nur inländische Kunden aus Deutschland bedienen.
Wenn Sie eine Unternehmerin oder ein Unternehmer sind, die oder der
Falls Sie innergemeinschaftlich tätig werden, informieren Sie sich beim BZST über die genaue Modalitäten!
Alle Fragen und Antworten zur Vergabe der Ust-IdNr. erhalten Sie z.B. beim Bundeszentralamt für Steuern und dem Stichtwort Vergabe der Ust- IdNr.
Sollten Sie bereits eine solche Nummer, dann tragen Sie diese hier ein!
Evtl. haben Sie aus einer früheren Tätigkeit bereits eine USt-IdNr., so dass diese Nummer und das Vergabedatum dann anzugeben sind.
Haben Sie später doch innergemeinschaftliche Umsätze – nachmelden!
Wenn die hier erfragten innergemeinschaftlichen Tätigkeiten erst zu einem späteren Zeitpunkt auftrete, können Sie nun auch zunächst „Nein“ ankreuzen.
Später können Sie diese dann dem Finanzamt nachmelden!
Wozu braucht man die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer?
Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers bei Bau- und/oder Gebäudereinigungsleistungen – Zeilen 157 – 159
Klären Sie, ob Ihre Tätigkeiten den besonderen Besteuerungsverfahren für Bau- und/oder Gebäudereinigungsleistungen unterfallen!
Der Fragebogen verlangt von Ihnen für die Klärung der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers bei Bau- und / oder Gebäudereinigungsleistungen einige Besonderheiten, denn es kam hier in der Vergangenheit immer wieder zu Steuerausfällen, da z.B. nicht ordnungsgemäß die Umsätze erfasst werden konnten.
Es gilt folgendes System:
Schuldner der Steuern ist daher nicht derjenige, der die Leistungen bezahlt bekommt, Leistungserbringer.
Die Steuern sind vom zahlenden Leistungsempfänger von diesem direkt an das Finanzamt zu leisten.
So bekommt z.B. der Bauunternehmer nur den netto-Betrag für seine Leistungen.
Wenn Sie diese Leistungen erbringen, können Sie folgenden Vordruck beantragen:
Erteilung eines Nachweises zur Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers bei Bau- und/oder Gebäudereinigungsleistungen (Vordruck USt 1 TG)
oder diesen über die Seiten des Bundesministeriums der Finanzen hier
Geben Sie an, wie viele Umsätze Sie haben!
Setzen Sie die Haken in den entsprechenden Zeilen 157 und 158:
Der Umfang der ausgeführten Bauleistungen S. des § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG beträgt voraussichtlich mehr als 10 % des Weltumsatzes (Summe der im Inland steuerbaren und nicht steuerbaren Umsätze).
Der Umfang der ausgeführten Gebäudereinigungsleistungen i.S. des § 13b Abs. 2 Nr. 8 UStG beträgt voraussichtlich mehr als 10 % des Weltumsatzes (Summe der im Inland steuerbaren und nicht steuerbaren Umsätze)
Legen Sie als Anlage Beweise für die Art und Weise der Tätigkeiten und die Höhe der Umsätze!
Warum gibt es bei Bau- und / oder Gebäudereinigungsleistungen eine Steuerschuldnerschaft bei den Leistungsempfängern?
Besonderes Besteuerungsverfahren „Mini-one-stop-shop“ – Zeile 160
Klären Sie, ob Ihre Tätigkeiten den besonderen Besteuerungsverfahren des „Mini-one-stop-shop“ unterfallen!
Dieses Verfahren ist unter folgenden Voraussetzungen möglich:
Ausführung von Telekommunikationsleistungen, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen oder auf elektronischem Weg erbrachten sonstigen Leistungen
durch einen in einem anderen EU-Mitgliedstaat ansässigen Unternehmer
an einen im Inland ansässigen
Der Hintergrund dieses besonderen Verfahrens ist folgender:
Der Leistungsort liegt in diesem Fall in dem Staat, in dem der Leistungsempfänger ansässig ist.
Somit muss auch in diesen Staaten die Umsatzsteuer geleistet werden.
Die Sonderregelung “Mini-One-Stop-Shop” vereinfacht die Melde- und Erklärungspflichten in den einzelnen Verbrauchsstaaten.
Sollten Sie in einer der genannten Branchen einen Betrieb gründen, sollten Sie die Details hierzu mit Ihrem Steuerberater klären.
Entscheiden Sie sich für das besondere Besteuerungsverfahren des „Mini-one-stop-shop“!
Sollten Sie sich für dieses Verfahren entscheiden, dann setzen Sie den Haken in der Zeile 159.
Erklären Sie Ihre Umsätze der richtigen Behörde!
Die entsprechenden Umsätze erklären Sie über die zuständige Behörde in Ihrem Ansässigkeitsstaat.
Was ist das Besondere am Besteuerungsverfahren „Mini-one-stop-shop“?
mit Tipp 10 Angaben zur Beteiligung an einer Personengesellschaft evtl. eintragen!

References: § 48
 § 19
 § 19
 § 14
 § 2
 § 4
 § 4
 § 12
 § 12
 § 4
 § 24
 § 24
 § 4
 § 148
 § 18
 § 13
 § 13