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Timestamp: 2019-08-19 13:52:48+00:00

Document:
Saarländisches Oberlandesgericht, Beschluss vom 19. Januar 2005, Az.: 2 W 6/05 - 2
Aktenzeichen: 2 W 6/05 - 2
Die Beklagten zu 5) bis 9) tragen die Kosten des Beschwerdeverfahrens.
Beschwerdewert: bis 3.500 EUR
Es ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Rechtspflegerin die von den Beklagten zu 5) bis 9) zur Festsetzung angemeldete Mehrvergütung nach § 13 Abs. 5 Satz 2 BRAGO abgesetzt hat. Denn die Voraussetzungen des § 13 Abs. 5 Satz 2 BRAGO, wonach die weitere Tätigkeit in der Sache - ausnahmsweise (§ 13 Abs. 5 Satz 1 BRAGO) - als neue Angelegenheit gilt, wenn zwischen der Erledigung einer früheren Tätigkeit und dem Ansinnen des Mandanten, weiter tätig zu werden, eine Zeit von mehr als zwei Kalenderjahren verstrichen ist, liegen nicht vor. Maßgebend für den Begriff der „Erledigung“ i.S. von § 13 Abs. 5 Satz 2 BRAGO ist die Fälligkeit der Vergütung nach § 16 BRAGO (OLG Stuttgart, MDR 2002, 117; OLG Karlsruhe, JurBüro 1998, 26, jeweils m.w.N.). Dass die Beklagten zu 5) bis 9) sich nach Zustellung der Stufenklage bis zur Bezifferung des Zahlungsantrages faktisch nicht an dem Verfahren beteiligt haben, weil die in erster und zweiter Stufe verfolgten Ansprüche auf Auskunft und eidesstattliche Versicherung ausschließlich gegen den Beklagten zu 1) geltend gemacht wurden, begründet unter den gegebenen Umständen - entgegen der Annahme der Beschwerde - keinen Fälligkeitstatbestand i.S. von § 16 Satz 2 BRAGO (AnwKom-BRAGO-Schneider, § 16, Rz. 99). Im Übrigen soll durch die Regelung in § 13 Abs. 5 Satz 2 BRAGO lediglich der für eine vollkommene Neueinarbeitung erforderliche Aufwand des Anwalts berücksichtigt werden, wenn zwischen dem vorläufigen Ende der beauftragten Tätigkeit und deren späterer Fortsetzung ein entsprechend langer Zeitraum liegt, während dessen sich der Anwalt nicht mit der Angelegenheit befassen musste (OLGR Nürnberg, 2004, 221, m.w.N.). So liegt der Fall hier aber nicht, weil der Prozessbevollmächtigte aktenersichtlich noch Anfang August 2000 Akteneinsicht genommen hatte und sodann spätestens mit Zustellung des bezifferten Leistungsantrages dritter Stufe an ihn am 22. April 2002 - also nach weniger als zwei Jahren - wieder mit der Sache befasst war.
Az: 2 W 6/05 - 2
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