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Timestamp: 2018-12-10 19:46:18+00:00

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Die 2. Bürgerschule (bis 1918) - Heinrich-Pestalozzi-Oberschule
Die 2. Bürgerschule (bis 1918)
Die 2. Bürgerschule zu Löbau (Zeitraum bis 1918)
Gemäß dem Königlich Sächsischen Volksschulgesetz vom 26. April 1873 und der Ausführungsverordnung vom 25. August 1874 ergab sich für die Gemeinden die Aufgabe:
§ 8 Jede Schulgemeinde hat eine Lokalschulordnung zu entwerfen und bei der Schulinspektion zur Genehmigung einzureichen. Die selbe darf etwas den wesentlichen Bestimmungen diese Gesetze Widersprechendes nicht enthalten.
Die revidierte Schulordnung für die evangelisch-lutherischen Schulen der Stadt Löbau wurde am, 17. Juli 1901 vom Schulausschuss verabschiedet und mit Wirkung vom 18. Februar 1902 durch die Kgl. Bezirksinspektor Bach genehmigt.
Im § 4 dieser Ordnung, Gliederung der Schulen, wird der Unterschied zwischen der 1. und der 2. Bürgerschule deutlich:
A Die mittlere Volksschule – 1. Bürgerschule genannt - besteht aus einer Knaben- und einer Mädchenabteilung. Sie lehrt die in § 2 des Gesetzes geforderten Unterrichtsgegenstände mit höheren Zielen. Beide Abteilungen gliedern sich in je 8 aufeinanderfolgende Klassen mit einjährigem Lehrkurs. In beiden Abteilungen wird in den letzten 4 Schuljahren gegen besondere Vergütung – vergl. § 20 dieses Status – Unterricht in der französischen Sprache erteilt, dessen Besuch jedoch nur fakultativ ist.
B Die einfache Volksschule – zweite Bürgerschule genannt – besteht aus einer Knaben- und einer Mädchenabteilung und lehrt die in § 2 des Gesetzes geforderten Unterrichtsgegenstände mit niedrigem Ziele.
§ 20 – Schulgeld
Zur Zeit beträgt das jährliche Schulgeld:
für jedes Kind aus dem Schulbezirk Löbau, welches die erste Bürgerschule besucht, 18 Mark,
für ein solches, welches die zweite Bürgerschule besucht, 5 Mark,
für den französischen Unterricht der Mädchen jährlich, 5 Mark,
für Kinder aus fremden Schulbezirken, welche mit Genehmigung des Schulausschusses die hiesige erste Bürgerschule besuchen, 36 Mark...
Die Aufnahme fremder Kinder in die zweite Bürgerschule ist vom Schulausschusse nur unter ganz besonderen Verhältnissen zu genehmigen.
Für schulpflichtige Kinder, deren Eltern Unterstützung, aus der Armenkasse erhalten, kommt das Schulgeld laut gesetzlicher. Bestimmung in Wegfall. Wiederholte Säumigkeit in der Bezahlung des Schulgeldes der ersten Bürgerschule hat die Versetzung der Kinder, deren Schulgeld in Rest geblieben ist, in die zweite Bürgerschule zur Folge. Andererseits können auf Beschluß des Lehrerkollegiums.....,Knaben der 2., 3., 4.und 5. Klasse der zweiten Bürgerschule welche sich durch sehr gute geistige Befähigung, sehr guten Fleiß und sehr gutes sittliches Verhalten auszeichnen; in beschränkter Anzahl durch den Schulausschuß; ohne Erhöhung des Schulgeldbetrages, in die erste Bürgerschule bei Beginn eines neuen Schuljahres aufgenommen werden.
Cap.II -Anstellung, dienstliche Rechte und Pflichten der Lehrer
§ 28 Anstellung der Lehrer. Die an den städtischen Volksschulen angestellten, ständigen Lehrer führen den Titel Bürgerschullehrer.
§ 29 Jeder Lehrer ist verpflichtet, wöchentlich 32 Stunden zu übernehmen,.....
§ 32 Stellvertretung: Bei einer durch andere Gründe (Krankheit !) verursachten Beurlaubung hat ein Lehrer für seine Stellvertretung selbst und auf eigene Kosten rechtzeitig zu sorgen....
1906 weist das Adreßbuch der Stadt Löbau folgende Lehrkräfte für die 2. Bürgerschule aus:
Pladeck, W. Direktor I .u. II Bürgerschule
Sprangel, P. Oberlehrer und Stellv. Direktor
Dünnebier, E. Oberlehrer
Thomas, P. Oberlehrer und Organist
Kretschmar, C.A. Oberlehrer (VK)
Herrmann . M. Lehrer
Vater, A. Lehrer
Plesky, R. Lehrer
Teich, H. Lehrer
Weber, A. Lehrer
Hame, A. Lehrer
Lahode, H. Lehrer
Krug, A. Lehrer
Herberger, K. Hilfslehrer
Schneider, R. Hilfslehrer
Oliva, M. Lehrerin für Handarbeiten
Bilz, M. Schulhausmann
In den Akten des Schulausschusses von 1901-1916 befindet sich eine nicht datierte "Dienstanweisung für den dirigierenden Lehrer an der 2. Bürgerschule zu Löbau". Das Sächsische Volksschulgesetz von 1873 spricht im §12, Punkt 7, davon, dass an kleineren Schulanstalten es genügt, die einheitliche innere Leitung in die Hände des ersten Lehrers der Schule zu legen.
Die GenVO des KultM. vom 1. April 1897 bemerkt dazu unter Punkt 7, . ..Um die Tätigkeit derjenigen Lehrer (sog. dirigierender Lehrer) . . . mit der einheitlichen inneren Leitung kleiner Schulanstalten zu beauftragen...."
In der Dienstanweisung für dirigirende Lehrer an der 2.Bürgerschule heißt es u.a. ....
1. obliegt die Dienstaufsicht über die Lehrer und Schüler der 2.Biirgerschule, sowie über den Hausmann und sein Hülfspersonal in Abwesenheit des Direktors, insbesondere die Aufsicht.
In insgesamt 9 Punkten werden die Aufgaben umrissen.
Schulausschuß 1901-16 Nr. 329
16. Juni 19l4 In der heutigen Sitzung des Schulauschusses wurde u. a. beschlossen:
Der Herr Vorsitzende brachte zur Sprache, daß einige Lehrer in Sportanzügen, kurzen blauen Leinwandjacken und kurzen Kniehosen den Unterricht in den hiesigen Schulen gehalten und sich auch sonst auf der Straße auffallend bewegt und dadurch allgemeine Mißbilligung veranlaßt haben, weshalb von Seiten des Direktors solchem Gebaren ganz entschieden entgegenzutreten ist.
Der Schulausschuß teilt diesen Standpunkt einstimmig
An Herrn Schuldirektor Pladeck mit dem Ersuchen ganz energisch die entspr. Lehrer anzuhalten und Erfolgsanzeige zu erstatten.
Dr. Schaarschmidt Bgm.
Anordnung des Schulausschusses 1908-1931; Akte 283
Das Sitzungsprotokoll des Schulausschusses vom 12.11.1914 berichtet von folgenden Beschlüssen:
- Auswärtigen Kindern wird der Besuch der hiesigen 1. Bürgerschule nur gegen Bezahlung des doppelten Schulgeldes und der ausdrücklichen Genehmigung des Schulausschusses gestattet. Kindern aus Nachbargemeinden ist der Besuch der 2. Bürgerschule grundsätzlich nicht zu erlauben, außer wenn der Wegzug nach dem Nach­barorte im Laufe des letzten Schuljahres er­folgt ist.
- Kaisers Geburtstag soll künftig schulfrei sein und festlich begangen werden.
l3.l0.19l0 Beschluss des evang.-luth. Schulausschusses zu Löbau
Der Kochunterricht wird für die I. Bürgerschule zunächst fakultativ, für die II. Bürgerschule aber obligatorisch eingeführt. Die Schülerinnen der 1.Bürgerschule, des Seminars und der kath. Schule haben für eine Portion Essen 2o Pfennige zu bezahlen. Die Schülerinnen der 2. Bürgerschule haben das Essen frei. Vorläufig soll nur ein Rezept gekocht werden. - Wegen Erteilung von Kochunterricht an schulentlassene Mädchen erwartet man für die nächste Sitzung eine Vorlage von Herrn Schuldirektor Pladeck.
Die entsprechenden Räumlichkeiten für obige Kochschule befanden sich in den Kellerräumen der 2. Bürgerschule, Nordseite rechts, wo auch heute wieder (1998) hauswirtschaftlicher Unterricht stattfindet.
Die Ausstattung erfolgte u.a. mit 6 Stück Kochschulherden a Stück 48,- Mark. Ferner liegt ein Lieferschein über einen Gaskochherd a 110,- Mark und 1 Heißwasservorratsautomat mit Temperaturregler für 90 Mark vor.
Mit Datum vom 17. Februar 1911 liegt eine Abrechnung über die Einrichtung einer Kochschule in der 2. Bürgerschule vor. Die Baukosten betrugen danach 2.542,30 Mark, die Ausgaben für Inventar 1.559,27 Mark und das Verlegen der Gasleitung 291,88. Insgesamt ein Aufwand von 4.393,45 Mark.
Sächsischer Postillion vom 27. Mai 1914
Der 6. Haushaltungs- und Kochkurs für unsere Bürgertöchter, für eine gute bürgerliche Kost berechnet, beginnt am Montag Abend den 8. Juni. Der Kursus erstreckt sich mit Abrechnung der Ferien über die Sommermonate und schließt ab mit Ende August. Der Unterricht wird auf Montag Nachmittag von 5 –9 Uhr und auf Freitag Vormittag von 9 – 1 Uhr gelegt. Anmeldung nimmt, soweit nicht schon bei Frl. Dernoscheck erfolgt, der unterzeichnete Direktor entgegen.
Der nächste Kursus für Dienstmädchen und Fabrikmädchen wird nach den Michaelisferien, Anfang Oktober abgehalten.
Bürgerschule zu Löbau, den 22. Mai 1914
W. Pladeck
27.09.1916 Der Schulausschuß beschließt:
5.Der Antrag des Herrn K. auf Einstellung des, Kochunterrichts in der Schule während der Kriegszeit wird, ebenso wie der Antrag des Herrn Müller, zunächst Frl. Dernoscheck über die jetzige Geschäftsfortführung u. Möglichkeit zu hören, nach eingehender Aussprache abgelehnt.
12.02.1916 Schreiben des Bürgermeisters (Vors. Schulausschuß) an die Stadträte zu Zittau, Bautzen und Bischofswerda.
Wir ersuchen um baldgefällige Auskunft darüber , ob dort aus Anlaß des Krieges ein Kinderhort errichtet worden ist oder ob dort eine ähnliche Einrichtung besteht ev. wie sie sich bewährt und welchen Aufwand sie erfordert . usw.
26.03.1916 Lehrer A. Krug legt im Auftrage des Schulausschuß seinen Entwurf für den Kriegskinderhort vor.
08.02. 1916 Pfarrer Pfalz aus Löbau wendet sich an den Schulausschuß und unterstützt den Gedanken des Kriegskinderhortes,- "des gutes Zwecks - nämlich Pflege und Bewahrung der Jugend in den Kriegszeiten Genehmigung zu erteilen . . . zwei Schulzimmer im Erdgeschoß der 2.Bürgerschule, zur Verfügung gestellt werden. .. . .sollten Kinder vom 4. Jahr an bis zum letzten Schuljahr gesammelt und unter Aufsicht beschäftigt werden; die Schulkinder sollen ihre Hausaufgaben dort erledigen können. Der Kriegskinderhort würde an allen Wochentagen von 8-12 u. 2-6 Uhr in Betrieb sein.
Beschluß des Schulausschusses vom 14. 09.1917 Wegen Zusammenlegung der Schulen in das Gebäude der 2. Bürgerschule, . .:
In der 1. u. 2. Bürgerschule soll der Unterricht von 8-12 Uhr und von 2-4 Uhr stattfinden
Dem Kinderhort kann jedoch ein Raum in der Schule nicht mehr zur Verfügung gestellt werden.
Handschriftlicher Vermerk von Pladeck). . ,daß es die Kohlennot war, die zu dieser außer-gewöhnlichen Maßnahme führte.
Brief des Schulausschusses vom 17.09.1917 an Herrn Pastor Pfalz:
'Wegen der Ersparnis von Feuerungsstoffen und Licht sieht sich der Schulausschuß genötigt, mit Beginn des Schulunterrichts für das Winterhalbjahr : I917/18 die hiesigen beiden Bürge-schulen, die Fortbildungs- und die Handelsschule in ein Gebäu­de und zwar das der 2. Bürgerschule zusammen zu legen. Dazu werden alle Räume gebraucht und wir können daher, so leid es uns tut, Ihnen die bisher in der 2. Bürgerschule für den Kinderhort zur Verfügung gestellten Räume nicht mehr überlassen.
l0.02.1917 Schulschluß bei. den Bürgerschulen..
Von morgen Sonnabend an, muß auch die Heizung der in dieser Woche gemeinsam benützten 2. Bürgerschule eingestellt werden, da das große Schulgebäude sehr viel Kohlen und Koks verbraucht, die der Allgemeinheit verloren gehen.
Der Unterricht der 1. und 2.Bürgerschule wird zunächst für morgen Sonnabend und die nächste Woche bis Sonnabend l7.Februar,ausgesetzt. Auch die Fortbildungsschule fällt nächste Woche aus.
Den Lehrmeistern wird dies willkommen sein, da sie Lehrlinge bei dem Mangel an Arbeitskräften sehr notwendig bedürfen.
Für die Kinder, die zu Hause keine warme Stube haben, werden nach Bedürfnis in dem Gebäude der Bürgerschule 3-4 Zimmer geheizt. Sie stehen an Wochentagen von 8-12 Uhr und von 2-6 Uhr zur Verfügung. Die Kinder stehen unter der Aufsicht der Lehrer: Hoffentlich benützen recht viele Eltern diese fürsorgliche Einrichtung für ihre Kinder.
An dieser Stelle sei an einen verdienten Lehrer der 2. Bürgerschule erinnert, an Richard P 1 e s k y, der von 1899 bis 1937 als Bürgerschullehrer bzw. Oberlehrer an der 2.Bürgerschule,später genannt Pestalozzischule, tätig war.
Richard Plesky, geb. am 2.Jan.1876 in Hartau bei Zittau.
Er wuchs auf bei den Großeltern in Dittelsdorf. Er selbst schreibt:
"Meine erste geistige Ausbildung empfing ich an der vierklassigen Volksschule zu Dittelsdorf bei Hirschfelde. Nach den 8 Volksschuljahren nahm mich dann das Kgl. Lehrerseminar zu Löbau für 6 Jahre zur pädagogischen Ausbildung als Volksschullehrer auf.
Die Reifeprüfung bestand ich vor Ostern 1896 zur Zufriedenheit meiner Seminarlehrer.
Nach diesem - Pulsergreifen der Erziehungskunst und nach der sogenannten Wahlfähigkeitsprüfung im November 1898 rief mich Ostern 1899 die alte Sechsstadt Löbau als "ständigen Bürgerschullehrer." an ihre Schulen.
In Löbau ward ich an der 2. Bürgerschule angestellt. An die 1.Bürgerschule zu kommen, gelang mir leider nicht. Erst, nachdem die Allgemeine Volksschule auch in Löbau durchgeführt war, versetzte man mich nach 38-jähriger Tätigkeit an der 2.Bürgerschule, die aber jetzt "Pestalozzischule" hieß, hinüber an die 1.Bürgerschule der man den Namen ”Preuskerschule” gegeben hatte. Zwei Jahre noch habe ich an ihr des Amtes gewaltet.
Am 1.April 1930, trat ich dann nach 40jähr. Schultätigkeit, die auch 3 Jahre Kriegsdienst von 1914-1917 in sich schloß, in den sogen. "wohlverdienten Ruhestand". Geschmückt mit dem "Goldenen Verdienstehrenzeichen" und mit 80% des bisherigen Diensteinkommens trat ich ihn an.”
7.10.1918 Die Turnhalle der 2.Bürgerschule ist nach wie vor beliebter Versammlungsort und hat wohl etwas wie den Charakter einer Festhalle nach damaligen Begriffen.
Die "Festfeier" zur Hundertjahrfeier des Beste­hens der 1. Bürgerschule findet in der Turnhalle der 2. Bürgerschule statt.
Bürgermeister Dr. Schaarschmidt legte in der Sitzung des Schulausschusses am 03.09.1918 eine vom Lehrerkollegium eingegangene Denkschrift vor, betreffs Hebung des Unterrichts an Bürgerschulen.
Diese Denkschrift umfaßt 8 Seiten. Nachfolgend einige Auszüge daraus:
· Schwer sind die Lasten, die der Krieg den Einzelnen und der gesamten Stadtgemeinde auferlegt, festliche Gepränge verbieten die Umstände der Zeit. Die Lehrerschaft der Bürgerschulen erstrebt eine Übereinstimmung mit der gesamtem deutschen und sächsischen Lehrerschaft, die Einführung der Einheitsschule, aufgebaut auf der Grundlage der allgemeinen Volksschule.
· Unter Punkt 3: Ausbau und weitere Hebung der 2. Bürgerschule: Die richtige Volksbildung kann aber nur die sein, die nicht nur einzelne besser gestellte Schichten, sondern das ganze Volk ergreift. Es würde ein Unrecht sein, wenn den Kinder der 2. Bürgerschule nicht dieselbe gute Ausbildung gewährt würde. Eine solche ist hier noch notwendiger, denn die Kinder sind nicht so sprachgewandt und können von ihren Eltern nicht so gefördert werden. Die Kriegsverluste und die zu erwartenden Schwierigkeiten unserer nationalen und wirtschaftlichen Selbstbehauptung machen es aber zur Pflicht . . . usw. Die große Volksmasse muß einem höheren Durchschnitt der Durchschulung zugeführt werden.
Deshalb bittet die Lehrerschaft um weiteren Ausbau der 2. Bürgerschule und zwar
1. Erhöhung der Stundenzahl in Deutsch , Geographie, Naturlehre und Geometrie.
2. Einführung des Handfertigkeitsunterrichtes für Knaben.
3. Einführung des Stenographieunterrichtes.
4. Die Möglichkeit zu schaffen, daß befähigte Kinder am fremdsprachlichen Unterricht der 1. Bürgerschule teilnehmen können.
5. Die bisher bestehenden Nachhilfestunden in 2 Hilfsklassen für bildungsfähige, schwachbegabte Kinder umzuwandeln.
Die Lehrerschaft erlaubt sich erneut zu bitten, um Anstellung eines Schularztes und für regelmäßige Zahnpflege der Kinder Sorge zu tragen.
Die Durchführung dieser Wünsche erfordert natürlich Opfer, aber so groß, die selben zunächst erscheinen, sind sie nicht, da durch den Geburtenrückgang die Schülerzahl von 1920 ab ganz wesentlich abnimmt, so daß Klassen eingespart werden können und weil mit der Hebung der 2. Bürgerschule zur mittleren Volksschule der Staatszuschuß sich vermehrt.
Die Lehrerschaft der Bürgerschulen in Löbau gibt sich der angenehmen Hoffnung hin.
Löbau, den 03.09.1918
Lehrerschaft der Bürgerschulen W. Pladeck
Verordnung über Ortsschulaufsicht und Schulleitung vom 11.12.1918:
§ 1 1. Der Pfarrar der Parochie gehört als solcher nicht mehr dem Schulvorstand an.
2. Die Ortsschulaufsicht über die Volksschulen ohne Direktor wird aufgehoben. Diese Schulen unterstehen künftig unmittelbar der Aufsicht des Bezirksschulinspektors.
§ 2 1. Die Lehrerversammlung, die der leitende Lehrer von Zeit zu Zeit einzuberufen und zu leiten hat berät über:
b) Lehrplan
c) Grundsätze für Stundenplan, Vertretungen, Zensurenerteilungen, Versetzungen, Prüfungen
d) Durchführung der Verordnung und Verfügung der Schulbehörden
e) Besondere Veranstaltungen der Schulen
f) Vorschläge für den Kauf von Lehrmitteln usw.
g) Wünsche und Anträge betr. inneren Schulbetrieb und allg. Angelegenheiten
2. Das Ergebnis der Beratung ist durch Abstimmung festzustellen und in die Niederschrift aufzunehmen.
Usw. bis § 6
Gültig ab 1. Januar 1919
Ministerium für Kultus und öffentlichen Unterricht
Verordnung über den Wegfall des Schulgeldes in den öffentlichen Volksschulen und über die Einführung der allgemeinen Volksschule, vom l2.Dezember 1918
§ 1 Für die zum Besuche der 0rtsschule verpflichteten Volks und Fortbildungsschüler darf kein Schulgeld erhoben werden.
§ 2. die Volksschulen sind als allgemeine Volksschulen für alle Kinder des Schulbezirkes ohne Unterschied, des Vermögens und der Religion einzurichten

References: § 8
 § 4
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 § 20
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§ 32
 §12

§ 1

§ 2
 § 6

§ 1

§ 2