Source: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2016/01/asylantraege-dezember-2015.html;jsessionid=D442A1C9F3DE41E9ACAA947ADA80FE9E.2_cid287
Timestamp: 2017-05-26 05:36:34+00:00

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BMI - Nachrichten - 2015: Mehr Asylanträge in Deutschland als jemals zuvor
Migration und Integration Asyl und Flüchtlingsschutz Pressemitteilung 06.01.2016 2015: Mehr Asy­lan­trä­ge in Deutsch­land als je­mals zu­vor
Im Jahr 2015 wurden beim BAMF insgesamt 476.649 formelle Asylanträge gestellt, 273.815 mehr als im Vorjahr.
Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 135 Prozent. Allein 162.510 Asylbewerber kamen aus Syrien; das waren 34 Prozent aller Asylanträge. Im Regelfall sind diese Menschen in Deutschland nach Abschluss des Asylverfahrens auch schutzberechtigt.
Insgesamt 137.136 Personen erhielten im Jahr 2015 die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention (48,5 Prozent aller Asylbewerber). Zudem erhielten 1.707 Personen (0,6 Prozent) subsidiären Schutz nach § 4 Absatz 1 des Asylgesetzes und 2.072 Personen (0,7 Prozent) Abschiebungsschutz gemäß § 60 Abs. 5 oder 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes. Die Zahl der tatsächlichen Einreisen von Asylsuchenden nach Deutschland lag allerdings deutlich höher, da die formale Asylantragstellung teilweise erst zeitlich verzögert möglich ist und etliche, die nach Deutschland eingereist und verteilt worden sind, in andere EU-Staaten weiterziehen. So sind im EASY-System im Jahr 2015 bundesweit etwa 1,1 Mio. Zugänge von Asylsuchenden registriert worden. Das EASY-System ist eine IT-Anwendung zur Erstverteilung der Asylbegehrenden auf die Bundesländer. Bei den EASY-Zahlen sind Fehl- und Doppelerfassungen wegen der zu diesem Zeitpunkt noch fehlenden erkennungsdienstlichen Behandlung und der fehlenden Erfassung der persönlichen Daten nicht ausgeschlossen.
"Mit über 476.649 Asylanträgen haben wir im vergangenen Jahr die bislang höchste Zahl von Asylbewerberzugängen erreicht, die je in Deutschland verzeichnet worden ist. Die tatsächliche Zahl der zum Zwecke der Asylantragstellung eingereisten Personen liegt deutlich höher.
Im laufenden Jahr wird der Bund mit allein 4.000 zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beim BAMF und mit massiver finanzieller Unterstützung der Länder und Kommunen in Höhe von 670 Euro pro Asylbewerber und Monat für spürbare Verbesserungen bei der Durchführung der Asylverfahren bei der Unterbringung und Versorgung der Asylsuchenden Sorge tragen. Und wir werden auf allen Politikfeldern darauf hinwirken, dass die Zahl der nach Deutschland kommenden Asylsuchenden deutlich verringert wird."
20142015 Asylanträgedavon
Asylanträgedavon
Summe nachträgliche Berichtigungen7.9855.64826.85724.069Jahr202.834173.072476.649441.899Januar14.46312.55625.04221.679Februar11.2209.82826.08322.775März11.2809.83932.05428.681April11.50310.19927.17824.504Mai12.45711.16025.99223.758Juni14.01912.07735.44932.705Juli19.43116.19137.53134.384August17.69515.13836.42233.447September19.04316.21443.07140.487Oktober21.27918.41554.87752.730November22.07518.74857.81655.950Dezember20.38417.05948.27746.730
Asylanträge (Erst- und Folgeanträge)Veränderungen 2014 2015in %absolutGesamt202.834476.649135,0273.8151.Syrien41.100162.510395,4121.4102.Albanien8.11354.762575,046.6493.Kosovo8.92337.095315,728.1724.Afghanistan9.67331.902229,822.2295.Irak9.49931.379230,321.8806.Serbien27.14826.945-0,7-2037.Mazedonien8.90614.13158,75.2258.Ungeklärt3.67812.166230,88.4889.Eritrea13.25310.990-17,1-2.26310.Pakistan4.2268.472100,54.246
AsylanträgeErstanträgeFolgeanträgeGesamt476.649441.89934.750davon:Syrien162.510158.6573.853Albanien54.76253.805957Kosovo37.09533.4273.668Afghanistan31.90231.382520Irak31.37929.7841.595Serbien26.94516.70010.245Mazedonien14.1319.0835.048Ungeklärt12.16611.721445Eritrea10.99010.876114Pakistan8.4728.199273
Im Jahr 2015 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 282.726 Entscheidungen (Vorjahr: 128.911) getroffen. Insgesamt 137.136 Personen (48,5 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 2.029 Personen (0,7 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 135.107 Personen (47,8 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylgesetzes i. V. m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.
Flüchtlingsanerkennungendavon asylberechtigt FlüchtlingsschutzGesamt 48,50,747,8Syrien95,81,194,7Albanien0,00,00,0Kosovo0,00,00,0Afghanistan28,60,827,8Irak86,40,985,5Serbien0,00,00,0Mazedonien0,30,00,3Ungeklärt79,70,878,9Eritrea88,20,487,8Pakistan8,00,27,8
subsidiärer Schutz nach § 4 AsylVfGAbschiebungsverbote nach § 60 Abs. 5 oder Abs. 7 Satz 1Gesamt0,60,7davon:Syrien0,10,2Albanien0,10,1Kosovo0,10,3Afghanistan5,413,6Irak1,70,5Serbien0,00,1Mazedonien0,00,2Ungeklärt0,10,3Eritrea3,40,4Pakistan0,51,2
Mit weitem Abstand stärkstes Herkunftsland im Jahr 2015 war erneut Syrien. Im Jahr 2015 wurden 162.510 Erst- und Folgeanträge von Syrern gestellt. Da fast alle syrischen Asylanträge zu einer positiven Entscheidung führten, hat Deutschland somit seit 2011 - dem Beginn des Bürgerkrieges in Syrien - allein im Rahmen des Asylverfahrens etwa 230.000 Syrern Schutz gewährt.
Unter den zehn Hauptherkunftsländern waren im Jahr 2015 allein vier aus der Balkanregion: Serbien (-0,7 Prozent Asylanträge ggü. 2014), Kosovo (+316 Prozent), Mazedonien (+59 Prozent), und Albanien (+575 Prozent). Weitere bedeutende Herkunftsländer aus dieser Region waren Bosnien-Herzegowina (7.473 Asylanträge 2015, -12 Prozent ggü. 2014) und Montenegro (3.635 Asylanträge, +180 Prozent ggü. 2014). Mit zusammen 144.041 Asylanträgen im Jahr 2015 waren es ca. 130 Prozent mehr als im Vorjahr (2014: 62.833). Somit kamen im Jahr 2015 etwa 30 Prozent aller Asylbewerber allein aus diesen sechs Westbalkanstaaten. Allerdings verringerte sich deren Anteil im Jahresverlauf deutlich, und zwar von 62 Prozent im Monat März 2015 (absolut: 19.730) auf acht Prozent bzw. 3.983 Asylbewerbern im Monat Dezember 2015.
Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge haben im Dezember 2015 48.277 Personen Asyl beantragt, davon 46.730 als Erstanträge und 1.547 als Folgeanträge. Damit ist die Zahl der Asylbewerber gegenüber dem Vorjahresmonat um 27.893 Personen (136,8 Prozent) gestiegen und gegenüber dem Vormonat um 9.539 Personen (-16,5 Prozent) gesunken. Hauptherkunftsländer im Dezember 2015:Zum Vergleich:Oktober 2015November 2015Dezember 2015 1.Syrien28.46230.57325.357 2.Irak4.1354.4794.954 3.Afghanistan3.7944.9764.237 4.Ungeklärt1.1831.6183.349 5.Albanien4.6803.0441.801 6.Iran565963914 7.Serbien1.4231.362906 8.Eritrea1.2111.259699 9.Pakistan1.0101.27268810.Staatenlos688724479Die Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern im Dezember 2015:AsylanträgeErstanträgeFolgeanträgeGesamt48.27746.7301.547davon:Syrien25.35725.250107Irak4.9544.87579Afghanistan4.2374.20433Ungeklärt3.3493.33811Albanien1.8011.76041Iran91489420Serbien906380526Eritrea69968910Pakistan68867315Staatenlos4794763
Im Dezember 2015 hat das Bundesamt über die Anträge von 43.227 Personen (Vorjahresmonat: 15.655, Vormonat: 35.422) entschieden. 30.621 Personen (70,8 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 194 Personen (0,4 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 30.427 Personen (70,4 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylgesetzes i. V. m. § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.
Darüber hinaus hat das Bundesamt im Dezember 2015 bei 191 Personen (0,4 Prozent) Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.
Im Monat Dezember 2015 wurden im EASY-System 127.320 Zugänge von Asylsuchenden registriert (Vormonat: 206.101). HerkunftsländerDezember 2015Vormonatinsgesamt127.320206.1011. Syrien44.52297.4632. Irak28.31924.6783. Afghanistan26.50644.8464. Iran7.46410.0805. Marokko2.8962.690
Die Hauptherkunftsländer waren:Jahr 2015insgesamt1.091.8941Syrien428.4682Afghanistan154.0463Irak121.6624Albanien69.4265Kosovo33.049

References: § 4
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 Art. 16
 § 3
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 § 4
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