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Timestamp: 2017-11-23 07:27:49+00:00

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Rechtsprechung: NJW-RR 1986, 1151 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Frankfurt, 09.07.1986
Das Berufungsurteil steht insoweit im Einklang mit der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. Senatsurteile vom 27. Mai 1986 - VI ZR 275/85, VersR 1986, 1077, 1078 f. …und vom 26. November 1985 - VI ZR 9/85, VersR 1986, 354, 356 jeweils mwN).
Diese Voraussetzung kann zwar fehlen, wenn das Tier lediglich der Leitung und dem Willen eines Menschen folgt und nur daraus der Schaden resultiert, weil er in einem solchen Fall allein durch den Menschen verursacht wird (vgl. Senatsurteile vom 12. Juli 1966 - VI ZR 11/65 - VersR 1966, 1073, 1074;… vom 12. Januar 1982 - VI ZR 188/80 - aaO; vom 27. Mai 1986 - VI ZR 275/85 - NJW 1986, 2501; vom 30. September 1986 - VI ZR 161/85 - VersR 1987, 198, 200; BGH, Urteil vom 25. September 1952 - III ZR 334/51 - VersR 1952, 403; RGZ 50, 180 f.;… 60, 103 f.; 80, 237, 239;… ebenso Geigel/Haag, Der Haftpflichtprozess, 24. Aufl., Kap. 18 Rdn. 12;… a.A. Bamberger/Roth/Spindler, BGB, 2003, § 833 Rdn. 10;… MünchKommBGB/Wagner, 4. Aufl., § 833 Rdn. 11 f.;… Soergel/Zeuner, BGB, 12. Aufl., § 833 Rdn. 7;… Staudinger/Belling/Eberl-Borges, BGB, Neubearbeitung 2002, § 833 Rdn. 57;… Wussow/Terbille, Unfallhaftpflichtrecht, 15. Aufl., Kap. 11 Rdn. 14 f.).
Zwar ist das Haftungsprivileg nicht mehr ganz zeitgemäß; so führt der BGH (BGH NJW 86, 2501 f.) aus, dass die Voraussetzungen, die den Gesetzgeber 1908 veranlasst hätten, Satz 2 in § 833 BGB nachträglich einzufügen, heute nicht mehr im gleichen Umfang zutreffen; zur Begründung der Novelle sei damals darauf verwiesen worden, dass die Milderung der Haftpflicht der ländlichen Bevölkerung zu Gute käme.
Zu Recht geht das Berufungsgericht davon aus, daß die Jungpferde der Erwerbstätigkeit der Beklagten zu dienen bestimmt waren und letzterer daher der in § 833 Satz 2 BGB einem Tierhalter nachgelassene Entlastungsbeweis offen steht; an dieser Beurteilung vermag es nichts zu ändern, daß der Betrieb der Beklagten der Zucht von Reitpferden dient, da diese auf Erwerbszwecke gerichtet war (vgl. dazu Senatsurteil vom 27. Mai 1986 - VI ZR 275/85 - VersR 1986, 1077, 1079).
c) Die Haftung des Reitstallbesitzers H. nach § 833 Satz 1 BGB ist nicht dadurch ausgeschlossen, daß das Pferd seiner Erwerbstätigkeit zu dienen bestimmt war und daß er bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet hat - § 833 Satz 2 BGB (vgl. dazu das zur Veröffentlichung vorgesehene Senatsurteil vom 27. Mai 1986 - VI ZR 275/85).
2) Das Durchgehen des Ponys ist eine spezifische Tiergefahr, da sich die durch die Unberechenbarkeit und Selbständigkeit des tierischen Verhaltens hervorgerufene Gefährdung von Leben, Gesundheit und Eigentum Dritter verwirklicht hat (vgl. BGH NJW 1999, 3119; NJW 1992, 2474; NJW 1986, 2501; BGHZ 67, 129 (132)).
Welche Anforderungen an die im Verkehr erforderliche Sorgfalt zu stellen sind, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls (BGH NJW 1986, 2501 (2502)).
OLG Frankfurt, 09.07.1986 - 17 U 334/84
NJW-RR 1986, 1151

References: § 833
 § 833
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 BGH 
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 BGH