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Timestamp: 2020-08-10 10:54:22+00:00

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••• Fahrlässigkeit – Wann liegt fahrlässiges Handeln vor?
Fahrlässigkeit: Welches Verhalten gilt als fahrlässig?
Menschen machen Fehler – dies steht außer Frage. Wohl jedem ist schon mal ein Missgeschick unterlaufen, weil er sich leichtsinnig verhalten hat oder schlichtweg unachtsam war. Geschieht so etwas allerdings im Straßenverkehr und es kommt aufgrund Ihrer fehlenden Aufmerksamkeit zu einem Verkehrsunfall, steht relativ schnell der Vorwurf der Fahrlässigkeit im Raum.
Wann handelt es sich laut Gesetz um Fahrlässigkeit?
Worum es sich dabei genau handelt, welche Formen es gibt und welche Konsequenzen ein solches Fehlverhalten nach sich ziehen kann, erfahren Sie in diesem Ratgeber. Darüber hinaus erklären wir, worin die Unterschiede zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit liegen und welche Auswirkungen es auf den Versicherungsschutz haben kann, wenn Sie grob fahrlässig handeln.
Fahrlässigkeit: Die wichtigsten Fragen & Antworten
Was ist Fahrlässigkeit? Definition des Begriffs
Inwiefern unterscheiden sich Vorsatz und Fahrlässigkeit?
Grobe Fahrlässigkeit im Straßenverkehr: Beispiele
Wie wird Fahrlässigkeit im Straßenverkehr bestraft?
Welche Auswirkungen hat fahrlässiges Handeln auf den Versicherungsschutz?
Wann ist von Fahrlässigkeit die Rede?
Allgemein handelt es sich um Fahrlässigkeit, wenn Sie Ihrer eigentlich erforderlichen Sorgfaltspflicht im Straßenverkehr nicht nachkommen. Mehr dazu lesen Sie hier.
Wo liegen die Unterschiede zwischen Fahrlässigkeit und Vorsatz?
An dieser Stelle erfahren Sie, inwiefern sich vorsätzliches und fahrlässiges Handeln voneinander unterscheiden. Mehr zu Ersterem finden Sie in unserem Ratgeber zum Vorsatz.
Wie wirkt sich grobe Fahrlässigkeit auf die Kfz-Versicherung aus?
Hier erhalten Sie Informationen dazu, wie sich ein grob fahrlässig herbeigeführter Unfall auf den Versicherungsschutz auswirken kann.
Welches Verhalten gilt per Definition als grob fahrlässig?
Grundsätzlich kommt der Begriff „Fahrlässigkeit“ sowohl im Strafrecht als auch im Zivilrecht zum Einsatz. In § § 276 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) heißt es dazu zunächst einmal:
Dieser Definition von Fahrlässigkeit aus dem BGB zufolge kann Ihnen ein solches Fehlverhalten vorgeworfen werden, wenn sie in einer bestimmten Situation ein Risiko eingehen, anstatt Vorsicht und Pflichtbewusstsein an den Tag zu legen.
Im Zivilrecht wird zwischen zwei Formen der Fahrlässigkeit unterschieden:
Auch wenn sich für grobe Fahrlässigkeit keine Definition im BGB findet, geht die Rechtsprechung in der Regel von einer solchen aus, wenn die eigentlich erforderliche Sorgfalt enorm ignoriert wurde. Verhalten Sie sich grob fahrlässig, kann das Ganze außerdem strafrechtliche Folgen haben. § 15 des Strafgesetzbuches (StGB) besagt dazu allerdings, dass fahrlässiges Handeln nur dann bestraft werden kann, wenn ein Gesetz ausdrücklich eine Strafe dafür vorsieht.
Darüber hinaus gibt es auch im Strafrecht zwei unterschiedliche Formen der Fahrlässigkeit:
Um bewusste Fahrlässigkeit handelt es sich normalerweise, wenn sich die betroffene Person mit ihrem Verhalten zwar wissentlich strafbar macht, jedoch darauf hofft bzw. davon ausgeht, dass die gesetzeswidrige Konsequenz daraus nicht eintritt.
Unbewusste Fahrlässigkeit liegt wiederum vor, wenn eine Person zwar eine strafbare Handlung vollzieht, sich allerdings dessen nicht bewusst ist, obwohl sie dazu in der Lage gewesen wäre.
Die Grenzen zwischen Fahrlässigkeit und Vorsatz sind teilweise etwas verschwommen. Schließlich weiß die betroffene Person in beiden Fällen, dass sie sich rechtswidrig verhält und auch, dass daraus ein Schaden entstehen könnte. Was das fahrlässige Handeln jedoch vom vorsätzlichen unterscheidet, ist die innere Einstellung des Täters.
Vorsatz setzt voraus, dass er bewusst und mit voller Absicht vorgeht und sogar möchte, dass das schädigende Ereignis eintritt, wohingegen der fahrlässig Handelnde leichtsinnig vorgeht, indem er die eigentlich notwendige Sorgfaltspflicht außer Acht lässt. Ihm ist zwar klar, dass es zu einem Schaden kommen könnte, gleichzeitig geht er jedoch davon aus, dass dies nicht geschieht.
Verursachen Sie wegen der Nutzung vom Handy einen Unfall, kann Ihnen Fahrlässigkeit vorgeworfen werden.
Zur Verdeutlichung haben wir Ihnen im Folgenden einige Beispiele aufgelistet, bei denen es sich per Definition um grobe Fahrlässigkeit im Straßenverkehr handelt:
Sie lassen sich während der Fahrt stark ablenken, indem Sie beispielsweise mit dem Handy herumhantieren. Dadurch fahren Sie Ihrem Vordermann zu stark auf und als dieser plötzlich abbremst, rasseln Sie in ihn hinein und verursachen so eine fahrlässige Sachbeschädigung.
Sie überfahren versehentlich eine rote Ampel oder übersehen ein Stoppschild. Dadurch kommt es zu einem Unfall mit Personenschaden, der Ihnen als fahrlässige Körperverletzung im Straßenverkehr ausgelegt werden kann.
Sie bewahren Ihre Fahrzeugpapiere dauerhaft im Fahrzeug selbst auf. Eines Tages werden sie mitsamt Kfz gestohlen. Auch hierbei kann es sich um grobe Fahrlässigkeit Ihrerseits handeln.
Wie bereits erwähnt, kann nur dann eine Strafe bei Fahrlässigkeit fällig werden, wenn das StGB explizit eine solche dafür vorsieht. Dies ist beispielsweise bei den folgenden Zuwiderhandlungen der Fall:
Fahrlässige Trunkenheit im Verkehr gemäß § 316 StGB (Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr)
Fahrlässige Körperverletzung gemäß § 229 StGB (Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren)
Fahrlässige Tötung gemäß § 222 StGB (Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren)
Fahrlässige Brandstiftung gemäß § 306d StGB (Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren)
Haben Sie also beispielsweise eine fahrlässige Körperverletzung bei einem Verkehrsunfall verschuldet, müssen Sie sich auf das gerade genannte Strafmaß einstellen. Konsequenzen aus dem Verkehrsrecht können ebenfalls noch zusätzlich auf Sie zukommen. Die Regelsätze im Bußgeldkatalog, die Ihnen in einem Bußgeldbescheid mitgeteilt werden, sind zwar in der Regel ohnehin auf Fahrlässigkeit ausgelegt, fallen jedoch strenger aus, wenn es aufgrund des jeweiligen Fehlverhaltens zu einem Unfall kam.
Das Strafmaß für eine fahrlässige Tötung liegt bei einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.
Werden Sie beispielsweise bei der Nutzung vom Handy am Steuer erwischt, kommen ein Bußgeld von 100 Euro und ein Punkt in Flensburg auf Sie zu.
Dabei muss weder ein anderer Verkehrsteil­nehmer gefährdet oder verletzt worden sein.
Haben Sie hingegen fahrlässig einen Unfall herbeige­führt, weil Sie die Finger selbst während der Fahrt nicht von Ihrem Smartphone lassen konnten, steigt das Bußgeld auf 200 Euro an. Hinzu kommen zwei Punkte sowie ein einmonatiges Fahrverbot.
Kann Ihnen bei einem Verkehrsverstoß grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden, wirkt sich dies normalerweise automatisch auf Ihre Kfz-Versicherung aus. Zwar wird Ihre Haftpflichtversicherung in einem solchen Fall dennoch für den Schaden aufkommen, der einer dritten Person entstanden ist. Allerdings kann die Versicherungsgesellschaft Sie im Anschluss daran in Regress nehmen und bis zu 5.000 Euro von Ihnen zurückfordern.
Haben Sie eine Vollkasko-Versicherung abgeschlossen, kann es Sie sogar noch härter treffen: Bei dieser Versicherungsform steht es dem jeweiligen Anbieter frei, die Leistungen anteilig zu kürzen oder diese sogar gänzlich zu verweigern, wenn der Schaden aufgrund grober Fahrlässigkeit zustande kam. Es gibt jedoch auch Tarife, bei denen die Versicherung selbst dann zahlt, wenn der Schaden grob fahrlässig herbeigeführt wurde. Dabei müssen Sie allerdings meist etwas tiefer in die Tasche greifen als üblich.
§ 276 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 81 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)

References: § 276
 § 15
 § 316
 § 229
 § 222
 § 306

§ 276

§ 81