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Timestamp: 2016-10-25 03:08:24+00:00

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6B_1185/2014 (24.02.2015)
6B_1185/2014 � � Urteil vom 24. Februar 2015
�Am 25. November 2011 lenkte X.________ in Allschwil auf der Baslerstrasse einen Personenwagen in Richtung Dorfzentrum. Auf der H�he der Verzweigung Baslerstrasse/Carmenstrasse spurte sie unter Ank�ndigung der Richtungs�nderung angrenzend zur Mittellinie ein, um nach links in die Carmenstrasse abzubiegen. Zu diesem Zeitpunkt stand ein Lastwagen auf der Baslerstrasse in der Kolonne des Gegenverkehrs. Diese Verkehrsteilnehmer hatten links in Fahrtrichtung Basel beziehungsweise Wasgenring eingespurt und mussten wegen des Rotlichts an der Kreuzung weiter vorne warten. Der Lenker des Lastwagens gab X.________ ein Zeichen, woraufhin sie vor diesem hindurch in die Carmenstrasse einbiegen wollte. Dabei kollidierte sie mit dem Motorradfahrer A.________, welcher in der Zwischenzeit rechts neben dem Lastwagen vorbeigefahren war. A.________ st�rzte und wurde verletzt. Ihm musste eine neue H�ftprothese eingesetzt werden, was einen station�ren Spital- und einen anschliessenden Rehaaufenthalt zur Folge hatte. Damit habe sich X.________ der fahrl�ssigen einfachen K�rperverletzung schuldig gemacht.
�Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft verurteilte X.________ mit Strafbefehl vom 9. April 2013 zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagess�tzen zu Fr. 50.-- sowie einer Busse von Fr. 500.--. Die Zivilforderung von A.________ wurde auf den Zivilweg verwiesen.
�X.________ erhob Einsprache gegen den Strafbefehl. Das Strafgericht Basel-Landschaft best�tigte am 7. Januar 2014 den Schuldspruch, reduzierte jedoch die bedingte Geldstrafe auf 10 Tagess�tze zu Fr. 30.--. Es hiess die Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen von A.________ mit einer Haftungsquote von 100% gut und verwies sie im �brigen auf den Zivilweg. �berdies wurde X.________ verpflichtet, A.________ eine Entsch�digung in der H�he von Fr. 5'771.40 zu bezahlen.
�Das Kantonsgericht Basel-Landschaft hiess die Berufung von X.________ am 23. September 2014 teilweise gut. Es reduzierte die Tagessatzh�he auf Fr. 10.--. Im �brigen wurde das Urteil des Strafgerichts best�tigt.
�X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen. Sie beantragt, das Urteil des Kantonsgerichts vom 23. September 2014 sei aufzuheben und sie sei vom Vorwurf der fahrl�ssigen einfachen K�rperverletzung freizusprechen. Die Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen von A.________ seien abzuweisen.
�Die Beschwerdef�hrerin wirft der Vorinstanz eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung und Beweisw�rdigung (Art. 9 BV) vor und macht die Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" (Art. 10 Abs. 3 StPO; Art. 32 Abs. 1 BV; Art. 6 Ziff. 2 EMRK) geltend.
1.1.�Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willk�rlich ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 S. 445 mit Hinweisen; vgl. zum Willk�rbegriff: BGE 138 I 305 E. 4.3 S. 319 mit Hinweis). Die Willk�rr�ge muss in der Beschwerde explizit vorgebracht und substanziiert begr�ndet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG). Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 5 mit Hinweis). Dem Grundsatz in dubio pro reo kommt in der von der Beschwerdef�hrerin angerufenen Funktion als Beweisw�rdigungsregel (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO) im Verfahren vor dem Bundesgericht keine �ber das Willk�rverbot von Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 138 V 74 E. 7 S. 82 mit Hinweisen).
1.2.�Die Beschwerdef�hrerin beanstandet die Feststellung der Vorinstanz, wonach der Verkehr auf der Gegenfahrbahn bereits auf der H�he der Unfallstelle zweispurig gewesen sei. Die Strasse werde erst rund 30 Meter nach der Unfallstelle durch eine entsprechende Markierung in zwei Spuren unterteilt. Die linke Spur sei f�r die an der Kreuzung weiter vorne nach links in den Wasgenring abbiegenden Fahrzeuge vorgesehen. Eine generelle Praxis der Verkehrsteilnehmer, bereits vor der markierten Stelle in zwei Kolonnen zu fahren, mache die Strasse nicht zweispurig. Zudem habe der Lastwagenfahrer ausgesagt, rechts neben ihm habe kein Auto mehr Platz gehabt, da er nicht ganz links eingespurt habe. Die Feststellung der Vorinstanz, wonach die Strasse an der Unfallstelle zweispurig gewesen sei, verletze das Willk�rverbot und verstosse gegen den Grundsatz in dubio pro reo.
�Bereits die erste Instanz hielt fest, gem�ss Aussage der Beschwerdef�hrerin h�tten sowohl der Lastwagen als auch die vor ihm wartenden Fahrzeuge, wie es dort �blich sei, so weit links eingespurt, dass rechts davon mindestens eine ganze Fahrzeugbreite Platz verblieben sein m�sse. Es habe demnach ohne weiteres rechts vorbeigefahren werden k�nnen. Dass sich der Lastwagenfahrer w�hrend der Voruntersuchung nicht mehr an die damalige Positionierung seines Lastwagens habe erinnern k�nnen, �ndere an dieser Schlussfolgerung nichts. In der Zwischenzeit sei an der Unfallstelle eine Sperrfl�che markiert worden, welche das zweispurige Fahren verbiete. Dies sei ein weiteres Indiz daf�r, dass es einer g�ngigen Praxis entsprochen habe, an der Unfallstelle in zwei Kolonnen zu fahren. In Erg�nzung dazu h�lt die Vorinstanz fest, es sei gerichtsnotorisch, dass die Verkehrsteilnehmer, welche an der Kreuzung Baslerstrasse/Morgartenring/Wasgenring nach links abbiegen wollten, insbesondere bei hohem Verkehrsaufkommen bereits vor der signalisierten Einspurstrecke einspuren w�rden. Schliesslich habe die Beschwerdef�hrerin zumindest mit einem hinter dem Lastwagen auftauchenden Fahrrad gerechnet. Gest�tzt auf die Aussagen der Beteiligten und die soeben erw�hnten �berlegungen durfte die Vorinstanz willk�rfrei darauf schliessen, dass rechts des Lastwagens gen�gend Platz f�r eine zweite Fahrspur vorhanden war und dass es einer g�ngigen Praxis entsprach, bereits auf der H�he der Unfallstelle einzuspuren. Ob das Fahren in mehreren Kolonnen respektive das Rechts�berholen durch den Motorradfahrer einen Verkehrsregelverstoss darstellt, ist keine Frage der Sachverhaltsfeststellung und daher an dieser Stelle nicht zu pr�fen (vgl. dazu E. 2.3 ff.).
1.3.�Die Beschwerdef�hrerin bem�ngelt weiter, die Vorinstanz gehe davon aus, sie sei in einem Zug abgebogen. Tats�chlich habe es sich jedoch um ein mehrstufiges Abbiegeman�ver gehandelt. In einer ersten Phase habe sie links eingespurt und auf eine M�glichkeit gewartet, um einbiegen zu k�nnen. Der Lastwagen habe etwas zur�ckgesetzt, um ihr die Durchfahrt zu erm�glichen. Sie sei zun�chst vor den Lastwagen gefahren, habe dort angehalten und den Sichtkontakt zum Lastwagenfahrer gesucht. Dieser habe ihr signalisiert, dass sie freie Fahrt habe. Die Feststellung der Vorinstanz, sie h�tte lediglich die n�chste Gr�nphase abwarten und den Lastwagen passieren lassen m�ssen, um die gesamte Gegenfahrbahn �berblicken zu k�nnen, sei willk�rlich. Da sie sich beim inkriminierten Man�ver bereits vor dem Lastwagen befunden habe, habe sie den Gegenverkehr blockiert. Es sei somit faktisch nicht mehr m�glich gewesen, den Lastwagen beim n�chsten Lichtsignalintervall passieren zu lassen.
�Die Vorinstanz unterstellt der Beschwerdef�hrerin nicht, in einem Zug abgebogen zu sein. Vielmehr wurde bereits im erstinstanzlichen Urteil festgehalten, dass die Beschwerdef�hrerin vor dem Lastwagen zum Stehen kam und auf ein weiteres Zeichen des Lastwagenfahrers wartete (erstinstanzliches Urteil, S. 11). Obschon die Vorinstanz die Sachverhaltsfeststellungen in abgek�rzter Form wiedergibt, ist nicht ersichtlich, dass sie vom Sachverhalt des Strafgerichts abzuweichen beabsichtigt. Die Willk�rr�ge geht somit an der Sache vorbei. Soweit die Beschwerde in diesem Punkt den Begr�ndungsanforderungen (Art. 42 Abs. 2 BGG und 106 Abs. 2 BGG) �berhaupt gen�gt, ist sie unbegr�ndet.
�Die Beschwerdef�hrerin macht in rechtlicher Hinsicht geltend, ihr k�nne keine Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden. Zudem habe die Vorinstanz das Vertrauensprinzip (Art. 26 Abs. 1 SVG) falsch angewendet.
2.1.�Fahrl�ssig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht R�cksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein Schuldspruch wegen fahrl�ssiger K�rperverletzung gem�ss Art. 125 Abs. 1 StGB setzt voraus, dass der T�ter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist die Handlungsweise, wenn der T�ter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umst�nde sowie seiner Kenntnisse und F�higkeiten die damit bewirkte Gef�hrdung der Rechtsg�ter des Opfers h�tte erkennen k�nnen und m�ssen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos �berschritten hat. Wo besondere, der Unfallverh�tung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Fehlen solche, kann auf analoge Regeln privater oder halbprivater Vereinigungen abgestellt werden, sofern diese allgemein anerkannt sind. Dies schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrl�ssigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrunds�tze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz gest�tzt werden kann (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64 mit Hinweisen). Die Zurechenbarkeit des Erfolgs bedingt die Vorhersehbarkeit nach dem Massstab der Ad�quanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuf�hren oder mindestens zu beg�nstigen. Die Ad�quanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergew�hnliche Umst�nde, wie das Mitverschulden des Opfers bzw. eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren - wie das Verhalten des Beschuldigten - in den Hintergrund dr�ngen (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64 f. mit Hinweisen). Weitere Voraussetzung ist, dass der Erfolg vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und gepr�ft, ob der Erfolg bei pflichtgem�ssem Verhalten des T�ters ausgeblieben w�re. F�r die Zurechnung des Erfolgs gen�gt, wenn das Verhalten des T�ters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64 f. mit Hinweisen).
2.2.�Gem�ss Art. 36 Abs. 3 SVG ist vor dem Abbiegen nach links den entgegenkommenden Fahrzeugen der Vortritt zu lassen. Diese Vortrittsregel wird durch Art. 14 Abs. 1 der Verkehrsregelverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) konkretisiert, wonach der Vortrittsbelastete den Vortrittsberechtigten in seiner Fahrt nicht behindern darf und mit Blick darauf seine Geschwindigkeit fr�hzeitig zu m�ssigen und wenn n�tig vor Beginn der Verzweigung zu halten hat. Den Vortrittsberechtigten behindert grunds�tzlich, wer ihn zu einem Verhalten veranlasst, zu dem er nicht verpflichtet ist und das er nicht will, ihm also die M�glichkeit nimmt, sich im Rahmen seiner Vortrittsberechtigung frei im Verkehr zu bewegen, namentlich wenn der Berechtigte gezwungen wird, seine Fahrtrichtung oder seine Geschwindigkeit br�sk zu �ndern (Urteil 6B_509/2010 vom 14. M�rz 2011 E. 3.3.2 mit Hinweis).
Nach der Grundregel von Art. 26 Abs. 1 SVG hat sich im Verkehr jedermann so zu verhalten, dass er andere in der ordnungsgem�ssen Ben�tzung der Strasse weder behindert noch gef�hrdet. Daraus leitet die Rechtsprechung den Vertrauensgrundsatz ab, wonach jeder Strassenben�tzer darauf vertrauen darf, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer ebenfalls ordnungsgem�ss verhalten. Auf den Vertrauensgrundsatz kann sich indes nur berufen, wer sich selbst verkehrsregelkonform verhalten hat. Wer gegen die Verkehrsregeln verst�sst und dadurch eine unklare oder gef�hrliche Verkehrslage schafft, kann nicht erwarten, dass andere diese Gefahr durch erh�hte Vorsicht ausgleichen (BGE 125 IV 83 E. 2b S. 88 mit Hinweisen; Urteil 6B_651/2013 vom 23. Januar 2014 E. 4.2). Jedoch gilt diese Einschr�nkung dort nicht, wo gerade die Frage, ob der Verkehrsteilnehmer eine Verkehrsvorschrift verletzt hat, davon abh�ngt, ob er sich auf den Vertrauensgrundsatz berufen kann oder nicht. Denn es w�re zirkelschl�ssig, in einem solchen Fall den Vertrauensgrundsatz nicht anzuwenden mit der Begr�ndung, der T�ter habe eine Verkehrsregel verletzt. Dies h�ngt ja gerade davon ab, ob und inwieweit er sich auf das verkehrsgerechte Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer verlassen darf (BGE 125 IV 83 E. 2b S. 88 mit Hinweis).
2.3.�Unbestrittenermassen war die Beschwerdef�hrerin gegen�ber den Verkehrsteilnehmern des Gegenverkehrs vortrittsbelastet. Dies war ihr bekannt, weshalb sie sich langsam auf die Gegenfahrbahn vortastete. Die Beschwerdef�hrerin ist der Auffassung, da der Lastwagen ein "unaufl�sbares Sichthindernis" dargestellt habe, sei den Anforderungen an die Sorgfaltspflicht mit einem langsamen Vortasten Gen�ge getan.
�Es ist zun�chst zu pr�fen, ob die Beschwerdef�hrerin beim Abbiegen ihren Sorgfaltspflichten nachgekommen ist. Erst wenn dies zu bejahen w�re, w�re danach zu fragen, ob sie darauf vertrauen durfte, der Vortrittsberechtigte verletze seinerseits die Verkehrsregeln nicht (vgl. BGE 120 IV 252 E. 2d/bb S. 254 f.), bzw. ob aufgrund besonderer Anzeichen f�r ein Fehlverhalten des anderen Verkehrsteilnehmers Anlass f�r erh�hte Vorsicht bestand. Somit ist an dieser Stelle nicht zu pr�fen, ob das �berholen des Beschwerdegegners 2 einen Verkehrsregelverstoss darstellte. Erst wenn festgestellt w�rde, dass die Beschwerdef�hrerin darauf vertrauen durfte, dass kein Motorradfahrer den Lastwagen rechts �berholt, w�re das Verhalten des Beschwerdegegners 2 auf seine Verkehrsregelkonformit�t zu pr�fen.
2.4.�Die Vorinstanz erw�gt, die von der Beschwerdef�hrerin herangezogene Rechtsprechung (BGE 93 IV 32) komme vorliegend nicht zur Anwendung, da die Sichtbeschr�nkung, im Gegensatz zu den vom Bundesgericht erw�hnten Mauern, Hecken oder parkierten Fahrzeugen lediglich von kurzer Dauer gewesen sei. Beim n�chsten Wechsel des Lichtsignals an der Kreuzung Baslerstrasse/Morgartenring/Wasgenring h�tte der Lastwagen die Stelle passiert und die Beschwerdef�hrerin h�tte die vortrittsberechtigte Gegenfahrbahn, inklusive der vom Beschwerdegegner 2 benutzten Verkehrsfl�che, selber �berblicken k�nnen. Erst in dieser neuen Situation w�re ein gefahrloses Linksabbiegen m�glich gewesen. Alternativ h�tte sie ihre Fahrt in gerader Richtung soweit fortsetzen k�nnen, bis die Strassen- und Verkehrsverh�ltnisse es ihr gestattet h�tten, ihren Wagen zu wenden, um auf der anderen Seite der Strasse zur�ckzufahren und dann rechts in die Einfahrt einzubiegen. Die Vorinstanz verweist dazu auf BGE 84 IV 115.
2.5.�Das Bundesgericht befasste sich bereits mehrmals mit der Frage, welche Sorgfalt ein vortrittsbelasteter Verkehrsteilnehmer beim Abbiegen bei eingeschr�nkter Sicht aufwenden muss. In diesem Zusammenhang erwog es, eine gewisse Behinderung der Vortrittsberechtigten k�nne kaum vermieden werden, wenn die Sicht f�r einen Wartepflichtigen bei einer Einm�ndung durch Mauern oder Hecken so beschr�nkt werde, dass er zwangsl�ufig mit dem Vorderteil seines Wagens in die vortrittsbelastete Verkehrsfl�che gelange, bevor er von seinem Fahrersitz aus �berhaupt Einblick in diese erhalte. In solchen Situationen sei ein sehr vorsichtiges Hineintasten zul�ssig, wenn der Vortrittsberechtigte das ohne Sicht langsam einm�ndende Fahrzeug rechtzeitig genug sehen k�nne, um entweder selbst auszuweichen oder den Wartepflichtigen durch ein Signal zu warnen (BGE 105 IV 339 E. 3 S. 339 mit Hinweis; vgl. auch BGE 127 IV 34 E. 3c/bb S. 43 f. mit Hinweisen). Dabei d�rfe grunds�tzlich darauf vertraut werden, dass vortrittsberechtigte Fahrzeuge abbremsen oder sogar anhalten w�rden, wenn das einbiegende Fahrzeug aus gen�gend grosser Entfernung gesehen werden k�nne (BGE 89 IV 140 E. 3c S. 145 f.).
�Wie die Vorinstanz ausf�hrt, ist in den erw�hnten Entscheiden von dauerhaften Sichthindernissen wie Mauern und Hecken die Rede. Das Bundesgericht hatte jedoch auch schon F�lle zu beurteilen, bei denen die Sichtbeschr�nkung vor�bergehender Natur war. In BGE 122 IV 133 versperrte ein Lieferwagen, welcher der Vortrittsbelasteten die Vorfahrt gew�hren wollte, dieser gleichzeitig die Sicht. Das Bundesgericht erwog, auch in diesem Fall k�nne der Sorgfaltspflicht mit einem langsamen Vortasten Gen�ge getan werden. Zu einer Verurteilung der Automobilistin kam es jedoch nicht, da diese nicht habe damit rechnen m�ssen, dass ein Motorradfahrer mit �bersetzter Geschwindigkeit und in Verletzung von Art. 47 Abs. 2 SVG die stehende Kolonne �berholen w�rde.
2.6.�Ein vorsichtiges Hineintasten gen�gt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur, wenn der Vortrittsberechtigte das ohne Sicht langsam einm�ndende Fahrzeug rechtzeitig genug sehen kann, um entweder selbst auszuweichen oder den Wartepflichtigen durch ein Signal zu warnen (BGE 105 IV 339 E. 3 S. 339). Dies war vorliegend nicht der Fall; wie bereits die erste Instanz festgestellt hat, war der Beschwerdegegner 2 nicht in der Lage, die Kollision aus eigener Kraft zu vermeiden, da er die Beschwerdef�hrerin zu sp�t erblickte. Dass der Beschwerdegegner 2 mit �bersetzter Geschwindigkeit unterwegs gewesen w�re, ist nicht erstellt. Hinzu kommt, dass im Gegensatz zu BGE 122 IV 133 der Erfolgseintritt f�r die Beschwerdef�hrerin im vorliegenden Fall ohne weiteres erkennbar war. Wie die Vorinstanz verbindlich feststellt, bestand eine g�ngige Praxis, wonach die links eingespurten Fahrzeuge rechts �berholt wurden. Diese Praxis war der Beschwerdef�hrerin bekannt. Das �berholman�ver des Beschwerdegegners 2 kann demnach weder als abwegig noch als aussergew�hnlich bezeichnet werden. Vielmehr war es geradezu allt�glich. Die Beschwerdef�hrerin musste aufgrund der konkreten Umst�nde und insbesondere im dichten Feierabendverkehr mit dem �berholen eines Motorrades rechnen. Sie durfte daher nicht ohne weiteres auf das Ausbleiben des Erfolgs vertrauen. Ein entsprechender Irrtum w�re jedenfalls bei pflichtgem�sser Vorsicht vermeidbar gewesen (vgl. Art. 13 Abs. 2 StGB). Ein die Vorhersehbarkeit des Erfolgseintritts unterbrechendes Mitverschulden des Motorradfahrers, mit dem die Beschwerdef�hrerin schlechthin nicht rechnen musste, liegt nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erw�gungen ebenfalls nicht vor. Im Zusammenhang mit der Ad�quanz macht die Beschwerdef�hrerin weiter geltend, diese sei zu verneinen, da das falsche Signal des Lastwagenfahrers und nicht ihr eigenes Handeln urs�chlich f�r die Kollision gewesen sei. Auch diese Argumentation verf�ngt nicht. Die Beschwerdef�hrerin beging eine Verkehrsregelverletzung. Die falsche Zeichengebung wurde richtigerweise bei der Verschuldensbemessung ber�cksichtigt. Die Ad�quanz entf�llt damit jedoch nicht. Das �bersehen des Motorrades durch den Lastwagenfahrer war nicht derart aussergew�hnlich, dass die Beschwerdef�hrerin damit schlechterdings nicht h�tte rechnen m�ssen. Vielmehr besteht bei einem Lastwagenfahrer bekanntlich eine erh�hte Gefahr, dass dieser andere Verkehrsteilnehmer aufgrund der eingeschr�nkten Sicht �bersieht. Die Beschwerdef�hrerin durfte sich nicht ohne weiteres auf seine Zeichengebung verlassen.
�Auch die vorinstanzlichen Erw�gungen zur Vermeidbarkeit des Erfolgseintritts sind nicht zu beanstanden. Sie geht davon aus, dass es nicht zur Kollision mit K�rperverletzungsfolge gekommen w�re, wenn die Beschwerdef�hrerin das Vortrittsrecht des Beschwerdegegners 2 nicht verletzt h�tte. Der Erfolg im vorerw�hnten Sinne sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf die Vortrittsrechtsverletzung der Beschwerdef�hrerin zur�ckzuf�hren. Die Vorinstanz erw�hnt zudem konkrete Handlungsalternativen. Demnach w�re es f�r die Beschwerdef�hrerin zumutbar gewesen, die n�chste Gr�nphase abzuwarten oder die Fahrt in gerader Richtung fortzusetzen und anschliessend zu wenden.
�Soweit die Beschwerdef�hrerin unter Berufung auf Art. 26 Abs. 1 SVG geltend macht, sie habe sich darauf verlassen d�rfen, dass der Lastwagenfahrer sich selber "verkehrsm�ssig korrekt versichert habe", dass sie die Strasse gefahrlos queren k�nne, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Die Beschwerdef�hrerin kann sich gegen�ber dem Beschwerdegegner 2 nicht auf das Vertrauensprinzip berufen mit der Begr�ndung, ein Dritter habe gegen eine Verkehrsregel verstossen.
2.7.�Insgesamt verletzt das vorinstanzliche Urteil kein Bundesrecht.
�Die Beschwerdef�hrerin beantragt, die Zivilanspr�che des Beschwerdegegners 2 seien abzuweisen. Der Antrag wird nicht n�her begr�ndet. Die Beschwerdef�hrerin geht von der Pr�misse des Freispruchs aus. Es bleibt jedoch beim vorinstanzlichen Schuldspruch. Der Antrag ist abzuweisen.
�Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang sind die Gerichtskosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Beschwerdegegner 2 ist keine Entsch�digung zuzusprechen, da ihm im bundesgerichtlichen Verfahren keine Umtriebe entstanden sind.

References: in dubio
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 95
 BGE 
in dubio
 Art. 10
 Art. 9
in dubio
 Art. 125
 Art. 36
 Art. 14
 Art. 26
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 47
 BGE 
 Art. 13
 Art. 26