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Timestamp: 2020-01-27 03:13:31+00:00

Document:
Deutscher Bundestag 3. Wahlperiode Drucksache 763 Entwurf - Revistas
Deutscher Bundestag 3. Wahlperiode Drucksache 763 Entwurf
Bonn, den 20. Dezember 1958
11 - 53001 - 4835/58
Entwurf eines Gesetzes zu den drei Abkom
men vom 3. April 1958 zwischen der Bundes
republik Deutschland und der Portugiesischen
Republik über deutsche Vermögenswerte in
Portugal, auf dem Gebiet des gewerblichen
Rechtsschutzes und über die Liquidation des
früheren deutsch-portugiesischen
Verrechnungsverkehrs
nebst Begründung mit der Bitte, die Beschlußfassung des
Deutschen Bundestages herbeizuführen.
Die drei Abkommen in deutscher und portugiesischer Sprache
nebst dazugehörigem Schriftwechsel sowie eine Denkschrift zu
den Abkommen sind beigefügt.
Federführend sind die Bundesminister des Auswärtigen, der
Justiz, der Finanzen und für Wirtschaft.
Der Bundesrat hat in seiner 200. Sitzung am 19. Dezember 1958
gemäß Artikel 76 Abs. 2 des Grundgesetzes beschlossen, gegen
den Gesetzentwurf keine Einwendungen zu erheben.
Drucksache 763
Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode
zu den drei Abkommen vom 3. April 1958
zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Portugiesischen Republik
über deutsche Vermögenswerte in Portugal,
auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes und
über die Liquidation des früheren deutsch-portugiesischen Verrechnungsverkehrs
Den am 3. April 1958 in Lissabon unterzeichneten
drei Abkommen zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und der Portugiesischen Republik,
1. Abkommen über deutsche Vermögenswerte in
2. Abkommen auf dem Gebiet des gewerblichen
Rechtsschutzes,
3. Abkommen über die Liquidation des früheren
deutsch-portugiesischen Verrechnungsverkehrs
sowie den zugehörigen Schriftwechseln wird zugestimmt. Die Abkommen und die Schriftwechsel
werden nachstehend veröffentlicht.
(1) Der Bundesminister der Finanzen wird den
DM-Gegenwert der Beträge, die auf das in Artikel 3
Abs. 1 des Abkommens über deutsche Vermögenswerte in Portugal genannte Konto überwiesen werden, an die nach Absatz 2 Ausgleichsberechtigten
zahlen. Für die Berechnung des DM-Gegenwertes
ist der zwischen der Bank Deutscher Länder (Deutsche Bundesbank) und der Banco de Portugal vereinbarte offizielle Wechselkurs (Mittelkurs) maßgebend.
(2) Ausgleichsberechtigt sind die von den zuständigen portugiesischen Stellen bezeichneten
Personen oder ihre Rechtsnachfolger mit den von
den portugiesischen Stellen jeweils angegebenen
Beträgen. Die bezeichneten Personen oder ihre
Rechtsnachfolger sind insoweit nicht ausgleichsberechtigt, als sie oder ihre Rechtsvorgänger von
Dienststellen des Deutschen Reichs im Hinblick auf
ihre bei portugiesischen Banken festgelegten Konten Zahlungen erhalten haben. Derartige Zahlungen
sind unter Zugrundelegung des für die Zahlung
maßgebenden Wechselkurses auf die mitgeteilten
Beträge voll anzurechnen.
(3) Ein von den Ausgleichsberechtigten nach den
Bestimmungen der Artikel 3 bis 7 dieses Gesetzes
zu entrichtender Ablösungsbeitrag ist mit dem gemäß Absatz 1 errechneten Betrag in Deutscher
Mark zu verrechnen.
(4) Die Ausgleichsberechtigten können an Stelle
des Betrages in Deutscher Mark auch Zahlung in
portugiesischer Währung verlangen, wenn Bedenken wegen der Beitragsleistung (Artikel 3 bis 7)
(1) Zur Wiedereinbringung der nach Artikel 1
des Abkommens über deutsche Vermögenswerte
in Portugal geleisteten Zahlung entrichten diejenigen Personen, deren Vermögen nach den Artikeln 3
und 4 des Abkommens über deutsche Vermögenswerte in Portugal freigegeben wird, einen Beitrag
an den Bund (Ablösungsbeitrag).
(2) Der Ablösungsbeitrag wird nicht erhoben
1. von natürlichen und juristischen Personen,
die am 1. September 1939 keinen Wohnsitz
(Sitz) im Deutschen Reich nach dem Gebietsstand vom 31. Dezember 1937 hatten,
2. von Personen, die zu dem Personenkreis
der Verfolgten gemäß §§ 1 bis 4, 6, 150 des
Bundesentschädigungsgesetzes in der Fassung des Dritten Gesetzes zur Änderung
des Bundesergänzungsgesetzes zur Entschädigung für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung vom 29. Juni 1956 (Bundesgesetzbl. I S. 559) gehören,
3. von Frauen, die mit Deutschen verheiratet
sind oder waren und durch die Eheschließung deutsche Staatsangehörige geworden sind, jedoch im Zeitpunkt der Eheschließung die portugiesische Staatsangehörigkeit besaßen.
(1) Der Ablösungsbeitrag beträgt ein Drittel des
Wertes des Vermögens, das nach den Artikeln 3
und 4 des Abkommens über deutsche Vermögenswerte in Portugal freigegeben wird.
(2) Das dem Ablösungbeitrag unterliegende Vermögen wird vorbehaltlich des Absatzes 5 Buchstabe a mit dem Wert angesetzt, der sich nach den
§§ 2 bis 17 des Bewertungsgesetzes vom 16. Oktober 1934 (Reichsgesetzbl. I S. 1035) in der Fassung
des Vermögensbewertungsgesetzes vom 16. Januar
1952 (Bundesgesetzbl. I S. 22) ergibt. Bewertungsstichtag ist der Tag des Inkrafttretens des Abkommens über deutsche Vermögenswerte in Portugal. Außer in den Fällen des Artikels 2 Abs. 1 ist
das Vermögen nach dem zwischen der Bank Deutscher Länder (Deutsche Bundesbank) und der Banco
de Portugal vereinbarten offiziellen Wechselkurs
(Mittelkurs) in Deutsche Mark umzurechnen, der
am Bewertungsstichtag maßgebend ist.
(3) Es besteht die Vermutung, daß der sich nach
Absatz 2 ergebende Wert nicht niedriger ist als der
aus Anlaß der Beschlagnahme ermittelte Wert.
(4) Wird für Vermögen, das dem Ablösungsbeitrag unterliegt, auf Grund von Vorschriften über
endgültige Wertansätze in den Fällen des § 9 des
D-Markbilanzgesetzes ein Ausgangswert für die
Steuern vom Einkommen und Ertrag zu Grunde gelegt, der höher ist als der nach Absatz 2 angesetzte
Wert, so ist dieser höhere Wert bei der Bemessung
des Ablösungsbeitrags anzusetzen. Ist Ausgangswert im Sinne des Satzes 1 ein um den Ablösungsbeitrag gekürzter Wert, so ist der Ablösungsbeitrag
für die Bemessung hinzuzurechnen. Weicht der
Stichtag, auf den der Ausgangswert für die Steuern
vom Einkommen und Ertrag ermittelt wird, von
dem in Absatz 2 festgesetzten Bewertungsstichtag
ab, so sind für den Zweck des Wertvergleichs
Wertveränderungen, die auf Umstände zwischen
den beiden maßgebenden Stichtagen zurückzuführen
sind, dem Ausgangswert zu- oder von ihm abzurechnen; ergibt sich danach ein höherer Wert, so ist
auf diesen Satz 1 anzuwenden.
(5) Für Geldinstitute, Versicherungsunternehmen
und Bausparkassen gilt folgendes:
a) Bei Geldinstituten, Versicherungsunternehmen und Bausparkassen, die eine Umstellungsrechnung oder Altbankenrechnung aufstellen und eine Ausgleichsforderung in Anspruch nehmen oder für ihre in
§ 37 Abs. 2 des Umstellungsergänzungsgesetzes vom 21. September 1953 (Bundesgesetzbl. I S. 1439) bezeichneten Verbindlichkeiten nicht oder nicht in voller Höhe
berechnet sich der Ablösungsbeitrag ausschließlich nach dem Ansatz der freigegebenen Vermögenswerte in diesen Rechnungen. Ist der angesetzte Wert um den
Ablösungsbeitrag gekürzt, so ist die Kürzung für die Berechnung des Ablösungsbeitrags rückgängig zu machen. Maßgebend ist der endgültige Ansatz in der
Umstellungsrechnung oder Altbankenrechnung. Als Ausgleichsforderungen gelten
nicht Sonderausgleichsforderungen gemäß
§ 2 der Fünfundvierzigsten Durchführungsverordnung zum Umstellungsgesetz sowie
Ausgleichsforderungen, die nicht auf § 11
des Umstellungsgesetzes, § 8 der Bankenverordnung,
der Dreiundzwanzigsten
Durchführungsverordnung zum Umstellungsgesetz, der Dreiunddreißigsten Durchführungsverordnung zum Umstellungsgesetz und § 45 Abs. 1 und 2 des Umstellungsergänzungsgesetzes beruhen.
b) Bei allen übrigen nicht unter Buchstabe a
fallenden Geldinstituten, Versicherungsunternehmen und Bausparkassen ist Absatz 4 bei der Berechnung des Ablösungsbeitrags für die dem Beitrag unterliegenden Vermögenswerte sinngemäß anzuwenden.
(1) Von der Erhebung des Ablösungsbeitrags
wird abgesehen, wenn der nach Artikel 4 maßgebende Wert des dem Ablösungsbeitrag unterliegenden Vermögens nicht mehr als 10 000 Deutsche Mark beträgt (Freigrenze). Übersteigt das Vermögen diesen Betrag, so wird der Ablösungsbeitrag
nur insoweit erhoben, als er aus dem übersteigenden Vermögensteil gedeckt werden kann.
(2) Ein Ablösungsbeitrag von weniger als 100
Deutsche Mark wird nicht festgesetzt (Kleinbetrags
(3) Für die Beitragsberechnung sowie für die
Berechnung der Freigrenze und der Kleinbetrags
grenze ist das nach den Artikeln 3 und 4 des Abkommens über deutsche Vermögenswerte in Portugal freigegebene Vermögen als Einheit zu behandeln.
(1) Der Ablösungsbeitrag wird durch einen schriftlichen Bescheid festgesetzt. Auf diesen finden die
für Steuerbescheide im Sinne des § 210 b der
Reichsabgabenordnung geltenden Vorschriften entsprechende Anwendung. Ist nach Artikel 4 Abs. 4
ein höherer Wert bei der Bemessung des Ablösungsbeitrags anzusetzen, so ist ein bereits bekanntgegebener Bescheid zu berichtigen; dies gilt
auch dann, wenn dieser Bescheid unanfechtbar geworden ist.
(2) Der Ablösungsbeitrag wird drei Monate nach
Bekanntgabe des Bescheides über den Ablösungsbeitrag fällig.
(3) Eine Vorauszahlung auf den Ablösungsbeitrag
kann bis zur Höhe des Betrages, der voraussichtlich
auf den nach Artikel 4 maßgebenden Wert des Vermögens entfällt, verlangt werden. Die Absätze 1
und 2 gelten entsprechend.
(4) Für die Veranlagung und Erhebung des Ablösungsbeitrags ist die Oberfinanzdirektion Frankfurt (Main) zuständig.
(1) Für den Ablösungsbeitrag (einschließlich der
auf ihn zu leistenden Vorauszahlungen) gelten die
Vorschriften der Reichsabgabenordnung und ihrer
Nebengesetze.
(2) Die Verjährungsfrist beträgt bei dem Beitrag
abweichend von § 144 der Reichsabgabenordnung
Vermögenswerte, die nach den Artikeln 3 und 4
des Abkommens über deutsche Vermögenswerte in
Portugal und nach dem Abkommen über die Liquidation des früheren deutsch-portugiesischen Verrechnungsverkehrs freigegeben werden, und gewerbliche Schutzrechte, die nach dem Abkommen
auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes
wiederhergestellt werden, unterliegen nicht der Vermögensabgabe nach dem Lastenausgleichsgesetz. Sie
sind bis zum Ende des Kalenderjahrs, in dem sie
freigegeben oder wiederhergestellt werden, von der
Vermögenssteuer befreit.
(1) Die Entscheidungen der Deutschen Verrechnungskasse gemäß Artikel 3 Abs. 4 des Abkommens
über die Liquidation des früheren deutsch-portugiesischen Verrechnungsverkehrs sind zu begründen.
(2) Gegen die Entscheidungen der Verrechnungskasse kann binnen einer Frist von einem Monat
nach Zustellung Klage erhoben werden. Für die
Klage ist das Landgericht am Sitz der Verrechnungskasse ohne Rücksicht auf den Wert des Streitgegenstands ausschließlich zuständig. Eine erweiterte Zulässigkeit von Rechtsmitteln nach den Vorschriften des § 511 a Abs. 4 und des § 547 Abs. 1
Nr. 2 der Zivilprozeßordnung wird hierdurch nicht
Dieses Gesetz gilt auch im Land Berlin, sofern das
Land Berlin die Anwendung dieses Gesetzes feststellt.
Artikel 4 Abs. 4 und 5 und Artikel 8 dieses Gesetzes gelten nicht im Saarland.
(2) Der Tag, an dem die Abkommen, und zwar
das in Artikel 1 Nr. 1 dieses Gesetzes ge
nannte Abkommen gemäß seinem Artikel 15,
das in Artikel 1 Nr. 2 dieses Gesetzes ge
nannte Abkommen gemäß seinem Artikel 18,
das in Artikel 1 Nr. 3 dieses Gesetzes ge
nannte Abkommen gemäß seinem Artikel 16,
in Kraft treten, ist im Bundesgesetzblatt bekanntzumachen.
Die Abkommen berühren Gegenstände der Gesetzgebung und bedürfen daher nach Artikel 59 Abs. 2
des Grundgesetzes der Zustimmung der gesetzgebenden Körperschaften.
Wegen Artikel 2 wird auf die Ausführungen der
Denkschrift zum Abkommen über deutsche Vermögenswerte (Teil II, 1) hingewiesen.
Zur Wiedereinbringung der im Interesse der deutschen Vermögenseigentümer geleisteten und zunächst aus allgemeinen Haushaltsmitteln aufgebrachten Ablösungssumme haben die Eigentümer
des freigewordenen deutschen Vermögens in Portugal einen Ablösungsbeitrag an den Bund zu entrichten, der ein Drittel des Wertes der freigegebenen Vermögenswerte beträgt (vgl. dazu Artikel 1
letzter Satz des Vermögensabkommens).
Diese Regelung entspricht den zur Freigabe der
deutschen Vermögenswerte mit anderen Staaten abgeschlossenen Abkommen. So waren die Eigentümer
deutschen Vermögens in der Schweiz nach dem Vermögensabkommen mit der Schweiz vom 26. August
1952 (Bundesgesetzbl. 1953 II S. 17) gehalten, einen
Beitrag zu leisten, der grundsätzlich ein Drittel des
freizugebenden deutschen Vermögens in der
Schweiz betrug. Ein Unterschied ergibt sich bei der
mit der Schweiz getroffenen Regelung nur insoweit,
als sich die Schweiz bereit erklärt hatte, den Ablösungsbeitrag durch schweizerische Stellen (Schweizerische Verrechnungsstelle) zu erheben; im Falle
Portugal sind demgegenüber dafür deutsche Behörden zuständig.
Demzufolge bestimmt Artikel 3 Abs. 1, daß diejeni
gen Personen, deren Vermögen nach den Artikeln 3
und 4 des Vermögensabkommens freigegeben wird,
einen Ablösungsbeitrag an den Bund zu entrichten
haben. Unter die Beitragspflicht fallen somit nicht
die Personen, deren Vermögen nach dem Abkommen
über die Liquidation des früheren deutsch-portugiesischen Verrechnungsverkehrs (Clearing-Abkommen) freigegeben wird. Dies rechtfertigt sich dadurch, daß die deutschen Gläubiger nach Artikel 4
des Clearing-Abkommens nur zwei Drittel (bei Valutaforderungen) bzw. nur ein Zehntel (bei Reichsmarkforderungen) erhalten. Eine weitere Minderung
dieser Beträge durch Erhebung eines Ablösungsbeitrags erscheint nicht vertretbar. In den Fällen, in
denen deutsche Gläubiger am 1. September 1939
ihren Wohnsitz oder Sitz in Deutschland, bei der
Antragstellung nach Artikel 8 des Clearing-Abkommens aber in Portugal hatten, sollen die Auszahlungen nach Artikel 5 des Clearing-Abkommens auf
portugiesisches Verlangen dem Gläubiger in voller
Höhe zugute kommen. Wird der auszuzahlende Betrag nicht unmittelbar von der Bank von Portugal
an den Gläubiger ausbezahlt, sondern nach Artikel 3
Abs. 1 des Vermögensabkommens von der Bank von
Portugal auf das Depositen-Konto der Bundesrepublik Deutschland bei der Bank von Portugal übertragen, so soll auch in diesen Fällen im Interesse
einer gleichmäßigen Behandlung von der Erhebung
des Ablösungsbeitrags abgesehen werden. Auch
diese Fälle sind durch die Fassung des Artikels 3
Abs. 1 von der Beitragspflicht ausgenommen.
Eine Heranziehung der deutschen gewerblichen
Schutzrechte in Portugal zu dem in Artikel 3 Abs. 1
des Gesetzes vorgesehenen Ablösungsbeitrag kommt
nicht in Betracht. Das Abkommen auf dem Gebiet
des gewerblichen Rechtsschutzes sieht nur eine Wiederherstellung verfallener gewerblicher Schutzrechte und nicht eine Freigabe dieser Rechte vor.
Insoweit fehlt es schon an der Voraussetzung für
eine Heranziehung zu dem Ablösungsbeitrag. Von
den in Portugal noch bestehenden deutschen gewerblichen Schutzrechten können die Patente außer Betracht bleiben, da sie infolge der seit Beendigung
des Krieges verstrichenen Zeit und der inzwischen
fortgeschrittenen technischen Entwicklung in der
ganz überwiegenden Mehrzahl der Fälle keine
wirtschaftliche Bedeutung mehr haben dürften. Die
noch bestehenden deutschen Warenzeichen in Portugal sind für eine Heranziehung zu dem Ablösungsbeitrag ihrer Natur nach nicht geeignet. Infolgedessen können auch die noch bestehenden gewerblichen Schutzrechte in Portugal zu dem Ablösungsbeitrag nicht herangezogen werden. Es konnte
deshalb auf die Aufnahme einer dem Artikel 6 des
deutsch-schweizerischen Abkommens über die deutschen Vermögenswerte in der Schweiz entsprechenden Bestimmung verzichtet werden. Im Ergebnis
führt dieser Verzicht zu keiner abweichenden Beitragsregelung gegenüber dem deutsch-schweizerischen Vermögensabkommen.
In Artikel 3 Abs. 2 sind die Befreiungstatbestände
abschließend aufgeführt. Da der Ablösungsbeitrag
erhoben wird, um die durch allgemeine Haushaltsmittel für einen beschränkten Personenkreis (die
Eigentümer deutschen Vermögens in Portugal) herbeigeführten Vermögensvorteile auszugleichen, wäre
es angezeigt gewesen, Ausnahmen von der Beitragsleistung nicht zuzulassen. Auf portugiesischen
Wunsch wurden jedoch die in Artikel 3 Abs. 2 Nummern 1 bis 3 bestimmten Ausnahmen von der Beitragsleistung eingeräumt. Die Befreiungsvorschriften werden voraussichtlich keinen nennenswerten
Ausfall zur Folge haben.
Entsprechend der in dem Vermögensabkommen mit
der Schweiz getroffenen Regelung wird der Ablösungsbeitrag in Artikel 4 Abs. 1 auf ein Drittel
des freigegebenen Vermögens in Portugal bemessen.
Soweit das freigegebene Vermögen dem Ablösungsbeitrag unterliegt, sind für die Wertermittlung nach
Absatz 2 die allgemeinen Vorschriften des Bewertungsgesetzes maßgebend. Danach ist der Bewertung
der gemeine Wert (Verkehrswert) zugrunde zu
legen. (Die Vorschriften des 2. Teils des Bewertungsgesetzes sind bei der Wertermittlung nicht anwendbar, da Einheitswerte für Vermögen im Ausland
nicht feststellbar werden.) Die Wertermittlung erfolgt auf den Tag, an dem das Abkommen über die
deutschen Vermögenswerte in Portugal nach seinem
Artikel 15 Abs. 2 in Kraft tritt. Mit diesem Tage
werden die deutschen Vermögenswerte in Portugal,
soweit sie unter Artikel 4 des Vermögensabkommens fallen, für die Eigentümer wieder verfügbar,
ohne daß es einer besonderen Freigabeverfügung
von portugiesischer oder deutscher Seite bedarf. Da
der Ablösungsbeitrag in Deutscher Mark zu leisten
ist, muß außer in den Fällen des Artikel 2 Abs. 1
der — zunächst in Escuden ermittelte — Wert des
freigegebenen Vermögens nach dem am Bewertungsstichtag maßgebenden Umrechnungskurs in Deutsche
Mark umgerechnet werden. Der nach Artikel 4 Abs. 2
zu ermittelnde Wert umfaßt auch die Erträge des
Vermögens, die seit der Beschlagnahme angefallen
sind. Andererseits mindert sich der Wert durch die
bis zur Freigabe des Vermögens eingetretenen Verluste.
Die Vermögensbewertung wird die damit nach Artikel 6 Abs. 4 beauftragte Oberfinanzdirektion Frankfurt vor erhebliche Schwierigkeiten stellen. Einen
Anhaltspunkt bildet — abgesehen von den Angaben des Beitragspflichtigen — lediglich die von
den portugiesischen Behörden anläßlich der Beschlagnahme durchgeführte Wertermittlung (sogenannte Listenwerte). Die Unterlagen hierüber hat
die Portugiesische Regierung der Bundesregierung
zur Verfügung gestellt. Artikel 4 Abs. 3 will diese
auf den Verhältnissen von 1945 aufbauenden Wertermittlungen in der Weise für Zwecke der Beitragsbemessung verwenden, daß er eine widerlegbare
Vermutung dahin begründet, der nach Absatz 2 maßgebende Wert sei nicht niedriger als der Listenwert.
Die Schwierigkeit der Bewertung zwingt dazu, bei
dem dem Ablösungsbeitrag unterliegenden Vermögen, das ganz oder teilweise zu einem Betrieb gehört, die Bewertung nach dem Bewertungsgesetz
mit der Bewertung zu koppeln, die die handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften für
den erstmaligen Ansatz in der Bilanz vorsehen.
Wird die Bewertung richtig vorgenommen, dann
dürfte sich bei der Bewertung nach den §§ 2 bis 17
des Bewertungsgesetzes und bei der Ermittlung des
Höchstwerts für den Ansatz in der Bilanz kein Wertunterschied ergeben, weil bei beiden Bewertungen
der Zeitwert zu ermitteln ist. Da es sich aber um
Vermögen im Ausland handelt und die üblichen
Hilfsmittel zur Ermittlung des zutreffenden Wertes
weitgehend versagen, hat es der Beitragspflichtige
in der Hand, die im einzelnen nicht nachprüfbaren
Werte so anzugeben, wie es für ihn steuerlich günstig erscheint. Bei der Einbuchung der dem Ablösungsbeitrag unterliegenden Vermögenswerte in
die Bilanz ist er in der Regel bestrebt, eine möglichst
hohe Bewertung vorzunehmen, weil dadurch entsprechend hohe, den Ertrag mindernde Absetzungen
für Abnutzung oder Teilwertabschreibungen vorgenommen werden können und im Fall einer späteren
Veräußerung ein entsprechend niedrigerer Veräußerungsgewinn entsteht. Für Zwecke der Beitragsleistung geht sein Bestreben umgekehrt dahin, durch
eine möglichst niedrige Bewertungsangabe eine
entsprechend geringere Beitragsbelastung zu erreichen. Werden beide Werte in der Weise gekoppelt,
daß der jeweils höhere Wert die Bemessungsgrundlage für die Berechnung des Ablösungsbeitrags zu
sein hat, dann dürfte das Ziel, den zutreffenden
Wert ermittelt zu haben, erreicht sein.
Nach § 9 des D-Markbilanzgesetzes waren die beschlagnahmten deutschen Vermögenswerte im Ausland in der DM-Eröffnungsbilanz der Unternehmen
in der Regel vorläufig mit einem Erinnerungsposten
von einer Deutschen Mark anzusetzen. Nach der
geltenden Rechtslage (§§ 47, 74 Abs. 2 und 3, 75
D-Markbilanzgesetz) kann die steuerliche DMEröffnungsbilanz bei Freigabe der beschlagnahmten
Vermögenswerte mit der Folge berichtigt werden,
daß ein Gewinn nicht entsteht (erfolgsneutrale Ein-
buchung), sich aber andererseits das steuerpflichtige
Vermögen vom 21. Juni 1948 entsprechend erhöht
(wegen der Freistellung der freigegebenen Vermögenswerte in Portugal von der Vermögensabgabe
und der Vermögenssteuer siehe Artikel 8). Um die
hierbei aufgetretenen Schwierigkeiten der Bewertung (insbesondere die Verteilung der nach dem
20. Juni 1948 angefallenen Erträge auf die einzelnen
Veranlagungszeiträume) zu vermeiden, soll im
Rahmen eines 4. D-Markbilanzergänzungsgesetzes
vorgesehen werden, daß das zurückgegebene Auslandsvermögen — gegebenenfalls abzüglich eines
bei der Freigabe geleisteten Ablösungsbeitrages —
bei der erfolgsneutralen Einbuchung mit dem Wert
angesetzt werden kann, der ihm im Zeitpunkt der
Freigabe beizulegen ist (also einschließlich der
während der Beschlagnahme angefallenen Erträge
und vermindert um die eingetretenen Verluste).
Es ist noch nicht abzusehen, wann das 4. D-Markbilanzergänzungsgesetz in Kraft treten wird. Deshalb ist nach Artikel 4 Abs. 4 die Kopplung der
Bewertung nach dem Bewertungsgesetz mit dem als
Ausgangswert für die Steuern vom Einkommen und
Ertrag maßgebenden Bilanzansatz in folgender
Weise vorgesehen:
Für das freigegebene Betriebsvermögen wird zunächst der Wert nach den Absätzen 2 und 3 ermittelt und der Beitragsfestsetzung zugrunde gelegt.
Will der Abgabepflichtige im Rahmen der durch das
4. D-Markbilanzergänzungsgesetz vorzuschreibenden Höchstwerte bei der erfolgsneutralen Einbuchung der freigegebenen Vermögenswerte einen
höheren als den der Beitragsbemessung zugrunde
gelegten Wert ansetzen, so wird dieser höhere Wert
auch der Beitragsbemessung zugrunde gelegt; zu
diesem Zweck wird der Bescheid über den Ablösungsbeitrag erforderlichenfalls berichtigt (vgl.
Artikel 6 Absatz 1).
Sollte das 4. D-Markbilanzergänzungsgesetz den
Ausgangswert oder den Bewertungsstichtag nicht in
Übereinstimmung mit Artikel 4 regeln, so sind dafür Anpassungsvorschrif ten vorgesehen.
Das D-Markbilanzgesetz gilt für Geldinstitute, Versicherungsunternehmen und Bausparkassen nicht.
Wegen der mit dem Anspruch auf Ausgleichsforderungen zusammenhängenden Besonderheiten erschien es zweckmäßig, bei denjenigen Geldinstituten, Versicherungsunternehmen und Bausparkassen,
die eine Ausgleichsforderung in Anspruch nehmen,
für die Berechnung des Ablösungsbeitrags ausschließlich den Wert zugrunde zu legen, mit dem
die freigegebenen Vermögenswerte endgültig in der
Umstellungsrechnung oder Altbankenrechnung angesetzt werden. Eine ungleichmäßige Behandlung
wird sich in der Regel dadurch nicht ergeben. Da
diese Werte der Prüfung durch die Bankaufsichtsbehörde unterliegen, besteht die Gewähr, daß sie
zutreffend ermittelt werden. In allen übrigen Fällen
bleibt es auch bei den Geldinstituten, Versicherungsunternehmen und Bausparkassen bei der sinngemäßen Anwendung des Artikels 4 Abs. 4, d. h. als Ausgangswert ist derjenige Wert dem Wertvergleich
und gegebenenfalls der Beitragsberechnung zugrunde zu legen, der bei einem Unternehmen, das
nicht zu dem Kreis der Geldinstitute, Versicherungsunternehmen und Bausparkassen gehört, nach Artikel 4 Abs. 4 maßgebend wäre.
Entsprechend dem Vorbild in dem Vermögensabkommen mit der Schweiz (vgl. dort Artikel 3, 4)
wird in Fällen, in denen das freigegebene Vermögen
einen bestimmten Betrag nicht übersteigt, zur Schonung kleiner Vermögen auf die Beitragsleistung
verzichtet bzw. ein Nachlaß auf den Beitrag gewährt.
Der Ablösungsbeitrag soll nach Absatz 4 von der
Oberfinanzdirektion Frankfurt, die schon bei der
Durchführung des Vermögensabkommens mit der
Schweiz mit ähnlichen Aufgaben betraut war, durch
schriftlichen Bescheid in Deutscher Mark festgesetzt
werden. Die Festsetzung ist zu berichtigen, wenn
sich nach Bekanntgabe des Beitragsbescheids ergibt,
daß der Beitragspflichtige sein freigegebenes Betriebsvermögen mit einem höheren als dem der
Beitragsbemessung zu Grunde gelegten Wert in der
Bilanz angesetzt hat.
Der Ablösungsbeitrag, der in seiner materiellen
Grundlage in den Artikeln 3 bis 6 geregelt ist, fällt
unter den Begriff des Beitrags. Bei der Erhebung
von Beiträgen besteht eine bundesgesetzliche Regelung des Verfahrensrechts nicht. Die Veranlagung
und Erhebung des Ablösungsbeitrags lösen aber
eine Fülle verfahrensrechtlicher Fragen, wie z. B.
Befugnisse der mit der Veranlagung und Erhebung
beauftragten Oberfinanzdirektion Frankfurt, Pflichten des Eigentümers und sonstiger Personen zur
Erforschung des Sachverhalts, Rechtsmittelverfahren,
Zahlung und Folgen des Zahlungsverzugs, Billigkeitsmaßnahmen, Sicherheitsleistung, Zwangsvollstreckung usw., aus. Für die der ausschließlichen
oder konkurrierenden Gesetzgebung des Bundes
unterliegenden Steuern (Artikel 105 Abs. 1 und 2
des Grundgesetzes) sind diese Fragen in der Reichsabgabenordnung und ihren Nebengesetzen geregelt.
Es erschien daher zweckmäßig, das für Steuern geltende Verfahrensrecht auch für die Veranlagung,
Erhebung und Beitreibung des Ablösungsbeitrags
Nach § 144 der Reichsabgabenordnung würde der
Anspruch auf die Beitragsleistung in einem Jahr
verjähren. Die Oberfinanzdirektion Frankfurt ist
weitgehend auf die Mitarbeit der Finanzämter angewiesen. Es ist nicht zu übersehen, wann die Einkommensteuer- (Körperschaftsteuer-) veranlagungen,
die die freigegebenen Betriebsvermögen erfassen,
durchgeführt und die daraufhin ergehenden Steuerbescheide unanfechtbar werden. Unter diesen Umständen reicht die Verjährungsfrist von einem Jahr
nicht aus und wurde deshalb auf drei Jahre festgesetzt.
Aus der Anwendbarkeit der Reichsabgabenordnung
folgt auch die Anwendbarkeit ihrer Stundungs- und
Erlaßvorschriften. In den Fällen, in denen die in
Artikel 6 Absatz 2 auf drei Monate bemessene Frist
zur Bezahlung des Ablösungsbeitrags nicht ausreichen sollte, kann somit durch Stundung geholfen
Das freigegebene Auslandsvermögen ist bisher in
den Fällen von der Vermögensabgabe freigestellt
worden, in denen die Vermögensinhaber einen Ablösungsbeitrag von mindestens einem Drittel ihres
Vermögens leisten oder entsprechende Verluste
durch die alliierten Ansprüche an das deutsche Auslandsvermögen hinnehmen mußten (vgl. § 3 Absatz 1 des Ratifikationsgesetzes zu dem Vermögensabkommen mit der Schweiz, Bundesgesetzbl. 1953
II S. 15, und § 3 Absatz 2 des Ratifikationsgesetzes
zu dem Vermögensabkommen mit Schweden, Bundesgesetzbl. 1956 II S. 811). Dieser Grundsatz soll,
soweit möglich, einheitlich durchgeführt werden.
Artikel 8 bestimmt deshalb eine Freistellung der
freigegebenen Vermögenswerte und der wiederhergestellten Schutzrechte in Portugal von der Vermögensabgabe. Satz 2 enthält eine Vorschrift über die
Befreiung des freigegebenen Vermögens und der
wiederhergestellten Schutzrechte von der Vermögensteuer bis zu dem Kalenderjahr, in dem diese
Werte freigegeben werden.
Die Zahlungen, zu welchen sich die Bundesrepublik
Deutschland im Verrechnungsabkommen verpflichtet
hat, werden nur auf Antrag der Gläubiger oder ihrer
Rechtsnachfolger geleistet (vgl. Artikel 3 des Ver
rechnungsabkommens). Die Entscheidung über die
Anträge ist der Deutschen Verrechnungskasse übertragen worden. Glaubt ein Antragsteller sich durch
eine Ablehnung seines Antrags in seinen Rechten
verletzt, so steht ihm im Hinblick auf Artikel 19
Absatz 4 des Grundgesetzes der Rechtsweg offen.
Es ist angebracht, für entsprechende Klagen die
ausschließliche Zuständigkeit des Landgerichts Berlin
zu begründen und zu bestimmen, daß die Klagen
binnen Monatsfrist seit Zugang der ablehnenden
Entscheidung zu erheben sind.
Artikel 10 enthält die übliche Berlin-Klausel.
Das Gesetz gilt grundsätzlich auch im Saarland.
Artikel 4 Abs. 4 und Artikel 8 beziehen sich auf
steuerrechtliche Vorschriften, die nach Artikel 15
des Saarvertrages während der Übergangszeit im
Saarland nicht gelten. Die in Artikel 4 Abs. 5 bezeichneten umstellungsrechtlichen Vorschriften sind
im Saarland ohne Bedeutung. Diese Vorschriften
müssen daher von der Anwendung im Saarland ausdrücklich ausgenommen werden.
Absatz 1 enthält die nach Artikel 82 Abs. 2 Satz 1
des Grundgesetzes erforderliche Bestimmung über
das Inkrafttreten des Ratifikationsgesetzes.
Der Tag des Inkrafttretens der Abkommen ist nach
Absatz 2 im Bundesgesetzblatt bekanntzumachen.
über deutsche Vermögenswerte in Portugal
sobre bens alemães em Portugal
VON DEM GEGENSEITIGEN WUNSCHE GELEITET,
alle Fragen, die mit den in portugiesischem Gebiet von
den Gesetzen über die vorsorgliche Beschlagnahme und
Liquidation betroffenen deutschen Vermögen zusammenhängen, endgültig zu regeln und damit die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten noch weiter
zu vertiefen,
CONSIDERANDO O RECIPROCO DESEJO de regular
definitivamente todas as questões relativas aos bens alemäes sujeitos no território português a leis de apreensäo
preventiva e liquidaçäo e assim estreitar ainda mais os
laços de amizade entre os dois países;
UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER ABMACHUNGEN
zwischen der Regierung der Portugiesischen Republik und
den Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika,
Frankreichs und des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland zur Befriedigung von Ansprüchen in bezug auf diese Vermögen,
E OS ARRANJOS FEITOS entre o Governo da República Portuguesa e os Governos dos Estados Unidos da
América, da França e do Reino Unido da Grã-Bretanha
e Irlanda do Norte, para a satisfacão de pretensöes concernentes aos mesmos bens;
Artigo 1. 0
Zum Zwecke der Befriedigung der von den Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreichs
und des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und
Nordirland für sich und die von ihnen vertretenen Unterzeichnerstaaten des am 14. Januar 1946 in Paris geschlossenen Abkommens über Reparationen von Deutschland,
über die Errichtung einer Interalliierten Reparationsagentur und über die Rückgabe von Münzgold erhobenen Forderungen in Höhe von 144,5 Millionen Escuden
in bezug auf die deutschen Vermögen, die in portugiesischem Gebiet der geltenden Gesetzgebung über die vorsorgliche Beschlagnahme und Liquidation unterliegen,
1. die in flüssiger Form vorhandenen Vermögen des
Deutschen Reichs und der deutschen juristischen
Personen des öffentlichen Rechts einschließlich des
Betrages von 12 Millionen Escuden, der sich gegenwärtig in den Händen der Vertreter der Drei Mächte
befindet, den Regierungen der Drei Mächte zur Verfügung gestellt und wird
2. die Regierung der Bundesrepublik Deutschland der
Regierung der Portugiesischen Republik zu den mit
den Regierungen der Drei Mächte vereinbarten Terminen den Unterschiedsbetrag zwischen der Höhe
der in Ziffer 1 genannten Vermögenswerte und der
genannten Summe von 144,5 Millionen Escuden zahlen.
Com o fim de satisfazer as pretensöes, do montante de
144 milhöes e 500 mil escudos, enunciadas pelos Governos dos Estados Unidos da América, da França e do
Reino Unido da Gr ā-Bretanha e da Irlanda do Norte, por
si e pelos Estados signatarios do Acordo de Paris, do dia
14 de Janeiro de 1946, sobre reparaçöes da Alemanha,
sobre o estabelecimento de u ln a agência inter-aliada de
reparaçöes e sobre a devoluçäo de ouro monetario, por
eles representados, relativamente aos bens alemäes que,
no território português, estão sujeitos "à legislação vigente sobre a apreensäo preventiva e liquidaçäo:
Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland erklärt,
daß sie die Wiedereinbringung. dieser Zahlung, die sie
im Interesse der von der vorsorglichen Beschlagnahme
deutscher Vermögen in portugiesischem Gebiet betroffenen Vermögensinhaber leistet, durch Erhebung eines Ablösungsbeitrages in Höhe eines Drittels des Wertes der
freizugebenden Vermögen gesetzlich regeln wird.
O Governo da República Federal da Alemanha declara
que este pagamento, feíto em beneficio dos titulares dos
bens alemäes que, no território portugués,, foram sujeitos a apreensão preventiva, será recuperado por ele mediante urna contribuição (Ablösungsbeitrag), igual a um
terco do valor dos bens a libertar e lançada de harmonia co rn urna lei alema a promulgar.
1) Seräo postos à disposicão dos Governos das Três
Potências os bens do Estado alemão (Deutsches
Reich) e das pessoas jurídicas alemäs de direito público, existentes em forma líquida, incluindo a soma de 12 milhöes de escudos actualmente em poder
dos representantes das Três Potências;
2) 0 Governo da República Federal da Alemanha pagará ao Governo da República Portuguesa, nas datas fixadas co rn os Governos das Três Potências, a
diferença entre o montante dos bens indicados no
número anterior e a referida importancia de 144 milhões e 500 mil escudos.
Deutscher Bùndestag — 3. Wahlperiode
Artigo 2. 0
Die Regierung der Portugiesischen Republik erhält von
der Regierung der Bundesrepublik Deutschland sofort
nach dem Inkrafttreten dieses Abkommens in einer einmaligen Leistung den Betrag von 250 Millionen Escuden
zur endgültigen Befriedigung der portugiesischen Forderungen — des Staates und der Einzelpersonen — in
bezug auf das Deutsche Reich und deutsche Vermögen,
die in portugiesischem Gebiet der Gesetzgebung über die
vorsorgliche Beschlagnahme und Liquidation unterliegen.
O Governo da República Portuguesa receberá do Governo da República Federal da Alemanha, imediatamente
depois da entrada em vigor do presente acordo, em uma
só prestaçao, a importância de 250 milhöes de escudos,
em satisfacão definitiva das pretensöes portuguesas, do
Estado e de particulares, relativamente ao Estado alemao (Deutsches Reich) e a bens alemaes que estao sujeitos, no território portugués, à legislaçao sobre a
apreensao preventiva e liquidacão.
Artigo 3. 0
(1) Die Regierung der Portugiesischen Republik überweist auf ein bei der Banco de Portugal unter der Bezeichnung „Abkommen über deutsche Vermögenswerte
in Portugal" zu eröffnendes Depositenkonto die in flüssiger Form vorhandenen Vermögenswerte, die Gegenstand dieses Abkommens sind, mit Ausnahme der in Artikel 1 genannten.
(2) Auf dieses Konto werden die nach Maßgabe der
geltenden Gesetzgebung vorsorglich beschlagnahmten
Vermögen in flüssiger Form von deutschen natürlichen
oder juristischen Personen, die am 1. September 1939
weder ihren Wohnsitz noch ihren Sitz in Deutschland
hatten, nicht überwiesen.
(3) das genannte Konto ist die Regierung der
Bundesrepublik Deutschland oder eine von ihr bezeichnete Stelle allein verfügungsberechtigt.
1) 0 Governo da República Portuguesa depositará em
uma conta de depósito, aberta nos livros do Banco de
Portugal com o título "Asordo sobre os bens alemães
em Portugal", os bens, objecto deste acordo, existentes
em forma líquida, à excepçao dos indicados no artigo 1. 0.
Artigo 4. 0
(1) Die übrigen Vermögen werden unter Aufhebung
der in portugiesischem Gebiet geltenden Gesetzgebung
über das deutsche Vermögen und der zu ihrer Durchführung getroffenen Maßnahmen freigegeben, sobald Portugal den in Artikel 2 genannten Betrag erhalten haben
(2) Im Zeitpunkt der Aufhebung der geltenden Gesetze
über die vorsorgliche Beschlagnahme und Liquidation
deutschen Vermögens werden die auf Grund dieser Gesetze eingeleiteten Strafverfahren eingestellt.
1) Os restantes bens serao libertados, revogando-se,
para o efeito, a legislaçáo vigente no território português
sobre bens alemaes e as medidas adoptadas para a sua
aplicaçao, logo que Portugal tiver recebido o montante
indicado no artigo 2. 0.
Artigo 5. 0
Die Wiederherstellung der den gewerblichen Rechtsschutz betreffenden Rechte, die in portugiesischem Gebiet im Besitz von deutschen natürlichen oder juristischen
Personen oder in der Bundesrepublik Deutschland im
Besitz von portugiesischen natürlichen oder juristischen
Personen waren, werden in einem Sonderabkommen geregelt.
Será regulada em acordo separado a revalidação dos
direitos relativos à propriedade industrial de que eram
titulares, no território português, pessoas individuais e
colectivas de nacionalidade alema, ou, na República Federal da Alemanha, pessoas individuais e colectivas de
(1) Die Fragen, die sich aus dem früheren deutsch-portugiesischen Verrechnungsverkehr ergeben, werden in
einem Sonderabkommen geregelt.
(2) Sofern die Zahlungen, welche die Portugiesische Republik nach dem in Absatz 1 genannten Sonderabkommen leistet, die Summe von 12 153 799 Escuden übersteigen, wird die Bundesrepublik Deutschland den Mehrbetrag, unabhängig von der in Artikel 2 dieses Abkommens vorgesehenen Leistung, an die Bank von Portugal .
1) Os problemas resultantes do antigo clearing lusoalemao serao regulados num acordo especial.
2) Nao serao depositados nesta conta os bens em forma líquida apreendidos preventivamente, de harmonia
corn a legislaçáo em vigor, a pessoas individuais ou colectivas de nacionalidade alema que, em 1 de Setembro
de 1939, nao estavam domiciliadas na Alemanha nem
tinham sede em território alemao.
3) Só o Governo da República Federal da Alemanha,
ou a entidade por ele designada, terá o direito de dispor
da referida conta.
2) Aquando da revogaçao da legislaçáo vigente sobre
a apreensáo preventiva e liquidaçao dos bens alemáes,
serao arquivados os processos pendentes relativos as
2) Quando as entregas que a República Portuguesa
efectuar nos termos do acordo especial referido na alinea 1) excederem o quantitativo de Esc. 12.153.799$, a
República Federal da Alemanha entregará o excedente
ao Banco de Portugal, independentemente da obrigaçao
prevista no artigo 2. 0 deste acordo. Se as entregas nao
zahlen.EricdZugen atSm atingirem o referido quantitativo, o Banco de Portugal
nicht, so wird die Bank von Portugal den Unterschiedsentregará a diferença à República Federal da Alemanha.
betrag an die Bundesrepublik Deutschland zahlen.
(3) Die oben erwähnte Summe von 12 153 799 Escu3) Acrescerao à quantia de Esc. 12.153.799$, acima inden erhöht sich um die Beträge, die auf Grund von zeitdicada, as importâncias que ainda vierem a entrar no
gerecht erfolgten und in Artikel 10 des früheren AbkomBanco de Portugal por virtude de operaçöes de vendas
mens über den deutsch-portugiesischen Verrechnungsverde R.M. a prazo, efectuadas em devido tempo e previskehr vorgesehenen Reichsmark-Verkaufsgeschäften auf
tas no artigo 10. 0 do antigo acordo do clearing luso-aleTermin noch bei der Banco de Portugal eingehen sollten.
mao, ficando o total que, em tal hipótese, viesse a apuNach der sich hieraus ergebenden Gesamtsumme richten
rar-se, sujeito ao regime previsto no número anterior.
sich dann die in Absatz 2 vorgesehenen Regelungen.
acçöespnitdaobrgquelisção.
Drucksache 7 63
(1) Unbeschadet der Bestimmungen der Artikel 12 und
13 dieses Abkommens werden die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Portugiesischen Republik weder Fragen aufwerfen noch Klagen oder Ansprüche erheben, die ihre Grundlage in den auf portugiesischem Gebiet getroffenen Maßnahmen der Beschlagnahme und Liquidation deutschen Vermögens oder in
den dieses Vermögen betreffenden Maßnahmen haben,
die zur Durchführung dieses Abkommens getroffen werden.
1) Sem prejuízo do disposto nos artigos 12.° e 13. 0 do
presente acordo, os Governos da República Portuguesa
e da República Federal da Alemanha comprometem-se
a nao levantar quaisquer questöes, nem intentar quaisquer acçöes ou deduzir quaisquer reclamaçöes, co rn fundamento nas medidas adoptadas no território portugués
sobre a apreens ã o e liquidacao dos bens alem ã es, ou
nas que, relativamente a tais bens, sejam adoptadas para
a execuç ã o do presente acordo.
(2) Ferner erklären die beiden vertragschließenden Regierungen — zusätzlich zu dieser Verpflichtung —, daß
die Staatsangehörigen der Bundesrepublik Deutschland
und der Portugiesischen Republik nicht das Recht haben,
hinsichtlich der in portugiesischem Gebiet von der Gesetzgebung und den Maßnahmen der vorläufigen Beschlagnahme und Liquidation betroffenen deutschen Vermögen irgendwelche Fragen, Klagen oder Ansprüche gegen irgendwelche Personen oder Stellen zu erheben, die
in bezug auf dieses Vermögen der vorerwähnten Gesetzgebung und den vorerwähnten Maßnahmen oder den zu
der Durchführung dieses Abkommens zu treffenden Maßnahmen gemäß gehandelt haben.
2) Mais declaram os dois Governos Contratantes, em
complemento deste compromisso, que os nacionais da •
República Portuguesa e da República Federal da Alemanha nao terno o direito, relativamente aos bens alemaes sujeitos no território portugués à legislaçao e As
ã o, de le- mediasprnovetialqudc
vantar quaisquer questöes, intentar acçöes, ou deduzir
reclamações contra quaisquer pessoas ou entidades que,
quanto a esses bens, tenham procedido de harmonia com
as referidas legislaçao e medidas ou co rn as medidas
que, para a execuç ã o do presente acordo, venham a ser
(3) Soweit im Rahmen des deutschen innerstaatlichen
Rechts den Inhabern der in portugiesischem Gebiet beschlagnahmten oder liquidierten Vermögenswerte Entschädigungen zustehen, gehen diese zu Lasten der Bundesrepublik Deutschland.
3) As indemnizaçöes aos titulares dos bens alemaes
apreendidos ou liquidados no território portugués, guando devidas no quadro da lei nacional alema, ficar ã o a
cargo do Governo da República Federal da Alemanha.
Artigo 8. 0
(1) Personen, die am 21. Juni 1948 die portugiesische
Staatsangehörigkeit besessen haben, genießen beim Lastenausgleich die gleiche Behandlung, wie sie den Angehörigen der meistbegünstigten Nation auf diesem Gebiet zusteht.
1) As pessoas no gozo da nacionalidade portuguesa
em 21 de Junho de 1948, beneficiara, relativamente à
legislaçao alema sobre perequaçao de encargos, do mesmo tratamento a que têm direito neste dominio os nacionais da Naçao mais favorecida.
(2) Entsprechendes gilt für:
I. die nach deutschem Recht selbständig abgabepflichtigen Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen, die nach portugiesischem Recht errichtet worden sind;
IL die nach deutschem Recht gegründeten selbständig abgabepflichtigen Gesellschaften, an denen
die vorerwähnten portugiesischen Staatsangehörigen, Körperschaften, Personenvereinigungen
und Vermögensmassen sowohl am 21. Juni 1948
als auch am 8. Mai 1945 entweder unmittelbar
2) Esta disposiçao é aplicável por analogia:
àsociedades,
associações de pessoas e patrimónios considerados colectáveis à face da lei alema, constituidos segundo a lei portuguesa,
gung mindestens in der Höhe besessen haben,
die bei der meistbegünstigten Nation Voraussetzung für eine Vergünstigung ist.
II. As sociedades constituidas segundo a legislaçao
oderübanGslchfteiB-
alema e susceptíveis de serem colectadas, nas
quais os nacionais, sociedades, associaçöes de
pessoas e patrimónios portugueses acima referidos possuiam, tanto em 21 de Junho de 1948 como em 8 de Maio de 1945 — quer directamente,
quer por intermédio de outras sociedades — uma
participaç ã o no montante mínimo que implica a
aplicaçao a essas sociedades do tratamento reservado à Naçao mais favorecida.
Artigo 9. 0
Auf portugiesische Staatsangehörige mit zugleich deutscher Staatsangehörigkeit ist dieses Abkommen nur anzuwenden, wenn sie die gleichen Voraussetzungen erfüllen, unter denen Angehörige der meistbegünstigten
Nation mit zugleich deutscher Staatsangehörigkeit beim
Lastenausgleich als Angehörige der meistbegünstigten
Nation behandelt werden.
O presente acordo só é aplicável aos súbditos portugueses que possuam ao mesmo tempo a nacionalidade
alema no caso de eles preencherem as condiçöes exigidas aos nacionais da Naçao mais favorecida que possuem simultáneamente a nacionalidade alema, para serem tratados, relativamente à perequaçao de encargos,
como nacionais da Naçao mais favorecida.
Artigo 10.0
Uber die Auslegung der nach Artikel 8 und 9 anzuwendenden Vorschriften entscheiden die nach der deutschen
Lastenausgleichsgesetzgebung zuständigen Verwaltungsbehörden und Gerichte.
Compete As autoridades administrativas e aos tribunais declarados competentes pela legislaçáo alema sobre
a perequaçao de encargos decidir sobre a interpretaçao
das disposições a aplicar por força dos artigos 8. 0 e 9.0.
Die Vertragstaaten werden die zur Durchführung dieses Abkommens erforderlichen Maßnahmen treffen.
Pelas Altas Partes Contratantes seräo adoptadas as
medidas necessárias à execuçäo do presente acordo.
Die Regierungen der Vertragstaaten werden sich in
allen Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Auslegung und Anwendung dieses Abkommens konsultieren. Sie werden etwa erforderliche zusätzliche Vereinbarungen zur technischen Durchführung dieses Abkommens treffen.
A propósito das questöes emergentes da interpretaç ã o e aplicaçao do presente acordo, os Governos das
Altas Partes Contratantes consultar-se-äo e, se for conveniente à sua execuçäo técnica, estabeleceräo, de comum acordo, os meios suplementares considerados necessários.
(1) Soweit Meinungsverschiedenheiten nicht nach Artikel 12 beigelegt werden können, sind sie, vorbehaltlich
des Artikels 10, auf Verlangen eines der Vertragstaaten
einem Schiedsgericht zu unterbreiten.
1) No caso de nao ser possivel obter o acordo previsto no artigo 12.0, as divergências seräo submetidas,
sob reserva do artigo 10. 0, a um Tribunal Arbitral, a
pedido de qualquer das Altas Partes Contratantes.
(2) Das Schiedsgericht wird von Fall zu Fall in der
Weise gebildet, daß jeder Vertragstaat ein Mitglied bestellt und diese sich auf den Angehörigen eines dritten
Staates als Obmann einigen.
2) O Tribunal Arbitral será constituido ad hoc, mediante a indicaç ã o, por cada Alta Parte Contratante, de
um seu representante; os árbitros designados por esta
maneira deverao escolher um terceiro, por acordo, entre
os nacionais de um terceiro Estado, o qual servirá de
(3) Werden die drei Mitglieder des Schiedsgerichts
nicht innerhalb von drei Monaten bestellt, nachdem ein
Vertragstaat seine Absicht, das Schiedsgericht anzurufen,
bekanntgegeben hat, so kann in Ermangelung einer anderen Vereinbarung jeder Vertragstaat den Präsidenten
des Internationalen Gerichtshofes bitten, die erforderlichen Ernennungen vorzunehmen.
3) Se no prazo de três meses, contado a partir do
momento em que urna das Altas Partes Contratantes
manifeste a sua vontade de recorrer para o Tribunal Arbitral, os três árbitros nao tiverem sido designados, cada
urna das Altas Partes Contratantes poderá solicitar a
sua designaç ã o ao Presidente do Tribunal de Justiça
Internacional, a nao ser que se estabeleça outro meio
de se atingir o mesmo fim.
(4) Für den Fall, daß der Präsident des Internationalen
Gerichtshofes Staatsangehöriger eines der Vertragstaaten
oder vorübergehend verhindert ist, soll ein Stellvertreter die in Absatz 3 vorgesehenen Ernennungen vornehmen.
4) Na hipótese do Presidente do Tribunal de Justiça
Internacional ser um nacional das Altas Partes Contratantes, ou estar momentáneamente impedido, as designações previstas no no. 3 seräo feítas por um seu substituto.
(5) Das Schiedsgericht entscheidet mit Stimmenmehrheit; seine Entscheidungen sind endgültig und bindend.
5) As decisóes do Tribunal Arbitral seräo tomadas
por maioria de votos e serao definitivas e vinculatórias.
(6) Das Schiedsgericht regelt sein Verfahren selbst.
6) 0 Tribunal Arbitral regulará o seu próprio procedimento.
(7) Jeder Vertragstaat trägt die Kosten seines Mitglieds; die übrigen Kosten werden von den beiden Vertragstaaten zu gleichen Teilen getragen, wenn solche geschuldet werden.
7) Cada urna das Altas Partes Contratantes tomará
sobre si os encargos co rn o seu representante e metade
dos restantes, se forem devidos.
Dieses Abkommen gilt auch .für das Land Berlin, sofern nicht die Regierung der Bundesrepublik Deutschland gegenüber der portugiesischen Regierung innerhalb
von drei Monaten nach Inkrafttreten dieses Abkommens
eine gegenteilige Erklärung abgibt.
O presente acordo aplicar-se-á também ao "Land" de
Berlim, se o Governo da República Federal da Alemanha,
no prazo de três meses contados da sua entrada em vigor, nao informar do contrário o Governo português.
Artigo 15. 0
(1) Dieses Abkommen bedarf der Ratifizierung; die Ratifikationsurkunden sollen so bald wie möglich in Lissabon, und zwar gleichzeitig mit den Ratifikationsurkunden
zu den in Artikel 5 und 6 vorgesehenen Abkommen, ausgetauscht werden.
1) O presente acordo deverá ser ratificado e a troca
dos instrumentos de ratificaçao terá lugar em Lisboa,
tao cedo quanto possivel simultáneamente co rn a troca
dos instrumentos de ratificaç ã o dos acordos previstos
nos artigos 5. 0 e 6. 0 .
(2) Dieses Abkommen tritt einen Monat nach dem
Tage des Austausches der Ratifikationsurkunden in Kraft.
2) A entrada em vigor do presente acordo verificarse-á um mês depois da data da troca dos instrumentos
da sua ratificaçäo.
ZU URKUND DESSEN haben die beiderseitigen Bevollmächtigten dieses Abkommen unterschrieben.
EM TESTEMUNHO DO QUE, os abaixo assinados,
devidamente munidos de plenos poderes para o efeito
assinaram o respectivo texto do acordo.
Druck sache 763
GESCHEHEN zu Lissabon, am 3. April 1958, in zwei
Urschriften, jede in deutscher und portugiesischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermaßen verbindlich ist.
FEITO e lavrado em Lisboa, no dia 3 de Abril de 1958
em dois exemplares, redigidos em alem ã o e portugués,
dotados de igual validade.
Lissabon, den 3. April 1958
Unter Bezugnahme auf das heute unterzeichnete Abkommen beehre ich mich, Eurer Exzellenz folgendes mitzuteilen:
Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet sich, der Portugiesischen Regierung die für die
Überweisung der Beträge, die gemäß dem Abkommen
zwischen Portugal und den Drei Mächten zu zahlen sein
werden, notwendigen Zahlungsmittel in Devisen oder
Feingold, einschließlich der mit dieser Operation verbundenen Spesen, zur Verfügung zu stellen.
dem Außenminister der
Portugiesischen Republik
Herrn Professor Dr. Paulo Arsénio Virissimo Cunha
Lisboa, 3 de Abril de 1958
Tenho a honra de acusar a recepç ã o da Nota de
Vossa Excelência, desta data, sujo texto em lingua portuguesa é o seguinte:
"Com referência ao Acordo sobre os bens alem ã es
em Portugal, hoje assinado, tenho a honra de comunicar a Vossa Excelência o seguinte:
O Governo da República Federal da Alemanha compromete-se a pór à disposiç ã o do Governo Português,
em divisas ou ouro fino, os meios de pagamento que
forem necessários para a transferência das importâncias a pagar nos termos do Acordo entre Portugal e
as Três Potências, incluindo os encargos desta opera-
Ich habe die Ehre, den Empfang Ihres Briefes vom
heutigen Tage zu bestätigen, dessen portugiesischer Text
„Unter Bezugnahme auf das heute unterzeichnete
Abkommen beehre ich mich, Eurer Exzellenz folgendes
Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet sich, der Portugiesischen Republik die für die
zwischen Portugal und den Drei Mächten zu zahlen
sein werden, notwendigen Zahlungsmittel in Devisen
oder Feingold, einschließlich der mit dieser Operation
verbundenen Spesen, zur Verfügung zu stellen."
Tenho a honra de comunicar a Vossa Excelência que
o Governo Português tomou conhecimento co rn satisfacao da declaraç ã o precedente à qual dà o seu acordo.
Ich beehre mich, Eurer Exzellenz mitzuteilen, daß die
Regierung der Portugiesischen Republik von der vor-.
stehenden Erklärung mit Befriedigung Kenntnis genommen hat und ihr zustimmt.
Aproveito a oportunidade para reiterar a Vossa Excelência, Senhor Ministro, os protestos da mais alta consideraç ã o.
o Senhor Doutor Heinrich von Brentano
Ministro dos Negócios Estrangeiros da
cão."
Unter Bezugnahme auf das heute unterzeichnete Abkommen beehre ich mich, Eurer Exzellenz vorzuschlagen,
daß die beiden Vertragstaaten alle erforderlichen Maßnahmen treffen, damit sich die Schuldner der Forderungen, die den Gesetzen über die vorsorgliche Beschlagnahme und Liquidation des deutschen Vermögens in
portugiesischem Gebiet unterliegen, sowie derjenigen
Forderungen, auf die sich der heutige Briefwechsel über
die Abtretung von Forderungen bezieht, auf den Ablauf
am 8. Mai 1945 noch nicht abgelaufener Verjährungsoder Ausschlußfristen nicht berufen können, ehe nicht
zwölf Monate nach dem Tage des Inkrafttretens der im
Abkommen selbst vorgesehenen Maßnahmen verstrichen
Herrn Professor Dr. Paulo Arsénio Viríssimo Cunha
Tenho a honra de acusar a recepç ã o da Nota de Vossa
Excelência desta data cujo texto em lingua portuguesa
"Com referência ao Acordo sobre os bens alemäes
em Portugal, hoje assinado, tenho a honra de propor
a Vossa Excelência que as duas Altas Partes Contratantes tomem todas as medidas necessárias para que
os devedores de créditos sujeitos as leis sobre apreensäo preventiva e liquidaç ã o de bens alemäes em
Portugal, e daqueles a que se referem as cartas hoje
sobre a cess ã o de créditos, nao possam in-trocads
vocar o decurso de prazos de prescriç ã o ou caducidade que nao tivessem expirado em 8 de Maio de 1945,
antes de decorridos doze meses sobre a data de entrada em vigor das medidas previstas no mesuro
Acordo."
o Governo Português dá o seu acordo à referida proposta.
heutigen Tage zu bestätigen, dessen portugiesischer Textfolgenden Inhalt hat:
Abkommen beehre ich mich, Eurer Exzellenz vorzuschlagen, daß die beiden Vertragstaaten alle erforderlichen Maßnahmen treffen, damit sich die Schuldner
der Forderungen, die den Gesetzen über die vorsorgliche Beschlagnahme und Liquidation des deutschen
Vermögens in portugiesischem Gebiet unterliegen, sowie derjenigen Forderungen, auf die sich der heutige
Briefwechsel über die Abtretung von Forderungen bezieht, auf den Ablauf am 8. Mai 1945 noch nicht abgelaufener Verjährungs- oder Ausschlußfristen nicht
berufen können, ehe nicht zwölf Monate nach dem
Tage des Inkrafttretens der im Abkommen selbst vorgesehenen Maßnahmen verstrichen sind."
Regierung der Portugiesischen Republik dem vorstehenden Vorschlag zustimmt.
Unter Bezugnahme auf das heute unterzeichnete Abkommen über das deutsche Vermögen in Portugal habe
ich die Ehre, Eure Exzellenz zu bitten, mir zu bestätigen,
daß die portugiesische Regierung mit folgender Auslegung der Ziffer 2 des Artikels 1 dieses Abkommens einverstanden ist:
Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland wird
der Regierung der Portugiesischen Republik in zwei
gleichen Raten den Unterschiedsbetrag zwischen der Höhe
der in Artikel 1 Ziffer 1 des heute unterzeichneten Vermögensabkommens genannten Vermögenswerte und der
in Artikel 1 Ziffer 2 genannten Summe von 144,5 Millionen Escuden zahlen.
Die Zahlung der ersten Rate wird 30 Tage nach dem
Austausch der Ratifikationsurkunden zum heute unterzeichneten Vermögensabkommen erfolgen, und die zweite
Rate wird zu Beginn des auf die erste Ratenzahlung in
der Bundesrepublik folgenden Haushaltsjahres gezahlt
Excelência, desta data, cujo texto em lingua portuguesa
"Relativamente ao Acordo sobre os bens alemäes
em Portugal, hoje assinado, tenho a honra de solicitar
a Vossa Excelência se digne confirmar-me que o Governo Português concorda em que o parágrafo 2.0 do
artigo 1.0 do mesmo Acordo seja interpretado como
O Governo da República Federal da Alemanha pagará ao Governo da República Portuguesa, em ducs
prestações iguais, a diferença entre o montante dos
bens indicados no parágrafo 1. 0 do artigo 1. 0 do
Acordo sobre os bens alemäes hoje assinado, e a importância indicada no parágrafo 2.0 do mesmo artigo,
de 144 milhões e 500 mil escudos.
A primeira prestaçäo terá lugar trinta días após a
data da troca dos instrumentos da ratificaçäo do
Acordo sobre os bens alemäes em Portugal, hoje assinado; a segunda, no principio do ano financeiro que,
na República Federal da Alemanha, se seguir àquele
em que se efectuar o primeiro pagamento."
Abkommen über das deutsche Vermögen in Portugal
habe ich die Ehre, Eure Exzellenz zu bitten, mir zu bestätigen, daß die portugiesische Regierung mit folgender Auslegung der Ziffer 2 des Artikels 1 dieses Abkommens einverstanden ist:
gleichen Raten den Unterschiedsbetrag zwischen der
Höhe der in Artikel 1 Ziffer 1 des heute unterzeichneten Vermögensabkommens genannten Vermögenswerte und der in Artikel 1 Ziffer 2 genannten Summe
von 144,5 Millionen Escuden zahlen.
Austausch der Ratifikationsurkunden zum heute unterzeichneten Vermögensabkommen erfolgen, und die
zweite Rate wird zu Beginn des auf die erste Ratenzahlung in der Bundesrepublik folgenden Haushaltsjahres gezahlt werden."
o Governo Português tomou conhecimento co rn satis
ã o precedente à quai dá o seu acordo.-façäodeclarç
Regierung der Portugiesischen Republik von der vorstehenden Erklärung mit Befriedigung Kenntnis genommen hat und ihr zustimmt.
Ministro dos Negocios Estrangeiros da
Genehmigen Sie, Exzellenz, den Ausdruck meiner aus
-gezichnet
Unter Bezugnahme auf das heute unterzeichnete Abkommen über deutsche Vermögenswerte in Portugal beehre ich mich, Eurer Exzellenz im Namen der Regierung
der Bundesrepublik Deutschland zu erklären, daß die
Artikel 8 und 9 des Abkommens auf das Saarland keine
em Portugal, hoje assinado, tenho a honra de declarar
em nome do Governo da República Federal da Alemanha que o disposto nos artigos 8. 0 e 9. 0 do mesmo
Acordo nao será aplicável ao Sarre."
beehre ich mich, Eurer Exzellenz im Namen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland zu erklären,
daß die Artikel 8 und 9 des Abkommens auf das Saarland keine Anwendung finden."
o Governo Português tomou conhecimento da declaraç ã o precedente.
Regierung der Portugiesischen Republik von der vorstehenden Erklärung Kenntnis genommen hat.
o Senhor Doutor Heinrich v o n Brentano
MinstrodNegócEanirosd
Die Bundesregierung wird veranlassen, daß den in
Teil II Artikel 8 und 9 des Abkommens über deutsche
Vermögenswerte in Portugal bezeichneten natürlichen
und juristischen Personen, Personenvereinigungen und
Vermögensmassen die von ihnen nach der deutschen
Lastenausgleichsgesetzgebung als Soforthilfe und Vermögensabgabe entrichteten Beträge, soweit diese die
nach dem Lastenausgleichsgesetz in Verbindung mit
Teil II des Abkommens festzusetzenden Beträge übersteigen, spätestens innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Abkommens über deutsche Vermögenswerte
in Portugal zurückerstattet werden.
Tenho a honra de acusar a recepçäo da Nota de Vossa
"Com referencia ao Acordo sobre os bens alemäes
em Portugal, boje assinado, tenho a honra de comunicar a V. Ex.a o seguinte:
O Governo Federal promoverá o necessário para
que sejam restituidas às pessoas singulares e colectivas, associaçöes de pessoas e patrimónios, designados nos artigos 8. 0 e 9. 0 da Parte II do Acordo sobre
bens alemäes em Portugal, as quantias por eles pagas
nos termos da legislaçao alémä de perequaçäo de encargos a título de contribuiçäo para o auxilio ime
-diato(Sfrhlebg)dcontiuçäaprz
(Vermögensabgabe) pela qual responden os bens sujeitos à referida legislaçäo, na medida em que estas
quantias excederem os quantitativos a fixar segundo
a referida lei de perequaçäo de encargos, nos termos
da Parte II do dito Acordo. A restituiçäo far-se-á o
mais tardar um ano após a entrada em vigor do mesmo Acordo."
Ich habe die Ehre, den Empfang Ihres Briefes vom heutigen Tage zu bestätigen, dessen portugiesischer Text
„Unter Bezugnahme auf das heute unterzeichnete Abkommen beehre ich mich, Eurer Exzellenz folgendes
in Portugal zurückerstattet werden."
Tenho a honra de informar Vossa Excelência que o
Governo Português tomou conhecimento da declaraçäo
precedente à qual dá o seu acordo.
Regierung der Portugiesischen Republik von der vorstehenden Erklärung, Kenntnis genommen hat und ihr
Aproveito a oportunidade para reiterar a Vossa Excelência, Senhor Ministro, os protestos da mais alta consideração.
Herrn Dr. Heinrich von Br en t an o
Corn relaçã o ao Acordo sobre os bens alem ã es em
Portugal, hoje assinado, tenho a honra de comunicar a
Vossa Excelência o seguinte:
a) os créditos comerciais portugueses sobre pessoas
alemãs individuais ou colectivas, de direito público
ou privado, que o Governo da República Portuguesa
adquira, serán cedidos, acompanhados dos respectivos títulos constitutivos, ao Governo da República
Federal da Alemanha;
b) esta cess ão, segundo a lei portuguesa, tem o efeito
de os credores portugueses nao poderem fazer
posteriormente valer contra os devedores alemäes
quaisquer dos direitos de créditos cedidos.
heutigen Tage zu bestätigen, dessen deutscher Text folgenden Inhalt hat:
„Unter Bezugnahme auf das am heutigen Tage unterzeichnete Abkommen beehre ich mich, Eurer Exzellenz
a) Die portugiesischen Handelsforderungen gegen deutsche natürliche oder juristische Personen des öffentlichen Rechts oder des Privatrechts, welche die Regierung der Portugiesischen Republik erwirbt, werden unter Beifügung der Nachweise über die Begründung des betreffenden Rechts an die Regierung
der Bundesrepublik Deutschland abgetreten werden.
b) Diese Abtretung hat nach portugiesischem Recht die
Wirkung, daß die portugiesischen Gläubiger nachträglich keines der abgetretenen Forderungsrechte
gegen die deutschen Schuldner geltend machen können."
Regierung der Bundesrepublik Deutschland von den vorstehenden Erklärungen mit Befriedigung Kenntnis genommen hat und ihnen zustimmt.
Aproveito a oportunidade para reiterar a Vossa Excelência, Senhor Ministro, os protestos da mais alta consideraçã o.
und der Portugiesischen Republik
entre a República Portuguesa
e a República Federal da Alemanha
sobre direitos de propriedade industrial
HABEN IM HINBLICK auf das zwischen den beiden
Staaten abgeschlossene Abkommen über deutsche Vermögenswerte in Portugal und
EM RELAÇÃO ao Acordo concluido entre os dois Estados acerca dos bens alem ães em Portugal, e
VON DEM WUNSCHE GELEITET, ihre Beziehungen
auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes zu erneuern und weiter zu vertiefen,
ANIMADOS PELO DESEJO de renovar e estreitar as
suas relaçöes no dominio da propriedade industrial
Verlängerung von Prioritätsfristen
Prorrogaç ã o de prazos de prioridade
Die in Artikel 4 der Pariser Verbandsübereinkunft zum
Schutze des gewerblichen Eigentums in der am 2. Juni
1934 in London revidierten Fassung für die Hinterlegung
von Anmeldungen für Erfindungspatente, Gebrauchsmuster, gewerbliche Muster oder Modelle und Fabrikoder Handelsmarken vorgesehenen Prioritätsfristen, die
am 6. Juni 1944 noch nicht abgelaufen waren oder die
erst nach diesem Zeitpunkt zu laufen begonnen haben
und vor dem 1. Januar 1951 abgelaufen sind, werden bis
zum Ablauf von 180 Tagen nach Inkrafttreten dieses Abkommens verlängert.
Os prazos de prioridade relativos à apresentaç ão de
pedidos de patentes de invenç ão, de depósito de modelos de utilidade ou desenhos ou modelos industriais e
de marcas de fábrica e de comércio, fixados no artigo
4. ° da Convençäo da Uniäo de Paris, na sua redacç ã o
revista a 2 de Junho de 1934 em Londres, que ainda nao
tinham expirado em 6 de Junho de 1944, ou que só depois dessa data começaram a correr e expiraram antes
de 1 de Janeiro de 1951, seräo prorrogados até 180 dias
após a entrada em vigor do presente Acordo.
Anmeldungen im Sinne dieses Abkommens sind die
Anmeldungen, die in einem Mitgliedstaat der Pariser
Verbandsübereinkunft in der Zeit vom 6. Juni 1943 bis
30. September 1948 oder bei den deutschen oder portugiesischen Verwaltungsstellen in der Zeit vom 1. Oktober
1948 bis 31. Dezember 1949 eingereicht worden sind.
Entende-se que pedidos, no sentido do presente Acordo, sao os apresentados num Estado membro da Convençäo da Uniäo de Paris, entre 6 de Junho de 1943 e
30 de Setembro de 1948, e os apresentados nos postos
administrativos da Alemanha ou perante a administraç ã o
portuguesa, entre 1 de Outubro de 1948 e 31 de Dezembro de 1949, inclusivé.
Für die in diesem Abkommen genannten Anmeldungen
endet die vorgesehene Frist zur Abgabe einer Prioritätserklärung nicht vor Ablauf von 180 Tagen nach Inkrafttreten dieses Abkommens.
Para os pedidos mencionados no presente Acordo o
prazo fixado para apresentar uma declaraç ã o de prioridade nao terminará antes de decorridos 180 dias após
a entrada em vigor do presente Acordo.
Dritte, die nach dem 6. Juni 1943, aber vor dem Tag
der Nachanmeldung eine Erfindung, ein Gebrauchsmuster
oder ein gewerbliches Muster oder Modell in gutem
Glauben in Benutzung genommen oder in dieser Zeit die
erforderlichen Veranstaltungen dazu getroffen haben,
können diese Benutzung nach Maßgabe der durch die
Gesetzgebung des vertragschließenden Landes getroffenen
Bestimmungen fortsetzen.
Os terceiros que depois de 6 de Junho de 1943, mas
antes da data do pedido posterior, tenham de boa fé
explorado uma invençao, um modelo de utilidade ou
um desenho ou modelo industrial ou feito durante esse
espaço de tempo os necessários preparativos para tal
fim, poderäo continuar essa exploraçao na medida em
que as disposições legais do País Contratante o permitirem.
(1) In allen auf Grund dieses Abkommens eingeleiteten
Verfahren sind die entsprechenden Prioritätsbescheinigungen einzureichen.
1. Todos os processos relativos a pedidos efectuados
nos termos do presente Acordo teräo de ser instruidos
co rn os respectivos certificados de prioridade.
(2) Wenn solche Bescheinigungen von der zuständigen
Behörde nicht ausgestellt werden können, weil diese
durch Kriegsauswirkung daran gehindert ist, genügt zur
Inanspruchnahme der Priorität eine Erklärung der zuständigen Behörde, aus der sowohl Inhalt als auch Zeitpunkt der Erstanmeldung sowie die Unterlagen hervorgehen, auf Grund deren die zuständige Behörde ihre
Erklärung abgegeben hat.
2. Quando tais certificados nao possam ser passados
por a repartiç ão competente estar impossibilitada por
motivo de guerra, bastará, para efeitos de reivindicaç ã o de prioridade, urna declaraçäo da repartiçäo competente donde constem o conteúdo e a data de apresentaçäo do primeiro pedido, bem como as fontes de informacao de que a repartiçäo se serviu para fundamentar
a sua declaraçäo.
Deutsche gewerbliche Schutzrechte in Portugal
Auf Antrag der Berechtigten werden wiederhergestellt:
1. die vor dem 1. Januar 1950 von Deutschen in Portugal erworbenen gewerblichen Schutzrechte, die nach
dem 6. Juli 1944 auf andere Weise als durch Ablauf
der gesetzlichen Höchstdauer, durch Verzichtserklärung oder durch Erklärung der Nichtigkeit, erloschen
Ser ã o restabelecidos, a requerimento dos interessados:
2. die vor dem 1. Januar 1950 von Deutschen in Portugal eingereichten Gesuche um Erteilung gewerblicher
Schutzrechte, die nach dem 6. Juni 1944 wegen Nichterfüllung gesetzlicher Formerfordernisse zurückgewiesen worden sind.
2. Os pedidos relativos à aquisiçäo de direitos de
propriedade industrial formulados em Portugal por
alemäes antes de 1 de Janeiro de 1950 e que tenham sido recusados, por falta de cumprimento de
formalidades legais, depois de 6 de Junho de 1944.
1. Os direitos de propriedade industrial adquiridos em
Portugal por alemäes antes de 1 de Janeiro de 1950 e
que caducaram depois de 6 de Junho de 1944, excepto se a caducidade foi determinada pelo fim do
prazo de protecçäo máxima previsto na lei, por
declaraçäo de renúncia ou por uma declaraçäo de
Entscheidungen der zuständigen Behörden, die nach
dem 6. Juni 1944 über vor dem 1. Januar 1950 eingereichte Anmeldungen ergangen sind, können von den
Beteiligten innerhalb einer Frist von 180 Tagen nach
Inkrafttreten dieses Abkommens angefochten werden.
Das decisões proferidas pelas autoridades competentes depois de 6 de Junho de 1944 sobre pedidos apresentados até 1 de Janeiro de 1950, poderäo os interessados
recorrer no prazo de 180 dias contado a partir da data
da entrada em vigor do presente Acordo.
(1) Der in Artikel 6 vorgesehene Antrag ist innerhalb
einer Frist von 180 Tagen, gerechnet vom Tage des Inkrafttretens dieses Abkommens an, bei der zuständigen
Behörde zu stellen.
Mit dem Antrag sind die Antragsgebühren sowie etwa
in der Zwischenzeit fällig gewordene Gebühren zu entrichten und die versäumten Handlungen nachzuholen.
Zuschlags- oder Strafgebühren werden nicht erhoben.
1. 0 requerimento previsto no artigo 6. ° deverá ser
apresentado na repartiçäo competente dentro do prazo
de 180 dias contado da data da entrada em vigor do
No momento da apresentaçäo do requerimento deveräo
ser pagas as taxas a que houver lugar, acrescidas das
taxas que teriam sido vencidas, e cumpridas todas as
formalidades legais em falta, nao seudo devida qualquer
sobretaxa ou multa.
(2) Uber den Antrag entscheidet die zuständige Behörde.
2. O requerimento será apreciado pela repartiçäo cornpetente.
(3) Wird dem Antrag entsprochen, so wird dadurch der
Zustand wiederhergestellt, der bei rechtzeitiger Vornahme
der versäumten Handlung eingetreten wäre.
3. O deferimento do requerimento terá por efeito estabelecer a situaç ã o que tenia sido criada pelo cumprimento, em devido tempo, dos actos que nao foram praticados.
(4) Erachtet die zuständige Behörde eine fällige Gebühr
als nicht vollständig entrichtet oder eine versäumte Handlung als nicht vollständig nachgeholt, so ist dem Antragsteller eine Nachfrist von höchstens 90 Tagen zu setzen.
4. Se a repartiçäo competente verificar que nao foi
paga por inteiro qualquer taxa devida ou nao foi executado qualquer acto que anteriormente deixara de ser
cumprido, será dado ao requerente um prazo suplementar, que nao poderá ultrapassar 90 dias.
(5) Wird der Antrag zurückgewiesen, so stehen dem
Antragsteller die in der ordentlichen Gesetzgebung vorgesehenen Rechtsmittel zu.
5. No caso de o requerimento ser indeferido, o requerente poderá recorrer da decisäo nos termos da legislaçã o em vigor.
(1) Die Wirkungen eines wiederhergestellten Erfindungspatents, Gebrauchsmusters oder gewerblichen Musters oder Modells treten nicht ein gegenüber Dritten,
1. Os direitos resultantes do restabelecimento de uma
patente de invenç ã o, de um modelo de utilidade ou de
um desenho ou modelo industrial nao poderäo ser invo-
die den Gegenstand des Schutzrechts in der Zeit zwischen
dem Erlöschen desselben und dem 20. April 1957 in gutem
Glauben in Portugal in Benutzung genommen oder in
dieser Zeit die erforderlichen Veranstaltungen dazu getroffen haben.
cados contra terceiros que, entre o momento da caducidade e 20 de Abril de 1957, tenham exercido de boa fé
em Portugal esses direitos ou tenham feito os necessários preparativos para tal fim.
(2) Die Wirkungen des Erfindungspatents, Gebrauchsmusters oder gewerblichen Musters oder Modells, das
auf eine wiederhergestellte Anmeldung erteilt wird,
treten nicht ein gegenüber Dritten, die den Gegenstand
des Schutzrechts in der Zeit zwischen der Zurückweisung
der Anmeldung und dem 20. April 1957 in gutem Glauben
in Portugal in Benutzung genommen oder in dieser Zeit
die erforderlichen Veranstaltungen dazu getroffen haben.
2. Os direitos resultantes da concessâo de patentes de
invençäo, modelos de utilidade ou desenhos ou modelos
industriais, por efeito do restabelecimento de pedidos
anteriores, não poderão ser invocados contra terceiros
que, durante o período decorrido entre o momento em
que o anterior pedido foi indeferido e 20 de Abril de
1957, tenham exercido de boa fé em Portugal esses direitos ou tenham feito os necessários preparativos para
(3) Als besondere Veranstaltung im Sinne des Absatzes 2 gilt auch die Einreichung eines Gesuchs um Erteilung eines Erfindungspatents, eines Gebrauchsmusters
oder eines gewerblichen Musters oder Modells in Portugal durch einen Dritten, wenn der Dritte der Urheber
der den Gegenstand der Patentanmeldung oder des Gebrauchsmusters bildenden Erfindung oder des hinterlegten
Musters oder Modells ist.
3. Para efeito de aplicação do disposto no número
anterior, será também considerada preparativo a apresentação em Portugal, por um terceiro, de um pedido
de patente de invençäo, modelo de utilidade ou modelo
ou desenho industrial, quando o referido terceiro seja
o autor da invenção, do modelo de utilidade ou do modelo ou desenho industrial apresentados a depósito.
Die Bestimmung dieses Absatzes gilt auch zugunsten der
Rechtsnachfolger des Dritten.
Os sucessores legais de terceiro poderâo beneficiar do
disposto no presente número.
(1) Dritte, die ein Benutzungsrecht gemäß Absatz 1 des
vorhergehenden Artikels nach Wiederherstellung eines
erloschenen Schutzrechts in Anspruch nehmen, oder ihre
Rechtsnachfolger, haben dafür dem Inhaber des Schutzrechts vom Tage der Wiederherstellung an eine Entschädigung zu zahlen, deren Höhe im Streitfall durch das
zuständige Gericht bestimmt wird.
1. Os terceiros mencionados no n ° . 1. ° do artigo anterior, e os seus sucessores legais, que pretenderem continuar o exercício dos direitos restabelecidos em favor
do primitivo titular, deverão, a partir do dia do restabelecimento, pagar a este último urna indemnização cujo
montante, em caso de litigio, será fixado pelo tribunal
(2) Dritte, die ein Benutzungsrecht gemäß Absatz 2 des
vorhergehenden Artikels nach Erteilung des Schutzrechts
auf Grund einer wiederhergestellten Anmeldung in Anspruch nehmen, oder ihre Rechtsnachfolger, haben dafür
dem Inhaber des Schutzrechts vom Tage der Erteilung
an eine Entschädigung zu zahlen, deren Höhe im Streitfall durch das zuständige Gericht bestimmt wird.
2. Os terceiros mencionados no n ° . 2.° do artigo anterior, ou os seus sucessores legais, que pretenderem continuar o exercício dos direitos concedidos em favor do
primitivo requerente, deverão, a partir da data da concessäo do privilegio, pagar a este último urna indemnização cujo montante, em caso de litigio, será fixado
pelo tribunal competente.
(3) Die Bestimmung des vorhergehenden Absatzes
O3.disposto no número anterior nao é aplicável no
caso de se tratar do aproveitamento da invenção, desenho ou modelo por um terceiro que é autor dos mesmos ou pelos seus sucessores legais.
fi ndet keine Anwendung, wenn die Benutzungshandlung
des Dritten oder seines Rechtsnachfolgers auf einer Erfindung oder einem Muster oder Modell beruht, deren
Urheber der Dritte ist.
(1) Wird die Erneuerung einer im portugiesischen Register für nationale Marken vor dem 1. Januar 1950 eingetragenen Fabrik- oder Handelsmarke, deren ordentliche
Schutzdauer nach dem 6. Juni 1944 abgelaufen ist, innerhalb von 180 Tagen, gerechnet vom Tage des Inkrafttretens dieses Abkommens an, bei der zuständigen Behörde beantragt, so wirkt die Erneuerung auf den Ablauf
der ordentlichen Schutzdauer zurück.
1. Quando for requerida junto da competente repartição e dentro de 180 dias a contar da entrada em vigor
do presente Acordo a renovaçäo de uma marca de fábrica ou de comércio inscrita no Registo português de
marcas nacionais antes de 1 de Janeiro de 1950 e cuja
duração regular de protecçäo tenha expirado depois de
6 de Junho de 1944, a renovaçäo produz efeito retroactivo a partir da data de expiraçäo da duração regular
da protecçäo.
(2) Wird eine im portugiesischen Register für internationale Marken vor dem 1. Januar 1950 eingetragene
Fabrik- oder Handelsmarke, deren ordentliche Schutzdauer nach- dem 6. Juni 1944 abgelaufen ist, innerhalb
von 180 Tagen, gerechnet vom Tage des Inkrafttretens
dieses Abkommens an, erneut beim Internationalen Büro
hinterlegt, so wirkt diese Hinterlegung für das Gebiet
Portugals als Erneuerung der erloschenen Eintragung auf
den Ablauf der ordentlichen Schutzdauer zurück, sofern
der Berechtigte dies innerhalb von 180 Tagen seit der
neuen Hinterlegung beim Internationalen Büro bei der
zuständigen Behörde beantragt.
2. Quando uma marca de fábrica ou de comércio inscrita no registo português de marcas internacionais
antes de 1 de Janeiro de 1950 e cuja duração regular
de protecçäo expirou depois de 6 de Junho de 1944 for
novamente depositada na Secretaria Internacional dentro
de 180 dias a contar da entrada em vigor do presente
Acordo, este depósito que significa para o Território
português a renovação do registo caducado, produz
efeito retroactivo a partir da data da expiração da duracao regular da protecçäo, contanto que o titular do direito apresente um requerimento nesse sentido à cornpetente repartição dentro de 180 dias a contar da renovação do depósito na Secretaria Internacional.
Deutscher Bundestag - 3. Wahlperiode
(3) Hat der Inhaber einer im portugiesischen Register
für nationale oder internationale Marken eingetragenen
Fabrik- oder Handelsmarke, deren ordentliche Schutzdauer nach dem 6. Juni 1944 abgelaufen ist, schon vor
dem Inkrafttreten dieses Abkommens die Fabrik- oder
Handelsmarke in Portugal neu angemeldet oder ihre neue
Hinterlegung beim Internationalen Büro bewirkt, so wirkt
die Neueintragung für das Gebiet Portugals als Erneuerung der erloschenen Eintragung auf den Zeitpunkt des
Ablaufs der ordentlichen Schutzdauer zurück, sofern der
Berechtigte dies innerhalb von 180 Tagen, gerechnet vom
Tage des Inkrafttretens dieses Abkommens an, bei der
3. Quando o proprietário de uma marca de fábrica ou
de comércio inscrita no registo português de marcas
nacionais ou internacionais e cuja duraçäo regular da
protecçäo tenha expirado depois de 6 de Junho de 1944
tiver ja antes da entrada em vigor do presente Acordo
apresentado novo pedido de registo em Portugal ou feíto
um novo depósito na Secretaria Internacional, o que
significa para o Território português a renovaçäo do registo caducado, esta renovaçäo produz efeito retroactivo
a partir da data de expiração da duraçäo regular da
protecção, contanto que o titular do direito apresente à
competente repartição, dentro de 180 días a contar da
entrada em vigor do presente Acordo, um requerimento
Der Zeitraum zwischen dem 6. Juni 1944 und dem Tage
der Wiederherstellung des Rechts bleibt sowohl bei der
Berechnung der für den Beginn der Verwertung eines
Erfindungspatents oder eines Gebrauchsmusters und für
die Benutzung einer Fabrik- oder Handelsmarke vorgesehenen Fristen, als auch bei der Berechnung der in § 1
des Artikels 123 des portugiesischen Gesetzes über das
gewerbliche Eigentum vorgesehenen Frist außer Betracht.
O periodo compreendido entre 6 de Junho de 1944 e o
dia do restabelecimento do direito nao entra em linha
de conta para cálculo dos prazos previstos para o inicio
de exploração de uma patente da invenção ou de um
modelo de utilidade e para o uso de marcas de fábrica
ou de comércio, bem como para o cálculo do prazo
previsto no § 1.° do artigo 123. ° do Código da Propriedade Industrial português.
Portugiesische gewerbliche Schutzrechte in Deutschland
Directos de propriedade industrial
1. die vor dem 1. Juli 1945 in Deutschland erworbenen
gewerblichen Schutzrechte portugiesischer Staatsangehöriger, die nach dem 6. Juni 1944 auf andere
Weise als durch Ablauf der gesetzlichen Höchstdauer,
durch Verzichtserklärung oder durch Erklärung der
Nichtigkeit erloschen sind,
2. die vor dem 1. Juli 1945 in Deutschland von portugiesischen Staatsangehörigen eingereichten Gesuche
um Erteilung gewerblicher Schutzrechte, die nach
dem 6. Juni 1944 wegen Nichterfüllung gesetzlicher
Formerfordernisse zurückgewiesen worden sind.
Auf Antrag der Berechtigten werden portugiesische
Staatsangehörige wieder in den vorigen Stand eingesetzt,
1. die in § 15 des Ersten Gesetzes zur Änderung und
Überleitung von Vorschriften auf dem Gebiet des
gewerblichen Rechtsschutzes vom 8. Juli 1949 vorgesehene Frist nicht eingehalten haben,
Seräo restabelecidos, a requerimento dos interessados:
1. Os direitos de propriedade industrial adquiridos na
Alemanha por nacionais portugueses antes de 1 de
Julho de 1945 e que caducaran depois de 6 de
Junho de 1944, excepto se a caducidade foi determinada pelo fim de prazo de protecçäo máxima
previsto na lei, por declaraçäo de renúncia ou por
uma declaraçäo de nulidade.
2. Os pedidos relativos à aquisição de direitos de propriedade industrial formulados na Alemanha por
nacionais portugueses antes de 1 de Julho de 1945
e que tenham sido recusados depois de 6 de Junho
de 1944, por falta de cumprimento de formalidades
Serán restabelecidos, a requerimento dos interessados,
os direitos dos nacionais portugueses que:
2. die in § 30 Absatz 1 des Ersten Gesetzes zur Änderung und Überleitung von Vorschriften auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes vom 8. Juli 1949
vorgesehene Frist nicht eingehalten haben.
1. nao tenham observado o prazo previsto no § 15.°
da Primeira Lei sobre a alteraçäo e transmissäo de
prescriçöes relativas à protecçäo da propriedade
industrial, de 8 de Julho de 1949.
2. nao tenham observado o prazo previsto no § 30.°
alinea 1.a, da Primeira Lei sobre a alteraçäo e
transmissao de prescriçöes relativas à protecçäo
da propriedade industrial, de 8 de Julho de 1949.
Auf die Anträge nach Artikel 13 und 14 sowie auf die
daraufhin wiederhergestellten Schutzrechte und Schutzrechtsanmeldungen sind die Bestimmungen der Artikel 6
bis 12 dieses Abkommens ebenso wie die einschlägigen
Bestimmungen des deutschen Gesetzes entsprechend anzuwenden.
Aos requerimentos previstos nos artigos 13.° e 14.°
bem como aos direitos e pedidos restabelecidos em
virtude dos mesmos requerimentos, serão correspondentemente aplicáveis as disposiçöes dos artigos 6°. a
12°. do presente Acordo, assim como as correlativas
disposiçöes da lei alemã.
Schiußbestimmungen
Die Vergünstigungen dieses Abkommens werden zuteil:
1. deutschen natürlichen Personen und natürlichen Personen portugiesischer Staatsangehörigkeit;
Disposiçöes finais
Poderão beneficiar do disposto no presente Acordo:
1. as pessoas singulares de nacionalidade portuguesa
e as pessoas singulares alemãs.
2. juristischen Personen deutscher Staatsangehörigkeit
und juristischen Personen portugiesischer Staatsangehörigkeit.
2. as pessoas colectivas de nacionalidade portuguesa
e as pessoas colectivas de nacionalidade alema.
Als juristische Personen deutscher Staatsangehörigkeit
gelten solche, die ihren Sitz oder ihre Hauptniederlassung
im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland haben.
Serão consideradas pessoas colectivas de nacionalidade portuguesa as pessoas colectivas que tenham a sua
sede ou principal estabelecimento no território português;
Als juristische Personen portugiesischer Staatsangehörigkeit gelten solche, die ihren Sitz oder ihre Hauptniederlassung im portugiesischen Gebiet haben.
Serão consideradas pessoas colectivas de nacionalidade alemã as pessoas colectivas que tenham a sua sede
ou principal estabelecimento no território da República
Federal da Alemanha.
Dieses Abkommen gilt auch für das Land Berlin, sofern nicht die Regierung der Bundesrepublik Deutschland
gegenüber der portugiesischen Regierung innerhalb von
drei Monaten nach Inkrafttreten dieses Abkommens eine
no prazo de três meses contado da data da sua entrada
em vigor, nao informar do contrário o Governo português.
(1) Dieses Abkommen bedarf der Ratifizierung; die
Ratifikationsurkunden sollen sobald wie möglich in Lissabon, und zwar gleichzeitig mit den Ratifikationsurkunden
zu dem Abkommen über deutsche Vermögenswerte in
Portugal und zu dem Abkommen über die Liquidation
des früheren deutsch-portugiesischen Verrechnungsverkehrs, ausgetauscht werden.
1. 0 presente Acordo deverá ser ratificado e a troca
dos instrumentos de ratificação deverá ter lugar em
Lisboa tao cedo quanto possível, simultáneamente com
a troca dos instrumentos de ratificaçáo do Acordo sobre
bens alemães em Portugal e do Acordo sobre a liquidacao do antigo clearing luso-alemão.
(2) Dieses Abkommen tritt einen Monat nach dem Tage
des Austausches der Ratifikationsurkunden in Kraft.
2. A entrada em vigor do presente Acordo verificar-se-á um mês depois da data da troca dos instrumentos
da sua ratificaçáo.
devidamente munidos de plenos poderes para o efeito,
assinaram o respectivo texto de acordo.
GESCHEHEN zu Lissabon am 3. April 1958 in zwei
Urschriften, jede in deutscher und portugiesischer Sprache,
FEITO e lavrado em Lisboa, no dia 3 de Abril de 1958,
em dois exemplares, redigidos em alemão e português,
Unter Bezugnahme auf das heute unterzeichnete Abkommen auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes
beehre ich mich, Eurer Exzellenz im Namen der Regierung
der Bundesrepublik Deutschland zu erklären:
Die Bundesregierung geht bei Abschluß dieses Abkommens davon aus, daß die in Kapitel II des Vertrages vom
27. Oktober 1956 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik zur Regelung der
Saarfrage enthaltenen besonderen Regelungen durch
dieses Abkommen nicht berührt werden. Die Schutzrechte
portugiesischer Staatsangehöriger im Saarland richten sich
während der in Artikel 3 des vorbezeichneten Kapitels II
bestimmten Übergangszeit weiterhin nach den Gesetzen,
die gegenwärtig in diesem Gebiet gelten.
Tenho a honra de acusar arecepç ã o da carta de
Vossa Excelência, de hoje, cujo teor é o seguinte:
Ich beehre mich, Eurer Exzellenz den Empfang Ihres
Briefes vom heutigen Tage zu bestätigen, der wie folgt
"Em referência ao Acordo sobre propriedade industrial, hoje assinado, tenho a honra de fazer, em nome
do Governo da República Federal da Alemanha, a
seguinte declaraç ã o:
„Unter Bezugnahme auf das heute unterzeichnete Abkommen auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes beehre ich mich, Eurer Exzellenz im Namen
der Regierung der Bundesrepublik Deutschland zu erklären:
Ao concluir o presente Acordo, o Governo Federal
considera que as disposiçóes especiais contidas no
capítulo II do Tratado assinado em 27 de Outubro de
1956, entre a República Federal da Alemanha e a
República Francesa, acerca da Regulamentaç ã o da
quest ã o do Sarre, nao ser ã o atingidas pelo presente
Acordo. Durante o período transitório previsto no
artigo 3. ° do Capítulo II acima mencionado, os direitos
de propriedade industrial de nacionais portugueses no
Sarre continuar ã o a reger-se pelas disposiçóes legais
actualmente em vigor naquele Território."
Die Bundesregierung geht bei Abschluß dieses Abkommens davon aus, daß die in Kapitel II des Vertrages vom 27. Oktober 1956 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik zur
Regelung der Saarfrage enthaltenen besonderen Regelungen durch dieses Abkommen nicht berührt werden.
Die Schutzrechte portugiesischer Staatsangehöriger im
Saarland richten sich während der in Artikel 3 des vorbezeichneten Kapitels II bestimmten Übergangszeit
weiterhin nach den Gesetzen, die gegenwärtig in diesem Gebiet gelten."
o Governo Portugués tomou devida nota do que acima
fi ca exposto.
portugiesische Regierung von dessen Inhalt Kenntnis genommen hat.
Genehmigen Sie, Exellenz, den Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung.
Paulo C u n h a
über die Liquidation des früheren deutsch-portugiesischen
sobre a liquidaçáo do antigo clearing luso-alemão
HABEN IN AUSFUHRUNG des Artikels 6 des heute
unterzeichneten Abkommens über deutsche Vermögenswerte in Portugal folgendes vereinbart:
EM EXECUÇAO do disposto no artigo 6. 0 do Acordo
luso-alemao sobre bens alemaes em Portugal, boje assinado, acordaran no seguinte:
Auszahlungen in der Bundesrepublik Deutschland
und in Berlin (West)
Pagamentos a efectuar na República Federal
da Alemanha e em Berlim (Oeste)
(1) Die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet sich,
die Zahlungsansprüche der in Absatz 2 genannten Gläubiger und ihrer Rechtsnachfolger insoweit abzugelten, als
zu ihrer Begleichung
1) A República Federal da Alemanha compromete-se
a satisfazer as reivindicaçöes dos credores mencionados
na alinea 2.0, e dos seus sucessores legais, na medida em
que, co rn vista ao pagamento de tais créditos:
1. die Bank von Portugal vor dem 9. Mai 1945 gemäß dem deutsch-portugiesischen Abkommen
über Zahlungen . im Warenverkehr vom 131
14. April 1935 nebst Zusatzabkommen. zu Lasten
ihres bei der Deutschen Verrechnungskasse geführten Kontos dieser die entsprechenden Zahlungsaufträge übermittelt hat, diese jedoch von
der Deutschen Verrechnungskasse nicht ausgeführt wurden, oder
1.0 — o Banco de Portugal antes de 9 de Maio de
1945, nos termos do Acordo luso-alemao referente ao pagamento das dividas comerciais,
datado de 13/14 de Abril de 1935, e os seus
acordos adicionais tenha transmitido ordens
de pagamento por débito da sua conta na
Deutsche Verrechnungskasse, mas que esta
nao chegou a executar,
2. die Bank von Portugal von den entsprechenden
Schuldnern den Gegenwert auf einem bei ihr
nach dem 8. Mai 1945 eröffneten Sonderkonto
2. 0 — o Banco de Portugal tenha recebido, dos respectivos devedores, a contrapartida na conta
especial aberta no dito Banco desde 8 de Maio
(2) Diese Verpflichtung bezieht sich auf die Zahlungsansprüche natürlicher und juristischer Personen des privaten und öffentlichen Rechts, Handelsgesellschaften oder
Personengemeinschaften (Gläubiger), die im Zeitpunkt
der Antragstellung (Artikel 3) im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland oder in Berlin (West) ihren Wohnsitz oder Sitz haben oder dort eine zum Empfang der
Zahlung berechtigte Stelle angeben.
2) Este compromisso abrange os créditos de pessoas,
singulares ou colectivas, de direito privado ou de direito
público, sociedades comerciais ou associações de péssoas
(credores) que na data do seu requerimento (previsto no
art.° 3. 0) tenham o seu domicilio ou a sua sede no território da República Federal da Alemanha ou de Berlim
(Oeste), ou tenham indicado una entidade nesses territórios autorizada a receber o respectivo pagamento.
(3) Die Abgeltung wird nach Maßgabe der Artikel 3
und 4 vorgenommen.
3) A liquidaçáo destes créditos será feíta nos termos
dos artigos 3. 0 e 4. 0.
Artigo 2.0
(1) Die Bundesrepublik Deutschland wird ferner die
Zahlungsansprüche abgelten, welche den gemäß Artikel 5
auszuführenden Zahlungsaufträgen zugrunde liegen, sofern die Gläubiger oder ihre Rechtsnachfolger im Zeitpunkt der Unterzeichnung dieses Abkommens im Gebiet
der Bundesrepublik Deutschland oder in Berlin (West)
1) Outrossim a República Federal da Alemanha compromete-se a liquidar os créditos reclamados que se baseiam
nas ordens de pagamento a executar nos termos do artigo 5. 0 , desde que os credores ou os seus sucessores
legais tenham à data da assinatura do presente Acordo,
domicilio ou sede no território da República Federal ou
no de Berlim (Oeste).
(2) Die Abgeltung wird nach Maßgabe der Artikel 3
2) Esta liquidaçáo far-se-á nos termos dos artigos 3.0
e 4.0.
(1) Die Zahlungen werden auf Antrag geleistet.
1) Os pagamentos ser ã o efectuados a requerimento.
(2) Antragsberechtigt sind die Gläubiger oder ihre
2) Têm qualidade para apresentar requerimento
credores ou os seus sucessores legais.
(3) Die Anträge sind bei der Deutschen Verrechnungskasse innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieses
Abkommens einzureichen. Bei unverschuldeter Versäumnis der Antragsfrist kann Wiedereinsetzung in den vorigen Stand innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Frist
3) Os requerimentos têm de ser apresentados à Deutsche Verrechnungskasse dentro do prazo de um ano, a
contar da entrada em vigor do presente Acordo. Se, sem
culpa da sua parte, o credor nao tiver observado este
prazo, poderá ser reintegrado no seu direito dentro de
um ano a contar da expiraç ã o do mesmo prazo.
(4) Uber die Anträge sowie über die Wiedereinsetzung
entscheidet die Deutsche Verrechnungskasse. Will die
Deutsche Verrechnungskasse einen Antrag ablehnen, so
hat sie vorher die Stellungnahme der Bank von Portugal
4) A Deutsche Verrechnungskasse decidirá dos requerimentos de pagamento, bem como dos de reintegrac ã o.
Se a Deutsche Verrechnungskasse entender que deve
indeferir algum daqueles requerimentos, deverá consultar prèviamente o Banco de Portugal.
Die Gläubiger von nicht auf Reichsmark lautenden
Zahlungsansprüchen erhalten zwei Drittel des eingezahlten Betrages in Deutscher Mark. Die auf Reichsmark
lautenden Zahlungsansprüche sind im Verhältnis von
zehn Reichsmark zu einer Deutschen Mark umzustellen
und die sich hieraus ergebenden Beträge in Deutscher
Mark zu zahlen.
Os titulares de créditos expressos numa moeda diferente do Reichsmark receber ã o dois tercos da importância depositada, em D.M. Os créditos expressos em Reichsmarks seráo convertidos na proporç ã o de dez Reichsmarks para um D.M., e as importâncias obtidas desta
forma seráo pagas em D.M.
Auszahlungen in der Portugiesischen Republik
Pagamentos a efectuar na República Portuguesa
(1) Die Portugiesische Republik wird — vorbehaltlich
der Bestimmungen des Artikels 2 — die noch bei der
Bank von Portugal befindlichen offenen Zahlungsaufträge
ausführen, die von der Deutschen Verrechnungskasse gemäß dem deutsch-portugiesischen Abkommen über Zahlungen im Warenverkehr vom 13./14. April 1935 nebst
Zusatzabkommen zugunsten von natürlichen und juristischen Personen des privaten und öffentlichen Rechts,
Handelsgesellschaften oder Personengemeinschaften (Gläubiger) vor dem 9. Mai 1945 erteilt worden sind und nach
Unterzeichnung dieses Abkommens bestätigt werden.
(2) Die Deutsche Verrechnungskasse wird einen Zahlungsauftrag nicht bestätigen, wenn und soweit der Anspruch nicht bestanden hat oder nicht mehr besteht, zu
dessen Befriedigung der Zahlungsauftrag erteilt worden
war. Will die Deutsche Verrechnungskasse die Bestätigung versagen, so hat sie vorher die Stellungnahme der
Bank von Portugal einzuholen.
1) A República Portuguesa compromete-se a executar
—sob reserva do disposto no art.° 2.0 —as ordens de
pagamento ainda pendentes no Banco de Portugal, que
lhe tenham sido dadas pela Deutsche Verrechnungskasse
antes de 9 de Maio de 1945, nos termos do Acordo
luso-alem ã o referente ao pagamento das dividas comerciais, de 13/14 de Abril de 1935, e dos seus Acordos
Adicionais, em favor das pessoas singulares ou colectivas, de direito privado ou de direito público, de sociedades comerciais ou associaçöes de pessoas (credores) que
forem confirmadas após a assinatura do presente Acordo.
Artigo 6. 0
2) A Deutsche Verrechnungskasse nao confirmará urna
ordem de pagamento quando o crédito, a cuja liquidac ã o
se destinava essa ordern, nao chegou a existir ou deixou
de existir, total ou parcialmente. Se a Deutsche Verrechnungskasse tencionar recusar a confirmaç ã o, tern de
prèviamente consultar o Banco de Portugal.
Die Vorschrift des Artikels 5 gilt entsprechend
O disposto no artigo 5. 0 será igualmente aplicável:
1. für diejenigen noch offenen Zahlungsaufträge,
welche von der Deutschen Verrechnungskasse abgesandt, jedoch bei der Bank von Portugal nicht
1.— as ordens de pagamento ainda em suspenso, as
quais se bem que expedidas pela Deutsche Verrechnungskasse, nao chegaram ao Banco de Portugal; e
2. für solche bei der Deutschen Verrechnungskasse eingegangenen Einzahlungen, deretwegen die Deutsche
Verrechnungskasse Zahlungsaufträge zu erteilen verhindert gewesen ist.
2. — aos depósitos recebidos pela Deutsche Verrechnungskasse, relativamente aos quais esta já nao
chegou a emitir ordens de pagamento por motivo
de circunstancias impeditivas.
(1) Die Portugiesische Republik übernimmt ferner die
Regelung von Zahlungsaufträgen der Bank von Portugal,
1) Além Bisso, a República Portuguesa torna a seu
cargo a regulaç ã o:
1. das ordens de pagamento dadas pelo Banco de
Portugal e de que, mais tarde, foi pedida pelo
mesmo Banco a devoluç ã o;
1. deren Rücksendung diese Bank erbeten hatte,
2. die die Deutsche Verrechnungskasse nicht ausgeführt und zurückgesandt hatte.
2. das ordens de pagamento dadas pelo Banco de
Portugal, que a Deutsche Verrechnungskasse nao
executou e devolveu.
(2) Die Regelung der genannten Zahlungsaufträge erfolgt mit den betreffenden Einzahlern.
2) A regulaçao das ditas ordens será efectuada com
as entidades co rn a qual foi transaccionada a respectiva
emiss ã o.
(1) Zahlungen und Regelungen auf Grund der Artikel 5
bis 7 werden auf Antrag geleistet und erfolgen nach Maßgabe der einschlägigen portugiesischen Vorschriften.
1) Os pagamentos e as regulaçöes a efectuar na base
dos artigos 5. 0, 6. 0 e 7.0 ser ã o efectuados a pedido formal dos interessados e de harmonia co rn as respectivas
disposições legais portuguesas.
2) Sao qualificados para apresentar um pedido formal
os credores ou os seus sucessores legais.
(3) Die Anträge sind bei der Bank von Portugal innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieses Abkommens
einzureichen. Bei unverschuldeter Versäumnis der Antragsfrist kann Wiedereinsetzung in den vorigen Stand
innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Frist gewährt
3) Os pedidos deverao ser apresentados no Banco de
Portugal dentro do prazo de um ano a contar da entrada
em vigor do presente Acordo. Se este prazo nao for
observado pelo credor sem culpa sua, poderá este ser
reintegrado nos seus direitos dentro de um ano após a
expiraç ã o desse prazo.
entscheidet die Bank von Portugal. Vor der Entscheidung
über Anträge nach Artikel 7 soll sie die Stellungnahme
der Deutschen Verrechnungskasse einholen.
4) Sobre os pedidos de pagamento bem como sobre os
pedidos de reintegraç ã o decidirá o Banco de Portugal.
Antes de tomar urna decis ã o sobre os pedidos baseados
no artigo 7.0 o Banco de Portugal consultará a Deutsche
Verrechnungskasse.
Disposiçöes especiais
Arti go 9. 0
Mit der Annahme der nach diesem Abkommen zu zahlenden Beträge erklären sich die Gläubiger hinsichtlich
der den Zahlungen zugrunde liegenden Forderungen einschließlich etwaiger Zinsen für abgefunden.
A aceitaç ã o pelos credores dos montantes a pagar nos
termos do presente Acordo equivale a urna declaraçao
de que considerara extinto o seu direito no quai se
baseia o pagamento, inclusivé os juros a que eventualmente pudesse haver lugar.
Artigo 10. 0
(1) Wenn ein Dritter die gerichtliche Anerkennung von
Ansprüchen auf die einem Gläubiger gemäß Teil I und
II dieses Abkommens gezahlten Beträge erlangt, wird
dieser Dritte wie folgt abgefunden:
1) Se um terceiro obtiver o reconhecimento judicial
de direitos sobre um montante pago a outrem, nos
termos das partes I ou II deste Acordo, esse terceiro
será compensado:
1. pela República Federal Alem ã , tratando-se de um
montante pago nos termos da Parte I;
1. durch die Bundesrepublik Deutschland, wenn es
sich um einen gemäß Teil I gezahlten Betrag
2. von der Portugiesischen Republik, wenn es sich
um einen gemäß Teil II gezahlten Betrag handelt.
(2) In beiden Fällen stehen alle etwaigen Ansprüche
gegen den Zahlungsempfänger auf Rückzahlung der erhaltenen Zahlung derjenigen Vertragspartei zu, die den
Dritten befriedigt hat.
2. pela República Portuguesa, tratando-se de um
montante pago nos termos da Parte H.
2) Em ambos os casos, a parte contratante, que tiver
compensado o terceiro, ficará corn todos os eventuais
direitos a obter da pessoa que inicialmente recebera, a
restituiç ã o do montante por ela recebido.
Artigo 11.0
(1) Die Zahlungsaufträge der Deutschen Verrechnungskasse, die die Bank von Portugal auf Antrag oder mit
Zustimmung der in Frage stehenden Begünstigten oder
aus einem anderen berechtigten Grund nicht ausgeführt
und zurückgesandt hat, ebenso wie die Einzahlungen bei
der Deutschen Verrechnungskasse, die diesen Aufträgen
zugrunde lagen, werden von den zuständigen deutschen
Stellen und gemäß den deutschen gesetzlichen Bestimmungen behandelt.
1) As ordens da Deutsche Verrechnungskasse que o
Banco de Portugal, a pedido ou corn consentimento dos
respectivos beneficiários, ou por outro justo motivo, nao
tiver executado e tiver devolvido, assim como as entregas efectuadas na Deutsche Verrechnungskasse em que
essas ordens se basearam, serán tratadas pelas competentes entidades alemas e segundo as disposições legais
alemás.
(2) Das gleiche gilt für die von der Deutschen Verrechnungskasse nicht bestätigten Zahlungsaufträge.
mesuro tratamento será aplicável às ordens de
pagamento que a Deutsche Verrechnungskasse nao confirmar.
Die Vertragstaaten werden alle zur Durchführung dieses Abkommens erforderlichen Maßnahmen treffen.
Pelas Altas Partes Contratantes serán adoptadas todas
as medidas necessárias à execuçao do presente Acordo.
(1) Die Regierungen der Vertragstaaten werden sich in
allen Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Auslegung und der Anwendung dieses Abkommens konsultieren. Dies gilt auch für die Fälle, in denen die Deutsche
Verrechnungskasse und die Bank von Portugal keine
Übereinstimmung über die Ablehnung von Anträgen
(Artikel 3 Absatz 4 Satz 2 und Artikel 8 Absatz 4 Satz 2)
oder über die Bestätigung von Zahlungsaufträgen (Artikel 5 Absatz 2 Satz 2 und Artikel 6) erzielen.
1) Os Governos dos Estados contratantes consultar-seao sobre todas as questões relacionadas com a interpretaçäo e a aplicaç ã o do presente Acordo. O mesmo vale
também para os casos em que a Deutsche Verrechnungskasse e o Banco de Portugal nao chegaram a um acordo
sobre a recusa de pedidos (artigo 3. 0, alinea 4.a, segundo
período e artigo 8. 0, alinea 4.a, segundo período) ou sobre a confirmaçäo de ordens de pagamento (artigo 5. 0,
alinea 2.a, segundo período e artigo 6. 0).
(2) Die Regierungen der Vertragstaaten werden etwa
erforderliche zusätzliche Vereinbarungen zur technischen
Durchführung dieses Abkommens treffen.
2) Os Governos dos Estados contratantes estabelecer ã o de comum acordo, se for conveniente à sua execuç ã o técnica, os meios suplementares considerados necessários.
Artigo 14. 0
Soweit Meinungsverschiedenheiten nicht nach Artikel 13
beigelegt werden können, sind sie auf Verlangen eines
der Vertragstaaten dem in Artikel 13 des Abkommens
über deutsche Vermögenswerte in Portugal vereinbarten
Schiedsgericht zu unterbreiten, dessen Entscheidungen
endgültig und bindend sind.
No caso de nao ser possível resolver as divergências
suscitadas pela forma prevista no artigo 13.0, ser ã o elas
submetidas ao Tribunal Arbitral constituido nos termos
do artigo 13. 0 do Acordo sobre bens alem ã es em Portugal, cujas decisões ser ã () definitivas e vinculatórias.
Artigo 15.0
Dieses Abkommen gilt auch für das Land Berlin, sofern
nicht die Regierung der Bundesrepublik Deutschland
gegenüber der Regierung der Portugiesischen Republik
innerhalb von drei Monaten nach Inkrafttreten dieses
Abkommens eine gegenteilige Erklärung abgibt.
Berlim, se o Governo da República Federal da Alemanha
nao informar do contrario o Governo Português, no prazo de 3 meses a contar da data da sua entrada em vigor.
(1) Dieses Abkommen bedarf der Ratifizierung. Die
Portugal und zu dem Abkommen auf dem Gebiet des
gewerblichen Rechtsschutzes ausgetauscht werden.
presente Acordo deverá ser ratificado e a troca
dos instrumentos de ratificaçäo terá lugar em Lisboa tao
cedo quanto possível, simultâneamente com a troca dos
instrumentos de ratificaçäo do Acordo sobre bens alem ã es em Portugal e do Acordo sobre direitos de propriedade industrial.
(2) Dieses Abkommen tritt einen Monat nach dem Tag
2) A entrada em vigor do presente Acordo verificar-sea um mês depois da data da troca dos instrumentos da
sua ratificaçäo.
EM TESTEMUNHO DO QUE, os abaixo assinados, devidamente munidos de plenos poderes para o efeito, firmaram o respectivo texto de acordo.
em dois exemplares, redigidos em portugués e alemão,
Lissabon, den 3. April 1958.
Die portugiesische Delegation hat der deutschen Delegation mitgeteilt, daß möglicherweise acht auf Reichsmark lautende Schecks im Gesamtbetrag von 1893,56
Reichsmark, welche die Bank von Portugal in den Jahren
1938 und 1939 auf die Deutsche Verrechnungskasse gezogen hat, noch nicht eingelöst worden sind. Dabei hat
die portugiesische Delegation den Wunsch geäußert, es
möge in geeigneter Weise sichergestellt werden, daß die
Schecks bei Vorlage unter Berücksichtigung der deutschen
Währungsgesetzgebung eingelöst werden.
Ich habe die Ehre, Eurer Exzellenz hierauf mitzuteilen,
daß die Regierung der Bundesrepublik Deutschland für
die Einlösung der Schecks — oder der entsprechenden
Erneuerungen („Reformas") nach Maßgabe des portugiesischen Rechts — in Deutscher Mark Sorge tragen wird,
und zwar im Verhältnis einer Deutschen Mark zu zehn
Reichsmark. Die Verpflichtung zur Einlösung erlischt nach
Ablauf von dreißig Jahren seit Ausstellung des jeweiligen Schecks.
Tenho a honra de acusar a recepç ão da Nota de Vossa
Excelência desta data, do seguinte teor:
„Die portugiesische Delegation hat der deutschen
Delegation mitgeteilt, daß möglicherweise acht auf
Reichsmark lautende Schecks im Gesamtbetrag von
1 893,56 Reichsmark, welche die Bank von Portugal in
den Jahren 1938 und 1939 auf die Deutsche Verrechnungskasse gezogen hat, noch nicht eingelöst worden
sind. Dabei hat die portugiesische Delegation den
Wunsch geäußert, es möge in geeigneter Weise sichergestellt werden, daß die Schecks bei Vorlage unter
Berücksichtigung der deutschen Währungsgesetzgebung
Ich habe die Ehre, Eurer Exzellenz hierauf mitzuteilen, daß die Regierung der Bundesrepublik Deutschland für die Einlösung der Schecks — oder der entsprechenden Erneuerungen („Reformas") nach Maßgabe
des portugiesischen Rechts — in Deutscher Mark Sorge
tragen wird, und zwar im Verhältnis einer Deutschen
Mark zu zehn Reichsmark. Die Verpflichtung zur Einlösung erlischt nach Ablauf von dreißig Jahren seit
Ausstellung des jeweiligen Schecks."
"A Delegaçao Portuguesa comunicou à Delegaç ão
Alemã que possìvelmente nao foram ainda liquidados
oito cheques em Reichsmark no total de 1.893,56 R.M.,
sacados pelo Banco de Portugal sobre a Deutsche
Verrechnungskasse nos anos de 1938 e 1939. A este
propósito a Delegaç ão Portuguesa manifestou o desejo
de que seja na devida forma confirmado que tais
cheques seriam liquidados à apresentaç ão, de harmonia
com a legislação cambial alemã aplicável.
Tenho a honra de comunicar a Vossa Excelência,
a este respeito, que o Governo da República Federal
Alemã fará o necessário para esses cheques — ou as
respectivas 'reformas' de harmonia co rn a lei portuguesa, — serem liquidados em Deutsche Marks, na
proporção de 1 D.M. para 10 R.M.. O compromisso de
tal liquidação expirará depois de decorridos 30 anos
após a data em que o respectivo cheque tiver sido
sacado."
Tenho a honra de comunicar a Vossa Excelência que o
Governo Português tomou conhecimento corn satisfaç ão
da declaraçáo precedente.
Aproveito a oportunidade para reiterar a Vossa Excelência, Senhor Ministro, os protestos da mais alta
consideraç ão.
Regierung der Portugiesischen Republik von der vorstehenden Erklärung mit Befriedigung Kenntnis genommen hat.
Corn referência ao acordo hoje assinado sobre a liquidaç ã o do antigo clearing luso-alem ã o, tenho a honra de
comunicar a Vossa Excelência que existe acordo sobre
os seguintes assuntos:
1. 0 Acordo nao se refere a pagamentos feitos posteriormente a 8 de Maio de 1945, no Banco de Portugal, a favor de credores austríacos;
2. 0 art.° 5.0 do Acordo nao se refere as ordens de
pagamento que o Banco de Portugal nao tiver executado e tiver expedido corn o fim da sua devoluç ã o,
mesmo se a carta de devoluçáo se tiver perdido ou
tiver sido devolvida ao Banco de Portugal. A tais
ordens de pagamento aplica-se o art.° 11.o;
3. As importâncias cujo pagamento foi efectuado após
9 de Maio de 1945 a favor de credores alem ã es na
conta especial aberta no Banco de Portugal, mas que
se nao refiram a operaçöes de natureza das abrangidas pelo antigo clearing luso-alemào, será aplicável
o disposto no acordo luso-alem ã o sobre os bens
alemáes em Portugal, inclusivé as cartas a este
„Unter Bezugnahme auf das heute unterzeichnete Abkommen über die Liquidation des früheren deutschportugiesischen Verrechnungsverkehrs beehre ich mich,
Eurer Exzellenz mitzuteilen, daß Einvernehmen über folgende Fragen besteht:
1. Das Abkommen bezieht sich nicht auf Einzahlungen,
welche bei der Bank von Portugal zugunsten von
österreichischen Gläubigern nach dem 8. Mai 1945
2. Artikel 5 des Abkommens bezieht sich nicht auf
Zahlungsaufträge, welche die Bank von Portugal
nicht ausgeführt und zwecks Rückleitung abgesandt
hatte, selbst wenn der Rückleitungsbrief verloren
gegangen oder an die Bank von Portugal zurückgelangt ist. Für diese Zahlungsaufträge gilt Artikel 11.
3. Die Beträge der Zahlungen, welche seit dem 9. Mai
1945 zugunsten deutscher Gläubiger auf das Sonderkonto bei der Bank von Portugal geleistet wurden
und sich nicht auf Geschäfte beziehen, welche unter
den früheren deutsch-portugiesischen Verrechnungsverkehr fallen, werden nach Maßgabe des Abkommens über deutsche Vermögen in Portugal einschließlich des zugehörigen Briefwechsels, geregelt
Regierung der Bundesrepublik Deutschland von den vorstehenden Erklärungen Kenntnis nimmt und ihnen zustimmt.
Herrn Professor Dr. Paulo Arsénio Virisimo Cunha
Co rn referência ao acordo hoje assinado sobre a liquidaçao do antigo clearing luso-alemâo, tenho a honra de
comunicar a Vossa Excelência o seguinte:
Eurer Exzellenz mitzuteilen:
1. Tem ainda o Banco de Portugal de cobrar, das entidades co rn quem transaccionou operaçöes de venda
de R.M., a prazo, o preço por aquelas devido, em
consequência de se terem efectivamente realizado
as importaçõs, a cujo pagamento se destinavam os
R.M. objecto das ditas operaçóes, e de nao existir
qualquer circunstancia exoneratória.
As reivindicaçõs relativas as importâncias assim
cobradas, será aplicável o disposto na Parte I do
Acordo sobre a liquidaçao do antigo clearing luso
-alemao.
Pode acontecer que nao venha a ser possivel cobrar o referido preço em divida, por, por exemplo,
entretanto o responsável ter deixado de existir, estar falido ou insolvente, ou se ter ausentado de Portugal.
No caso de nao ser possivel ao Banco de Portugal,
ou aos departamentos oficiais portugueses, consoante resultar da legislaçao portuguesa aplicável,
efectuar tal cobrança, o respectivo credor nao será
pago pela Deutsche Verrechnungskasse. Neste caso,
poderá apenas recorrer a todos os meios de direito
comum para obter o pagamento directamente do
1. Die Bank von Portugal muß von denjenigen, mit
denen sie Reichsmarkverkaufsgeschäfte auf Termin
abgeschlossen hat, den von diesen geschuldeten Preis
einziehen, wenn die Einfuhren, zu deren Bezahlung
die verkaufte Reichsmark bestimmt war, durchgeführt worden sind und kein verpflichtungsbefreiender Umstand vorliegt. Die Ansprüche, die solchen
eingehenden Beträgen zugrunde liegen, werden nach
Maßgabe von Teil I des Abkommens über die Liquidation des deutsch-portugiesischen Verrechnungsverkehrs abgegolten werden.
Es kann der Fall eintreten, daß es nicht möglich
ist, den besagten ausstehenden Preis einzuziehen,
z. B., weil der Verantwortliche nicht mehr existiert,
Konkurs gemacht hat, zahlungsunfähig oder aus
Portugal weggezogen ist.
Wenn es der Bank von Portugal oder der amtlichen portugiesischen Stelle — je nachdem wer
durch das anzuwendende portugiesische Gesetz dazu
bestimmt wird — nicht möglich ist, die in Frage
stehende Einziehung durchzuführen, kann der betreffende Gläubiger über die Deutsche Verrechnungskasse keine Zahlung erhalten. In diesem Fall kann
er alle rechtlich zulässigen Schritte unternehmen, um
die Zahlung unmittelbar vom Schuldner zu erlangen.
0,ncAasolmBéei.°d1s
Portugal nao aceitará novos pagamentos relativos
ao antigo clearing. As transacções cujo pagamento
nao possa, deste modo, ser aceite pelo Banco de
Portugal, serao aplicáveis as disposições do Acordo
hoje assinado sobre bens alemaes em Portugal
(inclusive as cartas a este anexas).
2. Abgesehen von den unter Ziffer i genannten Fällen
wird die Bank von Portugal neue Zahlungen in Verbindung mit dem früheren Verrechnungsverkehr
nicht mehr entgegennehmen. Es sind deshalb auf
Geschäfte, für die Zahlungen von der Bank von
Portugal nicht mehr angenommen werden konnten,
die Bestimmungen des heute unterzeichneten Abkommens über deutsche Vermögenswerte in Portugal, einschließlich des zugehörigen Briefwechsels, anwendbar.
3. As importâncias que ainda entrarem no Banco de
Portugal em virtude do n.° 1 acrescer ão ao soma
mencionado no artigo 6. 0,-tóriodeEsc.125379$
alinea 2.a do Acordo sobre bens alemaes em Portugal. A partir da importância assim aumentada se
estabelecerao as consequências legais referidas na
alinea 2.a do artigo 6. 0 •
3. Um die Beträge, welche auf Grund von Ziffer 1 noch
bei der Bank von Portugal eingehen sollten, erhöht
sich die Summe von 12 153 799 Escudos, welche in
Artikel 6 Absatz 2 des deutsch-portugiesischen Abkommens über deutsche Vermögenswerte in Portugal genannt ist. Nach der so erhöhten Summe richten
sich dann die im genannten Artikel 6 Absatz 2 dargelegten Rechtsfolgen."
Herrn Professor Dr. Paulo Arsenio Viríssimo Cunha
Durch die vorgelegten drei Abkommen sollen die
nach Kriegsende in Portugal getroffenen Maßnahmen gegen das deutsche Vermögen beseitigt und
sonstige wirtschaftliche und finanzielle Fragen, die
sich aus dem Kriegsende ergeben haben, geregelt
Portugal hatte — ähnlich wie andere im 2. Weltkrieg neutral gebliebene Länder — das deutsche
Vermögen bei Kriegsschluß auf Grund alliierter
Vorstellungen zunächst im Rahmen innerstaatlicher
Gesetzgebung blockiert. Das zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland, Frankreich und Portugal vereinbarte Abkommen vom
21. Februar 1947 über die deutschen Vermögenswerte in Portugal sah dann — mit gewissen Ausnahmen — die Liquidation des deutschen Vermögens
vor, und zwar sollten die drei westlichen Alliierten
alle in Portugal befindlichen Vermögenswerte des
Deutschen Reiches, seiner öffentlichen Körperschaften und Agenturen, ferner einen Betrag von 100
Mill. Escuden aus Liquidationserlösen deutschen
Privatvermögens und die Hälfte der nach Abzug
portugiesischer Ansprüche verbleibenden Liquidationserlöse erhalten.
Während die Drei Mächte unter Bezugnahme auf
ihre Befugnisse als Besatzungsmächte verschiedene
deutsche Vermögenswerte sofort beanspruchten und
hierüber teilweise — noch vor Errichtung der Bundesrepublik — verfügten, hat Portugal in loyaler
Rücksichtnahme auf die Belange der deutschen
Eigentümer von der im Lissaboner Abkommen vorgesehenen Liquidierung des privaten deutschen
Vermögens abgesehen und sich auf Kontrollmaßnahmen beschränkt.
Unter den genannten Umständen lag auf deutscher
Seite die Überlegung nahe, eine Lösung bezüglich
der Freigabe des deutschen Vermögens nach Art
der am 26. August 1952 mit der Schweiz getroffenen
Regelung anzustreben, d. h. Portugal und den drei
Westmächten gegen Zahlung einer Ablösungssumme die Aufhebung des Lissaboner Abkommens
sowie der portugiesischen innerstaatlichen Bestimmungen über die Behandlung des deutschen Vermögens nahezulegen. Ein entsprechender Vorschlag
wurde der damaligen Hohen Kommission bereits
in einem Schreiben des Bundeskanzlers vom 10. Mai
1954 gemacht.
Eine Verwirklichung dieses Gedankens schien zunächst an der Höhe der alliierten Forderungen zu
scheitern. Die Drei Mächte verlangten von Portugal
zur Abgeltung ihrer Ansprüche aus dem Lissaboner
Abkommen den Betrag von 175 Mill. Escuden, darüber hinaus unter Hinweis auf die interalliierte Deklaration vom 22. Februar 1944 über Goldkäufe und
die Resolution VI von Bretton Woods vom 22. Juli
1944 Ziffer 2 (a) (2), die Aushändigung von 3,998 t
Gold, das angeblich aus den während des Krieges
von Deutschland besetzten Ländern stammte. Portugal seinerseits erwartete von der Bundesrepublik
die Freistellung von den genannten alliierten Forderungen, ferner die Befriedigung gewisser seit
Ende des 2. Weltkrieges offenstehender Forderungen in Höhe von 327 Mill. Escuden. Demgegenüber
betrug der Beschlagnahmewert des deutschen Vermögens, der in deutsch-portugiesischen Regierungsbesprechungen auf Grund der portugiesischen
Beschlagnahmelisten ermittelt wurde, 437,5 Mill.
Escuden. Obwohl Portugal im Verlaufe dieser Besprechungen in eine Herabsetzung seiner Forderungen von 327 auf 250 Mill. Escuden einwilligte,
überschritten also die Ansprüche, an deren Befriedigung die Freigabe des deutschen Vermögens
geknüpft wurde, den Wert des deutschen Vermögens
beträchtlich. Das Auswärtige Amt teilte deshalb den
Drei Mächten am 6. Mai 1955 mit, die Bundesregierung sehe keinen Weg für eine praktische Lösung.
Bezüglich des Goldkomplexes sah sich die Bundesregierung außerdem aus grundsätzlichen Erwägungen
zu Verhandlungen nicht in der Lage.
Nach erneuten Sachverständigenbesprechungen kam
es im Herbst 1956 auf Vorschlag der drei Westmächte zu Fünfmächteverhandlungen. Im Verlaufe
zum Teil recht schwieriger Erörterungen mit den
Vertretern der Drei Mächte gelang es, den Gedanken einer pauschalen Ablösungssumme durchzusetzen. Zur Abgeltung aller alliierten Ansprüche
zahlt Portugal gemäß einem am 27. Oktober 1958
zwischen den Drei Mächten und Portugal geschlossenen Abkommen an die Drei Mächte einen Betrag,
der unter Berücksichtigung der bereits in alliierter
Hand be fi ndlichen Barmittel ausreicht, um die in
den Verhandlungen auf 144,5 Mill. Escuden ermäßigte alliierte Gesamtforderung zu decken. Weiterhin wird durch dieses Abkommen das Abkommen
zwischen den Drei Mächten und Portugal vom
21. Februar 1947 aufgehoben. Übersetzung des Abkommens vom 27. Oktober 1958 ist beigefügt.
Portugal erhält den an die Drei Mächte zu zahlenden Betrag von der Bundesrepublik erstattet. Es
erhält ferner zur Abfindung seiner seit Kriegsende
offenen Forderungen einen Betrag von 250 Mill.
Escuden (vergleiche Begründung zu Artikel 2 des
Vermögensabkommens). Dafür hebt Portugal alle
Beschränkungen auf, denen das deutsche Vermögen
in Portugal zur Zeit noch unterworfen ist.
II. Zum Inhalt der Abkommen im einzelnen
1. Das Abkommen über deutsche Vermögenswerte
In Artikel 1 des Abkommens über deutsche Vermögenswerte in Portugal verpflichtet sich die Bundesrepublik, an Portugal denjenigen Betrag zu
zahlen, den Portugal seinerseits an die Drei Mächte
auf Grund des vorerwähnten portugiesisch-alliierten Abkommens vom 27. Oktober 1958 zu zahlen
hat. Wie bereits erwähnt, hatten die Drei Mächte
ihre Gesamtforderung gegen Portugal auf 144,5 Mill.
Escuden ermäßigt. Ein Betrag von 12 Mill. Escuden
befindet sich bereits in ihren Händen. Es handelt
sich dabei in erster Linie um den Erlös aus der von
den Drei Mächten selbst vorgenommenen Liquidation von Vermögenswerten des Deutschen Reichs,
ferner um Bargeld, das die Drei Mächte in den
Räumen der früheren deutschen Gesandtschaft in
Lissabon bei Kriegsende vorfanden. Dieser Betrag
von 12 Mill. Escuden war von vornherein jeder
Einwirkungsmöglichkeit der Bundesrepublik entzogen. Es ist in diesem Zusammenhang auf Artikel 3
des Sechsten Teils des Vertrages zur Regelung aus
Krieg und Besatzung entstandener Fragen (Überleitungsvertrag) — BGB1. 1955 Teil II S. 440 — hinzuweisen, worin sich die Bundesrepublik verpflichtet
hat, keine Einwendungen gegen die Maßnahmen
zu erheben, die gegen das beschlagnahmte deutsche
Auslandsvermögen durchgeführt worden sind oder
durchgeführt werden sollen. Die Erwähnung der
12 Mill. Escuden in Artikel 1 des deutsch-portugiesischen Abkommens stellt mithin keine Verfügung
der Bundesrepublik über diesen Betrag dar. Andererseits mußten die 12 Mill. Escuden an dieser Stelle
genannt werden, weil sich um diesen Betrag die
von Portugal an die Drei Mächte zu zahlende Ablösungssumme und damit zugleich der von der
Bundesrepublik an Portugal zu zahlende Betrag ermäßigt.
Artikel 1 enthält ferner einen Hinweis, daß die
Bundesrepublik den Ablösungsbetrag, der zunächst
aus Haushaltsmitteln zu zahlen ist, im Wege innerstaatlicher Gesetzgebung durch Erhebung eines
Beitrages in Höhe eines Drittels des Wertes des
freigegebenen Vermögens wieder einzubringen beabsichtigt.
Artikel 2 sieht eine Zahlung der Bundesrepublik
an Portugal in Höhe von 250 Mill. Escuden zur Befriedigung aller bei Kriegsende noch offenstehenden
portugiesischen Forderungen vor, für die Portugal
ursprünglich nach den Bestimmungen des Lissaboner
Abkommens aus den Liquidationserlösen deutschen
Vermögens befriedigt werden sollte. Die Bestimmungen des Londoner Schuldenabkommens (Gesetz
betreffend das Abkommen vom 27. Februar 1953
über deutsche Auslandsschulden — BGBl. 1953 II
S. 331 —) stehen der Befriedigung dieser Forderung nicht entgegen, da der Klammersatz des Artikels 5 Abs. 3 dieses Abkommens insoweit eine
Regelung zuläßt.
Bedenken, die zunächst angesichts der Höhe der
Forderungen im Verhältnis zum Listenwert des beschlagnahmten deutschen Vermögens bestanden,
konnten zurückgestellt werden, nachdem sich herausgestellt hatte, daß gesperrte Bankkonten mit einem
Gesamtbestand von 187,5 Mill. Escuden auf den
Namen von Personen geführt wurden, die bereits
vor 1945 auf eigenen Wunsch in Deutschland auf
ihre Forderung Zahlung in entsprechender Höhe
Die zunächst eintretende Belastung des Bundeshaushalts mit dem Unterschiedsbetrag von 62,5 Mill.
Escuden verringert sich um den Erlös aus der Einziehung der durch die Zahlung an die Portugiesische
Regierung pauschal abgegoltenen Forderungen gemäß einem Briefwechsel zum Vermögensabkommen.
Portugal tritt diese Forderungen an die Bundes-
republik ab. Sie sollen, ähnlich wie bei der Durchführung des deutsch-schwedischen Vermögensabkommens vom 22. März 1956, einer Treuhandgesellschaft zur Einziehung übertragen werden.
Artikel 3 sieht die Überweisung aller in Portugal
gesperrten deutschen Barguthaben auf ein Depositenkonto bei der Bank von Portugal vor. Über
das Konto ist die Bundesregierung bzw. eine von
ihr bezeichnete Stelle allein verfügungsberechtigt.
Die Bundesregierung wird die eingehenden Beträge
an die von den portugiesischen Stellen als berechtigt bezeichneten Personen bzw. deren Rechtsnachfolger auszahlen. Zahlungen, welche die von den
portugiesischen Stellen als berechtigt bezeichneten
Personen von Dienststellen des Reiches im Hinblick
auf ihre früher gesperrten Guthaben bei portugiesischen Banken erhalten haben, werden dabei angerechnet (vgl. die Ausführungen zu Artikel 2 des
Vermögensabkommens sowie Artikel 2 Abs. 2 des
Gesetzes). Dabei ist der der Zahlung zugrunde gelegte Wechselkurs anzuwenden.
Barguthaben von Personen, die bei Kriegsausbruch
ihren Wohnsitz nicht in Deutschland hatten, werden
auf portugiesischen Wunsch unmittelbar freigegeben.
Die privilegierte Behandlung dieses Personenkreises
war bereits im Lissaboner Abkommen vorgesehen.
Die beschlagnahmten Barguthaben der deutschen
öffentlichen Hand, die nach dem Lissaboner Abkommen an die Drei Mächte fallen sollten, werden
gemäß Artikel 1 des Abkommens unmittelbar an
die Drei Mächte überwiesen.
Artikel 4 enthält die vom deutschen Standpunkt
aus wesentlichste Bestimmung über die Freigabe
der deutschen Vermögen und die Aufhebung der
einschlägigen portugiesischen Gesetzgebung. Die
Freigabe erfolgt ohne besonderes Antragsverfahren.
Gleichzeitig werden alle auf Grund dieser Gesetze
eingeleiteten Strafverfahren eingestellt.
Artikel 5 ist eine Rahmenbestimmung, die durch
das gleichzeitig unterzeichnete Abkommen über
gewerbliche Schutzrechte ausgefüllt worden ist.
Durch dieses Abkommen werden die deutschen Patente, Patentanmeldungen und Warenzeichen im
größtmöglichen Umfang wiederhergestellt.
Artikel 6 stellt die Grundsätze für die Abwicklung des früheren deutsch-portugiesischen Verrèchnungsverkehrs auf.
Die portugiesische Regierung legte Wert darauf,
daß zugleich mit der Rückgabe des deutschen Vermögens auch der frühere deutsch-portugiesische
Verrechnungsverkehr abgewickelt wird. Diesem
Wunsch konnte sich die Bundesrepublik nicht verschließen. Die Rechtsgrundlage hierfür war im
Zusammenhang mit der Vermögensregelung aus
Artikel 5 Abs. 3 (Klammersatz) des Londoner Schuldenabkommens gegeben. Die Fragen, die sich aus
dem früheren deutsch-portugiesischen Verrechnungsabkommen ergeben, sind in dem gleichzeitig unterzeichneten besonderen Abkommen über die Liquidation des früheren deutsch-portugiesischen Verrechnungsverkehrs geregelt. Insoweit wird wegen
aller Einzelheiten auf die Begründung zu diesem
Sonderabkommen verwiesen. Auf diese wird auch
wegen der in Absatz 2 und in Absatz 3 von Artikel 6
enthaltenen Bestimmungen Bezug genommen.
Artikel 7 enthält die von portugiesischer Seite
gewünschte Schlußerklärung. Die Bestimmung hält
sich im Rahmen des Artikels 3 des Sechsten Teils
des Überleitungsvertrages. Die Bezugnahme auf
Artikel 12 und 13 stellt klar, daß mit dieser Bestimmung selbstverständlich keine Konsultationen oder
schiedsgerichtlichen Auseinandersetzungen über die
Auslegung und Anwendung des Abkommens selbst
ausgeschlossen werden sollen.
Auch die Bestimmung des Absatzes 2 hat, soweit
der Ausschluß der Rechtsverfolgung vor deutschen
Gerichten wegen Maßnahmen der Beschlagnahme
und Liquidation in Betracht kommt, nur deklaratorische Bedeutung. Der Ausschluß der deutschen
Gerichtsbarkeit folgte schon aus Artikel 3 Abs. 3
des Sechsten Teils des Überleitungsvertrages.
Der Absatz 3 des Artikels 7 enthält auf portugiesischen Wunsch die Erklärung, daß ein etwaiges
künftiges deutsches Entschädigungsgesetz Regelungen nur zu Lasten des deutschen Haushalts treffen
Bei den Verhandlungen über die Freigabe des
deutschen Vermögens in Portugal hat die portugiesische Regierung Forderungen auf Vergünstigungen
beim Lastenausgleich erhoben. Diesen Forderungen
mußte stattgegeben werden, um die in den Abkommen mit Portugal enthaltenen Zugeständnisse
der portugiesischen Seite zu erreichen, zumal Portugal sich auf unser Entgegenkommen in den mit
der Schweiz und mit Schweden abgeschlossenen
Abkommen zum deutschen Lastenausgleich berufen
In den Artikeln 8 und 9 des Abkommens über
deutsche Vermögenswerte in Portugal sind den
portugiesischen Staatsangehörigen die gleichen Vergünstigungen beim Lastenausgleich zugebilligt worden, die den Angehörigen der Vereinten Nationen
(AVN) in den Artikeln 3 und 6 des Zehnten Teils
des Überleitungsvertrages eingeräumt worden sind.
Die Bestimmungen lehnen sich an die im deutschschweizerischen Vermögensabkommen vom 26. August 1952 (BGB1.II 1953 S. 15) getroffene Regelung
an. Einzelheiten über den Umfang der Vergünstigungen für AVN ergeben sich aus dem Runderlaß
des Bundesministers der Finanzen vom 25. Februar
1956 (Bundessteuerblatt 1956 I S. 47).
Durch den in den Artikeln 8 und 9 des Abkommens
enthaltenen Grundsatz der Meistbegünstigung werden portugiesische Staatsangehörige — wie bereits
in früheren Abkommen schweizerische und schwedische Staatsangehörige — den AVN gleichgestellt;
für die sechsjährige Befreiung von der Soforthilfeabgabe und der Vermögensabgabe genügt somit
an Stelle der Staatsangehörigkeit eines zu den Vereinten Nationen gehörenden Staates auch die portugiesische Staatsangehörigkeit (bei juristischen
Personen: die Errichtung nach portugiesischem
Recht). Daneben müssen die von der Staatsangehörigkeit unabhängigen objektiven Voraussetzungen erfüllt sein.
Während bei Abgabepflichtigen schweizerischer und
schwedischer Staatsangehörigkeit die Leistungen auf
die Soforthilfeabgabe und Vermögensabgabe im
Hinblick auf die zu erwartende Regelung durch Abkommen entsprechend dem in Artikel 6 des Zehnten
Teils des Überleitungsvertrages bestimmten Umfang auf Antrag gestundet worden sind, mußten
portugiesische Abgabepflichtige die Leistungen auf
die Soforthilfeabgabe und die Vermögensabgabe in
vollem Umfang erbringen. Durch die nachträgliche
Gleichstellung der portugiesischen Staatsangehörigen mit den AVN ergibt sich somit eine Erstattung
der für die Zeit vom 1. April 1949 bis 31. März 1955
geleisteten Beträge an Soforthilfeabgabe und Vermögensabgabe. Nach den Grundsätzen der Reichsabgabenordnung werden überzahlte Beträge im
Anschluß an die Veranlagung bzw. Berichtigungsveranlagung, die nach Inkrafttreten des Abkommens
durchzuführen ist, erstattet. Auf portugiesischen
Wunsch ist diese bereits aus der deutschen Gesetzgebung sich ergebende Pflicht zur Erstattung überzahlter Beträge ausdrücklich in einem Bestandteil
des Abkommens bildenden Schreiben des deutschen
Botschafters an das portugiesische Außenministerium nochmals festgelegt worden.
Auf der Entschädigungsseite des Lastenausgleichs
kommt der Meistbegünstigung nach den Artikeln 8
und 9 des Abkommens keine Bedeutung mehr zu,
weil nach der Neufassung des § 287 des Lastenausgleichsgesetzes durch das 8. Gesetz zur Änderung
des Lastenausgleichsgesetzes vom 26. Juli 1957
(Bundesgesetzblatt I S. 809) nunmehr Kriegsschadenrente auch an Personen gewährt werden kann, die
ihren ständigen Aufenthalt im Ausland haben (die
Gewährung der Hauptentschädigung war schon nach
früherem Recht nicht von dem gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet oder in Berlin (West) abhängig).
Artikel 10 des Abkommens bestimmt die ausschließliche Zuständigkeit der nach deutschem
Steuerrecht zuständigen Verwaltungsbehörden und
Gerichte. Dies war deshalb erforderlich, um die Zuständigkeit der in Artikel 12 des Zehnten Teils des
Überleitungsvertrages vorgesehenen Schiedskommission für Güter, Rechte und Interessen in
Deutschland, die letztinstanzlich über Streitfragen
des Artikels 6 des Zehnten Teils des Überleitungsvertrages entscheidet, im Verhältnis zu Portugal
auszuschließen. Das gleiche gilt für das in Artikel 13
vorgesehene Schiedsgericht.
Der Schlußteil der Vermögensabkommen sieht in
Artikel 11 die Verpflichtung der Vertragstaaten
vor, alle geeigneten Durchführungsmaßnahmen zu
treffen. Artikel 12 und Artikel 13 enthalten die
üblichen Konsultations- und Schiedsgerichtsklauseln.
2. Abkommen über die Liquidation des früheren
Bis zum deutschen Zusammenbruch wurde der
deutsch-portugiesische Verrechnungsverkehr auf
Grund des Abkommens zwischen dem Deutschen
Reich und der Portugiesischen Republik vom
13./14. April 1935 (Deutscher Reichsanzeiger 1935
Nr. 91) durchgeführt. Hiernach wurde für die Bank
von Portugal (BvP) bei der Deutschen Verrechnungskasse (DVK) ein auf Reichsmark lautendes
Konto eingerichtet. (Es handelt sich um das sogenannte Einkontensystem, bei dem die DVK kontoführend war.) Auf dieses Konto leisteten die in
Deutschland be fi ndlichen Schuldner die Zahlungen
für ihre portugiesischen Gläubiger. Die DVK erteilte
der BvP entsprechende Zahlungsaufträge. Diese
zahlte den Gläubigern den Gegenwert in Escuden
aus. Die Einzahlungen auf dieses Konto hatten für
die in Deutschland ansässigen Schuldner befreiende
Die BvP konnte über die auf dem Sonderkonto
be fi ndlichen Reichsmark-Beträge nur zur Bezahlung
von deutschen Waren und den damit zusammenhängenden Nebenkosten verfügen. Sie verkaufte
gegen Escuden die auf dem Konto befindlichen
Reichsmark an die portugiesischen Schuldner,
welche Zahlungen nach Deutschland zu leisten hatten, und wies die DVK an, die entsprechenden
Reichsmark-Beträge an die deutschen Gläubiger
auszuzahlen. (Der portugiesische Importeur deutscher Waren war verpflichtet, bei der Verzollung
eine Urkunde vorzulegen, aus der hervorging, daß
er die für die vollständige Bezahlung der Ware
erforderlichen Reichsmark-Beträge unmittelbar oder
durch Vermittlung bei der BvP bar oder auf Termin
zum Tageskurs gegen Escuden gekauft hatte.)
Praktisch gesehen, ging also das Clearing wie folgt
vor sich: Die deutschen Schuldner zahlten Reichsmark bei der DVK ein; die portugiesischen Gläubiger erhielten von der BvP Escuden ausgezahlt. Umgekehrt zahlten die portugiesischen Schuldner
Escuden an die BvP; die deutschen Gläubiger erhielten von der DVK Reichsmark.
Die BvP erledigte die von der DVK eingehenden
Zahlungsaufträge für portugiesische Gläubiger jedoch nur insoweit, als ihr durch Einzahlungen portugiesischer Schuldner Escuden-Beträge zugeflossen
Nach Abschluß des deutsch-französischen Waffenstillstandes im Jahre 1940 wurde der Warenverkehr
zwischen dem Deutschen Reich und der iberischen
Halbinsel durch die gewonnene Landverbindung
einerseits und den erhöhten Bedarf an kriegswichtigen Rohstoffen andererseits erheblich ausgedehnt.
Die Einzahlungen bei der DVK zugunsten portugiesischer Gläubiger lagen infolgedessen ständig
höher als die Einzahlungen portugiesischer Schuldner
bei der BvP. Dies hatte zur Folge, daß die Erledigung der Zahlungsaufträge der DVK durch die BvP
sich immer weiter hinauszögerte; im Frühjahr 1945
betrug die Auszahlungsverzögerung bis zu 18
Andererseits ging gegen Ende des Krieges die BvP
dazu über, Zahlungsaufträge der DVK unerledigt zu
lassen, obwohl ihr Escuden-Beträge aus den Reichsmark-Ankäufen, welche portugiesische Schuldner
zwecks Befriedigung ihrer deutschen Gläubiger im
Clearingwege erworben hatten, zur Verfügung
standen. Die BvP hatte angeblich so gehandelt, weil
sie keine Ubersicht mehr über das offizielle Clearing
gehabt hatte. Bis 8. Mai 1945 haben sich auf diese
Weise insgesamt 6.386.212,84 Escuden angesammelt..
Teilweise wurden Ansprüche, welche den Zahlungsaufträgen der DVK zugrunde lagen, zu dieser Zeit
auf andere Weise erledigt, z. B. indem die aus den
Zahlungsaufträgen begünstigten, in Portugal ansässigen Gläubiger den Gegenwert (in Escuden) von
der Deutschen Gesandtschaft in Lissabon erhielten.
Die Deutsche Gesandtschaft entnahm die erforderlichen Beträge teils aus ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, teils aus Geldern, welche ihr zugeflossen waren durch Verwertung von Ölsardinen, die
von Deutschland in Portugal angekauft waren,
jedoch nicht mehr nach Deutschland hatten transportiert werden können.
Unerledigt blieben ferner Zahlungsaufträge, welche
auf dem Wege von Portugal nach Deutschland oder
umgekehrt infolge der Kriegsereignisse verlorengegangen waren und daher von der DVK bzw. von
der BvP nicht ausgeführt werden konnten.
Während mit dem Zusammenbruch jegliche Clearingtätigkeit der DVK aufhörte und daher auch weitere
Einzahlungen deutscher Schuldner in das Clearing
unterblieben, ordnete Portugal an, daß die portugiesischen Schuldner diejenigen Beträge, welche sie
bei Fortsetzung des deutsch-portugiesischen Clearings in dieses hatten einzahlen müssen, auf ein
Sonderkonto bei der BvP einzahlten. Auf jenem
Sonderkonto wurden in der Folgezeit 5.767.526,70
Escuden eingezahlt.
Wie in der Begründung zu Artikel 6 des Abkommens über deutsche Vermögenswerte in Portugal
ausgeführt, legte Portugal Wert darauf, daß im Zusammenhang mit der Rückgabe des deutschen Vermögens das deutsch-portugiesische Altclearing abgewickelt werde.
Im vorliegenden Abkommen ist folgende Abwicklung vorgesehen:
a) Aus den bei der BvP be fi ndlichen Escudo-Beträgen von insgesamt 12.153.799,54 Escuden (vgl. oben
II und IV) befriedigt Portugal die noch bei der BvP
befindlichen offenen Zahlungsaufträge, soweit ihnen
noch echte Ansprüche zugrunde liegen, mit Ausnahme solcher Aufträge, deren Begünstigte in der
Bundesrepublik oder in Berlin (West) ansässig sind.
Die Berechtigten erhalten denjenigen EscudenBetrag, welcher dem seinerzeit bei der DVK eingezahlten Reichsmark-Betrag im Zeitpunkt der Einzahlung entspricht.
Die BvP hat sich vorbehalten, von denjenigen portugiesischen Schuldnern, mit denen sie Reichsmarkverkaufsgeschäfte auf Termin abgeschlossen hat (vgl.
oben unter I), den von diesen geschuldeten Preis
einzuziehen, wenn die Einfuhren, zu deren Bezahlung die verkaufte Reichsmark bestimmt war, durchgeführt worden sind. Um die Beträge, welche auf
diese Weise noch von der BvP eingezogen werden
sollten, erhöht sich obige Summe von 12.153.799,54
Escuden. Nach der so erhöhten Summe richten sich
dann die Rechtsfolgen, welche in Artikel 6 Abs. 2
Portugal dargelegt sind. Die Ansprüche, die solchen
eingehenden Beträgen zugrunde liegen, müssen
'dann von der Bundesregierung nach Maßgabe der
Artikel 1 bis 4 des Abkommens abgegolten werden.
Andererseits dürften Zahlungen an deutsche Gläubiger in der Bundesrepublik noch im Betrag von
rund 500 000,— DM zu leisten sein.
b) Reicht der unter a genannte Betrag nicht aus,
zahlt die Bundesrepublik den Differenzbetrag nach.
Ein etwaiger Überschuß wird jedoch der Bundesrepublik zur Verfügung gestellt.
Artikel 1 und 2 bestimmen die Verpflichtung der
Bundesrepblik, die oben unter V Buchstabe c) dargelegten, noch offenen Zahlungsansprüche derjenigen natürlichen und juristischen Personen abzugelten, welche im Zeitpunkt der Antragstellung (Artikel 3) im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland
oder in Berlin (West) ihren Wohnsitz oder Sitz
haben oder dort eine zum Empfang der Zahlung
berechtigte Stelle angeben.
c) Die Bundesrepublik hingegen wird die noch
offenen Zahlungsansprüche insoweit abgelten, als
die Bank von Portugal vor dem 9. Mai
1945 gemäß dem deutsch-portugiesischen
Abkommen über Zahlungen im Warenverkehr vom 13./14. April 1935 nebst Zusatzabkommen zu Lasten ihres bei der
Deutschen Verrechnungskasse geführten
Kontos dieser die entsprechenden Zahlungsaufträge übermittelt hatte, diese
jedoch von der DVK nicht ausgeführt
die BvP von den entsprechenden Schuldnern den Gegenwert auf dem bei ihr nach
dem 8. Mai 1945 eröffneten Sonderkonto
Ferner wird die Bundesrepublik die unter a erwähnten, noch offenen Zahlungsaufträge erledigen, sofern
die Begünstigten in der Bundesrepublik oder in
Berlin (West) ansässig sind.
Soweit die von der Bundesrepublik abzugeltenden
Zahlungsansprüche auf Reichsmark lauten, erhalten
die Berechtigten für je zehn Reichsmark eine Deutsche Mark. Lauten die Zahlungsansprüche auf
Escuden, so werden den Berechtigten 2/3 des eingezahlten Escuden-Betrages in Deutscher Mark gezahlt.
Der Eindrittel-Abzug entspricht der Regelung,
welche bei der Liquidation des früheren deutschschweizerischen Verrechnungsverkehrs für die
Schweizer Franken-Forderungen der in Deutschland
domizilierenden Gläubiger getroffen worden ist. Die
Erwägungen für die damalige Regelung gelten auch
für das jetzige Abkommen.
Nach den bisherigen Schätzungen dürften zur Befriedigung der portugiesischen Berechtigten von der
Bundesrepublik noch etwa bis zu 350 000 DM nachzuschießen sein. Es erscheint aber nicht ausgeschlossen, daß dieser Betrag sich infolge der Nachprüfung, ob den unerledigten Zahlungsaufträgen
noch offene Ansprüche zugrunde liegen, ermäßigt.
Ob sogar — wie die portugiesische Delegation bei
den Verhandlungen es als nicht ausgeschlossen
bezeichnete — die bei der BvP liegenden Escuden
Beträge nicht völlig zur Befriedigung der portugiesischen Gläubiger benötigt werden, sondern ein
geringer Überschuß der Bundesrepublik überwiesen
wird, kann dahingestellt bleiben.
Im einzelnen ist zu den Bestimmungen des Abkommens zu bemerken:
Artikel 3 ordnet an, daß Zahlungen nur auf Antrag geleistet werden. Die Anträge sind innerhalb
eines Jahres nach Inkrafttreten des Abkommens bei
der DVK in Berlin zu stellen. Bei unverschuldeter
Fristversäumnis ist eine Wiedereinsetzung in den
vorigen Stand vorgesehen.
Über die Anträge entscheidet die DVK; will diese
einen Antrag ablehnen, so hat sie vorher die Stellungnahme der BvP einzuholen.
Ar t i k e 1 4 umreißt den Umfang der Ansprüche der
von der Bundesrepublik zu befriedigenden Gläubiger. Soweit Zahlungsansprüche auf Reichsmark
lauten, erhalten sie 1/10 in Deutscher Mark, im
übrigen zwei Drittel des bei der BvP eingezahlten
Escuden-Betrages (vgl. oben die beiden letzten Absätze in V).
Artikel 5 bestimmt die Zahlungsverpflichtung der
Portugiesischen Republik für die unerledigten Zahlungsaufträge der DVK zugunsten der portugiesischen Gläubiger (vgl. oben zu V, Buchstabe a)).
Honoriert werden dürfen jedoch nur diejenigen unerledigten Zahlungsaufträge der DVK, die nach
Inkrafttreten des Abkommens von der DVK erneut
bestätigt werden. Die DVK wird ihre von der BvP
nicht erledigten Zahlungsaufträge überprüfen und
Zahlungsaufträge nicht bestätigen, wenn und soweit
der Anspruch nicht bestanden hat oder nicht mehr
besteht, zu dessen Befriedigung der Zahlungsauftrag erteilt worden war.
Durch das Erfordernis der Bestätigung soll einmal
vermieden werden, daß Doppelzahlungen erfolgen (z. B. weil der dem Zahlungsauftrag zugrunde liegende Anspruch bereits anderweitig beglichen worden ist), außerdem verhindert werden, daß Zahlungsaufträge zugunsten deutscher staatlicher oder
militärischer sowie ehemaliger Parteidienststellen,
ferner Überweisungen von sogenanntem Fluchtkapital ausgeführt werden.
Artikel 6 legt die Zahlungspflicht der Portugiesischen Republik auch für diejenigen Zahlungsaufträge fest, die auf dem Postweg zwischen der DVK
und der BvP verlorengegangen waren, und ferner
für solche Zahlungsaufträge, an deren. Erteilung die
DVK gehindert war. Insoweit ist die Bestimmung
des Artikels 5 über eine Bestätigung entsprechend
Artikel 7 regelt die Befriedigung von widerrufenen oder unerledigt zurückgesandten Zahlungsaufträgen der BvP.
Artikel 8 sieht — wie bei den Auszahlungen in
der Bundesrepublik — vor, daß Auszahlungen nur
auf Antrag vorgenommen werden. Über die Anträge
entscheidet die BvP. Im übrigen enthält Artikel 8
für Fristen und die Behandlung der Anträge entsprechende Bestimmungen, wie sie in Artikel 3 für
die bei der DVK zu stellenden Anträge vorgesehen
Artikel 9 bestimmt, daß die Gläubiger mit der
Annahme der nach dem Abkommen zu zahlenden
Beträge sich hinsichtlich der den Zahlungen zugrunde liegenden Forderungen einschließlich Zinsen
für abgefunden erklären.
Artikel 10 regelt den Fall, daß ein Dritter die
gerichtliche Anerkennung von Ansprüchen auf die
einem Antragsteller nach diesem Abkommen gezahlten Beträge erlangt, d. h. also, daß die Zahlung
an einen Nichtberechtigten bewirkt war.
Artikel 11 bestimmt, daß etwaige Ansprüche aus
den von der DVK nicht bestätigten und daher nicht
von der BvP auszuführenden Zahlungsaufträgen
sich gegen die DVK nach den deutschen gesetzlichen Bestimmungen richten. Gleiches gilt für Zahlungsaufträge der DVK, welche die BvP seinerzeit
auf Antrag oder mit Zustimmung der in Frage
stehenden Begünstigten oder aus einem anderen
berechtigten Grund nicht ausgeführt und zurückgesandt hatte, selbst wenn ein Rückleitungsbrief verlorengegangen oder an die BvP zurückgelangt war.
3. Abkommen auf dem Gebiet des gewerblichen
Die deutschen gewerblichen Schutzrechte und
Schutzrechtsanmeldungen in Portugal sind durch die
portugiesische Gesetzgebung, die Portugal in Ausführung des portugiesisch-alliierten Abkommens
vom 21. Februar 1947 über die Bedingungen und die
Verwendung der innerhalb des portugiesischen
Staatsgebietes belegenen deutschen Vermögenswerte zu erlassen hatte, keinerlei Beeinträchtigungen unterworfen worden. Ein Teil dieser Rechte ist
jedoch in der Kriegs- und Nachkriegszeit verfallen,
da die Inhaber die gemäß den portugiesischen Vorschriften zur Aufrechterhaltung ihrer Rechte erforderlichen Handlungen, z. B. Gebührenzahlungen,
aus kriegs- und nachkriegsbedingten Gründen nicht
fristgemäß vornehmen konnten. Gemäß Artikel 5
des Abkommensentwurfes über deutsche Vermögenswerte in Portugal soll die Wiederherstellung
dieser Rechte durch das vorliegende Abkommen
Der Abkommensentwurf sieht ferner eine Verlängerung der in Artikel 4 der Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutze des gewerblichen Eigentums festgesetzten Prioritätsfristen vor. Hierdurch sollen die
Nachteile behoben werden, die den deutschen
Schutzrechtsinhabern in Portugal dadurch entstanden sind, daß sie in der Kriegs- und Nachkriegszeit
ihre Schutzrechte nicht innerhalb der vorerwähnten
Prioritätsfristen in Portugal anmelden konnten.
Mit dem vorliegenden Abkommensentwurf sollen
somit alle kriegs- und nachkriegsbedingten Beeinträchtigungen deutscher gewerblicher Schutzrechte
im Verhältnis zwischen der Bundesrepublik und
Portugal beseitigt werden. Der Entwurf ist weitgehend dem internationalen Abkommen von Neuenburg betreffend die Erhaltung oder Wiederherstellung der durch den zweiten Weltkrieg zu Schaden
gekommenen gewerblichen Schutzrechte vom 8. Februar 1947 nachgebildet, das zwischen alliierten und
neutralen Staaten untereinander abgeschlossen ist
und dem die Bundesrepublik nicht angehört. Die in
dem Entwurf vorgesehene Regelung entspricht ferner den Abkommen, die die Bundesrepublik bereits
mit einer Anzahl anderer Staaten, u. a. mit der
Schweiz und Schweden, für das Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes geschlossen hat.
Der Entwurf ist in vier Teile gegliedert:
Teil I trifft auf der Grundlage der Gegenseitigkeit
Bestimmungen über die Verlängerung der Prioritätsfristen, Teil II regelt die Wiederherstellung
deutscher Schutzrechte in Portugal, Teil III enthält
die entsprechenden Bestimmungen über portugiesische Schutzrechte in Deutschland, Teil IV sieht
Bestimmungen über den Anwendungsbereich des
Abkommens vor, über seine Ratifizierung und über
das Inkrafttreten.
Im einzelnen ist zu dem Abkommensentwurf folgendes zu bemerken:
Artikel 1 nimmt auf Artikel 4 der Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutze des gewerblichen
Eigentums in der am 2. Juni 1934 in London revidierten Fassung Bezug. Diese Vorschrift sieht vor,
daß derjenige, welcher in einem der Verbandsländer
ein Gesuch über ein Erfindungspatent, ein Gebrauchsmuster, ein gewerbliches Muster oder Modell
oder eine Fabrik- oder Handelsmarke vorschriftsmäßig hinterlegt, zum Zwecke der Hinterlegung in
den anderen Ländern während bestimmter Fristen
ein Prioritätsrecht genießt. Diese Prioritätsfristen
sind für Erfindungspatente und Gebrauchsmuster auf
12 Monate, für gewerbliche Muster oder Modelle
und für Fabrik- oder Handelsmarken auf 6 Monate
festgesetzt. Diese Fristen laufen von dem Tage an,
an dem das erste Gesuch hinterlegt wird.
Diese Fristen werden durch das vorliegende Abkommen verlängert. Von der Verlängerung werden
erfaßt die Prioritätsfristen, die am 6. Juni 1944 noch
nicht abgelaufen waren oder die erst nach diesem
Zeitpunkt zu laufen begonnen haben und vor dem
1. Januar 1951 abgelaufen sind.
Der Anfangstermin vom 6. Juni i944 ist mit Rücksicht darauf gewählt worden, daß von diesem Tage
an eine ordnungsgemäße Hinterlegung von Anmeldungen wegen des gestörten Geschäftsverkehrs
zwischen Deutschland und Portugal nicht mehr gewährleistet war. Der Endtermin vom 1. Januar 1951
ergibt sich daraus, daß von diesem Zeitpunkt an Anmeldungen von deutschen Staatsangehörigen in
Portugal wieder uneingeschränkt eingereicht werden
konnten. Die Ausdehnung der Prioritätsfristen ist
bis zum Ablauf von 180 Tagen nach Inkrafttreten
des Abkommens vereinbart worden.
Artikel 2 gibt in Ergänzung des Artikels 1 des
Entwurfes eine Begriffsbestimmung der Anmeldungen, auf die sich das Abkommen bezieht. Darüber
hinaus stellt er im Verhältnis zu Portugal die Anerkennung der Prioritäten, die aus Anmeldungen
bei den Annahmestellen Berlin und Darmstadt hervorgegangen sind, außer Zweifel.
Artikel 3 sieht vor, daß der Anmelder, der die
Priorität einer vorausgegangenen ausländischen
Anmeldung in Anspruch nimmt, die Erklärung über
die Inanspruchnahme dieser Priorität bis zum Ablauf von 180 Tagen nach Inkrafttreten des Abkommens abgeben kann.
Artikel 4 regelt das Weiterbenutzungsrecht für
diejenigen, die den Gegenstand der Nachanmeldung
in Benutzung genommen oder die erforderlichen
Anstalten dazu getroffen haben. An sich ist die Entstehung eines Weiterbenutzungsrechts innerhalb
des Prioritätszeitraumes ausgeschlossen. Da durch
den vorliegenden Entwurf der Prioritätszeitraum
über die normale Zeit von 6 Monaten bzw. einem
Jahr hinaus erheblich ausgedehnt wird, erschien es
gerechtfertigt, von dem Ausschluß eines Weiterbenutzungsrechts abzusehen.
Artikel 5 wird sich im wesentlichen zugunsten
der deutschen Staatsangehörigen auswirken. Üblicherweise wird die Bescheinigung über die Erstanmeldung auf Grund der Originalakten vom Deutschen Patentamt ausgestellt. Nach dem Abkommen
können aber auch Prioritäten in Anspruch genommen werden, die noch aus Anmeldungen bei dem
früheren Reichspatentamt entstanden sind. Die
Akten des Reichspatentamts sind aber zum Teil
durch Kriegseinwirkungen vernichtet worden. Für
diese Fälle sieht der Artikel 5 Abs. 2 des Entwurfes
eine Erleichterung vor. Es werden demnach auch
andere Unterlagen (Abschriften, eidesstattliche Versicherungen usw.) zum Nachweis des Prioritätsrechtes zugelassen, sofern durch eine Erklärung der
zuständigen Behörde, das ist auf deutscher Seite das
Deutsche Patentamt, Inhalt und Zeitpunkt der Erstanmeldung durch diese Unterlagen glaubhaft gemacht erscheinen. Die Entscheidung über die Zulässigkeit der auf diese Weise beanspruchten Priorität
bleibt in jedem Falle der Behörde der Nachanmeldung vorbehalten.
Artikel 6 enthält die Voraussetzungen, unter
denen deutsche gewerbliche Schutzrechte und
Schutzrechtsanmeldungen wiederhergestellt werden
Die Wiederherstellung erstreckt sich auf die Schutzrechte, die vor dem 1. Januar 1950 in Portugal eingereicht oder erworben worden sind. Dieser Stichtag
ist gewählt worden, um auch diejenigen Schutzrechte zu erfassen, die auf weiter zurückliegenden
Anmeldungen beruhen und von deren Erteilung
die Schutzrechtsinhaber aus kriegs- und nachkriegsbedingten Gründen in aller Regel keine Kenntnis
hatten, so daß sie schon aus diesem Grunde nicht
das Erforderliche für ihre Aufrechterhaltung veranlassen konnten.
Als Stichtag für das Erlöschen der Schutzrechte oder
die Zurückweisung der Schutzrechtsanmeldungen ist
der 6. Juni 1944 eingesetzt worden, da von diesem
Tag an der normale Geschäftsverkehr zwischen
Deutschland und Portugal infolge der Kriegsverhältnisse unterbrochen war.
Wiederhergestellt werden Schutzrechte in allen den
Fällen, in denen sie nicht durch Ablauf der gesetzlichen Höchstdauer, durch Verzichterklärung oder
durch Erklärung der Nichtigkeit erloschen sind;
Schutzrechtsanmeldungen werden wiederhergestellt,
wenn sie infolge Nichterfüllung gesetzlicher Formerfordernisse zurückgewiesen worden sind. Die
Wiederherstellung erfolgt nicht automatisch, sondern nur auf Antrag.
Artikel 7 sieht eine Verlängerung der Frist zur
Erhebung einer Beschwerde gegen die Zurückweisung einer Schutzrechtsanmeldung vor in den Fällen,
in denen die Zurückweisung aus materiellen Gründen erfolgt ist, und regelt somit alle Fälle, in denen
eine Wiederherstellung der Anmeldung gemäß Artikel 6 Abs. 2 nicht vorgenommen wird.
Artikel 8 enthält Vorschriften über das Verfahren
der Wiederherstellung. Mit dem Antrag auf Wiederherstellung ist die versäumte Handlung nachzuholen, und zwar nach Absatz 4 spätestens innerhalb
einer von dem portugiesischen Patentamt zu setzenden Nachfrist von höchstens 90 Tagen.
Artikel 9 regelt das Weiterbenutzungsrecht im
Falle der Wiederherstellung eines erloschenen Patents, Gebrauchsmusters oder gewerblichen Musters
oder Modells sowie im Falle der Wiederherstellung
einer zurückgewiesenen Anmeldung solcher Schutzrechte. Die Gewährung eines Weiterbenutzungsrechts in solchen Fällen entspricht internationaler
Voraussetzung für die Entstehung eines Weiterbenutzungsrechts ist, daß die Benutzungshandlung
im guten Glauben in der Zeit zwischen dem Erlöschen des Schutzrechtes oder der Zurückweisung
der Anmeldung und dem 20. April 1957, dem Tag,
an dem durch eine Pressemitteilung die Öffentlichkeit von dem in Aussicht genommenen Abschluß
des Abkommens Kenntnis erlangt hat, vorgenommen
worden ist. Ein Weiterbenutzungsrecht soll auch in
dem Falle bestehen, in dem ein Dritter unabhängig
von dem deutschen Anmelder dieselbe Erfindung
gemacht und in Portugal zum Schutz angemeldet
hat oder Urheber desselben Musters oder Modells
Artikel 10 sieht die Zahlung einer Entschädigung
für die Inanspruchnahme eines Weiterbenutzungsrechts vor, deren Höhe im Streitfall das zuständige
Gericht bestimmt. Die Entschädigungszahlung entfällt jedoch, wenn die Benutzungshandlung auf einer
Erfindung oder einem Muster oder Modell beruht,
deren Urheber der Benutzende ist.
Artikel 11 sieht zur Wahrung der Kontinuität
des Warenzeichens die Rückwirkung der Erneuerung
auf den Zeitpunkt des Erlöschens des Warenzeichens
In einer Reihe von Fällen hat der deutsche Inhaber
des in der Zwischenzeit erloschenen Warenzeichens
dieses Zeichen in Portugal neu angemeldet. Das auf
Grund dieser Neuanmeldung eingetragene Warenzeichen würde an sich nicht unter die Bestimmungen
des Abkommens fallen. Um die sachlich unzweckmäßige rückwirkende Wiederherstellung des alten
Warenzeichens und die Löschung des neuen Zeichens zu vermeiden, ist in Absatz 3 vorgesehen, daß
der Inhaber des Zeichens statt dessen durch einen
besonderen Antrag die Rückwirkung des neu eingetragenen Zeichens auf den Zeitpunkt des Erlöschens des alten Zeichens erreichen kann.
Artikel 12 sieht die Hemmung gewisser in der
portugiesischen Gesetzgebung für die Ausübung
gewerblicher Schutzrechte bestimmten Fristen vor,
um ein Erlöschen der Rechte infolge Nichtausübung
Die Artikel 13 bis 15 räumen den portugiesischen
Inhabern von gewerblichen Schutzrechten und
Schutzrechtsanmeldungen in Deutschland die Gegenseitigkeit ein.
und bestimmte Forderungen betreffend Münzgold.
Die Regierungen des Vereinigten Königreichs von
Großbritannien und Nordirland, der Vereinigten Staaten
von Amerika und der Französischen Republik (im folgenden als „Drei Regierungen" bezeichnet), in ihrem eigenen
Namen und als Vertreter der Unterzeichner des am
14. Januar 1946 in Paris unterzeichneten Abkommens
über Reparationen sowie als Vertreter der Staaten mit
Forderungen in bezug auf Münzgold im Sinne des
Teils III des genannten Abkommens handelnd, einerseits;
und die Regierung der Portugiesischen Republik (im
folgenden als „Portugiesische Regierung" bezeichnet)
von dem gemeinsamen Wunsche geleitet, alle Fragen,
die mit den in portugiesischem Hoheitsgebiet von den
Gesetzen über die vorsorgliche Beschlagnahme und
Liquidation betroffenen deutschen Vermögenswerten zusammenhängen, sowie alle Fragen betreffend Münzgold
endgültig zu regeln und damit die freundschaftlichen
Beziehungen zwischen ihren Staaten noch weiter zu vertiefen,
im Hinblick auf das am 3. April 1958 von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Portugiesischen Regierung unterzeichnete Abkommen über deutsche Vermögenswerte in Portugal (im folgenden als
„deutsch-portugiesisches Abkommen" bezeichnet) —
(1) Die Drei Regierungen erhalten von der Portugiesischen Regierung die Summe von einhundertvierundvierzig Millionen fünfhunderttausend (144 500 000) Escuden.
(2) Von dieser Summe wird der Betrag von zwölf
Millionen (12 000 000) Escuden, der sich gegenwärtig auf
einem auf den Namen von Vertretern der Drei Regierungen lautenden Konto be findet, diesen Regierungen endgültig zur Verfügung gestellt.
(3) Der Restbetrag von einhundertzweiunddreißig Millionen fünfhunderttausend (132 500 000) Escuden wird in
zwei gleichen Raten gezahlt, die erste sechzig Tage nach
dem Inkrafttreten des deutsch-portugiesischen Abkommens und die zweite zu Beginn des Haushaltsjahres der
Bundesrepublik Deutschland, das auf das Haushaltsjahr,
in dem die erste Zahlung geleistet wird, folgt.
(4) Die in Absatz (3) erwähnten Zahlungen an die Drei
Regierungen erfolgen erst, nachdem festgestellt worden
ist, daß die in dem deutsch-portugiesischen Abkommen
vorgesehenen Zahlungen an die Portugiesische Regierung
geleistet worden sind.
(1) Mit der in Absatz (2) vorgesehenen Ausnahme
werden die Zahlungen der Portugiesischen Regierung in
Escuden geleistet, die in ausländische Währung konvertierbar sind und auf Ersuchen der Drei Regierungen
transferiert werden können.
(2) Die Drei Regierungen können auf Wunsch von der
Portugiesischen Regierung Feingold bis zu 3 998 741 kg
erhalten; in diesem Falle wird der Gegenwert des gelieferten Feingolds von der in Artikel 1 Absatz (3) erwähnten Summe von einhundertzweiunddreißig Millionen
fünfhunderttausend (132 500 000) Escuden abgezogen, wobei der Berechnung der Goldankaufspreis des Schatzamts
der Vereinigten Staaten und die amtliche Parität des
Escudo zum Dollar am Tage der Unterzeichnung dieses
Abkommens zugrunde gelegt wird.
(1) Dieses Abkommen, das am gleichen Tag wie das
deutsch-portugiesische Abkommen in Kraft tritt,
(a) tritt an die Stelle aller Abmachungen über diese
Vermögenswerte, die zwischen der Portugiesischen Regierung und den Drei Regierungen,
in ihrem eigenen Namen und als Vertreter der
Unterzeichner des am 14. Januar 1946 in Paris
unterzeichneten Abkommens über Reparationen
handelnd, getroffen worden sind, insbesondere
des Abkommens vom 21. Februar 1947 zwischen
den Drei Regierungen und der Portugiesischen
Regierung nebst Anlagen in der durch Notenwechsel vom 16. und 26. Februar 1949 ergänzten
(b) tritt an die Stelle aller Urkunden über Forderungen in bezug auf Münzgold, die zwischen
der Portugiesischen Regierung und den Drei
Regierungen als Vertretern der Staaten mit
Forderungen auf Gold im Sinne des Teils III
des in Absatz (1) (a) erwähnten Abkommens
über Reparationen ausgetauscht worden sind.
(2) Alle von den Drei Regierungen gegenüber der Portugiesischen Regierung erhobenen Forderungen betreffend die genannten Vermögenswerte oder Münzgold
gelten als endgültig befriedigt, wenn die in diesem Abkommen vorgesehenen Zahlungen geleistet worden sind.
ZU URKUND DESSEN haben die von ihren Regierungen hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses
GESCHEHEN zu Lissabon am siebenundzwanzigsten
Oktober 1958 in englischer, französischer und portugiesischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermaßen verbindlich ist, in einer Urschrift, die im Archiv der Regierung der Portugiesischen Republik hinterlegt wird.
Die Portugiesische Regierung übermittelt allen anderen
Unterzeichnerregierungen beglaubigte Abschriften.
von Großbritannien und Nordirland:
Für die Regierung der Vereinigten Staaten
Für die Regierung der Portugiesischen Republik:
Schlussprotokoll zum Abkommen zwischen der
Durchführungsvereinbarung mit Brasilien
LUISA COSTA HÖLZL, geb. 1956 in Lissabon, Portugal. Ab
Mietrecht - IMMOBILIENRECHT PORTUGAL
Arbeitsgesetz - IMMOBILIENRECHT PORTUGAL
GPL - IMMOBILIENRECHT PORTUGAL
Neue Freihandelsabkommen erleichtern den
Entschädigung - IMMOBILIENRECHT PORTUGAL
Umsetzung des deutsch-amerikanischen
Correio luso-hanseático - Portugiesisch
taiwan - Taipei Wirtschafts

References: § 9

§ 37

§ 2
 § 11
 § 8
 § 45
 § 210
 § 144
 § 511
 § 547
 § 9
 § 144
 § 3
 § 3
 § 1
 § 1
 § 15
 § 30
 § 15
 § 30
 § 287