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Timestamp: 2019-12-06 01:48:33+00:00

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BGH, 22.04.1997 - XI ZR 127/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,1692
BGH, 22.04.1997 - XI ZR 127/96 (https://dejure.org/1997,1692)
BGH, Entscheidung vom 22.04.1997 - XI ZR 127/96 (https://dejure.org/1997,1692)
BGH, Entscheidung vom 22. April 1997 - XI ZR 127/96 (https://dejure.org/1997,1692)
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Fortsetzung eines vertraglich begründeten Pfandrechts an einer Inhaberschuldverschreibung - Anspruch auf Auszahlung eines Sparguthabens - Rechtmäßigkeit einer vorformulierten und formularmäßig verwendeten Verpfändungserklärung
Fortsetzung des Pfandrechts an einer Inhaberschuldverschreibung am späteren Einlösungsbetrag
BGB § 1287
Wirkung eines vertraglich begründeten Pfandrechts an einer Inhaberschuldverschreibung
Dingliche Surrogation des Pfandrechts an Inhaberschuldverschreibungen
NJW 1997, 2110
ZIP 1997, 1102
MDR 1997, 765
WM 1997, 1136
BB 1997, 1917
Da ein Verzicht auf Rechte im Allgemeinen nicht zu vermuten ist (…KG, a. a. O.), muss ein unzweideutiges Verhalten festgestellt werden, das vom Erklärungsgegner als Aufgabe des Rechts zu verstehen ist (BGH NJW 1997, 2110, 2111;… vgl. OLG Düsseldorf OLGR 2001, 266 f. zitiert nach JURIS Rdz. 42).
Der Herausgabeanspruch gemäß §§ 7, 8 DepotG bzw. § 695 Satz 1, § 985 BGB (vgl. zu dem darauf beruhenden Besitzmittlungsverhältnis: BGH, Urteil vom 18. Januar 1996 - IX ZR 81/95, WM 1996, 518; Senat, Urteil vom 22. April 1997 - XI ZR 127/96, WM 1997, 1136) wird nach den im heutigen Massengeschäft geltenden Börsenusancen in der Regel ohne effektive Übertragung, d.h. ohne körperliche Bewegung von Wertpapierurkunden, im Effektengiroverkehr erfüllt.
Jeweils in der Form des Mitbesitzes an der Sammelurkunde waren zudem die Beklagten mittelbare Fremdbesitzerinnen erster Stufe und der Schuldner mittelbarer Eigenbesitzer zweiter Stufe (vgl. BGH, Urteil vom 22. April 1997 - XI ZR 127/96, WM 1997, 1136).
Die streitbefangenen Aktien waren daher wirksam an die Beklagten verpfändet, und zwar kurzer Hand nach § 1205 Abs. 1 Satz 2 BGB (vgl. BGH, Urteil vom 22. April 1997, aaO;… Großkomm-AktG/Merkt, aaO Rn. 163).
Der nur mittelbare Besitz der Beklagten hinderte die Pfandrechtsbestellung gemäß § 1205 Abs. 1 Satz 1 und 2 BGB nicht, weil ihnen der Besitz nicht vom Schuldner vermittelt wurde (BGH, Urteil vom 22. April 1997, aaO;… Hoffmann, aaO S. 1550 mwN).
Er ist mittelbarer Eigenbesitzer zweiter Stufe geblieben (vgl. BGH, Urteil vom 22. April 1997, aaO;… Bitter/Alles, aaO S. 118).
bb) Die in der Klausel geregelte Übertragung von Wertpapieren ist die Erfüllung des gesetzlichen Herausgabeanspruchs des Kunden gegen die Beklagte gemäß §§ 7, 8 DepotG bzw. §§ 695 Satz 1, 985 BGB (vgl. zu dem darauf beruhenden Besitzmittlungsverhältnis: BGH, Urteil vom 18. Januar 1996 - IX ZR 81/95, WM 1996, 518; Senat, Urteil vom 22. April 1997 - XI ZR 127/96, WM 1997, 1136).
aa) Eine Leistung der G.Bank, die gemäß § 1287 Satz 1 BGB kraft Surrogation (vgl. Senat, Urteil vom 22. April 1997 - XI ZR 127/96, WM 1997, 1136, 1137;… MünchKomm/Damrau, BGB 4. Aufl. § 1287 Rdn. 1) zu einem Pfandrecht an dem geleisteten Gegenstand geführt haben könnte, ist nicht erfolgt.
Ein derartiger Verzicht setzt nach § 397 Abs. 1 BGB den übereinstimmenden rechtsgeschäftlichen Willen von Gläubiger und Schuldner voraus, eine zumindest in ihrem Rechtsgrund bereits angelegte Forderung aufzugeben (BGH NJW 1994, 379, 380; NJW 1997, 5165, 518; NJW 1997, 2110, 2111).
Die C-Banking AG war unmittelbare Besitzerin der sammelverwahrten und globalverbrieften Aktien, nämlich der Globalurkunde, die FSK war mittelbare Besitzerin des Miteigentumsanteils der ersten Stufe und M. war weiter mittelbare Besitzerin der zweiten Stufe (…vgl. BGH, Urt. v. 18.01.1996 - IX ZR 81/95, WM 1996, 518, juris-Rn. 11; Urt. v. 22.04.1997 - XI ZR 127/96, WM 1997, 1136, juris-Rn. 11;… Klanten in: Schimansky/Bunte/Lwowoski, Bankrechtshandbuch, 4. Aufl. § 72 Rn. 101;… MüKo-BGB/K.Schmidt, BGB, 6. Aufl., § 1008 Rn. 29).
Da die FSK zum Zeitpunkt der Pfandrechtsbestellung mittelbare Besitzerin erster Stufe der Aktien bzw. des Miteigentumsanteils an der Globalurkunde war, richtete sich die Bestellung des Pfandrechts nach § 1205 Abs. 1 Satz 2 BGB (vgl. BGH, Urt. v. 22.04.1997 - XI ZR 127/96, WM 1997, 1136, juris-Rn. 11).
Die für die Übertragung des anteilmäßigen Miteigentums nach Bruchteilen am Sammelbestand nach § 929 Satz 1 BGB erforderliche Übergabe wird in der Weise vollzogen, dass die Wertpapiersammelbank als unmittelbare Fremdbesitzerin des Sammelbestands auf entsprechendes Geheiß den Besitzmittlungswillen bezogen auf diesen Miteigentumsanteil umstellt und nunmehr nicht mehr der Depotbank des Veräußerers den Besitz mittelt, sondern der Depotbank des Erwerbers, die neue mittelbare Fremdbesitzerin erster Stufe wird und ihrerseits den Besitz ihrem Kunden - dem Erwerber - als mittelbarem Eigenbesitzer zweiter Stufe mittelt (vgl. Senatsurteil vom 22. April 1997 - XI ZR 127/96, WM 1997, 1136; BGH…, Urteil vom 24. September 2015, aaO Rn. 15 ff.;… MünchKommHGB/Einsele, Band 6, 3. Aufl., Depotgeschäft Rn. 108;… Gätsch in Marsch-Barner/Schäfer, Handbuch börsennotierte AG, 4. Aufl., Rn. 5.67 und 5.81;… Klanten in Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechts-Handbuch, 5. Aufl., § 72 Rn. 104 f.;… Will in Kümpel/Wittig, Bank- und Kapitalmarktrecht, 4. Aufl., Rn. 18.96 und 18.113).
BGH, 25.09.2008 - IX ZA 25/08
Ein Fall dinglicher Surrogation lag nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht vor (vgl. BGH, Urt. v. 22. April 1997 - XI ZR 127/96, WM 1997, 1136, 1137 f; v. 18. Juli 2002 - IX ZR 264/01, NJW 2002, 3253, 3254).
Da ein Verzicht auf Rechte im allgemeinen nicht zu vermuten ist, muss ein unzweideutiges Verhalten festgestellt werden, das vom Erklärungsgegner als Aufgabe des Rechts verstanden werden kann (BGH NJW 2006, 298, 299; BGH NJW 2002, 1788, 1790; BGH NJW 1997, 2110, 2111).
OLG München, 13.11.2007 - 5 U 4097/07

References: § 1287
 § 695
 § 985
 § 1205
 § 1205
 § 1287
 § 1287
 § 397
 § 72
 § 1008
 § 1205
 § 929
 § 72
 BGH 
 BGH