Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=FG%20Hamburg&Datum=21.09.2012&Aktenzeichen=3%20K%20144/11
Timestamp: 2020-04-06 03:25:43+00:00

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FG Hamburg, 21.09.2012 - 3 K 144/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,32039
FG Hamburg, 21.09.2012 - 3 K 144/11 (https://dejure.org/2012,32039)
FG Hamburg, Entscheidung vom 21.09.2012 - 3 K 144/11 (https://dejure.org/2012,32039)
FG Hamburg, Entscheidung vom 21. September 2012 - 3 K 144/11 (https://dejure.org/2012,32039)
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Einkommensteuerrecht: Sonderausgabenabzug für sonstige Vorsorgeaufwendungen ab 2010 ist verfassungskonform
Verfassungsmäßigkeit der Anrechnung des gesamten Arbeitgeberzuschusses zur privaten Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung auf die Beiträge zur Basisversorgung
Regelung zum Sonderausgabenabzug für sonstige Vorsorgeaufwendungen ab 2010 ist verfassungsgemäß
Regelungen zu Vorsorgeaufwendungen sind verfassungsgemäß
Verfassungsmäßigkeit der Neuregelungen zur steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen durch das "Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung" vom 16.07.2009
Gemeinsame Voraussetzung für die Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen
EFG 2013, 26
Auch auf das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 21. September 2012 ( 3 K 144/11, EFG 2013, 26) werde verwiesen.
b) Nach diesen Maßstäben hat das FG zu Recht die vollständige Verrechnung des Arbeitgeberzuschusses mit den Beiträgen für die Basisleistungen i.S. des § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG zugelassen (im Ergebnis gl.A. FG Hamburg, Urteil vom 21. September 2012 3 K 144/11, EFG 2013, 26 --rechtskräftig--; FG Nürnberg, Urteil vom 16. Januar 2013 3 K 974/11, EFG 2013, 843 --rechtskräftig--; FG Münster, Urteil vom 20. Februar 2013 7 K 2814/11 --rechtskräftig--; Finanzministerium Schleswig-Holstein vom 31. Mai 2011, DStR 2011, 1712, 1713; HHR/Kulosa, § 10 EStG Rz 306; a.A. Neumann, DStR 2013, 388, 388 f.).
Mit sämtlichen Argumenten hat sich der Senat bereits in seinem Urteil in BFHE 236, 69, BStBl II 2012, 325 auseinandergesetzt, die Verfassungsmäßigkeit der nur eingeschränkten steuerlichen Berücksichtigung der Beiträge indes bejaht (vgl. dazu auch FG Hamburg, Urteil vom 21. September 2012 3 K 144/11, EFG 2013, 26 zu § 10 Abs. 4 EStG in der Fassung des Bürgerentlastungsgesetzes Krankenversicherung).
Der Gesetzgeber hätte - wohl verfassungsrechtlich unbedenklich - die Pflicht des Arbeitgebers zur Zuschussleistung nämlich noch weiter auf die Hälfte der Beiträge zur - hinsichtlich der Leistungen der Sozialversicherung ähnlichen - Basisversorgung begrenzen können (vgl. Finanzgericht Hamburg, Urteil vom 21.09.2012 3 K 144/11, StE 2012, 724).
Bei der gebotenen Gesamtbetrachtung hat der Gesetzgeber seinen Gestaltungsspielraum (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 13.02.2008 2 BvL 1/06, DStR 2008, 604, Juris Rn. 99, 102) noch nicht überschritten (so auch Finanzgericht Hamburg, Urteil vom 21.09.2012 3 K 144/11, StE 2012, 724).
Damit liegt keine Besteuerung des Existenzminimums vor (so auch Finanzgericht Hamburg, Urteil vom 21.09.2012 3 K 144/11, StE 2012, 724).
Der Gesetzgeber bewegt sich somit im Bereich des ihm zustehenden Typisierungsspielraum (so auch Finanzgericht Hamburg, Urteil vom 21.09.2012 3 K 144/11, StE 2012, 724).
Sie gehören ebensowenig zum sozialhilferechtlichen Existenzminimum (vgl. FG Hamburg, Urteil vom 21. September 2012 3 K 144/11, Entscheidungen der Finanzgerichte - EFG - 2013, 26 unter II.3 der Entscheidungsgründe; andere Auffassung: Schulemann, Olaf (2009): Sonderausgabenabzug von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung, http://hdl.handle.net/10419/45387).
FG Niedersachsen, 06.09.2013 - 3 K 230/13
Ansatz des Auflösungsverlustes gemäß § 17 Abs. 4 EStG unter Anwendung des …
31 Die Verrechnung des Arbeitgeberzuschusses zur Krankenversicherung ausschließlich mit der Basisabsicherung der Krankenversicherung entspricht im Übrigen auch der Rechtsprechung anderer Finanzgerichte (FG Hamburg, Urteil vom 21. September 2012 3 K 144/11, EFG 2013, 26; FG Nürnberg, Urteil vom 16. Januar 2013 3 K 974/11, EFG 2013, 843; FG Münster, Urteil vom 20. Februar 2013 7 K 2814/11 E, juris).
Nach diesen Maßstäben ist die vollständige Verrechnung des Arbeitgeberzuschusses mit den Beiträgen für die Basisleistungen i. S. des § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG zugelassen (…vgl. BFH-Urteil vom 02.09.2014 IX R 43/13, a.a.O.; im Ergebnis gl.A. FG Hamburg, Urteil vom 21.09.2012 3 K 144/11, EFG 2013, 26; FG Nürnberg, Urteil vom 16.01.2013 3 K 974/11, EFG 2013, 843; FG Münster, Urteil vom 20.02.2013 7 K 2814/11, juris; HHR, § 10 EStG Anm. 306; a.A. Neumann, DStR 2013, 388, 388 f.).
Wegen der Einzelheiten - insbesondere zur Begründung der Verfassungsmäßigkeit der Vorschrift - wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Urteile des Finanzgerichts Hamburg vom 21.09.2012, 3 K 144/11 (rechtskräftig), veröffentlicht in EFG 2013, 26 ff., Entscheidung Nr. 8 sowie Finanzgericht Nürnberg vom 16.01.2013 3 K 974/11, Juris, Bezug genommen, denen der Senat folgt.

References: § 10
 § 10
 § 10
 § 17
 § 10
 § 10