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Timestamp: 2016-10-27 09:12:48+00:00

Document:
2C_935/2014 (11.05.2015)
2C_935/2014 � � Urteil vom 11. Mai 2015
Gerichtsschreiberin H�nni.
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar
Claude Wyssmann,
Migrationsamt.
Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn
vom 26. August 2014.
A.a.�A.________ (geb. 1985) stammt aus dem Kosovo. Er reiste am 29. November 1993 gemeinsam mit seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern zum Vater in die Schweiz ein und erhielt eine Niederlassungsbewilligung.
A.b.�W�hrend seines Aufenthalts erwirkte A.________ (bis zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils) f�nfzehn strafrechtliche Verurteilungen, namentlich:
- Urteil des Amtsgerichts Thal-G�u vom 21. April 2005: Fr. 750.-- Busse unter anderem wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand und F�hrens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs
- Urteil des Bezirksgerichts Baden vom 23. August 2006: 7 Tage Gef�ngnis und Fr. 700.-- Busse wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln
- Strafbefehl des Bezirksamt Baden vom 31. August 2006 Fr. 450.-- Busse wegen �berschreitens der zul�ssigen H�chstgeschwindigkeit auf der Autobahn (sp�ter wegen verschuldeten Nichtbezahlens in 15 Tage Haft umgewandelt)
- Strafmandat der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 30. Januar 2007: 20 Tagess�tze Geldstrafe und Fr. 800.-- Busse unter anderem wegen Fahrens ohne F�hrerausweis trotz Entzugs (mehrfache Begehung)
- Urteil des Amtsstatthalteramts Sursee vom 22. M�rz 2007: 15 Tagess�tze Geldstrafe wegen Fahrens ohne F�hrerausweis oder trotz Entzugs
- Urteil des Bezirksamts Muri vom 29. Juni 2007: 40 Tagess�tze Geldstrafe wegen Fahrens ohne F�hrerausweis oder trotz Entzugs sowie Verletzung von Verkehrsregeln
- Strafmandat der Staatsanwaltschaft Z�rich Limmat vom 10. Oktober 2007: 10 Tagess�tze Geldstrafe wegen Fahrens ohne F�hrerausweis oder trotz Entzugs
- Strafmandat der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 8. September 2010: 15 Tagess�tze Geldstrafe wegen versuchter Erschleichung einer falschen Beurkundung
- Urteil des Bezirksgerichts Zofingen vom 18. November 2010: 16 Monate Freiheitsstrafe, bedingt vollziehbar, und Busse Fr. 300.--, wegen Raubes (Gehilfenschaft), Hausfriedensbruchs (Gehilfenschaft), Urkundenf�lschung (mehrfache Begehung), Vergehens gegen das Waffengesetz, �bertretung des Bet�ubungsmittelgesetzes (mehrfache Begehung) sowie Fahrten ohne Bewilligung (begangen zwischen dem 2. April 2008 und dem 4. M�rz 2010)
- Strafmandat der Staatsanwaltschaft Bern vom 7. September 2011: 60 Tagess�tze Geldstrafe wegen Gehilfenschaft zu einem versuchten Diebstahl sowie Sachbesch�digung (begangen am 5. und 6. Juli 2010)
- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 7. September 2011: 20 Tagess�tze Geldstrafe wegen Fahrens trotz Entzug des F�hrerausweises (begangen am 5. Mai 2011)
- Strafmandat der Staatsanwaltschaft Z�rich-Sihl vom 22. Februar 2012: 90 Tagess�tze Geldstrafe wegen Urkundenf�lschung (begangen am 25. Februar und am 3. M�rz 2011).
A.c.�Bereits am 16. Januar 2006 hatte die Migrationsbeh�rde A.________ darauf hingewiesen, dass eine ausl�ndische Person, die strafbare Handlungen begeht, aus der Schweiz weggewiesen werden kann.
�Am 2. August 2013 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung von A.________. Eine hiergegen gerichtete Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn blieb ohne Erfolg (Urteil vom 26. August 2014).
�Mit Eingabe vom 9. Oktober 2014 beantragt A.________ dem Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn sei aufzuheben. Vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der Wegweisung sei abzusehen; stattdessen sei er zu verwarnen.
�Das Migrationsamt, das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn sowie das Staatssekretariat f�r Migration beantragen, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Der Beschwerdef�hrer h�lt in einer weiteren Eingabe an seinen Antr�gen fest.
�Der Pr�sident der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung hat der Beschwerde am 15. Oktober 2014 antragsgem�ss aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1.�Auf dem Gebiet des Ausl�nderrechts ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen die Erteilung oder Verweigerung von Bewilligungen ausgeschlossen, auf die weder das Bundesrecht noch das V�lkerrecht einen Anspruch einr�umt (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG). Gegen Entscheide �ber den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung ist die Beschwerde jedoch zul�ssig, weil grunds�tzlich ein Anspruch auf das Fortbestehen dieser Bewilligung gegeben ist (BGE 135 II 1 E. 1.2.1 S. 4).
1.2.�Das Bundesgericht ist an die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz gebunden, soweit sie sich nicht als offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich erweisen oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG; vgl. BGE 137 I 58 E. 4.1.2 S. 62; 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252; 133 III 393 E. 7.1 S. 398). Vom Beschwerdef�hrer ist zudem aufzuzeigen, dass die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
2.1.�Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn die ausl�ndische Person zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist (Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG; BGE 135 II 377 E. 4.2 S. 381; 137 II 297 E. 2) oder wenn der Ausl�nder in schwerwiegender Weise gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat bzw. diese gef�hrdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Hiervon ist auszugehen, wenn die ausl�ndische Person durch ihre Handlungen besonders hochwertige Rechtsg�ter verletzt oder in Gefahr bringt oder sie sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken l�sst und damit zeigt, dass sie auch k�nftig weder gewillt noch f�hig erscheint, sich an die Rechtsordnung zu halten, was jeweils im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu pr�fen ist (BGE 139 I 16 E. 2.1 S. 18 f., 31 E. 2.1 S. 32 f., 137 II 297 E. 3.3 S. 304; Urteile 2C_162/2012 vom 12. Oktober 2012 E. 2.1; 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2 und 2C_310/2011 vom 17. November 2011 E. 5). Die genannten Widerrufsgr�nde gelten auch f�r Niederlassungsbewilligungen ausl�ndischer Personen, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgem�ss in der Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 AuG).
2.2.�Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung muss in jedem Fall verh�ltnism�ssig sein (vgl. dazu BGE 139 I 16 E. 2.2.2 S. 20 f.; 135 II 377 E. 4.3 S. 381). Dabei sind namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausl�nders w�hrend diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381; vgl. auch das Urteil des EGMR i.S.�
Trabelsi gegen Deutschland�vom 13. Oktober 2011 [Nr. 41548/06], Ziff. 53 ff. bez�glich der Ausweisung eines in Deutschland geborenen, wiederholt straff�llig gewordenen Tunesiers). Die Niederlassungsbewilligung eines Ausl�nders, der sich schon seit langer Zeit hier aufh�lt, soll nur mit Zur�ckhaltung widerrufen werden. Bei wiederholter bzw. schwerer Straff�lligkeit ist dies jedoch selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. das Urteil 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.3 [Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines hier geborenen 43-j�hrigen T�rken] und das bereits zitierte EGMR-Urteil�
Trabelsi�). Dabei fliesst in die Interessenabw�gung mit ein, dass nach dem Wortlaut von Art. 121 Abs. 3 lit. a BV - im Rahmen der praktischen Konkordanz und des V�lkervertragsrechts (vgl. BGE 139 I 16 ff.) - insbesondere Gewaltdelikte zum Verlust des Aufenthaltsrechts f�hren sollen (BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34; Urteil 2C_480/2013 vom 24. Oktober 2013 E. 4.3.2; 2C_817/2012 vom 19. Februar 2013 E. 2.2.2). Auch bei schweren Straftaten und bei R�ckfall bzw. wiederholter Delinquenz besteht regelm�ssig ein wesentliches �ffentliches Interesse daran, die Anwesenheit eines Ausl�nders zu beenden, der die Sicherheit und Ordnung derart beeintr�chtigt (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.4 und 2.5 S. 149 ff.; Urteil 2C_903/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.1, nicht publ. in BGE 137 II 233 ff.; BGE 130 II 176 E. 4.4.2 S. 190 f.).
3.1.�Der Beschwerdef�hrer wurde seit 2003 wiederholt straff�llig und wurde mit dem Urteil des Bezirksgerichts Zofingen am 18. November 2010 zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt. Damit ist der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit und Art. 62 lit. b AuG und Art. 63 Abs. 2 AuG erf�llt.
3.2.�Der Beschwerdef�hrer bestreitet das Vorliegen des Widerrufsgrundes nicht, sondern bem�ngelt einzig die Interessenabw�gung und Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung, wie sie die Vorinstanz vorgenommen hat. Er r�gt eine Verletzung von Art. 8 EMRK und eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts.
�Entgegen der R�gen des Beschwerdef�hrers st�tzt sich die Vorinstanz weder auf eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung noch hat sie die massgeblichen Kriterien f�r die Interessenabw�gung unsorgf�ltig gewichtet:
3.2.1.�Ausgangspunkt und Massstab der fremdenpolizeilichen G�terabw�gung ist in erster Linie die Schwere des Verschuldens, das sich in der Dauer der Freiheitsstrafe niederschl�gt (Urteil 2C_295/2009 vom 25. September 2009 E. 5.3, nicht publ. in: BGE 135 II 377 ff.; BGE 129 II 215 E. 3.1 S. 316). Anl�sslich des Raubes, bei dem der Beschwerdef�hrer Gehilfenschaft leistete, wurde ein Wirt mit Tr�nengas eingespr�ht, mehrmals gegen den Kopf geschlagen und schliesslich mit einem Elektro-Einzugsband an H�nden und F�ssen gefesselt, sodass er den Schl�ssel zu seinem Tresor mit Bargeld in der H�he von knapp Fr. 7'400.-- herausgab. Der Beschwerdef�hrer hatte dem Hauptt�ter umfassende Informationen zur Lokalit�t, zur Geeignetheit derselben f�r eine entsprechende Attacke und zur Alarmanlage gegeben. Nachdem der Raub erfolgreich durchgef�hrt wurde, erhielt er seinen Beuteanteil. Die Tat wurde mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten geahndet; dem Urteil lagen sodann Urkundenf�lschung (mehrfache Begehung), Vergehen gegen das Waffengesetz, �bertretung des Bet�ubungsmittelgesetzes sowie verschiedene Fahrten ohne Bewilligung zugrunde.
3.2.2.�Der Beschwerdef�hrer macht im Zusammenhang zur Verurteilung wegen Gehilfenschaft zu Raub geltend, er habe nicht als Hauptt�ter gehandelt, sondern sich "offensichtlich nur in einer naiven und kritiklosen Rolle" befunden und sei gegen�ber den Strafverfolgungsbeh�rden kooperativ gewesen. Es ist dem Beschwerdef�hrer zweifelsohne zugute zu halten, dass er im Strafverfahren kooperiert hat und damit die Dauer des Verfahrens abgek�rzt werden konnte. Allerdings sind strafmindernde Gr�nde wie ein Gest�ndnis im Urteil bereits ber�cksichtigt; im ausl�nderrechtlichen Verfahren besteht kein Raum, die Beurteilung des Strafgerichts diesbez�glich zu relativieren (Urteile 2C_634/2011 vom 27. Juni 2012 E. 4.1; 2C_797/2011 vom 12. Juni 2012 E. 2.2; 2C_66/2009 vom 1. Mai 2009 E. 3.2 mit Hinweisen). Seine Vorbringen zum Verschulden werden sodann wesentlich dadurch relativiert, dass er trotz h�ngigem Strafverfahren seine Delinquenz nicht einzustellen vermochte. Vielmehr erfolgten weniger als zwei Jahre nach der Verurteilung wegen Gehilfenschaft zu Raub Verurteilungen wegen Gehilfenschaft zu einem Diebstahlsversuch und wegen Urkundenf�lschung (begangen am 25. Februar und 3. M�rz 2011). Bereits zuvor hatte der Beschwerdef�hrer diverse Urkunden gef�lscht (Ausweisf�lschungen, um auf fremde Namen und Kosten Mobilfunkvertr�ge abzuschliessen; Ablegen von theoretischen F�hrerpr�fungen f�r andere Personen gegen ein Entgelt von mehreren tausend Franken) und auch im Bereich des Strassenverkehrs trotz Entzug der Fahrerlaubnis stetig delinquiert. Die Vorinstanz durfte daraus ableiten, dass er sich weder von den Vorstrafen, der Verwarnung der Migrationsbeh�rde, dem Entzug des F�hrerausweises, den Bew�hrungsfristen noch von laufenden Strafverfahren beeindrucken liess, um sich insk�nftig an die Rechtsordnung zu halten. Nachdem er dem abgek�rzten Verfahren und damit auch dem Sachverhalt zugestimmt hatte, wonach er im dargelegten Ausmass am Raub beteiligt war (Art. 358 Abs. 1 StPO; vgl. Urteile 2C_1033/2013 vom 4. Juli 2014 E. 4.1; 2C_114/2013 vom 10. September 2013 E. 2.4.3), kann der Vorinstanz auch nicht vorgeworfen werden, sie habe den Untersuchungsgrundsatz hinsichtlich der �berj�hrigen Freiheitsstrafe verletzt und wesentliche Elemente zu den Umst�nden der Straftat unber�cksichtigt gelassen, welche dem Urteil des Bezirksgerichts Zofingen zugrunde lagen. Das Verwaltungsgericht durfte vielmehr von einem erheblichen ausl�nderrechtlichen Verschulden und - auch unter generalpr�ventiven Gesichtspunkten - von einem gewichtigen �ffentlichen Interesse an der Beendigung des Aufenthalts des Beschwerdef�hrers in der Schweiz ausgehen (vgl. BGE 130 II 176 E. 4.2-4.4 S. 185 ff.; Urteile 2C_218/2011 vom 4. Januar 2012 E. 2; 2C_963/2012 vom 1. April 2013 E. 5.1.3).
3.2.3.�Dem �ffentlichen Interesse an der Aufenthaltsbeendigung sind die pers�nlichen Verh�ltnisse beim Beschwerdef�hrer gegen�berzustellen. Die Vorinstanz hat als wesentliches privates Interesse am Verbleib insbesondere die lange Anwesenheit des Beschwerdef�hrers in der Schweiz und den Umstand gewichtet, dass dieser hier die Schulen besucht und eine Berufslehre abgeschlossen hat. Gleichwohl durfte sie davon ausgehen, dass der Beschwerdef�hrer nicht als wirtschaftlich integriert gelten kann, da er lange arbeitslos war und Verlustscheine in der H�he von Fr. 120'000.-- vorliegen. Die Vorinstanz stellte auch fest, dass sich der Beschwerdef�hrer nach l�ngerer Zeit von Arbeitslosigkeit erst nach Er�ffnung des Widerrufs seiner Niederlassungsbewilligung durch die Migrationsbeh�rde wieder im Arbeitsprozess befindet. Der Beschwerdef�hrer lebt in einer Beziehung mit seiner Freundin, die Schweizerin ist, und hat sie einige Monate nach Erlass des vorinstanzlichen Urteils geheiratet. Auch wenn der Beschwerdef�hrer zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils zumindest vorwiegend bei seinen Eltern wohnte, war die Beziehung zu seiner Partnerin intakt und war von der Vorinstanz insofern als erhebliches privates Interesse zu gewichten (vgl. BGE 139 I 330 E. 2.1 S. 336; 135 I 143 E. 1.3.2 und 3.1 S. 146 und 148 mit zahlreichen Hinweisen). Indessen hat die Heirat zu einem Zeitpunkt stattgefunden, als der Beschwerdef�hrer mehr als zehn strafrechtliche Verurteilungen aufwies und die Vorinstanz den Widerruf der Niederlassungsbewilligung best�tigt hatte. Seine Partnerin musste nach den ver�bten Straftaten und in Angesicht des Urteils des Verwaltungsgerichts damit rechnen, die Beziehung zum Beschwerdef�hrer allenfalls nicht weiter in der Schweiz leben zu k�nnen (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.4 S. 149; Urteil 2C_318/2014 vom 27. November 2014 E. 3.2.4).
3.2.4.�Der Beschwerdef�hrer r�gt des Weiteren, die Vorinstanz sei von offensichtlich unrichtigen Tatsachen ausgegangen, als sie erwog, er sei mit den Verh�ltnissen in seiner Heimat hinreichend vertraut. Auch erg�ben sich in seiner Heimat keine beruflichen Perspektiven. Der Beschwerdef�hrer lebt gem�ss den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen indessen in einer engen Beziehung zu seinen aus dem Kosovo stammenden Eltern; auch zu seinen Geschwistern und weiteren Verwandten, die in der Schweiz leben, hat er einen engen Kontakt. Der Beschwerdef�hrer ist im Kosovo geboren, hat sich dort w�hrend seiner Kindheit aufgehalten und eine Vielzahl der Delikte zusammen mit albanisch st�mmigen Kosovaren ver�bt. Die Vorinstanz durfte davon ausgehen, er k�nne sich in Albanisch hinreichend verst�ndigen. Dass er die Umgangssprache "knapp" beherrsche, h�lt der Beschwerdef�hrer auch selbst fest, sodass die Ausreise zumutbar erscheint. Dass die wirtschaftliche Situation im Kosovo schwieriger ist als in der Schweiz, vermag daran praxisgem�ss nichts zu �ndern (vgl. nebst BGE 137 II 345 E. 3.2.3 S. 350 auch die Urteile 2C_489/2011 vom 16. Juni 2011 E. 2.2 sowie 2C_216/2009 vom 20. August 2009 E. 3).
3.2.5.�Der Beschwerdef�hrer macht schliesslich geltend, es sei ihm aufgrund seiner Herzkrankheit und der Z�liakie nicht zumutbar, in den Kosovo auszureisen. Zun�chst ist festzuhalten, dass Krankheit oder der Umstand, dass das Gesundheits- oder Sozialversicherungswesen in einem anderen Staat allenfalls nicht mit demjenigen in der Schweiz vergleichbar ist und die hiesige medizinische Versorgung einem h�heren Standard entspricht, f�r sich kein Aufenthaltsrecht im Sinne von Art. 8 EMRK vermitteln k�nnen (BGE 139 II 393 E. 5.2 S. 403; 128 II 200 E. 5.3 S. 209 f., Urteile 2C_573/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 4.2.2; 2C_113/2009 vom 30. Juni 2009 E. 3.2). Medizinische Gr�nde k�nnen indessen eine Wegweisung als unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK erscheinen lassen, doch bestehen insofern relativ hohe Schwellen, als es nach der Rechtsprechung des Europ�ischen Gerichtshofs f�r Menschenrechte hierbei nicht unmittelbar um Handlungen oder Unterlassungen staatlicher oder privater Akteure geht, sondern ein nat�rlicher Prozess (Krankheit) zu den verschlechterten Lebensbedingungen f�hrt (Urteile 2C_743/2014 vom 13. Februar 2015 E. 3.4.1; 2C_721/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.2.2; 2C_573/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 4.3.1). Die Vorinstanz hat sich unter dem Gesichtswinkel von Art. 3 EMRK einl�sslich mit dem Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers auseinandergesetzt. Diesem war wegen eines Ventrikelseptumdefekts (Loch in der Herzscheidewand) am 20. August 2012 ein sog. Schirmchen von 10 mm eingesetzt worden. F�r diesen Eingriff musste sich der Beschwerdef�hrer gem�ss dem Bericht des Inselspitals Bern vom 21. August 2012, auf den sich die Vorinstanz st�tzt, zwei Tage ins Spital begeben. Das Verwaltungsgericht zog sodann die von der Migrationsbeh�rde erfragte Stellungnahme des Kantonsarztes in ihre Erw�gungen ein. Dieser hatte am 30. November 2012 ausgef�hrt, das Herzleiden des Beschwerdef�hrers d�rfte mit dem Eingriff in aller Regel behoben und eine Verschlechterung der Herzfunktion aufgehalten worden sein. Hinweise, dass die nach sechs Monaten erfolgte Nachkontrolle einen ung�nstigen Verlauf zutage gebracht h�tte, ergeben sich keine und werden auch nicht geltend gemacht. Wenn die Vorinstanz davon ausgeht, eine Ausreise in den Kosovo sei aufgrund der gesundheitlichen Situation zumutbar, so verletzt sie weder Verfassungs- noch Konventionsrecht. Auch eine Glutenunvertr�glichkeit und die damit verbundene Di�t lassen die Ausreise nicht als unzumutbar erscheinen (Urteile 2C_743/2014 vom 13. Februar 2015 E. 3.4.1; 2C_721/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.2.2; 2C_573/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 4.3.1). Die Vorinstanz durfte insgesamt davon ausgehen, eine Gesamtbetrachtung der Verst�sse des Beschwerdef�hrers im Sinne einer andauernden, unbeirrten und teils auch erheblichen Delinquenz w�rden seine privaten Interessen an einem weiteren Verbleib in der Schweiz �berwiegen.
�Nach dem Gesagten ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdef�hrers bundesrechts- und konventionskonform. Die Beschwerde ist demnach unbegr�ndet und abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend wird der Beschwerdef�hrer kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Parteientsch�digungen sind nicht geschuldet (vgl. Art. 68 Abs. 3 BGG).
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn und dem Staatssekretariat f�r Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 11. Mai 2015
Die Gerichtsschreiberin: H�nni

References: Art. 95
 BGE 
 Art. 62
 BGE 
 BGE 
 EGMR 
 Art. 121
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 63
 Art. 62
 Art. 63
 Art. 8
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 8
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 68