Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.04.2006&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20178/05
Timestamp: 2020-02-17 12:15:27+00:00

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BGH, 05.04.2006 - VIII ZR 178/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,239
BGH, 05.04.2006 - VIII ZR 178/05 (https://dejure.org/2006,239)
BGH, Entscheidung vom 05.04.2006 - VIII ZR 178/05 (https://dejure.org/2006,239)
BGH, Entscheidung vom 05. April 2006 - VIII ZR 178/05 (https://dejure.org/2006,239)
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Formularmäßiger Fristenplan für Schönheitsreparaturen durch Mieter mit quotenmäßiger Kostenbeteiligung bei angefangenen Renovierungsintervallen unwirksam
Schönheitsreparaturen nach formularmäßigem Fristenplan
Erstattung von Renovierungskosten nach Beendigung eines Mietverhältnisses; Verpflichtung des Mieters zur Durchführung der Schönheitsreparaturen; Wirksamkeit eines formularmäßig vereinbarten starren Fristenplans für Schönheitsreparaturen; An ein Berufungsurteil zu ...
Renovierungsklausel in Mietvertrag - starre Fristenregelung ist unwirksam
Formularmäßige Vereinbarung eines Fristenplans für vom Mieter vorzunehmende Schönheitsreparaturen; Formularmäßige Vereinbarung der quotenmäßigen Abgeltung angefangener Renovierungsintervalle
Unangemessener Fristenplan für Schönheitsreparaturen
Mietrecht - Starre Fristen nach Jahren - Keine Schönheitsreparaturen!
Schönheitsreparaturen - Starre Fristenregelung kippt Quotenklausel
Starre Fristenregelung für Schönheitsreparaturen kippt Quotenklausel - Mietvertragsformulare des Grundeigentum-Verlages bleiben sicher
§ 307, BGB § 538 BGB
Unwirksamkeit eines formularmäßigen Fristenplans für Schönheitsreparaturen; Mietrecht
Formularmäßiger Fristenplan und Abgeltungen
Starre Renovierungsfristen und Quotenklausel
Hinfälligkeit quotaler Abgeltungsklauseln bei "starrem" Fristenplan
BGH entscheidet erneut zu Renovierungsklausel mit starrer Frist
welt.de (Pressebericht, 30.04.2006)
BGH verwirft Renovierungspflicht bei starren Fristen - BGH-Urteil zu Schönheitsreparaturen - Auf die konkrete Formulierung kommt es an
Miet-Klausel zu Schönheitsreparaturen gekippt // Mieterbund: Mehrere Hunderttausend müssen nicht renovieren
123recht.net (Entscheidungsbesprechung, 26.4.2006)
Schönheitsreparaturen: Starrer Fristenplan auch mit quotaler Kostenbeteiligung für angefangene Intervalle unwirksam! (IMR 2006, 5)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 05.04.2006, Az.: VIII ZR 178/05 (Unwirksamer Fristenplan und Endrenovierungsklausel)" von Edwin Schläger, original erschienen in: ZMR 2006, 515 - 516.
AG Velbert, 14.12.2004 - 17 C 372/04
LG Wuppertal, 21.07.2005 - 9 S 1/05
ZMR 2006, 513
Aus der Sicht eines verständigen Mieters hat die in § 8 Ziff. 3 des Mietvertrags enthaltene Regelung die Bedeutung, dass der Mieter nach Ablauf der dort festgelegten, verbindlichen Fristen von drei Jahren beziehungsweise von fünf Jahren auch dann zur Renovierung verpflichtet ist, wenn die Wohnung nach ihrem tatsächlichen Erscheinungsbild noch nicht renovierungsbedürftig ist (vgl. Senat, Urteil vom 5. April 2006 - VIII ZR 178/05, NJW 2006, 1728, unter II 2 a, zu einem insoweit inhaltsgleichen Fristenplan).
Eine solche "starre" Fälligkeitsregelung benachteiligt den Mieter entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen und ist daher gemäß § 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB unwirksam (Senat, Urteil vom 23. Juni 2004 - VIII ZR 361/03, NJW 2004, 2586, unter II 2; Urteil vom 22. September 2004 - VIII ZR 360/03, NJW 2004, 3775, unter II 1 b; Urteil vom 5. April 2006, aaO).
Vielmehr bildet der Fristenplan mit der Schönheitsreparaturpflicht eine Einheit (…vgl. Senatsurteile vom 23. Juni 2004, aaO, unter II 3;… vom 22. September 2004, aaO, unter II 1 c; vom 5. April 2006, aaO).
aa) Die Klausel in § 10 Ziff. 6 des Mietvertrags ist allerdings nicht bereits deshalb unwirksam, weil die ihr zugrunde liegende, in § 10 Ziff. 3 des Formularvertrags geregelte Schönheitsreparaturverpflichtung des Mieters einen "starren" Fristenplan enthielte und diese Klausel daher gemäß § 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB unwirksam wäre (vgl. Senat, Urteil vom 5. April 2006 - VIII ZR 178/05, NJW 2006, 1728, unter II 2 b).
Er hat allerdings in dem Urteil vom 6. Oktober 2004 (…aaO; vgl. auch Senat, Urteil vom 5. April 2006 - VIII ZR 178/05, NJW 2006, 1728, unter II 2 b), auf das die Revision sich beruft, eine inhaltlich vergleichbare Klausel als wirksam bezeichnet.
Knüpft die Vertragsklausel die Renovierungspflicht des Mieters dagegen allein an feste zeitliche Grenzen und führt die Auslegung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen dazu, dass der Erhaltungszustand für die Verpflichtung keine Rolle spielt, führt dies regelmäßig zur Unwirksamkeit der Klausel (BGH Urteile vom 5. April 2006 - VIII ZR 178/05 - NJW 2006, 1728 Rn. 11 und vom 7. März 2007 - VIII ZR 247/05 - WuM 2007, 260, 261).
Es entspricht inzwischen gefestigter Rechtsprechung, dass starre Fälligkeitsregelungen dieser Art unwirksam sind (vgl. BGH NJW 2006, 1728; 3006, 2915; 2004, 2586).
Aus der Sicht eines verständigen Mieters hat die in § 15 Nr. 1 MV enthaltene Regelung die Bedeutung, dass der Mieter nach Ablauf der dort festgelegten, verbindlichen Frist von fünf Jahren auch dann zur Renovierung verpflichtet ist, wenn die Räume nach ihrem tatsächlichen Erscheinungsbild noch nicht renovierungsbedürftig sind (vgl. BGH NJW 2006, 1728).
Ein Fall der Anmietung des Ersatzfahrzeugs erst acht Tage nach dem Unfall, wie er der Entscheidung vom 04.04.2006 zugrunde lag (BGH, a.a.O., NJW 2006, 1728), ist zweifellos nicht gegeben.
(1.2.2.4) Schließlich liegt auch kein Fall vor, in dem dem Geschädigten bereits einen Tag nach dem Unfall von dem Schädiger bzw. seiner Haftpflichtversicherung eine Tabelle übersandt wurde, aus der sich wesentlich niedrigere Tarife für ein dem Unfallfahrzeug vergleichbares Ersatzfahrzeug entnehmen ließen (vgl.: BGH, Urteil vom 04.04.2006, a.a.O., NJW 2006, 1728).
Eine unangemessene Benachteiligung des Mieters i.S.d. § 9 AGBG a.F. bzw. § 307 BGB wird durch starre Fristen deshalb gesehen, weil der Vermieter, der gemäß § 535 Abs. 1 S. 2 BGB für die Aufrechterhaltung des vertragsmäßigen Zustands zu sorgen hat, nur dann bei Nichtabwälzung der Pflicht zur Durchführung von Schönheitsreparaturen tätig werden muss, wenn solche wegen des Zustands der Mietsache tatsächlich durchzuführen sind (vgl. BGH NJW 2004, 2586; 2005, 3416; 2006, 1728).
Es muss zumindest deutlich werden, ob der Rechtsmittelführer seinen erstinstanzlichen Sachantrag in vollem Umfang weiterverfolgt oder - bei nur teilweiser Anfechtung - in welchem Umfang der Streitgegenstand in die Berufung gelangt ist (BGHZ 154, 99, 101 ; Senatsurteil vom 5. April 2006 - VIII ZR 178/05, NZM 2006, 459 = WuM 2006, 248, Tz. 8).
Nach der Rechtsprechung des VIII. Zivilsenats des BGH sind Formularklauseln in Wohnraummietverträgen, die dem Mieter die Ausführung der Schönheitsreparaturen in starren Fristen vorschreiben, wegen unangemessener Benachteiligung des Mieters gemäß § 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB unwirksam, weil die "starre" Fälligkeitsregelung dem Mieter ein Übermaß an Renovierungsverpflichtungen auferlegt (…BGH, Urt. v. 23.6.2004, DWW 2004, 221 = GE 2004, 1023 = NZM 2004, 653 = WuM 2004, 463 = ZMR 2004, 736;… BGH, Urt. v. 22.9.2004, GE 2004, 1450 = NZM 2004, 901 = WuM 2004, 660 = ZMR 2005, 34; BGH, Urt. v. 5.4.2006, GE 2006, 639 = MDR 2006, 1273 = NZM 2006, 459 = WuM 2006, 248 = ZMR 2006, 513;… BGH, Urt. v. 5.4.2006, MDR 2006, 1215 = NJW 2006, 2115 = WuM 2006, 308;… BGH, Urt. v. 28.6.2006, DWW 2006, 370 = GE 2006, 1158 = NZM 2006, 691 = WuM 2006, 513 = ZMR 2006, 843;… BGH, Urt. v. 18.10.2006, VIII ZR 52/06).
LG Dessau-Roßlau, 15.05.2008 - 6 S 11/08
LG Lüneburg, 16.05.2007 - 6 S 2/07

References: § 307
 § 538

BGH 

BGH 
 BGH 
 § 8
 § 307
 § 10
 § 10
 § 307
 BGH 
 § 15
 BGH 
 § 9
 § 307
 § 535
 BGH 
 BGH 
 § 307