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Timestamp: 2019-11-14 16:02:04+00:00

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Rechtsprechung: II ZR 103/02 - dejure.org
https://dejure.org/2005,405
BGH, 28.02.2005 - II ZR 103/02 (https://dejure.org/2005,405)
BGH, Entscheidung vom 28.02.2005 - II ZR 103/02 (https://dejure.org/2005,405)
BGH, Entscheidung vom 28. Februar 2005 - II ZR 103/02 (https://dejure.org/2005,405)
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Eigenkapitalersatz bei Finanzierungshilfe durch von GmbH-Gesellschafter beherrschtes Unternehmen
Entziehung der Grundstücksnutzung durch Anordnung der Zwangsverwaltung; Unentgeltliches Nutzungsrecht der Gesellschaft aus Eigenkapitalersatzgesichtspunkten; Betriebsgrundstück als Finanzierungshilfe und Sicherungsgut für persönlich benötigte Kredite
Anwendung der Eigenkapitalersatzregeln auf Finanzierungshilfe durch von Gesellschafter beherrschtes Unternehmen
Anwendung der Eigenkapitalersatzregeln, wenn ein von einem Gesellschafter beherrschtes Unternehmen durch mietweise Überlassung eines Betriebsgrundstücks der GmbH eine Finanzierungshilfe gewährt; zu den Rechtsfolgen des Erlöschens dieses Nutzungsrechts durch Anordnung der ...
GmbHG § 30 § 31 § 32a § 32b; KO § 32a
Eigenkapitalersatz durch Unternehmen des Gesellschafters
Eigenkapitalersatz bei Gebrauchsüberlassung durch von GmbH-Gesellschafter beherrschten Unternehmen
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 28.2.2005, II ZR 103/02 (Ersatzanspruch gegen den Gesellschafter nach Eigenkapitalersatzregeln bei Gewährung einer Finanzierungshilfe)" von RiBGH Prof. Dr. Markus Gehrlein, original erschienen in: BB 2005, 846 - ...
BGH, 25.04.2005 - II ZR 103/02
ZIP 2005, 660
MDR 2005, 880
NZI 2005, 350
WM 2005, 747
BB 2005, 846
DB 2005, 881
Rpfleger 2005, 374
NZG 2005, 395
aa) Infolge der den Gesellschafter treffenden Finanzierungsfolgenverantwortung dürfen die Rechtsfolgen des zwingenden § 135 Abs. 1 Nr. 2 InsO nicht durch die Wahl einer bestimmten rechtlichen Konstruktion aufgeweicht oder unterlaufen werden (vgl. BGH, Urteil vom 28. Februar 2005 - II ZR 103/02, WM 2005, 747, 748;… Urteil vom 26. Juni 2006 - II ZR 133/05, WM 2007, 20 Rn. 10;… vom 11. Januar 2011 - II ZR 157/09, WM 2011, 314 Rn. 24; Thole, ZinsO 2012, 661, 665).
bb) Die Rechtsfolgen der kapitalersetzenden Nutzungsüberlassung gehen daher bei einer Veräußerung des Grundstücks auf den Erwerber nur dann über, wenn dieser Gesellschafter ist oder einem Gesellschafter nach § 32a Abs. 3 GmbHG oder den Rechtsprechungsregeln zum Eigenkapitalersatz gleichsteht (vgl. z.B. BGH, Urt. v. 28. Februar 2005 - II ZR 103/02, WM 2005, 747, 748;… Lutter/Hommelhoff, GmbHG 16. Aufl. §§ 32a/b Rn. 53 ff).
So gehen die Rechte des Zwangsverwalters aus einer Beschlagnahme des Grundstücks aufgrund eines Grundpfandrechts dem Recht der Gesellschaft bzw. des Insolvenzverwalters, das Grundstück unentgeltlich zu nutzen, vor (BGHZ 140, 147, 150 f;… BGH, Urt. v. 31. Januar 2005 - II ZR 240/02, WM 2005, 561; v. 28. Februar 2005, aaO).
Kann der Gesellschafter den Anspruch der Gesellschaft auf unentgeltliche Nutzungsüberlassung nicht mehr erfüllen, hat die Gesellschaft bzw. der Insolvenzverwalter einen Ersatzanspruch gegen ihn (BGHZ 127, 1, 14; BGH, Urt. v. 28. Februar 2005 aaO).
Eine maßgebliche Beteiligung in diesem Sinn ist gegeben, wenn der Gesellschafter auf die Entscheidungen des Kredit gebenden Unternehmens, nämlich auf die Gewährung oder auf den Abzug der Kredithilfe an das andere Unternehmen einen bestimmenden Einfluss ausüben, insbesondere dem Geschäftsführungsorgan der Hilfe gewährenden Gesellschaft durch Gesellschafterbeschlüsse gemäß § 46 Nr. 6 GmbHG entsprechende Weisungen erteilen kann (Sen.Urt. v. 28. Februar 2005 - II ZR 103/02, ZIP 2005, 660, 661;… v. 21. Juni 1999 - II ZR 70/98 aaO S. 1315;… v. 27. November 2000 - II ZR 179/99 aaO S. 115).
Die Wirkung einer eigenkapitalersetzenden Gebrauchsüberlassung, dass nämlich die Gesellschaft bzw. - im Falle ihrer Insolvenz - der Insolvenzverwalter das Grundstück unentgeltlich nutzen darf, endet, wenn über das Vermögen des vermietenden Gesellschafters das Insolvenzverfahren eröffnet wird, nach § 110 Abs. 1 InsO spätestens mit Ablauf des der Insolvenzeröffnung nachfolgenden Kalendermonats (Fortführung von BGHZ 140, 147 ff.; Klarstellung von BGH, Sen.Urt. v. 28. Februar 2005 - II ZR 103/02, ZIP 2005, 660 ff.).
a) Das Berufungsgericht hat in Übereinstimmung mit der ständigen Rechtsprechung des Senats (BGHZ 109, 55; 127, 1 ff. und 17 ff.; 140, 147;… Sen.Urt. v. 31. Januar 2005 - II ZR 240/02, ZIP 2005, 484, 485; Urt. v. 28. Februar 2005 - II ZR 103/02, ZIP 2005, 660, 661) festgestellt, dass die mietweise Überlassung der Gewerberäume durch die Alleingesellschafterin S. eine eigenkapitalersetzende Leistung an die S. GmbH darstellte.
aa) Dass die Einrede der eigenkapitalersetzenden Nutzungsüberlassung gegenüber Gläubigern des Gesellschafters nicht erhoben werden kann, hat der Senat bereits für den Fall eines vollstreckenden Grundpfandgläubigers wiederholt entschieden (BGHZ 140, 147, 150 ff.;… Sen.Urt. v. 31. Januar 2000 - II ZR 309/98, ZIP 2000, 455;… v. 31. Januar 2005 aaO; v. 28. Februar 2005 aaO).
Soweit sich aus dem Sen.Urt. v. 28. Februar 2005 - II ZR 103/02, ZIP 2005, 660 ff. Abweichendes ergeben sollte, wird hieran nicht festgehalten.
Sie unterliegt den Regeln des Eigenkapitalersatzes, weil das Unternehmen nach Eintritt der Krise nicht liquidiert, sondern ohne den gebotenen Nachschuss von Eigenkapital unter Fortbestand des Nutzungsverhältnisses weitergeführt wurde (BGH ZIP 2005, 660).
Ist dieser Zeitraum im Vergleich zur Branchenübung unangemessen kurz oder nicht ernstlich gemeint, dann tritt an dessen Stelle die übliche Nutzungsdauer (BGH ZIP 2005, 660).
aa) Handelt es sich dabei um eine Gesellschaft, an der neben dem Gesellschafter der GmbH andere Personen beteiligt sind, so genügt es, wenn dieser Gesellschafter beherrschenden Einfluss hat, d.h. insbesondere in der Lage ist, die Geschäftspolitik zu bestimmen und Weisungen an den Geschäftsführer zu erteilen; davon ist im Regelfall auszugehen, wenn dieser Gesellschafter eine Beteiligung von über 50 % hat, weil er dann (z.B. in einer GmbH) Weisungen an die Geschäftsführung durchsetzen kann (BGH ZIP 2005, 660; ZIP 2001, 115 m.w.N.).
Eine beherrschende Stellung kann je nach Fall- und insbesondere Vertragsgestaltung auch bei niedrigeren Beteiligungsquoten vorliegen oder bei höheren fehlen (vgl. BGH ZIP 2005, 660: "infolgedessen von ihm beherrscht"; BGH ZIP 2001, 115 und ZIP 1999, 1314: "vorbehaltlich einer gegenteiligen Regelung im Gesellschaftsvertrag";… vgl. auch Goette, Die GmbH, § 4 Rn. 118).
Entscheidend kommt hinzu, dass ein unentgeltliches Nutzungsrecht nach Anordnung der Zwangsverwaltung auf Betreiben der Sparkasse entfallen wäre (§§ 146 ff ZVG, §§ 1123, 1124 Abs. 2 BGB; vgl. hierzu BGHZ 140, 147) mit der Folge, dass der Beklagte hierfür hätte Wertersatz leisten müssen (BGH ZIP 2005, 660; ZIP 2005, 484).
Noch zutreffend hat das Berufungsgericht auf der Grundlage dieses Sachverhalts angenommen, dass der Beklagte für eine etwaige Rückzahlung dieses eigenkapitalersetzenden Darlehens an die W. GmbH einzustehen hätte (Sen.Urt. v. 28. Februar 2005 - II ZR 103/02, ZIP 2005, 660 f.), weil diese ein mit ihm verbundenes Unternehmen, die Sachlage also so zu betrachten ist, als sei an ihn selbst geleistet worden.
Die Rechtsfolgen des Eigenkapitalersatzes richten sich dann sowohl gegen die zwischengeschaltete Schwestergesellschaft als auch gegen den Gesellschafter selbst (vgl. BGH-Urteil vom 28. Februar 2005 II ZR 103/02, DStR 2005, 705;… Hueck/Fastrich in Baumbach/Hueck, a.a.O., § 32a Rz 24;… Löwisch, a.a.O., Rz 156).
https://dejure.org/2005,24869
BGH, 25.04.2005 - II ZR 103/02 (https://dejure.org/2005,24869)
BGH, Entscheidung vom 25.04.2005 - II ZR 103/02 (https://dejure.org/2005,24869)
BGH, Entscheidung vom 25. April 2005 - II ZR 103/02 (https://dejure.org/2005,24869)
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Berichtigung eines Urteils bezüglich Rechtsmittelterminologie, Datum und Gliederungspunkt

References: § 30
 § 31
 § 32
 § 32
 § 32
 BGH 
 § 135
 § 32
 § 46
 § 110
 BGH 
 BGH 
 § 4
 § 32