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Timestamp: 2020-07-12 16:08:30+00:00

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BMF v. 02.11.2005 - IV A 7 -S 0338 - 133/05 - NWB Datenbank
BMF v. 02.11.2005 - IV A 7 -S 0338 - 133/05BStBl 2005 I S. 952
BMF v. 02.11.2005 - IV A 7 -S 0338 - 133/05 BStBl 2005 I S. 952
Aussetzung der Vollziehung (§ 361 AO,§ 69 Abs. 2 FGO)
Bezug: BMF v. 27.6.2005 - IV A 7 - S 0338 - 54/05 BStBl 2005 I S. 794 BMF v. 2.8.2005 - IV A 7 - S 0338 - 81/05 BStBl 2005 I S. 843
Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder wird die Anlage zum BMF-Schreiben vom 27. Juni 2005 (BStBl 2005 I S. 794), neu gefasst durch BMF-Schreiben vom 2. August 2005 (BStBl 2005 I S. 843), mit sofortiger Wirkung wie folgt gefasst:
Anwendung der durch das Haushaltsbegleitgesetz 2004 vom 29. Dezember 2003 (BGBl 2003 I S. 3076, BGBl 2004 I S. 69) geänderten Vorschriften
Der Vorläufigkeitsvermerk gemäß Nummer 2 ist sämtlichen Einkommensteuerfestsetzungen für Veranlagungszeiträume vor 2005 beizufügen.
Der Vorläufigkeitsvermerk gemäß den Nummern 3 und 4 ist Einkommensteuerbescheiden nur beizufügen, wenn die Summe der im Veranlagungszeitraum erzielten Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften im Sinne des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG bzw. aus Termingeschäften im Sinne des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG positiv ist; Bescheiden über die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags im Sinne des § 23 Abs. 3 Satz 9 in Verbindung mit § 10d Abs. 4 EStG ist er nicht beizufügen. Wird mit einem Rechtsbehelf die Verfassungswidrigkeit der Besteuerung der Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften im Sinne des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG bzw. aus Termingeschäften im Sinne des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG geltend gemacht, ist abweichend von Abschnitt IV auf Antrag des Steuerpflichtigen Aussetzung der Vollziehung zu gewähren, wenn der Rechtsbehelf einen Veranlagungszeitraum ab 1999 betrifft ( BFH-Beschluss vom 30.11.2004 – IX B 120/04 , BStBl 2005 II S. 287). Aufgrund einer personellen Anweisung kann der Vorläufigkeitsvermerk gemäß den Nummern 3 und 4 auch Einkommensteuerbescheiden für den Veranlagungszeitraum 1999 sowie Bescheiden über die gesonderte und einheitliche Feststellung von Einkünften für Veranlagungszeiträume ab 1999 beigefügt werden.
Der Vorläufigkeitsvermerk gemäß Nummer 5 umfasst nur die Frage, ob § 24b EStG Ehegatten in verfassungswidriger Weise benachteiligt. Er ist daher Einkommensteuerfestsetzungen nur beizufügen, wenn ein Fall des § 26 Abs. 1 EStG und der Günstigerprüfung nach § 31 EStG vorliegt.
Der Vorläufigkeitsvermerk gemäß Nummer 6 ist sämtlichen Einkommensteuerfestsetzungen mit einer Günstigerprüfung nach § 31 EStG beizufügen. Er umfasst sowohl die Frage, ob die Abschmelzung des Haushaltsfreibetrags (§ 32 Abs. 7 EStG) verfassungswidrig ist, als auch die Frage, ob § 32 Abs. 7 EStG Ehegatten in verfassungswidriger Weise benachteiligt.
Der Vorläufigkeitsvermerk gemäß Nummer 7 ist auch Bescheiden über die gesonderte (und ggf. einheitliche) Feststellung von Einkünften beizufügen. Abweichend von Abschnitt IV ist auf Antrag des Steuerpflichtigen Aussetzung der Vollziehung zu gewähren, soweit in dem angefochtenen Bescheid die einem Organträger zugerechneten Einkommen oder Einkommensteile der Organgesellschaft nicht in die Tarifbegrenzung nach § 32c EStG einbezogen worden sind ( BFH-Beschluss vom 03.03.1998 – IV B 49/97 , BStBl 1998 II S. 608, und BFH-Beschluss vom 11.06.2003 – IV B 47/03 , BStBl 2003 II S. 661).
Der Vorläufigkeitsvermerk gemäß Nummer 9 ist sämtlichen Einkommensteuerfestsetzungen für Veranlagungszeiträume ab 2004 beizufügen. Er ist ferner sämtlichen Bescheiden über die gesonderte (und ggf. einheitliche) Feststellung von Einkünften für Feststellungszeiträume ab 2004, sämtlichen Festsetzungen der Arbeitnehmer-Sparzulage für Kalenderjahre ab 2004 und sämtlichen Körperschaftsteuerfestsetzungen für Veranlagungszeiträume ab 2004 beizufügen.
Der Vorläufigkeitsvermerk gemäß Nummer 10 ist sämtlichen Einkommensteuerfestsetzungen beizufügen. Er ist ferner sämtlichen Bescheiden über die gesonderte (und ggf. einheitliche) Feststellung von Einkünften beizufügen. Aufgrund einer personellen Anweisung kann er auch Körperschaftsteuerfestsetzungen beigefügt werden.”
Im Hinblick auf die Vorlagebeschlüsse des FG Münster ( FG Münster, Vorlagebeschluss vom 05.04.2005 – 8 K 4710/01 E , EFG 2005 S. 1117 und FG Münster, Vorlagebeschluss vom 13.07.2005 – 10 K 6837/03 E , EFG 2005 S. 1542) ist abweichend vom vorletzten Absatz des BMF-Schreibens vom 12. November 2004 ( BMF-Schreiben vom 12.11.2004 – IV A 7 – S 0338 – 22/04, BStBl 2004 I S. 1026) hinsichtlich der Besteuerung der Einkünfte aus Spekulationsgeschäften im Sinne des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchstabe b EStG a.F. auf Antrag des Steuerpflichtigen Aussetzung der Vollziehung zu gewähren, wenn der angefochtene Einkommensteuerbescheid den Veranlagungszeitraum 1994, 1995 oder 1996 betrifft. Zum Vorliegen „wesentlicher Nachteile” im Sinne des § 361 Abs. 2 Satz 4 AO bzw. des § 69 Abs. 2 Satz 8 FGO wird auf Nummer 4.6.1 des Anwendungserlasses zu § 361 AO hingewiesen.
BMF v. 02.11.2005 - IV A 7 -S 0338 - 133/05
OFD Magdeburg 10.4.2006 - S 0338
BMF 31.3.2006 - S 0623
BStBl 2005 I Seite 952
PAAAB-69090
Vorläufige Steuerfestsetzung im Hinblick auf anhängige Musterverfahren, StuB 22/2005 S. 987

References: § 23
 § 23
 § 23
 § 10
 § 23
 § 23
 § 24
 § 26
 § 31
 § 31
 § 32
 § 32
 § 23
 § 361
 § 69
 § 361