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Timestamp: 2016-10-25 05:07:08+00:00

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1P.599/2002 (27.05.2003)
Walchestrasse 17, 8006 Z�rich,
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau erhob am 24. August 2000 beim Bezirksgericht M�nchwilen gegen X.________ und Y.________ Anklage (Anklageschrift vom 24. August 2000). Sie hielt X.________ insbesondere der mehrfachen Geiselnahme, des mehrfachen Raubes, der K�rperverletzung, des Hausfriedensbruchs und der Sachbesch�digung schuldig; Y.________ erachtete sie namentlich der Geiselnahme, des Raubes, der K�rperverletzung und der Sachbesch�digung f�r schuldig.
Von den sieben Anklagepunkten sind insbesondere zwei Raub�berf�lle vom M�rz 1999 von Bedeutung: Zum einen unter Beteiligung von X.________, dem (inzwischen verstorbenen) Z.________ und Y.________ ein versuchter Raub�berfall auf die Raiffeisenbank in Sirnach, in dessen Verlauf in das Einfamilienhaus des Bankverwalters eingedrungen wurde und zahlreiche Personen festgehalten wurden. Zum andern unter Beteiligung von X.________ und Z.________ ein Raub�berfall auf die Filiale der Thurgauer Kantonalbank in Horn, in dessen Verlauf ein Betrag von mehr als 100'000 Franken erbeutet wurde.
Das Bezirksgericht M�nchwilen folgte den Antr�gen der Staatsanwaltschaft, befand X.________ mit Urteil vom 21. M�rz 2001 insbesondere im Zusammenhang mit den zwei Raub�berf�llen zahlreicher Delikte schuldig, verurteilte ihn zu einer Zuchthausstrafe von zehn Jahren und ordnete anstelle der Strafverb�ssung die Verwahrung an. Ferner sprach das Gericht Y.________ der ihm vorgeworfenen Delikte schuldig und verurteilte ihn zu einer Zuchthausstrafe von f�nf Jahren. Schliesslich verpflichtete das Gericht die Verurteilten zu diversen Zahlungen und zog zahlreiche Gegenst�nde ein.
Gegen dieses Urteil legte X.________ - ebenso wie Y.________ - beim Obergericht des Kantons Thurgau mit dem Antrag Berufung ein, er sei lediglich der F�lschung von Ausweisen schuldig zu sprechen und im �brigen freizusprechen.
Mit Urteil vom 20. Dezember 2001 erachtete das Thurgauer Obergericht die Berufungen teilweise begr�ndet. Es erkannte X.________ der mehrfachen einfachen K�rperverletzung und des Versuchs dazu, des mehrfachen Raubs, der Sachbesch�digung, der Geiselnahme, des Hausfriedensbruchs, der F�lschung von Ausweisen, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie des Missbrauchs von Ausweisen und Kontrollschildern schuldig; nicht schuldig erachtete es ihn der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch und stellte das Strafverfahren wegen mehrfachen F�hrens eines Motorfahrzeuges ohne F�hrerausweis ein. X.________ wurde zu einer Zuchthausstrafe von neun Jahren verurteilt; anstelle des Strafvollzugs trat die Verwahrung im Sinne von Art. 42 StGB. Schliesslich verpflichtete das Obergericht X.________ zur Entsch�digung an die Thurgauer Kantonalbank und zog diverse Gegenst�nde ein. - Y.________ wurde zu einer Zuchthausstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt.
Gegen dieses (am 15. Oktober 2002 spedierte) Urteil des Obergerichts erhob X.________ beim Bundesgericht am 20./21. November 2002 staatsrechtliche Beschwerde. Er beantragt die Aufhebung des angefochtenen Urteils sowie die Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege. Er r�gt im Wesentlichen eine Verletzung von Verfahrensbestimmungen nach Art. 9, 29, 31 und 32 BV, gem�ss Art. 5 und 6 EMRK und im Sinne von Art. 9 UNO-Pakt II. Er macht insbesondere geltend, das angefochtene Urteil st�tze sich in verfassungswidriger Weise auf sog. Ged�chtnisprotokolle und unzul�ssig erhobene Beweise, es sei ihm die Abnahme entlastender Beweise verweigert worden und seine Verteidigungsrechte seien unter Verweigerung eines fairen Verfahrens beschnitten worden. Auf die Beschwerdegr�nde im Einzelnen ist in den nachfolgenden Erw�gungen einzugehen.
Die Staatsanwaltschaft und das Obergericht beantragen die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden k�nne. Von den Gesch�digten hat sich einzig E.________ kurz vernehmen lassen.
Die Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen besondern Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde kann grunds�tzlich eingetreten werden. Wie es sich mit den Anforderungen an die Begr�ndungspflicht im Sinne von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG verh�lt, wird im entsprechenden Sachzusammenhang zu pr�fen sein.
Als erstes r�gt der Beschwerdef�hrer im Zusammenhang mit der Frage der Verwertung von sog. Ged�chtnisprotokollen eine Verletzung der Strafprozessordnung des Kantons Thurgau (StPO) sowie verschiedener Garantien der Bundesverfassung, der Europ�ischen Menschenrechtskonvention und des UNO-Paktes II. Er macht geltend, diverse polizeiliche Befragungen seien nicht formgerecht vorgenommen worden. Die Polizeibeamten h�tten davon sog. Ged�chtnisprotokolle erstellt, auf welche das Obergericht im angefochtenen Entscheid schliesslich zu seinen Lasten abgestellt habe.
Das Obergericht f�hrt im angefochtenen Entscheid aus, es l�gen vom Beschwerdef�hrer unterschriebene Aussagen, nicht unterschriebene Aussagen und ferner sog. Ged�chtnisprotokolle vor. W�hrend die erste Instanz davon absah, auf letztere abzustellen, erachtete das Obergericht die Ged�chtnisprotokolle grunds�tzlich als verwertbar. Es handle sich dabei um Niederschriften der Polizeibeamten, welche als Amtsberichte im Sinne von � 96 StPO betrachtet werden k�nnten, die dem Beschwerdef�hrer vom Verh�rrichter vorgehalten worden seien und die insbesondere zu Gunsten des Beschwerdef�hrers verwertet werden k�nnten.
Es ist unbestritten, dass verschiedentlich polizeiliche Anh�rungen h�tten durchgef�hrt werden sollen, dass sich der Beschwerdef�hrer aber einer f�rmlichen Einvernahme verweigert hat und insbesondere nicht bereit war, hierf�r seine Zelle zu verlassen. Mit der Verweigerung von f�rmlichen Einvernahmen hat der Beschwerdef�hrer eine ordentliche Anh�rung verhindert. Wegen der Verweigerung einer f�rmlichen Einvernahme war es weder erforderlich noch �berhaupt m�glich, den Beschwerdef�hrer etwa auf die Wahrheitspflicht, das Recht der Aussageverweigerung und weiteres aufmerksam zu machen. Die Ged�chtnisprotokolle wurden denn auch nicht als Einvernahmeprotokolle, sondern allein als Berichte gem�ss � 96 StPO betrachtet. Hat der Beschwerdef�hrer die f�rmlichen Anh�rungen verweigert, kann er sich nicht hernach auf die Verletzung der entsprechenden Vorschriften berufen. Darin liegt ein widerspr�chliches Verhalten, das keinen Rechtsschutz verdient. Die formelle R�ge der Verletzung der angerufenen Garantien erweist sich daher als unbegr�ndet.
Wie das Obergericht im angefochtenen Entscheid ausf�hrt, k�nnen nach � 96 StPO schriftliche Berichte zu den Akten genommen werden. Dazu k�nnen im vorliegenden Fall ohne Willk�r auch Beobachtungen und Feststellungen von Polizeibeamten im Zusammenhang mit den Einvernahmeversuchen gez�hlt werden, wie etwa auch die Gr�nde einer Unterschriftsverweigerung im Protokoll anzumerken sind (vgl. � 46 Abs. 2 Satz 2 StPO). Daher ist es in formeller Hinsicht verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass die sog. Ged�chtnisprotokolle zu den Akten genommen worden sind. Daran vermag insbesondere auch der Umstand nichts zu �ndern, dass die Ged�chtnisprotokolle nicht rein beschreibende Feststellungen enthalten, sondern die Form von Protokollen aufweisen.
Bei dieser Sachlage ist es ausschliesslich eine materielle Frage der Beweisw�rdigung, ob und inwiefern die Protokolle verwendet und verwertet werden d�rfen. In dieser Hinsicht erhebt der Beschwerdef�hrer indessen keine R�ge und macht nicht geltend, das Obergericht sei in Willk�r verfallen, indem es die Ged�chtnisprotokolle als glaubhaft bezeichnet hat. Er begn�gt sich damit, eine gewisse Unglaubhaftigkeit der Ged�chtnisprotokolle zu beanstanden, weil darin unglaubw�rdige Zeitangaben gemacht worden seien, diese als blosses Konstrukt zu bezeichnen und zu behaupten, die Polizeibeamten h�tten die entsprechenden Kenntnisse aus anderen Quellen. Damit aber legt er hinsichtlich der Ged�chtnisprotokolle nicht in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG gen�genden Weise dar, dass die W�rdigung durch das Obergericht offensichtlich unhaltbar und das Obergericht in Willk�r verfallen sei. Willk�r liegt nach der Rechtsprechung lediglich vor, wenn die Beweisw�rdigung offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, auf einem offenkundigen Versehen beruht oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211, mit Hinweisen).
Zusammenfassend ergibt sich, dass die R�gen im Zusammenhang mit den Ged�chtnisprotokollen unbegr�ndet sind und die Beschwerde in diesem Punkte abzuweisen ist, soweit �berhaupt darauf eingetreten werden kann.
Der Beschwerdef�hrer macht weiter geltend, das Obergericht st�tze sich auf unzul�ssig erhobene Beweise und habe dadurch zahlreiche prozessuale Garantien verfassungs- und konventionsrechtlicher Natur verletzt.
3.1 Im Laufe der Untersuchung wurden in der Liegenschaft "S.________" Effekten gefunden, wie sie von den Opfern beschrieben worden sind und an denen sich Spuren des Beschwerdef�hrers fanden. Diese sind den Opfern anl�sslich einer besondern Beweismassnahme vorgef�hrt worden: Die Opfer wurden vorerst zu denjenigen Gegenst�nden, an die sie sich erinnern konnten, befragt. Hernach wurden sie getrennt in einen Raum gef�hrt, in dem eine Reihe solcher Gegenst�nde ausgelegt waren, und hatten Gelegenheit, sich die ihnen vorgelegten Gegenst�nde anzusehen und sich die entsprechenden Klassifizierungsnummern zu merken. Darauf hin wurden die Zeugen erneut dazu befragt. Weder der Beschwerdef�hrer noch sein Rechtsvertreter waren dabei anwesend.
3.1.1 Im angefochtenen Urteil h�lt das Obergericht fest, dass diese Identifikation nicht nach allen Regeln der Kunst vorgenommen worden sei. Nach der publizierten Rechtsprechung des Obergerichts h�tte die Sammlung von Gegenst�nden mit solchen angereichert werden sollen, die nicht zu den von den Opfern genannten z�hlten bzw. mit der Straftat in keinem Zusammenhang standen.
Der Beschwerdef�hrer nimmt diese Kritik am Verfahren in seiner Beschwerde auf und r�gt die Beweismassnahme als verfassungswidrig. Er legt indessen nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern das geschilderte Beweisvorgehen gegen Garantien der BV, der EMRK oder des UNO-Pakts II verstossen sollte. Ein Verstoss liegt insbesondere nicht allein im Umstand, dass bei anderer Gelegenheit anders vorgegangen wird und die obergerichtliche Rechtsprechung zu derartigen Identifikationen gewisse Regeln empfiehlt, die im vorliegenden Fall nicht eingehalten worden sind. Es kommt hinzu, dass im vorliegenden Fall eine Grosszahl von Gegenst�nden ausgelegt war und daher die Bedenken des Obergerichts nicht schwer wiegen. Damit erweisen sich die R�gen formeller Natur - im Zusammenhang mit den vorgeworfenen Taten sowohl in Sirnach als auch in Horn - als unbegr�ndet.
In materieller Hinsicht k�nnte vorgebracht werden, dass der Beweiswert wegen der Art der Durchf�hrung der Identifikation von Gegenst�nden fragw�rdig sei und das Abstellen darauf eine willk�rliche Beweisw�rdigung darstelle. Der Beschwerdef�hrer legt indessen nicht dar, weshalb die Beweismassnahme geradezu untauglich sei und weshalb die W�rdigung durch das Obergericht offensichtlich unhaltbar sei. Zudem w�re zu beachten, dass die Opfer verschiedene Gegenst�nde auch unabh�ngig von der Beweismassnahme klar beschrieben haben und einer der Zeugen von der doppell�ufigen Flinte gar eine Zeichnung anfertigte.
3.1.2 Der Beschwerdef�hrer beanstandet ferner, dass weder er noch sein Rechtsvertreter bei dieser Beweismassnahme anwesend waren. Desgleichen �bt das Obergericht in dieser Hinsicht am Vorgehen der Untersuchungsbeh�rden Kritik.
� 77 StPO bestimmt, dass dem Angeschuldigten und seinem Verteidiger die Anwesenheit bei Untersuchungshandlungen zu erm�glichen sei, soweit dadurch der Zweck der Untersuchung nicht gef�hrdet wird. Trotz des klaren Wortlauts dieser Bestimmung erscheint es indessen nicht als willk�rlich, gewisse Ausnahmen davon vorzusehen und insbesondere dann davon abzusehen, wenn die gesamten konkreten Umst�nde, wie sie im vorliegenden Fall angesichts der Einvernahme von Opferzeugen angenommen werden k�nnen, dem entgegenstehen. Der Ausschluss des Beschuldigten und seines Verteidigers von einer Beweismassnahme erfordert indessen, dass das rechtliche Geh�r auf anderem Wege in verfassungsm�ssiger Weise gew�hrleistet wird.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und der Strassburger Organe ist es nicht unzul�ssig, auf Aussagen aus der Voruntersuchung abzustellen, soweit der Beschuldigte belastende Aussagen bestreiten und den Zeugen in kontradiktorischer Weise Fragen stellen kann. Hierf�r gen�gt eine einmalige, angemessene und hinreichende Gelegenheit (BGE 125 I 127 E. 6b S. 132; 129 I 151 E. 3.1 S. 153, mit zahlreichen Hinweisen).
Im vorliegenden Fall hatten Beschwerdef�hrer und Verteidiger Gelegenheit, die Opferzeugen zur Identifikation der Gegenst�nde zu befragen, wie das Obergericht ausf�hrt. Der Beschwerdef�hrer stellt nicht in Frage, dass ihm und seinem Rechtsvertreter diese Gelegenheit der Befragung tats�chlich einger�umt war. Damit aber erweist sich die R�ge der Verletzung des rechtlichen Geh�rs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 und 3 EMRK als unbegr�ndet.
3.2 Der Beschwerdef�hrer macht weiter geltend, das Obergericht habe in verschiedener Hinsicht auf Aussagen von Zeugen abgestellt, obwohl diese lediglich polizeilich befragt worden waren und Beschwerdef�hrer und Verteidiger diese Zeugen nie h�tten befragen k�nnen.
3.2.1 Die eben erw�hnte R�ge bezieht sich vorerst auf die Aussagen von G.________ und H.________. - In den Pl�doyer-Notizen des Rechtsvertreters im erstinstanzlichen Verfahren vor dem Bezirksgericht M�nchwilen ist unter Angabe der Aktenstelle davon die Rede, dass als angebliche Beweise die Aussagen u.a. von H.________ sowie weiterer polizeilich befragter Personen angef�hrt werden (S. 16 und 20 f.). Daraus geht hervor, dass der Beschwerdef�hrer von den Aussagen der beiden Zeugen Kenntnis hatte. Soweit ersichtlich, hat der Beschwerdef�hrer indessen im Berufungsverfahren nicht darum ersucht, mit den Zeugen konfrontiert zu werden oder ihnen Fragen zu stellen. In der vorliegenden Beschwerde wird auch nicht behauptet, dass der Beschwerdef�hrer im Laufe des gesamten Verfahrens entsprechende Gesuche gestellt h�tte und ihm die M�glichkeit, diese zu befragen, verweigert worden w�re. Wenn er es demnach unterlassen hat, rechtzeitig und formgerecht die entsprechenden Beweisantr�ge zu stellen, kann er den Beh�rden grunds�tzlich keinen Vorwurf machen, bestimmte Zeugen nicht vorgeladen und damit den Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt zu haben (BGE 125 I 127 E. 6c/bb S. 134, mit Hinweisen). Damit erweist sich die Beschwerde in diesem Punkte als unbegr�ndet.
3.2.2 Dieselben Vorw�rfe erhebt der Beschwerdef�hrer auch hinsichtlich der Straftat in Horn und macht geltend, die Opfer seien - nach einer ersten polizeilichen Befragung - kein zweites Mal im Beisein des Beschwerdef�hrers und des Verteidigers einvernommen worden. Auch in dieser Hinsicht wird in der Beschwerde weder behauptet noch dargetan, dass um eine f�rmliche Einvernahme und die M�glichkeit, den Opfern Fragen zu stellen, ersucht worden ist. Demnach erweist sich die Beschwerde mit der R�ge der Verletzung des rechtlichen Geh�rs aus den oben erw�hnten Gr�nden als unbegr�ndet.
Im Sachzusammenhang mit der Straftat in Horn h�lt der Beschwerdef�hrer ferner fest, dass es an einer nachvollziehbaren Begr�ndung des Schuldspruchs fehle und dass sich das Obergericht mit den sich aus den Befragungen ergebenden Untersuchungsergebnissen nicht auseinander gesetzt habe. Damit spricht der Beschwerdef�hrer die W�rdigung der Beweisergebnisse an, unterl�sst es indessen, in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG gen�genden Weise die Beweisw�rdigung durch das Obergericht als offensichtlich unhaltbar und damit als willk�rlich zu r�gen. Insoweit kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.
3.2.3 Schliesslich r�gt der Beschwerdef�hrer eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs gem�ss Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK im Zusammenhang mit den Zeugeneinvernahmen von AA.________ und BA.________ sowie von F.________. Diese waren Opfer der Geiselnahme in Sirnach und wurden von den T�tern festgehalten und bedroht.
Soweit sich diese R�gen auf den Sachzusammenhang mit der Identifikation von einzelnen Gegenst�nden beziehen, kann auf die oben stehenden Erw�gungen verwiesen werden.
Die genannten Zeugen wurden vom Verh�rrichter einvernommen. Der Beschwerdef�hrer ersuchte vorg�ngig darum, der Einvernahme selber beiwohnen zu k�nnen, allenfalls unter entsprechender Abschirmung oder mittels einer �bertragung in einen andern Raum. Die Zeugen verlangten indessen gest�tzt auf Art. 5 Abs. 4 OHG, mit den Angeschuldigten nicht konfrontiert zu werden. F�r diesen Fall sah der Verh�rrichter vor, die Anh�rung unter Ausschluss der Beschuldigten, indessen in Anwesenheit von deren Rechtsvertreter durchzuf�hren. Die Einvernahmen fanden schliesslich unter diesen Gegebenheiten statt: Der Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers wohnte der Einvernahme bei, hatte die M�glichkeit, Fragen an die Zeugen zu stellen, und machte von dieser Gelegenheit Gebrauch (kant. Akten, Ordner I, act. 178, 180 und 186 ff.).
Die Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte l�sst den Ausschluss einer direkten Konfrontation mit den Opfern aus Gr�nden von deren Schutzw�rdigkeit zu, soweit die Verteidigungsrechte des Beschuldigten gewahrt werden. Den selben Schutz sieht das Opferhilfegesetz in Art. 5 unter dem Vorbehalt einer hinreichenden Gew�hrleistung des rechtlichen Geh�rs vor. Die gegenl�ufigen Interessen des Zeugen an einer Nicht-Konfrontation und des Beschuldigten an einer wirksamen Verteidigung sind im Einzelfall gegeneinander abzuw�gen. Dabei f�llt insbesondere eine Einvernahme unter Ausschluss des Beschuldigten, hingegen in Anwesenheit des Verteidigers in Betracht. Mit einem derartigen Vorgehen wird der Anspruch auf rechtliches Geh�r gewahrt (BGE 125 I 127 E. 6d/dd S. 139; 129 I 151 E. 3.2 S. 154).
Der Beschwerdef�hrer macht �berdies nicht geltend, er h�tte �ber die erw�hnten Einvernahmen hinaus den Zeugen noch weitere Zusatzfragen stellen wollen. In Anbetracht der genannten Rechtsprechung und der tats�chlichen Verh�ltnisse erweist sich die R�ge der Verletzung des rechtlichen Geh�rs im Sinne der angerufenen Garantien als unbegr�ndet.
Als Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 EMRK r�gt der Beschwerdef�hrer ferner, dass ihm die Abnahme entlastender Beweise verweigert worden sei.
4.1 Die R�ge der Nicht-Abnahme von entlastenden Beweisen erhebt der Beschwerdef�hrer vorerst im Zusammenhang mit der Frage, welche Kleider er bei seiner Flucht trug und welche Kleidungsst�cke er allenfalls auf seiner Flucht mitf�hrte. Es kann dahin gestellt bleiben, ob der im Pl�doyer vor Obergericht genannte, aber nicht im Voraus angek�ndigte und nur bedingt gestellte Beweisantrag den Formvorschriften gen�gt (Protokoll Berufungsverhandlung S. 9). Der Beschwerdef�hrer legt nicht dar und es auch nicht ersichtlich ist, was mit dem Antrag bewiesen werden soll, weil unbestritten ist, dass er sich in der Liegenschaft "S.________" aufhielt und verschiedene Gegenst�nde ben�tzte. Deshalb kann auf die R�ge nicht eingetreten werden.
4.2 Der Beschwerdef�hrer beantragte vor erster und zweiter Instanz die Pr�fung, welcher Person das DNA-Material, das auf einem am Tatort in Sirnach sichergestellten Kugelschreiber und Handschuh festgestellt wurde und nicht von ihm selber stammte, zuzuordnen sei.
Das Obergericht wies den Beweisantrag ab. Es f�hrte aus, dass an sich eine unbekannte Person den vom Beschwerdef�hrer im "S.________" benutzten Kugelschreiber und Handschuh beim Raub�berfall h�tte mittragen k�nnen. Deshalb h�tte sich ein Schuldspruch nicht allein auf den Umstand abst�tzen k�nnen, dass DNA-Material des Beschwerdef�hrers auf dem Kugelschreiber und Latexhandschuh ebenso gefunden worden ist wie an zahlreichen Orten im "S.________". Der Schuldspruch gr�nde sich indessen auf eine Vielzahl weiterer Indizien, weshalb die anbegehrte Beweismassnahme nicht erforderlich sei.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann der Richter das Beweisverfahren schliessen, wenn die Beweisantr�ge nicht erhebliche Tatsachen betreffen oder offensichtlich untauglich sind oder wenn er auf Grund bereits abgenommener Beweise seine �berzeugung gebildet hat und ohne Willk�r in vorweggenommener Beweisw�rdigung annehmen kann, dass seine �berzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge�ndert w�rde (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211; 125 I 127 E. 6c/cc S. 135, mit Hinweisen).
Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass das Obergericht den Schuldspruch, wie es selbst ausf�hrte, nicht einzig auf die DNA-Spuren des Beschwerdef�hrers auf dem sichergestellten Kugelschreiber und Handschuh abstellte. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers kommt seinem im Urteil genannten Vorleben ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zu. Dar�ber hinaus unterl�sst er es, die Beweisw�rdigung als Ganzes als willk�rlich zu r�gen. In Anbetracht der gesamten Umst�nde kann die im Hinblick auf den Beweisantrag vorgenommene antizipierte Beweisw�rdigung nicht als offensichtlich unhaltbar betrachtet werden. Demnach h�lt auch die Abweisung des Beweisantrages vor der Verfassung stand.
4.3 Ferner erhebt der Beschwerdef�hrer die R�ge, nicht zum Entlastungsbeweis zugelassen worden zu sein, auch im Zusammenhang mit der Auswertung der Telefonaufzeichnungen hinsichtlich des �berfalls in Horn. Er macht unter Verweis auf seine Pl�doyer-Notizen geltend, dass er in der gesamten Untersuchung bestritten habe, die ihm vorgeworfenen Gespr�che gef�hrt zu haben, und es an einer rechtsgen�genden Identifikation seiner Stimme fehle (vgl. Protokoll Berufungsverhandlung S. 24 ff.). Er legt indessen nicht dar, dass er in dieser Hinsicht tats�chlich einen Beweisantrag gestellt h�tte; ein solcher ergibt sich ebenso wenig aus den Pl�doyer-Notizen und der Berufungsschrift. Fehlt es demnach an einem formgerecht gestellten Beweisantrag, so kann sich der Beschwerdef�hrer nicht �ber die Verletzung des rechtlichen Geh�rs beschweren.
Schliesslich r�gt der Beschwerdef�hrer in verschiedener Hinsicht eine unzul�ssige Beschneidung der Verteidigungsrechte und eine Verweigerung eines fairen Verfahrens. Er erblickt darin Verletzungen von Art. 29 und Art. 32 BV sowie von Art. 6 EMRK.
5.1 Er bezieht sich vorerst auf ein vom Verh�rrichteramt am 16. M�rz 1999 verf�gtes Kontaktverbot zwischen der Verteidigerin von Z.________ und seinem eigenen Rechtsvertreter. Dieses wurde von Seiten Z.________s auf kantonaler Ebene erfolglos angefochten; das Bundesgericht schrieb eine staatsrechtliche Beschwerde infolge Hinschieds von Z.________ am 9. Oktober 2000 ab (Verfahren 1P.525/1999). Es ist nicht ersichtlich, dass die genannte Kontaktsperre Gegenstand des angefochtenen Entscheides gebildet hat. Demnach liegt in Bezug auf den Beschwerdef�hrer kein letztinstanzlicher kantonaler Entscheid vor. Von Bedeutung ist insbesondere, dass der Beschwerdef�hrer nicht behauptet und nicht darlegt, dass ihn die ger�gte Kontaktsperre in seinen Verteidigungsrechten beeintr�chtigt oder gar verletzt hat. Demnach ist auf diese R�ge nicht einzutreten.
5.2 Weiter wird beanstandet, dass eine Konfrontationseinvernahme zwischen dem Beschwerdef�hrer und Y.________ notwendig gewesen w�re. Auch das Obergericht erachtete sie grunds�tzlich als erforderlich, sah aber davon ab, weil der Beschwerdef�hrer weitestgehend die Aussagen verweigerte und grunds�tzlich keine Kollegen "verpfeift". Weshalb diese antizipierte Beweisw�rdigung durch das Obergericht offensichtlich unhaltbar sein soll, legt der Beschwerdef�hrer nicht in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG gen�genden Weise dar. Auf die R�ge kann daher nicht eingetreten werden.
5.3 Eine erhebliche Beschneidung der Verteidigungsrechte erblickt der Beschwerdef�hrer darin, dass ihm im Laufe des Untersuchungsverfahrens keine vollst�ndige Akteneinsicht gew�hrt worden sei. Soweit dieser Umstand die M�glichkeit, die Untersuchungshaft wirksam anzufechten, beeintr�chtigt haben sollte, h�tte die R�ge im Rahmen einer Haftbeschwerde vorgebracht werden m�ssen. Es wird nicht dargelegt, weshalb es gegen die Verfassung verstossen sollte, dass die Akten im Zeitpunkt der Untersuchung nicht vollst�ndig ge�ffnet werden. Der Beschwerdef�hrer f�hrt auch nicht aus, inwiefern ihm daraus im gerichtlichen Verfahren vor dem Bezirks- und dem Obergericht ein Rechtsnachteil erwachsen sei. Er behauptet nicht, er habe im obergerichtlichen Verfahren nicht vollst�ndige Akteneinsicht erhalten. Es zeigt sich ausserdem, dass der Verteidiger, nachdem ihm die vollst�ndige Einsicht in die sog. Ged�chtnisprotokolle vorerst verweigert worden war, davon schliesslich Kenntnis erhielt und diese in seiner Berufung bem�ngelte. Deshalb ist auf die R�ge nicht einzutreten.
5.4 Der Beschwerdef�hrer bringt dar�ber hinaus weitere Beanstandungen vor und r�gt die Leibesvisitationen des Verteidigers, kurzfristig angesetzte Verhandlungen und die Haftbedingungen. In Bezug auf die Haftbedingungen erhob der Beschwerdef�hrer zwar Beschwerde; eine staatsrechtliche Beschwerde blieb indessen erfolglos (Urteil 1P.599/2001 vom 16. November 2001). Im vorliegenden Verfahren legt der Beschwerdef�hrer in keiner Weise dar, inwieweit die beanstandeten Massnahmen ihn in seinen Verteidigungsrechten in den gerichtlichen Verfahren vor Bezirks- und Obergericht beeintr�chtigt oder gar verletzt h�tten. Auch insoweit ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten.
5.5 Schliesslich kann entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers auch gesamthaft nicht von einem unfairen Verfahren und von einem auf willk�rlicher Beweisw�rdigung beruhenden Schuldspruch gesprochen werden. Zum einen wurde in den vorstehenden Erw�gungen im Einzelnen auf die diversen R�gen eingegangen. Am bisherigen Ergebnis �ndert der Umstand nichts, dass der Beschwerdef�hrer vor dem Bezirksgericht M�nchwilen mit Fussfesseln und Handschellen aufzutreten hatte. Abgesehen davon, dass diese R�ge, soweit ersichtlich, vor Obergericht nicht vorgebracht worden ist, zeigt sich, dass die Strassburger Organe entsprechende Sicherheitsmassnahmen nicht ausgeschlossen haben (vgl. Bericht der Kommission f�r Menschenrechte vom 7. Juni 1990 und Resolution des Ministerkomitees vom 13. Februar 1991 i.S. Auguste gegen Frankreich, EuGRZ 1992 S. 173) und der Beschwerdef�hrer eine Beeintr�chtigung oder gar Verletzung von seinen Verteidigungsrechten nicht behauptet und darlegt. Zum andern beziehen sich die R�gen, das Obergericht habe eine willk�rliche Beweisw�rdigung vorgenommen, lediglich auf vereinzelte Elemente, ohne dass der Beschwerdef�hrer darlegen w�rde, dass die Beweisw�rdigung durch das Obergericht in seiner Gesamtheit als offensichtlich unhaltbar und damit als willk�rlich zu betrachten w�re.
Der Beschwerdef�hrer ersucht um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege. Die Schwierigkeiten der komplexen Strafsache rechtfertigen es, dem Ersuchen stattzugeben. Bei der Bemessung der dem Rechtsvertreter zu entrichtenden Entsch�digung ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Beschwerde hinsichtlich diverser R�gen offensichtlich ohne Aussicht auf Erfolg war.
Den Beschwerdegegnern, von denen sich nur einer kurz ge�ussert hat, ist keine Parteientsch�digung zuzusprechen.
b) Rechtsanwalt lic. iur. Max Birkenmaier wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren als amtlicher Rechtsvertreter bestimmt und aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 4'000.-- entsch�digt.
Den Beschwerdegegnern wird keine Parteientsch�digung ausgerichtet.

References: Art. 42
 Art. 9
 Art. 5
 Art. 9
 Art. 90
 Art. 90
 Art. 29
 Art. 6
 Art. 90
 Art. 29
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 29
 Art. 6
 Art. 29
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 90