Source: https://archivalia.hypotheses.org/date/2016/07/01
Timestamp: 2020-08-03 12:26:12+00:00

Document:
01 | Juli | 2016 | Archivalia
Die im November 2015 eröffnete Metadatensuchmaschine versucht so etwas wie BASE. Es werden aber auch lizenzierte Inhalte angezeigt. Eine englischsprachige Vorstellung/Kritik habe ich nicht gefunden – wissen meine LeserInnen mehr?
Allison Library stellte Schriften der Puritaner ins Netz
https://blogs.thegospelcoalition.org/justintaylor/2016/01/12/j-i-packers-rare-puritan-library-now-digitized-to-be-read-online-for-free/
Die deutschsprachigen Handschriften der Russischen Nationalbibliothek St. Petersburg aus Halberstadt
Nikolai Bondarko, Die deutschsprachigen Handschriften der Russischen Nationalbibliothek St. Petersburg aus Halberstadt: Die Perspektiven ihrer wissenschaftlichen Erschließung am Beispiel der birgittinischen Schriften in Cod. Fonds 955 op. 2. Nr. 57, in: Deutsch-russische Arbeitsgespräche zu mittelalterlichen Handschriften und Drucken aus Halberstadt in russischen Bibliotheken, hg. von Rudolf Bentzinger, Astrid Breith, Catherine Squires und Irina Velikodnaja (Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt, Sonderschriften 43; Deutsch-russische Forschungen zur Buchgeschichte 1), Erfurt 2012, S. 115-130 ist auf Academia.edu verfügbar.
Diе Inkunabelsammlung des Observatoriums zu Pulkovo (1930)
Der deutschsprachige Katalog (79 Nummern) mit Provenienzen ist bei mathnet.ru als PDF online.
http://fabian.sub.uni-goettingen.de/fabian?Astronomisches_Hauptobservatorium(St.Petersburg)
https://www.eso.org/sci/libraries/lisa/lisa2/papers/potter/pulkovo-lib.txt
Kritik an der geschönten und verkürzten Darstellung zahlreicher Künstlerbiografien der Nazizeit im Nürnberger Künstlerlexikon
PDF beim Nürnberger Bündnis Nazistopp.
Was leisten eigentlich die Verleger?
In einer empirischen Untersuchung haben Martin Klein und weitere Autoren Preprint-Versionen im arXiv (vor allem Physik, Mathematik) mit den Verlagsfassungen verglichen, um beurteilen zu können, ob die im Kontext der Open-Access-Debatte aufgestellte Behauptung der Verleger zutrifft, dass sie durch die Organisation des Peer Review und redaktionelle Tätigkeit erheblichen Mehrwert schaffen. Ergebnis:
„We have shown that, within the boundaries of our corpus, there are no significant differences in aggregate between pre-prints and their corresponding final published versions“.
http://infobib.de/2016/07/01/was-veraendert-peer-review/
Bild-Reporter Hans-Wilhelm Saure hat jetzt durchgesetzt, dass vier seiner Beschwerden wegen verweigerter Auskünfte und Akteneinsicht vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) kommen
http://meedia.de/2016/07/01/pressefreiheit-bild-reporter-bringt-vier-auskunftsklagen-vor-den-europaeischen-gerichtshof/
Bild-Anwalt Christoph Partsch sagt zur Zulassung der Beschwerden vor dem EGMR: „Mit der Annahme von vier Beschwerden zeigt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, dass er die Versuche von Verwaltung und Bundesverwaltungsgericht, die Rechte der Presse leerlaufen zu lassen, im Lichte des Rechts auf Informationsfreiheit nach Artikel 10 Europäischer Menschenrechtskonvention prüfen will. Die Verweigerung der Auskunft zu den NS-Mitarbeitern oder der Akte Eichmann beim BND, den Stasi-Richtern in Brandenburg oder auch zur causa Barschel zeigen, dass das Bundesverwaltungsgericht und die betroffenen Verwaltungen aus der deutschen Geschichte nichts bis wenig gelernt haben. Jeder Fall ist ein Skandal, den der EGMR hoffentlich als Verletzung von Artikel 10 EMRK erkennt.“
http://www.bild.de/politik/inland/europaeischer-gerichtshof-fuer-menschenrechte/entscheidet-ueber-stasi-richter-und-barschel-akten-46590012.bild.html
War die Marburger Märchenfrau der Brüder Grimm Elisabeth Schellenberg?
Holger Ehrhardt ist davon überzeugt:
https://idw-online.de/de/news655485
http://www.uni-kassel.de/uni/nc/universitaet/nachrichten/article/kasseler-grimm-forscher-lueftet-das-geheimnis-der-aschenputtel-erzaehlerin.html
Das OVG Münster hat den Spruch des VG Köln, wonach ein Privatsammler nach IFG von der Bundesprüfstelle eine Kopie eines vergriffenen Pornofilms beanspruchen kann, kassiert. Während man die Überlegungen zur öffentlichen Ordnung noch einigermaßen nachvollziehen kann, sind die Ausführungen zum Urheberrecht einfach nur daneben:
Nach § 6 Abs. 1 S. 1 IFG besteht der Anspruch auf Informationszugang nicht, soweit der Schutz geistigen Eigentums entgegensteht. Der Senat führt aus, dass die Herstellung und Aushändigung einer Kopie des indizierten Filmes sowohl in das Vervielfältigungsrecht (§ 16 UrhG) als auch in das Verbreitungsrecht (§ 17 UrhG) eingreife. Diese Eingriffe seien jedoch nicht durch die Urheberrechtsschranke des § 53 UrhG gerechtfertigt, da die Verwertungshandlungen nicht durch eine private Person und auch nicht zum privaten Gebrauch vorgenommen würden. Denn die Vervielfältigung und Verbreitung wäre von der BPjM vorzunehmen, die insoweit auch nicht als Werkunternehmer/Auftraggeber (vgl. § 53 Abs. 2 S. 1 Nr. 4b), Satz 2 Nr. 2) gegenüber dem Kläger anzusehen ist.
Wenn dieser Unsinn richtig sein sollte, dürfte man in keinem Archiv oder einer Bibliothek etwas für Nutzer kopieren. Dreier/Schulze: UrhG liegt inzwischen in 5. Auflage von 2015 vor und enthält zu § 53 in Rz. 13-17 eindeutige Aussagen: Man darf Privatkopien durch andere herstellen lassen, und unentgeltlich bedeutet nicht, dass eine Kostenerstattung ausgeschlossen ist. Dritte haben an der Privilegierung des Auftraggebers teil.
§ 53 Abs. 2 S. 1 Nr. 4b bezieht sich nicht auf Privatkopien, sondern auf eine Kopie zum sonstigen eigenen Gebrauch, wenn es sich um ein seit mindestens zwei Jahren vergriffenes Werk handelt. Satz 2 Nr. 2 bezieht sich erst einmal nur auf die hier irrelevante Aufnahme in ein eigenes Archiv. Erst Satz 3 bringt die Kopie vergriffener Werke in Verbindung mit den Vorgaben von Satz 2 Nr. 1 (Papier oder ähnlicher Träger) oder Nr. 2 (ausschließlich analoge Nutzung). Da vergriffene Filme nicht auf Papier kopiert werden können, wäre eine analoge Kopie auf Filmmaterial statthaft.
Zum Thema UrhG und IFG vgl. umfassend
Von Photo by CEphoto, Uwe Aranas, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39150737
Festschriften: Was wir von einem Herausgeber erwarten
Mit freundlicher Genehmigung des Password-Pushdienstes
Andreas Degkwitz legt als Herausgeber eine Publikation unter dem Titel „Bibliothek der Zukunft – Zukunft der Bibliothek“ als Festschrift für Elmar Mittler zu dessen 75. Geburtstag vor. Festschriften stehen nicht im Fokus der Literaturkritik, da sie wegen ihrer Heterogenität und ihres bisweilen mangelnden Erkenntniswerts umstritten sind. Kritisch gesehen wird, dass oft Beiträge zu einer Veröffentlichung gelangen, die in anderen Publikationsorganen keine Berücksichtigung fanden oder von den Redaktionen von Fachzeitschriften abgelehnt wurden.
Dem Inhalt der Beiträge sollte dabei ein grösseres Gewicht zugemessen werden, um zu verhindern, dass die Publikation in ein „Name Dropping“ des Freundes- und Kollegenkreises ausartet. Dies umso mehr, da der Geehrte sich bisweilen noch publizistisch äussert und eine thematische Auseinandersetzung somit nicht von vornherein ausgeschlossen ist.
Kommentar KG: Die Festschrift liegt bei de Gruyter nicht Open Access vor, der Artikel über „Open Access und Forschungsdaten“ ist anderweitig frei einsehbar. Der Kritik am Sammelsuriums-Charakter von Festschriften möchte ich beipflichten und einmal mehr dafür plädieren, solche Sammelbände wenn überhaupt nur Open Access bereitzustellen.
Die gegen die Fachinformation gerichtete Gesamtpolitik der Leibniz Gemeinschaft muss auf den Prüfstand
Fordert Willi Bredemeier im jetzt aktualisierten Archiv seines Password-Pushdienstes.
Ein Buch aus dem Besitz des Tepler Abts Johann Meuskönig in Japan
Die Provenienz geht aus dem Besitzeintrag im Digitalisat
http://klibredb.lib.kanagawa-u.ac.jp/dspace/bitstream/10487/9126/1/Officia%20001.pdf
Von 1559 bis 1584 amtierte Abt Johannes Murregius (Mäusekönig) von Tepl.
Der programmatische Sammelband von 1992 ist nun online bei Digi20:
http://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00042697_00204.html
Ancestry sackte das Stadtarchiv Oldenburg ein
http://oldenburger-onlinezeitung.de/oldenburg/ahnenforschung-stadtarchiv-18155.html
Keine Silbe darüber, ob und wann die Digitalisate der Standesamtsregister auch frei zugänglich sein werden!

References: EGMR 
 § 6
 § 53
 § 53
 § 53

§ 53