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Timestamp: 2020-04-07 13:06:55+00:00

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BFH, 29.06.1993 - VI B 108/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,787
BFH, 29.06.1993 - VI B 108/92 (https://dejure.org/1993,787)
BFH, Entscheidung vom 29.06.1993 - VI B 108/92 (https://dejure.org/1993,787)
BFH, Entscheidung vom 29. Juni 1993 - VI B 108/92 (https://dejure.org/1993,787)
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FGO § 33; GVG § 17 a; EStG § 36 Abs. 2 Nr. 2, § 38 Abs. 2
Rechtsweg - Nettolohnvereinbarung
§ 33 FGO; § 17a GVG; §§ 36, 38 EStG
Finanzgerichtsordnung; Streit über Ansprüche aus einer Nettolohnvereinbarung
BFHE 171, 409
DB 1993, 2062
BStBl II 1993, 760
Die Abführung an das Finanzamt nach § 41 a EStG erfolgt zugunsten des Arbeitnehmers als Vorauszahlung auf dessen zu erwartende Einkommensteuerschuld (BFH 20. April 1982 - VII R 96/79 - BFHE 135, 416, 418; 29. Juni 1993 - VI B 108/92 - BFHE 171, 409, 411;… Frotscher EStG 6. Aufl. § 38 Rn. 3 ff., 12 ff.;… Stache in Bordewin/Brandt EStG § 38 Rn. 11 ff., 15 ff., 26 ff., 89 ff.;… Schmidt/Drenseck EStG 19. Aufl. § 38 Rn. 1 mwN).
Das FG hat zwar zu Recht darauf hingewiesen, dass die Voraussetzungen, unter denen nach § 33 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) der Finanzrechtsweg gegeben ist, im Streitfall nicht vorliegen (ausführlich dazu Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 29. Juni 1993 VI B 108/92, BFHE 171, 409, BStBl II 1993, 760;… vgl. auch Schmidt/Drenseck, EStG, 26. Aufl., § 39b Rz 10 f. und § 41b Rz 1).
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats fehlt selbst für den Fall, dass der Finanzrechtsweg gegeben ist, bei Streit über eine Nettolohnvereinbarung einer isolierten Klage auf Berichtigung der Lohnsteuerbescheinigung regelmäßig das Rechtsschutzbedürfnis (BFH-Beschluss in BFHE 171, 409, BStBl II 1993, 760, unter 1. c).
Damit ist im Fall einer Nettolohnvereinbarung die aus Sicht des Arbeitnehmers vorschriftsmäßig einbehaltene Lohnsteuer nach § 36 Abs. 2 Nr. 2 EStG auf die Einkommensteuer anzurechnen (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 171, 409, BStBl II 1993, 760, unter 1. c).
Behauptet der Arbeitnehmer eine Nettolohnvereinbarung, so ist er deshalb --was die Anrechnung von Steuerabzugsbeträgen angeht-- auf die Möglichkeit zu verweisen, das Vorliegen einer solchen Vereinbarung in den Verfahren der Steuerfestsetzung und der Steueranrechnung als bürgerlich-rechtliche Vorfrage durch die Finanzbehörde sowie ggf. die Finanzgerichte klären und gleichzeitig auch endgültig entscheiden zu lassen (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 171, 409, BStBl II 1993, 760, unter 1. c).
Zwar sind die Finanzbehörden (vgl. § 88 Abs. 1 der Abgabenordnung --AO 1977--) und die Finanzgerichte (§ 76 Abs. 1 FGO) grundsätzlich nicht nur befugt, sondern sogar verpflichtet, auch Vorfragen aus anderen Rechtsgebieten zu prüfen und zu entscheiden (vgl. BFH-Beschlüsse vom 6. August 1985 VII B 3/85, BFHE 144, 207, BStBl II 1985, 672; vom 29. Juni 1993 VI B 108/92, BFHE 171, 409, BStBl II 1993, 760, 762, m.w.N.; BFH-Urteil vom 8. August 2001 II R 18/01, juris, n.v.; die dagegen eingelegte Verfassungsbeschwerde hat das Bundesverfassungsgericht --BVerfG-- nicht zur Entscheidung angenommen, BVerfG-Beschluss vom 6. Dezember 2001 1 BvR 1872/01, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung --HFR-- 2002, 249).
Der Senat kann dahinstehen lassen, ob die Klägerin einen arbeitsrechtlichen oder einen steuerrechtlichen Anspruch (…vgl. dazu Küttner/Reinecke, Personalbuch 2001, Lohnsteuerkarte Rz. 2 ff., sowie Küttner/Huber, a.a.O., Lohnsteuerbescheinigung Rz. 22) verfolgt hat, insbesondere inwieweit der vom FG herangezogene BFH-Beschluss vom 29. Juni 1993 VI B 108/92 (BFHE 171, 409, BStBl II 1993, 760), der zur Verpflichtung des Arbeitgebers auf Zahlung von Arbeitslohn in Gestalt zusätzlich an das Finanzamt (FA) abzuführender Lohnsteuerbeträge erging, auch auf die hier zu beurteilende Frage der Änderung einer Lohnsteuerbescheinigung herangezogen werden kann.
Für eine Berichtigung der Lohnsteuerbescheinigung besteht damit kein Rechtsschutzbedürfnis mehr (vgl. im Ergebnis ebenso BFH in BFHE 171, 409, BStBl II 1993, 760).
Die Beklagte verweist insofern auch auf den Beschluss des Bundesfinanzhofs ?BFH- vom 29. Juni 1993, (Aktenzeichen VI B 108/92, Entscheidungen des Bundesfinanzhofs BFHE- 171, 409).
Zwar sind nach Auffassung des erkennenden Senats die Voraussetzungen des § 33 FGO nicht gegeben, weil es sich nicht um einen Rechtsstreit über öffentlich-rechtliche Abgabenangelegenheiten handelt, sondern der Rechtsstreit in Wahrheit über den Umfang der Ansprüche geführt wird, den die Klägerin aus der von ihr mit der Beklagten getroffenen Abfindungsvereinbarung hat (vgl. insofern auch den Beschluss des BFH vom 29. Juni 1993 Aktenzeichen VI B 108/92, Bundessteuerblatt BStBl II 1993, 760).
Wie der Bundesfinanzhof in dem von der Beklagten erwähnten Beschluss vom 29. Juni 1993 (BStBl II 1993, 760) unter c) ausgeführt hat, hat der Steuerpflichtige in Fällen wie dem vorliegenden die Möglichkeit, die Frage der einzubehaltenden und anzurechnenden Steuer durch einen Rechtsstreit gegenüber seinem Finanzamt entscheiden und klären zu lassen.
Die Rechtsprechung läßt es daher für den Anspruch des Arbeitnehmers auf Anrechnung der Lohnsteuer genügen, wenn die Lohnsteuer durch Duldung des Abzugs bei der Auszahlung des Arbeitslohns aus der Sicht des Arbeitnehmers vorschriftsmäßig einbehalten worden ist (BFH-Urteile vom 28. Februar 1992 VI R 146/87, BFHE 167, 507, BStBl II 1992, 733, m.w.N.; in BFHE 145, 198, BStBl II 1986, 186, 187; Beschluß vom 29. Juni 1993 VI B 108/92, BFHE 171, 409, BStBl II 1993, 760, 762).
FG Nürnberg, 02.02.1995 - VI 80/94

References: § 33
 § 17
 § 36
 § 38

§ 33
 § 17
 § 41
 § 38
 § 38
 § 38
 § 33
 § 39
 § 41
 § 36
 § 88
 § 33