Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81180000091.htm
Timestamp: 2018-11-15 13:27:55+00:00

Document:
1.18.091 Streuobstwiesen südlich Marbach (2 Teilgebiete)
Verordnung des Landratsamtes Ludwigsburg als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Streuobstwiesen südlich Marbach" vom 24.01.1992 (Ludwigsburger Kreiszeitung vom 07.02.1992).
Aufgrund von § 22, § 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199) und das Gesetz zur Änderung des Naturschutzgesetzes (Biotopschutzgesetz) vom 19. November 1991 (GBl. S. 701), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Städte Ludwigsburg und Marbach sowie der Gemeinde Erdmannhausen werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Streuobstwiesen südlich Marbach".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 146 ha und umfaßt die Streuobstwiesen, Waldinseln und grünlandgenutzten Talauen südlich der Ortsbebauung von Marbach sowie östlich des Marbacher Stadtteiles Hörnle bis zum bereits bestehenden Landschaftsschutzgebiet "Lemberg (mit Umgebung)*) ".
auf dem Gebiet der Stadt Marbach
· Markung Marbach:
Vordere Reute, Hintere Reute, Obere Reute, Hinter der Reute, Beim See, Vogelgraben, Hirschplan, Eichgraben, Ritteräcker, Burg, Neunbrunnen, Unter dem Kreuzweg, Poppenweiler Tiefental, Auf der Burg, Löhrle, Hinter dem Lehrle, Ob den Lohwiesen, Krumme Äcker
auf dem Gebiet der Gemeinde Erdmannhausen
· Markung Erdmannhausen:
Lohwiesenäcker
auf dem Gebiet der Stadt Ludwigsburg
· Markung Neckarweihingen:
Ritteräcker
· Markung Poppenweiler:
Hinter dem Kreuzweg
(2) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in 6 Flurkarten im Maßstab 1 : 2 500 schwarz umrandet und grün angeschummert eingetragen.
(3) Die Karten enthalten die rechtsverbindliche Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes und sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten ist bei der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ludwigsburg in 7140 Ludwigsburg niedergelegt und kann von jedermann während der Sprechzeiten eingesehen werden.
Schutzzweck ist, die Landschaft südlich der Ortsbebauung von Marbach sowie östlich des Stadtteiles Hörnle bis zum bereits bestehenden Landschaftsschutzgebiet "Lemberg (mit)*) Umgebung" in ihrer Eigenart und Schönheit zu schützen.
Die hier vorherrschenden hochstämmigen Obstbäume sind in ihrer Funktion als Lebensraum einer Vielzahl heimischer Tier- und Pflanzenarten sowie als Erholungsraum der ruhesuchenden Bevölkerung besonders schützenswert.
Außerdem schutzwürdig sind die grünlandgeprägten Talauen, Wassergräben, Waldinseln, Gebüsch- und Feldgehölze sowie kleinere Hecken, die insgesamt eine abwechslungsreiche, schützenswerte Kulturlandschaft ergeben.
Durch die Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet soll diese Nutzungsform vor dem Eindringen von landschaftsfremden Nutzungen, wie z.B. reinen Freizeitnutzungen, Obstbaumrodungen oder Wiesenumbrüchen in den Tallagen des Vogel- und Eichgrabens geschützt werden.
Das Gebiet soll auch weiterhin als Naherholungsgebiet zur Verfügung stehen.
*) geändert: LfU (im Originaltext: "und").
12. Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 1 ha;
14. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Röhrichtbeständen, Felsen und ähnlichen Naturerscheinungen sowie die Beseitigung von hochstämmigen Obstbäumen und der Umbruch von Wiesen im Vogel- und Eichgraben.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke, mit der Ausnahme von Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 14;
7. für die ordnungsgemäße Unterhaltung von Stromleitungen durch die Unterhaltungspflichtigen. Eingriffe in Feld- und Ufergehölze, Schilf- und Röhrichtbestände, Hecken, Gebüsche, Felsen und ähnliche Naturerscheinungen sind jedoch im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde vorzunehmen;
9. 9für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.
1. Anlage oder Veränderung von Vorhaben im Sinne von § 63 Abs. 2 Nr. 2 NatSchG, die zu Eingriffen von besonderer Tragweite oder zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung überörtlicher Interessen der erholungssuchenden Bevölkerung führen können;
2. Errichtung von Freizeitanlagen, die in besonders gelagerten Einzelfällen die landschaftliche Eigenart beeinträchtigen können, beispielsweise Skilifte oder Errichtung gleichgestellter Maßnahmen.
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig:
Ludwigsburg, den 24.01.1992

References: § 22
 § 58
 § 64
 § 2
 § 5
 § 63
 § 64