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Timestamp: 2019-07-22 13:42:14+00:00

Document:
OLG Schleswig, 20.12.2007 - 7 U 45/07 - dejure.org
OLG Schleswig, 20.12.2007 - 7 U 45/07
https://dejure.org/2007,3508
OLG Schleswig, 20.12.2007 - 7 U 45/07 (https://dejure.org/2007,3508)
OLG Schleswig, Entscheidung vom 20.12.2007 - 7 U 45/07 (https://dejure.org/2007,3508)
OLG Schleswig, Entscheidung vom 20. Dezember 2007 - 7 U 45/07 (https://dejure.org/2007,3508)
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§ 538 ZPO, § 17 StVG, § 18 StVG, § 9 StVO
Aufhebung und Zurückverweisung bei groben Verfahrensfehlern
Verkehrsunfall - Beiziehung der Verkehrsunfallakten
ZPO § 538; StVG § 17; StVG § 18; StVO § 9
Grober Verfahrensfehler des Gerichts wegen unterlassener Beiziehung der Verkehrsunfallakten und persönlicher Anhörung der Beteiligten
Verletzung der Pflicht zur Beiziehung von Verkehrsunfallakten und zur persönlichen Anhörung von Unfallbeteiligten in Verkehrsunfallsachen; Anspruch auf materiellen und immateriellen Schadensersatz aufgrund eines Verkehrsunfalls ; Überholen eines landwirtschaftlichen Zuges beim Abbiegevorgang in eine Feldzufahrt ; Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör; Abwägung der Betriebsgefahr unfallbeteiligter Fahrzeuge
Haftpflichtprozess - Grobe Verfahrensfehler im Unfallprozess
Berufung - Sie entscheiden, wer entscheidet
Zusammenfassung von "Anmerkung zum OLG Schleswig, 20.12.2007 - 7 U 45/07 (Sie entscheiden, wer entscheidet)" von Redaktion Prozessrecht aktiv, original erschienen in: PA 2009, 20 - 22.
LG Itzehoe, 01.06.2007 - 3 O 16/07
NJW-RR 2008, 1525
MDR 2008, 684
NZV 2009, 79
OLG-Report Schleswig 2008, 314
In Verkehrsunfallsachen sind die unfallbeteiligten Parteien gemäß §§ 137 IV, 141 I 1 ZPO grundsätzlich von Amts wegen anzuhören (OLG Schleswig OLGR 2008, 314 = NJW-RR 2008, 1525 = MDR 2008, 684 [nur Ls.] = NZV 2009, 79; Senat , Urt. v. 13.02.2009 - 10 U 5411/08 [Juris = VRR 2009, 163 - Kurzwiedergabe]; v. 05.02.2010 - 10 U 4091/09 [Juris]; LG Berlin DAR 1991, 151 = VRS 80 [1991] 419 = VerkMitt.
Bei dieser Sachlage stellt eine schriftliche Entscheidung ohne Anhörung der Parteien einen schweren Verfahrensfehler dar (OLG Schleswig NJW-RR 2008, 1525;… Senat, Urt. v. 09.10.2009 - 10 U 2309/09 [juris, dort Rz. 23]), zumal nichts dafür ersichtlich ist, dass die Parteien äußerungsunfähig sein könnten.
In Verkehrsunfallsachen sind die unfallbeteiligten Parteien gemäß §§ 137 IV, 141 I 1 ZPO in der Regel von Amts wegen anzuhören (OLG Schleswig OLGR 2008, 314 = NJW-RR 2008, 1525 = MDR 2008, 684 [nur Ls.] = NZV 2009, 79;… Senat , Urt. v. 13.05.2011 - [Juris = NJW-Spezial 2011, 361 - Kurzwiedergabe];… 10 U 3951/10 Urt. v. 13.02.2009 - 10 U 5411/08 [Juris = VRR 2009, 163 - Kurzwiedergabe]; v. 05.02.2010 - 10 U 4091/09 [Juris]; LG Berlin DAR 1991, 151 = VRS 80 [1991] 419 = VerkMitt.
> Ein schwerwiegender Verfahrensfehler des erstinstanzlichen Gerichts liegt auch darin, dass es die Pflicht zur persönlichen Anhörung der Unfallbeteiligten in Verkehrsunfallsachen verletzt hat (OLG Schleswig OLGR 2008, 314 = NJW-RR 2008, 1525 = MDR 2008, 684 [nur Ls.] = NZV 2009, 79;… Senat , Urt. v. 09.10.2009 - 10 U 2309/09 [Juris, dort Rz. 23]).
Daher wäre die Anhörung der Klägerin im Hinblick auf die grundsätzliche Bedeutung der Parteianhörung in Fällen, in denen der Ablauf eines Verkehrsunfalls streitig ist (BGH NJW 2013, 2601 [2602 [10, 11]; OLG Schleswig NJW-RR 2008, 1525 Senat, Urt. v. 09.10.2009 - 10 U 2309/09 [juris, dort Rz. 23]) vorliegend zwingend geboten gewesen.
Ein schwerwiegender Verfahrensfehler des erstinstanzlichen Gerichts kann darin liegen, dass es die Pflicht zur Beiziehung von Verkehrsunfallakten und zur persönlichen Anhörung der Unfallbeteiligten in Verkehrsunfallsachen verletzt hat (OLG Schleswig NJW-RR 2008, 1525;… Senat, Urt. v. 9.10.2009 - 10 U 2309/09 [juris Rz. 23]).
Ein schwerwiegender Verfahrensfehler des erstinstanzlichen Gerichts liegt schon darin, dass es die Pflicht zur persönlichen Anhörung der Unfallbeteiligten in Verkehrsunfallsachen verletzt hat (OLG Schleswig OLGR 2008, 314 = NJW-RR 2008, 1525 = MDR 2008, 684 [nur Ls.] = NZV 2009, 79;… Senat, Urt. v. 09.10.2009 - 10 U 2309/09 [Juris, dort Rz. 23]).
Die in einer solchen Konstellation unterbliebene Beiziehung der Ermittlungsakte stellt grds. einen Verfahrensfehler dar, welche die Aufhebung und Zurückverweisung ebenfalls rechtfertigt (OLG Schleswig, NZV 2009, 79).

References: § 538
 § 17
 § 18
 § 9
 § 538
 § 17
 § 18
 § 9