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Timestamp: 2019-03-21 02:23:10+00:00

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BVerwG, 17.01.1985 - 5 C 133.81 - dejure.org
BVerwG, 17.01.1985 - 5 C 133.81
Mitwirkung - Leistungsberechtigter - Versagungsgrund - Sozialleistung - Anspruchsvoraussetzung - Verwaltungsgerichtliche Überprüfung
BSHG § 115 Nr. 3; SGB I § 66
BVerwGE 71, 8
NVwZ 1985, 490
DVBl 1985, 1068
Schließlich liegen auch die von der Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen für eine Ausnahme von dem Grundsatz, dass lediglich die isolierte Anfechtung des Versagensbescheides statthaft ist, nicht vor (vgl hierzu BSG USK 87161;… BSG SozR 1200 § 66 Nr. 13;… BSG SozR 4-1200 § 66 Nr. 1; vgl auch BVerwGE 71, 8, 11 = Buchholz 435.11 § 66 SGB I Nr. 1).
Die Anwendung dieser Vorschrift setzt nicht voraus, dass die Anspruchsvoraussetzungen der geltend gemachten Sozialleistung nicht erfüllt sind (vgl BSG Urteil vom 17.4.1986 - 7 RAr 91/84 - Juris RdNr 27; BVerwG Urteil vom 17.1.1985 - 5 C 133/81 - BVerwGE 71, 8, 11 = Juris RdNr 16).
Die Rechtmäßigkeit eines auf § 66 SGB I gestützten Versagungs- oder Entziehungsbescheids ist allein danach zu beurteilen, ob die in dieser Vorschrift geregelten Voraussetzungen bei seinem Erlass vorgelegen haben (vgl BSG Urteil vom 17.4.1986 - 7 RAr 91/84 - Juris RdNr 27; BVerwG Urteil vom 17.1.1985 - 5 C 133/81 - BVerwGE 71, 8, 10 f = Juris RdNr 15).
aa) Der in § 66 Abs. 3 SGB I vorgesehene schriftliche Hinweis ist eine zwingende (formelle) Voraussetzung für die Versagung oder Entziehung einer Sozialleistung wegen fehlender Mitwirkung im Verwaltungsverfahren (…stRspr, zB BSG Urteil vom 28.10.2009 - B 14 AS 56/08 R - SozR 4-4200 § 37 Nr. 1 = Juris, RdNr 16;… BSG Urteil vom 13.8.1986 - 9a RV 44/85 - SozR 1500 § 103 Nr. 23 S 15 = Juris RdNr 13; vgl auch BVerwG Urteil vom 17.1.1985 - 5 C 133/81 - BVerwGE 71, 8, 9 = Juris RdNr 13).
Wendet sich der Bürger gegen die Versagung einer Sozialleistung mangels Mitwirkung, so hat er über die Aufhebung des Versagensbescheids hinaus regelmäßig kein schützenswertes Interesse an einer gerichtlichen Entscheidung (vgl BVerwGE 71, 8, 11 = Buchholz 435.11 § 66 Nr. 1 S 4;… BSG SozR 1200 § 66 Nr. 13 S 12 f).
Maßgeblich ist allein, ob die in § 66 SGB 1 geregelten Voraussetzungen bei dem Erlaß des Versagungsbescheides gegeben waren (BVerwGE 71, 8, 11 = Buchholz 435.11 § 66 Nr. 1).
Dies hat zur Folge, daß die Anfechtung einer Versagung grundsätzlich nicht mit einer Leistungsklage verbunden werden kann, die Versagung vielmehr allein mit der Anfechtungsklage anzugreifen ist, wie der 3. Senat des Bundessozialgerichts (BSG) entschieden hat, so daß sich die gerichtliche Überprüfung eines auf § 66 SGB 1 gestützten Bescheids auf die in dieser Vorschrift bestimmten Voraussetzungen für die Versagung der Leistung zu beschränken pflegt (vgl Urteil vom 24. November 1987 - 3 RK 11/87 -, nicht veröffentlicht; ferner BVerwGE 71, 8, 11 = Buchholz 435.11 § 66 Nr. 1; LSG Berlin Breithaupt 1987, 514).
Diese Befugnis - wie die der Ablehnung des Wohngeldantrags wegen Unaufklärbarkeit des Sachverhalts - besteht unabhängig von der sich aus § 66 Abs. 1 SGB I ergebenden Möglichkeit, die Leistung wegen fehlender Mitwirkung zu versagen; die jeweiligen Versagungsgründe sind an unterschiedliche Voraussetzungen geknüpft, entfalten andere Rechtswirkungen und bedingen verschiedene Rechtsschutzformen (zu § 66 Abs. 1 SGB I vgl. BVerwG, Urteil vom 17.01.1985 - BVerwGE 71, 8; BayVGH, Beschluss vom 01.07.1998, FEVS 49, 107; OVG Berlin, Beschluss vom 28.03.1990, FEVS 41, 57; Beschluss vom 19.10.1988, FEVS 39, 369; Urteil vom 01.12.1983, FEVS 34, 373;… Buchsbaum/Driehaus/Großmann/ Heise, a.a.O. § 23 RdNr. 45).
§ 66 Abs. 1 SGB I regelt einen eigenständigen Grund der Leistungsversagung bei Nichterfüllung von Verfahrenspflichten (wie BVerwGE 71, 8 ) und findet auf die sozialhilferechtliche Pflicht zur Selbsthilfe durch Arbeit (§ 18 BSHG ) keine Anwendung.
§ 66 Abs. 1 SGB I regelt damit einen eigenständigen Versagungsgrund bei Nichterfüllung von Verfahrenspflichten (vgl. BVerwGE 71, 8 [9 f.]).
Wie aus dem bereits in dem Schreiben der Beklagten an die Klägerin vom 3.3.1993 (AS 59) enthaltenen Hinweis auf § 66 SGB-I ersichtlich, hat die Beklagte mithin den Antrag wegen Verletzung der Mitwirkungspflichten seitens der Klägerin (vgl. hierzu BVerwGE 71, 8 sowie Giese/Krahmer, SGB, RdNrn. 9.1-10.2 zu § 66 SGB-I) abgelehnt, wenn auch eine ausdrückliche Bezugnahme auf diese Bestimmung in dem Bescheid nicht enthalten ist.
Wie das BVerwG in der Entscheidung BVerwGE 71, 8, im einzelnen dargelegt hat, gewährt § 66 SGB-I dem Leistungsträger nicht nur ein zeitlich begrenztes Leistungsverweigerungsrecht, sondern eine eigenständige Sanktion für die Verletzung der Mitwirkungspflichten.
Die Behörde hat dann über den geltend gemachten Sozialleistungsanspruch zu entscheiden (BVerwGE 71, 8, 11).
Auch insoweit hat die Beklagte nach den Grundsätzen der bereits angesprochenen Entscheidung BVerwGE 71, 8, über den geltend gemachten Sozialleistungsanspruch zu entscheiden.
Im Gegenteil wird über die Anspruchsvoraussetzungen der Leistung in einem Verfahren nach § 66 SGB I gerade nicht entschieden (vgl. BSG, Urteil vom 17. April 1986 - 7 RAr 91/84 - ;… BSG SozR 1200 § 66 Nr. 13; Bundesverwaltungsgericht BVerwGE 71, 8, 10 f.).
Trage der Berechtigte keine oder nur unzureichende Gründe für sein Versäumnis vor, sei die Beklagte befugt, die rückwirkende Gewährung der höheren Leistung zu versagen, sofern der Betroffene hierdurch nicht in wirtschaftliche Not gerate (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts BVerwG vom 18. Januar 1985 - 5 C 133.81 -) .
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 § 37
 § 103
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 § 23

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