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Timestamp: 2019-03-26 00:25:13+00:00

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Der schwere Raub gem. § 250 StGB - Strafverteidigung Essen - Strafrecht - Nadine Röhrich - Rechtsanwalt
Der schwere Raub ist in § 250 StGB geregelt:
„(1) Auf Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren ist zu erkennen, wenn
(3) In minder schweren Fällen der Absätze 1 und 2 ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.“
§ 250 StGB stellt eine Qualifikation zu § 249 StGB dar. Hierbei werden besonders gefährliche Formen des Raubes geregelt.
Die Qualifikation ist nicht nur auf den Raub gem. § 249 StGB anzuwenden, sondern auch auf den räuberischen Diebstahl gem. § 252 StGB und die räuberische Erpressung gem. § 255 StGB, da diese Delikte auf den Strafrahmen des Raubes verweisen.
Es gibt im Rahmen der Absätze 1 und 2 Abstufungen im Hinblick auf den Strafrahmen. In Absatz 1 wird eine Freiheitsstrafe von mindestens 3 Jahren und im Absatz 2 eine Freiheitsstrafe von mindestens 5 Jahren ausgesprochen. In Absatz 3 ist noch der sog. minder schwere Fall geregelt.
Es genügt bereits das „Bei-Sich-Führen“ einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs um den Straftatbestand zu erfüllen. Damit wird die abstrakte Eskalationsgefahr zum Ausdruck gebracht die besteht, wenn bei einem Raub entsprechende Gegenstände zur Verfügung stehen.
Als Waffen i.S.d. § 250 Abs. 1 Nr. 1a werden Waffen im technischen Sinne angenommen, also Schusswaffen und sonstige Waffen, wie beispielsweise Hieb-, Stoß- und Stichwaffen. Dabei steht jedoch die allgemeine und bestimmungsgemäße Eignung zur Verletzung im Vordergrund.
Auch eine Gaspistole, bei der Gase nach vorne aus der Revolvermündung austreten können, ist ebenfalls eine Schusswaffe und damit eine Waffe i.S.d. § 250 Abs. 1 Nr. 1a. Scheinwaffen werden nicht erfasst.
§ 250 Abs. 1 Nr. 1b ist als Auffangtatbestand formuliert. Hier kommt es auf die Absicht des Täters an, den Widerstand des Opfers mit Hilfe eines Werkzeuges oder Mittels zu verhindern oder zu überwinden, nicht aber auf die objektive Gefährlichkeit. Die Scheinwaffen werden unter § 250 Abs. 1 Nr. 1b gefasst.
Die Gefahr der schweren Gesundheitsschädigung nach § 250 Abs. 1 Nr. 1c StGB ist ein Gefährdungstatbestand. Es genügt, dass die Raubtat das Opfer in die konkrete Gefahr einer ernsten langwierigen Krankheit, einer ernsthaften Störung der körperlichen Funktionen oder einer erheblichen Beeinträchtigung seiner Arbeitskraft bringt. Dabei muss eine schwere Gesundheitsschädigung nicht wirklich eingetreten sein. Sobald eine konkrete Gefahr vorliegt reicht das aus.
Eine Bande gem. § 250 Abs. 1 Nr. 2 StGB ist eine lose Gruppe von Personen, die sich ausdrücklich oder stillschweigend zur Verübung fortgesetzter, im Einzelnen noch ungewisser Diebes- oder Raubtaten verbunden hat.
Bei § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB wird nicht auf die abstrakte Gefährlichkeit des „Bei-Sich-Führens“ wie in Abs. 1. Es wird die tatsächliche Verwendung einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeuges verlangt. Eine solche Verwendung liegt bereits vor, wenn der Täter beispielsweise eine Schusswaffe zur Drohung benutzt. Ein bloßes „Bei-Sich-Führen“ reicht für eine Verwendung nicht aus.
Bei § 250 Abs. 2 StGB wird mehr gefordert als beim Abs. 1. Deswegen liegt die Mindeststrafe bei Abs. 2 bei 5 Jahren.
Der Bandenraub gem. § 250 Abs. 2 Nr. 2 StGB ist eine Kombination zwischen Abs. 1 Nr. 1a und Abs. 1 Nr. 2. Der einzige Unterschied besteht nur darin, dass lediglich die mitgeführte Waffe erfasst ist, nicht jedoch das gefährliche Werkzeug.

References: § 250
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§ 250
 § 249
 § 249
 § 252
 § 255
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