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Timestamp: 2020-02-26 10:05:52+00:00

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BAG, 24.03.1988 - 2 AZR 630/87 - dejure.org
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BAG, 24.03.1988 - 2 AZR 630/87 (https://dejure.org/1988,339)
BAG, Entscheidung vom 24.03.1988 - 2 AZR 630/87 (https://dejure.org/1988,339)
BAG, Entscheidung vom 24. März 1988 - 2 AZR 630/87 (https://dejure.org/1988,339)
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Wirksamkeit der Vereinbarung von Verfallklauseln für abdingbare Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis in einem Einzelarbeitsvertrag - Anforderungen an die Inhaltskontrolle nach § 138 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) im Hinblick auf die Sittenwidrigkeit eines Arbeitsvertrages - ...
Wirksamkeit einer arbeitsvertraglichen Verfallklausel mit Zwei-Monatsfrist
ArbG Würzburg, 13.11.1985 - 7 Ca 311/85
LAG Nürnberg, 30.06.1987 - 7 Sa 38/86
ZIP 1989, 180
NZA 1989, 101
BB 1989, 223
DB 1989, 182
Nach der zum alten Recht ergangenen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts waren bereits Verfallfristen von zwei Monaten (24. März 1988 - 2 AZR 630/87 - AP BGB § 241 Nr. 1 = EzA TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 72) und sogar von einem Monat (BAG 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371 = AP BGB § 241 Nr. 2 = EzA BGB § 611 Inhaltskontrolle Nr. 8) rechtlich zulässig.
Dazu gehört die Regel, daß überraschende Klauseln nach Treu und Glauben (§ 242 BGB) nicht Vertragsinhalt werden (BAG 24. März 1988 - 2 AZR 630/87 - AP BGB § 241 Nr. 1 = EzA TVG § 4 Ausschlußfristen Nr. 72;… 11. Januar 1995 - 10 AZR 5/94 - aaO;… 29. November 1995 - 5 AZR 447/94 - aaO).
Er kann somit - obwohl es sich um einen gesetzlich geregelten unabdingbaren Anspruch handelt (dazu BAG 24. März 1988 - 2 AZR 630/87 - AP BGB § 241 Nr. 1 = EzA TVG § 4 Ausschlußfristen Nr. 72) - verfallen.
c) Grundsätzlich können die Parteien im Rahmen der Vertragsfreiheit gemäß §§ 241, 305 BGB in Arbeitsverträgen Verfallklauseln für die Geltendmachung von Ansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis vereinbaren (st. Rspr.; vgl. BAG 25. Juli 1984 - 5 AZR 219/82 - nv.; 24. März 1988 - 2 AZR 630/87 - AP BGB § 241 Nr. 1 = EzA TVG § 4 Ausschlußfristen Nr. 74;… 11. Januar 1995 - 10 AZR 5/94 - aaO).
Während der Zweite Senat (24. März 1988 - 2 AZR 630/87 - aaO) dieses Ergebnis wohl auf § 138 BGB stützt, gehen der Fünfte Senat (…29. November 1995 aaO) und der Zehnte Senat (…11. Januar 1995 aaO) ohne Festlegung auf einen bestimmten Rechtsgrundsatz oder eine bestimmte Rechtsnorm davon aus, daß Überraschungsklauseln nicht Bestandteile eines Arbeitsvertrages werden.
Auf die Frage, ob ein Gesetzesverstoß durch eine arbeitsvertragliche Verfallklausel vorliegt, wenn sich diese auch auf gesetzlich unabdingbare Ansprüche des Arbeitnehmers bezieht (vgl. BAG 5. April 1984 - 6 AZR 443/81 - BAGE 45, 314 - Verstoß einer Ausschlußklausel gegen § 13 Abs. 1 BUrlG - und 24. März 1988 aaO - Bejahung der Wirksamkeit einer arbeitsvertraglich vereinbarten Ausschlußfrist, die sich auch auf unabdingbare Rechte des Arbeitnehmers bezieht), braucht nicht eingegangen zu werden, weil es sich bei dem geltend gemachten Anspruch auf eine Weihnachtsgratifikation um einen einzelvertraglichen und damit abdingbaren Anspruch des Klägers handelt.
Dabei sind Verfallfristen von zwei Monaten als rechtlich zulässig betrachtet worden (für tarifliche Ausschlußfristen: BAG 16. November 1965 - 1 AZR 160/65 - AP TVG § 4 Ausschlußfristen Nr. 30 = EzA TVG § 4 Nr. 9; 11. Juli 1990 - 5 AZR 609/89 - BAGE 65, 264; 22. September 1999 - 10 AZR 839/98 - AP TVG § 1 Tarifverträge: Bau Nr. 226 = EzA TVG § 4 Ausschlußfristen Nr. 132; für arbeitsvertragliche Ausschlußfristen: BAG 24. März 1988 aaO).
Die Vereinbarung solcher zweistufigen Ausschlußfristen in Arbeitsverträgen ist in der Rechtsprechung grundsätzlich als zulässig angesehen worden (…vgl. BAG 15. Oktober 1981 aaO;… 25. Juli 1984 aaO; 24. März 1988 aaO).
Sie ist gedeckt vom Prinzip der Vertragsfreiheit (BAG 24. März 1988 - 2 AZR 630/87 - AP BGB § 241 Nr. 1 = EzA TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 72; Preis, Grundfragen der Vertragsgestaltung im Arbeitsrecht S. 481).
Allerdings heißt es in der Entscheidung vom 24. März 1988 (- 2 AZR 630/87 - AP BGB § 241 Nr. 1 = EzA TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 72), bei der Inhaltskontrolle von einzelvertraglich vereinbarten Ausschlussklauseln sei zu prüfen, ob die Ausschlussfrist "gleichermaßen auf beide Parteien des Arbeitsverhältnisses Anwendung findet, ob sie inhaltlich ausgewogen ist und nicht Rechte des Arbeitnehmers einseitig beschneidet".
Die individualrechtliche Vereinbarung von Ausschlussfristen war danach grundsätzlich zulässig (BAG 2. März 2004 - 1 AZR 271/03 -BAGE 109, 369 = AP TVG § 3 Nr. 31 = EzA BetrVG 2001 § 87 Betriebliche Lohngestaltung Nr. 4; 24. März 1988 - 2 AZR 630/87 - AP BGB § 241 Nr. 1 = EzA TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 72).
Verfallklauseln für abdingbare Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis können nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts auch in einem Einzelarbeitsvertrag wirksam vereinbart werden (24. März 1988 - 2 AZR 630/87 - AP BGB § 241 Nr. 1 = EzA TVG § 4 Ausschlussfrist Nr. 72, zu II 2 a der Gründe; 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371, 377; 27. Februar 2002 - 9 AZR 543/00 - AP TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 162 = EzA BGB § 138 Nr. 30, zu I 2 b (1) der Gründe).
Zum anderen gelten auch einzelvertraglich und selbst als Allgemeine Geschäftsbedingungen vereinbarte Ausschlussfristen, welche "alle beiderseitigen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis und solche, die mit dem Arbeitsverhältnis in Verbindung stehen" bzw. "Ansprüche der Vertragsparteien aus dem Arbeitsverhältnis und solche, die mit dem Arbeitsverhältnis in Verbindung stehen" erfassen sollen, für gesetzliche Ansprüche unabhängig davon, ob sie abdingbar oder unabdingbar sind ( vgl. BAG, 24. März 1988, 2 AZR 630/87, NZA 1989, 101, zu II. 2. a) der Gründe; 13. März 2013, 5 AZR 954/11, NZA 2013, 680, Rn. 39 f. ).
Das BAG hat schon nach altem Schuldrecht Bedenken gegen die Wirksamkeit einseitiger vertraglicher Ausschlussfristen, die nur zu Lasten des Arbeitnehmers und nicht auch gleichzeitig für den Arbeitgeber gelten sollen, gem. § 242 BGB und dem auch im Arbeitsrecht anwendbaren Grundsatz des § 9 AGBG oder gem. § 138 BGB geäußert und das Verbot des unangemessenen Ausgleichs der beiderseitigen Interessen auf vorformulierte Klauseln in Arbeitsverträgen angewandt (BAG vom 24.3.1988 - 2 AZR 630/87; BAG vom 2.3.2004 - 1 AZR 271/03 - zitiert nach Juris).
LAG Nürnberg, 18.01.1994 - 6 Sa 270/92
Arbeitszeugnis: Anspruch bei einzelvertraglich vereinbarter Ausschlußklausel
LAG Rheinland-Pfalz, 24.05.1995 - 2 Sa 771/94
Wertberechnung der privaten Nutzung eines Firmenwagens; Berechnung des …
ArbG Freiburg, 10.10.1989 - 2 Ca 201/89
Anspruch auf Zahlung restlicher Vergütung; Rückforderung gezahlten …
LAG Rheinland-Pfalz, 29.10.2003 - 10 Sa 949/03
Wirksamkeit von Ausschlussklauseln in Arbeitsverträgen
LAG Köln, 28.06.2000 - 2 Sa 346/00
Arbeitsvertrag: Inhaltskontrolle einer einzelvertraglich vereinbarten …
LAG Köln, 18.11.1996 - 3 Sa 852/96
Entgeltfortzahlung: einzelvertragliche Ausschlussfrist

References: § 138
 § 241
 § 4
 § 241
 § 611
 § 241
 § 4
 § 241
 § 4
 § 241
 § 4
 § 138
 § 13
 § 4
 § 4
 § 1
 § 4
 § 241
 § 4
 § 241
 § 4
 § 3
 § 87
 § 241
 § 4
 § 241
 § 4
 § 4
 § 138
 § 242
 § 9
 § 138