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Timestamp: 2020-02-21 16:30:52+00:00

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Rechtsprechung: MDR 1989, 437 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 06.12.1988
https://dejure.org/1988,123
BGH, 01.12.1988 - V ZB 10/88 (https://dejure.org/1988,123)
BGH, Entscheidung vom 01.12.1988 - V ZB 10/88 (https://dejure.org/1988,123)
BGH, Entscheidung vom 01. Dezember 1988 - V ZB 10/88 (https://dejure.org/1988,123)
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Pfändung durch das Finanzamt, Anwartschaftsrecht
GBO § 79 Abs. 2; ZPO § 857
Voraussetzungen für ein Anwartschaftsrecht des Auflassungsempfängers
Abweichung des Oberlandesgerichtes von der Auslegung einer bundesgesetzlichen, das Grundbuchrecht betreffenden Bestimmung durch den Bundesgerichtshof - Erwerb eines pfändbaren Anwartschaftsrechtes vor der Beantragung der Eigentumsumschreibung - Senatsentscheidung, die in ...
Pfändbarkeit des Übereignungsanspruches eines Auflassungsempfängers erst ab Antragstellung beim Grundbuchamt
Anwartschaftsrecht des Auflassungsempfängers, Kettenauflassung
Rpfleger 1989, 439
(a) Allerdings darf das Grundbuchamt die Eintragung nicht vornehmen, wenn es weiß, dass durch die bewilligte Eintragung das Grundbuch unrichtig würde (vgl. Senat, Beschluss vom 28. April 1961 - V ZB 17/60, BGHZ 35, 135, 139; Urteil vom 21. Februar 1986 - V ZR 38/84, BGHZ 97, 184, 186 f.; Beschluss vom 1. Dezember 1988 - V ZB 10/88, BGHZ 106, 108, 110;… Beschluss vom 13. Juli 2017 - V ZB 136/16, ZfIR 2017, 827 Rn. 11).
Denn der Pfändungsgläubiger ist für Eintragungen, die - wie hier - auf Grund eines Pfändungsbeschlusses erfolgen sollen, als Aktivbeteiligter antragsberechtigt (…Zöller/Stöber ZPO 20. Aufl. § 848 Rn. 10;… Meikel/Sieveking GBR 7. Aufl., § 13 Rn. 73 (11); Hintzen Rpfleger 1989, 439/441).
2 Z 28/85">Rpfleger 1986, 48; Palandt/Bassenge BGB 55. Aufl. § 925 Rn. 22; Stein/Jonas/Brehm ZPO 21. Aufl. Rn. 6, Zöller/Stöber aaO Rn. 15, je zu § 848; Demharter aaO Anh. zu § 26 Rn. 56; Stöber Forderungspfändung 11. Aufl. 1996 Rn. 2074; Vollkommer Rpfleger 1968, 339 und 1969, 412; Hintzen Rpfleger 1989, 439/440 Fn. 28; Medicus DNotz 1990, 275/284).
Ist für den gepfändeten Anspruch eine Vormerkung im Grundbuch eingetragen, so kann nach allgemeiner Meinung die Pfändung, die die Vormerkung als unselbständiges Nebenrecht kraft Gesetzes (§ 401 BGB) erfaßt (Senat in Rpfleger 1975, 177;… Stöber aaO Rn. 2048), bei dieser im Wege der Berichtigung vermerkt werden (BayObLG Rpfleger 1985, 58 = MittRhNotK 1985, 42 = JurBüro 1985, 950;… Staudinger/Pfeifer BGB 13. Aufl. § 925 Rn. 131;… KEHE/Ertl GBR 4. Aufl. § 20 Rn. 150;… Demharter aaO Anh. zu § 26 Rn. 50;… Meikel/Böttcher aaO § 22 Rn. 24;… Haegele/Schöner/Stöber GBR 10. Aufl. Rn. 1598 mit Rn. 1571;… Zöller/Stöber aaO § 848 Rn. 10;… Stöber aaO Rn. 2048; Münzberg Rpfleger 1985, 306/307; Hintzen Rpfleger 1989, 439;… Balser/Bögner/Ludwig Vollstreckung im Grundbuch 10. Aufl. 1994 Anm. 4.4.3).
Das Anwartschaftsrecht des Auflassungsempfängers kann als Vermögensrecht des Schuldners gleichfalls gepfändet werden, und zwar auch gemeinsam mit der Pfändung des schuldrechtlichen Anspruchs auf Eigentumsverschaffung in einem Beschluß (…Zöller/Stöber aaO § 848 Rn. 15;… Stein/Jonas/Brehm aaO § 848 Rn. 6 und § 857 Rn. 92;… Haegele/Schöner/Stöber aaO Rn. 1602;… Stöber aaO Rn. 2075; Münzberg Rpfleger 1985, 306/08; Hintzen Rpfleger 1989, 439/441).
Es entsteht, wenn die Auflassung erklärt und der Umschreibungsantrag vom Erwerber gestellt (BGHZ 49, 197 = NJW 1968, 493 = DNotZ 1968, 483 = Rpfleger 1968, 83; BGHZ 106, 108 = NJW 1989, 1093 == DNotZ 1990, 289 = Rpfleger 1989, 192 mit Anm. Hintzen S. 439) oder statt dessen eine Auflassungsvormerkung (§ 883 BGB) für den Erwerber eingetragen ist (BGHZ 83, 395 = NJW 1982, 1639 = DNotZ 1982, 619 mit Anm. Ludwig = Rpfleger 1982, 271; BGHZ 106, 108 = aaO; BGH NJW 1991, 2019 [BGH 05.04.1991 - V ZR 39/90]; OLG Hamm OLGZ 1975, 142 = NJW 1975, 897 = DNotZ 1975, 488 = Rpfleger 1975, 128; OLG Düsseldorf DNotZ 1981, 130 = Rpfleger 1981, 199 mit krit. An. Eickmann), da in beiden Fällen eine einseitige Zerstörung der Rechtsposition des Erwerbers durch den Veräußerer nicht mehr möglich ist.
Andere Stimmen im Schrifttum äußern sich dazu kritisch (Eickmann Rpfleger 1981, 200; Münzberg Rpfleger 1985, 306/307; Hintzen Rpfleger 1989, 439/441), teilweise sogar ablehnend (…Staudinger/Pfeifer aaO § 925 Rn. 131;… KEHE/Ertl aaO Einl. M 29 und 43), weil sonst dem dinglichen Charakter des Anwartschaftsrechts und der Abhängigkeit der Vormerkung vom schuldrechtlichen Anspruch nicht Rechnung getragen wäre.
Hierfür bietet der ordnungsgemäße Pfändungsbeschluß keine Garantie (Hintzen Rpfleger 1989, 439/441).
Dies war der Fall, als die Auflassung erklärt und die Eigentumsumschreibung beantragt worden war (vgl. BGHZ 106, 108, 111).
Ohne diesen Antrag war der mehraktige Entstehungstatbestand des Erbbaurechts aber noch nicht soweit erfüllt, daß der Beklagte eine gesicherte Rechtsposition erlangt hatte, die der andere an der Entstehung des Vollrechts Beteiligte - hier also der Zedent - nicht mehr einseitig zerstören konnte (vgl. Senat, BGHZ 106, 108, 111).
Mit Vertragsgestaltungen wie im Streitfall wird zivilrechtlich dem Sicherungsstreben der Vertragsparteien Rechnung getragen, wenn mit einem bedingten Kaufvertrag zugleich die Auflassung erklärt wird (vgl. Urteile des Bundesgerichtshofs vom 1. Dezember 1988 V ZR 10/88, BGHZ 106, 108; vom 15. Mai 1953 V ZR 95/52, Neue Juristische Wochenschrift 1953, 1301).
Denn das Grundbuchrecht betreffende Vorschriften im Sinne des § 79 Abs. 2 Satz 1 GBO sind alle sachlichrechtlichen und verfahrensrechtlichen Bestimmungen, die das Grundbuchamt angewendet oder zu Unrecht nicht angewendet hat, sofern sie - wie hier - auf bundesgesetzlicher Regelung beruhen (Senatsbeschl. v. 1.12.88, V ZB 10/88, WM 1989, 20 - insoweit in BGHZ 106, 108 nicht abgedruckt).
Denn das Anwartschaftsrecht ist schon zivilrechtlich mit dem Vollrecht nicht identisch, es verschafft dem Erwerber in Bezug auf das Wohnungseigentum nur eine gesicherte Rechtsposition (vgl. Beschluss des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 1. Dezember 1988 V ZB 10/88, BGHZ 106, 108, 111; BGH-Urteil vom 30. Mai 1958 V ZR 295/56, BGHZ 27, 360, 368) und ein dem Vollrecht so weit angenähertes Recht, dass zivilrechtlich auf dieses allgemein die für das Vollrecht geltenden Regeln hinsichtlich Übertragbarkeit, Pfändbarkeit, Deliktschutz aus § 823 Abs. 1 BGB etc. Anwendung finden (…vgl. hierzu: Baur/Stürner, Sachenrecht, 17. Aufl. 1999, § 3 Rz 45 ff., § 19 Rz 15 ff.).
OLG Naumburg, 03.09.2018 - 12 Wx 28/18
Grundbuchsache: Wirksamwerden der Bewilligung der Eintragung einer …
BVerwG, 10.10.1995 - 7 B 327.95
Anwartschaftsrecht und Gebäudeeigentum
VG Berlin, 30.06.2016 - 29 K 170.14
Restitutionsansprüche nach Art. 21 EinigVtr
BayObLG, 20.07.1989 - BReg. 1a Z 3/89
Antrag; Kind; Änderung; Elterliche Bestimmung; Naturalunterhalt; …
VG Berlin, 18.07.2019 - 29 K 160.16
Zuordnung eines großen Flurstücks

References: § 79
 § 857
 § 848
 § 13
 § 925
 § 848
 § 26
 § 925
 § 20
 § 26
 § 22
 § 848
 § 848
 § 848
 § 857
 BGH 
 § 925
 § 79
 § 823
 § 3
 § 19
 Art. 21