Source: http://hilfskraftinitiative.de/?page_id=426
Timestamp: 2018-09-18 13:22:29+00:00

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Hilfskräfte F.A.Q. – Hilfskraftinitiative Marburg
In meinem Arbeitsvertrag steht nichts zu Arbeitsinhalten – Wo finde ich die Arbeitsinhalte?
In allen uns bekannten Hilfskraft-Arbeitsverträgen steht nur die Standardformulierung aus dem Hessischen Hochschulgesetz, die weit dehnbar ist. Das ist leider gängige Praxis. Allerdings muss es in Marburg – und das ist ohne Tarifvertrag nicht selbstverständlich — laut Hilfskräfteleitfaden für jede Hilfskraftstelle eine Ausschreibung gegeben haben, in der das Stellenprofil beschrieben wurde (vgl. Leitfaden 2017: 3). Auch wenn das nicht rechtsgültig sein dürfte, da du ja nicht die Ausschreibung sondern einen allgemeineren Vertrag unterschrieben hast, bietet diese eine gute Argumentationsgrundlage im Konfliktfall bzw. eine gute Orientierung, wenn du dir unsicher bist, was denn nun tatsächlich von dir eingefordert werden kann.
Muss/darf ich Noten vergeben, Prüfungsleistungen abnehmen, Klausuren korrigieren?
Im hessischen Hochschulgesetz heißt es dazu: „Zur Abnahme von Hochschulprüfungen sind Mitglieder der Professorengruppe, wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit der selbstständigen Wahrnehmung von Lehraufgaben beauftragt worden sind, sowie Lehrbeauftragte und Lehrkräfte für besondere Aufgaben befugt. Prüfungsleistungen dürfen nur von Personen bewertet werden, die selbst mindestens die durch die Prüfung festzustellende oder eine gleichwertige Qualifikation besitzen.“ (§18 Abs. 2, HHG)
Im Klartext bedeutet dies, falls du als SHK angestellt bist darfst du keine Prüfungsleistungen abnehmen. Prüfungsleistungen abnehmen bedeutet keine Noten vergeben, Klausuren korrigieren, Hausarbeiten kontrollieren, mündliche Prüfungen abhalten oder jede andere Prüfungsform.
Als WHK sieht das ganze etwas anders aus, hier darfst du Prüfungsleistungen abnehemen. Allerdings nur, wenn du selbstständig Lehraufgaben erfüllst und du eine Lehrverpflichtung hast, welche vertraglich festgehalten ist.
Was passiert, wenn ich arbeiten soll, aber (noch) keinen Vertrag habe?
Es ist nicht zulässig ohne schriftlichen Arbeitsvertrag zu arbeiten (Leitfaden 2017: 4). Der Arbeitsvertrag muss vor Beschäftigungsbeginn abgeschlossen werden.
Solltest du arbeiten, obwohl der Arbeitsvertrag noch nicht in Kraft ist, kann es sein, dass du einen Anspruch auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag hast. Wenn dein Arbeitsvertrag auf Grundlage des Teilzeit- und Befristungsgesetzes befristet werden soll gilt:
„(4) Die Befristung eines Arbeitsvertrages bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform.“ (§ 14, Abs. 4, TzBfG)
Wie das bei einer Befristung nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz aussieht können wir nicht sagen.
Wie lange darf ich maximal als studentische Hilfskraft beschäftigt sein?
Nach dem Hessischem Hochschulgesetz dürfen studentische Hilfskräfte nicht länger als sechs Jahre beschäftigt werden (§75 Abs. 1 S. 1 HHG).
Werden meine Hilfskraftzeiten auf das Wissenschaftszeitvertagsgesetz angerechnet?
Bei studentischen Hilfskräften: Die Zeiten als studentische Hilfskraft mit oder ohne Abschluss werden nicht auf das Wissenschaftszeitvertragsgesetz angerechnet.
Bei wissenschaftlichen Hilfskräften: „Die Befristung von Arbeitsverträgen des […] Personals, das nicht promoviert ist, ist bis zu einer Dauer von sechs Jahren zulässig, wenn die befristete Beschäftigung zur Förderung der eigenen wissenschaftlichen oder künstlerischen Qualifizierung erfolgt.“ (§2 Abs. 1 S. 1 WissZeitVG). Mit wissenschaftlicher Qualifizierung kann hierbei nicht nur eine formale Qualifikation wie „Promotion“ oder „Habilitation“ gemeint sein, sondern auch der Erwerb weiterer wissenschaftlicher Kompetenzen (vgl. BMBF 2016: 10). Die Rechtsprechung konkretisiert den Begriff der wissenschaftlichen Tätigkeit. So heißt es im Urteil des Arbeitsgericht Frankfurt am Main, dass wissenschaftliche Tätigkeiten daraus ausgerichtet sein sollten, den „Erkenntnisstand der jeweiligen wissenschaftlichen Disziplin zu sichern oder zu erweitern“.
Kann ich an zwei Hilfskraftstellen gleichzeitig angestellt sein?
Ja, du solltest aber darauf achten, dass du trotzdem nur einen Arbeitsvertrag bekommst. Hast du zwei Stellen am gleichen Fachbereich bzw. Zentrum oder Einrichtung, dann ist das kein Problem. Anderenfalls solltest du zur Sicherheit die Wirtschaftsverwaltungen informieren, dass du auf mehreren Stellen gleichzeitig arbeiten möchtest. Die Information zur Mehrfachbeschäftigung ist im Fragebogen zur Sozialversicherung anzugeben. (Leitfaden 2017: 8)
Wie bekomme ich ein Arbeitszeugnis?
Du hast auf jeden Fall Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, das häufig leider jedoch nicht automatisch nach Vertragsende ausgestellt wird. Wende dich am besten direkt an deine_n direkten Vorgesetzte_n oder die Wirtschaftsverwaltung und beantrage eines. Weigert er_sie sich, so verweise auf den Leitfaden (vgl. Leitfaden 2017: 10).
Muss ich einen Stundenzettel bei der Verwaltung einreichen?
Die Dokumentationspflicht liegt bei der_m Arbeitger_in (vgl. §17 Abs 1 Satz 1, MiLoG), du musst also erst einen Studendenzettel ausfüllen, wenn dich dein_e Arbeitgeber_in dazu auffordert. Abgeben musst du deinen Stundenzettel dementsprechend bei deinem_r Arbeitgeber_in.
Mein_e Arbeitgeber_in verlangt von mir, dass ich einen ausführlichen Stundenzettel führe. Muss ich das? Was muss ich angeben?
Für alle geringfühig Beschäftigten (Einkommen < 450€), was auch für die meisten Hilfskräfte gelten dürfte gilt nach verschiedenen Verordnungen und Gesetzen eine Dokumentationspflicht der Arbeitszeit (vgl. §17 Abs 1 Satz 1, MiLoG und §8 Abs 1 Punkt 1 SGB IV). Dein_e Arbeitger_in kann dich also dazu auffordern einen Stundenzettel zu führen. Auf dem Stundenzettel muss die Anfangs- und Endzeit, das Datum und die Arbeitszeit (ohne Pausen) enthalten sein, alle anderen Angaben, zu denen du evtl. aufgefordert wurdest, musst du nicht machen.
Habe ich Mitspracherecht bei Schicht-/Arbeitszeitplanung?
Ein Mitsprachrecht bei Schicht- und Arbeitszeitplannung haben einzelne Arbeitnehmer_innen leider nicht. Betriebs- oder Personalräte werden an Entscheidungen zur Schicht- und Arbeitszeitplannung beteiligt oder es gibt Regelungen in Tarifverträgen. Leider sind Hilfskräfte nicht im Tarifvertrag des Landes Hessen und nur WHKs sind durch den Personalrat vertreten.
Bist du als WHK angestellt solltest du dich also an den Personalrat wenden. Als SHK bist du leider abhänig von der Person, die_der den Schicht- & Arbeitsplan erstellt.
Meine Arbeitszeiten stehen nicht in meinem Vetrag. Wann muss ich arbeiten?
Wenn deine Arbeitszeiten nicht in deinem Vertrag stehen und es keine anderen Absprachen oder Vereinbarungen mit deinem_r Arbeitgeber_in gibt, kannst du dir deine Arbeitszeit frei einteilen.
Muss ich Überstunden machen, wenn sie von mir gefordert werden?
Studentische Hilfskräfte müssen keine Überstunden leisten. Es dürfen nur die vereinbarten Stunden geleistet werden (ver.di 2014: 7). Es ist aber gängige Praxis, dass es Wochen gibt in denen mehr gearbeitet wird und dafür in anderen Wochen diese Mehrarbeit abgebummelt wird. Diese Regelungen sind zwar nicht ganz freiwillig, du solltest unbedingt darauf achten, dass du die zusätzlichen Zeiten wieder abbummelst, denn diese Mehrarbeit wird nicht vergütet.
Laut Hilfskräfteleitfaden soll die vereinbarte Arbeitszeit über den gesamten Vertragszeitraum nicht über- oder unterschritten werden. Das bedeutet, ihr müsst im mehr oder weniger erbrachte Stunden in einem Monat in einem anderen Monat ausgleichen. (vgl. Leitfaden, 2017: 5)
Gibt es Nachtzuschläge?
Im Arbeitsvertrag ist nur der Umfang der Arbeitszeit geregelt, nicht aber wann diese Abzuleisten sind. Generelle gilt nach §6 Absatz 5 Arbeitszeitgesetz aber, „dass der Arbeitgeber außertariflichen Beschäftigten für Nachtarbeitszeiten zwischen 23 und sechs Uhr eine ‚angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren‘ hat.“ (GEW 2015: 17). Eine genauere Regelung ist leider auch im Hilfskräfteleitfaden nicht enthalten. Generell ist es gerade bei den flexiblen Arbeitszeiten von Hilfskräften schwierig diese Zuschläge einzufordern. Falls du trotz vereinbarter regelmäßiger Nachtarbeit keinen Zuschlag bekommst wende dich an die Hilfskraftinitiative.
Habe ich ab einer bestimmten Zeit ein Anrecht auf Pause?
Arbeitnehmer_innen dürfen grundsätzlich nicht länger als 6 Stunden am Stück ohne Pause arbeiten. Ab 6 Stunden Arbeitszeit stehen dir 30 Minuten Pause zu, bei mehr als 9 Studnden stehen dir 45 Minuten zu (vgl. §4 ArbZG).
Werden Pausen bezahlt? Zählen Pausen zur Arbeitszeit?
Arbeitszeit ist nach Arbeitszeitgesetz „die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen“ (§2 Abs. 1, ArbZG). Pausen zählen also nicht zur Arbeitszeit und werden nicht bezahlt.
Wann muss ich erreichbar sein?
Arbeitnehmer müssen nicht ständig erreichbar sein. Laut Arbeitszeitgesetz darf die werktägliche Arbeitszeit 8 Stunden nicht überschreiten. Die Arbeitszeit kann laut Arbeitszeitgesetz auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. (vgl. §3, ArbZG)
Viele Stellenausschreibungen finden sich auf der zentralen Seite der Uni Marburg. Hier sind auch weitere Seiten verlinkt auf denen die Stellenangebote der Fachbereichen und Einrichtungen eingestellt werden.
Es können durchaus auch Stellen per Aushang in den Instituten oder per E-Mail ausgeschrieben sein. Es lohnt sich also ein Auge offen zu halten.
Bekomme ich auch an Feiertagen weiter Geld?
Du hast an einem gesetzlichen Feiertag Anspruch auf Lohnzahlungen, ohne dass Du arbeiten musst, wenn Du üblicherweise an dem Wochentag arbeitest, auf den der Feiertag fällt.
Wenn es an der jeweiligen Arbeitsstelle keine andere Regelung gibt, dann gilt: Wer keinen regelmäßigen Arbeitszeitplan hat, wird anteilig für den Feiertag bezahlt.
Bsp.: Wer pro Woche 10 Stunden arbeitet (5-Tage-Woche), muss, wenn in der Woche ein Feiertag liegt, ein Fünftel, also zwei Stunden weniger arbeiten, bekommt aber trotzdem 10 Stunden bezahlt.
Wenn ich krank bin, was muss ich tun?
Bei Krankheit muss sofort der/die Vorgesetzte oder deren Vertretung informiert werden. Die Information reicht vollkommen aus. Es besteht keine Pflicht nach Ersatz zu suchen. (vgl. Leitfaden 2017: 8)
Bekomme ich auch bei Krankheit weiter Geld?
Wenn dein Arbeitsvertrag schon mindestens einen Monat läuft: Ja. Bis zu sechs Wochen bekommst du im Krankheitsfall Lohnfortzahlung. Solltest du länger als sechs Wochen krank sein kommt es darauf an, ob du in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichtert bist. Wenn ja, dann zahlt dann die Krankenkasse weiter. Dieser Anspruch besteht nicht für Personen, die noch über die Familienversicherung versichert sind, beziehungsweise in der studentischen Krankenversicherung sind. (vgl. GEW 2015, S. 19)
Muss ich die Zeit nacharbeiten, wenn ich wieder gesund bin?
Auf keinen Fall. Die Zeiten, die du wegen Krankheit gefehlt hast müssen nicht nachgearbeitet werden. Solltest du aufgefordert werden nachzuarbeiten kannst du aus dem Hilfskräfte-Leitfaden zitieren: „Krankheitsbedingte Fehlzeiten müssen nicht nachgearbeitet werden.“ (Leitfaden 2017: 8) Du solltes aber auf alle Fälle auch der Hilfskraftinitiative bescheid sagen.
Muss ich mich um eine Vertretung kümmern?
Nein der Arbeitgeber_die Arbeitgeberin muss sich um eine Vertretung kümmern. Du musst nur den Arbeitgeber_die Arbeitgeberin unverzüglich davon in Kenntnis setzen, dass du krankheitsbedingt ausfällst.
Ab wann muss ich ein Attest vorlegen?
Ein ärztliches Attest muss spätestens am 4. Tag der Abwesenheit vorgelegt werden, falls nicht die Vereinbarung besteht, dass die Krankmeldug schon am ersten Tag abgegeben werden muss. (vgl. Leitfaden 2017: 8)
Wer bekommt bei Krankheit das Attest?
Das Attest (und alle folgenden Atteste) muss entweder dem/der Vorgesetzten oder der personalverwaltenden Stelle vorgelegt werden. (vgl. Leitfaden 2015: 9)
Muss ich meine_r Arbeitgeber_in sagen was ich habe?
Nein, du musst deinem_r Arbeitger_in auf keinen Fall über die Art der Erkrankung informieren. Solltest du denoch dazu aufgefordert werden kannst du auf das Bundesdatenschutzgesetz verweisen, dass es nur in Ausnahmefällen (§ 28 Abs. 6-9) erlaubt „besondere Arten personenbezogener Daten (, dass) sind Angaben über (…) Gesundheit“ (§ 3 Abs. 9) zu erheben, oder du kannst dich an die Hilfskraftinitiative wenden.
Was passiert, wenn ich während meines Urlaubes krank werde?
Bei Vorlage eines ärztlichen Attestes können die Urlaubstage später nachgeholt werden. Der genehmigte Urlaub verlängert sich aber nicht automatisch um die Krankheitstage, sondern die Tage müssen gesondert beantragt/verabredet werden (vgl. ver.di b+b [abgerufen am 07.05.2018]).
Was muss ich tun wenn ich mich während meiner Arbeitszeit (auch auf dem Weg zur Arbeit) verletze? (Arbeitsunfall)
Als Arbeitsunfälle zählen alle Unfälle, die während der Arbeitszeit (also nicht in den Pausen) oder auf dem (direkten) Weg zur Arbeitsstätte passieren. Sollte eine Verletzung oder ein Unfall in diesen Rahmen fallen musst du deine_n Arbeitgeber_in möglichst zeitnah darüber informieren, um die Leistungen der Unfallkasse (diese sind meist umfangreicher als die der gesetzlichen Krankenkassen) nutzen zu können. Du solltest auf jeden Fall auch den behandelnden Arzt darüber informieren, dass du einen Arbeitsunfall hattest. Denn nicht alle Ärzte werden von den Unfallkassen akzeptiert.
Warum bekommen manche Hilfskräfte 10€, andere 11,50€?
Beim Lohn von Hilfskräften wird zwischen studentischen Hilfskräften ohne Abschluss (10 Euro) und mit Abschluss (11,50 Euro) unterschieden (vgl. HK-Ini 2018).
Den erhöhten Stundensatz von 11,50 € erhalten studentische Hilfskräfte, die ein Bachelorstudium mit einer Regelstudienzeit von sechs Semestern erfolgreich abgeschlossen haben. Studentische Hilfskräfte, die in einem Bachelor-Studiengang mit einer Regelstudienzeit von mehr als sechs Semestern oder in nicht gestuften Studiengängen studieren, erhalten ab dem dritten Semester nach abgelegter Zwischenprüfung oder – wenn eine Zwischenprüfung nicht vorgesehen ist – ab dem siebten Fachsemester, ebenfalls auf Antrag, diesen erhöhten Stundensatz. Die Regelung der Zahlung eines erhöhten Stundensatzes ab dem dritten Semester nach abgelegter Zwischenprüfung bedeutet, dass nach Ablegung der Zwischenprüfung (z.B. im vierten Semester) eine „Wartezeit“ von zwei Semestern (z.B. fünften und. sechsten Semester) durchlaufen werden muss, um mit Beginn des dann folgenden Semesters (z.B. siebtes Semester) einen Anspruch auf den erhöhten Stundensatz zu haben (vgl. Leitfaden 2017: 6).
Im Zuge der Lohnerhöhung zum 01.01.2018 wurde gleichzeitig die „Sonderzahlung Hilfskräfte“ ersatzlos gestrichen. Der im Entgeltgeldnachweis unter „Sonderzahlung Hilfskräfte“ verezeichnete Posten stellte die monatliche Pauschale in Höhe von 5% des Bruttobezugs als Ausgleich für ein Weihnachtsgeld dar und wurde zusammen mit dem monatlichen Lohn überwiesen. Damit ist das tatsächlich erhaltene Geld für die meisten Hilfskräfte zum 01.01.2018 nur minimal gestiegen.
Ich leiste die gleiche Arbeit wie ein_e Masterstudent_in. Bekomme ich als Bachelor-Studierende_r trotzdem weniger Geld?
Ja, weil der Lohn nicht nach Arbeitsinhalt, sondern nach Qualifikation gestuft bezahlt wird (vgl. Leitfaden 2017: 6).
Wenn ich mehr als meine vorgeschriebenen Stunden arbeite, bekomme ich dann auch die entsprechenden Stunden bezahlt?
Laut der Antwort des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst auf die Kleine Anfrage an den Hessischen Landtag am 12.05.2016, wird Mehrarbeit an der Philipps-Universität Marburg entweder ausgeglichen oder bezahlt (vgl. LT-Drucksache 19/3257).
Kann ich in meinem Zweitstudium als studentische Hilfskraft arbeiten? Habe ich dann Anspruch auf den erhöhten Stundensatz?
Grundsätzlich gilt, dass du mit dem Erreichen eines Diploms, eines Magisters, eines Staatsexamens oder eines Masters nicht mehr als Studentische Hilfskraft arbeiten darfst, auch wenn du immatrikuliert bist. Solltest du aber ein Zweitstudium absolvieren, kannst du im Rahmen dieses Studiums als Studentische Hilfskraft beschäftigt werden (vgl. Leitfaden 2017: 5-6). Das sollte aber vorher unbedingt mit der Personalabteilung bzw. mit der zuständigen Wirtschaftsverwaltung abgesprochen werden, nicht dass ein Arbeitsvertrag im letzten Moment nicht zu Stande kommt, weil diese Stellen intervenieren.
Ja, du hast Anspruch auf den erhöhten Stundensatz, da du damit die in Hilfkräfteleitfaden formulierten Kriterien für den erhöhten Stunden auf alle Fälle erfüllst.
Ist der Personalrat der Uni zuständig für Hilfskräfte?
Der Personalrat hat leider kein direktes Personalvertretungsrecht für studentische Hilfskräfte. Das regelt das Hessische Personalvertretungsgesetz (§ 3 Abs. 3 HPVG) so. Deshalb fehlt zunächst einmal eine parteiische und einflussreiche Interessenvertretung bei Problemen. Trotzdem stehst du nicht ganz alleine da. Je nach Problem kannst du dich an die Hilfskraftinitiative, die Fachbereichs-Frauenbeauftragten oder deine Gewerkschaft wenden. Offiziell ist die einzig mögliche Anlaufstelle die Wirtschaftsverwaltung oder – wenn das nichts hilft – an die zentrale Personalabteilung der Uni wenden. Bei eher administrativen Fragen ist das auch die richtige Stelle. Der Haken dabei ist, dass es sich dabei um Stellen der Arbeitgeberin handelt, die strukturell somit erstmal eher nicht auf deiner Seite sind.
Wissenschaftliche Hilfskräfte können sich bei Problemen an den Personalrat wenden.
Grundsätzlich kannst du dich aber immer an die Hilfskraftinitiative Marburg (also uns) wenden. Wir können dann gemeinsam nach einer Lösung schauen.
Ist es sinnvoll als Hilfskraft einer Gewerkschaft beizutreten?
Auf jeden Fall! Eine Gewerkschaftsmitgliedschaft ist aus Perspektive der Hilfskraftinitiative grundsätzlich allen Erwerbstätigen zu empfehlen. Alleine schon wegen kostenloser Rechtsberatung und u.U. gewährtem Rechtsschutz (d.h. dass die Gewerkschaft im Zweifelsfall sogar deine Gerichtskosten tragen würde, sollte es zu Arbeitsrechtsstreitigkeiten kommen) sowie Streikgeld. Darüber hinaus gibt es nur dann eine realistische Chance, gemeinsam einen Tarifvertrag zu erstreiten, wenn sich viele Hilfskräfte in Gewerkschaften organisieren. Zudem ist eine Gewerkschaftsmitgliedschaft für Studierende sehr günstig.
Ich habe Probleme mit meine_r Vorgesetzten, an wen kann ich mich wenden?
Normalerweise wäre die richtige Stelle für derartige Probleme der Personalrat. Dieser ist aber nur für wissenschaftliche und nicht für studentische Hilfskräfte zuständig. Trotzdem stehst du nicht ganz alleine da. Je nach Problem kannst du dich an die Hilfskraftinitiative, die Fachbereichs-Frauenbeauftragten oder deine Gewerkschaft wenden. Offiziell ist die einzig mögliche Anlaufstelle die Wirtschaftsverwaltung oder – wenn das nichts hilft – an die personalverwaltende Stelle der Uni wenden (vgl. Leitfaden 2017: 4). Bei eher administrativen Fragen ist das auch die richtige Stelle. Der Haken dabei ist, dass es sich dabei um Stellen der Arbeitgeberin handelt, die strukturell somit erstmal eher nicht auf deiner Seite sind.
Du kannst dich, wenn du wissenschaftliche Hilfskraft bist, an die Konfliktberatung & Prozessentwicklung der Uni Marburg wenden.
Laut Arbeitstättenverordnung sollte in Arbeitsräumen eine Temperatur von 26°C nicht überschritten werden (vgl. ASR 3.5, 2010: Abschnitt 4.2).
Ja. Wie alle Angestellten haben auch Hilfskräfte Anspruch auf Urlaub. Da sie nicht Teil des Tarifvertrages sind, gilt leider nur der gesetzliche, minimale Urlaubsanspruch in Höhe von 24 Werktagen im Jahr (entsprechend runtergerechnet auf deine Stunden). Dein Urlaubsanspruch orientiert sich also zum einen an deinen vertraglich vereinbarten Arbeitsstunden, zum anderen am Bundesurlaubsgesetz. Wieviel das im Einzelnen bedeutet, kannst du der Tabelle dem Leitfaden (2017: 14) entnehmen.
Wie viel Urlaub kann ich nehmen?
Der Leitfaden (2017: 6) für Hilfskräfte sagt hierzu folgendes: „Der Anspruch auf Urlaub ergibt sich für studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte aus dem Bundesurlaubsgesetz“. Das Bundesurlaubsgesetz lautet: „Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub.“ (§1 BUrlG) Daher haben alle Hilfskräfte Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Darüber hinaus haben Hilfskräfte mit Schwerbehinderung im Sinne des SGB IX (vgl. § 2 Abs. 2 SGB IX) einen zusätzlichen Urlaubsanspruch nach § 208 SGB IX. (vgl. § 208 SGB IX)
Da Hilfskräfte nach Stunden eingestellt werden, ergibt sich dein Urlaubsanspruch aus der Höhe deiner monatlichen Arbeitszeit. Da es keine einheitliche Arbeitszeiten für Hilfskräfte gibt, musst Du selbst ausrechnen ob du ganze Tage Urlaub nehmen kannst oder dein Urlaubsanspruch von deiner durchschnittlichen Wochenarbeitszeit abgezogen werden kann/muss. Genaueres entnimmst du der Tabelle im Leitfaden:
(Leitfaden 2017: 14)
Dieser gibt den Urlaubsanspruch in Stunden aus.
Wenn Du Dir also einen Tag frei nimmst, an dem du normalerweise vier Stunden arbeitest, dann gehen diese vier Stunden von deinem „Konto“ ab (vgl. ebd.). Der Urlaub muss bis zum Jahresende oder ggf. Vertragsende aufgebraucht werden, da er sonst verfällt.
Ausnahmefall: Wenn du deinen Urlaub wegen Krankheit nicht nehmen konntest, oder der_die Arbeitgeber_in dir bestimmte Tage verweigert hat, kannst du den Urlaub bis zum 31. März nachholen (vgl. § 7 Abs. 3 BUrlG). Sollte auch in dieser Frist, zum Beispiel wegen Krankheit, der Urlaub nicht genommen werden, verlängert sich die Frist um ein Jahr (vgl. ver.di b+b [abgerufen am 07.05.2018).
Resturlaub Solltest du am Vertragsende noch Urlaub übrig haben, dann kannst du dir diesen Auszahlen lassen (vgl. §7 Abs. 4, BUrlG).
Darf ich meinen Urlaub nehmen, wann ich will?
Prinzipiell ja: „(1) Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, daß ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.“ (§ 7 BUrlG Abs. 1.) Du kannst also einen Urlaubswunsch für einen bestimmten Zeitraum äussern, dies kann aber aus den oben genannten Gründen abgelehnt werden.
D.h. z.B. dass du deinen Urlaub nicht nehmen kannst, wenn du eine regelmäßige wöchentliche Lehrveranstaltung zu betreuen hast. Weitere Infos findet du im Leitfaden (2017: 6)
Muss ich mich selbst um eine Urlaubsvertretung kümmern?
Nein. Es ist die Aufgabe des_der Arbeitgebers_Arbeitgeberin sich um die Personalplanung zu kümmern. Wenn du deinen Urlaub ordnungsgemäß angemeldet hast musst du keine Urlaubsvertretung organisieren, damit du den Urlaub genehmigt bekommen kannst.
„Der Arbeitnehmer hat seine Arbeit persönlich zu leisten, wenn nichts anderes vereinbart ist. Er kann sich nicht durch andere vertreten lassen, braucht sich allerdings auch nicht um eine Vertretung zu bemühen (z. B. im Krankheitsfall).“ (BMAS 2016: 25)
Muss ich während meines Urlaubs erreichbar sein?
Nein der_die Arbeitnehmer_In muss im Urlaub für den_die Arbeitgeber_in nicht erreichbar sein, da der Urlaub der Erholung dienen soll (vgl. §1 BUrlG). Am besten sprichst Du vorher mit deinem_deiner Vorgesetzten_Vorgesetzem ab, ob und wann du im Notfall erreichbar bist.
Verfällt mein Urlaub (z.B. zum Semesterende?)
Zunächst einmal ist es abhängig von deinem Vertrag. Da Hilfskraftverträge häufig nur für wenige Monate abgeschlossen sind, solltest du deinen Urlaub auf jeden Fall in deiner Vertragslaufzeit nehmen, sonst verfällt er. Eine Regelung nach Semestern gibt es aber nicht, jedoch nach Kalenderjahren. Der Urlaubsanspruch kann nur in begründeten Ausnahmefällen ins nächste Kalenderjahr mitgenommen oder übertragen werden. Er muss dann aber bis 31.03. abgegolten sein, sonst verfällt er i.d.R.
Dazu muss die Urlaubsübertragung von einem Kalenderjahr in das nächste förmlich beantragt werden. Ist ein solcher Antrag gestellt worden, kann der Resturlaub aus dem Vorjahr bis zum 31.03. des darauf folgenden Jahres genommen werden. Wird der Antrag nicht gestellt, erfolgt auch keine Übertragung des Urlaubs – er verfällt.
Der volle Urlaubsanspruch besteht erst, wenn das Arbeitsverhältnis schon sechs Monate andauert (d.h. aber nicht, dass du nicht schon vorher den kompletten Urlaub bekommen kannst, d.h. nur dass du keinen gesicherten Anspruch darauf hast). Vorher und bei auf höchstens sechs Monate befristeten Beschäftigungen wird pro Arbeitsmonat ein Zwölftel des Jahresurlaubs gewährt. Nach sechs Monaten besteht auch dann der volle Jahresurlaubsanspruch, wenn der Job erst im Laufe des Jahres aufgenommen wurde (vgl. DGB jugend [abgerufen:07.05.2018]).
Kann mein_e Arbeitgeber_in mich aus dem Urlaub frühzeitig zurückrufen?
Es gilt §1 BUrlG. Einmal gewährter Urlaub darf nicht zurückgenommen werden. Ausnahmen hierfür gibt es nur in Notfällen (vgl. LAG Köln · Urteil vom 27. September 2012 · Az. 6 Sa 449/12).
(Wann) habe ich Anspruch auf Sonderurlaub?
Neben dem Urlaubsanspruch besteht ein gesetzlicher Anspruch auf bezahlte Freistellung bis zu fünf Tagen bei Geburten, Hochzeiten, Krankheits- oder Todesfällen, für ehrenamtliche Richter_innen, für gerichtliche oder behördliche Ladungen, notwendige Arztbesuche, Stellensuche bei Arbeitsplatzwechsel und ähnliches mehr (vgl. DGB Jugend [abgerufen: 07.05.2018]).
Ja, alle hessischen Arbeitnehmer_innen, also auch Hilfskräfte, haben Anspruch auf bezahlten Bildungsurlaub nach dem Hessischen Bildungsurlaubsgesetz (§1 Abs. 1 BiUrlG HE). Diesen Urlaub gibt es zusätzlich zum sonstigen Urlaubsanspruch und er beträgt pro Jahr fünf Arbeitstage, was allerdings nur für Vollzeitbeschäftigung mit 5-Tage-Woche gilt und sich ansonsten entsprechend verringert (§2 Abs. 1 BiUrlG HE ). Ein weiterer Haken bei vielen Hilfskraftstellen ist, dass der Anspruch erst nach sechsmonatiger Beschäftigung erworben wird. Ihr müsst aber nicht unbedingt einen längeren Vertrag haben, sondern „nur“ spätestens vier Monate nach einer sechsmonatigen Beschäftigung erneut einen Vertrag bekommen, um den Anspruch zu haben (§4 BiUrlG HE ).

References: §17
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 §8
 §6
 §4
 §3
 § 2
 § 208
 § 208
 § 7
 §7
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