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Timestamp: 2017-04-25 20:09:43+00:00

Document:
V. b.b.
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Erscheint einmal imMo
I.^S.jährlich. Einzelnummer so Gr
SHriftleiwng: Nathaus. 2 Ktock links
II. Probleme öer Rommunawerwaltung öer
Lanöeshauptstaöt Innsbruck
Der P l a n eines Innsbrucker
K o n g r e ß - unö Kestsaales
Innsbruck, die prachtvoll gelegene Alpenstadt, ist im
Laufe der letzten Jahrzehnte zum Reiseziel vieler Fremder geworden; im Winter und Sommer übt unsere
Hauptstadt durch ihre Sehenswürdigkeiten und als
Ausgangspunkt der Wanderungen im Lande ihre Anziehungskraft aus. Mit dem Erstarken des Fremdenverkehres hat sich die Wirtschaft des Landes und feiner
Hauptstadt auf den wichtigen Faktor der F r e m d e n i n d u s t r i e eingestellt, da die Hebung des Verkehres
nicht nur einzelnen, sondern allen zugute kommt.
Darum gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Landes
die Förderung des Fremdenverkehres; es gilt aber nicht
bloß die A n z a h l der Fremden zu vermehren, sondern auch, deren A u f e n t h a l t s d a u e r zu verlängern und schließlich vor allem z a h l u n g s k r ä f t i g
ges P u b l i k u m ins Land zu bekommen.
Was können wir zur Steigerung des Fremdenverkehres
I n früheren Jahren hat sich die FremdenverkehrsWerbung darauf beschränkt, durch Ankündigung, Reklame, die Reisenden auf Tirol und seine Hauptstadt
aufmerksam zu machen. Gewiß kann in bestimmtem
Rahmen diese Werbetätigkeit nicht entbehrt werden.
Ebenso wichtig — vielleicht noch bedeutsamer — aber
ist es, dafür zu sorgen, daß den Fremden im Lande
H e r v o r r a g e n d e s g e b o t e n wird, daß sie vollauf befriedigt nach Hause kehren, denn dann werden
sie nicht nur selbst wiederkommen, sondern durch ihr
Urteil über das Gebotene zur besten l e b e n d e n Rek l a m e werden. Darum muß Tirol raschestens sein
Augenmerk der Frage widmen, was es den Fremden
zu bieten vermag.
(,Doganaprojekt")
Tiroler Festspiele.
Der Plan, in Innsbruck Festspiele zur Durchführung
zu bringen, die alljährlich — oder in größeren Zeitabständen — abgehalten werden, ist nicht neu. Nach dem
Kriege wurde der Gedanke erwogen, die seinerzeit mit
so großem Erfolg aufgeführten M e r a n e r V o l k s s c h a u s p i e l e nach Innsbruck zu verpflanzen. Der
verstorbene Hofrat Dr. R o h n hat sich eingehend mit
diesem Plan beschäftigt. Weiter aber hat Bürgermeister
Franz F i s c h e r diesen Gedanken aufgegriffen und Hofrat Dr. R e i c h e r hat ihm seine Unterstützung geliehen,
so daß er bereits 1932 u n m i t t e l b a r v o r s e i n e r
V e r w i r k l i c h u n g stand. Dazu aber bedarf es keineswegs etwa einer Nachahmung der Salzburger Festspiele: Tirol vermag mit bodenständigen Kräften Hervorragendes und Ursprüngliches zu geben, da unserem
Lande zahlreiche Künstler — Dichter, Musiker, Bühnenkünstler — zur Verfügung stehen.
Festplatz und Festspielhaus
Als geeigneter Festplatz kommt sowohl der Platz vor
dem Amraser Schloß, wie der Höttinger Steinbruch in
Betracht; in erster Linie aber würde sich ein Platz am
historischen Berg Isel eignen, der hiefür bereits ausgewählt wurde. F r e i l i c h t s p i e l e h i s t o r i s c h e n
I n h a l t e s a n d e r g e w e i h t e n S t ä t t e würden
bestimmt ihren Erfolg nicht verfehlen. Die Voraussetzung für die Durchführung von Festspielen ist aber
das Vorhandensein eines entsprechenden Raumes für
den Fall plötzlich eintretender schlechter Witterung. Das
Stadttheater kommt wegen seines geringen Fassungsraumes für so große Veranstaltungen nicht in Betracht,
die Errichtung eines neuen Gebäudes ist aus finanziel-
len Gründen nicht möglich. Nun aber besitzt Innsbruck
in der sogenannten D o g a n a ein Gebäude, das für
diese Zwecke errichtet wurde und nur einer gründlichen
Neuerstellung bedarf.
Die geschichtliche und bauliche Bedeutung der ..Dogana"
1628 lieh F e r d i n a n d I I . durch seinen Baumeister
G u m p p die große Schaubühne am Rennweg errichten,
sowohl in den Ausmaßen wie in der Bauanlage ein für
die damalige Zeit e i n z i g a r t i g e s Gebäude. Tirol
war das Einzugsland südlicher Kunst, die besonders am
Hofe der tirolischen Fürsten gepflegt wurde. Innsbruck
hat für die Pflege der Theaterkunst in Oesterreich besondere Bedeutung, schon im 16. Jahrhundert waren
hier Schauspieler im Solde der Fürsten. Der Theaterbau
am Rennweg aber ist d e r ä l t e s t e T h e a t e r b a u
a u f d e u t s c h e m B o d e n . Unter anderem wurde in
dieser großen Festhalle der Uebertritt Christines von
Schweden zum Katholizismus festlich begangen. Freilich erwies sich diese Schaubühne, die hauptsächlich Turmerspielen diente, aber auch eine großangelegte Bühne
besaß, bald als zu groß, weshalb Ferdinand 1655 ein
zweites kleineres Theater am Rennweg bauen ließ, das
1845 abgebrochen und durch das jetzige Theater ersetzt
wurde. Von den Bayern wurde die leerstehende Halle
1810 als Zollgebäude verwertet und erhielt dadurch den
Namen Dogana. Als ältester Theaterzweckbau von besonderer Bauart und Größe stellt dieses Gebäude an sich
eine b e d e u t e n d e S e h e n s w ü r d i g k e i t dar,
die längst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte.
Fest- und Kongretzsaal
Dieses große Theatergebäude aus dem Jahre 1628
könnte nach entsprechender Herstellung für die Durchführung der Festspiele dienen. Es würde mit der Erneuerung der Halle aber auch einem dringenden Bedürfnis unserer Hauptstadt abgeholfen werden: I n
früheren Jahren konnten viele K o n g r e s s e in Innsbruck tagen; ihre weitere Durchführung scheiterte aber
an dem Mangel eines großen Veratungs- und Festraumes. Die Aufführung von großen m u s i k a l i s c h e n
W e r k e n , die Veranstaltung von A u s s t e l l u n g e n ,
aber auch die würdige Abhaltung einer Messe bedingt
einen so großen Raum, wie ihn die Dogana-Halle aufweist. Innsbruck brauchte kein eigenes Saalgebäude
mehr zu erstellen, der Saal ist vorhanden, er steht wie
ein ungenützter Schatz zur Verfügung und dient heute
ganz zweckwidrig als ein Aktendepot.
Die Finanzierung des Ausbaues
Das Gebäude ist Eigentum des Bundes, würde aber
zum Ausbau der Stadtgemeinde sür 6 0 Jahre überlassen werden. Für den Ausbau liegen Pläne des Herrn
Professor Dr. Clemens H o l z m e i s t e r , sowie Pläne
des städtischen Bauamtes, des Architekten Oberbaurat
A l b e r t vor. Die Kostenvoranschläge stammen aus dem
Jahre 1932. Damals konnte aber auch bereits für die
Aufbringung der nötigen Mittel — rund 600.000 8 die Sicherung erreicht werden. Durch einem Vollversammlungsbeschluß der Innsbrucker G a s t w i r t e g e -
n o s s e n s c h a f t war bereits im Frühjahre 1933 die
Verzinsung und Tilgung des Anlagegeldes durch Einführung eines F r e m d e n g u s chlages — von 10
bis 30 ß für die Nächtigung — gesichert. Diese geringe
Auflage hätte bei normalem Fremdenverkehr die Durchführung des Baues und die rasche Tilgung des Anlagegeldes ermöglicht. Leider aber hat die 1000-Marksperre
auch die Verwirklichung dieses Planes unmöglich gemacht.
Es liegt aus dem Jänner 1933 ein Vertragsentwurf
vor, dem das H a n d e l s - u n d F i n a n g m i n i s t e r i u m die grundsätzliche Zustimmung gegeben hat. Auch
die Tiroler L a n d e s r e g i e r u n g hat in einer Regierungssitzung die vorliegenden Pläne gutgeheißen. Es
bleibt nur noch die Unterbringung der in der Halle der
Dogana befindlichen Akten durchzuführen, wofür aber
ebenfalls bereits in einer der städtischen ehemaligen
Trainremisen ein geeigneter Raum gefunden wurde.
Der Plan ist daher seit dem Frühjahr 1933 reif zur
Durchführung; wenn Tirol noch den Fremdenverkehr
des Jahres 1932 hätte, wäre auch das nötige Geld aufgebracht worden. So aber handelt es sich nur darum,
daß ein Darlehen vom Bund erreicht wird, das die Ausführung ermöglicht.
Die fruchtbarste Geldanlage
Der Ausbau des ältesten bestehenden deutschen Theaterbaues ist eine kulturelle Tat! Aber darüber hinaus
ist die Verwendung des nötigen Geldbetrages eine sehr
nutzbringende Anlage. Vor allem muß hervorgehoben
werden, daß der B u n d das Leihgeld nicht in ein fremdes Objekt hineinsteckt, sondern in sein eigenes, da ihm
ja das Gebäude und damit alle Einbauten a l s E i g e n t u m v e r b l e i b t . Die Innsbrucker FremdenverkehrsInteressenten haben sich 1933 bereit erklärt, die aufgenommene Summe zu verzinsen und zu tilgen. Der
Bund bekäme also den Ausbau des ihm gehörigen Gebäudes k o s t e n l o s ! Es würde weiter durch den Ausbau dem Innsbrucker Handwerk wertvollste A r b e i t s g e l e g e n h e i t geschaffen und schließlich für Tirol eine
Sehenswürdigkeit erschlossen; was aber den größten
Wert darstellt: es könnte damit endlich die Möglichkeit
gegeben werden, eine besondere A n z i e h u n g f ü r
d e n F r e m d e n v e r k e h r durch Veranstaltung der
längst geplanten Tiroler Festspiele zu schaffen. Gewiß
ist nichts gegen die Straßenbauten einzuwenden,
wenn sie auch zum Teil nur den raschen Durchreiseverkehr heben,- als viel nutzbringender aber muß die Ver
wirklichung eines Planes bezeichnet werden, der i m m e r w i e d e r n e u e E i n n a h m s q u e l l e n erschließen wird.
Was hätte eine andere Stadt aus dem Besitz des ältesten Theaterbaues gemacht! Was müßte der Bund, der
für kulturelle Ziele keineswegs verschlossen, zur Erneuerung einer der ältesten und bedeutendsten Kulturstätte des Bundesgebietes übrig haben! Da obendrein
auch der geldliche Nutzen des Planes außer Frage steht,
ist zu hoffen, daß aus den großen Investitionssummen
des Bundes auch e i n m a l nach T i r o l e i n entsprechender B e t r a g f l i e ß t !
Jahre 1934 in Innsbruck 1032 Geborene ausgewiesen.
Darunter sind aber 488 Geborene, deren Mütter nur
zur Entbindung von auswärts in die Stadt kamen, so
daß für die Innsbrucker Wohnbevölkerung nur 544 Ge
übrigbleiben. Aehnlich ist das Verhältnis bei
Männer 2310
den Verstorbenen. Die Gesamtzahl der im Stadtgebiet
Verstorbenen im Jahre 1934 beträgt 925, davon sind
Frauen 1268
wieder 264 Auswärtige auszuscheiden, so daß für die
Zusammen: 3578
Stadt Innsbruck nur 661 Verstorbene verbleiben.
Es wurden daher, um ein richtiges Bild über die Be^
Männer 2182
Völkerungsbewegung der Stadt Innsbruck zu gewinnen,
alle Fälle ausgeschieden, die nicht zur Innsbrucker
Frauen 1056
Wohnbevölkerung gehören und so erstmalig eine reine
Zusammen: 3238
Lokalstatistik erstellt, was ziemlich viel Arbeit erforderte
und die späte Berichterstattung erklärt.
Die 3578 arbeitslos gemeldeten Personen verteilen sich auf die
Es werden nun zuerst der Stand der Infektionseinzelnen Verufsklassen wie folgt:
im Jahre 1934, hierauf die Geburten und
Männer Frauen Zusam.
Sterbefälle ausgewiesen. Die kurzen Ve
gleitworte
Zahlenlisten sollen als Hinweis dienen,
2. Bergbau und Salinenwesen
wieviel Bedeutsames und für die Allgemeinheit Wif3
4. Baugewerbe und dessen Nebenberufe
senswertes in diesen Zahlen enthalten ist.
Htaötgebiete Innsbruck am )o. April
Holzindustrie, Tapezierergewerbe
Leder- und Häuteindustrie
Hotel-, Gast- und Schankgewerbe
Körperpflege und Reinigungswefen
Heilkunde und Gesundheitswesen
Lehr-, Vildungs-, Kunst- und Unterhaltungsberufe
Rechtsberatungsberufe (Advokaten, Notare) 5
I n verschiedenen Industriezweigen vorkommende Berufe
I. Infektionskrankheiten:
Mortalitätsprozent: 1.1«/« Scharlach. 3.8«/« Diphtherie.
Von den Infektionskrankheiten wurden nur die wichtigsten, d. i. Scharlach, Diphtherie und Typhus ausgewiesen. Scharlach und Diphtherie kommen, wie ersichtlich, in der Stadt während des ganzen Jahres vor. Bei
Diphtherie ist ein häufigeres Auftreten wahrend der
Wintermonate zu beobachten, bei Scharlach herrscht
völlige Unregelmäßigkeit. Die Erkrankungen an Scharlach verlaufen fchon feit vielen Jahren fehr milde. Die
Sterblichkeit errechnet sich im Jahre 1934 auf 1.1 Prozent. Der Genius evidemicus ist also ein sehr guter. Unter 89 Erkrankungsfällen nur 1 Todesfall. Wie schnell
jedoch der Scharlach unter ganz unerklärlichen Umständen wieder bösartig werden kann, zeigen z. B. die
Jahre 1910 und 1911. I m Jahre 1910 kamen bei 192
Scharlachfällen nur 5 Todesfälle vor, was einer Mortalität von 2.6 Prozent entspricht. I m Jahre 1911 waren
es bei 224 Erkrankungsfällen fchon 37 Todesfälle, also
eine Mortalität von 16.6 Prozent. Bei der Diphtherie
sind die Verhältnisse ähnlich. I m Jahre 1934 unter 157
Erkrankungsfällen 6 Todesfälle, also eine Mortalität
von 3.8 Prozent. Es ist dies ein geringer Prozentsatz,
verglichen mit früheren Jahren, wo 3. B. im Jahre 1922
Hllnttatsstlltistik öes Jahres
Die von den Sanitätsbehörden an die statistischen
Zentralstellen vorzulegenden Ausweise über die Bevölkerungsbewegung sind bei größeren Städten mit öffentlichen Krankenhäusern, Entbindungsanstalten und
Privatsanatorien für die Beurteilung der rein örtlichen
Verhältnisse nicht brauchbar, da sowohl die Geburten
als auch Sterbeziffern durch die Nicht-Ortsansässigen zu
sehr belastet sind. Diese Toten und Geborenen, welche
nicht zur Stadtbevölkerung gehören, vergrößern die
Zahlen der Bevölkerungsbewegung der Stadt ganz gewaltig und ergeben, mit den Ortsansässigen zusammengeworfen, ein ganz unrichtiges Bild über die wirkliche
Bevölkerungsbewegung der Stadt. So wurden 3. V. im
die Mortalität an Diphtherie in Tirol auf 21 Prozent
Einzelne sporadisch auftretende Typhusfälle kamen
auch 1934 im Stadtgebiete vor. Es sind von auswärts
eingeschleppte Fälle oder direkte Kontaktinfektionen.
I I . Die Geborenen
I I I . Die Verstorbenen
Von der Innsbrucker Wohnbevölkerung starben im
Jahre 1934 insgesamt 661 Personen, bei einer Bevölkerungszahl von 61.000. I m Verhältnis auf 1000 Einwohner ausgedrückt, starben im Jahre 1934 10.8. Die
Sterblichkeit ist demnach gegenüber den früheren Jahren geringer geworden. Vor zehn Jahren, 1924, starben
bei einer geringeren Bevölkerungszahl von 57.700 733
Personen oder von 1000 Einwohnern 12.6.
Sterbefälle 1934
^) Die Todesursachen
Cholera asiat.
Cholera infanwm
Wundinfektionskrankheiten
Gehirnschlagfluß
organ. Herzfehler u. Krankh. d. Blutgefäs;e 29
sonstige natürliche Todesursachen
Summe der natürlichen Todesfälle
Summe der gewaltsamen Todesfälle
Lebensalter d. Verstorb. ohne Totgeburten
weibl. zus.
angeborene Lebensfchwäche
L) Die Lebensalter der Verstorbenen
Bemerkenswert in dieser Liste ist der recht hohe Progentsatz unehelicher Kinder. Von 544 Geborenen sind
182 unehelich oder in Prozenten ausgedrückt 33 von
100 Geborenen find unehelich. Diese Zahlen erreichen
zwar die bekannt hohen Prozentsätze in Kärnten nicht,
sind aber z. V. gegenüber dem Nachbarlande Vorarlberg,
wo sich der Prozentsatz der Unehelichen zwischen 8 und
10 bewegt, verhältnismäßig hoch.
Nicht ohne Interesse ist es vielleicht auch zu wissen,
daß von den 544 Geborenen in Innsbruck nur 166 von
den freipraktizierenden Hebammen entbunden wurden.
Alle übrigen Kinder kamen im Spital zur Welt. Vor
zehn Jahren, 1924, hatten die Hebammen noch 359
Entbindungen. Bei der immer mehr abnehmenden Geburtenzahl ergibt das üble Aussichten für den Berufs
stand der Hebammen.
zufällige tödliche Beschädigungen
Lebendgeboren
Gesamtzahl der Verstorbenen
im 1. Jahr (einschl. des 1. Monats)
von der Geburt bis zu 5 Jahren
von 5—15 Jahren
„ 15—30
„ 30—50
„ 50—70
Zu Tabelle L):
Von Interesse dürfte da das Verhalten der Säuglingssterblichkeit sein. Unter Säuglingssterblichkeit versteht man die Zahl der Todesfälle der Kinder im ersten
Lebensjahr auf 100 im gleichen Kalenderjahr lebendgeborener Kinder. Wie aus der Liste der Geborenen ersichtlich, wurden im Jahre 1934 523 Kinder lebendgeboren. 28 davon sind im 1. Lebensjahre gestorben, so
daß sich eine Säuglingssterblichkeit von 5.3 Prozent ergibt. Vor 10 Jahren betrug die Säuglingssterblichkeit
in Österreich 14 Progent. Die Säuglingssterblichkeit ist
also, wie allgemein bekannt, in den letzten Jahren
stark zurückgegangen.
Bei der Verteilung der Lebensalter der Verstorbenen
sei auch auf die bekannte Tatsache hingewiesen, die aus
den Zahlen ohne weiteres ersichtlich ist, daß die Frauen
eine weitaus größere Aussicht haben, ein höheres Alter
zu erreichen, wie die Männer. Es sind von den Verstorbenen nur 85 Männer, welche ein Alter über 70 erreichen, dagegen 136 Frauen.
Zu Tabelle ^ ) Todesursachen:
Hier ist ebenfalls vielerlei für die Allgemeinheit Wissenswertes aus den Zahlen ersichtlich. Es sei nur einiges herausgegriffen:
T u b e r k u l o s e st e r b l i c h k e i t . Es ist bekannt,
daß die Todesfälle an Tuberkulose abnehmen. I n Innsbruck starben im Jahre 1934 an Tuberkulose 77 Personen oder in Prozenten ausgedrückt 11.6, d. h. von
100 Verstorbenen sind 11 an Tuberkulose gestorben.
Vor 10 Jahren war der Prozentsatz in Innsbruck noch
14.3. Wenn auch die Zahl der Tuberkulosen-Todesfälle
kleiner geworden ist, so ist die Zahl der Opfer, die an
diefer Volksfeuche zugrundegehen, doch noch immerhin
Die K r e b s st e r b l i c h k e i t . Die Zahl der Todesfälle an Krebs ist erschreckend hoch. Von 661 Verstorbenen starben 126 an Krebs, d. s. 19 Prozent. Das
würde sagen, daß jeder fünfte Mensch an Krebs zugrunde geht. Nun ist allerdings dabei zu bedenken, daß
die sogenannte Ueberalterung der Bevölkerung beim
Zustandekommen dieser hohen Zahlen eine gewisse Rolle
spielt. Das soll heißen, infolge Verlustes eines Teiles der
jüngeren Jahrgänge durch den Krieg und infolge des
verminderten Nachwuchses sind verhältnismäßig mehr selten vor. Es sind das nur einige Streiflichter in diealte Leute vorhanden als früher und da der Krebs ses bedeutsame und furchtbare Krankheitsgeschehen.
hauptsächlich eine Erkrankung des höheren Alters ist,
G e w a l t s a m e T o d e s f ä l l e : 36 Menschen kawerden diese relativ großen Zahlen Zum Teil bedingt. men in Innsbruck im Jahre 1934 auf gewaltsame Weise
Allerdings nur zum Teil und es läßt sich schwer sagen, ums Leben. 11 durch zufällige tödliche Beschädigungen,
wie groß dieser Teil ist. Andererseits ist auch wieder 20 durch Selbstmord und 4 durch Mord und Totschlag.
sicher, daß in noch mehr Fällen, als hier ausgewiesen
Beim Selbstmord ist wie immer und überall der überwurden, der Krebs als Todesursache anzunehmen ist. wiegend große Anteil Männer, und zwar 17 Männer
Denn sicher steckt oft hinter einer unklaren Todesur- und 3 Frauen. Von den Todesarten wählten die Mänsache, wie Altersschwäche u. dgl., der Krebs.
ner 9mal Erhängen, 4mal Erschießen, 2mal Vergiftung,
Zum Vergleiche der Krebssterblichkeit führt das Imal Erstechen, Imal vom Zug überfahren lassen. Die
Stadtphysikat einen sogenannten Krebskataster, der bis 3 Frauen endeten in 2 Fällen durch Vergiftung und
in das Jahr 1917 zurückreicht. I n diesem Jahre starben einmal durch Erhängen.
von 731 Personen 75 an Krebs, was einem ProzentDurch Mord und Totschlag kamen 2 Frauen und
satz von nur 10 Proz. entspricht, während im Berichts- 2 Männer ums Leben. Die 2 Männer durch Erschießen,
jahre der Prozentsatz doppelt so groß ist.
die 2 Frauen durch Erstechen.
Der Anteil des männlichen und weiblichen Geschlechtes an der Krebssterblichkeit ist ziemlich gleich groß.
Was den Sitz der Krebserkrankungen betrifft, so finden
523 Lebendgeborene, 661 Tote, das ergibt eine stark
sich die größten Zahlen beim Magen mit 39, wobei die
Männer mit 24 und die Frauen mit 15 Todesfällen auf- negative Bilanz, einen beträchtlichen Sterblichkeit^
scheinen. Bei den Frauen überwiegen wieder die Er- Überschuß, wie er sich in allen Städten von Jahr zu
krankungen der Geschlechtsorgane beträchtlich: 21 Fälle Jahr in immer größerem Ausmaß bemerkbar macht.
gegenüber 2 Fällen bei den Männern. Dagegen kommt Die kommenden Jahre werden zeigen, wie diese Entwickwieder der Krebs der Speiseröhre bei den Frauen sehr lung weitergeht und wohin das noch führen wird.
M!!!!»!M!!!!!M«!!M!M!M!!MM!MM!!MM>!M,M!»U!!!U!!«MMMMM!,,,,,,,M»!!MM!!!!U!!M
Mitteilungen öes HtaötphMlates
Stand der Infektionskrankheiten im April 1935:
Scharlach: 6 Erkrankungsfälle, kein Todesfall.
Diphtherie: 4 Erkrankungsfälle, kein Todesfall.
Notlauf: 1 Erkrankungsfall, ein Todesfall.
Zahl der Geborenen im April 1935:
Gesamtzahl 45, davon 1 Totgeburt, 20 männlich, keine
Totgeburt, 25 weiblich, 1 Totgeburt.
Todesfälle im April 1935:
Gesamttodesfälle
männlich. 26 weiblich)
Ver Absatz von ltleltrowarme in Innsbruck
Von Ing. Paul Attlmayr, Innsbruck
Die Versorgung der Stadt Innsbruck mit elektrischer
Energie reicht zurück bis auf das Jahr 1888,- sie wurde
gefördert durch günstige Wasserkraftanlagen in nächster Nähe der Stadt und durch eine von der Stadtverwaltung seit jeher betriebene absatzfördernde Strompreispolitik. So galten bis in die Zeit nach dem
Kriege fast ausschließlich den Verbrauch anregende
Pauschaltarife und feit dem Jahre 1930 Grundgebührentarife, welche durch niedrige Arbeitspreise ebenfalls
eine vielseitige Verwendung elektrischer Energie ermöglichen,- diese beschränkt sich nicht allein auf Lichtund Kraftzweckwerke, sondern sie wurde frühzeitig auch
auf die Elektrowärme ausgedehnt. Schon lange vor dem
Kriege war das elektrische Bügeln in Innsbruck zur
Selbstverständlichkeit geworden; zur Zeit des Kohlen-
mangels der Kriegs- und Nachkriegsjahre war die elektrische Raumheizung gegen Entrichtung einer Pauschalgebühr gestattet, wurde von den Abnehmern auch gerne
ohne Bezahlung einer solchen in Anspruch genommen:
der Warmwasserspeicher und der Elektroherd kamen
zur Einführung im selben Zeitpunkte, als diese Geräte
in brauchbarer Weise am Markte erhältlich waren.
Für Elektroherde und für Heißwasserspeicher wurden
besonders ermäßigte Strompreise festgelegt, nämlich:
Tagstrom im Sommer 9, im Winter 12 g/k^b, Nacht^
ström ganzjährig 4.5 g/k^k. Irgendwelche zusätzliche
Gebühren oder Zählermieten werden nicht erhoben,
vielmehr werden den Abnehmern diese Preise — gleiche
bleibende Währungsverhältnisse vorausgesetzt — für
5 Jahre garantiert.
Um die Entwicklung der Etromabgabe, im besonder
ren der Wärmestromabgabe, besser übersehen zu können, wurde die bisher in der Statistik übliche Unterteilung der verkauften Arbeitsmengen nach Licht und
Kraft rückwirkend ab 1926 durch eine Unterteilung
nach Licht, Kraft und Wärme ersetzt; hiebei ist allerdings der Wärmestromllbsatz nicht vollständig erfaßt, da
beispielsweise der Verbrauch für Haushalt-Bügeleisen
und aller nur gelegentlich verwendeten Wärme-Kleingerate nach wie vor über Lichtzähler geht und daher
unter Lichtverbrauch aufscheint. Das Ergebnis dieser
getrennten statistischen Erfassung ist in umstehender
Abbildung wiedergegeben; es ist zu sehen, daß die Abgabe an Lichtstrom bis zum Jahre 1931 stetig stieg und
seither einen unbedeutenden Rückgang aufweist, wogegen die Abgabe an Kraftftrom im Jahre 1929 ihr Maximum hatte und seither — durch die Wirtschaftskrise
unmittelbar betroffen — um rund 23 v. H. gesunken
ist. Der Stromverbrauch für Wärme aber zeigt eine
ganz andere Entwicklung, er hat sich in den Jahren
1926 bis 1931 stürmisch entwickelt, weist auch in der
Zeit der Krise eine Zunahme und nur im Jahre 1934
einen Rückgang auf; wie aus der folgenden Tabelle ersichtlich, ist dieser Rückgang aber ausschließlich auf spar-
Amtsblatt N r . 6
same Betriebführung der Badeanstalten und der Raumheizungsanlagen Zurückzuführen, bedeutet alfo keineswegs eine verminderte Wertschätzung der Elektro^
wärme im allgemeinen.
Es verdient festgehalten zu werden, daß die drei
Verwendungszwecke Licht, Kraft und Wärme sich hinsichtlich der beanspruchten Arbeitsmengen derzeit ungefähr die Waage halten, ja daß der Verbrauch an
Wärmestrom bereits jenen an Kraftstrom um ein nicht
Unbedeutendes übertrifft.
Mersicht
über Zuwachs und Abgang in der Heimatrolle der
Stadt Innsbruck in den Jahren 1930 bis einschl. 1934.
^) Z u w a c h s durch
1. Erlangung des Heimatrechtes auf Grund der zehnjährigen Ersitzung l§ 2 H. G. N. 1896):
Von größter Bedeutung ist die Feststellung, daß die
Werkshöchstlast i n den Jahren 1928 bis 1934 eine rückläufige war, die Wärmestromabgabe also gewissermaßen
ohne vermehrte Aufwendungen möglich war, was die
eingeführten billigen Preise für Wärmestrom berechtigt
erscheinen läßt.
Nachstehende Aufstellung gibt die Aufteilung des
Wärmestromverbrauches auf die einzelnen Verbrauchergruppen, und zwar getrennt für die Jahre 1933
und 1934 wieder:
845 716
Die gewonnenen Erkenntnisse gaben Veranlassung,
der weiteren Entwicklung des Wärmestromabsatzes
künftig noch mehr Bedeutung beizumessen als bisher.
Als Matznahmen, welche i n dieser Hinsicht Erfolg versprechen, wurden im Herbst 1934 neu eingeführt:
Wahlweise Berechnung des Stromverbrauches von
Heißwasserspeichern nach einem sehr billigen Pauschaltarif.
Abgabe von Geräten zu günstigen Bedingungen.
Zuschüsse zu den Kosten der Hausinstallationen, da
diese, als zum Haus gehörig, von den Wohnparteien
besonders gescheut werden.
Zuschüsse zu den Kosten des Elektro-Svezialgeschirres.
Alles in allem: Die Förderung des Absatzes von
Wärmestrom ist sehr vonnöten; sie beschafft Arbeit und
erhöht die Ausnützung unserer heimischen Wasserkräfte.
3. Erlangung des Heimatrechtes im Sinne der Vestimmungen der H. G. N. 1925 (für heimatlose Bundesbürger):
Millionen K^K
Großwasserspeicher in Badeanstalten . .
Großwasserspeicher in Heizanlagen
Kleinwasserspeicher in Haushalt und Gewerbe
Haushaltherde
Elektro-Brotbacköfen
Frühbeetheizung
Diverfes
2. Erlangung des Heimatrechtes auf Grund der Anstellung (§ 10 H. G. N. 1896):
4. Erwerb des Heimatrechtes im Wege der Freiverleihung:
5. Verehelichung mit Innsbruckern:
6. Legitimierung außerehelicher Kinder von nach Inns^
brück zuständigen Eltern:
7. Geburten:
Die aufgenommenen Personen stammen aus folgen^
den Bundesländern, bzw. Staaten:
Neu-Italien
Tschechosl. Republik
Niederl.-England
726 1092
L) A b g a n g durch
1. Versetzung von Beamten:
2. Ausscheiden aus dem Staatsverbande
a) Ueber Ansuchen
d) Durch Ausbürgerung:
c) Infolge Aberkennung der Bundesbürgerschaft:
3. Ableben:
4. Ausgemeindung:
5. Verehelichung mit Fremdzuständigen:
6. Legitimierung durch fremdzuständige Kindeseltern:
Gaswert unö Hanöelsbilanz
Das Werk verbrauchte im Jahre 1934: 12.367 Tonnen Kohle, die an der österreichischen Grenze einen:
Werte von 8 586.000.— gleichkommen.
Es benötigte 2.09 kg Kohle pro Kubikmeter erzeugten Gases. Je Tonne Kohle gingen aus dem Prozeh
weitere 638 23 kg Koks und 47 17 kg Teer verwertbar
hervor; Ammoniakanfall usw. bleibe unberücksichtigt.
I m technischen Schrifttum werden 4—8 kg Steinkohle einem Kubikmeter Gas, im Haushalt verwendet,
gleichgesetzt. Die Gasverwendung in Innsbruck ersetzte
also 2mal 8 586.000.— Auslandswert an Kohleneinfuhr,
wenn wir bei einer Aequivalenz von 4 18 kg Kohle für
1 Kubikmeter Gas, also bei der untersten Grenze,
Die Frage der Ersetzbarkeit braucht hier nicht angeschnitten zu werden, da die Einfuhren tatsächlich erfolgen.
Das Gaswerk Innsbruck ist die natürliche Produktionsstätte für den in Tirol benötigten Koks, liefert
aber normalerweife nur 14 Prozent dieses Bedarfes.
Seit 1931 ist es imstande, auch als Gaskokerei Zu arbeiten, d. h. bei entsprechender Konjunktur Koks zu erzeugen und hat davon auch entsprechenden Gebrauch
gemacht. Immerhin bleibt noch ein reichliches Quantum Koks vom Ausland zu decken, welches ebenso gut
in Innsbruck zu erzeugen wäre, wenn eben nur genügend Absatz für das dabei entstehende Gas geschaffen
> Für 7893 Tonnen gewonnenen Koks wurden
5 618.000.—, für 583 Tonnen Teer 8 57.000.— erlöst;
wenn das Innsbrucker Gaswerk also nicht wäre, so
wären jährlich um rund 8 586.000.— hochwertige Kohle
und um 8 618.000.— Koks sowie um 8 57.000.— Teer
mehr einzuführen, da diese Stoffe notwendig sind.
Durch die Tätigkeit des Werkes wurde also die österreichische Handels- und Zahlungsbilanz 1934 um
5 1,261.000.— verbessert.
Die im Werk geschaffenen Werte beziffern zunächst
8 1,235.000.— für verkauftes Gas, wozu der oben erwähnte Koks- und Teererlös kommt. Diesen Werten
(8 1,910.000.—) stehen 8 586.000.— als Rohstoffbezug
aus dem Ausland gegenüber, fo dah der zugunsten
der österreichischen Wirtschaft geschaffene Mehrwert
8 1.324.000.— beträgt.
Dieser wird in den Werksanlagen alljährlich von
114 Angestellten und Arbeitern geschaffen, welche dadurch Verdienst und Brot für sich und weitere 229 Angehörige haben. Er kommt auch weiter restlos der I n landswirtschaft zugute, befruchtet insbesondere das
lokale Gewerbe und die Fortverarbeitungs- und Hilfsindustrien, die in Verbindung mit der Gasindustrie
Endlich ist gu bemerken, daß der Kohlenbezug des
Werkes selbstverständlich immer handelspolitisch ausgewertet wurde. Durch die Entscheidungen des Herrn
Reg.-Kommissärs und der Herren Beiräte wurde der
günstige Umstand, daß das Werk Kohlenschlüsse von
solchem Umfange zu tätigen vermag, dahin ausgewertet, daß speziell der Tiroler Landwirtschaft zu einem
Milchexport im Kompensationswege verholfen wurde.
Andere Bezüge des Werkes erfolgen als Kompensation
für Holzausfuhr, also wieder im direkten Interesse der
Tiroler Bauernschaft.
I n ähnlicher Weise sind alle österreichischen Gaswerke
tätig: der Wert der gesamten von ihnen im Jahre eingeführten Kohle beträgt 8 34,000.000.—, die geschaffenen Werte sind 8 95.000.000.—, der Ueberschuß daher
8 61,000.000.— zugunsten der österreichischen Volkswirtschaft.
Die Funktion der österreichischen Gasindustrie im Rahmen unserer Wirtschaft ist also die denkbar günstigste.
Kurzbericht öes Gaswerkes für öas Jahr 1554
Das 30. Vetriebsjahr des städt. Gaswerkes, 1934 hat
einen Rückgang von 2.09 Prozent an nutzbar abgegebenem Gas gebracht.
Diese Gasabgabe betrug
5,061.854 edm
gegenüber 5,170.324 edm im Jahre 1933. Von dieser
Gasabgabe entfallen auf den Einwohner:
edm 73.27 in Innsbruck-Stadt
(61.010 Einw.)
edin 39.01 in Hötting
(11.309 Einw.)
edm 61.54 in Mühlau
( 2.337 Einw.)
odin 43.17 in Amras (teils)
( 140 Einw.)
(74.796 Einw.)
Auch die Zahl der Konsumenten ist trotz aller Gegenmaßnahmen um 112 gefallen und betrug zu Ende des
Vetriebsjahres 1934: 15 301 Gasmesser. Der Grund
liegt in der vorqeschrittenen Zahlungsunfähigkeit weiter Kreise auf Grund der wirtschaftlichen Verhältnisse
in unserem Verforgungsgebiet.
An Kohlen wurden entgast 12.366 5 Tonnen aus drei
Revieren. Es wurden hieraus gewonnen:
9525-11 Tonnen Koks
583 549 Tonnen Teer.
Die Ausbeute aus 100 Kilo Kohlen betrug demnach:
48.15 cbiu Gas
77.02 KZ Koks
4.72 kg Teer.
Der Gaspreis konnte auf der bisherigen Höhe gehalten werden und ist im Verhältnis zu anderwärtigen
Preisen ein sehr niedriger zu nennen.
Die Teerpreise hielten die Höhe des Vorjahres ein,
im Koks konnten dank der markt- und handelspolitischen Schutzverhältnisse günstige Preise erzielt werden.
Das Stickstoffwasser des Werkes erfreut sich eines
zunehmenden Absatzes durch die Landwirtschaft im
Umkreise der Hauptstadt.
I n den Nebenbetrieben des Werkes, Installation und
Geräteverkauf, konnten die Umsätze des Vorjahres fast
behauptet werden. Der Kundendienst wurde im Berichtsjahre wesentlich intensiviert. Die Laternenreklame
zeitigte befriedigende Resultate.
Die Wirtschaft des Werkes verbesserte sich wesentlich durch den zu Beginn des Berichtsjahres durchgeführten Abbau von Arbeitern und Angestellten, welcher
der Schrumpfung des Installationsbetriebes entsprach
und durch die Einführung einer Grundgebühr, welche
tarifarische Ungleichmätzigkeiten eliminierte und einen
unmöglich gewordenen Zustand hinsichtlich der Gasmessermieten beseitigte. I n gleicher Weise wirkte eine
Abänderung der Kollektivverträge, die allgemeine Absenkung des Zinsfußes, die Absenkung der Inkassokosten, die Auflassung der Krisenvorräte, die ausgiebigere Verwendung der Tiefbrunnenanlage des Werkes
und anderes mehr. Infolge der Abfertigungen usw.
wird die volle Auswirkung jedoch erst im Jahre 1935
Die Preise des Hallenbades wurden der Wirtschaftslage entsprechend im Laufe des Jahres viermal ermäßigt und es steht zu erwarten, daß die höhere Besucherzahl den Ausfall in den Einheitspreisen hereinbringt.
Es ist eine starke Abwanderung von den Wannen- zu
den billigen Brausebädern zu verzeichnen.
Das Gaswerk hat die Last des Hallenbades getragen,
die notwendigen Abschreibungen gemacht und innerhalb der letzten 2 Jahre 600.000 8 der Schuldenlast abgetragen. Das Ergebnis ist demnach sehr zufriedenstellend.
Schutz öen Alpenpflanzen
Leider muß immer wieder die Feststellung gemacht
werden, daß nicht nur im Frühjahre, sondern auch die
Sommermonate hindurch der Vlumenwelt in den Bergen, Wäldern und Wiesen großer Schaden, durch übermäßige Beraubung zugefügt wird. Eine gewisse Kategorie von Menschen treibt geradezu sinnlosen Raubbau,
teils um Geschäfte zu machen, teils aus Gedankenlosigkeit.
Zur Hintanhaltung solch trauriger Verwüstung wurden, um auch unseren Nachkommen den Anblick der
Blumenpracht zu sichern, von den zuständigen Stellen
Gesetze geschaffen, die diesem Raub an der Natur nach
Möglichkeit steuern sollen. Aber nicht die Furcht vor
den Folgen der Gesetzesübertretung allein soll die Pflanzen vor Ausrottung schützen: die Freude an der Gottesnatur und die Einsicht, daß unsere Pflanzenwelt Allgemeingut ist, wird doch einmal ein strafweises Vorgehen gegen solche Frevler erübrigen. Die Liebe zur
Natur im Herzen unserer Kinder zu wecken, sei der
Elternschaft und der Schule vorbehalten, hier sei nur
auf die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen zum
Schütze unserer Alpenpflanzen hingewiesen:
Das Alpenpflanzenschutzgesetz (L.-G.-Bl. Nr. 42 vom
14. April 1915) unterscheidet vor allem zwei Pflanzen^
gruppen. und zwar
a) sogenannte „geschützte" P f l a n z e n , d. f.
solche, bei denen das Ausreißen (Pflücken) nur
bis zu einer Stückzahl von 5 Exemplaren gestattet ist und
d) sogenannte „ s c h o n u n g s b e d ü r f t i g e " Pflanzen, bei denen nur die schonende Entnahme einzelner Zweige, Blüten oder Früchte gestattet ist.
Geschützte Pflanzen sind:
1. Edelweiß (I^eoutopoäwiii älpinum)
2. Edelraute (^i-tßini8ia 8pi<nta u. ^i-teiniZia muwilina)
3. Gelber Enzian (HßQtwua wtsa)
4. Punktierter Enzian ((-entiana punetata)
5. Ungarischer Enzian (6ßntiana pannouica)
6. Frauenschuh ((üipi-ipsälu
7. Frühjahrsküchenschelle (
8. Aurikel (Platenigl, ?i-imuw
9. Blauer Epeik (?i-iinu!a 01utino83)
10. Brunelle (Braunelle, O^nuiaäsnia rubra u.
11. Steinröschen (vapnnß 8trwta)
12. Zwergalpenrose ( I i 6 k
13. Türkenbund (I^ilium
14. Schneerose (H6i1ßdolU8 uißki-)
15. Purpurroter Enzian (Oentiana purpurea) L.-G.-Vl.
Nr. 19 vom 31. März 1927
16. Stechpalme (Hex ayuikolium).
Schonungsbedürftige Pflanzen sind:
1. Eibe (?axu8 dacoata)
2. Zirbe (?inu8
Neuestens wurde außerdem das Pflücken der Innsbrucker Küchenschelle (?ui8ati11a Oßnivontana) überhaupt gänzlich verboten (L.-G. vom 21. März 1935/14).
Wegen ihrer Naturschönheiten ganz besonders viel
besuchte Gebiete wurden als V a n n g e b i e t e (Naturschutzgebiete) erklärt, in denen das Pflücken der unter
Schutz gestellten Pflanzen (Blumen) entweder ganz verboten oder auf ganz bestimmte Arten und Stückzahl
Jedermann wirke aufklärend und wo es not tut,
mahnend auf die Ausflügler und Vergwanderer ein
und wo diese Mittel versagen, werden der Stadtmagistrat und die Vezirkshauptmannschaften nicht ermangeln, gegen solche Frevler strafweise vorzugehen.
Vas Innsbrucker staötrecht
Der Tiroler Landtag hat in seiner Sitzung vom
26. April 1935 im Sinne des Art. 124 der Bundesverfassung 1934 ein Gesetz beschlossen, durch das die Landeshauptstadt Innsbruck ein neues Stadtrecht erhält. Dieser Gesetzesbeschluß des Landtages darf nach Art. 111
der Verfassung nur kundgemacht werden, wenn der
Bundeskanzler zugestimmt hat. Da der Gesetzesbeschluß
erst an dem der Kundmachung nächstfolgenden Monatsersten in Kraft tritt, ist im günstigsten Falle damit zu
rechnen, daß das Stadtrecht mit 1. Juni 1935 wirksam
wird. Nach seiner Kundmachung wird es im Amtsblatte eingehend besprochen werden.
Die im Stadtrechte festgelegten Grundsätze für die
Geschäftsführung des Gemeindetages und des Gemeinderates und die grundsätzlichen Bestimmungen über
die Führung des Gemeindehaushaltes werden in den
schon teilweise vorliegenden Entwürfen zu einer Geschäftsordnung des Gemeindetages und des Gemeinderates und zu einer Haushaltsordnung verarbeitet. Die
Entwürfe hiefür werden dem neuernannten Gemeindetage zur Beschlußfassung vorgelegt werden.
Die ebenfalls im Stadtrechte vorgesehene Geschäftsordnung für den Magistrat, die den Geschäftsgang des
Magistrates zu regeln hat, wurde vom Regierungskommissär bereits erlassen.
Aus dem Erlasse der Landeshauptmannschaft für
Tirol, Zl. 1276/98 prs.. vom 29. April 1935:
Der Bevölkerung wird die Entrümvelung der Dachböden empfohlen. Nach den in einer zwischenministeriellen Besprechung aufgestellten Richtlinien ist ein
Dachboden als entrümpelt anzusehen, wenn:
1. die bestehenden feuer- und baupolizeilichen Vorschriften eingehalten,
2. alle leicht entflammbaren Gegenstände entfernt,
3. Akten oder ähnliche brennbare Gegenstände zu
raschem Abtransport verpackt und
I n dem unter 1) aufgeführten Gebiet ist das Pflücken
alle am Dachboden verbleibenden Gegenstände
der von 1 bis 16 angeführten Pflanzen (Blumen) absoübersichtlich
aufgestellt sind. Wenn weiters
lut verboten.
5. genügend breite Gänge freigehalten werden, um
I n dem unter 2) aufgeführten Gebiete darf nur das
den Feuerwehrtrupps das Herankommen an jeden
Maiglöckchen und der Seidelbast, und zwar nur je fünf
Brandherd ungehindert Zu ermöglichen.
Stück, gepflückt werden.
Um bei Luftangriffen die nötige Verdunkelung herI n dem unter 3) angeführten Gebiete ist das Pflücken beizuführen, ist unter folgenden Voraussetzungen die
oder Abreißen (Abschneiden) von Blumen oder Blüten vollständige Abschaltung des elektrischen Stromes nicht
jeder Art verboten.
erforderlich, wenn in den einzelnen BeleuchtungsgeDer Umstand, daß sich das Pflanzenschutzgesetz nur bieten
1. die Innenbeleuchtung von der Außenbeleuchtung
auf ganz bestimmte Arten erstreckt, auf die wegen ihrer
getrennt ist;
Schönheit ganz besonders Jagd gemacht wurde, soll
2. die auf Zeitdauer beschränkte Außenbeleuchtung
aber nicht ein Freibrief sein für die wahllose Vernichüber Aviso sofort abgeschaltet werden kanntung der übrigen Blumen. Schützen wir im Gegenteil
3. die Ortsbewohner und die industriellen und geunsere Alpenpflanzen in ihrer Gesamtheit, denn sie
werblichen Unternehmer die vorzusehende Abblensind alle mit dem Charakter unserer Bergwelt innig
dung der Innenbeleuchtung restlos durchführen.
Als solche Banngebiete (Naturschutzgebiete) wurden
1. Karwendel mit L.-G. vom 17. Februar 1928. Nr. 10.
2. Kranebitter Klamm und Hechenberg mit L.-G. vom
26. Oktober 1933 Nr. 70 u.
3. Rosengartengebiet in den Kat.-Gemeinden Patsch,
Igls und Ellbogen mit L.-G. vom 3. April 1934,
L.-G.-Vl. Nr. 10.
Hchulbeiträge
öer Gemeinöen für öas Jahr
Das E W I . hat eine Neuauflage seiner allgemeinen Stromlieferungsbedingnisse vorgenommen.
Von einem Abdruck der gesamten Bedingnisse im
Amtsblatte wird Abstand genommen, da dieselben
von den bisherigen nicht wesentlich abweichen:
mit der Neuauflage erfolgte eine Angleichung an
die vom Verband der Elektrizitätswerke herausgegebenen und von der Tiroler Landesregierung
gutgeheißenen Musterbedingnisse.
Die neuen Vedingnisse treten mit 1. Juni 1935
in Kraft und sind von da ab für alle Abnehmer
gültig. Sie stehen allen Abnehmern in der Stromund Gasverrechnungskassa des E W I . über Wunsch
Elektrizitätswerk Innsbruck.
Gewerbe!
über die im Monat April 1935 ausgestellten Gewerbescheine, bzw. Konzessionsdekrete
Rendl Herbert, Herstellung (Ausarbeitung) künstlerifcher Entwürfe für Reklamezwecke, Innsbruck, Andreas-Hofer-Straße 22.
— Leibel Artur, Handelsagentur, Innsbruck, Leopoldstratze 14.
— Panizza Marie, geb. Calovini, Handel mit Milch durch Zustellen ins Haus, Innsbruck, Kapuzinergasfe 14. — Rydl Friedrich,
Ing., Herstellung von Rundfunkempfangsgeräten aus fertig gekauften Bestandteilen und Reparatur von solchen, Innsbruck.
Schillerstraße 2. — Wunderbaldinger Berta, Stickereigewerbe (mit
Ausschluß der Gold-, Silber- und Perlenstickerei, Innsbruck.
Leopoldstraße 37/11. — Plattner Helena, geh. Mayer, Handel
ohne Beschränkung auf bestimmte Waren, Innsbruck, KranewitterTtratze 2. — Preyer Josef, Handel mit Hefe und Diamalt, Innsbruck, Seilergafse 18. — A. Drarls Söhne A.-G.» Handel mit
Konfektionswaren, Innsbruck, Wilhelm-Greil-Etraße 12. — Dr.
Winkler Ekart. Väckergewerbe, Innsbruck, Pradler Straße 53.
— Junger Rudolf, Handel ohne Beschränkung auf bestimmte
Waren, Innsbruck, Defreggerstraße 21. — Geismayr Hermann
Josef, Handelsagentur, Innsbruck, Haydn-Platz 3. — Stricker
Fritz, Handel mit Brennstoffen in Mengen von mindestens einer
Waggonladung, Innsbruck, Erzherzog-Eugen-Etraße 20. — Schaar
August Ludwig, Auslagenarrangierung, Innsbruck, Anichstraße
Nr. 22. — Richter Olga, geb. Enrich. Handel ohne Beschränkung
auf bestimmte Waren, Innsbruck, Leopoldstraße 27. — Neuhäuser
Rudolf, Großhandel mit Eisenwaren, Innsbruck, Rudolf-Grein,^
Straße 16. — Egarter Aloifia, Handel mit Mahl- und Molkereiprodukten fowie mit Eiern und Bäckereien, Innsbruck, Müllerstraße 1. — Naderer Viktor, Herstellung von Radioapparaten aus
fertiggekauften Bestandteilen, Einbau von Radiostörschutzmitteln
und Reparatur von Radioapparaten, Innsbruck, Sonnenburgstraße Nr. 9. — Bohrer Karl, Zimmerputzergewerbe, mit Ausnahme der Reinigung von Tapeten und aller übrigen in den
Umfang eines handwerksmäßigen Gewerbes fallenden Arbeiten,
Innsbruck, Innstraße Nr. 10. — Pickl Iofef, Herstellung und
Reparatur von Radioapparaten, Innsbruck, Maximilianstraße 3.
— Pflanzner Franz, Handel mit Schafdärmen, Innsbruck, Pradler Straße Nr. 51. — Dreschke Georg, Handelsagentur, Inns-
I m Merkblatt für die Gemeinden Tirols vom
d. I . wird verlautbart:
Mit Kundmachung der Landesregierung vom 21. Februar 1985.
wurde der Beitrag der Gemeinden zum Landesschulfonds für das
Kalenderjahr 1935 auf Grund des vom Tiroler Landtag in seiner
Sitzung vom 7. Dezember 1934 angenommenen Voranschlags für
den Landesschulfonds für das Jahr 1935 festgefetzt wie folgt:
1. Der Anteil der Gemeinde nach dem Verhältnis der die Schule
besuchenden Kinder gemäß § 45, Abf. 1a) des Landesschulgesetzes
ür 1 Kind an einer nicht fystemmäßigen Volksschule 5
ür 1 Kind an einer systemmäßigen Volksschule
15. ür 1 Kind an einer Haupt- oder Hilfsschule
30. 2. Der Anteil der Gemeinde nach dem Verhältnis der Lehrstellen gemäß § 45, Abs. 1b des Landesschulgefetzes beträgt:
für 1 Lehrstelle an einer nicht fystemmäßigen Volksschule 8 200.—
für 1 Lehrfchwester an einer fystemmähigen Volksschule 8 400.—
für 1 sonstige Lehrstelle an einer fystemmäßigen Volksschule
8 800.—
für 1 Lehrstelle an einer Haupt- oder Hilfsschule
8 1000.—
I m Jahre 1934 betrugen die entsprechenden Betrage
für je ein Kind 8 7.35, 8 14.70 und 8 29.40 und für die
Lehrkräfte 8 197.— 394.—, 788.— und 985.—.
Die anscheinend geringfügige Erhöhung ergibt für
die Stadtgemeinde, gleiche Schülerzahl angenommen,
eine Mehrbelastung von 8 4400.—.
bruck, Haspingerstraße Nr. 1. — Mair Josef, Handel mit Lebensmitteln, jedoch mit Ausschluß der im § 1a, lit. a G.-O. aufgeführten Artikel, Innsbruck, Kiosk beim Peterbrünnl. — Steiner Ludwig, Handel mit landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten, Innsbruck, Innrain 38. — Judith Hane's Erben Radiz,
Bier- und Branntweinfchankgewerbe, verbunden mit Weinausschank, Innsbruck, Haymongasse 1. — Kirchmair Wilhelm, Gastund Schankgewerbe gemäß ß 16 lit. b, f und g G.-O., Innsbruck,
Haymongasse. — Tiroler Hausindustrie, Genossenschaft m. b. H.,
Handel ohne Beschränkung auf bestimmte Waren, Innsbruck, Meraner Straße 2. — Rupprecht Leopold, Herstellung von Rundfunkempfängern aus fertiggekauften Bestandteilen, sowie Reparatur von Rundfunkempfängern, Innsbruck, Schubertstraße 11/1. —
Holzmann Johann, Handelsagentur, Innsbruck, Amraser Str. 75.
— Pinter Franz, Handelsagentur, Innsbruck, Stafflerstraße 7. —
Pinter Franz, Kommissionswarenhandel, Innsbruck, Stafflerstraße
Nr. 7. — Schneider Franz, Fuhrwerksgewerbe, soweit es nicht
an eine Konzession gebunden ist, Innsbruck, Wittenberg 11.
Nachwels
der im Monat April 1935 durchgeführten
Nr 127: Mair Kurt. Meinhardstraße 14. Agenturgewerbe, 8. 1.
1926, I I . 24367. — Nr. 128: Plattner Helena, Kranewitter-Straße
Nr. 2, Handel mit allen im freien Verkehre gestatteten Waren,
jedoch mit Ausschluß der im 8 38, Abf. 5 G.-O. aufgeführten
Artikel. 29. 3. 1930. ZI. 5654. — Nr. 129: A. Draxls Söhne. WilHelm-Greil-Straße 12, Handel mit Kcnfektionswaren, 4. 4. 1935.
Zl. 4100. - Nr. 130: Budik Wilhelm, Anatomiestraße 15. Mufikalienverlag 1-1874/4 Tiroler Landesregierung vom 17. 3. 1924. —
Nr. 131: Irsperger Marie, Kravoglstraße 2, Handel mit allen im
freien Verkehre gestatteten Waren, jedoch mit Ausschluß der im
§ 38, Abs. 5 G.-O. ausgeführten Artikel, 15. 4. 1927. Zl. 8363. Nr. 132: Ebner Johann, Defreggerstraße 21, Handel mit allen im
freien Verkehre gestatteten Waren, jedoch mit Ausschluß von Lebens- und Futtermitteln. Zl. 2707 v. 6. 3. 1920. — Nr. 133: Karl
Kieners Nachf., Anichstraße 3, Handel mit Bier, Most in Fässern
und Flaschen, und Kohlensäure. 21. 6. 1932, Zl. 8587. — Nr. 134.
Karl Kieners Nachf., Karmelitergasse 23, Flaschenbierabfüllung.
25. 11. 1921, ZI. 23172. — Nr. 135: Brunner Eugen, Kiosk, Roseggerstraße, Ecke Pradler Straße, Handel mit allen im freien
Abf. 5 G.-O. aufgeführten Artikel. 6. 11. 1930. Zl. 16723. —
Amtsblatt Nl.«
Nr. 136: Niederfeer Franz, Mentlgasse 7, Handel mit allen im
§ 38. Abs. 5 G.-O. aufgeführten Artikel. 27. 8. 1931, ZI. 15525. Nr. 137: Niederseer Franz, Mentlgasse 7. Handel mit Obst im Umherziehen gemäß § 60 G.-O.. 8. 11. 1931. I I . 16108. — Nr. 138:
Vonmetz Walter, Pradler Baracke 29. Weinhandel. 30. 6. 1927,
Zl. 13247. — Nr. 139: Gollner Franz. Gratzmayrstraße 2. Handel mit Wein, Most und Obst und Großhandel mit Branntwein,
23. 12. 1932, Zl. 14995. — Nr. 140: Birnbaumer Albertine, Leopoldstraße 27, Gemischtwarenhandel. 21. 12. 1921. Zl. 25817. —
Nr. 141: Urthaler Barbara, Müllerstratze 47. Plissiergewerbe.
26. 7. 1929, Zl. 12688. — Nr. 142: Keller Wilhelm, Falkftraße 18.
Agenturgewerbe. 31. 3. 1926. Zl. 4349. — Nr. 143: Keller Wilhelm.
Falkstraße 18, Kommissionshandel, 31. 3. 1926. Zl. 5350. —
Nr. 144: Keller Wilhelm, Falkstraße 18. Großhandel ohne Beschränkung auf bestimmte Waren. 23. 1. 1925. Zl. 1074. — Nr. 143:
Baumgartner Florian, Erlerstratze 12, Auskunftskanzlei über
Versicherungsschutz usw.. 20. 10. 1927, Zl. 21981. — Nr. 146: Noggler Anton, Riesengasse 3, Fleischhauer- und Selchergewerbe,
21. 2. 1929. Zl. 2690. — Nr. 147: Holl Johann. Rudolf-GreinzStratze 16, Part., Erzeugung von Perserteppichen, 17. 5. 1932.
ZI. 4622. — Nr. 148: Rasberger Emmerich. Körnerstraße 5, Handel ohne Beschränkung auf bestimmte Waren, 30. 10. 1923,
Zl. 14615. — Nr. 149: Nachtschatt Emil, Leopoldstraße 9. Handel
mit allen im freien Verkehre gestatteten Waren, mit Ausschluß
von Lebens- und Futtermitteln, 6. 12. 1921, ZI. 24934. — Nr. 150:
Koritzky Hugo, Amraser Straße 1 4 / I I I , Antiquitätenhandel,
— 7. 1. 1908, ZI. 61612. — Nr. 151: Iumtobel Klara, Pradler
Straße Nr. 51, Handel mit allen im freien Verkehre gestatteten
Waren, jedoch mit Ausschluß der im § 38. Abs. 5 G.-O., aufgeführten Artikel, 19. 9. 1917. ZI. 4857. — Nr. 152: Hane
Judith, Haymongasfe 1, Radiz. Bier- und Vranntweinschankgewerbe. 27. 7. 1927. Zl. 16194. — Nr. 153: Hane Karl. Haymängasse 1, Gast- und Schankgewerbe nach § 16 G.-O. lit. b, f, g,
24. 1. 1905. ZI. 48579. — Nr. 154: Speiser Wilhelm, Schmerlingstraße 6. Handel mit Maschinen aller Art. 12. 10. 1929. Zl. 1738 i.
— Nr. 155: Müller Franz Friedrich, Andreas-Hofer-Straße 7,
Handel mit Pelzwaren. 4. 10. 1928. Zl. 18328. — Nr. 156: „Land
Tirol", Meraner Straße 2, Handel mit allen im freien Verkehre
gestatteten Waren, jedoch mit Ausschluß der im § 38, Abs. 5 G.-O,
aufgeführten Artikel. 18. 12. 1929. Zl. 24998. — Nr. 157: Haberl
Max, Innrain 4, Fleischhauer- und Selchergewerbe, 30. 1. 1928.
Zl. 1192. — Nr. 158: Leuchter Sigmund, Salurner Straße 1^.
Handel mit allen im freien Verkehre gestatteten Waren, jedoch
mit Ausschluß der im § 38. Abs. 5 G.-O. aufgeführten Artikel.
29. 10. 1928. ZI. 19371.
Gewerbestrafen
Eine Innsbrucker Firma wurde angezeigt, ihre Kunden in der Weise mit Obst zu beliefern, daß die Angestellten der Firma mit dem beladenen Auto bei den einzelnen Geschäftsläden vorfahren, die Kunde fragen,
welche Menge und Art von Ware sie bestelle und im
Bedarfsfälle die so „bestellte" Ware unter Ausfolgung
des Lieferscheines gleich zustellen. I m Zuge des Verwaltungsstrafverfahrens wurde vom Geschäftsführer der
Firma — der wegen Uebertretung nach § 60 G.-O. zu
einer Geldstrafe von 1000 8 verurteilt worden war —
geltend gemacht, daß er feinen Angestellten strenge verboten habe, die Ware im Hausierwege abzusetzen. Dieser Rechtfertigung konnte jedoch keine schuldausschlie
ßende Wirkung zuerkannt werden. Denn felbst wenn
der Gewerbeinhaber auch den etwaigen Nachweis erbringen könnte, daß er seinen Hilfsarbeitern entsprechende Aufträge zur Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften erteilt hat, könnte ihn dieser Nachweis für sich
allein noch keineswegs schuldfrei machen. Es obliegt
ihm vielmehr auch die Pflicht, die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen und hiefür geeignete Vorkehrungen zu treffen, so daß ihn also bereits dann ein sein
Verschulden und damit die Strafbarkeit begründendes
fahrlässiges Verhalten zur Last fällt, wenn er diese
Pflicht vernachlässigt.
Ein Wiener Radiohändler wurde wegen Verleitung
seines Agenten zum unbefugten Aufsuchen von Bestellungen auf Radioapparate — bei Privatparteien in
Innsbruck zu einer Geldstrafe von 300 8 verurteilt.
Bei der Verhängung der Strafe wurde insbesondere der
Umstand als erschwerend gewertet, daß beim Aufsuchen
der Bestellungen den Parteien neben dem Bestellschein
noch eine Korrespondenzkarte zur Unterfertigung voi>
gelegt wurde, die dann vom Agenten an die Firma
gesandt wurde, um so den Anschein zu erwecken, als
ob von Seite der Partei eine schriftliche, ausdrücklich
auf eine bestimmte Ware lautende Aufforderung im
Sinne des § 59, Abs. 2, G.-O., an die Firma gelang!
wäre und letztere dann auf Grund dieser Aufforderung
den Agenten berechtigterweise zur Aufnahme der Bestellung zur Kunde geschickt hätte.
Gewerbestrafen im April
§ 39 G.-O. Nichtanzeige der Etandortverlegung Geldstrafe 30 5,
Ersatzarreststrafe 2 Tage; § 13b G.-O. unbefugter Handel 3 8 (U
Stunden); § 2 des Hausierpatentes 2 8 (24 Stunden).' § 55 G.-O.
unbefugte Afterverpachtung 400 8 (20 Tage); § 22 G.-O. unbefugter Ausschank 100 8 (6 Tage): § 14 G.-O. unbefugte Ausführung
von Faßbinderarbeiten 3 8 (6 Stunden): § 4 Kehrordnung, unbefugte Selbstkehrung 5 8 (6 St.): § 22 G.-O. unbefugte Ausübung
des Gast- und Schankgewerbes 200 8 (12 Tage): § 59 G.-O unbefugtes Aufsuchen von Bestellungen 50 8 (4 Tage und Verfall von
Arbeitsbehelfen): § 2 des Hausierpatentes, Verfall von Waren: § 2
des Haufierpatentes 12 Tage: § 22 unbefugte Ausführung von
Maurerarbeiten 40 8 (3 Tage): § 14 G.-O. unbefugte Ausführung
von Malerarbeiten 30 8 (2 Tage): § 22 G.-O., unbefugter Ausschank 200 8 (12 Tage): § 59 G.-O. unbefugtes Aufsuchen von Ve-
Amtsblatt Nr. S
stellungen 50 8 (3 Tage); § 59 G.-O. unbefugtes Aufsuchen von
Bestellungen 80 8 (5 Tage); § 59 G.-O. unbefugtes Aufsuchen von
Bestellungen, Verweis; § 59 G.-O. unbefugtes Aufsuchen von Bestellungen 60 8 (5 Tage); § 59 G.-O. unbefugtes Aufsuchen von
Bestellungen 90 8 (6 Tage); § 59 G.-O. unbefugtes Auffuchen von
Bestellungen 250 8 (18 Tage); § 13b G.-O. unbefugter Milchhandel
25 8 (2 Tage); § 13b G.-O. unbefugter Milchhandel 10 8 (24 St.);
§ 22 G.-O. unbefugter Ausschank 50 8 (24 Stunden).
Unbefugte Uebernahme von Maßbestellungen 100 8 (2 Tage);
unbefugtes Hausieren mit Stoffen 10 8 (24 Stunden); Verleitung
zum unbefugten Aufsuchen von Bestellungen auf Uniformen 400 8
(20 Tage); unbefugtes Aufsuchen von Bestellungen auf Uniformen
150 8 (10 Tage); Nichtbezeichnung des Gewerbestandortes 5 8 (12
Stunden); unbefugtes Hausieren auf Honig 40 8 (4 Tage) und
Warenverfall; unbefugtes Hausieren mit Stoffen 50 8 (5 Tage);
Nichtanzeige der Gewerbestandortsverlegung, Verweis.
gewerbes alle Bauten, die in ihrer Wesenheit Holzkonstruktionen
sind. Darunter sind tragende, statisch beanspruchte Bauelemente
zu verstehen. Es besteht daher kein Zweifel, daß die tragende
Konstruktion der Holzstiegen eine derartige Holzkonstruktion im
Sinne des Baugewerbegefetzes ist, da ihre konstruktive Durchführung nur auf Grund einer statischen Berechnung möglich
ist, die wiederum unter Berücksichtigung der Gestaltung und
des Einbaues des Stiegenhaufes sowie unter Bedachtnahme auf
die entsprechende Zweckbestimmung des Gebäudes und die anzunehmende Ttiegenbelastung zu erfolgen hat. Der beanständete
Baumeister besitzt die Zimmermeisterkonzefsion nicht. Er hat also
dadurch, daß er die für einen Neubau in Innsbruck benötigte
Holztreppe nicht durch einen Zimmermeister ausführen, sondern
im eigenen Tifchlereibetrieb herstellen ließ, gegen die Vorschriften
des § 2, Abf. 2, des Baugewerbegefetzes verstoßen.
Verhängte Strafen vom 7. April bis 50. April 15)5
<Me NtUt Reisebmoverorönung
1 Uebertretung des Naturschutzgesetzes 5 8 und Verfall der
Waffe (Gewehr); 1 Uebertretung des Weingesetzes 20 8; 1 Uebertretung der Apothekenbetriebsordnung 50 8, 5 Übertretungen
der Milchverkehrs-Verordnung 662 8; 2 Uebertretungen der Verordnung mit Verkehr mit Honig und Kunsthonig 60 8; 24 Uebertretungen der Vorschrift über Verkehr mit Frischmilch 578 8.
I m B.-G.-Bl.. 42. Stück vom 26. April 1935, ist eine
Verordnung (Reisebüroverordnung 1935) erschienen,
wornach folgende gewerbsmäßige Tätigkeiten, soferne
sie nicht im Betriebe von Gewerben oder von der Gewerbeordnung nicht unterliegenden Verkehrsunternehmungen ausgeübt werden, in deren Berechtigungen^
fang sie gehören, der Kongessionspflicht unterliegen:
a) Ausgabe von Fahrkarten (auch Anweisungen auf
Schlafwagenplätze und dergleichen) in- und ausläm
bischer Verkehrsunternehmungen jeder Art,b) Veranstaltungen von Gesellschaftsfahrten'
o) Vermittlung von Reisegepäcksbeförderungen, Reiseunfalls- und Reisegepäcksversicherungen und Verbindung mit der Ausgabe von Fahrkarten oder der
Veranstaltung von Gesellschaftsfahrten,ä) Ausgabe von Hotelanweisungen.
Die Konzession wird für alle oder für einzelne der
eben angeführten Tätigkeiten mit nachstehender Ausnahme vom Bundesministerium für Handel und Verkehr verliehen.
Die auf die Ausgabe von Fahrkarten für Kraftwagenfahrten oder auf die Veranstaltung von Gesell
schaftsfahrten im Kraftwagen im Inlande beschränkte
Konzession verleiht der Landeshauptmann.
Bei der Entscheidung ist auf den streng zu prüfenden
Bedarf Bedacht zu nehmen.
Für den Antritt der Konzession bedarf es auch eines
besonderen Befähigungsnachweises, den aber das Bundesministerium für Handel und Verkehr unter gewissen
Voraussetzungen nachsehen kann.
Das Recht, sich im geschäftlichen Verkehr, fei es bei
der äußeren Bezeichnung der Betriebsstätte oder im
Betriebe ihrer Geschäfte überhaupt, der Bezeichnung
„Reisebüro", „Verkehrsbüro" oder einer ähnlichen Be
Zeichnung zu bedienen, ist nach der Verordnung denjenigen Unternehmungen vorbehalten, die die Berechtigung zur Ausgabe von Fahrkarten in- und ausländischer Eisenbahnunternehmungen besitzen und nachweisen können, daß sie regelmäßig für die Linien der
Oesterr. Bundesbahnen geltende Unternehmerfahrscheine
von einer österr. Stelle beziehen und von ihr eine Pro
vision für den Verkauf dieser Fahrscheine erhalten,
oder denen die Bewilligung zur Führung der erwähnten Bezeichnungen vom Vundesministerium für Handel
und Verkehr ausdrücklich erteilt wird.
Unternehmungen, auf die diese Voraussetzungen nicht
zutreffen, wird zur Aenderung der bisher verwendeten,
der bezogenen Vorschrift widersprechenden Bezeichnung
eine Frist bis einschließlich 30. September 1935 ge
währt, worauf besonders aufmerksam gemacht wird.
I n der Begründung eines Berufungserkenntnisfes führt die
Landeshauptmannschaft für Tirol über die Ausführung von
Zimmermannsarbeiten durch Baumeister
in ausgenommenen
Orten aus: Gemäß § 2, Abs. 2, des Baugewerbegefetzes hat sich
der Baumeister in jenen Orten, die als ausgenommen erklärt
find, bei der Ausführung von Bauten rückfichtlich jener Arbeiten,
die in das Fach des Zimmermeisters einschlagen, dieses Baugewerbetreibenden zu bedienen: er kann die betreffenden Arbeiten nur dann selbst ausführen, wenn er die bezügliche Konzession selbst erworben hat. Innsbruck ist ein ausgenommener Ort
im Sinne der eben zitierten Vorschrift. Nach § 4 des Baugewerbegefetzes fallen in den Berechtigungsumfang des Zimmermeister-
.Iwib5loll-b.m.b.ll.
llolllo,
2U5 2ÜSN i n - uncl
l^lummys
Monatsbericht für öen ßremöenverkehr
Zahl der angekommenen Fremden:
Sonstiges Oesterreich
Schweig, Liechtenstein
Südslawenstaat
Ruhland mit Russisch-Asien
Afrika. Australien
Uebriges Amerika
Gemeinöebericht für öen Kremöenbertehr
Winter-Halbjahr: 1. November 1934 bis 30. April 1935
Zahl der angekommenen Fremden und der Uebernachtungen
2) nach Monaten
Winterhalbjahr . .
Der Reg.-Kommifsär.
Achtung Vaugetverbe!
Der Regierungskommissär der Stadt Innsbruck hat
Arbeiten für das Baugewerbe werden nur unter der
Bedingung vergeben» dah der Unternehmer die ortsüblichen Arbeitslöhne und die Richtpreise des Gremiums der Baumeister einhält.
Alle Arbeitsvergebungen erfolgen im Einvernehmen
mit dem Regierungskommisfär für die Privatwirtschaft.
b) nach dem ständigen Wohnorte:
Ständiger W o h n o r t w
Fremden ^
Deutsches Reich. Danzig
Polen. Baltische Staaten . . . .
Belgien, Luxemburg. Niederlande .
Großbritannien. I r l a n d
Frankreich. Monaco
Spanien, Portugal, Andorra . . .
Bulgarien. Türkei
Rußland m i t Russisch-Asien
A f r i k a . Australien
Ver. Staaten v. Nordamer. Kanada
Es mehren sich in letzter Zeit die Beschwerden über
unhaltbare sittliche Zustände in städtischen Wohnobjekten. Durch Konkubinate und durch wahlloses Zusammenleben verschiedener Geschlechter in städt. Wohnungseinheiten treten Zustände Zutage, die unheil
vollen Einfluß auf die Umgebung und eine sittliche
und körperliche Gefährdung der in diesen Gebieten
wohnenden Jugendlichen mit sich bringen müssen.
Ich verfüge deshalb, daß in städtischen Mietobjekten
Konkubinate nicht zu dulden sind. Ich ordne an, Erhebungen zu pflegen und mir die einzelnen bedenklichen Fälle zur Entscheidung vorzulegen.
Weisung an sie staöt. Hausverwaltung
Die Uebernachtungen sind schätzungsweise eingetragen.
stersonalnachrichten
Stadtschulinspektor Cölestin Kofler erhielt vom Herrn
Bundespräsidenten mit Entschließung vom 21. 3. 1935
taxfrei den Titel eines Regierungsrates verliehen.
Mit Entschließung vom 6. 4. 1935 hat der Herr Bundespräsident dem Privatbeamten Franz Pellet die österreichische große silberne Verdienstmedaille verliehen.
Dem Vuchbindermeister Josef Dinkhauser hat der
Herr Bundespräsident mit Entschließung vom 12. 4.
1935 den Titel eines Kommerzialrates mit Nachsicht der
Taxe verliehen.
Wer leistet Hchaöenersatz für eine
abgegangene Ratvine?
I n einer Gemeinde ist eine schwere Schneelawine niedergegangen, welche vom ärarischen Walde oberhalb der Bauerngüter
große Mengen Holz, Schutt und Unrat mitgenommen hat, welche
auf den Feldern von zwei Bergbauern liegen blieb.
Es wirft sich die Frage auf, wie sich die betroffenen Bauern
gegenüber dem Forstärar in bezug auf Holz und Aufräumung
des Schuttes zu verhalten haben. 1. Wem gehört das Holz, dem
Forstärar, von dessen Wald es stammt, oder dem Bauern, in dessen
Feldern es liegen blieb: 2. Ist das Forstärar berechtigt, falls das
Holz demselben gehört, nur das Holz wegzuräumen und den
Schutt und Unrat liegen zu lassen oder ist es verpflichtet, die
Felder aufzuräumen und den Schaden gutzumachen?
A n t w o r t : Aus den Anfragen läßt sich nicht entnehmen, ob
die Bewirtschaftung des oberhalb des Bauerngutes gelegenen
Waldes etwa bestehenden Verfügungen der Forstaufsichtsbehörde
(z. B. „Bannwald") entsprochen hat. Angenommen, die Bewirtschaftung des Waldes wäre ordnungsgemäß erfolgt, so haftet der
Waldbesitzer für den Zufall, daß eine Schneelawine losging, nicht,
denn § 1311 ABGV. sagt, daß der bloße Zufall, der durch niemandens Verschulden sich ereignete, denjenigen trifft, in dessen
Vermögen oder Person er sich ereignet. Bezüglich des Eigentums
des Holzes sagt das ABGV. nichts ausdrücklich. Nach allgemeiner
Auffassung, die aber keineswegs bindend ist, wäre als Analogie
der § 412 ABGB. heranzuziehen, der besagt: „Wird aber ein
merklicher Erdteil durch die Gewalt des Flusses an fremdes Ufer
gelegt, fo verliert der vorige Besitzer sein Eigentumsrecht darauf
nur in dem Falle, wenn er es in einer Jahresfrist nicht ausübt."
Der einfachste Weg, die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen,
ist der Abschluß eines gütlichen Uebereinkommens zwischen Forstverwaltung und den Bauern. Falls der Bauer das Holz wegschafft, um sein Feld frei zu bekommen, hat er das Recht, für
diese Arbeit eine Vergütung zu verlangen, falls der Waldbesitzer
über vorherige Aufforderung dasselbe nicht binnen einer angemessenen Frist selbst fortschafft. Ein weiterer Anspruch steht den
durch die Lawine geschädigten Bauern nicht zu.
„Die Gemeinde", Heimatverlag, Graz 3, I I . , 11. Ig.)
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Der Nachöruck von Aufsätzen, Berichten oöer nur von
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Statistiken sinö nur mit genauer Quellenangabe gestattet.
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Selbständige gemeinnützige Sparanstalt (gegr. 1822)
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H a u p t a n s t a l t : Erlerstraße N r . 8
I w e t g a n s t a l t : Maria-Thereslen-Str. 23/25
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1/2I Uhr und von V27 Uhr bis 5 Uhr nachmittags,
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Strom im Ueberfluß!
Als Beitrag zur Arbeitsschlacht gewährt das E M I für den Sommer 1935 Sonderbegünstigungen
Die Wasserführung unserer Bäche und Flüsse ist bekanntlich zu den einzelnen Jahreszeiten stark verschieden: Sie sinkt im Winter, besonders bei Eisgang, stark
ab, steigt aber im Sommer vielfach weit über das Fassungsvermögen und die Leistungsfähigkeit der elektrischen Kraftwerke.
Der Energiebedarf hingegen,
besonders jener an elektrischer Energie, verläuft ganz
anders: Er ist im Winter wesentlich größer als im Sommer. Da nun die Kraftwerke
so groß bemessen sein müssen, daß sie den Winterbedarf zu decken vermögen und
dabei immer noch die gebotene Leistungsreserve aufweisen, ergeben sich zwangsläufig große Ueberschüsse an
Eommerdarbietung. Diese irgendwie, wenn auch dilligst
zu verwerten, war stets das
Ziel unserer heimischen Elektrizitätswirtschaft: teilweise
konnte es durch die Exportlieferung nach Bayern erreicht werden.
I m bevorstehenden Sommer
werden die Ueberschüsse ganz
besonders groß sein, da einerseits durch die Wirtschaftskrise der Stromverbrauch in
Innsbruck zurückging, andererseits die großen, in den
Bergen angehäuften Schneemassen
Mengen an Solmmerwasser
erwarten lassen. Es wird also
im wahren Sinne des Wortes das Wasser ungenützt
über die Wehre zu Tal fließen.
I m Bewußtsein der hohen kulturellen und volkswirtschaftlichen Bedeutung der Elektrizität im Haushalt,
im Gewerbe und in der Industrie, erblickt das E W I
seine Ausgabe darin, möglichst allen Mnehmern des
Versorgungsgebietes die Vorteile der Elektrizität zugänglich zu machen und hiedurch gleichzeitig die vorhandenen Anlagen möglichst ganzjährig auszunützen.
Manche Abnehmer werden vielleicht der Meinung sein,
der Strom solle verbilligt werden, dann werde die Abnahme steigen und so beiden Teilen geholfen sein. Dieser Vorschlag übersteht inoeß, daß unter den gegenwärtigen Wirtschafts- und Einkommensverhältnissen eine
Verbilligung des Stromes keine entsprechende Verbrauchssteigerung zur Folge hätte und daher mit einem
Einnahmenrückgang gerechnet werden müßte, der es
dem Werke unmöglich machen würde, seinen Verpflichtungen, besonders der Stadt gegenüber, nachzukommen.
Schließt sich sonach eine Stromverbilligung leider von
selbst aus, so bleibt doch die Möglichkeit, bei Sicherung
der bisherigen Einnahmen erhöhte Energiemengen zur
Verfügung zu stellen. Dieser Weg scheint in der Tat geeignet, unserer Volkswirt schast ohne Geldaufwendung,
sondern nur durch Ausnützung vorhandener Werte
einen Auftrieb zu erteilen, indem zumindest für einige
Monate die bisher geübte Sparsamkeit außeracht ge^
lassen und die Heuer so ausnahmsweise ergiebig verfügbare Energie zu den jeweils
genützt werden
kann. Damit aber trägt das
E W I das Seine zum Aufbauwerk der Wirtschaft, zur
Arbeitsschlacht, bei und gibt
seiner Abnehmerschaft die
Gelegenheit, sich von den
vorteilhaften Anwendungsmöglichkeiten des elektrischen Stromes und der elektrischen Geräte zu überzeugen, ohne daß dafür mehr
als bisher zu bezahlen wäre.
Für die „Strom im Ueberfluß" betitelte Aktion sind
seitens der Verwaltung folgende Bestimmungen festgelegt worden:
Alle ständigen» nach den allgemein gültigen Zählertarifen beziehenden Abnehmer
können in der Zeit ab 1. Mai
1935 bis zur Zählerablefung
im Oktober 1935 beliebige
Strommengen beziehen, ohne
hiefür ein höheres Entgelt zu
entrichten, als für den Aprilbezug (Strombezug zwischen
den Iählerablesungen im
März und April 1935); die
Abrechnung erfolgt monatlich getrennt für jeden Zähler;
bleibt ein Monatsoerbrauch unter dem Aprilbezug, so
ist nur der tatsächliche Monatsverbrauch zu bezahlen.
Für Abnehmer mit Saisonbetrieben (Sommerfrischen.
Hotels, Gastwirtschaften, Ausstellungen. Garagen usw.)
wird der Berechnung an Stelle des Aprilbezuges der
Bezug im jeweiligen kalendergleichen Monate des Vorjahres zugrunde gelegt.
Für Neuanfchlüsse (neu zur Aufstellung gelangende
Zähler) werden bis zur Zählerablefung im Monate Oktober 1935 von den verbrauchten Strommengen nur
5N Prozent verrechnet.
Ein Rechtsanspruch auf den koftenlofen Ueberflußstrom
besteht nicht, in allen Zweifelsfällen entscheidet das
E W I allein unter Ausfchluß jedes Rechtsweges. Die
kostenlofe Lieferung von Ueberflußftrom erfolgt nur
im Ausmaße der gegebenen Möglichkeiten und setzt
selbstverständlich die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, der allgemeinen Ttromlieferungsbedingungen
und der Anschluhbestimmungen des E W I voraus.
Innsbruck. Ende April 1935.
Überfluß!
Verleger, Eigentümer und Herausgeber: Nie Stadtgemeinde Innsbruck. — Verantwortlicher Schriftleiter: 2lr. Willy Rumer, Innsbruck, Wilhelm-Ereil-Straße 25.
Druck: Graphische K u n f t a n f t a l t T y r o l i a , Innsbruck
Ausgabe Mai 1935

References: Art. 124
 Art. 111
 § 45
 § 45
 § 1

§ 38

§ 38
 § 60
 § 38
 § 16
 Art. 12
 § 38
 § 38
 § 60
 § 59

§ 39
 § 13
 § 2
 § 55
 § 22
 § 14
 § 4
 § 22
 § 59
 § 2
 § 2
 § 22
 § 14
 § 22
 § 59
 § 59
 § 59
 § 59
 § 59
 § 59
 § 13
 § 13

§ 22
 § 2
 § 2
 § 4
 § 1311
 § 412