Source: https://www.erneuerbare-waerme-gesetz.de/ewaermeg-evaluation/sanierungsfahrplane-in-wohn-und-nichtwohngebauden
Timestamp: 2020-07-13 02:33:01+00:00

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Sanierungsfahrpläne in Wohn- und Nichtwohngebäuden | EWärmeG BaWü
Sanierungsfahrpläne in Wohn- und Nichtwohngebäuden
8 Sanierungsfahrpläne in Wohn- und Nichtwohngebäuden
Mit der Novel­le des EWär­meG sind gebäu­de­in­di­vi­du­el­le Sanie­rungs­fahr­plä­ne (SFP) als Erfül­lungs­op­ti­on auf­ge­nom­men wor­den. Ziel des Sanie­rungs­fahr­plans ist es, für ein ein­zel­nes Gebäu­de eine auf die indi­vi­du­el­le Situa­ti­on des Gebäu­des zuge­schnit­te­ne Sanie­rungs­stra­te­gie zu ent­wi­ckeln und zu ver­mit­teln. Bei Wohn­ge­bäu­den kann die Nut­zungs­pflicht nach § 9 Abs. 1 EWär­meG zu einem Drit­tel dadurch erfüllt wer­den, dass die Ver­pflich­te­ten einen gebäu­de­in­di­vi­du­el­len SFP vor­le­gen. Bei Nicht­wohn­ge­bäu­den kann der SFP als allei­ni­ge Erfül­lungs­op­ti­on her­an­ge­zo­gen wer­den (§ 16 Abs. 1).
Gemäß § 9 Abs. 2 EWär­meG ent­hält ein SFP „aus­ge­hend vom Ist-Zustand des Gebäu­des Emp­feh­lun­gen für Maß­nah­men am Gebäu­de, die sich am lang­fris­ti­gen Ziel eines nahe­zu kli­ma­neu­tra­len Gebäu­de­be­stands im Jahr 2050 ori­en­tie­ren und schritt­wei­se oder in einem Zug durch­ge­führt wer­den kön­nen. Die Maß­nah­men­emp­feh­lun­gen berück­sich­ti­gen die gebäu­de­in­di­vi­du­el­len Gege­ben­hei­ten, ins­be­son­de­re die geschätz­ten zu erwar­ten­den Kos­ten der Maß­nah­men und Ener­gie­kos­ten­ein­spa­run­gen, die öffent­li­chen För­der­mög­lich­kei­ten, bau­tech­ni­sche, bau­phy­si­ka­li­sche und anla­gen­tech­ni­sche Aspek­te sowie bau­kul­tu­rel­le und städ­te­bau­li­che Vor­ga­ben“.
Ein bereits vor Ent­ste­hen der Nut­zungs­pflicht erstell­ter SFP wird als (antei­li­ge) Erfül­lungs­op­ti­on aner­kannt, wenn zwi­schen dem Erstel­lungs­da­tum und dem Zeit­punkt des Aus­tauschs der Heiz­an­la­ge nicht mehr als 5 Jah­re lie­gen. Die detail­lier­ten Anfor­de­run­gen an den Sanie­rungs­fahr­plan regelt die Sanie­rungs­fahr­plan-Ver­ord­nung (SFP-VO)1.
Das Umwelt­mi­nis­te­ri­um stellt Gebäu­de­ei­gen­tü­mern und Ener­gie­be­ra­tern umfang­rei­ches Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al zur Ver­fü­gung. Beson­ders zu nen­nen sind der Mus­ter­sa­nie­rungs­fahr­plan (für Wohn­ge­bäu­de), ein ent­spre­chen­des Druck­tool, wel­ches über eine Schnitt­stel­le in die Ener­gie­be­ra­ter-Pro­gram­me inte­griert wer­den kann sowie einen Mus­ter­be­richt.
Fer­ner för­dert das Land die Erstel­lung von SFP über ein För­der­pro­gramm der L‑Bank2. Die För­de­rung beschränkt sich auf Wohn­ge­bäu­de (vgl. Kapi­tel 9). Das Land hat ange­kün­digt, die­se För­de­rung zum Ende des Jah­res 2018 ein­zu­stel­len.
Geförderte und nicht geförderte SFP
Sanie­rungs­fahr­plä­ne kön­nen im Rah­men des EWär­meG zur (antei­li­gen) Pflicht­er­fül­lung und „außer­halb“ des EWär­meG erstellt wer­den (Aus­stel­lungs­an­lass). SFP für Wohn­ge­bäu­de kön­nen geför­dert oder unge­för­dert sein. Auch SFP für Nicht­wohn­ge­bäu­de kön­nen unter bestimm­ten Umstän­den und für bestimm­te Ziel­grup­pen mit Bun­des­mit­teln geför­dert wer­den.
Abbil­dung 8–1: Vari­an­ten­ma­trix SFP
Nach­fol­gen­de Tabel­le gibt einen Über­blick über die Anzahl an bis­her als Nach­weis bei der Behör­de ein­ge­reich­ten sowie an geför­der­ten SFP.
Tabel­le 8–1: Über­sicht WG-SFP. Stand 30.6.2018
Sanierungsfahrpläne als Erfüllungsoption für das EWärmeG: Statistische Auswertung
Zur Erfas­sung von ver­schie­de­nen Merk­ma­len des SFP wur­de eine sta­tis­ti­sche Aus­wer­tung von SFP durch­ge­führt, die als (antei­li­ge) Erfül­lungs­op­ti­on im Rah­men des EWär­meG vor­ge­legt wur­den. Dabei kann es sich bei den Wohn­ge­bäu­den um geför­der­te oder unge­för­der­te SFP han­deln.
8.3.1 Wohngebäude
Die sta­tis­ti­sche Aus­wer­tung der SFP für Wohn­ge­bäu­de umfasst 160 SFP, die nach §22 Abs. 6 EWär­meG sei­tens der unte­ren Bau­rechts­be­hör­den zum Zwe­cke der Eva­lu­ie­rung bereit­ge­stellt wur­den. Bei allen sta­tis­tisch aus­ge­wer­te­ten SFP han­del­te es sich um sog. Mus­ter­fahr­plä­ne, die über das Druck­tool erstellt wur­den. Aus­ge­wer­tet wur­den fol­gen­de Indi­ka­to­ren:
Gebäu­de­typ, Bau­jahr, beheiz­ba­re Wohn­flä­che, Anzahl Wohn­ein­hei­ten
Energiebedarf/Primärenergiebedarf/CO2-Emis­sio­nen im IST-Zustand und nach dem letz­ten Sanie­rungs­schritt
Bewer­tung Endenergiebedarf/Gebäude/Wärmeversorgung (A+ bis H) im IST-Zustand und nach dem letz­ten Sanie­rungs­schritt
Ener­gie­kos­ten im IST-Zustand (errech­net und real)
Sanie­rungs­schrit­te und dabei erfass­te Maß­nah­men
Pri­mä­res Heiz­sys­tem nach letz­tem vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schritt
Berufs­qua­li­fi­ka­ti­on der SFP-Aus­stel­ler
Gemäß § 4 Abs. 3 der Sanie­rungs­fahr­plan-Ver­ord­nung wird auch eine BAFA-Vor-Ort Bera­tung als Sanie­rungs­fahr­plan aner­kannt. Bei rund 15 % der bis zum 30.06.2018 im Rah­men des EWär­meG neu im Daten­por­tal des Sta­tis­ti­schen Lan­des­amts erfass­ten SFP han­del­te es sich um eine sol­che Vor-Ort-Bera­tung. Abbil­dung 8–2 zeigt eine Über­sicht eini­ger aus­ge­wähl­ter Merk­ma­le der im Rah­men der sta­tis­ti­schen Aus­wer­tung betrach­te­ten Gebäu­de, für die zur antei­li­gen Erfül­lung des E‑WärmeG ein SFP ein­ge­reicht wur­de. Bei rund der Hälf­te der Gebäu­de han­delt es sich um Ein­fa­mi­li­en­häu­ser, Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser mit mehr als drei Wohn­ein­hei­ten machen rund ein Vier­tel der betrach­te­ten SFP aus. Die Ver­tei­lung der aus­ge­wer­te­ten SFP auf die ver­schie­de­nen Alters­klas­sen ent­spricht in etwa der Alters­ver­tei­lung der Wohn­ge­bäu­de in Baden-Würt­tem­berg. Rund die Hälf­te der betrach­te­ten Wohn­ge­bäu­de hat einen Pri­mär­ener­gie­be­darf grö­ßer 200 kWh/m2*a.
Abbil­dung 8–2: Aus­ge­wähl­te Merk­ma­le der im Rah­men der sta­tis­ti­schen Aus­wer­tung erfass­ten Wohn­ge­bäu­de (jeweils ange­ge­ben in Anzahl SFP)
Abbil­dung 8–3 ver­gleicht die ener­ge­ti­schen Kenn­wer­te der betrach­te­ten Gebäu­de im Aus­gangs­zu­stand mit dem Ziel­zu­stand. Der Ziel­zu­stand ist dabei der Zustand nach dem letz­ten im Rah­men des SFP vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schritt. Bei den Kenn­wer­ten han­delt es sich um
den spe­zi­fi­schen End­ener­gie­be­darf im Sin­ne der EnEV (End­ener­gie­bei­trä­ge aus gebäu­de­nah gewan­del­ten Umwelt­ener­gien, z.B. sola­re Wär­me, Umge­bungs­wär­me, wer­den dabei per Defi­ni­ti­on mit Null bewer­tet)
eine Bewer­tung des Gebäu­des in Form des spe­zi­fi­schen Wär­m­ener­gie­be­darfs (dabei han­delt es sich um die Erzeu­ger­nutz­wär­me­ab­ga­be qoutg gemäß DIN V 18599)
eine Bewer­tung der Wär­me­ver­sor­gung, dar­ge­stellt als Quo­ti­ent aus dem spe­zi­fi­schen Jah­res-Pri­mär­ener­gie­be­darf und der Erzeu­ger­nutz­wär­me­ab­ga­be (der Quo­ti­ent ist also ein Maß für die Effi­zi­enz des Wär­me­er­zeu­gers sowie den pri­mär­ener­ge­ti­schen Auf­wand des ein­ge­setz­ten Ener­gie­trä­gers)
die spe­zi­fi­schen CO2-Emis­sio­nen, die aus der Wär­me­ver­sor­gung des Gebäu­des resul­tie­ren.
Die Anga­be der ers­ten drei Kenn­wer­te erfolgt jeweils in Form einer Effi­zi­enz­klas­se (Wer­te von A+ bis H). Für die Effi­zi­enz­klas­sen gel­ten fol­gen­de Grenz­wer­te:
Tabel­le 8–2: Grenz­wer­te der Effi­zi­enz­klas­sen gemäß SFP-Mus­ter­be­richt
Rund 45 % der betrach­te­ten Wohn­ge­bäu­de haben heu­te einen End­ener­gie­be­darf ober­halb von 200 kWh/m2a, ein wei­te­res Vier­tel einen spe­zi­fi­schen End­ener­gie­be­darf zwi­schen 160 und 200 kWh/m2a. Dies ist ein Hin­weis dar­auf, dass ins­be­son­de­re Eigen­tü­mer ener­ge­tisch ver­hält­nis­mä­ßig schlech­ter Gebäu­de einen Sanie­rungs­fahr­plan zur (antei­li­gen) Erfül­lung der Nut­zungs­pflicht ver­wen­den. Im Ziel­zu­stand, also dem Zustand nach der Sanie­rungs­maß­nah­me, die auf der Zeit­ach­se als letz­te Maß­nah­me beschrie­ben bzw. emp­foh­len wird, errei­chen rund ein Drit­tel der betrach­te­ten Gebäu­de die Klas­se A+, was einem spe­zi­fi­schen End­ener­gie­be­darf unter­halb 30 kWh/m2a ent­spricht. Vie­le die­ser Gebäu­de errei­chen beim Wär­me­en­er­gie­be­darf „nur“ die Klas­se C. Hier­bei han­delt es sich oft­mals um Gebäu­de, bei denen nur in ein­ge­schränk­tem Aus­maß die Außen­hül­le gedämmt wird und zur Wär­me­er­zeu­gung eine Wär­me­pum­pe ein­ge­setzt wird. Da die durch die Wär­me­pum­pe genutz­te Umge­bungs­wär­me nach den Vor­ga­ben der EnEV end­ener­ge­tisch mit Null bewer­tet wird, errei­chen die­se Gebäu­de einen sehr gerin­gen End­ener­gie­kenn­wert, obwohl die Gebäu­de­hül­le nicht so effi­zi­ent ist. Mehr als die Hälf­te aller Gebäu­de wür­den infol­ge der vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schrit­te spe­zi­fi­sche CO2-Kenn­wer­te klei­ner als 20 kg/m2a errei­chen.
Abbil­dung 8–3: Ener­ge­ti­sche Indi­ka­to­ren der aus­ge­wer­te­ten Wohn­ge­bäu­de im Aus­gangs­zu­stand (IST) sowie dem Ziel­zu­stand (ZIEL) nach dem letz­ten vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schritt (jeweils ange­ge­ben in Anzahl SFP)
Im (flä­chen­ge­wich­te­ten) Durch­schnitt wür­den die betrach­te­ten Gebäu­de ihren spe­zi­fi­schen Pri­mär­ener­gie­be­darf von rund 200 auf 65 kWh/m2a redu­zie­ren (Abbil­dung 8–4). Dies ent­spricht einer Min­de­rung von rund 67 %. Damit wür­de die unter­such­te Stich­pro­be das über­ge­ord­ne­te poli­ti­sche Ziel, den nicht-erneu­er­ba­ren Pri­mär­ener­gie­be­darf bis zum Ziel­jahr 2050 um 80 % zu redu­zie­ren, ver­feh­len. Infol­ge der vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­maß­nah­men wür­de der durch­schnitt­li­che spe­zi­fi­sche End­ener­gie­be­darf von rund 180 auf 65 kWh/m2a gesenkt (Min­de­rung um rund 63 %). Im Ver­gleich dazu errei­chen die Wohn­ge­bäu­de in den Sze­na­ri­en der Ener­gie­ef­fi­zi­enz­stra­te­gie Gebäu­de (BMWI 2015) Ziel­wer­te zwi­schen 35 und 37 kWh/m2*a (End­ener­gie im Sin­ne der EnEV). Dies ist ein wei­te­rer Hin­weis, dass die im Rah­men der SFP vor­ge­schla­ge­nen Ziel­ni­veaus im Durch­schnitt noch nicht aus­rei­chen, die Gebäu­de­zie­le der Bun­des­re­gie­rung zu errei­chen.
Die spe­zi­fi­schen CO2-Emis­sio­nen sin­ken infol­ge der vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men um rund 63 %.
Abbil­dung 8–4: Durch­schnitt­li­che (flä­chen­ge­wich­te­te) Reduk­ti­ons­wer­te für den spe­zi­fi­schen Pri­mär­ener­gie- und End­ener­gie­be­darf sowie die spe­zi­fi­schen CO2-Emis­sio­nen
Abbil­dung 8–5 gibt einen Über­blick über die im Rah­men der aus­ge­wer­te­ten SFP emp­foh­le­nen Heiz­sys­te­me, kon­kret die Ver­tei­lung der pri­mä­ren Heiz­sys­te­me nach dem letz­ten vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schritt. Deut­lich zu erken­nen ist eine star­ke Domi­nanz von Wär­me­pum­pen und Pel­let­hei­zun­gen, die zusam­men rund 60 % der Heiz­sys­te­me aus­ma­chen. Knapp ein Drit­tel aller betrach­te­ten Gebäu­de wird dem letz­ten vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schritt ent­spre­chend noch über einen fos­si­len Heiz­kes­sel beheizt. Rund 20 % der Gebäu­de ver­fü­gen über eine solar­ther­mi­sche Anla­ge, die mehr­heit­lich als rei­ne Brauch­was­ser­an­la­ge vor­ge­schla­gen wird.
Abbil­dung 8–5: Pri­mä­res Heiz­sys­tem nach dem letz­ten vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schritt
Die Aus­stel­ler der SFP ver­fü­gen über ver­schie­de­nen Berufs­qua­li­fi­ka­tio­nen (Abbil­dung 8–6, die Kate­go­rie „Ener­gie­be­ra­ter“ sub­sum­miert dabei ver­schie­de­ne Berufs­qua­li­fi­ka­tio­nen). Auf­fäl­lig ist der hohe SFP-Anteil, der durch Schorn­stein­fe­ger aus­ge­stellt wird.
Abbil­dung 8–6: Berufs­qua­li­fi­ka­ti­on der SFP-Aus­stel­ler
Im Fol­gen­den wird eine Rei­he von Ein­zel­be­ob­ach­tun­gen dar­ge­stellt, die bei der sta­tis­ti­schen Aus­wer­tung beson­ders ins Auge gefal­len sind:
eini­ge SFP decken nur einen ver­hält­nis­mä­ßig kur­zen Zeit­raum ab (z.B. bis 2025);
eini­ge SFP beschrän­ken sich dar­auf, ledig­lich ein bis zwei Sanie­rungs­maß­nah­men vor­zu­schla­gen, ent­spre­chend gering ist die poten­zi­el­le Min­de­rungs­wir­kung des Vor­schlags;
ein SFP-Aus­stel­ler schlägt bei allen SFP immer nur die Voll­sa­nie­rung in einem Schritt vor, dabei wird als emp­foh­le­ner Zeit­raum das Jahr 2050 ange­ge­ben;
eini­ge SFP-Aus­stel­ler arbei­ten mit Stan­dard­sa­nie­rungs­pa­ke­ten, es stellt sich dabei die Fra­ge, in wel­cher Form ein indi­vi­du­el­ler Zuschnitt auf das betrach­te­te Gebäu­de gege­ben ist;
ein SFP unter­sucht ledig­lich eine Sanie­rungs­maß­nah­me (Wär­me­dämm­ver­bund­sys­tem) und ver­weist auf deren Unwirt­schaft­lich­keit; hier­bei scheint es sich um einen SFP zu han­deln, der allei­nig zur Erfül­lung des EWär­meG bean­tragt und erstellt wur­de (Erfül­lungs­op­ti­on Bio­öl­bei­mi­schung + SFP);
mit Ver­weis auf den ver­meint­lich sehr guten ener­ge­ti­schen Zustand (spez. End­ener­gie­be­darf von 100 kWh/m2*a) ver­zich­tet ein SFP auf die Unter­su­chung kon­kre­ter Sanie­rungs­maß­nah­men (Erfül­lungs­op­ti­on Bio­gas­bei­mi­schung + SFP);
mit Ver­weis dar­auf, dass es bei dem betrach­te­ten Gebäu­de (spez. End­ener­gie­be­darf von 130 kWh/m2*a) bei der Fas­sa­de, Dach und Fens­ter kei­ne Not­wen­dig­keit für eine ener­ge­ti­sche Sanie­rung gäbe, wer­den in einem SFP ledig­lich die Instal­la­ti­on eines Brauch­was­ser­kol­lek­tors sowie die Däm­mung der Heiz­ver­teil­lei­tun­gen vor­ge­schla­gen.
2‑Emissionen im IST-Zustand und nach dem letz­ten Sanie­rungs­schritt
Pri­mä­res Heiz­sys­tem nach letz­tem oder effek­tivs­ten vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schritt
Man­gels eines Mus­ter­fahr­plans gibt es für die SFP sehr ver­schie­de­ne Erschei­nungs­for­men. Fer­ner las­sen sich die SFP grob in drei Klas­sen unter­schei­den:
a) SFP, die ver­schie­de­ne Sanie­rungs­va­ri­an­ten bzw. ‑maß­nah­men ver­glei­chen, ohne die­se mit­ein­an­der zu verknüpfen/kombinieren oder zeit­lich anzu­ord­nen, b) SFP, die ver­schie­de­ne Sanie­rungs­va­ri­an­ten bzw. ‑maß­nah­men sowie eine Kom­bi­na­ti­on aus meh­re­ren bzw. allen Vari­an­ten ver­glei­chen, c) SFP, die ver­schie­de­ne Sanie­rungs­va­ri­an­ten bzw. ‑maß­nah­men ver­glei­chen und die­se sowohl mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren als auch zeit­lich anord­nen.
Im enge­ren Sin­ne erfül­len ledig­lich SFP der Opti­on c) die Ansprü­che an einen wirk­li­chen Fahr­plan.
Abbil­dung 8–7 zeigt eine Über­sicht eini­ger aus­ge­wähl­ter Merk­ma­le der im Rah­men der sta­tis­ti­schen Aus­wer­tung betrach­te­ten Nicht­wohn­ge­bäu­de, für die zur Erfül­lung des E‑WärmeG ein SFP ein­ge­reicht wur­de. Unter den Gebäu­den, bei denen aus dem SFP die Nut­zungs­form her­vor­geht, waren zehn Büro‑, Dienst­leis­tungs- bzw. Klein­ge­wer­be­ge­bäu­de, vier Bank­ge­bäu­de, drei Tech­nik­ge­bäu­de, zwei Schulen/Kindergärten, zwei Sport­hal­len und je ein Gemein­de­haus, eine Büro­ein­heit mit ange­schlos­se­ner Pro­duk­ti­ons­hal­le sowie ein Kauf­haus. Bei allen ande­ren der aus­ge­wer­te­ten SFP war die Nut­zungs­form nicht ersicht­lich. Rund 80 % der Gebäu­de wur­den nach 1959 errich­tet. Die Net­to­grund­flä­che lag bei durch­schnitt­lich 1.750 m².
Abbil­dung 8–7: Aus­ge­wähl­te Merk­ma­le der im Rah­men der sta­tis­ti­schen Aus­wer­tung erfass­ten Nicht­wohn­ge­bäu­de (jeweils ange­ge­ben in Anzahl SFP)
Abbil­dung 8–8 und Abbil­dung 8–9 ver­glei­chen die ener­ge­ti­schen Kenn­wer­te der betrach­te­ten Nicht­wohn­ge­bäu­de im Aus­gangs­zu­stand mit dem Ziel­zu­stand. Der Ziel­zu­stand ist dabei ent­we­der der Zustand nach dem letz­ten im Rah­men des SFP vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schritt oder der Zustand, der erreicht wür­de, wenn die ambi­tio­nier­tes­te der unter­such­ten Sanie­rungs­va­ri­an­ten umge­setzt wird.
Zwei Drit­tel der aus­ge­wer­te­ten Gebäu­de haben im IST-Zustand einen spe­zi­fi­schen Pri­mär­ener­gie­be­darf von mehr als 200 kWh/m2a. der flä­chen­ge­wich­te­te Mit­tel­wert liegt dabei bei 227 kWh/m2a. Infol­ge der vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­maß­nah­men bzw. ‑vari­an­ten lie­ße sich der Pri­mär­ener­gie­kenn­wert auf durch­schnitt­lich 120 kWh/m2a redu­zie­ren. Drei Vier­tel der Gebäu­de hät­te dann einen spe­zi­fi­schen Pri­mär­ener­gie­be­darf unter­halb von 150 kWh/m2a. Bezo­gen auf den spe­zi­fi­schen End­ener­gie­be­darf liegt der flä­chen­ge­wich­te­te Mit­tel­wert der aus­ge­wer­te­ten Gebäu­de bei rund 192 kWh/m2a. Wür­den die im Rah­men der SFP betrach­te­ten ambi­tio­nier­tes­ten Sanie­rungs­va­ri­an­ten gewählt, wür­de der Mit­tel­wert auf rund 110 kWh/m2a sin­ken.
Abbil­dung 8–8: Ener­ge­ti­sche Indi­ka­to­ren der aus­ge­wer­te­ten Nicht­wohn­ge­bäu­de im Aus­gangs­zu­stand (IST) sowie dem Ziel­zu­stand (ZIEL) gemäß der ambi­tio­nier­tes­ten Sanie­rungs­va­ri­an­te (jeweils ange­ge­ben in Anzahl SFP)
Abbil­dung 8–9: Durch­schnitt­li­che (flä­chen­ge­wich­te­te) Reduk­ti­ons­wer­te für den spe­zi­fi­schen Pri­mär­ener­gie- und End­ener­gie­be­darf sowie die spe­zi­fi­schen CO2-Emis­sio­nen
Abbil­dung 8–10 gibt einen Über­blick über die im Rah­men der aus­ge­wer­te­ten NWG-SFP emp­foh­le­nen Heiz­sys­te­me, soweit dies aus dem SFP her­vor­geht. Kon­kret dar­ge­stellt ist die Ver­tei­lung der pri­mä­ren Heiz­sys­te­me nach dem letz­ten vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schritt oder im Zuge der ambi­tio­nier­tes­ten Sanie­rungs­va­ri­an­te. Mit rund 70 % domi­nie­ren hier fos­si­le Wär­me­tech­no­lo­gien, wobei Gas-Brenn­wert die am häu­figs­ten emp­foh­le­ne Ver­sor­gungs­tech­nik dar­stellt. In rund einem Drit­tel der Fäl­le schlägt der SFP den Ein­satz erneu­er­ba­rer Wär­mer­zeu­ger vor. Wie bei den Wohn­ge­bäu­den domi­nie­ren dabei Luft-Wär­me­pum­pen und Pel­let­kes­sel. In rund 40 % der aus­ge­wer­te­ten SFP wird u.a. auch die Instal­la­ti­on einer PV-Anla­gen unter­sucht.
Abbil­dung 8–10: Pri­mä­res Heiz­sys­tem nach dem letz­ten vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schritt bzw. infol­ge der ambi­tio­nier­tes­ten Sanie­rungs­va­ri­an­te (jeweils ange­ge­ben in Anzahl SFP)
Sanierungsfahrplan: Detailauswertung
In einem zwei­ten Schritt wer­den 77 Sanie­rungs­fahr­plä­ne für Wohn­ge­bäu­de und 10 SFP für Nicht­wohn­ge­bäu­de einer ver­tief­ten Begut­ach­tung unter­zo­gen. Dabei ori­en­tiert sich die Prü­fung an den Kri­te­ri­en, die in der Sanie­rungs­fahr­plan-Ver­ord­nung nie­der­ge­legt sind.
Die Begut­ach­tung erfolg­te anhand einer Matrix aus ca. 100 Kri­te­ri­en, die Fol­gen­des berück­sich­ti­gen:
Wer­den die Hand­lungs­fel­der (Maß­nah­men zur Gebäu­de­hül­le, Anla­gen­tech­nik etc.) aus der SFP-VO Anla­ge 1 beach­tet?
Stim­men die Anga­ben der ener­ge­ti­schen Bewer­tung, der Kos­ten­an­ga­ben usw.?
Wer­den die zen­tra­len Ele­men­te des Sanie­rungs­fahr­plan-Gedan­kens umge­setzt?
Über­zeugt das Doku­ment durch Form, Anzahl, Kom­ple­xi­tät, Plau­si­bi­li­tät, ggf. Ori­gi­na­li­tät der vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­schrit­te?
Es wur­de über­prüft und aus­ge­wer­tet, in wel­chem Sanie­rungs­schritt wel­che Maß­nah­me oder Maß­nah­men­pa­ket vor­ge­schla­gen wird, ob die­ser Vor­schlag ambi­tio­niert im Sin­ne der SFP-VO ist oder mit oder ohne Begrün­dung von der Ambi­tio­niert­heits-Anfor­de­rung abge­wi­chen wird.
8.4.1 Wohngebäude
Für die Eva­lu­ie­rung des EWär­meG wur­de eine Anzahl von 27 Stich­pro­ben der geför­der­ten SFP zur Begut­ach­tung aus­ge­wählt. Um ein aus­sa­ge­kräf­ti­ges Gesamt­bild der SFP zu erhal­ten, wur­den zusätz­lich aus einem Pool von 160 nicht geför­der­ten SFP, 50 SFP unter­sucht, die der Erfül­lung des EWär­meG die­nen und von den uBRB zur Ver­fü­gung gestellt wur­den. Die nicht geför­der­ten SFP wur­den in einem Zeit­raum zwi­schen Dezem­ber 2015 und Febru­ar 2017 erstellt.
In Tabel­le 2 wer­den die geför­der­ten und nicht geför­der­ten SFP mit­ein­an­der ver­gli­chen. Für die geför­der­ten SFP stan­den ergän­zen­de Unter­la­gen (z. B. Bau­plä­ne, Rech­nun­gen der SFP-Aus­tel­ler) zur Ver­fü­gung, sodass die Kos­ten der SFP-Erstel­lung ange­ge­ben wer­den kön­nen. Die­se lie­gen abhän­gig von der Grö­ße des Gebäu­des zwi­schen 300 € und 1100 €. Alle geför­der­ten SFP erhal­ten zusätz­lich eine För­de­rung in Form eines Zuschus­ses der Erstel­lungs­kos­ten in Höhe von 200 € (EZFH) bis zu 500 € (MFH mit 8 oder mehr Wohn­ein­hei­ten). Zwei Drit­tel aller unter­such­ten SFP wur­den für Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser erstellt. Wäh­rend bei den geför­der­ten SFP die Gebäu­de haupt­säch­lich bis 1930 errich­tet wur­den, sind bei den nicht geför­der­ten 36 % der Gebäu­de nach 1981 erbaut wor­den.
In weni­ger als 10 % der SFP wer­den nur 1–2 Sanie­rungs­schrit­te vor­ge­schla­gen. Ein lang­fris­ti­ges schritt­wei­ses Sanie­rungs­kon­zept mit fünf Schrit­ten wur­de dage­gen in ca. 40 % der SFP vor­ge­se­hen (Tabel­le 8–3). Für 4 % der nicht geför­der­ten SFP kann kei­ne Aus­sa­ge zum Sanie­rungs­kon­zept getrof­fen wer­den, da Vari­an­ten anstatt Sanie­rungs­schrit­te vor­ge­schla­gen wur­den oder kei­ne Sanie­rungs­schrit­te zu erken­nen waren.
Tabel­le 8–3: Über­blick über die detail­liert aus­ge­wer­te­ten Sanie­rungs­fahr­plä­ne
Die in den SFP vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men sol­len den Ener­gie­be­darf sen­ken, die Ener­gie­ef­fi­zi­enz erhö­hen und den Anteil erneu­er­ba­rer Ener­gien im Wär­me­markt stei­gern. Die Hand­lungs­fel­der der Maß­nah­men kön­nen der SFP-Ver­ord­nung Anla­ge 1 (Maß­nah­men zur Gebäu­de­hül­le und Anla­gen­tech­nik, geringinves­ti­ve Maß­nah­men sowie die Erzeu­gung von Eigen­strom) ent­nom­men wer­den. Aus der Unter­su­chung der SFP (n=50, nicht geför­der­te SFP) zeigt sich, dass fast alle SFP die ange­ge­be­nen Hand­lungs­fel­der berück­sich­ti­gen. In 10 % aller SFP wird kein Hei­zungs­aus­tausch vor­ge­se­hen und kei­ne erneu­er­ba­re Ener­gie ein­ge­setzt. In nur 4 % aller SFP wer­den kei­ne Maß­nah­men zur Gebäu­de­hül­le vor­ge­schla­gen. In 40 % aller SFP wer­den geringinves­ti­ve Maß­nah­men in Form von Kel­ler­däm­mung, Dusch­vor­rich­tun­gen oder Däm­mung der Rohr­lei­tun­gen ein­ge­setzt. Ledig­lich in 4 % der SFP wird eine Eigen­strom­erzeu­gung vor­ge­schla­gen.
In 70 % der SFP wer­den plau­si­ble Sanie­rungs­kos­ten, Ener­gie­kos­ten und CO2-Ein­spa­rung ange­ge­ben. Bei den nicht nach­voll­zieh­ba­ren Anga­ben wer­den zum Teil Kos­ten kumu­liert oder ener­gie­be­ding­ten Mehr­kos­ten den Inves­ti­ti­ons­kos­ten gleich­ge­setzt.
Die Bera­tungs­rich­tung der geför­der­ten sowie nicht geför­der­ten SFP ist oft ambi­tio­niert, sodass die Effi­zi­enz­klas­se A+ in 30–40 % erreicht wird (Abbil­dung 8–11). Durch­schnitt­lich ver­bes­sern sich die Gebäu­de um vier Effi­zi­enz­stu­fen.
Abbil­dung 8–11: Ver­gleich der Gebäu­de­ef­fi­zi­enz nicht geför­der­te SFP (n=50) – geför­der­te SFP (n=27)
Die SFP-Aus­tel­ler sol­len, dem Grund­ge­dan­ken des SFP fol­gend, ambi­tio­nier­te Maß­nah­men vor­schla­gen. Wenn dies nicht mög­lich ist, müs­sen Begrün­dun­gen für Abwei­chun­gen ang­ge­ben wer­den. Ca. 40 % der Maß­nah­men in den nicht geför­der­ten SFP kön­nen als ambi­tio­niert bewer­tet wer­den und ent­spre­chen dem Best­mög­lich-Prin­zip (Abbil­dung 8–12). Bei den geför­der­ten SFP kön­nen 45 % der Maß­nah­men als ambi­tio­niert bewer­tet wer­den und ca. 60 % sind nach dem Best­mög­lich-Prin­zip geplant (Abbil­dung 8–13). Aller­dings wird, wenn kei­ne ambi­tio­nier­ten Maß­nah­men ange­wen­det wer­den, in kei­nem SFP eine Begrün­dung dafür genannt. Das wider­spricht dem § 3 der SFP-VO.
Nach § 3 SFP-VO sol­len Sanie­rungs­fahr­plä­ne Maß­nah­men ent­hal­ten, die an die indi­vi­du­el­len Gege­ben­hei­ten des Bera­tungs­emp­fän­gers und des Gebäu­des ange­passt sind. Das fin­det aller­dings in den nicht geför­der­ten SFP gar nicht bis sel­ten statt (Abbil­dung 8–12). Die indi­vi­du­el­le Anspra­che besteht zu gro­ßen Tei­len aus vor­ge­ge­be­nen Tex­ten. Im Unter­schied dazu berück­sich­ti­gen alle geför­der­ten SFP voll­stän­dig oder teil­wei­se die indi­vi­du­el­le Situa­ti­on der Bera­tungs­emp­fän­ger (Abbil­dung 8–13).
Abbil­dung 8–12: Beach­tung und Umset­zung all­ge­mei­ner Anfor­de­run­gen und Prin­zi­pi­en des Sanie­rungs­fahr­plans in Pro­zent (nicht geför­der­te SFP n=50)
Abbil­dung 8–13 Beach­tung und Umset­zung all­ge­mei­ner Anfor­de­run­gen und Prin­zi­pi­en des Sanie­rungs­fahr­plans in Pro­zent (geför­der­te SFP n=27)
Die Aus­wer­tung der nicht geför­der­ten SFP zeigt aller­dings, dass 70 % metho­di­sche Män­gel auf­wei­sen (Abbil­dung 8–14). Die häu­figs­ten sind: „Unklar beschrie­be­ne Maß­nah­men“, das wie­der­ho­len­de „EWärmeG-erfüllt“-Symbol und in jedem Sanie­rungs­schritt wie­der­ho­len­de Maß­nah­men.
Abbil­dung 8–14: Män­gel in der Metho­dik bei der Erstel­lung des Sanie­rungs­fahr­plan (n=50)
Im Fol­gen­den wer­den eini­ge gute Bei­spie­le für aus­ge­wer­te­te SFP gezeigt. Der Auf­bau des SFP in Abbil­dung 8–15 ist über­sicht­lich. Im ers­ten Sanie­rungs­schritt wer­den geringinves­ti­ve Maß­nah­men vor­ge­schla­gen. Das Gebäu­de erreicht durch die Sanie­rungs­maß­nah­men die Effi­zi­enz­stu­fe A+.
Abbil­dung 8–15: Bei­spiel Best prac­ti­ce: Lang­frist­kon­zept und ambi­tio­nier­te Maß­nah­men
Abbil­dung 8–16: Bei­spiel Best prac­ti­ce: Kli­ma­neu­tra­ler Ziel­zu­stand wird erreicht
Der Auf­bau der Sanie­rungs­schrit­te ist nach­voll­zieh­bar. Die Maß­nah­men sind ambi­tio­niert, sodass im Sanie­rungs­schritt 5 das Effi­zi­enz­ni­veau A+ erreicht wird. Inves­ti­ti­ons- und ener­gie­be­ding­te Mehr­kos­ten sind plau­si­bel und in einer ange­mes­se­nen Zeit­span­ne. Ledig­lich die För­de­rung wird nicht benannt.
Das fol­gen­de Bei­spiel beschreibt den Sanie­rungs­schritt aus­führ­lich beschrie­ben und die Maß­nah­men sind ambi­tio­niert. Außer­dem wer­den tech­ni­sche Details genannt, Lock-in-Effek­te berück­sich­tigt und geringinves­ti­ve Maß­nah­men vor­ge­se­hen.
Abbil­dung 8–17: Bei­spiel Best prac­ti­ce: Detail­lier­te Maß­nah­men­be­schrei­bung
Dane­ben tre­ten aber auch wie­der­keh­ren­de Män­gel auf. Bei eini­gen SFP-Aus­stel­lern besteht Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al hin­sicht­lich der Nut­zung des SFP als Bera­tungs­in­stru­ment: Die Maß­nah­men könn­ten genau­er beschrie­ben wer­den und den Bera­tungs­emp­fän­gern mehr nutz­ba­re Infor­ma­tio­nen geben. Vie­le Ener­gie­be­ra­ter nut­zen den SFP voll­stän­dig und zei­gen, dass der SFP ein gutes Instru­ment für die Bera­tungs­emp­fän­ger ist. Die geför­der­ten SFP fal­len ten­den­zi­ell bes­ser aus, aller­dings besteht auch bei die­sen ein Ver­bes­se­rungs­be­darf bei der Umset­zung der metho­di­schen Vor­ga­ben.
Die Metho­dik des SFP in Abbil­dung 8–18 wur­de nicht ver­stan­den: die Bezeich­nun­gen „Sanie­rungs­fahr­plan a“ und „Sanie­rungs­fahr­plan c“ kön­nen als Sanie­rungs­va­ri­an­ten ver­stan­den wer­den; der Inhalt der Maß­nah­men wur­de nicht beschrie­ben.
Abbil­dung 8–18: Bei­spiel Man­gel: Sanie­rungs­fahr­plan ohne Maß­nah­men­be­schrei­bung
Pri­mär­ener­gie und End­ener­gie zei­gen kei­ne Ver­bes­se­rung trotz umfang­rei­cher Sanie­rungs­maß­nah­men. Mög­li­che Rechen­feh­ler wur­den vom Aus­stel­ler nicht kor­ri­giert.
Abbil­dung 8–19: Bei­spiel 2: SFP zeigt kei­ne Ver­bes­se­rung der End­ener­gie
In 30 % aller SFP (nicht geför­dert) wer­den in jedem Sanie­rungs­schritt die Maß­nah­men­be­schrei­bun­gen der vor­an­ge­gan­ge­nen Schrit­te wie­der­holt.
Abbil­dung 8–20: Bei­spiel Man­gel: Wie­der­ho­len­de Maß­nah­men
Die Maß­nah­men füh­ren zu kei­ner wesent­li­chen Ver­bes­se­rung der End­ener­gie. Der Sanie­rungs­schritt fünf „Alle Maß­nah­men“ wird nicht erläu­tert. Die ener­gie­be­ding­ten Maß­nah­men ent­spre­chen den Inves­ti­ti­ons­kos­ten. Der emp­foh­le­ne Zeit­raum aller Maß­nah­men ist 2016–2018. Daher ist nicht klar, ob eine Gesamt­sa­nie­rung in einem Schritt oder eine schritt­wei­se Sanie­rung erfol­gen soll.
Abbil­dung 8–21: Bei­spiel für einen metho­disch feh­ler­haf­ten SFP
8.4.2 Nichtwohngebäude
Es wur­den zehn SFP für Nicht­wohn­ge­bäu­de detail­liert geprüft. Die Prüf­kri­te­ri­en lei­ten sich aus den Hand­lungs­fel­dern und Anfor­de­run­gen aus der SFP-VO ab. Da die Berich­te sehr unter­schied­lich auf­ge­baut waren, fin­den sich die Anga­ben inner­halb der Berich­te an sehr unter­schied­li­chen Stel­len.
Nach­fol­gend sind die Prüf­kri­te­ri­en detail­liert dar­ge­stellt ein­schließ­lich deren exem­pla­ri­scher Anwen­dung auf einen man­gel­haf­ten Bericht.
Nach die­ser Sys­te­ma­tik wur­den die Berich­te geprüft. Die ein­zel­nen Prüf­kri­te­ri­en wur­den voll, mit Ein­schrän­kun­gen oder gar nicht erfüllt. Mit den wei­te­ren Prüf­kri­te­ri­en wur­de die Qua­li­tät der Berich­te beur­teilt.
Tabel­le 8–4: Prü­fung eines Sanie­rungs­fahr­plans für Nicht­wohn­ge­bäu­de anhand der Prüf­kri­te­ri­en (Fort­set­zung nächs­te Sei­te)
Qua­li­tät der SFP für Nicht­wohn­ge­bäu­de Hin­sicht­lich des Ziel­zu­stan­des wei­chen die geprüf­ten Sanie­rungs­fahr­plä­ne gra­vie­rend von den Vor­ga­ben der SFP-VO ab. Oft­mals sind gar kei­ne Indi­ka­to­ren (wie CO2-Ein­spa­rung oder KfW-Effi­zi­enz­haus-Stan­dard) genannt, an Hand derer der Ziel­zu­stand beur­teilt wer­den kann.
Abbil­dung 8–22: Erreich­te CO2-Ein­spa­rung im Ziel­zu­stand
Wenn kei­ne Aus­sa­gen zum erreich­ten KfW-Effi­zi­enz­haus-Stan­dard gemacht wer­den, kön­nen auch kei­ne Aus­sa­gen zu den ent­spre­chen­den För­de­run­gen getrof­fen wer­den. So feh­len wesent­li­che Bestand­tei­le für eine belast­ba­re Wirt­schaft­lich­keits­aus­sa­ge.
Abbil­dung 8–23: Erreich­ter KfW-Effi­zi­enz­haus-Stan­dard im Ziel­zu­stand
Die Sanie­rungs­fahr­plan-Ver­ord­nung defi­niert als Ziel „die Ent­wick­lung und Ver­mitt­lung einer Sanie­rungs­stra­te­gie für ein ein­zel­nes Gebäu­de. Damit soll das ener­gie­po­li­ti­sche Ziel der Bun­des­re­gie­rung unter­stützt wer­den, bis 2050 einen nahe­zu kli­ma­neu­tra­len Gebäu­de­be­stand zu errei­chen.“ Die­ses Ziel wur­de bei kei­nem der geprüf­ten Berich­te erreicht. Wenn schon die Bera­ter die­ses Ziel nicht berück­sich­ti­gen, dann hat der ein­zel­ne Eigen­tü­mer kei­ne Ent­schei­dungs­grund­la­ge, wel­che Maß­nah­men er zu täti­gen hat, um dem Ziel gerecht zu wer­den.
Abbil­dung 8–24: Errei­chung des über­ge­ord­ne­ten Ziels als Teil des weit­ge­hend kli­ma­neu­tra­len Gebäu­de­be­stands
Über­wie­gend konn­te in den Berich­ten kei­ne Sanie­rungs­stra­te­gie unter Berück­sich­ti­gung einer vor­aus­schau­en­den Pla­nung erkannt wer­den.
Abbil­dung 8–25: Erkenn­bar­keit einer vor­aus­schau­en­den Pla­nung des Gebäu­des
Ob die in den Berich­ten vor­han­de­nen Defi­zi­te bei der Berück­sich­ti­gung der Nut­zer­wün­sche statt­des­sen im Bera­tungs­ge­spräch mit dem Bera­tungs­emp­fän­ger eine Rol­le gespielt haben, kann nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Erkenn­bar war dies in den Berich­ten nicht.
Abbil­dung 8–26: Berück­sich­ti­gung der Wün­sche des Eigen­tü­mers
Ein gra­vie­ren­der Man­gel in der weit über­wie­gen­den Zahl der Berich­te ist, dass die Inan­spruch­nah­me von För­de­rung nicht auf­ge­zeigt wird. In der Kon­se­quenz kann auch die Wirt­schaft­lich­keit nicht beur­teilt wer­den oder wird zu schlecht beur­teilt. Aus der lang­jäh­ri­gen Pra­xis­er­fah­rung kann gesagt wer­den, dass Bera­tungs­emp­fän­ger sehr stark dar­an inter­es­siert sind, wel­che För­de­rung sie für die vor­ge­schla­ge­nen Inves­ti­tio­nen erhal­ten kön­nen. Wol­len jedoch die Bera­tungs­emp­fän­ger gar nicht inves­tie­ren, dann inter­es­siert sie die För­de­rung auch nicht. Das Feh­len von För­der­aus­sa­gen kann daher als Indiz gewer­tet wer­den, dass der Sanie­rungs­fahr­plan in der Schub­la­de ver­schwin­den und nicht zur Umset­zung kom­men wird.
Abbil­dung 8–27: Inan­spruch­nah­me von För­de­rung im Bericht doku­men­tiert
Wenn in Berich­ten kei­ne Aus­sa­gen zu För­de­run­gen ste­hen, dann wur­den die Maß­nah­men auch nicht unter Berück­sich­ti­gung etwai­ger För­der­mit­tel ent­wi­ckelt. Ein erheb­li­cher Teil der Sanie­rungs­vor­schlä­ge war nicht ambi­tio­niert.
Abbil­dung 8–28: Ambi­tio­niert­heit der vor­ge­schla­gen Maß­nah­men und Sanie­rungs­schrit­te
Der Schwer­punkt der vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men lag ten­den­zi­ell auf der Gebäu­de­hül­le und Ener­gie­ef­fi­zi­enz.
Abbil­dung 8–29: Schwer­punkt der vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men auf Erneu­er­ba­ren Ener­gien, Ener­gie­ef­fi­zi­enz oder Gebäu­de­hül­le
Eigen­strom­erzeu­gung wur­de über­wie­gend berück­sich­tigt und in der Hälf­te der Fäl­le emp­foh­len.
Abbil­dung 8–30: Berück­sich­ti­gung der Anla­gen zur Eigen­strom­erzeu­gung
Die geprüf­ten Berich­te kön­nen – ganz abge­se­hen von inhalt­li­chen und tech­ni­schen Män­geln – weit über­wie­gend dem Bera­tungs­emp­fän­ger gar nicht als Ent­schei­dungs­hil­fe die­nen, da sie – teil­wei­se sogar gra­vie­rend – unvoll­stän­dig sind. Teil­wei­se hat­ten die Berich­te mit den Anfor­de­run­gen der SFP-VO nahe­zu nichts zu tun, wie z. B. eine Bera­tung zu Quer­schnitts­tech­no­lo­gien in einem Unter­neh­men.
Abbil­dung 8–31: Voll­stän­dig­keit des Berichts
Best prac­ti­ce-Bei­spie­le Gute Bei­spie­le waren in den geprüf­ten Berich­ten sehr rar. Posi­tiv auf­ge­fal­len ist, wenn eine Über­sicht über die vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men gege­ben wur­de. Des Wei­te­ren wenn in über­sicht­li­cher Form auch dar­ge­stellt wird, war­um gewis­se Hand­lungs­fel­der nicht unter­sucht wer­den.
Abbil­dung 8–32: Über­sicht­li­che Dar­stel­lung; bis auf weni­ge Aus­nah­men waren der­ar­ti­ge Dar­stel­lun­gen nicht zu fin­den
Abbil­dung 8–33: Gute Dar­stel­lung, bei ande­ren Berich­ten fal­len nicht unter­such­te Hand­lungs­fel­der häu­fig ein­fach unter den Tisch
Häu­fi­ge Män­gel: Bei­spie­le Beim über­wie­gen­den Teil der Berich­te scheint eine End­kon­trol­le durch ein abschlie­ßen­des Durch­le­sen nicht statt­ge­fun­den zu haben. Wider­sprüch­li­che Aus­sa­gen oder Copy-pas­te war häu­fig anzu­fin­den. Wenn inner­halb eines Berich­tes z. B. der End­ener­gie­be­darf als drei unter­schied­li­che Wer­te dar­ge­stellt wird, ist jede Aus­sa­ge zur Wirt­schaft­lich­keit nicht glaub­haft.
Abbil­dung 8–34: Copy-pas­te-Feh­ler
Abbil­dung 8–35: Unplau­si­ble Anga­ben und eine Bilanz, die nicht auf­geht
Abbil­dung 8–36: Män­gel: Wider­sprüch­li­che Anga­ben inner­halb eines Berichts
Abbil­dung 8–37: Ein­rei­chung eines Berich­tes in Form eines 9seitigen Tabel­len­werks aus der Ener­gie­be­ra­tung Mit­tel­stand, in dem nur Quer­schnitts­tech­no­lo­gien betrach­tet wur­den
Wenn die vor­ge­schrie­be­nen Hand­lungs­fel­der nicht berück­sich­tigt wur­den, ist bei der über­wie­gen­den Zahl der Berich­te kei­ne Begrün­dung ange­ge­ben. Pau­schal­aus­sa­gen wie folgt dar­ge­stellt sind kei­ne aus­rei­chen­de Begrün­dung.
Abbil­dung 8–38: Unzu­läs­si­ge »General»ausnahme ohne wei­te­re Begrün­dung
Portfolio-Sanierungsfahrpläne
Da sei­tens der uBRB zum Zwe­cke der Eva­lu­ie­rung des EWär­meG nur ein Port­fo­lio-SFP bereit­ge­stellt wur­de, kann zu die­sem Punkt kei­ne Detail­aus­wer­tung in Hin­blick auf die Ein­hal­tung der in der SFP-Ver­ord­nung gefor­der­ten Kri­te­ri­en vor­ge­nom­men wer­den. Die gerin­ge Rück­lauf­quo­te impli­ziert, dass selbst Woh­nungs­ge­sell­schaf­ten, die das EWär­meG (antei­lig) über einen SFP erfül­len, nicht von der Mög­lich­keit eines Port­fo­lio-SFP Gebrauch machen zu schei­nen.
Sanierungsfahrplan und Maßnahmenumsetzung aus Sicht der Aussteller
8.6.1 Methodik
Die Inhal­te die­ses Kapi­tels beru­hen auf der Befra­gung von 11 Aus­stel­lern von Sanie­rungs­fahr­plä­nen. Die Befra­gung erfolg­te tele­fo­nisch auf Basis eines Inter­view­leit­fa­dens. Bei der Aus­wahl der Inter­view­part­ner wur­de dar­auf geach­tet, eine mög­lichst brei­te regio­na­le Ver­tei­lung zu gewähr­leis­ten und sowohl sehr erfah­re­ne als auch weni­ger erfah­re­ne SPF-Aus­stel­ler zu inter­view­en.
Im fol­gen­den Kapi­tel wer­den wesent­li­che Ergeb­nis­se der Inter­views zusam­men­fas­send dar­ge­stellt. Neben den Ergeb­nis­sen aus den tele­fo­ni­schen Befra­gun­gen der SFP-Aus­stel­ler wer­den auch Ergeb­nis­se aus der durch­ge­führ­ten Schorn­stein­fe­ger­be­fra­gung (vgl. Kapi­tel 5.3) mit Rele­vanz für die SFP-Aus­stel­lung dar­ge­stellt.
8.6.2 Ergebnisse
Erfah­rung der Aus­stel­ler
Die Zahl der aus­ge­stell­ten SFP für Wohn­ge­bäu­de durch die inter­view­ten Aus­stel­ler reicht von 10 bis 480 Stück. Vier der Befrag­ten stel­len auch SFP für Nicht­wohn­ge­bäu­de aus, deren Anzahl reicht von 2 bis 20 Stück. In den Inter­views wer­den also über­wie­gend Erfah­run­gen mit SFP für WG wie­der­ge­ge­ben, da sie den wesent­li­chen Teil der Arbeit der Befrag­ten umfas­sen. SFP für Nicht­wohn­ge­bäu­de sind zudem so unter­schied­lich, dass kaum ver­allgmei­ner­ba­re Aus­sa­gen dazu getrof­fen wer­den kön­nen.
Die Bewer­tung der besuch­ten Fort­bil­dun­gen ist durch­ge­hend posi­tiv und reich­te von „super“ über „nicht schlecht“ bis „Fort­bil­dun­gen sind immer sinn­voll“. Drei der Befrag­ten hat­ten kei­ne Fort­bil­dung spe­zi­ell zum SFP. Sie begrün­den das mit ihren ins­ge­samt aus­ge­zeich­ne­ten Kennt­nis­sen zur The­ma­tik, die sich aus lang­jäh­ri­ger Tätig­keit in dem Gebiet ergibt. Teil­wei­se haben sie auch Vor­trä­ge zum SFP als Infor­ma­ti­ons­quel­le gehört.
Aus­stel­lungs­pro­zess / Kun­den­kon­takt
Der Arbeits­auf­wand, der im Mit­tel für das Aus­stel­len eines SFP auf­ge­wen­det wird, liegt bei vie­len der Bera­ter bei etwa einem Tag. Zwei der Aus­stel­ler geben einen Auf­wand von 2 bis 3 Tagen an, ein Bera­ter wen­det nur 4 Stun­den pro SFP auf. Die auf­ge­wen­de­te Zeit kor­re­liert nicht mit der Erfah­rung, so ist der Bera­ter, der die gerings­te Zeit auf­wen­det, ein weni­ger Erfah­re­ner. Alle Befrag­ten wei­sen dar­auf hin, dass der tat­säch­li­che Auf­wand teil­wei­se von der Grö­ße, über­wie­gend aber von der Kuba­tur des Gebäu­des abhän­gig ist. In MFH ist der Zeit­auf­wand für die Auf­nah­men oft viel höher, da mehr Volu­men, schwie­ri­ge­rer Brand­schutz, Lüf­tung, teil­wei­se dezen­tra­le Hei­zung zu berück­sich­ti­gen sind. Bei Wohn­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten kommt ggf. noch der Auf­wand für den Besuch einer Eigen­tü­mer­ver­samm­lung hin­zu.
Zu Beginn der Erar­bei­tung von SFP haben sich vie­le Bera­ter eige­ne Tex­te und Text­bau­stei­ne, z.B. zur Beschrei­bung immer wie­der­keh­ren­der Maß­nah­men, erstellt, mit denen der SFP dann bestückt wird. Die vor­ge­ge­be­nen Tex­te im SFP wer­den über­wie­gend gut bewer­tet, aller­dings wün­schen sich eini­ge Aus­stel­ler auch Text­vor­schlä­ge für die Maß­nah­men­be­schrei­bung.
Der Auf­wand für die Erstel­lung eines NWG-SFP lässt sich nicht ver­all­ge­mei­nern, da er sehr stark abhän­gig ist vom Gebäu­de­typ und der Art sei­ner Nut­zung. Einer der Befrag­ten benö­tig­te in einem Fall zwei Mona­te für einen NWG-SFP, da das Gebäu­de aus zahl­rei­chen Nut­zungs­zo­nen bestand.
Der Ablauf zur Erstel­lung des SFP-WG läuft i.d.R. bei allen Bera­tern gleich ab: Nach dem Erst­kon­takt mit dem Kun­den wird ein Ter­min vor Ort ver­ein­bart und dort ein per­sön­li­ches Gespräch zu den Wün­schen des Auf­trag­ge­bers und die Gebäu­de­auf­nah­me durch­ge­führt. Einer der Aus­stel­ler lässt sich vor die­sem Gespräch Unter­la­gen zum Haus zusen­den. Anschlie­ßend wer­den im Büro die Berech­nun­gen durch­ge­führt und der eigent­li­che SFP erstellt, dem Eigen­tü­mer zuge­sen­det und anschlie­ßend ein Ter­min für die Erläu­te­rung vor Ort ver­ein­bart und durch­ge­führt.
Mit zwei Aus­nah­men gaben alle Befrag­ten an, dass sie den Bericht vor Ort per­sön­lich erläu­tern und alle bestehen­den Fra­gen beant­wor­ten. Eini­ge SFP-Aus­stel­ler berich­ten, dass bei eini­gen SFP-Emp­fän­gern, die den SFP als Erfül­lungs­op­ti­on erstel­len lie­ßen, das Inter­es­se an einer aus­führ­li­chen Erläu­te­rung eher gering sei und des­halb auch nicht aus­führ­lich bera­ten wer­de. Die meis­ten der befrag­ten SFP-Aus­stel­ler gaben jedoch an, dass auch im Fal­le der Erstel­lung des SFP als Erfül­lungs­op­ti­on Inter­es­se bestehe und auch die­se SFP erläu­tert wür­den. Ein Aus­stel­ler erläu­tert nicht vor Ort, son­dern die Kun­den kön­nen in sei­ne Sprech­stun­de kom­men und dort Fra­gen zum vor­her zuge­sand­ten SFP stel­len. Ein wei­te­rer Aus­stel­ler sen­det SFP, die als Erfül­lungs­op­ti­on erstellt wur­den, nur zu und erläu­tert nur bei Nach­fra­ge per­sön­lich. Es wird mehr­fach dar­auf hin­ge­wie­sen, dass für älte­re Gebäu­de­ei­gen­tü­mer, die rela­tiv häu­fig zu den Auf­trag­ge­bern gehö­ren, der Inhalt des SFP nicht ver­ständ­lich und eine aus­führ­li­che Erläu­te­rung oft nicht sinn­voll ist.
Kei­ner der Befrag­ten macht expli­zit Wer­bung mit der Aus­stel­lung des SFP. Weit über­wie­gend wer­den die Kun­den durch Mund-zu-Mund-Pro­pa­gan­da gewon­nen. Hand­wer­ker und Schorn­stein­fe­ger ver­wei­sen die Gebäu­de­ei­gen­tü­mer an die Ener­gie­be­ra­ter, gleich­zei­tig sind die­se teil­wei­se so lan­ge im Geschäft, dass sie unter den Eigen­tü­mern wei­ter­emp­foh­len wer­den. Vie­le der Inter­view­ten sind außer­dem auf ande­re Wei­se aktiv, füh­ren Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen zu ener­ge­ti­schen Sanie­run­gen durch, bie­ten für Kom­mu­ne oder Land­kreis Ener­gie­be­ra­tun­gen an, gehen auf Mes­sen usw., wodurch sich eben­falls Kun­den­kon­tak­te erge­ben. Nur einer der Befrag­ten gab an, über ein ent­spre­chen­des Por­tal online SFP anzu­bie­ten, aller­dings gewinnt er dar­über nur weni­ge und eher „schwie­ri­ge“ Kun­den, die an den Inhal­ten des SFP kein wirk­li­ches Inter­es­se haben. Stich­pro­ben erga­ben außer­dem, dass alle der zufäl­lig aus­ge­wähl­ten Befrag­ten sehr gute und infor­ma­ti­ve Web­sei­ten pfle­gen, auf denen es auch Infor­ma­tio­nen zum SFP gibt.
Abbil­dung 8–39: Zufrie­den­heit befrag­ter Schorn­stein­fe­ger mit den Hilfs­mit­teln zum SFP (Quel­le: Befra­gung Schorn­stein­fe­ger, Fra­ge 5–2)
Bewer­tung der Hilfs­mit­tel: Mus­ter­fahr­plan / Ener­gie­be­ra­ter­soft­ware / Daten-/Text­ein­ga­be
Die vor­han­de­nen Hilfs­mit­tel wer­den mehr­heit­lich posi­tiv bewer­tet, trotz­dem gibt es eine Rei­he kon­kre­ter Anmer­kun­gen, Kri­tik­punk­te und Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge. Meh­re­re Bera­ter geben an, die bereit gestell­ten Hilfs­mit­tel nicht mehr zu nut­zen, statt­des­sen grei­fen sie auf eige­ne Tools und Hilfs­mit­tel zurück.
Vie­le Bera­ter emp­fin­den den Platz, der im Mus­ter­fahr­plan für nähe­re Erläu­te­run­gen zur Ver­fü­gung steht, als zu gering (die Zahl der Zei­chen sei begrenzt), für eine ernst­haf­te Infor­ma­ti­on der Kun­den rei­che er nicht aus. Wäh­rend einer der Aus­stel­ler viel Zeit auf das Kür­zen von Tex­ten ver­wen­det, erstel­len ande­re zusätz­li­che Ener­gie­be­ra­ter­be­rich­te, in denen sie die Kun­den aus­führ­li­cher und kon­kre­ter bera­ten. Ein Bera­ter schlägt vor, eine Dop­pel­sei­te pro Maß­nah­me vor­zu­se­hen, um kon­kre­ter bera­ten zu kön­nen. Einer der Befrag­ten schlägt Ände­run­gen an den vor­ge­fer­tig­ten Tex­ten vor. Etwa die Hälf­te der Bera­ter geben an, dass sie eige­ne Text­bau­stei­ne erstellt haben und die­se nut­zen. Die Nut­zung der vor­ge­fer­tig­ten Text­bau­stei­ne wird auch mit dem Hin­weis abge­lehnt, dass dann immer das glei­che im SFP ste­he und sich „Stan­dard­for­mu­lie­run­gen stän­dig wie­der­ho­len“ (2 Bera­ter). Ein Aus­stel­ler gibt an, dass das Ein­ga­be­feld für den Namen des Gebäu­de­ei­gen­tü­mers zu klein sei und z.B. WEG-Namen nicht pas­sen.
Die Begren­zung auf fünf Sanie­rungs­schrit­te wird im Prin­zip für gut befun­den, aller­dings wäre ein sechs­ter Schritt oft hilf­reich. Spie­gel­stri­che für zwei Hier­ar­chien in den Text­fel­dern wären hilf­reich, das Feld „zu beach­ten“ müss­te mehr Text zulas­sen.
Bei der Ver­knüp­fung zur Ener­gie­be­ra­ter­soft­ware bzw. zur Text­ein­ga­be wird kri­ti­siert, dass das Hand­ling umständ­lich sei und Tex­te teil­wei­se zwei­mal ein­ge­fügt wer­den müss­ten (2 Bera­ter).
Einer der Befrag­ten hat sich selbst einen Leit­fa­den ent­wi­ckelt, was er vor Ort abfra­gen muss. So einen Leit­fa­den könn­te es nach sei­ner Mei­nung auch als Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al vom Umwelt­mi­nis­te­ri­um geben.
Aus der stan­dar­di­sier­ten Online-Befra­gung der Schorn­stein­fe­ger (vgl. Kapi­tel 5.3) lie­gen Ergeb­nis­se zur Bewer­tung der Hilfs­mit­tel vor, die in Abbil­dung 8–39 dar­ge­stellt sind. Dem­nach sind deut­lich mehr als die Hälf­te bis zu zwei Drit­teln der befrag­ten Schorn­stein­fe­ger mit den jewei­li­gen Hilfs­mit­teln zufrie­den oder eher zufrie­den.
Bewer­tung der Hilfs­mit­tel: Infor­ma­ti­ons­ma­te­ria­li­en
Ver­füg­ba­re Fly­er zum EWär­meG wer­den gelobt, einer der Schorn­stein­fe­ger unter den Bera­tern ver­teilt die Fly­er bei jeder Feu­er­stät­ten­schau. Ein Befrag­ter ver­schickt den EWär­meG-Fly­er vor dem ers­ten Abstim­mungs­ter­min als Vor­ab­infor­ma­ti­on an die Kun­den und macht damit sehr gute Erfah­run­gen. Ein Fly­er mit Beschrei­bung der Erfül­lungs­op­tio­nen wird ver­misst, obwohl ein ent­spre­chen­des Ange­bot exis­tiert. Ein Bera­ter gibt dazu an, eine im Inter­net ver­füg­ba­re Power­Point-Prä­sen­ta­ti­on zu den Erfül­lungs­op­tio­nen zu nut­zen. Ein Bera­ter hat sich eige­ne Merk­blät­ter erstellt, die er bei den Kun­den ver­teilt.
Bewer­tung des SFP als Bera­tungs­in­stru­ment
Nahe­zu alle befrag­ten Aus­stel­ler hal­ten den SFP prin­zi­pi­ell für geeig­net, den Kun­den ver­ständ­lich und umfas­send zu infor­mie­ren. Beson­ders wich­tig sei die Erläu­te­rung; „nur die Über­ga­be“ des SFP an den Gebäu­de­ei­gen­tü­mer „brin­ge nichts“, dafür sei er zu kom­pli­ziert. Zusätz­lich zur gene­rel­len Zustim­mung zum SFP gibt es eini­ge kon­kre­te posi­ti­ve sowie eini­ge kri­ti­sche Anmer­kun­gen, die im Fol­gen­den auf­zählt wer­den und die sich teil­wei­se auch wider­spre­chen:
Posi­tiv:
Als ers­ter Über­blick SFP sehr gut geeig­net
Durch SFP als Erfül­lungs­op­ti­on sind Kun­den gezwun­gen, sich näher mit dem Gebäu­de zu beschäf­ti­gen, mit Bera­tern in Kon­takt zu tre­ten (Zitat: „sonst wür­de gar nichts pas­sie­ren“)
Kun­de bekom­me durch SFP alle Infor­ma­tio­nen, die er braucht, um sich eine Mei­nung zu bil­den (die­se ände­re er im fol­gen­den mehr­fach nach Gesprä­chen mit Nach­barn, Ver­wand­ten, Hand­wer­kern)
farb­li­che Gestal­tung, die ihn sehr über­sicht­lich mache; sei­ne Kom­pakt­heit, plau­si­ble Lösun­gen sei­en gebün­delt dar­ge­stellt
Betrach­tungs­zeit­raum zu lang, da der Kun­de nicht so weit im Vor­aus den­ke
Ins­be­son­de­re Anga­be zu Kos­ten und För­de­rung in der fer­ne­ren Zukunft sind unge­nau und unrea­lis­tisch
Nega­ti­ve Kun­den­re­ak­tio­nen kom­men vor: „Ich will doch nur die Hei­zung tau­schen, war­um schrei­ben sie hier was von Fasa­den­däm­mung“ – die mög­li­cher­wei­se zu zusätz­lich ableh­nen­der Hal­tung gegen­über Sanie­run­gen all­ge­mein füh­ren
SFP wird oft erst dann aus­ge­stellt, wenn Maß­nah­men schon umge­setzt oder kon­kret geplant sind (z. B. auch wenn gera­de der KfW-Antrag gestellt wird).
Im SFP sei prin­zi­pi­ell zu wenig Platz:
So kön­ne weni­ger auf Kun­den­wün­sche ein­ge­gan­gen wer­den – wenn, dann muss hier­zu ein eige­ner Anhang bei­gefügt wer­den.
So kön­nen Vari­an­ten zu wenig dar­ge­stellt wer­den, auf Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen ver­schie­de­nen Maß­nah­men kön­ne nicht ein­ge­gan­gen wer­den, Platz für Dar­stel­lung der Lüf­tungs­an­la­ge sei weder bei Fens­ter­tausch noch bei Däm­mung, daher müs­se sie als extra Maß­nah­me dar­ge­stellt wer­den.
Zum SFP sei auf­grund des feh­len­den Plat­zes ein zusätz­li­cher aus­führ­li­cher Bera­tungs­be­richt not­wen­dig: meh­re­re Bera­ter geben an, die­sen immer zusätz­lich zu erstel­len.
Maß­nah­men soll­ten auch geschossweise/für ein­zel­ne Geschos­se, z.B. DG, dar­ge­stellt wer­den kön­nen, nicht nur Maß­nah­men für gesam­tes Haus
SFP als Erfül­lungs­op­ti­on
Die weit über­wie­gen­de Mehr­heit der Kun­den lässt den SFP aus­stel­len, um damit (antei­lig) das EWär­meG zu erfül­len. Die Nen­nun­gen rei­chen von etwa 40 % Anteil Erfül­lungs­op­ti­on bis zu 95 % Anteil. Ände­run­gen des Anteils der SFP zur Erfül­lung des EWär­meG wer­den nicht wahr­ge­nom­men. Zwei der Befrag­ten geben an, dass sie Eigen­tü­mern mit Inter­es­se an Infor­ma­ti­on zur Gebäu­de­sa­nie­rung eher eine her­kömm­li­che Ener­gie­be­ra­tung anbie­ten als einen SFP, da die­se frei­er, fle­xi­bler und infor­ma­ti­ver sei.
Gebäu­de­ei­gen­tü­mer, die den SFP zur Erfül­lung des EWär­meG erstel­len las­sen, zei­gen eben­falls Inter­es­se an des­sen Inhalt. Das zeigt sich in kon­kre­ten Nach­fra­gen, auch Jah­re nach der Erstel­lung. Vie­le Kun­den hät­ten den Anspruch, den SFP zu ver­ste­hen, auch wenn er als Erfül­lungs­op­ti­on erstellt wur­de (Zitat: „immer­hin haben sie ja dafür bezahlt, dann wol­len sie es auch ver­ste­hen“)
Maß­nah­men­um­set­zung / Wir­kung des SFP
Die Erfah­run­gen mit der Maß­nah­men­um­set­zung bei den befrag­ten Ener­gie­be­ra­tern sind sehr unter­schied­lich. Eini­ge der Bera­ter geben an, dass sie recht gut ver­fol­gen kön­nen, wel­che Maß­nah­men umge­setzt wer­den. Zum einen, weil sie bei KfW-För­de­run­gen mit der Erstel­lung der Nach­wei­se beauf­tragt wer­den, teil­wei­se über­neh­men sie die Bau­be­glei­tung bei Sanie­rungs­maß­nah­men. Zum Anteil der SFP-Emp­fän­ger, die eine oder meh­re­re der vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­maß­nah­men umset­zen, lässt sich aus den Befra­gungs­er­geb­nis­sen eine recht brei­te Span­ne von 5 % bis 70 % her­aus­le­sen. Ein Bera­ter gibt den Anteil derer, die Maß­nah­men über den Hei­zungs­tausch hin­aus umset­zen, mit 30–40 % an. Zwei­mal wur­de ange­ge­ben, dass der Hei­zungs­tausch mit zusätz­li­chen Maß­nah­men aus dem SFP gekop­pelt wird, weil sich dann der För­der­satz bei der KfW erhöht. Eini­gen Bera­tern ist die Aus­wir­kung des SFP auf kon­kre­te Maß­nah­men­ent­schei­dun­gen unklar, da sie kei­ne Rück­mel­dung dazu erhal­ten. Ein Bera­ter gibt an, dass der SFP nur noch wenig Ein­fluss auf die Maß­nah­men­um­set­zung hat, da zum Zeit­punkt der Erstel­lung schon „alles ent­schie­den“ sei. Die stan­dar­di­sier­te Schorn­stein­fe­ger­be­fra­gung brach­te bezüg­lich der Maß­nah­men­um­set­zung das fol­gen­de Ergeb­nis: 31 % der Befrag­ten geben an, dass bereits Maß­nah­men umge­setzt wur­den, 40 %, dass dies nicht der Falls sei, Rest „weiß nicht“ (n=107, Fra­ge 5–3, ohne Abbil­dung).
Auf die Fra­ge, wel­che Maß­nah­men umge­setzt wer­den bzw. an wel­chen Maß­nah­men Inter­es­se besteht, wer­den in den Inter­views prak­tisch alle mög­li­chen Maß­nah­men genannt. Mehr­heit­lich wird jedoch betont, dass aus Sicht der Bera­ter eher klei­ne­re Maß­nah­men umge­setzt wer­den.
Nahe­zu alle der Befrag­ten gehen davon aus, dass die SFP eher lang­fris­tig wir­ken. Dies wird auch durch ein Ergeb­nis der stan­dar­di­sier­ten Schorn­stein­fe­ger­be­fra­gung bestä­tigt: dort schät­zen 44 % der Befrag­ten, dass Maß­nah­men mehr als ein Jahr nach der Erstel­lung des SFP umge­setzt wer­den (Abbil­dung 8–40). In den Inter­views wer­den wei­te­re Aus­sa­gen dazu gemacht: so sei mit den SFP ein Bera­tungs­do­ku­ment im Hau­se, wel­ches regel­mä­ßig, auch Jah­re spä­ter, zur Ver­fü­gung stün­de. Auf­grund sei­nes Auf­baus ist der SFP leicht zu aktua­li­sie­ren, wei­te­re Vari­an­ten und Berech­nun­gen kön­nen spä­ter ergänzt wer­den, da alle Daten bereits erfasst sind. Die Aus­stel­ler, die schon län­ger SFP aus­stel­len, berich­ten, dass auch Jah­re nach der Aus­stel­lung Eigen­tü­mer anrie­fen mit kon­kre­ten Fra­gen bzw. Umset­zungs­wün­schen. Dies gilt aus Sicht der befrag­ten SFP-Aus­stel­ler ins­be­son­de­re auch für die SFP, die als Erfül­lungs­op­ti­on aus­ge­stellt wer­den. Auch wenn das Inter­es­se zum Zeit­punkt der Aus­stel­lung noch gering sei und erst­mal die „Inves­ti­ti­on in die neue Hei­zung ver­daut“ wer­den müs­se, wach­se das Inter­es­se mit den Jah­ren und es wür­den wei­te­re Maß­nah­men umge­setzt. Die Rück­mel­dun­gen zum SFP sei­en über­wie­gend posi­tiv, mit die­sem Doku­ment füh­len sich die Eigen­tü­mer siche­rer in ihren Ent­schei­dun­gen.
Abbil­dung 8–40: Zeit­li­che Wir­kung des SFP: Zeit­raum bis zur Maß­nah­men­um­set­zung (Quel­le: Befra­gung Schorn­stein­fe­ger, Fra­ge 5–5)
Unter den Befrag­ten herrscht nahe­zu Einig­keit dar­über, dass Maß­nah­men eher in selbst­be­wohn­ten Ein­fa­mi­li­en­häu­sern umge­setzt wer­den, da dort posi­ti­ve Effek­te der Sanie­rung wie ver­rin­ger­te Ener­gie­kos­ten, Kom­fort­ge­winn, ver­bes­ser­te Optik direkt den Eigen­tü­mern zu Gute kämen. In ver­mie­te­ten Objek­ten dage­gen über­wie­ge das Gewinn­in­ter­es­se der Eigen­tü­mer, das Inter­es­se an Inves­ti­tio­nen in ener­ge­ti­sche Sanie­rung ist aus­ge­spro­chen gering, posi­ti­ve Neben­ef­fek­te für die Mie­ter prak­tisch nicht von Belang. Dem­zu­fol­ge wird neben dem Unver­meid­ba­ren nichts umge­setzt. Die Erfül­lung des EWär­meG erfol­ge häu­fig durch Ein­kauf von Bioöl/Biogas zu Las­ten der Mie­ter und zusätz­lich durch den SFP, mit dem sich der Gebäu­de­ei­gen­tü­mer mit geringst­mög­li­chen Kos­ten „frei­kau­fe“.
Ein Bera­ter gibt an, dass der Aspekt der finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se der Eigen­tü­mer wich­ti­ger sei als die Fra­ge, ob das Gebäu­de ver­mie­tet oder selbst­ge­nutzt sei. Auch ande­re Aus­stel­ler beto­nen, dass es Gebäu­de­ei­gen­tü­mer gibt, die Maß­nah­men aus dem SFP aus finan­zi­el­len Grün­den nicht umset­zen kön­nen.
SFP Baden-Würt­tem­berg / Bun­des­wei­ter iSFP4
Die Mei­nun­gen zum SFP Baden-Würt­tem­berg im Ver­gleich zum iSFP des BAFA sind unter den Befrag­ten nicht ein­heit­lich. Etwa ein Drit­tel der Bera­ter haben kei­ne Erfah­rung mit dem iSFP und daher zu die­ser Fra­ge kei­ne Ant­wort abge­ge­ben.
Der iSFP wird zum einen als „auf­ge­bla­sen“ und zu aus­führ­lich beschrie­ben, jedoch auch als detail­lier­ter, über­sicht­li­cher, „moder­ner“ und mit mehr Bera­tungs­mög­lich­keit. Durch die Fotos zei­ge er Schwach­stel­len bes­ser auf, aller­dings sei das Ein­fü­gen der Fotos viel zu auf­wän­dig auf­grund schlech­ter Pro­gram­mie­rung des For­mu­lars. Einer der Befrag­ten stellt fast nur noch den iSFP aus, da er umfang­rei­cher ist und mehr Vari­an­ten gerech­net wer­den kön­nen. Der iSFP las­se mehr Infor­ma­tio­nen und eine detail­lier­te Bera­tung zu. Wenn man die Gebäu­de­ei­gen­tü­mer wirk­lich moti­vie­ren wol­le, sei der iSFP bes­ser. Die För­de­rung für den iSFP sei zudem sehr viel auf­wen­di­ger.
Auf der ande­ren Sei­te sei der SFP Baden-Würt­tem­berg völ­lig aus­rei­chend und erfolg­reich imple­men­tiert; die Schaf­fung eines wei­te­ren Sanie­rungs­fahr­plans sei nicht nach­voll­zieh­bar. Der iSFP sei nicht bes­ser als der SFP BW (2x). Meh­re­re Bera­ter sind der Mei­nung, dass bei­de Sanie­rungs­fahr­plä­ne ihre Daseins­be­rech­ti­gung hät­ten und je nach Inter­es­se der Kun­den und der Kennt­nis­se des Aus­stel­lers ein­ge­setzt wer­den könn­ten. Ein Schorn­stein­fe­ger fin­det es wün­schens­wert, nur noch den SFP BW zu haben.
8.6.3 Exkurs: Bewertung des EWärmeG und der Erfüllungsoptionen durch SFP-Aussteller
Das EWär­meG wird von den Ener­gie­be­ra­tern durch­weg posi­tiv bewer­tet, auch wenn unstrit­tig ist, dass es unter den Gebäu­de­ei­gen­tü­mern teil­wei­se kri­tisch gese­hen wird. Ein wesent­li­cher Kri­tik­punkt ist, dass es das EWär­meG nur in Baden-Würt­tem­berg gibt, dies erschwe­re die Argu­men­ta­ti­on beim Kun­den, eine bun­des­wei­te Ein­füh­rung wäre daher von Vor­teil. Mehr­fach wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass gera­de älte­re Men­schen Schwie­rig­kei­ten hät­ten, die Geset­zes­la­ge zu ver­ste­hen und Maß­nah­men umzu­set­zen. In den Inter­views äußer­ten sich die Ener­gie­be­ra­ter in zahl­rei­chen Anmer­kun­gen zu den Erfül­lungs­op­tio­nen:
Der SFP soll­te auch im NWG nur antei­lig aner­kannt wer­den:
Kel­ler­de­cken­däm­mung geht oft nicht, wegen Roh­ren oder zu nied­ri­ger Decken­hö­he; Tei­l­er­fül­lung wie bei Dach-/Fas­sa­den­däm­mung soll­te ange­rech­net wer­den, da kaum je alle Kel­ler­räu­me für eine Kel­ler­de­cken­däm­mung geeig­net sei­en. Zur Kel­ler­de­cken­däm­mung soll­te außer­dem bes­ser kom­mu­ni­ziert wer­den: vie­le Kun­den wähl­ten die­se Maß­nah­me als rela­tiv ein­fa­che Erfül­lungs­op­ti­on, stell­ten dann aber fest, dass es wie geplant nicht mög­lich sei oder nicht aner­kannt wer­de und sind dann ver­är­gert.
Bio­gas und Bio­öl geht aus­schließ­lich zu Las­ten der Mie­ter, Ver­mie­ter haben durch EWär­meG und Erfül­lungs­op­tio­nen wenig Anrei­ze, Maß­nah­men umzu­set­zen, wenn sie Bio­gas-/Bio­öl­op­ti­on umset­zen kön­nen; gleich­zei­tig ist Erfül­lung bei Anla­gen >50kW teil­wei­se schwie­rig, da nicht inves­tiert wer­den soll oder man sich nicht eini­gen kann (bei WEG) oder auch tech­ni­sche oder Platz­re­strik­tio­nen bestehen; BHKW als Erfül­lungs­op­ti­on sei­en zu teu­er, die Anla­gen zu anfäl­lig.
Für rela­tiv neue Gebäu­de mit Bau­jahr nach 1995, die rela­tiv guten ener­ge­ti­schen Stan­dard haben und deren Hei­zung kaputt geht, ist Erfül­lung schwie­rig – da lohnt auch noch kein SFP.
Unklar sei, war­um Kachel­öfen mit Hei­z­ein­satz aner­kannt wer­den und Kamin­öfen nicht – ins­be­son­de­re in länd­li­chen Regio­nen sind die­se häu­fig und soll­ten aner­kannt wer­den.
Sanierungsfahrplan und Maßnahmenumsetzung aus Sicht der Beratungsempfänger
Zur Bewer­tung der Sanie­rungs­fahr­plä­ne aus Sicht der Gebäu­de­ei­gen­tü­mer bzw. ‑ver­wal­ter, zur Abschät­zung der Wir­kung der Sanie­rungs­fahr­plä­ne, sowie zur Bewer­tung des För­der­pro­gramms für die Erstel­lung von Sanie­rungs­fahr­plä­nen wur­den zwei Befra­gun­gen durch­ge­führt. Zum einen wur­den Sanie­rungs­fahr­plan­emp­fän­ger mit Wohn­ge­bäu­den, zum ande­ren mit Nicht­wohn­ge­bäu­den befragt.
8.7.1 Emp­fän­ger von Sanie­rungs­fahr­plä­nen (SFP) für Wohn­ge­bäu­de (WG) In den fol­gen­den Kapi­teln wer­den Metho­dik und wesent­li­che Ergeb­nis­se der durch­ge­führ­ten Befra­gun­gen zusam­men­fas­send dar­ge­stellt. Dar­un­ter sind neben den Ergeb­nis­sen aus den spe­zi­fi­schen Befra­gun­gen der SFP-Emp­fän­ger auch Ergeb­nis­se aus der durch­ge­führ­ten Brei­ten­be­fra­gung (vgl. Kapi­tel 5.1) mit Rele­vanz für den SFP. Die aus­führ­li­chen Ergeb­nis­se mit Abbil­dun­gen zu den ein­zel­nen Fra­gen sowie der ver­sand­te Fra­ge­bo­gen sind in Anhang 14.4 ent­hal­ten.
8.7.1.1 Methodik
Befragt wur­den Gebäu­de­ei­gen­tü­mer, deren Sanie­rungs­fahr­plan (SFP) über die L‑Bank geför­dert wur­de. Aus einer Daten­bank mit etwa 1.500 Adres­sen wur­den gezielt alle 250 Ver­wal­ter von Wohn­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten für die Befra­gung aus­ge­wählt5, sowie wei­te­re 750 zufäl­lig aus­ge­wähl­te Gebäu­de­ei­gen­tü­mer. Die Befra­gung erfolg­te als pos­ta­li­sche Befra­gung. Mit der Befra­gung wur­den dem­nach nur Emp­fän­ger geför­der­ter SFP erfasst6. Dar­un­ter waren Gebäu­de­ei­gen­tü­mer, die den SFP als Erfül­lungs­op­ti­on sowie sol­che, die ihn nicht als Erfül­lungs­op­ti­on erstellt haben.
Es konn­te eine sehr hohe Rück­lauf­quo­te von 402 aus­ge­füll­ten Fra­ge­bö­gen erreicht wer­den, so dass auf die Grund­ge­samt­heit der SFP-Emp­fän­ger für Wohn­ge­bäu­de hoch­ge­rech­net wer­den kann7. Dies trifft auch auf die Teil­men­ge der SFP-Emp­fän­ger zu, die den SFP als Erfül­lungs­op­ti­on erstellt haben. Betrach­tet man jedoch den Anteil der Befrag­ten, die den SFP außer­halb des EWär­meG erstellt haben, so ist deren Anteil so gering, dass die Stich­pro­ben­grö­ße nicht aus­reicht, um auf alle Gebäu­de­ei­gen­tü­mer mit SFP außer­halb des E‑WärmeG hoch­zu­rech­nen. Im fol­gen­den Text wer­den trotz­dem Pro­zent­an­ga­ben gemacht, um einen Ver­gleich zwi­schen den ver­schie­de­nen Grup­pen zu ermög­li­chen. Bei der Inter­pre­ta­ti­on der Ergeb­nis­se muss dies jedoch berück­sich­tigt wer­den.
Zusätz­lich gab es nach Aus­sendung des Fra­ge­bo­gens zahl­rei­che tele­fo­ni­sche Rück­fra­gen vor allem von älte­ren Fra­ge­bo­gen­emp­fän­gern, für die die Befra­gung unver­ständ­lich war bzw. die ihren SFP nicht kann­ten. Die­se Per­so­nen haben ihren Fra­ge­bo­gen i.d.R. nicht aus­ge­füllt, so dass davon aus­ge­gan­gen wer­den muss, dass in den Ergeb­nis­sen ein Bias ent­hal­ten ist, da über­haupt nur Per­so­nen den Fra­ge­bo­gen aus­fül­len konn­ten, für die die Fra­gen ver­ständ­lich waren bzw. denen ihr SFP geläu­fig war. Der Anteil der Per­so­nen unter den Befrag­ten, für die die Fra­gen und ver­mut­lich auch der SFP unver­ständ­lich oder gar nicht bekannt waren, kann nicht ermit­telt wer­den. Daher ist die Grö­ße des Bias nicht bestimm­bar. Es muss jedoch davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass ins­be­son­de­re die Ergeb­nis­se zu Ver­ständ­lich­keit und Wir­kung eher zu posi­tiv sind, da die Per­so­nen­grup­pen, für die der SFP unver­ständ­lich ist, an der Befra­gung häu­fig nicht teil­ge­nom­men haben. Zusätz­lich zur Befra­gung der SFP-Emp­fän­ger wer­den hier Ergeb­nis­se der Brei­ten­be­fra­gung der Bevöl­ke­rung (vgl. Kapi­tel 5.1) aus­ge­wer­tet. Die Stich­pro­be von 111 Befrag­ten ist jedoch zu gering, um eine Hoch­rech­nung auf alle SFP-Emp­fän­ger zu mög­li­chen.
8.7.1.2 Ergeb­nis­se Knapp zwei Drit­tel (64 %) der SFP wur­den für ein selbst bewohn­tes Ein- oder Zwei­fa­mi­li­en­haus (EZFH) erstellt, 9 % für ein ver­mie­te­tes EZFH. 26 % der SFP wur­den für ein Mehr­fa­mi­li­en­haus (MFH) erstellt, dar­un­ter 12 % für eine Wohn­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft (WEG), 7 % für ein MFH, in dem auch der Eigen­tü­mer wohnt sowie wei­te­re 7 % für ein kom­plett ver­mie­te­tes MFH (Fra­ge 1).
Grund für die Aus­stel­lung des SFP
85 % der Befrag­ten haben den SFP als Erfül­lungs­op­ti­on für das EWär­meG erstellt, 75 % haben ihn nur als Erfül­lungs­op­ti­on erstellt und kein wei­te­res Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se ange­ge­ben. 16 % gaben an, den SFP erstellt zu haben, um sich über Sanie­rungs­mög­lich­kei­ten für ihr Gebäu­de zu infor­mie­ren, wei­te­re 8 % woll­ten sich spe­zi­ell über eine Hei­zungs­sa­nie­rung infor­mie­ren (Fra­ge 2).
Von den­je­ni­gen, die den SFP als Erfül­lungs­op­ti­on erstellt haben (n=342), haben ihn 37 % gewählt, da er die kos­ten­güns­tigs­te Opti­on zur Pflicht­er­fül­lung war. 41 % die­ser SFP-Emp­fän­ger wur­de die Erstel­lung des SFP vom Ener­gie­be­ra­ter emp­foh­len. 19 % die­ser Befrag­ten gaben außer­dem an, dass die Nut­zung erneu­er­ba­rer Ener­gien bau­lich unmög­lich war. 13 % lie­ßen den SFP auch als Infor­ma­ti­ons­quel­le für Sanie­run­gen erstel­len. 11 % haben erst nach dem Kes­sel­tausch vom EWär­meG erfah­ren (Fra­ge 10, Mehr­fach­nen­nun­gen mög­lich).
Im Fol­gen­den wer­den, wo immer sinn­voll, jeweils die Ergeb­nis­se für alle Befrag­ten (n=402), für die Befrag­ten mit SFP als Erfül­lungs­op­ti­on (N=342) sowie für die Befrag­ten mit SFP außer­halb des EWär­meG (n=60) dar­ge­stellt.
Bewer­tung des SFP all­ge­mein
Von allen Befrag­ten stim­men 41 % der Aus­sa­ge „Der SFP ist für mich nutz­brin­gend und infor­ma­tiv“ zu, 34 % stim­men teil­wei­se zu (teils/teils), 8 % stim­men der Aus­sa­ge nicht zu. Wer­den nur die SFP betrach­tet, die als Erfül­lungs­op­ti­on erstellt wer­den, so bewer­ten etwas mehr, näm­lich 42 % der Befrag­ten, den SFP als nutz­brin­gend und infor­ma­tiv, 32 % mit „teils/teils“ und 9 % stim­men der Aus­sa­ge nicht zu. 5 % (alle Befrag­ten) bzw. 6 % (SFP als Erfül­lungs­op­ti­on) der Befrag­ten hat kein Inter­es­se, den SFP zu nut­zen.
Von den SFP, die außer­halb des EWär­meG erstellt wur­den, wer­den weni­ger, näm­lich nur 37 % als nutz­brin­gend und infor­ma­tiv bewer­tet, und 42 % mit „teils/teils“. 7 % der Befrag­ten bezeich­net den SFP als nicht nutz­brin­gend und infor­ma­tiv, dies ent­spricht etwa dem Wert für alle Befrag­ten. Kei­ner der Befrag­ten, die den SFP außer­halb des EWär­meG erstel­len lie­ßen, hat kein Inter­es­se, ihn zu nut­zen. (Rest jeweils k.A., Fra­ge 11)
Der Aus­sa­ge „Das Bera­tungs­ge­spräch zum SFP ist für mich nutz­brin­gend und infor­ma­tiv“ stimmt fast die Hälf­te aller SFP-Emp­fän­ger zu (49 %), 29 % ant­wor­ten mit „teils/teils“ und eine Min­der­heit von 8 % stimmt nicht zu. Ganz ähn­lich sind die Ergeb­nis­se zum Bera­tungs­ge­spräch bei den SFP-Emp­fän­gern, die ihn als Erfül­lungs­op­ti­on erstel­len lie­ßen, näm­lich 48 % Zustim­mung, 30 % „teils/teils“ und eben­falls 8 % kei­ne Zustim­mung. Im Gegen­satz dazu wird das Bera­tungs­ge­spräch bei den SFP außer­halb des EWär­meG deut­lich posi­ti­ver bewer­tet, näm­lich von 57 % als „nutz­brin­gend und infor­ma­tiv“ und nur von 22 % mit „teils/teils“. Kei­ne Zustim­mung zur Aus­sa­ge geben eben­falls 8 % der Befrag­ten (Rest jeweils k.A., Fra­ge 11).
Ver­ständ­lich­keit des SFP
Die Ver­ständ­lich­keit des SFP wur­de für jeden Teil des SFP-Mus­ter­for­mu­lars getrennt abge­fragt („Ihr Gebäu­de heu­te“, „Über­blick“, „Die Schrit­te im Detail“ sowie die Schluss­in­for­ma­ti­on „Was sind die nächs­ten Schrit­te“ und „Wei­te­re Infor­ma­tio­nen“). Ins­ge­samt wer­den alle Tei­le des SFP mehr­heit­lich, näm­lich von 54 % bis 73 % der Befrag­ten, als gut ver­ständ­lich bewer­tet. Am bes­ten wird die Ver­ständ­lich­keit der „Beschrei­bung des Ist-Zustan­des“ bewer­tet (73 % „gut ver­ständ­lich“), am schlech­tes­ten „Die nächs­ten Schrit­te im Detail“ sowie „Was sind die nächs­ten Schrit­te“ und Erläu­te­run­gen mit 54 % bzw. 55 % posi­ti­ver Bewer­tung. Die Ant­wort­mög­lich­keit „Infor­ma­ti­on nicht ent­hal­ten“ wur­de von unter 1 % aller Befrag­ten ange­kreuzt.
Die Unter­schie­de in der Bewer­tung der Ver­ständ­lich­keit zwi­schen der Gesamt­heit der Befrag­ten und den Befrag­ten mit SFP als Erfül­lungs­op­ti­on sind gering und wer­den nicht extra dar­ge­stellt. Die Ver­ständ­lich­keit der SFP außer­halb des EWär­meG wird jedoch deut­lich bes­ser bewer­tet: 62 % bis 80 % bewer­ten die ein­zel­nen Abschnit­te als gut ver­ständ­lich; der Anteil an Bewer­tun­gen mit „schwer ver­ständ­lich“ liegt bei allen Befrag­ten zwi­schen 3 % und 7 %.
Bera­tungs­wir­kung des SFP
71 % aller Befrag­ten wur­den vom Aus­stel­ler des SFP umfas­send bera­ten und fan­den die Bera­tung ver­ständ­lich und infor­ma­tiv. 7 % der Bera­tungs­emp­fän­ger geben an, dass es kei­ne per­sön­li­che Bera­tung durch den Aus­stel­ler gege­ben hat.
Die Befrag­ten, die den SFP außer­halb des EWär­meG erstel­len lie­ßen, bewer­ten die Bera­tungs­qua­li­tät etwas bes­ser. Jedoch lag der Anteil derer, die kei­ne per­sön­li­che Bera­tung erhal­ten haben, mit 12 % eben­falls etwas höher (Fra­ge 12).
Im Mit­tel wur­de etwa 1,5 h per­sön­lich durch den SFP-Aus­stel­ler bera­ten (Fra­ge 14) und es wur­den etwa 1,6 Bera­tungs­ter­mi­ne vor Ort durch­ge­führt. 2 % aller Befrag­ten gaben an, dass kein Bera­tungs­ter­min vor Ort statt­ge­fun­den hat. Bei SFP, die als Erfül­lungs­op­ti­on erstellt wur­den, gab es in 34 % der Fäl­le zwei Ter­mi­ne und bei 9 % der Befrag­ten drei oder mehr Bera­tungs­ter­mi­ne vor Ort. Bei SFP außer­halb des EWär­meG wur­de inten­si­ver bera­ten: in 42 % der Fäl­le gab es zwei Bera­tungs­ter­mi­ne und in 11 % der Fäl­le 3 oder mehr Ter­mi­ne (Fra­ge 15).
Zwei Drit­tel aller Befrag­ten geben an, dass alle wich­ti­gen Kenn­zah­len, die not­wen­dig sind, um kon­kre­te Maß­nah­men zu ergrei­fen, im SFP ent­hal­ten sind oder im Bera­tungs­ge­spräch erläu­tert wur­den. 6 % der Befrag­ten haben dage­gen not­wen­di­ge Infor­ma­tio­nen zur Umset­zung von Maß­nah­men nicht erhal­ten. Zwi­schen dem SFP als Erfül­lungs­op­ti­on und außer­halb des EWär­meG gibt es hier nur sehr gerin­ge Unter­schie­de, die nicht geson­dert dar­ge­stellt wer­den (Fra­ge 16).
Maß­nah­men­um­set­zung
Zur Maß­nah­men­um­set­zung gaben zwei Drit­tel aller Befrag­ten an, bereits Maß­nah­men aus dem SFP umge­setzt zu haben bzw. die­se kon­kret zu pla­nen. Es gibt kaum einen Unter­schied zwi­schen allen Befrag­ten und den Befrag­ten, die ihren SFP als Erfül­lungs­op­ti­on erstellt haben. Befrag­te mit einem SFP außer­halb des EWär­meG dage­gen geben weni­ger oft an, bereits Maß­nah­men umge­setzt oder geplant zu haben (62 % ja und 30 % nein, Fra­ge 17).
Auf die Fra­ge danach, wel­che kon­kre­ten Maß­nah­men aus dem SFP bereits umge­setzt wur­den oder kon­kret geplant sind, gaben 74 % aller Befrag­ten an, dass sie ihre Heiz­an­la­ge getauscht haben. Die­ser Anteil liegt höher als der Anteil der Befrag­ten, die anga­ben, bereits Maß­nah­men aus dem SFP umge­setzt zu haben. Dies lässt die Inter­pre­ta­ti­on zu, dass hier auch Maß­nah­men genannt wur­den, die bereits vor der Erstel­lung des SFP umge­setzt wur­den, und dass auch ein gewis­ser Anteil der Heiz­an­la­gen vor Erstel­lung des SFP bereits getauscht wur­de. Wei­te­re häu­fig umge­setz­te Maß­nah­men sind der hydrau­li­sche Abgleich mit 39 %, der Fens­ter­tausch mit 30 % und die Däm­mung des Daches bzw. der obe­ren Geschoss­de­cke mit 23 % der Befrag­ten. Eben­falls 23 % gaben an, erneu­er­ba­re Ener­gien zu nut­zen. Die Däm­mung von Kel­ler­de­cke und Außen­wand wird am wenigs­ten umge­setzt bzw. geplant (14 % bzw. 12 %, Fra­ge 18, Abbil­dung 8–41).
Wer­den nur die Gebäu­de­ei­gen­tü­mer mit SFP außer­halb des EWär­meG betrach­tet, so wer­den weni­ger Maß­nah­men mit Bezug zur Hei­zungs­an­la­ge (Hei­zungs­tausch, hydrau­li­scher Abgleich, erneu­er­ba­re Ener­gien) und statt­des­sen mehr Dämm­maß­nah­men umge­setzt (Fra­ge 18, Anhang). Auch dies scheint plau­si­bel, da der SFP als Erfül­lungs­op­ti­on immer mit dem Aus­tausch der Heiz­an­la­ge (= Pflicht­aus­lö­ser für das EWär­meG) ver­bun­den ist, wohin­ge­gen beim SFP außer­halb des EWär­meG ggf. kein Hei­zungs­tausch ansteht.
Zusätz­lich wur­de danach gefragt, ob die Maß­nah­men in der Rei­hen­fol­ge umge­setzt wur­den, wie im SFP emp­foh­len. Bei 54 % der Befrag­ten war dies der Fall, bei einem Vier­tel (26 %) nicht (Rest k.A.). Die Unter­schie­de zwi­schen Befrag­ten mit und ohne Erfül­lungs­op­ti­on sind so gering, dass sie nicht dar­ge­stellt wer­den (Fra­ge 19).
Abbil­dung 8–41: Bereits umge­setz­te oder kon­kret geplan­te Maß­nah­men aus dem SFP (Befra­gung von Emp­fän­gern von WG-SFP, Fra­ge 18)
Zur Abschät­zung der Wir­kung des SFP auf die Maß­nah­men­um­set­zung wur­de gefragt, wel­che der Maß­nah­men auch ohne den SFP umge­setzt wor­den wären. In der Aus­wer­tung wur­de jeweils gefil­tert nach den Befrag­ten, die in Fra­ge 18 zur Maß­nah­men­um­set­zung ange­ge­ben haben, eine ent­spre­chen­de Maß­nah­me bereits umge­setzt zu haben oder kon­kret zu pla­nen. Das Ergeb­nis zeigt Abbil­dung 8–42. Erwar­tungs­ge­mäß war ein hoher Anteil, näm­lich drei Vier­tel der durch­ge­führ­ten oder kon­kret geplan­ten Hei­zungs­tau­sche, bereits vor Erstel­lung des SFP geplant. Ähn­lich sieht es beim Fens­ter­tausch aus, bei dem 70 % auch ohne den SFP durch­ge­führt wor­den wären, wäh­rend nur 15 % der Maß­nah­men nicht geplant war. Von den durch­ge­führ­ten oder geplan­ten hydrau­li­schen Abglei­chen und Kel­ler­de­cken­däm­mun­gen hin­ge­gen waren 45 % bzw. 44 % vor der Aus­stel­lung des SFP nicht geplant, und bei Dach- und Fas­sa­den­däm­mung waren es noch 26 % bzw. 27 %, die mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit auf die Bera­tung zum SFP zurück­zu­füh­ren sind.
Nach Ergeb­nis­sen der Brei­ten­be­fra­gung der Bevöl­ke­rung (vgl. Kapi­tel 5.1) ist der Ein­fluss des SFP auf Sanie­rungs­ent­schei­dun­gen bei 10 %-28 % der Befrag­ten eher groß oder groß. Den größ­ten Ein­fluss hat er auf die Ände­rung der Art der Sanie­rungs­maß­nah­men (28 % groß oder eher groß), gefolgt von der Durch­füh­rung wei­te­rer Sanie­rungs­maß­nah­men (25 % groß oder eher groß). Mit 10 % am gerings­ten wird der Ein­fluss des SFP auf das Ver­schie­ben von Sanie­rungs­maß­nah­men ein­ge­schätzt (Abbil­dung 8–43.
Abbil­dung 8–42: Wir­kung des SFP: Anteil der Maß­nah­men, die vor Erstel­lung des SFP nicht geplant waren (Befra­gung von Emp­fän­gern von WG-SFP, Fra­ge 20)
Abbil­dung 8–43: Wir­kung des SFP auf Sanie­rungs­ent­schei­dun­gen Wir­kung des SFP auf Sanie­rungs­ent­schei­dun­gen (waren (Befra­gung von Emp­fän­gern von WG-SFP, Fra­ge 20)
In Tabel­le 8–6 ist zusätz­lich nach den Gebäu­den, für die der SFP erstellt wur­de (Fra­ge 1), dar­ge­stellt, wel­cher Anteil der Befrag­ten angibt, bereits Maß­nah­men umge­setzt zu haben. Über­ra­schen­der­wei­se errei­chen hier die SFP für ver­mie­te­te Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser, in denen der Eigen­tü­mer selbst wohnt, sowie ver­mie­te­te Ein­fa­mi­li­en­häu­ser mit 79 % bzw. 74 % den höchs­ten Anteil an Nen­nun­gen. Dies wider­spricht den Ergeb­nis­sen der Befra­gung der SFP-Aus­stel­ler, die nahe­zu über­ein­stim­mend ange­ben, dass in ver­mie­te­ten Gebäu­den sehr weni­ge Maß­nah­men umge­setzt wer­den, son­dern dass es haupt­säch­lich die Eigen­tü­mer selbst­ge­nutz­ter EFH sind, die Maß­nah­men ergrei­fen (vgl. Kapi­tel 8.6). Aller­dings sind in den in Tabel­le 8–6 ange­ge­be­nen Maß­nah­men auch die Hei­zungs­tau­sche selbst ent­hal­ten. Am wenigs­ten wer­den Maß­nah­men in Wohn­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten umge­setzt, was sich mit den Erfah­run­gen der Ener­gie­be­ra­ter deckt. Zu beach­ten ist, dass die Stich­pro­ben­zahl gering ist, so dass die Anga­ben nicht hoch­ge­rech­net wer­den soll­ten.
Tabel­le 8–6: Umset­zung von Maß­nah­men aus dem SFP nach Gebäu­de­grö­ße und ‑eigen­tum
Letzt­end­lich wur­de danach gefragt, ob über die Maß­nah­men im SFP hin­aus wei­te­re Maß­nah­men umge­setzt wur­den. Das Ergeb­nis: 9 % aller Befrag­ten sowie 9 % der Befrag­ten mit SFP als Erfül­lungs­op­ti­on haben über den SFP hin­aus Maß­nah­men umge­setzt. 80 % bzw. 82 % haben dies nicht getan (Rest k.A.). Bei den Befrag­ten mit SFP außer­halb des EWär­meG haben 13 % über den SFP hin­aus wei­te­re Maß­nah­men umge­setzt, 73 % haben dies nicht getan und 13 % haben dazu kei­ne Anga­be gemacht (Fra­ge 21).
Schluss­fra­gen
72 % der Befrag­ten wür­den sich wie­der einen SFP erstel­len las­sen, dar­un­ter 6 % von einem ande­ren Ener­gie­be­ra­ter. 21 % wür­den das nicht tun. Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al besteht aus Sicht der Befrag­ten vor allem hin­sicht­lich der Infor­ma­tio­nen zu För­der­mit­teln (31 % der Befrag­ten) und hin­sicht­lich der Ver­ständ­lich­keit (19 %). 26 % der Befrag­ten wün­schen sich „mehr Ein­ge­hen auf mei­ne spe­zi­fi­sche Situa­ti­on“ und 20 % mehr „kon­kre­te Hil­fen zur Umset­zung von Bau­maß­nah­men“ (Fra­ge 23).
Ergeb­nis­se der Brei­ten­be­fra­gung zei­gen, dass die Zufrie­den­heit der Bera­tungs­emp­fän­ger mit dem SFP ins­ge­samt recht hoch ist. Beson­ders hoch ist sie mit der Ver­ständ­lich­keit, der Dar­stel­lung des Ist-Zustands und dem Detail­grad der vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men (73 % bis 75 %). Knapp 70 % sind mit der Dar­stel­lung der Sanie­rungs­per­spek­ti­ve für die nächs­ten Jah­re eben­falls zufrie­den. Die Infor­ma­tio­nen zum ener­ge­ti­sche Nut­zen und zur Wirt­schaft­lich­keit der Sanie­run­gen, sowie die Nütz­lich­keit für den Bera­tungs­emp­fän­ger selbst wird von jeweils >60 % der SFP-Emp­fän­ger als gut oder sehr gut bezeich­net. Schlech­te Schul­no­ten für die genann­ten Aspek­te wer­den nur jeweils von 5 % oder weni­ger ver­ge­ben (Abbil­dung 8–44).
Abbil­dung 8–44: Zufrie­den­heit mit dem Sanie­rungs­fahr­plan waren (Brei­ten­be­fra­gung, Fra­ge 19)
8.7.2 Befragung von Empfängern von SFP für Nichtwohngebäude (NWG)
8.7.2.1 Methodik
Befragt wur­den Eigen­tü­mer, Ver­wal­ter oder Nut­zer von Nicht­wohn­ge­bäu­den mit SFP, die der Nut­zung ihrer Daten für Eva­lu­ie­rungs­zwe­cke zuge­stimmt hat­ten. Den Gut­ach­tern lagen 20 ent­spre­chen­de Adres­sen vor. Die Befra­gung erfolg­te als pos­ta­li­sche Befra­gung mit einem stan­dar­di­sier­ten Fra­ge­bo­gen.
Mit 11 aus­ge­füll­ten Fra­ge­bö­gen liegt die Rück­lauf­quo­te bei über 50 %. Auf­grund der gerin­gen Gesamt­zahl kön­nen die Ergeb­nis­se jedoch nicht auf die Gesamt­heit der Nicht­wohn­ge­bäu­de­ei­gen­tü­mer mit SFP hoch­ge­rech­net wer­den. Sie lie­fern daher ledig­lich wich­ti­ge Anhalts­punk­te.
8.7.2.2 Ergebnisse
Zehn der SFP wur­den als Erfül­lungs­op­ti­on für das EWär­meG erstellt. Ein SFP wur­de aus­schließ­lich erstellt, um sich über all­ge­mei­ne Sanie­rungs­mög­lich­kei­ten zu infor­mie­ren. Die­ses Gebäu­de wur­de anschlie­ßend abge­ris­sen. Ein wei­te­rer Befrag­ter hat bei­de Optio­nen ange­kreuzt (Fra­ge 1). Die Kos­ten für sechs der SFP lagen zwi­schen knapp 2.000 und etwas mehr als 4.000€, ein wei­te­rer kos­te­te 800€, ein ande­rer knapp 8.500€ (Fra­ge 2). Fünf der SFP wur­den von Ener­gie­be­ra­tern und sechs von Inge­nieu­ren aus­ge­stellt (Fra­ge 3).
Bewer­tung des Sanie­rungs­fahr­plans für Nicht­wohn­ge­bäu­de und der Bera­tung
Jeweils sechs der Befrag­ten bewer­ten sowohl den SFP als auch das dazu­ge­hö­ren­de Bera­tungs­ge­spräch als nutz­brin­gend und infor­ma­tiv, jeweils drei stim­men dem nur teil­wei­se zu (teils/teils). Eine Per­son hat kein Inter­es­se, den SFP zu nut­zen. Die glei­che Per­son bewer­tet auch das Bera­tungs­ge­spräch als nicht nutz­brin­gend oder infor­ma­tiv (Fra­ge 4).
Die Ver­ständ­lich­keit der Beschrei­bung des Gebäu­de-IST-Zustands, des ange­streb­ten Ziel­zu­stands sowie des Über­blicks über emp­foh­le­ne Maß­nah­men wird über­wie­gend gut bewer­tet (von 8 bis 10 Befrag­ten, Rest weni­ger gut). Die Beschrei­bung des IST-Zustan­des wur­de ein­mal als schwer ver­ständ­lich bewer­tet. Die detail­lier­te Beschrei­bung der nächs­ten Schrit­te sowie wei­te­re Hin­wei­se und Erläu­te­run­gen wer­den von jeweils fünf Befrag­ten als gut und eben­falls von fünf Befrag­ten als weni­ger gut bewer­tet (Rest k.A., Fra­ge 5).
Sechs Befrag­te wur­den vom Aus­stel­ler umfas­send bera­ten, vier wur­den nur teil­wei­se gut bera­ten (teils/teils). Acht Befrag­te bewer­ten die Bera­tung als ver­ständ­lich und infor­ma­tiv, zwei als teil­wei­se ver­ständ­lich und infor­ma­tiv (teils/teils, Rest jeweils „stim­me nicht zu“). Eine Per­son gibt an, dass es kei­ne per­sön­li­che Bera­tung gege­ben hat, dies ist die glei­che Per­son, die kein Inter­es­se hat, den SFP zu nut­zen (Fra­ge 6).
Jeweils vier der Befrag­ten hat­ten einen bzw. zwei Bera­tungs­ter­mi­ne vor Ort. Bei einem Befrag­ten wur­den drei Ter­mi­ne durch­ge­führt, ein Befrag­ter gab wie­der an, dass kein Bera­tungs­ter­min durch­ge­führt wur­de (1 x k.A., Fra­ge 7). Die Dau­er der Bera­tungs­ge­sprä­che lag zwi­schen einer hal­ben und vier Stun­den, im Mit­tel bei 1,75 Stun­den (Fra­ge 8).
Acht der Befrag­ten gaben an, dass im SFP alle wich­ti­gen Kenn­zah­len und Maß­nah­men ent­hal­ten sind und im Gespräch erläu­tert wur­den. Eine Per­son gibt an, dass dies teil­wei­se der Fall war und beim Aus­stel­ler noch Rück­fra­gen gestellt wur­den (2 x k.A., Fra­ge 9).
In zwei der unter­such­ten Gebäu­de wur­den bereits kon­kre­te Maß­nah­men aus dem SFP umge­setzt, in neun noch nicht (Fra­ge 10). Tabel­le 8–7 zeigt, wel­che Maß­nah­men durch die Befrag­ten ange­ge­ben wur­den. Von den 11 Befrag­ten wur­den am häu­figs­ten Hei­zungs­tausch und Beleuch­tungs­sa­nie­rung umge­setzt bzw. geplant.
Tabel­le 8–7: Umge­setz­te und geplan­te Maß­nah­men aus NWG-SFP nach Anga­ben der Bera­tungs­emp­fän­ger
Die Fra­ge danach, wel­che der Maß­nah­men auch ohne SFP aus­ge­führt wor­den wäre, lässt lei­der kei­ne Aus­sa­gen zu, da sie nicht plau­si­bel beant­wor­tet wur­de. Da die Fall­zahl ohne­hin zu gering ist, um Aus­sa­gen zur Wir­kung der SFP-NWG zu tref­fen, wird auf eine wei­te­re Dar­stel­lung ver­zich­tet (Fra­ge 12). Einer der Befrag­ten gibt an, eine Maß­nah­me über die im SFP hin­aus umge­setzt zu haben, und zwar eine Umstel­lung auf LED-Beleuch­tung (Fra­gen 13 und 14).
Schluss­fra­ge
Neun von 11 Bera­tungs­emp­fän­gern wür­den den SFP noch ein­mal erstel­len las­sen, jeweils vom glei­chen Ener­gie­be­ra­ter; einer wür­de es nicht tun und einer macht kei­ne Anga­be dazu (Fra­ge 15).
Auf die Fra­ge, was die Bera­tungs­emp­fän­ger am SFP ver­bes­sern wür­den, wur­den 5x „mehr Infor­ma­tio­nen zu För­der­mit­teln“ gewünscht, 2x „Ver­ständ­lich­keit“ genannt und eben­falls 2x „kon­kre­te Hil­fen zur Pla­nung und Aus­füh­rung der Sanie­rungs­maß­nah­men“. Jeweils 1x wur­de „weni­ger tech­ni­sche Details“ sowie „mehr Ein­ge­hen auf mei­ne spe­zi­el­le Situa­ti­on / mein Gebäu­de“ genannt (Fra­ge 16).
Der Sanie­rungs­fahr­plan wird im Wesent­li­chen als Erfül­lungs­op­ti­on für das EWär­meG erstellt und weni­ger als Bera­tungs­in­stru­ment für Haus­ei­gen­tü­mer genutzt, die sich für kon­kre­te Sanie­rungs­maß­nah­men an ihrem Gebäu­de inter­es­sie­ren. Die als Erfül­lungs­op­ti­on erstell­ten SFP erfül­len viel­mehr die Auf­ga­be, die oft weni­ger bis kaum inter­es­sier­ten Gebäu­de­ei­gen­tü­mer für den ener­ge­ti­schen Zustand und den Sanie­rungs­be­darf ihres Gebäu­des zu sen­si­bi­li­sie­ren und zumin­dest mit­tel- bis lang­fris­tig zur Maß­nah­men­um­set­zung zu moti­vie­ren. Dies trifft nach Aus­sa­gen der Aus­stel­ler ins­be­son­de­re auf Eigen­tü­mer selbst­ge­nutz­ter Ein­fa­mi­li­en­häu­ser zu, wäh­rend Ver­mie­ter schwie­ri­ger zu moti­vie­ren sind.
Kurz­fris­tig wer­den eher klei­ne­re Maß­nah­men des SFP umge­setzt, trotz­dem ist auch eine kurz­fris­ti­ge Wir­kung des SFP mess­bar. Da die weit über­wie­gen­de Mehr­heit der SFP als Erfül­lungs­op­ti­on erstellt wird, ist dort wohl in der Regel die Maß­nah­men­ent­schei­dung bereits gefal­len und kurz­fris­ti­ge Ände­run­gen auf­grund des SFP eher sel­ten.
Die Mehr­heit der Gebäu­de­ei­gen­tü­mer ist mit der Bera­tungs­wir­kung des SFP und sei­nen Erläu­te­run­gen zufrie­den. Ins­ge­samt scheint der SFP also eine recht gute Bera­tungs­wir­kung zu erzie­len. Ins­be­son­de­re als mit­tel- bis lang­fris­tig nutz­ba­res Instru­ment für gegen­wär­tig wenig inter­es­sier­te Eigen­tü­mer ist er wert­voll. Ein Ver­gleich mit einer her­kömm­li­chen Ener­gie­be­ra­tung und damit ver­bun­den die Fra­ge, ob der Sanie­rungs­fahr­plan aus Sicht der Eigen­tü­mer und Aus­stel­ler der her­kömm­li­chen Ener­gie­be­ra­tung über­le­gen ist, kann nicht abschlie­ßend beant­wor­tet wer­den. Zumin­dest eini­ge Ener­gie­be­ra­ter hal­ten eine her­kömm­li­che Ener­gie­be­ra­tung für sinn­vol­ler.
Die Bewer­tung des knapp gehal­te­nen For­mats des SFP mit begrenz­tem Inhalt ist hete­ro­gen. Zum einen ist der SFP dadurch über­sicht­lich und kurz, zum ande­ren kön­nen nicht alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen ver­mit­telt wer­den. Eini­ge der Ener­gie­be­ra­ter behel­fen sich daher mit zusätz­li­chen aus­führ­li­chen Ener­gie­be­ra­tungs­be­rich­ten. Dies muss auch bei der Bewer­tung der inhalt­li­chen Detail­be­wer­tung der Sanie­rungs­fahr­plä­ne (Kapi­tel 8.4) berück­sich­tigt wer­den: oft ist der SFP nicht das ein­zi­ge vom Ener­gie­be­ra­ter über­ge­be­ne Bera­tungs­pro­dukt, son­dern wird durch ein bis meh­re­re wei­te­re ergänzt. SFP-Emp­fän­ger, die den SFP außer­halb des EWär­meG erstel­len lie­ßen, bewer­ten des­sen Bera­tungs­qua­li­tät etwas schlech­ter. Dies könn­te ein Hin­weis dar­auf sein, dass die Erwar­tun­gen die­ser Ziel­grup­pe höher sind und eher Bedarf für umfas­sen­de­re Bera­tung besteht als durch den SFP mög­lich ist.
Die Arbeit der Ener­gie­be­ra­ter kann nach Ansicht der Gut­ach­ter (auf der Basis der elf Inter­views und der schrift­li­chen Befra­gun­gen) über­wie­gend posi­tiv bewer­tet wer­den. Auch wenn die Inten­si­tät der per­sön­li­chen Bera­tung dem tat­säch­li­chen Inter­es­se der Gebäu­de­ei­gen­tü­mer ange­passt wird, so ergibt die Befra­gung, dass die Bera­tung in der Regel enga­giert und kom­pe­tent und zur Zufrie­den­heit der Kun­den erfolgt. Gera­de die inter­view­ten Ener­gie­be­ra­ter mit einer gro­ßen Anzahl erstell­ter SFP schei­nen hohe Kom­pe­tenz und Enga­ge­ment auf­zu­wei­sen. Aller­dings ist es mög­lich, dass sich gera­de beson­ders enga­gier­te Aus­stel­ler für ein Inter­view bereit erklärt haben und die Ergeb­nis­se daher ver­zerrt sind. Die Ant­wor­ten der Eigen­tü­mer in der Befra­gung wei­sen dar­auf hin, dass bei den Kun­den Fra­gen offen­blei­ben.
Bei der Ver­ständ­lich­keit des SFP besteht Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al. Ins­be­son­de­re scheint der SFP nicht geeig­net, die gro­ße Zahl älte­rer Gebäu­de­ei­gen­tü­mer zu errei­chen. Der rela­tiv hohe Anteil der Ant­wor­ten „k.A.“ in der schrift­li­chen Befra­gung spie­gelt evtl. den hohen Anteil älte­rer Men­schen unter den Gebäu­de­ei­gen­tü­mern wider, die mit der Befra­gung wenig anfan­gen konn­ten. Wie älte­re Gebäu­de­ei­gen­tü­mer bes­ser erreicht wer­den kön­nen und ob dies über­haupt mög­lich ist, kann an die­ser Stel­le nicht beant­wor­tet wer­den. Es sei aber dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der SFP bei Eigen­tü­mer­wech­sel im Gebäu­de ver­blei­ben dürf­te und somit auch dem neu­en Eigen­tü­mer als Bera­tungs­in­stru­ment die­nen kann. Zu ver­füg­ba­ren För­der­mit­teln besteht ein star­kes Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis, wel­ches oft mit dem SFP nicht gedeckt wer­den kann.
Der SFP-NWG wird von den Gebäu­de­ei­gen­tü­mern eben­falls über­wie­gend posi­tiv bewer­tet. Zur Wir­kung des NWG-SFP kann an die­ser Stel­le kei­ne Aus­sa­ge getrof­fen wer­den. Nach Aus­kunft der inter­view­ten Aus­stel­ler, die ins­ge­samt jedoch wenig Erfah­rung mit NWG-SFP haben, wird aus die­sen SFP weni­ger umge­setzt als bei den WG-SFP. Alle NWG-Eigen­tü­mer, die befragt wur­den, lie­ßen den SFP als Erfül­lungs­op­ti­on erstel­len. Ob also der NWG-SFP eine über die EWär­meG-Erfül­lung hin­aus­ge­hen­de Rol­le ein­nimmt, kann auf der Basis der Befra­gung nicht bewer­tet wer­den.
Bei einer Detail­ana­ly­se der Wohn­ge­bäu­de-SFP muss aller­dings bei vie­len SFP eine nicht aus­rei­chen­de Qua­li­tät fest­ge­stellt wer­den. Mehr als die Hälf­te der unter­such­ten SFP zei­gen kei­ne plau­si­ble, lang­fris­ti­ge oder ambi­tio­nier­te Sanie­rungs­stra­te­gie. Dies äußert sich in der ange­wen­de­ten Metho­dik, die oft nicht ver­stan­den wur­de oder man­gel­haft ist. Bei­spiels­wei­se ist ein zen­tra­les Prin­zip des SFP, Maß­nah­men­pa­ke­te zu ent­wi­ckeln, die an den Nut­zer ange­passt sind. Nur 26 % der nicht geför­der­ten SFP berück­sich­ti­gen die indi­vi­du­el­le Situa­ti­on des Bera­tungs­emp­fän­gers. Auf Sei­ten der SFP-Aus­stel­ler besteht daher Hand­lungs- und Ver­bes­se­rungs­be­darf. Durch Qua­li­täts­si­che­rungs­maß­nah­men, Schu­lun­gen und Soft­ware­an­pas­sun­gen kann die Metho­dik der SFP-VO den SFP-Aus­stel­lern ver­deut­licht wer­den, sodass lang­fris­ti­ge und ambi­tio­nier­te Sanie­rungs­stra­te­gien ent­wi­ckelt wer­den, deren Bera­tung das Ziel eines nahe­zu kli­ma­neu­tra­len Gebäu­des ist und den Bera­tungs­emp­fän­ger per­sön­lich zur Sanie­rung moti­viert. Die geför­der­ten und nicht geför­der­ten Wohn­ge­bäu­de-SFP für Wohn­ge­bäu­de unter­schei­den sich nur gering­fü­gig von­ein­an­der.
Die Qua­li­tät der Sanie­rungs­fahr­plä­ne für Nicht­wohn­ge­bäu­de ist eben­falls nicht zufrie­den­stel­lend. Unzu­rei­chen­de Berück­sich­ti­gung fan­den ins­be­son­de­re die Nut­zer­wün­sche, Ziel­vor­ga­ben und För­der­mög­lich­kei­ten. Zudem war die weit über­wie­gen­de Zahl der Berich­te nicht voll­stän­dig. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass die vom Minis­te­ri­um ver­öf­fent­lich­te „Check­lis­te zur Erstel­lung eines gebäu­de­in­di­vi­du­el­len Sanie­rungs­fahr­plans Baden-Würt­tem­berg – Nicht­wohn­ge­bäu­de –“ von den Aus­stel­lern nicht genutzt wur­den. Berich­te, die neben ekla­tan­ten hand­werk­li­chen Feh­lern hin­sicht­lich der ener­ge­ti­schen Bewer­tung sowie Dar­stel­lung der Kos­ten – sofern die­se über­haupt umfäng­lich ange­ge­ben wur­den -, den Grund­ge­dan­ken des Sanie­rungs­fahr­plans offen­sicht­lich nicht zum Aus­druck brin­gen, hel­fen dem Bera­tungs­emp­fän­ger lei­der nicht bei sei­ner Ent­schei­dung, wie ein Gebäu­de Teil des kli­ma­neu­tra­len Gebäu­de­be­stands wer­den kann.
Der Ein­druck drängt sich auf, dass die über­wie­gen­de Anzahl der geprüf­ten Sanie­rungs­fahr­plä­ne für Nicht­wohn­ge­bäu­de eine ver­meint­lich bil­li­ge Opti­on zur Erfül­lung des EWär­meG dar­stel­len.
Der SFP als Erfül­lungs­op­ti­on soll­te bei­be­hal­ten wer­den, da er ein beson­ders nie­der­schwel­li­ges Instru­ment dar­stellt, um bis­her des­in­ter­es­sier­te Gebäu­de­ei­gen­tü­mer erst­mals mit einer Ener­gie­be­ra­tung zu errei­chen und somit ggf. zumin­dest mit­tel- bis lang­fris­tig eine Wir­kung in Form ver­stärk­ter Sanie­rungs­ak­ti­vi­tät ent­fal­tet. Die Ver­knüp­fung von Ord­nungs­recht mit einem Bera­tungs­in­stru­ment hat sich aus Sicht der Eva­lu­ie­rung bewährt.
Der SFP-NWG soll zukünf­tig nicht mehr als vol­le Erfül­lungs­op­ti­on anre­chen­bar sein, son­dern nur noch antei­lig, bei­spiels­wei­se ana­log wie bei Wohn­ge­bäu­den zu einem Drit­tel. Hier­für spre­chen einer­seits die Sym­me­trie mit den Anfor­de­run­gen an WG, aber auch die viel­fäl­ti­gen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Erfül­lungs­op­tio­nen auch in NWG – dies doku­men­tiert auch die Ana­ly­se des Erfül­lungs­mi­xes in Kapi­tel 3.2.2. Die voll­stän­di­ge Pflicht­er­fül­lung war ja u. a. ein­ge­führt wor­den, um die Aus­wir­kun­gen einer neu­en Erfül­lungs­pflicht für NWG im Jahr 2015 abzu­fe­dern.
Ins­be­son­de­re bei SFP für NWG ist eine erheb­li­che Qua­li­täts­of­fen­si­ve erfor­der­lich.
Hier­zu dient eine Wei­ter­ent­wick­lung der Schu­lung und Erstel­lung von Infor­ma­ti­ons­ma­te­ria­li­en, die u. a. fol­gen­de The­men­fel­der adres­sie­ren: Plau­si­ble Maß­nah­men­pa­ke­te ent­wi­ckeln und die­se in ein Lang­frist­kon­zept ein­bau­en; U‑Werte des Ist-Zustands und der Maß­nah­men ange­ben; stär­ke­re Berück­sich­ti­gung des Ist-Zustan­des und der indi­vi­du­el­len Situa­ti­on des Eigen­tü­mers; Begrün­dun­gen für Sanie­rungs­schrit­te kon­kre­ti­sie­ren.
Die Ein­füh­rung von Stich­pro­ben kann zu einer Qua­li­täts­si­che­rung füh­ren, erfor­dert aller­dings zusätz­li­che Per­so­nal­ka­pa­zi­tä­ten und Kom­pe­ten­zen bei den unte­ren Bau­rechts­be­hör­den, von ihnen beauf­trag­ten Drit­ten oder auch frei­wil­li­gen Selbst­kon­trol­len z. B. der Ener­gie­be­ra­ter­ver­bän­de. Die im Pro­jekt erar­bei­ten Prüf­tools kön­nen hier­für ver­wen­det wer­den.
Ver­öf­fent­li­chung von Mus­ter-Sanie­rungs­fahr­plä­nen für Nicht­wohn­ge­bäu­de;
Ver­öf­fent­li­chen der Arbeits­hil­fe zum SFP-NWG (Kapi­tel 14.9)
Anhe­bung der Anfor­de­rung an die Qua­li­fi­zie­rung für Nicht­wohn­ge­bäu­de-SFP im Umfang von min­des­tens 50 Unter­richts­ein­hei­ten – statt bis­her 16 UE – ana­log zum Bun­des-För­der­pro­gramm „Ener­gie­be­ra­tung für Nicht­wohn­ge­bäu­de von Kom­mu­nen und gemein­nüt­zi­gen Orga­ni­sa­tio­nen vom 24. Febru­ar 2017“. Ein Mus­ter-Cur­ri­cu­lum fin­det sich im Anhang (Kapi­tel 14.7.1). Wird die Aus­stel­lungs­be­rech­ti­gung über Refe­ren­zen nach­ge­wie­sen, ist die not­wen­di­ge Anzahl der Refe­ren­zen von eine auf drei Refe­ren­zen inner­halb der letz­ten zwei Jah­re zu erhö­hen.
Ver­pflich­tung des Ener­gie­be­ra­ters, dem Bera­tungs­emp­fän­ger die voll­stän­dig aus­ge­füll­te und unter­schrie­be­ne „Check­lis­te zur Erstel­lung eines gebäu­de­in­di­vi­du­el­len Sanie­rungs­fahr­plans Baden-Würt­tem­berg – Nicht­wohn­ge­bäu­de –“ gemein­sam mit dem Bericht aus­zu­hän­di­gen
Nach­dem das Land Baden-Würt­tem­berg mit der Ein­füh­rung und För­de­rung von SFP für WG bereits eine Vor­rei­ter­rol­le ein­ge­nom­men hat, wäre es nun denk­bar, auch SFP für NWG zu för­dern. Damit könn­te Baden-Würt­tem­berg wie­der eine Vor­rei­ter­rol­le ein­neh­men für die Kon­zep­ti­on von SFP für NWG auf Bun­des­ebe­ne. Eine Kom­bi­na­ti­on mit wei­te­ren För­der­mit­teln für die Bera­tung ist aus­drück­lich erwünscht.
1 Ver­ord­nung der Lan­des­re­gie­rung zum gebäu­de­in­di­vi­du­el­len ener­ge­ti­schen Sanie­rungs­fahr­plan Baden-Würt­tem­berg (Sanie­rungs­fahr­plan-Ver­ord­nung – SFP-VO) vom 28. Juli 2015.
2 Ver­wal­tungs­vor­schrift des Minis­te­ri­ums für Umwelt, Kli­ma und Ener­gie­wirt­schaft zur För­der­richt­li­nie Sanie­rungs­fahr­plan Baden-Würt­tem­berg (FöRL SFP) vom 6. Okto­ber 2015 – Az.: 6–4503.3–7 –
3 Es ist zu berück­sich­ti­gen, dass ver­pflich­te­te Gebäu­de­ei­gen­tü­mer die Nut­zungs­pflicht spä­tes­tens inner­halb von 18 Mona­ten nach Inbe­trieb­nah­me der neu­en Heiz­an­la­ge zu erfül­len und der zustän­di­gen Behör­de nach­zu­wei­sen haben. Zudem ver­zö­gert sich die Daten­ein­ga­be bei eini­gen uBRB (s.o.). Auf­grund die­ses Zeit­ver­zugs erfas­sen die hier dar­ge­stell­ten Pflicht­fäl­le, die in das IDEV-Daten­por­tal ein­ge­ge­ben wur­den, nicht alle Pflicht­fäl­le aus den ent­spre­chen­den Jah­ren.
4 In die­sen Absatz gehen auch Kom­men­ta­re aus offe­nen Ant­wor­ten der Schorn­stein­fe­ger­be­fra­gung (vgl. Kapi­tel 5.3) mit ein.
5 Bei die­ser Grup­pe wur­de mit gerin­ge­rer Bereit­schaft, den Fra­ge­bo­gen aus­zu­fül­len, gerech­net. Die Annah­me hat sich bewahr­hei­tet: 25 % der Ange­schrie­be­nen waren WEG-Ver­wal­ter, aber nur wenig mehr als 10 % der Ant­wor­ten­den.
6 Kon­takt­da­ten von Emp­fän­gern nicht geför­der­ter SFP waren nicht ver­füg­bar.
7 Kon­fi­denz­ni­veau 95 % bei einer Feh­ler­span­ne zwi­schen 4 % und 5 %
Vor­he­ri­ger Abschnitt: Nicht­wohn­ge­bäu­de Nächs­ter Abschnitt: Eva­lua­ti­on des SFP-För­der­pro­gramms

References: § 9
 § 9
 §22
 § 4
 § 3
 § 3