Source: https://www.kostenlose-urteile.de/BAG_5-AZR-2517_Uebergangsregelung-zum-Mindestlohn-fuer-Zeitungszusteller-verfassungsgemaess.news25834.htm
Timestamp: 2018-05-25 01:18:14+00:00

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Urteil > 5 AZR 25/17 | BAG - Übergangsregelung zum Mindestlohn für Zeitungszusteller verfassungsgemäß < kostenlose-urteile.de
Die Klägerin des zugrunde liegenden Verfahrens ist seit 2013 bei der Beklagten als Zeitungszustellerin beschäftigt. Sie arbeitet mehr als zwei Stunden ausschließlich zur Nachtzeit und stellt die Zeitungen bis spätestens 6 Uhr morgens zu. Arbeitsvertraglich vereinbart sind eine Vergütung auf Stücklohnbasis und ein Nachtarbeitszuschlag von 25 % auf den Stücklohn. Tatsächlich zahlte die Beklagte seit dem 1. Januar 2015 den geminderten Mindestlohn nach § 24 Abs. 2 MiLoG*. Die Klägerin machte geltend, dass § 24 Abs. 2 MiLoG gegen den Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG verstoße und deshalb unwirksam sei. Mit ihrer Klage verlangte sie für den Zeitraum Januar 2015 bis April 2016 die Differenz zum vollen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Stunde (§ 1 Abs. 2 Satz 1 MiLoG) und einen höheren Nachtarbeitszuschlag verlangt. Dieser müsse nach § 6 Abs. 5 ArbZG** auf der Basis des gesetzlichen Mindestlohns berechnet werden und wegen Dauernachtarbeit 30 % betragen.
Das Arbeitsgericht wies die Klage im Wesentlichen ab. Das Landesarbeitsgericht nahm an, dass § 24 Abs. 2 MiLoG nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG verstoße, so dass die Klägerin in den streitgegenständlichen Jahren 2015 und 2016 nur den geminderten Mindestlohn von 6,38 Euro brutto (2015) bzw. 7,23 Euro brutto (2016) beanspruchen konnte. Darauf sei für Nachtarbeit ein Zuschlag von 25 % zu zahlen. Es sprach der Klägerin insgesamt 236,24 Euro brutto nebst Zinsen als weiteren Nachtarbeitszuschlag zu und wies die Klage im Übrigen ab. Dagegen legten beide Parteien Revision ein.
BAG bejaht Anspruch auf Zuschlag von 30 % für Dauernachtarbeit und weist Revision im Übrigen zurück
Die Revision der Beklagten, die einen Nachtarbeitszuschlag von 10 % auf den Mindestlohn für Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller für angemessen hält, war vor dem Bundesarbeitsgericht erfolglos. Denn die Klägerin habe auf der Grundlage des § 6 Abs. 5 ArbZG wegen ihrer Dauernachtarbeit Anspruch auf einen Zuschlag von 30 % des ihr zustehenden Bruttoarbeitsentgelts. Insoweit war die Revision der Klägerin erfolgreich. Im Übrigen wies das Bundesarbeitsgericht jedoch die Revision der Klägerin zurück. Diese habe im Streitzeitraum nur Anspruch auf den abgesenkten Mindestlohn. § 24 Abs. 2 MiLoG verstoße nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG. Der Gesetzgeber habe die ihm bei zeitlich begrenzten Übergangsvorschriften vom Bundesverfassungsgericht eingeräumte besondere Gestaltungsfreiheit mit der auf drei Jahre begrenzten Sonderregelung des Mindestlohns für Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller nicht überschritten.
* - § 24 Abs. 2 MiLoG lautet:
** - § 6 Abs. 5 ArbZG lautet:
Landesarbeitsgericht Bremen, Urteil vom 07.12.2016
[Aktenzeichen: 3 Sa 43/16]
(Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.09.2017
[Aktenzeichen: 10 AZR 171/16])
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Dokument-Nr. 25834
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Mario. R schrieb am 26.04.2018
Gilt dieses Urteil was den Teil der Nachtzulage betrifft auf alle Zusteller zu oder nur für die Klägerin?

References: § 24
 § 24
 Art. 3
 § 6
 § 24
 Art. 3
 § 6
 § 24
 Art. 3
 § 24
 § 6