Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=10.06.2008&Aktenzeichen=13%20A%201779/06
Timestamp: 2018-10-21 07:17:38+00:00

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OVG Nordrhein-Westfalen, 10.06.2008 - 13 A 1779/06 - dejure.org
RettG NRW § 13; RettG NRW § 18
Anspruch auf Erteilung einer Genehmigung zum qualifizierten Krankentransport mit drei Krankentransportwagen und einem Rettungswagen; Voraussetzung der Anwendbarkeit des § 19 Abs. 4 Rettungsgesetz NRW (RettG,NW); Überschreiten einer "Verträglichkeitsgrenze" als Voraussetzung der Beeinträchtigung des öffentlichen Interesses an einem funktionsfähigen Rettungsdienst; Annahme ernstlicher und schwerwiegender Nachteile bei Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung mit Leistungen im Rettungsdienst und Krankentransport; Entscheidung über die Zulassung privater Unternehmer zur Notfallrettung und zum Krankentransport als eingeschränkt überprüfbare Prognoseentscheidung; Beurteilung der Funktionsschutzklausel des § 19 Abs. 4 RettG,NW im Hinblick auf das Grundrecht der Berufsfreiheit
VG Düsseldorf - 7 K 403/04
BVerwG, 07.10.2008 - 3 B 99.08
DVBl 2008, 1139 (Ls.)
vgl. BVerwG, Beschluss vom 7. Oktober 2008 - 3 B 99.08 -, juris, Rn. 5; OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, www.nrwe.de, Rn. 80, 85, 94; VG Münster, Urteil vom 12. Dezember 2012 - 7 K 2441/11 -.
Der Beklagte hat die im Rahmen des § 19 Abs. 4 RettG NRW relevanten Daten ausgewertet und zu Recht darauf verwiesen, dass der öffentliche Krankentransport und der Rettungsdienst ausweislich der Bedienzeiten funktionsfähig sind im Sinne des Bedarfsplans des Beklagten für den Rettungsdienst, vgl. auch OVG NRW, Urteile vom 7. März 2007 - 13 A 1300/04 -, www.nrwe.de, Rn. 59 bis 61, und vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 105 bis 107, und dass nicht nur im Jahr 2012 im Krankentransportwesen des Beklagten ein Defizit von über 220.000 Euro entstanden ist bei einem Kostendeckungsgrad von nur 76, 6 %, sondern dass auch bei Betrieb eines KTW in dem vom Kläger beantragten räumlichen und zeitlichen Umfang die Gebühreneinnahmen des Beklagten in Zukunft wahrscheinlich in einem so relevanten Maße sinken würden, dass auch bei Stilllegung des 5., halbtags betriebenen KTW ein erhebliches Defizit entstehen würde, so dass die seit 2010 merklich erhöhten Gebühren für den Krankentransport erneut deutlich angehoben werden müssten.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 32 bis 34.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 52 bis 55.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 74 f.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 92.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 92, Der Beklagte hat aufgezeigt, dass durch die Stilllegung des vormittags eingesetzten KTW «E. 2» Kosteneinsparungen nur in Höhe von ungefähr 50.000 Euro möglich wären.
Eine ungünstige Kosten- und Ertragslage ist für sich gesehen zwar kein Versagungsgrund, sondern nur ein Indiz der Verträglichkeitsprüfung, vgl. auch OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 71, 127.
OVG Nordrhein-Westfalen, 03.03.2016 - 13 A 180/13
Feststellung über das Nichteingreifen der Funktionsschutzklausel durch das …
vgl. OVG NRW, Urteile vom 16. September 2008 - 13 A 2763/06 -, juris, Rn. 38 f.; vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, juris, Rn. 31 m. w. N., und vom 7. März 2007 - 13 A 3700/04 -, juris, Rn. 43f.
vgl. OVG NRW, Urteile vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 - juris, Rn. 37 ff., vom 7. März 2007 - 13 A 3700/04 -, juris, Rn. 48 ff. m. w. N; Beschluss vom 22. September 2010 - 13 A 1047/10 -, juris, Rn. 24 f.; BVerwG, Beschluss vom 6. März 2009 - 3 B 118/08 -, juris, Rn. 3; Urteil vom 17. Juni 1999 - 3 C 20.98 -, juris, Rn. 35 ff.
OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, juris, Rn. 56 ff., m. w. N.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, juris, Rn. 69.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, juris, Rn. 72.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, juris, Rn.79 ff.
Zur Begründung hat sie auf die Rechtsprechung des erkennenden Senats (Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, juris, Rn. 90) verwiesen.
Allenfalls dann, wenn ein Sachverhalt vorliegt, der keinen Raum für die der Behördenentscheidung zu Grunde liegende Prognose lässt, käme eine Verpflichtung zur Genehmigungserteilung in Betracht, vgl. BVerwG, Beschluss vom 7. Oktober 2008 - 3 B 99.08 -, juris, Rn. 5; OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, www.nrwe.de, Rn. 80, 85, 94.
Der bei der Beklagten gestellte und von dieser auch beschiedene Antrag des Klägers erfüllt die Voraussetzungen des § 20 Abs. 1 RettG NRW, vgl. auch OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 36.
Entscheidungserheblicher Zeitpunkt für das Verpflichtungsbegehren des Klägers ist der Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung, vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 32 bis 34.
Zwar ist diese Entscheidung wegen des gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbaren Prognosespielraums der Beklagten nur darauf zu überprüfen, ob diese den maßgebenden Sachverhalt vollständig ermittelt, die maßgeblichen Gesichtspunkte erkannt und den möglichen Verlauf der Entwicklung vertretbar, also nicht offensichtlich fehlerhaft, eingeschätzt hat, vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 74 f.
Ein Zugrundelegen der Dauer der Einsätze, wie es § 19 Abs. 4 Satz 3 RettG NRW ebenso gebietet, vgl. auch OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 71, ist aber nicht erfolgt, die durchschnittliche Einsatzdauer ist nicht einmal erwähnt.
Es ist nicht erkennbar, dass die Beklagte ihrer Prognose tatsächlich zu Grunde gelegt hat, dass eine Versagung der Genehmigung nur dann gerechtfertigt ist, wenn die zu befürchtenden Beeinträchtigungen des öffentlichen Rettungsdienstes ernstlich und schwerwiegend sind, also eine gewisse Verträglichkeitsgrenze überschritten ist, vgl. dazu OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 52 bis 55.
Insbesondere ist die von der Beklagten als wesentliche Begründung angeführte ungünstige Kosten- und Ertragslage für sich gesehen kein Versagungsgrund, sondern nur ein Indiz der Verträglichkeitsprüfung, vgl. auch OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a.a.O., Rn. 71, 127.
Der vom Verwaltungsgericht vorgenommenen relativierenden Gesamtbetrachtung sei nicht beizutreten, weil sie mit der insoweit übertragbaren Rechtsprechung des OVG Münster nicht vereinbar sei (vgl. OVG Münster, Urt. v. 07.03.2007 - 13 A 3700/04 - , Urt. v. 10.06.2008 - 13 A 1779/06 - ).
Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Sach- und Rechtslage bei der Erteilung einer Genehmigung nach § 10 Abs. 1 RDG ist der Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung vor dem Senat (…vgl. nur BVerwG, Urt. v. 15.04.1988 - Az. 7 C 94.86 -, BVerwGE 79, 208; OVG NRW, Urt. v. 10.06.2008 - 13 A 1779/06 m.w.N. -, vgl. auch BVerwG, Urt. v. 26.10.1995 - 3 C 10.94 - NJW 1996, 1608).
Diese Auslegung der Funktionsschutzklausel entspricht grundsätzlich dem Verständnis auch der anderen Obergerichte in den Ländern, in denen das sogenannte Trennungsmodell vorgesehen ist (vgl. Münster, Urt. v. 10.06.2008 - 13 A 1779/06 -, juris; OVG Lüneburg, Beschl. v. 17.02.2003 - 11 LA 323/02 -, juris;… OVG Saarlouis, Urt. v. 26.10.1999 - 2 R 12/98 -, juris;… OVG Mannheim, Urt. v. 22.10.1996 - 10 S 8/96 -, juris).
Wollte man entgegen der hier vertretenen Auffassung entscheidend darauf abstellen, ob die Erteilung einer Genehmigung in einem der beiden Bereiche zu einer Minderung der Gesamterlöse aus beiden Bereichen (Krankentransport und Notfallrettung) führt, wäre es privaten Wettbewerben möglich, ihre Konkurrenzbestrebungen gezielt auf Betriebsbereiche zu richten, in denen ein leistungsstarkes, ertragreiches System der Notfallrettung besteht, in der Absicht, im Wege der Relativierung der negativen Auswirkungen ihrer Beteiligung für den Krankentransport eine Verträglichkeitsprüfung im Ergebnis faktisch zu umgehen (vgl. ausdrücklich zur Abwehr einer unerwünschten "Rosinenpickerei" OVG Münster, Urt. v. 10.06.2008 - 13 A 1779/06 -, juris).
Zur alten Rechtslage in Nordrhein-Westfalen hat das OVG NRW (Urt. v. 10.06.2008 - 13 A 1779/06 -, DVBl. 2008, 1139) allerdings die Auffassung vertreten, wegen der nach § 6 RettG NRW a.F. zwingend obliegenden Verpflichtung zur Vorhaltung eines bedarfs- und flächengerechten öffentlichen Rettungsdienstes dürften bestehende Bedarfslücken gerade nicht durch private Unternehmer aufgefangen werden.
vgl. OVG NRW, Urteile vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, juris, und vom 7. März 2007 - 13 A 3700/04 -, DVBl. 2007, 1503.
Der Senat hat zu dieser Vorschrift in seinem Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 - (juris) Folgendes ausgeführt:.
1995, 26, und vom 8. Juli 2004 - 13 B 1790/03 - , juris; zu den Anforderungen an einen bedarfsgerechten öffentlichen Krankentransport im Allgemeinen OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008, a.a.O..
vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008, a.a.O..
OVG Nordrhein-Westfalen, 22.09.2010 - 13 A 3070/08
Der Senat hat in seiner Entscheidung vgl. Urteil vom 10. Juni 2008 13 A 1779/06 -, juris - , nachgehend BVerwG, Beschluss vom.
In der Entscheidung vom 10. Juni 2008 13 A 1779/06 hat der Senat diese Frage dahingehend beantwortet, dass bei der Erteilung einer Genehmigung für den Krankentransportwagen auch Auswirkungen auf den Bereich der Notfallrettung in den Blick zu nehmen seien und dies umgekehrt ebenfalls gelte, und zur Begründung ausführt, die Aufgaben des Rettungsdienstes und Krankentransports bildeten nach § 6 Abs. 1 Satz 2 RettGNRW rechtlich eine medizinisch-organisatorische Einheit und zudem bestünden vielfach faktische Abhängigkeiten (Querfinanzierungen, Nutzung von Rationalisierungseffekten).
Denn wo diese Grenze zu ziehen ist, beurteilt sich nach der bereits zitierten Entscheidung vom 10. Juni 2008 13 A 1779/06 - allein nach den Umständen des Einzelfalls, die hier - wie vom Verwaltungsgericht zutreffend ausgeführt - die Annahme begründen, im Falle der Erteilung der Genehmigung an die Klägerin seien ernstliche und schwerwiegende Beeinträchtigungen des öffentlichen Interesses an einem funktionsfähigen Rettungsdienst zu erwarten, die Grenze der Verträglichkeit sei also überschritten.
vgl. Urteil vom 16. September 2008 13 A 1557/06 -, juris nachgehend BVerwG, Beschluss vom 6. März 2009 - 3 B 118.08 -, juris und Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, a. a. O.
Urteil vom 10. Juni 2008, 13 A 1779/06, (JURIS).
Das OVG hat in seiner neueren Rechtsprechung, vgl. Urteile vom 7. März 2007 a.a.O. und vom 10. Juni 2008, 13 A 1779/06 , JURIS, der die Kammer sich angeschlossen hat, vielmehr die Auffassung entwickelt, dass ein noch nicht voll funktionsfähiger Rettungsdienst durch § 19 Abs. 4 RettG NRW gleichfalls vor privater Konkurrenz geschützt sein könne.
vgl. Urteil vom 10. Juni 2008 a.a.O..
vgl. OVG NRW, Urteile vom 10. Juni 2008, 13 A 1779/06 und vom 16. September 2008, 13 A 1557/06, jeweils JURIS.
Das OVG NRW hat zu dieser Regelung in seinem Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 - (juris) Folgendes ausgeführt (Unterstreichungen stammen vom hier erkennenden Gericht):.
vgl. Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW), Urteile vom 16. September 2008 - 13 A 2763/06 -, www.nrwe.de, vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, juris, und vom 7. März 2007 - 13 A 3700/04 -, DVBl. 2007, 1503.
Insoweit handelt es sich vor Allem um die oben im Wortlaut wiedergegebenen Grundsätze, die sich aus dem Urteil des OVG NRW vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 - (juris) ergeben und die sich das erkennende Gericht zu eigen gemacht hat.
vgl. BVerwG, Beschluss vom 7. Oktober 2008 - 3 B 99.08 -, juris; OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, juris.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, juris.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Juni 2008 - 13 A 1779/06 -, juris; Prütting, Rettungsgesetz NRW, 3. Auflage 2001, § 6 S. 72.
VG Gelsenkirchen, 17.11.2010 - 7 K 5057/09
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Klage gegen Abbau von Kalkstein in Warstein bleibt ohne Erfolg
VG Gelsenkirchen, 17.11.2010 - 7 K 2678/10
Drittanfechtung, Genehmigung, Krankentransportwagen, Konkurrentenklage, …
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VG Gelsenkirchen, 19.05.2009 - 7 L 1520/08
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References: § 13
 § 18
 § 19
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 § 20
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 § 10
 § 6
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