Source: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsvertrag_Allgemeine-Geschaeftsbedingungen_AGB_Nebentaetigkeitsverbot.html
Timestamp: 2017-03-29 09:07:46+00:00

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Au­ßer­dem in­for­mie­ren wir Sie hier, wel­che Vor­aus­set­zun­gen zur Wirk­sam­keit ei­nes Ne­ben­tä­tig­keits­ver­bots ge­ge­ben sein müs­sen und wann die­ses ei­ner In­halts­kon­trol­le nicht stand­hält und da­mit un­wirk­sam ist. von Rechts­an­walt Dr. Mar­tin Hen­sche, Fach­an­walt für Ar­beits­recht, Ber­lin
Wel­che For­men ar­beits­ver­trag­li­cher Ne­bentätig­keits­ver­bo­te gibt es? Wel­ches In­ter­es­se ha­ben Ar­beit­ge­ber dar­an, dass ih­re Ar­beit­neh­mer Ne­bentätig­kei­ten un­ter­las­sen? Wo­zu die­nen ar­beits­ver­trag­li­che Ne­bentätig­keits­ver­bo­te?
Sind Ne­bentätig­keits­ver­bo­te all­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) des Ar­beit­ge­bers?
Wann sind Ne­bentätig­keits­ver­bo­te un­wirk­sam?
Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Ar­beits­ver­trag und all­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) - Ne­bentätig­keits­ver­bot?
Wel­che For­men ar­beits­ver­trag­li­cher Ne­bentätig­keits­ver­bo­te gibt es? Ver­trag­li­che Ne­bentätig­keits­ver­bo­te be­schränken die Frei­heit des Ar­beit­neh­mers zur Ausübung ei­ner Ne­bentätig­keit in ver­schie­de­nem Maße. Die härtes­te Be­schränkung ver­bie­tet sämt­li­che Ne­bentätig­kei­ten. Ei­ne sol­che Klau­sel könn­te z.B. so lau­ten
Wel­ches In­ter­es­se ha­ben Ar­beit­ge­ber dar­an, dass ih­re Ar­beit­neh­mer Ne­bentätig­kei­ten un­ter­las­sen? Ar­beit­ge­ber wol­len sich mit Hil­fe von ar­beits­ver­trag­li­chen Ne­bentätig­keits­ver­bo­ten da­vor ab­si­chern, dass der Ar­beit­neh­mer durch an­stren­gen­de und/oder zeit­rau­ben­de Ne­ben­beschäfti­gun­gen sei­ne ar­beits­ver­trag­li­chen Pflich­ten ver­nachlässigt. Ne­bentätig­kei­ten des Ar­beit­neh­mers können dem Ar­beit­ge­ber aber auch recht­li­che Pro­ble­me be­sche­ren, bei­spiels­wei­se dann, wenn die Ar­beits­zei­ten ei­nes Ne­ben­ar­beits­verhält­nis­ses zu­sam­men mit den Ar­beits­zei­ten des Haupt­ar­beits­verhält­nis­ses die zulässi­gen Höchst­gren­zen nach dem Ar­beits­zeit­ge­setz über­schrei­ten, die im All­ge­mei­nen bei acht St­un­den pro Ar­beits­tag und bei 48 St­un­den pro Wo­che (Mon­tag bis Sams­tag) lie­gen. Recht­li­che Schwie­rig­kei­ten kann der Ar­beit­ge­ber auch be­kom­men, wenn er ei­nen Mi­ni­job­ber beschäftigt, der zusätz­lich ei­nen wei­te­ren Mi­ni­job ausübt (was ver­bo­ten ist, da man nur ei­nen Mi­ni­job ausüben darf).
Wei­ter­hin können Ar­beit­neh­mer mit Ne­bentätig­kei­ten ge­gen ih­re ge­setz­li­che Pflicht ver­s­toßen, ih­rem Ar­beit­ge­ber während der Dau­er des Ar­beits­verhält­nis­ses kei­ne Kon­kur­renz zu ma­chen. Sch­ließlich be­steht aus Ar­beit­ge­ber­sicht die Ge­fahr, dass Ar­beit­neh­mer in lei­ten­der Stel­lung mit be­stimm­ten Ne­bentätig­kei­ten dem An­se­hen des Ar­beit­ge­bers, sei­nem „Image“, scha­den. Wo­zu die­nen ar­beits­ver­trag­li­che Ne­bentätig­keits­ver­bo­te? Die oben auf­gezähl­ten, vom An­satz her be­rech­tig­ten In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers dar­an, dass ih­re Ar­beit­neh­mer be­stimm­te Ne­bentätig­kei­ten un­ter­las­sen, sind auch oh­ne aus­drück­li­che ar­beits­ver­trag­li­che Ne­bentätig­keits­ver­bo­te weit­ge­hend geschützt. So ist es bei­spiels­wei­se Ar­beit­neh­mern ver­bo­ten, oh­ne Ein­wil­li­gung ih­res Ar­beit­ge­bers in des­sen Geschäfts­zweig Geschäfte zu ma­chen. Die­ses Ver­bot folgt für kaufmänni­sche An­ge­stell­te aus § 60 Han­dels­ge­setz­buch (HGB) und für al­le an­de­ren Ar­beit­neh­mer aus dem Prin­zip von Treu und Glau­ben (§ 242 Bürger­li­ches Ge­setz­buch - BGB). Nähe­re In­for­ma­tio­nen hier­zu fin­den Sie un­ter Hand­buch Ar­beits­recht: Wett­be­werbs­ver­bot.
Vor die­sem Hin­ter­grund ver­fol­gen die meis­ten ar­beits­ver­trag­li­chen Ne­bentätig­keits­ver­bo­te zwei Zie­le: Zum ei­nen sol­len die Ver­bo­te, die der Ar­beit­neh­mer bei Ne­bentätig­kei­ten oh­ne­hin schon auf­grund ge­setz­li­cher Re­ge­lun­gen oder auf­grund der Recht­spre­chung der Ar­beits­ge­rich­te be­ach­ten muss, in­halt­lich aus­ge­wei­tet wer­den. Ei­ne sol­che ver­trag­li­che Aus­wei­tung der den Ar­beit­neh­mer tref­fen­den Ne­bentätig­keits­ver­bo­te ist zwar nur in en­gen Gren­zen möglich, da Ne­bentätig­kei­ten des Ar­beit­neh­mers durch sei­ne im Grund­ge­setz (GG) ab­ge­si­cher­te Be­rufs­frei­heit (Art.12 GG) geschützt sind, doch be­steht hier im­mer­hin noch ein be­stimm­ter, vom Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) an­er­kann­ter Re­ge­lungs­spiel­raum für die ar­beits­ver­trag­li­che Ge­stal­tung.
Sind Ne­bentätig­keits­ver­bo­te all­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) des Ar­beit­ge­bers? All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) sind gemäß § 305 Abs.1 Bürger­li­ches Ge­setz­buch (BGB):
die ei­ne Ver­trags­par­tei, der AGB-Ver­wen­der, der an­de­ren Ver­trags­par­tei bei Ab­schluss ei­nes Ver­trags stellt. Wie an die­ser ge­setz­li­chen De­fi­ni­ti­on deut­lich wird, geht es beim The­ma AGB um das „Klein­ge­druck­te“ ei­nes Ver­trags. Auch in Ar­beits­verträgen kom­men AGB oft vor, wo­bei der Ar­beit­ge­ber die AGB in sei­nem In­ter­es­se ent­wirft und dem Ar­beit­neh­mer zur An­nah­me stellt. Ver­trags­be­stim­mun­gen sind kei­ne AGB, wenn sie in­di­vi­du­ell aus­ge­han­delt sind, was bei Ar­beits­verträgen meist nur bei Haupt­leis­tungs­pflich­ten wie z.B. dem Ar­beits­lohn oder der wöchent­li­chen Ar­beits­zeit der Fall ist - wenn über­haupt, da auch die Ar­beits­zeit und Be­zah­lung oft­mals ein­sei­tig und for­mu­lar­ver­trag­lich vom Ar­beit­ge­ber vor­ge­ge­ben wer­den. Nähe­re In­for­ma­tio­nen da­zu fin­den Sie un­ter Hand­buch Ar­beits­recht: Ar­beits­ver­trag und all­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB).
Ne­bentätig­keits­ver­bo­te sind prak­tisch im­mer AGB. Sie be­tref­fen we­der Haupt­pflich­ten des Ar­beit­ge­bers noch Haupt­pflich­ten des Ar­beit­neh­mers, son­dern al­lein die Ne­ben­pflicht des Ar­beit­neh­mers zum Un­ter­las­sen von Ne­bentätig­kei­ten. Da­her wer­den die meis­ten Ar­beit­neh­mer sie bei Ver­trags­schluss nicht wirk­lich be­ach­ten, son­dern als Teil des vom Ar­beit­ge­ber ge­stell­ten Klau­sel­wer­kes ak­zep­tie­ren, d.h. kon­kre­te Ver­hand­lun­gen über den In­halt von ar­beits­ver­trag­li­chen Ne­bentätig­keits­ver­bo­ten gibt es - von Aus­nah­mefällen ab­ge­se­hen - nicht. Als AGB müssen Ne­bentätig­keits­ver­bo­te ins­be­son­de­re fol­gen­de An­for­de­run­gen erfüllen:
Sie dürfen nicht an ver­steck­ter Stel­le in den Ver­trag hin­ein­ge­mo­gelt wer­den (sonst sind sie als „über­ra­schen­de Klau­seln“ zu be­wer­ten und wer­den nicht Ver­trags­be­stand­teil, § 305c Abs.1 BGB). Am bes­ten wer­den Ne­bentätig­keits­ver­bo­te un­ter ei­ner Über­schrift wie z.B. „Ne­bentätig­keit“ in den Ver­trag auf­ge­nom­men. Ne­bentätig­keits­ver­bo­te müssen für ei­nen „durch­schnitt­li­chen“ Ar­beit­neh­mer klar und verständ­lich sein (sonst sind sie nicht „trans­pa­rent“ und ha­ben aus die­sem Grund kei­ne Gel­tung, § 307 Abs.1 Satz 2 BGB).
Wann sind Ne­bentätig­keits­ver­bo­te un­wirk­sam? Wie oben erwähnt ver­bie­tet das Ge­set­zes­recht zu­sam­men mit un­ge­schrie­be­nen ar­beits­recht­li­chen Re­geln Ne­bentätig­kei­ten nicht all­ge­mein, son­dern im Er­geb­nis nur dann, wenn über­wie­gen­de und be­rech­tig­te Ar­beit­ge­ber­in­ter­es­sen ei­ner Ne­bentätig­keit ent­ge­gen­ste­hen. So­weit sie Ne­bentätig­kei­ten da­nach er­laubt sind, sind sie so­gar grund­ge­setz­lich geschützt, nämlich durch die Be­rufs­frei­heit des Ar­beit­neh­mers (Art.12 GG). Vor die­sem Hin­ter­grund sind ar­beits­ver­trag­li­che Aus­wei­tun­gen der Ne­bentätig­keits­ver­bo­te, die Ar­beit­neh­mer oh­ne­hin (d.h. oh­ne ver­trag­li­che Re­ge­lung) be­ach­ten müssen, durch AGB nur in en­gen Gren­zen möglich. So erklärt § 307 Abs.1 Satz 1 BGB vom Ar­beit­ge­ber ge­stell­te AGB für un­wirk­sam, wenn sie den Ar­beit­neh­mer „ent­ge­gen den Ge­bo­ten von Treu und Glau­ben“ in ei­ner „un­an­ge­mes­se­nen“ Wei­se be­nach­tei­li­gen. Das bei den oben ge­nann­ten Klau­seln (1) und (2) der Fall, die dem Ar­beit­neh­mer aus­nahms­los jeg­li­che Ne­bentätig­keit un­ter­sa­gen. Ei­ne so weit­ge­hen­de Ein­schränkung der Be­rufs­frei­heit des Ar­beit­neh­mers ist sach­lich nicht ge­recht­fer­tigt. Mit ei­ner sol­chen Klau­sel ver­sucht der Ar­beit­ge­ber, sei­ne In­ter­es­sen ein­sei­tig bzw. oh­ne Rück­sicht auf die In­ter­es­sen des Ar­beit­neh­mers durch­zu­set­zen.
Sind Ne­bentätig­keits­klau­seln un­wirk­sam, fällt der Ar­beit­ge­ber nicht tief, da dann die oh­ne jeg­li­che Ver­trags­re­ge­lung gel­ten­den ge­setz­li­chen und richter­recht­li­chen Re­ge­lun­gen zum The­ma Ne­bentätig­keit zur Gel­tung kom­men. Die­se Re­ge­lun­gen bringt die obi­ge Klau­sel (3) ganz gut zum Aus­druck. Sie ist da­her zwei­fel­los recht­lich zulässig, aber nur „de­kla­ra­to­risch“; d.h. sie gibt den Rechts­zu­stand wie­der, der oh­ne­hin bzw. oh­ne ver­trag­li­che Re­ge­lung gilt. Da­mit ist die Klau­sel zwar recht­lich in Ord­nung, aber witz­los. Ne­bentätig­keits­klau­sel (4) ist in all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen un­wirk­sam, da sie für ei­nen „durch­schnitt­li­chen“ Ar­beit­neh­mer nicht klar und verständ­lich ist. Das müssen AGB-Klau­seln aber gemäß § 307 Abs.1 Satz 2 BGB sein, d.h. sie müssen „trans­pa­rent“ sein. An­dern­falls sind sie un­wirk­sam. Die In­trans­pa­renz von Klau­sel (4) folgt dar­aus, dass sie ei­nen ganz we­sent­li­chen, auf­grund der Be­rufs­frei­heit des Ar­beit­neh­mers un­ver­zicht­ba­ren Zu­satz nicht enthält, nämlich die klar­stel­len­de Ergänzung, dass der Ar­beit­ge­ber zur Ge­neh­mi­gung ei­ner vom Ar­beit­neh­mer an­ge­streb­ten Ne­bentätig­keit ver­pflich­tet ist, wenn die Ne­bentätig­keit den be­rech­tig­ten In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers nicht oder nur un­we­sent­lich zu­wi­der läuft. Die­sen not­wen­di­gen Zu­satz enthält Klau­sel (5), die da­her wirk­sam ist. Ar­beits­recht­lich noch „schöner“ wäre sie, wenn sie den Ar­beit­neh­mer da­vor schützen würde, dass der Ar­beit­ge­ber ei­nen An­trag auf Ne­bentätig­keits­ge­neh­mi­gung all­zu lan­ge un­be­ar­bei­tet vor sich her­schiebt. Mit ei­nem sol­chen Zu­satz könn­te Klau­sel (5) idea­ler­wei­se lau­ten:
Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Ar­beits­ver­trag und all­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) - Ne­bentätig­keits­ver­bot? Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Ar­beits­ver­trag und all­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) - Ne­bentätig­keits­ver­bot in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:
Was können wir für Sie tun? Wenn Sie vor der Ent­schei­dung ste­hen, ne­ben Ih­rem Haupt­ar­beits­ver­trag ei­ne wei­te­re Tä­tig­keit auf­zu­neh­men oder wenn es zwi­schen Ih­nen und Ih­rem (Haup-)Ar­beit­ge­ber Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten dar­über gibt, ob die von Ih­nen in Aus­sicht ge­nom­me­ne oder be­reits aus­ge­üb­te Ne­ben­tä­tig­keit zu­läs­sig wä­re bzw. ist, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne. Um das Ver­hand­lungs­kli­ma vor ei­ner - oft mög­li­chen - güt­li­chen Ei­ni­gung nicht un­nö­tig zu be­las­ten, tre­ten wir in sol­chen Fäl­len in al­ler Re­gel nicht nach au­ßen in Er­schei­nung. Für ei­ne mög­lichst ra­sche und ef­fek­ti­ve Be­ra­tung be­nö­ti­gen wir fol­gen­de Un­ter­la­gen: Ar­beits­ver­trag / Ge­schäfts­füh­rer­an­stel­lungs­ver­trag Ge­halts­ab­rech­nun­gen Kor­re­spon­denz über die ge­plan­te / aus­ge­üb­te Ne­ben­tä­tig­keit (falls vor­han­den)
Bewertung: Ar­beits­ver­trag und all­ge­mei­ne Ge­schäfts­be­din­gun­gen (AGB) - Ne­ben­tä­tig­keits­ver­bot

References: § 60
 § 305
 § 305
 § 307
 § 307
 § 307