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Timestamp: 2018-06-22 14:14:03+00:00

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ALG I oder was steht mir zu? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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Post #872300 (1)
ALG I oder was steht mir zu?
Also ich bin seit 24.02.2010 krank geschrieben.
Seit 23.04.2010 erhalte ich Krankengeld.
Ich habe ausgerechnet das die 78 Wochen Krankengeld bis in den Oktober gehen.
Aber gestern habe ich ein Einschreiben der Krankenkasse bekommen dass mir nur noch bis 23.08.2011 Krankengeld zusteht. Ich soll mich umgehend beim Arbeitsamt melden.
Am letzten Donnerstag war ich zur Untersuchung bei einem Gutachter wg. Antrag auf Erwerbsminderungsrente, das Urteil steht noch aus.
Versteht jemand warum das Krankengeld nur noch bis zum 23.08.2011 genehmigt wird?
Was würde mir zustehen wenn ich zum Arbeitsamt gehe, ALG I oder II oder Hartz4?
Ich war vorher jahrelang arbeiten.
Ich bin ja nicht arbeitsfähig so kann ich mich ja nicht suchend melden und würde dann Hartz4 bekommen oder?
Ich war schon wochenlang fix und fertig wg. dem Gutachtertermin und war erstmal froh den hinter mir zu haben und schon kommt das nächste. Mich macht so was fix und alle, konnte heute Nacht ewig nicht einschlafen und bin total neben mir. Ich habe soviel Angst was da noch auf mich zukommt.
Freue mich über jede Antwort, schon mal Danke!
03.07.2011, 15:05 #2
AW: ALG I oder was steht mir zu?
Ich soll mich umgehend beim Arbeitsamt melden.
Das solltest du unbedingt tun, um keine Sperrzeit zu bekommen.
Wart mal, zu den anderen Fragen werden sicher auch noch Antworten kommen... da wissen andere besser Bescheid.
03.07.2011, 15:16 #3
Also von hier...
...bis hier...
dass mir nur noch bis 23.08.2011 Krankengeld zusteht.
...sind ca. 78 Wochen.
Die Zeit der Entgeltfortzahlung zählt da mit rein.
03.07.2011, 15:28 #4
Hallo emil 1959,
soll das heissen das die 6 Wochen Lohnfortzahlung die ja eigentlich der Arbeitgeber bezahlt hat, in diese 78 Wochen mit eingerechnet werden?
Es heisst doch immer Krankengeld von der Krankenkasse für 78 Wochen etc.......
03.07.2011, 15:49 #5
Was @emil1959 dir geschildert hat, ist schon richtig. Die Zeiten der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber werden in die 78 Wochen einbezogen. "Es heißt doch immer..." ist hier nicht maßgebend, sondern § 48 SGB V in Verbindung mit § 49 Abs. 1 Nr. 1 SGB V (Ruhen des Krankengeldanspruchs bei Lohnfortzahlung).
Wenn du einen Anspruch auf ALG erarbeitet hast, steht dir zunächst ALG aufgrund der Nahtlosigkeitsregelung in § 125 SGB III zu, auch wenn du krankgeschrieben bist, wenn das Krankengeld ausgelaufen ist. Melde dich bitte kurz vorher bei der Arbeitsagentur und beantrage ALG. Du gibst dort gleich an, daß du arbeitsunfähig erkrankt bist und dies voraussichtlich auch noch länger so bleiben wird. Sorge dafür, daß deine Krankschreibung ununterbrochen erfolgt, auch über das Wochenende. Zu deiner Arbeitsfähigkeit machst du dort bitte keine zahlenmäßigen Aussagen ("x Stunden täglich/wöchentlich"), sondern du gibst nur allgemein an, daß du der Arbeitsvermittlung im Rahmen deiner gesundheitlichen Möglichkeiten zur Verfügung stehst.
03.07.2011, 16:15 #6
Bedeutet, wenn du dich jetzt arbeitsuchend und am 24.08 arbeitslos meldest hast du Anspruch auf ALG I wenn du der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehst.
Die Höhe des ALG I richtet sich nach deinem versicherungspflichtigen Einkommen der letzten 12 Monate deiner Tätigkeit vor dem Bezug von Krankengeld und der zukünftig von dir zu leistenden möglichen Arbeitszeit.
Letztes monatliches Einkommen 2000 € bei 40 Std. pro Woche.
Kannst du dich für 40 Std vermitteln lassen, wird ALG I danach berechnet, für 30 Std. nach 1500 €, für 20 Std. nach 1000 €.
Bist du über den 23.08. hinaus weiterhin AU, dann weiß ich auch nicht weiter, glaube aber du mußt dann ALG II beantragen.
Ich hoffe mich verständlich ausgedrückt zu haben und wünsche dir alles Gute.
03.07.2011, 16:21 #7
also ich war im Nov.2009 aus dem Krankengeldbezug (78 Wochen) raus, war weiterhin arbeitsunfähig, bekam mein ALG I für die mir zustehende Zeit, danach dann ALG II, da ich bis zur Bewilligung der EM-Rente durchgehend arbeitsunfähig war.
03.07.2011, 16:31 #8
Dann warst du nach dem Krankengeldbezug bis zum Beginn der EM-Rente vermittelbar.
mit lückenloser arbeitsunfähigkeits-Meldung? sicher nicht.
03.07.2011, 16:42 #10
Wie schon erwähnt: § 125 SGB III. Die Nahtlosigkeitsregelung konstruiert eine fiktive Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt und damit einen Anspruch auf ALG, auch wenn man weiterhin arbeitsunfähig erkrankt ist.
03.07.2011, 22:25 #11
also etwas verunsichert bin ich schon....
Ich kann doch nicht sagen dass ich vermittelbar bin, wenn ich für Null-Stunden vermittelbar bin.
Ich bin krank, bin weiterhin krank und soll sagen "Sie können für mich 40 Std. vermitteln".
Wer glaubt mir denn das?
@ tanfi:
als du ALG I beantragt hast lief da schon der Antrag für die EM-Rente? Evtl. kannst du mir mal berichten was in der Zeit so ablief, was man alles über sich ergehen lassen muß?
Ich bin total fertig, hab nur noch Angst was da kommen wird und und und
03.07.2011, 22:33 #12
Der wichtige Punkt ist, daß du dich nicht konkret auf irgendeine Stundenzahl festlegst, sondern diese Feststellungen den medizinischen Gutachtern überläßt. Deswegen sinngemäß: "ich will arbeiten, soweit ich es aufgrund meines Gesundheitszustandes noch kann".
Es ist nicht deine Aufgabe, deine Einsatzfähigkeit unter medizinischen Gesichtspunkten zu beurteilen. Auf diese Weise hältst du dir alle Optionen offen.
Daß du arbeitsunfähig erkrankt bist, steht wegen der Nahtlosigkeitsregelung der Gewährung von ALG nicht entgegen. Du giltst fiktiv als für die Arbeitsvermittlung verfügbar.
03.07.2011, 22:44 #13
sorry wenn ich hier so frage, aber ich möchte mich wieder etwas sicherer fühlen, bin zur Zeit total aufgelöst.....
Muß ich davon ausgehen, dass ich ab dem Tag wo ich mich tatsächlich arbeitslos melde (im August) wohl zum Arzt des Arbeitsamtes muß?
oder kann mir das schon passieren wenn ich in den nächsten 3 Tagen mich melde um anzuzeigen dass ich ab 23. August "suche".
Dem Sachbearbeiter in den nächsten 3 Tagen sage ich dann:
Ich bin krank aber ich suche im Rahmen meiner Möglichkeiten...
Was ist wenn tatsächlich ein Job-Angebot kommt, was tue ich dann?
04.07.2011, 07:58 #14
Nicht unbedingt, da erstmal die Feststellung deiner Erwerbsminderung Sache der Gutachter der Rentenversicherung ist.
Du hast eigentlich keinen Anlaß und keine Verpflichtung, dich schon jetzt zu melden. Es liegt ja keine Kündigung eines Arbeitgebers vor.
Es wäre zunächst mal zu fragen, ob du bei Arbeitsunfähigkeit überhaupt zur Stellensuche verpflichtet bist. Dann wirst du weiterhin wegen deiner Krankheit gar nicht zu einem Vorstellungsgespräch reisen können. In einer Bewerbung wirst du der Ehrlichkeit halber den Arbeitgeber auf deine derzeitige und vermutlich fortbestehende Arbeitsunfähigkeit hinweisen, ebenso auf deinen laufenden Rentenantrag. Meinst du, daß dann noch jemand an deiner Mitarbeit interessiert ist? Das weiß natürlich auch die Arbeitsagentur.
Lies dir bitte durch, was du in diesem Forum (auch in der Unterabteilung "Gesundheit") zum Stichwort "Nahtlosigkeitsregelung" bzw. § 125 SGB III findest. Auch die allgemeine Internetsuche zu diesem Thema kann hilfreich sein.
04.07.2011, 08:26 #15
als ich ALG I beantragte, lief der Antrag auf EM-Rente schon und ich hab, bis auf die diversen Gutachter der Rentenversicherung, keinerlei Schikanen oder ähnliches erlebt. Weder beim ALG 1 noch beim ALG II, wobei ich sagen muss, daß ich einen Schwerbehindertenausweis habe und das Job-Center für Schwerbehinderte, zumindest hier in Hamburg, mit sehr kompetenten und in der Regel freundlichen Mitarbeitern besetzt ist.
Mach Dich nicht verrückt, lohnt sich nicht, ich habe mir angewöhnt, jeden Tag so zu nehmen wie er kommt, nicht an den nächsten zu denken.
08.07.2011, 03:22 #16
Du meldest dich NICHT "arbeitslos", sondern beantragst wegen der Aussteuerung aus dem Krankengeld das ALG I auf Basis des § 125 SGB III.
Mit der schriftlichen Information (Kopie machen!) deiner KK bist du verpflichtet dich in der Form zunächst mal bei der Arbeitsagentur zu melden.
Es spielt dabei KEINE Rolle, ob du noch einen Arbeitsplatz hast oder nicht, es geht aktuell um die fortbestehende Arbeitsunfähigkeit.
Also bitte auch die aktuelle AU-Bescheinigung (Kopie!) zur Vorlage mitnehmen, außerdem auch, auf den bereits laufenden EM-Renten-Antrag hinweisen.
Es ist richtig, dass du dich trotzdem "fiktiv" mit deinem "Restleistungsvermögen" der Vermittlung zur Verfügung stellen MUSST, sonst bekommst du kein Geld von der Arbeitsagentur.
Dieses "Restleistungsvermögen " wird dann durch den Amtsarzt der Agentur festgestellt, damit sind die inzwischen SEHR schnell, VOR Ende deiner Krankengeld-Leistung brauchst du dich aber auf Anweisungen der Agentur NICHT einzulassen.
Du bist KRANK und bekommst noch kein Geld von da, sondern von der KK
Du wirst trotzdem sehr bald jede Menge Schweigepflichtentbindungen und einen Gesundheitsfragebogen von der AfA bekommen, das dient der Vorbereitung dieser Untersuchung.
Die AfA ist da oft sehr rigoros und verlangt diese Unterlagen unterschrieben zurück mit der Behauptung, du würdest sonst kein Geld bekommen.
Das stimmt NICHT, denn diese Unterlagen auszufüllen /zu unterschreiben ist FREIWILLIG, das steht da auch drauf und man will dich dazu NUR "überreden", damit dann ein Gutachten nach "Aktenlage" gemacht wird.
Überlege dir gut ob das eine Variante für dich sein KANN, denn die AfA fordert meist NUR Unterlagen bei der DRV an und die sind selten positiv für die Antragsteller
Ich selber habe diese Unterlagen NICHT ausgefüllt und NUR eine Schweigepflichtentbindung für meine Hausärztin unterschrieben.
Dort wurde aber NIE was angefordert, ich wurde dann zum Arzt bestellt und habe dort selber noch passende Befunde mitgenommen zur Untersuchung.
Hatte sicher auch ein wenig Glück und eine sehr nette, gründliche und freundliche Amtsärztin, sie bescheinigte mir dann ein "Restleistungsvermögen", das eine Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt NICHT mehr zuläßt.
Mit diesem Ergebnis bekam ich dann 1,5 Jahre (altersbedingter Anspruch) mein ALGI jeden Monat pünktlich aufs Konto.
Die DRV hat meine EM-Rente allerdings bisher abgelehnt, ist der Meinung ich könne noch Vollzeit arbeiten, darum läuft jetzt die Klage am Sozialgericht.
Ich bin immer noch AU geschrieben (seit über 3 Jahren) und bin leider inzwischen auf H4 angewiesen.
Ich wünsche dir mehr Erfolg bei deiner Renten-Sache und bei der Arbeitsagentur möglichst wenig Stress, das kann ich dir leider nicht garantieren, denn die gehen mit den Ausgesteuerten inzwischen auch nicht mehr besonders sanft um.
In D sollte man besser nicht mehr krank werden, dann ist man nichts mehr wert und KEINER will mehr verantwortlich sein und zahlen schon gar nicht.
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