Source: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2014/01/asylzahlen_2013.html?nn=3314802
Timestamp: 2016-07-01 13:24:05+00:00

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BMI - Nachrichten - Anzahl der Asylbewerber im Jahr 2013: Höchster Stand seit 14 Jahren
Asyl und Flüchtlingsschutz Migration und Integration Pressemitteilung 10.01.2014 An­zahl der Asyl­be­wer­ber im Jahr 2013: Höchs­ter Stand seit 14 Jah­ren Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um etwa 64 Prozent.
Im Jahr 2013 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt 127.023 Asylanträge gestellt, 49.372 mehr als im Vorjahr. Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um etwa 64 Prozent. Darunter waren 109.580 Asylerstanträge, 45.041 mehr als im Jahr 2012 (+70 Prozent). Auch die Zahl der Asylfolgeanträge lag 2013 mit 17.443 um 4.331 höher als im Jahr 2012 (+33 Prozent). Die erneut deutliche Steigerung der Zahl der Asylbewerber basiert zum einen auf dem vermehrten Zugang aus fast allen der zehn Hauptherkunftsländer, hier insbesondere aus der Russischen Föderation, Syrien, Somalia, Eritrea sowie Serbien und Mazedonien. Darüber hinaus ist aber auch - noch stärker als in den Vorjahren - ein genereller Trend steigender Asylzahlen zu beobachten. Mehr als 40.000 Asylbewerber kamen im Jahr 2013 aus Regionen, die nicht zu den zehn Hauptherkunftsstaaten gehören. 2012 waren es noch weniger als 20.000.
Allein 37.000 aller Asylbewerber des Jahres 2013, darunter zu einem Drittel Folgeantragsteller, kamen aus einem Nachfolgestaat des ehemaligen Jugoslawien. Wie schon in den Vorjahren war vor allem die zweite Jahreshälfte 2013 von einem deutlichen Asylbewerberanstieg aus Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina geprägt. In aller Regel wurden diese Asylanträge abgelehnt oder die Asylverfahren eingestellt. Insgesamt 10.915 Personen erhielten im Jahr 2013 die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention (13,5 Prozent aller Asylbewerber). Zudem erhielten 9.213 Personen (11,4 Prozent) sogenannten "subsidiären Schutz" (Abschiebungsverbote gemäß § 60 Abs. 2, 3, 5 und 7 Aufenthaltsgesetz), darunter 5.795 Syrer.
Trotz der durch die gestiegenen Asylbewerberzahlen größer werdenden Herausforderungen wird Deutschland seinen humanitären Pflichten auch zukünftig in vollem Maße nachkommen. So wurde z.B. im Dezember 2013 entschieden, neben der derzeit laufenden Aufnahme von 5.000 Flüchtlingen weitere 5.000 besonders schutzbedürftige Syrer aus der Krisenregion in Deutschland aufzunehmen. Derzeit wird gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und den Bundesländern ein Verfahren erarbeitet, um die Aufnahme der Flüchtlinge zu beschleunigen. Ich werde zudem in der Europäischen Union dafür werben, dem deutschen Beispiel zu folgen und vermehrt syrischen Flüchtlingen Schutz durch Aufnahme zu gewähren. Asylrecht und Flüchtlingsschutz sind Auftrag des Grundgesetzes und Teil unserer internationalen Verantwortung, aber kein Instrument der Zuwanderungspolitik. Wir brauchen die Kraft zur Unterscheidung und Differenzierung, um die Bürgerinnen und Bürger noch mehr für kluge Zuwanderung zu gewinnen."
2012Erstanträge2013ErstanträgeJahr77.65164.539127.023109.580Januar5.3744.5648.1867.332Februar4.5883.8046.6365.806März4.3423.6026.2955.579April3.9533.1818.5577.541Mai4.1993.4258.3587.477Juni4.6613.9019.5108.408Juli5.3804.49811.0639.516August6.5295.23911.1779.502September8.4836.69113.75211.461Oktober12.1879.95015.25112.940November9.9868.84914.14712.130Dezember5.5834.88011.0289.218
Asylanträge (Erst- und Folgeanträge) Veränderungen 2012 2013in %absolutGesamt77.651127.02363,649.3721.Serbien12.81218.00140,55.1892.Russ. Föderation3.41515.473353,112.0583.Syrien7.93012.86362,24.9334.Mazedonien6.8899.41836,72.5295.Afghanistan7.8388.2405,14026.Bosnien-Herzegowina2.3714.847104,42.4767.Kosovo2.5354.42374,51.8888.Iran4.7284.7771,0499.Pakistan3.5534.24819,669510.Irak5.6744.196-26,0-1.478Bezogen auf Erstanträge Veränderungen 2012 2013in %absolutGesamt64.539109.58069,845.0411.Russ. Föderation3.20214.887364,911.6852.Syrien6.20111.85191,15.6503.Serbien8.47711.45935,22.9824.Afghanistan7.4987.7353,22375.Mazedonien4.5466.20836,61.6626.Iran4.3484.4241,7767.Pakistan3.4124.10120,26898.Irak5.3523.958-26,0-1.3949.Somalia1.2433.786204,62.54310.Eritrea6503.616456,32.966 Bezogen auf Folgeanträge Veränderungen 2012 2013in %absolutGesamt13.11217.44333,04.3311.Serbien4.3356.54250,92.2072.Mazedonien2.3433.21037,08673.Bosnien-Herzegowina3461.524340,51.1784.Kosovo6291.02963,64005.Syrien1.7291.012-41,5-7176.Russ. Föderation213586175,13737.Afghanistan34050548,51658.Iran380353-7,1-279.Türkei302247-18,2-5510.Irak322238-26,1-84
Insgesamt 10.915 Personen (13,5 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 919 Personen (1,1 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 9.996 Personen (12,4 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes i.V.m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten. Dies ergibt bei entsprechender Aufschlüsselung nach Hauptherkunftsländern (in Prozent):
Flüchtlingsanerkennungendavon asylberechtigt FlüchtlingsschutzGesamt 13,51,112,4Serbien0,00,00,0Russ. Föderation1,30,21,1Syrien31,53,727,8Mazedonien0,10,00,1Afghanistan21,00,920,1Bosnien-Herzegowina0,00,00,0Kosovo0,00,00,0Iran52,87,545,3Pakistan32,91,231,7Irak50,20,250,0
Abschiebungsverbote Gesamt 11,4Serbien0,2Russ. Föderation0,9Syrien62,8Mazedonien0,2Afghanistan26,9Bosnien-Herzegowina0,5Kosovo1,2Iran2,7Pakistan1,0Irak18,4
Im Jahr 2013 stieg die Zahl der Asylanträge (Erst- und Folgeanträge) gegenüber dem Vorjahr bei neun der zehn Hauptherkunftsländer insgesamt deutlich an, und zwar zwischen einem Prozent (Iran) und 353 Prozent (Russische Föderation). Nur beim Herkunftsland Irak gab es einen Rückgang um 26 Prozent. Etwa 38 Prozent der Erst- und Folgeanträge des Jahres 2013 wurden im ersten Halbjahr gestellt, 62 Prozent im zweiten Halbjahr.
Stärkstes Herkunftsland im Jahr 2013 bei allen Asylanträgen war - wie schon im Vorjahr - Serbien. Der Asylbewerberzugang stieg von 12.812 Erst- und Folgeanträgen im Jahr 2012 auf nunmehr 18.001, davon mehr als 90 Prozent Roma. Dabei gab es mit 6.542 auch die meisten Folgeanträge aller Herkunftsstaaten. Aufgrund regelmäßig nicht vorliegender Asylgründe lag der Anteil der Flüchtlingsanerkennungen an den Entscheidungen zu serbischen Asylanträgen bei null Prozent. Auf Platz 2 der Hauptherkunftsländer im Jahr 2013 lag die Russische Föderation mit 15.473 Asylanträgen (Vorjahr: 3.415 Erst- und Folgeanträge). Es wurden mit 14.887 die meisten Erstanträge aller Herkunftsstaaten gestellt. Der verstärkte Asylzugang begann bereits im Herbst 2012 und erreichte im Monat Mai 2013 mit 2.538 Asylerst- und Folgeanträgen seinen Höhepunkt. Seitdem gehen die Asylzahlen deutlich zurück. Fast 90 Prozent der Asylbewerber aus der Russischen Föderation gehören nach eigenen Angaben der tschetschenischen Volkszugehörigkeit an.
Syrien lag auf Platz 3 der Hauptherkunftsländer. 2013 wurden 12.863 Asylanträge (Erst- und Folgeanträge) von Syrern gestellt. 2012 waren es 7.930 und 2011 3.436 Asylanträge. Da fast alle syrischen Asylanträge zu einer positiven Entscheidung führten, hat Deutschland somit bisher allein im Rahmen des Asylverfahrens mehr als 24.000 Menschen einen Schutz vor dem Bürgerkrieg in Syrien gewährt. 9.418 Mazedonier reisten 2013 nach Deutschland ein, um einen Asylantrag zu stellen, darunter mehr als 3.200 als Asylfolgeantrag. Bereits im Jahr 2012 waren es mehr als 4.500 Folgeanträge. Eine Flüchtlingsanerkennung erfolgt im Regelfall nicht, da die Voraussetzungen dafür jeweils nicht vorhanden waren. 76 Prozent der Antragsteller gaben als Volkszugehörigkeit "Roma" an.
Damit ist die Zahl der erstmaligen Asylbewerber gegenüber dem Vorjahresmonat um 4.338 Personen (88,9 Prozent) gestiegen und gegenüber dem Vormonat um 2.912 Personen (-24,0 Prozent) gesunken. Hauptherkunftsländer im Dezember 2013 nach Erstanträgen waren:
Zum Vergleich OktoberNovemberDezember 1.Serbien1.5531.7691.613 2.Syrien1.6291.461971 3.Eritrea691891662 4.Afghanistan652775641 5.Mazedonien999932570 6.Russ. Föderation488453375 7.Somalia520583375 8.Bosnien-Herzegowina568493349 9.Kosovo40635930410.Albanien169246280
Im Dezember 2013 hat das Bundesamt über die Anträge von 6.170 Personen (Vormonat: 9.972) entschieden. Insgesamt 676 Personen (11,0 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 73 Personen (1,2 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 603 Personen (9,8 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes i. V. m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten. Darüber hinaus wurde im Dezember 2013 bei 605 Personen (9,8 Prozent) subsidiären Schutz nach § 4 AsylVfG oder Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 AufenthG festgestellt.
Hinweis: Seit dem 1. Dezember 2013 wird der subsidiäre Schutz nicht mehr im Aufenthaltsgesetz, sondern in § 4 des Asylverfahrensgesetzes geregelt (Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2011/95/EU vom 28. August 2013, BGBl. I S. 3474). Die Zuerkennung subsidiären Schutzes nach § 4 AsylVfG und die Feststellung eines Abschiebungsverbotes nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 AufenthG werden gleichwohl erst beginnend mit der Statistik für den Monat Januar 2014 getrennt ausgewiesen, um eine Vergleichbarkeit innerhalb der Kalenderjahre zu wahren. Weitere Nachrichten zum Thema Asyl und Flüchtlingsschutz
Migration und Integration 23.06.2016Bundesminister de Maizière zu Abschiebeverfahren Bundesinnenminister sprach am 23. Juni 2016 in einer Aktuellen Stunde vor dem Bundestag

References: § 60
 Art. 16
 § 3
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 Art. 16
 § 3
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 § 4
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