Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2049/06
Timestamp: 2019-05-26 08:28:25+00:00

Document:
BGH, 04.12.2008 - I ZR 49/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2547
BGH, 04.12.2008 - I ZR 49/06 (https://dejure.org/2008,2547)
BGH, Entscheidung vom 04.12.2008 - I ZR 49/06 (https://dejure.org/2008,2547)
BGH, Entscheidung vom 04. Dezember 2008 - I ZR 49/06 (https://dejure.org/2008,2547)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2008,2547) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Rechtsstreit zweier Musikverleger über die urheberrechtlichen Nutzungsrechte an dem Musikstück "Mambo No. 5 (A little bit of ...)"; Einräumung von Nutzungsrechten eines Musikstückes an einen Dritten durch den Urheber bei vorheriger Überlassung dieser Rechte an die GEMA
Keine doppelte Rechtseinräumung für "Mambo No. 5"
Urheberrecht - Abtretung urheberrechtlicher Nutzungsrechte
Rechtsstreit um die Nutzungsrechte an einem Musikstück - Mambo No. 5
GEMA erhält in Berechtigungsvertrag alle Nutzungsrechte eingeräumt
LG München I, 17.11.2004 - 21 O 23559/03
NJW-RR 2009, 1499
GRUR 2009, 939
Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Urheber einer Verwertungsgesellschaft seine gesetzlichen Vergütungsansprüche nach § 63a Satz 2 Fall 1 UrhG auch im Voraus abtreten kann (vgl. BGH, Urteil vom 4. Dezember 2008 - I ZR 49/06, GRUR 2009, 939 Rn. 29 = WRP 2009, 1008 - Mambo No. 5).
bb) Die Revision macht weiter vergeblich geltend, der vom Berufungsgericht angeführte Übertragungszweckgedanke sei nicht anwendbar, weil es im Streitfall - anders als in den vom Berufungsgericht herangezogenen Senatsentscheidungen "Mambo No. 5" (BGH, Urteil vom 4. Dezember 2008 - I ZR 49/06, GRUR 2009, 939 = WRP 2009, 1008) und "Nutzung von Musik für Werbezwecke" (BGH, Urteil vom 10. Juni 2009 - I ZR 226/06, GRUR 2010, 62 = WRP 2010, 120) - nicht um das Urheberrecht und das enge geistige Band zwischen Werk und Urheber, sondern um ein Leistungsschutzrecht, nämlich das Leistungsschutzrecht des Sendeunternehmens und die organisatorisch-wirtschaftliche Leistung der Veranstaltung oder Durchführung von Funksendungen gehe.
Auch wenn die Bestimmungen der § 32 Abs. 1 Satz 3, § 32a Abs. 1 Satz 1 UrhG ihrem Wortlaut nach keinen Zahlungsanspruch, sondern einen Anspruch auf Vertragsanpassung geben, kann mit der Klage auf Einwilligung in die Vertragsänderung die (unbezifferte) Klage auf Zahlung der sich aus der Vertragsänderung ergebenden Nachforderung verbunden werden (zu § 32a Abs. 1 Satz 1 UrhG vgl. BGH, Urteil vom 4. Dezember 2008 - I ZR 49/06, GRUR 2009, 939 Rn. 35 = WRP 2009, 1008 - Mambo No. 5 mwN) oder - wie im Streitfall - allein Zahlungsklage erhoben werden (…Wandtke/Grunert in Wandtke/Bullinger, Urheberrecht, 4. Aufl., § 32 UrhG Rn. 18 mwN und § 32a UrhG Rn. 24).
Bestehen aufgrund nachprüfbarer Tatsachen klare Anhaltspunkte für einen Anspruch nach § 32a Abs. 1 UrhG, kann der Urheber Auskunftserteilung (§ 242 BGB) und gegebenenfalls Rechnungslegung (§ 259 Abs. 1 BGB) verlangen, um im Einzelnen die weiteren Voraussetzungen dieses Anspruchs ermitteln und die zu zahlende Vergütung berechnen zu können (vgl. BGH, Urteil vom 13. Dezember 2001 - I ZR 44/99, GRUR 2002, 602, 603 = WRP 2002, 715 - Musikfragmente; Urteil vom 4. Dezember 2008 - I ZR 49/06, GRUR 2009, 939 Rn. 35 = WRP 2009, 1008 - Mambo No. 5).
a) Auch wenn die Bestimmungen der § 32 Abs. 1 Satz 3, § 32a Abs. 1 Satz 1 UrhG ihrem Wortlaut nach keinen Zahlungsanspruch, sondern einen Anspruch auf Vertragsanpassung geben, kann mit der Klage auf Einwilligung in die Vertragsänderung die Klage auf Zahlung der sich aus der Vertragsänderung ergebenden Nachforderung verbunden werden (vgl. BGH GRUR 2009, 939 Tz. 35 -Mambo No. 5) oder allein Zahlungsklage erhoben werden (…vgl. BGH a.a.O., Tz. 20 - Geburtstagskarawane).
Der ausübende Künstler kann nach § 242 BGB Auskunft verlangen, wenn aufgrund nachprüfbarer Tatsachen klare Anhaltspunkte für einen Anspruch nach § 32a Abs. 2 UrhG bestehen (vgl. BGH, Urteil vom 4. Dezember 2008 - I ZR 49/06, GRUR 2009, 939 Rn. 35 = WRP 2009, 1008 - Mambo No. 5).
a) Das Berufungsgericht ist im rechtlichen Ansatz allerdings zutreffend davon ausgegangen, dass ein Leistungsschutzberechtigter bereits dann, wenn aufgrund nachprüfbarer Tatsachen klare Anhaltspunkte für einen Anspruch nach § 32a Abs. 2 UrhG bestehen, Auskunftserteilung (§ 242 BGB) und gegebenenfalls Rechnungslegung (§ 259 BGB) verlangen kann, um im Einzelnen die weiteren Voraussetzungen dieses Anspruchs ermitteln und die zu zahlende Vergütung berechnen zu können (vgl. BGH, Urteil vom 13. Dezember 2001 - I ZR 44/99, GRUR 2002, 602, 603 = WRP 2002, 715 - Musikfragmente; BGH, GRUR 2009, 939 Rn. 35 - Mambo No. 5;… GRUR 2012, 496 Rn. 11 - Das Boot).
Wie dort soll auch hier der Wahrnehmungsauftrag durch Einräumung von Nutzungsrechten umgesetzt werden (vgl. BGH GRUR 2009, 939 Tz 29 - Mambo Nr. 5).
Hat ein Urheber die ausschließlichen Nutzungsrechte an seinem Werk einer Verwertungsgesellschaft eingeräumt, ist er neben der Verwertungsgesellschaft selbst ebenfalls berechtigt, Ansprüche wegen Rechtsverletzungen selbständig geltend zu machen, soweit er ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der rechtlichen Verfolgung dieser Ansprüche hat (vgl. BGH GRUR 2009, 939 Tz 30 - Mambo Nr. 5 m.w.N.;… Dreier in Dreier/Schulze, UrhG , 3. Aufl. § 97 Rn 19).
Das Berufungsgericht hat dem Kläger zudem mit Recht einen direkten Anspruch auf Zahlung der Differenz zwischen der vereinbarten unangemessenen und der angemessenen Vergütung zugesprochen (vgl. BGH, Urteil vom 4. Dezember 2008 - I ZR 49/06, GRUR 2009, 939 Rn. 35 = WRP 2009, 1008 - Mambo No. 5;… Schulze in Dreier/Schulze aaO § 32 Rn. 25; Erdmann, GRUR 2002, 923, 925).
Im Rahmen des § 32a UrhG trägt grundsätzlich der Urheber die Darlegungs- und Beweislast für das Vorliegen der Voraussetzungen (…Fromm/Nordemann-Czychowski, Urheberrecht, 11. Aufl., § 32 a Rn. 45 am Ende i.V.m. § 32a Rn. 135), insbesondere das auffällige Missverhältnis (BGH GRUR 2009, 939 Rn. 35 - Mambo No. 5 ); insoweit kann nichts Anderes gelten als bei § 32 UrhG, wo dies anerkannt ist (…etwa Schricker/Haedicke, in: Schricker/Loewenheim, a.a.O., § 32 UrhG Rn. 27 am Ende;… Dreier/Schulze, a.a.O., § 32 Rn. 86).
FG Düsseldorf, 26.02.2010 - 13 K 3950/06

References: § 63
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 BGH 
 BGH 
 § 242
 § 32
 § 32
 BGH 
 BGH 
 § 97
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32