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Timestamp: 2017-12-17 04:21:07+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: 2 Sa 629/06
Akten­zeichen: 2 Sa 629/06
Ent­scheid­ungs­datum: 20.06.2007
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Gießen
Urt. v. 20.06.2007, Az.: 2 Sa 629/06
Die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Gießen vom 6. Ja­nu­ar 2006 – 4 Ca 420/05 – wird zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten im Be­ru­fungs­rechts­zug wei­ter­hin darüber, ob das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen der Kläge­rin und dem be­klag­ten Land am 1. Ju­li 2005 auf die vor­mals als ei­ne An­stalt öffent­li­chen Rechts geführ­te Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH (im Fol­gen­den: U-G-M GmbH) über­ge­gan­gen ist.
Die am 10. Sep­tem­ber 1954 ge­bo­re­ne Kläge­rin stand seit dem 11. Sep­tem­ber 1972 auf­grund des schrift­li­chen Ar­beits­ver­trags vom 29. Au­gust 1972 (Bl. 10 d.A.) in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu dem be­klag­ten Land. Die letz­te Ver­tragsände­rung er­folg­te mit schrift­li­cher Ver­ein­ba­rung vom 8./9. Sep­tem­ber 1992 (Bl. 16 d.A.). Die Kläge­rin war zu­letzt als An­ge­stell­te im La­bordienst am In­sti­tut für Mi­kro­bio­lo­gie des Uni­ver­sitätskli­ni­kums G mit ei­nem Brut­to­ge­halt von € 1.796,63 beschäftigt. Zu ih­rem Auf­ga­ben­be­reich gehörte das Führen der Stamm­samm­lung, die Rei­ni­gung von Lys­te­ri­o­ly­sin am ÄKTA-HPLC high per­for­mance li­quid chro­ma­to­gra­phy, Plas­mi­di­so­lie­run­gen und die Her­stel­lung elek­tro­kom­pe­ten­ter Zel­len. Al­le drei bis vier Wo­chen war die Kläge­rin für ei­nen Tag im Spätdienst von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr so­wie drei- bis vier­mal im Jahr zum Wo­chen­end­dienst im dia­gnos­ti­schen La­bor des In­sti­tuts ein­ge­teilt, wel­ches Auf­ga­ben der Kran­ken­ver­sor­gung wahr­nimmt. Auf das Ar­beits­verhält­nis fin­det der Bun­des-An­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag (BAT) An­wen­dung. Das be­klag­te Land trat zum 31. März 2004 aus der Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Länder aus.
Mit Wir­kung zum 1. Ja­nu­ar 2001 wur­den gemäß § 1 des Ge­set­zes für die hes­si­schen Uni­ver­sitätskli­ni­ken (Uni­KlinG) das Uni­ver­sitätskli­ni­kum G, das in der ca. 30 Ki­lo­me­ter ent­fern­ten Stadt M ansässi­ge Uni­ver­sitätskli­ni­kum M und das Kli­ni­kum der J-Uni­ver­sität in F als rechtsfähi­ge An­stal­ten des öffent­li­chen Rechts er­rich­tet. Nach § 22 Abs. 1 Uni­KlinG ver­blie­ben die Ar­beits­verhält­nis­se der Beschäftig­ten der Uni­ver­sitätskli­ni­ken, so­weit sie – wie bei der Kläge­rin – vor dem 1. Ja­nu­ar 2001 be­gründet wor­den wa­ren, bei dem be­klag­ten Land und die Beschäftig­ten gal­ten als zur je­wei­li­gen Uni­ver­sität ver­setzt. Im Ein­zugs­ge­biet der Uni­ver­sitätskli­ni­ken G und M, die bei­de meh­re­re tau­send Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter beschäftig­ten, le­ben ca. 1 Mio. Ein­woh­ner. In Gießen gibt es außer dem Uni­ver­sitätskli­ni­kum noch das A-Kran­ken­haus und das B Kran­ken­haus so­wie in der nähe­ren Um­ge­bung die C Kli­nik X und das Kli­ni­kum D.
Der Wis­sen­schafts­rat pro­gnos­ti­zier­te – in sei­nen Emp­feh­lun­gen zu for­schungs- und lehrförder­li­chen Struk­tu­ren in der Uni­ver­sitäts­me­di­zin vom 30. Ja­nu­ar 2004 – für die Ein­nah­men der Uni­ver­sitätskli­ni­ken im sta­ti­onären Be­reich Um­satzrückgänge von min­des­tens 15%. Im Jahr 2004 be­schloss das be­klag­te Land auf­grund ei­nes Ge­samt­kon­zep­tes für die drei hes­si­schen Uni­ver­sitätskli­ni­ken das Uni­ver­sitätskli­ni­kum der J-Uni­ver­sität G und das Uni­ver­sitätskli­ni­kum der P-Uni­ver­sität M zu fu­sio­nie­ren und zu pri­va­ti­sie­ren, um die wirt­schaft­li­che Si­tua­ti­on der bei­den Kli­ni­ken in G und M nach­hal­tig zu ver­bes­sern. Wei­ter­hin ziel­te die Maßnah­me auf die Stärkung der wis­sen­schaft­li­chen Ex­zel­lenz in der kli­ni­schen Me­di­zin und der Leis­tungsfähig­keit der Kran­ken­ver­sor­gung. Das Kran­ken­ver­sor­gungs­bud­get des Uni­ver­sitätskli­ni­kums G wies seit 2001 deut­li­che Er­geb­nis­ver­schlech­te­run­gen aus, zu­letzt für das Jahr 2004 ei­nen Bi­lanz­ver­lust von € 9,8 Mio. Das be­klag­te Land hat­te auf­grund der Gewährträger­schaft gemäß § 4 Uni­klinG für die­se
Fehl­beträge ein­zu­ste­hen. Hätte das Uni­ver­sitätskli­ni­kum G man­gels Li­qui­dität sei­ne Zah­lungsfähig­keit ver­lo­ren, hätte das be­klag­te Land kurz­fris­tig er­heb­li­che Fi­nanz­mit­tel zu­schießen müssen. Auf­grund feh­len­der frei­er Haus­halts­mit­tel hätten in ei­nem sol­chen Fall an­de­re öffent­li­che Auf­ga­ben nicht erfüllt wer­den können. Be­rech­nun­gen des Kli­ni­kums­vor­stan­des ließen nach Einschätzun­gen des ärzt­li­chen und des kaufmänni­schen Di­rek­tors ge­genüber dem Jahr 2005 bis zum Jahr 2007 un­ter Ein­be­zie­hung von Preis- und Ge­halts­stei­ge­run­gen ei­ne Mehr­be­las­tung von 25% er­war­ten (Bl. 298 f. d.A.). Wei­ter­hin benötig­te das Uni­ver­sitätskli­ni­kum G aus der Per­spek­ti­ve des Jah­res 2004 bau­li­che In­ves­ti­tio­nen in Höhe von et­wa € 200 Mio., um so­wohl bau­lich als auch kli­nisch den ak­tu­ell ge­bo­te­nen Stand zu er­rei­chen. Die F Wirt­schafts­prüfung (F) er­stell­te im Auf­trag des Uni­ver­sitätskli­ni­kums G un­ter dem 30. Sep­tem­ber 2004 ei­ne Präsen­ta­ti­on, aus der sich ein Fi­nanz­be­darf be­zo­gen auf ein­zel­ne Maßnah­men in glei­cher Höhe er­rech­ne­te (Bl. 290 f. d.A.). Be­reits im Jahr 2004 konn­ten auf­grund feh­len­der In­stand­hal­tung nicht mehr al­le Auf­la­gen von Behörden im Be­reich Brand­schutz und Hy­gie­ne erfüllt wer­den, Ope­ra­ti­onssäle muss­ten we­gen bau­lich be­ding­ter hy­gie­ni­scher Mängel ge­schlos­sen wer­den.
Zum da­ma­li­gen Zeit­punkt wur­de der Aus- und Neu­bau von Hoch­schu­len ein­sch­ließlich der Hoch­schul­klin­ken von Bund und Ländern als Ge­mein­schafts­auf­ga­be nach Maßga­be des Ge­set­zes über die Ge­mein­schafts­auf­ga­ben Aus­bau und Neu­bau von Hoch­schu­len (Hoch­schul­bauförde­rungs­ge­setz-HB­FG) durch­geführt. Un­ter zeit­li­chen Ge­sichts­punk­ten konn­te nach An­mel­dung ei­nes Vor­ha­bens frühes­tens nach zwei Jah­ren mit ei­ner Mit­tel­zu­wei­sung ge­rech­net wer­den, wo­bei der Lan­des­an­teil zur Fi­nan­zie­rung gemäß § 12 Abs. 1 HB­FG bei 50% lag. Das Vo­lu­men der bau­li­chen Neu­struk­tu­rie­rung mach­te es er­for­der­lich, im Fall der Rea­li­sie­rung der Maßnah­men durch die öffent­li­che Hand je­den­falls die Pla­nung eu­ro­pa­weit aus­zu­schrei­ben und die Rea­li­sie­rung der Bau­pla­nun­gen setz­te ei­ne ent­spre­chen­de Mit­tel­zu­wei­sung im Rah­men des Haus­halts­plans vor­aus. Pla­nung und der Bau hätten an­sch­ließend durch den Lan­des­be­trieb Hes­si­sches Bau­ma­nage­ment un­ter den Vor­ga­ben des öffent­li­chen Ver­ga­be­rechts er­fol­gen müssen.
Am 14. De­zem­ber 2004 gab der Mi­nis­ter­präsi­dent des Lan­des Hes­sen Dr. K ei­ne Re­gie­rungs­erklärung zur Zu­kunfts­si­che­rung der Uni­ver­sitätskli­ni­ken G und M ab, we­gen de­ren Wort­laut auf Bl. 300-307 d.A. Be­zug ge­nom­men wird. Im Mai 2005 in­se­rier­te das be­klag­te Land in der F A (FAZ) die Auf­for­de­rung zur Ab­ga­be ei­ner In­ter­es­sen­be­kun­dung im Rah­men der Pri­va­ti­sie­rung der Uni­ver­sitätskli­ni­ken G und M (Bl. 296/ d.A).
Mit dem Ge­setz über die Er­rich­tung des Uni­ver­sitätskli­ni­kums G und M (UK-Ge­setz) vom 16. Ju­ni 2005 leg­te das be­klag­te Land das Uni­ver­sitätskli­ni­kum G mit dem Uni­ver­sitätskli­ni­kum M zu­sam­men und er­rich­te­te das Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M als ei­ne rechtsfähi­ge An­stalt des öffent­li­chen Rechts. Das UK-Ge­setz lau­tet aus­zugs­wei­se wie folgt:
(1) Die bis­her in der Kran­ken­ver­sor­gung und Ver­wal­tung der Uni­ver­sitätskli­ni­ken G und M täti­gen nicht wis­sen­schaft­li­chen Beschäftig­ten im Ar­beits- oder Aus­zu­bil­den­den­verhält­nis zum Land Hes­sen wer­den mit In-Kraft-Tre­ten die­ses Ge­set­zes von der J-Uni­ver­sität G und der P-Uni­ver­sität M zum Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M ver­setzt und in den An­stalts­dienst über­ge­lei­tet. Die Beschäftig­ten im An­stalts­dienst der Uni­ver­sitätskli­ni­ken G und M wer­den mit In-Kraft-Tre­ten die­ses Ge­set­zes Beschäftig­te des Uni­ver­sitätskli­ni­kums G und M. Das Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M tritt in die Rech­te und Pflich­ten der Ar­beits- und Aus­bil­dungs­verhält­nis­se der in Satz 1 und 2 ge­nann­ten Ar­beit­neh­mer ein. ...
Die Lan­des­re­gie­rung ist ermäch­tigt, durch Rechts­ver­ord­nung die nach Maßga­be die­se Ge­set­zes er­rich­te­te An­stalt des öffent­li­chen Rechts mit dem Na­men "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" nach ih­rer rechts­wirk­sa­men Er­rich­tung nach Maßga­be der §§ 301 bis 304 des Um­wand­lungs­ge­set­zes vom 28. Ok­to­ber 1994 (BGBl. I S. 3210, 1995 I S. 428), zu­letzt geändert durch Ge­setz vom 12. Ju­ni 2003 (BGBl. I S. 838, 842), in der je­weils gel­ten­den Fas­sung, durch Form­wech­sel in ei­ne Ka­pi­tal­ge­sell­schaft in der Rechts­form ei­ner Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung, ei­ner Ak­ti­en­ge­sell­schaft oder ei­ner Kom­man­dit­ge­sell­schaft auf Ak­ti­en, de­ren persönlich haf­ten­de Ge­sell­schaf­te­rin ei­ne Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung ist, um­zu­wan­deln. Der ers­te Teil des fünf­ten Bu­ches des Um­wand­lungs­ge­set­zes fin­det auf die­sen Form­wech­sel kei­ne An­wen­dung. Die nach Satz 1 zu er­las­sen­de Rechts­ver­ord­nung re­gelt die nähe­re Aus­ge­stal­tung des Form­wech­sels im Hin­blick auf die Fir­ma, das Stamm- bzw. Grund­ka­pi­tal so­wie den Ge­sell­schafts­ver­trag bzw. die Sat­zung der Ka­pi­tal­ge­sell­schaft."
Mit Schrei­ben vom 14. Ju­ni 2005 (Bl. 28 d.A.) teil­te der Präsi­dent der J-Uni­ver­sität G der Kläge­rin die Rück­nah­me ih­rer Dienst­ver­pflich­tung ge­genüber dem Uni­ver­sitätskli­ni­kum mit. Mit Schrei­ben vom 12. Ju­li 2007 wur­de die Kläge­rin über den In­halt des UK-Ge­set­zes in Be­zug auf die Ar­beits­verhält­nis­se der Beschäftig­ten in­for­miert (Bl. 9 d.A.). Auf das Schrei­ben der Kläge­rin vom 27. Ju­li 2005 (Bl. 7 f. d.A.), mit dem sie den Ver­bleib ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses bei dem be­klag­ten Land be­gehr­te, teil­te das Uni­ver­sitätskli­ni­kums G und M un­ter dem 2. Au­gust 2005 mit, dass das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin auf das Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M über­ge­lei­tet wor­den sei und mit die­sem fort­be­ste­he, weil die Kläge­rin nicht­wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin sei (Bl. 6 d.A.). Mit Schriftsätzen von 12. Au­gust 2005 er­ho­ben 138 Beschäftig­te der Uni­ver­sitätskli­ni­ken G bzw. M Ver­fas­sungs­be­schwer­de und be­an­tra­gen den Er­lass ei­ner einst­wei­li­gen An­ord­nung, durch die das UK-Ge­setz einst­wei­len außer Kraft ge­setzt wer­den soll­te. Mit Be­schluss vom 27. De­zem­ber 2005 wies das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Ver­fas­sungs­be­schwer­de zurück (1 BvR 1725/05). Der An­trag auf Er­lass ei­ner einst­wei­li­gen An­ord­nung blieb eben­falls oh­ne Er­folg.
Mit dem Ge­setz zur Ände­rung des Ge­set­zes für die hes­si­schen Uni­ver­sitätskli­ni­ken u.a. Vor­schrif­ten vom 15. De­zem­ber 2005 (GVBl. I S. 843) wur­de mit Wir­kung vom 1. Ja­nu­ar 2006 die Vor­schrift des § 25 a Uni­KlinG ein­gefügt, nach der auf ein Uni­ver­sitätskli­ni­kum in pri­va­ter Rechts­form das Uni­KlinG nur ein­ge­schränkt gilt. Aus­ge­nom­men von der An­wend­bar­keit ist u.a. auch § 4 Uni­KlinG .
Mit Wir­kung zum 2. Ja­nu­ar 2006 wur­de das Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M durch die Ver­ord­nung vom 1. De­zem­ber 2005 zur Um­wand­lung des Uni­ver­sitätskli­ni­kums G und M in ei­ne Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung (UK-Um­wVO) for­mum­ge­wan­delt. Das be­klag­te Land ver­pflich­te­te sich mit der nach­fol­gend im Aus­zug an­ge­ge­ben Erklärung vom 22. De­zem­ber 2005 ge­genüber der VBL, im Fall de­ren In­sol­venz von sei­nem Recht zur Ein­zie­hung der Geschäfts­an­tei­le Ge­brauch zu ma­chen:
Mit ge­setz­li­cher Wir­kung zum 1. Ju­li 2005 und mit wirt­schaft­li­cher Wir­kung zum 31. De­zem­ber 2004 / 1. Ja­nu­ar 2005 sind die Uni­ver­sitätskli­ni­kum G AöR und die Uni­ver­sitätskli­ni­kum M AöR zur Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M AöR ver­schmol­zen wor­den.
Mit Da­tum vom 20./29. Ju­ni 2005 ha­ben das Land Hes­sen, die Uni­ver­sitätskli­ni­kum G AöR, die Uni­ver­sitätskli­ni­kum M AÖR so­wie die VBL ei­ne be­fris­te­te Be­tei­li­gungs­ver­ein­ba­rung nach § 19 Abs. 2 Satz 1 Buch­sta­be d und e der VBL-Sat­zung (VBLS) ver­ein­bart. Die­se be­fris­te­te Be­tei­li­gungs­ver­ein­ba­rung trat am 1. Ju­li 2005 in Kraft und en­det mit Ab­lauf des Ta­ges, an dem die Ab­tre­tung der Mehr­heits-Geschäfts­an­tei­le des Lan­des Hes­sen an der künf­ti­gen Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH (Ar­beits­ti­tel) nach ei­nem vor­an­ge­gan­ge­nen Rechts­form­wech­sel wirk­sam wird, spätes­tens je­doch am 30. Ju­ni 2006. Der künf­ti­ge pri­va­te Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter wird auf­grund ver­trag­li­cher Ver­pflich­tun­gen mit dem Land Hes­sen mit der VBL ei­ne be­son­de­re Be­tei­li­gungs­ver­ein­ba­rung gem. § 20 Abs.
der VBL-Sat­zung in Ver­bin­dung mit den Ausführungs­be­stim­mun­gen ab­sch­ließen. Vor die­sem Hin­ter­grund gibt das Land Hes­sen die fol­gen­de Erklärung ab:
1. Ein­zie­hungs­rech­te ( § 34 Gmb­HG ) des Lan­des Hes­sen, ins­be­son­de­re im "In­sol­venz­fall"
1. 1. Das Land Hes­sen wird mit dem Er­wer­ber der Mehr­heits­an­tei­le der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH im Ge­sell­schafts­ver­trag der Uni­ver­sitätskli­ni­kum GmbH u.a. ver­ein­ba­ren, dass im Fal­le der Eröff­nung des In­sol­venz­ver­fah­rens über das Vermögen der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH und der Nicht­be­sei­ti­gung der Gründe, die zur Eröff­nung des In­sol­venz­ver­fah­rens führ­ten, das Land Hes­sen vom Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH die Rücküber­tra­gung sämt­li­cher vom Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter an der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH ge­hal­te­nen Geschäfts­an­tei­le ver­lan­gen kann. Die Vor­aus­set­zun­gen die­ses und der wei­te­ren im Ge­sell­schafts­ver­trag der Uni­ver­sitätskli­ni­kum GmbH ge­re­gel­ten Ein­zie­hungs­rech­te ( § 34 Gmb­HG ) des Lan­des Hes­sen können dem als An­la­ge 1.1 die­ser Erklärung bei­gefügten Ent­wurf des Ge­sell­schafts­ver­tra­ges der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH ent­nom­men wer­den.
1.2. Das Land Hes­sen erklärt der VBL, dass es im vor­ste­hend be­schrie­be­nen In­sol­venz­fall der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH die Rücküber­tra­gung der Ge­sell­schafts­an­tei­le vom Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH for­dern wird. Hier­durch wir si­cher­ge­stellt, dass das Land Hes­sen wie­der Al­lein­ge­sell­schaf­ter der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH wird und die
Be­tei­li­gung in der VBL fort­ge­setzt wer­den kann.
2. Be­en­di­gung der Be­tei­li­gung an der VBL
Das Land Hes­sen wird mit dem Er­wer­ber der Mehr­heits­an­tei­le an der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH im Ge­sell­schafts­ver­trag der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH ver­ein­ba­ren, dass die Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH die Be­tei­li­gung an der VBL nur mit Zu­stim­mung des Lan­des Hes­sen und nur un­ter der Vor­aus­set­zung be­en­den kann, dass die Zah­lung des zur De­ckung von Ren­ten- und Ren­ten­an­wart­schaf­ten er­for­der­li­chen Ge­gen­werts nach § 23 der VBL-Sat­zung durch die Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH si­cher­ge­stellt ist. Glei­ches gilt für die Um­stel­lung auf das so ge­nann­te Zäsur­mo­dell, d.h. die Ver­si­che­rung nur noch des vor­han­de­nen Be­stan­des der Ar­beit­neh­mer der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH bei der VBL. Im Rah­men des recht­lich Zulässi­gen wird das Zu­stim­mungs­er­for­der­nis des Lan­des Hes­sen der­ge­stalt ver­ein­bart, dass es späte­ren Verände­run­gen nicht zugäng­lich ist.
Un­ter dem 26./31. Ja­nu­ar 2006 schlos­sen die­se U-G-M GmbH (ge­nannt Be­tei­lig­ter) und die Ver­sor­gungs­an­stalt des Bun­des und der Länder (VBL) gemäß § 20 der Sat­zung der VBL ei­ne Be­tei­li­gungs­ver­ein­ba­rung, die wie folgt lau­tet:
Mit Wir­kung vom 1. Fe­bru­ar 2006 (In­kraft­tre­ten der Ver­ein­ba­rung) wird die für die Ar­beit­neh­mer des Uni­ver­sitätskli­ni­kums G und M (AöR) am 20./29. Ju­ni 2005 ge­schlos­se­ne be­fris­te­te Be­tei­li­gungs­ver­ein­ba­rung nach Maßga­be der nach­fol­gen­den Be­stim­mun­gen auf un­be­stimm­te Zeit fort­ge­setzt.
Der Be­tei­lig­te ist be­rech­tigt und ver­pflich­tet, al­le am Tag des In­kraft­tre­tens die­ser Ver­ein­ba­rung bei ihm beschäftig­ten und nach die­sem Tag in ein Beschäfti­gungs­verhält­nis bei ihm ein­tre­ten­den Ar­beit­neh­mer (ein­sch­ließlich Aus­zu­bil­den­de) bei der VBL zu ver­si­chern, die nach dem Ta­rif­ver­trag über die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung der Beschäftig­ten des öffent­li­chen Diens­tes in der je­weils gel­ten­den Fas­sung zu ver­si­chern wären.
Vor­aus­set­zung für den Ab­schluss die­ser be­son­de­ren Be­tei­li­gungs­ver­ein­ba­rung ist die Erklärung des Lan­des Hes­sen vom 22. De­zem­ber 2005 (An­la­ge 1 zur Be­tei­li­gungs­ver­ein­ba­rung).
§ 13 Abs. 2 Zif­fer 8 und § 14 der Neu­fas­sung des Ge­sell­schafts­ver­tra­ges der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH vom 4. Ja­nu­ar 2006 (An­la­ge 2 zur Be­tei­li­gungs­ver­ein­ba­rung) so­wie § 10 des zwi­schen dem Land Hes­sen , der G AG und der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH ge­schlos­se­nen Kon­sor­ti­al­ver­tra­ges vom 4. Ja­nu­ar 2000 (An­la­ge 3 zur Be­tei­li­gungs­ver­ein­ba­rung) sind Be­stand­teil die­ser Ver­ein­ba­rung.
Der Be­tei­lig­te kann die Be­tei­li­gung mit ei­ner Frist von sechs Mo­na­ten zum Schluss ei­nes Ka­len­der­jah­res kündi­gen. Die VBL kann die Be­tei­li­gung mit ei­ner Frist von sechs Mo­na­ten zum Schluss ei­nes Ka­len­der­jah­res kündi­gen, wenn ei­ne der Vor­aus­set­zun­gen für den Ab­schluss die­ser Ver­ein­ba­rung weg­ge­fal­len ist. Das Recht zur frist­lo­sen Kündi­gung aus wich­ti­gem Grund (§ 22 Abs. 3 der Sat­zung der VBL) bleibt un­berührt. Ein wich­ti­ger Grund liegt auch dann vor, wenn die Erklärung des Lan­des Hes­sen vom 22. De­zem­ber 2005
– wegfällt oder ein­ge­schränkt wird oder die Um­set­zung die­ser Erklärung in §§ 13 bzw. 14 der Neu­fas­sung des Ge­sell­schafts­ver­tra­ges der
– Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH vom 4. Ja­nu­ar 2006 oder in § 10 des Kon­sor­ti­al­ver­tra­ges vom 4. Ja­nu­ar 2006 entfällt oder
– das Land Hes­sen sei­ner Ver­pflich­tung aus Zif­fer 1.2 sei­ner
Erklärung vom 22. De­zem­ber 2005 nicht nach­kommt.
Im Fal­le des Aus­schei­dens aus der Be­tei­li­gung hat der Be­tei­lig­te den Ge­gen­wert nach § 23 der Sat­zung der VBL in der zum Zeit­punkt des Aus­schei­dens gel­ten­den Fas­sung zu zah­len.
Im Übri­gen gel­ten für al­te durch die­se Ver­ein­ba­rung be­gründe­ten Rech­te und Pflich­ten die Vor­schrif­ten der Sat­zung der VBL und ih­rer Ausführungs­be­stim­mun­gen in ih­rer je­weils gel­ten­den Fas­sung. Münd­li­che Ne­ben­ab­re­den sind un­wirk­sam.
Das be­klag­te Land ver­kauf­te in der Fol­ge­zeit 95% der Geschäfts­an­tei­le U-G-M GmbH an die G AG. Der Kauf­ver­trag wur­de zum 1. Fe­bru­ar 2006 wirk­sam. Die G AG ver­pflich­te­te sich, bis zum 31. De­zem­ber 2010 an den Stand­or­ten M und G zu­sam­men € 367 Mio. zu in­ves­tie­ren; be­triebs­be­ding­te Kündi­gun­gen sind bis zum 31. De­zem­ber 2010 an bei­den Stand­or­ten aus­ge­schlos­sen. Das be­klag­te Land ver­pflich­te­te sich, € 100 Mio. (in et­wa der Be­trag, den die G AG als Kauf­preis zahl­te), in ei­ne Stif­tung ein­zu­brin­gen, die die Hoch­schul­me­di­zin der Uni­ver­sitäten G und M un­terstützt. In der mit dem Kauf­ver­trag in Ver­bin­dung ste­hen­den Neu­fas­sung des Ge­sell­schafts­ver­tra­ges vom 13. De­zem­ber 2005 be­hielt sich das be­klag­te Land di­ver­se Zu­stim­mungs- und In­for­ma­ti­ons­rech­te vor. Die §§ 13 und 14 des Ge­sell­schafts­ver­tra­ges der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH lau­ten aus­zugs­wei­se:
§ 13 Rech­te des Lan­des Hes­sen
(1) Fol­gen­de Re­ge­lun­gen die­ses Ge­sell­schafts­ver­tra­ges können, un­abhängig von der Höhe der Be­tei­li­gung des Lan­des Hes­sen an der Ge­sell­schaft, nur mit Ein­wil­li­gung (vor­he­ri­ge Zu­stim­mung gemäß § 182 BGB ) des Lan­des Hes­sen geändert oder ergänzt wer­den, so­lan­ge das Land Hes­sen Ge­sell­schaf­ter der Ge­sell­schaft ist:
1. § 1 Abs. ("Rechts­form" und "Fir­ma"),
2. § 1 Abs. 2 ("Sitz"),
3. § 2 ("Ge­gen­stand, Zweck und Auf­ga­ben des Un­ter­neh­mens"), § 3 Abs. 1 ("Stamm­ka­pi­tal", so­fern der sat­zungsändern­de Be­schluss ei­ne Her­ab­set­zung des Stamm­ka­pi­tals der
4. Ge­sell­schaft oder ei­ne Erhöhung des Stamm­ka­pi­tals zum Zwe­cke der Auf­nah­me ei­nes neu­en Ge­sell­schaf­ters zum Ge­gen­stand hat),
5. § 4 ("Verfügun­gen über Geschäfts­an­tei­le und Teil­geschäfts­an­tei­le")
6. § 5 ("Or­ga­ne der Ge­sell­schaft"),
7. § 8 ("Zu­sam­men­set­zung und Or­ga­ni­sa­ti­on der Ständi­gen Kom­mis­si­on For­schung und Leh­re"),
8. § 9 ("Auf­ga­ben der Ständi­gen Korn­mis­si­on For­schung und Leh­re"),
9. § 13 ("Rech­te des Lan­des Hes­sen"),
10. § 14 ("Ein­zie­hung von Geschäfts­an­tei­len"),
11. § 15 ("Jah­res­ab­schluss, Er­geb­nis­ver­wen­dung und Er­geb­nis­ver­tei­lung"),
12. § 16 Abs. 2 ("Dau­er der Ge­sell­schaft"), Ände­run­gen der Zuständig­kei­ten und Kom­pe­ten­zen der Or­ga­ne der Ge­sell­schaft nach die­sem Ge­sell­schafts­ver­trag
13. oder ab­wei­chend vom ge­setz­lich Re­gel­fall, aus­ge­nom­men hier­von sind die Geschäfts­ord­nun­gen der Or­ga­ne der Ge­sell­schaft so­wie Ein­grif­fe in die Rech­te des Lan­des Hes­sen nach § 1 Abs.
14. ("Rechts­form" und "Fir­ma").
(2) Fol­gen­de Be­schlüsse, Geschäfte und Maßnah­men des nach dem Ge­sell­schafts­ver­trag je­weils zuständi­gen Or­gans bedürfen zu ih­rer Wirk­sam­keit un­abhängig von der Höhe der Be­tei­li­gung des Lan­des Hes­sen an der Ge­sell­schaft, der Ein­wil­li­gung (vor­he­ri­ge Zu­stim­mung gemäß § 182 BGB ) des Lan­des Hes­sen, so­lan­ge das Land Hes­sen Ge­sell­schaf­ter der Ge­sell­schaft ist:
1 .Ab­schluss, Be­en­di­gung und Ände­rung von Un­ter­neh­mens­verträgen im Sin­ne der § 291 ff. AktG , Or­gan­schafts­verträgen und Be­triebsüber­nah­me-, Be­triebs­pacht- und Be­triebsüber­las­sungs­verträgen je­der Art,
Veräußerung, Ver­pach­tung, Ver­mie­tung oder Ab­schluss an­de­rer ver­gleich­ba­rer Rechts­geschäfte be­tref­fend den Geschäfts­be­trieb der Ge­sell­schaft im Gan­zen oder in we­sent­li­chen Tei­len, wenn und so­weit die­se Rechts­geschäfte bei wirt­schaft­li­cher Be­trach­tung in der Sum­me zu ei­ner Verfügung über den Geschäfts­be­trieb der Ge­sell­schaft im Gan­zen oder in we­sent­li­chen Tei­len des für die Erfüllung des Un­ter­neh­mens­ge­gen­stan­des er­for­der­li­chen Kern­geschäfts der Ge­sell­schaft, ins­be­son­de­re über ei­nen Teil­be­trieb, der zum für die Erfüllung des Un­ter­neh­mens­ge­gen­stan­des er­for­der­li­chen Kern­geschäft der Ge­sell­schaft zählt, führen,
3. Geschäfte und Maßnah­men, die dem Ge­gen­stand, Zweck und den Auf­ga­ben der Ge­sell­schaft gemäß § 2 die­ses Ge­sell­schafts­ver­tra­ges wi­der­spre­chen,
4. we­sent­li­che Ein­schränkun­gen des Kern­geschäfts der Ge­sell­schaft oder die Ein­stel­lung des Geschäfts­be­triebs oder die Li­qui­da­ti­on (Auflösung der Ge­sell­schaft,
5. Veräußerung oder sons­ti­ge Verfügun­gen über Erb­bau­rech­te der Ge­sell­schaft,
6. die Wahl des Ab­schluss­prüfers der Ge­sell­schaft,
7. Her­ab­set­zun­gen des Stamm­ka­pi­tals der Ge­sell­schaft so­wie die Durchführung von Ka­pi­tal­erhöhun­gen zum Zwe­cke der Auf­nah­me neu­er Ge­sell­schaf­ter,
8. Die Kündi­gung der Be­tei­li­gung der Ge­sell­schaft an der Ver­sor­gungs­an­stalt des Bun­des und der Länder (VBL) so­wie jeg­li­che Ände­run­gen des In­halts und Um­fangs die­ser Be­tei­li­gung (z. B. Um­stel­lung auf das sog. Zäsur­mo­dell) und fer­ner die Durchführung sämt­li­cher Maßnah­men, die ge­eig­net sind., ei­ne In­an­spruch­nah­me des Lan­des Hes­sen aus ei­ner von die­sem ge­genüber der VBL ggf. ab­ge­ge­be­nen Ver­pflich­tungs­erklärung aus­zulösen,
9. Maßnah­men nach dem Um­wand­lungs­ge­setz
(3) Die nach Ge­setz be­ste­hen­den Min­der­heits­rech­te des Lan­des Hes­sen blei­ben un­berührt. Da­bei be­sitzt das Land Hes­sen die­je­ni­gen Rech­te, die ei­nem Ge­sell­schaf­ter mit ei­nem Geschäfts­an­teil in Höhe von 10% an der Ge­sell­schaft nach dem je­weils gel­ten­den Gmb­HG zu­ste­hen, so­lan­ge das Land Hes­sen Ge­sell­schaf­ter der Ge­sell­schaft ist.
(4) Die Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses der Ge­sell­schaft zum 31. De­zem­ber 2005 ob­liegt al­lein dem Land Hes­sen, d. h. ins­be­son­de­re, dass in der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung, die über die Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses der Ge­sell­schaft zum 31. De­zem­ber 2005 be­sch­ließt, al­lein Land Hes­sen stimm­be­rech­tigt ist.
§ 14 Ein­zie­hung von Geschäfts­an­tei­len
(1) Die Ein­zie­hung von Geschäfts­an­tei­len ist zulässig. Die Ein­zie­hung der Geschäfts­an­tei­le an der Ge­sell­schaft, die nicht un­mit­tel­bar oder mit­tel­bar vom Land Hes­sen ge­hal­ten wer­den, ist oh­ne Zu­stim­mung des be­trof­fe­nen Ge­sell­schaf­ters auf­grund ei­nes Be­schlus­ses der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung, bei dem al­lein das Land Hes­sen stimm­be­rech­tigt ist, zulässig, wenn
(2) über das Vermögen ei­nes Ge­sell­schaf­ters, sei­nes un­mit­tel­ba­ren oder mit­tel­ba­ren Mehr­heits­ge­sell­schaf­ters oder
1. der Ge­sell­schaft ein In­sol­venz­ver­fah­ren eröff­net und nicht in­ner­halb von zwei Mo­na­ten, spätes­tens bis zur Ver­wer­tung des Geschäfts­an­teils ein­ge­stellt wird,
2. die Eröff­nung ei­nes In­sol­venz­ver­fah­rens über das Vermögen ei­nes Ge­sell­schaf­ters, sei­nes un­mit­tel­ba­ren oder mit­tel­ba­ren Mehr­heits­ge­sell­schaf­ters oder der Ge­sell­schaft man­gels Mas­se ab­ge­lehnt wird,
3. ein An­trag auf Eröff­nung ei­nes In­sol­venz­ver­fah­rens über das Vermögen ei­nes Ge­sell­schaf­ters durch die­sen Ge­sell­schaf­ter, sei­nes un­mit­tel­ba­ren oder mit­tel­ba­ren
Mehr­heits­ge­sell­schaf­ters durch die­sen Ge­sell­schaf­ter oder der Ge­sell­schaft durch die Ge­sell­schaft ge­stellt wur­de,
4. ein Ge­sell­schaf­ter oder des­sen un­mit­tel­ba­rer oder mit­tel­ba­rer Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter oder die Ge­sell­schaft über­schul­det oder zah­lungs­unfähig im Sin­ne der In­sol­venz­ord­nung sind und sämt­li­che In­sol­venz­gründe bis zur Be­schluss­fas­sung über die Ein­zie­hung nicht be­sei­tigt sind,
5. ein Geschäfts­an­teil oder Teil­geschäfts­an­teil ei­nes Ge­sell­schaf­ters an der Ge­sell­schaft gepfändet oder auf sons­ti­ge Wei­se in die­sem voll­streckt wird und die Pfändung oder sons­ti­ge Voll­stre­ckungs­maßnah­me nicht in­ner­halb von zwei Mo­na­ten, spätes­tens aber bis zur Ver­wer­tung des
Geschäfts­an­teils oder des Teil­geschäfts­an­teils auf­ge­ho­ben wird oder nicht in­ner­halb von zwei Mo­na­ten an­de­re Maßnah­men er­grif­fen wer­den, die ei­ne Ver­wer­tung des Geschäfts­an­teils oder Teil­geschäfts­an­teils ab­wen­den,
6. wenn we­sent­li­che Be­stand­tei­le des Vermögens der Ge­sell­schaft gepfändet oder auf sons­ti­ge Wei­se in die­se voll­streckt wird und die Pfändung oder sons­ti­ge Voll­stre­ckungs­maßnah­me nicht in­ner­halb von zwei Mo­na­ten, spätes­tens aber bis zur Ver­wer­tung der Vermögens­ge­genstände auf­ge­ho­ben wird oder nicht in­ner­halb von zwei Mo­na­ten an­de­re Maßnah­men er­grif­fen wer­den, die ei­ne Ver­wer­tung der Vermögens­ge­genstände ab­wen­den."
Ab dem 1. Ju­ni 2006 ist die Kläge­rin im kli­ni­schen Rou­ti­ne­dienst am In­sti­tut für me­di­zi­ni­sche
Mi­kro­bio­lo­gie tätig.
Die Kläge­rin hat in der, dem be­klag­ten Land am 6. Sep­tem­ber 2005 zu­ge­stell­ten Kla­ge die Auf­fas­sung ver­tre­ten, gehöre zwar nicht zum wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal im Sin­ne von § 7 Abs. 1 Nr. 1 und 3 HHG , sie sei aber gleich­wohl dem wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal zu­zu­ord­nen, weil sie aus­sch­ließlich für For­schung und Leh­re zuständig ist. Sie übe kei­ne über­wie­gen­de oder aus­sch­ließli­che Tätig­keit im kli­ni­schen Be­reich aus. Sie hat be­haup­tet, 12 nicht wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter aus dem Be­reich der Mi­kro­bio­lo­gie, die An­ge­stellt im La­bordienst und me­di­zi­nisch-tech­ni­sche An­ge­stell­te und mit ihr ver­gleich­bar sei­en, wären bei dem be­klag­ten Land ver­blie­ben. In­so­weit hat die Kläge­rin sich auf den ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz be­ru­fen.
fest­zu­stel­len, dass das zwi­schen den Par­tei­en über den 1. Ju­li 2005 hin­aus ein Ar­beits­verhält­nis be­steht.
Es hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Tätig­keit der Kläge­rin sei über­wie­gend dem kli­ni­schen Be­reich zu­zu­ord­nen.
Das Ar­beits­ge­richt Gießen hat durch Ur­teil vom 6. Ja­nu­ar 2006 die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Es hat an­ge­nom­men, die Kläge­rin ste­he nicht mehr in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu dem be­klag­ten Land, denn das Ar­beits­verhält­nis sei mit Wir­kung zum 1. Ju­li 2005 auf die An­stalt öffent­li­chen Rechts Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M über­ge­lei­tet wor­den. Die Kläge­rin ha­be zu den nicht wis­sen­schaft­li­chen Beschäftig­ten des Kli­ni­kums gehört, weil sie we­der dem wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal im Sin­ne des HHG zu­zu­rech­nen sei, noch aus­sch­ließlich in For­schung und Leh­re tätig ge­we­sen sei, denn sie ha­be – wenn auch mit ge­rin­gem zeit­li­chen Um­fang – im dia­gnos­ti­schen La­bor ge­ar­bei­tet. Auf den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz könne sie die Kla­ge nicht stützen, denn sie ha­be die Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen sol­chen An­spruch nicht aus­rei­chend dar­ge­legt. We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten der Be­gründung wird auf Bl. 74-76 d.A. Be­zug ge­nom­men.
Ge­gen die­ses Ur­teil hat die Kläge­rin in­ner­halb der zur Nie­der­schrift über die Be­ru­fungs­ver­hand­lung am 11. Ok­to­ber 2006 fest­ge­stell­ten und dort er­sicht­li­chen Fris­ten teil­wei­se Be­ru­fung ein­ge­legt.
Sie ver­folgt ihr Kla­ge­be­geh­ren teil­wei­se un­ter Wie­der­ho­lung und Ergänzung des erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens wei­ter. Sie ver­tritt die An­sicht, ih­re ver­trag­li­che Haupttätig­keit – die sie mit 98% ih­rer Ge­samt­jah­res­leis­tung be­misst – sei ei­ne sol­che ge­we­sen, die aus­sch­ließlich der For­schung und Leh­re dien­lich ge­we­sen sei. We­gen der dies­bezügli­chen Ein­zel­hei­ten wird auf die Ausführun­gen im Schrift­satz vom 10. Mai 2006 Bl. 113 f. d.A. Be­zug ge­nom­men. Wei­ter­hin be­haup­tet die Kläge­rin, an­de­re na­ment­li­che ge­nann­te Mit­ar­bei­ter, die wie sie selbst als nicht wis­sen­schaft­li­che Beschäftig­te dem Be­reich Leh­re und For­schung zu­zu­ord­nen sei­en, sei­en als Ar­beit­neh­mer bei dem Land Hes­sen ver­blie­ben. We­gen der Ein­zel­hei­ten ih­res Vor­brin­gens und der an­ge­bo­te­nen Be­wei­se wird auf die Ausführun­gen im Schrift­satz vom 10. Mai 2006 nebst An­la­gen Bl. 116-118, 124-137 ver­wie­sen. Im Übri­gen ist die Kläge­rin der An­sicht, § 3 UK-Ge­setz sei ver­fas­sungs­wid­rig, da die­ses Ge­setz ei­nen Ein­griff in ihr Grund­recht aus Art. 12 G auf freie Wahl des Ar­beits­ver­trags­part­ners dar­stel­le und der Grund­rechts­ein­griff nicht mit Ge­mein­wohl­be­lan­gen zu recht­fer­ti­gen sei. Sie be­haup­tet, in die­sem Zu­sam­men­hang, dass es durch die Über­nah­me der Geschäfts­an­tei­le durch den neu­en Ge­sell­schaf­ter G-Kli­ni­kum AG auch zu Stel­len­strei­chun­gen in dem Be­reich kom­men soll, in dem sie tätig ist. Hier­aus und aus ei­nem in Aus­sicht ste­hen­den Ta­rif­wech­sel dro­he ihr der Ver­lust er­wor­be­ner Be­sitzstände. Auf­grund der Ver­let­zung ih­res Grund­rechts ste­he ihr im We­ge der ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung ein Wi­der­spruchs­recht zu, wel­ches sie mit Schrei­ben vom 27. Ju­li 2005 aus­geübt ha­ben will.
das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Gießen vom 6. Ja­nu­ar 2006 – 4 Ca 420/05 – ab­zuändern und fest­zu­stel­len, dass zwi­schen den Par­tei­en über den 1. Ju­li 2005 hin­aus ei­ne Ar­beits­verhält­nis be­steht.
die Be­ru­fung als un­zulässig zu ver­wer­fen, hilfs­wei­se zurück­zu­wei­sen.
Es ver­tei­digt die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung eben­falls un­ter Wie­der­ho­lung und Ergänzung sei­nes erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens. Es ist der An­sicht, die Kläge­rin gehöre nicht zu den wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­tern, den sie ha­be nicht in Form ei­ner Ne­bentätig­keit, son­dern im Rah­men ih­rer nor­ma­len Dienst­auf­ga­be den Ein­satz im dia­gnos­ti­schen La­bor getätigt. So­weit die Kläge­rin auf die Ein­ord­nung an­de­rer Ar­beit­neh­mer/in­nen als wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter ab­stel­le, sei ei­ne Ver­gleich­bar­keit nicht ge­ge­ben. We­gen der Ein­zel­hei­ten der Ausführun­gen wird auf den Schrift­satz vom 16. Ju­ni 2006 (Bl. 149 f. d.A.) Be­zug ge­nom­men. Das be­klag­te Land ist wei­ter­hin der An­sicht, das Ar­beits­verhält­nis zur Kläge­rin sei kraft Ge­setz über­ge­gan­gen und der Kläge­rin ha­be kein Wi­der­spruchs­recht zu­ge­stan­den. Die Er­rich­tung der An­stalt öffent­li­chen Rechts und die Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­se sei­en Aus­wir­kun­gen ei­ner von dem be­klag­ten Land ge­trof­fe­nen Or­ga­ni­sa­ti­ons­ent­schei­dung. Die An­ord­nung der Über­lei­tung der be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­se sei auch verhält­nismäßig, weil ge­eig­net, den Be­stand bei­der Kli­nik­stand­or­te zu er­hal­ten und den fort­lau­fen­den Be­trieb zu si­chern. Auch sei die Verhält­nismäßig­keit ge­wahrt. In der Abwägung der Si­che­rung der Klink­stand­or­te und der me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung der Bevölke­rung als Ge­mein­schafts­gut und der Schwe­re des Ein­griffs in die Rechts­po­si­ti­on des von der Über­lei­tung be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mers sei die Über­lei­tung an­ge­mes­sen, weil sich die Ar­beits­be­din­gun­gen mit Aus­nah­me des Ar­beit­ge­bers nicht we­sent­lich verändert hätten.
We­gen der Ein­zel­hei­ten des Par­tei­vor­brin­gens wird auf den In­halt der ge­wech­sel­ten Schriftsätze und die Sit­zungs­nie­der­schrift vom 11. Ok­to­ber 2006 (Bl. 163 d.A.), vom 26. Ok­to­ber 2006 (Bl. 165 d.A.), vom 31. Ja­nu­ar 2007 (Bl. 223 f. d.A.) und vom 20. Ju­ni 2007 (Bl. 357 d.A.) Be­zug ge­nom­men.
Die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das am 30. Ju­ni 2006 verkünde­te Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Gießen ist zulässig. Das Rechts­mit­tel ist nach dem Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des statt­haft (
§§ 64 Abs. 2 , 8 Abs. 2 ArbGG ). Die Kläge­rin hat es auch form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und den An­for­de­run­gen ent­spre­chend be­gründet ( §§ 519 , 520 ZPO , 66 Abs. 1 ArbGG ).
Die Be­ru­fung hat in der Sa­che je­doch kei­nen Er­folg, denn die Kläge­rin steht nicht mehr in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu dem be­klag­ten Land. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en ist gemäß §§ 3 Abs. 1 i.V.m. 5 Abs. 2 UK-Ge­setz vom 16. Ju­ni 2005 mit Wir­kung zum 1. Ju­li 2005 auf die rechtsfähi­ge An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" über­ge­gan­gen. § 3 Abs. 1 UK-Ge­setz verstößt we­der ge­gen höher­ran­gi­ges ein­fa­ches Recht noch ge­gen Ver­fas­sungs­recht. Eben­so we­nig be­ste­hen hin­sicht­lich des zwin­gend an­ge­ord­ne­ten Über­gangs des Ar­beits­verhält­nis­ses auf die An­stalt des öffent­li­chen Rechts Be­den­ken aus eu­ro­pa­recht­li­cher Sicht.
Die auf Fest­stel­lung ge­rich­te­te Kla­ge ist gemäß § 46 Abs. 2 ArbGG , 256 Abs. 1 ZPO zulässig. Das für ei­ne Fest­stel­lungs­kla­ge gemäß 256 ZPO er­for­der­li­che Rechts­schutz­in­ter­es­se der Kläge­rin ist ge­ge­ben.
Nach § 256 Abs. 1 ZPO kann auf Fest­stel­lung des Be­ste­hens oder Nicht­be­ste­hens ei­nes Rechts­verhält­nis­ses Kla­ge er­ho­ben wer­den, wenn der Kläger ein recht­li­ches In­ter­es­se dar­an hat, dass das Rechts­verhält­nis durch rich­ter­li­che Ent­schei­dung als­bald fest­ge­stellt wer­de. Als fest­stell­ba­res Rechts­verhält­nis im Sin­ne des § 256 Abs. 1 ZPO kommt vor­lie­gend das Be­ste­hen ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses zwi­schen der Kläge­rin und dem be­klag­ten Land in Be­tracht. Die Kläge­rin verfügt über das zur Er­he­bung der Fest­stel­lungs­kla­ge not­wen­di­ge Fest­stel­lungs­in­ter­es­se, denn das be­klag­te Land stellt den Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses im Hin­blick auf die im UK-Ge­setz ent­hal­te­nen Re­ge­lun­gen in Ab­re­de.
Ent­ge­gen der von der Kläge­rin ver­tre­te­nen Auf­fas­sung liegt in dem sich aus § 3 Abs. 1 UK-Ge­setz er­ge­ben­den Ein­tritt der An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" in die Rech­te und Pflich­ten des Ar­beits­verhält­nis­ses und dem Ver­lust des Ar­beit­ge­bers Land Hes­sen auf Sei­ten der Kläge­rin kein un­zulässi­ger Ein­griff in ei­ne ver­fas­sungsmäßig geschütz­te Rechts­po­si­ti­on. Der Über­gang des zwi­schen den Par­tei­en vor­mals be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses auf die­sen neu­en Recht­sträger ist wirk­sam, auch wenn der Kläge­rin kein Wi­der­spruchs­recht ge­gen die Über­lei­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses zu­ge­stan­den hat.
§ 3 Abs. 1 S. 1 UK-Ge­setz be­stimmt, dass mit In-Kraft-Tre­ten die­ses Ge­set­zes am 1. Ju­li 2005 (§ 5 UK-Ge­setz) die bis­her in der Kran­ken­ver­sor­gung und Ver­wal­tung der Uni­ver­sitätskli­ni­ken Gießen und Mar­burg täti­gen nicht wis­sen­schaft­li­chen Beschäftig­ten, die in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu dem Land Hes­sen ste­hen, von der je­wei­li­gen Uni­ver­sitätskli­nik zu dem Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M ver­setzt wer­den und in den An­stalts­dienst über­ge­hen. § 3 Abs. 1 S. 3 UK-Ge­setz re­gelt wei­ter­hin, dass das Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M in die Rech­te und Pflich­ten der Ar­beits- und Aus­bil­dungs­verhält­nis­se der vor­ge­nann­ten Ar­beit­neh­mer ein­tritt.
Die Kläge­rin war für das be­klag­te Land als nicht wis­sen­schaft­li­che An­ge­stell­te im Be­reich des Uni­ver­sitätskli­ni­kum G tätig und fällt da­her in den Be­reich der von der Über­lei­tung kraft § 3 Abs. 1 UK-Ge­setz be­trof­fe­nen Kli­nik­beschäftig­ten.
Hin­sicht­lich der Ein­ord­nung der Mit­ar­bei­ter in das wis­sen­schaft­li­che und nicht wis­sen­schaft­li­che Per­so­nal der Uni­ver­sitätskli­ni­ken ver­weist § 3 Abs. 2 UK-Ge­setz auf § 22 Abs. 3 Uni­KlinG . Nach die­ser Vor­schrift gehören zum wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal die gemäß § 7 Abs. 3 Nr. 1 und 3 HHG in der Fas­sung vom 3. No­vem­ber 1998 (= § 8 Abs. 3 Nr. 1 und 3 HHG in der Fas­sung vom 31. Ju­li 2000) Beschäftig­ten so­wie die aus­sch­ließlich für For­schung und Leh­re täti­gen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter. Un­ter Be­ach­tung von § 8 Abs. 3 Nr. 3 HHG n.F gehören u.a. zum wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal die wis­sen­schaft­li­chen As­sis­ten­tin­nen und As­sis­ten­ten so­wie die wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter so­wie die wis­sen­schaft­li­chen Hilfs­kräfte mit Hoch­schul­ab­schluss.
Nach ih­rem ei­ge­nen Vor­brin­gen zählt die Kläge­rin nicht zu dem im HHG de­fi­nier­ten Kreis der wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­ter. Sie kann sich al­len­falls der Grup­pe der Mit­ar­bei­te­rin­nen aus den Be­rei­chen Ver­wal­tung und Tech­nik ein­sch­ließlich der An­gehöri­gen der nichtärzt­li­chen Fach­be­ru­fe des Ge­sund­heits­we­sens (ad­mi­nis­tra­tiv­tech­ni­sche Mit­glie­der im Sin­ne von § 8 Abs. 3 Nr. 4 HHG n.F. zu­gehörend an­se­hen. Hier­auf kommt es vor­lie­gend je­doch nicht an, denn § 3 UK-Ge­setz ver­weist in sei­nem Ab­satz 2 auf § 22 Abs. 3 Uni­KlinG , der sei­ner­seits aus­sch­ließlich auf § 7 Abs. 3 Nr. 1 und 3 HHG i.F. vom 3. No­vem­ber 1998 (= § 8 HHG n. F.) ver­weist.
Die Kläge­rin gehört auch nicht zum sons­ti­gen Kreis der wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­ter im Sin­ne von § 22 Abs. 3 Uni­KlinG , die aus­sch­ließlich für For­schung und Leh­re ar­bei­ten.
Un­strei­tig wird die Kläge­rin nicht aus­sch­ließlich in For­schung und Leh­re tätig. Sie übt – wenn auch nur mit ei­nem ge­rin­gen zeit­li­chen An­teil – Ar­bei­ten aus, die der Kran­ken­ver­sor­gung zu­zu­rech­nen sind, in­dem sie Spät- und Wo­chen­end­diens­te im dia­gnos­ti­schen La­bor ver­rich­tet. Die­se Ar­bei­ten sind Be­stand­teil ih­rer im Rah­men des Ar­beits­verhält­nis­ses als An­ge­stell­te im La­bordienst zu ver­rich­ten­den Auf­ga­ben. Die For­mu­lie­rung in § 22 Abs. 3 Uni­KlinG ver­bie­tet ei­ne Aus­le­gung im Sin­ne der Be­trach­tung der Kläge­rin, die auf ih­re re­gelmäßige Haupttätig­keit im In­sti­tut für Mi­kro­bio­lo­gie ab­stellt. Die Ver­wen­dung des Be­griffs "aus­sch­ließlich" ist ein­deu­tig und ei­ner Aus­le­gung nicht möglich. An­ders als bei ei­ner über­wie­gen­den oder we­sent­li­chen Beschäfti­gung mit be­stimm­ten Auf­ga­ben, kann ei­ne aus­sch­ließli­che nicht an­ge­nom­men wer­den, wenn mit ei­nem noch so klei­nen Zeit­an­teil auch an­der­wei­ti­ge, ver­trag­lich ge­schul­de­te Tätig­kei­ten ver­rich­tet wer­den.
Vor­lie­gend hat auch ein ggf. im Schrei­ben vom 27. Ju­li 2005 erklärter Wi­der­spruch kei­ne Rechts­fol­gen ent­fal­tet, oh­ne dass es dar­auf an­kommt, ob das Schrei­ben den An­for­de­run­gen an ei­nen Wi­der­spruch genügt.
Nach den Re­ge­lun­gen des UK-Ge­set­zes be­steht für die von dem Über­gang be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer kein Wi­der­spruchs­recht.
Das UK-Ge­setz sieht an kei­ner Stel­le ein Wi­der­spruchs­recht für die von dem Über­gang ih­rer Ar­beits­verhält­nis­se auf den neu­en Recht­sträger An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" vor. Ein Wi­der­spruchs­recht im Sin­ne von § 613a Abs. 6 BGB ist in dem Ge­setz nicht sta­tu­iert wor­den. In dem aus­sch­ließlich ge­re­gel­ten Ein­tritt des Uni­ver­sitätskli­ni­kums G und M in die Rech­te und Pflich­ten des Ar­beits­verhält­nis­ses hat der Hes­si­sche Land­tag als Ge­setz­ge­ber aus­drück­lich nur auf ei­nen Teil­be­reich des § 613a BGB ver­wie­sen. Glei­ches er­gibt sich auch aus dem Schrei­ben des Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M vom 13. Ju­li 2005 an die Kläge­rin.
Auf­grund der Aus­ge­stal­tung des UK-Ge­set­zes ver­bie­tet sich auch ei­ne ana­lo­ge An­wen­dung des § 613a Abs. 6 BGB .
Es kann da­hin­ge­stellt blei­ben, ob ein­zel­ne Be­stim­mun­gen des § 613a BGB auf ei­nen durch öffent­lich-recht­li­che Nor­men, ins­be­son­de­re Ge­set­ze, ge­re­gel­ten Be­triebsüber­gang ent­spre­chend an­ge­wandt wer­den können (vgl. die Dar­stel­lung des Mei­nungs­stan­des in BAG vom 2. März 2006 – 8 AZR 124/05 , AP Nr. 25 zu § 419 BGB Funk­ti­ons­nach­fol­ge in Rn 17). Denn grundsätz­lich kann ei­ne Ana­lo­gie in Form der ei­ner Ge­set­zes- oder Rechts­ana­lo­gie nur er­fol­gen, wenn ei­ne plan­wid­ri­ge Re­ge­lungslücke und ein ver­gleich­ba­rer Sach­ver­halt vor­lie­gen (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 – 8 AZR 441/05 , AP Nr. 26 zu § 419 BGB Funk­ti­ons­nach­fol­ge; BAG vom 2. März 2006 – 8 AZR 124/05 , AP Nr. 25 zu § 419 BGB Funk­ti­ons­nach­fol­ge; BAG vom 13. Mai 2004 – 8 AZR 92/03 , NZA 2004, 944).
Dies würde vor­aus­set­zen, dass der Lan­des­ge­setz­ge­ber im UK-Ge­setz den vom Über­gang ih­rer Ar­beits­verhält­nis­se auf die An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M"
be­trof­fe­nen Beschäftig­ten nicht be­wusst kein Wi­der­spruchs­recht ein­geräumt hat. Im um­ge­kehr­ten Fall der be­wuss­ten Nicht­einräum­ung ei­nes Wi­der­spruchs­rechts wäre die Recht­spre­chung nicht be­fugt, sich über die­se ge­setz­ge­be­ri­sche Ent­schei­dung im We­ge der Ge­set­zes- oder Rechts­ana­lo­gie hin­weg­zu­set­zen.
Wie be­reits oben dar­ge­stellt wur­de, hat der Lan­des­ge­setz­ge­ber in der ein­ge­schränk­ten Über­nah­me der Re­ge­lun­gen des § 613a BGB be­wusst von der Möglich­keit der Einräum­ung ei­nes Wi­der­spruchs­rechts ab­ge­se­hen. Vor dem Hin­ter­grund der Dis­kus­sio­nen im Zu­sam­men­hang mit auf Ge­setz be­ru­hen­den Be­triebsübergängen (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O. m.w.H.) und den Um­stand, das dem Hes­si­schen Land­tag be­kannt war, dass die Re­ge­lung des § 613a BGB nur im Fall ei­nes auf ei­nem Rechts­geschäft be­ru­hen­den Be­triebsüber­gangs den hier­von be­trof­fe­nen Mit­ar­bei­tern ein Wi­der­spruchs­recht einräumt, kann nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass der Lan­des­ge­setz­ge­ber nur ver­se­hent­lich die Einräum­ung ei­nes Wi­der­spruchs­rechts für das von dem Über­gang be­trof­fe­ne nicht wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal im Ge­setz un­ter­las­sen hat. Ge­ra­de die Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen dem wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal, wel­ches bei dem be­klag­ten Land als Ar­beit­ge­ber ver­blie­ben ist (§ 3 Abs. 2 UK-Ge­setz), und den sons­ti­gen Ar­beit­neh­mern und Aus­zu­bil­den­den zeigt, dass der Ge­setz­ge­ber ei­ne kla­re Re­ge­lung oh­ne die Möglich­keit ei­nes Wi­der­spruchs der von dem Über­gang ih­rer Ar­beits­verhält­nis­se be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer ge­wollt hat, die Nicht­einräum­ung ei­nes Wi­der­spruchs­rechts mit­hin be­wusst er­folgt ist.
Die in § 3 Abs. 1 UK-Ge­setz zwin­gend an­ge­ord­ne­te Über­lei­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf die An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" verstößt auch nicht ge­gen höher­ran­gi­ges ein­fa­ches Bun­des­recht.
Ein­fa­ches Bun­des­recht, wel­ches die Über­lei­tung von Ar­beits­verhält­nis­sen durch ei­nen Lan­des­ge­setz­ge­ber ver­bie­tet, be­steht nicht. Ei­nem ge­setz­lich an­ge­ord­ne­ten Über­gang der Ar­beits­verhält­nis­se ste­hen we­der die Vor­schrif­ten des § 415 Abs. 1 Satz 1 BGB noch § 613 Satz 2 BGB ent­ge­gen (vgl. BAG vom 2. März 2006 a.a.O. Rn 21 ff.).
Die Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­se ist auch nicht un­wirk­sam, weil die zu­grun­de lie­gen­de Re­ge­lung der Ge­samt­rechts­nach­fol­ge im UK-Ge­setz un­wirk­sam wäre.
§ 168 Um­wG re­gelt für Ge­bietskörper­schaf­ten ab­sch­ließend, wie im We­ge der par­ti­el­len Ge­samt­rechts­nach­fol­ge Be­trie­be auf Träger pri­va­ten Rechts über­tra­gen wer­den können. Mit der Er­rich­tung der An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" wur­de je­doch ei­ne an­de­re Art der Aus­glie­de­rung gewählt, als sie § 168 Um­wG vor­sieht. Das be­klag­te Land hat dem Be­trieb der bei­den Uni­ver­sitätskli­ni­ken G und M nicht auf ei­nen Träger pri­va­ten, son­dern öffent­li­chen Rechts über­tra­gen. Die­se Aus­glie­de­rung fällt nicht in den Gel­tungs­be­reich des Um­wand­lungs­ge­set­zes und verstößt auch nicht ge­gen die in § 1 Abs. 1 Um­wG ent­hal­te­ne Be­schränkung auf die im Ge­setz zu­ge­las­se­nen Um­wand­lungs­ar­ten (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O.; BAG vom 8. Mai 2001 – 9 AZR 95/00 , AP Nr. 219 zu § 613a BGB).
Letzt­lich stellt auch die Nicht­einräum­ung ei­nes Wi­der­spruchs­rechts kei­nen Ver­s­toß ge­gen § 613a Abs. 6 BGB dar, weil be­reits die in § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB ent­hal­te­nen tat­be­stand­li­che Vor­aus­set­zung in Ge­stalt ei­nes durch Rechts­geschäft be­wirk­ten Be­triebsüber­gangs nicht ge­ge­ben ist. Da­mit sind vom sach­li­chen An­wen­dungs­be­reich der Norm sol­che Be­triebsübergänge aus­ge­nom­men, die im We­ge der Ge­samt­rechts­nach­fol­ge kraft Ge­set­zes voll­zo­gen wer­den (vgl. BAG vom 2. März 2006 a.a.O. m.w.H., KR-Pfeif­fer, 8. Aufl., § 613a BGB Rn. 72; Münch­KommBGB/Müller-Glöge, 4. Aufl., § 613a Rn 62; APS/Stef­fan, 2. Aufl., § 613a BGB Rn 67 f).
Im Streit­fall liegt ein aus­sch­ließlich auf ei­nem Ge­setz be­ru­hen­der Be­triebsüber­gang vor. Nach § 1 Abs. 3 UK-Ge­setz ist die An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" im We­ge
der Ge­samt­rechts­nach­fol­ge in die Rech­te, Pflich­ten und Zuständig­kei­ten der Uni­ver­sitätskli­ni­ken G und M ein­ge­tre­ten und hat das je­wei­li­ge Be­triebs­vermögen über­nom­men. Der Über­gang der Ar­beits­verhält­nis­se des nicht wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nals er­folg­te nach § 3 Abs. 1 UK-Ge­setz. An­der­wei­ti­ge rechts­geschäft­li­che Über­tra­gungs­ak­te sind nicht zu er­ken­nen.
Ent­ge­gen der von der Kläge­rin ver­tre­te­nen Auf­fas­sung verstößt we­der die Über­lei­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses an sich noch die Nicht­gewährung ei­nes Wi­der­spruchs­rechts ge­gen Ver­fas­sungs­recht.
Dem Hes­si­schen Land­tag stand die Ge­setz­ge­bungs­be­fug­nis für das UK-Ge­setz zu. Nach Art. 70 Abs. 1 GG ha­ben die Länder das Recht zur Ge­setz­ge­bung, so­weit nicht dem Bund Ge­setz­ge­bungs­be­fug­nis­se ver­lie­hen wor­den sind. Zwar hat der Bund nach Art. 75 Abs. 1 Nr. 1 GG die Be­fug­nis, Rah­men­vor­schrif­ten für die Ge­setz­ge­bung der Länder über die Rechts­verhält­nis­se der im öffent­li­chen Dienst der Länder ste­hen­den Per­so­nen zu er­las­sen und ihm steht nach Art. 74 Abs. 1 Nr. 12 GG das Recht zur kon­kur­rie­ren­den Ge­setz­ge­bung im Ar­beits­recht zu. Von die­ser Kom­pe­tenz hat er aber, so­weit es die ge­setz­li­che Über­lei­tung von Ar­beits­verhält­nis­sen be­trifft, kei­nen Ge­brauch ge­macht, son­dern nur rechts­geschäft­li­che Übergänge nach § 613a BGB ge­re­gelt (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O. m.w.H.).
Vor­lie­gend ist auch kein Ver­s­toß ge­gen die Ver­pflich­tung zum Schutz der Men­schenwürde der Kläge­rin aus Art. 1 Abs. 1 GG zu er­ken­nen. Ins­be­son­de­re steht ihr auf­grund des ein­sei­tig durch­geführ­ten Ar­beit­ge­ber­wech­sels an­er­kann­ter­maßen ein außer­or­dent­li­ches Kündi­gungs­recht zu, so dass ihr nicht ge­gen ih­ren Wil­len die An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" als Ar­beit­ge­ber auf­ge­zwun­gen wer­den kann (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O. m.w.H.).
Letzt­lich ist auch das grund­recht­lich geschütz­te Recht der Kläge­rin auf Be­rufs­frei­heit ( Art. 12 Abs. 1GG ) durch den ge­setz­lich be­ding­ten Über­gang ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses nicht ver­letzt.
Nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ga­ran­tiert Art. 12 Abs. 1 Satz 1 GG ne­ben der frei­en Wahl des Be­rufs als wei­te­res Schutz­gut auch die freie Wahl des Ar­beits­plat­zes. Hier­bei be­inhal­tet das Recht auf freie Ar­beits­platz­wahl die Ent­schei­dung, an wel­cher Stel­le der Be­tref­fen­de dem gewähl­ten Be­ruf nach­ge­hen möch­te. Es geht mit­hin um die Ent­schei­dung für ei­ne kon­kre­te Betäti­gungsmöglich­keit oder ein be­stimm­tes Ar­beits­verhält­nis. Hier­zu ist zunächst der Ent­schluss des Ein­zel­nen, ei­ne kon­kre­te Beschäfti­gungsmöglich­keit in dem gewähl­ten Be­ruf zu er­grei­fen, zu rech­nen. Da­zu zählt na­ment­lich bei abhängig Beschäftig­ten auch die Wahl des Ver­trags­part­ners samt den da­zu not­wen­di­gen Vor­aus­set­zun­gen. Eben­so wie die freie Be­rufs­wahl sich nicht in der Ent­schei­dung zur Auf­nah­me ei­nes Be­rufs erschöpft, son­dern auch die Fort­set­zung und Be­en­di­gung ei­nes Be­rufs um­fasst, be­zieht die freie Ar­beits­platz­wahl ne­ben der Ent­schei­dung für ei­ne kon­kre­te Beschäfti­gung auch den Wil­len des Ein­zel­nen ein, die­se bei­zu­be­hal­ten oder auf­zu­ge­ben. Das Grund­recht ent­fal­tet sei­nen Schutz dem­nach ge­gen al­le staat­li­chen Maßnah­men, die die­se Wahl­frei­heit be­schränken. Das ist na­ment­lich der Fall, wenn der Staat den Ein­zel­nen zur An­nah­me ei­nes be­stimm­ten Ar­beits­plat­zes zwingt oder die Auf­ga­be ei­nes Ar­beits­plat­zes ver­langt. Di­rek­te staat­li­che Ein­grif­fe in be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis­se müssen sich da­her stets an dem Grund­recht auf freie Wahl des Ar­beits­plat­zes mes­sen las­sen ( BVerfG vom 6. Ok­to­ber 1999 – 1 BvR 2110/93 , AP Nr. 112 zu Art. 12 GG; BVerfG vom 24. April 1991 – 1 BvR 1341/90 , BVerfGE 84, 133). Das Bun­des­ar­beits­ge­richt ist die­ser Recht­spre­chung ge­folgt und er­kennt an, dass Re­ge­lun­gen zum Über­gang ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf ei­nen an­de­ren Ar­beit­ge­ber den Schutz­be­reich der durch Art. 12 Abs. 1 GG geschütz­ten Ar­beits­platz­frei­heit berühren (vgl. BAG vom 2. März 2006 a.a.O. m.w.H.).
Un­ter Berück­sich­ti­gung die­ses Prüfungs­maßstabs stellt die durch das UK-Ge­setz an­ge­ord­ne­te Über­lei­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses der Kläge­rin auf die An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" ei­nen Ein­griff in ihr Grund­recht auf freie Wahl des Ar­beits­plat­zes dar.
Denn hier­durch wird ihr Ar­beits­ver­trag zu dem be­klag­ten Land be­en­det und die An­stalt Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M wird neu­er Ver­trags­part­ner auf Ar­beit­ge­ber­sei­te. Der Ver­lust des Ar­beits­plat­zes beim be­klag­ten Land tritt un­mit­tel­bar als Fol­ge des Ge­set­zes ein und ist – man­gels Einräum­ung ei­nes Wi­der­spruchs­rechts – zwin­gend. Oh­ne ei­ne zum Ver­lust des Ar­beits­plat­zes führen­de, und da­mit prak­tisch als Al­ter­na­ti­ve nicht in Be­tracht kom­men­de Maßnah­me, kann die Kläge­rin den Wech­sel auf Ar­beit­ge­ber­sei­te nicht ver­hin­dern.
Al­ler­dings ist die­ser Ein­griff in die Ar­beits­platz­frei­heit ver­fas­sungs­recht­lich ge­recht­fer­tigt.
Die Recht­spre­chung er­kennt an, dass auch Ein­grif­fe in Grund­rech­te zulässig sein können. Im Be­reich von Art. 12 GG ist für die Prüfung der Zulässig­keit des Ein­griffs da­nach zu dif­fe­ren­zie­ren, wie sich die­ser auf die Grund­rech­te des Ar­beit­neh­mers aus­wirkt (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O. m.w.H.). Wenn der Ein­griff wie ei­ne ob­jek­ti­ve Zu­las­sungs­schran­ke wirkt, ist er nur ge­recht­fer­tigt, wenn er zur Si­che­rung zwin­gen­der Gründe des Ge­mein­wohls er­folgt (vgl. BVerfG vom 10. März 1992 – 1 BvR 454/91 – BVerfGE 85, 360; BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O.). Kommt der Ein­grif­fe hin­ge­gen ei­ner Re­ge­lung der Be­rufs­ausübungs­frei­heit un­ter Auf­recht­er­hal­tung der Ar­beits­verhält­nis­se gleich, so ist sei­ne Ver­fas­sungsmäßig­keit zu be­ja­hen, wenn er durch vernünf­ti­ge Gründe des Ge­mein­wohls ge­recht­fer­tigt und verhält­nismäßig ist. Grundsätz­lich dürfen Ein­grif­fe in die Be­rufs­frei­heit nicht wei­ter ge­hen, als es die sie recht­fer­ti­gen­den Ge­mein­wohl­be­lan­ge er­for­dern (vgl. BVerfG vom 9. Ju­ni 2004 – 1 BvR 636/02 , BVerfGE 111, 10; BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O. m.w.H.).
Be­zo­gen auf den Streit­fall stellt sich der Ein­griff sei­tens § 3 Abs. 1 UK-Ge­setz in die Grund­rechts­po­si­ti­on der Kläge­rin nicht als ob­jek­ti­ve Zu­las­sungs­schran­ke, son­dern als Be­rufs­ausübungs­re­ge­lung dar. Durch das UK-Ge­setz sol­len die kon­kre­ten Ar­beits­verhält­nis­se des nicht­wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nals der bei­den von dem Ge­setz be­trof­fe­nen Uni­ver­sitätskli­ni­ken in je­dem Fall un­verändert, wenn auch mit ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber, auf­recht­er­hal­ten wer­den. Die­ser tritt in die Rech­te und Pflich­ten des Ar­beits­verhält­nis­ses ein. Auch wenn das UK-Ge­setz kei­ne wei­ter­ge­hen­den An­ga­ben im Sin­ne von § 613a Ab. 1 BGB enthält, gilt in­so­weit das glei­che, wie wenn das be­klag­te Land wei­ter­hin Ar­beit­ge­ber ge­we­sen wäre. In­halt­li­che Verände­run­gen, die über das Di­rek­ti­ons­recht des Ar­beit­ge­bers hin­aus­ge­hen, können nur im We­ge ei­ner Ände­rungskündi­gung er­reicht wer­den. Die Rech­te, die sich das be­klag­te Land ge­genüber der G AG im Rah­men der ge­sell­schafts­ver­trag­li­chen Aus­ge­stal­tung vor­be­hal­ten hat und die Ver­pflich­tun­gen – ins­be­son­de­re im Be­reich der Ein­zie­hung gemäß § 14 des Ge­sell­schafts­ver­trags der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH, die es über­nom­men hat, be­wir­ken ei­ne Ab­si­che­rung der kläge­ri­schen Ar­beit­neh­mer­rech­te im Fall der In­sol­venz der Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH, die die recht­li­chen und tatsächli­chen Aus­wir­kun­gen des UK-Ge­set­zes auf die Rechts­stel­lung der Kläge­rin auf den bloßen Wech­sel des Ar­beit­ge­bers un­ter Fortführung des Ar­beits­verhält­nis­ses im Übri­gen be­schränken. In Be­zug auf Kündi­gun­gen des Ar­beits­verhält­nis­ses ist nicht er­kenn­bar, dass sich die Rechts­po­si­ti­on der Kläge­rin ver­schlech­tert hat. Die So­zi­al­aus­wahl wäre im Be­reich des öffent­li­chen Diens­tes, d.h. so­lan­ge das be­klag­te Land und die An­stalt öffent­li­chen Rechts Ar­beit­ge­ber der Kläge­rin ge­we­sen ist, dienst­stel­len­be­zo­gen und nach dem Form­wech­sel in die Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M GmbH nun­mehr be­triebs­be­zo­gen durch­zuführen. Da­mit verändert sich der Kreis der in ei­ne so­zia­le Aus­wahl nach § 1 Abs. 3 KSchG ein­zu­be­zie­hen­den Beschäfti­gen nicht. Dem kann auch nicht ent­ge­gen ge­hal­ten wer­den, die Kläge­rin sei nun­mehr nicht mehr Beschäftig­te im Lan­des­dienst und könne sich da­her nicht mehr in­tern auf Stel­len­aus­schrei­bun­gen in­ner­halb des Lan­des­diens­tes be­wer­ben. Es kann da­hin­ste­hen, ob die­se Be­wer­tung über­haupt be­zo­gen auf die durch das UK-Ge­setz be­wirk­ten Verände­run­gen gilt, denn im Zu­sam­men­hang mit ei­ner oh­ne­hin bis zum Jahr 2010 aus­ge­schlos­se­nen be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung kommt es hier­auf in Be­zug auf die Prüfung der Aus­wir­kun­gen des Ge­set­zes auf die Rechts­po­si­ti­on der Kläge­rin im Jahr 2005 nicht an. Denn es ist nach dem der­zei­ti­gen Er­kennt­nis­stand nicht fest­stell­bar, dass sich hier­durch die Po­si­ti­on der Kläge­rin ver­schlech­tert, oder ob sie sich nicht gar ver­bes­sert hat, weil das be­klag­te Land aus­weis­lich des Zu­kunfts­si­che­rungs­ge­set­zes den Ab­bau von Stel­len im Lan­des­dienst vor­an­treibt.
Ent­schei­dend für die Un­be­gründet­heit der Kla­ge ist je­doch die Fest­stel­lung, dass so­wohl die Über­lei­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses als auch die Nicht­einräum­ung ei­nes Wi­der­spruchs­rechts durch
vernünf­ti­ge Gründe des Ge­mein­wohls ge­recht­fer­tigt ist. Es lie­gen vernünf­ti­ge Gründe des Ge­mein­wohls vor, die den Ein­griff in das Grund­recht der Kläge­rin auf freie Wahl des Ar­beits­plat­zes ein­sch­ließlich des Ar­beit­ge­bers recht­fer­ti­gen und der Ein­griff ist auch nicht un­verhält­nismäßig.
Un­strei­tig be­stand ins­be­son­de­re an dem Kli­nik­stand­ort in G ein ho­her In­ves­ti­ti­ons­be­darf, der auf­grund der Haus­halts­si­tua­ti­on des Lan­des Hes­sen in dem er­for­der­li­chen zeit­li­chen Rah­men un­ter Berück­sich­ti­gung der not­wen­di­gen Ver­fah­rens­abläufe nicht hätte rea­li­siert wer­den können. Die zwin­gen­den Vor­ga­ben für öffent­li­che In­ves­ti­tio­nen in dem im Streit­fall vor­lie­gen­den Vo­lu­men können nicht um­gan­gen wer­den und er­schwe­ren die Ab­wick­lung ge­genüber Pri­vat­in­ves­ti­tio­nen nicht un­er­heb­lich. Da­mit war zu­min­dest für den Stand­ort G ei­ne Auf­recht­er­hal­tung des Kli­nik­be­trie­bes in der bis­he­ri­gen Form nicht ge­si­chert, zu­mal so­wohl in F als auch in M Uni­ver­sitätskli­ni­ken zur Verfügung stan­den, die Pa­ti­en­ten des G Kli­ni­kums im Fal­le ei­ner wei­te­ren Re­du­zie­rung des Kli­nik­be­triebs hätten auf­neh­men und ge­mein­sam mit den übri­gen G bzw. in der Um­ge­bung ansässi­gen Kran­kenhäusern ver­sor­gen können. Dies hätte je­den­falls zu ei­ner Ver­schlech­te­rung der Kran­ken­ver­sor­gung im G Raum in­so­weit geführt, als die Pa­ti­en­ten länge­re We­ge zur Klink ge­habt hätten, was dem Ge­dan­ken ei­ner wohn­ort­na­hen Ver­sor­gung und den da­mit ein­her­ge­hen­den Vor­tei­len auch in der so­zia­len Be­treu­ung der Pa­ti­en­ten wi­der­spricht. Auch wenn bei der Prüfung der Rechtmäßig­keit des Ein­griffs in die Grund­rech­te der Kläge­rin die im UK-Ge­setz an­ge­leg­ten Vor­ge­hens­wei­sen mit berück­sich­tigt wer­den, ist der Ein­griff recht­lich nicht zu be­an­stan­den. Die von dem be­klag­ten Land gewähl­te Vor­ge­hens­wei­se, die bei­den Kli­nik­be­trie­be zunächst in die An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" ein­zu­brin­gen und so­dann in ei­ne Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung durch Form­wech­sel um­zu­ge­stal­ten, de­ren we­sent­li­che Geschäfts­an­tei­le an ei­nen pri­va­ten Er­wer­ber veräußert wer­den soll­ten mit der Ver­pflich­tung, in ei­nem fest­ge­leg­ten Zeit­rah­men von rund 5 Jah­ren In­ves­ti­tio­nen im Vo­lu­men von € 270 Mio. an den Kli­nik­stand­or­ten G und M durch­zuführen, war ge­eig­net, die Fortführung bei­der Kli­ni­ken im bis­he­ri­gen Um­fang zu si­chern. Die Auf­recht­er­hal­tung des Be­triebs bei­der Uni­ver­sitätskli­ni­ken ist so­wohl im Hin­blick auf die Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung als auch auf die re­gio­na­le und über­re­gio­na­le Be­deu­tung der Uni­ver­sitätsstädte G und M im öffent­li­chen In­ter­es­se, denn sie ermögli­chen ei­ne orts­na­he me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung auf höchs­tem Ni­veau so­wie For­schung und Leh­re in bei­den Fa­kultäten. Die Fortführung bei­der Kli­ni­ken in neu­er Rechts­form konn­te al­ler­dings nur un­ter Auf­recht­er­hal­tung des Kli­nik­be­triebs gewähr­leis­tet wer­den, was wie­der­um die Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­se des in der Kran­ken­ver­sor­gung und Ver­wal­tung der Kli­ni­ken täti­gen Per­so­nals be­ding­te. In­so­weit ist auch die un­ter­schied­li­che Be­hand­lung der wis­sen­schaft­li­chen zu den nicht wis­sen­schaft­lich täti­gen Beschäftig­ten ge­recht­fer­tigt. Oh­ne ge­setz­li­che Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­se der in den Be­rei­chen Kran­ken­ver­sor­gung und Ver­wal­tung ein­ge­setz­ten Beschäftig­ten be­stand, wie die Viel­zahl der "Wi­dersprüche" der Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer und das Vor­ge­hen ge­gen das UK-Ge­setz zeigt, die Ge­fahr ei­nes Aus­ein­an­der­fal­lens des für den Be­trieb ei­nes Kran­ken­hau­ses not­wen­di­gen Per­so­nals. Dem kann auch nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, das be­klag­te Land hätte im We­ge der Per­so­nal­ge­stel­lung die Per­so­nalüber­las­sung an ei­nen neu­en Be­trei­ber re­geln können. Ei­ne sol­che Vor­ge­hens­wei­se hätte für das be­klag­te Land das Ri­si­ko der Bei­be­hal­tung von hun­der­ten von Beschäfti­gungs­verhält­nis­sen be­inhal­tet, oh­ne dass es un­mit­tel­ba­ren Ein­fluss auf das Ab­ru­fen der­ar­ti­ger Ar­beits­leis­tun­gen durch den Kli­nik­be­trei­ber hätte neh­men können.
Das Be­ru­fungs­ge­richt ver­kennt nicht, dass es – dies zeigt sich be­reits aus dem ei­ge­nen Vor­brin­gen des be­klag­ten Lan­des – zu dem gewähl­ten Vor­ge­hen der Über­lei­tung der Beschäfti­gungs­verhält­nis­se auf die An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M", de­ren an­sch­ließen­der Form­wech­sel in ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son des pri­va­ten Rechts und Ver­kauf von 95% der Ge­sell­schafts­an­tei­le an ei­ne pri­va­te Ge­sell­schaft – al­ter­na­ti­ve Vor­ge­hensmöglich­kei­ten ge­ge­ben hätte (et­wa die Wahl ei­nes Stif­tungs­mo­dells bzw. ei­ne PPP-Pro­jekt). Al­ler­dings ist die gewähl­te Vor­ge­hens­wei­se, die er­kenn­bar auf ein Aus­schei­den der in den bei­den Kli­ni­ken beschäfti­gen Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer aus dem Be­reich des öffent­li­chen Diens­tes hin­aus­lief, wie § 5 UK-Ge­setz un­schwer ent­nom­men wer­den kann, gleich­wohl verhält­nismäßig. Denn die Ab­si­che­rungs­me­cha­nis­men, die das be­klag­te Land in dem Ge­sell­schafts­ver­trag mit der G AG ver­ein­bart und die Ver­pflich­tun­gen, die es hier­in und in der Erklärung zur Be­tei­li­gungs­ver­ein­ba­rung mit der VBL ab­ge­ge­ben hat, si­chern das Ar­beits­verhält­nis in sei­nem Be­stand und In­halt in ei­nem sol­chen Um­fang ab, wie ihn die Kläge­rin un­ter Bei­be­hal­tung ei­nes
Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses im öffent­li­chen Dienst ge­habt hätte.
Die sich nach dem UK-Ge­setz zwin­gend er­ge­ben­de Über­lei­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf die An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" stellt auch kei­ne un­verhält­nismäßige Re­ge­lung dar.
Ei­ne Re­ge­lung, die ge­eig­net ist, in per­so­nel­ler Hin­sicht den Be­stand und die Funk­ti­onsfähig­keit von Be­trie­ben zu er­hal­ten, ist nicht un­verhält­nismäßig (vgl. BAG vom (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O. m.w.H.). Sie ist im Übri­gen dann er­for­der­lich, wenn auf­grund der Ge­ge­ben­heit bei dem bis­he­ri­gen öffent­li­chen Ar­beit­ge­bers ein Aus­ein­an­der­bre­chen von Be­trie­ben kon­kret droht (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O. m.w.H.).
Wie die von ei­ner Viel­zahl von Beschäftig­ten der Kli­ni­ken erklärten Wi­dersprüche ge­gen die ge­setz­lich an­ge­ord­ne­te Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­ses zei­gen, wäre die Fortführung in dem für die Auf­recht­er­hal­tung der bei­den Kli­nik­be­trie­be not­wen­di­gen Um­fang nicht ge­si­chert ge­we­sen. Der er­heb­li­che Wi­der­stand, der sich ge­gen die "Pri­va­ti­sie­rung" der Kli­nik­be­trie­be in der gewähl­ten schritt­wei­sen Form ge­bil­det hat­te, hätte die not­wen­di­ge ge­si­cher­te Be­triebsführung nicht gewähr­leis­tet, wenn nicht die in den Uni­kli­ni­ken ein­ge­setz­ten Mit­ar­bei­ter wei­ter zur Verfügung ge­stan­den hätten. Ge­ra­de die Be­son­der­hei­ten bei­der Kli­nik­be­trie­be der Ma­xi­mal­ver­sor­gung hätten es auch nicht zu­ge­las­sen, ab­zu­war­ten, wie vie­le Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­neh­me­rin­nen ei­nem Über­gang wi­der­spro­chen hätten, um dann zu er­mit­teln, in wel­chem Um­fang am Ar­beits­markt oder über Leih­ar­beits­verhält­nis­se der Mit­ar­bei­ter­be­darf zur Si­che­rung ei­nes ge­ord­ne­ten Kli­nik­be­triebs hätte ab­ge­deckt wer­den können. Dem konn­te der Lan­des­ge­setz­ge­ber nur durch die zwin­gend an­ge­ord­ne­te Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­se be­geg­nen. Die Er­for­der­lich­keit ist auch nicht des­halb zu ver­nei­nen, weil – bei Einräum­ung ei­nes Wi­der­spruchs­rechts – ei­ne Bei­be­hal­tung der Ar­beit­ge­ber­po­si­ti­on des be­klag­ten Land und der Ab­schluss sog. Per­so­nal­ge­stel­lungs­verträge, nach de­nen der Ar­beit­ge­ber ei­nem Drit­ten Ar­beit­neh­mer zur Ar­beits­leis­tung überlässt, in Be­tracht käme. Die­se Vor­ge­hens­wei­se be­inhal­te­te aber ei­nen Sys­tem­wech­sel. Das Ge­bot der Er­for­der­lich­keit ver­langt nur, in­ner­halb des­sel­ben Sys­tems ein mil­de­res Mit­tel zu wählen (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O. m.w.H.).
Die zwin­gend an­ge­ord­ne­te Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­se ist auch verhält­nismäßig im en­ge­ren Sinn. Sie er­weist sich bei ei­ner Abwägung zwi­schen dem Ge­mein­schafts­gut, dem sie dient, mit der Schwe­re des Ein­griffs in die Rech­te der Kläge­rin als an­ge­mes­sen. In­so­weit ist zu berück­sich­ti­gen, aus wel­chen Gründen die von ei­nem Ar­beit­neh­mer ein­mal ge­trof­fe­ne Wahl des kon­kre­ten Ver­trags­part­ners schutzwürdig ist. Ihm kann es zum ei­nen um die Per­son des Ver­trags­part­ners ge­hen bzw. um die persönli­che Ver­bin­dung in dem Ar­beits­verhält­nis. Zum an­de­ren muss der Ar­beit­neh­mer im zum sel­ben Ar­beit­ge­ber fort­be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis un­ter Umständen we­ni­ger mit ei­ner Verände­rung bzw. Ver­schlech­te­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen rech­nen. Letzt­lich be­steht die Ge­fahr, dass ein neu­er Ar­beit­ge­ber ge­ge­be­nen­falls als Schuld­ner we­ni­ger po­tent als der frühe­re Ar­beit­ge­ber ist (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O. m.w.H.).
Un­ter Berück­sich­ti­gung die­ses Prüfungs­maßstabs führt die Abwägung der In­ter­es­sen der Kläge­rin mit den vom Lan­des­ge­setz­ge­ber ver­folg­ten Ge­mein­wohl­be­lan­gen zu dem Er­geb­nis, dass die mit § 3 UK-Ge­setz zwin­gend an­ge­ord­ne­te Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­se an­ge­mes­sen ist. Im Hin­blick auf die Aus­ge­stal­tung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses im öffent­li­chen Dienst ist das per­so­na­le Ele­ment, dh. die persönli­che Ver­bin­dung zum Ar­beit­ge­ber nicht von Be­deu­tung. Durch die Über­lei­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf die An­stalt des öffent­li­chen Rechts "Uni­ver­sitätskli­ni­kum G und M" war die Kläge­rin auch wei­ter­hin Ar­beit­neh­me­rin im öffent­li­chen Dienst, in dem zahl­rei­che Ar­beit­neh­mer in hier­ar­chi­schen Struk­tu­ren ar­bei­ten. Der Ar­beit­ge­ber war zunächst auch ei­ne An­stalt des öffent­li­chen Rechts und ist erst auf­grund wei­te­ren Form­wech­sels ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son des pri­va­ten Rechts, nämlich ei­ne Ka­pi­tal­ge­sell­schaft in Form ei­ner GmbH. Da­mit hat sich aus Sicht der Kläge­rin – und dies ist be­reits wie oben aus­geführt wor­den ist – im UK-Ge­setz an­ge­legt, das Ar­beits­verhält­nis aus dem Be­reich des öffent­li­chen Diens­tes hin­aus­be­ge­ben, al­ler­dings – wie eben­falls dar­ge­stellt wor­den ist – un­ter Ein­be­zie­hung in ein um­fang­rei­ches Si­che­rungs­kon­zept, wel­ches ins­be­son­de­re für den
In­sol­venz­fall die Si­che­rung der Be­trei­ber­ge­sell­schaft der Uni­ver­sitätskli­ni­ken be­inhal­tet. Da­mit ist auch un­er­heb­lich, über wel­ches Stamm­ka­pi­tal und sons­ti­ge Geld­mit­tel die Be­trei­ber-GmbH kon­kret verfügt. Folg­lich hat die Kläge­rin in den prak­ti­schen Aus­wir­kun­gen auf ihr Ar­beits­verhält­nis ei­nen gleich po­ten­ten, weil gleich po­tent ab­ge­si­cher­ten Ar­beit­ge­ber als Schuld­ner. Zwar kann die nun­mehr die Kli­ni­ken be­trei­ben­de GmbH zah­lungs­unfähig wer­den. Dann wer­den aber die sich hier­aus er­ge­ben­den Ri­si­ken für das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin durch die ver­schie­de­nen Ab­si­che­run­gen so mi­ni­miert, dass sich ih­re Po­si­ti­on prak­tisch nicht ver­schlech­tert hat.
Im Übri­gen ha­ben sich ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen nicht geändert. Die Kläge­rin wird wei­ter­hin im Rah­men der von ihr ge­schul­de­ten Tätig­keit am Kli­ni­kum in G ein­ge­setzt. So­weit sich der von ihr tatsächlich in­ne­ge­hab­te Ar­beits­platz im Be­reich Mi­kro­bio­lo­gie geändert hat, han­delt es sich um ei­ne im Sin­ne von § 106 Ge­wO vom Di­rek­ti­ons­recht des Ar­beit­ge­bers ge­deck­te Zu­wei­sung. Die Kläge­rin ist als An­ge­stell­te im La­bordienst bei dem be­klag­ten Land an­ge­stellt ge­we­sen, so dass ihr sämt­li­che zu dem La­bordienst zählen­de Tätig­kei­ten über­tra­gen wer­den können. Ein An­spruch auf ei­nen be­stimm­ten La­bor­ar­beits­platz hat die Kläge­rin hin­ge­gen nicht.
Darüber hin­aus ist zukünf­tig we­der abs­trakt noch kon­kret ei­ne Ver­schlech­te­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen zu befürch­ten, die über das grundsätz­lich im­mer be­ste­hen­de Ri­si­ko ei­ner Verände­rung hin­aus­geht. In die­sem Zu­sam­men­hang ist im Übri­gen auch zu berück­sich­ti­gen, dass das be­klag­te Land nicht mehr Mit­glied der Ta­rif­ge­mein­schaft der Länder ist, so dass die zukünf­ti­ge wirt­schaft­li­che Aus­ge­stal­tung der Ar­beits­verhält­nis­se oh­ne­hin of­fen ist (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O.). Glei­ches gilt nach Ab­lauf der Frist für das Ver­bot von be­triebs­be­ding­ten Kündi­gun­gen. Denn es ist im Übri­gen auch für den Be­reich des öffent­li­chen Diens­tes nicht mehr aus­zu­sch­ließen, dass auch hier – wenn ent­spre­chen­de Not­wen­dig­kei­ten be­ste­hen – be­triebs­be­ding­te Kündi­gun­gen zukünf­tig nicht mehr un­denk­bar sind. Die öffent­li­che Hand steht, wie ge­ra­de der Be­trieb von Kli­ni­ken zeigt, un­ter er­heb­li­chen wirt­schaft­li­chen Zwängen, die auf­grund der be­kann­ter­maßen an­ge­spann­ten Haus­halts­la­ge nicht mehr ein­fach igno­riert wer­den können. So­weit al­so grundsätz­lich auch bei Fortführung bei­der Kli­ni­ken als Be­trie­be des öffent­li­chen Diens­tes be­triebs­be­ding­te Kündi­gun­gen nicht mehr aus­zu­sch­ließen sind, hat sich die Rechts­po­si­ti­on der Kläge­rin durch das bis zum Jah­res­en­de 2010 gel­ten­de Ver­bot be­triebs­be­ding­ter Kündi­gun­gen ge­genüber der bis­her gel­ten­den Rechts­la­ge ver­bes­sert. Auch so­weit die Kläge­rin befürch­tet, der neue Ge­sell­schaf­ter müsse und wer­de, wie sei­nen Be­kun­dun­gen zu ent­neh­men ist, die wirt­schaft­li­chen Er­geb­nis­ses der Kli­nik­be­trie­be ver­bes­sern, ver­mag dies an der recht­li­chen Be­wer­tung nichts zu ändern. Auch das be­klag­te Land hätte im Hin­blick auf die de­fi­zitäre La­ge des Uni­ver­sitätskli­ni­kums G und die Not­wen­dig­keit ei­ner wirt­schaft­li­chen Be­triebsführung Maßnah­men er­grei­fen müssen. Auf­grund der Be­son­der­hei­ten ei­nes Kli­nik­be­trie­bes sind Ein­spa­run­gen im sach­lich-me­di­zi­ni­schen Be­reich nur sehr be­dingt möglich. In al­len an­de­ren Ge­bie­ten hätte auch der Be­trei­ber "öffent­li­che Hand" die mögli­chen und not­wen­di­gen Re­struk­tu­rie­rungs­maßnah­men ein­lei­ten müssen, da­mit ei­ne Kli­nik­schließung nicht un­ab­wend­bar am En­de not­wen­dig ge­wor­den wäre. Im Übri­gen sind auch die von der Kläge­rin an­geführ­ten Be­den­ken im Hin­blick auf die zukünf­ti­ge fi­nan­zi­el­le Aus­ge­stal­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht ge­eig­net, die An­ge­mes­sen­heit des Ein­griffs in Fra­ge zu stel­len. Die in letz­ter Zeit geführ­ten Ta­rif­ver­hand­lun­gen des öffent­li­chen Diens­tes ha­ben ge­zeigt, dass auch in die­sem Be­reich nicht mehr nur noch Ver­bes­se­run­gen bei der Aus­ge­stal­tung der Ar­beits­verhält­nis­se denk­bar sind.
Im Hin­blick auf die Prüfung der Verhält­nismäßig­keit im Sin­ne ei­ner An­ge­mes­sen­heits­prüfung kann das be­klag­ten Land auch nicht auf an­de­re – aus Sicht der Kläge­rin – we­ni­ger ein­schnei­den­de Möglich­kei­ten wie et­wa ein Stif­tungs­mo­dell oder ein Pri­vat-Part­nership-Pro­jekt (PP-Pro­jekt) ver­wie­sen wer­den. Es ist nicht er­sicht­lich, dass durch die Wahl ei­nes Stif­tungs­mo­dells wie im Fall der Ber­li­ner Opernhäuser Zu­wen­dun­gen Drit­ter im er­for­der­li­chen Um­fang des In­ves­ti­ti­ons­staus hätten er­langt wer­den können, ins­be­son­de­re hätten da­mit nicht das Pro­blem des umständ­li­chen und zeit­rau­ben­den Pro­ze­de­re für In­ves­ti­ti­ons­vor­ha­ben der öffent­li­chen Hand ver­mie­den und der nur be­schränkt zur Verfügung ste­hen­den Fi­nanz­mit­tel gelöst wer­den können.
Im Zu­sam­men­hang mit ei­nem so­ge­nann­ten PP-Pro­jekt hätte das be­klag­te Land zwar mögli­cher Wei­se die bau­li­chen Pro­ble­me der bei­den Kli­nik­be­trie­be in den Griff be­kom­men, nicht aber die In­ves­ti­tio­nen in kli­ni­sche Sach­mit­tel, die eben­falls in nicht un­er­heb­li­chem Um­fang er­for­der­lich wa­ren.
Auch im Hin­blick auf an­de­re Grund­rech­te der Kläge­rin ist ei­ne Ver­let­zung nicht zu er­ken­nen.
Es verstößt nicht ge­gen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz ( Art. 3 Abs. 1 GG ), dass ein Ar­beit­neh­mer bei rechts­geschäft­li­chen Be­triebsübergängen dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses wi­der­spre­chen kann und Ar­beit­neh­mer, de­ren Ar­beits­verhält­nis­se ge­setz­lich über­ge­lei­tet wer­den, dies nicht tun können. Nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts folgt al­lein aus der Un­gleich­be­hand­lung ver­gleich­ba­rer Fall­grup­pen noch kei­ne Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Gleich­heits­sat­zes des Art. 3 Abs. 1 GG . Ein dar­auf be­zo­ge­ner Ver­s­toß liegt erst vor, wenn die Un­gleich­be­hand­lung nicht in aus­rei­chen­dem Maß ge­recht­fer­tigt wer­den kann. Die hierfür gel­ten­den An­for­de­run­gen be­stim­men sich nach dem je­wei­li­gen Re­ge­lungs­ge­gen­stand und den je­wei­li­gen Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­len und rei­chen vom bloßen Willkürver­bot hin bis zu ei­ner stren­gen Bin­dung an Verhält­nismäßig­keits­er­for­der­nis­se (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O. m.w.H.; BAG vom 27. Mai 2004 – 6 AZR 129/03 , AP Nr. 5 zu § 1 TVG Gleich­be­hand­lung).
Weil der Lan­des­ge­setz­ge­ber im UK-Ge­setz ei­ne zwin­gen­de Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­se an­ge­nom­men hat, oh­ne den Ar­beit­neh­mern ein Wi­der­spruchs­recht zu­zu­bil­li­gen, knüpft er nicht an per­so­nen­be­zo­ge­ne Un­ter­schie­de, son­dern an un­ter­schied­li­che Sach­ver­hal­te an. Die recht­fer­ti­gen­den Gründe für den zwin­gen­den Über­gang der Ar­beits­verhält­nis­se er­ge­ben sich aus den Umständen, die den Ein­griff in das Recht der Kläge­rin aus Art. 12 Abs. 1 GG stützen. Ei­nen wei­ter ge­hen­den Schutz gewährt auch der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz des Art. 3 Abs. 1 GG nicht (vgl. BVerfG 9. Ju­ni 2004 – 1 BvR 636/02 , BVerfGE 111, 10; BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O.).
Eben­so wi­der­spricht die zwin­gend an­ge­ord­ne­te Über­lei­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses der Kläge­rin und der an­de­ren nicht­wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­ter nicht Eu­ropäischem Recht.
Die Be­triebsüber­g­angs­richt­li­nie 2001/23/EG ist aus­weis­lich ih­res Art. 1 Nr. 1 un­an­wend­bar, da der Be­triebsüber­gang nicht auf ver­trag­li­cher Grund­la­ge iSv. Art. 1 Nr. 1 Buchst. a Richt­li­nie 2001/23/EG be­ruh­te (vgl. BAG vom 2. März 2006 a.a.O). Außer­dem ist der Schutz, den die Be­triebsüber­g­angs­richt­li­nie bil­det, dann ge­gen­stands­los, wenn der Be­trof­fe­ne selbst auf Grund sei­ner ei­ge­nen frei­en Ent­schei­dung das Ar­beits­verhält­nis nach dem Über­gang mit dem neu­en Un­ter­neh­mens­in­ha­ber nicht fort­set­zen will. Dar­aus folgt, dass es kein eu­ropäisches Grund­recht auf Wi­der­spruch ge­gen den Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses gibt (vgl. BAG vom 28. Sep­tem­ber 2006 und vom 2. März 2006 je­weils a.a.O. m.w.H.).
Die Be­gründet­heit der Kla­ge folgt letzt­lich auch nicht aus § 215 HBG iVm. §§ 31 ff. HBG.
Zwar ver­weist § 215 Abs. 2 HBG für die An­ge­stell­ten und Ar­bei­ter des öffent­li­chen Diens­tes in Hes­sen auf die Vor­schrif­ten der § 31 ff. HBG, die die Rechts­stel­lung der Lan­des­be­diens­te­ten im Fal­le der Auflösung und Um­bil­dung von Behörden und Körper­schaf­ten re­geln. Da­nach grei­fen bei Feh­len nähe­rer Re­ge­lun­gen bei ei­nem auf­grund Ge­setz an­ge­ord­ne­ten Über­gangs von Auf­ga­ben oder der per­so­nel­len Ver­ant­wor­tung für Beschäftig­te die Spe­zi­al­vor­schrif­ten der § 32 ff. HBG (vgl. von Ro­et­te­ken, HBG, Vor § 32-37 HBG Rn 12). Al­ler­dings enthält das UK-Ge­setz eben ge­ra­de die für die Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­se der Ar­beit­neh­mer not­wen­di­gen Re­ge­lun­gen, so dass die Auf­fang­vor­schrif­ten der § 32 ff. HGB nicht zur An­wen­dung ge­lan­gen.
Die Kläge­rin kann ih­ren An­spruch auf Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses zum Land Hes­sen auch nicht auf den Ge­sichts­punkt der Gleich­be­hand­lung stützen.
Es kann da­hin­ge­stellt blei­ben, ob die von ihr be­nann­ten Beschäftig­ten, de­ren Ar­beits­verhält­nis bei dem be­klag­ten Land ver­blie­ben ist, ei­ne ver­gleich­ba­re Tätig­keit wie die Kläge­rin ver­rich­ten, oder ob es sich bei die­sen Per­so­nen um wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter im Sin­ne von §§ 3 Abs. 2 UK-Ge­setz i.V.m. 22 Abs. 3 Uni­KlinG han­delt. Auf­grund der zwin­gend und nicht dis­po­nier­ba­ren Re­ge­lung der ge­setz­lich an­ge­ord­ne­ten Über­lei­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses der Kläge­rin als nicht wis­sen­schaft­li­cher An­ge­stell­ten hätte ein sol­cher An­spruch nur in Form ei­nes Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruchs gel­tend ge­macht wer­den können, der vor­lie­gend nicht ge­stellt wor­den ist.
Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 97 Abs. 1 ZPO . Die Kläge­rin hat die Kos­ten der Be­ru­fung zu tra­gen, weil das Rechts­mit­tel kei­nen Er­folg ge­habt hat.
We­gen der grundsätz­li­chen Be­deu­tung der Rechts­sa­che ist gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG die
Re­vi­si­on zum Bun­des­ar­beits­ge­richt zu­zu­las­sen.
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References: § 1
 § 22
 § 4
 § 12
 § 25
 § 4
 § 19
 § 20
 § 34
 § 34
 § 23
 § 20

§ 13
 § 14
 § 10
 § 10
 § 23

§ 13
 § 182
 § 1
 § 1
 § 2
 § 3
 § 4
 § 5
 § 8
 § 9
 § 13
 § 14
 § 15
 § 16
 § 1
 § 182
 § 291
 § 2

§ 14
 § 7
 § 3
 Art. 12
 § 3
 § 46
 § 256
 § 256
 § 3

§ 3
 § 3
 § 3
 § 3
 § 22
 § 7
 § 8
 § 8
 § 8
 § 3
 § 22
 § 7
 § 8
 § 22
 § 22
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 419
 § 419
 § 419
 § 613
 § 613
 § 3
 § 415
 § 613

§ 168
 § 168
 § 1
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 1
 § 3
 Art. 70
 Art. 75
 Art. 74
 § 613
 Art. 1
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 12
 § 3
 § 613
 § 14
 § 1
 § 5
 § 3
 § 106
 Art. 3
 Art. 3
 § 1
 Art. 12
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 1
 § 215
 § 215
 § 31
 § 32
 § 32
 § 32
 § 97
 § 72