Source: http://palikanon.com/khuddaka/jataka/j487.htm
Timestamp: 2017-03-26 14:58:46+00:00

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Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 487. Die Erzählung von Uddālaka (Uddālaka-Jātaka)
„In raues Fell gehüllt, mit schmutz'gen Zähnen“ §A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen Heuchler. Obwohl nämlich dieser in dem zum Heile führenden Orden Mönch geworden war, vollführte er um der vier Hilfsmittel [1] willen dreifache Art der Betrügerei. — Die Mönche aber verkündeten seine Untugend und begannen dabei folgendes Gespräch: „Freund, der Mönch so und so, der doch in dem so zum Heile führenden Orden Mönch geworden ist, erwirbt sich seinen Unterhalt durch Betrügerei.“ Da kam der Meister und fragte: „Zu welcher Unterhaltung, ihr Mönche, habt ihr euch jetzt hier niedergelassen?“ Als sie antworteten: „Zu der und der“, sprach der Meister: „Nicht nur jetzt, ihr Mönche, sondern auch früher schon war dieser ein Heuchler.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§B. Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, war der Bodhisattva dessen Hauspriester, ein weiser und verständiger Mann. Als dieser eines Tages fortging, um sich im Parke zu erlustigen, sah er eine Dirne von großer Schönheit; er verliebte sich in sie und wohnte ihr bei. Sie empfing durch ihn eine Leibesfurcht. Als sie bemerkte, dass sie empfangen hatte, sagte sie zu ihm: „Gebieter, ich habe empfangen; wenn ich dem Kinde nach seiner Geburt einen Namen gebe, werde ich ihm den Namen seines Großvaters geben.“ Da bedachte jener: „Einem, der aus dem Schoß einer Dirne entsprossen ist, darf man nicht einen Namen aus unserer Familie geben“, und er sprach zu ihr: „Liebe, dieser den Wind abwehrende [2] Baum ist ein Uddālaka-Baum [3]; weil du hier empfangen hast, magst du dem Kinde den Namen Uddālaka geben“. Darauf gab er ihr seinen Siegelring mit den Worten: „Wenn es eine Tochter wird, so kannst du sie damit ernähren; ist es aber ein Sohn, so bringe ihn zu mir, wenn er herangewachsen ist [4].“
§1. „In raues Fell gehüllt, mit schmutz'gen Zähnen, das Antlitz ungepflegt sagen sie Verse; sind etwa sie, die streben wie kein Mensch sonst, die Wissenden nicht frei von künft'ger Strafe?“
§3. „Der Tausendwisser auch kommt darum doch nicht vom Leide frei, wenn er nicht richtig wandelt. Ich glaube wirklich: fruchtlos ist das Wissen, in Selbstverleugnung wandeln nur ist Wahrheit.“
§4. „Nicht fruchtlos ist das Wissen noch ist Wandel in Selbstverleugnung ganz allein die Wahrheit. Zu Ansehn nämlich kommt man durch das Wissen, zum Heil jedoch nur kommt, wer sich bezähmt.“
ich bin Uddālaka und stamme
§6. „Wie ist wohl einer ein Brahmane, wie wird er ein Vollendeter, wie kann er zum Nirvana kommen und was wird als gerecht bezeichnet?“
§7. „Beständig pflegt das Feuer der Brahmane, Wasser sprengt er, erhöht den Opferpfosten [9]. Wenn so tut der Brahmane, hat er Frieden, und einen solchen nennt man den Gerechten.“
§8. „Nicht wird durch Wassersprengen [10] rein noch auch vollkommen der Brahmane; so findet er nicht Ruh noch Liebe, so kommt er auch nicht zum Nirvana.“
§9. „Wie wird denn einer ein Brahmane, wie wird er ein Vollendeter, wie kann er zum Nirvana kommen und was wird als gerecht bezeichnet?“
§10. „Wer ohne Feld und Kind, ganz frei und lustlos nichts Böses wünscht, die Lust am Sein verloren: wenn so tut der Brahmane, hat er Frieden und einen solchen nennt man den Gerechten.“
§11. „Die Krieger, Brahmanen und Vessas, Suddhas, Candalas, Pukkusas [11], sie alle sind bezähmt, mitleidig, sie alle kommen zum Nirvana. Von allen diesen Heil'gen aber wer ist da höher, wer geringer?“
§13. „Die Krieger, Brahmanen und Vessas, Suddas, Candalas, Pukkusas, sie alle sind bezähmt, mitleidig, sie alle kommen zum Nirvana.
Von allen diesen Heil'gen aber ist keiner höher, noch geringer?
Zerstört ist dein Brahmanentum [12], zerstört der Ruhm der hohen Abkunft.“
§14. „Mit mannigfach gefärbten Tüchern wird ringsherum ein Zelt bekleidet;
doch nicht den Tüchern gleicht der Schatten, verschwunden ist bei ihm die Farbe.
§15. So ist es stets auch bei den Menschen; da werden rein die jungen Leute,
doch nicht nach ihrer Herkunft fragen die Weisen, wenn sie sehn die Tugend.“
§C. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen hatte, fügte er hinzu: „Nicht nur jetzt, ihr Mönche, sondern auch früher schon war dieser ein Heuchler“, und verband hierauf das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war Uddālaka der heuchlerische Mönch, der König war Ānanda, der Hauspriester aber war ich.“
[1] Kleidung, Nahrung, Wohnung und Heilmittel. [2] Dieser Ausdruck (pali „vataghata“) fehlt in der Übersetzung von Rouse.
[3] Der Uddāla-Baum ist Cassia fistula.
[4] Man vergleiche damit die ähnliche Schilderung im Jātaka 7.
[5] Vgl. zum folgenden die manchmal wörtlich übereinstimmende Schilderung im Jātaka 377.
[6] Rouse erklärt: Feuer nach den vier Himmelsgegenden hin und von oben die Sonne. Vgl. aber dazu Jātaka 377 Anm. 5. [Es könnte auch heißen: „die fünffache Askese üben“; vgl. „Leben des Buddha“ S.45.]
[8] Die vier nächsten Strophen stehen auch in dem oben zitierten Jātaka 377 Strophen 3-6.
[11] Zu diesen Bezeichnungen der Kasten vgl. oben Jātaka 474 Anm. 11. [Dieses sind die sechs Kasten, die öfters in den buddhistischen Texten erwähnt sind; die Vessas (skr. „vaisya“) sind auch oft als Hausväter bezeichnet. In der Brahmanischen Religion gibt es nur vier Kasten; die letzte bilden die Sudras (pali „suddas“). Die Candalas und Pukkusas sind wohl Mischkasten.]

References: §1

§3

§4

§6

§7

§8

§9

§10

§11

§13

§14

§15