Source: https://www.verkehrslexikon.de/Module/Wenden.php
Timestamp: 2018-05-26 12:01:05+00:00

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Wenden - Wendevorgang - Anscheinsbeweis - gesteigerte Sorgfaltspflichten - Haftung - Mittelstreifendurchbruch - zweimaliges Linksabbiegen
Das Wenden ist ein extrem unfallträchtiger Vorgang und darf daher nur so durchgeführt werden, dass dabei jegliche Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.
Kommt es im Zusammenhang mit einem Wendevorgang zu einem Unfall, dann wird vermutet, dass der wendende Kfz-Führer die ihm obliegende gesteigerte Sorgfaltspflicht verletzt hat.
Zweite Rückschau
Pflicht zum Nach-links-Einordnen
Anfahren vom Fahrbahnrand zum Wenden
Wenden unter Inanspruchnahme einer Grundstücksausfahrt
Umgehung des Wendeverbots?
Anhalten zum Wenden auf Straßenbahngleis
Zu hohe Geschwindigkeit des Wendegegners
Zu schnelles Krad
Verletzung des Sichtfahrgebots
BGH v. 28.05.1982:
Der Fahrzeugführer, der von der Autobahneinfahrt vor Erreichen der Richtungsfahrbahn spitzwinklig nach links in die Verbindungsstraße zwischen Ausfahrt und Einfahrt der Autobahn abzweigt und nach Durchfahren der (hier 200 m langen) Verbindungsstraße an deren Ende nach links in die Autobahnausfahrt abbiegt, verstößt nicht gegen das Verbot des Wendens auf Autobahnen (StVO § 18 Abs 7).
Das Wenden ist nach dem Regelungsgehalt des § 9 Abs. 5 StVO nicht nur dort erlaubt, wo dies ohne Anhalten möglich ist. Demnach ist es im Anwendungsbereich des § 9 Abs. 5 StVO nicht grundsätzlich verboten, beim Wenden die Fahrbahn zu blockieren. Vielmehr muss der Wendende erst dann von dem Fahrmanöver Abstand nehmen, wenn sich aus der Blockierung der Fahrspur eine konkrete Gefahr ergibt. Diese Situation kann beispielsweise dann gegeben sein, wenn der Wendende bei Nacht eine vielbefahrende Ausfallstraße blockiert.
KG Berlin v. 01.10.2001:
Gegen den Wendenden spricht der Beweis des ersten Anscheins. Kann der Wendende nicht beweisen, dass dem bevorrechtigten Fahrzeugführer eine unfallverhütende Maßnahme noch rechtzeitig möglich gewesen wäre, so haftet er voll.
OLG Saarbrücken v. 15.03.2005:
Im Falle der Kollision des Nachfolgenden mit einem vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer, der den linken Fahrstreifen befährt und zum Zwecke des Wendens durch einen Mittelstreifendurchbruch anhält, ergibt sich kein Anscheinsbeweis gegen den Wendenden. Im Falle der Kollision des Nachfolgenden mit einem vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer, der zum Zwecke des Wendens sich nicht möglichst weit eingeordnet hat, aus dem mittleren Fahrstreifen nach links gewechselt hat oder direkt vom Fahrbahnrand angefahren war, spricht gegen letzteren der Anscheinsbeweis für die schuldhafte Verursachung des Unfalls.
Zweite Rückschau:
OLG Düsseldorf v. 24.02.2015:
Pflicht zum Nach-links-Einordnen:
Anfahren vom Fahrbahnrand zum Wenden:
KG Berlin v. 14.11.1974:
Das Hinüberwechseln von einer Richtungsfahrbahn auf die durch einen Mittelstreifen getrennte Gegenfahrbahn ist kein Wenden, sondern ein zweimaliges Linksabbiegen.
OLG Hamburg v. 02.07.1981:
Das Wenden unter Benutzung eines Mittelstreifendurchbruches besteht aus einem oder aus mehreren Abbiegevorgängen (doppeltes Linksabbiegen), auf die die StVO § 9 Abs 1 - 4 in allen Fällen unmittelbar anwendbar sind. Deshalb ist ein Kraftfahrer, der dem Wendenden aus einer dem Mittelstreifendurchbruch gegenüberliegenden, nicht bevorrechtigten Straße entgegenkommt, ungeachtet eines Verkehrszeichens 205 gemäß StVO § 9 Abs 4 vorrangig befugt, nach rechts in die Vorfahrtsstraße einzubiegen.
Wenden unter Inanspruchnahme einer Grundstücksausfahrt:
OLG Stuttgart v. 16.08.2000:
Wer auf einer Kraftfahrstraße unter Einbeziehung von zwei gegenüberliegenden Parkplätzen sein Fahrzeug in die der bisherigen Fahrtrichtung entgegengesetzte Richtung bringt, "wendet nicht" auf der Kraftfahrstraße.
BGH v. 19.03.2002:
OLG Hamm v. 04.07.2008:
Verlässt ein Kraftfahrer vollständig eine Kraftfahrstraße und um fährt er diese unter Einbeziehung eines oder zweier Parkplätze unter jeweiliger Benutzung der vorgesehenen Ein- und Ausfahrten und setzt er sodann aus letzterem Parkplatz her ausfahrend seine Fahrt in entgegengesetzte Fahrtrichtung fort, so liegt kein verbotswidriges Wenden im Sinne der Straßenverkehrsordnung vor.
Anhalten zum Wenden auf Straßenbahngleis:
Zu hohe Geschwindigkeit des Wendegegners:
Wenden / zu schnelles Krad:
Verletzung des Sichtfahrgebots:

References: BGH 
 § 18
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9

BGH