Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.09.2003&Aktenzeichen=XI%20ZR%20325/02
Timestamp: 2019-05-26 08:41:11+00:00

Document:
BGH, 23.09.2003 - XI ZR 325/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,1258
BGH, 23.09.2003 - XI ZR 325/02 (https://dejure.org/2003,1258)
BGH, Entscheidung vom 23.09.2003 - XI ZR 325/02 (https://dejure.org/2003,1258)
BGH, Entscheidung vom 23. September 2003 - XI ZR 325/02 (https://dejure.org/2003,1258)
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Voraussetzungen der Nichtzulassungsbeschwerde; Grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache; Fortbildung des Rechts; Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung
Keine EuGH-Vorlage wegen nach HWiG widerufenem immobilienfinanzierenden Darlehensvertrag
Keine Vorlage an den EuGH zur Klärung der Frage der Rückgewähransprüche des Kreditgebers eines Realkreditvertrags nach dessen Widerruf ( 3 Abs. 1 HWiG)
Erforderlichkeit der Vorlage an Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften; Widerruf von Immobiliengeschäften aufgrund einer Haustürsituation
Immobilienanlage - "Strukturvertrieb": Rückabwicklung von Wohnungskaufverträgen
RL 85/577/EWG Art. 7; HWiG § 3 Abs. 1
Keine EuGH-Vorlage wegen nach HWiG widerrufenen immobilienfinanzierenden Darlehensvertrags
HWiG a. F. § 3 Abs. 1; RL 85/577/EWG Art. 7; RL 87/102/EWG Art. 2
Keine EuGH-Vorlage wegen nach HWiG widerrufenem immobilienfinanzierenden Darlehensvertrag
Zusammenfassung von "Das Haustürwiderrufsrecht bei finanzierten Immobilienanlagen auf dem Weg zu einem wirksamen Verbraucherschutzrecht?" von RA Peter Hahm, M.C.L., Hamburg/ RAin Dr. Petra Brockmann, Bremen, original erschienen in: VuR 2004, 207 - 212.
Zusammenfassung von "Geschäftsverbund und Aufklärungspflichten bei der Immobilienfinanzierung" von Ulrich Kulke, original erschienen in: ZfIR 2004, 713 - 720.
ZIP 2003, 2064
WM 2003, 2186
DB 2003, 2644
Auch bei notarieller Beurkundung des finanzierten Geschäfts kann aufgrund der Verbundenheit der beiden Verträge eine Befreiung des Kreditnehmers von der Pflicht zur Darlehensrückzahlung nach § 3 HWiG geboten sein (vgl. Senat, Beschlüsse vom 16. November 2003 - XI ZR 447/02, WM 2003, 2184, 2186 und vom 23. September 2003 - XI ZR 325/02, WM 2003, 2186, 2187 für die Kreditfinanzierung einer Eigentumswohnung).
Die Revisionserwiderung übersieht, dass die Verbraucherkreditrichtlinie nach Art. 2 Abs. 1 a auf Kreditverträge, die - wie hier - hauptsächlich zum Erwerb von Eigentumsrechten an einem Grundstück bestimmt sind, keine Anwendung findet (Senatsbeschlüsse vom 16. September 2003 - XI ZR 447/02, WM 2003, 2184, 2186 und vom 23. September 2003 - XI ZR 325/02, WM 2003, 2186; vgl. auch BGHZ 162, 20, 27).
Auch bei notarieller Beurkundung des finanzierten Geschäfts kann auf Grund der Verbundenheit der beiden Verträge eine Befreiung des Kreditnehmers von der Pflicht zur Darlehensrückzahlung nach § 3 HWiG geboten sein (vgl. Senat, Beschlüsse vom 16. September 2003 - XI ZR 447/02, WM 2003, 2184, 2186 und vom 23. September 2003 - XI ZR 325/02, WM 2003, 2186, 2187 für die Kreditfinanzierung einer Eigentumswohnung).
Selbst wenn § 4 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 b Satz 2 VerbrKrG a.F. hinter den Vorgaben der Änderungsrichtlinie, die unter anderem auch die Angabe der zu entrichtenden Beträge für Zins und Tilgung verlangt, zurückbliebe, käme - um nicht gegen den fundamentalen Grundsatz der Rechtssicherheit zu verstoßen - eine richtlinienkonforme Auslegung nur dann in Betracht, wenn verschiedene Auslegungen dieser Norm möglich wären, nicht jedoch wenn diese - wie hier - absolut klar und eindeutig ist (vgl. auch Senatsurteile vom 29. April 2003 - XI ZR 201/02, WM 2004, 21, 23 und vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 421/02, WM 2004, 372, 376 sowie Senatsbeschlüsse vom 16. September 2003 - XI ZR 447/02, WM 2003, 2184, 2186 und vom 23. September 2003 - XI ZR 325/02, WM 2003, 2186, 2187).
Denn selbst wenn der EuGH im Sinne der Kläger entschiede, verbliebe dem Senat angesichts der vorstehend dargelegten Rechtslage keine andere Entscheidungsmöglichkeit (vgl. BGH XI ZR 325/02 vom 23.9.2003 Anlage B 55, Bl. 142 ff).
Die Bejahung einer Rückzahlungspflicht nach § 3 Abs. 1 HWiG a.F. verstößt auch nicht gegen die EG-Haustürgeschäfterichtlinie (BGH , Beschluss vom 23. September 2003 - XI ZR 325/02 = WM 2003, 2186; Beschluss vom 16. September 2003 - XI ZR 447/02 sub 3. = NJW 2004, 153, 154).
Diese Sichtweise hat der Bundesgerichtshof selbst indes als ausgeschlossen abgelehnt und das im Kern damit begründet, die sogenannte Haustürgeschäfterichtlinie überlasse trotz Kenntnis der Rückabwicklungsproblematik die Regelung der Rechtsfolgen des Widerrufs dem einzelstaatlichen Recht; überdies könne eine abweichende Ansicht des Europäischen Gerichtshofes in Deutschland auch nicht im Wege richtlinienkonformer Auslegung, sondern nur durch den Gesetzgeber umgesetzt werden (…BGH WM 2003, S. 2184/2185 f.; BGH WM 2003, S. 2186 f.).
Hinzu kommt, dass die Haustürgeschäfte-Richtlinie keinerlei Vorschriften über verbundene Geschäfte enthält, sondern in Artikel 3 Abs. 2 lit. a bestimmt, dass sie für Verträge über den Kauf von Immobilien nicht gilt (vgl. BGH WM 2003, 2186, 2187; BGH NJW 2004, 153, 154).

References: EuGH 
 Art. 7
 § 3
 § 3
 Art. 7
 Art. 2
 § 3
 Art. 2
 § 3
 § 4
 EuGH 
 BGH 
 § 3
 BGH 
 BGH 
 BGH