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Timestamp: 2019-12-06 03:01:21+00:00

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BGH, 18.12.2008 - VII ZR 200/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2359
BGH, 18.12.2008 - VII ZR 200/06 (https://dejure.org/2008,2359)
BGH, Entscheidung vom 18.12.2008 - VII ZR 200/06 (https://dejure.org/2008,2359)
BGH, Entscheidung vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 200/06 (https://dejure.org/2008,2359)
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Verpflichtung eines Gerichts zur Vertagung der mündlichen Verhandlung und zum Übergang ins schriftliche Verfahren bei kurzfristiger Einführung eines bisher unbehandelten Streitpunktes in das Verfahren; Verletzung des Rechts auf Gewährung des rechtlichen Gehörs durch das ...
GG Art. 103 Abs. 1; ZPO § 139 Abs. 5; ZPO § 296a
Verfahrensrecht - Überraschendes Gutachten unmittelbar vor Verhandlungstermin
Sachverständigengutachten - BGH stoppt zu eilige Gerichte
grehsin.de (Entscheidungsbesprechung)
Mündlich verhandeln alleine genügt nicht ...
Überraschendes Gutachten unmittelbar vor Verhandlungstermin: Gericht darf Parteien nicht überfahren! (IBR 2009, 179)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.12.08, Az.: VII ZR 200/06 (Sachverständigengutachten - Gericht stoppt zu eilige Gerichte)" von der PA-Redaktion, original erschienen in: PA 2009, 99 - 101.
LG Augsburg, 30.04.2004 - 2 O 3812/99
OLG München, 04.10.2006 - 27 U 396/04
NZBau 2009, 244
BauR 2009, 681
ZfBR 2009, 349
Unterlässt das Gericht die derart gebotenen prozessualen Reaktionen und verkennt es dabei, dass die Partei sich in der mündlichen Verhandlung offensichtlich nicht ausreichend hat erklären können, verletzt es den Anspruch der Partei auf Gewährung rechtlichen Gehörs (vgl. BGH, Beschluss vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 200/06, BauR 2009, 681, Tz. 7 m.w.N.) und ist daher zur Wiedereröffnung der mündlichen Verhandlung (§ 156 Abs. 2 Nr. 1 ZPO) verpflichtet, wenn sich aus dem nicht nachgelassenen Schriftsatz ergibt, dass die betroffene Partei sich in der mündlichen Verhandlung nicht hat ausreichend erklären können, und nunmehr entscheidungserhebliches Vorbringen nachreicht (…vgl. BGH, Beschlüsse vom 18. September 2006, aaO;… vom 25. Mai 2009, aaO, Tz. 4).
Das kann etwa nach einer komplexen Beweisaufnahme oder nach einer umfassenden Erörterung des Gutachtens der Fall sein (…Zöller/Greger, ZPO, 28. Aufl., § 285 Rn. 2;… Musielak/Foerste, ZPO, 8. Aufl., § 285 Rn. 2 und § 280 Rn. 7 jeweils m.w.N.) oder auch dann, wenn der Sachverständige in seinen mündlichen Ausführungen neue und ausführlichere Beurteilungen gegenüber dem bisherigen Gutachten abgegeben hat (BGH…, Beschluss vom 30. November 2010 VI ZR 25/09, NJW-RR 2011, 428 Rn. 5; Urteil vom 13. Februar 2001 - VI ZR 272/99, NJW 2001, 2796, 2797; vgl. auch BGH, Beschluss vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 200/06, BauR 2009, 681 Rn. 7 = NZBau 2009, 244 = ZfBR 2009, 349;… Beschluss vom 15. Oktober 2009 - VII ZR 2/09, BauR 2010, 246 Rn. 4 = ZfBR 2010, 130).
Möglichkeit eines ergänzenden Vortrags bei möglicherweise später noch …
Unterlässt das Gericht die derart gebotenen prozessualen Reaktionen und verkennt es dabei, dass die Partei sich offensichtlich in der mündlichen Verhandlung nicht ausreichend hat erklären können, so verletzt es deren Anspruch aus (BGH, Beschluss vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 200/06, BauR 2009, 681 = NZBau 2009, 244 = m.w.N.).
Vielmehr muss das Gericht die mündliche Verhandlung dann vertagen, ins schriftliche Verfahren übergehen, soweit dies im Einzelfall sachgerecht erscheint, oder - auf Antrag der betreffenden Partei - gemäß § 139 § 296 a ZPO Art. 103 Abs. 1 GG ZfBR 2009, 349.
Zwar kann das rechtliche Gehör einer Partei verletzt werden, wenn das Gericht einen sachlich gebotenen Hinweis erst in der mündlichen Verhandlung erteilt und diese schließt, ohne Gelegenheit zur Ergänzung des Vortrages zu bieten (…BGH, Beschl. v. 18. September 2006 - II ZR 10/05, WM 2006, 2328, 2329 Rn. 6;… v. 13. März 2008 - VII ZR 204/06, NJW-RR 2008, 973 Rn. 9; v. 18. Dezember 2008 - VII ZR 200/06, NZBau 2009, 244 Rn. 7; vgl. auch BGHZ 127, 254, 260) .
Entsprechendes gilt in Prozessen über andere Materien, wenn in oder kurz vor der mündlichen Verhandlung überraschend neue Fragen aufgeworfen werden und es sich für das Gericht aufdrängt, dass die Parteien hierzu in der Verhandlung nicht abschließend Stellung nehmen können (BGH, Beschl. v. 18.12.2008 - VII ZR 200/06, NZBau 2009, 244 Tz. 7 m.w.N.).
BGH, 10.03.2011 - VII ZR 35/08
Rechtliches Gehör: Gelegenheit zur Stellungnahme in der Berufungsinstanz
Erlässt das Berufungsgericht in diesem Fall ein Urteil, ohne die Sache vertagt zu haben, verstößt es gegen den Anspruch der Partei auf rechtliches Gehör, Art. 103 Abs. 1 GG (BGH, Beschluss vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 200/06, BauR 2009, 681 = NZBau 2009, 244 = ZfBR 2009, 349, Rn. 7 m.w.N.).
In einem anderen Fall hat die Rechtsprechung die Gewährung eines Schriftsatznachlasses vorgeschrieben, weil kein schriftliches Gutachten existierte und die Parteien zum mündlichen Gutachten aufgrund fehlender eigener Sachkunde nicht Stellung nehmen konnten (BGH…, Beschluss vom 12.05.2009 - VI ZR 275/08, NJW 2009, 2604 Rn. 7 f.; ähnlich BGH, Beschluss vom 18.12.2008 - VII ZR 200/06, NZBau 2009, 244 Rn. 7: mündliche Erörterung eines 9 Tage zuvor erstatteten schriftlichen Gutachtens).

References: Art. 103
 § 139
 § 296
 BGH 
 BGH 
 § 285
 § 285
 § 280
 § 139
 § 296
 Art. 103
 Art. 103