Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=26.01.2005&Aktenzeichen=1%20BvR%201571/02
Timestamp: 2019-05-22 17:57:36+00:00

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BVerfG, 26.01.2005 - 1 BvR 1571/02 - dejure.org
https://dejure.org/2005,2128
BVerfG, 26.01.2005 - 1 BvR 1571/02 (https://dejure.org/2005,2128)
BVerfG, Entscheidung vom 26.01.2005 - 1 BvR 1571/02 (https://dejure.org/2005,2128)
BVerfG, Entscheidung vom 26. Januar 2005 - 1 BvR 1571/02 (https://dejure.org/2005,2128)
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Eigentumsgarantie und Anforderungen an Gestaltungshöhe angewandter Kunst für urheberrechtlichen Schutz gem § 2 Abs 1 Nr 4 UrhG
GG Art. 14 Abs. 1, UrhG § 2 Abs. 1 Nr. 4
Urheberrechtliche Schutzfähigkeit der Zeichnung "Laufendes Auge"
Urheberrechtsverletzung bei Verwendung eines Signets mit einem laufenden Auge - Urheberrechtliche Schöpfungshöhe bei einer Zeichnung von einem laufenden Auge - Verletzung in verfassungsmäßigen Rechten durch die Anwendung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zum Begriff der angewandten Kunst gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 4 Urheberrechtsgesetz (UrhG) - Definition des Begriffs "urheberliches Werk" - Zulässigkeit der Differenzierung zwischen Werken der angewandten Kunst und urheberrechtlichen Werken
Zur Verfassungsmäßigkeit von Schutzvoraussetzungen der besonderen Gestaltungshöhe bei Werken der angewandten Kunst
Urheberrecht - Zeichnung nicht gestalterisch schützenswert
Erhöhte Anforderungen an die Gestaltungshöhe für einen urheberrechtlichen Designschutz sind verfassungsgemäß
LG Stuttgart, 19.02.2002 - 17 O 597/01
OLG Stuttgart, 24.07.2002 - 4 U 48/02
OLG Stuttgart, 24.07.2002 - 4 W 13/02
NJW-RR 2005, 686
GRUR 2005, 410
ZUM 2005, 387
Nach vom Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung vertretener (…vgl. zur Kritik Schricker / Loewenheim , a.a.O., § 2 Rn. 31 ff., 158 m.w.N.), verfassungsrechtlich unbedenklicher Auffassung (BVerfG, GRUR 2005, 410 - Laufendes Auge), der auch der Senat folgt, unterliegt die urheberrechtliche Schutzfähigkeit im Bereich der "Gebrauchskunst" höheren Anforderungen als im Bereich der zweckfreien bildenden Kunst.
Das Bundesverfassungsgericht hat hierin weder einen Verstoß gegen Art. 14 GG noch gegen Art. 3 GG gesehen (BVerfG GRUR 2005, 410 - Laufendes Auge ).
Für den urheberrechtlichen Schutz ist ein im Vergleich zum Geschmacksmusterschutz noch größerer Abstand, dass heißt ein deutliches Überragen der Durchschnittsgestaltung erforderlich (bestätigend Bundesverfassungsgericht, GRUR 2005, 410, 411; OLG Hamburg, GRUR 2002, 419 - Move).
a) Nach der vom Senat - wie vom Landgericht und den Parteien - geteilten ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, gegen die verfassungsrechtliche Bedenken nicht bestehen (BVerfG, GRUR 2005, 410 - Laufendes Auge), unterliegt die urheberrechtliche Schutzfähigkeit (§ 2 Abs. 2 UrhG) im Bereich der angewandten Kunst allerdings höheren Anforderungen als im Bereich der zweckfreien bildenden Kunst; sie erfordert, da sich schon die geschmacksmusterfähige Gestaltung von der nicht geschützten Durchschnittsgestaltung abheben muss, einen noch weiteren Abstand, das heißt ein deutliches Überragen der Durchschnittsgestaltung (vgl. nur BGH, GRUR 1995, 581 [582] - Silberdistel; BGHZ 138, 143 [147] = GRUR 1998, 30 - Les-Paul-Gitarren; GRUR 2004, 941 [942] - Metallbett).
An dieser Auffassung, die keinen verfassungsrechtlichen Bedenken begegnet (BVerfG, GRUR 2005, 410 - Laufendes Auge), ist entgegen der daran im Schrifttum geübten Kritik (…vgl. nur Fromm / Nordemann / A. Nordemann , UrhR, 10. Aufl., § 2 Rn. 146-150 m.w.N.) weiterhin festzuhalten (…ebenso Wandtke / Bullinger , UrhR, 3. Aufl., § 2 Rn. 24, 97).
30 aa) Bei Werken der angewandten Kunst sind, soweit diese einem Geschmacksmusterschutz zugänglich sind, an die Urheberrechtschutzfähigkeit höhere Anforderungen zu stellen als bei zweckfreier bildender Kunst (…vgl. BGH, Urt. v. 15.07.2004 - I ZR 142/01 = GRUR 2004, 941, 942 - Metallbett; BGHZ 138, 142, 147 - Les-Paul-Gitarren; BGH GRUR 1995, 581, 582 - Silberdistel; vgl. ferner BVerfG, Nichtannahmebeschluss v. 26.01.2005 - 1 BvR 1571/02, juris, dort Tz. 6 ff.).
Die Kammer schließt sich diesen Ausführungen an, die der Bundesgerichtshof in einer Entscheidung vom 15.07.2004 (GRUR 2004, 941 ff. - Metallbett ), also nach Inkrafttreten und damit in Kenntnis des neuen Geschmacksmustergesetzes vom 12.03.2004 (wenn auch in Anwendung der alten Rechtslage gem. § 1 Abs. 2 GeschmG a. F.), bestätigt und die das Bundesverfassungsgericht (GRUR 2005, 410 f.) als verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden bewertet hat.
DieKammerschließt sich diesen Ausführungen an, die der BGH in einer Entscheidung vom 15.07.2004 (GRUR 2004, 941 -Metallbett), also nach Inkrafttreten des Geschmacksmustergesetzes vom 12.03.2004, bestätigt und die dasBVerfG(GRUR 2005, 410) als verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden bewertet hat.

References: § 2
 Art. 14
 § 2
 § 2
 § 2
 Art. 14
 Art. 3
 § 2
 § 2
 BGH 
 § 1
 BGH