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Zaun im Außenbereich (Hauskauf, Immobilien, Grundstücke) - frag-einen-anwalt.de
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| 06.10.2012 05:33 |
Gekauft wurde ein zulässig errichtetes Wohnhaus im Außenbereich, Land Baden Württemberg.
Der § 35 BauGB spricht gegen die Errichtung eines Zauns um das Grundstück - der § 53 BNatSchG jedoch meiner Meinung nach nicht?! Könnte das Grundstück auf dieser Basis eingezäunt werden? Und wenn ja, bedarf es dann einer Baugenehmigung?
Interessant wäre auch zu wissen, mit welchen Konsequenzen zu rechnen wäre, wenn der Zaun einfach gezogen wird (entgegen § 35 BauGB)......
Grundstück Grundstück Zaun Baugenehmigung Außenbereich
06.10.2012 | 05:50
Entschuldigung, es ist mir ein Fehler unterlaufen: der § 53 bezieht sich auf das Naturschutzgesetz des Landes BaWü, nicht auf das BNatSchG.....
Es spielen hierbei nicht nur bundesrechtliche Regelungen, sondern auch landesrechtliche und örtliche Regelungen ein Rolle.
Der Errichtung eines Zaunes steht nicht per se § 35 BauGB entgegen. Dafür bietet § 35 Abs. 3 BauGB für nicht privilegierte bauliche Anlagen eine Ausnahme.
Dafür fehlen hier Anhaltspunkte im Sachverhalt.
§53 BNatSchG ist sicherlich ein Tippfehler.
Der in der Regel einschlägige § 14 Abs. 1 BNatSchG spricht von erheblichen Eingriffen, zu denen ein Zaun nicht unbedingt zählt.
Anders könnte sich dies bei Schutzgebieten darstellen.
Die notwendigerweise wichtigeren Vorschriften sind im Landesrecht die Bauordnung und das Landesnaturschutzgesetz.
Ich unterstelle aufgrund der mir angezeigten Ortsangabe, dass der Standort in Baden-Würtemberg liegt.
Nach dem Anhang zu § 50 Abs. 1 LBO BW Nr. 7.a, sind Einfriedungen nur im Innenbereich; nach Nr. 7.b, im Außenbereich nur der Land- und Forstwirtschaft dienende Einfriedung verfahrensfrei.
Dies würde es mit sich bringen, dass eine Einfriedung auf Ihrem Grundstück der Baugenehmigung bedarf.
Nach dem § 20 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG BW kann eine erhebliche Beeinträchtigung der Natur und Landschaft die Errichtung einer baulichen Anlage (was ein Zaun, der aufgrund eigener Schwere mit dem Boden verbunden ist) sein.
Insofern Sie den legalen Weg beschreiten müssen Sie beachten, dass Ausnahmen möglich sind. Diese Ausnahmen werden jedoch nur auf Antrag geprüft und erteilt, was manche Behörde geflissentlich verschweigt.
Illegale Errichtungen sind eine Ordnungswidrigkeit nach § 75 Abs. 1 Nr. 8, Abs. 4 LBO BW. Die Höhe wird durch die Behörde auf bis zu 100.000€ festgesetzt und kann negativ durch ein vorsätzliches Handeln beeinflusst werden.
Selbstverständlich wird in einer ablehnenden Bescheidung auch über ein in der Regel erfolgende Beseitigungsanordnung entschieden.
Offen ist, ob es örtliche Satzungen oder landschafts/naturschutzrechtliche Schutzzonen gibt.
Manchmal lassen sich "Deals" mit der unteren Naturschutzbehörde schließen. Dies geht aber nur, soweit Sie nicht schon zur Unterlassung oder Beseitigung aufgefordert wurden.
Nachfrage vom Fragesteller	07.10.2012 | 06:27
Seht geehrter Herr Tautorus,
vielen Dank für Ihre Antwort! Mit dem Tippfehler haben Sie natürlich recht, der war mir auch aufgefallen.....
Sie schreiben, dass Zäune in Ausnahmen genehmigt werden - können Sie mir hierfür Beispiele nennen?
Und an wen sollte ich mich im ersten Schritt mit meinem Anliegen wenden - das Bauamt oder gleicht die untere Naturschutzbehörde?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.10.2012 | 12:03
die Antwort gibt Ihnen § 54 NatSchG BW.
"Eine Sperre im Sinne des § 53 Abs. 1 darf in der freien Landschaft nur errichtet werden, wenn sie durch die Naturschutzbehörde oder die Ortspolizeibehörde genehmigt ist. Bedarf eine Sperre einer behördlichen Gestattung nach anderen Vorschriften, so ergeht diese im Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde, sofern Bundesrecht nicht entgegensteht."
Die freie Landschaft ist § 13 Abs.1 Nr. 3 NatSchG BW "sämtliche Flächen außerhalb besiedelter Bereiche", vereinfachend ist der Außenbereich gemeint.
§ 53 Abs. 2 NatSchG BW sieht als Sperren:
"Die Sperren sollen insbesondere durch Schranken, Einfriedigungen, andere tatsächliche Hindernisse oder Beschilderungen kenntlich gemacht werden."
Die Genehmigung § 54 NatSchG BW ist bei der unteren Naturschutzbehörde zu beantragen.
Sie können also für die private Wohnnutzung einen mittels Sperren abgrenzbaren "Schutzbereich" beantragen.
Die Argumentation der unteren Baubehörde, keine Zäune (Einfriedungen) zuzulassen wegen § 35 BauGB würde grundsätzlich der landesrechtlichen Regelung zuwiderlaufen. Sie muss also Ihr Ermessen unter dieser landesrechtlichen Vorgabe ausüben. Klar ist jedoch, dass der Zaun den berechtigten Wohnbedürfnissen förderlich sein muss und nicht das Grundstück als solches in Gänze einfrieden darf.
Nach alten Naturschutzrecht BW war dies eine Fläche bis zur 10fachen Fläche der überbauten Wohnnutzung.
Heute ist auf das berechtigte Interesse (Ermessen) abzustellen.
Hinsichtlich möglicher anderer Formen von Sperren können Sie sich durch die untere Naturschutzbehörde beraten lassen. Es muss nicht immer der Zaun sein, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
Sie sollten sich demnach an die untere Naturschutzbehörde wenden. Diese wird die untere Baubehörde gegebenenfalls hinzuziehen.
Ergänzung vom Anwalt 06.10.2012 | 09:37
§ 53 Abs. 1 Nr. 1 NatSchG BW ist eine spezielle Ausprägung des § 20 NatSchG BW. Er führt aus, dass ein Verwehren des freien Zuganges durch Dritte im Falle der z.B. Nr. 1 (Umzäunung der Wohnbebauung) möglich ist. Es bleibt aber weiterhin ein Ermessen. Dazu wäre noch das bauordnungsrechtliche Ermessen notwendig auszuüben.
Bewertung des Fragestellers 07.10.2012 | 15:49
"Sehr hilfreiche und freundliche Antwort, verständlich erklärt! Vielen herzlichen Dank!"
FRAGESTELLER 07.10.2012 5/5,0
Grundstück größer als auf Flurkarte, dadurch steht Zaun auf städtischen Grund
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References: § 35
 § 53
 § 35
 § 53
 § 35
 § 35

§53
 § 14
 § 50
 § 20
 § 75
 § 54
 § 53
 § 13

§ 53
 § 54
 § 35

§ 53
 § 20