Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=22.11.2007&Aktenzeichen=III%20R%2054/02
Timestamp: 2019-07-19 11:18:52+00:00

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BFH, 22.11.2007 - III R 54/02 - dejure.org
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BFH, 22.11.2007 - III R 54/02 (https://dejure.org/2007,120)
BFH, Entscheidung vom 22.11.2007 - III R 54/02 (https://dejure.org/2007,120)
BFH, Entscheidung vom 22. November 2007 - III R 54/02 (https://dejure.org/2007,120)
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AufenthG § 25 Abs. 5, § 60a, § 101; AuslG 1990 § 30 Abs. 3, § 55, § 56; EStG § 52 Abs. 61a Satz 2, § 62 Abs. 2; FGO § 74; GG Art. 3 Abs. 1, Art. 20 Abs. 3
EStG § 62 Abs. 2 Nr. 2; EStG § 52 Abs. 61 a S. 2; GG Art. 3 Abs. 1
D (A), Kindergeld, Altfälle, Rückwirkung, Aufenthaltserlaubnis, Duldung, Verfassungsmäßigkeit, Gleichheitsgrundsatz, Jugoslawen, Erwerbstätigkeit
Ausschluss des Kindergeldanspruchs von Staatenlosen ist verfassungskonform
Beschränkung der Kindergeldberechtigung von Ausländern ist verfassungskonform
FG Hessen, 22.08.2002 - 3 K 2028/01
FamRZ 2008, 609
BStBl II 2010, 913
Der Gesetzgeber habe verfassungskonform und im Rahmen des ihm zustehenden Gestaltungsspielraums gehandelt, soweit er typisierend einen Daueraufenthalt erst bei einem mindestens dreijährigen Aufenthalt im Bundesgebiet und bei Integration in den Arbeitsmarkt unterstelle (vgl zB Urteile des BFH vom 22.11.2007 - III R 60/99 -, BFHE 220, 39 und - III R 54/02 - BFHE 220, 45).
Soweit der Sachverhalt - wie im Streitfall - einen Zeitraum vor dem Kalenderjahr 2005 betrifft, in dem noch das Ausländergesetz ( AuslG ) 1990 galt, sind Aufenthaltsregelungen i.S. des § 5 AuslG 1990 entsprechend den Fortgeltungsregelungen in § 101 AufenthG (Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet, gültig ab 01.01.2005, neu gefasst durch Bek. v. 25.02.2008, BGBl I 2008, 162, zuletzt geändert durch Art. 4 Abs. 5 G v. 30.7.2009, BGBl 2009, I 2437) grundsätzlich in Aufenthaltstitel im Sinne des AufenthG umzuqualifizieren (BFH Urteil v. 30.07.2009 III R 45/07, juris;… im Anschluss an BFH Urteil v. 15. März 2007 ( III R 93/03, BFHE 217, 443 , BStBl II 2009, 905 , BFH/NV 2007, 1234 ; und BFH Urteil v. 22.11.2007 III R 54/02, BFHE 220, 45 , BStBl II 2009, 913 , ZSteu 2008, R106, BFH/NV 2008, 457 ).
Danach hat z. B. eine ausländerrechtliche Befugnis nach § 30 Abs. 2 AuslG 1990 ihre aufenthaltsrechtliche Entsprechung in § 25 Abs. 4 Satz 2 AufenthG (BFH Urteil v. 30.07.2009 III R 45/07, a.a.O.; Funke-Kaiser in Gemeinschaftskommentar zum Aufenthaltsgesetz , § 101 Rz 17; Albrecht in Storr/Wenger/ Eberle/ Albrecht/ Harms/ Kreuzer, ZuwG, § 101 AufenthG Rz 26;… s. auch BTDrucks 15/420 S. 80), und eine Aufenthaltsbefugnis nach § 30 Abs. 3 oder Abs. 4 AuslG 1990 entspricht weitgehend einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 AufenthG (BFH Urteil v. 30.07.2009 III R 45/07, a.a.O.; BFHE 220, 45 , BFH/NV 2008, 457 ; BVerwG Urteil v. 04.09.2007 1 C 43/06, BVerwGE 129, 226, zu § 30 Abs. 4 AuslG 1990; Funke-Kaiser in Gemeinschaftskommentar zum Aufenthaltsgesetz , § 101 Rz 17;… a.A. Albrecht in Storr/ Wenger/ Eberle/ Albrecht/ Harms/ Kreuzer, a.a.O., § 101 AufenthG Rz 24: § 25 Abs. 3 AufenthG ).
Dies wurde vom BFH inzwischen mehrfach ausdrücklich entschieden (vgl. BFH Urteil v. 15.03.2007 III R 93/03, BFHE 217, 443 , BStBl II 2009, 905 ;… BFH Urteil v. 15.03.2007 III R 54/05, BFH/NV 2007, 1298 , HFR 2007, 994; BFH Urteil vom 22. November 2007 ( III R 54/02, BFHE 220, 45 , BStBl II 2009, 913 , ZSteu 2008, R106-R108, BFH/NV 2008, 457 ; BFH Urteil v. 30.07.2009 III R 45/07, juris).
Die in § 52 Abs. 61a Satz 2 EStG angeordnete Rückwirkung der Neufassung des § 62 Abs. 2 EStG n.F. auf noch nicht bestandskräftig entschiedene Fälle ist nicht allein deshalb verfassungswidrig, weil der Gesetzgeber den bis zum 1. Januar 2006 befristeten Regelungsauftrag des BVerfG in der Entscheidung in BVerfGE 111, 160 , BFH/NV 2005, Beilage 2, 114 nicht bis zu diesem Zeitpunkt, sondern erst verspätet erfüllt hat (vgl. BFHE 220, 45 , BFH/NV 2008, 457 ).
Der Gesetzgeber hat die für die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit des neu gefassten § 62 Abs. 2 EStG geltenden Rechtsgrundsätze der Entscheidung eingehalten, indem die gesetzliche Regelung jetzt zusätzlich auf die Integration von Ausländern in den deutschen Arbeitsmarkt abstellt (BFH Urteil v. 22. November 2007 III R 54/02, BFHE 220, 45 , BStBl II 2009, 913 , ZSteu 2008, R106-R108, BFH/NV 2008, 457 , unter Hinweis auf BVerfG 1 BvL 4/97, BVerfGE 111, 160 , BFH/NV 2005, Beilage 2, 114 , unter B. III. 4.); die durch das FG Köln in seinem Vorlagebeschluss des vom 09. Mai 2007 ( 10 K 1690/07, EFG 2007, 1247 ) geäußerten verfassungsrechtliche Bedenken gegen § 62 Abs. 2 EStG sind unbegründet (ausf. BFHE 220, 45 , BStBl II 2009, 913 ).
a) Der BFH hat in seinem Urteil vom 22. November 2007 ( III R 54/02, BFHE 220, 45 , BFH/NV 2008, 457 , Rz 13) klar gestellt, dass der Beschluss des BVerfG vom 06. Juli 2004 ( 1 BvL 4/97, BVerfGE 111, 160 ) nur die gleichheitswidrige Benachteiligung solcher Ausländer betraf, die über eine Aufenthaltsbefugnis verfügten, rechtmäßig in der Bundesrepublik lebten und bereits in den Arbeitsmarkt integriert waren.
In dieser Entscheidung (BFHE 220, 45 , BFH/NV 2008, 457 ) wird weiter sinngemäß ausgeführt, Art. 3 Abs. 1 GG gebiete es nicht, in Fällen, in denen ein Ausländer rechtmäßig oder rechtswidrig in die Bundesrepublik einreise und - z. B. wegen eines tatsächlichen Abschiebungshindernisses - damit zu rechnen sei, dass er auf absehbare Zeit nicht mehr ausreise, von Anfang an oder nach einer gewissen Zeit Kindergeld zu gewähren, weil von einem Daueraufenthalt auszugehen sei.
Nach dieser nicht zu beanstandenden Einschätzung biete eine derartige Integration eine Perspektive für einen dauerhaften Aufenthalt in der Bundesrepublik (BFHE 220, 45 ).
c) § 62 Abs. 2 EStG ist letztlich auch deshalb mit Art. 3 Abs. 1, 6 Abs. 1 GG vereinbar, weil bei Ausländern, denen - wie der Klägerin in den streitigen Monaten und den Jahren davor - eine Erwerbstätigkeit nicht gestattet bzw. nicht möglich ist, das Existenzminimum der Kinder zwar nicht durch das Kindergeld, aber durch staatliche Fürsorgeleistungen in ausreichendem Maße gesichert ist (so zutr. BFH Urteil v. 22.11.2007 III R 54/02, BFHE 220, 45 , BFH/NV 2008, 457 , unter Hinweis auf BTDrucks 16/1368, S. 9).
Der Senat hat mit Urteilen vom 15. März 2007 III R 93/03 (…BFHE 217, 443, BFH/NV 2007, 1234) sowie vom 22. November 2007 III R 54/02 (BFHE 220, 45, BFH/NV 2008, 457) entschieden, dass der Gesetzgeber bei der Neuregelung der Kindergeldberechtigung in § 62 Abs. 2 EStG n.F. im Rahmen des ihm zustehenden Gestaltungsspielraums handelte, als er die Kindergeldberechtigung von Ausländern vom Besitz bestimmter Aufenthaltstitel nach dem Aufenthaltsgesetz (AufenthG) abhängig machte und bei einzelnen Titeln, die einen schwächeren aufenthaltsrechtlichen Status vermitteln, darüber hinaus von einem mindestens dreijährigen rechtmäßigen, gestatteten oder geduldeten Aufenthalt im Bundesgebiet sowie von einer berechtigten Erwerbstätigkeit, vom Bezug laufender Geldleistungen nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) oder von der Inanspruchnahme von Elternzeit (§ 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. c, Nr. 3 EStG n.F.).
Die in § 52 Abs. 61a Satz 2 EStG angeordnete Rückwirkung des § 62 Abs. 2 EStG n.F. auf noch nicht bestandskräftig entschiedene Fälle ist entgegen der Ansicht des FG auch nicht deshalb verfassungswidrig, weil der Gesetzgeber den bis zum 1. Januar 2006 befristeten Regelungsauftrag des BVerfG in der Entscheidung in BVerfGE 111, 160, BFH/NV 2005, Beilage 2, 114 bis zu diesem Zeitpunkt nicht erfüllt hat (s. Senatsurteil in BFHE 220, 45, BFH/NV 2008, 457).
Dieser Personenkreis hat auch nach der Neuregelung des § 62 Abs. 2 EStG n.F. keinen Anspruch auf Kindergeld (Senatsurteile in BFHE 217, 443, BFH/NV 2007, 1234, sowie in BFHE 220, 45, BFH/NV 2008, 457).
Eine ausländerrechtliche Befugnis nach § 30 Abs. 2 AuslG 1990 hat ihre aufenthaltsrechtliche Entsprechung in § 25 Abs. 4 Satz 2 AufenthG (Funke-Kaiser in Gemeinschaftskommentar zum Aufenthaltsgesetz, § 101 Rz 17; Albrecht in Storr/Wenger/ Eberle/Albrecht/Harms/Kreuzer, ZuwG, § 101 AufenthG Rz 26; s. auch BTDrucks 15/420 S. 80), eine Aufenthaltsbefugnis nach § 30 Abs. 3 oder Abs. 4 AuslG 1990 entspricht weitgehend einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 AufenthG (Senatsurteil in BFHE 220, 45, BFH/NV 2008, 457, zu § 30 Abs. 3 AuslG 1990; BVerwG-Urteil vom 4. September 2007 1 C 43/06, BVerwGE 129, 226, zu § 30 Abs. 4 AuslG 1990; Funke-Kaiser in Gemeinschaftskommentar zum Aufenthaltsgesetz, § 101 Rz 17;… a.A. Albrecht in Storr/Wenger/Eberle/Albrecht/Harms/Kreuzer, a.a.O., § 101 AufenthG Rz 24: § 25 Abs. 3 AuslG 1990).
Der Senat hat mit Urteilen vom 15. März 2007 III R 93/03 (…BFHE 217, 443, BFH/NV 2007, 1234) sowie vom 22. November 2007 III R 54/02 (BFHE 220, 45, BFH/NV 2008, 457) entschieden, dass der Gesetzgeber bei der Neuregelung der der Kindergeldberechtigung in § 62 Abs. 2 EStG n.F. im Rahmen des ihm zustehenden Gestaltungsspielraums handelte, als er die Kindergeldberechtigung von Ausländern vom Besitz bestimmter Aufenthaltstitel nach dem Aufenthaltsgesetz (AufenthG) abhängig machte und bei einzelnen Titeln, die einen schwächeren aufenthaltsrechtlichen Status vermitteln, darüber hinaus von einem mindestens dreijährigen rechtmäßigen, gestatteten oder geduldeten Aufenthalt im Bundesgebiet sowie von einer berechtigten Erwerbstätigkeit, vom Bezug laufender Geldleistungen nach dem SGB III oder von der Inanspruchnahme von Elternzeit (§ 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. c, Nr. 3 EStG n.F.).
Betrifft der Sachverhalt --wie hier-- einen Zeitraum vor 2005, in denen noch das AuslG 1990 galt, sind Aufenthaltsgenehmigungen i.S. des § 5 AuslG 1990 entsprechend den Fortgeltungsregelungen in § 101 AufenthG in Aufenthaltstitel im Sinne des AufenthG umzuqualifizieren (Senatsurteile in BFHE 217, 443, BFH/NV 2007, 1234, sowie in BFHE 220, 45, BFH/NV 2008, 457).
Eine Aufenthaltsbefugnis nach § 30 Abs. 3 oder Abs. 4 AuslG 1990 entspricht weitgehend einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 AufenthG (Senatsurteil in BFHE 220, 45, BFH/NV 2008, 457, zu § 30 Abs. 3 AuslG 1990; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts --BVerwG-- vom 4. September 2007 1 C 43/06, BVerwGE 129, 226, zu § 30 Abs. 4 AuslG 1990; Funke-Kaiser in Gemeinschaftskommentar zum Aufenthaltsgesetz, § 101 Rz 17; a.A. Albrecht in Storr/Wenger/Eberle/Albrecht/Harms/Kreuzer, ZuwG, § 101 AufenthG Rz 24: § 25 Abs. 3 AufenthG).
Der Senat hat mit Urteilen vom 15. März 2007 III R 93/03 (BFHE 217, 443, BStBl II 2009, 905) sowie vom 22. November 2007 III R 54/02 (BFHE 220, 45, BStBl II 2009, 913) entschieden, dass der Gesetzgeber bei der Neuregelung der Kindergeldberechtigung in § 62 Abs. 2 EStG n.F. im Rahmen des ihm zustehenden Gestaltungsspielraums handelte, als er die Kindergeldberechtigung von Ausländern vom Besitz bestimmter Aufenthaltstitel nach dem AufenthG abhängig machte und bei einzelnen Titeln, die einen schwächeren aufenthaltsrechtlichen Status vermitteln, darüber hinaus von einem mindestens dreijährigen rechtmäßigen, gestatteten oder geduldeten Aufenthalt im Bundesgebiet sowie von einer berechtigten Erwerbstätigkeit, vom Bezug laufender Geldleistungen nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) oder von der Inanspruchnahme von Elternzeit (§ 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. c, Nr. 3 EStG n.F.).
Eine ausländerrechtliche Befugnis nach § 30 Abs. 2 AuslG 1990 hat ihre aufenthaltsrechtliche Entsprechung in § 25 Abs. 4 Satz 2 AufenthG (Funke-Kaiser in Gemeinschaftskommentar zum Aufenthaltsgesetz, § 101 Rz 17; Albrecht in Storr/Wenger/ Eberle/Albrecht/Harms/Kreuzer, ZuwG, § 101 AufenthG Rz 26; s. auch BTDrucks 15/420 S. 80), eine Aufenthaltsbefugnis nach § 30 Abs. 3 oder Abs. 4 AuslG 1990 entspricht weitgehend einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 AufenthG (Senatsurteil in BFHE 220, 45, BFH/NV 2008, 457, zu § 30 Abs. 3 AuslG 1990; BVerwG-Urteil vom 4. September 2007 1 C 43/06, BVerwGE 129, 226, zu § 30 Abs. 4 AuslG 1990; Funke-Kaiser in Gemeinschaftskommentar zum Aufenthaltsgesetz, § 101 Rz 17;… a.A. Albrecht in Storr/Wenger/Eberle/Albrecht/Harms/Kreuzer, a.a.O., § 101 AufenthG Rz 24: § 25 Abs. 3 AufenthG).

References: § 25
 § 60
 § 101
 § 30
 § 55
 § 56
 § 52
 § 62
 § 74
 Art. 3
 Art. 20
 § 62
 § 52
 Art. 3
 § 5
 § 101
 Art. 4
 § 30
 § 25
 § 101
 § 101
 § 30
 § 25
 § 30
 § 101
 § 101
 § 25
 § 52
 § 62
 § 62
 § 62
 Art. 3
 § 62
 Art. 3
 § 62
 § 52
 § 62
 § 62
 § 30
 § 25
 § 101
 § 101
 § 30
 § 25
 § 30
 § 30
 § 101
 § 101
 § 25
 § 62
 § 5
 § 101
 § 30
 § 25
 § 30
 § 30
 § 101
 § 101
 § 25
 § 62
 § 30
 § 25
 § 101
 § 101
 § 30
 § 25
 § 30
 § 30
 § 101
 § 101
 § 25