Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=22.10.2003&Aktenzeichen=7%20ABR%2018/03
Timestamp: 2019-06-26 09:24:59+00:00

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BAG, 22.10.2003 - 7 ABR 18/03 - dejure.org
https://dejure.org/2003,4799
BAG, 22.10.2003 - 7 ABR 18/03 (https://dejure.org/2003,4799)
BAG, Entscheidung vom 22.10.2003 - 7 ABR 18/03 (https://dejure.org/2003,4799)
BAG, Entscheidung vom 22. Januar 2003 - 7 ABR 18/03 (https://dejure.org/2003,4799)
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Bestehen eines gemeinsamen Betriebes nach Unternehmensaufspaltung; Voraussetzungen eines gemeinsamen Betriebes mehrerer Unternehmen; Notwendigkeit einer einheitlichen Leitung in personellen und sozialen Angelegenheiten; Heilung von Verfahrensfehlern durch rügelose Einlassung; Rechtsbeschwerde wegen Vereitelung der Tatbestandberichtigung; Begründetheit einer Amtsaufklärungsrüge
BetrVG §§ 1 18 Abs. 2; ZPO § 559 Abs. 2
ArbG München, 07.06.2001 - 30 BV 78/00
LAG München, 12.11.2002 - 6 TaBV 64/01
(aa) Wird die Verletzung der Amtsaufklärungspflicht durch das Beschwerdegericht gerügt, muss in der Rechtsbeschwerdebegründung dargelegt werden, welche weiteren Tatsachen in der Vorinstanz hätten ermittelt und welche weiteren Beweismittel hätten herangezogen werden können und inwieweit sich dem Beschwerdegericht eine weitere Aufklärung des Sachverhalts hätte aufdrängen müssen (vgl. BAG 16. Mai 2007 - 7 ABR 45/06 - Rn. 28, BAGE 122, 293; 22. Oktober 2003 - 7 ABR 18/03 - zu C II 3 c der Gründe mwN, AP BetrVG 1972 § 1 Gemeinsamer Betrieb Nr. 21 = EzA BetrVG 2001 § 1 Nr. 1) .
Die Rüge mangelnder Amtsaufklärung durch das Landesarbeitsgericht erfordert jedoch die Darlegung, welche weiteren Tatsachen in den Vorinstanzen hätten ermittelt werden können und inwiefern sich dem Beschwerdegericht eine weitere Aufklärung des Sachverhalts hätte aufdrängen müssen (BAG 22. Oktober 2003 - 7 ABR 18/03 - AP BetrVG 1972 § 1 Gemeinsamer Betrieb Nr. 21 = EzA BetrVG 2001 § 1 Nr. 1, zu C II 3 c der Gründe mwN).
Sie hätte hierzu ua. vortragen müssen, welches Ergebnis eine weitere Aufklärung gehabt hätte (vgl. BAG 22. Oktober 2003 - 7 ABR 18/03 - AP BetrVG 1972 § 1 Gemeinsamer Betrieb Nr. 21 = EzA BetrVG 2001 § 1 Nr. 1, zu C II 3 c der Gründe).
Wird die Verletzung der Amtsaufklärungspflicht durch das Beschwerdegericht gerügt, muss in der Rechtsbeschwerdebegründung dargelegt werden, welche weiteren Tatsachen in der Vorinstanz hätten ermittelt und welche weiteren Beweismittel hätten herangezogen werden können und inwieweit sich dem Beschwerdegericht eine weitere Aufklärung des Sachverhalts hätte aufdrängen müssen (BAG 22. Oktober 2003 - 7 ABR 18/03 - AP BetrVG 1972 § 1 Gemeinsamer Betrieb Nr. 21 = EzA BetrVG 2001 § 1 Nr. 1, zu C II 3 c der Gründe).
Vielmehr müssen die Funktionen des Arbeitgebers institutionell einheitlich für die beteiligten Unternehmen wahrgenommen werden (BAG v. 11.02.04 - 7 ARB 27/03 - NZA 04, 618; 22.10.2003 - 7 ABR 18/03 - EzA § 1 BetrVG 2001 Nr. 1; 18.09.2003 - 2 AZR 79/02 - NZA 04, 375; 21.02.2001 - 7 ABR 9/00 - NZA 02, 56; 09.02.2000 - 7 ABR 21/98 - DB 2000, 384).
Das Vorhandensein einer gemeinsamen Personalabteilungen ist stets als starkes Indiz für eine Betriebseinheit zu werten (ebenso: BAG v. 11.02.2004 - 7 ARB 27/03 - NZA 04, 618 = DB 04, 1213, zu II 2 b) bb) d. Gr.; 22.10.2003 - 7 ABR 18/03 - EzA § 1 BetrVG 2001 Nr. 1 zu II 1 d. Gr.; 21.02.2001 - 7 ABR 9/00 - NZA 02, 56, zu II d) Gr.; 03.12.1997 - 7 AZR 764/96 - BAGE 87, 186, 190 f. = NZA 98, 876, zu I 3 d) d. Gr.).
Insbesondere ist weiterhin maßgeblich, dass der Gemeinschaftsbetrieb eine einheitliche Leitung aufweisen muss, die sich auf die wesentlichen Funktionen des Arbeitgebers in personellen und sozialen Angelegenheiten erstrecken (BAG 7 ABR 18/03 vom 22.10.2003).
Zum einen ist es in konzernangehörigen Unternehmen stets erforderlich, die für solche Unternehmen typische, mehr oder weniger enge unternehmerische Zusammenarbeit von der institutionell vereinheitlichten, gemeinsamen einheitlichen Leitung der wesentlichen Arbeitgeberfunktionen in personellen und sozialen Angelegenheiten abzugrenzen (BAG vom 22.10.2003 - 7 ABR 18/03 - BAG vom 09.02.2000 - 7 ABR 21/98 - BAG vom 31.05.2000 - 7 ABR 78/98 -).
Eine einheitliche Personalaktenführung (vgl. dazu BAG 22. Oktober 2003 - 7 ABR 18/03; 11. Februar 2004 - 7 ABR 27/03) und eine einheitliche Personalabteilung (vgl. dazu BAG 13. August 2008 - 7 ABR 21/07) können zwar Indizien für eine einheitliche Leitung sein.
Eine einheitliche Personalaktenführung (vgl. dazu BAG 22. Oktober 2003 - 7 ABR 18/03; 11. Februar 2004 - 7 ABR 27/03) und eine einheitliche Personalabteilung (vgl. dazu BAG 13. August 2008 - 7 ABR 21/07) können allerdings Indizien für eine einheitliche Leitung sein.
Allein gesellschaftsrechtliche Vorgänge führen nicht automatisch zur Annahme eines Gemeinschaftsbetriebes im Sinne der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl. zum Begriff des gemeinsamen Betriebes zuletzt: BAG, Beschluss vom 22.10.2003 - AP BetrVG 1972 § 1 Gemeinsamer Betrieb Nr. 21).
Allein der Umstand der im Juli 2002 erfolgten Verschmelzung der Insolvenzschuldnerin mit der D3xxxx Möbelwerke GmbH und der H2xxx-K2xxxx GmbH mit Sitz in Bad O2xxxxxxxx führt nicht automatisch zur Annahme eines Gemeinschaftsbetriebes im Sinne der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl. zum Begriff des gemeinsamen Betriebes zuletzt: BAG, Beschluss vom 22.10.2003 - AP BetrVG 1972 § 1 Gemeinsamer Betrieb Nr. 21).
Eine lediglich unternehmerische Zusammenarbeit genügt nicht (zu § 23 KSchG: BAG 18.01.1990 - 2 AZR 355/89; BAG 29.04.1999 - 2 AZR 352/98 und BAG 13.02.2002 - 2 AZR 327/01 - AP KSchG 1969 Nr. 9, 21 und 29; zu § 1 BetrVG zuletzt: BAG 22.10.2003 - 7 ABR 18/03; BAG 11.02.2004 - 7 ABR 27/03 und BAG 22.06.2005 - 7 ABR 57/04 - AP BetrVG 1972 § 1 Gemeinsamer Betrieb Nr. 21 bis 23;… KR-Weigand, 8. Aufl. § 23 Rz. 49;… APS-Moll, 3. Aufl. § 23 Rz. 15).
LAG München, 14.06.2007 - 3 Sa 1237/06
Beschäftigungsbedarf, Wegfall
KAGH, 28.11.2014 - M 8/14
Organisationsentscheidung; Einrichtungsänderung

References: § 559
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 § 23
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