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Timestamp: 2020-07-08 23:53:09+00:00

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Satzungen eines Trinkwasser-Zweckverbandes - und ihre Bekanntmachung | Rechtslupe
Mit dem dama­li­gen Bei­tritt der Gemein­de zum vor­lie­gen­den Zweck­ver­band oder – soweit die Gemein­de bereits ein Grün­dungs­mit­glied ist – seit sei­ner Grün­dung durch öffent­lich-recht­li­chen Ver­trag sind spä­tes­tens mit der Ver­öf­fent­li­chung der dama­li­gen Ver­bands­sat­zung vom 28.12 1995 die kom­mu­na­len öffent­li­chen Auf­ga­ben der Ver­sor­gung mit Was­ser sowie die Trink­was­ser­be­sei­ti­gung (vgl. § 2 Abs. 2 der Kom­mu­nal­ver­fas­sung für das Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern – KV M‑V – vom 18.02.1994, so auch noch in der aktu­el­len Fas­sung vom 13.07.2011) auf den Zweck­ver­band über­tra­gen wor­den (vgl. bereits § 151 KV M‑V vom 18.02.1994 und die nun­mehr seit 2011 gel­ten­de Fas­sung der Vor­schrift) und damit auf ihn über­ge­gan­gen. Öffent­li­che Auf­ga­ben und damit Gegen­stand kom­mu­na­ler Zusam­men­ar­beit sind u. a. die von den Gemein­den wahr­ge­nom­me­nen Ange­le­gen­hei­ten der ört­li­chen Gemein­schaft, wobei wesent­li­che Betä­ti­gungs­fel­der inso­weit in Meck­len­burg-Vor­pom­mern die Bereich der Was­ser­ver­sor­gung und Trink­was­ser­be­sei­ti­gung dar­stel­len [1]. Die öffent­li­che Auf­ga­be der Trink­was­ser­be­sei­ti­gung ist als Daseins­vor­sor­ge durch § 40 Abs. 1 des Was­ser­ge­set­zes des Lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­mern (LWaG) dabei den Kom­mu­nen als pflich­ti­ge Selbst­ver­wal­tungs­auf­ga­be über­tra­gen wor­den, wobei sie gemäß § 40 Abs. 4 Satz 1 die­ses Geset­zes die­se Auf­ga­be auf ande­re Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts über­tra­gen dür­fen; sie kön­nen, wie es dort aus­drück­lich heißt, u. a. Zweck­ver­bän­de bil­den. Die Gemein­den sind nach § 43 Abs. 1 die­ses Geset­zes im Rah­men der Selbst­ver­wal­tung auch Trä­ger der öffent­li­chen Was­ser­ver­sor­gung, soweit die­se Ver­pflich­tung nicht auf ande­re Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts, wozu § 43 Abs. 2 Satz 1 LWaG aus­drück­lich ermäch­tigt, über­tra­gen wur­de.
Dar­über hin­aus ist die kon­kre­te Bezugs­quel­le nament­lich für das Amts­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit der Bei­la­ge "Amt­li­cher Anzei­ger" bereits vor Erlass des streit­ge­gen­ständ­li­chen Bescheids eine ande­re gewor­den, nach­dem die "cw Obo­tri­ten­druck GmbH" insol­vent war und wohl zum 30.11.2009 den Geschäfts­be­trieb ein­ge­stellt hat­te. Über die Teil­nich­tig­keit der Sät­ze 3 und 4 des § 19 Abs. 1 der Ver­bands­sat­zung hin­aus ist aber kei­ne Gesamt­un­wirk­sam­keit der Ver­bands­sat­zung fest­zu­stel­len, die wie­der­um durch­schlägt auf die Wirk­sam­keit der Fach­sat­zun­gen. Da es sich offen­sicht­lich nur um einen bür­ger­na­hen Hin­weis-Ser­vice für den Bezug des Amts­blatts für Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit der Bei­la­ge "Amt­li­cher Anzei­ger" han­delt, der gesetz­lich nicht zwin­gend erfor­der­lich ist, kann das Gericht ohne wei­te­res davon aus­ge­hen, dass ent­spre­chend § 139 BGB die übri­ge Ver­bands­sat­zung auch ohne die­se Sät­ze sinn­haft bleibt und die Ver­bands­ver­samm­lung den hypo­the­ti­schen Wil­len zum Sat­zungs­er­halt hat [2].
Eine Ver­öf­fent­li­chung der Mit­glied­schaft der Gemein­de in einem Zweck­ver­band und/​oder der (damit ein­her­ge­hen­den) Über­tra­gung der ent­spre­chen­den öffent­li­chen Auf­ga­ben im Bekannt­ma­chungs­me­di­um der Gemein­de ist – im Gegen­satz zur öffent­lich bekannt zu machen­den Ver­bands­sat­zung und den Abga­ben­sat­zun­gen die­ses Zweck­ver­bands – auch ver­fas­sungs­recht­lich nicht erfor­der­lich. Viel­mehr gebie­tet das Rechts­staats­prin­zip nach Art.20 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3 GG in Ver­bin­dung mit den Grund­rech­ten nur die Ver­öf­fent­li­chung der für den Bür­ger gel­ten­den Rechts­nor­men im dafür ein­fach­recht­lich, hier nach § 6 Abs. 3 Satz 2 der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung zur Kom­mu­nal­ver­fas­sung (KV-DVO) vom 26.01.1995 [3] bzw. der­je­ni­gen vom 23.04.1999 [4] bzw. nun­mehr § 5 Abs. 3 Satz 2 KV-DVO vom 04.03.2008 [5] vor­ge­se­he­nen Bekannt­ma­chungs­weg. Danach kann ein Zweck­ver­band, der nicht aus­schließ­lich aus Gemein­den oder Ämtern eines Land­krei­ses besteht öffent­li­che Bekannt­ma­chun­gen im Amt­li­chen Anzei­ger des Lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­mern vor­neh­men; so in der Fas­sung der Vor­schrift aus dem Jah­re 1995, so mit etwas ande­rem Wort­laut, aber inhalt­lich genau­so auch die Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen. Dies ist vor­lie­gend durch die öffent­li­che Bekannt­ma­chung der (dama­li­gen, hilfs­wei­se jeden­falls einer spä­te­ren) Ver­bands­sat­zung im Amt­li­chen Anzei­ger des Lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­mern gesche­hen. Mit ihr konn­te auch der Eigen­tü­mer eines Grund­stücks im Gebiet der Gemein­de D. in Erfah­rung brin­gen, ob und wel­che Rege­lun­gen mit dem Erlass abga­ben­recht­li­cher Sat­zun­gen des Zweck­ver­bands auf ihn zukom­men bzw. für ihn gel­ten. Zwar ist die öffent­li­che Bekannt­ma­chung von Sat­zung eines – wie es heu­te heißt – land­kreis­über­grei­fen­den Zweck­ver­bands im Amt­li­chen Anzei­ger für den davon betrof­fe­nen Bür­ger nicht so kom­for­ta­bel wie etwa in einem Ver­öf­fent­li­chungs­blatt, das ihm regel­mä­ßig durch "sei­nen" Land­kreis zuge­sandt wird. Den­noch begeg­net die­se im Ver­ord­nungs­weg erlas­se­ne Rege­lung zur Ver­öf­fent­li­chungs­mög­lich­keit von Sat­zun­gen eines land­kreis­über­grei­fen­den Zweck­ver­bands kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Ein Bür­ger hat kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Anspruch auf die für ihn kom­for­ta­bels­te (und ggf. preis­güns­tigs­te bis kos­ten­lo­se) öffent­li­che Bekannt­ma­chung von Sat­zun­gen oder ande­ren mate­ri­el­len Geset­zen.
Eine ver­fas­sungs­recht­li­che Gren­ze bil­det inso­weit allein die Fra­ge, ob die kon­kre­te Mög­lich­keit der Kennt­nis­nah­me von Rechts­quel­len für den Bür­ger (noch) zumut­bar ist. Das Amts­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit der Bei­la­ge "Amt­li­cher Anzei­ger" ist im Papier­druck – eben­so wie das hie­si­ge Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt oder das Bun­des­ge­setz­blatt– zwar bis heu­te nicht kos­ten­frei zu bezie­hen. Indes­sen ist nicht erkenn­bar, dass die dafür in den jewei­li­gen Jah­ren bis heu­te auf­zu­wen­den­den Zah­lungs­mit­tel der Höhe nach dem inter­es­sier­ten Bür­ger nicht zumut­bar wären und damit die Mög­lich­keit der Kennt­nis­nah­me öffent­lich-recht­li­cher Rechts­nor­men wie hier der Sat­zun­gen des beklag­ten Zweck­ver­bands wesent­lich und nicht mehr ver­tret­bar erschwert bzw. gar ver­ei­telt hät­te. Hier­bei ist zudem zu beden­ken, dass auch ein finanz­schwa­cher inter­es­sier­ter Bür­ger sich auch auf ande­rem, kos­ten­güns­ti­ge­rem bis kos­ten­lo­sen Weg Kennt­nis von dem Amts­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit der Bei­la­ge "Amt­li­cher Anzei­ger" beschaf­fen konn­te und kann. Neben den schon seit mehr als zwei Jahr­zehn­ten bestehen­den Mög­lich­kei­ten des Bür­gers, dar­in Ein­sicht über ande­re Bezie­her die­ses Ver­öf­fent­li­chungs­or­gans wie etwa bei dem Amt sei­ner Gemein­de zu neh­men, ist z. B. auch der öffent­li­che Zugang und Zugriff über die gerichts­ei­ge­ne hie­si­ge Biblio­thek zu nen­nen, mag er auch – je nach Wohn­ort – mit Fahr­kos­ten ein­her­ge­hen. (Anders als im Hin­blick auf das Bun­des­ge­setz­blatt Teil I und II, das jeden­falls über einen kos­ten­lo­sen Bür­ger­zu­gang nun­mehr auch bis zur "Erst­aus­ga­be" online ver­füg­bar ist, gibt es für das hie­si­ge Lan­des­recht eine sol­che Mög­lich­keit des Online-Zugriffs des Bür­gers seit eini­ger Zeit allein für die for­mel­len Lan­des­ge­set­ze, Rechts­ver­ord­nun­gen des Lan­des und die wich­tigs­ten, im Amts­blatt M‑V abge­druck­ten Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten in aktu­el­ler [kon­so­li­dier­ter] Fas­sung, nicht aber für ande­re mate­ri­el­le Geset­ze wie etwa die Sat­zun­gen eines land­kreis­über­grei­fen­den Zweck­ver­bands.) Selbst eine Ein­sicht­nah­me in den Amt­li­chen Anzei­ger in den Räu­men des bekämpf­ten Zweck­ver­bands und/​oder die Über­sen­dung von (wenn­gleich ggf. nicht kos­ten­frei­en) Kopien der maß­geb­li­chen bzw. den betrof­fe­nen Bür­ger inter­es­sie­ren­den Ver­bands- und Abga­ben­sat­zun­gen erschie­ne dem Gericht ohne wei­te­res mög­lich und zumut­bar, was den zusätz­li­chen Charme besä­ße, dass der Bür­ger mit Hil­fe des Zweck­ver­bands, wenn er ihm jeden­falls so weit ver­trau­te, viel schnell an die maß­geb­li­chen Fund­stel­len im Amt­li­chen Anzei­ger käme. Seit meh­re­ren Jah­ren ist es zudem mög­lich, sich über das Inter­net auf der Home­page des Zweck­ver­bands über sein Sat­zungs­recht zu infor­mie­ren, soweit die dor­ti­ge Wie­der­ga­be mit dem amt­li­chen Text im Amt­li­chen Anzei­ger über­ein­stimmt.
Abwas­­ser-Anschlus­s­­bei­­trä­­ge für Alt­an­schlie­ßer in… Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat in meh­re­ren Revi­si­ons­ver­fah­ren bestä­tigt, dass Grund­stücks­ei­gen­tü­mer in Meck­len­burg-Vor­pom­mern bis zum 31.12 2008 auch dann zu Anschluss­bei­trä­gen für die Abwas­ser­ent­sor­gung her­an­ge­zo­gen…
Tief­boh­run­gen in Meck­­len­­burg-Vor­­­pom­­mern Eine Berg­ver­ord­nung soll im Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern zukünf­tig das Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren für Tief­boh­run­gen – etwa für Auf­su­chungs­boh­run­gen oder geo­ther­mi­sche Tie­fen­boh­run­gen – ver­ein­fa­chen. Die neue Ver­ord­nung fußt auf…

References: § 2
 § 151
 § 40
 § 40
 § 43
 § 43
 § 19
 § 139
 Art.20
 § 6
 § 5