Source: https://thueringen.schule-gegen-sexuelle-gewalt.de/bestandteile/
Timestamp: 2019-01-19 23:13:02+00:00

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Wie wird der Beratungsanspruch durch eine „insoweit erfahrene Fachkraft“ nach § 8b Absatz 1 SGB VIII für schulische Beschäftigte umgesetzt?
Schulische Beschäftigte können sich mit ihren Beratungsanfragen an das jeweils zuständige Jugendamt wenden. Im Rahmen ihrer Gesamtverantwortung (§ 79 SGB VIII) haben die Jugendämter dafür zu sorgen, dass entsprechend insoweit erfahrene Fachkräfte zur Verfügung stehen.
Die für die fachlichen Beratungen bei Gefährdungseinschätzung zur Verfügung stehenden insoweit erfahrenen Fachkräfte sind nicht nur beim Jugendamt selbst, sondern auch in Fachberatungsstellen in freier Trägerschaft (z.B. in Erziehungsberatungsstellen, Kinder- und Jugendschutzdiensten) angesiedelt. Anschriften und Kontaktdaten sind bei den örtlichen Jugendämtern zu erfragen.
Die „Handlungsschritte bei Anzeichen für eine mögliche Kindeswohlgefährdung“ gemäß § 55a ThürSchulG sind allen Schulen bekannt und zu beachten.
Mit welchen Strukturen und Ressourcen unterstützt Thüringen seine Schulen bei der Entwicklung von Schutzkonzepten?
Gibt es landesspezifische Angebote zur Schutzkonzept-Entwicklung oder Teile davon, z.B. über ein Landesfortbildungsinstitut oder spezielle Programme?
Mit dem „Praxisleitfaden für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Thüringer Schulen“ und der „Gemeinsamen Empfehlung zur Verbesserung der ressortübergreifenden Kooperation beim Kinderschutz in Thüringen“ existieren verschiedene Materialien, welche Schulen für die Erarbeitung von Schutzkonzepten verwenden können.
Schulen können sich dabei auch Unterstützung z.B. vom ThILLM oder vom jeweiligen zuständigen Staatlichen Schulamt bzw. dem Schulpsychologischen Dienst holen.
Welche Möglichkeiten zur Finanzierung der Schutzkonzeptentwicklung bestehen?
Im Landeshaushalt sind Mittel für Fortbildung und Unterstützung zum Thema Kinderschutz vorgesehen. Das ThILLM setzt diese Mittel bedarfsgerecht ein, um die Schulen bei ihren jeweiligen Anfragen zu unterstützen.
Gibt es in Thüringen bereits Modellprojekte oder andere Erfahrung mit der Entwicklung von schulischen Schutzkonzepten?
Alle Schulen in Thüringen sind in Besitz der „Handlungsschritte bei Anzeichen für eine mögliche Kindeswohlgefährdung“. Entsprechende Qualifizierungen des schulischen Personals haben stattgefunden.
Welche Beratungsstrukturen zur schulischen Qualitätsentwicklung gibt es im Land? Wie sind die Schulberatenden Dienste organisiert?
Thüringer Schulen erhalten Unterstützung für ihre Unterrichts- und Schulentwicklung aus dem Unterstützungssystem. Den Kernbereich des Unterstützungssystems bilden die Fachberatung und die Schulentwicklungsberatung.
Das Unterstützungssystem steht allen Staatlichen Schulen zur Verfügung. Dazu übermitteln die Schulen ihren Bedarf im Bereich der Fach- und/oder Schulentwicklungsberatung an das ThILLM.
Beraterinnen und Berater für Schulentwicklung haben eine festgelegte örtliche Zuständigkeit und gestalten ihren Aufgabenbereich eigenverantwortlich. Sie nehmen Aufgaben sowohl bei der Begleitung von Schulentwicklung vor Ort als auch bei Schulversuchen bzw. Schulentwicklungsvorhaben wahr. Dies kann an einer einzelnen Schule oder schulübergreifend erfolgen.
Beraterinnen und Berater für Schulentwicklung bieten Fortbildungen an, werden tätig auf Anfrage der Schulen und handeln im Auftrag des ThILLM und der Schulaufsicht.
Bei den Staatlichen Schulämtern ist der Schulpsychologische Dienst Thüringen eingerichtet. Er hat im Rahmen eines Beratungssystems, in dem Referenten für Schulpsychologie, Beratungslehrer und Fachlehrer zusammenarbeiten, vor allem die Aufgabe, durch die Anwendung psychologischer Erkenntnisse und Methoden die pädagogische Arbeit an den Schulen zu unterstützen und zu fördern.
Die systemische Schulentwicklung steht im Mittelpunkt der Arbeit des Schulpsychologischen Dienstes. In der Systemberatung werden schulische Fragestellungen nicht isoliert, sondern im Kontext ihrer Bedingungen und Wechselwirkungen gesehen. Die Entwicklung von arbeits- und lernförderlichen Schulstrukturen wird im Rahmen von Schulentwicklungsprozessen begleitet. Dabei werden organisationspsychologische Sicht- und Arbeitsweisen angewendet.
Im Fokus steht die individualisierte Lernkultur. Beratende Hilfestellungen aus psychologischer Sicht zur Weiterentwicklung des Unterrichts, der Erziehungs- und Lernbedingungen sowie der Fördermaßnahmen werden geleistet zur Vermeidung von Lern- und Verhaltensproblemen.
Gibt es eine Vorlagepflicht für erweiterte Führungszeugnisse bei angestellten Lehrkräften? Gibt es ein vergleichbares Verfahren für verbeamtete Lehrkräfte?
Bewerber für die Zulassung für den Vorbereitungsdienst der Lehramtsanwärter haben gem. § 4 Abs. 4 Thüringer Verordnung über die Ausbildung und Zweite Staatsprüfung für die Lehrämter ein erweitertes Führungszeugnis nach § 30 Abs. 5 und § 30a des Bundeszentralregistergesetzes zu beantragen.
Ebenso müssen alle Lehrkräfte (und Erzieher) im Rahmen ihrer Einstellung an eine staatlichen Schule ein erweitertes Führungszeugnis gemäß § 30a Bundeszentralregistergesetz vorlegen, welches zum Zeitpunkt der Vorlage zur Bewerbung nicht älter als sechs Monate sein darf.
Gibt es gesetzliche oder untergesetzliche Regelungen in Thüringen, die die Aufgaben schulischer Personalverantwortung in Bezug auf Kinderschutz betreffen?
Die Belange des Kinderschutzes werden in § 55a Abs. 2 des ThürSchulG aufgegriffen. Den Schulen stehen darüber hinaus verschiedene Materialien und Arbeitshilfen zur Verfügung. Diese sind über das Schulportal erhältlich. Als Teil der allgemeinen Ausgestaltung des Schülerverhältnisses und der sich hieraus für den Freistaat ergebenden Fürsorgepflicht ist der Kinderschutz auch in den allgemeinen schulrechtlichen Regelungen wie z.B. §§ 2 und 25 ThürSchulG oder auch § 29 Abs. 1 ThürSchulO verankert.
Sowohl Strafrecht als auch Disziplinarrecht dienen (auch) dem Opferschutz. Das Disziplinarrecht ermöglicht es z.B., eine verbeamtete Lehrkraft gegebenenfalls aus dem Beamtenverhältnis zu entlassen. Auch Suspendierungen vom Dienst sind möglich. Auf diese Weise werden Kinder vor sexuellen Übergriffen der Lehrkraft geschützt.
An welchen Stellen übernehmen Schulaufsichtsbehörden (Teile der) Personalverantwortung, etwa wenn es um einen Verdacht gegen eine Lehrkraft geht oder sogar um Sanktionen bei einem bestätigten Fall von Fehlverhalten?
Der Schulleiter äußert den Verdacht, bzw. meldet den fraglichen Vorfall an das zuständige Schulamt. Ob sich der Vorfall als Fehlverhalten der Lehrkraft bestätigt und ob er disziplinarisch zu ahnden ist bzw. ob ein Abmahnungs- und Kündigungsverfahren eingeleitet wird, wird von Seiten der Dienstaufsicht des jeweils zuständigen Schulamts geprüft.
Ebenfalls prüft das zuständige Staatliche Schulamt, ob beamtenrechtliche oder arbeitsrechtliche Sofort-Maßnahmen (Abordnung, Versetzung, Suspendierung) geboten sind.
Welche personalrechtlichen Maßnahmen stehen Schulen zur Verfügung gegen sexuell übergriffige Mitarbeitende (Beamten/Beamtinnen und Angestellte), die sich jedoch noch nicht strafbar gemacht haben?
Da die Schulen keine Personalhoheit besitzen, sind personalrechtliche Maßnahmen der Schule weder gegenüber Beamten noch Angestellten möglich. Hier müsste das Staatliche Schulamt bzw. das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport tätig werden.
Wenn einer Schulleitung derartiges bekannt wird, leitet sie deshalb die maßgeblichen Informationen unverzüglich dem Staatlichen Schulamt zu.
Disziplinarische Maßnahmen können von Seiten der Dienstaufsicht des Staatlichen Schulamtes je nach Fallkonstellation auch ohne strafrechtlich relevantes Verhalten der beamteten Lehrkraft eingeleitet werden.
Wie sieht die Weisungsbefugnis der Schulleitung gegenüber externen Kräften, z.B. Schulbegleitern aus?
Der Schulleiter übt das Hausrecht in der Schule aus. Der Schulleiter ist für einen geordneten Schulbetrieb und Unterricht sowie für die Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsziele verantwortlich. Im Rahmen dieser Aufgabenerfüllung trifft der Schulleiter notwendige Regelungen. Mit dem Schulträger und anderen Behörden arbeitet der Schulleiter zusammen.
Sollten Probleme mit dem Verhalten einer externen Kraft auftreten, wird sich mit deren personalverantwortlicher Stelle in Verbindung gesetzt und weitere Maßnahmen veranlasst, gegebenenfalls auch die Zusammenarbeit mit der jeweiligen externen Kraft beendet.
Schulsozialarbeiter sind in Thüringen in der Regel keine „Betriebsangehörigen“ der Schule, sondern bei öffentlichen bzw. freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe angestellt. Damit unterliegen sie nicht der Weisungsbefugnis der Schulleitung.
Gibt es ein Landesfortbildungsinstitut? Welche sonstigen Fortbildungsträger stehen schulischen Beschäftigten zur Verfügung?
Das ThILLM mit Sitz in Bad Berka steht den schulischen Beschäftigten zur Verfügung.
Darüber hinaus (und in Zusammenarbeit mit dem ThILLM) bieten auch die Staatlichen Schulämter (z.B. Schulpsychologischer Dienst) Fortbildungen an.
Gibt es dort Fortbildungsangebote zum Thema sexuelle Gewalt?
Es gibt regelmäßig Angebote zu diesem und zu verwandten Themen.
Einsicht in das aktuelle Programm des ThILLM erhalten die Schulen z.B. über www.schulportal-thueringen.de/catalog, wobei jede Schule mit dem ThILLM auch weitere, darüberhinausgehende Angebote verabreden kann.
Gibt es dort Fortbildungsangebote zu Schutzkonzepten oder Angebote, Schulen bei der Entwicklung zu begleiten?
Schulen können sich dabei Unterstützung z.B. vom ThILLM oder vom jeweiligen zuständigen Staatlichen Schulamt bzw. dem Schulpsychologischen Dienst holen.
Wie sind grundsätzlich die Rahmenbedingungen von Fortbildungen für schulische Beschäftigte?
a) Zeitbudgets
Am 12. Februar 2014 haben das für das Schulwesen zuständige Ministerium und der Hauptpersonalrat im Geschäftsbereich des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Bereich Schule) die Dienstvereinbarung über die Fort- und Weiterbildung von Lehrern, Erziehern und Sonderpädagogischen Fachkräften abgeschlossen. Die Dienstvereinbarung ist zum 1. März 2014 in Kraft getreten.
Nach den Vorbemerkungen der Dienstvereinbarung besteht zwischen dem für das Schulwesen zuständigen Ministerium und dem Hauptpersonalrat Einigkeit, dass das Recht der Beschäftigten zur Teilhabe an der Fort- und Weiterbildung nicht von der Pflicht zur Fort- und Weiterbildung entbindet. Ausgehend hiervon sind die Schulämter gebeten worden, möglichst vielen Beschäftigten die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen zu ermöglichen.
Nach Auffassung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport kann eine Fort- und Weiterbildungsmaßnahme nur mit der Begründung entstehenden Unterrichtsausfalls abgelehnt werden. Allerdings ist drohender Unterrichtsausfall kein absoluter Versagungsgrund. Es ist in jedem Fall eine Einzelfallentscheidung erforderlich.
Dem Ministerium sind derzeit keine Probleme aus der Praxis bekannt, weshalb davon auszugehen ist, dass die Lehrerinnen und Lehrer wie vorgesehen und erwünscht an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen teilnehmen können.
Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen werden grundsätzlich vom Land finanziert.
c) Gibt es eine allgemeine Fortbildungspflicht?
Ja, es besteht eine Fortbildungspflicht für Lehrerinnen und Lehrer. Insoweit wird auf die Antwort zu Frage a verwiesen. Dort wurde darauf hingewiesen, dass die Teilhabe an der Fort- und Weiterbildung nicht von der Pflicht zur Fort- und Weiterbildung entbindet. Hierauf sind die Schulämter ausdrücklich hingewiesen worden.
d) Gibt es eine Fortbildungspflicht zum Thema sexuelle Gewalt?
Eine spezielle Fortbildungspflicht zum Thema sexuelle Gewalt gibt es nicht.
Gibt es in Thüringen rechtliche Vorgaben, auf die ein schulischer Verhaltenskodex Bezug nehmen kann?
Ein Verhaltenskodex kann beispielsweise auf das Thüringer Schulgesetz, die Thüringer Schulordnung oder die Dienstordnung für Lehrer, Erzieher und Sonderpädagogische Fachkräfte an den staatlichen Schulen in Thüringen Bezug nehmen.
Die Nutzungsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen werden durch das Thüringer Datenschutzrecht geregelt. Lehrkräften ist nicht gestattet, personenbezogene Daten über soziale Netzwerke zu kommunizieren. Die private Kommunikation mit Schülern liegt in der privaten Verantwortung der Lehrkraft.
Die Vertraulichkeit der übermittelten personenbezogenen Daten und die Transparenz des genutzten Verfahrens sind sicherzustellen. Diese Kriterien können aber viele der gebräuchlichen sozialen Netzwerke nicht erfüllen. Im Ergebnis stellt daher jegliche dienstliche Kommunikation, die personenbezogene Daten beinhaltet, mittels sozialer Netzwerke einen Verstoß gegen das Thüringer Datenschutzgesetz dar.
§ 28 Thüringer Schulgesetz – Mitwirkung der Schüler
Die Schüler wirken durch gewählte Schülervertretungen entsprechend ihrem Alter und ihrer Verantwortungsfähigkeit am schulischen Leben mit. Schülervertretungen werden für die Klasse oder den Stammkurs (Klassen- oder Kurssprecher), die Schule (Schülersprecher), für jede Schulart auf der Ebene des zuständigen Schulamtes (Kreisschülersprecher) und des Landes (Landesschülersprecher) gewählt.
Auf der Ebene der Schule besteht als zusätzliches Mitwirkungsgremium die Klassensprecherversammlung. Einmal im Schuljahr kann die Schülervertretung der Schule eine Schülerversammlung einberufen; sie findet in Absprache mit dem Schulleiter während der Unterrichtszeit statt. Die Schüler werden bei den Wahlen der Schülervertretungen von den Lehrern, vom Schulleiter, vom Schulträger und von den Schulaufsichtsbehörden unterstützt.
Zu den Aufgaben der Schülermitwirkung gehören insbesondere die Wahrnehmung schulischer und sozialer Interessen der Schüler in der Schule und bei den Schulaufsichtsbehörden, die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen, die Mithilfe bei der Lösung von Konfliktfällen sowie die Beteiligung an schulübergreifenden Entscheidungen und Maßnahmen der Schulaufsichtsbehörden nach Maßgabe der dazu ergangenen Rechtsverordnungen. Der Schülervertretung stehen insbesondere Anhörungs-, Auskunfts- und Initiativrechte zu. Zu Anregungen und Vorschlägen der Schülervertretung nimmt die zuständige Stelle innerhalb von vier Wochen Stellung, wobei im Falle der Ablehnung das Ergebnis zu begründen ist.
Die einzelnen Mitwirkungsrechte auf der Ebene der Klasse oder des Stammkurses, der Schule, des zuständigen Schulamtes und des für das Schulwesen zuständigen Ministeriums sowie das jeweilige Wahlverfahren und notwendige Freistellung werden durch Rechtsverordnung des für das Schulwesen zuständigen Ministeriums geregelt.
Die Kosten der Schülermitwirkung trägt auf der Ebene des Landes das Land; im Übrigen der jeweilige Schulträger.
§ 29 Thüringer Schulgesetz – Vertrauenslehrer
§ 32 Thüringer Schulgesetz – Mitwirkung der Eltern
Die Eltern wirken durch gewählte Elternvertretungen in Angelegenheiten mit, die für die Schule von allgemeiner Bedeutung sind. Elternvertretungen werden an den einzelnen Schulen für die Klassen, für die Stammkurse und die gesamte Schule, bei den zuständigen Schulämtern und auf Landesebene gewählt.
Auf der Ebene der Schulämter vertritt die Kreiselternvertretung die Interessen der Elternschaft gegenüber den Schulämtern und den Schulträgern, auf der Landesebene vertritt die Landeselternvertretung diese gegenüber dem für das Schulwesen zuständigen Ministerium.
Der Elternmitwirkung stehen insbesondere Anhörungs-, Auskunfts- und Initiativrechte zu. Der Schulleiter, das zuständige Schulamt, der Schulträger und das für das Schulwesen zuständige Ministerium prüfen im Rahmen ihrer Zuständigkeit die Anregungen und Vorschläge der Elternvertretung innerhalb von vier Wochen und teilen dieses Ergebnis der jeweiligen Elternvertretung mit, wobei im Falle der Ablehnung das Ergebnis zu begründen ist.
Die einzelnen Mitwirkungsrechte auf der Ebene der Klasse oder des Stammkurses, der Schule, des zuständigen Schulamtes und des für das Schulwesen zuständigen Ministeriums sowie das jeweilige Wahlverfahren werden durch Rechtsverordnung des für das Schulwesen zuständigen Ministeriums geregelt.
Die Kosten der Elternmitwirkung trägt auf der Ebene des Landes das Land; im Übrigen der jeweilige Schulträger.
§ 38 Thüringer Schulgesetz – Schulkonferenz
Als Organ der Mitwirkung und Mitbestimmung von Schülern, Eltern, Erziehern und Lehrern an der Schule wird jeweils für zwei Schuljahre eine Schulkonferenz gebildet. Den Vorsitz führt der Schulleiter; er hat kein Stimmrecht. Die Lehrerkonferenz, die Schulelternvertretung und die Schülervertretung der Schule wählen jeweils ihre Vertreter. An Grundschulen besteht die Schulkonferenz aus einer gleichen Anzahl von Vertretern der Lehrer und der Eltern; an durchgehend einzügigen Grundschulen werden je zwei Vertreter gewählt, an durchgehend mindestens zweizügigen Grundschulen je drei Vertreter. Wird an der Grundschule ein Hort geführt, wählen die Erzieher aus ihrer Mitte einen Vertreter; dieser ist anstelle eines Vertreters der Lehrer Mitglied in der Schulkonferenz. In Schulen mit überwiegend volljährigen Schülern besteht die Schulkonferenz aus drei Vertretern der Lehrer und drei Vertretern der Schüler. An den übrigen Schulen besteht die Schulkonferenz aus je drei Vertretern der Lehrer, der Eltern und der Schüler. Soweit an der Schule Maßnahmen der schulbezogenen Jugendhilfe angeboten werden, nimmt ein im Rahmen dieser Maßnahmen an der Schule tätiger Mitarbeiter beratend teil.
Die Schulkonferenz berät Fragen, die Schüler, Eltern, Lehrer und Erzieher gemeinsam betreffen, und gibt Empfehlungen.
Gibt es eine Kooperation mit „Trau dich!“? Ist eine Kooperation geplant?
2015 wurden vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Gespräche mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema „Trau dich!“ aufgenommen und eine gemeinsame Umsetzung des Projektes in Thüringen für den Zeitraum 2016/2017 angestrebt. Leider standen die dafür benötigten Kapazitäten nicht zur Verfügung, so dass vorerst davon Abstand genommen werden musste. Daher ist bisher noch keine konkrete Kooperation vorhanden.
Gibt es andere Präventionsprojekte oder Präventionsfachstellen, die Schulen in der präventiven Arbeit unterstützen?
Thüringen verfügt über ein gut entwickeltes Netz an hochprofessionell arbeitenden Kinder- und Jugendschutzdiensten (insgesamt 19 Einrichtungen). Das sind spezialisierte Beratungsstellen für Kinder und Jugendliche, die von körperlicher, seelischer, sexualisierter Gewalt oder Vernachlässigung bedroht oder betroffen sind bzw. bei denen ein entsprechender Verdacht besteht.
Die Arbeitsgrundlage bildet die Fachliche Empfehlung Thüringer Kinder- und Jugendschutzdienste in der aktuellen Fassung vom 7. März 2016.
Die Kinder- und Jugendschutzdienste leisten u.a. Präventionsarbeit für verschiedene Multiplikatoren wie z.B. Schulen.
Im Rahmen der Weiterbildung der Beratungsfachkräfte an Thüringer Schulen zur gemeinsamen Umsetzung der Bestimmungen der §§ 8 a SGB VIII und 55 a ThürSchulG und des Bundeskinderschutzgesetzes ist ein Schwerpunkt der Veranstaltungen die Sensibilisierung der pädagogischen Fachkräfte zum Thema Kindeswohlgefährdung sowie das Kennenlernen der einzelnen Fachkräfte im vorhandenen Netzwerk.
Auch die Staatlichen Schulämter bzw. der Schulpsychologische Dienst unterstützen die Schulen in der präventiven Arbeit.
Darüber hinaus gibt es auf örtlicher Ebene Kooperationen mit Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (z. B. im Rahmen von Angeboten durch schulbezogene Jugendarbeit, durchgeführt durch Schulsozialarbeiter, Jugendeinrichtungen, -clubs), die im Rahmen von Projekten die Schulen in ihrem Einzugsgebiet in der Prävention gegen sexuelle Gewalt unterstützen.
Auch Schwangerschaftsberatungsstellen bieten präventive Sexualerziehung an (sind allerdings weniger auf Gewaltprävention spezialisiert).
Welche schulgesetzlichen und curricularen Vorgaben gibt es in Thüringen zur Sexualerziehung?
Das Thüringer Schulgesetz schreibt vor, die Schüler entsprechend ihrem Alter „mit den biologischen, ethischen, religiösen, kulturellen und sozialen Tatsachen und Bezügen der Geschlechtlichkeit des Menschen vertraut“ zu machen (§ 47 Abs. 4 ThürSchulG). Das bedeutet auch, die Schüler zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität zu erziehen und sie auf Gefährdungen hinzuweisen.
In den Lehrplänen wird das Thema aufgegriffen und die verschiedenen Aspekte werden in die unterschiedlichen Fächer integriert: Heimat- und Sachkunde, Mensch-Natur-Technik, Biologie, Ethik, Religionslehre. Auch der Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre gibt Hilfestellung und Anregung.
Familien- und Sexualerziehung ist in Thüringen regelmäßiges Unterrichtsangebot. Fragen der sexuellen Selbstbestimmung, des sexuellen Missbrauchs und auch der (sexualisierten) häuslichen Gewalt sind dabei Bestandteile der Lehrpläne. So wie Fragen der Sexualerziehung alters- und entwicklungsabhängig mehrfach aufgegriffen werden, werden auch Fragen des Missbrauchs und der Misshandlung mehrfach im Laufe des Bildungs- und Erziehungsprozesses behandelt. Der Themenkomplex kann in verschiedenen unterrichtlichen Zusammenhängen aufgegriffen und diskutiert werden.
In den Lehrplänen wird das Thema aufgegriffen und die verschiedenen Aspekte werden in die unterschiedlichen Fächer integriert. Das beinhaltet auch, die Schüler zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität zu erziehen und sie auf Gefährdungen hinzuweisen.
§ 9 Thüringer Schulordnung – Schülermitwirkung
Beschwerderecht: Zu den Rechten der Schülermitwirkung gehört es, Beschwerden allgemeiner Art bei Lehrern, beim Schulleiter und in der Schulkonferenz vorzubringen.
§ 30 Thüringer Schulordnung – Aufgaben der Lehrerkonferenz
Die Lehrerkonferenz entscheidet über Beschwerden von grundsätzlicher Bedeutung gegen allgemeine Unterrichts- und Erziehungsmaßnahmen der Schule mit Ausnahme von Aufsichtsbeschwerden gegen die Schule sowie von Dienstaufsichtsbeschwerden.
Wer mit einem Lehrer unzufrieden ist, kann bei der Dienststelle Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen und sich über dessen persönliches Verhalten beschweren. Daneben ist ferner auch eine weitere Strafanzeige möglich.
§ 25 Thüringer Schulgesetz – Rechte des Schülers
Jeder Schüler kann sich bei als ungerecht empfundener Behandlung oder Beurteilung an den Lehrer, an den Vertrauenslehrer, an die Schülervertretung, den Schulleiter und an die Schulkonferenz wenden.
Beratungslehrer in Thüringen weisen eine anerkannte und zertifizierte Weiterbildung nach. Sie umfasst 500 Stunden, die sich in 300 Stunden Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Seminare, Trainings, Praktika bzw. Netzwerkarbeit) und 200 Stunden Selbststudium aufgliedern. Die Inhalte des Curriculums werden in Abstimmung mit und unter der Verantwortung des ThILLM von den Referenten für Schulpsychologie konzipiert und realisiert.
Um an der Weiterbildungsmaßnahme für Beratungslehrer teilnehmen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So müssen Interessenten bereits als Lehrer an einer Thüringer Schule tätig sein und ein Bewerbungsanschreiben mit Unterschrift an das ThILLM richten. Außerdem muss die Weiterbildungsmaßnahme vom Schulleiter und vom Staatlichen Schulamt befürwortet werden.
Der Schulleiter beauftragt den Beratungslehrer mit der Wahrnehmung seiner spezifischen Tätigkeit.
Die Referenten für Schulpsychologie des jeweiligen Staatlichen Schulamtes nehmen die Fachaufsicht für die Beratungslehrer im Rahmen ihrer spezifischen Aufgabenerfüllung wahr.

References: § 8
 § 55
 § 4
 § 30
 § 30
 § 30
 § 55
 § 29

§ 28

§ 29

§ 32

§ 38

§ 9

§ 30

§ 25