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Timestamp: 2018-05-20 22:59:51+00:00

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Verleumdung, § 187 - Strafrecht Besonderer Teil 1
Strafrecht Besonderer Teil 1 - Verleumdung, § 187
IV. Öffentliche Begehung der Tat, Begehung in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften
Kursangebot | Grundkurs Strafrecht BT I | Verleumdung, § 187
Auch bei § 187 muss der Täter „in Beziehung auf einen anderen“ zunächst eine Tatsache behaupten, so dass erneut ein Drei-Personen-Verhältnis erforderlich ist.
Im Unterschied zu § 186 ist die Unwahrheit dieser Tatsache jedoch hier objektives Tatbestandsmerkmal. Bezüglich dieser Unwahrheit muss – im Unterschied wiederum zu § 185 – subjektiv dolus directus 2. Grades vorliegen.
Ebenfalls im Unterschied zu § 186 kann die unwahre Tatsache auch geeignet sein, den Kredit eines anderen zu gefährden.
Grund für die erhöhte Strafandrohung des § 187 ist mithin, dass der Täter den guten Ruf des Opfers „wider besseres Wissen“ durch unwahre Tatsachenbehauptungen schädigt.
Wie prüft man: Verleumdung, S_152/Teil_Besonderer Teil/Abschn_14/§_187§ 187
Behaupten oder Verbreiten einer ehrenrührigen oder kreditgefährdenden Tatsache
dolus directus 2. Grades bezüglich der Unwahrheit,
ansonsten dolus eventualis
Hinsichtlich des Behauptens oder Verbreitens einer Tatsache gegenüber einem anderen wird auf die Ausführungen bei § 186 verwiesen.
Im Gegensatz zu § 186 muss die Tatsache objektiv unwahr sein. Dass die Tatsache unwahr ist, muss stets bewiesen sein. Lässt sich die Unwahrheit nicht beweisen, gilt erneut der „in-dubio-pro-reo“-Grundsatz. Beachten Sie auch hier die Beweisregel des § 190, sofern die behauptete Tatsache eine Straftat darstellt.
Diese Tatsache muss entweder wie bei § 186 geeignet sein, den anderen verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen.
Darüber hinaus kommt auch eine Eignung in Betracht, den Kredit einer anderen Person zu gefährden.
Kredit ist das Vertrauen, das jemand hinsichtlich der Erfüllung seiner vermögensrechtlichen Verbindlichkeiten genießt.
LK-Herdegen § 187 Rn. 3.
Nach h.M. soll mit dieser Tatbestandsalternative nicht zuvorderst die Ehre, sondern vielmehr das Vermögen des Opfers vor Gefährdungen geschützt werden. Von daher ist es irrelevant, ob die vom Täter geäußerte Tatsachenbehauptung ehrverletzend ist.
Wessels/Hettinger Strafrecht BT 1 Rn. 496. Es genügt, dass die Behauptung geeignet ist, den Eindruck zu erwecken, das Opfer sei zur Erfüllung seiner vermögensrechtlichen Verbindlichkeiten nicht in der Lage. Auch hier genügt die bloße Eignung der Tatsache zur Herbeiführung dieser Folgen. Da auch juristische Personen vermögensrechtlichen Schutz genießen, können auch diese Opfer einer Verleumdung sein.Lackner/Kühl § 187 Rn. 2; Fischer § 187 Rn. 3a.
Der Vorstandsvorsitzende einer Bank behauptet in der Presse wahrheitswidrig, dass ein wichtiger Kunde aus dem Filmgeschäft, den er namentlich benennt, nicht mehr in der Lage ist, den Kreditverbindlichkeiten bei seiner Bank nachzukommen. Daraufhin verweigern alle anderen Banken die Finanzierung weiterer Projekte, so dass die Firma kurze Zeit später Insolvenz anmelden muss.
Hinsichtlich der Unwahrheit der Tatsache muss der Täter Wider besseres Wissen handeln.
Wider besseres Wissen ist die sichere Kenntnis in Bezug auf die Unwahrheit der behaupteten Tatsache (dolus directus 2. Grades).
Lackner/Kühl § 187 Rn. 1. Es genügt also nicht, dass der Täter es nur für möglich hält, dass es sich bei der behaupteten oder verbreiteten Tatsache um eine unwahre Tatsache handelt. Hinsichtlich der übrigen Voraussetzungen reicht hingegen dolus eventualis.
§ 187 ist qualifiziert, wenn die Verleumdung öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften begangen wurde.
Hinsichtlich der Öffentlichkeit und der Verbreitung von Schriften wird auf die Ausführungen bei § 186 Bezug genommen. Darüber hinaus kann die Verleumdung in einer Versammlung erfolgen. Wann eines solche Versammlung vorliegt, bestimmt sich nach dem öffentlichen Recht.
§ 193 wird in der Klausur nicht als Rechtfertigungsgrund in Betracht kommen. Nach überwiegender Auffassung ist es grundsätzlich nicht zulässig, auch noch so berechtigte Interessen mittels einer Lüge zu verfolgen.
Schönke/Schröder-Lenckner § 193 Rn. 3.
Tathandlung: eine ehrenrührige oder kreditgefährdende Tatsache wird
direkter Vorsatz bzgl. der Unwahrheit
In einem kleinen Dorf in der Eifel ist die Sparkasse überfallen worden. A erklärt dem C, er sei der Auffassung, dass B den Überfall begangen habe, obgleich er davon ausgeht, dass B nicht die Täterin sein kann. In einem Ermittlungsverfahren gegen B kann nicht hinreichend geklärt werden, ob diese oder ein anderer die Tat begangen hat, so dass das Verfahren gem. § 170 II StPO eingestellt wird. Ist A
strafbar gem. § 187 StGB?
Kredit ist die Vorstellungdas Vertrauendie Sicherheit das jemand hinsichtlich der Erfüllung seiner vermögensrechtlichen Verbindlichkeiten genießt.

References: § 187
 § 187
 § 187
 § 187
 § 186
 § 185
 § 186
 § 187
 § 186
 § 186
 § 190
 § 186
 § 187
 § 187
 § 187
 § 187

§ 187
 § 186

§ 193
 § 193
 § 170
 § 187