Source: http://www.wikimannia.org/Jugendamt
Timestamp: 2013-12-08 20:47:30+00:00

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Jugendamt – WikiMANNia
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JugendamtSSchergen
Primat der Eltern vor dem Staat
1 Geschichtliche Entwicklung in Deutschland
1.1 Ab 1900
2 Rechtliche Grundlage für die Tätigkeit der Jugendämter
2.1 Wichtige Bestimmungen des KJHG
3 Grundsätzliche Kritik: Fehlende Kontrolle und Haftung
3.1 Das Dilemma der kommunalen Selbstverwaltung
3.2 Keine Haftung für Fehlentscheidungen
3.3 Keine Kontrolle durch Gerichte
3.4 Aufhebung der Gewaltenteilung
3.5 2007/2011: Deutschland ignoriert Rügen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
4 2013: Bundesregierung akzeptiert die Kritik der UN
4.1 Petitionen gegen die Institution "Jugendamt"
4.2 Bamberger Erklärung
4.3 Dienstaufsichtsbeschwerden - Ein stumpfes Schwert
5 Kritik an Arbeitsweise und fachlicher Kompetenz
5.1 Fragwürdige Qualifikation der Mitarbeiter
5.2 Jugendamt macht Feierabend
5.3 Bretter vor den Köpfen
5.4 Triviales Klischeedenken
5.5 Trennungsberatung für Mütter
5.6 Beihilfe zur Verschleppung von Kindern und Kindeswohlgefährdung
5.7 Keine Einschaltung des Familiengerichts
5.8 Implementierung mütterfreundlicher Umgangsregelungen
5.9 Unterhaltsvorschussleistungen
5.10 Unterstützung der Mutter vor Gericht
5.11 Jugendamt und Wechselmodell
5.12 Jugendamt und Kindeswille
5.13 Unqualifizierte Äußerungen
5.14 Erlebnispädagogisch orientierte Maßnahmen
5.15 Bindungen sind nicht erwünscht
5.16 Fristlose Kündigung eines Jugendamtleiters
5.17 Einzelbeispiele
5.17.1 Jugendamt Cochem
5.17.2 Wormser Prozesse
6 Fehler im Umgang mit dem Jugendamt
7 Jugendamts-Umfrage
10 Weiterführende Information
10.4 Jugendamt-Fälle
Geschichtliche Entwicklung in Deutschland Ab 1900 Als Vorläufer der Jugendämter sind die im Bürgerlichen Gesetzbuch von 1900 vorgesehenen Gemeindenwaisenräte anzusehen.
Erste Gründungen von Jugendämtern konnten bereits 1925 festgestellt werden (entsprechend dem 1924 in Kraft getretenen Reichsjugendwohlfahrtsgesetz). Ziele und Namen waren die materielle Sonderfürsorge für Minderjährige, die Krüppelfürsorge, die Heilfürsorge als freiwillige, vorbeugende Gesundheitsfürsorge und die Fürsorgeerziehung. Nationalsozialismus Ab 1939 übernahmen die Jugendämter als Teil der Staatsgewalt im NS-Staat weitgehend die Kontrolle über die Kindererziehung. Das Jugendamt kontrollierte und lenkte Familien und Kinder von Geburt an politisch. Heranwachsende Jungen wurden von der Hitlerjugend (HJ) und heranwachsende Mädchen vom Bund Deutscher Mädel (BDM) unter die Kontrolle des Staates gestellt. Um der sinkenden Geburtenrate entgegenzuwirken, wurde neben allgemeinen monetären Hilfen auch etwa 8.000 Säuglinge in Deutschland und etwa 12.000 in Norwegen in Lebensbornheimen unter der Kontrolle der SS großgezogen.
Nach 1945 In Polen wurden die Jugendämter als verbrecherische Organisationen abgeschafft. Sie hatten 200.000 Kinder den Eltern weggenommen. In der BRD wurde das Jugendamt von 1947 bis 1952 dem Innenministerium (Polizei) und nicht dem Familien- oder dem Justizministerium unterstellt. Damit wurden eine Vielzahl Kinder - die durch das Jugendamt im europäischen Ausland den Eltern entzogen wurden - nicht an ihre biologischen Eltern zurückgegeben. Die Identität und die Namen der Kinder wurden mit Amtshilfe der Meldebehörden und der Polizei geändert, die leiblichen Eltern nicht informiert. Per Gerichtsbeschluss, "der Dringlichkeit wegen, ohne vorherige mündliche Anhörung" wurden die Kinder an deutsche Adoptivfamilien "transferiert".
Rechtliche Grundlage für die Tätigkeit der Jugendämter Den gesetzlichen Rahmen für die Tätigkeit der Jugendämter bildet insbesondere das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG). Als weitere Teile sind das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), das "Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit" (FamFG) und das Kindschaftsrechtsreformgesetz (KindRG) zu nennen.
Wichtige Bestimmungen des KJHG Laut seiner Verfasser ist das Achte Buch Sozialgesetzbuch - Kinder- und Jugendhilfe - ein Instrument zur Vorbeugung, zur Hilfestellung und zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Im Vordergrund stehe die Förderung der Entwicklung junger Menschen ... In § 1 KJHG heißt es, jeder junge Mensch habe ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Zur Verwirklichung dieses Rechts solle die Jugendhilfe insbesondere Eltern bei der Erziehung beraten und unterstützen, Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen und dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien ... zu erhalten oder zu schaffen.
§ 2 definiert die Aufgaben der Jugendhilfe als Leistungen "zugunsten junger Menschen und Familien". § 8 sagt zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, diese solle bei allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe entsprechend ihrem Entwicklungsstand stattfinden. Weiter seien sie in geeigneter Weise auf ihre Rechte im Verwaltungsverfahren sowie im Verfahren vor dem Familiengericht und dem Verwaltungsgericht hinzuweisen.
§ 17 regelt die der Beratung in Fragen der Partnerschaft, Scheidung und Trennung. Dort heißt es unter anderem, Mütter und Väter (!) hätten im Rahmen der Jugendhilfe Anspruch auf Beratung. Letztere solle helfen, Konflikte und Krisen in der Familie zu bewältigen und im Fall der Scheidung oder Trennung die Bedingungen für eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen förderliche Wahrnehmung der Elternverantwortung zu schaffen. Dabei seien die Eltern unter angemessener Beteiligung der betroffenen Kinder oder Jugendlichen bei der Entwicklung eines einvernehmlichen (!) Konzepts für die Wahrnehmung der elterlichen Sorge und der elterlichen Verantwortung zu unterstützen.
Grundsätzliche Kritik: Fehlende Kontrolle und Haftung Gerade angesichts der fragwürdigen Professionalität der Mitarbeiter ist das Fehlen einer wirksamen Kontrolle ein weiterer, ganz wesentlicher Punkt. Gleiches gilt für die mangelnden Möglichkeiten, einzelne Mitarbeiter oder das jeweilige Amt bei groben Fehlern bzw. schwerwiegenden Verstößen gegen gesetzliche Bestimmungen zur Rechenschaft zu ziehen. Eine große Zahl von Kritikern, so beispielsweise der ehemalige Familienrichter Hans-Christian Prestien, beanstandet das Fehlen einer Fach- und Rechtsaufsicht für Jugendämter. Wie im Folgenden aufgezeigt wird, könne die Ämter faktisch unkontrolliert in einer rechtlichen Grauzone agieren. Trotz zunehmender Rügen vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte scheint die Politik nicht willens, an diesem Zustand etwas zu ändern. Das Dilemma der kommunalen Selbstverwaltung Jugendämter unterliegen der kommunalen Selbstverwaltung gemäß Grundgesetz Art. 28 Abs. 2 und lassen keine übergeordnete Kontrolle zu. Im Grundgesetz Art. 28 Abs. 2 heißt es:
Daraus folgt die Selbstkontrolle durch den Kinder- und Jugendhilfeausschuss der Gemeinde, in dem der Jugendamtsleiter nicht gewähltes, sondern "geborenes" Mitglied ist; er kontrolliert sich also selber. Insofern können Behördenmitarbeiter Entscheidungen von schicksalhafter Tragweite treffen, ohne das es - selbst bei vorsätzlich verantwortungslosem Handeln - möglich wäre, sie haftbar zu machen. So etwas nennt man einen rechtsfreien Raum.
Keine Haftung für Fehlentscheidungen Prinzipiell ist es nicht möglich, einen Jugendamtsmitarbeiter für seine Entscheidungen persönlich haftbar zu machen. Ein Antrag bei Gericht würde als Antragsgegner nicht den Jugendamtsmitarbeiter, sondern die Kommune benennen, der das Jugendamt angehört. Ein einzelner Jugendamtsmitarbeiter kann nur dann strafrechtlich belangt werden, wenn er gegen ein Gesetz verstoßen hat. Beispielsweise wenn er sich zu Beleidigung, übler Nachrede oder Verleumdung (§§ 185 bis 187 StGB) hat hinreißen lassen oder wenn er vor Gericht falsch ausgesagt hat (§§ 153 StGB). Dann deckt ihn auch sein Dienstherr nicht mehr.[2]
Keine Kontrolle durch Gerichte In anderen Fällen sollte in einem Rechtsstaat zwar prinzipiell die Möglichkeit bestehen, das Handeln des Jugendamtes an der Elle des Kinder- und Jugendhilfegesetzes zu messen und bei Verstössen gegen einzelne Bestimmungen des KJHG die Kommune zu verklagen. Geschickterweise vermeiden es Jugendämter jedoch durch die Bank, Verfügungen oder Anordnungen in Form von Bescheiden zu erlassen. Der Gang zum Verwaltungsgericht, das an sich für fehlerhaftes oder rechtswidriges Agieren von Verwaltungsbehörden zuständig wäre, scheidet damit aus. In der Regel erhalten betroffene Eltern bzw. Elternteile nicht einmal ein simples Schreiben und auch die Dokumentation in Akten wird ausgesprochen sparsam gehandhabt. Offensichtlich sind Jugendamtsmitarbeiter sehr bemüht, sich einer gerichtlichen Kontrolle zu entziehen.
Aufhebung der Gewaltenteilung Weil Jugendämter und Familiengerichte eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig die Bälle zuspielen, ist die Gewaltenteilung und damit ein wesentlicher Grundsatz unseres Gemeinwesens - hier die Kontrolle der Exekutive durch die Judikative - faktisch aufgehoben. Vielmehr werden, wenn eine Familienrichterin bekanntermaßen die hälftige Betreuung oder gar eine Alleinsorge durch Väter vehement ablehnt, vom Jugendamt regelmäßig gefällige Stellungnahmen abgegeben. Dies erst recht, wenn eine solch mütterbegünstigende Geisteshaltung des Gerichts die unreflektierten Vorurteile der betreffenden Jugendamtsmitarbeiter bedient. Bedingt durch räumliche Nähe und die geistige Enge der Beteiligten funktionieren die besagten Allianzen besonders in Kleinstädten oftmals hervorragend, sind dem Vernehmen nach aber auch in Großstädten nicht selten. Mitbürger, die noch die DDR erlebt haben, fühlen sich beim Betrachten des Zusammenwirkens von Richtern und Jugendämtern an die gute Kooperation zwischen den ehemaligen Volksgerichten und der Stasi erinnert. Nicht nur in Bezug auf das Verhalten des Jugendamtes, sondern auch mit Blick auf die Möglichkeiten, das Gebaren der Ämter richterlich überprüfen zu lassen, mag dieser Vergleich durchaus zutreffen Von vielen Seiten werden die Forderungen nach einer wirksamen Kontrolle immer lauter. Nicht zuletzt die sich häufenden Verurteilungend deutscher Jugendämter vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte sind ein absolutes Armutszeugnis für Deutschland.
2007/2011: Deutschland ignoriert Rügen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte Ende 2011 bekamen das Bundesjustizministerium und das Bundesfamilienministerium bereits zum zweiten Mal Besuch von einer EU-Delegation, angeführt von Philippe Boulland.[3]
Jener ist der Leiter einer Arbeitsgruppe im Petitionsausschuss des EGMR, die sich mit dem Thema Jugendämter befasst. Die Mitglieder der Delegation sprachen mit Vertretern der beiden Behörden darüber, dass die Institution deutsches JUGENDAMT aus dem Blickwinkel anderer Staaten nach wie vor als defizitär, menschenrechtswidrig und missbräuchlich agierend wahrgenommen wird.
Schon vier Jahre zuvor wurden von einer solchen Delegation positive Veränderungen eingefordert. Weil die Bundesregierung jedoch ihre Ohren auf Durchzug stellte und der Missbrauch unvermindert weiter praktiziert wird, wollte die Kommission aus dem Petitionsausschuss des Europaparlamentes um Phillipe Boulland jetzt eine Kohle nachlegen. Wörtlich sagte Herr Boulland: Zitat: «Wir haben den Eindruck, dass es sich hier um ein wiederkehrendes und strukturelles Problem handelt, dem niemand der deutschen Entscheidungsträger wirklich zu Leibe rücken möchte. Man steckt lieber den Kopf in den Sand. Das finden wir unmöglich und schockierend.»
Zur Reise der Delegation des Europaparlamentes von vor vier Jahren meinte er: Zitat: «Auf unsere damalige Intervention hat Deutschland nicht reagiert. Wir finden das nicht normal.»
2013: Bundesregierung akzeptiert die Kritik der UN Am 25. April 2013 wurde Deutschland zum zweiten Mal vom UN-Menschenrechtsrat im Rahmen des UPR-Verfahrens (Universal Periodic Review, Deutsch "Universelles Periodisches Überprüfungsverfahren") auf seine Menschenrechtssituation hin überprüft. Dieses neue Verfahren existiert seit 2007 und erfährt große politische und mediale Aufmerksamkeit. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Nationale Menschenrechtsinstitutionen waren aufgerufen, zu diesem Verfahren eigene Berichte einzureichen. [4]
Auch der Verein "Trennungsväter e.V. – Postfach 2108 – 92211 Amberg“ beteiligte sich mit einem eigenen Bericht zur mangelnden rechtlichen Kontrolle der deutschen Jugendämter am UPR-Verfahren. Laut der Pressemitteilung von "Trennungsväter e.V“. vom 14.09.2013 sprach die Menschenrechtskommission der UNO im April klare Empfehlungen zu einer Neuorganisation der 572 deutschen Jugendämter aus. Insbesondere wurde die Einführung einer effektiven Fach- und Rechtsaufsicht gefordert, aber auch die Einhaltung von internationalen Verträgen und Einhaltung der Urteile des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte. Im September 2013 hat die Bundesregierung erklärt, dass diese Empfehlungen vollumfänglich angenommen werden.[5]
Die Empfehlungen an die Bundesregierung im Originalwortlaut:
Empfehlung 145: Introduce independent and effective legal and professional supervision of the Youth Office (Jugendamt) and ensure that the Jugendamt decisions be in conformity with binding international norms, including the rulings of the European Court of Human Rights; Empfehlung 146: Respect its commitments to an effective judicial review of the administrative decisions of the Office of Youth (Jugendamt); [6] Mit der Akzeptanz dieser Empfehlungen verpflichtet Deutschland sich selbst, diese bis zu seiner nächsten Überprüfung im UPR in viereinhalb Jahren umzusetzen. [7]
Petitionen gegen die Institution "Jugendamt" Der Petitionsausschuss des Europaparlaments hat mehrere Petitionen gegen die Institution "Jugendamt" aus dem Jahre 2006, 2007 und 2008 für zulässig erklärt[8] und behandelt das Thema anhand beispielhafter Fälle mit Anhörungen. Dabei wurden auch generell das Verhalten der Bundesrepublik in den Fällen, in denen Beschwerde zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingelegt worden ist (Familie H. Münster/Steinfurt (2. Klage abgelehnt), Sorgerechtsfall Kazim Görgülü, Sahin, Sommerfeld u. a.) angesprochen. Der Petitionsausschuss behandelte u. a. mehr als 250 Petitionen auf der Bearbeitungsliste[9] und in seiner Tagesagenda.[10][11]
Bamberger Erklärung Die Präsidentin der Konferenz der Nicht-Regierung-Organisationen (NGO) des Europarates, Annelise Oeschger, überreichte zu den Jugendamtspetitionen beim Europaparlament im November 2007 die Bamberger Erklärung[12], in der das Verhalten deutscher Jugendämter sowie die mangelhafte Kontrolle der Jugendämter mit dem Resultat der Verletzungen der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) kritisiert wurden. Diese Erklärung ist das Ergebnis des Symposiums "Deutsche Jugendämter und die europäische Menschenrechtskonvention", das im Oktober 2007 in Bamberg stattfand.[13][14]
Dienstaufsichtsbeschwerden - Ein stumpfes Schwert Beliebiges Beispiel für eine nichtssagende Abweisung einer Dienstaufsichtsbeschwerde
Theoretisch gibt es noch die Möglichkeit einer Dienstaufsichtsbeschwerde beim jeweiligen Verwaltungschef, also z. B. dem Landrat. Im Allgemeinen dürfte das jedoch Zeitverschwendung sein. Dienstaufsichtsbeschwerden sind wirkungslos und werden regelmäßig mit inhaltsleeren Formulierungen abgewiesen.
Kritik an Arbeitsweise und fachlicher Kompetenz Fragwürdige Qualifikation der Mitarbeiter Im Verhältnis zur Fülle der Macht über die Menschen, die den Jugendämtern ihre Schicksale anvertrauten, sich den Ämtern dabei im Grunde aber auch ausliefern, haben deren Mitarbeiter oft keine adäquate berufliche Qualifikation. Dies wird auch von "Insidern" so gesehen. So äußerte der oben erwähnte Hans-Christian Prestien, die fachliche Kompetenz der MitarbeiterInnen der öffentlichen Jugendhilfe auf psychologischem, psychiatrischen bzw. pädagogischem Feld sei unverändert zufallsabhängig. Er fordert deshalb regelmäßige Qualifizierungsmaßnahmen.
Ein Studium der Sozialarbeit oder Sozialpädagogik, absolviert an einer FH, ist in der Regel das Höchste, was man in puncto Kompetenz erwarten darf. Wie der Essay von Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Klenner verrät, muss es aber kein Glück sein, einem Mitarbeiter zu begegnen, der diesem Personenkreis zuzurechnen ist.[15] Prof. Klenner spricht bezüglich der Qualifikation im Übrigen von wohlmeinenden Laien (wobei die Attribuierung "wohlmeinend" allerdings von vielen Vätern in Abrede gestellt werden dürfte). Weitaus häufiger haben Mitarbeiter indessen kein einschlägiges Studium, sondern nur eine Berufs- (z. B. zum Erzieher) bzw. Verwaltungsausbildung durchlaufen, teilweise noch nicht einmal das. Von daher gehören sie bestenfalls dem gehobenen Dienst an, meist ist es aber nur der mittlere. Dagegen sind andere Entscheidungsträger im allgemeinen durch ein Universitätsstudium für den Höheren Dienst qualifiziert. Damit sind sie zwar nicht weisungsgebunden, aber immerhin sonst für ihr Handeln verantwortlich.
Bei einer von Dr. Karin Jäckel vorgenommenen Erhebung gaben nur 2,3 % der befragten Eltern dem Jugendamt die Note 1. Hierbei handelte es sich fast ausschließlich um Alleinerziehende, die vom Jugendamt Hilfe zur Ausgrenzung des anderen Elternteils erhalten hatten (mutmaßlich waren dies ausnahmslos bzw. zumindest stark überwiegend Mütter). 75 % der Befragten bewerteten dagegen die berufliche Qualifikation, das menschliche Interesse etc. der Mitarbeiter mit der Note 5 oder 6.[16]
Jugendamt macht Feierabend Fatal für Einzelfälle ist die Tatsache, dass Jugendämter behördlichen Dienstzeiten unterliegen und am Wochenende dienstfrei haben. Wenn bspw. am Freitag ein Kind durch das Jugendamt verschleppt wird, bleibt das Kind übers Wochenende eben verschwunden. In der Regel wird dann die Polizei eingeschaltet und Vermisstenanzeige erstattet. Zwangsweise läuft eine Ermittlungsmaschinerie an, weil das Jugendamt keine andere Behörde informiert und im Jugendamt eben Feierabend ist.
Bretter vor den Köpfen In ihrem Vortrag "Kinder sind die besseren Menschen - wie schaffen es so viele Väter und Mütter, sie an die Wand zu fahren?"[17] berichtet die Diplompsychologin Ursula Kodjoe von einer Schulungsveranstaltung, die sie für Angestellte verschiedener Jugendämter durchgeführt hat. Für ein Rollenspiel simulierte sie folgende Fallkonstellation:
Eine Mutter war zur Betreuung/Erziehung ihrer Kinder aufgrund erheblicher Drogen- bzw. Alkoholprobleme nicht in der Lage. Die Jugendamtsmitarbeiter sollten nach einer Lösung suchen. Laut Frau Kodjoe liefen diese Bemühungen dann ausschließlich auf Überlegungen hinaus, durch welche Hilfen man die Mutter wieder in die Lage versetzen könne, ihre Rolle angemessen wahrzunehmen. Keiner der Teilnehmer des Seminars verschwendete jedoch nur einen Gedanken daran, ob nicht vielleicht der Vater in die Bresche springen könne. Darauf angesprochen, entgegnete ein Mann aus der Runde, seines Zeichens sogar Leiter eines Jugendamtes, laut Frau Kodjoe in recht aggressivem Tonfall: Zitat: «Wo kämen wir denn da hin, wenn wir uns auch noch mit denen beschäftigen würden»
Dazu bemerkte Frau Kodjoe, viele Männer [eben auch Mitarbeiter des Jugendamtes] seien sich nicht darüber bewusst, wie wichtig sie für ihre Kinder wären und dass sie sich in den Dienst eines Systems stellten, das Kindern ihre Beziehungsgrundlage nehme. Diese reduzierte Denkweise beschrieb sie mit den Worten: Denn sie wissen nicht, was sie tun". Weiter sagte sie, manchmal schiene es so, als stünde der Satz: "Kinder gehören zu ihren Müttern" regelrecht über den Köpfen dieser Leute. Gleichwohl merkte sie aber sinngemäß an, die Tatsache, dass Väter für ihre Kinder genauso wichtig sind wie Mütter, sei mittlerweile wissenschaftlich hinlänglich erwiesen und bekannt. Von daher muss die Bemerkung erlaubt sein: persönliche Kindheitserfahrungen von Mitarbeitern des Jugendamtes sind kein Alibi mehr für eine einseitig mütterbegünstigende Grundhaltung. Eigentlich sollte man meinen, dass aktuelle familienpsychologische bzw. pädagogische Erkenntnisse relativ kurzfristig auch zu den Jugendämtern durchdringen müssten. Fatal ist hier, dass Weiterbildung beim selbstgefälligen Amtsschimmel offenbar nicht gerade großgeschrieben wird.
Triviales Klischeedenken Im Übrigen ist das Denken vieler Angehöriger der sozialpädagogischen Dienste wenigstens unterschwellig immer noch von einem klischeehaften Mann=Täter/Frau=Opfer-Denken geprägt, dass jahrzehntelang kritiklos beschworen wurde. Außerdem hält sich hartnäckig der Irrglaube, Mütter würden eine Beziehung nur zum Wohle ihrer Kinder beenden. Diese falschen Dogmen - mehr zu ihnen den Abschnitten "Ein Tabuthema“ und "Überholte Klischees" des Beitrags "Erziehungsfähigkeit" - führen bei vielen Mitarbeitern des Jugendamts dann zu folgenden Sichtweisen:
Ist die Trennung vom Vater ausgegangen ist, kriegen Väter immer wieder zu hören:
Zitat: «Sie haben ja die Beziehung beendet, also müssen Sie jetzt eben auch mit den Konsequenzen leben.»
Zitat: «Hier geht es ja schließlich um das Wohl der Mutter.»
Hat sich dagegen die Mutter getrennt, dürfen Väter indessen nicht auf ähnliche Sätze hoffen, selbst wenn das Handeln der Ex-Partnerin deutliche Zeichen von Niedertracht und Verlogenheit erkennen lässt. Vielmehr glauben voreingenommene Mitarbeiter bereitwillig jedem noch so absurden Vorwurf der Mutter, wodurch dann wiederum deren Wohl in den Focus gerückt wird, schließlich ist sie ja durch das lange Ausharren bei einem Scheusal psychisch angegriffen und bedarf größter Nachsicht. Das Kindeswohl bleibt bei dieser mütterzentrierten Sicht regelmäßig auf der Strecke.
Trennungsberatung für Mütter Entgegen dem Wortgeklingel der §§ 1 und 2 KJHG hat das Jugendamt oft weder eine Förderung junger Menschen noch Hilfen für Familien im Focus, sondern sieht - nicht zuletzt aufgrund der im vorigen Abschnitt erwähnten, noch weithin virulenten Vorurteile - seine Aufgabe häufig primär darin, Müttern eine qualifizierte Trennungsberatung zu gewähren, das heißt, ihnen Tipps und Hilfestellung zu geben, wie sie einen Auszug aus der ehelichen Wohnung bewerkstelligen und dabei erfolgreich die Kinder gegen deren Willen mitnehmen können. Für letztere bedeutet das, jäh und schockartig aus ihrer vertrauten Umgebung herausgerissen zu werden. Auf diese Weise wird massive Amtshilfe zur Zerstörung von Familien geleistet und angesichts von ca. 170.000 von Trennungen betroffener Kinder pro Jahr tagtäglich in Hunderten von Fällen massiv das Kindeswohl gefährdet.
Mit der Forderung, zum Schutz oder zur Entwicklung von Kindern bzw. zum Erhalt oder zur Schaffung positiver Lebensbedingungen für sie beizutragen, ist so ein Aufgabenverständnis in vielen Fällen nicht vereinbar. Dessen ungeachtet legen sich Mitarbeiter und vor allem Mitarbeiterinnen des Jugendamtes - viele selbst zum ersten oder wiederholten Male, häufig mit Kindern, getrennt bzw. geschieden - im Sinne einer kritiklosen Unterstützung von Müttern mächtig ins Zeug. Dabei stehen die Leistungen "zugunsten junger Menschen und Familien" (§ 2 KJHG) aber eher im Hintergrund bzw. werden als Hilfe für die Mutter umdefiniert. Viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Jugendamtes glauben, dass alles, was der Mutter nützt, selbstredend auch den Kindern zu Gute kommen müsse. Dabei wird oft verkannt, dass zuweilen das Gegenteil der Fall ist. Eine eingehendere Prüfung findet in aller Regel nicht statt.
Beihilfe zur Verschleppung von Kindern und Kindeswohlgefährdung Ebenso regelmäßig unterbleibt die durch § 8 vorgesehene Anhörung der betroffenen Kinder. Diese müsste jedoch an sich erfolgen, bevor das Jugendamt die Mutter bei ihrem abrupten Auszug unterstützt. Stattdessen wird das Verbringen der Kinder aus ihrem angestammten Zuhause nach Kräften gefördert, ohne mit ihnen auch nur eine Minute darüber zu sprechen, wie sie zu dieser Maßnahme stehen. Auch die an sich vorgeschriebene, im Anschluss an die Anhörung zu leistende Aufklärung der Kinder über ihre Rechte im Verfahren vor dem Familiengericht wird prinzipiell unterlassen. Beides läuft faktisch auf vielfache und fortwährende Gesetzesbrüche durch die Jugendämter hinaus, welche aber in der Praxis bisher folgenlos bleiben.
Wenn Kinder nicht nur plötzlich mit der Trennung der Eltern konfrontiert werden, sondern zugleich auch noch verkraften müssen, wie sie von einem Tag auf den anderen Tag aus ihrem Zuhause verschleppt werden, handelt es sich hierbei nach allgemein vorherrschender Auffassung für die Kinder um einen sehr belastenden Vorgang, dies übrigens anerkanntermaßen insbesondere im Falle von Kleinkindern. Umgekehrt wird von den beteiligten Professionen immer wieder argumentiert, gerade in der schwierigen Phase der Trennung solle Kindern möglichst das Familienheim erhalten bleiben. Dieser Grundsatz findet regelmäßig seinen Niederschlag in entsprechenden Gerichtsentscheiden, so beispielsweise im Beschluss des OLG Köln vom 19.04.2012.[18]
Insofern wäre in einem Verbringen der Kinder in eine andere Umgebung eine von der Mutter betriebene Kindeswohlgefährdung zu sehen, sofern es für diese Maßnahme keine wirklich zwingenden Gründe gibt. In vielen Fällen - nämlich immer dann, wenn die Kinder nicht aus ihrem angestammten Zuhause verbracht oder von ihrem Vater getrennt werden wollen - leistet das Amt durch diese Praxis, anstatt das Wohl des Kindes zu schützen, Beihilfe zur Kindesentziehung.
§ 235 Abs. 1 StGB:
Faktisch unterstützen Jugendämter durch ihre Beratungstätigkeit Mütter in großer Zahl regelmäßig und objektiv bei Rechtsbrüchen, denn eigentlich müssten Mütter zuerst das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen (und vom Familiengericht erhalten), bevor sie die Kinder in eine andere Wohnung verbringen dürfen. Außerdem tritt in diesem Verhalten eine klare Diskrimierung von Männern zutage, denn es ist absolut undenkbar, dass Männer von einem Jugendamt dieselbe Rückendeckung erhalten würden. Mutmaßlich geht es den Ämtern bei ihrer bedingungslosen Parteinahme darum, Müttern mit Blick auf ein mögliches Umgangsverfahren im Sinne einer Präjudizierung durch rechtswidriges Faktenschaffen auf dem Rücken der betroffenen Kinder Vorteile zu sichern. Mit dieser Handlungsweise, insbesondere mit der völligen Missachtung des Kindeswillens, verstoßen Jugendämter offen gegen zentrale Bestimmungen des KJHG, um die Pläne von Müttern nicht zu durchkreuzen. Wenn überhaupt, werden die Kinder erst Wochen oder gar Monate nach der vom Amt gebilligten Mitnahme angehört.
In konsequenter Fortsetzung dieser Linie werden im Folgenden Probleme der Kinder, die aufgrund von Überforderung oder erzieherischen Defiziten ihrer Mütter auftreten, systematisch unter den Teppich gekehrt und selbst extrem kindswohlschädigendes Verhalten von Müttern in der Nachtrennungsphase weckt mitnichten Zweifel an ihrer Erziehungsfähigkeit.
Keine Einschaltung des Familiengerichts Das Tätigwerden des Familiengerichts oder anderer Leistungsträger zur Abwendung einer Gefährdung des Kindeswohls hält das Jugendamt in solchen Fällen prinzipiell nicht für erforderlich.
Implementierung mütterfreundlicher Umgangsregelungen Anstelle des in § 17 KJHG angesprochenen einvernehmlichen Konzepts für die Wahrnehmung der elterlichen Sorge wird dem Vater für die Phase bis zur endgültigen Klärung durch das Familiengericht eine Umgangsregelung aufgezwungen, die sich ausschließlich an den Wünschen der Mutter orientiert und welche jene Mutter oft bereits im Vorfeld allein mit dem Amt abgestimmt hat. Besonders abgefeimte Jugendamtsmitarbeiterinnen raten Müttern außerdem dazu, dem Vater für die ersten paar Monate nach der Trennung eine Versöhnung in Aussicht zu stellen, damit er eine einseitig die Mutter begünstigende vorläufige Umgangsregelung erst mal akzeptiert, anstatt sofort das Familiengericht anzurufen.
Unterhaltsvorschussleistungen Nachdem die Verschleppung der Kinder geglückt und eine Umgangsregelung zu Gunsten der Mutter bewerkstelligt wurde, hat das Amt die Voraussetzungen geschaffen, der Mutter Unterhaltsvorschuss zu zahlen, für die dann der Vater in Regress genommen wird. Dabei gewährt das Amt - großzügig im Umgang mit öffentlichen Mitteln - der Mutter in der Regel den Höchstsatz, auch wenn ihr die aktuelle Rechtsprechung aufgrund des von ihr geleisteten Anteils bei der Betreuung nur einen anteiligen Betrag zubilligen würde. Im Übrigen bleibt zu fragen, ob es rechtmäßig ist, vom Vater Unterhalt zu verlangen, wenn ihm die Kinder unter Verletzung gesetzlicher Bestimmungen (§ 8 KJHG) entzogen wurden.
Unterstützung der Mutter vor Gericht In Sorgerechts- oder Umgangsverfahren ist es quasi eine Art ritueller Handlung deutscher Familienrichter, die Stellungnahme eines Vertreters des Jugendamtes einzuholen. In der Regel äußern diese sich ganz konkret dazu, welchem Antrag - dem der Mutter oder dem des Vaters - stattzugeben sei. Eine plausible Begründung bleiben die Mitarbeiter der Ämter indessen oftmals schuldig. Nicht selten ist die geistige Substanz ihrer Aussagen derart dürftig, dass Richter den gleichen Erkenntnisgewinn erzielen könnten, wenn sie ein Stück Brot befragen würden. Das hindert aber zumindest solche Richter, die um jeden Preis die Wünsche von Müttern bedienen wollen, nicht daran, in ihren Beschlüssen ausdrücklich auf die Empfehlung des Amts zu verweisen.
Ärgerlich ist dabei im Übrigen, dass die Amtler wirklich zu allem und jedem ihren Senf dazugeben müssen, angefangen von banalen Streitigkeiten zu Fragen der Urlaubs- bzw. Ferienregelung bis hin zu komplexen, spezifische Sachkenntnis erfordernden Themen wie dem der "Schuleignungsdiagnostik".
Jugendamt und Wechselmodell Viele Jugendämter stehen einer Betreuung von Kindern im paritätischen Wechselmodell aufgrund unreflektierter Vorurteile noch ausgesprochen ablehnend gegenüber. Auf Nachfrage werden in fachlicher Hinsicht oft gravierende Wissenslücken zum Stand der Forschung wie auch zu rechtlichen Aspekten erkennbar. Vor Gericht werden Anträge von Müttern, die auf ein Residenzmodell abzielen, von vielen Ämtern immer noch rückhaltlos unterstützt. Wollen Kinder hälftigen Umgang mit dem Vater oder den Lebensmittelpunkt bei ihm, heißt es, sie sagten dies nur unter dem väterlichen Druck oder aufgrund von Loyalitätskonflikten. Vor anderen Erklärungen oder Gegenargumenten des Vaters verschließt man vielerorts immer noch die Augen (mehr dazu im Beitrag Familienpsychologische Gutachten, Abschnitt "Abwertung und verfälschte Darstellung des Kindeswillens"). Stichhaltige Begründungen bzw. Beweise für ihre Aussagen bleiben die Ämter im Allgemeinen schuldig. Eine solche Unterstützung ist umso erstaunlicher, weil § 50 KJHG, der die Mitwirkung des Jugendamts in familiengerichtlichen Verfahren umreißt, keinen Hinweis enthält, nach dem das Amt eine Empfehlung bezüglich der Umgangsregelung abzugeben hätte. Vielmehr soll es lediglich erzieherische und soziale Gesichtspunkte zur Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen einbringen und ggfs. - d. h. so denn überhaupt eine Beratung stattfindet - den Stand des Beratungsprozesses erläutern. Es läßt jedoch hoffen, dass in diversen Ämtern bereits ein Umdenken stattgefunden hat bzw. zumindest im Gange ist. An den mittlerweile regelmäßig in verschiedenen Städten stattfindenden Fachtagungen des VAfK zur paritätischen Doppelresidenz ist auch ein steigendes Interesse von Vertretern der Jugendämter zu verzeichnen. So hat sich beispielsweise der Leiter des Jugendamtes Monheim bei einer solchen Fachtagung in Köln am 14.09.2012 nachdrücklich für diese Betreuungsform ausgesprochen. Der stellvertretende Leiter des Jugendamtes Köln bekräftigte bei der Podiumsdiskussion im Rahmen dieser Veranstaltung, das Thema sei auch in seiner Behörde angekommen. Ein Mitarbeiter eines anderen Jugendamtes, der allerdings bezeichnenderweise anonym bleiben und nicht gefilmt werden wollte, äußerte seine Präferenz für die paritätische Doppelresidenz, wies aber darauf hin, er würde sich insbesondere von Seiten der Väter mehr Interesse an der Praktizierung hälftigen Umgangs wünschen.
Auch etliche jüngere, positive Gerichtsbeschlüsse zum Wechselmodell auf Ebene der Amtsgerichte wie auch Entscheidungen einzelner Oberlandesgerichte - so z. B. ein Beschluss des OLG Jena vom 22.08.2011 spiegeln die sich wandelnde Haltung von Jugendämtern wider. Umgekehrt ist es leider so, dass Väter bei strukturkonservativen Jugendämtern selbst dann, wenn sie ihre Kinder vor der Trennung überwiegend betreut haben, mit Vorschlägen nach Einrichtung einer Doppelresidenz gegen eine Mauer von Vorurteilen prallen und erleben müssen, dass man sich mit ihren Argumenten in keinster Weise auseinandersetzt. Vor allem im Mief erzkatholischer Milieus bleiben bislang noch viele Mitarbeiter erkenntnisresistent in banalen Klischees verhaftet und betreiben unverhohlen eine einseitige Parteinahme für Mütter ohne Rücksicht auf die Interessen und den Willen der betroffenen Kinder. Immer mehr Angehörige der Allgemeinen Sozialen Dienst hinterfragen diese Haltung jedoch. So bringt beispielsweise der Artikel "Wenn ein Elternteil nicht will, kann man nichts machen!?" von Christine Knappert die Problematik der einseitigen Begünstigung verweigernder Mütter sehr gut auf den Punkt.[19]
Jugendamt und Kindeswille Gerade in Fällen der Regelung des Umgangs nach einer Trennung bzw. Scheidung ist zu beanstanden, dass der Kindeswille zumindest dann, wenn er nicht mit den Vorstellungen der Mutter konform geht, in vielen Ämter keinerlei Beachtung erfährt. Auch wenn Kinder ihre Wünsche nach (wenigstens) hälftigem Umgang mit dem Vater mehrfach über einen längeren Zeitraum äußern, werden solche Bekundungen seitens des Jugendamtes dann komplett ausgeblendet. Letzteres widerspricht sowohl neueren kinderpsychologischen und pädagogischen Erkenntnissen wie auch der einschlägigen Rechtsprechung, denn inzwischen betonen diverse Beschlüsse von Oberlandesgerichten und des Bundesverfassungsgerichts, wie wichtig auch bei jüngeren Kindern die Berücksichtigung ihres Willens für eine erfolgreiche Sozialisation sei.
Folgerichtig wird der Grundsatz einer Erziehung zur Eigenverantwortung sogar in § 1 KJHG erwähnt und auch die zentrale, vom Bundesfamilienministerium beauftragte Studie zur Erziehung[20] würdigt diesen Aspekt nachdrücklich. Aber obwohl das KJHG die maßgebliche Richtschnur für das Handeln des Jugendamtes sein sollte und die aktuellen Verlautbarungen des Bundesfamilienministeriums im Jugendamt eigentlich bekannt sein müssten, wird der Kindeswille, sofern er der Mutter nicht beliebt, von Mitarbeitern des Jugendamts oftmals konsequent ignoriert oder mit teilweise dümmlichen und sogar bewußt falschen Aussagen abgewertet.
Immer wieder versuchen Mitarbeiter des Jugendamtes auch, direkte Willensäußerungen von Kindern gegenüber dem Gericht zu unterdrücken (siehe unten im Abschnitt "Jugendamt Cochem"). Damit handeln sie diametral entgegengesetzt zu den Bestimmungen der §§ 155 Abs. 3 Satz 3 FamFG und 159 Abs. 2 FamFG. Mit ihren Bemühungen, Kinder mundtot zu machen, indem sie ihr persönliches Erscheinen vor Gericht mit willkürlichen Behauptungen zu verhindern trachten, unterstützen diese Ämter nicht selten Mütter in einer blindwütigen Ausübung von Macht oder gar Gewalt gegenüber ihren Kindern.
In das Bild häufig stattfindender Missachtung des Kindeswillens passt außerdem das im Abschnitt "Beihilfe zur Verschleppung von Kindern" erwähnte Unterlassen der Befragung und Aufklärung von Kindern.
Unqualifizierte Äußerungen Häufig erschöpft sich die "Kompetenz" des Jugendamtes darin, in gebetsmühlenhaften Floskeln heuchlerisch eine Verbesserung der Kommunikation anzumahnen. Gemeint ist aber wohl eher, dass Väter, nachdem sie durch eine unheilige Allianz von Jugendamt und Familiengericht von allen Entscheidungen für ihre Kinder ausgeschlossen wurden, dennoch Kontakt zu ihnen halten, sich dabei demütig dem Willen der Mutter unterwerfen und selbst dann ruhig bleiben, wenn deren Überforderung bzw. Versagen und die Verwahrlosung der Kinder nicht mehr zu übersehen sind.
Erlebnispädagogisch orientierte Maßnahmen Nicht unumstritten sind erlebnispädagogisch orientierte Maßnahmen.[21] So schickte das deutsche Bundesland Hessen einen 16jährigen Jugendlichen aus dem Landkreis Gießen nach Sibirien.[22]
Bindungen sind nicht erwünscht Zitat: «Väter müssen sich nicht wundern, wenn deutsche Jugendämter und Familiengerichte sie aus der Betreuung und Alltagssorge der Kinder drängen. Bindungen sind nicht erwünscht. Man will bindungslose, sozial verwahrloste und wurzellose Wesen schaffen. Dazu braucht man keinen Vater, erst recht keine Bindung zwischen Vater und Kind. Man zerstört sie, mindestens aber beschädigt man sie. Der Staat muss nicht viel leisten, lediglich die Rahmenbedingungen dazu schaffen. Um den Rest kümmern sich hasserfüllte PAS-Weiber, denen die Kinder hilflos ausgeliefert sind, selbst. Deutsche Jugendämter überwachen den Vollzug.»[23]
Fristlose Kündigung eines Jugendamtleiters Ein Jugendamtleiter wird in Deutschland nicht gekündigt, weil er sich für die Zerstörung von Familien verantworten muss, die in seinem Jugendamt um Hilfe nachgesucht haben. Er wird auch nicht entlassen, weil ein Kind unter der Obhut des Jugendamtes zu Tode kam, oder etwa ein Kind von diesem Mann (sexuell) missbraucht wurde. Bei dem gekündigten Jugendamtleiter fand keine Gewaltanwendung statt, ebenso wurde kein Pornomaterial auf dem Computer gefunden. Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 08.03.2012 – 5 Sa 684/11, bestätigte die fristlose Entlassung des Mannes, weil er sexuell grenzüberschreitende Äußerungen gegenüber bzw. in Anwesenheit von MitarbeiterInnen getätigt haben soll.[24]
Einzelbeispiele Jugendamt Cochem Es gibt wohl kein Jugendamt in Deutschland, dass die Republik so penetrant mit überbordender Selbstbeweihräucherung überzieht wie das Jugendamt in der Heimatstadt des vielgepriesenen Cochemer Modells. Zumindest dann, wenn Väter hälftigen Umgang erreichen wollen, treten dessen Mitarbeiter die angeblich verfochtenen Grundsätze jedoch mit Füßen und verfolgen keineswegs eine vermittelnde und deeskalierende Linie, sondern haben ausschließlich die Wünsche und Bedürfnisse von Müttern im Focus, selbst wenn diese dem Wohl und Willen der Kinder diametral zuwiderlaufen.→ Hauptartikel: Jugendamt Cochem
Wormser Prozesse Im Zusammenhang mit den Wormser Prozessen geriet das Wormser Jugendamt erneut in die Kritik, weil es trotz Freispruchs aller Angeklagten vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs "wegen erwiesener Unschuld" 1997 die sofortige Rückkehr der in Kinderheimen untergebrachten betroffenen Kinder zu ihren Eltern verweigerte und im Falle der sechs Kinder im Ramsener Heim "Spatzennest" jeglichen Kontakt unterband.[25]
Fehler im Umgang mit dem Jugendamt In vielen Fällen stellt sich im Nachhinein als schwerwiegendster Fehler heraus, sich überhaupt an das Jugendamt gewendet zu haben. Wenn der staatlichen Bürokratie eine Gelegenheit gegeben wird, einen Streit zwischen Eheleuten zu eskalieren und zwischen Kindesvater und Kindesmutter einen Keil zu treiben, dann wird diese Gelegenheit auch genutzt. Für viele, die sich hilfesuchend ans Jugendamt gewandt haben, trifft dieser Satz zu: "Familien suchen Hilfe und bekommen einen Konflikt!"
Den größten Fehler begeht ein Vater, wenn er sich auf hinterhältige Vorschläge wie "Geben Sie zunächst nach, damit das Kind zur Ruhe kommen kann" einlässt. Das kann gar nicht funktionieren, wenn es nicht auch von der Kindesmutter unterstützt wird. Die aber freut sich, weil man ihr in die Karten spielt. Denn sie gewinnt wertvolle Zeit, ihre schäbige Kindesentfremdung gegenüber dem Vater noch zu intensivieren und sich in ihrem Unrecht zu sonnen.[26]
Vertrauen Sie niemals mündlich gegebenen Zusagen. Daran will sich später im Jugendamt niemand mehr erinnern. Vertrauensvorschuss im Umgang mit dem Jugendamt ist vollkommen fehl am Platz.
Jugendamts-Umfrage Der Verein Gleichmass e.V. hat 2012 eine umfangreiche Umfrage über die Arbeit der Behörde Jugendamt online gestellt - nun liegt die Auswertung vor [27]. Eine Zusammenfassung der Erkenntnisse wurde ebenfalls veröffentlicht [28]
Zitate Zitat: «Seitdem sie beim Jugendamt war, sagt sie nicht mehr "Ich will das so!", sondern "Es dient dem Kindeswohl!".»
"Das Jugendamt ist nicht in die demokratische Meinungs- und Willensbildung eingebettet, sondern operiert als unabhängiges Organ der kommunalen Selbstverwaltung eigenständig." (Heinrich Kupffer[29])
"Da es für das Jugendamt viel aufwendiger und belastender ist, die Herkunftseltern bei der Verbesserung ihrer Gesamtsituation und bei der Pflege beständiger Kontakte zu ihrem Kind ausreichend zu unterstützen, als die Herkunftsfamilie 'ihrem Schicksal' zu überlassen und Kontakte zum Kind zu erschweren, wird befürchtet, dass viele Jugendämter gewollt oder ungewollt die Voraussetzungen für den dauernden Verbleib des Kindes in der Pflegefamilie schaffen." (Ministerialbeamter[30])
"Die Damen und Herren der Jugendämter sollten überhaupt oder mehr psychologisch geschult werden und kontrolliert werden. Was ich da schon erlebt habe, von Beleidigungen, Herabwürdigungen etc., das geht gar nicht. Diese Überheblichkeit und Arroganz von manchen dieser Damen (ich habe bis jetzt nur Damen gehabt) hat mich nur noch darin bestärkt, dass es keinen Sinn hat, in diesem Staat in Bezug auf Gleichberechtigung auf Besserung zu hoffen." [31]
"Innerhalb der Jugendämter hat sich über Jahrzehnte eine Subkultur von pseudo-sozialpädagogischen Machtmenschen eingenistet, die losgelöst von allen Jugendhilfegesetzen ohne Sinn und Verstand Entscheidungen trifft, welche nur dazu dienen, deren eigene Macht- und Berufsposition weiter zu festigen und den freien Trägern Aufträge zuzuschachern." [32]
Einzelnachweise ↑ TrennungsFAQ: Jugendamt
↑ Väteraufbruch für Kinder e.V. - Landesverband Baden-Württemberg: [Kundgebung in Karlsruhe zum Tag der Menschenrechte am 10.Dezember 2011]
↑ Bundesregierung akzeptiert Jugendamtskritik der UNO
↑ Pressemitteilung zum. UPR-Verfahren Deutschland. 14.09.2013 Trennungsväter e.V.
↑ [http://www.upr-info.org/IMG/pdf/a_hrc_wg.6_16_l.7_germany.pdf
Human Rights Council Draft report of the Working Group on the Universal Periodic Review* Germany]
↑ Institut für Menschenrechte; Bericht zur UPR-Überprüfung Deutschlands im UN-Menschenrechtsrat angenommen ↑ Verfahren bei zulässigen Petitionen
↑ Referate in Ton vom 3. Internationalen Antifeminismus-Treffen am 3. November 2012
↑ OLG Köln, Beschluss vom 19.04.2012
↑ WGvdL-Forum (Archiv 2): Die Aufgabe deutscher Jugendämter!, Yussuf K am 26. März 2012 - 17:59 Uhr
↑ FemokratieBlog: Unglaubliches Urteil zur fristlosen Kündigung eines Jugendamtleiters, 7. April 2012
↑ TrennungsFAQ-Forum: Ibykus am 23. März 2012 - 01:12 Uhr
↑ Gleichmass e.V.: Auswertung unserer Jugendamts-Umfrage, 18. April 2013
↑ Gleichmass e.V.: Zusammenfassung der Jugendamtsumfrage des Gleichmass e. V., 25. Juli 2013
↑ Väterwiderstand: Jugendamt: Der Fall "Chantal 1-2"
Weiterführende Information Medien Kindeswegnahme von Amtswegen: Das Jugendamt - Väterradio (21. Oktober 2004) Einem nichtehelichen Vater aus Sachsen wird seit fünf Jahren sein leibliches Kind gestohlen. Die Kindesmutter hatte es ursprünglich zur Adoption freigegeben, weil sie dem Vater schaden wollte. Oder zwei Kindern werden die Eltern weggenommen, weil die Eltern nur eine Lernförderschule absolviert haben und die Kinder in einer Pflegschaft bessere Chancen hätten. Einer anderen Familie werden gleich sieben Kinder genommen, weil ein falsches Gutachten erstellt wurde. Das 8. Kind behält die Mutter, weil sie die Schwangerschaft verheimlichen konnte. Allen diesen Eltern gab der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in seinen Urteilen Recht. Für die deutschen Gerichte spielte das bisher kaum eine Rolle. Nach der Entwertung der leiblichen Vaterschaft beginnt auch Elternschaft ihren Wert zu verlieren, trotz Grundrechte und der Europäischen Menschenrechtskonvention.
Brutale Kindeswegnahme durch das Jugendamt - Johannes B. Kerner Jugendamt - System ohne Kontrolle - Eltern unter Druck (Frau Ministerin von der Leyen spricht sich gegen Zerschlagung des insuffizienten Jugendamtsystems und positioniert sich für totalitäre Kontrolle der Familien)
... weil wir Kinder staatliches Eigentum wurden - PAPA-YA Das Magazin für mehr Fairness im deutschen Familienrecht Umstrittener Obhutsentzug, Rundschau im SF am 2. März 2011 (Ein türkisches Elternpaar hat seine fünf Kinder seit über einem Jahr nicht mehr gesehen. Die Zürcher Behörden haben die Kinder fremdplatziert und den Eltern den Kontakt zu ihnen verboten.)
Literatur Karin Jäckel: "Nicht ohne meine Kinder. Eine Mutter kämpft gegen das Jugendamt."
J. Klumker: Fortschritte der Jugendfürsorge. Hermann Beyer und Söhne, 1924
W. Müller: Jugendamt: Geschichte und Aufgaben einer reformpädagogischen Einrichtung. Weinheim, Basel: Beltz, 1994
D. Peukert: Jugendhilfe - historischer Rückblick und neuere Entwicklungen. Weinheim, München: Juventa Verlag, 1990
H. Scherpner: Geschichte der Jugendfürsorge. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1996
Fieberherz: Akte Jugendamt, In Vorbereitung
Weblinks 118. Rang ergab am 10.12.2012 die Google-Suche nach "Jugendamt" für diesen Artikel. 17. Rang ergab am 10.12.2012 die Google-Suche nach "Jugendamtskritik" für diesen Artikel. PaPPa.com: Das Jugendamt
TrennungsFAQ: Das Jugendamt DFuiZ: Das Jugendamt
Jugendamtskritik (Archviert)
JugendamtWatch (Blog)
Birgit Kelle im Interview mit Karin Jäckel: Kindesentzug: Von den schockierenden Methoden deutscher Ämter, Kopp Online am 22. Februar 2012
Amtsgericht Dachau: Geldstrafe für Schmähkritik, Süddeutsche Zeitung am 27. Oktober 2011; WGvdL-Forum (Archiv 2): Geldstrafe für Schmähkritik, K22 am 14. Februar 2012 - 19:04 Uhr
Erfahrungsbericht mit deutschem Jugendamt: Kann das JA ein Kind zwingen zum Psychologen zu gehen?, 23. April 2010 - 10:50 Uhr, WGvdL-Forum (Archiv 2): Die Dummheit deutscher Jugendämter, Kurti am 15.11.2011 - 00:23 Uhr (Kopie)
Birgit Kelle: Willkür der Jugendämter? Immer mehr Eltern werden die Kinder entzogen, Kopp Online am 10. Februar 2012 (Bericht über das Jugendamtsystem in England)
Folter einer Minderjährigen in der norwegischen Psychiatrie, INHR am 25. Juli 2010 (Zwangseinweisung einer 16-jährigen Schülerin in Norwegen)
Jugendamt-Fälle Fall Görgülü
Auch auf "Wer-weiß-was" finden sich Fälle: jugendamt familiengericht ungerechtigkeit willkür kindesentzug, 18.03.2010, Willkürlicher Kindesentzug der Kindsmutter bassierend auf Lügen und Hörensagen, 21.11.2010
Schulsozialarbeit - Der totale Durchgriff des Staates auf die Familien, Kritische Wissenschaft - critical science am 9. August 2013 (Das Jugendamt baut seinen Kontrollapparat bis in die Schulen aus.)
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References: § 1

§ 2
 § 8

§ 17
 Art. 28
 Art. 28
 § 8

§ 235
 § 17
 § 50
 § 1