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Timestamp: 2018-06-19 09:17:11+00:00

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DAS URANTIA BUCH, Schrift 12. Das Universum der Universen
DAS URANTIA BUCH - Schrift 12. Das Universum der Universen
Schrift 12. Das Universum der Universen
§ 1. Raumebenen des Alluniversums
§ 2. Die Bereiche des Eigenschaftslosen Absoluten
§ 3. Universale Gravitation
§ 4. Raum und Bewegung
§ 5. Raum und Zeit
§ 6. Universale Höchste Kontrolle
§ 7. Der Teil und das Ganze
§ 8. Materie, Verstand und Geist
§ 9. Persönliche Realitäten
12:0.1 (128.1) DIE Unermesslichkeit der weiten Schöpfung des Universalen Vaters liegt völlig außer Reichweite endlicher Vorstellungskraft; ob der Riesenhaftigkeit des Alluniversums schwindelt es selbst dem Fassungsvermögen meiner Ordnung von Wesen. Aber den menschlichen Verstand kann man vieles über Plan und Aufbau der Universen lehren; ihr könnt etwas über ihre materielle Organisation und wunderbare Verwaltung wissen; ihr könnt vieles über die verschiedenen Gruppen intelligenter Wesen lernen, die die sieben Superuniversen der Zeit und das Zentraluniversum der Ewigkeit bewohnen.
12:0.2 (128.2) Im Prinzip, d.h. hinsichtlich ewigen Potentials, stellen wir uns die materielle Schöpfung als unendlich vor, weil der Universale Vater tatsächlich unendlich ist, aber wenn wir die gesamte materielle Schöpfung studieren und beobachten, wissen wir, dass sie zu jedem gegebenen Zeitpunkt begrenzt ist, obwohl sie eurem endlichen Verstand vergleichsweise unbegrenzt, praktisch grenzenlos vorkommt.
12:1.2 (128.5) Die aufeinander folgenden Raumebenen des Alluniversums bilden die Hauptabschnitte des durchdrungenen Raums — die gesamte Schöpfung, die organisiert und teilweise bewohnt ist oder erst noch organisiert und bewohnt werden wird. Wäre das Alluniversum nicht eine Serie von elliptischen Raumebenen, die der Bewegung geringeren Widerstand leisten und mit Zonen relativer Ruhe abwechseln, dann würde man unserer Ansicht nach beobachten, wie einige kosmische Energien in gerader Linie in unendliche Entfernungen, in den unbetretenen Raum hinaus, davonschießen würden; aber wir finden nie irgendwelche Kraft, Energie oder Materie mit solchem Verhalten; immer kreisen und jagen sie auf den Pfaden der großen Raumkreise dahin.
12:1.4 (129.2) 1. Das Zentraluniversum — Havona.
12:1.12 (129.10) Die Sieben Superuniversen sind keine primären physischen Organisationen; nirgends trennen ihre Grenzen eine nebulare Familie, noch durchqueren sie ein Lokaluniversum, eine grundlegende schöpferische Einheit. Jedes Superuniversum ist einfach ein Sternhaufen mit geographischer Lage im Raum, der ungefähr ein Siebentel der organisierten und teilweise bewohnten Nach-Havona-Schöpfung umfasst, und jedes von ihnen besitzt etwa dieselbe Anzahl Lokaluniversen und nimmt etwa gleichviel Raum ein. Euer Lokaluniversum, Nebadon, gehört zu den neueren Schöpfungen von Orvonton, dem siebenten Superuniversum.
12:1.13 (129.11) Das Große Universum ist die gegenwärtig organisierte und bewohnte Schöpfung. Es besteht aus den sieben Superuniversen mit einem gesamten Entwicklungspotential von rund sieben Billionen bewohnter Planeten, wenn man von den ewigen Himmelskörpern der zentralen Schöpfung absieht. Aber weder berücksichtigt diese versuchsweise Schätzung die architektonischen Verwaltungswelten, noch bezieht sie die außerhalb gelegenen Gruppierungen nicht organisierter Universen mit ein. Der gegenwärtige ausgefranste Rand des Großen Universums, seine unebene, unvollendete Peripherie, in Verbindung mit dem außerordentlich unbeständigen Zustand der ganzen astronomischen Anlage, legt unseren Sternforschern die Annahme nahe, dass auch die sieben Superuniversen immer noch unvollständig sind. Wenn wir uns von innen, von der göttlichen Mitte aus, in irgendeiner Richtung nach außen bewegen, erreichen wir schließlich die äußeren Grenzen der organisierten und bewohnten Schöpfung; wir gelangen an die äußeren Grenzen des Großen Universums. Und nahe an dieser äußeren Grenze, in einer weit abgelegenen Ecke dieser großartigen Schöpfung, führt euer Lokaluniversum seine ereignisreiche Existenz.
12:1.14 (129.12) Die Ebenen des Äußeren Raums. Weit draußen im Raum, in enormer Entfernung von den sieben bewohnten Superuniversen, sammeln sich Kreisläufe von Kraft und sich materialisierender Energie von ungeheuren, unglaublichen Ausmaßen an. Zwischen den Energiekreisen der sieben Superuniversen und diesem gigantischen äußeren Gürtel von Kraftaktivität befindet sich eine vergleichsweise ruhige Raumzone, deren Breite unterschiedlich ist, aber im Mittel etwa vierhunderttausend Lichtjahre beträgt. Diese Raumzonen sind frei von stellarem Staub — kosmischem Nebel. Unsere Erforscher dieser Phänomene sind im Zweifel über den exakten Status der Raumkräfte, die in dieser die sieben Superuniversen umringenden Zone relativer Ruhe existieren. Aber in einer Entfernung von etwa einer halben Million von Lichtjahren jenseits der Peripherie des gegenwärtigen Großen Universums beobachten wir den Beginn einer Zone unglaublicher Energieaktivitäten, die an Volumen und Intensität über mehr als fünfundzwanzig Millionen Lichtjahre hinweg zunehmen. Diese ungeheuerlichen Räder Energie erzeugender Kräfte liegen in der ersten Ebene des Äußeren Raums, eines ununterbrochenen Gürtels kosmischer Aktivität, der die gesamte bekannte, organisierte und bewohnte Schöpfung umschließt.
12:2.2 (130.4) Obwohl das bloße menschliche Auge außerhalb der Grenzen des Superuniversums von Orvonton nur etwa zwei oder drei Nebelhaufen wahrnehmen kann, offenbaren euch eure Teleskope buchstäblich Millionen und Abermillionen dieser im Entstehen begriffenen physischen Universen. Die meisten der gestirnten Reiche, die sich der Erforschung durch eure gegenwärtigen Teleskope sichtbar darbieten, befinden sich in Orvonton, aber mit der photographischen Technik dringen die größeren Teleskope weit über die Grenzen des Großen Universums hinaus in die Bereiche des Äußeren Raums vor, wo die Organisierung ungezählter Universen im Gang ist. Und es gibt noch weitere Millionen von Universen jenseits der Reichweite eurer derzeitigen Instrumente.
12:3.1 (131.4) Alle Formen von Kraft-Energie — ob materieller, mentaler oder geistiger Natur — sind jenem Zugriff, jener universalen Gegenwart unterworfen, die wir Gravitation nennen. Auch die Persönlichkeit spricht auf die Gravitation an — auf den ausschließlichen Kreis des Vaters; aber obwohl über diesen Kreis ausschließlich der Vater gebietet, ist er deshalb nicht von den anderen Kreisen ausgeschlossen; der Universale Vater ist unendlich und wirkt über alle vier Kreise absoluter Gravitation des Alluniversums:
12:3.5 (131.8) 4. Die Kosmische Gravitation der Paradies Insel.
12:3.7 (132.1) In diesem Zusammenhang ist es interessant, gewisse Beobachtungen anzuführen, die das Korps der Gravitationsforscher in den eben verflossenen Jahrtausenden auf Uversa gemacht hat. Diese Arbeitsgruppe von Experten ist bezüglich der verschiedenen Gravitationssysteme des Alluniversums zu folgenden Schlüssen gelangt:
12:3.9 (132.3) 2. Geistige Gravitation. Unter Anwendung derselben Technik vergleichender Schätzung und Berechnung haben diese Forscher die gegenwärtige Reaktionskapazität der geistigen Gravitation untersucht und sind dank der Zusammenarbeit mit Einsamen Botschaftern und anderen Geistpersönlichkeiten zu einer Summierung der aktiven Geistgravitation des Zweiten Zentralen Ursprungs gelangt. Und es ist höchst aufschlussreich festzustellen, dass sie für die gegenwärtig wirkende Gegenwart der Geistgravitation im Großen Universum ungefähr denselben Wert finden, den sie für die derzeitige Summe aktiver Geistgravitation postulieren. Mit anderen Worten: Gegenwärtig kann praktisch die gesamte, nach dieser Totalitätstheorie errechnete Geistgravitation des Ewigen Sohnes als im Großen Universum wirkend betrachtet werden. Wenn dieser Befund verlässlich ist, können wir daraus schließen, dass die sich jetzt im Äußeren Raum entwickelnden Universen derzeit völlig nichtgeistig sind. Und wenn dies zutreffen sollte, würde es zufrieden stellend erklären, weshalb geistbegabte Wesen über diese gewaltigen Energiemanifestationen so wenige oder gar keine Informationen besitzen, außer dass sie um die Tatsache ihrer physischen Existenz wissen.
12:3.10 (132.4) 3. Verstandesgravitation. Unter Anwendung derselben Prinzipien vergleichender Berechnung gingen diese Sachverständigen das Problem der Gegenwart und Beantwortung der Verstandesgravitation an. Sie gelangten zu der Bestimmung der der Schätzung zugrunde liegenden Verstandeseinheit durch Ermittlung eines Durchschnittswertes aus drei materiellen und drei geistigen Verstandestypen, wobei der den Machtlenkern und ihren Mitarbeitern eigene Verstandestypus sich bei dem Bemühen, eine Grundeinheit für die Schätzung der Verstandesgravitation zu finden, als Störfaktor erwies. Es gab gemäß dieser Totalitätstheorie keine großen Hindernisse bei der Schätzung der gegenwärtigen Kapazität funktioneller Verstandesgravitation des Dritten Zentralen Ursprungs. Obwohl die Resultate in diesem Fall weniger schlüssig sind als bei der Schätzung der physischen und geistigen Gravitation, sind sie doch, im Vergleich betrachtet, sehr aufschlussreich, ja fesselnd. Diese Forscher kommen zu dem Schluss, dass ungefähr fünfundachtzig Prozent der auf die intellektuelle Anziehungskraft des Mit-Vollziehers antwortenden Verstandesgravitation aus dem existierenden Großen Universum stammen. Das legt die Möglichkeit nahe, dass bei den beobachtbaren, jetzt in den Reichen des Äußeren Raums vor sich gehenden physischen Aktivitäten auch Verstandesaktivitäten im Spiel sind. Obwohl diese Schätzung wahrscheinlich weit davon entfernt ist, genau zu sein, stimmt sie doch grundsätzlich mit unserer Meinung überein, dass intelligente Kraftorganisatoren gegenwärtig die Universumsentwicklung in den Raumebenen jenseits der äußeren Grenzen des Großen Universums lenken. Welcher Natur auch immer diese postulierte Intelligenz sein mag, so spricht sie offenbar nicht auf die Geistgravitation an.
12:4.1 (133.3) Alle Einheiten der kosmischen Energie befinden sich in einer Urrotation und führen ihre Sendung aus, während sie auf der universalen Umlaufbahn kreisen. Die Universen des Raums und die sie aufbauenden Systeme und Welten sind alles rotierende Sphären, die sich entlang den endlosen Kreisbahnen der Raum-ebenen des Alluniversums bewegen. Es gibt im ganzen Alluniversum absolut nichts Stillstehendes außer dem Zentrum Havonas, der ewigen Paradies-Insel, dem Gravitationszentrum.
12:4.7 (133.9) Vom menschlichen Standpunkt aus ist Raum nichts — negativ; er existiert nur in Beziehung zu etwas Positivem und Nicht-Räumlichem. Der Raum ist indessen wirklich. Er enthält die Bewegung und bedingt sie. Und er bewegt sich sogar. Die Bewegungen des Raums können in groben Zügen wie folgt eingeteilt werden:
12:4.8 (133.10) 1. Primäre Bewegung — Raumatmung, die Bewegung des Raums selbst.
12:4.9 (133.11) 2. Sekundäre Bewegung — die abwechselnde Laufrichtung der aufeinander folgenden Raumebenen.
12:4.10 (133.12) 3. Relative Bewegungen — relativ in dem Sinne, dass bei ihrer Beurteilung nicht das Paradies als Ausgangspunkt dient. Primäre und sekundäre Bewegung sind absolut, es sind Bewegungen in Beziehung zum bewegungslosen Paradies.
12:4.14 (134.3) Obwohl eure spektroskopischen Schätzungen der astronomischen Geschwindigkeiten recht zuverlässig sind, wenn sie auf die Sternreiche eures Superuniversums und der mit ihm verbundenen Superuniversen angewendet werden, sind solche Berechnungen völlig unzuverlässig, wenn sie sich auf die Reiche des Äußeren Raums beziehen. Ein herannahender Stern verschiebt die Spektrallinien vom Normalbereich zum Violetten hin; desgleichen verschiebt ein fliehender Stern diese Linien gegen das Rote hin. Viele Einflüsse treten dazwischen, die den Eindruck erwecken, als ob die Fluchtbewegung der äußeren Universen mit jedem Anwachsen der Entfernung um eine Million Lichtjahre um mehr als hundertsechzig Kilometer pro Sekunde zunehme. Dank der Vollkommenheit mächtigerer Teleskope wird es auf Grund dieser Rechnungsmethode dann erscheinen, als ob sich jene entlegenen Systeme von diesem Teil des Universums mit der unglaublichen Geschwindigkeit von mehr als vierundfünfzigtausend Kilometern pro Stunde wegbewegten. Aber diese offenbare Fluchtbewegung ist nicht real; sie rührt von vielen irrtümlichen Faktoren her, unter denen sich Beobachtungswinkel und andere Zeit-Raum-Verzerrungen befinden.
12:5.3 (135.2) Zeit und Raum sind nur in den Zeit-Raum-Schöpfungen, den sieben Superuniversen, unzertrennlich. Nichtzeitlicher Raum (Raum ohne Zeit) existiert theoretisch, aber der einzige wahrhaft nichtzeitliche Ort ist der Paradies-Bereich. Nichträumliche Zeit (Zeit ohne Raum) existiert im Verstand auf der Funktionsebene des Paradieses.
12:5.4 (135.3) Die vergleichsweise bewegungslosen Zwischen-Raum-Zonen, die an das Paradies angrenzen und den durchdrungenen von dem nicht durchdrungenen Raum trennen, sind die Übergangszonen von der Zeit zur Ewigkeit; deshalb müssen die Paradiespilger während dieses Transits, sofern er im Bürgerrecht des Paradieses gipfeln soll, ihr Bewusstsein verlieren. Hingegen können zeitbewusste Besucher sich ohne einen solchen Schlaf in das Paradies begeben, aber sie bleiben Geschöpfe der Zeit.
12:5.7 (135.6) 1. Vom Verstand wahrgenommene Zeit — Bewusstsein von Abfolgen, von Bewegung, und ein Sinn für Dauer.
12:5.8 (135.7) 2. Vom Geist wahrgenommene Zeit — Erkenntnis der gottwärts gerichteten Bewegung und Bewusstsein einer zu Ebenen zunehmender Göttlichkeit aufsteigenden Bewegung.
12:5.10 (135.9) Die nichtgeistigen Tiere kennen nur die Vergangenheit und leben in der Gegenwart. Der vom Geist bewohnte Mensch hat Gaben des Weitblicks (Erkenntnis); er kann sich die Zukunft vorstellen. Einzig vorausschauende und vorwärtsgerichtete Haltungen sind persönlich real. Statische Ethik und traditionelle Sittlichkeit erheben sich nur ganz wenig über das Tierische. Auch Stoizismus ist keine hohe Art der Selbstverwirklichung. Ethik und Sittlichkeit werden erst wirklich menschlich, wenn sie dynamisch und vorwärtsgerichtet, von universaler Realität erfüllt sind.
12:6.3 (136.1) Der Dritte Zentrale Ursprung hilft bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts und der Koordination kombinierter physischer und geistiger Energien und Organisationen durch die Absolutheit seiner Herrschaft über den kosmischen Verstand und durch die Betätigung der ihm eigenen universalen, physische und geistige Gravitation ergänzenden Eigenschaften. Wann und wo immer eine Verbindung zwischen Materiellem und Geistigem hergestellt wird, ist ein solches Verstandesphänomen ein Akt des Unendlichen Geistes. Nur der Verstand kann die physischen Kräfte und Energien der materiellen Ebene mit den geistigen Mächten und Wesen der Geistebene in Verbindung setzen.
12:6.4 (135.14) Vergewissert euch bei all euren Betrachtungen universeller Phänomene, dass ihr der Wechselbeziehung zwischen den physischen, intellektuellen und geistigen Energien Rechnung tragt und die unerwarteten Phänomene, die deren Einigung durch die Persönlichkeit begleiten, gebührend berücksichtigt, ebenso wie die unvorhersehbaren Phänomene, die eine Folge der Aktionen und Reaktionen der erfahrungsmäßigen Gottheit und der Absoluten sind.
12:6.5 (135.15) Das Universum ist nur im quantitativen Sinne der Messbarkeit durch die Gravitation höchst zuverlässig voraussagbar; nicht einmal die physischen Urkräfte sprechen auf die lineare Gravitation an, und ebenso wenig tun es die höheren mentalen Bedeutungen und die wahren geistigen Werte der ultimen Universumsrealitäten. Im qualitativen Sinn ist das Universum, was neue Verbindungen von physischen, mentalen und geistigen Kräften anbelangt, nicht in hohem Maße voraussagbar, obwohl viele derartige Kombinationen von Energien oder Kräften teilweise voraussagbar werden, wenn sie kritischer Beobachtung unterzogen werden. Wenn Materie, Verstand und Geist durch eine Geschöpfespersönlichkeit geeint werden, sind wir unfähig, die Entscheidungen eines solchen mit freiem Willen begabten Wesens völlig vorauszusagen.
12:6.6 (135.16) Alle Phasen der Urkraft, des entstehenden Geistes und anderer nichtpersönlicher ultimer Realitäten scheinen gemäß gewissen relativ stabilen, aber unbekannten Gesetzen zu reagieren und charakterisieren sich durch einen Spielraum des Verhaltens und eine Elastizität der Reaktion, die einen oft perplex machen, wenn man sie in den Phänomenen einer ganz bestimmten einzelnen Si- tuation antrifft. Wie erklärt sich diese nicht voraussagbare Reaktionsfreiheit, welche die erwachenden Verwirklichungen des Universums an den Tag legen? Diese unbekannten, unergründlichen Unberechenbarkeiten — ob sie sich auf das Verhalten einer uranfänglichen Krafteinheit beziehen, auf die Reaktion einer nicht identifizierten Verstandesebene oder auf das Phänomen des Vorstadiums eines entstehenden gewaltigen Universums im Bereich des Äußeren Raums — verraten wahrscheinlich die Aktivitäten des Ultimen und die wirkende Anwesenheit der Absoluten, die der Funktion aller Universumsschöpfer vorausgehen.
12:6.7 (135.17) Wir wissen es nicht wirklich, vermuten aber, dass solch erstaunliche Flexibilität und tiefgreifende Koordination die Anwesenheit und das Wirken der Absoluten bedeuten und dass eine derartige Vielfalt von Reaktionen angesichts anscheinend einheitlicher Ursachen verrät, dass die Absoluten nicht nur auf die unmittelbaren und situationsbedingten Ursachen reagieren, sondern auch auf alle anderen, im ganzen Alluniversum damit zusammenhängenden Ursachen.
12:6.8 (135.18) Einzelwesen haben ihre Schicksalshüter; Planeten, Systeme, Konstellationen, Universen und Superuniversen haben alle ihre jeweiligen Gebieter, die sich für das Wohl ihrer Reiche einsetzen. Havona und sogar das Große Universum werden von denen überwacht, die mit so hohen Verantwortlichkeiten betraut sind. Aber wer sorgt und kümmert sich um die fundamentalen Bedürfnisse des Alluniversums als eines Ganzen, vom Paradies bis zur Vierten und Äußersten Raumebene? Existentiell ist eine solche höchste Obhut wohl der Paradies-Trinität zuzuschreiben, aber aus einem erfahrungsmäßigen Blickwinkel hängt das Erscheinen der Nach-Havona-Universen ab:
12:6.9 (135.19) 1. Von den Absoluten für das Potential.
12:6.10 (135.20) 2. Vom Ultimen für die Lenkung.
12:7.1 (137.4) Durch alle Zeit und allen Raum hindurch und bezüglich jeder Realität, welcher Natur auch immer, wirkt ein unerbittliches und unpersönliches Gesetz, das der Funktion einer kosmischen Vorsehung gleichkommt. Barmherzigkeit charakterisiert Gottes liebevolle Haltung gegenüber dem Einzelnen; Unparteilichkeit motiviert Gottes Haltung gegenüber dem Ganzen. Der Wille Gottes hat im Teil — im Herzen irgendeiner Persönlichkeit — nicht notwendigerweise die Oberhand, aber sein Wille regiert tatsächlich das Ganze, das Universum der Universen.
12:7.3 (137.6) Es widerstrebt der göttlichen Natur, irgendwelchen Verfall zu dulden oder je zu erlauben, irgendeine rein persönliche Handlung auf minderwertige Art auszuführen. Es sollte indessen Folgendes klargemacht werden: Wenn in der Göttlichkeit irgendeiner Situation, unter extremen Umständen, und immer dann, wenn in Befolgung höchster Weisheit eine andere Vorgehensweise angezeigt erschiene — wenn die Ansprüche der Vollkommenheit aus irgendeinem Grunde eine andere und bessere Reaktionsweise gebieten sollten — dann würde der allweise Gott auf der Stelle in dieser besseren und passenderen Art handeln. Das wäre dann der Ausdruck eines höheren Gesetzes, nicht das Umstoßen eines niedrigeren Gesetzes.
12:7.4 (137.7) Gott ist nicht ein der Gewohnheit unterworfener Sklave der ständigen Wiederholung seiner eigenen Willensakte. Es gibt keine Konflikte zwischen den Gesetzen des Unendlichen; alle sind vollkommener Ausfluss der unfehlbaren Natur; alle sind fraglos Handlungen, die fehlerlose Entscheidungen ausdrücken. Das Gesetz ist die unveränderliche Reaktion eines unendlichen, vollkommenen und göttlichen Verstandes. Trotz dieser offenkundigen Gleichheit entspringen alle Handlungen Gottes seinem Willen. In Gott „gibt es weder Veränderlichkeit, noch den Schatten eines Wechsels“. Aber all das, was man zu Recht von dem Universalen Vater sagen kann, kann nicht mit derselben Bestimmtheit von all seinen untergeordneten Intelligenzen oder von seinen evolutionären Geschöpfen gesagt werden.
12:7.7 (138.2) Der Wille Gottes hat in den Herzen der Gott suchenden materiellen Sterblichen nicht einheitlich die Oberhand, aber wenn man den zeitlichen Rahmen über den Augenblick hinaus ausdehnt, bis er die ganze Spanne des ersten Lebens umfasst, dann wird Gottes Wille tatsächlich immer besser an den Geistesfrüchten erkennbar, welche die vom Geist geführten Kinder Gottes in ihrem Leben tragen. Und wenn man das Menschenleben noch mehr ausdehnt, um auch die morontielle Erfahrung einzubeziehen, beobachtet man, dass der göttliche Wille immer heller aus den vergeistigenden Handlungen jener Geschöpfe der Zeit leuchtet, die angefangen haben, sich des göttlichen Glücks einer gelebten Beziehung zwischen der Persönlichkeit des Menschen und der Persönlichkeit des Universalen Vaters zu erfreuen.
12:7.11 (138.6) Bruderschaft ist eine Tatsache der Beziehung zwischen allen im Universum existierenden Persönlichkeiten. Niemand kann den Wohltaten oder Benachteiligungen entrinnen, die aus der Beziehung zu anderen Personen hervorgehen. Der Teil profitiert oder leidet nach Maßgabe des Ganzen. Das gute Streben jedes einzelnen Menschen kommt allen Menschen zugute; der Irrtum oder die Schlechtigkeit jedes Menschen vermehrt die Leiden aller Menschen. Wie der Teil sich bewegt, so bewegt sich das Ganze. Wie der Fortschritt des Ganzen, so der Fortschritt des Teils. Die relativen Geschwindigkeiten des Teils und des Ganzen bestimmen, ob der Teil durch die Trägheit des Ganzen gebremst oder vom Schwung der kosmischen Bruderschaft mitgerissen wird.
12:7.13 (139.2) Obwohl der Paradies-Vater durch seine göttlichen Schöpfer und die Kinder seiner Schöpfung wirkt, erfreut er sich auch des innigsten inneren Kontaktes mit euch, der so sublim, so höchst persönlich ist, dass er sogar mein Verständnis übersteigt — diese geheimnisvolle Verbindung des Vaterfragmentes mit der menschlichen Seele und mit dem tatsächlich von ihm bewohnten sterblichen Verstand. Nach allem, was euch über diese Geschenke Gottes bekannt ist, wisst ihr jetzt, dass der Vater nicht nur mit seinen göttlichen Mitarbeitern, sondern auch mit seinen evolutionären sterblichen Kindern der Zeit in inniger Berührung steht. Der Vater bewohnt allerdings das Paradies, aber seine göttliche Gegenwart wohnt auch im Verstand der Menschen.
12:8.5 (140.1) In dem Maße, wie sich irgendeine Persönlichkeit im Universum vergeistigt — gottähnlich wird — spricht sie weniger auf die physische Gravitation an. Realität, die sich an ihrer Antwort auf die physische Gravitation messen lässt, ist der Gegensatz zu Realität, die durch die Art ihres geistigen Gehalts bestimmt wird. Die Aktivität materieller Gravitation ist ein quantitativer Gradmesser nichtgeistiger Energie; die Aktivität geistiger Gravitation ist ein qualitatives Maß für die lebendige Energie der Göttlichkeit.
12:8.6 (140.2) Was das Paradies für die physische Schöpfung und der Ewige Sohn für das geistige Universum sind, ist der Mit-Vollzieher für die Verstandesreiche — für das intelligente Universum materieller, morontieller und geistiger Wesen und Persönlichkeiten.
12:8.7 (140.3) Der Mit-Vollzieher reagiert sowohl auf materielle als auch auf geistige Realitäten und wird dadurch von Natur aus zum universalen Helfer aller intelligenten Wesen, die in sich die materielle und die geistige Phase der Schöpfung vereinigen. Die Ausstattung mit Intelligenz, der Dienst am Materiellen und am Geistigen durch das Phänomen des Verstandes, ist die ausschließliche Domäne des Mit-Vollziehers, der dadurch zum Partner des geistigen Verstandes, zur Essenz des moron- tiellen Verstandes und zur Substanz des materiellen Verstandes der evolutionären Geschöpfe der Zeit wird.
12:8.12 (140.8) 3. Geist. Die höchste persönliche Realität. Wahrer Geist ist der physischen Gravitation nicht unterworfen, sondern wird schließlich zur motivierenden Triebkraft aller sich entwickelnden Energiesysteme, die Persönlichkeitswürde besitzen.
12:8.13 (140.9) Das Existenzziel aller Persönlichkeiten ist Geist; materielle Manifestationen sind relativ, und zwischen diesen universalen Gegensätzen vermittelt der kosmische Verstand. Die Gabe des Verstandes und der Dienst des Geistes sind das Werk der zusammenwirkenden Personen der Gottheit: des Unendlichen Geistes und des Ewigen Sohnes. Totale Gottheitsrealität ist nicht Verstand, sondern Geist-Verstand — durch Persönlichkeit geeinter Verstand-Geist. Nichtsdestoweniger konvergieren die Absoluten sowohl des Geistes als auch der Dinge in der Person des Universalen Vaters.
12:8.16 (141.1) Je heller das Leuchten einer vergeistigten Persönlichkeit (der Vater im Universum, das Fragment einer potentiellen geistigen Persönlichkeit im individuellen Geschöpf), umso größer der Schatten, den der vermittelnde Verstand auf seine materielle Hülle wirft. In der Zeit ist der Körper des Menschen gerade so real wie der Verstand oder der Geist, aber im Tod überleben sowohl Verstand (Identität ) als auch Geist, nicht jedoch der Körper. Eine kosmische Realität kann in der Erfahrung der Persönlichkeit nicht-vorhanden sein. Und so hat eure griechische Redewendung — das Mate rielle als der Schatten einer realeren geistigen Substanz — tatsächlich eine philosophische Bedeutung.
12:9.3 (141.4) Mathematik, materielle Wissenschaft sind für die intelligente Diskussion der materiellen Aspekte des Universums unerlässlich, aber solches Wissen gehört nicht notwendigerweise zur höheren Wahrheitsverwirklichung oder zur persönlichen Würdigung geistiger Realitäten. Nicht nur in den Bereichen des Lebens, sondern sogar in der Welt der physischen Energie ist die Summe zweier oder mehrerer Dinge sehr oft mehr oder etwas anderes als die vorhersagbaren Additionsergebnisse solcher Verbindungen. Die ganze Mathematikwissenschaft, der gesamte Bereich der Philosophie, die fortgeschrittenste Physik oder Chemie vermöchten nicht vorauszusagen oder zu wissen, dass die Vereinigung zweier gasförmiger Wasserstoffatome mit einem gasförmigen Sauerstoffatom eine neue Substanz mit zusätzlichen Eigenschaften — flüssiges Wasser — hervorrufen würde. Allein die verstehende Erkenntnis dieses einen physikochemischen Phänomens hätte die Entwicklung der materialistischen Philosophie und der mechanistischen Kosmologie verhindern sollen.
12:9.5 (141.6) Eure Religion wird real, weil sie aus der Sklaverei der Angst heraustritt und die Fesseln des Aberglaubens abstreift. Eure Philosophie kämpft für die Loslösung von Dogma und Tradition. Eure Wissenschaft befindet sich in der endlos langen Auseinandersetzung zwischen Wahrheit und Irrtum, während sie um Befreiung kämpft von den Fesseln der Abstraktion, von der Sklaverei der Mathematik und von der relativen Blindheit des mechanistischen Materialismus.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9