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Timestamp: 2018-12-10 05:14:54+00:00

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Tierschutzgesetz 2004: Stand der Dinge | Zierfischforum.at
Tierschutzgesetz 2004: Stand der Dinge
Dieses Thema im Forum "Medien Forum" wurde erstellt von Jürgen Ha, 24. Juli 2004.
ich hab mir mal die Mühe gemacht und aus den Materialien zum neuen Tierschutzgesetz die aquaristisch relevanten Bereiche herausgesucht. Ob manche Inhalte sinnvoll sind oder nicht können wir in der nachfolgenden Diskussion erörtern.
zu § 5 Abs. 1 der Tierhaltungs-Gewerbeverordnung
3. Zierfische
3.1. Wasserbeschaffenheit
3.1.1. Die Werte für PH, GH und KH im Hälterungswasser müssen den Heimatbiotopen der jeweils gehaltenen
Spezies entsprechen. Der Nitratgehalt darf maximal 100 mg/l betragen. Nitrit darf im Hälterungswasser
in keinem Fall nachweisbar sein.
3.1.2. Die Wassertemperatur muss den natürlichen Bedürfnissen der jeweiligen Fischart entsprechen.
3.1.3. Jedes Aquarium muss mit einem Filter betrieben werden, dessen Leistung gewährleistet, dass die
spezifischen Wasserwerte eingehalten werden können.
3.1.4. Das Aquarium muss erforderlichenfalls mit einem Heizgerät ausgestattet sein, welche die Einhaltung
des spezifischen Temperaturbereichs unabhängig von der Außentemperatur gewährleistet.
3.2. Vergesellschaftung
3.2.1. Es dürfen nur untereinander verträgliche Fischarten mit ähnlichen Ansprüchen an die Wasserbeschaffenheit
und -temperatur sowie Fischarten ähnlicher Größe vergesellschaftet werden.
Tierhaltungsverordnung Anlage 5
Mindestanforderungen an die Haltung von Fischen
1. Mindestanforderungen für die Haltung von Süßwasserfischen
1.1. Allgemeine Anforderungen an das Halten von Süsswasserfischen
(1) Die angegebenen Wasserwerte sind Grenzen, innerhalb derer Fische dauerhaft gepflegt werden
müssen. Zur Zucht , zur Zuchtvorbereitung oder zu Therapiezwecken sind Abweichungen zulässig.
(2) Die Temperaturangaben der Anlage sind Grenzwerte, zwischen denen die jeweiligen Arten
gehalten werden müssen. Die Temperaturbereiche dü rfen kurzfristig, höchstens bis zu 24 Stunden überoder
unterschritten werden. Aus technischen Gründen sind mittlere Werte anzustreben.
(3) Die Härte des Wassers wird in Grad deutscher Gesamthärte (°dGH) ermittelt. Die Bedürfnisse
handelsrelevanter Arten lassen sich in zwei Bereiche, Härtebereich I : < 15°dGH und Härtebereich II :
15°dGH bis 30°dGH, gliedern. Diese Werte dürfen um höchstens 3°dGH über- oder unterschritten werden.
Für die dauerhafte Pflege ist ein mittlerer Wert anzustreben. Die Fische werden in der Tabelle einem
dieser zwei Härtebereiche zugeordnet. Einzelne Arten tolerieren den gesamten Härtebereich. Steht extrem
weiches (kalkfreies) Wasser als Ausgangswasser zur Verfügung muss eine Mindesthärte von 4-5°dGH eingerichtet werden.
(4) Die Einhaltung des pH-Wertes sorgt für Übereinstimmung mit den Verhältnissen im Heimatgewässer
und ist für das Wohlbefinden der Fische unabdingbar. Aus der Praxis der Aquaristik werden in der Tabelle drei Teilbereiche zugeordnet :
Bereich I : pH 5,0 bis pH 7,0
Bereich II : pH 6,0 bis pH 8,0
Bereich III: pH 7,0 bis pH 9,0
Mögliche erweiterte Toleranzbereiche sind in der Tabelle eingearbeitet. Für die dauerhafte Pflege sind Mittelwerte anzustreben.
(5) Wird als Ausgangswasser Trinkwasser verwendet sind im Aquarium eine Ansammlung von
Schadstoffen im Bereich der Stoffwechselendprodukte Ammoniak und Ammonium sowie Nitrit und
Nitrat auszugleichen. In einem gut gepflegten Aquarium darf der Nitratwert 50 mg/l nicht überschreiten.
Deutlich höhere Werte sind ein Hinweis auf ungenügenden Wasserwechsel und verboten.
(6) Die Herkunft der Fische ist überwiegend oberflächennah. Durch Tageslicht oder beleuchtungstechnische
Einrichtungen ist für einen eindeutigen Tag-Nacht-Wechsel zu sorgen. Eine Ausnahme bilden
streng an Höhlen gebundene Arten.
(7) Die Angabe der Aquariengröße ist ein Näherungswert. Der Allgemeinzustand der Fische und des
Aquariums mit Versteckmöglichkeiten, Bepflanzung, Vergesellschaftung und Besatzdichte sind maßgebend
für das Wohlbefinden der Tiere. Die in der Anlage angeführten Angaben zur Aquariengröße sind
Mindestmaße für ausgewachsene Tiere. Fische, die größer werden, müssen auch als Jungfische in Aquarien
der gleichen Größe gehalten werden. Süßwasserrochen, Knochenzüngler und Großwelse mit einer
Endgröße von über 40 cm sind in Aquarien mit mindesten 4 Quadratmeter Grundfläche für zwei Tiere zu
halten. Jedem weiteren Tier muss ein Quadratmeter mehr zur Verfügung gestellt werden.
8. Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf die Kantenlänge handelsüblicher Aquariengrößen
(Länge × Breite × Höhe ) :
60 cm = 60 cm × 30 cm × 30 cm ( 54 Liter (l) )
80 cm = 80 cm × 35 cm × 40 cm ( 112 l )
(100 cm = 100cm × 40 cm × 50 cm ( 200 l )
(120 cm = 120cm × 40 cm × 50 cm ( 240 l )
(150 cm = 150cm × 50 cm × 50 cm ( 375 l )
(9) Je größer das Wasservolumen eines Aquariums ist, desto stabiler ist die Wasserqualität. Eine
dauerhafte Haltung auch kleiner Arten in Aquarien unter 54 Liter ist verboten. Zur Zuchtvorbereitung,
Zucht, bei Ausstellungen von Einzeltieren oder Paaren und bei Wettbewerben sind geringere Beckenmaße
(10) Die Einrichtung der Aquarien hat sich an den ökologischen Bedürfnissen der zu pflegenden Arten
zu orientieren. Zu den wichtigsten Mindestausstattungen gehören:
1. Bedarfsgemäßer freier Schwimmraum
2. Technische Geräte zur Sicherung der Wasserqualität (Filter, Heizung, Pumpe)
3. Bodengrund ( Sand, Kies, Steine)
4. Bedarfsgemäße Versteckplätze und Deckungmöglichkeiten
5. Bepflanzung, soweit die Fressgewohnheiten der Fische dieses zulassen
(11) Verbindliche Angaben zur Besatzdichte sind aufgrund vieler Variablen nicht möglich. Alter,
spezifischen Aktivitätsphasen, das Zahlenverhältnis der Geschlechter wie auch das Verhältnis der Einrichtungsgegenstände
zur Grundfläche des Aquariums sind von Bedeutung. Ein kleineres aber gut strukturiertes
Aquarium ist für eine höhere Besatzdichte günstiger als ein größeres aber weitgehend leeres
(12) Jede Fischart in einem Aquarium muss ihrer natürlichen Sozialstruktur entsprechend gehalten
Dem unter Punkt 1.2. genannten „Sozialverhalten“ sind folgende Kategorien zugeordnet:
1. Schwarm: Fische die sich in einer größeren Gemeinschaft von Artgenossen in ihrem Lebensraum
bewegen. Daraus ergibt sich eine Mindestzahl von 10 Tieren dieser Art.
2. Gesellig: Fische, die auch von anderen Fischen begleitet werden sollen um ihr arttypisches Verhalten
zu zeigen. Neben anderen Fischen sind mindesten fünf Tiere dieser Art zusammen zu halten.
3. Harem: Ein Männchen darf nur mit mehreren Weibchen gehalten werden.
4. Paar: Fische, die zumindest während der Fortpflanzungzeit eine feste Paarbindung eingehen.
5. Einzelgänger: Fische von Arten mit dauerhaft hoher Territorialität.
(13) Das Wohlbefinden von Aquarienfischen ist regelmäßig zu kontrollieren.
(14) Plötzliche Veränderungen der Wasserqualität sind zu vermeiden. Neu einzusetzenden Fische
müssen langsam an die neue Wasserqualität angeglichen werden.
(15) In Abhängigkeit der Kontrolle der Wasserparameter ist ein regelmäßiger Teilwasserwechsel
vorzunehmen , auch wenn die Schadstoffbelastung die Obergrenze noch nicht erreicht hat. Die Temperatur
ist täglich, der pH-Wert, Härte und Nitratwert sind mindestens 14-tägig zu kontrollieren. Neueingerichtete
Aquarien sind in den ersten sechs Wochen täglich auf Nitrit zu kontrollieren.
(14) Die in der Tabelle aufgeführten Fischarten sind weitgehend Allesfresser. Als Futter steht eine
breite Palette an fertig- und Frostfuttersorten im Handel zur Verfügung. Regelmäßige und abwechslungsreiche
Lebendfütterung ist zur Vermeidung von Mangelerscheinungen und Langeweile vorzunehmen.
(15) Jungfische sind täglich zu füttern. Es darf nur so viel gefüttert werden, wie sofort gefressen
wird. Ausgewachsene Tiere vermögen ein bis zwei Tage auf Futter verzichten. Regelmäßige Fastentage
bei erwachsenen Fischen sind empfehlenswert.
2.1. Allgemeine Anforderungen an das Halten von Meerwasserfischen
(1) Die Wasserwerte für Meerwasseraquarien zeigen prinzipiell eine große Einheitlichkeit. Innerhalb
der einzelnen Parameter sind jedoch Bereiche auszuweisen, die eine laufende Kontrolle erfordern.
(2) Für tropische Meere liegt der Temperaturbereich zwischen 22°C und 28°C. Tiere aus dem Mittelmeer
sind bei Temperaturen zwischen 14°C und 20°C zu halten. Diese Temperaturen dürfen nur kurzfristig
und geringfügig über- oder unterschritten werden. Aus technischen Gründen sind Mittelwerte anzustreben.
(3) Meersalzmischungen mit optimaler Zusammensetzung sind im Fachhandel erhältlich. Der Gesamtsalzgehalt
unter Berücksichtigung der Temperaturkompensation ist laufend zu kontrollieren. Der
Salzgehalt muss für die Salinität im Bereich zwischen 29,5 °/oo bis 35 °/oo , Mittelmeer höchstens
37°/oo, Rotes Meer höchstens 40°/oo, liegen. Es ist ein Mittelwert anzustreben, der mit einer Salinität von
+/- 0,5 °/oo, nur geringfügig schwanken darf. Der Verdunstungsverlust ist mit Leitungswasser und bei
mangelnder Qualität desselben mit entsalztem Wasser in möglichst kurzen Abständen auszugleichen.
(4) Der mittlere pH-Wert des Wassers von pH 8,1 und pH 8,4 darf im Meerwasseraquarium nur unwesentlich,
bis pH 7,9 oder bis pH 8,5, unter oder überschritten werden.
(5) Eine Karbonathärte von 7°KH bis 9°KH darf nicht unterschritten werden. Die Haltung von
Steinkorallen und anderen Kalkskelettorganismen darf eine höhere Karbonathärte erfordern. Sie darf
jedoch einen Wert von 14°KH nicht überschreiten.
(6) Für den Stickstoff ist die Nachweisbarkeit von Ammoniak und Ammonium zu vermeiden. Nitrit
darf in der ersten Einlaufphase von zwei Wochen nur in geringen Mengen bis höchstens 0,2 mg/l NO²
nachweisbar sein. Der Nitratanteil (NO³) darf 50 mg/l nicht überschreiten. Die Grenzwerte für die gleichzeitige
Haltung von wirbellosen Tieren liegen für Nitrit bei 0,05 mg/l und für Nitrat bei 5 mg/l. Beim
Einsatz von Denitrifikationsanlagen müssen die Phosphatwerte regelmäßig kontrolliert werden, da der
Nitratwert als Maßstab für die Alterung des Wassers entfällt.
(7) Phosphat, darf für Fische bis 0,5 mg/l toleriert werden.
8. Schwermetalle sind im Meerwasseraquarium strikt zu vermeiden. Der Einsatz von Schwermetallsalzen
zur Therapie bei Parasitenbefall der Fische ist in separaten Aquarien vorzunehmen.
(9) Die Simulation von. Gezeiten, Wellengang und Grundströmungen ist im Aquarium notwendig.
(10) Ein tageszeitlicher Wechsel von Hell und Dunkel ist zu gewährleisten. Bei gleichzeitiger Haltung
von Wirbellosen mit Zooxanthellen ist eine Lichtleistung hoher Quantität und Qualität, von zum
Beispiel 10 000 Lux im Bereich der Korallen und eine Farbtemperatur von 5000 °K oder darüber, zu
erreichen. Fischarten mit Leuchtorganen oder strenge Höhlenbewohner sind in überwiegender Dunkelheit
(11) Für eine dauerhafte Haltung auch kleiner Fischarten ist ein Aquarium mit mindestens 200 Liter
Rauminhalt (Länge 100 cm x Breite 50 cm x Höhe 40 cm) einzurichten. Zur Therapie und Aufzucht von
Jungfischen bis zur stabilen Futteraufnahme dürfen die Mindestmaße vorübergehend unterschritten werden.
Kleinere Aquarien sind nur stabil, wenn sie in direktem Zusammenhang mit Aquarien der Mindestgröße
(12) Die Einrichtung der Meerwasseraquarien muss sich an den ökologischen Bedürfnissen der zu
pflegenden Arten orientieren. Zu den wichtigsten Mindestausstattungen gehören :
1. Technische Geräte zur Sicherung der Wasserqualität wie Filter, Heizung, Kühlung, Pumpen und
2. Steinaufbauten entsprechend der notwendigen Riffstrukturen mit Versteck- Ruhe- und Deckungsmöglichkeiten
3. Bedarfsgemäßer freier Schwimmraum
4. Bodengrund in Form von kalkreichen aber schwermetallfreien Sänden, Kiese, Steine oder Meersand
verschiedener Körnung.
(13) Aus einem Gleichgewicht zwischen Parasitenbefall und Fischgesundheit wird durch Fang-,
Transport- und Anpassungsstress die Abwehrkraft geschwächt. Ist ein ernsthaftes Krankheitsbild die
Folge, sind entsprechende Therapiemaßnahmen einzuleiten.
(14) Fische die mit Gift, meist Cyanide, gefangen wurden und schweren Stoffwechselstörungen unterliegen,
sind nicht therapierbar.
(15) Das Wohlbefinden der Fische ist aus dem Gesamtzustand des Aquariums und ihrem Verhalten
zu beurteilen. Eine regelmäßige Kontrolle ebenso wie die der Wasserparameter ist unerlässlich. Plötzliche
starke Veränderungen der Wasserqualität sind schädlich. Die regelmäßig notwendigen Teilwasserwechsel
dürfen nur mit Wasser gleicher Qualität durchgeführt werden. Die technischen Geräte sowie die Temperatur
sind täglich, die übrigen Wasserparameter sind 14-tägig zu kontrollieren. Neueingerichtete Aquarien
sind in den ersten sechs Wochen täglich auf die Konzentration von Nitrit zu kontrollieren.
(16) Einigen allesfressenden Arten stehen viele Nahrungsspezialisten gegenüber, die ihrem Futterbedarf
entsprechend, möglichst vielseitig zu ernähren sind. Der Fachhandel stellt sowohl trockene Flockenund
Pelletfutter, sowie diverse tiefgefrorene Nahrungsorganismen zur Verfügung.
Die gesamte Tierhaltungsverordnung - Anlage 5 als PDF: Hier sind auch einige Fischarten und ihre Minimum-Ansprüche an Wasserbeschaffenheit und Vergesellschaftung angeführt.
Es handelt sich dabei um eine Materialsammlung. Trotzdem scheinen manche Angaben recht zweifelhaft und zumindest diskussionswürdig zu sein.
Tierhaltungsverordnung - Materialien
Zu Anlage 4 (Mindestanforderungen an die Haltung von Amphibien):
Die Wirbeltierklasse der Amphibien umfasst die drei Ordnungen der Blindwühlen (Gymnophiona), der
Schwanzlurche (Urodela) und der Froschlurche (Anura). Die Blindwühlen werden in dieser Verordnung
nicht berücksichtigt, da sie keine Handelsrelevanz zeigen. Im Übrigen werden die zwei verbleibenden
Ordnungen getrennt behandelt, da sie auch in den artspezifischen Haltungsvoraussetzungen deutlich in
zwei Gruppen einzuteilen sind.
Zu 1. Mindestanforderungen für die Haltung von Schwanzlurche:
Die etwa 350 Arten der Schwanzlurche beschränken sich geographisch mit Ausnahme einiger weniger
Arten im zentralen Südamerika nur auf die Nordhalbkugel der Erde. Ihre „amphibische“ Lebensweise
bedeutet im Allgemeinen einen Wechsel zwischen den Lebensräumen Wasser und Land. Nach dem
Schlupf aus dem Ei sind die Larven auf einen Aufenthalt im Wasser angewiesen, bis sie sich in ein adultes
Tier verwandeln und das Land aufsuchen. Zur Reproduktion wird dann wieder, meist saisonal, das
Wasser als Lebensraum in Anspruch genommen. Einige Arten sind streng aquatil, wenige Arten sind rein
Zu 2. Mindestanforderungen für die Haltung von Froschlurche:
Obwohl in der Grundgestalt der Froschlurche eine große Einheitlichkeit zu erkennen ist, sind die Haltungsbedingungen
der etwa 4500 Arten sehr weitgehend spezifiziert. Der Lebensraum der Froschlurche
variiert von rein aquatil über semiaquatil bzw. saisonal aquatil bis zu ariden Gebieten, die geographische
Verbreitung umfasst außer der Antarktis alle Kontinente von den tropischen Regenwäldern bis zu hohen
Breitengraden mit arktischen Klimaverhältnissen. Die Gehege müssen ausbruchsicher konstruiert sein,
um ein Entweichen der Froschlurche und damit ihren Trocken-, Kälte- oder Hitzetod zu vermeiden. Stellvertretend
für viele Arten ist eine Artenliste aufgeführt, welche die in der Terraristik häufigsten und daher
auch handelsrelevanten Arten mit einigen Grundbedingungen der Haltung beinhaltet.
Die meisten Froschlurche liegen mit ihrer Kopf-Rumpf-Länge (KRL) und damit gleichzeitig ihrer Gesamtlänge
unter 10 cm. Einige wenige Arten ( Seefrosch Rana ridibunda, Goliathfrosch Conrana goliath,
Aga-Kröte Bufo marinus und Blombergkröte Bufo blombergi ) erreichen 20 cm bis 40 cm.
Zu Anlage 5 (Mindestanforderungen an die Haltung von Fischen):
Zu 1.1. Allgemeine Anforderungen an das Halten von Süßwasserfischen:
Zur Härtemessung stehen in der Praxis einfache Untersuchungsmethoden zur Verfügung, die keine speziellen
chemischen Vorkenntnisse erfordern.
Wie die Gesamthärte ist auch der pH-Wert ein wichtiger Komplexparameter des Wassers.
Verbindliche Angaben zur Besatzdichte in Aquarien sind nicht möglich. Sie sind von zu vielen Variablen
abhängig. Häufig wechseln sich in Abhängigkeit vom Alter ( Jungfische, subadulte und adulte Exemplare)
oder von spezifischen Aktivitätsphasen (verpaarte/unverpaarte, territoriale/nicht-territoriale, balz-,
fortpflanzungs- und brutpflegende Exemplare) periodisch immer wieder Phasen mit größerem und teilweise
erheblich geringerem Raumbedarf ab. Ferner sind für die Besatzdichten das Zahlenverhältnis der
Geschlechter wie auch das Verhältnis der Einrichtungsgegenstände zur Grundfläche des Aquariums von
Bedeutung. Ein kleineres, aber gut strukturiertes Aquarium ist für eine höhere Besatzdichte günstiger als
ein größeres, aber weitgehend leeres Aquarium.
Zu Abs. 13:
Fische sind dem sie umgebenden Medium mehr ausgesetzt als jede andere Wirbeltiergruppe. Chemische
Reize wirken sich deshalb intensiv aus. Parasiten und andere Krankheitserreger finden in der räumlichen
Begrenzung eines Aquariums schnell ideale Bedingungen für die Ausbreitung.
Zu 2.1. Allgemeine Anforderungen an das Halten von Meerwasserfischen
In Meerwasseraquarien bestehen auch in der Natur periodische Einflüsse wie Tag-Nacht-Wechsel, Regenzeiten
und andere saisonale Ereignisse, die sich in geringem Maß auf die Parameter auswirken. Der
Fachhandel bietet einfache Kontrollgeräte und -reagenzien an, die auch der chemisch nicht spezialisierte
Laie zur Kontrolle der Wasserwerte im Aquarium einsetzen kann.
Der Salzgehalt von Meerwasser ist äußerst komplex. Der Fachhandel bietet Meersalzmischungen mit
optimaler Zusammensetzung an. Der Gesamtsalzgehalt wird ermittelt mit einem Aräometer oder Tauchspindel
(Dichte), einem Refraktometer (Salinität) oder mit einem Messgerät zur Leitfähigkeit des Wassers.
Die Geräte müssen Angaben zur Temperaturkompensation haben.
Im Meer unterliegt der pH-Wert des Wassers praktisch keinen Schwankungen, da vor allem die Karbonate
und Bikarbonate der Salze eine hohe Pufferkapazität haben. Er liegt konstant zwischen pH 8,1 und pH
Über den Eiweißstoffwechsel der Fische werden Stickstoff (N), Phosphor (P), und Schwefel (S) freigesetzt
in Form unterschiedlichen Ionen, die über die Mineralisierung (biologischer Filter) entgiftet werden.
Sollte Ammonium bei einem pH-Wert von 8,4 pH doch nachzuweisen sein, ist besonders zu berücksichtigen,
dass etwa 10% bis 12 % davon als hochgiftiges Ammoniak gelöst im Meerwasser vorliegt.
Phosphat ist im natürlichen Meerwasser in Konzentrationen von 0,03 mg/l vorhanden.
Schwermetalle sind im Meerwasser die giftigsten Schadstoffe und wirken schon in geringsten Konzentrationen
tödlich auf Algen und wirbellose Tiere.
Der natürliche Lebensraum von Meerwasserfischen liegt im Allgemeinen in Küstennähe und ist dadurch
starken Wasserbewegungen ausgesetzt. Gezeiten, Wellengang und Grundströmungen führen durch gegenseitige
Überlagerung zu turbulenten Wasserbewegungen. Ihre Simulation ist gleichzeitig eine Garantie
für die optimale Durchmischung aller Wasserinhaltsstoffe und den maximalen Sauerstoffeintrag sowie
den Austrag überschüssigen Kohlendioxids.
Zu Abs. 11:
Die Grundregel, dass die Wasserqualität umso stabiler ist, je größer das Volumen ist, das zur Verfügung
steht, gilt für Meerwasseraquarien in erhöhtem Maße. Eine Vergrößerung des Wasservolumens ausschließlich
durch Erhöhung des Wasserstandes bringt keinen Vorteil für die zu haltenden Fische.
Meeresfische haben auf Grund der Notwendigkeit, ihren Wasserhaushalt durch ständige orale Aufnahme
von Meerwasser auszugleichen, eine weit höhere Sensibilität gegenüber abweichenden Parametern der
Wasserqualität als Süßwasserfische. Mit Ausnahme der wenigen regelmäßig gezüchteten Arten kommen
bei Meeresfischen nur Wildfänge in den Handel.
Tierschutzgesetz 2004 - Materialien
Zu § 3 (Geltungsbereich):
Das vorgeschlagene Bundesgesetz gilt für alle Tiere. Unter Tieren sind Lebewesen in einem in der Außenwelt
grundsätzlich lebensfähigen Entwicklungsstadium zu verstehen, die aus einer oder vielen, sich in
ihrem natürlichen Zusammenhang befindlichen lebenden tierischen Zellen, das sind solche Zellen, die
über keine Zellhaut verfügen, bestehen und keine Menschen sind. Angesichts des Umstandes, dass die
umzusetzende Richtlinie 93/119/EWG zum Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Schlachtung oder Tötung,
ABl. Nr. L 340 vom 31.12.1993 S. 21, auch die Tötung von Embryonen in Brutständen regelt, fallen
insoweit auch nicht vollständig entwickelte Lebewesen in den Schutzbereich dieses Bundesgesetzes. Tote
Tiere unterliegen jedenfalls nicht dem Geltungsbereich dieses Bundesgesetzes.
In Anlehnung an das Landestierschutzrecht (zB § 1 Abs. 2 des Bgld. Tierschutzgesetzes)gelten die §§ 7
bis 11 und das 2. Hauptstück, mit Ausnahme des § 32 (Schlachtung oder Tötung), nur für Wirbeltiere,
ferner auch für Kopffüßer und Zehnfußkrebse. Kopffüßer (Tintenfische) und Zehnfußkrebse (eine Ordnung
der Höheren Krebse, zu der insbesondere Garnelen, Langusten, Hummer, Flusskrebse und Krabben
gehören) sind nämlich – was den Geltungsbereich dieses Bundesgesetzes betrifft – jedenfalls den Wirbeltieren
gleich zu halten, da die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass diesen Tiergruppen zahlreiche
Arten angehören, deren Entwicklungsgrad und Schmerzempfinden dem höherer Wirbeltiere gleich steht.
Die §§ 1 bis 6 gelten für alle Tiere.
Zu § 20 (Kontrollen):
Diese Bestimmung bildet Punkt 2 des Anhanges zur Richtlinie 98/58/EG ab. Damit ist klargestellt, dass in
Fällen, in welchen das Wohlbefinden der Tiere nicht von regelmäßiger Versorgung durch Menschen
(Halter oder für die Versorgung herangezogene Personen) abhängig ist, die Verpflichtung zur täglichen
Kontrolle nicht besteht. Dies ist in solchen Fällen anzunehmen, wenn die Fütterung und Tränkung auch
ohne tägliche Betreuung sichergestellt ist. Dies betrifft zB Tiere während des Weideganges oder auch
Heimtiere, deren Wohlbefinden zB bei ausreichender Bereitstellung von Fütterung und Tränkung auch
ohne tägliche Kontrolle sichergestellt ist (zB Zierfische, Katzen).
Alle Tiere, deren Wohlbefinden von der regelmäßigen Versorgung durch Menschen abhängt, sind regelmäßig,
im Falle von landwirtschaftlichen Tierhaltungen und Tierhaltungen gemäß § 25 Abs. 1 zweiter
Satz und Abs. 4, §§ 26, 27 , 29 und 31 jedenfalls einmal am Tag, zu kontrollieren. Dabei ist davon auszugehen,
dass unter normalen Umständen eine allgemeine Augenscheinskontrolle ausreichend ist.
Zu § 32 (Schlachtung oder Tötung):
Abs. 1 normiert den Grundsatz, dass – unbeschadet des Verbotes der Tötung nach § 6 – die Tötung eines
Tieres nur so erfolgen darf, dass ungerechtfertigte Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst vermieden
Abs. 2 verbietet das Schlachten ohne Betäubung vor dem Blutentzug. Die Verordnung gemäß Abs. 4
regelt eventuell nötige Ausnahmen, z.B. für Notschlachten.
Abs. 3 stellt klar, dass der gesamte Schlachtvorgang einschließlich der Verbringung und Unterbringung
nur durch entsprechend qualifiziertes Personal erfolgen darf.
Abs. 4 verpflichtet den zuständigen Bundesminister zur Erlassung näherer Vorschriften, mit denen insbesondere
auch die Vorgaben der Richtlinie 93/119/EG über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der
Schlachtung oder Tötung, ABl. Nr. L 340 vom 31.12.1993 S. 21 umzusetzen sind.
Die Lebendhälterung von Speisefischen auf Märkten, in Gastronomiebetrieben und dergleichen geht der
Tötung unmittelbar voran; die fischartspezifischen Mindestanforderungen (insbesondere Besatzdichte,
Sauerstoffgehalt des Wassers und sonstige Wasserqualität sowie höchstzulässige Hälterungsdauer) sind
daher auch in der Verordnung über das Schlachten und Töten zu regeln.
Besondere Anforderungen an die Haltung von Fischen
§ 7. (1) Für die Haltung von Fischen gelten die in der Anlage 5 enthaltenen Mindestanforderungen
sowie die Abs. 2 bis 7.
(2) Bei Meerwasserarten muss der künstlich zu schaffende Lebensraum Aquarium die gleichen physikalischen
und chemischen Parameter aufweisen wie die Heimatgewässer.
(3 Bei Süßwasserarten müssen die Variationsbreiten jene Parameter aufweisen, wie sie auch in Flüssen
und Seen der Heimatgewässer im Jahresverlauf zu beobachten sind.
(4) Für die tiergerechte Haltung von Fischen muss der Tierhalter die grundlegenden Kenntnisse der
physikalischen und chemischen Parameter des Lebensraumes Wasser sowie der artspezifischen Bedürfnisse
des Tieres verfügen. Die für die Ermittlung der Herkunftsgewässer relevanten Daten sind in der
Anlage 5 geregelt.
(5) Für die für eine tiergerechte Pflege unabdingbaren Parameter gilt § 2 dieser Verordnung. Für die
für eine tiergerechte Haltung speziellen Parameter gelten die in der Anlage 5 aufgelisteten Haltungsbedingungen.
(6) Werden verschiedene Arten gemeinsam gehalten, ist darauf zu achten, dass die Fische hinsichtlich
der Ansprüche an die Wasserqualität und Temperatur sowie des Sozialverhaltens zueinander passen
und dass die Einrichtung den Bedürfnissen aller gemeinsam gehaltenen Arten Rechnung trägt. Die Vorschriften
gelten auch hinsichtlich Nahrung, der dauerhaften Pflege von Fischen und der Haltung im Fachhandel.
(7) Für Arten, die gleichzeitig als Teichfische handelsrelevant sind, wie Cyprinus carpio/Koi; Carassius
auratus/Goldfisch; Leuciscus idus/ Goldorfe und andere, gelten hinsichtlich der Wasserqualität die
selben Vorschriften wie für die Aquarienhaltung.
Bestimmungen für Fischbörsen
Nachfolgend die geplanten Bestimmungen für die Abhaltung von Fischbörsen:
Mindestanforderungen für Tausch- und Erwerbsbörsen mit Fischen und Amphibien
(Fisch- und Amphibienbörsen)
1. Anforderungen an Unterkünfte
1.1. Für den An- und Abtransport sowie für die zeitweilige Unterbringung von nicht ausgestellten Amphibien
und Fischen sind thermostabile Behältnisse (zB Kühldosen, Styroporboxen oder Ähnliches) zu
verwenden; erforderlichenfalls sind sie durch Wärmeakkus oder -flaschen zu temperieren.
1.2. Ein Sichtschutz ist erforderlich.
1.3. Als Ausstellungsunterkünfte für Amphibien dürfen nur Klarsichtboxen, die über eine ausreichende
Belüftung verfügen müssen, verwendet werden.
1.4. Die Ausstellungsunterkünfte müssen mit einem geeigneten Bodensubstrat zur Aufnahme von Ausscheidungen
eingestreut sein.
1.5. Bei Amphibien hat die Seitenlänge der Ausstellungsunterkunft der eineinhalbfachen Kopf-
Rumpflänge des angebotenen Tieres zu entsprechen.
1.6. Die Ausstellungsunterkünfte für Fische müssen größenmäßig den Anforderungen der angebotenen
Tiere entsprechen. Behälter mit einem Wasservolumen von weniger als einem Liter dürfen nicht verwendet
1.7. Werden Fische in Beuteln angeboten, so müssen diese ausreichend groß sein. Außer bei kleinen Fischen
(weniger als fünf cm Körperlänge) muss jedem Fisch ein Wasservolumen von ca. einem Liter zur
1.8. Das Luftvolumen muss mindestens das Doppelte des Wasservolumens betragen. Die Beutel müssen
so aufgestellt werden, dass sie besichtigt werden können, ohne sie anheben zu müssen.
1.9. Das Anbieten von Fischen in Beuteln darf höchstens zwei Stunden dauern.
1.10. Die Behältnisse sind in einer Mindesthöhe von 70 cm (Tischhöhe) aufzustellen.
1.11. Das Beklopfen und das Schütteln der Behälter sind verboten.
2. Wasserbeschaffenheit
2.1. Um ein starkes Absinken des Wasserspiegels in den Behältern während der Börse zu verhindern, ist
nach Bedarf Wasser nachzufüllen.
2.2. Die Wassertemperatur und Wasserqualität in den Behältnissen muss während der gesamten Veranstaltungsdauer
den Bedürfnissen der jeweils angebotenen Fische entsprechen.
Die angebotenen Tiere sind ständig durch den Anbieter zu beaufsichtigen. Im Bedarfsfall hat er eine andere
Person mit der Überwachung zu beauftragen.
Solange die Tierbörse öffentlich zugängig ist, hat eine qualifizierte und zuverlässige Aufsichtsperson über
die Einhaltung dieser Bestimmungen zu wachen.
Tierquälerei im neuen Tierschutzgesetz 2004
Tierschutzgesetz 2004 - Materialien: Tierquälerei und Qualzuchten
Was versteht das Neue Österreichische Tierschutzgesetz in seinem Entwurf unter Tierquälerei? Welche Bedeutung hätte das Tierschutzgesetz im Hinblick auf die nich artgerechte Haltung von Fischen?
Zu § 5 (Verbot der Tierquälerei):
Abs. 1 normiert ein allgemeines – durch Verwaltungsstrafen sanktionsbewehrtes (siehe § 38 – Verbot der
Tierquälerei, welches dem Verbot der Tierquälerei nach den Landestierschutzgesetzen entspricht, mögen
auch die Legaldefinitionen der Landestierschutzgesetze im Detail nicht ganz ident sein: Zum Teil wird
der Begriff „Schäden“ näher umschrieben mit „Verletzungen oder Gesundheitsschäden“ (§ 3 Abs. 1 des
Steiermärkischen Tierschutz- und Tierhaltegesetzes) oder werden neben Schmerzen, Leiden und Schäden
zusätzlich noch Qualen und Verletzungen genannt (§ 4 Abs. 1 des Wiener Tierschutz- und Tierhaltegesetzes).
Anstelle des Terminus „ungerechtfertigt“ (§ 4 Abs. 2 des Kärntner Tierschutz- und Tierhaltungsgesetzes)
finden sich auch Formulierungen wie „ohne vernünftigen Grund“ (§ 2 Abs. 2 des
Bgld. Tierschutzgesetzes) oder „unnötig“ (§ 4 Abs. 1 des Wiener Tierschutz- und Tierhaltegesetzes) oder
„ungerechtfertigt und vorsätzlich“ (§ 4 des Oö. Tierschutzgesetzes).
Nach der vorgeschlagenen Bestimmung ist es verboten, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden
oder Schäden zuzufügen oder es ungerechtfertigt in schwere Angst zu versetzen.
Um Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst in tierschutzrechtlichen Verfahren objektiv feststellen
zu können, wird man auf mit diesen Befindlichkeiten typischerweise einhergehende Symptome abzustellen
Dementsprechend kann unter Schmerz eine körperliche, als unangenehm empfundene Wahrnehmung, die
durch schädigende Einwirkungen hervorgerufen und von typischen Symptomen begleitet wird, verstanden
werden. Schmerz ist die Folge der Wahrnehmung und subjektiven Interpretation von Nervenimpulsen,
die durch Reize hervorgerufen werden, die möglicherweise oder tatsächlich gewebeschädigend sind.
Leiden sind alle nicht bereits vom Begriff des Schmerzes umfassten Beeinträchtigungen im Wohlbefinden,
die über ein schlichtes Unbehagen hinausgehen und eine nicht ganz unwesentliche Zeitspanne fortdauern.
Leiden ist demnach ein länger andauernder Zustand deutlichen körperlichen oder nichtkörperlichen
Unbehagens zu verstehen, der durch das Tier nicht beeinflussbar ist und von typischen Symptomen
Unter Schäden sind nachteilige Veränderungen körperlicher Strukturen (Verletzungen oder Gesundheitsschäden)
Unter schwerer Angst kann man ein massives nicht-körperliches Unbehagen infolge einer vermeintlichen
oder tatsächlichen Bedrohung verstehen, das von typischen Symptomen begleitet wird.
Soweit manche landesgesetzliche Legaldefinitionen betreffend Tierquälerei darüber hinaus auch noch
andere Aspekte, wie etwa ein Verbot des Tötens mitumfassen (zB § 2 Abs. 2 des
Bgld. Tierschutzgesetzes), finden diese – wie es im Übrigen auch in anderen Landestierschutzgesetzen
der Fall ist (zB § 3 Abs. 1 des Salzburger Tierschutzgesetzes) – im Rahmen des vorgeschlagenen Bundesgesetzes
in eigenen Bestimmungen (§§ 6, 7) ihren Niederschlag.
Wie das Landestierschutzrecht verbietet das vorgeschlagene Bundesgesetz, einem Tier ungerechtfertigt,
das heißt ohne sachliche Rechtfertigung, Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst zuzufügen.
Neben aktiven Handlungen von Personen können einem Tier auch durch Unterlassung von Betreuungsmaßnahmen
ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst zugefügt werden.
Täter kann jedermann sein. Täter einer Unterlassungshandlung (zB Vernachlässigen der Unterbringung,
Ernährung und Betreuung des gehaltenen Tieres) kann jedoch nur der Tierhalter sein.
Nach der Regierungsvorlage zum StRÄG 1971, 39 BlgNR XII. GP 19, ist „Gegenstand des strafrechtlichen
Schutzes das Tier schlechthin, gleichgültig, ob es im Eigentum eines Menschen steht oder nicht, ob
es den Menschen nützlich oder schädlich ist, einem Jagdrecht unterliegt oder nicht.“ In der Literatur (vgl.
dazu etwa Philipp, § 222, in: Höpfel/Ratz (Hrsg), Wiener Kommentar zum Strafgesetzbuch, 2. Aufl.,
2002 [im Folgenden: § 222, Wiener Kommentar], Rz 20 ff) wird überwiegend die Auffassung vertreten,
dass eine restriktive Auslegung des Tierbegriffs dahin geboten ist, dass lediglich solche Tiere strafrechtlichen
Schutz genießen sollen, die in einer dem Menschen ähnlichen Weise Schmerzen oder Angst empfinden
können, also nur Wirbeltiere (zB Fische, Kriechtiere, Vögel, Säugetiere) und Krustentiere (Krebse).
Nicht geschützt sind dieser Auffassung zufolge Tiere unterer Entwicklungsstufe (zB Insekten, Würmer).
Der Schutzbereich der Landestierschutzgesetze ist mitunter unterschiedlich. Gemäß § 1 Abs. 2 des
Bgld. Tierschutzgesetzes etwa sind die Abschnitte 2 [Tierhaltung] und 3 [Tierversuche] nur auf Wirbeltiere
anzuwenden. Das im Abschnitt 1 leg. cit. verankerte Verbot der Tierquälerei (§ 2) erfasst demnach
alle Tiere. Ähnliches gilt für das Vorarlberger Tierschutzgesetz. Nach § 2 sind die Abschnitte 2 bis 4
[Tierhaltung und Tiertransport, Eingriffe an Tieren und Schlachtung von Tieren, Tierversuche] nur auf
Wirbeltiere anwendbar, so dass das in Abschnitt 1 verankerte Verbot der Tierquälerei (§ 3 Abs. 8 alle
Tiere zu erfassen scheint. Demgegenüber sieht zum Beispiel § 2 des Wiener Tierschutz- und Tierhaltegesetzes
vor, dass dieses Gesetz, ausgenommen die §§ 7 [Tiertransporte], 11 Abs. 4 [Grundsätze der Tierhaltung
zum Schutz des Menschen], 16 [Haltung von gefährlichen Tieren], 30 Abs. 2 bis 4 [Übergangsbestimmungen],
nur auf Tiere Anwendung findet, die Schmerzen empfinden können.
Das vorgeschlagene Verbot der Tierquälerei schützt alle Tiere, sohin auch solche, die nicht Wirbeltiere
Abs. 2 enthält eine demonstrative Auflistung von Verstößen gegen Abs. 1, die an die demonstrative Auflistung
von Tierquälereitatbeständen in den bisherigen Tierschutzgesetzen der Länder und in Art. 3 der
Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zur Verbesserung des Tierschutzes im allgemeinen und im besonderen
im außerlandwirtschaftlichen Bereich angelehnt ist. Der Gesetzesvorschlag folgt damit regelungstechnisch
der Tradition der Tierschutzgesetze der Länder, deren „Palette“ an Tierquälereitatbeständen
vom Verbot des Ausreißens von Froschschenkeln über das Verbot des Schoppens von Geflügel bis hin
zum Verbot von Qualzüchtungen reicht.
Bei den in Abs. 2 genannten Beispielen handelt es sich um ungerechtfertigte Zufügung von Schmerzen,
Leiden, Schäden oder schwerer Angst im Sinne des Abs. 1. Das Fehlen einer Rechtfertigung wird bei
diesen konkreten Tatbeständen gesetzlich vermutet.
Die Berücksichtigung von Vorgaben der einschlägigen Europaratsabkommen findet mitunter in anderen
Bestimmungen dieses Bundesgesetzes ihren Niederschlag. So wird zum Beispiel der die chirurgischen
Eingriffe regelnde Art. 10 des Europäischen Übereinkommens zum Schutz von Heimtieren durch § 7 des
vorgeschlagenen Tierschutzgesetzes umgesetzt.
Das in Z 1 festgeschriebene Verbot von Qualzüchtungen entspricht inhaltlich dem Art. 5 des Übereinkommens
zum Schutz von Heimtieren, BGBl. III Nr. 137/2000, wonach bei Züchtungen die anatomischen,
physiologischen und ethologischen Merkmale, die die Gesundheit und das Wohlbefinden der
Nachkommenschaft gefährden könnten, zu berücksichtigen sind. Aus dem Umstand, dass das Verbot von
Qualzüchtungen im Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren ausdrücklich geregelt ist, erhellt bereits
die Bedeutung dieser Vorschrift auch für den Heimtierbereich (zB Züchtung von Hunderassen).
In diesem Zusammenhang sind aber auch Vorgaben des Gemeinschaftsrechts zu berücksichtigen. So ließ
der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaft die Berufung eines Mitgliedstaats auf Gründe des Schutzes
der Gesundheit der Tiere (konkret: Hintanhaltung der Vererbung ungünstiger genetischer Merkmale
wie Muskelhypertrophie, Hintanhaltung der Abkalbung durch – im gehäuften Maße erforderliche – Kaiserschnitte)
zur Rechtfertigung eines Verbots der Verwendung von – in einem anderen Mitgliedstaat zur
Zucht zugelassenen – Samen einer bestimmten Rinderrasse nicht gelten, da die züchterischen und genealogischen
Voraussetzungen für den innergemeinschaftlichen Handel mit Rindersamen im Rahmen der
Richtlinien 87/328 und 91/174 bereits vollständig harmonisiert worden seien (EuGH, Rs C-162/97, Nilsson,
Slg. 1998, I-7477, Rz 41, 51). Die Praxis von Abkalbungen, die erforderlichenfalls durch chirurgische
Eingriffe in Form von Kaiserschnitten unterstützt werden, sei nicht verboten (EuGH, Rs C-162/97,
Nilsson, Slg. 1998, I-7477, Rz 50).
§ 5 Abs. 2 Z 1 stellt – in Lockerung des Abs. 1 – auf starke Schmerzen, Leiden oder Schäden bzw. schwere
Angst ab, so dass mit Züchtungen notwendigerweise einhergehende übliche Geburtsschmerzen, keinen
Verstoß gegen das Verbot der Tierquälerei begründen.
Diese Bestimmung verbietet – über Art. 3 Abs. 2 lit. c der Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zur Verbesserung
des Tierschutzes im allgemeinen und im besonderen im außerlandwirtschaftlichen Bereich
hinausgehend – nicht nur die Vornahme von Qualzüchtungen, sondern aus Gründen des Tierschutzes
auch den Import, den Erwerb und die Weitergabe von Tieren mit Qualzuchtmerkmalen. Die vorgesehene
Importbeschränkung ist nicht handelspolitisch motiviert, sondern bezweckt ausschließlich den Schutz der
Gesundheit und des Lebens von Tieren.
Da es sich bei der „Qualzucht“ um einen außerordentlich komplexen Tatbestand handelt, soll gemäß
Abs. 4 die nähere Regelung auf Verordnungsebene erfolgen.
Abs. 2 normiert weitere Grundsätze entsprechend dem anerkannten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Oberster Grundsatz ist dabei die Verpflichtung zur tiergerechten Haltung.
Diese Bestimmung leitet sich aus der Richtlinie 98/58/EG ab. In den Erwägungsgründen der Richtlinie
98/58/EG wird auf die im Europäischen Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen
Tierhaltungen niedergelegten Grundsätze verwiesen, welche es einschließen, dass die Tiere entsprechend
ihren physiologischen und ethologischen Bedürfnissen unter Berücksichtigung praktischer Erfahrungen
und wissenschaftlicher Erkenntnisse gehalten, ernährt und versorgt werden.
Nach Art. 4 der Richtlinie 98/58/EG tragen die Mitgliedstaaten dafür Sorge, dass die Bedingungen, unter
denen die Tiere (mit Ausnahme von Fischen, Reptilien und Amphibien) gezüchtet oder gehalten werden,
den Bestimmungen des Anhangs genügen, wobei die Tierart, der Grad ihrer Entwicklung, die Anpassung
und Domestikation sowie ihre physiologischen und ethologischen Bedürfnisse entsprechend praktischen
Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu berücksichtigen sind.
Nach Art. 3 der Richtlinie 98/58/EG treffen die Mitgliedstaaten Vorkehrungen dahin gehend, dass der
Eigentümer oder Halter alle geeigneten Maßnahmen trifft, um das Wohlbefinden seiner Tiere zu gewährleisten
und um sicherzustellen, dass den Tieren keine unnötigen Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt
Hab ich das jetzt falsch verstanden, oder soll es echt zulässig sein/werden das Kampffische ab 1 Liter gehalten werden können????
#4 24. Juli 2004
Bei der Haltung von Kampffischmännchen (Betta) ist zu gewährleisten, dass den Tieren bei
Das betrifft mal hauptsächlich die Gewerbeordnung, also: für Zoo-Händler relevant. Dort werden Kampffische oft in Behältern mit <1 Liter Wasser gehältert.
Für Dich ist das dann sowieso obsolet: in Aquarien unter 60 cm dürfen (ausser für Zuchtzwecke) eh keine Fische mehr dauerhaft gehalten werden.
Eine dauerhafte Haltung auch kleiner Arten in Aquarien unter 54 Liter ist verboten.
#5 24. Juli 2004
ich habs jetzt nur überflogen... aber in einer andren diskussion ist angesprochen worden, dass auf börsen keine privaten mehr fische anbieten dürfen?! das wär praktisch das aus für börsen
was mir noch auffällt: "Fische, die größer werden, müssen auch als Jungfische in Aquarien der gleichen Größe gehalten werden." das ist mM nach problematisch, da doch jungfische die erste zeit bewusst in kleineren becken gehalten werden um eine gezielte fütterung zu ermöglichen... denke da zb an l-welse (eh klar *g*)... wenn ich da an scheue, nachtaktive babywelse denk die in einem 2m becken sind... vermutlich mit grösseren oder ausgewachsenen tieren gemeinsam... nur weils mal sehr gross werden...
@doc lecter: ah, da bin ich ja beruhigt! habs nur schnell überflogen.
@shary: ich bin mir ziemlich sicher das da keine Aquarianer bei diesem Gestez mitwirken, denn viel Paragraphe sind einfach nur Schrott!
#7 24. Juli 2004
Zum Thema Fischbörsen sieht das Tierschutzgesetz vor:
Zu §§ 18 und 19:
Die §§ 18 und 19 enthalten Sonderbestimmungen für Tausch- und Erwerbsbörsen mit Tieren.
Diese Bestimmung regelt die allgemeinen Voraussetzungen für die Durchführung von Tausch- und Erwerbsbörsen.
Darunter sind Veranstaltungen zu verstehen, in deren Rahmen private Züchter Tiere in der
Regel in einer kurzfristig angemieteten Räumlichkeit ausstellen und zum Verkauf oder Tausch anbieten.
Gemäß Abs. 1 darf die Dauer solcher Veranstaltungen höchstens zwölf Stunden betragen, wobei die Einund
Ausbringung der Tiere in dieser Zeitspanne eingeschlossen ist.
Grundsätzlich bedarf die Verwendung, d.h. die Schaustellung und das Anbieten, von Tieren im Rahmen
einer Tausch- und Erwerbsbörse einer Bewilligung gem. § 23 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Tierschutzgesetz.
Werden Tausch- und Erwerbsbörsen jedoch regelmäßig durchgeführt und ist der Veranstalter
Inhaber einer Dauerbewilligung gemäß § 28 Abs. 1, 2. Satz, leg. cit., so muss die Veranstaltung der Behörde
nach dieser Vorschrift rechtzeitig angezeigt werden. Gemäß § 18 Abs. 2 des gegenständlichen
Verordnungsentwurfs muss diese Anzeige mindestens eine Woche vor dem geplanten Veranstaltungstermin
erfolgen; weiters legt die Bestimmung fest, welchen Inhalt die Anzeige jedenfalls aufweisen muss.
Abs. 4 des gegenständlichen Verordnungsentwurfs in Verbindung mit § 31 Abs. 4 Tierschutzgesetz beschränkt
den Kreis jener Personen, die Tiere im Rahmen von Tausch- und Erwerbsbörsen ausstellen und
anbieten dürfen. Gemäß § 31 Abs. 4 Tierschutzgesetz sind auch Privatpersonen, die Tiere gewerbsmäßig
züchten, verpflichtet, diese Tätigkeit vor der Aufnahme der Behörde zu melden. Gemäß § 18 Abs. 4 des
gegenständlichen Verordnungsentwurfs sind nur Züchter, die ihre Tätigkeit der Behörde ordnungsgemäß
gemeldet haben und denen diese Tätigkeit von der Behörde nicht untersagt wurde, zur Teilnahme als
Aussteller und Anbieter bei Tausch- und Erwerbsbörsen berechtigt. Diese Personen dürfen nur Tiere, die
sie selbst im Rahmen ihrer behördlich gemeldeten Tätigkeit gezüchtet haben, ausstellen und zum Verkauf
oder Tausch anbieten. Durch diese Einschränkung sollen einerseits verschleierte gewerbliche Tätigkeiten
und schwarzmarktähnliche Aktivitäten hintangehalten werden; andererseits ermöglicht es diese Bestimmung
der Behörde, die Herkunft der Tiere nachzuvollziehen.
Abs. 1 verpflichtet den Veranstalter bzw. Verantwortlichen zur Führung eines Börsenprotokolls. Diese
Bestimmung erleichtert es der Behörde, die Herkunft der Tiere zu ermitteln und insbesondere die Einhaltung
der Bestimmung des § 18 Abs. 4 zu kontrollieren.
Abs. 2 verpflichtet den Anbieter sicherzustellen, dass die Tierunterkünfte für Vögel, Reptilien und Fischen
den Mindestanforderungen der Anlagen 5 bis 7 entsprechen und dass Anbieter, die Unterkünfte
verwenden, die diesen Mindestanforderungen nicht entsprechen, von der Teilnahme an der Veranstaltung
Nach einer Meldung bei der Behörde kann man also weiterhin auf Börsen seine Zierfisch-Nachzuchten anbieten.
Die Abgabe von Wildfangtieren (z.B. L-Welse, Discusfische) ist aber bei Börsen nicht mehr gestattet:
Die Abs. 2 bis 6 enthalten Verbote bzw. Einschränkungen in Bezug auf die Tiere, die im Rahmen der
Veranstaltungen zur Schau gestellt bzw. angeboten werden dürfen. Ausgeschlossen hiervon sind jedenfalls
Tiere, die der freien Natur entnommen worden sind (Wildfänge) (Abs. 3), Tiere, die ihrer Art nach
(z.B. auf Grund ihres individuellen Verhaltens) für die gegenständlichen Zwecke ungeeignet sind
(Abs. 2), Tiere, die offensichtlich krank, verletzt oder verhaltensgestört sind oder sich in einem schlechten
Ernährungszustand befinden (Abs. 4), Tiere, die rechtlichen Verkehrsbeschränkungen unterliegen
(Abs. 5) und zusätzlich Tiere, die voraussichtlich während oder kurz nach der Veranstaltung gebären
werden oder die in einem Zeitraum von 7 Tagen vor der Veranstaltung geboren haben. Der 2. und 3. Satz
des Abs. 6 enthält Bestimmungen über Jungtiere.
#8 24. Juli 2004
Da haben wir's unser altes Problem: Die die die Regeln "richtig" machen sollten, haben von fast nix eine Ahnung.
@Jürgen: Wann baust denn Dein Geschäft um und fallen da evtl ein par günstige Teile an?
@alle: Fischbörsen müssen wir in 10 Jahren außerhalb der EU anschauen - eh nett, ich fang schon 'mal an der Volkshochschule einen Sprachkurs an...Ah- und wenn ich an die Gage denke, die die "Rechtsverdreher" sprich Juristen für den Entwurf alleine gekriegt haben müssen....ned schlecht.
....der 80% seiner Becken wohl demnächst in den Flohmarkt setzen muß...
Kennt wer einen guten Anwalt für die Verteidigung? (Einer, der auch in höhere Instanzen geht?)
Die in der Anlage 5 (Mindestanforderungen an die Haltung von Fischen) angeführten Angaben zur Aquariengröße sind Mindestmaße für ausgewachsene Tiere. Fische, die größer (als die in der Anlage zitierten 40 cm, Anm.) werden, müssen auch als Jungfische in Aquarien der gleichen Größe gehalten werden. Süßwasserrochen, Knochenzüngler und Großwelse mit einer Endgröße von über 40 cm sind in Aquarien mit mindesten 4 Quadratmeter Grundfläche für zwei Tiere zu halten. Jedem weiteren Tier muss ein Quadratmeter mehr zur Verfügung gestellt werden.
Das gilt übrigens dann auch, wenn ich das richtig interpretiere, für Sharys grundlose Befürchtung:
>> was mir noch auffällt: "Fische, die größer werden, müssen auch als Jungfische in Aquarien der gleichen Größe gehalten werden."
Wenn in der Passage Jungfische gemeint gewesen wären, würde das so drinstehen: Jungfische müssen in Aquarien der gleichen Größe wie ausgewachsene Fische gehalten werden. So tölpelhaft formuliert keiner der Juristen '... Fische die größer werden'. Zudem dürfen für Zuchtmaßnahmen durchaus kleinere Becken unter 60 cm/54 Liter verwendet werden, woraus hervorgeht, dass auch die in dem Becken zum Schlupf gebrachte Brut (ab Larvenstadium) nicht sofort in ein Becken entsprechend der Endgrösse der Fische gesetzt werden muss, wo sie kaum erfolgreich gefüttert werden kann.
Allerdings müssen dann Wabenschilderwelse tatsächlich in Riesenbecken gepflegt werden! Also, was jetzt als Jungfischchen mit 6 cm im 10-er Pack im 125 Liter Verkaufsbecken schwimmt müsste dann in einem Becken mit 6.500 Litern schwimmen (4 Quadratmeter für ein Tier + 9 Quadratmeter für die 9 weiteren Tiere = ein 13 Quadratmeter Aquarium. Bei einer Höhe von 50 cm wären das tolle 6.500 Liter Wasser für 10 Wabenschilderwels-Babys). Das gilt natürlich auch für viele Panaque-Arten, die dann (ausnahme in Schauaquarien) nicht mehr gepflegt werden dürfen. Ob das sinnvoll ist wage ich zu bezweifeln, aber ändern lässt sich das leider nicht mehr: das Gesetz ist durch.
Interessanterweise findet sich bei der Auflistung der Zierfischarten beim Wabenschilderwels eine Beckengrösse von 150 cm, während Panaque nigrolineatus (man staune nur so!) auch mit 120 cm Beckenlänge auskommen darf. Ahsooo, man kann sich das also aussuchen. Na, dann wirds schon so schlimm nicht werden.
Beim Haiwels, der Grössen von 1 m und mehr erreichen kann, wird ein Becken > 150 cm vorgeschrieben. Bemerkung: nur bedingt als Aquarienfisch geeignet. Die Art IST m.E. für die Aquarienhaltung völlig ungeeignet.
Corydoras paleatus bei 30 °C? Na, wer hat denn da zu tief ins Aquariumglas geschaut?
Allerdings sehe ich da echte Probleme auf den Innsbrucker Alpenzoo oder das Haus der Natur zukommen: was dort an Riesenfischen in wirklich grossen Becken schwimmt! Die wären dann allesamt für den derzeitigen Besatz zu schwach. Selbst das grosse Rundbecken im Alpenzoo dürfte dann nur noch 12-14 grosse Karpfen beherbergen!
Das heisst aber auch im Hinblick auf das Verbot, Wildfänge zu verkaufen:
- keine Roten Neons (99 % Wildfänge) mehr bzw. Preise für Nachzuchttiere im Bereich von 3-4 Euro pro Stück!
- keine Wildfang-Discus mehr
- keine L-46 oder andere L-Welse, soferne es sich um Wildfänge handelt (und das sind dann ja wohl fast 100 % der Tiere)
Abhilfe für dich: nach Rosenheim oder München düsen und dort die Neons einkaufen, bis auch die deutschen Nachbarn ein neues EU-konformes Tierschutzgesetz basteln.
Das einzige Positve: Prachtschmerlen müssen nun gesetzlich vorgeschrieben in Becken > 150 cm gepflegt werden. Im Anhang wird die Art übrigens als 'aggressiv' bezeichnet.
Die Temperaturangaben lassen eine meistens 8-10 °C Bandbreite zu, da kann man ja fast gar nichts mehr falschmachen :twisted:
Nach oben hin vertragen mit Ausnahme des Rotflossen-Salmlers und weniger anderer Fischarten plötzlich alle Fische mindestens 28 °C, die meisten sogar 30 °C.
Ich sag euch was: dieses Gesetz lässt grossteils für die Aquarianer wirklich viel Spielraum, und wo es empfindlich eingreifen könnte: nämlich bei den Haltungsbedingungen, den Wasserwerten, den Beckengrössen, da lässt es erstaunlich viel Spielraum. Wenn das so durchgeht, sind wir alle mit einem dicken blauen Auge davongekommen.
#10 25. Juli 2004

References: § 5
 Art.
2
 § 3
 § 1
 § 32
 § 20
 § 25
 § 32
 § 6

§ 7
 § 2
 § 5
 § 38
 § 2
 § 3
 § 222
 § 222
 § 1
 § 2
 § 2
 Art. 3
 Art. 15
 Art. 10
 § 7
 Art. 5

§ 5
 Art. 3
 Art. 15
 Art. 4
 Art. 3
 § 23
 § 28
 § 28
 § 18
 § 31
 § 31
 § 18
 § 18