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Timestamp: 2017-06-26 12:01:18+00:00

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Tacheles Rechtsprechungsticker KW 35/2015 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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1. 1 BSG, Urteil vom 29.4.2015 – B 14 AS 31/14 R
2. 1 Hessisches Landessozialgericht, Urteil vom 13.05.2015 – L 6 AS 133/14 – Revision anhängig beim BSG unter dem Az. B 14 AS 29/15
Anmerkung: ebenso LSG Hessen, Urt. v. 13.05.2015 – L 6 AS 132/14 – Revision anhängig beim BSG unter dem Az. B 14 AS 26/15 R
2. 2 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 20.08.2015 – L 12 AS 1180/15 B ER – rechtskräftig
Italienische Staatsangehörige haben weder Anspruch auf SGB II noch auf SGB XII Leistungen – Grundsicherung für Arbeitsuchende: Leistungsausschluss für EU-Ausländer; Glaubhaftmachung von Bemühungen zur Arbeitsuche als Leistungsvoraussetzung
Rechtstipp: anderer Auffassung LSG NRW, Urteil zum Az. L7 AS 1161/14 – Wer früher schon in Deutschland gearbeitet hatte, hat Anrecht auf Leistungen
Anmerkung: a. A. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 06.03.2015 – L 28 AS 354/15 B ER – Italienischer Antragsteller hat Anspruch auf vorläufige ALG II- Leistungen ( Abschlag Regelbedarf 20% ) im Rahmen der Folgenabwägung.
2. 3 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 19.08.2015 – L 19 AS 1265/15 B ER, L 19 AS 1266/15 B – rechtskräftig
Wohnungsloser Bulgarischer Antragsteller hat Anspruch auf den Regelsatz für alleinstehende Erwachsene nach § 20 Abs. 2 SGB II – Folgenabwägung – Leistungsausschluss für Ausländer bei Aufenthalt zur Arbeitsuche – Nichtanwendung bei Nichtvorliegen eines materiellen Aufenthaltsrechts – Erfordernis der Erreichbarkeit für den Leistungsanspruch eines Wohnungslosen
2. Es handelt sich beim Antragsteller um einen Unionsbürger ohne materielles Aufenthaltsrecht, der sich aber – wegen der fehlenden Verlustfeststellung nach §§ 2 Abs. 7, 5 Abs. 4, 6 FreizügG/EU -(formell) rechtmäßig in der Bundesrepublik aufhält.
3. Nach gefestigter Rechtsprechung des Senats (vgl. Urteile des Senats vom 01.06.2015 – L 19 AS 1923/14 -, vom 05.05.2014 – L 19 AS 430/13 (Revision anhängig B 14 AS 33/14 R) und vom 10.10.2013 – L 19 AS 129/13 (Revision anhängig B 4 AS 64/13 R); Beschluss vom 20.03.2015 – L 19 AS 116/15 B ER m.w.N.) ist auf diesen Personenkreis der Leistungsausschluss nach § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II nicht anwendbar ( a. A. LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 29.06.2015 – L 1 AS 2338/15 B ER -; LSG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 04.02.2015 – L 2 AS 14/15 B ER).
2. 4 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 20.07.2015 – L 10 AS 193/15 B ER – rechtskräftig
Mietschuldenübernahme – Wohnungslosigkeit – Regelungsanordnung – Ermessen – Verpflichtung zur Neubescheidung
Grundsicherung für Arbeitssuchende – Verweisung auf vorrangige Leistungen – Eingliederungsvereinbarung
2. 6 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 24.03.2015 – L 7 AS 1031/13
Sozialgeld – getrennt lebende Eltern – wechselnder Aufenthalt des Kindes – Anspruch auf Sozialgeld jeweils nur anteilig für die Aufenthaltstage in der jeweiligen Bedarfsgemeinschaft
3. 1 Sozialgericht Aachen, Urteil vom 01.07.2015 – S 14 AS 15/15 – rechtskräftig
Grundsicherung für Arbeitssuchende – Bedarfsgemeinschaft – Einstehens- und Verantwortungsgemeinschaft ( hier bejahend ) – Vermutungsregelung
2. Die nicht für den Partner getragenen Gesundheitskosten und Schulden liegen außerhalb des Begriffsinhaltes der Haushaltsführung. Ihre Übernahme für den Partner ist ebenso wenig wie die Tilgung von Schulden des anderen oder eine gegenseitige rechtliche oder tatsächliche Befugnis über dessen Einkommen oder Vermögen zu verfügen ein notwendiger Bestandteil einer „eheähnlichen“ gemeinsamen Haushalts- und Wirtschaftsführung, wenngleich umgekehrt ein starkes Indiz.
3. 2 Sozialgericht Lüneburg, Urteil vom 13.11.2013 – S 37 AS 1787/12
4. 1 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 18.06.2015 – L 23 SO 268/12
Angemessenheit von Beiträgen zu einer privaten Kranken- und Pflegeversicherung – § 32 Abs. 5 Satz 1 SGB XII – Basistarif zumutbar – kein Anspruch für die Vergangenheit – Selbstbeschaffung
1. Angemessen im Sinne des § 32 Abs. 5 SGB XII sind Beiträge, die für Verträge im Standardtarif (Basistarif) zu leisten sind. Im Anwendungsbereich des SGB XII ist der nach § 12 Gesetz über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen-Versicherungsaufsichtsges etz – VAG – ergebende Beitragssatz als angemessen zu bewerten.
5. 1 SG Karlsruhe, Urteil vom 14.08.2015 – S 1 SO 1225/15 – nicht rechtskräftig
Auflösung einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft allein durch Aufnahme eines Partners in ein Pflegeheim und bloßer Weigerung des anderen Partners, die ungedeckten Heimkosten aus seinem Vermögen zu begleichen – Die Annahme eines fiktiven Vermögensverbrauchs ist in Ermangelung einer gesetzlichen Grundlage rechtlich nicht zulässig.
6. 1 Schleswig-Holsteinisches Landessozialgericht, Urteil vom 19.06.2015 – L 3 AL 55/12 – Revision anhängig beim BSG unter dem Az. B 11 AL 4/15 R
Ruhen des Arbeitslosengeldanspruchs – Urlaubsabgeltung – Grenzgänger – Auszahlung dänischen Feriengeldes nach Beendigung der Beschäftigung in Dänemark – Vergleichbarkeit
Das SGB III unterscheidet zwischen einem Beschäftigungsverhältnis im versicherungsrechtlichen Sinne und einem Beschäftigungsverhältnis im leistungsrechtlichen Sinne. Aus dem Wortlaut des § 138 Abs. 3 SGB III geht eindeutig hervor, dass ein Beschäftigungsverhältnis im leistungsrechtlichen Sinne auch dann ausscheidet – und somit kein Anspruch auf Alg besteht – wenn eine familiäre Mithilfe für 15 Stunden und mehr pro Woche ausgeübt wird. Nicht nur die Ausübung eines Beschäftigungsverhältnisses im versicherungsrechtlichen Sinne über der 15-Stunden-Grenze, sondern auch eine Tätigkeit als mithelfender Familienangehöriger, für die keine Sozialversicherungsabgaben zu erbringen sind, schließt eine Verfügbarkeit somit aus, wenn sie für 15 Stunden oder mehr ausgeübt wird.
8. Rechtsmittel gegen die Kostensenkungsaufforderung? – Beitrag von Roland Rosenow, Freiberuflicher Dozent für Sozialrecht, Sozialrecht in Freiburg
9. Ende Familienversicherung – Eigene Versicherung für ALG II-Bezieher ab 1.1.2016
LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 23.04.2015 – L 7 AS 1451/14
Rechtstipp: a. A. LSG Schleswig- Holstein, Beschluss v. 24.02.2014 – L 3 AS 27/14 B ER, L 3 AS 27/14 B ER PKH u. L 3 AS 57/14 B PKH – Genossenschaftsanteile stellen Wohnungsbeschaffungskosten dar, die nach § 22 Abs. 6 Satz 1 SGB II als Darlehen von dem abgebenden Leistungsträger zu gewähren sind.
11. Streit um Grundbesitz – Anwalt erhebt schwere Vorwürfe gegen Jobcenter

References: § 20
 § 7
 § 32
 § 32
 § 12
 § 138
 § 22