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“Fußgängerüberweg” ist nicht gleich “Zebrastreifen” - Verkehrsrecht Blog
“Fußgängerüberweg” ist nicht gleich “Zebrastreifen”
Veröffentlicht am 23. Juni 2015 von Alexander Gratz — Keine Kommentare ↓ Quelle: pixabay.com
Das kam schon in ei­ner Entscheidung des OLG Stuttgart vor und scheint öf­ter zu pas­sie­ren: Der Tatrichter ver­wen­det in sei­ner Urteilsbegründung, wenn er die Verkehrsregelung be­schreibt, das Wort “Fußgängerüberweg” (im Sinne von § 26 Abs. 1 StVO). Dabei han­delt es si­ch je­doch um ei­nen Rechtsbegriff; der Tatrichter muss al­so, wenn er si­ch auf den Vorrang ei­nes Fußgängers be­ruft, wei­ter­hin fest­stel­len, ob der Überweg ent­spre­chend mar­kiert war (“Zebrastreifen”). Denn nur in die­sem Fall be­steht ein Vorrang des Fußgängers (BGH, Beschluss vom 21.01.2015, Az. 4 StR 164/15):
§ 315c Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c StGB er­fasst nur das Falschfahren an Fußgängerüberwegen im Sinne des § 26 StVO. Das sind al­lein die durch Zeichen 293 (Zebrastreifen) mar­kier­ten Fahrbahnflächen (vgl. BGH, Urteil vom 15. April 2008 – 4 StR 639/07, NZV 2008, 528, 529; König in: Leipziger Kommentar zum StGB, 12. Aufl., § 315c Rn. 102; SSW-StGB/Ernemann, 2. Aufl.,§ 315c Rn. 17 mwN), an de­nen zu Fuß Gehende und ih­nen gleich­ge­stell­te Verkehrsteilnehmer nach § 26 Abs. 1 Satz 1 StVO vor Fahrzeugen un­ein­ge­schränkt Vorrang ha­ben und Fahrzeug Fahrende ge­mäß § 26 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 und 3 StVO so­wie § 41 Abs. 1 StVG i.V.m. Anlage 2 und Zeichen 293 be­son­de­ren Pflichten un­ter­lie­gen (Einzelheiten bei König in: Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 43. Aufl., StVO, § 26 Rn. 18-21, 23-25 mwN). Dass es si­ch bei der Unfallstelle um ei­ne mit „Zebrastreifen“ mar­kier­te Fahrbahnfläche und da­mit um ei­nen Fußgängerüberweg im Sinne der § 315c Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c StGB, § 26 StVO ge­han­delt hat, kann den Urteilsgründen nicht ent­nom­men wer­den. Die Verwendung des Rechtsbegriffes „Fußgängerüberweg“ ver­mag die Angabe der zu des­sen Ausfüllung er­for­der­li­chen Tatsachen nicht zu er­set­zen (§ 267 Abs. 1 Satz 1 StPO). Schließlich bleibt auch of­fen, ob die an­ge­führ­te Lichtzeichenanlage in Betrieb war und des­halb ih­re Lichtzeichen nach § 37 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 2 StVO ei­ner et­wa be­stehen­den Vorrangregel oder Vorrang re­geln­den Verkehrszeichen vor­gin­gen (vgl. da­zu König in: Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 43. Aufl., StVO, § 26 Rn. 11 mwN; zum per­sön­li­chen Schutzbereich des § 315c Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c StGB sie­he König in: Leipziger Kommentar zum StGB, 12. Aufl., § 315c Rn. 103 mwN).
OLG Stuttgart: Bremsen am Zebrastreifen nur bei er­kenn­ba­rem Benutzungswillen des Fußgängers er­for­der­li­ch LG Nürnberg-Fürth: Kein Vorrecht von Radfahrern am Fußgängerüberweg BGH: Gefährdung des Straßenverkehrs durch Überholen über Bürgersteig BGH: Der Fahrlehrer darf te­le­fo­nie­ren Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Straf- und OWi-Recht und gekennzeichnet mit BGH, Fußgängerüberweg, StGB, StVO, Zebrastreifen von Alexander Gratz. Permalink	Über Alexander Gratz

References: § 26

§ 315
 § 26
 § 315
 § 26
 § 26
 § 41
 § 26
 § 315
 § 26
 § 37
 § 26
 § 315
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