Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20D%C3%BCsseldorf&Datum=05.11.2014&Aktenzeichen=Verg%2021/14
Timestamp: 2019-10-23 12:03:04+00:00

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OLG Düsseldorf, 05.11.2014 - VII-Verg 21/14 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 05.11.2014 - VII-Verg 21/14
https://dejure.org/2014,53888
OLG Düsseldorf, 05.11.2014 - VII-Verg 21/14 (https://dejure.org/2014,53888)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 05.11.2014 - VII-Verg 21/14 (https://dejure.org/2014,53888)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 05. November 2014 - VII-Verg 21/14 (https://dejure.org/2014,53888)
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VOL/A § 16 Abs. 5
Wie sind Vergabeunterlagen auszulegen?
Ausschlusskriterien sind deutlich als solche zu bezeichnen
Diese Anforderung ist auftragsbezogen und findet ihre Rechtfertigung im Gegenstand der zu beschaffenden Bauleistung, da beim Aushub der Baugrube erhebliche Mengen von, ggf. auch kontaminiertem Bauschutt anfallen (…vgl. hierzu Schranner in Ingenstau/Korbion, VOB, 20. Aufl., § 6 EU, Rn. 3; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 05.11.2014 - VII-Verg 21/14).
Für das Verständnis maßgeblich ist der objektive Empfängerhorizont der potentiellen Bieter, also eines abstrakt bestimmten Adressatenkreises (BGH…, Urteil vom 03.04.2012, X ZR 130/10, Juris Rn. 10; BGH…, Urteil vom 1.06.2008, X ZR 78/07, Juris Rn. 10; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 05.11.2014 - VII-Verg 21/14 -, Rn. 37, Juris).
§ 122 Abs. 4 Satz 2 GWB verlangt, dass hinsichtlich dieser Eignungskriterien bereits aus der Bekanntmachung alle Angaben ersichtlich sein müssen, die für Bieter für eine Entscheidung zur Teilnahme am Vergabeverfahren oder zur Angebotsabgabe von Bedeutung sind (…vgl. Burgi, Vergaberecht, § 16, Rn. 7;… Hausmann/von Hoff in Kulartz/Kus/Marks/Portz/Prieß, a.a.O., § 122, Rn. 42; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 05.11.2014 - VII-Verg 21/14 -, Rn. 32, Juris; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 12.09.2012 - VII-Verg 108/11; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 26.03.2012 - VII-Verg 4/12; OLG München…, Beschluss vom 12.11.2010 - Verg-21/10 -, Rn. 20, Juris).
Entscheidend ist die Verständnismöglichkeit aus der Perspektive eines verständigen und mit der ausgeschriebenen Leistung vertrauten Unternehmens, das über das für eine Angebotsabgabe oder die Abgabe eines Teilnahmeantrags erforderliche Fachwissen verfügt (Senatsbeschlüsse vom 21.10.2015 - VII-Verg 28/14, zitiert nach juris, Tz. 40, sowie vom 05.11.2014 - VII-Verg 21/14, zitiert nach juris, Tz. 38;… Lampert, in: Burgi/Dreher, Vergaberecht - GWB 4. Teil, 3. Aufl., § 121 Rn. 77).
Die darin zum Ausdruck kommende Eignungsleihe - hier insbesondere in Bezug auf die von der Bg mangels operativer Tätigkeit naturgemäß nicht selbst referenzierbaren Voraufträge - ist auch ohne ausdrückliche Normierung im 1. Abschnitt der VOL/A als Ausfluss des Wettbewerbsprinzips (§ 97 Abs. 1 GWB) anerkannt (vgl. 1. VK Bund, Beschl. v. 13. Juni 2014, VK 1 - 34/14; nachfolgend OLG Düsseldorf, Beschl. v. 5. November 2014, VII-Verg 21/14; OLG München, Beschl. v. 17. September 2015, Verg 3/15).
Zulässig sei dagegen ein Link in der Bekanntmachung auf das die Eignung betreffende Formular 124 (vgl. auch OLG Düsseldorf vom 05.11.2014, Verg 21/14, allerdings zur früheren Rechtslage).
Denn nur dann hat der Auftraggeber Anlass zu der Annahme, der Bieter sei mit Blick auf den zukünftigen Zeitpunkt der Leistungserbringung auch tatsächlich in der Lage, den Auftrag auszuführen (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 04.02.2013, Az.: VII-Verg 52/12; Beschluss vom 05.11.2014, Az.: VII-Verg 21/14;… Müller-Wrede, a.a.O., § 122, Rdn. 95 ff.).
Diese können grundsätzlich gemäß Art. 38 Abs. 2 UAbs. 1 der Richtlinie 2009/81/EG bzw. Art. 44 Abs. 2 UAbs. 1 der Richtlinie 2004/18/EG vom öffentlichen Auftraggeber aufgestellt werden (vgl. auch OLG Düsseldorf, Beschluss vom 5. November 2014, VII-Verg 21/14).
Mindestanforderungen an die Eignung - solche (weitergehenden) fordert die ASt hier - konkretisieren die allgemeinen Eignungsmerkmale nach § 97 Abs. 4 Satz 1 GWB und können vom öffentlichen Auftraggeber in Ausübung der ihm eingeräumten Bestimmungsfreiheit festgelegt werden; diese Bestimmungsfreiheit unterliegt den Grenzen, dass die aufgestellten Eignungsanforderungen mit dem Auftragsgegenstand zusammenhängen und ihm angemessen sein müssen (vgl. Art. 38 Abs. 2 UAbs. 2 der Richtlinie 2009/18/EG bzw. Art. 44 Abs. 2 UAbs. 2 der Richtlinie 2004/18/EG sowie OLG Düsseldorf, Beschluss vom 5. November 2014, VII-Verg 21/14; Beschluss vom 25. Juni 2014, VII-Verg 38/13).
Für das Verständnis maßgeblich ist der objektive Empfängerhorizont der potentiellen Bieter, also eines abstrakt bestimmten Adressatenkreises (BGH, Urteil vom 03.04.2012, X ZR 130/10; BGH, Urteil vom 1.06.2008, X ZR 78/07; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 05.11.2014 - VII-Verg 21/14).
Entscheidend ist die Verständnismöglichkeit aus der Perspektive eines verständigen und mit der ausgeschriebenen Leistung vertrauten Unternehmens, das über das für eine Angebotsabgabe erforderliche Fachwissen verfügt (Senatsbeschlüsse vom 21.10.2015 - VII-Verg 28/14, zitiert nach juris, Tz. 40, sowie vom 05.11.2014 - VII-Verg 21/14, zitiert nach juris, Tz. 38).
Maßgeblich für die Begriffsbestimmung in Bezug auf Vergabeunterlagen ist der objektive Empfängerhorizont, also der eines potentiellen verständigen Bieters, der mit entsprechenden Ausschreibungen vertraut ist (vgl. BGH, Urteil vom 10. Juni 2008, X ZR 78/07; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 5. November 2014, VII-Verg 21/14).

References: § 16
 § 6

§ 122
 § 16
 § 122
 § 121
 § 122
 Art. 38
 Art. 44
 § 97
 Art. 38
 Art. 44