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Timestamp: 2020-03-31 09:08:03+00:00

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Kinderfreibeträge übertragen lassen? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
Kinderfreibeträge übertragen lassen?
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Die Familie und vor allem Kinder stehen in unserem Staat unter besonderem Schutz. Wenn es um das sächliche Existenzminimum des Kindes geht, so wird bei der Veranlagung zur Einkommensteuer gemäß § 32 EStG für jedes zu berücksichtigende Kind des Steuerpflichtigen ein Freibetrag von 2304 Euro (2016) gewährt. Diesen Freibetrag bezeichnet man als Kinderfreibetrag. Daneben wird jedoch für jedes Kind noch ein weiterer Freibetrag für die Betreuung, Erziehung und Ausbildung in Höhe von 1320 Euro (2016) gewährt. Die Bezeichnung Kinderfreibeträge umfasst somit zwei Freibeträge für Kinder. Diese Freibeträge können unter Umständen auch verdoppelt werden. Manchmal werden sie aber auch auf Antrag eines Elternteils übertragen.
Wann ist die Übertragung möglich?
Die Übertragung sowohl des Kinderfreibetrages als auch des Betreuungsfreibetrages von einem Elternteil auf den anderen Elternteil ist grundsätzlich möglich, aber an bestimmte Bedingungen geknüpft. Ist das Elternpaar unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, wird aber nicht zusammen veranlagt, so ist auf Antrag eines Elternteils der dem anderen Elternteil zustehende Kinderfreibetrag auf ihn zu übertragen, wenn er, nicht jedoch der andere Elternteil, seiner Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind für das Kalenderjahr im Wesentlichen nachkommt oder der andere Elternteil mangels Leistungsfähigkeit nicht unterhaltspflichtig ist. Dies bezieht sich aber nur auf den Kinderfreibetrag. Bei dem anderen Freibetrag gilt Folgendes gemäß § 32 Absatz 6 Satz 8 EStG: „Bei minderjährigen Kindern wird der dem Elternteil, in dessen Wohnung das Kind nicht gemeldet ist, zustehende Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf auf Antrag des anderen Elternteils auf diesen übertragen, wenn bei dem Elternpaar die Voraussetzungen des § 26 Absatz 1 Satz 1 nicht vorliegen.“ Der andere Elternteil kann dem zwar widersprechen, aber auch dieser Widerspruch ist kein Selbstläufer, sondern muss mit gesetzlichen Bedingungen bzgl. der Begründung im Einklang stehen. Ob die Übertragung jedoch sinnvoll ist, muss von Fall zu Fall geprüft werden, da manchmal Kindergeld zurückgezahlt werden muss.
Die steuerliche Freistellung eines Einkommensbetrags in Höhe des Existenzminimums eines Kindes einschließlich der Bedarfe für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung wird gemäß § 31 EStG entweder durch die Freibeträge nach § 32 Absatz 6 EStG oder durch Kindergeld nach § 66 EStG bewirkt. Im Rahmen der Prüfung Ihrer Einkommensteuererklärung wird eine Günstigerprüfung durch das FA durchgeführt, ob die durch Sie zu zahlende Einkommensteuer unter Berücksichtigung der Freibeträge oder des Kindergeldes steuerlich günstiger ist. Dabei können sich jedoch Fehler ergeben und es kommt z.B. zur unberechtigten Zurechnung, d.h. direkten Zurückzahlung von Kindergeld. Dies kann auch bei der Übertragung von Freibeträgen passieren.

References: § 32
 § 32
 § 26
 § 31
 § 32
 § 66