Source: https://www.lohnsteuer-kompakt.de/gesetze/1368/buechsenmausbv
Timestamp: 2019-06-24 15:42:00+00:00

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Auf Grund des § 25 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung mit § 26 Absatz 1 und 2 Satz 1 Nummer 2, 3 und 7 der Handwerksordnung, von denen § 25 Absatz 1 zuletzt durch Artikel 146 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBI. I S. 2407) geändert und § 26 zuletzt durch Artikel 2 Nummer 4 des Gesetzes vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931) neu gefasst worden ist, verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:
Der Ausbildungsberuf des Büchsenmachers und der Büchsenmacherin wird nach § 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe 22 der Anlage A der Handwerksordnung staatlich anerkannt.
(2) Die Berufsausbildung zum Büchsenmacher und zur Büchsenmacherin gliedert sich wie folgt (Ausbildungsberufsbild):
Umgehen mit Werk- und Hilfsstoffen,
Behandeln und Schützen der Oberfläche von Waffenteilen,
Montieren von Schusswaffen,
Montieren optischer Geräte auf Schusswaffen,
Warten und Instandsetzen von Schusswaffen,
Herstellen der Gesamtfunktion von Schusswaffen und Zubehör,
Ballistik und Munition,
Waffenrechtliche Bestimmungen;
(1) Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Diese Befähigung ist in Prüfungen nach den §§ 5 bis 7 nachzuweisen.
(2) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses wird Teil 1 der Gesellenprüfung mit 25 Prozent und Teil 2 der Gesellenprüfung mit 75 Prozent gewichtet.
Werkstücke nach Zeichnungsangaben maschinell herstellen, prüfen und messen und
die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit berücksichtigen
dem Prüfungsbereich sind das Anfertigen und das Prüfen eines Bau- oder Waffenteils zugrunde zu legen;
der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe erledigen;
Herstellungs- und Montagetechnik,
Fertigungs- und Waffentechnik,
(3) Für den Prüfungsbereich Herstellungs- und Montagetechnik bestehen folgende Vorgaben:
Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbständig planen und Material disponieren,
Werkstücke manuell herstellen,
unter Beachtung der waffentechnischen Sicherheit Bau- oder Waffenteile passen, Baugruppen montieren und einstellen, Füge- und Montagetechniken anwenden und
eine oder mehrere funktionsfähige Baugruppen für Schusswaffen herstellen und montieren sowie
eine der folgenden Tätigkeiten:
zusammengehörige Bau- oder Waffenteile aus unterschiedlichen Werkstoffen passen und verbinden oder
optische Geräte montieren und justieren oder
Schusswaffen zusammenbauen und auf Funktion prüfen;
der Prüfling soll zu den Nummern 2a und 2b jeweils ein Prüfungsstück anfertigen;
die Prüfungszeit beträgt 40 Stunden.
Fehler und Störungen in Schusswaffen systematisch feststellen und beheben,
Baugruppen und Waffenteile nacharbeiten oder austauschen,
waffentechnische Messungen und Prüfungen durchführen und bewerten,
waffenrechtliche Bestimmungen berücksichtigen,
Kunden beraten und
dem Prüfungsbereich ist das Instandhalten einer Schusswaffe oder das Komplettieren einer Baugruppe zugrunde zu legen;
der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe erledigen und hierüber ein situatives Fachgespräch führen;
die Prüfungszeit beträgt sieben Stunden, innerhalb dieser Zeit soll das situative Fachgespräch höchstens 15 Minuten dauern.
(5) Für den Prüfungsbereich Fertigungs- und Waffentechnik bestehen folgende Vorgaben:
den technischen Aufbau moderner und historischer Schusswaffen darstellen und die Eigenschaften der Munition beschreiben,
waffenrechtliche Bestimmungen darstellen,
ballistische Prozesskenngrößen bewerten,
Zug-, Druck- und Scherfestigkeit sowie Fertigungs- und Arbeitszeiten berechnen,
Eigenschaften und Verwendung von Werk- und Hilfsstoffen beurteilen,
Möglichkeiten zur Behandlung und zum Schutz der Oberflächen von Waffenteilen beschreiben,
Möglichkeiten der Bearbeitung von Bauteilen auf rechnergesteuerten Werkzeugmaschinen darstellen,
fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen
dem Prüfungsbereich sind das Herstellen und das Instandhalten von Schusswaffen zugrunde zu legen;
1. Prüfungsbereich Arbeitsauftrag 25 Prozent,
2. Prüfungsbereich Herstellungs- und
Montagetechnik 20 Prozent,
3. Prüfungsbereich Instandhaltungs-
technik 25 Prozent,
4. Prüfungsbereich Fertigungs- und
Waffentechnik 20 Prozent,
im Gesamtergebnis von Teil 1 und 2 mit mindestens „ausreichend“,
(3) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung im Prüfungsbereich „Fertigungs- und Waffentechnik“ oder “Wirtschafts- und Sozialkunde“, wenn er schlechter als „ausreichend“ bewertet wurde, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.
Berufsausbildungsverhältnisse, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung bestehen, können abweichend von § 25 Absatz 4 der Handwerksordnung unter Anrechnung der bisher zurückgelegten Ausbildungszeit nach den Vorschriften dieser Verordnung fortgesetzt werden, wenn die Vertragsparteien dies vereinbaren und noch keine Zwischenprüfung abgelegt wurde.
Diese Verordnung tritt am 1. August 2010 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Büchsenmacher-Ausbildungsverordnung vom 6. April 1989 (BGBl. I S. 682) außer Kraft.
Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Büchsenmacher und zur Büchsenmacherin
(Fundstelle: BGBl. I 2010, 680 - 686)
die unter Einbeziehung selbständigen Planens,
Zeitliche Richtwerte in
1 Manuelles Spanen und Umformen
Bleche, Rohre und Profile aus Eisen-, Nichteisenmetallen, Kunststoffen nach Anriss mit der Handsäge trennen
2 Maschinelles Bearbeiten
Bauteile auf rechnergesteuerten Werkzeugmaschinen bearbeiten
3 Umgehen mit Werk- und Hilfsstoffen
Werkstoffe in Bezug auf Verwendungszweck, Wärmebehandlung, Be- und Verarbeitung unterscheiden
Hilfsstoffe, insbesondere Kühl- und Schmierstoffe, auswählen und verwenden
Schleif- und Poliermittel auswählen und verwenden
Werkstücke härten, anlassen, glühen und auf Härte prüfen
4 Instandhalten und Warten von Betriebsmitteln
5 Behandeln und Schützen der Oberfläche von Waffenteilen
Verfahren, insbesondere Ölen, Streich- und Tauchbrünieren, Galvanisieren, Nitrieren, Beschichten, Phosphatieren, auswählen
Oberflächen von Waffenteilen zur Behandlung vorbereiten
Oberflächen von Waffenteilen aus Metall mit verschiedenen Verfahren, insbesondere Streich- und Tauchbrünieren, behandeln
Oberflächen von Waffenteilen aus Holz und Kunststoff mit verschiedenen Verfahren behandeln
Bauteile und Baugruppen heften sowie Bleche und Profile aus Stahl bis zu einer Dicke von 5 mm durch Schmelzschweißen in verschiedenen Schweißpositionen fügen einschließlich
die Nahtart unter Berücksichtigung der Werkstoffe und der Werkstücke festlegen
7 Montieren von Schusswaffen
Bau- und Waffenteile montagegerecht bereitstellen sowie nach technischen Unterlagen und Kennzeichnung den Montagevorgängen zuordnen
Bau- und Waffenteile für den funktionsgerechten Einbau prüfen
Bau- und Waffenteile nach technischen Unterlagen zu Baugruppen montieren und auf Funktion prüfen
Baugruppen und Waffenteile bereitstellen und den Montagevorgängen zuordnen
Lage von Baugruppen und Waffenteilen zueinander festlegen und Verbindungen unter Beachtung teilespezifischer Montagebedingungen herstellen
zusammengehörige Werkstücke für feste und bewegliche Verbindungen nach Gegenstück, Lehre oder Zeichnungsangaben passen
Baugruppen und Waffenteile prüfen und justieren, Verbindungen kontrollieren
8 Montieren optischer Geräte auf Schusswaffen
Eignung optischer Geräte, insbesondere hinsichtlich Einsatzbereich und Anforderungen, beurteilen
Montagetypen für optische Geräte auswählen
vorgefertigte und fertige Montageteile entsprechend den Anforderungen auswählen und beschaffen
Montagen und Montageteile fertigen
optische Geräte, insbesondere mittels Aufschub-, Aufkipp-, Fest-, Sattel-, Schwenk- und Suhler-Einhakmontagen, montieren
9 Warten und Instandsetzen von Schusswaffen
Zustand von Waffenteilen und Baugruppen überprüfen und beurteilen, über Instandsetzung oder Austausch entscheiden
Schusswaffen demontieren und reinigen, Teile hinsichtlich Lage- und Funktionszuordnung kennzeichnen und systematisch ablegen
schadhafte Waffenteile und Baugruppen nacharbeiten und austauschen, Ersatzteile beschaffen und herstellen
Schusswaffen zusammenbauen und auf Funktion und Sicherheit prüfen
10 Herstellen der Gesamtfunktion von Schusswaffen und Zubehör
Betriebssicherheit von Schusswaffen, insbesondere durch Kontrolle der Sicherungselemente und Sicherungseinrichtungen, überprüfen
für die Gesamtfunktion notwendige Einzelfunktionen prüfen, Funktionsfähigkeit von Baugruppen durch Einstellen herstellen
ballistische Werte und ballistische Tabellen auswerten und für das Einschießen von Waffen nutzen
Einschießen, Funktions- und Kontrollschießen der Schusswaffen über offene Visierung und optische Zielgeräte durchführen; Ergebnisse dokumentieren
optische Geräte einstellen, Fehler erkennen und Maßnahmen zur Beseitigung einleiten
11 Ballistik und Munition
Prozesskenngrößen der Innenballistik, insbesondere Gasdruckverlauf und Wechselwirkungen der Komponenten, bewerten
Prozesskenngrößen der Außenballistik, insbesondere Flugbahnverlauf und Wechselwirkungen der physikalischen Einflüsse, bewerten
Kenngrößen der Zielballistik, insbesondere Anforderungen an Geschosse unterscheiden, Geschosskonstruktionen und Wirkungsweise, bewerten
historische Entwicklung und technischen Aufbau von Munition unterscheiden
verschiedene Geschosse und Schrotarten unterscheiden und Verwendungsmöglichkeiten zuordnen
Kunden Einsatzmöglichkeiten und Funktionsweisen von Wiederladegeräten erläutern
12 Waffenrechtliche Bestimmungen
waffenrechtliche Bestimmungen, insbesondere Waffengesetz, Beschussgesetz, Kriegswaffenkontrollgesetz, Sprengstoffgesetz und Jagdrecht, beachten
waffenrechtliche Bestimmungen, insbesondere im Hinblick auf Erwerb, Besitz, Führung, Transport, Aufbewahrung, Überlassung und Herstellung, anwenden
Kennzeichnung von Waffen und Munition prüfen und vornehmen
amtliche Prüfung von Waffen und Munition veranlassen
Gespräche mit Vorgesetzten und im Team situationsgerecht führen, Sachverhalte darstellen, deutsche und englische Fachausdrücke auch in der Kommunikation verwenden, Teil-, Gruppen- und Explosionszeichnungen lesen und nutzen
Normen, insbesondere Toleranznormen und Oberflächennormen, einhalten
technische Unterlagen, insbesondere Instandsetzungs- und Betriebsanleitungen, Kataloge, Stücklisten, Tabellen und Diagramme, lesen und nutzen
6 Auftragsbearbeitung
Art und Umfang von Aufträgen klären, spezifische Leistungen feststellen, Besonderheiten und Termine mit Kundinnen und Kunden absprechen
Kundschaft, insbesondere bei der Waffen-, Kaliber- und Geschossauswahl für verschiedene Einsatzmöglichkeiten, beraten und betreuen
technische Entwicklungen berücksichtigen, sicherheitsrelevante und waffenrechtliche Vorgaben beachten
Teilaufträge veranlassen und Fremdleistungen kontrollieren
Auftragsabwicklungen unter Berücksichtigung sicherheitstechnischer und betriebswirtschaftlicher Gesichtspunkte planen, Planungsunterlagen erstellen und Aufträge durchführen
7 Planen und Steuern von Arbeitsabläufen; Kontrollieren und Beurteilen der Arbeitsergebnisse
den Arbeitsplatz unter Berücksichtigung des Arbeitsauftrages vorbereiten
Ursachen von Fehlern und Qualitätsmängeln systematisch suchen, zu deren Beseitigung beitragen, Fehler und Maßnahmen dokumentieren
das Qualitätsmanagementsystem des Betriebes anwenden
im eigenen Arbeitsbereich zur Verbesserung von Arbeitsvorgängen beitragen; eigene Qualifizierungsmöglichkeiten nutzen
9 Prüfen und Messen
(§ 3 Absatz 2 Abschnitt B Nummer 9)
die Ebenheit und Rauhigkeit von Werkstücken prüfen
die Formgenauigkeit von Werkstücken prüfen
Längen, insbesondere mit Strichmaßstäben und Messschiebern unter Berücksichtigung von systematischen und zufälligen Messfehlern, messen
die Lage von Bauteilen und Baugruppen prüfen, Lageabweichungen messen
waffentechnische Messungen und Prüfungen, insbesondere an Läufen, Patronenlagern und Verschlüssen, durchführen und bewerten

References: § 25
 § 26
 § 25
 § 26
 § 25
 § 1
 § 25