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Timestamp: 2019-06-17 06:01:19+00:00

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BGH, 09.03.1995 - III ZR 55/94 - dejure.org
https://dejure.org/1995,433
BGH, 09.03.1995 - III ZR 55/94 (https://dejure.org/1995,433)
BGH, Entscheidung vom 09.03.1995 - III ZR 55/94 (https://dejure.org/1995,433)
BGH, Entscheidung vom 09. März 1995 - III ZR 55/94 (https://dejure.org/1995,433)
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Verbotsvorschrift des § 3 KWG
Wertung der Annahme fremder Gelder als Einlagengeschäft nach den Umständen des Einzelfalls
KWG § 3 Nr. 3
Verbotene Einlagengeschäfte; Mißbrauch des bargeldlosen Zahlungsverkehrs
BGHZ 129, 90
NJW 1995, 1494
ZIP 1995, 635
MDR 1995, 1227
VersR 1995, 846
WM 1995, 874
BB 1995, 994
Zum einen wirkt § 305 b BGB nicht nur zu Ungunsten des Verwenders (vgl. BGHZ 129, 90 = NJW 1995, 1494, 1496;… Ghassemi-Tabar in Ghassemi-Tabar/Guhling/Weitemeyer Gewerberaummiete § 305 b BGB Rn. 3 mwN).
Bei Termingeldern (Festgelder oder Kündigungsgelder), die entweder nach einer bestimmten Laufzeit oder erst nach einer Kündigung rückzahlbar sind, wird das unmittelbare Vorliegen von Darlehensverträgen ebenso angenommen, wie bei Spareinlagen (BGH, Urteil vom 09. März 1995 - III ZR 55/94 -, BGHZ 129, 90-98;… MünchKommBGB/ Westermann (1980) vor § 607 Rn. 26ff.;… Soergel/Lippisch/Häuser, BGB, 11. Aufl. (1980), vor § 607, Rn. 55;… Schwintowski, Bankrecht, 4. Aufl., § 5 Rn. 21 ff.).
Das gilt nicht nur bei der Auslegung einer Individualvereinbarung, sondern auch bei der Auslegung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (…BGH 16. Juni 2009 - XI ZR 145/08 - Rn. 16, WM 2009, 1643; 22. März 2002 - V ZR 405/00 - zu II 2 a der Gründe, NJW 2002, 2102; 9. März 1995 - III ZR 55/94 - NJW 1995, 1494, 1496).
Zweifel am Vorliegen einer Einlage bestehen bereits deshalb, weil dies die Entgegennahme von Geld zur eigenen Verwendung des Empfängers in der Absicht erfordert, mit ihm im eigenen Aktivgeschäft gewinnbringend zu arbeiten (vgl. BGH, Beschluss vom 17. April 2007 - 5 StR 446/06, NStZ 2007, 647; Beschluss vom 9. Februar 2011 - 5 StR 563/10, NStZ 2011, 410, 411; Urteil vom 9. März 1995 - III ZR 55/94, BGHZ 129, 90, 95; BVerwG, WM 1984, 1364, 1367;… Janssen in: Münch.Komm.z. StGB, 2. Aufl., § 54 KWG Rn. 53;… Schröder in: Achenbach/Ransiek/Rönnau, Handbuch Wirtschaftsstrafrecht, 4. Aufl., Teil 10, Kap. 3, Rn. 11;… Gercke in: Park, Kapitalmarktstrafrecht, 4. Aufl., § 54 KWG Rn. 18; Demgensky/Erm, WM 2001, 1445, 1451).
Der Schutzzweck dieser Norm besteht darin, einer mißbräuchlichen Ausnutzung der Möglichkeiten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und damit einer Störung der finanziellen Stabilität der Volkswirtschaft entgegenzuwirken (BGHZ 129, 90, 97).
Ob ein Verstoß gegen § 3 Nr. 3 KWG zur Anwendbarkeit des § 134 BGB führt, kann damit offen bleiben (ebenso BGHZ 129, 90, 92).
Diese Formel lehnt sich an die Begriffsbestimmung der Einlagen in § 11 der Verordnung über die Bedingungen, zu denen Kreditinstitute Kredite gewähren und Einlagen entgegennehmen dürfen (Zinsverordnung) vom 5. Februar 1965 (BGBl. I S. 33; aufgehoben durch Verordnung vom 21. März 1967, BGBl. I S. 352), an (vgl. BGH, Urteil vom 9. März 1995 - III ZR 55/94, aaO S. 93 f.; OVGE Berlin 17, 45, 48 f.;… Schäfer in Boos/Fischer/Schulte-Mattler, aaO Rn. 37;… Schwennicke in Schwennicke/Auerbach, aaO Rn. 17;… Szagunn/Haug/Ergenzinger, aaO Rn. 17;… Barleon in Assies/Beule/Heise/Strube, aaO Rn. 2).
Dementsprechend sieht der Bundesgerichtshof die Absicht der Mittelverwendung für eigene Zwecke des Annehmenden, insbesondere zur Finanzierung des eigenen Aktivgeschäfts, auf dieser Grundlage als alleiniges beziehungsweise zusätzliches Kriterium für das Vorliegen eines Einlagengeschäfts an; dem ist die Literatur weitgehend gefolgt (…vgl. Senatsurteile vom 11. Juli 2006 - VI ZR 339/04, aaO Rn. 23 und - VI ZR 340/04, aaO Rn. 21;… vom 23. November 2010 - VI ZR 244/09, aaO Rn. 15; BGH, Urteile vom 9. März 1995 - III ZR 55/94, aaO S. 95;… vom 29. März 2001 - IX ZR 445/98, aaO;… Beschlüsse vom 17. April 2007 - 5 StR 446/06, aaO;… vom 9. Februar 2011 - 5 StR 563/10, aaO;… Schäfer in Boos/Fischer/Schulte-Mattler, aaO Rn. 36, 38;… Reschke in Beck/Samm/Kokemoor, aaO Rn. 95-97 (Stand: März 2011);… Brogl in Reischauer/Kleinhans, aaO Rn. 42 (Stand: März 2010);… Schwennicke in Schwennicke/Auerbach, aaO Rn. 18;… Szagunn/Haug/Ergenzinger, aaO Rn. 18a f.;… Barleon in Assies/Beule/Heise/Strube, aaO Rn. 3, 5;… Demgensky/Erm, aaO S. 1450 f.;… Loritz, aaO S. 310;… kritisch: Bähre/Schneider, aaO;… Schürmann in Schimansky/Bunte/Lwowski, aaO Rn. 5; Wallat, NJW 1995, 3236 f.).
Der Schutzzweck dieser Norm besteht darin, einer mißbräuchlichen Ausnutzung der Möglichkeiten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und damit einer Störung der finanziellen Stabilität der Volkwirtschaft entgegenzuwirken (BGHZ 129, 90, 97).
Typisch für diese Einlagen ist es, dass die Geschäfte über Konten, wie etwa Kontokorrentkonten, Sparkonten, Festgeldkonten oder Kündigungsgeldkonten abgewickelt und angemessen verzinst werden (vgl. BGHZ 129, 90, 94 f., m.w.N.).
Diese übereinstimmende Vorstellung ginge wie eine Individualvereinbarung dem Ergebnis auch einer abweichenden objektiven Auslegung vor (§ 305b BGB), und zwar auch zugunsten des Verwenders (BGH 9. März 1995 - III ZR 55/94 - NJW 1995, 1494, 1496).
Nach der Verkehrsauffassung sind Indizien für eine Einlage die Entgegennahme von Geldern von einer Vielzahl von Geldgebern aufgrund typisierter Verträge als Darlehen oder in ähnlicher Weise, das Fehlen einer banküblichen Besicherung und die Absicht der Mittelverwendung für eigene Zwecke (BGHZ 125, 366, 380; 129, 90, 92 ff. m.w.N.;… Fülbier, in: Boos/Fischer/Schulte-Mattler, KWG 2000 § 1 Rn. 36;… Szagunn/Haug/Ergenzinger, KWG 6. Aufl. § 1 Rn. 18).
Allerdings reichen die genannten Indizien möglicherweise noch nicht aus, um das Einlagengeschäft als Bankgeschäft von der sonstigen, nicht verbotenen Annahme fremder Gelder zu unterscheiden (BGHZ 129, 90, 94; BVerwG WM 1984, 1364, 1367).
Die Frage, ob ein Unternehmen fremde Gelder als Einlagen annimmt und dadurch Bankgeschäfte betreibt, ist aufgrund einer Wertung aller Umstände des einzelnen Falles unter Berücksichtigung der bankwirtschaftlichen Verkehrsauffassung zu entscheiden (BGHZ 125, 366, 380 f.; 129, 90, 94;… BVerwG aaO).
Ein Einlagengeschäft als Bankgeschäft scheidet danach aus, wenn die fremden Gelder nicht in der Absicht entgegengenommen werden, sie für die eigenen Zwecke zu nutzen, vielmehr das Kapital im Interesse des Anlegers möglichst ertragreich woanders angelegt werden (BGHZ 129, 90, 95 f.) oder der Vermögensbildung der Betriebsangehörigen und deren Beteiligung am Unternehmenserfolg dienen soll (…BVerwG aaO).
Ein gleiches gilt, wenn es sich um ein erkennbar risikobehaftetes Spekulationsgeschäft handelt (BGHZ 129, 90, 96 f.;… BGH, Urt. v. 24. August 1999 - 1 StR 385/99, NStZ 2000, 37, 38).
OLG Brandenburg, 09.10.2012 - 11 U 144/11
Entkräftung der Richtigkeits- und Vollständigkeitsvermutung der Vertragsurkunde …

References: § 3
 § 3
 § 305
 § 305
 § 607
 § 607
 § 5
 § 54
 § 54
 § 3
 § 134
 § 11
 § 1
 § 1