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Timestamp: 2019-11-13 15:12:23+00:00

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BGH, 31.05.2011 - II ZR 109/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,663
BGH, 31.05.2011 - II ZR 109/10 (https://dejure.org/2011,663)
BGH, Entscheidung vom 31.05.2011 - II ZR 109/10 (https://dejure.org/2011,663)
BGH, Entscheidung vom 31. Mai 2011 - II ZR 109/10 (https://dejure.org/2011,663)
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GmbHG § 47 Abs. 4 Satz 2
§ 47 Abs 4 S 2 Alt 1 GmbHG
GmbH: Stimmrecht des herrschenden Gesellschafters bei Beschlussfassung über die Kündigung eines Beherrrschungs- und Gewinnabführungsvertrages durch die beherrschte Gesellschaft
GmbHG § 47 Abs. 4 S. 2 Fall 1
Stimmberechtigung der herrschenden Gesellschaft bei Beschlussfassung über ordentliche Kündigung eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags durch beherrschte Gesellschaft
Bei der Beschlussfassung über die ordentliche Kündigung eines Gewinnabführungsvertrags durch eine beherrschte Gesellschaft ist der herrschende Gesellschafter stimmberechtigt; Stimmberechtigung des herrschenden Gesellschafters bei der Beschlussfassung über die ordentliche ...
Stimmrecht des herrschenden Gesellschafters bei Beschluss über ordentliche Kündigung des Unternehmensvertrags durch beherrschte Gesellschaft
Stimmberechtigung des herrschenden Gesellschafters bei der Beschlussfassung über die ordentliche Kündigung eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags durch die beherrschte Gesellschaft
Zur Stimmberechtigung bei Kündigung eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags
GmbHG § 37 Abs. 1; GmbHG § 47 Abs. 4 S. 2 Var. 1
Stimmrecht bei Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag
Herrschender Gesellschafter bei Beschluss über ordentliche Kündigung eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags stimmberechtigt
IDW: Beendigung von Unternehmensverträgen bei einer GmbH
Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge im GmbH-Konzern
Kein Stimmverbot des herrschenden Gesellschafters bei Beschlussfassung über die Beendigung eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags
Aufhebung und ordentliche Kündigung eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages ist ein innergesellschaftlicher Organisationsakt
GmbHG §§ 47, 53, 54; AktG § 297
Kein Stimmverbot bei Beschluss über die Kündigung eines Unternehmensvertrages
Kündigung des Beherrschungsvertrages im GmbH-Konzern, Stimmrecht des Mehrheitsgesellschafters.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 31.05.2011; Az.: II ZR 109/10 (Zur Stimmberechtigung bei Kündigung eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags)" von RA Dr. Thomas Derlin, LL.M., original erschienen in: BB 2011, 2067 - 2068.
Kurznachricht zu "Stimmverbot des herrschenden GmbH-Gesellschafters bei Kündigung eines Unternehmensvertrags" von Wiss. Mit. Lukas Beck, original erschienen in: GmbHR 2012, 777 - 785.
Kurznachricht zu "Abschluss und Beendigung von Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen im GmbH-Konzern - Zugleich Besprechung des BGH-Urteils vom 31. 5. 2011 - II ZR 109/10, DB 2011 S. 1682 -" von RA Dr. Alexander Veith und RA Simon Schmid, original erschienen in: DB 2012, 728 - 733.
Kurznachricht zu "Mitwirkung der Gesellschafterversammlung der beherrschten GmbH bei der Beendigung von Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen" von RA/Notar Dr. Karsten Müller-Eising und RAin Daniela Schmitt, LL.M., original erschienen in: NZG 2011, 1100 - 1102.
Kurznachricht zu "Die Kündigung von Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen im GmbH-Konzern" von RA Dr. Marc Peters, LL.M.oec. und RA Andreas Hecker, LL.M.oec., original erschienen in: DStR 2012, 86 - 89.
LG Chemnitz, 10.10.2008 - 2 HKO 2438/07
OLG Dresden, 08.04.2009 - 12 U 1719/08
BGHZ 190, 45
NJW-RR 2011, 1117
ZIP 2011, 1465
MDR 2011, 990
NJ 2011, 470
WM 2011, 1416
BB 2011, 2066
DB 2011, 1682
NZG 2011, 902
a) Bei der Beschlussfassung über die gewöhnliche Abberufung eines Gesellschafter-Geschäftsführers einer GmbH unterliegt dieser ebenso wenig einem Stimmverbot (BGH, Urteil vom 21. April 1969 - II ZR 200/67, WM 1969, 808, 809; Urteil vom 27. Oktober 1986 - II ZR 240/85, ZIP 1987, 293, 295) wie bei der Beschlussfassung über die ordentliche Kündigung seines Anstellungsvertrags (vgl. BGH, Urteil vom 31. Mai 2011 - II ZR 109/10, BGHZ 190, 45 Rn. 14 f.).
In der nicht mitbestimmten Gesellschaft obliegt ihnen die Bestellung und die (jederzeitige) Abberufung sowie die Anstellung und Kündigung der Geschäftsführer (§ 46 Nr. 5 und 8 GmbHG; BGH, Beschluss vom 6. März 1997 - II ZB 4/96, BGHZ 135, 48, 53; vgl. ferner BGH, Urteil vom 31. Mai 2011 - II ZR 109/10, BGHZ 190, 45 Rn. 20).
aa) Nach der Rechtsprechung des Senats sind allerdings auf Unternehmensverträge im Sinne des § 291 Abs. 1 AktG, die zwischen zwei Gesellschaften mit beschränkter Haftung abgeschlossen werden, die bei einer Änderung des Gesellschaftsvertrags geltenden Formvorschriften (§§ 53, 54 GmbHG) entsprechend anzuwenden, weil der durch einen Unternehmensvertrag bewirkte Eingriff in den Gesellschaftszweck, die Zuständigkeitskompetenz der Gesellschafter und ihr Gewinnbezugsrecht satzungsgleich die rechtliche Grundstruktur der sich der Beherrschung unterstellenden GmbH ändert und ihm auch eine einer Satzungsänderung entsprechende Bedeutung zukommt (BGH, Beschluss vom 24. Oktober 1988 - II ZB 7/88, BGHZ 105, 324, 338; Beschluss vom 30. Januar 1992 - II ZB 15/91, ZIP 1992, 395, 397; vgl. auch Urteil vom 31. Mai 2011 - II ZR 109/10, BGHZ 190, 45 Rn. 19).
(1) Der Senat hält an seiner Rechtsprechung fest, dass die Wirksamkeitsvoraussetzungen für Unternehmensverträge mit einer GmbH als abführungspflichtiger Gesellschaft primär aus einer entsprechenden Anwendung der Vorschriften über Satzungsänderungen im Recht der GmbH abzuleiten sind und die Vorschriften der §§ 291 ff. AktG im Einzelfall entsprechende Anwendung finden, wenn der Schutzzweck der Vorschrift bei einer abhängigen GmbH gleichermaßen zutrifft und sie nicht auf Unterschieden der Binnenverfassung zwischen der Aktiengesellschaft und der GmbH beruhen (BGH, Beschluss vom 24. Oktober 1988 - II ZB 7/88, BGHZ 105, 324, 338; Beschluss vom 30. Januar 1992 - II ZB 15/91, ZIP 1992, 395, 397; Urteil vom 5. November 2001 - II ZR 119/00, ZIP 2002, 35, 36;… Urteil vom 16. Juni 2015 - II ZR 384/13, BGHZ 206, 74 Rn. 14; vgl. auch Urteil vom 31. Mai 2011 - II ZR 109/10, BGHZ 190, 45 Rn. 20).
Ein zur außerordentlichen Kündigung berechtigender wichtiger Grund liegt vor, wenn dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Unternehmensvertrags bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann (BGH…, Urteil vom 16. Juni 2015 - II ZR 382/13, BGHZ 206, 74 Rn. 19; Urteil vom 31. Mai 2011 - II ZR 109/10, BGHZ 190, 45 Rn. 10).
Dies gilt vor allem dann, wenn einem fakultativen Aufsichtsrat wie vorliegend die Bestellung und Abberufung der Geschäftsführer übertragen wird, weil in der nicht mitbestimmten Gesellschaft die Bestellung und die Abberufung sowie die Anstellung und Kündigung der Geschäftsführer zu den wesentlichen Aufgaben der Gesellschafter gehören (§ 46 Nr. 5 GmbHG; BGH, Beschluss vom 6. März 1997 - II ZB 4/96, BGHZ 135, 48, 53;… Urteil vom 8. Januar 2019 - II ZR 364/18, ZIP 2019, 701 Rn. 33, z.V.b. in BGHZ; vgl. ferner BGH, Urteil vom 31. Mai 2011 - II ZR 109/10, BGHZ 190, 45 Rn. 20).
Er ist auch Träger des Stimmrechts; lediglich die Ausübung des Stimmrechts kann Sache des Amtswalters sein (vgl. BGH…, Urteil vom 13. Mai 2014 - II ZR 250/12, BGHZ 201, 216 Rn. 22; zum Insolvenzverwalter Urteil vom 31. Mai 2011 - II ZR 109/10, BGHZ 190, 45 Rn. 7;… K. Schmidt/Scholz, GmbHG, 11. Aufl., § 47 Rn. 16).
B: Eine Anfechtungsklage ist begründet, wenn der gefasste Beschluss gesetzes- oder satzungswidrig ist; der an seiner Stelle festzustellende Beschluss muss aber seinerseits gesetzes- und satzungskonform sein (…BGH, Urt. v. 13. März 1980 - BGHZ 76, 191 ff. = WM 1980, 459;… Urt. v. 20. Januar 1986 - BGHZ 97, 28 ff. = WM 1986, 456; Urt. v. 31. Mai 2011 - II ZR 109/10 - WM 2011, 1416 ff.).
Dazu gehören auch einseitige oder rechtsgeschäftsähnliche Handlungen und damit eine ihm gegenüber zu erklärende Kündigung eines Vertragsverhältnisses (zuletzt BGH, Urt. v. 31. Mai 2011 - II ZR 109/10, WM 2011, 1416 ff.).
Von dem Stimmverbot ausgenommen sind zwar sogenannte körperschaftliche Sozialakte, bei denen der Gesellschafter sein Mitgliedschaftsrecht ausübt, wie Organbestellungsakte einschließlich der dazugehörigen Regelungen der Bezüge und Anstellungsbedingungen (st Rspr BGHZ 18, 205 ff.; 51, 209 ff.;… Urt. v. 11. Dezember 2006 - WM 2007, 257 und Urt. v. 31. Mai 2011, WM 2011, 1416 ff.).
Es fehlt bei der gebotenen restriktiven Auslegung (vgl. etwa BGH, Urt. v. 31. Mai 2011, WM 2011, 1416 ff.) auch an dem für die entsprechende Anwendung des § 47 Abs. 4 Satz 2 Fall 1 GmbHG notwendigen Erfordernis des "Richtens in eigener Sache".
So hat der Bundesgerichtshof schon im Jahre 1955 entschieden, dass der Geschäftsführer einer GmbH nicht gehindert ist, für sich und seine Ehefrau das Stimmrecht auszuüben, wenn über eine beiden zu gewährende Pension entschieden wird (BGHZ 18, 205 ff.) und vertritt bis heute (zuletzt Urt. v. 31. Mai 2011 - II ZR 109/10, WM 2011, 1416 ff.) eine restriktive Haltung, der sich der Senat nach eigener Prüfung anschließt.
Der Insolvenzverwalter hat als Teil seines Verwaltungsrechts das Recht zur Ausübung des Stimmrechts in der Gesellschafterversammlung und zur Beschlussanfechtung, jedenfalls soweit der Beschlussgegenstand, wie dies regelmäßig der Fall ist, die Vermögenssphäre betrifft (vgl. BGH, Urteil vom 31. Mai 2011 - II ZR 109/10, BGHZ 190, 45 Rn. 7; OLG Düsseldorf, GmbHR 1996, 443, 444; OLG München, ZIP 2010, 1756;… Bergmann, Festschrift Kirchhof, 2003, S. 15, 20 ff.;… Scholz/K. Schmidt, GmbHG, 11. Aufl., § 45 GmbHG Rn. 128 mwN).
Ausnahmen gelten dann, wenn sich aus der analogen Anwendung des Aktienrechts für die GmbH nicht typische Rechtszustände ergeben würden (vgl. BGH NJW-RR 2011, 1117).
Die Aufhebung eines Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrags bedarf eines Beschlusses der Gesellschafter in jeder abhängigen GmbH (vgl. BGH, Urteil vom 31. Mai 2011 - II ZR 109/10, BGHZ 190, 45 Rn. 17 ff.).
OLG München, 18.07.2018 - 7 U 4225/17
Nichtigkeit eines Beschlusses der Gesellschafterversammlung
Eine solche Ausnahme wäre nach der Rechtsprechung des BGH nur bei Vorliegen eines sogenannten körperschaftlichen Sozialaktes, bei denen der Gesellschafter in erster Linie sein Mitgliedsrecht ausübt, gegeben (vgl. BGH, Urteil vom 31.05.2011, Az. II ZR 109/10, Rdnr. 15 f., Klimke in BeckOK HGB, 20. Edition, Stand 15.04.2018, Rdnr. 14 zu § 119 HGB: "organisationsrechtliche Entscheidungen" und Roth in Baumbach/Hopt, HGB, 38. Auflage, München 2018, Rdnr. 8 zu § 119 HGB: Beschlüsse über die innere Ordnung der Gesellschaft", Schäfer in Staub, HGB, 5. Auflage, Berlin 2009, Rdnr. 64 zu § 119 HGB: "Grundlagenbeschlüsse").
OLG München, 16.03.2012 - 31 Wx 70/12
Löschung einer GmbH im Handelsregister: Eintragungsfähiger Beendigungszeitpunkt …
BGH, 05.02.2013 - II ZR 318/12
Unterbrechung eines Rechtsstreits bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das …
AG Hamburg, 04.02.2013 - HRB 38053
Beurkundung eines Gesellschafterbeschlusses zur Aufhebung des …

References: § 47

§ 47
 § 47
 § 37
 § 47
 § 297
 BGH 
 § 291
 § 47
 § 47
 § 45
 BGH 
 BGH 
 § 119
 § 119
 § 119