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Timestamp: 2020-05-25 21:58:17+00:00

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BGH, 07.11.1985 - IX ZR 40/85 - dejure.org
https://dejure.org/1985,210
BGH, 07.11.1985 - IX ZR 40/85 (https://dejure.org/1985,210)
BGH, Entscheidung vom 07.11.1985 - IX ZR 40/85 (https://dejure.org/1985,210)
BGH, Entscheidung vom 07. November 1985 - IX ZR 40/85 (https://dejure.org/1985,210)
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Fernsehfachgeschäft
§ 765 BGB, Bestimmtheitsgrundsatz, geschiedene Ehefrau, § 138 Abs. 1 BGB
Schriftformerfordernis einer Ehegattenbürgschaft - Anforderungen an die Bestimmtheit der Bezeichnung der Hauptschuld - Verbürgung für künftige, der Höhe nach nicht feststehende Forderungen - Ermittlung des Inhalts der Bürgschaftserklärung durch das Gericht - ...
Wahrung der Schriftform einer Bürgschaft auch ohne Festlegung eines Höchstbetrages oder ohne ausdrücklichen Hinweis auf unbegrenzte Höhe
Zur Zulässigkeit einer Bürgschaft für alle bestehenden und künftigen Forderungen aus einer Geschäftsverbindung
AGBG § 6 Abs. 3; BGB § 766
NJW 1986, 928
NJW-RR 1986, 470 (Ls.)
ZIP 1986, 85
WM 1985, 95
WM 1986, 95
BB 1986, 349
JR 1986, 279
JR 1986, 282
Die Formbedürftigkeit der Bürgschaftserklärung hat ihren gesetzgeberischen Grund im Schutzbedürfnis des Bürgen, der zu größerer Vorsicht angehalten und vor nicht ausreichend überlegten Erklärungen gesichert werden soll (vgl. Mugdan, Die gesammten Materialien zum Bürgerlichen Gesetzbuch Bd. II S. 1295; BGHZ 24, 297, 301;… BGH, Urt. v. 12. Januar 1984 - IX ZR 83/82, WM 1984, 199; v. 7. November 1985 - IX ZR 40/85, WM 1986, 95, 96; v. 2. Februar 1989 - IX ZR 99/88, WM 1989, 559, 560).
aa) Der Begriff des Interesses im Sinne von § 12 BGB ist weit gefasst und umfasst außerhalb des Geschäftsverkehrs nicht nur ein vermögensrechtliches oder geschäftliches, sondern jedes Interesse des Namensträgers, auch ein rein persönliches oder ideelles und sogar ein bloßes Affektionsinteresse (vgl. BGH, Urteil vom 15. Januar 1953 - IV ZR 76/52, BGHZ 8, 318, 322 f.; Urteil vom 4. Februar 1958 - I ZR 23/57, GRUR 1958, 302, 303 - Lego; Urteil vom 15. November 1984 - IVb ZR 46/83, WM 1985, 95;… MünchKomm.BGB/Bayreuther aaO § 12 Rn. 216).
Im Bereich des bürgerlichen Namens reicht bereits das Interesse des Namensträgers, nicht mit anderen Personen verwechselt oder in Beziehung gebracht zu werden (vgl. BGH, WM 1985, 95, 96).
Damit hat es zu Unrecht außer Acht gelassen, dass ein solches Interesse nur dann als berechtigt anerkannt werden kann, wenn es schutzwürdig ist, und die Frage der Schutzwürdigkeit nur dann richtig beurteilt werden kann, wenn auch entgegengesetzte Belange berücksichtigt werden und beim Widerstreit verschiedener Interessen abgewogen wird, welches Interesse größere Beachtung verdient und daher vorgehen muss (vgl. BGH, GRUR 1958, 302, 303 - Lego; BGH, WM 1985, 95).
Die höchstrichterliche Rechtsprechung hat es bisher zugelassen, daß diese Befugnis auch durch Allgemeine Geschäftsbedingungen ausgeschlossen wird (BGHZ 95, 350, 359 ff; BGH, Urt. v. 7. November 1985 - IX ZR 40/85, WM 1986, 95, 97;… einschränkend Urt. v. 24. November 1980 - VIII ZR 317/79, NJW 1981, 761, 762).
Das galt insbesondere für Kontokorrentkreditbürgschaften (…vgl. BGH, Urt. v. 6. Dezember 1984 - IX ZR 115/83, WM 1985, 155, 156 f; v. 7. November 1985 - IX ZR 40/85, WM 1986, 95, 96 f; v. 4. Juni 1987 - IX ZR 31/86, WM 1987, 924, 925; v. 22. September 1987 - IX ZR 220/86, WM 1987, 1430, 1431; v. 16. Januar 1992 - IX ZR 113/91, WM 1992, 391, 392; v. 17. März 1994 - IX ZR 102/93, WM 1994, 784 [BGH 17.03.1994 - IX ZR 102/93]).
Allerdings hat der erkennende Senat in früheren Entscheidungen die Auffassung vertreten, der Bürge, der eine Bürgschaft für einen betragsmäßig begrenzten Kontokorrentkredit übernommen habe, müsse mit der Ausweitung des Kredits rechnen (Urt. v. 7. November 1985 - IX ZR 40/85, WM 1986, 95, 97), der Bürge hafte insbesondere für im Rahmen des Üblichen liegende Überschreitungen des Kreditlimits (…Urt. v. 22. September 1987 - IX ZR 220/86, WM 1987, 1430, 1431).
Allerdings hat der Senat das früher verneint, weil § 8 AGBG entgegenstehe (…Urt. v. 6. Dezember 1984 - IX ZR 115/83, WM 1985, 155, 156; v. 7. November 1985 - IX ZR 40/85, WM 1986, 95, 96; v. 4. Juni 1987 - IX ZR 31/86, WM 1987, 924).
Dies gilt insbesondere auch für die Klausel, daß die Bürgschaften sämtliche der Klägerin gegen die Eheleute G. aus der Geschäftsverbindung mit diesen zustehende Ansprüche sichern sollten (vgl. BGH Urt. vom 7. November 1985 - IX ZR 40/85, ZIP 1986, 85, 86 f.).
aa) Der Begriff des Interesses im Sinne von § 12 BGB ist weit gefasst und umfasst außerhalb des Geschäftsverkehrs nicht nur ein vermögensrechtliches oder geschäftliches, sondern jedes Interesse des Namensträgers, auch ein rein persönliches oder ideelles und sogar ein bloßes Affektionsinteresse (vgl. BGHZ 8, 318, 322 f.; BGH, Urteil vom 15. November 1984 - IVb ZR 46/83, WM 1985, 95;… BGH, GRUR 2012, 534 Rn. 43 - Landgut Borsig).
Der Verzicht auf die Rechte aus §§ 770 und 776 BGB mag - entgegen anderslautender früherer Rechtsprechung (BGHZ 78, 137, 141 ff; 95, 357 ff; Senatsurt. v. 7. November 1985 - IX ZR 40/85, WM 1986, 95, 97; v. 13. Dezember 1990 - IX ZR 79/90, WM 1991, 558, 559) - nicht unbedenklich sein.
Es kann dahingestellt bleiben, in welchem Umfang diese Klausel mit § 9 AGBG zu vereinbaren ist (vgl. dazu BGHZ 78, 137; 95, 350; BGH, Urt. v. 7. November 1985 - IX ZR 40/85, ZIP 1986, 85; v. 5. Juli 1990 - IX ZR 294/89, ZIP 1990, 1186; v. 20. Dezember 1990 - IX ZR 268/89, ZIP 1991, 647; v. 28. Mai 1991 - XI ZR 214/90, ZIP 1991, 867; v. 18. September 1997 - IX ZR 283/96, WM 1997, 2117, 2118, z.V.b. in BGHZ), insbesondere ob die bisherige Rechtsprechung, soweit sie dem Gläubiger günstig ist, uneingeschränkt aufrechterhalten werden kann; denn die Unwirksamkeit der Klausel hätte lediglich zur Folge, daß der Bürge die Einwendungen nach den genannten Vorschriften der Klage entgegenhalten kann (§ 6 Abs. 2 AGBG).
Zwar hat die Rechtsprechung eine solche Klausel bisher nach dem AGB-Gesetz nicht beanstandet (vgl. BGHZ 78, 137; 95, 350; BGH, Urt. v. 7. November 1985 - IX ZR 40/85 -, ZIP 1986, 85, 88).
Zu einer Änderung dieser Rechtsprechung gibt auch das Urteil des IX. Zivilsenats vom 7. November 1985 (IX ZR 40/85 = WM 1986, 95), auf das die Beklagte sich beruft, keinen Anlaß: In jenem Urteil ist eine Bürgschaftserklärung trotz einer Vielzahl von AGB-Bestimmungen, die den Bürgen unbillig belasteten, gemäß § 6 Abs. 1 AGBG für wirksam erklärt worden, weil eine Abwicklung des Bürgschaftsvertrags allein nach den gesetzlichen Normen, ohne die auszuscheidenden AGB-Klauseln, für den Bürgen zumutbar erschien.
BGH, 14.07.1988 - IX ZR 115/87
Haftung des Bürgen für erst nach der Kündigung der Geschäftsverbindung des …
OLG Celle, 09.01.2008 - 3 U 192/07
Bürgschaft; Verjährung: Haftung des Bürgen für die Kosten eines …
BGH, 22.09.1987 - IX ZR 220/86
BGH, 13.12.1990 - IX ZR 79/90
OLG Hamburg, 16.06.1995 - 11 U 76/94

References: § 765
 § 138
 § 6
 § 766
 § 12
 § 12
 § 8
 BGH 
 § 12
 § 9
 § 6