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Timestamp: 2017-06-28 19:24:17+00:00

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FIT KID: Inhalte des IfSG
Position: Startseite Wissenswertes Rund um die Gesetze Infektionsschutzgesetz Inhalte des IfSG Inhalte des IfSGDie Anforderungen im Infektionsschutzgesetz beziehen sich auf bestimmte Lebensmittel, Krankheiten und Tätigkeiten. Nähere Informationen finden Sie im Folgenden:Krankheitserreger und BeschäftigungsverboteLebensmittelgruppenMeldepflichtige ErkrankungenKrankheitsanzeichenSchutz vor KrankheitserregernKrankheitserreger und Beschäftigungsverbote
Die Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote tragen wesentlich zur Vermeidung der Weiterverbreitung von Krankheitserregern bei und sind im § 42 (1) des IfSG mit nachfolgendem Wortlaut festgelegt:"Personen, diean Typhus abdominalis, Paratyphus, Cholera, Shigellenruhr, Salmonellose, einer anderen infektiösen Gastroenteritis oder Virushepatitis A oder E erkrankt oder dessen verdächtig sind,an infizierten Wunden oder an Hautkrankheiten erkrankt sind, bei denen die Möglichkeit besteht, dass deren Krankheitserreger über Lebensmittel übertragen werden können,die Krankheitserreger Shigellen, Salmonellen, enterohämorrhagische Escherichia coli oder Choleravibrionen ausscheiden,dürfen nicht tätig sein oder beschäftigt werdenbeim Herstellen, Behandeln oder Inverkehrbringen der in § 42 (2) genannten Lebensmittel, wenn sie dabei mit diesen in Berührung kommen, oderin Küchen von Gaststätten und sonstigen Einrichtungen mit oder zu Gemeinschaftsverpflegung."Diese Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote gelten entsprechend für Personen, die mit Bedarfsgegenständen, die für die dort genannten Tätigkeiten verwendet werden, so in Berührung kommen, dass eine Übertragung von Krankheitserregern auf die Lebensmittel im Sinne des § 42 (2) zu befürchten ist. Hiermit werden beispielsweise Beschäftigte im Spülbereich angesprochen, die mit dem Geschirr "in Berührung kommen". Diese Vorschriften gelten nicht für den privaten hauswirtschaftlichen Bereich.Nach obenLebensmittelgruppen
Die Anforderungen im Infektionsschutzgesetz beziehen sich auf bestimmte Lebensmittel, Krankheiten und Tätigkeiten.Die im § 42 (2) des IfSG genannten Lebensmittelgruppen werden hier aufgeführt:Fleisch, Geflügelfleisch und Erzeugnisse darausMilch und Erzeugnisse auf MilchbasisFische, Krebse oder Weichtiere und Erzeugnisse darausEiprodukteSäuglings- und KleinkindernahrungSpeiseeis und SpeiseeishalberzeugnisseBackwaren mit nicht durchgebackener oder durcherhitzter Füllung oder AuflageFeinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalate, Marinaden, Mayonnaisen, andere emulgierte Soßen, Nahrungshefen.Sprossen und Keimlinge zum Rohverzehr sowie Samen zur Herstellung von Sprossen und Keimlingen zum Rohverzehr.Diese Lebensmittelgruppen sind leicht verderblich und besitzen einen Eiweiß-, Wasser- oder Kohlenhydratgehalt, der die Keimvermehrung begünstigt. Die aufgelisteten Lebensmittel bilden selbst einen guten Nährboden für Krankheitserreger und vergrößern dadurch das Gefährdungspotenzial. Darüber hinaus sind solche Krankheitserreger von Bedeutung, bei denen bereits eine geringe Dosis ausreicht, um beim Menschen eine Krankheit zu verursachen. Die Stämme der Gattungen Campylobacter und Salmonellen sind in Deutschland heute die häufigsten Ursachen lebensmittelbedingter Erkrankungen. Nach obenMeldepflichtige Erkrankungen
Wer an nachfolgenden Erkrankungen leidet oder entsprechende Symptome aufweist, darf nach dem IfSG nicht mit Lebensmitteln in Berührung kommen. In nachfolgenden Fällen gilt das Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot:Akute infektiöse Gastroenteritis (Magen-Darm-Erkrankung, plötzlich auftretender, ansteckender Durchfall) ausgelöst durch Salmonellen, Shigellen, Cholerabakterien, Staphylokokken, Campylobacter, Rotaviren oder andere Durchfallerreger.Typhus oder ParatyphusVirushepatitis A oder E (Leberentzündung)Infizierte Wunden oder eine Hautkrankheit, bei denen die Möglichkeit besteht, dass deren Krankheitserreger über Lebensmittel auf andere Menschen übertragen werden können. Wenn die Untersuchung einer Stuhlprobe bei einer Mitarbeiterin bzw. bei einem Mitarbeiter den Nachweis erbringt, dass eine der nachfolgenden KrankheitserregerSalmonellenShigellenEHECCholeravibrionenausgeschieden wird, ohne dass die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter sich krank fühlen muss, besteht ebenfalls ein Tätigkeitsverbot im Lebensmittelbereich.
Bei der Erkrankung spielt der körperliche Zustand eine erhebliche Rolle. Personen der sogenannten Risikogruppe (Kleinkinder, Schwangere, Immungeschwächte und ältere Menschen) erkranken leichter und schwerer. Deshalb sind Kitas verpflichtet, besonders sensibel auf meldepflichtige Erkrankungen und deren Anzeichen zu reagieren.Nach obenKrankheitsanzeichen
Die nachfolgenden Anzeichen können ein Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot begründen:Durchfall mit mehr als zwei dünnflüssigen Stühlen pro Tag, gegebenenfalls mit Übelkeit, Erbrechen und Fieber können auf eine Gastroenterititis (Magen- Darm-Erkrankung) hinweisen.Hohes Fieber mit schweren Kopf-, Bauch- oder Gelenkschmerzen und Verstopfung (erst nach Tagen folgt schwerer Durchfall) sind Zeichen für Typhus und Paratyphus.Typisch für Cholera sind milchigweiße Durchfälle mit hohem Flüssigkeitsverlust.Gelbfärbung der Haut und der Augäpfel mit Schwäche und Appetitlosigkeit weisen auf eine Hepatitis A oder E hin.Wunden oder offene Stellen von Hauterkrankungen können infiziert sein, wenn sie gerötet, schmierig belegt, nässend oder geschwollen sind. Hier ist eine hygienisch sichere Versorgung erforderlich.Bei Auftreten der genannten Krankheitszeichen, hat die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter unbedingt den Rat einer Ärztin bzw. eines Arztes in Anspruch zu nehmen! Die betroffene Person hat den Arzt über die Tätigkeit in der Kita zu informieren. Außerdem ist die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber über die Erkrankung zu benachrichtigen.Nach obenEntzündete Hautverletzungen oder sonstige Hauterkrankungen
Die menschliche Haut ist ein idealer Lebensraum für Mikroorganismen. Besonders in Hautverletzungen und Wunden sind viele Krankheitserreger. Deshalb sind Hautverletzungen immer so abzudecken, dass aus ihnen keine Krankheitserreger in die Lebensmittel gelangen können. Zudem ist die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter selbst vor Keimen z. B. aus einem tierischen Lebensmittel zu schützen. Denn die vom Lebensmittel in die Wunde des Mitarbeiters eingetragenen Krankheitserreger können zu einer verstärkten Entzündung führen und den Heilungsprozess so u. U. verschlechtern.Im § 42 (4) steht, dass das Gesundheitsamt Ausnahmen von den Tätigkeits- und Beschäftigungsverboten zulassen kann. Voraussetzung dafür sind zuverlässige Maßnahmen, die eine Übertragung der aufgeführten Erkrankungen und Krankheitserreger verhindern. Dies kann z. B. bedeuten, dass vorübergehend andere Tätigkeiten in der Kita außerhalb der Küche übernommen werden. Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich, Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt aufzunehmen und dort erteilte Empfehlungen zu berücksichtigen. Entscheidend für ein Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot ist das „in Berührung kommen" mit den im § 42 (2) genannten Lebensmitteln (Fleisch, Fisch etc.) oder einem Bedarfsgegenstand wie z. B. Geschirr.Schutz vor Krankheitserregern
Hinweis:Eine Untersuchung der Stuhlprobe ist nicht verpflichtend. Dennoch lassen einige Betriebe freiwillig, z. B. nach der Urlaubszeit, eine Stuhlprobe von der Mitarbeiterin bzw. von dem Mitarbeiter untersuchen. Nur durch eine Untersuchung können Ausscheider von Krankheitserregern festgestellt werden.Die Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote gelten auch in den Fällen, in denen Personen nach Abklingen der Beschwerden weiter Krankheitserreger ausscheiden.Im § 56 des IfSG sind Ausführungen zum Thema Entschädigung nachzulesen. Nach oben

References: § 42
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 § 56