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Timestamp: 2019-02-22 12:36:29+00:00

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Tipp 01.0 >> Altersvorsorgebeiträge / Riester-Sparen - Helfer in Steuersachen
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⇒ Altersvorsorgebeiträge / Riester
Riester-Sparzulage
Für Ihre Beiträge zu einem Riester-Rentenvertrag können Sie eine Altersvorsorgezulage bei Ihrem Anbieter (Versicherungsgesellschaft) beantragen (§§ 79-99 EStG). Sie müssen also die Versicherungsgesellschaft bevollmächtigen, für Sie einen Antrag auf eine Altersvorsorgezulage (Grundzulage und ggf. Kinderzulage) beim Finanzamt zu stellen.
Darüber hinaus können Sie mit der Anlage AV einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug geltend machen (§ 10a EStG). Den Sonderausgabenabzug beantragen Sie mit der Anlage AV.
Zusätzlich müssen Sie der Versicherungsgesellschaft (Anbieter) erlauben, die Daten elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Dadurch ist das Finanzamt in der Lage zu prüfen, ob ein Sonderausgabenabzug für Sie zu einem günstigeren Ergebnis führt als die Zulage allein. Wenn nicht, verbleibt es bei der Zulage.
Andernfalls wird eine zusätzliche Steuerminderung durch den Sonderausgabenabzug berücksichtigt und im Steuer­bescheid gesondert ausgewiesen.
Dies bedeutet: Beiträge in einen Riester-Vertrag werden im Rahmen eines Kombi-Systems gefördert. Die Sparer erhalten für Altersvorsorgebeiträge eine Sparzulage (§§ 79 ff EStG) und bei höherem Einkommen eine zusätzliche Steuerermäßigung durch Abzug der Beiträge als Sonderausgaben (§ 10a EStG).
Sparer mit geringem Einkommen und mehreren Kindern profitieren von den Zulagen besonders. Bei höherem Einkommen lohnt sich Riester vor allem wegen der Steuerersparnis.
Sie können Ihre Zulagen maximal auf zwei Riester-Verträge verteilen. Dies macht Sinn, wenn Sie einen Teil des Kapitals in ein Fondssparplan stecken und so die Chancen des Aktienmarktes nutzen. Und den anderen Teil in einen Bausparvertrag, mit dem Sie z. B. ein Baudarlehen tilgen.
Für den Abzug als Sonderausgaben können Sie mehr als zwei Verträge abschließen.
⇒ Riester für Familien und Minijobber ein Muss
Die Riester-Rente lohnt sich besonders für Familien mit Kindern. Zusätzlich zur Grundzulage der Eltern von je 175 € steht ihnen für jedes Kind eine Kinderzulage von 185 € zu, für die ab 2008 geborenen Kinder sogar 300 €. Die Kinderzulage erhalten die Eltern zwar nicht während der gesamten Spardauer, aber immerhin solange sie Kindergeld beziehen.
Auch Minijobber können die Riester-Förderung in Anspruch nehmen. Schon mit einer Sparleistung von 5 € im erhalten Mini-Jobber die vollen Zulagen.
⇒ Riester im System der Altersversorgung
Riester gehört zum System der Altersversorgung in Deutschland. Die Altersversorgung umfasst die Summe aller Möglichkeiten, die wahrgenommen werden können, um nach Beendigung der aktiven Erwerbstätigkeit den Lebensunterhalt bestreiten zu können.
Grundlage der Altersversorgung der Arbeitnehmer ist die gesetzliche Rentenversicherung, wie wir wissen. Sie wird ergänzt durch Maßnahmen der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge. Insgesamt gibt es sieben Möglichkeiten / Wege. Hinzu kommt das Bausparen nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz.
Mit dem Gehalt für November kommt auch das Weihnachtsgeld aufs Konto, ein Anlass zu prüfen, davon einen Teil in die Altersvorsorge zu investieren.
Zur Altersversorgung sind drei Bausteine auszumachen:
1. Gesetzliche Altersvorsorge Vorsorgeaufwendungen § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG
a) Reine private Rentenversicherung
b) Rürup-Rente
c) Riester-Rente
Zu a) Keine steuerliche Förderung Zu b) Abzug als Vorsorgeaufwendungen Zu c) Förderung durch Zulagen und Abzug als Vorsorgeaufwend.
Zu b) § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG
Zu c) § 10a EStG, §§ 79 ff EStG
⇒ Günstigerprüfung im Finanzamt
Der zusätzliche Sonderabzug wird, wie bereits gesagt, mit der Anlage AV beantragt.
Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer prüft das Finanzamt, ob eine zusätzliche Förderung - über die Zulage hinaus - durch einen Sonderausgabenabzug in Betracht kommt.
Stellt sich bei der Veranlagung heraus, dass der Sonderausgabenabzug günstiger ist als die Sparzulage ausmacht, werden Ihre gesamten Aufwendungen einschließlich des Anspruchs auf Altersvorsorgezulage bis zum Höchstbetrag von 2.100 € als Sonderausgaben berücksichtigt. Die Zulage bleibt auf Ihrem Konto. Die zusätzliche Steuervergünstigung erhalten Sie vom Finanzamt. Damit es nicht zu einer Doppelvergünstigung kommt, wird die erhaltene Zulage der Einkommensteuer hinzugerechnet.
Ergebnis: Die Zulage landet auf Ihrem Sparkonto, das der Anbieter für Sie führt. Nur die zusätzliche Steuerersparnis durch den Sonderausgabenabzug wird über den Steuerbescheid ausgezahlt bzw. mit einer Steuernachforderung verrechnet.
⇒ Riester als betriebliche Altersversorgung
In die Riester-Förderung einbezogen sind unter bestimmten Voraussetzungen Aufwendungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung, soweit sie über Pensionsfonds, Pensionskassen oder Direktversicherungen durchgeführt wird (§ 82 Abs.2 EStG). Allerdings wird davon wenig Gebrauch gemacht, weil die Förderung der betrieblichen Altersversorgung (§ 3 Nr. 63 und § 40 b EStG) für die Steuerzahler günstiger ist. Die betriebliche Altersversorgung nach § 3 Nr. 63 EStG sieht vor, dass Beiträge zu Pensionsfonds, Pensionskassen oder in eine Direktversicherung bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei sind. Für darüber hinausgehende steuerpflichtige Direktversicherungsbeiträge wird der Arbeitgeber im Normalfall die Lohnsteuer pauschal mit 20 % erheben (§ 40 b EStG).
Üblich ist somit das private Riester-Sparen plus gesonderte steuerfreie betriebliche Altersversorgung nach § 3 Nr. 63 EStG.
⇒ Nachgelagerte Besteuerung
Die späteren Leistungen in Form der Riester-Rente unterliegen in vollem Umfang der Rentenbesteuerung (§ 22 Nr. 5 EStG). Man spricht von nachgelagerter Besteuerung. Die Versteuerung in vollem Umfang hat zur Folge, dass die auf dem Kapitalkonto anfallenden Zinsen nicht als Kapitalerträge steuerpflichtig sind.
⇒ Vorzeitige (schädliche) Verwendung
Bei vorzeitiger (schädlicher) Verwendung des Vorsorgekapitals sind die Zulagen bzw. die zusätzlichen Steuereinsparungen zurückzuzahlen (§ 93 EStG). Erlaubt sind nur sogenannte Zwischenentnahmen aus dem im Vertrag angesammelten geförderten Kapital zum Erwerb einer eigenen zu Wohnzwecken dienenden Wohnung, jedoch unter der Verpflichtung, das entnommene Kapital kontinuierlich bis zum regulären Rentenbeginn (Vollendung des 65. Lebensjahrs) wieder einzuzahlen.
⇒ Riester-Guthaben übertragen
Stirbt ein Riester-Sparer vor Rentenbeginn, kann sein Ehepartner das Kapital des Verstorbenen auf sein eigenes Riester-Konto übertragen lassen. Dazu bedarf es eines besonderen Antrags bei der Riester-Zulagenstelle. Hat der Hinterbliebene keinen Riester-Vertrag, kann er noch einen abschließen und so die Förderung retten.
Hat die Riester-Rente bereits zu laufen begonnen, wird die Zahlung nach Tode Sparers eingestellt, wie bei allen Renten so üblich.
Quelle: §§ 10a und 79 bis 99 EStG

References: § 10
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 § 40
 § 3
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