Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hohberg_georgica01_1682?p=317
Timestamp: 2019-10-15 02:03:37+00:00

Document:
Drittes Buch/ Haus-Mutter.
[Spaltenumbruch] geois in ihrem Hebammen-Buch parte 4. fol. 49. be-
zeuget.
Herr von Ranzau gibt dieses Mittel: Nimm gu-
ten Milchraum/ zerreib Semmel-Brosamen darein/
rührs wol durcheinander/ biß es zu einem Mus wird/
darnach nimm viel geriebenen Saffran/ thu ihn ins
Mus/ daß es fast gelb wird/ darnach nimm Album grae-
cum und Myrrhen/ alles klein gestossen/ und in das
Mus gerührt wol durcheinander/ darnach streich das
Mus wol dick auf ein Tüchlein oder Leder/ das wol breit
und lind sey/ legs auf den Schaden/ biß es wol dürr
wird/ darnach nimms herab/ und bind ein andern dar-
auf. Ex eodem: brenn eine frische Kälberne Leber
aus/ netz ein Tuch in das Wasser/ und legs warm auf.
Oder nimm einen Löffel voll Bibergail/ ein halben Löf-
fel voll Seminis Ligustici, Saffran so viel du wilt/ und
Oleum de Spica, auch eine Hand voll klein zerstossene
Wacholderbeer/ alles in ein Nössel Wein gethan/ in ei-
nem Hafen warm gemacht/ und mit Tüchern aufgelegt.
Oder nimm Lorbeer/ Anis und Jngber/ jedes 8 Loth/
klein gestossen/ Jtem anderthalb Aechtring gute Wein-
hefen/ rührs untereinander/ und schmier den Wehetagen
wol warm damit/ soll überaus bewährt seyn.
Schließlich will ich Herrn Baconis excogitatum
Remedium, quod in fine suae Historiae naturalis zu fin-
den/ mit seinen selbst-eigenen Worten beyfügen: Reci-
pe Panis Similaginei circa tres uncias, medullam
tantum minutim scissam, coquatur in Lacte, donec
coalescat in pulticulam, Adde in fine drachmam &
[Spaltenumbruch] semi pulveris rosarum rubrarum. Croci decem
grana, Olei rosarum unciam, linteolo illinatur & ap-
plicetur tepide, & continuetur ad tres horas. Dein-
de fac sequens balneum aut fomentationem. . fo-
liorum Salviae semi manipulum. Radicis Cicutae con-
cisae sex Drachmas, radicum Brioniae semiunciam.
Foliorum Rosarum rubrarum duos pugillos, coquan-
tur in olla, aqua repleta, in qua Chalybs extinctus,
donec liquor ad quadrantem consumpt us fuerit. Post
percolationem adde semipugillum Salis nigri, admo-
veatur cum coccineo panno, aut lana coccinea intin-
cta in liquore calido, tinctura septies repetita, Fiat
haec spacio quadrantis aut paulo plus. Tandem utere
hoc emplastro: . Emplastrum Diacalciteos, quantum
satis parti tegendae, Dissolvatur in oleo rosarum tali
consistentia, ut adhaereat, illinatur linteolo tenui, &
applicetur.
In Miscellan. Curios. in anno quarto & quinto,
Referente D. Sim. Schultzio, wird eines Wasser-Klee
Observ. 123. gedacht/ der etwas kleberichte Blätter/ und
weißlichtblaue Blümlein im Majo und Junio hat/ die
wie an einem Aeher oben am Stengel sich anlegen/ und
die Blätter werden gleich nach S. Joh. Baptistae Fest
gesamlet/ und ist fast wie das Trifolium fibrinum Ta-
bernaemont. ohne daß diß etwas gekerbte Blätter zeiget/
welches um Thorn in Preussen zu wachsen pfleget. Diß
Kraut oder Blat wird in Bier gekocht/ und des Tags
zwey oder dreymal (wiewol es ungeschmack) getruncken/
oder im Wasser gesotten/ und warm übergelegt; hat ihrer
vielen im Podagra mercklich geholffen.
Cap. CVIII.
Vom Schwinden der Glieder/ und Glieder-Schmertzen.
EJne gute Schwind-Salben: Nimm lebendige
Krebsen/ zerstoß sie wol/ und druck sie durch ein
Tuch/ mische darzu von einem jungen Stier das
Blut/ nimm darnach Brandwein/ Benedicten-Oel/
und zerstossene Wacholderbeer/ und misch es unterein-
ander/ so ist es eine herrliche Salben für das Schwin-
den/ jedoch muß man die schwindende Glieder allweg
vorhero mit Brandwein und Saltz reiben/ diß thu alle
Tage zweymal/ und continuire es acht Tage nacheinan-
der/ es hilfft.
Jtem nimm 10 Untzen Menschen-Blut von einem
gesunden jungen starcken Menschen/ einen jungen Hund
der erst 9 Tag alt ist/ doch das Jnngeweid heraus ge-
than/ drey Schildkrotten/ denen der Kopf/ Schwantz/
und die Füsse weggehauen sind/ diß alles klein zerhackt/
untereinander gethan/ und in einem gläsernen Kolben
distillirt/ und mit diesem Wasser das schwindende
Glied täglich bey einer Glut geschmiert.
Jtem nimm Regenwürm/ nicht aus dem Mist/ son-
dern unter den Steinen/ thue sie in ein Glas/ vermachs
wol/ daß kein Dampf davon gehe/ setz es auf einen Ka-
chel-Ofen/ der nicht zu heiß ist/ so wird ein schönes Was-
ser daraus/ salbe dich damit/ es hilfft und vergehet.
Die Magnetische Cur wider das Schwinden ist al-
so: Laß dir an dem Glied/ welches schwindet/ einen oder
3 Tage nach dem Neumonden/ mit einem Fliedlein ei-
nen oder zwey Streich geben/ das Tröpflein Bluts
[Spaltenumbruch] fange auf in ein kleins Stücklein ungebleichte Leinwath;
wickels zusammen/ thue darzu die abgeschnittenen Nägel
von Händen und Füssen; & pilos ex locis corporis, ubi
more solito proveniunt, in ein ausgebreitetes Jungfrau-
Wachs/ das mach zusammen wie ein Zäpflein. Grab
in einen Felber/ oder fruchtbaren noch im wachsen be-
griffenen Baum/ und verschlag es mit einem frischen
Keil von Eychen-oder seinem eigenen Holtz/ ist probirt.
Das Loch mach gegen Orient.
Für die Glieder-Schmertzen soll man das leidende
Glied mit warmen Attich-Oel wol reiben/ und hernach
in warme Tücher hüllen/ oder Brandwein mit frischem
Butter abtreiben/ und das Glied warm damit schmieren/
Jtem Holderblüh-Oel und Regenwürm-Oel ist gut zu
den Schmertzen der Juncturen. Zu allerhand Schmer-
tzen der Ohren/ Zähne/ goldenen Ader und andern/ soll
man Asseln in Rosen- und Camill-Oel legen/ und eine
Zeitlang an der Sonnen temperiren; oder wann mans
bald haben muß/ giesse man ein gemeines Wasser dar-
auf/ laß es in einem verglasirten Häfelein so lang sie-
den/ biß das Wasser versotten/ und nur das Oel übrig
ist/ preß alles aus/ und streich es warm auf das schmertz-
haffte Glied.
Glieder-Schmertzen oder Stich zu lindern/ wär-
me in einem Pfännlein Dillen-Oel über einer Glut/ und
schmier das Glied warm/ diß thut auch Camillen-Oel/
also kan man sie mischen/ mit Gersten-Mehl zu einen
P p ij
Herr von Ranzau gibt dieſes Mittel: Nimm gu-
ten Milchraum/ zerreib Semmel-Broſamen darein/
ruͤhrs wol durcheinander/ biß es zu einem Mus wird/
Mus/ daß es faſt gelb wird/ darnach nimm Album græ-
cum und Myrrhen/ alles klein geſtoſſen/ und in das
Mus geruͤhrt wol durcheinander/ darnach ſtreich das
Mus wol dick auf ein Tuͤchlein oder Leder/ das wol breit
und lind ſey/ legs auf den Schaden/ biß es wol duͤrr
auf. Ex eodem: brenn eine friſche Kaͤlberne Leber
aus/ netz ein Tuch in das Waſſer/ und legs warm auf.
Oder nimm einen Loͤffel voll Bibergail/ ein halben Loͤf-
fel voll Seminis Liguſtici, Saffran ſo viel du wilt/ und
Oleum de Spica, auch eine Hand voll klein zerſtoſſene
Wacholderbeer/ alles in ein Noͤſſel Wein gethan/ in ei-
nem Hafen warm gemacht/ und mit Tuͤchern aufgelegt.
klein geſtoſſen/ Jtem anderthalb Aechtring gute Wein-
hefen/ ruͤhrs untereinander/ und ſchmier den Wehetagen
wol warm damit/ ſoll uͤberaus bewaͤhrt ſeyn.
Remedium, quod in fine ſuæ Hiſtoriæ naturalis zu fin-
den/ mit ſeinen ſelbſt-eigenen Worten beyfuͤgen: Reci-
tantum minutim ſciſſam, coquatur in Lacte, donec
coaleſcat in pulticulam, Adde in fine drachmam &
[Spaltenumbruch] ſemi pulveris roſarum rubrarum. Croci decem
grana, Olei roſarum unciam, linteolo illinatur & ap-
plicetur tepidè, & continuetur ad tres horas. Dein-
de fac ſequens balneum aut fomentationem. ℞. fo-
liorum Salviæ ſemi manipulum. Radicis Cicutæ con-
ciſæ ſex Drachmas, radicum Brioniæ ſemiunciam.
Foliorum Roſarum rubrarum duos pugillos, coquan-
tur in ollâ, aquâ repletâ, in quâ Chalybs extinctus,
donec liquor ad quadrantem conſumpt us fuerit. Poſt
percolationem adde ſemipugillum Salis nigri, admo-
veatur cum coccineo panno, aut lanâ coccineâ intin-
ctâ in liquore calido, tincturâ ſepties repetitâ, Fiat
hæc ſpacio quadrantis aut paulò plus. Tandem utere
hoc emplaſtro: ℞. Emplaſtrum Diacalciteos, quantum
ſatis parti tegendæ, Diſſolvatur in oleo roſarum tali
conſiſtentiâ, ut adhæreat, illinatur linteolo tenui, &
In Miſcellan. Curioſ. in anno quarto & quinto,
Referente D. Sim. Schultzio, wird eines Waſſer-Klee
Obſerv. 123. gedacht/ der etwas kleberichte Blaͤtter/ und
weißlichtblaue Bluͤmlein im Majo und Junio hat/ die
wie an einem Aeher oben am Stengel ſich anlegen/ und
die Blaͤtter werden gleich nach S. Joh. Baptiſtæ Feſt
geſamlet/ und iſt faſt wie das Trifolium fibrinum Ta-
bernæmont. ohne daß diß etwas gekerbte Blaͤtter zeiget/
welches um Thorn in Preuſſen zu wachſen pfleget. Diß
zwey oder dreymal (wiewol es ungeſchmack) getruncken/
oder im Waſſer geſotten/ und warm uͤbergelegt; hat ihrer
Krebſen/ zerſtoß ſie wol/ und druck ſie durch ein
Tuch/ miſche darzu von einem jungen Stier das
und zerſtoſſene Wacholderbeer/ und miſch es unterein-
ander/ ſo iſt es eine herrliche Salben fuͤr das Schwin-
den/ jedoch muß man die ſchwindende Glieder allweg
Jtem nimm 10 Untzen Menſchen-Blut von einem
geſunden jungen ſtarcken Menſchen/ einen jungen Hund
der erſt 9 Tag alt iſt/ doch das Jnngeweid heraus ge-
und die Fuͤſſe weggehauen ſind/ diß alles klein zerhackt/
untereinander gethan/ und in einem glaͤſernen Kolben
diſtillirt/ und mit dieſem Waſſer das ſchwindende
Glied taͤglich bey einer Glut geſchmiert.
Jtem nimm Regenwuͤrm/ nicht aus dem Miſt/ ſon-
dern unter den Steinen/ thue ſie in ein Glas/ vermachs
wol/ daß kein Dampf davon gehe/ ſetz es auf einen Ka-
chel-Ofen/ der nicht zu heiß iſt/ ſo wird ein ſchoͤnes Waſ-
ſer daraus/ ſalbe dich damit/ es hilfft und vergehet.
Die Magnetiſche Cur wider das Schwinden iſt al-
ſo: Laß dir an dem Glied/ welches ſchwindet/ einen oder
nen oder zwey Streich geben/ das Troͤpflein Bluts
[Spaltenumbruch] fange auf in ein kleins Stuͤcklein ungebleichte Leinwath;
wickels zuſammen/ thue darzu die abgeſchnittenen Naͤgel
von Haͤnden und Fuͤſſen; & pilos ex locis corporis, ubi
more ſolito proveniunt, in ein ausgebꝛeitetes Jungfꝛau-
Wachs/ das mach zuſammen wie ein Zaͤpflein. Grab
in einen Felber/ oder fruchtbaren noch im wachſen be-
griffenen Baum/ und verſchlag es mit einem friſchen
Keil von Eychen-oder ſeinem eigenen Holtz/ iſt probirt.
Fuͤr die Glieder-Schmertzen ſoll man das leidende
in warme Tuͤcher huͤllen/ oder Brandwein mit friſchem
Butter abtreiben/ und das Glied warm damit ſchmieren/
Jtem Holderbluͤh-Oel und Regenwuͤrm-Oel iſt gut zu
tzen der Ohren/ Zaͤhne/ goldenen Ader und andern/ ſoll
man Aſſeln in Roſen- und Camill-Oel legen/ und eine
bald haben muß/ gieſſe man ein gemeines Waſſer dar-
auf/ laß es in einem verglaſirten Haͤfelein ſo lang ſie-
den/ biß das Waſſer verſotten/ und nur das Oel uͤbrig
iſt/ preß alles aus/ und ſtreich es warm auf das ſchmertz-
Glieder-Schmertzen oder Stich zu lindern/ waͤr-
me in einem Pfaͤnnlein Dillen-Oel uͤber einer Glut/ und
ſchmier das Glied warm/ diß thut auch Camillen-Oel/
alſo kan man ſie miſchen/ mit Gerſten-Mehl zu einen
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[299/0317] Drittes Buch/ Haus-Mutter. geois in ihrem Hebammen-Buch parte 4. fol. 49. be- zeuget. Herr von Ranzau gibt dieſes Mittel: Nimm gu- ten Milchraum/ zerreib Semmel-Broſamen darein/ ruͤhrs wol durcheinander/ biß es zu einem Mus wird/ darnach nimm viel geriebenen Saffran/ thu ihn ins Mus/ daß es faſt gelb wird/ darnach nimm Album græ- cum und Myrrhen/ alles klein geſtoſſen/ und in das Mus geruͤhrt wol durcheinander/ darnach ſtreich das Mus wol dick auf ein Tuͤchlein oder Leder/ das wol breit und lind ſey/ legs auf den Schaden/ biß es wol duͤrr wird/ darnach nimms herab/ und bind ein andern dar- auf. Ex eodem: brenn eine friſche Kaͤlberne Leber aus/ netz ein Tuch in das Waſſer/ und legs warm auf. Oder nimm einen Loͤffel voll Bibergail/ ein halben Loͤf- fel voll Seminis Liguſtici, Saffran ſo viel du wilt/ und Oleum de Spica, auch eine Hand voll klein zerſtoſſene Wacholderbeer/ alles in ein Noͤſſel Wein gethan/ in ei- nem Hafen warm gemacht/ und mit Tuͤchern aufgelegt. Oder nimm Lorbeer/ Anis und Jngber/ jedes 8 Loth/ klein geſtoſſen/ Jtem anderthalb Aechtring gute Wein- hefen/ ruͤhrs untereinander/ und ſchmier den Wehetagen wol warm damit/ ſoll uͤberaus bewaͤhrt ſeyn. Schließlich will ich Herrn Baconis excogitatum Remedium, quod in fine ſuæ Hiſtoriæ naturalis zu fin- den/ mit ſeinen ſelbſt-eigenen Worten beyfuͤgen: Reci- pe Panis Similaginei circa tres uncias, medullam tantum minutim ſciſſam, coquatur in Lacte, donec coaleſcat in pulticulam, Adde in fine drachmam & ſemi pulveris roſarum rubrarum. Croci decem grana, Olei roſarum unciam, linteolo illinatur & ap- plicetur tepidè, & continuetur ad tres horas. Dein- de fac ſequens balneum aut fomentationem. ℞. fo- liorum Salviæ ſemi manipulum. Radicis Cicutæ con- ciſæ ſex Drachmas, radicum Brioniæ ſemiunciam. Foliorum Roſarum rubrarum duos pugillos, coquan- tur in ollâ, aquâ repletâ, in quâ Chalybs extinctus, donec liquor ad quadrantem conſumpt us fuerit. Poſt percolationem adde ſemipugillum Salis nigri, admo- veatur cum coccineo panno, aut lanâ coccineâ intin- ctâ in liquore calido, tincturâ ſepties repetitâ, Fiat hæc ſpacio quadrantis aut paulò plus. Tandem utere hoc emplaſtro: ℞. Emplaſtrum Diacalciteos, quantum ſatis parti tegendæ, Diſſolvatur in oleo roſarum tali conſiſtentiâ, ut adhæreat, illinatur linteolo tenui, & applicetur. In Miſcellan. Curioſ. in anno quarto & quinto, Referente D. Sim. Schultzio, wird eines Waſſer-Klee Obſerv. 123. gedacht/ der etwas kleberichte Blaͤtter/ und weißlichtblaue Bluͤmlein im Majo und Junio hat/ die wie an einem Aeher oben am Stengel ſich anlegen/ und die Blaͤtter werden gleich nach S. Joh. Baptiſtæ Feſt geſamlet/ und iſt faſt wie das Trifolium fibrinum Ta- bernæmont. ohne daß diß etwas gekerbte Blaͤtter zeiget/ welches um Thorn in Preuſſen zu wachſen pfleget. Diß Kraut oder Blat wird in Bier gekocht/ und des Tags zwey oder dreymal (wiewol es ungeſchmack) getruncken/ oder im Waſſer geſotten/ und warm uͤbergelegt; hat ihrer vielen im Podagra mercklich geholffen. Cap. CVIII. Vom Schwinden der Glieder/ und Glieder-Schmertzen. EJne gute Schwind-Salben: Nimm lebendige Krebſen/ zerſtoß ſie wol/ und druck ſie durch ein Tuch/ miſche darzu von einem jungen Stier das Blut/ nimm darnach Brandwein/ Benedicten-Oel/ und zerſtoſſene Wacholderbeer/ und miſch es unterein- ander/ ſo iſt es eine herrliche Salben fuͤr das Schwin- den/ jedoch muß man die ſchwindende Glieder allweg vorhero mit Brandwein und Saltz reiben/ diß thu alle Tage zweymal/ und continuire es acht Tage nacheinan- der/ es hilfft. Jtem nimm 10 Untzen Menſchen-Blut von einem geſunden jungen ſtarcken Menſchen/ einen jungen Hund der erſt 9 Tag alt iſt/ doch das Jnngeweid heraus ge- than/ drey Schildkrotten/ denen der Kopf/ Schwantz/ und die Fuͤſſe weggehauen ſind/ diß alles klein zerhackt/ untereinander gethan/ und in einem glaͤſernen Kolben diſtillirt/ und mit dieſem Waſſer das ſchwindende Glied taͤglich bey einer Glut geſchmiert. Jtem nimm Regenwuͤrm/ nicht aus dem Miſt/ ſon- dern unter den Steinen/ thue ſie in ein Glas/ vermachs wol/ daß kein Dampf davon gehe/ ſetz es auf einen Ka- chel-Ofen/ der nicht zu heiß iſt/ ſo wird ein ſchoͤnes Waſ- ſer daraus/ ſalbe dich damit/ es hilfft und vergehet. Die Magnetiſche Cur wider das Schwinden iſt al- ſo: Laß dir an dem Glied/ welches ſchwindet/ einen oder 3 Tage nach dem Neumonden/ mit einem Fliedlein ei- nen oder zwey Streich geben/ das Troͤpflein Bluts fange auf in ein kleins Stuͤcklein ungebleichte Leinwath; wickels zuſammen/ thue darzu die abgeſchnittenen Naͤgel von Haͤnden und Fuͤſſen; & pilos ex locis corporis, ubi more ſolito proveniunt, in ein ausgebꝛeitetes Jungfꝛau- Wachs/ das mach zuſammen wie ein Zaͤpflein. Grab in einen Felber/ oder fruchtbaren noch im wachſen be- griffenen Baum/ und verſchlag es mit einem friſchen Keil von Eychen-oder ſeinem eigenen Holtz/ iſt probirt. Das Loch mach gegen Orient. Fuͤr die Glieder-Schmertzen ſoll man das leidende Glied mit warmen Attich-Oel wol reiben/ und hernach in warme Tuͤcher huͤllen/ oder Brandwein mit friſchem Butter abtreiben/ und das Glied warm damit ſchmieren/ Jtem Holderbluͤh-Oel und Regenwuͤrm-Oel iſt gut zu den Schmertzen der Juncturen. Zu allerhand Schmer- tzen der Ohren/ Zaͤhne/ goldenen Ader und andern/ ſoll man Aſſeln in Roſen- und Camill-Oel legen/ und eine Zeitlang an der Sonnen temperiren; oder wann mans bald haben muß/ gieſſe man ein gemeines Waſſer dar- auf/ laß es in einem verglaſirten Haͤfelein ſo lang ſie- den/ biß das Waſſer verſotten/ und nur das Oel uͤbrig iſt/ preß alles aus/ und ſtreich es warm auf das ſchmertz- haffte Glied. Glieder-Schmertzen oder Stich zu lindern/ waͤr- me in einem Pfaͤnnlein Dillen-Oel uͤber einer Glut/ und ſchmier das Glied warm/ diß thut auch Camillen-Oel/ alſo kan man ſie miſchen/ mit Gerſten-Mehl zu einen Uber- P p ij
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Zitationshilfe: Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682, S. 299. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/hohberg_georgica01_1682/317>, abgerufen am 15.10.2019.

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