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Timestamp: 2019-12-11 08:07:47+00:00

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Pflanzenschutz Johannisbeeren 2017
Montag, den 01. Mai 2017 um 21:06 Uhr	Dirk Herdieckerhoff
Pflanzenschutz Johannisbeeren 2017 Industrie
Sämtliche Auflagen auf der Packung (Bienengefährlichkeit, Abstände, Wartezeiten...) sind zu beachten. Angaben ohne Gewähr (Zulassungsstand 07.02.2017) Unsere Angaben ersetzen nicht die Gebrauchs- anleitung; insbesondere sind die konkreten Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Voll- ständigkeit der Angaben sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Aussagen und Empfehlungen zu bestimmten Präparaten oder Verfahren ergeben könnten, wird nicht übernommen.
Pflanzenschutzstrategie Johannisbeeren
Die nachfolgende Liste gibt sämtliche rechtlich möglichen Präparate mit ihren Indikationen an und sollte keinesfalls komplett ausgenutzt werden. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass nur wenige gezielte Maßnahmen für einen erfolgen Anbau von Johannisbeeren ausreichen. Dazu sollte folgende Empfehlung berücksichtigt werden:
Vorblüte: Zur Bekämpfung von Rindenkrankheiten kann die Nebenwirkung von Cuprozin progress genutzt werden. Frostspannerbekämpfung (nur nach Bestandeskontrolle) mit Steward.
Mehrmaligen Einsatz von Kumulus WG gegen Johannisbeergallmilben und Rostmilben einplanen.
Blüte: Botrytisbehandlung mit Switch unter Ausnutzung der Nebenwirkungen auf Colletotrichum, Mehltau, Blattfallkrankheit und Rost. Bei Auftreten von Läusen Einsatz von Pirimor Granulat (Temp. >15°C, nützlingsschonend!) oder Calypso.
Nachblüte - Ernte: Bei anhaltender feucht-warmer Witterung nachfolgende Behandlung(en) mit Flint gegen Mehltau mit sehr guter Nebenwirkung auf Botrytis, Säulenrost und Blattfallkrankheit. Bei vorhandenem Mehltaubefall kein Flint einsetzen, die Behandlung mit Folicur in Beständen mit Erstsymptomen ist mit 14 Tagen WZ möglich.
Nachernte: Polyram WG oder Dithane NeoTec und Folicur gegen Holzkrankheiten, Rost und Blattfallkrankheit - jeweils Zusatz von Harnstoff (>15 kg/ha) für die Reservestoffeinlagerung.
Blattdüngung in Johannisbeeren: Vor der Blüte 1 kg/ha Bor und Harnstoff, nachfolgende mehrmalige Harnstoffgaben bis 10 kg/ha in Mischung. Phosphonathaltige Blattdünger wie Phosfik, Lebosol Kalium Plus, Phos60 EU oder andere können zu Rückständen auch in den Folgejahren führen. Durch Anwendung phosphonathaltiger Dünger kann der Einsatz von Mehltaufungiziden eingeschränkt werden.
Herbizidstrategie Johannisbeeren
Winterruhe: Kerb Flo (6,25 l/ha, max. 1x, WZ F) bzw. Kerb 50 W (5 kg/ha, max. 1x, WZ F) oder Cohort (4,25 kg/ha, max. 1x, WZ F) kann im Winter auf weitestgehend unkrautfreiem Bestand eingesetzt werden. Ist der Bestand mit Beikräutern bedeckt, ausgangs des Winters Einsatz von Roundup PowerFlex (3,75 l/ha, max. 1x bis Sommer, WZ 42) oder Roundup REKORD (2,5 kg/ha, max. 1x, WZ 42). Einsatz vor Austrieb, keine grünen Pflanzenteile treffen.
Frühjahr - Vor der Blüte: Vor Austrieb ist die kombinierte Ausbringung von Devrinol FL (Art.51, 2,5 l/ha, max. 1x vor Austrieb, WZ F) und Flexidor (Art.51, 0,5 l/ha, max. 1x VB, WZ F) im Vorauflauf möglich. Werden Bodenherbizide erst später verwendet, ist der Einsatz von Spectrum (Art.51, 1,4 l/ha, max. 1x, VB, WZ F - Hirsespezialist) und / oder Stomp Aqua (Art.51, 3,5 l/ha, max. 1x, VB, WZ F) möglich, gegebenenfalls auch in Kombination mit Roundup PowerFlex bzw. Roundup REKORD (oder Basta RM bis 30.06.17).
Nach der Ernte: Fusilade Max (Art.51, max. 1x, 1l/ha (Quecke 2 l/ha), VB/NE, WZ F) und U46 M-Fluid (§22, 2l/ha, max. 1x, nur Horstbehandlung, WZ F) Roundup REKORD (2,5 kg/ha, max. 1x, WZ 42) kann erst nach dem Blattfall eingesetzt werden.
Sonderanwendungen: Basta (RM bis 30.06.17, 3,75 l/ha, max. 1x, Frühjahr bis Sommer, WZ 21) bei starkem Bewuchs nach der Blüte. Quickdown + Toil (0,8 l/ha + 2,0 l/ha, max. 1x) zum Entfernen der Stockaustriebe ist nach Art. 51 zugelassen, aber kein Einsatz in Industriebeeren!
Zusammenfassung der rechtlichen Grundlagen für den Einsatz von PSM in Johannisbeeren:
Aufwandmenge pro ha – Präparate mit einer §22 (alt: 18b) Genehmigung dürfen nur berechtigte Betriebe ausbringen
Schadbild Mittel/Aufwandmenge Bemerkungen
Knospen- aufbruch
Malvin WG, falls Genehmigung nach §22 erfolgt!
Cuprozin progress, §22, 4 l, max. 2x, WZ F
Rotpustelkrankheit (Nectria) und Triebsterben (Botrytis). Vorbeugende Maßnahmen: Wunden vermeiden, Befallsstellen ausschneiden.
Spinnmilben (ZEN Schildläuse)
Promanal Neu, 10 l, max. 1x VB, WZ F
bei hohem Wintereibesatz, Behandlung vor Schlupfbeginn der Spinnmilben. Mit hoher Wasseraufwandmenge, Temp. > 8°C.
Kumulus WG, Art.51, 7 kg vor Austrieb max. 1x, 3,5 kg nach Austrieb max. 3x, WZ F (in der Summe max. 4 Anwendungen)
Micula, 12-24 l/ (12 l bis 50 cm, 18l 50 – 125 cm, 24 l > 125 cm Höhe) max. 3x, WZ F
bis kurz vor Blühbeginn, ab Knospenschwellen sollten in Befallslagen 2-3 Behandlungen mit Schwefel im Abstand von ca. 10 Tagen vorgenommen werden
Schildläuse (Napf-, San-Jose-Schildl.)
ZEN von Promanal Neu gegen Spinnmilben nutzen
Vorblüte
Säulenrost
Cuprozin progress, Art.51, 4 l, max. 3x, WZ F
Dithane NeoTec, Art.51, 2 kg, max. 4x, WZ F
Vor der Blüte i. d. R. keine Behandlung gegen Säulenrost nötig, ZEN Holzkrankheiten
Kumulus WG, Art.51, 3,5 kg nach Austrieb, max. 3x, WZ F (in der Summe max. 4 Anwendungen)
Micula, 12-24 l (12 l bis 50 cm, 18l 50 – 125 cm, 24 l > 125 cm Höhe) max. 3x, WZ F
Triebe, die mit Gallmilben befallen sind (Rundknospen) ausschneiden
Kiron, Art.51, 1,5l, max. 1x, WZ 21
Masai, Art.51, 0,375 kg, max. 1x, WZ 21
Bis unmittelbar Blühbeginn, nur wenn keine Austriebsspritzung mit Öl durchgeführt wurde. Masai wirkt auf Larven und Adulte
Freifressende Schmetterlings- raupen, Blattwespen
XenTari, Art.51, 1 kg, max. 2x, WZ 3
Spruzit Neu, Art.51, 10 l, max. 2x, WZ 3
Steward, Art.51, 0,17 kg, max. 1x, WZ 7
(schwache) Nebenwirkung von XenTari und Spruzit Neu auf Blattwespen bei Bekämpfung von Schmetterlingsraupen, Wirkung auf ältere Larvenstadien unsicher, Temp. > 15°C. Sicherste Wirkung durch Steward
Blattläuse
Pirimor Granulat, Art.51, 0,5 kg, max. 2x, WZ 14
Calypso, Art.51, 0,2 l, max. 1x, WZ 21
Plenum 50 WG, Art.51, 0,4 kg, max. 2x, WZ 14 (B1 - bienengefährlich)
Neudosan Neu Blattlausfrei, 20 l, max. 5x, WZ F
Pirimor bei Temp. > 15°C und ausreichender Luftfeuchte bevorzugen, alternativ Calypso.
Flint, Art.51, 0,2 kg, max. 3x, WZ 14
Systhane 20 EW, Art.51, 0,45 l/ha, max. 3 x, WZ 14
Fortress 250, Art.51, 0,3 l, max. 3x, WZ 14
Talendo, Talius, Art.51, 0,375 l, max. 2x, WZ 7
Discus, Stroby WG, Art.51, 0,2 kg, max. 3x, WZ 14
Kumar, Art.51, 5 kg, max. 8 x, WZ 1
Mehltau insbesondere bei schwarzen Johannisbeeren (sortenabhängig). Infektionen bei hoher Temperatur (>18°C) und hoher Luftfeuchte, Einsatz von Flint mit guter Nebenwirkung auch auf späteren Blattfall und Säulenrost.
Systhane nur bis 50% Fruchtansatz innerhalb einer Traube möglich
Polyram WG, Art.51, 2 kg, max. 4x, WZ 35
Folicur, Art.51, 0,8 l, max 2x, WZ 14
Nebenwirkung von Switch (RM) (und Flint) ausnutzen!
Switch (RM bis 31.10.17), Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 7
Signum, Art.51, 1 kg, max. 3x, WZ 14
Teldor, 2 kg, max. 4x, WZ 7
Switch (RM) leistungsstark auch gegen. Anthraknose mit ZEN Mehltau, Blattfallkrankheit, Säulenrost
Anthraknose (Colletrotrichum)
Temp. >15°C und > 12 h Blattnässe begünstigen Infektionen – Folgebehandlungen bis Farbumschlag der Früchte
Freifressende Schmetterlings- raupen
Plenum 50 WG, Art.51, 0,4 kg, max. 2x, WZ 14 (B1 -bienengefährlich)
Pirimor bei Temp. > 15°C und ausreichender Luftfeuchte oder Calypso bevorzugen.
Nachblüte bis Ernte
Flint sehr gute Wirkung auch auf Blattfallkrankheit und Säulenrost. Infektionen bei hoher Temperatur (>18°C) und Luftfeuchte insbesondere ab Mai / Juni.
Systhane 20 EW nur bis 50% der Fruchtgrößenentwicklung
Säulenrost Blattfallkrankheit
Delan WG, Art. 51, 0,7 kg, max. 2x, WZ 14
Ausbreitung nach Erstinfektionen im Bestand. Gute Nebenwirkung von Flint oder Switch (RM) ausnutzen
ZEN von Flint bei der Mehltaubekämpfung
Witterungsabhängige Folgebehandlungen bis Farbumschlag der Früchte, aus Rückstandsgründen sollte kein Signum mehr eingesetzt werden. Einsatz von Folicur in Beständen mit Erstsymptomen
Envidor, Art.51, 0,4 l, max. 1x, WZ 14 (B1 - bienengefährlich)
Schildläuse
ZEN Calypso, Art.51, 0,2 l, max. 1x, WZ 21 ZEN
Auf Wanderlarven SJS (Juni), Maulbeerschildlaus (Ende Mai), Kommaschildlaus (Ende Mai)
Mospilan SG, Art.51, 0,25 kg, max. 2x, WZ 7
Spintor, Art.51, 0,2 l, max. 2x, WZ 3 (B1 - bienengefährlich) Karate ZEON falls Zulassung erfolgt
Notfallzulassung für Karate nach Art. 53 wird erwartet
Antrag auf Genehmigung nach §22 vom LVEO BW gestellt, Einsatz direkt nach der Ernte, Zusatz von Harnstoff
Blattfallkrankheit Säulenrost
Dithane NeoTec, Art.51, 2 kg, max. 4x, VB/NE, WZ F
Cuprozin progress, Art. 51, 4 l, max. 3x, VB/NE, WZ F
Dithane NeoTec oder Polyram WG in Kombination mit Harnstoff, bei vorhandenem Befall zusätzlich mit Folicur.
Aus Resistenzgründen kein Signum zu diesem Termin
Ab Blattfall
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 01. Mai 2017 um 21:52 Uhr

References: Art. 51
 §22
 §22
 §22
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art. 51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art.51
 Art. 53
 §22
 Art.51
 Art. 51