Source: https://www.kkr-lsa.de/melder/faq
Timestamp: 2020-05-28 12:54:21+00:00

Document:
FAQ - Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt
Hier haben wir die meist gestellten Fragen aufgeführt und natürlich auch beantwortet. Falls Ihre Frage nicht dabei ist, senden Sie diese gern an mail@kkr-lsa.de.
Wer muss an das Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt melden?
Der gesetzlichen Meldepflicht unterliegen in Sachsen-Anhalt Ärzte und Zahnärzte, bei Krankenhäusern der ärztliche Direktor, die an der Krankenversorgung in Sachsen-Anhalt teilnehmen. Pathologen und andere Ärzte ohne direkten Patientenkontakt sind ebenfalls zur Meldung verpflichtet (Vgl. KRG LSA § 9 Abs. 1 u. 2).
Wann muss ich an das Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt melden?
Die Meldungen an das Klinische Krebsregister richten nach sogenannten Meldeanlässen die im KRG LSA festgelegt wurden. Folgende Sachverhalte lösen die Meldeverpflichtung aus:
Diagnosestellung nach hinreichender klinischer Sicherung,
Verdachtsdiagnosen sind nicht zu melden.
histologische, zytologische oder labortechnische Sicherung,
Meldepflicht gilt auch für Operationen mit palliativer Intention.
Teiloperationen im engen zeitlichen Verlauf eines stationären Aufenthaltes werden in einer Meldung zusammengefasst.
Diagnostische Operationen werden nicht gesondert gemeldet.
Beginn und Abschluss einer Strahlentherapie erzeugen zwei getrennte Meldungen.
Systemische Therapie, medikamentöse Therapie
Beginn und Ende der Therapie stellen gesonderte Meldungen dar, nicht der Beginn des Zyklus.
Eine neue Therapie (Protokollwechsel, Second line) lösen eine erneute Meldeverpflichtung aus.
Änderung von Substanzen oder Dosen, die keine Änderungen des Therapieprotokolls auslösen, müssen nicht gesondert gemeldet werden.
Lokal ablative Verfahren und abwartende Therapiekonzepte sind zu melden.
Therapien bei Folgeerkrankungen oder Nebenwirkungen lösen keine Meldeverpflichtung aus.
Wirkt eine Therapie gleichzeitig auf verschiedene Primärtumore, ist je Tumor eine Meldeverpflichtung gegeben.
Ablehnungen von Therapien sind als Abschluss einer Therapie zu melden.
Empfehlungen von Therapien werden nicht gemeldet.
jede Änderung im Verlauf einer Tumorerkrankung (z.B. Rezidiv, Metastasen)
Hierzu zählen Rezidivereignisse.
Mehrere gleichzeitig diagnostische Ereignisse bilden eine Meldung.
Ergebnis der Nachsorgeuntersuchungen incl. einer jährlichen Meldung bei Tumorfreiheit
Bei Mehreren Nachsorgemeldungen aus unterschiedlichen Einrichtungen, wird nur die erste Meldung vergütet.
Existieren klinische Leitlinien zu dem Zeitraum, in dem die Nachsorgeuntersuchungen erfolgen sollen, ist die Meldeverpflichtung hierauf, sonst auf 10 Jahre nach Therapieende beschränkt.
Nachsorgen sind auch bei fortbestehender Tumorfreiheit zu melden.
Ist immer zu melden, unabhängig von der Ursache.
Nicht-melanotischer Hautkrebs: Nachsorge/ Tod kein Meldeanlass
Welche Daten müssen an das Klinische Krebsregister gemeldet werden?
Gemäß § 65c Abs. 1 Satz 3 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch müssen die Meldungen dem bundesweit einheitlichen ADT/GEKID-Basisdatensatzes und ihn ergänzender Module entsprechen.
Basisdatensatz.pdf
Die Variablen des ADT/ GEKID Basisdatensatzes werden folgenden Meldeanlässen zugeordnet:
Gruppe ADT/GEKID Basisdatensatzes
In Abhängigkeit der ICD:
histologische, zytologische oder labortechnische Sicherung
3. Systemische oder medikamentöser Therapie
Tumorkonferenz sofern durchgeführt
Tumorkonferenz, sofern durchgeführt
Systemische Therapie Nebenwirkungen
sofern zutreffend, erhoben, vorliegend
Mammakarzinom / DCIS
einschließlich zukünftiger Module
Bei jeder Meldung
Ausprägung „I“ = „Patient wurde informiert“
Ausprägung „W“ nicht zulässig
Gemäß § 11 Abs. 3 KRG LSA sollen die entsprechenden Daten elektronisch an das Klinische Krebsregister übermittelt werden.
Die Verordnung zur Umsetzung des Krebsregistergesetzes Sachsen-Anhalt vom 17. August 2018 fasst die Meldewege wie folgt zusammen:
Strukturierte elektronische Meldung (ADT-GEKID-XML-Schema).
Meldebögen (bitte elektronisch).
Im Zeitraum der Übergangsphase nach § 65c Abs. 5 ist es möglich Meldungen in nicht für Zwecke der Krebsregistrierung aufbereiteter Form mittels Übermittlung ärztlicher Befundberichte oder maschinell verwertbarer Datenträger abzugeben.
Das KKR LSA stellt zur elektronischen Übermittlung das webbasierende Annahmeportal zur Verfügung. Hier können Sie Ihre Meldungen in verschiedenen Datenformaten sicher an das Register übermitteln.
Registrierung bei Erstmeldung:
Falls Sie zum ersten Mal eine Meldung an das KKR LSA absetzen möchten, nutzen Sie bitte unser Stammdatenblatt zur ordnungsgemäßen Registrierung. Gleichzeitig können Sie somit eine Melde-ID beantragen, die für die elektronische Meldung an das Krebsregister benötigt wird. Fragen zum Ausfüllen des Dokuments richten Sie bitte an koordinierungsstelle@kkr-lsa.de
Generell ist der Meldeweg von den individuellen Gegebenheiten des Melders abhängig. Des Weiteren sollte sich bei der Wahl des Meldeweges vordergründig am potenziellen Meldeaufkommen orientiert werden.
Welche Regionalstelle des KKR LSA ist mein Ansprechpartner?
Um die Regionalität des Krebsregisters in Sachsen-Anhalt und damit die Nähe zum Melder aufrecht zu erhalten, wurden die über 20 Jahre bestehenden Standorte Magdeburg, Halle und Dessau erhalten. Die Einzugsgebiete blieben unverändert.
Regionalverantwortliche Magdeburg
Tel.: 0391 60745346
E-Mail: dokumentation-md@kkr-lsa.de
Regionalverantwortliche Halle
Tel.: 0345 13255311
E-Mail: dokumentation-hal@kkr-lsa.de
Regionalverantwortliche Dessau
Tel.: 0345 13255310
E-Mail: dokumentation-de@kkr-lsa.de
Muss der Patient eine Einverständniserklärung abgeben?
Die Systematik der Einverständniserklärung ist nicht mehr existent. Seit dem 01.01.2018 muss der Patient über die Meldung an das Klinische Krebsregister informiert werden. Hierfür stellt Ihnen das Register ein entsprechendes Informationsblatt zur Verfügung, welches inhaltlich mit dem Landesdatenschutz abgestimmt wurde. In welcher Art und Weise die Informationen an den Patienten übergeben wird, kann individuell entschieden werden.
Die Information des Patienten sollte in Ihrem System notiert werden, da es ein meldepflichtiges Item an das Register darstellt und zusätzlich aus rechtlichen Gründen die Daten nachgehalten werden sollten.
Patientenauskunft Faltblatt
Welche Pflichten ergeben sich für mich als Melder, wenn der Patient der Meldung an das Krebsregister widerspricht?
Die Daten müssen auch bei Widerspruch des Patienten an das Klinische Krebsregister übermittelt werden.
Der Patient kann der Speicherung seiner Daten beim Klinischen Krebsregister schriftlich in elektronischer Form oder per Post widersprechen.
Wie werden die Meldungen an das KKR LSA vergütet?
Nach § 4 Abs. 7 des Krebsregistergesetzes Sachsen-Anhalt zahlt das klinische Krebsregister an die Meldeverpflichteten oder die Einrichtung in der sie beschäftigt sind für jede vollständige und fristgerechte Meldung (8 Wochen) als Aufwandsendschädigung eine Meldevergütung auf der Grundlage von § 65c Abs. 6 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch.
Die Vergütung ist abhängig von der Vollständigkeitsprüfung zur Erstattung der Meldevergütung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Bei Meldungen nach § 4 Abs. 3 ist es dem Klinischen Krebsregister vorbehalten, den vergütbaren Meldeanlass und die Höhe der Meldevergütung festzulegen.
Meldungen zu nicht melanotischen Hautkrebsarten einschließlich ihrer Frühstadien werden einmalig nach erfüllter Meldeverpflichtung mit 5,50 € vergütet. Bei multiplem Basaliomen eines Patienten wird nur die Meldung des ersten Basalioms vergütet.
Wenn Sie trotz bestehenden Meldeanlasses der Meldeverpflichtung an das Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt nicht nachkommen, handeln Sie ordnungswidrig (KRG LSA § 18).
Welchen Nutzen hat die Meldung an das Klinische Krebsregister für mich?
Verschiedene behandelnde Einrichtungen haben jederzeit die Möglichkeit, die bisherigen Behandlungsdaten in einem einheitlichen Format abzufragen
Der Nutzen eines Krebsregisters für alle Patientinnen und Patienten hängt vor allem von der Vollzähligkeit und Vollständigkeit der erhobenen Daten ab!
Wie erhalte ich patientenbezogene Rückmeldungen?
Laut Krebsregistergesetz KRG - LSA §§ 3 (2) und 17 (1) ist die patientenbezogene Rückmeldung ein Auftrag der KKR LSA und rechtlich auch zulässig. Da derzeit noch kein Verfahren zur automatisierten elektronisch strukturierten Rückübermittlung (Vgl. Förderkriterium 3.01) gegeben ist, wird diese Kernaufgabe zunächst im Rahmen einer Antragstellung auf patientenbezogene Rückmeldung von
Daten entsprochen.
Antrag auf Übergabe und Nutzung von Krebspatientendaten
Eine Datenbereitstellung erfolgt grundsätzlich nur nach Stellung eines Antrags auf Übergabe und Nutzung von Krebspatientendaten der KKR LSA gGmbH. Dieser Antrag beinhaltet insbesondere:
Telefon / Email des Antragstellers
Klinik / Praxis / Melder-ID des Antragstellers
Patient, Zeitraum, Tumorentität, Dateninhalte der angefragten Daten
Datenformat (z.B. Excel, Access, CSV, etc.) und Datenträger für Übermittlung (CD, Mail)
Identifikation des Antragstellers
Um die Identität des Antragstellers zu prüfen bzw. zu verhindern, dass unbefugte Dritte die Daten abfragen, ist folgendes zu beachten:
die Datenherausgabe erfolgt nur an die bekannten Kontaktdaten des Leistungserbringers (Achtung, falls Adresse auf dem Antrag abweicht)
sollten nicht ohnehin Rückfragen bestehen bzw. die Anfrage angekündigt sein, wird in einem Telefonat mit dem Leistungserbringer die Anfrage geprüft
Aushändigung der Daten
Das Datenmanagement bereitet die erforderlichen Daten vor. Die IT speichert die Daten verschlüsselt auf eine DVD-R, die dem Antragsteller persönlich oder per Post (Einschreiben mit Rückschein) übergeben wird. Alternativ kann die Übermittlung per verschlüsselter E-Mail erfolgen. Die Übermittlung geht einher mit einem Beantwortungsschreiben, dass auf die gesetzlichen Grundlagen verweist. Zu Zwecken der Archivierung und Nachweisbarkeit werden die übermittelten Daten
zusammen mit Antrag, Begutachtung/Freigabe und Bescheid (PDF) elektronisch gespeichert. Einen Zugriff haben das Datenmanagement und die Lt. Koordinierungsstelle.
Wie kann ich Doppelmeldungen mit meinen Kollegen vermeiden?
Erhält das klinische Krebsregister identische Meldungen („Duplikate"), also Meldungen ohne weitergehende therapierelevante Informationen, so besteht vorrangig für die meldende Person oder Einrichtung ein Anspruch auf Meldevergütung, die die Leistung, die den Meldeanlass begründet, erbracht hat. Prinzip und richtige Vorgehensweise eines jeden Melders ist, nur den Vorgang zu melden, den er selbst durchführt!
Besteht eine Meldepflicht für Pathologen bzgl. nicht-melanotischen Hautkrebs?
Für Pathologen in Sachsen-Anhalt besteht keine Meldepflicht für alle unter die C44 fallenden nicht-melanotischen Hautkrebsarten (z.Bsp. Basaliome oder Plattenepithelkarzinome).
Nachzulesen ist diese Festlegung für das Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt unter: https://www.kkr.-lsa.de/melder/anleitungen-dokumente (Rechtliche Grundlagen)
Im § 6 Abs. (1) der Verordnung zur Umsetzung des Krebsregistergesetzes Sachsen-Anhalt sind die Meldeanlässe für nicht-melanotische Hautkrebsarten in Ergänzung zum Gesetz auf die Meldeanlässe Diagnose und Therapie eingeschränkt worden. Die übrigen Anlässe lösen folglich keine Meldepflicht aus.
Ist eine „zytologische Sicherung" bereits meldepflichtig?
Auch die zytologische Sicherung ist bereits meldepflichtig. Wie in der Verordnung zur Umsetzung des Krebsregistergesetzes Sachsen-Anhalt festgehalten, löst jede histologische, zytologische oder labortechnische Sicherung einer Diagnose eine Meldeverpflichtung aus bzw. auch bereits das bildgebende Verfahren ist meldepflichtig.
Ist die Unterschrift des niedergelassenen Arztes erforderlich, wenn der Meldebogen elektronisch ausgefüllt wird?
Bei der elektronischen Übermittlung findet die vergebene Melder-ID Verwendung. Die hinterlegte E-Mail-Adresse ist mit der ID verknüpft und gewährleistet so die eindeutige Identifizierung des Melders. Daher ist die Unterschrift auf den Meldebögen nicht zwingend erforderlich.
Wie lange muss die tumorfreie Nachsorge gemeldet werden?
Die tumorfreie Nachsorge ist abhängig von der festgelegten Länge nach Leitlinienvorgabe. Wenn diese keine Aussage treffen, dann sind 10 Jahre vorgegeben. Die eigentliche Nachsorge beginnt mit Erreichen einer Vollremission bzw. mit dem Ende der letzten Therapie. Auch jährliche Verlaufskontrollen bei Systemerkrankungen (ohne Therapieindikation) bzw. unter z.B. Antiandrogentherapie bei Prostatakarzinom sind meldepflichtig.

References: § 9
 § 65
 § 11
 § 65
 § 4
 § 65
 § 4
 § 18
 § 6