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Timestamp: 2019-06-24 14:42:34+00:00

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BFH, 24.07.1990 - VIII R 194/84 - dejure.org
https://dejure.org/1990,1141
BFH, 24.07.1990 - VIII R 194/84 (https://dejure.org/1990,1141)
BFH, Entscheidung vom 24.07.1990 - VIII R 194/84 (https://dejure.org/1990,1141)
BFH, Entscheidung vom 24. Juli 1990 - VIII R 194/84 (https://dejure.org/1990,1141)
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GG Art. 3 Abs. 1; EStG § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 8
Geldbuße - Gleichheitssatz - Mehrerlös - Betriebsausgabe
§ 4 EStG; Art.3 GG
Einkommensteuer; Abzug von Geldbußen als Betriebsausgaben
NJW 1991, 192
DB 1990, 2350
Am 23. November 1990 wies das FA den Einspruch unter Berufung auf §§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 8, 52 Abs. 3 a des Einkommensteuergesetzes (EStG) i. d. F. vom 25. Juli 1984, den Beschluß des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 23. Januar 1990 1 BvL 4-7/87 (BStBl II 1990, 483) und das BFH-Urteil vom 24. Juli 1990 VIII R 194/84 (BFHE 161, 509, BStBl II 1992, 508) als unbegründet zurück.
Daher entschied dann auch der VIII. Senat des BFH im Juli 1990 in dem Fall, der zu der Vorlage an das BVerfG geführt hatte, daß nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 8 EStG die steuerliche Abziehbarkeit der Bußgelder nicht möglich sei (Urteil in BFHE 161, 509, BStBl II 1992, 508).
Allerdings wird auch im Urteil des VIII. Senats in BFHE 161, 509, BStBl II 1992, 508 die Verfassungswidrigkeit der Nichtberücksichtigung des Bußgeldes als Betriebsausgabe im Einkommensteuerbescheid mit dem Hinweis verneint, der Kläger habe sich gegen den Bußgeldbescheid zur Wehr setzen müssen.
Dieses Abzugsverbot war im Grundsatz verfassungsmäßig (Bundesverfassungsgericht --BVerfG--, Urteil vom 23. Januar 1990 1 BvL 4, 5, 6, 7/87, BVerfGE 81, 228, BStBl II 1990, 483; BFH-Urteil vom 24. Juli 1990 VIII R 194/84, BFHE 161, 509, BStBl II 1992, 508).
Das FA weist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, daß sich nach seinerzeit einhellig vertretenem und allgemein praktiziertem Rechtsverständnis --vor dem Hintergrund des strikten steuerlichen Abzugsverbots für Geldbußen-- eher annehmen ließ, daß die Bußgeldbehörde die steuerliche Belastung, die auf den abzuschöpfenden wirtschaftlichen Vorteil entfiel, bei Festsetzung der Buße selbst berücksichtigen würde (vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 161, 509, BStBl II 1992, 508;… Senatsbeschluß vom 5. Juni 1996 I B 127/95, BFH/NV 1997, 6).
Andernfalls müsse der Verfallsbetrag durch entsprechende Auslegung des § 12 Nr. 4 EStG einkünftemindernd berücksichtigt werden (unter Hinweis auf BFH, Urteil vom 24. Juli 1990, BFHE 161, 509 , BStBl II 1992 S. 508 unter 2 c und d der Gründe).
Die Insolvenz einer Personenhandelsgesellschaft berührt das Verfahren der Gewinnfeststellung nicht, da seine steuerlichen Folgen nur die Gesellschafter persönlich und nicht den nach Insolvenzrecht abzuwickelnden Vermögensbereich der Personengesellschaft betreffen (vgl. BFH-Urteile vom 13. Juli 1967 IV 191/63, BFHE 90, 87, BStBl III 1967, 790; vom 21. Juni 1979 IV R 131/74, BFHE 128, 322, BStBl II 1979, 780; vom 24. Juli 1990 VIII R 194/84, BFHE 161, 509, BStBl II 1992, 508, und vom 23. August 1994 VII R 143/92, BFHE 175, 309, BStBl II 1995, 194;… BFH-Beschluss vom 8. August 1986 VIII R 64/85, BFH/NV 1987, 182; Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 2. April 1998 IX ZR 187/97, Deutsches Steuerrecht 1998, 947; Brandis in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, Vor § 179 AO Rz 9, m.w.N.).
Diese Rückwirkung wie im Grundsatz auch das Abzugsverbot als solches waren verfassungsmäßig (Bundesverfassungsgericht --BVerfG--, Beschluß vom 23. Januar 1990 1 BvL 4, 5, 6, 7/87, BVerfGE 81, 228, BStBl II 1990, 483; BFH-Urteil vom 24. Juli 1990 VIII R 194/84, BFHE 161, 509, BStBl II 1992, 508).
Im Anschluss hieran hat der BFH entschieden, dass Geldbußen angesichts der eindeutigen Regelung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 8 EStG auch dann nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden dürfen, wenn bei ihrer Bemessung die anfallenden Ertragsteuern nicht berücksichtigt worden sein sollten (Urteil vom 24. Juli 1990 VIII R 194/84, BFHE 161, 509, BStBl II 1992, 508).
Ob in einem solchen Fall der "verfassungswidrigen doppelten Abschöpfung des wirtschaftlichen Vorteils" ein Billigkeitserlass nach § 163 der Abgabenordnung (AO) in Betracht zu ziehen sei, hat der VIII. Senat ausdrücklich offengelassen (Urteil in BFHE 161, 509, BStBl II 1992, 508, unter 2.d).
Die daraufhin erhobenen Klagen wurden im Anschluss an den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) von 23.01.1990 BvL 4-7/97, BStBl II 1990, 483 und das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 24.07.1990 VIII R 194/84, BStBl II 1992, 508 zurückgenommen.
Die Klage sei zurückgenommen worden, nachdem das BVerfG mit seinem Beschluss vom 23.01.1990 (BStBl II 1990, 483) den § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 8 EStG nicht für verfassungswidrig erklärt habe und der BFH am 24.07.1990 (BStBl II 1992, 508 ) entschieden habe, dass eine festgesetzte Geldbuße, mit der ein erzielter Gewinn abgeschöpft worden sei, auch dann nicht als Betriebsausgabe abgezogen werden dürfe, wenn bei der Festsetzung der Geldbuße die auf die abgeschöpften Gewinne entfallenden Steuern unberücksichtigt geblieben seien und die Geldbuße somit verfassungswidrig festgesetzt worden sei.
Da aufgrund des Urteils des BFH in BStBl II 1992, 508 die verfassungswidrige Bemessung der Geldbuße in dem anhängigen Verfahren keine Berücksichtigung mehr habe finden können, habe mit einer Klageabweisung gerechnet werden müssen.
Dieses Abzugsverbot war im Grundsatz verfassungsmäßig (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts --BVerfG-- vom 23. Januar 1990 1 BvL 4, 5, 6, 7/87, BVerfGE 81, 228, BStBl II 1990, 483; BFH-Urteil vom 24. Juli 1990 VIII R 194/84, BFHE 161, 509, BStBl II 1992, 508).
FG Niedersachsen, 14.09.2005 - 2 V 4/05
Begriff des Fördergebiets

References: Art. 3
 § 4

§ 4
 Art.3
 § 4
 § 12
 § 179
 § 4
 § 163
 § 4