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Timestamp: 2016-10-23 03:12:08+00:00

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8C_258/2013 (16.10.2013)
8C_258/2013 � � Urteil vom 16. Oktober 2013
Unfallversicherung (Kausalzusammenhang; Sch�delhirntrauma; psychisches Leiden),
V.________, geboren 1984, war als Sachbearbeiterin t�tig und bei der CSS Versicherung AG (nachfolgend: CSS) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 23. Januar 2009 wurde sie beim �berqueren der Strasse auf einem Fussg�ngerstreifen von einem Auto angefahren. Die �rzte des Spital X.________, wohin sie eingeliefert wurde, diagnostizierten ein Sch�delhirntrauma Grad I, eine mediale Kollateralbandl�sion am rechten Knie sowie multiple Sch�rfverletzungen ohne radiologisch nachweisbare oss�re L�sionen (Bericht vom 24. Januar 2009). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) veranlasste im Auftrag der CSS medizinische Abkl�rungen, u.a. einen station�ren Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Y.________, der vom 9. September bis 3. November 2010 dauerte (Austrittsbericht vom 13. Dezember 2010), sowie eine kreis�rztliche Untersuchung bei Dr. med. A.________, Facharzt f�r Orthop�dische Chirurgie, FA Manuelle Medizin SAMM, Kreisarzt SUVA vom 24. Februar 2011 (Bericht vom 25. Februar 2011). Mit Verf�gung vom 19. April 2011 stellte die CSS die bislang erbrachten gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld) auf den 30. April 2011 ein und verneinte einen Anspruch auf Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung mangels rechtserheblichen Kausalzusammenhangs; daran hielt sie auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 24. Februar 2012).
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern (heute: Kantonsgericht Luzern) mit Entscheid vom 20. Februar 2013 ab, soweit darauf einzutreten war.
V.________ l�sst Beschwerde f�hren und beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei ihr eine Invalidenrente und eine Integrit�tsentsch�digung zuzusprechen; es seien die Akten mit weiteren medizinischen Abkl�rungen zu erg�nzen, w�hrend deren Dauer weiterhin Heilbehandlung zu erbringen und Taggeld auszurichten sei; ferner sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege �ber alle Instanzen zu gew�hren.
Die CSS und die Vorinstanz schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Streitig ist, ob die Beschwerdef�hrerin �ber den 30. April 2011 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat.
3.1.�Zu pr�fen ist zun�chst, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (30. April 2011) von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden konnte und allf�llige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen waren (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4.3 und E. 5 S. 115). Von der Beurteilung dieser Frage h�ngt ab, ob die Beschwerdef�hrerin weiterhin Anspruch auf die vor�bergehenden Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld) hat (vgl. Art. 19 Abs. 1 Satz 2 UVG).
3.2.�Eingliederungsmassnahmen der IV standen im Zeitpunkt des Fallabschlusses unstreitig nicht zur Diskussion. Die Beschwerdef�hrerin macht aber geltend, mangels gen�gender medizinischer Abkl�rungen k�nne nicht abschliessend beurteilt werden, ob der Endzustand erreicht gewesen sei. Aus dem Bericht der Rehaklinik Z.________ vom 19. Mai 2010 bez�glich des ambulanten Assessments vom 17. Mai 2010 ergebe sich, dass trotz fehlgeschlagener medizinischer Therapien eine multimodale station�re Rehabilitation nach wie vor indiziert gewesen sei. Die gest�tzt darauf in der Klinik Y.________ (Austrittsbericht vom 13. Dezember 2010) station�r durchgef�hrten Behandlungen h�tten nicht den gew�nschten Erfolg gebracht und deren �rzte h�tten in keiner Weise den Therapieabschluss thematisiert; ihre Empfehlung, das Arbeitspensum k�nftig kontinuierlich zu erh�hen, weise entgegen der vorinstanzlichen Auffassung darauf hin, dass sich der Gesundheitszustand noch erheblich h�tte verbessern k�nnen.
3.3.1.�Ob von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann, beurteilt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsf�higkeit, soweit sie unfallbedingt beeintr�chtigt war. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" des Gesetzgebers, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen gen�gen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115 mit Hinweisen). Sodann gilt, dass der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen ist (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388, U 244/04 E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 8C_849/2011 vom 29. Mai 2012 E. 3.2).
3.3.2.�Wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat, waren weitere medizinische Behandlungen laut dem in allen Teilen beweiskr�ftigen Bericht des SUVA-Kreisarztes vom 25. Februar 2011 unfallbedingt nicht mehr erforderlich. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin ergibt sich aus dem Bericht der Klinik Y.________ vom 13. Dezember 2010, dass ihr ab 14. November 2010 eine schrittweise Steigerung der Berufst�tigkeit zuzumuten war, beginnend mit einem Arbeitspensum von 50 %. Sie �bersieht mit ihren Vorbringen in diesem Zusammenhang zum einen, dass bereits die Rehaklinik Z.________ im angerufenen Bericht abschliessend unter dem Titel "Prognose" w�rtlich erw�hnte, "Unter Ber�cksichtigung der problematischen Punkte im obigen Abschnitt 'Reha- und Eingliederungspotential' erachten wir die Erfolgschancen obiger Empfehlungen als fraglich, (sie werden) davon abh�ngen, inwieweit sich die Patientin unvoreingenommen auf eine solche Massnahme einlassen kann." Einzig unter Ber�cksichtigung des noch jungen Alters der Versicherten wurden von der Rehaklinik Z.________ weitere Behandlungsversuche bef�rwortet. Zum anderen verkennt die Beschwerdef�hrerin, dass aus der von ihr nicht realisierten Empfehlung der Klinik Y.________, die Arbeitsf�higkeit in der angestammten Berufst�tigkeit kontinuierlich zu steigern, mit der Vorinstanz nur der Schluss gezogen werden kann, sie habe sich nicht gen�gend auf die dort durchgef�hrten Massnahmen eingelassen. Insgesamt betrachtet ist jedenfalls nicht zu beanstanden, wenn das kantonale Gericht in Best�tigung des Einspracheentscheids der CSS vom 24. Februar 2012 die vor�bergehend zu erbringenden Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung auf den 30. April 2011 eingestellt hat.
4.1.1.�Die Beschwerdef�hrerin reicht den Bericht des Dr. med. G.________, Facharzt f�r Allgemeine Medizin, vom 9. April 2013 ins bundesgerichtliche Verfahren ein und macht geltend, sie leide nach wie vor sowohl somatisch wie psychisch unter den Unfallfolgen. Da keine aktuelle umfassende Begutachtung durchgef�hrt worden sei, k�nne das heutige Beschwerdebild nicht abschliessend aufgezeigt und gesagt werden, es sei kein organisch nachweisbarer Gesundheitsschaden gegeben. Daher k�nnten die nach der Leistungseinstellung bestandenen gesundheitlichen Beeintr�chtigungen nicht zuverl�ssig beurteilt werden.
4.1.2.�Der nachtr�glich eingereichte Bericht vom 9. April 2013 ist nach Erlass des angefochtenen Entscheids vom 20. Februar 2013 ausgefertigt worden und stellt daher ein sogenanntes echtes Novum dar. Da daf�r nicht erst der vorinstanzliche Entscheid Anlass gab, kann er nicht ber�cksichtigt werden (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 135 I 221 E. 5.2.4 S. 229 f.; 135 V 194; Urteil 8C_231/2013 vom 18. Juli 2013 E. 3.2 mit weiterem Hinweis).
4.2.�Das kantonale Gericht hat die medizinischen Berichte umfassend gew�rdigt und ist gest�tzt darauf zum Schluss gelangt, f�r die im Zeitpunkt der Einstellung der vor�bergehend erbrachten Leistungen noch geklagten gesundheitlichen Beschwerden sei kein auf den Unfall vom 23. Januar 2009 zur�ckzuf�hrendes organisches Substrat im Sinne einer strukturell bedingten Ver�nderung mehr zu erkennen gewesen. Diesem Ergebnis ist auch mit Blick auf die Einwendungen der Beschwerdef�hrerin vollumf�nglich beizupflichten. Sie �bersieht, dass die geltend gemachten gesundheitlichen Beeintr�chtigungen klinisch zwar teilweise nachvollziehbar waren, sie hiegegen bildgebend nicht objektiviert werden konnten. Die Vorinstanz hat richtig erkannt, dass bez�glich der Verletzungen am Knie und dem OSG (oberes Sprunggelenk) gem�ss kreis�rztlichem Bericht keine strukturellen L�sionen mehr nachweisbar waren. Weiter hat das kantonale Gericht zutreffend erwogen, dass eine Hirnsch�digung mangels organisch erkennbaren Substrats auszuschliessen war. Mit dem kantonalen Gericht, auf dessen Erw�gungen verwiesen wird, sind in antizipierender Beweisw�rdigung von den beantragten weiteren medizinischen Abkl�rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (vgl. BGE 124 V 90 E. 4b S. 94).
4.3.1.�Nach der Rechtsprechung setzt der Leistungsanspruch aus der obligatorischen Unfallversicherung nebst einem nat�rlichen auch einen ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181 mit Hinweisen). Dabei spielt im Sozialversicherungsrecht die Ad�quanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die ad�quate weitgehend mit der nat�rlichen Kausalit�t deckt. Anders verh�lt es sich bei nat�rlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Ad�quanz vom augenf�lligen Geschehensablauf des geltend gemachten Unfallereignisses auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Ad�quanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte gepr�ft (sogenannte Psycho-Praxis; BGE 115 V 133), w�hrend nach der bei Schleudertraumen und �quivalenten Verletzungen der HWS sowie Sch�del-Hirntraumen anwendbaren sogenannten Schleudertrauma-Praxis auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen).
4.3.2.�Das kantonale Gericht hat richtig erkannt, bei der Kausalit�tspr�fung sei von einem durch den Kopfauf- oder -anprall bewirkten Sch�del-Hirntrauma auszugehen, und ist mit Hinweisen auf die Rechtsprechung zum Ergebnis gelangt, dieses habe h�chstens den Schweregrad einer Commotio cerebri (milde traumatische Hirnverletzung), nicht aber den Grenzbereich einer Contusio cerebri erreicht. Daher ist der ad�quate Kausalzusammenhang nicht nach den Regeln der Schleudertrauma-Praxis zu pr�fen, sondern nach denjenigen f�r psychogene Fehlentwicklungen nach Unfall gem�ss BGE 115 V 133.
4.4.1.�Die Vorinstanz hat weiter in �bereinstimmung mit der Praxis zu vergleichbaren Ereignissen (vgl. auch die Kasuistik in RKUV 2005 Nr. U 548 S. 228, U 306/04 E. 3.2.2 mit weiteren Hinweisen) den Unfall vom 23. Januar 2009 als im engeren Sinne mittelschwer eingestuft. Von den weiter zu pr�fenden, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umst�nden, die als massgebende Kriterien in die Gesamtw�rdigung einzubeziehen sind (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140), waren allenfalls diejenigen der k�rperlichen Dauerschmerzen sowie des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit erf�llt, allerdings ohne besondere Auspr�gung. Insgesamt betrachtet war der ad�quate Kausalzusammenhang somit zu verneinen.
4.4.2.�Die Beschwerdef�hrerin macht - wie schon im vorinstanzlichen Verfahren - im Wesentlichen geltend, den medizinischen Akten gem�ss sei der nat�rliche Kausalzusammenhang zu bejahen. Mit diesem Vorbringen �bersieht sie, dass der Voraussetzung des ad�quaten Kausalzusammenhangs auch bei denjenigen Gesundheitssch�den die Funktion einer Haftungsbegrenzung zukommt, die aus medizinischer Sicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit als nat�rliche Unfallfolge gelten k�nnen (BGE 125 V 456 E. 5c; 123 V 98 E. 3b S. 102 mit Hinweisen). Daher verm�gen die Darlegungen der Beschwerdef�hrerin die einl�ssliche und zutreffende Ad�quanzbeurteilung des kantonalen Gerichts nicht in Frage zu stellen.
Die Vorinstanz ist auf den Antrag in der kantonalen Beschwerde, es sei der Versicherten f�r das Einspracheverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bewilligen, mangels einer den Voraussetzungen von Art. 61 lit. b ATSG gen�genden Begr�ndung nicht eingetreten. Mit diesem Nichteintretensentscheid setzt sich die Beschwerdef�hrerin nicht auseinander, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann (BGE 132 V 74 E. 1.1 S. 76 mit Hinweis).
Infolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde besteht kein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege (Art. 64 Abs. 1 BGG). Die Gerichtskosten sind von der Beschwerdef�hrerin als unterliegender Partei zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

References: BGE 
 Art. 19
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 61