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Timestamp: 2016-10-22 07:08:20+00:00

Document:
2A.340/2000 (27.10.2000)
2A.340/2000/sch
II. �ffentlichrechtlichen Abteilung, Hartmann, Betschart
Zustimmung zur Aufenthaltsbewilligung
f�r A.________, hat sich ergeben:
A.- Die russische Staatsangeh�rige X.________ war in Russland mit Y.________ verheiratet. Aus der Ehe gingen die drei Kinder A.________, geb. 1982, B.________, geb. 1984, und C.________, geb. 1987, hervor. Im April 1992 wurde die Ehe geschieden. Vom September 1994 an arbeitete X.________ mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung, die mehrmals verl�ngert wurde, als T�nzerin in der Schweiz. Die Kinder blieben in Russland beim Vater und der Grossmutter m�tterlicherseits.
Am 8. September 1995 heiratete X.________ den Schweizer S.________, woraufhin sie eine Jahresaufenthaltsbewilligung im Kanton Thurgau erhielt. Im Jahre 1996 stellte sie ein Gesuch um Nachzug ihrer Kinder, das die Fremdenpolizei des Kantons Thurgau am 19. Dezember 1996 wegen ungen�gender finanzieller Mittel ablehnte. Mit Gerichtsurteil vom 16. Juni 1997 wurde X.________ von S.________ geschieden.
Sie heiratete in der Folge am 5. September 1997 den Schweizer M.________. Daraufhin erhielt sie eine Jahresaufenthaltsbewilligung im Kanton Z�rich. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor.
B.- Am 6. Oktober 1997 stellte X.________ bei der Fremdenpolizei des Kantons Z�rich ein Gesuch um Nachzug der drei russischen Kinder aus ihrer ersten Ehe. Die Fremdenpolizei lehnte das Gesuch jedoch ab. Dagegen f�hrte X.________ Rekurs beim Regierungsrat des Kantons Z�rich.
Am 4. M�rz 1998 wies das st�dtische Gericht von Koroljow (bei Moskau) die elterliche Gewalt �ber die drei Kinder der Mutter X.________ zu. Mit Entscheid vom 1. Juli 1998 wies der Regierungsrat den bei ihm h�ngigen Rekurs ab.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich hiess am 21. April 1999 eine gegen den Regierungsratsentscheid erhobene Beschwerde gut und wies die Fremdenpolizei des Kantons Z�rich an, den Kindern A.________, B.________ und C.________ die nachgesuchte Bewilligung zu erteilen.
C.- Mit Verf�gung vom 15. Juni 1999 verweigerte das Bundesamt f�r Ausl�nderfragen die Zustimmung zur Erteilung der Aufenthaltsbewilligung an die drei Kinder mit der Begr�ndung, es gebe keine stichhaltigen Gr�nde f�r eine �nderung der Betreuungsverh�ltnisse. Dagegen erhob X.________ Beschwerde beim Eidgen�ssischen Justiz- und Polizeidepartement.
In der Folge erkrankte die Grossmutter, welche die Kinder (mit)betreute, ernsthaft. Aus diesem Grund kam das Bundesamt f�r Ausl�nderfragen im Rahmen eines erweiterten Schriftenwechsels am 23. November 1999 auf die angefochtene Verf�gung teilweise zur�ck und stimmte den Aufenthaltsbewilligungen f�r die beiden j�ngeren Kinder B.________ und C.________ zu. Am 29. November 1999 schrieb das Departement die Beschwerde insoweit von der Gesch�ftskontrolle ab.
Am 4. Dezember 1999 verstarb die Grossmutter. Mit Entscheid vom 15. Juni 2000 wies das Departement die Beschwerde im verbliebenen Rahmen, d.h. im Hinblick auf die Verweigerung der Zustimmung zur Aufenthaltsbewilligung an den �ltesten Sohn A.________, ab.
D.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 26. Juli 2000 an das Bundesgericht stellt X.________ den Hauptantrag, es sei die Zustimmung zur Aufenthaltsbewilligung f�r ihren Sohn A.________ zu erteilen. Zur Begr�ndung f�hrt sie im Wesentlichen aus, der angefochtene Entscheid verletze Art. 8 EMRK sowie Art. 13 BV, widerspreche dem Grundsatz von Treu und Glauben und sei unverh�ltnism�ssig, diskriminierend und rechtsungleich.
Das Eidgen�ssische Justiz- und Polizeidepartement schliesst auf Abweisung der Beschwerde.
E.- Mit verfahrensleitender Verf�gung vom 12. September 2000 wies der Pr�sident der II. �ffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts das von X.________ gestellte Gesuch um aufschiebende Wirkung zurzeit im Hinblick darauf ab, dass A.________ sich mit einem Touristenvisum bis zum 12. November 2000 in der Schweiz aufhalten kann.
F.- Am 10. Oktober 2000 entschied der Instruktionsrichter der II. �ffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts, die kantonalen Akten beizuziehen.
1.- a) Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG schliesst die Verwaltungsgerichtsbeschwerde aus gegen die Erteilung oder Verweigerung von fremdenpolizeilichen Bewilligungen, auf die das Bundesrecht keinen Anspruch einr�umt.
Gem�ss Art. 4 ANAG entscheidet die zust�ndige Beh�rde, im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Vertr�ge mit dem Ausland, nach freiem Ermessen �ber die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung. Der Ausl�nder hat damit grunds�tzlich keinen Anspruch auf Erteilung bzw. Verl�ngerung einer Aufenthaltsbewilligung, und die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist ausgeschlossen, soweit er sich nicht auf eine Norm des Bundesrechts oder eines Staatsvertrags berufen kann, die ihm einen Anspruch auf eine solche Bewilligung einr�umt (BGE 124 II 361 E. 1a, mit Hinweisen).
Besteht ein Anspruch auf Bewilligung, ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sowohl zul�ssig gegen den letztinstanzlichen kantonalen Entscheid �ber die Erteilung oder Verweigerung einer Anwesenheitsbewilligung als auch gegen den letztinstanzlichen Entscheid der Bundesbeh�rden, d.h.
des Eidgen�ssischen Justiz- und Polizeidepartements, �ber die Verweigerung der Zustimmung zu einer Bewilligung (vgl.
BGE 120 Ib 6; vgl. auch Art. 20 Abs. 3 ANAG).
b) Die Beschwerdef�hrerin hat keinen gesetzlichen Anspruch auf Nachzug ihres �ltesten Sohnes. Hingegen garantiert Art. 8 EMRK den Schutz des Familienlebens. Gest�tzt darauf ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde des um die fremdenpolizeiliche Bewilligung ersuchenden Ausl�nders oder seiner hier anwesenden nahen Verwandten zul�ssig, wenn diese �ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verf�gen und die famili�re Beziehung tats�chlich gelebt wird und intakt ist (BGE 109 Ib 183; 124 II 361 E. 1b, mit Hinweisen).
Die elterliche Beziehung zu minderj�hrigen Kindern steht unter dem Schutz dieser Bestimmung. Als gefestigtes Anwesenheitsrecht gilt neben dem Schweizer B�rgerrecht und der Niederlassungsbewilligung jede Anwesenheit, auf die ein Rechtsanspruch besteht (vgl. BGE 119 Ib 93 E. 1c).
c) Die Beschwerdef�hrerin ist mit einem Schweizer verheiratet und hat demgem�ss gest�tzt auf Art. 7 ANAG Anspruch auf Erteilung und Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung.
Sie verf�gt somit �ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht.
Der �lteste Sohn, um dessen Nachzug es geht, ist noch nicht 18 Jahre alt. Die famili�re Beziehung wird unbestrittenermassen gelebt und ist intakt. Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher einzutreten.
2.- Nach Art. 105 Abs. 2 OG ist das Bundesgericht an die Feststellung des Sachverhaltes gebunden, wenn eine richterliche Beh�rde als Vorinstanz den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt hat.
Im vorliegenden Fall hat zwar mit dem Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich bereits einmal ein Gericht geurteilt; angefochten ist aber nicht dessen Bewilligungsentscheid, sondern die Zustimmungsverweigerung durch die Bundesbeh�rden, zuletzt durch das Eidgen�ssische Justiz- und Polizeidepartement.
Bei diesem handelt es sich nicht um eine richterliche Instanz. Deshalb steht nichts entgegen, auch die tats�chliche Entwicklung zu ber�cksichtigen, die im Nachgang zum verwaltungsgerichtlichen Urteil eingetreten ist. Dies gilt um so mehr, als auch die Bundesbeh�rden die nachtr�gliche Entwicklung ber�cksichtigt haben und insbesondere das Bundesamt f�r Ausl�nderfragen auf seinen urspr�nglich insgesamt negativen Entscheid aufgrund neuer tats�chlicher Gegebenheiten zugunsten der beiden j�ngeren Kinder teilweise zur�ckgekommen ist.
3.- a) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann der Familienschutz, wie er in Art. 8 EMRK gew�hrleistet wird, zwar unter Umst�nden einer Entfernungsmassnahme wie einer Ausweisung - und damit einer zwangsweisen Trennung von Angeh�rigen - entgegenstehen, wenn dadurch die Fortf�hrung des Familienlebens verunm�glicht oder stark beeintr�chtigt wird. Wie beim Familiennachzug nach Art. 17 Abs. 2 dritter Satz ANAG (vgl. BGE 115 Ib 97 E. 3a S. 101) geht es bei Art. 8 EMRK darum, das famili�re Zusammenleben zu erm�glichen.
Art. 8 EMRK vermittelt jedoch nicht ein absolutes Recht auf Einreise und Erteilung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung an Familienmitglieder, namentlich wenn ein Ausl�nder selbst die Entscheidung getroffen hat, von seiner Familie getrennt in einem anderen Land zu leben (BGE 122 II 385 E. 4b S. 392; 124 II 361 E. 3a S. 366/367, je mit Hinweisen).
Das Bundesgericht hatte sich schon mehrfach mit der Frage zu befassen, was bei einem Kind gilt, dessen Eltern getrennt voneinander leben oder geschieden sind, und wenn der eine Elternteil sich in der Schweiz, der andere aber im Ausland aufh�lt. In solchen F�llen k�nne es nicht - mehr - um die Zusammenf�hrung der Gesamtfamilie gehen, weshalb nicht von einem bedingungslosen Anspruch auf Nachzug der Kinder auszugehen sei (BGE 118 Ib 153 E. 2b S. 159; 124 II 361 E. 3a S. 366; vgl. BGE 115 Ib 97 E. 3a S. 101; 119 Ib 81 E. 3a S. 88).
Art. 8 EMRK sch�tzt zwar unter anderem auch die famili�re Beziehung getrennt lebender Eltern zu ihren Kindern. Die Bestimmung r�umt aber nicht demjenigen Elternteil ein Recht auf Nachzug eines Kindes ein, der freiwillig ins Ausland verreist ist, ein weniger enges Verh�ltnis zum Kind hat als der andere Elternteil oder sonstige Verwandte, die f�r das Kind sorgen, und seine bisherige Beziehung zum Kind weiterhin - im bis anhin gewohnten Rahmen - pflegen kann. Ein Nachzugsrecht des in der Schweiz lebenden Elternteils setzt vielmehr voraus, dass das Kind zu diesem die vorrangige famili�re Beziehung unterh�lt und sich der Nachzug als zu deren Pflege notwendig erweist. Dabei kommt es jedoch nicht nur auf die bisherigen Verh�ltnisse an, sondern es k�nnen auch nachtr�glich eingetretene oder k�nftige Umst�nde wesentlich werden.
Nach der Rechtsprechung ist in der Regel zun�chst der privatrechtliche Weg zu beschreiten, d.h. es ist die rechtlich verbindliche Zuteilung des Sorgerechts anzustreben.
Vorbehalten bleiben F�lle, in denen klare Anhaltspunkte f�r neue famili�re Abh�ngigkeiten oder f�r eine wesentliche Verlagerung der Beziehungsintensit�ten bestehen. Die Verweigerung einer Bewilligung l�sst sich somit jedenfalls dann nicht beanstanden, wenn die Familientrennung von den Betroffenen urspr�nglich selbst freiwillig herbeigef�hrt und f�r l�ngere Zeit aufrechterhalten worden ist, f�r die �nderung der bisherigen Verh�ltnisse keine �berwiegenden famili�ren Interessen bestehen bzw. sich ein Wechsel nicht als zwing- end erweist und die Fortf�hrung und Pflege der bisherigen famili�ren Beziehungen nicht beh�rdlich verhindert wird (BGE 122 II 385 E. 4b S. 392; 124 II 361 E. 3a S. 366 und E. 4d S. 371, je mit Hinweisen).
Damit ist auch gesagt, dass bei der Interessenabw�gung wesentlich darauf abzustellen ist, in welchem Grade das Kind bei Ber�cksichtigung der bisherigen und zuk�nftigen Betreuungsverh�ltnisse in seinem Heimatland integriert ist und wie im Vergleich dazu die Integrationsm�glichkeiten bzw.
-schwierigkeiten in der Schweiz einzusch�tzen sind. Das Bundesgericht hat mehrfach festgehalten, das Ziel der Familiennachzugsregelung (auch gem�ss Art. 8 EMRK) werde verfehlt, wenn der in der Schweiz anwesenheitsberechtigte Ausl�nder jahrelang von seinem Kind getrennt lebt und dieses erst kurz vor dem Erreichen des 18. Alterjahrs in die Schweiz holt (BGE 115 Ib 97 E. 3a S. 101; 119 Ib 81 E. 3a S. 88). Ernsthaft kann sich die Frage des nachtr�glichen Familiennach- zugs in der Regel nur bei Kindern stellen, die zwar w�hrend mehrerer Jahre im Ausland von anderen Familienangeh�rigen (anderer Elternteil, Grosseltern, usw.) betreut wurden, zum Zeitpunkt der Gesuchsstellung aber noch l�ngst nicht 18 Jahre alt sind, und wenn Gew�hr geboten ist, dass sie sich unter F�hrung des hier lebenden Elternteils in der Schweiz angemessen integrieren k�nnen. Voraussetzung ist aber, wie dargelegt, dass stichhaltige Gr�nde f�r die �nderung der Betreuungsverh�ltnisse vorliegen (nicht in der Amtlichen Sammlung ver�ffentlichtes Urteil des Bundesgerichts vom 26. Juli 1999 i.S. Krasniqi, teilweise wiedergegeben in AJP 2000 106).
b) Die gleiche Rechtslage ergibt sich neuerdings auch aus Art. 13 BV, welcher Art. 8 EMRK im Wesentlichen im Rahmen der schweizerischen Bundesverfassung rezipiert. Ein dar�ber hinausgehender Schutz leitet sich daraus hingegen - jedenfalls im vorliegenden Zusammenhang - nicht ab.
c) Die Beschwerdef�hrerin macht vorweg geltend, in ihrem Fall handle es sich nicht um einen nachtr�glichen Nachzug mit �nderung der Betreuungsverh�ltnisse, sondern um ein ganz normales Gesuch um Zusammenf�hrung einer weitgehend intakten Familie, habe sie doch immer die vorrangige Beziehung zu ihren Kindern und namentlich zu ihrem �ltesten Sohn gehabt. Das �ndert allerdings nichts daran, dass ihre Ehe mit dem Vater der Kinder geschieden wurde und diese unter seiner Betreuung in Russland zur�ckgeblieben sind, w�hrenddem sie selber in der Schweiz zun�chst einer Arbeit nachging und sich sp�ter erneut verheiratete. Auch wenn die Betreuung zu einem grossen Teil der Grossmutter m�tterlicherseits, also der Mutter der Beschwerdef�hrerin, oblag, kam es doch zu einer mehrj�hrigen Trennung der Kinder von der Mutter.
Die Grunds�tze der genannten Rechtsprechung sind daher anwendbar.
d) Die Beschwerdef�hrerin hat ihre Heimat im Jahre 1994, rund zweieinhalb Jahre nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann, verlassen, um in der Schweiz einer Erwerbst�tigkeit nachzugehen. Die Kinder wurden danach von der Grossmutter und vom Vater betreut. Zwar ist unklar, ob �berhaupt einem Elternteil bzw. welchem bei der Scheidung die elterliche Sorge �bertragen worden war. Das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich hat es aber als erstellt erachtet, und es wird von der Vorinstanz auch nicht bestritten, dass die Beschwerdef�hrerin die Kinder bis zu ihrer erstmaligen Ausreise in die Schweiz vorrangig betreut hat. Erst mit ihrer definitiven Ausreise im Jahre 1995 ergab sich - zwangsl�ufig mit ihrem Einverst�ndnis - eine l�nger dauernde Ver�nderung. Insofern haben sich die Betreuungsverh�ltnisse verschoben. Dennoch kann mit dem Verwaltungsgericht davon ausgegangen werden, dass die Kinder und insbesondere der �lteste Sohn w�hrend des gr�ssten Teils ihres Lebens von der Beschwerdef�hrerin betreut worden sind. Im M�rz 1998 wurde die elterliche Sorge folgerichtig der Mutter zuerkannt, wobei den zust�ndigen russischen Beh�rden nach der Feststellung des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich bekannt war, dass die Mutter in der Schweiz Wohnsitz hat.
Die privatrechtliche Ausgangslage ist damit seither klar.
Die Beschwerdef�hrerin macht dazu geltend, die Betreuungsverh�ltnisse h�tten sich nunmehr wieder vorrangig zu ihr verlagert. Dieser Auffassung ist denn auch das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich in seinem Urteil vom 21. April 1999 gefolgt.
e) Im Zustimmungsverfahren vor den Bundesbeh�rden brachte die Beschwerdef�hrerin weiter vor, die Betreuungsverh�ltnisse h�tten sich zus�tzlich dadurch ver�ndert, dass die Grossmutter im Verlauf des Jahres 1999 ernsthaft erkrankte und am 4. Dezember 1999 verstarb. Der Vater habe sich als unf�hig erwiesen, sich um die Kinder zu k�mmern; vielmehr h�tten diese und namentlich der �lteste Sohn immer gr�ssere psychische Probleme gehabt. F�r diesen sei die Lebensgemeinschaft mit dem Vater nicht auszuhalten, und seine schulischen bzw. studentischen Leistungen sowie �berhaupt seine Lebenssituation in der Heimat seien ernsthaft gef�hrdet. Diese Behauptung belegt die Beschwerdef�hrerin mit einer Reihe von psychologischen Gutachten.
Die Vorinstanz wendet dagegen ein, von einer Instanz zur n�chsth�heren habe die Beschwerdef�hrerin die Umst�nde zunehmend dramatisiert. Ohne dies direkt so zu bezeichnen, macht sie sinngem�ss geltend, es handle sich weitgehend um Schutzbehauptungen bzw. Gef�lligkeitsgutachten.
Es f�llt indessen auf, dass die Vorinstanz nicht zu belegen vermag und auch nicht darzulegen versucht, dass die anerbotenen Beweise untauglich oder unglaubw�rdig seien.
Immerhin hat die Beschwerdef�hrerin versucht, ihren Standpunkt mit Beweisen zu unterlegen. Das Bundesamt f�r Ausl�nderfragen hat ihre Darstellung denn in seinem R�ckkommensentscheid auch grunds�tzlich anerkannt, war dies doch letztlich die Voraussetzung f�r die Erteilung der Zustimmung zu den Bewilligungen an die beiden j�ngeren Kinder; um den neuen Entscheid treffen zu k�nnen, musste das Amt neu - in Abweichung von seinem fr�heren Standpunkt - davon ausgehen, dass sich die vorrangige Beziehung nach der schweren Erkrankung der Grossmutter verlagert hatte. Hatte das Verwaltungsgericht insofern in seinem Urteil, als die Erkrankung der Grossmutter noch nicht eingetreten bzw. bekannt war, noch von "einem absoluten Grenzfall" gesprochen, so muss nunmehr unter Gewichtung der nachfolgenden Entwicklung von einer klareren Verschiebung der Beziehungsintensit�ten ausgegangen werden.
Dass die Beschwerdef�hrerin auch die Voraussetzungen f�r eine erfolgreiche Integration in der Schweiz geschaffen hat, stellte bereits das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich fest. Die Beschwerdef�hrerin belegt ihre entsprechenden Bem�hungen, namentlich im Hinblick auf die Sprach- und weitere Ausbildung ihres Sohnes sowie seine Gesundheitspflege, erneut vor Bundesgericht. Im �brigen gibt es auch keine Hinweise darauf, dass die famili�ren Verh�ltnisse der Beschwerdef�hrerin in der Schweiz problematisch sein k�nnten. Im Gegenteil unterst�tzt ihr schweizerischer Ehemann das Zusammenleben der Ehegatten und ihres gemeinsamen Kleinkindes mit den Kindern der Beschwerdef�hrerin aus erster Ehe.
f) Die Vorinstanz h�lt nun freilich daf�r, f�r den �ltesten Sohn k�nne nicht oder jedenfalls nur in geringerem Masse von einer Verlagerung der Beziehungsverh�ltnisse ausgegangen werden, weil dieser sich bereits der Vollj�hrigkeit n�here und aufgrund seines Alters selbst�ndiger sei als seine Geschwister. Eine �nderung der Pflegeverh�ltnisse erweise sich in seinem Fall nicht als notwendig. Er k�nne auch aus dem Umstand allein, dass seinen j�ngeren Geschwistern der Nachzug nunmehr bewilligt worden sei, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die Vorinstanz beruft sich dabei in ihrer Vernehmlassung an das Bundesgericht auf das genannte Urteil vom 26. Juli 1999 i.S. Krasniqi (vgl. AJP 2000 106).
Es trifft zwar zu, dass das Bundesgericht in diesem Urteil die Rechtslage nicht f�r alle Geschwister, um deren Nachzug es damals ging, als gleich beurteilt hat. Der angerufene Entscheid ist aber mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichbar. Das Kind, welchem das Bundesgericht damals den Nachzug verweigerte, war im Zeitpunkt, als wegen des Todes seiner Grossmutter eine �nderung der Betreuungsverh�ltnisse notwendig wurde, bereits �ber 19 Jahre alt und damit - jedenfalls nach schweizerischem Recht und Verst�ndnis - vollj�hrig und selbst�ndig. Zudem hatte sein Vater jahrelang getrennt von seinen Kindern gelebt und diese nicht gesamthaft auf ein Mal nachziehen lassen. Als er dies f�r die �brig gebliebenen Kinder doch noch tat, stand das Kind, dessen Nachzug schliesslich verweigert wurde, kurz vor Vollendung des
Vorliegend verh�lt es sich anders: Als die Grossmutter ernsthaft erkrankte, war der �lteste Sohn der Beschwerdef�hrerin 16-j�hrig, und auch als sie starb, noch nicht ganz 17 Jahre alt. Hinzu kommt, dass die Beschwerdef�hrerin ein erstes Gesuch um Nachzug ihrer Kinder praktisch in jenem Zeitpunkt stellte, von dem an ihr dies �berhaupt m�glich war. Nachdem sie im September 1995 erstmals einen Schweizer geheiratet und daraufhin eine Jahresaufenthaltsbewilligung erhalten hatte, reichte sie das entsprechende Gesuch im Jahre 1996 ein, als der �lteste Sohn also 14-j�hrig war. Dabei ist auch wichtig, dass sie dies f�r alle drei Kinder tat. Der Nachzug scheiterte an den fehlenden finanziellen Mitteln. Kaum ergab sich nach der zweiten Heirat mit einem Schweizer (am 5. September 1997) eine bessere Ausgangslage, stellte die Beschwerdef�hrerin am 6. Oktober 1997 erneut ein Nachzugsgesuch. Der �lteste Sohn stand dabei kurz vor Vollendung des 15. Altersjahres. �berdies sorgte die Beschwerdef�hrerin f�r eine Anpassung bzw. Kl�rung des zivilrechtlichen Sorgerechts (Urteil des zust�ndigen russischen Gerichts vom 4. M�rz 1998) und kam damit der entsprechenden Anforderung der bundesgerichtlichen Praxis nach. Es kann der Beschwerdef�hrerin somit nicht vorgeworfen werden, sie habe ihre Kinder bzw. ihren �ltesten Sohn ohne nachvollziehbaren Grund l�ngere Zeit in Russland zur�ckgelassen bzw. mit dem Nachzugsgesuch zugewartet, um ihn aus wirtschaftlichen und nicht famili�ren Gr�nden erst relativ kurze Zeit vor Erreichen des 18. Lebensjahres in die Schweiz zu holen (vgl.
dazu BGE 119 Ib 81 E. 3a; 115 Ib 97). Ihr gesamtes Verhalten weist vielmehr darauf hin, dass es ihr von Beginn an um einen Nachzug aller Kinder ging. Dieses Bestreben entspricht dem Grundsatz der Familieneinheit bzw. verfolgt das Ziel, dass die Geschwister zusammen aufwachsen sollen. Demgegen�ber w�rde der vom Bundesamt f�r Ausl�nderfragen bewilligte Nachzug von lediglich zwei von drei Kindern eine weitere Aufsplitterung der Familie und eine nicht unproblematische Trennung der Geschwister bewirken.
Der angefochtene Entscheid unterscheidet sich damit nicht nur in massgeblicher Weise vom zitierten Urteil vom 26. Juli 1999 i.S. Krasniqi (vgl. AJP 2000 106), sondern auch von dem in BGE 119 Ib 81 beurteilten Sachverhalt, ist doch damals der Nachzug aller Kinder daran gescheitert, dass eines bereits nach kurzer Zeit von den Eltern wieder in die Heimat zur�ckgeschickt worden war und erst kurz vor Erreichen des 18. Altersjahres wieder in die Schweiz h�tte zur�ckkehren sollen.
g) Aus den Akten ist ersichtlich, dass ein Mitarbeiter der Fremdenpolizei des Kantons Z�rich nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich, womit dieses den Nachzug aller drei Kinder bewilligt hatte, schriftlich an das Bundesamt f�r Ausl�nderfragen gelangte. Er bat darum, die Zustimmung zur Bewilligung zu verweigern oder Beschwerde an das Bundesgericht zu erheben. Zur Begr�ndung gab er an, die Kinder w�rden beim Vater in Russland leben und die in der Schweiz wohnhafte Mutter sei wieder als T�nzerin t�tig.
Eine Auseinandersetzung damit, wieweit dieses Vorgehen zul�ssig war, er�brigt sich im vorliegenden Verfahren. Hingegen ist zu unterstreichen, dass die Erwerbst�tigkeit als T�nzerin den Nachzug der nahen Familienangeh�rigen nicht ausschliesst, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erf�llt sind.
h) Verst�sst der angefochtene Entscheid bereits aus den dargelegten Gr�nden gegen Bundesrecht, braucht auf die �brigen Vorbringen der Beschwerdef�hrerin nicht eingegangen zu werden.
4.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich als begr�ndet. Sie ist gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben. Gleichzeitig ist der Aufenthaltsbewilligung f�r den �ltesten Sohn der Beschwerdef�hrerin die Zustimmung zu erteilen.
Gem�ss diesem Verfahrensausgang sind keine Kosten zu erheben (Art. 156 Abs. 2 OG). Der nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrerin, die ihren Aufwand auch nicht weiter belegt, steht praxisgem�ss keine Entsch�digung zu.
1.- a) Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheissen, und der Entscheid des Eidgen�ssischen Justiz- und Polizeidepartements vom 15. Juni 2000 wird aufgehoben.
b) Der Aufenthaltsbewilligung f�r A.________ wird die Zustimmung erteilt.
3.- Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, dem Eidgen�ssischen Justiz- und Polizeidepartement sowie zur Kenntnisnahme dem Verwaltungsgericht und der Fremdenpolizei des Kantons Z�rich schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 8
 Art. 13
 Art. 100
 Art. 4

BGE 
 Art. 20
 Art. 8
 BGE 
 Art. 7
 Art. 105
 Art. 8
 Art. 17
 BGE 
 Art. 8

Art. 8
 BGE 

Art. 8
 Art. 8
 Art. 13
 Art. 8
 BGE 
 BGE