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Timestamp: 2020-07-16 01:04:29+00:00

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BGH, 18.10.2010 - II ZR 151/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,826
BGH, 18.10.2010 - II ZR 151/09 (https://dejure.org/2010,826)
BGH, Entscheidung vom 18.10.2010 - II ZR 151/09 (https://dejure.org/2010,826)
BGH, Entscheidung vom 18. Januar 2010 - II ZR 151/09 (https://dejure.org/2010,826)
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InsO § 19 aF; GmbHG § 64 Abs. 2 aF
§ 19 InsO vom 05.10.1994, § 64 Abs 2 GmbHG vom 05.10.1994, § 64 S 1 GmbHG
GmbH-Geschäftsführerhaftung: Verteilung der Darlegungs- und Beweislast bei Geltendmachung eines Ersatzanspruchs wegen Überschuldung; Aktivierung eines Anspruchs auf Rückzahlung einer Mietkaution in der Überschuldungsbilanz - Fleischgroßhandel
InsO a.F. § 19; GmbHG a.F. § 64 Abs. 2
Darlegungs- und Beweislast für Überschuldung bei Ersatzanspruch gegen Geschäftsführer
Anforderungen an die Darlegungen eines Insolvenzverwalters i.R.d. Geltendmachung eines Ersatzanspruchs nach § 64 S. 1 GmbH-Gesetz (GmbHG) gegen einen Geschäftsführer einer GmbH; Berufung auf eine Überschuldung einer Gesellschaft i.S.d. § 19 Insolvenzordnung a.F. (InsO a.F.) ...
Zur Darlegungslast des Insolvenzverwalters bei Klage gegen den GmbH-Geschäftsführer wegen Zahlungen nach Überschuldung ("Fleischgroßhandel")
Zur Darlegungs- und Beweislast des aus § 64 Abs. 2 GmbHG a.F. (= 64 Satz 1 GmbHG n.F) in Anspruch genommenen Geschäftsführers für eine positive Fortführungsprognose im Rahmen der Feststellung einer Überschuldung der Gesellschaft i.S. des 19 InsO a.F.; Aktivierung eines ...
Darlegungs- und Beweislast für positive Fortführungsprognose - Fleischgroßhnadel
gmbhr.de , S. 35 (Volltext und Entscheidungsanmerkung)
§ 19 a.F. InsO; § 64 Abs. 2 a.F. GmbHG
Haftung des Geschäftsführers: Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich Überschuldung bei Inanspruchnahme wegen Insolvenzverschleppung
InsO § 19 (a.F.); GmbHG § 64 Abs. 2 (a.F.)
Zur Darlegung der rechnerischen Überschuldung
Insolvenzverschleppung: Haftung des Geschäftsführers
Geschäftsführerhaftung bei der insolvenzreifen GmbH
Darlegungs- und Beweislast, Geschäftsführer, Liquidationswert, positive Fortführungsprognose, Überschuldung
Darlegungs- und Beweislast für positive Fortführungsprognose - Fleischgroßhandel
Darlegungs- und Beweislast für positive Fortführungsprognose
Insolvenzantragspflicht: Fortführungsprognose bei Überschuldungsprüfung
GmbHG § 64; InsO § 19 a. F.
Darlegungs- und Beweislast für eine positive Fortführungsprognose; Aktivierung eines Anspruchs in der Überschuldungsbilanz nur bei realisierbarem Vermögenswert
LG Hamburg, 26.01.2009 - 419 O 35/08
ZIP 2010, 2400
MDR 2011, 196
WM 2010, 2313
DB 2010, 2661
AnwBl 2011, 56
NZG 2010, 1393
Aus diesem Grund besteht kein Erstattungsanspruch gegen das Organ mehr, soweit es dem Insolvenzverwalter gelingt, durch die Insolvenzanfechtung eine Rückerstattung der Zahlung zu erreichen und so die Masseschmälerung wettzumachen (BGH…, Urteil vom 3. Juni 2014 - II ZR 100/13, ZIP 2014, 1523 Rn. 14; Urteil vom 18. Dezember 1995 - II ZR 277/94, BGHZ 131, 325, 327), oder wenn die Massekürzung dadurch ausgeglichen wird, dass für die Zahlung ein Gegenwert in das Gesellschaftsvermögen gelangt ist, und der Sache nach lediglich ein Aktiventausch vorliegt (vgl. BGH, Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09, ZIP 2010, 2400 Rn. 21 - Fleischgroßhandel; Urteil vom 31. März 2003 - II ZR 150/02, ZIP 2003, 1005, 1006;… vgl. auch Beschluss vom 5. November 2007 - II ZR 262/06, ZIP 2008, 72 Rn. 5).
Sollten die Entscheidungen, in denen die Berücksichtigung eines "Aktiventausches" für möglich erachtet wurde, wenn die Gegenleistung nicht nur ins Gesellschaftsvermögen gelangt ist, sondern auch darin verbleibt, anders zu verstehen sein (BGH, Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09, ZIP 2010, 2400 Rn. 21 - Fleischgroßhandel; Urteil vom 31. März 2003 - II ZR 150/02, ZIP 2003, 1005, 1006; Urteil vom 11. September 2000 - II ZR 370/99, ZIP 2000, 1896, 1897; Urteil vom 18. März 1974 - II ZR 2/72, NJW 1974, 1088, 1089), hält der Senat daran nicht fest.
Zu Lasten eines Geschäftsführers, der in der in § 64 Abs. 2 GmbHG aF beschriebenen Lage der Gesellschaft Zahlungen aus ihrem Gesellschaftsvermögen leistet, wird vermutet, dass er dabei schuldhaft, nämlich nicht mit der von einem Vertretungsorgan einer GmbH zu fordernden Sorgfalt gehandelt hat (BGH, Urteil vom 8. Januar 2001 - II ZR 88/99, BGHZ 146, 264, 274 f.;… Urteil vom 14. Mai 2007 - II ZR 48/06, ZIP 2007, 1265 Rn. 11, 15;… Urteil vom 5. Mai 2008 - II ZR 38/07, ZIP 2008, 1229 Rn. 8;… Urteil vom 8. Juni 2009 - II ZR 147/08, ZIP 2009, 1468 Rn. 7; Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09, ZIP 2010, 2400 Rn. 14 - Fleischgroßhandel).
Dieser Darlegungslast, deren Erfüllung eine umfassende Einschätzung der Unternehmenslage voraussetzt (vgl. zu den Substantiierungsanforderungen BGH, Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09, ZIP 2010, 2400 Rn. 13 - Fleischgroßhandel, m.w.N.), hat die Beklagte entgegen der Auffassung der Revisionserwiderung nicht schon dadurch entsprochen, dass sie auf die Zahlungen hingewiesen hat, die die Schuldnerin auf die Werklohnforderungen des Klägers leistete.
Vielmehr genügt für den subjektiven Tatbestand des § 64 Abs. 1 GmbHG aF die Erkennbarkeit der Konkursreife für den Geschäftsführer, wobei die Erkennbarkeit vermutet wird (BGH, Urteil vom 6. Juni 1994 - II ZR 292/91, BGHZ 126, 181, 199; Urteil vom 29. November 1999 - II ZR 273/98, BGHZ 143, 184, 185;… Urteil vom 14. Mai 2007 - II ZR 48/06, ZIP 2007, 1265 Rn. 15; Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09, ZIP 2010, 2400 Rn. 14 - Fleischgroßhandel;… Haas in Baumbach/Hueck, GmbHG, 19. Aufl., § 64 Rn. 126, 143).
aa) Eine positive Fortführungsprognose, für die im Anwendungsbereich des § 64 Satz 1 GmbHG der Geschäftsführer darlegungs- und beweispflichtig ist (BGH, Urt. v. 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09 -, ZIP 2010, 2400 ff., juris Rn. 11), setzt grundsätzlich voraus, dass der Geschäftsführer davon ausgehen darf, dass das Unternehmen trotz der wirtschaftlichen Krise nach dem Willen der Gesellschafter fortgeführt werden soll und dass die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten jedenfalls in der nächsten Zeit, im Allgemeinen mindestens bis zum Ende des laufenden und des folgenden Geschäftsjahrs, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wird erfüllen können.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs setzt die Aktivierung einer Forderung in der Überschuldungsbilanz voraus, dass die Forderung einen realisierbaren Vermögenswert darstellt und durchsetzbar ist (Urt. v. 18. Oktober 2010, a.a.O., Rn. 18).
Dem schlüssigen und realisierbaren Unternehmenskonzept muss grundsätzlich ein Ertrags- und Finanzplan zugrunde liegen, der für einen angemessenen Prognosezeitraum aufzustellen ist (BGH, Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09, ZIP 2010, 2400 Rn. 13;… Beschluss vom 9. Oktober 2006 - II ZR 303/05, ZIP 2006, 2171 Rn. 3).
Die objektive Überlebensfähigkeit der Gesellschaft kann sich zwar auch aus den übrigen Umständen ergeben (BGH…, Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 31; Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09, ZIP 2010, 2400 Rn. 13; Urteil vom 13. Juli 1992 - II ZR 269/91, BGHZ 119, 201, 215).
Eine positive Fortführungsprognose, für deren tatsächliche Voraussetzungen der in Anspruch genommene Geschäftsführer darlegungs- und beweispflichtig ist (BGH, Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09 -, Rn. 11, juris), setzt voraus, dass der Geschäftsführer davon ausgehen können muss, dass das Unternehmen trotz der wirtschaftlichen Krise nach dem Willen der Gesellschafter fortgeführt werden soll und dass die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten jedenfalls in der nächsten Zeit, im Allgemeinen mindestens bis zum Ende des laufenden und des folgenden Geschäftsjahres, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wird erfüllen können (…hierzu zuletzt Senatsurteil vom 13. Oktober 2017 - 11 U 53/17 - Rn. 45, juris;… vgl. auch Senatsurteil vom 08. November 2013 - 11 U 192/11 - Rn. 37, juris).
Weder dem Vorbringen des Beklagten noch der Anlage B1 ist zu entnehmen, dass der Beklagte subjektiv den Willen zur Fortführung des Unternehmens der Schuldnerin hatte und objektiv einen Ertrags- und Finanzplan mit einem schlüssigen und realisierbaren Unternehmenskonzept für einen angemessenen Prognosezeitraum aufgestellt hat (BGH, Urteil vom 18.10.2010, II ZR 151/09, juris Tz. 13).
Dieser Darlegungslast, deren Erfüllung eine umfassende Einschätzung der Unternehmenslage voraussetzt (vgl. zu den Substantiierungsanforderungen BGH, Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09 , ZIP 2010, 2400 Rn. 13 - Fleischgroßhandel), ist die Beklagte nicht nachgekommen.
Zwar kommt einem nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag der Handelsbilanz für die Feststellung der insolvenzrechtlichen Überschuldung lediglich indizielle Bedeutung zu (vgl. BGH, Urteil v. 16.03.2009 - II ZR 280/07, ZIP 2009, 860; Urt. v. 18.10.2010 - II ZR 151/09, ZIP 2010, 2400; Urteil v. 19.11.2013 - II ZR 229/11, ZIP 2014, 168).
LG Hamburg, 17.01.2017 - 411 HKO 112/15
Verpflichtung des Geschäftsführers der Schuldnerin zur Erstattung der nach …
LG Bonn, 08.07.2016 - 1 O 401/15
Darlehen, Beweislast, Insolvenzverwalter

References: § 19
 § 64

§ 19
 § 64
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