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Timestamp: 2020-08-12 18:57:19+00:00

Document:
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Fredenbecker Mühlenbach" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Fredenbecker Mühlenbach"
(NSG LÜ 263)
Verordnung der Bezirksregierung Lüneburg über das Naturschutzgebiet "Fredenbecker Mühlenbach" im Landkreis Stade vom 30.12.2003
(1) Das in § 2 näher bezeichnete Gebiet in den Gemarkungen Groß Fredenbeck, Klein Fredenbeck und Wedel, Gemeinde Fredenbeck, Samtgemeinde Fredenbeck, Landkreis Stade, wird zum Naturschutzgebiet "Fredenbecker Mühlenbach" erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet (NSG) hat eine Größe von ca. 118 ha.
Die Grenze des NSG ergibt sich aus der mitveröffentlichten Karte im Maßstab 1 : 10 000. Sie verläuft auf der dem NSG abgewandten Seite der grauen Linie. Gräben und lineare Gehölzstrukturen, die von der grauen Linie berührt werden, sind Bestandteil des NSG. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Abweichend hiervon verläuft die Grenze des NSG auf dem Flurstück 224/28, Flur 1, Gemarkung Wedel, 2,5 m von der Böschungsoberkante des Wedeler Mühlenbaches sowie auf den Flurstücken 58/11, 58/12, 68/1, Flur 2, Gemarkung Klein Fredenbeck, und den Flurstücken 118/29, 125, 126, Flur 2, Gemarkung Groß Fredenbeck, 2,5 m von der Böschungsoberkante des Fredenbecker Mühlenbaches entfernt.
(1) Schutzzweck ist die Erhaltung, Pflege und Entwicklung der naturnahen Bachniederung des Wedeler/Fredenbecker Mühlenbaches einschließlich angrenzender naturnaher Geestbereiche als Lebensraum schutzbedürftiger Arten und Lebensgemeinschaften.
2. die Erhaltung und Entwicklung naturnaher Laubwälder, insbesondere von
Fallenjagd mit Totfangfallen ist nicht zulässig. Fallenjagd mit Lebendfangfallen ist innerhalb eines Abstands von 100 m zu den Ufern des Wedeler/Fredenbecker Mühlenbachs und des Fredenbecker Mühlenteichs nicht zulässig.
4. die forstwirtschaftliche Nutzung privateigener Wälder wie folgt:
a. unter einzelstammweiser, boden- und vegetationsschonender Nutzung; Hybridpappeln und Nadelbäume dürfen jedoch auch flächig entnommen werden,
e. ohne Holzeinschlag und -rücken in der Zeit vom 1. März bis 31. Juli (Ausnahme: Kalamitätennutzung in Nadelholzbeständen).
Verkehrssicherungsmaßnahmen bleiben auch in Waldbeständen der öffentlichen Hand weiterhin zulässig. Hierbei anfallendes Holz ist jedoch in den Waldbeständen der öffentlichen Hand zu belassen;
5. die Bewirtschaftung vorhandener privateigener Grünlandflächen als Dauergrünland nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis i.S. des § 5 Abs. 4 BNatSchG, wie folgt:
d. unter Belassung eines nicht genutzten Randstreifens von beidseitig 2,5 m Breite am Wedeler Mühlenbach und am Fredenbecker Mühlenbach (jeweils gemessen ab Böschungsoberkante; im Bereich von Überfahrten ist die Einhaltung des Randstreifens nicht erforderlich), ausgenommen hiervon ist das Flurstück 101/4, Flur 1, Gemarkung Klein Fredenbeck,
6. die Aufforstung privateigener Grünlandflächen, soweit sie nicht zu den besonders geschützten Biotopen gemäß § 28a NNatG oder zu besonders geschütztem Feuchtgrünland gemäß § 28b NNatG zählen, mit Gehölzen standortheimischer Laubbaumarten im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde;
7. die Nutzung der vorhandenen Beerenstrauch-Plantage auf den Flurstücken 103/7 und 286/103 in der Flur 1 der Gemarkung Klein Fredenbeck im vorhandenen Umfang;
8. die Nutzung vorhandener Brunnen;
9. die Nutzung vorhandener Teichanlagen (unter Gewährleistung der Regenwasserrückhaltefunktion des Fredenbecker Mühlenteiches) wie folgt:
10. die Unterhaltung von Wegen wie folgt:
11. Maßnahmen zur Unterhaltung der vorhandenen Rohrleitungen, Kabel und Freileitungen; Erneuerung von Rohren, Masten und Fundamenten jedoch nur im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde;
12. Maßnahmen zur Unterhaltung vorhandener Drainsysteme sowie ihr Ersatz durch solche gleicher Leistungsfähigkeit;
13. die mechanische Gewässerunterhaltung (einschließlich der Bisambekämpfung), soweit dies zur Sicherung der Nutzbarkeit bebauter Grundstücke und privateigener landwirtschaftlicher Nutzflächen erforderlich ist, wie folgt:
a. ohne Mahd eines 2,5 m breiten Uferstreifens am Fredenbecker Mühlenbach und am Wedeler Mühlenbach,
15. die Nutzung der vorhandenen Bodenentnahmestelle auf dem Flurstück 101/7 der Flur 1, Gemarkung Klein Fredenbeck für den Eigenbedarf;
16. die Fischerei an den Bächen im bisherigen Umfang in Form einer Bestandshege ohne Ausübung der Handangelei (Laichschongebiet).
503.9-22221/6 – Nr. 478
Anlage zu § 3 der Verordnung der Bezirksregierung Lüneburg über das Naturschutzgebiet "Fredenbecker Mühlenbach" im Landkreis Stade
Erhaltungsziele i.S. des § 10 Abs. 1 Nr. 9 Buchst. a BNatSchG sind die Erhaltung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes folgender Lebensraumtypen des Anhangs I sowie von Populationen von Tierarten des Anhangs II (FFH-Arten) der Richtlinie 92/43/EWG:
- geschlängeltem bis mäandrierendem Verlauf, niedrigen, unverbauten, überwiegend gehölzbestandenen Ufern mit Gleit- und Prallufern (mit Vorkommen von größeren Blocksteinen), durchgängiger Sohle (aktuell gilt dies für den Bachabschnitt unterhalb des Fredenbecker Mühlenteichs, langfristig auch für den Wedeler Mühlenbach), Tief- und Flachwasserbereichen sowie vielfältiger Sedimentstruktur (Wechsel zwischen sandigen und kiesigen Bereichen, am Unterlauf auch Torfsohlen) bei insgesamt stabiler, erosionsfester Sohle (auch mit festliegenden Sand- und Kiesbänken) durch Zulassen weitgehender Eigendynamik
- Eisvogel, Gebirgsstelze, Bachforelle, Blauflügel-Prachtlibelle, Große Erbsenmuschel als sonstige charakteristische Arten,
- bei Wiederherstellung durch Zulassen der eigendynamischen Entwicklung auf seit vielen Jahren ungenutzten Brachflächen
- Iltis, Eisvogel, Nachtigall, Pirol, Kleinspecht, Wechselblättrigem Milzkraut, Gegenblättrigem Milzkraut, Bach-Nelkenwurz, Alpen-Hexenkraut, Großem Zweiblatt, Hain-Sternmiere, Hain-Gilbweiderich, Kleinem Baldrian, Sumpfdotterblume als sonstige charakteristische Arten,
• v.a. am Rande oder außerhalb der eigentlichen Bachniederung als naturnahe, strukturreiche, ungenutzte oder nur sehr extensiv genutzte Bestände aus standortheimischen Gehölzarten (v.a. Stiel-Eiche, Hänge-Birke, untergeordnet auch Wald-Kiefer und Rotbuche)
- Buntspecht, Kleiber, Gartenbaumläufer, Winter-Schachtelhalm, Einbeere als sonstige charakteristische Arten,
• vorrangig im Umfeld der Fredenbecker Mühle als strukturreiches, ungenutztes oder nur sehr extensiv genutztes Vegetationsmosaik dieser beiden Lebensraumtypen mit Rotbuche als dominierender Baumart
- Hohltaube, Schwarzspecht, Buntspecht, Waldlaubsänger als sonstige charakteristische Arten,
- Geflügelter Braunwurz, Wasserdost, Echtem Mädesüß als sonstige charakteristische Arten,
- Vermeidung von Fallenfängen.
Naturschutzgebiet "Fredenbecker Mühlenbach"

References: § 2
 § 5
 § 28
 § 28
 § 3
 § 10