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Timestamp: 2018-07-21 00:13:32+00:00

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Lexikon Steuer: Degressive Abschreibung
> Degressive Abschreibung
Degressive Abschreibung bedeutet, dass die Abschreibungsbeträge von Jahr zu Jahr fallen. Daher spricht man auch von einer Abschreibung in fallenden Jahresbeträgen. Es handelt sich um eine planmäßige Abschreibung (siehe Abschreibung - Anlagevermögen im Handelsrecht ; Abschreibung - Anlagevermögen im Steuerrecht . Daher müssen sich die Abschreibungen nach einem Abschreibungsplan richten.
für bewegliche Anlagegegenstände die Abschreibung nach § 7 Abs. 2 EStG ,
Steuerrechtliche Wahlrechte bei der Gewinnermittlung sind nach bisherigem Recht, solange das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) noch nicht in Kraft ist, in Übereinstimmung mit der handelsrechtlichen Jahresbilanz auszuüben ( § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG ). Die Methodenwahl in der Handelsbilanz ist nach der BFH-Rechtsprechung für die degressive AfA von beweglichen Wirtschaftsgütern maßgebend (BFH, 24.01.1990 - I R 17/89, BStBl II 1990, 681). Nach den Verwaltungsanweisungen ist für die steuerliche Geltendmachung der degressiven Gebäudeabschreibung erforderlich, dass in der Handelsbilanz genau die Abschreibungssätze von § 7 Abs. 5 EStG gewählt werden, andernfalls steuerlich Gebäude linear abzuschreiben sind (BMF, 30.12.1994 - IV B 2 S 2139 - 49/94, BB 1995, 196). Es reicht hiernach also für die Abschreibung nach § 7 Abs. 5 EStG bei der steuerlichen Gewinnermittlung z.B. nicht aus, wenn ein Gebäude im handelsrechtlichen Jahresabschluss geometrisch-degressiv abgeschrieben wird (OFD Frankfurt, 28.12.1994 - S 2196 A - 22 - St II 23, BB 1995 S. 672). Aus § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG wird gefolgert, dass die AfA in der Handels- und Steuerbilanz auch betragsmäßig übereinstimmen müssen (OFD Frankfurt, 23.01.1998 - S 2196 A - 22 - St II 23, BB 1998, 689).
Aufgrund des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 dürfen steuerrechtlich nur noch vor dem 01.01.2008 angeschaffte oder hergestellte bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens degressiv abgeschrieben werden. Nach dem " Gesetz zur Umsetzung steuerrechtlicher Regelungen des Maßnahmenpakets Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung " wurde die degressive Abschreibung befristet für nach dem 31.12.2008 und vor dem 01.01.2011 angeschaffte oder hergestellte bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wieder zugelassen. Die folgenden Ausführungen gelten daher steuerrechtlich nur, soweit bewegliche Wirtschaftsgüter bis einschließlich 31.12.2007 und in den Jahren 2009 und 2010 angeschafft oder hergestellt worden sind oder werden.
Bei Nettopreisen bis 150 EUR sind die geringwertigen Wirtschaftsgüter sofort abzuschreiben. Betragen die Nettopreise mehr als 150 EUR und nicht mehr als 1.000 EUR, sind sie in einen Sammelposten einzustellen und auf fünf Jahre abzuschreiben (siehe Geringwertige Wirtschaftsgüter ). Die degressive AfA kann daher nur bei Nettopreisen über 1.000 EUR genutzt werden.
Bestehen die Voraussetzungen für die Sonderabschreibung nach § 7g EStG , kann bei Erwerben in 2009 und 2010 zusätzlich zur degressiven Abschreibung auch die 20 %ige Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG genutzt werden (siehe Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung )
Degressive Abschreibung der beweglichen Anlagegegenstände
Steuerrechtlich ist die degressive Abschreibung nur für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens zulässig ( § 7 Abs. 2 Satz 1 EStG ). Aus der Voraussetzung, dass es sich um Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens handeln muss, ergibt sich, dass die Wirtschaftsgüter zu einem Betriebsvermögen gehören müssen. Betriebsvermögen gibt es nur bei Gewinneinkünften, also bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und aus selbstständiger Arbeit. Ob der Gewinn durch Betriebsvermögensvergleich oder durch Einnahmenüberschussrechnung ermittelt wird, ist nicht entscheidend.
Zu den beweglichen Anlagegegenständen zählen nur körperliche Gegenstände. Immaterielle (unkörperliche) Wirtschaftsgüter gehören nicht dazu ( R 5.5 Abs. 1 EStR , H 7.1 EStH - Bewegliche Wirtschaftsgüter). Immaterielle Wirtschaftsgüter dürfen daher steuerrechtlich nicht degressiv nach § 7 Abs. 2 EStG abgeschrieben werden.
Bewegliche Anlagegegenstände Keine beweglichen Anlagegegenstände
Körperliche Anlagegegenstände ohne Nutzungs- und Funktionszusammenhang zum Grund und Boden, zu Gebäuden, zu selbstständigen Gebäudeteilen oder zu Außenanlagen Scheinbestandteile (§ 95 BGB) Schiffe und Flugzeuge (R 7.1 Abs. 2 EStR) Betriebsvorrichtungen (R 7.1 Abs. 3 EStR) Immaterielle Einzelwirtschaftsgüter Geschäfts- oder Firmenwert Grund und Boden Gebäude Selbstständige Gebäudeteile außer Scheinbestandteilen und Betriebsvorrichtungen
Steuerrechtlich gibt es für die beweglichen Anlagegegenstände nur die geometrisch-degressive Abschreibung. Hierbei wird die Abschreibung nach einem unveränderlichen Prozentsatz vom jeweiligen Buchwert vorgenommen. Die Abschreibung ist der Höhe nach beschränkt. Die Begrenzungen der Höhe nach wurden oft geändert. Die Sätze ergeben sich für die verschiedenen Zeiträume aus der folgenden Tabelle ( § 7 Abs. 2 EStG ):
Anschaffungen bzw. Herstellungen Vielfaches vom Abschreibungssatz bei der linearen AfA , höchstens Höchstprozentsatz
bis 31.12.2000 das Dreifache 30 %
2001 bis 31.12.2005 das Doppelte 20 %
2006 bis 31.12.2007 das Dreifache 30 %
2009 und 2010 das Zweieinhalbfache 25 %
Der Übergang von der degressiven Abschreibung zur linearen Abschreibung ist zulässig. Vom Zeitpunkt des Übergangs an bemisst sich die lineare Abschreibung nach dem dann noch vorhandenen Restwert und der Restnutzungsdauer des Anlagegegenstands ( § 7 Abs. 3 EStG ). Ein Übergang von der linearen zur degressiven Abschreibung ist hingegen unzulässig.
Buchwert degressive AfA lineare AfA
02.01.2009 30.000
AfA 2009 25 % x 30.000 = 7.500 30.000 : 6 = 5.000
31.12.2009 30.000 - 7.500 = 22.500
AfA 2010 25 % x 22.500 = 5.625 22.500 : 5 = 4.500
31.12.2010 22.500 - 5.625 = 16.875
AfA 2011 25 % x 16.875 = 4.219 16.875 : 4 = 4.219
31.12.2011 16.875 - 4.219 = 12.656
AfA 2012 25 % x 12.656 = 3.165 12.656 : 3 = 4.219
31.12.2012 12.656 - 4.219 = 8.437
AfA 2013 8.437 : 2 = 4.218
31.12.2013 8.437 - 4.218 = 4.219
AfA 2014 4.219 - 1 = 4.218
31.12.2014 4.219 - 4.218 = 1
Degressive Abschreibungen sind für bewegliche Anlagegegenstände steuerrechtlich nur zulässig, wenn die Anlagegegenstände in ein laufend zu führendes Verzeichnis mit folgenden Angaben aufgenommen werden ( § 7 Abs. 2 Satz 3 , § 7a Abs. 8 EStG ):
Werden bewegliche abnutzbare Anlagen degressiv abgeschrieben, sind Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung nicht zulässig ( § 7 Abs. 2 Satz 4 EStG ). Liegen die Voraussetzungen für eine solche Abschreibung vor, ist daher zunächst zur linearen Abschreibung überzugehen, bevor wegen außergewöhnlicher technischer oder wirtschaftlicher Abnutzung abgeschrieben werden kann.
Werden Sonderabschreibungen in Anspruch genommen, sind keine degressiven Abschreibungen zulässig ( § 7a Abs. 4 EStG ) mit Ausnahme der Sonderabschreibung nach § 7g EStG ( § 7g Abs. 1 EStG ).
Degressive Abschreibung der Gebäude und Gebäudeteile
Voraussetzungen Herstellung oder Anschaffung im Jahr der Fertigstellung
Gebäude oder sonstiger Gebäudeteil, soweit nicht zu einem Betriebsvermögen gehörend oder zu einem Betriebsvermögen gehörend und Wohnzwecken dienend
Abschreibungssätze von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bei Herstellung Bauantrag bei Anschaffung obligatorischer Vertrag
vor dem 1.1.1995 28.2 1989 bis 01.01.1996 01.01 1996 bis 31.12.2003 01.01.2004 bis 31.12.2005 ab 01.01.2006
8 x 5 % 6 x 2,5 % 36 x 1,25 % 4 x 7 % 6 x 5 % 6 x 2 % 24 x 1,25 % 8 x 5 % 6 x 2,5 % 36 x 1,25 % 10 x 4 % 8 x 2,5 % 32 x 1,25 % nur noch lineare Abschreibungen
Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung ( § 7 Abs. 1 Satz 7 EStG ) sind bei nach § 7 Abs. 5 EStG abgeschriebenen Gebäuden nicht zu beanstanden ( R 7.3 Abs. 11 EStR ).
Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind bei der Bemessung der AfA im Jahr ihrer Entstehung so zu berücksichtigen, als wären sie zu Beginn des Jahres aufgewendet worden ( R 7.4 Abs. 9 Satz 3 EStR ).
Bei degressiv abgeschriebenen beweglichen Anlagegegenständen ist die Restnutzungsdauer unter Berücksichtigung des Zustands des Wirtschaftsguts im Zeitpunkt der Beendigung der nachträglichen Herstellungsarbeiten neu zu schätzen ( R 7.4 Abs. 9 Satz 1 EStR ). Ist hierbei ein anderes Wirtschaftsgut entstanden, ist die weitere AfA nach § 7 Abs. 2 EStG und der voraussichtlichen Nutzungsdauer des anderen Wirtschaftsguts zu bemessen ( R 7.4 Abs. 9 Satz 4 EStR ).
Fallen bei einem nach § 7 Abs. 5 EStG abgeschriebenem Gebäude nachträgliche Herstellungskosten an und entsteht hierdurch kein Neubau, so ist Bemessungsgrundlage für die restliche Abschreibung nach § 7 Abs. 5 EStG die Summe aus den ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und den nachträglichen Herstellungskosten. Nach Ablauf des Abschreibungszeitraums nach § 7 Abs. 5 EStG verbleibt ein Restwert. Dieser ist mit den Abschreibungssätzen von § 7 Abs. 4 Satz 1 EStG abzuschreiben (BFH, 20.01.1987 - IX 103/83, BStBl II 1987, 491). Ist durch die nachträglichen Herstellungskosten ein Neubau entstanden, kann dieser nach § 7 Abs. 5 EStG abgeschrieben werden ( R 7.4 Abs. 9 Satz 5 EStR ), wobei die Zeiträume nach der Tabelle in Abschnitt 3 zu beachten sind.

References: § 7
 § 5
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