Source: http://www.uni-speyer.de/de/studium/vorlesungsverzeichnis.php?p_id=321&action=show&id=2411&year=2019&term=2
Timestamp: 2019-04-21 01:13:24+00:00

Document:
Steuerrecht aus anwaltlicher Sicht
06.05.2019 - 17:00 bis 19:30, Vortragssaal
13.05.2019 - 17:00 bis 19:30, Vortragssaal
20.05.2019 - 17:00 bis 19:30, Vortragssaal
27.05.2019 - 17:00 bis 19:30, Hörsaal 1
03.06.2019 - 17:00 bis 19:30, Vortragssaal
17.06.2019 - 17:00 bis 19:30, Vortragssaal
24.06.2019 - 17:00 bis 19:30, Vortragssaal
01.07.2019 - 17:00 bis 19:30, Vortragssaal
08.07.2019 - 17:00 bis 19:30, Vortragssaal
15.07.2019 - 17:00 bis 19:30, Vortragssaal
22.07.2019 - 17:00 bis 19:30, Vortragssaal
In der AG sollen von der steuerrechtlichen Materie her Grundlagen im Verfahrensrecht (Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung) nebst Steuerstrafrecht, Einkommen- und Umsatzsteuerrecht herausgearbeitet bzw. gelegt und damit das Verständnis unter besonderer Berücksichtigung anwaltlicher Tätigkeit für das Steuerrecht geweckt werden. Des Weiteren wird auch ein kurzer Überblick zum Gewerbesteuer-, Erbschaftsteuer- und Grunderwerbsteuerrecht gegeben. Das Körperschaftsteuerrecht wird demgegenüber (weitestgehend) ausgeblendet bleiben. D.h. die AG richtet sich (auch) an Hörer, die bisher über keine (tiefgreifenden) Vorkenntnisse im Steuerrecht verfügen bzw. die bisher noch keine Gelegenheit hatten, sich mit dieser Materie (eingehender) zu befassen. Allerdings wird von letztgenannten Hörern erwartet, dass sie anhand der ausgegebenen Materialien, zu denen unter anderem ein zweibändiges Skript gehört, die Veranstaltung vor- bzw. nachbereiten, um den Lernerfolg zu gewährleisten. Insofern ist für Anfänger im Steuerrecht die Veranstaltung mit entsprechendem Arbeitsaufwand verbunden, da es sich zugegeben um ein nicht einfaches, sehr komplexes und höchst anspruchsvolles Rechtsgebiet handelt. D.h. der Lernerfolg hängt von der individuellen Bereitschaft der Hörer ab, sich in die Veranstaltung einzubringen und mitzuarbeiten. Hervorgehoben werden soll, dass die in der AG ausgegebenen Arbeitsmaterialien auch dazu dienen sollen, nach Abschluss des Speyersemesters Unterlagen an der Hand zu haben, um sich mit der benannten Rechtmaterie vertraut zu machen.
Das Steuerrecht gehört zu denjenigen Gebieten des Öffentlichen Rechts, mit dem die Mehrzahl der Bürger fast ihr ganzes Leben konfrontiert ist, so dass sich hier noch ein breites Betätigungsfeld für Juristen bietet. Gleichwohl spielt dieses Rechtsgebiet in der juristischen Ausbildung fast aller Bundesländer nur eine untergeordnete Rolle. Diesem Umstand will die AG gegensteuern. Die AG richtet sich vom Grundkonzept her an angehende Rechtsanwälte, aber auch an Juristen, die den Staatsdienst anstreben - sei es in der Steuerverwaltung, Kommunalverwaltung (Abteilung Abgaben bzw. Steueramt) bzw. in der Justiz als Richter resp. Staatsanwalt für Steuerstrafsachen - oder in Wirtschaftsunternehmen tätig werden wollen. Zielgruppe sind dabei - wie bereits erwähnt - auch Studierende, die bisher nur wenig bzw. keine Berührung mit dem Steuerrecht hatten. Neben der Vermittlung von Steuerrechtskenntnissen und der Gewährung eines Einblicks in die Praxis des Anwalts in Steuerrechtssachen soll auch die praktische Relevanz des Steuerrechts bei der allgemeinen anwaltlichen Tätigkeit herausgearbeitet werden. So können sich bei ganz normalen Mandaten steuerliche Problemfelder auftun, die ein Rechtsanwalt zu bedenken und zu bewältigen hat. Es seien in Folgendem nur einige Beispiele genannt: Der Anwalt, der einen Unternehmenskauf begleitet, muss sich darüber im Klaren sein, dass der Erwerber nach § 75 Abgabenordnung für die betrieblichen Steuern des erworbenen Unternehmens haftet. Auf Seiten des Verkäufers ist vom Rechtsanwalt zu prüfen, ob wirklich eine Geschäftsveräußerung vorliegt, so dass dieser Vorgang nach § 1 Abs. 1a Umsatzsteuergesetz nicht der Umsatzsteuer unterliegt. Würde dies irrtümlich unterstellt, so müsste sein Mandant dem Finanzamt gegenüber für die Umsatzsteuer aufkommen, ohne sie gegebenenfalls auf den Erwerber abwälzen zu können. Wer in einem arbeitsrechtlichen Mandat tätig wird, muss seinen Mandanten, der die Möglichkeit hat, Geschäftsführer einer GmbH zu werden, über die Haftungsrisiken in Bezug auf Steuerschulden der GmbH als gesetzlicher Vertreter nach §§ 34, 69 Abgabenordnung unterrichten können. Bei einem Vergleich im Zuge einer Kündigungsschutzklage muss der Anwalt die Steuerermäßigung nach § 34 Einkommensteuergesetz kennen. Im familienrechtlichen Mandat kann das Steuerrecht z.B. eine Rolle spielen, wenn ein Ehegatte die Zusammenveranlagung zur Einkommensteuer (§§ 26, 26b Einkommensteuergesetz) ohne ersichtlichen Grund verweigert. Es stellt sich sodann die Frage, ob das Einverständnis vor dem Zivilgericht einzuklagen oder schon die Finanzverwaltung an die Weigerung nicht gebunden ist. Aber auch der Anwalt selbst muss bei Ausübung seiner Tätigkeit wissen, ab wann er sich in eigener Person einer Steuerhinterziehung schuldig macht oder wann er für die Steuern anderer Personen haftet, um nur einige Beispiele zu nennen.
Dass das Steuerrecht auch im gesellschaftlichen bzw. politischen Bereich eine bedeutende Rolle spielt, braucht nicht besonders erwähnt zu werden, man denke nur an den Ankauf von Daten-CDs mit Informationen über Kapitalanleger durch deutsche Behörden, die Verschärfung der Anforderungen an die strafbefreiende Selbstanzeige durch das Gesetz zur Änderung der Abgabenordnung und des Einführungsgesetzes zur Abgabenordnung v. 22.12.2014 (BGBl I 2014, S. 2415) oder die Frage, die das BVerfG entschieden hat, dass die Zusammenveranlagung nach §§ 26, 26b EStG auch auf eingetragene Lebenspartnerschaften ausgeweitet werden muss (vgl. BVerfG, Beschl. v. 7.5.2013 - 2 BvR 909/06, 2 BvR 1981/06 und 2 BvR 288/07- NJW 2013, S. 2257).
Dabei soll des Weiteren das Verständnis für die grundlegenden finanzamtsinternen Abläufe geweckt werden, die auch für die Wahrnehmung der praktischen Aufgaben eines Anwalts von Bedeutung sind.
Ziel ist es demnach, dass am Ende der AG jeder Teilnehmer in der Lage ist, mit dem nötigen Problembewußtsein für steuerliche Fragestellungen seine anwaltliche Tätigkeit auszuüben. Dabei ist es klar, dass die AG nur einen Überblick gewährt, der wegen der Weite der Rechtsmaterie nicht abschließend sein kann. Gleichzeitig gewinnen Teilnehmer, die den Staatsdienst anstreben, Einblick in die Arbeit der Finanzverwaltung resp. Finanzgerichtsbarkeit bzw. in das Steuerstrafverfahren.
Thema:	Referent/in: Termin:
I. Einführung in das Steuerrecht Gehm 6.5.2019
II. Einführung in das Steuerrecht Gehm 13.5.2013
III. Einführung in das Steuerrecht Gehm 20.5.2019
Das Allphasen-Netto-Umsatzsteuer-
system mit Vorsteuerabzug - ein Überblick
IV. Steuerstrafrecht 27.5.2019
1) Strafbarkeit von Bankmitarbeitern
und Rechtsanwälten/Steuerberatern
wegen Beteiligung an Steuerhinterziehung
2) Die Selbstanzeige nach § 371 AO -
Chancen und Risiken für die Mandanten
internationalen Ermittlungsmöglichkeiten
der Finanzverwaltung hinsichtlich Kapitalanlegern
3) Gruppenarbeit Nr. 1: Ein praktischer alle Hörer/innen
Fall aus der Steuerfahndung -
Herbeiführung einer tatsächlichen
V. Änderungsmöglichkeiten von 3.6.2019
1)	Aufhebung oder Änderung von
Steuerbescheiden wegen neuer
Tatsachen oder Beweismittel
nach § 173 AO
2)	Steuerfestsetzung unter dem
Vorbehalt der Nachprüfung (§ 164 AO)
und vorläufige Steuerfestsetzung
(§ 165 AO)
3)	Das Institut der verbindlichen
Auskunft sowie andere Möglichkeiten zur
Erlangung von Rechtssicherheit im
Besteuerungsverfahren unter
besonderer Berücksichtigung der Frage
der Zulässigkeit vertraglicher Vereinbarungen
zwischen Steuerschuldner und Steuergläubiger
VI. Die Haftung für Steuerschulden 17.6.2019
1)	Die Haftung des gesetzlichen
Vertreters und Vermögensverwalters
bzw. des Verfügungsberechtigten
nach §§ 69, 34 u. 35 AO
2) Die Haftung des Steuerhinter-
ziehers nach § 71 AO
3) Die Haftung des Arbeitgebers
für Lohnsteuer nach § 42d EStG
VII. Die Einkommensteuer unter 24.6.2019
Berücksichtigung des objektiven
sowie subjektiven Nettoprinzips
1)	Der Begriff der Werbungskosten
bzw. Betriebsausgaben in Abgrenz-
ung zu Kosten der privaten
Lebensführung unter besonderer Berück-
sichtigung des Beschlusses des BFH GrS v.
21.9.2009 - GrS 1/06 - BStBl II 2010, S. 672
2) Fiskalpolitisch motivierte gesetzgeberische
Reaktionen auf Rspr. des BFH zum objektiven
Nettoprinzip am Beispiel steuerlicher Berücksichtigung
von Bildungsaufwendungen - Gesetz zur Änderung der
Abgabenordnung und weiterer Gesetze
v. 21.7.2004 (BGBl I S. 1753),
BeitrRUmsG v. 7.12.2011 (BGBl I S. 2592)
sowie Zollkodex-AnpassungsG v. 22.12.2014
(BGBl I S. 2417)
3) Steuerliche Berücksichtigung von
Aufwendungen für das häus-
liche Arbeitszimmer unter Be-
achtung von BFH GrS, Beschl. v. 27.7.2015 -
GrS 1/14 - BStBl II 2016, S. 265 und
der Regelung im Jahressteuergesetz 2010
v. 8.12.2010 (BGBl I S. 1768) als Reaktion
auf den Beschl. des BVerfG v. 6.7.2010 -
2 BvL 13/09 - BStBl II 2011, S. 318
VIII. Fragen der zeitlichen Erfassung/
Instrumentarien zur Sicherstellung
der Ertragsteuern/Die Betriebsprüfung 1.7.2019
1)	§ 160 AO - Benennung von Gläubigern
und Zahlungsempfängern - unter Berück-
sichtigung des Normenverhältnisses zum
steuerlichen Abzugsverbot von
Bestechungsgeldern nach
§ 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 10 EStG
2) Das Zufluss- bzw. Abflussprinzip in der
Einkommensteuer in Abgrenzung zur
3) Gruppenarbeit Nr. 2: Ein praktischer Fall alle Hörer/innen
aus der Betriebsprüfung
IX. Betrugsanfälligkeit 8.7.2019
des heutigen Umsatzsteuersystems am
Beispiel des umsatzsteuerlichen
Karussellgeschäfts/Steuerstrafverfahren
1)	Die „Betrugsanfälligkeit" des derzeitigen
Umsatzsteuersystems unter besonderer
Berücksichtigung des Ablaufs des
umsatzsteuerlichen	Karussellgeschäfts sowie
verwaltungstechnischer Gegenmaßnahmen
2)	Straftaten und Ordnungs-
widrigkeiten beim umsatzsteuerlichen
3) Umfang des Akteneinsichtsrecht im Steuer-
und Steuerstrafverfahren nebst Buß-
geldverfahren unter Berücksichtigung
von OLG Rostock, Beschl. v. 7.7.2015 -
20 VAs 2/15 - NZWiSt 2015, S. 351;
Möglichkeiten der Eruierung steuerlicher bzw.
steuerstrafrechtlicher Verwertungsverbote
X. Die Vereinbarkeit von steuerrechtlichen 15.7.2019
Vorschriften mit dem Grundgesetz
und europarechtlichen Vorgaben
anhand ausgewählter Einzelfälle
1) Entscheidungsmöglichkeiten des BVerfG
auf verfassungswidrige Steuernormen und
hieraus resultierende Folgen für den Steuerbürger
am Beispiel der Judikatur zum
Halbteilungsgrundsatzes gemäß
Art. 14 GG im Steuerrecht (BVerfG
Beschluss v. 22.06.1995 -
2 BvL 37/91, E 93, S. 121; BVerfG, Beschluss v.
18.1.2006 - 2 BvR 2194/99 -
NJW 2006, S. 1191)
2) Das Prinzip der Steuergerechtigkeit
am Beispiel der einstmals unterschiedlichen Be-
steuerung der Alterseinkünfte (BVerfG
Urt. v. 06.03.2002 - 2 BvL 17/99,
BStBl II 2002, S. 618 = NJW 2002, S. 1103)
und die Reaktion durch das Alterseinkünfte-
gesetz v. 5.7.2004 (BGBl I 2004, S. 1427)
3) Die Bedeutung des Europarechts für
das nationale Steuerrechtssystem
XI. Schlussveranstaltung 22.7.2019
1) Gruppenarbeit Nr. 3: Ein praktischer	alle Hörer/innen
Fall aus der Vollstreckung - Rechts-
behelfsmöglichkeiten
2) Besprechung einer original	Gehm
Klausur aus der Steuerberaterprüfung -
Steuerstrafrecht, Verfahrens- sowie
Die AG setzt auf das aktive Mitwirken der Studierenden. D.h. die Teilnehmer/innen werden aktiv in den Ablauf der AG mittels Gruppenarbeiten und Kurzvorträgen zu ausgewählten praxisrelevanten Themenbereichen eingebunden. Wie bereits erwähnt, wird erwartet, dass anhand der ausgegebenen Materialien die Veranstaltung nachbereitet bzw. vorbereitet wird. Letzteres gilt gerade für die Hörer, die bisher keine Berührung zum Steuerrecht gefunden hatten.
Der Einstieg erfolgt über das Verfahrensrecht bzw. Steuerstrafrecht, zu dem Juristen erfahrungsgemäß am schnellsten Zugang gewinnen. Die ersten zwei bis drei Veranstaltungen werden noch weitgehend allein vom Dozenten gehalten, um rechtstheoretische Fundamente zu legen. Sodann werden die Teilnehmer zunehmend aktiv eingebunden werden. Neben dem rein rechtlichen Aspekt soll daher, wie bereits erwähnt, durch Gruppenarbeit auch Kenntnisse über die wichtigsten Verfahrensabläufen in der Steuerverwaltung vermittelt werden, welche gerade auch für den Rechtsanwalt von Interesse sind, um in der Praxis sein Mandat sachgerecht ausüben zu können. So soll z.B. in einer der ersten Arbeitsgemeinschaften, nachdem die notwendigen rechtstheoretischen Grundlagen gelegt sind, ein steuerstrafrechtliches Mandat (Kapitalanleger Schweiz) durchgespielt werden. Die Gruppen werden aufgeteilt in Vertreter der Steuerfahndung (Steufa), der Bußgeld- und Strafsachenstelle (BuStra) bzw. Staatsanwaltschaft, der Veranlagungsbezirke und Verteidiger/Steuerberater des beschuldigten Steuerpflichtigen. Dabei sollen durch unterschiedliche Aufgabenstellung für jede Gruppe praxisnah auch die verschiedenen Interessenlagen in der Steuerverwaltung, wie die Diskrepanz zwischen den mehrergebnisorientierten Außendiensten einerseits und Veranlagung bzw. BuStra andererseits, herausgearbeitet werden. Sich der verwaltungsinternen Spannungsfelder klar zu sein, ist für die praktische Arbeit des Rechtsanwalts bei Wahrnehmung eines steuer- bzw. steuerstrafrechtlichen Mandats unverzichtbar, um strategisch intelligent vorgehen zu können. Diese erste Gruppenarbeit soll in die Erarbeitung einer so genannte tatsächliche Verständigung münden. Neben den Gruppenarbeiten, die Praxisspiele darstellen, sollen die Studierenden - wie erwähnt - auch durch Kurzreferate aktiv eingebunden werden. Diese Referate sollen keine Seminararbeit darstellen, sondern so gestaltet sein, wie ein Rechtsanwalt seinem Mandanten Rechtsinformationen in mündlicher und schriftlicher Form (Mandantenbrief) geben würde. D.h. sie müssen für den Laien verständlich sein und sollen keine wissenschaftliche Abhandlung unter Verwendung umfangreicher Literatur darstellen. Hierdurch sollen die Teilnehmer/innen erlernen, praxisnah zu arbeiten. Vom zeitlichen Umfang her sollen diese etwa 15 Minuten betragen. Den Referaten wird sich eine Diskussion mit weiterführenden Fallbeispielen anschließen, zu denen sodann schriftliche Musterlösungen mit weiterführenden aktuellen Hinweisen zur Nachbereitung den Teilnehmern überlassen werden. Die ersten (vorab) zu vergebenden Kurzreferate haben folgende Themen zum Gegenstand: "Das Allphasen-Netto-Umsatsteuersystem mit Vorsteuerabzug - ein Überblick", "Strafbarkeit von Bankmitarbeitern und Rechtsanwälten/Steuerberatern wegen Beteiligung an Steuerhinterziehung" sowie "Die Selbstanzeige nach § 371 AO - Chancen und Risiken für die Mandanten unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Ermittlungsmöglichkeiten der Finanzverwaltung hinsichtlich Kapitalanlegern".
Es wird gebeten, dass sich Teilnehmer bereits vor Beginn der AG für diese ersten Referate melden, damit der zügige Verlauf der AG sichergestellt ist. Auf Anfrage kann den Teilnehmern vorab auch weitere Informationen zu Literatur bzw. Bearbeitungshineise zu den Referatthemen gegeben werden. Der geplante zeitliche Ablauf der AG mit den zu behandelnden Themen ist der entsprechenden Auflistung im Vorlesungsverzeichnis zu entnehmen. Was die Themen anbelangt, so dienen diese nicht zuletzt der Verdeutlichung praxisrelevanter Grundbegrifflichkeiten. D.h. an speziellen Fragestellungen soll das Allgemeine herausgearbeitet werden. So bietet sich z.B. das Thema "Fiskalpolitisch motivierte gesetzgeberische Reaktionen auf Rspr. des BFH zum objektiven Nettoprinzip am Beispiel steuerlicher Berücksichtigung von Bildungsaufwendungen - Gesetz zur Änderung der Abgabenordnung und weiterer Gesetze v. 21.7.2004 (BGBl I S. 1753), BeitrRUmsG v. 7.12.2011 (BGBl I S. 2592) sowie Zollkodex-AnpassungsG v. 22.12.2014 (BGBl I S. 2417)" - neben der für die Hörer hinsichtlich ihrer eigenen Einkommensteuererklärung wichtigen Frage, welche Ausbildungskosten sie als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben geltend machen können - dafür an, sich den erforderlichen Veranlassungszusammenhang hinsichtlich Kostenverursachung und beruflicher Tätigkeit beim Betriebsausgaben- bzw. Werbungskostenabzug, den Auschluss der steuerlichen Abziehbarkeit gewisser Betriebsausgaben/Werbungskosten (§§ 4 Abs. 9, 9 Abs. 6, Einkommensteuergesetz), sowie die Abgrenzung von Betriebsausgaben/Werbungskosten zu Sonderausgaben (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 Einkommensteuergesetz) bzw. nicht abziehbaren Kosten der Lebensführung (§ 12 Einkommensteuergesetz) zu veranschaulichen. Gleichzeitig wird in diesem Zusammenhang die Frage zu diskutieren sein, inwiefern der Gesetzgeber frei ist, beruflich bedingte Aufwendungen von der einkommensteuerlichen Berücksichtigung ganz oder teilweise auszuschließen.
Vom Ablauf her soll in der Veranstaltung vor dem Termin, an welchem der Vortrag gehalten wird, dem Dozenten sowie den an der AG teilnehmenden Hörern/innen ein Handout zum Vortrag übergeben werden. Erwartet wird von den Hörern, dass sie vor dem Referatstermin sich das Handout sowie die hierzu vom Dozenten ausgegebenen Fälle durchlesen bzw. Lösungsversuche unternehmen, damit auch insofern der Lernerfolg durch die entsprechende Vorbereitung gesichert ist.
Vorab sei als Literatur, die neben den Unterrichtsmaterialien geeignet ist, einen Überblick über das Steuerrecht zu geben, u.a. genannt: Hans-Wolfgang Arndt, Steuerrecht; Dieter Birk, Steuerrecht; Klaus Tipke/Joachim Lang, Steuerrecht; Oliver Fehrenbacher, Steuerrecht; Eissgruber/Schallmoser, Einkommensteuerrecht; Dillberger/Fest, Einkommensteuer und Abgabenordnung sowie Dellner/Gross/Ramb/Weinfurther, Steuerrecht für Anwälte. Das Buch von Arndt wie dasjenige von Dillberger/Fest geben einen äußerst kurzen Überblick. Birk vermittelt die Materie - leider ohne Steuerstrafrecht - etwas eingehender, selbiges gilt für Fehrenbacher und Tipke/Lang geben über das gesamte Steuerrecht teilweise auch tiefergehend eine Gesamtschau. Dellner/Gross/Ramb/Weinfurther geben einen auf den Rechtsanwaltsberuf gut abgestimmten ersten Einblick ins Steuerrecht. Eisgruber /Schallmoser bringen das Einkommensteuerrecht dem/der Leser/in gut anhand von Schaubildern visualisiert, abgestimmt auf die Anforderungen für Rechtsreferendare/innen - insbesondere solche in Bayern, die obligatorisch im Steuerrecht geprüft werden - näher. Daneben sei auf die Steuerrechtsreihen vom Verlag Schäffer Poeschel (Blaue bzw. Orange Reihe) zu den Einzelsteuerrechtsgebieten hingewiesen. Zum Steuerstrafrecht eignet sich u.a. für einen ersten Überblick: Wolfgang Joecks, Steuertrafrecht bzw. Simon/Vogelberg, Steuerstrafrecht respektive Gehm, Kompendium Steuerstrafrecht. Was die Gesetzestexte anbelangt, so gibt es neben den Beck´schen Textausgaben "Steuergesetze", "Steuerrichtlinien" und "Steuererlasse" auch preiswertere Ausgaben, die nicht mit Nachlieferungen verbunden sind, wie die Beck´sche Textausgabe "Aktuelle Steuertexte", die NWB-Textausgabe "Wichtige Steuergesetze" und "Wichtige Steuerrichtlinien" - letztere enthält aber leider nur Auszüge der Richtlinien. Bitte achten Sie bei der Anschaffung von Gesetzestexten und Verwaltungsanweisungen, dass diese auf dem aktuellen Stand 2019 sind, insbesondere dass das Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften v. 11.12.2018 (BGBl I 2018, S. 2338) Eingang gefunden hat.
Sofern die Teilnehmer/innen bzw. Interessenten Fragen haben, können sie sich jederzeit per Mail (dr.matthias.gehm@t-online.de) an den Dozenten wenden. Dies gilt inbesondere auch bei auftretenden Fragen hinsichtlich der Vorbereitung der Referatsthemen.
Abschließend sei auch auf das Kolloqium (C 104) mit der Besprechung von steuerlichen Examensklausuren hingewiesen. Gerade für Juristen/innen, die durch ihre Ausbildung gewohnt sind, sich das Verständnis für Rechtmaterien klausurmäßig zu erarbeiten, ist das Kolloquium eine sinnvolle Ergänzung, auch wenn sie keine entsprechende Klausur im Staatsexamen schreiben müssen. Anfängern wird insofern dringend angeraten, um den Lernerfolg sicherzustellen, beide Veranstaltungen zu besuchen.
Schriftliche Handout zum gehaltenen Referat im Umfang von 3-5 Seiten
Referat: 15 - 20 Minuten (Handout zum Referat)

References: § 75
 § 1
 § 34
 § 371
 § 173
 § 71
 § 42
	§ 160

§ 4

Art. 14
 § 371