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Timestamp: 2020-03-29 22:34:34+00:00

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BAG, 18.10.2006 - 2 AZR 676/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,533
BAG, 18.10.2006 - 2 AZR 676/05 (https://dejure.org/2006,533)
BAG, Entscheidung vom 18.10.2006 - 2 AZR 676/05 (https://dejure.org/2006,533)
BAG, Entscheidung vom 18. Januar 2006 - 2 AZR 676/05 (https://dejure.org/2006,533)
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Wirksamkeit einer betriebsbedingten Kündigung und soziale Rechtfertigung i.S.v. § 1 Kündigungsschutzgesetz (KSchG); Revisionsgerichtliche Überprüfbarkeit tatrichterlicher Würdigung der tatsächlichen Voraussetzungen des § 1 KSchG; Kriterien für das Vorliegen eines ...
KSchG § 1 Abs. 3; BetrVG § 102 Abs. 1
Sozialauswahl: Was gilt bei der Zusammenlegung von Niederlassungen
Arbeitsplätze bei Stilllegung eines Schwesterbetriebs geschützt // "Sozialauswahl"
Zulässigkeit einer betriebsbedingten Kündigung eines Betriebsleiters bei Zusammenlegung von Betriebsteilen
AG Paderborn, 10.02.2005 - 1 Ca 2275/04
ArbG Paderborn, 10.02.2005 - 1 Ca 2275/04
LAG Hamm, 29.06.2005 - 14 Sa 438/05
NJW 2007, 2206 (Ls.)
NZA 2007, 798
Von der Unwirksamkeit einer Kündigung wegen fehlerhafter Unterrichtung der Schwerbehindertenvertretung zu einem Kündigungsgrund ist - entsprechend den Grundsätzen zur Anhörung des Betriebsrats - der Fall zu unterscheiden, dass bestimmte Kündigungsgründe mangels diesbezüglicher Beteiligung der Vertretung im Rechtsstreit nicht berücksichtigt werden können (vgl. BAG 18. Oktober 2006 - 2 AZR 676/05 - Rn. 35) .
Dies gilt selbst dann, wenn sich der Arbeitgeber ein betriebsübergreifendes Versetzungsrecht vorbehalten hat (…BAG 2. Juni 2005 - 2 AZR 158/04 -aaO; 15. Dezember 2005 - 6 AZR 199/05 - AP KSchG 1969 § 1 Soziale Auswahl Nr. 76 = EzA KSchG § 1 Soziale Auswahl Nr. 66; 18. Oktober 2006 - 2 AZR 676/05 -aaO).
Dazu gehören auch die dem Arbeitgeber bekannten, dem Kündigungsgrund entgegenstehenden Umstände (st. Rspr. Senat 13. Mai 2004 - 2 AZR 329/03 - BAGE 110, 331; 16. September 2004 - 2 AZR 511/03 - AP BetrVG 1972 § 102 Nr. 142 = EzA BetrVG 2001 § 102 Nr. 10; 18. Oktober 2006 - 2 AZR 676/05 - aaO).
der Verpflichtung des Arbeitgebers, dem Personalrat die Kündigungsgründe mitzuteilen, die für seinen Kündigungsentschluss tragend sind (vgl. dazu nur Senat 18. Oktober 2006 - 2 AZR 676/05 - AP KSchG 1969 § 1 Betriebsbedingte Kündigung Nr. 163 = EzA KSchG § 1 Soziale Auswahl Nr. 73 mwN).
Die einseitige Austauschbarkeit reicht, eine wechselseitige Austauschbarkeit ist nicht erforderlich (BAG v. 18.10.2006 - 2 AZR 676/05 - NZA 2007, 798).
Eine "Sozialauswahl" mit der Pflicht des Arbeitgebers, für den Arbeitnehmer einen besetzten Arbeitsplatz in einem anderen Betrieb des Unternehmens freizukündigen, obwohl für die Kündigung dieses Arbeitnehmers unmittelbar kein dringendes betriebliches Erfordernis besteht, lässt sich durch die Versetzungsklausel nicht rechtfertigen (s. a. BAG v. 18.10.2006 - 2 AZR 676/05 - a.a.O.;… BAG v. 15.12.2005 - 6 AZR 199/05 - a.a.O.;… BAG v. 02.06.2005 - 2 AZR 158/04 - a.a.O.).
Dies gilt grundsätzlich selbst dann, wenn sich der Arbeitgeber ein betriebsübergreifendes Versetzungsrecht vorbehalten hat (…BAG 2. Juni 2005 - 2 AZR 158/04 - aaO; 15. Dezember 2005 - 6 AZR 199/05 - AP KSchG 1969 § 1 Soziale Auswahl Nr. 76 = EzA KSchG § 1 Soziale Auswahl Nr. 66; 18. Oktober 2006 - 2 AZR 676/05 - aaO).
An einer Vergleichbarkeit fehlt es jedoch, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht einseitig im Rahmen des Direktionsrechts auf einen anderen Arbeitsplatz umsetzen oder versetzen kann (…BAG 17. Februar 2000 aaO; zuletzt: 2. Februar 2006 - 2 AZR 38/05 - AP KSchG 1969 § 1 Betriebsbedingte Kündigung Nr. 142 = EzA KSchG § 1 Betriebsbedingte Kündigung Nr. 144; 18. Oktober 2006 - 2 AZR 676/05 - EzA KSchG § 1 Soziale Auswahl Nr. 73).
Eine in diesem Sinn objektiv unvollständige Anhörung verwehrt es dem Arbeitgeber allerdings, im Kündigungsschutzprozess Gründe nachzuschieben, die über die Erläuterung des mitgeteilten Sachverhaltes hinausgehen (BAG vom 18.10.2006 - 2 AZR 676/05 - NZA 2007, 798 Rn. 35).
bb) Wer in den Kreis der von einer sozialen Auswahl betroffenen Arbeitnehmer einzubeziehen ist, richtet sich nach arbeitsplatzbezogenen Merkmalen und damit nach der ausgeübten Tätigkeit (BAG Urteil vom 05.06.2008 - 2 AZR 907/06 - NZA 2008, 1120; BAG Urteil vom 18.10.2006 - 2 AZR 676/05 - NZA 2007, 798).
Es reicht aus, wenn der Arbeitnehmer aufgrund seiner bisherigen Aufgaben und angesichts seiner beruflichen Qualifikation die andersartige aber gleichwertige Tätigkeit eines Kollegen/einer Kollegin ausüben kann (BAG Urteil vom 18.10.2006 - 2 AZR 676/05 - a. a. O.).
(3) Damit bleibt festzuhalten, dass sich nach Maßgabe arbeitsplatzbezogener Merkmale die Tätigkeit des Leiters/der Leiterin einer dreigruppigen Einrichtung mit der Tätigkeit des Leiters/der Leiterin einer viergruppigen Einrichtung als vergleichbar darstellt, so dass eine Sozialauswahl zwischen der Klägerin als Leiterin der Einrichtung St. M und der Leiterin der Einrichtung St. M stattzufinden hat, zumal für die zu prüfende Austauschbarkeit der Arbeitnehmer die einseitige Austauschbarkeit ausreicht und eine wechselseitige Austauschbarkeit nicht erforderlich ist (BAG Urteil vom 18.10.2006 - 2 AZR 676/05 - NZA 2007, 798).
LAG Rheinland-Pfalz, 15.08.2007 - 8 Sa 293/07
Kündigung infolge Auftragsrückgang und Personalreduzierung
LAG Rheinland-Pfalz, 23.03.2012 - 9 Sa 736/11
Betriebsbedingte Kündigung - Sozialauswahl - Vergleichbarkeit der Arbeitnehmer

References: § 1
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 § 102
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