Source: http://jataka.nibbanam.com/Band_V/j532.htm
Timestamp: 2019-05-20 07:36:49+00:00

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532. Die Erzählung von Sona und Nanda (Sona-Nanda-Jataka)
§D. Die Begebenheit gleicht der im Sama-Jataka [Jataka 540] erzählten.
§1. „Bist du 'ne Gottheit, ein Gandharva
oder Sakka Purindada [5]?
Bist du ein wundermächt'ger Mensch?
Wie sollen wir dich denn erkennen?“
§2. „Ich bin kein Gott und kein Gandharva,
auch nicht Sakka Purindada.
Ein wundermächt'ger Mensch bin ich;
erkenne dies, o Bharata.“
§3. „Gar groß sind deine Dienste, Herr,
und mannigfach, die du erwiesest:
§4. Dann in dem Glutwind schrecklich heiß,
da schufest du uns kühlen Schatten;
darauf inmitten meiner Feinde
§5. Hierauf die blühnden Königreiche
hast du dir Untertan gemacht;
§8. Ja selbst die Hälfte meines Reiches
werde ich gern dem Herren geben,
wenn du nach einem Thron verlangst;
verkündige uns, was du wünschest.“
§9. „Nach einem Thron verlangt mich nicht
noch nach 'ner Stadt oder nach Schätzen;
und auch nach einem andern Land
§10. „Im Lande, das dem Herrn gehört,
ist 'ne Einsiedelei im Walde;
mein Vater und die Mutter,
beide wohnen in der Einsiedelei.
§11. An ihnen in den frühren Zeiten
durft' ich nicht tun ein gutes Werk;
dich möcht ich zum Begleiter nehmen
und Sona um Verzeihung bitten.“
§12. „Ich will nach deinem Worte tun,
das du mir sagtest, o Brahmane;
§13. „Mehr denn hundert Leute vom Lande
und hochvermögende Brahmanen,
edelgeboren, ruhmerfüllt
und ferner noch König Manoja
§14. „Elefanten schirr' man an und Pferde,
den Wagen richte, Wagenlenker;
über den Wagen Fahnen aus!
Ich werde zur Einsiedelei
hingehen, wo Kosiya [6] weilt.“
§15. Darauf entfernte sich der König
§16. „Wer ist der Wasserholer, dem
die Tragstang' aus Kadamba-Holz
vier Zoll über der Schulter schwebt,
ohne sie dabei zu berühren?“
§17. „Ich bin Sona, du großer König,
ein Büßer tugendhaften Wandels,
§18. Indem im Wald ich Früchte hole
und Wurzeln auch, o Landesherrscher,
ernähr ich damit meine Eltern,
§21. Nachdem er so gesprochen hatte,
ging eilend der große Asket
hinfliegend durch den weiten Luftraum,
nachdem die Fürsten er belehrt.
§22. Nachdem die Hütte er gereinigt
und einen Sitz bereitet hatte,
§24. Und als er dessen Wort vernommen,
da ging eilend der große Weise
heraus aus der Einsiedelei
und setzt sich an der Türe nieder.
§25. Als er nun diesen kommen sah,
der hell erstrahlte wie das Feuer,
umgeben von der Fürsten Schar,
§26. „Wem sind die Pauken und die Trommeln,
wem werden sie vorausgetragen,
§27. Wem ist das aus dem goldnen Bande,
dem dicken, das blitzähnlich leuchtet,
§28. Wie Gold, das auf der Fackel Spitze
§29. Wem ist der schöne Sonnenschirm,
der vorgehaltne, mit den Bändern,
§30. Wer hat gelegt sich auf die Schulter
den allerschönsten Yakschweifwedel
und reitet auf dem Elefanten
§31. Wer ist von weißen Sonnenschirmen,
von edlen Rossen wohl gepanzert
§34. Und wem gehört dies große Heer,
das ihm nachfolgt von hinten her,
sich nicht auflehnend, unermesslich
den Wogen gleich des Ozeans?
wie Indra, Herr der Siegesgötter [8],
kommt hierher auf Nandas Verlangen
zu der Heil'gen Einsiedelei.
§36. Ihm nur gehört dies große Heer,
den Wogen gleich des Ozeans.“
§37. Mit Sandelpulver wohl besprengt,
mit Kasi-Kleidern angetan
falteten alle sie die Hände
§39. Gibt es Stechfliegen hier und Mücken
Wird durch im Wald schweifende Tiere
Euch auch Verletzung nicht zuteil?“
§40. „Nur gut geht es uns, großer König,
und auch gesund sind, König, wir.
§41. Stechfliegen gibt es hier und Mücken
Durch die im Wald schweifenden Tiere
§43. Willkommen dir, du großer König,
nicht ungünstig bist du gekommen [10];
§45. Hier ist auch kühles Wasser da,
§48. „Die Landbewohner mehr als hundert
sowie wohlhabende Brahmanen
und diese Könige hier alle
edel geboren, ruhmerfüllt,
dazu noch König Manoja
mögen mein Wort genehmigen.
§49. Auch die Dämonen, die hier wohnen
als Nachbarn der Einsiedelei,
die Geister [13], die im Walde weilen,
sie sollen hören auf mein Wort.
§50. Nachdem die Geister ich verehrt',
sprech ich zu diesem frommen Weisen:
So wie dein eigner rechter Arm
§51. Der ich den Vater und die Mutter
von mir gern unterhalten möchte,
§52. Es ist ja allen dies gestattet,
erlaube du es darum mir.
Ehrfurcht Bezeigen und Bedienen
§53. Dort gibt es andre Menschen noch,
die auch den Pfad der Tugend kennen,
dass es der Weg zum Himmel ist,
§54. Durch Ehrerbietung und Bedienung
dass ich den Eltern Glück verschaffe,
dies gute Werk verhindert er
außer Acht lässt, du großer König,
und unrecht an den Älter'n tut,
§59. „Im Dunkel haben wir die Weisheit
erlangt wie eine Flamm' vom Feuer;
das Recht jetzt deutlich ausgelegt.
§61. „Da ich so bitte, nicht beachtest
du mein demüt'ges Händefalten;
§62. „Gewiss, Nanda, verstehst du jetzt
das Recht, das allen ist verkündet.
Edel bist du, edel dein Wandel;
§63. Ich rede zu dem Herren [16] und
zur Frau; vernehmet meine Worte:
§64. Während ich diente meinen Eltern
und ihnen Wohlergehn verschaffte,
§65. Und wer, fürwahr, ihr heil'gen Büßer [17],
von euch nach Lust sich etwas wünscht,
der rufe nur den Nanda her;
§66. „Du hast, o Sona, uns erlaubt,
dass wir an ihn uns halten dürfen.
Ich möchte Nanda küssen dürfen,
§67. „Wie des Assattha [18] junger Spross
wenn er vom Winde wird geschüttelt,
so zittert jetzt mein Herz, da ich
seit langer Zeit den Nanda sehe.
§68. Wenn ich im Schlaf in meinem Traume
den Nanda wiederkommen sehe,
§69. Und wenn ich, da ich ihn erwarte,
den Nanda nicht gekommen sehe,
befällt mich stärker nur der Kummer
und größer wird mein Herzeleid.
§70. Doch heute sehe ich seit langem
den Nanda wieder heimgekehrt;
§71. Dem Vater auch ist Nanda lieb;
doch weil Nanda zurückgekehrt,
soll, Lieber, Nanda dies erhalten:
mich soll Nanda bedienen dürfen.“
§72. „Die mitleidsvoll und hilfsbereit
uns vordem Wohlgeschmack bereitet',
§73. Die früher uns mit Milch gestillt,
die Mutter, die uns Gutes tat,
§74. „Wenn sie nach einem Sohn verlangt,
bringt sie Verehrung dar der Gottheit;
sie forscht nach der Konstellation
und nach der Art der Jahreszeiten [19].
§75. Wenn sie dann nach der Zeit gebadet,
entsteht in ihr die Leibesfrucht;
dadurch kommt sie in Schwangerschaft
und guter Hoffnung [20] nennt man sie.
§77. Mit ihrer Mutterbrust, mit Singen,
durch die Berührung ihres Körpers
§78. Wenn dann die heißen Winde wehen,
beschützt sie ihren kleinen Sohn,
§79. Das Geld, welches die Mutter hat,
und auch des Vaters ganze Habe,
§80. ‘So tu, mein Sohn, tu dies, mein Sohn’,
damit muss sich die Mutter plagen.
Und wenn ihr Sohn im Jünglingsalter,
zur Nacht verliebt in andre Frauen,
am Abend nicht nach Hause kommt,
§81. Wenn so ein Mann mit Müh erzogen
nicht seiner Mutter eifrig dient,
§82. Wenn so ein Mann mit Müh erzogen
nicht seinem Vater eifrig dient,
§83. Das Geld auch des Geldgierigen
verloren geht, so hörte ich,
§84. Das Geld auch des Geldgierigen
§85. Doch große Freude und Vergnügen,
Ergötzung stets und Lustbarkeit,
§86. Und große Freude und Vergnügen,
die des Wagens Achsenzapfen gleichen;
wenn diese Güte nicht besteht,
§89. Ruhm und Verehrung mög' erhalten
die Kindermutter wie der Vater.
voll Mitleid sind sie zu den Kindern;
drum soll ihnen Verehrung zollen
§92. Mit Speise und darauf mit Trank,
mit Kleidern und mit gutem Lager,
§93. Mit solchen Diensten für die Eltern
erwerben sich die Weisen hier
[9] Der Areka-Nussbaum ist Areca Catechu.
[10] Diese beiden Zeilen stehen auch im Jataka 503 Strophe 12 Zeilen 3-4.

References: §1

§2

§3

§4

§5

§8

§9

§10

§11

§12

§13

§14

§15

§16

§17

§18

§21

§22

§24

§25

§26

§27

§28

§29

§30

§31

§34

§36

§37

§39

§40

§41

§43

§45

§48

§49

§50

§51

§52

§53

§54

§59

§61

§62

§63

§64

§65

§66

§67

§68

§69

§70

§71

§72

§73

§74

§75

§77

§78

§79

§80

§81

§82

§83

§84

§85

§86

§89

§92

§93