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Timestamp: 2019-06-16 13:51:01+00:00

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BSG, 27.01.1965 - 6 RKa 15/64 - dejure.org
BSG, 27.01.1965 - 6 RKa 15/64
https://dejure.org/1965,1143
BSG, 27.01.1965 - 6 RKa 15/64 (https://dejure.org/1965,1143)
BSG, Entscheidung vom 27.01.1965 - 6 RKa 15/64 (https://dejure.org/1965,1143)
BSG, Entscheidung vom 27. Januar 1965 - 6 RKa 15/64 (https://dejure.org/1965,1143)
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Krankenkasse - Tätigkeitsbereich des Kassenarztes - Honorarverteilungsmaßstab - Berufsfreiheit - Honorarkürzung
BSG, 27.01.1965 - 6 RKa 17/64
BSG, 27.01.1965 - 6 RKa 18/64
BSGE 22, 218
NJW 1965, 2025
MDR 1965, 694
Ihre Zulässigkeit ist insoweit an Art. 12 Abs. 1 iVm Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) zu messen, weil Honorarverteilungsmaßnahmen, mit denen die Vergütung für bestimmte Leistungen oder Leistungskomplexe begrenzt werden soll, unabhängig von dem damit verfolgten Zweck objektiv eine berufsregelnde Tendenz entfalten und damit mittelbar in die Berufsausübung der betroffenen Kassen- und Vertragsärzte eingreifen (BVerfGE 33, 171, 182 f; im gleichen Sinne auch schon BSGE 22, 218, 219; allgemein zur Relevanz mittelbarer Eingriffe in die Berufsfreiheit: BVerfGE 46, 120, 137 f;… BVerfG SozR 3-2500 § 311 Nr. 1 S 3 f).
Ob außerdem noch andersgeartete Zielsetzungen, etwa eine Verhinderung überproportionaler Einkommenssteigerungen bei bestimmten Leistungsarten (bejahend BSG USK 88196 S 989 f) oder gar generelle Maßnahmen der Einkommenslenkung mit der Absicht, möglichst vielen Kassenärzten einen angemessenen Anteil an der Gesamtvergütung zu sichern (offengelassen in BSGE 22, 218, 221 = SozR Nr. 4 zu § 368f RVO; zurückhaltend insoweit BVerfGE 33, 171, 186), erlaubt sind und wo die Grenze des der KÄV als HVM-Normgeberin zukommenden Gestaltungsermessens zu ziehen ist, bedarf auch im vorliegenden Fall keiner endgültigen Klärung, weil sich die umstrittene Kontingentierung der Laborvergütung im Rahmen der schon bisher in der Rechtsprechung als legitim anerkannten Regelungszwecke hält.
Im Hinblick darauf aber, daß die Beschlußfassung über einen HVM ebenfalls den Erlaß einer Norm betrifft (so bereits der erkennende Senat in BSGE 22, 218, 219 = SozR Nr. 4 zu § 368f Reichsversicherungsordnung (RVO) und BSGE 29, 111, 113 = SozR Nr. 12 zu § 368f RVO), ist es gerechtfertigt, aus der gleichen grundsätzlichen Erwägung auch für einen Rechtsstreit zwischen einem Arzt und seiner KÄV, in dem die Rechtmäßigkeit des HVM bezweifelt wird, vom Erfordernis einer notwendigen Beiladung der Krankenkassenverbände abzusehen, die am Zustandekommen des HVM in Form des "Benehmens" zu beteiligen sind.
Ob eine KÄV überhaupt grundsätzlich aus ihrem Sicherstellungsauftrag berechtigt ist, existenzgefährdete Arztpraxen auf den Weg über die Honorarverteilung zu Lasten anderer Praxen finanziell zu stützen, ist bisher nicht abschließend entschieden worden (…vom erkennenden Senat offengelassen in BSGE 20, 52, 56 = SozR Nr. 3 zu § 368c RVO;… BSGE 21, 235, 236 = SozR Nr. 3 zu § 368f RVO; BSGE 22, 218, 221 = SozR Nr. 4 zu § 368f RVO;… BSGE 73, 131, 137 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 4 und die nicht veröffentlichten Parallelentscheidungen dazu 6 RKa 14/92, 15/92 und 35/92).
Auf die Revision der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein hat das Bundessozialgericht die Entscheidungen der Vorinstanzen aufgehoben und die Klagen mit folgender Begründung abgewiesen (vgl. BSGE 22, 218): Die gesetzliche Grundlage der beanstandeten Regelung, § 368 f Abs. 1 Satz 3 bis 5 RVO , greife zwar mittelbar in die Freiheit der kassenärztlichen Berufsausübung ein, werde aber durch vernünftige Gründe des Gemeinwohls gerechtfertigt.
Nach Meinung der Beschwerdeführer liegt eine solche Verletzung vor, weil § 2 des Honorarverteilungsmaßstabes in Verbindung mit der Ertragsstaffel zu wenig differenziert gewesen sei und bestehende Unterschiede zwischen den Ärzten unberücksichtigt gelassen habe (vgl. NJW 1965, S. 2025, wo von einem nivellierenden Schematismus gesprochen wird).
Der Tatbestand der übermäßigen Ausdehnung der vertragsärztlichen Tätigkeit ist erfüllt, wenn angesichts des Umfangs der von einem Vertragsarzt abgerechneten Leistungen davon auszugehen ist, dass die einzelnen Leistungen nicht mehr in einer der Leistungsbeschreibung entsprechenden Art und Weise erbracht worden sein können, mithin Qualitätsmängel zu befürchten sind (…vgl BVerfGE 33, 171, 186 = SozR Nr. 12 zu Art. 12 GG S Ab 16 R f; BSGE 22, 218, 221 = SozR Nr. 4 zu § 368f S Aa 4;… BSG SozR 3-2200 § 368f Nr. 3 S 5;… SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 S 47;… vgl auch BSGE 81, 213, 224 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 23 S 159 f).
müssen die erbrachten Leistungen medizinisch gleichwertig sein (zum hohen Rang des Gebots gründlicher und sorgfältiger Behandlung vgl zB BSGE 22, 218, 220 = SozR Nr. 4 zu § 368f RVO Bl Aa 4;… zur Berücksichtigung des Heilerfolgs vgl BSG SozR 2200 § 358n Nr. 36 S 120).
Der Senat geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass bei einer übermäßigen Ausdehnung der vertragsärztlichen Tätigkeit nicht mehr die Gewähr gegeben ist, dass sich der Arzt bzw Therapeut jedem Patienten in dem Maße zuwenden kann, wie es die ihm aufgegebene persönliche Leistungserbringung erfordert (…BSG SozR 2200 § 368f Nr. 14 S 48 f;… BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 8 S 45, 47 f;… BSG SozR 3-2200 § 368f Nr. 3 S 5 mwN; vgl auch BSGE 22, 218, 220 ff = SozR Nr. 4 zu § 368f RVO, Bl Aa 4 ff).
Insbesondere gilt dies für Mechanismen, die - wie etwa Individualbudgets oder arztgruppenbezogene Honorartöpfe - von den jeweiligen Normgebern, bis zum 31.12.2003 also den KÄVen, innerhalb der ihnen zustehenden Gestaltungsfreiheit (…s hierzu BSG SozR 3-2500 § 85 Nr. 34 S 263, 269;… BSG SozR 4-2500 § 85 Nr. 17 RdNr 9, 13, 22; s schon BSGE 22, 218, 224 = SozR Nr. 4 zu § 368f RVO, Bl A a 5, 6) entwickelt worden sind.
Der Verteilungsmaßstab ist ein Akt autonomer Rechtsetzung der öffentlichen Körperschaft; er wird von der KV als einer dem Staat eingeordneten juristischen Person des öffentlichen Rechts (§ 368 k Abs. 3 Satz 1 RVO) im Rahmen der ihr durch das Gesetz verliehenen Autonomie mit Wirksamkeit für die ihr angehörenden und unterworfenen Personen erlassen (BSGE 22, 218, 219;… Peters Hdb. der Krankenversicherung Teil 2, 17. Aufl. § 368 f Anm. 13).
Im Hinblick darauf aber, daß die Beschlußfassung über einen HVM ebenfalls den Erlaß einer Norm betrifft (so bereits der erkennende Senat in BSGE 22, 218, 219 = SozR Nr. 4 zu § 368f RVO und BSGE 29, 111, 113 = SozR Nr. 12 zu § 368f RVO), ist es gerechtfertigt, aus der gleichen grundsätzlichen Erwägung auch für einen Rechtsstreit zwischen einem Arzt und seiner KÄV, in dem die Rechtmäßigkeit des HVM bezweifelt wird, vom Erfordernis einer notwendigen Beiladung der Krankenkassenverbände abzusehen, die am Zustandekommen des HVM in Form des "Benehmens" zu beteiligen sind.
Ob eine KÄV überhaupt grundsätzlich aus ihrem Sicherstellungsauftrag berechtigt ist, existenzgefährdete Arztpraxen auf den Weg über die Honorarverteilung zu Lasten anderer Praxen finanziell zu stützen, ist bisher nicht abschließend entschieden worden (…vom erk Senat offengelassen in BSGE 20, 52, 56 = SozR Nr. 3 zu § 368c RVO;… BSGE 21, 235, 236 = SozR Nr. 3 zu § 368f RVO; BSGE 22, 218, 221 = SozR Nr. 4 zu § 368f RVO;… BSGE 73, 131, 137 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 4 und die nicht veröffentlichten Parallelentscheidungen dazu 6 RKa 14/92, 15/92 und 35/92).
BSG, 30.03.1977 - 6 RKa 13/76
Honorarbegrenzungsregelung - Rechtmäßigkeit - Unkostenpauschale
BSG, 26.01.1994 - 6 RKa 16/91
Krankenversicherung - Gesamtvergütung - Honorarverteilungsmaßstab - Kassenarzt - …
Vergütungsbegrenzung - Honorarverteilungsmaßstab - Verhütung übermäßiger …
BSG, 30.09.1983 - 6 RKa 29/82
Honorarverteilungsmaßstab - Laborleistung - Honorar für Laborleistungen
BSG, 10.04.1987 - 6 RKa 37/86
BSG, 10.04.1987 - 6 RKa 54/86
BSG, 26.01.1994 - 6 RKa 33/91
Honorarverteilungsmaßstab - Grenzbeträge - Grundrechtsverletzung
BSG, 16.03.1967 - 6 RKa 22/66
Honorarkürzungen eines Kassenarztes durch die Kassenärztliche Vereinigung wegen …
BSG, 30.03.1977 - 6 RKa 3/76
Kassenärztliche Versorgung - Honorarverteilungsmaßstab einer KÄV - Besondere …
BSG, 21.01.1969 - 6 RKa 27/67
Honorarverteilungsmaßstab - Festsetzung durch Kassenärztliche Vereinigung - …
BSG, 16.03.1967 - 6 RKa 24/66
Honorarkürzungen durch die kassenärztliche Vereinigung wegen Unwirtschaftlichkeit …
BSG, 06.05.1988 - 6 RKa 29/87
BSG, 19.07.1983 - 6 RKa 11/82
BSG, 05.03.1981 - 6 RKa 12/79
BSG, 19.10.1971 - 6 RKa 5/71
Ersatzkassenpraxis - Beteiligter Arzt - Streit um Beteiligung - Senatsbesetzung - …
LSG Bayern, 19.02.1985 - L 12/Ka 49/83
Kassenvertrag; Vertragsarzt; Krankenschein; Ärztliche Behandlung; Kassenärztliche …
BSG, 19.07.1983 - 6 RKa 12/82
BSG, 21.11.1972 - 6 RKa 36/69
SG München, 13.04.1988 - S 31/Ka 1038/87

References: Art. 12
 Art. 3
 § 311
 § 368
 § 368
 § 368
 § 368
 § 368
 § 368
 § 85
 § 368
 § 2
 Art. 12
 § 368
 § 368
 § 85
 § 85
 § 368
 § 358
 § 368
 § 85
 § 368
 § 368
 § 85
 § 85
 § 368
 § 368
 § 368
 § 368
 § 368
 § 368
 § 368
 § 85