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Timestamp: 2020-02-18 12:12:23+00:00

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BFH, 17.09.1997 - II R 74/94 - dejure.org
BFH, 17.09.1997 - II R 74/94
https://dejure.org/1997,4706
BFH, 17.09.1997 - II R 74/94 (https://dejure.org/1997,4706)
BFH, Entscheidung vom 17.09.1997 - II R 74/94 (https://dejure.org/1997,4706)
BFH, Entscheidung vom 17. September 1997 - II R 74/94 (https://dejure.org/1997,4706)
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ErbStG § 12 Abs 1, BewG § 11 Abs 2
Anteilsbewertung; Bewertung; Stuttgarter Verfahren
FG Münster, 23.06.1994 - 3 K 5558/93
FG Münster, 10.03.1995 - 3 K 5558/93
DStRE 1998, 235
Bei Holdinggesellschaften ist der Kaskadeneffekt nicht hinzunehmen, weil in derartigen Fällen der Gesichtspunkt der Effektensubstitution zum Tragen kommt (vgl. BFH-Urteile vom 3. Dezember 1976 III R 98/74, BFHE 121, 93, BStBl II 1977, 235, unter 2.b; vom 17. September 1997 II R 74/94, BFH/NV 1998, 318, und in BFHE 191, 393, BStBl II 2000, 251, unter II.A.1.b).
Die Betrachtungsweise, die an der grundsätzlichen wirtschaftlichen Identität der Anteile an der Holdinggesellschaft mit den von dieser gehaltenen Anteilen anknüpft, findet dort ihre Grenze, wo die Zwischenschaltung der juristisch selbständigen Holdinggesellschaft zu Veränderungen des gemeinen Werts der Anteile i.S. des § 9 BewG führt (BFH-Urteil in BFH/NV 1998, 318, unter II.2.).
Hierunter fallen nach der Rechtsprechung des BFH insbesondere auch Verfügungsbeschränkungen, die ihren Geltungsgrund in der Mitgliedschaft und den mitgliedschaftlichen Rechtsbeziehungen zwischen den Gesellschaftern und der Gesellschaft haben (…vgl. etwa BFH-Urteil vom 17. Juni 1998 II R 46/96, BFH/NV 1999, 17), z.B. wenn nach dem Gesellschaftsvertrag die Veräußerung von Anteilen der Zustimmung aller Gesellschafter bedarf (vgl. BFH-Urteile vom 17. September 1997 II R 74/94, BFH/NV 1998, 318 undvom 17. Juni 1998 II R 46/96, BFH/NV 1999, 17).
Bei Holding-Gesellschaften ist der Kaskadeneffekt nicht hinzunehmen, weil in derartigen Fällen der Gesichtspunkt der Effektensubstitution zum Tragen kommt (vgl. BFH-Urteile vom 3. Dezember 1976 III R 98/74, BFHE 121, 93, BStBl II 1977, 235, unter 2.b; vom 17. September 1997 II R 74/94, BFH/NV 1998, 318, und in BFHE 191, 393, BStBl II 2000, 251, unter II.A.1.b).
Die Betrachtungsweise, die an der grundsätzlichen wirtschaftlichen Identität der Anteile an der Holding-Gesellschaft mit den von dieser gehaltenen Anteilen anknüpft, findet dort ihre Grenze, wo die Zwischenschaltung der juristisch selbstständigen Holding-Gesellschaft zu Veränderungen des gemeinen Werts der Anteile i.S. des § 9 BewG führt (BFH-Urteil in BFH/NV 1998, 318, unter II.2.).
Gemäß der Verweisung des § 12 ErbStG auf § 11 BewG erstreckte sich die Anwendung des Stuttgarter Verfahrens auf die Erbschaft- und Schenkungsteuer (BFH vom 17. September 1997 II R 74/94, BFH/NV 1998, 318, HFR 1998, 263, DStRE 1998, 235; vom 5. Juni 1991 II R 80/88, BFHE 164, 461, BStBl II 1991, 725; vgl. Wendt, Steuer und Wirtschaft --StuW-- 1987, 18); auch für Stichtage während des von 1993 bis 1996 geltenden Rechtszustands oder speziell - wie hier - in 1993 (vgl. Nieder sächsisches FG vom 15. Juni 2005 3 K 388/02, EFG 2005, 1669; FG München vom 16. Mai 2001 4 K 251/98, [...]).
Denn soweit die Klägerin damit die Beweiswürdigung des FG beanstandet, ist die Rüge materiell-rechtlicher Natur; nichts anderes gilt, soweit das Vorbringen auf die dem Anscheinsbeweis zugrunde liegenden Erfahrungssätze zu beziehen ist (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 25. August 1997 X B 53, 54/97, BFH/NV 1998, 318;… Gräber/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 4. Aufl., § 115 Rn. 28 und 29).
Anteile an einer Holding-Kapitalgesellschaft, deren Geschäftsbetrieb durch die Verwaltung beherrschender Anteile an anderen Kapitalgesellschaften gekennzeichnet ist, sind für die Anteilsbewertung als wirtschaftlich identisch mit den von der Holding-Gesellschaft gehaltenen Anteilen anzusetzen; die Anteile an einer solchen Holding-Gesellschaft sind ohne Berücksichtigung der Ertragsaussichten nur mit dem Vermögenswert anzusetzen (vgl. BFH, Urteile vom 03.12.1976 III R 98/74, BStBl 1977 II 235 ff; BFHE 121, 93 -99 und vom 17.09.1997 II R 74/94, BFH/NV 1998 318 ff); diese höchstrichterliche Rechtsprechung hat ihren Niederschlag in Abschn. 81 VStR gefunden.
Diese Methode ist in der Rechtsprechung unstreitig anerkannt (vgl. BFH-Urteil vom 17. September 1997 II R 74/94, BFH/NV 1998, 318 m.w.N.).
Der gemeine Wert bestimmt sich dann allein am Vermögenswert der Kapitalgesellschaft (vgl. BFH Urteile vom 10. März 1993 II R 81/89, BFH/NV 1994, 361, vom 17. September 1997 II R 74/94, BFH/NV 1998, 318 …und vom 11. Januar 2006 II R 76/04, BFH/NV 2006, 1257 bzw. Beschlüsse vom 26. Februar 2003 II B 191/01, BFH/NV 2003, 888 …und vom 31. Oktober 2003 II B 72/02, BFH/NV 2004, 471).

References: § 12
 § 11
 § 9
 § 9
 § 12
 § 11
 § 115