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Timestamp: 2019-11-14 21:54:12+00:00

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BFH, 08.02.1974 - III R 27/73 - dejure.org
https://dejure.org/1974,622
BFH, 08.02.1974 - III R 27/73 (https://dejure.org/1974,622)
BFH, Entscheidung vom 08.02.1974 - III R 27/73 (https://dejure.org/1974,622)
BFH, Entscheidung vom 08. Februar 1974 - III R 27/73 (https://dejure.org/1974,622)
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Einheitlicher Feststellungsbescheid - Betriebsvermögen - KG - Zustellungsbevollmächtigter - Benennung - Zustellungsmangel - Heilung - Nachweislicher Erhalt - Fristlauf
BFHE 111, 453
DB 1974, 1048
BStBl II 1974, 367
Es ist zwischen der Prüfungsanordnung als Verwaltungsakt und ihrer Bekanntgabe zu unterscheiden (vgl. BFH-Urteil vom 8. Februar 1984 III R 27/73, BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367).
Für eine ordnungsmäßige Bekanntgabe ist - wie sich aus dem Rechtsgedanken des § 9 des Verwaltungszustellungsgesetzes ergibt - ausschlaggebend, daß der Verwaltungsakt den Bekanntgabeempfänger erreicht und er erkennen kann, daß ihm der Bescheid mit Wirkung für den Inhaltsadressaten zur Kenntnis gegeben werden soll (vgl. BFH in BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 3, 67; BFH-Urteil vom 8. Dezember 1988 IV R 24/87, BFHE 155, 472, BStBl II 1989, 346).
BFH, 25.05.1976 - VIII R 66/74
Klage - Feststellung der Nichtigkeit - Einheitlicher Steuerbescheid - …
Die tatsächliche Bekanntgabe durch die gemäß § 211 Abs. 3 und § 91 Abs. 1 Satz 3 AO erforderliche Zustellung des in den Akten befindlichen Bescheides an den Betroffenen ist für die Entstehung des Verwaltungsakts nicht erforderlich (vgl. zuletzt BFH-Urteile vom 26. Juli 1974 III R 94/73, BFHE 113, 164, BStBl II 1974, 725; vom 8. Februar 1974 III R 27/73, BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367;… Becker-Riewald-Koch, a. a. O., § 93 AO Anm. 1 Abs. 1, § 91 AO Anm. 1 Abs. 5; zu den Voraussetzungen des Entstehens von Verwaltungsakten vgl. im einzelnen Laubinger, Der Verwaltungsakt mit Doppelwirkung, 1967, 93 mit weiteren Nachweisen; Tipke-Kruse, Reichsabgabenordnung/Finanzgerichtsordnung, Kommentar, § 91 AO Anm. 8/9).
Sind diese Voraussetzungen gegeben, so bestimmt sich nach Zustellungsrecht, wie und an wen zur wirksamen Bekanntgabe zugestellt werden muß (vgl. z. B. BFH-Urteil III R 27/73 mit weiteren Nachweisen).
Nach der Rechtsprechung des BFH ist die Nichtbeachtung einer Bekanntgabevollmacht (vgl. § 8 Abs. 1 Satz 2 VwZG) durch Bekanntgabe an den Steuerpflichtigen persönlich - auch wenn der Bescheid nicht an den Bevollmächtigten adressiert war (vgl. BFH-Urteil vom 8. Februar 1974 III R 27/73, BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367) - ein nach dem Rechtsgedanken des § 9 Abs. 1 VwZG heilbarer Bekanntgabemangel.
Da es im Streitfall um die Einspruchsfrist geht, die mit der Zustellung des Haftungsbescheids in Lauf gesetzt wird, schließt § 9 Abs. 2 VwZG die Heilung des Zustellungsmangels nicht aus (BFH-Urteile vom 8. Februar 1972 VIII R 14/68, BFHE 105, 85, BStBl II 1972, 506, und in BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367).
Nach Auffassung des III. Senats des BFH (Urteil vom 8. Februar 1974 III R 27/73, BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367) schadet es allerdings, wenn der zustellungsbevollmächtigte Gesellschafter im Kopf des Bescheides nicht besonders benannt ist.
Unerheblich ist hierbei, dass der Empfangsbevollmächtigte im Bescheid nicht namentlich genannt wurde, da dieser Mangel --wovon im Streitfall sowohl nach Aktenlage als auch nach dem Vortrag der für das gerichtliche Aussetzungsverfahren bestellten Prozessvertreterin auszugehen ist-- geheilt wird, wenn der Empfangsbevollmächtigte den Bescheid tatsächlich erhält (…Söhn in Hübschmann/ Hepp/Spitaler, a.a.O., § 183 AO 1977 Rz. 64; BFH-Urteile vom 8. Februar 1974 III R 27/73, BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367;… vom 28. August 1990 VII R 59/89, BFH/NV 1991, 215; vgl. auch § 9 des Verwaltungszustellungsgesetzes).
Dieser Mangel ist jedoch -- auch wenn der Bescheid nicht an den Bevollmächtigten adressiert war (vgl. dazu BFH-Urteil vom 8. Februar 1974 III R 27/73, BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367, mit weiteren Nachweisen) -- geheilt.

References: § 9
 § 211
 § 91
 § 93
 § 91
 § 91
 § 8
 § 9
 § 9
 § 183
 § 9