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Timestamp: 2020-08-12 04:00:59+00:00

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Theodizee der Freiheit
Hegels Philosophie des geschichtlichen Denkens
Hegel-Studien, Beiheft 46. 2002. XVI, 268 Seiten.
978-3-7873-1611-3. Kartoniert
Der Abschied von der Geschichtsphilosophie ist zum Ritual geworden. Nicht nur dies ist paradox. Auch der Gegner ist ein falscher. Es wird nicht Geschichtsphilosophie, sondern immer wieder der Popanz einer allenfalls philosophisch bemäntelten Geschichtsschreibung aus den Häusern des Wissens komplimentiert. Oft findet sich für ihn auch ein Name: Hegel.
Der jedoch hatte anderes im Sinn. Seine Geschichtsphilosophie ist erst in zweiter Linie eine Deutung der Geschichte. Primär ist sie Philosophie des geschichtlichen Denkens: Sie zeigt, weshalb vernünftiges Denken immer geschichtlich verfaßt ist – erklärt also die Bedeutung von Geschichte, statt selbst nur eine Geschichte zu erzählen.
Hegels Ergebnis kann sich sehen lassen: Geschichtliches Denken ist konstitutiv für Autonomie. Ein autonomer Lebensentwurf verlangt, die eigenen Erwartungen aus der geschichtlichen Entwicklung der gemeinsamen Lebensformen zu erschließen. Wer das erklärte Recht hat, dies zu tun und dem eigenen Urteil zu folgen, ist frei.
Nur eines hat Hegel die geballte moderne Skepsis eingetragen: die Behauptung, daß sich das Bewußtsein für die geschichtliche Konstitution der Freiheit seinerseits stringent geschichtlich entwickelt habe. Dies mag fragwürdig bleiben. Die Analyse der Bedeutung geschichtlichen Denkens weist Hegels Geschichtsphilosophie gleichwohl als unüberholte reflexive Leistung aus.
Inhalt: Zur Einführung
I. Die Wiederkehr der geschichtsphilosophischen Frage. § 1. Die Verdeckung des Philosophischen in Hegels Geschichtsphilosophie – § 2. Hegels Kritik am unreflektierten Selbstverständnis der Geschichtsschreibung – § 3. Aporien des metaphysischen Hegel-Bildes – § 4. Probleme des hermeneutischen Hegel-Bildes –
§ 5. Ansätze zu einer Destruktion der Hegel-Historisierung – § 6. Die geschichtsphilosophische Frage nach dem Zweck geschichtlichen Denkens
II. Die Konstitution geschichtlicher Praxis. § 7. Das Problem der »Vernunft in der Weltgeschichte« – § 8. Grundbegriffe »vernünftigen« Denkens – § 9. Formale Charakteristika handlungsleitenden Wissens – § 10. Das hermeneutische Problem geschichtlicher Rekonstruktionen – § 11. Die narrative Struktur geschichtlicher Rekonstruktionen – § 12. Die Post-hoc-Erklärung geschichtlicher Entwicklungen
III. Die Konstitution geschichtlichen Denkens. § 13. Geschichtsphilosophie als Frage nach dem Zweck geschichtlicher Praxis – § 14. Die Abbildung der »vernünftigen« Welt im geschichtlichen Erfahrungsraum – § 15. Die Konstruktion handlungsleitender Erwartungen aus der Geschichte – § 16. Substitution der ›Erwartung‹ durch »Machbarkeit« der Zukunft? – § 17. Kontinuität als Substrat handlungsleitender Erwartungen – § 18. Geschichte als ›Rechtfertigung‹ des »vernünftigen« Willens zur Kontinuität
IV. Die praktische Relevanz geschichtlichen Denkens. § 19. Geschichte und
die Autonomisierung individuellen Handelns – § 20. Aporien des subjektivistischen Autonomieverständnisses – § 21. Das geschichtlich artikulierte Selbst-
interesse – § 22. Autonomes Handeln als »Selbstzweck« – § 23. Die Verschränkung von Selbstinteresse und Willen zur Kontinuität – § 24. Geschichtliche
Orientierung vs. abstraktes Gewissen – § 25. Geschichtliche Orientierung als Motor realer Kontinuität – § 26. Die Verfassung als flexibler Rahmen geschichtlicher Orientierung
V. Das Ende der »Weltgeschichte«. § 27. Freiheit als geschichtlich entwickeltes Autonomiebewußtsein – § 28. »Weltgeschichte« als praktizierte Selbstbefreiung – § 29. Der Abschied vom ›weltgeschichtlich‹ fundierten Autonomiebewußtsein – § 30. Abschied von Hegel – Aporie der Geschichtswissenschaften
| Kapitel kaufen DanksagungVI
| Kapitel kaufen InhaltVIII
| Kapitel kaufen Zur EinführungX
| Kapitel kaufen I. Die Wiederkehr der geschichtsphilosophischen Frage1
| Kapitel kaufen § 1. Die Verdeckung des Philosophischen in Hegels Geschichtsphilosophie1
| Kapitel kaufen § 2. Hegels Kritik am unreflektierten Selbstverständnis der Geschichtsschreibung5
| Kapitel kaufen § 3. Aporien des metaphysischen Hegel-Bildes11
| Kapitel kaufen § 4. Probleme des hermeneutischen Hegel-Bildes20
| Kapitel kaufen § 5. Ansätze zu einer Destruktion der Hegel-Historisierung27
| Kapitel kaufen § 6. Die geschichtsphilosophische Frage nach dem Zweck geschichtlichen Denkens32
| Kapitel kaufen II. Die Konstitution geschichtlicher Praxis43
| Kapitel kaufen § 7. Das Problem der »Vernunft in der Weltgeschichte«43
| Kapitel kaufen § 8. Grundbegriffe »vernünftigen« Denkens47
| Kapitel kaufen § 9. Formale Charakteristika handlungsleitenden Wissens55
| Kapitel kaufen § 10. Das hermeneutische Problem geschichtlicher Rekonstruktionen64
| Kapitel kaufen § 11. Die narrative Struktur geschichtlicher Rekonstruktionen73
| Kapitel kaufen § 12. Die Post-hoc-Erklärung geschichtlicher Entwicklungen86
| Kapitel kaufen III. Die Konstitution geschichtlichen Denkens103
| Kapitel kaufen § 13. Geschichtsphilosophie als Frage nach dem Zweck geschichtlicher Praxis103
| Kapitel kaufen § 14. Die Abbildung der »vernünftigen« Welt im geschichtlichen Erfahrungsraum109
| Kapitel kaufen § 15. Die Konstruktion handlungsleitender Erwartungen aus der Geschichte119
| Kapitel kaufen § 16. Substitution der >Erwartung< durch »Machbarkeit« der Zukunft?132
| Kapitel kaufen § 17. Kontinuität als Substrat handlungsleitender Erwartungen136
| Kapitel kaufen § 18. Geschichte als >Rechtfertigung< des »vernünftigen« Willens zur Kontinuität146
| Kapitel kaufen IV. Die praktische Relevanz geschichtlichen Denkens155
| Kapitel kaufen § 19. Geschichte und die Autonomisierung individuellen Handelns155
| Kapitel kaufen § 20. Aporien des subjektivistischen Autonomieverständnisses159
| Kapitel kaufen § 21. Das geschichtlich artikulierte Selbstinteresse164
| Kapitel kaufen § 22. Autonomes Handeln als »Selbstzweck«172
| Kapitel kaufen § 23. Die Verschränkung von Selbstinteresse und Willen zur Kontinuität180
| Kapitel kaufen § 24. Geschichtliche Orientierung vs. abstraktes Gewissen186
| Kapitel kaufen § 25. Geschichtliche Orientierung als Motor realer Kontinuität192
| Kapitel kaufen § 26. Die Verfassung als flexibler Rahmen geschichtlicher Orientierung200
| Kapitel kaufen V. Das Ende der »Weltgeschichte«213
| Kapitel kaufen § 27. Freiheit als geschichtlich entwickeltes Autonomiebewußtsein213
| Kapitel kaufen § 28. »Weltgeschichte« als praktizierte Selbstbefreiung219
| Kapitel kaufen § 29. Der Abschied vom >weltgeschichtlich< fundierten Autonomiebewußtsein232
| Kapitel kaufen § 30. Abschied von Hegel - Aporie der Geschichtswissenschaften239
| Kapitel kaufen Siglen- und Literaturverzeichnis251

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