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Timestamp: 2020-07-07 06:49:03+00:00

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BFH, Urteil v. 04.04.2006 - VI R 44/03 - NWB Urteile
BFH v. 04.04.2006 - VI R 44/03
BFH Urteil v. 04.04.2006 - VI R 44/03 BStBl 2006 II S. 567
Gesetze: EStG § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5EStG § 9 Abs. 5EStG § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5
Instanzenzug: FG Berlin vom 16. Dezember 2002 8 K 8353/01 BFH VI R 44/03 (Verfahrensverlauf), BFH - VI R 44/03, Verfahrensverlauf , BFH - VI R 44/03, Verfahrensverlauf
Der ledige Kläger und Revisionskläger (Kläger) war für die Firma A vom 2. Januar bis 29. März 1996 an verschiedenen Betriebsstätten sowie vom 1. April bis 30. November 1996 in X und schließlich für die Firma B vom 1. Dezember 1996 bis zum 31. Dezember 1997 in Y tätig.
In den Einkommensteuer-Erklärungen für 1996 und 1997 beantragte der Kläger insbesondere, Mehraufwendungen für doppelte Haushaltsführung als Werbungskosten anzuerkennen. Dies lehnte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt —FA—) ab.
Er beantragt (sinngemäß), unter Aufhebung bzw. Änderung der Vorentscheidung und der Einspruchsentscheidungen des FA vom 28. September 2001 (1996) und vom 4. Oktober 2001 (1997) weitere Aufwendungen in Höhe von 20 357 DM (1996) und 21 088 DM (1997) —abzüglich der bereits anerkannten Beträge— als Werbungskosten zu berücksichtigen.
Die Revision des Klägers ist begründet. Sie führt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zurückverweisung der Sache an das FG (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung —FGO—).
Liegt —wie zwischen den Beteiligten zwischenzeitlich unstreitig— eine doppelte Haushaltsführung i.S. des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG) vor, so kann der Kläger den Mehraufwand für Verpflegung, die Fahrtkosten, die notwendigen Kosten der Unterkunft und die sonstigen Kosten als Werbungskosten geltend machen. Auf die einzelnen Kostenarten sind unterschiedliche Regelungen des Einkommensteuerrechts anzuwenden.
Nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 6 (1. Halbsatz) i.V.m. § 9 Abs. 5 EStG (in den Fassungen seit 1996) gelten u.a. die Pauschbeträge nach Satz 2 (des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 EStG) sowie die Dreimonatsfrist nach Satz 5 auch für den Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen bei einer aus betrieblichem bzw. beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung. Mit dieser Neuregelung des Verpflegungsmehraufwands ab 1996 hat der Gesetzgeber dem Steuerpflichtigen —hier: bei Erfüllung des Tatbestandes der doppelten Haushaltsführung— einen Rechtsanspruch auf Gewährung der gesetzlichen Pauschbeträge eingeräumt. Von dieser Rechtslage ist der erkennende Senat bereits in mehreren Entscheidungen ausgegangen (vgl. u.a. Urteile des Bundesfinanzhofs —BFH— vom 10. April 2002 VI R 154/00 , BFHE 198, 559, BStBl II 2002, 779, 781; vom 11. Mai 2005 VI R 7/02, BFHE 209, 502, BStBl II 2005, 782, 784; vom 16. November 2005 VI R 12/04, BStBl II 2006, 267; vom 19. Dezember 2005 VI R 30/05, BFH/NV 2006, 872, Der Betrieb 2006, 540, 541, m.w.N.).
Nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Sätze 4 und 5 EStG unterliegen Familienheimfahrten anlässlich einer doppelten Haushaltsführung verschiedenen Beschränkungen. So können Aufwendungen jeweils nur für eine Familienheimfahrt wöchentlich als Werbungskosten abgezogen werden (zur Behandlung der Fahrtkosten vgl. Bergkemper in Herrmann/Heuer/Raupach —HHR—, § 9 EStG Anm. 491, und Schmidt/Drenseck, a.a.O., 16. Aufl. 1997, Rz. 155). Hinsichtlich der Höhe der zu berücksichtigenden Aufwendungen bezieht sich Satz 5 ausdrücklich auf § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG. Dies bedeutet für die Streitjahre 1996 und 1997, dass bei Benutzung eines (eigenen) Kraftwagens je Entfernungskilometer zwischen dem Ort des eigenen (Haupt-) Hausstands und dem Beschäftigungsort ein Pauschbetrag in Höhe von 0,70 DM anzusetzen ist. Auch insoweit handelt es sich —entgegen der Auffassung des FG— um einen gesetzlichen Pauschbetrag, auf den der Kläger der Höhe nach —wie bei den Mehrverpflegungsaufwendungen (siehe oben zu Ziff. 1a)— einen Rechtsanspruch hat.
Zu den notwendigen Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung entstehen können, gehören auch Unterkunftskosten für die Zweitwohnung. Derartige Aufwendungen sind grundsätzlich in der tatsächlich nachgewiesenen Höhe anzuerkennen ( BFH-Urteil vom 12. September 2001 VI R 72/97 , BFHE 196, 534, BStBl II 2001, 775; Schmidt/Drenseck, a.a.O., 24. Aufl. 2005, § 9 Rz. 157).
Dem Kläger ist auch darin zuzustimmen, dass die Umzugskosten, die im Rahmen der beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung angefallen sind, dem Grunde nach Werbungskosten darstellen. Dies trifft zu sowohl für diejenigen Kosten, die anlässlich des Bezugs der Zweitwohnung in X entstanden sind, als auch für die Kosten im Zusammenhang mit der Verlegung der Zweitwohnung von X nach Y (vgl. BFH-Urteil vom 29. April 1992 VI R 146/89 , BFHE 167, 446, BStBl II 1992, 667; Bergkemper in HHR, § 9 EStG Anm. 491 a.E.).
LSG Baden-Württemberg 21.6.2012 - L 7 AS 4373/09
BFH 17.2.2009 - VIII R 21/08
BStBl 2006 II Seite 567
BB 2006 S. 1253 Nr. 23
BBK-Kurznachricht Nr. 16/2006 S. 861
BFH/NV 2006 S. 1396 Nr. 7
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DStRE 2006 S. 782 Nr. 13
DStZ 2006 S. 428 Nr. 13
DStZ 2006 S. 450 Nr. 13
EStB 2006 S. 240 Nr. 7
FR 2006 S. 738 Nr. 16
HFR 2006 S. 769 Nr. 8
INF 2006 S. 445 Nr. 12
KÖSDI 2006 S. 15118 Nr. 6
NWB-Eilnachricht Nr. 23/2006 S. 1907
NWB-Eilnachricht Nr. 41/2007 S. 3622
SJ 2006 S. 6 Nr. 14
StBp. 2006 S. 229 Nr. 7
StuB-Bilanzreport Nr. 11/2006 S. 441
b&b 2006 S. 362 Nr. 10
GAAAB-84350
ABC: R 6 . Reisekosten, NWB 33/1999 S. 3054
LStH Lohnsteuer-Hinweise (2004) H 39
LStH Lohnsteuer-Hinweise (2005) H 39
LStH Lohnsteuer-Hinweise (2004) H 43 (6-11)
LStH Lohnsteuer-Hinweise (2005) H 43 (6-12)

References: § 9
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 § 4
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