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Timestamp: 2016-10-28 02:54:00+00:00

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138 III 40760. Auszug aus dem Urteil der I. zivilrechtlichen Abteilung i.S. Genossenschaft X. gegen B. und C. (Beschwerde in Zivilsachen)
Soci�t� coop�rative du droit des obligations (art. 828 ss CO); baisse du nombre d'associ�s au-dessous du minimum l�gal (art. 831 al. 2 CO); cons�quences selon l'art. 731b CO. D�finition et traits essentiels de la soci�t� coop�rative (consid. 2.1 et 2.5.1); nombre minimal de sept coop�rateurs reconnu comme l'un des �l�ments constitutifs de cette soci�t� (consid. 2.5.1 et 2.5.2); cons�quences lorsque ce chiffre n'est plus atteint (consid. 2.5.2); principes de la proc�dure pr�vue � l'art. 731b CO (consid. 2.2-2.4). Consid�rants � partir de page 407
2. Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung von Art. 831 Abs. 2 OR i.V.m. Art. 731b Abs. 1 OR. Die von der Vorinstanz angeordnete Aufl�sung der Genossenschaft allein aufgrund des Unterschreitens der Mindestzahl der Mitglieder sei unverh�ltnism�ssig. Nach BGE 138 III 407 S. 408Auffassung der Beschwerdef�hrerin h�tte die Vorinstanz gest�tzt auf Art. 731b Abs. 1 OR vielmehr Massnahmen treffen m�ssen, um die Zahl der Genossenschafter wieder auf sieben zu erh�hen, namentlich durch Ernennung von vier Personen als Genossenschafter.
Mit dieser Norm hat der Gesetzgeber eine einheitliche Ordnung f�r die Behebung und Sanktionierung organisatorischer M�ngel innerhalb einer Gesellschaft geschaffen (BGE 136 III 369 E. 11.4.1 mit Hinweisen). Die Bestimmung erfasst diejenigen F�lle, in denen eine zwingende gesetzliche Vorgabe hinsichtlich der Organisation der Gesellschaft nicht oder nicht mehr eingehalten wird. Sie bezieht sich sowohl auf das Fehlen als auch die nicht rechtsgen�gende Zusammensetzung obligatorischer Gesellschaftsorgane (BGE 138 III 294 E. 3.1.2 S. 297 f.).
2.3 Die Behebung von Organisationsm�ngeln steht im Interesse eines funktionierenden Rechtsverkehrs und kann die Interessen von Anspruchsgruppen (Stakeholder) ber�hren, die sich am Verfahren nach Art. 731b OR nicht beteiligen (Arbeitnehmer, Gl�ubiger, Aktion�re). BGE 138 III 407 S. 409Aufgrund der Interessen Dritter sowie der �ffentlichkeit ist der Richter an spezifizierte Antr�ge der Parteien nicht gebunden (BGE 138 III 294 E. 3.1.3 S. 298, BGE 138 III 166 E. 3.5 S.170). Das im Summarium durchzuf�hrende Organisationsm�ngelverfahren (BGE 138 III 166 E. 3.9 S. 172) ist mithin vom Offizialgrundsatz beherrscht (Art. 58 Abs. 2 ZPO [SR 272]): Die Parteien haben keine Verf�gungsbefugnis �ber den Streitgegenstand und k�nnen sich namentlich auch nicht vergleichen (BGE 138 III 294 E. 3.1.3 S. 298).
2.4 Bei den in den Ziffern 1-3 von Art. 731b Abs. 1 OR genannten Massnahmen zur Behebung des Organisationsmangels handelt es sich um einen exemplifikativen, nicht abschliessenden Katalog (BGE 136 III 369 E. 11.4.1 S. 371). Mit Art. 731b Abs. 1 OR wollte der Gesetzgeber dem Richter �hnlich wie bei der Aufl�sungsklage gem�ss Art. 736 Ziff. 4 OR einen hinreichenden Handlungsspielraum gew�hren, um eine mit Blick auf die konkreten Umst�nde des Einzelfalles angemessene Massnahme treffen zu k�nnen (BGE 138 III 294 E. 3.1.4 S. 298, BGE 138 III 166 E. 3.5 S. 170). Dieser ist bei der Aus�bung dieses Handlungsspielraums freilich nicht ungebunden, denn die in Art. 731b Abs. 1 OR genannten Massnahmen stehen in einem Stufenverh�ltnis (BGE 138 III 294 E. 3.1.4 S. 299). Der Richter soll die drastische Massnahme der Aufl�sung gem�ss Ziffer 3 erst anordnen, wenn die milderen Massnahmen gem�ss Ziffer 1 (Fristansetzung zur Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands) und Ziffer 2 (Ernennung des fehlenden Organs oder eines Sachwalters) nicht gen�gen oder erfolglos geblieben sind. Es gilt mithin wie im Verfahren nach Art. 736 Ziff. 4 OR das Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip (vgl. BGE 136 III 278 E. 2.2.2 S. 280). Die Aufl�sung nach Art. 731b Abs. 1 Ziff. 3 OR stellt eine ultima ratio dar, also das letztm�gliche Mittel, das erst zur Anwendung gelangt, wenn sich mildere Mittel nicht als sachgerecht bzw. zielf�hrend erweisen (BGE 136 III 369 E. 11.4.1 S. 371; BGE 138 III 294 E. 3.1.4 S. 299). Dies ist etwa der Fall, wenn sich Verf�gungen als nicht zustellbar erweisen oder wenn sich die Gesellschaft in keiner Art und Weise vernehmen l�sst (BGE 138 III 294 E. 3.1.4 S. 299).
2.5 2.5.1 Die Genossenschaft des Obligationenrechts ist eine personenbezogene K�rperschaft. Das personale Element dieser Rechtsform kommt namentlich darin zum Ausdruck, dass der Genossenschaftszweck gem�ss Art. 828 Abs. 1 OR haupts�chlich in gemeinsamer
Selbsthilfe der Genossenschafter verfolgt werden muss (MEIER-HAYOZ/FORSTMOSER, BGE 138 III 407 S. 410Schweizerisches Gesellschaftsrecht, 10. Aufl. 2007, � 19 N. 8; FRANCO TAISCH, Genossenschaftsgruppen und deren Steuerung, 2009, S. 27). Dabei handelt es sich um ein eigentliches Kennzeichen der Genossenschaft (Botschaft vom 19. Dezember 2001 zur Revision des Obligationenrechts [GmbH-Recht sowie Anpassungen im Aktien-, Genossenschafts-, Handelsregister- und Firmenrecht], BBl 2002 3235). In der Genossenschaft soll nicht wie in der Aktiengesellschaft lediglich "ein St�ck Verm�gen" des Aktion�rs, sonderngleichsam "ein St�ck der wirtschaftlichen Pers�nlichkeit" des Genossenschafters selbst aufgehen (MAX GERWIG, Die Genossenschaft, in: Sieben Vortr�ge �ber das neue Obligationenrecht, 1937, S. 152). Der K�rperschaftszweck ist unter pers�nlicher Mitwirkung der Genossenschafter zu erreichen. Diese Betonung des pers�nlichen Substrats findet unter anderem Ausdruck darin, dass der Gesetzgeber f�r die Errichtung einer Genossenschaft die Beteiligung von mindestens sieben Mitgliedern verlangt (Art. 831 Abs. 1 OR; MEIER-HAYOZ/FORSTMOSER, a.a.O., � 19 N. 12; ROLAND RUEDIN, in: Commentaire romand, Code des obligations, Bd. II, 2008, N. 1 zu Art. 831 OR). Im Unterschied zur Aktiengesellschaft und der Gesellschaft mit beschr�nkter Haftung hat es der Gesetzgeber im Rahmen der Revision des GmbH- Rechts denn auch ausdr�cklich abgelehnt, die Genossenschaft als Einpersonenk�rperschaft zuzulassen, da der Zweck der gemeinsamen Selbsthilfe "wesensnotwendigerweise eine Mehrzahl von Personen" voraussetze (Botschaft, a.a.O., S. 3235). Anders als etwa der bundesdeutsche Gesetzgeber, welcher anl�sslich der Reform von 2006 die Mindestanzahl der Genossenschafter von sieben auf drei gesenkt hat (� 4 des deutschen Genossenschaftsgesetzes [GenG]; dazu VOLKER BEUTHIEN, Genossenschaftsgesetz, 15. Aufl. 2011, N. 1 zu � 4), behielt der eidgen�ssische Gesetzgeber zudem das Erfordernis von mindestens sieben Genossenschaftern bei.
2.5.2 Daraus ist zu schliessen dass es sich bei der Mindestzahl von sieben Genossenschaftern nach der gegenw�rtigen Gesetzeslage um ein begriffsbestimmendes Element der Genossenschaft handelt (vgl. auch RUEDIN, a.a.O., N. 16 zu Art. 831 OR). Sinkt die Mitgliederzahl auf unter sieben, liegt damit nicht lediglich eine mangelhafte Organisation der K�rperschaft vor, sondern ist der Tatbestand der Genossenschaft als solcher nicht mehr gegeben. Die K�rperschaft existiert nur noch formal im Handelsregister, hat aber materiell ihre Existenz verloren und kann auch durch eine richterliche Massnahme nicht wieder hergestellt werden. In der Lehre wird daher zu Recht BGE 138 III 407 S. 411vertreten, dass f�r den Fall des Unterschreitens der Mindestzahl von sieben Genossenschaftern von den in Art. 731b Abs. 1 OR beispielhaft aufgef�hrten Massnahmen nur die in Ziff. 1 und 3 aufgef�hrten Handlungen, also die Ansetzung einer Frist zur Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustandes sowie die Aufl�sung der Gesellschaft, in Frage kommen (CARL BAUDENBACHER, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht, Bd. II, 3. Aufl. 2008, N. 14 zu Art. 831 OR; MAURICE COURVOISIER, in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 2007, N. 5 zu Art. 831 OR; vgl. auch die Regeln des deutschen und italienischen Rechts [� 80 Abs. 1 GenG sowie Art. 2522 Abs. 3 Codice civile], welche bei Absinken unter die Mindestzahl ebenfalls die Aufl�sung der Genossenschaft vorsehen). Da die Beschwerdef�hrerin selbst der Auffassung ist, dass eine Fristansetzung gem�ss Art. 731b Abs. 1 Ziff. 1 OR unzweckm�ssig w�re, hat die Vorinstanz zu Recht die Aufl�sung der Genossenschaft angeordnet.
art. 831 al. 2 CO suite... ,
Art. 831 Abs. 1 OR,
Art. 731b Abs. 1 Ziff. 1 OR

References: Art. 831
 Art. 731
 BGE 
 Art. 731
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 Art. 731
 Art. 736
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 Art. 828
 BGE 
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 Art. 831
 Art. 2522
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