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Timestamp: 2016-10-28 19:50:39+00:00

Document:
Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich, 8090 Z�rich, Beschwerdef�hrerin,
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt J�rgen Imkamp,
Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich, 8090 Z�rich.
Qualifizierte Entf�hrung (Art. 183, 184 Abs. 3 StGB)
Nichtigkeitsbeschwerden (6S.136/2005 und 6S.128/2005) gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, I. Strafkammer, vom 20. Januar 2005.
Am 28. Dezember 2001 um ca. 17.00 Uhr sprach der 1957 geborene X.________ die damals beinahe 7�-j�hrige A.________ in Z�rich unter einem Vorwand an, packte sie an der Hand, f�hrte sie zu seinem Auto und hiess sie einzusteigen. Er verbrachte sie stadtausw�rts mutmasslich in seine Wohnung in C.________. Dort verabreichte er ihr unter der Drohung, sie nicht mehr nach Hause zu bringen, eine Tablette mit dem Wirkstoff Fluntitrazepam, fesselte sie mit Kabelbindern an den Handgelenken und nahm anschliessend an sich und und dem schlafenden Kind nicht mehr detailliert bestimmbare, jedoch eindeutig sexualbezogene Handlungen vor. Danach fuhr er das noch immer benommene M�dchen nach Z�rich zur�ck, wo er es gleichentags mit einer Strickpuppe und etwas Hartgeld um ca. 18.45 Uhr freiliess.
Ab Mitte August 2002 bis ca. M�rz 2003 f�hrte er mit und vor seiner am 9. Januar 1995 geborenen Stieftochter B.________ in zahlreichen regelm�ssigen Malen sexualbezogene Handlungen aus.
Das Obergericht des Kantons Z�rich erkl�rte X.________ am 20. Januar 2005 erstinstanzlich der Entf�hrung im Sinne von Art. 183 Ziff. 2 StGB, der sexuellen N�tigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB, der N�tigung im Sinne von Art. 181 StGB sowie des Verabreichens gesundheitsgef�hrdender Stoffe an Kinder im Sinne von Art. 136 StGB schuldig und bestrafte ihn mit acht Jahren Zuchthaus unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 645 Tagen. Anstelle des Vollzugs der Zuchthausstrafe ordnete es die Verwahrung nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB an.
Dieses Urteil ficht die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich mit eidgen�ssischer Nichtigkeitsbeschwerde beim Bundesgericht an. Sie beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids wegen Verletzung von Art. 184 StGB und die R�ckweisung der Sache an die kantonalen Beh�rden.
Gegen das obergerichtliche Urteil hat X.________ sowohl kantonale Nichtigkeitsbeschwerde beim Kassationsgericht des Kantons Z�rich als auch eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben. Die erstere wurde vom Kassationsgericht am 7. Februar 2006 abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden konnte. Mit der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde beantragt er, das obergerichtliche Urteil aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
I. Eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich
Die Vorinstanz hat den Beschwerdegegner vom Vorwurf der qualifizierten Entf�hrung nach Art. 183 Ziff. 2 StGB in Verbindung mit Art. 184 Abs. 3 StGB zum Nachteil von A.________ freigesprochen. Sie hat dabei namentlich erwogen, dass dem Kind w�hrend der Entf�hrung zwar Leiden zugef�gt worden seien, die Merkmal gleich mehrerer anderer Deliktstatbest�nde bildeten (Art. 189 Abs. 1 StGB, Art. 187 Ziff. 1 und 3 StGB, Art. 181 StGB und Art. 136 StGB). Sowohl die Fesselung als auch die Bet�ubung des Kinds h�tten jedoch bezweckt, dessen Widerstand gegen die beabsichtigten sexuellen �bergriffe zu verhindern. Die Drohung, es werde seine Mutter nicht mehr wieder sehen, sei als N�tigungsmittel f�r die erzwungene Schlaftabletteneinnahme anzusehen und habe damit mittelbar ebenfalls der Erzwingung der sexuellen Handlungen gedient. Das durch die anderweitigen kriminellen Handlungen gesetzte Unrecht sei folglich von den erw�hnten Sexualdelikten vollst�ndig erfasst und mit diesen weitgehend abgegolten. Eine zus�tzliche Grausamkeit, welche �ber das Unrecht der Verschleppung und die relativ kurze Freiheitsbeschr�nkung sowie die N�tigungshandlung im Hinblick auf die sexuellen Handlungen hinausginge, sei mithin nicht erkennbar. Der Beschwerdegegner habe sich daher lediglich des Grundtatbestands der Entf�hrung gem�ss Art. 183 Ziff. 2 StGB schuldig gemacht.
Die Beschwerdef�hrerin h�lt diese Auffassung f�r bundesrechtswidrig. Nach ihrer Ansicht f�hren die Drohung, nicht mehr nach Hause gelassen zu werden, sowie das Fesseln der H�nde mittels Kabelbindern gerade im Hinblick auf das kindliche Alter des Opfers zu erheblichen physischen und vor allem psychischen Qualen, welche nicht notwendige Begleiterscheinung der weiteren Straftatbest�nde bildeten. Die dem Kind zugef�gten Leiden erf�llten daher das Qualifikationsmerkmal der Grausamkeit im Sinne von Art. 184 Abs. 3 StGB.
2.1 Der Entf�hrung gem�ss Art. 183 Ziff. 2 StGB macht sich schuldig, wer jemanden entf�hrt, der urteilsunf�hig, widerstandsunf�hig oder noch nicht 16 Jahre alt ist. Die Strafdrohung lautet auf Zuchthaus bis zu f�nf Jahren oder Gef�ngnis. Wenn der T�ter das Opfer grausam behandelt, gilt die Entf�hrung als qualifiziert und wird mit Zuchthaus bestraft (Art. 184 Abs. 3 StGB).
2.2 Nach der Rechtsprechung ist bei der Auslegung von qualifizierten Tatbest�nden der angedrohten Strafe Rechnung zu tragen (BGE 121 IV 178 E. 2b mit Hinweisen). Beim Grundtatbestand der Entf�hrung nach Art. 183 Ziff. 2 StGB betr�gt die Mindeststrafe drei Tage Gef�ngnis und die H�chststrafe f�nf Jahre Zuchthaus. Bei Annahme der Qualifikation nach Art. 184 StGB steigt die Mindeststrafe auf ein Jahr und die h�chstm�gliche Strafe auf 20 Jahre Zuchthaus. Angesichts der markanten Erh�hung nicht nur der Mindest-, sondern auch der H�chststrafe ist Art. 184 Abs. 3 StGB restriktiv auszulegen. Die Qualifikation ist deshalb nur zu bejahen, wenn gegen�ber dem Grundtatbestand gem�ss Art. 183 Ziff. 2 StGB eine erhebliche Erh�hung des Unrechtsgehalts vorliegt; dabei ist zu beachten, dass bereits die einfache Entf�hrung einen schwerwiegenden Angriff auf die Person des Opfers darstellt.
2.3 Grausamkeit im Sinne von Art. 184 Abs. 3 StGB ist nur anzunehmen, wenn der T�ter dem Opfer wissentlich und willentlich besondere Leiden zuf�gt, k�rperlicher oder seelischer Natur, die �ber das Mass an Entbehrungen hinausgehen, das schon zur Verwirklichung des Grundtatbestands geh�rt (BGE 106 IV 363 E. 4e; vgl. G�nter Stratenwerth/ Guido Jenny, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 6. Aufl., Bern 2003, � 5 N. 48; Vera Delnon/Bernhard R�dy, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Basel 2003, Art. 184 N. 14, mit zahlreichen Hinweisen). Dem Opfer m�ssen also Leiden zugef�gt bzw. es muss auf eine Art und Weise misshandelt werden, die der vom T�ter verfolgte Zweck - die Entf�hrung - nicht erfordert. Die Entf�hrung selber (und die allenfalls mit ihr verbundene Freiheitsberaubung) muss mithin in besonderem Masse belastend, unertr�glich oder qu�lerisch sein, und die Situation aus der Sicht des Opfers ausweglos erscheinen. Das Qualifikationsmerkmal der Grausamkeit muss sich somit unmittelbar auf die Umst�nde der Tatbegehung beziehen. Dass die dem Opfer zugef�gten Leiden Tatbestandselemente einer andern strafbaren Handlung erf�llen, ist f�r die Annahme von Grausamkeit dabei nicht erforderlich (BGE 106 IV 363 E. 4e; Stratenwerth/Jenny, a.a.O., � 5 N. 48). Umgekehrt macht es eine Entf�hrung nicht automatisch zu einer qualifizierten, wenn weitere schwere Gewaltdelikte in deren Verlaufe begangen werden. Entscheidend ist, dass die Entf�hrung als solche f�r das Opfer besonders qualvoll ist. Die von ihm erlittenen Qualen m�ssen deshalb engen Bezug zum gesch�tzten Rechtsgut der freien Selbstbestimmung bzw. allenfalls der pers�nlichen Bewegungsfreiheit aufweisen.
Als grausam ist daher etwa zu bezeichnen, wenn das Opfer in besonders dunklen oder engen R�umen eingesperrt, in unnat�rlicher Stellung gefesselt, extremer Hitze oder K�lte ausgesetzt oder zum Scheine hingerichtet wird oder man es Durst oder Hunger leiden l�sst (vgl. BGE 106 IV 363 E. 4; Hans Peter Egli, Freiheitsberaubung, Entf�hrung und Geiselnahme, Diss. Z�rich 1986, S. 141 f.; Martin Schubarth, Kommentar zum Schweizerischen Stafrecht, Besonderer Teil, 3. Band, Bern 1984, Art. 184 N. 9). Dabei ist auch die Pers�nlichkeit und Widerstandsf�higkeit des Opfers zu ber�cksichtigen. So k�nnen �usserungen oder Handlungen, die einen Erwachsenen nicht weiter zu beeindrucken verm�gen, ein Kind, das deren Tragweite oder Ernsthaftigkeit nicht zu beurteilen vermag, erschrecken und ihm Schmerzen bereiten. Das Bundesgericht hat denn auch im Falle einer gewaltsamen Entf�hrung eines f�nfj�hrigen M�dchens eine seelische Folterung und damit Grausamkeit bejaht, weil dem Kind w�hrend seiner anschliessenden zehnt�gigen Gefangennahme wiederholt eingeredet wurde, seine Mutter habe es verlassen, sein Vater w�rde get�tet, wenn er Nachforschungen anstellte und sie, die T�ter, k�men wieder, falls das Kind nicht schweigen w�rde (BGE 106 IV 363 E. 4).
2.4 Vorliegend wurden dem entf�hrten Kind im Rahmen seiner ca. ein bis zwei Stunden dauernden Verschleppung wohl Leiden zugef�gt. Davon geht richtigerweise auch die Vorinstanz aus. Doch im Unterschied zu BGE 106 IV 363 kann hier nicht gesagt werden, dass die Entf�hrung und die damit einhergehende Freiheitsbeschr�nkung als solche in besonderem Masse unertr�glich oder qualvoll war. Zwar verschleppte der Beschwerdegegner das 7�-j�hrige Kind in seine Wohnung und hielt es dort f�r eine gewisse Zeit fest. Im Zentrum des vorliegenden Geschehens stand jedoch nicht die Entf�hrung als solche. Diese erfolgte nach den Feststellungen der Vorinstanz vielmehr zum Zweck der geplanten sexuellen �bergriffe. Sowohl die Drohung, das Kind nicht mehr nach Hause zu bringen, als auch dessen Fesselung und Bet�ubung waren danach allesamt unmittelbar oder mittelbar darauf ausgerichtet, den vom Beschwerdegegner beabsichtigten sexuellen Missbrauch unter Ausschaltung des Widerstands des Opfers zu erzwingen. Die dem Kind zugef�gten physischen und psychischen Qualen standen mithin nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Entf�hrung, sondern bildeten Bestandteil eines die Verschleppung des Kindes insgesamt �berlagernden und von ihr losgel�sten Tatgeschehens, in dessen Rahmen die sexuelle Selbstbestimmung und Freiheit des Opfers im Vordergrund steht. Die Misshandlungen, welche das Kind erdulden musste, weisen somit nicht den erforderlichen engen Bezug zur Entf�hrung als solche auf und machen nicht diese in besonderen Masse qu�lerisch und belastend. Die Vorinstanz hat daher zu Recht eine grausame Behandlung im Sinne von Art. 184 Abs. 3 StGB verneint. Die Beschwerde ist somit als unbegr�ndet abzuweisen.
II. Eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde von X.________
Im Rahmen der durch die Vorinstanz angeordneten Verwahrung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB r�gt der Beschwerdef�hrer zun�chst eine Verletzung von Art. 13 StGB und Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB. Er macht geltend, seine im Nachgang an die Begutachtung erfolgten Aussagen reflektierten sein Problembewusstsein, die Einsicht, p�dophil zu sein, die Motivation, sich einer deliktsorientierten Psychotherapie zu unterziehen sowie seinen echten Willen, die Situation zu ver�ndern. Trotz dieser Ver�nderung seiner pers�nlichen Verh�ltnisse bzw. seiner Pers�nlichkeitsstruktur seit Gutachtenserstellung habe die Vorinstanz in Verletzung von Bundesrecht keine neue bzw. erg�nzende Begutachtung veranlasst.
3.1 Mit der Nichtigkeitsbeschwerde kann geltend gemacht werden, es h�tte ein neues Gutachten eingeholt werden m�ssen, weil sich Geisteszustand und Pers�nlichkeitsstruktur des Angeschuldigten in der seit der letzten Begutachtung verstrichenen Zeit ver�ndert h�tten, die Expertise somit nicht mehr richtig, sondern �berholt und damit nicht mehr aktuell sei. Denn ein Gutachten kann sich grunds�tzlich nur �ber den Geisteszustand bzw. die Pers�nlichkeitsstruktur des Exploranden aussprechen, wie sie zur Zeit vor der Begutachtung vorgelegen haben. Nur insoweit ist es Beweismittel. Ob eine Expertise aufgrund der seitherigen Entwicklung noch G�ltigkeit beanspruchen kann, h�ngt deshalb davon ab, ob inzwischen ver�nderte Verh�ltnisse eingetreten sind, d.h. ob und in welcher Weise sich der Geisteszustand oder die Pers�nlichkeitsstruktur des Betroffenen seit der letzten Begutachtung prognoserelevant ver�ndert haben. Feststellungen des Sachrichters �ber die Weiterdauer oder eine allf�llige �nderung des fr�heren Geisteszustands des T�ters sind dabei tats�chlicher Natur und daher mit der Nichtigkeitsbeschwerde nicht anfechtbar (Art. 277bis Abs. 1 und Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Mit dieser kann nur ger�gt werden, die festgestellten Ver�nderungen h�tten zwingend eine Neubegutachtung erfordert (vgl. BGE 106 IV 236 E. 2b).
3.2 Die Vorinstanz setzt sich mit der Frage, ob nach Erstellung des Gutachtens vom 20. November 2003 von ver�nderten pers�nlichen Verh�ltnissen auszugehen sei, einl�sslich auseinander. Sie ber�cksichtigt dabei die seit der Begutachtung gemachten Aussagen des Beschwerdef�hrers, aufgrund welcher dieser eine Ver�nderung seiner Pers�nlichkeitsstruktur geltend macht, so namentlich, dass er keine Drogen mehr nehme, ihm die Folgen seines widerrechtlichen Tuns bewusst geworden seien, er eingesehen habe, dass er ein geordnetes Leben brauche und daher bereit sei, sich einer deliktsorientierten Psychotherapie zu unterziehen, um die Basis f�r eine rechtsgetreue Zukunft zu schaffen (angefochtenes Urteil, S. 77). Aufgrund einer Gesamtw�rdigung seines Verhaltens sowohl im bisherigen Verfahren als auch anl�sslich der pers�nlichen Befragung an der Gerichtsverhandlung gelangt sie zum Schluss, dass der Beschwerdef�hrer nach wie vor weder ein Problembewusstsein noch eine echte Ver�nderungsmotivation zeige, zumal bei ihm entgegen seiner Lippenbekenntnisse noch immer erhebliche Verdr�ngungstendenzen best�nden. So schiebe er nach wie vor die Initiative der sexuellen Kontakte teilweise auf eines der Opfer ab und stehe weiterhin nicht vollumf�nglich zu seinen Taten, sondern blende gerade die gravierendsten �bergriffe unter Berufung auf seine - psychiatrisch als nicht haltbar bezeichnete - Erinnerungslosigkeit aus (vgl. Protokoll, S. 14, 21, 23, 27). Damit geht die Vorinstanz in tats�chlicher Hinsicht, ohne sich in unzul�ssiger Weise die Beantwortung ihr nicht gel�ufiger Fachfragen anzumassen, von der Fortdauer der im Gutachten beschriebenen Pers�nlichkeitsstruktur des Beschwerdef�hrers aus.
3.3 Gegen diese tats�chliche Feststellung wendet sich der Beschwerdef�hrer, wenn er das Vorliegen ver�nderter pers�nlicher Verh�ltnisse behauptet. Auf die R�ge, die Vorinstanz habe in Verletzung von Art. 13 StGB und Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB keine neue bzw. erg�nzende Begutachtung veranlasst, ist daher nicht einzutreten.
Der Beschwerdef�hrer wendet sich sodann gegen die Anordnung der Verwahrung. Er macht geltend, dass bereits eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB bei Vollzug der Strafe ausreiche, um das Sicherungsbed�rfnis der Allgemeinheit abzudecken. Nach einem allf�lligen Scheitern der ambulanten Behandlung k�nnte die Verwahrung noch immer angeordnet werden. Angesichts ihres subsidi�ren Charakters und in Nachachtung des Verh�ltnism�ssigkeitsprinzips habe er Anspruch auf ein solch stufenweises Vorgehen.
Die Vorinstanz ordnet eine Verwahrung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB an. Gest�tzt auf die fach�rztliche Beurteilung vom 20. November 2003 gelangt sie zum Schluss, dass der Beschwerdef�hrer die �ffentliche Sicherheit, d.h. konkret M�dchen im vorpubert�ren Alter, in schwer wiegender Weise gef�hrde, zumal nach dem Gutachter eine ausgesprochen hohe R�ckfallgefahr f�r erneute sexuelle �bergriffe an Kindern bestehe, wobei eine Risikoprogredienz erkennbar sei, d.h. die Straftaten eine Steigerung hinsichtlich Gewalteinsatz, Schweregrad der Tathandlungen sowie polymorpher (vielf�ltiger) Ausgestaltung erkennen liessen. Einzig weil der Beschwerdef�hrer trotz einer seit 1980 dauernden psychiatrischen Behandlung noch nie in den Genuss eines ad�quaten Therapieversuchs gekommen sei, weise der Gutachter - neben der Verwahrung - auf die M�glichkeit einer vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme hin. Die Erfolgsaussichten einer solchen Behandlungsmassnahme seien nach den gutachterlichen Feststellungen indes �beraus unsicher. Es rechtfertige sich daher nicht, mit der Anordnung einer Verwahrung zuzuwarten und nur eine ambulante Massnahme anzuordnen. Im �brigen sei auch im Rahmen einer Verwahrung therapeutische und �rztliche Hilfe nach M�glichkeit zu leisten.
Erfordert der Geisteszustand des T�ters, der eine vom Gesetz mit Zuchthaus oder Gef�ngnis bedrohte Tat begangen hat, die damit im Zusammenhang steht, �rztliche Behandlung oder besondere Pflege und ist anzunehmen, dadurch lasse sich die Gefahr weiterer mit Strafe bedrohter Taten verhindern oder vermindern, so kann der Richter den T�ter gem�ss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in eine Heil- oder Pflegeanstalt einweisen. Er kann ambulante Behandlung anordnen, sofern der T�ter f�r Dritte nicht gef�hrlich ist. Gef�hrdet der T�ter infolge seines Geisteszustandes die �ffentliche Sicherheit in schwerwiegender Weise und spiegelt sich sein gef�hrlicher Geisteszustand in der von ihm begangenen Tat wider, so wird vom Richter seine Verwahrung angeordnet, wenn diese Massnahme notwendig ist, um ihn von weiterer Gef�hrdung anderer abzuhalten. Die Verwahrung wird in einer geeigneten Anstalt vollzogen, wobei nach M�glichkeit therapeutische und �rztliche Hilfe zu leisten ist (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB; BGE 121 IV 297 E. 2b).
Eine Verwahrung kommt nur bei Gef�hrlichkeit des T�ters in Betracht. Die soziale Gef�hrlichkeit eines T�ters l�sst sich nicht unmittelbar aus der Anlasstat erschliessen. Unter dem Titel von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ist �ber die Gef�hrlichkeit durch W�rdigung des Geisteszustandes eines T�ters zu entscheiden. Dies bedarf einer vertieften Abkl�rung, weshalb der Richter seinen Entscheid aufgrund von Gutachten zu treffen hat (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB; vgl. auch Art. 13 StGB). Die schwerwiegende Gef�hrdung bezieht sich nicht nur auf N�he und Ausmass der Gefahr, sondern auch auf die Art be-ziehungsweise die Bedeutung des gef�hrdeten Rechtsgutes, so dass bei der Gef�hrdung hochwertiger Rechtsg�ter wie Leib und Leben an N�he und Ausmass der Gefahr weniger hohe Anforderungen zu stellen sind als bei der Gef�hrdung weniger bedeutender Rechtsg�ter. Entsprechend kann die Verwahrung bei Gef�hrdung von Leib und Leben schon notwendig sein, wenn die Gefahr nicht besonders gross ist (BGE 127 IV 1 E. 2a; 125 IV 118 E. 5b/bb; 124 IV 246 E. 2b; 123 IV 1, 100). Die Verwahrung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ist angesichts der Schwere dieses Eingriffs in die pers�nliche Freiheit des Betroffenen ultima ratio (vgl. BGE 125 IV 118 E. 5 b/bb; 123 IV 1, 100), d.h. sie darf nicht angeordnet werden, wenn die bestehende Gef�hrlichkeit auf andere Weise behoben werden kann (BGE 127 IV 1 E. 2a; 118 IV 108 E. 2a, je mit Hinweisen).
Bei der Beurteilung der Frage, ob von einem T�ter eine schwerwiegende Gef�hrdung der �ffentlichen Sicherheit ausgeht, steht dem Sachrichter ein erhebliches Ermessen zu. Das Bundesgericht greift in dieses nur ein, wenn der Sachrichter von rechtlich nicht massgeblichen Gesichtspunkten ausgeht oder wenn er wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht l�sst bzw. in �berschreitung oder Missbrauch seines Ermessens falsch gewichtet (nicht ver�ffentlichter Entscheid des Bundesgerichts 6S.522/2000 vom 2. November 2000 E. 3b).
Die Vorinstanz hat in ihrer Urteilserw�gung zur Verwahrung die massgeblichen Gesichtspunkte des Sanktionen- und Massnahmerechts be-achtet und die einzelnen Komponenten zutreffend gew�rdigt. Dass der Beschwerdef�hrer an einem f�r die ver�bten schweren Anlasstaten kausalen, abnormen Geisteszustand im Sinne von Art. 43 StGB leidet und die �ffentliche Sicherheit angesichts der hohen R�ckfallgefahr in schwer wiegender Weise gef�hrdet, ist erstellt. Etwas anderes behauptet auch der Beschwerdef�hrer nicht. Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausf�hrungen kann deshalb verwiesen werden. Hingegen ist zu pr�fen, ob die bestehende Gef�hrlichkeit des Beschwerdef�hrers nicht auf andere Weise behoben werden kann.
6.2 Auszugehen ist dabei vom Grundgedanken der "ultima ratio", wonach die Verwahrung nur angeordnet werden darf, wenn sie notwendig ist, um den T�ter vor weiterer Gef�hrdung anderer abzuhalten. Darin kommt die Subsidiarit�t der Verwahrung im Verh�ltnis zu den kurativen Massnahmen im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Ausdruck (BGE 118 IV 108 E. 2a mit Hinweisen). Fragen kann sich in diesem Zusammenhang, ob nicht schon die schuldangemessene Strafe - allenfalls verbunden mit besonderen Behandlungen w�hrend des Vollzugs - ausreicht, um das Bed�rfnis an Sicherung der Allgemeinheit zu erf�llen. Es ist dabei eine vergleichende Wirkungsprognose vorzunehmen. In F�llen, in denen der Betroffene zu einer langj�hrigen Freiheitsstrafe verurteilt wird, ist die Wirkung der Massnahme mit derjenigen der Strafverb�ssung - unter Ber�cksichtigung allf�lliger zus�tzlicher Behandlungen w�hrend des Strafvollzugs - gegeneinander abzuw�gen (Entscheid des Bundesgerichts vom 2. November 1999 6S.492/1999, E. 5; Marianne Heer, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Basel 2003, Art. 43 N. 199).
6.3 Gem�ss Gutachten des psychiatrisch-psychologischen Diensts, Justizvollzug, des Kantons Z�rich vom 20. November 2003 liegt beim Beschwerdef�hrer eine hohe einschl�gige R�ckfallgefahr vor. Eine Behandlungsnotwendigkeit zur Verringerung dieser R�ckfallgefahr sei festzustellen. Allerdings seien die Erfolgsaussichten einer solchen Behandlung ausgesprochen unsicher. Die hohe R�ckfallgefahr, verbunden mit der schlechten therapeutischen Beeinflussbarkeit, erfordere in jedem Fall eine geschlossene Unterbringung. Abzuw�gen sei zwischen der Anordnung einer vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme und einer Verwahrung. F�r erstere spreche, dass trotz einer langj�hrigen psychiatrischen Behandlungsvorgeschichte bis anhin kein Be-handlungsversuch einer deliktsorientierten, eher kognitiv-behavorial ausgerichteten Therapie nach modernen Standards stattgefunden habe. Sofern das Gericht diesen Umstand priorit�r gewichten wolle, k�me trotz des derzeit mangelnden Problembewusstseins und der generell schlechten therapeutischen Beeinflussbarkeit ein solcher Behandlungsversuch in Frage. Die Erfolgsaussichten einer solchen Massnahme seien indes �beraus gering. Es sei daher - sollte ein Therapieerfolg ausbleiben - auf die M�glichkeit einer nachtr�glichen Umwandlung in eine Verwahrung hinzuweisen. Bei ver�nderter Akzentsetzung k�nne aus forensisch-psychiatrischer Sicht ins Feld gef�hrt werden, dass aufgrund der hohen R�ckfallgefahr und der gleichzeitig �beraus unsicheren Erfolgschancen einer Behandlung derzeit keine ausreichende Grundlage f�r die Anordnung einer Therapiemassnahme bestehe. Die sehr unsicheren Aussichten auf eine Verminderung des hohen R�ckfallrisikos w�rden in diesem Fall st�rker gewichtet. Bei der bestehenden Ausgangslage seien aus forensisch-psychiatrischer Sicht jedenfalls auch die Voraussetzungen f�r die Verwahrungsmassnahme erf�llt.
6.4 Die Vorinstanz hat zumindest sinngem�ss eine vergleichende Wirkungsprognose vorgenommen und gest�tzt auf das Gutachten nach-vollziehbar dargelegt, weshalb der Vollzug der ausgesprochenen Strafe von acht Jahren Zuchthaus verbunden mit einer ambulanten Behandlung nicht ausreiche, um der Gef�hrdung der �ffentlichen Sicherheit angemessen Rechnung zu tragen (angefochtenes Urteil, S. 77 ff.). So bestehe nach dem Gutachten eine ausgesprochen hohe R�ckfallgefahr f�r erneute sexuelle �bergriffe an Kindern. Die p�dosexuelle Neigung des Beschwerdef�hrers habe sich �ber viele Jahre verfestigt und sich bereits wiederholt in einschl�gigen Delikten gezeigt, wobei eine Risikoprogredienz erkennbar sei. Der Beschwerdef�hrer zeige kein Problembewusstsein und keine echte Ver�nderungsmotivation. Seine Beeinflussbarkeit werde generell als schlecht bezeichnet. Der bisherige Verlauf seiner langen Behandlungsgeschichte - er befinde sich immerhin seit 1980 mehr oder weniger regelm�ssig in psychiatrischer Behandlung - spreche f�r eher geringe deliktrelevante Therapiem�glichkeiten, wobei die schizophrene Erkrankung des Beschwerdef�hrers und der polytrope Bet�ubungsmittelkonsum (sollte er eines Tages wieder anfangen, Drogen zu nehmen) eine zus�tzliche Verschlechterung der Behandlungsaussichten bedingten. Auch wenn der Beschwerdef�hrer noch nie in den Genuss einer ad�quaten Therapie gekommen sei, bleibe doch immerhin festzuhalten, dass er sich w�hrend vieler Jahre in einer ambulanten Behandlung befunden habe, bisher also nicht etwa �berhaupt nicht psychiatrisch behandelt worden w�re. Da eine Behandelbarkeit des Beschwerdef�hrers folglich kaum besteht und die Therapieaussichten dementsprechend als sehr unsicher bewertet werden, ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz annimmt, die Freiheitsstrafe - unter Ber�cksichtigung einer ambulanten Therapie - verm�ge den hier im Vordergrund stehenden Sicherungsaspekten nicht gerecht zu werden. Entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers besteht im �brigen kein Anspruch auf ein stufenweises Vorgehen. Der Versuch einer vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme, mit der Option einer sp�teren Umwandlung dieser Sanktion, ist nur m�glich, wenn zum Urteilszeitpunkt effektiv Aussicht auf einen Erfolg der ambulanten Therapie besteht. Es muss also gew�hrleistet sein, dass sich eine ambulante Massnahme unter allen Aspekten als indiziert und durchf�hrbar erweist (Heer, a.a.O., Art. N. 121, 122, 205). Dies ist hier angesichts der dermassen fraglichen Erfolgsaussichten einer solchen Therapie aber gerade nicht der Fall.
6.5 Insgesamt durfte die Vorinstanz in Abw�gung der auf dem Spiel stehenden Interessen ohne Verletzung von Bundesrecht die Verwahrung des Beschwerdef�hrers gem�ss Art. 43 Ziff.1 Abs. 2 StGB anordnen. Die Beschwerde erweist sich somit in diesem Punkt als unbegr�ndet.
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens tr�gt der Beschwerdef�hrer die Kosten (Art. 278 Abs. 1 BStP). Er stellt indes ein Gesuch auf Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege gem�ss Art. 152 OG. Seine Mittellosigkeit ist hinreichend ausgewiesen und die Beschwerde war nicht von vornherein aussichtslos. In Gutheissung des Gesuchs werden dem Beschwerdef�hrer keine Kosten auferlegt und wird seinem Vertreter eine angemessene Entsch�digung aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.
Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich wird abgewiesen.
Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde von X.________ wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
Dem Vertreter von X.________, Rechtsanwalt J�rgen Imkamp, wird f�r das Verfahren vor Bundesgericht eine Entsch�digung von Fr. 2'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht des Kantons Z�rich, I. Strafkammer, und der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 183
 Art. 189
 Art. 187
 Art. 181
 Art. 136
 Art. 43
 Art. 184
 Art. 183
 Art. 184
 Art. 187
 Art. 181
 Art. 136
 Art. 183
 Art. 184
 Art. 183
 Art. 183
 Art. 184
 Art. 184
 Art. 183
 Art. 184
 Art. 184
 BGE 
 Art. 184
 BGE 
 Art. 184
 Art. 43
 Art. 13
 Art. 43
 Art. 273
 BGE 
 Art. 13
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 43
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 BGE 
 Art. 43
 Art. 13
 Art. 43
 BGE 
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 152