Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202009,%20100
Timestamp: 2020-02-19 00:43:34+00:00

Document:
BFH, 15.09.2004 - I R 5/04 - dejure.org
https://dejure.org/2004,1753
BFH, 15.09.2004 - I R 5/04 (https://dejure.org/2004,1753)
BFH, Entscheidung vom 15.09.2004 - I R 5/04 (https://dejure.org/2004,1753)
BFH, Entscheidung vom 15. September 2004 - I R 5/04 (https://dejure.org/2004,1753)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2004,1753) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
KStG § 8 Abs. 1, Abs. 2; EStG 1989 § ... 5 Abs. 1 Satz 1, § 6, § 15, § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a; GewStG § 2 Abs. 1, § 7; AO 1977 § 12 Satz 2 Nr. 2; HGB § 1, § 238, § 249 Abs. 1 Satz 1, § 251, § 252 Abs. 1 Nr. 3, Nr. 4; KWG § 1, § 53; BiRiLi Art. 14, Art. 20 Abs. 1, Art. 31 Abs. 1 Buchst. c bb, Buchst. e, Art. 42 Abs. 1; DBA-Frankreich Art. 2 Abs. 1 Nr. 7 Buchst. a bb, Art. 4 Abs. 1 Satz 2, Art. 1 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. e
KStG § 8 Abs. 1, Abs. 2; EStG 1989 § 5 Abs. 1 Satz 1, § 6, § 15, § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a; GewStG § 2 Abs. 1, § 7; AO 1977 § 12 Satz 2 Nr. 2; HGB § 1, § 238, § 249 Abs. 1 Satz 1... , § 251, § 252 Abs. 1 Nr. 3, Nr. 4; KWG § 1, § 53; BiRiLi Art. 14, Art. 20 Abs. 1, Art. 31 Abs. 1 Buchst. c bb, Buchst. e, Art. 42 Abs. 1; DBA-Frankreich Art. 2 Abs. 1 Nr. 7 Buchst. a bb, Art. 4 Abs. 1 Satz 2, Art. 1 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. e
Bestimmung der Anforderungen an Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften; Beurteilung einer Risikounterbeteiligung einer Zweigniederlassung einer Bankgesellschaft französischen Rechts als schwebendes Geschäft; ...
Rückstellung für Risikounterbeteiligung an Auslandskrediten
Zusammenfassung von "Auswirkungen der BIAO-Entscheidung des BFH auf die Anwendung pauschalierter Bewertungsverfahren" von Dipl.-Volkswirt Klaus D. Hahne, original erschienen in: BB 2006, 91 - 96.
FG Hamburg, 22.01.1999 - II 23/97
FG Hamburg, 28.11.2003 - III 1/01
BFHE 208, 116
BB 2005, 313
BB 2005, 483
DB 2005, 311
BStBl II 2009, 100
Wertaufhellend sind indes nicht solche Umstände, die entweder erst nach dem Bilanzstichtag eingetreten sind (u.a. BFH-Urteil vom 19. Oktober 2005 - XI R 64/04, BFHE 211, 475, BStBl II 2006, 371, unter II.3.c) oder erst im Anschluss an die Bilanzaufstellung erkennbar sind (BFH-Urteil vom 15. September 2004 - I R 5/04, BFHE 208, 116, BStBl II 2009, 100, unter II.7.b).
bbb) Die vorgenannten handelsrechtlichen Bewertungsgrundsätze sind vom BFH geteilt und vor Änderung des § 6 Abs. 1 EStG 1997 durch das StEntlG 1999/2000/2002 in Ermangelung einer abweichenden steuerrechtlichen Regelung auch für die Steuerbilanz als maßgebend erachtet worden (z.B. BFH-Urteil in BFHE 199, 561, BStBl II 2003, 131; Senatsurteil vom 15. September 2004 I R 5/04, BFHE 208, 116, BStBl II 2009, 100).
Der Wertermittlung zum Bilanzstichtag zugrunde zu legen ist ein Bilanzansatz damit nur, wenn er spätestens am Tag der Bilanzerstellung erkennbar geworden ist (Senatsurteile vom 30. Januar 2002 I R 68/00, BFHE 197, 530, BStBl II 2002, 688; vom 20. August 2003 I R 49/02, BFHE 203, 319, BStBl II 2003, 941; vom 15. September 2004 I R 5/04, BFHE 208, 116, BStBl II 2009, 100; BFH-Urteil vom 19. Oktober 2005 XI R 64/04, BFHE 211, 475, BStBl II 2006, 371;… Senatsurteil vom 21. September 2011 I R 89/10, BFHE 235, 263, BFH/NV 2012, 306; Senatsbeschluss vom 30. November 2011 I R 83/10, juris).
Auch ist geklärt, dass die --als Grundsatz ordnungsmäßiger Buchführung auch steuerrechtlich zu beachtende (§ 5 Abs. 1 EStG 2002 i.V.m. § 8 Abs. 1 KStG 2002)-- Regelung des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB, der zufolge alle am Bilanzstichtag eingetretenen und bis zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung zumindest erkennbar gewordenen "Risiken" und "Verluste" zu berücksichtigen sind, über den Gesetzeswortlaut hinaus steuererhöhende Umstände (Senatsurteil vom 15. September 2004 I R 5/04, BFHE 208, 116, BStBl II 2009, 100) erfasst und nicht nur bei der Bewertung der Vermögensgegenstände (Wirtschaftsgüter), sondern auch bei der Entscheidung über den Ansatz eines Wirtschaftsguts dem Grunde nach zu beachten ist (BFH-Urteil vom 28. März 2000 VIII R 77/96, BFHE 191, 339, BStBl II 2002, 227).
Beim schwebenden Geschäft bilanziell auszuweisen sind daher lediglich einerseits "Erfüllungsrückstände" als Verpflichtungen, die sich als vom Vertragspartner durch dessen erbrachte Vorleistung erdiente und am Bilanzstichtag somit rückständige Gegenleistung darstellen, sowie drohende Verluste (BFH-Urteil vom 15. September 2004 I R 5/04, BFHE 208, 116, BStBl II 2009, 100).
Jedoch durften die sich daraus ergebenden Erkenntnisse nach dem Wertaufhellungsprinzip (vgl. z. B. Senatsurteil vom 15. September 2004 I R 5/04, BFHE 208, 116, BStBl II 2009, 100; Blümich/Schreiber, Einkommensteuergesetz, Körperschaftsteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, § 5 EStG Rz 279, jeweils m. w. N.) im Rahmen der Bilanzaufstellung bei der Bemessung der Höhe der Nachforderungen berücksichtigt werden.
FG München, 02.03.2009 - 7 K 1770/06
Zulässigkeit einer Drohverlustrückstellung für drohende Inanspruchnahme aus einer …
Der Bundesfinanzhof (BFH) habe im Urteil vom 15. September 2004 I R 5/04 (BFH/NV 2005, 421) entschieden, dass Verpflichtungen aus Kreditgarantien als Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu qualifizieren seien.
Das vom Finanzamt zitierte BFH-Urteil vom 15. September 2004 I R 5/04 unterscheide sich in wesentlichen Punkten von dem im Streitfall verwirklichten Sachverhalt.
Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sich der Gläubiger verpflichtet, seinerseits dem Bürgen eine Leistung zu erbringen (Beschluss des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 11. Januar 1996 IX ZR 56/95, NJW 1996, 930; ein solcher Fall lag auch dem BFH-Urteil vom 15. September 2004 I R 5/04, BFH/NV 2005, 421 zugrunde, s. unten Ziff. 5).
Dem Urteil des BFH vom 15. September 2004 I R 5/04 (BFH/NV 2005, 421), auf das sich das Finanzamt zur Begründung seiner Auffassung ergänzend stützt, liegt ein anderer Sachverhalt zugrunde.
Insbesondere liegt keine Abweichung von der BFH-Rechtsprechung vor, denn dem Urteil des BFH vom 15. September 2004 I R 5/04 lag - wie bereits dargelegt - ein völlig anderer Sachverhalt zugrunde.
FG Münster, 17.08.2010 - 1 K 3969/07
Wertaufhellung bis zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung
"Erfüllungsrückstände" liegen vor, wenn ein Vertragspartner durch seine bereits erbrachte Vorleistung die Gegenleistung erdient hat, diese aber am Bilanzstichtag noch rückständig ist (vgl. nur BFH-Urteil vom 15.09.2004 I R 5/04, BStBl II 2009, 100 mwN.).
"Aufhellend" sind die bis zum Tag der Bilanzerstellung erlangten Kenntnisse über den Wert der Bilanzpositionen zum Bilanzstichtag wie auch Umstände, die die Möglichkeit eines Verlustes mindern oder entfallen lassen (ausführlich: BFH-Urteil vom 15.09.2004 I R 5/04, BStBl II 2009, 100 mwN.).
Ausgehend von der Rechtsprechung des I. Senats des BFH in seiner Entscheidung vom 15.09.2004 (I R 5/04, BStBl II 2009, 100) zur Rückstellungsbildung für Risikobeteiligungen an Auslandskrediten ist der erkennende Senat der Ansicht, dass es bei Anwendung der Wertaufhellungstheorie entscheidend darauf ankommt, dass diese ähnlich dem handelsrechtlichen "true and fair view" alle Umstände, die zur Risikoabwägung bis zur Bilanzerstellung vorliegen, berücksichtigt.
Insoweit ist auch zu beachten, dass die Frage nach der Behandlung der Wertaufhellung eine Frage des nationalen Steuerrechts ist, deren Anwendung Sache der nationalen Gerichte ist (BFH-Urteil vom 15.09.2004 I R 5/04, BStBl II 2009, 100).
Der Kläger ist der Ansicht, das FG-Urteil weiche in der Frage der Bewertung einer Mietforderung von den BFH-Urteilen vom 30. Januar 2002 I R 68/00 (BFHE 197, 530, BStBl II 2002, 688) und vom 15. September 2004 I R 5/04 (BFHE 208, 116) ab.
Darüber hinaus sei nach dem BFH-Urteil in BFHE 208, 116 der Nichteingang einer Forderung eine wertaufhellende Erkenntnis, die auf den Bilanzstichtag ausstrahle.
Die Klägerin war auch buchführungspflichtig, wobei dahingestellt bleiben kann, ob sich die Buchführungspflicht aufgrund ihrer gewerblichen Betätigung und ihrer Zweigniederlassung im Inland bereits aus § 1, § 238 HGB ergab (vgl. BFH-Urteil vom 15.09.2004 I R 5/04, BStBl II 2009, 100), oder ob sie als eine Kapitalgesellschaft mit Sitz in einem EU-Staat ihre polnische Buchführungspflicht nach § 140 AO auch für Zwecke der deutschen Besteuerung zu erfüllen hatte (vgl. Anwendungserlass zur Abgabenordnung - AEAO - zu § 140 Satz 4; zweifelnd BFH-Urteil vom 25.06.2014 I R 24/13, BStBl II 2015, 141).

References: § 8
 § 6
 § 15
 § 49
 § 2
 § 7
 § 12
 § 1
 § 238
 § 249
 § 251
 § 252
 § 1
 § 53
 Art. 14
 Art. 20
 Art. 31
 Art. 42
 Art. 2
 Art. 4
 Art. 1
 § 8
 § 5
 § 6
 § 15
 § 49
 § 2
 § 7
 § 12
 § 1
 § 238
 § 249
 § 251
 § 252
 § 1
 § 53
 Art. 14
 Art. 20
 Art. 31
 Art. 42
 Art. 2
 Art. 4
 Art. 1
 § 6
 § 8
 § 252
 § 5
 § 1
 § 238
 § 140
 § 140