Source: http://www.verfassungen.de/ch/tagsatzungsbeschluss48-2.htm
Timestamp: 2016-06-28 11:21:11+00:00

Document:
Beschlu� der Tagsatzung �ber die Einf�hrung der neuen Bundesverfassung (1848)
Beschlu� der Tagsatzung
Einf�hrung der neuen Bundesverfassungvom 14. September 1848
Die eidgen�ssische Tagsatzung,Nach Ansicht und in Vollziehung des Art. 3 der �bergangsbestimmungen der Bundesverfassung der schweizerischen Eidgenossenschaft, wie dieselbe aus den Berathungen der Tagsatzung vom 15. Mai bis und mit dem 27. Brachmonat 1848 hervorgegangen und durch Schlu�nahme der gleichen Beh�rde vom 12. Herbstmonat laufenden Jahres als durch die �berwiegende Mehrheit sowohl der Kantone als der schweizerischen Bev�lkerung f�rmlich angenommen erkl�rt worden ist; -Erw�gend, da� es kraft und in Gem��heit des erw�hlten Art. 3 der Tagsatzung obliegt, zur Einf�hrung der neuen Bundesverfassung, sobald sie dieselbe als angenommen erkl�rt hat, sofort und unmittelbar die erforderlichen Bestimmungen zu treffen, -beschlie�t, was folgt:Art. 1. Nach Vorschrift des Art. 60 der Bundesverfassung werden die Kantone eingeladen, die Mitglieder des Nationalrathes sowohl, als diejenigen des St�nderathes zu w�hlen.
Art. 2. In Folge der Bestimmungen des Art. 61 der Bundesverfassung hat in den Nationalrath zu w�hlen:
Auf Einwohner.
231,576 .
407,913 .
124,521 .
13,519 .
40,650 .
ob dem Wald 12,368 .
nid dem Wald
10,203 .
29,348 .
15,322 .
91,145 .
63,196 .
24,321 .
65,424 .
41,103 .
32,582 .
Au�er-Rhoden
41,080 .
50,876 .
9,796 .
158,853 .
84,506 .
182,755 .
84,124 .
113,923 .
183,582 .
76,590 .
58,616 .
58,666 .
2,190,258 .
Art. 3. In den St�nderath, der aus 44 Mitgliedern besteht, w�hlt nach Art. 69 der Bundesverfassung:
ob dem Wald 1
Art. 4. Jedem Kanton bleibt f�r die� Mal �berlassen, einen oder mehrere Wahlkreise zu bilden, in welchen die ihm zufallenden Mitglieder des Nationalrathes gew�hlt werden.Art. 5. F�r die Wahlen in den Nationalrath, welche direkte Volkswahlen sein sollen, gelten in Bezug auf Stimmberechtigung, Wahlf�higkeit, Amtsdauer u. s. w. die in Art. 62, 63, 64, 65 und 66 enthaltenen Bestimmungen der Bundesverfassung.
Art. 6. Die Wahlen der Mitglieder in den National- und St�nderath sind in allen Kantonen sofort vorzunehmen.Art. 7. Jedem gew�hlten Mitgliede des Nationalrathes ist ein von der betreffenden Kantonalbeh�rde unterzeichneter Wahlakt auszustellen, den der Gew�hlte vor der Konstituirung der Beh�rde zum Zweck der Erwahrung der Wahlakten abzugeben hat.
Art. 8. Die Kantonsregierungen haben gleich nach den erfolgten Wahlen dem Vororten zu Handen des Nationalrathes sowohl als des St�nderathes die Namen der Gew�hlten mitzutheilen.Art. 9. Die Er�ffnung beider R�the findet Montags den 6. November laufenden Jahres in Bern statt. Die Abgeordneten beider R�the haben sich am genannten Tag ohne weitere Einladung daselbst einzufinden. Morgens 9 Uhr wird der Er�ffnung vorg�ngig ein feierlicher Gottesdienst f�r die Mitglieder beider Konfessionen stattfinden, wof�r der Vorort die geeigneten Anordnungen zu treffen hat.Art. 10. Unter Leitung je des �ltesten Mitgliedes werden in beiden R�then zuerst die erforderlichen Stimmenz�hler ernannt und die Wahlakten der Mitglieder erwahrt. Alsdann wird jeder der beiden R�the mittelst geheimen und absoluten Mehrs den Pr�sidenten aus seiner Mitte w�hlen (Art. 67 und 71 der Bundesverfassung).
Art. 11. Der Vorort wird f�r das Sitzungslokal und die Bedienung des Nationalrathes und des St�nderathes provisorisch sorgen.Art. 12. F�r jedes Mitglied des Nationalrathes wird, bis sp�tere Bundesbeschl�sse die die�f�llige Entsch�digung bestimmt haben werden, ein Taggeld von 8 Schweizerfranken festgesetzt. F�r die Hinreise in die Bundesstadt, sowie f�r die R�ckreise wird �berdie� jedem Mitgliede das im Verh�ltni� zu seinen Reisestunden stehende Postgeld verg�tet.Art. 13. Sowohl die Tagsatzung als der Vorort, nebst den ihnen untergeordneten Beh�rden und Beamten, bleiben so lange in ihren Kompetenzen, bis die Bundesversammlung konstituirt und der Bundesrath gew�hlt sein wird.
Der Bundesrat wurde am 16. November 1848 gew�hlt und konstituierte sich am selben Tag.Art. 14. Gegenw�rtiger Beschlu� soll in einer hinreichenden Anzahl von Exemplaren gedruckt und durch den Vorort s�mmtlichen Kantonsregierungen zur Bekanntmachung und Vollziehung mitgetheilt werden. Also gegeben in Bern, den 14. Herbstmonat 1848.Die eidgen�ssische Tagsatzung;
Namens derselben,Der Pr�sident des Regierungsrathes des Kantons Bern,
als eidgen�ssischer Vorort,
Pr�sident der Tagsatzung:
Alex. Funk.Der Kanzler der Eidgenossenschaft:
Schie�. Quellen: Bundesgesetzblatt der Schweizerischen Eidgenossenschaft 1849 S. 36
Offizielle Sammlung der das schweizerische Staatsrecht betreffenden Aktenst�cke, Bundesgesetze, Vertr�ge und Verordnung seit der Einf�hrung der neuen Bundesverfassung; St�mpflischen Buchdruckerei, Bern 1849� 4. Juni 2005

References: Art. 3
 Art. 3
 Art. 60

Art. 2
 Art. 61

Art. 3
 Art. 69

Art. 4
 Art. 62

Art. 6

Art. 8

Art. 11