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Timestamp: 2018-03-23 13:09:30+00:00

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VU Begegnungsunfall in Engstelle
| 06.12.2017 23:53 |
Innerorts befindet sich eine Engstelle, in der sich - theoretisch - 2 Fahrzeuge begegnen könnten, ohne zu kollidieren. Die Engstelle ist ca. 15m lang.
Fahrzeug 1 fährt an die Engstelle, bremst bis zum Stillstand, um den Gegenverkehr passieren zu lassen, und fährt danach in die Engstelle ein. Zum Zeitpunkt der Einfahrt ist die Engstelle leer (kein Gegenverkehr in der Engstelle).
Fahrzeug 1 fährt nach Einfahrt in die Engstelle, in die Mitte der Fahrbahnen.
Der Fahrer des Fahrzeug 1 erkennt auf ca. halber strecke der Engstelle, dass das Fahrzeug 2 seine Geschwindigkeit beibehält, und trotz Gegenverkehr, in die Engstelle einfahren möchte. Fahrzeug 1 führt eine Gefahrenbremsung durch (steht in der Mitte der Fahrbahn) und Fahrzeug 2 fährt frontal links auf das Fahrzeug 1 auf.
Bitte um Schilderung der Rechtslage bzgl. Schuldfrage mit Nennung der entsprechenden Gesetzestexte.
Die wesentlichen Anspruchsgrundlagen im Verkehrsrecht ergeben sich aus § 7 StVG ( Haftung des Fahrzeughalters) und aus § 18 StVG ( Haftung des Fahrzeugführers). Hinzu kommen Ansprüche aus §823 BGB i.v.m. entsprechenden Schutzvorschriften aus der StVO. Der Führers des Fahrzeuges 1 hat zwar bei der Einfahrt in die Engstelle den Gegenverkehr passieren lassen, ist dann aber nach Ihrer Schilderung in der Fahrbahnmitte gefahren und hat damit das Rechtsfahrgebot gem. § 2 Abs. 2 StVO verletzt.
Der Führer des Fahrzeuges 2 hat sich an der Engstelle nicht richtig verhalten und hätte gem. § 6 StVG den Gegenverkehr, der sich bereits in der Engstelle befand, passieren lassen müssen, insbesondere wenn der Fahrzeugführer 2 erkennt, dass für zwei Fahrzeuge nicht ausreichend Platz ist.
Die Halter und Fahrzeugführer haften je zu 50 Prozent.
Nachfrage vom Fragesteller	08.12.2017 | 15:55
An der Engstelle befindet sich keine Mittellinie. Die beiden Fahrspuren lassen sich somit nicht voneinander abtrennen. Im §2 Abs. 2 StVO steht, dass Fahrzeuge möglichst weit rechts fahren müssen.
Eine Landstraße hat im Bundesschnitt eine Fahrspurbreite von 300 cm. Das Fahrzeug 1 hat eine Lichte Breite von ca. 204 cm. Somit kann man annehmen, dass es dem Fahrer dieses Fahrzeuges zuzumuten ist, dass er sein Fahrzeug auf seiner Fahrspur, mit einem durchschnittlichen Abstand von je 48 cm (links und rechts), kollisionsfrei bewegt. Doch wenn sich die Fahrspur auf beiden Seiten um je ca. 50 cm verengt, entsteht bei einem Fahrer eine Unsicherheit, die sich mit einer potentiellen Kollisionsgefahr mit der Bordsteinkante begründen lässt.
Ab welchem Abstand, gemessen vom Rad zur der Bordsteinkante, gilt das Rechtsfahrgebot verletzt, gerade dann, wenn sich an dieser Stelle die Fahrbahn durch ein Hindernis (Warnbarke), abrupt verengt? Mit anderen Worten: Welchen Abstand, von einem Hindernis, kann man einem Fahrzeugführer zugestehen, in dem er ein Hindernis umfährt ohne dass er das Rechtsfahrgebot verletzt?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2017 | 16:36
es gibt keine generellen Abstand, unter dem das Rechtsfahrgebot verletzt wäre. Das Gebot ist, wie schon dessen Wortlaut erkennen lässt, nicht starr. Der Abstand hängt von der Örtlichkeit, der Fahrbahn bzw. Fahrbahnbeschaffenheit, der Fahrgeschwindigkeit, den Sichtverhältnissen und dem Gegenverkehr ab. Kollidiert ein Fahrzeug in einer Engstelle mit dem entgegenkommenden Fahrzeug und theoretisch hätten beide Fahrzeuge genug Platz, hat der Fahrer, der zu weit links gefahren ist, offensichtlich das Rechtsfahrgebot verletzt.
Bewertung des Fragestellers 10.12.2017 | 14:45
"Nach weiterer (eigener Recherche) wurde ein wichtiger Paragraf der StVO (§6) gar nicht in der Antwort erwähnt."
Nach weiterer (eigener Recherche) wurde ein wichtiger Paragraf der StVO (§6) gar nicht in der Antwort erwähnt.
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References: § 7
 § 18
 §823
 § 2
 § 6
 §2