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Timestamp: 2018-04-24 22:31:56+00:00

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Lexikon Steuer: Entfernungspauschale
Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ( § 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 4 EStG ):
Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung ( § 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 5 EStG ):
Zur Problematik in dem Fall, dass mehrere Wohnungen vorhanden sind, vgl. Fahrtkosten .
Die Entfernungspauschale wird für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte auf 4.500 EUR begrenzt ( § 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 4 S. 2 EStG ). Ein höherer Abzug ist allerdings möglich, wenn für die Fahrten ein eigenes oder ein zur Nutzung überlassenes Kfz benutzt wird.
Übersteigen die Kosten bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ausnahmsweise den Höchstbetrag von 4.500 EUR, können sie berücksichtigt werden, soweit die höheren Kosten nachgewiesen werden ( § 9 Abs. 2 S. 2 EStG ).
Soweit die Fahrten von der Wohnung ständig zu einem gleich bleibenden Treffpunkt außerhalb einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung führen, ist für die Wege zwischen Wohnung und Treffpunkt bis 2007 die Entfernungspauschale anzusetzen ( H 38 LStH 2005 ), vgl. auch BMF, 26.10.2005 - IV C 5 - S 2353 - 211/05 (Nr. 1). Ab 2008 sind hierfür die Reisekostengrundsätze maßgebend. Die Hinweise auf die Anwendung der Entfernungspauschale wurden in das Lohnsteuer-Handbuch ab 2008 nicht wieder aufgenommen.
Regelmäßige Arbeitsstätte im Sinne des § 9 Abs. 2 EStG ist jede dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers , der der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er nachhaltig, fortdauernd und immer wieder aufsucht. Ob ein Arbeitnehmer eine regelmäßige Arbeitsstätte innehat, richtet sich nicht danach, welche Tätigkeit er an dieser Arbeitsstätte im Einzelnen wahrnimmt oder wahrzunehmen hat bzw. welches konkrete Gewicht dieser Tätigkeit zukommt. Wo der Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit liegt, bestimmt sich nicht nach zeitlichen oder qualitativen Merkmalen einer wie auch immer gearteten Arbeitsleistung. Entscheidend ist, ob ein Arbeitnehmer den Betriebssitz des Arbeitgebers oder sonstige ortsfeste dauerhafte betriebliche Einrichtungen, denen er zugeordnet ist, nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, d.h. fortdauernd und immer wieder aufsucht ( R 9.4 Abs. 3 LStR ). Von einer regelmäßigen Arbeitsstätte ist auszugehen, wenn die betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers vom Arbeitnehmer durchschnittlich im Kalenderjahr an einem Arbeitstag je Arbeitswoche aufgesucht wird oder entsprechend aufzusuchen ist (Prognose). Die betriebliche Einrichtung eines Kunden des Arbeitgebers ist keine regelmäßige Arbeitsstätte i.S.d. § 9 EStG . Die Vorschriften zur Entfernungspauschale kommen demnach auch dann nicht zur Anwendung, wenn ein Arbeitnehmer bei einem Kunden des Arbeitgebers längerfristig eingesetzt ist (BFH, 10.07.2008 - VI R 21/07 sowie BFH, 09.07.2009 - VI R21/08). Die Finanzverwaltung wendet die Urteile an (BMF, 21.12.2009 - IV C 5 - S 2353/08/10010 sowie R 9.4 Abs. 3 Satz 5 LStR ).
Die Entfernungspauschale für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung ( Doppelte Haushaltsführung ) beträgt ebenfalls einheitlich 0,30 EUR.
Günstigerprüfung bis 2011
Fährt der Arbeitnehmer einen Teil des Jahres mit dem Pkw und den Rest des Jahres mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeitsstätte, so ist dem BFH zufolge für jeden einzelnen Tag zu berechnen, ob bei Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel die Aufwendungen höher sind als die Entfernungspauschale (keine jahres-, sondern tagesbezogene Auslegung von § 9 Abs. 2 S. 2 EStG ); BFH,11.05.2005 - VI R 40/04. Auch innerhalb eines Tages kann für einen Teil die Entfernungspauschale angesetzt werden, während für den anderen Teil ggf. die tatsächlichen (höheren) Kosten (z.B. Monatskarte Straßenbahn) zum Zuge kommen. Die Günstigerprüfung gilt insoweit auch für Teilstrecken (BFH, 26.03.2009 - VI R 25/08).
Zur Vereinfachung der Berechnung der Entfernungspauschale wurde § 9 Abs. 2 Satz 2 EStG mit dem Steuervereinfachungsgesetz 2011 dahingehend geändert, dass die Vergleichsrechnung zwischen Entfernungspauschale und den tatsächlich entstandenen Kosten für die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln jahresbezogen vorzunehmen ist. Damit ist eine tageweise Prüfung, inwieweit die tatsächlichen Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel die Entfernungspauschale übersteigen, nicht mehr erforderlich. Dies vereinfacht die Berechnung der Entfernungspauschale in allen Fällen, in denen die Steuerpflichtigen ganz oder teilweise öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Die Regelung ist erstmals ab dem Veranlagungszeitraum 2012 anzuwenden ( § 52 Abs. 1 EStG ). Vielfach wird diese Neuregelung zum Nachteil von Arbeitnehmern führen.
Für die Strecke einer steuerfreien Sammelbeförderung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kann der Arbeitnehmer keine Entfernungspauschale geltend machen. Dies gilt sowohl für eine unentgeltliche als auch für eine verbilligte Sammelbeförderung. Damit das Finanzamt dies erkennt, hat der Arbeitgeber in der Lohnsteuerbescheinigung den Großbuchstaben "F" (= Freifahrtberechtigung) anzugeben ( § 41b Abs. 1 Nr. 9 EStG ).
Die Bezuschussung durch den Arbeitgeber muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gezahlt werden. Der ohnehin geschuldete Arbeitslohn i.S.d. § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG ist der arbeitsrechtlich geschuldete. Ein Zuschuss zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn i.S.d. § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG kann lt. BFH auch unter Anrechnung auf andere freiwillige Sonderzahlungen (hier: Weihnachtsgeld) geleistet werden (BFH, 01.10.2009 - VI R 41/07sowie R 3.33 LStR ).
Die Entfernungspauschale schlägt auch auf die Berechnung der nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben für Fahrten des Unternehmers zwischen seiner Wohnung und der Betriebsstätte und betrieblich veranlasster doppelter Haushaltsführung durch ( § 4 Abs. 5 Nr. 6 EStG ). Nutzt der Unternehmer einen Firmenwagen für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, so hat er den Nutzungsvorteil mit 0,03 % des inländischen Listenpreises des Fahrzeuges für jeden Entfernungskilometer anzusetzen (vgl. Firmenwagen ). Hiervon ist die Entfernungspauschale abzuziehen. Ergibt sich danach ein positiver Betrag, ist der Gewinn des Unternehmers zu erhöhen, bei einem negativen Endbetrag ist der Gewinn um diesen Betrag zu kürzen.

References: § 9
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 § 52
 § 41
 § 40
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