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Timestamp: 2018-09-24 14:10:08+00:00

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Einbürgerung mit unterbrechungen
18.05.2018 11:59 |
Sehr geehrte Frau/Herr Anwältin/Anwalt,
Ich möchte mich in Deutschland einbürgern und hier ist mein kurzes Profil
-Verheiratet seit 02.2010 – Ausland
-Einreise in Deutschland 11.2010 – Bayern
-Kind auf der Welt gebracht im 08.2011 – Bayern
-Ehemann ist eingebürgert im 06.2014 – Bayern
-Kind auf der Welt gebracht im 07.2014 – Bayern
-nach Ausland umgezogen im 08.2015 - Zürich
-seit 11.2017 wohne ich im Deutschland (Rückkehr in Deutschland) – Baden-Württemberg
-Kind auf der Welt gebracht im 02.2018 – Baden-Württemberg
-der Ehemann aus berufliche Gründen im 03.2018 zu uns gezogen.
-Magister Abschluss (Ausland) sowie Sprachkent. bis B1 (Berlin) habe ich bereit.
-Ich habe nie eine Niederlassungserlaubnis erhalten und aktuelle Aufenthalt ist auch nach 28 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 zu mir erteilt.
-Bisher habe ich nie Sozialhilfe/leistungen genommen.
Hier lautet meine folgende Frage:
- Wie und Wann, frühstens, ist Einbürgerung möglich?
- der Ehemann muss aus Berufliche gründen wieder nach Ausland umziehen, muss er bis Einbürgerungsantrag ununterbrochen bei mir angemeldet sein?
PS :Falls das Rechtgebiet nicht korrekt sein sollte, bitte schieben Sie es ins richtigen Kategorie.
Da Ihr Ehegatte deutscher Staatsangehöriger ist, können Sie von der Priviligierung des § 9 StAG Gebrauch machen. Grundsätzlich wird vorausgesetzt, dass der gewöhnliche Aufnethalt im Bundesgebiet seit drei Jahren ununterbrochen fortbesteht. Dabei sich die Unterbrechungen von weniger als 6 Monaten am Stück unbeachtlich.
Im § 12b Abs. 2 StAG heißt es, hat der Ausländer sich aus einem seiner Natur nach nicht vorübergehenden Grund länger als sechs Monate im Ausland aufgehalten, kann die frühere Aufenthaltszeit im Inland bis zu fünf Jahren auf die für die Einbürgerung erforderliche Aufenthaltsdauer angerechnet werden.
Insofern dürfte Ihr früherer Aufenthalt im Bundesebiet ebenfalls Berücksichtigt werden. Dies liegt allerdings im Ermessen der Behörde. Da Sie sich nicht weit von Deutschland aufhielten dürfte dies nicht zum Problem werden.
Das Vorweisen der Niederlassungserlaubnis ist nicht zwingend. Sie sollten allerdings den Einbürgerungstest bestehen.
Im Ergebnis können Sie bereits jetzt die Einbürgerung beantragen. Sollte die Behörde jegliche Hindernisse sehen, wird dies Ihnen in Schriftform signalisiert, sodass Sie diesen angemessen begegnen können.
Nachfrage vom Fragesteller	28.05.2018 | 18:40
Vielen Dank für Ihr Antwort. Ich habe zwischen zeit folgendes Antwort vom zuständige Einbürgerungsbehörde erhalten:
"dass Ihr Ehegatte im Juni 2014 eingebürgert worden ist. Für eine Einbürgerung gem. § 9 StAG können von einem Voraufenthalt in ehelicher Lebensgemeinschaft mit einem dt. Staatsangehörigen bis zu zwei Drittel der geforderten Aufenthaltsdauer angerechnet werden. Dies ergibt sich aus Nr. 9.1.2.1 der Verwaltungsvorschrift zum Staatsangehörigkeitsgesetz. Anrechenbar wäre somit die Zeit ab Erhalt der deutschen Staatsangehörigkeit Ihres Ehegatten im Juni 2014 bis zu Ihrem gemeinsamen Wegzug ins Ausland am 07.2015 = 1 Jahr und 1 Monat.
Seit 01.2018, Aufenthaltserteilungsdatum nicht einreise/anmeldedatum, leben Sie wieder ununterbrochen rechtmäßig und gewöhnlich im Bundesgebiet =5 Monate. Die eheliche Lebensgemeinschaft besteht weiterhin. Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen noch 1 Jahr und 6 Monate. Die zeitliche Wartefrist wäre somit im November 2019 gegeben."
-Da möchte ich gerne wissen, ob berechnung der o.g. Zeiten korrekt ist? d.h. muss ich doch 1.6 Jahre warten. Gibt es keine andere möglichkeiten bzw. schnellsten weg zum Einbürgerung?
-Ich war für zwei Jahrelang in Schweiz, gilt Ihre vorgeschlagene Lösung, § 12b Abs. 2 StAG , nicht bei mir, in meiner Ansicht?
-Und würde mich sehr freuen auf Antwort vom zweite teil der Frage bzgl. Beschäftigung im Ausland.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.05.2018 | 23:12
In Einbürgerungsverfahren ist bei der Ermessensabwägung, inwieweit ein früherer rechtmäßiger Aufenthalt im Inland nach einer Unterbrechung des Aufenthalts anrechenbar ist, zu prüfen, ob dem früheren Inlandsaufenthalt trotz der Unterbrechung integrierende Wirkung zuerkannt werden kann. Bei Personen, denen nach § 37 des Aufenthaltsgesetzes eine Aufenthaltserlaubnis erteilt worden ist, ist der gesamte rechtmäßige frühere Inlandsaufenthalt bis zur gesetzlichen Höchstdauer von fünf Jahren anzurechnen. Unter Anwendung des § 9 StAG bei sog. priviligierter Einbürgerung sind die bisherigen Aufenthalte in der Tat bis 2/3 anzurechnen. Sie befanden sich seit Oktober 2010 bis August 2015 in Deutschland. Das sind 57 Monate, somit kann aus meiner Sicht der Aufenthalt von ca. 37 Monaten angerechnet werden. Das sind etwas über drei Jahre.
Ebenfalls in Nr. 9.1.2.1 der Verwaltungsvorschrift zum Staatsangehörigkeitsgesetz heißt es,
Ihr Ehemann ist bereits über zwei Jahre deutscher Staatsangehöriger. Weshalb aus meiner Sicht der Antrag bereits jetzt gestellt werden kann. Im Übrigen ist die Einbürgerung ein etwas längerer Prozess, da die Behörde viele Auskünfte von anderen Behörden einholen muss, sodass die Überprüfung aller anderen Voraussetzungen bereits beginnen könnte.
Die zweite Frage habe ich leider übersehen. Diese beantworte ich nunmehr wie folgt. Um Diskussionsbedarf mit der Behörde zu vermeiden empfehle ich Ihrem Ehemann den Hauptwohnsitz in Deutschland zu behalten. Mittlerweile sehen es die Behörden aufgrund der europäischen Öffnung als nicht nachteilig, wenn einer der Ehegatten im europäischen Ausland einen festen Wohnsitz hat, allerdings ist die Entscheidungspraxis der Behörden in dieser Hinsicht äußerst unterschiedlich.
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References: § 9
 § 12
 § 9
 § 12
 § 37
 § 9