Source: http://palikanon.de/khuddaka/jataka/j490.htm
Timestamp: 2017-05-26 20:59:36+00:00

Document:
Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 490. Die Erzählung von den fünf Fastenden (Pancuposatha-Jataka) [1]
§1. „Mit wenigem bist du zufrieden, Taube; trägst, Vogel, du nach Speise kein Verlangen? Dem Durst und Hunger setzest du dich aus; warum, du liebe Taube, willst du fasten?“
§2. „Früher war ich voll Gier nach meinem Weibchen; an diesem Ort erfreuten wir uns beide. Jetzt raubte mir ein Habicht meine Taube und ohne sie genieß ich keine Freuden.
§3. Gar mannigfach empfind ich durch die Trennung von ihr die Schmerzen tief in meinem Innern;
darum will ich beobachten das Fasten, damit die Lust nicht wieder mich befalle.“
§4. „Kriechende Schlange mit der schlimmen Zunge, giftig bist du mit deinen scharfen Zähnen. Dem Durst und Hunger setzest du dich aus; warum, du liebe Schlange, willst du fasten?“
§6. Drauf kamen aus dem Dorf heraus die Leute und gingen weinend, jammernd auf ihn zu. Darum will ich beobachten das Fasten, damit der Zorn nicht wieder mich befalle.“
§7. „Viel Fleisch von Toten gibt 's am Leichenfelde und dies ist dir eine willkommne Speise. Dem Durst und Hunger setzest du dich aus; warum, mein lieber Schakal, willst du fasten?“
§8. „In eines großen Elefanten Leib kam ich, des Leichnams froh, nach Fleische gierig; doch heißer Wind und scharfe Sonnenstrahlen bewirkten, dass vertrocknete der After.
§9. Dabei ward ich, o Herr, mager und gelb und hatte keinen Weg, hinaus zu kommen. Doch plötzlich kam herab ein starker Regen und dieser machte wieder feucht den After.
§10. Dadurch kam wieder ich heraus, o Herr, so wie der Mond aus Rahus Munde frei wird [10]. Darum will ich beobachten das Fasten, damit Begierde mich nicht mehr befalle.“
§11. „In dem Ameisenhaufen die Ameisen warst früher du gewohnt herabzuschlagen. Dem Durst und Hunger setzest du dich aus; warum, mein lieber Bär, willst du denn fasten?“
§12. „Nicht mehr zufrieden mit dem eignen Wohnort ging ich aus Ungenügsamkeit nach Mala; drauf kamen aus dem Dorf heraus die Leute, die mich mit ihren Bogen schwer bedrängten.
§13. Den Kopf gespalten, blutbeschmiert die Glieder [11] kehrt' ich zurück nach meiner eignen Wohnung. Darum will ich beobachten das Fasten, dass Ungenügsamkeit nicht wiederkehre.“
§14. „Wonach du uns gefragt hast, Herr, das haben wir alle dir erzählt, wie es geschehen. Wir wollen aber dich auch fragen, Herr, warum übst du das Fasten, o Brahmane?“
§15. „Zu meiner Hütte kam ein sündenreiner Paccekabuddha und setzt' sich ein wenig; er wusste von mir Zukunft und Bestimmung, auch Nam' und Art und meinen ganzen Wandel.
§16. Und dennoch nicht verehrt' ich seine Füße und fragte ihn auch nicht, erfüllt von Hochmut. Darum will ich beobachten das Fasten, damit der Hochmut mich nicht mehr befalle.“
§A2. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen hatte, fügte er hinzu: „So, ihr Laienbrüder, ist die Beobachtung der Uposatha-Bestimmungen schon die Tradition der Weisen der Vorzeit. Man muss das Uposatha halten!“ §C. Hierauf verband er das Jataka mit folgenden Worten: „Damals war der Tauber Anuruddha, der Bär war Kassapa, der Schakal Mogallana, die Schlange Sāriputta; der Asket aber war ich.“
[5] D. h. die verschiedenen Stufen der Ekstase. [6] Ein oft vorkommendes Zeichen der Verachtung. [7] Diese ist ihrem Inhalte nach gleich der eines Buddha; nur darf sie nicht öffentlich verkündigt werden, sondern der Paccekabuddha genießt sie, solange er lebt, und geht dann in das Nirvana ein.
[8] Es gibt ihrer zehn; vgl. Jataka 1 Anm. 28. [Die zehn Vollkommenheiten, die der Bodhisattva in hervorragender Weise betätigen muss, sind (1.) die Vollkommenheit im Almosen Geben, (2.) in der Befolgung der Vorschriften, (3.) in der Selbstverleugnung,
(4.) im Wissen, (5.) im Streben, (6.) in der Geduld, (7.) in der Wahrheit, (8.) im Entschluss, (9.) in der Freundlichkeit und (10.) im Gleichmut.]

References: §1

§2

§3

§4

§6

§7

§8

§9

§10

§11

§12

§13

§14

§15

§16