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Timestamp: 2020-02-17 11:58:45+00:00

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BFH, 30.11.1987 - VIII B 3/87 - dejure.org
https://dejure.org/1987,276
BFH, 30.11.1987 - VIII B 3/87 (https://dejure.org/1987,276)
BFH, Entscheidung vom 30.11.1987 - VIII B 3/87 (https://dejure.org/1987,276)
BFH, Entscheidung vom 30. November 1987 - VIII B 3/87 (https://dejure.org/1987,276)
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AO 1977 § 125 Abs. 1, §§ 193, 195
Großbetriebsprüfungsstelle - Oberfinanzdirektion - Außenprüfung - Nichtigkeit - Anfechtbarkeit
AO (1977) § 125 Abs. 1, §§ 193, 195
BFHE 151, 354
BB 1988, 331
DB 1988, 1363
BStBl II 1988, 183
Besonders schwerwiegend im Sinne des § 125 Abs. 1 AO, der wörtlich mit der Regelung des § 44 Abs. 1 VwVfG übereinstimmt, ist daher nur ein Fehler, der den davon betroffenen Verwaltungsakt als schlechterdings unerträglich erscheinen, d.h. mit tragenden Verfassungsprinzipien oder der Rechtsordnung immanenten wesentlichen Wertvorstellungen unvereinbar sein läßt (Urteil vom 22. Februar 1985 - BVerwG 8 C 107.83 - Buchholz 406.11 § 134 Nr. 6 BBauG S. 5 (6) = DVBl 1985, 624; BFH, Beschluß vom 30. November 1987, a.a.O. und Urteil vom 18. Oktober 1988 - VII R 123/85 - BStBl II 1989 S. 76 (78)).
Dagegen ist die Nichtigkeit eines Verwaltungsaktes nicht schon deswegen anzunehmen, weil er einer gesetzlichen Grundlage entbehrt (…sog. "gesetzloser" Verwaltungsakt - vgl. dazu insbesondere Beschluß vom 21. Januar 1954, a.a.O.) oder die in Frage kommenden Rechtsvorschriften unrichtig angewendet worden sind (Urteil vom 7. Oktober 1964 - BVerwG VI C 59 und 64.63 - BVerwGE 19, 284 (287) und vom 22. Februar 1985, a.a.O.; BFH, Beschluß vom 1. Oktober 1981, a.a.O., Urteil vom 13. Mai 1987 - II R 140/84 - BStBl II 1987 S. 592 (593) und Beschluß vom 30. November 1987, a.a.O.).
Das berechtigte Interesse ist insbesondere gegeben, wenn die Feststellung der Rechtswidrigkeit dieser Verwaltungsakte zu einem Verwertungsverbot führt (vgl. BFH-Beschluß vom 30. November 1987 VIII B 3/87, BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183, m. w. N.; BFH-Urteil vom 10. Mai 1991 V R 51/90, BFHE 164, 495, BStBl II 1991, 825).
Würden die größten und bedeutsamsten Prüfungsfälle durch die OFD abgewickelt, könne eingewendet werden, daß Aufgabenverlagerungen dieses Umfangs durch gesetzliche Zuständigkeitsregelung getroffen werden sollten, so daß § 195 Satz 2 AO 1977 nur ausnahmsweise in atypischen Fällen zum Zuge komme (vgl. auch BFH-Beschluß in BFHE 151, 354, 358, BStBl II 1988, 183;… zustimmend z. B. Tipke/Kruse, a. a. O., § 195 AO Tz. 4;… Zwank in Koch, AO 1977, Kommentar, § 195 Rdnr. 6).
Die Feststellung der Rechtswidrigkeit hindert die Verwertung der Prüfungserkenntnisse (Beschluß des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 30. November 1987 VIII B 3/87, BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183 mit weiteren Nachweisen).
Besonders schwerwiegend in diesem Sinn ist nur ein Fehler, der den davon betroffenen Verwaltungsakt als schlechterdings unerträglich erscheinen, d.h. mit tragenden Verfassungsprinzipien oder der Rechtsordnung immanenten wesentlichen Wertvorstellungen unvereinbar sein läßt (BFH-Beschluß vom 30. November 1987 VIII B 3/87, BFHE 151, 354, 358, BStBl II 1988, 183).
Ein Verwaltungsakt verdient nur dann keine Beachtung - und ist deshalb als nichtig anzusehen -, wenn er die an eine ordnungsmäßige Verwaltung zu stellenden Anforderungen in einem so erheblichen Maße verletzt, daß von niemandem erwartet werden kann, ihn als verbindlich anzuerkennen (BFHE 151, 354, 358, BStBl II 1988, 183).
Das gilt auch dann, wenn die aufgrund der Prüfungsanordnung durchgeführte Prüfung abgeschlossen und die Feststellungen des Betriebsprüfers in Steuerbescheiden oder Feststellungsbescheiden ausgewertet sind (BFH-Beschluß vom 24. Juni 1982 IV B 3/82, BFHE 136, 192, BStBl II 1982, 659; Urteile vom 7. November 1985 IV R 6/85, BFHE 145, 23, BStBl II 1986, 435;… vom 6. März 1986 I R 299/82, BFH/NV 1987, 626; Beschluß vom 30. November 1987 VIII B 3/87, BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183;… vgl. auch Urteil vom 30. September 1988 III R 218/84, BFH/NV 1989, 749).
Eines besonderen Feststellungsverfahrens bedarf es auch dann nicht, wenn die Unwirksamkeit bzw. Nichtigkeit einer Prüfungsanordnung geltend gemacht wird (BFH-Urteil vom 10. April 1987 III R 202/83, BFHE 150, 1, BStBl II 1988, 165; Beschluß in BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183).
Entgegen der Auffassung des FG handelt es sich bei der Auflösung der in der Bilanz zum 31. August 1979 gebildeten bzw. aus der Vorjahresbilanz übernommenen Garantierückstellungen und damit bei der im Dezember 1985 verfügten Änderung des Einkommensteuerbescheids 1979 nicht um eine Entscheidung des FA, die mit den Anforderungen an eine ordnungsgemäße Verwaltung nicht vereinbar wäre, was in Ausnahmefällen zu einer Nichtigkeit des Verwaltungsakts führen kann (vgl. BFH- Beschluß vom 30. November 1987 VIII B 3/87, BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183, m.w.N.).
Allein ein Verstoß gegen formelles oder materielles Recht führt in der Regel nicht zur Nichtigkeit sondern nur zur Rechtswidrigkeit eines Verwaltungsaktes (für viele: BFH-Beschluss vom 30. November 1987 VIII B 3/87, BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183; Seer in Tipke/Kruse AO § 125 Tz. 12).
Entgegen der Ansicht der Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) liegt mit Blick auf die vom FG angenommene Nichtigkeit der Bescheide die gerügte Divergenz zu den Entscheidungen des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 30. November 1987 VIII B 3/87 (BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183) und vom 7. August 1985 I R 309/82 (BFHE 145, 7, BStBl II 1986, 42) nicht vor.
Denn abweichend vom Streitfall wird in den BFH-Entscheidungen aufgrund anders gelagerter Sachverhalte die Frage der Nichtigkeit von Bescheiden anhand des Verwaltungshandelns einer unzuständigen Behörde (in BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183) und der Unbestimmtheit wegen einer ihrer Art nach nicht festgesetzten Steuer (in BFHE 145, 7, BStBl II 1986, 42) erörtert.
Wann diese Voraussetzungen erfüllt sind, läßt sich (wie die unvollständige, beispielhafte Aufzählung in § 125 Abs. 2 AO 1977 einerseits und in § 125 Abs. 3 AO 1977 andererseits bestätigt) nicht generell, sondern nur von Fall zu Fall entscheiden (Beschluß des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 30. November 1987 VIII B 3/87, BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183, m. w. N.).
Dabei sind strenge Maßstäbe anzulegen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts - BVerwG - vom 11. Februar 1966 VII CB 149.64, BVerwGE 23, 237, 238, und BFH in BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183).
Er verdient nur dann ausnahmsweise keine Beachtung (§ 124 Abs. 3 AO 1977), wenn er die an eine ordnungsgemäße Verwaltung zu stellenden Anforderungen in einem so erheblichen Maße verletzt, daß von niemandem erwartet werden kann, ihn als verbindlich anzuerkennen (vgl. u. a. BFH-Beschluß vom 1. Oktober 1981 IV B 13 /81, BFHE 134, 223, BStBl II 1982, 133, 135; BFH-Urteile vom 13. Mai 1987 II R 140/84, BFHE 150, 70, BStBl II 1987, 592, 593, und in BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183, 185).
BFH, 10.05.1991 - V R 51/90
Kein Feststellungsinteresse (§ 100 Abs. 1 Satz 4 FGO) bei erledigter …
BFH, 05.12.2008 - II B 111/08
Rüge eines Verfahrensfehlers - Keine Erledigung i.S.d. § 100 Abs. 1 Satz 4 FGO …
BFH, 13.07.1995 - VII R 37/95
Folgen der Rücknahme eines Haftungsbescheides des Finanzamtes auf die …
Vorläufige Bestellung als Steuerbevollmächtigter - Zulassung zum steuerberatenden …

References: § 125
 § 125
 § 125
 § 44
 § 134
 § 195
 § 195
 § 195
 § 125
 § 125
 § 125
 § 100