Source: http://nsg.naturschutzinformationen.nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/ST-014
Timestamp: 2019-02-16 18:20:43+00:00

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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW - Fachinformation - Gebietslisten - Naturschutzgebiete gesamt - NSG Heiliges Meer - Heupen
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Naturschutzgebiet Heiliges Meer - Heupen (ST-014)
NSG Heiliges Meer - Heupen
259,69 ha
259,90 ha
(1) Das in § 1 näher bezeichnete Gebiet wird als Naturschutzgebiet gemäß § 20 in Verbindung
mit § 48 c Abs. 1 LG ausgewiesen.
(2) Die Unterschutzstellung erfolgt
a) zur Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaffen und Lebensstätten,
insbesondere von seltenen und z. T. stark gefährdeten Iandschaftsraumtypischen Pflanzen- und Tier-
arten in einem einmaligen Ensemble vollständig erhaltener Verlandungsserien von natürlichen eutrophen,
oligotrophen und dystrophen Gewässern, einschließlich Erlen- und Birkenbruchwäldern, feuchten und
trockenen Heiden, Senken mit Torfmoorsubstraten, Feuchtgrünland und Vorkommen von seltenen, zum
Teil stark gefährdeten Wat- und Wiesenvögeln, Amphibien und Wirbellosen sowie Pflanzen und Pflanzen-
b) zur Erhaltung und Wiederherstellung des landschaftstypischen Wasserhaushaltes mit seinem typischen Gewässerchemismus und Nährstoffhaushalt,
c) aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gründen, wegen
der biogeographischen Bedeutung und wegen der dort vorkommenden schutzwürdigen Böden: Böden mit
extremen Wasser- und geringen Nährstoffangeboten als natürlicher Lebensraum sowie regionaltypische
oder besonders seltene Böden als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte,
Gebietes,
e) zur Sicherung des Naturhaushaltes und zur Abwehr schädlicher Einwirkungen und negativer Veränderun-
gen ökologischer Zusammenhänge,
f) als Bestandteil eines Biotopverbundes von landes- und europaweiter Bedeutung, insbesondere als Teil
des europäischen ökologischen Netzes "NATURA 2000",
g) zur Bewahrung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der natürlichen Lebensräume
und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Art. 4 Abs. 4 i.V.m. Art. 2
der FFH-Richtlinie. Hierbei handelt es sich insbesondere um folgenden natürlichen Lebensraum von gemein-
schaftlichem Interesse gemäß Anhang 1 der FFH-Richtlinie als maßgeblicher Bestandteil des Gebietes i. 5.
des § 48 d Abs. 4 LG:
- Dystrophe Seen (3160)
- Feuchte Heidegebiete mit Glockenheide (4010)
- Nährstoffarme Littorella-Gewässer (3110)
- Nährstoffärmere basenarme Stillgewässer (3130)
- Trockene Heidegebiete (4030).
Außerdem handelt es sich um Lebensräume insbesondere für folgende im Schutzgebiet vorkommende Vogel-
arten gem. Art. 4 der VogelschutzRichtlinie als maßgebliche Bestandteile des Gebietes i.S. des § 48 d Abs. 4 LG:
Vogelarten, die im Anhang 1 der Vogelschutz-Richtlinie aufgeführt sind
- Kornweihe (Circus cyaneus)
- Neuntöter (Lanius collurio)
- Heidelerche (Lullula arborea)
- Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria).
sowie regelmäßig vorkommende Vogelarten gem. Art. 4 Abs. 2 (Zugvogelarten) der Vogelschutz-Richtlinie,
die nicht im Anhang 1 aufgeführt sind
- Spießente (Anas acuta)
- Krickente (Anas crecca)
- Knäkente (Anas querquedula)
- Wachtel (Coturnix cotumix)
- Zwergschnepfe (Lymnocrytes minimus)
- Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
- Schafstelze (Motacilla flava)
- Großer Brachvogel (Numenius arquata)
- Pirol (Oriolus oriolus)
- Wasserralle (Rellus aquaticus)
- Zwergtaucher (Trachybaptus ruficollis)
- Waldwasserläufer (Tringa ochropus)
- Kiebitz (Venellus venellus)
h) Das Gebiet hat darüber hinaus Bedeutung für Wirbellose und Pflanzen, die im Anhang II der Richtlinie
92/43/EWG aufgeführt sind:
- Große Moosjungfer (Leucorrhinia peotoralis)
- Froschkraut (Luronium natans).
1) Des Weiteren hat das Gebiet Bedeutung für folgende Arten der Fauna und Flora
- Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
- Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)
- Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)
- Moorfrosch (Rana arvalis)
- Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)
- Strandling (Littorella uniflora)
- Wasser-Lobelie (Lobelia dortmanna).
DE-3611-301
BK-3611-902
BK-3611-904
BK-3611-906
BK-3611-909
NSG Heiliges Meer, Erweiterung
Das Gebiet umfasst die östlich an das Kerngebiet des Naturschutzgebietes "Heiliges Meer" angrenzenden Grünlandflächen mit eingesteuten Gewässern. Bei den östlich des "Grossen Heiligen Meeres" gelegenen Flächen handelt es sich um ausgedehnte Niedermoorbildungen, die eine Maechtigkeit von bis zu 2 Metern erreichen und auf grossflächige Erdfälle zurückzuführen sind. Ausserhalb der Niedermoorschicht, die sich nach Osten über das Naturschutzgebiet hinaus fortsetzt, haben sich unter dem Einfluss des hoch anstehenden Grundwassers Anmoorgleye, Gley und Podsol-Gleye gebildet; im Nordwesten des Naturschutzgebietes kommen in morphologisch etwas höher gelegenen Bereichen Gley- Podsole vor. Durch den Ausbau der Meerbecke sowie die Anlage eines Grabensystems insbesondere im Ostteil des Gebietes ist der Grundwasserspiegel z.T. erheblich abgesenkt worden. Der Niedermoorkörper wird im Bereich des Naturschutzgebietes ausschliesslich als Grünland genutzt, wobei nach Osten die Vernässung abnimmt und die Bewirtschaftungsintensität zunimmt. Eingestreut finden sich unterschiedliche Feucht- und Nassgrünlandflächen mit Supfdotterblumenwiesen-, Flutrasen- und Feuchtweidegesellschaften. Das Grünland ist durch Baumreihen, Einzelbäume sowie kleinere Waldparzellen gegliedert. Nördlich an das Gr. Heilige Meer schließt sich eine Parzelle mit Magergrünland an, in das ein Feuchtgrünlandbereich mit gut ausgestattetem Kleingewässer eingebettet ist. Lediglich südlich der Meerbecke sowie am Nordrand befinden sich einige Ackerflächen, die eine wichtige hydrologische Pufferzone für das angrenzende Naturschutzgebiet "Heiliges Meer" darstellen. Am nordöstlichen Rand des Naturschutzgebietes befindet sich als natürliches Stillgewässer das "Kleine Heilige Meer", das seine Entstehung ebenfalls einem Erdfall verdankt und über 2 Stichgräben an die Meerbecke angeschlossen ist; Am "Kleinen Heiligen Meer" ist die eutrophe Verlandungsserie mit gut ausgebildetem Schwimmblattgürtel, dichtem Röhrichtsaum und anschließenden Grauweidengebüschen und Erlenbruchwald entwickelt. Im Sommer herrscht hier ein z.T. lebhafter Badebetrieb; am Westufer ist ein Wochenendhaus, am Nordufer ein Angelsteg im Röhricht errichtet worden. Darüberhinaus sind im Gebiet weitere Stillgewässer künstlich angelegt worden und werden teils als Fischteich - z.T. extensiv - genutzt, oder sind naturnah eingewachsen. Östlich des "Grossen Heiligen Meeres" liegt im dortigen Feuchtgrünland ein mit dichten Gebüsch aus Weiden und Erlen verlandendes Kleingewässer.
NSG Heiliges Feld
Das Gebiet umfasst einige Parzellen aus dem nördlich an den "Erdfallsee" und "Heideweiher" anschließenden Acker-Grünlandkomplex, der durch ein dichtes Netz tiefer Gräben entwässert und durch einige Gehölzreihen und Feldgehölze strukturiert wird. Die hier im Naturschutzgebiet "Heiliges Feld" sichergestellten Grünlandflächen stellen die letzten Reste eines ehemals ausgedehnten Feuchtwiesengebietes dar, das früher einen Schwerpunkt des Limikolenbestandes in Nordrhein-Westfalen darstellte. Das verbliebene Grünland wird überwiegend intensiv bewirtschaftet; Feuchtgrünland kommt nur noch im Nordosten des Naturschutzgebietes unmittelbar an der Grenze zum NSG "Erdfallsee" als Nasse Weidelgras-Weißkleeweide vor. Die an den "Erdfallsee" angrenzenden Flächen stellen zudem eine wichtige hydrologische Pufferzone für dieses oligotrophe Gewässer dar. Auf den Ackerflächen ausserhalb des Naturschutzgebietes brütete noch 1987 der Grosse Brachvogel mit 3 Brutpaaren.
NSG Heupen
Östlich an das NSG "Heiliges Meer" angrenzend liegt bei Obersteinbeck ein Grünland-Ackerkomplex mit eingestreuten Feuchtweiden und Molinietalia-Nasswiesen. Das Gebiet ist durch zahlreiche Hecken und Baumgruppen kleinraeumig gegliedert und von mehreren, kleineren Entwaesserungsgraeben zerschnitten. Sie sind meist verkrautet bzw. von Feuchtstauden gesäumt, einzelne von ihnen werden von lockeren Baumreihen begleitet. Etwa im Zentrum des Gebietes liegt ein ca. 3 ha grosser, abgetrockneter Erlenfeuchtwald. Nördlich Hof Garefrekes befindet sich ein weiterer Erlenbruchwald, dessen nördlicher Teil abgetrocknet ist. Am Südrand geht er in einen intakten, gut ausgebildeten, sumpfigen Bruchwald über mit Langaehriger Segge und ausgedehnten Schlangenwurz-Bestaenden, wobei sich der Hauptteil dieses Erlenbruches ausserhalb der NSG-Grenze fortsetzt. Die ausgedehnten Grünlandflaechen, die das Gehölz umgaben, wurden in den letzten Jahren in erheblichen Umfang zu Aeckern umgebrochen. Das noch vorhandene Grünland wird überwiegend als Intensivweide genutzt.
Das NSG Heiliges Meer umfasst den Kernbereich des NSG-Komplexes "Heiliges Meer" mit drei groesseren Stillgewässern und mehreren Kleingewässer, die durch Erdfälle hervorgegangen sind. Diese Erdfallbildungen liegen in einer geologischen Senkungszone und sind durch Einsinken der Flugdecksande durch Auslaugungsvorgänge im tiefergelegenen Salinargestein. Die Gewässer unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihrer Entwicklung, ihrer Pflanzen- und Tierwelt als auch in ihrer Trophie. Sie umfassen extrem nährstoffarme, oligotrophe und dystrophe Gewässer neben vielfältigen Übergängen bis hin zu mesotrophen und nährtoffreichen, eutrophen Gewässeren. Die Vielzahl unterschiedlicher Gewässerformen und -typen ist zunächst durch die unterschiedlichen Sukzessionsphasen ihrer Verlandung bedingt. Sie liegen eingebettet in ein Mosaik aus unterschiedlich ausgeprägten Wald- und Heidelandschaften, dessen Untergrund aus ebenem, mal feuchtem, mal trockenen pleistozänen Sandböden besteht. Das Grosse Heilige Meer ist das aelteste Gewaesser. Es weist eine gut ausgeprägte eutrophe Verlandungsserei auf. An die Teichrosen- und Laichkrautgesellschaften schließen sich an seinen flachen Ufern und Flachwasserzonen typischerweise breite Schilfgürtel, Grauweidengebuesche und Erlenbruchwaldbestände an. Die Wassertiefe beträgt ca. 10,5 m. Der Erlenbruchwald ist etwa 50-80 Jahre alt. Die zwei etwa Tausend Jahre juengeren Gewaesser, der Erdfallsee und Heideweiher, fuehren nährstoffärmeres Wasser. Der Erdfallsee zählt zu den oligotrophen Gewässern, stellenweise mit Übergängen zu mesotrophe Gewässern. Die Vegetationsentwicklung ist spärlich und durch Litorellion-Gesellschaften mit Strandling und verinzelt auch noh Wasser-Lobelia gekennzeichnet. Der Heideweiher ist kaum 1 m tief und durch die dystrophe Verlandungsserie gekennzeichnet. Neben dichten Beständen der kleinen Weißen Seerose siedeln im Wasser Torfmoosgesellschaften, die uferwärts v.a. in Gesellschaften der Vielstengeligen Simse, Wollgras- und Rhynchosporiongesellschaften mit anschließenden Gagelgebüschen und Grauweidengürtel übergehen. Die eingestreuten Heidekolke sind v.a. durch dystraphente Wasser-Torfmoos und Wasserschlauchgesellschaften geprägt. Die Gewässer sind teils von trocken Calluna-Heiden, teils Glockenheidebeständen umgeben. Sie sind ebenso durch unterschiedliche Alterungsphasen v.a. Vergrasungsstadien gekennzeichnet. Diese Fläche werden durch Schafbeweidung gepflegt. Die Randbereiche des NSG werden von ca. 50 - bis 80-jaehrigen Kiefernbeständen, und Trockenen sowie Feuchten (Pfeifengras-) Eichen-Birkenwäldern umgeben. Südlich des Erdfallsees befindet sich eine größere Magergrünlandfläche, die stellenweise stärker mit Feuchtezeigern durchsetzt ist. Etwas isoliert liegen zwei kleine Waldparzellen mit naturraumtypischen Eichen-Birkenwaldbeständen, die teils von Kiefern durchsetzt sind.
Oligotrophe, sehr schwach mineralische Gewässer der Sandebenen (Littorelletalia uniflorae) <3110> (5,07 ha)
Dystrophe Seen und Teiche <3160> (0,74 ha)
Feuchte Heiden des nordatlantischen Raums mit Erica tetralix <4010> (0,31 ha)
Trockene europaeische Heiden <4030> (13,29 ha)
Bruch- und Sumpfwaelder (1,70 ha)
stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (16,65 ha)
Zwergstrauch-, Ginster-, Wacholderheiden (13,61 ha)
Nadelbaum-Eichenmischwald <AB5> (1,08 ha)
Erlenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AC1> (NaN ha)
Kiefernwald <AK0> (NaN ha)
Feldgehoelz <BA0> (1,63 ha)
Wallhecke <BD1> (NaN ha)
Baumgruppe, Baumreihe <BF0> (1,87 ha)
Fettweide <EB0> (NaN ha)
Magergruenland <ED0> (6,46 ha)
Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <EE3> (NaN ha)
Graben <FN0> (NaN ha)
Acker <HA0> (NaN ha)
Eichen-Buchenmischwald <xAA1> (0,20 ha)
Birken-Eichenmischwald <xAB2> (NaN ha)
Nadelbaum-Eichenmischwald <xAB5> (4,00 ha)
Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <xAK1> (2,00 ha)
Fettwiese, Flachlandausbildung (Glatthaferwiese) <xEA1> (0,54 ha)
Erlen-Bruchwald <yAC4> (5,80 ha)
Gebuesch, Strauchgruppe <yBB0> (3,63 ha)
Roehrichtbestand hochwuechsiger Arten <yCF2> (0,22 ha)
Nass- und Feuchtgruenland <yEC0> (11,33 ha)
Nass- und Feuchtweide <yEC2> (5,07 ha)
stehendes Kleingewaesser <yFD0> (0,23 ha)
Trockene Heide <zDA0> (4,81 ha)
Calluna-Heide <zDA1> (8,48 ha)
Zwergstrauch-Feuchtheide <zDB1> (0,31 ha)
See <zFA0> (11,84 ha)
Weiher (stetig) <zFB0> (5,80 ha)
Efeu-Wasserhahnenfuss (Ranunculus hederaceus)
Geissblatt unbestimmt (Lonicera spec.)
Kraehenbeere (Empetrum nigrum)
Strauss-Gilbweiderich (Lysimachia thyrsiflora)
Stumpfblaettriges Laichkraut (Potamogeton obtusifolius)
Erhaltung und Wiederherstellung von Feuchtgruenland sowie der
daran gebundenen Pflanzen- und TierartenErhaltung und Wiederherstellung von Feuchtgruenland sowie der
daran gebundenen Pflanzen- und Tierarten mit besonderer Bedeutung für den gesamten Gebietskomplex "Heiliges Meer"Erhalt und Wiederanlage von Gruenlandbereichen in einer weitgehend
der Ackernutzung unterliegenden Landschaft als Lebensraum fuer
gruenland- und feuchtwiesentypische Pflanzen- und TierartenSchutz, Erhalt und Pflege eines der bedeutendsten Stillgewässerkomplexe mit unterschiedlichen Trophiestufen und Verlandungsserien in NRW sowie der umgebenden Heide-, Magergrünland- und Waldbestände.

References: § 1
 § 20
 § 48
 Art. 4
 Art. 2
 § 48
 Art. 4
 § 48
 Art. 4