Source: https://www.jusline.at/entscheidung/410952
Timestamp: 2020-05-26 21:09:05+00:00

Document:
Rechtssatz RS OGH 1988/11/30 14Os42/88, 12Os102/89, 14Os133/89 (14Os134/89), 15Os57/92 (15Os64/92), 13Os46/92, - JUSLINE Österreich
RS OGH 1988/11/30 14Os42/88, 12Os102/89, 14Os133/89 (14Os134/89), 15Os57/92 (15Os64/92), 13Os46/92,
Veröffentlicht am 30.11.1988
Hat das Gericht bei der Strafbemessung wegen des Finanzvergehens der Abgabenhinterziehung die Höhe des (strafbestimmenden) Verkürzungsbetrages ausdrücklich als erschwerend gewertet, so bewirkt dieser Verstoß gegen das Doppelverwertungsverbot Nichtigkeit im Sinne des § 281 Abs 1 Z 11 zweiter Anwendungsfall StPO.
Beisatz: Zwar verstößt auch die Wertung des (realkonkurrierenden) Zusammentreffens zweier Finanzvergehen gegen das Doppelverwertungsverbot, doch begründet dieser Verstoß keine Nichtigkeit, weil es sich bloß um die irrige Einordnung eines immerhin nach den allgemeinen Grundsätzen für die Strafbemessung (§ 32 Abs 2 und 3 StGB, § 23 Abs 2 FinStrG) für die Gewichtung der Strafzumessungsschuld als aggravierend bedeutsamen Umstand handelt. (T1)
14 Os 133/89
Entscheidungstext OGH 17.01.1990 14 Os 133/89
Vgl auch; nur: Bewirkt dieser Verstoß gegen das Doppelverwertungsverbot Nichtigkeit im Sinne des § 281 Abs 1 Z 11 zweiter Anwendungsfall StPO. (T2)
Beisatz: Mit der Behauptung eines Verstoßes gegen das Doppelverwertungsverbot wird der Sache nach Urteilsnichtigkeit nach § 281 Abs 1 Z 11 StPO geltend gemacht. (T3)
15 Os 57/92
Entscheidungstext OGH 14.05.1992 15 Os 57/92
15 Os 153/92
Entscheidungstext OGH 11.02.1993 15 Os 153/92
13 Os 204/94
Entscheidungstext OGH 11.01.1995 13 Os 204/94
13 Os 24/95
Entscheidungstext OGH 19.04.1995 13 Os 24/95
Vgl auch, nur T2; Beisatz: Im geschworengerichtlichen Verfahren nach § 345 Abs 1 Z 13 zweiter Fall StPO. (T4)
13 Os 147/02
Entscheidungstext OGH 15.01.2003 13 Os 147/02
11 Os 9/04
Entscheidungstext OGH 30.03.2004 11 Os 9/04
nur: Hat das Gericht bei der Strafbemessung die Höhe des strafbestimmenden Verkürzungsbetrages ausdrücklich als erschwerend gewertet, so bewirkt dieser Verstoß gegen das Doppelverwertungsverbot Nichtigkeit im Sinne des § 281 Abs 1 Z 11 zweiter Anwendungsfall StPO. (T5)
11 Os 3/06k
Entscheidungstext OGH 14.03.2006 11 Os 3/06k
Vgl aber; Beisatz: Die aggravierende Wertung der mehrfachen Überschreitung der Qualifikationsgrenze des § 39 Abs 3 lit c FinStrG verstößt nicht gegen das Doppelverwertungsverbot (§ 23 Abs 2 letzter Satz FinStrG iVm § 32 Abs 2 erster Satz StGB), weil der angesprochene Umstand hier nicht die Strafdrohung bestimmt. Anders als der Großteil der Sanktionsnormen des FinStrG enthält § 39 Abs 3 FinStrG nämlich keine wertbetragsabhängigen (§ 21 Abs 2 dritter Satz FinStrG), sondern mittels fixer Höchstgrenzen determenierte Strafdrohungen. (T6)
ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0086318

References: OGH 
 OGH 
 § 281
 § 23
 OGH 
 § 281
 § 281
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 345
 OGH 
 OGH 
 § 281
 OGH 
 § 39
 § 32
 § 39