Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F04-03-2002-2A-457-2001
Timestamp: 2016-10-27 22:54:06+00:00

Document:
2A.457/2001 (04.03.2002)
2A.457/2001/kro/mks
Steuerverwaltung des Kantons Glarus, Hauptstrasse 11, 8750 Glarus, Beschwerdef�hrerin,
X.________ Familienstiftung, Beschwerdegegnerin, vertreten durch die Treuhandgesellschaft Altorfer, Duss und Beilstein, Seefeldstrasse 17, Postfach, 8034 Z�rich,
Verwaltungsgericht des Kantons Glarus, I. Kammer, Spielhof 1, 8750 Glarus
Direkte Bundessteuer 1998
(Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus, I. Kammer, vom 20. September 2001)
Am 28. Dezember 1922 errichtete X.________ die X.________ Familienstiftung (im folgenden Sachverhalt: Stiftung) im Sinne von Art. 335 ZGB. Gem�ss Stiftungsurkunde hatte diese den Zweck, den Familiennachkommen Beitr�ge zu ihrem Lebensunterhalt zu liefern, die Kosten der Ausstattung, der Erziehung und beruflichen Ausbildung der minderj�hrigen Benefiziare ganz oder teilweise zu tragen sowie das wirtschaftliche Fortkommen der Bedachten im Bedarfsfalle zu sichern und zu erleichtern.
Im Jahre 1998 richtete die Stiftung jedem der vier Familienst�mme Fr. 70'500.-- (insgesamt Fr. 282'000.--) aus. Zum 75-j�hrigen Jubil�um der Stiftung wurde die Versammlung der Anteilsberechtigten erweitert und anl�sslich einer Kreuzfahrt abgehalten; deren Kosten im Betrag von Fr. 114'240.-- wurden durch die Stiftung getragen. Ebenfalls aus Anlass des Jubil�ums wurde die Erarbeitung einer Familienchronik in Auftrag gegeben; der entsprechende Aufwand betrug Fr. 41'199.--.
In der Steuererkl�rung 1998 f�r die Staats- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer deklarierte die Stiftung einen steuerbaren Reingewinn von Fr. 1'042'124.--, entsprechend dem in ihrer Erfolgsrechnung f�r das Jahr 1998 ausgewiesenen Nettogewinn. In der Erfolgsrechnung wurden die erw�hnten Aufwendungen im Gesamtbetrag von Fr. 437'439.-- als zweckgebundener Aufwand zum Abzug gebracht.
Am 9. September 1999 er�ffnete die Steuerverwaltung des Kantons Glarus der Stiftung die definitive Veranlagung f�r die direkte Bundessteuer 1998. Der steuerbare Reingewinn wurde unter Aufrechnung des zum Abzug gebrachten Aufwandes von 437'439.-- festgesetzt auf Fr. 1'479'500.--.
Die Einsprache der Stiftung gegen diese Veranlagung wies die Steuerverwaltung des Kantons Glarus mit Entscheid vom 21. Oktober 1999 ab. Begr�ndet wurde der Einspracheentscheid mit dem Hinweis auf Ziffer 2.2 der Wegleitung der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung zur Steuererkl�rung f�r Vereine, Stiftungen und �brige juristische Personen f�r die Steuer- und Berechnungsperiode 1998 (Formular 7a-1998).
Das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus hiess die gegen den Einspracheentscheid gerichtete Beschwerde der Stiftung mit Urteil vom 20. September 2001 teilweise gut und setzte den steuerbaren Reingewinn der Stiftung f�r die direkte Bundessteuer 1998 auf Fr. 1'197'563.-- fest. Es erachtete die Zuwendungen an die vier Familienst�mme von insgesamt Fr. 282'000.-- als gesch�ftsm�ssig begr�ndeten Aufwand.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 10. Oktober 2001 beantragt die Steuerverwaltung des Kantons Glarus dem Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 20. September 2001 aufzuheben und den steuerbaren Ertrag der X.________ Familienstiftung auf Fr. 1'479'500.-- festzusetzen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus beantragt unter Verweisung auf die Begr�ndung des angefochtenen Entscheides, die Beschwerde abzuweisen.
Die X.________ Familienstiftung beantragt ebenfalls, die Beschwerde abzuweisen.
Die Eidgen�ssische Steuerverwaltung beantragt, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gutzuheissen, den steuerbaren Ertrag der Stiftung - unter Aufrechnung des zweckgebundenen Aufwandes von Fr. 437'439.-- - auf Fr. 1'479'500.-- festzulegen und diesen mit 4,25% zu besteuern.
1.1 Das angefochtene Urteil ist ein letztinstanzlicher kantonaler Entscheid, der gem�ss Art. 146 des Bundesgesetzes �ber die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG; SR 642.11) mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden kann. Die Beschwerdelegitimation steht auch der kantonalen Verwaltung f�r die direkte Bundessteuer zu. Auf ihre frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
1.2 In Abgabestreitigkeiten ist das Bundesgericht bei Beschwerden wegen Verletzung von Bundesrecht oder unrichtiger oder unvollst�ndiger Feststellung des Sachverhaltes weder an die Rechtsbegehren der Parteien noch an deren Begr�ndung gebunden (Art. 114 Abs. 1 OG).
Die Beschwerdegegnerin ist eine im Jahre 1922 errichtete Familienstiftung im Sinne von Art. 335 und Art. 80 ff. ZGB. Familienstiftungen wurden vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes �ber die direkte Bundessteuer am 1. Januar 1995 grunds�tzlich als eigenst�ndige Steuersubjekte anerkannt und f�r ihr Einkommen nach denselben Regeln besteuert wie nat�rliche Personen, f�r das Verm�gen mit einer Erg�nzungssteuer (Art. 51 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 des Bundesratsbeschlusses �ber die Erhebung einer direkten Bundessteuer; BdBSt). Seither unterliegen sie - auf Bundesebene - als juristische Personen der Gewinnsteuer auf dem Reingewinn (Art. 49 Abs. 1 lit. b, Art. 57 DBG); gegen�ber den Kapitalgesellschaften und Genossenschaften, bei welchen die Gewinnsteuer 8,5% des Reingewinns betr�gt, gelangen Stiftungen in den Genuss eines reduzierten Satzes von 4,25% des Reingewinns, soweit dieser Fr. 5'000.-- �bersteigt (Art. 71 DBG).
Stiftungen, die �ffentliche oder gemeinn�tzige Zwecke verfolgen, sind von der Steuerpflicht befreit (Art. 56 lit. g DBG). Diese Steuerbefreiung gilt indessen nicht f�r Familienstiftungen, die zwar ebenfalls einen idealen Zweck verfolgen, aber auf Grund der gesetzlichen Beschr�nkung von Stiftungsleistungen auf eine Familie nicht als gemeinn�tzig zu betrachten sind (Thomas Koller, Stiftungen und Steuern, in: Die Stiftung in der juristischen und wirtschaftlichen Praxis, Z�rich 2001, S. 73; Harold Gr�ninger, Steuerfragen zur schweizerischen Stiftung, S. 120 f., in: Die Stiftung, Z�rich 2000).
3.1 Der steuerbare Reingewinn der juristischen Personen setzt sich gem�ss Art. 58 DBG zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung unter Ber�cksichtigung des Saldovortrages des Vorjahres (lit. a), aller vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teile des Gesch�ftsergebnisses, die nicht zur Deckung von gesch�ftsm�ssig begr�ndetem Aufwand verwendet werden (lit. b), sowie den der Erfolgsrechnung nicht gutgeschriebenen Ertr�gen mit Einschluss der Kapital-, Aufwertungs- und Liquidationsgewinne (lit. c).
3.2 Streitig ist im vorliegenden Fall allein die Frage, ob die Beschwerdegegnerin als Familienstiftung die Leistungen an die vier Familienst�mme von insgesamt Fr. 282'000.-- als gesch�ftsm�ssig begr�ndeten Aufwand vom Gewinn abziehen kann.
Nicht im Streit und damit nicht zu pr�fen ist - auch nach Auffassung der Beschwerdegegnerin (Vernehmlassung Ziff. 1c, S. 3) - die steuerliche Behandlung der Zuwendungen bei den Destinat�ren.
Nicht angefochten ist ferner sowohl die grunds�tzliche steuerrechtliche Anerkennung der Beschwerdef�hrerin als Familienstiftung als auch die Qualifizierung der Aufwendungen f�r die Erstellung einer Familienchronik sowie der Kosten f�r die Kreuzfahrt als nicht gesch�ftsm�ssig begr�ndeter Aufwand.
3.3 Bereits nach der bis zum 31. Dezember 1994 geltenden Regelung war das steuerbare Reineinkommen einer Stiftung anhand einer Art Betriebsrechnung f�r ihre nach dem statutarischen Zweck ausge�bte T�tigkeit zu bemessen, in der einerseits nebst ihren allf�lligen Ertr�gen aus Kapitalanlagen und aus der Aus�bung eines kaufm�nnisch gef�hrten Gewerbes auch Eink�nfte aus der ihrem Zweck entsprechenden T�tigkeit als Roheinkommen gutzuschreiben und andererseits die Aufwendungen f�r die Erzielung des Roheinkommens sowie insbesondere auch f�r die Verfolgung des statutarischen Zweckes als Aufwand zu belasten waren (BGE 113 Ib 13 E. 9a, S. 20 f.). Zum abzugsf�higen Aufwand der Stiftung geh�rten als gesch�ftsm�ssig begr�ndete Unkosten alle Auslagen, die der Erf�llung des Stiftungszweckes dienten bzw. in pflichtgem�sser Verfolgung des Stiftungszweckes erfolgten. Dieser Stiftungszweck war als eigentlicher Gesch�ftszweck der Stiftung anerkannt (Beat Scheiwiller, Die Besteuerung der Vereine und Stiftungen f�r ihr Einkommen und Verm�gen, Diss. Z�rich 1982, S. 121 f.). Da eine Familienstiftung ohne Verm�gensgrundlage nicht bestehen kann, wurde das Verm�gen der Stiftung auch als Gesch�ftsverm�gen betrachtet ( Beat Scheiwiller, a.a.O., S. 113).
Die am 1. Januar 1995 in Kraft getretene neue Bestimmung von Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG entspricht im Wesentlichen Art. 49 Abs. 1 lit. b BdBSt, wo von gesch�ftsm�ssig nicht begr�ndeten Unkosten die Rede war, weshalb sich mit der Neuerung bez�glich der gesch�ftsm�ssig begr�ndeten Aufwendungen keine grundlegende materielle �nderung ergeben hat (Peter Br�lisauer/Stephan Kuhn, Art. 58 N 51, in: Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht I/2a, Bundesgesetz �ber die direkte Bundessteuer [DBG], Hrsg. Martin Zweifel/Peter Athanas). Auch nach der neuen Regelung sind s�mtliche Aufwendungen, welche mit der normalen oder der kaufm�nnischen T�tigkeit der Stiftung als juristischer Person zusammenh�ngen, als gesch�ftsm�ssig begr�ndet anzuerkennen (Hans Wipfli, Besteuerung der Vereine, Stiftungen und �brigen juristischen Personen, Diss. Basel 2000, S. 253).
3.4 Die handelsrechtliche Erfolgsrechnung bildet Ausgangspunkt und Grundlage zur Ermittlung des Reingewinns der juristischen Personen im Sinne von Art. 58 DBG. Der Reingewinn besteht im �berschuss s�mtlicher Verm�genszug�nge �ber s�mtliche Verm�gensabg�nge einer Rechnungsperiode; es ist dies der sogenannte Verm�gensstandsgewinn, das heisst die Differenz zwischen dem Eigenkapital zu Beginn und jenem am Ende des Gesch�ftsjahres (Ernst Blumenstein/Peter Locher, System des Steuerrechts, 5. Aufl., Z�rich 1995, S. 171). Der Besteuerung ist indessen nicht dieser "willk�rliche" handelsrechtliche Gewinn, sondern der unter Ber�cksichtigung allf�lliger steuerrechtlicher Korrekturen ermittelte tats�chliche Gewinn zu Grunde zu legen, damit eine Besteuerung nach der auch aufgrund von Art. 127 BV gebotenen tats�chlichen wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit erfolgt und der Grundsatz der Allgemeinheit und Gleichm�ssigkeit der Besteuerung Beachtung findet (Ernst Blumenstein/ Peter Locher, S. 171; Peter Br�lisauer/Stephan Kuhn, Art. 58 N 37). Eine solche steuerrechtliche Korrektur findet sich in Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG, wonach alle vor Berechnung des Saldos ausgeschiedenen Teile des Gesch�ftsergebnisses, die nicht zur Deckung von gesch�ftsm�ssig begr�ndetem Aufwand verwendet werden, f�r die Ermittlung des steuerbaren Reingewinns aufzurechnen sind. Dabei ist es Sache der steuerpflichtigen juristischen Person, die steuermindernden Tatsachen zu beweisen (Peter Br�lisauer/Stephan Kuhn, Art. 58 N 52). Neben den in Art. 59 DBG ausdr�cklich erw�hnten Beispielen von gesch�ftsm�ssig begr�ndeten Aufwendungen ist generell nur jener Aufwand abzugsf�hig, welcher einem gesch�ftlichen Zweck dient. Diese Voraussetzung ist erf�llt, wenn ein hinreichend enger sachlicher Zusammenhang zwischen Aufwendung und Gesch�ftsbetrieb besteht. Der Zweck des Unternehmens bestimmt dabei im Wesentlichen die Unternehmenst�tigkeit, mit welcher die Aufwendung im Zusammenhang stehen muss; nicht erforderlich ist, dass die im Interesse des Unternehmens vorgenommene Aufwendung tats�chlich notwendig war (Peter Br�lisauer/Stephan Kuhn, Art. 58 N 55).
Massgebend f�r die Frage der gesch�ftsm�ssigen Begr�ndetheit einer Aufwendung ist daher der als Gesch�ftszweck zu betrachtende Zweck der Familienstiftung, denn diese hat bei ihrer gesch�ftlichen T�tigkeit stets die gesetzlichen Zweckschranken von Art. 335 Abs. 1 ZGB zu beachten (Hans Michael Riemer, Unternehmensstiftungen, S. 179; in: Die Stiftung in der juristischen und wirtschaftlichen Praxis, Z�rich 2001). Als gesch�ftsm�ssig begr�ndet kann ein Aufwand bei der Familienstiftung deshalb nur gelten, wenn dieser bei einer gesch�ftlichen T�tigkeit im Rahmen des zivilrechtlich zul�ssigen Stiftungszweckes anf�llt.
4.1 Die Vorinstanz geht im angefochtenen Urteil davon aus, die Beschwerdegegnerin bezwecke - wie andere Familienstiftungen auch - die Sicherung des wirtschaftlichen Fortkommens der Angeh�rigen. Leistungen an die Destinat�re erfolgten in Erf�llung einer der Stiftung auferlegten Rechtspflicht und dienten klar der Zweckerf�llung der Familienstiftung. Sie h�tten deshalb als abzugsf�hig zu gelten. Die Zuwendungen an die Familienst�mme bildeten somit f�r die direkte Bundessteuer gesch�ftsm�ssig begr�ndeten Aufwand und seien vom steuerbaren Ertrag der Stiftung absetzbar. Da diese Zuwendungen bei den Empf�ngern nicht steuerfrei seien, k�me es zu einer wirtschaftlichen Doppelbesteuerung, wenn die Leistungen der Stiftung bei dieser nicht abzugsf�hig w�ren; im Gegensatz zur Besteuerung von Aktiengesellschaften und anderen Kapitalgesellschaften entspreche eine solche wirtschaftliche Doppelbelastung jedoch kaum dem Willen des Gesetzgebers.
4.2 Die Beschwerdef�hrerin vertritt demgegen�ber die Auffassung, die Beschwerdegegnerin k�nne einerseits als Familienstiftung ihre Leistungen an die Destinat�re nicht als gesch�ftsm�ssig begr�ndeten Aufwand abziehen; andererseits seien diese Leistungen beim Empf�nger - jedenfalls bei der direkten Bundessteuer - nicht einkommenssteuerpflichtig. Beim Bund entfalle gem�ss Art. 24 DBG auch eine Schenkungssteuerpflicht f�r diese Zuwendungen. Eine wirtschaftliche Doppelbesteuerung auf Bundesebene liege deshalb nicht vor.
4.3 Auch die Eidgen�ssische Steuerverwaltung erachtet die Zuwendungen bzw. Leistungen von Familienstiftungen bei der Stiftung nicht als gesch�ftsm�ssig begr�ndeten Aufwand, weshalb diese nicht zum Abzug gebracht werden k�nnten. Sie seien demzufolge bei den Destinat�ren an ihrem Wohnsitz auch nicht als Einkommen zu besteuern. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf ihre Wegleitung zur Steuererkl�rung f�r Vereine, Stiftungen und �brige juristische Personen f�r die Steuerperiode 1998, die den Lehrmeinungen von K�nzig und Masshardt folge.
4.4 Die Beschwerdegegnerin h�lt daf�r, die Wegleitung der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung beruhe noch auf der am 1. Januar 1995 abgel�sten fr�heren Regelung der Abzugsf�higkeit von Zuwendungen von Familienstiftungen und widerspreche damit der geltenden gesetzlichen Regelung. Die Zuwendungen einer Familienstiftung an ihre Destinat�re stellten im System der Reingewinnbesteuerung f�r die Stiftung statutenm�ssig begr�ndete Verm�gensabg�nge dar, die als Aufwand der juristischen Person zu ber�cksichtigen seien; deren Verm�gensstandsgewinn - als �berschuss s�mtlicher Verm�genszug�nge und Verm�gensabg�nge - falle entsprechend geringer aus. Diese Aufwendungen seien gesch�ftsm�ssig begr�ndet, wenn sie mit dem Wirkungsbereich der Stiftung in einem sachlichen Zusammenhang st�nden. F�r eine enge Betrachtungsweise, wonach nur jene Aufwendungen, die unmittelbar dem Stiftungszweck dienten, abzugsf�hig seien, finde sich im Gesetz keine Grundlage. Auch bei einer solchen Betrachtungsweise seien die Zuwendungen gesch�ftsm�ssig begr�ndeter Aufwand, da die Leistungen an die Destinat�re dem in der Stiftungsurkunde niedergelegten Zweck entspr�chen; sie seien geradezu geboten, da sie weder aus freiem Willen noch mit Schenkungswillen, sondern in Erf�llung einer der Stiftung auferlegten Rechtspflicht erfolgten. Wie die Zuwendungen im �brigen beim Empf�nger steuerlich zu erfassen seien, sei f�r ihre Besteuerung rechtlich ohne Belang.
4.5 Die Familienstiftung unterscheidet sich von der gew�hnlichen Stiftung dadurch, dass ihr Destinat�rkreis gem�ss dem Willen des Stifters auf die Angeh�rigen einer einzigen, bestimmten Familie beschr�nkt ist. Zu diesen sind nur die durch Blutsverwandtschaft, Ehe oder Adoption verbundenen Personen zu z�hlen (Hans Michael Riemer, Berner Kommentar, Systematischer Teil N 109). Eine Familienstiftung kann nach der abschliessenden Aufz�hlung in Art. 335 Abs. 1 ZGB nur errichtet werden zur Bestreitung der Kosten der Erziehung, Ausstattung oder Unterst�tzung von Familienangeh�rigen oder zu �hnlichen Zwecken. Es geht in allen F�llen darum, den zum Kreise der Beg�nstigten geh�renden Familienangeh�rigen in bestimmten Lebenslagen (im Jugendalter, bei Gr�ndung eines eigenen Hausstandes oder einer eigenen Existenz, im Falle von Not) zur Befriedigung der sich daraus ergebenden besonderen Bed�rfnisse finanzielle Hilfe zu leisten. Mit �hnlichen Zwecken k�nnen nur solche gemeint sein, die ebenfalls darin bestehen, den Familienmitgliedern in bestimmten Lebenslagen die materielle Hilfe zu gew�hren, die in diesen Lagen n�tig oder doch w�nschbar erscheint (BGE 108 II 393 E. 6a).
Die gesetzliche Zweckumschreibung sollte die uneingeschr�nkte wirtschaftliche Sicherung der Familienangeh�rigen auf Generationen hinaus verhindern (BGE 71 I 265 E. 1), indem eine klare Unterscheidung getroffen wurde zwischen der ideale Zwecke verfolgenden Familienstiftung und dem unzul�ssigen, wirtschaftlichen Zwecken dienenden Familienfideikommiss im Sinne von Art. 335 Abs. 2 ZGB. Dieser stellte ein Sonderverm�gen ohne eigene Rechtspers�nlichkeit des jeweiligen Inhabers oder Nutzungsberechtigten dar, dem zwar voraussetzungslos der Genuss des betreffenden Verm�gens zukam, aber belastet mit der Auflage, dieses zu erhalten und bei seinem Tod seinem Rechtsnachfolger innerhalb der Familie zu �berlassen. Der Ertrag des Verm�gens von Familienstiftungen hingegen steht den Destinat�ren im Bed�rfnisfalle beziehungsweise nur f�r einen bestimmten Zweck (bspw. Linderung der Armut oder der wirtschaftlichen Folgen von Krankheit und Alter, der Befriedigung der pers�nlichen Bed�rfnisse im Zusammenhang mit der Berufsausbildung) zu (Hans Michael Riemer, N 133; vgl. auch Thomas Sprecher/Ulysses von Salis-L�tolf, Die schweizerische Stiftung, Z�rich 1999, Ziff. 250).
Den Familienangeh�rigen ohne besondere Voraussetzungen dieser Art den Genuss des Stiftungsverm�gens oder der Ertr�gnisse desselben zu verschaffen, ist unzul�ssig. Familienstiftungen, die den Familienangeh�rigen die Ertr�gnisse oder gar die Substanz des Stiftungsverm�gens oder andere durch das Stiftungsverm�gen vermittelte Vorteile ohne besondere, an eine bestimmte Lebenslage ankn�pfende Voraussetzungen einfach deswegen zukommen lassen, um ihnen eine h�here Lebenshaltung zu gestatten und das Ansehen der Familie und ihrer Mitglieder zu mehren, widersprechen dem Verbot von Familienfideikommissen (BGE 108 II 393 E. 6a). Sollen die Berechtigten die Ertr�ge des Stiftungsverm�gens ohne besondere Voraussetzungen zur beliebigen Verwendung beziehen, so handelt es sich um eine nach Art. 335 Abs. 1 ZGB unzul�ssige Genuss- und Unterhaltsstiftung (BGE 73 II 81 E. 5).
Nach dem Willen des Gesetzgebers ist die Zweckbestimmung eng auszulegen, indem die Familienstiftung nur zum Zwecke der Erziehung und der Armenunterst�tzung von Familienangeh�rigen als zul�ssig erachtet wurde; dem Wunsch, sie auch f�r die Ausstattung heiratsf�higer T�chter zuzulassen, wurde mit der Erweiterung des m�glichen Zweckes auf "�hnliche" Zwecke Rechnung getragen; damit sollten allgemein im materiellen und wirtschaftlichen Interesse der Familie liegende Zwecke ausgeschlossen werden.
Die grundlegende Bedeutung der Zweckumschreibung von Art. 335 Abs. 1 ZGB liegt somit in der Unzul�ssigkeit von voraussetzungslosen Leistungen f�r den allgemeinen Lebensunterhalt einer Familie (BGE 71 I 265; Hans Michael Riemer, N 140 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Insbesondere soll verhindert werden, dass die Familienstiftung zwecks blosser Verm�gensanlage benutzt wird (Beat Scheiwiller, S. 81).
4.6 Diese ideale Zweckbestimmung der Familienf�rsorge (Hans Wipfli, S. 113) in bestimmten Bedarfssituationen (Beat Scheiwiller, S. 85) verbietet somit von vornherein eine rein wirtschaftliche Betrachtungsweise bei der Bestimmung der Abzugsf�higkeit von Verm�gensabg�ngen, wie sie die Beschwerdegegnerin vertritt.
Zuwendungen der Stiftung an Destinat�re geh�ren deshalb nur dann nicht zum steuerbaren Gewinn, sofern sie noch im Rahmen des zul�ssigen Stiftungszweckes liegen. Werden indessen entgegen der gesetzlichen idealen Zweckbeschr�nkung trotzdem voraussetzungslose wirtschaftliche Leistungen an die Destinat�re f�r deren allgemeinen Lebensunterhalt ausgerichtet, k�nnen diese nicht als gesch�ftsm�ssig begr�ndeter Aufwand anerkannt werden. Es handelt sich um blosse Ertrags- bzw. Gewinnverwendung (vgl. Beat Scheiwiller, S. 125).
4.7 Nach der unbestrittenen Darstellung im angefochtenen Urteil wurden die in Frage stehenden Zuwendungen von je Fr. 70'500.-- gleichm�ssig an die jeweiligen Angeh�rigen der vier Familienst�mme ausgerichtet. Anhaltspunkte daf�r, dass diese Leistungen im Zusammenhang mit einer besonderen Lebenslage gestanden h�tten, werden weder von der Vorinstanz noch von der Beschwerdegegnerin angef�hrt. Die Vorinstanz f�hrt dazu bloss aus, die Stiftung bezwecke - wie andere Familienstiftungen auch - die Sicherung des wirtschaftlichen Fortkommens der Angeh�rigen, weshalb die Leistungen an die Destinat�re klar in Zweckerf�llung der Familienstiftung erfolgten.
Dem kann nach dem Ausgef�hrten und mit Blick auf den Stiftungszweck nicht zugestimmt werden. Gem�ss dem in der Stiftungsurkunde festgelegten Zweck sollen das Stiftungsgut und seine Ertr�gnisse den Benefiziaren Beitr�ge zu ihrem Lebensunterhalt liefern, die Kosten der Ausstattung, der Erziehung und beruflichen Ausbildung der minderj�hrigen Benefiziare ganz oder teilweise tragen, sowie das wirtschaftliche Fortkommen der Bedachten im Bedarfsfall sichern und erleichtern. Die zust�ndigen Organe der Stiftung haben in "jedem Fall, in welchem das Stiftungsgut bzw. dessen Ertr�gnisse durch Benefiziare angesprochen werden will", die "bez�gliche Situation" zu pr�fen und vor allen Dingen da helfend einzugreifen, wo dies durch die Umst�nde am meisten gerechtfertigt erscheint (Ziffer II der Satzungen).
Dieser an sich zul�ssige Stiftungszweck wird durch die Richtlinien f�r das Kuratorium in Bezug auf die Verwendung der Stiftungsertr�ge in unzul�ssiger Weise ausgedehnt, indem die Ertr�ge regelm�ssig mit Abschluss der Jahresrechnung unter die anteilsberechtigten St�mme (jeder direkte Nachkomme des Stifters bildete einen Stamm) verteilt werden (Ziff. 4). Dabei haben alle anteilsberechtigten St�mme gleichen Anspruch auf je eine Quote der Stiftungsertr�gnisse, wobei offensichtlich Jahresquoten gemeint sind (Ziff. 3).
Im vorliegenden Fall wurden die in Frage stehenden Zuwendungen denn auch allein aufgrund der Familienzugeh�rigkeit voraussetzungslos und gleichm�ssig nach Familienst�mmen an die Destinat�re ausgerichtet, ohne dass diese aufgrund einer besonderen Lebenslage einer finanziellen Unterst�tzung bedurften; dies wird jedenfalls nicht geltend gemacht. In ihrer Einsprache gegen die Veranlagung hat die Beschwerdegegnerin zudem vorgebracht, ihre s�mtlichen Leistungen an die Destinat�re seien durch diese seit Jahrzehnten als steuerpflichtiges Einkommen deklariert worden. In ihrer Beschwerde an die Vorinstanz hat sie erg�nzt, ihre Zuwendungen an die Destinat�re erbringe sie nicht in Erf�llung einer familienrechtlichen Unterhaltspflicht; diese seien nicht als (gem�ss Art. 24 lit. d und e DBG einkommenssteuerfreie) familienrechtliche Unterhaltsleistungen zu verstehen.
Unter diesen Umst�nden ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin w�hrend Jahrzehnten regelm�ssig Leistungen an die Destinat�re erbracht hat, die nicht an eine bestimmte besondere Lebenssituation, in welcher diese auf finanzielle Hilfe angewiesen waren, gebunden waren. Die Zuwendungen waren somit lediglich Beitr�ge ohne besondere Zweckbestimmung f�r den allgemeinen Lebensunterhalt oder zur blossen Verbesserung des jeweiligen Lebensniveaus aller Beg�nstigten (vgl. BGE 108 II 393 E. 6d; 71 I 265 E. 2), f�r welche ein Abzug vom Reingewinn ausgeschlossen ist.
5.1 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist aus diesen Gr�nden gutzuheissen und das Urteil des Verwaltungsgerichts aufzuheben. In Anwendung von Art. 114 Abs. 2 OG ist der steuerbare Reingewinn der Beschwerdef�hrerin f�r die direkte Bundessteuer 1998 auf Fr. 1'479'500.-- festzusetzen.
5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Zur Verlegung der Kosten vor den kantonalen Beh�rden ist die Angelegenheit an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheissen und das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus vom 20. September 2001 aufgehoben.
Der steuerbare Reingewinn der Beschwerdegegnerin f�r die direkte Bundessteuer 1998 wird auf Fr. 1'479'500.-- festgesetzt.
Die Angelegenheit wird zur Verlegung der Kosten vor den kantonalen Beh�rden an das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Glarus, I. Kammer, sowie der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 335
 Art. 146
 Art. 335
 Art. 80
 Art. 57
 Art. 58
 Art. 58
 Art. 49
 Art. 58
 Art. 58
 Art. 127
 Art. 58
 Art. 58
 Art. 58
 Art. 59
 Art. 58
 Art. 335
 Art. 24
 Art. 335
 Art. 335
 Art. 335
 Art. 335
 Art. 24
 BGE 
 Art. 114