Source: http://palikanon.com/khuddaka/jataka/j424.htm
Timestamp: 2017-05-01 04:34:33+00:00

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Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 424. Die Erzählung von dem Brennenden (Ᾱditta-Jātaka)
„Was aus dem Hause, wenn es brennt“ §A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf eine unvergleichliche Gabe. §D. Die Geschichte von der unvergleichlichen Gabe ist in der Erklärung zum Mahagovinda-Sutta [0a] ausführlich zu erzählen. — Am zweiten Tage aber, nachdem diese Gabe gespendet worden war, begannen die Mönche in der Lehrhalle folgendes Gespräch: „Freund, der König von Kosala hat nach reiflicher Prüfung sein Gebiet erkannt, auf dem er sich auszeichnen kann, und der edlen Gemeinde mit Buddha, ihrem Haupte, eine große Gabe gespendet.“ Da kam der Meister und fragte: „Zu welcher Unterhaltung, ihr Mönche, habt ihr euch jetzt hier niedergelassen?“ Als sie antworteten: „Zu der und der“, sprach er: „Kein Wunder, ihr Mönche, ist es, dass der König nach reiflicher Überlegung für das unübertreffliche Gebiet seiner Verdienste diese Gaben bestimmt hat. Auch in der Vorzeit prüften sich Weise und spendeten Almosen.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§B. Ehedem herrschte im Reiche Sovira in der Stadt Roruva der große König Bharata. Er betätigte die zehn Königspflichten [1], beherrschte sein Volk mit den vier Zeichen einer guten Regierung [2], vertrat an vielen Leuten die Stelle von Vater und Mutter und spendete große Almosen an Arme, Wanderer, Bettler, Bittende u. dgl.. Seine erste Gemahlin, Samuddavijayā mit Namen, war weise und voll Verstand.
{69] §1. „Was aus dem Hause, wenn es brennt, man an Gefäßen trägt heraus, das nur kann nachher Nutzen bringen und nicht das, was im Haus verbrennt.
[70] §2. So steht die ganze Welt im Feuer, vom Alter brennt sie und vom Tod. Durch milde Gaben rettet euch; denn was geschenkt ist, ist gerettet.“
[71] §3. „Wer einem Tugendhaften gibt Geschenke,
der überwindet Yamas Vetaranī [4]
[72] §4. „Das Leben ist dem Kampf vergleichbar, sagt man; auch klein an Zahl besiegt man oft die Mehrheit.
Wenn man auch wenig nur gibt gläub'gen Herzens, so wird man glücklich doch dadurch im Jenseits.“
[73] §5. „Verständ'ges Spenden ist dem Heil'gen lieb; wenn denen, die 's verdienen hier auf Erden, man Gaben schenkt, so bringen sie viel Frucht wie Samen, die gepflanzt in guten Boden.“
[74] §6. „Wer andre Wesen stets lässt unverletzt, mit grober Rede keinem Unrecht tut, den nennt man furchtsam, aber keinen Helden; doch tut aus Furcht der Heilige nichts Böses.“
[75] §7. „Durch den geringsten heil'gen Wandel wird man als Fürst wiedergeboren, durch mittelmäßigen als Gottheit; der höchste aber führt zur Reinheit [5].“
[76] §8. „Gewiss wird oft Freigebigkeit gepriesen, doch höher als Almosen steht die Lehre; schon ehedem und in noch frührer Zeit nur Weise gingen zum Nirvana ein.“
§C. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen, fügte er hinzu: „So gaben auch in früherer Zeit die Weisen nach reiflicher Prüfung ihre Almosen.“ Hierauf verband er das Jātaka mit folgenden Worten: „Die damaligen Paccekabuddhas gingen zum völligen Nirvana ein; Samuddavijaya war die Mutter Rāhulas, der König Bharata aber war ich.“
[0a] Das Mahagovinda-Jātaka ist verschollen.
[1] Vgl. Jātaka 96 Anm. 7. [Die zehn Königstugenden sind: (1.) Almosen geben, (2.) Beobachten der Gebote, (3.) Opferwilligkeit, (4.) Versöhnlichkeit, (5.) Enthaltung vom Verletzen anderer, (6.) Geduld, (7.) Geradheit, (8.) Milde, (9.) Frömmigkeit und (10.) Freundlichkeit.]
[2] Darunter versteht man 1. Freigebigkeit, 2. Freundlichkeit, 3. Wohltätigkeit, 4. Unparteilichkeit.
[3] Nämlich mit dem Kopf, den beiden Armen und den beiden Füßen. Vgl. oben Jātaka 422 Anm. 5.

References: §1
 §2
 §3
 §4
 §5
 §6
 §7
 §8