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Timestamp: 2020-01-20 06:35:41+00:00

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https://dejure.org/2009,396
BGH, 13.01.2009 - XI ZR 118/08 (https://dejure.org/2009,396)
BGH, Entscheidung vom 13.01.2009 - XI ZR 118/08 (https://dejure.org/2009,396)
BGH, Entscheidung vom 13. Januar 2009 - XI ZR 118/08 (https://dejure.org/2009,396)
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HWiG § 2 Abs. 1 Satz 2 a. F. HWiG § 2 Abs. 1 Satz 3 a.F.
Anforderungen an eine Widerrufsbelehrung für Verbraucher; Zulässigkeit eines Hinausschiebens des Beginns der Widerrufsfrist; Erforderlichkeit einer Gesamtbetragsangabe bei einer sogenannten unechten Abschnittsfinanzierung; Verjährung eines Bereicherungsanspruchs; ...
Zum Gebot der Deutlichkeit der Widerrufsbelehrung; zu den Anforderungen an die Trennung von Widerrufsbelehrung und Empfangsbestätigung
§ 2 Abs. 1 Satz 2 HWiG a.F.
Empfangsbestätigung für Widerrufsbelehrung unzulässig?
HWiG § 2 Abs. 1 Satz 2 a. F.; HWiG § 2 Abs. 1 Satz 3 a. F.
HWiG a. F. § 2; VerbrKrG a. F. §§ 6, 7; BGB §§ 305, 312, 355
Haustürwiderrufs- und Verbraucherdarlehensbelehrung; verbundenes Geschäft; doppelte Widerrufsbelehrung
Der Klammerzusatz nach der Angabe "§ 492 Abs. 2 BGB" ist Teil der vorformulierten Widerrufsinformation, den der Senat selbst daraufhin untersuchen kann, welche Bedeutung ihm aus der Sicht des üblicherweise angesprochenen Kundenkreises unter Abwägung der beiderseitigen Interessen zukommt (vgl. Senatsurteil vom 13. Januar 2009 - XI ZR 118/08, WM 2009, 350 Rn. 16).
Dass die Verlängerung der Widerrufsfrist und die Information über die Voraussetzungen ihres Anlaufens in einem Akt zusammenfallen, berührt die Ordnungsmäßigkeit der Widerrufsinformation nicht (vgl. Senatsurteil vom 13. Januar 2009 - XI ZR 118/08, WM 2009, 350 Rn. 17).
Bei den gesetzlichen Vorgaben sowohl für das Widerrufsrecht als auch für die formelle und inhaltliche Gestaltung der Widerrufsbelehrung handelt es sich um halbzwingendes Recht zu Gunsten des Verbrauchers (Senatsurteil vom 13. Januar 2009 - XI ZR 118/08, WM 2009, 350 Rn. 17; BGH…, Urteil vom 15. Mai 2014 - III ZR 368/13, WM 2014, 1146 Rn. 36).
Durch die Formulierung der in dem von der Beklagten übersandten Vertragsangebot enthaltenen Belehrung, die Widerrufsfrist beginne "einen Tag" nach Mitteilung "dieser" Belehrung und Zurverfügungstellung einer Vertragsurkunde, entsteht aus der Sicht eines unbefangenen durchschnittlichen Kunden, auf den abzustellen ist (vgl. Senatsurteil vom 13. Januar 2009 - XI ZR 118/08, WM 2009, 350, 351, Tz. 16; BGH, Urteil vom 18. April 2005 - II ZR 224/04, WM 2005, 1166, 1168), der Eindruck, diese Voraussetzungen seien bereits mit der Übermittlung des die Widerrufsbelehrung enthaltenden Vertragsantrags der Beklagten erfüllt und die Widerrufsfrist beginne ohne Rücksicht auf eine Vertragserklärung des Verbrauchers bereits am Tag nach Zugang des Angebots der Beklagten zu laufen.
Bei den gesetzlichen Vorgaben für das Widerrufsrecht handelt es sich damit um halbzwingendes Recht zu Gunsten des Verbrauchers (BGH, Urteile vom 13. Januar 2009 - XI ZR 118/08, WM 2009, 350 Rn. 17…, vom 15. Mai 2014 - III ZR 368/13, WM 2014, 1146 Rn. 36…, vom 21. Februar 2017 - XI ZR 381/16, WM 2017, 806 Rn. 17 …und vom 25. April 2017 - XI ZR 108/16, WM 2017, 1008 Rn. 21).
Gleiches gilt für das von der Klägerin zitierte Senatsurteil vom 13. Januar 2009 (XI ZR 118/08, WM 2009, 350 Rn. 20), das ein Widerrufsrecht nach dem Haustürwiderrufsgesetz zum Gegenstand hatte.
Die Angabe des zu zahlenden Zinsbetrags in Satz 3 der Information über die "Widerrufsfolgen" mit 0, 00 EUR ist Teil der vorformulierten Widerrufsinformation, die der Senat selbst daraufhin untersuchen kann, welche Bedeutung ihr aus der Sicht des üblicherweise angesprochenen Kundenkreises unter Abwägung der beiderseitigen Interessen zukommt (vgl. Senatsurteile vom 13. Januar 2009 - XI ZR 118/08, WM 2009, 350 Rn. 16 …und vom 22. November 2016 - XI ZR 434/15, BGHZ 213, 52 Rn. 30).
Dass der Abschluss des Verzichtsvertrags und die Information hierüber in einem Akt zusammenfallen, berührt die Ordnungsmäßigkeit der Widerrufsinformation nicht (vgl. Senatsurteile vom 13. Januar 2009, aaO Rn. 17 …und vom 22. November 2016, aaO).
Lediglich zugunsten des Verbrauchers darf von dieser Vorschrift abgewichen werden (vgl. BGH, Urteil vom 13. Januar 2009 - XI ZR 118/08, NJW-RR 2009, 709, 710 Rn. 17; OLG Düsseldorf…, Urteil vom 7. April 2011 - I-6 U 134/10, juris Rn. 41;… Bamberger/Roth/Grothe aaO § 355 Rn. 2;… Erman/Saenger, BGB, 13. Aufl., § 355 Rn. 1;… MüKoBGB/Masuch aaO § 355 Rn. 4;… Palandt / Grüneberg aaO § 355 Rn. 2;… Staudinger/Kaiser, BGB [2012], § 355 Rn. 94).
Danach können Vertragspartner - als Ausprägung der Vertragsfreiheit - ein Widerrufsrecht vertraglich vereinbaren und für die nähere Ausgestaltung sowie die Rechtsfolgen auf die §§ 355, 357 BGB verweisen (…vgl. Staudinger/Kaiser, BGB [2004], § 355 Rn. 11;… Palandt/Grüneberg, BGB, 71. Aufl., Vorb v § 355 Rn. 5;… Bamberger/ Roth/Grothe, BGB, 2. Aufl., § 355 Rn. 4;… NK-BGB/Ring, 2. Aufl., § 355 Rn. 26; zur vertraglichen Vereinbarung einer Verlängerung der Widerrufsfrist vgl. BGH, Urteil vom 13. Januar 2009 - XI ZR 118/08, WM 2009, 350 Rn. 16 f.).
LG Bückeburg, 09.10.2014 - 1 O 23/14
LG Bonn, 21.10.2016 - 3 O 159/16
LG Düsseldorf, 04.06.2013 - 11 O 314/12
Wirksamkeit einer Widerrufsbelehrung im Zusammenhang mit dem Abschluss eines …
LG Stuttgart, 23.09.2016 - 12 O 237/16
LG Düsseldorf, 14.12.2017 - 10 O 221/17
LG Hamburg, 13.07.2017 - 330 O 488/16
Altverträge über Verbraucherdarlehen: Widerruf nach jahrelanger …
LG Bonn, 16.03.2017 - 17 O 523/15
Verfristung des Widerrufs eines Darlehensvertrags

References: § 2
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 § 355
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