Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-diskriminierung-allgemein.html
Timestamp: 2020-05-30 06:20:35+00:00

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Urteile und Kommentare: Diskriminierung - Allgemein - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Dis­kri­mi­nie­rung - All­ge­mein von 2006 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Dis­kri­mi­nie­rung - All­ge­mein.
30.08.2018. Die Kün­di­gung we­gen häu­fi­ger krank­heits­be­ding­ter Fehl­zei­ten kann ei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung sein, wenn die Er­kran­kun­gen auf ei­ne Be­hin­de­rung zu­rück­zu­füh­ren sind: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 18.01.2018, C-270/16 (Ruiz Co­ne­je­ro).
05.01.2018. Wer über sei­ne Ar­beits­zeit frei ent­schei­den kann, muss Ab­stri­che bei der Be­zah­lung hin­neh­men, wenn dies in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung ge­re­gelt ist: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 13.09.2017, 9 Sa 17/17.
17/185 Entgelttransparenzgesetz tritt in Kraft
11.07.2017. Das Ge­setz zur För­de­rung der Ent­gelt­trans­pa­renz zwi­schen Män­nern und Frau­en (Ent­gelt­trans­pa­renz­ge­setz - Ent­g­Tran­spG) ist seit dem 06.07.2017 in Kraft: Ent­gelt­trans­pa­renz­ge­setz vom 30.06.2017, BGBl I, S.2152 ff.
16/094 Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche bei der Bewerbung
19.03.2016. Ist es mit dem Eu­ro­pa­recht ver­ein­bar oder dis­kri­mi­nie­rend, wenn kirch­li­che Ar­beit­ge­ber die christ­li­che Kon­fes­si­on zur Vor­aus­set­zung für die Ein­stel­lung von Mit­ar­bei­tern ma­chen? Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 17.03.2016, 8 AZR 501/14 (A) (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
20.12.2014. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil stellt der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) klar, dass ein ex­tre­mes Über­ge­wicht (Adi­po­si­tas) ei­ne Be­hin­de­rung im Sin­ne des An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­rechts sein kann: EuGH, Ur­teil vom 18.12.2014, C-354/13 (Kaltoft).
14/369 Entschädigung für Lohndiskriminierung von Frauen
04.11.2014. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Rhein­land-Pfalz für ei­ne un­mit­tel­ba­re Lohn­dis­kri­mi­nie­rung von Frau­en ei­ne Gel­dent­schä­di­gung von gut fünf Mo­nats­ge­häl­tern zu­ge­spro­chen: LAG Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 14.08.2014, 5 Sa 509/13.
26.09.2014. Wird ei­ne Be­wer­be­rin we­gen ih­res Kin­des nicht ein­ge­stellt, be­legt das noch kei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Ge­schlechts, auch wenn sta­tis­tisch we­ni­ger Müt­ter als Vä­ter in Teil­zeit ar­bei­ten: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.09.2014, 8 AZR 753/13.
19.07.2014. In sei­nen vor­ges­tern ver­öf­fent­lich­ten Schluss­an­trä­gen in der Rechts­sa­che Kaltoft (C-354/13) kommt der Ge­ne­ral­an­walt beim Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) Jääs­ki­nen zu dem Er­geb­nis, dass ei­ne schwer­wie­gen­de Fett­lei­big­keit ei­ne Be­hin­de­rung im Sin­ne des eu­ro­päi­schen An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­rechts ist: Schluss­an­trä­ge des Ge­ne­ral­an­walts beim EuGH Niilo Jääs­ki­nen vom 17.07.2014 (Rs. C-354/13 - Kaltoft).
14/221 Diskriminierung wegen Übergewichts
20.06.2014. Dür­fen Ar­beit­ge­ber Stel­len­be­wer­ber ab­leh­nen, weil sie über­ge­wich­tig sind? Die Ant­wort auf die­se Fra­ge ist ju­ris­tisch nicht klar, denn es gibt kein ein­deu­ti­ges ge­setz­li­ches Ver­bot, "di­cke" Be­wer­ber we­gen ih­res Über­ge­wichts ab­zu­leh­nen. Das Ar­beits­ge­richt Darm­stadt wies da­her vor kur­zem die Ent­schä­di­gungs­kla­ge ei­ner mög­li­cher­wei­se we­gen ih­res Über­ge­wichts dis­kri­mi­nier­ten Be­wer­be­rin ab: Ar­beits­ge­richt Darm­stadt, Ur­teil vom 12.06.2014 (Pres­se­mel­dung).
11.06.2014. An­fang des Jah­res ver­ur­teil­te das Ar­beits­ge­richt Ber­lin ei­ne dia­ko­ni­sche Ein­rich­tung zur Gel­dent­schä­di­gung we­gen re­li­gi­ons­be­ding­ter Dis­kri­mi­nie­rung, weil sie ei­ne Re­fe­ren­ten­stel­le nur an christ­li­che Be­wer­ber ver­ge­ben woll­te. Letz­te Wo­che ent­schied das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg an­ders­her­um und wies die Kla­ge ab, weil kirch­li­che Ar­beit­ge­ber die Be­set­zung von Re­fe­ren­ten­stel­len von der Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner christ­li­chen Kir­che ab­hän­gig ma­chen kön­nen: LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 28.05.2014, 4 Sa 157/14 und 4 Sa 238/14.
08.01.2014. Das Ar­beits­ge­richt Ber­lin hat in ei­nem ak­tu­el­len Fall ent­schie­den, dass ein dia­ko­ni­scher, d.h. zur Evan­ge­li­schen Kir­che Deutsch­lands (EKD) ge­hö­ren­der Ar­beit­ge­ber ei­nen Stel­len­be­wer­ber zu Un­recht we­gen sei­ner Re­li­gi­on dis­kri­mi­niert hat. Zwar kön­nen kirch­li­che Ar­beit­ge­ber Be­wer­ber in be­stimm­ten Aus­nah­me­fäl­len we­gen ih­rer Re­li­gi­on oder Welt­an­schau­ung be­vor­zu­gen oder be­nach­tei­li­gen. Die­ses Recht be­steht aber nur bei der Ver­ga­be von Stel­len, bei de­nen es auf die Re­li­gi­on an­kommt. Da­von konn­te in dem Fall des Ar­beits­ge­richts Ber­lin nach An­sicht des Ge­richts nicht die Re­de sein: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Ur­teil vom 18.12.2013, 54 Ca 6322/13.
13/182 Diskriminierung wegen der Weltanschauung
28.06.2013. In ei­nem ak­tu­el­len Fall hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen ei­ner Welt­an­schau­ung zwar auch dann vor­liegt, wenn der Ar­beit­ge­ber dem be­nach­tei­lig­ten Ar­beit­neh­mer ei­ne Welt­an­schau­ung nur (zu Un­recht) un­ter­stellt, dass es aber für ei­ne sol­che Un­ter­stel­lung nicht ge­nügt, wenn der Ar­beit­ge­ber von be­stimm­ten Ein­stel­lun­gen, Sym­pa­thi­en oder Hal­tun­gen des Ar­beit­neh­mers aus­geht. Sol­che Wert­hal­tun­gen sind noch kei­ne "Welt­an­schau­ung": BAG, Ur­teil vom 20.06.2013, 8 AZR 482/12.
29.05.2013. Die Dis­kri­mi­nie­rung von Schwu­len und Les­ben im Er­werbs­le­ben ist durch ver­schie­de­ne eu­ro­päi­sche Richt­li­ni­en ver­bo­ten. Und kön­nen ab­ge­lehn­te Stel­len­be­wer­ber vor Ge­richt Tat­sa­chen be­wei­sen, die ei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen sei­ner se­xu­el­len Iden­ti­tät ver­mu­ten las­sen, muss der Ar­beit­ge­ber nach­wei­sen, dass die Be­nach­tei­li­gung sach­lich ge­recht­fer­tigt war. Um die­sen Nach­weis zu füh­ren, müs­sen Ar­beit­ge­ber nicht un­ter Ver­let­zung der Pri­vat­sphä­re ih­rer schwu­len Be­schäf­tig­ten be­le­gen, dass sie in der Ver­gan­gen­heit Schwu­le ein­ge­stellt ha­ben: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 25.04.2013, C-81/12 (FC Steaua Bu­cu­res­ti).
29.04.2013. Nach der Recht­spre­chung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) ha­ben ab­ge­lehn­te Stel­len­be­wer­ber kei­nen An­spruch auf In­for­ma­tio­nen dar­über, war­um sie nicht ge­nom­men wur­den bzw. war­um ein Kon­kur­rent Er­folg hat­t­te. Al­ler­dings kann die "Ver­wei­ge­rung" von In­for­ma­tio­nen laut EuGH als In­diz für ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung be­wer­tet wer­den. Wie das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) am Don­ners­tag letz­ter Wo­che ent­schie­den hat, ist die In­for­ma­ti­ons­ver­wei­ge­rung al­lein aber noch kein Dis­kri­mi­nie­rungs­in­diz: BAG, Ur­teil vom 25.04.2013, 8 AZR 287/08.
23.06.2012. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat er­neut be­kräf­tigt, dass die in § 15 Abs.4 All­ge­mei­nes Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) vor­ge­schrie­be­ne Zwei­mo­nats­frist für das Ein­for­dern von Scha­dens­er­satz und Gel­dent­schä­di­gung bei Dis­kri­mi­nie­rung rech­tens ist: BAG, Ur­teil vom 21.06.2012, 8 AZR 188/11 (Buli­cke).
20.04.2012. Das Eu­ro­pa­recht ver­langt von den EU-Mit­glieds­staa­ten nicht, dass ab­ge­lehn­te Stel­len­be­wer­ber ei­nen An­spruch auf Be­grün­dung der Ab­leh­nungs­ent­schei­dung ha­ben. Al­ler­dings kann die "Ver­wei­ge­rung" sol­cher Aus­künf­te ein In­diz für ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung sein. Die­se Recht­spre­chung be­stä­tig­te der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) am gest­ri­gen Ta­ge: EuGH, Ur­teil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meis­ter).
12/117 Diskriminierung - Frist zur Forderung einer Entschädigung rechtens
17.01.2011. Nach Art.8 der Richt­li­nie 2000/43/EG des Ra­tes vom 29.06.2000 zur An­wen­dung des Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes oh­ne Un­ter­schied der Ras­se oder der eth­ni­schen Her­kunft ha­ben ab­ge­lehn­te Stel­len­be­wer­bers kei­nen An­spruch auf Aus­kunft über das Er­geb­nis der Aus­wah­l­ent­schei­dung, über die Qua­li­fi­ka­ti­on er­folg­rei­cher Be­wer­ber und über die Aus­wahl­kri­te­ri­en des Ar­beit­ge­bers. Trotz­dem kön­nen sich Ar­beit­ge­ber mit der "Ver­wei­ge­rung" der Er­tei­lung sol­cher Aus­künf­te in ein schlech­tes Licht set­zen, so dass Ar­beits­ge­rich­te ge­nau­er prü­fen müs­sen, ob die ab­leh­nen­de Ent­schei­dung nicht viel­leicht doch auf ei­ner ver­bo­te­nen Dis­kri­mi­nie­rung be­ruh­te: Schluss­an­trä­ge des Ge­ne­ral­an­walts Pao­lo Men­goz­zi vom 12.01.2012, Rs. C-415/10 - Meis­ter.
05.12.2011. Stutt­gar­ter Ar­beits­ge­richt: Ei­ne Kün­di­gung kann ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen ei­ner Be­hin­de­rung dar­stel­len. Dann muss der Ar­beit­ge­ber ei­ne Ent­schä­di­gung zah­len: Ar­beits­ge­richt Stutt­gart, Ur­teil vom 16.03.2011, 30 Ca 1772/10.
12.10.2011. Hes­si­sche Be­am­te müs­sen mit 65 Jah­ren aus dem Dienst aus­schei­den, doch ist das kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen Al­ters, so der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH), wenn die­se "Zwangs­pen­sio­nie­rung" dem Ziel dient, jün­ge­ren Be­wer­bern den Zu­gang zu be­stimm­ten Be­ru­fen zu er­leich­tern: EuGH, Ur­teil vom 21.07.2011, C-159/10 und C-160/10 (Fuchs).
20.09.2011. Das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ver­bie­tet ge­schlechts­be­zo­ge­ne Dis­kri­mi­nie­run­gen bei bei der Stel­len­aus­schrei­bung. Wer ge­gen da­ge­gen ver­stößt, muss ho­he Ent­schä­di­gun­gen zah­len. Ein Ur­teil des Ober­lan­des­ge­richt (OLG) Karls­ru­he zeigt, dass Feh­ler bei der Stel­len­aus­schrei­bung teu­er wer­den kön­nen - und dass sich Un­ter­neh­men da­bei nicht im­mer auf ih­ren ju­ris­ti­schen Bei­stand ver­las­sen kön­nen: OLG Karls­ru­he, Ur­teil vom 13.09.2011, 17 U 99/10.
19.07.2011. Ein Ein­stel­lungs­höchst­al­ter ist kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters, wenn es le­gi­ti­men Zie­len dient und da­bei "an­ge­mes­sen und er­for­der­lich" ist. Das ist bei ei­nem Ein­stel­lungs­höchst­al­ter von 37 Jah­ren bei Pi­lo­ten nicht der Fall, so das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG): BAG, Be­schluss vom 08.12.2010, 7 ABR 98/09
04.07.2011. Frau­en dür­fen we­gen ei­ner Schwan­ger­schaft bei Be­för­de­run­gen nicht be­nach­tei­ligt wer­den. Dies wä­re ei­ne ver­bo­te­ne Frau­en­dis­kri­mi­nie­rung, die Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che zur Fol­ge hat. Im Ber­li­ner SO­NY-Fall muss SO­NY nach lan­ger Pro­zess­dau­er ei­ne Gel­dent­schä­di­gung we­gen Dis­kri­mi­nie­rung ei­ner schwan­ge­ren Ma­na­ge­rin zah­len: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 28.06.2011, 3 Sa 917/11.
03.06.2011. Ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen, die Ar­beits­ver­hält­nis­se mit Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters au­to­ma­tisch be­en­den, sind dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) zu­fol­ge im All­ge­mei­nen mit dem Eu­ro­pa­recht ver­ein­bar. Sie sind da­mit zwar kei­ne ver­bo­te­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung, kön­nen aber ei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Ge­schlechts sein, wenn Frau­en frü­her als Män­ner ei­nen Ren­ten­an­spruch ha­ben und durch die Ta­rif­re­ge­lung frü­her als Män­ner ih­ren Job ver­lie­ren: EuGH, Ur­teil vom 18.11.2010, C-356/09 („Kleist“).
18.04.2011. Das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) soll un­ge­recht­fer­tig­te Be­nach­tei­li­gun­gen (Dis­kri­mi­nie­run­gen) im Be­rufs­le­ben ver­hin­dern, wenn die­se aus be­stimm­ten, im Ge­setz ge­nann­ten Grün­den (z.B. Ge­schlecht, eth­ni­sche Her­kunft, Re­li­gi­on) ver­übt wer­den. Be­trof­fe­ne müs­sen nicht die Be­nach­tei­li­gung selbst be­wei­sen, son­dern nur Tat­sa­chen, die ei­ne Be­nach­tei­li­gung ver­mu­ten las­sen. Das Ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schied kürz­lich über die Fra­ge, ob ei­ne fal­sche An­re­de in ei­nem Ab­leh­nungs­schrei­ben für ei­ne sol­che Ver­mu­tung aus­reicht: Ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 22.03.2011, 14 Ca 908/11.
09.11.2010. An­onym­sier­te Be­wer­bun­gen ent­hal­ten im Ide­al­fall kei­ne Aus­sa­gen zu dis­kri­mi­nie­rungs­an­fäl­li­gen Merk­ma­len wie bei­spiels­wei­se Ge­schlecht und Al­ter. Wäh­rend sie in ei­ni­gen Län­dern, ins­be­son­de­re der USA, üb­lich sind, stel­len sie in den meis­ten eu­ro­päi­schen Län­dern noch die ab­so­lu­te Aus­nah­me dar. Die An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le des Bun­des konn­te vor die­sem Hin­ter­grund fünf Un­ter­neh­men da­zu über­re­den, in ei­ner ein­jäh­ri­gen, frei­wil­li­gen Stu­die ver­schie­de­ne Ver­fah­ren zu tes­ten. Doch kaum hat das Pro­jekt be­gon­nen, regt sich Wi­der­stand.
19.08.2010. Mit dem All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz sol­len Be­nach­tei­li­gun­gen aus Grün­den der Ras­se oder we­gen der eth­ni­schen Her­kunft, des Ge­schlechts, der Re­li­gi­on oder Welt­an­schau­ung, ei­ner Be­hin­de­rung, des Al­ters oder der se­xu­el­len Iden­ti­tät ver­hin­dert oder zu­min­dest be­sei­tigt wer­den. Um­strit­ten ist, ob die­ses Ge­setz auf bei dis­kri­mi­nie­ren­den Kün­di­gun­gen an­zu­wen­den ist und da­bei in ers­ter Li­nie, ob ei­ne Gel­dent­schä­di­gung nach § 15 AGG ver­langt wer­den darf. Das LAG Bre­men sprach sich kürz­lich hier­für aus: Lan­des­ar­beits­ge­richt Bre­men, Ur­teil vom 29.06.2010, 1 Sa 29/10
04.12.2009. Die vor­lie­gen­de Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts (ArbG) Ber­lin be­fasst sich mit der Fra­ge, ob die Ab­leh­nung ei­ner ehe­mals bei der Sta­si tä­ti­gen Be­wer­be­rin ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund der (mar­xis­tisch-le­ni­nis­ti­schen) Welt­an­schau­ung dar­stel­len kann. ArbG Ber­lin, Ur­teil vom 30.07.2009, 33 Ca 5772/09.
01.10.2009. Ei­ne Er­zie­he­rin, die auf­grund ih­res Al­ters dem Stel­len­pool als Per­so­nal­über­hang zu­ge­ord­net wur­de, hat nach ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) auch oh­ne ein Ver­schul­den des Ar­beit­ge­bers An­spruch auf ei­ne Gel­dent­schä­di­gung we­gen der dar­in lie­gen­den Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund des Al­ters: BAG, Ur­teil vom 22.01.2009, 8 AZR 906/07.
09/039 Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt - Studie der OECD, Beschäftigungsausblick 2008
12.03.2009. Ein ak­tu­el­ler Be­richt der Or­ga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD) zeigt die Be­son­der­hei­ten des deut­schen Ar­beits­mark­tes im Ver­gleich zu an­de­ren Mit­glieds­staa­ten der OECD auf. Der "OECD Be­schäf­ti­gungs­aus­blich 2008" be­legt, dass die Be­schäf­ti­gungs­quo­te der Be­völ­ke­rung im er­werbs­fä­hi­gen Al­ter 2007 in Deutsch­land et­was hö­her als in den üb­ri­gen OECD-Län­dern liegt, dass da­für aber auch die Ar­beit­lo­sen­quo­te leicht über­durch­schnitt­lich ist. Ob­wohl Deutsch­land ei­ne sehr fort­schritt­li­che Ge­setz­ge­bung zur Be­kämp­fung von Dis­kri­mi­nie­run­gen im Ar­beits­le­ben be­schei­nigt wird, wer­den hier wei­te­re Ver­bes­se­run­gen vor­ge­schlan­gen: OECD Be­schäf­ti­gungs­aus­blick 2008. Die deut­sche Si­tua­ti­on im Ver­gleich.
08/116 Kündigungsschutz und Altersdiskriminierung - Revisionsentscheidung in Sachen Karmann.
08/086 Diskriminierung durch öffentliche Äußerung ohne konkretes Opfer
30.07.2008. Äu­ßert ein Ar­beit­ge­ber im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Ein­stel­lungs­kam­pa­gne öf­fent­lich, er wer­de Ein­wan­de­rer ab­leh­nen, ist das ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen der eth­ni­schen Her­kunft ge­mäß Art.2 Abs.2 Buch­sta­be a) der Richt­li­nie 2000/43/EG. Sol­che Äu­ße­run­gen ge­nü­gen, um ei­ne Ver­mu­tung für ei­ne dis­kri­mi­nie­ren­de Ein­stel­lungs­po­li­tik im Sin­ne des Art.8 Abs.1 der Richt­li­nie 2000/43 zu be­grün­den. Der Ar­beit­ge­ber muss dann be­wei­sen, dass er den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz bei sei­ner Ein­stel­lungs­pra­xis nicht ver­letzt: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 10.07.2008, C-54/07.
08/014 AGG: Kaum Auswirkungen in der Praxis?
24.01.2008. Laut ei­ner Um­fra­ge, die das „Per­so­nal­ma­ga­zin“ zu­sam­men mit dem Deut­schen An­walt­ver­ein (DAV) in Auf­trag gab, hat das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) seit sei­ner Ein­füh­rung im Au­gust 2006 kaum Aus­wir­kun­gen auf die ar­beits­recht­li­che Pra­xis. Da­mit meh­ren sich die An­zei­chen da­für, dass die Fol­gen des AGG in der po­li­ti­schen De­bat­te vor sei­ner Ver­ab­schie­dung über­trie­ben dar­ge­stellt wur­den.
06.06.2007. Die ers­ten Er­fah­run­gen mit dem am 18.08.2006 in Kraft ge­tre­te­nen All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) sind nicht so ne­ga­tiv wie häu­fig an­ge­nom­men. Das er­gibt ei­ne klei­ne An­fra­ge von Grü­nen-Po­li­ti­kern des Bun­des­tags bzw. die dar­auf ge­ge­be­ne Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung: Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung, vom 21.05.2007, auf die Klei­ne An­fra­ge der Ab­ge­ord­ne­ten Vol­ker Beck (Köln), Ir­min­gard Schewe-Ge­rigk, Brit­ta Ha­ßel­mann, wei­te­rer Ab­ge­ord­ne­ter und der Frak­ti­on BÜND­NIS 90 / DIE GRÜ­NEN.
07/15 Arbeitsgericht Osnabrück: AGG gilt bei Kündigungen

References: EuGH 
 EuGH 
 § 15
 Art.8
 § 15
 Art.2
 Art.8