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Timestamp: 2019-08-22 07:08:30+00:00

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8230 Silikatfelskuppen mit Pioniervegetationtlw. §30/§42
letzte Änderung: 2018-03-27 --> s. Aktuelle Änderungen der Kartiermethode
deckt sich teilweise mit § 30 BNatSchG: 3. offene Binnendünen, offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte, deckt sich teilweise mit § 30 BNatSchG: 5. offene Felsbildungen, Höhlen sowie naturnahe Stollen, alpine Rasen sowie Schneetälchen und Krummholzgebüsche
(Fauna-Flora-Habitat) Richtlinie 2006/105/EG DES RATES vom 20. November 2006: 8230 Silikatfelsen mit Pioniervegetation des Sedo-Scleranthion oder des Sedo albi-Veronicion dillenii
Bundesnaturschutzgesetz § 30 Gesetzlich geschützte Biotope: 3. offene Binnendünen, offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte, 5. offene Felsbildungen, Höhlen sowie naturnahe Stollen, alpine Rasen sowie Schneetälchen und Krummholzgebüsche
Landesnaturschutzgesetze NRW: 4. natürliche Felsbildungen, Höhlen und Stollen,
Interpretation Manual EU27: 8230 Siliceous rock with pioneer vegetation of the Sedo-Scleranthion or of the Sedo albi-Veronicion dillenii PAL.CLASS.: 62.42
1) Pioneer communities of the Sedo-Scleranthion or the Sedo albi-Veronicion dillenii alliances, colonizing superficial soils of siliceous rock surfaces. As a consequence of drought, this open vegetation is characterised by mosses, lichens and Crassulacea.
2) Plants: Sedo-Scleranthion: Sempervivum arachnoideum, Sempervivum montanum, Sedum annuum, Silene rupestris, Veronica fruticans; Sedo albi-Veronicion dillenii: Veronica verna, Veronica dillenii, Gagea bohemica, Gagea saxatiles, Riccia ciliifera; Plant species belonging to the two syntaxa: Allium montanum, Sedum acre, Sedum album, Sedum reflexum, Sedum sexangulare, Scleranthus perennis, Rumex acetosella. Mosses- Polytrichum piliferum, Ceratodon purpureus.
German classification : "320102 natürlicher Silikatfels (ohne Serpentinit) (lückige Vegetation, P002)".
Nordic classification : partly "711 Klippvegetation på fattiga bergarter" and "5211 Sedum spp.- Viola tricolor-Aira praecox-typ".
4) This habitat is associated with the 8220 type, and corresponds to the vegetation colonising siliceous rocks. The vegetation colonising calcareous rocks is included under 6110 " Rupicolous calcareous or basophilic grasslands of the Alysso-Sedion albi)" and 8240 "Limestone pavements. 5) Hallberg, H. P. & Ivarsson, R. (1965). Vegetation of coastal Bohuslän. Acta Phytogeogr. Suec. 50:111-122.
Offene Felsbildungen:
Definition für NRW (gilt im Zusammenhang mit den u.st. definitorischen Rubriken): Silikatfelskuppen mit ihrer Pioniervegetation auf flachgründigen Felsstandorten (Sedo-Scleranthion, Sedo albi-Veronicion dillenii) und Felsgrus. Infolge Trockenheit ist die lückige Vegetation durch zahlreiche Moose, Flechten und Crassulaceen gekennzeichnet. Neben offenen Fels-Pionierrasen z.B. auf Felsnasen und –simsen innerhalb größerer Silikatfelskomplexe auch auf kleineren Silikatfels-Blöcken innerhalb von Viehweiden. Die Silikatfelskuppen und -simse mit artenreichen Silikatflechtengesellschaften sind zumindest in Mitteleuropa extrem gefährdet und sind ebenfalls eingeschlossen.
Sekundäre Felsstandorte (z.B. in Steinbrüchen, Felsen an Straßenböschungen etc.) sind bei Entwicklung entsprechender Vegetation eingeschlossen, jedoch nicht die Mauervegetation an Bauwerken.
Nur die Vorkommen des LRT 8230 an natürlichen Felsen sind nach § 30 BNatSchG gesetzlich geschützt.
Für die Einstufung als FFH-Lebensraumtyp 8230 müssen an der natürlichen Silikatfelskuppe mindestens 3 LR-typische Gefäßpflanzenarten und/oder LR-typische Flechten- oder Moosarten nachgewiesen werden.
Nicht mehr zum LRT gehörend sind Felsen zu erfassen, auf denen weniger als 3 der für LRT 8230 diagnostisch relevanten Arten vorkommen.
Der Lebensraumtyp umfasst die Silikatfelskuppen auf flachgründigen Felsstandorten mit fehlender oder geringer Bodenbildung. Zum Lebensraumtyp gehören trockene, meist besonnte bis frische, aber auch schattige Felskuppen in allen Höhenlagen. Je nach Ausrichtung und Wasserversorgung findet man unterschiedliche Artenkombinationen. Die dort auftretende lückige Pioniervegetation wird aufgrund der Trockenheit durch dickblättrige Pflanzen wie Mauerpfeffer-, Steinbrech- oder Hauswurz-Arten sowie zahlreiche Moose und Flechten geprägt.
Aira caryophyllea (Nelken-Haferschmiele), Aira praecox (Frühe Haferschmiele), Arenaria leptoclados (subsp. leptoclados) (Dünnstengeliges Sandkraut), Arenaria serpyllifolia subsp. serpyllifolia (Thymianblättriges Sandkraut i.e.S.), Calluna vulgaris (Besenheide), Cerastium pumilum (Dunkles Zwerg-Hornkraut), Cerastium semidecandrum (Sand-Hornkraut), Draba verna agg. (Frühlings-Hungerblümchen Sa.), Festuca filiformis (Haar-Schafschwingel), Festuca pallens (Blasser Schafschwingel), Filago minima (Zwerg-Filzkraut), Genista pilosa (Haar-Ginster), Hieracium pilosella (Kleines Habichtskraut), Holosteum umbellatum (Doldige Spurre), Myosotis stricta (Sand-Vergissmeinnicht), Petrorhagia prolifera (Sprossendes Nelkenköpfchen), Potentilla argentea (Silber-Fingerkraut), Rumex acetosella (Kleiner Sauerampfer), Saxifraga tridactylites (Finger-Steinbrech), Scleranthus perennis (Ausdauernder Knäuel), Scleranthus polycarpos (Triften-Knäuel), Sedum acre (Scharfer Mauerpfeffer), Sedum album (Weisse Fetthenne), Sedum rupestre (Gewöhnliche Felsen-Fetthenne), Sedum sexangulare (Milder Mauerpfeffer), Silene nutans (Nickendes Leimkraut), Thymus praecox (Frühblühender Thymian), Trifolium arvense (Hasen-Klee)
Brachythecium albicans (Weisses Kurzbüchsenmoos), Ceratodon purpureus (Purpurrotes Hornzahnmoos), Grimmia laevigata (Graues Kissenmoos), Grimmia montana (Berg-Kissenmoos), Hedwigia ciliata (Wimpern-Hedwigsmoos), Hedwigia stellata (Stern-Hedwigsmoos), Lophozia excisa (Salatkopf-Spitzmoos), Polytrichum juniperinum (Wacholder-Widertonmoos), Polytrichum piliferum (Glashaar-Widertonmoos), Racomitrium canescens (Graue Zackenmütze), Racomitrium elongatum (Verlängerte Zackenmütze), Racomitrium heterostichum (Ungleichästige Zackenmütze), Tortula ruralis (Erd-Drehzahn)
Cetraria aculeata, Cladonia arbuscula s.l., Cladonia cervicornis s.l., Cladonia ciliata s.l., Cladonia foliacea, Cladonia monomorpha, Cladonia portentosa (Graue Rentierflechte), Cladonia rangiferina (Echte Rentierflechte), Cladonia rangiformis (Falsche Rentierflechte), Peltigera rufescens
d) Flechten auf Fels exponiert:
Acarospora fuscata, Candelariella coralliza, Candelariella vitellina (Gewöhnliche Dotterflechte), Lecanora intricata, Lecanora polytropa, Lecidea fuscoatra, Parmelia omphalodes (Nabel-Schüsselflechte), Rhizocarpon geographicum s.l., Rhizocarpon lecanorinum (Gewöhnliche Landkartenflechte), Stereocaulon dactylophyllum, Stereocaulon spec., Xanthoparmelia conspersa
Verband: Sedo-Scleranthion biennis - S-Sb-V
Ass./Ges.: Diantho gratianopolitani-Festucetum pallentis - DI-FE p. p. (siehe LRT 6110)
Ass./Ges.: Genisto pilosae-Callunetum - G-CA (auf Felsen)
Ass./Ges.: Airetum praecocis - AIR (auf Felsen)
Verband: Baeomycion rufis - Li-Br-V (auf Erde)
Verband: Cladonion sylvaticae - Li-Cs-V (auf Erde)
Verband: Cladonion rei - Li-Clr-V (auf Erde)
Verband: Parmelion conspersae - Li-Pc-V (auf Felsen)
Das Diantho gratianopolitani-Festucetum pallentis kann sowohl auf Kalk- als auch auf Silikatgestein vorkommen. Die Bestände auf Kalkfelsen werden dem Lebensraum 6110 Kalk- oder basenhaltige Felsen mit Kalkpionierrasen zugeordnet.
Abgrenzung zu LRT 8220:
Voraussetzung der Zuordnung zum Lebensraumtyp 8220 ist das Vorkommen von mindestens einem Typ der aufgeführten Syntaxa sowie Vorkommen von diagnostisch relevanten Arten.
Als LRT NGA0 sind Felsen zu erfassen, auf denen keine der für LRT 8230 diagnostisch relevanten Arten vorkommt.
http://ffh-bericht-2013.naturschutzinformationen.nrw.de/ffh-bericht-2013/de/nrw-bericht-karten/anhang-d/lrt/8230/atl
2018-03-27: Mindestanzahl der diagn.rel.Arten von 1 auf 3 hochgesetzt (wie EZB)
2016-05-18: Abgrenzung zu NGA0 wurden präzisiert bzw. ergänzt; Kartierungshinweise zu BK-BT-Kartierung wurden präzisiert
2014: Änderungen in den Bereichen: "Definition für NRW ", Ergänzung "Ausschließlich zulässige NRW-Biotoptypen" neu: GA4 = Sekundärer Silikatfels ,"Obligat zutreffende Zusatzcodes" neu: stu = Standort sekundär,"Abgrenzungen gegenüber verwandten Biotop- oder Lebensraumtypen: - Gradueller Verlust der LRT-Qualität" ,"Kartierungshinweise - Biotopkataster-Kartierung"
Alle bekannten Vorkommen des FFH-Lebensraumtyps 8230 werden in das Biotopkataster übernommen.
§ 30 BNatSchG-Kartierung: Alle 8230-Lebensraumtypen erfahren eine Biotoptypenkartierung, jedoch nur die Vorkommen des LRT 8230 an natürlichen Felsen sind gesetzlich geschützt. Die Vorkommen an natürlichen Felsen werden als Gesetzlich geschützte Biotope gekennzeichnet und in den Sachdaten im BK-Dokument zusammengefasst und ggf. aggregiert.
Der Lebensraumtyp 8230 wird in jedem Fall der Biotoptypenkartierung unterzogen und ggf. als Gesetzlich geschützte Biotope gekennzeichnet.
In die Abgrenzung sollen nur der wald- und gebüschfreie Teile einbezogen werden, wenn die entsprechende Vegetation ausgebildet ist. Der Lebensraumtyp 8230 kann auch als punktförmiges BT-Objekt innerhalb eines flächigen BT-Objektes (z.B. des LRT 8220) erfasst werden. Bei der Sachdatenerfassung ist dann im Feld 'Offizielle Fläche' die tatsächliche Flächengröße anzugeben. In die Objektklasse BK werden die Daten ebenfalls entsprechend eingefügt.
Der LRT 8230 erfährt in FFH-Gebieten eine Erhaltungszustandsbewertung einschließlich einer Dokumentation der Einzelparameter.
Als Geschützte Biotope wurden bislang nur Silikatfelsen ab einer Felshöhe von 3 m erfasst. Im Rahmen der Fortschreibung soll zukünftig vom Kartierer in der Karte gezielt nach Felsen – vor allem innerhalb von Viehweiden - gesucht werden beziehungsweise die Untere Naturschutzbehörde, Forstamt oder die Biologische Station nach naturnahen offenen Felsen im Kartierungsgebiet befragt werden und diese dann gezielt aufgesucht werden. Bei Vorliegen des Lebensraumtyps 8230 wird der Fels als BT- und ggf. (bei natürlichen Felsen) als Geschützter Biotop erfasst.
Auf ÖFS-Untersuchungsflächen werden alle vorkommenden Biotoptypen flächenscharf, somit auch alle FFH-Lebensraumtypen, erfasst und kartiert. Jede Silikatfelskuppe mit Pioniervegetation wird als homogene Fläche kartiert.
Als möglicher Bestandteil naturschutzfachlich wertvollen Grünlands wird der Lebensraumtyp in Rahmen der Biotoptypenkartierung kartiert. BM-Totalzensusflächen bleiben bei anderen Kartierungen ausgespart, die Daten sind an die BM-Daten anzupassen.

References: §30
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