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Timestamp: 2019-12-05 22:04:10+00:00

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VGH Bayern, 14.07.2016 - 2 N 15.283 - dejure.org
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VGH Bayern, 14.07.2016 - 2 N 15.283 (https://dejure.org/2016,29486)
VGH Bayern, Entscheidung vom 14.07.2016 - 2 N 15.283 (https://dejure.org/2016,29486)
VGH Bayern, Entscheidung vom 14. Juli 2016 - 2 N 15.283 (https://dejure.org/2016,29486)
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BauGB § 3 Abs. 2 S. 1, § 4a Abs. 3 S. 3; VwGO § 47 Abs. 1 Nr. 1, § 86 Abs. 1 S. 1
Eine ausreichende Informations- und Stellungnahmemöglichkeit setzt auch voraus, dass der Öffentlichkeit genügend Zeit bleibt, sich mit den ausgelegten Unterlagen, also nicht nur dem Planentwurf, sondern auch seiner Begründung sowie den nach § 4a Abs. 3 Satz 1 BauGB i.V. mit § 3 Abs. 2 Satz 1 BauGB auszulegenden, nach Einschätzung der Gemeinde wesentlichen umweltbezogenen Stellungnahmen zu befassen (…zum Ganzen vgl. BayVGH, U.v. 5.2.2009 - 1 N 07.2713 - juris Rn. 47; U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.283 - NVwZ-RR 2017, 65 = juris Rn. 27, 28; U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.472 - juris 32, 33;… U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.2695 - juris Rn. 27, 28;… HessVGH, U.v. 29.6.2016 - 4 C 1440/14.N - ZfBR 2016, 803 = juris Rn. 61, 62;… VGH BW, U.v. 28.11.2012 - 3 S 2313/10 - NVwZ-RR 2013, 459 = juris Rn. 41 ff.;… OVG NW, U.v. 19.7.2013 - 10 D 107/11.NE - BauR 2013, 1807 = juris Rn. 63 ff.;… Krautzberger in Ernst/Zinkahn/ Bielenberg/Krautzberger, BauGB, Stand: August 2017, § 4a Rn. 28).
Für eine solche ist aber bei einer individuell festgesetzten und verkürzten Frist kein Raum (BayVGH, U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.283 - NVwZ-RR 2017, 65 = juris Rn. 29;… U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.472 - juris Rn. 34;… U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.2695 - juris Rn. 29;… VGH BW, U.v. 28.11.2012 - 3 S 2313/10 - NVwZ-RR 2013, 459 = juris Rn. 50).
bb) Ein Verfahrensfehler wegen unangemessener Verkürzung der Dauer der Auslegung und der Frist für Stellungnahmen bei der erneuten öffentlichen Auslegung gemäß § 4a Abs. 3 Satz 1 i.V. mit § 3 Abs. 2 Satz 1 und § 4 Abs. 2 Satz 2 BauGB ist gemäß § 214 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BauGB beachtlich (BayVGH, U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.283 - NVwZ-RR 2017, 65 = Rn. 25, 32; U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.472 - juris 30, 37;… U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.2695 - juris Rn. 25, 32).
Dieser Verfahrensfehler ist nach § 214 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BauGB beachtlich und von einem Dritten im Verfahren Az. 2 N 15.283 fristgerecht geltend gemacht worden.
Der Antragsteller im Verfahren Az. 2 N 15.283 rügt mit Schriftsatz vom 26. November 2015, dass in der ersten öffentlichen Auslegung vom 26. Mai 2014 bis 27. Juni 2014 die Altlastenerkundung "Kugelfang" des Ingenieurbüros A..., G... (Stand: 15.4.2014), das Schreiben des Landratsamts N... vom 9. April 2014 (Altlasten und Schwermetalle), das Schreiben des Wasserwirtschaftsamts D... vom 18. März 2014 (Niederschlagswasserbeseitigung, Altlasten- Schwermetalle), das Schreiben des Landesbundes für Vogelschutz Bayern e.V. vom 15. April 2014 (Fauna, Bearbeitung des Artenschutzgutachtens) und das Schreiben verschiedener Einwender der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung (Äußerungen zum Lärmschutz) nicht ausgelegen hätten.
In der mündlichen Verhandlung des Senats hat der Bevollmächtigte des Antragstellers im Verfahren Az. 2 N 15.283 ausgeführt, dass er bei der ersten Auslegung im Rathaus gewesen sei und Einsicht in die ausgelegten Unterlagen verlangt habe.
Der Antragsteller im Verfahren Az. 2 N 15.283 rügt, dass die Altlastenerkundung "Kugelfang" des Ingenieurbüros A... G... (Stand: 15.4.2014) sowie die Schreiben des Landratsamts N... vom 9. April 2014 und 8. Juni 2014 (richtig wohl: 18.6.2014; Altlasten und Schwermetalle sowie verkehrliche Belange) nicht ausgelegt worden seien.
In der mündlichen Verhandlung des Senats hat der Bevollmächtigte des Antragstellers im Verfahren Az. 2 N 15.283 erklärt, dass er auch bei der zweiten Auslegung im Rathaus gewesen sei und Einsicht in die ausgelegten Unterlagen verlangt habe.
Die beiden Verfahrensfehler wurden vom Antragsteller im Verfahren Az. 2 N 15.283 mit Schriftsatz vom 26. November 2015 und somit fristgerecht innerhalb eines Jahres seit Bekanntmachung des Bebauungsplans am 20. März 2015 (§ 215 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BauGB) geltend gemacht.
Dieser Verfahrensfehler ist nach § 214 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BauGB beachtlich und vom Antragsteller im Verfahren Az. 2 N 15.283 fristgerecht geltend gemacht worden.
Die Frage der Beweislast (vgl. dazu BayVGH, Urt. v. 14.7.2016 - 2 N 15.382 -, NVwZ-RR 2017, 65 = BayVBl 2017, 168 = NuR 2017, 274) stellt sich erst, wenn substantiierter Vortrag der Antragstellerseite die ernstliche Möglichkeit nahelegte, relevante Teile des Aufstellungsvorgangs seien nicht öffentlich ausgelegt worden.
-, juris 47; OVG Schl.-H., Beschluss vom 29. Januar 2009 - 1 MN 229/08 -, juris 15; Bay.VGH, Urteil vom 14. Juli 2016 - 2 N 15.283 -, juris Rn. 29; Kuschnerus, Der sachgerechte Bebauungsplan, 4. Auflage, 2010, Rn. 979.
Diese Fehlerrügen wirken allgemein und absolut für jedermann, also nicht nur zugunsten desjenigen, der den Mangel ordnungsgemäß geltend gemacht hatte (…vgl. BVerwG, B.v. 2.1.2001 - 4 BN 13.00 - BauR 2001, 1888 = juris Rn. 5; BayVGH, U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.283 - juris Rn. 31, jeweils m.w.N.).
Insoweit erscheint aus Sicht des Senats aber durchaus zweifelhaft, ob hier hinsichtlich der Frage der nachbarschützenden Wirkung der festgesetzten (seitlichen und rückwärtigen) Baugrenze überhaupt von einer non liquet-Situation auszugehen ist (…vgl. BVerwG, U.v. 1.9.2016 - 4 C 2/15 - juris Rn. 24 ff.;… U.v. 19.9.1969 - IV C 18.67 - juris Rn. 27; BayVGH, U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.283 - juris Rn. 21).
Die Beigeladene würde deshalb letztlich auch die Beweislast bei Unaufklärbarkeit derartiger Vorgänge treffen, sollte es auf das (Nicht-) Vorliegen des jeweiligen Sachverhalts ankommen (vgl. z.B. BayVGH, U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.283 - juris zum Bauleitplanverfahren).

References: § 3
 § 4
 § 47
 § 86
 § 4
 § 3
 § 4
 § 4
 § 3
 § 4
 § 214
 § 214
 § 214