Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=04.04.2008&Aktenzeichen=11%20S%202474/07
Timestamp: 2019-10-15 12:38:10+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 04.04.2008 - 11 S 2474/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2411
VGH Baden-Württemberg, 04.04.2008 - 11 S 2474/07 (https://dejure.org/2008,2411)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 04.04.2008 - 11 S 2474/07 (https://dejure.org/2008,2411)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 04. April 2008 - 11 S 2474/07 (https://dejure.org/2008,2411)
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Auswirkung der Anrechnung der Geschäftsgebühr auf die Verfahrensgebühr des Rechtsanwalts auf die Höhe des Kostenerstattungsanspruchs
§ 2 Abs 2 Anl 1 Nr 2300 RVG, § 2 Abs 2 Anl 1 Nr 3100 RVG, § 2 Abs 2 Anl 1 Vorbem 3 Abs 4 RVG, § 162 VwGO, § 164 VwGO
Verfahrensgebühr; Anrechnung Geschäftsgebühr; Kostenfestsetzung
Beschwerde gegen die Zurückweisung einer Erinnerung gegen den Kostenfestsetzungsbeschluss einer Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle; Auswirkungen einer Anrechnung der Geschäftsgebühr auf die Verfahrensgebühr des Rechtsanwalts auf die Höhe des Kostenerstattungsanspruchs ...
VwGO § 162 Abs. 2; VV RVG Nr. 3100; VV RVG Nr. 2300
Verfahrensrecht, Rechtsanwaltsgebühren, Geschäftsgebühr, Verfahrensgebühr, Anrechnung
Kosten einschließlich Gerichtsgebühren, Kostenfestsetzung: Verfahrensgebühr; Anrechnung Geschäftsgebühr; Kostenfestsetzung
The never ending story- Anrechnung der Geschäftsgebühr auf die Verfahrensgebühr
VG Freiburg, 01.10.2007 - A 3 K 1834/07
NJW 2008, 2360
Soweit dieser Meinung vereinzelt entgegengehalten wird, die Anrechnungsregelung finde nur im Verhältnis zwischen dem Rechtsanwalt und seinem Mandanten, nicht hingegen auch im Verhältnis zwischen dem Mandanten und dem kostenpflichtigen Prozessgegner Anwendung (vgl. VGH Mannheim, Beschluss vom 4. April 2008 - 11 S 2474/07 - NJW 2008, 2360), kann dem nicht gefolgt werden.
VGH Baden-Württemberg, 01.02.2011 - 2 S 102/11
Erstattungsfähigkeit der Kosten für die Beauftragung mehrerer Bevollmächtigter; …
Der Einwand der Gegenansicht, die Anrechnung im Kostenfestsetzungsverfahren führe zu einer nicht gerechtfertigten Privilegierung des unterlegenen Prozessgegners (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 4.4.2008 - 11 S 2474/07 - NJW 2008, 2360), kann jedenfalls für die vorliegende Konstellation schon von ihrem tatsächlichen Ausgangspunkt her nicht zu überzeugen.
Während diese Rechtsvorschrift nunmehr in der Zivilgerichtsbarkeit grundsätzlich nach inzwischen gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs einheitlich dahingehend ausgelegt wird, dass sich durch die anteilige Anrechnung einer vorgerichtlich entstandenen anwaltlichen Geschäftsgebühr gemäß Nr. 2300 VV RVG auf die Verfahrensgebühr des gerichtlichen Verfahrens nach Teil 3 Vorbemerkung 3 Abs. 4 VV RVG nicht die bereits entstandene Geschäftsgebühr, sondern die in dem anschließenden gerichtlichen Verfahren nach Nr. 3100 VV RVG anfallende Verfahrensgebühr verringert (vgl. u. a. Bundesgerichtshof, Beschluss vom 22. Januar 2008 - VIII ZB 57/07; Bundesgerichtshof, B. v. 30. April 2008 - III ZB 8/08), bietet die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung insoweit ein uneinheitliches Bild (von den Oberverwaltungsgerichten sprechen sich - z. T. mit unterschiedlicher Begründung und z. T. einzelfallbezogen - soweit ersichtlich für eine Anrechnung in diesem Sinne aus: Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 9. Mai 2006 - 12 C 06.65, Beschluss vom 15. Januar 2008 - 22 M 07.40053; Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 8. Juni 2007 - 3 TJ 966/07; Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 28. Januar 2008 - 6 E 11203/07; Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht, Beschlüsse vom 28. März 2008 - 10 OA 143/07 - unter Änderung der bisherigen Rechtsprechung -, 29. April 2008 - 13 OA 39/08, 17. April 2008 - 7 OA 51/08 und 30. April 2008 - 2 OA 128/08; dagegen insbesondere: Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, u. a. Beschlüsse vom 10. Juli 2006 - 4 C 06.1129 und 16. Januar 2008 - 14 C 07.1808; Oberverwaltungsgericht Münster, Beschluss vom 25. April 2006 - 7 E 410/06; Verwaltungsgerichtshof Mannheim, Beschluss vom 4. April 2008 - 11 S 2474/07).
Demzufolge folgt das Gericht auch nicht den Auffassungen, wie sie in Teilen der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung zur Begründung der Ablehnung der Anwendbarkeit der Anrechnungsregelung des Teils 3 Vorbemerkung 3 Abs. 4 VV RVG vorgebracht werden (vgl. bspw. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, u. a. Beschlüsse vom 10. Juli 2006 - 4 C 06.1129 und 16. Januar 2008 - 14 C 07.1808; Oberverwaltungsgericht Münster, Beschluss vom 25. April 2006 - 7 E 410/06; Verwaltungsgerichtshof Mannheim, Beschluss vom 4. April 2008 - 11 S 2474/07).
wenig überzeugende - Auffassung, die erwähnte Vorbemerkung betreffe ausschließlich das Innenverhältnis zwischen Auftraggeber und Rechtsanwalt und lasse die Verpflichtung eines kostentragungspflichtigen Beteiligten zur Erstattung" der vollen Verfahrensgebühr unberührt, vgl. OVG NRW, Beschlüsse vom 25. April 2006 - 7 E 410/06 -, vom 14. März 2008 - 2 E 1045/07 -, vom 28. September 2006 - 7 E 957/06 - und vom 18. Oktober 2006 - 7 E 1339/05 - OVG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 5. Dezember 2007 - 1 O 215/07 - BayVGH, Beschlüsse vom 10. Juli 2006 - 4 C 06.1129 -, vom 7. März 2007 - 19 C 06.2591 -, vom 14. Mai 2007 - 25 C 07.754 -, vom 9. Oktober 2007 - 3 C 07.1903 - (mit eingehender Begründung) und vom 23. Januar 2008 - 6 C 07.238 - VGH BW, Beschluss vom 4. April 2008 - 11 S 2474/07 - grundlegend a.A.: OVG Niedersachsen, Beschlüsse vom 28. März 2008 - 10 OA 143/07 -, vom 17. April 2008 - 7 OA 51/08 - und vom 30. April 2008 - 2 OA 128/08 - BGH, Beschluss vom 22. Januar 2008 - VIII ZB 57/07 -, dem sich zahlreiche weitere Senate angeschlossen haben, sowie wohl auch HessVGH, Beschluss vom 8. Juni 2007 - 3 TJ 966/07 - (alle in juris).
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 28. September 2006 - 7 E 957/06 -, juris- Abdruck Rn. 3 a.E. und 4; Beschluss vom 18. Oktober 2006 - 7 E 1339/05 -, juris-Abdruck Rn. 13-15; OVG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 5. Dezember 2007 - 1 O 215/07 -, juris; BayVGH, andeutungsweise: Beschlüsse vom 10. Juli 2006 - 4 C 06.1129 -, juris-Abdruck Rn. 12 und 16 und vom 7. März 2007 - 19 C 06.2591 -, juris, sowie ausdrücklich Beschlüsse vom 14. Mai 2007 - 25 C 07.754 -, juris, vom 9. Oktober 2007 - 3 C 07.1903 - und vom 23. Januar 2008 - 6 C 07.238 -, juris-Abdruck Rn. 3; VGH BW, Beschluss vom 4. April 2008 - 11 S 2474/07 -, juris-Abdruck Rn. 5 und 11.
Die Gegenansicht (vgl. etwa OVG Münster, B. v. 27.04.2006 - 7 E 410/06 - NJW 2006, 1991; VGH München, B. v. 10.07.2006 - 4 C 06.1129 - NJW 2007, 170; VGH Mannheim, B. v. 04.04.2008 -11 S 2474/07 - juris) wird dem Wortlaut und dem Zweck der Anrechnungsregelung nicht ausreichend gerecht.
4.08: "Soweit dieser Meinung vereinzelt entgegengehalten wird, die Anrechnungsregelung finde nur im Verhältnis zwischen dem Rechtsanwalt und seinem Mandanten, nicht hingegen auch im Verhältnis zwischen dem Mandanten und dem kostenpflichtigen Prozessgegner Anwendung (vgl. VGH Mannheim, Beschluss vom 4.April 2008 - 11 S 2474/07 - NJW 2008, 2360),kann dem nicht gefolgt werden.
Anderer Ansicht sind das OVG Münster (Beschlüsse vom 25.04.2006 in 7 E 410/06, vom 28.09.2006 in 7 E 957/06, vom 18.10.2006 in 7 E 1339/05 und vom 14.03.2008 in 2 E 1045/07, jeweils nrwe und juris), der VGH München (in einer Vielzahl von Beschlüssen, u.a. Beschlüsse vom 10.07.2006 in 4 C 06.1195 und vom 16.01.2008 in 14 C 07.1808, jeweils juris), der VGH Mannheim im Beschluss vom 04.04.2008 in 11 S 2474/07, juris; sowie der Einzelrichter des KG Berlin in seinem Rückübertragungsbeschluss vom 31.03.2008 in 1 W 111/08, juris - letzterer in Kenntnis der Entscheidungen des 8. Senats des BGH.
Im Übrigen zur Anrechnungsproblematik in diesem Sinne u. a.: BVerwG, Beschluss vom 22. Juli 2009 - 9 KSt 4.08 (9 A 3.06) -, juris; BGH, Beschluss vom 11. November 2008 - VIII ZB 26/08, juris; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 29. Januar 2009 - I-10 W 120/08 -, juris; Nds. OVG, Beschluss vom 27. November 2008 - 13 OA 190/08 -, juris; Dagegen anderer Auffassung u. a.: OVG NRW, Beschluss vom 25. April 2006 - 7 E 410/06 -, NJW 2006, 1991 (1992); VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 4. April 2008 - 11 S 2474/07, NJW 2008, 2360 (2361).
Das Bundesverwaltungsgericht hat in seiner vorgenannten Entscheidung ausdrücklich festgestellt, dass der Gegenmeinung, derzufolge "die Anrechnungsregelung (...) nur im Verhältnis zwischen dem Rechtsanwalt und seinem Mandanten, nicht hingegen auch im Verhältnis zwischen dem Mandanten und dem kostenpflichtigen Prozessgegner Anwendung" finde, nicht gefolgt werden könne (…a.a.O., Rn. 3, wobei an dieser Stelle ausdrücklich auf die abgelehnte Auffassung des VGH Mannheim, Beschluss vom 4. April 2008 - 11 S 2474/07 -, Bezug genommen wird, der über eine Konstellation zu entscheiden hatte, in der die Geschäftsgebühr von der unterlegenen Prozesspartei nicht zu tragen war).
OVG Sachsen, 09.02.2012 - 5 E 96/10
Kostenfestsetzungsbeschluss, Erinnerung, formelle Beschwer, …

References: § 2
 § 2
 § 2
 § 162
 § 164
 § 162