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Timestamp: 2019-07-23 19:09:39+00:00

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BGH, 17.07.2012 - XI ZR 198/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,23133
BGH, 17.07.2012 - XI ZR 198/11 (https://dejure.org/2012,23133)
BGH, Entscheidung vom 17.07.2012 - XI ZR 198/11 (https://dejure.org/2012,23133)
BGH, Entscheidung vom 17. Juli 2012 - XI ZR 198/11 (https://dejure.org/2012,23133)
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§ 123 BGB, § 171 BGB, § 172 BGB, § 812 Abs 1 S 1 Alt 1 BGB, § 256 ZPO
Rückabwicklung der Finanzierung eines steuersparenden Immobilienerwerbs: Arglistige Täuschung über die Vertriebsprovision und die erzielbare Miete; Darlegungs- und Beweislast bei negativer Feststellungsklage; Bereicherungsanspruch des Darlehensgebers bei Unwirksamkeit des Darlehensvertrages
Umfang der Aufklärungspflicht der lediglich kreditgebenden Bank im Rahmen von steuersparenden Bauherren-, Bauträger- und Erwerbermodellen
Rückabwicklung der Finanzierung einer "Schrott­immobilie"
Einen Immobilienkauf finanzierende Bank muss den Darlehensnehmer nicht auf "versteckte Innenprovision" hinweisen
LG Frankfurt/Main, 09.01.2008 - 2 O 203/07
NJW 2012, 3294
Bei der negativen Feststellungsklage muss der Feststellungskläger lediglich beweisen, dass sich der Beklagte eines Anspruchs auf Grund eines bestimmten Lebenssachverhalts berühmt; demgegenüber obliegt dem Anspruchsteller in der Rolle des Feststellungsbeklagten der Beweis derjenigen Tatsachen, aus denen er seinen Anspruch herleitet (BGH, Urteil vom 17.07.2012, XI ZR 198/11).
Ob in den Kaufpreis eine Innenprovision von 30% oder mehr eingepreist war oder nicht, ist unerheblich, solange es nicht zu einer so wesentlichen Verschiebung der Relation zwischen Kaufpreis und Verkehrswert kommt, dass die finanzierende Bank von einer sittenwidrigen Übervorteilung des Käufers durch den Verkäufer ausgehen muss (vgl. nur BGH BKR 2012, 415 Rdn. 18 - zitiert nach juris).
Danach muss eine den Immobilienerwerb finanzierende Bank, mit der wie hier - kein Anlageberatungsvertrag geschlossen wurde, den Darlehensnehmergrundsätzlich nicht von sich aus auf eine im Kaufpreis enthaltene und an den Vertrieb gezahlte "versteckte Innenprovision" hinweisen (…st. Rspr., zuletzt Senatsurteile vom 5. Juni 2012 - XI ZR 175/11, WM 2012, 1389 Rn. 22 mwN und vom 17. Juli 2012 - XI ZR 198/11, NJW 2012, 3294 Rn. 18).
Etwas anderes gilt erst dann, wenn es zu einer so wesentlichen Verschiebung der Relation zwischen Kaufpreis und Verkehrswert kommt, dass die Bank von einer sittenwidrigen Übervorteilung des Käufers durch den Verkäufer ausgehen muss (…st. Rspr., zuletzt Senatsurteile vom 5. Juni 2012 - XI ZR 175/11, WM 2012, 1389 Rn. 22 mwN und vom 17. Juli 2012 - XI ZR 198/11, NJW 2012, 3294 Rn. 18).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs liegt ein aufklärungspflichtiger Wissensvorsprung aber auch dann vor, wenn die Bank positive Kenntnis davon hat, dass der Darlehensnehmer von seinem Geschäftspartner - sei es durch den Verkaufsprospekt, durch sonstige Urkunden oder durch mündliche Angaben des Vermittlers oder Verkäufers - gemäß § 123 BGB arglistig über die eingepreiste Innenprovision getäuscht worden ist (…st. Rspr., Senatsurteile vom 16. Mai 2006 - XI ZR 6/04, BGHZ 168, 1 Rn. 46 f., vom 29. Juni 2010 - XI ZR 104/08, BGHZ 186, 96 Rn. 20 ff., vom 5. Juni 2012 - XI ZR 175/11, WM 2012, 1389 Rn. 23 f. und vom 17. Juli 2012 - XI ZR 198/11, NJW 2012, 3294 Rn. 18 ff.).
Zu prüfen ist insoweit, ob die tatrichterliche Würdigung vertretbar ist, nicht auf verfahrenswidriger Tatsachenfeststellung beruht und ob der Streitstoff umfassend, widerspruchsfrei und ohne Verstoß gegen Denk- oder Erfahrungssätze gewürdigt worden ist (…Senatsurteile vom 17. November 2009 - XI ZR 36/09, BGHZ 183, 169 Rn. 32…, vom 29. Juni 2010 - XI ZR 104/08, BGHZ 186, 96 Rn. 25 und vom 17. Juli 2012 - XI ZR 198/11, NJW 2012, 3294 Rn. 25).
Es muss eine gewisse Wahrscheinlichkeit für einen Schaden bestehen, die auch zu beweisen ist (vgl. BGH NJW 2012, 3294;… Zöller/Herget, ZPO, 32. Auflage, § 256, Rn. 18).
Ein unsubstantiiertes Berühmen - wie hier - macht die negative Feststellungsklage begründet (…Zöller-Greger, ZPO, 30. Auflage, § 256 Rn. 18; BGH NJW 2012, 3294).
Die Umkehr der Parteirollen bei der negativen Feststellungsklage war auf die Darlegungs- und Beweislastverteilung gemäß dieser Grundsätze ohne Einfluss (Senatsurteil vom 17. Juli 2012 - XI ZR 198/11, NJW 2012, 3294 Rn. 35).
Die Beklagte hat dann gegen den Kläger weder einen Bereicherungsanspruch bezüglich des Erstkredits noch - mangels Auszahlung der Darlehensvaluta - einen vertraglichen Rückzahlungsanspruch aus dem zweiten Kreditvertrag (…s. BGH, Urt. v. 17.01.2012, XI ZR 457/10, NJW-RR 2012, 622, 623 Tz 15; Urt. v. 17.07.2012, XI ZR 198/11, NJW 2012, 3294, 3297 Tz 31).
Das setzt voraus, dass der Beklagten im Zeitpunkt des Abschlusses des Vertrags, also des Zugangs ihrer Erklärung (s. BGH, Urt. v. 17.07.2012, a.a.O., Tz 38 und v. 17.01.2012, a.a.O., Tz 23), die Vollmacht im Original oder in notarieller Ausfertigung "vorlag" (s. dazu BGHZ 102, 60 = NJW 1988, 697, 698;… Urt. v. 23.01.2007, Tz 11 m.N.; Urt. v. 17.07.2012, a.a.O., Tz 34).
Nach der ständigen Rechtsprechung des BGH, von der abzuweichen für den Senat keine Veranlassung besteht, ist deshalb die Umkehr der Parteirollen bei der negativen Feststellungsklage auf die Darlegungs- und Beweislastverteilung ohne Einfluss (BGH NJW 2012, 3294; 2001, 2096; 1993, 1716).
Insoweit entspricht die Interessenlage beim Freigabeverfahren dem einer negativen Feststellungsklage, für die die Beweislast der spiegelbildlichen Leistungsklage gilt (BGH, Urteil vom 17. Juli 2012 - XI ZR 198/11 -, NJW 2012, 3294 Rn 35).
Erfolgreiche Klage auf Feststellung der Begünstigtenstellung der Klägerin

References: § 123
 § 171
 § 172
 § 812
 § 256
 BGH 
 § 123
 BGH 
 § 256
 § 256
 BGH