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Timestamp: 2016-10-21 13:15:39+00:00

Document:
6S.638/1999 (02.08.2000)
6S.638/1999/hev
Es wirken mit: Bundesgerichtspr�sident Schubarth, Pr�sident des Kassationshofes, Bundesrichter Schneider, Wipr�chtiger und Gerichtsschreiber Weissenberger.
Beschwerdef�hrer, beide vertreten durch F�rsprecher Martin Brauen, Niederlenzerstrasse 27, Lenzburg,
StaatsanwaltschaftdesKantons A a r g a u,
D.________ und
Beschwerdegegner, alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Rainer Schumacher, Oberstadtstrasse 7, Baden,
fahrl�ssige T�tung (Art. 117 StGB); (eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, 2. Strafkammer,
vom 9. Juni 1999), hat sich ergeben:
A.- Am 5. Februar 1993 nahm der damals dreissigj�hrige A.________ an einer dreit�gigen k�rperorientierten Gruppentherapie (prim�rorientierte K�rpertherapie) in der psychologischen Gemeinschaftspraxis in W.________ teil. Im Verlauf der von Y.________ und X.________ geleiteten Therapiesitzung begann A.________ pl�tzlich heftige Gef�hle zu zeigen. Er fing an, b�uchlings �ber die am Boden ausgelegten Matratzen zu robben. Diese Bewegung l�ste in den Therapeuten die Vorstellung aus, A.________ wolle "durch etwas hindurchkriechen". Um dies zu unterst�tzen, bildete X.________ mit seinem Oberk�rper eine Art Br�cke, unter die A.________ hindurchkriechen sollte. Nachdem A.________ die Mitte des Raumes erreicht hatte, ruhte er sich eine Weile aus. Diesen Ablauf bezeichnete X.________ als erste Phase.
In der zweiten Phase begann A.________ sich wieder zu bewegen und kroch langsam auf einen am Rande sitzenden Teilnehmer zu. Um diesen zu sch�tzen, legte X.________ A.________ ein Kissen vor den Kopf. A.________ stiess dann mit dem Kopf heftig gegen das Kissen. Als der am Rand sitzende Teilnehmer sich entfernt hatte, ging auch X.________ zur Seite. Die Aggressionen von A.________ nahmen jedoch immer mehr zu. Er keuchte und schien einen innerlichen Kampf auszutragen. X.________ legte sich deshalb erneut �ber den K�rper seines Patienten, um einen Tunnel als symbolischen Widerstand zu bilden. Da A.________ versuchte, sich aufzub�umen und seinen Therapeuten abzuwerfen, bat dieser eine Teilnehmerin, ihn an den H�ften zu stabilisieren. A.________ beruhigte sich jedoch nicht. X.________ lag nun mit seinem K�rper quer �ber dessen Schulterpartie und gab Gegendruck, sobald sich A.________ aufzurichten versuchte. Da dieser mit den F�ssen wild um sich schlug, kam Y.________ zu Hilfe, legte A.________ ein Kissen �ber die Unterschenkel und dr�ckte mit seinem nach vorne gebeugten Oberk�rper nach unten. In der Folge rief A.________ mehrmals "H�ret uf ihr Arschl�cher". Y.________ antwortete ihm, er m�sse das Codewort "Stopp" sagen, wenn er aufh�ren wolle. Da A.________ nicht "Stopp" rief, und in der Meinung, der Ausspruch "h�ret uf ihr Arschl�cher" habe nicht ihnen gegolten, sondern sei Teil des therapeutischen Prozesses, dr�ckten ihn die beiden Therapeuten weiter in die Matten. Angesichts des mehrmin�tigen Vorganges wurde es den anderen Anwesenden unwohl. Eine Teilnehmerin forderte die Therapeuten dazu auf, die Behandlung abzubrechen. X.________ erwiderte ihr, sie k�nne nicht f�r jemand anderen "Stopp" sagen, weshalb sie mit Zwischenrufen A.________ zum Stoppsagen aufforderte. Pl�tzlich erschlaffte der K�rper von A.________, worauf X.________ bemerkte, diesen Weg ohne Gegenwehr kenne er (A.________) bereits, weshalb er doch einen neuen gehen solle. Nachdem A.________ nicht reagierte, stellten die beiden Therapeuten fest, dass er bewusstlos war und nicht mehr atmete. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
Die Therapeuten hatten w�hrend des ganzen Eingriffs weder das nach unten gedr�ckte Gesicht des Patienten beobachten noch erkennen k�nnen, wie weit das Kissen dessen Kopf zudeckte und wo und in welcher Stellung dieser sich genau befand. Erst als die Therapeuten A.________ auf den R�cken drehten, erkannten sie, dass sein Gesicht genau im Kreuz zwischen vier Matratzen lag. Zu Gunsten der Therapeuten wurde angenommen, die Phase, in der sie intensiven k�rperlichen Druck bzw. Gegendruck auf den K�rper von A.________ aus�bten, habe nur wenige Minutengedauert.
B.- Mit (separaten) Urteilen vom 6. Mai 1997 sprach das Bezirksgericht Brugg X.________ und Y.________ der fahrl�ssigen T�tung (Art. 117 StGB) schuldig und verurteilte sie je zu einer Busse von Fr. 2000. --, f�r beide bedingt l�schbar nach einer Probezeit von einem Jahr. Zudem wurden die Verurteilten solidarisch verpflichtet, Genugtuungen von Fr. 20'000. -- an die Witwe und von je Fr. 10'000. -- an die drei Kinder des Opfers zu bezahlen. Die Schadenersatzanspr�che der Angeh�rigen wurden auf den Zivilweg verwiesen.
Dagegen erhoben die Verurteilten Berufung und die Staatsanwaltschaft sowie die Zivilkl�ger Anschlussberufung. Am 9. Juni 1999 wies das Obergericht des Kantons Aargau die Berufungen ab und hiess die Anschlussberufungen teilweise gut. In �nderung der Dispositive der Urteile des Bezirksgerichts Brugg verurteilte das Obergericht X.________ und Y.________ wegen fahrl�ssiger T�tung zu je sieben Tagen Gef�ngnis bedingt und einer Busse von Fr. 2'000. --; im Weiteren verpflichtete es die beiden Verurteilten, unter solidarischer Haftbarkeit Genugtuungen in der H�he von Fr. 30'000. -- an die Witwe und von je Fr. 15'000. -- an die drei Kinder des Get�teten zu bezahlen.
C.- X.________ und Y.________ erheben eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, das Urteil des Obergerichtes in den Dispositivziffern 1 (Abweisung der Berufung und Best�tigung des erstinstanzlichen Schuldspruchs) und 2 (Strafpunkt und Genugtuungen) aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung (Freispruch) zur�ckzuweisen. F�r den Fall der Gutheissung der Beschwerde beantragen sie ferner, es sei die Vorinstanz anzuweisen, die ihnen im zweitinstanzlichen Verfahren entstandenen Parteikosten festzusetzen und aus der Staatskasse zu entrichten.
Das Obergericht und die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau haben unter Hinweis auf die Ausf�hrungen im angefochtenen Entscheid auf Gegenbemerkungen verzichtet. Die Adh�sionskl�ger und Beschwerdegegner beantragen ihrerseits Abweisung im Rahmen des Eintretens.
D.- Am 5. Mai 2000 hat der Pr�sident des Kassationshofes der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuerkannt.
Mit heutigem Datum hat das Bundesgericht eine in gleicher Sache erhobene staatsrechtliche Beschwerde von X.________ und Y.________ abgewiesen, soweit es darauf eingetreten ist.
1.- a) Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde in Strafsachen ist, von hier nicht gegebenen Ausnahmen abgesehen, rein kassatorischer Natur. H�lt das Bundesgericht die Beschwerde im Strafpunkt f�r begr�ndet, so hebt es den angefochtenen Entscheid auf und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die kantonale Beh�rde zur�ck (Art. 277ter Abs. 1 BStP). Soweit die Beschwerdef�hrer mehr als die Aufhebung des Urteils beantragen, ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten.
b) Das Bundesgericht ist im vorliegenden Verfahren an die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Ausf�hrungen, die davon abweichen, sind unzul�ssig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Die Beschwerdef�hrer gehen verschiedentlich von einem anderen Sachverhalt aus als die Vorinstanz. Insofern sind sie nicht zu h�ren. Gleiches gilt f�r die sachlich gegen die Beweisw�rdigung gerichteten R�gen.
c) Die Beschwerdef�hrer wenden ein, die Vorinstanz habe auf die Ausf�hrungen der Sachverst�ndigen zur Frage der hypothetischen Kausalit�t nicht abstellen d�rfen, weil dies als Rechtsfrage "im Rahmen der normativen Zurechnung des Handlungsunrechts vom Richter" und nicht von Sachverst�ndigen zu beantworten sei.
Soweit sie damit die Feststellung des nat�rlichen Kausalzusammenhanges zu r�gen scheinen, ist dies als Tatfrage auf Nichtigkeitsbeschwerde hin nicht �berpr�fbar (BGE 125 IV 195 E. 2b). Die im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde an sich zul�ssige R�ge, die Vorinstanz habe den Begriff der nat�rlichen Kausalit�t verkannt (BGE 122 IV 17 E. 2c/aa), wird von den Beschwerdef�hrern nicht erhoben; dass die Vorinstanz ihrem Entscheid einen bundesrechtswidrigen Begriff der nat�rlichen Kausalit�t zugrunde gelegt h�tte, ist auch nicht ersichtlich.
Sollten sich die Beschwerdef�hrer damit nicht gegen die Feststellungen zum nat�rlichen sondern vielmehr gegen die Annahme des ad�quaten Kausalzusammenhanges richten, ist dies in Verbindung mit dem Einwand der Verletzung von Art. 117 und Art. 18 Abs. 3 StGB zu pr�fen.
2.- Die Beschwerdef�hrer r�gen eine Verletzung von Art. 117 i.V.m. Art. 18 Abs. 3 StGB sowie von Art. 1 StGB. Sie machen im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht eine Sorgfaltspflichtverletzung bejaht. Sie h�tten kein unerlaubtes Risiko geschaffen. Abgesehen davon fehle es angesichts der die ad�quate Kausalkette unterbrechenden konstitutionellen Pr�disposition des Opfers an der Vorhersehbarkeit des Todeseintritts. Dieser sei auch nicht vermeidbar gewesen. Die Bejahung des Risiko- bzw. Pflichtwidrigkeitszusammenhanges durch die Vorinstanz verletze Bundesrecht.
a) Wer fahrl�ssig den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Gef�ngnis oder mit Busse bestraft (Art. 117 StGB).
Fahrl�ssigkeit ist gegeben, wenn die Tat darauf zur�ckzuf�hren ist, dass der T�ter die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht R�cksicht genommen hat. Sorgfaltswidrig ist die Handlungsweise dann, wenn der T�ter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umst�nde sowie seiner Kenntnisse und F�higkeiten die damit bewirkte Gef�hrdung der Rechtsg�ter des Opfers h�tte erkennen k�nnen und m�ssen (Art. 18 Abs. 3 Satz 2 StGB) und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos �berschritt (BGE 121 IV 10 E. 3, 286 E. 3; 118 IV 130 E. 3; 116 IV 306 E. 1a). Erkennbar bzw. voraussehbar ist die Gefahr des Erfolgseintritts f�r den T�ter, wenn sein Verhalten geeignet ist, nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuf�hren oder mindestens zu beg�nstigen (BGE 121 IV 286 E. 3 mit Hinweisen). Die Vorhersehbarkeit der zu beurteilenden Ursache f�r den Erfolg ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergew�hnliche Umst�nde, wie das Mitverschulden eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursachen hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolges erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren - namentlich das Verhalten des Angeschuldigten - in den Hintergrund dr�ngen (BGE 122 IV 23; 121 IV 10 E. 3, 286 E. 3; 120 IV 300 E. 3e; 115 IV 100 E. 2b und 199 E. 5c). Es gen�gt, wenn der T�ter �berhaupt die M�glichkeit des entsprechenden Erfolges voraussehen konnte (BGE 74 IV 87; 79 IV 170; 98 IV 17; 99 IV 132); unerheblich ist hingegen, ob der T�ter h�tte bedenken k�nnen und sollen, dass sich die Ereignisse gerade so abspielen w�rden, wie sie sich zugetragen haben (BGE 114 IV 102).
Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der dabei zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Das schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrl�ssigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrunds�tze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz gest�tzt werden kann (BGE 106 IV 80; 121 IV 10 E. 3). Nach dieser Regel muss derjenige, der einen Gefahrenzustand schafft, alles Zumutbare vorkehren, damit die Gefahr nicht in die Verletzung fremder Rechtsg�ter umschl�gt. Denn nicht jeder Verstoss gegen eine gesetzliche oder f�r bestimmte T�tigkeiten allgemein anerkannte Verhaltensnorm begr�ndet den Vorwurf der Fahrl�ssigkeit. Umgekehrt kann ein Verhalten sorgfaltswidrig im Sinne von Art. 18 Abs. 3 StGB sein, auch wenn nicht gegen eine bestimmte Verhaltensregel verstossen wurde. Die Vorsicht, zu der ein T�ter verpflichtet ist, wird letztlich durch die konkreten Umst�nde und seine pers�nlichen Verh�ltnisse bestimmt, weil naturgem�ss nicht alle tats�chlichen Gegebenheiten in Vorschriften gefasst werden k�nnen (BGE 106 IV 80 E.4b).
Damit der Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des T�ters zur�ckzuf�hren ist, gen�gt nicht, dass er vorhersehbar war. Vielmehr stellt sich die weitere Frage, ob der Erfolg auch vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und gepr�ft, ob der Erfolg bei pflichtgem�ssem Verhalten des T�ters ausgeblieben w�re. Ein solcher hypothetischer Kausalzusammenhang l�sst sich nicht mit Gewissheit beweisen. Deshalb gen�gt es f�r die Zurechnung des Erfolgs, wenn das Verhalten des T�ters mindestens mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolges bildete (BGE 118 IV 130 E. 6a; 121 IV 286 E. 3 am Ende, je mit Hinweisen).
b) Die Vorinstanz hat die Beschwerdef�hrer zu Recht wegen fahrl�ssiger T�tung verurteilt. Auf die durchwegs zutreffenden, eingehenden Erw�gungen im angefochtenen Urteil kann grunds�tzlich verwiesen werden (Art. 36a Abs. 3 OG). Im Einzelnen ist dazu Folgendes anzumerken.
aa) Die Beschwerdef�hrer wussten, dass mit der von ihnen angewandten Therapie nicht zu vernachl�ssigende gesundheitliche Risiken (wie z.B. das Auftreten von Atem- und Herzproblemen) verbunden waren. Wer eine erwiesenermassen mit deutlichen Risiken f�r die Gesundheit der Patienten verbundene Psychotherapieform wie die in Frage stehende anbietet, hat daf�r zu sorgen, dass w�hrend der Therapie Leben und Gesundheit der Patienten nicht gef�hrdet werden. Diese Verpflichtung ergibt sich aus dem allgemeinen Gefahrensatz sowie aus den allgemeinen Auftragsregeln (vgl. Art. 398 OR).
Die Vorinstanz stellt fest, sowohl die Matratzen und Kissen als auch der vereinbarte Stopp-Code h�tten der Sicherheit der Patienten gedient. Insoweit seien die f�r die prim�rorientierte K�rpertherapie anerkannten allgemeinen Sorgfaltsmassnahmen eingehalten worden. Weil emotional besonders stark aufgew�hlte Patienten sich unter Umst�nden nicht mehr kontrollieren und deshalb sich selbst und andere gef�hrden k�nnten, sei die zur Beruhigung des aufgew�hlten sp�teren Opfers vorgenommene k�rperliche Intervention der Beschwerdef�hrer w�hrend der dritten Therapiephase an sich erforderlich gewesen. Die Vorinstanz nimmt aber zutreffend an, die Beschwerdef�hrer h�tten im Verlauf der mehrmin�tigen Intervention die unter den sich entwickelnden Umst�nden erforderliche Sorgfalt missachtet.
X.________ lag w�hrend mehrerer Minuten mit seinem K�rper quer �ber die Schulter- und Nackenpartie von A.________ und gab Gegendruck, sobald dieser sich aufzurichten versuchte. Gleichzeitig immobilisierte Y.________ mit seinem nach vorne gebeugten Oberk�rper die Unterschenkel von A.________. Keiner der Therapeuten konnte aus seiner jeweiligen Lage den Gesichtsausdruck und damit die Befindlichkeit des Patienten beobachten. Y.________ antwortete im Untersuchungsverfahren auf die Frage, ob X.________ mehr auf dem Kopf als auf dem R�cken von A.________ gelegen sei, er habe aus seiner Position nicht sehen k�nnen, wo und in welcher Stellung sich der Kopf des Patienten befand. Er habe weder erkennen k�nnen, wie weit das Kissen dessen Kopf bedeckte, noch habe er dessen Gesicht sehen k�nnen. �hnlich �usserte sich X.________. Erst als er A.________ umgedreht habe, habe er festgestellt, dass sein Gesicht genau im KreuzzwischenvierMatratzenlag.
Im Verlauf der Intervention rief A.________ mehrmals deutlich "h�ret uf ihr Arschl�cher"! Mindestens eine der Teilnehmerinnen bezog diesen Ausspruch eindeutig auf die Therapeuten, hielt sie doch Folgendes fest:
"In dieser Phase rief Martin aus und beschimpfte uns, dass es nicht mehr lustig sei und wir aufh�ren sollten".
Die Vorinstanz schloss aus der Belehrung von A.________ durch Y.________, er m�sse das Codewort "Stopp" sagen, wenn er aufh�ren wolle, die Therapeuten seien unsicher gewesen, ob der Ausspruch ihnen galt. Laut Aussagen der Beschwerdef�hrer liessen sie A.________ in der dritten Therapiephase nicht aufstehen, weil dies h�tte gef�hrlich werden k�nnen. Sie gingen folglich selbst davon aus, A.________ befinde sich in einer (emotionalen) Ausnahmesituation. Sie h�tten daher mit der nahe liegenden M�glichkeit rechnen m�ssen, dass seine Wahrnehmungsf�higkeit eingeschr�nkt sein k�nnte und er deshalb und infolge fehlender Therapieerfahrung nicht den vereinbarten Abbruch-Code verwendete. Jedenfalls durften sich die Therapeuten in der gegebenen Situation nicht darauf verlassen, dass A.________ den Stopp-Code verinnerlicht hatte, zumal sich zwei Teilnehmerinnen �berhaupt nicht daran erinnern konnten.
Angesichts der Ungewissheit �ber die Bedeutung der Rufe von A.________, der ansonsten nur unverst�ndliche Laute von sich gab, seines offensichtlichen emotionalen Aufruhrs, sowie seines in die Matratzen gedr�ckten Gesichts war es aber sp�testens nach dem ersten Ruf des Patienten unverantwortlich, mit der Therapie fortzufahren, ohne abzukl�ren, ob er ansprechbar war und in welcher psychischen und physischen Verfassung er sich befand. Dies umso mehr, als es den das Geschehen von aussen verfolgenden Teilnehmerinnen aufgrund des ungew�hnlich langen und intensiven Geschehens und des Verhaltens des Patienten unwohl wurde. Eine der Teilnehmerinnen forderte die Therapeuten gar dazu auf, von A.________ abzulassen. Auf die Antwort von X.________, sie k�nne nicht f�r einen anderen "Stopp" sagen, ermunterte sie A.________ wiederholt mit Zwischenrufen, endlich "Stopp" zu sagen. Weil beide Therapeuten zugleich in das Geschehen eingriffen, fehlte ihnen offensichtlich der n�tige �berblick bzw. die therapeutische Distanz, um die verbalen und nonverbalen Signale von A.________ richtig zu bewerten. Indem die Therapeuten die genannten deutlichen Anzeichen f�r eine gesundheitsbedrohende Entwicklung des Geschehens �bergingen und beide gleichzeitig auf A.________ einwirkten, ohne f�r eine st�ndige - auch visuelle - Kontrolle des Zustandes und der Lage von A.________ zu sorgen, kamen sie ihren �berwachungs- und F�rsorgepflichten ungen�gend nach.
bb) Die Beschwerdef�hrer h�tten die Gefahr des Erfolgseintritts angesichts der genannten deutlichen Hinweise f�r eine gesundheitsbedrohende Situation erkennen k�nnen und m�ssen. Nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens schafft eine schwere Gefahr f�r Leib und Leben, wer wie die Beschwerdef�hrer einen auf dem Bauch liegenden, emotional aufgew�hlten Patienten w�hrend einer Psychotherapie minutenlang kraftvoll in Matten dr�ckt, ohne sich um dessen Proteste zu k�mmern und seine Befindlichkeit laufend auch visuell zu kontrollieren. Die Beschwerdef�hrer h�tten sp�testens nach dem ersten Ruf von A.________, von ihm abzulassen, einen Erfolg wie den eingetretenen voraussehen k�nnen, wussten sie doch von den gesundheitlichen Risiken (wie z.B. dem Auftreten von Atem- und Herzproblemen) der von ihnen angewandten Therapieform. Die vorbestandene Gef�sseinengung (fibromuskul�re Dysplasie) an einer Herzarterie �ndert nichts am Umstand, dass die k�rperliche Einwirkung der Beschwerdef�hrer auf A.________ diesen in eine gesundheits- und lebensbedrohende Lage brachte, was von den Beschwerdef�hrern durch ihr pflichtwidriges Verhalten nicht bemerkt wurde. Gem�ss den verbindlichen (Art. 277bis Abs. 1 BStP) Feststellungen der Vorinstanz f�hrte die physische und psychische Ausnahmesituation zu einem erh�hten Sauerstoffbedarf von A.________ bei herabgesetzter Sauerstoffzufuhr aufgrund der atmungsbeschr�nkenden Einwirkung und seines emotional aufgew�hlten Zustandes. Dadurch kam es zu einer Minderdurchblutung mit Sauerstoffmangel im Versorgungsgebiet der Arterie, was letztlich ein t�dliches Herzkammerflimmern ausl�ste. Dabei erscheint die konstitutionelle Pr�disposition (d.h. gesundheitsbedingte Schadensanf�lligkeit) von A.________ nicht als g�nzlich aussergew�hnlicher Umstand, mit dem schlechthin nicht h�tte gerechnet werden m�ssen und der derart schwer wiegen w�rde, dass er das Verhalten der Beschwerdef�hrer in den Hintergrund zu dr�ngen verm�chte (vgl. BGE 122 IV 23; 121 IV 10 E. 3, 286 E. 3; 120 IV 300 E. 3e; 115 IV 100 E. 2b und 199 E. 5c). Denn es entspricht allgemeiner Lebenserfahrung, dass ein minutenlanger starker Thoraxdruck bei gleichzeitiger intensiver k�rperlicher und psychischer Anstrengung auch bei Personen mit gesundem Herzen kritische Situationen f�r die Gesundheit hervorrufen kann.
Unter den gegebenen Umst�nden und angesichts der �berdurchschnittlichen anatomischen und psychologischen Kenntnisse der Beschwerdef�hrer war f�r sie jedenfalls in den groben Umrissen vorhersehbar, dass die ungen�gende �berwachung des Patienten w�hrend der letzten Therapiephase und das Fortf�hren der Intervention trotz deutlicher Zeichen f�r eine akute Gesundheitsgefahr im schlimmsten Fall zum Tod f�hren k�nnte.
Die Vorinstanz verletzt deshalb kein Bundesrecht, wenn sie eine Sorgfaltspflichtsverletzung der Beschwerdef�hrer und die Erkennbarkeit des Erfolgseintritts f�r diese bejaht. Die konstitutionelle Pr�disposition des Opfers hat sie bei der Strafzumessung auf angemessene Weise schuldmindernd ber�cksichtigt.
c) Nachdem eine Verletzung der Sorgfaltspflicht zu bejahen ist, stellt sich die Frage, ob diese f�r das eingetretene Ereignis relevant war.
Gem�ss den Gutachtern (Proff. Zollinger und Dirnhofer) h�tte der Tod von A.________ erfolgreich abgewendet werden k�nnen, wenn die Therapie sp�testens nach der letzten verbalen �usserung des Patienten sofort abgebrochen worden w�re. Wie die Vorinstanz gest�tzt auf das Gutachten zutreffend ausf�hrt, w�re die Atembehinderung und der psychische und physische Stress des Patienten beseitigt worden, wenn die Beschwerdef�hrer die Intervention unmittelbar nach dessen Ausrufen und den weiteren Anhaltspunkten f�r eine gesundheitsgef�hrdende Entwicklung beendet h�tten. Auf diese Weise w�ren die
Minderdurchblutung und der damit verbundene Sauerstoffmangel behoben worden, womit der Todeseintritt jedenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit abgewendet worden w�re.
Wird das von den Beschwerdef�hrern erwartete Verhalten zum tats�chlichen Geschehensablauf hinzugedacht, w�re der Sauerstoffmangel im Versorgungsgebiet der Herzarterie und damit sehr wahrscheinlich das t�dliche Herzflimmern entfallen. Bei pflichtgem�sser Vorsicht w�re der Unfall zumindest h�chstwahrscheinlich vermieden worden. Das Vorliegen des hypothetischen Kausalzusammenhanges und die Relevanz der geforderten Vorsichtsmassnahmen sind demnach mit der Vorinstanz zu bejahen. Auf ihre �berzeugenden Ausf�hrungen kann auch hier grunds�tzlich verwiesen werden.
3.- Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens tragen die Beschwerdef�hrer die Kosten (Art. 278 Abs. 1 BStP).
1.- Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
2.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000. -- wird den Beschwerdef�hrern unter Solidarhaft auferlegt.
3.- Die Beschwerdef�hrer werden unter Solidarhaft verpflichtet, die Beschwerdegegner f�r das Verfahren vor
Bundesgericht mit Fr. 1'500. -- zu entsch�digen.
4.- Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht (2. Strafkammer) des Kantons
Aargau schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 2. August 2000

References: Art. 117
 Art. 18
 Art. 117
 Art. 18
 Art. 1
 Art. 18
 Art. 398
 BGE