Source: https://m.grin.com/document/266814
Timestamp: 2020-05-25 15:36:12+00:00

Document:
Integration von lernbehinderten Jugendlichen - durch eine ...
Eine Untersuchung für die Entwicklung in der Region Freudenstadt -
1.2 Die Untersuchungsmethode
1.2.1 Untersuchung der beruflichen Integration der lernbehinderten Jugendlichen
1.2.2 Untersuchung der Schlüsselqualifikationen
2 Lernbehinderungen der Jugendlichen
2.1 Der Begriff Lernstörung und Lernbehinderung
2.1.1 Definition Jugendliche mit besonderem Förderbedarf
2.1.2 Lernbehinderung: Entwicklung und Einflüsse
2.1.3 Körperliche Einflüsse: Entwicklungs- und lernerschwerende Faktoren
2.1.4 Psychisch-emotionale Einflüsse auf die Entwicklung einer Lernbehinderung
2.1.5 Einflüsse des Elternhauses auf die Entwicklung einer Lernbehinderung
2.1.6 Weitere soziale Einflüsse, die das Lernen behindern können
2.1.7 Faktoren die eine Lernbehinderung vermindern können
2.2 Kriterien zur Feststellung von Lernbehinderungen
2.2.1 Interaktions- und Kumulationsmodell
2.2.2 Jugendliche haben nicht nur Defizite
2.2.3 Bedürfnisse sind starke Motive
2.3 Zusammenfassung der Lernbehinderung
2.3.1 Wege in die Ausbildung
2.3.2 Schlussfolgerung, Fazit
3 Gesetzliche Regelungen und die dafür zuständigen Stellen
3.1 Auszüge aus den Sozialgesetzbüchern
3.1.1 § 2 Sozialgesetzbuch (SGB IX)
3.1.2 Sozialgesetzbuch (SGB), Drittes Buch (III) Arbeitsförderung § 19 Behinderte Menschen
3.2 Die Agentur für Arbeit ist für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zuständig
3.2.1 Berufsberater sind bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz behilflich
3.2.2 Behindertenausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf
3.3 Das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB)
3.3.1 Das BIBB beschließt Ausbildungsregelungen
3.3.2 Zugangsvoraussetzungen für eine Ausbildung nach § 66 BBiG und § 42m HWO
3.3.3 Grundlage sind die Gutachten der Fachdienste der Agentur für Arbeit
3.3.4 Feststellung für eine Ausbildung nach § BBiG und § 42m HwO
3.3.5 Musterregelungen werden erarbeitet
3.4 Die Handwerkskammern
3.4.1 Aufbau der Handwerkskammern
3.4.2 Verantwortung für die Ausbildung
3.4.3 Meisterprüfung berechtigt zum Ausbilden
3.5 Berufsbildungsgesetz (BBiG) und die Handwerksordnung (HwO)
3.5.1 Ausbildungsbestimmungen der zuständigen Stellen
3.5.2 Auszug aus dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) zur Berufsbildung behinderter Menschen
3.6 Die Handwerksordnung
3.6.1 Handwerksordnung § 42 k, l und m
3.6.2 Handwerksordnung § 28
3.7 Zusammenfassung der gesetzlichen Regelungen
3.7.2 Schlussfolgerung
4 Anforderungen für eine Ausbildung nach § 66 BBIG / §42m HwO
4.1 Anforderungen an die Einrichtung
4.1.1 Weitere Anforderungen bei der Ausbildung zum Fachpraktiker für Holzbearbeitung
4.1.2 Inhalte des TSM 1
4.1.3 Inhalte des TSM 2
4.1.4 Eignung der Ausbildungsstätte
4.2 Anforderungen an die Ausbilder
4.2.1 Persönliche Eignung
4.2.2 Fachliche Eignung für Ausbilder von Fachpraktikern für Holzbearbeitung
4.2.3 Arbeitspädagogischen Eignung
4.2.4 Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation für Ausbilderinnen und Ausbilder von Berufen nach § 66 BBiG und § 42m HwO
4.2.5 Anforderungsprofil an die Ausbilder
4.2.6 Mitwirkende bei der Ausbildung
4.2.7 Berufsschulunterricht in speziellen Ausbildungsklassen
5 Ausbildungsinhalte und Ablauf der Ausbildung
5.1 Betriebliche Ausbildung
5.1.1 Überbetriebliche Ausbildungen
5.2 Berufsausbildung zum Fachpraktiker für Holzbearbeitung
5.2.1 Förderphase
5.2.2 Förderphase vor der Zwischenprüfung
5.2.3 Förderphase vor der Prüfung zum Fachpraktiker für Holzbearbeitung
5.3 Nachweis der Handlungskompetenz bei den Fachpraktikern für Holzbearbeitung
5.3.1 Zwischenprüfungen
5.3.2 Arbeitsprobe, auftragsbezogenes Fachgespräch und schriftliche Aufgabe
5.3.3 Abschlussprüfungen
5.3.4 Die Abschlussprüfung wird in folgende Prüfungsbereiche unterteilt
5.3.5 Regelung für das Bestehen der Prüfung
6 Entwicklungsaussichten für die Region Freudenstadt
6.1 Vergleich Jugend- und Altenquotient
6.1.1 Demografische Veränderungen
6.1.2 Verhältnis der erwerbfähigen Personen zu Rentnerinnen und Rentner im Jahr 2030
6.2 Der Fachkräftemangel im Handwerk
6.2.1 Mangelt es nur an billigen Fachkräften?
6.2.2 Fachkräftemangel und Ausbildung
6.2.3 Zusammenfassung der Entwicklungsaussichten
7.1 Das Forschungsziel
7.1.1 Erlangung des Forschungszieles
7.1.2 Die Gütekriterien bei der empirischen Umfrage
7.1.3 Gütekriterien
7.2 Das Forschungsdesign
7.3 Entwicklung des Forschungsplanes
7.3.1 Die Datenquelle wird bestimmt
7.3.2 Die zeitliche Dimension wird bestimmt
7.3.3 Die Datenerhebungsmethode wird bestimmt
7.3.4 Befragung
7.3.5 Datenerhebungsinstrument
7.4 Bestimmung des Auswahlverfahrens
7.4.1 Die Stichprobe wird bestimmt
7.5 Wissenstand und Datenerhebung für die Umfrage
7.5.1 Umfang der bewussten Auswahl
7.6.1 Auswertung des Pretests
7.6.2 Modifizierung des Erhebungsinstrumentes
8 Datenerhebung wird umgesetzt
8.1 Die Wahl der Stichprobengröße
8.1.1 Das Auswahlverfahren
8.2 Ergebnisse der Umfrage
8.2.1 Allgemeines zur Umfrage
8.2.2 Indikator Rücklaufquote
8.2.3 Streuung der Stichprobe
8.2.4 Auswertung der Stichprobe
8.2.5 Auswertung des Fachkräftemangels
8.2.6 Einschätzung der Betriebe, Fachpraktiker für Holzbearbeitung einzusetzen
8.2.7 Schlüsselqualifikationen, die von den Bewerbern erwartet werden
8.2.8 Integrationsmöglichkeiten der Fachpraktiker
9 Wichtige Voraussetzungen für eine Integration
9.1 Die Entwicklung der Ausbildungssituation
9.1.1 Die Ausbildungssituation bei den befragten Betrieben
9.2 Wichtigste Schlüsselqualifikationen
9.2.1 Möglichkeiten für berufliche Integration
10 Zusammenfassung und Ergebnis der Masterarbeit
10.1 Ergebnis der empirischen Untersuchung
10.2 Zusammenfassung der Masterthese
10.3 Entwicklung und Ziel
10.3.1 Weiterentwicklung
II Rechtsprechung und Rechtsquellen
Immer weniger Jugendliche, die eine Ausbildung anstreben, werden aufgrund der rück­läufigen Schulabsolventenzahlen den Betrieben zur Verfügung stehen. Dies liegt u.a. an dem demografischen Wandel und an dem geänderten Bildungsverhalten der Ju­gendlichen.[1]
Die demografische Entwicklung zeigt sich durch eine immer älter werdende Bevölke­rung, der immer weniger junge Menschen gegenüber stehen. Beim Bildungsverhalten ist festzustellen, dass ein Teil der Jugendlichen, häufiger als früher,einen akade­mischen Abschluss anstrebt.[2]
Es gibt jedoch viele Jugendliche, die bisher keine Chance auf einen Ausbildungsplatz hatten. Dazu zählen u.a. auch Jugendliche mit besonderem Förderbedarf.
Für junge Menschen ist die berufliche Qualifizierung eine der wichtigsten Vorausset­zungen für die Teilhabe am selbstbestimmten und selbstverantwortlichen gesellschaft­lichen Leben. Auch Jugendliche mit besonderem Förderbedarf brauchen in Ausbildung und Beruf die gleichen Chancen, wie nicht behinderte Menschen.[3]
Aus o.g. Gründen wird es immer wichtiger, das Potenzial der Jugendlichen, die ver­schiedene Beeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten aufweisen, für die persön­liche und berufliche Integration bestmöglich zu nutzen. Die Herausforderung, diese Ju­gendlichen zu integrieren, wird deutlich, wenn man einige Eckpunkte des Arbeitsmark­tes aufsummiert: Über eine Million junger Menschen kann zu der Zielgruppe mit beson­derem Förderbedarf gezählt werden.[4]
Zu den Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf zählen u.a. lernbehinderte Jugend­liche. Es ist eine besondere Herausforderung, Jugendliche mit einer Lernbehinderung, die eine Berufsausbildung nach § 66 BBIG / § 42 m HwO anstreben, in den ersten Ar­beitsmarkt und zu integrieren.
Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, inwieweit Jugendliche mit einer Lernbehinderung, die eine Ausbildung zum Fachpraktiker für Holzbearbeitung nach § 66 BIBB / § 42m HwO absolvieren, als Fachkräfte für die holzverarbeitenden Betriebe in der Region Freudenstadt zukünftig in Frage kommen, und ob es durch den Fachkräftemangel Vor­teile für den beruflichen und damit persönlichen Erfolg der Jugendlichen in der Region Freudenstadt geben wird.
Weiter sollen die Schlüsselqualifikationen, die die Betriebe von einem Jugendlichen erwarten, erfragt werden, damitdiese in der Ausbildung für lernbehinderte Jugendliche gezielt umgesetzt, trainiert und angewendet werden können.
1.2.1 Untersuchung der beruflichen Integration der lernbehinderten Jugend­lichen
In der Arbeit wird zuerst auf den Begriff Lernbehinderung und dessen Auswirkungen eingegangen. Danach werden die gesetzlichen Vorgaben und Voraussetzungender staatlich anerkannten Ausbildung zum Fachpraktiker für Holzbearbeitung erläutert. Im Anschluss daran, werden die Anforderungen an die Einrichtungen und an dieAusbilder und Ausbilderinnen beschrieben. Weiter wird darauf eingegangen, wie die staatliche Prüfung zum Fachpraktiker für Holzbearbeitung abläuft.
Mittels einer Umfrage unter den holzverarbeitenden Betrieben im Kreis Freudenstadt werden der Fachkräftemangel und die berufliche Integration der Jugendlichen, die eine Ausbildung zum Holzbearbeiter absolvieren, untersucht.
Im Rahmen der Untersuchung ist zu klären:
- Wie stark betrifft der Fachkräftemangel die holzverarbeitenden Betriebe im Kreis Freudenstadt?
- Können es sich die Betriebe in Zukunft vorstellen, die fehlenden Fachkräfte mit ausgebildeten lernbehinderten Jugendlichenzu besetzten?
Neben den fachlichen Qualifikationen werden die weiteren Schlüsselqualifikationen immer mehr gefordert und deshalb werden diese bei den Betrieben durch die empi­rische Untersuchung abgefragt.
Als Methode dient eine Umfrage bei den regionalen Betrieben, die für die Übernahme von Auszubildenden in Frage kommen. Die Schlüsselqualifikationen werden anhand dieser Umfrage ermittelt und dokumentiert. Durch die Umfrage wird auch der Fachkräf­tebedarf ermittelt und eine mögliche Stellenbesetzung mit Fachpraktikern für Holzbear­beitung abgefragt.
- Welche Schlüsselqualifikationen sind für die Betriebe besonders wichtig?
- Was sollte sich nach Ansicht der Betriebe verändern, damit eine Zusammenar­beit optimal erfolgen könnte?
Die Masterthese wird nachfolgend formuliert:
„Eine Ausbildung zum Fachpraktiker für Holzbearbeitung ermöglicht lernbehin­derten Jugendlichen gute Chancen auf eine berufliche und damit auch eine per­sönliche Integration.“
„Durch die demografische Entwicklung und den Fachkräftemangel, werden sich Vorteile für den Übergang in den ersten Arbeitsmarkt ergeben.“
Die Ausbildungsvoraussetzungen und die qualitativen Voraussetzungen an die Ausbil­der sind im ersten Teil der Arbeit untersucht:
- Lernbehinderungen und ihre Auswirkungen
- Anforderungen an die Ausbilderinnen und Ausbilder
- Die Voraussetzungen für eine Ausbildung nach § 66 BIBB / § 42m HwO
Um dies umzusetzen ist die These in insgesamt vier Teilthesen[5] unterteilt
Das Merkmal „Lernbehinderung“ weist die Betroffenen als besonders schwer be­hindert, im Blick auf ihre beruflichen Chancen, aus. Deshalb bedarf dieser Perso­nenkreis besonderer Hilfen und gezielte Förderung. [6]
Der Erfolg einer persönlichen und beruflichen Integration von lernbehinderten Jugendlichen,ist vongut geschulten Ausbildern abhängig.
Teilthese3:
Eine Ausbildung nach §66 BIBB / §42m HwO kommt ohne Ausnahme nur für be­hinderte Menschen undnur in begründeten Ausnahmefällen zur Anwendung.[7]
Die staatlich anerkannte Ausbildung zum Fachpraktiker für Holzbearbeitung bil­det eine gute Möglichkeit um lernbehinderte Jugendliche beruflich zu bilden und sie dadurch beruflich und persönlich in die Gesellschaft zu integrieren.
Lernbehinderungen sind kein unabwendbares Schicksal. Durch gezielte Förderung, wie z.B. durch eine Ausbildung zum Fachpraktiker für Holzbearbeitung nach § 66 BIBB / §42m HwO, sowie entsprechende Einrichtungen mit gut geschulten Ausbilderinnen und Ausbildern mit sonderpädagogischer Zusatzausbildung, können die betroffenen Ju­gendlichen persönlich und beruflich besser in die Gesellschaft integriert werden.
Durch die Umfrage konnte festgestellt werden, bei welchen Schlüsselqualifikationen noch Vermittlungsbedarf besteht. Diese Erkenntnisse können jetzt frühzeitig genutzt und in der Ausbildung umgesetzt werden. Dadurch werden die persönlichen Vorausset­zungen verbessert.
Es konnte nachgewiesen werden, dass sich nach einer erfolgreichen Ausbildung zum Fachpraktiker für Holzbearbeitung, die Chancen für eine dauerhafte berufliche Integra­tion deutlich verbessern.
Die Entwicklung, bedingt durch den demografischen Wandel und den Fachkräfteman­gel, werden die persönliche und berufliche Integration noch verbessern.
2 Lernbehinderungen derJugendlichen
Jugendliche mit besonderem Förderbedarf weisen oft eine Lernbehinderung auf, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist. In der Regel fallen bei Menschen geistige oder körperliche Behinderungen sofort auf. Eine Lernbehinderung, sieht man im Gegensatz dazu den Menschen auf den ersten Blick nicht an. Der Umgang mit Lernbehinderten wird durch die fehlende Offensichtlichkeit nachhaltig erschwert.[8]
Lernbehinderungen sind Anhäufungen von miteinander zusammenhängenden Symp­tomen, d.h. von Kennzeichen oder charakteristischen Merkmalen für einen bestimmten Zustand oder eines Störungsbildes.[9] Die Übergänge sind fließend und zeigen dabei auf der einen Seite eine Normalbegabung und auf der anderen Seite eine geistige Behinde­rung auf. Auffälligkeiten im Sozialverhalten der Jugendlichen zeigen sich im pädago­gischen Alltag, z. B. durch Überforderung, oder einfach beim Überspielen und Ablenken der vorhandenen Defizite.
Die Lernbehinderung kann dabei sowohl geistige, seelische und körperliche Funktions­ebenen betreffen. Dabei handelt es sich um ein recht komplexes Phänomen, das sich je nach Art und Ausprägung oft nur im Zusammenspiel von allen Funktionsebenenbe­obachten und wahrnehmen lässt.
Es können bei einer Lernbehinderung einzelne bestimmte Symptome von verschiede­nen psychischen Störungen auftreten. Somit lässt sich, wenn man nur das Symptom für sich allein betrachtet, schwer erkennen, welche Störung vorliegt. Das Syndrom gibt aber die Ausprägungen verschiedener wichtiger Anzeichen wieder und ermöglicht als Ganzes eine genauere Diagnosestellung.[10]
Lernstörungen zeigen sich durch schlechte Leistungen, trotz intensiven Lernens. Lesen und Rechnen zum Beispiel, werden nicht in ausreichender Qualität in einer angemes­senen Zeit erworben. Trotz der vorhandenen Lehrangebote, werden die Lernziele nicht erreicht. Es zeigen sich umfangreiche Störungen beim Lernen.[11]
Abbildung 1: Arten von Lernstörungen (Klassifizierung nach Klauer & Lauth, 1997)[12]
Bei einer Lernbehinderung ist das Lernen auf breiter Front, d.h. in den meisten schu­lischen und außerschulischen Bereichen beeinträchtigt. Die intellektuellen Fähigkeiten sind bei diesem Personenkreis begrenzt. Lernbehinderung ist aber keine umfassende Behinderung einer allgemeinen Lernfähigkeit, denn eine allgemeine Lernfähigkeit gibt es nicht.[13]
Der Begriff „Lernbehinderung“ ist keine eindeutig definierte Behinderungsform, sondern ein Arbeitsbegriff. Dieser eher funktionale Behinderungsbegriff signalisiert, dass die be­troffenen Jugendlichen längerfristig erhebliche Beeinträchtigungen in ihren Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten haben werden. Eine Lernbehinderung wirkt sich beruflich und gesellschaftlich chancenmindernd und benachteiligend aus, weil die lebensrele­vanten Kompetenzen, wie Bildung und verschiedene Fertigkeiten nicht ausreichend vorhanden sind.
Lernbehinderung zeigt ein Missverhältnis zwischen den Handlungs- und Lernmöglich­keiten eines konkreten Kindes und den im Bildungssystem festgelegten Lernanforde­rungen, wie z.B. den Bildungsplänen[14], an.
Es gibt bis heute keine allgemein verbindliche und eindeutige Definition für „Jugendliche mit besonderem Förderbedarf“. Folgt man den Ausführungen der wissenschaftlichen Begleitforschung, so handelt es sich insgesamt um eine Gruppe, die zumindest eine der drei Arten vonBenachteiligungen aufweisen.[15]
- Soziale Benachteiligung, z.B. soziale Herkunft, schulische Vorbildung, Ge­schlecht oder Migrationshintergrund
- Lernbeeinträchtigungen, die sowohl die kognitiven Lernvoraussetzungen als auch Verhaltensauffälligkeiten betreffen.
- Marktbenachteiligungen, die sich aus der Struktur des Berufsbildungs- und Be­schäftigungssystems ergeben und auf Verdrängungsprozesse im Wettbewerb und knappe Ausbildungsplätze verweisen[16]
Die Entwicklung einer Lernbehinderung wird von Einflussfaktoren begünstigt, die in drei Gruppen eingeteilt werden:
- Bei der Gruppe der körperlichen Faktoren werden alle Einflüsse, wie körperliche Störungen, Anlagen oder Vererbung, die einen negativen Einfluss auf das Ler­nen haben, zusammengefasst.
- Soziale Faktoren sind alle Einflüsse des sozialen Umfeldes und des Elternhau­ses, die das Lernen erschweren.
- Die psychisch-emotionalen Faktoren zeigen sich z.B. in denAnpassungsver­suchen des lernbehinderten Jugendlichen. Die Bewältigung, bezüglich der kör­perlichen und sozialen Einflüsse, wird bei diesen Faktoren zusammengefasst.
Diese o.g. Einflussfaktoren interagieren miteinander und können sich im schlimmsten Fall noch verstärken.[17]
Abbildung 2: Einflüsse auf die Entwicklung einer Lernbehinderung.
- Genetik: Defekte im genetischen Erbgut, können das Gehirn auf verschiedene Arten schädigen, welches sich dann auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirkt.
- Vererbung: Untersuchungen in den 1980er Jahren haben festgestellt, dass kog­nitive Schwäche vererbbar ist. So liegt z.B. die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind ungefähr den Intelligenzquotienten seiner Eltern erbt, bei 80 %. Selbstverständ­lich können normale Eltern aufgrund anderer Faktoren, ein leistungsschwaches Kind haben.[18] Die Chance, dass schwache Eltern ein normal begabtes Kind be­kommen, ist jedoch gering.[19]
- Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt: Dies ist die häufigste Ursache für kognitive Schädigungen und damit auch für eine Minder­begabung. Zu den schwangerschaftsbedingten Belastungen gehören alle Vor­kommnisse, welche die reguläre Sauerstoff- Nährstoffversorgung des Kindes gefährden, wie z. B. bei einer Frühgeburt. Stoffwechselstörungen und Organer­krankungen der Mutter, sowie der Missbrauch von Alkohol, Nikotin oder Drogen während der Schwangerschaft, erhöhen das o.g. Risiko.[20]
- Unfälle mit Kopfverletzungen oder der Sauerstoffunterversorgung: In der Kindheit führen Unfälle, vor allem Unfälle mit Schädel-Hirn–Trauma, z. B. bei Sturz, oder mit Atemausfällen, wie z. B. beim Ertrinken, zu schweren kognitiven Beeinträchtigungen.[21]
2.1.4 Psychisch-emotionale Einflüsse auf die Entwicklung einer Lernbehin­de­rung
- Angst: Diese Menschen sind im Sozialkontakt schüchtern und trauen sich dadurch grundsätzlich weniger zu. Die Neigung zur Angst ist eine angeborene Persönlichkeitseigenschaft.
- Stress: Entwicklungsunangemessene Anforderungen der Eltern, Lehrer und Ausbilder, führen zur ständiger Überforderung. Diese Menschen stellen ihr Ex­plorationsverhalten für alle, außer für die geforderten Leistungsbereiche, oft ein. Daraus können sich frühzeitig bei den Betroffenen Versagensängste und in der Folge, häufiger psychische Störungen entwickeln, als bei nicht gestressten Ju­gendlichen.
- Psychische Erkrankungen: Diese Erkrankungen im Jugendalter vermindern die Leistungsfähigkeit bei normaler Begabung um zwei Schulstufen.[22]
- Werte, Normen und Einstellungen: Motivation spielt für die Lernleistung eine enorm wichtige Rolle. Werte, Normen und Einstellungen bestimmen maßgebend mit, ob und wofür sich ein Mensch interessiert.[23]
Erste Eindrücke davon, wie das Leben funktioniert,werden denKindern über die Vorbilder der Erwachsenen vermittelt. Diese Wertvorstellungen und Zu­schreibungen an sich selbst und an andere Menschen werden als Kind unbe­wusst wahrgenommen und bleiben bis ins Erwachsenenalter erhalten, wenn sie nicht mit anderen Werten in der Pubertät kollidieren. Einige dieser Werte betref­fen auch das Lernen und Bewältigen von Herausforderungen. Stellen diese sich als lernhinderlich heraus, bleiben die Betroffenen ebenfalls unter ihren kognitiven Möglichkeiten.
- Störungen in der Gefühlregulation: Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit und Selbststeuerung sind Persönlichkeitseigenschaften, die eine gelingende Gefühls­regulation zum Ausdruck bringen. Bei lernbehinderten Menschen ist diese Fähig­keit zur Gefühlregulation aufgrund der aufgeführten körperlichen und sozialen Faktoren eingeschränkt. Bei der Erziehung überforderte Eltern, reagieren oft ge­reizt und unangemessen auf die Bedürfnisse ihrer Kinder. Unsicherheit, Angst oder aber auch Überbehütung bestimmen die Eltern-Kind Interaktion.
- Mangelnde Kleinkindförderung und Erziehung: Eine entscheidende Rolle fällt der Erziehung der Kinder zu. Fehlende Wertevermittlung oder negative Vorbild­funktion der Erwachsenen, prägen die Kinder für ihr Leben. Später treten dieseMangelzustände in Verhaltensstörungen oder sozialen Schwierigkeiten auf. Ein deprivierendes Umfeld[24], wie z.B. zu wenig Lernanregung, wirkt sich auch negativ auf die Entwicklung eines Kindes aus.[25]
- Soziale Vernachlässigung: Kinder, die zur Beaufsichtigung vor den Fernseher ge­setzt, sich tagsüber selbstüberlassen, oder von einem zum anderen verscho­benwerden und keine Beziehung aufbauen können, entwickeln Strategien, um mit der sozialen Isolierung klar zu kommen. Dabei ziehen diese Kinder sich oft zurück und werden anspruchslos. Durch die soziale Vernachlässigung entstehen im Laufe der Zeit große Lücken an Fertigkeiten, Kenntnissen und Selbstver­trauen.
- Psychisch kranke Eltern: Psychische Störungen eines Elternteiles belasten die Kinder ganz besonders, wenn sie die Elternprobleme als verwirrend und unbere­chenbar erleben.
- Eltern mit schlechter Bildung: Schlecht gebildete Eltern könnenihre Kinder beim Lernen oder bei den Hausaufgaben nicht unterstützen. Zudem sind in Fa­milien mit schlechtem Bildungsniveau rigide[26] Einstellungen und Vorurteile ver­breitet, die das soziale Fortkommen der Kinder erschweren.
- Eltern mit einer schlechten finanziellen Lage: In Armut aufwachsende Kinder leben oft unter erschwerten Bedingungen.[27] Dabei sind diese Kinder mehr Frustra­tionen und Risiken ausgesetzt, als ihre Gleichaltrigen in besser gestellten Fami­lien. Schlechte Schulleistungen, häufig kriminelle Auffälligkeiten oder Drogenab­hängigkeit und häufiges Auftreten von Erkrankungen, wie z.B. ADS, kommen bei diesem Personenkreis häufiger vor.
- Schlechte Wohnsituation: Beengtes Wohnen birgt für das Leben in der Familie zusätzliches Konfliktpotential. Bei entsprechender Wohnlage, wie z. B. in Ghettos, können zusätzliche Belastungen durch Streit, Mobbing, Sachbeschädi­gungen oder Gewalt auf die Familie zukommen. Diese Lebensumstände sind für die Entwicklungder Kinder nicht förderlich.
- Cliquen und Freunde: In der Pubertät orientieren sich die Jugendlichen zuneh­mend an den Wertvorstellungen und Einstellungen der Gruppe der Gleichalteri­gen, welcher sie angehören. Dabei kann in diesen Cliquen angesagt sein, schlechte Schulleistungen zu haben oder Regeln nicht einzuhalten.
- Zugehörigkeit zu Minderheiten: Wertvorstellungen und Lebensvorbilder in ver­schiedenen Herkunftsländern von Jugendlichen und ihrer Familien, weichen oft deutlich von den deutschen Lebensvorstellungen ab. Dabei behindertschon das mangelnde Beherrschen der deutschen Sprache, auch von normal begabten ausländischen Jugendlichen, das Lernen.
- Lernsystem Schule: Klassen von 30 und mehr Schülern, überforderte Lehrer, einer Klassenzusammensetzung mit erziehungsschwierigen Schülern und v. m. sind Faktoren, die das Lernen behindern und sich in der Interaktion mit Bega­bung und sozialen Einflüssen auswirken.
Gute emotionale Bindungen, wie z.B. eine starkeMutter-Kind-Beziehung, ein starkes Engagement des Vaters, vermindern die Faktoren einer Lernbehinderung.
- Frühzeitige Förderung: Umso früher die Feststellung einer Lernbehinderung und somit die zeitnahe Einleitung einer adäquaten Förderung erfolgt, desto größer sind die Erfolgsaussichten, dass die Beeinträchtigungen für das spätere Leben gering ausfallen werden. Dadurch werden die Lern- und Wissensrückstände rechtzeitig aufgeholt.
- Ordentliche Wohnsituation: Eine schlechte Wohnsituation, wie z.B. eine Umge­bung mit hoher Kriminalität, kann die Kinder schon frühzeitigin schlechte Bah­nen, wie Jugendbanden, Kleindelikte oder Gewalt lenken. Eine gute Wohnsitua­tion verbessert entscheidend den sozioökonomischen Status.[28]
Abbildung 3: Erkennen von Lernschwierigkeiten
Lernbehinderung könnte wie folgt beschrieben werden:
Eine Lernbehinderung ist eine funktionale Einschränkung. Siekann aus einer Krank­heit, einem angeborenen Leiden oder aus einer äußeren Schädigung entstehen. Diese Schädigung kann dabei körperlicher, geistiger oder seelischer Art sein. Bei dieser Be­hinderungsform ist die persönliche, familiäre, berufliche und gesellschaftliche Entfaltung beeinträchtigt .
Die Lernbehinderung kann, nach Auslegung der WHO, als leichte Form der geistigen Behinderung oder aus dem Blickwinkel der traditionellen deutschen Sonderpädagogik, als quantitative Extremvariation normalstrukturierten Lebens, betrachtet werden und schließt die Bildungsfähigkeit, sowie die Erziehbarkeit der betroffenen Menschen ein.[29]
Die Diagnostik einer Lernbehinderung ist nicht eindeutig, da es keine klaren und ein­deutigen Kriterien zur Feststellung von Lernbehinderung gibt. Die Lernbehinderung zeigt sich in einer mehrdimensionalen Störung und dabei zeigt jeder Betroffene ein in­dividuelles Muster vieler Einzelstörungen. Aus diesem Grund ist ein ganzheitlicher An­satz erforderlich, der das Verhalten und die Einstellungen umfasst, sich aber u.a. auch mit dem familiären Hintergrund und dem Umfeld des Jugendlichen befasst.
Abbildung4: Interaktions- und Kumulationsmodell[30]
Bei der Entstehung einer Lernbehinderung kann man ein sogenanntes Interaktions- und Kumulationsmodell zugrunde legen. Auf der einen Seite werden die Voraussetzungen der Jugendlichen zusammengefasst, die auf der anderen Seite mit den Umweltfaktoren interagieren.
Die Jugendlichen haben aber nicht nur Defizite, Störungen und Schwächen, sondern auch Stärken, Begabungen und Neigungen. Diese gilt es, angemessen zu fördern und die Persönlichkeit der Jugendlichen zu entwickeln und zu festigen. Da die Störungen und Defizite sich sehr unterschiedlich zeigen, haben diese Jugendlichen bei gezielter Förderung durch Ausbilder, Sozialarbeiter und Psychologen, gute Möglichkeiten sich persönlich und beruflichzu entwickeln.
Maslow stellt die menschlichen Bedürfnisse in Form einer aufeinander aufbauenden fünfstufigen Pyramide dar. Dabei wird zwischen Defizitbedürfnissen, sowie Wachs­tumsbedürfnissen, unterschieden.
Abbildung 5: Pyramide nach Maslow[31]
Sind die basalen Bedürfnisse aus der Pyramide nicht erfüllt, werden die nächsthöheren Bedürfnisse uninteressant.
Das Lernverhalten und die Lehrpläne bei Menschen mit einer Lernbehinderung weisen Eigenheiten auf, sind aber nicht von grundsätzlich anderer Art, als bei den nicht lernbe­hinderten Menschen. Die Lernleistung dieser Jugendlichen ist verlangsamt, die Auf­nahmekapazität ist merkreduziert, sie sind weniger differenziert, ungenauer und weni­ger strukturiert bei der Auffassung und Erledigung von Aufgaben.
Lernstörungen sind auch Beziehungsstörungen und müssen als Wirkungsgefüge be­griffen werden.[32] Hilfen werden oft als Schikane empfunden und von den Betroffenen abgelehnt. Damit sind Lernbehinderungen eine vielschichtiges Syndrom, ohne eine klar abgrenzende Behinderungskategorie zu bilden.
Die persönliche Bewältigung der individuellen Störungen und die Reaktionen der so­zialen Umwelt, sind letztlich entscheidend über den erlebten Grad der Behinderung, d.h. über die Stellung und Rolle der betroffenen Person und ihre Fähigkeit zur aktiven Teil­habe im gesellschaftlichen Leben.[33]
Eine Vielzahl von anerkannten Ausbildungsberufen ermöglicht den lernbehinderten Ju­gendlichen mit besonderem Förderbedarf mittlerweile eine gute Möglichkeit, einen an­erkannten Berufsabschluss zu erreichen und somit selbstbestimmt und selbstverant­wortlich am gesellschaftlichen Leben erfolgreich teilhaben zu können.
Lernbehinderungen sind kein unabwendbares Schicksal - es gibt viele Menschen, de­nen ihr früherer Status später im Berufsleben nicht mehr anzumerken ist. Die berufliche Rehabilitation unterstützt die Betroffenen, um ihnen eine aktive Teilhabe am gesell­schaftlichen und beruflichen Leben zu ermöglichen. Dies möglichst erfolgreich und mit einer hohen Qualität zu tun, ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.[34]
Das Merkmal „Lernbehinderung“ zeigt die Betroffenen als besonders schwer be­hindert im Hinblick auf ihre beruflichen Chancen aus. Deshalb bedarf dieser Per­sonenkreis besonderer Hilfen und gezielter Förderung. [35]
3 Gesetzliche Regelungen und die dafür zuständigen Stel­len
Der Begriff derBehinderung ist in den Sozialgesetzbüchern für alle Leistungsträger einheitlich definiert. Danach sind Menschen behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate, von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Einbezogen sind auch Menschen, denen eine Behinderung droht.[36]
Die Aufnahme der nachfolgend aufgeführten Gesetzestexte in die Arbeit, dient der Übersichtlichkeit und wurde mit der Masterbetreuung so abgestimmt. Aus diesem Grund wurden diese Gesetzestexte ausführlich beschrieben und nicht im Anhang bei­gefügt.
Die gesetzlichen Regelungen für eine Behinderung sind im Sozialgesetzbuch, Neuntes Buch (SGB IX) § 2 und § 19 Sozialgesetzbuch (SGB), Drittes Buch (III) festgeschrieben.
Nachfolgend die Gesetzestexte im Wortlaut:
In der Fassung des Gesetzes zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen vom 23. April 2004 (BGBl. I S. 606) § 2 Behinderung
(1) Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beein­trächtigung zu erwarten ist.
(2) Menschen sind im Sinne des Teils 2 schwerbehindert, wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt und sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz im Sinne des § 73 rechtmä­ßig im Geltungsbereich dieses Gesetzbuches haben.
(3) Schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden sollen behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen die übrigen Voraussetzungen des Absatzes 2 vorliegen, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 73 nicht erlangen oder nicht behalten können (gleichgestellte behinderte Menschen) [37]
3.1.2 Sozialgesetzbuch (SGB), Drittes Buch (III) Arbeitsförderung § 19 Behinderte Men­schen
(1)Behindert im Sinne dieses Buches sind Menschen, deren Aussichten, am Arbeitsle­ben teilzuhaben oder weiter teilzuhaben, wegen Art und Schwere ihrer Behinderung im Sinne von § 2 Abs. 1 des neunten Buches nicht nur vorübergehend wesentlich gemin­dert sind und die deshalb Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben benötigen, einschließlich lernbehinderter Menschen.
(2)Behinderten Menschen stehen Menschen gleich, denen eine Behinderung mit den in Absatz 1 genannten Folgen droht. [38]
Für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben von behinderten Menschen, ist die Bun­desagentur für Arbeit zuständig. In allen Agenturen für Arbeit betreuen speziell ausge­bildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Reha- Teams behinderte Menschen. Die Reha- Teams kümmern sich um die Betreuung und Förderung der Teilhabebehinder­ter Menschen am Arbeitsleben.[39]
Zu den Aufgaben der Berufsberaterinnen und -berater gehört nicht nur die Unterstüt­zung bei der Berufswahl, sondern auch, lernbehinderte Jugendliche bei der Suche nach einem entsprechenden Ausbildungsplatz behilflich zu sein. Ist z.B. eine Berufsausbil­dung noch nicht möglich, kann die Berufsberatung berufsvorbereitende Bildungsmaß­nahmen für den Jugendlichen empfehlen.
Abbildung 6: Ausbildungsverlauf mit Berufsbildenden Maßnahmen
Für die Ausbildungsvermittlung behinderter und schwerbehinderter junger Menschen, ist das Reha-Team der Agentur für Arbeit zuständig. Dort sind speziell geschulte Mitar­beiter beschäftigt, die bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsplätzen und Ausbil­dungsbetrieben helfen.
[1] Vgl. Weber, H. (2011). Leitfaden für die Bildungspraxis. In: Band 51. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG. S. 5
[2] Vgl. Küfner, C. / Metzger, U. / Stoecker, D. / Weber H. (2011). Leitfaden für die Bildungspraxis. In: Band 37 Bielefeld: W.Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG. S.5
[3] Vgl. Schier, F. (2006). Jugendliche mit besonderem Förderbedarf – eine Aufgabe für die Berufsbildung. In: Jugend Beruf Gesellschaft. Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit (Hrsg.), Bonn, Heft 1/2006, 57. Jahrgang, S. 23 - 28
[4] Vgl. Eckert, M. (2006). Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. In: BWP Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis. Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.) 35 Jahrgang. Bielefeld: Bertelsmann Verlag. S. 28
[5] Vgl. Diekmann, A. (2005). Empirische Forschung. Grundlagen, Methoden. Reinbeck: Rowohlt Verlag. S. 107
[6] Vgl. Niehaus, M. / Kaul, T. / Friedrich-Gärtner, L. / Klinkhammer, D. (2012). Zugangswege junger Menschen mit Behinderung in Ausbildung und Beruf. Band 14 der Reihe Berufsbildungsforschung. Bonn, Berlin (Hrsg.) Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
[7] Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (Hrsg.) (2009). Empfehlung für eine Ausbildungsregelung Fachpraktiker für Holzverarbeitung/Fachpraktikerin für Holzverarbeitung gemäß § 66 BBiG/§ 42m HwO. 15.12.2010 (ersetzt Nr. 60 v. 24.02.1983 in der durch Empfehlung 67 vom 09.10.1986 geänderten Fassung). Link: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/HA136_.pdf, 02.09.2012
[8] Vgl. Eser, K. H. (2005). Lernbehinderung, die Behinderung „auf den zweiten Blick“ –oder: Sind (junge) Menschen mit Lernbe­hinderung überhaupt behindert? Link: http://www.sankt-nikolaus.de/web/st_nikolaus.nsf/gfx/C12571F10033C121C12570 DE00556BDF/$file/eser_primaere_lernbehinderung_2005_09_19.pdf, 12.08.2012
[9] Vgl. Dietrich, R. / Rietz, I. (1996). Psychologisches Grundwissen für Schule und Beruf. Ein Wörterbuch. Donauwörth: Auer Verlag GmbH. S. 415-416
[10] Vgl. Dietrich, R. / Rietz, I (1996). ebd. S. 415f
[11] Vgl. Lauth, G. / Grünke, M ./ Brunstein, J. (2003). Interventionen bei Lernstörungen: Förderung, Training und Therapie in der Praxis. Göttingen Bern Torroto Seattle: Hogrefe Verlag. S. 13
[12] Vgl. Lauth, G. / Grünke, M. / Brunstein, J. (2003) a.a.O. S. 13
[13] Vgl. Eser K.H. (2008). HANS IM GLÜCK - ZUR QUALIFIZIERUNG SCHWER LERNBEHINDERTER JUNGER MENSCHEN; Link: http://www.bwpat.de/ht2008/ft12/eser_ft12-ht2008_spezial4.pdf, 12.08.2012
[14] Weiß, H. Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) (Hrsg.) (2011). Familienhandbuch, Lernbehinderung, Link: http:// www.familienhandbuch.de/cmain/s_275.html,12.10.2012
[15] Baethge, M. / Baethge-Kinsky, V. (2012) Zu Situation und Perspektiven der Ausbildungsvorbereitung von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf in NRW: eine explorative Studie an ausgewählten Berufskollegs. Göttingen, Düsseldorf,
Link: http://www.berufsbildung.schulministerium.nrw.de/cms/upload/individuelle_foederung/abschlussbericht-ausbildungs vorbe retung.pdf ,14.08.2012
[16] Vgl. Winter, J. (2005). Berufliche Qualifizierung Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf. Bonn, Berlin (Hrsg.) (Bundes­ministerium für Bildung und Forschung) Paderborn: Bonifatius GmbH, Druck Buch Verlag. S. 12 ff
[17] Vgl. Kühn, A. (2011). Diagnostik für Praktiker „Lernbehinderung“, Berufliche Fortbildung, Diagnostik für Praktiker „Lernbehinderung“. Freudenstadt: Seminarunterlagen Kühn, A. S.3
[18] Vgl. Kühn, A. ebd. S. 4
[19] Vgl. Eser, K. H. (2008). a.a.O.
[20] Vgl. Farke, W. / Köpp, L. (2007). Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und seine Folgen: Prävalenzen, Ursachen, Konsequenzen und Prävention in: Wiener Zeitschrift für Suchtforschung, Jg. 30 Nr. 4, S. 31-45
[21] Weiß, H. (2011). a.a.O.
[22] Vgl. Eser K. H. (2005). a.a.O.
[23] Vgl. Weber, H. (2011). a.a.O. S. 8
[24] Vgl. Willms-Fass, A. (2012). Die Gehinderten- zur Entstehung neuer Formen von kindlichen Behinderungen im Kontext globaler gesellschaftlicher Veränderungsprozesse. In Teilhabe: die Fachzeitschrift der Lebenshilfe (Hrsg.): Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit Geistiger Behinderung e.V. - Marburg: Lebenshilfe-Verlag. Link: http://www.fachportal-paedagogik.de/fis_bildung/suche/fis_set.html?FId=969417, 11.11.2012
[25] Kühn, A. (2011) a.a.O. S. 5
[26] Vgl. Dudenredaktion (Hrsg.) (2006). Die deutsche Rechtschreibung, 24. Auflage Band 1, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag. S. 856
[27] Vgl. Klocke, A. (2001). Armut bei Kindern und Jugendlichen und die Auswirkungen auf die Gesundheit. Gesundheits­berichterstattung des Bundes (GBE), Heft 03/01. Berlin: Verlag Robert Koch-Institut.
[28] Kühn, A. (2011) a.a.O. S. 7
[29] Vgl. Eser, K. H. (2005). a.a.O.
[30] Kühn, A. (2011). a.a.O. S. 8
[31] Bedürfnispyramide nach Harald Maslow. Link: http://www.informatikkaufmann-azubi.de/tagebuch/2005 /08/25/maslowsche-bedurfnispyramide/, 07.09.2012
[32] Vgl. Betz, D. / Breuninger, H. (1998). Teufelskreis Lernstörungen. 5. Aufl. Weinheim: Psychologische Verlags Union.
[33] Vgl. Eser, K. H. (2005). a.a.O.
[34] Vgl. Eser, K. H. 2005). ebd.
[35] Vgl. Bungart, J. (2010). Konzept und Gesetz „Unterstützte Beschäftigung“ – eine aktuelle Standortbestimmung Link: http://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion/article/viewArticle/39/46, 18.08.2012
[36] Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.) (2006). Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung, Rahmenrichtlinien für Ausbildungsregelungen nach § 66 BBiG und § 42m HwO für behinderte Menschen, Link: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/pr_empfehlung_ha_pm_20-2006.pdf, 28.08.2012
[37] Sozialgesetzbuch (SGB) Neuntes Buch (IX) - Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen - (Artikel 1 des Gesetzes v. 19.6.2001, BGBl. I S. 1046) Gesetze im Internet Link: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__2.html, 29.08. 2012
[38] Sozialgesetzbuch (SGB) Neuntes Buch (IX) ebd.
[39] Bundesministerium für Arbeit und Soziales. (Hrsg.) (2009). Ratgeber für behinderte Menschen, Link: http://www. bmas.de/SharedDocs/ Downloads/DE/PDF-Publikationen/a712-ratgeber-fuer-behinderte-mens-390.pdf?__blob= publicationFile, 31.08.2012
9783656574446
9783656574415
v266814
Joseph Schumpeter Institut – Joseph Schumpeter Institut Wels
Sehr Gut / 24 ECTS
integration jugendlichen ausbildung fachpraktiker holzbearbeitung eine untersuchung entwicklung region freudenstadt

References: § 2
 § 19
 § 66
 § 42
 § 42
 § 42
 § 28
 § 66
 §42
 § 66
 § 42
 § 66
 § 42
 § 66
 § 42
 § 66
 § 42
 §66
 §42
 § 66
 §42
 § 2
 § 19
 § 2
 § 73
 § 73
 § 19
 § 2
 § 66
 § 66
 § 42