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Timestamp: 2019-07-20 02:11:26+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 24.02.1992 - 1 S 2242/91 - dejure.org
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VGH Baden-Württemberg, 24.02.1992 - 1 S 2242/91 (https://dejure.org/1992,1036)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 24.02.1992 - 1 S 2242/91 (https://dejure.org/1992,1036)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 24. Februar 1992 - 1 S 2242/91 (https://dejure.org/1992,1036)
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Unzulässigkeit eines kommunalverfassungsrechtlichen Organstreits; hier: kein Anspruch eines Gemeinderatsmitglieds auf Sitzungsöffentlichkeit
§ 42 Abs 2 VwGO, § 43 Abs 1 VwGO, § 35 Abs 1 S 1 GemO BW, § 35 Abs 1 S 3 GemO BW, § 35 Abs 1 S 4 GemO BW
VG Stuttgart, 23.05.1991 - 9 K 396/91
NVwZ-RR 1992, 373
VBlBW 1992, 375
DVBl 1992, 981
DÖV 1992, 706
VGH Baden-Württemberg, 23.06.2015 - 8 S 1386/14
Nichtöffentliche Beratung über Ausübung eines Vorkaufsrechts; Heilung eines …
Er hat die Funktion, dem Gemeindebürger Einblick in die Tätigkeit der Vertretungskörperschaften und ihrer einzelnen Mitglieder zu ermöglichen und dadurch eine auf eigener Kenntnis und Beurteilung beruhende Grundlage für eine sachgerechte Kritik sowie die Willensbildung zu schaffen, den Gemeinderat der allgemeinen Kontrolle der Öffentlichkeit zu unterziehen und dazu beizutragen, der unzulässigen Einwirkung persönlicher Beziehungen, Einflüsse und Interessen auf die Beschlussfassung des Gemeinderats vorzubeugen; es soll so bereits der Anschein vermieden werden, dass "hinter verschlossenen Türen" unsachliche Motive für die Entscheidung maßgebend gewesen sein könnten (vgl. st. Rspr. VGH Baden-Württemberg, Urteile vom 09.11.1966 - I 5/65 - ESVGH 17, 118 und 24.02.1992 - 1 S 2242/91 - juris Rn. 15…, Beschluss vom 25.02.2013 - 1 S 2155/12 - juris Rn. 9).
Vgl. BVerwG, Beschluss vom 22. September 1988 - 7 B 208.87 -, NVwZ 1989, 470 = BayVBl. 1989, 378; BWVGH, Urteil vom 24. Februar 1992 - 1 S 2242/91 -, NVwZ-RR 1992, 373; Schnapp, VwArch 78 (1987), S. 407 (415).
1989, 436 = DVBl. 1990, 160; zustimmend Fehrmann, DÖV 1983, 311 (316); ablehnend BWVGH, Urteil vom 24. Februar 1992 - 1 S 2242/91 -, NVwZ-RR 1992, 373; Erichsen, Kommunalrecht des Landes Nordrhein- Westfalen, 2. Aufl. 1997, § 7 C (S. 154 f.); Schnapp, VwArch 78 (1987), 407 (428 ff.); Sendler, DVBl. 1982, 923 (931); kritisch Hoppe, NJW 1980, 1017 (1020 f.); Schröder, NVwZ 1985, 246 (247).
So aber BWVGH, Urteil vom 24. Februar 1992 - 1 S 2242/91 -, NVwZ-RR 1992, 373.
Eine Klage, die auf die Feststellung einer allein objektiv-rechtlichen Überschreitung oder Unterschreitung von Kompetenzen eines Organs gerichtet ist und nicht dem weiteren Erfordernis genügt, daß der Kläger durch rechtswidriges Organhandeln in einer ihm gesetzlich eingeräumten Rechtsposition verletzt sein kann, bleibt auch im Gewand des kommunalverfassungsrechtlichen Organstreits eine unzulässige Popularklage (Urt. d. Senats v. 24.2.1992 - 1 S 2242/91 -, VBlBW 1992, 375).
Dies auch deshalb, weil der Grundsatz der Öffentlichkeit der Gemeinderatssitzungen (§ 35 Abs. 1 Satz 1 GemO) ausschließlich im Interesse der Allgemeinheit besteht und nicht dazu bestimmt ist, dem organschaftlichen Individualinteresse des Gemeinderatsmitglieds an öffentlicher Selbstdarstellung oder Vertretung der öffentlichen Interessen als "Sachwalter" der Allgemeinheit zu dienen (so Urt. d. Senats v. 24.2.1992 - 1 S 2242/91 -, VBlBW 1992, 375).
a) Streiten sich Organe oder Organteile einer Gemeinde aus Anlass eines konkreten Sachverhalts unmittelbar über Bestand und Reichweite zwischenorganschaftlicher Rechte und Pflichten, dient der Rechtsstreit also unmittelbar der Klärung, welche "Innenrechtsstellung" ein Organ oder Organteil gegenüber einem anderen innehat (sog. kommunalverfassungsrechtlicher Organstreit, vgl. Senat, Urt. v. 24.02.1992 - 1 S 2242/91 - VBlBW 1992, 375), sind diejenigen Organe bzw. Organteile am Verwaltungsgerichtsverfahren beteiligt, zwischen denen der Streit besteht (…vgl. Senat, Urt. v. 12.02.1990, a.a.O.).
Ein Kommunalverfassungsstreit besteht vielmehr, wie gezeigt, nur dann, wenn die Beteiligten unmittelbar über Bestand und Reichweite gerade zwischenorganschaftlicher Rechte und Pflichten streiten, wenn also umstritten ist, welche "Innenrechtsstellung" ein Organ oder Organteil gegenüber einem anderen innehat (vgl. erneut Senat, Urt. v. 24.02.1992, a.a.O., und oben 1.).
Denn der Grundsatz der Öffentlichkeit der Gemeinderatssitzungen (§ 35 Abs. 1 Satz 1 GemO) schützt ausschließlich ein Interesse der Allgemeinheit und vermittelt dem einzelnen Gemeinderatsmitglied keine subjektive Rechtsposition (Senat, Beschl. v. 02.09.2011 - 1 S 1318/11 - Urt. v. 24.02.1992, a.a.O.;… Gern, a.a.O., Rn. 258).
Dementsprechend hat ein Gemeinderatsmitglied auch kein - und erst recht kein organschaftliches - Recht auf öffentliche Bekanntgabe eines in nichtöffentlicher Sitzung gefassten Gemeinderatsbeschlusses (Senat, Urt. v. 24.02.1992, a.a.O).
OVG NRW, Urteile vom 26.4.1989 - 15 A 2805/86 -, OVGE 41, 118; vom 30.8.1985 - 15 A 706/82 -, NVwZ 1986, 851; vom 10.9.1982 - 15 A 1223/80 -, OVGE 36, 154; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 24.2.1992 - 1 S 2242/91 -, VBlBW 1992, 375; OVG Rh.-Pf., Urteil vom 29.8.1984 - 7 A 19/84 -, DÖV 1985, 155; Pietzcker, in: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO (Stand: Januar 2001), Vorb.
Damit erwähnt die Verfassung nicht nur die auf eine eigenverantwortliche Einnahmen- und Ausgabenwirtschaft gerichtete Finanzautonomie der Gemeinden und Landkreise als Bestandteil und Ausprägung der kommunalen Selbstverwaltungsgarantie, welche zusammen mit den weiteren, etwa in organisatorischer und personeller Hinsicht bestehenden Gemeinde- bzw. Kreishoheiten die Basis dafür bildet, daß die Gebietskörperschaften überhaupt Angelegenheiten eigenverantwortlich wahrnehmen können und diesen vor allem eine Ausgabenbefugnis gewährt (vgl. ThürVerfGH, Urteil vom 12. Oktober 2004, VerfGH 16/02 - Kommunalisierung, S. 29; BVerfGE 71, 25, [36/37]; VerfGHRhPf., DVBl. 1992, 981; VerfGHNW, DVBl. 1993, 1205; BayVerfGH, BayVBl. 1996, 462, [463]).
enthalten war, vgl. Art. 49 Abs. 5 RhPfVerf a.F.; dazu VerfGHRhPf., DVBl. 1992, 981; DÖV 2001, 601, [682]; seit Juni 2004 ist dort neben einem allgemeinen Finanzausstattungsgebot allerdings nunmehr auch ein gesonderter Mehrbelastungsausgleich bei Übertragung von Aufgaben vorgesehen, vgl. Art. 49 Abs. 5 und 6 RhPfVerf n.F.).
Eine Klage, die auf die Feststellung einer allein objektivrechtlichen Überschreitung oder Unterschreitung von Kompetenzen eines Organs gerichtet ist und nicht dem weiteren Erfordernis genügt, dass der Kläger oder Antragsteller durch rechtswidriges Organhandeln in einer ihm gesetzlich eingeräumten Rechtsposition verletzt sein kann, bleibt auch im Gewand des kommunalverfassungsrechtlichen Organstreits eine unzulässige Popularklage (Senatsurteil vom 24.02.1992 - 1 S 2242/91 - VBlBW 1992, 375; Beschl. v. 18.10.2010 - 1 S 2029/10 - VBlBW 2011, 95).
2002, 31, vom 26.4.1989 - 15 A 2805/86 -, OVGE 41, 118, vom 14.10.1988 - 15 A 2126/86 -, Mitt NWStGB 1988, 394, und vom 2.2.1972 - III A 887/69 -, OVGE 27, 258 (264); VGH Bad.-Württ., Urteil vom 24.2.1992 - 1 S 2242/91 -, NVwZ-RR 1992, 373; Schnapp, VwArch 78 (1987), S. 407 (415).
Er hat die Funktion, dem Gemeindebürger Einblick in die Tätigkeit der Vertretungskörperschaften und ihrer einzelnen Mitglieder zu ermöglichen und dadurch eine auf eigener Kenntnis und Beurteilung beruhende Grundlage für eine sachgerechte Kritik sowie die Willensbildung zu schaffen, den Gemeinderat der allgemeinen Kontrolle der Öffentlichkeit zu unterziehen und dazu beizutragen, der unzulässigen Einwirkung persönlicher Beziehungen, Einflüsse und Interessen auf die Beschlussfassung des Gemeinderats vorzubeugen; es soll so bereits der Anschein vermieden werden, dass "hinter verschlossenen Türen" unsachliche Motive für die Entscheidung maßgebend gewesen sein könnten (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschl. v. 25.2.2013 - 1 S 2155/12 - juris; Urt. v. 24.2.1992 - 1 S 2242/91 - juris;… Urt. v. 9.11.1966 - I 5/65 - ESVGH 17, 118;… BGH, Urt. v. 23.4.2015 -III ZR 195/14 - NVwZ-RR 2015, 630).
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References: § 42
 § 43
 § 35
 § 35
 § 35
 § 7
 Art. 49
 Art. 49