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Timestamp: 2018-07-19 21:36:35+00:00

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Raphael Kühner, Friedrich Blass, Ausführliche Grammatik der Griechischen Sprache, chapter 72
[*] 72. Bewegliche Konsonanten im Auslaute.
Einige Wörter und Wortformen haben im Griechischen die Eigentümlichkeit, dass sie ihren konsonantischen Auslaut ablegen bezw. einen konsonantischen Auslaut annehmen können. Die Konsonanten, welche dies zulassen, sind der Nasal ν, der Spirant ς und der Kehllaut κ. Die dichterische Rede gewinnt auf diesem Wege, besonders durch das ν, nicht nur ein Mittel zur Beseitigung des Hiatus, sondern auch (vor Konsonanten) die Möglichkeit der Positionslänge, ohne dass ein Zwang für diese Länge oder für jene Beseitigung des Hiats gegeben wäre, der vielmehr auch durch Elision beseitigt werden kann: ἔστ᾽ ἀγαθός ¯ ˘ ˘ [βρεϝεμαξρ], ἔστιν ἀγαθός ¯ ˘ ˘ ˘ ˘; ἔστιν φίλος ¯ ¯ ˘ [βρεϝεμαξρ], ἔστι φίλος ¯ ˘ ˘ [μαξρβρεϝε].
Der bewegliche Nasal ν gehört teils von Haus aus dem Worte an (sei es nach ursprünglichem Rechte oder in Ersatz eines abgefallenen sonstigen Auslauts, als das ς), teils hat er sich an vokalischen Auslaut angehängt; doch sind in beiden Fällen es nur die Vokale ε und ι^, die dies bewegliche ν haben, und ι auch fast nur nach ς. Die Dichtersprache benutzt dies ν allgemein nach Versbedürfnis; die lebendige Sprache des Volkes aber kannte es von Haus aus nur im ionisch-attischen Dialekte, woraus es in die κοινή und einigermassen auch in andere Dialekte überging, vgl. Anm. 3. Die Aussprache wird von Haus aus ziemlich schwach gewesen sein, d. h. man sprach elege~, esti~, mit einem gewissen Ansatz zu n oder dem für die folgenden Konsonanten passenden anderweitigen Nasal; mit der Zeit wurde der Nachklang deutlicher und schliesslich ein voller Nasal. Dies zeigt sich aus den attischen Inschriften, in denen das ν in alter Zeit (bis 403) überwiegend ausgelassen wird, vor Konsonanten und auch vor Vokalen, alsdann aber immer häufiger antritt, und von 336 ab fast ausnahmslos. Vgl. Hedde Maassen, de littera ν Graecorum paragogica qu. epigraphicae, Lpz. Stud. IV, 1 ff. Blass, Ausspr. 85^{3} f. Die Tragiker machen von diesem Hülfsbuchstaben immerhin nur einen bescheidenen Gebrauch, vollends Aristophanes (s. Br. Keil, Analecta Isocrat. 113 ff., Korschel, N. Jahrb. f. Ph. 1881, 553); vor Vokalen zwar tritt das ν mehrenteils an, vor Konsonanten aber mehrenteils nicht. Ebenso noch bei Menander, wenn auch derselbe das ν öfter als Aristophanes Position bilden lässt. — Absolut missbräuchlich und unsinnig ist der moderne Name ν ἐφελκυστικόν, während die Ausdrucksweise der Grammatiker vielmehr lautete: τὸ ε ἐφελκυστικόν ἐστι τοῦ ν, s. Maassen p. 43. — Die Fälle, in denen dieses ν vorkommt, sind folgende:
a) im Dat. Pl. auf σι（ν), als: πᾶσι（ν), τῇσι（ν), τοῖσι（ν), dazu in den beiden Adverbien: πέρυ^σι（ν) (dor. πέρυτι（ς) mit beweglichem ς), im vorigen Jahre, παντάπασι（ν), durchaus, und allen Ortsadverbien auf σι（ν), als: Ὀλυμπίᾶσι（ν), Πλαταιᾶσι（ν), Θήβησι（ν), Ἀθήνησι（ν), θύρᾶσι（ν), foris, Περγασῆσι（ν) u. s. w.;
b) in der 3. Pers. Sing. und Plur. auf σι（ν), als: τίθησι（ν), δίδωσι（ν); τύπτουσι（ν), εἰρήκασι（ν); so auch ἐστί（ν), während das Dorische -τι -ντι (δίδωτι, λέγοντι) das ν verschmäht;
c) in der 3. Pers. Sing. auf ε（ν), als: ἔτυπτε（ν), ἔτυψε（ν), πεποίηκε（ν);1) bei den V. contr. jedoch bleibt in der kontrahierten Form das ν meistens weg, als: ἐφίλει (aus ἐφίλεε); doch Il. γ, 388 steht ἤσκειν εἴρια, s. d.);
d) zuweilen in der 3. Pers. Sing. Plpf. Akt. auf ει, so bei Hom. Il. z, 170 ἠνώγειν ᾧ πενθερῷ. Od. r, 359 δεδειπνήκειν, ὅ. Il. q, 270 βεβλήκειν, ὁ μέν. c, 412 βεβλήκειν ὑπέρ. Od. x, 275 βεβλήκειν, ἄλλος. Il. χ, 36 ἑστήκειν ἄμοτον. y, 691 ἑστήκειν: αὐτοῦ; so auch in d. Impf. ἤσκειν (aus ἤσκεεν) εἴρια Il. γ, 388;2) vgl. ἐποίειν Inschr. v. Milet Röhl, I. Gr. ant. 485; desgl. im Plpf. in der attischen Mundart, z. B. ᾿πεποίθειν, οὐκ Ar. Nub. 1347, bei Plato nach den besten Hdschr. Civ. X. 617, e εἰλήχειν (vor einem Kons.), Crit. 112, b κατῳκήκειν, οἷον; öfters ᾔδειν st. ᾔδει, auch Eur. Ion 1187 ᾔδειν, ἐν und zuweilen bei Aristophanes, als: Vesp. 635 ᾔδειν, ὡς; auch noch in der pseudodemosth. Rede gegen Polykles (L) § 44; dazu in d. Impf. v. ἰέναι, das z. T. die Flexionsendungen des Plusquampf. hat: Ar. Pl. 696 προσῄειν; Οὐδέπω. Pl. Crit. 114, d προσῄειν ἔξωθεν. Tim. 60, c ἀνῄειν ὁ νέος. 76, b ἀπῄειν (vor einem Kons.). 39, a περιῄειν: τῇ. 43, b προῄειν, πολλοῦ. 33, c ἀπῄει τε γὰρ οὐδὲν οὐδὲ προσῄειν αὐτῷ;3)
e) in dem Zahlwort εἴκοσι（ν) (sk. vin[cnull ]átĭ, l. vigintī). Bei Homer findet sich die Form εἴκοσι nie mit ν, ist aber vor Vokalen elisionsfähig (vgl. Od. b, 212. δ, 669); die Form ἐείκοσι hingegen nimmt vor Vokalen ν an. Das dor. εἴκατι verschmäht durchweg das ν;
f) in dem epischen Modaladverb κέ（ν);4) dagegen das epischen νυ?́ und das auch attische νυ?́ν (νῦν), nun, sind in ihrer Bildung nicht identisch und gehen in ihrer Bedeutung weit von einander, Pott, Etym. F. I^{2} 293 ff.;
[g) selten auch in Hdschr. bei dem demonstrativen ί̂, aber nur nach einem ς vor folgendem Vokale, als: οὑτοσὶ̂ν ὁ ἀνήρ, ἐκεινοσὶ̂ν ὁ ἀνήρ, τουτουσὶ̂ν ὀνομάζει vgl. (Herodian L. I, 509, 2) Theognost. Cramer. An. Ox. II, 161 νυνίν, οὑτωσίν; aber nirgends hat dies ν in guten Hdschr. genügende Gewähr, noch wird es bei Dichtern je durch den Vers gefordert, noch bei Prosaikern durch sonst entstehenden fehlerhaften Hiatus;5）]
h) in dem epischen Dat. Pl. σφίν und σφί nach Bedarf des Verses; Il. n, 713 οὐ γάρ σφί σταδίῃ nach Aristarch, zur Vermeidung des Zusammenstosses dreier Konsonanten, nach Aristophanes aber σφίν (s. Spitzner ad h. l.); desgl. in dem äol. (auch b. Hom.) ἄμμιν u. ἄμμι (= ἡμῖν), ὔμμιν u. ὔμμι (= ὑμῖν); in dem epischen Suffix φι (φιν) und dem epischen Adverb νόσφι（ν), die volle Form vor Vokalen und, um Positionslänge zu gewinnen, auch vor Konsonanten, die kürzere nur vor Konsonanten, als: ναῦφιν ἀμύνεσθαι, ἀμφ᾽ ὀστεόφιν θίς Od. m, 45. νόσφιν ἀπό Il. e, 322. νόσφι κιόντα c, 440. νόσφιν βουλεύωσι β, 347;
i) die Lokaladverbien auf θε（ν), soweit sie nicht bestimmt den Begriff “von her” ausdrücken, sondern eher auf die Frage wo? stehen (vgl. § 24 unter α^ und ε), als: πρόσθεν, ἔμπροσθεν, ὄπισθεν, πάροιθεν, ῞περθεν, ἔνερθεν, ἔντοσθεν, ἔκτοσθεν, ἄνευθεν, ἄτερθεν, ἑκάτερθεν, behalten und legen ihr ν ab in der Dichtersprache nach Bedarf des Verses, und zwar in der epischen Sprache ganz gewöhnlich, seltener bei den attischen Dichtern. Im Dorischen und Aeolischen entspricht hier die Endung θα (also wieder α = εν, § 68, 4), als ἔμπροσθα, ἔνερθα, ὔπισθα, Meister, Dial. I, 40. Ahrens, D. II, 366 sq. (Κάτωθε zu unterst Alexis Athen. III, 76, d; ἔσωθε drinnen Aesch. Ch. 800; ἑτέρωθε auf der andern Seite Hes. sc. 281; θύρηθ᾽ ἔα Odyss. ξ, 352, was auch als θύρηθι gedeutet wird; v. l. θύρηφ̓.) Stets hat das ν κεῖθεν ἐκεῖθεν von dort, wie ἔνθεν ἐντεῦθεν von hier; δῆθε st. δῆθεν findet sich nur Eur. El. 268. Selten wird das ν bei substantivischen Adverbien auf die Frage woher? abgeworfen, als: ἀντρόθε Pind. P. 4, 102, Σικυωνόθε N. 9, 1, πρῴραθε P. 10, 52 (Peter dial. Pind. 44), Κυπρόθε Callim. fr. 217, Λιβύαθε Theokr. 1, 24, bei Homer aber nie, s. Spitzner ad Il. ω, 492. In der Prosa behalten alle diese Adverbien vor Vokalen sowohl als vor Konsonanten gemeiniglich ihre volle Form; doch finden sich einige derselben zuweilen ohne ν in den besten Hdschr.6) Demosth. Cor. 201 ἐν τοῖς ἔμπροσθε χρόνοις S u. ad. Hdschr., und so öfter (§ 282. Mid. 8; besonders πρόσθε τῶν ἐπωνύμων, Lept. 94. Timokr. 18. 23. 25; Isokr. Callim. 61). Plat. Polit. 300, e ἔμπροσθέ γε und sonst. Leg. 11, 917, e πρόσθε τοῦ ἀγορανόμου und sonst. Symp. 213, a ἐπίπροσθε. Auch ὄπισθε, κατόπισθε, ἐξόπισθε, ἔξωθε, ἄλλοθε finden sich bei Plato in einigen codd., werden jedoch durch die besseren nicht bestätigt. Bei Herodot finden sich folgende sechs Adverbien: πρόσθε, ἔμπροσθε, ὕπερθε, κατύπερθε, ὄπισθε, ἔνερθε ohne ν, und zwar, soweit nach den Hdschr. zu urteilen ist, wahrscheinlich stets, alle übrigen aber stets mit ν.7) Die Form πάλι st. πάλιν kommt erst bei späteren Dichtern vor. (Πέρᾶν und πέρᾷ sind verschiedene Kasusformen und auch in der Bedeutung geschieden.)
k) ganz andere Bewandtnis hat es mit den Neutra ταὐτό（ν), τοσοῦτο（ν), τοιοῦτο（ν), τηλικοῦτο（ν), deren ν aus der Analogie der sonstigen Neutra stammt; die Formen mit ν wurden sowohl von attischen Dichtern, wie von attischen Prosaikern vorgezogen; dagegen bei Herodot stets τωὐτό, nie τωὐτόν, so auch in der Regel τοιοῦτο, τοσοῦτο, weit seltener mit ν. S. unten § 173, 2.
Anmerk. 1. Die Verbalformen, welche das ν ἐφ. annehmen, werden mit Ausnahme von ἐστί in der Prosa selten elidiert geschrieben; doch πεποίηχ᾽ ὑμῖν Dem. Phil. B, 35 und so noch mehrere Beisp. (Perfektformen) bei Dem. u. Plato, Blass, Att. Ber. III, 1, 101; oben § 53, 4, B.
Anmerk. 2. Bei Homer bleibt das ν vor den digammierten Wörtern weg, als Il. e, 4 δαῖέ οἱ, d. i. ϝοι, ἐκ κόρυθος. ζ 281. ι, 155 u. s. w., oder bewirkt Positionslänge. S. § 17, 8. In der Prosa befolgen wir eine byzantinische Schreibregel, wonach das ν vor Vokalen zu stehen hat, vor Konsonanten zu fehlen; ob letzteres auch in der Pause vor Konsonanten der Fall sein soll, darüber ist ein äusserst unnützer Streit. Unter den Alten sagt Apollon. conj. p. 520 Bk. (253, 1 Schn.): τοῦ ν̂, ὃ μάλιστα πάμπολλόν ἐστιν ἐν τῷ πλεονασμῷ, ἕνεκα εὐφωνίας παραλαμβανόμενον ἐπὶ παντὸς βραχυκαταλήκτου ῥήματος, ἔλεγεν ἔλαβεν, καὶ ἐπὶ δοτικῶν κτἑ.; dieser also scheint ἔλεγε als Grundform anzusehen. Umgekehrt Dionysios Comp. V. p. 43 R.: καὶ ὁ τὸ ἐποίησε λέγων ἀντὶ τοῦ ἐποίησεν χωρὶς τοῦ ν̂ (scil. παρακέκρουκέ τι τῶν γραμμάτων), καὶ ἔγραψε ἀντὶ τοῦ ἔγραψεν λέγων. Damit steht in Übereinstimmung, dass nach Max. Planud. Bk. An. III, 1401 noch die Byzantiner das ν in solchen Formen allgemein sprachen; der Autor macht sich lustig über die “Grammatiker von gestern und vorgestern”, die vor einem Konsonanten dasselbe tilgten, und beruft sich seinerseits auf die handschriften attischer Prosa, in denen ν unter allen Umständen stehe (p. 1400): ὅσοι τῶν Ἀττικῶν τῷ καταλογάδην λόγῳ τὰς ἑαυτῶν συνετάξαντο βίβλους, καὶ φωνήεντος καὶ συμφώνου τοῖς τοιούτοις (d. 3. Pers. Sg. u. Pl. und dem Dat. auf σι) ἐπιφερομένου τὸ ν προσέθηκαν, καὶ μαρτυρεῖ πᾶσα βίβλος, vgl. das. col. a (Aristarch d. J.), Bachm. An. II, 57. Dies μαρτυρεῖ πᾶσα βίβλος ist auch von unseren älteren und besseren Handschriften wahr,8) obwohl auf der anderen Seite der grosse Papyrus des Hypereides überwiegend das ν vor Konsonanten nicht setzt, dagegen immer vor Vokalen, und überhaupt die byzantinische Regel einer gewissen ratio nicht entbehrt. Aber es ist unmöglich, dass die attischen Schriftsteller diese Regel gehabt und befolgt haben könnten: bei Demosthenes zeigt der Rhythmus dieses Redners, dass auch ἐπάγους（ι) ἐπὶ u. dgl. oft geschrieben und gelesen werden muss, damit die Kürzen sich nicht häufen;9） gleichwie auf dem bekannten attischen Grabdenkmal des Dexileos ἀπέθανε ἐπ̓ Εὐβολίδο steht, und unsere Hdschr. selber oft genug vor Vokalen das ν auslassen.10)
Anmerk. 3. In betreff der Mundarten ist Folgendes zu bemerken: Auf Inschriften des asiatischen Aeolismus11) wird das ν ἐφ. auch vor Vokalen nicht gesetzt, als: τοῖς θέοισι ἐπί, ἐλθόντεσσι ἐπί, διέλυσε ἴσως, πρόσθε ἐόντων, αἴ κε ἄγηται. Der Dat. Plur. der Pron. der 1. und 2. Person, der sonst das ν festhält, also ἄμμιν, ὔμμιν, wirft im Aeolischen das ν gewöhnlich ab: ἄμμι, ὔμμι, welche Formen auch Homer aus dem Aeolismus aufgenommen hat. Die unter i) angeführten Adverbia auf θεν erscheinen auf Inschriften ohne ν, aber mit ε (mehrmals πρόσθε); bei dem Dichter Alkaios indes (9. 15) nach Versbedürfnis mit ν, gleichwie auch sonst die lesbischen Dichter das ν gebrauchen, als νεύοισιν κεφάλαισιν Alc. 15. Auch auf Inschriften des böotischen und thessalischen Aeolismus12） findet sich ἐπεψάφιδδε Ὀρσίμαχος, ἀπέδωκε Εὐβώλυ u. s. w. stets ohne ν (doch auf einer metrischen Inschr. D.-I. 743 ἀνέθηκεν Ἀθάνᾳ). In die Denkmäler des dorischen Dialekts13) ist das ν in spaterer Zeit eingedrungen, doch haben z. B. noch die langen epidaurischen Inschriften fast nichts davon; die Herakleischen Tafeln kennen es in der Dativendung ασσι（ν); selbstverständlich auch alle Dichter. Aber die 3. Pers. Plur. auf ντι nimmt das ν ἐφ. nie an, so bei Pind. ἐπαινέοντι, ἐξαπατῶντι, ἐντί; die andere von ihm gebrauchte (äolische) Form auf οισι (= ουσι) hingegen nimmt das ν an, so περιπνέοισιν, ναίοισιν. Ohne ν auch τίθητι, δίδωτι u. s. w.; ἐστί indes kann bei Epicharm und Pindar das ν annehmen. Die neuionische Mundart wendet auf den älteren Inschriften das ν mit grosser Regelmässigkeit an, auf jüngeren weniger14) (so Zeleia Bechtel 113 nur ἔδοξεν und εἶπεν, sonst ἔλθωσι ἐς u. s. w. stets ohne ν); darnach ist es unmöglich richtig, dass Herodot, wie man meint (nach Max. Planudes B. A. III, 1400), das ν nie gebraucht hätte.15) Die Hdschr. des Herodot bieten es auch nicht selten, wenn auch nur an sehr wenigen Stellen Herodots es sich in allen Handschr. findet, als: 1, 5 ἔμαθεν ἔγκυος. 7, 161 ἀπέπεμψεν ἡμέας. 8, 118 οὐκ ἔστιν οὐδεμία. Bei Hippokrates steht ν wie gewöhnlich.
Der Spirant ς tritt als beweglicher Auslaut auf:
a) In dem Adverb οὕτως, welches seine volle Form fast immer vor einem folgenden Vokale behält, das ς aber vor einem folgenden Konsonanten gewöhnlich ablegt, als: οὕτως ἐποίησα, aber οὕτω ποιῶ. Nicht selten jedoch steht οὕτως auch vor Konsonanten, als: Plat. Prot. 351, b οὐκ εὖ ἄν σοι δοκοῖ οὕτως βεβιωκέναι (ubi v. Stallbaum). Gorg. 522, c οὕτως διακείμενος (ubi v. Stallbaum). Nur selten sind die Beispiele, wo οὕτω vor einem Vokale durch die Handschr. gestützt ist.16) Das ς in οὕτως entspricht dem sanskritischen t im Ablative,17) ist also nicht als ein bloss lautlicher Zusatz anzusehen, umsoweniger, als es mit Ausnahme von οὕτω（ς) und ὧδε (st. ὧσδε） überall bei diesen Adverbien steht. Vgl. Apollon. de Adverb. p. 578. Bei Homer will Bekker überall οὕτως am Ende des Verses geschrieben wissen, mag der folgende Vers mit einem Vokale oder mit einem Konsonanten beginnen.18) In der neuionischen Mundart19) wird die Form οὕτω vor Vokalen sowohl als vor Konsonanten anscheinend regelmässig gebraucht. Nur an sehr wenigen Stellen findet sich bei Herodot οὕτως vor Vokalen in allen Handschr., als: 1, 5 οὕτως ἢ ἄλλως. 11 οὕτως οὐδέν. 56. 117. 76. 176. 2, 11. 125. 3. 35. 104. 4, 134. 139. 7, 175. Dorisch ist auch ὥτε für ὥστε, so Alkman. Papyr. II, 7 (ὥιτε v. 1. Hand, wie auch Herodian will, I, 499. II, 342. 610; doch ist das ν nicht zu rechtfertigen); auch Pind. Ol. 1.0, 86 u. s. (Peter, Dial. Pind. 19 f.), neben ὥστε, welches vor dem Inf. steht; ferner ὥπερ Alkm. das. Z. 12 (ὥιπερ, wie auch Herodian das.).
b) Die Präposition ἐξ, ex, behält vor Vokalen ihre volle Form, nimmt aber vor Konsonanten die Form ἐκ an, als: ἐξ εἰρήνης, aber ἐκ τῆς εἰρήνης; so auch in der Komposition, als: ἐξελαύνειν, aber ἐκτελεῖν. Ber Theokr. 22, 30 findet sich jedoch ἐξ am Ende des Verses vor einem Konsonanten im folgenden Verse: ἀμφοτέρων ἐξ Τοίχων. Das Homerische παρέξ steht zwar gewöhnlich vor Vokalen, wie παρέκ immer vor Konsonanten; zuweilen jedoch steht die volle Form auch vor Konsonanten, als: Il. l, 486 στῆ δὲ παρέξ (παρέκ Nauck), Τρῶες δέ. Od. m, 276 παρὲξ (παρὲκ Bk.) τὴν νῆσον. 443. ξ, 168 (Bk. überall παρὲκ). Bei Herodot steht πάρεξ (diesen Accent setzte man bei Herod., nach Herodian II, 931 f. 63; ebenso lautete es auch in der κοινή, während man es bei Homer als παρ᾽ ἐκ fasste) sowohl vor Vokalen als Konsonanten.20) Ἀπέξ und ἀπέκ, ὑπέξ und ὑπέκ folgen der Regel von ἐξ und ἐκ; aber nach dem Et. M. p. 324, 16 sq. hat Archilochus (164 Bgk.) gesagt: διὲξ σωλῆνος und διὲξ τὸ μύρτον.
Anmerk. 4. Einen ganz anderen Weg zur Beseitigung der Härte schlugen mehrere Dialekte ein, denen ἐς εἰς “in” fehlte: sie stiessen das κ aus und sagten vor allen Konsonanten ἐς. So das Thessalische, Arkadische (wo auch ἐπές vorkommt), Böotische, welches letztere auch vor Vokalen ἐσς setzt, als ἐσς ἐφείβων, ἐσσάρχι (doch in der Inschrift böotischer Künstler Dial.-Inschr. 1130 ΕΧΣ). Auch ἕξ verliert im Böotischen sein κ vor Konsonanten: ἑσκηδεκάτη = ε<*>κκαιδεκάτῃ; desgl. πέριξ (Ahrens I, 214).
c) Μέχρι und ἄχρι haben in der klassischen Sprache auch vor Vokalen kein ς, als: Plat. Hipp. M. 281, c μέχρι Ἀναξαγόρου. Menex. 239, e μέχρι Αἰγύπτου. Symp. 210, e μέχρι ἐνταῦθα. Civ. 4. 423, b μέχρι οὗ, so wohl immer b. Plat.; b. Thukyd. fast immer μέχρι auch vor Vok.;21) bei Xenophon ist μέχρις vor Vok. weit häufiger überliefert als μέχρι;22) bei Demosthenes nur μέχρι und ἄχρι;23) die Tragiker gebrauchen weder μέχρι（ς) noch ἄχρι（ς) ausser Soph. Ai. 571, wo die codd. schwanken zwischen μέχρις οὗ, μέχρις ἄν und μέχρι, Herm. liest μέχρις μύχρους nach Tilgung von οὗ und ἄν; Ellendt hält den Vers für unecht; bei Herodot stets μέχρι und ἄχρι vor Vok. und Kons.,24) ebenso im Dorischen, Ahrens, D. II, 384. Die Grammatiker lehren einhellig (unter Bestätigung seitens der Inschr.), dass μέχρι und ἄχρι die attischen, μέχρις und ἄχρις die “hellenischen” d. i. später üblichen Formen seien, und ihnen ist natürlich überall auch gegen die Handschriften zu folgen.25)
d) Ausserdem zeigen noch folgende Wörter ein bewegliches ς, namentlich in der Dichtersprache: α） die Zahladverbien auf κις, die in der gewöhnlichen klassischen Sprache ihr ς nie ablegen, z. B. πολλάκις, dafür auch πολλάκι b. den Epik. und Lyrik., selten bei den Trag.; -άκι auch Inschr. d. κοινή, Baunack, K. Z. 25, 239 (die Dorier haben hier ν: τετράκιν u. s. w., vgl. § 29 ν und ς; über -κι s. auch Herodian I, 506); — β) neben ἀτρέμας ἀτρέμα öfters b. Homer, b. Eurip., Aristoph., auch Prosa wie Plat. Gorg. 503, d;26) — γ) ἠρέμα^ς vor e. Vok. nur Ap. Rh. 3, 170, sonst immer ἠρέμα; — δ) ἔμπᾶς (Ion. ἔμπης) und ἔμπα^ Pind. N. 4, 36. Soph. Ai. 563 und b. spät. Dicht.; b. Pind. auch ἔμπᾶν; — ε) ἀμφίς und ἀμφί als Adv., auf beiden Seiten, oder = χωρίς, bei den Epikern;27) — ζ) ἄφνως (C. I. Gr. 6862 = Kaibel, Epigr. 468), sehr seltene poet. Nebenform von ἄφνω, das auch pros. ist; — η) μεσηγύς, ep. μεσσηγύς und μεσηγύ, ep. μεσσηγύ, b. d. Epik. und spät. Dicht., aber auch b. Hippokr.; — θ) αὖθι (ep. u. Soph. Polyx. fr. 468 Ddrf.), daselbst, wird von späteren Dichtern (Lykophr. 732) auch st. αὖθις gebraucht (rheginisch mit ν: αὖθιν, Ahrens, D. II, 87; auch Gortyn αὖτιν); — ι) εὐθύ und εὐθύς mit verschiedener Bedeutung: εὐθύ gewöhnlich gerade zu, gerade auf Etwas, poet. und pros., εὐθύς sogleich; jedoch wird εὐθύ bei Späteren auch st. εὐθύς, sogleich, gebraucht, und εὐθύς in der Bedeutung v. εὐθύ Hom. hymn. Merc. 355, Pind. I. 7, 41 (8, 45), doch εὐθύ Bergk; P. 4, 83. Thuk. 4, 118, 4 (Urkunde) ἀπὸ δὲ τοῦ Ποσειδωνίου εὐθὺς ἐπὶ τὴν γέφυραν. 6, 96 (χωρίου) ὑπὲρ τῆς πόλεως εὐθὺς κειμένου. Xen. Cyr. 2. 4, 24 πορεύομαι εὐθὺς πρὸς τὰ βασίλεια 7. 2, 1 Κροῖσος εὐθὺς ἐπὶ Σάρδεων ἔφευγε. 2 εὐθὺς ἐπὶ Σάρδεις ἦγε Κῦρος. Eur. Hipp. 1197 εὐθὺς Ἄργους und bei Späteren; b. Homer haben ἰθύς und ἰθύ dieselbe Bedeutung gerade auf Etwas; b. Herodot wird ἰθύ immer mit d. Gen. verbunden in der Bedeutung gerade auf einen Ort und ἰθύς bedeutet sogleich;28) — κ) ἀντικρύ und ἄντικρυς, jenes und bei den besseren Attik. nur die Komp. καταντικρύ ἀπαντικρύ (att. Inschr. mit merkwürdiger Umstellung ἀπαντροκύ, καταντροκύ, Meisterhans 173^{2}) in der Bedeutung gegenüber, z. B. Thuk. 1, 136, ἄντικρυς gerade aus, gerade zu, räumlich und bildlich; Homer gebraucht nur ἀντικρύ,29) und zwar sowohl in der Bedeutung gegenüber als auch gerades Weges (wie Xen. Cyr. 7, 1, 30) und durch und durch, gänzlich; die späteren Schriftsteller gebrauchen in der Bedeutung gegenüber auch ἀντικρύς und καταντικρύς.30)
Anmerk. 5. Aus Dialekten kommen noch manche Belege von beweglichem ς (ν) hinzu: χῶρι dor. für χωρίς, Ahrens, D. II, 384; auch Kallim. fr. 48. αἰέ αἰέν αἰές (ἀέ ἀέν ἀές, αἶι αἶιν, ἄϊ ἄϊν) dor. äol. das. 379, Meister I, 195. 300; für ἄνευ eleisch ἄνευς, epidaurisch ἄνευν (Ἐφ. ἀρχ. 1886, p. 157 ff. = Dial.-Inschr. 3325 A v. 58); dazu οἴκαδις, χαμάνδις, Ὀλυμπιάνδις dor. f. οἴκαδε u. s. w., Ahrens 373, u. s. w. — Herodian I, 511 führt aus Kallim. ἐγκυτί (= ἐγ κύτει, ἐγ χοῷ) und daneben ἐγκυτίς an, ferner (512) αὐτονυχί αὐτονυχίς αὐτονυχιδίς; πρῷν = πρῴ steht Kallim. fr. 84. — Ου᾽ μέντον (d. i. μέντοι) war v. l. Il. θ, 448 für μέν θην; dies μέντον kam bei Chrysipp vor, und findet sich in dem Briefe Philipps an die Larisäer, D.-I. 345, 38; L. Cohn, Heracl. Miles. 45 f.
Die Negation οὐκ (wenn man dies als ursprüngliche Form ansieht) behält ihren Endlaut vor Vokalen; vor einem Vokale mit Spiritus asper nimmt sie nach § 60, 5 die Form οὐχ an; vor Konsonanten aber legt sie ihren Auslaut ab, als: οὐκ αἰσχρός, οὐχ ἡδύς, οὐ καλός; μηκέτι (st. μὴ ἔτι) scheint der Analogie von οὐκέτι gefolgt. Eine längere Form ist οὐχί (alt- und neuion. οὐκί, b. Hom. neben οὐχί), die vor Konsonanten sowohl als Vokalen stehen kann; die Alten leiten οὐκ οὐχ davon ab, und schreiben daher mit Apostroph οὐκ᾽ οὐχ̓. Auch Buttmann, Sprachl. II, 370 teilt diese Auffassung; s. ferner Roscher, C. Stud. III, 144. Οὔ mit dem Akute steht auch vor einem Vokale, wenn ein wirklicher Einschnitt in der Rede stattfindet, z. B.: Πῶς γὰρ οὔ; Ἆρ᾽ οὖν κτλ. X. M. 4.2.37; (dagegen Pl. Civ. 4. 425, c Τί γὰρ οὐκ; ἦ δ̓ ὅς, wo kein cod. οὔ hat, s. Schneider ad h. l., der mit Anderen οὔκ schreibt); ferner: Λίθους εἰς τὸν ποταμὸν ἐρρίπτουν, ἐξικνοῦντο δὲ οὔ, οὐδὲ ἔβλαπτον οὐδέν X. An. 4. 8, 3. Τἀγαθὰ νὴ Δία (δεῖ ποιεῖν), τὰ κακὰ δὲ οὔ. Ἐὰν δὲ μή κτλ. 4. 6, 2. Comm. 1. 2, 42. Ὑπὸ μὲν τοῦ ἡλίου καταλαμπόμενοι τὰ χρώματα μελάντερα ἔχουσιν, ὑπὸ δὲ τοῦ πυρὸς οὔ. Ἠγνόει δέ κτλ. 4. 7, 4. Hell. 2. 2, 2. Cy. 2. 3, 8. Oec. 11, 8. Symp. 2, 19. P. Phaedr. 248a τὰ μὲν εἶδε, τὰ δ̓ οὔ: αἱ δὲ ἄλλαι κτλ.; ähnl. 253, d. Wenn hingegen der folgende Satz sich rasch an den vorhergehenden anschliesst, so sagt man οὔκ (οὐκ), so z. B. οὔκ, ἀλλά; οὔκ. εἰ; οὔχ, ὡς, als: Ἄλλας δέ τινας οἶσθα ἐπῳδάς; Οὔκ, ἀλλὰ νόμοι εἰσί X. M. 4.6.2. 5. 11. Pl. Phaedr. 236, d. Protag. 343, d; μὰ Δί᾽ οὐχ, ὥς ποτε . . ἤκουσα X. M. 2.6.36; οὐκ, ἤν Hell. 1. 7, 19. Th. 5.101.31） — Bei Homer bleibt οὐ vor digammierten Wörtern, als οὔ οἱ = οὔ ϝοι. S. § 18, 7.(Smyth 134)
1 Fr. Müller, Ber. Wien. Ak. 1860, I, S. 4; L. Meyer, V. Gr. I^{2}, S. 206 meinen, dass ν hier an die Stelle des ursprünglichen Auslautes τ getreten sei. Vgl. ἔφερε（ν), sk. ábharat, l. ferebat. Dagegen Pott, Et. Forsch. II^{2}, S. 1, 660.
2 S. Spitzner ad Il. γ, 388 und in der epist. ad Herm. p. 16.
3 S. Schneider ad Platon. Civ. X. 617, e, T. III, p. 289.
4 Nach Baunack, K. z. 25, 243 auch γε in der dorischen Inschrift D.-I. 1369 (τά γεν ἀντίθητι).
5 Vgl. Voemel, Dem. Cont., p. 26.
6 S. Lobeck ad Soph. Ai. 441; Schneider ad Plat. Civ. II, 363 d, T. I, p. 124 sqq.; Schaefer, Appar. Dem. II, p. 273; Voemel, Dem. Cont., p. 21 sqq.
7 S. Bredov. de dial. Herod., p. 106 sq.
8 Vgl. Poppo ad Thuc. Proleg., p. 445 sqq.; Voemel, Dem. Cont., p. 17 ff.
9 Blass, Att. Ber. III, 1, 101.
10 S. z. B. Poppo ad Thuc. Proleg. I, p. 452 sqq.
11 S. Ahrens, Dial. I, p. 45 u. p. 174; Meister, D. I, 125. 166 f.
12 Meister, das. 258. 301.
13 Ahrens II, p. 87 sq.; Müllensiefen, de titul. Lacon. dial. 195 sqq.
14 Erman, Curt. Stud. V, 279.
15 So Bredov. Dial. Herod., p. 102 sqq.
16 S. Poppo ad Thuc. Proleg., p. 215 sq.; Schneider ad Plat. Civ., T. I, p. 287 sq.
17 S. Bopp V. Gr., § 183; unten § 336.
18 S. Bekker, Homer. Blätter, S. 31; vgl. Spitzner ad Il. δ, 307.
19 S. Bredov. Dial. Herod., p. 111 sqq.
20 S. ebendas. p. 115.
21 S. Poppo ad Thuc. P. I. V. I, p. 215.
22 S. Kühner ad Xen. Anab. I. 4, 13 und ad Comment. IV. 7, 2.
23 Voemel, Dem. Cont. p. 28.
24 S. Bredov. l. d., p. 110 sq.
25 Rutherford, Phryn. 64 f.; Meisterhans, Gr. d. att. Inschr. 174. 180.
26 S. Buttmann, Lexil. II, S. 217 ff.
27 S. Spitzner ad Il. ο, 318.
28 S. Bredov. l. d. p. 113 sq.; Phrynich Rutherford p. 22 sq.
29 S. Spitzner ad Il. ρ, 49.
30 Phrynich. Rutherf. 500 sq.
31 S. Kühner ad Xenoph. Comment. II, 6, 11.

References: § 44
 § 24
 § 68
 § 173
 § 53
 § 17
 § 29
 § 60
 § 18
 § 183
 § 336