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Timestamp: 2019-08-18 21:20:38+00:00

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Der Betriebs­rat ist nicht schon auf­grund des Wort­lauts von § 163 Abs. 2 Satz 3 SGB IX anspruchs­be­rech­tigt. Mit der For­mu­lie­rung „Betriebs­rat” bringt der Gesetz­ge­ber zum Aus­druck, dass die Über­mitt­lungs­pflicht gegen­über dem nach den ein­schlä­gi­gen Geset­zen gebil­de­ten Betriebs, Per­so­nal, Rich­ter, Staats­an­walt­schafts- und Prä­si­di­al­rat besteht. Damit wird nicht zugleich die funk­tio­nel­le Zustän­dig­keit inner­halb der nach den betref­fen­den gesetz­li­chen Rege­lun­gen mög­li­chen Betei­li­gungs­ebe­nen bestimmt.
Die für das betref­fen­de Unter­neh­men in § 163 Abs. 2 Satz 3 SGB IX gere­gel­te und im Übri­gen vor­aus­set­zungs­lo­se Vor­la­ge­ver­pflich­tung an die jewei­li­ge Inter­es­sen­ver­tre­tung rich­tet sich an den Gesamt­be­triebs­rat, wenn in die­sem meh­re­re Betrie­be bestehen. Der Gesamt­be­triebs­rat ist – nicht zuletzt auf­grund sei­ner Zusam­men­set­zung nach § 42 Abs. 2 Satz 1 BetrVG – in der Lage, die vor­ste­hend dar­ge­stell­ten Anga­ben zur unter­neh­mens­be­zo­gen aus­ge­stal­te­ten Beschäf­ti­gungs­pflicht auf ihre Rich­tig­keit zu über­prü­fen und ggf. beim Arbeit­ge­ber auf eine Berich­ti­gung hin­zu­wir­ken. Über sei­ne Mit­glie­der kann er sich erfor­der­li­che Kennt­nis­se über den jewei­li­gen Betrieb ver­schaf­fen. Auf­grund der seit dem Inkraft­tre­ten des SGB IX am 1.07.2001 nicht mehr wie in der Vor­gän­ger­re­ge­lung des § 13 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SchwbG (in der bis zum 30.06.2001 gel­ten­den Fas­sung) „geson­dert für jeden Betrieb” zu erstel­len­den Anzei­ge ist dem jewei­li­gen Betriebs­rat eine Auf­schlüs­se­lung der in der Anzei­ge unter­neh­mens­weit auf­ge­führ­ten Daten man­gels not­wen­di­ger Kennt­nis­se über die Beschäf­tig­ten und die Arbeits­plät­ze in den ande­ren Betrie­ben zumin­dest erschwert, wenn nicht unmög­lich 2. Im ande­ren Fall käme es auch zu einer der gesetz­li­chen Zustän­dig­keits­ver­tei­lung ent­ge­gen­ste­hen­den Infor­ma­ti­on der ört­li­chen Betriebs­rä­te, wenn ihnen die jewei­li­gen Ver­zeich­nis­se iSd. § 163 Abs. 1 SGB IX über alle ande­ren Betrie­be über­mit­telt wür­den.
Die betriebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Über­wa­chungs­auf­ga­be iSd. § 80 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG ist nach dem ein­deu­ti­gen Geset­zes­wort­laut auf die „Durch­füh­rung” ua. von Geset­zen gerich­tet. „Durch­zu­füh­ren” sind Ver­bo­te und Gebo­te 5.
Die aus § 154 SGB IX fol­gen­de Ver­pflich­tung des Arbeit­ge­bers zur Beschäf­ti­gung schwer­be­hin­der­ter Men­schen ist eben­falls kei­ne „zuguns­ten der Arbeit­neh­mer” gel­ten­de Bestim­mung iSd. § 80 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG. Sie begrün­det für den Arbeit­ge­ber eine öffent­lich-recht­li­che Pflicht und führt nicht zu einer recht­li­chen Ver­pflich­tung zuguns­ten ein­zel­ner schwer­be­hin­der­ter Arbeit­neh­mer oder Stel­len­be­wer­ber. Die Vor­schrift ver­mit­telt die­sem Per­so­nen­kreis kei­ne unmit­tel­ba­ren sub­jek­ti­ven Rech­te 6. Dar­auf hat auch die Erör­te­rungs­pflicht nach § 164 Abs. 1 Satz 7 bis Satz 9 SGB IX kei­nen Ein­fluss. Nach § 164 Abs. 1 Satz 1 SGB IX hat ein Arbeit­ge­ber zunächst zu prü­fen, ob freie Arbeits­plät­ze mit einem bei ihm beschäf­tig­ten oder einem arbeits­los oder arbeit­su­chend gemel­de­ten schwer­be­hin­der­ten Men­schen besetzt wer­den kön­nen. Erfüllt er sei­ne Beschäf­ti­gungs­pflicht gemäß § 154 SGB IX nicht, hat er sei­ne Ent­schei­dung zur Nicht­be­rück­sich­ti­gung eines schwer­be­hin­der­ten Arbeit­neh­mers oder Stel­len­be­wer­bers mit der Schwer­be­hin­der­ten­ver­tre­tung und dem Betriebs­rat zu erör­tern (§ 164 Abs. 1 Satz 7 SGB IX). Eine Ver­let­zung des Prüf- und Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­rens nach § 164 Abs. 1 SGB IX kann zwar einen Betriebs­rat zur Zustim­mungs­ver­wei­ge­rung nach § 99 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG bei einer beab­sich­tig­ten Ein­stel­lung berech­ti­gen 7. Das begrün­det aber kei­nen sub­jek­ti­ven Anspruch zuguns­ten betrof­fe­ner schwer­be­hin­der­ter Men­schen.
Die Ver­set­zung in den Ruhe­stand – und ihre spä­te­re Ände­rung Nach dem Beginn des Ruhe­stan­des kann weder die Ver­set­zung in den Ruhe­stand noch der Grund, auf dem sie beruht, durch Wider­ruf, Rück­nah­me oder Wie­der­auf­grei­fen des Ver­fah­rens nach­träg­lich geän­dert wer­den ((wie…
dazu BAG 16.08.2011 – 1 ABR 22/​10, Rn. 29 ff., BAGE 139, 25↩
Dau in LPK-SGB IX 4. Aufl. § 80 Rn. 10↩
vgl. BAG 7.02.2012 – 1 ABR 46/​10, Rn. 7, BAGE 140, 350↩
LAG Mün­chen 17.11.2016 – 4 TaBV 15/​16↩
BAG 27.10.2010 – 7 ABR 86/​09, Rn. 32, BAGE 136, 123↩
sh. nur Neu­mann in Neu­man­n/Pah­len/­Ma­jer­ski-Pah­len SGB IX 12. Aufl. § 71 Rn. 3 mwN; zu § 5 SchwbG aF BAG 1.08.1985 – 2 AZR 101/​83, zu II 3 c der Grün­de, BAGE 49, 214↩
vgl. BAG 23.06.2010 – 7 ABR 3/​09, Rn. 29, BAGE 135, 57↩
vgl. BAG 17.09.2013 – 1 ABR 26/​12, Rn. 16↩

References: § 163
 § 163
 § 42
 § 13
 § 163
 § 80
 § 154
 § 80
 § 164
 § 164
 § 154
 § 164
 § 99
 § 80
 § 71
 § 5