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Timestamp: 2016-10-28 00:41:02+00:00

Document:
6B_633/2015 (12.01.2016)
{T�0/2} 6B_633/2015 � � Urteil vom 12. Januar 2016
vertreten durch F�rsprecher Dr. Guido Fischer,
Mehrfache versuchte schwere K�rperverletzung, mehrfache N�tigung; therapeutische Massnahme; Willk�r,
Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm erhob am 2. Oktober 2013 gegen X.________ Anklage wegen mehrfacher einfacher K�rperverletzung und mehrfacher N�tigung. Sie wirft ihm vor, zwischen April 2010 und Juli 2013 seine damalige Lebensgef�hrtin A.________ regelm�ssig verpr�gelt zu haben. Insgesamt sei es zu 25 bis 50 �bergriffen gekommen, bei denen er wahllos mit F�ssen und F�usten auf A.________ eingeschlagen habe. Unter anderem habe er sie am 1. Juli 2013 zu Boden gestossen und ihren K�rper mit rund 20 bis 40 Schl�gen und Tritten eingedeckt, so dass A.________ fast keine Luft mehr bekommen habe. Anschliessend habe er mit einem Pianopedal mehrmals auf sie eingeschlagen. Beim �bergriff am 29. Juli 2011 habe er A.________ mit rund 50 Fusstritten und Schl�gen eingedeckt. A.________ habe in einer Ecke gehockt und ab einem gewissen Zeitpunkt weder Schmerz noch Widerstandskraft versp�rt und die Schl�ge �ber sich ergehen lassen. A.________ habe aufgrund der Schl�ge und Tritte jeweils am ganzen K�rper H�matome davon getragen, die mehrere Tage oder gar Wochen geschmerzt h�tten und als blaue Verf�rbungen sichtbar gewesen seien, beim �bergriff vom 29. Juli 2011 sogar rund einen Monat lang. X.________ habe w�hrend der Beziehung zudem von A.________ wiederholt verlangt, dass sie putze, koche, b�gle oder sonstige Verrichtungen vornehme, andernfalls w�rde er sie verpr�geln oder Dinge, die ihr lieb und teuer seien, zerst�ren. Wenn sie seinen Anweisungen nicht nach gekommen sei, habe er sie verpr�gelt.
Die erstinstanzliche Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Zofingen fand am 16. Juli 2014 statt. Das Bezirksgericht verurteilte X.________ am 24. Juli 2014 wegen mehrfacher versuchter schwerer K�rperverletzung, mehrfacher einfacher K�rperverletzung und mehrfacher N�tigung zu einer Freiheitsstrafe von 3 � Jahren. Es ordnete eine ambulante vollzugsbegleitende Massnahme an und verpflichtete ihn, A.________ eine Genugtuung von Fr. 8'000.- und Schadenersatz in H�he von knapp Fr. 13'000.- zu zahlen. Mit Ausnahme der Kosten f�r die amtliche Verteidigung auferlegte es ihm die auf Fr. 56'598.05 bezifferten Verfahrenskosten vollumf�nglich.
Mit Erg�nzungsurteil vom 7. August 2014 auferlegte das Bezirksgericht X.________ zus�tzlich "[d]ie Kosten der Sachverst�ndigen Dr. med B.________, f�r ihre Einvernahme an der Hauptverhandlung vom 17. Juni 2014, in der H�he von Fr. 915.-".
Die gegen die nachtr�gliche Kostenauflage von X.________ erhobene Beschwerde vom 25. August 2014 nahm die Verfahrensleitung des Obergerichts des Kantons Aargau als Berufung entgegen und sistierte das Verfahren bis zum Vorliegen des begr�ndeten Urteils des Bezirksgerichts Zofingen in der Sache. Die Berufung von X.________ wies es am 7. Mai 2015 im schriftlichen Berufungsverfahren ab und "�nderte" das Urteilsdispositiv des Bezirksgerichts im Kostenpunkt mehrfach ab.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, das Urteil des Obergerichts sei aufzuheben, und er sei von den Vorw�rfen der mehrfachen versuchten schweren K�rperverletzung und der mehrfachen N�tigung freizusprechen. Er sei wegen einfacher K�rperverletzung zu verurteilen und angemessen zu bestrafen. Auf die Anordnung einer therapeutischen Massnahme zu sei verzichten und das Verfahren im �brigen zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
1.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt hinsichtlich der Schuldspr�che wegen mehrfacher versuchter schwerer K�rperverletzung eine Verletzung des Anklageprinzips. Die Vorinstanz lege ihrer rechtlichen W�rdigung einen Sachverhalt zugrunde, der formell nicht angeklagt sei. Aus dem in der Anklage umschriebenen �usseren Tatablauf lasse sich der subjektive Tatbestand nicht herleiten. Die Vorinstanz lege auch nicht dar, aus welchen beschriebenen �usseren Tatumst�nden sie auf Eventualvorsatz hinsichtlich einer schweren K�rperverletzung schliesse. Soweit sie auf die Kraft/Intensit�t und die Platzierung der Schl�ge und Tritte abstelle, enthalte die Anklageschrift hierzu ebenfalls keine Anhaltspunkte.
Zudem k�nne auch bei korrekter Anklage mangels Eventualvorsatz keine Verurteilung wegen versuchter schwerer K�rperverletzung erfolgen. Die Vorinstanz verletze seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r, da sie sich mit seinen in der Berufungsbegr�ndung vorgebrachten Argumenten nicht auseinandersetze. Er habe einl�sslich aufgezeigt, dass es sowohl am Wissens- als auch Wollenselement des Vorsatzes fehle. Nach den verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen sei keine Gewalt gegen "heikle Stellen" ausge�bt worden. Die Beschwerdegegnerin 2 habe "nur" einen dunkelblau gef�rbten Oberk�rper und diverse H�matome erlitten. Die Wahrscheinlichkeit einer schweren K�rperverletzung sei unter diesen Umst�nden bloss theoretischer Natur. Selbst wenn der Beschwerdef�hrer "heikle Stellen" getroffen h�tte, k�nnte daraus nicht automatisch darauf geschlossen werden, dass er eine schwere K�rperverletzung billigend in Kauf genommen h�tte.
1.2.1.�Die Vorinstanz erw�gt, die Anklage enthalte entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers auch den f�r die subjektiven Kriterien des Tatbestandes der versuchten schweren K�rperverletzung massgebenden Sachverhalt. Die subjektiven Tatbestandselemente liessen sich vorliegend allein aus den sehr genau umschriebenen �usseren Tatumst�nden herleiten, weshalb es nicht zu beanstanden sei, dass die Anklageschrift sich nicht ausdr�cklich dazu �ussere, was der Beschwerdef�hrer gewollt und in Kauf genommen habe.
Ob der in der Anlageschrift dargestellte Sachverhalt als versuchte schwere K�rperverletzung oder - wie von der Staatsanwaltschaft - als einfache K�rperverletzung zu qualifizieren sei, stelle eine rechtliche W�rdigung dar, an die das Bezirksgericht Zofingen nicht gebunden gewesen sei. Dass es auf die Aussagen des Beschwerdef�hrers im Rahmen der Hauptverhandlung abgestellt habe, verletze das Anklageprinzip nicht, sondern betreffe die Beweisw�rdigung. Es sei nicht ersichtlich, dass der Vorwurf der versuchten schweren K�rperverletzung �berraschend gekommen sei und das rechtliche Geh�r oder die Verteidigungsrechte des Beschwerdef�hrers verletzt worden seien. Dieser sei vor dem Pl�doyer darauf hingewiesen worden, dass das Bezirksgericht sich in Anwendung von Art. 344 StPO vorbehalte, den Sachverhalt auch als schwere K�rperverletzung zu pr�fen. Er sei - von unwesentlichen Abweichungen abgesehen - nicht mit einem anderen als ihm in der Anklageschrift vorgeworfenen Sachverhalt konfrontiert worden. Eine Verletzung des Anklageprinzips sei nicht gegeben.
1.3.1.�Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklageschrift hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so pr�zise zu umschreiben, dass die Vorw�rfe in objektiver und subjektiver Hinsicht gen�gend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Geh�r (Informationsfunktion; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1 S. 142 f.; 133 IV 235 E. 6.2 f. S. 244 ff.; je mit Hinweisen).
1.3.2.�Kernst�ck der Anklageschrift bildet die Darstellung der dem Beschuldigten zur Last gelegten Tat. Die Darstellung des tats�chlichen Vorgangs ist auf den gesetzlichen Tatbestand auszurichten, der nach Auffassung der Anklage als erf�llt zu betrachten ist, d.h. es ist anzugeben, welche einzelnen Vorg�nge und Sachverhalte den einzelnen Merkmalen des Straftatbestandes entsprechen. Zu den gesetzlichen Merkmalen der strafbaren Handlung geh�ren neben den Tatbestandsmerkmalen die Schuldform (sofern vors�tzliches und fahrl�ssiges Verhalten strafbar ist), die Teilnahmeform (Mitt�terschaft, Anstiftung, Gehilfenschaft) sowie die Erscheinungsform (Versuch oder vollendetes Delikt) und allf�llige Konkurrenzen. Die tats�chlichen Umst�nde der Tat - Zeit, Ort, Art der Begehung und Form der Mitwirkung, angestrebter oder verwirklichter Erfolg (einschliesslich Kausalzusammenhang) - sind anzugeben und die einzelnen rechtlichen Elemente des Delikts hervorzuheben. Hinsichtlich der Vorsatzelemente gen�gt grunds�tzlich der Hinweis auf den gesetzlichen Straftatbestand im Anschluss an die Darstellung des Sachverhalts als zureichende Umschreibung der subjektiven Merkmale, wenn der betreffende Tatbestand nur vors�tzlich begangen werden kann (BGE 120 IV 348 E. 3c S. 356 mit Hinweis).
1.4.1.�Der Schuldspruch wegen mehrfacher versuchter schwerer K�rperverletzung verletzt Bundesrecht. Eine versuchte schwere K�rperverletzung ist nicht angeklagt. Die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen stimmen nicht mit dem Anklagesachverhalt �berein, sondern gehen �ber diesen hinaus. Die Anklageschrift �ussert sich im Rahmen der dem Beschwerdef�hrer vorgeworfenen K�rperverletzungshandlungen nicht zum subjektiven Tatbestand. Die Sachverhaltsdarstellung ist ausschliesslich auf den von der Beschwerdegegnerin 1 angeklagten und vom Beschwerdef�hrer vollumf�nglich einger�umten Tatbestand der (vollendeten) einfachen K�rperverletzung ausgerichtet. Was der Beschwerdef�hrer wusste, wollte oder in Kauf nahm, ist nicht umschrieben. Es wird weder ausgef�hrt, dass der Beschwerdef�hrer einen �ber die begangene "einfache" K�rperverletzung hinausgehenden Erfolg billigend in Kauf genommen oder auch nur in Erw�gung gezogen h�tte, noch weshalb sein Tatverhalten (entgegen seiner Vorstellung) nicht zum Erfolg f�hrte (vgl. Urteil 6B_100/2014 vom 18. Dezember 2014 E. 2.3.3 mit Hinweis).
Dem Beschwerdef�hrer wurde von den Strafverfolgungsbeh�rden zudem nie eine mehrfache versuchte schwere K�rperverletzung vorgeworfen. Auch das Bezirksgericht hat den Beschwerdef�hrer nicht explizit dazu befragt, ob er eine lebensgef�hrliche Verletzung der Beschwerdegegnerin 2 f�r m�glich gehalten und eine solche allenfalls in Kauf genommen hat. Die Fragen zu seiner Gef�hlslage w�hrend der Tathandlungen lassen keine R�ckschl�sse darauf zu, ob er mit der naheliegenden Wahrscheinlichkeit einer lebensgef�hrlichen Verletzung gerechnet hat. Der vom erstinstanzlichen Gericht gemachte W�rdigungsvorbehalt am Ende des Beweisverfahrens �ndert hieran nichts. Das Gericht ist nicht Anklagebeh�rde, sondern hat den ihm unterbreiteten Anklagesachverhalt rechtlich zu w�rdigen. Ergeben sich aufgrund der (anl�sslich der Hauptverhandlung) erhobenen Beweise Anhaltspunkte f�r eine andere rechtliche W�rdigung oder weitere Straftaten, kann das Gericht nicht �ber den angeklagten Sachverhalt hinausgehen (vgl. Urteil 6B_572/2010 vom 18. November 2010 E. 2.6). L�sst sich die neue rechtliche Qualifikation nicht (mehr) unter den angeklagten Sachverhalt subsumieren, ist Art. 344 StPO nicht anwendbar (vgl. Urteil 6B_702/2013 vom 26. November 2013 E. 1.1; MOREILLON/PAREIN-REYMOND, in: Petit Commentaire du Code de proc�dure p�nale, 2013, N. 4 zu Art. 344 StPO). Das Gericht hat in einem solchen Fall der Staatsanwaltschaft unter Wahrung der Parteirechte der beschuldigten Person und der Privatkl�gerschaft die M�glichkeit zur Anklage�nderung oder Erg�nzung zu geben (Art. 331 StPO). Dies hat das Bezirksgericht nicht getan, und auch die Staatsanwaltschaft hat den Anklagesachverhalt nicht von Amtes wegen erg�nzt. Sie hat in ihrem Pl�doyer sogar ausdr�cklich auf diesen verwiesen, obwohl sie entgegen ihrer urspr�nglichen Antr�ge in der Anklageschrift anl�sslich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung eine Verurteilung wegen mehrfacher versuchter schwerer K�rperverletzung beantragt hat. Ihre rechtlichen Ausf�hrungen im Rahmen des Pl�doyers, wonach aufgrund der Tathandlungen "objektiv von einer versuchten schweren K�rperverletzung (...) auszugehen ist" und "dieser Tatbestand alsdann auch in subjektiver Hinsicht als erf�llt zu gelten hat", verm�gen eine formelle �nderung der Anklageschrift nicht zu ersetzen (vgl. Urteil 6B_100/2014 vom 18. Dezember 2014 E. 2.4.2).
1.4.2.�Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz, unter dem Gesichtspunkt des Anklagegrundsatzes sei nicht zu beanstanden, dass die Anklageschrift sich nicht ausdr�cklich dazu �ussere, was der Beschwerdef�hrer gewollt und in Kauf genommen habe, da die subjektiven Tatbestandselemente sich allein aus den �usseren Tatumst�nden erg�ben. Der Umschreibung des Wissens- und Wollenselements hinsichtlich des (nicht eingetretenen) Erfolgs kommt vorliegend entscheidende Bedeutung zu. Die Tatbest�nde der einfachen und schweren K�rperverletzung unterscheiden sich ausschliesslich durch den Erfolg. Die Tatbegehung und das Tatmittel sind unerheblich. Bei einer schweren K�rperverletzung in der Tatbestandsalternative der lebensgef�hrlichen Verletzung gem�ss Art. 122 Abs. 1 StGB muss die (konkrete) Lebensgefahr Folge der Verletzung selbst und nicht (der Art und Weise) der Tathandlung sein (vgl. ROTH/BERKEMEIER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 3. Aufl. 2013, N. 1, 5 und 7 zu Art. 122 StGB). Der Vorsatz des T�ters muss sich auf die schwere Sch�digung selbst beziehen. Ist dies nicht der Fall, kommt selbst bei vors�tzlicher Begehung des Grunddelikts der einfachen K�rperverletzung lediglich Fahrl�ssigkeit hinsichtlich der schweren Verletzung in Betracht (vgl. Art. 125 Abs. 2 StGB; ROTH/BERKEMEIER, a.a.O, N. 40 zu Art. 123 StGB). Das Gesetz enth�lt aktuell keinen Tatbestand, der einer erh�hten abstrakten Gef�hrlichkeit der Tatbegehung (K�rperverletzungshandlung) Rechnung tr�gt (anders z.B. das deutsche StGB, das zwischen einfacher, gef�hrlicher [Tatbegehung] und schwerer [Erfolg] K�rperverletzung sowie K�rperverletzung mit Todesfolge [vors�tzliche K�rperverletzung und fahrl�ssige Todesfolge] unterscheidet). Dass der Beschwerdef�hrer eine lebensgef�hrliche Verletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB, d.h. einen Zustand, in dem sich die M�glichkeit des Todes dermassen verdichtet, dass sie zur ernstlichen und dringlichen Wahrscheinlichkeit wird (vgl. BGE 131 IV 1 E. 1.1; 125 IV 242 E. 2b/dd; je mit Hinweisen), f�r m�glich gehalten und hingenommen hat, kann vorliegend weder aus den Tathandlungen noch dem Verletzungsbild angenommen werden. Die - im �brigen auch nicht umschriebene - blosse (abstrakte) M�glichkeit, die Beschwerdegegnerin 2 an "heiklen Stellen" zu treffen, gen�gt insbesondere aufgrund der von den K�rperverletzungshandlungen ausgehenden abstrakten Lebensgef�hrlichkeit vorliegend nicht, um Eventualvorsatz im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB zu umschreiben. Dass der Beschwerdef�hrer allenfalls Vorsatz in Bezug auf eine nach dem Allgemeinverst�ndnis "schwere" Beeintr�chtigung der k�rperlichen Integrit�t (z.B. Knochenbr�che) hatte, gen�gt nicht, um eine versuchte schwere K�rperverletzung als angeklagt zu erachten, da unter die Tatbestandsalternative nur ganz erhebliche Beeintr�chtigungen fallen, deren Eintritt nicht leichthin angenommen werden kann.
Soweit die Vorinstanz sich auf den nicht publizierten Entscheid 6P.186/2006 vom 21. Februar 2007 (E. 2.3) beruft, verkennt sie, dass die F�lle weder in tats�chlicher noch rechtlicher Hinsicht vergleichbar sind. Der Anklage im zitierten Entscheid lag ein einheitlicher Lebensvorgang zugrunde, bei dem die beschuldigte Person mit f�nf weiteren T�tern auf zwei Opfer einschlug und eintrat, bis diese reglos am Boden lagen. Das Bundesgericht verneinte eine Verletzung des Anklageprinzips in Bezug auf den Schuldspruch wegen versuchter schwerer K�rperverletzung zu Lasten des einen Opfers, weil die beschuldigte Person neben einfacher K�rperverletzung subsidi�r auch wegen Gef�hrdung des Lebens, die nur vors�tzlich verwirklicht werden kann, angeklagt war. Zudem wurde ihr aufgrund des gleichen Sachverhalts versuchte T�tung zum Nachteil des anderen Opfers vorgeworfen.
1.4.3.�Aufgrund der Verletzung des Anklageprinzips er�brigt es sich, die weiteren R�gen gegen den Schuldspruch der schweren K�rperverletzung zu behandeln.
2.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung von Art. 181 StGB. Die Vorinstanz lege nicht dar, mit welchem konkreten Verhalten er die Beschwerdegegnerin 2 zu Handlungen veranlasst habe, sondern habe den Schuldspruch der mehrfachen N�tigung mit "sogenannter struktureller Gewalt" begr�ndet. Damit habe sie verbindlich festgestellt, dass die ihm vorgeworfenen einzelnen N�tigungshandlungen - isoliert betrachtet - nicht zur Erf�llung des Tatbestandes von Art. 181 StGB ausreichten. Die Vorinstanz verkenne, dass die zu Art. 189 StGB entwickelte Rechtsprechung der Instrumentalisierung struktureller Gewalt nicht auf den N�tigungstatbestand �bertragbar sei. Das Tatbestandsmerkmal des "unter psychischen Druck-Setzens" sei kein taugliches N�tigungsmittel im Sinne von Art. 181 StGB. Zudem ergebe sich aus der Anklageschrift, dass die Beschwerdegegnerin 2 dem angeblichen N�tigungsverhalten nicht immer nachgekommen sei, weshalb es sich in einer unbestimmten Anzahl von F�llen allenfalls um N�tigungsversuche handle. Der Schuldspruch wegen mehrfacher N�tigung sei aufzuheben.
2.2.�Die Vorinstanz erw�gt, die Beziehung zwischen dem Beschwerdef�hrer und der Beschwerdegegnerin 2 sei durch "strukturelle Gewalt" gekennzeichnet gewesen. Die Beschwerdegegnerin 2 sei stets der Gefahr ausgesetzt gewesen, erneut verpr�gelt zu werden, wenn sie den Befehlen und Ratespielen des Beschwerdef�hrers nicht nachgekommen sei. Der Beschwerdef�hrer habe eine tatsituative Zwangssituation geschaffen, aufgrund derer die Beschwerdegegnerin 2 jedes Mal nur soweit Widerstand geleistet habe, bis er seinen Zwang aktualisiert habe, indem er beispielsweise Schl�ge angedroht habe.
2.3.�Die R�gen des Beschwerdef�hrers gegen den Schuldspruch der mehrfachen N�tigung gehen an der Sache vorbei, soweit sie den Begr�ndungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG gen�gen. Ob und inwieweit die urspr�nglich vor dem Hintergrund des sexuellen Kindsmissbrauchs entwickelte Rechtsprechung zum psychischen Druck aufgrund struktureller Gewalt als tatbestandliches Zwangsmittel auch im Rahmen von Art. 181 StGB anwendbar ist, kann offenbleiben. Die Vorinstanz begr�ndet die Schuldspr�che der mehrfachen N�tigung nicht mit struktureller Gewalt, sondern geht offensichtlich von einer falschen Bedeutung des Begriffs aus. Strukturelle Gewalt liegt vor, wenn der T�ter zur Erreichung des angestrebten Erfolges gerade keine physische Gewalt anwendet oder droht, sondern die strukturellen (auch funktionellen oder institutionellen) Beziehungsverh�ltnisse zum Opfer als N�tigungsmittel instrumentalisiert (vgl. BGE 131 IV 107 E. 2.4). Dies war jedoch vorliegend nicht der Fall. Die Vorinstanz bejaht den N�tigungstatbestand aufgrund der vom Beschwerdef�hrer regelm�ssig angedrohten und/oder ausge�bten Gewalt gegen�ber der Beschwerdegegnerin 2. Bei der immer wieder durch Drohung und Gewalt aktualisierten Zwangssituation handelt es sich nicht um "strukturelle", sondern vielmehr um "strukturierte Gewalt".
Dem Beschwerdef�hrer ist zuzustimmen, dass die Anklage ihm neben mehrfacher vollendeter N�tigung auch mehrfache versuchte N�tigung zur Last legt. Inwieweit er durch den diesbez�glich nicht erfolgten Schuldspruch benachteiligt sein soll, ist nicht ersichtlich. Dass ihn die Vorinstanz in einem oder mehreren F�llen zu Unrecht wegen vollendeter statt versuchter N�tigung verurteilt hat, behauptet er vor Bundesgericht nicht.
Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die Strafzumessung. Unbegr�ndet ist die R�ge, die von der Vorinstanz vorgenommene Strafminderung um 1 � Jahre bzw. 20 % aufgrund leicht verminderter Schuldf�higkeit sei bundesrechtswidrig und h�tte mit 25 % ber�cksichtigt werden m�ssen. Das Bundesgericht hat in dem vom Beschwerdef�hrer angef�hrten Entscheid eine Minderung nach einem starren Raster explizit abgelehnt und festgehalten, dass das Gericht bei der Beurteilung, wie sich die festgestellte Einschr�nkung der Schuldf�higkeit unter W�rdigung aller Umst�nde auf die (subjektive) Verschuldensbewertung auswirkt, frei ist (vgl. BGE 135 IV 55 E. 5.6 S. 61 f.).
Ob die Einsatzstrafe von 4 Jahren f�r die "schwere" K�rperverletzung vom 29. Juli 2011 noch vom sachrichterlichen Ermessen gedeckt ist und die Vorinstanz auf eine vollst�ndige, den Anforderungen von Art. 50 StGB gen�gende Strafzumessung verzichten konnte, da sie bereits mit der Einsatzstrafe deutlich �ber die erstinstanzliche Gesamtstrafe hinausgeht, erscheint zweifelhaft. Dies kann jedoch vorliegend offenbleiben, da die Vorinstanz die Strafzumessung aufgrund der bundesrechtswidrigen Schuldspr�che wegen versuchter schwerer K�rperverletzung neu festzusetzen hat.
4.1.�Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die Anordnung einer ambulanten Massnahme und macht eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r geltend. Die Vorinstanz gehe auf die entscheidrelevanten Argumente in seiner Berufungsbegr�ndung nicht ein, sondern werfe ihm vor, sich mit den Erw�gungen des erstinstanzlichen Urteils nicht hinreichend auseinanderzusetzen. Die Berufung sei jedoch ein vollkommenes Rechtsmittel, bei dem kein strenges R�geprinzip gelte. Die Vorinstanz k�nne ihre Kognition nicht dadurch beschr�nken, dass sie ihm eine qualifizierte Begr�ndungspflicht auferlege.
Der Beschwerdef�hrer r�gt dar�ber hinaus, das psychiatrische Sachverst�ndigengutachten vom 27. Oktober 2013 sei nicht schl�ssig und ungeeignet, um eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme anzuordnen. W�hrend die Sachverst�ndige im schriftlichen Gutachten ausschliesslich eine station�re Massnahme f�r erforderlich erachtete, vertrat sie anl�sslich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung die Meinung, eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme reiche im Falle eines unbedingten Strafvollzugs aus, da der Beschwerdef�hrer in einer Strafvollzugsanstalt auch einer ganzheitlichen Kontrolle unterliege. Dass es f�r den Behandlungserfolg laut Gutachterin nicht darauf ankomme, ob der Beschwerdef�hrer sich im Strafvollzug oder in einem Massnahmezentrum befinde, sei nicht nachvollziehbar und werde weder von der Gutachterin noch der Vorinstanz begr�ndet. Die Art der Massnahme sei ausschliesslich nach �rztlichen Kriterien zu beurteilen.
4.2.�Die Vorinstanz f�hrt aus, gem�ss Gutachten leide der Beschwerdef�hrer an einer schweren kombinierten Pers�nlichkeitsst�rung mit anankastischen, unreifen und narzisstischen Z�gen. Die psychische St�rung sei behandelbar. Die Sachverst�ndige habe anl�sslich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung das Gutachten dahin pr�zisiert, es sei zentral, dass der Beschuldigte in einem (�berwachten) Setting lebe. Entgegen der von ihr im schriftlichen Gutachten vertretenen Auffassung sei nicht nur eine station�re Massnahme, sondern auch eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme denkbar, da der Beschwerdef�hrer auch im Strafvollzug durch Forensiker behandelt werden k�nne. Voraussetzung f�r einen Behandlungserfolg sei aber, dass der Beschwerdef�hrer ganzheitlich �berwacht werde.
Die Vorinstanz erw�gt, es sei nicht zu beanstanden, dass die Gutachterin aufgrund des dem Beschwerdef�hrer drohenden Strafvollzugs ihre Meinung in Bezug auf die Therapieform ge�ndert habe. Sie halte eine ambulante Massnahme nicht deshalb f�r angezeigt oder m�glich, weil der Beschuldigte eine Freiheitsstrafe absitzen m�ssen, sondern weil die von ihr bereits im Gutachten geschilderte Voraussetzung einer ganzheitlichen Kontrolle f�r den Therapieerfolg auch im Strafvollzug gew�hrleistet sei. Eine sachfremde Begr�ndung liege nicht vor.
4.3.1.�Eine Massnahme ist anzuordnen, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des T�ters zu begegnen, ein Behandlungsbed�rfnis des T�ters besteht oder die �ffentliche Sicherheit dies erfordert und die Voraussetzungen der Artikel 59 - 61, 63 oder 64 erf�llt sind (Art. 56 Abs. 1 StGB).
4.3.2.�Das Massnahmenrecht ist durch das sogenannte dualistisch-vikariierende System gekennzeichnet. Das Gericht hat bei einem Massnahmebed�rftigen, der schuldhaft delinquiert hat, sowohl die schuldangemessene Strafe als auch die sachlich gebotene therapeutische Massnahme anzuordnen (Art. 57 StGB). Massnahmen werden ohne R�cksicht auf Art und Dauer der ausgesprochenen Strafe angeordnet. Massgebend f�r die Wahl der Massnahme muss grunds�tzlich sein, welche Form der Behandlung f�r die optimale Erreichung des Massnahmezwecks notwendig und geeignet ist (vgl. BGE 136 IV 156 E. 2.3 f.; Urteil 6B_253/2015 vom 23. Juli 2015 E. 2.1). Die eingriffsintensivere station�re Massnahme ist gegen�ber der milderen ambulanten Massnahme subsidi�r (Urteil 6B_440/2014 vom 14. Oktober 2014 E. 5.3).
4.3.3.�Das Gericht st�tzt sich bei seinem Entscheid �ber die Anordnung einer Massnahme auf eine sachverst�ndige Begutachtung, die sich u.a. �ber die Notwendigkeit und die Erfolgsaussichten einer Behandlung des T�ters, die Art und die Wahrscheinlichkeit weiterer m�glicher Straftaten und die M�glichkeiten des Vollzugs der Massnahme �ussert (Art. 56 Abs. 3 StGB; BGE 134 IV 315 E. 4.3.1 S. 326). Es w�rdigt das Gutachten grunds�tzlich frei (vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO). In Fachfragen darf es aber nicht ohne triftige Gr�nde von diesem abweichen und muss Abweichungen begr�nden. Das Abstellen auf ein nicht schl�ssiges Gutachten kann Art. 9 BV verletzen, wenn gewichtige, zuverl�ssig begr�ndete Tatsachen oder Indizien die �berzeugungskraft des Gutachtens ernstlich ersch�ttern (vgl. BGE 138 III 193 E. 4.3.1 S. 198 f.; zum Begriff der Willk�r: BGE 140 III 16 E. 2.1 S. 18 f.; je mit Hinweisen).
4.4.1.�Die R�ge der Verletzung des rechtlichen Geh�rs erweist sich als unbegr�ndet. Die Vorinstanz setzt sich auf knapp neun Seiten mit den vom Beschwerdef�hrer gegen das Gutachten und die Anordnung einer ambulanten Massnahme erhobenen Einwendungen ausf�hrlich auseinander. Dass sie sich hinsichtlich der vom Beschwerdef�hrer bestrittenen Vereinbarkeit von gleichzeitigem Massnahme- und Strafvollzug unter Bezug auf die Ausf�hrungen der Sachverst�ndigen sehr kurz h�lt, ist nicht zu beanstanden. Die Gutachterin betont zudem, dass der Strafvollzug dem Therapieerfolg n�tzlich ist. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdef�hrers beschr�nkt die Vorinstanz bei der W�rdigung des Gutachtens ihre freie und umfassende Kognition als Berufungsgericht nicht. Zwar l�sst die missgl�ckte und missverst�ndliche Formulierung, die weiteren R�gen des Beschwerdef�hrers seien unbehelflich, da er "sich nicht bzw. nur ungen�gend mit den vorinstanzlichen [erstinstanzlichen] Erw�gungen auseinandersetzt", darauf schliessen, dass die Vorinstanz das im bundesgerichtlichen - nicht hingegen im Rechtsmittelverfahren nach StPO - geltende strenge R�geprinzip gem�ss Art. 42 Abs. 2 BGG anwendet, jedoch legt sie anschliessend in ihrer Erw�gung dar, warum sie den Einwendungen des Beschwerdef�hrers nicht folgt.
4.4.2.�Was der Beschwerdef�hrer gegen die Anordnung der ambulanten Massnahme vorbringt, vermag keine Bundesrechtsverletzung darzutun. Inwieweit das Gutachten im Hinblick auf die angeordnete Massnahme ungen�gend oder widerspr�chlich sein soll, ist nicht ersichtlich. Der Beschwerdef�hrer bestreitet die von der Gutachterin gestellte Diagnose nicht und geht selbst davon aus, massnahmebed�rftig und -f�hig zu sein. Er betonte sogar im Rahmen der erstinstanzlichen Befragung mehrmals seine Massnahmewilligkeit, weil er sich ohne Therapie keine Besserung seiner psychischen St�rung vorstellen k�nne. Liegen jedoch unstreitig die Voraussetzungen zur Anordnung einer therapeutischen Massnahme vor, verletzt die Vorinstanz mit der Anordnung einer ambulanten Massnahme vorliegend kein Bundesrecht. Ob und inwieweit die Gutachterin die Wahl der therapeutischen Massnahme zu stark an Opferschutzgesichtspunkten und Sicherungszwecken ausgerichtet hat, kann offen bleiben. Die ambulante Massnahme erweist sich gegen�ber einer station�ren Massnahme als weniger eingriffsintensiv, weshalb nicht ersichtlich ist, inwieweit der Beschwerdef�hrer beschwert sein soll. Sollte sich die ambulante Massnahme im Nachhinein als ungen�gend oder undurchf�hrbar herausstellen, kann bei gegebenen Voraussetzungen nachtr�glich eine station�re Massnahme angeordnet werden, falls eine Behandlung weiterhin indiziert ist (vgl. (vgl. Art. 63b StGB und Art. 65 Abs. 1 StGB; BGE 136 IV 156 E. 2.3; Urteil 6B_440/2014 vom 14. Oktober 2014 E. 5.4; je mit Hinweisen). Ob die vom Beschwerdef�hrer aus eigenem Antrieb begonnenen therapeutischen Sitzungen ausreichend sind und den Therapieerfolg gew�hrleisten k�nnen, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
5.1.�Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die ihm nachtr�glich mit Erg�nzungsurteil vom 7. August 2014 auferlegten Kosten in H�he von Fr. 915.-. Das Bezirksgericht sei an seinen Endentscheid gebunden und k�nne diesen nicht eigenst�ndig in Wiedererw�gung ziehen und erg�nzen. K�nnten Auslagen in ihrer H�he nicht schon im Zeitpunkt der Urteilsf�llung beziffert werden, sei der Betrag im Endentscheid vorzubehalten und das insoweit unvollst�ndige Dispositiv sp�ter zu berichtigen.
5.2.�Die Vorinstanz erw�gt, die Einwendungen des Beschwerdef�hrers gegen die nachtr�gliche Kostenauflage seien unbehelflich. Verfahrenskosten, die bereits vor dem Urteilszeitpunkt verursacht werden, deren H�he jedoch noch nicht feststeht, k�nnten dem Verurteilten ohne einen diesbez�glichen Vorbehalt im Urteilsdispositiv nachtr�glich auferlegt werden. Die gelte zumindest dann, wenn wie vorliegend das in Bezug auf die Auslagen unvollst�ndige erstinstanzliche Urteil noch nicht in Rechtskraft erwachsen sei. Das Bezirksgericht h�tte die lediglich in der H�he noch unbestimmten Kosten ohne Weiteres dem Urteisdispositv des begr�ndeten Urteils hinzuf�gen k�nnen.
5.3.�Die nachtr�gliche Kostenauflage verletzt Bundesrecht. Die Strafbeh�rde legt im Endentscheid die Kosten- und Entsch�digungsfolgen fest (Art. 421 Abs. 1 StPO; vgl. auch Art. 81 Abs. 4 lit. b, Art. 351 Abs. 1 StPO; BGE 140 IV 213 E. 1.1). Der Entscheid �ber die Kosten- und Entsch�digungsfolgen ist materieller Natur (BGE 139 IV 199 E. 5.1, 102 E. 5.3.1; je mit Hinweisen). Das erkennende Gericht ist nach der m�ndlichen oder schriftlichen Er�ffnung seines Entscheids an diesen gebunden und kann ihn materiell selbst dann nicht ab�ndern, wenn er sich als rechtsfehlerhaft erweist (SARARARD ARQUINT, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 2 Vor Art. 84 - 88 StPO; NIKLAUS OBERHOLZER, Grundz�ge des Strafprozessrechts, 3. Aufl., 2012 N. 1465 e contrario). Eine nachtr�gliche materielle �nderung in Form einer Wiedererw�gung oder Erg�nzung ist nicht m�glich. Selbst im Wege einer Erl�uterung oder Berichtigung gem�ss Art. 83 StPO kann ein Entscheid, der auf einen Fehler bei der Willensbildung tats�chlicher oder rechtlicher Art beruht, nicht berichtigt werden (NILS STOHNER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 3 und 6 zu Art. 83 StPO; NIKLAUS OBERHOLZER, a.a.O, N. 1302).
Dass die Kosten bereits im Zeitpunkt der Urteilsf�llung verursacht waren bzw. bestanden, erlaubt es dem entscheidenden Gericht nicht, materiell auf seinen Entscheid zur�ckzukommen, sondern ist Voraussetzung f�r die Kostenauflage. Das erstinstanzliche Gericht hat es schlicht vers�umt, anl�sslich der Hauptverhandlung oder in der Woche bis zur Urteilsberatung bzw. -er�ffnung von der Sachverst�ndigen eine Kostennote f�r deren Bem�hungen einzufordern oder die Kosten zu sch�tzen. Diese k�nnen dem Beschwerdef�hrer - unabh�ngig davon, ob er diese verursacht hat und ob diese angemessen sind - nicht auferlegt werden.
Es ist nochmals in Erinnerung zu rufen, dass die Berufung nach Art. 398 ff. StPO grunds�tzlich ein reformatorisches Rechtsmittel ist (BBl 2006 1318 Ziff. 2.9.3.3). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, f�llt sie ein neues, das erstinstanzliche ersetzendes Urteil (vgl. Art. 408 StPO; BGE 141 IV 244 E. 1.3.3). Es steht der Rechtsmittelinstanz hingegen nicht zu, das erstinstanzliche Dispositiv zu �ndern, zu korrigieren oder zu erg�nzen. Hierzu besteht auch kein Bedarf. Hinsichtlich der formellen Anforderungen an das Dispositiv des in der Sache ergehenden neuen Berufungsurteils wird auf Art. 81 i.V.m. Art. 408 StPO verwiesen (vgl. hierzu: Urteile 6B_254/2015 vom 27. August 2015 E. 3.2; 6B_482/2012 vom 3. April 2013 E. 5.3; je mit Hinweisen). Die in Art. 81 StPO detailliert aufgelisteten Anforderungen an Aufbau und Inhalt von Endentscheiden stehen nicht zur Disposition der Gerichte, sondern sind verbindlich.
Die Beschwerde erweist sich als teilweise begr�ndet. Der Beschwerdef�hrer wird im Umfang seines Unterliegens kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdegegnerin 2 sind keine Kosten aufzuerlegen. Auf eine Einladung zur Vernehmlassung und eine Beteiligung am bundesgerichtlichen Verfahren wurde verzichtet, da die von ihr adh�sionsweise geltend gemachten und erstinstanzlich zugesprochenen Zivilforderungen in Rechtskraft erwachsen sind (vgl. Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Der Kanton Aargau tr�gt keine Verfahrenskosten (Art. 66 Abs. 4 BGG), hat jedoch den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen, soweit dieser obsiegt (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 7. Mai 2015 aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
Dem Beschwerdef�hrer werden Gerichtskosten von Fr. 1'000. - auferlegt.
Der Kanton Aargau hat den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'500. - zu entsch�digen.

References: Art. 344
 Art. 29
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 9
 BGE 
 Art. 344
 Art. 344
 Art. 122
 Art. 122
 Art. 125
 Art. 123
 Art. 122
 BGE 
 Art. 122
 Art. 181
 Art. 181
 Art. 189
 Art. 181
 Art. 42
 Art. 181
 BGE 
 BGE 
 Art. 50
 BGE 
 BGE 
 Art. 10
 Art. 9
 BGE 
 BGE 
 Art. 42
 Art. 63
 Art. 65
 BGE 
 Art. 81
 Art. 351
 BGE 
 Art. 84
e contrario
 Art. 83
 Art. 83
 Art. 398
 Art. 408
 BGE 
 Art. 81
 Art. 408
 Art. 81
 Art. 81