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Timestamp: 2016-10-22 13:30:45+00:00

Document:
Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Theo Studer,
Art. 9, 29 Abs. 2 BV sowie Art. 6 EMRK (Strafverfahren; Willk�r, rechtliches Geh�r),
Am 16. Oktober 2000 teilte die Mutter von X.________ der Polizei mit, ihre Tochter sei von zwei unbekannten M�nnern �berfallen und angeschossen worden und befinde sich im Spital. Der Freund ihrer Tochter, C.________, sei vermutlich entf�hrt worden. Bei der polizeilichen Einvernahme am 17. Oktober 2000 sagte X.________ aus, sie sei in Anwesenheit von C.________ von zwei maskierten M�nnern an ihrem Wohnort �berfallen worden. Sie habe unter dem Vorwand, im Obergeschoss Geld zu holen, einen Revolver geholt und damit einen der M�nner bedroht. In der Folge sei es zu einem Handgemenge gekommen. In dessen Verlauf h�tten sich mehrere Sch�sse gel�st. Sie sei am Arm getroffen worden und habe das Bewusstsein verloren. Als sie wieder zu sich gekommen sei, sei niemand mehr da gewesen. Sie gehe davon aus, dass C.________ von den beiden M�nnern entf�hrt worden sei.
Am 28. Oktober 2000 gab X.________ zu, C.________ am Morgen des 16. Oktober 2000 mit einem Revolver get�tet zu haben. Aufgrund ihrer Aussagen konnte die Leiche gefunden werden.
Am 3. Februar 2005 sprach das Bezirksstrafgericht der Sense X.________ des Mordes und der Irref�hrung der Rechtspflege schuldig und bestrafte sie mit 18 Jahren Zuchthaus (unter Anrechnung der Untersuchungshaft). Es verpflichtete sie, den Eltern des Opfers eine Genugtuung von je Fr. 40'000.-- (abz�glich der Leistungen der Opferhilfe) sowie dem Staat Freiburg Fr. 66'000.-- zu bezahlen.
Am 14. November 2005 hiess der Strafappellationshof des Kantonsgerichts Freiburg die Berufung von X.________ teilweise gut. Das Kantonsgericht best�tigte den Schuldspruch und setzte eine Freiheitsstrafe von 16 Jahren Zuchthaus fest.
X.________ erhebt staatsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeitsbeschwerde mit den gleichlautenden Antr�gen, das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben und zu neuer Entscheidung zur�ckzuweisen sowie ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist, von hier nicht gegebenen Ausnahmen abgesehen, kassatorischer Natur (BGE 124 I 327 E. 4a). Soweit die Beschwerdef�hrerin mehr beantragt als die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (BGE 129 I 173 E. 1.5).
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens ist das angefochtene Urteil. Der nach Fristablauf eingereichte Bericht der Universit�t Bern vom 13. M�rz 2006 kann als neue Tatsache nicht ber�cksichtigt werden. Die Hafterstehungsf�higkeit ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
Im staatsrechtlichen Verfahren gilt das R�geprinzip (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Das Bundesgericht pr�ft nur klar und hinreichend begr�ndete R�gen. Es tritt auf appellatorische Kritik nicht ein (BGE 129 I 113 E. 2.1; 127 I 38 E. 3c).
Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV. Sie macht geltend, der psychiatrische Gutachter h�tte sie noch einmal befragen m�ssen, nachdem er das Gutachten erst eineinhalb Jahre nach seinen Gespr�chen mit ihr verfasst habe. Das Kantonsgericht habe trotzdem auf das Gutachten abgestellt und damit das rechtliche Geh�r verletzt. Es habe ihr Geh�rsrecht auch dadurch verletzt, dass es den Psychologen nicht einvernommen und kein neues Gutachten erstellt habe.
2.1 Die Beschwerdef�hrerin hat die ersten zwei R�gen wegen Verletzung des rechtlichen Geh�r (keine zweite Einvernahme durch den Gutachter, keine Einvernahme des Psychologen) vor dem Kantonsgericht nicht vorgebracht. Es fragt sich damit, ob ein letztinstanzlicher kantonaler Entscheid im Sinne von Art. 86 Abs. 1 OG vorliegt. Als nicht letztinstanzlich gilt ein Entscheid u.a. in Bezug auf Rechtsfragen, die nach dem kantonalen Prozessrecht von der letzten kantonalen Instanz mangels Geltendmachung nicht zu pr�fen waren und deshalb offen geblieben sind. Durfte oder musste allerdings die letzte kantonale Instanz nach dem kantonalen Prozessrecht auch Rechtsfragen pr�fen, die ihr nicht ausdr�cklich unterbereitet worden waren, so k�nnen diese Rechtsfragen in der staatsrechtlichen Beschwerde neu vorgetragen werden, auch wenn sie die Beschwerdef�hrerin vor der letzten Instanz nicht aufgeworfen hat. Voraussetzung der Zulassung von neuen rechtlichen Vorbringen ist jedoch, dass mit dem Zuwarten bis vor Bundesgericht nicht gegen das Prinzip von Treu und Glauben verstossen wurde. Ein Verstoss gegen dieses Prinzip liegt grunds�tzlich vor, wenn die rechtzeitige Aus�bung der Parteirechte im kantonalen Verfahren vers�umt worden ist (vgl. BGE 6P.111/2003 vom 15. Oktober 2004, E. 3 mit Hinweisen).
Es ist davon auszugehen, dass das Kantonsgericht freie Kognition besass und das Recht von Amtes wegen anzuwenden hatte (Art. 220 Abs. 1 StPO/FR; Damien Piller/Claude Pochon, Commentaire du code de proc�dure p�nale du canton de Fribourg, Fribourg 1998, Art. 220). Neue rechtliche Vorbringen w�ren damit zwar grunds�tzlich m�glich. Die Beschwerdef�hrerin hat es aber unterlassen, diese R�gen bereits im Appellationsverfahren vorzutragen. Dies w�re ihr m�glich und zumutbar gewesen. Auf die Beschwerde ist insoweit nicht einzutreten.
2.2 Es stellt sich weiter die Frage, wie alt Gutachten sein d�rfen, um noch als Entscheidgrundlage dienen zu k�nnen. Der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lassen sich dazu keine genauen Jahreszahlen entnehmen. Es ist der Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatz zu beachten. Wo gen�gende Grundlagen bereits vorliegen, d�rfen diese herangezogen werden. Dabei ist nicht an das formale Kriterium eines bestimmten Alters des in Frage stehenden Gutachtens anzukn�pfen. Es kann auf ein �lteres Gutachten abgestellt werden, wenn sich die Verh�ltnisse seit dessen Erstellung nicht ver�ndert haben (BGE 128 IV 241 E. 3.4; Hans Wipr�chtiger, Psychiatrie und Strafrecht - Was erwartet der Jurist?, in: Psychiatrie und Recht, hrsg. von Gerhard Ebner/Volker Dittmann/Bruno Gravier/Klaus Hoffmann/Ren� Raggenbass, Z�rich 2005, S. 218).
Am 16. Oktober 2000 t�tete die Beschwerdef�hrerin das Opfer. Zwischen dem 7. M�rz und 2. April 2001 f�hrte der Gutachter die forensisch-psychiatrischen Explorationen von insgesamt acht Stunden durch. Zwischen dem 9. und dem 21. August 2001 erfolgten die insgesamt �ber elf Stunden dauernden testpsychologischen Untersuchungen durch den Psychologen. Das Gutachten wurde am 16. Dezember 2002 erstellt. Die Beschwerdef�hrerin begr�ndet mit keinem Wort, warum es knapp drei Jahre nach seiner Erstellung nicht mehr aktuell sein sollte. Es handelt sich um ein umfassendes und ausf�hrliches Gutachten. Ein neues Gutachten h�tte sich in erster Linie mit der Frage der Zurechnungsf�higkeit zu befassen. Hier sind in der Regel keine neuen Resultaten zu erwarten. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, dass das Kantonsgericht den Psychologen und drei Zeuginnen nicht einvernommen habe. Es w�re notwendig gewesen, weitere Zeugen �ber ihre Person und das Ausmass des Paarkonfliktes einzuvernehmen. Mit der verweigerten Einvernahme und der Begr�ndung, die Zeuginnen k�nnten keine zus�tzlichen sachdienlichen Ausk�nfte erteilen, habe das Kantonsgericht eine antizipierte Beweisw�rdigung vorgenommen und insbesondere Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK verletzt.
3.1 Hinsichtlich einer Einvernahme des Psychologen kann auf die Ausf�hrungen in E. 2 verwiesen werden. Eine Verfassungsverletzung ist nicht ersichtlich.
3.2 Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch des Angeschuldigten, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Damit soll ausgeschlossen werden, dass ein Strafurteil auf Aussagen von Zeugen abgest�tzt wird, ohne dass dem Beschuldigten wenigsten einmal angemessene und hinreichende Gelegenheit gegeben wurde, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Zeugen zu stellen. Dieser Anspruch wird als Konkretisierung des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 2 BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV gew�hrleistet. Die Norm soll die sogenannte Waffengleichheit und damit ein faires Verfahren gew�hrleisten (BGE 129 I 151 E. 3.1).
Das Kantonsgericht hat eine antizipierte Beweisw�rdigung vorgenommen. Aus dem Anspruch der Parteien auf rechtliches Geh�r gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV ergibt sich, mit rechtzeitig und formg�ltig angebotenen Beweisantr�gen und Vorbringen geh�rt zu werden, soweit diese erhebliche Tatsachen betreffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind. Keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs liegt vor, wenn ein Gericht darauf verzichtet, beantragte Beweise abzunehmen, weil es aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine �berzeugung gebildet hat und ohne Willk�r in vorweggenommener Beweisw�rdigung annehmen kann, seine �berzeugung w�rde durch weitere Beweiserhebungen nicht ge�ndert (vgl. BGE 124 I 208 E. 4a).
Das Kantonsgericht hat die beantragte Einvernahme der Zeuginnen gepr�ft (angefochtenes Urteil S. 7 f.) und ist zum Schluss gekommen, es sei nicht ersichtlich, inwiefern diese zus�tzliche, sachdienliche Ausk�nfte zur Situation im Tatzeitpunkt oder �ber den Paarkonflikt erteilen k�nnten. Inwiefern diese Auffassung willk�rlich sein sollte, legt die Beschwerdef�hrerin nicht dar.
Die Beschwerdef�hrerin will diese Personen als Entlastungszeuginnen befragen lassen. Dieser Anspruch gem�ss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK ist relativer Natur und kann nicht durchgesetzt werden, wenn eine Befragung nicht entscheiderheblich ist (BGE 129 I 151 E. 3.1). Es sind keine Tatzeuginnen, und es ist nicht ersichtlich, dass eine Befragung zum Paarkonflikt das Gutachten in Frage stellen oder entscheiderhebliche neue Gesichtspunkte beitragen k�nnte.
Die Beschwerdef�hrerin macht in verschiedener Hinsicht Willk�r geltend. Gem�ss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willk�r behandelt zu werden. Willk�rlich ist ein Entscheid nicht schon, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, sondern erst, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Willk�r liegt nur vor, wenn nicht bloss die Begr�ndung eines Entscheides, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 127 I 54 E. 2b). Wird eine willk�rliche Beweisw�rdigung ger�gt, reicht es nicht aus, zum Beweisergebnis frei zu pl�dieren und auszuf�hren, wie nach Auffassung der Beschwerdef�hrerin die vorhandenen Beweise richtigerweise zu w�rdigen gewesen w�ren. Vielmehr muss aufgezeigt werden, inwiefern die angefochtene Beweisw�rdigung unhaltbar ist (vgl. BGE 127 I 38 E. 3c).
4.1 Die Beschwerdef�hrerin erachtet es als willk�rlich, das Urteil auf ein Gutachten zu st�tzen, welches mehr als eineinhalb Jahre nach der Exploration abgefasst wurde. In diesem Fall k�nne das Gutachten lediglich aufgrund von lange zur�ckliegenden Notizen erstellt werden. Sie h�tte daher vor der Abfassung des Gutachtens noch einmal angeh�rt werden m�ssen. Es h�tte ein neues Gutachten angeordnet werden m�ssen.
Weder legt die Beschwerdef�hrerin in einer Art. 90 Abs. 1 lit. b OG gen�genden Weise dar noch ist ersichtlich, warum ein Gutachten nicht eineinhalb Jahre nach der Exploration verfasst werden kann, wenn auch einzur�umen ist, dass dies nicht der Regel entspricht. Die Beschwerdef�hrerin legt auch nicht dar, weshalb sie noch einmal h�tte angeh�rt werden m�ssen und weshalb wegen des Zeitablaufs ein neues Gutachtens h�tte erstellt werden m�ssen. Der Gutachter hat die "�berlange Zeitspanne bis zum Abschluss des Gutachtens" im Gutachten (S. 48, act. 4158) und bei der Befragung vor dem Bezirksstrafgericht am 26. Januar 2005 begr�ndet (act. 116, S. 11). Mit dieser ausf�rlichen Befragung (auch durch die Verteidigung) liegt eine aktualisierte Stellungnahme des Gutachters vor.
4.2 Diese Erw�gungen gelten auch hinsichtlich der beantragten Einvernahme des Psychologen, denn das psychologische Gutachten bildet Bestandteil des psychiatrischen Gutachtens.
4.3 Wie erw�hnt, geht das Kantonsgericht entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin (Beschwerde S. 9) mit haltbaren Gr�nden davon aus, dass die Zeuginnen keine sachdienlichen zus�tzlichen Ausk�nfte erteilen k�nnten (angefochtenes Urteil S. 7 f.).
4.4 Die Beschwerdef�hrerin bringt vor (Beschwerde S. 10 ff.), der Paarkonflikt mit dem Opfer habe �ber dem "�blichen Ausmass" gelegen, sei also tiefgreifend gewesen. Insbesondere die sexuellen Dem�tigungen seien schwerwiegend gewesen.
Das Kantonsgericht geht in einer ausf�hrlichen Begr�ndung davon aus, dass die Beschwerdef�hrerin keine sexuellen Misshandlungen durch das Opfer erlitten hat. Es st�tzt sich dabei insbesondere auf die �usserungen des Gutachters bei der Befragung vor dem Bezirksstrafgericht, ferner auf den damals konsultierten Psychiater. Im Weiteren schliesst es sich dem Gutachten an, das ausgef�hrt hatte, die Pers�nlichkeitsbesonderheiten der Beschwerdef�hrerin erreichten nicht das Ausmass einer Pers�nlichkeitsst�rung. Es h�lt zutreffend fest, der Gutacher begr�nde nachvollziehbar und unter Verweisung auf das anerkannte psychiatrische Diagnosesystem, wieso die festgestellte St�rung nicht den Auspr�gungsgrad erreiche, um eine Verminderung der Steuerungsf�higkeit zu bewirken.
Die Beschwerdef�hrerin verweist auf Aussagen des Vaters, wonach das Opfer einen starken Sexualdrang gehabt habe, auf Aussagen der Schwester, dass im Zimmer des Opfers Sexhefte gefunden worden seien, sowie auf handschriftliche Notizen des Opfers. Auf der andern Seite hebt sie ihre starken Hemmungen und ihr ausgepr�gtes Schamgef�hl hervor (Beschwerde S. 11 f.). Diese Vorbringen erweisen sich als appellatorisch.
4.5 Das Kantonsgericht stellt fest, die Beschwerdef�hrerin habe das Opfer deshalb get�tet, weil es sie habe verlassen wollen. Alle ihre Bindungsversuche seien gescheitert.
Die Beschwerdef�hrerin wendet ein, aus verschiedenen Anhaltspunkten ergebe sich, dass dem nicht so gewesen sei. Sie pl�diert auch hier frei zum Beweisergebnis (Beschwerde S. 13 f.). Darauf ist nicht einzutreten.
4.6 Das Kantonsgericht nimmt an, zwischen der Beschwerdef�hrerin und dem Opfer habe kein Kampf stattgefunden und die Schussabgabe sei absichtlich geschehen (angefochtenes Urteil S. 18). Nach der Beschwerdef�hrerin liegen hingegen zahlreiche Indizien vor, welche klar auf einen Kampf hinwiesen. Das Kantonsgericht sei auf diese Indizien nicht eingegangen und habe nur diejenigen ber�cksichtigt, die gegen einen Kampf spr�chen. Nur durch willk�rliche Beweisw�rdigung k�nne man zum Beweisergebnis des Kantonsgerichts gelangen. Es sei der Grundsatz in dubio pro reo verletzt worden.
Auch hier erweist sich die Beschwerdef�hrung als appellatorisch (zum Grundsatz in dubio pro reo unten E. 6). So wird nicht dargelegt, welche Bedeutung dem sechsten Projektil, der das Kantonsgericht nicht nachgegangen ist, zukommen soll und inwiefern in diesem Punkt eine Verfassungsverletzung vorliegen sollte (Beschwerde S. 15). Der Hinweis der Beschwerdef�hrerin, es sei unlogisch, dass es sechs Sch�sse brauche, um jemanden kaltbl�tig zu erschiessen (Beschwerde S. 15), ist nicht geeignet, eine Verfassungsverletzung darzutun, ebensowenig die Bemerkungen, es sei wahrscheinlicher, dass ein Kampf stattgefunden habe (Beschwerde S. 16), oder es sei naheliegend, dass die Verletzungen, die sie erlitten habe, in einem Kampf zugef�gt worden seien (Beschwerde S. 17). Gleich verh�lt es sich, wenn sie bestreitet, sich die Schussverletzung am Oberarm selber beigebracht zu haben. Das Kantonsgericht st�tzt sich daf�r insbesondere auf das rechtsmedizinische Gutachten vom 18. November 2000 (angefochtenes Urteil S. 18). Sie vermag auch keine Willk�r aufzuzeigen, wenn sie ausf�hrt, es sei v�llig unwahrscheinlich, dass sie sich selber angeschossen habe, da sie als eher �ngstlich bezeichnet werde, und dass sie, wenn sie tats�chlich einen Kampf h�tte simulieren wollen, dies auf eine andere Art h�tte tun k�nnen (Beschwerde S. 17). Schliesslich wurde entgegen der Behauptung der Beschwerdef�hrerin auch das Sofa untersucht (angefochtenes Urteil S. 12 mit Hinweis auf act. 5077 f.).
4.7 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, das Kantonsgericht habe die Beweismittel bez�glich einer Verminderung der Zurechnungsf�higkeit willk�rlich gew�rdigt (Beschwerde S. 19 f.). Es st�tze sich auf das Gutachten, verstricke sich aber dabei in einen Widerspruch. Nach dem Gutachten (S. 46 f.) liege keine Beeintr�chtigung der Zurechnungsf�higkeit vor, wenn die Beschwerdef�hrerin nicht erst am Morgen des 16. Oktober 2000, sondern fr�her den Plan gefasst habe, auf das Opfer zu schiessen. Daraus sei zu schliessen, dass eine Verminderung vorliege, falls der Tatentschluss erst am Morgen des 16. Oktober 2000 gefasst worden sei. Im erstinstanzlichen Urteil werde festgehalten, dass der Tatentschluss erst am Morgen des 16. Oktober 2000 erfolgt sei. Das erstinstanzliche Urteil sei durch das Kantonsgericht grunds�tzlich best�tigt worden. Wenn die kantonalen Beh�rden einerseits festhielten, der Tatentschluss sei erst am Morgen des 16. Oktober 2000 gefasst worden, andererseits aber keine verminderte Zurechnungsf�higkeit zugestehen w�rden, verstrickten sie sich in einen Widerspruch. Weiter habe der Gutachter in der Befragung vom 26. Januar 2005 erkl�rt, w�rde man davon ausgehen, es h�tte sich lediglich um einen sehr heftigen, �berdurchschnittlichen Partnerschaftskonflikt gehandelt ohne sexuelle Misshandlung, dann w�re allenfalls eine leichtgradige Beeintr�chtigung zu begr�nden. Es sei aber offensichtlich, dass es sich um einen �berdurchschnittlichen Partnerschaftskonflikt gehandelt habe.
Die Verneinung einer verminderten Zurechnungsf�higkeit erscheint nicht als willk�rlich. Zum einen wurde im Gutachten die Annahme einer Verminderung der Zurechnungsf�higkeit nicht nur an die von der Beschwerdef�hrerin erw�hnte Voraussetzung gekn�pft, dass der Tatentschluss erst am Morgen des 16. Oktober 2000 gefasst worden sei, sondern auch daran, dass ein �berdurchschnittlicher Trennungskonflikt vorgelegen habe und insbesondere sexuelle Misshandlungen stattgefunden h�tten. Das wird vom Kantonsgericht verneint. Zum andern gibt die Beschwerdef�hrerin die Aussagen des Gutachters an der Hauptverhandlung vom 26. Januar 2005 nur teilweise wieder. Der Gutachter hat n�mlich zus�tzlich ausgef�hrt, entscheidend sei, wie sehr jemand aktiv handle oder wie weit er Opfer des Konflikts sei. In der Konstellation, dass eine Frau einen Mann durch wiederholte Vort�uschung von Schwangerschaften sowie Suiziddrohungen im Sinne eines st�ndigen Appells an die Verantwortung des Mannes festhalten wolle, sehe er die Opferkomponente nicht und w�rde nicht von einem heftigen Partnerschaftskonflikt ausgehen. Der Gutachter bejahte eine leichte bis allenfalls mittelgradige Herabsetzung der Steuerungsf�higkeit im Gutachten nur unter bestimmten Bedingungen, die im Beweisverfahren nicht erstellt werden konnten. Auch f�r den Fall eines �berdurchschnittlichen Partnerschaftskonflikts w�re seiner Meinung nach nur eine leichtgradige Beeintr�chtigung anzunehmen gewesen.
Auf das Vorbringen, durch eine Vorverurteilung in der Presse sei Art. 6 Ziff. 2 EMRK verletzt worden, ist nicht einzutreten. Die Beschwerdef�hrerin legt nicht dar, inwiefern die angefochtene Entscheidung konventionswidrig sein sollte.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, der Grundsatz in dubio pro reo sei mehrfach verletzt worden, n�mlich bez�glich des Paarkonflikts, bez�glich der Frage, ob sie gegen den Abbruch der Beziehung mit dem Opfer gewesen sei, bez�glich der Frage, ob am 16. Oktober 2000 ein Kampf stattgefunden habe sowie bez�glich der Zurechnungsf�higkeit (Beschwerde S. 21 f.).
Als Beweisw�rdigungsregel besagt der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerte Grundsatz in dubio pro reo, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalts �berzeugt erkl�ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdr�ckende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Inwiefern dieser Grundsatz verletzt ist, pr�ft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willk�r, d.h. es greift nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver W�rdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdr�ckende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden (BGE 127 I 38 E. 2a).
Wie ausgef�hrt, gen�gten die Willk�rr�gen den Begr�ndungsanforderungen von Art. 90 OG nicht. Unter dem Titel einer Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo werden diese Vorbringen ebenfalls nicht hinreichend begr�ndet. Darauf ist nicht einzutreten.
Die Beschwerde erweist sich als appellatorisch und im �brigen als unbegr�ndet. Sie ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Die Nichtigkeitsbeschwerde kann nur damit begr�ndet werden, dass die angefochtene Entscheidung eidgen�ssisches Recht verletze (Art. 269 Abs. 1 BStP). Ausf�hrungen, die sich gegen die tats�chlichen Feststellungen des Entscheides richten, sind unzul�ssig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Der Kassationshof ist an die tats�chlichen Feststellungen der kantonalen Beh�rde gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Soweit sich die Beschwerdef�hrerin gegen die Beweisw�rdigung richtet (insbesondere hinsichtlich der Frage der Zurechnungsf�higkeit), ist auf die Beschwerde demnach nicht einzuteten.
9.1 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, der Tatbestand des Mordes sei nicht erf�llt. Es habe ein schwerer Partnerkonflikt bestanden. Bei der Auseinandersetzung h�tten tiefgreifende Emotionen mitgespielt. Es k�nne nicht von einer besonderen Skrupellosigkeit gesprochen werden.
9.2 Eine vors�tzliche T�tung ist als Mord zu qualifizieren, wenn der T�ter besonders skrupellos handelt, namentlich wenn sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausf�hrung besonders verwerflich sind (Art. 112 StGB). Mord zeichnet sich nach der Rechtsprechung durch eine aussergew�hnlich krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. F�r die Qualifikation verweist das Gesetz in nicht abschliessender Aufz�hlung auf �ussere (Ausf�hrung) und innere Merkmale (Beweggrund, Zweck). Diese Merkmale m�ssen nicht erf�llt sein, um Mord anzunehmen. Sie sollen vermeiden helfen, dass allein auf die Generalklausel abgestellt werden muss. Die f�r eine Mordqualifikation konstitutiven Elemente sind jene der Tat selber, w�hrend Vorleben und Verhalten nach der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie tatbezogen sind und ein Bild der T�terpers�nlichkeit geben. Entscheidend ist eine Gesamtw�rdigung der �usseren und inneren Umst�nde der Tat. Eine besondere Skrupellosigkeit kann beispielsweise entfallen, wenn das Tatmotiv einf�hlbar und nicht krass egoistisch war, so namentlich wenn die Tat durch eine schwere Konfliktsituation ausgel�st wurde (BGE 127 IV 10 E. 1a mit Hinweisen).
9.3 Die Vorinstanz f�hrt aus, die Beschwerdef�hrerin habe das Opfer einzig und allein deshalb get�tet, weil es sie verlassen wollte. Alle ihre Bindungsversuche seien gescheitert. Es best�nden keine Anhaltspunkte daf�r, dass sie unter dem Opfer zu leiden gehabt h�tte. Sie sei nicht sein Opfer gewesen. Dieses habe keinen Grund gesetzt, der einen Hass erkl�rbar oder einf�hlbar machen w�rde. Es habe zwar seit l�ngerer Zeit eine Konfliktsituation bestanden, die jedoch das �bliche Mass nicht �berstiegen habe. Ihr Beweggrund sei die Tatsache gewesen, dass das Opfer die Beziehung endg�ltig habe beenden wollen. Dieses Tatmotiv sei weder einf�hlbar noch entschuldbar. Die Beschwerdef�hrerin habe den Anspruch des Opfers auf Leben und Freiheit beiseite geschoben und nur noch ihre eigene Person und ihren eigenen Willen gesehen. Sie habe aus geringf�gigem Anlass get�tet.
Der Schuldspruch verletzt kein Bundesrecht. Der Vorinstanz ist nicht entgangen, dass der Tat eine l�ngere Auseinandersetzung um die Trennung vorausgegangen war. Eine derart schwere Konfliktsituation, dass die besondere Skrupellosigkeit noch entfallen k�nnte, l�sst sich aufgrund des Beweisergebnisses indessen nicht annehmen. Die Vorinstanz misst dem Konflikt in der Qualifikationsfrage richtigerweise nicht die Bedeutung zu, wie dies von der Beschwerdef�hrerin verlangt wird. Auch die Tatausf�hrung spricht f�r eine besondere Skrupellosigkeit. Die Beschwerdef�hrerin t�tete das Opfer, indem sie ihm aus unmittelbarer N�he in den R�cken und von oben in den Unterkiefer schoss. Sie vergrub die Leiche, nachdem sie diese mit Benzin �bergossen und angez�ndet hatte.
10.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung von Art. 63 StGB. Sie begr�ndet dies insbesondere mit einem ihrer Ansicht nach viel zu hohen Strafmass des Bezirksstrafgerichts. Dieses Strafmass vergleicht sie mit Urteilen mit tieferen Strafen. Die Vorinstanz sei von diesem zu hohen Strafmass des Bezirksstrafgerichts ausgegangen und habe die Strafe wegen der Strafempfindlichkeit und der Verletzung des Beschleunigungsgebots von 18 auf 16 Jahre reduziert. Weil sich die Vorinstanz indessen auf das zu harte erstinstanzliche Urteil st�tze, leide das angefochtene Urteil am gleichen Mangel.
10.2 Gem�ss Art. 63 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden des T�ters zu und ber�cksichtigt die Beweggr�nde, das Vorleben und die pers�nlichen Verh�ltnisse des Schuldigen. Hinsichtlich der Strafzumessungskriterien kann auf BGE 129 IV 6 E. 6 verwiesen werden. Dem Sachrichter steht ein erheblicher Spielraum des Ermessens zu. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn er den gesetzlichen Strafrahmen �ber- oder unterschritten hat, wenn er von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder wenn er wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. in �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens falsch gewichtet hat.
10.3 Die Vorinstanz nimmt ein �usserst schweres Verschulden an (angefochtenes Urteil S. 26). Sie weist auf die rein egoistischen Beweggr�nde der Beschwerdef�hrerin hin. Von Kaltbl�tigkeit und Gef�hlsk�lte zeugen auch die Art und Weise der Tatausf�hrung sowie das Verhalten nach der Tat. Einsicht und Reue seien w�hrend des Verfahrens kaum ersichtlich gewesen. Die Tat werde verdr�ngt. Zudem habe sie sich im Verfahren als Opfer darzustellen versucht und dem eigentlichen Opfer gravierende Vorw�rfe gemacht, die durch nichts erh�rtet gewesen seien. Zu ihren Gunsten sei die Vorstrafenlosigkeit und das Nachtatverhalten (Therapie, Verhalten in der Anstalt) zu ber�cksichtigen. Sie weise eine hohe Strafempfindlichkeit auf. Es m�sse ber�cksichtigt werden, dass mit der rund f�nfj�hrigen Verfahrensdauer das Beschleunigungsgebot verletzt worden sei.
10.4 Beschwerdegegenstand kann nur die vorinstanzliche Strafzumessung bilden. Hinsichtlich des Vergleichs mit anderen Urteilen ist darauf hinzuweisen, dass der Grundsatz der Individualisierung der Strafe zu einer gewissen Ungleichheit f�hren kann, was auch von der Beschwerdef�hrerin selber angedeutet wird (Beschwerde S. 8). Dies reicht f�r sich allein nicht aus, um einen Ermessensmissbrauch anzunehmen. Es ist nicht Sache des Bundesgerichts, f�r eine peinlich genaue �bereinstimmung einzelner Strafmasse zu sorgen. Es hat nur dar�ber zu wachen, dass das Bundesrecht korrekt angewendet wird, das heisst, dass die Strafe innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens gest�tzt auf die in Art. 63 ff. StGB vorgesehenen Beurteilungsmerkmale und ohne Ermessensmissbrauch festgesetzt wird (BGE 123 IV 150). Zu pr�fen sind nicht die herangezogenen Vergleichsurteile, sondern das angefochtene Strafmass. Die Vorinstanz begr�ndet die Strafzumessung hinreichend. Eine Verletzung von Bundesrecht ist nicht ersichtlich. Die Argumentation der Beschwerdef�hrerin besteht letztlich in einer Kritik am erstinstanzlichen Urteil, das sie als zu hart bezeichnet. Damit wird keine Bundesrechtsverletzung durch die Vorinstanz begr�ndet.
Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege sind abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen (Art. 152 OG). Entsprechend tr�gt die Beschwerdef�hrerin die Kosten vor Bundesgericht (Art. 156 Abs. 1 OG; Art. 278 Abs. 1 BStP). Ihren finanziellen Verh�ltnissen kann mit herabgesetzten Gerichtsgeb�hren Rechnung getragen werden (Art. 153a Abs. 1 OG).
Die Gerichtsgeb�hren von insgesamt Fr. 1'600.-- werden der Beschwerdef�hrerin auferlegt.

References: Art. 9
 Art. 6
 Art. 29
 Art. 86
 BGE 
 Art. 220
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 32
 Art. 29
 BGE 
 Art. 6
 Art. 9
 BGE 
 Art. 90
in dubio
in dubio
 Art. 6
in dubio
 Art. 32
 Art. 6
in dubio
 Art. 90
in dubio
 Art. 63
 Art. 63
 BGE 
 Art. 63
 Art. 278