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Timestamp: 2016-10-23 16:18:18+00:00

Document:
2D_50/2009 (25.02.2010)
Walliser Vereinigung f�r behinderte Kinder,
Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Wallis, �ffentlichrechtliche Abteilung,
Die Walliser Vereinigung f�r behinderte Kinder ist Eigent�merin des in der Gemeinde Sierre gelegenen Geb�udes Notre-Dame de Lourdes, welches sich in bauf�lligem und renovationsbed�rftigem Zustand befindet. Das Institut Notre-Dame de Lourdes betreut behinderte Kinder aus dem franz�sischsprachigen Wallis. F�r Renovation und Umbau des Geb�udes haben der Kanton Wallis und der Bund der Vereinigung Subventionen in der H�he von je ca. 6,5 Mio. Franken zugesprochen.
Im Amtsblatt Nr. 3 vom 16. Januar 2009 schrieb die Vereinigung f�r behinderte Kinder f�r den Umbau des Hauptgeb�udes u.a. die Zementestricharbeiten BKP 281 im offenen Verfahren aus. Als Vergabestelle wurde in Ziff. 1.1 der Ausschreibung die "Association Valaisanne pour l'Enfance Infirme" angegeben, als Organisatorin des Beschaffungsverfahrens die "Gruppe G_5" und als Ansprechperson A.________ mit Adresse ________. Sodann sah Ziff. 3.9 vor:
"Adresse f�r die Einreichung der Offerte: Adresse identisch Kapitel 1.1
- Formvorschriften f�r die Abgabe: geschlossener Umschlag mit dem Stichwort 'Soumission ndl - Sierre'. Das Datum des Poststempels ist nicht massgebend."
In den �ber die Ansprechperson zu beziehenden Ausschreibungsunterlagen ("Dossier d'appel d'offres") wurde unter Ziff. 3.1 festgehalten:
"Les offres doivent parvenir au plus tard le Mercredi, 25 f�vrier 2009 � 10h00 aupr�s de Monsieur A.________.
Le cachet postal fait foi pour le respect du d�lai de d�p�t des offres."
Anl�sslich der auf Mittwoch, 25. Februar 2009, 10.30 Uhr angesetzten Offert�ffnung wurden drei Angebote registriert, worunter jenes der X.________ SA. Gleichentags am sp�teren Nachmittag teilte A.________ der Bauherrschaft mit, in seiner Post die Offerte der Firma Y.________ SA vorgefunden zu haben. Die Eingabe war in einem Briefumschlag ohne Betreff und Absender mit Poststempel vom 24. Februar 2009 per A-Post versendet worden.
Am 4. M�rz 2009 wurde diese und eine zweite am 25. Februar 2009 eingegangene Offerte im Er�ffnungsprotokoll angef�gt mit der Bemerkung:
"Offres re�ues par courrier et non encore enregistr�es au moment de l'ouverture publique du 25.02.09 � 10.00."
Am 30. April 2009 vergab die Bauherrschaft die Zementestricharbeiten an die Y.________ SA. Der Staatsrat des Kantons Wallis genehmigte diesen Entscheid am 13. Mai 2009, worauf die "Gruppe G_5" den Vergabeentscheid den Anbietern am 18. Mai 2009 schriftlich er�ffnete.
In der Folge erhob die X.________ SA Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Wallis und verlangte, die Zuschlagsverf�gung der Walliser Vereinigung f�r behinderte Kinder und den diesbez�glichen Genehmigungsentscheid des Regierungsrates aufzuheben, die Y.________ SA vom Vergabeverfahren auszuschliessen und den Zuschlag ihr selber zu erteilen. Die X.________ SA machte im Wesentlichen geltend, das Angebot der Zuschlagsempf�ngerin sei weder form- noch fristgerecht eingereicht worden.
Mit Urteil vom 17. Juli 2009 wies das Kantonsgericht Wallis, �ffentlichrechtliche Abteilung, die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat.
Mit Eingabe vom 10. August 2009 erhebt die X.________ SA beim Bundesgericht subsidi�re Verfassungsbeschwerde mit den Antr�gen, das Urteil des Kantonsgerichts vom 17. Juli 2009 aufzuheben, die Y.________ SA vom Vergabeverfahren auszuschliessen und die Sache zwecks neuer Vergabe an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Das Kantonsgericht des Kantons Wallis und die Walliser Vereinigung f�r behinderte Kinder schliessen auf Abweisung der Beschwerde, die Y.________ SA (sinngem�ss) auf Abweisung, soweit darauf einzutreten ist.
Mit Verf�gung vom 15. September 2009 hat der Pr�sident der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung das Gesuch der X.________ SA um aufschiebende Wirkung, mit welchem der Vergabebeh�rde und der Zuschlagsempf�ngerin der Abschluss des Vertrages betreffend die strittigen Arbeiten bis zum Vorliegen des Bundesgerichtsurteils h�tte untersagt werden sollen, abgewiesen.
Bezugnehmend auf diese Verf�gung beantragt die Beschwerdef�hrerin beim Bundesgericht mit Eingabe vom 29. September 2009, es sei - soweit zwischen Vergabebeh�rde und Zuschlagsempf�ngerin nunmehr ein Vertrag abgeschlossen werde - die Rechts- bzw. Verfassungswidrigkeit des angefochtenen Kantonsgerichtsurteils und der dadurch gesch�tzten Vergabeverf�gung festzustellen.
1.1 Das ordentliche Rechtsmittel der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist gegen Entscheide auf dem Gebiet der �ffentlichen Beschaffungen nur zul�ssig, wenn die in Art. 83 lit. f Ziff. 1 und 2 BGG genannten beiden Bedingungen kumulativ erf�llt sind, d.h. wenn einerseits der zu vergebende Auftrag den massgebenden Schwellenwert erreicht und sich zugleich eine Rechtsfrage von grunds�tzlicher Bedeutung stellt (BGE 133 II 396 E. 2.1 S. 398, mit Hinweisen). Vorliegend stellt sich, wie in der Beschwerdeschrift (S. 3 unten) ausdr�cklich einger�umt wird, keine Rechtsfrage von grunds�tzlicher Bedeutung. Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist somit ausgeschlossen. Zul�ssig bleibt, da es sich um den Entscheid einer kantonalen Instanz handelt, die subsidi�re Verfassungsbeschwerde gem�ss Art. 113 ff. BGG, als welche die Beschwerdef�hrerin ihre Eingabe bezeichnet.
1.2 Die Beschwerdef�hrerin, welche am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat, ist zur Verfassungsbeschwerde legitimiert, wenn sie ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Aufhebung oder �nderung des angefochtenen Entscheids hat (Art. 115 lit. b BGG). Letzteres ist im Bereich des �ffentlichen Vergabewesens dann der Fall, wenn sie als unterlegene Bewerberin eine reelle Chance hat, im Falle der Gutheissung ihres Rechtsmittels den Zuschlag zu erhalten (vgl. Urteile 2C_107/2007 vom 22. Januar 2008, E. 1.2, und 2D_22/2008 vom 23. Mai 2008, E. 1.1; vgl. auch ADRIAN HUNGERB�HLER, in: Zufferey/St�ckli [Hrsg.], Aktuelles Vergaberecht 2008, Z�rich 2008, S. 360, Rz. 31). Diese Voraussetzung ist vorliegend erf�llt: Die Beschwerdef�hrerin liegt nur knapp hinter der zweitplatzierten Bewerberin, weshalb - sollte die heutige Zuschlagsempf�ngerin (Beschwerdegegnerin) antragsgem�ss vom Vergabeverfahren ausgeschlossen werden - nicht ohne weiteres klar ist, dass diese Rangfolge Bestand haben w�rde.
Am Vorliegen eines rechtlich gesch�tzten Interesses �ndert sich auch dann nichts, wenn zwischen der Vergabebeh�rde und der Zuschlagsempf�ngerin bereits ein Vertrag abgeschlossen worden ist. Zwar wird die G�ltigkeit des Vertrages durch die Gutheissung der Beschwerde eines Konkurrenten nicht ber�hrt, doch beh�lt der �bergangene Bewerber insofern ein aktuelles und praktisches Interesse am Verfahren, als das Bundesgericht aufgrund der Sonderbestimmung von Art. 9 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 �ber den Binnenmarkt (Binnenmarktgesetz, BGBM; SR 943.02) in diesem Falle wenigstens die Bundesrechtswidrigkeit des angefochtenen Entscheids festzustellen hat, um dem Betroffenen die allf�llige Geltendmachung von Schadenersatz zu erm�glichen (vgl. BGE 131 I 153 E. 1.2 S. 157; 125 II 86 E. 5b S. 97 f.; Urteil 2C_634/2008 vom 11. M�rz 2009, E. 2.2).
1.3 Mit der subsidi�ren Verfassungsbeschwerde kann einzig die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte ger�gt werden (Art. 116 BGG). Dabei gilt das sog. R�geprinzip (Art. 117 in Verbindung mit Art. 106 Abs. 2 BGG): Der Beschwerdef�hrer muss in seiner Eingabe dartun, welche verfassungsm�ssigen Rechte inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Das Bundesgericht pr�ft nur klar erhobene und, soweit m�glich, belegte R�gen; auf rein appellatorische Kritik tritt es nicht ein (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399). Wird ein Verstoss gegen das Willk�rverbot geltend gemacht, muss der Beschwerdef�hrer dartun, dass und inwieweit der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 133 II 396 E. 3.2 S. 400 mit Hinweis).
2.1 Gem�ss Art. 23 Abs. 1 lit. c der Walliser Verordnung vom 11. Juni 2003 �ber das �ffentliche Beschaffungswesen (im Folgenden: V�B/VS) wird ein Anbieter vom Zuschlagsverfahren ausgeschlossen, wenn sein Angebot die Anforderung gem�ss der Ausschreibungs- oder Einladungsunterlage nicht erf�llt. Nach Art. 14 Abs. 1 V�B/VS muss das Angebot schriftlich und vollst�ndig, innerhalb der Frist, eingeschrieben per Post an die in der Ausschreibung erw�hnte Adresse zugestellt sein.
2.2 Vorliegend ist unbestritten, dass die Offerte der Beschwerdegegnerin anl�sslich der Offert�ffnung um 10.30 Uhr am 25. Februar 2009 nicht registriert wurde, sondern erst im Anschluss daran von A.________, dem Vertreter der Vergabestelle, nach seiner R�ckkehr um 11.15 Uhr in seiner Post vorgefunden wurde. Der Briefumschlag mit der Offerte wurde per A-Post verschickt und tr�gt den Poststempel vom 24. Februar 2009; der Vermerk "Soumission ndl - Sierre" wurde darauf nicht angebracht.
Das Verwaltungsgericht sch�tzte das Vorgehen der Bauherrschaft, welche die Offerte der Beschwerdegegnerin trotz der erw�hnten Unstimmigkeiten bei der Einreichung als g�ltig betrachtet und ihr - als das g�nstigste Angebot - den Zuschlag erteilt hatte. Zur Begr�ndung f�hrte es an, die Ausschreibung sei in widerspr�chlicher Weise erfolgt: W�hrend im Amtsblatt der Poststempel ausdr�cklich als nicht massgebend erkl�rt werde, s�hen die Ausschreibungsunterlagen das Gegenteil vor; auch werde darin - entgegen Art. 14 V�B/VS - keine eingeschriebene Sendung verlangt. Bei der am 24. Februar 2009 als A-Post einer schweizerischen Poststelle �bergebenen Offerte sei zu erwarten gewesen, dass sie der Vergabestelle im Normalfall am 25. Februar 2009 zugehen w�rde. Aufgrund der Best�tigung des Vertreters der Vergabestelle k�nne davon ausgegangen werden, dass die Offerte der Beschwerdegegnerin rechtzeitig eingereicht und der Vergabebeh�rde zugegangen sei. In den Ausschreibungsunterlagen w�rde zudem - im Unterschied zur Ausschreibung im Amtsblatt - auch der Vermerk "Soumission ndl - Sierre" nicht verlangt. Selbst wenn dieser Vermerk auf dem Briefumschlag angebracht worden w�re, h�tten die Unterlagen bei der Offert�ffnung nicht vorgelegen, da der Vertreter, wie dieser best�tige, die Morgenpost erst um 11.15 Uhr ge�ffnet habe. In Kenntnis der widerspr�chlichen Ausschreibungen und angesichts der Gefahr, dass ein Ausschluss der Beschwerdegegnerin von der Vergabe wegen �berspitzten Formalismus h�tte aufgehoben werden k�nnen, h�tte die Vergabebeh�rde deren Offerte zu Recht in die Vergabeliste aufgenommen. Die Grunds�tze der Rechtsgleichheit, der Transparenz und des fairen Wettbewerbs seien dadurch nicht verletzt worden.
2.3 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, das Kantonsgericht habe den Sachverhalt willk�rlich bzw. aktenwidrig festgestellt, indem es davon ausgegangen sei, die Offerte der Beschwerdegegnerin sei am 25. Februar 2009 bereits vor 10.00 Uhr im B�ro des Vertreters der Vergabestelle eingegangen. Aus dessen Mitteilung ergebe sich lediglich, dass die Offerte nach seiner R�ckkehr auf seinem Pult gelegen habe. Es sei lebensfremd anzunehmen, dass der Vertreter an jenem Morgen, an welchem bis 10.00 Uhr Offerten bei ihm h�tten eingehen k�nnen, seine Post nicht vorg�ngig durchgesehen und festgestellt habe, dass sich keine Offerten darin bef�nden. Dies best�tige auch die Vergabebeh�rde, wenn sie auf der Offert�ffnungsliste festhalte, dass die Offerte der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der Offert�ffnung noch nicht registriert gewesen sei, was heisse, dass sie bei ihr nicht eingegangen sei. Zur Beurteilung der Frage, ob eine Offerte rechtzeitig eingegangen sei, sei auf das Eintreffen beim Besteller abzustellen; das Datum des Poststempels sei demgegen�ber unerheblich, zumal mit einer Zustellung von A-Post-Sendungen am nachfolgenden Tag bis 10.00 Uhr morgens nicht ohne weiteres gerechnet werden k�nne. Das nicht fristgerechte Einreichen eines Angebots stelle eine schwerwiegende Verletzung bzw. einen schwerwiegenden Formfehler dar, welcher nach Lehre und Rechtsprechung zwingend zum Ausschluss vom Vergabeverfahren im Sinne von Art. 23 Abs. 1 V�B/VS f�hren m�sse. Insofern liege auch im Ergebnis ein willk�rlicher Entscheid vor.
2.4 Es entspricht dem Zweck und Charakter des Submissionsverfahrens, dass sowohl seitens der Offerenten wie auch seitens der Vergabeinstanz bestimmte Formvorschriften eingehalten werden m�ssen, deren Missachtung zum Ausschluss der betreffenden Offerte f�hren oder die Ung�ltigkeit des Vergabeverfahrens nach sich ziehen kann. Nicht jede Unregelm�ssigkeit vermag aber eine solche Sanktion zu rechtfertigen. Aus Gr�nden der Verh�ltnism�ssigkeit darf (und soll) vom Ausschluss einer Offerte oder von der Ung�ltigerkl�rung des Verfahrens abgesehen werden, wenn der festgestellte Mangel relativ geringf�gig ist und der Zweck, den die in Frage stehende Formvorschrift verfolgt, dadurch nicht ernstlich beeintr�chtigt wird (vgl. Urteile 2P.176/2005 vom 13. Dezember 2005, E. 2.4; 2P.339/2001 vom 12. April 2002; 2P.4/2000 vom 26. Juni 2000, in: ZBl 102/2001 S. 215 ff., E. 3).
Bei der Frist f�r die Einreichung der Offerten handelt es sich um ein zentrales formelles Erfordernis, dessen Nichteinhaltung als schwerer Formfehler regelm�ssig zum Ausschluss vom Verfahren f�hrt (vgl. GALLI/MOSER/LANG/CLERC, Praxis des �ffentlichen Beschaffungsrechts, 2. Aufl., Z�rich 2007, S. 128 ff., Rz. 307 ff.; OLIVIER RODONDI, La gestion de la proc�dure de soumission, in: Zufferey/St�ckli [Hrsg.], Aktuelles Vergaberecht 2008, Z�rich 2008, S. 179 f., Rz. 42 ff.; HERBERT LANG, Offertenbehandlung und Zuschlag im �ffentlichen Beschaffungswesen, in: ZBl 101/2000 S. 226 ff.; Entscheid der Eidgen�ssischen Rekurskommission f�r das �ffentliche Beschaffungswesen vom 13. August 1998, in: VPB 63/1999 Nr. 17). Gleiches gilt im Grundsatz f�r die Offert�ffnung sowie - damit verbunden - das Erfordernis, auf dem Umschlag einen Vermerk anzubringen, dass es sich um eine Offerte handelt. Letzteres soll sicherstellen, dass die Angebote bis zum �ffnungstermin verschlossen bleiben und die formellen Regeln �ber die Offert�ffnung eingehalten werden k�nnen, wie dies namentlich das interkantonale Beschaffungsrecht verlangt (vgl. GALLI/MOSER/LANG/ CLERC, a.a.O., S. 170, Rz. 410).
2.5 Der vorliegende Fall ist dadurch gekennzeichnet, dass seitens der Vergabestelle Unklarheiten bez�glich der Frist f�r die Einreichung der Offerten geschaffen wurden: W�hrend es gem�ss Ausschreibung im Amtsblatt f�r die termingerechte Eingabe der Offerte auf das Datum des Poststempels nicht ankommt, sahen die detaillierten Ausschreibungsunterlagen vor, dass der Poststempel massgebend f�r die Einhaltung der Einreichungsfrist sei ("Le cachet postal fait foi pour le respect de d�lai de d�pot des offres"). Den erw�hnten Unterlagen ist aber auch zu entnehmen, dass die Offerten sp�testens bis zum 25. Februar 2009 um 10.00 Uhr beim Vertreter der Vergabestelle einzugehen h�tten (Ziff. 3.1), wo gleichentags um 10.30 Uhr die Offert�ffnung �ffentlich durchgef�hrt werden sollte (Ziff. 4.5). Die Vorgaben zur Einreichung der Offerten erwiesen sich damit, was die Massgeblichkeit des Poststempels angeht, als missverst�ndlich, in sich widerspr�chlich und unklar. Unter diesen Umst�nden ist es - wenngleich eine andere L�sung ebenfalls denkbar oder gar vorzuziehen w�re - nicht geradezu willk�rlich, die Offerte der Beschwerdegegnerin zuzulassen, welche diese am Vortag der Offert�ffnung der Post �bergeben hatte und als A-Post an die korrekte, von der Vergabestelle angegebene Adresse zustellen liess. Angesichts der auch in dieser Hinsicht widerspr�chlichen Angaben in der Ausschreibung, verfiel das Kantonsgericht auch insofern nicht in Willk�r, als es den auf dem Briefumschlag fehlenden Betreff ("Soumission ndl - Sierre") nicht als schweren Formfehler wertete, welcher den Ausschluss der Beschwerdegegnerin vom Vergabeverfahren zwingend erfordert h�tte, zumal sich das Risiko einer verfr�hten �ffnung dadurch nicht verwirklichte. Ob die postalische Zustellung am Morgen des 25. Februar 2009 bereits vor 10.00 Uhr erfolgte und die Offerte sich somit zum Zeitpunkt der Offert�ffnung bereits im Herrschaftsbereich des Vertreters befunden hatte oder diesem erst nach Beginn des Offert�ffnungsverfahrens zugegangen war, musste, wenn von der Massgeblichkeit des Poststempels ausgegangen wird, kein entscheidendes Gewicht beigemessen werden. Ein Anbieter darf nach Treu und Glauben davon ausgehen, dass die in den detaillierten Ausschreibungsunterlagen gemachten Angaben zur Einreichung der Offerte (und damit auch zur Massgeblichkeit des Poststempels) - gerade weil es sich dabei um wesentliche formelle Punkte des Verfahrens handelt - korrekt sind, selbst wenn sie von den �blichen Modalit�ten, wie sie sich hier aus Art. 14 V�B/VS ergeben, abweichen. Vorliegend bestehen im �brigen keinerlei Anhaltspunkte f�r Manipulationen: Wohl konnte das siegreiche Angebot anl�sslich der formellen Offert�ffnung nicht registriert werden, doch befand sich die betreffende Offerte zu jener Zeit wenn nicht bereits bei der Vergabestelle so jedenfalls beim Postboten und konnte insofern von der Beschwerdegegnerin so oder so nicht mehr im Wissen um den Inhalt der Angebote der Konkurrenten ver�ndert oder angepasst werden. Dass die formellen Grunds�tze �ber die �ffnung der Angebote gem�ss Art. 18 V�B/VS in Bezug auf die Offerte der Beschwerdegegnerin nicht zum Tragen kommen konnten, liegt unter den gegebenen Umst�nden in der Natur der Sache und verlangt nicht imperativ deren Ausschluss vom Verfahren; erst recht waren die zust�ndigen Beh�rden verfassungsrechtlich nicht dazu verpflichtet, dem betreffenden Angebot die Qualit�t einer Offerte schlechthin abzusprechen.
2.6 Die Beschwerdef�hrerin macht im Weiteren geltend, das Kantonsgericht sei auch insofern in Willk�r verfallen, als es davon abgesehen habe, die Beschwerdegegnerin deshalb vom Verfahren auszuschliessen, weil sie in ihrer Offerte das Leistungsverzeichnis in drei Positionen abge�ndert habe. Mit der Beschwerdef�hrerin ist davon auszugehen, dass die diesbez�gliche Vorgehensweise der Zuschlagsempf�ngerin nicht allein deshalb als unbedenklich eingestuft werden durfte, weil in den fraglichen Positionen keine Preisdifferenzen zum Angebot der Beschwerdef�hrerin bestanden. Eine solche Betrachtungsweise w�rde ausser Acht lassen, dass unter Umst�nden eine minderwertige Leistung zum gleichen Preis angeboten wird. Wie sich aus dem angefochtenen Urteil ergibt, handelt es sich jedoch bei den streitigen Positionen allesamt um geringf�gige �nderungen in untergeordneten Punkten (Verwendung eines Bandes zur Isolation von 8 statt 10 mm Breite, Einstreul�sung zur Resistierung im �berzug anstelle der Verlegung eines Gitters), welche die Vergabe insgesamt nicht entscheidend beeinflussen konnten. Das angefochtene Urteil h�lt auch in dieser Hinsicht vor dem Willk�rverbot stand.
2.7 Soweit die Beschwerdef�hrerin in Zusammenhang mit der Legitimation zur Beschwerde an das Kantonsgericht eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs geltend macht, �bersieht sie, dass das angefochtene Urteil lediglich die Frage aufwirft (und offen l�sst), ob die Beschwerdef�hrerin als im Vergabeverfahren Drittplatzierte sich auf ein unmittelbares und aktuelles Interesse berufen k�nne. Das Gericht hat, wiewohl es diesbez�glich gewisse Zweifel anmeldete, den ihm vorgelegten Fall aber dennoch materiell gepr�ft. Ist der Beschwerdef�hrerin damit die Legitimation (im Ergebnis) gerade nicht abgesprochen worden, erweisen sich die diesbez�glichen Vorbringen als rein hypothetisch, weshalb darauf nicht einzutreten ist.
Nach dem Gesagten ist die subsidi�re Verfassungsbeschwerde als unbegr�ndet abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Entsprechend dem Ausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 65 f. BGG). Zudem hat sie die Beschwerdegegnerin und die als Vergabestelle handelnde Walliser Vereinigung f�r behinderte Kinder, welche beide anwaltlich vertreten waren, f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 68 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerin und die Walliser Vereinigung f�r behinderte Kinder f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit je Fr. 3'000.-- zu entsch�digen.
M�ller Moser

References: Art. 83
 Art. 113
 Art. 9
 BGE 
 Art. 106
 Art. 23
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 23
 Art. 14
 Art. 18