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Timestamp: 2020-03-30 14:39:26+00:00

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BFH, 25.07.2000 - VIII R 32/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,1492
BFH, 25.07.2000 - VIII R 32/99 (https://dejure.org/2000,1492)
BFH, Entscheidung vom 25.07.2000 - VIII R 32/99 (https://dejure.org/2000,1492)
BFH, Entscheidung vom 25. Juli 2000 - VIII R 32/99 (https://dejure.org/2000,1492)
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Mitunternehmerschaft - Gesellschaft bürgerlichen Rechts - Schätzung der Besteuerungsgrundlagen - Steuerschuldner
FG Mecklenburg-Vorpommern, 29.04.1998 - 1 K 194/97
Ergeht der Bescheid hingegen --in Verkennung der materiellen Rechtslage-- gegenüber dem Gesellschafter, so ist dieser auch befugt, im eigenen Namen Klage zu erheben (BFH-Urteil vom 25. Juli 2000 VIII R 32/99, BFH/NV 2001, 178, m.w.N.).
Bei der erforderlichen Abwägung sind die voraussichtliche Dauer der gerichtlichen und einer behördlichen Sachverhaltsermittlung sowie die wirtschaftlichen Interessen der Beteiligten zu berücksichtigen (vgl. BFH, Urteil vom 25. Juli 2000 - VIII R 32/99 - BFH/NV 2001, 178 f.;… Gerhardt, a.a.O., Rn. 48;… Kuntze, a.a.O., Rn. 90).
Deshalb sind die Tatbestandsvoraussetzungen eng auszulegen, wie bereits das BVerwG ausdrücklich entschieden hat (BVerwGE 117, 200, 207; vgl zu § 100 Abs. 3 Satz 1 Finanzgerichtsordnung: BFHE 177, 217; BFH/NV 2001, 178, 179).
Denn die Tatbestandsmerkmale der Norm sind im Anschluss an die Gesetzesbegründung zu § 113 Abs. 3 VwGO (BT-Drucks 11/7030 S 30) und an die bisherige Rechtsprechung (vgl BVerwGE 117, 200, 207 f; BFH/NV 2001, 178, 179; s auch BFHE 177, 217; BFHE 182, 300) abseits von wirtschaftlichen Überlegungen nur dann als erfüllt anzusehen, wenn die Behörde nach personeller und sachlicher Ausstattung die für erheblich und erforderlich gehaltenen Ermittlungen besser bzw rascher durchführen kann als das Gericht.
Das ist hier die GbR als damalige Inhaberin des Wohnungseigentums; an diese war der Beitragsbescheid zu richten (vgl. BFH/NV 2001, 178 f; 2001, 1220; 2002, 370, 371).
Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass § 100 Abs. 3 Satz 1 FGO der Prozessökonomie dient, somit die nach § 100 Abs. 3 Satz 1 FGO der Finanzbehörde auferlegte Sachverhaltsermittlung nicht zu einer Verzögerung des Verfahrens führen soll (zum Ganzen: Urteil des BFH vom 25. Juli 2000, VIII R 32/99, BFH/NV 2001, 178 m. w. N.).
In einem solchen Fall der Gesamtrechtsnachfolge geht auch die Klagebefugnis auf den Rechtsnachfolger über (vgl. BFH-Urteil vom 25. Juli 2000 VIII R 32/99, BFH/NV 2001, 178; BFH-Beschluss vom 3. Juli 2000 VIII R 68/95, juris; Steinhauff in Hübschmann/Hepp/Spitaler - HHSp -, § 48 FGO Rz 114).
Die Klägerin konnte das Verfahren nach dem Ausscheiden ihres Ehemannes aus der GbR als Gesamtrechtsnachfolgerin der GbR fortführen, da dessen Anteil am Gesamthandsvermögen der GbR ohne Liquidation im Wege der Anwachsung nach § 738 Abs. 1 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches auf sie übergegangen ist und es sich um eine betriebliche Steuer handelt (vgl. BFH-Urteil vom 25. Juli 2000 VIII R 32/99, BFH/NV 2001, 178, m.w.N.).
Eine Gesamtrechtsnachfolge infolge einer Anwachsung tritt nur im Bereich der Betriebssteuern (Umsatzsteuer und Gewerbesteuermessbetrag) ein (vgl. BFH, Urteile vom 18. September 1980 V R 175/74, BStBl. II 1983, 293, zur Umsatzsteuer; vom 25. Juli 2000 VIII R 32/99, BFH/NV 2001, 178, zur Umsatzsteuer und zum Gewerbesteuermessbetrag; Finanzministerium Nordrhein-Westfalen vom 20. April 2012, AO-Kartei NW § 26 AO Karte 802).
Die Anwachsung führt zwar im Bereich der einheitlichen und gesonderten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen - und damit im Gegensatz zur Gewerbesteuer, zum Gewerbesteuermessbetrag und zur Umsatzsteuer, die jeweils die Personengesellschaft als Steuerschuldnerin schuldet - nicht zu einer Gesamtrechtsnachfolge des verbleibenden Gesellschafters (BFH, Urteil vom 19. Mai 1983 IV R 125/82, BStBl. II 1984, 15; hingegen zu den Folgen der Anwachsung bei Betriebssteuern: OVG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 19. November 2005 4 L 207/09, NVwZ-RR 2010, 284; BFH, Urteil vom 25.7. 2000 VIII R 32/99, BFH/NV 2001, 178).
So kann eine vollbeendete Personengesellschaft gleichwohl noch Steuerschuldnerin und Adressatin sowie Beteiligte eines finanzgerichtlichen Verfahrens im Bereich der Betriebssteuern sein (BFH, Urteil vom 25.7. 2000 VIII R 32/99, BFH/NV 2001, 178), obwohl dies der zivilrechtlichen Betrachtung widerspricht.
Ihre Klagebefugnis für die auf die Aufhebung des streitigen Feststellungsbescheides in Gestalt der Einspruchsentscheidung gerichtete Klage folgt im Streitfall jedoch aus dem von dem angefochtenen Bescheid ihr gegenüber erzeugten Rechtsschein (…vgl. BFH-Urteil vom 17. September 1992 V R 17/86, BFH/NV 1993, 279; Senatsurteil vom 25. Juli 2000 VIII R 32/99, BFH/NV 2001, 178, m.w.N.).
Die Beschwerde ist jedoch nicht begründet, soweit die Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) eine Abweichung von den BFH-Beschlüssen vom 17. Mai 1994 IV B 54/93 (…BFH/NV 1995, 86) und vom 5. März 1996 XI B 154/95 (…BFH/NV 1996, 690) sowie vom BFH-Urteil vom 25. Juli 2000 VIII R 32/99 (BFH/NV 2001, 178) rügen.
Auf das Urteil in BFH/NV 2001, 178 hat sich das FG ausdrücklich berufen.
BFH, 06.05.2003 - VIII S 17/02
FG Sachsen, 23.12.2002 - 1 V 1824/02
Klagebefugnis eines GbR-Gesellschafters; Bestreiten des Zustandekommens der GbR; …
FG Sachsen-Anhalt, 23.12.2002 - 1 V 1824/02
Klagebefugnis eines die Gesellschafterstellung bestreitenden GbR-Gesellschafters …
FG Bremen, 10.03.2004 - 2 K 477/02
Klagebefugnis bei stillschweigend gegründeter GbR; Bindungswirkung eines …

References: § 100
 § 113
 § 100
 § 100
 § 48
 § 738
 § 26