Source: https://www.lpk-bw.de/fachportal/kjp/qs-qm
Timestamp: 2018-11-16 22:40:40+00:00

Document:
Informationen zur Qualitätsmanagement-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) - Aufforderung zu einem praxisinternen Qualitätsmanagement
Am 1.1.2006 trat die Richtlinie in Kraft, in der der „Gemeinsame Bundesausschuss“ GBA der KBV die verpflichtende Einführung von QM „Qualitätsmanagement für Praxen“ festlegte. Er folgte damit einem Gesetz im SGB V, das ab 01.2004 mit dem GMG die Verpflichtung zu praxisinternem Qualitätsmanagement vorschreibt.
Qualitätsmanagement heißt für Psychotherapeutische Praxen, dass Abläufe und Tätigkeiten die täglich ablaufen, strukturiert schriftlich erfasst und beobachtet werden, und in einem praxisinternen Diskussionsprozess verbessert werden können. Jede Praxis arbeitet ein Handbuch mit Hilfe der in den Richlinien erwähnten Themen aus. Hierbei sollen die praxisinternen Vorgänge weiterentwickelt werden. Eine kurze Zusammenfassung soll dem Überblick dienen.
Welche Ziele sind anvisiert?
Gesteigerte Arbeitszufriedenheit, besseres Zeitmanagement, wirtschaftlicheres Handeln
Welche Gründe gibt es für die Einführung von QM?
Inhaltliche Gründe (Innovationen, wachsender wissenschaftlicher Kenntnisstand, veränderte Patientenerwartungen
Organisatorische Gründe: Komplexität des Leistungsgeschehens, neue Vertragsformen §95 Medizinische Versorgungszentren, §140 Integrierte Versorgung
Wirtschaftliche Gründe: Wettbewerbsdruck, §115 Öffnung der Krankenhäuser für ambulante Behandlungen, verschärfte Haftungsregeln
Änderung der SGB V ab 1/2004 (GMG): Verpflichtung zu praxisinternem QM
In Kraft treten von Berufsordnungen in den Landeskammern
rechtliche Grundlage dafür ist
SGBV §135 a (2) Verpflichtung zur Einführung von QM ( 01.01.2004 GMG)
SGBV §136 a: Anforderungen legt G-BA fest.
Die Richtlinie „Internes QM“ des G-BA gemäß §136 a SGB V sieht einen Zeitrahmen und beobachtende Kontrolle durch die KVen vor:
2 Jahre für Orientierung, Fortbildung und Planung des praxisinternen QM-Systems für jede Praxis (2005-2007)
weitere 2 Jahre (2007-2009) für die Umsetzung (des Handbuchs)
das fünfte Jahr (2010) für die Überprüfung (der Handbuchdokumentation)
anschließend kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung der begonnenen Qualitätsmanagement Maßnahmen
es wird kein QM System vorgeschrieben (KTQ, ISO,EPA, QEP, Angebote aus Verbänden und eigene Systematik ist möglich)
Es ist keine Zertifizierung vorgeschrieben, die oben genannten Systeme sind jedoch zur Zertifizierung zugelassen.
Zertifizierungen sind möglich, haben jedoch zur Zeit keine (zusätzlichen positiven) Auswirkungen
KVen richten QM Kommissionen ein, die 2007 und 2008 2,5 % der Praxen stichprobenartig überprüfen auf Konformität mit der Richtlinie (Aufforderung zum schriftlichen Nachweis)überprüfen. Im Falle der Nonkonformität d.h. Unvollständigkeit mit den Themen der Richtlinie, gibt es ein Beratungsangebot durch die KV aber keine Sanktionen
KV-Kommissionen arbeiten seit dem 1. Quartal 2007 in den KVen
Es werden grundlegende Elemente und Instrumente vorgegeben, die im Handbuch dokumentiert werden müssen
Festlegung von konkreten Qualitätszielen für die Praxis und nachweisbare Überprüfung derselben und Dokumentation (z.B. Ablauf des Aufnahmeverfahrens)
Regelmäßige strukturierte Teambesprechungen (für uns z.B. Intervisionsgruppen)
Prozessbeschreibungen (was passiert wie und wann)
Dokumentation von Behandlungsverläufen und Beratungen
Patientenbefragungen (mit validen Fragebögen) für uns evtl Abschlussbefragung
Beschwerdemanagement und Fehlermanagement
Ausrichtung der Versorgung an medizinischen Standards und Leitlinien z.B. veröffentlicht durch die Fachgesellschaften
Patienteninformation und Beratung, Patientensicherheit, Patientenmitwirkung
Notfallmanagement z.B. bei suizidalen Patienten
Integration bestehender QS- Maßnahmen ins QM-System
Mitarbeiterorientierung (bspw. Arbeitsschutz, Fort- und Weiterbildung)
QM-Richtlinie des G-BA vom November 2016
Weitere Infos zu QS/QM finden Sie hier

References: §95
 §140
 §115
 §135
 §136
 §136