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Timestamp: 2019-07-16 03:21:13+00:00

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BGH, 08.05.2013 - 4 StR 336/12 - dejure.org
BGH, 08.05.2013 - 4 StR 336/12
https://dejure.org/2013,11222
BGH, 08.05.2013 - 4 StR 336/12 (https://dejure.org/2013,11222)
BGH, Entscheidung vom 08.05.2013 - 4 StR 336/12 (https://dejure.org/2013,11222)
BGH, Entscheidung vom 08. Mai 2013 - 4 StR 336/12 (https://dejure.org/2013,11222)
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§ 121 Abs. 2 GVG; § 46 Abs. 1 OWiG; § 71 Abs. 1 OWiG; § 275 Abs. 1 Satz 2, Abs. 3 StPO; § 77b Abs. 1 OWiG; § 36 Abs. 1 StPO; § 41 StPO
Vorlageverfahren (entsprechende Anwendung des § 121 Abs. 2 GVG für die Rechtsbeschwerde im Sinne des OWiG); Protokollurteil (Ordnungswidrigkeitsverfahren: Entbehrlichkeit der schriftlichen Begründung im Sitzungsprotokoll); keine nachträgliche Ergänzung von Gründen nach Verlassen des inneren Dienstbereichs (Verfahrensabschluss durch Übersendung der Akten: Entscheidung des erkennenden Richters)
StPO § 275 Abs. 1 Satz 2; OWiG § 77b
§ 41 StPO, § 275 Abs 1 S 2 StPO, § 275 Abs 3 StPO, § 77b Abs 1 S 3 OWiG
Bußgeldverfahren: Zulässigkeit der nachträglichen Anfertigung von Urteilsgründen innerhalb der Urteilsabsetzungsfrist nach Zuleitung des Hauptverhandlungsprotokolls an die Staatsanwaltschaft
Zur nachträglichen Absetzung der Urteilsgründe
Bringen der Urteilsgründe innerhalb der Frist des § 275 Abs. 1 S. 2 StPO zu den Akten im Bußgeldverfahren i.R.e. Rechtsmittelverzichts bei Führen eines Pkw unter Einfluss von Alkohol mit einer BAK von 0,5 Promille
Zur Urteilsübersendung "zur Kenntnisnahme" oder "zum Zwecke der Zustellung"
Formlose Übersendung des Hauptverhandlungsprotokolls an Staatsanwaltschaft ist keine nachträgliche Fertigung von Urteilsgründen
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 08.05.2013, Az.: 4 StR 336/12 (Fertigung der Urteilsgründe nach Übersendung des Protokolls an die StA)" von Prof. Dr. Brian Valerius, original erschienen in: NStZ 2013, 730 - 733.
AG Papenburg, 02.03.2012 - 2 OWi 19/12
OLG Oldenburg, 17.07.2012 - 2 SsBs 107/12
BGHSt 58, 243
NJW 2013, 2837
NStZ 2013, 730
NZV 2013, 557
NJ 2013, 438
OLG Brandenburg, 01.03.2017 - (1 B) 53 Ss OWi 90/17
Ordnungswidrigkeitenverfahren: Form und Inhalt des Urteils; nachträgliche …
Eine nach Eingang der Rechtsbeschwerde des Betroffenen vom 28. September 2016 infolge der Zustellungsfehler weiterhin denkbare nachträgliche Ergänzung der Urteilsgründe wäre nach nunmehr höchstrichterlicher und obergerichtlicher Rechtsprechung (vgl. BGH, Beschluss vom 8. Mai 2013, 4 StR 336/12, abgedruckt in: BGHSt 58, 243; OLG Saarbrücken, Beschluss vom 06. September 2016, Ss Bs 53/2016 (24/16 OWi); OLG Bamberg, Beschluss vom 6. Juni 2016, 3 Ss OWi 646/16; jeweils zit. n. juris; Senatsbeschluss vom 17. November 2011, VRS 122, 151) unzulässig.
Liegt jedoch ein sog. Protokollurteil vor, gelten die Fristen für die Urteilsabsetzung nach § 275 Abs. 1 StPO nicht (ausführlich BGH, Beschluss vom 8. Mai 2013, 4 StR 336/12, abgedruckt in: BGHSt 58, 243).
Es entspricht gefestigter Rechtsprechung und einer verbreiteten Meinung in der Literatur, dass die nachträgliche Ergänzung eines Urteils grundsätzlich nicht zulässig ist - und zwar auch nicht innerhalb der Urteilsabsetzungsfrist des § 275 Abs. 1 Satz 2 StPO -, wenn es bereits aus dem inneren Dienstbereich des Gerichts herausgegeben worden ist (BGH, Beschluss vom 8. Mai 2013, 4 StR 336/12, BGHSt 58, 243; BGH, Beschluss vom 13. März 1997, 4 StR 455/96, BGHSt 43, 22, 26 jeweils m.w.N.).
Die Entscheidung, ob ein Urteil als verfahrensabschließend gewollt ist und deshalb aus dem inneren Dienstbetrieb herausgegeben werden soll, trifft der erkennende Richter (vgl. BGH, Beschluss vom 8. Mai 2013, 4 StR 336/12, BGHSt 58, 243; BGH, Beschluss vom 6. August 2004, 2 StR 523/03, BGHSt 49, 230, 234).
Der Richter muss sich bewusst für eine derart abgekürzte Fassung des Urteils entschieden haben (vgl. BGH, Beschluss vom 8. Mai 2013, 4 StR 336/12, BGHSt 58, 243; BGH, Beschluss vom 6. August 2004, 2 StR 523/03, BGHSt 49, 230, 234; OLG Bamberg, ZfS 2009, 175; KG, NZV 1992, 332).
Für die Annahme einer Zustellung im Sinne von § 41 StPO durch Vorlegung der Urschrift des Urteils ist dann kein Raum, weil auf Seiten des Tatrichters ein entsprechender Zustellungswille fehlen und dies in der Zuleitungsverfügung auch deutlich zum Ausdruck kommen würde (vgl. BGH, Beschluss vom 8. Mai 2013, 4 StR 336/12, BGHSt 58, 243; OLG Celle, VRS 75, 461, 462; NStZ-RR 2000, 180; NZV 2012, 45, 46;… Göhler/Seitz, OWiG, 16. Aufl., § 77b Rn. 3, 8;… KK-Senge, OWiG, 3. Aufl., § 77b Rn. 5, 15).
OLG Saarbrücken, 06.09.2016 - Ss BS 53/16
Es entspricht für das Bußgeldverfahren gefestigter, vom Senat geteilter höchstrichterlicher und obergerichtlicher Rechtsprechung, dass ein vollständig in das Sitzungsprotokoll aufgenommenes, nicht mit Gründen versehenes Urteil grundsätzlich nicht mehr - und zwar auch nicht innerhalb der Urteilsabsetzungsfrist des § 275 Abs. 1 Satz 2 StPO (i. V. mit § 46 Abs. 1 OWiG) - verändert werden darf, wenn es bereits aus dem inneren Dienstbereich des Gerichts herausgegeben worden ist, es sei denn die nachträgliche Urteilsbegründung ist gemäß § 77b Abs. 2 OWiG zulässig (…vgl. BGHSt 43, 22 ff. - juris Rn. 17; 58, 243 ff. - juris Rn. 17;… BayObLG NStZ 1991, 342 f. - juris Rn. 13 und ZfSch 2004, 382, 383;… OLG Celle NStZ-RR 2000, 180 - juris Rn. 3;… KG VRS 100, 362 ff. - juris Rn. 3 f. und VRS 108, 278 f. - juris Rn. 4 f.;… Brandenburgisches OLG NStZ-RR 2004, 121 f. - juris Rn. 9 f.;… OLG Karlsruhe NStZ-RR 2007, 212 f. - juris Rn. 7;… OLG Bamberg ZfSch 2006, 592 - juris Rn. 7, ZfSch 2009, 175 ff. - juris Rn. 7 ff., ZfSch 2009, 648 ff. - juris Rn. 6 ff. …und Beschluss vom 10.11.2011 - 3 Ss OWi 1444/11, juris Rn. 4; OLG Sachsen- Anhalt, Beschl. v. 05.09.2007 - 1 Ss (B) 293/07, juris Rn. 4, 6; Senatsbeschlüsse vom 13. November 2009 - Ss (B) 84/2009 (114/09) - und vom 19. Juni 2012 - Ss (B) 51/2012 (42/12 OWi) -).
Es genügt vielmehr, dass das Hauptverhandlungsprotokoll alle für den Urteilskopf nach § 275 Abs. 3 StPO erforderlichen Angaben sowie den vollständigen Tenor einschließlich der angewendeten Vorschriften enthält und von dem erkennenden Richter unterzeichnet ist (vgl. BGHSt 58, 243 ff. - juris Rn. 16 m. w. N.; Brandenburgisches OLG NStZ-RR 2004, 121 f. - juris Rn. 9; OLG Bamberg ZfSch 2009, 175 ff. - juris Rn. 11; Senatsbeschluss vom 19. Juni 2012 - Ss (B) 51/2012 (42/12 OWi) -).
aa) Die Entscheidung, ob ein Urteil als verfahrensabschließend gewollt ist und deshalb aus dem inneren Dienstbetrieb herausgegeben werden soll, trifft der erkennende Richter (vgl. BGHSt 58, 243 ff. - juris Rn. 18 m. w. N.).
Für die Annahme einer Zustellung im Sinne von § 41 StPO durch Vorlegung der Urschrift des Urteils ist in diesem Fall kein Raum, weil auf Seiten des Tatrichters ein entsprechender Zustellungswille fehlt und dies in der Zuleitungsverfügung auch deutlich zum Ausdruck kommt (vgl. BGHSt 58, 243 ff. - juris Rn. 19;… OLG Karlsruhe NStZ-RR 2007, 212 f. - juris Rn. 8; OLG Sachsen-Anhalt, Beschl. v. 05.09.2007 - 1 Ss (B) 293/07, juris Rn. 9 f.; Senatsbeschlüsse vom 13. November 2009 - Ss (B) 84/2009 (114/09) - und vom 19. Juni 2012 - Ss (B) 51/2012 (42/12 OWi) - Göhler/Seitz, OWiG, 16. Aufl., § 77b Rn. 3, 8; KK-Senge, OWiG, 4. Aufl., § 77b Rn. 5, 15).
Zwar unterscheidet sich der vorliegende Fall von dem der Entscheidung des Bundesgerichtshofs in BGHSt 58, 243 ff. zugrunde liegenden Fall sowie den Fällen, die den vorstehend zitierten oberlandesgerichtlichen Entscheidungen - auch denjenigen des Senats - zugrunde lagen, dadurch, dass hier die von der Bußgeldrichterin am 19. Februar 2016 verfügte Anordnung, die Akten einschließlich des ohne Gründe in das Hauptverhandlungsprotokoll vom selben Tag aufgenommenen Urteils an die Staatsanwaltschaft "gem. § 41 StPO zur Zustellung" zu übersenden, von der Geschäftsstelle des Amtsgerichts nicht ausgeführt und daher die Zustellung an die Staatsanwaltschaft nicht bewirkt wurde.
Denn das "Protokollurteil ohne Gründe" hat - wie der Bundesgerichtshof im Einklang mit der Rechtsprechung des Reichsgerichts (vgl. RGSt 54, 21) zutreffend ausgeführt hat (vgl. BGHSt 58, 243 ff. - juris Rn. 18) - den inneren Dienstbereich des Gerichts bereits mit der gerichtlichen Anordnung (§ 36 Abs. 1 Satz 1 StPO) der Übersendung an die Staatsanwaltschaft "gem. § 41 StPO zur Zustellung" verlassen (…a. A.: SK-StPO/Velten, 5. Aufl., § 267 Rn. 70;… Löwe- Rosenberg/Stuckenberg, a. a. O., § 275 Rn. 58;… KK-Greger, StPO, 7. Aufl., § 275 Rn. 55: Verlassen des inneren Dienstbereichs erst mit der Ausführung der Zustellungsverfügung des Vorsitzenden, die nur interne Bedeutung habe, durch die Geschäftsstelle; vgl. auch zu der Frage, wann eine außerhalb der Hauptverhandlung ergangene schriftliche Entscheidung erlassen ist und deshalb nicht mehr geändert werden kann: einerseits OLG Köln JR 1976, 514 f. mit Anmerkung Meyer; andererseits OLG Hamm, Beschl. v. 29.06.1987 - 1 Ss 252/87, juris).
OLG Saarbrücken, 05.09.2016 - Ss BS 53/16
Zustellung des (Protokoll-)Urteils und nachträglicher Begründung
Es entspricht für das Bußgeldverfahren gefestigter, vom Senat geteilter höchstrichterlicher und obergerichtlicher Rechtsprechung, dass ein vollständig in das Sitzungsprotokoll aufgenommenes, nicht mit Gründen versehenes Urteil grundsätzlich nicht mehr - und zwar auch nicht innerhalb der Urteilsabsetzungsfrist des § 275 Abs. 1 Satz 2 StPO (i. V. mit § 46 Abs. 1 OWiG) - verändert werden darf, wenn es bereits aus dem inneren Dienstbereich des Gerichts herausgegeben worden ist, es sei denn die nachträgliche Urteilsbegründung ist gemäß § 77b Abs. 2 OWiG zulässig (…vgl. BGHSt 43, 22 ff. - juris Rn. 17; 58, 243 ff. - juris Rn. 17;… BayObLG NStZ 1991, 342 f. - juris Rn. 13 und ZfSch 2004, 382, 383;… OLG Celle NStZ-RR 2000, 180 - juris Rn. 3;… KG VRS 100, 362 ff. - juris Rn. 3 f. und VRS 108, 278 f. - juris Rn. 4 f.;… Brandenburgisches OLG NStZ-RR 2004, 121 f. - juris Rn. 9 f.;… OLG Karlsruhe NStZ-RR 2007, 212 f. - juris Rn. 7;… OLG Bamberg ZfSch 2006, 592 - juris Rn. 7, ZfSch 2009, 175 ff. - juris Rn. 7 ff., ZfSch 2009, 648 ff. - juris Rn. 6 ff. …und Beschluss vom 10.11.2011 - 3 Ss OWi 1444/11, juris Rn. 4; OLG Sachsen-Anhalt, Beschl. v. 05.09.2007 - 1 Ss (B) 293/07, juris Rn. 4, 6; Senatsbeschlüsse vom 13. November 2009 - Ss (B) 84/2009 (114/09) - und vom 19. Juni 2012 - Ss (B) 51/2012 (42/12 OWi) -).
Denn das "Protokollurteil ohne Gründe" hat - wie der Bundesgerichtshof im Einklang mit der Rechtsprechung des Reichsgerichts (vgl. RGSt 54, 21) zutreffend ausgeführt hat (vgl. BGHSt 58, 243 ff. - juris Rn. 18) - den inneren Dienstbereich des Gerichts bereits mit der gerichtlichen Anordnung (§ 36 Abs. 1 Satz 1 StPO) der Übersendung an die Staatsanwaltschaft "gem. § 41 StPO zur Zustellung" verlassen (…a. A.: SK-StPO/Velten, 5. Aufl., § 267 Rn. 70;… Löwe-Rosenberg/Stuckenberg, a. a. O., § 275 Rn. 58;… KK-Greger, StPO, 7. Aufl., § 275 Rn. 55: Verlassen des inneren Dienstbereichs erst mit der Ausführung der Zustellungsverfügung des Vorsitzenden, die nur interne Bedeutung habe, durch die Geschäftsstelle; vgl. auch zu der Frage, wann eine außerhalb der Hauptverhandlung ergangene schriftliche Entscheidung erlassen ist und deshalb nicht mehr geändert werden kann: einerseits OLG Köln JR 1976, 514 f. mit Anmerkung Meyer; andererseits OLG Hamm, Beschl. v. 29.06.1987 - 1 Ss 252/87, juris).
BGH, 06.07.2016 - 4 StR 253/16
Zustellung des Urteils an die Staatsanwaltschaft (Zustellungszeitpunkt: Eingang …
(a) Den Anforderungen an eine Zustellung gemäß § 41 StPO ist bereits dadurch genügt, dass die Staatsanwaltschaft aus der Übersendungsverfügung in Verbindung mit der aus den Akten zu ersehenden Verfahrenslage erkennen kann, mit der Übersendung an sie werde die Zustellung nach § 41 StPO bezweckt (BGH, Beschluss vom 8. Mai 2013 - 4 StR 336/12, BGHSt 58, 243, 252;… vgl. auch LR/Graalmann-Scheerer, StPO, 26. Aufl., § 41 Rn. 1).
BayObLG, 13.03.2019 - 201 ObOWi 25/19
Staatsanwaltschaft, Rechtsbeschwerde, Verletzung, Mangel, Zustellung, …
a) Es entspricht gefestigter Rechtsprechung, dass die nachträgliche Ergänzung eines Urteils grundsätzlich nicht zulässig ist - und zwar auch nicht innerhalb der Urteilsabsetzungsfrist des § 275 Abs. 1 Satz 2 StPO -, wenn es bereits aus dem inneren Dienstbereich des Gerichts hinausgegeben worden ist (BGHSt 43, 22; 58, 243;… OLG Bamberg a.a.O.).
Für das Bußgeldverfahren folgt daraus, dass ein vollständig in das Sitzungsprotokoll aufgenommenes, nicht mit Gründen versehenes Urteil, das den inneren Dienstbereich des Gerichts bereits verlassen hat, nicht mehr verändert werden darf, es sei denn, die nachträgliche Urteilsbegründung ist gemäß § 77 b Abs. 2 OWiG zulässig (BGHSt 58, 243 m.w.N.; OLG Bamberg, ZfS 2009, 175; StraFo 2010, 468: Brandenburgisches OLG VRS 122, 151: OLG Celle NZV 2012, 45; OLG Dresden NZV 2012, 557;… OLG Hamm a.a.O.; KG NZV 1992, 332; OLG Oldenburg NZV 2012, 352).
Wenn auch mit Blick auf das Bußgeldverfahren und hier gerade für das "entkriminalisierte" Verkehrsrecht als Massenverfahren des täglichen Lebens (…auch zur historischen Entwicklung des OWi-Verfahrens vgl. Freymann/Wellner/Grube, Bezüge zum StVR, Rn. 1 f., 10 ff., 137, 155 ff.;… ferner Burhoff/Gieg, Handbuch für das straßenverkehrsrechtliche OWi-Verfahren, 4. Aufl., Rn. 149 ff., jeweils m.w.N.) wegen der entsprechend seinem Zweck gebotenen einfachen und schnellen Erledigung hinsichtlich der Abfassung der Urteilsgründe keine übertrieben hohen Anforderungen zu stellen sind (BGHSt 43, 22/26 f. = NJW 1997, 1862; BGH, Beschluss vom 08.05.2013 - 4 StR 336/12 = BGHSt 58, 243, 252 f. = DAR 2013, 477 = NJW 2013, 2837; BGHSt 39, 291, 299; ferner KG, Beschl. vom 09.10.2015 - 162 Ss 77/15 = VRS 129 [2015], 137; OLG Bamberg StraFo 2016, 116; OLG Bamberg, Beschluss vom 29.12.2016 - 3 Ss OWi 1566/16; 14.11.2016 - 3 Ss OWi 1164/16 = DAR 2017, 89 und 06.02.2017 - 3 Ss OWi 156/17; OLG Hamburg, Beschluss vom 27.03.2015 - 1 RB 58/14 = NZV 2016, 102 = NStZ 2015, 661 = VRS 128 [2015], 134 [für verständigungsbezogene Mitteilungspflichten]; OLG Bamberg ZfS 2013, 290 = VM 2013, Nr. 30 = VRR 2013, 111 [Deutscher]; OLG Düsseldorf DAR 2011, 408; OLG Frankfurt NStZ-RR 2008, 322), kann doch für den Inhalt des Urteils in Bußgeldsachen prinzipiell nichts anderes als für Urteile in Strafsachen gelten.
Die Anfertigung der Urteilsgründe ist, wenn das Gericht ein sog. Protokollurteil aus dem inneren Dienstbereich herausgegeben hat, grundsätzlich unzulässig, es sei denn, es liegen die Voraussetzungen für eine nachträgliche Urteilsbegründung nach § 77b II OWiG vor (st.Rspr., vgl. nur BGH, Beschluss vom 08.05.2013 - 4 StR 336/12 = BGHSt 58, 243 = DAR 2013, 477 = NJW 2013, 2837 = NZV 2013, 557 = NStZ 2013, 730; OLG Bamberg, Beschluss vom 06.06.2016 - 3 Ss OWi 646/16 = StraFo 2016, 385; 30.08.2016 - 2 Ss OWi 1105/16 = DAR 2017, 384, jew. m.w.N.).
OLG Bamberg, 30.08.2016 - 2 Ss OWi 1105/16
Unzulässige Ergänzung der Urteilsgründe
a) Es entspricht gefestigter Rechtsprechung, dass die nachträgliche Ergänzung eines Urteils grundsätzlich nicht zulässig ist - und zwar auch nicht innerhalb der Urteilsabsetzungsfrist des § 275 Abs. 1 Satz 2 StPO -, wenn es bereits aus dem inneren Dienstbereich des Gerichts herausgegeben worden ist (BGHSt 43, 22; 58, 243;… OLG Bamberg a.a.O.).
Für das Bußgeldverfahren folgt daraus, dass ein vollständig in das Sitzungsprotokoll aufgenommenes, nicht mit Gründen versehenes Urteil, das den inneren Dienstbereich des Gerichts bereits verlassen hat, nicht mehr verändert werden darf, es sei denn, die nachträgliche Urteilsbegründung ist gemäß § 77b Abs. 2 OWiG zulässig (BGHSt 58, 243 m.w.N.; OLG Bamberg, ZfS 2009, 175; StraFo 2010, 468; Brandenburgisches OLG VRS 122, 151; OLG Celle NZV 2012, 45; OLG Dresden NZV 2012, 557;… OLG Hamm aaO; KG NZV 1992, 332; OLG Oldenburg NZV 2012, 352).
Vielmehr erfolgte die unter dem 08.03.2017 verfügte und am 10.03.2017 "bewirkte" Aktenzustellung "gem. § 41 StPO" an die StA durch die Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle und gerade nicht durch die erkennende Richterin, weshalb nicht von einer vorbehaltlosen urschriftlichen Bekanntgabe im Wege der Zustellung eines entgegen § 71 I OWiG i.V.m. § 267 StPO ohne Urteilsgründe abgefassten "Protokollurteils" auszugehen ist (zur Frage der Zulässigkeit eines sog. "Protokollurteils" rechtsgrundsätzlich neben BGH, Beschluss vom 08.05.2013 - 4 StR 336/12 = BGHSt 58, 243 = DAR 2013, 477 = NJW 2013, 2837 = NZV 2013, 557 = NStZ 2013, 730 schon OLG Bamberg, Beschluss vom 16.12.2008 - 3 Ss OWi 1060/08 [bei Juris] = BeckRS 2009, 3920 = ZfS 2009, 175 ff.; ferner u.a. OLG Bamberg, Beschluss vom 15.01.2009 - 3 Ss OWi 1610/08 = ZfS 2009, 448; 27.12.2011 - 3 Ss OWi 1550/11; 22.02.2012 - 3 Ss OWi 200/12; 26.06.2013 - 3 Ss OWi 754/13; 02.07.2014 - 2 Ss OWi 625/14; 03.07.2015 - 3 Ss OWi 774/15; 08.01.2016 - 3 Ss OWi 1546/2015 und 06.06.2016 - 3 Ss OWi 646/16 = StraFo 2016, 385, jeweils m.w.N.; siehe auch OLG Saarbrücken, Beschluss vom 06.09.2016 - Ss Bs 53/16 [bei juris]).
OLG Bamberg, 06.06.2016 - 3 Ss OWi 646/16
Zur Zulässigkeit der nachträglichen Ergänzung der Urteilsgründe im …
Liegt jedoch ein sog.,Protokollurteil ! vor, gelten die Fristen für die Urteilsabsetzung nach § 275 Abs. 1 StPO nicht (vgl. hierzu eingehend BGH, Beschluss vom 08.05.2013 - 4 StR 336/12 = BGHSt 58, 243 = DAR 2013, 477 = NJW 2013, 2837 = NZV 2013, 557 = NStZ 2013, 730).
OLG Hamburg, 03.02.2016 - 1 Rev 61/15
Urteil im Strafverfahren: Unterschriftserfordernis bei Protokollurteil
OLG Dresden, 29.06.2016 - 23 Ss 398/16
Leivtec XV3 mit zu langem Kabel nicht standardisiert - aber laut PTB trotzdem …
KG, 22.02.2018 - 3 Ws (B) 61/18
Keine Urteilszustellung ohne Zustellungswillen
OLG Dresden, 04.05.2016 - 23 Ss 223/16
Urteil zu früh an die Staatsanwaltschaft zugestellt

References: § 121
 § 46
 § 71
 § 275
 § 77
 § 36
 § 41
 § 121
 § 275
 § 77

§ 41
 § 275
 § 275
 § 77
 § 275
 BGH 
 § 275
 § 275
 § 41
 § 77
 § 77
 § 275
 § 46
 § 77
 § 275
 § 41
 § 77
 § 77
 § 41
 § 41
 § 267
 § 275
 § 275
 § 275
 § 46
 § 77
 § 41
 § 267
 § 275
 § 275
 § 41
 § 41
 § 41
 § 275
 § 77
 § 77
 § 275
 § 77
 § 41
 § 71
 § 267
 § 275