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Timestamp: 2016-10-27 12:59:21+00:00

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Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Grundbuchsabfrage 2. Mai 2013 Dr. Helmut Auer BMJ. - ppt herunterladen
Veröffentlicht von:Lutgard Geisinger
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Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Grundbuchsabfrage 2. Mai 2013 Dr. Helmut Auer BMJ 2
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Wozu dient das Grundbuch ? der Sicherung des Rechtsverkehrs an Grund und Boden –durch Offenkundigkeit der Rechtsverhältnisse, § 7 GBG. (1) Das Grundbuch ist öffentlich. (2) Jedermann kann das Grundbuch [in Gegenwart eines Grundbuchsbeamten ….] einsehen. –als Erwerbsart (Modus) für den Erwerb dinglicher Rechte § 4 GBG. Die Erwerbung, Übertragung, Beschränkung und Aufhebung der bücherlichen Rechte (§ 9) wird nur durch ihre Eintragungen in das Hauptbuch [Grundbuch] erwirkt. … § 431 ABGB. Zur Uebertragung des Eigenthumes unbeweglicher Sachen muß das Erwerbungsgeschäft in die dazu bestimmten öffentlichen Bücher eingetragen werden. Diese Eintragung nennt man Einverleibung (Intabulation). –der steuerlichen Überwachung § 160 BAO. (1) Eintragungen in das Grundbuch, denen Rechtsvorgänge über den Erwerb von Grundstücken zugrunde liegen,.. dürfen erst dann vorgenommen werden, wenn eine Bescheinigung des Finanzamtes vorliegt, dass der Eintragung.. Bedenken nicht entgegenstehen. 3
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 –der steuerlichen Überwachung (Forts.) Solche Eintragungen dürfen auch vorgenommen werden, wenn eine Erklärung gemäß § 12 des Grunderwerbsteuergesetzes 1987 … vorliegt. Rechtsanwälte und Notare (Parteienvertreter) sind nach Maßgabe der §§ 12, 13 und 15 des Grunderwerbsteuergesetzes 1987 befugt, die Steuer für Erwerbsvorgänge, die diesem Bundesgesetz unterliegen, als Bevollmächtigte eines Steuerschuldners selbst zu berechnen (§ 11 GrEStG 1987). Seit : Nach § 10 Abs. 2 des Grunderwerbsteuergesetzes 1987 ist die Abgabenerklärung (grundsätzlich) nur mehr durch einen Parteienvertreter im Sinne des § 11 vorzulegen und elektronisch zu übermitteln. 4
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Grundbuch Allgemeines Grundbuch Besonderes Grundbuch –Landtafel aufgelöst; Daten in das Allgemeine Grundbuch übertragen anlässlich EDV- Umstellung –Bergbuch enthält Bergwerksberechtigungen (gelten als unbewegliche Sachen, § 40 Mineralrohstoffgesetz), aber nicht mehr Liegenschaften –Eisenbahnbuch per aufgelöst (MigrationsVO 2012); jede Teileinlage des Eisenbahnbuchs wurde zu einer Eisenbahneinlage im Allgemeinen Grundbuch 5
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Daten im Grundbuch Dingliche Rechte und Lasten und verwandte Rechte (§ 9 GBG ff.) –Eigentum (Miteigentum, Wohnungseigentum, Stockwerkseigentum) –Pfandrecht –Dienstbarkeiten und Reallasten –Wiederkaufs- und Vorkaufsrecht (§§ 1070 und 1073 ABGB) –Bestandrecht (§ 1095 ABGB) Daten des Grundsteuer- bzw Grenzkatasters ( VO BMJ gemäß § 2 Abs. 3 GUG, BGBl. II Nr. 139/1998) – Verknüpfung innerhalb der Grundstücksdatenbank Informationen über öffentlich-rechtliche Fakten –zB Gehsteigherstellung, Kanal (typisch aus dem Gemeindebereich) –zB Denkmalschutz, Flugsicherungszonen Wirken auch ohne Eintragung im Grundbuch Warnungen (meistens rangwahrend) –zB Eröffnung des Zwangsversteigerungsverfahrens –Plombe: § 11 GUG. Die Tagebuchzahl unerledigter Grundbuchsstücke ist unter Beifügung der Jahreszahl in der Aufschrift der Einlage, in der eine Eintragung stattfinden soll, als Plombe ersichtlich zu machen. 6
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Woraus besteht das Grundbuch ? Hauptbuch –§ 2 GBG. (1) Das Hauptbuch wird aus den Grundbuchseinlagen gebildet. –§ 2 GUG. (1) Das Hauptbuch ist nur durch Speicherung der Eintragungen in einer Datenbank zu führen und mit dem Grundstücksverzeichnis des Grundsteuer- oder Grenzkatasters zu verknüpfen (Grundstücksdatenbank). Verzeichnis der gelöschten Eintragungen –§ 3 GUG. (1) Zu jedem Hauptbuch ist ein Verzeichnis der gelöschten Eintragungen zu führen; es steht rechtlich dem Hauptbuch gleich. Urkundensammlung –§ 6 GBG. (1) Von jeder Urkunde, auf Grund deren eine bücherliche Eintragung vorgenommen wird, ist … eine Abschrift zurückzubehalten. –§ 2 Abs. 4 GUG. Die Urkundensammlung ist nur durch Speicherung der Urkunden in einer Urkundendatenbank zu führen; die Zurückbehaltung von Abschriften (§ 6 Abs. 1 GBG) hat zu unterbleiben. Grundbuchsmappe –Die Führung der Mappe nach § 3 AllgGAG hat zu unterbleiben. –Katastralmappe kann online abgefragt werden. 7
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Was ist die Grundbuchseinlage ? Eine rechtliche Einheit, eindeutig spezifiziert durch Katastralgemeinde (KG) und Einlagezahl (EZ) Die Grundbuchsabschrift gibt die Grundbuchseinlage wieder Österreich ist in Katastralgemeinden eingeteilt –Jede KG hat einen Namen und – weil dieser nicht eindeutig ist – eine fünfstellige Nummer. Jede KG ist (lückenlos) in Grundstücke (GSt; Parzellen) aufgeteilt. –Jedes GSt ist mit KG und seiner Nummer eindeutig bezeichnet. –In manchen KGs können GSt in Flurstücke und Bauflächen eingeteilt sein: Dann erfolgt sogenannte getrennte GSt-Nummerierung; den Nummern der Baugrundstücke ist ein. vorangestellt: GSt.100 ist daher ein anderes Grundstück als GSt 100. 8
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Kataster Vermessungsämter, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) Schafft die Grundlagen: –Katastralgemeinden –Grundstücke –Basis für alle Landkarten, Geo-Informationssysteme, Grundbuch Kataster und Grundbuch müssen immer in Übereinstimmung gehalten werden –Verknüpfung ausschließlich über ID der Grundstücke (KG/GSt). Grundstücksdatenbank umfasst beide Bereiche (seit aber physisch und organisatorisch getrennt) Grundstücksteilung –Zusammenarbeit Vermesser (Teilungsplan), Vermessungsamt (Bescheinigung = Kontrolle des Plans), Gericht (Teilung im Grundbuch), Vermessungsamt (Durchführung im Kataster) 9
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Wie ist die Grundbuchseinlage/abschrift aufgebaut ? Kopf : Katastralgemeinde (Grundbuch), Einlagezahl, zuständiges Gericht Hinweise: auf besondere Abschrift, Abfragedatum Aufschrift Letzte Tagebuchzahl, vorläufige Plombe, Plombe, Wohnungseigentum, öffentliches Gut, Baurecht etc. A1-Blatt (Gutsbestandsblatt) Nummer, Grenzkataster, Benützungsart, Angabe über die Fläche, Flächenausmaß und Adresse der zum Gutsbestand gehörenden Grundstücke, Gesamtfläche A2-Blatt Änderungen am Gutsbestand, öffentlich-rechtliche Lasten, dingliche Berechtigungen B-Blatt (Eigentumsblatt) Miteigentumsanteile, diesen zugeordnet Eigentümer einschließlich Geburtsdatum und Adresse, samt Rechtstatsachen C-Blatt (Lastenblatt) Belastungen (Pfandrecht, Dienstbarkeit, etc) samt Rechtstatsachen Hinweis/Ende Informationen über Ausgabestelle, gebührenpflichtige Zeilen und Abfragegebühr, Hinweis auf Gebührenbefreiung oder amtswegige Erstellung, Sicherheitscode 10
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Grundbuchsabschrift KATASTRALGEMEINDE Meidling EINLAGEZAHL 1422 BEZIRKSGERICHT Fünfhaus ********************************* TESTDATEN *********************************** Letzte TZ 1146/1996 Plombe 1406/1996 Wohnungseigentum ************************************* A1 ************************************** GST-NR G BA (NUTZUNG) FLÄCHE GST-ADRESSE 127/105 Baufl.(begrünt) 91 Bräuerstr G Baufl. * 130 Löhnerg. 17 GESAMTFLÄCHE 221 ************************************* A2 ************************************** 1 a 439/1963 Sicherheitszone Gendarmerieflugplatz Meidling hins Gst 127/ a 324/1979 Realrecht des Gehens und Fahrens über Gst 59/4 für Gst.612 ************************************* B *************************************** 1 ANTEIL: 104/172 Tupek Gottlieb Wilhelm GEB: ADR: Anton Benyag. 9/ e 581/1954 Wohnungseigentum an W 1 g 406/1996 Einantwortungsurkunde Eigentumsrecht G in den Grenzkataster aufgenommen; *: Fläche berechnet 11
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Grundbuchsabschrift 2 2 ANTEIL: 68/172 Merloth Maria GEB: ADR: Schloßstr. 8, Bruck/Mur 5631 a 581/1954 Wohnungseigentum an W 2 b 766/1971 Schenkungsvertrag Eigentumsrecht ************************************* C *************************************** 1 a 863/1952 Schuldschein PFANDRECHT ,-- für Wohnhaus-Wiederaufbaufonds b 1507/1990 Löschungsverpflichtung zugunsten Österreichische Credit-Institut Aktiengesellschaft 4 auf Anteil B-LNR 1 a 875/ /1976 Urteil PFANDRECHT vollstr ,76 9 % Z seit , Kosten 3.846,60, 1.819,10 für Immobilienverwertungsgesellschaft mbH (1 E 147/74) 5 auf Anteil B-LNR 2 a 347/1981 BELASTUNGS- UND VERÄUSSERUNGSVERBOT für Eva Seifert, geb b 1507/1990 VORRANG von LNR 12 vor 5 12 auf Anteil B-LNR 2 a 1507/1990 Schuldschein und Pfandurkunde PFANDRECHT ,-- 8,25 % Z, höchstens 18 % VuZZ, NGS ,-- für Österreichisches Credit-Institut Aktiengesellschaft c 1507/1990 VORRANG von LNR 12 vor 5 12
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Grundbuchsabschrift 3 12 auf Anteil B-LNR 2 a 1507/1990 Schuldschein und Pfandurkunde PFANDRECHT ,-- 8,25 % Z, höchstens 18 % VuZZ, NGS ,-- für Österreichisches Credit-Institut Aktiengesellschaft c 1507/1990 VORRANG von LNR 12 vor 5 ********************************** HINWEIS ************************************ Eintragungen ohne Währungsbezeichnung sind Beträge in ATS ********************************************************** GEBÜHR: EUR 3,00 Grundbuch :08:40 13
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Aufschrift ********************************* TESTDATEN ********** ABFRAGEDATUM Letzte TZ 1146/1996 Plombe 1406/1996 Wohnungseigentum ************************************* A1 ************************************** In der Aufschrift ist unter der Bezeichnung "Letzte TZ" immer die Aktenzahl (Tagebuchzahl: TZ) angeführt, zu der in dieser Einlage die jeweils letzte Eintragung vollzogen worden ist. Damit ist bei einem Vergleich mit älteren Grundbuchsabschriften leicht feststellbar, ob sich seit der letzten Einsicht etwas geändert hat. Als Plombe wird die Tagebuchzahl von Anträgen angeführt, die noch in Arbeit sind. Eine solche Eintragung weist also auf einen offenen Antrag hin: es wird sich der Stand des Grundbuchs im Rang dieses Antrags wahrscheinlich ändern. Will man genaueres wissen, muss man Einsicht in das Tagebuch, das ist das Geschäftsregister des Grundbuchs, nehmen oder in der Grundbuchsabteilung rückfragen. Darüber hinaus sind in der Aufschrift Hinweise auf besondere rechtliche Umstände eingetragen, wie z.B. Wohnungseigentum, öffentliches Gut, Baurecht, Keller oder auch Vulgo-Namen. 14
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 A1-Blatt Im A1-Blatt scheinen alle zu dieser Einlage gehörenden Grundstücke, sortiert nach ihren Grundstücksnummern auf. Gehört ein Grundstück zu einer anderen Katastralgemeinde als im Kopf der Grundbuchsabschrift angeführt (sogenannte Überlandgrundstücke), dann wird zur Grundstücksnummer auch die Nummer dieser Katastralgemeinde wiedergegeben, z.B.: KATASTRALGEMEINDE Aspang EINLAGEZAHL 5 BEZIRKSGERICHT Aspang ******************************************************************************* Letzte TZ 550/1991 ************************************* A1 ************************************** GST-NR G BA (NUTZUNG) FLÄCHE GST-ADRESSE 245 GST-Fläche Landw. genutzt 9165 Wald Wald G Baufläche 279 Wechselstr Baufläche 3452 KATASTRALGEMEINDE: Kleines Amt 747/1 Landw. genutzt * /1 Landw. genutzt 1336 GESAMTFLÄCHE 27991 15
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Gestaltung von A2-, B- und C-Blatt Die Daten im A2-, B- und C-Blatt werden unter Nummern (LNR für laufende Nummer) und innerhalb dieser Nummern unter Kleinbuchstaben eingetragen. "Selbständige" Eintragungen, d.h. Eintragungen, die nicht unmittelbar zu einer anderen Eintragung gehören, erhalten eine neue Nummer in chronologischer Folge. Hingegen werden andere Eintragungen unter der Nummer der Eintragung, zu der sie gehören, unter dem nächsten Buchstaben vorgenommen. Jede Eintragung beginnt mit der Tagebuchzahl, das ist die Zahl jenes Grundbuchsaktes, in dem die Entscheidung über die Eintragung getroffen wird. 1 a 863/1952 Schuldschein PFANDRECHT ,-- für Wohnhaus-Wiederaufbaufonds b 1507/1998 VORRANG von LNR 3 vor 1 Wenn eine Eintragung gelöscht wird, dürfen deren Ordnungsmerkmale idR nicht neu vergeben werden (Ausnahme z.B. Wiederherstellung einer Eintragung auf Grund einer Rekursentscheidung): eine bestimmte Eintragung ist daher durch ihre Ordnungsmerkmale für alle Zeiten individualisiert. Die gelöschte Eintragung verschwindet nicht: sie wird in das "Verzeichnis der gelöschten Eintragungen" übertragen und kann dort nachgesehen werden. 16
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Der Umstand, dass eine bestimmte Eintragung in das Verzeichnis der gelöschten Eintragungen übertragen worden ist (§ 3 GUG), ist somit grundsätzlich daraus ersichtlich, dass in der Reihenfolge der LNR oder Buchstaben eine entsprechende Lücke auftritt, z.B. wie in der folgenden Eintragung (im B-Blatt), in der die Buchstaben a bis d und f fehlen, g tatsächlich die bislang letzte Eintragung unter der LNR 1 ist: 1 ANTEIL: 104/172 Tupek Gottlieb Wilhelm GEB: ADR: Anton Benyag. 9/ e 581/1954 Wohnungseigentum an W 1 g 406/1996 Einantwortungsurkunde Eigentumsrecht 2 ANTEIL: 68/ Wird jedoch die Eintragung unter der letzten LNR oder innerhalb einer LNR unter dem letzten Buchstaben in das Verzeichnis der gelöschten Eintragungen übertragen, so scheint im Grundbuch der Hinweis "gelöscht" auf: 5 auf Anteil B-LNR 2 a 347/1981 BELASTUNGS- UND VERÄUSSERUNGSVERBOT für Eva Seifert, geb b gelöscht 12 auf Anteil B-LNR 2 Dieser Hinweis wird automatisch wieder entfernt, wenn eine nachfolgende Eintragung vollzogen wird. 17
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Besonderheiten im B-Blatt Jeder Eigentumsanteil (nicht Eigentümer!) wird unmittelbar (ohne Buchstabe) unter einer LNR eingetragen. Die auf diesen Anteil bezüglichen Eintragungen werden im Anschluss daran unter Buchstaben eingetragen. Dazu gehören auch die eigentlichen Eigentumseintragungen. Im folgenden Beispiel ist ersichtlich, dass der Anteil 1 im Erbwege auf den derzeitigen Eigentümer übergegangen ist. 1 ANTEIL: 104/172 Tupek Gottlieb Wilhelm GEB: ADR: Anton Benyag. 9/ e 581/1954 Wohnungseigentum an W 1 g 406/1996 Einantwortungsurkunde Eigentumsrecht Die Eigentumsanteile bleiben unter ihrer Nummer bestehen, auch wenn der Eigentümer wechselt. Der Anteil geht nur unter, wenn sich seine Größe ändert. 18
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Besonderheiten im C-Blatt Durch die vorgesehene Ordnung der Eintragungen (insb. im Fall der Eintragung in einem besseren Rang) entspricht die Reihenfolge der Eintragungen grundsätzlich ihrem Rang. Eine Ausnahme besteht im Fall der Vorrangseinräumung. Keine Umordnung der Eintragungen im Sinn der Rangfolge: Deshalb wird die Vorrangseinräumung sowohl beim vor- als auch rücktretenden Recht eingetragen. Die im C-Blatt eingetragenen Rechte können die ganze Liegenschaft oder bestimmte Miteigentumsanteile belasten. Im letzteren Fall wird die Beziehung zwischen der Eintragung im C-Blatt und dem B-Blatt durch die Anführung der Nummer dieser Anteile nach dem Hinweis "auf Anteil B-LNR" hergestellt. Fehlt ein solcher Hinweis, dann bezieht sich das Recht auf alle Anteile. 1 a 863/1952 Schuldschein PFANDRECHT ,-- für Wohnhaus-Wiederaufbaufonds b 1507/1990 Löschungsverpflichtung zugunsten Österreichische Credit-Institut Aktiengesellschaft 4 auf Anteil B-LNR 1 a 875/ /1976 Urteil PFANDRECHT vollstr ,76 9 % Z seit , Kosten 3.846,60, 1.819,10 für Immobilienverwertungsgesellschaft mbH (1 E 147/74) 19
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Löschungsverpflichtung Nach § 469 ABGB bleibt ein Hypothekargut so lange verhaftet, bis die Schuld aus den öffentlichen Büchern gelöscht ist. Seit der 4. Teilnovelle zum ABGB ( ) gilt weiters, dass bis zu dieser Löschung der Eigentümer des Gutes das Pfandrecht auf eine neue Forderung übertragen kann, die den Betrag der eingetragenen Pfandforderung nicht übersteigt (Verfügungsrecht über die Pfandstelle). Darüber hinaus gilt nach § 469a ABGB, dass bei Bestellung des Pfandrechtes auf dieses Verfügungsrecht nicht verzichtet werden kann. Bis zum bestimmte § 469a ABGB weiters, falls sich der Eigentümer einem andern gegenüber, eine bestimmte Hypothek löschen zu lassen, verpflichtet hat, dass er über diese Hypothek dann nicht verfügen kann, wenn diese Verpflichtung im öffentlichen Buch bei der Hypothek angemerkt ist: ************************************* C *************************************** 1 auf Anteil B-LNR a 3739/1970 Schuldschein PFANDRECHT ,-- höchstens 11 1/2 % Z, höchstens 13 1/2 % VuZZ, NGS ,-- für Zentralsparkasse der Gemeinde Wien c 3804/1979 Löschungsverpflichtung zugunsten Girozentrale und Bank der österreichischen Sparkassen Aktiengesellschaft hins Ant wie C-LNR 27 d 2718/1987 Löschungsverpflichtung zugunsten Österreichische Länderbank Aktiengesellschaft hins Ant wie C-LNR 33 20
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Löschungsverpflichtung 2 Dies hat in der Praxis insofern zu Problemen geführt, als solche Grundbuchseintragungen bei mehreren Hypotheken (bei Wohnungseigentum nicht ungewöhnlich) zu unübersichtlichen Abschriften geführt haben. Um dem zu begegnen, wurde im ADV-Grundbuch eine eigene besondere Abschrift eingeführt, die die Löschungsverpflichtungen unterdrückt, z.B.: ************************************* C *************************************** Ausgabe der Löschungsverpflichtungen unterdrückt 1 auf Anteil B-LNR a 3739/1970 Schuldschein PFANDRECHT ,-- höchstens 11 1/2 % Z, höchstens 13 1/2 % VuZZ, NGS ,-- für Zentralsparkasse der Gemeinde Wien Dazu wäre im Feld Beschränkung der Abfragemaske Einlagezahl am Schluss allfälliger anderer Beschränkungen das Minuszeichen einzugeben. 21
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Löschungsverpflichtung 3 Mit der Grundbuchsnovelle GBNov (BGBl. I Nr. 30/1997, in Kraft getreten mit ) wurde § 469a ABGB insofern geändert, als der Eigentümer über die Hypothek nun nur dann verfügen kann, wenn er sich das Verfügungsrecht gegenüber dem Buchberechtigten vertraglich vorbehalten hat und dieser Vorbehalt im öffentlichen Buch bei der Hypothek angemerkt ist. Die Übergangsbestimmungen sehen vor, dass Anmerkungen der Löschungsverpflichtung nach § 469a ABGB in der früheren Fassung weiterhin die vorgesehene Rechtswirkung zukommt. In einer Grundbuchsabschrift kann aus der Tagebuchzahl (TZ) ersehen werden, welche Regel hinsichtlich des Verfügungsrechts über die Pfandstelle gilt: Der Eigentümer kann verfügen: –wenn die Jahreszahl der TZ beim nachrangigen Buchberechtigten 1997 oder kleiner ist, sofern keine Löschungsverpflichtung angemerkt worden ist; –wenn die Jahreszahl der TZ beim nachrangigen Buchberechtigten 1998 oder größer ist, sofern ein Vorbehalt angemerkt worden ist. 22
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Mehrere Grundbücher für eine Katastralgemeinde (Klagenfurt, Salzburg und Wiener Neustadt) In den Katastralgemeinden Wiener Neustadt, Salzburg und Klagenfurt wurde bis 27. Jänner 2010 das Grundbuch ausnahmsweise in mehreren Abteilungen geführt, wobei die Einlagezahl in jeder Abteilung von 1 aufsteigend nummeriert wurde. In diesen Katastralgemeinden musste der Einlagezahl in der jeweiligen Abteilung eine Schlüsselzahl hinzugezählt werden (siehe Anlage zu § 2a Abs. 3 GUG), zB: EZ 1 KG Salzburg (56537), Abteilung Äußerer Stein (Schlüsselzahl ) Die derart ergänzte Einlagezahl war bei allen Eingaben, die dem Aufruf der Grundbuchseinlage in der Grundstücksdatenbank dienen, zu verwenden, zB: Eingabefeld KG: Eingabefeld EZ: Bei der Ausgabe aus dem Hauptbuch und dem Verzeichnis der gelöschten Eintragungen wurde jedoch entschlüsselt: GRUNDBUCH Äußerer Stein (KG Salzburg) EINLAGEZAHL 1 23
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Höfeabteilungen in Tirol Gemäß § 18 Abs 2 GUG sind in Tirol die gesonderten Abteilungen des Hauptbuchs (§ 69 AllgGAG) dadurch zu bilden, dass den Einlagen der geschlossenen Höfe die Einlagezahlen von aufwärts vorbehalten werden. 24
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Nicht verbücherte Grundstücke Die Programme der Grundstücksdatenbank gehen davon aus, dass jedes Grundstück einer Einlagezahl zugeordnet ist. Nicht verbücherte Grundstücke werden deshalb in jeder Katastralgemeinde "Hilfseinlagen" zugeordnet, und zwar: Gemeindegut (Straßen und Wege) Gemeindegut (Gewässer) Gemeindegut (Grundstücke, die einen Ertrag abwerfen) Öffentliches Gut (Straßen und Wege) Öffentliches Gut (Gewässer) Allerdings gilt seit der Grundbuchs-Novelle 2008 nach § 2b GUG: (1) In Katastralgemeinden, für die die elektronische Umschreibung durch Verordnung nach § 2a *) angeordnet ist, ist das in der Grundstücksdatenbank unter einer Einlagezahl gespeicherte nicht verbücherte öffentliche Gut (§§ 287 und 288 ABGB) im Weg der automationsunterstützten Datenverarbeitung einzubüchern; eines gerichtlichen Beschlusses bedarf es dazu nicht. *) Datenmigration: MigrationsVO 2012, BGBl. II Nr. 143/2012 – per 25
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Verzeichnis der gelöschten Eintragungen Jede Änderung im Hauptbuch, sei es durch gänzliche Löschung oder durch teilweise Löschung oder sonstige Änderung einer bestehenden Eintragung, sei es durch Vornahme einer neuen Eintragung führt zu einer Eintragung in das Löschungsverzeichnis. Das Löschungsverzeichnis wird nach Arbeitsfällen gegliedert. Die dadurch gebildeten Abschnitte werden chronologisch geordnet, und zwar zeitlich absteigend, sodass neue Arbeitsfälle immer am Anfang eingefügt werden. Ist der Text lesbar, dann handelt es sich um den gelöschten Text; steht nur in das HB eingetragen, handelt es sich um einen aktuellen Text, der der Grundbuchsabschrift entnommen werden kann. 26
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Umstellung auf IT Siehe §§ 19 ff GUG Durchgeführt von 1981 bis 1992 Ediktalverfahren: 6-monatige Frist zu Berichtigung unter Eingriff in Rechte Dritter (siehe § 21 GUG) Elektronische Umschreibung Verallgemeinerung der Umstellung zur Datenmigration Siehe § 2a GUG § 21 GUG sinngemäß anzuwenden In dieser Frist kann eine aktuelle Grundbuchsabschrift zuzüglich der übertragenen ursprünglichen Fassung verlangt werden 28
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Grundbuchsabfrage Um einen Grundbuchsabschrift (die immer nur den aktuellen Stand enthält) zu erhalten, muss in die Abfragemaske mindestens eingegeben werden: –die Katastralgemeinde, und zwar deren Nummer, und –die Einlagezahl der gewünschten Liegenschaft oder die Nummer eines Grundstücks, das zum Gutsbestand dieser Liegenschaft gehört. So könnte eine Abfrage wie folgt aussehen: Grundbuch-Nr: Einlagezahl: 1422oderEinlagezahl: Grundstück-Nr: Grundstück-Nr: 127/105 In beiden Fällen würden alle aktuellen Daten, die in der Grundstücksdatenbank in der Einlage 1422 der Katastralgemeinde Meidling gespeichert sind, ausgegeben werden. Die abverlangte Grundbuchsabschrift erscheint als PDF-Dokument; auf Verlangen auch elektronisch signiert. Wahrscheinlich ab Sommer 2013 kann – wie im Firmenbuch – auch eine Abschrift im HTML-Format (mit Urkundenlinks) abverlangt werden. 29
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 30
Grundbuchsabfrage Um nur Teile eines Grundbuchsauszugs zu erhalten, kann über diverse Felder der Umfang der Ausgabe bestimmt werden. Sinnvoll ist dies v.a. bei Wohnungseigentum, weil man bei Beschränkung auf den Anteil, mit dem das Wohnungseigentum an einer bestimmten Wohnung verbunden ist, nur die Daten erhält, die diesen Anteil betreffen (und nicht aller anderen Wohnungen auch) 31
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Suche Wenn KG und/oder EZ nicht bekannt sind, kann in Hilfsverzeichnissen gesucht werden: über den Namen des Eigentümers im Personenverzeichnis; allenfalls (bei größeren Wohneinheiten) auch um die laufende Nummer des Anteils im B-Blatt (B-LNR) zu finden. über die Adresse des Grundstücks, über die Katastralmappe, um innerhalb der bekannten KG aus der Lage des Grundstücks in der Natur und dessen zeichnerischen Darstellung in der Mappe die GSt- Nr zu finden. 32
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Personenverzeichnis Nach §5 Abs. 4 GUG ist aus Datenschutzgründen die Einsicht in das Personenverzeichnis –den betroffenen Personen, dh. den dort eingetragenen über die sie betreffenden Daten erlaubt; –anderen Personen nur dann, wenn sie ein rechtliches Interesse darlegen, z.B. wenn jemand einen Exekutionstitel gegen den Eigentümer hat. Die Prüfung des rechtlichen Interesses obliegt dem Gericht, weshalb diese Abfrage bei der "Externen Abfrage" im Internet grundsätzlich gesperrt ist. Zur Abfrage des Personenverzeichnisses online sind jedoch befugt: –Notare, um als Gerichtskommissäre in Verlassenschaftssachen verbücherte Rechte des Erblassers zu ermitteln, –Notare und Rechtsanwälte, um als Erbenmachthaber verbücherte Rechte des Erblassers zu ermitteln, Personen, die im Personenverzeichnis eingetragen sind, Abschriften und Mitteilungen über die sie betreffenden Eintragungen zu erteilen; als Vertreter des Gläubigers einer vollstreckbaren Geldforderung verbücherte Rechte des Schuldners zu ermitteln; –die Dienststellen des Bundes, der Länder und der Gemeinden sowie die Sozialversicherungsträger und der Hauptverband der Sozialversicherungsträger, soweit dies zur Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben notwendig ist. 33
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Dokumentensuche Seit ca werden die der Eintragung zugrundeliegenden Urkunden gescannt oder elektronisch übernommen, in der Urkundendatenbank der Justiz gespeichert und können dort aufgerufen werden. Zum Aufruf ist einzugeben: –Gerichtskennung –Tagebuchzahl –Jahr Es erscheint dann eine Liste, in der alle Urkunden mit ihrer Bezeichnung und Datum angeführt werden, die zum Suchargument gespeichert sind. In der Liste kann jeweils die gewünschte Urkunde zum Ansehen abgerufen werden. Es kann auch verlangt werden, dass die Urkunde von der Justiz elektronisch signiert wird. Bei Abruf einer Grundbuchsabschrift kann wahrscheinlich ab Sommer 2013 auch verlangt werden, dass ähnlich wie im Firmenbuch eine Grundbuchsabschrift mit Urkundenlinks ausgegeben werden soll: Diese erscheint dann als HTML-Wiedergabe am Bildschirm. 34
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Zugang Wie kommt man zu einer Grundbuchsauskunft? bei Gericht (täglich am Vormittag) bei Notar oder Rechtsanwalt: Sind verpflichtet, Grundbuchsauszüge zu erteilen (dürfen dafür eine Gebühr wie das Gericht einheben) Online (Internet) über eine Verrechnungsstelle (Zugangsprovider); dazu ist ein Vertrag mit einer solchen Verrechnungsstelle erforderlich –Welche Verrechnungsstellen aktuell eingerichtet sind, kann der WEB-Präsenz des Bundesministeriums für Justiz auf Auswahl E-Government -> Grundbuch -> Die Grundstücksdatenbank entnommen werden. 35
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Kosten bei Gericht (lt. Gerichtsgebührengesetz): –Abschriften aus dem Hauptbuch des Grundbuchs und aus dessen Hilfsverzeichnissen13,00 Euro Online (lt. Gerichtsgebührengesetz): –Vollabfrage einer Einlagezahl (GB Auszug aktuell) je abgefragter EZ3,20 Euro –Abfrage des A-, B- oder C Blattes einer EZ (GB Teilauszug aktuell) je abgefragtem Blatt einer EZ1,70 Euro –Abfrage der letzten Tagebuchzahl (Plombe)je abgefragter TZ1,60 Euro –etc., siehe GGG Tarifpost 9 36
Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Eckdaten (2012): 134 Grundbuchsgerichte ca. 3 Mio. aufrechte Grundbuchseinlagen ca 11 Mio. Grundstücke Eintragungsvorgänge Grundbuchsabschriften bei Gericht über 7 Mio. externe Abfragen über Verrechnungsstellen Herunterladen ppt "Wahlfachkorb Computer und Recht: Elektronischer Verkehr mit Gerichten Sommersemester 2013 Grundbuchsabfrage 2. Mai 2013 Dr. Helmut Auer BMJ."
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 § 3
 § 469
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