Source: https://www.recht-freundlich.de/jameda-bewertung/eintrag-loeschen-lassen?replytocom=154408
Timestamp: 2020-05-25 17:15:39+00:00

Document:
Wer eine negative Jameda Bewertung erhalten hat, möchte diese gern löschen lassen.
Ärzte fühlen sich verletzt, wenn unwahre Tatsachenbehauptungen in einem Jameda Eintrag auftauchen und diese schlechte Kritik dazu führt, dass andere Patienten einen unschönen Eindruck von der Arztpraxis gewinnen.
Wir helfen Mandanten dabei, sich gegen einen rechtswidrigen Jameda Eintrag zur Wehr zu setzen.
Wir prüfen für Sie, ob die Bewertung rechtmäßig ist, und falls nicht, gehen wir mit Löschungsansprüchen gegen den Verursacher des Eintrags oder Jameda selbst vor.
Jameda und die Auswirkungen negativer Kritiken
Wie kann eine schlechte Bewertung gelöscht werden?
Beispiele löschungsfähiger Einträge
Rechtsanwalt und Rechtsschutzversicherung bei Jameda Problemen
Was wir für unsere Mandanten bei Jameda tun
Rechtsprechung zu Jameda und Bewertungen
Urteil zu Jameda Bewertung löschen
BGH Urteil zu Jameda löschen und mehr
Prüfpflichten von Jameda
Jeder kann einen Eintrag erstellen …
Liegt unzulässige Jameda Bewertung vor?
Textlose Bewertung auf Jameda erhalten?
Beispiel für unerlaubte Bewertung auf Jameda – löschen lassen!
Möglichkeiten und Gründe für das Löschen von Einträgen auf Jameda
Bewertungen werden anonym verfasst – Problem und Chance zum Löschen!
Ärzte werden im Internet bewertet wie viele andere “Dienstleister”. Patienten, die unzufrieden sind, teilen dies der Onlinecommunity in schlechten Bewertungen und negativen Kommentaren mit, um ihrem Frust freien Lauf zu lassen.
Nur selten melden sich auch zufriedene Patienten zu Wort. Darin liegt das Problem. Eine schlechte Bewertung auf Jameda ist nicht weiter schlimm – wenn auch die zufriedenen Stimmen zu Wort kommen.
Sollten sich aber immer mehr negative Einträge auf Jameda häufen, erweckt dies den Eindruck, die Arztpraxis sei sehr schlecht.
Potenzielle Patienten werden sich dann nach einer anderen Arztpraxis umschauen, die bessere Kritiken auf Jameda erhalten hat. Wir kennen Fälle, in denen ein negativer Eintrag auf Jameda enorme Konsequenzen für den Arzt hatte – Patienten blieben aus, und die bisherigen Patienten wechselten die Arztpraxis.
Wir empfehlen daher jedem Arzt, sich unbedingt ernsthaft mit den Bewertungen auf Jameda und anderen Bewertungsportalen auseinanderzusetzen. Eine schlechte Bewertung auf Jameda kann unter Umständen gelöscht werden.
Hierfür sollte ein Rechtsanwalt die negative Kritik überprüfen und rechtliche Schritte einleiten, wenn eine reelle Chance auf Löschung besteht. Gern helfen wir Ihnen dabei.
Ein negativer Eintrag auf Jameda kann entfernt werden, wenn er die Rechte des Arztes verletzt. Grundsätzlich gilt die Meinungsfreiheit, sodass es jedem Bundesbürger und damit auch jedem Patienten frei steht, einen Arzt im Sinne eines Werturteils (Meinung) online zu bewerten.
Diese Kritik muss aber gewisse rechtliche Grenzen einhalten. Die Meinungsfreiheit gilt nämlich nicht ohne Einschränkungen. Eine Meinung ist ein Werturteil.
Dieses Werturteil darf geäußert werden, solange es keine Schmähkritik darstellt. Dies ist der Fall, wenn das Werturteil nur noch der Diffamierung des Betroffenen dient und keine sachliche Ebene mehr besitzt.
Eine schlechte Bewertung auf Jameda kann man also entfernen lassen, wenn ein unzufriedener Patient oder jemand, der Ihnen schaden möchte, diffamierende Stellungnahmen abgibt.
Auch unwahre Tatsachenbehauptungen muss kein Arzt auf Jameda als Eintrag hinnehmen.
Niemand hat das Recht, Lügen über Sie zu verbreiten – dies ist gerade nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt. Gegen unwahre Tatsachenbehauptungen sollten daher Entfernungsanträge bei Jameda gestellt werden.
Problematisch in der Praxis dieser Bewertungslöschungen ist es, wenn nur Teile der Bewertung entfernt werden. Beispielsweise, wenn ein Text nachträglich entfernt wird, weil er die Rechte des Arztes verletzt, die Sternchenbewertung oder Notenbewertung aber bleiben.
Allerdings gibt es auch für die Notenbewertungen einen rechtlichen Spielraum – sprechen Sie uns einfach an.
Wir helfen Ihnen gern dabei, einen negativen Eintrag oder eine schlechte Bewertung bei Jameda zu löschen, soweit dies rechtlich möglich ist.
Eine schlechte Kritik bei Jameda kann also gelöscht werden, wenn:
Unwahre Tatsachen über einen Arzt behauptet werden
Die Bewertung oder der Kommentar nur noch eine Diffamierung darstellt
Im Einzelfall kann es natürlich schwierig sein, ein Werturteil, also eine Meinung, von einer unwahren Tatsache oder einer bloßen Diffamierung abzugrenzen.
Unwahre Behauptungen sind dabei dann löschungsfähig, wenn sie schlicht nicht der Wahrheit entsprechen.
Ist in einer Bewertung also die Rede davon, dass Patienten mehrere Stunden im Wartezimmer sitzen müssen und sich der Arzt trotzdem für jeden Patienten nur 2 Minuten Zeit nehme, so ist dies dem Beweis zugänglich.
Sind Sie sich sicher, dass ihr Wartezimmer selten über lange Zeiträume mit den gleichen Patienten gefüllt ist und nehmen Sie sich deutlich mehr Zeit für Ihre Patienten, so können Sie sich gegen eine solche unwahre Behauptung wehren.
Schwieriger können Diffamierungen abzugrenzen sein, da es hier dem Bewerter nur noch darum gehen muss, eine beleidigende Aussage zu treffen.
So wäre die Aussage „Der Arzt ist absolut unfähig, weshalb man lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen hat.“ nicht unbedingt eine Diffamierung, da hier die Beschreibung der langen Wartezeiten im Vordergrund stehen dürfte. Äußert sich ein Patient allerdings in einer nur noch beleidigenden Weise, so dürfte der Fall klarer sein.
Teilweise finden sich auf Jameda Bewertungen, welche die Grenze des guten Geschmacks überschreiten, wenn es beispielsweise heißt:
„In der Praxis stinkt es ganz fürchterlich, was wohl daran liegt, dass der Arzt selbst nur selten duscht.“ Hier dürfte die Grenze eindeutig überschritten sein.
Uns haben bereits Ärzte mit der Bitte kontaktiert, einige Kommentare bei Jameda rechtlich zu überprüfen und gegebenenfalls löschen zu lassen.
Für unsere Mandanten konnten wir die Entfernung der Beiträge erreichen, die rechtsverletzend und durch nichts gerechtfertigt waren.
Dabei haben wir auch die Deckungszusage bei der Rechtsschutzversicherung für unsere Mandanten eingeholt – diese Deckungszusage wurde auch erteilt.
Denn die Bewertungen auf Jameda sind – das wissen die Versicherungen auch – “kriegsentscheidend” für das geschäftliche Fortleben eines Arztes.
Gern helfen wir auch Ihnen, die Leistungen Ihrer Rechtssschutzversicherung wegen Problemen mit Bewertungsportalen wie Jameda in Anspruch zu nehmen.
Grundsätzlich gehen wir für unsere Mandanten zunächst folgendermaßen vor: Wir schauen uns den in Frage stehenden Kommentar an. Stellt er eine Tatsachenbehauptung dar, oder ist es ein Werturteil?
Sollten Tatsachen behauptet werden (beispielsweise die Wartezeit in der Arztpraxis, oder die fachliche Qualität der Diagnose) besprechen wir mit unserem Mandanten, inwieweit die behaupteten Tatsachen auch stimmen.
Sind sie unwahr, werden wir umgehend Jameda auffordern, die Bewertung entfernen zu lassen.
Denn eine schlechte Bewertung auf Jameda, die sich aus unwahren Tatsachen speist, muss nicht hingenommen werden und kann ohne Probleme gelöscht werden.
Wir setzen die Löschung des negativen Jameda Eintrags für Sie durch. Ist die Kritik jedoch auf ein Werturteil gestützt, müssen wir differenziert betrachten, wo der Kern des Werturteils liegt:
Ist es eine Schmähkritik? Ist es nur noch diffamierend? Entbehrt es jeglicher sachlicher Auseinandersetzung?
Wenn wir die Persönlichkeitsrechte unseres Mandanten verletzt sehen, setzen wir die Entfernung des negativen Jameda Eintrags umgehend durch.
Der Bundesgerichtshof hat im März 2016 ein Urteil erlassen, in dem er Stellung zum Prüfungsumfang von Bewertungsportalen wie Jameda genommen hat (Az: VI ZR 34/15).
In dem vorliegenden Fall hatte sich ein Zahnarzt gegen eine Bewertung auf der Plattform Jameda gewehrt.
Er hatte eine Schulnote von 4,8 erhalten und sah dies als nicht gerechtfertigt an, da die Person, welche die Bewertungs abgegeben hatte, bei ihm nie in Behandlung gewesen sei.
Daraufhin hatte Jameda die Bewertung zunächst gelöscht und einer Prüfung unterzogen, sodann aber wieder online gestellt. Der Zahnarzt legte sodann Klage ein, mit der er einerseits Unterlassung der Veröffentlichung begehrte.
Darüber hinaus begehrte der Kläger zusätzlich die Auskunft über den Namen der bewertenden Person oder zumindest die Übermittlung der Jameda vorliegenden Daten zu dem Behandlungsvorgang.
Das LG Köln (Az. 28 O 516/13) gab dem Kläger in Bezug auf seinen Unterlassungsanspruch Recht, lehnte den Auskunftsanspruch jedoch ab.
In der anschließenden Berufung vor dem OLG Köln (Az. 15 U 141/14) wurde die Klage sodann vollständig abgewiesen, somit auch der Unterlassungsanspruch des Zahnarztes.
In seinen Entscheidungsgründen verwies das OLG Köln vor allem auf die datenschutzrechtlichen Aspekte des Falles und befand, dass Jameda nicht nur den Prüfungspflichten hinreichend nachgekommen sei, sondern weitergehende Informationen und Unterlagen an den Zahnarzt nicht übermittelt werden dürften.
Gegen das Urteil des OLG Köln erhob der Zahnarzt Revision zum Bundesgerichtshof und stellte in erster Linie darauf ab, dass es ihm ohne die begehrten Daten, also die Auskunft, wer die Bewertung abgegeben habe und um welche Behandlung es geht, nicht möglich sei, sich gegen nicht gerechtfertigte Bewertungen auf Jameda zur Wehr zu setzen.
Insbesondere zweifelte der Zahnarzt an, dass die bewertende Person jemals bei ihm Patient war, was nach seiner Argumentation dazu führe, dass die Bewertung von vornherein ungerechtfertigt sein muss.
Der BGH gab dem Zahnarzt in weiten Teilen Recht und entschied, dass Bewertungsportale wie Jameda Beanstandungen von bewerteten Ärzten ernsthaft überprüfen müssen.
Bestehen ernsthafte Zweifel an der Bewertung, so müssten sie den Bewerter dazu auffordern, die beanstandete Bewertung näher auszuführen und im Extremfall sogar Belege einzureichen, welche die negative Bewertung stützen.
Die Prüfpflicht von Portalbetreibern wie Jameda ende allerdings dort, wo das Geschäftsmodell der Bewertungsportale stark erschwert würde.
Die Anonymität der Bewerter wurde vom BGH ebenfalls gestärkt und nicht in Frage gestellt. Er knüpfte dabei an seine Rechtsprechung aus dem Jahr 2014 an.
Schon damals hatte der BGH entschieden, dass die Identitäten von Nutzern der Bewertungsportale allenfalls an Strafverfolgungsbehörden herausgegeben werden müssen, allerdings nicht an Personen, die sich über Bewertungen beschweren.
Vielmehr reiche es aus, wenn Jameda Beschwerden prüfe und ungerechtfertigte Kommentare lösche.
Hieran orientierte sich der BGH auch im aktuellen Fall, allerdings konkretisierte er die Prüfpflichten.
Gerade aufgrund der Anonymität der bewertenden Personen in den Bewertungsportalen wie Jameda sei die Gefahr besonders groß, dass dort unwahre Behauptungen oder Persönlichkeitsrechtsverletzungen aufzufinden seien.
Gegen Bewertungen, die solche Inhalte haben, könnten sich die Betroffenen ohne die Mitarbeit der in keinster Weise wehren, sodass Jameda im Rahmen ihrer Prüfungspflicht eine Pflicht zur Mitarbeit bei der Aufklärung zukomme.
Diese finde wiederum dort ihre Grenze, wo die Pflichten von Jameda dazu führen würden, dass das „ Geschäftsmodell wirtschaftlich gefährdet oder seine Tätigkeit unverhältnismäßig erschwert“ werde.
Es sei im Einzelfall aber durchaus möglich, dass Jameda den Bewerter auffordern muss, den fraglichen Arztbesuch genauer zu beschreiben und Informationen darzubringen, welche die Behandlung belegen.
Hierzu können Rezepte, Bonushefte oder „oder sonstige Indizien“ gehören. Diese Informationen könnten sodann auch an den Betroffenen Arzt weitergegeben werden, wenn die Anonymität des Bewerters weiter gewahrt bleibe.
Erfolgen könne dies durch die Schwärzung der personenbezogenen Daten.
Jameda ist mit einem Bekanntheitsgrad von fast 40 % und Stammdaten von bundesweit 250.000 Ärzten das größte Bewertungsportal im Bereich Gesundheitswesen in Deutschland.
Jameda bietet Nutzern die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit ehemaligen Ärzten zu teilen und diese anhand von Noten, sowie durch einen Freitext zu bewerten. Bewertet werden können jedoch nicht nur Ärzte, sondern auch andere Personen oder Unternehmen, die im Gesundheitswesen tätig sind.
Dazu gehören beispielsweise Apotheken, Kliniken und auch Heilpraktiker. Jameda stellt Nutzern eine kategorisierte Suchfunktion zur Verfügung, die langes Suchen nach einem passenden Arzt verhindern soll.
Doch nicht nur die Suche nach einem geeigneten Arzt soll schnell vonstattengehen. Auch ein Eintrag lässt sich innerhalb weniger Minuten erstellen und wird anschließend für sämtliche andere Nutzer einsehbar.
Häufig sind es jedoch unzufriedene Patienten, die sich die schnelle Bewertungsmöglichkeit zu Nutze machen.
Unzufriedene Patienten neigen allerdings dazu, ihre subjektiv empfundenen negativen Erfahrungen zu äußern. Doch gerade diese sind im Hinblick auf die Meinungsfreiheit nicht immer zulässig und verstoßen zudem gegen die Richtlinien von Jameda.
Jeder Jameda-Nutzer kann einen Eintrag zu einem Arzt erstellen. Hierfür bedarf es lediglich eines kostenfreien Kontos auf dem Bewertungsportal, welches mit einer gültigen E-Mail Adresse erstellt werden kann.
Nachdem das eigene Konto erstellt wurde, kann der Nutzer einen Eintrag verfassen. Ein Eintrag setzt sich aus einem Freitext und einer Note zusammen.
Das Notensystem gleicht dabei dem Schulnotensystem. Eine 1 steht daher für sehr gut und eine 6 dementsprechend für sehr schlecht. Für jeden Arzt mit einem Eintrag auf Jameda wird eine Gesamtnote berechnet und für sämtliche Nutzer veröffentlicht.
Jedoch beschränkt sich eine Bewertung durch Noten nicht auf den Gesamteindruck.
Vielmehr lassen sich verschiedene Kategorien bewerten, zu denen beispielsweise die Wartezeit, die Behandlung und die Beratung gehören. Neben der Möglichkeit der Bewertung, können bei Jameda auch Termine online gebucht werden.
Jameda soll also mehr sein, als ein reines Bewertungsportal, es soll nämlich auch die Interaktion zwischen Ärzten und Patienten ermöglichen.
Eine Vielzahl unzulässiger Einträge auf Jameda sind nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Dabei muss nicht erst eine Beleidigung oder eine Schmähkritik vorliegen, um einen Eintrag löschen lassen zu können.
Bewertet werden können auf Jameda Ärzte, sowie Spezialisten in anderen Bereichen der heilberuflichen Tätigkeiten.
Bewertet werden kann durch die Vergabe einer Note und durch einen Fließtext, Nutzer können sich hier frei entscheiden, auf welche Art und Weise sie die Bewertung abgeben wollen.
Bewertet ein Nutzer einen Arzt durch die Vergabe einer schlechten Note, begründet dies jedoch nicht mit einem Text, ist dies zulässig sein.
Grundsätzlich wird ein Eintrag, der lediglich aus der Vergabe einer Note besteht, als erlaubte Meinungsäußerung angesehen.
Jedoch ist dies nur dann der Fall, wenn die Vergabe der Note tatsächlich auf einer Tatsachengrundlage fußt.
War der Nutzer nie als Patient bei dem bewerteten Arzt, fehlt es an einer solchen Tatsachengrundlage und der Eintrag stellt eine unerlaubte Meinungsäußerung dar.
In Fällen wie diesen, hat Jameda nach einer Meldung die Pflicht herauszufinden, ob der Nutzer für die Vergabe der Note tatsächlich berechtigt war, also ob er tatsächlich bei dem bewerteten Arzt in Behandlung war.
Unzulässig sind ebenfalls Einträge, bei denen es sich um unwahre Tatsachenbehauptungen handelt.
Ebenfalls nicht erlaubt sind Meinungsäußerungen, die einen beleidigenden Charakter aufweisen.
Ein Beispiel für eine unerlaubte Meinungsäußerung wäre beispielsweise „Dieser Arzt ist ein Scheusal, ich rate allen Patienten von ihm ab“.
Zwar stellt diese Äußerung grundsätzlich eine Meinungsäußerung dar, sie ist jedoch aufgrund des beleidigenden Inhalts nicht von der Meinungsfreiheit geschützt und ist somit unzulässig und ließe sich auch löschen.
Nicht immer lässt sich bestimmen, ob es sich bei einem Eintrag um eine Tatsachenbehauptung oder eine Meinungsäußerung handelt. Denn Nutzer tätigen oftmals Aussagen, die zum Teil Meinungsäußerung und zum Teil Tatsachenbehauptung sind.
„Der Arzt ist ein Verbrecher, der in seiner heruntergekommenen Praxis die Patienten abzocken will“.
Hierbei handelt es sich um eine unerlaubte Meinungsäußerung, verbunden mit einer indirekten Tatsachenbehauptung. Einträge dieser Art sind ebenfalls nicht zu lässig und können gelöscht werden.
Jameda ist mit über 5,5 Mio. Patienten pro Monat Marktführer unter den Bewertungsportalen für Ärzte.
Der hohe Bekanntheitsgrad führt dazu, dass eine Vielzahl an Patienten Jameda nutzen, um sich Informationen einzuholen und Erfahrungen mit anderen Nutzern zu teilen.
Bewertungsportale wie Jameda stellen mittlerweile eine wichtige Entscheidungshilfe dar. Patienten, die sich auf der Suche nach einem Arzt befinden, orientieren sich nicht nur lediglich an den Bewertungen, sie werden in ihrer Entscheidungsfindung auch stark von diesen beeinflusst.
Negative Einträge führen also unweigerlich dazu, dass sich Patienten für einen anderen Arzt entscheiden.
Hinsichtlich der Entscheidungsfindung eines Patienten, kann bereits ein negativer Eintrag ausschlaggebend sein. Ärzte mit ausschließlich positiven Bewertungen genießen hingegen das Vertrauen der Jameda-Nutzer.
In der Regel achten Nutzer bei der Suche nach einem Arzt auf die Entfernung zu diesem, nach der durchschnittlichen Bewertung, sowie nach der Anzahl der Bewertungen. Negative Einträge fallen bei Ärzten mit weniger Bewertungen dementsprechend mehr ins Gewicht, als bei Ärzten mit vielen Bewertungen.
Daher reicht bereits ein negativer Eintrag aus, um für die Entscheidung eines Patienten ausschlaggebend zu sein. Aufgrund der weitreichenden Auswirkungen von negativen Einträgen, sollten diese keinesfalls einfach so hingenommen werden.
Stattdessen sollte überlegt werden, ob eine Möglichkeit besteht, den jeweiligen Eintrag löschen zu lassen.
Bewertungen auf jameda werden anonym veröffentlicht und die Daten der Nutzer, die für den Eintrag verantwortlich sind, dürfen nicht an den Arzt weitergegeben werden.
Der Grund für die Anonymisierung liegt darin, dass die Bewertungen häufig Angaben zu Erkrankungen enthalten und daher streng vertraulich behandelt werden müssen.
Daher haben Bewertungsportale wie Jameda ganz besonders hohe Anforderungen hinsichtlich des Datenschutzes zu erfüllen. Ein weiterer Grund für die Anonymisierung liegt daran, dass es Ärzten nicht möglich sein soll, den Verfasser des Eintrags zu identifizieren.
So sollen ehrliche Bewertungen gewährleistet werden, da Patienten sich ohne Angst über die tatsächlichen Vorgänge äußern können. Unter dem vermeintlichen Deckmantel der Anonymität entsteht allerdings eine Vielzahl der negativen Einträge auf Jameda.
Damit geht auch die Frage einher, inwieweit es überhaupt möglich ist, einen Eintrag löschen zu lassen und auch sonstige Ansprüche geltend machen zu können, wenn die Verfasser anonym bleiben.
Entscheidend ist dabei grundsätzlich, ob der in Frage stehende Eintrag vom Schutzbereich der Meinungsfreiheit erfasst wird. Nicht durch die Meinungsfreiheit geschützt sind Einträge, wenn diese eine Schmähkritik darstellen oder einen beleidigenden Charakter aufweisen.
„Wegen seines die Meinungsfreiheit verdrängenden Effekts ist der Begriff der Schmähkritik eng auszulegen. Auch eine überzogene, ungerechte oder gar ausfällige Kritik macht eine Äußerung für sich genommen noch nicht zur Schmähung.
Hinzutreten muss vielmehr, dass bei der Äußerung nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Diffamierung des Betroffenen im Vordergrund steht, der jenseits polemischer und überspitzter Kritik herabgesetzt und gleichsam an den Pranger gestellt werden soll.“ (BGH, 16.12.2014 – VI ZR 39/14)
Des Weiteren entscheidet sich die Zulässigkeit eines Eintrags nicht nur an rechtlichen Vorgaben, sondern auch an den Richtlinien von Jameda. So muss ein Eintrag nicht zwingend einen rechtlichen Verstoß darstellen, um einen Anspruch auf Löschung hervorzurufen.
Ausreichend ist auch ein Verstoß gegen die Richtlinien. Soll ein Eintrag gelöscht werden, steht diesem Vorhaben die Anonymität nur im Hinblick auf die Kontaktmöglichkeit im Weg.
Betroffene können sich nicht an den Verfasser wenden, sondern müssen sich direkt an Jameda wenden, um den jeweiligen Eintrag löschen zu lassen.
Wird Jameda auf einen möglichen Verstoß aufmerksam gemacht, muss der in Frage stehe Eintrag auf seine Zulässigkeit hin überprüft werden. Wird dabei festgestellt, dass dieser unzulässig ist, steht Jameda in der Pflicht diesen zu löschen.
Wie Sie sehen bestehen durchaus Möglichkeiten, sich gegen Einträge auf Jameda zu wehren.
Der BGH hat dabei die Prüfpflichten der Betreiber von Bewertungsportalen konkretisiert und damit die Rechte der Betroffenen gestärkt.
Sind Sie der Meinung, von einer ungerechtfertigten Bewertung auf Jameda betroffen zu sein, sollten Sie also nicht zögern, sich gegen diese zur Wehr zu setzen.
10 Kommentare zu “Jameda Eintrag löschen lassen”
13. April 2018 um 10:07 Uhr
Wir würden Sie gerne mit der Löschung negativer Bewertungen auf unserem Profil beauftragen. Besteht die Möglichkeit, dass Sie uns einen Kostenvoranschlag erstellen? Und ist es dazu notwendig bei Ihnen in der kanzlei zu erscheinen? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.
vielen Dank für Ihre Anfrage zur Bewertung auf Jameda. Wir setzen uns mit Ihnen per E-Mail in Verbindung.
18. März 2017 um 20:07 Uhr
ich habe über meinen arzt eine sehr schlechte bewertung bei jameda geschrieben nun habe ich angst dass ich verklagt werde, er kann sicher herausfinden wer ich bin. anhand der anamnese und so weiter. ich hätte die bewertung nicht schreiben sollen, wie kann ich es löschen oder entfernen bei jameda?? bitte helfen sie mir schnell
20. März 2017 um 09:05 Uhr
vielen Dank für Ihre Anfrage hinsichtlich “Jameda Eintrag löschen lassen”. Was haben Sie denn genau geschrieben? Sie haben durchaus das Recht, Ihre Meinung zu äußern. Außerdem können Sie Jameda mitteilen, dass Ihre Bewertung entfernt werden soll – dies wird dann im Regelfall auch geschehen. Falls nicht, helfen wir gern weiter.
17. November 2016 um 09:14 Uhr
Timm Siebers says:
bitte nehmen Sie sich meiner Jameda Bewertungen juristisch an. Es sind einige dabei, die meines Erachtens die Grenze zur Meinungsäußerung überschreiten. Jameda hat auch meine Anfrage bezüglich Entfernen und Löschen nicht zufriedenstellend reagiert. Die Bewertungen, zumindest zwei davon, gehören gelöscht.
vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich “Jameda Eintrag löschen lassen”. Wir werden umgehend mit Ihnen in Kontakt treten, um uns die über Sie veröffentlichten Bewertungen bei Jameda anzuschauen und juristisch zu bewerten. Sollten wir Möglichkeiten für eine Entfernung sehen, strengen wir die Löschung umgehend bei Jameda an.
7. November 2016 um 08:40 Uhr
Heike Kaller says:
Ich möchte einen Eintrag bei Jameda löschen lassen, ein Patient hat seine Wut an mir ausgelassen und an anderen Kollegen auch (kann man einigermaßen nachverfolgen, wo er noch geschrieben hat?). Ich bitte um Ihre Hilfe, den Eintrag entfernen zu lassen und gegebenenfalls den Patienten darauf hinzuweisen (deutlich), dass sowas in Zukunft zu unterlassen ist…
vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich unseres Beitrags “Jameda Eintrag löschen lassen”. Ob wir den Eintrag entfernen können, hängt davon ab, wie dieser genau aussieht. Wir schauen uns das gern an und teilen Ihnen mit, was wir davon halten. Es kommt zunächst darauf an, ob die Bewertung, bzw. der Eintrag eine zulässige Meinungsäußerung ist oder eine falsche Tatsachenbehauptung. Gern nehmen wir Kontakt mit Ihnen auf.
Brigitte Pakulat says:
Vor 3 Jahren habe ich eine negative Bewertung über die Mitarbeiter meiner Hausarztpraxis geschrieben.
Das trifft jetzt nicht mehr zu und ich möchte diesen Eintrag unbedingt löschen lassen.
Hausarztpraxis D. Dettler, Kelsterbach, Kleine Taunusstraße. Bitte helfen Sie mir. Danke im voraus.
Nein, ich habe es bisher noch nicht geschrieben.
vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema “Eintrag auf Jameda entfernen lassen”. Grundsätzlich sind wir eher auf der anderen Seite tätig, sprich: Wir helfen Ärzten, die negative Kommentare erhalten haben dabei, diese löschen zu lassen (bei Jameda oder Sanego etc.). Sie scheinen eine Patientin zu sein, die ihre Kritik gelöscht wissen möchte. Gibt es hierfür keine Möglichkeit bei Jameda? Schreiben Sie doch Jameda Ihr Anliegen, die haben immerhin ein vitales Interesse daran, nicht mehr aktuelle Kritiken zu löschen. Falls das nicht hilft, können wir immer noch versuchen, Ihnen juristisch zu helfen.
Versuchen Sie es zunächst bei Jameda. Wenn das nichts wird, melden Sie sich gern telefonisch bei uns.
Schreibe einen Kommentar zu Heike Kaller Cancel Reply

References: BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH