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Timestamp: 2020-06-02 19:16:39+00:00

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BFH, 29.11.2007 - IV R 62/05 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1713
BFH, 29.11.2007 - IV R 62/05 (https://dejure.org/2007,1713)
BFH, Entscheidung vom 29.11.2007 - IV R 62/05 (https://dejure.org/2007,1713)
BFH, Entscheidung vom 29. November 2007 - IV R 62/05 (https://dejure.org/2007,1713)
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EStG § 5 Abs. 1 Satz 1; HGB § 249 Abs. 1 Satz 1, § 252 Abs. 1 Nr. 4
Erörterung der Gewinnrealisierung bei Ausführung einer Inkassotätigkeit; Erbringung von geschuldeten Erfüllungshandlungen als maßgeblicher Zeitpunkt der Gewinnrealisierung; Erbringung einer Dienstleistung in Form einer typischen Inkassotätigkeit; Gewinnrealisierung bei ...
Zeitpunkt der Gewinnrealisierung aus einer Inkassotätigkeit
Inkasso und Steuern - Gewinnrealisierung beim Inkassovertrag
Kurznachricht zu "Kommentar zum Urteil des BFH vom 29.11.2007, Az.: IV R 62/05" von Prof. Dr. Roland Euler, original erschienen in: BB 2008, 833.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH v. 29.11.2007, Az.: IV R 62/05 (Zeitpunkt der Gewinnrealisierung bei Inkassotätigkeit)" von VorsRiFG Lothar Aweh, original erschienen in: EStB 2008, 129 - 130.
BFHE 220, 85
BB 2008, 657
BB 2008, 830
BB 2009, 42
DB 2008, 848
BStBl II 2008, 557
In der Steuerbilanz sind Aufwandsrückstellungen unzulässig (nunmehr auch in der Handelsbilanz gemäß § 249 Abs. 2 HBG i.d.F. des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes vom 25. Mai 2009, BGBl 2009, 1102), soweit nicht gemäß § 249 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB handelsrechtlich eine Passivierungspflicht besteht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 85, BStBl II 2008, 557, m.w.N.).
Ein Gewinn ist danach realisiert, wenn der Leistungsverpflichtete die vereinbarte Leistung "wirtschaftlich erfüllt" hat und ihm die Forderung auf die Gegenleistung --von den mit jeder Forderung verbundenen Risiken abgesehen-- so gut wie sicher ist (BFH-Urteile vom 10. September 1998 IV R 80/96, BFHE 186, 429, BStBl II 1999, 21, unter 1., m.w.N.; vom 29. November 2007 IV R 62/05, BFHE 220, 85, BStBl II 2008, 557, unter II.1.a; vom 23. März 2011 X R 42/08, BFHE 233, 398, BStBl II 2012, 188, Rz 19, und vom 31. August 2011 X R 19/10, BFHE 234, 420, BStBl II 2012, 190, Rz 16).
In zeitlicher Hinsicht muss die Verbindlichkeit in der Vergangenheit wirtschaftlich verursacht sein; es muss bereits bis zum Bilanzstichtag eine wirtschaftliche Belastung eingetreten sein (BFH-Urteile vom 19. Oktober 2005 XI R 64/04, BFHE 211, 475, BStBl II 2006, 371, und vom 29. November 2007 IV R 62/05, BFHE 220, 85, BStBl II 2008, 557).
Steht dem Unternehmer hiernach ein prinzipiell unentziehbarer Provisionsanspruch für seine Leistung zu, ist der Gewinn realisiert (BFH-Urteil vom 29. November 2007 IV R 62/05, BFHE 220, 85, BStBl II 2008, 557).
Der BFH ist als Revisionsinstanz aber nicht gehindert, die Auslegung des FG daraufhin zu überprüfen, ob die gesetzlichen Auslegungsregeln (§§ 133, 157 BGB), die Denkgesetze und die gesetzlichen Erfahrungssätze zutreffend angewandt worden sind (vgl. BFH-Urteile vom 29. November 2007 IV R 62/05, BFHE 220, 85, BStBl II 2008, 557, und in BFHE 251, 227, BStBl II 2016, 154).
Des Weiteren setzt das Bestehen einer Verbindlichkeit den Anspruch eines Dritten im Sinne einer Außenverpflichtung voraus, die erzwingbar ist (BFH-Urteile vom 8. November 2000 I R 6/96, BFHE 193, 399, BStBl II 2001, 570, und vom 29. November 2007 IV R 62/05, BFHE 220, 85, BStBl II 2008, 557).
Dann aber ist der Schwebezustand des zugrunde liegenden Geschäfts beendet und der Gewinn aus dieser Leistungsbeziehung gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB realisiert (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 29. November 2007 IV R 62/05, BStBl II 2008, 557 m.w.N.;… Schmidt/Weber-Grellet, EStG, 34. Aufl. 2015, § 5 Rz. 601, 607;… Schubert/Roscher in Beck'scher Bilanzkommentar, 10. Aufl. 2016, § 247 Rz. 80).
Ohne Bedeutung ist hingegen, ob am Bilanzstichtag die Rechnung bereits erteilt ist, ob die geltend gemachten Ansprüche noch abgerechnet werden müssen oder ob die Forderung erst nach dem Bilanzstichtag fällig wird (vgl. BFH-Urteile in BStBl II 2008, 557 und BStBl II 2006, 20, m.w.N.).
Bei dem für die (Teil-)Leistung entstandenen Anspruch darf es sich nicht lediglich um einen solchen auf Zahlung eines Abschlags oder eines Vorschusses handeln (vgl. BFH-Urteil in BStBl II 2008, 557 m.w.N. -Inkassotätigkeit-).
Wenn es sich bei dem für die (Teil-)Leistung entstandenen Anspruch lediglich um einen solchen auf Zahlung eines Abschlags oder eines Vorschusses handelt, kann von einer (Teil-)Gewinnrealisierung nicht ausgegangen werden (vgl. BFH-Urteil in BStBl II 2008, 557).
Der BFH ist als Revisionsinstanz aber nicht gehindert, die Auslegung des FG daraufhin zu überprüfen, ob die gesetzlichen Auslegungsregeln (§§ 133, 157 BGB), die Denkgesetze und die gesetzlichen Erfahrungssätze zutreffend angewandt worden sind (vgl. BFH-Urteil vom 29. November 2007 IV R 62/05, BFHE 220, 85, BStBl II 2008, 557).
Entspricht die finanzgerichtliche Auslegung diesen Grundsätzen, ist sie für den erkennenden Senat bindend, auch wenn sie zwar nicht zwingend, aber möglich war (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 85, BStBl II 2008, 557).
FG Nürnberg, 18.06.2009 - 6 K 250/07
Steuerliche Anerkennung von Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden …
FG Nürnberg, 18.06.2009 - 6 K 267/07

References: § 5
 § 249
 § 252
 § 249
 § 249
 § 252
 § 5
 § 247