Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F27-04-2011-4A_37-2011
Timestamp: 2016-10-27 11:09:33+00:00

Document:
4A_37/2011 (27.04.2011)
A.a W�hrend der Sommerferien 1992 �berliess der Eigent�mer der Freibergerstute "Nora" das Pferd samt Fohlen f�r mehrere Wochen der damals 15-j�hrigen Y.________ (Beschwerdegegnerin). Diese brachte Stute und Fohlen bei sich zuhause in einem Nachbargeb�ude unter. Am 24. Juli 1992, ca. 21.00 Uhr, begleitete die damals 21-j�hrige X.________ (Beschwerdef�hrerin) zu Fuss die auf "Nora" sitzende Beschwerdegegnerin auf einen Ausritt. Das Fohlen wurde im Stall zur�ckgelassen. Nach kurzer Reitstrecke bestieg die Beschwerdef�hrerin anstelle der Beschwerdegegnerin das Pferd, und die Beschwerdegegnerin f�hrte das Pferd zun�chst am Halfter, liess diesen dann aber los. Kurze Zeit darauf brach die Stute pl�tzlich aus und galoppierte entlang einem Naturstr�sschen in Richtung Stall, wo ihr Fohlen untergebracht war. Die ver�ngstigte Beschwerdef�hrerin liess sich vom Pferd fallen und zog sich beim Sturz am Kn�chel des linken Fusses eine Malleolustr�mmerfraktur zu.
A.b Im Unfallzeitpunkt befand sich die Beschwerdef�hrerin in Ausbildung zur Kinderkrankenschwester. Sie konnte diese Ausbildung jedoch wegen des Unfalls nicht fortsetzen. Sie absolvierte eine Umschulung und erwarb ein Diplom als Sozialarbeiterin HFS. In den Jahren 1997 und 1998 arbeitete sie bei der Fachstelle f�r Suchtfragen der A.________ und 1999 bis 2003 bei der Spitex B.________ und beim Sterbebegleitinstitut C.________. Ab dem Jahr 2005 war sie am Kantonsspital D.________ und bei der E.________ t�tig.
A.c Im Rahmen eines vor den Luzerner Gerichten gef�hrten Verfahrens, in welchem die Beschwerdef�hrerin die Beschwerdegegnerin auf Zahlung des zwischen dem 1. Juni 1994 und dem 31. August 1996 entstandenen ungedeckten Erwerbsschadens belangt hatte, wurde die Tierhaltereigenschaft der Beschwerdegegnerin, der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Schaden sowie ein Selbstverschuldensabzug von einem Drittel rechtskr�ftig bejaht. Demgem�ss wurde die Beschwerdegegnerin - ebenfalls rechtskr�ftig - verpflichtet, der Beschwerdef�hrerin f�r den eingeklagten Erwerbsschaden Fr. 28'351.45 zu bezahlen.
Mit Klage vom 4. Dezember 2003 beantragte die Bescherdef�hrerin dem Kantonsgericht Zug, die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr einen im Laufe des Verfahrens auf Fr. 1'047'867.-- bezifferten Betrag nebst gestaffeltem Zins zu bezahlen. Die Beschwerdegegnerin beantragte Abweisung der Klage, soweit diese den Betrag von Fr. 24'753.35 �bersteige. Das Kantonsgericht sprach der Beschwerdef�hrerin am 3. August 2009 f�r die Zeit ab dem 1. September 1996 f�r noch ungedeckten Erwerbs- und Haushaltschaden Fr. 89'026.10 nebst 5 % Zins auf Fr. 58'927.30 seit dem 15. Februar 2003 und auf Fr. 5'000.-- seit dem 24. Juli 1992 sowie auf Fr. 20'000.-- seit dem 14. Dezember 2003 zu. Am 30. November 2010 best�tigte das Obergericht des Kantons Zug auf Berufung der Beschwerdef�hrerin dieses Urteil mit Ausnahme der Kostenregelung f�r das erstinstanzliche Verfahren und des Zinsenlaufs auf Fr. 58'027.30, den es bereits am 15. November 2001 einsetzen liess.
Die Beschwerdef�hrerin beantragt dem Bundesgericht mit Beschwerde in Zivilsachen, in Aufhebung des angefochtenen Urteils die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr Fr.1'047'867.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 24. Juli 1992 zu bezahlen. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung des Erwerbs-, Renten- und Haushaltf�hrungsschadens zur�ckzuweisen. Die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz schliessen auf Abweisung der Beschwerde.
Die Beschwerdef�hrerin wirft die Frage auf, ob eine Verletzung von bundesrechtlichen zivilprozessualen Vorschriften der am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Schweizerischen Zivilprozessordnung ger�gt werden k�nne. F�r Verfahren, die bei Inkrafttreten der ZPO rechtsh�ngig sind, gilt nach Art. 404 Abs. 1 ZPO das bisherige Verfahrensrecht bis zum Abschluss vor der betroffenen Instanz und f�r die Rechtsmittel das Recht, das bei der Er�ffnung des Entscheides in Kraft ist (Art. 405 Abs. 1 ZPO). Da das angefochtene Urteil am 6. Dezember 2010 versandt wurde, kommt die ZPO nicht zur Anwendung.
1.1 Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen. Immerhin pr�ft das Bundesgericht, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind. Es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 135 III 397 E. 1.4 S. 400 mit Hinweis). Unerl�sslich ist daher, dass auf die Begr�ndung des angefochtenen Urteils eingegangen und im Einzelnen dargetan wird, worin eine Verletzung von Bundesrecht liegen soll. Der Beschwerdef�hrer soll in der Beschwerdeschrift nicht bloss Rechtsstandpunkte, die er im kantonalen Verfahren eingenommen hat, erneut bekr�ftigen, sondern mit seiner Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erw�gungen der Vorinstanz ansetzen (BGE 134 II 244 E. 2.1 und 2.3).
1.2 Nach Art. 105 BGG legt das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Abs. 1). Es kann diese Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Abs. 2). Die Voraussetzungen f�r eine Sachverhaltsr�ge nach Art. 97 Abs. 1 BGG und f�r eine Berichtigung des Sachverhalts von Amtes wegen nach Art. 105 Abs. 2 BGG stimmen im Wesentlichen �berein. Soweit es um die Frage geht, ob der Sachverhalt willk�rlich oder unter verfassungswidriger Verletzung einer kantonalen Verfahrensregel ermittelt worden ist, sind strenge Anforderungen an die Begr�ndungspflicht der Beschwerde gerechtfertigt. Entsprechende Beanstandungen sind nach Massgabe von Art. 106 Abs. 2 BGG zu begr�nden. Demzufolge gen�gt es nicht, einen von den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz abweichenden Sachverhalt zu behaupten. Vielmehr ist in der Beschwerdeschrift nach den erw�hnten gesetzlichen Erfordernissen darzulegen, inwiefern diese Feststellungen willk�rlich bzw. unter Verletzung einer verfahrensrechtlichen Verfassungsvorschrift zustande gekommen sind. Andernfalls k�nnen Vorbringen mit Bezug auf einen Sachverhalt, der von den Feststellungen im angefochtenen Entscheid abweicht, nicht ber�cksichtigt werden. Vorbehalten bleiben offensichtliche Sachverhaltsm�ngel im Sinne von Art. 105 Abs. 2 BGG, die dem Richter geradezu in die Augen springen (BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f. mit Hinweisen).
1.3 Wer den Sachverhalt berichtigt oder erg�nzt wissen will, hat mit Aktenhinweisen darzulegen, dass er entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen genannt hat (Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 4339 Ziff. 4.1.4.3 zu Art. 93 E-BGG; vgl. auch BGE 115 II 484 E. 2a S. 485 f.). Neue Vorbringen sind nur zul�ssig, soweit erst der angefochtene Entscheid dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 136 III 123 E. 4.4.3 S. 129 mit Hinweisen), was wiederum n�her darzulegen ist (BGE 133 III 393 E. 3 S. 395).
Das Kantonsgericht hat der Beschwerdef�hrerin f�r die Zeitspanne 1. September 1996 bis Ende 2006 Fr. 58'972.30 als Erwerbsschaden zugesprochen. Die Vorinstanz kam dagegen auf einen Restanspruch von Fr. 21'018.-- f�r diese Zeitspanne, womit an sich eine �berentsch�digung von Fr. 37'954.30 vorlag. Da die Beschwerdegegnerin das Urteil des Kantonsgericht aber nicht angefochten hatte, blieb es im Ergebnis beim erstinstanzlich zugesprochenen Betrag.
2.1 Das Kantonsgericht hatte gest�tzt auf diverse Gutachten f�r erwiesen gehalten, dass die Beschwerdef�hrerin entsprechend der Behauptung der Beschwerdegegnerin ab dem Jahre 2001 in einer angepassten T�tigkeit als Sozialarbeiterin 100 % h�tte arbeiten k�nnen. Wenn sie sich dennoch mit einem geringeren Pensum begn�ge, verstosse sie gegen die Schadenminderungspflicht. Dem schloss sich die Vorinstanz an. Sie st�tzte sich insbesondere auf ein Gutachten von lic. phil. Z.________ vom 28. Juni 2007 und hielt fest, dass die Sozialarbeit gen�gend Bereiche mit T�tigkeiten biete, die vorwiegend sitzend verrichtet w�rden und in denen F�hrungs- und Fachfunktionen trotz Gehbehinderung �bernommen werden k�nnten und die genau gleich entl�hnt w�rden. Nachdem die Beschwerdef�hrerin vor der Schule f�r soziale Arbeit eine kaufm�nnische Ausbildung durchlaufen und sich gegen�ber der IV bereit erkl�rt hatte, eine kaufm�nnische Lehre zu absolvieren, falls sie die Aufnahmepr�fung f�r die Schule f�r Sozialarbeit nicht bestehen sollte, sei nicht nachvollziehbar, weshalb eine mehrheitlich sitzende Beratungs- und Betreuungst�tigkeit in der Sozialarbeit ihren beruflichen Neigungen und F�higkeiten unangepasst und ihr daher nicht zumutbar sein sollte, wie sie geltend gemacht hatte. Mit Blick auf die im Rahmen der IV-Umschulung abgegebene Erkl�rung, in zweiter Priorit�t eine Lehre im kaufm�nnischen Bereich zu akzeptieren, k�nne sie auch nicht ernsthaft behaupten, einzig die Hospizarbeit bzw. Sterbebegleitung entspreche ihrer Pers�nlichkeit. Es sei ihr unbenommen, den ethischen Aspekt ihrer gesellschaftlich zweifellos wertvollen Arbeit dem wirtschaftlichen voranzustellen. Entsprechende Einkommenseinbussen k�nne sie dabei aber nicht auf die Beschwerdegegnerin abw�lzen.
2.2 Die Vorinstanz ging davon aus, der Beschwerdef�hrerin w�re ab 2001, sp�testens ab dem Jahr 2007, zuzumuten gewesen, in einer angepassten T�tigkeit mit geringem Anteil an Fuss belastendem Gehen und Stehen als Sozialarbeiterin in einem 100%-Pensum zu arbeiten. Wenn die Beschwerdef�hrerin dennoch ein geringeres Arbeitspensum an entl�hnter Arbeit leiste, habe sie eine daraus resultierende Einkommenseinbusse auch dann selbst zu tragen, wenn sie daneben ethisch und gesellschaftlich wertvolle unbezahlte Arbeit leiste.
2.3 Nach Auffassung der kantonalen Gerichte ist eine Arbeitsunf�higkeit sp�testens ab 2007 auch deshalb nicht gegeben, weil mit einer operativen Versteifung des schmerzhaften oberen Sprunggelenks bzw. der Implantation eines Kunstgelenks unter gleichzeitiger Korrektur der Fehlstellung im R�ckfuss eine weitgehende oder vollst�ndige Schmerzbefreiung bei vergleichsweise kleinen Risiken erreicht und die Arbeitsf�higkeit als Sozialarbeiterin erh�ht werden k�nnte. Das Restrisiko, dass bei schlechtem Ausgang der Operation der Schmerzpegel nur wenig herabgesetzt werde, sei in Kauf zu nehmen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, E. 5.5, auf welche die Vorinstanz verweist). Eine derartige Operation sei der Beschwerdef�hrerin zuzumuten.
Die Beschwerdef�hrerin ist der Meinung, die Vorinstanz habe den Rechtsbegriff der Schadenminderung verkannt und Art. 44 OR verletzt.
3.1 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Vorinstanz habe von ihr nicht das ihr Zumutbare, sondern das objektiv h�chst M�gliche verlangt und den von ihr nach dem Unfall eingeschlagenen Lebensweg ausser Acht gelassen. Weshalb der Beschwerdef�hrerin zugemutet werde, nach vierj�hriger Umschulung den eingeschlagenen Lebensweg schon wieder zu verlassen und eine ihrer ganzen Pers�nlichkeit und bisherigen beruflichen Ausbildung nicht gleich ideal entsprechende T�tigkeit anzunehmen, gehe aus dem angefochtenen Urteil nicht hervor. Mit der Entscheidung f�r die Arbeit in einem Sterbehospiz habe die Beschwerdef�hrerin ihren neu erlernten Beruf am besten mit ihrem Wunschberuf als Kinderkrankenschwester verbinden k�nnen. Trotz psychischer Belastung und organischen Beschwerden habe sie sich als Sterbebegleiterin weitergebildet. Alsdann habe sie sich in einem Teilpensum bei der E.________ als Leiterin Fachstelle "Begleitung in der letzten Lebensphase" anstellen lassen und die verbleibende Arbeitszeit als "klassische" Sozialarbeiterin in Teilpensen bei verschiedenen Spit�lern genutzt. In den letzten f�nf Jahren habe sie neben dem 70 %-Pensum an der Fachstelle berufsbegleitend einen Master im Bereiche Palliative Care erworben. Gleichzeitig sei sie vermehrt nebenamtlich und unentgeltlich als Vizepr�sidentin des Vereins "F.________", der Sektion "F.A.________" und als Sektionsmitglied von "F.________.ch" t�tig. Damit habe sie ihr Arbeitspensum auf 80 % gesteigert. N�chstes Jahr werde sie beruflich noch eine Stufe h�her steigen: Sie habe einen Lehrauftrag an der Universit�t G.________ erhalten und einen weiteren Lehrauftrag an der Fachhochschule H.________ f�r den Masterlehrgang in Palliative Care in Aussicht. Rein formal habe sie also mit ihrer entgeltlichen Haupt- und der unentgeltlichen Nebent�tigkeit sowie mit ihrer berufsbegleitenden Masterausbildung schon in der Vergangenheit ein Vollpensum ausgef�llt und werde dies auch in Zukunft so halten. Mit ihren diversen unbezahlten Nebent�tigkeiten habe sie bewiesen, dass sie bereit sei, ihre Arbeitszeit auszudehnen, mit welcher die Bezahlung indessen wohl kaum Schritt halten werde. Die Beschwerdef�hrerin habe trotz ihrer Behinderung den f�r sie bestm�glichen Beruf gew�hlt, der ihren F�higkeiten mit den beiden Schwerpunkten Krankenpflege und Sozialarbeit in idealer Weise entgegen komme. Angesichts des t�glichen �berpflichtgem�ssen Engagements der Beschwerdef�hrerin f�r Sterbende, die �ber das medizinisch Zumutbare hinaus gehe, widerspr�che es Treu und Glauben, von ihr zu verlangen, die Spezialisierung wieder aufzugeben, um in administrative Sozialarbeit mit etwas h�herem Einkommen zu wechseln. Auch wenn viele Leute ihre Karriere auf einen m�glichst hohen Verdienst ausrichten w�rden, gehe es nicht an, der Beschwerdef�hrerin, die sich in einem Beruf mit besonderer Verantwortung �berdurchschnittlich engagiere, dabei aber nicht das Maximum verdiene, vorzuwerfen, sie tue dies nur, um dem Sch�diger zus�tzlich zu schaden, habe sie doch bei Aufnahme ihrer T�tigkeit im Sterbehospiz noch nicht gewusst, dass sie je Schadenersatz erhalten werde.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin ist zudem der Auffassung, die Vorinstanz habe ihr bez�glich der Frage der Verletzung der Schadenminderungspflicht verschiedentlich die Behauptungs- und Beweislast auferlegt und dadurch Art. 8 ZGB verletzt, namentlich bez�glich der Zumutbarkeit der empfohlenen Fussoperation.
Nach Art. 44 Abs. 1 OR kann der Richter die Ersatzpflicht erm�ssigen oder g�nzlich von ihr entbinden, wenn Umst�nde, f�r die der Gesch�digte einzustehen hat, auf die Entstehung oder Verschlimmerung des Schadens eingewirkt haben. Das ist insbesondere der Fall, wenn der Gesch�digte nicht alle nach den Umst�nden gebotenen Massnahmen ergriffen hat, um den Schaden gering zu halten (WERRO, in: Commentaire Romand, N. 26 zu Art. 44 OR). Mit dem Hinweis auf die Umst�nde billigt Art. 44 Abs. 1 OR dem Richter einen breiten Ermessensspielraum zu, der ihm erlaubt, im Einzelfall den beidseitigen Verantwortlichkeiten angemessen Rechnung zu tragen (BGE 127 III 453 E. 8c S. 459; 117 II 156 E. 3a S. 159). Das Bundesgericht �berpr�ft derartige Ermessensentscheide zwar frei, aber mit Zur�ckhaltung (BGE 130 III 182 E. 5.5.2 S. 191 mit Hinweisen).
4.1 Richtig besehen handelt es sich bei der Schadenminderungspflicht um eine Obliegenheit, deren Ber�cksichtigung im Grunde genommen ein Problem der Schadensberechnung ist, weil nicht als vom Haftpflichtigen verursachter Schaden gelten kann, was durch zumutbare Massnahmen behoben werden k�nnte (OFTINGER/STARK, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Bd. I, Allgemeiner Teil, 5. Aufl. 1995, S. 262 � 6 Rz. 42 und S. 386 � 7 Rz. 16). Der in Art. 44 Abs. 1 OR verankerte Grundsatz konkretisiert die allgemein geltende Pflicht zur schonenden Rechtsaus�bung (Art. 2 Abs. 1 ZGB). Nach dem Grundgedanken dieser Vorschrift muss der Gesch�digte den Schaden selbst tragen, soweit er ihn selbstverantwortlich mitverursacht hat. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen Rechtsgrundsatz des privaten Haftungsrechts (BGE 130 III 182 E. 5.5.1 S. 189 mit Hinweisen). Dessen Verletzung hat zur Folge, dass der Schaden nur in dem Umfang zu ersetzen ist, in welchem er auch entstanden w�re, wenn der Gesch�digte der Obliegenheit nachgekommen w�re (Urteil des Bundesgerichts 4C.83/2006 vom 26. Juni 2006 E. 4). Wer nach einer Sch�digung, die zu einer Beeintr�chtigung seiner Erwerbsf�higkeit f�hrt, seine verbleibende Arbeitskraft nicht so gut als m�glich verwertet, kann demnach ein entsprechendes Mindereinkommen grunds�tzlich nicht auf den haftbaren Sch�diger abw�lzen (Urteil des Bundesgerichts 4A_153/2008 vom 14. Oktober 2008 E. 3.4).
4.2 Grenze dieser Obliegenheit zur Schadenminderung bildet die Zumutbarkeit. Um den Schaden im Interesse des Haftpflichtigen zu mindern, muss der Gesch�digte nur jene Massnahmen ergreifen, die ihm billigerweise zugemutet werden d�rfen (zit. Urteil 4C.83/2006 E. 4; vgl. auch BGE 113 V 22 E. 4a S. 28; je mit Hinweisen). Als Massstab gilt das Verhalten eines vern�nftigen Menschen in der gleichen Lage, der keinerlei Schadenersatz zu erwarten h�tte (OFTINGER/STARK, a.a.O., S. 386 � 7 Rz. 16 Fn. 37; BREHM, Berner Kommentar, 3. Aufl. 2006, N. 48 zu Art. 44 OR; je mit Hinweisen). Welche Anstrengungen vom Gesch�digten verlangt werden k�nnen, ist in W�rdigung s�mtlicher Umst�nde zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts C.449/1983 vom 22. Mai 1984 E. 2c/bb, nicht publ. in: BGE 110 II 423), d.h. im Blick auf die Pers�nlichkeit des Verletzten, dessen berufliche F�higkeiten und Handfertigkeiten, Anpassungsf�higkeit und Intelligenz sowie Alter und Bildungsgrad (Urteil des Bundesgerichts 4C.177/2006 vom 22. September 2006 E. 2 sowie zit. Urteil 4C.83/2006 E. 4; je mit Hinweisen).
4.3 Da es sich bei der Verletzung der Schadenminderungspflicht um eine den Schaden oder die Ersatzbemessung reduzierende Einrede handelt, sind die entsprechenden Tatsachen vom Ersatzpflichtigen in den Prozess einzubringen. Beruft sich der Gesch�digte demgegen�ber auf Umst�nde, welche die vom Sch�diger behaupteten Tatsachen widerlegen sollen, hat er daf�r im Bestreitungsfall den Beweis zu f�hren, zumindest den Gegenbeweis anzutreten, um das Ergebnis des Hauptbeweises zu ersch�ttern (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.4 S. 326). Dies l�sst sich damit rechtfertigen, dass es einzig der Gesch�digte sein kann, der ein Interesse daran hat, darzulegen, weshalb er nicht gehalten sein soll, die vom Sch�diger behaupteten und zur �berzeugung des Gerichts dargetanen Vorkehren zur Schadenminderung zu treffen, und der die entsprechenden Umst�nde kennt. Ist einmal aufgrund der seitens des Pflichtigen behaupteten Sachumst�nde darauf zu schliessen, dem Gesch�digten obliege es, den Schaden in gewisser Hinsicht geringer zu halten oder gar nicht erst eintreten zu lassen, tr�gt der Gesch�digte insoweit die Bestreitungslast, d. h. die Bestreitung hat so pr�zis zu sein, dass sie einer konkreten Behauptung zugeordnet werden kann und die betreffende Sachdarstellung eine entsprechende Beweisauflage erlaubt (SCHMID/LARDELLI, in: Basler Kommentar, 4. Aufl. 2010, N. 29 f. zu Art. 8 ZGB). Gelingt es dem Sch�diger, beweism�ssig zur �berzeugung das Gerichts aufzuzeigen, dass Schadenminderungsmassnahmen seitens des Gesch�digten angezeigt sind, ist es Sache des Gesch�digten, im Rahmen des Gegenbeweises beim Gericht zumindest Zweifel an der Sachdarstellung des Sch�digers zu wecken.
Die langen allgemeinen Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin zielen am Kern der Sache vorbei. Mit der detaillierten Schilderung ihres Werdegangs zeigt sie, dass sie grosse Anstrengungen f�r ihre Umschulung unternommen, sich im neuen Beruf der Sozialarbeiterin engagiert und praktisch und akademisch weitergebildet hat, so dass sie nunmehr dabei ist, sich in der akademischen Lehre zu etablieren. Ihren Darlegungen ist weiter zu entnehmen, dass sie ein Arbeitspensum bew�ltigt, das ihr einen Einsatz von weit mehr als der bei einer Vollzeitstelle �blichen Arbeitszeit von 40 bis 42 Wochenstunden abfordert. Wenn sie einen Teil ihrer Arbeitskraft f�r unentgeltliche T�tigkeit in Organisationen einsetzt, die ihren Anliegen nahe stehen, beruht dies auf ihrer freien Wahl. Eine daraus resultierende Einkommenseinbusse ist somit nicht als Schaden im Rechtssinne aufzufassen, n�mlich als ungewollte bzw. unfreiwillige Verm�gensverminderung, die in einer Verminderung der Aktiven, einer Vermehrung der Passiven oder im entgangenen Gewinn bestehen kann, entsprechend der Differenz zwischen dem gegenw�rtigen Verm�gensstand und dem Stand, den das Verm�gen ohne das sch�digende Ereignis h�tte (BGE 132 III 186 E.8.1 S. 205 und 359 E. 4 S. 366). Entgegen dem Verst�ndnis der Beschwerdef�hrerin geht es im Haftpflichtprozess keineswegs darum, ihr eine bestimmte Lebensf�hrung vorzuschreiben. Vielmehr w�re die Beschwerdef�hrerin auch in ihrem urspr�nglich gew�hlten Beruf als Kinderkrankenschwester vor die Wahl gestellt gewesen, vollzeitlich oder nur teilzeitlich erwerbst�tig zu sein und den Rest ihrer Kapazit�t karitativ einzusetzen. F�r die Schadensberechnung ist einzig massgebend, ob, inwiefern und in welchem Ausmass die Beschwerdef�hrerin im Vergleich zum Validenzustand in ihrer Erwerbsf�higkeit eingeschr�nkt ist, und zwar in einer quantitativ und qualitativ zumutbaren T�tigkeit. Wie die Ausf�hrungen in der Beschwerdeschrift belegen, ist sie durchaus bereit und in der Lage, sich in ihrem beruflichen Bereich zeitlich voll einzusetzen. All dies deutet darauf hin, dass sich der Berufswechsel zu ihrer Befriedigung entwickelt hat und ihr die Bet�tigung auf dem Gebiet der Sozialarbeit durchaus zuzumuten war. Fest steht zudem gem�ss Gutachten, dass dieser Beruf bessere Erwerbsaussichten birgt als der urspr�nglich vorgesehene der Kinderkrankenschwester. Unter diesen Umst�nden ist die Ermittlung des Erwerbsschadens durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden und eine Verletzung von Art. 44 OR nicht auszumachen. Damit kann mit Bezug auf den Erwerbsausfall offen bleiben, inwieweit die empfohlene Fussoperation zu einer Verbesserung des Zustands der Beschwerdef�hrerin gef�hrt h�tte und mit welchen Risiken der entsprechende Eingriff verbunden w�re.
Was den geltend gemachten Schaden f�r die T�tigkeit im Haushalt anbelangt, bemass die Vorinstanz die Arbeitsf�higkeit der Beschwerdef�hrerin ebenfalls auf 100 %. Sie st�tze sich auf ein Gutachten, gem�ss welchem die Beschwerdef�hrerin nach ihren eigenen Aussagen in der Lage sei, ihren Zweizimmerhaushalt allein zu besorgen. Daraus schliesse der Gutachter, dass bei optimaler Arbeitseinteilung keine Arbeitsunf�higkeit im Haushalt resultiere. Betreffend Haushaltschaden ist das Gutachten jedoch nach Auffassung der Vorinstanz insoweit unklar, als es auf der Grundlage eines medizinisch-theoretischen Invalidit�tsgrades aufbaut statt auf der konkreten Einsch�tzung im konkreten Haushalt. Die Beschwerdef�hrerin h�tte beweisen m�ssen, bei welchen Bewegungen und Belastungen innerhalb ihres Haushalts sie aus medizinischer Sicht eingeschr�nkt gewesen sei. Diesen Beweis habe sie jedoch nicht angetreten. Die beantragte Befragung der Privatgutachterin I.________ als Zeugin h�tte zum Bestehen einer Einschr�nkung im Haushalt aus medizinischer Sicht nichts beitragen k�nnen, ebenso wenig wie die gerichtliche Einholung eines Gutachtens zum Haushaltf�hrungsschaden. Mit der Abweisung der betreffenden Beweisantr�ge habe das erstinstanzliche Gericht das rechtliche Geh�r der Beschwerdef�hrerin somit nicht verletzt. Schliesslich wies die Vorinstanz darauf hin, dass die bereits erw�hnten vom Experten vorgeschlagenen operativen Massnahmen auch die Arbeitsf�higkeit im Haushalt deutlich verbessert h�tten.
6.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz habe den Begriff des Haushaltschadens entsprechend BGE 129 III 135 verkannt bzw. den Beweisf�hrungsanspruch nach Art. 8 ZGB, das Willk�rverbot und Art. 6 EMRK verletzt. Die Vorinstanz h�tte zun�chst "zur konkreten Haushaltsituation und zu den konkreten Einschr�nkungen" Beweise abnehmen, den Sachverhalt selbst abkl�ren und alsdann dem Gutachter neben dem Fragenkatalog zu den rein medizinisch-theoretischen Einschr�nkungen auch Fragen nach der medizinischen Plausibilit�t und der �bereinstimmung mit den medizinischen Befunden, der allf�lligen Zumutbarkeit weiterer Arbeitsleistungen sowie der Angemessenheit der konkreten Einsch�tzung des Invalidit�tsgrads stellen m�ssen. Die Vorinstanz h�tte nach Auffassung der Beschwerdef�hrerin vorg�ngig den nicht den Sachverst�ndigenbereich betreffenden konkreten Sachverhalt abkl�ren und dem Sachverst�ndigen vorlegen m�ssen, der dann das Beweisergebnis vielleicht entsprechend dem von der Beschwerdef�hrerin eingereichten Parteigutachten gew�rdigt h�tte, welches er als sachgerechte und faire Einsch�tzung taxiert habe.
6.2 Art. 8 ZGB regelt einerseits f�r den Bereich des Bundeszivilrechts die Beweislastverteilung und gibt anderseits der beweispflichtigen Partei einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, zum Beweis zugelassen zu werden (130 III 591 E. 5.4 S. 601 mit Hinweisen), sofern ihr Beweisantrag rechtserhebliche Tatsachen betrifft und nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen Prozessrechts entspricht (BGE 133 III 295 E. 7.1 S. 299 mit Hinweisen). Wie der Sachverhalt zu ermitteln ist, bestimmt grunds�tzlich das kantonale Prozessrecht. Danach beurteilt sich auch, ob und wie weit die Verhandlungsmaxime greift, soweit nicht das Bundesrecht Abweichendes normiert (BGE 116 II 196 E. 3a S. 201, 594 E. 3a S. 595). Das materielle Bundesrecht bestimmt dagegen, wieweit ein Sachverhalt zu substantiieren ist, damit er unter die Bestimmungen des Bundesrechts subsumiert werden kann. Es bleibt dem kantonalen Prozessrecht aber unbenommen, bereits im Hauptverfahren die Substantiierung in einer Weise zu verlangen, welche die �berpr�fung der Sachvorbringen im Beweisverfahren erlaubt (BGE 108 II 337 E. 2c und 3 S. 341 f.; vgl. auch BGE 127 III 365 E. 2c S. 369). R�gt eine Partei, die Nichtabnahme von Beweismitteln verletze Art. 8 ZGB oder ihre verfassungsm�ssigen Rechte, hat sie mithin, soweit sich dies nicht bereits aus dem angefochtenen Entscheid selbst ergibt, mit Aktenhinweisen aufzuzeigen, dass sie im kantonalen Verfahren prozesskonform entsprechende relevante Behauptungen hinreichend klar aufgestellt und Beweismittel daf�r angeboten hat, oder darzulegen, inwiefern die kantonalen Instanzen gehalten waren, die Beweismittel von Amtes wegen auch ohne entsprechende Behauptungen oder Beweisantr�ge abzunehmen.
6.2.1 Der Haushaltschaden ist soweit m�glich konkret zu bemessen. Es ist darauf abzustellen, inwieweit die medizinisch festgestellte Invalidit�t sich auf die Haushaltsf�hrung auswirkt (BGE 129 III 135 E. 4.2.1 S. 153). Zur Substantiierung des Haushaltschadens sind daher konkrete Vorbringen zum Haushalt erforderlich, in dem der Gesch�digte lebt, zu den darin �bernommenen Aufgaben sowie dar�ber, inwiefern der Ansprecher durch den Unfall bei diesen Leistungen f�r den Haushalt tats�chlich beeintr�chtigt ist (vgl. Urteil des Bundesgericht 4C.166/2006 vom 25. August 2006 E. 5.1, publ. in Pra 96/2007 Nr. 43 S. 267 ff.).
6.2.2 Die Beschwerdef�hrerin legt nicht substantiiert dar, f�r welche konkret in ihrem Haushalt anfallenden T�tigkeiten, die ihr unfallbedingt nicht mehr oder nur noch eingeschr�nkt m�glich sein sollen, sie konkrete Behauptungen aufgestellt und Beweise daf�r angeboten hat, die von der Vorinstanz zu Unrecht nicht abgenommen wurden. Auf ihre nicht hinreichend begr�ndete R�ge ist nicht einzutreten.
6.3 Somit bleibt es dabei, dass die Beschwerdef�hrerin den ihr obliegenden Beweis der invalidit�tsbedingten Einschr�nkung in der Haushaltf�hrung schuldig geblieben ist. Auch in diesem Zusammenhang kann offen bleiben, ob die Vorinstanz in der Weigerung der Beschwerdef�hrerin, sich der empfohlenen Fussoperation zu unterziehen, zu Recht eine Verletzung der Schadenminderungspflicht erblickt hat.
Die Beschwerde erweist sich insgesamt als unbegr�ndet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdef�hrerin kosten- und entsch�digungspflichtig.

References: Art. 404
 Art. 105
 Art. 95
 Art. 97
 Art. 105
 Art. 106
 Art. 105
 Art. 93
 BGE 
 BGE 
 Art. 44
 Art. 8
 Art. 44
 Art. 44
 Art. 44
 Art. 44
 BGE 
 Art. 44
 BGE 
 BGE 
 Art. 8
 Art. 44
 BGE 
 Art. 8
 Art. 6
 Art. 8
 BGE 
 Art. 8