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Timestamp: 2016-10-28 10:10:44+00:00

Document:
1E.9/2001 (25.02.2002)
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Franz-Xaver Muheim, Bundesplatz 2, Postfach 4525, 6304 Zug,
handelnd durch die Baudirektion des Kantons Uri, Klausen- strasse 2, 6460 Altdorf UR, diese vertreten durch F�rsprech und Notar Dr. Franz-Xaver Br�cker, Kapuzinerweg 8, 6460 Altdorf UR,
Eidgen�ssische Sch�tzungskommission, Kreis 9, lic.iur. Rolf Ziegler, stellvertretender Pr�sident, Bahnhofstrasse 18, 6460 Altdorf UR
Enteignung (Entsch�digung f�r Grunderwerb und vor�bergehende Nutzung von Boden)
(Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid der Eidgen�ssischen Sch�tzungskommission, Kreis 9, vom
28. M�rz 2001)
Der Regierungsrat des Kantons Uri und das Eidgen�ssische Departement f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) genehmigten im September 1998 bzw. im M�rz 1999 das Ausf�hrungsprojekt f�r die weitgehend in einem Tunnel verlaufende Umfahrung Fl�elen der Nationalstrasse N 4. F�r den Bau des Tunnel-S�dportals und die Bauinstallationen werden unter anderem die beiden im Gemeindebann Altdorf liegenden Parzellen Nrn. 1037 und 2030 von X.________ beansprucht. Ein Teil des Waldgrundst�cks Nr. 2030 soll dem Bau des Tunnelportals und eines Steinschlagschutzes sowie der �berf�hrung des Wanderweges dienen. Im Bereiche der Parzelle Nr. 1037 werden die Tunnelzufahrt und ein neuer Geh- und Radweg erstellt. Weiter wird auf einer nur vor�bergehend beanspruchten Teilfl�che dieser Parzelle von ca.1'300 m2 der Installationsplatz Hafnerried eingerichtet.
Da �ber die Landabtretung keine Einigung zustande kam, er�ffnete der stellvertretende Pr�sident der Eidgen�ssischen Sch�tzungskommission, Kreis 9, auf Gesuch des Kantons Uri ein abgek�rztes Enteignungsverfahren. W�hrend der Anmeldefrist forderte der Enteignete folgende Entsch�digungen: Fr. 400.--/m2 f�r das in der Gewerbezone bzw. in der Zone WG 2/WG 3 liegende Land und Fr. 100.--/m2 f�r den zur Zone f�r �ffentliche Werke bzw. zur Freihaltezone geh�renden Boden; Fr. 2.--/m2 f�r die vor�bergehende Beanspruchung; dem Bodenwert entsprechende Entsch�digungen f�r das Baurecht f�r den Steinschlagschutz und das Fusswegrecht f�r den Wanderweg; Fr. 50'400.-- als Abgeltung der w�hrend der Bauzeit zu duldenden Immissionen; Fr. 1'723.50 als Entsch�digung f�r den vorzeitigen Abtrieb der vor�bergehend beanspruchten Waldfl�che; Fr. 6'500.50 als Entsch�digung des P�chters und Fr. 4'844.20 als Entsch�digung des Enteigneten f�r die vorzeitige Pachtaufhebung sowie Fr. 37'500.-- f�r betriebliche Inkonvenienzen w�hrend der Bauzeit. Im �brigen verlangte der Enteignete die Ausdehnung der Enteignung im Sinne der �bernahme der gesamten Parzelle Nr. 2030 durch den Kanton sowie die Einr�umung eines N�herbaurechts und eines Fuss- und Fahrwegrechts zu Gunsten des Enteigneten und zu Lasten des Enteigners.
An der Einigungsverhandlung vom 3. September 1999 schlossen die Parteien einen Teilvergleich. Sie verst�ndigten sich insbesondere �ber den Preis von Fr. 400.--/m2 f�r das in der Bauzone liegende Land sowie �ber die Entsch�digung von Fr. 1.20/m2 f�r die vor�bergehende Beanspruchung der Parzelle Nr. 1037. Im Weiteren setzten sie f�r den Fall, dass dem Ausdehnungsbegehren nicht stattgegeben werden k�nne, die verschiedenen Teilentsch�digungen f�r die auf der Parzelle Nr. 2030 einzur�umenden Rechte fest. Der Enteignete stimmte �berdies der vorzeitigen Besitzeinweisung zu, welche durch Pr�sidialentscheid vom 24. September 1999 formell verf�gt wurde.
Am 22. September 1999 f�hrte die Eidgen�ssische Sch�tzungskommission, Kreis 9, eine Augenscheins- und Parteiverhandlung durch. In der Folge einigten sich die Parteien �ber das Ausdehnungsbegehren in dem Sinne, dass der Kanton Uri eine Teilfl�che von 5'524 m2 ab Parzelle Nr. 2030 erwerbe.
Mit Entscheid vom 28. M�rz 2001 setzte die Eidgen�ssische Sch�tzungskommission, Kreis 9, die Entsch�digung f�r die enteignete Waldfl�che von 5'524 m2 ab Parzelle Nr. 2030 auf Fr. 2.80/m2, insgesamt Fr. 15'467.20 nebst Zins ab 24. September 1999 fest. F�r den Fall, dass der Enteignete auf die Ausdehnung verzichte, f�hrte die Sch�tzungskommission zus�tzlich die einzelnen Entsch�digungsposten f�r die vor�bergehende Beanspruchung des Grundst�cks und die Einr�umung der Servituten fest (Dispositiv Ziffer 1). Hinsichtlich der Parzelle Nr. 1037 entschied sie, dass der Enteigner dem Enteigneten f�r die Abtretung von 3'701 m2 Land, f�r die vorzeitige Pachtaufhebung, f�r die vor�bergehende Nutzung der Parzelle und f�r den Verlust von Obstb�umen insgesamt Fr. 159'990.20, zuz�glich Zins ab 24. September 1999, zu bezahlen habe (Dispositiv Ziffer 2). Alle anders lautenden und weiter gehenden Antr�ge der Parteien wies die Kommission ab, soweit darauf einzutreten war (Dispositiv Ziffer 3). Die Verfahrenskosten wurden dem Enteigner auferlegt (Dispositiv Ziffer 4.2) und dieser zudem verpflichtet, dem Enteigneten eine Parteientsch�digung von Fr. 7'813.80, zuz�glich Mehrwertsteuer, zu entrichten (Dispositiv Ziffer 4.2).
Gem�ss den Erw�gungen der Sch�tzungskommission setzt sich die Entsch�digung f�r die Parzelle Nr. 1037 aus folgenden Einzelposten zusammen: Fr. 75'200.-- (Fr. 400.--/m2) f�r die Enteignung von 188 m2 Land in der Gewerbezone, Fr. 35'442.00 (Fr. 22.--/m2) f�r die Enteignung von 1'611 m2 Land in der Freihaltezone und Fr. 41'844.-- (Fr. 22.--/m2) f�r die Enteignung von 1'902 m2 Land im �brigen Gemeindegebiet; Fr. 1'560.-- (Fr. 1.20/m2) f�r die vor�bergehende Beanspruchung von 1'300 m2 Land; Fr. 4'844.20 f�r die vorzeitige Pachtaufhebung und Fr. 1'100.-- f�r den Verlust von vier Obstb�umen. Auf die Begr�ndung des Entscheides wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erw�gungen eingegangen.
X.________ hat gegen den Entscheid der Eidgen�ssischen Sch�tzungskommission, Kreis 9, Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er stellt den Antrag, die Ziffern 2, 3 und 4.2 des Dispositives des angefochtenen Entscheides seien aufzuheben und die Enteignungsentsch�digung sei wie folgt neu festzusetzen:
"a) f�r die in der Gewerbezone liegenden respektive zu liegen kommenden Fl�chen zu
b) f�r die in der Zone f�r �ffentliche Werke liegenden respektive zu liegen kommenden Fl�chen zu Fr. 100.00/m2;
c) f�r die in der Freihaltezone liegenden Fl�chen zu Fr. 100.00/m2;
d) f�r die in der Zone �briges Gemeindegebiet liegenden Fl�chen zu Fr. 100.00/m2;
e) f�r Arbeitsleistungen des Enteigneten Fr. 632.10;
f) f�r die Rechnung des Geometers Fr. 550.95;
g) f�r das neu verlegte Kabel: eine gerichtlich festzusetzende Entsch�digung;
h) f�r die Abgeltung der nachbarrechtlichen Abwehranspr�che gegen die Immissionen der Baustelle Fr. 50'400.00;
i) f�r die Anwaltskosten Fr. 9'864.00 zuz�glich der Bem�hungen vor Bundesgericht."
Der Kanton Uri hat auf Vernehmlassung verzichtet. Der stellvertretende Pr�sident der Eidgen�ssischen Sch�tzungskommission, Kreis 9, stellt sinngem�ss Antrag auf Abweisung der Beschwerde.
Vom Kanton Uri sind weitere Planunterlagen beigezogen worden, die �ber die Zonenzugeh�rigkeit der einzelnen Abtretungsfl�chen Auskunft geben. Dem Beschwerdef�hrer ist Gelegenheit gegeben worden, zu diesen Unterlagen Stellung zu nehmen.
Gem�ss Art. 77 Abs. 1 des Bundesgesetzes �ber die Enteignung (EntG; SR 711) unterliegen die Entscheide der Sch�tzungskommission der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht. Mit dieser kann nicht nur Verletzung von Bundesrecht und unrichtige oder unvollst�ndige Feststellung des Sachverhaltes (Art. 104 lit. a und b OG), sondern - da eine erstinstanzliche Verf�gung �ber �ffentlichrechtliche Entsch�digungen angefochten wird - auch Unangemessenheit ger�gt werden (Art. 104 lit. c Ziff. 1 OG). Dem Bundesgericht steht in Bezug auf den Sachverhalt ebenfalls volle Pr�fungsbefugnis zu, da die Entscheide der Sch�tzungskommissionen nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung trotz Art. 105 Abs. 2 OG auch in tats�chlicher Hinsicht freier Pr�fung unterliegen (BGE 119 Ib 348 E. 1b, 447 E. 1). Im Gegensatz zur Sch�tzungskommission ist das Bundesgericht indessen an die Antr�ge der Parteien gebunden. Dies gilt allerdings nur an die f�r ein Enteignungsobjekt als Ganzes gestellten Begehren; das Gericht kann daher die einzelnen Entsch�digungsposten unabh�ngig von den hierzu vorgebrachten Begr�ndungen und ungeachtet bereits abgeschlossener Teilvergleiche korrigieren, solange der von den Parteien gesteckte Rahmen insgesamt nicht �ber- oder unterschritten wird (BGE 114 Ib 286 E. 9 S. 300, 109 Ib 31 mit Hinweisen auf weitere Urteile).
Der Beschwerdef�hrer beanstandet in erster Linie, dass die Zonenzugeh�rigkeit der ab Parzelle Nr. 1037 abzutretenden Fl�che von insgesamt 3'701 m2 nicht richtig abgekl�rt und damit der Sachverhalt nicht richtig festgestellt worden sei. Der angefochtene Entscheid enthalte keine nachvollziehbare Berechnung der Fl�chenmasse und stehe zu den Angaben in den bisher verwendeten Plangrundlagen, insbesondere der "Plangrundlage f�r Landerwerbsverhandlungen mit X.________, vom 5. Dezember 1997", in v�lligem Widerspruch. Der Beschwerdef�hrer habe sich auf die in der Plangrundlage enthaltenen Zahlen verlassen d�rfen, sei doch diese nie in Frage gestellt worden und habe auch Grundlage des Landerwerbsprotokolls, der Kaufvertragsentw�rfe und der pers�nlichen Anzeige gebildet.
Gem�ss der Tabelle, die zur erw�hnten "Plangrundlage f�r Landerwerbsverhandlungen" geh�rt, liegt die vom Kanton Uri ab Parzelle Nr. 1037 beanspruchte Fl�che zum gr�ssten Teil in der Freihaltezone (3177 m2) und zu kleineren Teilen in der Gewerbezone (223 m2) sowie in der Wohnzone mit Gesch�fts- und Gewerbebetrieben (103 m2); zudem sind 198 m2 als Gew�sserzone ausgeschieden. Demgegen�ber hat die Sch�tzungskommission festgestellt, dass nach dem massgeblichen Zonenplan, der am 25./31. Oktober 1991 von der Einwohnergemeindeversammlung Altdorf erlassen und vom Regierungsrat am 22. Juni 1992 genehmigt worden sei, von der Abtretungsfl�che 188 m2 in der Gewerbezone, 1902 m2 im �brigen Gemeindegebiet und 1'611 m2 in der Freihaltezone liegen. Diese Fl�chenmasse beruhen auf den Angaben der Lisag, Altdorf, die gem�ss der kantonalen Vermessungsverordnung vom 27. September 1995 (Urner Rechtsbuch 9.3431) das Landinformationssystem des Kantons Uri (LIS) zu erstellen und die amtliche Vermessung durchzuf�hren hat.
Das Bundesgericht hat den Kanton Uri als Enteigner aufgefordert, von der Lisag die Unterlagen beizuziehen, aus denen bildlich hervorgehe, zu welchen Zonen die fraglichen, teils endg�ltig und teils vor�bergehend beanspruchten Grundst�cksfl�chen geh�rten. Diese Planunterlagen sind dem Bundesgericht am 17. Januar 2002 �bermittelt und anschliessend dem Enteigneten zur Stellungnahme unterbreitet worden. Dieser bemerkt in seiner Eingabe vom 5. Februar 2002, dass die Einwohnergemeinde zur Zonenplanung zust�ndig sei und deshalb sie und nicht die Lisag zu bestimmen habe, welche Fl�che welcher Zone zuzuordnen seien. Dieser Einwand ist offensichtlich unbehelflich. Der Beschwerdef�hrer macht selbst nicht geltend, dass die von der Lisag verwendeten Planunterlagen dem massgeblichen, von der Einwohnergemeindeversammlung Altdorf im Oktober 1991 beschlossenen und im Juni 1992 vom Urner Regierungsrat genehmigten Zonenplan nicht entsprechen w�rden. Aus der bereits genannten kantonalen Vermessungsverordnung ergibt sich zudem, dass die Lisag mit der Vermessung auch auf dem Gebiete der Raumplanung betraut ist (vgl. Art. 2 Abs. 2 lit. a, Art. 3 Abs. 1 lit. b und Art. 8 Abs. 2 lit. a der Vermessungsverordnung). Es ist daher nicht einzusehen, weshalb sie im vorliegenden Enteignungsverfahren die erforderlichen Auswertungen nicht h�tte vornehmen sollen. Soweit der Enteignete im �brigen in seiner Beschwerde auf die Differenzen zwischen den heutigen Fl�chenangaben und den fr�heren Annahmen hingewiesen und geltend gemacht hat, er habe auf letztere vertrauen d�rfen, geht er ebenfalls fehl. Die Fl�chenangaben, auf die er sich beruft, sind einzig in den Unterlagen enthalten, die im Hinblick auf eine freiwillige Abtretung des Bodens und eine g�tliche Einigung �ber den Preis erstellt worden sind. Im Enteignungsverfahren wurden sie nicht genannt. Zwar wird in der pers�nlichen Anzeige auf den "Landerwerbsplan vom 5.12.1997" verwiesen, jedoch nur hinsichtlich der "in Anspruch genommenen bzw. einzur�umenden Rechte"; die gesetzlichen Bestimmungen �ber den Inhalt der pers�nlichen Anzeige sehen denn auch keine Angaben �ber die Zonenzugeh�rigkeit des enteigneten Bodens vor (vgl. Art. 31 und 34 EntG). In der Grunderwerbstabelle vom 29. Juni 1999 wird gleichfalls nur die Gesamtabtretungsfl�che von 3'701 m2 ab Parzelle Nr. 1037 angegeben. Im �brigen pr�zisiert der Enteignete in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde selbst, es sei klar festzuhalten, dass an der damaligen Einigungsverhandlung das Ausmass der Teilfl�chen, die den einzelnen Zonen zuzuordnen seien, nicht Gegenstand der Einigung gebildet h�tten, sondern dass der Zonenplan daf�r als massgeblich erkl�rt worden sei. Wenn nun die von offizieller Seite vorgenommene Fl�chenbestimmung anhand des Zonenplanes zu einem - im Vergleich mit den Kaufsangeboten des Kantons - f�r den Beschwerdef�hrer ung�nstigeren Resultat gef�hrt hat, kann dies der Sch�tzungskommission offensichtlich nicht zum Vorwurf gemacht werden.
Die Sch�tzungskommission hat die Entsch�digung von Fr. 22.--/m2 f�r den in der Freihaltezone liegenden Boden damit begr�ndet, dass die Nutzungsm�glichkeiten in der Freihaltezone die gleichen seien wie jene in der Landwirtschaftszone. Der Verkehrswert der in der Freihaltezone liegenden Abtretungsfl�che bemesse sich daher am Verkehrswert f�r Landwirtschaftsland. Dabei k�nne auf die Enteignungen und Freihandverk�ufe durch die AlpTransit Gotthard AG abgestellt werden. Diese Hand�nderungen von landwirtschaftlichem Boden im Reusstal seien zeitlich vergleichbar und alle f�r Fr. 22.--/m2 get�tigt worden.
Der Beschwerdef�hrer bestreitet, dass die in den beiden Zonen m�gliche Nutzung identisch sei. Schon aus dem Randtitel zu Art. 110 der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Altdorf ("Zul�ssigkeit von Bauten und Anlagen") gehe hervor, dass Bauten und Anlagen zul�ssig seien, was einer absoluten Gleichstellung mit der Landwirtschaftszone entgegenstehe. Ausserdem seien nicht nur land- und forstwirtschaftliche Anlagen gestattet, sondern auch solche der Erholung und des Gartenbaus. Die Freihaltezone k�nne somit wirtschaftlich wesentlich interessanter genutzt werden als bloss zu land- und forstwirtschaftlichen Zwecken, was ihr einen h�heren Wert verleihe. Dieser Ansicht kann jedoch nicht beigepflichtet werden:
Nach Art. 109 Abs. 1 der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Altdorf vom 24. Oktober 1991 (BZO) dient die Freihaltezone F der dauernden Freihaltung exponierter Landschaftsteile und Aussichtslagen. Bauten und Anlagen der Erholung sowie f�r die Land- und Forstwirtschaft sind nach Art. 110 Abs. 1 BZO nur zul�ssig, wenn sie ohne gr�ssere topographischen Ver�nderungen erstellt werden k�nnen und sich zudem optimal ins Landschafts- und Ortsbild einf�gen. Bezweckt somit die Freihaltezone die Bewahrung der Landschaft und - als Regel - die Verhinderung von �berbauungen, so kann sie klarerweise nicht als Zone betrachtet werden, die baulich und wirtschaftlich mehr Nutzungsm�glichkeiten bietet als die Landwirtschaftszone, in welcher �brigens auch Gartenbauanlagen zugelassen sind (vgl. Art. 30c Abs. 1 des Baugesetzes des Kantons Uri vom 10. Mai 1970 [BauG, Urner Rechtsbuch 40.1111]). Ausserdem scheint der Beschwerdef�hrer zu vergessen, dass die in der Freihaltezone liegende Abtretungsfl�che von einer Gefahrenzone �berlagert ist. In solchen Zonen ist die Errichtung von Bauten, die zum Aufenthalt von Mensch und Tier bestimmt sind, je nach dem Grade der Gefahr nur unter entsprechenden sichernden Bedingungen gestattet oder ganz verboten (vgl. Art. 19 BauG). Unter diesen Umst�nden erscheint die von der Sch�tzungskommission vorgenommene Gleichstellung der Abtretungsfl�che mit voll nutzbarem Boden in der Landwirtschaftszone sogar grossz�gig. Was die Entsch�digung von Fr. 22.--/m2 f�r landwirtschaftlichen bzw. in der Freihaltezone liegenden Boden betrifft, so erscheint dieser als hoch und l�sst sich offensichtlich nur damit rechtfertigen, dass die AlpTransit Gotthard AG offenbar mit solchen Preisen gehandelt und dadurch einen entsprechenden Markt geschaffen hat. Da im vorliegenden Fall nur eine Erh�hung der Enteignungsentsch�digung im Streite liegt, kann offen bleiben, ob der besagte Preis hier unbesehen �bernommen werden durfte.
Der Beschwerdef�hrer verlangt f�r den im �brigen Gemeindegebiet liegenden Boden eine Enteignungsentsch�digung von Fr. 100.--/m2. Dabei sei zu ber�cksichtigen, dass gem�ss der Bau- und Zonenordnung von Altdorf das �brige Gemeindegebiet zwar den Bestimmungen �ber die Landwirtschaftszone unterstehe, diese hier jedoch kaum zum Tragen kommen k�nnten, da es sich bei den zu enteignenden Fl�chen um kleine Restfl�chen handle, deren Nutzung h�herwertig erfolge, n�mlich als Umgebungsschutz, Garten und �hnliches. Dieser Behauptung ist entgegenzuhalten, dass die Abtretungsfl�che im �brigen Gemeindegebiet immerhin 1'902 m2 umfasst. Ausserdem grenzt diese im Wesentlichen an die Freihaltezone. Es ist daher nicht einzusehen, weshalb ein K�ufer f�r diesen Boden wesentlich mehr bezahlen sollte, als f�r Land in der Freihaltezone oder in der Landwirtschaftszone. Schliesslich ist nochmals darauf hinzuweisen, dass ein Preis von Fr. 22.--/m2 f�r Boden, der nicht in der Bauzone liegt, als grossz�gig erscheint.
Hinsichtlich der Entsch�digung f�r die vor�bergehende Beanspruchung einer Teilfl�che von ca. 1'300 m2 macht der Beschwerdef�hrer geltend, die Summe von Fr. 1.20/m2 sei gem�ss den Vertragsverhandlungen j�hrlich und nicht, wie im angefochtenen Entscheid festgesetzt, pauschal geschuldet; der Entscheid sei insoweit zu korrigieren. Tats�chlich hat der Kanton Uri in Ziffer 9 Abs. 1 des Kaufvertragsentwurfs Br�cker vom 27. Mai 1999 f�r die vor�bergehende Ben�tzung der fraglichen Fl�che als Installations- und Deponieplatz einen Mietzins von Fr. 1'560.--/Jahr (ca. 1'300 m2 zu Fr. 1.20 pro m2/Jahr) offeriert. Im Protokoll der Einigungsverhandlung vom 3. September 1999 wird auf die fragliche Ziffer des Kaufvertragsentwurfs verwiesen und festgehalten, die Parteien seien sich auch in diesem Punkte einig und vereinbarten "eine Entsch�digung von Fr. 1.20 pro m2". Nach der Vernehmlassung der Sch�tzungskommission handelt es sich dabei nicht um einen Verschrieb, sondern um den richtigen (Pauschal-)Betrag, da sich aus einem Ansatz von j�hrlich Fr. 1.20/m2 eine Entsch�digung von Fr. 12'000.-- pro ha und Jahr ergeben w�rde, w�hrend Pachtzinse auch f�r sehr gute Parzellen pro ha und Jahr nicht mehr als Fr. 800.-- erreichten. Wie dem sei, kann jedoch aus folgenden Gr�nden offen gelassen werden:
Enteigner und Enteigneten haben an der Einigungsverhandlung hinsichtlich der Entsch�digung f�r die vor�bergehende Abtretung einer Teilf�che von ca. 1'300 m2 einen Teilvergleich geschlossen. �ber diesen Entsch�digungsposten hatte somit die Sch�tzungskommission nicht mehr zu befinden und h�tte sich im Dispositiv ihres Entscheides darauf beschr�nken k�nnen, von der Vereinbarung, die im Sachverhalt in vollem Wortlaut wiedergegeben wird, Vormerk zu nehmen. Stattdessen hat die Sch�tzungskommission den ihrer Meinung nach f�r die vor�bergehende Enteignung zu bezahlenden Pauschalbetrag zu den �brigen Entsch�digungsposten f�r die Teilenteignung der Parzelle Nr. 1037 hinzugez�hlt und eine Gesamtentsch�digung festgesetzt. Dieses Vorgehen h�lt weder vor den Regeln des Vertragsrechts noch vor den Bestimmungen des Enteignungsgesetzes stand. Einerseits h�tte die Sch�tzungskommission nicht ohne ausdr�ckliches Begehren einer Partei �ber die Auslegung der abgeschlossenen Vereinbarung entscheiden d�rfen. Andererseits schreibt Art. 73 Abs. 1 lit. g EntG vor, dass im Urteil der Sch�tzungskommission die in Art. 19 EntG aufgez�hlten verschiedenen Bestandteile der Entsch�digung, die an unterschiedlichen Orten zu bezahlen sind (Art. 89 EntG), ziffernm�ssig genau auseinandergehalten werden m�ssen. Dem Begehren des Enteigneten ist daher insofern zu entsprechen, als Dispositiv Ziffer 2 des angefochtenen Entscheides neu zu formulieren und von der Vereinbarung betreffend die Entsch�digung f�r die vor�bergehende Enteignung lediglich Vormerk zu nehmen ist. Sollten sich die Parteien �ber die Auslegung des Vertragstextes nicht einigen k�nnen, h�tten sie sich nicht an das Bundesgericht, sondern zun�chst erneut an die Sch�tzungskommission zu wenden (vgl. BGE 108 Ib 374).
Die Sch�tzungskommission hat das Entsch�digungsbegehren des Enteigneten f�r L�rm- und Staubimmissionen w�hrend der Bauzeit abgewiesen, weil zwar die Voraussetzung der Unvorhersehbarkeit der Immissionen bejaht werden k�nne, besonders schwere und intensive Einwirkungen dagegen derzeit nicht auszumachen seien. Der Enteignete ist daher auf die M�glichkeit hingewiesen worden, eine nachtr�gliche Entsch�digungsforderung gem�ss Art. 41 Abs. 1 lit. b EntG zu stellen. Der Beschwerdef�hrer tut die Erw�gung der Sch�tzungskommission, eine schwere Betroffenheit des Enteigneten durch Immissionen sei weder belegt noch ersichtlich, als pauschale und unberechtigte Behauptung ab. Er fordert erneut eine Entsch�digung in H�he von Fr. 50'400.--, mit welcher - wie sich aus der Forderungsanmeldung ergibt - die Einbusse von 40% eines hypothetischen Mietzinses f�r ein Einfamilienhaus in Altdorf w�hrend f�nf Jahren abgegolten werden soll .
In diesem Zusammenhang ist vorweg festzuhalten, dass entgegen der Meinung der Sch�tzungskommission die Voraussetzungen der Unvorhersehbarkeit und der Spezialit�t der Immissionen sowie der Schwere des Schadens, die f�r die Entsch�digungspflicht des Enteigners f�r Beeintr�chtigungen aus dem Betrieb eines �ffentlichen Werkes erf�llt sein m�ssen, f�r St�rungen durch Bauarbeiten nicht gelten (vgl. BGE 117 Ib 15, 118 Ib 203 E. 8c S. 205). In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind vielmehr besondere Regeln f�r die Entsch�digung bei Beeintr�chtigungen durch Baustellen erarbeitet worden. Danach muss der Grundeigent�mer vor�bergehende St�rungen, die sich aus Bauarbeiten auf der Nachbarparzelle ergeben, in der Regel entsch�digungslos dulden. Ersatz ist nur zu leisten, wenn die Einwirkungen ihrer Art, St�rke und Dauer nach aussergew�hnlich sind und zu einer betr�chtlichen Sch�digung f�hren (BGE 113 Ia 353 E. 3 S. 356 f., 117 Ib 15, 121 II 317 E. 4c S. 327, je mit Hinweisen auf weitere Urteile). Dieser Schaden ist vom Betroffenen nachzuweisen. Nun hat hier zwar der Enteignete behauptet, zeitweise unter intensiven Staubentwicklungen und L�rmeinwirkungen zu leiden, doch hat er hief�r keinerlei Beweis erbracht (Fotos, Best�tigungen der Polizei oder des Baustellenleiters o.�.). Gem�ss dem angefochtenen Entscheid hat der Sch�tzungskommissions-Pr�sident bei seinen Besichtigungen, zu denen er �brigens vom Enteigneten aufgefordert worden ist, keinerlei �berm�ssige Beeintr�chtigungen feststellen k�nnen. Die Sch�tzungskommission hat dem Enteigneten daher zu Recht zur Zeit eine Entsch�digung verweigert. Sollten sich im Laufe der Bauzeit die Beeintr�chtigungen indes verst�rken, steht dem Enteigneten, wie im angefochtenen Entscheid vermerkt, immer noch die M�glichkeit eines nachtr�glichen Entsch�digungsbegehrens offen, das beim UVEK einzureichen w�re (vgl. Art. 27d Abs. 2 des Bundesgesetzes �ber die Nationalstrassen vom 8. M�rz 1960 [NSG; SR 725.11] in der Fassung vom 18. Juni 1999). Die Beschwerde erweist sich damit in diesem Punkt als unbegr�ndet.
7.1 Vor Bundesgericht wird erneut geltend gemacht, dass dem Enteigneten f�r Arbeitsleistungen Fr. 632.10 zu verg�ten seien und daf�r auf eine Rechnung der Y.________ AG f�r Holzabtransport verwiesen. Inwiefern dieser Holztransport in kausalem Zusammenhang mit der Enteignung stehe oder auf Begehren oder im Interesse des Enteigners vorgenommen worden sei, wird nicht erkl�rt und ist auch nicht ersichtlich. Es besteht daher kein Anlass, den angefochtenen Entscheid in dieser Hinsicht zu �ndern.
7.2 Ebenfalls nicht einzusehen ist, weshalb der Enteignete auf seine Kosten h�tte Beweissicherungsmassnahmen vornehmen m�ssen. Ist f�r ein bereits anh�ngiges oder ein sp�ter einzuleitendes Verfahren eine vorsorgliche Beweisabnahme erforderlich, so wird diese vom Pr�sidenten der Sch�tzungskommission angeordnet und durchgef�hrt (Art. 51 der Verordnung f�r die eidgen�ssischen Sch�tzungskommissionen vom 24. April 1972; SR 711.1). Nimmt dagegen der Enteignete in eigener Initiative solche Abkl�rungen vor, so hat er auch f�r deren Kosten aufzukommen. Es besteht daher kein Grund, dem Beschwerdef�hrer die Aufwendungen f�r die von ihm veranlassten H�henmessungen zu ersetzen.
Der Beschwerdef�hrer beanstandet im Weiteren, dass die Sch�tzungskommission seinem Begehren um Einleitung eines Plan�nderungsverfahrens f�r ein neu verlegtes Kabel keine Folge gegeben habe. Ausserdem macht er geltend, dass die zus�tzliche Beanspruchung des Grundeigentums f�r die Kabelleitung entsch�digungspflichtig sei.
Wie sich aus einem Schreiben des Elektrizit�tswerkes Altdorf vom 20. M�rz 2000 ergibt, handelt es sich beim fraglichen Kabel um den wegen der Bauarbeiten vor�bergehend verlegten elektrischen Anschluss der benachbarten ARAL-Tankstelle. Ob diese provisorische Kabelverlegung in einem Plan�nderungsverfahren genehmigt werden m�sse, ist fraglich, kann aber im vorliegenden Zusammenhang offen bleiben. Plan�nderungsbegehren sind jedenfalls nicht an die Eidgen�ssische Sch�tzungskommission, sondern an die Plangenehmigungsbeh�rde, das heisst an das UVEK, zu richten (vgl. Art. 27d Abs. 2 Satz 2 NSG). Was das Entsch�digungsbegehren betrifft, so k�nnte diesem von vornherein nur stattgegeben werden, wenn ein Schaden nachgewiesen w�re. Sollte ein solcher noch eintreten, w�re ein entsprechendes nachtr�gliches Forderungsbegehren nach der bereits genannten Bestimmung von Art. 27d Abs. 2 NSG ebenfalls beim Departement einzureichen.
Die Sch�tzungskommission hat dem Enteigneten eine Parteientsch�digung von Fr. 7'813.80 (inklusive Auslagen von Fr. 313.80), zuz�glich 7,5 % Mehrwertsteuer, zugesprochen und damit die Kostennote von Fr. 9'864.--, die der Anwalt des Enteigneten eingereicht hat, gek�rzt. Der Enteignete verlangt die Aufhebung dieser Reduktion.
Gem�ss Art. 115 Abs. 1 EntG hat der Enteigner f�r die notwendigen aussergerichtlichen Kosten des Enteigneten eine angemessene Entsch�digung zu bezahlen. Was angemessen ist, bestimmt sich nicht oder jedenfalls nicht direkt nach dem kantonalen Anwaltstarif, sondern ist von der Sch�tzungskommission nach bestem Wissen und Gewissen festzulegen. Das bedeutet, dass die H�he der Kostennote des Anwaltes an den Klienten nicht unbedingt mit dem Betrag der vom Enteigner zu bezahlenden Parteientsch�digung �bereinzustimmen braucht (BGE 111 Ib 97 E.2e S. 101).
Bei der �berpr�fung der von der Sch�tzungskommission festgesetzten Parteientsch�digung �bt das Bundesgericht eine gewisse Zur�ckhaltung, weil die Sch�tzungskommission besser in der Lage ist, die Bem�hungen und Leistungen des Anwaltes zu beurteilen. Das Gericht �ndert deshalb den zugesprochenen Betrag nur dann, wenn dieser als offensichtlich ungen�gend oder unverh�ltnism�ssig hoch erscheint (BGE 109 Ib 26 E. 3 S. 35, mit Hinweisen auf weitere Urteile). Dies trifft im vorliegenden Fall nicht zu, so dass kein Anlass besteht, die Parteientsch�digung f�r das Verfahren vor der Sch�tzungskommission zu erh�hen.
Die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens sind gem�ss der Regel von Art. 116 Abs. 1 EntG dem Kanton Uri aufzuerlegen. Der Enteigner ist zudem zu verpflichten, dem Enteigneten eine Parteientsch�digung zu entrichten, die allerdings im Hinblick darauf, dass dieser nur in einem untergeordneten Punkt obsiegt, herabzusetzen ist.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird teilweise gutgeheissen; die Dispositiv-Ziffer 2 des angefochtenen Entscheides der Eidgen�ssischen Sch�tzungskommission, Kreis 9, vom 28. M�rz 2001 wird aufgehoben und wie folgt neu formuliert:
a) Der Enteigner hat dem Enteigneten f�r die Teilenteignung der Parzelle Nr. 1037 (HB 327 Altdorf) folgende Entsch�digungen zu bezahlen:
- f�r die Abtretung einer Teilfl�che von 3'701 m2 Fr. 152'486.--;
- f�r die vorzeitige Pachtaufhebung Fr. 4'844.20 und f�r den Verlust von Obstb�umen Fr. 1'100.--.
Diese Entsch�digungen sind ab 24. September 1999 zu 4 % und ab 1. Januar 2001 zu 4 � % zu verzinsen.
b) Von der Einigung der Parteien �ber die Entsch�digung f�r die vor�bergehende Beanspruchung einer Teilfl�che von ca. 1'300 m2 ab Parzelle Nr. 1037 wird Vormerk genommen."
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 4'000.-- wird dem Kanton Uri auferlegt.
Der Kanton Uri hat dem Enteigneten f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Eidgen�ssischen Sch�tzungskommission, Kreis 9, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 77
 Art. 105
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 8
 Art. 31
 Art. 110
 Art. 109
 Art. 110
 Art. 30
 Art. 19
 Art. 73
 Art. 19
 BGE 
 Art. 41
 BGE 
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 115
 Art. 116