Source: http://jzinsli.ch/zassbeispiele_2_treff.htm
Timestamp: 2018-10-19 04:17:11+00:00

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Zassbeispiele 2 Treff
ÜBUNGSHÄNDE NACH DER ERÖFFNUNG „2 §“:
Mit dem Relais „2 § - 2 ¨“ wird begonnen, wenn man Interesse an der Verteilung hat oder zumindest eine 4er-Edelfarbe finden will.
System “Zass”
System „Precision“
ª K9843
¨ A1098
3 ¨ - 3 ♥
§ KJ10976
4 © - 4 ♠
5 ♠ - 6 ♦
(Quelle der Hand: Bridge Magazin, Juli 2006)
Bei „Zass“ kennt man nach „3 NT“ die eher maximale Hand sowie die exakte Verteilung: 2-1-4-6. Mit dem A zu dritt in Herz hat man natürlich seine Freude an diesem Singleton. Es folgt „Crash“. Identisch läuft es auch, wenn man statt mit „2 ♣“ mit „1 ♦“ eröffnet. Nach „3 NT“ ist man exakt gleich weit. Bei „Precision“ kennt man zwar auch eine maximale Eröffnung, neben der 4er-♦ weiss man aber nur von 5+ Karten in ♣. Mit Mut kann „6 ♦“ angesagt werden, meist wird man aber in „5 ♦“ landen – immer noch besser, als „3 NT“ zu spielen.
ª Q102
1 § - 1 ♥
© KQJ9
2 ♥ - 4 ♣
4 ¨ - 4 NT
§ Q10962
§ AKJ84
4 NT - 5 ♦
5 ♥ - 6 ♥
5 ♥ - 6 NT
6 ♦ - 6 NT
Bei „Zass“ zeigt „2 NT“ 10-12 HP, „3 NT“ die exakte Verteilung: 3-4-1-5. Es folgt „Crash“ und der Antwortende erfährt der Reihe nach die Asse in Herz und Karo, das Fehlen eines Königs sowie die Damen in Pik und Treff – genug für 12 Stiche in „Ohne“. Bei „Precision“ kennt man bei „3 ♠“ ebenfalls weitgehend die Verteilung (3-4-1-5 oder 3-4-0-6); „4 ♣“ ist RKCBW und man erfährt und die Dame in Treff (ohne weitere Könige) und kann ebenfalls 12 Stiche in „Ohne“ auszählen.
2 NT - 3 ♦
¨ AQ1052
3 ♥ - 4 ♣
§ A1075432
5 NT - 7 ♦
5 ♥ - 5 NT
6 ♦ - 7 ♦
5 ♣ - 6 ♦
(Quelle der Hand: Klubturnier Zürichsee-Bridgeclub, 31.7.2006)
„Zass“: „ ♦“ ist Relais, „3 ♣“ zeigt 11-12 HP und 6+ Karten in Treff ohne 4er-Edelfarbe, es folgt das zum vollen Spiel forcierende Relais von „3 ♦“, „4 ♥“ zeigt die exakte Verteilung: 0-3-3-7. Via As-Frage (4 ♠) erfährt man das Treff As, via Königsfrage (5 ♦) die beiden roten Könige. Nur die Treff Dame entscheidet nun darüber, ob ein 12. Stich in „Ohne“ da ist oder nicht, gar nur Bube in Karo, ob 13 Stiche in Karo auch bei schlechter Verteilung 4-1 möglich sind. Beides kann man nicht mehr heraus finden und bietet daher den vernünftigen Kontrakt von „7 ♦“ - mit 68% Erfüllungschance macht es sicher Sinn, diesen Grossschlemm in Karo anzusagen. Auch in „Precision“ beginnt man mit dem Relais und hört 2 NT mit den Stoppern in zwei Nebenfarben. „3 ♦“ fragt diese ab, „3 ♥“ zeigt Stopper in Herz und Karo. Es folgt RKCBW (4 ♣) und man erfährt das Treff As oder den König (aber nicht beide). Nach „4 NT“ weiss man, dass weiter die Dame in Treff fehlt und es empfiehlt sich, zu passen – schliesslich kennt man den Fit in Karo nicht – leider ein ungenügender Kontrakt. Allenfalls ist es besser, nach „3 ♥“ mit „4 ♦“ eine natürlich (und selbstverständlich forcierende) Ansage zu machen, nach einer Serie von Cue-bids landet man dann wenigstens in „6 ♦“. In „Evolution“ erreicht man mit sauberem Lizit wie in „Zass“ „7 ♦“.
Hat der Antwortende hat Interesse an einer Edelfarbe des eröffnenden Spielers und besitzt weiter einen Fit in §, ist es auch in Precision zwingend, mit dem Relais von „2 ♦“ zu beginnen.
ª AK86
© K973
© A102
2 © - 3 NT
1 NT - 2 §
2 ¨ - 3 §
§ AKQ86
§ J432
3 © - 4 ♣/♥
4 § - pass
2 © - 2 NT
In System „Zass“ kennt man nach „3 ♥“ die exakte Verteilung 2-4-2-5 sowie 11-12 HP (den komischen Buben in Karo kann man durchaus nicht zeigen) und sieht damit die Gefahr in Karo. Der Antwortende steigt aus den Relais-Sequenzen aus und bietet mit „4 ♣“ ein, was der Eröffner passt. Auch wenn der Eröffner den Karo Buben eingerechnet und dieselbe Verteilung mit 13-15 HP gezeigt hätte (2 ♣ - 2 ♦ - 2 ♥ - 2 ♠ - 3 ♦), würde der Antwortende mit „4 ♣“ einladen, was gepasst würde. Eine mögliche Variante ist es natürlich auch, „4 ♥“ im 4-3-Fit zu versuchen. Die Variante 1 des Lizits mit dem System „Precision“ zeigt, wie vorsichtig man lizitieren muss, um nicht den falschen Kontrakt zu erreichen. „3 NT“ ist nach dem Angriff ¨ chancenlos. Natürlich gilt die gleiche Bemerkung auch bei natürlichen Systemen wie „Evolution“. Bei der Variante 2 wird optimal das vorhandene Arsenal genutzt: Man verwendet den zweiten Relais von „2 NT“; „3 ©“ zeigt eine 5er-§ und 2-2 in den verbleibenden Farben, nun zeigt der Antwortende mit „3 ª“ einen Stopper ª (zwei fehlende Farben), mangels Stopper ¨ lizitiert der Eröffner nun „4 §“. „4 ©“ wäre übrigens auch an ganz interessanter Kontrakt (Frage des „Judgements“. Auch im System „Evolution“ muss man sehr sauber lizitieren, um den besten Kontrakt (4 §) zu erreichen. „2 §“ ist Roudi, „2 ¨“ zeigt Minimum mit einem Doubleton ª, 3 § zeigt 13+ HP mit exakt 4 Karten in §, es folgen zwei Cue-bids, dadurch wird festgestellt, dass der Stopper in © fehlt und man schliesst in „4 §“ ab. Der Spieler rechts hat mit der Dame © keinen Anlass, das volle Spiel anzusagen.
Zum nächsten Beispiel: Der Antwortende hat einen §-Fit und Interesse an einer Edelfarbe:
ª 7532
2 ª - 2 NT
3 NT - 4 ¨
§ AKQJ53
4 © - 4 ª
5 § - 5 ♦
6 § - pass
5 § - pass/6 §
In „Zass“ kennt der Antwortende nach „2 ♠“ die 4er-♠, nach „3 ♦“ 13-15 HP und 6+ Karten in ♣, nach „4 ♣“ die exakte Verteilung (4-0-3-6), nach „5 ♣“ die beiden Asse in den Unterfarben, nach „5 h“ einen schwarzen König und weiss daher, dass 12 Stiche vorhanden sind, 13 aber nur auf einen Impass. Also schliesst er mit „6 ♣“ ab. Der Antwortende sucht in “Precision” zuerst nach einem Fit in ©, welchen er aber nicht findet. Mit dem §-Fit ist es heikel, einfach in „3 NT“ zu springen, daher fragt er den Eröffner weiter mit „2 NT“ ab; mit der schönen 6er-§ und dem Punktemaximum kann er nun „3 NT“ lizitieren, was den Antwortenden verpflichtet, mit „4 ¨“ einen Cue-bid zu machen. Auch wenn der Eröffner nach „2 NT“ mit „3 ¨“ 4-1-3-5 (oder 4-0-4-5 oder 4-0-3-6) zeigt, ist man auf dem Weg in den Schlemm: „3 ©“ ist zwingend das As (den König in der Kürze des Partners zu zeigen macht kein Sinn), „4 §“ zeigt, dass ein ª-Problem bestehet, es folgen Cue-bids. Im natürlichen Bridge ist es schwierig, „6 §“ zu finden, den so stark ist das Blatt des Antwortenden ja nun auch wieder nicht.
ª K643
© KQ52
3 NT - 4 §
§ AKQ642
4 NT - 6 §
3 © - 3 NT
4 NT - 5 ©
(Quelle der Hand: Kreation Urs Stutz)
Bei „Zass“ kennt man nach „3 ♣“ 13-15 HP, eine 4er-♥ sowie 6+ Karten in ♣. Nach „3 ♥“ kennt man die Verteilung: 1-4-2-6. Es folgt „Crash“ und man weiss sofort, dass eines der Asse fehlt. Danach erfährt man die Könige in Herz und Treff und schliesst in „6 ♣“ ab. Man könnte auch noch die Damen abfragen (und dabei die Herz und die Treff Dame erfahren), aber „6 NT“ wäre immer noch ein schlechter Kontrakt und so schliesst man in „6 ♣“ ab.
„Precision“: Der Antwortende fragt mit „2 ¨“ nach der Edelfarbe und mit „2 NT“ nach der weiteren Verteilung der Eröffnungshand. „3 NT“ zeigt 6+ Karten in § und ein Blatt im oberen Stärkebereich. Das genügt für den Antwortenden – mit „4 §“ wird die Trumpffarbe bestimmt, weiter ist dies „5-As-Blackwood“, „4 NT“ zeigt zwei der 5 Asse und die Trumpf Dame. In „Evolution“ ist das Lizit bedeutend komplizierter, und es braucht viel Feingefühl, um diesen exzellenten Schlemm zu finden (viele Anwender eines natürlichen Systems werden „3 NT“ spielen. Da der Antwortende mit „1 ¨“ beginnt und erst anschliessend seine Edelfarbe einführt, kennt man die Eröffnungsstärke (Konvention „Walsh“). Daher hat der Eröffner gute Argumente, um nach „3 NT“ weiterzugehen. Hat er dies mal gemacht, wird es auch hier zum Kinderspiel.
Nächstes Beispiel: Der Antwortende hat ein interessantes Blatt mit einer schönen ¨-Farbe:
ª A1062
1 ¨ - 1 ª
¨ AK9742
2 © - 3 §
§ AKJ943
5 § - pass
3 ♠ - 4 §
4 § - 5 §
5 ♣ - pass
Bei Zass kennt man nach „4 ♣“ 11-12 HP und die Verteilung 4-2-1-6. Damit sind alle Schlemmambitionen verflogen und man schliesst mit „5 ♣“ ab. Im System “Precision” zeigt der Antwortende nach “2 ¨“ sowie „3 ¨“ dass er ein forcierendes Blatt mit mindestens 5 Karten in ¨ hat. Der Eröffner hat daran keine spezielle Freude, weiter kann er ohne ©-Stopper nicht „3 NT“ lizitieren, daher bietet er „4 §“; der Antwortende entscheidet sich nun für „5 §“ („4 NT“ wäre zum spielen).
Im §-Fit sollte man auch in „Precision“ nicht in eine Edelfarbe springen:
ª AQ10952
2 NT - 3 ¨
2 § - 4 §
¨ A109
§ KJ9853
§ AQ72
4 NT - 5 ª
5 NT - 5 ª
5 NT - 6 §
7 ♣ - pass
Im System „Zass“ kennt man nach „3 ♠“ die Verteilung (1-3-3-6) sowie das Maximum. Es folgt „Crash“. Bei „5 NT kennt man x / AKx/ Axx / Kxxxxx bereits genug für 13 Stiche in Treff. „Precision“: In diesem Beispiel sieht man sehr schön, dass man mit einem §-Fit es vermeiden sollte, in eine Edelfarbe zu springen. Denn nach „2 § - 3 ª“ fehlt einem der Platz, um abzuklären, ob ein grosser Schlemm möglich ist. Man ist dann nicht weiter als im natürlichen Bridge (Evolution), wo man schlicht und einfach nicht weiss, ob man 13 Stiche hat oder nicht. Ganz anders sieht es aus, wenn man in „Zass“ mit „2 ¨“ beginnt. „2 NT“ zeigt 6+ Karten in § und Werte in mind. 2 weiteren Farben, „3 ¨“ fragt nach, „3 ©“ zeigt Werte in © und ¨. „3 ª“ ist Cue-bid und forciert zum vollen Spiel, und der Eröffner sollte das Zepter übernehmen, indem er einen „waiting-bid“ von „4 §“ macht. Er hört einen Cue-bid in ¨, hört beim Partner 2 von 5 Assen und die § Dame, erfährt weiter das fehlen eines Königs und kennt damit den Singleton ¨. Da der Antwortende mit den Schlemmversuchen begonnen hat („3 ¨“ gefolgt von „3 ª“, weiss der Eröffner, dass zusätzliche Damen im Spiel sein müssen. Damit sind 13 Stiche sicher.
ª K98542
© AJ107
1 NT - 2 ©
¨ A1073
2 NT - 4 ª
3 NT - 4 ª
§ KJ1076
4 ª - pass
1 ♦ - 1 ª
oder bei „Zass“
2 ♦ - 3 ª
Bei „Zass“ darf man diese Hand nicht „2 ♣“ eröffnen, da man neben einer 4er-♦ mindestens 6 Karten in ♣ haben muss, bei „Precision“ genügen 5. Bei „Zass“ beginnt man mit „1 ♦“. Nach „1 ♠“ bietet man „1 NT“, was im Gegensatz zur Ansage „1 ♦ - 1 ♥ - 1 NT“ nicht zwingend im Bereich jener Punktestärke sein muss, mit der man nicht „1 NT“ eröffnen konnte. Es folgt Roudi und man ist schnell in „4 ♠“. „Precision“: Die Hand ist fast zu schlecht für eine Eröffnung „2 §“, da die Nebenfarbe ¨ ist. Man ist geneigt, „1 NT“ vor zu ziehen.
Ein Beispiel für „Precision“: Ohne eine eigene Edelfarbe, aber mit einem vernünftigen §-Fit geht der Antwortende bei ungenügender Stärke über den Relais von „2 ¨“, nicht über jenen von „2 NT“:
System „Precison“
ª K652
2 § - 2 ♦
2 § - 2 NT
1 § - 1 NT
© AQ43
4 ¨ - 5 §
3 ª - 4 ♠
§ AJ853
3 § - 3 ª
4 © - 4 ª (5 §)
Bei „Zass“ beginnt man mit dem Relais von „2 ♦“ – vielleicht hört man ja etwas interessantes mit einer langen Treff-Farbe, nach „2 ♥“ verlässt man aber die Relais-Sequenz und bietet „3 ♣“ als Spielvorschlag. Dies genügt dem Eröffner aber nicht, und obwohl er das Fehlen einer 4er-♠ kennt (der Antwortende hat nicht „2 NT“ geboten), schlägt er mit „3 ♠“ vor, im 4-3-Fit in einer der Edelfarben zu spielen – eine Offerte, die der Antwortende mit den fünk kleinen Karten in Karo und damit der Chicane-Farbe des Eröffners - gerne annimmt. Zum System “Precision”: “4 ¨” zeigt eine Chicane, aber obwohl man Freude an dieser Chicane hat, ist man zu schwach für einen Schlemm und schliesst daher mit „5 §“ ab. Eventuell ist man auch schon zu schwach, um überhaupt mit „2 NT“ zu beginnen – daher sollte man mit „2 ¨“ anfangen, was mit Fit in § ab 8 HP erlaubt ist. Mit 4 ª und 4 © beginnt der Antwortende mit „2 ª“, der Antwortende zeigt seine Schwäche mit „3 §“. Der Eröffner spring nun in „4 ©“, da er Maximum ist und davon ausgeht, der Partner habe eine „4er-©“; nun kann der Antwortende in den interessanten 4-3-Fit wechseln. Beim System“Evolution“ zeigt „1 NT“ 10½-12 HP, „2 §“ zeigt 4 ©, „2 ¨“ zeigt Minimum (oder Maximum mit 4 ©), 2 ª ist natürlich, „2 NT“ verneint eine 4er-ª, „3 §“ ist natürlich und „3 ª“ zeigt nun eine 3er-ª, nun kann man „4 ª“ spielen (oder „5 §“).
Im nächsten Beispiel hat der Eröffner beide Edelfarben:
© A852
© KQ43
¨ J542
3 © - 4 NT
§ KJ753
§ AQ2
5 ¨ - 5 ©
6 ♥ - pass
5 ª - 6 §
6 ♦ - 7 ♥
6 © - pass
Mit 4-4 in den Edelfarben zeigt der Eröffner in „Zass“ zuerst die ♥-Farbe und in „Precision“ zuerst die ª-Farbe. Bei „Zass“ zeigt nach dem zum vollen Spiel foricrenden Relais von „2 ♠“ die Ansage von „4 ♣“ 13-15 HP sowie die exakte Verteilung: 4-4-0-5. Es folgt „Crash“ und der Antwortende erfährt das Herz As und die Könige in Pik und Treff sowie die Dame in Pik. Damit sieht man 13 Stiche in Herz! Bei „Precision“ lizitiert der Antwortende nach „2 ♣ - 2 ♦ - 2 ♠“ mit „2 NT“ seinen zweiten Relais. Er erfährt 4-4-0-5 ohne Maximum beim Eröffner. Dennoch ist der Antwortende an mehr interessiert, für den grossen Schlemm würde es aber nur reichen, wenn der Eröffner Maximum gezeigt hätte – die evident wichtige Dame in Pik kann nicht heraus gefunden werden. Auch „Evolution lässt die Ansage des grossen Schlemms nicht zu – es fehlt die Kenntnis der Dame Treff. „5 ♦“ ist dort übrigens ein Exclusion-RKCBW mit Chicane Karo.
© A854
1 © - 2 ª
¨ A954
3 § - 3 NT
§ AQJ863
§ K972
4 © - 4 NT
3 ª - 4 §
„Zass“: „2 NT“ zeigt maximal 12 Figurenpunkte, „3 ♦“ dass man mindesten 6 Karten in Treff hat und „3 ♠“ die exakte Verteilung: 1-4-2-6. „5 ♣“ zeigt die Asse in Herz und Treff, „5 ♠“ verneint den Besitz eines Königs. Damit feheln die Stieche für den grossen Schlemm. Zu “Precision”: Auch hier beginnt das Lizit mit „2 ¨“: Nach „2 NT“ sollte man diese Hand als im „oberen Stärkebereich sich befindend“ qualifizieren, immerhin hat man alle Werte in den bekannten Farben und die sind ja auch nicht ohne. Nach „3 NT“ wäre „4 §“ RKCBW, aber dies kann man ohne Kontrolle in © nicht machen. Daher beginnt man mit Cue-bids, danach ist man in „6 §“.
Beim folgenden Beispiel sind wir „gefährlich“ und der Spieler rechts beginnt:
© A1032
¨ AK93
§ Q106542
3 ª - 5 ♣
3 ª - 3 NT
Bei „Zass“ kennt man nach „3 ♠“ eine eher maximale Hand mit 1-2-4-6. „3 NT“ scheint ausgeschlossen zu sein, daher bietet man „5 ♣“. Dies ist eine schwierige Hand für „Precision“: Soll man in Richtung 3 NT oder 5 § gehen? Der Spieler rechts kennt eine 6er-§ und Werte in ª und ¨. Genügt dies für „3 NT“?
Mit einer 5er-Edelfarbe und einladenden Werten geht man in „Precision“ ebenfalls über „2 ¨“:
© KQ743
2 NT - 3 ©
3 § - 4 NT
§ KQJ753
3 NT - 4 ♥
5 ¨ - 5 ª
5 ª - 5 NT
„Zass“: Nach „2 NT“ kennt man bei „Zass“ eine maximale Hand mit exakt 6 Karten in Treff, nach „3 NT“ kennt man die Verteilung: 2-3-2-6. „4 ♥“ ist also der richtige Kontrakt. „2 NT“ zeigt bei „Precision“ 6+ Karten in §, ein positives Blatt sowie Halt in zwei weiteren Farben. “3 ©“ zeigt nun 5+ Karten in © sowie 12-13 HP – genug für den Eröffner, um „4 ©“ zu lizitieren.
© A109
¨ AKQ10
3 © - 4 ♣
§ AKQ985
§ J632
5 ¨ - 6 ♣
4 NT - 6 ♣
(Quelle der Hand: Yverdon 25.2.2006)
Bei „Zass“ kennt man nach „3 NT“ die exakte Verteilung (2-3-2-6) sowie 13-15 HP. „5 ♣“ zeigt die Asse in Herz und Treff – genug für „6 ♣“. „Precision“: „2 NT“ zeigt 6+ Karten in Treff und einen Stopper in einer der Nebenfarben, welcher mit „3 ♦“ erfragt wird. „3 ♥“ zeigt einen Stopper in Herz, „4 ♣“ ist RKCBW, „4 ♥“ fragt noch die Dame in Treff ab (was eigentlich nicht mehr nötig ist). Interessant übrigens, dass die meisten Paare in „3 NT“ stehen geblieben sind.
§ J42
Bei „Zass“ zeigt „4 ♦“ 1-3-3-6 mit 13-15 HP. Man erfährt weiter die Existenz eines Asses und schliesst in „6 ♣“ ab. In „Precision“ beginnt der Antwortende wegen seiner 4er-Edelfarbe mit „2 ¨“. Mit „3 §“ begeht der Eröffner eigentlich ein Unterlizit, muss dies aber deshalb tun, weil er nur eine der Nebenfarben stoppt. „3 ©“ zeigt den Stopper in ©, es folgen Cue-bids. In „Evolution“ kann der Eröffner springen, weil er knapp unter einer Semiforcing-Eröffnung ist.
System „Zass
ª A643
ª 1092
© AQ1076
¨ AJ10
§ AQ743
3 NT - pass
1 NT - 2 ♠
2 NT - 3 NT
In „Zass“ kennt man nach „3 ♥“ 13-15 (hier halt mal 16) HP und die Verteilung 4-1-3-5. Also spielt man „3 NT“. Nach einer Eröffnung +1 ♣+ ist es heikler, stehen zu bleiben. In „Precision“ zeigt „4 ©“ 12-13 HP und 5+ Karten in ©, „4 NT“ ist zum spielen.
Eine weitere einladende Hand des Antwortenden mit einer 5er-Edelfarbe:
ª KQ542
¨ Q876
Bei „Zass“ gelangt man in „2 NT“ – denn diese Ansage zeigt maximal 12 HP. Bei Precision landet man in „2 ♠“; dies scheint der beste Kontrakt zu sein, dies findet man in „Evolution“ nach der Konvention Roudi (2 §) ebenfalls heraus.
1 § - 1 ♠
© QJ1064
2 ♥ - 4 ♥
4 ♥ - pass
(Quelle der Hand: Bridgeur Dezember 2005)
Mit einem Fit in ♣ ist es risikolos, mit einem Relais von „2 ♦“ zu beginnen; zumal man ja keine andere Ansage hat: „2 ♠“ wie auch „2 ♥“ wären natürliche und in der Regel zu passende Ansagen.
ª Q10
§ AKJ1097
4 ♠ - 5/6 ♣
3 ♥ - 4 ª
(Quelle der Hand: Groetheim/Sontag The Viking Precision club, S. 40)
„Zass“: „4 ♣“ gibt die genaue Verteilung bekannt (2-3-2-6), „4 ♠“ zeigt ein As und „5 ♠“ die Könige in Herz und Treff – genug für „6 ♣“. Die Hand ist an der Grenze zu einer maximalen Hand, welche man nach „2 ♦“ mit „2 NT“ zeigen würde (dies zeigt 13-15 HP, bei diesem Baltt sind die Edelfarbenfiguren aber von etwas fraglichem Wert). Nach „2 NT“ wäre dann „3 ♥“ diese Verteilung, man erreicht nun sowieso „6 ♣“. Zum System „Precision“: „2 NT“ zeigt eher Maximum ohne zweite Farbe; eine vertretbare Absage mit dieser schönen Treff-Farbe. „3 NT“ zeigt Stopper in den beiden Edelfarben, „4 ♠“ zeigt 2 von 5 Assen ohne die ♣ Dame. Da damit sowohl ein As als auch die trumpf Dame fehlen, andererseits die Edelfarben geschlossen sein müssen, hat man die Wahl zwischen 5 und 6 ♣, je nach Risiko, welches man fahren. An der Europameisterschaft 1987 war der Schlemm eiskalt, da die Dame Treff zwar hinter der Gabel war, dies aber Singleton (à Safety play).
Wie man schlechte „3 NT“ vermeidet:
3 © - 3 ♠
3 © - 5 §
3 NT - 5 ♣
„Zass“: „3 NT“ zeigt ein eher minimales Blatt mit 2-2-3-6. Man weiss also, dass der Gegner 9 Karten in Pik hat und die Stopper für „3 NT“ kaum vorhanden sind. Also bietet man „5 ♣“. In „Precision“ zeigt „3 §“ maximal 1 Stopper ausserhalb der §, nach „3 ©“ weiss der Antwortende, dass dieser in © ist, damit fehlt auf beiden Seiten ein ª-Stopper, weshalb er „5 §“ versucht.
Und hier zum Spass eine verrückte Hand:
ª Q54
© AKQ4
4 § - 4 NT
§ QJ1087542
5 ♦ - 5 ♥
5 ♠ - 3 ♠
(Quelle der Hand: Groetheim/Sontag The Viking Precision club, S. 183)
Eine verrückte Hand. Zuerst zum Systemn „Zass“: „3 ♣“ zeigt eine minimale Hand (später kann man dann im Lizit „ziehen“), „3 ♥“ zeigt 6+ Karten in Treff, „5 ♦“ zeigt 4-0-1-8 mit 11-12 HP, „5 ♠“ zeigt ein As und der Schock: Es fehlen zwei Asse; da „5 NT“ die Könige erfragt, kann man nur noch passen und hoffen, dass die Pikfarbe 3-3 ist. In „The Yikibg Precision club“ spielen sie ab „4 NT“ die As-Frage in der Variante 30/41, also hört man „5 NT“ und passt – ein besserer Kontrakt. Zu „Precision“: Nach „2 NT“ stellt sich die Frage, ob man das punktemässige Minimum mit „3 §“ zeigen soll oder die extreme Länge mit „4 §“ („3 NT“ wäre ja 6+ Karten in § und ein Blatt im oberen Stärkebereich). Nach dem RKCBW bietet man „5 ª“, um „5 NT“ des Partners zu hören.
Der Gegner interveniert:
Systeme “Zass” und „Precison“
2 § / pass / 2 ¨ / Kontra
© KQ10
3 ¨ / 4 © / 4 ª / pass
¨ A1054
¨ 8632
6 § / pass / pass / pass
§ AKQ9753
(Quelle der Hand: CH-Meisterschaft Paar Mixte 1.10.2005)
Da der Gegner ungefährlich und man selbst gefährlich ist, verzichtet man auf ein „Kontra“ gegen „4 ©“ und bietet „4 ª“, was eine 5er-ª mit 12-13 HP zeigt. Nach „6 §“ sollte man trotz des ¨-Fits passen, da der Eröffner sicher eine geschlossene und eigenständige § hat und man weiter weiss, dass die ¨-Farbe unvorteilhaft verteilt ist.
© KJ107
3 ♥ - 5 ♣
¨ J654
4 ♣ - 5 ♣
3 ♦ - 5 ♣
§ A10942
§ KQ763
(Quelle der Hand: Nationales Turnier ZBC vom 8.4.2006)
Bei „Zass“ macht man ein erstes Relais und bietet dann „3 ♣“, um eine einladende Hand im Fit zu zeigen. In der Folge erreicht man „5 ♣“. „Precision“: Die 5er-♣ erlaubt es dem Antwortenden trotz der lediglich 8 HP zu agieren. Wenn man mit dem Relais von „2 ♦“ beginnt, darf man nicht den Fehler machen, nach „2 ♥“ mit „3 ♣“ vermeintlich abzuschliessen – der Eröffner wird beim Partner eine 4er-♠ erwarten und mit seinem Maximum in hoffungslose „3 NT“ gelangen (der Antwortende müsste dann in „4 ♣“ korrigieren). Also fragt man mit „2 NT“ weiter und hört nun die exakte Verteilung: 1-4-3-5. Beginnt man mit „2 NT“ hört man „3 ♥“, was Werte in Herz (und damit eher nicht in Pik) zeigt. Nun ist man im Dilemma: Wie auch in der ersten Sequenz kann man nicht mit „4 ♣“ abschliessen (ist RKCBW), man kennt aber auch nicht den Singleton in Pik womit „5 ♣“ etwas heikel wird.

References: §
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