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Timestamp: 2019-06-26 05:02:01+00:00

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BGH, 24.03.2003 - II ZR 4/01 - dejure.org
https://dejure.org/2003,669
BGH, 24.03.2003 - II ZR 4/01 (https://dejure.org/2003,669)
BGH, Entscheidung vom 24.03.2003 - II ZR 4/01 (https://dejure.org/2003,669)
BGH, Entscheidung vom 24. März 2003 - II ZR 4/01 (https://dejure.org/2003,669)
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BGB § 738; HGB § 105; HGB § 161; HGB § 119
Verknüpfung der Mitgliedschaft in einer Kommanditgesellschaft mit Stellung als Wohnungseigentümer
Streit um Bestehen der Mitgliedschaft in einer Gesellschaft; In Form einer Kommanditgesellschaft (KG) geführte Publikumsgesellschaft ; Objektive Auslegung eines Gesellschaftsvertrages ; Streitaustragung unter Gesellschaftern ; Eigentümer einer von der KG bewirtschafteten Eigentumswohnung als Kommanditist; Automatisches Ausscheiden bei Wohnungsverkauf; Abfindung eines Gesellschafters
Auseinandersetzung über Zugehörigkeit zu Publikums-KG bei entsprechender gesellschaftsvertraglicher Regelung mit der Gesellschaft selbst
Zur Frage, ob der Streit über die Mitgliedschaft in einer Publikums-KG mit der Gesellschaft oder unter den Gesellschaftern auszutragen ist; zu den Rechtsfolgen für die Mitgliedschaft in einer KG, wenn ein Kommanditist seine von der Gesellschaft bewirtschaftete Eigentumswohnung verkauft
BGB § 738; HGB §§ 105 161 119
Automatisches Ausscheiden eines Kommanditisten
Gesellschaftsrecht; Abhängigkeit der Kommanditistenstellung vom Eigentum an einer von der KG bewirtschafteten Wohnung
BGB § 738; HGB §§ 105, 119, 161
Streitigkeiten über die Mitgliedschaft/Übernahme der kapitalgesellschaftlichen Regeln
NJW-RR 2003, 820
ZIP 2003, 843
MDR 2003, 1061
NZM 2003, 442
WM 2003, 925
BB 2003, 1029
DB 2003, 1052
NZG 2003, 525
Der Entzug der Gesellschafterstellung durch zwangsweises Ausscheiden ist nur mit Zustimmung des betroffenen Gesellschafters möglich, sei es durch antizipierte Zustimmung in Form der eindeutigen Regelung im Gesellschaftsvertrag (…MünchKommHGB/K. Schmidt 2. Aufl. § 131 Rdn. 86; siehe hierzu auch Sen. Urt. v. 24. März 2003 - II ZR 4/01, ZIP 2003, 843), sei es durch Zustimmung zu einem Beschluss, durch den - nachträglich - eine Ausschlussregelung in den Gesellschaftsvertrag eingefügt wird (…vgl. Sen. Urt. v. 20. Januar 1961 - II ZR 240/59, NJW 1961, 724;… Goette in Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn, HGB 2. Aufl. § 119 Rdn. 59, 63).
Der Informationsanspruch richtet sich gegen die Gesellschaft, vertreten durch ihre geschäftsführende Komplementärin (…vgl. Sen. Urt. v. 28. Mai 1962 - II ZR 156/61, WM 1962, 883), und gegebenenfalls die Komplementärin selbst (…Sen. Urt. v. 20. Juni 1983 - II ZR 85/82, ZIP 1983, 935), während die Wirksamkeit eines Beschlusses in der Personengesellschaft grundsätzlich mit den Gesellschaftern zu klären ist (Sen. Urt. v. 24. März 2003 - II ZR 4/01, ZIP 2003, 843;… Urt. v. 7. Juni 1999 - II ZR 278/98, ZIP 1999, 1391;… Urt. v. 13. Februar 1995 - II ZR 15/94, ZIP 1995, 460).
Die Nichtigkeit von Beschlüssen von Gesellschafterversammlungen einer Kommanditgesellschaft wird durch Feststellungsklage gegen die Mitgesellschafter geltend gemacht, wenn nicht der Gesellschaftsvertrag bestimmt, dass der Streit mit der Gesellschaft auszutragen ist (Sen. Urt. v. 24. März 2003 - II ZR 4/01, ZIP 2003, 843;… Urt. v. 7. Juni 1999 - II ZR 278/98, ZIP 1999, 1391;… Urt. v. 13. Februar 1995 - II ZR 15/94, ZIP 1995, 460).
Die Vereinbarung einer Anfechtungsfrist weist auf die Übernahme des kapitalgesellschaftsrechtlichen Systems auch hinsichtlich der Gesellschaft als Klagegegner hin (vgl. BGH, Urteil vom 24. März 2003 - II ZR 4/01, ZIP 2003, 843, 844).
Wegen dieser besonderen Struktur der Publikumsgesellschaft wendet die höchstrichterliche Rechtsprechung weithin die Regeln des Personengesellschaftsrechts auf diese Organisationsform nicht an, sondern ersetzt sie, wie das Berufungsgericht mit Recht herausgestellt hat, durch kapitalgesellschaftsrechtliche Prinzipien (…vgl. zuletzt Sen.Urt. v. 30. März 1998 - II ZR 20/97, ZIP 1998, 859; v. 24. März 2003 - II ZR 4/01, ZIP 2003, 843;… ferner Binz/Sorg, Die GmbH & Co. KG 8. Aufl. § 13;… Henze aaO § 177 a Anh. B Rdn. 17 ff.).
Auch in weiteren einschlägigen Entscheidungen des Senats ging es um die konkrete kapitalgesellschaftsrechtliche Ausgestaltung (vgl. BGH, Urteil vom 24. März 2003 - II ZR 4/01, ZIP 2003, 843, 844; Urteil vom 30. März 1998 - II ZR 20/97, ZIP 1998, 859, 860).
Somit wären weitere Anhaltspunkte für den Willen der Vertragspartner, die Passivlegitimation der Gesellschaft zu vereinbaren, erforderlich (BGH, Urteil vom 24 März 2003, II ZR 4/01, zitiert nach juris, Rn. 10-12).
In der Rechtsprechung wird als weiteres Argument für die Übernahme des kapitalgesellschaftsrechtlichen Beschlussmängelsystems herangezogen, dass die Gesellschafter vertragliche Regelungen zur Formalisierung der Beschlussfassung aufgenommen haben, die den für Kapitalgesellschaften -vor allem für die GmbH- geltenden Regeln ähneln (vergleiche OLG München…, Urteil vom 26. September 2012, 7 U 2565/11, zitiert nach juris, Rn. 45; BGH, Urteil vom 24 März 2003, II ZR 4/01, zitiert nach juris, Rn. 12).
Nach der ständigen Senatsrechtsprechung (vgl. zuletzt: Sen.Urt. v. 24. März 2003 - II ZR 4/01, ZIP 2003, 843;… Sen.Urt. v. 7. Juni 1999 - II ZR 278/98, ZIP 1999, 1391 - jeweils m.w.Nachw.) sind zwar auch bei einer in der Form einer Publikumsgesellschaft geführten Kommanditgesellschaft Streitigkeiten über die Wirksamkeit von Beschlüssen der Gesellschafterversammlung grundsätzlich zwischen den Gesellschaftern und nicht mit der Kommanditgesellschaft auszutragen; es ist aber rechtlich möglich, hiervon abweichend im Gesellschaftsvertrag zu bestimmen, dass ein derartiger Prozess mit der Gesellschaft auszufechten ist.
Nach den Feststellungen des Landgerichts, auf die sich das Berufungsgericht bezieht, gilt für die Beklagte das kapitalgesellschaftsrechtliche System, nach dem Beschlussmängelstreitigkeiten zwischen dem eine Beschlussfassung beanstandenden Gesellschafter und der Gesellschaft auszutragen sind (vgl. BGH, Urteil vom 24. März 2003 - II ZR 4/01, ZIP 2003, 843, 844;… Urteil vom 1. März 2011 - II ZR 83/09, ZIP 2011, 806 Rn. 19).
(vgl. K 24, Bl. 80 d.A.), sei es konkludent durch Veräußerung der Appartements (vgl. zu dieser Konstellation BGH NJW 2003, 1729 bei einer Publikumsgesellschaft), und Annahme eines Gesellschaftsvermögens in Form von durch die Gesellschafter übertragenen Nutzungsrechten an den einzelnen Appartements, bedarf es einer Auseinandersetzung nach §§ 731ff BGB.
Dort kann etwa wirksam das kapitalgesellschaftsrechtliche System der Beschlussanfechtung vereinbart werden (BGH NJW 2003, 1729) mit der Folge, dass Beschlüsse der Gesellschafterversammlung nur im Wege einer gegen die Gesellschaft zu richtenden Anfechtungs- oder Nichtigkeitsklage angegriffen werden können (BGH NJW 1995, 1218).
Enthält die Satzung insoweit keine eindeutigen Regelungen, ist durch Auslegung zu ermitteln, ob das kapitalgesellschaftsrechtliche System der Anfechtung übernommen worden ist (BGH NJW 2003, 1729).
Damit ist das System der fristgebundenen Anfechtung für alle Beschlussmängel vereinbart mit der Folge, dass auch die Regelung des Kapitalgesellschaftsrechts, wonach die Klage gegen die Gesellschaft zu richten ist, als vereinbart gilt (vgl. BGH NJW 2003, 1729).
OLG Frankfurt, 15.12.2006 - 2 U 246/05
Aufwendungsersatz nach dem Vermögensgesetz: Erstattungsfähigkeit diverser vom …

References: § 738
 § 105
 § 161
 § 119
 § 738
 § 738
 § 131
 § 119
 § 13
 § 177
 BGH 
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