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Timestamp: 2016-05-27 12:11:53+00:00

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(NKüFischO)
Küstenfischereiordnung (NKüFischO) Vom 3.
März 2006 (Nds.GVBl. Nr.8/2006 S.108; ber. 12/2006 S.200), geändert
durch VO vom 12.2.2013 (Nds.GVBl. Nr.4/2013 S.68) - 79300 - Aufgrund des § 17 Abs. 1, des § 44 Abs. 3 sowie des § 53 Abs. 1
Nrn. 1 bis 6, 10 und 11 in Verbindung mit Abs. 2 und 3 des
Niedersächsischen Fischereigesetzes (Nds.FischG) vom 1.Februar 1978
(Nds.GVBl. S.81, 375), zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom
10.November 2005 (Nds.GVBl. S.334), und des Artikels 2 Abs. 3 Satz 1 des Gesetzes zu dem Übereinkommen
vom 1.Juni 1967 über das Verhalten beim Fischfang im Nordatlantik vom
19.Dezember 1975 (BGBl. 1976 II S.1), zuletzt geändert durch Artikel 208
der Verordnung vom 29.Oktober 2001 (BGBl. I S.2785), in Verbindung mit § 1
Nr. 5 Buchst. c der Subdelegationsverordnung vom 23.Juli 2003 (Nds.GVBl.
S.306), zuletzt geändert durch Verordnung vom 2.Dezember 2005 (Nds.GVBl.
S.364), wird verordnet: § 1Regelungsbereiche (1) In dieser Verordnung werden Regelungen
getroffen über die Registrierung und Kennzeichnung von Fischereifahrzeugen der
Küsten- und der Hochseefischerei (§§ 2 und 3), die Fischerei in den Küstengewässern im Sinne des §
16 Abs. 2 und 3 Nds.FischG (§§ 4 bis 8), das Aussetzen nichtheimischer Arten in den Küstengewässern
(§ 9), Ausnahmen für die Fischerei in den Küstengewässern
zum Zwecke wissenschaftlicher Forschung (§ 10), Befugnisse der Fischereiaufsicht in den Küstengewässern
(§ 11) und Ordnungswidrigkeiten (§ 12). (2) Örtliche Angaben beziehen sich auf die jeweils aktuellen
amtlichen Seekarten. § 2Registrierung und Kennzeichnung von
Fischereifahrzeugen der Küsten- und der Hochseefischerei (1) 1Fischereifahrzeuge, die
für die erwerbsmäßige Küsten- oder Hochseefischerei
eingesetzt werden und die in einem niedersächsischen Seeschiffsregister eingetragen sind
oder nicht in einem Seeschiffsregister eingetragen sind und eine
Eigentümerin oder einen Eigentümer mit Hauptwohnung, Sitz oder
Hauptniederlassung in Niedersachsen haben, sind gemäß Artikel 3 in Verbindung
mit der Anlage II des Übereinkommens vom 1.Juni 1967 über das
Verhalten beim Fischfang im Nordatlantik (BGBl. 1976 II S.1) und der Verordnung
(EWG) Nr.1381/87 der Kommission vom 20.Mai 1987 zur Festlegung der Einzelheiten
für die Kennzeichnung und die Dokumente an Bord von Fischereifahrzeugen
(ABI. EG Nr. L 132 S.9) in der jeweils geltenden Fassung vom Staatlichen
Fischereiamt Bremerhaven (Fischereiamt) zu registrieren und von ihrer
Eigentümerin oder ihrem Eigentümer zu kennzeichnen. 2Nach
Satz 1 zu registrieren und zu kennzeichnen sind auch Fischereifahrzeuge, die in
Niedersachsen für die erwerbsmäßige Küstenfischerei
ausschließlich landwärts der Basislinien eingesetzt werden. (2) 1Zur Registrierung nach Absatz
1 ist das Fischereifahrzeug von seiner Eigentümerin oder seinem
Eigentümer beim Fischereiamt anzumelden. 2Ist das Fahrzeug im
Seeschiffsregister eingetragen, so ist der Anmeldung ein Auszug ausdem
Schiffsregister beizufügen. 3In jedem Fall sind anzugeben oder
vorzulegen die nautische und fangtechnische Ausrüstung des
Fischereifahrzeuges, die Nutzung des Fischereifahrzeuges im Haupt- oder Nebenerwerb,
der Name, die Art und das Baujahr und der Heimathafen des
Fischereifahrzeuges, die Größe (Länge über alles und Länge
zwischen den Loten, Breite, Tiefgang) und die Bruttoraumzahl (BRZ) oder, falls
eine BRZ-Vermessung nicht vorgeschrieben ist, der Raumgehalt (brutto und netto)
des Fischereifahrzeuges, die Motorstärke und die Typenbezeichnung der
Hauptantriebsmaschine und der Name des Herstellers, der Fahrterlaubnisschein der See-Berufsgenossenschaft oder das
Schiffsattest einer Schiffsuntersuchungskommission für das
Fischereifahrzeug, bei Fischereifahrzeugen im Nebenerwerb ein Versicherungsnachweis der
Eigentümerin oder des Eigentümers zur Unfallversicherung der
See-Berufsgenossenschaft. (3) 1Das Fischereiamt setzt das
Kennzeichen fest und stellt darüber eine Bescheinigung aus, die
ständig an Bord mitzuführen ist. 2Das Kennzeichen besteht
aus einer Buchstabenverbindung entsprechend dem Heimathafen nach der
Anlage, einer Erkennungsnummer und dem Buchstaben N für Fischereifahrzeuge im Nebenerwerb. (4) Die Fischereifahrzeuge sowie ihre Beiboote und Fanggeräte
müssen gemäß der Bescheinigung nach Absatz 3 Satz 1
gekennzeichnet sein. § 3 Änderungsanzeige (1) 1Die Eigentümerin oder
der Eigentümer eines nach § 2 registrierten Fischereifahrzeuges hat
dem Fischereiamt unverzüglich anzuzeigen Änderungen des Namens, des Heimathafens oder der Verwendung des
Fischereifahrzeuges, Änderungen der Größe, der Bruttoraumzahl oder des
Raumgehaltes des Fischereifahrzeuges, eine Neumotorisierung oder eine Änderung der Motorstärke
der Hauptantriebsmaschine des Fischereifahrzeuges, einen Wechsel des Eigentums an dem Fischereifahrzeug und eine Vercharterung des Fischereifahrzeuges unter Vorlage des
Chartervertrages. 2§ 2 Abs. 3 gilt entsprechend.
(2) 1Die Bescheinigung nach §
2 Abs. 3 Satz 1 ist unverzüglich an das Fischereiamt zurückzugeben,
wenn das Fischereifahrzeug untergegangen ist oder abgewrackt wird, für länger als sechs Monate stillgelegt wird, dauernd in einen anderen Heimat- oder Registerhafen verlegt wird,
ein anderes Kennzeichen erhält, nicht mehr zur erwerbsmäßigen Fischerei verwendet wird
oder eine neue Bescheinigung nach § 2 Abs. 3 in Verbindung mit
Absatz 1 Satz 2 zu erhalten hat. 2Die Bescheinigung ist im Fall einer
Registrierung nach § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 auch zurückzugeben, wenn
die Eigentümerin oder der Eigentümer die Hauptwohnung, den Sitz oder
die Hauptniederlassung nicht mehr in Niedersachsen hat. 3In den Fällen des
Satzes 1 Nrn. 2 bis 5 und des Satzes 2 ist zugleich das Kennzeichen
unverzüglich zu entfernen. § 4Einsatz von Fanggeräten (1) Einer Erlaubnis des Fischereiamtes
bedarf, wer an Pfählen befestigte oder fest mit dem Ufer verbundene Hamen
aufstellt oder Großreusen aufstellt, deren Gesamtlänge einzeln oder in
Reihenaufstellung 100 m überschreitet. (2) In dem Erlaubnisantrag sind anzugeben
die Art der Fischerei, die Zahl der Fanggeräte und der Fangplatz, ergänzt durch eine Lageskizze. (3) In der Erlaubnis sollen der Fangplatz, die Zahl der Fanggeräte
und die Fangzeiten bestimmt werden. (4) 1Ausgelegte Stellnetze, Körbe, Reusen und Langleinen
sowie aufgestellte Hamen sind im Abstand von höchstens 24 Stunden zu
kontrollieren. 2Der Fang ist bei der Kontrolle zu entnehmen. (5) 1Ausgelegte Stellnetze, Körbe, Reusen, Langleinen
und aufgestellte Hamen sind an ihren Enden mit gelben Bojen von 40 cm
Durchmesser und mindestens 20 l Fassungsvermögen oder mit gelben Tafeln
mit einer Kantenlänge von 40 cm zu kennzeichnen. 2Die Bojen
oder Tafeln sind mit dem Kennzeichen nach § 2 Abs. 3 deutlich erkennbar zu
beschriften. 3Ist ein Kennzeichen nach § 2 Abs. 3 nicht
erteilt, so ist der Name und die Anschrift der Fischerin oder des Fischers
deutlich erkennbar anzugeben. 4Die Bojen oder Tafeln sind so
anzubringen, dass sie bei jedem Wasserstand zu erkennen sind. (6) 1Zur Umsetzung des Rechts der Europäischen
Gemeinschaft kann das Fischereiamt durch Allgemeinverfügung bestimmen,
dass die Fischerei mit allen in Absatz 1 nicht genannten Fanggeräten in
bestimmten Gewässerabschnitten einer Erlaubnis bedarf. 2Absatz
3 gilt entsprechend. (7) 1Fanggeräte, die bewegt werden, müssen
stehenden Fanggeräten ausweichen. 2Wer beim Betrieb beweglicher
Fanggeräte stehende Fanggeräte von ihrem Platz verrückt oder
ihre Funktion auf sonstige Weise beeinträchtigt hat, muss sie wieder
sachgemäß herrichten und fangbereit aussetzen. 3Ist dies
nicht möglich, so sind sie vorsichtig zu bergen und unverzüglich der
Eigentümerin oder dem Eigentümer zurückzugeben oder beim
Fischereiamt abzuliefern. (8) Um gegenseitige Störungen zu verhindern, kann das Fischereiamt
Anordnungen treffen, insbesondere Fangplätze räumlich und zeitlich
zuordnen. § 5Mindestmaschenöffnung,
Mindestgrößen und Fangbeschränkungen (1) Die Rechtsakte der Europäischen
Gemeinschaft zur Erhaltung der Fischereiressourcen, durch die Mindestmaschenöffnungen, Mindestgrößen von Fischen, Krebsen und Muscheln oder
Einschränkungen bestimmter Fangtätigkeiten festgelegt werden, gelten auch in den
Küstengewässern landwärts der Basislinien. (2) Die nichterwerbsmäßige Fischerei mit einer Baumkurre
über 3 m Länge oder mehreren Baumkurren mit einer Gesamtlänge
von über 4 m, mit einem Schleppnetz, mit einem Stellnetz oder mit einem
Hamen von mehr als 2 m Kantenlänge ist in den Küstengewässern
verboten. § 6Weitere Fangbeschränkungen (1) 1Es ist verboten, in den
Küstengewässern Fische folgender Arten zu fangen, die nicht
mindestens die angegebene Länge haben (untermaßige Fische): 1. Aal (Anguilla anguilla) 35 cm, jedoch Blankaal 28 cm, 2. Lachs (Salmo salar) 60 cm, 3. Meerforelle (Salmo trutta forma trutta) 40 cm, 4. Hecht (Esox lucius) 45 cm, 5. Zander (Stizostedion lucioperca) 40 cm, 6. Meeräsche (Mugil spp.) 40 cm, 7. Steinbutt (Psetta maxima) 30 cm, 8. Glattbutt, Kleist (Scrophthalmus rhombus) 30 cm. 2Die Länge des Fisches ist von
der Kopfspitze bis zum äußersten Ende der Schwanzflosse zu messen.
(2) 1Absatz 1 gilt nicht für Aale, die als Satzaale
Verwendung finden sollen. 2Sie dürfen in den
Küstengewässern nur mit Erlaubnis des Fischereiamtes gefangen werden
und sind dem gleichen Gewässersystem zu Besatzzwecken wieder
zuzuführen. (3) Es ist verboten, Fische folgender Arten
während der angegebenen Zeiten (Artenschonzeiten) in den
Küstengewässern zu fangen: 1. Lachs (Salmo salar) 1.Oktober bis 15.März, 2. Meerforelle (Salmo trutta forma trutta) 1.Oktober bis 15.Februar, 3. Zander (Stizostedion lucioperca) 15.März bis 15. Mai, 4. Stör (Acipenser sturio) ganzjährig, 5. Maifisch (Alosa alosa) ganzjährig, 6. Nordseeschnäpel (Coregonus oxyrhynchus) ganzjährig, 7. Flussneunauge (Lampetra fluviatilis) ganzjährig, 8. Meerneunauge (Petromyzon marinus) ganzjährig. (4) Fische, die nach Absatz 1 oder 3 nicht gefangen werden dürfen,
aber in den Fang geraten sind, sind unverzüglich wieder
zurückzusetzen. (5) Das Fischereiamt kann von den Verboten der Absätze 1 und 3
Ausnahmen zulassen, soweit dies für Bestandsaufnahmen oder
wissenschaftliche Zwecke erforderlich ist. (6) Es ist verboten, in den Küstengewässern in der Zeit vom
1.Januar bis zum 30.Juni Nordseekrabben (Crangon crangon) für Fischmehl-
oder Tierfutterzwecke zu fischen oder anzulanden. § 7Elektrofischerei (1) 1Der Fischfang in den
Küstengewässern mit einem Elektrofischereigerät bedarf der
Genehmigung des Fischereiamtes. 2Die Genehmigung muss sich auf ein
bestimmtes Gerät beziehen und ist auf höchstens ein Jahr zu
befristen. 3Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn die
Elektrofischerei für eine Bestandsaufnahme oder eine wissenschaftliche
Untersuchung erforderlich ist und die Antragstellerin oder der Antragsteller oder eine von ihr oder
ihm beauftragte Person die für die Elektrofischerei erforderliche
Ausbildung besitzt, die Antragstellerin oder der Antragsteller den Abschluss einer
Haftpflichtversicherung zur Deckung der durch den Einsatz des
Elektrofischereigerätes verursachten Schäden mit einer
Mindestversicherungssumme von 500.000 Euro für Personenschäden und
50.000 Euro für Sachschäden nachweist und das Elektrofischereigerät den anerkannten Regeln der Technik
entspricht. (2) 1Die erforderliche Ausbildung ist durch eine
Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang für
Elektrofischerei im Inland nachzuweisen. 2Die Bescheinigung eines
nicht staatlichen Lehrgangsanbieters ist nur dann ausreichend, wenn der
Lehrgang vom Fischereiamt als geeignet anerkannt ist. 3Personen, die
aufgrund ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit die erforderlichen Kenntnisse
und Erfahrungen besitzen, können den Nachweis auch auf andere Weise
führen. (3) Dass das Elektrofischereigerät den anerkannten Regeln der
Technik entspricht, ist durch eine höchstens drei Jahre alte Bescheinigung
einer Prüfstelle nachzuweisen. (4) Der Genehmigungsbescheid nach Absatz 1 ist bei jeder Benutzung des
Elektrofischereigerätes mitzuführen. (5) 1Staatliche Stellen und Einrichtungen der
Landwirtschaftskammer dürfen die Elektrofischerei für
wissenschaftliche Untersuchungen ohne Genehmigung nach Absatz 1 betreiben.
2Mit der Durchführung dürfen nur Personen betraut werden,
die die für die Elektrofischerei erforderliche Ausbildung besitzen. (6) 1Ein Fischfang nach Absatz 5
ist dem Fischereiamt spätestens einen Monat vorher schriftlich anzuzeigen.
2Dabei sind anzugeben: der Beginn und die voraussichtliche Dauer des Fischfangs, der Untersuchungszweck und das Untersuchungsgewässer sowie
die Namen und die Ausbildung der betrauten Personen. § 8 Muschelfischerei (1) 1Das Fischereiamt erteilt auf
Antrag einen Erlaubnisschein für die Muschelfischerei in den
Küstengewässern. 2In dem Antrag sind anzugeben der Name und das Kennzeichen des Fischereifahrzeuges, die Muschelart, die gefangen werden soll, und die Muschelbank, die befischt werden soll, mit den geografischen
Koordinaten. (2) 1Das Fischereiamt kann den
Erlaubnisschein versagen oder mit Nebenbestimmungen versehen, soweit dies zum
Schutz der Wildmuschelbestände erforderlich ist. 2In dem
Erlaubnisschein können insbesondere bestimmt werden die Fangzeiten und die Fangmengen, Beschränkungen des Einsatzes der Fischereifahrzeuge nach
Größe und Motorleistung, Beschränkungen und Verbote des Einsatzes von Hilfsfahrzeugen
sowie Art, Beschaffenheit und Zahl der Fanggeräte. (3) 1Für Wildbestände von Miesmuscheln auf
Flächen, die bei mittlerem Tideniedrigwasser nicht mit Wasser bedeckt
sind, besteht in der Zeit vom 15.Dezember bis 31.März Schonzeit.
2Hiervon kann das Fischereiamt für die Werbung von
Besatzmuscheln Ausnahmen zulassen. (4) 1Miesmuscheln von Wildbänken dürfen
vorbehaltlich des Absatzes 5 nur gefischt werden, wenn sie eine
Schalenlänge von mindestens 5 cm haben. 2Eine Anlandung darf
jedoch im Umfang von bis zu 10 vom Hundert des Gesamtgewichts kleinere
Miesmuscheln enthalten. (5) 1Miesmuscheln, die als Besatz für eine
Muschelkulturfläche verwendet werden sollen, dürfen nur gefischt
werden, wenn sie eine Schalenlänge von höchstens 4 cm haben.
2Die Ausbringung auf einer Muschelkulturfläche darf jedoch im
Umfang von bis zu 25 vom Hundert des Gesamtgewichts größere Muscheln
enthalten. 3In Niedersachsen für den Besatz einer
Muschelkulturfläche gefischte Muscheln dürfen nur auf einer
Muschelkulturfläche in Niedersachsen ausgebracht werden. (6) Miesmuscheln, die nicht den Anforderungen des Absatzes 4 oder 5
entsprechen oder ohne Zulassung einer Ausnahme während der Schonzeit in
den Fang geraten sind, sind unverzüglich wieder über Bord zu geben.
(7) 1Muscheln, die außerhalb der niedersächsischen
Küstengewässer gefangen wurden, dürfen nur mit Genehmigung des
Fischereiamtes auf Muschelkulturflächen in Niedersachsen ausgebracht
werden. 2Wurden die Muscheln aus dem Wattenmeer in dem Gebiet mit
der geografischen Begrenzung nördlich von 52·54'N, südlich von
56· N und östlich einer Linie von 52·54N 4·36'E
bis 56·N 7·30'E gefangen, so kann die Genehmigung nur erteilt
werden, wenn die Muscheln aus einem zertifizierten europäischen
Muschelzuchtgewässer stammen. 3Für Muscheln aus anderen
Gebieten kann die Genehmigung nur erteilt werden, wenn der Nachweis
geführt wird, dass das Herkunftsgebiet frei von Parasiten und Krankheiten
ist. (8) Die Absätze 1 bis 7 gelten nur für die
erwerbsmäßige Muschelfischerei. § 9 Aussetzen nichtheimischer Arten 1Wer Fische, Krebse oder Muscheln nichtheimischer Arten in
den Küstengewässern aussetzen will, bedarf hierzu der Erlaubnis des
Fischereiamtes. 2Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn die Gefahr
einer Verfälschung der heimischen Tierwelt oder eine Gefährdung ihres
Bestandes nicht ausgeschlossen werden kann. § 10 Wissenschaftliche Forschung 1Die Vorschriften dieser Verordnung über
Fanggeräte, Fangbeschränkungen, Mindestgrößen von Maschen,
Fischen, Krebsen und Muscheln sowie Schonzeiten gelten nicht für die
Fischerei landwärts der Basislinien, wenn sie zum Zwecke
wissenschaftlicher Forschung und mit Erlaubnis des Fischereiamtes unternommen
wird. 2§ 4 Abs. 6 und 8, § 7 Abs. 5 sowie § 8 Abs. 3
bis 5 bleiben unberührt. § 11Befugnisse der Fischereiaufsicht 1Wer ein Fischereifahrzeug oder ein Fahrzeug führt, das
zum Fang oder zur Beförderung von Fisch eingesetzt ist, hat auf das
Anhaltezeichen kurz-lang-kurz-kurz oder eine sonstige Aufforderung der
Fischereiaufsicht zu stoppen und Personen der Fischereiaufsicht auf Verlangen
an Bord zu holen. 2Für Kontrollmaßnahmen findet § 3
der Seefischereiverordnung vom 18.Juli 1989 (BGBl. I S.1485) in der jeweils
geltenden Fassung auch landwärts der Seegrenzen Anwendung. § 12Ordnungswidrigkeiten Ordnungswidrig nach § 62 Abs. 1 Nr. 13 des Nds.FischG handelt, wer
vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 2 Abs. 4 seine Fanggeräte und Beiboote nicht
kennzeichnet, entgegen § 4 Abs. 1 ohne Erlaubnis einen Hamen oder eine
Großreuse aufstellt, entgegen § 4 Abs. 4 seine Fanggeräte nicht rechtzeitig
kontrolliert oder seinen Fang nicht entnimmt, entgegen § 4 Abs. 5 Satz 1 seine Stellnetze, Körbe,
Reusen, Langleinen und Hamen nicht ordnungsgemäß kennzeichnet, entgegen § 4 Abs. 5 Satz 2 seine Bojen oder Tafeln nicht
deutlich erkennbar beschriftet, entgegen § 4 Abs. 5 Satz 3 seinen Namen oder seine Anschrift
auf seinen Bojen oder Tafeln nicht deutlich erkennbar angibt, entgegen § 4 Abs. 5 Satz 4 seine Bojen und Tafeln nicht so
anbringt, dass sie bei jedem Wasserstand zu erkennen sind, entgegen § 4 Abs. 7 Satz 1 mit einem beweglichen Fanggerät
einem stehenden Fanggerät nicht ausweicht, entgegen § 4 Abs. 7 Sätze 2 und 3 ein Fanggerät a)
nicht sachgemäß herrichtet oder nicht fangbereit
aussetzt oder b)
nicht birgt, nicht unverzüglich zurückgibt oder
nicht abliefert, in einem Küstengewässer landwärts der Basislinien
einer nach § 5 Abs. 1 auch dort geltenden europarechtlichen Festlegung von
Mindestmaschenöffnungen, b)
Mindestgrößen von Fischen, Krebsen und Muscheln oder
Einschränkungen bestimmter Fangtätigkeiten
zuwiderhandelt, entgegen § 5 Abs. 2 die Fischerei mit einer Baumkurre, einem
Schleppnetz, einem Stellnetz oder einem Hamen ausübt, entgegen § 6 Abs. 2 Satz 2 untermaßige Aale ohne
Erlaubnis fängt oder einer Auflage zu einer Erlaubnis nach § 6 Abs. 2
Satz 2 zuwiderhandelt, entgegen § 6 Abs. 3 Fische während der Artenschonzeit
fängt, entgegen § 6 Abs. 4 Fische nicht unverzüglich wieder
zurücksetzt, entgegen § 6 Abs. 6 Nordseekrabben für Fischmehl- oder
Tierfutterzwecke fischt oder anlandet, entgegen § 7 Fischfang mit einem Elektrofischereigerät
ohne Genehmigung betreibt, entgegen § 8 Abs. 3 in der Schonzeit Miesmuscheln fischt, entgegen § 8 Abs. 6 Miesmuscheln nicht unverzüglich wieder
über Bord gibt, entgegen § 8 Abs. 7 Satz 1 Muscheln ohne die erforderliche
Genehmigung auf einer Muschelkulturfläche ausbringt, entgegen § 9 Fische, Krebse oder Muscheln nichtheimischer Arten
ohne Erlaubnis aussetzt, entgegen § 11 nicht stoppt oder eine Person der
Fischereiaufsicht nicht an Bord holt oder in einem Küstengewässer auf einem Wasserfahrzeug, das
nicht der erwerbsmäßigen Fischerei dient, ein Kennzeichen nach
§ 2 Abs. 1 unbefugt führt. § 13In-Kraft-Treten 1Diese Verordnung tritt am 20.März 2006 in Kraft.
2Gleichzeitig tritt die Niedersächsische
Küstenfischereiordnung vom 1.Dezember 1992 (Nds.GVBl. S.321) außer
Kraft. Anlage (zu
§ 2 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1) Buchstabenverbindungen
für die Kennzeichen von Fischereifahrzeugen der Seefischerei für Fischereifahrzeuge der Hochseefischerei NA
Accumersiel NB Brake NC Cuxhaven ND Norddeich NF
Fedderwardersiel, Burhaversiel NG Greetsiel NH Neuharlingersiel NW
Wilhelmshaven NZ Borkum für Fischereifahrzeuge der Küstenfischerei ACC
Accumersiel BEN Bensersiel BOR Borkum BRA Brake BUR
Burhaversiel CUX Cuxhaven DAN Dangast DIT Ditzum DOR Dorum
FED Fedderwardersiel GEV Geversdorf GRE Greetsiel HAR Harlesiel
HAT Hatzum HOO Hooksiel HOR Horumersiel JEM Jemgum KNO
Knock LEE Leerort NEK Neuenkirchen NEL Neuenlandersiel NEO
Neuhaus (Oste) NEU Neuharlingersiel NOR Norddeich OLD Oldersum
OTT Otterndorf POG Pogum ROD Rodenkirchen SAN Sandstedt SPI
Spieka TER Terborg VAR Varel WRE Wremen Recht und Gesetz in Niedersachsen (www.recht-niedersachsen.de)

References: § 17
 § 44
 § 53
 § 1
 § 1
 §
16
 § 2
 § 3
 § 2
 §
2
 § 2
 § 2
 § 4
 § 2
 § 2
 § 5
 § 6
 § 7
 § 8
 § 9
 § 10
 § 7
 § 8
 § 11
 § 3
 § 12
 § 62
 § 2
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 5
 § 5
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 7
 § 8
 § 8
 § 8
 § 9
 § 11

§ 2
 § 13

§ 2