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Timestamp: 2019-07-17 08:02:53+00:00

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BGH, 28.02.1991 - III ZR 53/90 - dejure.org
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BGH, 28.02.1991 - III ZR 53/90 (https://dejure.org/1991,11)
BGH, Entscheidung vom 28.02.1991 - III ZR 53/90 (https://dejure.org/1991,11)
BGH, Entscheidung vom 28. Februar 1991 - III ZR 53/90 (https://dejure.org/1991,11)
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Abwasserabgabe - Kleineinleiter - Rechtsweg
BGHZ 114, 1
NJW 1991, 1686
MDR 1991, 792
NVwZ 1991, 608 (Ls.)
WM 1991, 1320
DVBl 1960, 775
JR 1992, 106
Danach sind Urteile in Zivilsachen (§ 13 GVG ), also jedenfalls Entscheidungen über das Bestehen oder Nichtbestehen privater Rechte und Rechtsverhältnisse gleichgeordneter Parteien (vgl. zu dieser Abgrenzung GmS-OGB BGHZ 97, 312, 313 f; 102, 280, 283 f; 108, 284, 286 f; BGH, Urt. v. 28. Februar 1991 - III ZR 53/90, NJW 1991, 1686, 1687), anerkennungsfähig.
Hierdurch wird vermieden, daß es über denselben Streitgegenstand zu mehreren Verfahren in verschiedenen Gerichtszweigen kommt (BGHZ 114, 1, 2).
Der Senat muß diese Frage prüfen, da § 17 a Abs. 5 GVG auf den vorliegenden Fall noch nicht anwendbar ist, weil bei Abschluß des ersten Rechtszuges (Urteil vom 20. März 1987) diese Neuregelung noch nicht in Kraft getreten war (vgl. BGH, Urt. v. 28. Februar 1991, III ZR 53/90, NJW 1991, 1686).
Hat das LG, das den beschrittenen Rechtsweg für zulässig erachtet und der Klage in der Hauptsache stattgegeben hat, entgegen § 17a Abs. 3 S. 2 GVG über die Zulässigkeit des Rechtswegs nicht vorab durch Beschluß, sondern erst im Urteil entschieden, ist § 17a Abs. 5 GVG nicht anwendbar (i. A. an Senat BGHZ 114, 1 [BGH 28.02.1991 - III ZR 53/90] sowie BGH vom 23.9.1992 I ZB 3/92 - BGHZ 119, 246 = NJW 93, 470 Abgrenzung zu BGH vom 12.11.1992 - V ZR 230/91 - NJW 93, 389).
Da die Beklagte (innerhalb der Frist des § 282 Abs. 3 ZPO) die Zulässigkeit des Rechtswegs gerügt hatte, mußte das Landgericht darüber nach § 17 a Abs. 3 Satz 2 GVG zwingend vorab entscheiden, und zwar durch beschwerdefähigen Beschluß (§ 17 a Abs. 4 GVG; vgl. zum Zweck der Neuregelung Begründung zum Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens, BT-Drucks. 11/7030 S. 36 ff.; Senatsurteile vom 28. Februar 1991 - III ZR 53/90 und 49/90 = BGHZ 114, 1 [BGH 28.02.1991 - III ZR 53/90] und BGHWarn 1991 Nr. 81 = BGHR GVG § 17 a Abs. 5 n.F. Rechtswegprüfung 2 und 1; BVerwG Beschluß vom 4. November 1991 - 7 B 53/91 = NVwZ 1992, 661 f. = DVBl 1992, 777).
Das Vierte Gesetz zur Änderung der Verwaltungsgerichtsordnung ist am 1. Januar 1991 in Kraft getreten (Art. 23 des Gesetzes; vgl. zur Anwendbarkeit neuer Prozeßgesetze auf anhängige Rechtsstreitigkeiten auch Senatsurteil BGHZ 114, 1, 3 [BGH 28.02.1991 - III ZR 53/90]/4 m.w.N.).
Dabei kommt es nicht auf die Bewertung durch die klagende Partei, sondern darauf an, ob sich das Klagebegehren nach den zu seiner Begründung vorgetragenen Tatsachen bei objektiver Würdigung aus einem Sachverhalt herleitet, der nach bürgerlichem Recht zu beurteilen ist (st.Rspr., vgl. Senatsurteil BGHZ 114, 1, 5 [BGH 28.02.1991 - III ZR 53/90] m.w.N.).
Dies bedeutet nach dem Willen des Gesetzgebers, daß "das angerufene Gericht den Rechtsstreit grundsätzlich umfassend entscheidet, sofern der zu ihm beschrittene Rechtsweg für einen Klagegrund zulässig ist" (…vgl. Begründung zum Gesetzentwurf,aaO. S. 37; Senatsurteil BGHZ 114, 1, 2 [BGH 28.02.1991 - III ZR 53/90] und dazu K. Schmidt JuS 1991, 862 f.;… s. zum bisherigen Rechtszustand Senatsurteil vom 5. Juli 1990 - III ZR 166/89 = BGHWarn 1990 Nr. 211 = BGHR GVG § 17 Teilverweisung 2 m.w.N.).
Demgegenüber gilt im Prozessrecht der Grundsatz, dass neue Gesetze - vorbehaltlich abweichender Überleitungsvorschriften des Gesetzgebers - auch schwebende Verfahren erfassen, die danach mit Inkrafttreten des Änderungsgesetzes regelmäßig nach neuem Recht zu beurteilen sind, soweit es nicht um unter Geltung des alten Rechts abgeschlossene Prozesshandlungen und abschließend entstandene Prozesslagen geht (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 28. Februar 1991 - III ZR 53/90, BGHZ 114, 1, 3 f.;… Beschluss vom 23. April 2007 - II ZB 29/05, BGHZ 172, 136 Rn. 25 jeweils m.w.N.).
Liegt hingegen eine Mehrheit prozessualer Ansprüche vor, ist für jeden dieser Ansprüche die Rechtswegzuständigkeit gesondert zu prüfen (Senat, Urteil vom 28. Februar 1991 - III ZR 53/90, BGHZ 114, 1, 2;… Kissel/Mayer, GVG, 7. Aufl., § 17 Rn. 55;… Hk-ZPO/Rathmann, 5. Aufl., § 17 GVG Rn. 7;… Thomas/Putzo/Hüßtege, ZPO, 34. Aufl., § 17 GVG Rn. 5;… Stein/Jonas/Jacobs aaO § 17 GVG Rn. 16).
Dass der Gesetzgeber dies in Kauf nehmen wollte, ist nicht ersichtlich (Senat, Urteil vom 28. Februar 1991 aaO).
Diese für den zu entscheidenden Einzelfall sinnvolle und prozessökonomische Lösung darf indes nicht dazu führen, dass der Rechtsweg in bestimmten Konstellationen vollständig zur Disposition der Parteien steht (vgl. zu diesem für die Bestimmung der Reichweite von § 17 Abs. 2 GVG maßgeblichen Gesichtspunkt: Senat, Urteil vom 28. Februar 1991 aaO).
Die Rechtswegzuständigkeit ist also für jeden prozessualen Anspruch gesondert zu prüfen (allgemeine Auffassung; vgl. BGHZ 114, 1, 2 = NJW 1991, 1686; BAG Beschluß vom 24. Juni 1974 - 5 AR 107/74 - AP Nr. 16 zu § 36 ZPO).
Beurteilungszeitpunkt für die Eröffnung des Rechtswegs ist mithin der Schluß der mündlichen Verhandlung in der jeweiligen Instanz (…Baumbach/Lauterbach/Albers, ZPO, 50. Aufl., § 17 GVG Anm. 2;… Thomas/Putzo, ZPO, 17. Aufl., § 13 GVG Anm. 1 a; Kissel, NJW 1991, 945, 947 f; für die Rechtsmittelzüge vgl. jetzt § 17 a Abs. 5 GVG i.d.F. des Art. 2 des 4. VwGOÄndG v. 17. Dezember 1990, BGBl I 2809; BGHZ 114, 1 [BGH 28.02.1991 - III ZR 53/90]).
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References: § 17
 § 17
 § 17
 BGH 
 BGH 
 § 282
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17
 § 36
 § 17
 § 13
 § 17
 Art. 2