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Verlangen nach Kaffee durch Hom. behandeln? - Natur-Forum.de
Verlangen nach Kaffee durch Hom. behandeln?
Beitragvon lupinie » 13. Feb 2011, 14:23
ich habe leider immer wieder das Problem, dass ich Kaffee (mit Koffein) trinke, obwohl ich mich in hom. Behandlung befinde, traue mich aber noch nicht, das meiner Behandlerin mitzuteilen.
Ich würde gerne wissen, ob man das Verlangen nach Kaffee nicht auch homöopathisch behandeln kann? Ich schaff es meist ca. ein paar Tage bis 1 Woche durchzuhalten, fühle mich dann aber so müde (könnte aber nicht schlafen, eher matschig in der Birne), dass ich nur durch Kaffeegenuß wieder fit werde. Blutdruck werde ich demnächst mal messen, vlt ist der einfach generell zu niedrig bei mir.
Es macht mich momentan schon ziemlich verzweifelt, weil ich durch die Hom. schon viel profitiert habe und den Erfolg nicht ständig zerstören will...blöde Situation
Ich erwarte keine Ferndiagnostik, aber vielleicht kann mir jemand Mittel nennen, die das Verlangen nach Kaffee durch Müdigkeit haben, dann könnte ich im Inet darüber weiter recherchieren. Ausser Lycopodium habe ich bis jetzt nichts in der Richtung gefunden, aber ich vermute, so hochwertig wird das bei Lyc. nicht sein?
Viele Grüße, lupinie
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Beitragvon fiamma » 14. Feb 2011, 13:09
ich finde, Du solltest Deiner Behandlerin schon ehrlich von Deinem Kaffeekonsum berichten und mit ihr das Ganze dann absprechen.
Offenbar werden auch gar nicht generell alle hom. Mittel und Potenzen durch Kaffee antidotiert - manche aber ganz sicher. Ich habe diese Form der Antidotierung mal versucht bei einem Mittel, für das mir Kaffeekonsum explizit verboten worden war - und es hat sofort und ganz deutlich funktioniert.
Bevor Du also womöglich unabsichtlich durch Kaffee Deine "eigentlichen" Mittel antidotierst, sei lieber ehrlich.... ist doch keine Schande, dazu zu stehen.
Auf gut Glück selber irgendwas einwerfen, noch dazu in Kombi mit dem Mittel, das Du von der Homöopathin aus einnimmst, würde ich auf gar keinen Fall.
Der "Kaffee-Entzug" ist normalerweise spätestens nach ein paar Tagen überstanden - von daher wundert es mich etwas, dass bei Dir der Entzug erst nach einer Woche so richtig durchkommt. Vielleicht hast Du durch den Kaffee aber auch einfach Deinen Körper öfter mal "ausgetrickst" und will er Dir durch die Müdigkeit signalisieren, dass er sich endlich mal erholen möchte.
Beitragvon lupinie » 14. Feb 2011, 20:26
Ich versuche es momentan durchzustehen...ist wohl eher ein Entzug, hab darüber schon im Inet gelesen.
Ich würde kein Mittel selbst nehmen (wüßt auch gar nicht woher kriegen), aber mich würde das Thema interessieren, "Verlangen nach Kaffee" gibt es ja bestimmt bei manchen Mitteln hochwertig.
Das mit der Ehrlichkeit überlege ich noch, ich glaub sie würde dann halt die Behandlung abbrechen und deshalb suche ich nach einer Lösung, wie ich mein Suchtverhalten loswerden kann, bzw. die Kraft dafür finde.
Beitragvon fiamma » 15. Feb 2011, 00:06
Genau das solltest Du eben mit Deiner Homöopathin besprechen. Evtl. hast Du ja ein Konstitutionsmittel, bei dem gar kein Kaffeeverzicht erforderlich ist; aber wissen kannst Du es ohne Fragen natürlich nicht.
Ein Arzt oder Homöopath, der/die auf evtl. "Süchte" nicht eingeht und einen gleich weiterschickt, hätte ja wohl schon irgendwo den Beruf verfehlt.... Nochmal: wenn Du die Kommunikation scheust, hast Du womöglich Deine Behandlung ohnehin bereits abgebrochen, ohne es zu wissen - willst Du das riskieren?
Was hindert Dich an einem offenen Gespräch bzw. warum schämst Du Dich wegen "Verlangen nach Kaffee", was ja wohl alles andere als selten/ungewöhnlich ist?
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Beitragvon ElkeO » 18. Feb 2011, 13:56
Hahnemann äußert sich doch ganz klar zu dieser Frage:
Bei der so nöthigen als zweckmäßigen Kleinheit der Gaben, im homöopathischen Verfahren, ist es leichtbegreiflich, daß in der Cur alles Uebrige aus der Diät und Lebensordnung entfernt werden müsse, was nur irgend arzneilich wirken könnte, damit die feine Gabe nicht durch fremdartig arzneilichen Reiz überstimmt und verlöscht, oder auch nur gestört werde
Welche Mittel arzneilich wirken erläutert er im § 260
Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus. Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z. B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut-Bekleidung, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben~ u.s.w.
Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll.
Da bleibt doch wenig Interpretationspielraum - laß daher den Kaffee weg und halte dich auch an die restlichen Verbote.
Beitragvon Vigeo » 18. Feb 2011, 19:56
sich an alle genannten Verbote zu halten, finde ich total übertrieben und habe ich auch noch von keinem HP so gehört. Spargel, Petersilie, Zwiebeln, Käse, Salate, Schweinefleisch, Lesen im Liegen und Ornanieren... Naja...
@Lupine: Ich würde mal die HP fragen, ob dein Mittel überhaupt durch Kaffee antidotiert werden kann.
Im Synthesis stehen bei Verlangen nach Kaffee übrigens 110 Mittel davon eins dreiwertig und 25 zweiwertig - und lyc ist nicht dabei...
Beitragvon ElkeO » 19. Feb 2011, 12:01
sich an alle genannten Verbote zu halten, finde ich total übertrieben und habe ich auch noch von keinem HP so gehört.
Der Herr der das gesagt hat hieß Samuel Hahnemann und war gerüchtehalber sogar der Erfinder der Homöopathie - also mit Sicherheit Homöopath
HP können natürlich Homöopathie betreiben wie sie lustig sind - nur sollte man das dann nicht mehr als "klassische Homöopathie" bezeichnen.
Was klassische Homöopathie ist hat Hahnemann klar niedergeschrieben - von irgendwelchen Einschränkungen der genannten Verbote auf bestimmte Mittel ist da nichts zu lesen.
Das mag man zwar für übertrieben halten ändert aber daran nichts, dass Hahnemann hier sehr klare Vorgaben gemacht hat.
Zuletzt geändert von ElkeO am 19. Feb 2011, 12:28, insgesamt 1-mal geändert.
Beitragvon Vigeo » 19. Feb 2011, 12:26
mir ist schon bewusst, wer Hahnemann ist, aber auch der hat sich weiterentwickelt.
Wenn du schon das Organon zitierst, solltest du auch die 6. Auflage nehmen, denn da hat er seine Verbote deutlich eingeschränkt bzw relativiert.
Dort steht in § 260
"Für chronisch Kranke ist daher die sorgfältige Autsuchung solcher Hindernisse der Heilung um so nöthiger, da ihre Krankheit durch dergleichen Schädlichkeiten und andere krankhaft wirkende, oft unerkannte Fehler in der Lebensordnung gewöhnlich verschlimmert worden war147."
[Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst (6. Auflage).
Beitragvon ElkeO » 19. Feb 2011, 12:37
Die von mir zitierten Verbote stammen aus der 6. Auflage des Organon der Heilkunst (nach der Ausgabe von Richard Haehl 1921)
Hahnemann hat sie als Fußnote zum §260 niedergeschrieben.
Das diese Verbote nur für bestimmte Mittel gelten sollen kann ich im Organon jedoch nicht finden. Wo genau macht den Hahnemann derartige Einschränkungen?
Beitragvon ElkeO » 21. Feb 2011, 18:25
Nun habe ich sicherheitshalber noch in der 6. Auflage des Burgdorf Verlags nachgeschaut.
(die gibt es übrigens beim DZvHÄ zum Download http://www.dzvhae.com/portal/pics/absch ... verlag.pdf)
Aber auch da findet sich die von mir zitierte Verbotsliste Hahnemanns als Fußnote
zum § 260
Beitragvon amando » 22. Feb 2011, 14:39
Was Hahnemann bez. Verbote geschrieben hat, gilt für jeden Menschen der sich heilen (lassen) will, egal welche Mittel er dann auch bekommt. Wer den Organisum heilen will, sollte auch von allem lassen, was ihm sonstwie schadet. Mehr muss man dazu nicht sagen. Wenn man da hom. Natrium oder Phosph. nimmt ist egal und diesem Menchen wird ein Kaffee, schlechte Luft oder ein Bier nicht weniger schaden als wenn er die Mittel gar nicht nimmt.
Beitragvon Ullel » 22. Feb 2011, 15:11
Laut Hahne stören Stoffe, an die der Körper gewohnt ist, nicht (§ Weiss ich grad nicht). Wenn jemand also Kaffee gewohnt ist, spricht nichts dagegen - in Maßen - Kaffee während einer Behandlung zu konsumieren.
Es sollte ein Abstand von einer halben Stunde zur Einnahme homöopathischer Mittel eingehalten werden.
Beitragvon ElkeO » 22. Feb 2011, 17:06
Also ich kenne noch den § 93
Ist die Krankheit seit Kurzem, oder bei einem langwierigen Uebel, vor längerer Zeit durch ein merkwürdiges Ereigniß verursacht worden, so wird der Kranke - oder wenigstens die im Geheim befragten Angehörigen- es schon angehen, entweder von selbst und aus eignem Triebe oder auf eine behutsame Erkundigung 1).
1) Den etwanigen entehrenden Veranlassungen, welche der Kranke oder die Angehörigen nicht gern, wenigstens nicht von freien Stücken gestehen, muß der Arzt durch klügliche Wendungen der Fragen oder durch andere Privat-Erkundigungen auf die Spur zu kommen suchen. Dahin gehören: Vergiftung oder begonnener Selbstmord, Onanie, Ausschweifungen gewöhnlicher oder unnatürlicher Wohllust, Schwelgerei in Wein, Liqueuren, Punsch und andern hitzigen Getränken, Thee, oder Kaffee,- Schwelgen in Essen überhaupt oder in besonders schädlichen Speisen, - venerische oder Krätz-Ansteckung, unglückliche Liebe, Eifersucht, häußlicher Unfriede, Aergerniß, Gram über ein Familien-Unglück, erlittene Mißhandlungen, verbissene Rache, gekränkter Stolz, Zerrüttung der Vermögensumstände, - abergläubige Furcht, - Hunger- oder etwa ein Körpergebrechen an den Schamtheilen, ein Bruch, ein Vorfall u.s.w.
Hier fordert Hahnemann den homöopathischen Arzt sogar dazu auf (notfalls sogar durch geheime Befragung der Angehörigen) ob der Kranke der "entehrenden Veranlassung" unterlegen ist doch heimlich Kaffee zu trinken (oder natürlich auch eine der anderen aufgelisteten "Sünden").
Das Hahnemann mit gewohnheitsmässigem Kaffeetrinken während der Behandlung kein Problem haben soll kann man sich nach Lektüre von § 93 eigentlich nur schwer vorstellen. Er würde sich dann zumindest selbst widersprechen.
Ich wäre wirklich interessiert daran, wo Hahnemann derartiges behauptet hat
Beitragvon pierroth » 22. Feb 2011, 17:42
Naja, dass einige der in Hahnemanns §§ aufgeführten Dinge eine Behandlung antidotieren können, ok. Man muss allerdings eines sehen: nicht bei jedem Pat. antidotiert ein Unfall oder Bäder usw., da reagiert ja jeder Organismus, je nachdem wie gesund er ist, auf welcher Stufe er steht, anders empfindlich.
Und mal ehrlich....wenn ich mir diese Liste so anschaue, die ich kenne, dann dürfen wir froh sein, überhaupt noch atmen zu dürfen....aber das ja eigentlich auch nicht, denn die Luft is ja nu auch nich mehr so dolle... Dann dürften wir eine hom. Behandlung erst gar nicht beginnen, denn über kurz oder lang werden sich die einen oder anderen Dinge schlichtweg gar nicht mehr vermeiden lassen.
Im Rehmann (Arzneimittelbeziehung) stehen in einem gesonderten Kapitel der einzelnen Arzneimittel Dinge drin, die man bei diesem Mittel lassen sollte oder die man tun darf. Wenn dann da steht "warme Speisen" und bei dem einen oder anderen Mittel (müsste ich intensiver nachsehen) auch noch "kalte Speisen" sollen vermieden werden....ähm....ja....
Ich habe es bisher immer so gehandhabt und nie Probleme gehabt: Ausser campher-, menthol- oder atherische Öle-haltige Stoffe, dürfen meine Pat. ihren gewohnten Konsum beibehalten...zunächst und wenn er nicht exzessiv ist, also keine 1-2 Liter Kaffee am Tag usw. Wenn ich erkenne, dass ein gut gewähltes Mittel versagt und nur schwach wirkt, dann empfehle ich das komplette Weglassen, was bisher kaum notwendig war. Hat ein Pat. vorher nur eine Tasse Kaffee getrunken und steigert jetzt seinen Konsum (oder andere schädlich auswirkende Substanzen und Handlungen), das sollte dann natürlich nicht geschehen und unterbunden werden. Aber letztendlich könnte dieses Verhalten dann wieder der Hinweis auf ein Folgemittel sein....?
Beitragvon ElkeO » 22. Feb 2011, 19:06
Da fällt mir die Diskussion wieder ein die wir vor ziemlich genau einem Jahr führten
16. Feb 2010, 17:35
@Elke: Hahnemann hat in seinen Jahren sehr viel experimentiert, u.A. auch diese Doppelgaben, aber letztendlich nicht alles weitergeführt. Aber RR behauptet und schreibt andere Dinge, die mit Hahnemann so ganz gar nix zu tun haben. Es gibt viele Hom., die sich klassische Hom. nennen, sie aber nicht so ausüben, wie Hahnemann das vorschrieb. Von daher ist das immer recht dehnbar. RR ist unter den klassischen Hom. sehr umstritten, aber das würde hier jetzt zu weit führen und ist zu weit vom Thema weg.
Also für mich wird in den genannten Paragraphen schon sehr klar was uns Hahnemann seinerzeit vorgeschrieben hat. Das mag nun in unserer heutigen Zeit sicher nicht bequem oder einfach umsetzbar sein aber einer von Hahnemanns Leitspruch war ja bekanntlich
"Macht es nach, aber macht es genau nach".
Vielleicht bin ich da ein bisschen zu altmodisch aber für mich ist diese Forderung Hahnemanns mehr als deutlich

References: § 260
 § 260
 §260
 § 260
 § 93
 § 93