Source: http://m.hensche.de/AVR_Tarifvertrag_keine_Abloesung_von_AVR_durch_Tarifvertrag_AVR-Caritas_Haustarifvertrag_LAG_Duesseldorf_16Sa582-09_u.html
Timestamp: 2018-02-25 09:32:11+00:00

Document:
Schlag­worte: AVR, Arbeitsvertragsrichtlinien, Tarifvertrag, Günstigkeitsprinzip, Gleichstellungsabrede
Akten­zeichen: 16 Sa 582/09
Ent­scheid­ungs­datum: 09.11.2009
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Oberhausen, Urteil vom 03.04.2009, 3 Ca 2185/08
Ar­beits­ge­richt Ober­hau­sen
Verkündet am 09. No­vem­ber 2009
Pro­zess­be­vollmäch­tig­ter: Rechts­an­walt F.,
HELIOS St. Eli­sa­beth Kli­nik Ober­hau­sen GmbH, ver­tre­ten durch die Geschäftsführer Dr. O. D., V. L. und I. I., Jo­sef­s­traße 3,
46045 Ober­hau­sen,
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte Dr. I. G., Dr. S. G.
1. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ober­hau­sen vom 03.04.2009 – 3 Ca 2185/08 – wird kos­ten­pflich­tig zurück­ge­wie­sen.
Zur Klar­stel­lung wird der Te­nor wie folgt neu ge­fasst:
Für die Kläge­rin zu 1.:
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 1. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Vergütungs­grup­pe Kr. 2 zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 1. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 1. ei­nen Be­trag in Höhe von 155,38 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 1. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, dem Kläger zu 2. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4a Stu­fe 10 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, dem Kläger zu 2. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, dem Kläger zu 2. ei­nen Be­trag in Höhe von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis des Klägers zu 2. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Für die Kläge­rin zu 3.:
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 3. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4b Stu­fe 10 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 3. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 3. ei­nen Be­trag in Höhe von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 3. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Für die Kläge­rin zu 4.:
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 4. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge für 2 Kin­der und ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Vergütungs­grup­pe Kr 2 zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 4. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 4. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 4. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Für die Kläge­rin zu 5.:
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 5. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 5. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 5. ei­nen Be­trag in Höhe von 215,81 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 5. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Für die Kläge­rin zu 6.:
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 6. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 6. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 6. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 6. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Für die Kläge­rin zu 7.:
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 7. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 10 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Vergütungs­grup­pe 10 zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 7. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 7. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 7. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Für die Kläge­rin zu 8.:
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 8. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5a Stu­fe 5 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 8. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 8. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 8. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Für die Kläge­rin zu 9.:
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 9. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 6b Stu­fe 8 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 9. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 9. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 9. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Für die Kläge­rin zu 10.:
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 10. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 5c Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­gat­ten­be­zo­ge­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge für 2 Kin­der zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 10. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 10. ei­nen Be­trag in Höhe von 258,97 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 10. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Für die Kläge­rin zu 11.:
1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 11. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner hälf­ti­gen ehe­gat­ten­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 11. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 11. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 11. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Die Par­tei­en strei­ten über die Fra­ge, ob nach dem Ab­schluss ei­nes Fir­men­ta­rif­ver­tra­ges durch den Ar­beit­ge­ber die­ser, oder die bis­he­ri­gen Re­ge­lun­gen der Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in den Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (im Fol­gen­den: AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Die Kläger zu 1) bis 11) sind langjährig im Sankt Eli­sa­beth Kran­ken­haus in Ober­hau­sen im nichtärzt­li­chen Dienst beschäftigt und Mit­glie­der der Ge­werk­schaft ver.di. Ursprüng­li­cher Träger des Sankt Eli­sa­beth Kran­ken­hau­ses war die Kran­ken­pfle­ge­an­stalt der Barm­her­zi­gen Schwes­tern von der hl. Eli­sa­beth zu F.. Die zwi­schen den Klägern und dem ursprüng­li­chen Träger ab­ge­schlos­se­nen Ar­beits­verträge ent­hal­ten je­weils fol­gen­de Klau­sel:
„Für das Dienst­verhält­nis gel­ten die „Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in den Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des“ (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung.“
Die je­wei­li­gen Ar­beits­verträge sind im We­ge von Be­triebsübergängen zu­letzt auf die St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus – Ober­hau­sen gGmbH über­ge­gan­gen. Da­bei be­steht Ei­nig­keit, dass die AVR auch nach die­sen vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsübergängen von den je­wei­li­gen Ar­beit­ge­bern wei­ter­hin dy­na­misch an­ge­wen­det wor­den sind.
Die AVR ent­hal­ten in ih­ren An­la­gen 2 und 2 a Vergütungs­grup­pen für Mit­ar­bei­ter (all­ge­mein) und für Mit­ar­bei­ter im Pfle­ge­dienst in sta­ti­onären Ein­rich­tun­gen. Nach die­sen Re­ge­lun­gen wa­ren die je­wei­li­gen Kläge­rin­nen und der Kläger ein¬grup­piert. Die Kläge­rin zu 1), die mit ei­nem Ar­beits­zeit­an­teil von 46,75 % tätig ist, war in Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR ein­grup­piert mit ei­nem Orts­zu­schlag Stu­fe 1). Der Kläger zu 2) war in Vergütungs­grup­pe 4a Stu­fe 10 der AVR ein­grup­piert mit ei­nem Orts­zu­schlag Stu­fe 1). Die Kläge­rin zu 3) er­hielt ei­ne Vergütung nach Vergütungs­grup­pe 4b Stu­fe 10 nebst Orts­zu­schlag Stu­fe 2. Die Kläge­rin zu 4) war ein­grup­piert in Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 zuzüglich Orts­zu­schlag Stu­fe 4). Die Kläge­rin zu 5), die mit ei­nem Ar­beits­zeit­an­teil
von 64,94% tätig ist, er­hielt ei­ne Vergütung nach Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 nebst Orts­zu­schlag Stu­fe 2). Die Kläge­rin zu 6) war ein­grup­piert in Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 zuzüglich Orts­zu­schlag Stu­fe 2). Die Kläge­rin zu 7) war ein­grup­piert in Vergütungs­grup­pe 10 Stu­fe 9 nebst Orts­zu­schlag Stu­fe 2). Die Kläge­rin zu 8) hat­te An­spruch auf Zah­lung ei­ner Vergütung nach Vergütungs­grup­pe Kr 5a Stu­fe 5 und er­hielt ei­nen Orts­zu­schlag Stu­fe 2). Die Kläge­rin zu 9) war ein­grup­piert in Vergütungs­grup­pe 6b Stu­fe 8 und er­hielt ei­nen Orts­zu­schlag der Stu­fe 1). Die Kläge­rin zu 10), die mit ei­nem An­teil von 77,92% tätig ist, er­hielt ei­ne Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 5c Stu­fe 9 nebst Orts­zu­schlag Stu­fe 4). Die Kläge­rin zu 11) war in Vergütungs­grup­pe Kr 5 Stu­fe 9 ein­grup­piert nebst Orts­zu­schlag Stu­fe 1).
Zu­dem re­gel­ten die AVR u.a. Ar­beits­zeit­verkürzung durch freie Ta­ge gem. § 1 b An­la­ge 5 so­wie die Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des.
Mit Wir­kung zum 01.05.2007 hat die HELIOS Kli­ni­ken GmbH die Ge­sell­schafts­an­tei­le an der St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus – Ober­hau­sen gGmbH über­nom­men und die Ge­sell­schaft später in HELIOS St. Eli­sa­beth Kli­nik Ober­hau­sen GmbH um­be­nannt.
Die HELIOS Kli­ni­ken GmbH hat­te be­reits zu­vor, am 16.01.2007, mit der Ge­werk­schaft ver.di di­ver­se Ta­rif­verträge ab­ge­schlos­sen. Da­bei han­delt es sich um den Man­tel­ta­rif­ver­trag für Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns vom 16.01.2007 (im Fol­gen­den: TV HELIOS), den Ent­gelt- und Zu­wen­dungs­ta­rif­ver­trag für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns vom 16.01.2007 (im Fol­gen­den: TV Ent­gelt HELIOS) und den Ta­rif­ver­trag zur Um­set­zung von drei Ta­rif­verträgen für Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns vom 16.01.2007 (im Fol­gen­den: TV Um­set­zung HELIOS). Nach dem Er­werb der Geschäfts­an­tei­le an der Sankt Eli­sa­beth Kran­ken­haus Ober­hau­sen gGmbH hat die HELIOS Kli­ni­ken GmbH mit der Ge­werk­schaft ver.di am 01.11.2007 ei­nen Nach­trag 1 zum Ta­rif­ver­trag zur Um­set­zung der drei ge­nann­ten Ta­rif­verträge für die St Eli­sa­beth Kran­ken­haus Ober­hau­sen gGmbH ab­ge­schlos­sen (im Fol­gen­den: TV Um­set¬zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO), Bl. 18 – 26 GA.
Der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO enthält aus­zugs­wei­se fol­gen­de Re­ge­lun­gen:
An­wen­dung des TV Ent­gelt HELIOS
Der TV Ent­gelt HELIOS nebst An­la­gen tritt zum 01. Ja­nu­ar 2008 in Kraft. Zum Zwe­cke der Über­lei­tung in dem TV Ent­gelt HELIOS gel­ten für die Beschäftig­ten der HSE­KO die nach­ste­hen­den Re­ge­lun­gen.
Um­set­zung des TV Ent­gelt HELIOS
(1) Für Beschäftig­te im nichtärzt­li­chen Dienst kommt der TV Ent­gelt HELIOS gem. den Re­ge­lun­gen des § 11 Abs. 2 TV Um­set­zung HELIOS zur An­wen­dung mit der Maßga­be, dass ab­wei­chend von der hier zu § 9 TV Ent­gelt HELIOS ge­trof­fe­nen Re­ge­lung fol­gen­des ver­ein­bart wird:
a) § 9 TV Ent­gelt HELIOS kommt rück­wir­kend ab dem 01. Ja­nu­ar 2007 zur An­wen­dung. Zu die­sem Zweck wer­den die Beschäftig­ten des nichtärzt­li­chen Diens­tes der HSE­KO fik­tiv in die Ent­gelt­grup­pen des TVöD ein­grup­piert. Auf Ba­sis der so für je­den Beschäftig­ten er­mit­tel­ten Ent­gelt­grup­pe er­folgt so­dann die Zu­ord­nung des je­wei­li­gen Be­mes­sungs­sat­zes für die Son­der­zu­wen­dung gemäß § 9 Abs. 2 un­ter An­wen­dung der Be­mes­sungs­grund­la­ge gemäß § 9 Abs. 3 TV Ent­gelt HELIOS.
b) Im Hin­blick auf den Zeit­punkt des Ab­schlus­ses die­ses TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO, die für die Zah­lung der Son­der­zu­wen­dung ein­zu­hal­ten­den Fris­ten (Zah­lung mit der Ent­gelt­zah­lung im Mo­nat No­vem­ber) und den er­fah­rungs­gemäß mit ei­ner kor­rek­ten Über­lei­tung der Beschäftig­ten in die Ent­gelt­grup­pen des TVöD ver­bun­de­nen Zeit­auf­wand, ver­ein­ba­ren Ta­rif­part­ner ab­wei­chend von vor­ste­hen­der lit. a), dass für die Son­der­zu­wen­dung 2007 statt der bis­he­ri­gen Be­mes­sungs­grund­la­ge gemäß An­la­ge 1 Ab­schnitt XIV Abs. d) der Richt­li­ni­en der Ar­beits­verträge in den Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des in der Fas­sung vom 07.01.2007 (nach­fol­gend auch Zu­wen­dungs­ord­nung AVR ge­nannt) ein­heit­lich ein Be­mes­sungs­satz von 70 % zu­grun­de­ge­legt wird.
TV Ent­gelt HELIOS bei Ta­rif­kon­kur­renz
Der TV Ent­gelt HELIOS er­setzt in der SE­KO die für die HSE­KO bis­lang be­ste­hen­de Be­stim­mun­gen zu Ent­gel­ten, Zu­wen­dun­gen und sons­ti­gen geld­wer­ten Vor­tei­len (nach­fol­gend zu­sam­men Ta­ri­fent­gel­te ge­nannt). So­weit et­wai­ge in der SE­KO im Zu­ge des Träger­wech­sels ge­trof­fe­ne Re­ge­lun­gen zur Per­so­nalüber­lei­tung Be­zug neh­men auf die für den Ar­beit­ge­ber maßgeb­li­chen Ta­rif­be­stim­mun­gen und/oder Über­lei­tung in ei­nen Haus- oder Kon­zern­ta­rif vor­se­hen, gilt der TV Ent­gelt HELIOS als ent­spre­chend ablösen­der Ta­rif­ver­trag und er­setzt die bis­lang maßgeb­li­chen Be­stim­mun­gen für Ta­ri­fent­gel­te.
Re­ge­lun­gen zum Ur­laubs­geld 2007
Die Ta­rif­part­ner ver­ein­ba­ren, dass das für das Ka­len­der­jahr 2007 für Beschäftig­te mit un­be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag, auf die § 11 Wirk­sam­keit ent­fal­tet, noch aus­ste­hen­des Ur­laubs­geld entfällt.
Re­ge­lun­gen zu Weih­nachts­geld­zah­lun­gen (2004 – 2006) und Ur­laubs­geld­zah­lung (2006)
Ansprüche auf Weih­nachts­geld­zah­lun­gen und Ur­laubs­geld­zah­lun­gen für den Zeit­raum 2004 bis 2006 (nach­fol­gen­de auch WG/UG alt), die in der Ver­gan­gen­heit nicht in­ner­halb der Aus­schluss­fris­ten schrift­lich gel­tend ge­macht wur­den, blei­ben aus­ge­schlos­sen.
Son­der­re­ge­lun­gen im Rah­men der Über­lei­tung
(4) Die Beschäftig­ten er­hal­ten – nach nähe­rer Maßga­be der An­la­ge 1 Ab­schnitt 3 a lit. f) bis g) der AVR – ei­ne Ein­mal­zah­lung von 450,00 € für das Jahr 2007. Wei­te­re Ein­mal­zah­lun­gen er­fol­gen nicht.
Der TV Um­set­zung HELIOS vom 16.01.2007 re­gelt aus­zugs­wei­se Fol­gen­des:
Der TV Ent­gelt HELIOS nebst An­la­gen tritt zum 01. Ja­nu­ar 2007 in Kraft. Er fin­det An­wen­dung auf al­le in An­la­ge 1 und An­la­ge 2 be­nann­ten Un­ter­neh­men und de­ren Beschäftig­ten. Zum Zwe­cke der Über­lei­tung in den TV Ent­gelt HELIOS gel­ten die nach­ste­hen­den Re­ge­lun­gen.
(1) Für Beschäftig­te der Un­ter­neh­men nach An­la­ge 1 – Teil A – fin­den wei­ter­hin die bis­he­ri­gen Ent­gelt­re­ge­lun­gen in der am 31. De­zem­ber 2006 gülti­gen Fas­sung (al­so un­ter Be­ach­tung be­reits ver­ein­bar­ter Ta­rif­erhöhung) An­wen­dung ein­sch­ließlich der für die bis­he­ri­gen Ent­gelt­re­ge­lung ge­ge­be­nen­falls maßgeb­li­chen Über­lei­tungs- und Be­sitz­stands­re­ge­lun­gen. Die Ta­rif­part­ner sind sich ei­nig, dass bis En­de 2008 – un­ter Berück­sich­ti­gung et­wai­ger wei­te­rer Ta­rif­er­geb­nis­se im TVöD (VKA) – für die Beschäftig­ten die­ser Un­ter­neh­men ei­ne spe­zi­fi­sche Über­lei­tungs­re­ge­lung in den TV Ent­gelt HELIOS ver­ein­bart wer­den soll. Bis zum Ab­schluss ei­ner neu­en Re­ge­lung nach Abs. 2 gel­ten die Sätze 1 und 2 ent­spre­chend auch für neu ein­ge­stell­te Beschäftig­te.
(2) Für Beschäftig­te nach An­la­ge 1 Teil B gilt der TV Ent­gelt HELIOS mit Aus­nah­me des­sen § 1 – 3 und §§ 5 – 9. Die Ei­ni­gung über die Ein­grup­pie­rung und die Ent­gelt­ta­bel­le steht bei­der­seits un­ter dem Vor­be­halt, dass die Ein­grup­pie­rung für Zwe­cke der Über­lei­tung der Beschäftig­ten in die Ent­gelt­grup­pen des TV Ent­gelt HELIOS im Zu­ge der von den Ta­rif­part­nern bis En­de 2007 hier­zu fort­zu­set­zen­den Ver­hand­lun­gen im De­tail noch ver­han­delt wird. Für die Ta­bel­len-/Ent­gel­terhöhung gilt § 13.
Ein­grup­pie­rung, Ent­gel­t­ord­nung
(1) Für die Beschäftig­ten fin­den al­le zum Zeit­punkt der Über­lei­tung je­weils gel­ten­den Ein­grup­pie­rungs-/Ein­rei­hungs­be­stim­mun­gen, Ent­gelt­ta­bel­len so­wie bis­lang je­weils gel­ten­de Re­ge­lun­gen zu Zeit- oder Er­schwer­nis­zu­schlägen bis zur Ei­ni­gung der neu­en Ent­gel­t­ord­nung und der Über­lei­tung (§ 11) wei­ter An­wen­dung; dies gilt auch für Re­ge­lun­gen bei Über­tra­gung höher­wer­ti­ger Tätig­kei­ten.
Ta­bel­len-/ Ent­gel­terhöhung Ost-/West-An­pas­sung
(1) Beschäftig­te der Un­ter­neh­men nach An­la­ge 1 – Teil B
Un­abhängig von der noch gemäß § 11 Abs. 2 und 12 S. 1 kon­kre­ti­sie­ren­den Ent­gel­t­ord­nung wer­den mit Aus­nah­me der Ärz­te und Zahnärz­te die bis­lang für den Beschäfti­gen an­ge­wand­ten Ta­ri­fent­gel­te wie folgt an­ge­passt:
(c) Bei Beschäftig­ten aus dem Gel­tungs­be­reich von Haus­ta­rif­verträgen und Ar­beits- und So­zi­al­ord­nun­gen, die nicht be­reits durch Abs. 1 lit. a) Satz 5 bzw. Abs. 1 lit. b) Satz 4 er­fasst sind, wird das Ta­ri­fent­gelt aus dem je­wei­li­gen Ta­bel­len­grun­dent­gelt und ei­ner ge­ge­be­nen­falls ein­grup­pie­rungs­re­le­van­ten Zu­la­ge ge­bil­det.
Der TV Ent­gelt HELIOS vom 16.01.2007 re­gelt die Ent­gelt­struk­tur. So beschäftigt sich § 1 mit der Struk­tur der Vergütungs­grup­pen, § 2 enthält die Re­ge­lun­gen zur Ein­grup­pie­rung, § 3 re­gelt Zu­la­gen, § 4 das Aus­bil­dungs­ent­gelt, § 5 Mehr­ar­beits­zu­schläge, § 6 Zu­schläge für Nacht-, Sams­tag-, Sonn- und Fei­er­tags­ar­beit, § 7 Wech­sel­schicht und Schicht­zu­la­gen, § 8 Be­reit­schafts­diens­te und § 9 Son­der­zu­wen­dun­gen.
Nach dem Er­werb der Ge­sell­schafts­an­tei­le an der St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus Ober­hau­sen g-GmbH zahl­te die­se den Klägern ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge der AVR in der Fas­sung vom 01.05.2007.
Die Bun­des­kom­mis­si­on der Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­si­on der Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des hat am 19.06.2008 durch Be­schluss ei­ne Emp­feh­lung ge­genüber den Re­gio­nal­kom­mis­sio­nen der Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­si­on ab­ge­ge­ben, rück­wir­kend ab 01.01.2008 das Ta­bel­len­ent­gelt zu erhöhen. Die Re­gio­nal­kom­mis­si­on Nord­rhein-West­fa­len hat am 23.06.2008 be­schlos­sen, die Emp­feh­lung zu über­neh­men, so dass seit dem 01.01.2008 das auf Ba­sis der AVR zu zah­len­de Ent­gelt erhöht wor­den ist. Die Ein­zel­hei­ten der Erhöhung er­ge­ben sich aus Bl. 32 – 55 GA.
Die Be­klag­te gab die Erhöhung der Ar­beits­ent­gel­te der AVR we­der rück­wir­kend noch für die Zu­kunft an die Kläger zu 1) bis 11) wei­ter. Für das Jahr 2008 zahl­te sie auch kein Ur­laubs­geld und gewähr­te den Mit­ar­bei­tern kei­nen Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag. Die ent­spre­chen­den Re­ge­lun­gen der AVR lau­ten da­bei aus­zugs­wei­se wie folgt:
§ 1 b Ar­beits­zeit­verkürzung durch freie Ta­ge
(1) Der Mit­ar­bei­ter wird in je­dem Ka­len­der­jahr an ei­nem Ar­beits­tag (§ 3 Abs. 4 der An­la­ge 14 zu den AVR) von der Ar­beit frei­ge­stellt. Für die Zeit der Frei­stel­lung erhält der Mit­ar­bei­ter die Dienst­bezüge (Ab­schnitt 2 der An­la­ge 1 zu den AVR) und die in den Mo­nats­beträgen fest­ge­leg­ten Zu­la­gen fort­be­zahlt. Die Dau­er der Frei­stel­lung beträgt höchs­tens ein Fünf­tel der für den Mit­ar­bei­ter gel­ten­den durch­schnitt­li­chen wöchent­li­chen Ar­beits­zeit.
(2) Der neu ein­ge­stell­te Mit­ar­bei­ter er­wirbt den An­spruch auf die Frei­stel­lung erst­mals, wenn das Dienst­verhält­nis fünf Mo­na­te un­un­ter­bro­chen be­stan­den hat.
(3) Wird für den Mit­ar­bei­ter an dem für die Frei­stel­lung vor­ge­se­he­nen Tag aus dienst­li­chen bzw. be­trieb­li­chen Gründen zur Ar­beit her­an­ge­zo­gen, ist die Frei­stel­lung in­ner­halb des­sel­ben Ka­len­der­jah­res nach­zu­ho­len. Ist dies aus dienst­li­chen bzw. be­trieb­li­chen Gründen nicht möglich, ist die Frei­stel­lung in­ner­halb des fol­gen­den Ka­len­der­jah­res nach­zu­ho­len. Ei­ne Nach­ho­lung in an­de­ren Fällen ist nicht zulässig.
An­la­ge 14 der AVR re­gelt Er­ho­lungs­ur­laub, Ur­laubs­geld und Son­der­ur­laub. § 7 enthält in­so­weit fol­gen­de Re­ge­lung:
§ 7 Höhe des Ur­laubs­gel­des
(1) Das Ur­laubs­geld beträgt
(a) Für die am 1. Ju­li voll­beschäftig­ten Mit­ar­bei­ter der Vergütungs­grup­pen 1 – 5 b der An­la­gen 2 bzw. 2 b und 2 d zu den AVR und der Vergütungs­grup­pen Kr 14 bis Kr 7 der An­la­gen 2 a und 2 c zu den AVR 255,65 €.
(b) Für die am 1. Ju­li voll­beschäftig­ten Mit­ar­bei­ter der Vergütungs­grup­pen 5 c – 12 der An­la­gen 2 bzw. 2 b und 2 d zu den AVR und den Vergütungs­grup­pen Kr 6 – Kr 1 der An­la­gen 2 a und 2 c zu den AVR 332,34 €.
(c) Für den gemäß der An­la­ge 7 zu den AVR zu ei­ner in Aus­bil­dung Beschäftig­ten 255,65 €.
(2) Der am 01. Ju­li teil­zeit­beschäftig­te Mit­ar­bei­ter, der un­ter die An­la­gen 2, 2a, 2b, 2c oder 2d zu den AVR fällt, erhält vom Ur­laubs­geld für voll­beschäftig­te den An­teil, der dem Maß der mit ihm ver­ein­bar­ten durch­schnitt­li­chen Ar­beits­zeit ent­spricht.
§ 9 Aus­zah­lung des Ur­laubs­gel­des
(1) Das Ur­laubs­geld ist mit den Bezügen für den Mo­nat Ju­li aus­zu­zah­len. In den Fällen des § 6 Abs. 1 Nr. 3 S. 3 wird das Ur­laubs­geld mit den ers­ten Bezügen der Wie­der­auf­nah­me der Tätig­keit wie­der aus­ge­zahlt.
Auf Grund­la­ge der AVR in der Fas­sung ab 01.01.2008 hat die Kläge­rin zu 1) ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung nach der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie An­spruch auf ein Ur­laubs­geld in Höhe von 155,38 € brut­to. Der Kläger zu 2) hat ei­nen An­spruch auf ei­ne Vergütung nach der Vergütungs­grup­pe 4a Stu­fe 10 so­wie auf ein Ur­laubs­geld in Höhe von 255,65 € brut­to. Die Kläge­rin zu 3) hat ei­nen An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung nach Vergütungs­grup­pe 4b Stu­fe 10 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie auf ein Ur­laubs­geld in Höhe von 255,65 € brut­to. Die Kläge­rin zu 4) hat ei­nen An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie An­spruch auf ein Ur­laubs­geld in Höhe von 332,34 € brut­to. Die Kläge­rin zu 5) hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung nach Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie auf Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 215,81 € brut­to. Die Kläge­rin zu 6) hat ei­nen An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 332,34 € brut­to. Die Kläge­rin zu 7) hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 10 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie auf
Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 332,34 € brut­to. Die Kläge­rin zu 8) hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5a Stu­fe 5 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 332,34 € brut­to. Die Kläge­rin zu 9) hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 6b Stu­fe 8 so­wie ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 332,34 € brut­to. Die Kläge­rin zu 10) hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 5c Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 258,97 € brut­to. Die Kläge­rin zu 11) hat ei­nen An­spruch Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner hälf­ti­gen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld.
Mit ih­rer am 10.12.2008 er­ho­be­nen Kla­ge be­geh­ren die Kläger ei­ne Vergütung auf Grund­la­ge der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung, die Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des, die Gewährung ei­nes Ar­beits­zeit­verkürzungs­ta­ges so­wie die Fest­stel­lung, dass die AVR auf ihr Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung fin­den.
Die Kläger ha­ben in ers­ter In­stanz die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die AVR sei­en nicht durch die ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen für Un­ter­neh­men des HELIOS-Kon­zerns ab­gelöst wor­den. Der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ha­be kei­ne Ablösung be­wir­ken können, weil er un­wirk­sam sei. Denn er grei­fe rück­wir­kend in be­reits ent­stan­de­ne Ansprüche ein. Darüber hin­aus gel­te zwi­schen AVR und den Haus­ta­rif­verträgen das Ablösungs­prin­zip auch gar nicht. Da die AVR kein Ta­rif­recht sei­en, gel­te das Güns­tig­keits­prin­zip. Dies könne aber letzt­lich da­hin­ste­hen, da auch auf Grund­la­ge der Ta­rif­verträge des HELIOS Kon­zerns die AVR dy­na­misch an­zu­wen­den sei­en. § 6 Abs. 1 des TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ver­wei­se auf § 11 Abs. 2 TV Um­set­zung HELIOS. Da­nach gel­te der TV Ent­gelt HELIOS mit Aus­nah­me 1 – 3 und 5 – 9. Da­mit sei­en sämt­li­che ent­gelt­re­le­van­ten Be­stand­tei­le des TV Ent­gelt HELIOS nicht an­wend­bar.
Folg­lich grei­fe § 12 Abs. 1 TV Um­set­zung HELIOS, wo­nach al­le zum Zeit­punkt der Über­lei­tung be­ste­hen­den Ent­gelt­be­stim­mun­gen wei­ter­hin an­wend­bar sei­en. Dies gel­te auch für die AVR. Auch der Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag stünde ih­nen wei­ter­hin zu. Der in den Ta­rif­verträgen für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns ge­re­gel­te Nicht­rau­cher­tag sei kei­ne Kom­pen­sa­ti­on, weil die­ser nur Nicht­rau­chern zur Verfügung ste­he. Eben­falls hätten sie wei­ter­hin ei­nen An­spruch auch Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des gem. Ab­schnitt II § 6 der An­la­ge 14 zu den AVR zu.
Die je­wei­li­gen Kläger ha­ben erst­in­stanz­lich be­an­tragt:
Für die Kläge­rin zu 1):
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 1 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 954,16 € brut­to zuzüglich ei­ner Zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 23,38 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 155,38 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger zu 2 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4a Stu­fe 10 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 3.519,93 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, dem Kläger in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, dem Kläger ei­nen Be­trag in Höhe von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
Für die Kläge­rin zu 3):
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 3 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4b Stu­fe 10 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 3.203,76 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 108,61 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
Für die Kläge­rin zu 4):
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 4 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.040,98 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 103,45 € brut­to so­wie zuzüglich ei­ner Kin­der­zu­la­ge für 2 Kin­der in Höhe von mo­nat­lich 184,04 € brut­to und ei­ner Zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 50,00 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %¬Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
Für die Kläge­rin zu 5):
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 5 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 1.742,80 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 67,18 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 215,81 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08-2008.
4. Wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Für die Kläge­rin zu 6):
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 6 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.683,71 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 103,45 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.
Für die Kläge­rin zu 7):
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 7 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 10 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich
1.742,84 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 103,45 € brut­to so­wie ei­ner Zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 50,00 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.
Für die Kläge­rin zu 8):
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 8 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5a Stu­fe 5 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.379,05 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 103,45 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.
Für die Kläge­rin zu 9):
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 9 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 6b Stu­fe 8 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.321,68 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.
Für die Kläge­rin zu 10):
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 10 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 5c Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.052,97 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 80,61 € brut­to so­wie zuzüglich ei­ner Kin­der­zu­la­ge für 2 Kin­der in Höhe von mo­nat­lich 143,40 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 258,97 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf
Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
Für die Kläge­rin zu 11):
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 11 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.504,84 € brut­to zuzüglich ei­ner hälf­ti­gen Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 51,73 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 11 in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.
3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 11 ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
die Kla­gen ab­zu­wei­sen
Die Be­klag­te hat erst­in­stanz­lich die Auf­fas­sung ver­tre­ten, auf die Ar­beits­verhält­nis­se der Par­tei­en fände we­gen der bei­der­sei­ti­gen Ta­rif­bin­dung der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO An­wen­dung. Die­ser Ta­rif­ver­trag sei wirk­sam. Er ent­hal­te kei­ne un­zulässi­gen Rück­wir­kungs­tat­bestände. Die Re­ge­lun­gen zum Ur­laubs- und Weih­nachts­geld ent­hiel­ten kei­ne Rück­wir­kung, weil le­dig­lich ei­ne ab­sch­ließen­de Klärung her­bei­geführt wor­den sei. Al­len Beschäftig­ten sei be­kannt ge­we­sen, dass das Ur­laubs­geld 2006 und 2007 nicht ge­zahlt wor­den sei, eben­so das Weih­nachts­geld 2004 bis 2006. Für die Vergütung er-
ge­be sich fol­gen­des: § 7 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO er­set­ze in Ver­bin­dung mit § 11 Abs. 1 TV Um­set­zung HELIOS die bis­he­ri­ge Vergütung durch ei­ne sta­ti­sche Fort­gel­tung der AVR. Dies be­ru­he auf dem zwi­schen Ta­rif­verträgen an­wend­ba­ren Ablösungs­prin­zip, das auch für AVR gel­te. Ei­ne Dy­na­mik sei durch § 7 Satz 1 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO aus­drück­lich aus­ge­schlos­sen wor­den. Hin­zu kom­me fol­gen­des: Für Ent­gel­terhöhun­gen ver­wei­se § 11 Abs. 2 Satz 3 TV Um­set­zung HELIOS auf § 13 TV Um­set­zung HELIOS. Auch die­se Be­stim­mung reg­le kei­ne dy­na­mi­sche Fort­gel­tung. Aus § 12 Abs. 1 TV Um­set­zung HELIOS er­ge­be nichts an­de­res. Dort sei le­dig­lich die Fort­gel­tung der zum Zeit­punkt der Über­lei­tung be­ste­hen­den Ein­grup­pie­rungs­be­stim­mun­gen an­ge­ord­net wor­den. Auch § 8 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ent­hal­te kei­ne Dy­na­mik. Die Kläger hätten auch kei­nen An­spruch auf Gewährung ei­nes Ar­beits­zeit­verkürzungs­ta­ges. Denn die Ta­rif­verträge für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns sähen die Gewährung ei­nes ent­spre­chen­den Ta­ges nicht vor. Auch wenn nicht das Ablösungs­prin­zip, son­dern das Güns­tig­keits­prin­zip An­wen­dung fin­den soll­te, bestünde kein An­spruch. Denn im Rah­men des er­for­der­li­chen Güns­tig­keits­ver­glei­ches sei hin­sicht­lich des Ar­beits­zeit­verkürzungs­ta­ges zu berück­sich­ti­gen, dass § 27 Abs. 2 TV HELIOS ei­nen Nicht­rau­cher­tag gewähre. Glei­ches gel­te für das Ur­laubs­geld 2008. §§ 9, 10 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO schlössen Ansprüche auf Ur­laubs­geld für 2007 aus­drück­lich aus und ent­hiel­ten kei­ne Re­ge­lung zum Ur­laubs­geld 2008. Zu­dem sei in § 12 Abs. 4 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ge­re­gelt, dass außer für das Jahr 2007 kei­ne wei­te­ren Ein­mal­zah­lun­gen er­fol­gen. Da­mit sei ein An­spruch auf Ur­laubs­geld aus­ge­schlos­sen wor­den.
Das Ar­beits­ge­richt Ober­hau­sen hat den Kla­gen in vol­lem Um­fang ent­spro­chen. Die AVR sei­en in ih­rer je­weils gülti­gen Fas­sung auf das Ar­beits­verhält­nis an­zu­wen­den. Dies er­ge­be sich aus den Ar­beits­verträgen der Kläger. Die AVR sei­en nicht durch die Ta­rif­verträge des HELIOS-Kon­zerns ab­gelöst wor­den. Dies fol­ge aus dem Güns­tig­keits­prin­zip. Denn zwi­schen den AVR und den Ta­rif­verträgen für die Un­ter­neh­men des HELIOS-Kon­zerns gel­te nicht das Ablösungs­prin­zip, weil sich die Re­ge­lun­gen nicht auf ei­ner Ebe­ne der Nor­men­hier­ar­chie
befänden. Des­halb gin­gen in­di­vi­du­el­le ar­beits­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen ei­nem Ta­rif­ver­trag vor, wenn die­se ins­ge­samt güns­ti­ger sei­en. In­so­weit ent­hiel­ten die AVR hin­sicht­lich der Vergütung, dem Ur­laubs­geld so­wie dem Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag güns­ti­ge­re Ar­beits­be­din­gun­gen. Die Recht­spre­chung des BAG zu Gleich­stel­lungs­ab­re­den sei nicht an­zu­wen­den, weil sie nur für Be­trie­be gel­te, in de­nen zu­vor ei­ne Ta­rif­bin­dung be­stan­den ha­be. Die AVR aber stell­ten kei­ne ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen dar.
Ge­gen das ihr am 22.05.2009 zu­ge­stell­te Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Ober­hau­sen vom 03.04.2009 hat die Be­klag­te mit ei­nem am 05.06.2009 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se – nach Verlänge­rung der Frist zur Be­gründung der Be­ru­fung bis zum 24.08.2009 – mit ei­nem am 21.08.2008 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz be­gründet. Nach ei­nem Hin­weis der Kam­mer vom 02.11.2009 ha­ben die Kläger ih­re Anträge in ers­ter In­stanz zu Zif­fern 1) und 2) klar­ge­stellt. Sie ha­ben dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es sich bei den Anträgen zu Zif­fer 1) je­weils um Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­gen han­de­le. Hin­sicht­lich des An­trags zu Zif­fer 2) ha­ben sie klar­ge­stellt, dass es nicht dar­um ge­he, ih­nen in 2008 nachträglich ei­nen frei­en Tag zu gewähren, son­dern um Fest­stel­lung, dass ih­nen noch ein frei­er Tag aus 2008 zu gewähren sei.
Die Be­klag­te macht un­ter Wie­der­ho­lung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens im We­sent­li­chen gel­tend: Der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO sei wirk­sam und da­mit an­wend­bar. Oh­ne Be­deu­tung für die Wirk­sam­keit der ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen sei, dass die­ser Ta­rif­ver­trag rück­wir­kend in Kraft ge­tre­ten sei. Er ent­hal­te auch kei­ne un­zulässi­gen Rück­wir­kungs­tat­bestände. Bestünden aber ge­gen des­sen Wirk­sam­keit kei­ne Be­den­ken, er­fas­se er die mit den Klägern be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­se auf­grund der bei­der­sei­ti­gen Ta­rif­bin­dung und schließe da­mit die dy­na­mi­sche Wei­ter­ent­wick­lung der Vergütung nach den AVR aus. Denn der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO re­ge­le ge­ra­de die sta­ti­sche Fort­gel­tung der bis­he­ri­gen AVR. Gem. § 6 Abs. 1 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO kämen die Re­ge­lun­gen des § 11 Abs. 2 TV Um­set­zung HELIOS zur An­wen­dung. Die­se Re­ge­lung schließe die An­wend­bar­keit
der §§ 1 – 3 und 5 – 9 des TV Ent­gelt HELIOS aus. Man­gels Ablösung des bis­he­ri­gen Vergütungs­sys­tems durch den TV Ent­gelt HELIOS gel­te die bis­he­ri­ge Vergütung auf Grund­la­ge der AVR fort. Al­ler­dings ent­wi­ckel­ten die AVR kei­ne Dy­na­mik. Denn Ent­gel­terhöhun­gen rich­te­ten sich aus­sch­ließlich nach § 13 TV Um­set­zung HELIOS. Dem ste­he das Güns­tig­keits­prin­zip nicht ent­ge­gen. Denn zwi­schen den AVR und den Ta­rif­verträgen für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns gel­te we­gen der bei­der­sei­ti­gen Ta­rif­ge­bun­den­heit das Ord­nungs­prin­zip. Zwar han­de­le es sich bei den AVR nicht um Ta­rif­verträge, die AVR sei­en je­doch mit Ta­rif­verträgen ver­gleich­bar und für die Fra­ge der Ablösung als rang­glei­che Nor­men zu be­wer­ten. Darüber hin­aus ha­be das Ar­beits­ge­richt über­se­hen, dass die er­ho­be­nen Fest­stel­lungs­kla­gen be­reits un­zulässig sei­en. Es feh­le an ei­nem fest­stel­lungsfähi­gen Rechts­verhält­nis.
Das Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Ober­hau­sen vom 03.04.2009 – 3 Ca 2185/08 – wird ab­geändert.
Die Kla­gen wer­den ab­ge­wie­sen.
die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen:
Die Kläger sind der Auf­fas­sung, die Be­ru­fung sei be­reits un­zulässig. Denn sie set­ze sich nicht mit den tra­gen­den Erwägun­gen des ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils aus­ein­an­der. Die Be­ru­fungs­be­gründung wie­der­ho­le le­dig­lich erst­in­stanz­li­chen Sach­vor­trag. Ma­te­ri­ell sei das Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Ober­hau­sen nicht zu be­an­stan­den. Der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO sei be­reits un­wirk­sam. Denn die­ser Ta­rif­ver­trag reg­le ei­nen Fall ech­ter un­zulässi­ger Rück­wir­kung. Er grei­fe hin­sicht­lich der An­spruchs­aus­schlüsse für Weih­nachts- und Ur­laubs­geld nachträglich in be­reits ab­ge­schlos­se­ne Tat­bestände ein. Je­den­falls ergäbe sich aus dem TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO auch kei­ne sta­ti­sche Fort­gel­tung der AVR. § 12 Abs. 1 TV Um­set­zung HELIOS re­ge­le die
Wei­ter­gel­tung der bis­he­ri­gen Vergütungs­re­ge­lun­gen, al­so der AVR. Dass die­se Wei­ter­gel­tung dy­na­misch zu ver­ste­hen sei, er­ge­be sich be­reits aus § 12 Abs. 2.
d) TV Um­set­zung HELIOS, weil dort nur für die Kin­der­zu­la­ge die Dy­na­mik aus­ge­schlos­sen wor­den sei. Darüber hin­aus er­ge­be sich die Dy­na­mik aus den Ar­beits­verträgen, die nach dem Güns­tig­keits­prin­zip wei­ter fort­gel­ten. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten gel­te zwi­schen den AVR und den Ta­rif­verträgen des HELIOS Kon­zerns nicht Ablösungs-, son­dern das Güns­tig­keits­prin­zip.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird ergänzend Be­zug ge­nom­men auf die in bei­den In­stan­zen zu den Ak­ten ge­reich­ten Schriftsätze der Par­tei­en nebst An­la­gen so­wie die Pro­to­kol­le der münd­li­chen Ver­hand­lun­gen.
Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ist zulässig, aber un­be­gründet. Im Er­geb­nis zu Recht hat das Ar­beits­ge­richt ent­schie­den, dass die AVR nicht durch die für die Be­klag­te gel­ten­den Haus­ta­rif­verträge ab­geändert wor­den sind und dem­ent­spre­chend die von den Klägern gel­tend ge­mach­ten Ansprüche be­jaht. Al­ler­dings war der Te­nor des ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils im Hin­blick auf die von den Klägern tatsächlich ge­woll­ten Anträge klar­zu­stel­len. Dem ent­spre­chend ha­ben die Kläger ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass ih­nen ei­ne Vergütung ent­spre­chend ih­rer Ein­grup­pie­rung nach den AVR in der je­weils gel­ten­den Fas­sung zu­steht. Zu­dem ist die Be­klag­te ver­pflich­tet, den Klägern den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag nachträglich zu gewähren. Auch ha­ben die Kläger für das Jahr 2008 ei­nen An­spruch auf Zah­lung des Ur­laubs­gel­des. Sch­ließlich be­steht auch ein An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die AVR wei­ter­hin An­wen­dung fin­den.
A. Die Be­ru­fung ist zulässig. Zu Un­recht mei­nen die Kläger, die Be­klag­te ha­be sich mit dem erst­in­stanz­li­chen Ur­teil nicht hin­rei­chend aus­ein­an­der ge­setzt.
1. Die Be­ru­fung ist an sich statt­haft (§ 64 Abs. 1 ArbGG), nach dem Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des zulässig (§ 64 Abs. 2 Buchst. b ArbGG) so­wie in ge­setz­li­cher Form und Frist ein­ge­legt (§ 518 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO i.V.m. § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG, § 66 Abs. 1 S. 1 ArbGG). Sie ist auch in­ner­halb der Frist (§ 519 Abs. 2 S. 2 ZPO i.V.m. § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG, § 66 Abs. 1 S. 1 ArbGG) aus­rei­chend be­gründet wor­den.
2. Wird ein Ur­teil mit der Be­ru­fung an­ge­foch­ten, muss die Be­ru­fungs­be­gründung nach § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG i.V.m. § 520 Abs. 3 ZPO auf die Be­ru­fungs­gründe des § 513 Abs. 1 ZPO gestützt wer­den. Ent­spre­chend ih­rer Be­schränkung auf ei­ne Feh­ler­kor­rek­tur des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils kom­men als Be­ru­fungs­gründe nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 bis Nr. 4 ZPO in Be­tracht, ei­ne Rechts­ver­let­zung (Nr. 2); un­rich­ti­ge oder un­vollständi­ge Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen des Ar­beits­ge­richts (Nr. 3), so­wie neue Tat­sa­chen, An­griffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel (Nr. 4). Die Be­ru­fungs­be­gründung muss im Ein­zel­nen er­ken­nen las­sen, in wel­chen Punk­ten tatsäch­li­cher oder recht­li­cher Art so­wie aus wel­chen Gründen der Be­ru­fungskläger das an­ge­foch­te­ne Ur­teil für un­rich­tig hält. Ei­ne schlüssi­ge, recht­lich halt­ba­re Be­gründung kann zwar nicht ver­langt wer­den, doch muss die Be­ru­fungs­schrift sich mit den recht­li­chen oder tatsächli­chen Ar­gu­men­ten des an­ge­foch­te­nen Ur­teils ar­gu­men­ta­tiv be­fas­sen, wenn es die­se bekämp­fen will. Des­halb hat der Be­ru­fungsführer die Be­ur­tei­lung des Streit­fal­les durch den Er­strich­ter zu über­prüfen und dar­auf hin­zu­wei­sen, in wel­chen Punk­ten und mit wel­chem Grund er das an­ge­foch­te­ne Ur­teil für un­rich­tig hält. We­sent­lich ist, dass sich schon aus der Be­ru­fungs­be­gründung er­gibt, wel­che Ge­sichts­punk­te der Be­ru­fungskläger sei­ner Rechts­ver­fol­gung oder -ver­tei­di­gung zu­grun­de le­gen, ins­be­son­de­re wel­che tatsächli­chen und recht­li­chen Erwägun­gen des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils er bekämp­fen und auf wel­che Gründe er sich hierfür stützen will. Es ist die auf den Streit­fall zu­ge­schnit­te­ne Dar­le­gung not­wen­dig, in wel­chen Punk­ten und aus wel­chen ma­te­ri­ell recht­li­chen oder ver­fah­rens­recht­li­chen Gründen der Be­ru­fungskläger das an­ge­foch­te­ne Ur­teil für un­rich­tig hält (vgl. BAG v. 28.05.2009 – 2 AZR 223/08 – ju­ris; BAG v. 08.10.2008 – 5 AZR 526//07 – NZA 2008, 1429; BAG v. 10.02.2005 – 6 AZR 183/04 – NZA 2005, 597; BAG v. 15.08.2002 – 2 AZR 473/01 – AP Nr. 55 zu § 519 Nr. 55, je­weils m. w. N.; LAG Rhein­land-Pfalz v. 12.03.2009 – 10 Sa 568/08 – ju­ris; LAG Rhein­land-Pfalz 5.6.2008 – 10 Sa 128/08 – ju­ris).
3. Die­se An­for­de­run­gen erfüllt die Be­ru­fungs­be­gründung der Be­klag­ten. Die Be­klag­te wen­det sich ge­gen die vom Ar­beits­ge­richt Ober­hau­sen ver­tre­te­ne Rechts­auf­fas­sung, die AVR sei­en nicht durch die kraft bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­bin­dung an­wend­ba­ren Haus­ta­rif­verträge ab­gelöst wor­den. Sie be­gründet ein­ge-
hend, wes­halb aus ih­rer Sicht ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­rich­tes Ober­hau­sen die ab­ge­schlos­se­nen Haus­ta­rif­verträge wirk­sam sind und wes­halb sie zur Ablösung der AVR geführt ha­ben sol­len. Dass sie da­bei auch erst­in­stanz­li­chen Sach­vor­trag wie­der­holt, ist nicht zu be­an­stan­den, da es aus­sch­ließlich um die Dar­le­gung ei­ner ab­wei­chen­den Rechts­auf­fas­sung geht.
B. Die Kla­gen der Ar­beit­neh­mer zu 1) – 11) sind mit den sich aus dem Te­nor er­ge­ben­den Klar­stel­lun­gen be­gründet.
1. Die Kläge­rin zu 1) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Vergütungs­grup­pe Kr 2 zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
a) Die Kla­ge ist mit dem in zwei­ter In­stanz klar­ge­stell­ten An­trag zulässig.
aa) Ursprüng­lich hat­te die Kläge­rin zu 1) be­an­tragt, die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihr auf der Grund­la­ge der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 ein Ge­halt in Höhe von mo­nat­lich 954,16 € zuzüglich ei­ner Zu­la­ge in Höhe von 23,38 € zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge zu ver­zin­sen. Bei die­sem An­trag blieb al­ler­dings ihr kon­kre­tes Be­geh­ren of­fen. Ei­ner­seits konn­te der An­trag da­hin­ge­hend aus­ge­legt wer­den, dass sie ge­gen die Be­klag­te ei­ne un­mit­tel­ba­re Kla­ge auf zukünf­ti­ge Leis­tung gem. § 259 ZPO in Höhe des Brut­to­mo­nats­ge­hal­tes er­he­ben woll­te. Da­ge­gen sprach aber, dass die Be­klag­te der Kläge­rin das Brut­to­mo­nats­ge­halt nicht ins­ge­samt ver­wei­gert, son­dern le­dig­lich die Erhöhung der AVR zum 01.01.2008 nicht um­ge­setzt hat und die Vergütung auf der bis­he­ri­gen Grund­la­ge zahl­te. In­so­weit wäre ein un­mit­tel­ba­rer Zah­lungs­an­trag oh­ne­hin nur auf die Ent­gelt­dif­fe­renz zu rich­ten ge­we­sen. Denn in vol­ler Höhe hätte kei­ne Be­sorg­nis der nicht recht­zei­ti­gen Erfüllung be­stan­den. Vor die­sem Hin-
ter­grund war auch die Aus­le­gung möglich, dass die Kläge­rin zu 1) mit ih­rem Kla­ge­an­trag ei­gent­lich ei­ne Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­ge er­he­ben woll­te, um zu klären, nach wel­cher Be­stim­mung sich ih­re Vergütung rich­tet. Denn der ei­gent­li­che Streit der Par­tei­en geht hin­sicht­lich der Vergütung da­hin, ob die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, die AVR sta­tisch oder dy­na­misch an­zu­wen­den. Die Kläge­rin zu 1) hat nach Hin­weis durch die Kam­mer im Schrift­satz vom 05.11.2009 so­wie in der münd­li­chen Ver­hand­lung klar­ge­stellt, dass sie ih­re Kla­ge­anträge von vorn­her­ein als Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­ge ver­stan­den wis­sen woll­te.
bb) Mit die­sem An­trag ist die Kla­ge auch zulässig. Es han­delt sich um ei­ne all­ge­mein an­er­kann­te Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­ge.
Nach § 256 Abs. 1 ZPO kann auf Fest­stel­lung des Be­ste­hens oder Nicht­be­ste­hens ei­nes Rechts­verhält­nis­ses Kla­ge er­ho­ben wer­den, wenn der Kläger ein recht­li­ches In­ter­es­se dar­an hat, dass das Rechts­verhält­nis durch rich­ter­li­che Ent­schei­dung als­bald fest­ge­stellt wird. Der Vor­rang der Leis­tungs­kla­ge steht dem nicht ent­ge­gen, wenn durch die Fest­stel­lungs­kla­ge der Streit der Par­tei­en ins­ge­samt be­sei­tigt und das Rechts­verhält­nis ab­sch­ließend geklärt wer­den kann (BAG v. 31.01.2008 – 8 AZR 27/07 – AP Nr. 340 zu § 613a BGB; BAG v. 05.06.2003 – 6 AZR 277/02 – AP Nr. 81 zu § 265 ZPO Nr. 81). Hier ist die be­gehr­te Fest­stel­lung ge­eig­net, die zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Streit­fra­ge, wel­che kon­kre­te Vergütung zu zah­len ist, ab­sch­ließend zu klären. Mit die­sem Ziel ist die Er­he­bung ei­ner Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­ge auch all­ge­mein an­er­kannt (BAG v. 20.05.2009 – 4 AZR 315/08 – Ju­ris; BAG v. 31.01.2008 – 8 AZR 27/07 - AP Nr. 340 zu § 613a BGB; BAG v. 16.10.2002 – 4 AZR 447/01 – NZA 2003, 688; BAG v. 26.04.2001 – 8 AZR 472/00 n.v.; BAG v. 20.10.1993 – 4 AZR 47/93 – NZA 1994, 203).
b) Der An­trag ist auch be­gründet. Die Kläge­rin hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Ver-
gütungs­grup­pe Kr. 2, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.
aa) Ursprüng­lich fan­den auf das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen der Kläge­rin zu 1) und der Kran­ken­pfle­ge­an­stalt der Barm­her­zi­gen Schwes­tern von der hl. Eli­sa­beth zu F. die AVR dy­na­misch An­wen­dung. Dies er­gibt die Aus­le­gung der Re­ge­lung in § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges.
(1) Nach § 133, 157 BGB sind Verträge so aus­zu­le­gen, wie die Par­tei­en sie nach Treu und Glau­ben un­ter Berück­sich­ti­gung der Ver­kehrs­sit­te ver­ste­hen muss­ten. Da­bei ist vom Wort­laut aus­zu­ge­hen, aber zur Er­mitt­lung des wirk­li­chen Wil­lens der Par­tei­en sind auch die außer­halb der Ver­ein­ba­rung lie­gen­den Umstände ein­zu­be­zie­hen, so­weit sie ei­nen Schluss auf den Sinn­ge­halt der Erklärung zu­las­sen. Dies gilt auch für Ver­trags­klau­seln, die dy­na­misch auf Ta­rif­verträge ver­wei­sen. Hier­von für die Aus­le­gung ei­ner Ver­wei­sung auf kirch­lich-dia­ko­ni­sche Ar­beits­be­din­gun­gen ab­zu­ge­hen, bei de­nen es sich eben­falls um ein nicht zwi­schen den Par­tei­en ver­ein­bar­tes und als sol­ches von ih­nen auch nicht ab­zuändern­des ex­ter­nes Re­gel­werk han­delt, be­steht kein An­lass (BAG v. 10.12.2008 – 4 AZR 845/07 – Ju­ris).
(2) Die­se Aus­le­gung er­gibt hier, dass die Be­zug­nah­me in § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges ei­ne kon­sti­tu­ti­ve ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung zur Ein­be­zie­hung der AVR be­gründe­te.
Da­bei er­gibt sich aus dem Wort­laut auch ein­deu­tig ei­ne zeit­li­che Dy­na­mik. Der Ar­beit­neh­mer nimmt auf Grund die­ser Ab­re­de grundsätz­lich an der Ent­wick­lung der in Be­zug ge­nom­me­nen Re­gel­wer­ke teil. Dies er­gibt die Aus­le­gung der For­mu­lie­rung der An­wen­dung der AVR „in der je­weils gülti­gen Fas­sung“.
Dem ent­spre­chend nahm die Kläge­rin während des Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Kran­ken­pfle­ge­an­stalt der Barm­her­zi­gen Schwes­tern von der hl. Eli­sa­beth zu F. auch an der wei­te­ren Ent­wick­lung der AVR teil.
bb) Durch den Be­triebsüber­gang von der Kran­ken­pfle­ge­an­stalt der Barm­her­zi­gen Schwes­tern von der hl. Eli­sa­beth zu F. auf die St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus – Ober­hau­sen g-GmbH änder­te sich an die­ser kon­sti­tu­ti­ven ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung nichts. Die St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus –Ober­hau­sen – G GmbH trat gem. § 613 a Abs. 1 Satz 1 BGB in die ar­beits­ver­trag­lich be­gründe­ten Rech­te und Pflich­ten ein. Denn nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB tritt der Er­wer­ber in die Rech­te und Pflich­ten aus den im Zeit­punkt des Über­gangs be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­se ein. Ver­trags­recht des über­nom­me­nen Ar­beits­verhält­nis­ses aber ist die Gel­tung der AVR. Da­bei ent­wi­ckel­ten die AVR auch wei­ter­hin ei­ne Dy­na­mik. Denn die St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus - Ober­hau­sen g GmbH wen­de­te die AVR dy­na­misch an, so dass die Kläge­rin zu 1) auch bei die­sem Ar­beit­ge­ber an der wei­te­ren Ta­ri­fent­wick­lung par­ti­zi­pier­te.
cc) Durch den Er­werb der Geschäfts­an­tei­le an der St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus – Ober­hau­sen g-GmbH durch die HELIOS Kli­ni­ken GmbH und die an­sch­ließen­de Um­be­nen­nung der Be­klag­ten hat sich an der dy­na­mi­schen Fort­gel­tung der AVR gleich­falls nichts geändert. Ins­be­son­de­re sind die AVR nicht durch den TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ab­gelöst wor­den.
(1) Zu­zu­ge­ben ist der Be­klag­ten, dass die Ta­rif­verträge für die Un­ter­neh­men des HELIOS-Kon­zerns auf­grund der bei­der­sei­ti­gen Ta­rif­bin­dung grundsätz­lich an­wend­bar sind. Der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO er­lang­te auf­grund der bei­der­sei­ti­gen Ta­rif­bin­dung nor­ma­ti­ve Gel­tung i.S.v. § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 TVG für das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 1).
Zu­zu­ge­ben ist der Be­klag­ten auch, dass zwi­schen zwei Ta­rif­wer­ken das Ablösungs­prin­zip greift. Dies ist hier je­doch nicht der Fall, weil nicht zwei Ta­rif­verträge mit­ein­an­der kon­kur­rie­ren. Die in­di­vi­du­al­recht­lich im Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en gel­ten­den Re­ge­lun­gen der AVR set­zen sich nach dem ta­rif­recht­li­chen Güns­tig­keits­prin­zip des § 4 Abs. 3 TVG ge­genüber den auf­grund bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­bin­dung nor­ma­tiv auf das Ar­beits­verhält­nis ein­wir­ken­den Ta­rif­verträgen für die Un­ter­neh­men des HELIOS-Kon­zerns durch. Es geht hier­bei nicht um die Kon­kur­renz zwei­er Ta­rif­verträge, son­dern um die Kon­kur­renz ei­ner ar­beits­ver-
trag­li­chen Re­ge­lung mit ei­nem kraft bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­bin­dung nor­ma­tiv wir­ken­den Ta­rif­ver­trag. Dies ist kein Fall der Ta­rif­kon­kur­renz zwei­er Nor­men­verträge. Viel­mehr wird das Verhält­nis der ar­beits­ver­trag­li­chen Re­ge­lung zur nor­ma­tiv wir­ken­den ta­rif­li­chen Re­ge­lung durch das Güns­tig­keits­prin­zip des § 4 Abs. 3 TVG be­stimmt (BAG v. 22.10.2008 – 4 AZR 784/07 – NZA 2009; BAG v. 29.08.2007 – 4 AZR 767/06 – NZA 2008, 364; BAG v. 25.09.2002 – 4 AZR 294/01 – BA­GE 103, 9; ErfK/Preis, 9. Aufl. § 613 a Rz.127).
(2) Et­was an­de­res er­gibt sich auch nicht aus der Rechts­na­tur der AVR. Denn die AVR sind ge­ra­de kei­ne Ta­rif­verträge.
Ta­rif­verträge im Sin­ne des Ta­rif­ver­trags­ge­set­zes können nur durch Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ab­ge­schlos­sen wer­den. Ta­rif­ver­trags­par­tei­en sind nach § 2 Abs. 1 TVG Ge­werk­schaf­ten, ein­zel­ne Ar­beit­ge­ber so­wie Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern. Die AVR aber sind nicht un­ter Be­tei­li­gung von Ge­werk­schaf­ten zu­stan­de ge­kom­men (BAG v. 10.12.2008 – 4 AZR 845/07 – Ju­ris). Es ent­spricht des­halb der zu­tref­fen­den ständi­gen Recht­spre­chung des BAG und der all­ge­mei­nen Auf­fas­sung in der Leh­re, dass es sich bei den AVR um Kol­lek­tiv­ver­ein­ba­run­gen be­son­de­rer Art han­delt, in de­nen all­ge­mei­ne Be­din­gun­gen für die Ver­trags­verhält­nis­se der bei den Kir­chen beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer durch pa­ritätisch zu­sam­men­ge­setz­te Ar­beits­recht­li­che Kom­mis­sio­nen fest­ge­legt wer­den. Die­sen Re­ge­lun­gen kommt al­ler­dings kei­ne nor­ma­ti­ve Wir­kung zu. Sie fin­den auf das Ar­beits­verhält­nis nur kraft ein­zel­ver­trag­li­cher Be­zug­nah­me An­wen­dung (BAG v. 13.09.2006 – 4 AZR 1/06 – NZA-RR 2007, 224; BAG v. 23.09.2004 – 6 AZR 430/03 – NZA-RR 2005, 672; BAG v. 14.01.2004 – 10 AZR 188/03 – AP Nr. 3 zu An­la­ge 1 AVR Ca­ri­tas­ver­band; BAG v. 17.06.2003 – 3 AZR 310/02 – AP Nr. 1 zu § 1a AVR Dia­ko­ni­sches Werk; BAG v. 18.05.2000 – 6 AZR 53/99 – ZTR 2001, 172; BAG v. 24.09.1997 – 4 AZR 452/96 – AP Nr. 10 zu § 12 AVR Ca­ri­tas­ver­band). Auch wenn sich die Aus­le­gung der AVR nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts nach den glei­chen Grundsätzen, wie sie für die Ta­rif­aus­le­gung maßgeb­lich sind, führt dies nicht zu ei­ner Verände­rung des Rechtscha­rak­ters und zur An­wend­bar­keit des Ablösungs­prin­zips. Für ein Ein­grei­fen des Ablösungs­prin­zips fehlt es an der nor­ma-
ti­ven Wir­kung, weil die AVR nur kraft ein­zel­ver­trag­li­cher Be­zug­nah­me auf ein Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung fin­den. Dafür spre­chen auch die Un­ter­schie­de beim Zu­stan­de­kom­men von Ta­rif­verträgen und kirch­li­chen Ar­beits­rechts­re­ge­lun­gen. Während ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen nicht ge­gen den Wil­len der Ar­beit­neh­mer­sei­te ge­schlos­sen wer­den können, son­dern nur ein­ver­nehm­lich und nicht oh­ne ei­ne an­ge­mes­se­ne Kom­pen­sa­ti­on, fin­det sich bei Re­ge­lun­gen im Be­reich des Drit­ten We­ges kein der­ar­ti­ger Re­ge­lungs­me­cha­nis­mus. Denn dort ist ei­ne Zwangs­sch­lich­tung in­sti­tu­tio­na­li­siert. Es be­steht kein Kräfte­gleich­ge­wicht (vgl. da­zu auch BAG v. 25.03.2009 – 7 AZR 710/07 – BB 2009, 1928).
(3) Et­was an­de­res er­gibt sich auch nicht aus der Ver­trags­klau­sel selbst. Denn sie ermöglicht aus sich her­aus kei­nen Ta­rif­wech­sel hin zur An­wend­bar­keit der Haus­ta­rif­verträge. Die Klau­sel enthält zwar den Hin­weis „in der je­weils gülti­gen Fas­sung“. Die­se For­mu­lie­rung kann aber nicht als Ta­rif­wech­sel­klau­sel aus­ge­legt wer­den.
Das BAG dif­fe­ren­ziert im Rah­men sei­ner Recht­spre­chung zu Gleich­stel­lungs­ab­re­den zwi­schen ei­ner sog. klei­nen dy­na­mi­schen und der großen dy­na­mi­schen Be­zug­nah­me­klau­sel. Bei der klei­nen dy­na­mi­schen Be­zug­nah­me­klau­sel be­zieht sich die Dy­na­mik al­lein auf das zeit­li­che Mo­ment des Ta­rif­ver­tra­ges. Bei der großen dy­na­mi­schen Ver­wei­sung han­delt es sich hin­ge­gen um ei­ne Klau­sel, die auch ei­nen Ta­rif­wech­sel be­inhal­tet. Die Dif­fe­ren­zie­rung ist des­halb von be­son­de­rer Be­deu­tung, weil es die Par­tei­en des Ar­beits­ver­tra­ges in der Hand ha­ben, das Maß der Ver­wei­sung zu be­stim­men. Es un­ter­liegt der Par­tei­au­to­no­mie, auch ei­nen Ta­rif­wech­sel zu ermögli­chen. Al­ler­dings kann ei­ne Be­zug­nah­me auf das Ta­rif­werk ei­ner be­stimm­ten Bran­che über ih­ren Wort­laut hin­aus nur dann als große dy­na­mi­sche Ver­wei­sung aus­ge­legt wer­den, wenn sich dies aus be­son­de­ren Umständen er­gibt (BAG v. 22.10.2008 – 4 AZR 784/07 – NZA 2009; BAG v. 29.08.2007 – 4 AZR 767/06 – NZA 2008, 364; BAG v. 25.09.2002 – 4 AZR 294/01 – BA­GE 103, 9; ErfK/Preis, 9. Aufl. § 613a Rz. 127). An­halts­punk­te für die Ver­ein­ba­rung ei­ner Ta­rif­wech­sel­klau­sel lie­gen nicht vor, ins­be­son­de­re nicht bei den Klägern, die sich bei der Be­gründung des Ar­beits­verhält-
nis­ses be­wusst für ein Ar­beits­verhält­nis im Re­ge­lungs­be­reich der AVR ent­schie­den ha­ben.
(4) Die Klau­sel nimmt auch nicht die Ta­rif­verträge für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns in Be­zug. Sie enthält kei­ne ent­spre­chen­de Ver­wei­sungs­klau­sel.
Auch wenn die Klau­sen den Hin­weis „in der je­wei­li­gen Fas­sung“ enthält, kann nicht an­ge­nom­men wer­den, dass die Par­tei­en die Ta­rif­wer­ke für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns in Be­zug ge­nom­men ha­ben. Denn nach dem Wort­laut, Sinn und Zweck so­wie der Sys­te­ma­tik er­gibt sich ein­deu­tig, dass le­dig­lich die AVR in Be­zug ge­nom­men wer­den soll­ten. Die For­mu­lie­rung drückt in­so­weit le­dig­lich ei­ne Dy­na­mik in zeit­li­cher Hin­sicht aus.
dd) Da­mit fin­den die AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung nach wie vor An­wen­dung. Das Verhält­nis bei­der Re­ge­lun­gen zu­ein­an­der ist nach dem Güns­tig­keits­prin­zip zu be­ur­tei­len. Da die ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns ei­ne sta­ti­sche Fort­gel­tung der AVR zum Zeit­punkt der Über­lei­tung an­ord­nen, han­delt es sich bei der in­di­vi­du­al­ver­trag­li­chen Re­ge­lung um die güns­ti­ge­re Re­ge­lung. Dem ent­spre­chend rich­tet sich die Vergütung der Kläge­rin nach den AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung, so­lan­ge die­se Vergütung güns­ti­ger ist als die Vergütung nach den Ta­rif­nor­men für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns.
(1) Das in § 4 Abs.3 TVG nur un­voll­kom­men ge­re­gel­te Güns­tig­keits­prin­zip ist Aus­druck des aus dem ar­beits­recht­li­chen Schutz­prin­zip her­ge­lei­te­ten Grund­sat­zes, dass ar­beits­recht­li­che Ge­stal­tungs­fak­to­ren wie Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen und Ta­rif­verträge im Verhält­nis zu rangnied­ri­ge­ren Re­ge­lun­gen wie ins­be­son­de­re ein­zel­ver­trag­li­chen Ab­ma­chun­gen Ver­bes­se­run­gen nicht aus­sch­ließen können. Sie können nur ein­sei­tig zwin­gen­des Recht schaf­fen. Da­mit blei­ben güns­ti­ge­re ar­beits­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen auch ge­genüber nachträgli­chen ver­schlech­tern­den Ta­rif­verträgen wirk­sam (BAG v. 17.06.2003 - 3 ABR 43/02 – NZA 2004, 1110). Da­bei ist der Güns­tig­keits­ver­gleich bei In­di­vi­dual­nor­men in­di-
vi­du­ell durch­zuführen, weil das Güns­tig­keits­prin­zip dem Schutz der Pri­vat­au­to­no­mie dient. Al­ler­dings müssen die zu ver­glei­chen­den Re­ge­lungs­ge­genstände er­mit­telt wer­den. Da­bei ist nach der Recht­spre­chung des BAG und der h.L. ein Sach­grup­pen­ver­gleich er­for­der­lich. So­weit al­ler­dings die An­wend­bar­keit ei­nes Ta­rif­wer­kes auf ei­ner ar­beits­ver­trag­li­chen Be­zug­nah­me­klau­sel be­ruht, der mit ei­nem Ta­rif­ver­trag kol­li­diert, der un­mit­tel­bar und zwin­gend gilt, wird zu­wei­len ver­tre­ten, es ha­be ein Ge­samt­ver­gleich der Re­ge­lungs­wer­ke, al­so der ge­sam¬ten ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen zu er­fol­gen (vgl. da­zu ErfK/Fran­zen, 9. Aufl. § 4 TVG Rz.37). Die­se Sicht­wei­se ist je­den­falls dann ab­zu­leh­nen, wenn die Be­zug­nah­me­klau­sel kei­nen Ta­rif­ver­trag in Be­zug nimmt, son­dern all­ge­mei­ne Ver­trags­be­din­gun­gen. In die­sem Fal­le fehlt es von vorn­her­ein an ver­gleich­ba­ren Re­ge­lungs­ge­genständen. Ein Ta­rif­ver­trag ist von ei­ner Kol­lek­tiv­ver­ein­ba­rung be­son­de­rer Art ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Ent­ste­hung zu un­ter­schei­den. Sie wird in ei­nem gänz­lich an­de­ren Ver­fah­ren er­zeugt, vgl. da­zu schon oben b) cc) (2). Des­halb können die AVR nicht ins­ge­samt mit den ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen ver­gli­chen wer­den, son­dern es bleibt beim in­di­vi­du­el­len Sach­grup­pen­ver­gleich. Da­nach ist ent­schei­dend, ob die Re­ge­lun­gen den­sel­ben Re­ge­lungs­ge­gen­stand be­tref­fen, die zu ver­glei­chen­den Re­ge­lun­gen al­so mit­ein­an­der in ei­nem sach­li­chen Zu­sam­men­hang ste­hen. Völlig un­ter­schied­lich ge­ar­te­te Re­ge­lungs­ge­genstände, für de­ren Be­wer­tung es kei­nen ge­mein­sa­men Maßstab gibt können nicht mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den (BAG v. 20.04.1999 – 1 ABR 72/98 – NZA 1999, 887).
(2) Auf die­ser Grund­la­ge ist of­fen­sicht­lich, dass die in § 6 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ge­re­gel­te sta­ti­sche Fort­gel­tung der AVR hin­sicht­lich der Vergütung im Verhält­nis zur dy­na­mi­schen Wei­ter­ent­wick­lung der Vergütung ungüns­ti­ger ist.
Auf­grund des TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO sol­len die AVR hin­sicht­lich der Vergütung sta­tisch in der Fas­sung vor dem 01.01.2008 an­ge­wen­det wer­den. Dies er­gibt die Aus­le­gung die­ses Ta­rif­ver­tra­ges.
Die Aus­le­gung des nor­ma­ti­ven Teils ei­nes Ta­rif­ver­trags folgt nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts den für die Aus­le­gung von Ge­set­zen gel­ten­den Re­geln. Da­nach ist zunächst vom Ta­rif­wort­laut aus­zu­ge­hen, wo­bei der maßgeb­li­che Sinn der Erklärung zu er­for­schen ist, oh­ne am Buch­sta­ben zu haf­ten. Bei ei­nem nicht ein­deu­ti­gen Ta­rif­wort­laut ist der wirk­li­che Wil­le der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en mit zu berück­sich­ti­gen, so­weit er in den ta­rif­li­chen Nor­men sei­nen Nie­der­schlag ge­fun­den hat. Ab­zu­stel­len ist stets auf den ta­rif­li­chen Ge­samt­zu­sam­men­hang, weil die­ser An­halts­punk­te für den wirk­li­chen Wil­len der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en lie­fert und nur so der Sinn und der Zweck der Ta­rif­norm zu­tref­fend er­mit­telt wer­den können. Lässt dies zwei­fels­freie Aus­le­gungs­er­geb­nis­se nicht zu, können die Ge­rich­te für Ar­beits­sa­chen oh­ne Bin­dung an ei­ne Rei­hen­fol­ge wei­te­re Kri­te­ri­en wie die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Ta­rif­ver­trags, ggf. auch die prak­ti­sche Ta­rifübung ergänzend hin­zu­zie­hen. Auch die Prak­ti­ka­bi­lität denk­ba­rer Aus­le­gungs­er­geb­nis­se ist zu berück­sich­ti­gen; im Zwei­fel gebührt der­je­ni­gen Ta­rif­aus­le­gung der Vor­zug, die zu ei­ner vernünf­ti­gen, sach­ge­rech­ten, zweck­ori­en­tier­ten und prak­tisch brauch­ba­ren Re­ge­lung führt (BAG v. 24.09.2008 – 10 AZR 669/07 – NZA 2009, 45).
Nach dem TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO sol­len die ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen des HELIOS Kon­zerns mit Wir­kung zum 01.01.2008 in Kraft tre­ten. Dies ord­net § 5 auch hin­sicht­lich der An­wen­dung des TV Ent­gelt HELIOS an. Die Über­lei­tung der Ar­beit­neh­mer in die Ent­gelt­struk­tur des TV Ent­gelt HELIOS re­gelt § 6 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO. Auf­grund des Ver­wei­ses auf § 11 Abs. 2 TV Um­set­zung HELIOS fin­den die Ein­grup­pie­rungs­re­ge­lun­gen des TV Ent­gelt HELIOS kei­ne An­wen­dung. Denn die­se Re­ge­lun­gen wer­den von der An­wend­bar­keit aus­drück­lich aus­ge­nom­men. Im Um­kehr­schluss kann sich dar­aus nur er­ge­ben, dass zum Zeit­punkt der Über­lei­tung – wie in § 12 TV Über­lei­tung HELIOS ge­re­gelt – zunächst die bis­he­ri­gen Ent­gelt­re­ge­lun­gen, al­so die AVR, wei­ter an­ge­wen­det wer­den sol­len. Dies al­ler­dings oh­ne Dy­na­mik hin­sicht­lich der Ent­gel­terhöhun­gen, weil für die­se durch § 13 TV Um­set­zung HELIOS ei­ne Son­der­re­ge­lung ge­schaf­fen wur­de. Al­ler­dings re­gelt die­se Be­stim­mung un­strei­tig kei­ne Erhöhung, die ei­ne Vergütungshöhe er­reicht, wie sie durch die Ent­gel­terhöhung der AVR rück­wir­kend zum 01.01.2008
be­schlos­sen wor­den ist. Die Aus­le­gung des Ta­rif­ver­tra­ges spricht des­halb für ei­ne sta­ti­sche Fort­gel­tung der Ent­gelt­re­ge­lun­gen.
Es stellt sich aber die Fra­ge, zu wel­chem Zeit­punkt und mit wel­chem In­halt die AVR auf Grund­la­ge des TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO sta­tisch fort­gel­ten. Denn der in die­sem Ta­rif­ver­trag in der Präam­bel und in § 5 ge­re­gel­te Über­lei­tungs­stich­tag ist der 01.01.2008. Zum 01.01.2008 aber wirkt auch die Erhöhung der Ent­gel­te der AVR. Auch die­se Fra­ge ist durch Aus­le­gung des Ta­rif­ver­tra­ges zu er­mit­teln. Da der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO be­reits am 01.11.2007 un­ter­zeich­net wur­de und die Über­lei­tung zum 01.01.2008 er­fol­gen soll­te, kann die Über­lei­tung auch nur zu den Be­din­gun­gen er­fol­gen, die kon­kret am Ta­ge der Über­lei­tung am 01.01.2008 be­stan­den. Da die Ent­gel­terhöhung der AVR erst am 05.09.2008 mit Rück­wir­kung zum 01.01.2008 er­folg­te, kann die Erhöhung von der Über­lei­tungs­re­ge­lung nicht mehr er­fasst wer­den. Dies ist Kon­se­quenz der gewähl­ten Kon­struk­ti­on des Über­lei­tungs­stich­ta­ges.
Im Verhält­nis zur sta­ti­schen Ent­gelt­ent­wick­lung nach den ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen ist die in­di­vi­du­al­recht­li­che Po­si­ti­on der Kläge­rin zu 1) güns­ti­ger. Dem ent­spre­chend hat die Kläge­rin ei­nen An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Vergütungs­grup­pe Kr. 2, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS.
2. Die Kläge­rin zu 1) hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Gewährung ei­nes zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­ta­ges für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten frei­en Ar­beits­tag auf Grund­la­ge von § 1b An­la­ge 5 AVR.
a) Auch in­so­weit war ei­ne Aus­le­gung des An­trags er­for­der­lich. Ursprüng­lich hat­te die Kläge­rin be­an­tragt, ihr in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag als Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag zu gewähren. Der An­trag ist vom Ar­beits­ge­richt im Jah­re 2009 auch aus­ge­ur­teilt wor­den. Mit die­sem In­halt ist er in­des auf ei­ne
unmögli­che Leis­tung ge­rich­tet. Aus­weis­lich der Be­gründung der Kla­ge geht es der Kläge­rin auch nicht dar­um, in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag zu er­hal­ten, son­dern um die Gewährung ei­nes frei­en Ar­beits­ta­ges für den in 2008 nicht gewähr­ten Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag. Dies hat die Kläge­rin im Schrift­satz vom 05.11.2009 so­wie in der münd­li­chen Ver­hand­lung auch klar­ge­stellt.
b) Der An­trag ist in der klar­ge­stell­ten Fas­sung auch be­gründet. Zwi­schen den Ta­rif­verträgen des HELIOS Kon­zerns und den AVR gilt wie dar­ge­stellt das Güns­tig­keits­prin­zip.
Der TV HELIOS re­gelt in § 13 ei­ne re­gelmäßige wöchent­li­che Ar­beits­zeit von 38,5 St­un­den, aber kei­nen Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag. Dem­ge­genüber re­gelt § 1 An­la­ge 5 AVR gleich­falls ei­ne wöchent­li­che Ar­beits­zeit von 38,5 St­un­den, gewährt aber zusätz­lich in § 1 b der An­la­ge 5 ei­nen Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag. Ver­gleicht man die­se Re­ge­lun­gen im We­ge ei­nes Sach­grup­pen­ver­glei­ches „Ar­beits­zeit“, ent­hal­ten die AVR die güns­ti­ge­re Re­ge­lung. In den Sach­grup­pen­ver­gleich nicht ein­zu­be­zie­hen ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten al­ler­dings der Nicht­rau­cher­tag, weil die­ser ei­nen völlig an­de­ren Re­ge­lungs­ge­gen­stand be­trifft. Er hat mit dem Kom­plex „Ar­beits­zeit“ als sol­chem nichts zu tun, son­dern gewährt le­dig­lich für ein be­stimm­tes Ver­hal­ten ei­nen zusätz­li­chen frei­en Tag.
Die Kläge­rin zu 1) kann den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten frei­en Tag gem. § 1 b Abs. 3 An­la­ge 5 AVR auch noch im Jah­re 2009 nach­ho­len.
3. Die Kläge­rin zu 1) hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 155,38 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
Es kann of­fen blei­ben, ob die Re­ge­lun­gen in §§ 9, 10 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO auch für das Jahr 2008 ei­nen An­spruch auf Ur­laubs­geld aus­sch­ließen. Dar­an be­ste­hen Zwei­fel, weil die ursprüng­li­chen Re­ge­lun­gen der AVR fort­gel­ten und der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO in §§ 9
und 10 aus­drück­lich nur das Ur­laubs­geld 2006 und 2007 the­ma­ti­siert. Da die Ta­rif­verträge für Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns kein Ur­laubs­geld re­geln, es sich da­bei aber um ei­nen ei­ge­nen Re­ge­lungs­kom­plex han­delt, greift je­den­falls das Güns­tig­keits­prin­zip, so dass die Kläge­rin zu 1) gem. § 7 An­la­ge 14 ei­nen – der Höhe nach un­strei­ti­gen - An­spruch auf Zah­lung des Ur­laubs­gel­des 2008 in Höhe von 155,38 € hat. Der Zins­an­spruch er­gibt sich aus § 9 An­la­ge 14 AVR. Da­nach ist das Ur­laubs­geld mit den Bezügen für den Mo­nat Ju­li aus­zu­zah­len, so dass sich die Be­klag­te je­den­falls seit dem 01.08.2008 in Ver­zug be­fand.
4. Die Kläge­rin zu 1) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass auf ihr Ar­beits­verhält­nis die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
a) Der An­trag ist zulässig.
Der Fest­stel­lungs­an­trag rich­tet sich nach § 256 Abs. 1 ZPO, vgl. oben B) 1. Teil 1. a) bb). Ei­ne Fest­stel­lungs­kla­ge kann sich auf ein­zel­ne Be­zie­hun­gen oder Fol­gen aus ei­nem Rechts­verhält­nis, auf be­stimm­te Ansprüche oder Ver­pflich­tun­gen oder auf den Um­fang ei­ner Leis­tungs­pflicht be­schränken – sog. Ele­men­ten­fest­stel­lungs­kla­ge (BAG v. 22.10.2008 – 4 AZR 784/07 – NZA 2009, 151; BAG v. 15.03.2006 – 4 AZR 75/05 – BA­GE 117, 248). Da­bei ist all­ge­mein an­er­kannt, dass auch die An­wend­bar­keit ei­nes be­stimm­ten Ta­rif­ver­tra­ges oder Ta­rif­wer­kes auf ein Ar­beits­verhält­nis kann Ge­gen­stand ei­ner Fest­stel­lungs­kla­ge sein (BAG v. 22.10.2008 – 4 AZR 784/07 – NZA 2009, 151; BAG v. 15.03.2006 – 4 AZR 75/05 – BA­GE 117, 248). Nichts an­de­res gilt aus Sicht der Kam­mer für die An­wend­bar­keit der AVR. Mit dem klar­ge­stell­ten Fest­stel­lungs­be­geh­ren kann der Streit der Par­tei­en über den Um­fang der zukünf­ti­gen Leis­tungs­pflich­ten, der sich aus der in den Ar­beits­verträgen ent­hal­te­nen Be­zug­nah­me­klau­sel in § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges er­gibt, be­rei­nigt wer­den. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass die Kläge­rin zu 1) im Hin­blick auf den Um­fang der Be­zug­nah­me­klau­sel be­reits ei­ni­ge strei­ti­ge Fra­gen durch selbständi­ge Anträge ei­ner Klärung zuführt. Denn ne­ben den streit­ge­genständ­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen (Vergütung, Ur­laubs­geld
und Ar­beits­zeit­verkürzung) gibt es wei­te­re sich aus den AVR er­ge­ben­de Streit­fra­gen, wie die Kläge­rin zu 1) im Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung erläutert hat. Die­se Streit­fra­gen können mit dem um­fas­sen­den Fest­stel­lungs­an­trag dem Grun­de nach ab­sch­ließend geklärt wer­den. Zwar lässt sich erst auf­grund des Güns­tig­keits­prin­zips ent­schei­den, ob sich ein Re­ge­lungs­kom­plex der AVR schließlich ge­genüber den nor­ma­tiv wir­ken­den Re­ge­lun­gen der Ta­rif­verträge für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns durch­setzt. Es ist aber zu er­war­ten, dass be­reits die grundsätz­li­che Ent­schei­dung über die An­wend­bar­keit der AVR Streit zwi­schen den Par­tei­en be­sei­ti­gen kann, weil schon die An­wend­bar­keit der AVR von der Be­klag­ten dem Grun­de nach ne­giert wird.
b) Der An­trag ist auch be­gründet.
Die ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen der Par­tei­en führen wie be­reits dar­ge­legt zur schuld­recht­li­chen An­wen­dung der AVR auf das Ar­beits­verhält­nis. Ei­ne Ablösung der AVR durch die auf­grund bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­ge­bun­den­heit an­wend­ba­ren Ta­rif­verträge für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns ist nicht ein­ge­tre­ten, weil das Ablösungs­prin­zip in die­sem Verhält­nis kei­ne An­wen­dung fin­det. Des­halb sind die AVR auf das Ar­beits­verhält­nis an­wend­bar. Da­bei ent­wi­ckeln die AVR in zeit­li­cher Hin­sicht Dy­na­mik. Ob sich die in­di­vi­du­al­ver­trag­li­che Re­ge­lung ge­genüber den an­wend­ba­ren Ta­rif­verträgen durch­setzt, ist auf der Grund­la­ge des Güns­tig­keits­prin­zips zu be­ur­tei­len, vgl. oben. 1. b) cc).
5. Über den Hilfs­an­trag war nicht zu ent­schei­den. Er ist von der Kläge­rin zu 1) als Hilfs­an­trag für den Fall der Ab­wei­sung des An­trags zu Zif­fer 4 ge­stellt wor­den.
Für den Kläger zu 2) so­wie die übri­gen Kläge­rin­nen zu 3) bis 11) er­ge­ben sich auf der Grund­la­ge der Ausführun­gen zur Kläge­rin 1) ent­spre­chen­de Ansprüche. Da­bei sind die je­wei­li­gen Vergütungs­ele­men­te auf Ba­sis der An­wen­dung der AVR in der Fas­sung vom 01.01.2008 zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig. Al­le
Kläger ha­ben dem ent­spre­chend ei­nen An­spruch auf Gewährung ei­nes zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­ta­ges für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag auf Grund­la­ge von § 1 b An­la­ge 5 AVR. Zu­dem ha­ben die Kläger zu 2) – 11) ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass auf ihr Ar­beits­verhält­nis die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.
Darüber hin­aus be­ste­hen fol­gen­de Ein­zel­ansprüche:
A) Der Kläger zu 2) hat auf­grund sei­ner Ein­grup­pie­rung ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihm ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4a Stu­fe 10 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Er hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
B) Die Kläge­rin zu 3) hat auf­grund ih­rer Ein­grup­pie­rung ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4b Stu­fe 10 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 3) hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
C) Die Kläge­rin zu 4) hat auf­grund ih­rer Ein­grup­pie­rung ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so-
weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 4) hat ge­gen die Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
D) Die Kläge­rin zu 5) hat auf­grund ih­rer Ein­grup­pie­rung ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 5) hat ge­gen die Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 215,81 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
E) Die Kläge­rin zu 6) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 6) hat ge­gen die Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
F) Die Kläge­rin zu 7) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 10 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 7) hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst
Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
G) Die Kläge­rin zu 8) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5a Stu­fe 5 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 8) hat ge­gen die Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
H) Die Kläge­rin zu 9) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6b Stu­fe 8 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 9) hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
I) Die Kläge­rin zu 10) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5c Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 10) hat ge­gen Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 258,97 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
J) Die Kläge­rin zu 11) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner hälf­ti­gen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 11) hat ge­gen die Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.
Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf §§ 64 Abs. 6 ArbGG, 525, 97 Abs. 1 ZPO. Da­nach fal­len die Kos­ten ei­nes oh­ne Er­folg ein­ge­leg­ten Rechts­mit­tels der Per­son zur Last, die es ein­ge­legt hat.
Die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Zu­las­sung der Re­vi­si­on an das Bun­des­ar­beits­ge­richt lie­gen vor. Die Kam­mer ist der Auf­fas­sung, dass dem Rechts­streit grundsätz­li­che Be­deu­tung zu­kommt. Dies be­ruht ei­ner­seits auf der Klärung des Verhält­nis­ses der AVR zu ei­nem Ta­rif­ver­trag, an­de­rer­seits auf der Viel­zahl der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer. Da­mit be­steht der Re­vi­si­ons­grund des § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG.
Für die Kläger ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

References: § 1
 § 11
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 11
 § 1
 § 13
 § 11
 § 1
 § 2
 § 3
 § 4
 § 5
 § 6
 § 7
 § 8
 § 9

§ 1
 § 7

§ 7

§ 9
 § 6
 § 6
 § 11
 § 12
 § 6
 § 7
 § 11
 § 7
 § 11
 § 13
 § 12
 § 8
 § 27
 § 12
 § 6
 § 11
 § 13
 § 12
 § 12
 § 64
 § 66
 § 64
 § 66
 § 64
 § 520
 § 513
 § 520
 § 519
 § 259
 § 256
 § 613
 § 265
 § 613
 § 2
 § 133
 § 2
 § 613
 § 613
 § 3
 § 4
 § 4
 § 4
 § 613
 § 2
 § 1
 § 12
 § 613
 § 4
 § 4
 § 6
 § 5
 § 6
 § 11
 § 12
 § 13
 § 5
 § 1
 § 13
 § 1
 § 1
 § 1
 § 7
 § 9
 § 256
 § 2
 § 1
 § 72