Source: https://www.peterlang.com/view/9783653980165/chapter4.html
Timestamp: 2018-07-21 02:27:49+00:00

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§ 4 Kindgerechte Verfahrensgestaltung : Mediation als kindgerechtes Verfahren
§ 4 Kindgerechte Verfa...
Mediation als kindgerechtes Verfahren
Studien zum deutschen und internationalen Familien- und Erbrecht
Holke-Leonie Doench
Nicht zuletzt durch das Inkrafttreten des Mediationsgesetzes hat das Mediationsverfahren in Deutschland an Bedeutung gewonnen und sich als Methode zur Vermittlung in familiären Konflikten etabliert. Weitestgehend ungeklärt ist jedoch die Rolle des Kindes in der Mediation. Sollte das Kind an der Mediation beteiligt werden? Führt diese zu einer Deeskalation des elterlichen Konfliktes und fördert sie die Wahrnehmung elterlicher Verantwortung? Wie steht es um den Schutz des Kindes in der Mediation? Die Arbeit nimmt sich diesen Fragestellungen an und untersucht das Mediationsverfahren aus dem Blickwinkel des Kindeswohls. Die zentrale Frage, ob das Verfahren kindgerecht ist, wird unter Rückgriff auf empirische Daten und Praxisberichte sowie anhand der Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen beantwortet. In einem Leitfaden werden die wesentlichen Ergebnisse praxisgerecht zusammengefasst.
978-3-653-98016-5
https://doi.org/10.3726/978-3-653-04888-9
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. XII, 235 S.
B. Forschungsziele und Gegenstand der Untersuchung
C. Aufbau der Arbeit
A. Mediationsformen und gesetzliche Verankerung
B. Wirkungsweise, Grundannahmen und Ziele der Mediation
I. Der Mediator
II. Die Medianten
III. Die Rechtsanwälte
IV. Sonstige Beteiligte
D. Ablauf der Familienmediation
I. Gerichtliche Verfahren
II. Schieds- und Schlichtungsverfahren
III. Außergerichtliche Vergleichsverhandlungen
IV. Kooperative Praxis
V. Beratung
VI. Therapie
I. Konfliktdynamik und hochstrittige Elterntrennungen
II. Phasen von Trennung und Scheidung
III. Situation der Eltern
IV. Situation der Kinder im Konflikt der Eltern
A. Problemaufriss und Begriffsbestimmungen
I. Einvernehmen als Kriterium?
2. Verfahrensgerechtigkeit und Akzeptanz des Ergebnisses
III. Förderung von Elternverantwortung
IV. Schutz des Kindes
V. Kindesbeteiligung
A. Empirische Nachweise
3. Fazit zur Deeskalation
1. Elternverantwortung und Autonomie in der Mediation
2. Autonome Konfliktlösung – Bedenken und Kontraindikationen
3. Fazit zur Förderung von Elternverantwortung
aa) Möglichkeiten des Mediators zum Schutz des Kindes
bb) Information staatlicher Stellen
cc) Beratungsmöglichkeiten
(1) Mitwirken des Verfahrensbeistandes in der Mediation
(2) Aufgaben und Befugnisse des Verfahrensbeistandes in der Mediation
(3) Vor- und Nachteile des Mitwirkens des Verfahrensbeistandes
bb) Das Jugendamt/Die Kinder- und Jugendhilfe
cc) Der gerichtlich bestellte Sachverständige
dd) Der Ergänzungspfleger
ee) Experten
ff) Personen aus dem privaten Umfeld
gg) Beteiligung des Gerichts und der Rechtsanwälte
(1) Die außergerichtliche Mediation
(aa) Direkte Verweigerung der Zustimmung
(bb) Verweigerung der Zustimmung nach Beginn der Mediation
(b) Ergebnis
(3) Die Mediation im güterichterlichen Verfahren
(2) Die gerichtsnahe Mediation
aa) Verpflichtende Einbeziehung eines Dritten
bb) Erleichterter Zugang zu externer Hilfe
a) Die Abschlussvereinbarung in der Familienmediation
b) Gerichtliche Kontrolle der Abschlussvereinbarung
aa) Kontrolle der Abschlussvereinbarung durch den Mediator
bb) Kontrollpflichten Dritter bezüglich der Abschlussvereinbarung
3. Fazit zum Schutz des Kindes in der Mediation
aa) Anwesenheit des Kindes in den Mediationssitzungen
(a) Umgang mit dem Inhalt des Gesprächs
(b) Vereinbarkeit mit der Rolle des Mediators
(2) Gesprächsführung durch einen externen Dritten
cc) Zeitpunkt der direkten Einbeziehung des Kindes
dd) Beteiligungsfähigkeit des Kindes
b) Die indirekte Einbeziehung – Child-focused Mediation
a) Vor- und Nachteile der direkten und indirekten Kindesbeteiligung
b) Erfahrungen und Ergebnisse aus der Praxis
c) Schlussfolgerungen
3. Beteiligung trotz Einvernehmen?
a) Überlegungen de lege lata
b) Überlegungen de lege ferenda
aa) Bestehen eines Zustimmungserfordernisses
bb) Rechtliche Bewertung und Schlussfolgerungen
b) Verschwiegenheitspflicht des Kindes?
6. Fazit zur Beteiligung des Kindes in der Mediation und Schlussfolgerungen
1. Vereinbarkeit mit dem Freiwilligkeitsprinzip
2. Überlegungen zur verfassungsrechtlichen Vereinbarkeit von Pflichtmediation
3. Vor- und Nachteile von Pflichtmediation
III. Pflichtmediation in Deutschland ? – Status quo
1. Modelle verpflichtender Mediation
2. Anwendungsbereich und Voraussetzungen einer Einführung eines verpflichtenden Mediationsversuchs
V. Fazit zur Pflichtmediation und Regelungsvorschläge
C. Rechtsanspruch auf Mediation
I. Konfliktmanagement durch Zuweisungssysteme
1. Angebote für Eltern
2. Angebote für Kinder
III. Qualifizierung der professionell Beteiligten
IV. Finanzielle Förderung
E. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
A. Änderungen des Mediationsgesetzes
B. Sonstige Gesetzesänderungen
C. Regelungsvorschläge für die Einführung eines verpflichtenden Mediationsversuchs
§ 8 Schluss
Anhang – Praxisleitfaden Familienmediation mit Kindern
§ 4 Kindgerechte Verfahrensgestaltung
Wie die vorangegangenen Ausführungen verdeutlicht haben, sind die Familien in der Phase von Trennung und Scheidung mit vielen herausfordernden Aufgaben konfrontiert. Zwangsläufig müssen Regelungen getroffen werden, die den veränderten Lebenssituationen gerecht werden. Sind Kinder von der Trennung betroffen, sind es neben dem Kindesunterhalt vor allem die Bereiche des Sorge- und Umgangsrechts, für die Neuregelungen erforderlich sind.
Zusätzlich zu der Schwierigkeit, im konkreten Einzelfall inhaltlich zu bestimmen, was das Beste für das Kind ist, stellt sich aus juristischer Sicht auch die Frage, wie ein Verfahren ausgestaltet sein muss, um die Familien bei diesen Entscheidungen effektiv zu unterstützen. Häufig wird unberücksichtigt gelassen, dass auch die Ausgestaltung des Verfahrens in erheblichem Umfang Einfluss darauf hat, wie sich das Leben des Kindes nach der Trennung der Eltern verändert. Die Art und Weise, wie eine Entscheidung zustande gekommen ist, wirkt sich nicht nur auf den Inhalt der Entscheidung, sondern auch auf das Verhalten der Familienmitglieder, insbesondere auf die Umsetzung und Nachhaltigkeit der Regelung aus. Strebt man eine bestmögliche Verwirklichung des Kindeswohls an, muss dieser Aspekt berücksichtigt werden.
Neben der Ausrichtung der materiellen Entscheidung am Wohl des Kindes, muss auch das der Entscheidung zugrunde liegende Verfahren kindgerecht ausgestaltet sein.
§ 2 Familienmediation
C. Rollen der Beteiligten in der Mediation
E. Abgrenzung des Mediationsverfahrens zu anderen Verfahren bei familiären Konflikten
§ 3 Familien in Trennung und Scheidung
A. Familiäre Konflikte bei Trennung und Scheidung
B. Kriterien für ein kindgerechtes Verfahren
II. Deeskalation
§ 5 Das Mediationsverfahren als kindgerechtes Verfahren
B. Beurteilung des Mediationsverfahrens anhand der erarbeiteten Kriterien
I. Deeskalation
II. Förderung von Elternverantwortung
III. Schutz des Kindes in der Mediation
1. Wächter des Kindeswohls in der Mediation
b) Der Mediator
c) Externe Personen
aa) Der Verfahrensbeistand
d) Rechtliche Aspekte bei der Einbeziehung Dritter
aa) Das Zustimmungserfordernis
(a) Konsequenzen fehlender Zustimmung
bb) Vertraulichkeit bei der Einbeziehung Dritter
e) Bewertung und Überlegungen de lege ferenda
2. Kontrolle der Abschlussvereinbarung auf ihre Vereinbarkeit mit dem Kindeswohl
c) Kontrolle durch die an der Mediation beteiligten Personen
IV. Kindesbeteiligung in der Mediation
1. Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern in der Mediation
a) Die direkte Einbeziehung – Child-inclusive Mediation
bb) Einzelgespräche mit dem Kind
(1) Gesprächsführung durch den Mediator
2. Child-inclusive vs. Child-focused Mediation – Erfahrungen und Meinungsbild
4. Anspruch des Kindes auf Beteiligung in der Mediation
5. Rechtliche Fragestellungen bei der Einbeziehung des Kindes
a) Zustimmungserfordernis
§ 6 Denkmodelle und Optimierungsmöglichkeiten
B. Pflichtmediation
II. Pflichtmediation auf dem Prüfstand
IV. Denkbare Modelle verpflichtender Mediation – Überlegungen de lege ferenda
D. Überblick über weitere Optimierungsmöglichkeiten
II. Aufklärung, Information und Beratung
§ 7 Regelungsempfehlungen

References: § 4
de lege lata
de lege ferenda

§ 8

§ 4

§ 2

§ 3

§ 5
de lege ferenda

§ 6
de lege ferenda

§ 7