Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%2073,%201283
Timestamp: 2020-01-26 17:39:57+00:00

Document:
BGH, 08.05.1973 - VI ZR 101/71 - dejure.org
https://dejure.org/1973,306
BGH, 08.05.1973 - VI ZR 101/71 (https://dejure.org/1973,306)
BGH, Entscheidung vom 08.05.1973 - VI ZR 101/71 (https://dejure.org/1973,306)
BGH, Entscheidung vom 08. Mai 1973 - VI ZR 101/71 (https://dejure.org/1973,306)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1973,306) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Auffahrunfall - Verkehrsunfall mit mehreren Beteiligten - Schätzung des Schadens - Gesamtschaden - Kfz-Schaden - Totalschaden - Hypothetische Reparaturkosten
NJW 1973, 1283
VersR 1973, 762
DB 1973, 1295
Eine ursächliche Beteiligung des Fahrzeuges des Beklagten an den streitigen Beschädigungen muss danach nur deutlich wahrscheinlicher sein als das Gegenteil (Eggert a.a.O., Rdnr. 111 mit Hinweis auf BGH NJW 1973, 1283).
Steht - wie hier aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung - fest, daß der Schaden - hier in der Form des herauszugebenden Verletzergewinns - jedenfalls zu einem Teil durch die unlautere Nachahmung verursacht worden ist und läßt dieser Teil sich aus Gründen, die nicht im Verantwortungsbereich des Geschädigten, sondern in der Natur der Sache liegen, nicht verläßlich bestimmen, so darf - was der Bundesgerichtshof im Anschluß an das Reichsgericht (RGZ 149, 68, 70) außerhalb des Wettbewerbsrechts bereits wiederholt entschieden hat (…vgl. BGH, Urt. v. 16.12.1963 - III ZR 47/63, LM ZPO § 287 Nr. 33 unter IV, 3 = NJW 1967, 589 [OLG Celle 15.09.1966 - 1 Ss 8/65];… BGH, Urt. v. 09.07.1968 - VI ZR 14/67, LM ZPO § 287 Nr. 36 a; BGH, Urt. v. 05.08.1973 - VI ZR 101/71, LM ZPO § 287 Nr. 44 unter III, 2 = NJW 1973, 1283;… BGH, Urt. v. 26.11.1986 - VIII ZR 260/85, NJW 1987, 909, 910) und für die Ermittlung eines wettbewerbsrechtlichen Schadens gleichermaßen und im Hinblick auf die hier regelmäßig in der Natur des Anspruchs liegenden großen Beweisschwierigkeiten sogar in besonderem Maße gelten muß - das Gericht dies nicht in vollem Maße zu Lasten des Geschädigten gehen lassen; vielmehr hat es im Wege der Schätzung jedenfalls einen Mindestschaden zu ermitteln (…BGH a.a.O. LM ZPO Nr. 33 und a.a.O. NJW 1987, 909, 910), sofern nicht ausnahmsweise auch für dessen Schätzung jeglicher Anhaltspunkt fehlt.
In einem solchen Fall kann zur Vermeidung unbilliger Ergebnisse bei ungeklärter Verursachung der Frontschäden derjenige Teil des Gesamtschadens, für den der auffahrende Hintermann verantwortlich ist, durch eine quotenmäßige Aufteilung des Gesamtschadens gem. § 287 ZPO ermittelt werden (vgl. BGH VersR 1973, 762; OLG Düsseldorf…, Urteil vom 9.12.1991 - 1 U 274/902 -, abgedr. bei "juris" Rz. 23 f.).
Jedenfalls eine deutlich überwiegende, auf gesicherter Grundlage beruhende Wahrscheinlichkeit reicht für die richterliche Überzeugungsbildung aus (…BGH, Urt. v. 7. Juli 1970 - VI ZR 233/69, NJW 1970, 1970, 1971; v. 8. Mai 1973 - VI ZR 101/71, NJW 1973, 1283, 1284; v. 2. Dezember 1975 - VI ZR 79/74, NJW 1976, 1145, 1146;… Münch-Komm/Prütting, ZPO 1992 § 287 Rdnr. 17;… Stein/Jonas/Leipold, ZPO 20. Aufl. § 287 Rdnr. 30;… Thomas/Putzo, ZPO 17. Aufl. § 287 Anm. 3 b).
Die Klägerin ist der Meinung, in Anlehnung an das BGH NJW 1973, 1283.
(3) Aus dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 08.05.73, Az. VI ZR 101/71 (BGH NJW 1973, 1283) ergibt sich nichts anderes.
Insbesondere hätten die unter Rückgriff auf § 287 ZPO entwickelten Grundsätze nicht zur Anwendung kommen dürfen, wenn die wesentlichen Frontschäden bereits vor dem Eintritt der Heckschäden entstanden gewesen wären (BGH NJW 1973, 1283, 1284: "Die anderweite Entscheidung setzt die tatrichterliche Prüfung voraus, ob sich das zu III.2 aufgezeigte Vorgehen nicht etwa deshalb verbietet, weil nach dem Beweisergebnis der Eintritt der wesentlichen Frontschäden erst zusammen mit den Heckschäden weniger wahrscheinlich ist als der zeitlich umgekehrte Verlauf. In diesem Fall müßte es bei dem Ergebnis des angefochtenen Urteils [Haftung nur für die sicher verursachten Heckschäden] sein Bewenden haben; denn die Befugnis des Gerichts zu einer echten und damit notwendig in gewissem Umfang willkürlichen Schätzung muß besonderen Sachgestaltungen vorbehalten bleiben").
Hier muß dann notfalls mit einer besonders freien Schätzung geholfen werden (Senatsurteile vom 8. Dezember 1959 - VI ZR 98/59 = VersR 1960, 179 und vom 8. Mai 1973 - VI ZR 101/71 = VersR 1973, 762;… BGH Urt. v. 16. Dezember 1963 - III ZR 47/63 - VersR 1964, 258;… Stein/Jonas/Schumann/Leipold, 19. Aufl. Anm. I und III zu § 287 ZPO m.w.Nachw.).
Eine ursächliche Beteiligung des Fahrzeuges des Beklagten an den streitigen Beschädigungen muss daher nur deutlich wahrscheinlicher sein als das Gegenteil (Eggert in Ludovisy/Eggert/Burhoff, Praxis des Straßenverkehrsrechts, 4. Aufl., Teil 14, Rdnr. 111 mit Hinweis auf BGH NJW 1973, 1283).
OLG Hamm, 06.09.2001 - 6 U 188/00
Haftungsverteilung bei einem Mehrfach-Auffahrunfall
In Anlehnung an die Rechtsprechung des BGH zur Schadensschätzung bei ungeklärtem Verlauf eines doppelten Auffahrunfalles (vgl. BGH VersR 73, 762) sieht der Senat das Verhältnis der vom Schädiger am Fahrzeug nachweisbar verursachten Schäden zu den übrigen Fahrzeugschäden jedenfalls grundsätzlich als geeigneten und sachgerechten Schätzungsmaßstab dafür an, inwieweit die weiteren Schäden als Folge des nachgewiesenermaßen vom Schädiger verursachten Fahrzeugschadens gewertet werden können.
OLG Karlsruhe, 27.11.1981 - 10 U 80/81
AG Mannheim, 15.05.2009 - 3 C 7/08
Haftungsverteilung bei Kettenauffahrunfall: Beschränkte Geltung des …
OLG Hamm, 27.05.1999 - 6 U 35/99
Anspruch auf Ersatz des Frontschadens und weiterer immaterieller Schäden nach …
OLG Stuttgart, 16.01.1980 - 13 U 144/79
Anspruch einer Transportversicherung auf Ersatz des valutierten Schadens …

References: BGH 
 § 287
 § 287
 § 287
 § 287
 BGH 
 § 287
 § 287
 § 287
 BGH 
 § 287
 BGH 
 § 287
 BGH 
 BGH 
 BGH