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Timestamp: 2016-10-26 04:07:48+00:00

Document:
U 47/01 (22.08.2003)
K.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Martin Habl�tzel, Lutherstrasse 4, 8004 Z�rich,
Die 1974 geborene K.________ arbeitete als kaufm�nnische Angestellte bei der Firma X.________ SA und war damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 24. August 1995 erlitt sie einen Auffahrunfall. Der am folgenden Tag konsultierte Dr. med. A.________ diagnostizierte Prellungen im rechten oberen Thoraxbereich, ein traumatisches HWS-Syndrom mit Ausstrahlungen in den rechten Arm und eine traumatische ISG-Blockierung. Die Versicherte war bis zum 17. Oktober 1995 zu 100 %, danach zu 50 % arbeitsunf�hig. Seit dem 7. November 1995 war sie wegen psychischer Beschwerden in �rztlicher Behandlung. Nach Aufl�sung des Arbeitsverh�ltnisses auf den 8. Dezember 1995 war sie ab 15. Dezember 1995 mit einem 50 %-Pensum, welches ab 1. April 1996 auf 100 % erh�ht wurde, bei der Firma Y.________ angestellt. Anl�sslich eines Spitalaufenthaltes vom 5. bis zum 14. Juli 1996 wurde eine Exazerbation von Nacken- und Schulterschmerzen bei Status nach HWS-Schleudertrauma festgestellt. Nach der Spitalentlassung wurden Physiotherapie, verbunden mit psychiatrischen Sitzungen wegen depressiver Begleiterscheinungen weitergef�hrt. Am 7. August 1996 nahm die Versicherte ihre T�tigkeit beim fr�heren Arbeitgeber wieder zu 50 % auf und war seit 1. September 1996 bei neuen Arbeitgebern zu einem 100 %-Pensum angestellt.
Mit Verf�gung vom 18. April 1997 lehnte die SUVA die �bernahme weiterer Heilungskosten mit Wirkung ab gleichem Datum ab und verweigerte den Anspruch auf die Ausrichtung einer Invalidenrente, einer Integrit�tsentsch�digung oder weiterer Taggeldleistungen. Im Rahmen eines hiegegen gef�hrten Einspracheverfahrens wurde festgestellt, dass die Versicherte von August 1998 bis April 1999 versucht hatte, berufsbegleitend eine kaufm�nnische Lehre nachzuholen, die wegen Konzentrationsproblemen jedoch wieder abgebrochen wurde. In einem Begutachtungsbericht vom 5. Mai 1999 diagnostizierte Dr. med. B.________, Chefarzt f�r Rheumatologie am Zentrum Z.________, im Wesentlichen ein m�ssiges cervico-brachiales Schmerzsyndrom bei Status nach Heck-Auffahrkollision vom 24. August 1995 ohne neurologische Ausf�lle und mit leicht bis mittelstark beeintr�chtigtem neuropsychologischem Profil. Mit Entscheid vom 10. November 1999 wies die SUVA die Einsprache ab.
Hiegegen liess K.________ beim Versicherungsgericht des Kantons Aargau Beschwerde erheben und beantragen, in Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei die SUVA zu verpflichten, ab 18. April 1997 die Pflege- und Heilungskosten weiterhin zu �bernehmen, Taggeldleistungen zu gew�hren und ihr eine Rente sowie eine angemessene Integrit�tsentsch�digung auszurichten. Mit der Replik wurde ein Bericht der Rehaklinik R.________ vom 27. Juni 2000 eingereicht.
K.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und die vorinstanzlichen Rechtsbegehren erneuern. Sie beantragt zudem, die SUVA sei zu verpflichten, unter Wahrung des rechtlichen Geh�rs ein interdisziplin�res Gutachten zur Beurteilung der Arbeitsf�higkeit und zur Bemessung der Integrit�tsentsch�digung einzuholen.
Mit Schreiben vom 29. August 2002 hat die Beschwerdef�hrerin unaufgefordert einen aktualisierten medizinischen Bericht der Rehaklinik R.________ vom 14. August 2002 ins Recht gelegt, welcher eine 70 %ige Arbeitsf�higkeit attestiert.
Streitig und zu pr�fen ist, ob die SUVA mit Einspracheentscheid vom 10. November 1999 zu Recht weitere Leistungen f�r die Zeit ab dem 18. April 1997 abgelehnt hat. Sie begr�ndete dies damit, bez�glich der Schleudertrauma-Folgen fehle es an der Ad�quanz des Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Unfall. Dabei bejahte sie den nat�rlichen Kausalzusammenhang und pr�fte die Ad�quanz nach den in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa erstellten Grunds�tzen.
Im kantonalen Entscheid werden die gesetzlichen Voraussetzungen �ber die Gew�hrung von Versicherungsleistungen bei Unf�llen, namentlich den Anspruch auf Taggeldleistungen (Art. 16 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 UVG) und Heilbehandlung (Art. 10 UVG) unter Hinweis auf den Einspracheentscheid vom 10. November 1999 dargelegt. Darauf wird verwiesen. Die Vorinstanz hat jedoch die f�r die Ad�quanzpr�fung zu ber�cksichtigenden Kriterien von BGE 115 V 139 f., statt von BGE 117 V 359 ff. dargestellt, obwohl sie erwogen hat, es sei im vorliegenden Fall die Ad�quanzpr�fung nach BGE 117 V 359 ff. vorzunehmen. Zudem ist zu ber�cksichtigen, dass f�r die richterliche Beurteilung grunds�tzlich die tats�chlichen Verh�ltnisse zur Zeit des Erlasses des strittigen Einspracheentscheids massgebend sind (RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 Erw. 2 mit Hinweisen).
Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 10. November 1999) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
3.1 Die Vorinstanz hat auf die einschl�gigen Arztberichte abgestellt und daraus gefolgert, insbesondere auf Grund des umfassenden Gutachtens von Dr. med. B.________ vom 5. Mai 1999 seien die muskul�re Dysbalance des Schulterg�rtels als sekund�re, die neuropsychologischen Defizite mit gr�sster Wahrscheinlichkeit als direkte Folgen und die stark neurotische Depression als Folge des Unfalls zu bezeichnen. Der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 24. August 1995 war somit zu bejahen. Zum ad�quaten Kausalzusammenhang f�hrte das kantonale Gericht aus, der Begr�ndung der SUVA, wonach die Dauerbeschwerden nicht unfallkausal, sondern ausschliesslich durch vorbestandene psychische Defizite bedingt w�ren, k�nne nicht ohne weiteres gefolgt werden. Da im konkreten Fall die typischen Beschwerden von Schleudertraumaverletzungen vorlagen und eindeutige Hinweise auf eine psychische �berlagerung fehlten, ist sie zu Recht von einem Schleudertrauma ausgegangen und hat f�r die Beurteilung der Ad�quanz BGE 117 V 359 ff. angewendet. Die Vorinstanz ordnete das Geschehen als mittleres Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen ein und kam zum Schluss, nach erfolgter Gesamtw�rdigung der Umst�nde seien nur der schwierige Heilungsverlauf sowie die Dauerbeschwerden und somit lediglich eine Minderheit der zu ber�cksichtigenden unfallbezogenen Kriterien erf�llt. Die massgebenden Faktoren l�gen nicht in geh�ufter oder auffallender Weise vor, weshalb der ad�quate Kausalzusammenhang zu verneinen sei.
3.2 Demgegen�ber macht die Beschwerdef�hrerin geltend, die Vorinstanz h�tte den Unfall als Ereignis mittlerer Schwere bezeichnen sollen, ohne ihn mit dem gew�hlten Zusatz "im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen" zu erg�nzen. Eine weitergehende Qualifikation des Unfalls, der unstreitig im mittleren Bereich liege, sei nicht erforderlich, da die geforderten Kriterien ohnehin in geh�ufter und teilweise sehr ausgepr�gter Art erf�llt seien. Dabei beanstandet sie, das Kriterium des Ausmasses und der Dauer der Arbeitsunf�higkeit sei zu Unrecht unber�cksichtigt geblieben. Ab Oktober 1999 sei es zu einer Exazerbation der Beschwerden gekommen, welche auf Anfang Februar 2000 zu einer �rztlich attestierten Reduktion der Arbeitsf�higkeit auf 75 % und auf Anfang Dezember 2000 auf 70 % gef�hrt habe. Zudem sei das Kriterium der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung als erf�llt zu betrachten.
3.3 Die Vorinstanz hat zu Recht festgehalten, das Geschehen vom 24. August 1995 sei als mittleres Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen einzuordnen. Ebenfalls zutreffend hat sie im angefochtenen Entscheid ber�cksichtigt, dass Dr. med. B.________ in seinem am 5. Mai 1999 verfassten Gutachten festgestellt hatte, die Beschwerdef�hrerin sei ab September 1996 zu h�chstens 10 % in ihrer beruflichen T�tigkeit als Sekret�rin beeintr�chtigt gewesen, dass ihre berufliche Situation damit als optimal bezeichnet werden konnte und dass offenbar auch eine Erh�hung des Pensums auf 100 % geplant gewesen war. Hingegen trifft es zu, dass die �rzte der Rehaklinik R.________ in einem Gutachten vom 27. Juni 2000 ab Februar 2000 eine Arbeitsf�higkeit von lediglich 75 % attestiert hatten und im kantonalen Entscheid nicht gepr�ft wurde, ob das Kriterium der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung erf�llt war.
3.4 Trotz dieser Beanstandungen sind die in Frage kommenden Kriterien im vorliegenden Fall nicht in der erforderlichen Weise erf�llt. Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin kann das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunf�higkeit bei einer h�chstens 10 %igen Einschr�nkung nicht entscheidend ins Gewicht fallen. Zudem ist zu beachten, dass sich die im Gutachten vom 27. Juni 2000 attestierte Arbeitsunf�higkeit von 25 % auf die tats�chlichen Verh�ltnisse nach Erlass des strittigen Einspracheentscheids bezieht. Nachdem im kantonalen Entscheid zutreffend festgehalten wurde, der Unfall vom 24. August 1995 sei als mittleres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen einzuordnen, k�nnte unter diesen Umst�nden auch die Erf�llung des von der Vorinstanz nicht gepr�ften Kriteriums der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung nicht ausschlaggebend sein. Denn f�r die Bejahung der Ad�quanz w�ren nach dem Ausscheiden des Kriteriums des Ausmasses und der Dauer der Arbeitsunf�higkeit ohnehin ungen�gende in geh�ufter oder auffallender Weise erforderliche Kriterien gegeben.

References: BGE 
 Art. 19
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