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Timestamp: 2019-10-22 12:57:47+00:00

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BGH, 26.04.2012 - VII ZB 36/10 - dejure.org
https://dejure.org/2012,11342
BGH, 26.04.2012 - VII ZB 36/10 (https://dejure.org/2012,11342)
BGH, Entscheidung vom 26.04.2012 - VII ZB 36/10 (https://dejure.org/2012,11342)
BGH, Entscheidung vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10 (https://dejure.org/2012,11342)
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Berufungseinlegung: Unterschriftscharakter eines aus unleserlichen Zeichen bestehenden Schriftzugs; Postulationsfähigkeit des in Untervollmacht handelnden Rechtsanwalts
ZPO §§ 130, 519, 522, 574
Anforderungen an Unterzeichnung eines Schriftsatzes; Auswirkungen eines Vertreterzusatzes
Möglichkeit der Einordnung eines aus unleserlichen Zeichen bestehenden Schriftzugs am Ende einer Berufungsschrift als eine Unterschrift i.S.d. § 130 Nr. 6 ZPO
Unleserliche Schriftzeichen in Berufungsschrift als Unterschrift
Unleserliche Unterschrift bleibt Unterschrift (auch bei "i. V.")
Verfahrensrecht - Unleserliche Zeichen am Schriftsatzende: Unterschrift?
Schriftzug aus "Strichen, Punkten und Haken” - Ist das eine Unterschrift?
Krakelige Unterschrift
Zur Identifizierung einer unleserlichen Unterschrift genügen individuelle, charakteristische Merkmale - Berufung kann mit "i.V." unterschrieben werden
Muss die Unterschrift unter einem Schriftsatz leserlich sein? (IBR 2012, 428)
LG Augsburg, 04.03.2010 - 6 O 5362/06
OLG München, 10.05.2010 - 27 U 219/10
BGH, 14.08.2014 - VII ZR 127/13
MDR 2012, 797
BB 2012, 1357
AnwBl 2012, 660
AnwBl Online 2012, 211
ZfBR 2012, 552
Zugleich soll sichergestellt werden, dass es sich bei dem Schriftstück nicht nur um einen Entwurf handelt, sondern dass es mit Wissen und Willen des Berechtigten dem Gericht zugeleitet worden ist (…Senatsbeschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 7; BGH, Beschlüsse vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, NJW-RR 2012, 1140 Rn. 7 mwN;… vom 26. Oktober 2011 - IV ZB 9/11, juris Rn. 6 mwN).
Die hierfür erforderlichen Feststellungen trifft der Senat selbständig ohne Bindung an die Ausführungen des Berufungsgerichts (…Senatsbeschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 10 mwN;… BGH, Beschlüsse vom 9. Juli 2015 - V ZB 203/14, NJW 2015, 3104 Rn. 8; vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, NJW-RR 2012, 1140 Rn. 9).
(3) Entscheidend tritt hinzu, dass entgegen dem Berufungsgericht Zweifel an der Urheberschaft des Prozessbevollmächtigten des Klägers nicht bestehen (…vgl. BGH, Beschlüsse vom 16. Juli 2013 - VIII ZB 62/12, NJW-RR 2013, 1395 Rn. 13; vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, NJW-RR 2012, 1140 Rn. 13), so dass - wie dargelegt - eine großzügige Betrachtungsweise geboten ist.
Die Unterschrift soll die Identifizierung des Urhebers der schriftlichen Prozesshandlung ermöglichen und dessen unbedingten Willen zum Ausdruck bringen, die Verantwortung für den Inhalt des Schriftsatzes zu übernehmen (…Senat, Beschlüsse vom 22. November 2005 - VI ZB 75/04, VersR 2006, 387 Rn. 5; vom 15. Juni 2004 - VI ZB 9/04, VersR 2005, 136 und vom 9. Dezember 2003 - VI ZB 46/03, BGH-Report 2004, 406; BGH, Beschlüsse vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, NJW-RR 2012, 1140 Rn. 7;… vom 26. Oktober 2011 - IV ZB 9/11, Rn. 6 bei juris; vom 28. August 2003 - I ZB 1/03, MDR 2004, 349, 350; Urteile vom 11. Oktober 2005 - XI ZR 398/04, NJW 2005, 3773, 3774; vom 31. März 2003 - II ZR 192/02, VersR 2004, 487, 488).
Zugleich soll sichergestellt werden, dass es sich bei dem Schriftstück nicht nur um einen Entwurf handelt, sondern dass es mit Wissen und Willen des Berechtigten dem Gericht zugeleitet worden ist (BGH, Beschlüsse vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, aaO, Rn. 7;… vom 26. Oktober 2011 - IV ZB 9/11, Rn. 6 bei juris).
Dabei ist in Anbetracht der Variationsbreite, die selbst Unterschriften ein und derselben Person aufweisen, jedenfalls bei gesicherter Urheberschaft ein großzügiger Maßstab anzulegen (…vgl. BGH, Beschlüsse vom 16. Juli 2013 - VIII ZB 62/12, NJW-RR 2013, 1395 Rn. 11 f.; vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, aaO, Rn. 8;… vom 17. November 2009 - XI ZB 6/09, NJW-RR 2010, 358 Rn. 12;… vom 27. September 2005 - VIII ZB 105/04, VersR 2006, 1661, Rn. 8 mwN; Urteil vom 11. Oktober 2005 - XI ZR 398/04, NJW 2005, 3773, 3774).
Die hierfür erforderlichen Feststellungen trifft der Senat selbständig ohne Bindung an die Ausführungen des Berufungsgerichts (BGH, Beschlüsse vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, NJW-RR 2012, 1140 Rn. 9;… vom 9. Februar 2010 - VIII ZB 67/09, MietPrax-Ak § 130 ZPO Nr. 1 Rn. 11 …und vom 17. November 2009 - XI ZB 6/09, NJW-RR 2010, 358 Rn. 13; Urteil vom 24. Juli 2001 - VIII ZR 58/01, VersR 2002, 589).
Diesem Schriftformerfordernis ist nach ständiger Rechtsprechung nur entsprochen, wenn das maßgebliche Schriftstück von demjenigen, der die Verantwortung für seinen Inhalt trägt, eigenhändig, d.h. mit einem die Identität des Unterschreibenden ausreichend kennzeichnenden, individuellen Schriftzug handschriftlich unterzeichnet ist (…vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 2. August 2002 IV R 14/01, BFH/NV 2002, 1604, m.w.N.; Beschluss des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 26. April 2012 VII ZB 36/10, Monatsschrift für deutsches Recht --MDR-- 2012, 797; zur Kritik z.B. Seer in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 120 FGO Rz 44 f. und Brandis, ebenda, § 64 FGO Rz 4 ff., je m.w.N.).
Jedenfalls ist bei gesicherter Urheberschaft ein großzügiger Maßstab anzulegen (BGH-Beschluss in MDR 2012, 797).
Denn auch ein nicht lesbarer Namenszug ist, was die Beschwerdeerwiderung übersieht, als Unterschrift anzuerkennen, wenn der Unterzeichner - wie vorliegend der Prozessbevollmächtigte des Beklagten zu 1 - auch sonst in gleicher oder ähnlicher Weise unterschreibt (BGH, Beschluss vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, NJW-RR 2012, 1140 Rn. 8).
Insbesondere soll die Unterschrift die Identifizierung des Urhebers der schriftlichen Prozesshandlung ermöglichen und dessen unbedingten Willen zum Ausdruck bringen, die Verantwortung für den Inhalt des Schriftsatzes zu übernehmen (…Senatsbeschluss vom 26. Oktober 2011 - IV ZB 9/11, juris Rn. 6; BGH, Beschlüsse vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, juris Rn. 7;… vom 26. April 2012 - VII ZB 83/10, juris Rn. 7;… vom 22. November 2005 - VI ZB 75/04, VersR 2006, 387 Rn. 5; Urteil vom 10. Mai 2005 - XI ZR 128/04, VersR 2006, 427 unter B II 1 a; jeweils m.w.N.).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes liegt eine Unterschrift im Sinne des § 130 Nr. 6 ZPO vor, wenn "ein aus unleserlichen Zeichen bestehender Schriftzug am Ende einer Berufungsschrift" durch seine "individuellen, charakteristischen Merkmale die Wiedergabe eines Namens erkennen" lässt und diese aufgrund einer Gesamtwürdigung aller dem Berufungsgericht bei Ablauf der Berufungsfrist zur Verfügung stehenden Umstände die Identifizierung des Ausstellers ermöglichen (siehe BGH, Beschluss v. 26.04.2012, VII ZB 36/10, MDR 2012, 797; BeckRS 2012, 10862).
Auf die Rechtsbeschwerde des Beklagten wurde der Beschluss des Senats vom 10. Mai 2010 durch Beschluss des BGH vom 26.04.2012, VII ZB 36/10 aufgehoben und die Sache zur erneuten Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen (Bl. 188-192 d. A.).
(vgl. BGH Beschluss vom 17.11.2009 - XI ZB 6/09 - juris-; BGH Beschluss vom 26.4.2012 - VII ZB 36/10 - juris; BGH Beschluss vom 29.11.2016 - VI B 16/16 - juris).
LG Wuppertal, 23.04.2015 - 9 S 180/14
Berufung bei nicht ordnungsgemäßer Berufungsbegründungsschrift ohne Unterschrift …

References: § 130
 § 130
 § 120
 § 64
 § 130
 BGH 
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