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Timestamp: 2019-08-22 00:21:49+00:00

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Uh/Fragment 132 08 | VroniPlag Wiki | FANDOM powered by Wikia
Uh/Fragment 132 08
Seite: 132, Zeilen: 8-26
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In der Literatur und Rechtsprechung wird der Beginn des Menschseins zwar einhellig wie folgt festgelegt: „Bei regulärem Geburtsverlauf wird die Leibesfrucht zum Menschen im Sinne der Tötungsdelikte mit dem Einsetzen der Eröffnungswehen.“471 Mensch im Sinne des StGB wird man mit dem Beginn des Geburtsaktes und nicht erst wie bei § 1 BGB mit der Vollendung der Geburt.472 Der BGH und die Literatur geben damit eine Meinung wieder, die als gesichert und unstreitig gilt, was angesichts der Tatsache, dass im Strafrecht praktisch nichts unumstritten ist, erstaunlich ist.
Zum Kind wird man nach § 217 a.F. StGB also bereits in der Geburt. Die Gleichstellung zwingt dazu, es in der Geburt ebenfalls als Menschen einzustufen. Problematisch ist demgemäß nur, ab welchem Zeitpunkt sich das Kind in der Geburt befindet. Bei regulärem Geburtsverlauf bildet der Wendepunkt der Anfang der Eröffnungswehen. Auch nach der Abschaffung des § 217 StGB durch das sechste Strafrechtsreformgesetz wurde die ursprüng-[liche Abgrenzung zwischen Schwangerschaftsabbruch und Tötungsdelikt beibehalten und nur darauf hingewiesen, dass der Gesetzgeber eine nicht mehr zeitgemäße Privilegierung habe beiseitigen wollen.473]
Immerhin galt bis 1998 eine Vorschrift, die allgemein als „versteckte Legaldefinition“4 angesehen wurde. Gemeint ist §2171 StGB a.F., der wie folgt lautet: „Eine Mutter, welche ihr nichteheliches Kind in oder gleich nach der Geburt tötet, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren bestraft.“ Die Argumentation, die sich auf diese Vorschrift stützte, war die folgende: Das Töten eines Kindes in der Geburt steht dem Töten kurz danach gleich. Zum „Kind“ wird man also schon „in“ und nicht erst „nach“ der Geburt. Dass das Kind gleich nach der Geburt Mensch ist, steht außer Zweifel. Die Gleichstellung zwingt also dazu, es in der Geburt ebenfalls als Mensch einzustufen. Problematisch ist danach nur noch, ab wann das Kind sich „in“ der Geburt befindet. Jedenfalls bei regulärem Geburtsverlauf drängt sich die Antwort auf: Den Wendepunkt bildet der Anfang der Eröffnungswehen.
2 BGHSt 32,194.
3 Schönke/Schröder-Eser, StGB, 25. Aufl. 1997, vor § 211 Rn. 12. 4 Lüttger JZ 1971,133.
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References: § 1
 BGH 
 § 217
 § 217
 §2171
 § 211