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Timestamp: 2020-08-08 17:30:40+00:00

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Bilanzierung CLN-gesicherter Darlehensforderungen | Rechtslupe
Bilanzierung CLN-gesicherter Darlehensforderungen
Die Bestim­mun­gen des § 5 Abs. 1a EStG 2002 i.d.F. des Geset­zes zur Ein­däm­mung miss­bräuch­li­cher Steu­er­ge­stal­tun­gen vom 28.04.2006 [1] und des § 254 HGB i.d.F. des Bil­MoG vom 25.05.2009 [2] über die Bil­dung und Berück­sich­ti­gung von bilan­zi­el­len Bewer­tungs­ein­hei­ten sind nicht rück­wir­kend auf die Zeit­räu­me vor ihrem Inkraft­tre­ten anzu­wen­den.
Vor dem Inkraft­tre­ten jener Vor­schrif­ten kam die Bil­dung und steu­er­li­che Aner­ken­nung von bilan­zi­el­len Bewer­tungs­ein­hei­ten nur in Betracht, wenn die strik­te Beach­tung des Ein­zel­be­wer­tungs­grund­sat­zes in Ver­bin­dung mit dem Impa­ri­täts­prin­zip dazu füh­ren wür­de, dass ein den tat­säch­li­chen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen des Unter­neh­mens wider­spre­chen­des Bild ent­steht.
Eine Bewer­tungs­ein­heit zwi­schen den durch Credit Lin­ked Notes (CLN) ‑mit gegen­läu­fi­ger Zins­un­ter­be­tei­li­gung- gesi­cher­ten Dar­le­hens­for­de­run­gen einer Bank und deren Rück­zah­lungs­ver­pflich­tun­gen aus den CLN ist aus­ge­schlos­sen, soweit nach den betref­fen­den Emis­si­ons­be­din­gun­gen (hier: Ver­ein­ba­rung einer sog. Zins­un­ter­be­tei­li­gung zuguns­ten der Gläu­bi­ger der CLN) das Aus­fall­ri­si­ko der Dar­le­hens­for­de­run­gen im Ergeb­nis bei der emit­tie­ren­den Bank ver­bleibt.
Gemäß § 8 Abs. 1 KStG 1999 i.V.m. § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG 1997 n.F. hat die buch­füh­ren­de Bank in ihrer Bilanz das Betriebs­ver­mö­gen anzu­set­zen, das nach den han­dels­recht­li­chen Grund­sät­zen ord­nungs­mä­ßi­ger Buch­füh­rung (GoB) aus­zu­wei­sen ist. Dar­le­hens­for­de­run­gen sind in der Steu­er­bi­lanz gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 EStG 1997 n.F. eben­so wie in der Han­dels­bi­lanz gemäß § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB i.d.F. vor dem Gesetz zur Moder­ni­sie­rung des Bilanz­rechts (Bilanz­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz ‑Bil­MoG-) [3] ‑HGB a.F.- grund­sätz­lich mit ihren Anschaf­fungs­kos­ten, d.h. ihrem Nenn­wert anzu­set­zen [4]. Ist jedoch der Teil­wert einer For­de­rung auf­grund einer vor­aus­sicht­lich dau­ern­den Wert­min­de­rung nied­ri­ger als ihr Nenn­wert, so „kann“ statt des Nenn­werts der nied­ri­ge­re Teil­wert ange­setzt wer­den (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG 1997 n.F.). Er ent­spricht dem Betrag, den ein Erwer­ber des gan­zen Betriebs im Rah­men des Gesamt­kauf­prei­ses für das ein­zel­ne Wirt­schafts­gut anset­zen wür­de (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG 1997 n.F.). Bei Dar­le­hens­for­de­run­gen einer Bank, die grund­sätz­lich dem Umlauf­ver­mö­gen zuzu­ord­nen sind (§ 340e Abs. 1 Satz 2 HGB a.F.), wird ein nied­ri­ge­rer Teil­wert regel­mä­ßig jenem nied­ri­ge­ren Wert ent­spre­chen, der ihnen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 2 HGB a.F. am Abschluss­stich­tag bei­zu­le­gen ist. In Befol­gung des han­dels­recht­li­chen Nie­derstwert­prin­zips „ist“ daher gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG 1997 n.F. auch in der Steu­er­bi­lanz auf die­sen Wert abzu­schrei­ben [5].
Bei feh­len­der oder ein­ge­schränk­ter Boni­tät des Dar­le­hens­schuld­ners kann der Teil­wert der Rück­zah­lungs­for­de­rung unter den Nenn­wert sin­ken und ‑wenn es sich dabei um einen vor­aus­sicht­lich dau­ern­den Zustand han­delt- eine Teil­wert­ab­schrei­bung gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG 1997 n.F. gerecht­fer­tigt sein. Etwai­ge vor­han­de­ne Dar­le­hens­si­cher­hei­ten ‑wie im Streit­fall die Hypo­the­ken- sind bei der Teil­wert­be­mes­sung zu berück­sich­ti­gen [6].
Bei der Bemes­sung des Teil­werts der Dar­le­hens­for­de­run­gen des Refe­renz­pools sind die ‑sich gegen­läu­fig zur Min­de­rung des For­de­rungs­werts erge­ben­den- Redu­zie­run­gen der Kapi­tal­rück­zah­lungs­for­de­run­gen der Wert­pa­pier­in­ha­ber (Credit Default Swap) nach Maß­ga­be der Emis­si­ons­be­din­gun­gen nicht zu berück­sich­ti­gen.
Sowohl für die Han­dels­bi­lanz als auch für die Steu­er­bi­lanz gilt gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB a.F. i.V.m. § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG 1997 n.F. sowie gemäß § 6 Abs. 1 EStG 1997 n.F. der Grund­satz der Ein­zel­be­wer­tung. Danach ist jedes Wirt­schafts­gut für sich zu bewer­ten; die ein­schlä­gi­gen Bewer­tungs­re­geln sind auf jedes ein­zel­ne Wirt­schafts­gut und nicht auf eine Gesamt­heit ver­schie­de­ner, zusam­men­ge­fass­ter Wirt­schafts­gü­ter anzu­wen­den.
Die Recht­spre­chung lässt es aller­dings unter bestimm­ten Umstän­den zu, in die Bewer­tung eines Wirt­schafts­guts Sicher­hei­ten oder sons­ti­ge „Vor­tei­le“ einer Wert­min­de­rung kom­pen­sa­to­risch ein­zu­be­zie­hen [7]. Auf die­sem Gedan­ken beruht auch die für die Bewer­tung von Rück­stel­lun­gen in § 6 Abs. 1 Nr. 3a Buchst. c EStG 1997 n.F. ver­an­ker­te Pflicht zur Berück­sich­ti­gung künf­ti­ger Vor­tei­le, die mit der Erfül­lung der Pflicht vor­aus­sicht­lich ver­bun­den sein wer­den.
Die­se Recht­spre­chung ist jedoch in Bezug auf die Vor­tei­le des Credit Default Swap nicht ein­schlä­gig. Denn eine kom­pen­sa­to­ri­sche Berück­sich­ti­gung mit der Wert­min­de­rung ver­bun­de­ner Vor­tei­le kommt nur in Betracht, wenn die aus jenen Vor­tei­len resul­tie­ren­den Ertrags­chan­cen selbst nicht bilan­zie­rungs­fä­hig sind [8]. Sind die Vor­tei­le hin­ge­gen ihrer­seits bilan­zi­ell erfass­bar, wäre es sys­te­ma­tisch ver­fehlt, sie kom­pen­sa­to­risch im Rah­men der Wert­be­mes­sung eines ande­ren Wirt­schafts­guts zu berück­sich­ti­gen. So liegt der Fall hier: Die mit dem Credit Default Swap ver­bun­de­nen Vor­tei­le wer­den im Fal­le ihrer Rea­li­sie­rung bilan­zi­ell dadurch abge­bil­det, dass sich die von der Bank zu pas­si­vie­ren­den (und tat­säch­lich pas­si­vier­ten) Rück­zah­lungs­ver­bind­lich­kei­ten aus den Schuld­ver­schrei­bun­gen im Fal­le von For­de­rungs­aus­fäl­len gewinn­er­hö­hend ver­min­dern [9].
Der begehr­ten Teil­wert­ab­schrei­bung auf die Dar­le­hens­for­de­run­gen des Refe­renz­pools ste­hen kei­ne Grund­sät­ze zu Bewer­tungs­ein­hei­ten ent­ge­gen.
FG und Finanz­amt lei­ten ein Ver­bot der Teil­wert­ab­schrei­bung aus der mit dem Gesetz zur Ein­däm­mung miss­bräuch­li­cher Steu­er­ge­stal­tun­gen vom 28.04.2006 [1] in das Ein­kom­men­steu­er­ge­setz 2002 ein­ge­füg­ten Bestim­mung des § 5 Abs. 1a EStG 2002 n.F. ab. Danach sind die Ergeb­nis­se der in der han­dels­recht­li­chen Rech­nungs­le­gung zur Absi­che­rung finanz­wirt­schaft­li­cher Risi­ken gebil­de­ten Bewer­tungs­ein­hei­ten auch für die steu­er­li­che Gewinn­ermitt­lung maß­geb­lich. Dar­über hin­aus stüt­zen Finanz­amt und ihm fol­gend das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt [10] ihre Auf­fas­sung auf den mit dem Bil­MoG vom 25.05.2009 in das Han­dels­ge­setz­buch ein­ge­füg­ten § 254 HGB n.F. Nach des­sen Satz 1 sind dann, wenn Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de, Schul­den, schwe­ben­de Geschäf­te oder mit hoher Wahr­schein­lich­keit erwar­te­te Trans­ak­tio­nen zum Aus­gleich gegen­läu­fi­ger Wert­än­de­run­gen oder Zah­lungs­strö­me aus dem Ein­tritt ver­gleich­ba­rer Risi­ken mit Finanz­in­stru­men­ten zusam­men­ge­fasst wer­den (Bewer­tungs­ein­heit), § 249 Abs. 1, § 252 Abs. 1 Nr. 3 und 4, § 253 Abs. 1 Satz 1 und § 256a HGB n.F. in dem Umfang und für den Zeit­raum nicht anzu­wen­den, in dem die gegen­läu­fi­gen Wert­än­de­run­gen oder Zah­lungs­strö­me sich aus­glei­chen.
Auf die­se Geset­zes­be­stim­mun­gen kann aber für den Streit­fall ein Aus­schluss der Teil­wert­ab­schrei­bung nicht gestützt wer­den. Das folgt schon dar­aus, dass die Vor­schrif­ten zeit­lich nicht auf den Streit­fall anwend­bar sind, weil sie erst nach Ablauf des Ver­an­la­gungs­zeit­raums 2000 in die Geset­ze ein­ge­fügt wor­den sind. Eine Rück­wir­kung für die Zeit vor dem Inkraft­tre­ten hat der Gesetz­ge­ber weder § 5 Abs. 1a EStG 2002 n.F. noch § 254 HGB n.F. bei­gege­ben.
Außer­dem ord­net § 5 Abs. 1a EStG 2002 n.F. nur die Maß­geb­lich­keit einer „in der han­dels­recht­li­chen Rech­nungs­le­gung gebil­de­ten“ Bewer­tungs­ein­heit für die steu­er­li­che Bewer­tung an. Es ist indes anhand der tatrich­ter­li­chen Fest­stel­lun­gen nicht ersicht­lich, dass die Bank in ihrer Han­dels­bi­lanz eine Bewer­tungs­ein­heit aus den Dar­le­hens­for­de­run­gen und den CLN gebil­det hat. Nach den den Bun­des­fi­nanz­hof gemäß § 118 Abs. 2 FGO bin­den­den Fest­stel­lun­gen im Tat­be­stand des ange­foch­te­nen Urteils hat die Bank die Dar­le­hens­ver­bind­lich­kei­ten und die Schuld­ver­schrei­bun­gen aus den CLN in ihrem Jah­res­ab­schluss für das Streit­jahr viel­mehr getrennt von­ein­an­der bewer­tet. Auch § 254 HGB n.F. knüpft sei­ne Rechts­fol­gen gemäß dem Geset­zes­wort­laut an eine in der Han­dels­bi­lanz tat­säch­lich gebil­de­te Bewer­tungs­ein­heit; dies spricht dafür, die Bil­dung von Bewer­tungs­ein­hei­ten nach § 254 HGB n.F. als Wahl­recht, nicht aber als gesetz­li­che Ver­pflich­tung des Steu­er­pflich­ti­gen anzu­se­hen [11].
Auch vor Schaf­fung des § 254 HGB n.F. wur­de die Mög­lich­keit der Bil­dung von Bewer­tungs­ein­hei­ten dis­ku­tiert und wur­den Bewer­tungs­ein­hei­ten vor allem in der han­dels­recht­li­chen Bilan­zie­rungs­pra­xis von Kre­dit­in­sti­tu­ten tat­säch­lich gebil­det. Ins­be­son­de­re wur­den häu­fig Preis- und Kurs­si­che­rungs­ge­schäf­te mit den abge­si­cher­ten Grund­ge­schäf­ten zu Bewer­tungs­ein­hei­ten zusam­men­ge­fasst [12].
An die­se Pra­xis woll­te der Gesetz­ge­ber mit Schaf­fung des § 254 HGB n.F. offen­kun­dig anknüp­fen. Denn in der Begrün­dung des Geset­zes zur Moder­ni­sie­rung des Bilanz­rechts heißt es, die Neu­fas­sung des § 254 HGB die­ne der gesetz­li­chen Ver­an­ke­rung der im Schrift­tum als GoB ein­ge­stuf­ten bilan­zi­el­len Abbil­dung von Bewer­tungs­ein­hei­ten [13].
Die­se Aus­füh­run­gen in der Geset­zes­be­grün­dung bewir­ken aber ‑ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Finanz­amt und der Vor­in­stanz- nicht, dass § 254 HGB n.F. gleich­sam rück­wir­kend für die Ver­gan­gen­heit als GoB zu gel­ten hat. Denn ob und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen die Bil­dung von Bewer­tungs­ein­hei­ten den GoB ent­spricht und wann gege­be­nen­falls eine Pflicht zu einem sol­chen Vor­ge­hen bestand, war vor Gel­tung des Geset­zes zur Moder­ni­sie­rung des Bilanz­rechts weit­ge­hend unge­klärt [14]. Kon­sen­tiert war allen­falls, dass unter dem Gesichts­punkt des „True and fair view“ (vgl. § 264 Abs. 2 HGB a.F.) ein Abge­hen vom Ein­zel­be­wer­tungs­grund­satz dann gebo­ten sein kann, wenn des­sen strik­te Berück­sich­ti­gung in Ver­bin­dung mit dem Impa­ri­täts­prin­zip des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB a.F. dazu füh­ren wür­de, dass ein den tat­säch­li­chen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen des Unter­neh­mens wider­spre­chen­des Bild ent­steht [15].
Ob und inwie­weit die­se Vor­aus­set­zun­gen im Ver­hält­nis der akti­vier­ten Dar­le­hens­for­de­run­gen zu den zu pas­si­vie­ren­den CLN-Schuld­ver­schrei­bun­gen grund­sätz­lich gege­ben sein kön­nen, hängt u.a. davon ab, in wel­cher Wei­se sich die Ursa­chen für die (nach dem Ein­zel­be­wer­tungs­grund­satz) auf die Dar­le­hens­for­de­run­gen vor­zu­neh­men­den Wert­min­de­run­gen zu den gegen­läu­fi­gen Redu­zie­run­gen der Rück­zah­lungs­pflich­ten aus den Schuld­ver­schrei­bun­gen infol­ge des ver­ein­bar­ten Credit Default Swap ver­hal­ten. Nur wenn und soweit die­se Ursa­chen einer­seits dazu füh­ren, dass zwar Teil­wert­ab­schrei­bun­gen auf die Dar­le­hens­for­de­run­gen vor­zu­neh­men wären, ande­rer­seits jedoch auf der Pas­siv­sei­te ‑wegen des Impa­ri­täts­prin­zips- (noch) kei­ne Redu­zie­run­gen der Kapi­tal­rück­zah­lungs­pflich­ten vor­ge­nom­men wer­den könn­ten, wäre grund­sätz­lich Raum für die Bil­dung einer Bewer­tungs­ein­heit.
Inwie­fern die­se Gege­ben­hei­ten bei den CLN im All­ge­mei­nen und nach den im Streit­fall ver­ein­bar­ten Emis­si­ons­be­din­gun­gen im Beson­de­ren vor­lie­gen [16], bedarf für die hier in Rede ste­hen­den CLN der Klas­se Y kei­ner Ent­schei­dung. Denn bei die­sen han­delt es sich ‑soweit die Zins­un­ter­be­tei­li­gungs­ver­pflich­tung der Bank nach § 7 der Emis­si­ons­be­din­gun­gen reicht (9,3 Mio. €)- nicht um ein kom­pen­sa­to­ri­sches Siche­rungs­ge­schäft, weil nach den Mecha­nis­men die­ser CLN-Tran­che das Aus­fall­ri­si­ko aus dem Kre­dit-Pool in die­sem Umfang trotz des Credit Default Swap grund­sätz­lich bei der Bank ver­blie­ben ist. Die Bil­dung einer Bewer­tungs­ein­heit schei­det folg­lich man­gels siche­ren Risi­ko­aus­schlus­ses inso­weit aus.
Nach § 7 der Emis­si­ons­be­din­gun­gen wird den Gläu­bi­gern der Schuld­ver­schrei­bun­gen der CLN Klas­se Y in dem Umfang, in dem sich ihre Rück­zah­lungs­an­sprü­che infol­ge von For­de­rungs­aus­fäl­len aus dem Refe­renz­pool ver­min­dern, ein Aus­gleichs­an­spruch in Form der (begrenz­ten) Unter­be­tei­li­gung an allen aus dem Refe­renz­pool bei der Bank ein­ge­hen­den Zins­zah­lun­gen ein­ge­räumt. Es han­delt sich bei der Zins­un­ter­be­tei­li­gung dem­nach um ein gegen­läu­fig zum Credit Default Swap wir­ken­des Siche­rungs­in­stru­ment zuguns­ten der Gläu­bi­ger der CLN, wel­ches im wirt­schaft­li­chen Ergeb­nis dazu führt, dass der Credit Default Swap die Risi­ken aus den For­de­rungs­aus­fäl­len grund­sätz­lich erst ober­halb eines Aus­fall­vo­lu­mens von 9, 3 Mio. EUR von der Bank auf die Wert­pa­pier­in­ha­ber ver­la­gert. Die Siche­rung durch die Zins­un­ter­be­tei­li­gung erklärt im Übri­gen auch den Umstand, dass die CLN Klas­se Y trotz des höchs­ten Aus­fall­ri­si­kos zu einem gerin­ge­ren Satz ver­zinst wor­den sind (Euri­bor + 0,5%), als CLN-Klas­sen mit for­mal gerin­ge­rem Aus­fall­ri­si­ko, bei denen es aber an einer Sicher­heit wie der Zins­un­ter­be­tei­li­gung gefehlt hat.
Das Finanz­ge­richt hat die Berück­sich­ti­gung auch der Zins­un­ter­be­tei­li­gung im Rah­men der von ihm befür­wor­te­ten Bewer­tungs­ein­heit von Kre­dit­for­de­run­gen und CLN mit der Begrün­dung abge­lehnt, die Vor­aus­set­zun­gen für die Ent­ste­hung von Aus­gleichs­an­sprü­chen der Wert­pa­pier­in­ha­ber in Bezug auf die hier strei­ti­gen Kre­dit­for­de­run­gen sei­en noch nicht gege­ben gewe­sen, weil es noch nicht zu end­gül­ti­gen For­de­rungs­aus­fäl­len gekom­men sei. Die Vor­in­stanz beach­tet dabei jedoch nicht, dass man­gels end­gül­ti­ger For­de­rungs­aus­fäl­le zum Bilanz­stich­tag auch die Ansprü­che der Wert­pa­pier­in­ha­ber auf Kapi­tal­rück­zah­lung for­mal noch nicht geschmä­lert waren. Die Annah­me einer Bewer­tungs­ein­heit bie­tet kei­ne Recht­fer­ti­gung dafür, die noch nicht rea­li­sier­te spä­te­re Kür­zung der Rück­for­de­rungs­an­sprü­che als gegen­läu­fi­gen Vor­teil zur Wert­min­de­rung des Dar­le­hens zu berück­sich­ti­gen, den die­sem wie­der­um gegen­läu­fi­gen, unter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen ent­ste­hen­den künf­ti­gen Nach­teil in Form der Aus­gleichs­an­sprü­che aus der Zins­un­ter­be­tei­li­gung hin­ge­gen aus der Betrach­tung aus­zu­klam­mern. Eine Bewer­tungs­ein­heit erfor­dert es viel­mehr, alle für die Risi­ko­be­wer­tung rele­van­ten Kom­po­nen­ten des Grund- und des Siche­rungs­ge­schäfts in den Blick zu neh­men.
Soweit das Finanz­amt in sei­ner Revi­si­ons­er­wi­de­rung ver­sucht, die Siche­rungs­funk­ti­on der Zins­un­ter­be­tei­li­gung in Abre­de zu stel­len und in die­ser statt­des­sen eine auf­schie­bend beding­te Zusatz­ver­zin­sung des über­las­se­nen CLN-Kapi­tals sehen möch­te, ist dem nicht zu fol­gen. Die­se Beur­tei­lung steht im Wider­spruch zu den vom Finanz­ge­richt fest­ge­stell­ten Gege­ben­hei­ten. So knüpft die Zins­un­ter­be­tei­li­gung nicht an die Über­las­sung des CLN-Kapi­tals an, son­dern an den Ein­tritt der zur Kür­zung der Rück­zah­lungs­an­sprü­che füh­ren­den For­de­rungs­aus­fäl­le aus dem Refe­renz­pool. Des Wei­te­ren bemisst sich der Umfang des Anspruchs auf Zins­un­ter­be­tei­li­gung nicht nach der Höhe und dem Zeit­raum der Kapi­tal­über­las­sung, son­dern nach dem Grad der Schmä­le­rung der Rück­zah­lungs­for­de­rung. Und schließ­lich hat das Finanz­ge­richt die Siche­rungs­funk­ti­on der Zins­un­ter­be­tei­li­gung im Urteils­tat­be­stand aus­drück­lich fest­ge­stellt, ohne dass das Finanz­amt dies mit zuläs­si­gen und begrün­de­ten Rügen ange­grif­fen hät­te (§ 118 Abs. 2 FGO). Der vom Finanz­amt her­vor­ge­ho­be­ne Umstand, dass es sich bei dem Betrag der fixen Kap­pungs­gren­ze von 9, 3 Mio. € um den Betrag des geschätz­ten gewöhn­li­chen Aus­fall­ri­si­kos des Dar­le­hens-Pools gehan­delt habe, steht der beschrie­be­nen Siche­rungs­funk­ti­on der Zins­un­ter­be­tei­li­gung in kei­ner Wei­se ent­ge­gen.
Da die Zins­ein­nah­men aus dem Gesamt­port­fo­lio nach dem unbe­strit­ten geblie­be­nen Vor­brin­gen der Bank im Streit­jahr aus­ge­reicht haben, um das Gesamt­vo­lu­men der Zins­un­ter­be­tei­li­gung von 9, 3 Mio. € abzu­de­cken und die für die in Rede ste­hen­de Teil­wert­ab­schrei­bung zum 31.12.2000 rele­van­ten (dro­hen­den) For­de­rungs­aus­fäl­le aus dem Refe­renz-Pool den Betrag der fes­ten Kap­pungs­gren­ze von 9, 3 Mio. € nicht über­schrit­ten haben, war zum Bilanz­stich­tag davon aus­zu­ge­hen, dass die Zins­un­ter­be­tei­li­gung die mög­li­che Kür­zung der Rück­zah­lungs­ver­pflich­tun­gen aus den Schuld­ver­schrei­bun­gen der CLN-Klas­se Y in vol­lem Umfang abge­deckt hat. Inso­weit kommt mit­hin eine Ver­pflich­tung zur Bil­dung von Bewer­tungs­ein­hei­ten zwi­schen Dar­le­hens­for­de­run­gen und Schuld­ver­schrei­bun­gen nicht in Betracht und ist eine Teil­wert­ab­schrei­bung auf die Dar­le­hens­for­de­run­gen nicht aus­ge­schlos­sen.
Neben der sonach bestehen­den Mög­lich­keit, ggf. Teil­wert­ab­schrei­bun­gen auf die aus­fall­be­droh­ten Dar­le­hens­for­de­run­gen vor­zu­neh­men, schei­det die Bil­dung von Rück­stel­lun­gen für die dro­hen­de Inan­spruch­nah­me aus der Zins­un­ter­be­tei­li­gung gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 3a Buchst. c EStG 1997 n.F. jeden­falls des­halb aus, weil der aus der Zins­un­ter­be­tei­li­gung dro­hen­de Auf­wand durch die aus dem gegen­läu­fi­gen Credit Default Swap resul­tie­ren­de Ertrags­chan­ce ‑ein künf­ti­ger, mit der Erfül­lung der Ver­pflich­tung vor­aus­sicht­lich ver­bun­de­ner Vor­teil- kom­pen­siert wird [17]. Die von der Bank pas­si­vier­te Rück­stel­lung ist des­halb nicht anzu­er­ken­nen.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 2. Dezem­ber 2015 – I R 83/​13
BGBl I 2006, 1095, BStBl I 2006, 353[↩][↩]
BGBl I 2009, 1102, BStBl I 2009, 650[↩]
vom 25.05.2009, BGBl I 2009, 1102, BStBl I 2009, 650[↩]
BFH, Urteil vom 24.10.2006 – I R 2/​06, BFHE 215, 230, BStBl II 2007, 469[↩]
BFH, Urtei­le vom 20.08.2003 – I R 49/​02, BFHE 203, 319, BStBl II 2003, 941, und in BFHE 215, 230, BStBl II 2007, 469[↩]
BFH, Urteil in BFHE 215, 230, BStBl II 2007, 469[↩]
vgl. z.B. BFH, Urteil vom 08.11.2000 – I R 10/​98, BFHE 193, 406, BStBl II 2001, 349, zu noch nicht ent­stan­de­nen Rück­griffs­an­sprü­chen; BFH, Urteil in BFHE 215, 230, BStBl II 2007, 469, zu vor­aus­sicht­li­chen Erlö­sen aus der Ver­wer­tung von Kre­dit­si­cher­hei­ten; Hess. FG, Urteil vom 13.09.2011 – 4 K 3035/​07, EFG 2012, 812, zu Aus­fall­ga­ran­tien Drit­ter[↩]
zutref­fend Meinert/​Helios, DB 2014, 1697, 1700[↩]
vgl. Haisch/​Helios in Haisch/​Helios, Rechts­hand­buch Finanz­in­stru­men­te, 2011, § 2 Rz 147[↩]
Nds. FG, Urteil vom 24.10.2013 – 6 K 128/​11[↩]
vgl. Insti­tut der Wirt­schafts­prü­fer ‑IDW‑, Stel­lung­nah­me zur Rech­nungs­le­gung: Han­dels­recht­li­che Bilan­zie­rung von Bewer­tungs­ein­hei­ten [IDW RS HFi­nanz­amt 35], Rz 12, Fach­nach­rich­ten IDW 2011, 445; Förschle/​Usinger in Beck Bil-Komm., 9. Aufl., § 254 Rz 5; Hoffmann/​Lüdenbach, NWB Kom­men­tar Bilan­zie­rung, 7. Aufl., § 254 Rz 11 f.; a.A. Glaser/​Hachmeister, Betriebs-Bera­ter 2011, 555[↩]
vgl. z.B. Mei­nert, Die Bil­dung objekt­über­grei­fen­der Bewer­tungs­ein­hei­ten nach Han­dels- und Steu­er­recht, 2010, S. 53 ff.; Winkeljohann/​Geißler in Beck Bil-Komm., 6. Aufl., § 252 Rz 23 ff.; vgl. auch den Fall des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Finanz­ge­richt in des­sen Urteil vom 15.03.2000 – I 714/​91, EFG 2000, 1057; dazu Chris­ti­an­sen, Deut­sches Steu­er­recht ‑DStR- 2003, 264[↩]
BT-Drs. 16/​10067, S. 57[↩]
vgl. z.B. Mei­nert, a.a.O., S. 41 ff.; Blümich/​Krumm, § 5 EStG Rz 235, jeweils m.w.N.[↩]
vgl. Chris­ti­an­sen, DStR 2003, 264, 265, m.w.N.[↩]
vgl. zur Bilan­zie­rung von CLN all­ge­mein z.B. IDW, Stel­lung­nah­me zur Rech­nungs­le­gung: Bilan­zie­rung von Kre­dit­de­ri­va­ten [RS BFi­nanz­amt 1], Die Wirt­schafts­prü­fung 2002, 195; Haisch/​Helios, a.a.O., § 2 Rz 145 ff.; Wag­ner, Steu­ern und Bilan­zen 2004, 1085, 1087 f.; Geurts, DB 2001, 1163, 1165[↩]
vgl. Meinert/​Helios, DB 2014, 1697, 1702[↩]
Bilan­zie­rung CLN-gesi­cher­­ter Dar­le­hens­for­de­run­gen Die Bestim­mun­gen des § 5 Abs. 1a EStG 2002 i.d.F. des Geset­zes zur Ein­däm­mung miss­bräuch­li­cher Steu­er­ge­stal­tun­gen vom 28.04.2006 ((BGBl I 2006, 1095, BStBl I 2006,…
BilanzierungCredit Linked NotesDarlehensforderungKreditbesicherungKreditsicherheit

References: § 5
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 § 8
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 § 6
 § 253
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 § 252
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 § 118
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 § 2
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