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Timestamp: 2019-08-24 05:45:58+00:00

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BFH, 29.07.1969 - VII R 92/68 - dejure.org
BFH, 29.07.1969 - VII R 92/68
https://dejure.org/1969,508
BFH, 29.07.1969 - VII R 92/68 (https://dejure.org/1969,508)
BFH, Entscheidung vom 29.07.1969 - VII R 92/68 (https://dejure.org/1969,508)
BFH, Entscheidung vom 29. Juli 1969 - VII R 92/68 (https://dejure.org/1969,508)
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Klage - Übermittlung durch Telegramm - Prozeßbevollmächtigter - Unterzeichnung
BFHE 96, 381
NJW 1970, 1151
BStBl II 1969, 659
Der VII. Senat des BFH habe im Urteil vom 29. Juli 1969 VII R 92/68 (BFHE 96, 381, BStBl II 1969, 659) eine Klage für unzulässig gehalten, weil die Unterschrift nicht unter die Klageschrift, sondern nach Anführung der klagenden Partei an deren Anfang gesetzt gewesen sei.
Das Urteil VII R 92/68 betraf dagegen einen anderen Sachverhalt.
Vom Sachverhalt des dem IV. Senat nunmehr zur Entscheidung vorliegenden Falles unterscheidet sich dieser Sachverhalt schon dadurch, daß es sich bei dem Urteil VII R 92/68 um die Zulässigkeit einer Klage und damit um die Auslegung des § 64 FGO handelte, während der IV. Senat nunmehr über die Ordnungsmäßigkeit einer Revisionsbegründung und damit über die Auslegung des § 120 Abs. 1 Satz 1 FGO zu entscheiden hat.
Außerdem unterscheidet sich der dem IV. Senat zur Entscheidung vorliegende Sachverhalt dadurch von dem des Urteils VII R 92/68, daß in dem vom VII. Senat entschiedenen Streitfall ein dazu berechtigter seinen Namen auf den bestimmenden Schriftsatz der Klageerhebung geschrieben hatte, wenn auch nicht an einer für die deutsche Gerichtsbarkeit üblichen Stelle.
Der Große Senat war daher der Auffassung, daß beide Fälle nicht so übereinstimmen, daß die vom IV. Senat beabsichtigte Entscheidung hinsichtlich des Fehlens der Unterschrift unter der Revisionsbegründung als Abweichung im Sinne des § 11 Abs. 3 FGO gegenüber dem Urteil VII R 92/68 anzusehen ist.
Der BFH hat außer in den bereits angeführten Urteilen I R 15/71 und VII R 92/68 noch in mehreren anderen Entscheidungen zu Mängeln hinsichtlich der Unterzeichnung von bestimmenden Schriftsätzen Stellung genommen.
BFH, 14.07.1971 - I R 15/71
"Schriftlich" heißt, daß die Revisionsbegründungsschrift vom Revisionskläger oder seinem Prozeßbevollmächtigten handschriftlich unterzeichnet sein muß (…BFH-Beschluß VI R 230/68, a.a.O.; BFH-Urteil VII R 92/68 vom 29.07.1969, BFH 96, 381, BStBl II 1969, 659 [BFH 29.07.1969 - VII R 92/68]; grundsätzlich auch BFH-Urteile III R 86/68 vom 29.08.1969, BFH 97, 226, BStBl II 1970, 89 [BFH 29.08.1969 - III R 86/68]; III R 32/70 vom 18.12.1970, BFH 101, 349, BStBl II 1971, 329 [BFH 18.12.1970 - III R 32/70]; III R 127/69 vom 15.01.1971, BFH 101, 475, BStBl II 1971, 397 [BFH 15.01.1971 - III R 127/69]).
"Unterzeichnen" bedeutet, wie in dem BFH-Urteil VII R 92/68 (…a.a.O.) für die Klageschrift ausgeführt ist, daß der Kläger oder der Prozeßbevollmächtigte seine Namensunterschrift unter die von ihm abgegebene, den notwendigen Inhalt der Klageschrift umfassende Erklärung setzt.
Der Senat braucht nicht abschließend zu prüfen, ob er dieser Auffassung in jedem Fall folgen und - wie der VII. Senat in dem Urteil VII R 92/68 (…a.a.O.) - auch eine Unterschrift auf der ersten Seite des Schriftsatzes nicht genügen lassen würde.
Der Senat befindet sich insoweit im Einklang mit den BFH-Entscheidungen VII R 92/68 (…a.a.O.) und VI R 230/68 (…a.a.O.).
BGH, 25.09.1979 - VI ZR 79/79
Auch die oberen Gerichtshöfe der übrigen Gerichtsbarkeiten haben diese strenge Auffassung zur notwendigen eigenhändigen Unterschrift bei Rechtsmittel- und Rechtsmittelbegründungsschriften vertreten (BVerwGE 13, 141, 142 ff = NJW 1962, 555; BAGE 3, 55 - NJW 1956, 1413; BAG-Urteil vom 26. Januar 1976 - 2 AZR 506/74 = NJW 1976, 1285; BSGE 6, 256, 259 f; 16, 240, 242; 37, 279, 280 [m.w.Nachw.]; BFHE 96, 381 = JZ 1970, 254; 98, 233, 234; 104, 497; 111, 278, 281 ff = NJW 1974, 1582 [Entscheidung des Großen Senats v. 5. November 1973 mit ausführlicher Darstellung der Rechtsprechung in den übrigen Gerichtszweigen]).
Der Bundesgerichtshof ist dieser Entscheidung bereits in seinem soeben erwähnten Urteil vom 28. Januar 1971 (…a.a.O.) entgegengetreten; im Schrifttum hat vor allem Hagen (SchlHA 1973, 57 f) gewichtige Gründe gegen sie ins Feld geführt; die sie verteidigenden Besprechungen von Vollkommer (NJW 1970, 1051; JZ 1970, 254 und 655) und Späth (AnwBl 1971, 286; VersR 1972, 24; 1974, 625; 1977, 339; 1978, 605) vermögen nicht zu überzeugen.
BFH, 14.07.1971 - II S 15/71
Bevollmächtigte - Revisionsbegründung - Begleitschreiben - …
"Schriftlich" heißt, daß die Revisionsbegründungsschrift vom Revisionskläger oder seinem Prozeßbevollmächtigten handschriftlich unterzeichnet sein muß (…BFH-Beschluß VI R 230/68, a. a. O.; BFH-Urteil VII R 92/68 vom 29. Juli 1969, BFH 96, 381, BStBl II 1969, 659; grundsätzlich auch BFH-Urteile III R 86/68 vom 29. August 1969, BFH 97, 226, BStBl II 1970, 89; III R 32/70 vom 18. Dezember 1970, BFH 101, 349, BStBl II 1971, 329; III R 127/69 vom 15. Januar 1971, BFH 101, 475, BStBl II 1971, 397).
"Unterzeichnen" bedeutet, wie in dem BFH-Urteil VII R 92/68 (…a. a. O.) für die Klageschrift ausgeführt ist, daß der Kläger oder der Prozeßbevollmächtigte seine Namensunterschrift unter die von ihm abgegebene, den notwendigen Inhalt der Klageschrift umfassende Erklärung setzt.
Der Senat braucht nicht abschließend zu prüfen, ob er dieser Auffassung in jedem Fall folgen und -- wie der VII. Senat in dem Urteil VII R 92/68 (…a. a. O.) -- auch eine Unterschrift auf der ersten Seite des Schriftsatzes nicht genügen lassen würde.
Der Senat befindet sich insoweit im Einklang mit den BFH-Entscheidungen VII R 92/68 (…a. a. O.) und VI R 230/68 (…a. a. O.).
Im Urteil in BFHE 96, 381, BStBl II 1969, 659 vertrat der BFH noch die Auffassung, daß die Klage - abgesehen von der Übermittlung durch Telegramm - vom Kläger oder seinem Prozeßbevollmächtigten handschriftlich unterzeichnet sein müsse; er ließ im Urteilsfall den unter der Bezeichnung der klagenden Partei eigenhändig geschriebenen Namen der Klägerin nicht genügen.
BFH, 16.08.1979 - I R 95/76
Postulationsfähige Person - Revision - Einlegung der Revision - Frist - …
aa) Der VII. Senat des BFH hat bei nicht handschriftlicher Unterzeichnung der Klageschrift Wiedereinsetzung in den vorigen Stand für grundsätzlich zulässig gehalten (vgl. BFH-Urteil vom 29. Juli 1969 VII R 92/68, BFHE 96, 381 [385], BStBl II 1969, 659).
VGH Bayern, 22.03.2010 - 11 CE 09.3150
"Schriftlichkeit" der Einlegung einer Beschwerde
Bei in einem gerichtlichen Verfahren eingereichten bestimmenden Schriftsätzen muss die Unterschrift deshalb unter den Erklärungen stehen, die zum notwendigen Inhalt eines solchen Schriftsatzes gehören (BFH vom 29.7.1969 JZ 1970, 254/255).
Eine auf diese Weise vorgenommene Unterzeichnung einer Rechtsmittelschrift genügt deshalb den Anforderungen des - allein maßgeblichen - deutschen Prozessrechts auch dann nicht, wenn eine derartige "Rubrumsunterschrift" in Österreich üblich sein sollte und sie von den dortigen Gerichten ggf. anerkannt wird (BFH vom 29.7.1969, a.a.O., S. 255 f.).
BGH, 06.12.1979 - VII ZB 13/79
Anwaltsprozess - Rechtsmittel - Eigenhändige Unterschrift - Fristablauf
Nach ständiger Rechtsprechung des Reichsgerichtes (RGZ 31, 375, 378; 151, 82 ff), des Bundesgerichtshofs (z.B. BGH NJW 1955, 546; BGHZ 37, 156, 157 ff; 65, 46, 47; Urteil vom 28. Januar 1971 - IX ZR 50/70 = MDR 1971, 576; BGH NJW 1975, 494 [BGH 09.12.1974 - III ZR 145/72]; 1976, 966 f, zuletzt das zur Veröffentlichung bestimmte Urteil vom 25. September 1979 - VI ZR 79/79 m.w.N.) und anderer Oberster Bundesgerichte (z.B. BAGE 3, 55; 11, 130, 131; BVerwG NJW 1966, 1043 Nr. 22 m.w.N.; BSG NJW 1965, 1043 m.w.N.; BFHE 96, 381; 111, 278, 281 ff m.w.N.) müssen Rechtsmittel- und Rechtsmittelbegründungsschriften als bestimmende Schriftsätze in Anwaltsprozessen von einem beim Rechtsmittelgericht zugelassenen Rechtsanwalt unterzeichnet sein.
OLG Nürnberg, 28.10.2011 - 12 W 1374/11
Vollstreckbarerklärung ausländischer Entscheidungen: Nachholung der Unterschrift …
Für die vorliegend in dem Antrag vom 23.03.2011 erfolgte Rubrumsunterzeichnung nach österreichischem Recht hat der Bundesfinanzhof (BFHE 96, 381 = NJW 1970, 1151) entschieden, dass diese Form der Abzeichnung keine wirksame Unterschrift nach deutschem Prozessrecht darstellt.
BGH, 09.12.1974 - III ZR 145/72
Ersatzansprüche - Schriftliche Anmeldung - Unterschrift
Demgegenüber i s t i n d e r h ö c h s t r i c h t e r l i c h e n R ech tsp rech u n g a n e rk a n n t, daß i n A n w a lts p ro z e sse n bestim m ende S c h r i f t s ä t z e von dem R e c h ts a n w a lt g ru n d s ä t z l i c h e ig e n h ä n d ig u n te r s c h r ie b e n s e in m üssen (RGZ 151, 82 und im A nschluß d a ra n BGH NJW 1952, 934; VersR 1971, 665; BGHZ 37, 156; BAG 3, 55; BFH JZ 1970, 254 und 654; BSGE 6, 256; 8, 142; 12, 230; BVerwGE 2, 190; v g l. auch BVerwGE 36, 2 9 6 ).
BFH, 20.02.1970 - VI R 230/68
Revision - Schriftliche Begründung - Handschriftliche Unterzeichnung
BFH, 24.11.1971 - I R 116/71
Klageschrift - Prozeßbevollmächtigter - Unterzeichnung durch Angestellten - …
OLG München, 20.07.1979 - 25 U 2662/79
Erfordernis der eigenhändigen Unterschrift eines bei dem Rechtsmittelgericht …
BFH, 14.07.1971 - I R 60/71
Klageschrift - Unterzeichnung vom Steuerbevollmächtigten - Nachreichen der …
BFH, 05.12.1969 - VI B 74/69
Revisionsverfahren - Weitere Klärung - Aufwendungen verheirateter Wehrpflichtiger …
BSG, 17.02.1971 - 2 RU 146/67
BFH, 10.02.1982 - VIII R 193/78

References: § 64
 § 120
 § 11
 BGH 
 BGH 
 BGH