Source: https://pacohoro.org/2016/10/die-suche-nach-der-verlorenen-zeit/
Timestamp: 2019-12-11 02:49:39+00:00

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Das fiktive Zwiegespräch: – pacohoro.org
Das fiktive Zwiegespräch:
Richard David Precht & Meikel Kreuchauf (HFP) sprechen über:
„Die Suche nach der verlorenen Zeit“
Vor nicht allzu langer Zeit habe ich ein kurzes Filmchen in Internet gesehen, wo Richard David Precht – vom Geld ausgehend – auf den Wert der Zeit zu sprechen kommt.
Doch seht selbst was er hat gesagt:
Jeder hat seinen Preis, das ist die Grundlage des Geldes.
Das heißt wir sind Kapitalisten, Investoren in unseren Spaß, Investoren in unseren Freundeskreis, Investoren in unsere Liebesbeziehungen, Investoren in unsere materiellen Bedürfnisse geworden.
Und diese Entwicklung die führt dazu, dass wir damit nicht restlos glücklich werden, sondern dass wir das Gefühl haben, irgendwas ist verloren gegangen in diesem Prozess, und dieses Gefühl ist die Grundlage dafür, über alternative Modelle nachzudenken.
Aber diese alternativen Modelle werden jetzt nicht so eine Art Staatssozialismus sein, sondern es wird eine weitere Evolution der kapitalistischen Werte sein, und der wichtigste Wert, der sich jetzt entwickeln wird, der zu kurz gekommen ist, ist der Wert der Zeit.
Zeit ist der größte Luxus im Wohlstand. Zeit ist aber etwas, was in unserer gegenwärtigen Ökonomie immer weiter verkürzt worden ist. Früher hatten Menschen, obwohl sie nicht alt wurden, unendlich viel Zeit. Sie hatten nicht mal Uhren. Sie haben ihre Zeit gar nicht gemessen. Sie konnten sich gar nicht unter Druck setzen. Außer dem Tagesrhythmus der Sonne, gab es nichts was sie unter Druck gesetzt hat.
Heute wird uns die Zeit gestohlen, mit den Uhren fing das an, mit den Handys geht das weiter, sie müssen erreichbar sein, sie müssen verfügbar sein, ihre Zeit wird völlig verhexelt.
Und wir erleben jetzt eine junge Generation, die einerseits das alles mitmacht und auf der anderen Seite eine immer stärkere Sehnsucht nach verlässlichen Bindungen, d.h. der Wert der Freundschaft wird immer größer. Irgendwas im Leben, was kein ablaufendes Haltbarkeitsdatum hat.
Und das Zweite ist eben, so viel Zeit zu gewinnen wie möglich – für sich. Und das wird zu einer Transformation der Gesellschaft führen, in sehr vielen wichtigen Punkten. In Bezug auf Machtstrukturen, in Bezug auf die Frage:
Brauchen wir eigentlich noch mehr Zeug oder brauchen wir nicht einfach mehr Zeit?“
Welche Art von Kommunismus würden Sie eigentlich gut finden?
In welcher Zukunft ich leben will? Das wäre eine Welt, in der alle Völker taktvoll miteinander umgehen. Eine Welt, in der die Menschheit sich an die Rhythmen der Natur anpasst und in der sich jeder Mensch – von Geburt an – als vollwertiger Erdenbürger fühlen kann. Leider ist das zurzeit noch eine Traumwelt.
Vielleicht liegt das daran, dass die großen Utopien unserer Gesellschaft nicht in der Politik entwickelt werden, auch nicht von Philosophen, sondern in erster Linie aus dem Silicon-Valley kommen, also so wie wir mal leben werden oder wie wir leben, wird doch durch technologische Utopien bestimmt.
Wenn man sagt, wer macht die Zukunft, dann würde ich sagen, das Silicon-Valley macht die und erstaunlich ist, dass aus der Politik, von den Denkern, aus den Gelehrtenstuben im Grunde kaum Visionen oder Vorstellungen kommen zu der Frage, die Sie gerade gestellt haben, nämlich: Wie wollen wir leben?
Wir alle sehen und wissen, dass die Menschen über die Medien täglich mit Katastrophenmeldungen bombardiert werden. Der Klimawandel ist da nur eine von vielen Gefahren, die das Leben auf der Erde bedrohen.
Unsere Politiker versuchen eine Krise nach der anderen abzuwenden, obwohl sie anderseits diese Dauerkrisen selbst verursachen.
Unsere Philosophen haben zwischenzeitlich eine eigene Sprache entwickelt. Sie sagen viel richtiges, aber kaum jemand versteht sie noch oder hat Zeit, sich mit ihnen zu beschäftigen.
Wir selbst feiern seit mehr als 100 Jahren den industriellen Fortschritt, ist es also ein Wunder, dass unser Leben durch technologische Utopien bestimmt wird? … Die Frage ist wohl vielmehr: Wie lange wollen wir noch so leben?
Unsere Welt ist doch auch voller Lösungen und unsere Aufgabe muss es sein, ein positives Bewusstsein dafür zu wecken, dass es für ein Umdenken eben noch nicht zu spät ist.
Jetzt kann man sagen das Silicon-Valley oder diese Firmen stoßen in eine Lücke vor, die offensichtlich in unserer Gesellschaft da ist, sonst wären sie gar nicht so erfolgreich, nämlich einem eklatanten Utopie-Mangel in der Politik. Wie schön wäre es denn, wenn die Politik eine Vision anbieten könnte, wie die Menschen leben wollten, dann hätte man zumindest eine Konkurrenz zu diesen technologischen Utopien. Also wo bleiben die politischen Utopien?
Darüber möchte ich mit Ihnen reden, denn diese politischen Utopien sind schon da, sie schaffen es nur leider noch nicht über die 5%-Hürde. Aber das kann sich ändern, denn wir wollen diesem eklatanten Utopie-Mangel in der Politik, nämlich „ein für alle Mal“, ein Ende setzen.
Mit Pacohoro – der Friedenszeit – schlagen wir ein alternatives Zeit-Modell vor, welches – wie Sie es mal sehr schön formuliert haben – eine Evolution der kapitalistischen Werte einleiten soll, und der wichtigste Wert, der sich jetzt entwickeln soll, weil er immer zu kurz kam, ist der Wert der Zeit, denn Zeit ist der größte Luxus im Wohlstand.
Für unser Vorhaben sind aber Begriffe wie Kommunismus, Utopie oder Vision schon ziemlich abgenützt und verbraucht.
Die Friedensuhr, mit welcher ich Sie bekanntmachen will, umschreiben wir darum als „Unsere Version der Zukunft“, das klingt etwas Bodenständiger.
Sie ist ein Vorschlag, mit der Bitte an alle Völker, einmal über „Unsere Version der Zukunft“ nachzudenken, denn wir haben gute Gründe, die Zeit zu verändern.
Machen wir das mal, denken wir mal diese Utopien weiter, weil das würde mich sehr interessieren.
Ja gerne, denn wir können sogar versprechen, dass man „Unsere Version der Zukunft“ verstehen kann, weil unsere Idee „im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar“ ist, denn eine Uhr kann man nun mal anfassen und mitnehmen.
Das Ablesen der Friedensuhr ist dann sowieso ein Kinderspiel, sobald man bis 50 zählen kann.
Aber wir brauchen auch eine einfache Antwort auf die vielen Fragen, welche sich die Erdenbürger stellen. Denn viele Menschen sind äußerst besorgt, wenn sie an die Zukunft ihrer Kinder und Enkel oder an ihre eigene denken. Mit dieser Angst dürfen wir nicht spielen. Stattdessen geben wir den Völkern etwas Praktisches auf die Hand. Eine Uhr mit einem Symbol, welches sich mit der Hoffnung auf Frieden und Einigkeit verbündet hat.
Positiv eingestellte Menschen erwarten von der Politik:
Eine Transformation, sprich Veränderung der Gesellschaft. Schnellstmöglich bitte und ohne viel Blutvergießen, denn es ist ja schließlich schon 5 vor 12.
Da die Friedensuhr aber nur Takte und Impulse anzeigt, schafft sie dieses „5vor12denken“ quasi ab, indem sie den Aufbruch in eine neue Zeit signalisiert.
Aber mich interessiert eigentlich was anderes, deshalb habe ich sie gefragt. Wann kommt der Kommunismus? Marx hat ja prophezeit, wenn man so will, dass der Kommunismus in den fortschrittlichsten kapitalistischen Gesellschaften kommt…
…kurz gesagt: Silicon-Valley Kapitalismus, entfesselte Finanzmärkte, haben wir jetzt irgendwann, dann nicht diesen Punkt erreicht, wenn alles durch und durch kapitalisiert ist, wenn die Menschen sich überall auktionieren müssen, wie Ware, wenn sie überall quantifiziert werden müssen, ist der Kapitalismus dann nicht so fortgeschritten, dass jener Punkt erreicht ist, wo die Gesellschaft dann in eine andere Gesellschaft kippt? Also in eine kommunistische Gesellschaft?
Genau, das sehe ich auch so. Allerdings solange wir hier von Kommunismus reden, werden wir den Zeitgeist nicht ändern.
Um den Zeitgeist zu ändern, sind auch unsere Ideen – zur Zeit – für die meisten Menschen nicht interessant genug, oder anders gesagt: Sie sind noch nicht von Interesse, um die Gesellschaft zu bewegen.
Das Ganze muss auf eine extrem außergewöhnliche Art und Weise passieren und sich deutlich von den Strategien der anderen Parteien unterscheiden, da man uns sonst nicht wahrnehmen wird. Darin sind wir uns auch alle einig. Deshalb haben wir ja die Humanistische Friedenspartei – HFP gegründet. Dort arbeiten wir an einem Netzwerk für unsere „gläserne Partei“ und wir arbeiten auch an der Vernetzung mit anderen Parteien, Initiativen und Gruppen.
In einer Ellenbogengesellschaft, wo viele Menschen nur dem Geld nachjagen oder sich von der Zeit gehetzt fühlen, ist es natürlich nicht einfach, sich Gehör zu verschaffen.
Schaffen wir nicht die Grundvoraussetzungen gerade, also ich gebe Ihnen ja recht. So wie der Hase im Augenblick läuft. Erleben wir Kapitalkonzentration, wir erleben Datenüberwachung, wir erleben Kapitalismus pur. So wie der Manchester-Kapitalismus, der knallharte Kapitalismus des 19. Jahrhunderts war, so wird der Silicon-Valley der knallharte Kapitalismus des 21. Jahrhunderts…
…und die Frage ist: wird sich darauf als Gegenreaktion nicht vielleicht tatsächlich die Marxs‘sche Prophezeiung erfüllen, weil die digitale Revolution die Grundvoraussetzungen dafür schafft?
Ja… Marx war ein Prophet und Sie sind ein messerscharfer Analytiker…
Ich sehe diese Gegenreaktion bereits in vollem Gange.
Wir können aber: „Die Zeit anhalten“, um eine „sinnigere Zeit“ einzuführen!
Uns bleiben zwar keine 2-3 Generationen mehr zum Umdenken, aber wir haben dafür noch genug Zeit. Es ist „Zeit die schnell vergeht“.
„Unsere Version der Zukunft“ ist eine Zeit, die mit Riesen-Schritten näher kommt und wenn unsere Bewegung wächst, weil immer mehr Menschen an diese neue Zeiteinteilung glauben, dann lässt sie sich auch nicht mehr aufhalten.
Wenn die Friedenszeit in Europa eingeführt wird, hat Marx Recht mit seiner Vorhersage, dass der „Kommunismus“ in den fortschrittlichsten kapitalistischen Gesellschaften kommt. Was er nicht wissen konnte, ist, dass diese Gesellschaftsform mal Konvivialismus genannt werden wird.
Aber ist es nicht genau das, was man jetzt als Utopie entwickeln müsste? Eine Positive Digitale Utopie? …
…und das ist ein gewaltiges ungelöstes Problem. Wenn wir jetzt nachdenken. Als erstes müsste man ja einmal eine positiv digitale Utopie anbieten können. Das wäre doch richtig. Man brächte doch eine Art Kommunismus 2.0, den man dem Silicon-Valley-Kapitalismus gegenüberstellen kann….
… aber dann muss ich, ähnlich wie Google das macht, Bilder malt, wie wollen wir leben? Muss ich solche Bilder anbieten oder?
Richtig. Und genau das ist ja schon passiert. Wir bieten diese positive digitale Utopie an, und zwar ganz konkret. Wir haben dafür drei Dinge zusammengebracht: 1. das Konvivialistische Manifest, 2. eine durch und durch transparente Partei, mit einem weltoffenen und fortschrittlichen Programm, und 3. Pacohoro – die Friedenszeit. Diese drei Dinge sind durch Synergien aufeinandergetroffen und zusammengefügt worden, und das war nur möglich dank der digitalen Revolution.
„Unsere Version der Zukunft“ muss sich natürlich noch rumsprechen, was aber nur eine Frage der Zeit ist.
Sagen wir mal, die Aufgabe der Politik ist doch die Aufgabe die sich früher die Philosophie auf die Fahnen geschrieben hat, Zeit der alten Griechen, dass man gesagt hat, das Ziel ist, möglichst vielen Menschen die Chance auf ein erfülltes Leben zu geben.
Unser HFP-Programm ist unverkennbar, es bietet für viele verschiedene Probleme Lösungsvorschläge und geht mutig in die richtige Richtung. Unser Programm gibt auch Antworten auf viele drängende Fragen! Wir erläutern darin unsere Vorstellung von einer Gesellschaft, in der allen Menschen diese Chance auf ein erfülltes Leben zusteht.
Aber geben wir dort auch eine einfache kurze Antwort? Zum Beispiel wie wir eine enkelgerechte Welt aufbauen wollen? Oder wie wir den Menschen die „gestohlene Zeit“ zurückgeben wollen? Oder wie wir Frieden machen wollen? Wie das BGE einzuführen ist und ab wann es kommt? Wie genau wir die Arbeitszeit verkürzen werden? usw.
Auf solche Fragen könnten wir die gleiche Antwort geben, welche lautet: „Wir werden die Zeit verändern.“ Oder etwas ausführlicher: „Na ist doch klar, wir wechseln die Zeiteinteilung und benutzen dafür ein kleines strategisches Spielzeug: – die Friedensuhr.“
Ich finde das sind durchaus auch philosophische Ansätze, weil sich über die Zeit nun mal herrlich philosophieren lässt.
..aber mir fehlt ein Bild…
Natürlich klingt es erstmal naiv, unmöglich oder verrückt für jemanden, der zum ersten Mal hört: „Hey, da sind welche, die wollen die Zeit verändern!“
Jedoch ist „Unsere Version der Zukunft“ gut durchdacht. Gerade weil das Pacohoro-Projekt den Status Quo der allgemeinen Standartzeit in Frage stellt und so ein Nachdenken über den Wert der Zeit aus einer ganz neuen Perspektive ermöglicht.
In der heutigen Welt, sind das Wirtschaftssystem und unser Zeitsystem aufs engste miteinander verzahnt und verwoben. Diese beiden Systeme bilden sozusagen einen gordischen Knoten. Wir können diesen Knoten aber nicht einfach zerschmettern, wie es Alexander der Große getan hat, denn das hieße Krieg und Revolution.
Was können wir also machen, wenn wir die Wirtschaft in eine andere Richtung lenken wollen? Oder konkreter gefragt: Was ließe sich theoretisch leichter verändern und schneller verbessern? Das weltweit einheitliche Zeitsystem – oder das komplexe Wirtschaftssystem mit seinem vielen Geld?
Jetzt bitte ich Sie, stellen sie sich mal eine andere Zukunft vor, eine Zukunft wo 2021 im Bundestag Debatten über „Zeit & Geld“ geführt werden. Das werden Debatten sein, in denen wir zu den Konservativen sagen: „Bitte macht euch mal Gedanken, aber wir finden, das wir in der falschen Zeit leben. Daher empfehlen wir den Aufbruch in eine neue Zeit. Wir schlagen dafür Pacohoro – die Friedenszeit vor.“
Dann sind wir im Vorteil! Oder glaubt irgendjemand, dass die Konservativen plötzlich eine bessere Uhr aus dem Hut zaubern?
Natürlich nicht, sie werden also versuchen, an der alten Zeit festzuhalten.
Doch der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten, das haben uns Reformation und Aufklärung schon gezeigt.
Aber ich glaube, wenn man Wahlen gewinnen will, wenn man die Herzen der Menschen begeistern will, dann muss man etwas anbieten, was man relativ schnell und einfach beschreiben kann.
Genau. Und Sie werden es schon ahnen. Unser Ass im Ärmel ist die Friedensuhr. Die gesamte Metaphysik hinter der Uhr muss man nicht verstehen… denn dieses Thema wird die Philosophen und Wissenschaftler in Zukunft noch lange beschäftigen.
Man kann aber leicht beschreiben, wie Kinder lernen, diese Uhr abzulesen.
Dann wird allen Eltern und Nichteltern sofort klar, worin der qualitative Unterschied beider Zeiteinteilungen besteht.
Zuerst wäre da der Name – Pacohoro – anzusprechen. Das ist die Weltsprache Esperanto und bedeutet Friedenszeit. Einfach aber wichtig, denn das Bekenntnis zu Pacohoro ist selbstverständlich auch Verpflichtung dem Frieden gegenüber.
Zweitens, auf der Friedensuhr werden Rhythmen, Takte und Impulse abgelesen.
Die Rhythmen verkörpern die vielfältigen Rhythmen der Natur.
Die Impulse stehen für all die Macht, welche unsere Welt verändert.
Oder diente das Erlernen des Ablesens einer Uhr bisher nur dem Eingriff in unsere persönliche Freiheit?
Wie kann ich im Zeitalter des globalisierten Kapitalismus, im Zeitalter der entfesselten Finanzmärkte, der digitalen Revolutionen, in denen wir uns befinden, eine zukünftige Vision von Politik anbieten?
Ein Argument, das die Konservativen nicht abstreiten können, wäre ein gewisser Wirtschaftsaufschwung durch Herstellung, Verbreitung und Verkauf der Friedensuhr. Auch wenn wir eine Postwachstumsgesellschaft haben wollen, ließe sich dieses Argument trotzdem nutzen, um die Übergangszeit einzuleiten.
Aber auch die Symbolik der Friedensuhr hat natürlich einen tieferen Sinn.
Wenn Sie jetzt an Moskau mit seinem Roten Platz und an Washington mit dem Pentagon denken, liegen Sie goldrichtig.
Beide Supermächte des letzten Jahrhunderts sind symbolisch auf der Friedensuhr vereint, und wir werden beide Supermächte bitten, ihre Zeiteinteilung auch auf Pacohoro umzustellen, einschließlich aller positiven Konsequenzen.
Denn es ist sehr wichtig, zukünftig einen Rahmen für die Aufnahme eines politischen Dialogs zwischen den derzeitigen Großmächten zu schaffen.
Das ist bisher noch nicht passiert, es gibt keinen politischen Dialog zwischen Russland und Amerika.
Wenn wir in Europa anfangen, das Zeitsystem zu ändern, reden wir ja auch über weitere praktische Argumente. Zum Beispiel zu den Themen „Flexibilität und Verkürzung der Arbeitszeit“ oder über „Entschleunigung der gefühlten Zeit“.
So kommt unweigerlich ein neuartiger politischer Dialog in Gang und zwar weltweit.
Das ist eine wichtige Frage der Utopie. Für Sie ist es wichtig, dass die Menschen in Zukunft, Sie haben gesagt sie brauchen vielleicht nicht mehr Wohlstand, klar es muss besser verteilt werden, aber auch weniger arbeiten. Das wäre zum Beispiel ein utopisches Ziel, oder?
Ja, da stimme ich Ihnen zu… genau dafür hat die Friedensuhr ja ihre Rhythmen.
So kann jeder Mensch individuell seinen passenden Rhythmus für die Arbeit finden und die Arbeitszeit besser an seine Lebensgewohnheiten und Umstände anpassen.
Ein grundsätzliches Ziel ist es, jedem Menschen das Recht zu gewähren, ein Fünftel des Tages arbeiten zu können. Unser Versprechen ist, dass diese investierte Lebenszeit ausreicht, um glücklich leben zu können.
Möchten Sie ein Bedingungsloses Grundeinkommen einführen? Dann haben ja auch relativ mehr Leute, die jetzt abgehängt sind, Zeit sich mit solchen Fragen zu beschäftigen?
Natürlich wollen wir ein BGE einführen, ich selbst bin ja ein gutes Beispiel dafür, dass ein BGE funktioniert. Ich erhalte monatlich eine Rente und habe trotzdem nicht aufgehört zu arbeiten, denn sonst könnte ich hier jetzt nicht mit ihnen über Utopien sprechen. Mein Grundeinkommen und die Digitalisierung haben das erst möglich gemacht. Davor war ich auch im Hamsterrad gefangen.
Aber ich bitte Sie, stellen Sie sich mal folgendes vor:
Wir sind wieder im Jahr 2021. Es gab eine tolle BGE-Kampagne und im Bundestag sind 30% der Parlamentarier davon überzeugt, dass das BGE kommen wird. Man fängt also an, in ganz großem Stil über die Höhe und die Finanzierung des BGE zu debattieren.
Diese Debatten werden sich um Geld, Steuern, Abgaben, Spar-Modelle, Gehälter und die Finanzierbarkeit des ganzen drehen. Diese Debatten werden sich also gar nicht so erheblich von den heutigen unterscheiden. Das sieht man z.B. an der Debatte in Finnland, wo ein BGE von 400 Euro diskutiert wird. Das gesamte Spiel wird von den Konservativen dominiert und kontrolliert, solange wir einzig über das verdammte Geld reden.
Dass wir auf diesem Weg einen indirekten wirtschaftlichen Systemwechsel schaffen und am Ende noch den Weltfrieden ausrufen, sind lediglich Gerüchte.
Angenommen Indien, Russland, China, Afrika? Welchen Einfluss soll ein BGE dort bringen? Gibt es da nicht ganz klar die Gefahr, dass wir als dekadent gelten werden, weil die Deutschen (bzw. wir Europäer) ja im Begriff sind, uns ein „Schlaraffenland im Paradies“ aufzubauen?
Wir dürfen nicht ignorieren, dass wir in einer Konsumgesellschaft leben, welche aktuell nur unter Mithilfe der Kriegswirtschaft funktioniert!!!
Führt bei Euch auch das BGE ein und dann kommt der Frieden von alleine? Oder: Finde erst mal deinen inneren Frieden und dann kommt auch der Äußere? Sorry, es erschreckt mich, dass einige von uns noch solchen Gedanken folgen.
Jetzt gibt es ja auch noch ganz andere Utopien von einer zukünftigen Gesellschaft, die man weitgehend als linke Utopien bezeichnen kann, für und wider, das ist zum Beispiel diese ganze Sharing-Utopie, die Vorstellung ich teile meine Sachen, 7 Leute teilen sich ein Auto. Dieser Gedanke, ich lasse Freunde, Bekannte, Leute in meiner Peergroup an meinem Anteil nehmen. Ich entwickle ein anderes Verhältnis zum Eigentum.
Es gibt ja sehr viele junge Leute zum Beispiel, die sich davon ein besseres Leben, vielleicht sogar eine bessere Gesellschaft versprechen. Das ist eine ganz und gar andere Art damit umzugehen, als es jetzt sozusagen auf der klassisch linken Schiene her ist. Stehen Sie dem offen gegenüber und sagen das begrüßen wir und finden das ganz toll, oder würden Sie sagen das ist ein Irrweg.
Das ist ganz klar der richtige und natürlichste Weg in unsere Zukunft. Hier sind Menschen am Werk, die über eine „Geld frei organisierte Gesellschaft“ nachdenken. Diese kommende Gesellschaft organisiert ihr Leben auf diesem Planeten nicht nur ohne Geld, sondern auch im Einklang mit der Natur.
Für mich sind das echte Lösungsvorschläge, denn Geld alleine löst bekanntlich keine Probleme.
Ich selbst empfinde mich auch als Teil dieser Bewegung.
Anfang November 2016 zum Beispiel, findet in Berlin die UTOPIKON statt, das ist eine Geld frei organisierte Konferenz von 300 Erdenbürgern. Dort gibt es keine „Konferenz-Teilnehmer“, nein da ist ein jeder ein „Konferenz-Macher“.
Das sind die ersten Schritte in eine Zukunft, wie wir sie aus Star Trek Filmen kennen. Das Klingt doch spannend und nach einem echten Ziel, oder?
Wie optimistisch sind Sie? Glauben Sie, dass das etwas ist, was in einem Nahhorizont von 10 Jahren oder so, dass wir uns in diese Richtung entwickeln? Glauben Sie, dass Sie das überhaupt noch erleben werden, dass wir in einer solchen Gesellschaft leben? Was glauben Sie?
Nun ja, dass Raumschiffe mit Warpgeschwindigkeit fliegen werden wir sicher nicht mehr erleben.
Aber wir haben uns ja schon 2x vorgestellt, welche Debatten 2021 im Bundestag geführt werden könnten. Ich gehe fest davon aus, dass wir dann Debatten über „Zeit & Geld“ führen werden.
Ansonsten werden wir sehen, was die Zeit so mit sich bringt.
Haben wir denn jetzt nicht durch die digitale Revolution, das ist meine feste Überzeugung, genauso eine revolutionäre Zeit, in der die Karten absolut neu gemischt werden? Und wenn Sie da mitmischen wollen, müssen Sie ganz konkret etwas anbieten.
Sie mussten diese Frage jetzt stellen, oder? Denn eigentlich war diese Frage ja an S. Wagenknecht gerichtet, welche im Original-Interview bis hierher noch nicht ausreichend fesselnd und visionär geantwortet hat.
Ich hoffe, dass Sie es in Wirklichkeit genauso sehen wie ich, nämlich dass die Friedensuhr etwas ganz Konkretes ist. Und eine neue Zeiteinteilung ziemlich rEvolutionär.
Und dass wir deshalb mit guten Karten auf der Hand, plus einem Ass im Ärmel, endlich mitmischen können im Silicon-Valley und der Politik.
Es bleibt natürlich usw.…… bis zum Schluss…
Am Ende: Vielen Dank
Ich möchte mich auch für das fiktive Gespräch bedanken und hoffe sie mal persönlich kennenzulernen.
Veröffentlicht am 18. Oktober 2016 21. Oktober 2016 Autor Michael Kreuchauf
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