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Timestamp: 2019-10-18 01:31:57+00:00

Document:
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 21:35 Titel:
Ja. Scheint so. Besser schwere MS und dafür kein sexuelles Begehren, als sexuelles Begehren und dafür Gesundheit.
Wenn das tatsächlich so ist muß Reiner wirklich mißhandelt worden sein. Um bloses "Begehren" geht es da wohl nicht.
p.s. ich splitte doch mal, hat so keinen Wert.
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 21:38 Titel:
sry, MAZ manchmal ist es unverständlich, wie manche menschen leben,
aber kein mann muss sich von einer frau misshandeln lassen!
ebenso gilt das umgekehrt.
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 21:45 Titel:
Was hier sauer aufstößt, ist doch folgendes:
Wenn zu mir eine Fee kommt, und sagt, dass ich mich entscheiden müsste.
Entweder, mein Partner bleibt gesund, dafür aber sexsüchtig (und sexuell nur an mir interessiert).
Oder, mein Partner verliert sein Verlangen und bekommt dafür aber eine schwere Krankheit (in dem Fall hier MS).
Würde ich mich IMMER für ersteres entscheiden.
Natürlich müsste ich meinen Partner verlassen, die Liebe aufgeben, um mir nicht selbst zu schaden.
Aber das wäre es mir Wert. Lieber lasse ich den Menschen, der mir soviel bedeutet, gesund und mit Liebe gehen, als dass ich ihn "krank" behalte.
So nach dem Motto "Na, besser krank, aber so wie ich ihn will, als gar nicht!".
Das ist Egoismus in Reinform.
NIE würde ich einen geliebten Menschen als so minderwertig, unmündig und unmenschlich betrachten, wie es hier (nach dem, was geschrieben wurde) geschah.
Und wie gesagt-in der Gegenwart:
Wäre sie wohl willens, mit ihm zu leben, wenn sie wüsste, was in ihm vorging und -geht?
Oder wird ihr auch hier wieder durch Verschweigen die Wahl genommen?
(und nachher ist sie dann wieder Schuld am Alkohol oder so... )
Und ja, da lag/liegt ganz viel im Argen beim User. Schon alleine die Ausdrucksweise
zeigt neben vielen anderen Kleinheiten, dass da in der Psyche was nicht stimmt. Drum konnte er auch nie mit seiner Partnerin sprechen und schiebt "Schuld" gerne weg. Vermutlich sieht er die Krankheit auch als Art "Rache" des Universums (sofern er daran glaubt).
Am Ende hat das Schicksal es gut mit mir gemeint, Meine Partnerin wurde extrem schwer MS-krank....
Hier liegt sicherlich viel vor, aber kein Missbrauch oder sexuelle Belästigung...
Zuletzt bearbeitet von SchuffiPupsi am Di Feb 23, 2016 21:51, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 21:50 Titel:
Ich glaube hier wird zu viel in diese Äußerung reinterpretiert und Reiner betrachtet all das ja zusätzlich auch retrospektive.
Die "Fee" kam also nicht vorher!
Er wird einfach viel später gemerkt haben, daß die Beziehung durch die Veränderung für ihn leichter wurde weil ein immenser Druck abgefallen ist. Womöglich konnte er auch dadurch erst andere Probleme in seinem Leben besser lösen. Ich denke man könnte daher die Relativierung danach akzeptieren und nicht ständig böse Absichten hinter dieser ungeschickten Formulierung vermuten.
Zuletzt bearbeitet von Maz am Di Feb 23, 2016 22:20, insgesamt 4-mal bearbeitet
Die Furcht davor, vom sexuellen Gegenpart verlassen zu werden, wenn man bei sexuellen Handlungen nicht mitmacht, ist keine Nötigung.
Es gibt eine riesige Bandbreite zwischen unmittelbarer Gewalt und "nur" der Angst verlassen zu werden.
Stimmt. Das hat auch niemand geleugnet.
Aber Nötigung ist ein Straftatbestand und der ist definiert. Die Angst davor, verlassen zu werden, ist sicher nicht schön, aber was anderes als Nötigung.
(Und meiner ganz persönlichen Überzeugung nach: Wer nicht erwachsen und selbstständig und selbstfürsorglich genug ist, um mit der Angst vor dem Verlassenwerden umgehen zu können, der soll keine Beziehung eingehen. Weil das Risiko, daß eine Beziehung endet, ist einfach immer vorhanden.)
Wenn es so einfach wäre dürfte es ja keine Beziehungen zwischen Menschen mit sexueller Inkompatibilität mehr geben.
Es gibt ja auch gute Beziehungen zwischen Menschen mit unterschiedlicher Sexualität. Eine solche zu führen ist im Allgemeinen sicher schwieriger als eine Beziehung mit gut zusammenpassender Sexualität, aber manche Menschen haben genug Kompetenzen im Grenzen-Ziehen und Grenzen-Achten, um das hin zu bekommen.
Andere Menschen leben mit oder ohne sexueller Inkompatibilität in dysfunktionalen Beziehungen. Es ist halt ihre eigene Verantwortung/Entscheidung, daß sie das tun.
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 21:53 Titel:
Relativiert wurde nichts.
Das Einzige, was aus den Folgeposts hervorging war, dass er natürlich NICHT offen über diese Dinge sprechen würde.
(könnte ja auch Konsequenzen haben...)
Er führt also sein Verhalten weiter, welches die Frau entmündigt.
(Sie kann nicht angemessen auf ihn und somit auch ihre Lebenssituation reagieren, da sie darüber im Unklaren gelassen wird)
Mit Liebe hat das alles nichts zu tun, noch nicht mal mit Respekt oder Achtung.
Schon vor der Erkrankung nicht.
Und ich muss ehrlich sagen-wäre er von ihr finanziell abhängig gewesen o.Ä., DANN könnte ich das noch nachvollziehen tatsächlich.
Aber mit Gefühlen kann das alles nichts zu tun haben...
Zuletzt bearbeitet von SchuffiPupsi am Di Feb 23, 2016 21:57, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 21:56 Titel:
Aber Nötigung ist ein Straftatbestand und der ist definiert.
Die Androhung von Gewalt ist nicht erforderlich, es reicht bereits ein "empfindliches Übel". Wie das konkret in der Rechtssprechung ausgelegt wird weiß ich nicht aber eine Aussage wie "wenn du keinen Sex mit mir hast gehe ich und du sitzt dann auf der Straße weil du die Miete nicht alleine zahlen kannst" wäre z.B. wohl durchaus ein Fall von Nötigung.
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 22:00 Titel:
Ja, und dann kann jeder überlegen, ob er das macht oder ob er eben geht.
(auf der Straße sitzt man in Deutschland nicht so schnell...)
Wir reden hier von einer langanhaltenden Beziehung.
Und es steht NICHTS von (Be-)Drohungen oder Abhängigkeiten. Die gab es vermutlich auch nicht.
Wie eben geschrieben-DANN könnte ich diese "Arschigkeit" sogar verstehen.
Aber nicht, wenn jemand ernsthaft erzählen will oder glaubt, dass sei eine "Partnerschaft" oder gar "Liebe".
Das ist dann wohl glatt gelogen.
Womit ich wieder bei der Frage bin, ob die Partnerin das auch so weiß....
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 22:08 Titel:
Wie das konkret in der Rechtssprechung ausgelegt wird weiß ich nicht aber eine Aussage wie "wenn du keinen Sex mit mir hast gehe ich und du sitzt dann auf der Straße weil du die Miete nicht alleine zahlen kannst" wäre z.B. wohl durchaus ein Fall von Nötigung.
Jo! Die Fallentscheidung will ich sehen!
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 22:09 Titel:
Abhängigkeit ist relativ. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Bewertung davon für die Frage der Nötigung selbst im rechtlichen Sinne eine erheblich Bandbreite aufweist.
Empfindliches Übel
Im Sinne des § 240 StGB
Empfindlich ist ein Übel dann, wenn der in Aussicht gestellte Erfolg von solcher Erheblichkeit ist, dass seine Ankündigung geeignet ist, das bezweckte Verhalten so zu veranlassen, es sei denn, dass erwartet werden kann, dass das Opfer in besonnener Selbstbehauptung standhält.
vgl. BGH NStZ 1992, 278
Wenn die Frau also aus Erfahrung weiß, dass ihr Mann obwohl er das nicht will ihren Sexwunsch mangels seiner Fähigkeit zu Selbstbehauptung nicht zurückweisen kann dann ist jede Form von Androhung unter Umständen bereits geeignet diesen Tatbestand zu erfüllen auch wenn ein anderes "Opfer" standhalten könnte.
Ich fürcht, du hast solltest das von dir zitierte BGH Urteil aufmerksamer (und vielleicht auch zur Gänze) lesen. Weil das, was du da hineinlesen willst, steht da einfach nicht drinn.
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 22:43 Titel:
Bei diesem Thema ist darauf hinzuweisen, dass Spezialreglungen im Gesetz immer Vorrang haben. Hier wäre zuerst an eine sexuelle Nötigung gemäß § 177 I StGB zu denken:
3.	unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist,
[http://dejure.org/gesetze/StGB/177.html]
Diese Tatbestand wäre bei dem zu Grunde gelegtem Sachverhalt nicht gegeben. Es kann - auch wenn man wegen des Wortlauts intuitiv daran denken mag - regelmäßig nicht auf den Tatbestand der Nötigung zurückgegriffen werden, da § 240 StGB in einem völlig anderen Abschnitt des Gesetzes steht und damit sicher kein Grundtatbestand für die sexuelle Nötigung ist. Wikipedia führt dazu tatsächlich fachlich kompetent aus:
Der § 240 StGB eignet sich jedoch meist nicht als Auffangtatbestand für vom dreizehnten Abschnitt des StGB nicht erfasste nicht einverständliche sexuelle Handlungen, die nach Artikel 36 der Istanbul-Konvention unter Strafe zu stellen sind. Die Anwendung der systemfremden Regelung des § 240 Abs. 4 StGB wird in der Praxis bei vielen Entscheidungen nicht geprüft. Durch die herrschende Auslegung von Nötigung als mit einer Mittel-Zweck-Relation verknüpftes zwei-aktiges Delikt scheidet § 240 StGB als Auffangtatbestand bei vielen Konstellationen gänzlich aus – z.B. bei Ausnutzung eines Überraschungsmoments.Darüber hinaus legt der Wortlaut von § 240 Abs. 4 S. 2 Nr. 1 StGB nahe, dass er nur greift, wenn die betroffene Person zu einer aktiven sexuellen Handlungen genötigt wird – und nicht bei Nötigung zur Duldung sexueller Handlungen. Die ggf. verbleibende Möglichkeit einer Anwendung von § 240 Abs. 1 StGB ist auch wegen des im Vergleich zu § 177 StGB sehr niedrigen Strafrahmens oft nicht mehr nachvollziehbar.
[https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%B6tigung_(Deutschland)]
Zuletzt bearbeitet von Alice93 am Di Feb 23, 2016 22:48, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 22:46 Titel:
Die Frau im hiesigen Thread WUSSTE aber gar NICHT, dass ihr Mann sich "genötigt" fühlte, also kann auch keine Nötigung vorliegen.
Sie musste auch nicht nötigen, da sie vermutlich davon ausging, alles ist in Ordnung.
Er hat es doch nie kommuniziert, dass dem nicht so ist (zumindest schrieb er es nicht und das wäre nur Spekulation. Ich gehe von dem aus, was geschrieben steht.).
Genau da liegt ja das Problem, weshalb SchuldZuweisung ("ich musste trinken wegen ihr") und Verachtung ("zum Glück wurde sie schwer krank (und ist nun, wie ich sie haben will)") absolut unangebracht sind seitens des TE.
Und niemand möchte einen Partner, der so empfindet.
Zumindest nicht, wenn etwas anderes vorgegaukelt wird.
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 22:51 Titel:
@Nachbarin: Es ging mir an der Stelle um die Definition von empfindlichem Übel (wir haben in Deutschland kein Fallrecht!) und das ist laut obiger Definition eben jedes Übel dessen Androhung geeignet ist das Ergebnis zu provozieren, wenn nicht erwartet werden kann, dass eine Selbstbehauptung stattfindet.
Anderes offensichtlicheres Beispiel: Wenn jemand eine drogenabhängige Person dadurch zum Sex überredet, daß ihr damit gedroht wird ihr z.B. kein weiteres Heroin mehr zu geben dann ist das offensichtlich eine Nötigung obwohl man von einem nicht-abhängigen Menschen erwarten könnte denjenigen für diese Androhung bestenfalls auszulachen.
(Daß im Fall des BHG Urteils die schriftliche Androhung einen Politiker wegen Verfehlungen bei der Presse zu verpetzen diesen Umstand der Nötigung mangels empfindlichen Übels nicht erfüllt hätte ich jetzt auch mal so unterschrieben)
Verfasst am: Di Feb 23, 2016 22:55 Titel:
was ich mich immer wieder frage, wieviel betroffene als auch angehörige, einfach nicht wissen, mit was sie zu tun haben!?
es wird nach schuld gesucht, menschen fühlen sich unattraktiv, andere fühlen sich einfach nur schlecht.
die einen fühlen sich zu sex "genötigt", die anderen zu sexlosen leben.
und das alles nur, weil man es eben nicht besser weiss und asexualität eben einfach noch viel zu unbekannt ist.

References: § 240
 BGH 
 BGH 
 § 177
 § 240
 § 240
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 § 240
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