Source: https://digital.zlb.de/viewer/fulltext/15919186/1/
Timestamp: 2020-04-09 21:42:53+00:00

Document:
Minas / Gieloff, Afra - Digitale Landesbibliothek Berlin - Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Minas / Gieloff, Afra
Creator: Gieloff, Afra Publication: Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2014
URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8152152
Full text: Minas / Gieloff, Afra
Gieloff, Afra
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8152152
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2014
das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist mit
seiner Arbeit in den letzten Monaten immer mehr in
den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Die steigenden Flüchtlings- und Asylbewerberzahlen stellen
dabei eine enorme Herausforderung für uns alle dar.
Allein im letzten Jahr ist ein deutlicher Anstieg um fast
70 % bei den Asylerstanträgen zu verzeichnen. Aber
auch Fragen der Zuwanderung, der Integration und
das gemeinsame Leben in einer kulturell und religiös
vielfältigen Gesellschaft stehen im Interesse der Öffentlichkeit.
Die Themen Migration, Integration und Asyl bilden das Fundament der Arbeit des Bundesamts für
Migration und Flüchtlinge. Verlässliche Daten und
Informationen sind dabei die Grundlage für ein verantwortungsvolles und erfolgreiches Handeln. Für die
zahlreichen Fragen zu den einzelnen Themenbereichen, die in der Öffentlichkeit und Fachwelt diskutiert werden, stellt das Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge umfangreiche Fakten zur Verfügung.
Der vorliegende Atlas über Migration, Integration
und Asyl stellt diese verschiedenen Themengebiete
verständlich in Form von thematischen Karten und
Infografiken dar. So können für interessierte Bürgerinnen und Bürger, Institutionen sowie Behörden die
einzelnen Teilbereiche unserer Handlungsfelder übersichtlich und verständlich in einen Zusammenhang
In der nun 6. Auflage von Minas werden neben den
Asylzahlen und Flüchtlingsbewegungen auch andere
Formen der Migration angesprochen. Der Atlas gibt
hierzu Informationen; er blickt dabei auch über die
Grenzen unseres Landes hinaus und vergleicht das
Asyl- und Migrationsgeschehen auf europäischer und
Dieser Atlas erzählt auch Erfolgsgeschichten unserer
Arbeit: seit der Einführung der Integrationskurse zum
01.01.2005 wurden mehr als 1,3 Millionen Teilnahmeberechtigungen erteilt und fast 76.000 Integrationskurse begonnen. Damit schaffen wir eine Grundlage,
die den gesellschaftlichen Zusammenhalt unterstützt.
Mehr zum Thema Integration können Sie im letzten
Kapitel erfahren.
Ich wünsche Ihnen eine spannende und hilfreiche
Lektüre und weise Sie gerne noch darauf hin, dass
aktuelle Asyl- und Integrationskursstatistiken sowie
weitere Daten und Informationen zu den Themen
Migration und Integration unter der Rubrik „Infothek“
im Internetauftritt des Bundesamtes (http://www.
bamf.de) zu finden sind.
Präsident des Bundesamtes für Migration
Wir leben hier
Menschen mit Migrationshintergrund
Verteilung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland
Herkunft der in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund
Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Deutschland
Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in den Bundesländern
Ausländische Menschen in den Bezirken der Ausländerbehörden
Die häufigsten ausländischen Staatsangehörigkeiten in den Bundesländern
Ausländeranteile in Europa
Wanderungsbewegungen von Menschen
Wanderungsbewegungen in Deutschland
Wanderungsbewegungen in Europa
Weltweite Migration
Den Menschen schützen
Asylanträge in Deutschland
Aufnahmequoten nach dem Königsteiner Schlüssel
Räumliche Verteilung der Asylbewerber nach Bundesländern
Herkunft der Asylbewerber
Asyl auf europäischer Ebene
Asylanträge im europäischen Vergleich
Rechtsverordnungen in der EU: Dublinverfahren und EURODAC
2.3.1	Dublinverfahren
2.3.2	EURODAC
Weltweites Asyl- und Flüchtlingsaufkommen
Erfolgreich integrieren
Regionalstellen und Regionalkoordinatoren
Integrationskurse und Kursträger
Teilnehmer an Integrationskursen
Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer
3.5	Integrationsprojekte
Gemeinwesenorientierte Projekte
Seminarmaßnahmen zur Integration ausländischer Frauen (Frauenkurse)
Maßnahmen für Spätaussiedler
Sport und Integration
Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Quellen- und Literaturverzeichnis
Kartengrundlagen
Im Jahr 2012 lebten nach Angaben des
Statistischen Bundesamtes mehr als
80 Millionen Menschen in Deutschland Deutsche und Ausländer – mit und ohne
Im Jahr 2012 hatte jeder Fünfte in Deutschland einen Migrationshintergrund. Die Verteilung und die Herkunft dieser mehr als 16
Millionen Menschen wird im ersten Teil dieses
Atlasses dargestellt.
In den letzten Jahren ist die statistische Kategorie der
so genannten Personen mit Migrationshintergrund
in den Blickpunkt der Gesellschaft gerückt. Zu dieser Personengruppe zählen, neben Ausländern, auch
Zuwanderer mit deutscher Staatsangehörigkeit (z. B.
Eingebürgerte und Spätaussiedler) sowie in bestimmtem Umfang die bereits in Deutschland geborenen
Nachkommen von Zuwanderern. Als Personen mit
Migrationshintergrund gelten „alle nach 1949 auf
das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland
Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen
Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder
als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“.1
Durch den Einbezug von Zuwanderern mit deutscher
Staatsangehörigkeit ist die Gruppe „Personen mit Migrationshintergrund“ deutlich umfangreicher als die
Gruppe der ausländischen Menschen.
1.1.1	 Verteilung der Bevölkerung mit
Durch die gewonnenen Daten aus dem Mikrozensus
kann der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund sowie die Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund in den einzelnen Bundesländern
kartographisch abgebildet werden. Die folgende
Abbildung verdeutlicht den Anteil der Menschen mit
Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung
der Bundesländer. Dieser Anteil variiert zwischen den
Bundesländern stark: In Bremen (28,7 %), Hamburg
(27,5 %), Baden-Württemberg (26,7 %), Hessen (25,9 %)
und Berlin (25,8 %) haben mehr als ein Viertel aller
Einwohner einen Migrationshintergrund. In den neuen Bundesländern liegt der Anteil der Bevölkerung mit
Migrationshintergrund unter 5,0 % (Abbildung 1).3
Eine Erhebung, die den Status Migrationshintergrund
nach der oben genannten Definition erfasst, ist der
Mikrozensus. Dieser ist eine repräsentative Haushaltsbefragung der deutschen amtlichen Statistik. Hierbei
wird rund 1 % der Bevölkerung in etwa 370.000 Haushalten stellvertretend für die gesamte Bevölkerung zu
ihren Lebensbedingungen befragt. Diese Haushalte
werden dabei nach einem festgelegten statistischen
Zufallsverfahren ausgewählt. Die dabei gewonnenen
Daten werden vertraulich behandelt und nur für statistische Zwecke verwendet.2
Statistisches Bundesamt 2013: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Bevölkerung mit Migrationshintergrund
– Ergebnisse des Mikrozensus 2012 –
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Mikrozensus.html, Stand: 05.06.2014
Statistisches Bundesamt, 2013: Fachserie 1 Reihe 2.2,
Abbildung 1:	 Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Jahr 2012
Mehr als die Hälfte der in
Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund sind deutsche Staatsangehörige (9,0 Millionen). Dies
entspricht 54,9 % der Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Ausländische Staatsangehörige stellen demnach
45,1 % (ca. 7,4 Millionen) der
Bevölkerung mit Migrationshintergrund.
Regionale Unterschiede zeigen
sich bei der Verteilung der
mit Migrationshintergrund und der ausländischen Bevölkerung. In
Berlin, Hamburg, Hessen,
Bayern, aber auch in den
neuen Bundesländern haben relativ viele Menschen
eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Abbildung 2:	 Deutsche und ausländische Bevölkerung mit Migrationshintergrund nach Bundesländern im Jahr 2012
Für einige Bundesländer weist das Statistische Bundesamt die Bevölkerung mit Migrationshintergrund
auf der Ebene der Regierungsbezirke aus. Demnach
lässt sich hier auch für kleinräumige Einheiten der
Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund an
der Gesamtbevölkerung betrachten (Abbildung 3). Hier
ragen die Regierungsbezirke Darmstadt (29,4 %), Stuttgart (29,7 %) und Karlsruhe (27,0 %) heraus.4
Abbildung 3:	 Bevölkerung mit Migrationshintergrund nach Regierungsbezirken im Jahr 2012
Betrachtet man die absoluten Zahlen
der Menschen mit Migrationshintergrund, so leben die meisten Menschen
mit Migrationshintergrund im Regierungsbezirk Düsseldorf (1,3 Millionen
Personen) sowie in den Regierungsbezirken Oberbayern, Stuttgart, Köln
und Darmstadt (jeweils 1,1 Millionen
Personen). Am geringsten ist die
Zahl im ehemaligen Regierungsbezirk Trier mit 80.000 Personen mit
stellen ausländische
Staatsangehörige ca.
45 % der Bevölkerung
mit Migrationshintergrund. Einige Regierungsbezirke liegen
über diesem Durchschnitt. Dazu gehören
u. a. der Regierungsbezirk Oberbayern
(57,1 %) aber auch
Darmstadt (48,8 %),
Düsseldorf (48,5 %) und
Karlsruhe (46,7 %).5
Statistisches Bundesamt, 2013:
Fachserie 1 Reihe 2.2, Ergebnisse
des Mikrozensus 2012
Abbildung 4:	 Deutsche und ausländische Bevölkerung mit Migrationshintergrund nach Regierungsbezirken im Jahr 2012
1.1.2	 Herkunft der in Deutschland lebenden
In diesem Abschnitt wird die Herkunft der in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund
betrachtet. Als Herkunft wird dabei die derzeitige bzw.
frühere Staatsangehörigkeit bzw. das Herkunftsland
mindestens eines Elternteils betrachtet.
Von den mehr als 16,0 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, die im Jahr 2012 in Deutschland lebten, haben mehr als zwei Drittel einen europäischen
Migrationshintergrund. Allein 5,5 Millionen Menschen
haben dabei einen Migrationshintergrund aus einem
der EU-28 Länder. Insgesamt betrachtet bilden Menschen mit türkischem Hintergrund mit 18,3 % den
größten Teil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland, gefolgt von Menschen aus dem
asiatisch- australischen Raum (15,9 %).6
Abbildung 5 gibt einen Überblick über Herkunft - bzw.
die derzeitigen bzw. früheren Staatsangehörigkeiten - der in Deutschland lebenden Bevölkerung mit
Migrationshintergrund. Hierbei werden nur die vom
Statistischen Bundesamt ausgewiesenen7 Staatsangehörigkeiten abgebildet.
Abbildung 5:	 Herkunft der Menschen mit Migrationshintergrund im Jahr 2012
Schaubild 1:	 Menschen, die in Deutschland leben
Menschen leben in Deutschland
Quelle: Statistisches Bundesamt/AZR, Stichtag: 31.12.2013
1.2	 Menschen mit ausländischer
Die Gruppe der ausländischen Menschen ist
eine Teilgruppe der „Menschen mit Migrationshintergrund“. Zur statistischen Gruppe
der ausländischen Bevölkerung zählen nur die
Menschen, die sich in der Regel länger als drei
Monate im Bundesgebiet aufhalten und eine
ausländische Staatsangehörigkeit besitzen.
Als Quelle für Angaben zu dieser Personengruppe
dient das Ausländerzentralregister (AZR). Das Ausländerzentralregister ist ein Register, welches gemäß
§ 1 Abs. 1 Ausländerzentralregistergesetz (AZRG) vom
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geführt
wird. In diesem Register werden die Daten von Ausländern, die sich nicht nur vorübergehend in Deutschland
aufhalten, gespeichert und an die mit der Durchführung ausländer- oder asylrechtlicher Vorschriften
betrauten Behörden und an andere öffentliche Stellen
übermittelt. Die Daten für das AZR werden hauptsächlich durch die jeweils zuständige Ausländerbehörde
(ABH) ermittelt und erfasst.
1.2.1	 Menschen mit ausländischer
Staatsangehörigkeit in den Bundesländern
Im Ausländerzentralregister waren am Ende des Jahres
2013 ca. 7,63 Millionen ausländische Personen registriert. Die folgende Karte zeigt die ausländische Bevölkerung in den Bundesländern Deutschlands anhand
der Bestandszahlen nach dem Ausländerzentralregister (Stand 31.12.2013).
Die meisten Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit leben in den Bundesländern NordrheinWestfalen (25,7 % aller Ausländer), Baden-Württemberg (17,3 %) und Bayern (17,1 %). Der Anteil der
ausländischen Bevölkerung in den neuen Bundesländern an allen Ausländern in Deutschland beträgt
durchweg weniger als 1,5 %. In absoluten Zahlen
betrachtet heißt das: die meisten Ausländer leben
in Nordrhein-Westfalen (1,96 Mio. Menschen), die
wenigsten in Mecklenburg-Vorpommern (0,38 Mio.
Abbildung 6:	 Ausländische Bevölkerung in den Bundesländern am 31.12.2013
1.2.2	 Ausländische Menschen in
den Bezirken der Ausländerbehörden
Nachfolgend werden die aufhältigen Ausländer zum Stichtag 31.12.2013 nach
den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen der Ausländerbehörden in
Deutschland betrachtet. Die
höchsten absoluten Zahlen
an Ausländern weisen dabei
der Ausländerbehörden von
Berlin (491.900), München
(357.740) und Hamburg (253.013)
auf. Die wenigsten ausländischen Menschen sind bei
den Ausländerbehörden
der Landkreise Sömmerda (722), Sonneberg (723) und
(753) registriert.
Abbildung 7:	 Ausländische Menschen in den Zuständigkeitsbereichen der Ausländerbehörden am 31.12.2013
1.2.3	 Die häufigsten ausländischen
Staatsangehörigkeiten in den Bundesländern
Die größten Ausländergruppen in Deutschland im Jahr
2013 sind Staatsangehörige der Türkei (20,3 %), Polens
(8,0 %), Italiens (7,2 %), Griechenlands (4,1 %) und Rumäniens (3,5 %) mit ca. 3,3 Millionen Menschen. Somit
stellen diese fünf Nationalitäten fast die Hälfte der
ausländischen Bevölkerung in Deutschland.
Auch in den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen der
einzelnen Ausländerbehörden zeigen sich räumlich
unterschiedliche Verteilungen bei den Menschen
mit den fünf häufigsten Staatsangehörigkeiten. Dies
zeigen die nächsten Abbildungen.
Abbildung 8 zeigt die räumliche Verteilung aller
Menschen mit einer anderen als der deutschen Staatsangehörigkeit sowie die Anteile der einzelnen fünf
genannten größten Staatsangehörigkeitsgruppen nach
Bundesländern zum 31.12.2013. Es fällt auf, dass die
Verteilung dieser Staatsangehörigen in den einzelnen
Bundesländern teils sehr unterschiedlich ist. So leben
beispielsweise- prozentual betrachtet - viele türkische
Staatsangehörige in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg
und Bremen sowie in Nordrhein-Westfalen. Deren
Anteil an der ausländischen Bevölkerung in den neuen
Bundesländern ist jedoch sehr gering. Dagegen stellen
die „sonstigen“ Ausländergruppen, wie zum Beispiel
vietnamesische Staatsangehörige, einen deutlich größeren Anteil als in den alten Bundesländern.
Schaubild 2:	 Die zehn häufigsten ausländischen Staatsangehörigkeiten in Deutschland
   
Italien Griechen- Rumänien
Russische Öster- Bosnien- Bulgarien
Föderation reich Herzegowina 1,9 %
Quelle: AZR, Stichtag: 31.12.2013
Abbildung 8:	 Die fünf häufigsten Staatsangehörigkeiten ausländischer Menschen in Deutschland im Jahr 2013
Abbildung 9:	 Verteilung der fünf häufigsten Staatsangehörigkeiten ausländischer Menschen in den Zuständigkeitsbereichen der Ausländerbehörden am 31.12.2013
Fortsetzung zu Abbildung 9
Nach Berechnungen von Eurostat, der Europäischen
Statistikbehörde, lebten am 01.01.2013 ca. 34,1 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit
in den 28 EU-Staaten. Dies entspricht einem Anteil
von 6,7 % an der Gesamtbevölkerung der Europäischen Union.
und Estland (14,9 %) auf. Außerhalb der EU-28-Länder ist der Ausländeranteil in Liechtenstein (33,5 %)
und der Schweiz (23,2 %) verhältnismäßig hoch. Die
geringsten Ausländeranteile haben Bulgarien, Kroatien, Litauen, Polen und Rumänien (jeweils unter
1,0 %).8 Auch der Ausländerbestand des jeweiligen
Landes am 01.01.2013 kann der nachfolgenden Abbildung in absoluten Zahlen entnommen werden.
Abbildung 10 betrachtet den Ausländeranteil in der
Europäischen Union und ausgewählten europäischen
Ländern. Die höchsten Ausländeranteile weisen dabei
Luxemburg (44,5 %), Zypern (19,6 %), Lettland (15,6 %)
1.2.4	 Ausländeranteile in Europa
Quelle: Eurostat, Abfragestand: 13.06.2014
Abbildung 10:	 Ausländeranteile im Europäischen Vergleich am 01.01.2013
1.3	 Wanderungsbewegungen von Menschen
Die Menschen verändern ihren Lebensraum
aus den verschiedensten Gründen. Deutschland ist dabei ein Land, das auch von Zu- und
Abwanderung geprägt ist. Für die Betrachtung
des Wanderungsgeschehens werden zunächst
die einzelnen Bundesländer als Raumbezug
herangezogen. Berücksichtigt werden dabei
nur die Wanderungsbewegungen über die
Grenzen von Deutschland (Außenwanderung).
Auf die Migration innerhalb Deutschlands
(Binnenwanderung) wird dagegen in diesem
Kapitel nicht eingegangen.
1.3.1	 Wanderungsbewegungen in Deutschland
Im Jahr 2013 sind nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes9 1,2 Millionen Personen nach
Deutschland gezogen. Davon waren mehr als 90 %
ausländische Menschen (1.108.071 Personen). Demgegenüber haben fast 800.000 Menschen Deutschland
verlassen. Bei den Fortzügen beträgt der Anteil der
ausländischen Menschen 82,2 % (648.911 Personen).
Dadurch hat sich für das Jahr 2013 ein positiver Gesamtwanderungssaldo von mehr als 437.000 Wanderungsfällen eingestellt, wobei der Wanderungssaldo
der ausländischen Menschen bei +459.160 Personen
liegt. Einen Überblick über die jeweiligen Wanderungsbewegungen der einzelnen Bundesländer zeigt
Statistisches Bundesamt, 2014: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Vorläufige Wanderungsergebnisse 2013
Abbildung 11:	 Zu- und Abwanderung von Deutschen und Ausländern nach Bundesländern im Jahr 2013
1.3.2	 Wanderungsbewegungen in Europa
Nachfolgend werden die Zu- und Fortzüge von Menschen in der Europäischen Union betrachtet. Nach den
Vorgaben der EU-Verordnung10 wird hier die Zuwan-
10	 Verordnung (EG) Nr. 862/2007 vom 11. Juli 2007 zu Gemeinschaftsstatistiken über Wanderung und internationalen Schutz, Art. 2 Abs. 1b,c
derung und Abwanderung von Personen erfasst, welche ihren üblichen Aufenthaltsort für einen Zeitraum
von mindestens zwölf Monaten bzw. von voraussichtlich mindestens zwölf Monaten in bzw. aus dem Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates verlegt haben. Soweit
hier von der europäischen Statistikbehörde Daten
verfügbar sind, werden diese Wanderungsbewegungen
in Abbildung 12 dargestellt.
Abbildung 12:	 Zu- und Abwanderung von Menschen in der Europäischen Union im Jahr 2012
Eine Gesamtübersicht über die im Ausland geborenen
Menschen und damit zugewanderten Personen in der
Europäischen Union verschafft Abbildung 13. Die im
Ausland geborenen Menschen haben zum Teil bereits
die Staatsangehörigkeit des Landes, in dem sie im Jahr
2013 wohnten. Die Zahl dieser Personen lag im Jahr
2013 bei ca. 51 Millionen. Die im Ausland geborenen
Menschen machen einen Anteil von 10,1 % an der
Gesamtbevölkerung der EU aus.
Abbildung 13:	 Im Ausland geborene Bevölkerung im europäischen Vergleich am 01.01.2013
1.3.3	 Weltweite Migration
Die Statistiken der Vereinten Nationen erfassen die
Zahl der internationalen Migranten (migrant stock).
Ein Migrant ist dabei eine Person, die nicht in dem
Staat lebt, in dem sie geboren wurde (foreign born).
Damit umfasst der Begriff des Migranten neben
Flüchtlingen auch Arbeitsmigranten, nachziehende
Familienangehörige sowie sonstige Formen der Zuwanderung, z. B. Studierende.
Nach Angaben der Vereinten Nationen betrug die
Zahl der Migranten zur Jahresmitte 2013 weltweit fast
232 Millionen Menschen. Damit hat sich die Zahl der
internationalen Migranten in den letzten 3 Jahren um
5 % erhöht. Im Vergleich zum Wert von 2000 hat sich
der Wert um zwei Drittel erhöht.11
154.161.984
174.515.733
220.729.300
231.522.215
Schaubild 3:	 Veränderung des weltweiten Migrantenbestandes von 1990 bis 2013
Quelle: United Nations, Trends in International Migrant Stock,
The 2013 Revision, Stand: September 2013
11	 September 2013, United Nations, UN Population Division, Trends in International Migrant Stock: The 2013
Abbildung 14 zeigt die absoluten Zahlen der Migranten. Auffallend sind hier die Vereinigten Staaten, die
als Einwanderungsland naturgemäß eine hohe Migrantenzahl aufweisen (45,8 Mio. Menschen). Danach
nennen die Vereinten Nationen die Russische Födera-
tion (11,0 Mio. Menschen) und Deutschland (9,8 Mio.
Wird die Zahl der Migranten in Relation zur Einwohnerzahl des Landes gebracht, so zeigt sich, dass
Abbildung 14: 	Weltweiter Migrantenbestand zur Jahresmitte 2013
insbesondere Länder mit wenigen Einwohnern einen
hohen Migrantenanteil aufweisen. In Europa zählen
hierzu Monaco (64,2 %), Andorra (56,9 %), Luxemburg
(43,3 %) und Liechtenstein (33,1 %). Weltweit befindet
sich Deutschland mit 11,9 % eher im unteren Bereich.
An der Spitze sind hier die Vereinigten Arabischen
Emirate (83,7 %) oder Katar (73,8 %) zu finden. Einen
umfassenden Überblick liefert Abbildung 15.
Abbildung 15:	 Migrantenanteil an der Gesamtbevölkerung des Landes zur Jahresmitte 2013
Nach Artikel 16a des Grundgesetztes (GG) genießen politisch verfolgte Menschen Asyl in der Bundesrepublik Deutschland. Daneben wird Menschen, die aus Gründen wie sie in der Genfer Flüchtlingskonvention
(GFK) von 1951 aufgeführt sind, Flüchtlingsschutz gewährt.
2.1	 Asylanträge in Deutschland
Die Durchführung von Asylverfahren ist eine von
vielen Aufgaben des Bundesamtes für Migration und
Flüchtlinge. Neben der Bearbeitung von in der Bundesrepublik gestellten Asylanträgen ist das Bundesamt
auch für die Umsetzung der EG-Verordnung 343/2003
(Dublin - VO) zuständig.
Eine ausführliche und weiterführende Beschreibung
über die rechtlichen Grundlagen im Asylrecht sowie
ausführliches Zahlenmaterial finden Sie in den Publikationen „Das deutsche Asylverfahren - ausführlich
erklärt“ und „Das Bundesamt in Zahlen 2013“.
Sie können diese Publikationen auf der Internetseite des Bundesamtes bestellen.
Migration nach
In dieser Rubrik finden Sie alle Publikationen, Studien und
Informationsmaterialien, die vom Bundesamt veröffentlicht
2.1.1	 Aufnahmequoten nach dem
Mit Hilfe des bundesweiten Verteilungssystems EASY (Erstverteilung von Asylbegehrenden) wird die für die Unterbringung des
Asylsuchenden zuständige Erstaufnahmeeinrichtung ermittelt. Das EASY-System
dient der Erstverteilung der Asylbegehrenden auf die Bundesländer
und ist seit dem 01.04.1993 in
Betrieb. Die Asylbegehrenden
werden gemäß § 45 AsylVfG
durch dieses System zahlenmäßig auf die einzelnen Bundesländer verteilt. Die quotengerechte
Verteilung erfolgt
unter Anwendung des
so genannten Königsteiner Schlüssels.
Der Königsteiner
Schlüssel setzt sich
zu zwei Dritteln aus
dem Steueraufkommen und zu einem
Drittel aus der Bevölkerungszahl der Länder zusammen. Dem
für das jeweilige Haushaltsjahr liegen das
Steueraufkommen und
die Bevölkerungszahl des
jeweiligen Vorvorjahres zu Grunde.12 Im EASY-System wird jeweils
der Königsteiner Schlüssel angewendet, der für das vorangegangene
Kalenderjahr im Bundesanzeiger
veröffentlicht wurde (§ 45 Satz 2
AsylVfG). Für die Anwendung im Jahr
2013 ist dies also der Schlüssel des Vorjahres.
12	www.gwk-bonn.de/fileadmin/Papers/koenigsteinerschluessel-2012.pdf, Stand: 20.09.2014
Abbildung 16:	 Königsteiner Schlüssel für die
Anwendung im Jahr 2013
Räumliche Verteilung der Asylbewerber
109.580 Asylerstanträge in
Deutschland gestellt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres
waren es 64.539 Erstanträge;
dies bedeutet einen hohen
Zuwachs um 69,8 %.
Die Zugänge im Jahr 2013
waren damit auf dem
Niveau des Jahres 1997
(104.353 Asylerstanträge). Im Vergleich zum
Jahr 2007 (19.164) hat
sich das Asylaufkommen mehr
als verfünffacht.
Abbildung 17:	 Verteilung der Asylanträge auf die
Bundesländer im Jahr 2013
Anhand dieser Karte über die Verteilung der Asylanträge im Jahr 2013 ist zu erkennen, dass das Bundesland Nordrhein-Westfalen die meisten Asylbewerber
aufgenommen hat (23.719 Erstantragsteller), gefolgt
von Bayern (16.698 Erstantragsteller) und BadenWürttemberg (13.421 Erstantragsteller). Den Bundesländern Bremen und Saarland wurden die wenigsten
Asylbewerber zugewiesen. Die Verteilung der Erstantragsteller auf die Bundesländer weicht prozentual
jedoch leicht vom zuvor beschriebenen Königsteiner
Schlüssel ab. Dies begründet sich darin, dass der Königsteiner Schlüssel nur für die Verteilung der Asylbewerber im EASY-System zur Anwendung kommt,
die verpflichtet sind, in einer Aufnahmeeinrichtung
zu wohnen. Alle anderen Asylbewerber werden ohne
Bezug zum Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt.
Die räumliche Verteilung der insgesamt 17.443 Folgeantragsteller auf die Bundesländer verhält sich aber
ähnlich der Verteilung der Asylerstanträge. So wurden
die meisten Folgeanträge in Nordrhein-Westfalen
(6.062 Folgeanträge) und Baden-Württemberg (2.021
Folgeanträge) gezählt. Im Saarland (102 Folgeanträge)
und in Bremen (101 Folgeanträge) wurden dagegen die
wenigsten Folgeanträge für das Jahr 2013 erfasst.
2.1.3	 Herkunft der Asylbewerber
Im Jahr 2013 wurden die meisten Asylanträge aus den
unten gezeigten zehn Herkunftsländern registriert
(siehe Schaubild 4).
Schaubild 4:	 Die zehn häufigsten Herkunftsländer im Jahr 2013
Erstanträge aus Serbien
Erstanträge aus Syrien
Erstanträge aus Eritrea
Erstanträge aus Somalia
Erstanträge aus Afghanistan
Erstanträge aus der
Erstanträge aus dem Irak
Erstanträge aus Mazedonien
Erstanträge aus dem Iran
Erstanträge aus Pakistan
Quelle: MARiS, Stand: 31.12.2013
Eine umfassende kartographische Übersicht der Herkunftsländer des letzten Jahres sowie eine Übersicht
der Zugänge aus den Jahren 2009 bis 2013 liefern die
Abbildungen 18 und 19. Hierbei zeigt sich, dass sich die
Hauptherkunftsländer der letzten 5 Jahre grundsätzlich mit denen des Jahres 2013 decken. Die Schwerpunkte finden sich in den Krisengebieten im Nahen
Osten und im osteuropäischen Raum.
Abbildung 18:	 Herkunftsländer der Asylbewerber im Jahr 2013
Abbildung 19:	 Herkunftsländer der Asylbewerber im Zeitraum von 2009 bis 2013
Die räumliche Verteilung der
Asylerstantragsteller nach Herkunftsländern auf die Bundesländer erfolgt nicht gleichmäßig.
Dies begründet sich darin, dass
das Bundesamt bestimmte Herkunftsländer schwerpunktmäßig
an einigen Standorten bearbeitet. Abbildung 20 zeigt die
Verteilung der fünf häufigsten Herkunftsländer
des Jahres 2013 auf die
Abbildung 20:	 Die Verteilung der fünf häufigsten Herkunftsländer
auf die Bundesländer im Jahr 2013
2.2	 Asyl auf europäischer Ebene
Seit Juli 2013 ist die Europäische Union ein
Staatenverbund von nun 28 Mitgliedstaaten,
der in seiner Art einmalig auf der Welt ist. Im
Mittelpunkt der Bemühungen um ein gemeinsames Europa steht - unter anderem - eine
gemeinsame Asylpolitik und ein gemeinsames
europäisches Asylsystem.
2.2.1	 Asylanträge im europäischen Vergleich
Abbildung 21 zeigt die Asylbewerberzugänge im europäischen Vergleich. Dabei wurden die Asylbewerber
(Asylerst- und Folgeanträge) in absoluten Zahlen sowie
die Relation zur jeweiligen Bevölkerungszahl der jeweiligen Asylzielländer (Asylbewerber pro 1.000
Einwohner) dargestellt. Aus diesen beiden Betrachtungsweisen ergeben sich unterschiedliche Resultate.
Die wichtigsten Zielländer von Asylsuchenden in
Europa im Jahr 2013 waren Deutschland (126.995
Antragsteller bzw. 27,0 % aller Asylanträge), Frankreich (66.265 bzw. 14,1 %) und Schweden (54.365 bzw.
11,6 %).13 Damit war Deutschland wie auch im Vorjahr
wieder Hauptzielstaat für Asylsuchende in Europa.
Werden die Asylbewerberzugänge nicht nur in absoluten Zahlen, sondern in Relation zur jeweiligen Bevölkerungszahl der Asylzielländer betrachtet, weisen
die bevölkerungsmäßig kleineren Staaten Schweden
und Malta einen relativ höheren Asylzugang auf. Die
meisten Länder mit einer Bevölkerungszahl von über
30 Millionen Einwohnern (Vereinigtes Königreich,
Italien, Polen und Spanien) verzeichnen dagegen einen
Asylbewerberzugang von unter einem Antragsteller je
1.000 Einwohner. Lediglich Deutschland und Frankreich stellen in diesem Fall Ausnahmen dar.
13	 Eurostat, Abfragestand: 14.05.2014
Abbildung 21:	 Asylbewerber im europäischen Vergleich im Jahr 2013
2.3	 Rechtsverordnungen in der EU:
Dublinverfahren und EURODAC
Die Dublin- und die EURODAC-Verordnung
sind Rechtsverordnungen der Europäischen
Union, die unmittelbar in den Mitgliedstaaten
gelten. Beim Dublinverfahren handelt es sich
um ein Zuständigkeitsbestimmungsverfahren,
bei dem bestimmt wird, welcher europäische
Staat für die Prüfung des Asylantrags eines
Drittstaatsangehörigen zuständig ist. Mit der
Einrichtung von EURODAC (Vergleich von
Fingerabdrücken) wurde ein wichtiges Instrument zur Unterstützung des Dublinverfahrens
geschaffen. Mit EURODAC kann festgestellt
werden, ob ein Asylbewerber in Deutschland
oder eine in Deutschland illegal aufhältige
Person bereits zuvor in einem anderen Mitgliedstaat einen Asylantrag gestellt hat.
2.3.1	Dublinverfahren
Eine Aufgabe des Bundesamtes ist die Durchführung
des Dublinverfahrens nach der Verordnung (EG) Nr.
343/2003 (Dublin-VO). Diese wird für Asylanträge angewendet, die ab dem 01.09.2003 gestellt werden. Seit
dem 19.07.2013 ist die Verordnung (EU) Nr. 604/2013
in Kraft, die die Verordnung (EG) Nr. 343/2003 abgelöst
hat und für alle Asylanträge gilt, die ab dem 01.01.2014
gestellt werden. Rechtsgrundlagen dieses Zuständigkeitsbestimmungsverfahrens waren zunächst die Artikel 28 ff des Schengener Durchführungsübereinkommens (SDÜ) vom 26.03.1995, die ab dem 01.09.1997 von
dem Dubliner Übereinkommen (DÜ) abgelöst wurden.
Ziel des Dublinverfahrens ist es, dass jeder im so genannten „Dublinraum“ gestellte Asylantrag geprüft
wird, und zwar durch einen Mitgliedstaat, der nach
den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien als
zuständiger Staat bestimmt wird. Die Dublin-VO gilt
unmittelbar in allen Staaten der Europäischen Union
und auf Grund der Parallelabkommen auch in Norwegen, Island, der Schweiz und seit dem 19.12.2011 in
Die einzelnen Mitgliedstaaten sowie die Entwicklung
zum heutigen Dublingebiet sind in der Abbildung 22
Eine ausführliche Beschreibung über den Ablauf des
Dublinverfahrens finden Sie in den Publikationen „Das
deutsche Asylverfahren - ausführlich erklärt" und „Das
Bundesamt in Zahlen 2013".
Abbildung 22:	 Die historische Entwicklung zum heutigen Dublin-Gebiet im Jahr 2013
Die Anzahl der vom Bundesamt an die Mitgliedstaaten gestellten Übernahmeersuchen nahm im Jahr
2013 (35.280) gegenüber dem Vorjahr (11.469) stark
zu. Dabei richtete Deutschland rund achtmal so viele
Übernahmeersuchen an andere Mitgliedstaaten, wie es
von diesen erhielt. Auch die Anzahl der Übernahmeersuchen der Mitgliedstaaten an Deutschland ist von
3.632 im Jahr 2012 auf 4.382 im Jahr 2013 (+ 20,6 %)
Die Abbildung 23 zeigt alle im Jahr 2013 nach der
Dublin-VO gestellten Übernahmeersuchen. Darin
sind auch Ersuchen enthalten, die beim Aufgriff eines
illegal aufhältigen Drittstaatsangehörigen gestellt
werden. Hier wird grundsätzlich ebenfalls ein Dublinverfahren durchgeführt, wenn dieser zuvor in einem
anderen Mitgliedstaat Asyl beantragt hat. Die meisten
Übernahmeersuchen richtete Deutschland an Polen
(13.902, 2012 Rang 2 mit 1.385), gefolgt von Italien
Abbildung 23:	 Übernahmeersuchen von und an Deutschland im Jahr 2013
(5.827, 2012: 2.483, Rang 1), Belgien (2.831, 2012: 1.376,
Rang 3), Ungarn (2.441, 2012: 331, Rang 11) und Frankreich (1.741, 2012: 885, Rang 6).
Deutschland erhielt im Jahr 2013 die meisten Ersuchen von Schweden (1.014, 2012: 768), gefolgt von
Frankreich (634; 2012: 509, Rang 3), Griechenland (560,
2012: 372, Rang 4), Schweiz (548, 2012: 549, Rang 2) und
Belgien (281, 2012: 318, Rang 5).
Abbildung 24 betrachtet die Überstellungen von und
an Deutschland. In der Karte sind alle im Jahr 2013
nach der Dublin-VO überstellten Personen dargestellt.
Deutschland überstellte im Jahr 2013 insgesamt 4.741
Personen an andere Mitgliedstaaten, die meisten davon an Polen (2.234), Belgien (674), Italien (414), die
Schweiz (213) und Schweden (201). An Deutschland
wurden im Jahr 2013 insgesamt 1.904 Personen überstellt, die meisten aus Schweden (509), Griechenland
(398), der Schweiz (242), den Niederlanden (122) und
Dänemark (98).
Abbildung 24:	 Überstellungen von und an Deutschland im Jahr 2013
2.3.2	EURODAC
EURODAC ist ein zentrales, automatisiertes, europäisches Fingerabdruckidentifizierungssystem und
seit dem 15.01.2003 in Betrieb. Rechtsgrundlage ist
die Verordnung (EG) Nr. 2725/2000, die von allen
Mitgliedstaaten des Dublinverfahrens angewendet
wird. Ergibt der Abgleich der von einem Mitgliedstaat
zu einer Person übermittelten Fingerabdruckdaten
mit den in der EURODAC-Datenbank gespeicherten
Fingerabdruckdaten eine Übereinstimmung, liegt
ein EURODAC-Treffer vor. Mit Hilfe von EURODAC
wird wesentlich schneller und in erheblich größerem
Umfang als bisher bekannt, wenn ein Asylbewerber in
Deutschland oder eine in Deutschland illegal aufhältige Person bereits zuvor in einem anderen Mitgliedstaat einen Asylantrag gestellt hat.
Aus den nachfolgenden Karten ergibt sich der prozentuale Anteil aber auch die absolute Zahl der von
Deutschland und den Mitgliedstaaten nach der Dublin-VO in 2013 gestellten Übernahmeersuchen, die auf
EURODAC-Treffern beruhen.
Abbildung 25:	 Übernahmeersuchen an die Mitgliedstaaten aufgrund von EURODAC-Treffern im Jahr 2013
Dieser Anteil der von Deutschland und den Mitgliedstaaten nach der Dublin-VO in 2013 gestellten Übernahmeersuchen, die auf EURODAC-Treffern beruhen,
hat sich seit Einführung von EURODAC weiter erhöht
und beträgt im Jahr 2013 bei den Ersuchen Deutschlands durchschnittlich 67 %. Demgegenüber basieren
die Ersuchen aus den Mitgliedstaaten an Deutschland
zu einem geringeren Anteil auf EURODAC-Treffern,
der 2013 im Durchschnitt bei 58 % liegt.
fern von Deutschland an Polen, Italien und Ungarn
gestellt. An Liechtenstein wurde nur ein Übernahmeersuchen gerichtet, welches aufgrund eines EURODAC-Treffers erfolgte.
Aus Schweden, Frankreich und aus der Schweiz erhielt
Deutschland die meisten Ersuchen aufgrund von
EURODAC-Treffern. Schlusslicht bilden hier Liechtenstein, Litauen und Portugal mit jeweils einem Ersuchen mit EURODAC-Treffer.
In absoluten Zahlen betrachtet, wurden die meisten
Übernahmeersuchen aufgrund von EURODAC-Tref-
Abbildung 26:	 Übernahmeersuchen an Deutschland aufgrund von EURODAC-Treffern im Jahr 2013
2.4	 Weltweites Asyl- und
In diesem Teil des Atlasses sollen die Herkunftsländer und die Zufluchtsorte der unter
dem UNHCR-Mandat stehenden Personengruppen näher beleuchtet werden.
Die wichtigste Aufgabe des UNHCR ist dabei der internationale Schutz von Flüchtlingen und anderen
bedrohten Personen. Die Vereinten Nationen sollen
dabei sicherstellen, dass die Menschenrechte von
Flüchtlingen respektiert werden, dass Flüchtlinge das
Recht haben, Asyl zu suchen und dass kein Flüchtling
zur Rückkehr in ein Land gezwungen wird, wo er Ver-
folgung befürchten muss. Eine weitere Aufgabe des
UNHCR ist die Suche nach dauerhaften Bleibelösungen für Flüchtlinge, die Rückkehr von Flüchtlingen in
ihre Heimat zu unterstützen oder - falls notwendig den Menschen bei der Neuansiedlung zu helfen.14
Der UNHCR erfasste im Jahr 2013 insgesamt 42,9
Millionen Menschen, die auf der Flucht waren oder
in anderer Art und Weise vertrieben wurden. Fast 36
Millionen Menschen werden dabei selbst vom UNHCR
betreut.15
14	 Siehe auch http://www.unhcr.de/mandat.html?L=0
15	 UNHCR Global Trends 2013
Schaubild 5:	 Vom UNHCR erfasste Personengruppen zum Jahresende 2013
 42,9 Millionen Menschen werden vom UNHCR erfasst, davon 
11,7 Millionen
Flüchtlinge und Menschen
in flüchtlingsähnlichen
2,6 Millionen sonstige Personen
IDPs (Binnenvertriebene)
Quelle: UNHCR-Global-Trends 2013, Stand: 20.06.2014
Die räumliche Verteilung dieser 42,9 Millionen Menschen, darunter auch 11,7 Millionen Flüchtlinge und
Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen, wird in
Abbildung 27 anschaulich gemacht.
Eine große Gruppe stellen dabei Flüchtlinge und
Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen dar. Die
weltweite Zahl der Flüchtlinge unter dem UNHCRMandat wurde auf 11,7 Millionen geschätzt. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies rund 1,2 Millionen mehr
Menschen als Ende des Jahres 2012 (+11 %). 8,5 Millionen dieser Menschen werden dabei vom UNHCR
betreut und unterstützt.16 Die Verteilung auf die Kontinente lässt sich der Abbildung 27 entnehmen.
Hier wird ersichtlich, dass fast 7 Millionen Flüchtlinge
und Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen
16	 UNHCR Global Trends 2013
oder fast zwei Drittel dieser Menschen aus dem asiatischen Raum stammen.
Davon sind mehr als 2,6 Millionen Menschen Afghanen und 2,5 Millionen Menschen aus Syrien (Abbildung 28).
Werden die Zielländer bzw. die Länder betrachtet, die
Flüchtlinge beherbergen, so sind hier Pakistan mit 1,6
Millionen Menschen sowie der Iran und der Libanon
mit jeweils 857.000 Menschen zu nennen. Im europäischen Raum beherbergen die Türkei (610.000 Menschen), Frankreich (232.000 Menschen) und Deutschland (187.567 Menschen) die meisten Flüchtlinge und
Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen (Abbildung 29).17
17	 UNHCR Global Trends 2013
Abbildung 27:	 Personen unter UNHCR-Mandat nach Herkunftskontinenten zum Jahresende 2013
Abbildung 28:	 Herkunftsländer von Flüchtlingen und Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen zum
Abbildung 29:	 Zielländer von Flüchtlingen und Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen zum
Zu den Zielgruppen des UNHCR zählen neben Flüchtlingen auch Menschen, die in anderen Ländern Zuflucht suchen und dort einen Asylantrag stellen. Insgesamt betrachtet der UNHCR in seinem Asylreport
44 Länder – darunter Europa und andere ausgewählte
Mit den vom UNHCR veröffentlichten Daten kann
neben dem Zielland des Asylbewerbers auch das
Herkunftsland des Bewerbers ausgewertet und kartographisch abgebildet werden. Eine Übersicht über die
Herkunftsländer und Länder der Antragstellung (Zielländer) zeigt die nachfolgende Abbildung 30.
Insgesamt wurden dem UNHCR im Jahr 2013 mehr
als 600.00 Asylantragstellungen aus diesen insgesamt
44 ausgewählten Ländern gemeldet. Im Vergleich zum
Vorjahr (480.000 Antragstellungen) stieg diese Zahl um
27,8 % an. Mehr als ein Sechstel der Asylantragstellungen gingen im Jahr 2013 davon allein als Asylerstanträge in Deutschland ein. Insgesamt wurden in den letzten fünf Jahren mehr als 2,2 Millionen Antragsteller in
Europa und ausgewählten Ländern erfasst.18
Abbildung 30 greift die drei Hauptherkunftsländer
Deutschlands des Jahres 2013 auf. Hier wird gezeigt,
welche anderen Länder noch Asylzugänge aus diesen
Ländern erfasst haben.
18	 UNHCR Asylum Trends 2013
Abbildung 30:	 Herkunfts- und Zielländer von Asylbewerbern in 44 ausgewählten Ländern im Jahr 2013
Abbildung 31:	 Verteilung der Asylzugänge aus den Hauptherkunftsländern von Deutschland
für das 4. Quartal 2013
In Deutschland leben etwa 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Sicherzustellen, dass sie
mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten die Gesellschaft aktiv mitgestalten können, ist eine Schlüsselaufgabe für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Um dies zu
unterstützen, erhalten alle Zuwanderer ein staatliches Grundangebot zur Integration, das ihre eigenen
Eingliederungsbemühungen unterstützt.
Die Integrationsmaßnahmen des Bundes stehen im
Folgenden im Mittelpunkt der Betrachtung. Mit dem
am 01.01.2005 in Kraft getretenen Zuwanderungsgesetz wurde für die Integrationsförderung in Deutschland erstmalig eine klare Struktur geschaffen.
Wesentliche Aufgaben wurden gebündelt und dem
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge als Kompetenzzentrum übertragen. Das Erlernen der deutschen
Sprache bildet das Fundament gelingender Integration
- damit wird der Zugang zu allen gesellschaftlichen
Bereichen erleichtert, die Teilhabechancen von Zuwanderern erhöhen sich. Aber auch flankierenden
Bausteinen sowie der Koordinierung und Vernetzung
unterschiedlicher Integrationsangebote kommt erhebliche Bedeutung zu. Integrationskurse sowie die
Migrationsberatung für Zuwanderer sind die Kernelemente der Integrationspolitik des Bundes. Sie stellen
Einstiegsangebote dar und werden unter anderem
durch Projekte zur sozialen und gesellschaftlichen
Integration von Migranten vervollständigt.
Mit dem Wissen, dass Integration nur erfolgreich sein
kann, wenn sich jeder, der in Deutschland lebt, verantwortlich fühlt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und seinen Beitrag dazu leistet, übernimmt das
Bundesamt eine wichtige Koordinierungsaufgabe. Für
das Gelingen einer lebendigen Willkommenskultur
und der gegenseitigen Anerkennung als Fundament
des gesellschaftlichen Zusammenhalts ist es wichtig, auch die Aufnahmegesellschaft in den Blick zu
nehmen. Eine gelebte Anerkennungskultur bedeutet,
dass auf Seiten der Aufnahmegesellschaft kulturelle
und religiöse Vielfalt als Normalität und Ressource
für gesellschaftliche Entwicklung empfunden wird.
Willkommens- und Anerkennungskultur beschreiben
eine Gesellschaft, die das Ziel hat, kulturelle Vielfalt
anzuerkennen, attraktive Rahmenbedingungen für
Menschen mit Migrationshintergrund bereit zu stellen
3.1	 Regionalstellen und Regional	koordinatoren
Durch ein bundesweites Netz von 27 Standorten ist das Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge in allen Bundesländern vertreten.
An einer Vielzahl der Standorte werden Integrationsaufgaben wahrgenommen. Diese Standorte werden
auch als Regionalstellen bezeichnet. Aufgrund dieser
Struktur ist sichergestellt, dass das Bundesamt in jedem Bundesland in direktem Kontakt mit allen gesellschaftlichen Akteuren der Integrationsarbeit und des
Flüchtlingsschutzes steht. In den Regionalstellen sind
Regionalkoordinatoren (ReKos) tätig, welche bei ihrer
Arbeit von Teamassistenten unterstützt werden.
In Abbildung 32 werden zunächst alle Standorte des
Bundesamtes im Jahr 2014 sowie die Verteilung der
Regionalstellen in Deutschland gezeigt. Derzeit gibt es
in jedem Bundesland mindestens eine Regionalstelle.
Abbildung 32:	 Standorte und Regionalstellen des Bundesamtes
Nordrhein-Westfalen und Bayern verfügen über je drei
Regionalstellen. In diesen Bundesländern wirken auch
die meisten Regionalkoordinatoren.
Als Ansprechpartner vor Ort tragen die Regionalkoordinatoren dem hohen Informations- und Abstimmungsbedarf zwischen allen am Integrationsprozess
Beteiligten (Bundesamt, Ausländerbehörden, Jobcenter, Integrationskursträger, Migrantenorganisationen
und weiteren mit Integrationsmaßnahmen befassten
Stellen, z. B. kommunale Integrationsbeauftragte, Sozial- und Jugendbehörden) Rechnung. Sie haben sich
zu wichtigen Dienstleistern der Integrationslandschaft
ihrer jeweiligen Region entwickelt, initiieren Maßnahmen und beraten bei deren Durchführung. Durch
Besuche der Integrationskurse, der Migrationserstberatungsstellen, der geförderten Projekte und Frauenkurse wird gewährleistet, dass die vom Bundesamt
entwickelten Qualitätsstandards eingehalten werden.
Die Regionalkoordinatoren in den Regionalstellen sind
für ein bestimmtes Gebiet (in der Regel der Landkreis
oder die kreisfreie Stadt) und für alle im Zusammenhang mit den Integrationsaufgaben des Bundesamtes
anfallenden Aufgaben zuständig.
3.2	 Integrationskurse und Kursträger
 Sprache
erfolgreiche Integration.
Aus diesem Grund wurde mit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes zu Beginn des Jahres 2005 ein
Mindestrahmen staatlicher Integrationsangebote
geschaffen. Den Kern dieser staatlichen Angebote
bildet der Integrationskurs. Der allgemeine Integrationskurs setzt sich aus einem Sprachkurs mit 600
Unterrichtstunden und einem Orientierungskurs mit
60 Unterrichtsstunden zusammen. Der Sprachkurs soll
„ausreichende“ Sprachkenntnisse auf dem Niveau B1
des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für
Sprachen vermitteln. Der Orientierungskurs dient der
Vermittlung von Kenntnissen der Rechtsordnung, der
Kultur und der Geschichte in Deutschland. Seit dem
Start im Jahr 2005 haben fast eine Million Zuwanderer
an den Kursen des Bundesamtes für Migration und
Flüchtlinge teilgenommen.
Das Aufenthaltsgesetz und die Integrationskursverordnung (siehe § 4 IntV i.V.m. §§ 44 und 44 a AufenthG)
regeln, wessen Teilnahme am Integrationskurs gefördert wird, beziehungsweise wer dazu verpflichtet
Schaubild 6:	 Überblick über das Integrationsgeschehen im Jahr 2013
Träger waren zum Stichtag
31.12.2013 zugelassen.
10.928 neue Kursteilnehmer
belegten einen
Alphabetisierungskurs.
42,9 % aller Kursabsolventen
sind Altzuwanderer,
EU-Bürger oder Deutsche.
8.851 Integrationskurse
wurden begonnen.
30,9 % aller neuen
Kursteilnehmer stammen
aus EU-Mitgliedstaaten.
24,0 % aller begonnenen
Integrationskurse wurden
59,6 % der neuen
3.430 deutsche
Staatsangehörige absolvierten
einen Integrationskurs.
Die Integrationskurse werden vom Bundesamt koordiniert und von Kursträgern durchgeführt. Kursträger
sind private und öffentliche Träger, die in einem Zulassungsverfahren ausgewählt und vom Bundesamt mit
der Durchführung von Integrationskursen für einen
Zeitraum von maximal fünf Jahren betraut werden.
Danach bedarf es der Beantragung einer Folgezulas-
sung, d. h. die Zulassung zur Durchführung weiterer
Integrationskurse muss vom Bundesamt erneut erfolgen.
Zum Jahresende 2013 verfügten bundesweit 1.302 Integrationskursträger über eine Zulassung; diese verteilen sich regional wie in Abbildung 33 dargestellt.
Abbildung 33:	 Zugelassene Integrationskursträger am 31.12.2013
Je nach Angebot der Kursträger können die Teilnehmer aus den bundesweit verfügbaren Integrationskursen entsprechend ihrer sprachlichen
Vorkenntnisse, ihres Alters und ihrer persönlichen Lebensumstände einen für sie passenden
Kurs wählen. Dabei werden auch die Bedarfe von
unterschiedlichen Zuwanderergruppen – wie
zum Beispiel Jugendlichen und Frauen – berücksichtigt.
Um den unterschiedlichen Ansprüchen gerecht
zu werden, gibt es neben dem allgemeinen Integrationskurs spezielle Integrationskurse für
Jugendliche, Frauen, Eltern und Personen mit
Alphabetisierungs- bzw. besonderem Förderbedarf sowie für schneller lernende Migranten.
Die speziellen Integrationskurse umfassen einen
Sprachkurs mit bis zu 900 Unterrichtsstunden
und einen Orientierungskurs mit in der Regel
60 Unterrichtsstunden.
Seit Einführung der Integrationskurse wurden
bis Ende des Jahres 2013 insgesamt fast 76.000
Integrationskurse gestartet, davon allein 8.851
im Jahr 2013. Dabei wird von den Teilnehmern
am häufigsten der allgemeine Integrationskurs
(71,6 % aller neuen Kursteilnehmer in 2013) besucht. Immerhin 16,2 % der Teilnehmer gingen
in einen Integrationskurs mit Alphabetisierung
und 8,0 % der Teilnehmer in einen Eltern- bzw.
Frauenintegrationskurs.
Etwa ein Viertel der im Jahr 2013 begonnenen
Integrationskurse fand in Nordrhein-Westfalen
(24,0 % aller Kurse) statt, gefolgt von Bayern mit
15,0 % und Baden-Württemberg mit 13,4 % (Abbildung 34).
Schaubild 7:	 Begonnene Integrationskurse
in Deutschland im Jahr 2013
begonnene Integrationskurse im Jahr 2013
75.953 
Quelle: BAMF, Abfragestand: 29.03.2014
Abbildung 34:	 Begonnene Integrationskurse nach Bundesländern im Jahr 2013
Abbildung 35:	 Begonnene Integrationskurse nach Gemeinden im Jahr 2013
In Abbildung 35 wurden alle im Jahr 2013 begonnenen
Kurse nach Gemeinden zusammengefasst und mit
dem Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund
in den Bundesländern aus dem Jahr 2012 hinterlegt.
Die meisten Integrationskurse finden in Regionen und
Bundesländern mit einem hohen Anteil an Menschen
mit Migrationshintergrund statt. So zeigt sich, dass das
Bundesamt die nachfragestarken Regionen gut mit
Kursen abdecken kann. Geringer ist die Kursdichte in
den neuen Bundesländern (ohne Berlin). Hier liegt der
Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund unter
5,0 % (siehe auch Abbildung 1).
3.3	 Teilnehmer an Integrationskursen
Seit dem 01.01.2005 erhielten 1,33 Millionen
Menschen eine Berechtigung zur Teilnahme
an einem Integrationskurs, davon 167.516
Personen im Jahr 2013. Das sind 30,7 % mehr
im Vergleich zum Vorjahr (2012: 128.171 Teilnahmeberechtigungen). Zusätzlich erhielten
fast 22.000 Kurswiederholer im Jahr 2013 eine
entsprechende Berechtigung.
Bei einer Vielzahl der im Jahr 2013 ausgestellten Teilnahmeberechtigungen (55,5 %) handelt es sich um
zugelassene Zuwanderer, die schon vor 2005 nach
Deutschland zuwanderten, EU-Bürger und Deutsche.
30,8 % aller Teilnahmeberechtigungen erhielten Neuzuwanderer, 11,8 % der Teilnahmeberechtigungen
betrafen ALG-II Bezieher, die durch einen Träger der
Grundsicherung für Arbeitssuchende zur Teilnahme
verpflichtet wurden. Fast 2,0 % der Teilnahmeberechtigungen gingen an Altzuwanderer, welche von den
Ausländerbehörden zur Teilnahme verpflichtet wurden und Spätaussiedler.
Abbildung 36:	 Ausgestellte Teilnahmeberechtigungen nach Berechtigungstyp und Bundesländern im Jahr 2013
Im Zeitraum 2005 bis 2013 haben insgesamt fast eine
Million Kursteilnehmer einen Integrationskurs begonnen, davon 117.354 Personen im Jahr 2013. Diese
Personen werden als neue Kursteilnehmer bezeichnet.
Mehr als ein Fünftel der neuen Kursteilnehmer des
Jahres 2013 wohnte in Nordrhein-Westfalen (22,4 %).
Die Zuordnung der neuen Kursteilnehmer zum Bundesland erfolgte dabei an Hand des Wohnortes.
Abbildung 37:	 Neue Kursteilnehmer nach Bundesländern im Jahr 2013
Abbildung 38:	 Die zehn häufigsten Staatsangehörigkeiten der neuen Kursteilnehmer
Abbildung 39:	 Die zehn häufigsten Staatsangehörigkeiten der neuen Kursteilnehmer
Im Jahr 2013 waren insbesondere polnische (10,7 %),
türkische (7,9 %) und rumänische (6,5 %) Staatsangehörige unter den neuen Kursteilnehmern vertreten
(Abbildung 38).
Im Allgemeinen sind eine Vielzahl der Kursteilnehmer
osteuropäische Staatsangehörige.
Betrachtet man alle neuen Teilnehmer am Integrationskurs seit 2005, so zeigt sich, dass zudem viele
Deutsche, aber auch asiatische Staatsangehörige Kursteilnehmer waren (Abbildung 39).
3.4	 Migrationsberatung für erwachsene
Die Migrationsberatung für erwachsene
Zuwanderer (MBE) gilt, neben den Integrationskursen als Grundpfeiler der Integrationspolitik des Bundes. Ihre Aufgabe besteht
darin, den Integrationsprozess erwachsener
Zuwanderer zeitnah und gezielt zu initiieren,
zu steuern und zu begleiten.
ist für die Durchführung der Migrationsberatung für
erwachsene Zuwanderer verantwortlich (§ 75 Nr. 9
AufenthG i.V.m. § 45 Satz 1 AufenthG). Das Aufgabenspektrum erstreckt sich sowohl auf die Entwicklung
konzeptioneller Vorgaben als auch darauf, deren Umsetzung in die Praxis aktiv zu begleiten.
Die Migrationsberatung verfolgt einen ganzheitlichen,
an den Ressourcen der Zugewanderten ausgerichteten
Integrationsansatz. Hauptberufliche Migrationsberater ermitteln auf der Grundlage eines professionellen
Fallmanagements den individuellen Unterstützungsbedarf der Zuwanderer, entwickeln gemeinsam mit
diesen realistische Förderpläne und binden sie auf
einer festgelegten Zeitschiene aktiv in die Umsetzung
der vereinbarten Integrationsmaßnahmen ein. Zu
den Aufgabenschwerpunkten der Migrationsberatung
gehört die gezielte Heranführung der Zuwanderer an
das Integrationskursangebot und deren individuelle,
bedarfsorientierte Begleitung bis zum erfolgreichen
Abschluss eines Integrationskurses. Die Migrationsberatung leistet einen wichtigen qualitativen Beitrag
dazu, Zuwanderer zu selbstständigem Handeln in
ihrem neuen Lebensumfeld zu befähigen. Mit der
konkreten Wahrnehmung der Beratungstätigkeit
hat das Bundesamt als verantwortliche Behörde die
den Bund der Vertriebenen beauftragt. Im Jahr 2013
wurden in der MBE insgesamt 158.010 Beratungsfälle
gezählt, einschließlich der 81.645 mitberatenen Familienangehörigen konnten bundesweit 239.655 Personen
Bundesweit haben 581 Beratungseinrichtungen sowie
mehr als 413 zeitweise besetzte „mobile Beratungseinrichtungen“ Leistungen der Migrationsberatung
angeboten. Damit konnte ein Grundangebot an
qualifizierter Migrationsberatung für erwachsene
Zuwanderer sichergestellt werden. Die bundesweite
Verteilung der Standorte der Migrationsberatung für
erwachsene Zuwanderer zum 31.12.2013 zeigt die
Abbildung 40. Zu diesem Zeitpunkt waren Migrationsberatungseinrichtungen an fast 1.000 Standorten (die
o. a. „mobilen Beratungseinrichtungen“ eingeschlossen) in Deutschland tätig. Davon sind 241 Standorte in
Nordrhein-Westfalen, 172 in Baden-Württemberg und
120 in Bayern zu finden.
Für Jugendliche und junge heranwachsende Zuwanderer bis zum 27. Lebensjahr bieten die Jugendmigrationsdienste ein besonderes Beratungs- und Betreu-
ungsangebot. Die Jugendmigrationsdienste werden
vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
Abbildung 40:	 Die Verteilung der Standorte der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer im Jahr 2013
Im Rahmen der Migrationsberatung sind im Jahr
2013 insgesamt 239.655 Migranten beraten worden.
Hauptherkunftsländer der beratenen Personen waren
dabei die Türkei, die Russische Föderation und Polen
(Abbildung 41). In den Vorjahren kamen die meisten
Ratsuchenden regelmäßig aus den drei Herkunftsländern Russische Föderation, Türkei und Kasachstan.
Polen ist im Jahr 2013 somit an die dritte Stelle vorgerückt.
Abbildung 41:	 Die Herkunft der durch Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer beratenen Personen
3.5	Integrationsprojekte
fördert als Kompetenzzentrum für Migration
und Integration verschiedene Maßnahmen
und Projekte zur sozialen und gesellschaftlichen Eingliederung von jugendlichen und
erwachsenen Zuwanderern mit dauerhafter
Für Integrationsprojekte werden im Haushalt des
Bundesamtes eigene Fördermittel zur Verfügung gestellt. Hieraus werden seit 2006 folgende Integrationsmaßnahmen durchgeführt:
gemeinwesenorientierte Projekte,
ergänzende Maßnahmen für Aussiedler
gemäß § 9 Abs. 4 BVFG,
Projekte zur Integration jüdischer
Integration von Muslimen (insbesondere soziale und gesellschaftliche Integration muslimischer Frauen durch niederschwellige Seminarmaßnahmen, so genannte Frauenkurse),
Projekte zur modellhaften Erprobung im
Rahmen des bundesweiten Integrationsprogramms,
flankierende Maßnahmen / Modellprojekte zur
Weiterentwicklung der Integrationsarbeit,
Kofinanzierung von Projekten, die aus dem
Europäischen Integrationsfonds gefördert
3.5.1	 Gemeinwesenorientierte Projekte
Integration impliziert einen umfassenden und vor allem wechselseitigen Prozess zwischen Menschen und
Kulturen, der unsere Gesellschaft auch in Zukunft weiterhin beschäftigen wird. Eine nachhaltige Integration
von Zuwanderern im Rahmen der Förderung gemeinwesenorientierter Projekte sowie der Durchführung
von Integrationskursen für Aussiedler und rechtmäßig
auf Dauer im Bundesgebiet lebenden Ausländern, ist
neben der Migrationsberatung eine wichtige Schlüsselaufgabe des Bundesamtes, denn Projekte schaffen
Die Projektförderung bietet die Möglichkeit, auf spezielle Herausforderungen im lokalen Umfeld mit zielgerichteten Maßnahmen zu reagieren und gleichwohl
die individuellen Kompetenzen der Zuwanderer zu
stärken. Im Fokus steht die aktive Unterstützung von
Interkulturalität, die Förderung gegenseitiger Akzeptanz zwischen den Zuwanderern und der Aufnahmegesellschaft sowie die Chancen der Zuwanderer auf
gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe zu intensivieren. Demnach konzentriert sich die Förderung der
Projekte auf die Stärkung mitgebrachter Kompetenzen, der interkulturellen Kompetenz, des bürgerschaftlichen Engagements, der Erziehungskompetenz der
Eltern, Kriminalitäts-, Gewalt- und Suchtprävention
und Stärkung der sozialen Kompetenzen durch freizeitpädagogische Angebote (u. a. Theater, Sport, Musik
und Tanz). Ergänzend wurden Modellprojekte zur
Erprobung von angemessenen Verfahrensweisen und
Konzeptionen in der Integrationsarbeit gefördert.
Im Jahr 2013 standen dem Bundesamt insgesamt
19,0 Millionen Euro für die Projektförderung zur Verfügung, davon für altersunabhängige Maßnahmen
13,0 Millionen Euro und für jugendspezifische Maßnahmen 6,0 Millionen Euro. Insgesamt fanden 338
gemeinwesenorientierte Projekte im Jahr 2013 statt:
davon 172 altersunabhängig und 166 jugendspezifische Projekte.
 Es wurden 100 Multiplikatorenschulungen durchgeführt.
Abbildung 42:	 Vom Bundesamt geförderte gemeinwesenorientierte Projekte im Jahr 2013
Die meisten GWO-Projekte fanden 2013 in NordrheinWestfalen (61 Projekte), Baden-Württemberg (43 Projekte) und Bayern (40 Projekte) statt. Die Häufung des
Angebotes deckt sich mit dem erhöhten Ausländeranteil in diesen Bundesländern (siehe Kapitel 1.2.1).
3.5.2	 Seminarmaßnahmen zur Integration
ausländischer Frauen (Frauenkurse)
Das Bundesamt fördert eine Maßnahme speziell für
ausländische Frauen, die in erster Linie darauf ausgerichtet ist, die Frauen zu motivieren, weitere Integrationsangebote, insbesondere den Integrationskurs, in
Anspruch zu nehmen. Zielgruppe sind ausländische
Frauen mit einem in Deutschland auf Dauer angelegten Aufenthaltsstatus, aus allen Ländern außerhalb
Westeuropas, Nordamerikas sowie Australiens, ab Vollendung des 16. Lebensjahres, ohne eine in Deutschland abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung.
Teilnehmen können die Frauen an maximal fünf Kursen. Die Kurse umfassen jeweils 20 Stunden und werden überwiegend von Organisationen und Verbänden
wie Wohlfahrtsverbänden, Migrantenorganisationen,
kirchlichen Organisationen oder Volkshochschulen
durchgeführt. Die Maßnahmen umfassen mehrtägige
Seminare, Gesprächskreise zu bestimmten Themen sowie Werkstattangebote. Die Kurse enthalten Elemente
eines Sprachförderangebots auf einfachem Niveau
und zeigen berufliche Perspektiven auf. Durchgeführt
werden die Kurse von fünf Trägern des sogenannten
Zentralstellenverfahrens (Academia Española de Formación – AEF, Arbeiterwohlfahrt – AWO, Deutscher
Paritätischer Wohlfahrtsverband –DPWV, Internationaler Bund – IB, Verein für internationale Jugendarbeit
e. V. – ViJ) sowie seit dem Jahr 2006 von einer Vielzahl
weiterer Organisationen wie z. B. Migrantenselbstorganisationen, Volkshochschulen, Caritasverband
oder Diakonisches Werk. Charakteristisch für dieses
Integrationsförderangebot ist dessen Niederschwelligkeit, die Ausrichtung des Angebotes ausschließlich an
Frauen (Stichwort „geschützter Raum“), die Wohnortnähe mit der Möglichkeit der Kinderbetreuung sowie
die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse
der Frauen. Insofern entfalten Frauenkurse durch ihre
praktischen und sprachlichen Handlungshilfen im
Alltag eine weitreichende und langfristige Wirkung.
Durch ihre wohnortnahe Durchführung in einem
vertrauten und geschützten Rahmen finden sie auch
innerhalb des Familienverbandes Akzeptanz. Sie ermutigen Migrantinnen dazu, ihre Rolle als „Familienmanagerin“ – speziell auch als Bildungsmanagerin ihrer
Kinder – anzunehmen und so auszufüllen, dass ein
hohes Maß an gesellschaftlicher Partizipation für alle
Familienmitglieder möglich wird. Insofern sind die
Kurse für die gesellschaftliche und soziale Integration
ein wichtiges Hilfsmittel, um Integrationsprozesse von
Familien und letztlich auch innerhalb der Gemeinschaft zu unterstützen. Das Angebot wird zunehmend
als wichtiger Baustein für die Hinführung lernungewohnter Frauen zu den bundesweiten Integrationsangeboten, insbesondere den Integrationskursen,
Abbildung 43 zeigt die Verteilung der fast 2.200 geförderten Frauenkurse.
Abbildung 43:	 Durchgeführte niederschwellige Seminarmaßnahmen für Frauen im Jahr 2013
3.5.3	 Maßnahmen für Spätaussiedler
Gegenstand der Förderung sind ausschließlich Maßnahmen, die auf der zur Umsetzung des § 9 Abs. 4
BVFG erstellten Konzeption „ergänzende Maßnahme
für Spätaussiedler“ beruhen. Damit wird den Spätaussiedlern mit ihren Familienangehörigen auf der Basis
ihrer nach Deutschland mitgebrachten Identitätsmerkmale und Vorstellungen von deutscher Kultur
und Lebenswelt ein realistisches Bild von der bundesdeutschen Gesellschaft und ihren zentralen Funktionsmechanismen vermittelt.
Das Bundesamt hat vor diesem Hintergrund ein Integrationsförderangebot (Kurskonzept Identität und Integration Plus) entwickelt. Diese Fördermaßnahme stellt
eine bedarfsgerechte Ergänzung zum Integrationskurs
dar. Folgende Themen werden angesprochen:
Deutschlandbilder und Vorstellungen von deutscher
Kultur und Lebenswelt. Identitätsbildung durch Sprache, Geschichte und Glauben.
Berufliche (Neu-) Orientierung und Eingliederung in
den Arbeitsmarkt (z. B. Informationen über berufliche
Chancen und Möglichkeiten in Deutschland, Bewerbertraining).
Kenntnisse über das Bildungssystem in Deutschland,
Integrations- und Bildungsangebote vor Ort sowie
bildungsorientierte Elternarbeit.
Kontakte zu Einheimischen und anderen Zuwanderergruppen, Interkulturalität als Kompetenz im Alltag,
Religion(en) in Deutschland.
Im Jahr 2013 sind nach Angaben des Bundesverwaltungsamtes über 2.400 Spätaussiedler nach Deutschland gewandert, davon allein 544 nach NordrheinWestfalen.
Das Bundesamt hat für Spätaussiedler im Jahr 2013
insgesamt 99 Maßnahmen durchgeführt, davon die
Hälfte (49 Maßnahmen) in Nordrhein-Westfalen (Abbildung 44).
Seit September 2013 gibt es die Änderung des Bundesvertriebenengesetzes, die nunmehr dem Spätaussiedler den uneingeschränkten Nachzug von Angehörigen
ermöglicht und zudem die Voraussetzungen für eine
Anerkennung als deutscher Volkszugehöriger minimiert hat.19
Eigeninitiative, Eigenverantwortung und Engagement
in Beruf, Familie, Freizeit und Aktivierung von Engagementpotentialen (z. B. ehrenamtliches Engagement
und Vereinsleben).
Kommunikationstraining im Alltag, Medien und
Medientraining und Kenntnisse über das Betreuungsund Erziehungssystem.
19	http://www.sozialministerium.bayern.de/vertriebene/
aussiedler/index.php, Stand: 03.06.2014
Abbildung 44:	 Ergänzende Maßnahmen für Spätaussiedler im Jahr 2013
3.5.4	 Sport und Integration
Die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe,
zu der Sport einen wichtigen Beitrag leisten kann.
Wie kaum ein anderer Bereich schafft er vielfältige
Möglichkeiten der Begegnung und Verständigung
zwischen der zugewanderten Bevölkerung und der
Aufnahmegesellschaft. Er bringt Menschen über
Sprach- und Kulturbarrieren hinweg zusammen und
stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Das bundesweite
Programm „Integration durch Sport“ wurde 1989 von
der Bundesregierung ins Leben gerufen, um den Integrationsprozess von Ausländern und Spätaussiedlern
durch den organisierten Sport zu unterstützen. Das
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fördert und
begleitet das Programm mit jährlich über 5,0 Millionen Euro.
Zentrales Ziel des Programms ist, Menschen mit Migrationshintergrund an ein regelmäßiges Sporttreiben
im Verein heranzuführen und sie
zur Teilhabe an der
Vereinsarbeit zu
Sport“ unterstützt
bundesweit fast 600 Sportvereine und kooperierende
Vereine (Stützpunktvereine), die sich besonders in der
Integrationsarbeit engagieren, regelmäßige Sportangebote und andere Aktionen wie z. B. Sportfeste, Ferienprogramme und Großveranstaltungen anbieten. Wie
sich diese Vereine in Deutschland verteilen, zeigt die
Abbildung 45:	 Verteilung der Stützpunktvereine im Jahr 2013
Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Jahr 2012
Deutsche und ausländische Bevölkerung mit Migrationshintergrund
nach Bundesländern im Jahr 2012
Bevölkerung mit Migrationshintergrund nach Regierungsbezirken im Jahr 2012
nach Regierungsbezirken im Jahr 2012
Herkunft der Menschen mit Migrationshintergrund im Jahr 2012
Ausländische Bevölkerung in den Bundesländern am 31.12.2013
Ausländische Menschen in den Zuständigkeitsbereichen der Ausländerbehörden
am 31.12.2013
Die häufigsten Staatsangehörigkeiten ausländischer Menschen in Deutschland
im Jahr 2013
Verteilung der fünf häufigsten Staatsangehörigkeiten ausländischer Menschen in
den Zuständigkeitsbereichen der Ausländerhörden am 31.12. 2013
Ausländeranteile im Europäischen Vergleich am 01.01.2013
Zu- und Abwanderung von Deutschen und Ausländern nach Bundesländern
Zu- und Abwanderung von Menschen in der Europäischen Union im Jahr 2012
Im Ausland geborene Bevölkerung im europäischen Vergleich am 01.01.2013
Weltweiter Migrantenbestand zur Jahresmitte 2013
Migrantenanteil an der Gesamtbevölkerung des Landes zur Jahresmitte 2013
Königsteiner Schlüssel für die Anwendung im Jahr 2013
Verteilung der Asylanträge auf die Bundesländer im Jahr 2013
Herkunftsländer der Asylbewerber im Jahr 2013
Herkunftsländer der Asylbewerber im Zeitraum von 2009 bis 2013
Die Verteilung der fünf häufigsten Herkunftsländer auf die Bundesländer
Asylbewerber im europäischen Vergleich im Jahr 2013
Die historische Entwicklung zum heutigen Dublin-Gebiet im Jahr 2013
Übernahmeersuchen von und an Deutschland im Jahr 2013
Überstellungen von und an Deutschland im Jahr 2013
Übernahmeersuchen an die Mitgliedstaaten aufgrund von EURODAC-Treffern
Übernahmeersuchen an Deutschland aufgrund von EURODAC-Treffern im Jahr 2013
Personen unter UNHCR-Mandat nach Herkunftskontinenten zum Jahresende 2013
Herkunftsländer von Flüchtlingen und Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen
zum Jahresende 2013
Zielländer von Flüchtlingen und Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen
Herkunfts- und Zielländer von Asylbewerbern in 44 ausgewählten Ländern im Jahr 2013 51
Verteilung der Asylzugänge aus den Hauptherkunftsländern von Deutschland für das
4. Quartal 2013
Standorte und Regionalstellen des Bundesamtes
Zugelassene Integrationskursträger am 31.12.2013
Begonnene Integrationskurse nach Bundesländern im Jahr 2013
Begonnene Integrationskurse nach Gemeinden im Jahr 2013
Ausgestellte Teilnahmeberechtigungen nach Berechtigungstyp und
Bundesländern im Jahr 2013 
Neue Kursteilnehmer nach Bundesländern im Jahr 2013
Die zehn häufigsten Staatsangehörigkeiten der neuen Kursteilnehmer
im Zeitraum 2005 bis 2013
Die Verteilung der Standorte der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer
Die Herkunft der durch Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer
beratenen Personen im Jahr 2013
Vom Bundesamt geförderte gemeinwesenorientierte Projekte im Jahr 2013
Durchgeführte niederschwellige Seminarmaßnahmen für Frauen im Jahr 2013
Ergänzende Maßnahmen für Spätaussiedler im Jahr 2013
Verteilung der Stützpunktvereine im Jahr 2013
Menschen, die in Deutschland leben
Die zehn häufigsten ausländischen Staatsangehörigkeiten in Deutschland
Veränderung des weltweiten Migrantenbestandes von 1990 bis 2013
Die zehn häufigsten Herkunftsländer im Jahr 2013
Vom UNHCR erfasste Personengruppen zum Jahresende 2013
Überblick über das Integrationsgeschehen im Jahr 2013
Begonnene Integrationskurse in Deutschland im Jahr 2013
ABH	Ausländerbehörde
AsylVfG	Asylverfahrensgesetz
AZR	Ausländerzentralregister
BVA	Bundesverwaltungsamt
Europäisches Fingerabdrucksystem zur Identifizierung von Asylbewerbern und
bestimmter anderer Gruppen von Ausländern
GG	Grundgesetz
InGe	Integrations-Geschäftsdatei
IntV	Integrationskursverordnung
MARiS	Migration-Asyl-Reintegrationssystem
sh.	siehe
Träger der Grundsicherung
(Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen)
VO	Verordnung
VwVfG	Verwaltungsverfahrensgesetz
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg, 2014: Broschüre „Das Bundesamt in Zahlen 2013“, verfügbar
unter www.bamf.de/DE/Infothek/Publikationen/publikationen-node.html
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg, 2013: Broschüre „Das deutsche Asylverfahren - ausführlich
erklärt“, verfügbar unter www.bamf.de/DE/Infothek/Publikationen/publikationen-node.html
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg, 2013: Migrationsbericht des Bundesamtes für Migration
und Flüchtlinge im Auftrag der Bundesregierung, Migrationsbericht 2012, verfügbar unter www.bamf.de/
DE/Infothek/Publikationen/publikationen-node.html
Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, 2013: Fachserie 1 Reihe 2.2, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Bevölkerung
mit Migrationshintergrund, Ergebnisse des Mikrozensus 2012, Stand 14.05.2014, mehr dazu unter www.
Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, 2014, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Vorläufige Wanderungsergebnisse
2013, Stand 22.05.2014
United Nations High Commissioner for Refugees, 2014: Global Trends 2013, War´s Human Cost, inkl. Annex,
Stand: 20.06.2014, verfügbar unter www.unhcr.org
United Nations High Commissioner for Refugees, 2014: Asylum Trends 2013, Levels and Trend in Industrialized
Countries, inkl. Annex, Stand 21.03.2014, verfügbar unter www.unhcr.org
United Nations, 2013: Trends in International Migrant Stock: The 2013 Revision (United Nations database, POP/
DB/MIG/Stock/Rev.2013, Stand September 2013
© Vermessungsverwaltungen der Länder und BKG; Hrsg. Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (2013)
sowie eigene Bearbeitung und Anpassung der Geodaten
© ESRI Data and Maps (2010) sowie eigene Bearbeitung und Anpassung der Geodaten
Referat 114 - Publikationsstelle
Redaktion und Kartographie:
Afra Gieloff
6. Auflage - Oktober 2014
Gertraude Wichtrey
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Flüchtlinge kostenlos herausgegeben. Für nichtgewerbliche Zwecke sind Vervielfältigungen und
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References: § 1
 Art. 2
 § 45
 § 4
 § 45
 § 9
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