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Timestamp: 2020-01-25 15:49:25+00:00

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Friedrich Hecker und die Verheißungen von 1848 | reichsfrei.de
Geschrieben von Thorsten Kleinschmidt am Freitag, 30. September 2011
Vorgestern vor 200 Jahren, am 28. September 1811, wurde der Demokrat und Revolutionär Friedrich Hecker geboren.
Wie wenige andere verkörperte er als Person die Revolution von 1848. Seinen Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit begann er als Rechtsanwalt der kleinen Leute, ging dann in die Politik und griff schließlich zur Waffe, als er erkannte, dass den deutschen Fürsten mit Parlamentsresolutionen allein nicht beizukommen war. Sein Versuch, die Republik mit dem Säbel zu erstreiten, scheiterte schließlich kläglich. Er wurde dabei aber zu einer Ikone der Demokratiebewegung; seine „Revolutionsuniform“, besonders der gefiederte Hut („Hecker-Hut“), wurde ein populäres Symbol des Freiheitskampfes.
Art. 1. Wir verlangen, dass sich unsere Staatsregierung lossage von den Karlsbader Beschlüssen vom Jahr 1819,
von den Frankfurter Beschlüssen von 1831 und 1832 und von den Wiener Beschlüssen von 1834. Diese Beschlüsse verletzen gleichmäßig unsere unveräußerlichen Menschenrechte wie die deutsche Bundesakte und unsere Landesverfassung.
Art. 2. Wir verlangen Pressfreiheit.
Das unveräußerliche Recht des menschlichen Geistes, seine Gedanken unverstümmelt mitzuteilen, darf uns nicht länger vorenthalten werden.
Art. 3. Wir verlangen Gewissens- und Lehrfreiheit.
Die Beziehungen des Menschen zu seinem Gotte gehören seinem innersten Wesen an, und keine äußere Gewalt darf sich anmaßen, sie nach ihrem Gutdünken zu bestimmen. Jedes Glaubensbekenntnis hat daher Anspruch auf gleiche Berechtigung im Staate.
Art. 4. Wir verlangen Beeidigung des Militärs auf die Verfassung.
Die Polizei höre auf, den Bürger zu bevormunden und zu quälen. Das Vereinsrecht, ein frisches Gemeindeleben, das Recht des Volkes, sich zu versammeln und zu reden, das Recht des Einzelnen, sich zu ernähren, sich zu bewegen und auf dem Boden des deutschen Vaterlandes frei zu verkehren - seien hinfür ungestört.
Art. 6. Wir verlangen Vertretung des Volks beim deutschen Bund.
Art. 7. Wir verlangen eine volkstümliche Wehrverfassung.
Der waffengeübte und bewaffnete Bürger kann allein den Staat schützen.
Art. 9. Wir verlangen, dass die Bildung durch Unterricht allen gleich zugänglich werde.
Die Mittel dazu hat die Gesamtheit in gerechter Verteilung aufzubringen.
Art. 10. Wir verlangen Ausgleichung des Missverhältnisses zwischen Arbeit und Kapital.
Die Gesellschaft ist schuldig, die Arbeit zu heben und zu schützen.
Art. 11. Wir verlangen Gesetze, welche freier Bürger würdig sind und deren Anwendung durch Geschworenengerichte.
Art. 12. Wir verlangen eine volkstümliche Staatsverwaltung.
Nun? Sind wir noch auf Kurs? Oder ist es wieder an der Zeit, den Hecker-Hut aufzusetzen?
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References: Art. 1

Art. 2

Art. 3

Art. 4

Art. 6

Art. 7

Art. 9

Art. 10

Art. 11

Art. 12