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Timestamp: 2018-04-26 09:13:12+00:00

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Schlag­worte: Tarifvertrag: Bezugnahme, Bezugnahmeklausel, Urlaubsgeld, AGB, Allgemeine Geschäftsbedingungen
Akten­zeichen: 9 AZR 41/05
Ent­scheid­ungs­datum: 17.01.2006
Ver­weist ein Ar­beits­ver­trag für den Ur­laub auf die Gel­tung ta­rif­li­cher Re­ge­lun­gen, ist das re­gelmäßig als Be­zug­nah­me auf den ge­sam­ten ta­rif­li­chen Re­ge­lungs­kom­plex "Ur­laub" zu ver­ste­hen. Da­zu gehört auch ein zusätz­li­ches ta­rif­li­ches Ur­laubs­geld.
Auf ei­ne sol­che Be­zug­nah­me­klau­sel ist die Un­klar­hei­ten­re­gel nach § 305c Abs. 2 BGB nicht an­zu­wen­den. Die Re­ge­lung ist hin­rei­chend klar. Auf die Un­klar­hei­ten­re­gel darf nur zurück­ge­grif­fen wer­den, wenn trotz Ausschöpfung der an­er­kann­ten Aus­le­gungs­me­tho­den nicht be­heb­ba­re Zwei­fel ver­blei­ben.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Karlsruhe, Urteil vom 9.03.2004, 2 Ca 74/04
14 Sa 81/04
17. Ja­nu­ar 2006
hat der Neun­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf Grund der Be­ra­tung vom 17. Ja­nu­ar 2006 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Düwell, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Rei­ne­cke, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Krasshöfer so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Ben­rath und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Neu­mann für Recht er­kannt:
Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg - Kam­mern Mann­heim - vom 7. Ja­nu­ar 2005 - 14 Sa 81/04 - wird zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über ei­nen An­spruch des Klägers auf höhe­res Ur­laubs­geld für die Jah­re 2001, 2002 und 2003 in Höhe von un­strei­tig 278,97 Eu­ro.
Die Be­klag­te ist ein Ein­zel­han­dels­un­ter­neh­men der Möbel­bran­che. Der Kläger ist bei ihr seit dem 15. April 1992 beschäftigt. In dem hier maßgeb­li­chen Zeit­raum war die Be­klag­te nicht Mit­glied des Ein­zel­han­dels­ver­ban­des.
Die Par­tei­en schlos­sen zu­letzt am 18. März 1997 ei­nen von der Be­klag­ten vor­for­mu­lier­ten und be­triebs­ein­heit­lich ver­wen­de­ten schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag. Dort heißt es in § 4:
„Der Ur­laub rich­tet sich nach den ein­schlägi­gen ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen.”
Der Man­tel­ta­rif­ver­trag für die An­ge­stell­ten und ge­werb­li­chen Ar­beit­neh­mer/-in­nen des Ein­zel­han­dels in Ba­den-Würt­tem­berg vom 13. Ja­nu­ar 1994 (MTV 1994) in der Fas­sung des Ände­rungs­ta­rif­ver­tra­ges vom 11. Ok­to­ber 1996 enthält in § 15 „All­ge­mei­ne Ur­laubs­re­ge­lun­gen”, re­gelt in § 16 die „Ur­laubs­dau­er“, in § 17 das „Ur­laubs­ent­gelt” und in § 18 den „El­tern­ur­laub”.
§ 19 lau­tet:
„Ta­rif­li­che Son­der­zah­lun­gen
Ar­beit­neh­mer/-in­nen, ein­sch­ließlich Aus­zu­bil­den­de ha­ben An­spruch auf ei­ne ta­rif­li­che Son­der­zah­lung, die sich aus zwei Teil­beträgen (Ur­laubs­geld und Son­der­zu­wen­dung) zu­sam­men­setzt.
A. Zusätz­li­ches Ur­laubs­geld
1. Das Ur­laubs­geld beträgt:
a) für Er­wach­se­ne 50 %, ab 1.1.1996 55 % des je­wei­li­gen ta­rif­li­chen Ent­gelt­an­spru­ches für das letz­te ta­rif­lich ver­ein­bar­te Be­rufs­jahr ei­nes Verkäufers/ei­ner Verkäufe­r­in mit ab­ge­schlos­se­ner Be­rufs­aus­bil­dung, be­zo­gen auf das der­zei­ti­ge Ta­rif­sche­ma,
b) für Ju­gend­li­che im Sin­ne des Ju­gend­ar­beits­schutz­ge­set­zes je­weils die Hälf­te des Ur­laubs­gel­des für Er­wach­se­ne,
c) für Aus­zu­bil­den­de und die­sen Gleich­zu­stel­len­de über 18 Jah­re je­weils 2/3 des Ur­laubs­gel­des für Er­wach­se­ne.
B. Ta­rif­li­che Son­der­zu­wen­dung”
Seit dem 1. Ja­nu­ar 1996 er­hiel­ten die Ar­beit­neh­mer der Be­klag­ten ein zusätz­li­ches Ur­laubs­geld in Höhe von 55 % des je­wei­li­gen ta­rif­li­chen Ent­gelt­an­spruchs für das letz­te ta­rif­lich ver­ein­bar­te Be­rufs­jahr ei­nes Verkäufers/ei­ner Verkäufe­r­in mit ab­ge­schlos­se­ner Be­rufs­aus­bil­dung.
Mit Wir­kung vom 1. No­vem­ber 1996 wur­de der Ände­rungs­ta­rif­ver­trag vom 11. Ok­to­ber 1996 zum MTV 1994 für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt.
Am 26. No­vem­ber 1997 wur­de zwi­schen den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ein wei­te­rer Ta­rif­ver­trag zur Ände­rung des MTV 1994 (ÄndTV 1997) ab­ge­schlos­sen. Die­ser enthält ua. fol­gen­de Re­ge­lun­gen:
Der Man­tel­ta­rif­ver­trag für die An­ge­stell­ten und ge­werb­li­chen Ar­beit­neh­mer/-in­nen des Ein­zel­han­dels in Ba­den-Würt­tem­berg vom 13. Ja­nu­ar 1994 in der Fas­sung vom 11. Ok­to­ber 1996 (Man­tel­ta­rif­ver­trag) kann un­ter Ein­hal­tung ei­ner Kündi­gungs­frist von drei Mo­na­ten zum Mo­nats­en­de, erst­mals zum 31. Ja­nu­ar 2000, gekündigt wer­den.
Da­mit ist § 28 Zif­fer 2 Man­tel­ta­rif­ver­trag auf­ge­ho­ben.
Das Ur­laubs­geld für Er­wach­se­ne (§ 19 A, Zif­fer 1 a) Man­tel­ta­rif­ver­trag) beträgt ab 1. Ja­nu­ar 2000 50 % des je­wei­li­gen ta­rif­li­chen Ent­gelt­an­spru­ches für das letz­te ta­rif­lich ver­ein­bar­te Be­rufs­jahr ei­nes Verkäufers/ei­ner Verkäufe­r­in mit ab­ge­schlos­se­ner Be­rufs­aus­bil­dung, be­zo­gen auf das der­zei­ti­ge Ta­rif­sche­ma.”
Der ÄndTV 1997 wur­de nicht für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt.
Der Man­tel­ta­rif­ver­trag wur­de zum 31. Ja­nu­ar 2000 gekündigt. Durch Ta­rif­ver­ein­ba­rung vom 4. April/6. Ju­ni 2000 wur­de der Man­tel­ta­rif­ver­trag in der Fas­sung des ÄndTV 1997 wie­der in Kraft ge­setzt. Ab dem Jahr 2001 zahl­te die Be­klag­te nur noch Ur­laubs­geld in Höhe von 50 % des maßgeb­li­chen ta­rif­li­chen Mo­nats­ent­gelts. Der Kläger mach­te die Dif­fe­renz­beträge in Höhe von je­weils 5 % für die Jah­re 2001 bis 2003 in Höhe von ins­ge­samt 278,97 Eu­ro mit Schrei­ben vom 16. Ju­li 2001, mit un­da­tier­tem Schrei­ben im Jahr 2002 und mit Schrei­ben vom 9. Ju­li 2003 gel­tend.
Der Kläger hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, sein An­spruch auf ein Ur­laubs­geld in Höhe von 55 % er­ge­be sich aus dem nach­wir­ken­den MTV 1994 idF des Ände­rungs­ta­rif­ver­tra­ges vom 11. Ok­to­ber 1996 (im Fol­gen­den: MTV 1996).
die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an ihn 278,97 Eu­ro zu zah­len zzgl. 5 % über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz ab Rechtshängig­keit der Kla­ge.
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie ist der Auf­fas­sung, für den streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum sei der MTV 1994 in der Fas­sung des Ände­rungs­ta­rif­ver­tra­ges 1997 an­zu­wen­den. Des­halb ha­be der Kläger nur An­spruch auf ein Ur­laubs­geld in Höhe von 50 % der Be­zugs­größe.
Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit der von dem Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on be­gehrt der Kläger Wie­der­her­stel­lung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils.
A. Die zulässi­ge Re­vi­si­on des Klägers ist nicht be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge zu Recht ab­ge­wie­sen. Für die Jah­re 2001, 2002 und 2003 hat­te der Kläger nur Ansprüche auf Zah­lung des zusätz­li­chen Ur­laubs­gel­des in Höhe von 50 % des maßgeb­li­chen Mo­nats­ent­gelts. Die­se Ansprüche sind durch Erfüllung er­lo­schen (§ 362 BGB).
Als An­spruchs­grund­la­ge für das ver­lang­te höhe­re zusätz­li­che Ur­laubs­geld kommt al­lein § 19 Ab­schnitt A Ziff. 1 Buchst. a MTV 1996 in Be­tracht. Da­nach war das zusätz­li­che Ur­laubs­geld mit 55 % der maßgeb­li­chen Be­zugs­größe zu be­mes­sen. Die­se mit Wir­kung vom 1. No­vem­ber 1996 für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärte ta­rif­li­che Re­ge­lung war ent­ge­gen der Re­vi­si­on in den Jah­ren 2001, 2002 und 2003 nicht mehr an­wend­bar. Nach der ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung vom 18. März 1997 war für die Zeit nach Be­en­di­gung der All­ge­mein­ver­bind­lich­keit des Ta­rif­ver­tra­ges ei­ne Nach­wir­kung aus­ge­schlos­sen.
I. Ein An­spruch auf Grund der älte­ren ta­rif­li­chen 55 %-Re­ge­lung war nicht schon des­halb aus­zu­sch­ließen, weil § 2 des Man­tel­ta­rif­ver­tra­ges in der Fas­sung des ÄndTV 1997 das zusätz­li­che Ur­laubs­geld ab dem 1. Ja­nu­ar 2000 von 55 % auf 50 % her­ab­ge­setzt hat und die­se Re­ge­lung nach § 5 Abs. 4 TVG auf das Ar­beits­verhält­nis der nicht bei­der­seits ta­rif­ge­bun­de­nen Par­tei­en an­zu­wen­den war. Die­ser von der Be­klag­ten vor­ge­brach­te Ein­wand greift nicht durch, weil der ÄndTV 1997 nicht für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt wor­den ist und die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung des MTV 1996 sich nicht auf den ÄndTV 1997 er­streckt.
Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en können zwar die Ta­rif­ver­trags­nor­men in sach­li­cher Hin­sicht je­der­zeit ändern, da sie die Re­ge­lungs­be­fug­nis be­hal­ten (Wank in Wie­de­mann Ta­rif­ver­trags­ge­setz 6. Aufl. § 5 Rn. 117; Däubler/Lak­ies TVG § 5 Rn. 195; Däubler Ta­rif­ver­trags­recht 3. Aufl. Rn. 1278). Die ab­geänder­ten Be­stim­mun­gen neh­men aber nicht an der All­ge­mein­ver­bind­lich­keit teil. Das er­gibt sich dar­aus, dass die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en selbst nicht die All­ge­mein­ver­bind­lich­keit ih­rer Rechts­nor­men ver­ein­ba­ren können, son­dern dafür die Recht­set­zung durch das zuständi­ge Mi­nis­te­ri­um un­ent­behr­lich ist (Wank in Wie­de­mann § 5 Rn. 118; Däubler/Lak­ies aaO; Kem­pen/Za­chert/Kem­pen Ta­rif­ver­trags­ge­setz 4. Aufl. § 5 Rn. 44). Das Mi­nis­te­ri­um erklärt nach § 5 TVG nur ei­nen be­stimm­ten Ta­rif­ver­trag in be­stimm­ter Fas­sung für all­ge­mein­ver­bind­lich. Die Erklärung be­zieht sich nicht auf künf­ti­ge, noch gar nicht be­kann­te Ände­run­gen des Ta­rif­ver­tra­ges.
II. Die All­ge­mein­ver­bind­lich­keit des Ände­rungs­ta­rif­ver­tra­ges vom 11. Ok­to­ber 1996 zum MTV 1994 en­de­te mit Ab­lauf des Ja­nu­ars 2000.
Die Rechts­nor­men ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges gel­ten für die Nicht­ta­rif­ge­bun­de­nen nicht mehr auf Grund der All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung, so­bald sie ta­rif­lich nicht mehr in Kraft sind. Die ta­rif­li­che Gel­tung ist not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für die All­ge­mein­ver-
bind­lich­keit (vgl. Wank in Wie­de­mann § 5 Rn. 119; Däubler/Lak­ies § 5 Rn. 196; Kem-pen/Za­chert/Kem­pen aaO). Die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung ver­liert mit Ab­lauf des Ta­rif­ver­tra­ges oder der Ablösung durch ei­nen Nach­fol­ge­ta­rif­ver­trag oder mit sei­ner Ände­rung ih­re Wirk­sam­keit (ErfK/Schaub/Fran­zen 6. Aufl. § 5 TVG Rn. 12). So war es hier. Der MTV in der Fas­sung des Ände­rungs­ta­rif­ver­tra­ges vom 11. Ok­to­ber 1996 war mit Wir­kung zum 31. Ja­nu­ar 2000 gekündigt wor­den. Sei­ne All­ge­mein­ver­bind­lich­keit en­de­te so­mit mit Ab­lauf des Ja­nu­ars 2000.
III. Die Ur­laubs­geld­re­ge­lung nach § 19 Ab­schnitt A Ziff. 1 Buchst. a MTV 1994 in der Fas­sung des Ände­rungs­ta­rif­ver­tra­ges vom 11. Ok­to­ber 1996 (MTV 1996) wirkt auch nicht nach. Die in § 4 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 18. März 1997 ent­hal­te­ne Be­zug­nah­me­klau­sel ist ei­ne an­de­re Ab­ma­chung iSd. § 4 Abs. 5 TVG. Die­se an­de­re Ab­ma­chung hat die Ur­laubs­geld­re­ge­lung des MTV 1996 ab­gelöst. Das schließt ei­ne Nach­wir­kung des MTV 1996 aus.
1. Die Rechts­nor­men ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges wir­ken nach § 4 Abs. 5 TVG so­lan­ge nach, bis sie durch ei­ne an­de­re Ab­ma­chung er­setzt wer­den. Da­bei be­steht kein Un­ter­schied, ob der Ta­rif­ver­trag zu­vor auf Grund bei­der­sei­ti­ger Or­ga­ni­sa­ti­ons­zu­gehörig­keit gem. § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 Satz 1 TVG oder wie hier auf Grund ei­ner All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung nach § 5 Abs. 4 TVG ge­gol­ten hat (vgl. BAG 18. Ju­ni 1980 - 4 AZR 463/78 - AP TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 68). Die ge­setz­lich an­ge­ord­ne­te Nach­wir­kung gemäß § 4 Abs. 5 TVG knüpft al­lein an den Ab­lauf des Ta­rif­ver­tra­ges an und enthält kei­ne Ein­schränkung auf Ar­beits­verhält­nis­se kraft bei­der­sei­ti­ger Or­ga­ni­sa­ti­ons­zu­gehörig­keit ta­rif­ge­bun­de­ner Par­tei­en (vgl. BAG 27. No­vem­ber 1991 - 4 AZR 211/91 - BA­GE 69, 119).
2. Die Par­tei­en ha­ben al­ler­dings ei­ne die Nach­wir­kung aus­sch­ließen­de an­de­re Ver­ein­ba­rung ge­trof­fen. Sie ha­ben in § 4 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 18. März 1997 ei­ne kon­sti­tu­ti­ve zeit­dy­na­mi­sche Be­zug­nah­me­klau­sel ver­ein­bart, die auch die Ur­laubs­geld­re­ge­lung des ÄndTV 1997 um­fasst. Das hat zur Ablösung der Re­ge­lun­gen des zusätz­li­chen Ur­laubs­gel­des nach dem MTV 1996 geführt.
a) Ei­ne an­de­re Ab­ma­chung iSv. § 4 Abs. 5 TVG kann durch Ta­rif­ver­trag, Be­triebs­ver­ein­ba­rung oder ein­zel­ver­trag­li­che Ab­re­de ge­trof­fen wer­den (BAG 28. Mai 1997 - 4 AZR 546/95 - BA­GE 86, 43). Die Nach­wir­kung wird al­ler­dings nur durch ei­ne Ab­ma­chung, die auf das Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung fin­det, be­en­det. Das folgt aus der Über­brückungs­funk­ti­on der Nach­wir­kung. Dem­gemäß wird die Nach­wir­kung der
Ta­rif­nor­men für Außen­sei­ter nicht be­reits durch das In-Kraft-Tre­ten ei­nes nicht oder noch nicht für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärten neu­en Ta­rif­ver­tra­ges be­en­det (vgl. BAG 27. No­vem­ber 1991 - 4 AZR 211/91 - BA­GE 69, 119; 25. Ok­to­ber 2000 - 4 AZR 212/00 - AP TVG § 4 Nach­wir­kung Nr. 38 = EzA TVG § 4 Nach­wir­kung Nr. 32). Das Güns­tig­keits­prin­zip fin­det im Nach­wir­kungs­zeit­raum kei­ne An­wen­dung (vgl. BAG 23. Fe­bru­ar 2005 - 4 AZR 186/04 - AP TVG § 4 Nach­wir­kung Nr. 42 = EzA TVG § 3 Ver­bands­aus­tritt Nr. 2).
b) Die Be­zug­nah­me­klau­sel in § 4 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 18. März 1997 iVm. § 2 des ÄndTV 1997 wirkt für das Ur­laubs­geld als an­de­re Ab­ma­chung iSv. § 4 Abs. 5 TVG.
aa) Dem steht nicht ent­ge­gen, dass die Be­zug­nah­me­klau­sel be­reits vor Ab­lauf des Ta­rif­ver­tra­ges ver­ein­bart wur­de. Ei­ne an­de­re Ab­ma­chung kann wirk­sam schon vor dem Be­ginn der Nach­wir­kung ge­schlos­sen wer­den. § 4 Abs. 5 TVG schließt die Möglich­keit ei­ner die Nach­wir­kung ablösen­den auf den Ablösungs­zeit­raum ge­rich­te­ten Ab­ma­chung vor Ab­lauf des Ta­rif­ver­tra­ges nicht aus. Nach dem Wort­laut des § 4 Abs. 5 TVG gel­ten nach Ab­lauf des Ta­rif­ver­tra­ges sei­ne Rechts­nor­men wei­ter „bis” sie durch ei­ne an­de­re Ab­ma­chung er­setzt wer­den. Dar­aus könn­te man schließen, dass die Nach­wir­kung zeit­lich vor der an­de­ren Ab­ma­chung ein­ge­tre­ten sein muss. Es ist al­ler­dings kein recht­lich tragfähi­ger Grund dafür er­kenn­bar, dass ei­ne die Nach­wir­kung be­en­den­de ar­beits­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung erst nach Ein­tritt der Nach­wir­kung ge­trof­fen wer­den kann. Von der Pri­vat­au­to­no­mie um­fasst sind grundsätz­lich auch Verträge, die erst in der Zu­kunft Wir­kung ent­fal­ten sol­len. Das muss auch für ei­ne Ver­ein­ba­rung gel­ten, die auf die Ablösung ei­ner Nach­wir­kung des Ta­rif­ver­tra­ges ge­rich­tet ist. Maßgeb­lich ist in­so­weit, dass die Ver­ein­ba­rung nach dem Wil­len der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en - zu­min­dest: auch - die Nach­wir­kung des be­en­de­ten Ta­rif­ver­tra­ges be­sei­ti­gen soll. Ist dies der Fall, wirkt sie als „an­de­re Ab­ma­chung”, so­bald die zwin­gen­de Wir­kung des Ta­rif­ver­tra­ges en­det (vgl. BAG 23. Fe­bru­ar 2005 - 4 AZR 186/04 - AP TVG § 4 Nach­wir­kung Nr. 42 = EzA TVG § 3 Ver­bands­aus­tritt Nr. 2).
bb) Die Par­tei­en ha­ben ar­beits­ver­trag­lich ei­ne sol­che, die Nach­wir­kung be­en­den­de an­de­re Ver­ein­ba­rung ge­schlos­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist zu­tref­fend zu der Aus­le­gung ge­langt, § 4 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 18. März 1997 sei ei­ne kon­sti­tu­ti­ve, zeit­dy­na­mi­sche Be­zug­nah­me­klau­sel auf al­le im Be­reich des Ein­zel­han­dels in Ba­den-Würt­tem­berg gel­ten­den ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen über Ur­laub und Ur­laubs­geld.
(1) Die­se Aus­le­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist vom Se­nat un­ein­ge­schränkt über­prüfbar. Es han­delt sich bei dem Ar­beits­ver­trag vom 18. März 1997 um ei­nen be­triebs­ein­heit­lich ver­wen­de­ten For­mu­lar­ver­trag und da­mit um All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (vgl. BAG 20. Ju­ni 1985 - 2 AZR 427/84 - AP Be­trVG 1972 § 112 Nr. 33 = EzA KSchG § 4 Aus­gleichs­quit­tung Nr. 1; 3. Mai 1979 - 2 AZR 679/77 - BA­GE 32, 6; Se­nat 10. Mai 2005 - 9 AZR 294/04 - AP TVG § 1 Al­ters­teil­zeit Nr. 210 = EzA TVG § 4 Al­ters­teil­zeit Nr.15). Die Re­vi­si­on hat die Aus­le­gung All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen selbständig nach den Grundsätzen der Aus­le­gung von Nor­men vor­zu­neh­men. All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen sind nach ih­rem ob­jek­ti­ven In­halt und ty­pi­schen Sinn ein­heit­lich so aus­zu­le­gen, wie sie von verständi­gen und red­li­chen Ver­trags­part­nern un­ter Abwägung der In­ter­es­sen der nor­ma­ler­wei­se be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se ver­stan­den wer­den, wo­bei die Verständ­nismöglich­kei­ten des durch­schnitt­li­chen Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders zu­grun­de zu le­gen sind (BAG 9. No­vem­ber 2005 - 5 AZR 128/05 - AP BGB § 305c Nr. 4 = EzA BGB 2002 § 305c Nr. 3, auch zur Veröffent­li­chung in der Amt­li­chen Samm­lung vor­ge­se­hen; BGH 21. Sep­tem­ber 2005 - VIII ZR 284/04 - DB 2005, 2575).
(2) Nach § 4 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 18. März 1997 rich­tet sich der Ur­laub „nach den ein­schlägi­gen ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen”. Dies sind zunächst in sach­li­cher Hin­sicht die Re­ge­lun­gen, die bei kon­gru­en­ter Ta­rif­ge­bun­den­heit nach § 4 Abs. 1 Satz 1 TVG zwin­gend und un­mit­tel­bar gel­ten würden, weil die Par­tei­en von dem Gel­tungs­be­reich des Ta­rif­ver­tra­ges in räum­li­cher, fach­li­cher und persönli­cher Hin­sicht er­fasst wer­den (vgl. da­zu BAG 13. No­vem­ber 2002 - 4 AZR 393/01 - BA­GE 103, 364). Das sind hier die im Be­reich des Ein­zel­han­dels Ba­den-Würt­tem­berg gel­ten­den ta­rif­li­chen Ur­laubs­re­geln. Ge­gen die Be­zug­nah­me nur auf ei­nen Teil ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges be­ste­hen kei­ne Be­den­ken. Die Par­tei­en ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges können sich nach dem Grund­satz der Ver­trags­frei­heit (§§ 241, 305 BGB aF, jetzt: § 241 Abs. 1, § 311 Abs. 1 BGB) auf die Über­nah­me ein­zel­ner Ta­rif­vor­schrif­ten oder auch ein­zel­ner Re­ge­lungs­be­rei­che be­schränken (Se­nat 17. No­vem­ber 1998 - 9 AZR 584/97 - AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 10 = EzA TVG § 3 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 11).
(3) Ent­ge­gen der Re­vi­si­on han­delt es sich nicht um ei­ne sta­ti­sche Ver­wei­sungs­klau­sel. Die Vor­schrift enthält zwar kei­ne aus­drück­li­che sog. Je­wei­lig­keits­klau­sel. Sie nimmt aber auch nicht nur auf ei­ne be­stimm­te Fas­sung des Ta­rif­ver­tra­ges Be­zug. Nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ist bei feh­len­der An­ga­be ei­ner kon­kret nach Da­tum fest­ge­leg­ten Fas­sung des in Be­zug ge­nom­me­nen Ta-
rif­ver­tra­ges je­doch re­gelmäßig an­zu­neh­men, der Ta­rif­ver­trag sol­le in der je­wei­li­gen Fas­sung gel­ten (vgl. BAG 20. März 1991 - 4 AZR 455/90 - BA­GE 67, 330; Se­nat 27. Fe­bru­ar 2002 - 9 AZR 562/00 - BA­GE 100, 339; vgl. auch BAG 9. No­vem­ber 2005 - 5 AZR 128/05 - AP BGB § 305c Nr. 4 = EzA BGB 2002 § 305c Nr. 3, auch zur Veröffent­li­chung in der Amt­li­chen Samm­lung vor­ge­se­hen). Die Ver­wei­sung im Ar­beits­ver­trag ver­schafft des­halb ei­ner dem für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärten Ta­rif­ver­trag zeit­lich nach­fol­gen­den Re­ge­lung Gel­tung. In die­sem Fall kann auch nicht da­von ge­spro­chen wer­den, dass ei­ne dem all­ge­mein­ver­bind­li­chen Ta­rif­ver­trag ent­ge­gen­ste­hen­de in­di­vi­du­al­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung wie­der auf­lebt und da­durch die Rück­kehr auf ein frühe­res Ni­veau be­wirkt würde (vgl. da­zu BAG 28. Mai 1997 - 4 AZR 546/95 - BA­GE 86, 43).
(4) Die­ser Aus­le­gung steht auch nicht ent­ge­gen, dass zum Zeit­punkt der Ver­ein­ba­rung des Ar­beits­ver­tra­ges vom 18. März 1997 der MTV 1996 be­reits kraft All­ge­mein­ver­bind­lich­keit gemäß § 5 Abs. 4 TVG auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en An­wen­dung fand. Enthält ein Ar­beits­ver­trag ei­ne Ver­wei­sung auf die für das Ar­beits­verhält­nis ein­schlägi­gen Ta­rif­verträge und sind bei­de Ar­beits­ver­trags­par­tei­en zu­gleich un­mit­tel­bar ta­rif­un­ter­wor­fen, so gel­ten die ta­rif­li­chen Be­din­gun­gen im Ar­beits­verhält­nis im Um­fang der In­be­zug­nah­me auf dop­pel­ter Grund­la­ge (vgl. BAG 15. März 1991 - 2 AZR 582/90 - AP KSchG 1969 § 2 Nr. 28 = EzA KSchG § 2 Nr. 16; 23. März 2005 - 4 AZR 203/04 - AP TVG § 4 Ta­rif­kon­kur­renz Nr. 29 = EzA TVG § 4 Ta­rif­kon­kur­renz Nr. 18, auch zur Veröffent­li­chung in der Amt­li­chen Samm­lung vor­ge­se­hen; An­nuß ZfA 2005, 405, 430, 445; Löwisch/Rieb­le Ta­rif­ver­trags­ge­setz 2. Aufl. § 3 Rn. 280). Was von bei­den Ver­trags­tei­len zum Ge­gen­stand ih­rer kor­re­spon­die­ren­den un­be­ding­ten rechts-geschäft­li­chen Erklärun­gen ge­macht wor­den ist, kann nicht des­halb un­wirk­sam wer­den, weil die glei­che Rechts­fol­ge (zufällig) auch durch ei­ne un­mit­tel­bar zu be­ach­ten­de Nor­me­n­ord­nung sta­tu­iert wird (An­nuß aaO).
cc) Die Be­zug­nah­me auf die ta­rif­li­chen Ur­laubs­re­ge­lun­gen in § 4 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 18. März 1997 um­fasst auch das zusätz­li­che Ur­laubs­geld nach § 19 MTV 1996.
(1) Der Ar­beit­neh­mer muss das An­ge­bot des Ar­beit­ge­bers auf Ab­schluss ei­nes For­mu­lar­ar­beits­ver­tra­ges mit ei­ner Klau­sel, bei der sich der Ur­laub nach den Be­stim­mun­gen ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges rich­tet, re­gelmäßig als Ver­wei­sung auf den ge­sam­ten ta­rif­li­chen Re­ge­lungs­kom­plex „Ur­laub“ ver­ste­hen. Zu die­sem Kom­plex gehört auch ein
zusätz­li­ches ta­rif­li­ches Ur­laubs­geld (Se­nat 17. No­vem­ber 1998 - 9 AZR 584/97 - AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 10 = EzA TVG § 3 Be­zug­nah­me auf Ta­rif-ver­trag Nr. 11).
(2) Die­ser Aus­le­gung steht nicht ent­ge­gen, dass die den Ur­laub be­tref­fen­den Re­ge­lun­gen im MTV 1994 und sei­ner ÄndTV nicht in ei­ner Vor­schrift ge­re­gelt sind. „All-ge­mei­ne Ur­laubs­re­ge­lun­gen” sind in § 15 auf­geführt, die „Ur­laubs­dau­er” in § 16, das „Ur­laubs­ent­gelt“ in § 17, „El­tern­ur­laub” in § 18 und „Ta­rif­li­che Son­der­zah­lun­gen” ein-schließlich des „zusätz­li­chen Ur­laubs­gel­des” in § 19. Ent­ge­gen der Re­vi­si­on lässt sich hier­aus nicht ent­neh­men, der ar­beits­ver­trag­li­che Be­griff „der Ur­laub” mei­ne le­dig­lich die Frei­stel­lung von der Ar­beit und be­zie­he sich nur auf die Ur­laubs­dau­er gemäß § 16 MTV. Be­reits nach dem Wort­laut der Be­zug­nah­me­klau­sel soll sich nicht nur „die Dau­er des Ur­laubs”, son­dern „der Ur­laub” nach den ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen rich­ten. Da­mit ist der ge­sam­te Ur­laubs­kom­plex in Be­zug ge­nom­men. An­knüpfungs­punkt der Zah­lung des zusätz­li­chen Ur­laubs­gel­des ist die Gewährung von Ur­laub. Trotz der for­ma­len ta­rif­ver­trag­li­chen Zu­ord­nung der Leis­tung zu den Son­der­zah­lun­gen han­delt es sich des-halb ma­te­ri­ell um ei­ne Ur­laubs­re­ge­lung.
dd) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on steht die­ser Aus­le­gung der Be­zug­nah­me­klau­sel nicht die Un­klar­hei­ten­re­gel nach § 305c Abs. 2 BGB ent­ge­gen. Denn die ar­beits­ver­trag­li­che Be­zug­nah­me­re­ge­lung ist klar.
(1) Für die An­wen­dung der Un­klar­hei­ten­re­ge­lung muss nicht zwi­schen den Ansprüchen aus den Jah­ren 2001, 2002 und dem Jahr 2003 un­ter­schie­den wer­den. Bei Zwei­feln über den In­halt von All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen war be­reits vor dem 1. Ja­nu­ar 2003 die für den Ar­beit­neh­mer güns­tigs­te Lösung zu wählen. Zwar sind die §§ 305 ff. BGB idF des Ge­set­zes zur Mo­der­ni­sie­rung des Schuld­rechts vom 26. No­vem­ber 2001 auf Dau­er­schuld­verhält­nis­se aus Alt­verträgen erst mit Wir­kung ab dem 1. Ja­nu­ar 2003 an­wend­bar, Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB. Die Vor­schrift des § 305c BGB iVm. § 310 Abs. 4 BGB greift da­her nicht hin­sicht­lich der für die Jah­re 2001 und 2002 gel­tend ge­mach­ten Dif­fe­renz­beträge ein. Schon vor der Auf­he­bung der Be­reichs­aus­nah­me des AGBG für das Ar­beits­recht nach § 23 Abs. 1 AGBG, ist je­doch der Grund­ge­dan­ke der Un­klar­hei­ten­re­gel des § 5 AGBG von der ar­beits­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung im Rah­men der Kon­trol­le for­mu­larmäßiger Ar­beits­ver­trags­be­din­gun­gen an­er­kannt ge­we­sen (Stof­fels NJW-Schrif­ten Bd. 11 Rn. 369; ErfK/Preis §§ 305¬310 BGB Rn. 34; vgl. BAG 18. Au­gust 1998 - 1 AZR 589/97 - NZA 1999, 659). Sie gilt
ge­ra­de auch für den Fall, dass die Trag­wei­te ei­ner Ver­wei­sung auf Ta­rif­nor­men zwei­fel­haft ist (BAG 9. No­vem­ber 2005 - 5 AZR 128/05 - AP BGB § 305c Nr. 4 = EzA BGB 2002 § 305c Nr. 3, auch zur Veröffent­li­chung in der Amt­li­chen Samm­lung vor­ge­se­hen).
(2) Auf die Un­klar­hei­ten­re­gel kann je­doch nur zurück­ge­grif­fen wer­den, wenn nach Ausschöpfung der an­er­kann­ten Aus­le­gungs­me­tho­den nicht be­heb­ba­re Zwei­fel ver­blei­ben (BAG 9. No­vem­ber 2005 - 5 AZR 128/05 - AP BGB § 305c Nr. 4 = EzA BGB 2002 § 305c Nr. 3, auch zur Veröffent­li­chung in der Amt­li­chen Samm­lung vor­ge­se­hen; Däubler/Dorn­dorf AGB-Kon­trol­le im Ar­beits­recht § 305c Rn. 28; zur Un­klar­hei­ten­re­ge­lung des § 5 AGBG: Ul­mer in Ul­mer/Brand­ner/Hen­sen AGB-Ge­setz 9. Aufl. § 5 Rn. 25). Das ist hier nicht der Fall. Denn nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ist re­gelmäßig ei­ne zeit­dy­na­mi­sche Be­zug­nah­me auf den Ta­rif­ver­trag an­zu­neh­men, wenn die An­ga­be ei­ner kon­kret nach Da­tum fest­ge­leg­ten Fas­sung des in Be­zug ge­nom­me­nen Ta­rif­ver­tra­ges fehlt (vgl. A III 2 b bb (3) der Ent­schei­dungs­gründe). Die Be­zug­nah­me auf die ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen zum Kom­plex Ur­laub um­fasst re­gelmäßig auch das zusätz­li­che ta­rif­li­che Ur­laubs­geld (Se­nat 17. No­vem­ber 1998 - 9 AZR 584/97 - AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 10 = EzA TVG § 3 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 11).
B. Der Kläger hat die Kos­ten des er­folg­lo­sen Re­vi­si­ons­ver­fah­rens gem. § 97 Abs. 1 ZPO zu tra­gen.
zur Übersicht 9 AZR 41/05

References: § 305
 § 4
 § 15
 § 16
 § 17
 § 18

§ 19
 § 28
 § 19
 § 2
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 19
 § 4
 § 4
 § 4
 § 3
 § 4
 § 5
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 3
 § 4
 § 2
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 3
 § 4
 § 112
 § 4
 § 1
 § 4
 § 305
 § 305
 BGH 
 § 4
 § 4
 § 241
 § 311
 § 1
 § 3
 § 305
 § 305
 § 5
 § 2
 § 2
 § 4
 § 4
 § 3
 § 4
 § 19
 § 1
 § 3
 § 15
 § 16
 § 17
 § 18
 § 19
 § 16
 § 305
 Art. 229
 § 5
 § 305
 § 310
 § 23
 § 5
 § 305
 § 305
 § 305
 § 305
 § 305
 § 5
 § 5
 § 1
 § 3
 § 97