Source: https://www.regionalverband-saarbruecken.de/kindergesundheit/infektionsschutz/
Timestamp: 2019-03-22 01:21:36+00:00

Document:
Der Jugendärztliche Dienst dokumentierrt die nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtigen Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen. Dazu berät er intensiv sowohl Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten als auch Eltern bei individuellen Fragen. Zusammen mit der mit der Abteilung Gesundheitsschutz werden bei Bedarf auch weitergehende Ermittlungen und Maßnahmen bei besonders ansteckenden Infektionskrankheiten oder Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen wie z. B. Masern, Hepatitis A, oder bei Befall mit Läusen oder Krätze.
Bei den unten stehenden Erläuterungen zu den jeweiligen Infektionen finden Sie auch ein PDF-Dokument mit den Informationen zum herunterladen und ausdrucken.
Ansteckende Bindehautentzündung durch Adenovieren
Erreger/Vorkommen
Adenovirusinfektionen sind weltweit verbreitet. Jahreszeitliche Häufungen sind nicht erkennbar. Nicht selten kommt es in Gemeinschaftseinrichtungen zu örtlich gehäuftem Auftreten bis hin zu Kleinepidemien. Von diesen Viren gibt es viele verschiedene Untertypen. Sie lösen unterschiedlichste Infektionen aus, z.B. im Bereich der Augen.
Gefürchtet ist die ansteckende Bindehautentzündung, z.B. die Keratoconjunctivitis epidemica wegen ihrer hohen Ansteckungsfähigkeit.
Die Bindehautentzündung beginnt meist einseitig. Sie kann bis zu 4 Wochen bestehen und weitere Komplikationen am Auge auslösen, die aber meist folgenlos ausheilen.
Die Übertragung der Erreger erfolgt sowohl durch Tröpfcheninfektion (Anhusten, Anniesen) als auch durch Hand- Augen Kontakt, insbesondere beim Juckreiz der Bindehautentzündung.
Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der Krankheitszeichen)
Händehygiene – wichtigste Hygiene-Maßnahme!!!
Information und Anregungen zum Thema Hygiene unter www.hygiene-tipps-fuer-kids.de
Vorrangig für alle Personen der Gemeinschaftseinrichtung ist die Einhaltung strenger Hygiene-Maßnahmen, denn nur dadurch kann eine weitere rasche Vermehrung der Krankheitserreger gestoppt werden!
Das gründliche Händewaschen mit Seife aus einem Spender und das Abtrocknen der Hände mit Einmal-Papierhandtüchern nach jedem Toilettengang und nach Augenkontakt ist in jedem Fall erforderlich und sollte mit Kindern und Personal abgesprochen werden. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr dürfen erkrankte Personen Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen.
Empfehlungen für die Gemeinschaftseinrichtung mit Hinweisen auf die Wiederzulassung nach Erkrankung
Fälle von Keratoconjunctivitis epidemica sollten dem Gesundheitsamt gemeldet werden, um die erforderlichen Maßnahmen abzusprechen.
Erkrankte Kinder können wieder zur Gemeinschaftseinrichtung zugelassen werden, wenn nach Urteil des behandelnden Augenarztes mit einer Weiterverbreitung nicht mehr zu rechnen ist. Evtl. kann mit dem Gesundheitsamt und mit den Augenärzten die Vorlage eines schriftlichen ärztlichen Attestes zur Wiederzulassung abgesprochen werden.
Für zusätzliche Auskünfte steht Ihnen Ihr Gesundheitsamt gerne zur Verfügung.
Adenoviren.pdf
Infektiöse Borkenflechte (Impetigo contagiosa)
Die ansteckende Borkenflechte wird meist durch Streptococcus pyogenes verursacht, Baktieren, die zu der Gruppe gehören, die auch Scharlach verursacht. Sie werden durch Kontakt- bzw. Schmierinfektion übertragen. Enges Zusammenleben z.B. in Schulen, Kasernen und Heimen, begünstigt in dem Lebensalter die Ausbreitung.
Haut und Weichteilinfektionen durch S. pyogenes können die Haut, das Unterhautgewebe, Muskeln, Faszien betreffen, bei der Borkenflechte die oberflächliche Haut, bevorzugt im Gesicht um Mund und Nase. Auch Beine und Windelbereich sind häufig betroffen.
Es bilden sich Bläschen, die aufbrechen und zu honiggelben Verkrustungen führen. Die Kinder machen keinen kranken Eindruck, haben auch in der Regel kein Fieber, klagen aber manchmal über Juckreiz an den befallenen Stellen. Selten breitet sich die Infektion in tiefere Hautschichten aus (Rötung, Schwellung, Schmerz, dann begleitet von Fieber).
So lange Bläschen, nässende Wunden und Verkrustungen vorhanden sind, muss mit Ansteckung gerechnet werden.
Wegen der weiten Verbreitung der Streptococcen sind die Möglichkeiten der Prävention begranzt. Eine Schutzimpfung existiert nicht. Sauberkeit reduziert das Risiko. Die Weiterverbreitung der Infektion wird in erster Linie begrenzt durch deren schnelle und effektive Behandlung und durch Basishygienemaßnahmen (z.B. Händehygiene, waschen von verunreinigten Textilien bei mind. 60 °C). Bei Erkrankung an ansteckender Borkenflechte darf keine Tätigkeit im Lebensmittelbereich nach § 42 des Infektionsschutzgesetzes ausgeübt werden. Erkrankte Personen dürfen keine Gemeinschaftseinrichtung für Kinder besuchen. In den Einrichtungen und in der Versorgung der Erkrankten sind strenge Hygienestandards einzuhalten und mit dem Gesundheitsamt abzusprechen.
Borkenflechte.pdf
Unter dem Begriff EHEC versteht man einen besonderen Stamm von Bakterien, der im Darm Krankheitserscheinungen auslösen kann.
Als Überträger für den Erreger kommen Wiederkäuer, vor allem Rinder, Schafe und Ziegen sowie ungenügend erhitzte bzw. nicht durch gegartes Lebensmittel (z.B. Rohmilch, Tartar, Hamburger, roh verzehrtes Blattgemüse, Sprossen ) in Frage.
Von großer Bedeutung ist allerdings auch die direkte Übertragung von einem Erkrankten auf einen gesunden Menschen. Dieser Übertragungsweg, durch kleinste unsichtbare Kotspuren auf Wasserhähnen oder Gegenständen (Spielzeug, Handtücher), spielt innerhalb von Toilettengemeinschaften eine große Rolle, da für eine Infektion des Menschen nur sehr geringe Keimmengen (weniger als 100 Bakterien) ausreichen. In Frankreich heißt diese Infektion deshalb die Krankheit der schmutzigen Hände.
Die meisten Erkrankungen mit diesen Bakterien verlaufen schleichend und bleiben deshalb oft unerkannt. Die ersten Symptome sind meist unblutiger, wässriger Durchfall, begleitet von Bauchschmerzen und Erbrechen. Fieber wird selten beobachtet. Bei 10% - 20% der Erkrankten kommt es zu schweren Verlaufsformen mit zum Teil lebensbedrohlichen Komplikationen.
Das Ansteckungsrisiko ist während der akuten Erkrankung am höchsten.
Der Erreger kann in Ausnahmefällen auch noch nach Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden werden, obwohl keine Krankheitszeichen mehr vorhanden sind.
Besonderes Augenmerk sollte auf Maßnahmen zur Vermeidung von EHEC-Infektionen durch Tierkontakt (Streichelzoo) gelegt werden. Die Finger der Kinder sollten nach Tier-oder Bodenkontakt nicht in den Mund gesteckt werden, sondern gründlich mit warmem Wasser und Seife gereinigt werden. Speisen und Getränke sollten außerhalb der Tierkontaktzone eingenommen werden.
Der sichere Umgang mit Lebensmitteln:
Im Besonderen sollten rohe Lebensmittel tierischer Herkunft und andere leicht verderbliche Lebensmittel (z.B. Fleisch, Mettwurst, Wurstaufschnitt, Milch und Milcherzeugnisse, Feinkostsalate) stets im Kühlschrank aufbewahrt werden. Zum Abtöten von EHEC müssen Speisen mind. 10 Min. auf eine Kerntemperatur über 65°C erhitzt werde.
Flächen, die mit infektiösen Ausscheidungen in Kontakt gekommen sind, müssen wischdesinfiziert werden.
Rohmilch oder Rohrahm darf nicht in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung verzehrt werden.
Besonders bei der Zubereitung in der Mikrowelle ist darauf zu achten, dass die Speisen mind. 10 Min. bei 70° erhitzt werden müssen.
Effektive Händehygiene notwendig!!! Desinfektion von Flächen, die mit infektiösen Ausscheidungen des Erkrankten in Kontakt gekommen sind.
Saubere Arbeitskleidung!
Nach § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Personen, wenn sie an EHEC erkrankt, dessen verdächtig oder Ausscheider sind, Schulen und Kindertageseinrichtungen nicht betreten. Eltern müssen die entsprechende Einrichtung über eine EHEC-Erkrankung informieren. Für Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen besteht gemäß § 34 die Pflicht, das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich über das zur Kenntnis gelangte Auftreten zu benachrichtigen und dazu krankheits- und personenbezogene Angaben zu machen.
Gemeinschaftseinrichtungen dürfen erst nach Abklingen der klinischen Symptome besucht werden, jedoch frühestens bei 3 im Abstand von 1 bis 2 Tagen untersuchten neg. Stuhlproben. Diese Empfehlung gilt auch für Ausscheider, da anschließend eine Weiterverbreitung der Infektion im Allgemeinen nicht mehr zu befürchten ist.
Ein schriftliches ärztliches Attest ist erforderlich!
Personen, die im selben Haushalt wie eine an EHEC erkrankte Person leben (oder Erkrankungsverdächtige), zum Beispiel Geschwister, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht betreten.
Ausnahmen können vom Gesundheitsamt unter Einhaltung von bestimmten Hygienerichtlinien zugelassen werden. Für asymptomatische langfristige EHEC Ausscheider, die eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen, müssen Sonderregelungen in jedem Einzelfall mit dem Gesundheitsamt abgesprochen werden.
EHEC.pdf
Die normalen Flohwirte bei uns sind Hunde, Katzen, Hühner, Igel und im Einzelfall Nagetiere. Nur wo Tiere leben, können sich Tierflöhe vermehren. Nagetiere überwintern gerne in Vogelnestern oder Nistkästen. Dort können Nagetierflöhe längere Zeit überleben. Deshalb sollten Nester und Nistkästen nicht in geschlossene Räume mitgebracht werden oder von Kindern näher untersucht werden.
Menschenflöhe, die schwere Krankheiten übertragen, kommen in unserer Region derzeit nicht vor. Die Tierflöhe können Menschen stechen, sich aber nicht auf Menschen vermehren.
Flohstiche sind als stark juckende, Mückenstichen ähnliche rote Papeln erkennbar, wobei sich meistens mehrere Stiche an einer Körperstelle relativ dicht beieinander befinden.
Flohstiche können zwar einen sehr unangenehmen Juckreiz verursachen, sind aber i.d.R nicht gefährlich. Es kann mit einer Insektenstichsalbe behandelt werden.
Der Tierarzt kann Medikamente für Haustiere verordnen, die den Befall durch Flöhe verhindern.
Befallene Haustiere müssen mit geeigneten Insektiziden sachgerecht behandelt werden. Flohlarven an den Schlafplätzen der Wirtstiere sollten vernichtet werden. Räume, in denen sich von Flöhen befallene Menschen oder Tiere aufgehalten haben, sollen durch feuchtes Wischen oder Staubsaugen in allen Bereichen gesäubert werden. Kuscheldecken, Kleider und Bettwäsche sollten bei 60°C gewaschen werden.
Betroffene Kinder können Gemeinschaftseinrichtungen besuchen, weil sich Tierflöhe nicht auf Menschen vermehren.
Flohbefall.pdf
Bei dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) handelt es sich um einen Darmparasiten, der zwar hauptsächlich Füchse befällt, sich aber auch in anderen Fleischfressern (Hund, Katze) entwickeln kann.
Der Parasit wird über die mit dem Kot des Hauptwirtes ausgeschiedenen Eier übertragen. Für den Menschen besteht die Infektionsgefahr über direkten Kontakt (Fell des Hauptwirtes), Schmierinfektionen, der Umgang mit kontaminierter Erde oder die Aufnahme kontaminierter Nahrungsmittel (z.B. bodennah wachsende Waldfrüchte).
Der Fuchsbandwurm parasitiert im Dünndarm des Fleischfressers. Hier legt er seine Eier ab, die über den Kot in die Umwelt gelangen. Die sehr leichten und 2-3 Monate ansteckungsfähigen Eier werden von Nagetieren, insbesondere Mäusen, aufgenommen. In diesen Zwischenwirten entwickelt sich (meist in der Leber) das Larvenstadium des Fuchsbandwurmes, die sog. "Bandwurmfinne". Werden die Mäuse gefressen, so entwickelt sich im Wirtstier (Fuchs und andere Fleischfresser) der geschlechtsreife Fuchsbandwurm.
Nimmt der Mensch Eier des Fuchsbandwurmes auf, so kann es durch die entstehenden Leberschäden zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung kommen. Als Zwischenwirt entwickeln sich im Menschen keine Bandwürmer, sondern das Larvenstadium, das sich tumorartig über Jahre in der Leber vergrößern kann.
Eine Ansteckungsfähigkeit von Mensch zu Mensch besteht nicht.
Waldfrüchte sowie Fallobst und Gemüse aus waldnahen Gebieten sollten nur nach Erhitzen über 60 C gegessen bzw. vor dem Verzehr gewaschen werden. Nach Arbeiten mit Erde (z.B. Wald-, Feld- und Gartenarbeiten) sollen die Hände gründlich gewaschen werden. Tot aufgefundene oder erlegte Füchse sollen mit Handschuhen angefasst und in Plastiksäcke verpackt werden.
Hunde und Katzen sollten regelmäßig mit einem gegen Fuchsbandwurm wirksamen Mittel entwurmt werden. Nach dem Streicheln insbesondere von fremden Haustieren sollten immer die Hände gewaschen werden.
Fuchsbandwurm.pdf
Hand-Fuß-Mund-Krankheiten
Die Hand-Fuß-Mundkrankheit wird vorwiegend durch Enteroviren der Gruppe A (Coxsackie-A-Viren, Enterovirus 71) übertragen.
Enteroviren sind weltweit vorkommende Erreger mit einer hohen Kontagiosität.
Die Übertragung der Viren erfolgt sowohl durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten) als auch durch Schmierinfektion.
Die Erkrankung tritt gehäuft im Sommer und Frühherbst auf.
Die Viren können im Stuhl wochenlang und auch von klinisch nicht erkrankten Menschen ausgeschieden werden.
Ca. 1 - 2 Wochen nach Ansteckung bildet sich auf der Haut ein juckender roter Ausschlag, der später in weißgraue Bläschen übergeht. Typische Lokalisationen sind an den Handinnenflächen, den Fußsohlen, evtl auch am Gesäß, an Knien und Ellenbogen.
Gleichzeitig bilden sich in der Mundhöhle Bläschen und/oder kleine schmerzhafte Geschwüre (Aphten).
Es kann leichtes Fieber bestehen.
Grundsätzlich verläuft die Erkrankung harmlos und heilt selbständig innerhalb von drei bis sechs Tagen ab.
Auch bei Schwangeren verläuft die Infektion meist harmlos.
In Ausnahmefällen sind schwere Verläufe bei Neugeborenen bei Infektionen um den Geburtstermin herum möglich.
Die Inkubationszeit beträgt 3 - 35 Tage.
Während der ersten Woche der Erkrankung, insbesondere bei ulzerierten Bläschen ist die Kontagiosität am höchsten. Da die Viren über Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden werden, können die Personen sehr lange ansteckend sein -hierbei ist zu bedenken, dass viele infizierte Erwachsene kaum Krankheitssymptome aufweisen.
Empfehlungen für die Gemeinschaftseinrichtung - Wiederzulassung nach Erkrankung
Personen mit Hand-Fuß-Munderkrankung sollten die Gemeinschaftseinrichtung oder Schwimmbäder erst nach vollständiger Genesung wieder besuchen.
Ein ärztliches Attest ist nicht erforderlich.
Für Familienangehörige gibt es keine Einschränkungen.
Da viele Erkrankungen asymptomatisch verlaufen und die Erreger wochenlang ausgeschieden werden können, kann ein Verbot für Erkrankte, die Einrichtung nicht zu besuchen, die Infektionskette alleine nicht unterbrechen.
Das Infektionsrisiko kann durch gute Händehygiene begrenzt werden
Im Rahmen von Ausbruchsgeschehen sollten geeignete Desinfektionsmaßnahmen mit dem Gesundheitsamt besprochen werden.
Für einzelne Erkrankungen besteht keine Meldepflicht, jedoch sollten Erkrankungshäufungen und Ausbrüche dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
Hand Fuss Mund Krankheiten.pdf
Bei der Hepatitis A handelt es sich um eine durch ein Virus hervorgerufene Leberentzündung. Die Hepatitis A ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, die nicht nur für die Entwicklungsländer von Bedeutung ist, sondern auch in den Industrieländern eine Rolle spielt.
Die Erkrankung beginnt häufig mit uncharakteristischen Erscheinungen wie allgemeinem Unwohlsein, Kopf-, Glieder- und Oberbauchschmerzen, Durchfall und Fieber. Nach wenigen Tagen, manchmal auch nach 1-2 Wochen, kann es zur Gelbfärbung der Augen und der Haut ("Gelbsucht") kommen. Gelegentlich wird die Hepatitis A aber auch unbemerkt durchgemacht.
Die Ansteckungsfähigkeit einer erkrankten Person beginnt bereits 1-2 Wochen vor Auftreten von Krankheitszeichen und dauert bis zu einer Woche nach Auftreten der Gelbsucht an. Die Übertragung der Hepatitis A - Erreger erfolgt auf fäkal-oralem Wege, d.h. über Weiterverbreitung durch Schmierinfektion z.B. nach Kontakt mit Erregern im Stuhl und mangelhafter Händedesinfektion oder durch Genuss von kontaminierten Lebensmitteln wie Meeresfrüchten, Austern oder kontaminiertem Wasser. Ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht in vielen südlichen Ländern.
Die Inkubationszeit beträgt 15-50 Tage.
Es gibt einen gut verträglichen aktiven Impfstoff gegen die Hepatitis A, der für Kinder ab dem 2. Lebensjahr zugelassen ist. Die Hepatitis A Impfung ist für Kinder empfohlen bei Auftreten einer Hepatitis A - Erkrankung im Umfeld mit gleichzeitigem engen Kontakt zum Erkrankten, wie er z.B. im Haushalt, in Kindertageseinrichtungen, in Kinderheimen und vereinzelt auch in der Schule vorkommt. Auch vor Reisen in Länder mit erhöhtem Hepatitis A Risiko sollte geimpft werden. Für Erwachsene gibt es neben den allgemeinen Impfempfehlungen vor Auslandsreisen auch Empfehlungen für einzelne Berufsgruppen, die sich gegen Hepatitis A impfen lassen sollten, nämlich solche, die vermehrten Kontakt zu möglicherweise kontaminiertem Wasser und Fäkalien haben. Hierzu gehört auch das Personal von Kindertageseinrichtungen! Für Kinder und Erwachsene gibt es auch einen gut verträglichen Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und Hepatitis B.
Überprüfen Sie deshalb Ihren Impfstatus und den Ihrer Kinder anhand des Impfausweises und lassen Sie fehlende Impfungen komplettieren.
Um eine Weiterverbreitung zu vermeiden ist darüber hinaus vor allem eine gründliche Händedesinfektion nach jedem Toilettengang zur Verhinderung der Virusübertragung durch weitere fäkal-orale Schmierinfektion notwendig. Für die Dauer der Inkubationszeit sollen sich Kontaktpersonen daher die Hände nach jedem Stuhlgang und auch vor der Zubereitung von Mahlzeiten gründlich waschen, die Hände mit Einmal-Papierhandtüchern abtrocknen und anschließend mit einem alkoholischen Händedesinfektionsmittel einreiben. Eine entsprechende Beratung erfolgt durch das zuständige Gesundheitsamt.
Nach Bekanntwerden eines Erkrankungsfalles an Hepatitis A in einer Gemeinschaftseinrichtung ist umgehend das zuständige Gesundheitsamt einzuschalten. Die Eltern der anderen Kinder und das gesamte Personal der Einrichtung sind über den Erkrankungsfall anonym zu informieren. Alle Kontaktpersonen in der Gemeinschaftseinrichtung und alle Familienmitglieder des Erkrankten sollten umgehend ärztlich untersucht werden und bei fehlenden Krankheitszeichen und fehlendem Impfschutz eine Hepatitis A - Impfung erhalten. Für Kontaktpersonen, für die eine Hepatitis A eine besondere Gefahr darstellt, sollte gleichzeitig mit der 1. Impfung ein Immunglobulinpräparat gegeben werden. Nach erfolgter Impfung dürfen Kontaktpersonen die Gemeinschaftseinrichtung i.d.R. nach 1-2 Wochen wieder besuchen. Ansonsten dürfen enge Kontaktpersonen, die die Impfung nicht durchführen lassen, die Gemeinschaftseinrichtung erst 4 Wochen nach dem letzten Kontakt zu der erkrankten Person besuchen. Bei bestehendem Impfschutz oder früher durchgemachter Erkrankung ist die Isolierung von Kontaktpersonen nicht erforderlich. Das an Hepatitis A erkrankte Kind darf die Gemeinschaftseinrichtung frühestens 2 Wochen nach Auftreten der 1. Krankheitszeichen bzw. 1 Woche nach Auftreten der Gelbsucht wieder besuchen, wenn nach ärztlichem Urteil mit einer Weiterverbreitung nicht mehr zu rechnen ist.
Hepatitis B ist eine Leberentzündung, die durch ein Virus hervorgerufen wird. Das Virus lässt sich bei Erkrankten in allen Körperflüssigkeiten nachweisen. Die höchste Viruskonzentration findet sich im Blut. Die Hauptübertragungswege für die Hepatitis B in Deutschland sind Sexualkontakte und Übertragung durch direkte Blutkontakte.
Eine akute Hepatitis B äußert sich in der Regel zunächst mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Fieber und Gelenkschmerzen sowie Juckreiz können hinzukommen. Im weiteren Verlauf entwickelt sich oft eine Gelbsucht (Gelbfärbung der Augen und der Haut). In den meisten Fällen heilt die Hepatitis B nach 4 bis 6 Monaten wieder aus.
Bei einem Teil der Patienten kommt es zu einer Chronifizierung, d.h. zu einer Dauerentzündung der Leber. Diese Patienten sind dann stark gefährdet, weil sich bei ihnen eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickeln kann. Außerdem bleiben sie dauerhaft ansteckend. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine akute Hepatitis B nicht ausheilt, ist umso höher, je jünger der betroffene Patient ist. Unbehandelte, an Hepatitis B infizierte Neugeborene, erleiden in 95% der Fälle einen chronischen Verlauf; Kinder der Altersgruppe 2-5 Jahre noch in 40%, erst im Alter von 10 Jahren reduziert sich die chronische Verlaufsform auf 5-10 % und bleibt dann auch mit zunehmendem Alter konstant.
Die Inkubationszeit der Hepatitis B (Zeitraum von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Krankheitssymptome) beträgt 45 bis 180 Tage. Wie lange eine Ansteckungsfähigkeit besteht, hängt vom Verlauf der Erkrankung (akut oder chronisch) und von der Viruslast im Blut ab (Menge der Hepatitis B Viren im Blut).
Gegen die Hepatitis B gibt es einen sicheren Impfschutz. Da die Hepatitis B im Kindesalter häufig einen chronischen Verlauf nimmt, sollen Kinder und Jugendliche frühzeitig aktiv gegen Hepatitis B geimpft werden. Die Grundimmunisierung sollte ab dem 3. Lebensmonat begonnen werden, kann jedoch zu jedem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Ein wirksamer Impfschutz ist aufgebaut nach dreimaliger aktiver Impfung oder viermaliger Impfung im Kombinations-Impfstoff. Neugeborene Kinder Hepatitis B-positiver Mütter werden unmittelbar nach Geburt aktiv und passiv immunisiert. Erwachsene sollen geimpft werden, wenn bestimmte Bedingungen gegeben sind, z.B. häufiger Kontakt mit Blut- oder Blutprodukten, Betreuung von Patienten mit chronischer Hepatitis B, Personal in Einrichtungen mit behinderten Menschen. Da es unbekannte Hepatitis B -Träger gibt, muss der direkte Kontakt mit Blut vermieden werden. Dies bedeutet, dass offene Wunden nur mit Handschuhen versorgt werden sollten.
Kinder mit einer akuten Hepatitis B dürfen eine Gemeinschaftseinrichtung nicht besuchen. Wenn ein Fall von Hepatitis B in einer Gemeinschaftseinrichtung bekannt ist, sollten alle Kontaktpersonen durch eine dreimalige aktive Impfung vor einer Ansteckung geschützt sein. Kinder mit einer chronischen Hepatitis B Infektion können in den meisten Fällen die Gemeinschaftseinrichtung besuchen, denn seit 1995 werden fast alle Säuglinge im Rahmen des üblichen Impfschemas auch gegen Hepatitis B geimpft. In einzelnen Fällen (z.B. Kinder die sich aggressiv verhalten, immungeschwächte Kinder, die nicht geimpft werden können) können besondere Maßnahmen erforderlich werden, die im Einzelfall mit dem behandelnden Arzt des Kindes, den Eltern, dem Gesundheitsamt und der aufnehmenden Einrichtung abgesprochen werden.
Bei der Hepatitis E handelt es sich um eine durch ein Virus hervorgerufene Leberentzündung.
Die Erkrankung beginnt häufig mit uncharakteristischen Erscheinungen wie allgemeinem Unwohlsein, Kopf-, Glieder- und Oberbauchschmerzen, Durchfall und Fieber. Nach wenigen Tagen, manchmal auch nach 1-2 Wochen, kann es zur Gelbfärbung der Augen und der Haut ("Gelbsucht") kommen. Gelegentlich wird die Hepatitis E aber auch unbemerkt durchgemacht.
Die Ansteckungsfähigkeit einer erkrankten Person beginnt bereits 1-2 Wochen vor Auftreten von Krankheitszeichen und dauert bis zu einer Woche nach Auftreten der Gelbsucht an. Die Übertragung der Hepatitis E - Erreger erfolgt auf fäkal-oralem Wege, d.h. über Weiterverbreitung durch vor allem durch Genuss von kontaminierten Lebensmitteln. Ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht in asiatischen Ländern.
Die Inkubationszeit beträgt 15-60 Tage.
Um eine Weiterverbreitung zu vermeiden ist vor allem eine gründliche Händedesinfektion nach jedem Toilettengang und vor Kontakt zu Lebensmitteln zur Verhinderung der Virusübertragung durch weitere fäkal-orale Schmierinfektion notwendig. Für die Dauer der Inkubationszeit sollen sich Kontaktpersonen daher die Hände nach jedem Stuhlgang und auch vor der Zubereitung von Mahlzeiten gründlich waschen, die Hände mit Einmal-Papierhandtüchern abtrocknen und anschließend mit einem alkoholischen Händedesinfektionsmittel einreiben. Eine entsprechende Beratung erfolgt durch das zuständige Gesundheitsamt.
Nach Bekanntwerden eines Erkrankungsfalles an Hepatitis E in einer Gemeinschaftseinrichtung ist umgehend das zuständige Gesundheitsamt einzuschalten. Die Eltern der anderen Kinder und das gesamte Personal der Einrichtung sind über den Erkrankungsfall anonym zu informieren. Kontaktpersonen dürfen die Gemeinschaftseinrichtung in den 4-5 Wochen nach dem letzten Kontakt zu der erkrankten Person nur mit Genehmigung des Gesundheitsamtes besuchen. Bei früher durchgemachter Erkrankung ist die Isolierung von Kontaktpersonen nicht erforderlich. Das an Hepatitis E erkrankte Kind darf die Gemeinschaftseinrichtung frühestens 2 Wochen nach Auftreten der 1. Krankheitszeichen bzw. 1 Woche nach Auftreten der Gelbsucht wieder besuchen, wenn nach ärztlichem Urteil mit einer Weiterverbreitung nicht mehr zu rechnen ist.
Hepatitis E.pdf
Hib-Infektionen
Das Haemophilus influenzae b-Bakterium ist der Erreger einer der schwersten bakteriellen Infektionen in den ersten 5 Lebensjahren. Der Erreger kommt nur beim Menschen vor und findet sich vor allem auf den Schleimhäuten der oberen Atemwege. Das Bakterium wird über Tröpfcheninfektion (Anniessen oder Husten) von Mensch zu Mensch weiter verbreitet.
Es kann eine fieberhafte Infektion des Nasenrachenraums mit Mittelohr-Nasennebenhöhlen- und Lungenentzündung auftreten. Gefürchtete Komplikationen sind Hirnhautentzündung oder Entzündung des Kehldeckels, die mit Schluckbeschwerden, kloßiger Stimme, Halsschmerzen und hohem Fieber einhergehen.
Ansteckungsfähigkeit besteht, solange die Erreger auf den Schleimhäuten der Atemwege nachweisbar sind. Bei antibiotischer Therapie ist nach 24 Stunden Behandlung keine Ansteckungsfähigkeit mehr gegeben.
Vor einer schwerwiegenden Hib-Infektion schützt die frühzeitige Impfung, die bei allen Kindern bis zum 5 Lebensjahr empfohlen wird.
Ihr Kind ist ausreichend geimpft, wenn es 4 Impfungen (Kombinationsimpfung) bis zum 2. Lebensjahr erhält.
Eine vorbeugende antibiotische Behandlung wird empfohlen, wenn im Haushalt eines erkrankten Kindes weitere Kinder unter 4 Jahren leben, die unvollständig gegen Hib geimpft sind, oder in Kindereinrichtungen mit Kindern unter 2 Jahren die unzureichend geimpft sind und deren Mitarbeiter/innen (außer Schwangeren).
Die Prophylaxe ist nicht mehr sinnvoll, wenn der Kontakt länger als 7 Tage zurückliegt.
Diese vorbeugende antibiotische Behandlung sollte möglichst mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden.
Nach § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Kinder Schulen und Kindertageseinrichtungen nach antibiotischer Therapie und nach Abklingen der klinischen Symptome wieder besuchen. Ein schriftliches ärztliches Attest ist nicht erforderlich. Für zusätzliche Auskünfte steht Ihnen Ihr Gesundheitsamt gerne zur Verfügung.
Hib Infektionen.pdf
Erreger/Vorkommen/Übertragung
Kopflausbefall ist weltweit verbreitet und kommt zu jeder Jahreszeit vor. Auch bei uns kommt es besonders in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche immer wieder zum Auftreten von Kopfläusen.
Kopfläuse sind 2-3 mm große Parasiten, die auf Haaren gut krabbeln und klettern können und nur von Mensch zu Mensch übertragen werden: meist durch Kopf- zu Kopf-Kontakt, gelegentlich auch über Gegenstände, die mit dem Kopfhaar in Berührung gekommen sind wie Kopfbedeckungen, Schals, Haarbürsten, Spieltiere etc. Ohne Wirt können sie maximal zwei bis drei Tage auf Gegenständen überleben.
Kopfläuse leben ausschließlich auf dem behaarten Kopf von Menschen. Sie saugen mit ihren Mundwerkzeugen mehrmals täglich Blut aus der Kopfhaut, was zu starkem Juckreiz führen kann.
Der Lebenszyklus der Läuse verläuft in drei Stadien: Ei, Larve und voll entwickelte Laus. Vom Ei bis zur ersten Eiablage einer voll entwickelten Laus dauert es i.d.R. drei Wochen.
Befruchtete Weibchen heften ihre als Nissen bezeichneten ovalen ca. 0,8 mm langen Eier in der Nähe des Haaransatzes wasserunlöslich in Chitinhüllen verpackt an die Kopfhaare. Die Nissen kleben sehr fest am Haar und können nur schlecht abgestreift werden. Im Laufe ihres 3-4wöchigen Lebens können die weiblichen Läuse 100 - 150 Eier ablegen.
Festgestellt wird der Befall oftmals erst, wenn sich die Kopfläuse nach einem Lebenszyklus von drei Wochen vermehrt haben und Nissen vorhanden sind. Da im Kopfhaar oft nur wenige Läuse vorhanden sind, gelingt es nicht leicht, die Läuse selbst zu entdecken. Besonders gut ist der Befall hinter den Ohren, in der Schläfen - und Nackengegend zu erkennen.
Meldepflicht/Empfehlungen für die Gemeinschaftseinrichtung/Wiederzulassung
Nach §34 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) besteht für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen betreut werden oder dort arbeiten, ein Besuchsverbot bei Kopflausbefall.
Die Erziehungsberechtigten sind verpflichtet, die Gemeinschaftseinrichtung umgehend über das Vorliegen einen Kopflausbefalles bei ihrem Kind zu unterrichten (§ 34 Abs.5 IfSG).
Die Gemeinschaftseinrichtung ist verpflichtet, das zuständige Gesundheitsamt über das Vorligen von Kopflausbefall namentlich zu unterrichten (§ 34 Abs.6 IfSG).
Die Gemeinschaftseinrichtung sollte die übrigen Kinder der Gruppe/Klasse sowie weitere enge Kontaktpersonen anonym über das Vorliegen von Kopflausbefall in der Einrichtung unterrichten. Durch entsprechendes Informationsmaterial werden die Erziehungsberechtigten aufgefordert, ihre Kinder auf Kopflausbefall zu untersuchen.
Der § 34 IfSG sieht für die Prüfung nicht unbedingt medizinische Sachkenntnisse als Voraussetzung vor.
Die Eltern können selbst den Befall feststellen, führen eine geeignete Behandlung durch und bestätigen dies auf einer besonderen Mitteilung.
In der Praxis wird daher nur bei anhaltendem Läusebefall ein schriftliches ärztliches Attest gefordert.
Entscheidend ist somit die Unterscheidung zwischen Erst - und Zweitbefall mit Läusen.
Für die Wiederzulassung ist eine Behandlungserklärung der Erziehungsberechtigten, nicht unbedingt eine Bescheinigung des behandelnden Arztes über eine Freiheit von Läusen erforderlich. Die Wiederzulassung ist direkt nach Durchführung der ersten von zwei erforderlichen Behandlungen möglich.
Eine Nissenfreiheit ist nicht unbedingt erforderlich!
Der Nachweis von Nissen, die weniger als 1 bis 1,5 cm von der Kopfhaut entfernt sind und eher grau aussehende Eier in durchsichtigen Hüllen sind, stellt noch einen behandlungspflichtigen Befund dar. Diese Eier sind mit hoher Wahrscheinlichkeit noch entwicklungsfähig und können zu einer weiteren Übertragung führen.
Da Larven nach 7-8 Tagen aus den Eiern schlüpfen und Kopfhaare etwa 1 cm pro Monat wachsen, sind weißliche Nissen, die mehr als 1 bis 1,5 cm von der Kopfhaut entfernt am Haar kleben, bei durchgeführter sachgerechter Behandlung nicht mehr entwicklungsfähig und stellen somit keine Übertragungsgefahr mehr dar.
Zweitbefall ( wiederholter Befall innerhalb von 4 Wochen):
Voraussetzung für die Wiederzulassung in diesem Fall ist eine Bescheinigung des behandelnden Arztes.
Bei erheblichen Ausbrüchen mit Befall mehrerer Kinder in einer Einrichtung, die nicht kontrolliert werden können, kann in Absprache mit dem Gesundheitsamt Nissenfreiheit empfohlen werden.
Das Gesundheitsamt legt in Abhängigkeit von der Situation die notwendigen Maßnahmen fest. Erst bei andauerndem Kopflausbefall in einer Gemeinschaftseinrichtung kann das Gesundheitsamt eigene Kontrollen anbieten oder generell die Vorlage eines ärztlichen Attestes bei den betroffenen Personen verlangen.
Optimal ist eine Kombination von chemischen - physikalischen und mechanischen Maßnahmen. Behördlich anerkannt sind die Wirkstoffe Pyrethrum, Allethrin und Dimeticon oder ähnliche Öle. Bei Kindern unter 12 Jahre können diese Mittel ärztlich verordnet werden und werden von den Krankenkassen übernommen.
Ziel ist es, geschlechtsreife Läuse und Larven wirksam abzutöten. Da die Nissen (Eier) nur bedingt erreicht werden, ist immer eine zweite Behandlung 8 - 10 Tage nach der Erstbehandlung erforderlich.
In diesem Zeitraum sind alle Larven aus den Eiern geschlüpft.
Die Entfernung der Nissen erfolgt nach der chemischen oder physikalischen Behandlung durch gründliches Auskämmen des feuchten Haares mit einem Nissenkamm. Die Anwendung einer Pflegespülung erleichtert die Ablösung der Nissen vom Kopfhaar.
Große Reinigungsaktionen sind unnötig, aber:
Kämme, Bürsten und Haarspangen oder Haarbänder sollten in heißer Seifenlauge mir einer feinen Bürste gereinigt werden.
Kopfbedeckungen wie Mützen und Schals sowie Bettwäsche sollten so heiß wie möglich gewaschen werden.
Alternativ sollten nicht waschbare Kleidungsstücke sowie Stofftiere 3 Tage in einem verschlossenen Plastikbeutel oder 24h bei -15°C im Gefrierfach aufbewahrt werden.
Polstermöbel, Kuschelecken (auch in Gemeinschaftseinrichtungen), textile Kopfstützen in Autos und alle Flächen, die mit Kopfhaar in Berührung gekommen sind, sollten gestaubsaugt werden.
Informationsschreiben des Gesundheitsamtes zum Kopflausbefall für die Erziehungsberechtigten.
Abtrennbare Bescheinigung gegenüber der Gemeinschaftseinrichtung über die Befolgung der Anweisungen.
Magen-Darm-Erkrankungen durch Bakterien (Yersinien - Campylobacter)
Bei der Campylobacter-Erkrankung (auch bei Yersinien-Erkrankung) erfolgt die Infektion vornehmlich über Krankheitserreger in bestimmten Nahrungsmitteln. Über unzureichend erhitztes Fleisch, Rohmilch, aber auch über Haustiere können die Infektionen auf den Menschen übertragen werden. Infektionen durch Bakterien der Gattung Campylobacter sind weltweit verbreitet. In der warmen Jahreszeit treten diese Erkrankungen in Europa vermehrt auf.
Häufig bestehen 12 - 24 Std. vor Auftreten der typischen Darmsymptome Fieber (38-40 °C), Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Müdigkeit. Die häufigsten typischen Symptome sind dann Durchfälle, Bauchschmerzen, bzw. Krämpfe, Fieber, Müdigkeit. Die Durchfälle können breiig bis massiv wässrig, nicht selten auch blutig sein.
Grundsätzlich sollte ein Kind mit Zeichen einer Magen-Darm-Infektion einer Kinder-Gemeinschaftseinrichtung zum eigenen Schutz und mit Rücksicht auf die anderen Kinder solange fern bleiben bis sich sein Gesundheitszustand wieder vollständig stabilisiert hat. Eine antibiotische Therapie ist indiziert bei Patienten mit hohem Fieber, bei Verdacht auf septische Streuung und schweren klinischen Verläufen.
Ansteckungsfähigkeit besteht prinzipiell, solange Erreger im Stuhl ausgeschieden werden.
Die Inkubationszeit vom Kontakt zum kontaminierten Nahrungsmittel bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert bei einer Campylobacter-Erkrankung 2-7 Tage, bei einer Yersinen-Erkrankung etwa 2-10 Tage.
Händehygiene - wichtigste Hygiene-Maßnahme!!!
Informationen und Anregungen zum Thema Hygiene unter www.hygiene-tipps-fuer-kids.de
Das gründliche Händewaschen mit Seife aus einem Spender und das Abtrocknen der Hände mit Einmal-Papierhandtüchern nach jedem Toilettengang ist in jedem Fall erforderlich und sollte mit Kindern und Personal abgesprochen werden.
Auf Sauberkeit in den Toilettenräumen ist zu achten.
Erkrankte Kinder können wieder zur Gemeinschaftseinrichtung zugelassen werden, wenn der Durchfall abgeklungen ist (geformter Stuhl), das Kind nicht mehr erbricht, fieberfrei und kreislaufstabil ist und keine strenge Diät mehr benötigt.
Das Urteil des behandelnden Arztes sollte deshalb von den Eltern eingeholt werden.
Ein Ausschluss von Geschwisterkindern ohne Krankheitszeichen von der Gemeinschaftseinrichtung ist nicht erforderlich.
MagenDarmErkrankungen Bakterien.pdf
Magen-Darm-Erkrankungen durch Noroviren
Noroviren sind weltweit verbreitet und für einen Großteil der nicht-bakteriellen ansteckenden Magen-Darm-Infektionen in Gemeinschaftseinrichtungen verantwortlich. Saisonale Gipfel von Epidemien werden in den Monaten Oktober bis März beobachtet.
Das ursprünglich nach der amerikanischen Stadt Norwalk benannte Virus verbreitet sich von Mensch zu Mensch durch fäkal-orale Schmierinfektion, durch Kontakt mit verunreinigten Gegenständen oder Erbrochenem oder durch Verzehr kontaminierter Lebensmittel.
Die Infektiosität ist sehr hoch, zur Ansteckung genügen wahrscheinlich 10 -100 Viruspartikel.
Die Erkrankten leiden meist an schwallartigem Erbrechen, wässrigen Durchfällen und Bauchkrämpfen. Zu Anfang der Erkrankung bestehen oft Erkältungssymptome, gelegentlich auch mäßiges Fieber. Die klinischen Symptome klingen meist nach 12-48 Stunden wieder ab. Bei Säuglingen und Kleinkindern besteht die Gefahr einer Dehydratation (Austrocknung durch den Flüssigkeitsverlust).
Die Inkubationszeit beträgt 6 - 50 Stunden.
Die Ansteckungsfähigkeit besteht, solange Erreger mit dem Stuhl ausgeschieden werden, i.d.R. für 7-14 Tage. Bei Frühgeborenen und Kindern mit Immundefekten kann das Virus auch über Wochen bis Monate durch den Stuhl ausgeschieden werden.
Händehygiene ist die wichtigste Maßnahme!
Nur durch die Einhaltung strenger Hygiene-Maßnahmen kann eine weitere rasche Vermehrung der Krankheitserreger gestoppt werden.
Das gründliche Händewaschen mit Seife aus einem Spender und das Abtrocknen mit Einmal-Papierhandtüchern nach jedem Toilettengang ist in jedem Fall erforderlich und sollte mit den Kindern und dem Personal abgesprochen werden.
In Ausbruchssituationen ist die Desinfektion mit dem Gesundheitsamt abzusprechen.
Erkrankte Kinder können i.d.R. 48 Std. nach Abklingen der Krankheitszeichen wieder zur Gemeinschaftseinrichtung zugelassen werden, d.h. wenn der Durchfall abgeklungen ist, das Kind nicht mehr erbricht, fieberfrei und kreislaufstabil ist und keine strenge Diät mehr benötigt.
Ein schriftliches Attest ist nicht erforderlich.
Ein Ausschluss von Geschwisterkindern ohne Krankheitszeichen ist nicht erforderlich.
Erkranktes Personal sollte auch bei geringsten gastroenteritischen Beschwerden von der Arbeit freigestellt werden und frühestens zwei Tage nach Ende der klinischen Symptome die Arbeit wieder aufnehmen.
Die Desinfektion von Händen und Wickeltischen ist nach jeder Benutzung notwendig, ebenso ist die Desinfektion aller Kontaktflächen (Türklinken, Toilettensitze, Zieh- und Druckvorrichtungen etc.) täglich erforderlich.
Beim Aufwischen von Erbrochenem oder Stuhl sollten Mundschutz und Einmalhandschuhe getragen werden.
MagenDarmErkrankungen Noroviren.pdf
Bei der Salmonellen-Erkrankung erfolgt die Infektion vornehmlich über Krankheitserreger in bestimmten Nahrungsmitteln, z.B. in unzureichend erhitztem Fleisch (z. B. Geflügel, Hackfleisch, Rohwurstsorten wie z. B. frische Mettwurst - sowie Fleischsalate), in Milch- und Ei-Produkten, z.B. Speiseeis oder Mayonnaise. Salmonellosen des Menschen sind weltweit verbreitet.
Die Salmonellose manifestiert sich meist als akute Darmentzündung mit plötzlich einsetzendem Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen, Unwohlsein und manchmal Erbrechen. Häufig tritt leichtes Fieber auf. Die Symptome halten oft über mehrere Tage an.
Die Ansteckung erfolgt überwiegend über die Krankheitserreger in der befallenen Speise. Eine direkte Übertragung von einer erkrankten Person auf gesunde Personen ist sehr selten. Die Inkubationszeit vom Kontakt zum kontaminierten Nahrungsmittel bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert bei der Salmonellen-Erkrankung 6-72 Std. Ansteckungsfähigkeit besteht prinzipiell solange wie Erreger im Stuhl ausgeschieden werden. Ein "Ausscheider" ohne Krankheitszeichen stellt bei richtiger Einhaltung hygienischer Maßnahmen praktisch keine Infektionsquelle für seine Umgebung dar. So scheiden viele Menschen Salmonellen im Stuhl aus ohne dies überhaupt zu wissen.
Das gründliche Händewaschen mit Seife aus einem Spender und das Abtrocknen der Hände mit Einmal-Papierhandtüchern nach jedem Toilettengang , nach Kontakt mit vermutlich kontaminierten Gegenständen, Windeln, Nahrungsmitteln (z.B. Geflügel) und vor der Zubereitung von Speisen, ist in jedem Fall erforderlich und sollte mit dem Personal abgesprochen werden. Auf Sauberkeit der Toilettenräume ist zu achten.
Dauerausscheider von Krankheitserregern, die vom Gesundheitsamt die Erlaubnis zum Besuch der Gemeinschaftseinrichtung erhalten haben, sollen sich nicht an der Zubereitung der Mahlzeiten beteiligen.
Bei Kindern, die Kontakt zu Säuglingen unter einem Jahr haben, ist es empfehlenswert, eine Wiederzulassung erst nach 1-2 negativen Stuhlproben vorzunehmen.
Bei Auftreten einer Salmonellenerkrankung in einer Gemeinschaftseinrichtung ist das zuständige Gesundheitsamt einzuschalten. Die Eltern der anderen Kinder sowie das Personal der Gemeinschaftseinrichtung sollen über die Erkrankung informiert werden. Ein Ausschluss von Geschwisterkindern ohne Krankheitszeichen von der Gemeinschaftseinrichtung ist nicht erforderlich.
Bei Verdacht auf Übertragung durch bestimmte Lebensmittel muss die zuständige Lebensmittelüberwachungsbehörde sofort in Kenntnis gesetzt werden.
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Magen-Darm-Erkrankungen durch Rotaviren
Rotaviren sind weltweit verbreitet. Sie verbreiten sich von Mensch zu Mensch durch fäkal-orale Schmierinfektion, durch Handkontakt mit verunreinigten Gegenständen oder Erbrochenem, aber auch über verunreinigte Lebensmittel und verunreinigtes Wasser. Rotaviren können außerhalb des menschlichen Körpers wochenlang überleben, 10-100 Viren genügen zur Ansteckung. Rotaviren sind neben Noroviren die häufigste Ursache viraler Darminfektionen bei Kindern, der Häufigkeitsgipfel liegt bei 6-24 Monate. Die Erkrankung tritt saisonal gehäuft auf und ist in den Monaten Februar bis April am höchsten.
Die Erkrankten leiden an akuten wässrigen Durchfällen, Bauchschmerzen, Erbrechen und oft hohem Fieber. Zu Anfang der Erkrankung bestehen oft Erkältungssymptome. Meistens klingen die Krankheitszeichen innerhalb weniger Tage wieder rasch ab. Im Stuhl findet man oft Schleimbeimengungen. Bei Säuglingen und Kleinkindern kommt es häufiger als bei älteren Kindern zu einer Dehydratation (Austrocknung durch den hohen Flüssigkeitsverlust).
Die Ansteckungsfähigkeit besteht, solange Erreger im Stuhl ausgeschieden werden, in der Regel für die Dauer von 8 Tagen (bei Frühgeborenen und Kindern mit Immundefekten auch über Monate).
Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt 1-3 Tagen.
Eine Impfung gegen Rotaviren ist bei jungen Säuglingen möglich, muss aber im Einzelfall entschieden werden und ist bisher von der Ständigen Impfkommission (STIKO) nicht allgemein empfohlen.
Das gründliche Händewaschen mit Seife aus einem Spender und das Abtrocknen der Hände mit Einmal-Papierhandtüchern nach jedem Toilettengang ist in jedem Fall erforderlich und sollte mit Kindern und Personal abgesprochen werden. Eine Hände-Desinfektion mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel und die Desinfektion der Toiletten ist mit dem Gesundheitsamt abzusprechen.
Erkrankte Kinder können 3 Tage nachdem die Krankheitszeichen abgeklungen sind wieder zur Gemeinschaftseinrichtung zugelassen werden, d.h. wenn der Durchfall beendet ist (geformter Stuhl), das Kind nicht mehr erbricht, fieberfrei und kreislaufstabil ist und keine strenge Diät mehr benötigt.
MagenDarmErkrankungen Rotaviren.pdf
Magen-Darm-Erkrankungen durch Viren (Adenoviren)
Adenovirusinfektionen sind weltweit verbreitet. Jahreszeitliche Häufungen sind nicht erkennbar. Nicht selten kommt es in Gemeinschaftseinrichtungen zu örtlich gehäuftem Auftreten bis hin zu Kleinepidemien. Von diesen Viren gibt es viele verschiedene Untertypen. Sie lösen unterschiedlichste Infektionen aus z.B. im Bereich von Lymphknoten, Rachen, Atemwegen, Augen und Magen-Darm-Trakt. Neben den Rotaviren und den Noroviren sind sie die häufigsten Erreger von Durchfallserkrankungen beim Kleinkind.
Die Darminfektionen durch Adenoviren verlaufen mit Fieber, Bauchschmerzen und heftigen wässrigen Durchfällen, klingen jedoch meistens nach wenigen Tagen wieder rasch ab.
Die Übertragung der Erreger erfolgt sowohl durch Tröpfcheninfektion (Anhusten, Anniessen) als auch auf fäkal-oralem Wege bei Kontakt mit erregerhaltigem Stuhl, verunreinigten Gegenständen und mangelnder Händehygiene.
Inkubationszeit( Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der Krankheitszeichen)
Die Inkubationszeit beträgt 5-12 Tage.
Vorrangig für alle Personen der Gemeinschaftseinrichtung ist die Einhaltung strenger Hygiene-Maßnahmen, denn nur dadurch kann eine weitere rasche Vermehrung der Krankheitserreger gestoppt werden! Das gründliche Händewaschen mit Seife aus einem Spender und das Abtrocknen der Hände mit Einmal-Papierhandtüchern nach jedem Toilettengang ist in jedem Fall erforderlich und sollte mit Kindern und Personal abgesprochen werden. Eine Hände-Desinfektion mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel und eine Flächendesinfektion (z.B. Toiletten) ist nur in Ausbruchsituationen erforderlich (Absprache mit dem Gesundheitsamt). Auf Sauberkeit der Toilettenräume ist zu achten.
Masern sind eine hoch ansteckende virusbedingte Erkrankung, die nur beim Menschen vorkommt. Die Viren werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten und Niesen entstehen, übertragen. Es kommt bereits nach kurzer Kontaktzeit bei fast allen nichtimmunen Personen zu einer Infektion. Etwa 95 % der Infizierten entwickeln Krankheitserscheinungen. Masernausbrüche treten in Europa in letzter Zeit wieder gehäuft auf.
Die Erkrankung verläuft in zwei Phasen: Nach der Ansteckung beginnt meist nach acht bis zwölf Tagen die Erkrankung mit Fieber, Husten, Schnupfen, Augenentzündungen und Rötung am Gaumen und Rachen sowie häufig auch Durchfall. Beweisend für die Infektion sind die auf der Mundschleimhaut erkennbaren kalkspritzerartigen, weißen Flecken (Koplik-Flecken). Meist am 14. bis 15. Tag tritt das typische Masern-Exanthem auf (bräunlich-rosafarbene Hautflecken, beginnend im Gesicht und hinter den Ohren) das etwa für vier bis sieben Tage bestehen bleibt. Auch wenn die akute Erkrankung bereits überstanden ist, können verschiedene Folgeerkrankungen (Mittelohr-, Lungen- oder Hirnentzündung) auftreten. Sehr selten ist die gefürchtete Subakute Sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die nach Jahren unter Hirnabbau zum Tod führt. Für immungeschwächte Menschen (z.B. unter einer Chemotherapie) sind Masern akut lebensbedrohlich.
Ein an Masern Erkrankter ist etwa vom fünften Tag vor bis vier Tage nach Auftreten des Exanthems ansteckend. Er kann also etwa acht bis zwanzig Tage nach Ansteckung infektiös sein! Dabei ist die Ansteckung unmittelbar vor Ausbruch des Exanthems am größten.
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 8 bis 14 Tage.
Wer einmal an Masern erkrankt war, ist lebenslang vor einer Ansteckung geschützt. Ansonsten ist die Impfung der einzige Schutz!
Derzeit ist eine Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat öffentlich empfohlen. Die zweite Impfung sollte bis zum Ende des 2. Lebensjahres erfolgt sein.
Eine Altersbegrenzung für die Impfempfehlung existiert nicht, so dass sich auch ältere Kinder, Heranwachsende und Erwachsene gegen Masern impfen lassen können.
Empfohlen wird eine Impfung auch für Ungeimpfte oder nur einmal geimpfte Kinder und Jugendliche sowie andere gefährdete Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen Kontakt zu Masernerkrankten hatten. Die Impfung sollte möglichst innerhalb von 3 Tagen nach dem Kontakt erfolgen.
Desweiteren kann eine Immunglobulingabe für gefährdete Personen mit hohem Komplikationsrisiko und für Schwangere erwogen werden.
Nach § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Kinder Schulen und Kindertageseinrichtungen nicht besuchen, wenn sie an Masern erkrankt oder dessen verdächtig sind. Eltern müssen die entsprechende Einrichtung über eine Masern-Erkrankung informieren, die Leitung der Einrichtung muss sie dem Gesundheitsamt melden. Gemeinschaftseinrichtungen dürfen erst nach Abklingen der klinischen Symptome, jedoch frühestens am 5. Tag nach Auftreten des Exanthems wieder besucht werden.
Ein schriftliches ärztliches Attest ist hierfür nicht erforderlich.
Personen, die im selben Haushalt wie eine an Masern erkrankte (oder erkrankungsverdächtige) Person leben, zum Beispiel Geschwister, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen für die Dauer von 14 Tagen nach der Exposition nicht besuchen, es sei denn, es besteht ein zweimaliger Impfschutz oder eine frühere Masern-Erkrankung wird ärztlich bestätigt.
Auch unabhängig von Masernausbrüchen empfiehlt der Öffentliche Gesundheitsdienst für alle Kinder die zweimalige Impfung gegen Masern (als Kombinationsimpfstoff Masern, Mumps, Röteln und ggf. Windpocken).
Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die sich beim Menschen im Nasen-Rachen Raum ansiedeln und dort bei bis zu 10% der gesunden Menschen nachweisbar sind. Sie treten weltweit auf, kommen aber in verschiedenen Untergruppen vor. Erkrankungen in Deutschland sind etwa zu 2/3 durch den Serotyp B, zu etwa 1/3 durch den Serotyp C verursacht. Meningokokken können unter bestimmten Umständen die Schleimhautbarriere durchdringen und eine schwere Infektion auslösen (Sepsis, Hirnhautentzündung).
Meningokokken-Erkrankungen beginnen plötzlich und meist aus völligem Wohlbefinden heraus.
Es gibt zwei Verläufe:
1. Meningitis (Hirnhautentzündug)
mit Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen, Nackensteifigkeit, schwerstem Krankheitsgefühl, neurologischen Störungen bis hin zur Bewusstlosigkeit (Koma). Diese Symptome sind umso schwieriger zu erkennen, je jünger das Kind ist.
2. Sepsis, (eine Überschwemmung des gesamten Körpers durch die Bakterien)
Sie kann sich innerhalb von Stunden entwickeln. Hier stehen Fieber und die rasche Verschlechterung des Allgemeinbefindens im Vordergrund. Weitere Alarmzeichen sind Kreislaufkollaps und Sichtbarwerden von Einblutungen in die Haut. Kleinste rote Punkte in der Haut, später dann größere Blutergüsse am ganzen Körper sind bereits gefährliche Anzeichen einer fortgeschrittenen Erkrankung und bedürfen dringend intensivmedizinischer Behandlung im Krankenhaus. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es zum Kreislaufversagen, inneren Blutungen, Durchblutungsstörungen der Extremitäten und ohne eine rechtzeitige intensivmedizinische Behandlung führt dies immer zum Tod des Patienten.
Da die Keime gewöhnlich außerhalb des Körpers rasch absterben, ist für eine Infektion ein enger Kontakt erforderlich. Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen.
Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankungsbeginn)
Die Inkubationszeit beträgt beträgt 2 bis 10 Tage, in der Regel 3 bis 4 Tage.
Mittlerweile gibt es Impfstoffe gegen Meningokokken für verschiedene Altersguppen. Seit Juli 2006 ist die Impfung gegen Meningokokken C mit Beginn des zweiten Lebensjahres von der STIKO empfohlen. Seither sind die meisten Kinder dieser Altersgruppe geimpft. Leider schützt diese Impfung nur vor dem selteneren Typ C, nicht gegen den häufigeren Typ B. Auch gegen weitere Typen, die in Mitteleuropa eine geringe Rolle spielen, können inzwischen Kinder und Erwachsene geimpft werden.
Bei engem Kontakt zu einem Erkrankungsfall, können mit einer sofortigen antibiotischen Prophylaxe (Rifampicin, Ciprofloxacin oder Ceftriaxon) die Meningokokken auf den Schleimhäuten abgetötet werden. Näheres veranlasst das Gesundheitsamt in enger Kooperation mit den Kliniken, niedergelassenen Ärzten, Kontaktpersonen und Gemeinschaftseinrichtungen.
Für Schwangere ist das Antibiotikum Ceftriaxon zugelassen.
Gerade auch wegen dieser Notwendigkeit der Umgebungsprophylaxe ist die schnellstmögliche Meldung einer Meningokokken - Erkrankung an das Gesundheitsamt sehr wichtig.
Erkrankte dürfen eine Gemeinschaftseinrichtung nicht besuchen, bis sie genesen sind. Ein ärztliches Attest ist nicht erforderlich.
Menigokokken.pdf
Mumps (Ziegenpeter) ist eine weit verbreitete Erkrankung, die durch das Mumpsvirus hervorgerufen wird und sowohl Kinder als auch Erwachsene befallen kann.
Die Infektion mit dem Mumpsvirus verläuft in den meisten Fällen milde als fieberhafte Infektion, in deren Verlauf es zu einer deutlich sichtbaren Schwellung der Ohrspeicheldrüsen kommt (dicke Backe, abstehendes Ohrläppchen). Auch die Bauchspeicheldrüse kann befallen sein (Bauchschmerzen, Inappetenz, Erbrechen); häufig kommt es auch zu einer milden Entzündung des zentralen Nervensystems. Bei Jugendlichen und erwachsenen Männern kann das Mumpsvirus die Hoden befallen und eine Unfruchtbarkeit verursachen.
Die Ansteckungsfähigkeit ist 2 Tage vor bis 4 Tage nach Erkrankungsbeginn am größten, kann aber bis 9 Tage anhalten.
Die Inkubationszeit beträgt 12-25 Tage.
Die beste und wirksamste Vorbeugung ist die Mumps-Impfung. Sie ist sehr gut verträglich und sollte in Form des Kombinationsimpfstoffs gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken gegeben werden. Die 1. Impfung sollte beim Kleinkind im Alter von 11-14 Monaten durchgeführt werden, die 2. Impfung kann bereits 4-6 Wochen später erfolgen.
Nach § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen an Mumps erkrankte Kinder Schulen und Kindertageseinrichtungen frühestens 9 Tage nach Ausbruch der Erkrankung wieder besuchen. Ein schriftliches ärztliches Attest ist nicht erforderlich.
Kontaktpersonen dürfen die Gemeinschaftseinrichtung für die Dauer der mittleren Inkubationszeit von 18 Tagen nicht besuchen. Dies entfällt, wenn sie nachweislich früher bereits an Mumps erkrankt waren oder geimpft wurden. Das zuständige Gesundheitsamt muss über die Leitungen der Gemeinschaftseinrichtung informiert werden.
Keuchhusten ist eine hoch ansteckende bakterielle Erkrankung der Atemwege. Verursacht wird die Erkrankung durch das Bakterium Bordetella pertussis. Die Übertragung erfolgt durch Husten (Tröpfcheninfektion) und verunreinigte Hände (Ansteckungsrate 50-100%).
Der Keuchhusten kann über mehrere Wochen bis Monate verlaufen. Er wird in drei Stadien eingeteilt, wobei das erste Stadium grippeähnliche Symptome wie Schnupfen leichtes oder kein Fieber und nur leichten Husten zeigt (ca. 7 Tage).
Beim zweiten Stadium kommt der anfallartige Husten mit pfeifendem Einatemgeräuch und Erbrechen hinzu. Dieses kann bis zu 6 Wochen dauern!
Im dritten Stadium, das wieder 6 Wochen anhalten kann, werden die Hustenattacken langsam weniger.
Aus bislang nicht völlig geklärten Gründen besteht für Keuchhusten kein oder nur ein geringer Nestschutz. Folglich sind Neugeborene und junge Säuglinge besonders gefährdet; sie haben auch das höchste Risiko, schwerwiegende Komplikationen zu erleiden. Nicht geimpfte Säuglinge zeigen nicht das typische Bild des Keuchhustens, sondern bieten Atempausen und weitere schwere Komplikationen. Für sie ist eine Keuchhusteninfektion potentiell lebensbedrohlich.
Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits wenige Tage vor Auftreten der ersten Symptome und kann bis ca. 3 Wochen nach Beginn des typischen Hustens andauern. Eine Antibiotikagabe kann die Ansteckungsfähigkeit auf 5 Tage verkürzen.
Die Inkubationszeit beträgt 7-20 Tage.
Wichtig ist eine Grundimmunisierung zum frühest möglichen Termin, d.h. nach dem 2. Lebensmonat, im dritten und vierten Monat, danach zwischen dem elften und vierzehnten Lebensmonat sowie eine erste Auffrischung im Alter von 5 bis 6 Jahren. Die 2. Auffrischung erfolgt im Alter von 9 bis 17 Jahren.
Jede Auffrischimpfung gegen Tetanus sollte bei Erwachsenen Anlass sein, eine mögliche Indikation einer Pertussisimpfung zu überprüfen und gegebenenfalls einen Pertussis- Kombinationsimpfstoff einzusetzen (alle 10 Jahre).
Nach § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Kinder und Erwachsene Schulen und Kindertageseinrichtungen frühestens 5 Tage nach Beginn einer antibiotischen Behandlung, oder ohne Antibiotikatherapie 3 Wochen nach Beginn des typischen Hustens wieder besuchen. Ein schriftliches ärztliches Attest ist nicht erforderlich. Kontaktpersonen dürfen die Gemeinschaftseinrichtung besuchen, solange sie keine keuchhustenverdächtigen Symptome haben. Besteht bei Geschwisterkindern kein ausreichender Impfschutz, sollte mit dem Kinderarzt abgeklärt werden, ob eine antibiotische Behandlung erfolgen sollte.
Das zuständige Gesundheitsamt ist unverzüglich über Erkrankungsfälle zu informieren.
Das Parvovirus B 19 ist der Erreger der Ringelröteln (Erythema infectiosum). Sie ist eine hochansteckende, aber in der Regel leicht verlaufende Viruserkrankung, die Kinder und Erwachsene befallen kann.
Die Krankheit verläuft wie ein leichter grippaler Infekt, aber mit typischem, manchmal leicht juckendem Hautausschlag, der ringförmig-netzartig meist auf den Wangen beginnt und sich auf die Streckseiten der Arme und Beine ausbreitet. Der Ausschlag ist etwa 6-10 Tage sichtbar, blasst ab und blüht wieder auf (manchmal über mehrere Wochen).
Komplikationen sind bei Ringelröteln in zwei Situationen zu erwarten:
Bei einer mütterlichen Ringelröteln-Erkrankung in der Schwangerschaft besteht ein hohes Risiko der Schädigung des Ungeborenen, da das Parvovirus eine Störung der Bildung der kindlichen roten Blutkörperchen bewirkt. Dies kann eine schwere Blutarmut (Anämie) des Ungeborenen mit Sauerstoffmangel zur Folge haben, ein gestörtes Organwachstum, Schädigung der Hirnentwicklung und oftmals ein intrauteriner Fruchttod sind möglich. Die Schwangere sollte sofort Kontakt mit Ihrem Gynäkologen aufnehmen.
Bei Menschen mit chronischen Erkrankungen der roten Blutkörperchen kann der Hämoglobinwert so stark abfallen, dass eine Bluttransfusion erforderlich wird.
Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion (Anhusten, Anniesen), verunreinigte Hände und verunreinigte Gegenstände. Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit ist nicht genau bekannt, ist jedoch vor dem Auftreten des Hautausschlages am größten, d. h. wenn die Diagnose Ringelröteln anhand des typischen Hautausschlags gestellt wird, ist der Patient in der Regel nicht mehr ansteckend. Die Erkrankung wird nur einmal im Leben durchgemacht. Viele Erwachsene erkranken daher wegen früherer Erkrankung in der Kindheit später nicht mehr.
Inkubationszeit(Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der Krankheitszeichen)
Die Inkubationszeit kann 4 Tage bis 3 Wochen dauern.
Gegen Ringelröteln gibt es noch keinen Impfstoff.
Ein Ausschluss der erkrankten Kinder von der Gemeinschaftseinrichtung ist auch bei noch sichtbarem Ausschlag nicht nötig, da in dieser Phase keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.
Die Eltern aller Kinder und alle Mitarbeiter/innen der Einrichtung sollten wegen den genannten Komplikationen umgehend informiert werden.
Eine Anzeige der Erkrankung durch die Gemeinschaftseinrichtung an das Gesundheitsamt ist normalerweise nicht erforderlich, ein größerer Ausbruch sollte gemeldet werden.
Ringelroeteln.pdf
Röteln sind eine in der Regel leicht verlaufende Infektion durch das Rötelnvirus.
Krankheitszeichen sind Fieber, Kopfschmerzen, flüchtiger Hautausschlag mit Beginn im Gesicht, Lymphknotenschwellungen im Nackenbereich und manchmal Gelenkbeschwerden. In der Hälfte der Fälle verläuft die Erkrankung unbemerkt wie ein grippaler Infekt, ist dabei jedoch hochansteckend.
Die Hauptgefahr einer Rötelnerkrankung besteht darin, dass sich eine Frau in den ersten Monaten einer Schwangerschaft infiziert. Die Rötelnviren gehen auf das ungeborene Kind über, und es kommt zum Krankheitsbild der Röteln-Embryopathie mit vielfältigen Schädigungen und oft bleibenden schwersten Behinderungen des Kindes z.B. angeborenen Herzfehlern, Augenerkrankungen, Hörbehinderungen und Schädigungen des Nervensystems.
Die Ansteckungsfähigkeit durch Tröpfcheninfektion besteht bereits eine Woche vor Ausbruch des Exanthems und dauert bis zu einer Woche nach Auftreten des Exanthems.
Die beste und wirksamste Vorbeugung ist die Röteln-Impfung. Sie ist sehr gut verträglich und sollte in Form des Kombinationsimpfstoffs gegen Masern, Mumps, Röteln und ggf. Windpocken gegeben werden. Die 1. Impfung sollte beim Kleinkind im Alter von 11-14 Monaten durchgeführt werden, die 2. Impfung kann bereits 4 -6 Wochen später erfolgen. Damit die Röteln ausgerottet werden und damit die Schädigung ungeborener Kinder verhindert wird, ist der konsequente Impfschutz der ganzen Bevölkerung notwendig!
Ein an Röteln erkranktes Kind darf die Gemeinschaftseinrichtung nach Abklingen der Krankheitszeichen wieder besuchen. Alle ungeimpften oder nur einmal geimpften Personen in Gemeinschaftseinrichtungen sollten möglichst frühzeitig eine Masern/Mumps/Röteln-Impfung (ggfs.MMRV) erhalten.
Roeteln.pdf
Staphylococcus aureus und MRSA
Staphlococcus aureus ist ein überall in unserer Umwelt vorkommendes Bakterium, das bei 30-40% aller Menschen vorübergehend den Nasenvorhof besiedelt. Auch auf der Haut findet man S. aureus, insbesondere, wenn die Haut nicht intakt ist (zum Beispiel bei chronischen Entzündungen oder Wunden, bei der atopischen Dermatitis, früher "Neurodermitis"). Die Übertragung von S. aureus erfolgt durch Tröpfcheninfektion (durch Anhusten oder Anniesen), über verunreinigte Hände, Gegenstände und Oberflächen. S.aureus ist sehr widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und kann über Monate im trockenen Staub überleben. Wenn Menschen gemeinsam in einem Haushalt leben, wird S.aureus auch über gemeinsam genutzte Handtücher und andere Pflegeartikel übertragen. Auch Haus- und Nutztiere (Hunde, Katzen, Pferde, Schweine) können mit S. aureus besiedelt sein. S. aureus ist ein "fakultativ pathogener" Erreger: er braucht eine 'Eintrittspforte' um eine Infektion auszulösen.
S. aureus ist der wichtigste Erreger von Haut- und Weichteilinfektionen. Eintrittspforten sind Hautverletzungen (am häufigsten nach operativen Eingriffen, aber auch bei banalen Verletzungen). Entzündete Hautläsionen jucken oft; über die Hände werden die Erreger zu anderen Hautstellen weitergetragen. Dann bilden sich oberflächliche, meist oval geformte eitrige Hautdefekte aus, die im Verlauf verkrusten (Ekthymata). Gelangt der Erreger in tiefere Hautschichten, kann eine tiefe Eiteransammlung (Abszess, Furunkel) entstehen. Auch eitrige Entzündungen der Lymphknoten kommen vor. Im ungünstigsten Fall streut der Erreger über die Blut- oder Lymphbahnen und löst an anderen Stellen im Körper Infektionen aus (Sepsis, Knochenentzündung, septische Gelenkentzündung, Lungenentzündung). S.aureus kann auch Lebensmittel'vergiftungen' auslösen, wenn die Bakterien bestimmte Toxine (Giftstoffe) bilden und sich in verunreinigten Lebensmitteln (z.B. Kartoffelsalat) vermehren. Diese Toxine sind hitzestabil. Die betroffenen Menschen entwickeln dann heftigen Durchfall, Bauchschmerzen und Erbrechen, wenige Stunden nachdem sie das verunreinigte Lebensmittel gegessen haben.
Die Inkubationszeit ist abhängig von der Eintrittspforte und vom Abwehrsystem des infizierten Menschen. Sie beträgt wenige Tage. Die Ansteckungsfähigkeit lässt unter einer wirksamen Antibiotikatherapie innerhalb weniger Tage nach, große Eiteransammlungen müssen oft chirurgisch behandelt werden.
Besondere S.aureus Isolate
PVL-bildende S.aureus Stämme
Es gibt S. aureus Isolate, die zusätzlich mit bestimmten Enzymen oder Toxinen ausgestattet sind. Ein Beispiel hierfür ist das Panton-Valentin-Leukozidin (PVL), das die lokale Abwehrreaktion des Infizierten schwächt. Sehr selten können diese Bakterien auch eine schwere Lungenentzündung (Kinder nach Influenza, Jugendliche) auslösen.
Antibiotika-resistente S.aureus Stämme (MRSA)
S. aureus Stämme, die unempfindlich gegenüber dem Antibiotikum Methicillin sind, werden als 'Methicillin-resistente S. aureus' (MRSA) bezeichnet. Weil diese Stämme oft gegen zahlreiche Standardantibiotika resistent sind, spricht man auch von 'multiresistenten S. aureus'. In der Regel werden solche Bakterien im Krankenhaus oder bei anderen Kontakten mit dem Gesundheitssystem erworben. Deshalb bezeichnet man diese Bakterien auch als 'im Krankenhaus erworben' (Englisch: 'hospital acquired', ha-MRSA).
haMRSA sind nicht gefährlicher als nicht-resistente S. aureus. Infektionen durch MRSA sind aber mitunter schwieriger zu behandeln, weil Standardantibiotika nicht wirksam sind. Wenn ein ansonsten gesunder Mensch mit haMRSA in Kontakt kommt, wird er oder sie meist nur vorübergehend besiedelt. Die resistenten Staphylokokken werden sozusagen von nicht resistenten Umweltbakterien wieder verdrängt. MRSA Infektionen sind bei ansonsten Gesunden sehr selten.
Standardhygienemaßnahmen (Händewaschen, Wäschehygiene, gute Hautpflege)
Sorgfältige Desinfektion von Hautverletzungen, plus steriles Pflaster zur Abdeckung
Eine Schutzimpfung gegen S. aureus existiert nicht. Die Influenza-Impfung schützt indirekt auch vor den sekundären bakteriellen Lungeninfektionen, die im Verlauf einer Influenza auftreten können.
Für Kontaktpersonen sind in der Regel keine speziellen Maßnahmen erforderlich Spezielle Desinfektionsmaßnahmen von Oberflächen und Gegenständen sind nur in Ausbruchssituationen in Absprache mit dem Gesundheitsamt notwendig.
Da 30-40% aller Menschen vorübergehend mit S. aureus besiedelt sind, ist es weder sinnvoll noch möglich, nach einer solchen Besiedlung zu suchen und den Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen einzuschränken.
Personen mit akuten eitrigen Infektionen der Haut sollten keine Gemeinschaftseinrichtung für Kinder besuchen, sondern ihren Kinder- oder Hausarzt aufsuchen, damit eine geeignete Behandlung eingeleitet werden kann.
Über die Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt entschieden werden. Ein Ausschluss von Kontaktpersonen aus der Gemeinschaftseinrichtung ist nicht erforderlich.
Zusätzliche Auskünfte gibt es unter www.dgpi.de.
Außerdem steht Ihnen Ihr Gesundheitsamt gerne zur Verfügung.
StaphylococcusAureus MRSA.pdf
Scharlach ist eine durch Bakterien (ß-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A) verursachte Infektionskrankheit. Es gibt verschiedene Bakterienstämme, von denen jeder Einzelne alle Scharlachsymptome verursachen kann. Da durchgemachter Scharlach nur eine Immunität gegen bestimmte Stämme hinterlässt, kann es mehrfach zu Scharlachinfektionen kommen. Sie gehören zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen im Kindesalter und weisen einen Gipfel in der Altersgruppe der 6-12jährigen auf. Ausbrüche sind allerdings auch in allen anderen Altersgruppen möglich. In den meisten Fällen verlaufen Scharlachinfektionen als fieberhafte Halsentzündung ohne den für Scharlach charakteristischen Ausschlag. Erkrankungen treten insbesondere in den Wintermonaten gehäuft auf. Eine Besiedelung des Rachens ohne Krankheitszeichen ist dann bei bis zu 20% der Bevölkerung nachweisbar. Die Übertragung des Scharlachs erfolgt durch Tröpfcheninfektion (durch Anhusten oder Anniesen). Neben der Übertragung von Mensch zu Mensch ist auch eine Übertragung durch Scharlachbakterien auf Gegenständen (z.B. über in den Mund genommenes Spielzeug) möglich.
Der Verlauf des Scharlachs kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Der Beginn kann akut sein mit Übelkeit, Erbrechen, Schüttelfrost, hohem Fieber und Halsschmerzen. Die Rachenmandeln sind in der Regel gerötet und angeschwollen, oft mit gelben Stippchen belegt, der Gaumen kann fleckig gerötet sein, die Zunge ist anfänglich dick weißlich belegt. Der Zungenbelag stößt sich nach mehreren Tagen ab und hinterlässt eine himbeerartig aussehende Zunge. Das Gesicht ist mit Aussparung der Haut um den Mund herum (blasses Munddreieck) gerötet. Es entwickelt sich ein feinfleckiger Ausschlag, der am Oberkörper beginnt und sich über den Stamm bis auf Arme und Beine ausbreitet. Nach Abklingen des Ausschlags (meist nach 6-9 Tagen) kann sich die Haut an Händen und Füßen abschälen. Neben diesem typischen Scharlachverlauf kann es auch zu sehr symptomarmen Verläufen ohne Hautausschlag kommen.
Die Komplikationen, die der Scharlach verursacht, sind unabhängig vom Schweregrad des Verlaufs. Komplikationen des Scharlachs können ausgelöst werden durch das Bakterium selbst, durch von ihm gebildete Toxine, sowie durch allergische Reaktionen. Auftreten können: Mittelohr- und Nebenhöhlenentzündung, Lungenentzündung, Abszessbildungen, Sepsis, Erbrechen, Durchfälle, Blutungen im Bereich innerer Organe, Herz- und Nierenschädigungen, Schädigung im Bereich des Zentralnervensystems und Rheumatisches Fieber. Ohne eine Penicillintherapie kann es einige Wochen nach der Scharlachinfektion zu Erkrankungen der Niere, des Herzens, der Gelenke und des zentralen Nervensystems kommen.
Der Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Krankheitszeichen beträgt im Mittel 1-3 Tage, er kann auf wenige Stunden verkürzt und bis zu 20 Tage verlängert sein. Patienten mit einer akuten Streptokokkeninfektion, die nicht spezifisch behandelt wurden, können bis zu 3 Wochen ansteckend sein, unbehandelte Patienten mit eitrigen Ausscheidungen auch länger. Nach Beginn einer wirksamen antibiotischen Therapie erlischt die Ansteckungsfähigkeit nach etwa 24 Std.
Wegen der weiten Verbreitung der Streptokokken sind die Möglichkeiten der Prävention begrenzt. Eine Schutzimpfung existiert nicht.
Bei Ausbrüchen ist die Diagnose schnell zu sichern und bei allen Erkrankten, auch denen mit einem symptomarmen Verlauf eine antibiotische Therapie einzuleiten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Für Kontaktpersonen sind keine speziellen Maßnahmen erforderlich. Sie sollten jedoch über ihr Infektionsrisiko und die mögliche Symptomatik aufgeklärt werden, um im Erkrankungsfall einen rechtzeitigen Arztbesuch und eine Therapie zu gewährleisten.
Desinfektionsmaßnahmen von Oberflächen und Gegenständen sind nicht notwendig. Es reicht eine Reinigung mit handelsüblichen Putzmitteln.
Personen mit einem ansteckenden Scharlach dürfen eine Gemeinschaftseinrichtung für Kinder nicht besuchen. Eine Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen kann bei einer Antibiotikatherapie und ohne Krankheitserscheinungen ab dem 2. Tag erfolgen.
Kinder die eine mikrobiologisch gesicherte Scharlacherkrankung haben und kein Antibiotikum erhalten (z.B. weil die Eltern dies ablehnen), sollten erst nach 14 Tagen wieder zu Gemeinschaftseinrichtungen zugelassen werden. Ein schriftliches ärztliches Attest ist nicht erforderlich. Ein Ausschluss von Kontaktpersonen aus der Gemeinschaftseinrichtung ist nicht erforderlich. Eine vorbeugende antibiotische Behandlung kann in besonderen Situationen bei engen Kontaktpersonen (z.B. Familienangehörigen) erforderlich sein und sollte mit dem / der behandelnden Kinderarzt / -ärztin bzw. Hausarzt/ -ärztin abgeklärt werden.
Scharlach.pdf
Die Krätze des Menschen ist eine durch Krätzemilben verursachte infektiöse Hauterkrankung. Die Milbenweibchen sind mit 0,3 - 0,5 mm Größe kaum sichtbar. Sie legen ihre Eier in der Hornschicht der Haut ab und fressen dabei typische ca. 2,5 cm lange Milbengänge in die Haut. Vom Wirt getrennt bleiben Milben 1-2 Tage bei einer Temperatur von 21°C lebensfähig.
Krankheitszeichen bei Befall mit Krätzemilben können leichtes Brennen der Haut oder unterschiedlich starker Juckreiz sein, der vor allem bei Bettwärme verstärkt wird. In der nächsten Phase können sich mückenstichartige kleine rote Punkte bilden, die sich durch Kratzen entzünden können. Bevorzugt befallen werden die dünnen Hautbereiche zwischen den Fingern und Zehen, die Beugeseiten der Handgelenke und Ellenbogen, Knöchelregion, innere Fußränder, die Achselhöhlen und alle Hautstellen im Bereich der Unterwäsche. Die Behandlung muss individuell nach Empfehlung des behandelnden Arztes, durch Auftragen von speziellen Medikamenten (Cremes, Emulsionen) erfolgen.
Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich durch engen körperlichen Kontakt in der Familie und im Freundeskreis: Schlafen im selben Bett, Kuscheln, gemeinsame Benutzung von Handtüchern etc.
Durch Waschen der Wäsche bei 60 °C oder durch chem. Reinigung werden Milben aus Wäsche und Kleidung abgetötet. Ist dies nicht möglich, können Kleidungsstücke z.B. in Plastiksäcke eingepackt werden. Nach einer Woche sind evtl. vorhandene Milben dann abgestorben. Polster, Möbel und Teppiche sollten gründlich mit dem Staubsauger abgesaugt werden. Den Staubsaugerbeutel umgehend entsorgen! Das Desinfizieren von Oberflächen und Gebrauchsgegenständen oder Spielsachen ist in der Regel nicht notwendig.
Die Inkubationszeit beträgt 4-5 Wochen.
Nach § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Personen Schulen und Kindertageseinrichtungen nicht besuchen, wenn sie an Krätze erkrankt oder dessen verdächtig sind. Eltern müssen die entsprechende Einrichtung über eine Krätze-Erkrankung informieren. Die Leitung der Einrichtung muss unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt informieren. Das Gesundheitsamt kann anordnen, dass das Auftreten der Erkrankung ohne Hinweis auf die betroffene Person in der Gemeinschaftseinrichtung, an Eltern und Mitarbeiter bekannt gegeben wird. Gemeinschaftseinrichtungen dürfen erst nach Abklingen der klinischen Symptome und wenn Milbenfreiheit besteht, besucht werden.
Ein schriftliches ärztliches Attest ist hierfür erforderlich.
Personen, die im selben Haushalt wie eine an Krätze erkrankte Person leben, sollten auch dem behandelnden Arzt vorgestellt werden.
Dies ist wichtig, da bei ungenügender Behandlung anderer erkrankter Familienmitglieder und engen Kontaktpersonen mit häufigen Rückfällen und weiterer Ausbreitung der Erkrankung zu rechnen ist.
Kraetze.pdf
Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Mykobacterium tuberculosis (Mtbc) hervorgerufen wird. Besonders ansteckend ist die "offene Tuberkulose" der Atemwege, bei der im Bronchialsekret Mtbc mikroskopisch nachgewiesen werden kann.
Die Übertragung erfolgt vor allem über sehr kleine Tröpfchenkerne (Aerosole), die beim Husten, Niesen oder Sprechen in den Atemwegen des an offener Tuberkulose Erkrankten gebildet werden. Die an Aerosole gebundenen Mtbc können über einen längeren Zeitraum und auch über eine weitere Distanz hinweg in der Luft schweben, werden von Kontaktpersonen in die tiefen Lungenabschnitte eingeatmet und lösen dort eine Infektion aus. Die Ansteckungsgefahr ist demnach am größten, wenn man sich mit einem ansteckenden Patienten über einen längeren Zeitraum in einem schlecht gelüfteten Raum aufhält. Kinder erkranken meist durch den Kontakt mit einem erwachsenen Familienmitglied, das an Tuberkulose erkrankt ist. Daher veranlasst das Gesundheitsamt bei jedem neuen Erkrankungsfall systematische Umgebungsuntersuchungen.
Zu Krankheitsbeginn treten uncharakteristische Symptome wie Müdigkeit, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Husten, Nachtschweiß, Fieber und Abgeschlagenheit auf. Bei allen Kindern mit chronischem Husten (>4 Wochen) und den genannten Allgemeinsymptomen muss eine Tuberkulose ausgeschlossen werden. Diagnostiziert wird die Tuberkulose über Hauttests, ein Röntgenbild und den Erregernachweis in Atemwegssekreten.
Unter einer wirksamen antituberkulösen Therapie sind Patienten i.d.R nach 3 Wochen nicht mehr ansteckend.
Die Inkubationszeit beträgt 6-8 Wochen nach Kontakt.
Eine Tuberkuloseimpfung ist derzeit in Deutschland nicht empfohlen.
Nach § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Kinder und Erwachsene (Lehrer und Erzieher) die Schule oder die Kindertageseinrichtung nicht besuchen. Ein ärztliches Attest zur Wiederzulassung ist erforderlich!
Tuberkulose.pdf
Die gewöhnlichen Warzen (Verrucae vulgaris), die Fußsohlenwarzen (Dornwarzen) oder die Feigwarzen (Condylomata acuminata) werden durch humane Papillomaviren (HPV) verursacht und per Kontakt- oder Schmierinfektion übertragen.
Die Dellwarzen werden vom Molluscum-contagiosum-Virus (MCV) verursacht - der Übertragungsweg ist der gleiche.
Die gewöhnlichen Warzen sind runde oder unregelmäßige Hautveränderungen von grau- bis gelb-schwarzer Farbe, die bevorzugt an Händen, Fingern und Fußsohlen vorkommen und Schwielen und Hühneraugen vortäuschen können.
Bei den Plantar- oder Dornwarzen kommt es zur Ausbildung eines in den Fuß gerichteten Dornes, wodurch bei Belastung (Gehen, Wandern) erhebliche Schmerzen entstehen. Unbehandelt können sie Monate bis Jahre vorhanden sein.
Dellwarzen sind stecknadelkopf- bis erbsengroße Knötchen mit glatter, oft glänzender Oberfläche. Bisweilen, aber nicht immer, weisen sie in der Mitte eine Vertiefung ("Delle") auf. Durch Kratzen können sie verletzt und infiziert werden. Sie können überall am Körper vorkommen, man findet sie jedoch bevorzugt auf den Armen (einschließlich der Hände und Finger), auf dem Rücken, auf der Brust und am seitlichen Rumpf. Ein besonders ausgeprägter Befall mit Dellwarzen kann auf eine Immunschwäche hindeuten, die dann ärztlich abgeklärt werden sollte.
Wenn in der Gemeinschaftseinrichtung gehäuft Warzen auftreten, sollten Kinder nicht mit nackten Füßen laufen, damit eine Weiterverbreitung der Warzen vermieden wird.
Die Gemeinschaftseinrichtung darf besucht werden. Es besteht keine Meldepflicht. Bei ausgeprägtem Befall sollte den Eltern dazu geraten werden, mit ihrem Kind einen Kinder- oder Hautarzt aufzusuchen.
bei Erstinfektion die Windpocken
nach früher durchgemachten Windpocken eine Gürtelrose (Zoster)
Windpocken sind eine hochansteckende Viruserkrankung. Es handelt sich um eine sog. "fliegende Infektion". Die Viren können durch Luftzug über mehrere Meter Entfernung übertragen werden.
Erste Krankheitszeichen können leichtes Fieber und Erkältungssymptome sein. Dann treten schubweise Bläschen am gesamten Körper auf. Die Bläschen füllen sich zunehmend mit Flüssigkeit, trocknen dann ein; es bilden sich Krusten, die unter Hinterlassung einer kleinen Narbe abfallen. Da über mehrere Tage neue Bläschen auftreten, kann man zeitgleich mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, eingetrocknete Bläschen, Krusten und Narben erkennen. Sehr unangenehm ist der Befall der Schleimhäute (Mund, Rachen, Bindehaut). Der Krankheitsverlauf kann unterschiedlich schwer sein. Ernsthafte Komplikationen wie Lungenentzündungen, Beteiligung des Zentralen Nervensystems oder Blutungsneigung sind bei sonst gesunden Kindern selten.
Einen besonders schwerwiegenden Verlauf können Windpocken bei Patienten nehmen, die an einer Immunschwäche oder einer schweren Hauterkrankung ( z.B. Neurodermitis) leiden. Diese Personen und auch ihre im Haushalt lebenden Familienangehörigen sollen, sofern sie noch keine Windpocken durchgemacht haben, gegen Windpocken geimpft werden. Gefährlich ist die Windpockeninfektion für Schwangere, die selbst noch keine Windpocken durchgemacht haben und nicht gegen Windpocken geimpft sind. In der Frühschwangerschaft kann es zu Fehlbildungen oder Fehlgeburt kommen. Bei einer Erkrankung 4 Wochen oder kürzer vor der Entbindung oder kurz nach der Geburt kann es beim Neugeborenen zu einer lebensbedrohlich verlaufenden Windpockenerkrankung kommen.
Die Ansteckungsfähigkeit beginnt 1-2 Tage vor Auftreten der Bläschen und endet nach etwa 7 Tagen. Es müssen nicht alle Krusten abgefallen sein.
Die Inkubationszeit beträgt 8-28 Tage, meistens 14-16 Tage.
Seit August 2004 ist die Impfung gegen Windpocken von der STIKO für alle Kinder und Jugendlichen empfohlen. Seither sind Windpockenerkrankungen deutlich zurückgegangen. Die Impfung umfasst zwei Dosen und wird in der Regel im Alter von 11-14 Monaten begonnen. Es kann ein MMR-Varizellen-Kombinationsimpfstoff (Masern, Mumps, Röteln, Windpocken) angewendet werden. Der Mindestabstand zwischen 2 Dosen sollte 4-6 Wochen betragen, in Abhängigkeit vom verwendeten Impfstoffprodukt. Es steht aber auch ein Einzelimpfstoff für Windpocken zur Verfügung. Noch ungeimpfte 9- bis 17 Jährige ohne Windpocken Vorerkrankung sollten möglichst bald geimpft werden, da die Erkrankung bei ihnen mit einer höheren Komplikationsrate einhergeht. Auch ungeschütztes Personal in verschiedenen Gesundheitsberufen, sowie Mitarbeiter bei Neueinstellungen in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter, sollten durch Impfungen vor Erkrankung und der Weiterverbreitung der Windpocken geschützt werden.
Frauen mit Kinderwunsch sollten gegen Windpocken geschützt sein, Schwangere sollten bei Windpockenkontakt umgehend ihren Frauenarzt darauf ansprechen.
Nach § 34(1) IfSG dürfen an Windpocken erkrankte Personen Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder nicht besuchen, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Ein schriftliches ärztliches Attest ist nicht erforderlich.
Auch nicht geimpfte, nach 2004 geborene im Haushalt lebende Kontaktpersonen (z.B. Geschwisterkinder, erwachsene Personen) dürfen laut Empfehlung des RKI Gemeinschaftseinrichtungen für die Dauer der mittleren Inkubationszeit (16 Tage) nicht besuchen. 1 x geimpfte und Inkubationsgeimpfte dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nur besuchen, falls in der Einrichtung keine Risikopersonen arbeiten oder betreut werden (Menschen mit Neurodermitis, unter Immunsuppression etc.). Ansonsten gilt auch für diese Personen der Ausschluss aus der Einrichtung für 16 Tage nach letztem Kontakt.
Durch Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen werden, z.B. Bakterien der Gruppe Borrelia burgdorferi und FSME-Viren. Durch einen Zeckenstich gelangen diese Erreger über die Blutbahn in den Körper des Menschen und können 2 verschiedene Krankheitsbilder auslösen:
Borreliose = Erkrankung durch Borrelien-Erreger
FSME = Früh-Sommer-Meningo- Enzephalitis durch FSME-Viren
Beide Erkrankungen lassen sich durch Untersuchung des Blutes und/oder des Hirnwassers (auch noch nach Jahren) nachweisen.
Die Erkrankung ist in der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet. Auch im Saarland werden jährlich zahlreiche Erkrankungsfälle beobachtet. Die Wahrscheinlichkeit einer Borrelien-Übertragung auf den Menschen hängt vom Entwicklungsstadium der Zecke ab und von der Dauer bis zu ihrer Entfernung. Wird die Zecke innerhalb von 12 Stunden komplett entfernt, ist eine Übertragung eher unwahrscheinlich
Krankheitserscheinungen und Verlauf
Erythema migrans (Wanderröte): wenige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich auftretender Knoten im Bereich der Einstichstelle oder an anderen Körperstellen, der anschließend zu einer scharf abgegrenzten, sich ringförmig ausbreitenden Rötung mit zentraler Abblassung wird . Der Zeckenstich ist oft nicht erinnerlich.
Nach Wochen bis Monaten können Hirnhaut- und Nervenentzündungen auftreten mit schlaffen Lähmungen, insbesondere Gesichtsnervenlähmungen. Auch Herzbeteiligung (Herzmuskelentzündungen oder Herzrhythmusstörungen) ist möglich.
Monate bis Jahre später können Gelenkentzündungen folgen (Lyme-Arthritis), besonders in den Kniegelenken. Weiterhin können Hautveränderungen sowie eine chronische Entzündung des Gehirns mit fortschreitenden Lähmungen auftreten.
Achten Sie darauf, dass Ihr Kind bei Wandertagen oder Aufenthalt im Freien, im hohen Gras oder Strauchwerk hautbedeckende helle Kleidung und geschlossene Schuhe trägt. Zecken abwehrende Duftstoffe (Repellentien) wirken je nach Produkt mehrere Stunden. Suchen Sie insbesondere in den Frühjahr- und Sommermonaten täglich, am besten abends beim Waschen, die Haut Ihres Kindes nach Zecken ab, besonders gründlich auch den Haaransatz des Kopfes, den Ohrbereich, die Haut am Hosenbund und zwischen Fingern und Zehen!
Je früher eine Zecke aus der Haut entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Erkrankung durch übertragbare Erreger! Die Zecke sollte umgehend, aber schonend und vollständig aus der Haut entfernt werden, z.B. mit einer Zeckenzange aus der Apotheke. Klebstoffe, Öl o. ä. sollte nicht verwendet werden! Die Einstichstelle sollte anschließend desinfiziert werden. Eine leichte Rötung an der Einstichstelle ist meist normal.
Bei stärkerer oder länger andauernder Rötung an der Stichstelle, Fieber oder Ausbildung eines Hautausschlages (große rote Hautringe Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich, überall am Körper, nicht unbedingt an der Stichstelle) sollte umgehend der Kinderarzt/Hausarzt bzw. die Kinderärztin/Hausärztin aufgesucht werden!
Ein Impfstoff existiert nicht!
Eine Therapie mit Antibiotika ist in der Frühphase einer nachgewiesenen Infektion in der Regel am erfolgreichsten. Eine vorbeugende Antibiotikagabe nach Zeckenstich wird nicht empfohlen.
FSME ( Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis)
Die Erkrankung kommt in bestimmten Gebieten, sog. FSME-Risikogeebieten vor!
Dazu zählen Gebiete in Bayern, Baden-Württemberg, im südlichen Hessen, in Teilen von Thüringen oder Rheinland-Pfalz. Im Saarland ist der Saar-Pfalz-Kreis als FSME-Risikogebiet ausgewiesen. Wenn man sich dort oft im Freien aufhält (Wald, Waldrand) ist Schutz durch eine FSME-Impfung empfehlenswert. Sonst kann es nach dem Stich einer infizierten Zecke zu einer Infektion kommen.
Nach 7-14 Tagen kann es nach einem Zeckenstich zu grippeartigen Krankheitszeichen kommen. Bei ca. 10% der Erkrankten kommt es nach einem freien Intervall von bis zu 20 Tagen zum Auftreten einer Hirnhautentzündung (Meningitis), zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) oder zu fortschreitenden Lähmungserscheinungen. Bleibende Schäden sind selten, es sind aber auch Todesfälle beschrieben.
Zeckenschutz, wie bei der Borreliose, ist wichtig. Jedoch gibt es durch einen Impfstoff einen wirksamen Schutz gegen die FSME. Für Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten (beruflich oder in der Freizeit) und gegenüber Zecken exponiert sind wird die aktive Immunisierung empfohlen. Es sind für einen kompletten Schutz 3 Impfungen erforderlich. Auffrischimpfungen sollten nach 3 bis 5 Jahren erfolgen. Eine nachträgliche Impfung nach erfolgtem Zeckenstich kann eine FSME nicht verhindern. Für Kinder wird die FSME Impfung nur empfohlen, wenn sie sich in einem Risikogebiet aufhalten.
Die Therapie erfolgt symptomatisch. Eine spezifische, gegen das Virus gerichtete Therapie ist nicht verfügbar.
Meldeformular für Erkrankungen
Informationsblätter zu Infektionen
Hier können Sie alle Informationen zu den nebenstehenden Infektionen in einer PDF-Datei herunterladen:
Infektionen bei Kindern und Jugendlichen – Übersicht (250 KB)
Einzelne Informationsblätter können Sie direkt unterhalb der jeweiligen Erläuterungen im Hauptfenster herunterladen.

References: § 42
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