Source: https://www.bibukurse.de/bilanz-nach-handelsrecht/bilanzierung-jahresabschluss.html
Timestamp: 2019-01-16 22:27:36+00:00

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Maßgeblichkeit, Größenklassen & GOB im HGB
Bilanz nach Handelsrecht - Maßgeblichkeit, Größenklassen & GOB im HGB
Video zum Vorsichtsprinzip
Kursangebot | Bilanz nach Handelsrecht | Maßgeblichkeit, Größenklassen & GOB im HGB
Video: Maßgeblichkeit, Größenklassen & GOB im HGB
Nach dem Durcharbeiten dieses Kapitels sollten Sie beherrschen:
den Aufbau der Rechnungslegungsvorschriften, insb. die allgemeinen und speziellen Vorschriften,
den Umfang des Jahresabschlusses, also dessen Komponenten und wer ihn aufstellt, feststellt und offenlegt.
das Prinzip der Maßgeblichkeit und seine Bedeutung.
Wichtig ist, dass die relevanten Paragraphen des HGB sich in drei Abschnitte aufteilen lassen:
gültig für alle Kaufleute
§§ 264 – 289 HGB
ergänzende Vorschriften für Kapitalgesellschaften und haftungsbeschränkte Personengesellschaften
§§ 290 – 315a HGB
Vorschriften für Konzerne.
Die Vorschriften für Konzerne behandeln wir in der speziellen Kurseinheit Konzernrechnungslegung. Sie sind für den Einzelabschluss nicht weiter relevant. Der allgemeine Teil ist stets anzuwenden, der spezielle Teil hingegen gilt dann speziell für Unternehmen in der Rechtsform z.B. der GmbH und AG.
Der Jahresabschluss umfasst unterschiedliche Bereiche, je nachdem, um welche Rechtsform es sich handelt:
Jahresabschluss aller Kaufleute
Wichtig ist die Entwicklung des Jahresabschlusses:
durch den Vorstand (bei der AG)
durch den Abschlussprüfer bzw. den Aufsichtsrat
meist durch Vorstand und Aufsichtsrat und
im elektronischen Bundesanzeiger.
Wichtig ist schließlich der Zusammenhang zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz. Einziger Zweck der Steuerbilanz ist es, die relevante Bemessungsgrundlage für die Steuerzahlung einer Unternehmung zu bemessen. Von daher ist oftmals die Intention eine andere als in der Handelsbilanz, wo es um andere Dinge geht, nämlich z.B. Information und Dokumentation. Der Zusammenhang zwischen den beiden ist durch die sog. Maßgeblichkeit geregelt nach § 5 I 1 EStG. Hiernach gilt, dass die handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften zu übernehmen sind, soweit nicht (!) steuerliche Vorschriften dem entgegenstehen. Konkret:
handelsrechtliche Aktivierungswahlrechte führen zu steuerrechtlichen Aktivierungspflichten (Ausnahme z.B. das handelsrechtliche Aktivierungswahlrecht der immateriellen, selbsterstellten Vermögensgegenstände / Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, welche aber steuerrechtlich nicht aktiviert werden dürfen, § 248 II 1 HGB und § 5 II EStG),
Sie sollen nach diesem Kapitel in der Lage sein, die unterschiedlichen Größen einer Kapitalgesellschaft und ihre Bedeutung für die Untergliederung der Bilanz nach § 266 HGB zu erkennen.
Weiterhin sollen Sie fähig sein, die Buchführungspflicht anhand von Größenmerkmalen zu erkennen.
durchn. Anzahl Arbeitnehmer (AN)
Die Dietrich AG erfüllt die Anforderungen an große Kapitalgesellschaften im Jahre 2014, denn alle drei Grenzwerte aus § 267 II HGB sind überschritten. Im Jahr darauf, also in 2015, ist jedoch eines dieser Merkmale nicht mehr erfüllt, nämlich die Mitarbeiterzahl. Trotzdem ist die Dietrich AG in 2015 eine große Kapitalgesellschaft, da sie zwei der drei bezeichneten Merkmale überschreitet, und damit insgesamt groß.
Hier klicken zum AusklappenDie Müller-AG hat im Jahre 2014 eine Bilanzsumme von 15.000.000 €, 45.000.000 € Umsatzerlöse und durchschnittlich 300 Mitarbeiter. Im Jahre 2015 haben sich Bilanzsumme und Umsatzerlöse nicht verändert, die Mitarbeiterzahlen der Müller-AG ließen sich allerdings folgendermaßen aufschlüsseln.
Die Auszubildenden werden nicht mitgezählt, die Mitarbeiter im Ausland sehr wohl. Deswegen rechnet man als die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (230 + 250 + 270 + 290)/ 4 = 260 Mitarbeiter. Diese Zahl ist größer als 250. Zusätzlich überschreitet die Höhe der Umsatzerlöse den Grenzwert von 40.000.000 € in zwei aufeinander folgenden Jahren. Insgesamt ist die Müller AG also eine große Kapitalgesellschaft.
Die zu berücksichtigende Bilanzsumme ist nur 6.000.000 – 2.000.000 = 4.000.000 €, denn der Fehlbetrag muss zunächst abgezogen werden. Ausgehend von der Bilanzsumme tendiert die Lars AG also dazu, eine kleine Kapitalgesellschaft zu sein.
Immaterielle Vermögens-gegenstände
Rechnungsabgren-zungsposten
Forderungen und sonstige Vermögensge-genstände
Hier klicken zum AusklappenDie Sven-GmbH aus Frankfurt liefere folgende Informationen.
Fraglich ist nun, ob die betrachtete Kapitalgesellschaft klein (vielleicht sogar Kleinstkapitalgesellschaft), mittelgroß oder sogar groß ist. Im Jahr 02 ist die beschriebene Kapitalgesellschaft klein, denn die beiden Grenzwerte für die Bilanzsumme und die Mitarbeiteranzahl wird im zweiten Jahr zum zweitenmal (hintereinander) unterschritten. Sie ist allerdings keine Kleinstkapitalgesellschaft, denn die Grenzwerte aus § 267a I HGB sind überschritten.
Im Jahr 03 könnte man annehmen, dass die Kapitalgesellschaft nicht mehr eine kleine Kapitalgesellschaft ist, denn sowohl die Umsatzerlöse als auch die Mitarbeiteranzahl übersteigt die Grenzwerte aus § 267 I HGB. Rechtsfolgentechnisch ist dies aber unbeachtlich, da diese Merkmale nicht auf zwei aufeinanderfolgende Jahre zutreffen. Demnach liegt auch im Jahr 03 rechtsfolgentechnisch eine kleine Kapitalgesellschaft vor.
• 600.000 € Umsatzerlöse und (!)
Hier klicken zum AusklappenDer Kaufmann Johannes Wurzel, Kaufmann seit dem Jahre 2010 und bisher buchführungspflichtig, hat an den folgenden Bilanzstichtagen die genannten Umsatzerlöse und Jahresüberschüsse erzielt:
Herr Wurzel unterschreitet im Jahre 2013 zwar beide Grenzwerte, aber er tut dies zum erstenmal und ist somit in 2013 noch nicht von der Pflicht zur Buchführung befreit.
In 2015 ist es wiederum so, dass die Grenzwerte unterschritten werden, allerdings erneut nicht zum zweitenmal hintereinander.
ja, da Grenzwerte nicht beide unterschritten
Sie sollen nach Durchsicht dieses Kapitels die einzelnen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und ihre Bedeutung für den Jahresabschluss erkennen. Speziell sollen Sie die Interaktion von Vorsichts-, Realisations- und Imparitätsprinzip erkennen und das Prinzip der Wertaufhellung anwenden können.
Abgrenzung der Zeit nach
Bei den Grundsätzen der Rechenschaft existieren zunächst die Rahmengrundsätze. Hierzu besagt Wahrheit lediglich Richtigkeit und Willkürfreiheit. Absolute Wahrheit kann es in einer Bilanz nicht geben, da Ansatzwahlrechte und Bewertungswahlrechte alleine schon einer absoluten Wahrheit immer entgegenstehen. Die geforderte Richtigkeit besagt hingegen, dass die Bilanz aus dem richtigen Zahlenmaterial abzuleiten ist und von sachverständigen Dritten nachprüfbar sein muss. Willkürfreiheit hingegen besagt lediglich die Abwesenheit von Manipulationen. Der nächste Punkt, nämlich jener der Klarheit, besagt insbesondere, dass Positionen grundsätzlich nicht saldiert werden sollen. Die einzelnen Posten sollen so gegliedert sein, dass sie eindeutig und sachlich zutreffend sind und darüber hinaus übersichtlich. Vollständigkeit gibt an, dass alle buchführungspflichtigen Vorgänge erfasst sind, sowie darüber hinaus die bestehenden Risiken, außerdem fordert die so genannte Bilanzidentität die Gleichheit zwischen Schlussbilanz des Vorjahres und Anfangsbilanz des laufenden Jahres. Vollständigkeit bedeutet aber auch, dass Dinge, die erst nach dem Bilanzstichtag, aber vor dem Bilanzerstellungstag bekannt werden und sich aber auf das alte Jahr beziehen, d.h. vor dem Bilanzstichtag passiert sind, in der alten Bilanz zu berücksichtigen sind.
Hier klicken zum AusklappenDie X-AG kauft einen Overheadprojektor mit Anschaffungskosten von 1.000 €, die Nutzungsdauer des OHP beträgt vier Jahre. In den folgenden Geschäftsjahren lassen sich mit Hilfe des Overheadprojektors Erträge erzielen von 300 € im ersten, 500 € im zweiten, 600 € im dritten und 700 € im vierten Jahr. Wie werden nach der Abgrenzung der Sache nach die Anschaffungskosten periodengerecht verteilt?
Hier klicken zum AusklappenVon all den genannten Punkten darf nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden (§ 252 II HGB).
Im folgenden Video wird das Vorsichtsprinzip zusammenfassend erklärt, welches das Realisationsprinzip und das Imparitätsprinzip unterscheidet:
Das Realisationsprinzip besagt, wie oben bereits erwähnt, dass Gewinne erst dann angesetzt werden dürfen, wenn sie realisiert sind. Sie gelten als realisiert bei Gefahrenübergang.
Hier klicken zum AusklappenSehr wichtige Prinzipien für die Bewertung sind das Realisationsprinzip und das Imparitätsprinzip, die sich gewissermaßen widersprechen. Das Realisationsprinzip besagt, dass Gewinne erst dann angesetzt werden dürfen, wenn sie realisiert sind (d.h. bei Gefahrenübergang). Das Imparitätsprinzip (es bedeutet Imparität = Ungleichbehandlung) besagt hingegen, dass Gewinne und Verluste ungleich behandelt werden müssen. Gewinne dürfen nicht antizipiert (vorweggenommen) werden, Verluste müssen antizipiert werden. Das Imparitätsprinzip findet seinen Ausfluss insbesondere im strengen und gemilderten Niederstwertprinzip und im Ansatz von Rückstellungen.
Hier klicken zum AusklappenDie X-GmbH produziert Tennisbälle. Ein Kaufvertrag zwischen der X-GmbH und der Boris-AG aus Leimen vereinbart die Abholung der produzierten Tennisbälle durch die Boris-AG mit einem firmeneigenen LKW, der extra aus Leimen anreist. Wann darf die X-GmbH den Gewinn aus dem Verkauf der Tennisbälle ansetzen?
Frage: Darf die X-GmbH bereits bei Vertragsabschluss den Ertrag ansetzen?
Antwort: Nein, sofern noch eine Möglichkeit der Stornierung existiert. Es könnte nämlich sein, dass nach abgeschlossenem Kaufvertrag die Bestellung noch rückgängig gemacht wird. Insofern wäre es verfrüht, den Erfolg als Ertrag bereits nach Vertragsunterzeichnung anzusetzen. Vielmehr darf, wenn im Vertrag davon die Rede ist, dass die Boris-AG die Tennisbälle abholen muss, erst dann der Erfolg angesetzt werden, wenn der Gefahrenübergang stattgefunden hat. Dies verdeutlicht die Fortsetzung des vorherigen Beispiels.
Hier klicken zum AusklappenDie produzierten Tennisbälle werden durch einen Blitzeinschlag in die Produktionshalle der X-GmbH am Abend vor der Abholung durch die Boris-AG vollständig zerstört.
Die X-GmbH muss weiterhin die Tennisbälle liefern und hat diese also neu zu produzieren, darf diese aber selbstverständlich nur einmal der Boris-AG in Rechnung stellen, hat also den Verlust der alten Tennisbälle zu verkraften. Der Gefahrenübergang hat damit noch nicht stattgefunden, da die Gefahr vielmehr noch bei der X-GmbH lag. Als Konsequenz aus dem Realisationsprinzip darf der Ertrag also noch nicht angesetzt werden.
Hier klicken zum AusklappenDie Boris-AG aus dem oberen Beispiel holt vereinbarungsgemäß die Tennisbälle bei der X-GmbH ab und verlässt das Firmengelände der X-GmbH. Auf dem Weg nach Leimen kommt der LKW in ein schweres Gewitter, bei dem ein herab fallender Baum den hinteren Teil des LKWs und leider auch die Tennisbälle vollständig zerstört. Der Fahrer kann sich glücklicherweise unverletzt retten.
In diesem Fall ist der Gefahrenübergang vollzogen worden, denn die Gefahr des zufälligen Untergangs liegt bei der Boris-AG. Diese muss die gelieferten und empfangenen Tennisbälle bezahlen und hat aber keine Bälle. Das Realisationsprinzip besagt hier also, dass die X-GmbH den Erfolg realisieren muss, weil der Gefahrenübergang stattgefunden hat.
Hier klicken zum AusklappenWann genau (zeitlich gesehen) der Gefahrenübergang stattfindet, ist von Vertrag zu Vertrag unterschiedlich. In den vorliegenden drei Beispielen der X-AG und der Boris GmbH lag der Gefahrenübergang im Zeitpunkt der Abholung durch den Empfänger. Bei anderen Verträgen kann sehr wohl ein früherer Zeitpunkt vereinbart werden.
Teil des VorsichtsPrinzips ist auch das Prinzip der Wertaufhellung. Dies besagt, dass alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, auch berücksichtigt werden, selbst dann, wenn sie erst nach dem Bilanzstichtag, aber vor der Bilanzerstellung bekannt werden. Hierbei sind allerdings
werterhellende Tatsachen von
wertbegründenden Tatsachen
zu unterscheiden. Eine Sache ist werterhellend (= wertaufhellend), wenn sie vor dem Bilanzstichtag geschah, erst nach dem Bilanzstichtag und aber vor der Bilanzerstellung bekannt wird. Sie muss in der Bilanz des alten Jahres berücksichtigt werden.
Hingegen ist sie wertbegründend, wenn sie erst nach dem Bilanzstichtag geschah und folglich erst nach dem Bilanzstichtag bekannt wird. Sie darf in der Bilanz des alten Jahres nicht berücksichtigt werden.
Die X-AG hat eine Forderung in Höhe von 1.000 € gegen die Y-AG, welche am 15.12.2014 Involvenz anmeldet. Am 3.1.2015 erfährt die X-AG hiervon. Wie muss die X-AG bilanziell verfahren?
Es liegt eine werterhellende Information vor. Diese muss für den alten Jahresabschluss berücksichtigt werden. Die X-AG muss also die Forderung für das alte Jahr 2014 in ihrem Wert nach unten berichtigen.
Die X-AG hat eine Forderung in Höhe von 1.000 € gegen die Y-AG, welche am 15.12.2014 Involvenz anmeldet. Am 31.12.2014 erfährt die X-AG hiervon. Wie muss die X-AG bilanziell verfahren?
Es liegt weder eine werterhellende noch eine wertbegründende Information vor. Die Information muss für den alten Jahresabschluss berücksichtigt werden. Die X-AG muss also die Forderung für das alte Jahr 2014 in ihrem Wert nach unten berichtigen.
Die X-AG hat eine Forderung in Höhe von 1.000 € gegen die Y-AG, welche am 5.1.2015 Involvenz anmeldet. Am 8.1.2015 erfährt die X-AG hiervon. Wie muss die X-AG bilanziell verfahren?
Es liegt eine wertbegründende Information vor. Diese darf nicht im alten Jahresabschluss berücksichtigt werden, sondern vielmehr erst im neuen Jahr 2015. Die X-AG muss also die Forderung für das alte Jahr 2014 in ihrem Wert gleichlassen, denn am 31.12.2014 war diese noch voll werthaltig.
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Sie planen die Anschaffung von Wertpapieren und diese dauerhaft in Ihrem Betrieb zu halten.
Betrachtet werden die Periode des Erstansatzes sowie die folgenden Perioden. Ordnen Sie die zu prüfenden Paragraphen den verschiedenen Stadien der Bilanzierung zu.
§ 266 II HGB
§ 247 II HGB
§ 253 I 1 HGB
§ 253 III 1 HGB
§ 253 III 5 HGB
§ 246 I HGB
§ 253 III 6 HGB
Sie planen die Herstellung einer Maschine zur dauerhaften Verwendung in Ihrem Betrieb. Betrachtet werden die Periode des Erstansatzes sowie die folgenden Perioden.
Ordnen Sie die zu prüfenden Paragraphen den verschiedenen Stadien der Bilanzierung zu.
§ 255 III HGB
§ 253 III 1 und 2 HGB
§ 253 V HGB
Das Unternehmen - in dem Sie als Buchhalter arbeiten - plant die Bilanzierung eines selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenstandes. Betrachtet werden die Periode des Erstansatzes sowie folgende Perioden.
Ordnen Sie die zu prüfenden Paragraphen den entsprechenden Stadien der Bilanzierung zu.
§ 255 IIa HGB
§ 253 III 3 HGB
§ 253 III 2 HGB
§ 248 II HGB

References: § 5
 § 248
 § 5
 § 266
 § 267
 § 267
 § 267

§ 266

§ 247

§ 253

§ 253

§ 253

§ 246

§ 253

§ 255

§ 253

§ 253

§ 255

§ 253

§ 253

§ 248