Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=03.02.2015&Aktenzeichen=10%20BV%2013.421
Timestamp: 2020-02-24 19:53:05+00:00

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VGH Bayern, 03.02.2015 - 10 BV 13.421 - dejure.org
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VGH Bayern, 03.02.2015 - 10 BV 13.421 (https://dejure.org/2015,4850)
VGH Bayern, Entscheidung vom 03.02.2015 - 10 BV 13.421 (https://dejure.org/2015,4850)
VGH Bayern, Entscheidung vom 03. Februar 2015 - 10 BV 13.421 (https://dejure.org/2015,4850)
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§ 68 Abs. 1 Satz 2, § ... 91 Abs. 1, § 108 Abs. 1 Satz 1, § 113 Abs. 1 Satz 1, § 114 Satz 1, § 125 Abs. 1 Satz 1, § 173 Satz 1 VwGO; Art. 15 Abs. 2 AGVwGO; § 264 Nr. 2 und 3 ZPO; § 11 Abs. 1 Satz 1 bis 4, § 50 Abs. 1, § 51 Abs. 1 Halbsatz 1 Nr. 5, § 53 Nr. 1, § 55 Abs. 1, § 56 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 56 Abs. 1 Satz 2 und 3, § 59 Abs. 1 Satz 1, § 101 Abs. 1 Satz 1 AufenthG; § 68c Abs. 1 Satz 1, § 68f Abs. 1 Satz 1, § 68f Abs. 2 StGB; Art. 7 Satz 1 Spiegelstrich 2, Art. 7 Satz 2, Art. 14 Abs. 1 ARB 1/80; Art. 59 ZP; Art. 9 Abs. 1 Richtlinie 64/221/EWG; Art. 28 Abs. 3 Buchstabe a, Art. 31 Abs. 1, Art. 31 Abs. 3 Satz 1 und 2, Art. 38 Abs. 2 Richtlinie 2004/38/EG; Art. 12 Abs. 1, 3 und 4 Richtlinie 2003/109/EG; Art. 2 Abs. 1, Art. 6 Abs. 1, Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG; Art. 7, Art. 24 Abs. 2 EU-GR-Charta; Art. 8 Abs. 1 EMRK
Ausweisung, Aufenthaltsrecht, Vier-Augen-Prinzip, Bezugsrahmen, Gefahr, Grundinteresse, Gesellschaft, Gefahrenprognose, Unerlässlichkeit, Grundsatz, Verhältnismäßigkeit, Befristung, Wirkung, Freiheitsstrafe, Straftat, Anfechtungsklage, Ermessensentscheidung, ...
Rechtmäßigkeit der Ausweisung eines Asylbewerbers aufgrund mehrerer begangener Straftaten
Die Gesundheit der Bürger nimmt aber in der Hierarchie der in den Grundrechten enthaltenen Werteordnung einen hohen Rang ein; ihr Schutz ist daher ein Grundinteresse der Gesellschaft, das durch Straftaten, wie sie der Kläger über einen längeren Zeitraum begangen hat, erheblich beeinträchtigt wird (st. Rspr.;… vgl. BVerwG, U.v. 13.12.2012 - 1 C 20.11 - juris Rn. 19; BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 57).
Dabei ist im Rahmen der Prüfung der Unerlässlichkeit zu beachten, dass die Grundrechte des Betroffenen, insbesondere das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens, sowie der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt sein müssen, wobei sämtliche konkreten Umstände, die für die Situation des Betroffenen gekennzeichnet sind, zu berücksichtigen sind (vgl. BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 77 m.w. Rsprnachweisen).
Die in Art. 6 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG enthaltene wertentscheidende Grundsatznorm gebietet es, bei Entscheidungen über aufenthaltsbeendende Maßnahmen die familiären Bindungen an im Bundesgebiet lebende Personen angemessen zu berücksichtigen; dabei ist maßgeblich auf die Sicht des Kindes abzustellen (st. Rspr.; vgl. z. B. BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 83 m.w. Rsprnachweisen).
Im Rahmen der Prüfung der Unerlässlichkeit der Ausweisung nach § 53 Abs. 3 AufenthG ist zu beachten, dass die Grundrechte des Betroffenen, insbesondere das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens sowie der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt sein müssen, wobei sämtliche konkreten Umstände, die für die Situation des Betroffenen kennzeichnend sind, zu berücksichtigen sind (vgl. BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 77 m.w.N.).
Der Senat hält sie - mit dem Verwaltungsgericht Regensburg (UA, S. 9, 28) - auch nicht für sachdienlich (vgl. zum Begriff: BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 32, 33;… VG Bremen,U.v. 17.7.2014 - 5 K 4084/08 - juris Rn. 66 f.).
10 BV 13.421 - a.a.O.) und sie aus diesem Grund sachdienlich wäre.
Der Senat hält sie - mit dem Verwaltungsgericht Regensburg (UA, S. 12, 13) - auch nicht für sachdienlich (vgl. zum Begriff: BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 32, 33;… VG Bremen,U.v. 17.7.2014 - 5 K 4084/08 - juris Rn. 66 f.).
Aus diesen Gründen kann nicht die Rede davon sein, dass die Änderung des Feststellungsbegehrens bei im Wesentlichen identischem Streitstoff zur endgültigen Streitbeilegung beitragen könnte (…BVerwG, U.v. 18.8.2005 - 4 C 1304 - juris Rn. 22 m.w.N.; BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - a.a.O.) und aus diesem Grund sachdienlich wäre.
Die Richtlinie 64/221/EWG ist schon deshalb nicht anwendbar, weil sie durch die Richtlinie 2004/38/EG aufgehoben wurde (BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 46).
Selbst als Inhaber einer Niederlassungserlaubnis ist der Kläger als langfristig aufenthaltsberechtigter Drittstaatsangehöriger nach Art. 2 Buchst. b), Art. 9 Abs. 1 Buchst. b) und Art. 12 RL 2003/109/EG (Richtlinie 2003/109/EG des Rates vom 25. November 2003, ABl. Nr. L 132/1 vom 19.5.2011 - Daueraufenthaltsrichtlinie) zwar im Rechtsrahmen von Art. 14 ARB 1/80 geschützt, doch rechtfertigten die o.g. Gründe der öffentlichen Sicherheit und Ordnung selbst dann die Aufenthaltsbeendigung (zur Ausfüllung des Bezugsrahmens des Art. 14 ARB 1/80 durch Art. 12 RL 2003/109/EG vgl. BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - Rn. 52 unter Verweis auf EuGH, U.v. 8.12.2001 - C-371/08 - Juris Rn. 79).
Der Kläger kann daher nur im Ermessenswege aufgrund einer Einzelfallprüfung ausgewiesen werden, wenn sein persönliches Verhalten gegenwärtig eine tatsächliche und hinreichend schwere Gefahr für ein Grundinteresse der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland als des Aufnahmemitgliedstaats darstellt und die Maßnahme für die Wahrung dieses Interesses unerlässlich ist (…vgl. EuGH, U.v. 8.12.2011 - Ziebell, C-371/08 - juris Rn. 82 und 86;… BVerwG, U.v. 15.1.2013 - 1 C 10.12 - juris Rn. 13; BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 53).
Auch insoweit dürfen vielmehr keine zu geringen Anforderungen gestellt werden (…vgl. BVerwG, U.v. 10.7.2012 - 1 C 19.11 - juris Rn. 16;… U.v. 15.1.2013 - 1 C 10.12 - juris Rn. 16; BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 55).
Die Gesundheit der Bürger nimmt aber in der Hierarchie der in den Grundrechten enthaltenen Werteordnung einen hohen Rang ein; ihr Schutz ist daher ein Grundinteresse der Gesellschaft, das durch eine Straftat, wie sie der Kläger begangen hat, erheblich beeinträchtigt wird (stRspr;… vgl. BVerwG, U.v. 13.12.2012 - 1 C 20.11 - juris Rn. 19; BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 57).
Denn das betroffene Schutzgut der körperlichen Unversehrtheit weist in der Werteordnung des Grundgesetzes einen hohen Stellenwert auf (…vgl. BVerwG, U.v. 13.12.2012 - 1 C 20.11 - juris Rn. 19; BayVGH, B.v. 7.2.2018 - 10 ZB 17.1386 - juris; BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 57), ihr Schutz ist daher ein Grundinteresse der Gesellschaft, das durch eine Straftat, wie sie der Kläger begangen hat, erheblich beeinträchtigt wird.
Im Rahmen der Prüfung der Unerlässlichkeit ist zu beachten, dass die Grundrechte des Betroffenen, insbesondere das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens, sowie der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt sein müssen, wobei sämtliche konkreten Umstände, die für die Situation des Betroffenen kennzeichnend sind, zu berücksichtigen sind (vgl. BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 77 m.w. Rspr-nachweisen).
Im Rahmen der Prüfung der Unerlässlichkeit der Ausweisung nach § 53 Abs. 3 AufenthG ist zu beachten, dass die Grundrechte des Betroffenen, insbesondere das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens, sowie der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt sein müssen, wobei sämtliche konkreten Umstände, die für die Situation des Betroffenen kennzeichnend sind, zu berücksichtigen sind (vgl. BayVGH, U.v. 3.2.2015 - 10 BV 13.421 - juris Rn. 77 m.w.N.).

References: § 68
 § 108
 § 113
 § 114
 § 125
 § 173
 Art. 15
 § 264
 § 11
 § 50
 § 51
 § 53
 § 55
 § 56
 § 56
 § 59
 § 101
 § 68
 § 68
 § 68
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 14
 Art. 59
 Art. 9
 Art. 28
 Art. 31
 Art. 31
 Art. 38
 Art. 12
 Art. 2
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 7
 Art. 24
 Art. 8
 Art. 6
 Art. 6
 § 53
 Art. 2
 Art. 9
 Art. 12
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 12
 § 53