Source: https://www.arbeitsinspektion.gv.at/inspektorat/Arbeitsstaetten_Arbeitsplaetze/Fluchtwege_Verkehrswege/Gesicherte_Fluchtbereiche_Stiegenhaeuser
Timestamp: 2018-07-19 11:47:44+00:00

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Gesicherte Fluchtbereiche, Stiegenhäuser
Gesicherte Fluchtbereiche
Längere Fluchtwege
Spezialfall Glasportale als Trennung zwischen Stiegenhäusern und Gängen
Von jedem Punkt der Arbeitsstätte muss nach höchstens 40 m ein gesicherter Fluchtbereich erreichbar sein.
Anforderungen an den gesicherten Fluchtbereich
geringe Brandlast
Wände, Decken und Böden mindestens hochbrandhemmend
Beläge mindestens schwer brennbar und schwach qualmend
Türen mindestens brandhemmend und selbstschließend
Maßnahmen, die ein Verqualmen verhindern
Eine geringe Brandlast im Sinne des § 21 Abs. 1 AStV ist gegeben, wenn im gesicherten Fluchtbereich vorhandene Stoffe hinsichtlich Brennbarkeit, Entzündlichkeit und Menge bei Brandausbruch die Benützung des Fluchtwegs durch Brandtemperatur, Rauchgasbildung und Toxizität nicht verhindern.
§ 21 AStV
Brandverhalten- Europäische Baustoffklassen
A1 = nicht brennbar
A2 = nicht brennbar
B,C = schwer entflammbar
D,E = normal entflammbar
F = leicht entflammbar
s1 = keine/kaum Rauchentwicklung
s2 = begrenzte Rauchentwicklung
d0 = kein Abtropfen
d1 = begrenztes Abtropfen
Brandwiderstand
brandhemmend = EI 30 (Bauteile), EI2 30-C (Türen)
hochbrandhemmend = EI 60
brandbeständig = EI 90 (Bauteile)
Rauchabschluss: E 30-C (Türen) (ÖNORM B 3850)
Liegen keine anderen Gefährdungen als durch Brandeinwirkung (insbesondere keine chemische oder mechanische Gefährdung) vor, und ist in jedem Geschoß ein weiterer und möglichst entgegengesetzt liegender Ausgang vorhanden, der direkt ins Freie, in einen gesicherten Fluchtbereich oder in einen anderen Brandabschnitt führt, so kann die Fluchtweglänge betragen:
höchstens 50 m bei Räumen mit einer lichten Raumhöhe von mindestens 10 m,
höchstens 50 m bei Räumen mit einer lichten Raumhöhe von mindestens 5 m bei Vorhandensein einer automatischen Brandmeldeanlage mindestens im Schutzumfang „Brandabschnittsschutz“ mit Rauchmeldern,
höchstens 70 m bei Räumen mit einer lichten Raumhöhe von mindestens 10 m bei Vorhandensein einer automatischen Brandmeldeanlage mindestens im Schutzumfang „Brandabschnittsschutz“, mit Rauchmeldern,
höchstens 70 m bei Vorhandensein einer Rauch- und Wärmeabzugsanlage, welche durch eine automatische Brandmeldeanlage mindestens im Schutzumfang „Brandabschnittsschutz“ mit Rauchmeldern angesteuert wird.
Ist die lichte Höhe nicht an allen Punkten des Raumes gleich, so ist zur Beurteilung die durchschnittliche Raumhöhe heranzuziehen.
Sind überwiegend ortsunkundige Personen (z. B. KundInnen) auf den Fluchtweg angewiesen, ist ergänzend zu Abs. 1a durch geeignete technische oder organisatorische Maßnahmen sicherzustellen, dass der Eintritt einer Gefahr rechtzeitig wahrgenommen werden kann und im Gefahrenfall das rasche und sichere Verlassen der Arbeitsstätte möglich ist (z. B. Sicherheitsüberwachungseinrichtungen, Ordnerdienste).
Trotzdem kann es in der Praxis in Einzelfällen möglich sein, dass auch diese Fluchtwegs­längen nicht eingehalten werden können, wie z.B. in sehr großen Fertigungs- oder Lagerhallen. In diesen Fällen werden auch in Zukunft Ausnahmen gemäß § 95 Abs. 3 ASchG erforderlich sein und sind - bei entsprechenden Ersatzmaßnahmen - auch möglich. Wenn nach den OIB-Richtlinien (auch dort sind längere Fluchtwege möglich) ordnungsgemäße Brandschutzkonzepte im Sinne des OIB-Leitfadens „Abweichungen im Brandschutz und Brandschutzkonzepte“ vorgelegt werden, sind die darin enthaltenen „gleichwertigen Ersatzmaßnahmen“ als geeignete Ersatzmaßnahmen im Sinne des § 95 Abs. 3 Z 2 ASchG für Ausnahmen von Bestimmungen der Arbeitsstättenverordnung anzusehen.
§ 17 Abs. 1b enthält lediglich eine Klarstellung hinsichtlich der Berechnung der Raumhöhe, um mit der OIB-Richtlinie konform zu sein.
Stiegenhäuser sind bei mehr als zwei Geschoßen erforderlich.
Anforderungen an Stiegenhäuser bei 3 bis 5 Geschoßen
Wände, Decken, Stiegen und Böden mindestens hochbrandhemmend
Anforderungen an Stiegenhäuser bei mehr als 5 Geschoßen
Wände, Decken, Stiegen und Böden mindestens brandbeständig
Beläge nicht brennbar
§ 22 AStV
Glasportale (Wandbereiche neben und über Türen) in Ausführung EI-30 bzw. E 30 sind unter Einhaltung bestimmter Bedingungen zulässig:
Geringe Brandlast zu beiden Seiten der Glasflächen,
Fläche des die Türen umgebenden Glasportals nicht mehr als etwa das Dreifache der Türblattfläche,
Brandwiderstand der Verglasung des Glasportals muss mindestens gleich derer der Glastür sein.
Türen sind unter bestimmten Voraussetzungen (insbesondere bei geringer Brandlast zu beiden Seiten der Türen) in brandhemmender Ausführung bzw. in Ausführung als Rauchabschluss (EI 2 30-C bzw. E 30-C, nach alter Normung T 30 bzw. R 30) zulässig. Unter den gleichen Voraussetzungen kann diese Bestimmung auch für Glasflächen im unmittelbaren, flächenmäßig eingeschränkten Umgebungsbereich der Türen (nicht mehr als etwa das Dreifache der Türblattfläche) zugelassen werden. Dafür muss die Verglasung des Portals der der Tür entsprechen, also EI 30 bzw. E 30, nach alter Normung Verglasung in F 30 bzw. G 30.
Letzte Änderung am: 02.02.2018
Stiegen, Treppen
Notausgänge: Panikbeschläge, Sicherungssysteme
Absturzstellen in Arbeitsstätten

References: § 21

§ 21
 § 95
 § 95

§ 17

§ 22