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Timestamp: 2020-01-26 07:47:20+00:00

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OVG Rheinland-Pfalz, 23.01.2003 - 2 B 11956/02 - dejure.org
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OVG Rheinland-Pfalz, 23.01.2003 - 2 B 11956/02 (https://dejure.org/2003,9812)
OVG Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 23.01.2003 - 2 B 11956/02 (https://dejure.org/2003,9812)
OVG Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 23. Januar 2003 - 2 B 11956/02 (https://dejure.org/2003,9812)
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Beamtenrecht, Ruhestandsbeamter, Wiederverwendung von Ruhestandsbeamten, Reaktivierung, Dienstfähigkeit, Dienstunfähigkeit, Untersuchung, ärztliche Untersuchung, Prozessrecht, Rechtsbehelf, isolierter Rechtsbehelf, Verfahrenshandlung, Dienstvergehen
Pflicht eines Ruhestandsbeamten zur amtsärztlichen Untersuchung; Ausschluss eines isolierten Rechtsbehelfs gegen eine behördliche Untersuchungsaufforderung; Beurteilung der Dienstfähigkeit durch eine Untersuchungsaufforderung; Rechtsbehelfe gegen behördliche ...
VG Mainz, 09.12.2002 - 7 L 1184/02
NVwZ-RR 2003, 374 (Ls.)
In Literatur und Rechtsprechung ist umstritten, ob es sich bei der Aufforderung gegenüber einem Beamten, sich zur Nachprüfung der Dienstfähigkeit ärztlich untersuchen zu lassen, um einen Verwaltungsakt (so erkennender Senat, Beschl. v. 13.06.1990 - 5 M 22.90 -, juris; OVG NW, Beschl. v. 13.08.2009 - 1 B 264/09 -, juris; VGH BW, Beschl. v. 03.02.2005 - 4 S 2398/04 -, juris; OVG Berlin, Beschl. v. 21.12.2001 - 4 S 5.01 -, juris; vgl. auch OVG Sachsen-Anhalt, Beschl. v. 28.01.2009 - 1 M 164/08 -, juris), um eine die gesetzlich vorgegebene Mitwirkungspflicht des Beamten konkretisierende Weisung des Dienstherrn ohne Verwaltungsaktcharakter (…vgl. Plog/Wiedow, BBG (alt), Stand: Mai 2008, § 42 Rn. 10b) oder um eine unselbständige Verfahrenshandlung im Sinne des § 44 a VwGO (vgl. Bay VGH, Beschl. v. 09.02.2006 - 3 CS 05.2955 - und v. 22.04.2005 - 15 CS 05.806 -, juris; OVG RP, Beschl. v. 23.01.2003 - 2 B 11956/02 -, juris), handelt.
Allenfalls in dem Ausnahmefall, in dem sich ein bereits zur Ruhe gesetzter Beamter gegen die im Vorfeld einer beabsichtigten Reaktivierung ergangene Weisung wendet, wird ein Anwendungsfall von § 44a Satz 1 VwGO angenommen (vgl. HessVGH, Urteil vom 23. Februar 1994 - 1 UE 3980/88 -, NVwZ-RR 1995, 47; BayVGH, Beschluss vom 9. März 1999 - 3 CS 98.3596 -, NVwZ-RR 2000, 35; OVG RP, Beschluss vom 23. Januar 2003 - 2 B 11956/02.OVG -, AS 30, 255).
zu diesbezüglichen Bedenken etwa BVerwG, Beschluss vom 19.6.2000 - 1 DB 13.00 -, BVerwGE 111, 246; OVG NRW, Beschlüsse vom 2.1.2003 - 6 B 2110/02 -, Schütz/Maiwald, BeamtR, ES/A II 6 Nr. 6, und vom 2.5.2007 - 1 B 70/07 - OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 23.1.2003 - 2 B 11956/02 -, DÖD 2003, 173.
Einen Verwaltungsakt verneinen BVerwG, Beschluss vom 19. Juni 2000 - 1 DB 13/00 -, BVerwGE 111, 246; BayVGH, Beschlüsse vom 9. Februar 2006 - 3 CS 05.2955 (dort auch Nachweise der Ansichten der Literatur) und vom 22. April 2005 - 15 CS 05.806; HessVGH, Urteil vom 23. Februar 1994 - 1 UE 3980/88 -, NVwZ-RR 1995, 47; OVG RP, Beschluss vom 23. Januar 2003 - 2 B 11956/02 -, RiA 2004, 253.
Ohne Erfolg bleibt die Rüge der Antragsgegnerin, dass das Verwaltungsgericht zu Unrecht der Entscheidung des OVG Koblenz vom 23. Januar 2003 (DÖD 2003, 173) nicht gefolgt sei, wonach die Aufforderung an einen Ruhestandsbeamten nach § 61 Abs. 4 LBG Rh-Pf, sich ärztlich untersuchen zu lassen, eine lediglich vorbereitende und nicht selbständig gerichtlich angreifbare Verfahrenshandlung i.S. von § 44 a Satz 1 VwGO sei.
Die Aufforderung der Antragsgegnerin an den Antragsteller vom 24.02.2006 in der aktualisierten Fassung vom 15.05.2006 dient lediglich der Erforschung des Sachverhalts, nämlich dazu, das Vorliegen der derzeit (und in näherer Zukunft) bestehenden wesentlichen Beschränkung der Erwerbsfähigkeit des Antragstellers und damit der nach § 35 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG wesentlichen Voraussetzung für die Weitergewährung des Unfallsausgleichs durch ein aktuelles psychosomatisches Fachgutachten abzuklären (vgl. in diesem Sinne OVG Koblenz, Beschluss vom 23.01.2003 - 2 B 11956/02 -).
Die in der Rechtsprechung verschiedentlich aufgeworfene Frage, ob die an einen Beamten gerichtete Aufforderung, sich ärztlich untersuchen zu lassen, ein Verwaltungsakt ist, vgl. zuletzt etwa: Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Beschluss vom 19. Juni 2000 - 1 DB 13/00 -, in: BVerwGE 111, 246; Oberverwaltungsgericht Berlin, Beschluss vom 21. Dezember 2001 - 4 S 5.01 -, in: Der Öffentliche Dienst (DÖD) 2002, 175; Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 23. Januar 2003 - 2 B 11956/02 -, in: DÖD 2003, 173; Sächsisches Oberverwaltungsgericht, Beschluss vom 17. November 2005 - 3 BS 164/05 -, in: Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht (NVwZ) 2006, 715; Verwaltungsgericht München, Beschluss vom 22. Februar 2005 - M 5 E 04.6379 - außerdem Stelkens/Bonk/Sachs, VwVfG, 6. Aufl. 2001, § 35 Rn. 87b; Kopp/Ramsauer, 9. Aufl. 2005, § 35 Rn. 66 und 86; Plog/Wiedow/Lemhöfer/Bayer, BBG, Stand: Juli 2006, § 42 Rn. 10b; Schnellenbach, Beamtenrecht in der Praxis, 6. Aufl. 2005, Rn. 220 Fn. 39, bedarf im vorliegenden Fall keiner Entscheidung.
Damit liegt eine verbindliche Regelung gegenüber dem Kläger vor, die über eine bloße Aufforderung im Sinne von § 59 Abs. 1 NBG, einer erneuten Berufung in das Beamtenverhältnis Folge zu leisten, hinausgeht (zur fehlenden Verwaltung saktqualität einer Aufforderung auf Grundlage des § 45 Abs. 1 BBG, der inhaltlich mit § 59 Abs. 1 NBG übereinstimmt, vgl. BVerwG, Beschluss vom 19. Juni 2000 - 1 DB 13/00 -, BVerwGE 111, 246 - 255; ferner Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 23. Januar 2003 - 2 B 11956/02 -, DÖD 2003, 173-174; jeweils in Juris veröffentlicht) .

References: § 42
 § 44
 § 44
 § 61
 § 44
 § 35
 § 35
 § 35
 § 42
 § 59
 § 45
 § 59