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Timestamp: 2020-07-07 02:08:47+00:00

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Finanzielle Absicherung vor Ehe
05.05.2008 19:16 |
Ich bzw. wir werden demnächst heiraten. Mein Verlobter ist selbstständig (Einzelunternehmen), ich derzeit Hausfrau und Mutter. Wir werden beide jeweils einen größeren Wert unserer Eltern erben.
Zur Zeit hat mein Verlobter hohe Firmenschulden, ich habe nie für etwas gebürgt oder unterschrieben.
Wie kann ich mich vor der Ehe finanziell absichern? Ich möchte nicht, dass mein Vermögen inkl. Erbschaft irgendwann zur Deckung seiner Schulden herangezogen werden.
Wie sieht es mit unserer Tochter (3 Monate)aus? Könnte sie eventuell haftbar gemacht werden?
Im Falle einer Scheidung - müßten wir das Erbe teilen oder würde jeder seinen Teil behalten?
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durch die Heirat werden Sie in den Güterstand der Zugewinngemeinschaft kommen. Dies bedeutet, dass jeder sein Eigentum behält und bei einer Scheidung der Zugewinn ausgeglichen wird. Dies geht nach folgender Berechnung. Von dem was bei der Scheidung vorhanden ist (Endvermögen) wird das abgezogen, was jeder in die Ehe mitgebracht hat (Anfangsvermögen). Die Differenz ist der Zugewinn. Von diesem Zugewinn bekommt jeder bei der Scheidung die Hälfte. Vom Anfangsvermögen behält jeder das, was er mit in die Ehe gebracht hat.
Allerdings sollten Sie und Ihr Verlobter gemeinsam ein Vermögensverzeichnis aufstellen, aus dem sich ergibt, wer was mit in die Ehe gebracht hat. Wenn dieses Verzeichnis nicht aufgestellt wird, wird vermutet, dass das Endvermögen den Zugewinn darstellt. § 1377 III BGB.
Die Erbschaften werden nach § 1374 II BGB dem Anfangsvermögen des Erben zugerechnet. Bei einer Scheidung bleibt die Erbschaft bei dem der geerbt hat. Sie geht also nicht in den Zugewinn ein.
Wenn Sie verhindern wollen, dass bei einer Scheidung ein Zugewinnausgleich statt findet, müssen Sie bei gleichzeitiger Anwesenheit zur Niederschrift eines Notars einen Ehevertrag schließen. § 1410 BGB. Der Vertragsschluß ist schon vor der Heirat möglich. Die Wirkungen des Vertrags beginnen jedoch erst mit der Heirat. In dem Vertrag wird dann Gütertrennung vereinbart. Zusätzlich können Sie als Anlage zum Vertrag das Vermögensverzeichnis beurkunden lassen.
Für Schulden muß immer nur derjenige haften, der sie gemacht hat. Dass bedeutet, Sie haften auch nach der Heirat nicht für die Schulden ihres Mannes und er haftet nicht für Ihre Schulden.
Allerdings wird nach § 1362 I 1 BGB vermutet, dass die beweglichen Sachen, die im Besitz eines Ehegatten sind, dem Schuldner gehören. Das bedeutet, der Gerichtsvollzieher kann sie erst einmal für die Gläubiger des einen Ehegatten pfänden und der andere Ehegatte muß dann im Wege der Drittwiderspruchsklage § 771 ZPO beweisen, dass sie sein Eigentum sind. Daher empfiehlt es sich, bei allen größeren Anschaffungen eine Quittung des Verkäufers zu verlangen, aus der hervorgeht ob der Mann oder die Frau Eigentümer werden soll.
Die Tochter kann nicht für die Schulden ihrer Eltern haftbar gemacht werden.
Erst wenn einer von Ihnen sterben sollte, wird nicht nur das Vermögen nach § 1922 BGB vererbt, sondern der Erbe erbt nach § 1967 BGB auch die Schulden des verstorbenen und haftet dafür mit seinem gesamten Vermögen. Um dies auszuschließen kann der Erbe innerhalb von 6 Wochen ab Kenntnis des Erbfalls beim Amtsgericht das Erbe ausschlagen.
Eine andere Möglichkeit wäre, die beschränkte Erbenhaftung geltend zu machen. (Einrede der Bedürftigkeit des Nachlasses)
Dies kann jedoch erst nach Eintritt des Erbfalls gemacht werden.
Solange der Erbfall nicht eingetreten ist, haftet auch ohne Ehevertrag keiner für die Schulden des Ehegatten und das Kind haftet nicht für die Schulden seiner Eltern

References: § 1377
 § 1374
 § 1410
 § 1362
 § 771
 § 1922
 § 1967