Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2032/81
Timestamp: 2020-01-21 21:36:39+00:00

Document:
BGH, 02.11.1982 - VI ZR 32/81 - dejure.org
BGH, 02.11.1982 - VI ZR 32/81
https://dejure.org/1982,795
BGH, 02.11.1982 - VI ZR 32/81 (https://dejure.org/1982,795)
BGH, Entscheidung vom 02.11.1982 - VI ZR 32/81 (https://dejure.org/1982,795)
BGH, Entscheidung vom 02. November 1982 - VI ZR 32/81 (https://dejure.org/1982,795)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1982,795) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Sicherungspflichten an einem Rohbau
Unfallverletzung - Mitverantwortungsanteil - Ersatzanspruch gegen den Ehegatten - Ersatzansprüche gegen mehrer Schädiger
BGB §§ 426, 840, 1353
NJW 1983, 624
VersR 1983, 134
BauR 1983, 387
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung kann es wegen der familienrechtlichen Verbundenheit treuwidrig sein, gegen den familienangehörigen Schädiger den deliktischen Anspruch durchzusetzen (Senatsurteile BGHZ 103, 338, 349 und vom 2. November 1982 - VI ZR 32/81 - VersR 1983, 134, 136; BGHZ 53, 352, 357; BGH, Urteil vom 13. Januar 1988 - IVb ZR 110/86 - VersR 1988, 628, 629).
Wegen der zu wahrenden richterlichen Äquidistanz ist dem Gericht ein Hinweis auf Einwendungen verwehrt, es sei denn, sie wären im Kern bereits im bisherigen Parteivortrag angedeutet (vgl. BGH, Urt. v. 2. November 1982 - VI ZR 32/81, NJW 1983, 624, 625;… Stadler, in: Musielak/Voit, ZPO, 13. Aufl. 2016, § 139 Rz. 9 m.w.N.).
Selbst wenn sich die Ehefrau des Klägers in diesem Falle nicht von der gemäß § 834 Satz 1 BGB zu ihren Lasten vermuteten - leichten - Fahrlässigkeit entlasten könnte, würde sich eine ihr im Verhältnis zum Kläger zugute kommende Haftungserleichterung, wenn überhaupt, nicht erst aus § 1359 BGB , sondern vielmehr bereits daraus herleiten, daß es dem Kläger wegen der zwischen ihnen bestehenden Ehe im Hinblick auf § 1353 BGB versagt wäre, aus dem Vorfall vom 18.7.1984 einen Schadensersatzanspruch gegen seine Ehefrau geltend zu machen, und dies würde die Haftung der Beklagten gegenüber dem Kläger aus diesem Vorfall nicht berühren (vgl. BGH in NJW 1983, 624 (625, 626) zu II. 3.).
Andererseits ist das Gericht nicht gehalten, neue, im bisherigen Vorbringen nicht zumindest in Umrissen angelegte Anspruchsgrundlagen in den Prozess einzuführen (…Zöller/Greger, aaO., § 139 Rdnr. 2 f.;… Stein/Jonas/Leipold, ZPO, 22. Aufl., § 139 Rdnr. 37, 52;… Musielak/Stadler, aaO., § 139 Rdnr. 9; vgl. BGH, Urt. v. 2.11.1982 - VI ZR 32/81, NJW 1983, 624, 625).
Daß es Fälle gibt, in denen der Geschädigte infolge der Schädigung Steuern erspart hat und in denen daher die Grundsätze der Vorteilsausgleichung anzuwenden sind, ist nicht zu bezweifeln (vgl. die von Knobbe-Keuk in 25 Jahre Karlsruher Forum, Beilage zu VersR 1983, 134, 138 - dort zu V - aufgeführten Beispiele; ferner BGH NJW 1984, 2524).
Soweit die Unaufmerksamkeit alkoholbedingt war, entlastet dies den Kläger auf jeden Fall nicht (vgl. BGH, NJW 1983, 624, 626 am Ende).
Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes kann es nicht von entscheidender Bedeutung sein, daß die Ehefrau des Klägers den Unfall verschuldet hat (vgl. zur Frage eines Schmerzensgeldanspruchs zwischen Ehegatten insbes. BGHZ 61, 101 ff., BGH MDR 83, 219 und letztlich BGH VersR 88, 628).
Das Mitverschulden des Verletzten ist im Rahmen der Ermittlung des Schmerzensgeldbetrages nicht quotenmäßig mindernd zu berücksichtigen, sondern es stellt einen Bewertungsfaktor für die Bemessung dar, welcher in die Ermessensentscheidung eingeht (BGHZ 20, 259; BGH NJW 83, 624; Palandt-Thomas, BGB, 56. Auf.;… § 847 Rdnr. 5).

References: § 139
 § 834
 § 1359
 § 1353
 BGH 
 § 139
 § 139
 § 139
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 847