Source: https://www.hausarbeiten.de/document/506494
Timestamp: 2019-12-11 11:20:15+00:00

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Der Zusammenhang zwischen Selbstwirksamkeitserfahrungen und der ... | Hausarbeiten publizieren
Der Zusammenhang zwischen Selbstwirksamkeitserfahrungen und der Mitgliedschaft in Schülervertretungen an deutschen Schulen
2. Schülervertretungen
1) DerZweck undstrukturelle Aufbau vonSchülervertretungen (Berlin)
2) Der aktuelle Stand der Möglichkeiten von Schülervertreter*innen (Berlin)
3. SelbstwirksamkeitserfahrungenundPersönlichkeitsbildung
1) Von Selbstwirksamkeitserwartungen und -erfahrungen
2) Der Zusammenhang von Selbstwirksamkeit und Partizipation (in der Schule)
3) Einschatzungen von Schüler*innen in der Praxis
4. ZusammenfassungundFazit
Schülervertretungen haben in der reprasentativen Demokratie Deutschlands Tradition und sollen Schüler*innen die Möglichkeit geben, aktiv am Geschehen des Schullebens mitzuwirken. In ihrem eigenen Gremium, der Gesamtschülervertretung (im Folgenden GSV), diskutieren sie über Antrage, die aus der Schüler*innenschaft in diese gegeben werden und stimmen über die Weiterleitung der Antrage in die Schulkonferenz ab. AuBerdem geben sie in die andere Richtung Informationen von der Lehrer*innenschaft, der Schulleitung oder den Gremien der Fachbereiche in die GSV weiter. In der Schulkonferenz sitzen aus dieser GSV vier Schüler*innen, die damit etwas weniger als ein Drittel der Mitglieder der Schulkonferenz darstellen. Schülervertreter*innen haben also sowohl eine partizipierende, vertretende, als auch eine informierende Rolle.
Selbstwirksamkeits- und Demokratieerfahrungen sind essentiell für die Selbstvertrauens- starkung junger Menschen. Selbst am Fortlaufe des Geschehens mitzuwirken und mit Erwachsenen in Gremien auf Augenhöhe zu diskutieren sind Erfahrungen, die Jugendlichen ihre eigenen Starken und Schwachen aufzeigen und auch die Fahigkeit der Selbstreflexion fördern. Wenn diese Kompetenzen durch die Mitarbeit in der Schülervertretung gestarkt werden, ist diese ein wertvoller Teil der Schulstruktur für die Schüler*innen selbst und nicht nur für die strukturelle Abbildung der in Deutschland herrschenden reprasentativen Demokratie und sollte allen Schüler*innen offen stehen.
Diese Arbeit beschaftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen den strukturellen Möglichkeiten zur Partizipation und Entscheidungsgewalt für Schüler*innen durch das Gremium der GSV und den damit verbundenen persönlichen Erfahrungen und der Kompetenzen-Bildung, die durch die Mitwirkung in der Schülervertretung gefördert werden können. Inwiefem Schüler*innen tatsachliche Mitbestimmungsmöglichkeiten gegeben werden oder die Struktur der Schülervertretungen ihnen diese nur scheinbar vermittelt, bzw. was dies für die Schüler*innen im Persönlichen bedeutet, wird im Folgenden herausgestellt.
Da es in Deutschland 16 verschiedene Schulsysteme und innerhalb dieser sehr verschiedene Schultypen gibt, ist es schwierig, ein Urteil für ganz Deutschland zu fallen. In dieser Arbeit wird sich vor allem auf das Schulsystem und die Struktur von Schülervertretungen in Berlin bezogen. Die Ergebnisse sind in den meisten Punkten auf andere Bundeslander, bedingt auf andere Staaten übertragbar.
Zunachst werden der ursprüngliche Zweck von Schülervertretungen und die Rechte und Möglichkeiten der Schüler*innen herausgestellt, die ihnen nach dem Schulgesetz zustehen. Es wird darauf eingegangen, wie stark die Partizipationsmôglichkeiten von Schüler*innen im Vergleich zu denen der Lehrer*innen und Eltern sind und darauf, wie viel Eigenverantwortlichkeit Schüler*innen hier zugesprochen wird. Daran anknüpfend werden die Prinzipien der Selbstwirksamkeitserfahrung und der daraus folgenden Selbstwirksam- keitserwartung erlautert und die Effekte dieser für die jeweiligen Personen naher herausgestellt. AnschlieBend wird ein Modell der Stufen der Partizipation vorgestellt, anhand dessen die Möglichkeiten und Rechte von Schülervertretungen eingeordnet werden. SchlieBlich werden Ergebnisse von Studiën herangezogen, in denen Schüler*innen zu ihren Schülervertretungsgremien und deren Umsetzung in der Praxis befragt werden. Mit einer daraus resultierenden Bewertung in Hinblick auf das MaB an Selbstwirksamkeitserfahrungen die den Schülern ermöglicht werden wird diese Arbeit abgeschlossen.
Der Zweck und strukturelle Aufbau von Schülervertretungen (Berlin)
Schülervertretungen wurden aus verschiedenen Gründen ins Leben gerufen: Zum Ei- nen sollen sie die representative Demokratie, die in Deutschland vorherrscht, im Kleinen in der Schule abbilden, indem, wie auch in anderen Institutionen, Sprecher*innen oder Ver- treter*innen gewahlt werden. Zum Anderen soil die Mitarbeit in einer Schülervertretung Schüler*innen die Möglichkeit geben, ihre eigenen Gedanken und Ideen mit einzubringen und aktiv an der Struktur und Organisation der eigenen Schule und des Schulsystems des Bundes- landes mitzuwirken. Die Möglichkeit für Schüler*innen in der Schülervertretung mitzuwirken soil zum Erreichen der Erziehungs- und Bildungsziele, die das jeweilige Land in seinem Schulgesetz festlegt und die sich an den Grundwerten des deutschen Grundgesetzes orien- tieren, beitragen (SenBJW 2014, §83). So heibt es im Berliner Schulgesetz (SenBJW 2014, §3 Bildungs- und Erziehungsstile, Abschnitt (1), S.7) beispielsweise:
Die Schule soil Kenntnisse, Fahigkeiten, Fertigkeiten und Werthaltungen vermitteln, die die Schülerinnen und Schuier in die Lage versetzen, ihre Entscheidungen selbstandig zu treffen und selbstandig weiterzulernen, um berufliche und persönliche Entwicklungsaufgaben zu bewaltigen, das eigene Leben aktiv zu gestalten, verantwortlich am sozialen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen und die Zukunft der Gesellschaft mitzuformen.
Die Schüler*innen, die Mitglieder der Schülervertretung sind, sollen also auf der einen Seite in Selbststandigkeit und Eigenverantwortung gefördert werden und auf der anderen dazu beitragen, dass ihren Mitschüler*innen, die sie in ihrer Funktion vertreten, die Möglichkeit gegeben wird, auch eben diese Kompetenzen zu erlangen.
Die Schüler*innen einer Klasse oder eines Jahrgangs (pro 25 Schüler*innen) wahlen zwei Sprecher*innen aus ihrer Mitte, die sie in der GSV vertreten. Die GSV wird von einem/einer Schulsprecher*in und bis zu drei Stellvertreter*innen geleitet und moderiert, die von der gesamten Schüler*innenschaft gewahlt werden und darf bis zu zwei Mal pro Monat tagen (SenBJW 2014, §84-85). Die GSV entsendet ihrerseits Schüler*innen in verschiedene Gre- mien der Schule, darunter mit Stimmrecht in den Bezirksschülerausschuss (BSA) und die Schulkonferenz und mit beratender Stimme in die Gesamtkonferenz der Lehrkrafte, die Fach- konferenzen und die Gesamteltemvertretung (SenBJW 2014, §85).
Der aktuelle Stand der Môglichkeiten von Schülervertreter*innen (Berlin)
Schülervertretungen haben verschiedene Rechte, eigenstandige Projekte zu erarbeiten und Entscheidungen zu treffen, sowie an gemeinsamen Gremienentscheidungen, beispiels- weise in der Schulkonferenz, teilzunehmen (SenBJW 2014, §75, §75 & §83). Konkret bedeutet das, dass diejenigen vier Schüler*innen, die gewahlte Mitglieder der Schulkonferenz einer Schule sind, gemeinsam mit vier Eltern, vier Lehrer*innen, der Schulleitung und einer externen Person über die wichtigsten Angelegenheiten die Schule betreffend beraten, dis- kutieren und, je nach Belangen, in einfacher oder zwei Drittel Mehrheit entscheiden. Diese Belange können unter anderen die Aufnahmekriterien der Schule, der tagliche Unterrichts- beginn, die Bestellung der/des Schulleiters/Schulleiterin oder der Umfang und die Grundsatze von Hausaufgaben sein (SenBJW 2014, §76). Hier haben die Schüler*innen ein gleichbe- rechtigtes Stimmrecht wie alle anderen Mitglieder. Da es mindestens eine einfache Mehrheit geben muss, haben die Schüler*innen nicht die Möglichkeit, ihre Interessen in essentiell sie betreffenden Belangen, wie o.g. taglichen Unterrichtsbeginn o.a., ohne die Unterstützung von Erwachsenen (Autoritatstrager*innen wie Eltern und/oder Lehrer*innen) anzugehen oder zu verandern (SenBJW 2014, §75). Verbote von Handynutzung, fachliche Profilierung von Klassen oder Durchführungen von Klassenfahrten gehen auch durch dieses Gremium (SenBJW 2014, §76).
Universität Potsdam (Department Erziehungswissenschaft)
Marcellina Massenbach (Autor)
V506494
9783346074027
Anmerkung der Dozentin: Mir gefällt besonders Ihre sprachliche Präzision und Ihre wirklich fundierte Argumentation innerhalb Ihrer Arbeit. Sie könnten in Ihrem Fazit zum Beispiel noch aufzeigen, welche Aspekte Sie nicht betrachten konnten oder etwa, ob es noch offene Fragen gibt. Es sollten keine neuen Erkenntnisse in das Fazit geschrieben werden.
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Marcellina Massenbach (Autor), 2019, Der Zusammenhang zwischen Selbstwirksamkeitserfahrungen und der Mitgliedschaft in Schülervertretungen an deutschen Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/506494
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