Source: https://www.zahnaerztekammernordrhein.de/fuer-die-praxis-beruf-wissen/strahlenschutz/
Timestamp: 2020-02-26 03:48:45+00:00

Document:
Der Strahlenschutz (Röntgen) spielt in der diagnostischen Zahnmedizin eine wichtige Rolle und bedarf daher im Sinne des Patientenwohls einer erhöhten Aufmerksamkeit.
Die regelmäßige Aktualisierung der Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz werden vom Gesetzgeber auch nach dem Inkrafttreten des neuen Strahlenschutzrechts (31.12.2018) weiterhin aufrechterhalten. Das Röntgen stellt einen Teilbereich des Qualitätsmanagements der Praxis dar und muss insofern auch in den Punkten der Qualitätssicherung (Röntgenstelle) und des Gerätemanagements regelmäßige Beachtung finden.
Das neue Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) ist, zeitgleich mit konkretisierenden Regelungen der neuen Strahlenschutzverordnung (StrlSchV), am 31. Dezember 2018 in Kraft getreten. Die bisherige Strahlenschutzverordnung und die für die Zahnarztpraxis ehemals einschlägige Röntgenverordnung sind am 31. Dezember 2018 außer Kraft getreten. Der Gesetzgeber hat damit die bisherige Unterscheidung zwischen therapeutischem Strahlenschutz und diagnostischem Strahlenschutz aufgegeben und beides in eine Rechtsverordnung zusammengebracht.
Strahlenschutz - Informationen zum DICOM-Format
Im Nachgang zur letzten Information im Rheinischen Zahnärzteblatt 10/2019 weisen wir darauf hin, dass die Bundeszahnärztekammer zum Ende der vergangenen Jahres die Mitteilung machte, dass die Entscheidung des Länderausschusses Röntgenverordnung (LA RöV), dass Zahnarztpraxen bis spätestens zum 01.01.2020 sicherstellen müssen, dass eine Weitergabe von digitalen Röntgenbildern im DICOM-Format (Digital Imaging and Communications in Medicine) gewährleistet wird, revidiert wurde. Das nunmehr in „Fachausschuss Strahlenschutz“ umbenannte Gremium hat diesen Beschluss im Dezember 2019 wieder aufgehoben.
Die Norm DIN 6862-2:2019:09 soll demnach nur für die digitalen Röntgeneinrichtungen, die nach dem 31. März 2020 erstmalig in Betrieb genommen werden, zur Anwendung kommen.
Bisher liegt der Bundeszahnärztekammer noch kein offizielles Protokoll der entscheidenden Sitzung (5./ 6.12.2019) des neuen Fachausschusses vor. Sobald dies der Fall ist, wird eine abschließende Information erfolgen.
Röntgendokumentation leicht gemacht Diese Broschüre ist eine Dokumentationshilfe. Heften Sie an den hierfür vorgesehenen Stellen die erforderlichen Unterlagen ein. So erfüllen Sie die gesetzlichen Vorgaben ohne Stress in einer kompletten Dokumentation.
An- bzw. Abmeldung einer neuen Röntgeneinrichtung nach § 129 StrlSchV
Anleitung zur Anschlussaufnahme (nur analoge intraorale Röntgenfilme)
Formblatt für die Aufzeichnung des Ausgangszustandes nach der Erstellung einer Anschlussaufnahme (nur digitale Bildempfänger) in Anlehnung an DIN 6868-5
Formblatt Konstanzprüfung für die intraorale Röntgendiagnostik - Filmverarbeitung in Anlehnung an DIN 6868-5 (analoger Bildempfänger)
Formblatt Konstanzprüfung für Panoramaschichtgeräte und Fernröntgengeräte in Anlehnung an DIN 6868-5 (analoger Bildempfänger)
Formblatt Konstanzprüfung für die intraorale Röntgendiagnostik in Anlehnung an DIN 6868-5 (digitaler Bildempfänger)
Formblatt Konstanzprüfung für Panoramaschichtgeräte und Fernröntgengeräte in Anlehnung an DIN 6868-5 (digitaler Bildempfänger)
Geräteeinweisung nach § 98 StrlSchv
Hinweis zur Aktualisierung der Fachkunde (Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie)
Jährliche Mitarbeiterunterweisung gemäß § 63 Abs. 1 StrlSchV
Merkblatt Befundmonitore
Muster-Arbeitsanweisungen gemäß § 121 Abs. 1 StrlSchV
Muster-Arbeitsanweisung gemäß § 121 Abs. 1 StrlSchV DVT
Patientenschürze
Sachverständigen-Adressen
Stellungnahme AKRöV DVT
Unterweisung Betreuungs- und Begleitperson gemäß § 63 StrlSchV
Übernahme der Texte mit freundlicher Genehmigung der ZÄK Westfalen-Lippe
Hinweis: Alle nachfolgenden Richtlinien befinden sich aufgrund des neuen Strahlenschutzrechts in der Bearbeitung (daher findet sich nachfolgend teilweise noch der Bezug auf die alte Röntgenverordnung).
Strahlenschutzaufsicht
Die Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln sind die zuständigen Strahlenschutzaufsichtsbehörden im Kammerbereich Nordrhein. Dort muss der Strahlenschutzverantwortliche (§ 69 StrlSchG) den Betrieb der Röntgengeräte gemäß § 19 Abs.1 StrlSchG spätestens 4 Wochen vor der Inbetriebnahme anzeigen/ genehmigen lassen und Strahlenschutzbeauftragte (§ 70 StrlSchG) benennen.
Alle diesbzgl. Fragen richten Sie bitte zuständigkeitshalber an:
Bezirksregierung Düsseldorf/ Dezernat 55
https://www.brd.nrw.de/organisation/abteilung5/55/index.html
https://www.brd.nrw.de/arbeitsschutz/55_strahlenschutz/Ansprechpersonen_Strahlenschutz/Roentgeneinrichtungen-Stoerstrahler.html
Telefonzentrale 0211 475-0
Bezirksregierung Köln/ Dezernat 55
https://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/leistungen/abteilung05/55/roentgenangelegenheiten/index.html
Bezirksregierung Köln, 50606 Köln
0221-147 4975
Die Regelung zur Aktualisierung der Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz ist entgegen einiger Vermutungen gleichgeblieben. Die Aktualisierung hat gemäß §§ 48, 49 StrlSchV auch weiterhin mindestens alle fünf Jahre zu erfolgen. Die Aktualisierungsnachweise sind jeweils aufzubewahren, um eine chronologische Aktualisierungskette nachweisen zu können. Die Nachweise sind nur auf ausdrückliche Anforderung seitens der Bezirksregierungen oder der Zahnärztekammer vorzulegen. Hinweis: Ein „Reminder“ zur jeweils individuellen Aktualisierung erfolgt nicht durch die Zahnärztekammer!
Das Röntgenkontrollbuch ist gemäß § 85 Abs.1 StrlSchG weiterhin zu führen.
Die Frist für die Aufbewahrung von Röntgenbildern beträgt gemäß § 85 Abs. 2 Nr. 2 a) StrlSchG weiterhin 10 Jahre bzw. im Falle von minderjährigen Patienten gemäß § 85 Abs. 2 Nr. 2 b) StrlSchG ist eine Aufbewahrung bis zur Vollendung des 28. Lebensjahres erforderlich.
Der Vorbehandler ist gemäß § 85 Abs.3 Nr.3 StrlSchG dazu verpflichtet, dem Nachbehandler die (analogen) Röntgenbilder (im Original) vorübergehend zu überlassen. Hierbei sind die Vorgaben des Datenschutzes zu beachten. Eine Entbindung des Vorbehandlers von dessen Schweigepflicht muss ebenfalls vorliegen. Die Kommunikation zur vorübergehenden Überlassung des Röntgenbildes sollte aus Beweiszwecken schriftlich (zumindest per E-Mail) erfolgen. Hinweis: Sofern eine Übermittlung des Röntgenbildes in digitaler Form erfolgen soll, muss die Schweigepflichtentbindungserklärung des Patienten ebenfalls vorliegen. Die Übersendung per E-Mail erfordert eine Verschlüsselung der Datei. Das Code-Wort sollte telefonisch an den Nachbehandler übermittelt werden.
Der Patient hat gemäß § 85 Abs.3 Nr.3 StrlSchG einen Anspruch auf Anfertigung einer Kopie des Röntgenbildes. Die Kosten der Anfertigung hat der Patient zu tragen. Zudem besteht nach dem Patientenrechtegesetz ebenfalls ein Anspruch auf Einsichtnahme und Anfertigung einer Kopie des Röntgenbildes.
Was ist neu seit dem 01.01.2019?
Die Nummerierung der Paragraphen sind komplett neugestaltet worden, sodass sich die bisher bekannten Paragraphen der Röntgenverordnung in der Strahlenschutzverordnung so nicht länger widerspiegeln.
Einige Regelungen ergeben sich nun direkt aus dem Strahlenschutzgesetz, welches die parlamentarische Basis für die Strahlenschutzverordnung darstellt. So wurde in § 70 Strahlenschutzgesetz ein besonderer Kündigungsschutz für den Strahlenschutzbeauftragten eingeführt.
Der Artikel der Bundeszahnärztekammer "Neue gesetzliche Regelungen im Strahlenschutz" und der Artikel im Rheinischen Zahnärzteblatt 02/2019 "Strahlenschutzgesetz und Strahlenschutzverordnung" geben eine erste Orientierung.
Hinweis: § 149 Strahlenschutzverordnung i.V.m. Anlage 16 und § 180 Strahlenschutzgesetz: „Aufsichtsprogramm (§ 149 StrlSchV). Die zuständige Behörde wird in Zukunft Vor-Ort-Prüfungen auch an zahnärztlichen Röntgeneinrichtungen vornehmen und dabei die Einhaltung der Rechtsvorschriften prüfen. Bei DVT-Geräten werden diese Vor-Ort-Prüfungen voraussichtlich in Abständen von sechs Jahren erfolgen. Für die anderen zahnärztlichen Röntgengeräte sind keine Vor-Ort-Prüfungen vorgeschrieben. Sie liegen im Ermessen der Behörde.“ (Zitat: BZÄK)
Die Erkundigungen der Zahnärztekammer Nordrhein beim zuständigen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) hat folgendes ergeben, dass in Nordrhein- Westfalen derartige Überprüfungen aktuell nicht anstehen (Stand Mai 2019).
Die Zahnärztekammern sind gemäß § 9 Heilberufsgesetz NRW zur Einrichtung einer zahnärztlichen Stelle für den Strahlenschutz verpflichtet. Diese Einrichtung dient der Qualitätssicherung (Konstanzprüfung) bei der Untersuchung und Behandlung von Menschen mittels Röntgenstrahlen. Die zahnärztliche Stelle Röntgen ist für das gesamte Bundesland Nordrhein-Westfalen in Münster bei der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe ansässig. Dies gilt auch für Mitglieder der Zahnärztekammer Nordrhein!
Eine der wesentlichen Aufgaben der zahnärztlichen Stelle Röntgen ist es, dem Strahlenschutzverantwortlichen Vorschläge zur Verringerung der Strahlenexposition zu machen. Ebenso nimmt sie in dem durch die Richtlinie "Ärztliche und Zahnärztliche Stellen" vorgegebenen Zeitrahmen (maximaler Abstand drei Jahre) die Qualitätssicherungsprüfungen vor. Die Qualitätssicherung steht jedoch in keinem Zusammenhang mit der wiederkehrenden Sachverständigenprüfung und der Abnahmeprüfung! Diese sind gemäß der Strahlenschutzverordnung durch Sachverständige durchzuführen und bei der Strahlenschutzaufsichtsbehörde (= Bezirksregierung) einzureichen, damit eine Röntgeneinrichtung per Genehmigungsbescheid durch die Bezirksregierung überhaupt in Betrieb werden darf.
Inhaber von Zahnarztpraxen sind gemäß § 85 Abs.3 Nr.2 StrlSchG zur Vorlage von Röntgenbildern auf Verlangen der Röntgenstelle verpflichtet.
Alle Fragen zum Thema Qualitätssicherung (Röntgen) richten Sie bitte zuständigkeitshalber an die Röntgenstelle: https://www.zahnaerzte-wl.de/praxisteam/praxisfuehrung/qm-und-qs/roentgen-nrw.html
Zahnmedizinischer Abschluss im Ausland
Die Fachkunde im Strahlenschutz (Röntgen) muss in Ergänzung zum Approbationsverfahren separat erworben werden. Zu den Voraussetzungen hierfür verweisen wir auf das hier eingestellte Informationsblatt zum Erwerb der Fach- und Sachkunde für Zahnärzte/-innen mit ausländischem Examen und das Zeugnis über den Erwerb der Sachkunde im Strahlenschutz im Reiter "Dokumente".
Betreibervertrag § 44 StrlSchV
Hinweis: Dieser Vertrag kann auch bei den Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln eingereicht werden; (c) LZKH
"Umsetzungen bis zum 1. Januar 2020" (RZB 10/2019)
Aktualisierung des Strahlenschutzes
Die Kurse zur Aktualisierung der Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz finden Sie auf www.khi-direkt.de ("Kurse" -> Kategorie "Strahlenschutz").
Ressort Berufsausübung der Zahnärztekammer Nordrhein
0211 / 44704-208

References: § 129
 § 98
 § 63
 § 121
 § 121
 § 63
 § 19
 § 85
 § 85
 § 85
 § 85
 § 85
 § 70
 § 149
 § 180
 § 9
 § 85
 § 44