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Timestamp: 2019-04-22 05:33:33+00:00

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BSG, 14.01.1958 - 11/8 RV 97/57 - dejure.org
BSG, 14.01.1958 - 11/8 RV 97/57
BSGE 6, 256
NJW 1958, 566 (Ls.)
DVBl 1958, 177
In der Rechtsprechung des BSG wird grundsätzlich die eigenhändige Unterschrift verlangt (BSG Urteile vom 14. Januar 1958 - 11/8 RV 97/57 - BSGE 6, 256, 259 = SozR Nr. 7 zu § 151 SGG …und vom 28. Mai 1974 - 2 RU 259/73 - BSGE 37, 279, 280 = SozR 1960 § 5 Nr. 1, jeweils mwN), wobei wesentlich auf den Gedanken der Rechtssicherheit abgestellt wird.
BSG, 10.12.1975 - 8 RU 46/74
Bescheid - Rechtsbehelfsbelehrung - Unrichtigkeit - Zustellung im Ausland - …
Das LSG ist zwar zunächst zutreffend davon ausgegangen, daß eine unrichtige Rechtsbehelfsbelehrung auch dann vorliegt, wenn diese unvollständig ist (vgl. BSG 6, 256, 260; 1, 194, 195 und 227 sowie 233;… SozR Nrn. 15 und 27 zu § 66 SGG).
Unvollständig und damit unrichtig wäre die Rechtsbehelfsbelehrung nur, wenn sie nicht die wesentlichen Einzelheiten einer rechtswirksamen Einlegung des Rechtsbehelfs enthielte (BSG 6, 256, 260; 7, 1, 2 und 7, 16, 18; vgl. auch BVerwG 1, 192 sowie in NJW 1970, 484 und 1972, 1435; neuerdings: BSG vom 28.10.1975 - 9 RV 452/74).
Vielmehr wird nach der ständigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) eine Rechtsbehelfsbelehrung nicht dadurch unvollständig und unrichtig i.S. von § 66 Abs. 2 SGG, wenn sie den Hinweis auf "Auch-Möglichkeiten" wie sie § 91 Abs. 1 SGG erwähnt, nicht enthält (BSG 6, 256, 261 BSG 7, 1, 3 sowie 16, 18 und insbesondere das oben zitierte Urteil des 9. Senats vom 28. Oktober 1975; siehe auch Ecker, SGb 1954, 183; und für die Verwaltungsgerichtsbarkeit: BVerwG, JR 1969, 156).
§ 66 Abs. 1 SGG fordert aber nur die Belehrung über den vom Gesetzgeber gewollten Regelweg (vgl. BSG 6, 256, 257, 261; 7, 16, 18).
Da für die Frage, ob der Schriftlichkeit iS von § 151 Abs. 1 SGG genügt ist, alle bis zum Ablauf der Berufungsfrist eingetretenen Umstände berücksichtigungsfähig sind (…BSG SozR 3-1500 § 151 Nr. 3; BSGE 5, 110, 114; 6, 256, 260), ist insoweit auch das weitere (ebenfalls in Kopie) innerhalb der Berufungsfrist eingegangene Schreiben des Klägers vom 15. Juli 1997 beachtlich.
BSG, 12.02.1958 - 9 RV 986/56
Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG) - Fristgerechte Klageerhebung - …
Über diese "Auch-Möglichkeiten" brauchen die Beteiligten nicht belehrt zu werden (…BSG. Beschluß vom 4.10.1956 SozR. SGG § 161, Nr. 5;… BSG. Urteil vom 24.7.1957 SozR. Nr. 15 zu SGG § 66; Urteil vom 14.1. 1958 - 11/8 RV 97/57 -).
Der Senat hat deshalb in seinem Urteil vom 14. Januar 1958 - 11/8 RV 97/57 - entschieden, die Rechtsmittelbelehrung eines sozialgerichtlichen Urteils brauche nicht den Hinweis zu enthalten, daß die Berufung "auch" zur Niederschrift des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle des SG.
Es erübrigt sich, darauf einzugehen, daß der fehlende Hinweis auf die "Auch-Möglichkeit" für die Erhebung der Klage, wie sie in § 91 SGG eingeräumt ist, die Richtigkeit der Belehrung nicht berührt (vgl. Urteil des BSG. vom 14.1. 1958, 11/8 RV 97/57).
Die Schriftform der Berufung im Sinne des § 151 Abs. 1 SGG verlangt nach ständiger Rechtsprechung des BSG grundsätzlich eine eigenhändige Unterschrift (vgl. BSG, Urteil vom 14. Januar 1958, 11/8 RV 97/57, juris Rn. 14;… Urteil vom 21. Juni 2001, B 13 RJ 5/01 R, juris Rn. 17;… Urteil vom 30. Januar 2002, B 5 RJ 10/01 R, juris Rn. 15;… Beschluss vom 24. Mai 2017, B 14 AS 178/16 B, juris Rn. 4).
Die rechtswidrige Ablehnung der Wiedereinsetzung in die Berufungsfrist im Urteil des LSG, die anders als die Bewilligung der Wiedereinsetzung nicht unanfechtbar iS von § 202 SGG i.V.m. § 548 ZPO ist, kann vom BSG durch Wiedereinsetzung ersetzt werden (BSG Urteil vom 12. Juni 1992 - 11 RAr 65/91; BSGE 6, 256, 262 - SozR Nr. 15 zu § 67 SGG;… Meyer-Ladewig, SGG, 4. Aufl 1991, § 67 Rz 15, 19; Brackmann, Handbuch der Sozialversicherung, Band l/2 S 238k II;… Kopp, VwGO, 7. Aufl 1986, § 60 Rz 32; jeweils mwN).
Für den Fall der Berufung wird auf den Hinweis nach § 151 Abs. 2 Satz 1 SGG verzichtet, wonach die Berufung auch schriftlich oder zur Niederschrift des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle des SG möglich ist (BSG v. 14.01.1958, 11/8 RV 97/57).
Denn nach der Rechtsprechung des BSG (Urteil v. 14.01.1958, 11/8 RV 97/57) enthält § 151 Abs. 2 SGG lediglich eine Ausnahme von der Regel des § 151 Abs. 1 SGG.
Denn für die Frage, ob der Schriftlichkeit iS von § 151 Abs. 1 SGG genügt ist, können - abgesehen von der Möglichkeit einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (vgl § 67 SGG) - nur die bis zum Ablauf der Berufungsfrist eingetretenen Umstände berücksichtigt werden (vgl dazu BSGE 5, 110, 114; 6, 256, 260).
Dagegen hat § 84 Abs. 2 SGG - im Gegensatz zu Abs. 1 - nicht den Zweck, dem Betroffenen ein bestimmtes Verhalten bindend vorzuschreiben, sondern will nur Vorsorge treffen, daß eine an sich versäumte Frist durch das Einreichen, der Rechtsbehelfsschrift bei einer unzuständigen Stelle als gewahrt "gilt" (vgl. BSGE 6, 256; 7, 1).
Aus diesen Erwägungen hat der erkennende Senat bereits in seinem Urteil vom 11. Februar 1958 (BSGE 7, 1) ausgesprochen, daß der Widerspruchsbescheid keine Belehrung über die in § 91 SGG vorgesehene Möglichkeit, die Klagefrist durch Einreichung der Klageschrift bei einer unzuständigen Stelle zu wahren, enthalten muß (vgl. auch BSGE 6, 256).
BSG, 25.01.1984 - 9a RV 2/83
BSG, 24.04.1968 - 7 RAr 37/66
Schlechtwettergeldanspruch - Antrag auf Schlechtwettergeld - Fristversäumnis - …
BSG, 19.10.1977 - 4 RJ 31/77
LSG Niedersachsen, 03.12.1970 - L 9 V 702/70
BSG, 16.01.1968 - 11 RA 176/66

References: § 151
 § 5
 § 66
 § 66
 § 91

§ 66
 § 151
 § 151
 § 161
 § 66
 § 91
 § 151
 § 202
 § 548
 § 67
 § 67
 § 60
 § 151
 § 151
 § 151
 § 151
 § 67
 § 84
 § 91