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Timestamp: 2016-10-23 09:44:19+00:00

Document:
1A.163/2000 (08.11.2000)
1A.163/2000/sch
Aeschlimann, Bundesrichter F�raud und Gerichtsschreiberin Tophinke.
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Bruno Kaufmann, Lausannegasse 18, Postfach 84, Freiburg,
Amt f�r Sozialbeitr�ge Basel - Stadt, Appellationsgericht des Kantons Basel - Stadt als Verwaltungsgericht,
Entsch�digung und Genugtuung
gem�ss Opferhilfegesetz, hat sich ergeben:
A.- X.________ wurde gegen Mitternacht des 13. Mai 1998 auf dem Marktplatz in Basel von unbekannter T�terschaft niedergeschlagen und ausgeraubt. Er blieb �ber eine Stunde bewusstlos liegen und wurde dann notfallm�ssig ins Kantonsspital gebracht, wo eine Gehirnersch�tterung, eine Rissquetschwunde �ber der rechten Stirn, eine Schl�sselbeinfraktur sowie eine Schulterprellung diagnostiziert wurden.
Aufgrund dieser Verletzungen verbrachte X.________ einen Tag im Spital und war f�nfeinhalb Wochen lang arbeitsunf�hig.
B.- Mit Eingabe vom 3. Mai 1999 ersuchte X.________ das Amt f�r Sozialbeitr�ge Basel-Stadt um Entsch�digung und Genugtuung gem�ss dem Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 �ber die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG; SR 312. 5). Er verlangte Schadenersatz in der H�he von Fr. 667.-- (Fr. 292.-- Kosten f�r die Annullierung einer Ferienreise, Fr. 25.-- Annullierungskosten f�r die gestohlene Kreditkarte, Fr. 200.-- Franchise der Diebstahlversicherung und Fr. 150.-- Ersatz f�r besch�digte Kleidung) sowie eine Genugtuung von Fr. 3'000.--. Mit Verf�gung vom 9. September 1999 sprach das Amt f�r Sozialbeitr�ge dem Gesuchsteller eine Genugtuung von Fr. 1'000.-- zu, wies die weitergehenden Forderungen jedoch ab.
C.- Hiegegen erhob X.________ Rekurs an das Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt. Er verlangte wiederum eine Entsch�digung von Fr. 667.-- und eine Genugtuung von Fr. 3'000.--. Das Verwaltungsgericht hiess den Rekurs am 22. Februar 2000 teilweise gut und sprach dem Rekurrenten eine Entsch�digung von Fr. 200.-- zu (Fr. 136.-- berichtigte Annullierungskosten f�r die Ferienreise und Fr. 150.-- f�r die besch�digte Kleidung, Gesamtbetrag aufgrund des Einkommens des Rekurrenten auf Fr. 200.-- gek�rzt). Im �brigen wies es den Rekurs ab.
D.- Gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts erhob X.________ am 1. Mai 2000 Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht. Er beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und ihm sei eine Genugtuungssumme von Fr. 3'000.- zuzusprechen; eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Implizit fordert er auch eine Entsch�digung f�r s�mtliche Schadensposten, wobei er die H�he des Schadenersatzes nicht eindeutig beziffert. Aus dem angefochtenen Urteil geht hervor, dass die Schadenssumme unter Ber�cksichtigung der vom Verwaltungsgericht vorgenommenen Berichtigung eines offensichtlichen Rechnungsfehlers insgesamt Fr. 511.-- betr�gt.
E.- Das Amt f�r Sozialbeitr�ge des Kantons Basel-Stadt nahm mit Schreiben vom 5. Juni 2000 Stellung und beantragt Abweisung der Beschwerde. Das Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt verzichtet auf eine Vernehmlassung und beantragt ebenfalls Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Justiz �usserte sich am 7. Juli 2000 zur Beschwerde. Das Amt f�r Sozialbeitr�ge nahm am 28. August 2000 und der Beschwerdef�hrer am 19. September 2000 Stellung zur Vernehmlassung des Bundesamtes f�r Justiz.
1.- Die Sachurteilsvoraussetzungen sind erf�llt. Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher einzutreten.
2.- a) Der Beschwerdef�hrer r�gt, das Verwaltungsgericht habe Art. 12 Abs. 1 OHG verletzt, da es ihm nur Ersatz f�r die Kleidung und die Annullierungskosten f�r die Ferienreise nicht jedoch f�r die anderen Schadensposten (Annullierungskosten f�r die gestohlene Kreditkarte, Franchise der Diebstahlversicherung) zugesprochen habe.
b) Das Opferhilfegesetz gew�hrt jeder Person, die durch eine Straftat in ihrer k�rperlichen, sexuellen oder psychischen Integrit�t unmittelbar beeintr�chtigt worden ist, Hilfe (Art. 2 Abs. 1 OHG). Gem�ss Art. 12 Abs. 1 OHG hat ein solches Opfer Anspruch auf eine Entsch�digung f�r den durch die Straftat erlittenen Schaden, wenn seine anrechenbaren Einnahmen eine im Gesetz bestimmte Grenze nicht �berschreiten. Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdef�hrer Opfer im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG ist und seine Einnahmen unterhalb der massgebenden Einkommensgrenze liegen. Fraglich ist, ob gem�ss Art. 12 f.
OHG nur K�rper- und Versorgerschaden oder auch der vom Beschwerdef�hrer geltend gemachte Sach- und Verm�gensschaden zu entsch�digen ist.
c) Nach Auffassung des Amtes f�r Sozialbeitr�ge ist gem�ss Art. 12 f. OHG nur derjenige Schaden zu entsch�digen, der sich unmittelbar aus der Beeintr�chtigung der k�rperlichen, sexuellen oder psychischen Integrit�t ergibt, d.h.
Heilbehandlungs- und Spitalkosten, Verdienstausfall, Bestattungskosten sowie Versorgerschaden f�r Ausfall von Unterhalt. Es lehnte im vorliegenden Fall eine Entsch�digung ab, da es sich bei den geltend gemachten Schadensposten ausnahmslos um Sach- und Verm�genssch�den handle. Das Verwaltungsgericht sprach eine Entsch�digung f�r die bei der Straftat besch�digten Kleider und die Annullierungskosten f�r die Ferienreise zu, da diese Kosten unmittelbar mit der Verletzung der k�rperlichen Integrit�t des Opfers zu tun h�tten. Hingegen lehnte es den Ersatz der Annullierungskosten f�r die Kreditkarte sowie eine Entsch�digung f�r die Franchise der Diebstahlversicherung ab. Diese Kosten seien zwar auf die Straftat zur�ckzuf�hren, st�nden jedoch nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der nach Opferhilfegesetz relevanten Verletzung des Beschwerdef�hrers in dessen k�rperliche Integrit�t. Sie h�tten vielmehr Bezug auf das Verm�gensdelikt.
Das Bundesamt f�r Justiz vertritt nach einer Analyse der Materialien in seiner Vernehmlassung die Meinung, dass sich die Opferhilfe grunds�tzlich am weitgefassten privatrechtlichen ausservertraglichen Schadensbegriff nach Art. 41 ff. OR orientiere und nicht an den engeren Konzepten des (Sozial-)Versicherungsrechts. Der Schaden sei folglich nach den Grunds�tzen des Obligationenrechts zu bestimmen.
Zudem ist das Bundesamt der Auffassung, dass Situationen denkbar seien, in denen die �bernahme eines Sach- oder Verm�gensschadens zur Wiederherstellung der Integrit�t, insbesondere der psychischen Integrit�t, beitragen k�nne.
d) Das Bundesgericht musste sich bisher nicht mit der Frage befassen, ob Opfer von Straftaten Anspruch auf Entsch�digung f�r s�mtliche Sch�den oder nur f�r K�rper- und Versorgerschaden haben. Auch im vorliegenden Fall kann die Frage offen bleiben, da dem Beschwerdef�hrer wegen seiner Einkommensverh�ltnisse und der H�he der geltend gemachten Schadenssumme ohnehin keine Entsch�digung ausgerichtet werden k�nnte.
3.- a) Der Beschwerdef�hrer verlangt Schadenersatz f�r s�mtliche Schadensposten. Wird der Umstand ber�cksichtigt, dass das Verwaltungsgericht die H�he der Annullierungskosten f�r die Ferienreise wegen eines offensichtlichen Rechnungsfehlers berichtigt und der Beschwerdef�hrer diese Berichtigung nicht bem�ngelt hat, ergibt sich eine Schadenssumme von insgesamt Fr. 511.-- (Fr. 136.-- Kosten f�r die Annullierung einer Ferienreise, Fr. 25.-- Annullierungskosten f�r die gestohlene Kreditkarte, Fr. 200.-- Franchise der Diebstahlversicherung und Fr. 150.-- Ersatz f�r besch�digte Kleidung).
Selbst unter der Annahme, dass s�mtliche geltend gemachten Schadensposten gem�ss OHG zu entsch�digen w�ren, k�nnte im vorliegenden Fall gest�tzt auf Art. 3 Abs. 3 und Art. 4 Abs. 2 der Verordnung vom 18. November 1992 �ber die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfeverordnung, OHV; SR 312. 51) keine Entsch�digung ausgerichtet werden.
b) Gem�ss Art. 3 Abs. 3 OHV wird die Entsch�digung nach einer bestimmten Formel gek�rzt, wenn die anrechenbaren Einnahmen des Opfers gem�ss Art. 3c des Bundesgesetzes vom 19. M�rz 1965 �ber die Erg�nzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831. 30) zwischen dem massgebenden H�chstbetrag f�r den allgemeinen Lebensbedarf nach Art. 3b Abs. 1 lit. a ELG (ELG-Wert) und dem Vierfachen dieses H�chstbetrages (OHG-H�chstbetrag) liegen. Diese Formel lautet wie folgt:
Entsch�digung =
Schaden - (anrechenbare Einnahmen - ELG-Wert) x Schaden
(OHG-H�chstbetrag -ELG-Wert)
F�llt die auf diese Weise berechnete Entsch�digung unter Fr. 500.--, wird gem�ss Art. 4 Abs. 2 OHV keine Entsch�digung ausgerichtet.
c) Der ELG-Wert f�r Ehepaare betr�gt zur Zeit Fr. 24'690.--, der OHG-H�chstbetrag somit Fr. 98'760.--.
Das Verwaltungsgericht hat die anrechenbaren Einnahmen des Beschwerdef�hrers im Sinne von Art. 3c ELG nicht im Einzelnen berechnet. Es ist von einem Erwerbseinkommen des Beschwerdef�hrers von ann�hernd Fr. 120'000.-- ausgegangen und hat dieses, vermindert um einen Freibetrag von Fr. 1'500.--, gem�ss Art. 3c Abs. 1 lit. a ELG im Umfang von zwei Dritteln angerechnet. Es ist sodann zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdef�hrer auch mit weiteren anrechenbaren Einnahmen den OHG-H�chstwert von Fr. 98'760.-- nicht erreicht.
Nach den Feststellungen der Vorinstanz liegen die anrechenbaren Einnahmen des Beschwerdef�hrers somit sicher zwischen dem ELG-Wert und dem OHG-H�chstwert. Die in Art. 3 Abs. 3 OHV enthaltene Formel findet demzufolge Anwendung.
Setzt man nun bei der formelm�ssigen Berechnung der Entsch�digung beim Schaden Fr. 511.-- und bei den anrechenbaren Einnahmen zugunsten des Beschwerdef�hrers nicht s�mtliche Einnahmensbestandteile, sondern nur zwei Drittel des vom Verwaltungsgericht festgestellten und um Fr. 1'500.-- gek�rzten Erwerbseinkommens ein, so ergibt sich eine Entsch�digung, die klarerweise unter Fr. 500.-- liegt. Gem�ss Art. 4 Abs. 2 OHV ist eine Entsch�digung unter Fr. 500.-- jedoch nicht auszurichten. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist somit hinsichtlich der Entsch�digungsforderung abzuweisen.
4.- a) Der Beschwerdef�hrer r�gt weiter eine Verletzung von Art. 12 Abs. 2 OHG, da die vom Amt f�r Sozialbeitr�ge zugesprochene und vom Verwaltungsgericht best�tigte Genugtuungssumme von Fr. 1000.- zu tief sei. Er fordert eine Genugtuung in der H�he von Fr. 3'000.-- und begr�ndet dies damit, dass er mitten in der Nacht �ber eine Stunde bewusstlos auf dem Marktplatz in Basel am Boden gelegen habe, bevor er in Spitalpflege verbracht werden konnte. Zudem habe er an der Hochzeit seines Sohnes nicht teilnehmen k�nnen, was allein eine Entsch�digung von mehr als Fr. 1000.-- rechtfertige.
Neu vor Bundesgericht bringt der Beschwerdef�hrer zudem vor, dass er sich Ende Oktober 1999 wegen seines tiefen Schocks psychotherapeutisch habe behandeln lassen m�ssen und dass er heute noch an posttraumatischen Stresszust�nden leide, die medikament�s behandelt werden m�ssten und deren Heilungsaussichten aller Erfahrung nach schlecht seien. Als Beweismittel legt er vor Bundesgericht einen Bericht der behandelnden Fach�rztin f�r Psychiatrie und Psychotherapie vom 10. M�rz 2000 bei. Vor dem Verwaltungsgericht hatte er allerdings anhaltende, auf den Vorfall zur�ckgehende Angstzust�nde geltend gemacht.
b) Gem�ss Art. 12 Abs. 2 OHG kann dem Opfer unabh�ngig von seinem Einkommen eine Genugtuung ausgerichtet werden, wenn es schwer betroffen ist und besondere Umst�nde es rechtfertigen. Im vorliegenden Fall haben die Vorinstanzen die grundlegende Anspruchsberechtigung des Beschwerdef�hrers bejaht. Umstritten ist einzig die H�he der Genugtuung.
Das Opferhilfegesetz enth�lt keine Bestimmungen �ber die Bemessung der Genugtuung. Diese Leistung unterscheidet sich zwar in ihrer Rechtsnatur von den zivilrechtlichen Anspr�chen gem�ss Art. 47 und 49 OR. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind jedoch im Bereich der Opferhilfe die von den Zivilgerichten entwickelten Grunds�tze zur Bemessung der Genugtuung sinngem�ss heranzuziehen.
Dabei ist allerdings zu beachten, dass es sich bei der opferrechtlichen Genugtuung um eine staatliche Leistung handelt. Das Entsch�digungs- und Genugtuungssystem des Opferhilfegesetzes entspricht dem Gedanken der Hilfeleistung, nicht der Staatshaftung (BGE 125 II 169 E. 2b S. 173, 554 E. 2a S. 555 f.; 124 II 8 E. 3d/bb S. 14; 123 II 210 E. 3b S. 214; 121 II 369 E. 3c/aa S. 373, je mit Hinweisen).
Die Genugtuungssumme wird geleistet, um seelische Unbill abzugelten, obwohl ein solcher immaterieller Schaden nicht in Geld gemessen werden kann. Die Bemessung der Genugtuungssumme ist deshalb eine Entscheidung nach Billigkeit, die von der W�rdigung der massgeblichen Kriterien abh�ngt.
Innerhalb gewisser Grenzen sind mehrere angemessene, der Billigkeit entsprechende L�sungen m�glich. Den kantonalen Beh�rden steht ein breiter Ermessensspielraum zu, den das Bundesgericht zu respektieren hat (BGE 125 II 169 E. 2b/bb S. 174; 123 II 210 E. 2c S. 212 f.; 121 II 369 E. 3c S. 373).
Es darf nur einschreiten, wenn die kantonale Instanz ihr Ermessen �berschritten oder missbraucht hat (Art. 104 lit. a OG). Im Zusammenhang mit der Bemessung einer Genugtuungssumme greift es ein, wenn grundlos von den in Lehre und Rechtsprechung entwickelten Bemessungsgrunds�tzen abgewichen wird, wenn Tatsachen ber�cksichtigt werden, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle spielen d�rfen oder wenn umgekehrt Umst�nde ausser Betracht geblieben sind, die h�tten beachtet werden m�ssen. Es greift ausserdem in Ermessensentscheide ein, wenn sich diese als offensichtlich unbillig bzw. als in stossender Weise ungerecht erweisen (vgl. BGE 123 III 306 E. 9b S. 315; 115 II 30 E. 1b S. 32 f.).
c) Die Vorinstanzen billigten dem Beschwerdef�hrer eine Genugtuung von Fr. 1'000.-- zu, obwohl dessen Verletzungen eher leicht waren, der Spitalaufenthalt nur einen Tag dauerte, der Vorfall keine Invalidit�t des Beschwerdef�hrers zur Folge hatte und in einem Arztbericht vom 29. Juni 1998 festgehalten wurde, dass der Heilungsverlauf "tout � fait favorable" sei und keine bleibenden Beeintr�chtigungen zu erwarten bzw. solche nicht sehr wahrscheinlich seien. Ausgehend von einer opferbezogenen Perspektive, die das subjektive Empfinden der betroffenen Person miteinbezieht, anerkannten sie jedoch, dass der Beschwerdef�hrer durch die Straftat und ihre Folgen in seinen pers�nlichen Verh�ltnissen schwer betroffen war. Sie ber�cksichtigten dabei, dass der Beschwerdef�hrer unerwartet angegriffen wurde, w�hrend l�ngerer Zeit bewusstlos auf der Strasse lag und die Hochzeit seines Sohnes verpasste. Als nicht erwiesen erachtete das Verwaltungsgericht hingegen die vom Beschwerdef�hrer im Rekursverfahren geltend gemachten anhaltenden Angstzust�nde bzw. psychischen Beeintr�chtigungen, die auf den Vorfall zur�ckzuf�hren seien. Den medizinischen Unterlagen liessen sich daf�r keine Anhaltspunkte entnehmen. Das Verwaltungsgericht ging vielmehr davon aus, dass der �berfall keine dauerhaften Beeintr�chtigungen verursacht hatte und die Verletzungen verh�ltnism�ssig rasch verheilt waren.
d) Aus dem vom Beschwerdef�hrer vor Bundesgericht eingereichten Arztbericht geht hervor, dass dieser unter posttraumatischen Stresszust�nden mit einer depressiv-�ngstlichen Reaktion leidet und dass antidepressive und angstl�sende Medikamente sowie psychotherapeutische Sitzungen verschrieben wurden. Nach den Ausf�hrungen der Fach�rztin handelt es sich bei posttraumatischen Stresszust�nden um eine schwere St�rung mit ung�nstigen Entwicklungsaussichten.
Die Folgen f�hrten oft zur Invalidit�t, da der Patient die traumatischen Momente beim kleinsten Ausl�ser wieder erleben k�nne. Mit solchen Stresszust�nden verbunden sei eine St�rung der Gem�tsverfassung, gefolgt von R�ckzug, Verlust der F�higkeit, sich zu freuen, Schreckreaktionen, Panikattacken, �ngste und Schlafst�rungen. M�glich sei auch eine dauerhafte Ver�nderung der Pers�nlichkeit. Nach Auffassung der Fach�rztin ist der Zusammenhang zwischen dem vom Beschwerdef�hrer erlittenen �berfall und seinem Gesundheitszustand zweifellos gegeben.
e) W�ren die im Arztbericht attestierten betr�chtlichen psychischen Beeintr�chtigungen des Beschwerdef�hrers zur Zeit des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens bekannt gewesen und h�tte die Vorinstanz sie als erwiesen erachtet, h�tten sie bei der Bemessung der Genugtuungssumme beachtet werden m�ssen. In diesem Fall w�ren die Auswirkungen des �berfalls auf die Pers�nlichkeit des Betroffenen als intensiver und dauerhafter zu werten gewesen, als es die Vorinstanz getan hat. Diese hat zwar anerkannt, dass der Beschwerdef�hrer durch die Straftat und ihre Folgen in seinen pers�nlichen Verh�ltnissen schwer betroffen war. Indessen vertrat sie die Auffassung, den medizinischen Unterlagen lasse sich kein Hinweis auf die vom Beschwerdef�hrer geltend gemachten anhaltenden Angstzust�nde bzw. eine psychische Traumatisierung entnehmen. Der Beschwerdef�hrer bringt in diesem Zusammenhang vor, die Vorinstanz h�tte eine spezial�rztliche Abkl�rung anordnen m�ssen, um der im OHG herrschenden Offizialmaxime gerecht zu werden. Es stellt sich die Frage, ob sich der Beschwerdef�hrer vor Bundesgericht noch auf den Arztbericht vom 10. M�rz 2000 berufen kann, nachdem das Verwaltungsgericht sein Urteil am 22. Februar 2000 f�llte.
5.- a) Gem�ss Art. 105 Abs. 2 OG ist das Bundesgericht an die Feststellung des Sachverhaltes gebunden, wenn - wie im vorliegenden Fall - eine richterliche Vorinstanz den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen ermittelt hat. Dies schliesst das Vorbringen von neuen tats�chlichen Behauptungen und Beweismitteln weitgehend aus (BGE 125 II 217 E. 3a S. 221; 114 Ib 27 E. 8b S. 33). Nach der Rechtsprechung sind nur solche neuen Beweismittel zugelassen, welche die Vorinstanz von Amtes wegen h�tte erheben m�ssen und deren Nichterhebung eine Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften darstellt (BGE 121 II 97 E. 1c S. 99; 107 Ib 167 E. 1b S. 169; 106 Ib 77 E. 2a S. 79). Insbesondere k�nnen grunds�tzlich keine nachtr�glichen �nderungen des Sachverhalts ber�cksichtigt werden, da man der Beh�rde nicht den Vorwurf machen kann, sie habe die Tatsachen unzureichend festgestellt, wenn sich diese erst nach ihrem Entscheid ge�ndert haben (BGE 125 II 217 E. 3a S. 221; 121 II 97 E. 1c S. 99 f.; 107 Ib 167 E. 1b S. 169). Zudem k�nnen sich die Parteien vor Bundesgericht nicht auf neue Tatsachen berufen, die sie schon vor der Vorinstanz h�tten geltend machen k�nnen oder - wegen ihrer Mitwirkungspflicht bei der Aufkl�rung des Sachverhalts - h�tten geltend machen m�ssen.
Derartige sp�tere Vorbringen f�hren nicht dazu, dass die Feststellungen der richterlichen Vorinstanz im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG als unvollst�ndig zu bezeichnen sind (BGE 121 II 97 E. 1 c S. 100).
b) Im vorliegenden Fall machte der Beschwerdef�hrer vor der Vorinstanz geltend, dass er durch den Vorfall psychisch sehr belastet sei und an anhaltenden Angstzust�nden leide. Hingegen l�sst sich den Akten nicht entnehmen, dass er die Vorinstanz auch dar�ber informierte, dass er sich wegen seiner psychischen Beschwerden bereits zur Zeit des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens psychotherapeutisch und medikament�s behandeln liess. Gem�ss dem beiliegenden Arztbericht hatte die behandelnde �rztin den Beschwerdef�hrer Ende Oktober 1999 an die betreffende Fach�rztin f�r Psychiatrie und Psychotherapie �berwiesen. Der Beschwerdef�hrer verzichtete am 14. Februar 2000 ausdr�cklich auf eine Replik auf die Rekursantwort des Amtes f�r Sozialbeitr�ge. Dieses hatte darin festgestellt, dass sich aus den eingereichten medizinischen Unterlagen keine Anhaltspunkte f�r anhaltende Angstzust�nde bzw. eine psychische Traumatisierung aufgrund des Vorfalls ergeben w�rden. Der Beschwerdef�hrer hielt lediglich an den Ausf�hrungen in der Beschwerdeschrift fest.
Das Verwaltungsgericht beanstandete in der Folge die Feststellung der ersten Instanz, dass keine Anhaltspunkte f�r anhaltende Angstzust�nde vorl�gen, nicht.
Es trifft zwar zu, dass gem�ss Art. 16 Abs. 2 OHG die Beh�rde den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt und dass der richterlichen Beschwerdeinstanz gem�ss Art. 17 OHG freie �berpr�fungsbefugnis zukommt. Da der Beschwerdef�hrer aber - soweit aus den Akten ersichtlich - w�hrend des ganzen verwaltungsgerichtlichen Verfahrens die Vorinstanz nicht auf die Tatsache hinwies, dass er sich wegen der psychischen Folgen des �berfalls in psychotherapeutischer Behandlung befand und auch keine Einw�nde gegen die Feststellung des Amtes f�r Sozialbeitr�ge erhob, sondern vielmehr auf eine Replik ausdr�cklich verzichtete, hatte das Verwaltungsgericht auch keine Veranlassung, das Vorliegen der geltend gemachten psychischen Beeintr�chtigungen n�her abzukl�ren.
Unter diesen Umst�nden kann dem Verwaltungsgericht auch keine Verletzung einer wesentlichen Verfahrenspflicht vorgeworfen werden. Die Tatsache, dass das Verwaltungsgericht den Arztbericht nach der F�llung aber vor der Notifizierung des Urteils nicht mehr ber�cksichtigt hat, stellt keinen Verfahrensfehler dar. Unbehelflich ist auch das Argument des Beschwerdef�hrers, der Arztbericht habe nicht mehr innerhalb der peremptorischen Frist f�r die Replik eingereicht werden k�nnen, da die genaue Diagnosestellung bei solchen psychischen Beeintr�chtigungen l�ngere Zeit in Anspruch nehme. Dem Beschwerdef�hrer w�re es offengestanden, in der Replik zumindest darauf hinzuweisen, dass er sich in �rztlicher Behandlung befand und ein Arztbericht erstellt werde oder er h�tte einen Beweisantrag stellen k�nnen. Er hat sogar auf eine Replik ausdr�cklich verzichtet. Das Bundesgericht ist somit gem�ss Art. 105 Abs. 2 OG an die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz gebunden. Der eingereichte Arztbericht kann vom Bundesgericht bei der Pr�fung der Beschwerde nicht ber�cksichtigt werden. Unter diesen Umst�nden kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass das Verwaltungsgericht bei der Bemessung der Genugtuung eine wesentliche Tatsache ausser Betracht gelassen und damit ihr Ermessen missbraucht und Art. 12 Abs. 2 OHG verletzt h�tte. Dass das Verwaltungsgericht eine Genugtuungssumme von Fr. 1000.-- als angemessen betrachtete, obwohl der Beschwerdef�hrer nicht an der Hochzeit seines Sohnes teilnehmen konnte, stellt keinen Ermessensmissbrauch dar.
6.- Nach dem Gesagten ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen. Das Verfahren ist kostenlos (Art. 16 Abs. 1 OHG; BGE 122 II 211 E. 4b S. 219). Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren keine Parteientsch�digung zugesprochen und die Vorinstanz auch nicht angewiesen, dem Beschwerdef�hrer f�r das kantonale Beschwerdeverfahren eine Parteientsch�digung zuzusprechen.
4.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem kantonalen Amt f�r Sozialbeitr�ge und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt als Verwaltungsgericht sowie dem Bundesamt f�r Justiz schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 8. November 2000

References: Art. 12
 Art. 12
 Art. 2
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 41
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 47
 BGE 
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 16
 Art. 17
 Art. 105
 Art. 12
 BGE